Einzelnummer 10 Pfengige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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wöchentlich Tmaligem Erſcheinen vom 1. Oktober
31. Otober 2.48 Reſchemark und 22 Pfennig
ſürggegeblhr, abgehelt 225 Reſchemar, duch die
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Franffurt g. M. 4301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illufkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Origlnal=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 276
Montag, den 5. Oktober 1931.
194. J ahrgang
27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspig.
Finanz=Anzeigen 40 Reſchspfg. Relamezelle (92 mm
breſtl2 Reſchemark Anzelgen von auswärte 40Reſchspfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reſchepfg. 92 mm breſte
Rellame=
eie 300 Mſcheman. Afe Preſe m Nechemgar
141 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höberer
Gewalt. wle Krſieg, Aufruhr. Sirell uſw., erſiſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der Anzelgene
auftreäge und Teſtung von Schadenerſatz. Vel
Konhurs oder gerichtlicher Beſtreibung fänlf ſeder
Rabatt weg. Banklonto Deutſche Bani und
Darm=
ſädter und Nalonabanſ.
Mapemiiiiiiitet Talmas dio Maraatteien.
Ueberraſchende Wendung im Kabinekk. — Der Außenminiſter zieht die Konſeguenzen aus der Zollunion=Riederlage.
Reichskanzler Dr. Brüning und Skaaksſekrekär von Bülow wollen die Außenpolikik führen.
lage
se. 354
einsel
Astel
Der Kanzler vor der Enkſcheidung:
mit Rechts oder Links?
Rechksneigung im Zenkrum?
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
DDie Entſcheidung über die Kriſe im Außenminiſterium iſt am
bistag abend noch ganz überraſchend gefallen. Welche Gründe
MSReichskanzler Dr. Brüning veranlaßt haben, die Beſprechung
genagout ”” die Genfer Tagung im Kabinett, die ſchon mehrmals
zurück=
u. Nudelnſtillt worden war, plötzlich auf die Tagesordnung zu ſetzen, iſt
oder ah nicht ganz klar. Jedenfalls hat der Kanzler am Samstag
penſver ſ1 Beratungen über die Notverordnung unterbrochen und — auch
. Kauti Uleberraſchung der Kabinettsmitglieder — das Referat des
iosaußenminiſters eingeſchaltet. Die Ausſprache darüber iſt
zi noch nicht zum Abſchluß gebracht. Dafür ſcheinen aber mehr
bneule Gründe maßgebend zu ſein, weil die Entſcheidung in die
eingehl lchſke Woche hineingeſchoben werden ſollte. Nach allem aber, was
ed-Geli F dem Kabinett verlautet,
kenn kein Zweifel mehr darüber beſtehen, daß der
Reichs=
anßenminiſter Dr. Curtius erklärt hat, er werde die
Folge=
rangen aus der Genfer Niederlage ziehen und dem
Reichs=
präſidenten ſein Amt zur Berfügung ſtellen.
wird am Montag mittag oder ſpäteſtens Dienstag geſchehen.
Fall Curtius hat damit ſeine Löſung gefunden.
Die Entſcheidung, iſt allerdings wohl ſchon zu ſpät erfolgt,
daß dadurch eine Erleichterung der politiſchen und
parlament=
hiſchen Situation des Kabinettes noch möglich wäre. Wir
„Enen an, daß die Regierung eine öffentliche Kundgebung her=
—g=ben wird, worin ſie den Rücktritt des Reichsaußenminiſters
ttſilt, gleichzeitig wird ſie hinzufügen, daß dadurch der Kurs
teier Außenpolitik in keiner Weiſe geändert werde.
Die Frage des Nachfolgers für Dr. Curtius iſt
begreif=
ewweiſe noch nicht angeſchnitten. Vermutlich wird aber der
zler die Außenpolitik zunächſt ſelbſt führen unter
Attachie=
uiag des Staatsſekretärs v. Bülow, der ihn weitgehend
ent=
ei ſoll.
Am Montag will nun das
habineik die Roiverordnung zu Ende beralen.
gewiſſermaßen eine zweite Leſung vornehmen. Für den
nstag vormittag iſt der Reichsrat einberufen worden, bei
icher Gelegenheit der Kanzler den Inhalt der Notverordnung
Ateilt und gleichzeitig auch eine Begründung für die von der
ſi rung beſchloſſenen Maßnahmen geben wird. Aus dieſer Rede
nd man vielleicht weitere Anhaltspunkte über die nächſten
Ab=
ſter des Kanzlers, die ja noch völlig im Dunkeln liegen, ge=
ANnen.
Eins muß aber immer wieder unterſtrichen werden, daß die
de des Kabinettes in den letzten Wochen durch das dauernde
anszögern von Entſcheidungen ſich weſentlich verſchlechtert hat,
vor allem der Kanzler einen großen Teil des Kapitals an
ttauen eingebüßt hat, mit dem er ſich bisher umgeben hatte.
Kennzeichnend dafür iſt eine Rede des Landtagsabgeordneten
eapen, der dem rechten Flügel des Zentrums naheſteht und
er ſchon wiederholt den Verſuch machte, einen Anſchluß des
ktuums nach rechts zu erreichen. Er iſt damals von der Partei
hehee! gerüffelt worden und mußte ſich in der Zwiſchenzeit
ſelbſt=
tändlich völlig zurückhalten. Wenn er jetzt in Münſter vor den
ktrumslandwirten von neuem mit der Parole. Anſchluß des
LoE)l, bkrums nach rechts, herausrückt, ſo iſt das mindeſtens
„Zeichen für den Stimmungsumſchwung, der ſich auch innerhalb
entrums vorbereitet. Wenn man daraus ſchließt, daß der
biler ſeiner eigenen Partei nicht mehr unbedingt ſicher iſt,
en es dort bereits zu bröckeln beginnt, dann iſt die Gefahr, daß
n politiſchen Kampf in der nächſten Woche unterliegt, kaum
ti abzuwenden.
de der Konſerenz zwiſchen Reichstegie=
9, Arbeitgebern und Gewerkſchafken
CNB. Berlin, 4. Oktober.
Wie wir erfahren, iſt damit zu rechnen, daß die gemeinſame
bierenz von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die aus Regie=
Ayskreiſen vor einigen Tagen angekündigt wurde, bereits Ende
neuen Woche, alſo noch vor dem Zuſammentritt des
Reichs=
bs, ſtattfinden wird. Die Einladungen dürften bereits mor=
Koder übermorgen hinausgehen.
An der Konferenz werden für die Regierung beteiligt
der Reichskanzler, der Reichsfinanzminiſter, der
Reichs=
usminiſter und der Reichswirtſchaftsminiſter, ferner für
Arbeitnehmer die drei Gewerkſchaftsrichtungen, alſo die
hen, die Chriſtlichen und die Hirſch=Dunckerſchen
Gewerkſchaf=
für die Arbeitgeber der Reichsverband der Deutſchen Indu=
9 und die Vereinigung Deutſcher Arbeitgeberverbände. Be=
„hutlich hat die Einladung den Zweck, zwiſchen den beiden großen
Faktoren der Wirtſchaft ein Uebereinkommen herbeizuführen, das
dazu beiträgt, die zu erwartenden außerordentlichen
Schwierig=
keiten in dieſem Winter überwinden zu helfen. Nach Auffaſſung
gut unterrichteter Kreiſe hatten ſchon die letzten beiden Wochen
gezeigt, daß die Entwertung des Pfundes die
wirtſchaft=
liche Situation von der Ausfuhrſeite noch bedrohlicher geſtalten
wird, als man vorher befürchtet hatte. Es iſt anzunehmen, daß
die Reichsregierung den Arbeitgebern wie den Arbeitnehmern
die Gefahren klar zu machen verſuchen wird, die ſich hieraus
naturnotwendig für die deutſche Wirtſchaft ergeben. In
unterrichteten Kreiſen hofft man, daß ſich niemand dem Ernſt
die=
ſer Lage verſchließen wird und daß Gewerkſchaften und
Arbeit=
geberverbände in gemeinſamer Arbeit nach
Löſungs=
möglichkeiten ſuchen werden. Den Weg dazu denkt man ſich
offenbar ſo, daß die Konferenz Ausſchüſſe für die verſchiedenen
Probleme einſetzt und daß dieſe Ausſchüſſe bereits in der nächſten
Woche an die praktiſche Arbeit gehen.
Vorbereikungen
zum hefſiſchen Wahlkampf.
Landesparkeitag der Heſſiſchen Skaalsparkei.
WSN. Offenbach, 4. Oktober.
Der am Sonntag hier abgehaltene Landesparteitag der
Heſſi=
ſchen Staatspartei ſtand im Zeichen der bevorſtehenden
Landtags=
wahlen. Landesvorſitzender Abg. Schreiber beſchäftigte ſich
nach Worten des Gedenkens für die im verfloſſenen Jahre
geſtor=
benen Parteimitglieder, insbeſondere Herrn Martin Wenck, mit
der gegenwärtigen politiſchen Situation in Heſſen und ſagte u. a.:
Angeſichts der Notwendigkeit ſchärfſter Sparmaßnahmen erheben
wir immer wieder die Forderung nach Aufhebung der
Eigenſtaat=
lichkeit Heſſens. Die Untätigkeit der derzeitigen heſſiſchen
Regierung macht es uns unmöglich, noch
irgend=
welches Vertrauen zu ihr zu haben. — Dann ſprach
Reichstagsabg. Dr. Hermann Fiſcher. Die
Kandidatenaufſtel=
lung bringt auf den erſten Plätzen folgende Namen: 1.
Oberamts=
richter Dr. Schreiber=Vilbel, 2. Maurermeiſter Gemünden=
Ober=Ingelheim. 3. Hausfrau Klara Grein=Offenbach, 4
Rech=
nungsdirektor Koch=Darmſtadt. 5. Schulrat Fiſcher=Gießen,
6. Kaufmänniſcher Angeſtellter Frenet=Mainz. In den
geſchäfts=
führenden Vorſtand der Landespartei wurden gewählt: 1.
Vor=
ſitzender Oberſtudiendirektor Dr. Weiner=Offenbach, 2.
Vorſitzen=
der Amtmann Goſenheimer=Darmſtadt. 3. Vorſitzende Frl. Dr.
Sonnenberger=Sprendlingen.
Landesparkeitag der Radikaldemokraken.
WSN. Offenbach, 4. Oktober.
Der Landesverband Heſſen der Radikaldemokratiſchen Partei
hielt am Sonntag im Parkhotel in Offenbach ſeinen erſten
Lan=
desparteitag ab. Nach einer Gedenk=Kundgebung für den kürzlich
verſtorbenen Parteifreund Redakteur Martin Wenck=Darmſtadt
gab Dr. Neumann=Berlin vom Reichsorganiſationsausſchuß der
RDP. einen Bericht über den Stand der radikaldemokratiſchen
Bewegung in Deutſchland. — Der Landesparteivorſitzende, Rektor
Reiber=Darmſtadt, Md.L. berichtete über die Vorſchläge des
Ausſchuſſes zur Kandidatenaufſtellung. Nach längeren
Beratun=
gen nahm die Verſammlung die vorgeſchlagene Kandidatenliſte
an, die 22 Namen trägt. An der Spitze der Liſte ſteht der
ſeit=
herige Landtagsabg. Reiber. Ihm folgen Studienrat Balzer=
Ober=Ingelheim, Landtagsabg. Eberle, ferner Dr. Hammer=
Darm=
ſtadt, Frau Nies=Sichenhauſen, Schäfer=Darmſtadt und Strauß=
Bad=Nauheim.
Die „Sozialiſſiſche Arbeikerparkei” gegründel.
Berlin, 4. Oktober.
Am Sonntag wurde in der nach Berlin einberufenen
Reichs=
konferenz, an der 88 Vertreter aus dem Reich, darunter
ge=
wählte Vertreter aus 25 (von insgeſamt 32) Bezirken der SPD.
und eine Reihe von Gäſten teilnahmen, die „Sozialiſtiſche
Ar=
beiterpartei” gegründet. Zu gleichberechtigten Parteivorſitzenden
wurden gewählt: die Abgeordneten Sehydewitz, Dr. Roſenfeld
und Ströbel, außeroem in den Parteivorſtand Abgeordneter
Portune, Dr. Eckſtein=Breslau, Zweiling=Plauen und Frau
Diebh.
Der Hamburger Henak zurückgekreken.
Hamburg, 3. Oktober.
Der Senat hat in ſeiner heutigen Sitzung einſtimmig
be=
ſchloſſen, in ſeiner Geſamtheit zurückzutreten und nach Artikel 37
der Verfaſſung die Geſchäfte bis zur Wahl eines neuen Senats
weiterzuführen. Der Rücktritt des Senats iſt dem Präſidenten
der Bürgerſchaft mit dem Erſuchen mitgeteilt worden, gemäß
Ar=
tikel 35 der Verfaſſung die Vorbereitung für die Wahl eines
neuen Senats einleiten zu wollen. Der Präſident der
Bürger=
ſchaft hat mitgeteilt, daß er die Rücktrittserklärung des Senats
in der Bürgerſchaftsſitzung vom 21. Oktober vorlegen und der
Bür=
gerſchaft empfehlen wird, die Wahl des Vorbereitungsausſchuſſes
gemäß Artikel 35 der Verfaſſung der neuen Bürgerſchaft zu
über=
laſſen.
Schwere Zuſammenfköße
zwiſchen Wallonen und Slamen.
Brüffel, 4. Oktober.
Anläßlich eines „Belgiſchen Tages” in Haſſeln (Provinz
Limburg), der von belgiſchen Patrioten unter Aufwand größter
Geldmittel veranſtaltet wurde, kam es, als ſich die Maſſen noch
ſammelten, bereits zu blutigen Zuſammenſtößen zwiſchen
Flamen und Wallonen. Bauern, Arbeiter und Handwerker der
Umgebung hatten ſich zu Tauſenden verſammelt, um den
flä=
miſchen Charakter der Gegend zu beweiſen. Etwa 15 Kilometer
nördlich von Haſſelt kam es zum erſten Zuſammenſtoß. Wallonen
verſuchten am Grabe eines Franzoſen einen Kranz
niederzu=
legen. Die Flamen verhinderten das, und bei dem
Zuſammen=
ſtoß wurden ſieben Mann der Légion nationale verletzt. Auf der
Landſtraße nach Haſſelt wurde ein Autobus, der Teilnehmer zur
Kundgebung bringen ſollte, von Flamen angehalten und
zer=
ſtört. Bei der darauf folgenden Schlägerei wurden 17 Mann
berletzt. Der Gefallenenfriedhof in Haſſelt, auf dem Franzoſen
beerdigt ſind, ſollte mit Kränzen geſchmückt werden. Die Flamen
hatten jedoch in der Nacht ſämtliche Eingänge befetzt, ſo daß
die Wallonen nicht auf den Friedhof gelangen konnten. Die
Regierung hat große Gendarmeriemaſſen aus Lüttich nach
Haſſelt entſandt. Trotzdem kam es zu weiteren ſchweren
Zu=
ſammenſtößen. Die ganze Provinz Limburg befindet ſich in
höch=
ſter Erregung.
Anliſasciſtiſche Propaganda über Rom.
BP. Rom, 4. Oktober.
In den ſpäten Abendſtunden des Samstag erſchien über Rom
ein Flugzeug, das antifasciſtiſche Flugblätter in Maſſen über der
Stadt abwarf. Darin wird der König aufgefordert, ſelbſt die
Führung zu übernehmen und das Volk vom Fascismus zu
be=
freien. Ferner wird in den Flugblättern den Italienern der etwas
eigentümlich anmutende Vorſchlag gemacht, das Rauchen
aufzu=
geben, damit die Steuerbelaſtung zurückgehe. Das Flugzeug konnte
trotz ſofort eingeleiteter Verfolgung entkommen; es iſt
wahr=
ſcheinlich nach Korſika geflogen.
Kauan von den Japanern beſekl.
TU. Moskau, 4. Oktober.
Nach einer ruſſiſchen Meldung aus Peking haben die
japa=
niſchen Truppen die Stadt Kauan in der Nähe von Tſchantſchun
beſetzt. Die japaniſchen Truppen werden weiter an der Grenze
zwiſchen Tſchantſchun und Kwantſchöngtfun durch neue Truppen
verſtärkt, ſo daß die Japaner für den Fall eines Ausbruchs von
Unruhen in Charbin in der Lage ſino, ſofort die ganze chineſiſche
Oſtbahn zu beſetzen.
Vom Tage.
Wie aus New Vork gemeldet wird, ſind die Gerüchte, die von
einer bevorſtehenden Konferenz über die Schuldenfrage und den
Weichſelkorridor wiſſen wollen, nach Erkundigung an zuſtändiger
Stelle in Waſhington völlig aus der Luft gegriffen. Waſhington
ſei vorläufig nicht geneigt, irgendeine Initiative zu ergreifen.
Der lettländiſche Miniſterpräſident und Außenminiſter
Ulma=
nis hatte am Samstag mit dem deutſchen Geſandten in Riga eine
Beſprechung über die Angriffe, die von reichsdeutſchen Blättern
wegen der Domenteignung gegen Lettland gerichtet wurden.
In=
zwiſchen wurde auch die „Voſſiſche Zeitung” von der Zenſur
be=
ſchlagnahmt.
Der Fehlbetrag für die Vereinigten Staaten beträgt, wie
Berliner Blätter aus Waſhington melden, nach einer Mitteilung
des Amerikaniſchen Schatzamtes für das erſte Drittel des
Haus=
haltsjahres rund 380 Millionen Dollar. Man rechnet für das
laufende Haushaltsjahr mit einem Fehlbetrag von ungefähr 1,5
Milliarden Dollar.
Das öſterreichiſche Sanierungsgeſetz wurde mit allen gegen
eine Stimme des Heimatblocks vom Bundesrat verabſchiedet.
Am Sonntag früh gegen 2.30 Uhr ſtürzte im Andreas=
Flö=
der Conkordia=Grube in Hindenburg (Oberſchleſien) die Strecke
auf eine Länge von etwa 200 Metern ein, wobei elf
Berg=
leute von der Außenwelt völlig abgeſchloſſen
wurden. Nach unermüdlichen Bergungsarbeiten gelang es
Sonn=
tagnachmittag, erſt drei Bergleute lebend zu bergen, und nach rund
zwölfſtündiger Rettungsarbeit auch die reſtlichen acht Mann
un=
verletzt ans Tageslicht zu bringen.
Folgenſchweres Autounglück — 3 Tote.
WSN. Dillenburg. In Allendorf bei Haiger hat ſich am
Samstag in den ſpäten Abendſtunden ein ſolgenſchwerer
Ver=
kehrsunfall zugetragen. Der Chauffeur eines vom Allendorfer
Berg aus Richtung Betzdorf kommenden Zweitonnen=Lieferwagens
verlor die Herrſchaft über das Fahrzeug und fuhr in raſender
Fahrt bergab. Inmitten der Ortſchaft, an einer dort noch in
ſtar=
kem Gefälle liegenden ſcharfen 8=Kurve, zerſchellte der Laſtwagen
an einer Gartenmauer. Der 23 Jahre alte ledige Chauffeur
Wal=
ter Lafer aus Dortmund war auf der Stelle tot. Der verheiratete
39 Jahre alte Beifahrer Max Wolf aus Dortmund ſtarb wenige
Minuten nach ſeiner Verbringung in ein Wohnhaus, wo ihm
Hilfe zuteil werden ſollte. Der 38jährige verheiratete Berfahrer
Alfred Napp, ebenfalls aus Dortmund, ſtarb kurz nach ſeiner
Ein=
lieferung ins Krankenhaus in Haiger. Alle drei hatten Schädel=
und Knochenbrüche, ſowie ſchwere innere Verletzungen
davonge=
tragen.
Montag, den 5. Oktober 1931
Nummer 276
Seite 2
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1931.
Neuerwerbungen der Stadtbücherei.
(Außer Romanen.)
Heſſen=Starkenburg und Umgebung (
Berg=
ſtraße, Unterbaden, Neckartal, vordere Pfalz. Odenwald,
unte=
res Maintal) 15 H. Albert Nies. Der ſüdliche Vogelsberg.
Heimatbuch 1931. 30 H. W. Zimmermann. Das Land der
Saar. 1931. 55 Kg 660. Rud. Kjellen und Karl
Haus=
hofer. Die Großmächte vor und nach dem Weltkrieg. 23. Aufl.
1930. 9 B 122. Schlachten des Weltkriegs, Band 20 und
21: Somme=Nord. Teil I: Die Brennpunkte der Schlacht im Juli
1916. 2 Bände. 45 Bk 421/422. E. v. Spiegel U=Boot im
Fegefeuer. 45 Bk 457. Heinrich Hauſer. Die letzten
Segel=
ſchiffe, Schiff, Mannſchaft, Meer. Horizont. 5 C 92. Fritz
War=
tenweiler, Fridtjof Nanſen. 1 Cp 55. A. Radelyffe
Dug=
more. Im Großwildparadies. Zwei Forſcherfahrten im
oſtafri=
kaniſchen Hochland. 30 Cf 58. Arthur Holitſcher. Das
un=
ruhige Aſien. Reiſe durch Indien, China, Japan. 1 Ca 28.
Wil=
liam Beebe. Im Dſchungel der Faſanen. 20 Ca 10. Ernſt F.
Löhndorf, Beſtie Ich in Mexiko. 20 Cm 62. Rudolf v.
Col=
ditz, Unter Gauchos und Siedlern in Argentinien. 30 Cm 46.
M. F. Liddell, Irland. 1931. 10 Bf 510. Robert Prechtl=
Italienfahrt. Ein deutſches Schickſal. 60 Kg 1215. Hellmut W.
Brann, Nietzſche und die Frauen. 1931. 20 Ph 751. Anton
Henſeler Jakob Offenbach. 35 Km 4530 R. Kaulitz=
Niedeck. Die Mara (Eliſabeth Mara=Schmeling). Leben einer
berühmten Sängerin. 5 L 5165. Peter Eberhard
Müllen=
ſiefen Ein deutſches Bürgerleben vor 100 Jahren.
