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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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gzimber 2.418 Reichsmark und 22 Pfennig
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. Beſtellungen und Abbefiellungen durch
im Verbindlſichkelt für uns. Poſiſcheckonto
Franffurt a. M. 4301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illnſkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 349 Donnerstag, den 12. Dezember 1931. 194. Jahrgang
2 mm brelie Zelle im Kreiſe Darm:/ad/ 25 Reichspfg
Finanz=Anzelgen 40 Reichspfg. Religinezelie (92 mm
breit/3 Reichsmarl. Anzeigen von auswüris 40-Reichepfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reſchspfg. 92 mm breite
Rellame=
zelle 3.00 Reſchsmark. Alle Preſſe in Reichemark
(4 Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle höberer
Gewall, wie Krieg, Aufruhr. Streit uſw., erliſcht
jede Verpflſchtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder geriſchtiſcher Beltreibung fäll” ſeder
Rabatt weg. Banfkonto Deutſche Bank und Därme
ſädter und Natzonalbani.
MoratoriumfeindlicheStrömung in Amerika
Moſtwikas Standpunkk: „Europa bringk insgeſamk 1779 Millionen Dollar für Räſtungen auf und will
üglich 243 Millionen Schulden nicht bezahlen können. — Bolle Sympathie für Deutſchlands Lage.
Akeine Luft, auf Koſten der amerikaniſchen Steuerzahler europäiſche Rüſtungen zu finanzieren.
der Kampf um das Morakorium.
MMas Kongreß und Senak gegen eine Streichung
der allierken Schulden.
Waſhington, 16. Dezember.
u geſtern fälligen Raten der alliierten Schulden an Ame=
4Geſamtbetrage von 31 Millionen Dollar als Abzahlung
FiſtSchuldbeträge und 92 Millionen Dollar Zinſen ſind nicht
Ftrunzlktvorden. Die Regierung der Vereinigten Staaten
betrach=
ſudſen die Schuldner nicht als in Verzug befindlich.
kür tobte eine um ſo heftigere Redeſchlacht hierüber im
tdskongreß, beſonders im Unterhaus, wo der
Abgeord=
ſü. Fadden, der gegen die Ratifizierung des Hoover=
Mora=
ſuhagitiert, ſich gegen Präſident Hoover und die „
prodeut=
ſifhnkiers in New York” ausließ. Mac Fadden, der ſeit
Zu=
mtnitt des neuen Kongreſſes als Republikaner und
Mit=
dfu Minderheit nicht im Vorſtand des Bankausſchuſſes iſt,
ſhber noch angehört, ſchrie, Hoover habe ſeinen Amtseid
Aals er mit fremden Regierungen ein Moratorium be=
Die Schuldenabkommen mit den Alliier=
(lien keine internationalen Verträge, ſo=
ᛋimerika in Fräge komme, ſondern Finanz=
Amerikas, und die könne Hoover nicht an=
1 Wenn nicht die deutſchen internationalen Bankiers in
(9rk, nämlich Kuhn, Loeb u. Co., Seligmann und Paul
ſtn, ſchon lange die Streichung der alliierten Schulden im
ℳ Intereſſe geplant hätten, ſo wäre Hoover nie zum
Prä=
igewählt worden.
W Faddens Fraktionskollege Chiperfield wies dieſe uner=
Beſchuldigungen zurück und ließ die Bemerkung fallen,
ſoden ſollte der Nachwelt als abſchreckendes Beiſpiel
vor=
ſa werden, wie tief ein Abgeordneter ſinken könne. Im
*zusſchuß des Unterhauſes, der zurzeit den
Moratoriums=
urf berät, erklärte Unterſchatzamtsſekretär Mills, es wäre
eine „ewige Schande” für Amerika,
zun der Kongreß das Morakorium ablehnke,
i*ſuni 276 Parlamentarier, darunter mehr als Zweidrittel
ſtatan, dem Präſidenten Hoover auf deſſen Anfrage ihre
Zu=
undun zu ſeinen Plänen erklärt hätten. Heute wird
Staats=
bet Stimſon im Ausſchuß gehört werden, und morgen wird
Baage an das Plenum gehen.
Nalhlnſicht der Fraktionsführer iſt das Moratorium deshalb in
be M eindliche Atmoſphäre geraten, weil es in der
Sonderbot=
bitäls Präſidenten mit der Frage einer weiteren
Edſlierung oder Beſchränkung der alliierten
Sahſlngen verknüpft worden ſei. Die Majorität des
Malezes und der öffentlichen Meinung habe volle
Sympa=
ſe 6 lie lit Deutſchland, deshalb ſehe man nicht ein, warum
die ſich
„0odR7 30 Koſten der amerikaniſchen Steuerzahler den Alliierten
Freuen/ Wſec ille, die ſo gewaltige Summen für Rüſtungen ausgäben.
ſehen V he Lmaſhington Poſt” veröffentlicht hierüber eine
Zuſammen=
diesc Fuhyes Kriegsamtes. Danach hätten 1930 für Rüſtungen aus=
Fgebe, Großbritannien 608, Frankreich 547, Italien 322, Polen
Mnänien 67, Jugoſlawien 47, Tſchechoſlowakei 41, Belgien
1F Müonen Dollar. Dieſer Summe von 1779 Millionen Dollar
Mdk die diesjährigen Schuldenbeträge dieſer Staaten an Ame=
Aa Iy insgeſamt nur 243 Millionen Dollar gegenüber. Man
Wwne 479 Millionen Dollar für Kriegsrüſtungen aus und wolle
9 Ihlionen Schulden nicht bezahlen, und Frankreich, das
Ahent ſeines Geſamtbudgets für Kriegsrüſtungen ausgebe,
Augrech mit ſich ſelbſt in Widerſpruch, wenn es ſeinen
Premier=
bwiſte nach Waſhington ſende, mit der Abſicht, die Koſten
esKuropäiſchen Krieges den amerikaniſchen
telrzahlern aufzuhalſen.
Senat wartet man die Erledigung des Moratoriums
Wc’ds Unterhaus ab, bevor man die Beratungen im
Aus=
uß” innt, da Finanzgeſetze ſtets zunächſt durch das Unterhaus
DeA hüſſen. Trotzdem wurde auch im Senat von Reed und
eEn eine Streichung der alliierten Schulden
ris abgelehnt.
Darſe Angriffe gegen die Schuldenregelung
Amerikas mit Frankreich.
Lbeiden Häuſern des Kongreſſes wurde heute die Politik
identen Hoover in der Kriegsſchulden=Frage erneut heftig
Ggesafen.
ASenat ſprach das Senats=Mitglied Reed über die
Konſo=
a der franzöſiſchen Kriegsſchulden, und erklärte, daß dabei
ch und die Vereinigten Staaten den Kürzeren gezogen
Nachdem die Konſolidierung bereits durchgeführt worden
ſärte Reed, habe man erſt geſehen, daß Frankreichs Zah=
Sigkeit weit größer war, als man urſprünglich
angenom=
ſte. Da Frankreich ohnehin erheblich günſtiger als
Eng=
handelt worden ſei, käme eine weitere Herabſetzung der
ſchen Kriegsſchulden an Amerika gar nicht in Frage.
Skimſon verkeidigk das Hooverjahr.
Im Arbeitsausſchuß des Repräſentantenhauſes verteidigte
Staatsſekretär Stimſon das Hooverjahr, durch das der
Zuſammen=
bruch und eine gleichzeitige finanzielle Panik in der Welt
ver=
hindert worden ſei. Ohne das Moratorium wäre es möglicherweiſe
zu einer Zahlungseinſtellung aller Schuldner der Vereinigten
Staaten gekommen. Es ſei nicht richtig, daß die Vereinigten
Staaten durch die Annahme des Hooverplanes ein größeres Opfer
bringen würden als andere. Unrichtig ſei weiter, daß die
Mel=
dung vorliege, die Schuldner der Vereinigten Staaten würden die
Ausdehnung des Moratoriums über Juni 1932 hinaus beantragen.
Auch ſtimme es nicht, daß die amerikaniſche Regierung die
Billi=
gung des Kongreſſes zu fremden Anleihen benötige.
Erbitkerker Finanzkampf
zwiſchen England und Frankreich.
New York, 16. Dezember.
Wall Street Journal ſchreibt: In amerikaniſchen
Finanz=
kreiſen wird vielfach geglaubt, daß gegenwärtig eine ſchwere
Schlacht zwiſchen der Bank von England und der Bank von
Frankreich im Gange iſt. Man iſt der Anſicht, daß die Bank von
England planmäßig Sterling verkauft, um Dollarguthaben für
die Regelung des am 31. Januar fällig werdenden 75=Millionen=
Dollar=Kredits der Bundesreſervebank zu bilden und um durch
Niedrighalten des Sterlingkurſes den britiſchen Ausfuhrhandel zu
fördern. Zur gleichen Zeit nimmt die Bank von Frankreich
Ster=
ling=Ankäufe vor, um den Kurs des Pfundes in die Höhe zu
trei=
ben und dadurch die Verluſte zu vermindern, die die in London
eingefrorenen franzöſiſchen Kredite durch die Entwertung des
Pfundes erlitten haben.
Will Frangois Poncek gehen?
Unklare Hallung des franzöſiſchen Bokſchafters.
* Berlin, 16. Dezember. (Priv.=Tel.)
Ein Pariſer Blatt erzählt ſeinen Leſern, der neue franzöſiſche
Botſchafter in Berlin, Franoois Poncet, habe auf ſeinem Poſten
in der kurzen Zeit ſeiner Amtsführung bereits ſoviel
Enttäu=
ſchungen erlebt, daß er ſich mit dem Gedanken trage,
zurückzu=
treten. Er hat ſich dazu noch nicht geäußert, hat aber wohl von
Anfang an nicht die Abſicht gehabt, längere Zeit auf dieſem
Poſten in Berlin zu bleiben, da er ſeine innenpolitiſche Karriere
nicht aufgeben möchte. Herr Poncet iſt zweifellos mit der Abſicht
nach Berlin gekommen, die deutſch=franzöſiſche Verſtändigung,
wie er ſie verſteht, zuſtande zu bringen und ſich dadurch ein
gutes Sprungbrett für eine Miniſterlaufbahn zu ſchaffen.
Prak=
tiſche Erfolge ſino ihm allerdings in Deutſchland bisher nicht
beſchieden geweſen. Seine ganze Haltung iſt auch reichlich unklar.
Er hat ſehr ſtark mit Kreiſen der „Nationalen Oppoſition”
Füh=
lung geſucht und wiederholt zu verſtehen gegeben, daß er lieber
mit der „Macht von Morgen” verhandeln wolle. Dabei iſt aber
nie zu erkennen geweſen, wieweit er es wirklich ehrlich meinte,
und wieweit er ſich von der Abſicht leiten ließ, durch die
Unter=
ſtützung der Oppoſition die innere Kriſe in Deutſchland zu
ver=
ſchärfen.
Die Berliner Stillhalte-Verhandlungen.
* Berlin, 16. Dez. (Priv.=Tel.)
Die Mauer der Vertraulichkeit, hinter der ſich in Berlin die
Verhandlungen über die Verlängerung des Stillhalte=
Abkom=
mens abſpielen, iſt ſo hoch, daß tatſächlich kaum eine Mitteilung
über die Verhandlungen in die Oeffentlichkeit dringt. Die
Zei=
tungen, die ein Spezialintereſſe für dieſe Beſprechungen haben,
ſehen ſich gezwungen, Material von der Konkurrenz in Baſel zu
beſchaffen, das auf ſeine Zuverläſſigkeit ſchwer nachzuprüfen iſt.
Das neueſte auf dieſem Gebiete iſt, daß angeblich die
Verhand=
lungen in Berlin ſehr ſchleppend vor ſich gehen und kaum vor
Januar zum Schluſſe kämen, ſo daß mit einer zehntägigen
Weih=
nachtspauſe gerechnet werden müſſe. Nach unſeren Erkundigungen
liegen dafür keine Anhaltspunkte vor. Der Ausgleich der
Gegen=
ſätze, die ja nicht nur politiſcher Natur, ſondern in hohem Maße
finanzieller Natur ſind, iſt nicht leicht. Man muß bedenken, daß
es ſich um 120 000 private Gläubiger handelt, für
die ein gemeinſames Schema gefunden werden
muß. Trotzdem rechnet man ſehr ſtark damit, daß die
Verhand=
lungen in 8 bis 10 Tagen fertig ſind. Sicher iſt allerdings, daß
die Verbindungen zwiſchen Berlin und Baſel
ſehr eng ſind und daß nicht nur Material, ſondern auch
Mei=
nungen ausgetauſcht werden. Die Berliner Verhandlungen
hän=
gen alſo irgendwie auch von den Fortſchritten in Baſel ab.
Die Baſeler Beralungen.
Baſel, 16. Dezember.
Die vom Beratenden Sonderausſchuß eingeſetzten
Unter=
komitees ſetzten am Mittwoch vormittag ihre Arbeiten fort. Zur
Vorbereitung des Ausſchußberichtes hatten die mit dieſer Aufgabe
betrauten Mitglieder des Ausſchuſſes weitere Zuſammenkünfte.
Die Delegierten lehnen es ab, im jetzigen Stadium irgendwelche
Erklärungen abzugeben. Alle Meldungen über den Gegenſtand
der vertraulichen Beſprechungen, die auch heute vormittag wieder
in den Hotelzimmern fortgeſetzt wurden, müſſen demnach mit
Vor=
ſicht aufgenommen werden.
* Amerika gegen Europa?
Von
Ottv Corbach.
Die tumultuariſchen Vorgäuge im amerikaniſchen Kongreß,
die zwar an der Unumſtößlichkeit des Hoover=Moratoriums in
Wirklichkeit nichts mehr ändern können, aber die Entſchloſſenheit
des amerikaniſchen Steuerzahlers offenbaren, ſich gegen deſſen
weitere Ausdehnung und gegen jeglichen endgiltigen
Schuldennach=
laß mit Händen und Füßen zu wehren, bedeuten wohl ein
Mene=
tekel für das Zerrbild, das das Verſailler Syſtem aus dem
offiziellen Europa gemacht hat, keineswegs aber für eine
leben=
dige europäiſche Völkergemeinſchaft, die ſich nach einer
gründ=
lichen Reviſion der Friedensverträge bilden würde. Das maſſive
politiſche Denken des typiſchen Durchſchnittsbürgers der Union
ſträubt ſich immer noch dagegen, ſich in der Wirrnis europäiſcher
politiſcher Verhältniſſe zurechtzufinden. Er hat einer Beteiligung
ſeines Landes an dem Weltkriege zugeſtimmt, weil der Vetter an
der andern Seite des großen Teiches ihm einredete, es gelte, eine
auf Welteroberung ausgehende „Militär=Autokratie” zu zerſtören
und dadurch die „Welt” für Demokratie, Freiheit und
Menſchen=
rechte „ſicher” zu machen. Als der Friede geſchloſſen war, glaubte
er, er könne es ſich in ſeiner „Neuen Welt” wieder unbekümmert
um die Händel der übrigen Welt wohl ſein laſſen. In der
bunten Geſellſchaft der „Bindeſtrich=Amerikaner”, vor allem
ſol=
chen deutſcher und öſterreichiſch=ungariſcher Herkunft, hatte es
zwar Elemente gegeben, denen ſchon die wohlwollende
Neutrali=
tät, die die Waſhingtoner Regierung den „Alliierten” von
Au=
fang an bewies, amerikaniſcher iſolationiſtiſcher Tradition zu
widerſprechen ſchien, weshalb ſie in den Ruf einſtimmten, den
revolutionäre Elemente in der Arbeiterſchaft zuerſt anſtimmten:
„Füttert Amerika, und hungert den Krieg aus!” Aber es fiel
all=angelſächſiſcher Propaganda nicht ſchwer, dieſe Elemente als
Hochverrats und umſtürzleriſcher Neigungen verdächtige
„Fremde” zu brandmarken, mit denen ein anſtändiger „
hundert=
prozentiger” Amerikaner nichts zu tun haben dürfe. So kam es
benn, daß die große Mehrheit des Volkes der Vereinigten
Stag=
ten erſt vom Goldrauſch einſeitiger Kriegslieferungen und dann
vom Blutrauſch einer Beteiligung an der Niederwerfung des
vermeintlichen Feindes der „Ziviliſation” erfaßt wurde, dem mit
der totalen „Kriegsſchuld” auch alle Kriegsſchulden aufgebürdet
werden könnten.
Die Rechnung war falſch und die Weltwirtſchaftskriſe rüttelt
allmählich auch den verſtockteſten amerikaniſchen Iſolationiſten zu
dieſer Erkenntnis wach. Der Tradition des „Iſolationismus”
hätte nur eine unbedingte Neutralität entſprochen, die
Kriegs=
lieferungen für die Alliierten von der Wahrung des Prinzips
der „Freiheit der Meere”, d. h. eines unbehinderten
Handels=
verkehrs auch mit den Mittelmächten abhängig gemacht haben
würde. Heute kann keine noch ſo ſtarke Volksbewegung in den
Vereinigten Staaten verhindern, daß ſich jede Waſhingtoner
Regierung an den Bemühungen um die Wiederherſtellung
ver=
nünftiger politiſcher Verhältniſſe in Europa beteiligen muß.
Das Hoover=Moratorium war ein erſtes Abweichen von dem
ſtarren Prinzip, jeglichen Zahlungsverzug oder =Nachlaß von
Ab=
rüſtungsverpflichtungen abhängig zu machen, ohne ſich dabei in
der „alten” Welt irgendwie machtpolitiſch für eine politiſche
Neuordnung einzuſetzen. Das unſchlüſſige Hin= und Herpendeln
angelſächſiſcher Staatsmänner zwiſchen atlantiſchen und
pazifi=
ſchen Intereſſen, hat zu einer Art Lähmung ſowohl der britiſchen
wie der amerikaniſchen Seemacht geführt: und weil ihnen immer
wieder der Mut zu letzten Entſcheidungen für eine tatkräftige
Beteiligung an der Neu=Regelung politiſcher Verhältniſſe in
Europa wie in Aſien fehlte, konnten die den euraſiſchen
Rieſen=
kontinent flankierenden Seemächte, Frankreich und Japan, jede
vernünftige Abſicht eben dieſer Staatsmänner ſabotieren.
Der Groll des amerikaniſchen Steuerzahlers gegen die
Träger des amerikaniſchen Finanzkapitals, die die aus dem
Kriege herrührenden Staatsſchulden zugunſten einer leichteren
Eintreibbarkeit privater Schulden abgebaut und möglichſt völlig
geſtrichen ſehen möchten, iſt verſtändlich. Dennoch wird die Logik
der Entwicklung den Primat der Privatverſchuldung auf Koſten
der politiſchen Verſchuldung auf die Dauer durchſetzen, weil dieſe
eine ausfchließlich unproduktive, jene eine wenigſtens vorwiegend
produktive, mit dem Wirtſchaftsleben der verſchuldeten Völker
organiſch verbundene Belaſtung bedeutet. Der ganze wirre
Kno=
ten des Problems der Reparationen und Kriegsſchulden kann
nur durch eine ſolche internationale Zuſammenarbeit gelöſt
wer=
den, die die Ueberwindung der Nachwirkungen des Weltkrieges
zum Gegenſtand gemeinſamer Anſtrengungen der geſamten
Kul=
turmenſchheit macht. Dazu aber bedarf es eines neuen
Mächte=
gleichgewichts innerhalb des europäiſch=amerikaniſchen
Kultur=
kreiſes, der das Wirtſchaftsleben Mittel= und Südeuropas von
dem Alpdruck unfruchtbarer franzöſiſcher „Sicherheitspolitit”
befreit.
Der revoltierende amerikaniſche Steuerzahler kann als
Wäh=
ler verhindern, daß Hoover im nächſten Jahre wiedergewählt
wird, aber der Sündenfall der Beteiligung am Weltkriege hat die
Abhängigkeit des amerikaniſchen Wirtſchaftslebens von
inter=
nationalen Beziehungen in einem Maße geſteigert, daß auch der
Nachfolger Hooders ſich zwangsläufig in den Netzen Wallſtreets
verſtricken muß. Wenn der Volkstribune Croß aus Texas
aus=
rief: „Das Weiße Haus iſt zu einem Rendez=vous=Platz der
aus=
ländiſchen Diplomaten geworden; wir haben die Einmiſchung in
europäiſche Affären ſatt!”, ſo mag das die Stimmung der
Wähler=
maſſen ausdrücken, die die kommenden Wahlſchlachten entſcheiden
werden, aber das ändert nichts daran, daß der traditionelle
Par=
lamentarismus in der neuen Welt gerade ſo gut abgewirtſchaftet
hat, wie in der alten. An der drohenden Zahlungsunfähigkeit
Deutſchlands und Englands müſſen ſchließlich die allerlegalſten
Forderungsrechte auch des amerikaniſchen Steuerzahlers abprallen
und er wird die Mehrbelaſtung tragen müſſen, die ihm
irgend=
eine Art kalter Diktatur allen Wahlergebniſſen zum Trotz im
Sinne gewiſſer Zwangsläufigkeiten der Nachkriegsentwicklung
internationalen Verkehrs aufbürden wird. Man hat aber an dem
Senator Borah ein Beiſpiel, wie wenig einen typiſchen
ameri=
kaniſchen Iſolationiſten diejenige europäiſche Ordnung behagt, die
aus dem Verſailler Frieden hervorgegangen iſt, ſobald er
ein=
mal ernſthaft über ſie nachdenkt. Noch träumt der
Durchſchnitts=
illuſioniſt von der Möglichkeit, Onkel Sam könne Frankreich wie
Japan als hartgeſottener Gläubiger von ihrem Rüſtungswahn
kurieren. Wenn er dieſen Traum einmal ausgeträumt haben
wird, dürfte gerade er einer ſolchen außenpolitiſchen Aktibität der
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Wafhingtoner Regierung zuſtimmen, die das Heil der Welt nicht
mehr von internationalen Friedens= und Abrüſtungskonferenzen,
ſondern von der Einſetzung amerikaniſcher Macht für eine
Revi=
ſion der Verträge und für einen freieren internationalen
Ver=
kehr von Menſchen und Waren gegen den Widerſtand der
Sabo=
teure jeglicher freien Entfaltung der Kräfte unterdrückter Völker
erwartet.
Hiilers Annddte an Bruning.
„Jederzeik bereit, die Verankworkung
zu übernehmen.
München, 16. Dezember.
Die Preſſeſtelle der Reichsleitung der NSDAP. veröffentlicht
einen umfangreichen Auszug aus der Antwort Adolf Hitlers auf
die Rundfunkrede des Reichskanzlers als Sondernummer des
„Völkiſchen Beobachters”. Einleitend ſagt Hitler, nur
partei=
mäßig bedingte Erwägungen könnten der Anlaß geweſen ſein, die
nationalſozialiſtiſche Bewegung mit Vorwürfen zu überſchütten,
die ebenſo ungerechtfertigt wie leicht widerlegbar ſeien. Gewiß
könne die Regierung handeln, während die Oppoſition ihre
Auf=
faſſung nur durch die Rede zur Geltung bringen könne. Der Kurs
des heutigen Syſtems aber habe bis jetzt nicht den Regierungen
recht gegeben, ſondern den kritiſchen Rednern. Wenn man dennoch
in den Reden der Oppoſition etwas Unerträgliches ſehe, dann ſolle
man ihr das Reden erſparen und ihr die Macht geben, denn ſie
ſei jederzeit bereit, die Veranatwortung zu übernehmen. In der
Frage der Legalität ſei er mit allen Führern
und Parteigenoſſen in voller
Uebereinſtim=
mung, ausgenommen jene, die ihm von anderer Seite als
Spitzel in die Partei hineingeſchickt worden ſeien, für die aber
nicht er verantwortlich zu machen ſei. Hitler gibt dann zu, daß
es in ſeiner Partei einzelne Führer gegeben habe, die mit ſeiner
Legalitätsauffaſſung nicht übereinſtimmten, erklärt aber daß
dieſe Führer engere Beziehungen zu amtlichen deutſchen Stellen
gehabt hatten, als er ſelbſt, und ſagt, daß ſolche Männer ohne
weiteres aus der Partei entfernt worden ſeien. Weiter heißt es,
er habe ſeinen Anhängern Waffenloſigkeit
be=
fohlen, aber den Befehl, ſich wehrlos abſchlachten
zu laſſen, könne er nicht erteilen.
Weiter erklärt Hitler es als unrichtig, daß irgend ein
Ver=
antwortlicher in der Partei zu außenpolitiſchen Torheiten
aufge=
fordert hätte, die auch nur zu einem Tauſendſtel etwa mit den
außenpolitiſchen Torheiten verglichen werden könnten, die in den
letzten zwölf Jahren tatſächlich begangen worden ſeien. Hitler
richtet dann an den Reichskanzler die Frage, ob es außenpolitiſch
richtig und klug ſei, eine Bewegung, die, nationalpolitiſch
ge=
ſehen, den einzigen Aktippoſten Deutſchlands für eine wirklich
na=
tionale Außenpolitik überhaupt darſtelle planmäßig der Welt
gegenüber als eine illegale und verderbliche Räuberbande
vorſtel=
len zu laſſen, ohne aber auch nur im geringſten den Sieg dieſer
Bewegung hindern zu können.
Hitler nimmt dann Bezug auf die Stelle der Rede des
Reichs=
kanzlers, in der es heißt, der Kanzler lehne es als Staatsmann
ab, daß die Nationalſozialiſten, legal zur Macht gekommen, die
Legalität durchbrechen würden. Wenn die deutſche Nation die
nationalſozialiſtiſche Bewegung legitimiere, eine andere
Verfaſ=
ſung als die heutige zum Geſetz werden zu laſſen, dann könne es
der Reichskanzler nicht verhindern. Die nationalſozialiſtiſche
Be=
wegung habe den Geiſt der heutigen Verfaſſung richtiger erfaßt
als das derzeitige herrſchende Syſtem.
Hitler richtet an den Reichskanzler die Frage, obe er glaube,
daß es dem Weſensgedanken der Demokratie entſpreche, und damit
dem innerſten Sinne der Weimarer Verfaſſung nahekomme, wenn
eine Regierung bleibe, obwohl ſie wiſſe, daß der Ausgangspunkt
ihrer Gewalt, nämlich das Volk, ſich ſchon längſt von ihr
ge=
wendet habe.
Die Nationalſozialiſten reſpektierten die Verfaſſung in ihrem
Kampfe um die politiſche Macht und hofften, daß es ihnen
mög=
lich ſein werde dem deutſchen Volke eine neue und ihres Erachtens
geſundere Verfaſſung zu geben. Er verſpreche aber ſchon jetzt, daß
ſie die jeweils gültige Verfaſſung auch dem Sinne nach treuer
reſpektierten als das heutige Syſtem die von Weimar.
Der Vorwurf der Illuſionen treffe nicht die nationale
Oppo=
ſition, ſondern zu allererſt das heutige Syſtem. Die deutſche
Innen= und Außenpolitik der letzten zwölf Jahre ſei Illuſion
ge=
weſen. Die Meinung, 2,5 Milliarden an jährlichen Tributen und
2,5 Milliarden an jährlichen Zinsleiſtungen aufbringen zu können.
ſei eine Illuſion, genau ſo wie es eine Illuſion ſei, zu denken,
daß man für ſolche Unmöglichkeiten auf die Dauer im Inneren die
politiſche Deckung finden werde. Die neue Notverordnung werde
ſich in den Hoffnungen, die man an ſie knüpfe, als Illuſion
er=
weiſen.
Er habe keinen Grund, dieſe ſeine Auffaſſungen einem Syſtem
gegenüber zu begründen, das von ſich ſelbſt überzeugt ſei, die
ſach=
liche Vernunft zu verkörpern, während man die Oppoſition als in
Traum= und Wunſchbildern befangen hinſtellt. Er habe noch viel
weniger Grund zu einer ſolchen eingehenden Widerlegung, als er
es ja ſeit vielen Monaten erleben müſſe, wie wenig die ſogenannte
ſachliche Vernunft die heutige Regierung davon abhalte, von
Zeit zu Zeit in den Phantaſie= und Traumgarten der Oppoſition
einzubrechen, um dann die erſt als giftig verſchrieenen Früchte in
amtlicher Packung als harmloſe Koſtproben dem erſtaunten Volke
als neue Erkenntniſſe des ſachlichen Denkens vorzuſetzen.
Zum Schluß befaßt ſich Hitler mit den in der letzten
Notver=
ordnung getroffenen Maßnahmen zum Schutze des inneren Frie=
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Vom Tage.
Das ſächſiſche Volksbegehren der Kommuniſten auf
Landtags=
auflöſung hat Erfolg gehabt. Erforderlich waren 351 136
Stim=
men abgegeben wurden 735 558 Ja=Stimmen, d. ſ. 20,48 Prozent
der 3 580 541 Stimmberechtigten.
Im Preußiſchen Landtag fand am Mittwoch die Ausſprache
über den deutſchnationalen Mißtrauensantrag gegen den
Finanz=
miniſter Klepper ſtatt. Auf Beſchluß des Landtages mußte der
Miniſter zur Sitzung erſcheinen. Die Abſtimmung wurde auf
Freitag vertagt.
Die Zahl der Arbeitsloſen iſt in Italien im November von
799 744 auf 878 267 geſtiegen, wovon 240 000 Erwerbsloſe
Unter=
ſtützung bezogen. 216 608 entfallen auf den Ackerbau und 66 689
auf das Baugewerbe.
Die amerikaniſche Außenhandelsbilanz für den Monat
No=
vember 1931 weiſt folgende Zahlen auf: Ausfuhren 193 Millionen
Dollar gegenüber 288,9 Millionen Dollar im November 1930;
Einfuhren rund 150 Millionen Dollar gegenüber 203,9 Millionen
Dollar im November 1930.
Am Dienstag haben 10 weitere amerikaniſche Banken ihre
Schalter geſchloſſen. Seit Anfang des Jahres haben nunmehr
1200 Banken in Amerika ihre Schalter ſchließen müſſen.
Das Amt für Kriegsentſchädigungsanſprüche, das unter
ſei=
nem Leiter Remick vier Jahre lang die Entſchädigungsanſprüche
gegen die Vereinigten Staaten ſchiedsgerichtlich geregelt hat, iſt
geſchloſſen worden. Remick ſtellte in ſeinem Schlußbericht an das
Schatzamt feſt daß deutſchen öſterreichiſchen und ungariſchen
Staatsangehörigen insgeſamt 87 704 000 Dollar zuerkannt worden
ſind. Davon entfallen 86 738 000 Dollar auf Deutſchland.
Aus Schanghai kommt die Nachricht von dem Rücktritt des
Finanzminiſters Soong und des Außenminiſters Dr. Wellington
Koo. Außenminiſter Dr. Koo hatte bereits am 5. Dezember, wie
erinnerlich, ſeinen Rücktritt erklärt, war aber auf Bitten der
Re=
gierung weiter im Amte verblieben.
Durch Rundtelegramm hat Li Sen mitgeteilt, daß er die
Präſidentſchaft der nationalchineſiſchen Regierung übernommen
habe.
An der ſüdmandſchuriſchen Eiſenbahn haben zwiſchen
japani=
ſchen und chineſiſchen Truppen neue Kämpfe ſtattgefunden.
Die japaniſche Regierung ſtellte dem Generalſekretär des
Völkerbundes eine Note zu, in der eingehende Mitteilungen über
die japanfeindliche Propaganda in China und das Bandenunweſen
in der Mandſchurei gemacht werden.
Der japaniſche Botſchafter in Paris, Joſchiſawa, hat das ihm
angebotene Amt des Außenminiſters angenommen und wird
be=
reits in den nächſten Tagen die Reiſe nach Tokio antreten. Als
ſeinen Nachfolger bezeichnet man den bisherigen japaniſchen
Bot=
ſchafter in Brüſſel. Sato, der ſich augenblicklich in Genf befindet,
um die Führung der japaniſchen Abordnung auf der
bevorſtehen=
den Abrüſtungskonferenz zu übernehmen.
dens und erklärt, erſt ſeit der Reichskanzler auf dem
Notverord=
nungswege den inneren Frieden gegen Gewaltmaßnahmen und
Terrorakte in Schutz zu nehmen begonnen habe, ſei
unglücklicher=
weiſe der Terror unerträglich geworden. Die
Entwaffnungs=
beſtimmungen würden niemals die Unanſtändigen vom Angriff
zurückhalten, und noch niemals habe der Unanſtändige die Waffen
abgegeben, ſondern immer nur der Anſtändige. Wenn auch das
Haus wehrlos gemacht ſei, wie die S.A. wehrlos gemacht wurde,
dann werde der Ueberfall von der Straße in kurzer Zeit zum
Ueberfall im Hauſe führen. Durch dieſen Teil der Notverordnung
würde der Terror und die öffentliche Unſicherheit eine abermalige
Steigerung erfahren. Auch die Wirkung dieſer Notverordnung
werde, obwohl anders gedacht, mithelfen, ſeiner Partei den Sieg
zu verleihen.
Keine Ankwort der Reichsregierung
auf den Hikler=Brief.
Berlin, 16. Dezember.
In Berliner politiſchen Kreiſen mißt man der Erklärung,
die Adolf Hitler heute im „Völk. Beobächter” veröffentlicht hat,
keineswegs die ſenſationelle Bedeuung bei, die ihr in den
An=
kündigungen gegeben worden war. Das geht ſchon daraus
her=
vor, daß die Reichsregierung nicht die Abſicht hat, darauf zu
antworten. Man hält es offenbar im Intereſſe der inneren
Be=
friedung und vor allem auch aus außenpolitiſchen Gründen nicht
für zweckmäßig, den Faden weiterzuſpinnen. Dieſe Auffaſſung
der der Reichsregierung naheſtehenden politiſchen Kreiſe wird
auch durch die Art geſtärkt, in der der Hitler=Brief in Amerika
publiziert worden iſt. Die Hearſt=Blätter verſahen ihre
Ver=
öffentlichungen nämlich mit der Bemerkung, ſie ſeien durch eine
beſondere Vereinbarung mit Hitler in die Lage verſetzt, ihren
Leſern dieſe „ſcharfe Verurteilung der Brüning=Regierung” 12
Stunden vor der Bekanntgabe in Deutſchland darzubieten. In
Kreiſen der Reichsregierung iſt man jedenfalls
nicht gewillt, innerdeutſche
Auseinander=
ſetzungen weiter zu berfolgen die unter
Bevor=
zugung eines ausländiſchen Preſſekonzerns
ge=
führt werden.
*
Oumpiſche Sieger im „Rönkgen=Film
Senſationelle Ergebniſſe der „Röntgen=
Sportfilme‟
(Nurmis „Rieſenherz”. — „Innenaufnahmen” von Nurmi, Larva
und Zaballa. — Wie untrainierte Herzen arbeiten. —
Marathon=
läufer und Radfahrer im Röntgenfilm.)
Im Zuſammenwirken mit der „Hochſchule für Leibesübungen”
hat Dr. Viktor Gottheiner, der bekannte Erfinder des
Röntgen=
films „Sportfilme” mit „Innenaufnahmen” der Organe
hervor=
ragender Meiſter aufgenommen und damit ſenſationelle
wiſſen=
ſchaftliche Ergebniſſe erzielt. Seitdem die Röntgenſtrahlen für die
mediziniſche Diagnoſtik verwendet werden, iſt es der ſehnlichſte
Wunſch aller Forſcher, nicht nur Zuſtandsbilder, ſondern auch echte
Bewegungsbilder der Körperorgane in ſich und gegeneinander zu
erhalten. Die gegenſeitigen Beziehungen zwiſchen Herz.
Blut=
umlauf, Lunge und Luftaufnahme waren nur durch derartige
Röntgenfilme zu erforſchen. Es mußten Bildfolgen von 16 Phaſen
pro Sekunde hergeſtellt werden, um eine Bewegung lückenlos in
ihrem wirklichen Tempo aufnehmen zu können. Alle die
müh=
ſeligen und koſtſpieligen Verſuche ſcheiterten an der Eigenart der
Röntgenſtrahlen, die ſich bekanntlich durch optiſche Medien nicht
brechen laſſen. Man kann darum auf dem gewöhnlichen Wege
keine direkten verkleinerten Bilder erzielen. Außerdem kommi
hinzu, daß bei der Röntgenkinomatographie die Jupiterlampe mit
ihren Hochleiſtungen nicht verwendet werden kann, ſondern nur
die Röntgenröhre. Dem Arzt Dr. Gottheiner iſt es nun vor
eini=
ger Zeit gelungen, mit Hilfe der Abſtimmung des Filmmaterials
auf das Spektrum des Leuchtſchirmes und durch Verwendung
eines höchſt empfindlichen Films alle Schwierigkeiten zu
über=
winden und echte Röntgenfilme herzuſtellen. In einer Sekunde
werden etwa 20 Bilder abgerollt. Dieſe Erfindung hat nun Dr.
Gottheiner in den Dienſt der Forſchung geſtellt, und die großen
Sportfilme von den Olympiaſiegern ſind die erſten bedeutſamen
Auswirkungen. Auf dieſe Weiſe gelang es, wiſſenſchaftlich höchſt
bedeutſame Wege zu neuer Organforſchung und zu neuen
Erkennt=
niſſen auf dem Gebiete der inneren Vorgänge im Menſchenkörper
zu geben. Der erſte, der gefilmt wurde, war einer der
hervor=
ragendſten Sportsleute aller Zeiten, nämlich Nurmi. Es ergab
ſich, daß er ein Rieſenherz hat, wie es bei anderen als krankhafte
Erſcheinung angeſehen werden müßte. Mit ungeheurer Gewalt
arbeitet dieſes übernormale Herz, um dem Körper ſoviel
Sauer=
ſtoff zu verſchaffen, daß Nurmi der große Läufer geworden iſt, als
den wir ihn kennen. Auch die Lungen von Nurmi ſind übergroß.
Durch die neue Methode Gottheiners iſt es gelungen, das
Zuſam=
menarbeiten von Herz, Zwerchfell und Lungen auf einem Film zu
erkennen und dadurch alle Fehler der bisherigen Teilaufnahmen
durch Röntgenfilme auszuſchalten. Nurmis Rieſenherz bedeutet
für die Wiſſenſchaft eine große Ueberraſchung, denn es iſt eine
Erſcheinung, die man in dieſer Art überbaupt nicht kennt. Durch
die Filmaufnahme iſt dadurch der Wiſſenſchaft ſehr bedeutſamer
Stoff geliefert worden, der der Erforſchung des Herzens und
ſei=
ner Tätigkeit in Zukunft dienen ſoll. Zum Vergleich ſind auch
noch andere „Innenaufnahmen” hervorragender Sportsleute von
Gottheiner gemacht worden.
So wurde das Herz des Olympiaſiegers Larva unterſucht. Es
ſieht aus wie eine große Glocke. Auch das Herz Zaballas iſt
rie=
ſengroß, ohne daß eines der beiden Organe krank iſt. Von großer
Wichtigkeit für die Forſchung ſind zwei Aufnahmen, die von dem
Herzen eines untrainierten und eines trainierten Sportsmannes
gemacht wurden. Das Herz des untrainierten Mannes nimmt
zu=
erſt an Größe ab, wenn der Körper zu arbeiten beginnt, dann wird
es wieder größer und erreicht ſchließlich bei Ende der
Sporttätig=
keit den normalen Umfang. Der Rennfahrer Kroſchen dagegen
iſt auf Anſtrengung trainiert, und man erkennt, daß ſein Herz
trotz ſehr ſtarker Inanſpruchnahme durch 20 Minuten ſchnelles
Fahren niemals ſo angeſtrengt worden iſt wie das Herz des
un=
trainierten Sportsmannes. Es erholt ſich auch ſehr ſchnell wieder.
Daraus erkennt man, daß ſportliches Training den Körper und
beſonders das Herz nicht ſchwächt, ſondern ſtärkt. Hier hat man
den erſten dokumentariſchen Beweis für dieſe Tatſache im Filme
erhalten. Am meiſten in Anſpruch genommen wird das Herz eines
Marathonläufers, der die gewaltige Strecke ohne Schaden für die
Geſundheit zurücklegen kann. Die „Innenaufnahme” des Herzens
des Marathonläufers Hempel zeigt, daß ein geſundes Organ auch
durch derartige gewaltige Anſtrengungen nicht krank gemacht wird.
Hempels Herz iſt zwar ebenſo wie das der obengenannten
olym=
piſchen Sieger recht groß und hat auch ähnlich wie das Herz von
Zaballa eine ſeltſame Schlauchform mit einem Einſchnitt. Aber
trotzdem iſt es geſund, arbeitet mit voller Friſche. So ergeben
dieſe Röntgenfilme nicht nur für die Wiſſenſchaft, ſondern auch
für den Sport Lehren, deren Tragweite heute noch nicht zu
über=
ſehen iſt. Nurmi hat ſich in Erkenntnis der Bedeutung dieſer
Filmaufnahmen länger als 3 Stunden zur Verfügung geſtellt.
Die Filme werden beſonders für Lehrzwecke an Univerſitäten und
Sporthochſchulen große Bedeutung haben, da ſie zum erſten Male
Geſamtaufnahmen der Tätigkeit der Körperorgane während der
ſportlichen Leiſtung und nachher zeigen.
Der Wanderer vom Bodenſee iſt einer der älteſten und weitverbrei=
gezeichneten Kalender mit allen Schichten der Bevölkerung. Seine
zeit=
gemäße, aber neutrale Einſtellung macht den „Wanderer vom
Boden=
ſee” zu einem wahrhaften Volkskalender, der die gute alte
Ueberliefe=
rung mit den
nd Intereſſen der Gegenwart vexbindet. (Verlag
Fr. Stadler,
Donnerstag, 17. Dezember
Die Hausſuchung auf Schloß Roken
Eine Erklärung des Geſandken a. 2. v. Reich
Heidelberg, 16. Dezen
Der Beſitzer der Burg Rotenberg, Geſandter a. D.
chenau, hat geſtern folgende Erklärung über die am verga
Sonntag auf ſeiner Burg durchgeführte Hausdurchſuchu
gegeben: „Auf Grund der angeſchloſſenen Einladung habe
Anzahl politiſch und kulturell intereſſierter Damen und
ohne Rückſicht auf ihre parteipolitiſche Anſchauung, zu einer
loſen Ausſprache gebeten. Dieſe geſellſchaftliche Veranß;
hat am Sonntag, den 13. ds. Mts., nachmittags, ſtattge
Sie wurde plötzlich geſtört durch den Beſuch eines Aufgeb.
politiſchen Polizei von 12 bis 15 Beamten, deren Führ=
Polizeioberinſpektor aus Karlsruhe, erklärte, kraft ſeines
den Auftrag zu einer Hausdurchſuchung ſowie einer körp
Unterſuchung zu haben.