Selbſt=
biographie. 5 L 5585. Karl Robert Langewieſche. Aus
fünfundzwanzig Jahren. Buchhändleriſche Erinnerungen 1891/1916.
15 Eh 27. Lisbeth Burger Vierzig Jahre Storchentante. Aus
dem Tagebuch einer Hebamme. 5 L 1064 Gg. Victor
Men=
del. Ins Zauberreich des Films. 10 Ka 210. Leo
Leon=
hardy, Praktiſche Fliegerausbildung. Ef 385 F. Stamer
und A. Lippiſch. Handbuch für den Jungſegelflieger. 1. Teil:
Ausbildung. Maſchinen, Werkzeuge, Inſtrumente Ef 593: 2. Teil:
Aerodynamik, Statik. Fachausdrücke. Ef 594 E. Pfiſter Der
Bau des Flugzeuges 1. Teil: Allgemeiner Aufbau und die
Trag=
flügel. Ef 514: 2. Teil: Tragwerkverſpannung und Leitwerk. Ef
515; 3. Teil: Rumpf. Ef 516. Oscar M. Stensbeck, Reiten.
1931. 5 Ks 595. Doris Reichmann, Gymnaſtik mit den
Klein=
ſten. Lehrbuch der Säuglingsgymnaſtik. 20 Ks 750. Ph.
Zei=
ger, Volkswirtſchaft in Wort und Bild. 1931. 5 Fn 305. Clara
Ebert. Die Küche der Zukunft auf fleiſchloſer Grundlage 25 Eo
27. Berta Brupbacher=Bircher. Das Wendepunkt=
Koch=
buch. Fleiſchloſe Rezepte und Speiſezettel. 15 Eo 22. Paul
Eipper, Freundſchaft mit Katzen. 1931. 1 Dz 254.
Deutſche Werbewoche in Darmſtadk
vom 1. bis 4. Okkober.
veranſtaltet vom Darmſtädter Einzelhandel, der
Landwirtſchafts=
kammer für Heſſen, den ſtädtiſchen und ländlichen
Hausfrauen=
vereinen und dem Heſſiſchen Landesverband der Obſt= und
Gartenbauvereine.
Das Wochenprogramm:
5. Oktober: Milchwerbetag. Nachmittags 4 Uhr:
Hausfrauenver=
ſammlung im Gartenſaal des Städt. Saalbaues,
Riedeſelſtr. 40, mit Vorträgen und praktiſchen
Vor=
führungen der Milchverwertung, Koſtproben.
6. Oktober: Abends 8 Uhr im Bürgerhof, Eliſabethenſtr. 2, in
Ge=
meinſchaft mit dem Städt. Gaswerk:
Geflügelver=
wertungskurſus mit Koſtproben, Erläuterungen und
Rezepten. Karten ſind im Ausſtellungsraum des
Gas=
werks, Eliſabethenſtraße 25½, erhältlich.
Unkoſten=
beitrag 50 Pfg.
7. Oktober: Mittags 4,30 Uhr, in Gemeinſchaft mit der Heag im
großen Heagſaal, Luiſenſtraße: Obſtverwertung mit
praktiſchen Vorführungen, Gelee= und Muszubereitung,
Steriliſieren, Obſtauflauf, Obſtkuchen und Obſttorten.
Von allen zubereiteten Gerichten werden Koſtproben
verteilt. — Eintritt frei.
Die Darmſtädter Geſchäfte bieten in der Zeit
vom 1. bis 7. Oktober der Kundſchaft die beſte
Einkaufsgelegenheit!
1 Freilos bei 5 Mark Bar=Einkauf.
Das
Feſtkonzert. Die Mandolinen=Konzertgeſellſchaft 1906
Darm=
ſtadt beging die 25=Jahrfeier ihres Beſtehens. Aus dieſem Anlaß
fand am Samstag, den 3. Oktober im Saale des „Hanauer Hof”
eine Jubelfeier ſtatt, in deren Mittelpunkt ein gehaltvoller
Vor=
trag von Bernd Zeh über Volks= und Hausmuſik ſtand. Profeſſor
Schmitt von der Akademie der Tonkunſt überbrachte die
Glück=
wünſche der Stadt Darmſtadt und gratulierte auch im Namen der
Akademie. Hierauf folgten Begrüßungen befreundeter und
aus=
wärtiger Vereine, und zum Schluß wurden langjährige
Mit=
glieder der Mandolinen=Konzertgeſellſchaft verdientermaßen
ge=
feiert, insbeſondere der den Verein ſeit 25 Jahren als Dirigent
leitende Kammermuſiker Kreß. Dieſer Jubelfeier folgte geſtern
abend im Saale der Turngeſellſchaft in der Dieburger Straße ein
Feſtkonzert, dem voller Erfolg beſchieden war. Außer der
Mando=
linen=Konzertgeſellſchaft Darmſtadt wirkte hierbei der erſte
Bocken=
heimer Mandolinenklub 1905 mit. Die Mandoline iſt mit ihren
Schweſterinſtrumenten Guitarre, Mandola und Mandoloncello ein
vorzügliches Inſtrument für Hausmuſik; überraſchend klangvoll
und von eigenartigem Reize iſt der Zuſammenklang dieſer
In=
ſtrumente im Orcheſter. Es wurde geſtern ſehr ſauber und exakt
muſiziert, und der Fleiß der Einſtudierung gewährleiſtete eine
Wie=
dergabe der verſchiedenen Stücke, an der das Publikum mit Recht
ſeine Freude hatte. Zwei Soliſten, die Herren Helmut Klein, ein
virtuoſer Mandolinenſpieler, und Friedrich Brauns (Guitarre),
wurden mit Recht beſonders geehrt. Wir wünſchen dem Verein
noch viele Erfolge, hoffentlich mit Kompoſitionen, die wertvoller
ſind als größtenteils die geſtern geſpielten.
O.
„Alt=Darmſtadt”, Verein für Ortsgeſchichte und Heimatkunde.
Nächſte Veranſtaltung. Donnerstag, abends 8,30 Uhr.
Eintracht=
ſaal. Eliſabethenſtr. 12. Der bekannte Heimatſchriftſteller und
Herausgeber der Zeitſchrift Das Vaterland” Herr Walter
Schweter, hat ein neues Volksſtück, betitelt: Das
Schütze=
feſt” herausgebracht. Der Verfaſſer wird das Stück an dem Abend
im Auszug leſen. Gäſte können durch Mitglieder eingeführt
werden.
— Die Volkshochſchule Darmſtadt beginnt am 26. Oktober mit
ihrer Winterarbeit. Der neue Arbeitsplan iſt erſchienen und iſt
in der Geſchäftsſtelle, Mathildenplatz 17, im Verkehrsbüro und
in der Buchhandlung Saeng, Kirchſtraße 22 zu haben. Der
Ar=
beitsplan gibt einleitend einen Ueberblick über Rechte und
Pflich=
ten der Mitglieder und Hörer, zeigt alle geplanten Lehrgänge an
und unterrichtet in Stichworten über den Lehrſtoff. Die
Anmel=
dungen erfolgen in der Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule und
mog=
lichſt vor Beginn der Lehrgänge.
* Ein Autounfall ereignete ſich geſtern in der Hoffmannſtraße
der jedoch ohne Perſonenſchaden verlief.
Heſſiſches Landeskheaker.
Kleines Haus. — Sonntag, 4. Oktober.
E geplagker Familievadder.
Darmſtädter Lokalpoſſe von Dr. G. Büchner.
1890! Noch erſchüttern nicht ſchwere Laſtautos die
Fun=
damente der Häuſer der Rheinſtraße, ſondern die gemütliche
Dampfſtraßenbahn bläſt ihren Rauch in die Fenſter und bräunt
die Vorhänge. Noch erwecken nicht raſende Schupo=Autos den
Eindruck von Verkehr und Ueberfällen, ſondern ein einſamer
Schutzmann" geht vorſorglich allen Zuſammenſtößen aus dem
Weg. Noch erfüllen nicht Lautſprecher und Jazzkapellen die
Wirtſchaften mit ruheſtörendem Lärm, ſondern die ſtille
Behag=
lichkeit der Kneipe läßt geruhliche Diskurſe zu.
In dieſer Darmſtäoter Stimmung von 1890 führt der „
Ge=
plagte Familienvadder” ſein ſachte bewegtes Daſein.
Bewegt durch die Bildungsſucht ſeiner Frau, bewegt durch die
kleinen Abenteuer der Kinder! Darmſtädter Milieu und
Darm=
ſtädter Mundart ſind ausgezeichnet getroffen. Eine Fülle
luſti=
ger Einfälle ſchafft heiterſte Stimmung.
Julius Harres iſt der geborene „geplagte
Familien=
badder”: eine famoſe Miſchung von Behäbigkeit und
überlege=
nem Humor! Elſe Schäfer iſt ſeine draſtiſch keifende Frau, die
die beiden blaſſen Kinder Elſe Schopp und Hans Wolff zu
den höheren Stufen der Bildung führen möchte:
Bei dem prächtigen Bierbrauer Georg Rodenhäuſer
ver=
ſammelt ſich der urwüchſige Stammtiſch von Hch. Gutkäſe,
R. Hinz und Ernſt Stöſel, von denen jeder eine
charakte=
riſtiſche Type iſt. Es iſt verſtändlich, daß die Heſſiſche
Spiel=
gemeinſchaft gerade derartige Geſtalten zu ihrer ausgezeichneten
Spezialität entwickelt hat. Es ſeien in der gleichen Richtung die
Damen Auguſte Alt und Elſe Lauckhardt ſowie die Herren
Hans Harres, Rittweger, Grün, Arras
hervorge=
hoben.
Das flotte Zuſammenſpiel unter Eduard Göbels
bewähr=
ter Leitung und die ſtilvolle Dekoration von Georg Pfeiffer
ſicherten einen ſtürmiſchen Erfolg.
T.
Darmstädter Fahrplanbuch
(Winter-Ausgabe) ist
in allen bekannten Verkaufsstellen zum Preise von
80 Pfennig
erhältlich.
— Eine öffentliche Sitzung des Stadtrates findet am
Don=
nerstag, den 8. Oktober 1931, um 17 Uhr im Rathaus
ſtatt. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1.
Um=
wandlung der Räume des 3. Polizeireviers in eine 3=
Zimmer=
wohnung. 2. Herſtellung der Erd= und Obergeſchoßräume im
ſtäd=
tiſchen Gebäude Waldſtraße 21. 3. Rechnung der Kaſſe der ſtädt.
Maſchinenbau= und Gewerbeſchule für 1929. 4. Benachrichtigung
der Wähler über ihren Eintrag in die Wählerliſten. 5. Antrag
Fröba und Genoſſen auf Aufhebung der Mietberechtigungskarte.
6. Die kommunale Sondergebaudeſteuer für 1931; hier: Die
Durch=
führung ihrer Erhöhung nach § 13a des
Sondergebäudeſteuer=
geſetzes. 7. Aenderung der Heizungsanlage der ſtadt. Akademie
für Tonkunſt; hier: Kreditbewilligung. 8. Herſtellungen im Hauſe
Hügelſtraße 26 für Zwecke des Wohnungsamtes; hier:
Kredit=
bewilligung. 9. Erweiterung der Kolonie am Dornheimer Weg
durch Hinzunahme eines Geländeſtreifens auf der Südſeite der
Traubenſchneiſe. 10. Mitteilungen,
— Die Kriegerkameradſchaft Haſſia, die mit faſt 300
Schieß=
abteilungen der größte Schützenverband des Volksſtaats Heſſen iſt,
hielt am 27. September ihr Landesſchlußſchießen in Dieburg ab.
In Anweſenheit des 1. Präſidenten, Generals v Oidtmann
lei=
tete das Schießen der Verbandsſchießleiter Major Pohl=
Büdin=
gen. Sieger wurden bei dem Schießen um die Haſſia=
Meiſter=
ſchaften die Alt= und die Jungſchützenmannſchaften des
Krieger=
vereins Gießen mit 564 bzw. 548 Ringen. Als Haſſia=
Einzel=
meiſter gingen hervor Altſchütze Hainbach mit 163 und
Jung=
ſchütze Schilling mit 144 Ringen, beide vom Kriegerverein Gießen.
An zweiter Stelle ſtand die Altſchützenmannſchaft des Veteranen=
und Militärvereins Offenbach mit 548 und die
Jungſchützenmann=
ſchaft des Kriegervereins Steinfurth mit 467 Ringen. Recht gute
Reſultate erzielten die Altſchützen Schmidt=Offenbach mit 157,
Specht=Guſtavsburg mit 154 und Keßler=Annerod mit 149 Ringen.
ebenſo die Jungſchützen Selzer=Fürth mit 137. Reiber und
Fuh=
rig=Gießen mit je 136 und Seibert=Offenthal mit 133 Ringen. Die
Geſamtergebniſſe waren etwas gedrückt durch den in der erſten
Zeit herrſchenden Nebel. Die Meiſterſchaftsſchießen zeigten, daß der
Kleinkaliberſchießſport in der Haſſia im letzten Jahre gute
Fort=
ſchritte gemacht hat, beteiligten ſich doch dieſes Jahr bei den
Be=
zirksmeiſterſchaftsſchießen 188 Abteilungen, während es im
Vor=
jahre nur 91 geweſen waren. Das Schießjahr 1931 fand damit
ſein Ende.
dem Ausmaß, eine echte Geſellſchaftskomödie; weiſt ſie doch
Men=
ſchen von heute auf, ungeſchminkt und ungefärbt und ausgeſtattet
mit all der Frivolität, deren wir uns zu ſchämen haben, die wir
alſo nicht verleugnen ſollten. Ein Autor, der nicht moraliſch tut,
vielleicht gar einer, der ſich durch Entlarvung der Unmoral Erfolg
verſpricht; aber ſind ſeine Figuren nicht gerade darum echt, ſeine
Situationen Sittenbilder, die uns ins Herz treffen müſſen?
Ein Literat, trotz gutem Dialog kein „geſchickter Stückeſchreiber”
ein Mann, dem es auf Linie und Haltung ankommt, ſei es auch
die der Nonchalance voller Charme, und der damit der Wahrheit
näher kommt, als wenn er mit „Geſinnung” arbeitete. „
Geſin=
nungs”erfolge ſind billig in einer Zeit, die gerne beklatſcht, was
ſie nicht hat. — Das Unmoraliſche verſteht ſich hier von ſelbſt:
v. Miller, reich und verderbt, ein „Kavalier” von Forſter=
Larrinaga unübertrefflich dargeſtellt, der vollendete
Paktie=
rer, wird im 1. Akt als Falſchſpieler entlarvt; er braucht das Geld
gar nicht, „um der Ehre willen” liegt ihm daran, zu gewinnen,
er ſchwatzt ſich und die anderen über dieſen Betrug hinweg, ſeine
Sophiſtik iſt Weisheit, er imponiert; beſonders der Frau ſeines
Gaſtgebers, mit der im 2. Akt in Hagranti beim Téte=4stéte vom
Ehemann erwiſcht wird, der ihn erſchießen will; aber Miller redet
ihm, furchtſam hinter dem Rücken der Frau verſteckt, auch das aus
und zeigt ſich trotz aller Peinlichkeit der Situation dem Manne
überlegen; worauf im dritten Akt ein erſchütternd komiſches Duell
ſteigen ſoll und ſteigt, bei dem die Duellanten in die Luft ſchießen,
Miller aber Herzſchuß fingiert und umfällt; folgt der 4. Akt, dem
nicht jedes Publikum gewachſen ſein dürfte: die Komödie wird
durchgeführt. Miller iſt aufgebahrt, Leidtragende, aus Neugier,
defilieren. Leichenträger holen den geſchloſſenen, natürlich leeren
Sarg ab — daß Leichenträger auch ſterben müſſen! — Miller weiß
ſeinen alten Adam begraben, ſeine gefoppten Freunde wegen
Duellvergehens auf Feſtung, und Claire davon zu überzeugen,
daß er von nun ab im Ausland als v. Müller ein neues Leben
mit ihr zuſammenleben wird — was ſie glaubt, nur ſie allein —
Ein geſpenſtiſches Stück, dieſer weſt=öſtliche Don Juan — deſſen
Formen aus dem Weſten ſtammen und deſſen Inhalte Balkan
ſind —, das auch ſeinen Leporello hat, der zwar alle
Schlechtig=
keiten mitmacht, gleich aber bereut und den Sündenlohn
wohl=
tätigen Zwecken zuführt (von Fiſcher=Marich gut
darge=
ſtellt). — Bleibt zu erwähnen, daß Richard Répy für die gute
Inſzenierung zeichnete und in Elma von Bulla eine
hoff=
nungsvolle Schauſpielerin heranwächſt. —
Dr. Siegfried Berberich.
* Urgufführnng in München.
„Kapriolen” von Alexander Lernet=Holenia.
Die Münchener Kammerſviele im Schauſvielhaus haben die
Komödie in 4 Akten „Kapriolen” von Alerander Lernet=
Holenia mit Beifall uraufgeführt. Ein Zeitſtück von bedeuten=
„Der Gerichksvollzieher”
(Deutſche Uraufführung von H. M. Harwoods dreiaktigem Luſtſpiel
in der Wiener Komödie.)
Ein Luſtſpiel, das wieder einmal Anlaß zu der Erwägung
gab. ob nicht doch die Witzbolde Recht haben, die meinen, man ſolle
auch für importierte Theaterſtücke Zoll einheben. Angeſichts der
traurigen wirtſchaftlichen Lage, in der ſich heute der Großteil der
deutſchen Autoren befindet, iſt es wirklich nicht einznſehen, warum
Morgenfeier
umeang des Beiinerfwäutages.
einen Tag im Jahre dem Tier zu weihen, und zwar hat man den
Todestag des heiligen Franziskus von Aſſiſi gewählt, da
Fran=
ziskus ein warmes Herz für die Tiere hatte und zu deren
Schutz=
patron erklärt iſt. Mit dem Welttierſchutztag ſoll einmal im
Jahre eindringlich die Aufmerkſamkeit der Welt auf das gequälte,
mißhandelte und verfolgte Tier gelenkt werden. An dieſem Tag
ſoll eine intenſive Aufklärung über das Weſen und das „
Seelen=
leben, des Tieres gegeben werden, um den Menſchen
empfind=
ſamer zu machen gegen die ſtummen Weggenoſſen, deren bittende
Blicke oft ſagen „Verſtehe und ſchütze mich!” — und die doch ſo
ſelten verſtanden werden.
Auch der Tierſchutzverein für Heſſen in Darmſtadt hatte geſtern
im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters eine eindrucksvolle
Morgenfeier. Er konnte die Freude erleben, daß dieſe Feier ſo
gut beſucht wurde, daß das Kleine Haus faſt vollſtändig beſetzt
war. Für die Veranſtaltung wurde kein Eintritt erhoben,
nam=
hafte Künſtler des Heſſiſchen Landestheaters hatten ſich in
anbe=
tracht des guten Zweckes freundlichſt zur Verfügung geſtellt. Frl.
Käte Walter vom Heſſiſchen Landestheater erntete mit ihren
beiden hübſchen Liedern „Das Veilchen” und „Der Sylphe des
Friedens” von Mozart, ebenſo wie Joachim Sattler vom Heſſ.
Landestheater mit ſeinen Geſangsdarbietungen „Ständchen und
„Der Muſenſohn” von Schubert lebhaften Beifall. Beide Künſtler
wurden techniſch vollendet von Guſti Beck am Flügel begleitet.
Ueber das Thema „Der Welttierſchutztag und Franziskus von
Aſſiſi”” referierte Nikolaus Schwarzkopf=Darmſtadt, der ein
anſchauliches Bild vom Leben des Heiligen entwarf und
beſon=
ders deſſen Liebe zu den Tieren hervorhob und durch einige
Tier=
geſchichten erwies. Sehr intereſſant und lebendig waren die
Aus=
fürungen des Prof. Dr. Baſtian Schmidt=München, der
Erläu=
terungen zu ſeinen „Filmen über das Seelenleben der
Tierkin=
der gab, die geſtern zum erſten Male öffentlich vorgeführt
wur=
den. An Hand einiger photographiſchen Reproduktionen und
zweier Filme zeigte der Referent, daß die Tiere von Jugend auf
ein „Seelenleben” beſitzen, daß ſie, ſelbſt im Spiel, zweckmäßige
Handlungen ſchon von Jugend auf ganz inſtinktmäßig vornehmen,
namentlich aber bewies er, daß auch die Tiere Treue und
An=
hänglichkeit und vor allem Dankbarkeit gegenüber den Menſchen
kennen, die es gut mit ihnen meinen. „Die Aufzucht junger
Rei=
her”, die der erſte Bildſtreifen zeigte, und das „Tierſpiel” im
zweiten Bildſtreifen zeigten, mit welcher Liebe und Geduld Prof
Schmidt die Tiere aller Art: Vögel, Hunde, Katzen, Füchſe. Affen
uſw behandelt und an ihnen das „Seelenleben” ſtudiert hat,
Dieſe Bilder der Tierkinder in ihrer natürlichen Umwelt waren
für alle Tierliebhaber eine Freude; ſie haben aber auch ihren
hohen Zweck erfüllt, nämlich die Menſchen anzuregen, darüber
nachzudenken, daß in allen lebenden Weſen Gefühle beſtehen, die
die Tiere empfänglich machen für Liebe und Schmerz. — Als
Ab=
ſchluß der Morgenfeier ſang der Schülerchor der Ballonſchule unter
Leitung des Lehrer A. Born das hübſche „Lied vom
Dackel=
hund”.