An das Miniſterium des Innern in Karlsruhe heſſſun
de=
geſtern die Anfrage gerichtet, auf Grund welchen Tatbeſgiüpiall
dieſe polizeiliche Maßnahme mir gegenüber angeordnet caf 00.
f ine
ſei, damit ich mein Recht wahrnehmen kann.”
Der Ludwigshafener Werkſpionageprozeß ai gei
Ludwigshafen, 16. Dezerug darauf
Vor dem Erweiterten Schöffengericht begann am Dänn= die 10
der Prozeß gegen Erich Steffen und mehrere andere Peür d0s
die ſich u. a. auch wegen Beihilfe zur Werkſpionage zu afſi den Lal
worten haben. Steffen und der Mitangeklagte Dienſtbach, ſtm wordel
in Ludwigshafen und Mannheim den Angeklagten Schmnid Arungs=
Angeſtellten der JG. Farben, veranlaßt haben, Bericht au Fälle
chemiſche Geheimverfahren auszuliefern. Die Berichte ſolltele.
Rußland weitergeleitet werden, um dort bei der Durchfs) durchfü
des Fünf=Jahresplanes Verwendung zu finden. Auch da
zuf, den M
geklagte Herbſt ſoll auf Schmid in dieſem Sinne eing
haben. Weiter ſollen die Angeklagten Oehlenſchläger und AM mit den
Berichte über geheimzuhaltende Verfahren der inneren Be=,ds gilt
vorgänge der JG. Farben vom Schmid erhalten haber höume in
Steffen verſuchte, von einem bei der Firma Dr. Raſch
ſeſtehen
Schloſſer beſchäftigten Kraft Pläne über Spezialverfahr
erhalten, erſtattete dieſer bei ſeiner Firma Anzeige. Schue
hat Steffen verſucht, von Angeſtellten der Firma Stotz=Ku
in Mannheim Pläne über die Herſtellung der automau
Schalter zu erbalten.
Alle Angeklagten leugnen, ſich einer ſtrafbaren Hat
ſchuldig gemacht zu haben. Beſonders wollen ſie keine Elteahlt wird
nungen von einer ruſſiſchen Stelle erhalten haben. Im ws ſe Vermi
Verlauf der Verhandlung gab jedoch der Angeklagte Schn Auf die ge
für die Berichte etwa 500 Mark erhalten zu haben.
Am zweiten Verhandlungstag gab Dr. Klaus Raſchis )ſt weil
die einzelnen Verfahren der Firma F. Raſchig Auskunf: .
Herſtellung von Kunſtharz iſt ein beſonderes Geheimnzlſſch auf d
Firma. Intereſſant iſt die Mitteilung des Zeugen, daß Euxgeſ
verſchiedene deutſche Firmen an die Chemiſche Fabrik Dr. F0g wird
verangetreten ſind wegen des Verkaufs von chemiſchen Pauwgen
Auch im Auftrage Sowjetrußlands bemühte ſich eine desſtn
Firma um den Ankauf des Herſtellungspatentes der Karboli, Ste
Die Angebote wurden jedesmal abgelehnt.
Betriebsleiter Karl Fuchs von der Firma F. mI
konnte die Spuren aufzeigen, durch die die Entdeckun
Spionagenetzes gelungen iſt. — Die Verhandlung geht we/dl Bau
ind, iſt ne
Organiſakionsänderungen im Reichsbanner AA.
urch
Wie von der Preſſeſtelle des Reichsbanners Schwar,RAbzug
Gold mitgeteilt wiro, trat der Bundesvorſtand des Reick.Run
ners Schwarz=Rot=Gold heute hier zuſammen. Von Otto Hrymteilig n.
lag ein Schreiben vor, in dem es heißt:
eil der Ner
„Dem Wunſche unſerer Gauführer entſprechend und A erigkeiten
den Beſchlüſſen unſerer letzten Bundesratstagung auf Eidl ſeiſpielswe
tung eines beſonderen techniſch=organiſatoriſchen FührerkEWenkung e
habe ich den Kameraden Höltermann mit der Durchfü Gungsbeſti
dieſer Aufgabe beauftragt. In engſtem Zuſammenhang Ben in dene
ſtehen Verhandlungen mit uns naheſtehenden und befreurnude. Die
Parteien, Verbänden und Organiſationen über die Vert=/A daber
der Aufgaben, die von der Front der demokratiſch geſElg eine vorlo
Deutſchen in den nächſten Wochen und Monaten um Deutſay! Miete zuf=
Zukunft willen gelöſt werden müſſen.
g angegel
Eine Ausſprache zwiſchen Höltermann und mir übs ſer Wietf
Geſamtlage, die ſich für die Führung des Bundes aus uar 1as
Aufgaben ergibt, führte uns zu dem gemeinſamen Entſchluf ½den en
Bundesvorſtand vorzuſchlagen, die Geſchäftsführung des B-Wer haben
insgeſamt dem Kameraden Höltermann als geſchäftsführ
Bundes=Vorſitzenden zu übertragen.
Ich werde als erſter Bundesführer nach wie vor
ganze Kraft in den Dienſt des Bundes ſtellen. Dieſe w
organiſatoriſche Maßnahme bedeutet keine Aenderung in dieie
Zielſetzung unſeres Bundes.”
Zeiſtſches Landesheuler.
Großes Haus. — Mittwoch, den 16. Dezemb=/ſtier
Die Königskinder.
Muſikmärchen von E. Humperdinck, Text von E. Ros.
Heute ſang Franz Notholt den Spielmann. Der 7.4. Zeli
wenig beſchäftigte Sänger hatte zum erſten Male Gelegenhe,
einer größeren Rolle ſeine Fähigkeiten unter Beweis zu ſtellen. Aaf
Können iſt groß. Das durch eine vortreffliche und abgeſchl-Fs i
Schulung ſorgfältig ausgeglichene, vom Baß bis faſt zur 20
lage reichende Material, das nicht ſehr groß, aber tragend iſa ?
überaus weich klingt, wird von Intelligenz und Kunſtver ?.
geführt und durch eine vornehme Vortragsweiſe geadelt. b.
gewöhnlich muſikaliſch, ſteht er voll Sicherheit über ſeiner:
gabe, deren muſikaliſchen Gehalt er bis auf letzte Feinheitend M
zuſchöpfen verſteht. Die Rolle des Spielmanns erhielt, indccner
mit dieſen Eigenſchaften erfüllt wurde, eine Note, die m. E
Abſichten des Komponiſten ſehr nahe ſtand. Als Darſtel,
Notholt noch gewiſſen Hemmungen unterworfen; er wird ſich
größere Routine erſt freiſpielen müſſen. Sein Erfolg warh
dient und wird hoffentlich dazu führen, den ſympathiſchen
Ru-
von nun an öfter zu hören.
Als Beſenbindertöchterchen erfreute heute die goldige
Herrmann mit großer Muſikalität und erſtaunlich ſich-
Spiel.
Araufführung im Münchener Reſidenz=Thediek
„Sand”, von E. Pentzoldt.
Der Komödiendichter und ruſſiſche Staatsrat v. Kotzebue he.
der Preſſe die damals politiſch unreifen Studentenbünde verſpone.—
Aufführnug einer Komödie Kotzebues läßt in dem Studenie!
Ludwig Sand die Idee reifen, v. K. als Repräſentanten eiſſes
kratiſchen Syftems durch Mord, zu beſeitigen. Der Anſchlag 9e
und S. wird im Wahne, ein deutſcher Nationalheros geworden. d"
hingerichtet. — Pentzoldt glückte es in dieſem ſeinem neueſten. *
Figuren von prägnanter Schärfe zu zeichnen und Szenen von püte.
Gewalt zu ſchildern. Dagegen blieb es dem Dichter penſadem
Szenen zu einem einheitlichen Gebilde zuſammenzufaſſen.
uuch P. die durch die „Portugaleſiſche Schlacht” hochgeſpannten.
ungen mit ſeinem neueſten „Sand” nicht ganz erfüllte, erkann..
Nünchener Publikum mit Recht, daß man es wieder mit der S.
probe eines führenden deutſchen Dramatikers zu tun hatte und ſe.
um Schluſſe reichſten Beifall. — Die Aufführung war ſehr anell”.
wert, beſonders iſt unter den Darſtellern Graumanns ,.e.
1.G
als Miſterleiſtung zu werten.
stag, 17. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 349 — Seite 3
Mewfahrangs Beroronang wore Me Melfrmang.
„chterermächligungen für die Länder. — Der Vermieker zum Mietbeſcheid an die Mieter verpflichkel.
„Zepung der Alkmieten um 10 v. H. der Friedensmiete. — Bei Neubauken individuelle Mieiſenkung.
Beſondere Vorſchriften für die Gemeinnühigen Wohnungsunkernehmungen.
ie Durchführungsverordnung.
Berlin, 16. Dezember.
lsru beöſten iſt von der Reichsregierung eine Verordnung zur
ſiſihing des Kapitels „Mietſenkung” der 4. Notverordnung
geord=Veb praſidenten vollzogen worden. Es kam der
Reichsregie=
ſde uuf an, mit größter Beſchleunigung eine rechtliche
Grund=
fineine möglichſt reibungsloſe Durchführung der
Mietſen=
uſſzi haffen und die auf dieſem Gebiet zunächſt beſtehende
Mnsrzuherheit tunlichſt zu beſeitigen. Sollte dieſes Ziel ohne
enlu erreicht werden, ſo mußte die
Durchführungsverord=
ſſchdarauf beſchränken, diejenigen Fälle zu regeln, die in
ſrtus die überwiegende Rolle ſpielen und deren einheitliche
brunfür das ganze Reich unbedingt erforderlich erſchien. Im
ſyn den Länderregierungen in weitem Umfange das Recht
jäut worden, von ſich aus die weiterhin erforderlichen
ffühungs= und Ergänzungsbeſtimmungen zu erlaſſen und für
u Fälle Ausnahmen von der allgemeinen Mietſenkung
ſit durchführungsverordnung legt allen Vermietern die
ſtſof, den Mietern unverzüglich den Mietzins mitzuteilen,
ſui de mit dem 1. Januar 1932 beginnende Mietzeit zu zah=
F!zas gilt für alle Mietverhältniſſe über Wohnungen und
Fftsäume in Alt= und Neubauten. In der weiteren
Be=
ſen ſutzsbeſtehen zwiſchen Alt= und Neubauten erhebliche Unter=
In Altbaufen
ßu ſe Mietſenkung bekanntlich bei Geſchäftsräumen und
zurun ohne Rückſicht darauf, ob geſetzliche oder vereinbarte
ahlt wird, 10 p. H. der Friedensmiete. Mietermäßigun=
ſicdr Vermieter im Laufe des Jahres 1931 zugeſtanden hat,
mſa die geſetzlich vorgeſchriebene Mietſenkung angerechnet
ſm Nlur in den Fällen, in denen die Miete ſich deswegen er=
9t))t, weil die Friedensmiete auf Grund des § 2 des
„Emitengeſetzes neu feſtgeſetzt worden iſt, oder in denen der
eruſh auf die geſetzliche Miete berufen hat, iſt die
Anrech=
ügeſchloſſen. Die Neuberechnung der Miete auf dieſer
diüg wird bei Altbauten im allgemeinen kaum Schwierig=
Inchen. Soweit das doch der Fall ſein ſollte, entſcheidet
MPehinigungsamt oder eine andere von den Ländern hierfür
nmte Stelle.
Bei Neubauken,
ſolen Bauten, die nach dem 1. Juli 1918 bezugsfertig
ge=
emſid, iſt nach den Vorſchriften der Notverordnung die
Miet=
ſungt idividuell vorzunehmen, indem der Betrag, um den der
micre durch die Zinsherabſetzung entlaſtet wird, bei der
inAbzug gebracht wird. Bei mehreren Wohnungen
des=
des 14 ſchindſtückes iſt der erſparte Betrag auf die einzelnen
2übrtäteilig nach der Höhe des Mietzinſes zu verteilen. Bei
Eu der Neubauten kann die Feſtſtellung der neuen Miete
Schverigkeiten verbunden ſein und eine gewiſſe Zeit
erfor=
au fd4 biſpielsweiſe eine völlige Klarheit über die Auswirkung
ih Zitzsenkung erſt nach Erſcheinen der hierzu erforderlichen
Lunchfühyungsbeſtimmungen möglich iſt. Das gilt vor allem in
Fäjlu, in denen die Hypothek aus ausländiſchem Kapital
ge=
brde. Die Verordnung zur Durchführung der Mietſen=
ſe ! ſüh daher vor, daß in ſolchen Fällen der Vermieter den
ern ſine vorläufige Mitteilung über die im Januar 1932 zu
Wendt Niete zukommen laſſen muß. Den in der vorläufigen
teilkmg angegebenen Bertag müſſen die Mieter vorbehaltlich
hülmkyr Mietfeſtſetzung zahlen. Späteſtens bis zum
WTcnlar 1932 muß auch bei Neubauten der Ver=
Enetarden endgültigen Mietbeſcheid erteilen.
Lärur haben Stellen zu beſtimmen, die im Streitfalle über
Miſenmäßigungen bei Neubauten zu entſcheiden haben. Im
emeſtun dürften hierfür nicht die Mieteinigungsämter
be=
umt ſurden, die bisher nicht mit den Neubauten befaßt geweſen
ſohyrn diejenigen Aemter, die bisher die Hauszinsſteuern
gebech jaben und denen daher die Verhältniſſe der Neubauten
innAſid. Eine beſondere Vorſchrift iſt für
die gemeinnühigen Wohnungsunkernehmungen
getroffen worden. Dieſen Unternehmen, die vielfach einen ſehr
großen Wohnungsbeſitz aus verſchiedenen Bauperioden verwalten,
iſt die Verpflichtung auferlegt worden, unbeſchadet des
Grund=
ſatzes einer möglichſt allgemeinen Mietſenkung eine weitgehende
Angleichung der Mieten vergleichbarer Wohnungen vorzunehmen.
Die Begründung hierfür liegt in dem genoſſenſchaftlichen
Gedan=
ken, mit dem eine Bevorzugung einzelner Wohngruppen, z. B.
derjenigen, die in Inflationswohnungen wohnen, auf die Dauer
unvereinbar iſt.
Gewerkſchaften und Nokverordnung.
Berlin, 16. Dezember.
Der Ausſchuß des ADGB. trat geſtern im
Gewerkſchafts=
haus zu ſeiner dritten Tagung zuſammen, um zu der neuen
Notverordnung Stellung zu nehmen.
In einer Entſchließung erklärt der Bundesausſchuß, daß
die Regierung in der Notverordnung die wiederholten ernſten
Warnungen der Gewerkſchaften unberückſichtigt gelaſſen und
ſtatt=
deſſen den von den Arbeitgebern erhobenen Forderungen
nach=
gegeben habe. Die ſchwerwiegenden Bedenken gegen einen
all=
gemeinen Lohnabbau beſtünden unvermindert fort, umſo mehr,
als in den Maßnahmen zum Abbau der Preiſe keinerlei
Bürg=
ſchaft für einen auch nur annähernden Ausgleich der
Kaufkraft=
minderung zu erblicken ſei. Daß zu der allgemeinen
Lohnſen=
kung auch noch eine ſtarke Einſchränkung der Leiſtungen der
Sozialverſicherung hinzutrete, zeige, daß die ſchwerſten Opfer
wiederum der Arbeiterſchaft aufgebürdet werden. Weiter heißt es:
Niemand kann ein größeres Intereſſe am wirtſchaftlichen
Wieder=
aufſtieg Deutſchlands, an politiſcher Beruhigung und an der
Erhaltung eines geordneten Staatslebens haben als die
Arbei=
terſchaft. Es ſind aber ſtärkſte Zweifel berechtigt, ob die
Notver=
ordnung das deutſche Volk dieſem Ziele näherführen wird. Der
Bundesausſchuß fordert von der Regierung, daß nunmehr alle
dem Preisabbau dienenden Maßnahmen nicht weniger
rückſichts=
los durchgeführt werden als die außerordentlichen Eingriffe in
den Lohnſtand und in das kollektive Arbeitsrecht.
In einer Sitzung des Hauptvorſtandes des Gewerkvereins
Chriſtlicher Bergarbeiter in Eſſen wurde eine Entſchließung zur
Notverordnung einſtimmig angenommen, in der der
Hauptvor=
ſtand erklärt, daß die Notverordnung vom 8. Dezember 1931
gegenüber denBergarbeitern erneut große Ungerechtigkeiten
ent=
halte. Gegen die dauernde einſeitige Mehrbelaſtung der
Berg=
arbeiter erhebe der Vorſtand des Gewerkvereins chriſtlicher
Berg=
arbeiter Deutſchlands ſtärkſten Proteſt und fordere mit aller
Ent=
ſchiedenheit ſchnellſte Beſeitigung dieſer Beſtimmnngen der
Not=
verordnung.
Wo bleiben die Richkliuien für die Senkung
der kommunglen Tarife?
* Der Deutſche Städtetag wollte eigentlich am Mittwoch
Richtlinien für die Senkung der kommunalen Tarife herausgeben.
Statt deſſen hört man, daß er ſich vorerſt mit den finanziellen
Auswirkungen der Notverordnung befaßt hat und daß die
Ge=
meinden immer noch ein Defizit von 250—275 Millionen
aus=
zugleichen hätten. Wir ſind gewiß die letzten, die die Notlage der
Gemeinden abſtreiten würden. Beſſer wäre es aber geweſen,
möglichſt raſch der Oeffentlichkeit zu zeigen, daß der Deutſche
Städtetag von ſich aus mitwirkt, um die Gemeinden zum Abbau
ihrer Tarife zu veranlaſſen. Die Hoffnung beſteht zwar, daß der
Städtetag ſeine Schüchternheit noch ablegt und in den nächſten
Tagen ſeine Richtlinien herausbringt. Bei der bekannten
Ab=
neigung der Gemeinden gegen Preisabbaumaßnahmen in ihrem
Machtbereich ſollte es uns allerdings nicht wundern, wenn ſich
ſchließlich herausſtellt, daß ſelbſt die beſcheidenſten Hoffnungen noch
zu hoch geſpannt waren.
Klate Mehrheit für die Politik Brünings.
Berlin, 16. Dezember.
Der Aelteſtenrat des Reichstages hat am Mittwoch
vormit=
tag die Anträge auf vorzeitige Einberufung des Reichstages von
neuem abgelehnt. Für dieſe Anträge ſetzten ſich nur die
National=
ſozialiſten, die Deutſchnationalen, die Kommuniſten und die
Deutſche Volkspartei ein, alſo keine Mehrheit des Reichstages.
Außer dem Landvolk waren in der Aelteſtenratsſitzung alle
Frak=
tionen vertreten. Die Landvolkpartei hatte in einem Brief an
den Präſidenten Löbe ihre ablehnende Haltung gegenüber den
Anträgen ſchriftlich begründet.
In dem Brief kommt zum Ausdruck, daß die Notverordnung
eine Reihe grundlegender Forderungen des deutſchen Landvolkes
erfülle oder doch der Erfüllung nähergebracht habe, und zwar nicht
nur in landwirtſchaftlichen Fragen, ſondern auch bei dem
durch=
greifenden Abbau von Löhnen und Gehältern und dem Abbau
erhöhter Preiſe und Preisſpannen. Die Landvolkpartei erwartet
durch Verhandlungen weitere Verbeſſerungen für die
Veredelungs=
wirtſchaft, kann ſich aber eine ſolche durch Einberufung des
Reichs=
tages nicht verſprechen und iſt deshalb gegen die Einberufung des
Reichstages.
Die Tatſache iſt diesmal nicht zu beſtreiten, daß die
Regie=
rung eine klare Mehrheit hinter ſich hatte. Deutſchnationale,
Kommuniſten, Nationalſozialiſten und Deutſche Volkspartei, die
für die Einberufung geſtimmt haben, verfügen nur über 256
Stim=
men, während zur Einberufung eine Mehrheit von 289 Stimmen
erforderlich iſt. Die Wirtſchaftspartei hat ihre Stellungnahme
befriſtet bis anfangs Januar, und man rechnet damit, daß der
Aelteſtenrat am 12. Januar noch einmal abſtimmen wird, da mit
weiteren Anträgen auf Einberufung des Reichstages noch vor dem
23. Februar zu rechnen iſt. Es wird wahrſcheinlich von dem
Er=
folg der Regierung auf dem Gebiete der Preisſenkung abhängen,
ob ſich dann noch die gleiche Mehrheit findet, die heute die
Par=
lamentseinberufung ablehnte.
Ein ſoziales Beierjahr.
* Berlin, 16. Dezember. (Priv.Tel.)
Im 6. Teil der Notverordnung vom 8. Dezember befindet ſich
ein bisher ziemlich unbekannter Paſſus über die ſozialen Wahlen.
Danach wird die Reichsregierung ermächtigt, die Amtsdauer
der=
jenigen Perſonen, die nach den Vorſchriften des
Betriebsräte=
geſetzes, der Reichsverſicherungsordnung, des
Angeſtelltenverſiche=
rungsgeſetzes, des Reichsknappſchaftsgeſetzes oder des
Wehrbeſchä=
digtengeſetzes in ein Ehrenamt gewählt ſind, und deren Amtsdauer
ſpäteſtens mit dem Ende des Kalenderjahres 1932 abläuft, bis zu
einem Jahre zu verlängern. Das heißt alſo, daß viele
Mil=
lionen Arbeiter für die nächſten 12 Monate von
ihrem Wahlrecht zu den ſozialen Einrichtungen
keinen Gebrauch machen dürfen. Die Vermutung liegt
nahe, daß im Hintergrunde die Abſicht ſchlummert, auch für die
bevorſtehende Reichspräſidentenwahl und die Landtagswahlen in
Preußen eine ähnliche Regelung zu treffen, weil die
Aus=
ſetzung der ſozialen Wahlen mit dem Begriff der
Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und
Ordnung begründet wird. Es wird darauf hingewieſen,
daß namentlich die Betriebsrätewahlen ſtark politiſch aufgezogen
werden und geeignet ſind, eine ſtarke Beunruhigung zu ſchaffen.
An amtlicher Stelle wird jedoch erklärt, daß keineswegs die
Abſicht beſteht, für die ausgeſprochen politiſchen
Wahlen eine ähnliche Regelung zu treffen. Es
wird darauf hingewieſen, daß der Art. 48 nur für die
Aenderung beſtehender Geſetze anwendbar iſt,
nicht aber für die Abänderung der Verfaſſung
ſelbſt. In der Verfaſſung iſt aber das politiſche Wahlrecht
ver=
ankert. Daß ſich der Reichsarbeitsminiſter veranlaßt geſehen hat,
die ſozialen Wahlen auszuſetzen, hat nach unſeren Erkundigungen
noch andere Gründe. Die Wahlen verurſachen recht
er=
hebliche Unkoſten, die vermieden werden ſollen. Außerdem
haben ſich die Gewerkſchaften von jeher auf den
Stand=
punkt geſtellt, daß es z. B. einem
Betriebsratsmit=
glied nicht möglich iſt, innerhalb eines Jahres
einen Ueberblick über große Werke zu gewinnen
und ſo zu arbeiten, wie esdas Geſetz vorſchreibt.
Der Standpunkt der Gewerkſchaften hat mit dazu
beigetragen, auf dem Notverordnungswege die
Wahlperiode der bereits gewählten Vertreter
um weitere 12 Monate zu verlängern.
Nakur und Goktheit
in der Homeriſchen Weltanſchauung.
Anzueſitätsprofeſſor Dr. Walther F. Otto, der am
Frei=
ſer Vereinigung der Freunde des
huma=
tiſhn Gymnaſiums ſprechen wird, iſt in die vorderſte
e1hſrer Religionsforſcher getreten. Er legt eine neue
Grund=
füß ene wertende Betrachtung der griechiſchen Religion. Die
werian Forſchung ſtrebte danach, Urſprung und Entwicklung der
gioſn auf geſchichtlichem und volkskundlichem Wege nachzu=
0„9s innere religiöſe Leben iſt über der äußeren, objektiven
„eei vielfach zurückgetreten. Walther Otto ſtellt die
un=
heibn Frage nach den inneren Werten, was war ihr tiefſter
t Dieſe Frageſtellung iſt umſo kühner und bedeutſamer
ſchtzder merkwürdigen Tatſache: In allem ſind wir Erben
Grsgen, nur in einem nicht, in der Religion. Iſt es ange=
S dads erſtaunlichen Phänomens etwa ſo, daß dieſe Religion
bte birgt? Otto geht der Frage auf den Grund: Wie
ſicht deſem Menſchentum das Göttliche offenbart, und welches
eing kſondere Qualität entſprechend der beſonderen Qualität
Wesſes dieſes Menſchentums? In einer genialen Kampfſchrift
einleungewöhnlichen Problemſtellung und einem hinreißenden,
Niezie gemahnenden Schwung hatte er mit dem Mute eines
ſormars dieſen neuen Geiſt der Antike angekündigt. In ſeiner
Naris)ſchen Gottesidee” hat er dieſe Gedanken in neuer Form
Volezih weitergeführt und immer wieder überzeugend er=
BenA te auch dieſes Weltbild ſeine Tiefe hat, mehr als wir
Mens Nan hat an dieſer Schrift die liebevolle Darſtellung der
Wericeon Religioſität mit Recht bewundert, wie ſie uns denn
rhauo Homer hat beſſer verſtehen gelehrt. Man hat auch im
Slarsd viederholt darauf hingewieſen, daß man ſich irgendwie
Orc Ideen auseinanderſetzen müſſe, und daß jedenfalls kein
Wſchenrn ihnen vorübergehen könne. In „Zeit und Antike” führt
Emnerſte Weſen des Griechentums und läßt den ewigen
Eush 2s europäiſchen Menſchentums wieder ſichtbar werden.
ELS) Geſtalt des griechiſchen Geiſtes und die griechiſche
Hal=
iltener Goethe verwandten Schau wieder neu erfaßt, hat er
url dm groß und tief angelegten Vortrag gezeigt, den er mit
er ubewöhnlichen Wirkung ſeinerzeit in unſerer humaniſtiſchen
ein=Ang hielt. Jetzt hat Walther Otto den ganzen
ſchwie=
agenkomplex der griechiſchen Gottesidee in einer
ge=
el9 und abgerundeten Form und in einer wundervollen
8behandelt in ſeinem Buche über „die Götter Griechen=
„Das Bild des Göttlichen im Spiegel des griechiſchen
Hier enthüllt er die ganze Tiefe des homeriſchen
Götter=
beer Dieſes Buch bedeutet eine neue Epoche in der Wieder=
Ades klaſſiſchen Altertums auf religiöſem Gebiet. Ottos
Nutes Schaffen iſt umſo anziehender, weil er durch ſeine
bentur, die ihn neben dem Gelehrten auszeichnet, ein
be=
res eines Gefühl auch für die ſprachliche Form beſitzt. Wir
u einen ſeiner Kritiker ſprechen: „Immer entzückt die
Me Proſa. Otto iſt einer der beſten Stiliſten unſerer
Kurk Hielſcher: Dänemark-Schweden-Norwegen?
Nicht umſonſt hat man den Deutſchen ſeit jeher nachgerühmt, ſie
ſeien nächſt den Engländern das reiſeluſtigſte Volk der Erde.
Schön=
heitsdrang und die Vegierde, Neues, Fremdartiges kennen zu lernen,
nicht zuletzt auch die Luſt am Erlebnis und Abenteuer wurzelt tief in
unſerer Nation und trieb Jahr um Jahr Scharen unſerer Landsleute
hinaus in die weite Welt, wo unbekannte Landſchafts= und
Städte=
bilder, wo die Kunſt fremder Völker, anders geartete Sitten und
Ge=
bräuche geheimnisvoll lockten. Heute iſt uns das Reiſen ſchwer, vielen
unmöglich gemacht. Die überall herrſchende Not und Arbeitsloſigkeit
verbietet es dem Großteil unſerer Volksgenoſſen, die Grenzen unſeres
Vaterlandes zu überſchreiten und die Sehnſucht nach den Wundern der
weiten Welt zu befriedigen. Da heißt es denn: ſich begnügen mit dem,
was uns die eigene Erinnerung an früher Geſchautes und die
Geſtal=
tungskraft anderer, Glücklicherer in Wort und Bild ſchenkt. Und wir
ſind nicht arm an dieſen Gütern zu nennen! Eine Fülle von Reiſe=
und Landſchaftsſchilderungen breitet ſich auf dem deutſchen
Bücher=
markt aus. Wir brauchen nur zuzugreifen, um das Beſte und Schönſte
aus dieſem Reichtum menſchlicher Erlebniswvelt zu wählen! Da iſt vor
allem der Verlag Brockhausin Leipzig, der es ſich zur Aufgabe
gemacht hat, uns alljährlich mit dem Wertvollſten und Eindrucksreichſten,
das auf dieſem Gebiet geſchaffen wird, immer von neuem zu
über=
raſchen und zu erfreuen.
Gerade zur rechten Zeit, um noch einen Platz unter dem
Weih=
nachtsbaum zu finden, iſt das neue, wundervolle Buch Kurt
Hiel=
ſchers: Dänemark—Schweden—Norwegen”,
heraus=
gekommen. Um es gleich vorwegzunehmen; eines der ſchönſten
photo=
graphiſchen Reiſewerke, die es gibt!
Wir kennen von dem berühmten Lichtbildkünſtler ſchon eine
ſtatt=
liche Neihe von Bänden, in denen er uns die landſchaftlichen und
bau=
lichen Beſonderheiten Deutſchlands, Oeſterreichs, Italiens und vor allem
des „unbekannten” Spaniens aufgezeigt hat. In ſeinem neueſten Werk
über die nordiſchen Reiche ſcheint die ganz große Kunſt Hielſchers alles
Vorhergegangene zu übertreffen! Das ſind nicht lebloſe, gleichgültige
Photographien, die ein beliebiger Lichtbildner ad hoc zuſammenſtellt.
Das ſind lebensatmende, jede Stimmung ausſchöpfende Kunſtwerke, die
ein Meiſter der Kamera mit ſeheriſcher Intuition erwählt hat! Jedes
ein=
zelne Bild, ſei es eine Fjordſtimmung, zauberiſch leuchtend in
ſchimmern=
den Reflexen von Wolken und Wellen, ſei es eine melancholiſche
Lappen=
landſchaft oder eines der prachtvollen Kircheninterieurs, aus denen uns
die Kültur früherer Jahrhunderte geheimnisvoll entgegenſchaut, ſei es
ein Seeufer, das in ſeiner ſilbernen Zartheit von Claude Lorrain
gemalt ſein könnte, ein wuchtiges Schloß, düſter unter wolkigem
Him=
mel geſpenſternd, — immer und überall iſt die charakteriſtiſche
Eigen=
art des Heimatſtriches, das ſeltſcme Fluidum, das vom Bild zum
Be=
ſchauer weben muß, wenn es lebendig wirken ſoll, mit zärtlicher Liebe
erfaßt und ausgeſponnen. Wir erleben die Hünengräber die
Nunen=
ſteine, die Grüfte des Roskilder Domes und Schauer ſagenſchwerer
Vor=
zeit wehen uns an. Schneeglitzerndes Hochgebirge überragt die
ſchwei=
gende Fjorde, an Hochmooren träumen altersſchwarze Hütten,
Bran=
dung rauſcht auf an regendüſterer Küſte; aber die kleinen Fiſchdampfer,
Verlag F. A. Brockhaus Leipzig. 280 Seiten meiſt ganzieit.
Bilder. Mit Geleitworten von Karin Michaelis, Selma Lagcrlöf und
Sigrid Undſet. Ganzleinen: Mk. 24.—, Halbleder Mk. B.—
die in den Buchten ſchaukeln, erinnern uns ſieder, daß es auch aus
der Einſamkeit des Nordlandes ein Zurück ins Leben, zu den volkreichen
Städten des Südens mit ihren prunkvollen Schlöſſern, Kirchen und
Denkmälern gibt.
Nein, Hielſcher iſt kein Photograph! Er iſt ein Dichter mit
ſehn=
ſuchtbrennendem Herzen, mit Augen, die bereit ſind zu trinken, „was
die Wimper hält, von der Schönheit dieſer Welt!”
Nur Dichter können einen Dichter werten! Die drei führenden
Schriftſtellerinnen der nordiſchen Reiche Selma Lagerlöf, Karm
Michgelis und Sigrid Undſet haben Hielſchers Werk für würdig
er=
achtet, es mit Worten zu geleiten, die ebenſo tief und
eindrucks=
voll ſind, wie das ganze leuchtende Buch. Wer ſich und den Seinen
eine bleibende unvergängliche Freude bereiten will, lege dieſes einzig
ſchöne Werk, deſſen Preis in Anbetracht der Fülle ſeines Inhaltes
ge=
ring zu nennen iſt, auf den Weihnachtstiſch.
Zugleich mit dieſem Buch läßt der Verlag Brockhaus
Leip=
zig, wieder, wie alljährlich, ſeinen beliebten und gern geleſenen
Weihnachtsalmanach in die Welt hinausgehen. Das intereſſante
Bändchen bringt wertvolle Beiträge von Sigrid Undſet, Alexander
David=Neel, Gerhart Hauptmann, Soen Hedin, M. v. Oppenheim und
vielen anderen bekannten und bedeutenden Schriftſtellern. Die
zahl=
reichen Abriſſe ſeltſamer und feſſelnder Reiſeerlebniſſe, unter denen
beſonders Byrds Flugzeugabenteuer in den Rockefeller=Bergen und
Johnſons Begegnung mit der hungrigen Löwenfamilie die Spannung
des Leſers aufs höchſte treiben, ſowie die ausgezeichneten Bildbeigaben
verraten den veredelten Geſchmack, den der Verlag bei ſeinen Freunden
und Anhängern in aller Welt vorausſetzt. Weit über die Form und
Ausſtattung der üblichen Kataloge und Almanachs hinausgehend, iſt
das kleine reizvolle Werk, das Intereſſenten gern zur Verfügung
ge=
ſtellt wird, eine amüſante und gut ausgeſtattete Werbeſchrift, die auch
in dieſem Jahre, beſonders zur Weihnachtszeit, ihre Zugkraft nicht
verfehlen wird.
Hans Baumeiſter.
Deutſcher Spork in Bild und Work!
Unter dieſem Titel iſt wiederum — rechtzeitig, um den
Gaben=
tiſch zu Weihnachten zu ſchmücken — der drucktechniſch und
bild=
künſtleriſch ausgezeichnet ausgeſtattete „Deutſche
Pferde=
ſport=Kalender 1932” erſchienen. Und wiederum haben
der Herausgeber, Hofphotograph Ed. Zinſel, und der Herſteller,
die L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt, peinlichſte
Sorg=
falt in der Bildauswahl und den Textbeiträgen wie in der
typo=
graphiſchen Herſtellung walten laſſen. Dieſer ebenſo ſchöne wie
intereſſante und reichhaltige Abreißkalender iſt eine ſicher
will=
kommene Weihnachtsgabe nicht nur für jeden Sportler bzw.
Pferdefreund, ſondern für jeden, der Freude hat an dem
leben=
dig geſtrafften Bild von Menſch und Tier, die wie in keinem
an=
deren Sport ſo auf einander angewieſen ſind, bzw. von einander
im Erfolg abhängig ſind.
Die Seitenbilder führen durch das geſamte Pferdeſportgebiet
des Jahres in Deutſchland, weiter durch viele Geſtüte und dal.
mehr. Jede Seite bringt einen Textbeitrag aus der Feder füh=
und der Pferdezucht und in vielen
render Männer
Bildern treten dieſe führenden Perſönlichkeiten ſelbſt vor den Be=
ſchauer.
Seite 4 — Nr. 349
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 17. Dezember
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Lehrer Fritz Schwinn und Frau
Ella, geb. Nauth.
Hammelbach, den 15. Dezember 1931. 18228
Statt Karten.
Heute morgen entſchlief ſanft nach kurzer,
ſchwerer Krankheit im 89. Lebensjahr unſere
innigſigeliebte, treujorgende Tante
Fräulein Amalie Lehr.
In tiefer Trauer
im Namen aller Hinterbliebenen:
Elſe Friedrich
Julius Friedrich.
Darmſtadt, den 45: Oezember 1934.
Hoffmauntraße 13.
Die Beerdigung ſindet am Freitag, den 18. b8. Miks.,
nachmittags 3 Uhr, von der Friedhotshalle in Eberſtadt
aus ſtatt.
18194
Gott der Allmächtige hat heute
nach=
mittag 5 Uhr meine heißgeliebie
Frau, unſere ſtets treuſorgende
Mutter, Schwiegermutter.
Groß=
mutter, Schweſſer, Schwägerin und
Tante.
Frau Helene Müller
geb. Heymann
nach langem, ſchwerem Leiden im
69. Tebensjahre zu ſich gerufen.
In tiefer Trauer:
Alwin Müller, Steuerſekretär i. R. R
Elſa Griner, geb. Mäller
Martha Strübing, geb Müller
zugleich im Namen alerVerwandten.
Darmſiadt Mülbauſen i. Elſ.,
den 13. Dezember 1931, (18206
Die Beerdigung findet Freitag,
den 18. Dezember, vorm. 11 Uhr.
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brückerſt. 14
werstag, 17. Dezember 1331
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 349 — Seite 5
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 12. Dezember 1931.
Einheimiſche Trauben.
Die Einfuhr von Trauben aus dem Ausland hat trotz der
nwöhnlich ſtarken Obſternte des
549 000 Mark Tafeltrauben aus dem Ausland eingeführt
vu ſtieg die Einfuhr im Oktober 1931 auf 8 357 000 RM.,
r0o um rund 3 Millionen höher als in der Vorkriegszeit.
m der Förderung des Weinbaues in Heſſen ſich befaſſenden
Une insbeſondere auch die Landwirtſchaftskammer, bemühen
huchbare Tafeltrauben in ſtärkerem Maß zum Anbau zu
p um damit dem heimiſchen Markt einen größeren Teil der
zülichen Trauben zu liefern. Neben den großen Vorräten
nolter Reben in Tafeltraubenſorten, welche der
Landwirt=
gikzmmer=Ausſchuß für die Provinz Rheinheſſen abzugeben
Infügt auch die Landwirtſchaftskammer in Darmſtadt auf
ſem Muſter= und Verſuchsgut in Groß=Umſtadt dieſes Jahr
mſte große Zahl von Topf= und Wurzelreben der bekannteſten
ſeſuubenſorten. Dieſelben können in Groß=Umſtadt abgeholt
ne auch erfolgt Zuſendung mit der Bahn. Da das
Reblaus=
en Verkehr mit bewurzelten Reben von einem
Weinbau=
nin den anderen dadurch erſchwert, daß eine Desinfektion
lummen werden muß, ſei hier darauf aufmerkſam gemacht,
fürzelreben innerhalb der Provinz Starkenburg ohne
Des=
ſti verſchickt werden können, weil die Provinz Starkenburg
ſiſte des Reblausgeſetzes einen Bezirk bildet. Die Preiſe für
ſtonte Topfreben ſind 50 Pfs. pro Stück und für Wurzelreben,
ſütig, 35 Pfg. pro Stück. Beſtellungen ſind an die
Landwirt=
füzimmer Darmſtadt, Rheinſtraße 62, zu richten.
FTRAN
Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Der Beſuch der
Tech=
hlnHochſchule Darmſtadt ſtellt ſich für das laufende Winter=
Fre wie folgt: 2583 Studierende, 7 Hörer, zuſammen 2590,
ü regelrechtes Fachſtudium betreiben. Dieſe Zahl verteilt
die einzelnen Abteilungen wie folgt: Architektur 228,
ungenieurweſen 371, Maſchinenbau einſchließlich
Papieringe=
urwſen und Gasingenieurweſen 773. Elektrotechnik 530.
emi einſchließlich Elektrochemie, Gerbereichemie,
Zelluloſe=
mreund Pharmazie 151, Mathematik und Naturwiſſenſchaften
Kltur= und Staatswiſſenſchaften 311. Zu dieſen 2590
kom=
nunh 308 Gäſte, ſo daß ſich die Geſamtbeſucherzahl der
Tech=
chü Hochſchule für das laufende Winterſemeſter auf 2898 ſtellt.
Aus dem Schuldienſt entlaſſen wurde am 14. Dezember die
Prum Frieda Weitzel an der Volksſchule zu Homberg (Kreis
Gsffül auf ihr Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Januar 1932 an.
Maunteider eiebe deid e Wörechen dis cherffenden 1und
bern Pfarrers Weiß ſowie die Aufführung eines
Weihnachts=
berückes werden der Feier das feſtliche Gepräge geben. Auch
ſrloſung wird ſich wieder anſchließen. So iſt zu hoffen, daß
ſtglieder der Männervereinigung, die mit ihren Angehöri=
12. Feiertage, abends 7.30 Uhr, in das
Gemeinde=
tmmen, ſich wieder, umweht von dem Hauche echt chriſtlicher
füſchaft, wie eine große Familie fühlen.
der mit
mspitze
Heſſiſches Landestheater.
Mite Hfe
19½—22½ Uhr. C 10 u. Dſt. Volksb M (2. Vorſt.)
eatz 10 Mzätag, 17. Dez. Gr. I—1V. Wallenſteins Tod. Pr. 0.60—4. 80,
berührt
20—22½ Uhr, D 10. Boceaceio.
18. Dez.
Preiſe 6.70—5.60 Mk.
g, 19. Dez.
20—23 Uhr. Darmſt, Volksb. P 4. Vorſt.) Gr.
I—TV, T Gr. 6, 7 u. 8. Wallenſteins Tod.
Preiſe 0.60—4.*0 Mk.
mitestag, 17. Dez.
Kleines —
120—2214 Uhr. Dſt. Volksb. 4 (6. Vorſt., Gr.1u, II
Drei Kurz Opern der Gegenwart. Der
Ja=
ſager. Spiel oder Ernſt. Schwergewicht.
Preiſe 0.70—5 00 Mk.
Leistu
18. Dez.
15—17 Uhr. Die Himmelsmauer. Ein
Weih=
nachtsmärchen. Preiſe 0 40—2 Mk.
20—=2½ Uhr. Zuſatzmiete V8.
Michal Kramer. Preiſe 0 70—5 Mk
15—17 Uhr. Die Himmelsmauer.
Preiſe 0.40—2 Mk.
9. 19 Dez 20—22½ Uhr. Zuſatzmiete VI6. Drei Kurz=
Opern der Gegenwart. Der Jaſager. Spiel
oder Ernſt. Schwergewicht. Preiſe 0.70—5.60.
Heſſiſches Landestheater. Die nächſte Premiere des
Schau=
biels Michael Kramer” findet am Freitag, den 18. Dezem=
*, iu Kleinen Haus, 20 Uhr, ſtatt. Die Titelrolle ſpielt Paul
Vegenr, Frau Kramer Käthe Gothe, Michaline, die Tochter
Kra=
rik, ſt Lotte Kleinſchmidt, Lieſe Bängſch Leny Marenbach, Frau
ſachtynn Beſſie Hoffart, Arnold Kramer Karl Paryla. Ernſt
uchthun Joſef Keim. Ziehn Hans Baumeiſter, Aſſeſſor Schnabel
Venz Hinz, Quantmeier Hermann Gallinger, von Krautheim
urs ſchindler, ein Oberkellner Kurt Metze. Regie: Guſtav Har=
— „Die Himmelsmauer”, das Weihnachtsmärchen
Ainen Hauſes, iſt bis zu den Weihnachtsfeiertagen faſt
aus=
u. Der ſtarken Nachfrage wegen iſt eine weitere
Auf=
ruuf für Montag, den 21. Dezember angeſetzt worden. Zu die=
Iſtellung ſind noch Karten für alle Platzarten zu haben. —
eine Wiederholung der
Bergond une Bergiente m Burmſtauts Amgebung.
„Alk=Darmſtadk”. Verein für Oeksgeſchichte und Heimakkunde. — 349. Veranſtalkung.
Vor einem zahlreichen Hörerkreis ſprach Herr Oberbergrat
Dr. Köbrich über das Thema: „Vom Bergbau und
Bergleuten in Darmſtadts Umgebung‟. Einleitend
ging der geſchätzte Redner auf die drei großen geſchichtlichen
Epochen im heſſiſchen Bergbau ein. Gab dann eine ſcharf
um=
riſſene Erläuterung der bergmänniſchen Grundbegriffe und führte
von da aus ſeine Zuhörer zu den einzelnen Stationen.
Als erſte kam der Herrgottsberg mit dem ſogenannten
„Kapuzinerloch”, von dem die Volksſage erzählt, daß von hier
aus ein unterirdiſcher Gang nach dem Schloß gegangen ſei, was
aber bergbaulich unglaublich erſcheint. Hier hat man den
Ein=
druck eines alten, verfallenen Stollens. Der ſtark verfallene
Ein=
gang, in den man früher noch 17 Schritte hineingehen konnte,
war beinahe horizontal und etwa 7 bis 8 Fuß hoch. Vielleicht
hat die grünliche Farbe, die hier erſcheint und an dem Geſtein
ſichtbar iſt, früher einmal zum Schürfen von Kupfer geführt, das
man hier vermutete.
Auf der Höhe des Steigertsberges, wo grauſchwarzer Schiefer
auf Graphit hindeutet mutete 1855 die Heſſ. Graphitgewerkſchaft.
Der Schwerpunkt des Unternehmens lag allerdings mehr bei dem
ausgiebigen Graphitvorkommen, bei Gadernheim i. Odw. Im
Jahre 185t mutete ein Wilhelm Ritter von Zwackh zu
Heidelberg auf Graphitſchiefer bei Gadernheim,
Kolm=
bach und Winkel. Ferner mutete ein ruſſiſcher Staatsrat
Blum ebenfalls bei Winkel 1855 übernahm der Obereinnehmer
Küchler zu Bensheim eine urſprünglich von Apotheker
Leo=
pold eingelegte Mutung auf Graphit bei Mittershauſen.
Hier waren beteiligt bei der Graphitgewerkſchaft: Ritter von
Zwackh. Bankier Zimmer und der Großherzogl.
Oberſtudien=
direktor Breidenbach. Bergmeiſter Taſché gibt 1855 an,
daß damals von 4 Gruben 2 in Betrieb geweſen ſeien und daß
darin 24 Arbeiter beſchäftigt wurden, die jährlich eine
Durch=
ſchnittsförderung von 40 bis 50 Tauſend Zentner Rohmaterial
erzielten. 1918 machte die Firma Seitz=Kreuznach im Diſtrikt
Dunkelbach am Abhang des Frankenſteins Grabungen nach Aſbeſt,
der Betrieb wurde aber bald wieder eingeſtellt. 1922 wurden im
Steinbruch der Odenwälder Hartſtein=Induſtrie bei Nieder=
Ram=
ſtadt Luftſchächte freigelegt, wo ſich eine anſehnliche Menge edler
Mineralien vorfand, die von Dr. P. Ramdohr wiſſenſchaftlich
beſchrieben wurden.
In der Nähe von Ober=Ramſtadt befand ſich in alter Zeit ein
Silber= und Kupferbergwerk. „Gnade Gottes”, das unter
Georg dem Frommen in Betrieb war, 1577 bis 1586, ein
Poch= und Schmelzwerk wurde dabei an der Modau errichtet,
wo=
von heute noch die Gewannamen „Am Schmelzwehr” und
„Am Schmelzacker” herrühren.
Bei Ober=Ramſtadt, wo die Modau bei der heutigen
Schloß=
mühle den engen Talriegel durchbricht, liegt am linken Ufer der
Haſelberg. jetzt Silberberg genannt. 1506 wurden durch
Landgraf Wilhelm II. zwei Holländer. Gilsberge von der
Schelde und Maſſilius von Antwerpen, hier mit einer
Bergwerksgerechtigkeit belehnt. Die erſten Proben von der Grube
„Gnade Gottes” die an Landgraf Wilhelm in Kaſſel geſchickt
wur=
den, waren derart, daß der Landgraf, der in Bergwerksſachen ſehr
erfahren war, zurückſchrieb, wenn das Erz ſo mächtig ſtände, als
unſere Steinkohlen ufm Meißner, ſo wollten wir Peru darvor nicht
nehmen”.
Ein weiterer Stollen in der Gemarkung Ober=Ramſtadt, nahe
dem Roßberg, trägt den auffallenden Flurnamen „Gold=
grund”; vielleicht hängt dieſer mit den Arbeiten in der „
Gold=
kaute” bei Roßdorf zuſammen.
Ein weiteres bergbauliches Gebiet war der Darmſtädter und
Beſſunger Wald. So eröffnete ſchon 1608 Georg Joachim
Strupp ein neues Bergwerk am „Herlan Weg”, auch „
Hor=
len Weg” genannt. Dieſes Bergwerk hatte den Namen „
Got=
tes Beſcherung”, St. Eliſabeht” oder „Zu den drei
Brüdern”; gemeint ſind Landgraf Ludwig und ſeine Brüder
Philipp und Friedrich. Ein Probierzettel von 1608
ver=
meldet, daß im Zentner Erz 1 Lot Silber, daneben etwas Zinn
oder Wismut vorhanden war. Später wurde im Gebiet des
ſo=
genannten „Rotliegenden” und des Melaphirs in der Gegend des
„Heiligen Kreuzberges” über das Oberfeld und die
Glasbergſtein=
brüche oft und immer wieder geſchürft. Die Steinbruche am
Glas=
berg gehörten zum Beſſunger Wald und waren im 17.
Jahrhun=
dert mächtig im Schwung. So finden wir in alten
Kammerrech=
nungen von 1688 und 1689 „Ausgaben für das Kupferbergwerk
im Beſſunger Wald‟. Hier wurde beſonders unter einem
Berg=
hauptmann Oppermann gemutet 1688 beſchäftigte der
Stei=
ger Wergner den Bergmann Chriſtian Ditterich und
die Bergknechte Philipp Herpel, Martin Bohn. Johann Weinelt
Michael Herzberger, Joh. Prieſter, Chriſtof
Schönfelder. Johann Toller (Zoller), Chriſtian
Dämmler und Chriſtian Wendel. Oppermann, der
heute noch im Volksmund fortlebt und der Sage nach an der
Op=
vermannswieſenſchneiſe „umgehen” ſoll, legte ſich ſogar den
ſtolzen Namen „Berghauptmann” bei, er ſtarh 1702 „als armer
Mann im Spital, den faßt die Läuſe gefreſſen”.
1884 muteten Kabinettsrat Zimmermann und
Miniſte=
rialſekretär Reiſſiger auf Kupfer= und Eiſenerz im Beſſunger
Wald beim Roßdörfer Steinbruch. 1838 mutete die Firma
Bude=
rus=Friedrichshütte bei Laubach auf Eiſenerz in einem Steinbruch
zwiſchen Darmſtadt und Roßdorf. 1853 erhielt Operpoſtmeiſter
Reuning zu Darmſtadt einen Mutſchein auf Eiſenerze an der
Heberers Mühle bei Kranichſtein
Des weiteren führte der Redner kreuz und quer durch unſere
heimatlichen Fluren und zeigte in ſeinem groß angelegten
Vor=
trag, welch reichen Schatz auch unſere Heimaterde birgt und daß
allenthalben die Männer des Bergbaues den ſilbernen Hammer
geſchwungen haben. Er ließ ſeinen Vortrag ausklingen in den
Worten: „Es ſcheint oft, als wäre der Erfolg den Aufwand nicht
wert, als wäre das Werkzeug koſtbarer als der geſuchte Schatz, als
ſchlügen ſie mit dem Hammer auf ſchlechte Steine. Und wenn
auch das koſtbare Werkzeug in Stücke geht, iſt das wahre und
ſchönſte Silber, was auch ein Schurf im tauben Felſengeſtein
bringen kann, eine Mehrung der Erfahrung und Kenntnis von
den Zuſammenhängen der irdiſchen Stoffe, und vor allem vielen
Menſchen Arbeit und Brot. Wir können hoffen und wünſchen,
daß die Männer mit dem ſilbernen Hammer auch in Zukunft an
unſeren ſchönen Bergen nicht vorübergehen.”
Reicher Beifall war der Dank der großen Verſammlung für
die feinen Ausführungen des Redners, an die ſich noch eine
leb=
hafte Ausſprache anſchloß, an der ſich die Herren Bürgermeiſter
Lerch, Dr. Diery, Dr. Tenner und Oberbergrat Dr.
Klemm beteiligten
Mit herzlichen Dankesworten an den Redner ſchloß der Vorſitzende,
Herr Philipp Weber, den Abend, der einen wertvollen Beitrag
zu unſerer Heimatgeſchichte bildete. Nächſte Veranſtaltung „Alt=
Darmſtädter Weihnachtsfeier” im Fürſtenſaal,
zu der beſondere Einladungen ergehen.
Geſellſchaft Heſſiſcher Bücherfreunde. Die Mitglieder der
Geſellſchaft Heſſiſcher Bücherfreunde werden gebeten, ſich ihre
Jah=
resgaben: „Roſenkreuz und Bafomet” von Graf von Hardenberg
und „Variationen und Rhythmen” von Karl von der Heydt im
Geſchäftszimmer im Schloß am Markt abzuholen. Für diejenigen
Mitglieder, die ihren Jahresbeitrag noch nicht bezahlt haben,
ſei bemerkt, daß für das Geſchäftsjahr 1931/32 nur 7,50 Mk. zu
entrichten ſind.
Schenkt zu weihnachten
Wohlfahrts=
briefmarken!
Derwendet in der Weihnachtszeit
Wohlfahrts=
briefmarken!
Das Union=Theater zeigt heute zum letzten Male Dina
Gralla, Paul Kemp und Jgo Sym in dem humorvollen Tonfilm=
Schwank „Ein Auto und kein Geld”.
— Im Helia=Theater läuft nur noch heute und morgen die
neue Tonfilm=Operette der Ufa „Ihre Hoheit befiehlt”.
— Die Palaſt=Lichtſpiele bringen heute und folgende Tage den
Sittenfilm aus der Berliner Unterwelt „Berlin — Alexanderplatz”.
— Deutſcher und öſterreichiſcher Alpenverein. Letzten Freitag
ſprach in der Monatsverſammlung der Sektion Darmſtadt Herr
Oberleutnant L Ehrhardt. Lehrer an der Heſſiſchen
Landespolizei=
ſchule, über allgemeine und alvine Wetterkunde. In dem
zwei=
einhalbſtündigen Vortrag gab der Redner zunächſt eine Erklärung
des Weſens und der Ziele der Meteorologie und ihrer
Zweigwiſ=
ſenſchaften. Hierauf wurden die wichtigſten phyſikaliſchen
Eigen=
ſchaften der Atmoſphäre und der Elemente des Wetters dargeſtellt.
Im einzelnen wurden behandelt: Strahlung, Wärme
Luftfeuch=
tigkeit, Luftdruck und Winde, alſo Kräfte und Naturerſcheinungen,
die den Begriff des Wetters ausmachen. Insbeſondere wurde
hier=
bei auch eingegangen auf Einteilung und Form der Wolken, und
der Niederſchläge, deren Kenntnis für die Wettervorausſicht
un=
erläßlich iſt. Im zweiten Teil brachte der Redner eine
Schilde=
rung der eigentlichen Wettergeſtaltung. Er begann dabei mit
einer Darſtellung der großen Zuſammenhänge des Wetters auf
der Erde mit ſeinen Windſyſtemen, den Warm= und
Kaltluftſtrö=
mungen und ſeinem ſtändigen Wechſel der Hoch= und
Tiefdruck=
erſcheinungen. Beſonders ausführliche Erwähnung erfuhr dann
die zuerſt von dem Norweger Bierknes aufgeſtellte Theorie des
Kampfs der Kalt= und Warmluftfronten, die zu einer völligen
Umgeſtaltung unſerer früheren Auffaſſungen von der
Wettervor=
usſage geführt hat und heute, weiter ausgebaut. Gemeingut der
meteorologiſchen Wiſſenſchaft geworden iſt. Der dritte Teil
ent=
hielt eine Darſtellung der alvinen Wettererſcheinungen,
insbeſon=
dere Berg= und Talwind Föhn und Wetterſturz in den Bergen.
Schließlich wurden die Möglichkeiten alviner Wettervorausſage
beſprochen, es wurde dabei der Unglücksfälle der letzten Zeit
ge=
dacht, die durch Wetterſturz verurſacht, ſich hätten vermeiden
laſ=
ſen bei beſſerer Kenntnis der Wetterzeichen. Dem Redner wurde
für ſeine hochintereſſanten und lehrreichen Ausführungen, die durch
Lichtbilder und Zeichnungen veranſchaulicht wurden, warmer
Bei=
fall zuteil.
Sonntagskarten. Um einen zu ſtarken Andrang zu den
am 23. ds. Mts., nachmittags, abfahrenden Zügen zu vermeiden,
wird die Geltungsdauer der Sonntagsrückfahrkarten
ausnahms=
weiſe in dieſem Jahre auch auf den Vormittag des 23.
De=
zember ausgedehnt.
Die Reichsbahndirektion Mainz führt über Weihnachten=
Neujahr folgende neue Sonntagsrückfahrkarten ein die ſicherlich
den Wünſchen des reiſenden Publikums entgegenkommen: Von
Mainz Hbf., Darmſtadt Hbf. und Wiesbaden Hbf. nach Kaſſel
Erfurt, Nürnberg und Freiburg (Breisgau), von Worms nach
Freiburg (Breisgau). Die Karten werden vorausſichtlich am
4. Januar 1932 wieder zurückgezogen.
18119
gen Sie He
SALMIAIO DONNTA
SFrumpf erste Wahl
Sonntag, den 20. Dezember von 1—6 Uhr nachmittags geöffnet!
Ladwigstraße 13
DARMSTADT
Hdwigstraße 13
Seite 6 — Nr. 349
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Die Not der Brauinduſtrie.
Die zur Kataſtrophe treibende Kriſis in der Brauinduſtrie
hat heute die Arbeitsgemeinſchaft ſüdweſtdeutſcher
Brauereiverbände veranlaßt, die zwiſchen Köln=Aachen
und Frankfurt=Worms und der Pfalz, zwiſchen Trier und Siegen=
Fulda=Darmſtadt gelegenen Brauereien zu einer
Proteſtkund=
gebung nach Frankfurt a. M. zuſammenzurufen. Dieſer
Ein=
ladung ſind etwa 100 Brauereien gefolgt, die der Regierung und
Preſſe folgende Entſchließung unterbreiten:
„Vor den letzten Bierſteuererhöhungen im vergangenen Jahre
galt die Brauinduſtrie noch als ein Induſtriezweig, der es
ver=
ſtanden hatte, trotz der fortſchreitenden Wirtſchaftsdepreſſion ſich
im weſentlichen geſund zu erhalten. Dadurch war die
Brauindu=
ſtrie auch eine der wenigen noch zuverläſſigen Steuerquellen des
Reiches geworden. Die fortgeſetzte ſinnloſe Ueberſteuerung des
Bieres hat dem Reich nun dieſe Steuerſtütze genommen und die
Brauinduſtrie notleidend gemacht. Die dreimalige Erhöhung der
Bierſteuer im vergangenen Jahre hat ſtatt Mehr=, Minder=
Ein=
nahmen für Reich und Gemeinden zur Folge gehabt und auch der
mit der Brauinduſtrie verbundenen Landwirtſchaft durch den
Minderabſatz von Gerſte und Hopfen ſchwerſten Schaden zugefügt.
Es hat in der Brauinduſtrie Empörung ausgelöſt, daß der Staat
zweckloſe und koſtſpielige Stützungsaktionen für den Gerſten= und
Hopfenbau eingeleitet hat, ſtatt dafür zu ſorgen, daß die
Brau=
induſtrie als Abnehmer dieſer Erzeugniſſe lebensfähig erhalten
und dadurch aufnahmefähiger gemacht wird, was ohne weiteres
eine Belebung des Gerſten= und Hopfenmarktes zur Folge haben
würde.
Der anhaltende Abſatzrückgang, insbeſondere verſtärkt in den
Weinbaugebieten, der zurzeit zwiſchen 40 und 70 Prozent
gegen=
über 1929 liegt, hat das überſteuerte Bier faſt gänzlich verdrängt.
Die Folgen ſind nicht nur Steuerausfälle für Reich und
Gemein=
den, ſondern auch Arbeiterentlaſſungen in größerem Maße
ge=
weſen. Die Zuſammenbrüche von Brauereiunternehmungen, Malz=
fabriken, Hopfenhandlungen und die zahlloſen
Exiſtenzvernichtun=
gen im Gaſtwirtsgewerbe häufen ſich erſchreckend. Trotzdem
ver=
langt die Brauinduſtrie nicht etwa eine Beſteuerung des Weins,
wodurch ihr nicht geholfen wird, ſondern umgekehrt aus Gründen
der Steuergerechtigkeit die gleiche Behandlung, die der Weinbau
erfährt. Was dem Winzer recht iſt, muß auch dem Brauer,
Ger=
ſten= und Hopfenbauer billig ſein.
Wenn die Brauinduſtrie auch die finanzielle Notlage des
Reiches nicht verkennt und ſich auch keineswegs ihren
ſtaatsbürger=
lichen Pflichten entziehen will, ſo hat ſie doch aus
Selbſterhal=
tungsgründen und als eine der Hauptſteuerquellen des Reiches ein
Recht, darauf hinzuweiſen, daß die bisherige Beſteuerungspolitik
ſchon von dieſem Geſichtspunkt aus verfehlt iſt. Die
Minderein=
nahmen der Gemeinden und des Reiches zeigen, daß auch das
Staatsintereſſe eine völlige Umkehr in der Beſteuerungspolitik des
Bieres verlangt. Nur durch einen fühlbaren Abbau der Steuer
wird der fortſchreitenden Erdroſſelung der Brauinduſtrie Einhalt
geboten und werden ſich nach unſerer feſten Ueberzeugung auch
durch die dann durch die zu erwartende Verbilligung der
Aus=
ſchankpreiſe verurſachte Steigerung des Abſatzes die Einnahmen
des Fiskus wieder heben.
Soll die Bierſteuerquelle nicht ganz verſiegen, dann iſt
aller=
dings ſofortige Hilfe das Gebot der Stunde. Wir erwarten, das
die zuſtändigen Reichs= und Länderbehörden unſere berechtigten
Forderungen nicht achtlos beiſeite ſchieben.”
* Rückgang des Bierkonſums in Darmſtadt. Die Einführung
der erhöhten Gemeindebierſteuer in Darmſtadt hat wiederum zu
einem geradezu kataſtrophalen Rückgang des Bierkonſums geführt.
Der Abſatzverluſt beträgt gegen den Vormonat 30 Prozent!! Nach
amtlichem Material iſt der Bierabſatz in Darmſtadt von etwa 30
deutſchen Städten am ſtärkſten, um 52,2 Prozent zurückgegangen.
Proleft des Allgemeinen Deutſchen Beamkenbundes,
Arisausſchuß Darmſtadk.
Am 14. Dezember 1931 befaßte ſich die
Vextreterverſamm=
lung des Allgemeinen Deutſchen Beamtenbundes, Ortsausſchuß
Darmſtadt, mit der neuen Notverordnung der Reichsregierung und
mit der durch ſie geſchaffenen Lage. Die neue ſchematiſche
Gehalts=
kürzung, die trotz aller Proteſte und Warnungen gegen weiteren
Lohn= und Gehaltsabbau durchgeführt iſt wird aufs ſchärfſte
ver=
urteilt und zurückgewieſen. Die neuen Kürzungen nehmen vielen
Beamten in den unteren und mittleren Gruppen die
Exiſtenzmög=
lichkeit. Wenn es gelingen ſoll, auch nur über die bevorſtehenden
ſchweren Monate hinweg zu kommen, muß zum mindeſten verlangt
werden, daß die Lohn= und Gehaltskürzung ſolange zurückgeſtellt
wird, bis ſich gezeigt hat, ob die Preisabbaumaßnahmen zu einer
wirklichen Entlaſtung der Lebenshaltungskoſten der breiten Maſſen
geführt haben. Die Beamtengehälter ſind teilweiſe unter das
Friedensgehalt herabgeſetzt. Die Vertreterverſammlung proteſtiert
einmütig gegen derartige Maßnahmen und warnt Reich= und
Länderregierungen, den Weg der Lohn= und Gehaltsſenkung weiter
zu beſchreiten.
* Die neuen Verkaufsräume der Firma Tritſch u.
Heppen=
heimer wurden in der Grafenſtraße 23½ eröffnet. Der geräumige,
neuhergerichtete Ladenraum iſt ſehr geſchickt und zweckentſprechend
ſo verändert, daß die Verkaufsgegenſtände der Firma, Teppiche,
Linoleum und Tapeten in ihrer vollen Wirkung gezeigt werden
können. Den größten Raum nimmt die Teppichabteilung ein, ein
Raum, der ſehr geeignet iſt zum Vorlegen der Teppiche, da helles
Oberlicht die Beurteilung der Güte und der Farbenwirkung der
vorgelegten Waren außerordentlich zuſtatten kommt. Weiter ſind
verſchiedene ſeparate Spezialabteilungen eingerichtet, ſo ein Raum
für Linoleumpflegeartikel uſw., ein Tapetenverkaufsraum und
eine Linoleumabteilung. Die Firmeninhaber haben beſonderen
Wert darauf gelegt, den großen hellen Verkaufsraum ſo
auszu=
werten, daß der umfangreiche Warenbeſtand überſichtlich und im
Bedarfsfalle leicht greifbar aufbewahrt werden kann. Am
Kopf=
ende des Teppichverkaufsraums befindet ſich das Büro, von dem
aus durch große Glasfenſter die ganzen Räumlichkeiten zu
über=
ſehen ſind. Im Kellergeſchoß ſind noch umfangreiche
Lager=
räumlichkeiten. Die Firma hat mit ihrer Neueröffnung in
der Grafenſtraße nicht nur für ihr reichhaltiges Lager Platz
ge=
ſchaffen und ſo den eigenen Erforderniſſen Rechnung getragen,
ſondern vor allem durch die ſorgfältige Innenanlage ihrer Räume
unter weitgehender Berückſichtigung der Wünſche des kaufenden
Publikums beſten Kundendienſt geleiſtet.
Bürgerſteuer 1931. Nach der heutigen Bekanntmachung iſt
das 1. Ziel der mit grünem Steuerbeſcheid angeforderten
Bürger=
ſteuer bei Meidung der Beitreibung und Koſtenberechnung bis
zum 24. ds. Mts. an die Stadtkaſſe (Grafenſtraße 28) zu zahlen.
— Die Glazeroff=Revue in Darmſtadt! Wie bereits erwähnt.
eröffnet das Orpheum am Samstag den 19.. und
Sonn=
tag, den 20. Dezember, abends in 2 großen Propaganda=
Vorſtellungen ſeinen diesjährigen, grandioſen
Weih=
nachts=Spielplan. Senin Glazeroff, der berühmte ruſſiſche
Ballettmeiſter mit ſeinen 20 Künſtlern von Weltruf, im Rahmen
eines ganz vorzüglichen Spitzen=Varieté=Programms wird, gewiß
ebenſo wie in den meiſten europäiſchen Städten (darunter
wieder=
holt in den Berliner Groß=Varietés Skala und Plaza) auch das
Darmſtädter Publikum überraſchen und begeiſtern. (Siehe
An=
zeige ſowie Plakatanſchlag.)
Geflügelcholera. Unter den Geflügelbeſtänden des
Hein=
rich Landzettel Ecke Kranichſteiner Straße und
Kaſtanien=
allee (Geflügelſtall) iſt die Geflügelcholera ausgebrochen. Sperre
iſt angeordnet.
Unfall. Geſtern explodierte einem Chemiker in der Hochſchule
beim Experimentieren eine Ballonflaſche. Durch Glasſplitter
er=
litt er Schnittwunden am Kopf. Armen und Bruſt und mußte nach
dem Stadtkrankenhaus verbracht werden.
Die Poſt in Erwartung des Weihnachts=Paketverkehrs. Um
den geſteigerten Anforderungen des Weihnachts=Paketverkehr
ge=
recht zu werden, hat die Poſt. geſtützt auf die Erfahrungen der
früheren Jahre, umfaſſende Vorkehrungen getroffen, die eine
ſchnelle und pünktliche Zuführung der Sendungen in die Hand des
Empfängers erwarten laſſen. Die Annähmeſchalter werden dem
Bedürfnis entſprechend vermehrt, neben den beſtehenden
Poſtver=
bindungen ſind zahlreiche außergewöhnliche
Beförderungsgelegen=
heiten auf der Bahn und auf Landwegen vorgeſehen. Soweit die
Pakete vom Empfänger nicht abgeholt werden, erfolgt ihre
Zu=
ſtellung unter Vermehrung der Betriebsmittel und der
Zuſtell=
kräfte ohne beſondere Koſten mit der gewohnten Pünktlichkeit.
Wer ſeine Pakete rechtzeitig bei der Poſt aufliefert, kann ſicher
ſein, daß ſie zu der gewünſchten Zeit den Empfänger erreichen.
Wer verhindert iſt, ſeine Pakete perſönlich bei der Poſt
aufzulie=
fern, oder ſich den Weg zum Poſtamt erſparen will, gebe ſie dem
Paketzuſteller mit. Das kann überall geſchehen, wo die
Paket=
zuſtellung mit Fuhrwerk ausgeführt wird. Die Gebühr für die
Mitnahme beträgt 20 Rpf. für ein Paket.
Vorſicht! Schwindler bei der Arbeit. In den letzten Tagen
ſprach bei verſchiedenen Wohnungsinhabern in Darmſtadt ein
Mann vor, der vorgab, die elektriſchen Anlagen nachprüfen zu
wollen. Gleichzeitig bot er elektriſche Beleuchtungskörper zum
Verkaufe an. Nach anſcheinender erfolgter Reparatur läßt er ſich
Geld geben und erklärt hierbei, die Reparaturen würden von
einem Inſtallateur bedeutend mehr koſten. Mit Wahrſcheinlichkeit
handelt es ſich in der Perſon des Schwindlers um einen Menſchen.
der ſich mit den Wohnungsverhältniſſen vertraut machen will, um
gelegentlich Diebſtähle auszuführen. Gleichgelagerte Fälle ſind in
anderen Städten der Umgebung bereits zu verzeichnen.
Beſchreibung: 30—35 Jahre alt. 1,65—1,68 Meter groß,
ſchlanke, kräftige Geſtalt, hellblonde gewellte Haare, vermutlich
links geſcheitelt, ohne Kopfbedeckung und Mantel, dunkelblauer
zweireihiger Anzug, weißer Kragen und gelbe Schuhe. Bei ſich
trägt er eine braune abgenutzte Aktentaſche, in der ſich Werkzeug
(Schraubenzieher) befindet. Beim Auftreten wird um
telephoni=
ſchen Beſcheid oder ſonſtige ſofortige Nachricht erſucht.
Heimakphokographie-Schau.
* Im Inſtitut für wiſſenſchaftliche und angewandte
Photo=
graphie der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt (Eingang neben dem
Herrngarteneingang an der Hochſchule) iſt zurzeit eine kleine
aus=
gezeichnete Sammlung oberheſſiſcher Heimatbilder (Kreis
Lauter=
bach) ausgeſtellt. Die auf Anregung des Inſtitutsleiters, Prof.
Dr. Limmer veranſtaltete Schau einiger aus einer Sammlung
von etwa 600 Bildern ausgewählter, beſonders guter
Heimat=
photographien will Anregung geben, typiſche Motive deutſcher
Gegenden im Bild feſtzuhalten. Man ſieht Bauwerke von
hiſto=
riſchem Wert, alte Bauernhäuſer mit ihren typiſchen Beſchlägen
und Ornamenten (Bauernbarock), alte verzierte Türen,
Fachwerk=
bauten, ſchmiedeeiſerne alte Handarbeiten, auch Bilder von
aus=
ſterbenden Einrichtungen, Geräten, ſo z. B. den früher zur
Wie=
ſenbewäſſerung benötigten Schopfrädern uſw. Die Ausſtellung
bringt alſo trotz ihrer gewollten engen Begrenzung eine
vorzüg=
liche photographiſche Bildreihe, die für Intereſſenten manches
Beachtenswerte birgt. Die vorzüglichen Aufnahmen wurden von
den Herren Bär und Eichhorn hergeſtellt. Die Ausſtellung iſt
noch täglich bis Samstag von vormittags 10——12.30 Uhr und
(außer Samstag) von nachmittags 3—6 Uhr zur Beſichtigung
ge=
öffnet.
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. 25 Angeklagte ſitzen am Mittwoch auf der Anklagebank
des Bezirksſchöffengerichts. Am 13. Auguſt hatten die
Nationalſozialiſten in Sprendlingen eine Verſammlung
anbe=
raumt. Als am Abend ein Trupp von ihnen von Langen nach
Sprendlingen zog, hörte der Gendarmeriebeamte, der ſie begleitete,
plötzlich im Wald an der Straße verdächtige Geräuſche. Er ging
hinein und überraſchte dort eine Anzahl von etwa 30 und noch mehr
mit Knüppeln bewaffneter Leute, die wie ſich ſpäter herausſtellte,
größtenteils der Kommuniſtiſchen Partei angehörten und aus
Mörfelden ſtammten. Sie hatten ſich in der Ecke verſammelt mit
dem Vorhaben, die vorbeiziehenden Gegner zu überfallen. Der
Gendarmeriebeamte feuerte einige Schreckſchüſſe ab. und im Nu
war die tapfere Schar verſchwunden, bis auf einen, der ſchon zu
weit vor und bereits mit einem Nationalſozialiſten in eine
Schlä=
gerei verwickelt war. Er bekam einige auf den Hut und wurde
dann mitgenommen und ſiſtiert. Auf der Polizei gab er dann
ſeine Komplizen an, die erſt zum größten Teil beſtritten, dabei
geweſen zu ſein, bei einer Gegenüberſtellung aber dann faſt alle
es doch zugaben. Heute ſtellen ſie wieder alles in Abrede. Nicht
ein einziger von 25, der irgend etwas zugeben würde. Der
Staats=
anwalt kommt nach der Beweisaufnahme zu der Anſicht, daß 22
Angeklagten ihre Schuld nachgewieſen ſei. Er beantragt gegen
den erſten wegen qualifizierten Landfriedensbruches 9 Monate
Gefängnis, gegen die übrigen 21 je 6 Monate Gefängnis wegen
Teilnahme am Landfriedensbruch. Außerdem gegen ſämtliche
wegen verbotenen Waffentragens je 3 Monate. Gegen zwei ſtellt
er die Entſcheidung in das Ermeſſen des Gerichts, gegen einen
beantragt er Freiſprechung, da er wohl wirklich nicht dabei war.
Das Gericht vertagt die Verhandlung und wird das Urteil in
acht Tagen verkünden.
wirkt wie gurgeln
sbeugt Erkältungen vor!
Briefkaſten.
Ider Anmage iſt die litzte Dezugtauttung beizufüger. Anoutne 2
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtseverbimdlichkett.
K. O. 10. 1. Ja, wenn der Gläubiger auf die angebotenen
Raten nicht eingeht. Der Frau entſtehen durch die Eidesleiſtung
keine Nachteile, 2. Nein, Sie haben kein Beſchwerderecht. 3. Das
Gericht kann den Gläubiger nicht zur Stundung zwingen. 4. Sie
haften für dieſe Koſten in keiner Weiſe, auch hat die Privatklage
keinen Einfluß auf Ihre Stellung.
M. M. hier. Erheben Sie unter genauer Darlegung des
Sach=
verhalts gegen die Nachbarn Anzeige wegen ruheſtörenden Lärms
bei dem Amtsanwalt beim Heſſiſchen Amtsgericht I hier. Dieſer
Weg erſcheint als der einfachſte.
J. G. H. N. 100. Das Teſtament iſt an ſich nach Form und
Inhalt nicht zu beanſtanden. Doch wäre beim gemeinſchaftlichen
Teſtament angeſichts der unſicheren wirtſchaftlichen Verhältniſſe zu
raten, beizufügen: Der überlebende Ehegatte iſt befugt,
Aenderun=
gen der letztwilligen Verfügung zu treffen.
Lokale Verauftalkungen.
w erichemenden Notizen Aind ausſchiſt
in leinem Talle irgendwie als
Aus den Parkeien.
Deutſche Volkspartei.
Mitgliederverſamm=
lung am Freitag den 18 Dezember abends in de
„Krone”, Generalſekretär Welkow ſpricht über „Rückblick
auf die Landtagswahl Streiflichter aus dem
neuen Landtag”. Anſchließend wird der Vorſitzende des
Arbeitsausſchuſſes. Regierungsbaumeiſter Sbrzesny. über die
Organiſation der Ortsgruppe der D.V.P. referieren
Vereinigung früherer Leibgardiſten
Darm=
ſtadt. Unſere Weihnachtsfeier findet am Samstag, den 19.
De=
zember, abends, in der Woogsturnhalle ſtatt. In dem Programm,
welches Konzert, eine bunte Bühne und von etwa 11.30 Uhr ab
einen Ball vorſieht, wirken mit eine Damen= und Herrenturnriege
von der Turngemeinde 1846, ferner die Herren Kameraden E.
L. Göbel. Heinz Gutkäſe und Fr. Kugler ſowie Kameraden des
Beamtenorcheſters ehem. Militärmuſiker. (Siehe auch Anzeige.)
— Epang. Stadtmiſſion. Mühlſtraße 24. Am heutigen
Donnerstag findet im großen Saal der Stadtmiſſion ein
Lichtbil=
dervortrag ſtatt über das Thema: „Jeſusund unſere Zeit,
Der Vortrag wird um 6 Uhr nur für Kinder gehalten werden,
um 8.30 Uhr für Erwachſene. Der Eintritt iſt frei. Jedermann
iſt herzlich willkommen.
Wanderklub Falke 1916. Am Sonntag, 20. Dezember
1931. abends 8.30 Uhr. findet die diesjährige Weihnachtsfeier mit
Wandererehrung auf dem Heiligen Kreuz ſtatt. Alle Mitglieder
nebſt ihren Angehörigen und Gäſte werden freundlichſt eingeladen.
(Siehe auch die heutige Anzeige.)
Tageskalender für Donnerstag, den 17. Dezember 1931.
Konzerte: Rheingauer Weinſtube. Café Oper, Café Ernſt=
Ludwig. — Hotel Stadt Frankfurt, abends 8,15 Uhr;
Jüdiſcher Gemeindeverein Darmſtadt: Verſammlung. —
Kino=
vorſtellungen: Union=Theater, Helia=Lichtſpiele, Palaſt=
Lichtſpiele.
Donnerstag, 17. Dezember 1ns
Aus Heſſen.
Wie alt werden unſere Bäume?
Von Oberförſter Krebs, Neuſtadt.
Von unſeren Laubbäumen erreichen Eichen und Linden das
2
Alter. Wenn auch der Volksmund alte, ſtarke Bäume leicht u.
zu tauſendjährigen ſtempelt — gibt es doch ſogar einen tauſendit
Roſenſtock —, ſo wiſſen Eingeweihte doch, daß dieſes hohe Alter
höchſt ſelten erreicht wird. Es läßt ſich auch ſchwer nachprüfen.
dieſe alten Recken innen meiſt morſch ſind. Das höchſte, durch Aufzznz einder
der Jahrringe einwandfrei ermittelte Alter von 1050 Jahren hat
Eiche in der Oberförſterei Biſchofswald im Bezirk Magdeburg ern
Es war ein Stamm von 3 Meter Durchmeſſer und gehörte zu m.
Gruppe von 37 ähnlich ſtarken Stämmen, die heute als Naturden
wäl
geſchützt ſind. Die ſtärkſte Eiche Deutſchlands ſteht mit 10 etwa
sfall
alten im Forſtrevier Ivenack bei Stavenhagen in Mecklenburg. Siſigie Reiſe
40 Meter hoch und hat einen Bruſthöhendurchmeſſer von 3,50 Mohronalbal
Ihr Inhalt beträgt rund 200 Kubikmeter. Zu dieſer Maſſenerzeum a der F
braucht ein Kiefernbeſtand von 1 Hektar Bodenfläche mittlerer Erſrnshertragt
fähigkeit volle 60 Jahre; es ſtehen dann auf dieſer Fläche noch uenehmer
Stämme. Bei einer in Ivenack gefällten Eiche konnten über 1100 70yvulhrun
ringe gezählt werden
Ein noch höheres Alter als die Eichen ſollen die Linden erreſol /09 90,
Wenn dieſe alten Stämme zuſammenbrechen, ſind ſie im Innern „
Aeſ=
meit
ſo morſch, daß die Altersbeſtimmung unmöglich iſt. Hier iſt man
wegen nur auf mündliche Ueberlieferung angewieſen. So ſtehtmand Ei
Neuenſtadt am Kocher in Württemberg eine alte, heute durch 100
nerne Säulen geſtützte, faſt völlig abgeſtorbene Linde, von der es
im Jahre 1504 heißt: „In Newſtadt eine Linde ſtaht, die 67 Süläuichelshe
hat”. Wenn auch die Linden nicht ſo hoch werden wie unſere Eici
tirſte
ſo iſt ihr Durchmeſſer vielfach ſtärker. In die „Rieſenlinde” bei Stau” Dienſt
ſtein in Oberfranken mit einem Durchmeſſer von 5,40 Meter kann z 9/ Pfarrſt
ein Reiter bequem hineinreiten und darin umwenden.
Der neu
Bedeutende Stärke und ein hohes Alter erreichen auch Ulmer
„Schimsheimer Effe” im Kreiſe Oppenheim hat bei 3,50 Meter Aamfinführdnl
meſſer 31 Meter Höhe. Schon vor 700 Jahren wird ſie urkumeug Lengield.
ilen die
als ſtarker Baum erwähnt.
Ein Alter von mehreren hundert Jahren erreichen noch die Buchy wider und
Ahorne, Wildobſtbäume, während Birken, Weiden, Pappeln zwei Faß= maß
un die B
hunderte kaum überdauern.
Von den Nadelhölzern werden die Eiben am älteſten. Man ſprafilt.
da von mehreren tauſend Jahren. Erwieſen iſt es nicht. An gefällizmſtadt mi
Lärchen wurden in den Alpen bis 700 Jahrringe gezählt. An Tonm ſie hieſige
im Erzgebirge 500 Jahre. Die Tanne erzeugt von den Nadelbäurmm echuuf
die höchſte Maſſenleiſtung. Bei Höhen von 42 bis 45 Meter und SS=Tanne,
ken von 200 bis 270 Zentimeter lieferten ſie bis zu 70 Kubilnnnes die
Maſſe. Bei Fichten wurden im Böhmerwald bis 570 Jahrringe gezäüchung
Die Kiefer wird bis 500 Jahre alt, vereinzelt ſind noch geſchloſſene I. Am
ſtände im Alter von 250 bis 300 Jahren vorhanden.
J. Griesheim, 16. Dez. Weihnachtsferien. Die Welk,
nachtsferien beginnen an den hieſigen Schulen am 20. Dezemn=
und dauern bis 2. Januar 1932. — Donnerstag, 17. Dezemäu
abends 8 Uhr, findet auf dem Rathaus eine Gemeinderaxdammel
urde a.
ſitzung ſtatt.