Die anläßlich des Welttierſchutztages nach der Morgenfeier für
13 Uhr von der Direktion des Frankfurter Rundfunks zugeſagte
Uebertragung des Vortrags über den Welttierſchutztag von
Uni=
verſitätsprofeſſor Dr. Hermann Kraemer= Gießen konnte —
trotz guter Vorbereitung der techniſchen Leitung des
Landes=
theaters — durch die erſt um 13.40 Uhr beendigte Muſik=
Ueber=
tragung aus Berlin nicht mehr durchgefürt werden. Es iſt
vor=
geſehen, den hochintereſſanten Vortrag, der erſt um 13.45 Uhr
beginnen konnte, in der November=Nummer der Allgemeinen
Tierſchutzzeitſchrift erſcheinen zu laſſen. — Mit Genugtuung dar
der Tierſchutzverein für Heſſen auf ſeine Veranſtaltung zum
Schutze des Tieres zurückblicken. Der Erfolg möge nicht
aus=
bleiben.
— Volksbühne. Die aus Anlaß der ausverkauften
Werbevor=
ſtellung der Volksbühne „Martha” angekündigte zweite
Werbevor=
ſtellung wird Freitag, den 9. Oktober, im Großen Haus gegeben.
Aufgeführt wird. Carmen” Oper in 4 Akten von Bizet. Der
Verkauf der Gutſcheine (Einheitspreis 1 Mk.) in der
Geſchäfts=
ſtelle der Volksbühne, Eliſabethenſtr. 34 (Haus Alter) und im
Gewerkſchaftskartell, Bismarckſtraße 19. findet ab Montag, den
5. Oktober ſtatt.
Vom Wochenmarkt. Kleinhandelspreiſe vom 3. Oktober
1931 für ein Pfund bzw. Stück in Reichspf.: Gemüſe;
Kohl=
rabi 4—5, gelbe Rüben 6—8, rote Rüben 8—10, weiße Rüben 10
bis 15. Schwarzwurzeln 25—30, Spinat 20—25. Römiſchkohl 10
bis 15. Rotkraut 8—10. Weißkraut 6—8, Wirſing 5—8, Roſenkohl
25—30, Stangenbohnen 30—40, Buſchbohnen 25—30.
Wachsboh=
nen 40. Erbſen 30—35, Zwiebeln 8—10. Knoblauch 80, Tomaten
15—20. Feldſalat 100. Endivienſalat 8—10 Kopfſalat 12—15.
Salatgurken 15—50, Blumenkohl 15—80, Rettich 5—10.
Meer=
rettich 70—80. Kartoffekn: Frühkartoffeln 3—4. Obſt-
Pfirſiche 12—15 Tafeläpfel 10—15, Wirtſchaftsäpfel 5—8.
Tafel=
birnen 10—20. Wirtſchaftsbirnen 6—10, Zwetſchen 20—25,
Quit=
ten 10—15, Trauben 25—35. Nüſſe 25, Zitronen 4—10. Bananen
35—40. Eßwaren: Süßrahmbutter 170—190, Landbutter 140
bis 150, Weichkäſe 35—40, Handkäſe 3—13. Eier, friſche 12—14.
Wild und Geflügel; Gänſe 100. Hühner 80—100. Enten
100—130. Tauben 50—70, Reh 60—140. Fleiſch=und
Wurſt=
waren: Nindfleiſch, friſch 74—100, Kalbfleiſch 100
Schweine=
fleiſch 90—110. Dörrfleiſch 120. Wurſt 50—140. Wurſtfett 60.
Schmalz, ausgelaſſen 80.
man gerade in der Fremde ſuchen muß, was man bei uns zu
Lande bequemer und beſſer haben kann. Aber das Publikum ſcheint
tatſächlich zu glauben, in Sachen des Luſtſpiels habe das Ausland
Prioritätsrechte. So lachte man denn auch über dieſes Stück vom
Gerichtsvollzieher, das ſentimental anhebt mit der Rückkehr des
entlaſſenen Sträflings, dann in draſtiſche Situationskomik über
geht und mit der Ausſicht auf Liebe und Heirat ſchließt. Der leicht
frivole Ton und die pikante Garnierung behagten ſichtlich, den
meiſten der Zuſchauer, die dadurch über den nur recht dürftigen
Kern des Ganzen hinweggetäuſcht wurden.
Ungeſchmälert bleibe die ſchauſpieleriſche Leiſtung des
En=
ſembles, vor allem die des Hauptdarſtellers (Oskar Karlweis) mit
ſeinem trockenen Humor.
Dr. A. S.
Das Grab Siegfrieds.
In letzter Zeit gingen Nachrichten durch die Preſſe, daß dem
nächſt im Gebiete des Kloſters Lorſch bei Worms große
Nach=
grabungen nach dem Grabe Siegfrieds und ſeiner
Schwieger=
mutter Uote ſtattfinden würden. Wir werden von zuſtändiger
Stelle zu der Erklärung ermächtigt, daß es ſich dabei um haltloſel
Phankaſien eines begeiſterten, aber gänzlich unwiſſenſchaftlichen
Laien handelt. Die ernſte Fachwiſſenſchaft hat mit ſolchen Plänen
nichts zu tun. Es wäre auch in wirtſchaftlich beſſeren Zeiten nicht
zu verantworten, für ſolche Phantaſien öffentliche Mittel zu
ver=
ſchwenden. Derartigen Unterſuchungen wird die behördliche
Ge=
nehmigung ſelbſtverſtändlich nicht erteilt werden.
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Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Göttingen: Anläßlich der Tagung des Guſtav=Adolf=Vereins in
Osnabrück gab der Rektor der Univerſität Göttingen bekannt, daß dieſ
theologiſche Fakultät der Univerſität den Lüneburger Superintendenten
Wachsmuth und den Bremer Paſtor Primarius Groscourt!“
zu Ehrendoktoren ernannt habe. In der mediziniſchen Fakultät der
Univerſität Göttingen wurde dem Aſſiſtenten am Anatomiſchen Inſtitu/ ſ00,
der Univerſität Dr. med. Werner Blume, die Lehrberechtigung fün.
das Fach der Anatomie erteilt. — Mit einer Schrift „Die Philoſoph
F. H. Jacobis” har ſich in der Philoſophiſchen Fakultät der Univerſitä
der Aſſiſtent am Pädagogiſchen Inſtitut der Univerſität Dr. Otto Fy/
Bollnow als Privatdozent für Philoſophie und Pädagogik nieder s,
gelaſſen.
Leipzig: Den an ihn ergangenen Ruf als Profeſſor an die Päda/
gogiſche Akademie Breslau hat der Privatdozent an der Univerſitäl/
Leipzig und Aſſiſtent am Leipziger Pſychologiſchen Univerſitäts=Inſtitu
Dr. phil. Karlfried Graf von Dürckheim=Montmartin an
genommen und wurde bereits zum Profeſſor der Pädagogiſchen Akc
demie ernannt. — Der Direktor der Leipziger Inneren Miſſion, Pfr
Fauſt, der in Kürze von dieſem Amt ſcheidet, da er die Wahl in ein
ſchleswig=holſteiniſches Pfarramt angenommen hat, iſt anläßlich feinen
Ausſcheidens und wegen ſeiner hohen Verdienſte um die innere Miſſior
von der Theologiſchen Fgkultät der Univerſität Leipzig zum Ehrendalto)
ernannt worden.
Nummer 276
Montag, den 5. Oktober 1931
Seite 3
Deutschlands Kampf gegen die Not des Winters.
Der Umfang der Winkerhilfe=Akkion. — Alles kann verwerkel werden.
Da die Wohlfahrtsämter nicht mehr in der Lage ſind, allen
Irmen und Bedürftigen auch nur einigermaßen helfen zu können,
ſat ſich die Reichsregierung ſamt dem Herrn Reichspräſidenten
on Hindenburg entſchloſſen, einen Aufruf an das deutſche Volk
u richten. Jeder ſoll nach Kräften helfen, jeder, der irgendwie
ſoch etwas übrig hat oder erübrigen kann, ſoll geben. Wie es
en Anſchein hat, iſt dieſer Aufruf für die „Winterhilfe” nicht
un=
ehört verhallt, denn von allen Seiten gehen bereits die Spenden
in. Das heißt, bisher iſt in der Hauptſache Geld geſpendet
vor=
en, doch kann nicht jeder Geld geben, die meiſten werden
irgend=
vie mit Naturalien zu helfen wiſſen, und auch helfen können.
Ver aber holt die Sachen ab, und wie werden ſie verteilt?
Anderthalb Millionen Menſchen haben ſich als freiwillige Hel=
ir zur Verfügung geſtellt, aber auch ſie mußten zuerſt einmal auf
iren Leumund (ſoweit ſie nicht bekannt waren) geprüft werden,
enn es war zu befürchten, daß ſich mancher nur deshalb meldete,
m heimlich in die eigene Taſche wirtſchaften zu können. Man
reiß von früheren Sammlungen — es ſei nur an die „
Brocken=
ſmmlung” des vergangenen Winters in Berlin erinnert —, daß
en Helfern, die von Haus zu Haus ziehen und die Sachen
ab=
blen, große Werte übergeben werden, und daß man ſehr
vor=
ſhtig ſchalten muß, wenn auch alles in die richtigen Hände
ge=
ungen ſoll. Man macht es meiſt ſo, daß man jedem Wagen, der
lrch die Straßen zieht, zwei Mann mitgibt, von denen man
enen als ehrlich und zuverläſſig ganz genau kennt. Dieſer bleibt
i dem Wagen auf der Straße, während der andere in die
Häu=
ſe geht und um Gaben bittet. Und wenn auch in den meiſten
ſillen nur alte Sachen, Lumpen, Gerümpel uſw. ausgehändigt
urd, ſo bedeuten dieſe Dinge in ihrer Geſamtheit doch einen
be=
tächtlichen Wert, und wer weiß, was man heutzutage noch aus
umpen und derlei Dingen machen kann, der wird ſich vorſtellen
innen, daß darauf geſehen werden muß, daß nichts verſchwindet.
Die Reichswehr hat ſich mit ihren Wagen und Pferden zur
Lrfügung geſtellt. Reiter, die ſich durch Trompetentöne
bemerk=
hr machen, ziehen durch die Straßen und helfen überall ſammeln
ud abtransportieren. Aber nicht in jeder Stadt liegt
Reichs=
vhr, in jeder Stadt, in jedem Dorf aber gibt es Arbeitsloſe,
Eme und Hilfsbedürftige. Die Wohlfahrtsämter beſitzen auch
en Menge Wagen, und die charitativen Verbände, die ſich
ein=
nüig der „Winterhilfe” zur Verfügung geſtellt haben, werden
nt Privatwagen aller Art anrücken. Die bisherigen
Erfahrun=
on haben ergeben, daß jede dritte Tür geöffnet wird. Die bei=
dn anderen bleiben zu, weil entweder niemand zu Hauſe iſt, oder
nil die Leute durch das Guckloch geſchaut haben und eine Bettelei
bfürchten. Die meiſten möchten gern geben, aber ſie wiſſen nicht,
es auch die richtige Stelle iſt. Andere wiederum meinen, das
ae Zeug, was ſie letzten Endes herzugeben imſtande wären,
nirde ja doch niemand nehmen.
Mit dieſer Anſicht muß aufgeräumt werden.
Menſchen, die gar nichts haben, ſind auch mit alten Sachen
urieden, und in jedem Hausalt findet ſich irgend etwas, was für
— Das Konzert des Berliner Staats= und Domchores, welches
z Muſikverein am Samstag, den 10. Oktober, in der Stadtkirche
panſtaltet, bedeutet für Darmſtadt ein muſikaliſches Ereignis
Ueierſten Ranges. Der Berliner Staats= und Domchor gilt als
ſebedeutendſte Kirchenchor Deutſchlands.: Er verdankt ſeine
Be=
ihmtheit nicht zum wenigſten ſeinem Dirigenten Profeſſor Hugo
Rdel, der auch das Darmſtädter Konzert leiten wird, wohl dem
gjalſten Chorerzieher und Chordirigenten, den Deutſchland
zur=
ie aufzuweiſen hat. Profeſſor Rüdel liegt bekanntlich auch ſeit
Uyten die Einſtudierung und Leitung der Bayreuther
Feſtſpiel=
hire ob, deren Leiſtungen von jedem Feſtſpielbeſucher ſtets und
uh in dieſem Sommer wieder rückhaltlos als ein anderwärts
un=
reichbares Wunder angeſtaunt wurden. Das Programm des
znzertes enthält außer Werken alter Meiſter auch ſolche von
ton Bruckner, und. was ganz beſonderes Intereſſe erregen
ſiſte, die Erntedank=Motette unſeres Därmſtädter Meiſters
Aneld Mendelsſohn. Der Kartenverkauf in Bergſträßers
Buch=
mdlung hat begonnen. Die Eintrittspreiſe ſind ſehr niedrig
ge=
gten, um allen Muſikfreunden den Beſuch des Konzerts zu
er=
ugl ichen. Mitglieder des Muſikvereins genießen Preisermäßigung.
— Im Union=Theater läuft nur noch heute der luſtige Ton=
1n „Geſangverein Sorgenfrei” mit Ralph Arthur Roberts als
Rigent dieſes originellen Geſangvereins, Julius Falkenſtein als
Polograph. Hermann Picha als Koſtümverleiher, J. Hermann
A Autorundfahrterklärer u. a. Dazu das tönende Beiprogramm.
— Das Helia=Theater bringt heute und folgende Tage den
Infilm=Schwank „Mein Herz ſehnt ſich nach Liebe‟. (Der
Hell=
ekr). In den Hauptrollen: Max Adalbert als der „Herr
Büro=
uſteher” und als „Hellſeher” Marianne Winkelſtern, Trude
Ber=
net. Johannes Riemann, Ernſt Verebes, Senta Söneland, Paul
örbiger und Kurt Lilien. Regie: Eugen Thiele. Dazu das
die Betreffenden unbrauchbar geworden iſt und was man ruhig
weggeben kann, denn die Wohlfahrtsſtellen wiſſen auch mit
ſchein=
bar unbrauchbaren und unnützen Dingen noch etwas anzufangen.
Zuerſt können einmal Tauſende von Menſchen damit beſchäftigt
werden, die eingegangenen Dinge zu ordnen, wiederum Tauſende
werden damit beſchäftigt, die geſammelten Sachen, ſoweit ſie
repa=
raturbedürftig ſind, in Ordnung zu bringen. Ganze Werkſtätten
werden zu dieſem Zwecke eingerichtet, und dort werden die alten
Schränke, Stühle und ſonſtigen Möbel abgekratzt, neu lackiert,
Stuhl= und Tiſchbeine werden angeleimt oder neu gezimmert. Aus
Lumpen werden Anzüge zurechtgeflickt, aus den Hoſen der Män=
ſende Beiprogramm.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen ab heute ein intereſſantes
zummfilm=Doppelprogramm und zwar den modernen
Sitten=
ün „Gefahren der Brautzeit”, die Geſchichte einer großen Leiden=
aft mit Marlene Dietrich und Willy Forſt in den Hauptrollen
w einem luſtigen Film aus der Welt der Romantik „Ein Mädel
m Zirkus”.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus.
Antag, 5. Okt.
20, Ende nach 21½ Uhr. Erſtes Sonfonie=
Konzert. Preiſe 1—5 50.
Anstag, 6. Okt.
19½—22½ Uhr. 4 4.
Preiſe 0.70—5,60 Mk.
Die Natten
Awoch, 7. Okt.
Innerstag, 8. Okt.
Ritag, 9. Okt.
Anstag, 10. Sept
19½—22½ Uhr. B 3.
Preiſe 0.80—6 40.
Nomeo und Julia.
40—221 Uhr. F 1. Darmſt. Volksb., Gr I—V.
Die verkaufte Braut. Preiſe 0.70——5.60 Mk.
19½ —22½ Uhr. Werbevorſtellung der
Darm=
ſtädter Volksbühne Carmen. Lein Karienverkauf
19½—22½ Uhr. K2. Bühnenvolksbund.
Romeo und Julia. Preiſe 0. 70—5 60 Mk.
Enntag, 11. Sept.
19—2214 Uhr C 4. Sthelo.
Preiſe 0 80—6.40 Mk.
Meite He
Anstag, 6. Oktt.
Anerstag, 8 Olt
20— 22½ Uhr Zuſatzmiete 12. Martha.
Preiſe 0.70—5 Mk.
20—22 Uhr. T. Gruppe 1, 2, 3 und 4.
Marquerite: 3. Preiſe 0.60—4.50 Mk.
Mitag, 9. Okt
anstag, 10 Sept
20—22 Uhr Zuſatzmiete 1V 1. Marguerite: 3.
Preiſe 0.60—4.50 Mk.
19½—221 Uhr. Außer Miete.
Der Waffenſchmied. Preiſe 0.40—2.50 Mk.
Suintag, 11 Sept.
1914—22 Uhr. Zuſatzmiete 12.
Die Quadratur des Kreiſes. Pr. 0.60—4.50 Uhr.
— Das heutige Sinfonie=Konzert. Neben der Mitwirkung
Ndolf Serkins dürfte es ſich lohnen, für heute Abend auf die
mgeſehenen Orcheſterwerke hinzuweiſen, die unter Leitung von
herl Maria Zwißler vom Orcheſter des Heſſiſchen Landestheaters
wielt werden. Debuſſys Nocturnes kommen zum erſtenmal in
Druſtadt zur Aufführung. Paul Dukas intereſſantes
Orcheſter=
ſarzo „Der Zauberlehrling” nach der Ballade von Goethe
ſtnach langer Pauſe wieder einmal in das Programm
aufgenom=
m. Der Soliſt des Abends Rudolf Serkin ſpielt das B=
Moll=
ſinzert von Tſchaikowſky und 6 Chopin=Etuden.
ner macht man Kinderkleider, aus Küchenſchürzen Bluſen für
Backfiſche, alle Lederwaren, Porzellan, Bettſtellen, Holzwaren,
Küchenutenſilien und Kleidungsſtücke, auch wenn ſie zerbrochen
oder zerriſſen und nicht mehr vollzählig ſind (ſelbſt ein linker
Schuh iſt angenehm, ein paſſender rechter wird ſich ſchon finden),
können auch verwendbar gemacht werden.
Ueber die Verteilung der Sachen kann noch nichts Genaues
geſagt werden. Jedenfalls weiß man, daß die Dinge, welche die
Helfer der „Winterhilfe” ſammeln, koſtenlos an die Armen und
Bedürftigen abgegeben werden, während die Wohlfahrtsämter
dafür ſorgen, daß Leute, die ſich etwas kaufen möchten, aber nicht
genügend Geld haben, bei ihnen dieſe Dinge ganz billig erhalten.
Ein paar Schuhe ſollen zum Beiſpiel 80 Pf. koſten, ein ganzer
Anzug 3 Mark uſw. Natürlich wird man auch hier nicht wahllos
abgeben, ſondern ſich die Menſchen ausſuchen, denen man die
Ver=
günſtigung, ſo billig einzukaufen, gewährt.
Aus dem Heſſiſchen Sängerbund.
Sängerehrungen; Für 50jährige aktive
Sangestätig=
keit wurden vom Heſſiſchen Sängerbund mit der Goldenen
Ehren=
nadel und vom Deutſchen Sängerbund mit dem Ehrenbrief
aus=
gezeichnet, ;Friedr, Stalf (Harmonie) Darmſtadt Konxad
Caſtri=
tius, Gottfried Proeſer (MGV.) Darmſtadt Joh. Mich. Joſ. Nover,
Joſ. Ruppel. Jean Neubauer und Joh. Joachim Zahn (
Geſang=
verein Geſellſchaft der Freunde) Seligenſtadt a M. — Für
40jährige aktive Sangestätigkeit wurden vom Heſſiſchen
Sänger=
hund mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet: Th. Lotz. Karl
Drach (Harmonie) Darmſtadt, Wilh. Großhaus (Eintracht)
Leih=
geſtern Herm. Neubauer, Nik. Bayer und Jak Giel (Geſangverein
Geſellſchaft der Freunde) Seligenſtadt a. M., Georg Valentin
Rachor. Andreas Marcelin Dieß (Liederkranz) Zellhauſen. — Mit
der Ehreunadel „Für Verdienſt” wurden für 25jährige
Vorſtands=
tätigkeit im gleichen Verein ausgezeichnet: Friedr. Stalf Th. Lotz,
Wily. Eutemüller, Ferd. Lupus, Ludw. Schmidt, Hch. Schmidt 1.
Hch. Schmidt 2. Karl Lang. Karl Drach, Aug. Bartel (Harmonie)
Darmſtadt. Hch. Matheis, Ludwig Komp, Karl Hanſel (
Geſang=
verein Arion) Darmſtadt. Ernſt Reichelt, Georg Dietrich (MGV.)
Darmſtadt, Phil. Kraft, Germ. Selinger, Hch. Bauer und Nik.
Heiligenthal (Geſangverein Lyra) Darmſtadt, Adolf Bender (
Ein=
tracht), Butzbach, Markus Weil (Liederkranz) Bodenheim, Phil.
Harluſch (Turn= und Geſangverein) Lollar. — Zum
Ehrenchor=
meiſter des Heſſiſchen Sängerbundes, unter gleichzeitiger
Ver=
leihung der Ehrennadel „Ehrenchormeiſter”, wurden ernannt:
Lehrer Storck (Concordia) Altenſtadt, M. Hamburger (Geſellſchaft
der Freunde) Seligenſtadt, Lehrer Görg (Concordia)
Stangen=
rod, Oberheſſen.
Chormeiſter=Jubiläum. Darmſtadt. Der
Ehrenchor=
meiſter des Heſſiſchen Sängerbundes Wilhelm Bechtolsheimer kann
am 15. November d. J. als Chorleiter des Geſangvereins Frohſinn
Bad=Nauheim ſein 40jähriges Dirigenten=Jubiläum begehen.
Provinzialtagung des HSB für Rheinheſſen.
Oppenheim. Die Provinzialtagung des Heſſiſchen Sängerbundes
für Rheinheſſen findet am 11. Oktober, nachm. 2 Uhr, in
Oppen=
heim Gaſthaus „Sonne” ſtatt. Die Tagesordnung ſieht Wahlen
zum Vorſtand und Muſikausſchuß des Heſſiſchen Sängerbundes vor.