Cp. Pfungſtadt. 16. Dez. Hundert Jahre Brauenſſen
Hildebrand. Die hieſige, weithin bekannte Exportbraug) Mer, W
Juſtus Hildebrand kann auf ein hundertjähriges Beſtehen zur:w0ewlnn
blicken. Mit Ruckſicht auf die wirtſchaftlichen Verhältniſſe wcſt el
von der Abhaltung einer Jubiläumsfeier abgeſehen. Dafür
die Leitung der Brauerei der Winterhilfe Pfungſtadt einen grö”
ren Geldbetrag überwieſen. Gleichzeitig wurde der Winterhifſier ſie hu
des Nachbarorts Hahn, dem Gründungsort der Firma, ein Betrtſſolterba
überwieſen.
i* (
Nieder=Ramſtadt=Traiſa, 16. Dez. Wie alle Jahre verſandſinsloke
meln ſich die Mitglieder mit Frauen und Kindern der hieſico die Op=
D.H. V.=Ortsgruppe zur Weihnachtsfeier, welche am Sonntag, EWald=M
20. Dezember, nachmittags, im Gaſthaus „Zum Löwen. (Bendeſün fo
ſtattfindet. — Der letzte Vortragsabend der Ortsgruppe — be
Helmſtaedter=Darmſtadt ſprach anregend und aufklarend üM,
Stand und Zukunft der Angeſtelltenverſicherung —, fand ſehr ſtat
kes Intereſſe, ſo daß mit einer Wiederholung im neuen Jahre riede
rechnen iſt. — Die Generaljahresverſammlung findet am Donmir
tag, den 7. Januar 1932, ſtatt.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 15. Dez. Maul= und Klaut
ſeuche. Nachdem zuerſt in einem Gehöft bei den „Schache)
mühlen” die Seuche feſtgeſtellt war, wird heute bereits ſchon 2on
neuer Fall gemeldet, und zwar unter dem Viehbeſtand der „A,
ſtaltsmühle‟. Man nimmt an, daß die Seuche durch Verſchlen
pung übertragen wurde. Es ſind daher ſtrenge Maßnahmen ae Mrient
geordnet. Der geſamte Ortsbezirk iſt zum Sperrbezirk erläken 0e
Dies hat zur Folge, daß ſowohl das Fahren mit Klauenvieh mu Meind
auch das Durchführen von ſolchem verboten iſt. Die Hunde
ſißtMacht=
feſtzulegen und müſſen bei Mitnahme auf der Straße an der LefsMuhrun
as Chri
geführt werden.
Traiſa. 16. Dez. Turngemeinde. Die Kinderweicſhon Her
nachtsfeier verlief dank der beſten Vorbereitung durch Turnwocin der C
Willi Funk ausgezeichnet. Neben dem kindertümlichen Turmphaſt wa
ſind beſonders der reizende Puppentanz und Schneeflockentaſſt, In aller
nennen, woran ſich ein allerliebſtes Theaterſtück Frau Hulla” ad ſich di
ſchloß. Jubelnd wurde dann Chriſtkind und Ruprecht begruüdeummelte
deren Gaben dankbar mit einem feinen Schlußlied quittiert wun derr Pf
den. — Nun werden die Turnerinnen und Turner ſich doppelt 19 Worte
fleißigen, damit das Volksſtück „Mein Land Tirol” am 2. Wecuhr dem
moge
al=
nachtstag ein Erlebnis für die Zuhörer wird.
f. Roßdorf, 15. Dez. Die Wiederholung des Bühnenſpen Birkena
„Das chriſtliche Kirchenjahr” durch die evangeliſchen Jugendbuſklonders
war wiederum ein voller Erfokg. Auch die Verfaſſerin des WelMächteten
piels, Frau Emma Lehn aus Offenbach, wohnte der Veranſtalin.
f das
bei und ſprach ihre Anerkennung über das gute Gelingen aus. Eüſittlich
die Mitwirkenden dankte Fräulein Tilly Schwalb der Verfaſſe:2
in herzlichen Worten und überreichte dieſer einen Blumenſtral) ſuten
Die Mitwirkenden haben ſich entſchloſſen, die Veranſtaltung
Sonntag. dem 27. Dezember, abends, im Saale „Zum Darkm
ſtädter Hof” nochmals zu wiederholen.
Twu
An. Groß=Zimmern, 16. Dez. Ernteſchäden 19311:
Einziehung der Landesſteuern. Infolge der Ermp ie 40
ſchäden 1931 waren die rückſtändigen Vorauszahlungen auf Lo2 weoei!
desſteuern der Steuerpflichtigen, die im Hauptberuf die Lar3. Dur
wirtſchaft betreiben, von Amts wegen bis 25. November 1931,I. Lein.
ſtundet. Nach der nunmehr ergangenen Entſcheidung gehört Gr:n0e” und
Zimmern nicht zu den Gemeinden, in denen allgemein eine
mäßigung der Grundſteuer vom landwirtſchaftlich genutzten Deu Sehein.
mögen eintritt. Damit iſt auch die bisher gewährte Stundud schule
aufgehoben. Die rückſtändigen Steuern ſind daher, ſoweit ſie Mrſes K.
rkte.
auf beſonderenAntrag geſtundet ſind, nunmehr zu bezahlen.
— Spachbrücken, 16. Dez. Wie mitgeteilt, hält der Geflüg2gelernt
zuchtverein nächſten Samstag und Sonntag die Bezirksſchan
Bezirks 5, verbunden mit Allgemeiner Ausſtellung, ab. Nach den 2rn P
meldungen zu ſchließen — es ſind dies rund 400 Nummern — verſb. ”, den
die Ausſtellung an Vielſeitigkeit manche ſtädtiſche Ausſtellung zu. Na. bic des
treffen. In der Konkurrenz ſtehen ſich Tiere gegenüber, welche cRit die
uf größeren Schauen mit Ehren beſtanden haben; von den Brayle Iinen
bis zu den kleinſten Zwerghühnern, vom Pommerſchen Kröpfer he 1 F0 S
Schönheitsbrieftaube. Selbſt Faſanen haben ſich eingeſtellt.
A3
Ao. Altheim, 16. Dez. Der Weihnachts=Elternab‟‟
unſerer Schule nahm einen ſchönen Verlauf. Auf den Begrüßunge.
„Hoch tut euch auf” folgte die Anſprache des Herrn Lehrer Perſchoſt
in welcher die Bedeutung der Zuſammenarbeit von Schule und Lie
haus ganz beſonders hervorgehoben wurde. Was Lehrer und Ric
in Märchenſpiel, Reigen, Gedicht= und Geſangsvorträgen böteh."
nicht lobend genug anerkannt werden, und die Zuhörer kargten Nie
Beifall. Im Schlußwort ſprach Herr Pfarrer Scheid im Namel. *
Anweſenden Herrn Lehrer Perſchbacher ſowie auch Herrn *
Menges den Dank und die vollſte Anerkennung für ihre .
Arbeit aus.
Bf. Breusbach. 16. Dez. Die hieſige Frauenhilfe h."
längſt eine Stiftung verſchiedener Kleidungsſtücke an die
thäus=Gemeinde zu Frankfurt a. M. überwieſen. Zum Dan.
für hat nun eine Mädchenvereinigung derſelben am Sänle.
abend in hieſiger Kirche die Aufführung des Weihnachts=Krſe.
ſpieles gezeigt.
n. Reichelsheim, 15. Dez. Ein Schwindler. 2nge1
ein Reiſender der Singer=Nähmaſchinen=Geſellſchaft hatte ſioh *L
einem Erwerbsloſen einquartiert, der die Gelegenheit,
eiche=
verdienen, gerne benützte. Aber eines Tages war der ſt."
unter Zurücklaſſung ſeiner Schulden plötzlich verſchwumd."
199
Hundeſteuer. Laut Gemeinderatsbeſchluß wird im Da.
dieſelbe Gemeinde=Hundeſteuer erhoben wie im laufenden. .
alſo pro Hund 8 Mark. Hunde, die abgeſchafft werden,
müſſen bis ſpäteſtens 31. Dezember abgemeldet ſein.
* Reichelsheim, 16. Dez. Die älteſte Frau in Reichelshein.
Maria Hufbauer Wwe., Mutter des Straßenwärters A90h.
bauer von hier, iſt geſtern abend nach kurzem Leiden im Aliek.
Jahren geſtorben. Bei allen Einwohnern des Ortes und V.
gebung war die alte Frau beliebt und geachtet.
vonmutag, 17. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 349 — Seite 7
Mus den Gemeindeparlamenten-
41.1öchſt i. O., 15. Dez. Gemeinderatsſitzung. Von
em Feiben des Kreisamts Erbach bezüglich des Voranſchlags
ind 19cü purde Kenntnis genommen. Unter Berückſichtigung der
ſtzbandienen Holzpreiſe ſoll das Schlagen von Nutzholz vorerſt
im ückgwgſillt werden. Die Hundeſteuer ſoll für das Jahr 1931
ſeiſhr erhoben werden, alſo für den erſten Hund 18 Mark
ntztaat :1 Mk. Gemeinde 6 Mk.). Zur Entfernung einiger
Eich=
unzime, uder Berbig auf Antrag des Nikolaus Diehm konnte ſich
üuch Gewnderat nicht verſtehen, da eine Beſchattung des betref=
Mi den Hundſtücks nicht vorliege. Ueberhängende Aeſte ſollen bis
üiſteter höhe entfernt werden. Für Gemeindevertretungen wer=
9 kümſtig bis 8 Stunden 1,50 Mark und darüber hinaus 3 Mark
gege:0 gewährt. Nichtgemeindebeamten erhalten außerdem für
len dieuſusfall bis 5 Mark Vergütung. Ferner werden in allen
Aen d Reiſegebühren voll erſetzt. Einem Schreiben der
Lan=
komimnalbank, betreffend Aenderung der Bedingungen zur
gerung der Feingoldbaſis bei Gewährung von Darlehen, ſoll
ſitzer Ueſertragung dieſer Sicherheitsklauſel auf die einzelnen
grlehunnehmer evtl. entſprochen werden.
41. helbrunn, 16. Dez. Gemeinderatsſitzung. Der
anſüglg hatte ſeitens der Aufſichtsbehörde manche
Aenderun=
erfſigen. Die vom Gemeinderat vorgenommene
Gehaltskür=
g der Gemeindebeamten war beanſtandet, auch andere
Aende=
gen ud Ergänzungen waren angeordnet und ſomit die Ge=
meinde Vielbrunn mit 18 635 Mark, die Gemeinden Hainhaus und
Brunnthal mit 1590 Mark Umlage beglückt ferner wurde auf dem
Verwaltungswege die Bürgerſteuer auf 200 Prozent erhöht. Die
Sache verlief glatt und ſchnell wie noch nie. Der Gemeinderat
betrachtete ſich in Inbetracht ſolchen Vorgehens als überflüſſig, er
erhob ſich wie ein „ann und verließ die Sitzung.
Cy. Falken=Geſäß i. Odw., 16. Dez. Gemeinderatsſitzung.
Vom Kreisamt Erbach wurde in unſerer Gemeinde zwangsweiſe die
Bürgerſteuer eingeführt. Der Gemeinderat ſah ſich aber in ſeinem
Verantwortungsgefühl gegenüber der Bevölkerung zu folgendem
Be=
ſchluß gezwungen: An das Kreisamt ergeht das Erſuchen, die
Einfüh=
rung der Bürgerſteuer ſofort aufzuheben, da ſie unter den heutigen
Verhältniſſen bei den ſchon ſchwer belaſteten Einwohnern große
Unzu=
friedenheit erregt. Sollte dieſem Erſuchen ſeitens des Kreisamtes nicht
ſtattgeben werden, ſo legt der Gemeinderat ſein Amt geſchloſſen nieder.
— Bierſteuer. Die ebenfalls vom Kreisamt zwangsweiſe
einge=
führte Bierſteuer beträgt nach den neuen Sätzen: bei Einfachbier 5,00
RM., Schankbier 7,50 RM., Vollbier 10 RM., Starkbier 15 RM. je
Hektoliter. — Kreiswanderbücherei. Vor einigen Tagen iſt
eine 100 Büchen faſſende Bücherkiſte für die Leſezeit 1931/32
eingetrof=
fen. Hoffen wir, daß dieſe billigen und guten Bücher (2 Pfg. je Band
und Woche) eifrig benützt werden. Im vergangenen Leſejahr benützten
43 Leſer die Bibliothek und es wurden 141 Bücher ausgeliehen. —
Theaterſpiel der Schule. Nächſten Samstag und Sonntag
gibt die Schule im Saale von Gg. Daub einen Theaterabend.
2Rechelsheim i. O., 15. Dez. Neubeſetzung der zwei=
Pflrrſtelle. Nachdem Herr Pfarrer Munk faſt zwei
re 1i Dienſtgeſchäfte der beiden Pfarreien allein verſah, ſoll
zweet Pfarrſtelle mit Beginn des neuen Jahres wieder beſetzt
den: der neue Geiſtliche iſt Herr Pfarrer Hofmann=Darmſtadt.
ne (Eiführung findet am 3. Januar ſtatt.
Bs. ſengfeld. 16 Dez Winterhilfe. In den nächſten
en ſiolen die für die Winterhilfe in unſerer Gemeinde
gezeich=
in Kleder und Lebensmittel eingeſammelt werden. Die
ver=
ungsgnäß am hieſigen Orte verbleibende Menge wird dann
jaldia die Bedürftigſten unſerer Gemeinde einſchließlich
Zip=
verrreiſt.
745 Meitadt mit Burg Breuberg (D.J.6.) 16. Dez.
Odenwald=
b. / De hieſige Ortsgruppe unternahm ihre letzte Wanderung von
„Neue Schule” hinauf zum Höhenweg (rotes A), vorbei an der
helcher=anne, durch den Wald nach Wald=Amorbach. Nach kurzer
ginges die Hauptſtraße bis zum Höhenrücken, von hier die neue
zbezschung (rotes liegendes Kreuz) zurück nach Neuſtadt. — Ev.
nd.: Um Sonntag fand im „Schwanen” ein Vortrag des Herrn
B uuns=Darmſtadt über „Die Gottloſenbewegung in Rußland
Deruſßland” ſtatt. Die mit großer Sachkenntnis und tiefem Ernſt
getrazten Asführungen fanden äußerſt aufmerkſame Zuhörer. Am
m luſſe urde u engerem Zuſammenſchluß und aktiverer Abwehr
auf=
üder- 1
Gmmelsbach. 16. Dez. Unſer beliebter Lehrer, Herr
hr. urde ab 1. Januar nach Muſchenheim in Oberheſſen ver=
Bün ein Freund, Helfer und Berater, den Kindern ein
er Tarer, verſtand er es, in unſerer Gemeinde die Achtung
ſar zu ewinnen. Auch den Kriegsbeſchädigten und
Hinterblie=
üſren mal er ein treuer Kamerad und Berater. Darum ſieht man
ungett ſcheiden, es fällt allen der Abſchied ſchwer. Möge Herr
ur aug in ſeinem neuen Wirkungskreis ſo treue Freunde
fin=
zwil tr ſie hier hinterläßt.
— Aſolterbach, 16. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hält
hießig Geſangverein. Blüte” ſeine Abendunterhaltung in ſei=
Jhu Veenslokal „Zur Krone” (L Trautmann) ab. Unter
ande=
ſein duf wi. d die Operette „Winzerlieſel” aufgeführt.
Su Dk. Pald=Michelbach, 15. Dez. Evangeliſcher Abend.
iuen geſt t fand im „Darmſtädter Hof” ein Evang. Abend ſtatt.
Mätſpunkt ſtand die Aufführung von „Glaube und Heimat”,
Kerl Schönherr. Herr Pfarrer Eitel ſprach in ſeiner Rede
Wunh aus, daß gerade durch dieſe Aufführung dem
konfeſſio=
ien ſteden gedient werde. Der Poſaunenchor umrahmte mit
a len Gheangs= und Muſikvorträgen den Abend. —
Erwerbs=
ſen ürſe. Das Arbeitsamt Weinheim hält für den Kreis
ſpewiem in den Orten Heppenheim. Mörlenbach und hier für
he tclenloſe Handwerker Fortbildungskurſe ab. Die Kurſe
den= un einem Diplom=Ingenieur geleitet und beginnen nach
iand ſihnshen.
uid z Vrlenbach, 14. Dez. Weihnachtsfeier der evan=
1iſ hn Gemeinde. Am 3. Advent feierten die
evange=
hen Geneindeglieder von Mörlenbach im Gaſthaus „Zur Krone‟
Wehachtsfeſt. Im Mittelpunkt der Feier ſtand die wunder=
Me Aſührung des Weihnachtsmärchens von Guſtav Möhl „Wie
etel ) Chriſtkind fand‟. Die Regie des Spieles lag in den
nden von Herrn Dentiſt Dochtermann, der erneut ſein großes
innem n der Geſtaltung von wertvollen Aufführungen bewies.
ärchetlaft war die Ausſtattung des Spieles, meiſterhaft die
ſtun=ch aller Mitſpielerinnen und Mitſpvieler. Am Nachmittag
götzten ich die Kinder an dem ſchönen Weihnachtsmärchen, am
zend ſanmelten ſich die Erwachſenen zu der wohlgelungenen
ſier, grr Pfarrer Anthes ſprach zu Beginn der Feier
weih=
chtlic/ Worte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das
kom=
inde Ihr dem deutſchen Volke ein glücklicheres Weihnachtsfeſt
ſngem nöge als es in dieſem Jahre ſein kann.
Cx Lirkenau. 14. Dez. Vom Baugewerbe. Troſtlos war
K1 b ſcnders hier die Lage beim Bauhandwerk. Von den ſeit
F23 emihteten 85 Neu= und Umbauten entfallen nur 4 Neu=
„üten af das Jahr 1931. In den Jahren 1926 bis 1930 wurden
„uchſchnttlich jährlich 15 Neu= und größere Umbauten
ausge=
ſchrt. 7 De größte Bautätigkeit wies das Jahr 1927 mit 21 Neu=
0 Unſuten auf. Insgeſamt wurden einſchließlich der 17
Ge=
hinde=whnungen im umgebauten Stiefſchen Anweſen in den
ſigen mten 8 Jahren 141 Neuwohnungen errichtet. Die
Woh=
ingsrol wurde dadurch vollſtändig behoben, ſo daß heute ſogar
„ſiner Ute Wohnungen leer ſtehen. Wie ſich die Ausſichten für
us Bäuuzewerbe 1932 geſtalten, iſt jetzt noch vollkommen
un=
wiß, doh dürfte auch für 1932 mit keiner ſtärkeren Bautätigkeit
rechnn ſein. Unter den zurzeit hier vorhandenen zirka 230
tbeitsllen und Ausgeſteuerten befinden ſich rund 50
Bauhand=
erkek.
Ce. Eeeheim. 14. Dez. Weihnachtsfeiern. Die hieſige
wuntrgſchule hatte ihre Weihnachtsfeier. Im Mittelpunkt ſtand
M grüzees Krippenſpiel, bei dem die große Gemeinde durch
Ge=
ſnge miwirkte. Außerdem hatten die Kinder ein nettes
Spiel=
den emelernt: „Sterne am Weihnachtshimmel‟. Ein feiner
ſterne nnigen beſchloß die hübſche Feier, bei der in ſeinem
Schluß=
duit Ser Pfarrer i. R. Wolfram der leitenden Schweſter und den
einen den Dank ausſprach. Am Abend fand die
Weihnachts=
ſchernn des Evangeliſchen Jungfrauenvereins ſtatt, bei welcher
ſelegenbit die jungen Mädchen ihre Aufführungen am
Donners=
ſa von inem „vollen Hauſe” wiederholten. Den Dank der
Ge=
ſeinde a Schweſter und Vortragende ſprach Herr Lehrer Beltz,
orauft in gemeinſames Weihnachtslied bei ſtrahlendem
Chriſt=
bum ſe Ausklang bildete.
— Hammelbach. 16. Dez. Die erſte Veranſtaltung des
Volks=
bildungsvereins Hammelbach war gut beſucht. Der Vorſitzende,
Herr Bürgermeiſter Röth, eröffnete den Abend. Dann hielt die
Lehrerin Fräulein Cauer einen intereſſanten Vortrag über
ihre Erlebniſſe in Konſtantinopel, wo ſie zwei Jahre lang als
Lehrerin weilte. Zahlreiche Lichtbilder veranſchaulichten den
Vortrag.
Du. Jugenheim, 16. Dezbr. Die Mitglieder der D.N.V.P.
Orts=
gruppe Untere Bergſtraße, veranſtaltete ihre Weihnachtsfeier.
Der erſte Vorſitzende richtete herzliche Begrüßungsworte an die
Ver=
ſammlung. Weihnachtslieder und Gedichte ſowie Darbietungen von
Kindern, ein Kindermärchenſpiel, Beſcherung der Kinder durch Knecht
Ruprecht fanden reichen Beifall. Beſonderen Dank erhielt die
Frauen=
gruppe für ihre ſelbſtgearbeiteten Weihnachtsgeſchenke. — Der
Turn=
verein hatte einen gut beſuchten Theaterabend veranſtaltet.
Nach einer Anſprache durch den erſten Vorſitzenden wurde mit der
Auf=
führung des Schwankes „Das Hollandmädel” begonnen. Die
Mitſpie=
ler ernteten ſehr ſtarken Beifall. Die Pauſen zwiſchen den einzelnen
Akten wurden mit guter Schallplattenmuſik ausgefüllt. — Am
kommen=
den Sonntag wird der Verein „Freier Waſſerſport” ſeine
Weihnachtsfeier abhalten.
W. Heppenheim a. d. B., 15. Dez.
Feuerwehrſchluß=
übung. Die Uebungen der Freiwilligen Feuerwehr fanden ihren
Abſchluß in einem fingierten Brandangriff auf das Anweſen des
Druckereibeſitzers Allendorf. Im Namen der Kreisbehörde ſprach
Herr Regierungsrat Stieh ſeine volle Anerkennung aus für die
ſichere, raſche und zweckmäßige Löſung der geſtellten Aufgabe und
für die bewieſene Schlagfertigkeit. In beſonderen Dankesworten
gedachte er der Freiwilligen Sanitätskolonne, die in treuer
Pflicht=
erfüllung den Uebungen beiwohnte. Eine feierliche Note erhielt
die Schlußübung durch die Ehrung des Kameraden Joſef Frank.
dem für 40jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr das
Heſſiſche Feuerwehrabzeichen überreicht wurde. Herr Kommandant
Apfel ehrte ihn durch Ueberreichung eines Bildes vom Amtshof
und von der „Eulenburg‟. Eine weitere Auszeichnung wurde dem
Kameraden Flath für ſeine 25jährige Mitgliedſchaft durch
Aus=
händigung des Ehrenzeichens zuteil.
Eb. Nordheim (Rieb), 16. Dezbr. Ortsfammlungen. Die
Herbſtſammlung für das Kriegerdenkmal ergab die Summe von 366
Mark. Durch Sammlungen ſind nunmehr aufgebracht 2366 Mk. Zur
Errichtung des Ehrenmals fehlen noch 700 Mk., ſo daß man 1933 mit
ſeiner Einweihung rechnen kann. — Die Sammlung für die
Winter=
hilfe ergab 56 Zentner Kartoffeln, 12 Zentner Obſt, 5 Zentner Gemi—,
75 Mark, Wäſche und Brennmaterialien. Die Naturalien und ein
Viertel des Geldbetrages werden in Dörfer mit noch größerer Not
wei=
tergeleitet. — Den Bemühungen von Pfarrer Ackermann iſt es
gelun=
gen, daß ab 1. Jan, des kommenden Jahres wieder eine Kranken=
und Kleinkinderſchulſchweſter, hier tätig iſt. Die
Schwe=
ſternſtation wird vom Diakoniſſenhaus „Hebron” (Marburg) beſetzt. —
Auch eine Weihnachtsfreude. Ein Wanderburſche der
Land=
ſtraße ſpricht beim Ortspfarrer vor und behauptet, er habe vor Jahren
bei Landwirten am hieſigen Platze gedient. Erſpartes Geld habe er
dem Pfarrer zum Aufheben gegeben. Die Akten erweiſen die
Richtig=
keit ſeiner Behauptung, und frohgemut zieht der Wanderer mit einem
Betrage von 40 Mark weiter. Ein kleiner Sparpfennig war mit den
Zinſen zu dieſem Betrag angewachſen. Ob man den „Beſitzenden”
nicht verhaftet? Werden ſeine Wandergenoſſen den „Reichtum” ahnen?
De. Groß=Hauſen. 16. Dez. Winterhilfe. Die für die
Win=
terhilfe vorgenommene Ortsſammlung hat einen anſehnlichen Betrag
an Geld, über 40 Zentner Kartoffeln ſowie Obſt und Gemüſe ergeben.
Für die hieſigen Bedürftigen kamen bereits von den Spenden zur
Ver=
teilung. Der übrigbleibende Teil gelangt zur Ablieferung nach
aus=
wärts.
g. Gernsheim, 16. Dez. Die Weihnachtsfeier der
Kleinkinder=
ſchule erfreute ſich ſehr guten Beſuches. Die Kleinen machten zum
Vergnügen der Erwachſenen ihre Sachen gut. Herr Pfarrer
Hille=
brand dankte den barmherzigen Schweſtern für ihre mühevolle
Ar=
beit. Die Kapelle Wilhelm hatte ſich zur Verſchönerung der
Weih=
nachtsfeier zur Verfügung geſtellt. — Die Baſtelabteilung des
hieſigen Jünglingsvereins veranſtaltet am kommenden Sonntag
in den Räumen der Kleinkinderſchule eine Ausſtellung der in den
Baſtelabenden gefertigten Arbeiten.
— Gernsheim a. Rh., 16. Dez. Waſſerſtand des Rheins
am 15. d. M.: —0,14 Meter, am 16. d. M.: —0,24 Meter, jeweils
morgens 5.30 Uhr.
— Hirſchhorn a. N., 16. Dez. Waſſerſtand des Neckars
am 15. d. M.: 1,68 Meter, am 16. d. M.: 1,68 Meter, jeweils 5.30
Uhr morgens.
e Bad Wimpfen, 16. Dez. Kaninchenausſtellung. Der
Kaninchenzuchtverein hielt in der Turnhalle eine große lokale
Ka=
ninchen= und Pelzwarenausſtellung ab. Die Leitung dieſer Schau
lag in Händen bewährter Züchter. Die Preisrichter hatten keine
leichte Aufgabe, von den in allen Raſſen vertretenen 83 Kaninchen
die beſten Tiere auszuwählen. Bei der Wertung wurden 12
Ka=
ninchen mit der Note „ſehr gut” und 29 mit der Note „gut”
be=
zeichnet. An Ehrenpreiſen wurden für Kaninchen 15. vergeben.
Die ausgeſtellten Tiere ſtammen mit Ausnahme von drei aus Bad
Wimpfen.
4a. Heuſenſtamm. 14. Dez. Billige Chriſtbäume an
die Einwohnerſchaft. Die Gemeinde hat im Gemeindewald
ungefähr 400 Chriſtbäume ſchlagen laſſen, die zu billigem Preiſe
an die Einwohnerſchaft ohne jeden Zwiſchenhandel abgegeben
wer=
den Minderbemittelte erhalten außerdem verbilligte
Speiſekar=
toffeln als Teil der zu Weihnachten fälligen Winterhilfe.
Die Biſan-Rakle
kann durch ihre Wühlarbeit bei der Anlage ihrer Erdbaue ſchweren
Schaden anrichten. Dort, wo ſich Biſamratten angeſiedelt haben,
ſind nicht nur alle Kunſtbauten der Waſſerwirtſchaft,
Hochwaſſer=
dämme und Großkraftanlagen, ſondern auch Straßen und
Eiſen=
bahndämme, die in der Nähe von Gewäſſern liegen, dauernd
ge=
fährdet. Das Flugblatt Nr. 64 der Biologiſchen Reichsanſtalt
ent=
hält eine Beſchreibung des Schädlings und ſeiner Lebensweiſe,
der erſten Kennzeichen für das Auftreten von Biſamratten und
der Mittel und Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung.
Auskünfte über Pflanzenkrankheiten und =ſchädlinge erteilen
die zuſtändigen Hauptſtellen für Pflanzenſchutz, deren Anſchriften
in dem Merkblatt Nr. 4 angegeben ſind. Merkblatt Nr. 7
ent=
hält ein Verzeichnis der auf ihre Brauchbarkeit vom Deutſchen
konto Frankfurt a. M. Nr. 37259.
P. Rüſſelsheim, 16. Dez. Das Weiterbeſtehen der
hieſi=
gen Realſchule, deren Lebensfähigkeit ſich erwieſen hat, iſt auch
und anderen Nachbarorten gut beſucht.
Rheinheſſen.
* Monzernheim 16. Dez. Raubüberfall oder
Unter=
ſchlagung? Der Rechner der Spar= und Darlehnskaſſe in
Monzern=
heim (Rhh.) wurde in ſeinem Büro bewußtlos aufgefunden. In dem
offenſtehenden Kaſſenſchrank fehlten 6000 RM. Der Rechner Philipp
Blum gab an, daß er von zwei Unbekannten überfallen, betäubt und
aus dem Kaſſenſchrank die 6000 NM. geraubt worden ſeien. Die von
der Gendarmerie angeſtellten Ermittelungen ergaben keinerlei
Anhalts=
punkte für die Behauptung von Blum. Es gilt vielmehr als
wahr=
ſcheinlich, daß Blum den Naubüberfall fingiert hat, um bei der
bevor=
ſtehenden Rebiſion das Manko in der Kaſſe zu vertuſchen.
Oberheſſen.
v. Gießen, 14. Dez. Vom Sanitätskolonnenweſen.
Die Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz gewinnen
in Oberheſſen immer mehr an Boden, dank der rührigen
Tätig=
keit des Provinzialinſpekteurs Sanitätsrat Dr. Hahn=Bad=
Nau=
heim. Auch in dieſem Jahre wurden wieder eine Reihe von
Ko=
lonnen, auch in Landorten, ins Leben gerufen. Geſtern beſtand in
Watzenborn=Steinberg die neue Kolonne, die aus einer ehemaligen
Abteilung des ArbeiterSamariterbundes hervorgegangen iſt, die
Prüfung, und wird nun in den Heſſiſchen Landesverein vom
Roten Kreuz aufgenommen werden. Bedingt durch den
Winter=
ſport im Vogelsberg ſteht die Gründung einer Kolonne in
Herchenhain, dem höchſtgelegenſten heſſiſchen Orte, bevor.
Rundſunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Donnerstag, 17. Dezember.
9.00: Köln: Schulfunk: Der Oberbürgermeiſter.
15.30: Stunde der Jugend.
16.30: Unterhaltungskonzert der Kapelle Eradi.
17.0: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters, Mitw.; Käthe Ivers
(Sopran), B. Müller (Bariton), R. Waldmann (Violine).
18.40: Zeitfragen.
19.05: Dr. Thormann: Seipel.
19.35: Prof. Keſtenberg, Prof. Dr. Schünemann u. H. Rosbaud:
Schulmuſik. Privatmuſik und Rundfunk.
20,05: Orcheſterkonzert des Funkorcheſters.
21.00: Romantiſche Improviſationen. Eine Hörfolge von W. Haas
und Hanna Haas.
22.30: Zeit Wetter, Nachrichten, Sport.
22.50: Ruſſiſche Muſik. Ausf.: Ida Hardt zur Nieden (Sopran),
Königswuſterhanſen.
Deutſche Welle: Donnerstag, 17. Dezember.
9.00: Köln: Schulfunk: Der Oberbürgermeiſter.
10.10: Schulfunk: Ein Beſuch auf einer ſonderbaren Vogelinſel.
14.45: Kinderſtunde: Kunterbunt.
15.10: Jugendſtunde: In der Dunkelkammer beim Weihnachtsmann.
15 45: Frauenſtunde; Küchenplaudereien aus der Praxis für die
Praxis.
16.00: P. Hoffmann u. K. Herbſt: Aus der Arbeit der ländlichen
Fortbildungsſchule.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: E. Müller=Boedner: 10 Jahre als Deutſcher auf Sumatra.
18.00: Bücherſtunde: Hiſtoriſch=politiſche Neuerſcheinungen.
18 30: Spaniſch für Fortgeſchrittene.
19.00: Vortrag: Die Lage der öſterreichiſchen Landwirtſchaft im
Rah=
men der europäiſchen Agrarkriſe.
19.30: Min.=Rat Joachim: Aus der Praxis des Arbeitsrechts.
20.00: Aktuelle Stunde.
20.30: Brüſſel: Europäiſches Konzert. Großes Funkorcheſter.
22.00: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Köln: Nachtmuſik der Kapelle Eyſoldt.
Wetterberichl.
Die nach Rußland hin abziehende Störung verurſachte einen
Kaltlufteinbruch, der ſich mit über Deutſchland ausdehnt. Die
Winde drehen nach Norden zu und im nördlichen und öſtlichen Teil
des Reiches liegen die Temperaturen bereits an Null und
dar=
unter. Ueber den Britiſchen Inſeln iſt der Luftdruck weiter
an=
geſtiegen, ſo daß dort ein abgeſchloſſenes Hochdruckgebiet lagert.
Der Hochdruckeinfluß wird ſich auch bei uns durchſetzen und
wetter=
wirkſam werden. Dabei wird weitere Kaltluft und Aufklaren Froſt
verurſachen. In der anfänglich noch auftretenden Bewölkung ſind
ganz vereinzelt geringe Schneeſchauer nicht ausgeſchloſſen.
Ausſichten für Donnerstag, den 17. Dezember: Uebergang zu
Froſtwetter, wolkig mit Aufheiterung, trocken oder nur
ver=
einzelt geringe Schneeſchauer, nördliche bis nordöſtliche Winde.
Ausſichten für Freitag, den 18. Dezember: Froſtzunahme
wahr=
ſcheinlich, leicht wolkig und mehr aufheiternd, trocken.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Deranwornich für Poliſt und Wirtſchaft: Rudelf Maupe: für Feutlleten, Reich mm
Ausland und Heſſche Nachrſchten: Max Streeſei für Sport: Karl Bähmarzt
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch” für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer iſi
„Die Gegenwart”. Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuble.
Druck und Verlag: C.C. Wilttiſch — ſämtlich mn Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht Abernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten
Drod dodedrteibioor
Müu Toses Ter maucdollsen TSU
(also frei von minderwertigen, kratzigen Ersatz-Tabaken)
Adaß CLUBB3 so bleibt, wie sie ist
(also sehr mild und von alles überragender Oualität
Seite 8 — Nr. 349
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 17. Dezember 1un
Und wieder Weihnachtsmarkk.
Oben links: Als letztes wird der Chriſtbaumſchmuck gekauft. — Oben rechts: Weihnachtsmarkt in
einer alten Stadt, Darſtellung auf einem Weihnachtsteller. — Unten: Erſt muß das Schaufenſter
betrachtet werden, ehe man kauft.
Zu der grauenvollen Slußdampferkakaſtrophe in Chiug
ſt die
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Lzwitſche
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daß ihr
jenlicht gl
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Ein Yangtſe=Dampfer vom Typ des explodierten „Ta=Te‟.
Das Mündungsdelta des Yangtſekiang wurde dieſer Tage Schauplatz einer furchtbaren Dan igezogen.
kataſtrophe. Auf dem mit 600 Paſſagieren und Mannſchaften überladenen Flußdampfer „Taßſchießen,
brach ein Brand aus, der zu einer Keſſelexploſion führte. Die Hälfte aller Inſaſſen kam be:=deute des
Kataſtrophe ums Leben.
Reich und Ausland.
Der Erpreſſer=Prozeß Levika.
Karlsruhe. Der mit großer Spannung
erwartete Prozeß gegen den 33 Jahre alten
ver=
heirateten Kaufmann Sally Harry Levita aus
Pfaffenbeerfurth, zuletzt wohnhaft in Baden=
Baden, wegen vollendeter und verſuchter
Er=
preſſung in je zwei Fällen hat geſtern vormittag
ſeinen Anfang genommen. Nach dem
Eröff=
nungsbeſchluß hat Levita in der Zeit vom Mai
1929 bis Ende September 1929 zuſammen mit
dem flüchtigen Willy Schweck die bereits in einer
Dortmunder Druckerei in einer angeblichen
Auf=
lage von 200 000 Stück hergeſtellte Druckſchrift
„Steuerſkandal im Reemtsma=Konzern”, deren
Verbreitung der Firma erhebliche Nachteile
brin=
gen konnte, dazu benutzt, im Herbſt 1929 die
Firma Reemtsma zu dem ſogenannten Berliner
Abkommen zu beſtimmen, wonach ihm, Levita,
der Betrag von 50 000 RM. zugeſtanden wurde.
Levita übernahm dagegen die Verpflichtung, der
Firma die bisher gedruckten Exemplare der
Druckſchrift und das geſamte Material
auszu=
händigen, wobei Levita ausdrücklich anerkannte,
daß eine Reihe von Angaben und
Verdächtigun=
gen der Wahrheit nicht entſprachen. Auch
ver=
pflichtete ſich Levita, keine weiteren
Veröffent=
lichungen zu machen. Den zweiten Punkt der
Anklage bildet ein angeblich von Schweck allein
verfaßtes „Weißbuch” der deutſchen
Zigarren=
induſtrie. Man drohte Veröffentlichungen an,
um dadurch weitere Geldbeträge zu erlangen.
Weiter wird Levita vorgeworfen, am 18.
Sep=
tember 1930 durch das Inausſichtſtellen eines in
der Pfeifferſchen Buchdruckerei in Baden=Baden
hergeſtellten Buches „Das große ABC”, deſſen
Behauptungen nach ſeinen eigenen Angaben in
der Hauptſache Unwahrheiten enthielten, den
Abſchluß eines Vertrages mit der der Firma
Reemtsma befreundeten Dresdener Firma
Berg=
mann erreicht zu haben, demzufolge Levita und
Schweck drei Jahre lang monatlich je 3000 RM.
erhielten. Man verpflichtete ſich, das Buch nicht
zu veröffentlichen Schließlich haben Levita und
Schweck den Verlag der „Bad. Volkszeitung” in
Baden=Baden übernommen und ihn in eine
G m. b. H. umgewandelt. Sie arbeiteten gegen
den bisherigen Verleger Pfeiffer in der
Re=
dakion. Durch Androhung von Veröffentlichungen
in dem genannten Blatt ſuchte man nach der
Anklage, die Firma Reemtsma zu großen
über=
bezahlten Inſeratenaufträgen zu veranlaſſen.
Mitangeklagt iſt der 53 Jahre alte
Buch=
druckereibeſitzer Johann Pfeiffer aus
Spring=
born in Oſtpreußen, der beſchuldigt wird, in
der Zeit von Ende Mai bis Ende Juli 1931 durch
Inausſichtſtellung weiterer Artikel, die geeignet
waren, den Kredit zu gefährden und das
Ge=
ſchäft zu ſchädigen, eine Beeinfluſſung der
Vor=
ſtandsmitglieder von Reemtsma verſucht zu
haben, um ſie zu zwingen, ihm für die
Fort=
führung ſeines Geſchäftsunternehmens, die „
Ba=
diſche Volkszeitung”, ſofort 50 000 RM. zur
Ver=
fügung zu ſtellen.
Der Erſte Staatsanwalt Dr. Weiß beantragte
Verbindung der beiden Anklagen aus
Zweck=
mäßigkeitsgründen. Verteidiger Frank=
Dort=
mund und Veit=Karlsruhe ſind dagege, weil
ſie in Pfeiffer einen für Levita wichtigen
Zeu=
gen erblicken. Das Gericht beſchloß jedoch im
Sinne des Staatsanwalts.
Sanlzere Andenierralaftrophen manet Bent.
Zahlreiche Todesopfer. — Millionenſchäden. — Städte unker Waſſer.
Schiffe in Seenol.
Oſtſeebad Cranz verwüſtel.
Eine halbe Million Schaden. — 8 Mann eines
Schoners verſchollen.
Königsberg. Der Orkan, der in der
Nacht zum Mittwoch über Oſtpreußen hinbrauſte,
hat an der Küſte ſchwere Verwüſtungen
ver=
urſacht. Ganz beſonders ſchwer iſt das Oſtſeebad
Cranz betroffen worden. Dort ſchätzt man den
in dieſer Nacht entſtandenen Schaden auf eine
halbe Million Mark. Die Uferpromenade und
das Strandbad iſt von den Wellen zerſtört
wor=
den. Die ſtürmiſche See iſt weit ins Land
ge=
drungen. Die Chauſſeen ſind mit gefällten
Bäumen überſät. In den Häuſern ſind faſt
ſämt=
liche Fenſter zerſplittert. Seit 1913 iſt Cranz
von einem ſolchen Sturm nicht heimgeſucht
wor=
den. Die Villenkolonie Weſtende iſt faſt völlig
abgedeckt worden. In Neukuhren, dem großen
oſtpreußiſchen Fiſchereihafen, ſind mehrere
Fiſcher=
kutter vernichtet
Bei Neukrug iſt ein Dreimaſtſchoner im Sturm
gekentert. Die Mannſchaft, vermutlich 8 Mann,
iſt aller Wahrſcheinlichkeit nach ertrunken. Das
Wrack wurde auf den Strand geworfen.
In Pillau iſt durch den Sturm u. a. die Mole
im Hafen zerſtört worden. Die See hat den
Strand überſpült und ſteht in den Dünen. Der
ganze Strand iſt mit Brettern und Balken beſät.
Schneeſtürme in Schweden.
Stockholm. In ganz Schweden wüteten
geſtern ſchwere Schneeſtürme, die große Schäden
angerichtet haben. Telephon=, Telegraphen= und
elektriſche Leitungen ſind vielfach geſtört worden.
Die Telegxaphenverbindung mit Deutſchland
und Finnland wurde gänzlich unterbrochen. Aus
Wisby auf Gotland wurde geſtern abend eine
Windſtärke von 35 Sekundenmetern gemeldet,
Große Teile der Stadt liegen, da die
Elektrizi=
tätsleitungen teilweiſe zerſtört ſind im
Dun=
keln. Ein Schiff mit fünf Mann Beſatzung wurde
vom Sturme abgetrieben und konnte bisher nicht
geborgen werden. Auch der Eiſenbahnverkehr
hat viele Störungen erfahren.
Kopenhagen. Der ſchwere
Nordweſt=
ſturm hat auch in Dänemark großen Schaden
angerichtet. An der Küſte wurden mehrere vor
Anker liegende Schiffe losgeriſſen. Hilfsſchiffe
ſind unterwegs. Der deutſche Motorkutter
„Anna” mit vier Mann Beſatzung iſt ſeit einigen
Tagen überfällig. Der deutſche Motorkutier
„Karenna” aus Hamburg iſt bei Kalundsborg
geſtrandet.
Mit ſieben Mann Beſatzung untergegangen.
Riga. In dem ungewöhnlich heftigen
Schnee=
ſturm, der in der Nacht und geſtern vormittag
über Lettland hinzog, iſt auf der Libauer Reede
der eſtniſche Segler „Luha” vom Anker
losge=
riſſen worden und untergegangen. Die
ſieben=
köpfige Beſatzung iſt ertrunken.
Unwetterſchäden im Tunis.
Tunis. Der Wirbelſturm, der am Samstag
wütete und Ueberſchwemmungen zur Folge hatte,
hat großen Schaden angerichtet. Die Stadt Tunis
iſt gegenwärtig noch beinahe vollkommen von
der Außenwelt abgeſchnitten.
Sklarel=Prozeß.