Provinzialtagung für Starkenburg Darmſtadt.
Die Provinzialtagung des Heſſiſchen Sängerbundes für
Starken=
burg fand dieſer Tage in Darmſtadt ſtatt. Sei nahm einen in allen
Teilen harmoniſchen Verlauf. Man beſchäftigte ſich mit Fragen
für das nächſte Deutſche Sängerbundesfeſt in Frankfurt a. M. mit
der Frage der Vertretungen und Veranſtaltungen bei den
Kritik=
ſingen im eigenen Provinzialgebiet. Bei den Wahlen wurde
Pro=
vinzialvorſitzender Mitze=Darmſtadt einſtimmig wiedergewählt,
zum ſtellvertretenden Vorſitzenden Joh. Mosberger, Offenbach,
ferner wurden in den geſchäftsführenden Vorſtand gewählt Peter
Alles Groß=Gerau, Heinrich Fleckenſtein, König i.O., und Jakob
Merſcher, Neckarſteinach. Nachdem noch zu der Tagesordnung des
Heſſiſchen Sängerbundestages, der am 24. und 25. Oktober in
Aſchaffenburg ſtattfindet, Stellung genommen war, ſchloß der
Provinzialvorſitzende die Tagung mit der Feſtſtellung, daß in allen
Punkten volle Einmütigkeit erzielt worden ſei.
keimfrei, gleichmäßig, zuverlässig.
Kommt an Verdaulichkeit der
Muttermilch am nächsten.
GLÜcKSKIA
MILCH
Die heſſiſche Preſſe kagke.
Bad=Nauheim, 4. Oktober.
Der Landesverband Heſſen im Reichsverband der Deutſchen
Preſſe hielt heute im Hotel Malepartus in Bad=Nauheim ſeine
Jahreshauptverſammlung ab. Einen beſonderen Raum in den
Beratungen nahm die Frage der Notverordnungen ein.
Dr. Mierendorf brachte in ſeinen erläuternden Ausführungen zum
Ausdruck, daß dem heſſiſchen Innenminiſter nichts ferner liege, als
der Preſſe mit Hilfe der Notverordnung unnötige Beſchränkungen
aufzuerlegen. Die Verſammlung nahm einſtimmig folgende
Ent=
ſchließung an: „Die in Bad=Nauheim tagende
Hauptverſamm=
lung des Landesverbandes Heſſen im Reichsverband der Deutſchen
Preſſe begrüßt aufs wärmſte das Vorgehen der
Reichsarbeits=
gemeinſchaft der deutſchen Preſſe gegen die die Freiheit der Preſſe
einſchränkenden Notverordnungen. Sie richtet dabei die
Auf=
forderung an die heſſiſche Regierung, vor der Verhängung von
Zeitungsverboten, die nicht nur die Meinungsfreiheit
zu beſchränken geeignet ſind, ſondern auch mit ſchweren
wirtſchaft=
lichen Folgen für die betroffenen Zeitungen verbunden ſein
kön=
nen, die Unterlagen möglichſt mit noch größerem
Woblwollen zu prüfen und dabei die ſchwierige Lage in
der gerade heute auch die politiſche Preſſe iſt, nicht zu vergeſſen.”
Der Vorſitzende des Landesverbandes, Redakteur Streeſe=
Darm=
ſtadt, berichtete ſodann eingehend über die Bildung einer
Arbeits=
gemeinſchaft mit den Verbänden Frankfurt und Wiesbaden=
Naſſau. Das Vertrauen für den Geſamtvorſtand kam durch ſeine
Wiederwahl zum Ausdruck. An die Verſammlung ſchloß ſich eine
Beſichtigung der Badeanlagen.
TV.13625
Verlangen Sie kustenfreie Zuendung unteres neuen Kachbuch”
GrÜCKSKLEE-MILCH G. M.B.H., ABTL. DST I8, HAMBURG I
Tageskalender für Montag, den 5. Oktober 1931.
Heſſ Landestheater, Großes Haus, 20 Uhr: 1. Sinfonie=
Konzert. — Kleines Haus: Keine Vorſtellung. — Konzerte:
Zur Oper, Schloßkeller, Sportplatz=Reſtaurant a. Böllenfalltor,
Herrngartenkaffee. — Kaiſerſaal 16 und 20 Uhr:
Vor=
trag „Wie bleibe ich ſchlank und ſchön?”
Kinovorſtel=
lungen: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
— Vom Verein der Freundinnen junger Mädchen wird uns
geſchrieben: Tief beeindruckt nahmen wir heute als Gäſte und
Außenſtehende an einer kirchlichen Jugendfeier teil. Vielleicht
macht es, daß wir bisher Jugendarbeit gegenüber mehr
Fremd=
linge waren, an dieſem Abend wurden wir zu jugendlichem
Mit=
erleben mitgeriſſen und zu plötzlichem Verſtehen, daß Menſchen
ſich für Jugendarbeit ganz einſetzen können und ſelbſt reichſten
Gewinn davontragen. Es war ein Jahresfeſt, verbunden mit
Wimpelweihe. Heutzutage will ja jede Jugendgruppe ihren
Wim=
pel, aber liegt darin nicht etwas Feines? Sich ſcharen um eine
Fahne, heißt ſich bekennen zu einer Sache, und iſt es nicht
beſon=
ders fein, wenn junge Menſchen, die losgelöſt ſind von ihrer
Hei=
mat, losgeloſt vom Elternhaus und Kirche im Beruf ſeit Jahren
ſtehend, ſich beſinnen und ſich zuſammenſchließen mit dem
Be=
kenntnis: Wir wollen auch zur evangeliſchen Jugend gehören und
verbunden bleiben mit Kirche und Gemeinde. Machtvoll klang
das gemeinſam im Sprechchor hergeſagte Bekenntnis durch das
kleine Beſſunger Kirchlein, in dem ſich über 50 Mädchen der
Jugendgruppe des Freundinnenvereins zu dieſer Abendfeier nach
des Tages Pflichten zuſammengefunden hatten. — Der
Gottes=
dienſt und die Gemeinde und unſere Jugendſchar ſoll mir zur
Heimat werden”, und weiter an anderer Stelle hieß es: „Ihm zu
dienen im Haus und im Beruf, in meinem Volk und meiner
Kirche”. Und Herr Landesjugendpfarrer von der Au ſprach warm
und lebendig zu dieſer Jugend, die ſich das grüne Kreuz als
Ab=
zeichen gewählt, das Kreuz ein Troſt, ein Bekenntnis, eine
Ver=
pflichtung. Dieſe drei Gedanken wiederholten ſich in den
Sprü=
chen, die die drei Wimpelträgerinnen ſagten, als ihnen ihr
Fähn=
lein übergeben wurde. Und über dem Ganzen das Wort, das
die Leiterin der Gruppe den Mädchen ſagte, als ſie ihr Abzeichen
empfing: „Dienet einander”. Unſer Frauenleben ein Dienſt, dazu
helfe unſer Herr, der Richter Meiſter und König. Echt
jugend=
lich ſchloß die eindrucksvolle, ſchlichte Feier, als die Mädchen mit
dem Lied „Schließt die Reihen feſt zuſammen” aus der Kirche
zogen, und noch lange klangen in uns die Schlußworte nach
Deutſch ſei unſere Jugend, als ſie in langem Zug ihren Wimpel
in ihr Heim (Freundinnenheim) brachten.
— Die Techniſche Nothilfe zur Mithilfe bereit. In der
Ueber=
zeugung, daß die Techniſche Nothilfe bei der Durchführung der
umfangreichen und ſchwierigen Aufgaben, vor die die Verbände
der Wohlfahrtspflege bei der Durchführung der geplanten
Win=
terhilfsaktion geſtellt ſind, in vieler Beziehung Mithilfe leiſten
kann, hat die Hauptſtelle der in Betracht kommenden Stellen die
Mitarbeit der Techniſchen Nothilfe angeboten. Auf Grund der
Erfahrungen der früheren Jahre und vor allem des letzten
Win=
ters kommt hauptſächlich die Geſtellung von Helfern und
Helferin=
nen für die Durchführung von Sammlungen jeglicher Art, für
die Verteilung von Liebesgaben, für Lebensmitteltransporte und
für die Einrichtung von Notſpeiſungen, aber auch nach Maßgabe
des Beſtandes die Bereitſtellung von Feldküchen,
Transport=
mitteln u. a. m. in Frage. Alle Dienſtſtellen im Reiche, alle
Orts=
gruppen, Bereitſchaftstrupps und Obmänner der Techniſchen
Not=
hilfe ſind bereits angewieſen, dem Winterhilfswerk jede mögliche
perſonelle und materielle Unterſtützung zuteil werden zu laſſen.
* Demnächſt ein Verbandskaſten für jedes Auto. Jeder bei
einer Berufsgenoſſenſchaft reichgeſetzlich gegen Unfall verſicherte
Arbeitgeber, der Kraftwagen in ſeinem Betriebe benutzt, wird
demnächſt verpflichtet ſein, in ſeinem Laſt= oder Perſonenwagen
einen Verbandskaſten unterzubringen und mitzuführen. Die
ent=
ſprechenden Vorſchriften ſowie die Normen für Einrichtung und
Ausgeſtaltung der Automobil=Verbandskäſten ſind von den
zu=
ſtändigen berufsgenoſſenſchaftlichen Stellen bereits fertig
ausge=
arbeitet und werden nach Genehmigung durch das
Reichsverſiche=
rungsamt in abſehbarer Zeit in Kraft treten.
— Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie. Wiederum iſt ein
großer Gewinn nach Heſſen gefallen, und zwar die Prämie von
500 000 RM. in der Schlußklaſſe der jetzt abgelaufenen 37
Preu=
ßiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie. Dies hat erneut die
Aufmerk=
ſamkeit weiteſter Kreiſe auf die Staatslotterie gelenkt, die von
jeher wegen ihres äußerſt chancenreichen Gewinnplanes beliebt
war. Werden doch in den 5 Klaſſen 43,7 Prozent aller Loſe mit
Gewinnen gezogen. Das Spielkapital beträgt rund 114 Millionen
RM. Auf 800 000 Loſe fallen die in 5 Klaſſen verteilten 348 000
Gewinne und 2 Prämien. Der neue Gewinnplan, der bereits zwei
Lotterien durchgeſpielt iſt, hat ſich glänzend bewährt. Die
Nach=
frage noch Loſen zu der neuen Lotterie, die mit der Ziehung der
1. Klaſſe am 21. und 22. Oktober beginnt, hat bereits eingeſetzt.
Gerade in den jetzigen ſchweren Zeiten iſt das nicht gerade
ver=
wunderlich, denn für viele bedeutet ein Gewinn in der
Staats=
lotterie die einzigſte Möglichkeit, ihre ſchlechte wirtſchaftliche Lage
zu verbeſſern.
— Rhönradſportgeſellſchaft Darmſtadt. Ab 1. Oktober finden
die Uebungsabende in der Halle Montags und Freitags von 8.15
bis 10 Uhr ſtatt, Sonntag vormittags iſt Gelegenheit zum Ueben
im Freien gegeben. Unſere Muſterriegen ſind von verſchiedenen
befreundeten Vereinen aufgefordert worden, bei den
Winterver=
anſtaltungen mitzuwirken; hierzu findet in Kürze eine
Zwiſchen=
prüfung ſtatt. Da in den Muſterriegen Damen und Herren
zu=
ſammenarbeiten müſſen, wird mit Muſikbegleitung geübt und ſind
ganz gute Erfolge erreicht worden. Der Bilderdienſt iſt erneuert
worden und bei Drogerie Logel ſowie L. und M. Fuld Nachf.
Müller, Kirchſtraße ausgehängt, woſelbſt auch nähere Auskunft
erteilt wird. In nächſter Zeit wird die Werbe= und
Propaganda=
arbeit ſich der Oeffentlichkeit mehr in poſitiver Aichtung zeigen.
Vorträge und ſchulmäßige Studien werden der Ausbildung in der
R.S.G.D. mehr und mehr einen ſchulmäßigen Charakter
ein=
prägen.
Briefkaſten.
Irder Anfrage iſt die letzte Bezugsgulttung beizufügen. Anonyme Arfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Recht=werbindlichtetit.
O 21. Bei Ermittlung des Einkommens bleiben außer
An=
ſatz: die Verſorgungsgebührniſſe nach dem Reichsverſorgungsgeſetz,
die auf Grund der Militärpenſions= und =verſorgungsgeſetze
in=
tretenden Zulagen und Erhöhungen für Verſtümmelung,
Kriegs=
dienſt. Luftdienſt, Alter oder Tropendienſt. Rentenzahlungen
aus Rentenverſicherungen (Kapitalverſicherung) ſind als „
wie=
derkehrende Bezüge” ſtets ſteuerpflichtig. Hinſichtlich der
Sozial=
verſicherung gilt grundſätzlich die gleiche Regelung. Laufende
Zah=
lungen, beſonders auch Unfall=, Alters= und Invalidenrenten, ſind
einkommenſteuerpflichtig. Nur Bezüge aus der
Krankenverſiche=
rung (Krankengeld Naturalbezüge, ärztliche Pflege. Heilmittel
uſw.) ſind nach ausdrücklicher Vorſchrift ſteuerfrei.
Amerika. Das iſt nach dem mangelhaften Abzug nicht feſtzuſtellen.
Wenden Sie ſich an eine Münzſammlung.
W. Sch. 41: Wenden Sie ſich an die Landwirtſchaftskammer.
H. L. in P. Wir bitten um nochmalige Einſendung Ihrer
An=
rage
Seite 4
Montag, den 5. Oktober 1931
Nummer 276
Aus Heſſen.
F Eberſtadt, 4. Okt. Abturnen der
Turngeſell=
ſchaft e. V. Eberſtadt A. D. T. Begünſtigt von ſchönſtem
Herbſtwetter, fand am Sonntag auf dem vereinseigenen
Turn=
platz im Schloßweg das diesjährige Abturnen ſtatt. Es bildet
je=
weils den Abſchluß des Turnens im Freien und leitet zur
winter=
lichen Arbeit im Turnſaale über. Die Beteiligung an den
Wett=
kämpfen war ſehr rege, ſowohl beim Geräte= als auch beim
leicht=
athletiſchen Turnen. Eine große Menge Schauluſtiger hatte ſich
auf dem Turnplatze eingefunden, um den Ausgang der einzelnen
Kämpfe, die ſich recht ſpannend geſtalteten, zu verfolgen. Das
Ergebnis. 1. Gerätewettkämpfe: I. Turner (
Ober=
ſtufe)/9=Kampf: 1. Heinrich Dächert 173 Punkte, 2. Fritz Kern
155 P., 3. Philipp Krämer 154 P., 4. Willi Spelter 138 Punkte.
II. Turner (Unterſtufe) 6=Kampf: 1. Auguſt Dietrich 105 Punkte,
2. Jakob Günther 96 P. 2. Jakob Bergſträßer 96 P., 3. Ludwig
Hillgärtner 86 P., 4. Georg Pfeiffer und Georg Kern, je 80 P.,
5. Heinrich Kanzler 76 P. — III. Turnerinnen=Sechskampf:
1. Lydia Stephan 104 P., 2. Elſa Schneider 103 P., 3. Lina
Speckhardt 93 P., 4. Anna Bock 92 P., 5. Thereſe Sperling
82 Punkte. — IV Schüler=Neunkampf: 1. Ludwig Quari 153
Punkte, 2. Willi Weſp 129 P., 3. Erich Dieter 128 P., 4. Fritz
Haag 127 P., 4. Hans Schumacher 127 P., 5. Otto Kufner 114 P.
— V Schülerinnen=Neunkampf: Erſtens Berta Meyer 145
Punkte, 2. Emma Bub 136 P., 3. Elſa Haller 113 P., 4. Sophie
Ort 108 P. — Leichtathletiſche Wettkämpfe, 1.
Sport=
ler=Oberſtufe: 1. Philipp Krämer 59 P., 2. Johann Speckhardt
58 P. 2. Jakob Bergſträßer 58 P 3. Heinrich Dächert 56 P.,
4. Wilhelm Speckhardt 50 P., 5. Willi Spelter 45 P. — Sportler=
Unterſtufe: 1. Fritz Kern 70 P., 2 Georg Brecht 64 P., 3. Chr.
Pabſt 52 P 4. Georg Pfeiffer 39 P., 5. Hans Knornſchild 38
Punkte. — Sportlerinnen: 1. Lina Speckhardt 43 P., 2. Thereſe
Sperling 42 P., 3. Käta Büchlein 38 P., 3. Greta Haag 38 P.,
4. Lydia Stephan 35 Punkte. — Abends veranſtaltete die
Turn=
geſellſchaft im Saale „Zum Bergſträßer Hof” (Peter) eine Feier,
die bei geſelliger Unterhaltung. Muſik und Tanz
Vereinsmitglie=
der und die erſchienenen zahlreichen Gäſte einige Stunden in
fro=
her Runde vereinigte. Der Vereinsvorſitzende
Weizenmül=
ler verſammelte im Verlaufe der Feier die Sieger des
Abtur=
nens um ſich und händigte ihnen, nachdem er eine anfeuernde
An=
ſprache an ſie gerichtet hatte, die entſprechenden Urkunden aus.
Bei dieſer Gelegenheit überreichte er auch den Sportlern Jakob
Günther, Theodor Braun und Johannes Speckhardt das ihnen
vom Reichsausſchuß für Leibesübungen verliehene Deutſche
Sport=
abzeichen und dem Sportler Kern das Deutſche Jugend=
Sport=
abzeichen.
f. Roßdorf, 4. Okt. Gemeinderatsbericht.
Neufeſt=
ſetzung des Ortslohns. Mit Wirkung vom 1. Januar 1932 ſollen
die ſeitherigen Sätze beſtehen bleiben. Dieſe ſind; für Verſicherte
über 21 Jahre männlich 5,00 RM., weiblich 3,50 RM.; Verſicherte
von 16—21 Jahre männlich 4,10 RM., weiblich 2,80 RM.:
Ver=
ſicherte unter 16 Jahren männlich 2.30 RM., weiblich 1,70 RM.
Einige Bewohner der Sackgaſſe haben um Herſtellung des
Waſ=
ſerabfluſſes gebeten. Der Gemeinderat kann die Ausführung der
Arbeiten bei der gegenwärtigen Finanzkriſe nicht genehmigen; es
ſoll jedoch durch eine Ortsbeſichtigung feſtgeſtellt werden, ob ſich
die Mißſtände nicht mit geringen Mitteln beheben laſſen. Der
Bürgermeiſter
gibt davon Kenntnis, daß vom Kreisamt vor
eini=
ger Zeit als Ehrenfeldſchützen eidlich verpflichtet worden ſind: Gg.
Friedrich Stelzer, Friedrich Schacker, Friedrich Stelzer 1., Friedr.
Vilhelm Schenkel 2., Georg Konrad Ludwig Becker, Georg Heinr.
Gunkel 1., Johann Heinrich Nicolay 5. und Jakob Bock. Zum
Schluſſe gibt der Bürgermeiſter noch bekannt, daß die Wiederwahl
des Johann Georg Wilhelm Nicolay 2. zum Beigeordneten der
Gemeinde Roßdorf beſtätigt worden ſei. Als Arbeiten für die
Wohlfahrtserwerbsloſen ſind die Herſtellung der Bahnhofſtraße
und die Aushebung des Kanalausflußgrabens in nächſter Zeit in
Ausſicht genommen.
Die landwirtſchaftlichen Genoſſenſchafken
im Monak Sepkember 1931.
Nach der Statiſtik des Reichsverbandes der deutſchen
landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaften — Raiffeifen — waren am 1. Oktober 1931
vorhanden:
121 Zentralgenoſſenſchaften,
19 984 Spar= und Darlehnskaſſen,
4341 Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften,
4 919 Molkereigenoſſenſchaften,
513 Viehverwertungsgenoſſenſchaften,
516 Eierverwertungsgenoſſenſchaften,
316 Obſt= und Gemüſeverwertungsgenoſſenſchaften,
380 Winzergenoſſenſchaften,
5 887 Elektrizitätsgenoſſenſchaften,
888 Dreſchgenoſſenſchaften,
167 Maſchinengenoſſenſchaften,
815 Viehzuchtgenoſſenſchaften,
W5 Weidegenoſſenſchaften,
1587 Sonſtige Genoſſenſchaften,
Summa: 40 719 landwirtſchaftliche Genoſſenſchaften,
Der Monat September hat für die Bewegung innerhalb des
land=
wirtfchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens keine beſonders bemerkenswerten
Vorgänge zu verzeichnen gehabt. Die Geſamtziffer ſchließt mit einer
effektiven Beſtandsverminderung von 7 Genoſſenſchaften. In den
ein=
zelnen Gruppen fallen die wiederum ſehr ſtarken Abgänge der Spar=
und Darlehnskaſſen auf, die ſich bei nur einer Neugründung auf 22
be=
ziffern und die wiederum ein deutliches Zeichen für die anhaltende
Finanznot bilden. Auch die Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaften ſind
er=
neut rückgängig, und zwar mit 15 Abgängen bei nur 8 Neugründun=
gen. Ihrer ſtetig aufſteigenden Tendenz iſt auch im September die
Gruppe Molkereigenoſſenſchaften treu geblieben, die mit 21 Zugängen
nur 3 Auflöſungen aufweiſt. In allen anderen Gruppen ſind die
Ver=
änderungen wiederum geringfügig. Eine Ausnahme bilden die
Viehver=
wertungsgenoſſenſchaften, die 6 Neugründungen melden, dagegen keine
Abgänge zu verzeichnen haben. Insgeſamt ſtehen für die
September=
bewegung 55 Zugänge 62 Auflöſungen gegenüber.