Berlin. Im Sklarek=Prozeß ſagte in der
Exploſion auf der Ilſeder Hütte.
Groß=Ilſede. Auf der Ilſeder Hütte
explodierten vorgeſtern abend am Kamin eines
Winderhitzers unverbrannte Gaſe. Dabei iſt
der Apparatewärter Hermann Breyman
herabfallende Steinmaſſen getötet worden.
obere Teil des Kamins wurde zerſtört,
Mittwoch=Verhandlung der als Zeuge
vernom=
mene Verwaltungsdirektor Golz, der die
Klei=
derkammer des Jugendamtes der Stadt Berlin
unter ſich hat, aus, daß eine
Magiſtratsver=
fügung von Oberbürgermeiſter Böß
unter=
zeichnet, beſtanden habe, in der den Aemtern zur
Pflicht gemacht worden ſei, notwendige Ware
bei den Sklareks zu beſtellen. Er habe ſich aber
um dieſe Verfügung herumgedrückt. Auf die
Frage des Vorſitzenden: „Da haben Sie doch
Ihre Pflicht verletzt?” erklärte Golz: „Nein,
denn ich glaubte die Stadt zu ſchädigen, weun ich
der Verfügung gefolgt wäre.” Vorſitzender:
„Alſo hat Oberbürgermeiſter Böß etwas
le=
ſtimmt, was der Stadt zum Schaden gereichte.”
Zeuge: „Das mußte ich annehmen, nachdem ich
die Sklarekſchen Waren betrachtet habe.‟ Der
Zeuge ſagte weiter aus, die Sklareks hätten ihm
einmal einen Poſten Schuhe zweiter Qualität
als erſte Qualität in Rechnung geſtellt. Er habe
die Annahme aber verweigert. Bei der weiteren
Vernehmung des Zeugen Golz ſtellte ſich beraus,
daß Max Sklarek eines Tages ihm gegenüber
geäußert hat, es käme ihm nicht darauf an, hin
und wieder 1000 Mark zu ſtiften.
Wegen der Nichtabnahme der Stiefel habe er
eine Auseinanderſetzung mit dem Stadtrat
Gä=
bel gehabt, dem er erklärt habe, daß die Intereſſen
der Waiſenkinder denen der Sklareks vorgingen
Der nächſte Zeuge, Stadtinſpektor Brahl,
ver=
wickelte ſich in ſolche Widerſprüche mit ſeinen
Ausſagen in der Vorunterſuchung, daß das
Ge=
richt auf ſeine weitere Vernehmung verzichtete.
Es werden dann die Stadträte Zangemeiſter,
Friedländer und Neuendorf nochmals über den
Grundſtückskauf in der Kommandantenſtraße
ein=
gehend vernommen.
Einer der Verteidiger macht darauf
aufmerk=
ſam, daß die Wahrſagerin Seidler einen
Blut=
ſturz erlitten habe und infolge von Herzkrämpfen
verhandlungsunfähig ſei. Der Vorſitzende meinte
hierzu, wenn Frau Seidler am Freitag nicht
erſcheine, würde er ſie nochmals laden laſſen. Er
werde aber dieſen Termin nicht vorzeitig
be=
kanntgeben, damit Frau Seidler nicht Zeit habe,
vorher einen Blutſturz zu kriegen — Die
Ver=
handlung wurde auf Freitag vormittag vertagt.
Brandkataſtrophe in Polen.
52 Gebäude eingeäſchert.
Lemberg. In Sucodole brach vorgeſtern
ein Feuer aus, dem 52 Gebäude zum Opfer
fie=
len. Viel lebendes und totes Inventar ſowie die
geſamte Ernte wurden vernichtet. 200 Familien
ſind obdachlos geworden.
Schreckensſzenen im brennenden Irrenhaus.
London. Das Irrenhaus in Charlottetown
auf der Prince Edwards=Inſel (Kanada) iſt
durch eine Feuersbrunſt vollkommen eingeäſchert
worden. 400 Inſaſſen konnten von der
Feuer=
wehr aus dem brennenden Gebäude gerettet
werden. Drei Kranke ſind verbrannt und drei
andere werden noch vermißt. Es ſpielten ſich
bei der Kataſtrophe ſchreckliche Szenen ab, da ein
Teil der Irren ſich verzweifelt gegen die
Ret=
tung wehrte.
Calmekke-Prozeß.
Gutachten und Aufſehen erregende Erllänz),
Prof. Ludwig Langes.
Lübeck. In der Mittwochſitzung des
metteprozeſſes erſtattete Prof. Dr. L. Lang2‟‟
eingehendes Gutachten. Im Reichsgeſundält
amt ſeien nicht nur Reſte der Lübecker Kult—Re
ſondern auch Reſte von Emulſionen, ſowie Erbſer
Kulturen unterſucht, die man aus Hamusge
von Prof. Dr. Kirſchner erhalten hatte. Sſie Aefu
Lübecker Unterſuchung im Inſtitut des Neitz ſein.
geſundheitsamtes in bezug auf Tiere und SE/cſalz in
ſei bis an die Grenze der Leiſtungsfähigkeit Aeneuern.
gedehnt worden und habe ſich auf 1000 Tiem”, um dem
ſtreckt. Prof. Luwig Lange bedauerte es.ie Schne
nan ihm damals in Lübeck verſchwiegen 98äſung
daß ein direkter Nachkomme der Originalk 7ch wie ger
BCG. vorhanden geweſen ſei. Die Unterſuewenden He
dieſer Kultur wäre ſicherlich weſentlich geuren wohll
Trotzdem ſei er der Ueberzeugung, daß Mer Wall
Originalkultur reiner BCG. geweſen ſei. Ege Jahr
Ludwig Lange machte im weiteren Verlau u9 der E
Prozeſſes die Aufſehen erregende Feſtſtellliſen Weid
daß er nach eingehenden Forſchungen die —Fund Au
tität des Kieler Stammes der BCG.=Kult gölder
mit den aus den Organen Lübecker Kinde=) in mar
züchteten Kulturen feſtgeſtellt habe.
In der Nachmittagsſitzung erſtattete
9M
Dr. Bruno Lange vom Robert=Koch=Inſtitn,” ſoe
gangene
Berlin ſein Gutachten. Er beſtätigte im 2 ſerei an
meinen auch die Identität der Kieler hum 2n Stüg
BCG.=Kultur mit dem Lübecker Material. —4
Verhandlung wurde dann auf Donner
Pöägerbu=
vertagt.
Oeſterreich ſtellt Antrag auf Auslieferm!
Ehrenfeſts.
Wien. Der Bankier Ehrenfeſt, gegen 1
aus Anlaß der bekannten Vorfälle in der Cru
anſtalt ein Strafverfahren wegen fahrlälſt
Bankerotts angeſtrengt iſt, hatte ein Geſuck!"
freies Geleit eingereicht, von der Zuſage
keinen Gebrauch gemacht, ſondern ſich Ende:
vember von der Schweiz nach Portugal bege”
Ein Steckbrief konnte bisher gegen ihn !
erlaſſen und auch ein Auslieferungsbegehren
geſtellt werden, weil Steckbriefe gegen Perſc.”
die nur eines Vergehens beſchuldigt wei”
nicht erlaſſen werden können. Erſt auf ol.4
der heute in Kraft getretenen ſtrafgeſetzli-
Beſtimmungen hat die Staatsanwaltſchaft I.
die Ausdehnung der Vorunterſuchung aul.
Verbrechen der Untreue geſtellt und gleichte"
beuntragt, Haftbefehl zu erlaſſen und die*
lieferung zu beantragen. Der Unterſuchl ,
richter hat den Anträgen ſtattgegeben.
Auslieferungsbegehren wird noch morgem !
die portugieſiſche Regierung übermittelt wer”
Ehrenfeſt war am 25. November beim E‟
reichiſchen Konſulat in Liſſabon erſchienel. Erweiterung ſeines nur für Europa
tigen Paſſes zur Reiſe nach Südanerika zud
antragen, was ihm verweigert wurde. Hiek.
hat das Konſulat ſofort an das Außenam..
richtet. Einige Tage darauf brachte das Koyſſe.
in Erfahrung, daß Ehrenfeſt beabſichtige, ſich"
einem franzöſiſchen Dampfer nach Südane.
einzuſchiffen. Daraufhin hat das Außenaml.
Konſulat telegraphiſch, angewieſen, die
N=
gieſiſchen Behörden darauf aufmerkſan.
machen, daß im Hinblick auf das unmitte.
bevorſtehende Inkrafttreten des erwähnte"
ſetzes in den nächſten Tagen mit der Erloſſ 0. Feſt
eines Haftbefehls gerechnet werden konne.
raufhin hat die portugieſiſche Polizei Ehle”
am 11. Dezember in Präventivhaft genoſ.
und dieſe auf Erſuchen des Bundeskanzlet”
zum Eingang des formellen Ausliefeim.?
begehrens aufrechterhalten.
Donmskag, 17. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 349 — Seite 9
Zandgeſchichten aus dem Weihnachtsmond
fi mich iſt der Dezember immer mit dem Bilde des im
ehen Znee ſchlafenden Winterwaldes verknüpft; Froſt, klarer
ternenlmmel, morgens geht die Sonne blutrot auf, am
Nach=
ittaggüt ſie wie ein glühender Feuerball hinter den
verſchnei=
u Beſimn. Dann herrſcht feierliche Stille, hin und wieder ein
unes jieſes Schlittengeläut. — So war es einmal! Auch die
Win=
z ſindnders geworden! Zwar der Winter vom Jahre 1928 auf
je9 hut eine Ausnahme gemacht. Das war mal wieder ſo ein
chter ioer Winter, aber er hatte es gleich ein bißchen „zu gut
Ameinn Das arme Wild hatte ſehr gelitten. Da war es gut,
Aß düt kiden nächſten Winter milde Herren wurden, auch der
urigg Linter ſcheint nicht allzu ſtrenge zu werden. Aber ſo
geſuder, richtiger „Normal=Winter” hat doch auch ſein
Autes! war bringt er dem Weidmann und Heger viele Arbeit,
der aud Jägerkreuden!
Rucz iſt die Luft, Schneewolken ziehen am nächtlichen
Him=
l hün Leiſe fängt es an zu prickeln, bis Flocke um Flocke
irbelud zur Erde fällt. Immer dichter kommen ſie und bleiben
Uf Bgun und Boden liegen. Unruhig traben die Füchſe dabei
her,u) wie das andere Wild ebenfalls umherzieht, bis die
Hämmuung anbricht. Alles ſteckt ſich nun in die dickſten
Dickun=
in, obie fährt wie die Füchſe in den Bau. Ein ſchwacher,
röt=
her (Steif am ſchneegrauen Himmel verkündet den Morgen.
ſutrog keigt endlich die Sonnenſcheibe über dem Waldſaum
vor ud übergießt den vom Schnee zaubriſch verwandelten
ald M roſigem Licht. Lange kämpft die Sonne mit dem
winkſeiden kalten Nebel, bis ſie ſiegreich, helleuchtend im
uen ſether glänzt. Meiſen und Goldhähnchen flattern mit
ſem Azwitſcher durch die Aeſte, pickend ſuchen ſie nach kärg
her Wrung, dabei ſchwanken die zarten vom Schnee belaſteten
wiget daß ihr friſcher Schmuck wie Sternchen an Sternchen
Sonnnlicht glitzernd herabkräufelt. Nur die Fährte des
Wil=
ſielſt nan durch die makelloſe weiße Decke ſich hinziehen. Hier
geſſhürte Fährte des Fuchſes; dort ſind Rehe flüchtig über
Weu gegangen, dort, im Hochwald, iſt das eble Rotwild
zumgepgen, und über jene Schneiſe ſind Sauen gewechſelt!
Sa ſegt das geheimnisvolle Buch des Winterwaldes vor
aufſt ſchlagen.
umdwieviel Abwechſlung gibt es außerdem! Auch für den
eidmatt, in deſſen Revier Rot= und Schwarzwild nicht heimiſch
Ndl 8cen und Faſanen werden noch auf der Treibjagd ge=
Aoſſem Auch der Anſtand auf Enten iſt lohnend. Bei Schnee
d F üſg liegen ſie auf offenen Teichen und anfließenden, nicht
gefrongten Bächen. Herr Reinecke hat jetzt ſein beſtes
Winter=
io gan zogen. In hellen Schneenächten kann man ihn bein
izenu ſhießen, auch auf dem Früh= und Abend=Anſtand wird
die Zute des geduldigen Jägers „Unverdroſſen”, der Schnee
d Külle nicht ſcheut. Aber den Fuchs ſoll man nicht „
ver=
en” Er iſt und bleibt der „Sanitätsrat” des deutſchen
Wil=
z Swache Stücke fallen ihm gewiß zum Opfer. Aber wo
Futz verſchwindet, da treten bei Ueberhege „Wildſeuchen”
deümmerlichen Stücke pflanzen ſich fort, und bald wird
m iyy vermiſſen! Es hat alles ſeine Zweckbeſtimmung im
ush ulte der Natur, auch der Fuchs!
Uesſt all der frohen jagdlichen Betätigung darf die Pflicht
Hogrs nicht verſäumt werden! Neben des Jagdhorns
henm Alang und das friſche Gejaid tritt nun die ernſte Tätig=
„deAbegers. Fürs arme Wild gibt es jetzt ſchlimme Tage!
meße Leithund der heißt Schnee, bringt allem Wilde
ſtres Leh‟
He=„Erbſen, Eicheln,, Gerſtenſtroh, Hafer, und Wicken wer=
UN hir dsgeſchafft in den winterlichen Wald und das ſchneeige
m Ad’4 9 Aeſung ſoll dem Bedarf angepaßt, nicht etwa
über=
hlits ſein. Das Einlegen von Salzpfannſteinen oder
geeig=
nuiſemn Akſalz in die Wildraufen ſoll man regelmäßig beſorgen
ſ karteuern. Wo Weichhölzer vorhanden ſind, werden ſie
ſopp=kum dem Wilde geſunde, verdauliche Aeſung zu ſchaffen.
aſt dac Schneepflug legt man das Heidekraut frei, das eine
eblirmtäſung unſeres heimiſchen Wildes iſt.
Unwie gemütlich und traut ſitzt es ſich nach einem ſolchen
iſtrerynden Hegetage oder nach frohem Gejaid in kleiner
inderin wohlig durchwärmten Forſthaus, das menſchenfern
in=
ſten die Waldeinſamkeit liegt!
La Jahre ſind verfloſſen, ſeitdem ich an ſolchen
Winter=
enden der Erzählung eines damals ſchon betagten, aber
eter eſen Weidmanns lauſchen durfte, der als Jagdmaler die
Erzemind Augen vieler Jäger und Jagdfreunde erfreut hat,
iſſen Alder noch heute vielbewundert ſind! In manchem
chloffe in mancher Förſterei, auf manchem Gute hatte er als
ſts gun geſehener, weidgerechter Jagdgaſt geweilt, ſchier
uner=
bpfla war ſein Reichtum an Jagdgeſchichten.
„Ei ſchneeiger Dezembertag” — erzählte der nun längſt
Eimggangene — ſah mich als Jagdgaſt in einer herrſchaftlichen
berfänerei an der galiziſchen Grenze. Ich hatte die Erlaubnis,
n pag Stück Rotwild abzuſchießen, welche für das bevor=
Hence Weihnachtsfeſt aufs Schloß geliefert werden ſollten. Mit
em Rgerburſchen und einem Kutſcher fuhr ich im Schlitten
bis an das weit entfernte ſogenannte „hinterſte Revier”. Dort
trennten wir uns an einem Kreuzwege mit der Verabredung,
nach einer beſtimmten Zeit am ſelben Orte wieder zuſammen zu
treffen; um bei gehabtem Erfolg das Erlegte gleich mit dem
Schlitten, in welchem ich und der Kuſcher weiterfuhren, nach
Hauſe zu ſchaffen. Jeder zog nun ſeines Weges; ich, wie geſagt,
im Schlitten, der Jägerburſche aber zu Fuß. Es lag hoher
Schnee. Trotzdem es eine Menge Wild im Revier gab, wollte
es mir heute nicht klappen. Ebenſo blieb es ſtill in der Richtung,
in der der Jägerburſche gegangen war. Ohne Aufenthalt fuhr
ich alſo weiter, bis es mir am Nachmittage gelang, eine alte
Plautze, eine gelte „Großjacke” zur Strecke zu bringen. Wir
ver=
ſtauten das Stück auf dem Schlitten und fuhren zu dem mit dem
Jägerburſchen vereinbarten Treffpunkte. Es war mittlerweile
ſehr kalt geworden, und wir fuhren nach einem, an der großen
Heerſtraße gelegenen Kruge, um uns etwas aufzuwärmen. Da
dort einige Jäger aus der Nachbarſchaft waren, ſchickte ich den
Kutſcher mit dem Alttier nach Hauſe, um dem Oberförſter
Be=
ſcheid zu ſagen, blieb aber ſelbſt mit dem Jägerburſchen im
Kreiſe der Weidmänner, da ich vom Wirt jederzeit
Schlittenfuhr=
werk für die Heimfahrt haben konnte. Erzählt wurde, daß
ſtarke Rudel Wölfe über die Grenze gekommen ſeien und in
den weiten Forſten des Grafen B. ſchon ganz barbariſch unter
dem Wilde aufgeräumt hätten. Na, von Wölfen war um dieſe
Zeit regelmäßig erzählt worden, es war aber bei dem
berühm=
ten „lupus in kabula” geblieben! Vors Rohr war mir noch
keiner gekommen. — Nach einigen Stunden Aufenthalt fuhr ich
mit dem Jägerburſchen in einem Schlitten des Krugwirts heim.
Raſch nahten wir uns der Stelle, wo wir Nachmittags das Stück
Wild aufgeladen hatten. Als wir noch ein Stück weiter
vor=
wärts waren, wurden plötzlich unſere Pferde kopfſcheu, als wenn
Der Re odnd Mict dud uichen Feil ced n Du Frä
dieſer Raſerei erblickte ich von weitem, daß am Eingang des
Hohlwegs, den wir hätten paſſieren müſſen, ein leerer Schlitten
quer vorgefahren ſtand, doch ohne Pferd und ſonſtiges Geſchirr.
Und dabei huſchte eine ſcheue Beſtie fort, die wahrhaftig ausſah
wie ein Wolf. Endlich gelang es uns, die Pferde nach der
Ober=
förſterei zu dirigieren. Hier klärte ſich der Spuk bald auf. Der
Kutſcher, ein mit dem Wald durchaus vertauter Menſch, war auf
ſeiner Heimfahrt von einem Ruoel Wölfe verfolgt worden. Er
hatte ſich nur retten können, indem er den Braunen vom
Ge=
ſchirr löſte und wie toll auf ihm nach der Oberförſterei raſte. Die
heulenden Wölfe hatten ſich auf das im Schlitten verſtaute
Alt=
tier geſtürzt: ein willkommener Fraß für die Näuberbande. Am
anderen Morgen brachen der Oberförſter, ſeine Jäger, eine
Schar Holzhauer und ich nach dem Schauplatz des Ueberfalls
auf. Himmel, wie ſah es da aus! Der ganze Platz war zerwühlt
und zerktatzt, der ſchmutzig gewordene Schnee mit Schweiß und
Haaren der Beute und allerhand Unrat vermiſcht. Die Knochen
lagen herum wie ausgeſät, ja ſelbſt die nichtsnutzigen Gebeine
eines Wolfes befanden ſich darunter, welchem die heißhungrige
Rotte im Streit um den letzten Biſſen den Garaus gemacht und
den ſie dann gleich mitverzehrt hatten. Ein paar Treiben in den
umliegenden Diſtrikten blieben erfolglos. Am folgenden Tag
aber gelang es, das Rudel einzukreiſen. Und jetzt gab es eine
luſtige Jagd, wobei einem doch wieder mal das alte Herz im Leibe
biſſel warm wurde, wenn man im Treiben die zottigen Geſellen
auf ſich antraben ſah. Fünf Stück wurden an dieſem Tage unſere
Beute, wovon zwei Stück auf mich kamen.” So lautete die
Ge=
ſchichte meines alten Freundes, die ich aus ſeinem Munde nicht
nur einmal, nein, wohl zehnmal gehört habe. Wölfe! Einſt in
Deutſchland biel häufiger, als man heute noch in Erinnerung
hat. Wurden doch im Regierungsbezirk Trier noch in den Jahren
1871 bis 1900 nicht weniger als 119 Wölfe erlegt! Es gab alſo
nicht nur im Oſten, ſondern auch im Weſten genug der „
Grau=
hunde‟. Wer es einrichten kann, der entflieht in den letzten
Tagen vor Weihnachten einmal dem Getriebe der Stadt und
bleibe zwei Tage draußen im ſtillen Wald, im Forſthauſe oder
in der Jagdhütte. Dann kommt die richtige Weihnachtsſtimmung
über ihn:
„Die Weihnachtsglocken klingen leiſe
Vom fernen Dörflein durch den Wald,
Und ihre ſchlichte traute Weiſe.
Im Hauch des Echos widerhallt.
Da horchen auf die alten Tannen,
Die tief im Forſte, ſchneebedeckt,
Die nadelgrünen Aeſte ſpannen
Sie hat das Läuten aufgeweckt.
Im Lichterglanz von taufend Sternen
Senkt ſich herab die heilige Nacht.
Und ſtreut aus goldnen Himmelsfernen
Des Weihnachtszaubers hehre Macht.”
Pom Büskertis
Jugendſchriften.
Dr. Ludwig Roth.
— Richard Zoozmann: „Der Märchenbaum”. Heiteres und
Ernſtes. 144 S. Mit 31 Bildern von Kurt Lange. So
reichhal=
tig faſt wie das Leben ſelbſt iſt die bunte Fülle der Märchen und
Fabeln, die Zoozmann vom buntſchillernden Baume des
Märchen=
gartens abgeſchüttelt hat. Ihr beſonderer Reiz liegt darin, daß
ganz alltägliche Dinge ihren eigenen Glanz gewinnen; und
des=
halb haben dieſe Märchen auch ihre volle Berechtigung in der
Kinderſtube. Die Illuſtrationen ſind ſehr gut gelungen.
Richard Zoozmann: „Der klingende Garten”. Märchen und
Geſchichten. 216 Seiten. Mit 36 Bildern von Kurt Lange. Es
iſt köſtlich, wie Zoozmann im Rahmen der kindlichen
Gedanken=
welt ſelbſt das ſcheinbar Bedeutungsloſe mit warm pulſierendem
Leben erfüllt. Man leſe nur einmal, was ſo ein alter
Schutt=
haufen alles zu erzählen vermag! Danach ſchaut jedes ſuchende
Kinderauge die Blumenvaſe auf dem Tiſch doch mit ganz anderen
Augen an, wenn die ſo viel erleben kann! Darin liegt der große
Wert der Märchen von Zoozmann, daß er das kindliche Gemüt
zu tätigem Bewußtſein aufweckt.
Aenne Mey: Flips und Flitſch, die beiden Auswanderer. Ein
Mäuſemärchen in Verſen und Bildern, 52 S. Halblederband mit
ſehr ſchönem mehrfarb. künſtler. Umſchlagbild.
„Flips und Flitſch” iſt die erlebnisreiche Lebensgeſchichte
eines von viel Not und Gefahr umlauerten Mäuſepärchens. Aber
auch luſtig geht es da zu, beſonders, nachdem eine lange Reihe
von Kindern in übermütigem Spiel das Gartenhäuschen füllen;
und doch hält Vater Flips und Mutter Flitſch mit weiſen Geboten
die luſtige Geſellſchaft in Ordnung, bis . . Ja, ſchaut nur mal
hinein, in dieſes prächtige wohlfeile Büchlein, das mit ſeinen
ſchönen Illuſtrationen zweifellos etwas Beſonderes iſt auf dem
Büchermarkt.
(Sämtlich Verlag, Franz Borgmeyer, Hildesheim.)
Der Verlag Joſ. Scholz=Mainz legt ebenfalls einige neue,
ſehr gute luſtige, textlich und hildlich gepflegte Kinderbücher vor,
U. a.: „Bei Tante Gruh”, ein luſtiges Buch vom
Kinder=
garten der Tiere von C. O. Peterſen, in dem Tante Gruh das
Känguruh iſt und „Dertreue Teddy” eine Geſchichte von den
mannigfachen Erlebniſſen eines kleinen Teddybären, in der
Bea=
trice Braun=Fock reich in Phantaſie ſchwelgt, aber das Einfühlen
in das kindliche Gemüt und vor allem ins Schauen ſehr gut trifft.
Was auch bei erſtgenanntem Buch der Fall iſt, denn die
Illuſtra=
tionen ſind köſtlich mit ihrem leichten Einſchlag ins grotesk
Kari=
kierende.
Die beiden Bilderbücher von C. O. Peterſen und B. Braun=
Fock ſcheinen uns alſo Spitzenleiſtungen des Verlages Scholz zu
ſein, reife Kunſt auf der einen, kindesgemäße Sachbegegnung und
Weltauffaſſung auf der anderen Seite, alſo imſtande, Formgefühl
und Ausdruckswillen des werdenden Menſchen zu ſteigern.
25 Jahre Thompſon=Bücher. Es war ein gewagter
Verſuch, als vor 25 Jahren die Franckſche Verlagshandlung in
Stuttgart die Bücher von E. Thompſon Seton erſcheinen ließ.
Thompſon kennt die Tiere, er dichtet ſie nicht, holt ſich keine
Men=
ſchen her und zieht ihnen ein Fell über, er treibt keine
Pſycho=
analyſe und verſüßlicht niemals. Man kann keine einfacheren
Worte finden als Thompſon, um die tauſend feinen, großherzigen
und rührenden Züge der Tierſeele zu beſchreihen, und jede
ein=
zelne ſeiner Geſchichten iſt ein ergreifendes Schickſal, ein Werk
aus Fleiſch und Blut, lebendig und wahr, ob nun Zottelohr, der
Haſe, oder Bingo der Wolfshund ob Jochen Bär oder Mutter
Krickente, ob Hirſche, Bären, Wölfe, Katzen, Faſanen, Krähen,
Helden der Erzählung ſind. Es gibt Thompſon=Bücher in allen
Preislagen. Schon für 2,50. für 3,20 4.80 und 5,60 RM. ſind ſie
zu haben. Die bekannteſten ſind; Bingo”, „Tierhelden”, „Tiere
der Wildnis” und „Prärietiere‟. Wir wollen beſonders auf die
reizvolle Erzählung „Fahnenſchwanz und Sandhügelhirſch” auf.
die billigen Bände „Domino Reinhard” und „Monarch der
Rieſen=
bär” hinweiſen.
Ap. Ein Sturmwind von Jamaika. Roman von Richard Hughes.
Deutſch von E. Mae Calman. (Verlag Erich Reiß, Berlin W. 50.)
Wenn Kinder ſich neuen unbekannten Verhältniſſen gegenüber
be=
finden, werden ſie ſich meiſtens ihres Ichs bewußter als unter normalen
Verhältniſſen; ſie pflegen inſtinktiver zu handeln und beginnen ſich ſelbſt
zu „fühlen‟. Dies mag wohl den Verfaſſer des Romans, einen ſehr
ſcherfſichtigen Pſhchologen, veranlaßt haben, eine Kinderſchar mitten
auf dem Ozean auf einem Piratenſchiff die ſeltſamſten Dinge erleben zu
laſſen. Dieſe Kinder ſollten eigentlich nach England in eine Penſion
gebracht werden und waren von Ferndale auf Jamaike abgefahren. Sie
wurden unterwegs regelrecht „gekapert”. Furchtbares für eine
Kinder=
ſeele hatten ſie ſchon hinter ſich: Erdbeben, Feuersbrunſt Tornado. Sie
vertrugen ſich ganz gut mit den Piraten. Aber etwas Schreckliches
er=
eignete ſich: eines der Kinder, die 10jährige Emily, begeht im
Angſt=
affekt einen Mord an einem Kapitän. Groß ſind die ſeeliſchen Qualen,
die ſie ausſteht, als ſie nach der glücklichen Errettung aus der Hand
der Seeräuber vor Gericht ausſagen ſoll, ob ſie geſehen habe, daß ein
Mann auf dem Schiffe umgebracht worden ſei, und unter Tränen nur
die Worte hinausſtößt: „Er lag in ſeinem Blute, es war ſchrecklich —
und dann ſtarb er.” Niemand erfährt von dem ſchrecklichen Geheimnis,
das Emily Zeit ihres Lebens mit ſich herumtragen muß. Ob ſie es in
der Penſion, in die ſie nun doch noch kommt verwinden wird,
ver=
ſchweigt der Verfaſſer, denn hier endet das Buch. Es wirkt ſenſationell,
obwohl der Verfaſſer dies gar nicht beabſichtigt hat: denn ſein Stil hält
ſich, beſonders in der Schilderung der ſeeliſchen Erlebniſſe der kleinen
Meerfahrer, von allem Senſationellen fern. Aber die Problemſtellung
an ſich iſt ungemein feſſelnd und zwingt zum Mitdenken.
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g. 17. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 349 — Seite 9
dgeſchichten aus dem Weihnachtsmond
Tel.
zumich iſt der Dezember immer mit dem Bilde des im
eichzee ſchlafenden Winterwaldes verknüpft; Froſt, klarer
fchmtel, morgens geht die Sonne blutrot auf, am
Nach=
ſi ſie wie ein glühender Feuerball hinter den verſchnei=
Dann herrſcht feierliche Stille, hin und wieder ein
mz Schlittengeläut. — So war es einmal! Auch die Win=
Fſaders geworden! Zwar der Winter vom Jahre 1928 auf
ine Ausnahme gemacht. Das war mal wieder ſo ein
ſt Winter, aber er hatte es gleich ein bißchen „zu gut
das arme Wild hatte ſehr gelitten. Da war es gut,
Aüden nächſten Winter milde Herren wurden, auch der
Enter ſcheint nicht allzu ſtrenge zu werden. Aber ſo
„mer, richtiger „Normal=Winter” hat doch auch ſein
Mar bringt er dem Weidmann und Heger viele Arbeit,
WJägerfreuden!
Muiſt die Luft, Schneewolken ziehen am nächtlichen
Him=
leiſe fängt es an zu prickeln, bis Flocke um Flocke
wur Erde fällt. Immer dichter kommen ſie und bleiben
„und Boden liegen. Unruhig traben die Füchſe dabei
ſwie das andere Wild ebenfalls umherzieht, bis die
gag anbricht. Alles ſteckt ſich nun in die dickſten
Dickun=
nährt wie die Füchſe in den Bau. Ein ſchwacher,
röt=
zſuf am ſchneegrauen Himmel verkündet den Morgen.
ſigt endlich die Sonnenſcheibe über dem Waldſaum
zu übergießt den vom Schnee zaubriſch verwandelten
zu roſigem Licht. Lange kämpft die Sonne mit dem
men kalten Nebel, bis ſie ſiegreich, helleuchtend im
ſtüther glänzt. Meiſen und Goldhähnchen flattern mit
witſcher durch die Aeſte, pickend ſuchen ſie nach kärs
ſttgung, dabei ſchwanken die zarten vom Schnee belaſteten
uß ihr friſcher Schmuck wie Sternchen an Sternchen
ninlicht glitzernd herabkräuſelt. Nur die Fährte des
Wil=
ttan durch die makelloſe weiße Decke ſich hinziehen. Hier
iehr biü hüirte Fährte des Fuchſes; dort ſind Rehe flüchtig über
Povierſch gegangen, dort, im Hochwald, iſt das edle Rotwild
Similiſſigen, und über jene Schneiſe ſind Sauen gewechſelt!
lügt das geheimnisvolle Buch des Winterwaldes vor
Tuchlagen.
pieviel Abwechſlung gibt es außerdem! Auch für den
„, in deſſen Revier Rot= und Schwarzwild nicht heimiſch
zun und Fafanen werden noch auf der Treibjagd
ge=
uch der Anſtand auf Enten iſt lohnend. Bei Schnee
Alliegen ſie auf offenen Teichen und anfließenden, nicht
Kſeen Bächen. Herr Reinecke hat jetzt ſein beſtes
Winter=
ſoogen. In hellen Schneenächten kann man ihn bein
ſteßen, auch auf dem Früh= und Abend=Anſtand wird
ſcete des geduldigen Jägers „Unverdroſſen”, der Schnee
ſiü nicht ſcheut. Aber den Fuchs ſoll man nicht „ver=
Me iſt und bleibt der „Sanitätsrat” des deutſchen Wil=
Feinfiſknache Stücke fallen ihm gewiß zum Opfer. Aber wo
verſchwindet, da treten bei Ueberhege „Wildſeuchen”
a0 e4 h immerlichen Stücke pflanzen ſich fort, und bald wird
Rzm zu vermiſſen! Es hat alles ſeine Zweckbeſtimmung im
a7, ScM44 der Natur. auch der Fuchs!
Rcblan ;„Elle all der frohen jagdlichen Betätigung darf die Pflicht
3, Npſeeiſles nicht verſäumt werden! Neben des Jagdhorns
ezugen Aekung und das friſche Gejaid tritt nun die ernſte Tätig=
I. gew eiuaft tegers. Fürs arme Wild gibt es jetzt ſchlimme Tage!
liße Leithund der heißt Schnee, bringt allem Wilde
aAusſchnNlPh.
schem uub, erbſen, Eicheln,, Gerſtenſtroh, Hafer, und Wicken wer=
Nusgeſchafft in den winterlichen Wald und das ſchneeige
Rahiak F0 Aefung ſoll dem Bedarf angepaßt, nicht etwa
über=
fin. Das Einlegen von Salzpfannſteinen oder
geeig=
kſalz in die Wildraufen ſoll man regelmäßig beſorgen
tyuern. Wo Weichhölzer vorhanden ſind, werden ſie
Num dem Wilde geſunde, verdauliche Aeſung zu ſchaffen.
ewitn Schneepflug legt man das Heidekraut frei, das eine
üſung unſeres heimiſchen Wildes iſt.
ud vie gemütlich und traut ſitzt es ſich nach einem ſolchen
waden Hegetage oder nach frohem Gejaid in kleiner
i0 gr EhlzIu wohlig durchwärmten Forſthaus, das menſchenfern
in=
heriugden ” e Waldeinſamkeit liegt!
naden muchtg Jahre ſind verfloſſen, ſeitdem ich an ſolchen
Winter=
c der Erzählung eines damals ſchon betagten, aber
gerplatz”ſtein Weidmanns lauſchen durfte, der als Jagdmaler die
ud Augen vieler Jäger und Jagdfreunde erfreut hat,
Ader noch heute vielbewundert ſind! In manchem
Feißiin mancher Förſterei, auf manchem Gute hatte er als
Jahren dehzun geſehener, weidgerechter Jagdgaſt geweilt, ſchier
uner=
he leIlzwar ſein Reichtum an Jagdgeſchichten.
v Pre Auſchneeiger Dezembertag” — erzählte der nun längſt
geir 4zamf gtangene — ſah mich als Jagogaſt in einer herrſchaftlichen
ökenl Eigrei an der galiziſchen Grenze. Ich hatte die Erlaubnis,
a Stück Rotwild abzuſchießen, welche für das
bevor=
eite Beihnachtsfeſt aufs Schloß geliefert werden ſollten. Mit
Fgerburſchen und einem Kutſcher fuhr ich im Schlitten
bis an das weit entfernte ſogenannte „hinterſte Revier”. Dort
trennten wir uns an einem Kreuzwege mit der Verabredung,
nach einer beſtimmten Zeit am ſelben Orte wieder zuſammen zu
treffen; um bei gehabtem Erfolg das Erlegte gleich mit dem
Schlitten, in welchem ich und der Kuſcher weiterfuhren, nach
Hauſe zu ſchaffen. Jeder zog nun ſeines Weges; ich, wie geſagt,
im Schlitten, der Jägerburſche aber zu Fuß. Es lag hoher
Schnee. Trotzdem es eine Menge Wild im Revier gab, wollte
es mir heute nicht klappen. Ebenſo blieb es ſtill in der Richtung,
in der der Jägerburſche gegangen war. Ohne Aufenthalt fuhr
ich alſo weiter, bis es mir am Nachmittage gelang, eine alte
Plautze, eine gelte „Großjacke” zur Strecke zu bringen. Wir
ver=
ſtauten das Stück auf dem Schlitten und fuhren zu dem mit dem
Jägerburſchen vereinbarten Treffpunkte. Es war mittlerweile
ſehr kalt geworden, und wir fuhren nach einem, an der großen
Heerſtraße gelegenen Kruge, um uns etwas aufzuwärmen. Da
dort einige Jäger aus der Nachbarſchaft waren, ſchickte ich den
Kutſcher mit dem Alttier nach Hauſe, um dem Oberförſter
Be=
ſcheid zu ſagen, blieb aber ſelbſt mit dem Jägerburſchen im
Kreiſe der Weidmänner, da ich vom Wirt jederzeit
Schlittenfuhr=
werk für die Heimfahrt haben konnte. Erzählt wurde, daß
ſtarke Rudel Wölfe über die Grenze gekommen ſeien und in
den weiten Forſten des Grafen B. ſchon ganz barbariſch unter
dem Wilde aufgeräumt hätten. Na, von Wölfen war um dieſe
Zeit regelmäßig erzählt worden, es war aber bei dem
berühm=
ten „lupus in kabula” geblieben! Vors Rohr war mir noch
keiner gekommen. — Nach einigen Stunden Aufenthalt fuhr ich
mit dem Jägerburſchen in einem Schlitten des Krugwirts heim.
Raſch nahten wir uns der Stelle, wo wir Nachmittags das Stück
Wild aufgeladen hatten. Als wir noch ein Stück weiter
vor=
wärts waren, wurden plötzlich unſere Pferde kopfſcheu, als wenn
ſie der leibhaftige Satan bei allen Vieren hätte, und wollten
durchaus nicht mehr vorwärts. Die kräftige Hilfe des Führers
ließ ſie jedoch Anſtalt dazu machen, freilich in unvorhergeſehener
Weiſe, denn die Blitzgäule gingen jetzt geradezu durch. Bei all
dieſer Raſerei erblickte ich von weitem, daß am Eingang des
Hohlwegs, den wir hätten paſſieren müſſen, ein leerer Schlitten
quer vorgefahren ſtand, doch ohne Pferd und ſonſtiges Geſchirr.
Und dabei huſchte eine ſcheue Beſtie fort, die wahrhaftig ausſah
wie ein Wolf. Endlich gelang es uns, die Pferde nach der
Ober=
förſterei zu dirigieren. Hier klärte ſich der Spuk bald auf. Der
Kutſcher, ein mit dem Wald durchaus vertauter Menſch, war auf
ſeiner Heimfahrt von einem Rudel Wölfe verfolgt worden. Er
hatte ſich nur retten können, indem er den Braunen vom
Ge=
ſchirr löſte und wie toll auf ihm nach der Oberförſterei raſte. Die
heulenden Wölfe hatten ſich auf das im Schlitten verſtaute
Alt=
tier geſtürzt: ein willkommener Fraß für die Näuberbande. Am
anderen Morgen brachen der Oberförſter, ſeine Jäger, eine
Schar Holzhauer und ich nach dem Schauplatz des Ueberfalls
auf. Himmel, wie ſah es da aus! Der ganze Platz war zerwühlt
und zerkratzt, der ſchmutzig gewordene Schnee mit Schweiß und
Haaren der Beute und allerhand Unrat vermiſcht. Die Knochen
lagen herum wie ausgeſät, ja ſelbſt die nichtsnutzigen Gebeine
eines Wolfes befanden ſich darunter, welchem die heißhungrige
Rotte im Streit um den letzten Biſſen den Garaus gemacht und
den ſie dann gleich mitverzehrt hatten. Ein paar Treiben in den
umliegenden Diſtrikten blieben erfolglos. Am folgenden Tag
aber gelang es, das Rudel einzukreiſen. Und jetzt gab es eine
luſtige Jagd, wobei einem doch wieder mal das alte Herz im Leibe
biſſel warm wurde, wenn man im Treiben die zottigen Geſellen
auf ſich antraben ſah. Fünf Stück wurden an dieſem Tage unſere
Beute, wovon zwei Stück auf mich kamen.” So lautete die
Ge=
ſchichte meines alten Freundes, die ich aus ſeinem Munde nicht
nur einmal, nein, wohl zehnmal gehört habe. Wölfe! Einſt in
Deutſchland viel häufiger, als man heute noch in Erinnerung
hat. Wurden doch im Regierungsbezirk Trier noch in den Jahren
1871 bis 1900 nicht weniger als 119 Wölfe erlegt! Es gab alſo
nicht nur im Oſten, ſondern auch im Weſten genug der „
Grau=
hunde‟. Wer es einrichten kann, der entflieht in den letzten
Tagen vor Weihnachten einmal dem Getriebe der Stadt und
bleibe zwei Tage draußen im ſtillen Wald, im Forſthauſe oder
in der Jagdhütte. Dann kommt die richtige Weihnachtsſtimmung
über ihn:
„Die Weihnachtsglocken klingen leiſe
Vom fernen Dörflein durch den Wald,
Und ihre ſchlichte traute Weiſe
Im Hauch des Echos widerhallt.
Da horchen auf die alten Tannen,
Die tief im Forſte ſchneebedeckt,
Die nadelgrünen Aeſte ſpannen
Sie hat das Läuten aufgeweckt.
Im Lichterglanz von tauſend Sternen
Senkt ſich herab die heilige Nacht
Und ſtreut aus goldnen Himmelsfernen
Des Weihnachtszaubers hehre Macht.”
PDom Butarsik
Jugendſchrifken.
Dr. Ludwig Roth.
— Richard Zoozmann: „Der Märchenbaum” Heiteres und
Ernſtes. 144 S. Mit 31 Bildern von Kurt Lange. So
reichhal=
tig faſt wie das Leben ſelbſt iſt die bunte Fülle der Märchen und
Fabeln, die Zoozmann vom buntſchillernden Baume des
Märchen=
gartens abgeſchüttelt hat. Ihr beſonderer Reiz liegt darin, daß
ganz alltägliche Dinge ihren eigenen Glanz gewinnen; und
des=
halb haben dieſe Märchen auch ihre volle Berechtigung in der
Kinderſtube. Die Illuſtrationen ſind ſehr gut gelungen.