* Hummetroth, 3. Okt. Kartoffelernte Trotz der naſſen
Witterung fällt bei uns die Kartoffelernte gut aus, wenn auch faule
Kartoffeln unter dem Beſtand vorkommen, was auf die Beſchaffenheit
des Bodens ſowie die Lage desſelben ankommt. Auch ſpielt die Sorte
eine Hauptrolle dabei, ſehr gut ſtandgehalten hat die „Odenwälder
Blaue” ſowie ſämtliche rote Arten. — Obſternte. Die Ernte in
Aepfel und Birnen iſt ſehr reichlich, leider dürfte der Preis für beide
Sorten Obſt etwas höher ſein. Aus letzterem Grunde wird daher von
den Birnen überall Latwerge gekocht, dazu ſpielt ja auch noch viel mit,
daß im vorigen Jahre bzw. Herbſt keine Latwerge gekocht werden konnte
und daher die Latwergetöpfe leergeworden ſind. — Arbeitsloſig=
keit. Da wir hier viel Bauarbeiter haben wie Maurer, Zimmerleute
und im Tiefbau beſchäftigte Arbeiter, iſt eine große Arbeitsloſigkeit bei
uns eingetreten, da dieſe Arbeiter zurzeit überhaupt keine Arbeit finden
können. Auch ſind dies meiſt ausgeſteuerte, die die Kriſenunterſtützung
beanſpruchen müſſen. Da es eine große Anzahl iſt, muß die Gemeinde
monatlich größere Summen hierfür verausgaben. Es iſt dies für
unſere Gemeindekaſſe nicht ſo leicht, denn wir haben auch noch zwei
weibliche Perſonen in Heilſtätten, und die Einwohnerzahl beträgt nur
318 Perſonen. Auch ſind durch die Arbeitsloſigkeit die Steuereingänge
ſehr ſchlecht und die Kaufkraft ſehr gering, was unſere Geſchäftsleute
ſehr zu ſpüren bekommen. Dieſen fällt es daher auch ſehr ſchwer, ihre
Abgaben zu entrichten. — Ferien. Die Herbſtferien in unſerer
Schule haben am Montag, den 28. September, begonnen und dauern
3 Wochen. — Wetter. Obgleich die Nächte ſchon kalt ſind und
mor=
gens rauhe Nebel wallen, herrſcht doch tagsüber ſchönes Wetter, und
morgens iſt es eine Pracht, wenn man beobachten kann, wie die Sonne
den Kampf mit dem Nebel aufnimmt und dieſen in die Täler der
Ger=
ſprenz und Mümling ſowie deren Seitentäler niederdrückt, bis auch
dieſe nebelfrei ſind. — Die Dreſchmaſchine hat ihre Arbeit bei
uns vollendet.
Co. Ueberau, 4. Oktober. Ausdem Gemeinderat. A
Punkt 1 der Tagesordnung wurde Herr Gg. Bender durch Her
Bürgermeiſter Walter als Gemeinderat eingeführt und du
Handſchlag verpflichtet. Die Erhebung der Steuerziele für 19
wurde als 2. Punkt auf die Monate September, Oktober. Deze
ber 1931 und Februar, März, Mai 1932 feſtgeſetzt. Der Beſchld
wegen Stundung von Gemeindeſteuern auf Grund der Ern
ſchaden laut miniſterieller Verfügung fand Zuſtimmung.
100prozentige Erhöhung der Bier= und Bürgerſteuer infolge d
Fehlbetrags des Voranſchlags 1931 wurde einſtimmig abgeleh
In der nichtöffentlichen Sitzung kamen Wohlfahrts= und Steuf
ſtundungsgeſuche zur Beratung.
Bf. Brensbach i. O., 4. Oktober. Durch die reichliche Obſtert
in dieſem Herbſt ſind die Apfelweinkeltereien gegenwärtig
vollem Betrieb. Während man in früheren Zeiten den Abf.
Treſter genannt, als wertlos beiſeite brachte, iſt man neuerdin
dazu übergegangen, denſelben zu verfüttern. In täglich friſche
Zuſtande und in mäßigen Mengen iſt er für Milchkuhe ſehr
und wird vom Vieh ſehr gerne gefreſſen. Unentgeltlich holen
deshalb die Viehbeſitzer ſolchen bei den Keltereien täglich, u
als entgegenkommend anzuerkennen iſt.
Cd. Michelſtadt, 4. Oktober. Heute nachmittag 15,15 Uhr
eignete ſich an der überſichtlichen und im Augenblick des Ungli
vollkommen freien Straße am Finanzamt ein ſchwerer.
ſammenſtoß zwiſchen dem aus Erbach kommenden Frankfur
Auto IT 66 083 und dem mit zwei Perſonen beſetzten Motor=
V R 9147. Dabei wurde der Sozius des Motorradlers in hoh
Bogen über das Auto auf die Fußſteigſchwelle geſchleudert, wol
er einen ſchweren Schädelbruch erlitt. Er und ſein Freund,
einen komplizierten Beinbruch davontrag, kamen in das hieſ
Krankenhaus, wo der Schwerverletzte noch am Sonntag abend
wußlos darniederlag. Die beiden Motorradfahrer ſtammen
dem benachbarten Boxheim und ſind in den Opelwerken beſchäftik
Die Schuldfrage wird von der Polizei geklärt.
Ca, Lorſch. 1. Okt. Amerika=Erbſchaft. Vor etwa zu
Jahren war auch hier etwas von einer angeblichen amerikaniſch
Millionenerbſchaft Wiegand bekannt geworden. Mutmaßli/
Erben haben ſich damals um die Angelegenheit bemüht, aber v
der amerikaniſchen Behörde negativen Beſcheid erhalten. Dam
war die Sache im Sand verlaufen. Weitere jetzt angeſtellte a"
mittlungen haben aber ergeben, daß es tatſächlich eine Erbſchᛋ Der
bzw. Nachlaſſenſchaft Wiegand gibt. Nach einem Verzeichnis
hwoven
mehr, da einesteils die Friſt zur Anmeldung des Freigabeantraſn
bereits am 10. März 1931 abgelaufen iſt, andernteils es ſich uhe
racht
.
einen ganz geringen Betrag handelt. Es dürfte deshalb wemin a
Zweck haben, der Sache nachzugehen. Die in Betracht kommend
Perſonen mögen ihre Hoffnungen nunmehr endgültig begraben.
Zwangsweiſe Einführung der Bierſteuer. Nachdw we
der Gemeinderat in ſeiner Sitzung vom 28. v. Mts. eine Erhöhufa.=1 I.
fin
der Bierſteuer abgelehnt hat, wurde dieſe jetzt mit Wirkung vacten
Heutigen vom Kreisamt Bensheim zwangsweiſe vorgenommWi-tell
Die Gemeinde iſt demnach angehalten, folgende Sätze zu erhebemfi Pu
für Einfachbier 5.— RM., für Schankbier 7,50 RM., für Voſr den
bier 10.— RM. und für Starkbier 15.— RM. pro Hektolit)e ühri
Dieſe Zwangsmaßnahme tritt außer Kraft mit dem Beginn
Monats, der auf die rechtskräftige Beſchlußfaſſung des Gemein.."
rats über die Realſteuerſätze für das nächſte Rechnungsjahr ol
deren Feſtſetzung durch die Aufſichtsbehörde folgt.
Bm. Hofheim (Ried), 4. Oktober. Von Lieferauto eſt ſei
kaßt und getötet. Auf der nahen Straßenbrücke kam Mls
Freitag gegen abend der etwa 70 Jahre alte Schneidermeiſnd Kaſ
Martin Volk aus dem benachbarten Bürſtadt ums Leben. Den an
alte Mann war beim Grummeteinfahren behilflich und mit zu. In
aneinanderhängenden Fuhrwerken unterwegs. Angeblich war ſüshurg
im Gefälle der Brücke zwiſchen beide Wagen getreten und he
die Bremſe angezogen, als er beim Herausgehen von einem dah
kommenden Lieferwagen erfaßt und getötet wurde. Ob
Wagenlenker eine Schuld trifft, wird die Unterſuchung leh
Der brave Bürger und Geſchäftsmann galt in ſeiner Heimat
meinde als ſehr beliebt und geachtet und wird ſein tragiſches 2n wor
leben allgemein bedauert.
meir
LodessAnzeige.
Gottes unerforſchlichem Ratſchluſſe hat es gefallen, meinen
unvergeß=
lichen Mann, unſern treubeſorgten Vater, Schwager und Onkel
Deiin Biiiipp Shnlbel
Bäcker=Obermeiſter
nach kurzem ſchweren Leiden, wohlverſehen mit den heiligen
Sterbe=
ſakramenten, im 52. Lebensjahr am Samstag abend 52/4 Uhr in die
Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Katharina Eliſ. Schaider, geb. Satorlus
nebſt Kinder.
Bickenbach, den 3. Oktober 1931.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Oktober, vormittags 12 Uhr,
vom Portale des Friedhofs in Bensheim aus ſiatt.
(14338
Vervielfältigungen
Ahschriften
8. Gnttmanp
B Wilhelminenstr. 8
(277a
Dam.=u. Kinderkleid.
werd. gutſitz.
preis=
wert angef.
Kirch=
ſtraße 19, I. (13315a
Köſtritzer Schwarzbier iſt etwas für Sie,
Es bildet Blut und ſchafft Energie.
Zurück
Dr. Hedl. Riemenseineiner
Lag"
1 Stülck besonders milde
Tofletteseige
14021b
½2 Pfd. ſchwer und doch nur Mk. 0.40
Machen Sie einen Verſuch und Sie
werden nie mehr ſcheinbar billige
Seifen von auswärts beziehen,
Parflmerle
Elisabethenstr. 9
Frank
Samstag abend 6 Uhr entſchlief
ſanft nach langer ſchwerer
Krank=
heit, jedoch unerwartet, mein
treubeſorgter, unvergeßlicher Gatte,
unſer lieber Vater, Sohn, Bruder
und Schwiegerſohn
14339
Theodor Ehrenfeld
im 54, Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Marie Ehrenfeld, geb. Becker
und Kind
Familie Ehrenfeld•Hock
Famille Becker.
Darmſtadt, Kahlertſtraße 10, II.,
Aſchaffenburg, Büdingen,
den 3. Oktober 1931. (14339
Die Beerdigung findet ſtatt:
Diens=
tag, den 6. Okt., nachm. 2½ Uhr,
von der Kapelle des
Waldfried=
hofs aus.
Guran!
Sanitätsrat
Dr. L. Orkh.
(14189b)
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Hugo Neurohr
Nummer 276
Montag, den 5. Oktober 1931
Seite 5
die ſäddeutſchen Zußball=Punkte=Kämpfe.
5V. 98 Darmſtadt - TC. Langen 1:1 (1:1).
Keoelinſchangen im anen Grapgei.
Der erſte Oktoberſonntag brachte in den ſüddeutſchen
Fußball=
gton hunſtppen ein ſehr intereſſantes Programm. Es gab zahlreiche
„Johann Mkgkämpfe, und auch Ueberraſchungen blieben nicht aus.
In der Gruppe Main hatte das alte Lokalderby zwiſchen
ſrracht und Fußballſportverein wieder 20 000 Zuſchauer
ange=
gn. Zur allgemeinen Ueberraſchung konnte der Fußballſport=
gin auf dem Platz des Gegners ein verdientes Unentſchieden
½:1 (0:0) erzielen, das deutlich dafür ſpricht, wie ſtark die
hnHeimer Mannſchaft wieder „im Kommen” iſt. Bei der
Ein=
ne ErhöhG” kam der Sturm nicht zur Entwickelung, beim Gegner über=
Wirkung yſten der Torhüter Wolf und der Internationale Knöpfle als
vorgenomnkit Tläufer. Die Eintracht behält als Tabellenführer weiter
Punkte Vorſprung, der FSV. kommt jetzt als erſter Kandidat
den zweiten Platz in Frage. Ueberraſchungen brachten auch
ührigen Ergebniſſe der Gruppe. Die wieder erſtarkte Mann=
„ſt von Rotweiß ſiegte in Offenbach ſicher über die Kickers mit
„ATiederrad ließ ſich in Hanau 4:2 ſchlagen und Iſenburg ver=
1.
eiN
in Griesheim. Eine Ueberraſchung meldete auch die Gruppe
ſen, wo der Neuling Kaſtel 06 vor 8000 Zuſchauern den
rücke kon Aellenführer Mainz 05 verdient mit 2:1 (1:0) ſchlug. Mainz 05
Kaſtel 06 liegen nun mit gleicher Punktzahl wieder
zuſam=
an der Tabellenſpitze.
In der Gruppe Nordbayern endete das alte Derby der
harg mit einem 1:0 Sieg des 1. FC. Nürnberg über die SpVg.
ih. 16 000 Zuſchauer ſahen einen raſſigen Kampf, der im
Zei=
der beiden ausgezeichneten Hintermannſchaften ſtand. Der
hung lehie ſiegte in der 72. Minute durch ein Tor von Friedel und
Heimaih’te ſich damit in der Tabelle einen Vorſprung von zwei
Punk=
giſches P vor der SpVg. Fürth. Eine Ueberraſchung war in dieſer
wre der 3:1 Sieg von Schweinfurt über den ASN. Nürnberg.
Südbayerns Tabellenführer Bayern München hatte einen
ſietag. Das reizvollſte Spiel des Tages brachte ein 1:1
Un=
ſhieden zwiſchen Teutonia und 1860 München.
(Ir Württemberg war der Stuttgarter Lokalkampf Kik=
Egegen VfB. der Schlager des Tages. Vor 10 000 Zuſchauern
ann der VfB. dank ſeiner beſſeren Läuferreihe verdient mit
Der Sieger hält jetzt zuſammen mit dem FC. Pforzheim
Tabellenſpitze, jedoch ſtehen nach Verluſtpunkten gerechnet,
giania Brötzingen und Union Böckingen günſtiger.
In Baden hat der Karlsruher Fußballverein nach ſeinem
Sieg in Rheinfelden bereits ſechs Punkte Vorſprung vor
Karlsruhe und Freiburger FC. Der Freiburger FC. ließ
In Raſtatt unerwartet glatt mit 1:4 ſchlagen.
Meik in der Gruppe Rhein fielen mit Rückſicht auf den
Mann=
er Flugtag vier von fünf Spielen aus. Im einzigen Spiel
Tages blieb der Tabellenführer Phönix Ludwigshafen über
ungs= Neuling Sandhauſen leicht mit 4:1 erfolgreich.
Ur der Gruppe Saar liegt der FV. Saarbrücken nach ſeinem
Sieg über SV. 05 Saarbrücken mit zwei Punkten vor dem
Pirmaſens in Front. Pirmaſens ſchlug zu Hauſe den
Neu=
bund Tabellenletzten Weſtmark Trier 4:1.
Die Fußhall=Ergebniſſe.
Verbandsſpiele in Süddeutſchland.
ſppe Heſſen: Wormatia Worms — Viktoria Urberach 4:0.
ziel aueh 7:0. Olympia Lorſch — SV. Wiesbaden 0:0.
iktoria Walldorf — Alemannia Worms 3:2. SV. 98 Darm=
ladt — 1. FC. Langen 1:1. F. Vg. 06 Kaſtel — FSV. Mainz 05
ſppe Main: Eintracht Frankfurt — FSV. Frankfurt 1:1.
ickers Offenbach — Rot=Weiß Frankfurt 1:3. FC. 93 Hanau
Ftunge)- Union Niederrad 4:2. Sp. Vgg. 02 Griesheim — BfL.
Neu=
ſenburg 3:1. Germ. 1894 Frankf. — Germania Bieber 2:4.
ppe Nordbayern: 1. FC. Nürnberg — Sp.Vgg. Fürth
:0- 1. FC. Schweinfurt — ASV. Nürnberg 3:1. Würzburger
Ab/Kickers — Bayern Hof 2:0. Sp. Vgg. Weiden — VfR. Fürth 1:3.
Apwe Südbayern: Teutonia München — 1860 München
1:1. DSV. München — VfB. Ingolſtadt=Ringſee 2:0. 1. FC.
Vtraubing — SSV. Ulm 0:1. Schwaben Augsburg — Jahn
egensburg 1:0.
ſiype Rhein: Sp.Vgg. Sandhauſen — Phönix
Ludwigs=
afen 1:4.
Gebügelſppe Saar: FC. Kaiſerslautern — VfR. Pirmaſens 1:0.
,/K. Pirmaſens — Weſtmark Trier 4:1. Boruſſia Neunkirchen
ALN — Saar Saarbrücken 2:3. FV. Saarbrücken — SV. 05
Saar=
rücken 4:0. Sportfr. Saarbrücken — 1. FC. Idar 3:2.
ſppe Württemberg: Stuttgarter Kickers — VfB.
Stutt=
ſart 1:2. VfR. Heilbronn — Sportfr. Eßlingen 1:2. FC.
Birkenfeld — FV. Zuffenhauſen 2:3. FC. Pforzheim — SV.
ſeuerbach 2:0.
Awpe Baden: FV. Raſtatt — Freiburger FC. 4:1. Phönix
Uarlsruhe — FV. Villingen 5:0. FC. Rheinfelden —
Karls=
ſuher FV. 0:2. FC. Mühlburg — Sp.Vgg. Schramberg 1:0.
Privatſpiel in Süddeutſchland.
FC. Freiburg — VfL. Neckarau 0:3.
Berliner Fußball.
Neteor.06 — Hertha BSC. 1:3. Wedding — BFC. Preu=
:1. Berliner SV. 92 — Union Potsdam 0:0. 3.
Pokal=
lwptrunde: Norden=Nordweſt — Tennis=Boruſſia 2:3.
Kr 04 — Spandauer SV. 4:1. Viktoria 89 — VfB. Pan=
M. 1. FC. Neukölln — Weißenſee 1900 2:1. Union
Ober=
weide — Berolina=LSC. 4:2. Nowawes 03 — Minerva 93
Cherusker — Südſtern 2:6. Stettiner SC. — Polizeiſport=
Berlin 1:2. Blau=Weiß 90 — Adlershofer BC. 3:3.
Fußball im Reich.
Breslau: Mittelſchleſien — Niederlauſitz 9:5.
Ratibor: Oberſchleſien — Wacker Wien 0:4,
Beuthen: Oberſchleſien — Wacker Wien 2:6.
An wirklich guten Leiſtungen bekam man in dem Spiel der
98er gegen den FC. Langen herzlich wenig zu ſehen. Wenn man
von Rupps zielbewußter Verteidigerarbeit, von einem raſanten
Durchbruch Müllmerſtadts mit anſchließend ſcharfem Schuß, den
Langens Torhüter gerade noch zur Ecke ablenken konnte, und der
zähen Abwehrarbeit der Gäſte in der letzten Viertelſtunde, in der
es für ſie galt, den einen Punkt unter Dach zu bringen, abſieht,
dann bleibt nur ein mäßiges, ziemlich planloſes Spiel übrig, das
ſelten begeiſtern konnte. Mit um ſo größerem Bedauern muß
man feſtſtellen, daß man auf beiden Seiten viel zu hart ſpielte,
und vornehmlich in der zweiten Hälfte mit Mitteln arbeitete, die
nicht gutgeheißen werden können. Dies war man ſeither von den
98ern wirklich nicht gewöhnt, ſo daß man nur hoffen kann, daß
dieſer Hinweis genügt, um eine ähnlich rauhbeinige Spielweiſe
für die Zukunft abzuſtellen. Wie ſchlecht man fährt, mit ſolchen
Mitteln ſpieleriſche Vorteile zu erreichen, haben die Einheimiſchen
ja geſehen: der Platzverweis von Lehr, gerade weil dieſer
Spie=
ler zu Unrecht beſtraft wurde, erklärt ſich doch ausſchließlich aus
der Atmoſphäre, die man zum Teil ſelbſt mit heraufbeſchworen
hatte. Der energiſchen und unbeirrbaren Spielleitung von
Schnei=
der (Union Niederrad) iſt es zu verdanken, daß das Spiel trotz
mancher Aufregung auf und um das Spielfeld doch glatt verlief.
Zur Kritik der Mannſchaften bleibt nur zu bemerken, daß auf
beiden Seiten Läuferreihe und Sturm mäßig ſpielten, dagegen die
Tordeckungen einſchließlich Torwächter zufriedenſtellend arbeiteten.
Der größeren Zähigkeit der Gäſte ſetzten die Einheimiſchen eine
etwas beſſere Spielkultur entgegen. Den Torchancen nach hätten
die Sportvereinler gewinn müſſen, aber — wie ſchon ſo oft —
ver=
ſagten die Stürmer vor dem Tor des Gegners. Selbſt einen
Elf=
meter konnten die 98er nicht verwandeln. So kam es zu dem
Un=
entſchieden 1:1, nachdem kurz vor Ende der erſten Halbzeit
Heb=
eiſen für die Einheimiſchen den Treffer erzielt hatte, den die Gäſte.
im Anſchluß an einen Eckball durch Keim 1. ausglichen.
Sportverein 1898 (Jugend).
1. Jgd. — 1. Jgd. Langen, hier, 2:1; 2. Jgd. — 1. Jgd.
Pfung=
ſtadt, hier, 7:0; 3. Jgd. — 3. Jgd. Eintracht Frankfurt, dort, —;
4 Jgd. — 2. gd. Arheilgen, dort, 2:1; 1. Schüler — 1. Schüler
Wixhauſen, dort, 1:2: 2. Schüler — 2. Schüler Wixhauſen, dort, 1:2.
Kaſtel 06 — Mainz 05 2:1 (1:0).
Die Ueberraſchung kam vor 8000 Zuſchauern zuſtande. Mainz
05 war favoriſiert, aber der Lokalrivale ſiegte verdient. Kaſtels
Hintermannſchaft befand ſich in einer ganz ausgezeichneten
Ver=
faſſung, ſie ließ den gefährlichen Mainzer Sturm kaum zur
Ent=
wicklung kommen. Der Angriff des Siegers war weniger tätig,
dafür aber vor dem Tor gefährlicher. Das Spiel war im
allge=
meinen ausgeglichen, gegen Schluß drängte Mainz 05. Kaſtel
ging ſchon in der 4. Minute durch Jörtz in Führung. Mainz 05
glich gleich nach der Pauſe durch ſeinen Mittelſtürmer
Burk=
hardt aus, aber ſchon fünf Minuten ſpäter lag Kaſtel nach einem
Schuß von Rockmann erneut in Front und behauptete dann auch
dieſen Vorſprung bis zum Schluß. Hümpfner=Aſchaffenburg
lei=
tete das Spiel korrekt.
Wormatia Worms — Viktoria Urberach 4:0 (0:0).
Wormatia war während des ganzen Spieles klar überlegen,
aber die Tore fielen erſt nach dem Wechſel, als ſich der Sturm
etwas aktiver und ſchußfreudiger zeigte. Winkler erzielte bald
nach der Pauſe den erſten Treffer. Kurz darauf erhöhte Bitter
auf 2:0. Völker verwandelte dann noch zwei Elfmeter. Der
Sieg der Wormatia war auch in dieſer Höhe verdient, jedoch
läßt das Ergebnis keine weiteren Schlüſſe zu, da Urberach
dies=
mal ein recht ſchwaches Spiel bot. Müller=Griesheim verriet als
Schiedsrichter zahlreiche Schwächen.
Viktoria Walldorf — Alemannia Worms 3:2 (0:1).
In dieſem Spiel ſah es lange Zeit eher nach einem Sieg
der Gäſte als nach dem des Neulings aus. Alemannia führte
bei der Pauſe durch einen ſcharfen Schuß des Linksaußen Holl
1:0 und dominierte auch nach der Pauſe meiſt. Die Alemannen
konnten durch Becker ſogar auf 2:0 erhöhen und ſchließlich
ver=
lor Walldorf durch Verletzung auch noch ſeinen Linksaußen
Steckenreiter. Die Platzherren nahmen jetzt eine Umſtellung vor,
die ſich ſehr bewährte. Pons und Winſon ſchufen in der 27. und
32. Minute den Ausgleich und Winſon holte dann kurz vor
Schluß noch das ſiegbringende Tor. 200 Zuſchauer, Dörner=
Seck=
bach war als Schiedsrichter zu kleinlich.
Olympia Lorſch — SV. Wiesbaden 0:0.
Das Unentſchieden dieſes torloſen Spieles entſpricht
voll=
kommen dem Kampfverlauf. Lorſch ſpielte in der erſten Halbzeit
leicht überlegen, Wiesbaden dominierte nach der Pauſe. Mitte
der zweiten Halbzeit hatte Lorſch eine gute Gewinnchance, es
gab einen Elfmeter gegen Wiesbaden, der jedoch von Lorbacher 1
verſchoſſen wurde. Das von 1000 Zuſchauern beſuchte Spiel
wurde fair durchgeführt und von Dr. Götzl=Mannheim gut
ge=
leitet.
* Fußball im Kreis Skarkenburg.
Ein Sonntag ohne beſondere Ueberraſchungen.
Polizeiſportverein Darmſtadt — FV. Sprendlingen 2:4 (0:3),
Germania Oberroden — FSV. Groß=Zimmern 2:0 (1:0).
Sportverein Mörfelden — Sp. Vgg. 04 Arheilgen 0:1 (0:0).
Union Wixhauſen — Germania Eberſtadt 2:3.
Germania 03 Pfungſtadt — Viktoria Griesheim 3:0 (2:0).
Union Darmſtadt — Haſſia Dieburg 3:4 (3:1).
Union Darmſtadt (Sonderelf) — Rot=Weiß Darmſtadt II 4:4.
FC. 03 Egelsbach — Sportverein Münſter 1:0.
Der Sonntag hat in der Starkenburger Kreisliga eigentliche
Ueberraſchungen nicht gebracht; wenn vielleicht etwas beſonders
zu erwähnen iſt, ſo iſt es die Tatſache, daß die Darmſtädter
Poli=
zei ſich auf eigenem Platze von Sprendlingen ſchlagen ließ, und
weiter die mit 0:2 recht knappe Niederlage von Groß=Zimmern in
Oberroden. Formverbeſſerung auf der einen oder Verſchlechterung
auf der anderen Seite? Das iſt hier die Frage.
Der Tabellenführer Oberroden konnte ſich, wie erwartet,
be=
haupten. Wenn auch der Sieg verhältnismäßig knapp ausgefallen
iſt, ſo bleibt aber der klare Vorſprung Oberrodens beſtehen.
Arheilgen konnte mit dem knappſten aller Ergebniſſe die
gefähr=
liche Mörfelder Klippe umſchiffen. Die Mannſchaft bleibt
Geheim=
tip für die Meiſterſchaft. Auch Eberſtadt behielt ſeine gleichmäßig
gute Leiſtung bei und ſchlug Wixhauſen mit 3:2. Bei Wixhauſen
machte ſich das Fehlen von zwei am letzten Sonntag
hinaus=
geſtellten Spielern ſtark bemerkbar; immerhin: Eberſtadt wurde
dadurch Dritter. — Egelsbach brachte ſich mit einem 1:0 über
Münſter wieder einmal in „empfehlende Erinnerung”. An
den Egelsbacher Platz werden noch andere Mannſchaften denken.
Pfungſtadt ſcheint ſich ſeine Mörfelder Schlappe zu Herzen
genom=
men zu haben; das bekam Griesheim zu ſpüren. Das 3:0 hätte
noch höher ausfallen können. In Darmſtadt ſtellten ſich die
Sprend=
linger vor. Alle Achtung vor den Gäſten! Die Mannſchaft
ge=
wann verdient gegen die eine ſchwache Leiſtung zeigenden
Poli=
ziſten und iſt für die Zukunft ſtark zu beachten. Auch Dieburg bot
gegen die Beſſunger Union eine recht achtbare Leiſtung. Der
Sieg bringt die Mannſchaft etwas aus der Gefahrenzone, während
es für die Beſſunger anfängt brenzlich zu werden.
Die Tabelle nach dem 4. Oktober 1931.
* Fußball im Kreis Südheſſen.
Die Ergebniſſe.
Olympia Lampertheim — Olympia Worms 1:0. SV.
Neu=
hauſen — Biblis 3:0. SV. Hochheim — Konkordia Gernsheim 4:4.
Normannia Pfiffligheim — VfL. Lampertheim 0:2. SV.
Aben=
heim — FV. Hofheim 2:0. Starkenburgia Heppenheim — SV.
Horchheim 2:2.
Polizei Darmſtadt — F. V. Sprendlingen 2:4 (0:3).
Von dieſem Spiel hatte man mehr erwartet. Statt des
erhofften ſcharfen Duells mit großen ſportlichen Aktionen wurde
ein Spiel gezeigt, deſſen Gangart ſehr hart und über Gebühr
laut war. Die Polizei hatte einen ſchwachen Tag. Einzel= und
Geſamtleiſtungen blieben weit hinter dem in vorausgegangenen
Spielen bewieſenen Leiſtungsgrad zurück. Sprendlingen
ent=
täuſchte nach der angenehmen Seite. Die Mannſchaft hat in
bezug auf Spielaufbau und Ballbehandlung vieles gelernt.
In der erſten Halbzeit war Sprendlingen meiſt tonangebend,
erzielt auch in regelmäßigen Abſtänden drei Tore, die bei
beſſe=
rem Stellungsſpiel der Verteidigung zu verhindern waren. Nach
der Pauſe übernimmt Polizei das Kommando. Sie holte auch
durch Tore von Müller zwei Treffer auf. Sprendlingen dagegen
iſt nur einmal erfolgreich. Der Schiedsrichter, ein Herr aus
Sprendlingen, der für den nicht erſchienenen planmäßigen
Schiedsrichter eingeſprungen war, bot eine klägliche Figur. Ihm
wäre anzuraten, ſich Abſeits= und Vorteilsregeln genauer
anzu=
ſehen und ſie korrekt anzuwenden.
SV. Jugenheim — Eintracht Darmſtadt 5:3 (2:1).
Auf dem bekannten Jugenheimer Waldſportplatz, der eher
einer Sandwüſte gleicht, entwickelte ſich ein von Anfang bis Ende
ſpannendes Spiel. Trotzdem Eintracht auf dem ungewohnten
Platz ihre flache Spielweiſe nicht ſo anbringen konnte, war ſie
dem Gegner techniſch und taktiſch in jeder Hinſicht überlegen. Bei
den Gaſtgebern gefiel der große Eifer, den jeder Spieler an den
Tag legte, auch ſpielten ſie, von einigen Kleinigkeiten abgeſehen,
ſehr anſtändig. Bis Halbzeit lag Jugenheim 2:1 in Führung.
Gleich nach Wiederbeginn konnte Eintracht ausgleichen. Ein nicht
einwandfreies Tor brachte Jugenheim abermals die Führung
(der Ball hatte die Linie nicht überſchritten). Eintracht
ent=
mutigt, ließ merklich nach, was J. ausnutzte und noch ein Tor
vorlegte. — Knopf, Rotweiß Darmſtadt, konnte, von einigen
Fehlern abgeſehen, gefallen.
Poſt Darmſtadt — Rotweiß Darmſtadt 0:5 (0:2).
Auf dem Reichsbahnſportplatz ſtand geſtern der Neuling Poſt
Darmſtadt dem Meiſterſchaftsanwärter Rotweiß gegenüber.
Rot=
weiß ſpielte überlegen und konnte bis Halbzeit 2, dann noch 3
Tore erzielen. Beide Mannſchaften zeigten ein ruhiges ſchönes
Spiel, das allgemein gefiel. Schiedsrichter Klaus=Sprendlingen,
hatte das Spiel von Anfang bis Ende feſt in der Hand und
leitete mit großer Umſicht.
Seite 6
Offenthal — Fr. Tgde. Darmſtadt 2:3 (2:1).
Auch dieſes Treffen konnte Darmſtadt mit dem knappen
Re=
ſultat unter Dach und Fach bringen. Für Darmſtadt fing das
Spiel vielverſprechend an, doch die ungewohnten Platzverhältniſſe
machten es der Gäſteelf recht ſchwer. Nach einer ſchönen erſten
Halbzeit folgte eine zweite, bei der beide Mannſchaften zeitweiſe
eine harte Note ins Spiel tragen.
Mit dem Anſtoß brachte Offenthal einen Eifer ins Spiel, der
vorbildlich war. Die Gäſte ſind etwas verblüfft, können jedoch
bald das Führungstor einſchießen. Poſtwendend gleicht Offenthal
aus. Darmſtadts rechter Flügel vermaſſelt totſichere Sachen.
Mangelndes Verſtändnis und eigenſinniges Spiel der Gäſte nützte
Offenthal geſchickt aus, ehe ſich Darmſtadt verſieht, ſteht es 2:1.
Nach dem Wechſel iſt Offenthal immer noch im Vorteil, doch zu
Torerfolgen gelangt es nicht mehr. Kurz vor Schluß drehen die
Gäſte auf. Ihre techniſch beſſere Spielweiſe gibt den Ausſchlag.
Ihr 2. Tor reſultierte aus ſchöner Kopfkombination des
Darm=
ſtädter Sturms, vom Mittelſtürmer zum Ausgleichstor eingedrückt.
Offenthal verſucht einen Punkt zu retten. Doch zwei Minuten vor
Schluß gelingt dem Darmſtädter Halbrechten unter dem Jubel
der Anhänger das 3. und Siegestor. Schiri gut. — Darmſtadt 3.
— Eberſtadt, dort, 2:1; Jugend — Pfungſtadt Jgd. 13:0.
Fußball in England.
Die Form des vorjährigen engliſchen Ligameiſters Arſenal
ſchwankt zurzeit ſehr. Arſenal wurde am Samstag von der an
zweitletzter Tabellenſtelle ſtehenden Mannſchaft Grimsby Town
glatt mit 3:1 Treffern geſchlagen. Die Londoner ſind damit
wie=
der auf den fünften Tabellenplatz zurückgefallen. Die Führung
der Tabelle liegt weiter bei dem vorjährigen Pokalmeiſter,
Weſt=
bromwich Albion, der Derby County ſehr überlegen mit 4:0
ſchlug. Das intereſſanteſte Spiel des Tages fand in Sheffield
zwiſchen dem Tabellenzweiten Sheffield Wednesday und der Aſton
Villa ſtatt. Die Einheimiſchen ſiegten knapp 1:0. — In der
zweiten Liga führt Bury weiter, in Schottland behauptete ſich die
Meiſterelf von Glasgow Rangers mit einem imponierenden 6:1
Sieg über Cowdenbeath an der Spitze.
Fauſtball.
Tgeſ. Darmſtadt 1875 — Tgde. Beſſungen 1865.
Am Sonntag vormittag ſtanden die beiden Vereine ſich in
vier Freundſchaftsſpielen gegenüber. Die erſten Mannſchaften, die
wie folgt die Spiele abſchloſſen — 42:42 Bälle und 49:39 Bälle
für Beſſungen — lieferten ſich beſonders in dem letzten ein ſchönes
Spiel. Die 2. Mannſchaften brachten ein etwas anderes Reſultat
auf die Beine, ſo konnte das erſte Spiel von Beſſungen mit 42:39
Bällen gewonnen werden, während das letztere durch beſſeres
Spiel der 1875er mit 55:39 gewonnen wurde.
Deuiſche Mannſchaftsmeiſterſchaft im Fechken.
Hermannia Frankfurt bleibt Florettmeiſter.
Die von den Turner= und Sportfechtern erſtmalig
gemein=
ſam ausgetragenen deutſchen Mannſchafts=Meiſterſchaften im
Fechten begannen am Freitag in Halle mit den Kämpfen im
Florett. In letzter Minute traf noch die Abſage des Deutſchen
Fechtclubs Hannover ein, der wegen finanziellen Schwierigkeiten
dem Turnier fernbleiben mußte. Somit traten nur noch vier
Mannſchaften zum Kampf um die Meifterſchaft an. Wie
erwar=
tet, behauptete ſich der Titelverteidiger „Hermannia Frankfurt
mit ſeiner bewährten Streitmacht Casmir, Eiſenecker,
Roſen=
bauer und Jowarowſki ganz überlegen vor dem TV. Chemnitz,
der die Ueberraſchung des Tages war. Die Sachſen hatten in
ihren Reihen weniger Spitzenkönner, doch bildeten ſie durch
ihre guten Durchſchnitts=Leiſtungen eine ſtarke Einheit und
ent=
riſſen dem Hamburger FC. den faſt ſicheren zweiten Platz. Beim
Sieger gewannen Casmir und Roſenbauer ihre ſämtlichen
Ge=
fechte, lediglich der deutſche Florettmeiſter Eiſenecker mußte ſich
eine Niederlage durch den Chemnitzer Niedel gefallen laſſen.
Den vierten Platz belegte die Mannſchaft der Polizeiſchule
Spandau, in deren Reihen der junge Lin, Lerdon ſich als ein
ganz großer Könner entpuppte.
Mit dem erwarteten Siege des Fechtclubs
Her=
mannia Frankfurt im Säbelfechten gingen am
Sonn=
tag die Kämpfe um die deutſchen Meiſterſchaften im
Mann=
ſchaftsfechten in Halle zu Ende. Die Frankfurter konnten damit
auch in dieſem Jahre wiederum ihre Meiſtetitel in allen drei
Waffengattungen erfolgreich verteidigen und bewieſen damit
er=
neut ihre dominierende Stellung im deutſchen Fechtſport. Doch
brachten die Kämpfe in Halle, die bekanntlich erſtmalig
gemein=
ſam von Turner= und Sportfechtern ausgetragen wurden, auch
den weiteren Beweis, daß das fechteriſche Können in der
Deut=
ſchen Turnerſchaft ein recht beachtenswertes Niveau erreicht hat.
Denn den größten Widerſtand fand der neue alte” Meiſter bei
der Mannſchaft des TV. Chemnitz, die ſich ganz ausgezeichnet
ſchlug und einen recht guten Eindruck hinterließ. Bei den
Tur=
nern war es vor allem Berthold, der über eine gewandte und
erfglreiche Klingenführung verfügte und ſich durch ſeine beiden
Siege über die Frankfurter Eiſenecker und Roſenbauer
beſon=
ders hervortat.
Hermannia Frankfurt holte ſich bei den Deutſchen
Meiſterſchaften im Fechten auch den Titel eines
Degenfecht=
meiſters.
Um die deutſche Waſſerball=Meiſterſchaff.
Die beiden Vorrunden=Begegnungen in München.
In München gelangten zwei Vorrundenſpiele um die deutſche
Waſſerball=Meiſterſchaft zur Durchführung, und zwar zwiſchen
SV. München 99 und Weißenſee Berlin. Um Reiſekoſten zu
er=
ſparen, waren die Berliner damit einverſtanden geweſen, daß
anſchließend an das Vorſpiel auch das Rückſpiel in München
ausgetragen wurde. So bekamen die zahlreichen Zuſchauer zwei
überaus ſpannende Kämpfe zu ſehen, von denen das Vorſpiel
München mit 7:6 knapp gewann, während die Berliner ſich im
zweiten Spiel mit 5:3 Treffern Sieg und Punkte ſicherten, ſo
daß es damit im Geſamtergebnis zu einem Unentſchieden kam.
Berliner Damenſchwimmfeſt.
Die Nationalen Wettkämpfe des Weißenſeer Damen=SV.
Germania 94 im Berliner Wellenbad am Sonntag hatten einen
beſſeren Beſuch verdient. Die gebotenen Leiſtungen waren auf
der ganzen Line vorzüglich. Im Mittelpunkt der Ereigniſſe ſtand
der erſte Berliner Start der deutſchen Freiſtilmeiſterin Lotte
Kotulla=Beuthen die über 100 Meter ihre ſchärfſte Gegnerin
Gertrud Moerſchel=Charlottenburg hinter ſich ließ und in 1:17,3
ſiegte. Um den ſicheren erſten Platz kam die deutſche
Bruſtmeiſte=
rin Gerda Suchardt=Charlottenburg, ſie wurde wegen einer
fal=
ſchen Wende diſtanziert und mußte den Sieg an die
Magdeburge=
rin Gertrud Rocke abtreten. Eine große Ueberraſchung war der
Sieg von Spandau 04 in der 3mal 100 Meter Damen=
Frei=
ſtilſtaffel in 4:12,3 über die Meiſtermannſchaft des 1. Magdeburger
DSC. Im 100 Meter Rückenſchwimmen ſiegte die Deutſche
Mei=
ſterin Inge Wiedermann überlegen in 1:32,6, doch erzielte Lotte
Mehlitz vom veranſtaltenden Verein in der 1b=Klaſſe mit 1:31,2
eine beſſere Zeit.
Tennis= und Eisklub Darmſtadt.
Das Jahr 1931 brachte der Mannſchaft des T.E.C. ſchöne
ſportliche Erfolge. Von den Mannſchaftsmitgliedern des Clubs
wurden 37 Preiſe auf auswärtigen Turnieren errungen. — Um
auch im Winter unter ſeinen Mitgliedern den Zuſammenhang
aufrecht zu erhalten, veranſtaltet der Club, wie ſchon im vorigen
Jahre, im Nahmen ſeiner Tiſchtennisabteilung, wöchentlich zwei
Spielabende, die vorausſichtlich vom 15. Oktober ab in der
Turnhalle des Realgymnaſiums am Kapellplatz ſtattfinden werden.
Montag, den 5. Oktober 1931
Nummer 276
Knapper Handball=Sieg in Wien.
Die Handball=Rückrunde. — 45 Pluskorel
Oefterreich im ſechſten Länderkampf
in Darmftadk and Arheilgen!
10:9 geſchlagen.
In Wien ſtanden ſich am Sonntag auf dem Sportklub=Platz 5V. 98 Darmſtadi — T5V. Braunshardf 15:3 111:2)0giht
die Handball=Ländermannſchaften von Deutſchland und Oeſterreich
gegenüber. 8000 Zuſchauer, eine im Handball noch nie in
Wien erreichte Zahl, hatten ſich zu der Begegnung eingefunden
und waren wohl in der Erwartung erſchienen, Oeſterreichs erſten
Sieg im eigenen Lande zu erleben. Die Oeſterreicher haben
näm=
lich ihre bisherigen beiden Siege ausgerechnet auf deutſchem
Bo=
den — in Halle und Darmſtadt — erreicht. Die deutſche
Mann=
ſchaft war aber glücklicher und konnte mit 10 :9 (5 :2) einen
knappen Sieg, den vierten der bisherigen Spiele, erringen und
das Geſamtverhältnis auf 42:36 für Deutſchland ſtellen.
Die beiden Mannſchaften.
Beide Verbände haben ihre Mannſchaften nach den letzten
Bekanntmachungen nicht mehr umgeſtellt. Sie ſpielten in der
be=
kanntgegebenen Aufſtellung wie folgt: Deutſchland: Cuchra=
Berlin; Gerloff, Krohn=Berlin; Teege=Berlin, Gebhardt=Fürth,
Grabley=Hamburg; Zabel=Berlin, Voſſenkaul=Aachen, Kaundynia=
Berlin, Feick=Darmſtadt, Böhme=Freital. Oeſterreich:
Schnabel=WAC.. Wurmböck=WAC., Fiſcher=FAC., Kryſta=Heer,
H. Tauſcher=WHC., Nagl=Polizei; „Heckl=Heer, Bohonnek=WHC.,
Hengl=WSC., Perwein=WAC., Neumeyer=Ferrowatt.
Als Schiedsrichter amtierte der Wiener Hartl, der
der fairen und ſpannenden Kämpfe jederzeit gewachſen war.
Erſte Halbzeit, Deutſchland führt 5 :2.
Das Länderſpiel war wohl das beſte und ſpannendſte Spiel,
das bisher in Wien überhaupt ausgetragen wurde. Vom Anpfiff
an entwickelte ſich ein Kampf von unerhörter Spannung, der aber
bis zur zwanzigſten Minute dank dem ausgezeichneten Können
beider Hintermannſchaften torlos blieb. In der 20. Minute brach
der Berliner Kaundynia den Bann und ſchoß den erſten Treffer;
Perwein ſorgte aber wieder für den Ausgleich. Zabels erneuten
Führungstreffer für Deutſchland glich Perwein wiederum aus.