Richard Zoozmann: „Der klingende Garten”. Märchen und
Geſchichten. 216 Seiten. Mit 36 Bildern von Kurt Lange. Es
iſt köſtlich, wie Zoozmann im Rahmen der kindlichen
Gedanken=
welt ſelbſt das ſcheinbar Bedeutungsloſe mit warm pulſierendem
Leben erfüllt. Man leſe nur einmal, was ſo ein alter
Schutt=
haufen alles zu erzählen vermag! Danach ſchaut jedes ſuchende
Kinderauge die Blumenvaſe auf dem Tiſch doch mit ganz anderen
Augen an, wenn die ſo viel erleben kann! Darin liegt der große
Wert der Märchen von Zoozmann, daß er das kindliche Gemüt
zu tätigem Bewußtſein aufweckt.
Aenne Mey: Flips und Flitſch, die beiden Auswanderer. Ein
Mäuſemärchen in Verſen und Bildern. 52 S. Halblederband mit
ſehr ſchönem mehrfarb. künſtler. Umſchlagbild.
„Flips und Flitſch” iſt die erlebnisreiche Lebensgeſchichte
eines von viel Not und Gefahr umlauerten Mäuſepärchens. Aber
auch luſtig geht es da zu. beſonders, nachdem eine lange Reihe
von Kindern in übermütigem Spiel das Gartenhäuschen füllen;
und doch hält Vater Flips und Mutter Flitſch mit weiſen Geboten
die luſtige Geſellſchaft in Ordnung, bis ... Ja, ſchaut nur mal
hinein, in dieſes prächtige wohlfeile Büchlein, das mit ſeinen
ſchönen Illuſtrationen zweifellos etwas Beſonderes iſt auf dem
Büchermarkt.
(Sämtlich Verlag Franz Borgmeyer, Hildesheim.)
Der Verlag Joſ. Scholz=Majnz legt ebenfalls einige neue,
ſehr gute luſtige, textlich und bildlich gepflegte Kinderbücher vor,
U. a.: „Bei Tante Gruh” ein luſtiges Buch vom
Kinder=
garten der Tiere von C. O. Peterſen, in dem Tante Gruh das
Känguruh iſt und „Dertreue Teddy” eine Geſchichte von den
mannigfachen Erlebniſſen eines kleinen Teddybären, in der
Bea=
trice Braun=Fock reich in Phantaſie ſchwelgt, aber das Einfühlen
in das kindliche Gemüt und vor allem ins Schauen ſehr gut trifft.
Was auch bei erſtgenanntem Buch der Fall iſt, denn die
Illuſtra=
tionen ſind köſtlich mit ihrem leichten Einſchlag ins grotesk
Kari=
kierende.
Die beiden Bilderbücher von C. O. Peterſen und B. Braun=
Fock ſcheinen uns alſo Spitzenleiſtungen des Verlages Scholz zu
ſein, reife Kunſt auf der einen, kindesgemäße Sachbegegnung und
Weltauffaſſung auf der anderen Seite, alſo imſtande, Formgefühl
und Ausdruckswillen des werdenden Menſchen zu ſteigern.
25 Jahre Thompſon=Bücher. Es war ein gewagter
Verſuch, als vor 25 Jahren die Franckſche Verlagshandlung in
Stuttgart die Bücher von E. Thompſon Seton erſcheinen ließ.
Thompſon kennt die Tiere, er dichtet ſie nicht, holt ſich keine
Men=
ſchen her und zieht ihnen ein Fell über, er treibt keine
Pſycho=
analyſe und verſüßlicht niemals. Man kann keine einfacheren
Worte finden als Thompſon, um die tauſend feinen, großherzigen
und rührenden Züge der Tierſeele zu beſchreiben, und jede
ein=
zelne ſeiner Geſchichten iſt ein ergreifendes Schickſal, ein Werk
aus Fleiſch und Blut, lehendig und wahr, ob nun Zottelohr, der
Haſe oder Bingo der Wolfshund, ob Jochen Bär oder Mutter
Krickente, ob Hirſche, Bären, Wölfe, Katzen. Faſanen, Krähen,
Helden der Erzählung ſind. Es gibt Thompſon=Bücher in allen
Preislagen. Schon für 2,50. für 3,20 4,80 und 5,60 RM. ſind ſie
zu haben. Die bekannteſten ſind: Bingo” „Tierhelden” „Tiere
der Wildnis” und „Prärietiere‟. Wir wollen beſonders auf die
reizvolle Erzählung „Fahnenſchwanz und Sandhügelhirſch”, auf
die billigen Bände „Domino Reinhard” und „Monarch der
Rieſen=
bär” hinweiſen.
Ap. Ein Sturmwind von Jamaika. Roman von Richard Hughes.
Deutſch von E. Mac Calman. (Verlag Erich Reiß, Berlin W. 50.)
Wenn Kinder ſich neuen, unbekannten Verhältniſſen gegenüber
be=
finden, werden ſie ſich meiſtens ihres Ichs bewußter als unter normalen
Verhältniſſen; ſie pflegen inſtinktiver zu handeln und beginnen ſich ſelbſt
zu „fühlen‟. Dies mag wohl den Verfaſſer des Romans, einen ſehr
ſcherfſichtigen Pſhchologen, veranlaßt haben, eine Kinderſchar mitten
auf dem Ozean auf einem Piratenſchiff die ſeltſamſten Dinge erleben zu
laſſen. Dieſe Kinder ſollten eigentlich nach England in eine Penſion
gebracht werden und waren von Ferndale auf Jamaike abgefahren. Sie
wurden unterwegs regelrecht „gekapert”. Furchtbares für eine
Kinder=
ſeele hatten ſie ſchon hinter ſich: Erdbeben, Feuersbrunſt. Tornado. Sie
vertrugen ſich ganz gut mit den Piraten. Aber etwas Schreckliches
er=
eignete ſich: eines der Kinder, die 10jährige Emily, begeht im
Angſt=
affekt einen Mord an einem Kapitän. Groß ſind die ſeeliſchen Qualen,
die ſie ausſteht, als ſie nach der glücklichen Errettung aus der Hand
der Seeräuber vor Gericht ausſagen ſoll, ob ſie geſehen habe, daß ein
Mann auf dem Schiffe umgebracht worden ſei, und unter Tränen nur
die Worte hinausſtößt: „Er lag in ſeinem Blute, es war ſchrecklich —
und dann ſtarb er.” Niemand erfährt von dem ſchrecklichen Geheimnis,
das Emily Zeit ihres Lebens mit ſich herumtragen muß. Ob ſie es in
der Penſion, in die ſie nun doch noch kommt verwinden wird,
ver=
ſchweigt der Verfaſſer, denn hier endet das Buch. Es wirkt ſenſationell,
obwohl der Verfaſſer dies gar nicht beabſichtigt hat; denn ſein Stil hält
ſich, beſonders in der Schilderung der ſeeliſchen Erlebniſſe der kleinen
Meerfahrer, von allem Senſationellen fern. Aber die Problemſtellung
an ſich iſt ungemein feſſelnd und zwingt zum Mitdenken.
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Seite 10 — Nr. 349
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17. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 349 — Seite 13
Mscotte”, die ſchneeweiße Motorjacht Greta Lunds,
ie che Tänzerin über den blauen Spiegel des
Mittel=
n hatte in der Gironde die erſten Unterſeekreuzer
Bauus” ſichtigt und befand ſich jetzt auf der Reiſe nach Kap
modie Lunds vier Wochen zubringen wollten.
ſeu ger belland war als Gaſt Einars und ſeiner Frau in
Yax ;0 Bord gegangen. Er blieb meiſt unſichtbar und er=
AMlLIO
Roman
von FRITZ WEBER
(Nachdruck verboten.)
ſeic=ur oden Mahlzeiten in Gretas kleinem Salon, verſchlang
Tſnußiſie ſagte ein paar höfliche Worte, um plötzlich
aufzu=
ſche —u wieder in ſeine Kajüte zu laufen. Erholung kannte
Eiſch zem inzigen Abend verbrachte Helland in Gretas Geſell=
Maſch Einna hatte in Barcelona anlegen laſſen, um ſeinem Mit=
Do Guzman de Sala e Igre einen Beſuch abzuſtatten.
22
algi ze rwar krank und hatte in einem Funkſpruch mitge=
6½26;4leider auf. den Empfang an Bord der „Mascotte‟
u ten mſſe.
alles ptag uir ſehr verwundert, als Helland um die Erlaubnis
gebr / Olund in ihrer Geſellſchaft verbringen zu dürfen. „Sie
preisah, iſer Gaſt, Ingenieur, und ich finde es einfach unver=
Mvcn Ihnen, daß Sie mir bisher nicht eine Viertelſtunde
Ibſtlügen Zeit gönnten”, rief ſie lachend. „Aber kommen Sie!
An= Hluſ den Tee auf Deck nehmen und den Sternenhimmel
Sclmsshwundern! Ich werde Sie nicht mit meinen Schwär=
Sonne Thwweilen, ich freue mich ja ſo, endlich einmal Holger
uhne Zeichnungen, Pläne und dergleichen kennenzuler=
Sie latſchte wie ein Kind in die Hände und befahl, auf
ränpeck zu ſervieren.
lannerrötete. Er fühlte ſich von jener merkwürdigen
Ge=
grrffn, die ihn vor Jahren in den Bannkreis Dagmar
ſras gezogen hatte. Dieſe Frau beherrſchte Menſchen
ſenn Wdel ihrer Züge, durch einen Blick ihrer Augen, eine
ayuhrer ſhlanken Hand; ſie ſchmeichelte nicht, um einen
Mäch=
ührn Dienſt zu zwingen, ſie war frei, freier als je ein
el. üſeinlonnte.
Dr iſten glühte im Glanz unzähliger Lichter. Die „Mas
anltre weit draußen, das Sauſen, Dröhnen, Hupen und
erm)r Stadt drang nur als verworrenes Geräuſch bis
F nicht herrlich!” rief Greta, geſpannt in die unbe=
Wie ihres Gaſtes blickend.
Hehr hön! Faſt ſo ſchön wie — das Flattern des
Süd=
übenden Eisrieſen der Antarktis.”
Greta horchte verwundert auf. Zum erſtenmal hörte
ſi=
aus dem Munde dieſes Mannes eine Regung ſeiner
verkümmer=
ten Seele. „Erzählen Sie, bitte!” bat ſie, ſchüchtern und voll
Angſt, dieſen zärten Funken zum Verlöſchen zu bringen. „Dort
unten muß es wohl ſehr ſchön ſein.”
Holger Helland ſchien in ſich hineinzuhorchen. Sein Geſicht
verlor den Ausdruck geſammelter Spannung, er faltete die
Hände, legte zwei Finger an den Mund.
„Ich glaube, ſchön iſt nicht das richtige Wort”, ſagte er leiſe.
„Vielleicht erhaben. Ja, das iſt es. Fern und erhaben, allen
irdi=
ſchen Maßen entrückt. Nur Licht, bläuliches Zucken, wie elektriſche
Entladungen, und Schweigen — das iſt die antarktiſche
Winter=
nacht."
„Ingenieur, ich erkenne Sie nicht wieder! Oh, verzeihen Sie,
aber dieſe Beſchreibung erwartete ich wirklich nicht von Ihnen!”
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„Warum nicht, gnädige Frau?”
„Das kann ich nicht ſagen. Nein, ich weiß wirklich keinen
Grund dafür. Aber ich hatte immer das Gefühl, als wären
Sie überhaupt kein Menſch, ſondern ein Dämon, der Maſchinen
ſchafft, Pläne ſchmiedet, Kräfte antreibt.”
„Bin ich denn tatſächlich ſo ganz und gar entmenſchlicht?
Aber es iſt ja möglich, ich will es nicht beſtreiten, es mag ſchon
den Anſchein haben.. Er unterbrach ſich plötzlich und lächelte,
ſchmerzlich faſt, über ſeine eigenen Worte.
Greta bereute, ſo aufrichtig geweſen zu ſein. Wie dumm,
dieſem Manne Mängel vorzuhalten! Jetzt hatte ſie ſich wohl ſehr
lächerlich gemacht.
„Nein, nein, Helland!” rief ſie lebhaft, die Hand auf ſeinen
Arm legend. „Sie müſſen mich richtig verſtehen! Ein Mann,
der ſo ganz mit ſeinem Werk verſtrickt iſt, hat etwas
Dämo=
niſches an ſich.”
„Dann iſt wohl Herr Lund eine Art Uieberdämon”, erwiderte
Holger lächelnd.
„Das ſcheint nur ſo, in Wahrheit iſt der Unterſchied
bedeu=
tend. Einar hat viel Sinn für Schönheit, Liebe, Sehnſucht, er
trägt etwas in ſich, was ihn immer wieder, die Grenzen feiner
Kraft erkennen läßt: Ehrfurcht. Sie lachen! Sie glauben das
nicht, und doch iſt es ſo. Ich habe den reichſten Mann Europ, 3
oft in demütiger Ehrfurcht vor dem Wunder einer Schneeflocke
geſehen.”
Holger ſah ſie mit halbgeſchloſſenen Augen von der Seite
her an. „Ich kenne die Poſen der Herrſcher, einerlei, welcher
Herkunft ſie ſind”, ſagte er ſpöttiſch.
„Pfui, Helland! Für ſo — klein hätte ich Sie nicht gehalten!“
„Nennen Sie es, wie Sie wollen, ich muß dabei bleiben.”
„Und Sie fühlen ſich frei von dieſer Schwäche?
„Im Gegenteil, ich bin ganz in ihrem Bann, Frau Greta.
Eben deshalb erkenne ich ſie auch an andern. Wahrhaft
bewun=
dern kann ich nur Weſen von Ihrer Art, nämlich vollkommene,
in ſich ſelbſt ruhende, abſolut ſiegreiche Weſen.”
Greta Lund errötete. Sie lehnte ſich in den Korbſeſſel
zu=
rück, um dem Schein der Tiſchlampe zu entgehen. Dieſe
Wen=
dung des Geſpräches hatte ſie nicht erwartet. Sie zauderte, ſie
ſuchte nach einer Antwort; das Schweigen beklemmte ſie wie
ein Abgrund. Irgendwie flatterte ſüßer Triumph in ihr auf,
das Gefühl, dieſen übermenſchlich harten Mann beſiegt zu
ſehen, Entſpannung, Freude; aber die Pauſe, dieſes vergebliche
Suchen nach einer Antwort, nach dem leiſen Abklingen ſeines
Geſtändniſſes, verſchlang mit raſender Eile das
Machtbewußt=
ſein ihrer Perſönlichkeit.
Da kam ſeine Stimme wieder aus dem Dunkeln: „Wäre
ich je einer Frau wie Ihnen begegnet, Greta, mein Daſein hätte
einen anderen Verlauf genommen. Aber das war eben nicht der
Fall, ich erlebte immer nur Enttäuſchungen, bis ich ſchließlich
dieſes Kapitel abſchloß und anderen Wünſchen nachjagte. Einar
Lund ſiegt überall; er hat Männer überwältigt und eine Frau
wie Sie erobert. Ich muß beſcheidener ſein, ich will mich mit
dem Sieg über die Antarktis begnügen.”
Er ſtand auf, verbeugte ſich kurz und ſagte mit gänzlich
verändertem Tonfall: „Verzeihen Sie, gnädige Frau, ich muß
nun leider an die Arbeit. Und unſer Geſpräch, laſſen Sie
es ungeſchehen ſein, bitte! Der Sternenhimmel, dieſe Nacht
— wir alle ſind nur Menſchen. Wenn Frauen ſich langweilen,
lieben ſie es, längſt begrabene Sehnſüchte in uns aufzuwühlen.
Das iſt die Verwirklichung ihrer Machtwünſche. Auf
Wieder=
ſehen, gnädige Frau!”
Er wandte ſich ab und ging. Um ſeine Lippen ſpielte ein
ſeltſames Lächeln. Greta ſah ihm verwundert nach.
Als Fräulein Daggerſtam, ihre Geſellſchafterin, erſchien, um
an die Gefahren der Nachtluft zu erinnern, ſaß ſie noch immer
da, den Kopf in die Hand geſtützt, und blickte verloren nach der
lichterglänzenden Stadt hinüber. Es war ihr, als hätte ſie Einar
ein großes Unrecht abzubitten.
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 349 — Seite 1
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deſe erwarten ſein. Es ſpielen: Nordbayern: 1 FC.
en — Würzburger Kickers, Bayern Hof — FV. 04 Würz=
F0. Zayreuth — FC. Schweinfurt, Sp. Vg. Weiden — ASV.
ev Südbayern: DSV. München — Bayern München.
Nilnen — VfB Ingolſtadt, Jahn Regensburg — Teutonia
em Pürttemberg: Germania Brötzingen — FC. Pforz=
MR Heilhronn — Stuttgarter Kickers. VfB. Stuttgart —
reuve Eßlingen, FV. Zuffenhauſen —
V. Feuerbach.
m. VfB. Karlsruhe — FC. Freiburg, Karlsruher FV.
illlinen. FC. Mühlburg — FC. Rheinfelden, FV. Raſtatt
ſeiburg. Gruppe Rhein: FC. 08 Mannheim — SV.
oft PfR. Mannheim — Amicitia Viernheim. FV. Sand=
—SpVg. Sandhofen. Gruppe Saar: FK. Pirmaſens —
reude Saarbrücken. VfR. Pirmaſens — Weſtmark Trier,
aſeunkirchen — 1. FC. Kaiſerslautern. Gruppe
Heſ=
chn Spiele mehr. Gruppe Main: Kickers Offenbach
Höüenſtamm. Griesheim 02 — FSV. Frankfurt, VfL. Neu=
Germania Bieber, Germania 94 Frankfurt — FC. 93
Uion Niederrad — Rotweiß Frankfurt. — In einigen
imſpielen machen ſich bereits die kommenden Feiertage
kban Auſtria Wien eröffnet ſeine Weihnachtstournee mit
Gſpiel beim FV. Saabrücken und die SpVg. Fürth tritt
dwißhafen gegen Phönix an.
Hockey.
hckey iſt der Spielbetrieb am „Goldenen Sonntag” auch
allly umfangreich. Es gibt eine Reihe von Privatſpielen.
Handball.
n ſchiedenen Gruppen und Bezirken ſind
Entſcheidungs=
umdie Meiſterſchaft angeſetzt. So tragen in der Gruppe
ſV. Frankfurt und VfR. Schwanheim, die punktgleich
leinſchaftsſerie beendeten, ein Entſcheidungsſpiel um die
emyiſterſchaft aus. Gleichzeitig eröffnen die beiden
Grup=
iſtt SV. 98 Darmſtadt und SV. Wiesbaden die
rw die Meiſterſchaft des Bezirks Main=Heſſen. Aus
reifn gegen die Polizei Nürnberg braucht die SpVg. Fürth.
ms Arſpiel glatt mit 10:4 gewann, nur noch einen Punkt,
ſeiſte von Nordbayern zu ſein. In der Gruppe
Würt=
deulwerden die Endſpiele um die Meiſterſchaft der Grunpe
mlreffen Kickers — Polizei Stuttgart eröffnet. — Die
WVe hindsſpiele in den Gruppen werden mit den folgenden
ſnuanen fortgeſetzt: Heſſen: Polizei Darmſtadt —
Bhunshardt. Rotweiß Darmſtadt —
Poli=
iim s. Gruppe Rhein: Mannheim 08 — Pfalz Lud=
Polizei Manheim — FV. Frankenthal, Oftersheim —
nnheim.
Winterſport.
o d Schneelage es geſtattet, da werden auch in den deut=
Gebtgen bereits einige kleinere winterſportliche
Wettbe=
angetragen In der Hauptſache gibt es aber immer noch
keskinpfe. In Berlin gaſtiert die Mannſchaft der Univer=
Oxxod, in Zürich ſtellen ſich die Studenten aus Cambridge
ſunyin Paris iſt der Wiener Eislaufverein zu Gaſt.
Radſport.
1ben deutſchen Winterbahnen herrſcht bis Weihnachten
schülk ari den ausländiſchen Bahnen aber wird der Rennbetrieb
echt ohalten.
DerrRugbykampf Deutſchland — Frankreich findet am
Wei ſpral m Fraukfurt a. M. ſtatt.
Fuißball.
Viktoria Schaafheim — SV. Roßdorf 0:1.
Mit einem unerwartet knappen und ſchwer erkämpften Sieg
holte ſich SV. Roßdorf in Schaafheim beide Punkte. Der A=Klaſſe=
Neuling, welcher noch vor wenigen Wochen im Vorſpiel in Roßdorf
mit 9:1 hoch geſchlagen wurde, leiſtete auf eigenem Platze
über=
raſchend ſtarken Widerſtand, ſo daß die Gäſte froh ſein konnten,
kurz vor Schluß des Spiels noch durch ein einziges Tor die Punkte
ſich zu ſichern. Mit dieſem Spiel hat Roßdorf ſeine auswärtigen
Verbandsſpiele beendet und hat jetzt nur noch 3 Spiele auf
eige=
nem Platze auszutragen. SV. Höchſt iſt der nächſte Gegner, der
am kommenden Sonntag um 14 Uhr hier anzutreten hat. Die
Ein=
heimiſchen treten zu dieſem Spiel erſtmals wieder in ſtärkſter
Auf=
ſtellung an, was auch ſehr notwendig iſt, denn die Gäſte werden
alles daranſetzen, um ihren 4:3=Sieg aus dem Vorſpiel zu
wieder=
holen. Dieſe Niederlage gilt es wieder gutzumachen.
SC. Ober=Ramſtadt — FV. Eppertshauſen 1:2.
Zum Pokalſpiel empfing Ober=Ramſtadt den FV.
Epperts=
hauſen und unterlag mit 2:1. Infolge des ſchlechten Wetters
hat=
ten ſich nur etwa 200 Zuſchauer eingefunden, die zwei gleich ſtarke
Mannſchaften im Kampfe ſahen. Es war ein herrlicher Kampf,
der den begeiſterten Zuſchauern geboten wurde. Schade, daß das
Spiel durch eine Fehlentſcheidung des Schiedsrichters entſchieden
wurde. Ein ungerechtfertigter Strafſtoß ergab in den letzten
10 Min. das Siegestor für die Gäſte. Der Gaſtgeber zeigte ein
techniſch hochſtehendes Spiel, und das Reſultat hatte dem
Spiel=
verlauf nach auch umgekehrt lauten können. Die Gäſte übertrafen
die Erwartungen, die man in ſie geſetzt hatte, ſie ſtellten eine gut
durchgebildete Mannſchaft, bei der man keinen ſchwachen Punkt
entdecken konnte; überragend die Verteidigung. Schiedsrichter
Schwarz (Griesheim) konnte nicht gefallen. — 1. Jgd. — 1. Jgd.
Union Wixhauſen 1:0.—
Kommenden Sonntag empfängt Ober=Ramſtadt den
VfR. Beerfelden zum Verbandsſpiel. Beerfelden hat ſich ſeit
Be=
ginn der Verbandsſpiele ſehr verbeſſert und nimmt in der Tabelle
einen guten Mittelplatz ein. Es iſt mit einem fairen und
ſpan=
nenden Spiele zu rechnen.
Sp. Cl. Viktoria Griesheim — FV. Sprendlingen.
Zu einem recht ſpannenden Kampfe dürfte es am Sonntag in
Griesheim kommen, wo der Tabellenführer FV. Sprendlingen
antritt. Bei Griesheim geht es auch in dieſem Spiel wieder um
den Abſtieg, bei Sprendlingen dagegen um die Meiſterſchaft, alſo
ein Spiel, welches für beide Vereine von Bedeutung iſt. Da nun
auch noch die Tatſache beſteht, daß Griesheim in den letzten
Jah=
ren jeweils dem Tabellenführer auf eigenem Platz Niederlagen
bereitete, iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß dieſes auch am Sonntag
eintrifft, zudem die Griesheimer lange nicht ſo ſchlecht ſind, wie
ihr augenblicklicher Tabellenſtand beſagt. Wir wünſchen dem
Spigl einen guten Schiedsrichter und unter deſſen Leitung einen
guten Verlauf.
Die 1. Handballmannſchaft muß zur Polizei Darmſtadt und
wird
wird wohl um eine Niederlage nicht herumkomt
ſich die Polizeimannſchaft etwas mehr anſtrengen müſſen wie beim
Vorſpiel, da Griesheim zurzeit eine Formverbeſſerung aufweiſt.
Kleine Spork=Kapikel.
Wie alt iſt Sonja Henie?
Wunderkinder dürfen nicht älter werden, denn dann verlieren
ſie ihren Nimbus. Als Jackie Coogan ſchon lange Hoſen tragen
mußte, war er für den Film unintereſſant geworden. Aber gegen
die Zeit gibt es keine Hilfsmittel.
Als die kleine Sonja Henie erſtmals auftauchte und die Welt
durch Anmut und Grazie entzückte, war ſie wirklich ein kleines
Mädelchen. Wenn es nach ihr und ihren Eltern gegangen wäre,
bliebe ſie ewig 17 Jahre. Aber nun kann man nicht ewig in der
Blüte der Jugend bleiben, die kleine Sonja wurde auch größer.
und nun iſt ſie ſchon ein erwachſenes Mädchen, eine junge Dame,
die im Jahre 1932 ihr 21. Lebensjahr vollendet und nach deutſchen
Geſetzen mündig wird. Wahrſcheinlich iſt das in Norwegen auch ſo.
In den letzten Jahren iſt das Alter der niedlichen Sonja
ge=
heimgehalten worden. Das hat gute Gründe, nicht etwa die
Eitel=
keit eines jungen Mädchens. Denn eine Frau braucht ihr Alter
erſt vom 25. Jahre ab zu verſchweigen. Nein — der Grund war
viel proſaiſcher, denn Sonja pflegte auf ihren Reiſen immer ihre
Eltern mitzunehmen, die natürlich von den Veranſtaltern und
Verbänden munter die Speſen einkaſſierten und ſo billig durch
die Welt kamen. Das kleine Mädchen brauchte natürlich ihre
elterlichen Beſchützer, und dieſem Argument konnte ſich niemand
verſchließen. Im nächſten Jahre ſind nun die Olympiſchen
Winter=
ſpiele in Lake Placid, und wieder wollen Papa und Mama Henie
auf Koſten der Amerikaner mitfahren. Aber da kam nun das
norwegiſche Olympiſche Komitee und ſtellte feſt, das ſei nun
wirk=
lich nicht mehr nötig, denn Sonja ſei doch zwanzig Jahre alt und
könne wohl auch jetzt allein nach Amerika reiſen.
Und ſo wiſſen wir alſo, wie alt Sonja Henie iſt.
Die geheime Ehe.
Neulich iſt gemeldet worden, Ethel Catherwood.
Olympia=
ſiegerin in Amſterdam. Weltrekordlerin im Hochſprung und
außer=
dem das ſchönſte Sportmädel der Amſterdamer Olympiſchen Spiele,
habe ſich mit dem Kaufmann J. Mc. Laren verheiratet. Die Sache
iſt nun zweifellos richtig, nur daß die Hochzeit ſchon einige Zeit
zurückliegt. Denn es ſtellt ſich heraus, daß Ethel Catherwood
ſchon ſeit zwei Jahren Ethel Mc. Laren heißt, aber aus
irgend=
einem Grunde ihre Ehe verſchwiegen hat und jetzt erſt mit der
Sprache herausrückt.
Es iſt eine Leiſtung. 1,59 Meter hoch zu ſpringen. Es iſt eine
Leiſtung, als ſchönſte Olympia=Teilnehmerin zu gelten. Aber es
iſt eine nicht weniger große Leiſtung, eine Ehe zwei Jahre lang
geheim zu halten.
Kraftſpork.
Kleine Olympia=Notizen.
Sonja Henie, die Weltmeiſterin im Eiskunſtlauf, hat ihr
ſtändiges Trainingsquartier in Berlin aufgeſchlagen und wird ſich
auf der Eisfläche des Sportpalaſtes für die Olympiſchen
Winter=
ſpiele im Februar vorbereiten
Amerikas Schnelläufer haben in Bear Mountain
im Staate New York mit ihrem Olympia=Training begonnen.
Insgeſamt wurden 18 Läufer zuſammengezogen, die ſich zum erſten
Male in der Geſchichte des amerikaniſchen Eisſportes einem
ratio=
nellen Training für ſpätere Ausſcheidungskämpfe unterziehen.
Frau Herbert Hoover, die Gattin des amerikaniſchen
Präſidenten, hat den Ehrenvorſitz über eine Organiſation von
23 000 Frauen Kaliforniens übernommen, die bei den Olympiſchen
Spielen im nächſten Sommer als Gaſtgeberinnen fungieren ſollen.
Muſſolini beauftragte auf der Parteiſitzung in Rom den
Unterſtaatsſekretär des Innenminiſteriums Arpinati, mit der
Leitung des Olympiſchen Komitees von Italien.
Die Kunſt wird bei den Olympiſchen Sommerſpielen
wie=
der eine große Rolle ſpielen. Für die Wettbewerbe, die unter der
perſönlichen Leitung des Generals Charles H. Sherill, einem
Mit=
gliede des Internationalen Olympiſchen Komitees, ſtehen, ſind
ſchon jetzt eine Reihe von Gemälden, Skulpturen, architektoniſchen
Entwürfen ſowie literariſche und muſikaliſche Werke, alle von
lebenden Künſtlern, angemeldet worden.
Athl.=Sportv. 1891 Darmſtadt — Weiſenau.
Am Samstag abend 8 Uhr findet in der Turnhalle des
Realgymnaſiums der Entſcheidungskampf um die
Kreismeiſter=
ſchaft im Ringen zwiſchen Darmſtadt und Weiſenau ſtatt. Die
Gäſte verfügen in ihren Reihen über mehrere bekannte
internatio=
nale Kräfte, unter ihnen der bekannte Olympiadeſieger Guttmann.
Die Weiſenauer, welche ungeſchlagen die Tabelle anführen,
wer=
den auch dieſes Jahr beſtrebt ſein, den Kreismeiſtertitel an ſich zu
bringen. Weiſenau wird bei der neu zuſammengeſtellten
Darm=
ſtädter Mannſchaft auf härteſten Widerſtand ſtoßen, denn für
Darmſtadt ſind die beiden Punkte von großer Bedeutung. Alles
in allem alſo iſt ein raſſiger Kampf zu erwarten, welcher an
Technik und Spannung nichts zu wünſchen übrig laſſen wird.
Ein=
trittspreiſe äußerſt niedrig.
Vorwärts Groß=Zimmern — Siegfried Klein=Oſtheim 17:2.
Bei dem am Sonntag in Groß=Zimmern ſtattgefundenen
Kampf obiger Vereine konnte Groß=Zimmern das höchſte Ergebnis
für die diesjährigen Oberligakämpfe im Mannſchaftsringen
er=
zielen. Im Bantamgewicht ſiegte Herbert (Groß=Zimmern) nach
Punkten. Im Federgewicht errangen Weidner, im Leichtgewicht
Ohl, im Mittelgewicht Danz, im Halbſchwergewicht Fröhlich und
im Schwergewicht Bernhard Schulterſiege. Nur im Weltergewicht
konnte Rachor (Klein=Oſtheim) über Reinhardt eine Punktſieg
durch eine Verwarnung von Reinhardt erhalten, obwohl
Rein=
hardt in Führung und ſeinem Gegner überlegen war. Damit
bleibt Groß=Zimmern weiter an der Spitze der Tabelle.
Das zu wiederholende und für den 20. Dezember angeſetzte
Verbandsſpiel zwiſchen Wormatia Worms und Mainz 05 gelangt
erſt am 27. Dezember zum Austrag. Bekanntlich hat am 20.
De=
zember Mainz 05 ſein erſtes Endſpiel gegen Eintracht Frankfürt
auszutragen.
Die von Elfriede Saſſerath im 200=Meter=
Rücken=
ſchwimmen mit 3:09,8 Min. aufgeſtellte Beſtleiſtung wurde jetzt
als neuer deutſcher Rekord vom DSV. beſtätigt.
Das Stuttgarter Solitude=Rennen 1932 iſt aus
ſinanziellen Gründen ſtark in Frage geſtellt.
Zum Europa=Rundflug mit Start und Ziel in
Ber=
lin haben für das kommende Jahr außer Deutſchland als
Aus=
richter noch Frankreich. Polen, Italien, die Schweiz und die
Tſchechoſlowakei zugeſagt.
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Nummer 349
TtrtradtgA4
Donnerstag, den
Erneut Kursrückgänge.
Anslandsabgaben am Farben= und Reichsbankmarkk. — Schwache Börſenkendenz.
Berliner und Frankfurker Effekken=
Hreiverrehr.
Nachdem in den vorgeſtrigen Abendſtunden auf der niedrigen
Kurs=
baſis Deckungsneigung feſtzuſtellen war, konnte man auch zu Beginn des
geſtrigen telephon. Freiverkehrs in Berlin eine freundlichere
Grund=
ſtimmung erkennen, wobei von der Befeſtigung an den internationalen
Getreidemärkten und der gebeſſerten Tendenz der vorgeſtrigen Neto
Yorker Börſe eine gewiſſe Anregung ausging. Das Geſchäft hielt ſich
aber in engen Grenzen, und die Spekulation blieb weiterhin ziemlich
abwartend, zumal man immer noch Auslandsabgaben befürchtete, die
gewöhnlich erſt gegen Mittag bei den Banken einzuſetzen pflegen. Im
Laufe des Vormittags kam dann an einzelnen Märkten, wie befürchtet,
doch wieder etwas Ware heraus, ſo daß ſich die höheren Anfangskurſe
nicht immer behaupten konnten und das vorgeſtrige Nachmittagsniveau
meiſt wieder erreicht wurde. Einiges Angebot war am
Schiffahrts=
markt feſtzuſtellen, an dem angeblich bisher notwendige Deckungen in
Hanſa und Hamburg=Süd beendet ſeien. Bei beiden Werten beträgt
der Verluſt gegen den letzten Liquidationskurs ſchon etwa 25 Prozent
ihres Wertes. Salzdetfurth verloren etwa 2 Prozent und Geſfürel 1,5
Prozent, während Siemens und Reichsbank zunächſt wenigſtens um ca.
ein Prozent anzogen. Auch Reichsbankanteile waren in der Hoffnung
auf eine 8prozentige Dividendenausſchüttung etwas erholt die übrigen
Bankaktien lagen behauptet. Der feſtverzinsliche Markt hatte ruhiges
Geſchäft. Goldpfandbriefe zeigten geringe Veränderungen. Deutſche
Anleihen bröckelten leicht ab. Einige Nachfrage erhielt ſich für
Reichs=
bahnvorzugsaktien, während Farbenbonds geſtern im Gegenſatz zu
vor=
geſtern eher angeboten waren. Der heute erſtmalig abzuhaltenden
ſo=
genannten Sprechbörſe wird wenig Bedeutung beigemeſſen. — Bei
ruhigem Geſchäft bröckelten die Kurſe in den Mittagsſtunden weiter ab,
da erneut, wenn auch nur in beſchränktem Umfange, Material an die
Märkte kam. Auch am Pfandbriefmarkt traten im Laufe des Tages
eher weiter leichte Rückgänge ein. Der Geldmarkt hatte unverändertes
Ausſehen. Tagesgeld blieb mit 7,75—9 Prozent gefragt.. Am
Devi=
ſenmarkt notierte das Pfund 7 Pfg. niedriger mit 14,51 RM.
Amſter=
dam verlor im Einklang mit den Rückgängen an den internationalen
Deviſenmärkten 50 Pfg., die Norddeviſen gingen um 25—40 Pfg.
zu=
rück, und Budapeſt verlor abermals 2 RM. Die Notiz für Wien erfuhr
heute keine Veränderung.
Trotz des Beſchluſſes des Aelteſtenrates, den Reichstag
ent=
gegen dem Antrag der Oppoſitionsparteien nicht vorzeitig
einzu=
berufen. blieb die Tendenz an den Aktienmärkten auch im
wei=
teren Verlaufe des Tages ſchwach, zumal die Auslandsabgaben
am Farben= und Reichsbankmarkt pünktlich wieder einſetzten. In
dieſen beiden Werten war das Angebot ziemlich groß, ſo daß die
Kurſe, da keine nennenswerte Interventionstätigkeit beſtand,
um ca. 2 Prozent nachgaben. Auf den übrigen Märkten hielten
ſich die Rückgänge in engeren Grenzen, kleinere Kursverluſte
waren aber ebenfalls nicht zu vermeiden. Auch Pfandbriefe
zeig=
ten weiter abbröckelnde Tendenz. beſonders die 8prozentigen
wur=
den niedriger genannt, während ſich die 7prozentigen beſſer
be=
haupten konnten. Im allgemeinen beträgt die Differenz zwiſchen
dieſen beiden Typen nur noch in Ausnahmefällen mehr als 2
Prozent. Bei den bayeriſchen Emiſſionen iſt ſie z. B. faſt völlig
ausgeglichen. Induſtrieobligationen hatten im Einklang mit den
Aktienmärkten ebenfalls ſchwächere Kursnennungen, auf der
er=
mäßigten Baſis zeigte ſich aber eher Nachfrage. Am Geldmarkt
trat auch nach dem Medio in den Sätzen noch keine Erleichterung
in Erſcheinung, obwohl die Tendenz des Marktes eher etwas
ent=
ſpannt zu ſein ſcheint. Noch einiges am Privatdiskontmarkt
her=
auskommendes Material wurde von der kursregulierenden Stelle
zu 7 Prozent aufgenommen. Zugleich mit der heutigen
Wieder=
eröffnung der Börſenräume für den Sprechverkehr taucht natürlich
die Frage der Börſengebühren wieder auf. Es ſoll dem Vorſtand
der Maklergemeinſchaft nahegelegt worden ſein, einen
entſprechen=
den Stundungs= reſp. Herabſetzungsantrag bei der Induſtrie= und
Handelskammer einzureichen. Auch in der Kompenſationsfrage iſt
bisher noch keine Einigung zwiſchen den Vereidigten und Freien
Maklern erzielt worden, doch hofft man, hierüber in der heutigen
Proteſtverſammlung der Maklerſchaft Näheres zu hören evtl. zu
einem Kompromiß zu kommen.
Der geſtrige Effektenfreiverkehr in Frankfurt a. M. zeigte
in=
folge des weiteren Angebots und des Abgleitens der J.G. Farben=Aktie
in der Grundſtimmung weiterhin eine unverkennbare Unſicherheit.
Nachdem im Vormittagsverkehr auf kleine Deckungen die Stimmung
eher etwas freundlicher war und die Farbenaktie um etwa 1,5 Prozent
gegenüber vorgeſtern erholt lag, ſetzte gegen Mittag wieder Angebot
ein, das den Kurs erneut um 2 Prozent drückte. Man vermutete
wei=
terhin Exekutionen und Auslandsverkäufe. Die übrigen Märkte
blie=
ben dagegen ziemlich gehalten und zeigten nur vereinzelt Kursrückgänge
um Bruchteile eines Prozents. Die Umſätze hielten ſich allgemein in
ſehr engen Grenzen, da beſondere Anregungen nicht vorlagen und auch
die feſtere Tendenz Wallſtreets nur wenig Eindruck machte. Etwas
Beachtung fand zwar das beſſere Fortſchreiten der internationalen Ver
handlungen in Baſel und Berlin. Der Rentenmarkt lag geſtern
außer=
ordentlich ruhig; man bewahrte allgemein ſtarke Zurückhaltung. Die
Tendenz neigte infolge kleiner Abgaben des Publikums etwas zur
Schwäche, doch hielten ſich die Verluſte für Gold= und
Liquidations=
pfandbriefe im Rahmen von 0,5—1 Prozent. Städteanleihen lagen
voll=
kommen geſchäftslos, auch Reichsaltbeſitz bei unverändertem Kurs ohne
Umſatz. Reichsſchuldbuchforderungen gingen um 0,5 Prozent zurück,
ebenſo J.G. Farbenbonds. Dagegen zogen Reichsbahn=Vorzugsaktien
um etwa 1 Prozent an. Von Induſtrie=Obligationen waren Klöckner
angeboten. Auslandsanleihen ſtill. — Am Geldmarkt zog der Satz für
Tagesgeld auf 6,5 Prozent an, da ſich im Hinblick auf den Medio etwvas
Bedarf zeigte.
Die Auslandsbörſen.
Die Londoner Börſe eröffnete geſtern in ziemlich luſtloſer
Haltung bei ruhigem Geſchäft. Das Geſchäft war auch im Verlaufe
ſehr ruhig, die Tendenz war zum Schluß ſchwach.
An der Pariſer Börſe blieb die Grundſtimmung bis zum
Schluß freundlich, doch ging ein Teil der Anfangsgewinne ſpäter
wie=
der verloren.
Die Tendenz der Brüſſeler Börſe behauptete ſich.
An der Amſterdamer Börſe ſetzte ſich im Verlaufe eine
leichte Beſſerung durch.
Die Wiener Börſe verkehrte auf Realiſationen in ſchwächerer
Haltung, dagegen eröffnete die geſtrige New Yorker Börſe in
feſter Tendenz.
An den internationalen Deviſenmärkten war das Geſchäft am
Nach=
mittag etwas lebhafter, doch ergaben ſich im großen und ganzen kaum
Veränderungen. Das Pfund behauptete ſich unter kleinen
Schwankun=
gen auf 3,442/s gegen den Dollar, 8,59 gegen den Gulden, 17.67½ gegen
Zürich, 87¾ gegen Paris und 14,53 gegen die Reichsmark. Der Dbllar
wuar gut gehalten, die Reichsmark blieb unverändert; in Amſterdam
ſtellte ſie ſich auf 58,10, in Zürich auf 121,70 und in New York auf
23,75. Der holländiſche Gulden blieb den führenden Deviſen gegenüber
weiter ziemlich ſchwach; in Amſterdam waren die Umſätze am
Deviſen=
markt ziemlich erheblich, beſonders im franzöſiſchen Franken, die dem
Gulden gegenüber jetzt den oberen Goldkurs erreicht haben. Die
Nord=
deviſen tendierten wieder etwas ſchwächer, die Südamerikaner lagen
unverändert.
Berliner Deviſen=Feſtſehung vom 16. dezember.
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Schweiz
Die Lage der deutſchen Maſchineninduſtrie
im November.
Vom Verein Deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten dem
Spitzenver=
band der deutſchen Maſchineninduſtrie, wird uns geſchrieben: Von
in=
ländiſchen Abnehmern gingen auch im November Aufträge nur in
ge=
ringem Umfange ein. Im Auslandsgeſchäft ſank der Auftragseingang
noch beträchtlich unter den Tiefſtand des vorhergehenden Monats. Die
zunehmende Verſchlechterung der Lage führte daher zu weiteren
Ver=
kürzungen der Arbeitszeit, zu Entlaſſungen von Arbeitern und
Ange=
ſtellten und zu vollſtändiger Stillegung ganzer Betriebe. Der
Beſchäf=
tigungsgrad, der Maſchineninduſtrie ſank auf 34,5 Prozent der
Soll=
beſchäftigung. Mit großer Beſorgnis verfolgt die Maſchineninduſtrie
die ſchwere Behinderung des Exportgeſchäfts, welche durch die
Zoll=
erhöhungen und die Deviſen=Zwangsbeſtimmungen wichtiger
Abſatz=
ſtaaten eingetreten iſt. Da im Maſchinenbau zur Zeit über 65 Prozent
der noch verbliebenen Beſchäftigung in Exportaufträgen beſtehen, iſt
eine Unterſtützung des deutſchen Exports in ſeinem Kampfe um die
Erhaltung ſeines Anteils an der Belieferung der Weltmärkte
notwen=
diger als jemals. Umſomehr begrüßt die Maſchineninduſtrie die in
der Notverordnung der Reichsregierung enthaltenen Maßnahmen zur
Senkung der Selbſtkoſten der Induſtrie. Aber auch für das
Inlands=
geſchäft, das ſeit Monaten in Erwartung der Preisſenkungsmaßnahmen
völlig daniedergelegen hat, erhofft die Maſchineninduſtrie von den in
der Notverordnung vorgeſehenen Maßnahmen zur Senkung der
Roh=
ſtoffpreiſe, Löhne und ſonſtiger Selbſtkoſtenfaktoren in Verbindung mit
einer zweckentſprechenden Kreditpolitik der Reichsbank eine Belebung.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Grundſätzliche Einigung der deutſch=franzöſiſchen
Zementverhand=
lungen. Nach Informationen iſt auf der Pariſer Sitzung zunächſt eine
Einigung über die künftige Neuordnung des deutſch=franzöſiſchen
Ge=
bietsſchutzes der Zementinduſtrie beider Länder erreicht worden. Im
Prinzip konnte eine für Deutſchland gegen bisher weſentlich günſtigere
Regelung erreicht werden, d. h., die franzöſiſchen Zugeſtändniſſe ſind
in der Hauptſache auf eine ſtarke Herabſetzung ihres Kontingents von
8000 Wagen Naturallieferung und 4000 Wagen Tonnenabgabe erreicht
worden. Vorausſetzung für den endgültigen Abſchluß der deutſch=
fran=
zöſiſchen Zementverhandlungen iſt aber die Neufeſtſetzung des
Liefer=
rechtes der Saarwerke nach Frankreich, über die Verhandlungen
einſt=
weilen noch nicht aufgenommen ſind.
Fürth i. Odwv.: Kfm. Ernſt Scharmann, Kraftfährzeuge. Anmeldefriſt
14. 12., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 21. 12. Gießen:
Hermann Stern, v. H. Anmeldefriſt 15. 12., Gläubigerverſammlung
12., Prüfungstermin 18. 1. Darmſtadt Juwelier Ludwig Schmidt.
Aumeldefriſt 22 12 Gläubigerverſammlung 22. 12., Prüfungstermin
28. 1. Offenbach a. M.: Fa. N. Erkrath u. Sohn, Fabrik feiner
Leder=
waren in Mühlheim. Anmeldefriſt 10. 1., Gläubigerverſammlung 31.
12., Prüfungstermin 4. 2 Beendete Konkurſe. Mainz: Kfm.
Camill Arbogaſt. Neue Vergleichsverfahren. Offenbach
a. M.: Franz Dietz, Schokoladen= und Zuckerwarengroßhandlung.
Ver=
gleichstermin 17. 12. Worms: Fa. Oppenheimer u. Koßmann,
Seiler=
wuarengroßhandlung. Vergleichstermin 23. 12. Darmſtadt: Paul
Gott=
b Mathäs, Inhaber, der Fa. Schuhhaus Friedrich Soeder.
Ver=
gleichstermin 22. 12. Beendete Vergleichsverfahren.
Darmſtadt: Am. Emil Blum, Schuhwaren.
Die Senkung der Kohlenkarife der Reichsike inh
Die Maßnahmen zur Senkung der Kohlentarife Ou
bahn, die geſtern in Kraft traten, ſehen, wie ſchon ber /in derei
daß von den 300 Millionen, die für die Tarifſenkunge
ſicht genommen ſind, 85 Millionen für die Senkung der
tarife dienen ſollen. Davon ſind 60 Millionen für den 2
tarif 6 beſtimmt. Dieſer Tarif dient der Kohlenverſon
den innerdeutſchen Kohlenrevieren.
Im einzelnen ſtellt ſich die Herabſetzung dieſes Ta
gendermaßen dar: Vor dem Kriege betrug der Strea/f
einen Tonnenkilometer bis zu 350 Kilometern 2.2 Pfg
350 Kilometer überſteigenden Kilometer 1,4 Pfg. Die
gungsgebühr betrug für die Tonne 70 Pfg. Der
bisheri=
tarif in der Nachkriegszeit ſah eine Abfertigungsgebü
Tonne von 100 Pfg. vor und einen Streckenſatz von 3. 350 Kilometer; für die 350 Kilometer überſchießen)
betrug der Streckenſatz bisher bis 400 Kilometer 1,2
500 Kilometer 0,8 Pfg., bis 830 Kilometer 0,3 Pfg., ab
meter 1,4 Pfg. (alſo den alten Friedensſatz). Der neue
eine Abfertigungsgebühr von 80 Pfg. pro Tonne vor
Streckenſatz von 3,3 Pfg. bis zu 100 Kilometer, von 2,
200 Kilometer, von 1,7 Pfg. bis 500 Kilometer, von
bis 752 Kilometer und von 1,4 Pfg. ab 753 Kilometer. kunde C
von unterrichteter Seite zu der Herabſetzung des Kohlenacn. Vb.
tarifes erfahren, haben faſt alle Steinkohlen= und Bra
reviere Beſchwerde gegen die neue Tarifregelung eingd
der Begründung, daß gerade ihr Revier durch den neu
benachteiligt werde.
Produkkenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 16. Dezember. Der 7
Produktenmarkt verkehrte trotz feſterer Kurſe aus Chicago —
nion
in ſehr ruhiger Haltung. Das Angebot war nach wie vor
geringen Nachfrage ausreichend. Die Umſatztätigkeit beſch Wor. Au
nur auf die Deckung des notwendigſten Bedarfs. Die Pre /Gaſtſpiel
gegen den Montag unverändert bis auf Weizen, der ſich urwigs
befeſtigen konnte. Es notierte Weizen (74 Kilo Hektoliter=Gei
Roggen (72 Kilo Hektoliter=Gewicht) 218,50, Sommergerſte
zwecke 170—175, Hafer 152,50—160, Weizenmehl ſüddeutſchein Hocken i
Null mit Austauſchweizen 33—36, desgl. Sondermahlung 35 Mlzu umf
Weizenmehl niederrheiniſches Spezial Null mit Austauſchw /
35,75, desgl. Sondermahlung 33,25—34, Roggenmehl Null
Ausmahlung 30,25—31,50, Weizenkleie 8,15—8,25, RoggeiE”, verſchie
Die Preiſe verſtehen ſich in RM. für Getreide je Tonne, Num
übrige je 100 Kilo ab Frankfurt.
Süddeutſche Induſtrie= und Handelsbörſe in Stuttgart. Qüeiſterſche
garne Nr. 2 engl. Troſſels, Warbs und Pincobs 1,34—1cenmeiſterſt
Nr. 30 desgl. 1,71—1,75 RM., Nr. 26 desgl. 1,78—1,82 RV./ſter. SV.
Pinc. 1,88—1,22 RM je Kilo; Baumwollgewebe echte ſüddeutſ=ᛋ umn die 2
88 Zentimeter Cretonnes 16/16 per 0,25 franz. Zoll aus 20/2reffen geger
bis 29,5 Pfg.; 88 Zentimeter Renforce 18/18 per 0,25 franz. & Vorſpiel
30/30 — 27,8—28,8 Pfg.; 92 Zentimeter glatt Kattune 18,6heiſter von
meter per 0,25 franz Zoll aus 36/42 — B3,2—24,2 Pfg. Shlerg werde
tendenz: unveränderte Preiſe. — Nächſte Börſe am 13. Janu m Treffen
Berliner Produktenbericht vom 16. Dezember. Die vom ſſerbandsſ
gemeldete kräftige Befeſtigung hat hier ſtimmungsmäßig einer hungen for
Eindruck machen können. Das inländiſche Angebot von BuſBraun
und ebenſo auch von Hafer iſt nach wie vor außerordentlic Korms.
man neigt in Börſenkreiſen allgemein der Meinung zu, daß ſien, Poli;
käufe der Landwirtſchaft lediglich durch den Geldbedarf beſtiw M
den. Jede Belebung der Nachfrage drückt ſich in anbetracht diaß
ation in einer ſtärkeren Preisbewegung aus. Die nur ziemlr ) die Schn
verſorgten Mühlen zeigten heute infolge einer leichten Bele
Gebirgen b
Mehlgeſchäfts lebhaftere Nachfrage nach Weizen und Rogger
die Weizenpreiſe um 3 Mk., die für Roggen etwa um 2 Mk. N0sgetrat
amr
konnten. Bei den Käufen war Bahnware im allgemeinen I0
Nrford, i
einmal wegen der beſtehenden Froſtgefahr, und zum anderen
der heute in Kraft getretenen Senkung der Eiſenbahnfrachtſas"
Befeſtigung der Lieferungspreiſe entſprach etwa der der Proxn
Weizen= und Roggenmehl iſt in den Forderungen um 25 Pfg.
erhöht; das Geſchäft hat ſich zwar etwas gebeſſert, die höhe
derungen ſind jedoch vorläufig nur vereinzelt durchzuholen. Fh der
beſtand auch heute bei wiederum knappem Angebot regere Kon/
frage, ſo daß die Preiſe erneut anziehen konnten. Gerſte in 2
qualitäten beſſer beachtet; es wurden auch etwas beſſere Preif 9k Rugb
in anbetracht der neuen Kombination von inländiſcher mit wull in Fre
Antragsergebnifſe, der öffentlichen Lebensverſicherungsanſtalten im
Monat November. Bei den im Verbande öffentlicher
Lebensverſiche=
rungsanſtalten in Deutſchland zuſammengeſchloſſenen
Lebensverſiche=
rungsanſtalten ſind im Monat November ds. Js in der
Lebensverſiche=
rung einſchließlich der Bauſparverſicherung 12 765 Verſicherungen mit
19 Millionen RM. Verſicherungsſumme beantragt worden.
Wahlen zur Handelskammer Frankfurt. Bei den Ergänzungs= und
Erſatzwahlen am 15. Dezember zur Induſtrie= und Handelskammer
Frankfurt a. M.=Hanau wurden neu gewählt zu Mitgliedern für den
Wahlbezirk Frankfurt a. M. in der Abteilung Großhandel: Ferd.
Arnold (G. Hoffmann), Gottfried Kleinſchmidt jun. (Gottfr.
Klein=
ſchmidt), Felix Schamberg (M. L. Roſenſtein u. Co.), Siegm. E. Stern
(A. M. Schiff); in der Abteilung Induſtrie: Auguſt Ph. Oſterrieth
(Aug. Oſterrieth), Dr. C. A. Roſenthal (Philipp Holzmann A. G.),
Georg Hartmann (Bauerſche Gießerei); in der Abteilung Börſen=
und Bankgeſchäft: Profeſſor Dr. Albert Hahn (Deutſche
Effek=
ten= und Wechſelbank A.G.); für den Einzelhandel:
General=
direktor Georges Gottlob (Frankfurter Hof), Rudolf Dreßler (Georg
Schepeler), und für den Wahlbezirk Frankfurt a. M.=Höchſt: Dr.
Sieg=
fried Bloch (Zelluloſefabrik Okriftel a. M., Ph. Offenheimer), Okriftel
Teilſtillegungsantrag Voigt u. Haeffner A.G Frankfurt a. M.
Zwecks Durchführung unvermeidlich gewordener Entlaſſungen in
Ver=
bindung mit dem Abbau unproduktiver Werkſtätten, wie der
Werzeug=
macherei, hat die Geſellſchaft bei den zuſtändigen Stellen
Teilſtillegungs=
antrag geſtellt, wodurch eine Endaſſung von 60 Mann durchgeführt
werden kann.
Neugründung der Seidenparadies A. G Frankfurt a. M. Der Katz
u. Michel=Konzern in Bielefeld hat das Warenlager und die
Einrich=
tungen der Seidenparadies G.m.b.H, Frankfurt a. M., die mit der
in=
ſoldent gewordenen Fa. Hermann Cahn u. Co., Frankfurt a. M., in
Verbindung ſtand, übernommen, um das Geſchäft weiterzuführen. Aus
dieſem Grunde ſoll die Seidenparadies G.m.b.H. als Aktiengeſellſchaft
mit einem Stammkapital von 100 000 RM. nen gegründet werden. Die
Aktien des neuen Unternehmens wird die Textil=Etagen A.G., Kiel,
eine Tochtergeſellſchaft der Katz u. Michel Texil A.G., Bielefeld,
über=
nehmen.
Getreide=Verwertungs=A. G., Berlin=Frankfurt. Die Geſellſchaft,
die bekanntlich 1930 durch Zuſammenfaſſung einer Reihe von
Getreide=
firmen (S. Hirſch — Gerſte A. G. — Scheuer) entſtanden iſt, verzeichnet
für das erſte Geſchäftsjahr einenBruttogewinn von 1,5 Millionen RM.
Nach Abzug von 0,735 Mill. RM. für Gehälter, ſoziale Laſten, Zinſen
und Steuern, ſowie ſonſtige Unkoſten von 0,359 Mill. RM.,
Rückſtel=
lungen von 0,200 Mill. RM. und 0,147 Mill. RM. Abſchreibungen
ver=
bleibt ein Reingewinn von 25 771 RM., wovon 20000 RM. der
geſetz=
lichen Reſerve zugewieſen werden. Im Geſchäftsbericht wird
ausge=
führt, daß ſich der Zuſammenſchluß beſonders im Saatengeſchäft
be=
währt habe. Die Abſatzmärkte ſeien einheitlich bearbeitet worden, die
Stützpunkte im In= und Auslande wurden zuſammengefaßt. Auch die
Beteiligungen der Geſellſchaft hätten befriedigend gearbeitet. Die
Bilanz verzeichnet in Mill. RM., u. a. bei 2 Mill. RM. AK.:
Kredi=
toren mit 0,097, andererſeits Bankguthaben 0,51, Warenforderungen
0,70, Wechſel und Schecks 0,19 Waren 0,28 und Gerſtenbezugsſcheine
0,11. Das neue Geſchäftsjahr zeige eine befriedigende Entwicklung.
Die Bautätigkeit im Oktober. Laut „Wirtſchaft und Statiſtik” ging
mit 10 300 neuerſtellten Wohnungen der Wohnungsbau im Oktober 31
gegenüber dem Vormonat um 12 v.H. und im Vergleich zum Oktober
1930 um 35 v.H. zurück. Die Zahl der Bauauträge war um 17 bzw.
83 v.H. geringer. Bauerlaubniſſe verringerten ſich um 6 bzw. 78 v.H.
Die Zahl der Baubeginne ging um 6 bzw. 66 v.H. zurück.
Der Bankenkrach in Amerika. Am Dienstag haben 10 weitere
amerikaniſche Banken ihre Schalter geſchloſſen. Durch die
Zahlungs=
einſtellung der Federal Nationalbank in Boſton, die auf
außergewöhn=
lich ſtarke Abzüge in den letzten Tagen zurückzuführen iſt, ſind neun
weitere dem Verband angeſchloſſene Bankinſtitute im Staate
Maſſa=
chuſetts betroffen worden. Seit Anfang des Jahres haben 1200
Ban=
ken in Amerika ihre Schalter ſchließen müſſen
ſcher Futtergerſte. Exportſcheine und Gerſtenbezugsfcheine lae
bei nur allergeringſten Umſätzen. Ab morgen Mainotiz im
rechtlichen Lieferungsgeſchäft.
Mekalnokierungen.
eiß.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am ſ. Merz,
zember ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt cif Hveſtadtſt
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung F
Deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 64,75 RM. — Die AEMMitien
gen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtan2x, Stellung
Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für promp2 ſutoſt
rung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original=Hüttenalu
98 bis 99 Prozent, in Blöcken. Walz= oder Drahtbarren,
RM, desgleichen in Walz= oder Drahtbarren. 99 Proz=
174 RM., Reinnickel. 98 bis 99 Prozent, auf 350 RM., A.
Regulus auf 50—52 RM., Feinſilber (1 Kg. fein) auf 43—
Die Berliner Metalltermine vom 16. Dezember ſtel.
für Kupfer: Dezember. Januar. 54,50 (55,25), Februn
(56) März 55,50 (56). April 56 (57). Mai 56,25 (57.277
57 (57,75) Juli 57,75 (58,50), Auguſt 58,50 (59), Septemb=
(59,50), Oktober 59 (60), November 59,50 (60,25). Tendens
Für Blei: Dezember 20 (22), Januar 20,50 (22,50)
21,50 (22,25), März 22 (22,25). April. Mai 22 (23,50) Ju M0.
22 (24), Auguſk, September 22,50 (24.50), Oktober, Noven F
(24,50). Tendenz: luſtlos. Für Zink: Dezember 2—
Januar 22 (23) Februar 22,50 (24) März 22,75 (24), Apr
(24,50), Mai 23,75 (25). Juni 24 (25,50), Juli 24,50 (26), N
5 (26,50) September 26 (26,75), Oktober 26,50 (27,50), P Haaſ
ber 27 (28). Tendenz; ruhig. — Die erſten Zahlen bedeute Pule
die in Klammern Brief.
MNeE
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Während der Abſatz in der Zementinduſtrie im dritten Vie”?
1931 um 29 Prozent unter der entſprechenden Vorjahreszeit lagr 0,
der Minderabſatz im Oktober bereits 37 Prozent aus. Für N
ergibt ſich bei einem Zementverſand von nur 195 000 Tonnen
gang um über 38 Prozent gegenüber dem November des Vorſa-
Auf einer Delegiertenkonferenz hat der Deutſche Metcllard
band die Lohnregelung des für Nordweſtdeutſchland gefällten
ſpruches abgelehnt, die Arbeitszeitregelung dagegen angenomm Kdlh
Die Aufſichtsratsſitzung der Henſchel u. Sohn=A.=G., N
urſprünglich am 17. Dezember in Kaſſel ſtattfinden ſollte, wit?
22. Dezember, und zwar in Berlin (D.D.=Bank) abgehalten wel”
Wie ungeheuer die Notlage der Ahrwinzer iſt, beweiſt del 2
weiſe Verkauf eines Weinlagers in Ahrweiler. Dabei wurden
Liter 193ler Weine fage und ſchreibe nur 8 Pfg. je Liter eröle
Wie das engliſche Arbeitsminiſterium mirteilt, belief ſich "
der Arbeitsloſen in England am 7. Dezember auf 2627 324. S
ſomit um 5297 gegenüber der Vorwoche und um 320 362 gegehl
gleichen Zeit des Vorjahres zugenommen.
Die italieniſche Handelsbilanz war im November wieder !"
Einfuhr betrug 675 Millionen und die Ausfuhr 88 Millionel.
erſten zehn Monaten 1931 erreichte der Wert der Einfuhr 100—
lionen und der der Ausfuhr 9046 Millionen mit einem Einſy..
ſchuß von 1616 Millionen gegenüber einem Einfuhr=Ueber!9l
4645 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der Miniſterpräſident vom Oranie=Freiſtaat, General Hein"
geſtern die feierliche Erklärung ab, daß die Regierung der Iit.
niſchen Union den Goldſtandard nicht aufgeben werde, und
an, daß dem Parlament während ſeines uächſten Tagungsohle.
riſalg
eine Geſetzesvorlage zu: Einflihrung einer eigenen
Währung zugehen werde, die nicht mehr zu vermeiden le=
rstag, 17. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 349 — Seite 11
Moct, Sptel und Jucnen
Der Spork des Sonnkags.
Sonntag vor Weihnachten bringt ein ſtark
eingeſchränk=
ſ5urtprogramm. In Deutſchland bleiben alle Hallen
geſchloſ=
ſg Riſiko für Radrennen, Boxkämpfe Tennis und andere
mortveranſtaltungen iſt in dieſen Tagen in denen das
ſitn bereits ſein ganzes Intereſſe und auch ſein ... Geld den
huhtstagen zuwendet, zu groß. So bleiben nur die Raſen=
½brig, die im Fußball und Handball mit einer Reihe von
nereſſanten Kämpfen aufwarten.
Fußball.
Weite enſlſieif inaunel Ge de ealſcelil
eie=
f. Bei den Spielen in den einzelnen Gruppen ſchließt
neg — Würzburger Kickers. Bayern Hof — FV. 04 Würz=
. Bayreuth — FC. Schweinfurt, Sp.Vg. Weiden — ASV.
ubeg. Südbayern: DSV. München — Bayern München.
Minchen — VfB Ingolſtadt, Jahn Regensburg — Teutonia
. Württemberg: Germania Brötzingen — FC. Pforz=
NR. Heilbronn — Stuttgarter Kickers. VfB. Stuttgart —
rnnunde Eßlingen, FV. Zuffenhauſen — SV. Feuerbach.
ſe VfB. Karlsruhe — FC. Freiburg, Karlsruher FV. —
Mingen. FC. Mühlburg — FC. Rheinfelden, FV. Raſtatt
2.Freiburg. Gruppe Rhein: FC. 08 Mannheim — SV.
qy. VfR. Mannheim — Amicitia Viernheim, FV.
Sand=
en — SpVg. Sandhofen Gruppe Saar: FK. Pirmaſens —
enfrunde Saarbrücken. VfR. Pirmaſens — Weſtmark Trier,
ſſit Neunkirchen — 1. FC. Kaiſerslautern. Gruppe Heſ=
Kine Spiele mehr. Gruppe Main: Kickers Offenbach —
feuſenſtamm. Griesheim 02 — FSV. Frankfurt. VfL.
Neu=
uueg — Germania Bieber, Germania 94 Frankfurt — FC. 93
au Union Niederrad — Rotweiß Frankfurt. — In einigen
witſpielen machen ſich bereits die kommenden Feiertage
enütr Auſtria Wien eröffnet ſeine Weihnachtstournee mit
wbaſtſpiel beim FV. Saabrücken und die SpVg. Fürth tritt
ſwigshafen gegen Phönix an.
Hockey.
Hockey iſt der Spielbetrieb am „Goldenen Sonntag” auch
talzu umfangreich. Es gibt eine Reihe von Privatſpielen.
Handball.
Iuverſchiedenen Gruppen und Bezirken ſind
Entſcheidungs=
om die Meiſterſchaft angeſetzt. So tragen in der Gruppe
fnnFSV. Frankfurt und VfR. Schwanheim, die punktgleich
2ſteſterſchaftsſerie beendeten, ein Entſcheidungsſpiel um die
Zwwemeiſterſchaft aus. Gleichzeitig eröffnen die beiden
Grup=
mſer. SV. 98 Darmſtadt und SV. Wiesbaden die
els im die Meiſterſchaft des Bezirks Main=Heſſen. Aus
z1
uffen gegen die Polizei Nürnberg braucht die SpVg. Fürth.
er 0B fu dahz Vorſpiel glatt mit 10:4 gewann, nur noch einen Punkt,
Katun /Aſtſter von Nordbayern zu ſein. In der Gruppe Würt=
22 Pündergwerden die Endſpiele um die Meiſterſchaft der Gruppe
1e1 Treffen Kickers — Polizei Stuttgart eröffnet. — Die
Die uusrbandsſpiele in den Gruppen werden mit den folgenden
gungen fortgeſetzt: Heſſen: Polizei Darmſtadt —
Köraunshardt, Rotweiß Darmſtadt — Poli=
Vorms. Gruppe Rhein: Mannheim 08 — Pfalz
Lud=
fagen. Polizei Manheim — FV. Frankenthal. Oftersheim —
Winterſport.
2d die Schneelage es geſtattet, da werden auch in den deut=
Gbirgen bereits einige kleinere winterſportliche
Wettbe=
bo usgetragen. In der Hauptſache gibt es aber immer noch
hudykämpfe. In Berlin gaſtiert die Mannſchaft der Univer=
Oford, in Zürich ſtellen ſich die Studenten aus Cambridge
ud in Paris iſt der Wiener Eislaufverein zu Gaſt.
Radſport.
den deutſchen Winterbahnen herrſcht bis Weihnachten
hee uf den ausländiſchen Bahnen aber wird der Rennbetrieb
rach erhalten.
dir Rugbykampf Deutſchland — Frankreich findet am
Wol in Frankfurt a. M. ſtatt.
Fußball.
Biktoria Schaafheim — SV. Roßdorf 0:1.
Mit einem unerwartet knappen und ſchwer erkämpften Sieg
holte ſich SV. Roßdorf in Schaafheim beide Punkte. Der 4=Klaſſe=
Neuling, welcher noch vor wenigen Wochen im Vorſpiel in Roßdorf
mit 9:1 hoch geſchlagen wurde, leiſtete auf eigenem Platze
über=
raſchend ſtarken Widerſtand, ſo daß die Gäſte froh ſein konnten,
kurz vor Schluß des Spiels noch durch ein einziges Tor die Punkte
ſich zu ſichern. Mit dieſem Spiel hat Roßdorf ſeine auswärtigen
Verbandsſpiele beendet und hat jetzt nur noch 3 Spiele auf
eige=
nem Platze auszutragen. SV. Höchſt iſt der nächſte Gegner, der
am kommenden Sonntag um 14 Uhr hier anzutreten hat. Die
Ein=
heimiſchen treten zu dieſem Spiel erſtmals wieder in ſtärkſter
Auf=
ſtellung an, was auch ſehr notwendig iſt, denn die Gäſte werden
alles daranſetzen, um ihren 4:3=Sieg aus dem Vorſpiel zu
wieder=
holen. Dieſe Niederlage gilt es wieder gutzumachen.
SC. Ober=Ramſtadt — FV. Eppertshauſen 1:2.
Zum Pokalſpiel empfing Ober=Ramſtadt den FV.
Epperts=
hauſen und unterlag mit 2:1. Infolge des ſchlechten Wetters
hat=
ten ſich nur etwa 200 Zuſchauer eingefunden, die zwei gleich ſtarke
Mannſchaften im Kampfe ſahen. Es war ein herrlicher Kampf,
der den begeiſterten Zuſchauern geboten wurde. Schade, daß das
Spiel durch eine Fehlentſcheidung des Schiedsrichters entſchieden
wurde. Ein ungerechtfertigter Strafſtoß ergab in den letzten
10 Min. das Siegestor für die Gäſte. Der Gaſtgeber zeigte ein
techniſch hochſtehendes Spiel, und das Reſultat hätte dem
Spiel=
verlauf nach auch umgekehrt lauten können. Die Gäſte übertrafen
die Erwartungen, die man in ſie geſetzt hatte, ſie ſtellten eine gut
durchgebildete Mannſchaft, bei der man keinen ſchwachen Punkt
entdecken konnte; überragend die Verteidigung. Schiedsrichter
Schwarz (Griesheim) konnte nicht gefallen. — 1. Jgd. — 1. Jgd.
Union Wixhauſen 1:0.
Kommenden Sonntag empfängt Ober=Ramſtadt den
VfR. Beerfelden zum Verbandsſpiel. Beerfelden hat ſich ſeit
Be=
ginn der Verbandsſpiele ſehr verbeſſert und nimmt in der Tabelle
einen guten Mittelplatz ein. Es iſt mit einem fairen und
ſpan=
nenden Spiele zu rechnen.
Sp. Cl. Viktoria Griesheim — FV. Sprendlingen.
Zu einem recht ſpannenden Kampfe dürfte es am Sonntag in
Griesheim kommen, wo der Tabellenführer FV. Sprendlingen
antritt. Bei Griesheim geht es auch in dieſem Spiel wieder um
den Abſtieg, bei Sprendlingen dagegen um die Meiſterſchaft, alſo
ein Spiel, welches für beide Vereine von Bedeutung iſt. Da nun
auch noch die Tatſache beſteht, daß Griesheim in den letzten
Jah=
ren jeweils dem Tabellenführer auf eigenem Platz Niederlagen
bereitete, iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß dieſes auch am Sonntag
eintrifft, zudem die Griesheimer lange nicht ſo ſchlecht ſind, wie
ihr augenblicklicher Tabellenſtand beſagt. Wir wünſchen dem
Spiel einen guten Schiedsrichter und unter deſſen Leitung einen
guten Verlauf.
Die 1. Handballmannſchaft muß zur Polizei Darmſtadt und
wird wohl um eine Niederlage nicht herumkomme:. „Doch wiid
ſich die Polizeimannſchaft etwas mehr anſtrengen müſſen wie beim
Vorſpiel, da Griesheim zurzeit eine Formverbeſſerung aufweiſt.
Kleine Olympia=Notizen.
Sonja Henie, die Weltmeiſterin im Eiskunſtlauf, hat ihr
ſtändiges Trainingsquartier in Berlin aufgeſchlagen und wird ſich
auf der Eisfläche des Sportpalaſtes für die Olympiſchen
Winter=
viele im Februar vorbereiten.
Amerikas Schnelläufer haben in Bear Mountain
im Staate New York mit ihrem Olympia=Training begonnen.
Insgeſamt wurden 18 Läufer zuſammengezogen, die ſich zum erſten
Male in der Geſchichte des amerikaniſchen Eisſportes einem
ratio=
iellen Training für ſpätere Ausſcheidungskämpfe unterziehen.
Frau Herbert Hoover, die Gattin des amerikaniſchen
Präſidenten, hat den Ehrenvorſitz über eine Organiſation von
23 000 Frauen Kaliforniens übernommen, die bei den Olympiſchen
Spielen im nächſten Sommer als Gaſtgeberinnen fungieren ſollen.
Muſſolini beauftragte auf der Parteiſitzung in Rom den
Unterſtaatsſekretär des Innenminiſteriums Arpinati, mit der
Leitung des Olympiſchen Komitees von Italien.
Die Kunſt wird bei den Olympiſchen Sommerſpielen
wie=
der eine große Rolle ſpielen. Für die Wettbewerbe, die unter der
perſönlichen Leitung des Generals Charles H. Sherill, einem
Mit=
gliede des Internationalen Olympiſchen Komitees, ſtehen, ſind
ſchon jetzt eine Reihe von Gemälden, Skulpturen, architektoniſchen
Entwürfen ſowie literariſche und muſikaliſche Werke, alle von
lebenden Künſtlern, angemeldet worden.
Wie alk iſt Sonja Henie?
Wunderkinder dürfen nicht älter werden, denn dann verlieren
ſie ihren Nimbus. Als Jackie Coogan ſchon lange Hoſen tragen
mußte, war er für den Film unintereſſant geworden. Aber gegen
die Zeit gibt es keine Hilfsmittel.
Als die kleine Sonja Henie erſtmals auftauchte und die Welt
durch Anmut und Grazie entzückte, war ſie wirklich ein kleines
Mädelchen. Wenn es nach ihr und ihren Eltern gegangen wäre,
bliebe ſie ewig 17 Jahre. Aber nun kann man nicht ewig in der
Blüte der Jugend bleiben, die kleine Sonia wurde auch größer,
und nun iſt ſie ſchon ein erwachſenes Mädchen, eine junge Dame,
die im Jahre 1932 ihr 21. Lebensjahr vollendet und nach deutſchen
Geſetzen mündig wird. Wahrſcheinlich iſt das in Norwegen auch ſo.
In den letzten Jahren iſt das Alter der niedlichen Sonja
ge=
heimgehalten worden. Das hat gute Gründe, nicht etwa die
Eitel=
keit eines jungen Mädchens. Denn eine Frau braucht ihr Alter
erſt vom 25. Jahre ab zu verſchweigen. Nein — der Grund war
viel proſaiſcher, denn Sonja pflegte auf ihren Reiſen immer ihre
Eltern mitzunehmen, die natürlich von den Veranſtaltern und
Verbänden munter die Speſen einkaſſierten und ſo billig durch
die Welt kamen. Das kleine Mädchen brauchte natürlich ihre
elterlichen Beſchützer, und dieſem Argument konnte ſich niemand
verſchließen. Im nächſten Jahre ſind nun die Olympiſchen
Winter=
ſpiele in Lake Placid, und wieder wollen Papa und Mama Henie
auf Koſten der Amerikaner mitfahren. Aber da kam nun das
norwegiſche Olympiſche Komitee und ſtellte feſt, das ſei nun
wirk=
lich nicht mehr nötig, denn Sonja ſei doch zwanzig Jahre alt und
könne wohl auch jetzt allein nach Amerika reiſen.
Und ſo wiſſen wir alſo, wie alt Sonja Henie iſt.
Die geheime Ehe.
Neulich iſt gemeldet worden, Ethel Catherwood.
Olympia=
ſiegerin in Amſterdam, Weltrekordlerin im Hochſprung und
außer=
dem das ſchönſte Sportmädel der Amſterdamer Olympiſchen Spiele,
habe ſich mit dem Kaufmann J. Mc. Laren verheiratet. Die Sache
iſt nun zweifellos richtig, nur daß die Hochzeit ſchon einige Zeit
zurückliegt. Denn es ſtellt ſich heraus, daß Ethel Catherwood
ſchon ſeit zwei Jahren Ethel Mc. Laren heißt, aber aus
irgend=
einem Grunde ihre Ehe verſchwiegen hat und jetzt erſt mit der
Sprache herausrückt.
Es iſt eine Leiſtung 1,59 Meter hoch zu ſpringen. Es iſt eine
Leiſtung, als ſchönſte Olympia=Teilnehmerin zu gelten. Aber es
iſt eine nicht weniger große Leiſtung, eine Ehe zwei Jahre lang
geheim zu halten.
Kraftſpork.
Athl.=Sportv. 1891 Darmſtadt — Weiſenau.
Am Samstag abend 8 Uhr findet in der Turnhalle des
Realgymnaſiums der Entſcheidungskampf um die
Kreismeiſter=
ſchaft im Ringen zwiſchen Darmſtadt und Weiſenau ſtatt. Die
Gäſte verfügen in ihren Reihen über mehrere bekannte
internatio=
nale Kräfte, unter ihnen der bekannte Olympiadeſieger Guttmann.
Die Weiſenauer, welche ungeſchlagen die Tabelle anführen,
wer=
den auch dieſes Jahr beſtrebt ſein, den Kreismeiſtertitel an ſich zu
bringen. Weiſenau wird bei der neu zuſammengeſtellten
Darm=
ſtädter Mannſchaft auf härteſten Widerſtand, ſtoßen, denn für
Darmſtadt ſind die beiden Punkte von großer Bedeutung. Alles
in allem alſo iſt ein raſſiger Kampf zu erwarten, welcher an
Technik und Spannung nichts zu wünſchen übrig laſſen wird.
Ein=
trittspreiſe äußerſt niedrig.
Vorwärts Groß=Zimmern — Siegfried Klein=Oſtheim 17:2.
Bei dem am Sonntag in Groß=Zimmern ſtattgefundenen
Kampf obiger Vereine konnte Groß=Zimmern das höchſte Ergebnis
für die diesjährigen Oberligakämpfe im Mannſchaftsringen
er=
zielen. Im Bantamgewicht ſiegte Herbert (Groß=Zimmern) nach
Punkten. Im Federgewicht errangen Weidner, im Leichtgewicht
Ohl, im Mittelgewicht Danz, im Halbſchwergewicht Fröhlich und
im Schwergewicht Bernhard Schulterſiege. Nur im Weltergewicht
konnte Rachor (Klein=Oſtheim) über Reinhardt eine Punktſieg
durch eine Verwarnung von Reinhardt erhalten, obwohl
Rein=
hardt in Führung und ſeinem Gegner überlegen war. Damit
bleibt Groß=Zimmern weiter an der Spitze der Tabelle.
Das zu wiederholende und für den 20. Dezember angeſetzte
Verbandsſpiel zwiſchen Wormatia Worms und Mainz 05 gelangt
erſt am 27. Dezember zum Austrag. Bekanntlich hat am 20.
De=
zember Mainz 05 ſein erſtes Endſpiel gegen Eintracht Frankfurt
auszutragen.
Die von Elfriede Saſſerath im 200=Meter=
Rücken=
ſchwimmen mit 3:09,8 Min. aufgeſtellte Beſtleiſtung wurde jetzt
als neuer deutſcher Rekord vom DSV. beſtätigt.
Das Stuttgarter Solitude=Rennen 1932 iſt aus
finanziellen Gründen ſtark in Frage geſtellt.
Zum Europa=Rundflug mit Start und Ziel in
Ber=
lin haben für das kommende Jahr außer Deutſchland als
Aus=
richter noch Frankreich. Polen, Italien, die Schweiz und die
Tſchechoſlowakei zugeſagt.
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Nummer 349
Donnerstag, den 17.
Erneut Kursrückgänge.
Auslandsabgaben am Farben= und Reichsbankmarkk. — Schwache Börſenkendenz.
Berliner und Frankfurker Effekken=
Freiverkehr.
Nachdem in den vorgeſtrigen Abendſtunden auf der niedrigen
Kurs=
baſis Deckungsneigung feſtzuſtellen war, konnte man auch zu Beginn des
geſtrigen telephon. Freiverkehrs in Berlin eine freundlichere
Grund=
ſtimmung erkennen, wobei von der Befeſtigung an den internationalen
Getreidemärkten und der gebeſſerten Tendenz der vorgeſtrigen New
Yorker Börſe eine gewiſſe Anregung ausging. Das Geſchäft hielt ſich
aber in engen Grenzen, und die Spekulation blieb weiterhin ziemlich
abwartend, zumal man immer noch Auslandsabgaben befürchtete, die
gewöhnlich erſt gegen Mittag bei den Banken einzuſetzen pflegen. Im
Laufe des Vormittags kam dann an einzelnen Märkten, wie befürchtet,
doch wieder etwas Ware heraus, ſo daß ſich die höheren Anfangskurſe
nicht immer behaupten konnten und das vorgeſtrige Nachmittagsniveau
meiſt wieder erreicht wurde. Einiges Angebot war am
Schiffahrts=
markt feſtzuſtellen, an dem angeblich bisher notwendige Deckungen in
Hanſa und Hamburg=Süd beendet ſeien. Bei beiden Werten beträgt
der Verluſt gegen den letzten Liquidationskurs ſchon etwa 25 Prozent
ihres Wertes. Salzdetfurth verloren etwa 2 Prozent und Geffürel 1,5
Prozent, während Siemens und Reichsbank zunächſt wenigſtens um ca.
ein Prozent anzogen. Auch Reichsbankanteile waren in der Hoffnung
auf eine 8prozentige Dividendenausſchüttung etwas erholt die übrigen
Bankaktien lagen behauptet. Der feſtverzinsliche Markt hatte ruhiges
Geſchäft. Goldpfandbriefe zeigten geringe Veränderungen. Deutſche
Anleihen bröckelten leicht ab. Einige Nachfrage erhielt ſich für
Reichs=
bahnvorzugsaktien, während Farbenbonds geſtern im Gegenſatz zu
vor=
geſtern eher angeboten waren. Der heute erſtmalig abzuhaltenden
ſo=
genannten Sprechbörſe wird wenig Bedeutung beigemeſſen. — Bei
ruhigem Geſchäft bröckelten die Kurſe in den Mittagsſtunden weiter ab,
da erneut, wenn auch nur in beſchränktem Umfange, Material an die
Märkte kam. Auch am Pfandbriefmarkt traten im Laufe des Tages
eher weiter leichte Rückgänge ein. Der Geldmarkt hatte unverändertes
Ausſehen. Tagesgeld blieb mit 7,75—9 Prozent gefragt.. Am
Devi=
ſenmarkt notierte das Pfund 7 Pfg. niedriger mit 14,51 RM.
Amſter=
dam verlor im Einklang mit den Rückgängen an den internationalen
Deviſenmärkten 50 Pfg., die Norddeviſen gingen um 25—40 Pfg.
zu=
rück, und Budapeſt verlor abermals 2 RM. Die Notiz für Wien erfuhr
heute keine Veränderung.
Trotz des Beſchluſſes des Aelteſtenrates, den Reichstag
ent=
gegen dem Antrag der Oppoſitionsparteien nicht vorzeitig
einzu=
berufen, blieb die Tendenz an den Aktienmärkten auch im
wei=
teren Verlaufe des Tages ſchwach, zumal die Auslandsabgaben
am Farben= und Reichsbankmarkt pünktlich wieder einſetzten. In
dieſen beiden Werten war das Angebot ziemlich groß, ſo daß die
Kurſe, da keine nennenswerte Interventionstätigkeit beſtand,
um ca. 2 Prozent nachgaben. Auf den übrigen Märkten hielten
ſich die Rückgänge in engeren Grenzen, kleinere Kursverluſte
waren aber ebenfalls nicht zu vermeiden. Auch Pfandbriefe
zeig=
ten weiter abbröckelnde Tendenz, beſonders die 8prozentigen
wur=
den niedriger genannt, während ſich die 7prozentigen beſſer
be=
haupten konnten. Im allgemeinen beträgt die Differenz zwiſchen
dieſen beiden Typen nur noch in Ausnahmefällen mehr als 2
Prozent. Bei den bayeriſchen Emiſſionen iſt ſie z. B. faſt völlig
ausgeglichen. Induſtrieobligationen hatten im Einklang mit den
Aktienmärkten ebenfalls ſchwächere Kursnennungen, auf der
er=
mäßigten Baſis zeigte ſich aber eher Nachfrage. Am Geldmarkt
trat auch nach dem Medio in den Sätzen noch keine Erleichterung
in Erſcheinung, obwohl die Tendenz des Marktes eher etwas
ent=
ſpannt zu ſein ſcheint. Noch einiges am Privatdiskontmarkt
her=
auskommendes Material wurde von der kursregulierenden Stelle
zu 7 Prozent aufgenommen. Zugleich mit der heutigen
Wieder=
eröffnung der Börſenräume für den Sprechverkehr taucht natürlich
die Frage der Börſengebühren wieder auf. Es ſoll dem Vorſtand
der Maklergemeinſchaft nahegelegt worden ſein, einen
entſprechen=
den Stundungs= reſp. Herabſetzungsantrag bei der Induſtrie= und
Handelskammer einzureichen. Auch in der Kompenſationsfrage iſt
bisher noch keine Einigung zwiſchen den Vereidigten und Freien
Maklern erzielt worden, doch hofft man, hierüber in der heutigen
Proteſtverſammlung der Maklerſchaft Näheres zu hören evtl. zu
einem Kompromiß zu kommen.