Dann fand ſich aber der deutſche Sturm ausgezeichnet zuſammen
und Voſſenkaul ſchoß bis zur Pauſe noch drei Treffer, welche den
Kampf auf 5:2 ſtellten. Mit dieſem Ergebnis gingen die
Mann=
ſchaften in die Pauſe.
Nach dem Wechſel.
Direkt nach dem Wechſel erzielte Neumayer für Oeſterreich
den dritten Gegentreffer. Kaundynia, Böhme und wieder
Kaun=
dynia bringen raſch Deutſchland wieder 8:3 in Führung. Die
deutſche Läuferreihe ließ dann etwas nach, und dieſe
vorüber=
gehend= Schwächung benützten die Oeſterreicher zu vier Treffern,
in die ſich Neumayer und Bohonnek teilten. Deutſchland
erwei=
terte aber durch Zabel und Feick den Vorſprung wieder auf
10:7. Man rechnete ſchon mit einem Sieg in dieſer Höhe, als
ſich die Oeſterreicher nochmals zu einem gewaltigen Endſpurt
auf=
rafften und durch Neumayer und Bohonnek zwei weitere Treffer
erzielten, die den Endſtand von 10:9 für Deutſchland ergaben.
Zum verdienten Ausgleich kamen die Oeſterreicher jedoch nicht
mehr.
Kritik des Siegers.
Deutſchlands Mannſchaft zeichnete ſich durch große Schußkraft
und ausgezeichnetes Stellungsſpiel aus. Jeder der deutſchen
Stürmer verfügte über ein immenſes Wurfvermögen und
ver=
mochte aus jeder Poſition einen kräftigen Wurf anzubringen.
Trotzdem waren aber die deutſchen Spieler techniſch nicht ganz auf
der Höhe. Die Stützen der deutſchen Mannſchaft waren im Sturm
der Berliner Kaundynia, der Aachener Voſſenkaul und der
Darm=
ſtädter Feick. In der Deckung gefiel der Hamburger Grabley.
Die Hintermannſchaft befand ſich in der erwarteten guten
Ver=
faſſung und iſt an den neun Toren des Gegner ſchuldlos.
Ehrenvoll unterlegen.
Oeſterreich litt unter der ſchlechten Zuſammenſtellung des
An=
griffs. Der beſte Spieler der Mannſchaft war der Torhüter
Schnabel, ohne den wohl der deutſche Sieg weſentlich höher
aus=
gefallen wäre. Im Angriff war Neumayer der beſte und
erfolg=
reichſte Spieler. Die öſterreichiſche Mannſchaft gefiel durch ihren
Kampfgeiſt und ihren nie ermüdenden Eifer und hätte es bei=
tahe noch zum Ausgleich gebracht, der auf Grund des Spieles in
der zweiten Halbzeit auch nicht unverdient geweſen wäre,
Siddeutſcher Handballſonutag.
Ueberraſchungen in Main=Heſſen.
In der Gruppe Main brachte der erſte Sonntag der Rückſpiele
gleich einige Ueberraſchungen. Zunächſt ſiegte der VfR.
Schwan=
heim beim SC. Rot=Weiß Frankfurt 14:4, und auch der 9:2=Sieg
Langens über Eintracht Frankfurt bedeutet eine große
Ueber=
raſchung. Der 1:0=Sieg des Fußballſportvereins Frankfurt über
Höchſt bedeutet inſofern eine Ueberraſchung, als man mit einer
deutlicheren Revanche gerechnet hatte. Schwanheim bleibt
Tabellenführer vor FSV. Frankfurt und Langen.
In Gruppe Heſſen endeten alle vier Spiele des erſten
Rück=
ſpielſonntags zweiſtellig. 15:3 gewann der SV. 98 Darmſtadt
gegen Braunshardt und hätte höher ſiegen können, wenn er es
gewollt hätte. 11:2 ſiegte der Tabellenzweite Polizei Darmſtadt
bei ſeinen Wormſer Berufskollegen, und 10:5 gewann Rot=Weiß
Darmſtadt über Wormatia Worms. Die Senſation des Tages
iſt aber das 20:0, das Arheilgen über Alemannia Worms erreichte.
Alemannia verlor bei dem Spiel vier Mann durch Platzverweis.
Tabellariſch hat ſich keine nennenswerte Aenderung ergeben.
In Gruppe Südrhein gab es nur ein Spiel, das dem
führen=
den Sportverein Wiesbaden in Bingen den erwarteten Sieg
brachte, der aber mit 6:3 überraſchend knapp ausfiel.
Waldhof führt weiter in Gruppe Rhein. In Gruppe Rhein
gaſtierte der Tabellenführer Waldhof am Sonntag bei der M. T. G.
Mannheim und brachte ihr mit 11:2 eine recht deutliche
Nieder=
lage bei. Der hinter Waldhof an zweiter Stelle liegende V.f.R.
Mannheim ſiegte zu Hauſe 6:2 und behielt damit den Anſchluß.
Oftersheim kam gegen Phönix Mannheim zu einem 9:4=Sieg und
Mannheim 08 wurde auf eigenem Platze von Ludwigshafen 03
mit 3:1 geſchlagen.
Hohe Spielergebniſſe in Nordbayern. In den beiden Gruppen
der nordbayeriſchen Handball=Liga gab es am Sonntag klare Siege
der jeweiligen Favoriten. Der „Club” gewann gegen den
Nürn=
berger S.C. auf deſſen Platze klar mit 10:4 und der F.C.
Bam=
berg war den noch ſehr ſpielſchwachen Würzburger Kickers auf
deren Platze mit 7:0 klar überlegen. In der zweiten Gruppe ſiegte
Polizei Nürnberg als einzige Siegerelf des Sonntags nur knapp
4:3 gegen F.C. Bayreuth, während der Sportring Bayreuth von
Schweinau 7:3 geſchlagen wurde.
1860 München in Ulm 5:2 geſchlagen. In Südbayern kamen
nur zwei Verbandsſpiele zum Austrag. In Ulm hatte der dortige
S. S.V. den bayeriſchen Meiſter München 1860 zu Gaſt, der aber in
ſeiner vielgerühmten Stürmerreihe ſehr enttäuſchte und ſich mit
5:2 geſchlagen geben mußte. Auch das in München ausgetragene
Spiel zwiſchen dem A.S.V. und Ulm 94 endete mit einem Ulmer
Siege von 8:4.
Nur ein Verbandsſpiel in Württemberg. In Württemberg
wurden wieder drei der angeſetzten vier Spiele abgeſetzt. Im
einzigen Spiele des Tages ſiegte Polizei Stuttgart mit 9:1 über
die Tübinger Sportfreunde,
Die 98er fingen die Rückrunde der Verbandsſpiele mit einenlm
hohen, zweiſtelligen Sieg an. Trotzdem muß man dem Liganeu
ling beſcheinigen, daß er ſich im geſtrigen Spiel, recht wackeiſſt ?
ſchlug und daß er keineswegs zu den ſchwächſten Mannſchaften
der Heſſengruppe zu rechnen iſt. Wohl iſt die Hintermannſchaf
recht ſchwach; dagegen verfügt der Sturm über eine beachtlich
Durchſchlagskraft und über eine recht nette, ſyſtemvolle Spiekſtie
weiſe, die es zuwege bringt, daß die beiden Halbſtürmer z.uf
mancher gut herausgeſpielten Torchance gelangten. In einern
verſtändlichen Uebereifer fpielte die geſamte Gäſteelf ziemlic
hart, wodurch es ihnen in der 2. Hälfte glückte, die Torausbeut/4
des Gegners nicht allzu hoch werden zu laſſen.
Bei allem Eifer und Können konnte die Gäſteelf währen
des Spielverlaufs nie den Klaſſenunterſchied zur Spielweiſe de
98er vergeſſen machen. Die Einheimiſchen zeigten nur in de
erſten Hälfte ihr gewohntes Spiel. Augriff auf Angriff
roll=
während dieſer Spielphaſe auf das Gäſtetor, ſo daß ſchon beſwzer Tei
Halbzeitſtand ein 11:2=Ergebnis erzielt war, wobei beide Gegeryynen
treffer auf direkte Verwandlung von Strafwürfen hin fielen
In der zweiten Hälfte bummelte die Sportvereinself recht langſod
und ſpielte ſo ſorglos, daß Henß mit mehreren guten Parade)zer
Torerfolge der Gäſte vermeiden mußte. Erſt kurz vor
Schluſſch=
drehten die 98er wieder auf; nunmehr fielen dann auch in
Minuten 3 Tore.
lurkt
Es bleibt noch zu erwähnen, daß der Spielleiter Steinber); Die
(Kickers Offenbach) korrekt und ſicher amtierte, und daß dal
Ban
Publikum den 6. Treffer der 98er, durch Werner erzielt, mit be
ſonderem Beifall bedachte, da mit dieſem Treffer die Einheim/
ſchen das 100. Tor, in den bisherigen Verbandsſpieleſhn
ſchoſſen.
Die Ligareſerven der 98er erkämpften mit ſtark erſatzg
ſchwächter Mannſchaft gegen Viktoria Griesheim einen 6:3=Sie
Auch der 3. Mannſchaft glückte mit einem 6:0 gegen 2.
ſchaft Braunshardt ein weiterer Punktgewinn.
Maun
Rol=Weiß Darmſtadi — Wormakia Borms 10:5 (5:5!
Auf dem Rot=Weiß=Platz ſahen die wenigen erſchienenen Zu
ſchauer einen ſehr ſpannenden und abwechſlungsreichen Kamp
„Wormatia” ſtellt eine ſehr flinke und ſtabile Mannſchaft in
(tc
Feld, die zu kämpfen verſteht. Wenn auch „Rot=Weiß” in de
erſten Halbzeit mitunter ſehr ſchwache Leiſtungen zeigte,
kämpfte man aber in der zweiten Halbzeit umſo beſſer, dam
Sieg und Punkte nicht nach Worms getragen wurden. Schol
von Anfang an gehen beide Mannſchaften mächtig ins Zeug, ur
es dauert auch nicht allzulange, und ſchon führt „Wormatia” dur
einen verwandelten Strafſtoß. Im Gegenangriff wehrt die Wornl
ſer Verteidigung ſehr hart ab. Der Schiedsrichter gibt auch eine
Strafwurf, den „Rot=Weiß” geſchickt zum Ausgleich ausnutzt. Vc
nun an hat der Platzbeſitzer mehr vom Spiel, das ſich auch dur
zwei ſchöne Tore auswirkt. Beim Stande 3:1 für Darmſtadt raf
ſich Worms mächtig auf und erziehlt ein Tor. Rot=Weiß holt abe
den alten Unferſchied wieder auf. Dann kommen die Wormſ
zweimal gut durch und erreichen ſogar den Ausgleich mit 4:
„Rot=Weiß” erhöht auf 5:4, und „Wormatia” kommt kurz vrſ
Halbzeit zu ſeinem fünften Treffer. Mit 5:5 geht es in die Hal
zeit. Die zweite Hälfte des Spieles konnte „Rot=Weiß” für ſi
geſtalten und den Sieg ſicherſtellen. Worms hatte ſich in der erſte
Halbzeit allzuſehr verausgabt, ſo daß es in der zweiten Hälfte de
Tempo nicht mehr gewachſen war. Die beſtgemeinten Angrif
ſcheiterten alle an der ſehr guten Verteidigung oder wurden ei=/m5
Beute des Tormanns. So kam es, daß auch Worms nicht zu eine
Erfolg gelangt iſt. „Rot=Weiß” erzielte aber in gleichen A
ſtänden noch fünf Tore und konnte mit 10:5 als Sieger den Pls)
verlaſſen. Schiedsrichter Morgenſtern=Wiesbaden hatte bei de
anſtändigen Spielweiſe beider Mannſchaften kein ſchweres Amt.
Sp. Nag. Arheilgen —Alemannig Worms 20:0 17:0
Obiges Spiel ſtand ganz im Zeichen Arheilgens. Die Leu
vom Mühlchen ſpurteten gleich mächtig los und legten in kurze
Abſtänden 6 Tore vor. Beim Stande von 6:0 wurden vier
Worn=
ſer Spieler vom Platz geſtellt. (Schiedsrichterbeleidigung.) A
heilgen ſchoß gegen die geſchwächten Wormſer in der 2. Halbzel
noch 13 Tore. Ich glaube, daß Arheilgen auch gegen die komplet
Wormſer Beſetzung hoch gewonnen hätte, denn die Mannſchel
fand ſich gut zuſammen und der Sturm ſchoß vor allen Ding
wieder einmal.
IMs de
Bauſchheim — Fr. Tade. Darmſtadt 1:4 (1:1).
Ein äußerſt ſtrammes und auch ſehr lautes Spiel, das glückl
von Darmſtadt gewonnen wurde. Beim Halbzeitſtand von 1:1 ge
es für Darmſtadt kein Halten mehr, und mit ihrem beſſer
Stürmerſpiel ſtellten die Gäſte den Sieg ſicher. Für Bauſchheiſlwnp
hätte das Spiel, nach den Chancen gemeſſen, bis Halbzeit milülein
deſtens 4:0 heißen müſſen. Reichlich Pech im Torſchuß, aber au/ E uß
ein guter Torhüter im Gäſtetor vereitelten manches.
Die erſte Gelegenheit zum Führungstor Bauſchheims hö
Darmſtadts Torwart. In der 15. Minute gelingt dem Bauſ
heimer Mittelſtürmer das Führungstor. Jetzt wird. Darmſta
beſſer und kommt in der 25. Minute zum Ausgleich. Nach dſinter
Pauſe läßt der Eifer beiderſeits nicht nach. Darmſtadt, jetzt mör
der Sonne im Rücken, iſt etwa im Vorteil. Schon heißt es 2:1 f1
Darmſtadt. Jetzt wird das Spiel hart, auch der Schiri wiſe
nervös. Ein 13=Meter für Bauſchheim wird gehalten. Ein Spiell
von Darmſtadt muß den Platz verlaſſen, gleich daxauf noch ein!
und von außen geſehen, unverſtändlich. Trotzdem die Mannſche
geſchwächt iſt, ſpielt ſie beſſer zuſammen, zwei Durchbrüche
geben noch 2 Toxe. Zum Schluß waren die erregten Gemü
wieder in guter Kameradſchaft zuſammen. — Darmſtadt Jgd.
Griesheim 2. Jgd. 10:1 (6:0).
Kegler=Bereinigung Darmſtadt und Angebung.
Pokalkämpfe.
Mit dem vergangenen Sonntage endigten die Kämpfe um d
Konzelmann=Wanderpokal. Es hatten noch 9 Klu
riegen zu ſtarten, von denen keine die von dem Klub „D.K. 191
BV.” erreichte Holzzahl von 2951 überbieten konnte. Der Sil
fiel ſonach dieſem Klub, wie im vorigen Jahre zu.
Das Geſamtergebnis: 1. D.K. 1911=BV. 2951 Holz. 2. L. L.
2942, 3. Haſſia 1919 2923, 4. Zwölfer, Tgde. D. 46, 2917, 5. Chatd
2890, 6. Kranz Eberſtadt 2882, 7. D.K. 1923 2872, 8. Kranz Dart
ſtadt 2832, 9. Donnerstagsgeſellſchaft 2812.
Beſtimmungsgemäß erhalten außer dem erſten Sieger vd
weitere Riegen ſilberne Becher, ausgenommen diejenigen, weldnr
bereits einen ſolchen errungen haben. Für dieſes Jahr entfal?
die Becher auf die Klubs: Chattia, Kranz Eberſtadt, D. K. 19
und Donnerstagsgeſellſchaft.
Deutſchlands Meiſterturner gaben ſich in Berll
ein Stelldichein. Von den 16 Teilnehmern wurde der Bayen
meiſter Bezler=Göggingen mit 175 von 180 erreichbaren Punkig
am beſten bewertet.
Nummer 276
Montag, den 5. Oktober 1931.
Seite 7
Kraftſpork.
Sachſenhauſen — Darmſtadt 1910 5:13.
Mit dieſem Kampf eröffneten die „Zehner” ihre diesjährigen
Minnſchaftskämpfe, und zwar mit vollem Erfolg. Der gezeigte
Sort war ſehr gut, und was die Hauptſache iſt, die Kämpfe,
wiche zum Austrag kamen, wurden in echt
ſportkameradſchaft=
liger Weiſe durchgeführt. Der Kampfleiter Lotz=Dieburg hatte
leſhte Arbeit, und beide Parteien konnten mit ſeiner Leiſtung
zu=
frtden ſein. Dem Darmſtädter Verein wäre nur zu wünſchen,
da die folgenden Kämpfe etwas beſſer beſucht würden, denn die
zuen Leiſtungen rechtfertigen dieſes Verlangen vollkommen.
Bantamgew: Borowſki=D. kampflos Sieger 3:0.
Feder=
gwicht: Schwarz=D. — Scheibe=S. Schwarz ſiegt in der fünf=
Minute durch ſeitlichen Ueberwurf 6:0. Leichtgew.: Daum=
9— Müller=S. Dieſer Kampf war, der ſchärfſte und
intereſſan=
eſe des Tages. Was Müller durch Gewicht und Kraft voraus
hate, glich Daum durch beſſere Technik aus. D. nach 20 Minuten
Gnktſieger 8:0. Mittelgew.: Walter=D. — Steidle=S. Sieger
6 in der 4. Minute durch Hüftſchwung 8:3. Weltergew.:
zitel=D. — Heil=S. Sieger K. in der 5. Minute durch
Ueber=
wrf. 11:3. Halbſchwergew.: Veith=D. — Höflich=S. Veith
zig flott an den Mann und blieb nach Ablauf der regulären
„Zt verdienter Punktſieger. 13:3. Schwergew.: Gernand=D,
Scheibinger=S. G. ſchien heute außer Form zu ſein. Sch.
dik=
ſete den Kampf und ſiegte nach Punkten. 13:5.
Eiche Hanau — Polizei Darmſtadt 9:11.
Der erſte Verbandskampf in der Oberliga liegt hinter uns.
hat wurde gekämpft, hart und fanatiſch aber auch war ein
gißzer Teil des zahlreich erſchienenen Publikums. Hanau ſcheint
ieten Kampf reell verlieren zu können, ſondern iſt immer nur
Sieg eingeſtellt, einerlei zu welchem Preis. Die Poliziſten,
io denen einige noch nicht ganz ihre alte Form hatten, behielten
achr die Ruhe und ließen ſich nicht durcheinander machen.
Kampf=
ziſter Hommel=Frankfurt=Eckenheim leitete korrekt. Noch manche
ue Mannſchaft wird auf Grund der Einſtellung Hanaus ihre
2Pakte dort laſſen müſſen.
Die Hanauer Ergebniſſe:
Bantamgew.: Stief=H. — Schnauber=P. 0:3:
Feder=
gieu icht: Müller=H. — Gg. Schanz=P. 0:6. Leichtgew.: Dauth=
5— A. Schanz=P. 3:6. Weltergew.: Jüngling=H. —
Feld=
nmn=P. 6:6. Leichtmittelgew.: Schultheiß=H. — Kreuß=P.
7 Schwermittelgew.: W. Neldte=H. — Ließfeldt=P. 9:8.
6Zö wergew.: H, Neldte=H. — Siebert=P. 9:11. — Zeit: 30:44.
Ma.. „Aif das am kommenden Sonntag fällige Lokaltreffen Polizei 1.
— 2aftſportverein 1910 Darmſtadt in der Polizeiſporthalle machen
oi ſetzt ſchon aufmerkſam.
Lachigei den Europameiſterſchaften im
Gewicht=
tſieen wurden bislang die folgenden neuen Meiſter ermittelt:
ſen KaFsſeer gewicht: Mohamed=Aegypten; Leichtgewicht: Haas=
Oeſter=
gſchaft rwp; Halbſchwergewicht: Huſſein=Aegypten. Gegen die
teilneh=
ß” in rden Deutſchen wurden verſchiedene Fehlentſcheidungen
ge=
jate ſſl.) Mühlberger und Helbig belegten im Feder= bzw. Leicht=
„Arſicht die zweiten Plätze.
Ergebniſſe: Federgewicht: 1. Mohammed=Aegypten
s Zeug W3) Kg. (Drücken 80, Reißen 85, Stoßen 117,5 Kg.), 2.
Mühl=
natia” /bllerer=Deutſchland 270 Kg. (75, 82,5, 112,5 Kg.). —
Leichtge=
die Mmiht: 1. Haas=Oeſterreich 317,5 Kg. (90, 97,5. 130 Kg.) 2.
Helbig=
ſt auch „etſchland 302,5 Kg., 87,5, 90, 125 Kg.).
Halbſchwer=
mutzt gedicht: 1. Huſſein=Aegypten 357,5 Kg. (100, 112,5, 145 Kg.),
h auch 22 ſch eidler=Luxemburg 350 Kg. (102,5. 110, 137,5 Kg.), 5.
Bier=
dtuwirh=Eſſen (beidarmig Stoßen 117,5 Kg., neuer deutſcher Rekord!)
Welkmeiſterſchaft im Fliegengewichtsboxen.
benaro bleibt Weltmeiſter. — Tumultſzenen im Pariſer
Sportpalaſt.
Der amerikaniſche Fliegengewichtsweltmeiſter Genaro
am Samstag bereits zum fünften Male in Paris, und
ureſchon öfter zuvor, wurde an ſeiner rauhen und unſauberen
Aupfesweiſe berechtigte Kritik geübt. Im dicht gefüllten
Unſr Sportpalaſt ſchlug Genaro den Franzoſen
A)entin Angelmann, der als Erſatz für den verletzten
Ueberraſchung im hamburger hammonta=Preis.
Laotſe vor Abneigung und Mio d’Arezzo.
Mit einer großen Ueberraſchung endete der am Sonntag in
Hamburg ausgetragene mit 20000 Mark dotierte Hammonia=
Preis, ein Rennen, in dem unſere beſten Zweijährigen mit
Pferden älteren Jahrgangs zuſammenkamen. Die Erwartung,
daß die jüngeren Pferde das Rennen unter ſich ausmachen
würden, traf nicht ein, denn der ausrangierte Laotſe gewann
das Rennen unter O. Schmidt ganz leicht gegen Abneigung,
die ſich wider Erwarten von den jüngeren Vertretern am beſten
ſchlug. 1. Stall Landwerths Laotſe (O. Schmidt), 2. Abneigung,
3. Mio d: Arezzo. Tot.: 103, Platz 23, 21, 15. 2—34. Ferner:
Rochus, Viaduct, Napoleon, Seelſorge, Inſtanz, Widerhall.
Prix de BArc de Triomphe.
Das bedeutendſte Turf=Ereignis der Pariſer Herbſt=Saiſon,
der mit 600 000 Fr. ausgeſtattete Prix de L’Arc de Triomphe,
ge=
langte am Sonntag im Bois de Boulogne bei herrlichem Wetter
und ausgezeichnetem Beſuch zur Entſcheidung. Die
Internatio=
nalität dieſer Prüfung wurde diesmal nur durch den belgiſchen
Dreijährigen Prince Roſe gewahrt, dem allerdings inſofern ein
glänzender Ruf vorausging, als er in 11 Rennen noch nicht
ge=
ſchlagen wurde. Pearl Cap rechtfertigte die auf ſie geſetzten
Hoff=
nungen Frankreichs und revanchierte ſich an ihrem vorherigen
Be=
zwinger Prince Roſe. — Die Le Capucin=Tochter ſiegte mit 1½
Längen vor Amfortas, Prince Roſe und Bruledur.
luig Perez eingeſprungen war, über 15 Runden leicht nach
Eukten. Der deutſche Ringrichter Dr. Gutmann rügte
wieder=
jul die unſauberen Schläge Genaros, ſtieß jedoch bei den
Eucktrichtern mit ſeinen Bemühungen auf Widerſtand. Nach
im Verwarnung wollte er Genaro eine zweite erteilen,
9:0 /(boch wurde ſein Antrag vom Schiedsrichterkollegium glatt
urnckgewieſen, was immerhin ein merkwürdiges Licht auf den
Eaport in Paris wirft. Der verkündete Punktſieg Genaros
aneen leichter Ueberlegenheit war an ſich gerechtfertigt, das
Uulikum lärmte jedoch und ſchließlich mußte die Polizei
ein=
ſyiten und einige Verhaftungen vornehmen,
Genaro, der amerikaniſche Weltmeiſter im
Fliegen=
auchtsboxen verteidigte in Paris ſeinen Titel durch einen
Eucktſieg über den Franzoſen Valentin Angelmann erfolgreich.
Der Radſport am Sonntag.
Der Radſport des Sonntags war im allgemeinen recht mager.
Die Saiſon auf offenen Bahnen kann man getroſt als beendet
an=
ſehen. Auf den Winterbahnen herrſcht noch nicht das gewohnte
Leben und Treiben. Der Straßenſport beſchränkte ſich nur auf
einige kleine Troſtrennen.
Mit einem intereſſanten und überaus reichhaltigen
Abſchieds=
vorſtellung wartete die Berliner Olympiabahn am
Sonn=
tag vor 4000 Zuſchauern auf. Im Mittelpunkt ſtand der
Heraus=
forderungskampf zwiſchen den drei beſten deutſchen Stehern
Sa=
wall, Krewer und Möller über drei mal 20 Kilometer. Jeder der
drei Fahrer gewann ſeinen Lauf von der Spitze, doch konnte
Sa=
wall durch zwei zweite Plätze den Geſamtſieg vor Krewer und
Möller erringen.
Matthias Engel zeigte ſich in der Revanche der Breslauer
Meiſterſchaft techniſch klar überlegen und gewann alle drei
Läufe, während Haller bei den Stehern ſeine große Form durch
zwei leichte Siege erneut unter Beweis ſtellte. Das Match hinter
Motoren zwiſchen Engel und Preuß endete mit einem kampfloſen
Siege des Breslauers, da Engel durch Defekte den Anſchluß verlor.
Auf der Pariſer Buffalo=Bahn feierte A. Wambſt
einen großen Sieg und verwies Sauſin und Lacquehai auf die
Plätze.
In Zürich hatte der Sechstagefahrer Buſchenhagen
zuſam=
men mit Richli einen günſtigen Start und gewann das 100=
Kilo=
meter=Mannſchaftsrennen in 2:18.12,4 vor den Franzoſen Choury=
Fabre und Altenburger=Bulla.
Der Rundfahrtsſieger Metze unternahm in der
Dortmun=
der Weſtfalenhalle einen erfolgreichen Angriff auf Möllers
Bahnrekord über 20 Kilometer, den er um über eine Sekunde
auf 20.24,4 verbeſſerte.
Ladoumegue verbeſſert Nurmis Weltrekord.
Von den zahlreichen Weltrekorden des Finnen Nurmi mußte
am Sonntag beim Jean=Bouin=Sportfeſt auf dem gleichnamigen
Platz in Paris der über eine engliſche Meile ſein Leben laſſen.
Der franzöſiſche Meiſter Jules Ladoumégue befand ſich nach einer
kurzen Ruhepauſe wieder in glänzender Verfaſſung und
ver=
beſſerte Nurmis bisherigen Weltrekord über eine Meile (1602
Meter) von 4.10,4 auf 4.09,2. Ladoumsgue ließ ſich während des
größten Teiles der Strecke von ſeinen Landsleuten Keller, Morell
und Leclerc gut führen, die er dann im letzten Viertel des Weges
einfach ſtehen ließ und mit 100 Meter Vorſprung durchs Ziel lief.
Schmeling ſorgt für arme Kinder.
Boxweltmeiſter Max Schmeling, der ſchon wiederholt, ohne
daß auf ſeinen Wunſch die Oeffentlichkeit davon etwas erfuhr,
ſich in den Dienſt der Wohltätigkeit geſtellt hat, läßt vom 15.
Ok=
tober ab ſechs Monate lang 150 armen Berliner
Kindern täglich auf ſeine Koſten ein warmes
Mittag=
eſſen verabreichen. Schmeling hat zu dieſem Zwecke der Berliner
Winterhilfe 10 000 Mark überwieſen. Dieſe Tat ſtellt dem
Welt=
meiſter das ſchönſte Zeugnis aus.
Die Mannſchaft des FC. Fürth im Wald erlitt
bei einer Omnibusfahrt nach Neuen in der Tſchechoſlowakei
einen ſchweren Unfall, der Wagen ſtürzte in hoher Fahrt einen
Abhang hinunter. Ein Spieler wurde getötet, ſechs ſchwer
ver=
letzt.
Bei den Pariſer Tennismeiſterſchaften fielen
die erſten Entſcheidungen. Im Endſpiel der Damen ſchlug Mme.
Mathieu die Belgerin Sigart 4:6, 6:4, 6:4, während bei den
Herren der junge Merlin von Paul Feret in einem harten
Fünfſatzkampf geſchlagen wurde.
Holland nicht bei den Olympiſchen Spielen.
Das Niederländiſche Olympiſche Komitee hat in einer in
Amſterdam abgehaltenen Sitzung am Sonntag beſchloſſen, an den
Olympiſchen Spielen 1932 im Lake Placid und Los Angeles im
Hinblick auf die ungünſtigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe nicht
teilzunehmen. Zu dieſer Beſchlußfaſſung erklärte der Präſident
des Niederländiſchen Olympiſchen Komitees, Baron
Schimmel=
pennig, daß alle Verſuche zur, Finanzierung der Reiſe für die
holländiſchen Sportleute fehlgeſchlagen ſeien. Die Regierung ſtellt
keine Mittel zur Verfügung, die Banken und die Wirtſchaft, die
die letzten Olympiſchen Spiele in Amſterdam zum größten Teil
finanziert haben, haben ebenfalls kein Geld übrig. Auch die
Be=
mühungen der holländiſchen Preſſe, durch eine öffentliche
Prämien=
lotterie Geld zu beſchaffen, ſcheiterten, da nur wenige Loſe
ver=
kauft werden konnten.
Der weſtdeutſche Fußballmeiſter Fortuna
Düſſel=
dorf hat eine Einladung nach Nordamerika erhalten, die aber
kaum angenommen werden dürfte.
Der Fußball=Länderkampf Oeſterreich—
Ungarn endete in Budapeſt vor 35 000 Zuſchauern nach einem
ſehr ſpannenden Verlauf mit einem Unentſchieden von 2:2,
nach=
dem die Ungarn bei der Pauſe noch 1:0 geführt hatten.
Ungarns Amateure ſchlugen im Fußball=Länderkampf
Rumänien mit 4:0 (Halbzeit 2:0) Treffern.
Im Rugby=Repäſentativkampf Reckar gegen
Main ſiegten in Heidelberg die Neckar=Leute mit 24:0 (10:0)
überlegen.
Die Deutſche Gehermeiſterſchaft über 50 Km. fiel
an Reichel=Bajuvaren München vor Hähnel=Erfurt und Sievert=
Berlin.
Boxſport 1920 Dortmund wurde Mannſchaftsmeiſter
im Amateurboxen des weſtfäliſch=heſſiſchen Verbandes.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Montag, 5. Oktober.
15.20: Ein Gang durch die Hauswirtſchaftliche Ausſtellung der
Frank=
furter Hausfrauenvereine.
17.05: Nachmittagskonzert. Ausf.: Amar=Quartett des Südweſtfunks.
18.40: Frhr. v. Meden: Geheimrat Alfred Hugenberg.
19.05: Engliſch.
19.45: Unterhaltungskonzert des Funkorcheſters.
20.30: Das vergeſſene Ich. Komiſche Oper von Waldemar Wendland.
22.10: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.30: Tanzmuſik der Funkkapelle Haas.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Montag, 5. Oktober.
14.45: Kinderſtunde: Wir machen eine Kinderzeitung.
15.40: Stunde für die reifere Jugend: Vom Weſen und der
Not=
wendigkeit des Muſizierens.
16.00: Rektor Dr. Noack: Gehören mineralogiſche Belehrungen in
den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht der Volksſchule?
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Pechel — H. Spoerry: Goethe und das deutſche Lied.
18.00: Geheimrat Prof. Lütgert: Gott und Glaube.
18.30: Spaniſch für Anfänger.
19.00: Ritterſchaftsrat Weber: Quantität und Qualität der
Kar=
toffelernte 1931, deren Verwertung und Abſatzmöglichkeiten.
19.25: Dr. Feinberg: Muſiker=Porträts. (Schallplatten)
19.45: Obering. Nairz: Viertelſtunde Funktechnik.
20.00: Kuratus Schmitt: Die Lage der Kirche in Rußland.
20.30: Leipzig: Sinfoniekonzert des Sinfonieorcheſters.
Wellerberichl.
Der hohe Druck im Weſten hat ſeinen Weg nach dem
Feſt=
and genommen, ſo daß Deutſchland im Hochdruckbereich liegt.
Ob=
wohl über Island ein neues Tief lagert, deſſen Südſeite England
wieder Erwärmung und einzelne Niederſchlage bringt, ſo hält bei
uns zunächſt der Einfluß des hohen Druckes ſtand. Zwſchen Tag
und Nacht verſchärfen ſich die Temperaturgegenſätze, die
Bewöl=
kung bleibt gering, und Niederſchläge treten in unſerem Bezirke
nicht auf.
lusſichten für Montag, den 5. Oktober: Lokale Frühnebel.
tags=
über, leicht wolkig mit Aufheiterung, trocken, nachts kühl.
Ausſichten für Dienstag, den 6. Oktober: Zeitweiſe ſtärker
be=
wölkt, ſonſt wenig Aenderung der Wetterlage.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Radelf Maupe: für Feuilleten, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Wills Kuble.
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtich in Darmſtadt
Fü unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 8 Seiten
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an die Geſchäftsſtelle.
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Oeffentliche Mahnung.
I. Gemäß § 46 der Satzung werden die Arbeitgeber mit fünf und mehr
Beſchäf=
tigten erſucht, die für den Monat September erforderliche Nachweiſung nebſt
den fälligen Beiträgen bis ſpäteſtens 10. d. Mts. an die Kaſſe einzuſenden.
Erfolgt die Einſendung der Nachweiſung und der Beiträge in der
vor=
bezeichneten Friſt nicht, ſo iſt der Vorſtand auf Grund des § 318a R. V.O.
ermächtigt, die Beiträge zwangsweiſe feſtzuſetzen.
II. Ebenſo werden die Arbeitgeber mit weniger als fünf Beſchäftigten erſucht.
die Beitragsanforderung für September ſpäteſtens bis zum 10. d. Mts. zu
begleichen.
III. Die Dienſtherrſchaften werden erſucht, die Beiträge für ihre Hausangeſtellten
für den Monat September bis ſpäteſtens 10. d. Mts. zu entrichten. Bei
Ein=
zahlung an der Kaſſe iſt der zugeſtellte Jahresbeſcheid vorzulegen.
Wir bitten zu beachten, daß pro Monat nicht mehr als vier= bzw.
fünf=
wöchentlicher Beitrag zu überweiſen iſt. Hierbei verweiſen wir ganz
beſon=
ders auf die Rückſeite des überſandten Beſcheids — vergl. Monatsſpalte.
rmit nochmals dringend aufgefordert,
Zwangsbeitreibung eingeleitet werden.
Wir machen beſonders darauf aufmerkſam, daß für alle Zahlungen, die nicht
rechtzeitig erfolgen, außer den geſetzlichen Gebühren ½% Verzugszuſchläge pro
Monat berechnet werden.
Bei Ueberweiſungen durch Poſt oder Bank iſt das Konto=Nummer und der
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Zeitraum anzugeben, für den die Zahlung erfolgt.
Allgemeine Ortskrankenkaſſe Darmſtadk-Stadk.
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Copyright Berlin=Schöneberg 1931 by Delta=Verlag Kurt Ehrlich.
Nachdruck verboten.
Tilla Groth zeigte unverholen Ueberraſchung: „Das iſt doch
toll. Dabei tat ſie ſo unſchuldig, Das kann man natürlich nicht
ahnen . . ."
Wallraf zündete ſich eine Zigarre an: Natürlich nicht. Aber
die junge Dame ſcheint Ihnen irgendein beſonderes Theater
vor=
geſpielt zu haben?"
„Was meinen Sie damit?”
„Ich mein, Sie hätten ſie doch ſonſt ſchwerlich hierher mit
ſich nach Hauſe genommen?”
„Wie kommen Sie darauf?”
„Weil ich ihr ſoeben unten auf der Straße begegnet bin.
Eine Täuſchung war gar nicht möglich, außerdem trug ſie den
verbundenen Arm in der Schlinge. Schließlich ſtehen da noch
zwei leere Taſſen ... ich bin wirklich kein Sherlok Holmes,
allein es gehört keine große Divinationsgabe dazu, um ſich das
zuſammen zu reimen. Liebe Kollegin, Sie ſind mir
ſelbſtver=
ſtändlich keine Rechenſchaft ſchuldig.”
Tilla Groth lachte, aber der Ton dieſes Lachens klang
ver=
legen und erkünſtelt. „Sie ſcheinen ſich ja ungemein für alles
zu intereſſieren, was um mich vorgeht.”
Wallraf wehrte ab: „Um Gotteswillen, legen Sie mir’s nicht
falſch aus. Ich ſpioniere nicht. Doch gegen Zufälle iſt man
wehrlos. Außerdem dürfen Sie ſich nicht im geringſten
beun=
ruhigen. Auf meine abſolute Diskretion können Sie rechnen.”
„Danke. Nun hoffentlich brauche ich Sie in dieſer Richtung
nicht in Anſpruch zu nehmen. Ich habe das junge Mädchen
hier=
her genommen, das ſoll gar nicht in Abrede geſtellt werden. Sie
bat mich darum, weil ſie ſich ziemlich elend fühlte. Warum ſoll
ich eine ſolche Bitte abſchlagen? Und nun erzählen Sie, das
Mädchen wird aus ganz beſtimmten Gründen geſucht. Sie
wer=
den begreifen, daß es mir in dieſem Augenblick geraten ſchien,
lieber allen etwaigen Komplikationen aus dem Wege zu gehen.”
Der Beſucher ſank in ſich zuſammen. Es ſah aus, als ſei
ſein Buckel noch gewachſen. Seine Augen wurden demütig und
flehten um Verzeihung. „Das iſt ja alles gar nicht der Rede
wert”, murmelte er.
Er wurde unterbrochen, neuerdings meldete ſich das
Tele=
phon. Tilla nahm den Hörer ab, und ſie gab nur einſilbige
Ant=
worten: „Ja — Nein — Jetzt nicht! — Vielleicht ſpäter.‟ Dann
hing ſie an.
Als ſie ihre Aufmerkſamkeit wieder Dr. Wallraf zuwandte,
ſah ſie ihn an der Türe ſtehen. „Ich halte Sie auf”, ſagte er.
Und auf Ihren fragenden Blick fügte er hinzu: „Es iſt nicht
meine Schuld, wenn ich nahezu alles verſtanden habe, was
Ihnen der Herr ſoeben telephoniſch ſagte. Ich hätte mir ſonſt
die Ohren zuhalten müſſen. Ich kann deshalb auch nichts dafür,
daß ich die Anweſenheit dieſes Mädchens nicht mehr als ſo
harmlos anzuſehen vermag. Für Sie, liebe Freundin, iſt es
menſchlich nur ehrenvoll, daß Sie ihre alten Freunde nicht
ver=
geſſen und ſich ihrer auch in den ſchwierigſten Situationen
an=
nehmen — aber es iſt trotzdem unvorſichtig von Ihnen,
unvorſichtig.”
Er ſchritt hinaus. Tilla lief ihm nach. Außer ſich und alle
Selbſtbeherrſchung verlierend, rief ſie: „Bitte, tun Sie jetzt, was
Sie für richtig halten!“
Er wandte ſich um und meinte gelaſſen: „Ich werde gar
nichts tun, ſondern ſchweigen. Es betrübt mich nur, daß Sie
daran zweifeln. Und ich hoffe, daß Sie mir künftig etwas
freund=
ſchaftlichere Gefühle entgegenbringen werden.”
Damit ging er. Tilla vernahm noch, wie er mit ſeinem
etwas ſchwerfälligen Tritt die Treppen hinabſtieg. Die Haustür
ſchlug zu. Ihre kalten Finger verkrampften ſich ineinander.
Jetzt hatte auch ſie ihren Schuß erhalten.
XX.
Eliſabeth beendigte ihren Bericht: „Wenn ich nicht zuletzt
dieſem Bückligen begegnet wäre, dann wäre alles gut gegangen.”
Sie verſuchte, in der Erinnerung dieſes Zuſammentreffen ſich
wieder zu vergegenwärtigen und durchforſchte ihr Gedächtnis nach
Anzeichen, ob der Arzt ſie erkannt oder ſie achtlos paſſiert habe;
es war unmöglich, etwas Beſtimmtes feſtzuſtellen. Die Frag
blieb offen.
„Und wenn er dich erkannt hat?” erkundigte ſich der Maeſtru
„Dann kann er natürlich das ganze Ding riechen. Komm
auf ſeine Naſe an. Wenn ich dieſes Fräulein Doktor wäre, ich a
ihrer Stelle würde ihn ſchon dumm machen. Na, ſie wird ihm i9
gend ne Oper vorgaukeln.”
Der Maeſtro ſah düſter drein. Durch Erfahrungen gewitzigl
neigte er wenig zum Optimismus. Er hatte es mehr als einme
erlebt, daß ſich am Horizont harmloſe Wölkchen zeigten, dene
man leichtfertigerweiſe keine Beachtung ſchenkte, bis auf einme
der Blitz einſchlug. Es war wie beim Schachſpiel: irgendein ſchein
bar nebenſächlicher Fehler zog das Verhängnis unweigerlich naß
ſich. Und ſobald die Polizei eine Spur einmal witterte, dann 1i/
ſie ihr mit Zähigkeit nach.
Als Ergebnis ſolcher Gedankengänge entſchied er: „Am beſt; z
wäre es, wenn man türmen könnte. Aber wohin?”
Die nämliche Frage war es auch, die er an Eickhoff richter (on
Dieſer war ſoeben zurückgekehrt, nachdem er von einer Zelle au ch.
Tilla angerufen hatte. Der erhaltene Beſcheid war, wie er je
den Maeſtro unterrichtete, unbefriedigend. Sie hatte offenbd
nicht ungehindert ſprechen können. Was ſie erwiderte, war ken
Alarm, aber auch keine Beruhigung.
Die beiden Männer erörterten die Ausſichten einer Domiz
änderung. Ihre Zwieſprache endigte in der Erkenntnis, daß ſi
wie man auch alles drehen und wenden mochte, nirgends gebon
gener waren, als hier, und daß, genau beſehen, dieſe Sicherhe
ſich nicht geändert hatte: niemand kannte ja den Schlupfwinkel.
„Aber auf jeden Fall wird Eile gut tun”, behauptete de
Maeſtro. „Und wir ſind bisher ziemlich untüchtig geweſen. W
haben noch nicht einmal daran gedacht, die Kleider Ihrer Fra
zu durchſuchen.”
„Halten Sie das für wichtig?” fragte Eickhoff.
„Werden wir bald ſehen. Wiſſen Sie zufällig, welchen Mau
tel ſie an dem betreffenden Tage getragen hat?”
Eickhoff dachte nach. „Ich kann mich wirklich nicht beſinnet
Ich habe damals nicht darauf geachtet. Aber warten Sie mal
wir hatten bereits ziemlich warmes Wetter, es muß alſo ein leich
ter Frühjahrsmantel geweſen ſein.”
„Iſt er noch da?"
„Jedenfalls. Die Garderobe Mabels iſt unangetaſtet geblid
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ben, wie überhaupt hier alles im Hauſe. Wir werden nachſehen,
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