Der geſtrige Effektenfreiverkehr in Frankfurt a. M. zeigte
in=
folge des weiteren Angebots und des Abgleitens der J. G. Farben=Aktie
in der Grundſtimmung weiterhin eine unverkennbare Unſicherheit.
Nachdem im Vormittagsverkehr auf kleine Deckungen die Stimmung
eher etwas freundlicher war und die Farbenaktie um etwa 1,5 Prozent
gegenüber vorgeſtern erholt lag, ſetzte gegen Mittag wieder Angebot
in, das den Kurs erneut um 2 Prozent drückte. Man vermutete
wei=
terhin Exekutionen und Auslandsverkäufe. Die übrigen Märkte
blie=
ben dagegen ziemlich gehalten und zeigten nur vereinzelt Kursrückgänge
um Bruchteile eines Prozents. Die Umſätze hielten ſich allgemein in
ſehr engen Grenzen, da beſondere Anregungen nicht vorlagen und auch
die feſtere Tendenz Wallſtreets nur wenig Eindruck machte. Etwas
Beachtung fand zwar das beſſere Fortſchreiten der internationalen
Ver=
handlungen in Baſel und Berlin. Der Rentenmarkt lag geſtern
außer=
ordentlich ruhig; man bewahrte allgemein ſtarke Zurückhaltung. Die
Tendenz neigte infolge kleiner Abgaben des Publikums etwas zur
Schwäche, doch hielten ſich die Verluſte für Gold= und
Liquidations=
pfandbriefe im Rahmen von 0,5—1 Prozent. Städteanleihen lagen
voll=
kommen geſchäftslos, auch Reichsaltbeſitz bei unverändertem Kurs ohne
Umſatz. Reichsſchuldbuchforderungen gingen um 0,5 Prozent zurück,
ebenſo J.G. Farbenbonds. Dagegen zogen Reichsbahn=Vorzugsaktien
um etwa 1 Prozent an. Von Induſtrie=Obligationen waren Klöckner
angeboten. Auslandsanleihen ſtill. — Am Geldmarkt zog der Satz für
Tagesgeld auf 6,5 Prozent an, da ſich im Hinblick auf den Medio etwas
Bedarf zeigte.
Die Londoner Börſe eröffnete geſtern in ziemlich luſtloſer
Haltung bei ruhigem Geſchäft. Das Geſchäft war auch im Verlaufe
ſehr ruhig, die Tendenz war zum Schluß ſchwach.
An der Pariſer Börſe blieb die Grundſtimmung bis zum
Schluß freundlich, doch ging ein Teil der Anfangsgewinne ſpäter
wie=
der verloren.
Die Tendenz der Brüſſeler Börſe behauptete ſich.
An der Amſterdamer Börſe ſetzte ſich im Verlaufe eine
leichte Beſſerung durch.
Die Wiener Börſe verkehrte auf Realiſationen in ſchwächerer
Haltung, dagegen eröffnete die geſtrige New Yorker Börſe in
feſter Tendenz.
An den internationalen Deviſenmärkten war das Geſchäft am
Nach=
mittag etwas lebhafter, doch ergaben ſich im großen und ganzen kaum
Veränderungen. Das Pfund behauptete ſich unter kleinen
Schwankun=
gen auf 3,44/g gegen den Dollar, 8,59 gegen den Gulden, 17.67½ gegen
Zürich, 87¾ gegen Paris und 14,53 gegen die Reichsmark. Der Dollar
war gut gehalten, die Reichsmark blieb underändert; in Amſterdam
ſtellte ſie ſich auf 58,10, in Zürich auf 121,70 und in New York auf
23,75. Der holländiſche Gulden blieb den führenden Deviſen gegenüber
weiter ziemlich ſchwach; in Amſterdam waren die Umſätze am
Deviſen=
markt ziemlich erheblich, beſonders im franzöſiſchen Franken, die dem
Gulden gegenüber jetzt den oberen Goldkurs erreicht haben. Die
Nord=
deviſen tendierten wieder etwas ſchwächer, die Südamerikaner lagen
unverändert.
Berliner Deviſen=Feſtſehung vom 16. Dezember.
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Schweiz
Die Lage der deutſchen Maſchineninduſtrie
im November.
Vom Verein Deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten dem
Spitzenber=
band der deutſchen Maſchineninduſtrie, wird uns geſchrieben: Von
in=
ländiſchen Abnehmern gingen auch im November Aufträge nur in
ge=
ringem Umfange ein. Im Auslandsgeſchäft ſank der Auftragseingang
noch beträchtlich unter den Tiefſtand des vorhergehenden Monats. Die
zunehmende Verſchlechterung der Lage führte daher zu weiteren
Ver=
kürzungen der Arbeitszeit, zu Entlaſſungen von Arbeitern und
Ange=
ſtellten und zu vollſtändiger Stillegung ganzer Betriebe. Der
Beſchäf=
tigungsgrad der Maſchineninduſtrie ſank auf 34,5 Prozent der
Soll=
beſchäftigung. Mit großer Beſorgnis verfolgt die Maſchineninduſtrie
die ſchwere Behinderung des Exportgeſchäfts, welche durch die
Zoll=
erhöhungen und die Deviſen=Zwangsbeſtimmungen wichtiger
Abſatz=
ſtaaten eingetreten iſt. Da im Maſchinenbau zur Zeit über 65 Prozent
der noch verbliebenen Beſchäftigung in Exportaufträgen beſtehen, iſt
eine Unterſtützung des deutſchen Exports in ſeinem Kampfe um die
Erhaltung ſeines Anteils an der Belieferung der Weltmärkte
notwen=
diger als jemals. Umſomehr begrüßt die Maſchineninduſtrie die in
der Notverordnung der Reichsregierung enthaltenen Maßnahmen zur
Senkung der Selhſtkoſten der Induſtrie. Aber auch für das
Inlands=
geſchäft, das ſeit Monaten in Erwartung der Preisſenkungsmaßnahmen
völlig daniedergelegen hat, erhofft die Maſchineninduſtrie von den in
der Notverordnung vorgeſehenen Maßnahmen zur Senkung der
Roh=
ſtoffpreiſe, Löhne und ſonſtiger Selbſtkoſtenfaktoren in Verbindung mit
einer zweckentſprechenden Kreditpolitik der Reichsbank eine Belebung.
Wirtſchaftliche Rundſchan.
Grundſätzliche Einigung der deutſch=franzöſiſchen
Zementverhand=
lungen. Nach Informationen iſt auf der Pariſer Sitzung zunächſt eine
Einigung über die künftige Neuordnung des deutſch=franzöſiſchen
Ge=
bietsſchutzes der Zementinduſtrie beider Länder erreicht worden. Im
Prinzip konnte eine für Deutſchland gegen bisher weſentlich günſtigere
Regelung erreicht werden, d. h., die franzöſiſchen Zugeſtändniſſe ſind
in der Hauptſache auf eine ſtarke Herabſetzung ihres Kontingents von
8000 Wagen Naturallieferung und 4000 Wagen Tonnenabgabe erreicht
worden. Vorausſetzung für den endgültigen Abſchluß der deutſch=
fran=
zöſiſchen Zementverhandlungen iſt aber die Neufeſtſetzung des
Liefer=
rechtes der Saarwerke nach Frankreich, über die Verhandlungen
einſt=
weilen noch nicht aufgenommen ſind.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirr Darmſtadt.
Neue Verfahren. Gießen: Chr. Spieß, Sattlermeiſter.
An=
meldefriſt 15. 12., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 21. 12.
Fürth i. Odw.: Kfm. Ernſt Scharmann, Kraftfahrzeuge. Anmeldefriſt
14. 12., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 21. 12. Gießen:
Hermann Stern, o. H. Anmeldefriſt 15. 12., Gläubigerverſammlung
und Prüfungstermin 21 12. Darmſtadt: Hdl. Auguſt Engel 2. und
deſſen Ehefrau Eliſabeth, geb. Maſſing, in Griesheim. Anmeldefriſt
12. 12., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 22. 12. Worms:
Fa, J. Schmuck, o. H. Anmeldefriſt 9. 1., Gläubigerverſammlung 23.
12., Prüfungstermin 18. 1. Darmſtadt JJuwelier Ludwig Schmidt.
Anmeldefriſt 22 12. Gläubigerverſammlung 22. 12., Prüfungstermin
28. 1. Offenbach a. M.: Fa. N. Erkrath u. Sohn, Fabrik feiner
Leder=
waren in Mühlheim. Anmeldefriſt 10. 1., Gläubigerverſammlung 31.
12., Prüfungstermin 4. 2. Beendete Konkurſe. Mainz: Kfm.
Camill Arbogaſt. Neue Vergleichsverfahren. Offenbach
a. M.: Franz Dietz, Schokoladen= und Zuckerwarengroßhandlung.
Ver=
gleichstermin 17. 12. Worms: Fa. Oppenheimer u. Koßmann,
Seiler=
warengroßhandlung. Vergleichstermin 23. 12. Darmſtadt: Paul
Gott=
lob Mathäs, Inhaber der Fa. Schuhhaus Friedrich Soeder.
Ver=
gleichstermin 22. 12.:. Beendete Vergleichsverfahren.
Darmſtadt: Kfm. Emil Blnm, Schuhwaren.
Die Senkung der Kohlenkarife der Reichsbact
Die Maßnahmen zur Senkung der Kohlentarife der SeE,w)
bahn, die geſtern in Kraft traten, ſehen, wie ſchon berichte
Ei=
daß von den 300 Millionen, die für die Tarifſenkungen irn
ſicht genommen ſind, 85 Millionen für die Senkung der Ku.
tarife dienen ſollen. Davon ſind 60 Millionen für den Ausm
tarif 6 beſtimmt. Dieſer Tarif dient der Kohlenverſorgun
den innerdeutſchen Kohlenrevieren.
Im einzelnen ſtellt ſich die Herabſetzung dieſes Tarif aß
gendermaßen dar: Vor dem Kriege betrug der Streckenſ
einen Tonnenkilometer bis zu 350 Kilometern 2,2 Pfg. ur
350 Kilometer überſteigenden Kilometer 1,4 Pfg. Die A
gungsgebühr betrug für die Tonne 70 Pfg. Der bisherige K0
tarif in der Nachkriegszeit ſah eine Abfertigungsgebühr fir
Tonne von 100 Pfg. vor und einen Streckenſatz von 3,33 Xc, var ſe
bis 350 Kilometer; für die 350 Kilometer überſchießende 607 Mend
betrug der Streckenſatz bisher bis 400 Kilometer 1,2 Pf Lſchunſer
500 Kilometer 0,8 Pfg., bis 830 Kilometer 0,3 Pfg., ab 830Gnu Ihne
meter 1,4 Pfg. (alſo den alten Friedensſatz). Der neue Tar Uſtouen
eine Abfertigungsgebühr von 80 Pfg. pro Tonne vor und e(
Streckenſatz von 3,3 Pfg. bis zu 100 Kilometer, von 2,7 P
200 Kilometer, von 1,7 Pfg. bis 500 Kilometer, von 0,83
bis 752 Kilometer und von 1,4 Pfg. ab 753 Kilometer. A
von unterrichteter Seite zu der Herabſetzung des Kohlenausr
tarifes erfahren, haben faſt alle Steinkohlen= und Braunk Awerdeck z
reviere Beſchwerde gegen die neue Tarifregelung eingelex ſſnd erröte
der Begründung, daß gerade ihr Revier durch den neuen Amuffen,
benachteiligt werde.
Produkkenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 16. Dezember. Der Fram
Produktenmarkt verkehrte trotz feſterer Kurſe aus Chicago und
in ſehr ruhiger Haltung. Das Angebot war nach wie vor infolle
Bofen g!
Rf
Antragsergebniſſe, der öffentlichen Lebensverſicherungsanftalten im
Monat November. Bei den im Verbande öffentlicher
Lebensverſiche=
rungsanſtalten in Deutſchland zuſammengeſchloſſenen
Lebensverſiche=
rungsanſtalten ſind im Monat November ds. Js in der
Lebensverſiche=
rung einſchließlich der Bauſparverſicherung 12 765 Verſicherungen mit
19 Millionen RM. Verſicherungsſumme beantragt worden
Wahlen zur Handelskammer Frankfurt. Bei den Ergänzungs= und
Erſatzwahlen am 15. Dezember zur Induſtrie= und Handelskammer
Frankfurt a M.=Hanau wurden neu gewählt zu Mitgliedern für den
Wahlbezirk Frankfurt a. M. in der Abteilung Großhandel: Ferd.
Arnold (G. Hoffmann), Gottfried Kleinſchmidt jun. (Gottfr.
Klein=
ſchmidt), Felix Schamberg (M. L. Roſenſtein u. Co.), Siegm. E. Stern
(A. M. Schiff); in der Abteilung Induſtrie: Auguſt Ph. Oſterrieth
(Aug. Oſterrieth), Dr. C. A. Roſenthal (Philipp Holzmann A.G.),
Georg Hartmann (Bauerſche Gießerei); in der Abteilung Börſen=
und Bankgeſchäft: Profeſſor Dr. Albert Hahn (Deutſche
Effek=
ten= und Wechſelbank A.G.); für den Einzelhandel:
General=
direktor Georges Gottlob (Frankfurter Hof), Rudolf Dreßler (Georg
Schepeler), und für den Wahlbezirk Frankfurt a. M.=Höchſt: Dr.
Sieg=
fried Bloch (Zelluloſefabrik Okriftel a. M., Ph. Offenheimer), Okriftel
Teilſtillegungsantrag Voigt u. Haeffner A.G., Frankfurt a. M.
Zwecks Durchführung unvermeidlich gewordener Entlaſſungen in
Ver=
bindung mit dem Abbau unproduktiver Werkſtätten, wie der
Werzeug=
macherei, hat die Geſellſchaft bei den zuſtändigen Stellen
Teilſtillegungs=
antrag geſtellt, wodurch eine Entlaſſung von 60 Mann durchgeführt
werden kann.
Neugründung der Seidenparadies A.G. Frankfurt a. M. Der Katz
u. Michel=Konzern in Bielefeld hat das Warenlager und die
Einrich=
tungen der Seidenparadies G.m.b.H, Frankfurt a. M., die mit der
in=
ſolbent gewordenen Fa. Hermann Cahn u. Co. Frankfurt a. M. in
Verbindung ſtand, übernommen, um das Geſchäft weiterzuführen. Aus
dieſem Grunde ſoll die Seidenparadies G.m.b.H. als Aktiengeſellſchaft
mit einem Stammkapital von 100 000 RM. neu gegründet werden. Die
Aktien des neuen Unternehmens wird die Textil=Etagen A. G., Kiel,
eine Tochtergeſellſchaft der Katz u. Michel Texil A. G., Bielefeld,
über=
nehmen.
Getreide=Verwertungs=A. G., Berlin=Frankfurt. Die Geſellſchaft,
die bekanntlich 1930 durch Zuſammenfaſſung einer Reihe von
Getreide=
firmen (S. Hirſch — Gerſte A. G. — Scheuer) entſtanden iſt, verzeichnet
für das erſte Geſchäftsjahr einenBruttogewinn von 1,5 Millionen RM.
Nach Abzug von 0,735 Mill. RM. für Gehälter, ſoziale Laſten, Zinſen
und Steuern, ſowie ſonſtige Unkoſten von 0,359 Mill. RM.,
Rückſtel=
lungen von 0,200 Mill. RM. und 0 147 Mill. RM. Abſchreibungen
ver=
bleibt ein Reingewinn von 25 771 RM., wovon 20000 RM. der
geſetz=
lichen Reſerve zugewieſen werden. Im Geſchäftsbericht wird
ausge=
führt, daß ſich der Zuſammenſchluß beſonders im Saatengeſchäft
be=
währt habe. Die Abſatzmärkte ſeien einheitlich bearbeitet worden, die
Stützpunkte im In= und Auslande wurden zuſammengefaßt. Auch die
Beteiligungen der Geſellſchaft hätten befriedigend gearbeitet. Die
Bilanz verzeichnet in Mill. RMM. u. a. bei 2 Mill. RM. AK.:
Kredi=
toren mit 0,097, andererſeits Bankguthaben 0,51, Warenforderungen
0,70, Wechſel und Schecks 0,19, Waren 0,28 und Gerſtenbezugsſcheine
0,11. Das neue Geſchäftsjahr zeige eine befriedigende Entwicklung.
Die Bautätigkeit im Oktober. Laut „Wirtſchaft und Statiſtik” ging
mit 10 300 neuerſtellten Wohnungen der Wohnungsbau im Oktober 31
gegenüber dem Vormonat um 12 v.H. und im Vergleich zum Oktober
1930 um 35 v.H. zurück. Die Zahl der Bauanträge war um 17 bzw.
83 v. H. geringer. Bauerlaubniſſe verringerten ſich um 6 bzw. 78 v.H.
Die Zahl der Baubeginne ging um 6 bzu, 66 v.H. zurück.
Der Bankenkrach in Amerika. Am Dienstag haben 10 wei re
amerikaniſche Banken ihre Schalter geſchloſſen. Durch die
Zahlungs=
einſtellung der Federal Nationalbank in Boſton, die auf
außergewöhn=
lich ſtarke Abzüge in den letzten Tagen zurückzuführen iſt, ſind neun
teitere dem Verband angeſchloſſene Bankinſtitute im Staate
Maſſa=
chuſetts betroffen worden. Seit Anfang des Jahres haben 1200
Ban=
ken in Amerika ihre Schalter ſchließen müſſen.
geringen Nachfmge ausreichend. Die Umſatztätigkeit beſchränE ſwene we
nur auf die Deckung des notwendigſten Bedarfs. Die Preiſe Ziſm d
gegen den Montag unverändert bis auf Weizen, der ſich um 19.
befeſtigen konnte. Es notierte Weizen (74 Kilo Hektoliter=Gewichn/6
Roggen (72 Kilo Hektoliter=Gewicht) 218,50, Sommergerſte für 9e üge ihre
zwecke 170—175, Hafer 152,50—160, Weizenmehl ſüddeutſches S
Null mit Austauſchweizen 33—36, desgl. Sondermahlung 33,25—
Weizenmehl niederrheiniſches Spezial Null mit Austauſchweizen ſint deſt E
35,75, desgl. Sondermahlung 33,25—34, Roggenmehl Null 60p —
Ausmahlung 30,25—31,50, Weizenkleie 8,15—8,25, Roggenkleis
Die Preiſe verſtehen ſich in RM. für Getreide je Tonne, fün
übrige je 100 Kilo ab Frankfurt.
Süddeutſche Induſtrie= und Handelsbörſe in Stuttgart. Bau:
garne Nr. 2 engl. Troſſels, Wakbs und Pincobs 1,34—1,38
Nr. 30 desgl. 1,71—1,75 RM., Nr. 2 desgl. 1,78—1,82 RM., Sr
Pinc. 1,88—1,92 RM je Kilo; Baumwollgewebe echte ſüddeutſche A
88 Zentimeter Cretonnes 16/16 per 0,25 franz. Zoll aus 20/20 —
bis 29,5 Pfg.; 88 Zentimeter Renforce 18/18 per 0,25 franz. 3c
30/30 — 27,8—B,8 Pfg.; 92 Zentimeter glatt Kattune 18/18
meter per 0,25 franz. Zoll aus 36/42 — B,2—24,2 Pfg. Allg
tendenz: unveränderte Preiſe. — Nächſte Börſe am 13. Januar 79
Berliner Produktenbericht vom 16. Dezember. Die vom Au d
gemeldete kräftige Befeſtigung hat hier ſtimmungsmäßig einen geei
Eindruck machen können. Das inländiſche Angebot von Brotgm
und ebenſo auch von Hafer iſt nach wie vor außerordentlich gut
man neigt in Börſenkreiſen allgemein der Meinung zu, daß dis
käufe der Landwirtſchaft lediglich durch den Geldbedarf beſtimmt!
den. Jede Belebung der Nachfrage drückt ſich in anbetracht dieſer
ation in einer ſtärkeren Preisbewegung aus. Die nur ziemlich f
verſorgten Mühlen zeigten heute infolge einer leichten Belebur,
Mehlgeſchäfts lebhaftere Nachfrage nach Weizen und Roggen, ſ.
die Weizenpreiſe um 3 Mk., die für Roggen etwa um 2 Mk an/ Hasel
konnten. Bei den Käufen war Bahnware im allgemeinen bevch
einmal wegen der beſtehenden Froſtgefahr, und zum anderen auf!
der heute in Kraft getretenen Senkung der Eiſenbahnfrachtſätze / Koko4
Befeſtigung der Lieferungspreiſe entſprach etwa der der Prompt:
Weizen= und Roggenmehl iſt in den Forderungen um 25 Pfg. pre
erhöht; das Geſchäft hat ſich zwar etwas gebeſſert, die höherer0, Fst. A
derungen ſind jedoch vorläufig nur vereinzelt durchzuholen. Für
beſtand auch heute bei wiederum knappem Angebot regere
Konſur=
frage, ſo daß die Preiſe erneut anziehen konnten. Gerſte in Ind
qualitäten beſſer beachtet; es wurden auch etwas beſſere Preiſe bit
in anbetracht der neuen Kombination von inländiſcher mit auslt
ſcher Futtergerſte. Exportſcheine und Gerſtenbezugsſcheine lagen
bei nur allergeringſten Umſätzen. Ab. morgen Mainotiz im ha
rechtlichen Lieferungsgeſchäft.
Mekallnokierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg am 16
zember ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt cif Ham
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung fü=
Deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 64,75 RM. — Die Noti
gen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes
Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte 2n
rung und Bezahlung) ſtellten ſich für Original=Hüttenalumin!
98 bis 99 Prozent, in Blöcken. Walz= oder Drahtbarren, au
RM., desgleichen in Walz= oder Drahtbarren. 99 Prozent
174 RM., Reinnickel. 98 bis 99 Prozent, auf 350 RM., Anti
Regulus auf 50—52 RM., Feinſilber (1 Kg. fein) auf 43—46
Die Berliner Metalltermine vom 16. Dezember ſtellten!
für Kupfer: Dezember, Januar 54,50 (55,25), Februar
(56). Marz 55,50 (56), April 56 (57) Mai 56,25 (57,25),
57 (57,75), Juli 57,75 (58,50), Auguſt 58,50 (59), September
(59,50), Oktober 59 (60), November 59,50 (60,25). Tendenz: 5
Für Blei: Dezember 20 (22), Januar 20,50 (22,50) FeE;
21,50 (22,25), Marz 22 (22,25). April. Mai 22 (23,50) Jun,
22 (24), Auguſt, September 22.50 (24.,50), Oktober, Novembs,
(24,50). Tendenz: luſtlos. Für Zink: Dezember 21
Januar 22 (23), Februar 22,50 (24). März 22,75 (24), April
(24,50), Mai 23,75 (25). Juni 24 (25,50), Juli 24,50 (26), A.-
5 (26,50), September 26 (26,75), Oktober 26,50 (27,50), No2M4
ber 27 (28). Tendenz: ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten.
die in Klammern Brief.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Während der Abſatz in der Zementinduſtrie im dritten Vierte!
1931 um 29 Prozent unter der entſprechenden Vorjahreszeit lag, w..
der Minderabſatz im Oktober bereits 37 Prozent aus. Für Nove
ergibt ſich bei einem Zementverſand von nur 195 000 Tonnen ein A. Sta
gang um über 38 Prozent gegenüber dem November des Vorjahre
Auf einer Delegiertenkonferenz hat der Deutſche Metallarbeite?! *l
band die Lohnregelung des für Nordweſtdeutſchland gefällten Sck7
ſpruches abgelehnt, die Arbeitszeitregelung dagegen angenommel=
Die Aufſichtsratsſitzung der Henſchel u. Sohn=A.=G., Kaſſel
urſprünglich am 17. Dezember in Kaſſel ſtattfinden ſollte, wird eiß 6z=
22. Dezember, und zwar in Berlin (D.D.=Bank) abgehalten werden. 2
Wie ungeheuer die Notlage der Ahrwinzer iſt, beweiſt der zwe
weiſe Verkauf eines Weinlagers in Ahrweiler. Dabei wurden für
Liter 193ler Weine ſage und ſchreibe nur 8 Pfg. je Liter erzielt. l
Uide e erlche e enge
Die italieniſche Handelsbilanz war im November wieder altib.
Einfuhr betrug 675 Millionen und die Ausfuhr 808 Millionen.
Iſ=
erſten zehn Monaten 1931 erreichte der Wert der Einfuhr 1060= —
lionen und der der Ausfuhr 9046 Millionen mit einem Einfuhreus ,
ſ-huß von 1616 Millionen gegenüber einem Einfuhr=Ueberſchuß
4645 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der Miniſterpräſident vom Oranje=Freiſtaat, General Herhog
geſtern die feierliche Erklärung ab, daß die Regierung der ſüdal.
niſchen Union den Goldſtandard nicht aufgeben werde, und künl
an, daß dem Parlament während ſeines nächſten Tagungsabſchl.
eine Geſetzesvorlage zur Einführung einer eigenen ſüdafrilgul-
Währung zugehen werde, die nicht mehr zu vermeiden ſei.
vkag, 17. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 349 — Seite 15
ATAMAOTS
von
Roman
FRITZ WEBER
(Nachdruck verboten.)
Mascotte”, die ſchneeweiße Motorjacht Greta Lunds,
eine Tänzerin über den blauen Spiegel des Mittel=
Man hatte in der Gironde die erſten Unterſeekreuzer
beſichtigt und befand ſich jetzt auf der Reiſe nach Kap
vo die Lunds vier Wochen zubringen wollten.
r Helland war als Gaſt Einars und ſeiner Frau in
dan Bord gegangen. Er blieb meiſt unſichtbar und
er=
zu den Mahlzeiten in Gretas kleinem Salon, verſchlang
ſſen, ſagte ein paar höfliche Worte, um plötzlich
aufzu=
gund wieder in ſeine Kajüte zu laufen. Erholung kannte
einzigen Abend verbrachte Helland in Gretas
Geſell=
ar hatte in Barcelona anlegen laſſen, um ſeinem Mit=
Don Guzman de Sala e Igre einen Beſuch abzuſtatten.
Herr war krank und hatte in einem Funkſpruch
mitge=
er leider auf den Empfang an Bord der „Mascotte‟
müſſe.
war ſehr verwundert, als Helland um die Erlaubnis
Abend in ihrer Geſellſchaft verbringen zu dürfen. „Sie
ſot unſer Gaſt, Ingenieur, und ich finde es einfach
unver=
vn Ihnen, daß Sie mir bisher nicht eine Viertelſtunde
tiobaren Zeit gönnten”, rief ſie lachend. „Aber kommen Sie!
ſuen den Tee auf Deck nehmen und den Sternenhimmel
tu bewundern! Ich werde Sie nicht mit meinen
Schwär=
ichn angweilen, ich freue mich ja ſo, endlich einmal Holger
wihne Zeichnungen, Pläne und dergleichen
kennenzuler=
e klatſchte wie ein Kind in die Hände und befahl, auf
toerdeck zu ſervieren.
lnd errötete. Er fühlte ſich von jener merkwürdigen
Ge=
riffen, die ihn vor Jahren in den Bannkreis Dagmar
hhios gezogen hatte. Dieſe Frau beherrſchte Menſchen
hſn Adel ihrer Züge, durch einen Blick ihrer Augen, eine
ihr ſchlanken Hand; ſie ſchmeichelte nicht, um einen
Mäch=
fuhren Dienſt zu zwingen, ſie war frei, freier als je ein
ſin konnte.
Hafen glühte im Glanz unzähliger Lichter. Die „Mas
uerte weit draußen, das Sauſen, Dröhnen, Hupen und
a der Stadt drang nur als verworrenes Geräuſch bis
„üdas nicht herrlich!” rief Greta, geſpannt in die unbe=
Hüge ihres Gaſtes blickend.
ſchön! Faſt ſo ſchön wie — das Flattern des
Süd=
der den Eisrieſen der Antarktis.”
Greta horchte verwundert auf. Zum erſtenmal hörte ſie
aus dem Munde dieſes Mannes eine Regung ſeiner
verkümmer=
ten Seele. „Erzählen Sie, bitte!” bat ſie, ſchüchtern und voll
Angſt, dieſen zarten Funken zum Verlöſchen zu bringen. „Dort
unten muß es wohl ſehr ſchön ſein.”
Holger Helland ſchien in ſich hineinzuhorchen. Sein Geſicht
verlor den Ausdruck geſammelter Spannung, er faltete die
Hände, legte zwei Finger an den Mund.
„Ich glaube, ſchön iſt nicht das richtige Wort”, ſagte er leiſe.
„Vielleicht erhaben. Ja, das iſt es. Fern und erhaben, allen
irdi=
ſchen Maßen entrückt. Nur Licht, bläuliches Zucken, wie elektriſche
Entladungen, und Schweigen — das iſt die antarktiſche
Winter=
nacht.”
„Ingenieur, ich erkenne Sie nicht wieder! Oh, verzeihen Sie,
aber dieſe Beſchreibung erwartete ich wirklich nicht von Ihnen!“
Etwas für den Herrn!
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Taschentücher in großer Auswahl.
Geiger & Günther, Ludwigstr. 17
„Warum nicht, gnädige Frau?”
„Das kann ich nicht ſagen. Nein, ich weiß wirklich keinen
Grund dafür. Aber ich hatte immer das Gefühl, als wären
Sie überhaupt kein Menſch, ſondern ein Dämon, der Maſchinen
ſchafft, Pläne ſchmiedet, Kräfte antreibt.”
„Bin ich denn tatſächlich ſo ganz und gar entmenſchlicht?
Aber es iſt ja möglich, ich will es nicht beſtreiten, es mag ſchon
den Anſchein haben . .‟ Er unterbrach ſich plötzlich und lächelte,
ſchmerzlich faſt, über ſeine eigenen Worte.
Greta bereute, ſo aufrichtig geweſen zu ſein. Wie dumm,
dieſem Manne Mängel vorzuhalten! Jetzt hatte ſie ſich wohl ſehr
lächerlich gemacht.
„Nein, nein, Helland!” rief ſie lebhaft, die Hand auf ſeinen
Arm legend. „Sie müſſen mich richtig verſtehen! Ein Mann,
der ſo ganz mit ſeinem Werk verſtrickt iſt, hat etwas
Dämo=
niſches an ſich."
„Dann iſt wohl Herr Lund eine Art Ueberdämon”, erwiderte
Holger lächelnd.
„Das ſcheint nur ſo, in Wahrheit iſt der Unterſchied
bedeu=
tend. Einar hat viel Sinn für Schönheit, Liebe, Sehnſucht, er
trägt etwas in ſich, was ihn immer wieder die Grenzen ſeiner
Kraft erkennen läßt: Ehrfurcht. Sie lachen! Sie glauben das
nicht, und doch iſt es ſo. Ich habe den reichſten Mann Europas
oft in demütiger Ehrfurcht vor dem Wunder einer Schneeflocke
geſehen.”
Holger ſah ſie mit halbgeſchloſſenen Augen von der Seite
her an. „Ich kenne die Poſen der Herrſcher, einerlei, welcher
Herkunft ſie ſind”, ſagte er ſpöttiſch.
„Pfui, Helland! Für ſo — klein hätte ich Sie nicht gehalten!“
„Nennen Sie es, wie Sie wollen, ich muß dabei bleiben.”
„Und Sie fühlen ſich frei von dieſer Schwäche?"
„Im Gegenteil, ich bin ganz in ihrem Bann, Frau Greta,
Eben deshalb erkenne ich ſie auch an andern. Wahrhaft
bewun=
dern kann ich nur Weſen von Ihrer Art, nämlich vollkommene,
in ſich ſelbſt ruhende, abſolut ſiegreiche Weſen.”
Greta Lund errötete. Sie lehnte ſich in den Korbſeſſel
zu=
rück, um dem Schein der Tiſchlampe zu entgehen. Dieſe
Wen=
dung des Geſpräches hatte ſie nicht erwartet. Sie zauderte, ſie
ſuchte nach einer Antwort; das Schweigen beklemmte ſie wie
ein Abgrund. Irgendwie flatterte ſüßer Triumph in ihr auf,
das Gefühl, dieſen übermenſchlich harten Mann beſiegt zu
ſehen, Entſpannung, Freude; aber die Pauſe, dieſes vergebliche
Suchen nach einer Antwort, nach dem leiſen Abklingen ſeines
Geſtändniſſes, verſchlang mit raſender Eile das
Machtbewußt=
ſein ihrer Perſönlichkeit.
Da kam ſeine Stimme wieder aus dem Dunkeln: „Wäre
ich je einer Frau wie Ihnen begegnet, Greta, mein Daſein hätte
einen anderen Verlauf genommen. Aber das war eben nicht der
Fall, ich erlebte immer nur Enttäuſchungen, bis ich ſchließlich
dieſes Kapitel abſchloß und anderen Wünſchen nachjagte. Einar
Lund ſiegt überall; er hat Männer überwältigt und eine Frau
wie Sie erobert. Ich muß beſcheidener ſein, ich will mich mit
dem Sieg über die Antarktis begnügen.”
Er ſtand auf, verbeugte ſich kurz und ſagte mit gänzlich
verändertem Tonfall: „Verzeihen Sie, gnädige Frau, ich muß
nun leider an die Arbeit. Und unſer Geſpräch, laſſen Sie
es ungeſchehen ſein, bitte! Der Sternenhimmel, dieſe Nacht
— wir alle ſind nur Menſchen. Wenn Frauen ſich langweilen,
lieben ſie es, längſt begrabene Sehnſüchte in uns aufzuwühlen.
Das iſt die Verwirklichung ihrer Machtwünſche. Auf
Wieder=
ſehen, gnädige Frau!”
Er wandte ſich ab und ging. Um ſeine Lippen ſpielte ein
ſeltſames Lächeln. Greta ſah ihm verwundert nach.
Als Fräulein Daggerſtam, ihre Geſellſchafterin, erſchien, um
an die Gefahren der Nachtluft zu erinnern, ſaß ſie noch immer
da, den Kopf in die Hand geſtützt, und blickte verloren nach der
lichterglänzenden Stadt hinüber. Es war ihr, als hätte ſie Einar
ein großes Unrecht abzubitten.
(Fortſetzung folgt.)
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Seite 14 — Nr. 343
Darmſtüdter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
A24
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Beginn: 3 45. 6 und 8.20 Uhr.
Heute und folgende Tage Nur noch heute und morgen
Der Sittenfim aus der Berliner Willy Fritsch
Unterwelt
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Berlin
in der entzückenden Tonfilm-Operette
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Jugendliche zugelassen.
NIaria Bard u a (V. 18203
Beginn 3 45, 6 und 8.20 Uhr.
Beginn: 3.45, 6 und 8 20 Uhr.
Morgen Freitag, den 18. Dezember 1931
tindet abends 8 Uhr
im Heaghaus, Luisenstraße 12
Eintritt
frei!
Vortrag
Eintritt
trei!
95
statt, über das Thema
Die elektrischen Geräte als
Weihnachtsgeschenke!‟
W.773
Hessische Eisenbahn A.-G., Darmstadt.
Großes Haus 19.30—22.30 Uhr
Hessisches
O 10
Landestheater
Donnerstag
17. Dezember 1931 G(Gr. 1 u. 2,
KleinesHaus 20—22.15 Uhr
Wallensteins Tod
Trauerspiel von Schiller
Preise 0.60—4 80 Mk.
Drei Kurzopern der Gegenwart:
Der Jasager. — Spiel oder Ernst.
Schwergewicht.
Preise 0.70—5 Mk.
Vereinigung früh. Leibgardiſten
Darmſtadt
Am Samstag, 19. Dez 1931,
abends 8 Uhr
Weihnachtsfeier
in der Boogsturnhalle
Konzert, bunte Bühne
Ball 18188
Eintritt für Mitglieder
gegen Vorzeigen der
letzten Quartalsqwittung frei, für Fremde
und Mitglieder anderer Regimentsvereine
Herren RM. 1.00 und Damen RM. 0 50.
Saalöffnung 7 Uhr abends. Wir laden
unſere Mitglieder recht herzlich ein u. bitten
um zahlreichen Beſuch. Der Vorſtand.
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Mittagtiſch 80 8 Eroquettes oder
Schweinskeule
speisehaus
Rotkraut
E. Fauldratt 177-
Ludwigspl. 2, 0.De*-
Deſſert
Abendessen von 0.30 an
VORANZEIGE!
w Samstag, 19. Dezember
abends 8½ Uhr
und Sonntag, 20. Lezember
2 gr. Propaganda-Vorstellungen
für den Weihnachts-Festspielplan des ORPHEUMS
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Hariete-Revue
in ihren phänomenalen Darbietungen russischer
Tanz-u. Gesangskunst. Ballettmsrt. u Direkt. Serim
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Darmſtadt.
Samstag, d. 2. Jan.
1932, abends 8 Uhr.
bei Sitte (18193
Ordenkliche
Mikglieder-
verſammlung.
Tagesordnung
gemäß § 8 d. Satz.
Der Vorſtand.
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Wanderklub
Falke 1916
Darmſtadt.
Weihnachts
m. Wandererehrung
Sonntag, 20. Dez.
1931, abds. 8.30 Uhr
auf dem Heiligen
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Kreuz.
Noch ein Waggon
Steingut
eingetroffen!
darunter Waschgarnituren von 2,95an
Satz. Schüsseln estra groß, 7teilig 0.95
Tassen weis ..."
5. Stäck 0.50
Tassen reich gespritzt . . . 3 Stück 0.50
as 3en reich gespritzt, extra groß, Stück 0.30
Teler tief und Hach . . . . 4 Stück 0.45
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Teppich-Kehrmaschine . . . 7.50
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geben ab:
Kinderſtühlchen,
Laufgitter,
Klappwagen,
Kinderrädchen,
Mädchenrädchen,
Wanderer=
Damenrad,
einige Hr.=Räder.
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Heinrichſtraße 52.
47816a)
Ain Freitag, den 18. Dezember
931 verſteigere ich zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
1. Nachmittags 2½ Uhr im Lager
des Spediteurs Eberhardt,
Eſchollbrückerſtraße 26:
1 Standuhr, 1 Büfett, 1 Eredenz,
1 Zimmertiſch, 6 Stühle mit
Leder=
ſitz, 1 E. M. A.=Motorrad.
2. Nachmittags 3 Uhr in meinem
Verſteigerungslokal
Ludwigs=
platz 8:
1 Union=Waage, 7 Stück Wein
1 Blumenſtänder, 2 Pulte, 1
Laden=
theke. 1Warenregal. 1 Dezimalwägge,
1 Regiſtrierkaſſe, 2 Schreibmaſchinen,
1 Staubſauger, 1 Lautſprecher,
1 Schnellwaage, 1 Diathermie=
Appa=
rat, 1 Eisſchrank, 3 Ktaviere, 1
Näh=
maſchine, 1Standuhr, Möbel allerArt.
3. Hieran anſchließend an Ort und
Stelle (Bekanntgabe erfolgt im
Verſteigerungslolal)
Eine Partie Kolonialwaren.
Darmſtadt. den 16. Dezember 1931.
Eißer
Gerichtsvollzieher kr. A., Darmſtadt
Rheinſtr. 28.
18218
Am Freitag, 18. Dezember 1931,
aachm. 3 Uhr, verſteigere ich in meinem
Berſteigerungslokale, hier, Hügelſtr. 27,
verſchiedene Gegenſtände öffentlich,
zwangsweiſe gegen Barzahlung.
Vorausſichtlich beſtimmt verſteigert
werden:
1 Eiſenſtanze, 1 Grammophon, 1 gr.
eichener Schrank, 1 Schreibtiſch, 1
Kla=
vier „Franke‟ 1 Piano „Hch. Arnold”,
1 Schreibmaſchine (Adler), 1
Büro=
doppelſchreibtiſch, 1 2tür. Aktenſchrank,
1 Herrenzimmertiſch, 2
Herrenzimmer=
ſtühle, 1 Bücherſchrank, 1 Büfett,
1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Schreibtiſch
(Dipl.), 1 Kappelſchreibmaſchine, 1
Se=
kretär, 1 Schriftenſchränkchen, 1
Har=
monium, 1 Schreibtiſch m. Aufſ. u. a. m.
Ferner hieran(Näheres im Verſte
gerungs=
lokale) 1 brauner Wallach, 1 Sekretär,
1 gr. alter Kleiderſchrank (antik).
Darmſtadt, den 17. Dezember 1931.
Scharmann
Stellvertr des Gerichtsvollzieher
18230) Portner in Darmſtadt.
Verſtei
98-Anzeige.
Am Freitag, den 18. Dez. 1931,
vorm 10 Uhr, ſollen in meinem
Ver=
teigerungslokal, Luiſenſtraße 32/34,
folgende Pfänder zwangsweiſe gegen
Bar=
zahlung verſteigert werden, insbeſondere:
1 Büfett (nußbaum poliert), 12 Dtzd.
Kämme, 1 Theke mit Glasaufſatz, 1
Tee=
ſchrank. 1 Partie Damenſtoffe, Samt,
Leinen, 1 el. Motor, 1 Perſonenauto
(Matthis) 5/22 PS, 3 Füllfederhalter,
Lodenmäntel, Möbel aller Ait u. a. m.
Ferner hieran im Anſchluß an Ort
und Stelle: Ernſt=Ludwigſtr. 1:
1 Vorplatzgeſtell, 1 Weißzeugſchrank,
1 Bücherſchrank, 1 Schreibmaſchine,
1 Schreibtiſch, 1 Kommode, 1
Schreib=
tiſch, 1 Schrankapparat, 1 Büfett,
1 Kredenz, 1 Standuhr, 6 neue Teppiche.
Ferner hieran im Anſchluß (wird noch
bekanntgegeben): 14 Schweine.
Ferner hieran an Ort und Stelle
Rhein=
ſtraße 50: 1 Autogarage, 1 Perſonen=
Auto (Benz=Mercedes u. a. mehr.
Darmſtadt, den 16. Dezember 1931.
Jungermann (18229
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt