Ginzelnummer 15 Pfennlge
Beru niſich amaligem Erſchelnen vom 1. Sepiember
öſe ſeptember 2.18 Reſchsmark und 22 Pfennig
gb z. =bühr, abgeholt 2.25 Reſchsmark, durch die
Aa-w 1 2.40 Reiſchämart frei Haus. Poſſbezugspreis
ohne Beſfellgeld monatlich 2.,75 Reichmark.
9e Friſchelt fie Auſahne von Augelgen an
Abeßs im Tagen wird nſcht übernommen.
Nicht=
erſT einzelner Nummern infolge höherer Gewalt
ers den Bezieher nſcht zur Kürzung des
B— eiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fe ohne Verbindichkeit für uns. Poſſchegionio
Franffurt a. M. 4301.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart:, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſchmtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geftattet.
Nummer 261
Sonntag, den 20. September 1931. 194. Jahrgang
Anzeigenpreis:
Z mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reſchspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezelle (92 mm
breit/2 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
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Rellame=
zelle 300 Reiſchsmark. Alle Preiſe in Reichsmaik
1 Dollar — 420 Mark. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strelk uſw erliſchi
ſede Verpfliſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlſcher Beſtreibung fäll ſeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbank
Die Meutl Molberordmatgen.
ichk über die Banken und Reform des Akkienrechts. — Skeuer=Amneſtie bis zum 15. Okkober.
Schaffung von Sondergerichken in Ausſicht genommen.
aus
Stzuberzuſt !
* Drei Nokverordnungen.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
je beiden Notverordnungen über die Bankenaufſicht und die
AE) rechtsreform ſind am Samstag nun endlich erſchienen,
nach=
des e wochenlang angekündigt waren und die Zeit des
Reichs=
ka— tts mehr als nützlich in Anſpruch genommen hatten. Ein
B=s dafür, wie ſcharf die internen Gegenſätze waren, die
hin=
te= n Kuliſſen miteinander rangen und im Kabinett ſchließlich
gug ragen werden mußten. Ob dabei in allen Fällen das
Rich=
tir; etroffen worden iſt, kann erſt die Entwicklung zeigen. Die
Er1 ffe gehen ſo weit und ſchaffen ſo grundſätzlich neues Recht,
da h die Wirkung eines ſolchen Experiments nicht ſofort
über=
ſe=3 läßt.
Die Bankaufſicht:
Reichskommiſſar und ein Reichs=Kurakorium.
s iſt wohl zu viel geſagt wenn man davon ſpricht, daß die
BAn unter Reichskuratell geſtellt worden ſeien. Ein ſehr
weit=
gei des Kontrollrecht hat die Reichsregierung nicht geſchaffen.
MV Virkſamkeit vom 1. Oktober dieſes Jahres wird ein Banken=
43 orium errichtet und ein beſonderer Reichsbank=Kommiſſar
ex at. Durch die beiden neuen Inſtanzen ſoll zwar die
privat=
m ſaftliche Verantwortung der Banken für ihre
Geſchäftsfüh=
un richt beeinträchtigt werden. Regierung und
Reichs=
erhalten aber doch die Möglichkeit, ſich über
dri age des deutſchen Bankgewerbes, vor allem
art über die Kreditgeſchäfte fortlaufend zu
1.rrichten und die Finanzpolitik der Banken
zu einfluſſen. Der Reichsbank=Kommiſſar
ins=
bei ere kann Auskunft von jeder Bank verlangen und Einſicht
imn Bücher nehmen. Er hat das Recht zur Teilnahme an den
SS gen der Verwaltungsorgane und kann ſogar eine
Aufſichts=
ran zung oder eine Vorſtandsſitzung, ja ſogar eine
Generalver=
ſar ung einberufen. Dabei ſind grundſätzlich die ohnehin
be=
rei unter ſtaatlicher Kontrolle ſtehenden Banken ausgenommen.
Wrkenswert iſt, daß der Kommiſſar das Recht hat, auch von
M Bankiers Auskunft über ihre Auslandsgeſchäfte zu
ver=
lol n.
Das neue Aklienrecht
ißi s Novelle zum Handelsgeſetzbuch aufgezogen. (Siehe auch
H3 2lsſeite. D. Red.) Herausgegriffen ſind nur die
vordring=
l7! m Probleme, vor allem auf perſonellem Gebiet, während die
ſ6! cen Fragen auf parlamentariſchem Wege ihre Erledigung
ffir und ſchließlich zuſammen mit dieſer Aktien=Rechtsreform
zuö gebener Zeit zu einer völlig neuen Kodifizierung des
Aktien=
rx führen ſollen. Nachder Notverordnung erlöſchen
nn er nächſten ordentlichen Generalverſammlung der deutſchen
W rgeſellſchaften alle Aufſichtsratsmandate. Es
müſ=
ſel Iſo überall Neuwahlen erfolgen mit der doppelten
Ein=
ſoſ =kung, daß ein Aufſichtsrat nicht mehr als 30
W glieder umfaſſen darf und daß in einer Hand
mt. mehr. als 20 Aufſichtsratsmandate
ver=
es gtſeindürfen. Der Aufſichtsrat, der durch die moderne
E icklung ſeinen Charakter vollkommen verſchoben hatte, wird
m. x zu ſeiner urſprünglichen Bedeutung zurückgeführt. Sein
B ſichtsrecht wird ſichergeſtellt. Auch die
Befug=
m e des Vorſtandes werden beſchränkt. Die Pu=
E ationspflicht wird im Intereſſe der freien Aktionäre
S=blich ausgedehnt und ſchließlich für alle Aktien=
Oellſchaften die Pflichtreviſion durch öffent=
I angeſtellte Prüfer durchgeführt werden. Die Möglich=
E des Erwerbs eigener Aktien durch die Geſellſchaft wird
ein=
girt und eigentlich nur auf die Fälle einer Verteidigung gegen
Te=Aktionen beſchränkt. Hier ebenſo wie bei der Verordnung
die Bankenaufſicht ſtehen die Durchführungsbeſtimmungen
aus, die für den Erfolg der ganzen Aktion naturgemäß von
jeidender Bedeutung ſind.
Sieuerunehrlichen: Enkweder Reichsbahnanleihe
teiſhen der IiS Auckasl.
Die dritte Notverordnung bezieht ſich auf die Steueramneſtie.
war fällig, weil die vorausgegangene befriſtet war. Es bleibt
E, daß der endgültige Termin für die Amneſtie bis zum 15.
ber läuft, und daß in der Zwiſchenzeit jeder, der hinter=
Tes Vermögen angibt, von der Straffreiheit Gebrauch machen
Die Reichsregierung ſteht zwar auf dem Standpunkt, daß
ihre erſte Amneſtie recht gute Erfolge gezeitigt hat, daß es
doch notwendig ſei, den Steuerhinterziehern und
Kapital=
tigen eine Lockſpeiſe vorzuhalten, damit ſie wieder zur
Steuer=
ichkeit zurückfinden. Sie hat das bedenkliche Mittel einer
rozentigen Reichsbahnanleihe gewählt. Jeder, der Anleihe=
2 in Höhe der nicht angegebenen Werte zeichnet, wird ſtraffrei
Hen und genießt noch den Vorzug der Steuerfreiheit für dieſe
Sihe. Bleibt er aber ſteuerunehrlich, dann ſind Zuchthausſtrafen
Zu zehn Jahren vorgeſehen.
Weitere Maßnahmen gegen Kapikalfluchk.
Weſentlich wirkungsvoller halten wir dagegen die Abſicht,
den ausländiſchen Regierungen in Verbindung zu treten, um
Leflüchtete Kapital zurückzubringen. Dadurch wird ſich
wahr=
inlich jetzt jeder, der im Ausland ein Konto beſitzt, das er bis=
her verſchwiegen hat, doch genötigt ſehen, der Steuerbehörde
da=
von Mitteilung zu machen. Der Ertrag der Reichsbahnanleihe
ſoll der Arbeitsbeſchaffung zugute kommen. Ueber die Höhe
die=
ſer Anleihe wird in der Notverordnung nichts geſagt. Sie hängt
ja auch im weſentlichen von dem Umfang der Zeichnungen durch
die Steuerhinterzieher ab. Für recht bedeutſam halten wir auch
einen Vorſchlag des Reichskabinetts, zu dem noch der
Reichspräſident ſeine Zuſtimmung geben muß, wonach in
Zr=
kunft Sondergerichte Terrorakte, Gewalttaten.
Mißſtände im Wirtſchaftsleben und
Deviſen=
hinterziehungen aburteilen ſollen. Es wäre zu
wün=
ſchen, daß dieſe Sondergerichte auch ausreichende Vollmachten
er=
halten, um die Ausſchreitungen der Kommuniſten in der
unnach=
ſichtlichſten Weiſe behindern zu können.
13,8 Millionen Oefizit in Heſſen.
Vor der erſten Heſſen=Nolverordnung. — Die Regierung plank ſchwerſte Eingriffe in die Beamkenbezüge.
Gehaltskürzung bis zu 19 Prozenk. — Die Gemeinden verlieren 4,4 Millionen. — 2½2 Millionen
Sonderabſtriche beim Schulekak. — Beamkengehalf ſoll poſtnumerando gezahll werden.
Heſſen an der Spihe!
Wir haben vor 14 Tagen einige Bemerkungen über die
be=
vorſtehenden heſſiſchen Notverordnungen veröffentlicht. Die
bei=
den Regierungsparteien — Sozialdemokraten und Zentrum —
haben inzwiſchen wiederholt getagt und „eigene Sparvorſchläge‟
der Regierung unterbreitet. Am Freitag beriet erneut der
inter=
fraktionelle Ausſchuß hinter dicht verſchloſſenen Türen. Dieſes
Schweigen iſt verſtändlich, da heute in Worms der
Sozial=
demokratiſche Parteitag berät und die Harmonie der Genoſſen
durch die bevorſtehenden Notverordnungen in tiefſte
Verſtim=
mung umſchlagen könnte. Daher ſoll erſt am Dienstag die
Not=
verordnung — wenigſtens ihr erſter Teil — der Oeffentlichkeit
übergeben werden. In ihr ſind einige ſo unglaublich ſchwere
Eingriffe in das Leben der Beamtenſchaft vorgeſehen, daß wir
nicht umhin können, dieſe heute ſchon auszuplaudern. Vielleicht
— die Hoffnung iſt allerdings gering — verſtehen ſich die
maß=
gebenden Stellen dazu, von dieſen Unerträglichkeiten Abſtand
zu nehmen.
Nach zuverläſſigen Informationen iſt
die Sinanzlage Heſſens
ſehr trübe.
Man rechnet mit einem Defizit von 13,8 Mill. NM.,
und zwar aus:
Mindereinnahmen aus Reichsſteuern . . . . 9
Mindereinnahmen aus Landesſteuernu. Gebühren 4
Mindereinnahmen aus den Betrieben und
Un=
ternehmungen. .
.. . 08
„
Mill.
Die Deckungides Fehlbetrages iſt wie folgt
ge=
dacht:
Einſparung bei den ſachlichen Ausgaben . . . 2 Mill.
Kürzung der Perſonalausgaben . . . . . . 49
Verringerung der Gemeindeüberweiſungen . . 4/4
Beſondere Einſparungen am Schulweſen . . . 25 „
Die Etatſumme beträgt 1931 voranſchlagsmäßig 138,4 Mill.
Daß der Anſatz der Steuern im Voranſchlag nicht erreicht
wer=
den konnte, haben wir bereits anläßlich der Etatberatung im
Finanzausſchuß geſagt. Damals ließ man durchblicken, daß in
den Steueranſätzen, die ja äußerſt niedrig gehalten ſeien, noch
gewiſſe, ſtille Reſerven” verborgen lägen. Bei einem Anſatz von
33,7. Mill. Reichsüberweiſungen iſt ein Rückgang
von 9 Mill, alſo von 26,7 Prozent zu verzeichnen,
bei 37,4 Mill. Landesſteuern beträgt der Rückgang 4 Mill., alſo
13 Prozent.
Was die Deckungspläne angeht, ſo wollen wir heute nur auf
die Abſtriche am Beſoldungsetal
eingehen.
Die 4,9 Millionen, die der Finanzminiſter erſparen will,
ſollen eingebracht werden durch eine
5prozentige Kürzung der geſamten Dienſtbezüge,
ausgenom=
men die Kinderzuſchläge und ein Einkommensbetrag von
1500 RM. (Urſprünglich war daran gedacht, die Einkommen
bis 1 500 RM. frei zu laſſen.) Zu dieſer Kürzung tritt ein
weiterer Abzug von
3 Prozent für kinderlos verheiratete Beamte und von nochmals
2 Prozent bei ledigen Beamten. Die Kürzung beträgt alſo
hier 8 bzw. 10 Prozent.
Unklar ſcheint noch, ob die bereits im letzten Jahr ſchwer
her=
abgeſetzten Beamtenanwärter und die
Staatsange=
ſtellten von der Grundkürzung von 5 Prozent bzw. von den
zuſätzlichen Kürzungen ausgenommen bleiben.
Weiter behalten Beamte mit aufſteigenden
Ge=
hältern die Bezuge, die ſie zurzeit erhalten,
zwei Jahre länger als dies im
Beſoldungsge=
ſetz vorgefehen. — Aufrückungs= und Dienſtalterszulagen
ſind alſo geſperrt.
Weiter ſollen die Gehälter nicht mehr
pränume=
rando, ſondern poſtnumerando gezahlt werden in der
Weiſe, daß in 11 Monaten nur 10 Zahlungen erfolgen, beginnend
mit dem 3. des kommenden Monats und dann jeweils weiter=
rückend. Um die Mietzahlung zu erleichtern, ſoll das
Wohnmgs=
geld vom Gehalt losgelöſt und am 1. eines jeden Monats
ge=
zahlt werden.
Weiter ſollen die Nebeneinnahmen, ſoweit ſie 500
RM. im Jahre überſteigen, zur Hälfte an die Staatskaſſe
ab=
geführt werden. Unklar erſcheint noch die Anwendung dieſer
Vorſchrift bei Ruhegehalts= und Penſionsempfängern.
Ob die Altersgrenze der Beamten generell auf 66
Fahre feſtgelegt wird, ſteht ebenfalls noch offen.
Die Kürzung der Penſionen von 80 Prozent
des Gehaltes auf 75 Prozent iſt ja ſchon durch die
Neichsregierung bekannt geworden, und wird auch für die
heſ=
ſiſchen Beamten durchgeführt werden.
Wie die
weikeren 2,5 Millionen am Schnlekak eingebracht
werden ſollen, was vorausſichtlich durch eine zweite
Notverord=
nung geſchieht, ſteht in weſentlichen Punkten noch offen. Es wird
davon geſprochen, die ſogenannten Mehrſtellen, die über die
Meßziffern hinausgehen, fortfallen zu laſſen. Dieſe Mehrſtellen
belaſten heute vor allem die Gemeinden. Da der Staat ihre
Ueberweiſungen verkürzen will, ſcheint auf dieſem Gebiet eine
Entlaſtung geplant zu ſein. Das würde in der Praxis eine
Heraufſetzung der Klaſſenziffern und der Stundenzahl bedeuten.
Um bei den Volksſchulen eine Verringerung zu erzielen, denkt
man an die Herabſetzung der wöchentlichen Unterrichtsſtunden
der Schüler, vielleicht auch an die Erhöhung der Pflichtſtunden
der Lehrer. Ob und inwieweit ganze Schulen, etwa
Aufbau=
ſchulen, eingehen ſollen, darum gehen noch ſchwere Kämpfe.
Das Programm der Regierung geht weit über das hinaus,
was die ſchwärzeſten Peſſimiſten befürchtet haben. Mit dieſen
Gehaltskürzungen marſchiert Heſſen an der Spitze des bisher
Bekanntgewordenen. Wir erinnern daran, daß Baden nur 5
Prozent, Bayern nur bei den Ledigen 10 Prozent gekürzt hat,
Preußen ſah von einer Gehaltskürzung ab. Hamburg und
Bremen liegen ebenfalls weit unter den heſſiſchen Sätzen. Man
wird auf die Gründe warten müſſen, warum Heſſen hier den
Rekord brechen mußte. Die Beamtenſchaft hat ſtets anerkannt,
daß ſie die allgemeine Volksnot nicht verkennt und zu ihrem
Teil gewillt iſt, mitzutragen. Die Pläne der heſſiſchen
Regie=
rungsparteien führen aber eine neue einſeitige Herabdrückung
des Lebensſtandards der Beamtenſchaft herbei und der
berech=
tigte Widerſtand müßte ins Ungeheure wachſen, wenn einige
„Wohl=Angeſchriebene” vorher noch raſch in beſſer bezahlte
Stel=
len aufrücken würden. Die Anwärter befinden ſich durch die
vor=
jährigen Einkommensverkürzungen in einer vielfach troſtlofen Lage
und eine weitere Kürzung ihrer Bezüge würde das
Exiſtenz=
minimum kaum überſchreiten.
Die Staffelung der Beſoldungskürzung wird ſicher mit
ſo=
zialen Geſichtspunkten begründet werden. Ein richtiger Kern
liegt darin, aber alle die Verheirateten, die die Verantwortung
für Kinder angeſichts der heutigen Zukunftsausſichten nicht
glau=
ben tragen zu können, werden in ihrer bisherigen Einſtellung nur
beſtärkt, die Ledigen, die in der überwiegenden Mehrzahl bisher
Hausſtand und Familie nicht gründen konnten, obwohl ſie oft
ſchon Jahre verlobt ſind, oder weil ſie anderen Gründen —
Sorge um Anverwandte uſw. — ihr Alleinſein verdanken, müſſen
ſich ſogar 10 Prozent Gehaltskürzung gefallen laſſen.
Dazu kommt aber der finſtere Gedanke der Umformung des
Pränumerando=Gehaltes in Poſtnumerando=Zahlung. Der
Ge=
danke war vor einigen Monaten auch im Reichskabinett
be=
ſprochen, aber abgelehnt worden. In Heſſen ſoll dieſer
Finanz=
trick einmal erprobt werden. In der Praxis: 10
Gehaltszah=
lungen in 11 Monaten bedeuten den Verluſt eines
Monats=
einkommens. Die Beamtenfrauen rechnen ſich aus, daß, da ja
das Wohnungsgeld — wie entgegenkommend! — weiter am
1. gezahlt wird, ſie im 10. Monat z. B. aus Wohnungsgeld und
dem am 27. erhaltenen Gehalt zweimal Miete bezahlen müſſen.
Wie das gemacht werden ſoll, ohne in die ſchwierigſten
Situa=
tionen zu geraten, mögen die Väter dieſes Gedankens verraten.
Wenn man dieſe in der Umformung verborgene weitere
Ein=
kommensminderung von etwa 9 Prozent umlegt, dann ſteigt der
Gehaltsabzug der hefſiſchen Beamten auf 14, 17 und ſogar 19
Prozent bei den Ledigen.
Dieſes Vorhaben wirkt ohne Kommentar am treffendſten.
Seite 2
In Genf offenbark ſich aufs neue
die unheilvolle Zerſplitkerung Europas.
Genf, 19. September.
Die Generalausſprache im Wirtſchaftsausſchuß der
Völker=
bundsverſammlung wandte ſich in der Sitzung am Freitag
nach=
mittag ausſchließlich dem ſcharf umkämpften Gedanken des
Präfe=
renzſyſtems zu. Es zeigte ſich, daß die Auffaſſungen über die
Zu=
läſſigkeit und Zweckmäßigkeit der Präferenzverträge heute noch
weit auseinandergehen. Die Vertreter von Kanada, Auſtralien
und Kuba wandten ſich ſcharf gegen das Präferenzſyſtem. Der
Vertreter der belgiſchen Regierung vertrat den grundſätzlichen
Freihandelsſtandpunkt und lehnte gleichfalls den
Präferenzgedan=
ken ab. Eine Regelung der internationalen Agrarfrage, die ſich
nicht nur auf die europäiſchen, ſondern auf ſämtliche Mächte
be=
ziehen müſſe, wurde vom auſtraliſchen Vertreter gefordert. Auf
Vorſchlag des Miniſterialdirektors Poſſe wurde der franzöſiſche
Handelsminiſter Rollin zum Berichterſtatter für dieſe Frage in
der Vollverſammlung des Völkerbunds ernannt.
Scharſe Erklärung des deutſchen Verkrekers
über die geplante Aenderung der ſchweizeriſchen
Handelspolikik.
Miniſterialdirektor Dr. Poſſe erwiderte am Samstag im
Wirtſchaftspolitiſchen Ausſchuß auf die geſtrigen Erklärungen des
polniſchen und ſchweizeriſchen Vertreters. Poſſe führte u. a. aus:
Die Wirtſchaftsausſprachen hätten die unheilvolle Zerſplitterung
Europas ſchonungslos offenbart. Ein kleiner Lichtpunkt ſei die
polniſche Erklärung, wonach die landwirtſchaftlichen Staaten
glaubten, ſchon über die Kriſe hinweg zu ſein. Bei zurzeit 4,1
Millionen Arbeitsloſen in Deutſchland ſei, wenn man auf jeden
Arbeitsloſen drei Familienköpfe hinzurechnet, ſchon jeder vierte
Deutſche arbeitslos. Ein Widerſpruch liege zwiſchen den
Erklä=
rungen, die in der Völkerbundsverſammlung abgegeben werden,
und gewiſſen anderen Erklärungen, und vor allem der
tatſächli=
chen Politik der Staaten. Vor etwa einer Woche habe im
Völker=
bund ein europäiſcher Vertreter als Lehre der Kriſe die
Herſtel=
lung der allgemeinen Solidarität gezogen. Geſtern habe ein
an=
derer Vertreter desſelben Landes geſagt, daß hier die geſunde
Wahrheit der Politik ſeines Landes liege. Den Deutſchen werde
durch dieſe neue Wirtſchaftspolitik ein ſchwerer Schaden zugefügt.
Bis zum Letzten würden ſich die Deutſchen gegen das Unrecht
weh=
ren, das ihnen täglich bereitet werde. Die weltwirtſchaftliche
Lage ſei ſo, daß der, der die weltwirtſchaftlichen Fäden zerreißt,
die Folgen an ſeiner Volkswirtſchaft zu ſpüren habe. Den
deut=
ſchen Markt als Abſatzmarkt zu verlieren, ſei keine beſonders
an=
genehme Sache, namentlich für Staaten, die in Mitteleuropa
lägen. Europa zu zerſchlagen, ſei leicht. Wer es erleben werde,
werde ſehen, wie ſchwer ſein Wiederaufbau ſein werde.
Die Erklärung des deutſchen Vertreters hat im
Wirtſchafts=
ausſchuß und darüber hinaus bei der Völkerbundsverſammlung
ſtärkſten Eindruck hervorgerufen.
Erwiderung des ſchweizeriſchen Verkrekers Stucki.
Der ſchweizeriſche Vertreter Stucki antwortete ſofort auf die
Ausführungen des deutſchen Vertreters. Er erklärte u. a., der
Ausſchuß werde ſelbſt beurteilen können, ob ſeine geſtrigen
Erklä=
rungen eine ſo ſcharfe Antwort rechtfertigten. Er habe geſtern
Gegenſeitigkeit verlangt, nicht einmal Meiſtbegünſtigung. Es ſei
abſolut unbeſtreitbar, daß die normale Wirtſchaftslage eine
ge=
wiſſe Unordnung auf fiskaliſchem Gebiet hervorgerufen habe,
Wenn ein kleines Land in dieſer normalen Lage gewiſſe
vorüber=
gehende Ausnahmemaßregeln treffe, ſo ſei es übertrieben, von
einer Zerſchlagung Europas zu ſprechen. Man werde aber von
der Schweiz, die weder für den Krieg noch für die
Friedensver=
träge verantwortlich ſei, nicht verlangen können, daß ſie unter
der gegenwärtigen Lage ganz beſonders leide. Man wiſſe in der
Schweiz, daß Deutſchland finanzielle Verpflichtungen verſchiedener
Art dem Ausland gegenüber habe, und man habe Verſtändnis für
die Maßnahmen gehabt, die es zur Bekämpfung der Kriſe treffen
müſſe. Die Schweiz denke auch nicht daran, ihre Grenzen den
deut=
ſchen Erzeugniſſen zu verſchließen. Sie werde immer mehr deutſche
Waren kaufen, als Deutſchland ſchweizeriſche Waren. Es handele
ſich für die Schweiz, wie geſagt, nur darum, gewiſſe Erſcheinungen
der Kriſe durch Maßnahmen zu bekämpfen, die unter dem? Zwange
der Not auch von anderen Ländern, einſchließlich Deutſchland,
ge=
troffen worden ſeien.
*
Die heutige Auseinanderſetzung zwiſchen Miniſterialdirektor
Dr. Poſſe und Direktor Stucki hat hier allgemein ſtarken
Ein=
druck gemacht. Die Schärfe der Replik des deutſchen Vertreters
auf die geſtrigen Ankündigungen Stuckis erklärt ſich aus der
un=
geheuren Gefahr, die dem deutſchen Export aus der geſtrigen
Sonntag, den 20. September 1931
Vom Tage.
Reichskanzler Dr. Brüning empfing Freitag nachmittag
Mitglieder des Reichsverbandes der Deutſchen Induſtrie zu einer
Ausſprache über die augenblickliche Wirtſchaftslage und die Pläne
der Reichsregierung.
In den beiden letzten Wochen haben in den
Reichsminiſte=
rien mit den beteiligten Kreiſen zahlreiche Beſprechungen
ſtatt=
gefunden, mit dem Ziele, eine Verbilligung des notwendigen
Lebensbedarfes der Arbeitsloſen für den kommenden Winter zu
erreichen.
Die Deutſche Volkspartei hat im Preußiſchen Landtag einen
Urantrag eingebracht, in dem die Nachprüfung der preußiſchen
Notverordnung gefordert wird.
Der Reichsparteitag der Deutſchnationalen Volkspartei iſt
geſtern in Stettin von dem Vorſitzenden Dr. Hugenberg mit
einer Begrüßungsanſprache eröffnet worden.
Im zweiten Verhandlungstag der Kurfürſtendammkrawalle
vor dem Berliner Schnellſchöffengericht fand die
Beweisauf=
nahme ſtatt.
In dem Privatbeleidigungsprozeß des Vizepräſidenten der
Deutſchen Friedensgeſellſchaft, Fritz Kuſter, gegen Redakteure vom
„Tag”, der „Deutſchen Handelswacht” der „Siegener Zeitung”
und der „Roten Fahne” wurden die vier angeklagten Redakteure
vom Einzelrichter beim Amtsgericht Berlin=Mitte,
Amtsgerichts=
rat Dr. Bues, auf Koſten des Privatklägers Küſter freigeſprochen.
Sämtliche kommuniſtiſchen Zeitungen in der Provinz Sachſen
ſind verboten worden.
Der Badiſche Landtag wählte am Freitag zum
Staatspräſi=
denten Dr. Schmitt und zum Kultus= und Unterrichtsminiſter
Dr. Baumgartner.
Die deutſche Sozialdemokratiſche Partei hat es abgelehnt, bei
den bevorſtehenden Gemeindewahlen in Prag eine
Liſtenverbin=
dung mit den übrigen deutſchen Parteien vorzunehmen, obwohl
dadurch ein bisher von den Deutſchen beſetztes Mandat den
Tſchechen zufällt. Die Stimmen der deutſchen Sozialdemokraten
werden an die tſchechiſchen Sozialdemokraten fallen.
Die ungariſche Sozialdemokratiſche Partei hat in Anbetracht
der immer ſchwierigeren wirtſchaftlichen Verhältniſſe beſchloſſen,
die ſofortige Einberufung des Abgeordnetenhauſes zu verlangen.
Der Völkerbundsrat hat der von der Regierungskommiſſion
des Saargebietes zu Umſchuldungszwecken der Gemeinden
geplan=
ten langfriſtigen Anleihe von 150 Millionen Francs ſeine
Zu=
ſtimmung erteilt.
Das Nationalkomitee des franzöſiſchen Gewerkſchaftsbundes
hat den bisherigen Generalſekretär Jouhaux einſtimmig
wieder=
gewählt. Das Komitee hat beſchloſſen, eine beſondere Aktion
zu=
gunſten der Abrüſtung noch vor der Genfer allgemeinen
Ab=
rüſtungskonferenz zu unternehmen.
Die engliſche Preſſe ſpricht von der Möglichkeit, daß die
Neu=
wahlen in England am 28. Oktober ſtattfinden.
Von zuſtändiger engliſcher Seite wird der Genfer Bericht
dementiert, wonach England angeblich die Abſicht habe, eine Art
Locarnogarantie für ein franzöſiſch=italieniſches
Mittelmeerabkom=
men zu übernehmen.
Das Kriegsgericht von Santiago de Chile fällte vier
Todes=
urteile gegen Meuterer der letzten chileniſchen Revolution. Sieben
Angeklagte wurden zu lebenslänglichem Gefängnis und mehrere
andere zu weniger ſchweren Strafen verurteilt.
Ankündigung der Schweiz droht. In dieſer Beziehung kann
er=
freulicherweiſe aus der heutigen Antwort Stuckis entnommen
werden, daß zwiſchen den beiden Ländern noch nicht das letzte
Wort geſprochen iſt. Die eigentliche Bedeutung der
Auseinan=
derſetzung aber liegt in den ungeheuren Gefahren, die für die
Aufrechterhaltung normaler Wirtſchaftsbeziehungen zwiſchen
den einzelnen Ländern drohen, ſolange Deutſchland ſich in der
Zwangslage befindet, mit Rückſicht auf ſeine internationalen
Zahlungsverpflichtungen ſeinen Export über das normale Maß
hinaus zu forcieren. Der Hinweis des deutſchen Vertreters auf
die Verantwortlichkeit derjenigen Staaten, die ſchuld daran ſind,
daß auf dieſe Weiſe das ganze europäiſche Wirtſchaftsſyſtem ins
Wanken gebracht wird, war ſehr deutlich. Er richtete ſich, wie
ausdrücklich betont werden muß, in dieſem Falle nicht gegen die
Schweiz, ſondern gegen die negative und deſtruktive Haltung, die
allgemein in der internationalen Wirtſchafts= und Finanzpolitik
zu beobachten iſt.
Aufhebung des Mieterſchukes bei Nenbauken
in Preußen.
Berlin, 19. September.
Die angekündigte Verordnung des preußiſchen
Wohlfahrts=
miniſters über die Aufhebung des Mieterſchutzes bei Neubauten
iſt jetzt dem Preußiſchen Staatsrat zugegangen. Sie umfaßt nur
einen einzigen Paragraphen, der folgendermaßen lautet: „Die
Verordnung über Mieterſchutz bei Neubauten vom 16. März 1928
in der Faſſung der Verordnungen vom 27. Februar 1931 und vom
20. März 1931 tritt am 1. April 1932 außer Kraft.”
Nummer 26
Die oſtoberſchleſiſchen Zwiſchenfäut
vor dem Völkerbundsrak.
Der Völkerbundsrat hat am Samstag abend auf Grund
neuen Berichts des japaniſchen Vertreters die Angelegenbeit
Wahlzwiſchenfälle in Oſt=Oberſchleſien für erledigt erklärt.
Bericht hat folgenden Wortlaut:
„Der Rat hat ſich bereits zweimal auf ſeinen Tagunge
Januar und Mai 1931 mit dieſer Angelegenheit beſchäftigt
ſeiner letzten Tagung hat er eine neue Petition des Deu
Volksbundes erhalten. Der Rat muß es als ſeine Hauptau
betrachten, für die Zukunft ein Regime normaler
Bezieh=
zwiſchen den polniſchen Behörden und der deutſchen Mind
herzuſtellen. Der Vertreter Polens hat die Zuſicherung gee
die polniſche Regierung werde alle Anſtrengungen machen, u
deutſchen Minderheit das Gefühl des Vertrauens zu geben.
das zwiſchen der Minderheit und dem Staat ſich nicht ein
ſammenarbeit herausbilden kann.”
Die Schulbeſchwerden.
Außer der großen Beſchwerde über die Lage der deu
Minderheit in den polniſchen Wojewodſchaften Schleſien.
und Pommerellen erledigte der Rat noch die vom Haage
richtshof im Sinne der deutſchen Auffaſſung entſchiedene
der Zuläſſigkeit von 60 deutſchen Kindern an deutſchen
derheitenſchulen. Der deutſche Außenminiſter Dr. Curtius
ſeiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß es gelungen iſt.
Streitfall aus der Welt zu ſchaffen. Der polniſche Außenm
Zaleſki nahm in einer kurzen Erklärung die getroffene En
dung an und teilte mit, daß die polniſche Regierung gemä
ſer Entſcheidung bereits die Eltern der Kinder verſtändigt
daß ihre Kinder ohne eine beſondere Vorbedingung zu den
derheitenſchulen zugelaſſen ſeien.
Der Danzig=polniſche Konflikk.
In dem Danzig=polniſchen Konflikt wegen Errichtung
Stützpunkts für polniſche Kriegsſchiffe im Danziger Hafen
wies der Rat nach Erklärungen Straßburger, Dr. Ziehms
Lord Robert Cecils dieſe Streitfrage an den Haager Gerich
der bis zur Ratstagung im Januar ein Gutachten hierübe
ſtatten ſoll.
Frankreichs Angſt vor der „Wiedergebntk
der deutſchen Flokke‟.
Marineminiſter Dumont erklärte in einer Rede, d
gelegentlich einer Inſpektionsreiſe in Cherbourg hielt, e
möglich, daß Frankreich infolge der wachſenden Geſchwindig
der Kriegsſchiffe und der Wiedergeburt der deutſchen Flott
Konzentration der franzöſiſchen Seeſtreitkräfte im Mitte
ein Ende bereiten müſſe. Die Wiederherſtellung einer mäc
Seeſtreitmacht an der nordfranzöſiſchen Küſte müſſe ins
gefaßt werden.
Vor der Aufklärung des Berliner Poliziſtenmar
Saarbrücken, 19. Septem
Die Landeskriminalpolizei hat einen angeblichen He
Blöſer feſtgenommen, der ſich ſeit drei Wochen im Saar
unangemeldet aufgehalten hat. Blöſer ſteht in dem Ver
an der Ermordung der beiden Berliner Polizeioffiziere
Auguſt aktiv beteiligt geweſen zu ſein.
Volksparkei verlangt parlamenkariſche Nachnäf
der Preußen=Nolverordnung.
Die Fraktion der DVP. verlangt in einem ſoeben im
ßiſchen Landtag eingebrachten Urantrag, daß das Staats
ſterium erſucht werde, dem Landtag die preußiſche Notbe
nung vom 12. September d. J. ſamt den Ausführungsb
mungen zur Nachprüfung ſchleunigſt vorzulegen. In der
ründung wird geſagt, daß die Verordnung ſchon bezüglich
Rechtsgültigkeit zu ſchweren verfaſſungsrechtlichen Bedenke!
laß gebe und darüber hinaus offenbare Ungerechtigkeiten
unbegreifliche Härten gegen zahlreiche Gruppen von Bei
und Lehrern enthalte. Die Sperrung der Aufrückung laſſ
ſoziale Rückſicht auf die jüngeren Beamten vermiſſen;
Ausſicht geſtellten organiſatoriſchen Maßnahmen auf den
biete des Schulweſens erregten in kultureller und ſozialer
icht ſchwerſte Bedenken, während die Eingriffe in Bea
rechte und Selbſtverwaltung politiſcher Willkür Tür unk
öffne. Ueberdies fehle jeder Zugriff auf die Gehälter und
wandsentſchädigungen der Spitzenſtellen.
Herbſt.
Von Karl Röttger.
Ich habe einmal einiges vom Frühling ſagen können. Nun
ſage ich noch ein paar Worte vom Herbſt, ehe es Winter wird.
Dazwiſchen liegt der Sommer davon ſchweige ich. Es war
Fülle und Glanz, flimmerndes Licht, dunkle Stille mit ſingenden
myſtiſchen Stimmen darinnen; man trinkt ihn und ſchweigt
da=
von. Man läßt mit ſich geſchehen. Man geht mit heißem
An=
geſicht durch ihn hin, durch die duftſchwülen Gärten, durch weite,
dunkle Wälder, man hütet ſich, an ihn zu rühren oder ihn zu
wecken.
„Das Reiſen iſt ein ſehr tiefer Schlaf.”
Und nun iſt Herbſt. Und ich finde mich plötzlich wieder:
auf einer ſchönen breiten Straße, wo lange Reihen Ahornbäume
mit flammend gelbem Laub entlang ſtehen. Und zu beiden
Seiten der Straße die Gitter mit den Gärten und Villen
da=
hinter. Da ſtehen große, ſchwere Kaſtanienbäume, und ihre
Kronen ſind nun wie aus Gold getrieben. Regungslos wie
leb=
loſer / Schmuck, ſtehen ſie da. Es iſt wie ein Rauſch über die
Stadt gekommen: die Stadt der Gärten. (Die Induſtrieſtädte
wiſſen ja nichts vom Herbſt. An ihnen gehen die Jahreszeiten
fern vorbei.) Wie in roter, raſender Angſt klimmt der wilde
Wein am Hauſe, am Erker empor — hinauf, hoch hinauf, und
glüht, glüht oben ins Abendlicht. Er lacht — ein Lachen und
Außerſichſein. Die Büſche da und dort fangen an braun zu
werden; auf den Beeten blühen noch Roſen, Geranien, Aſtern,
Dahlien, alles bunt durcheinander, alles um die Wette, wie um
dieſe letzten ſonnigen Tage nicht ungenoſſen zu haben .."
Es iſt Totenſtille in den Gärten. Kaum daß ein Vogel noch
ſingt, kaum daß ein Kind ſingt. Und da finde ich mich wieder:
ich lehne am Gitter; ich fühle: außer mir geht ein großer Blick
in die Welt. Wie wunderbar alles! Ich ſtehe wie in einer
fremden Welt in dieſem Herbſt, in dieſem Rauſch, in dieſer
goldenen, bronzenen, erzenen Welt. Alles ſteht ſtill, dünkt mich.
Kaum noch ein Atmen. Es überkommt mich Angſt. Man weiß
nicht, was geſchehen wird. Wo der Ausgang iſt aus dieſer
übermächtigen Farbenpracht. Wie ein Kind im Märchenwald
bin ich in dieſen bunten Gärten und Alleen verloren. —
Und nun kommt das Dämmern; alles wird noch fremder,
rätſelhafter, maſſiger, größer, ſchöner. Es kommt mir eine große
Traurigkeit. Es weint jemand. Ich höre es fallen, Tropfen in
raſchelndes Laub. Wo?. Ich ſuche mit den Augen — nichts.
Und da — da iſt’s: langſam, lang—ſam, lang—ſam fällt Blatt
auf Blatt aus den Kronen der Ulmen hinab — goldene
Tränen
Es iſt die Zeit des Sichbeſinnens, und man kommt doch
nicht zu Ende. Es iſt die Zeit des Verrates und der Weisheit.
Es gibt nichts Weiſeres als den Baum. Er hat im Frühling
und Sommer ſeine Blätter und Blüten getragen zum Schmuck.
Nun, da ſie ihre eigene bunte Schönheit haben, trennen ſie ſich
von ihm. Er aber ſteht ſchweigend und läßt fallen, was fallen
will. Und ſie alle verraten ihren Erzeuger. Der aber ſteht
ſchteigend. Bald wird er in voller Nacktheit ſtehen — und auch
ſchweigend. Es gibt nichts Weiſeres als das ſchweigſame Leben
des Baumes.
Weg des Baums: Aus tiefem Dunkel
Rätſelhafter Erdenmacht,
Bis empor zum Lichtgefunkel
Und zu ſolcher ſtolzen Pracht!
Fühle nach dem Werdensfließen:
Wies aus dunklem Urgrund ſteigt,
Um in Formen ſich zu gießen
Und in letzter Schönheit — ſchweigt.
Weisheit ſo und Lebensfülle
Blickt dich an aus rotem Laub.
Und daß er ſich ganz verhülle,
Wirfts der müde Wald in Staub.
Mich ratlos, faſſungslos und ſchwer,
Fragend ſtehen alle Dinge um mich her.
Und ſtehen wie eine fremde Welt,
In die ein Traum mich hingeſtellt,
Darin ich hin und wieder gehe,
Die ich beſtaune und nicht verſtehe.
Zuweilen, wenn ein Duft hinſchwebt,
Ein Blättlein ſich im Winde hebt
Vom Wein, der an den Gittern rankt,
Sich löſt und leiſe niederſchwankt —:
Denk ich: die fremde Stimme ſpricht:”
„Du kamſt herein und kennſt mich nicht,
Du kannſt durch meine Schönheit gehn,
Dich wundern und mich nicht verſtehn.”
Heſſiſches Landesthealer.
Großes Haus. — Samstag, 19. September,
Gäbe einſt ich auch ſo milde,
Was an Schönheit und an Glück
In mir ſelber ward zum Bilde,
Wind und Schickſal ſtill zurück:
O, da wär’ mein Leben leiſe
Süß befreit von allem Zwang,
Und die Blicke würden weiſe
Weiſe wären Gruß und Gang.
Feierliche Lebenswende!
Wald, ich will dich grüßen gehn,
Eh’ des Windes Schickſalshände
Bunte Andacht mir verwehn.
Und da erkannte ich ihn und mußte ihn ſo lieben wie nie
zuvor. Dies iſt die Zeit der Beſinnung. Es iſt nicht lange bis
dahin, wo alle Gärten und Wälder kahl ſtehen.
Und ich ſtehe und ſinne und ſuche. Ach, ich finde nur eins:
es iſt eine Zeit der Schönheit. Darum weiß niemand jetzt ein
und aus. Es ſteht alles ſo zweck= und ziellos um mich. Was
Leben? Was Welt? Was Glück? Wir wiſſen nichts. Wir
können nur fromm ſein. Wir können nur immerdar warten.
Es gibt keine andere Löſung. Wir ſtehen wie im Märchen in
dieſem ſchönen, bunten Herbſt, wie in einer Geſchichte, die man
nicht weiter weiß. Wie ſchön alles! Und um ſo ſchöner, je
weniger wir es verſtehen. Das iſt mit aller Schönheit ſo . . ."
Und dieſe übermächtige Pracht
Des Herbſtes in den Gärten macht
„All=Heidelberg”
Schauſpiel von W. Meyer=Förſter.
„Alt=Heidelberg”, der Erfolg des letzten Fru4
erſchien geſtern wieder auf der Bühne und brachte Eiule
Käthi: Leny Marenbach.
Die „Käthi” iſt eine dankbare Rolle; ſie iſt doppelt de
wenn ſie ſo reizend geſpielt wird, wie es geſtern geſcha.=
Marenbach, deren Stern bei den Heidelberger Feſtſplet
ging, hat Theaterblut, dem Anſchein nach rheiniſches Zhe‟
in den Adern: ein friſches, kräftiges, liebenswürdiges
Als „Käthi” ſtets voll Ausdruck, nicht übertreibend, reide!
heiteren Szenen, von ſchlichter Innigkeit bei dem ſchſ.
Abſchied. Eine ſympathiſche Neu=Erſcheinung!
Der „Kammerdiener Lutz” iſt von Franz Pfaudler. ”
Maletzky übergegangen, der den Humor der amüſalt.
ſchen Type — im Gegenſatz zu ſeinem Vorgänger.—"
wohltuenden Doſis Bonhomie durchſetzte. Joſef Si‟)
lakai Schölermann” ſtreifte die Grenze der Karikain”
Prächtig war wieder Hans Baumeiſtersweltwe.
zen=Erzieher, famos das gaſtwirtliche Ehepaat: 99.
Gothe, amüſant auch H. Gallinger als Ghardit.
ner Hinz iſt über den Sommer kein „Erbprind” Lewo.
ryla wäre hier eher am Platz.
In den Beifall tropften die Tränen derer, die an be
Karlheinzens jungem Abſchiedsſchmerz teilnahme.
mer 261
Seite 3
„Krieg” in der Mandſchurei.
paniſcher Zeuerüberfall auf Mukden. — Mukden und Tſingkau in den Händen der Japaner.
Beſekung weiterer wichkiger milikäriſcher Skükpunkke.
Milikäriſcher Konflikk
zwiſchen China und Japan.
Japaniſche Truppen beſehen Mukden.
EP. Peking, 19. September.
chen Japan und der Mandſchurei, deren Beziehungen
ans, aß der Ermordung des japaniſchen Generalſtabsoffiziers
Mak=4 ia durch mandſchuriſche Soldaten ſeit einiger Zeit ſehr
ge=
ſpars varen, ſind am Freitag abend offene Feindſeligkeiten
ausry chen. Nach hier vorliegenden Berichten haben japaniſche
Trm, in der Mandſchurei, die für den Schutz der
ſüdmandſchu=
riſch iſenbahn zu ſorgen haben, die mandſchuriſche Hauptſtadt
Mur beſetzt. Der Beſetzung der Stadt ging ein Bombardement
durs itillerie voraus. Zwiſchen 70—80 chineſiſche Soldaten
ſolle i dem Bombardement ums Leben gekommen ſein. Die
chines n Soldaten haben auf Befehl des mandſchuriſchen
Macht=
habe-= des Marſchalls Tſchang Sueh=liang, der ſich zurzeit in
Peki 1 ufhält, keinerlei Maßnahmen zur Verteidigung der Stadt
ergri"
Die Urſachen des Konflikls.
bisherigen Nachrichten aus Oſtaſien über den
chineſiſch=
jopa en Konflikt gaben bisher kein klares Bild über die
Ur=
ſache d den Zweck der japaniſchen Aktion. Das chineſiſch=
japa=
niſch /erhältnis war bekanntlich ſeit einiger Zeit ſtark getrübt.
Japc laubte Anlaß zu begründeten Klagen wegen der
Behand=
lung ter Staatsbürger und ſeiner Waren in China zu haben,
währ; China ſeinerſeits in der Beibehaltung gewiſſer
Vor=
recht rch die Japaner eine Gefährdung ſeiner nationalen
Frei=
heit 1 Die Tatſache, daß Japan auf dem chineſiſchen Feſtland,
einnr ᛋo beſor:s in der Mandſchurei, Eiſenbahnen und andere große
herboun A Untei ymen beſitzt, führte zu weiteren Reibungen.
enden G — e allgemeine Stimmung iſt durch einen Zwiſchenfall
ver=
der deutzu ſchärs ſorden, der ſich vor einigen Wochen zugetragen hat. Ein
in japav er Generalſtabshauptmann namens Nakamura wurde in
der — idſchurei ermordet, und zwar nach japaniſchen Berichten
von eſiſchen Soldaten, der Mukdener Armee. Auf japaniſche
Vor’o ingen hin haben die chineſiſchen Behörden die
Angelegen=
heit + erſucht, jedoch die Mörder Nakamuras nicht feſtſtellen
kön=
nen—u es hat in Japan große Erbitterung erregt und zu
ener=
giſchs Proteſten in der japaniſchen Armee Anlaß gegeben.
dieſem erſten Zwiſchenfall iſt nun am Freitag ein zweiter
hinzs ommen, der ſich in der Nähe von Mukden ereignet hat.
Nack oaniſchen Berichten ſollen chineſiſche Truppen eine
Eiſen=
bahrd cke nördlich von Mukden in die Luft geſprengt haben (die
Chic beſtreiten das und behaupten, die Japaner hättew die
Briy elbſt geſprengt). Dies haben die Japaner zum Anlaß
ge=
nonw, um zunächſt die Garniſon einer kleinen chineſiſchen Stadt
gefast zu ſetzen, und hierauf Mukden, die Hauptſtadt der
Mary urei, militäriſch zu beſetzen. Die japaniſche Aktion erfolgt
nachs) daniſchen Angaben, um China zu veranlaſſen, eine
aus=
reickh e Genugtuung zu leiſten. Ob etwa weitere Abſichten der
Japa: hinter der Aktion zu ſuchen ſind, bleibt abzuwarten. Es
mußi =ückſichtigt werden, daß die japaniſchen Kapitalanlagen in
der rndſchurei auf mehrere Milliarden Goldmark geſchätzt
wer 2
Luch Tſingkan von den Japanern beſeht.
c in Moskau eingetroffenen Meldungen aus Peking iſt am
Saru g vormittag in Tſingtau eine Flottille japaniſcher
Ka=
nomn pote eingetroffen, die Truppen landete. Die chineſiſchen
Behl, en ſind bemüht, die erregte Menſchenmenge in Tſingtau zu
ber:z en, um Ausſchreitungen gegen die japaniſchen Truppen zu
verz ern. Die chineſiſche Polizei hat Maßnahmen getrofffen,
umu ſammenſtöße zu vermeiden.
Japaner beſetzten heute nachmittag weitere wichtige
mili=
tärin, Stützpunkte und entwaffneten die chineſiſchen Beſatzungen
in 1 ring, Hinkow, Hopeh, Fuſhum und anderen Plätzen.
Die Mandſchurei leiſtek keinerlei Widerſtand.
Um das Manöver Japans zu vereiteln, ſoll Tſchang
Sueh=
liang Befehl erteilt haben, die Waffen niederzulegen und
keiner=
lei Widerſtand zu leiſten. Marſchall Tſchang Sueh=liang, der ſich
zurzeit in Peking aufhält, hat ſeine Regierung in Mukden davon
unterrichten laſſen, daß die geſamte Verantwortung für die
mili=
täriſche Aktion die japaniſche Regierung und ihre
Beſatzungstrup=
pen tragen. Tſchang Sueh=liang hat ein Telegramm der
chineſi=
ſchen Regierung in Mukden erhalten, wonach alle Maßnahmen
getroffen ſeien, das Vorgehen der Japaner zum Stillſtand zu
bringen.
Japans Abſichken.
Die japaniſche Regierung hat alle Maßnahmen getroffen,
um die Verwicklungen in der Mandſchurei, die zur Beſetzung
Mukdens durch japaniſche Bahnſchutztruppen geführt haben, zu
lokaliſieren und eine Ausbreitung der Feindſeligkeiten zu
ver=
hindern. Die Abſicht Japans, den Konflikt, wie es in ihrer
Er=
klärung heißt, zu lokaliſieren, kommt darin zum Ausdruck, daß
der japaniſche Generalkonſul in Mukden und der japaniſche
Ober=
befehlshaber in der Mandſchurei Weiſungen erhalten haben, bei
aller Wachſamkeit doch eine friedliche Entwicklung der ganzen
Affäre im Auge zu behalten.
Der chineſiſch=Japaniſche Konflikk
vor dem Völkerbundsrak.
Genf, 19. September.
Der Völkerbundsrat wurde zu Beginn ſeiner 65. Tagung am
Samstag nachmittag mit dem Konflikt zwiſchen China und Japan
befaßt. Der Vertreter Japans, Yoſhiſawa, gab, eine kurze
Er=
klärung ab, worin er mitteilte, er habe zuerſt aus
Zeitungsnach=
richten von Zuſammenſtößen bei Mukden geleſen und heute früh
eine offizielle Mitteilung ſeiner Regierung erhalten, worin ſie die
Tatſache ſolcher Zuſammenſtöße beſtätige. Einzelheiten fehlten
noch. Sobald weitere Mitteilungen eingingen, werde er ſie dem
Rat übermitteln. Er könne aber ſchon heute die Verſicherung
ab=
geben, daß die japaniſche Regierung alles tun werde, um weitere
Verwicklungen zu vermeiden. Der Vertreter Chinas Sze, gab
daraufhin ſeinerſeits die Erklärung ab, daß die chineſiſche
Dele=
gation mit Bewegung von den Vorgängen gehört habe, die aus
der Mandſchurei gemeldet worden ſeien, und auf die der
Dele=
gierte Japans die Aufmerkſamkeit des Rates gelenkt habe. Ohne
zuzugeben, daß dieſe Zwiſchenfälle durch die Schuld Chinas
her=
vorgerufen ſeien, erklärte er ſich bereit, den Völkerbundsrat über
die Nachrichten, die er von ſeiner Regierung erhalte, auf dem
Laufenden zu halten. Der Präſident des Völkerbundsrats,
Ler=
roux, nahm von den Erklärungen Kenntnis und gab der
Hoff=
nung Ausdruck, daß die Angelegenheit einen friedlichen Verlauf
nehmen werde.
Der Kampf um den Rüſtungsſtillſtand.
Die Verhandlungen im Abrüſtungsausſchuß der
Völker=
bundsverſammlung nahmen am Samstag nachmittag einen
über=
raſchenden Verlauf, da völlig unerwarieter Weiſe der däniſche
Außenminiſter Munſch vorſchlug, zu den jetzt beginnenden
Be=
ratungen über den italieniſchen Rüſtungsſtillſtandsvorſchlag die
Vertreter der Vereinigten Staaten, Rußlands und der Türkei —
alſo dreier Nichtmitgliederſtaaten — hinzuzuziehen. Der
franzö=
ſiſche Vertreter Maſſigli wandte ſich mit großer Schärfe gegen
den Vorſchlag und erklärte die Hinzuziehung von
Nichtmit=
gliedſtaaten des Völkerbundes zu den Ausſchußberatungen als
unzuläſſig. Lord Robert Ceeil dagegen betonte, daß die
Ver=
treter dieſer drei Mächte zwar kein Stimmrecht hätten, daß
jedoch durch ihre Teilnahme die Beratungen weſentlich an
Be=
deutung gewinnen könnten. Die Beratungen verwickelten ſich
noch weiter durch einen Vorſchlag einer ſüdamerikaniſchen Macht,
Argentinien und Braſilien, die gleichfalls an den Sitzungen nicht
teilnehmen, zu den Verhandlungen hinzuziehen. Der Präſident
ſah ſich ſchließlich gezwungen, die Sitzung zu unterbrechen, da
ein Ausweg zunächſt nicht gefunden wurde.
Nach neuen Verhandlungen wurde beſchloſſen, die ſofortige
Entſcheidung des Rates über die Zuläſſigkeit der Zuziehung
von Nichtmitgliederſtaaten des Völkerbundes zu den Beratungen
des Ausſchuſſes herbeizuführen.
Velwirſchafliche Unſchau.
Von
Profeſſor Dr. Otto Moſt.
Die weltwirtſchaftliche Entwicklung hat in den letzten
Wo=
chen noch keinen Ausblick auf demnächſtige Erleichterungen
ge=
bracht. Sie enthüllte aber den wachſenden Ernſt der Lage in
immer mehr Ländern und brachte gleichzeitig zum Bewußtſein,
in welch außerordentlichem Maße Schwierigkeiten rein
poli=
tiſcher Art noch überwunden werden müſſen, bis eine
wirk=
liche Grundlage zu gemeinſamer Bekämpfung des Weltübels
ge=
funden iſt.
Das Baſeler Abkommen über ein ſechsmonatiges
Stillhalten, d. h. das Nichtweiterzurückziehen ausländiſcher
kurz=
friſtiger Kredite aus Deutſchland, hat nur eine Atempauſe
ge=
bracht. Nach den Feſtſtellungen, die dabei gemacht wurden, ſind
ſeit dem mächtigen Aderlaß des Juli und der ihm
vorausgegan=
genen Monate rund drei Milliarden kurzfriſtiger Gelder aus
Deutſchland abgezogen; verblieben ſind an kurzfriſtigen
Ver=
pflichtungen noch annähernd 7½ Milliarde. Es liegt auf der
Hand, daß, wenn bis zum Ablauf der ſechsmonatigen Friſt nicht
auf dem Wege internationaler Verhandlungen eine Dauerlöſung
gefunden ſein wird, die Gefahr befteht, daß ſich die
Julivor=
gänge wiederholen, dann aber mit ganz anderer Wucht von
außen und ganz anderen Wirkungen im Innern, mitten im
Winter mit weit vergrößerter Arbeitsloſigkeit und
fortgeſchrit=
tener Wirtſchaftsſchrumpfung.
Ein verhältnismäßig günſtiges Bild gibt nach wie vor die
deutſche Außenhandelsbilanz, ſoweit man lediglich die
Tatſache des Ueberſchuſſes der Aus= über die Einfuhr in
Be=
tracht zieht. Aber im Einfuhrrückgang wirken ſich nicht nur
Ein=
ſchränkungen im Verbrauch ausländiſcher Lebensmittel und
In=
duſtrieerzeugniſſe, ſondern auch die ſcharfe
Produktionsdroſſe=
lung in der deutſchen Induſtrie aus. Die ſcheinbare „
Kriſen=
feſtigkeit” der deutſchen Ausfuhr, wie man dieſen
Zuſtand nicht unzutreffend bezeichnet, iſt zum guten Teil ein
Notprodukt der wirtſchaftlichen Lage und des Zwangs, ſelbſt zu
Verluſtpreiſen zu exportieren.
Weitgehende Beachtung hat das Gutachten gefunden, das
die Baſeler Finanzſachverſtändigen nach Abſchluß der dortigen
Verhandlungen veröffentlichten und das nach dem
Hauptbericht=
erſtatter Layton=Bericht genannt wird. Er führt aus, daß
der Wiederherſtellung des Vertrauens in die finanzielle Zukunft
Deutſchlands, ohne die das Zuſtandekommen einer langfriſtigen
Anleihe unmöglich ſei, ſich zwei grundlegende
Schwie=
rigkeiten gegenüber ſtellen: einmal das Ausmaß der äußeren
Verpflichtungen Deutſchlands, die entweder eine dauernde,
lawinenartige Erhöhung der deutſchen Auslandsſchulden, oder
aber eine derartige Steigerung der Ausfuhr nach ſich ziehen
müſſe, daß die wirtſchaftliche Proſperität anderer Länder, denen
damit ſcharfer Wettbewerb bereitet wird, bedroht werde; zum
zweiten das vorhandene „politiſche Riſiko”. Wörtlich
heißt es im Bericht: „Solange nicht die Beziehungen zwiſchen
Deutſchland und anderen europäiſchen Mächten auf der
Grund=
lage freundſchaftlichen Zuſammenarbeitens und
gegenſeitigen Vertrauens beruhen und dadurch eine
weſentliche Urſache innerpolitiſcher
Schwierig=
keiten für Deutſchland beſeitigt wird, iſt keine
Gewähr für einen dauernden und friedlichen
wirtſchaftlichen Fortſchritt gegeben.”
Die Zeit drängt. Der Wirtſchaftskörper der Welt hat an
einem ſeiner wichtigſten Glieder einen ſchweren Schlag erhalten.
Die Regierungen aller Länder der Welt müſſen ſich über die
auf ihnen ruhende Verantwortung klar ſein und umgehend
Maßnahmen ergreifen, die geeignet ſind, das Vertrauen
wieder=
herzuſtellen. Es iſt ein Appell an die Welt, ſich zu
be=
ſinnen, ehe es zu ſpät iſt.
Die Schwierigkeiten in England ſind inzwiſchen
weſent=
lich gewachſen. Der letzte Wochenbericht des Inſtituts für
Kon=
junkturforſchung gibt die Zahl der Arbeitsloſen mit rund 294
Millionen an. Das Gewicht dieſer Zahl wird erſt deutlich, wenn
man berückſichtigt, daß Großbritannien noch nicht 45 Millionen
Einwohner zählt gegenüber an 65 Millionen in Deutſchland.
Das Defizit des Staatshaushalts hat ein Ausmaß angenommen,
dem nur durch harte Sparmaßnahmen, die vielfach den deutſchen
ähnlich ſind, freilich noch weſentliche Gradunterſchiede aufweiſen,
beizukommen iſt.
Wie lange die neue Regierung Macdonald beſtehen, ob und
wie ihr die Ueberwindung der engliſchen Schwierigkeiten
gelin=
gen wird, ſteht dahin. Drei Dinge ſind aber darüber hinaus
weſentlich: erſtens das Ausſcheiden des bisherigen
Außenmini=
ſters Henderſon, der gerade in dem engliſch=franzöſiſch=
de Geburk der Dynamomaſchine.
Z L40. Wiederkehr des Geburtstages von Michael Faraday
am 22. September.
23. September wird die Inſtitution of Electrical
Eni ers in der Royal Albert Hall in London eine Ausſtellung
der Etrotechniſchen Induſtrie unter dem Namen „Faraday
Ce ary Exhibition” eröffnen. Die Verquickung dieſer
Ver=
anfy ang mit dem Namen Faraday zeigt, welchen tiefgehenden
Eir)3 auf die Entwicklung der geſamten
Elektrizitätswirt=
ſch=Aderen führende Kreiſe dem Forſcherwerk eines Mannes
zufurben, der als einer der bedeutendſten Phyſiker, von
man=
ches gar ſchlechthin als der größte Experimentator aller Zeiten
bes” net wird.
n 29. Auguſt waren 100 Jahre vergangen ſeit jenem
denk=
würt ren Tage, an dem es Faraday gelungen war, mit einem
eirnl en Verſuch den Beweis für eine von ihm lange gehegte
B” tung zu finden: Oerſtedt und Ampere hatten vor ihm
ge=
ze: Haß Elektrizität magnetiſche Wirkungen auszuüben
ver=
mau ſein Ziel war es, in Umkehrung dieſes Vorganges
Elek=
tr:) durch Magnetismus zu erhalten. Vier Verſuche nach
di7 Richtung waren fehl geſchlagen, der fünfte am 29. Auguſt
brui, das Ergebnis, das ſpäter zu der gewaltigen Entwicklung
de ektriſchen Krafterzeugung führen ſollte. Faraday hatte
ei1 Weicheiſenring mit zwei getrennten ſich
gegenüberliegen=
de/ rahtwicklungen verſehen und die Enden der einen mit
eiN Batterie verbunden, während die Enden der anderen mit
ei! Draht, der über eine Magnetnadel geführt war, kurz
ge=
ſSn wurden. Bei Schließen und Oeffnen des Stromes in
de” men Wicklung wurde die Magnetnadel jedesmal lebhaft
9e gewirbelt. Dieſe Erſcheinung bedeutete nichts geringeres
4 Te Entdeckung der elektromagnetiſchen
In=
do kon, ſie ſtand in Einklang mit Faradays Vorſtellung von
d0 rnagnetiſchen Kraftlinien”, die das Eindringen in die noch
Ichließenden großen Gebiete der elektromagnetiſchen
Er=
ingen ungemein erleichtert hat. Sie wies den Weg, in den
Den Jahrzehnten den Induktionsvorgang zum
Strom=
xungsmittel größten Ausmaßes auszubauen.
Fereits am 28. Oktober 1831 entſtand die Urform der
Tnomaſchine in Geſtalt einer zwiſchen den Polen eines kräf=
Magneten gedrehten Kupferſcheibe, an deren Achſe und
ng ſtromabnehmende Drähte ſchleiften. Je nach der
Dreh=
ng floß der Strom von der Achſe zum Umfang oder um=
Tt. Schon ein Jahr danach baute man in Paris die erſte
Tek=elektriſche Maſchine mit umlaufendem Hufeiſenmagnet
feſtſtehendem Spulenpaar; bald folgten engliſche Konſtruk=
— mit feſtſtehendem Magnet und umlaufenden Spulen. Be=
reits 1854 war die Pariſer Compagnie lAlliance in der Lage,
größere vielpolige Maſchinen zur Lichterzeugung für Leuchttürme
herzuſtellen. Die bahnbrechenden Arbeiten Werner von
Sie=
mens in den fünfziger und ſechziger Jahren des vorigen
Jahrhunderts ermöglichten dann in größerem Umfange den Bau
praktiſch brauchbarer Gleichſtrommaſchinen, und 1890 erhielt die
Wechſelſtrommaſchine ihre Grundform.
In den hundert Jahren ſeit Faradays Entdeckung der
elektromagnetiſchen Induktion hat die Elektrizität ſich den
Erd=
ball erobert. Die Welterzeugung an elektriſchem Strom, die
1925 rund 186,6 Milliarden Kilowattſtunden betrug, war 1928
bereits auf 255,6 Milliarden Kilowattſtunden angeſtiegen. Auf den
Grundlagen eines mit ganzer Hingabe an die Wiſſenſchaft
durch=
geführten Forſcherwerks iſt eine Rieſen=Induſtrie erwachſen, in
der viele Millionen Menſchen ihr Brot verdienen und deren
Er=
zeugniſſe den Stand der heutigen Ziviliſation beſtimmt haben.
Faradays Dienſt an der Menſchheit erſchöpft ſich jedoch nicht
allein in der Entdeckung der elektromagnetiſchen Induktion. Auch
auf vielen anderen Gebieten waren ſeine Arbeiten grundlegend
und entſcheidend für die ſpätere Elektrizitätslehre, ſie
bereicher=
ten die Wiſſenſchaft um eine völlig neue Art der Darſtellung
phyſikaliſchen Geſchehens. Hier ſeien nur erwähnt ſeine
Unter=
ſuchungen über die Selbſtinduktion, die magnetiſche Drehung des
Lichtes, die Elektrizitätsleitung in chemiſchen Löſungen u. v. a.
Zwei Darmftädter Ausfklellungen.
Bücherſtube Bodenheimer.
Robert Pudlich iſt ein junger Düſſeldorfer Maler. Er
hat bei Bodenheimer eine Reihe Gemälde (Oel und Paſtell) und
Zeichnungen ausgeſtellt. Was hat er zu ſagen? Zwei Bilder
bringen Kaffeehaus=Szenen. Eine Dame ſitzt am Tiſch der
Kellner ſteht dahinter, eine mondäne Figur erſcheint im
Hinter=
grund — aber was bei Pudlich eigentlich das „Wort” führt,
das iſt die Farbe. Es ſind lauter gebrochene Erdtöne,
Lehm=
farben, Sandfarben, und ſelbſt wenn ein Grün, ein Roſa
an=
gegeben wird, bleibt das Erdige vorherrſchend, bei ſehr mürbem,
geſpachteltem Auftrag. Ein Schwarz ſteht erregend dazwiſchen.
Es ſind köſtliche Feinheiten in dieſer Farbenwelt, aber ſie hat
ein ſchwerflüſſiges, langſames Leben. Alles iſt wie im
Zer=
bröckeln, eine Schwermut, ein Stocken, faſt eine Trauer liegt
zugrunde. Man ſieht das noch deutlicher an dem Frauenkopf
im Vorderraum, weil da der ſeeliſche Ausdruck ganz
offentſicht=
lich mit dem „Naturell” der Malweiſe zuſammenklingt. Die
Farbe iſt hier zügiger behandelt, ſie iſt ſehr reich, aber überall
durch Grau heruntergedrückt, und was in den Augen ſteht, iſt
ein Beieinander von ſeeliſcher Kraft und Beladenheit, faſt Gram,
faſt Schuld. In den Zeichnungen (meiſt Akte) hat die lebendig
ſchildernde Linie gleichſam Ferien; Ferien von der in ihrer
Schönheit ſo gedrückten Faxbe; ſie iſt fein und genau und kommt
oft zu einem ſubtilen Schwung, der an die letzten
Umrißzeich=
nungen Picaſſos denken läßt. — Dem gleichzeitig ausgeſtellten
„Hockeyſpieler” des jungen Darmſtädters Erich Freyer (
Gips=
figur, getönt) ein Bravo! Die Figur kommt aus einem kräftigen
ſportlichen Intereſſe; es handelt ſich viel weniger um den Körper
als um die Armatur und um die Bewegung, und das iſt gerade
das Feſſelnde und Neuartige: Bewegung iſt hier nicht „Zuſtand”
eines Menſchenkörpers, ſondern der Körper iſt lediglich Träger,
Verwirklichungsſtoff der kämpferiſchen Bewegung.
II.
Buchhandlung Bergſträßer.
Landſchaften, meiſt aus Rheinheſſen, und Zeichnungen
(Kindergeſtalten) ſtellt Daniel Wohlgemuth aus. Die
Landſchaften ſuchen mit ſparſamen Mitteln (Waſſerfarbe) den
geſammelten Ausdruck eines Naturausſchnittes fühlbar zu
machen. Die Zeichnungen ſchildern in kräftigen Zügen das
Schmiegſame von kindlichen Körpern und kommen vielfach zu
bemerkenswert feinen, dichteriſchen Pointierungen. Ohne
irgend=
welche gefühlige Abſichtlichkeit ſteht auf einmal das Ganze einer
kindlichen Exiſtenz faßlich und lachend vor Augen.
Wilhelm Michel.
Von deutſchlands Hohen Schulen.
Halle a. d. Saale: In Engelhartszell (Oberöſterreich) verſchied
plötzlich am 6. d. M. der ao. Profeſſor und Leiter des Inſtituts
für techniſche Chemie an der Univerſität Halle, Dr.=Ing. Moritz
Dolch, im Alter von 46 Jahren. Der Verſtorbene iſt als
Ver=
faſſer zahlreicher Abhandlungen und Werke auf dem Gebiete der
techniſchen Chemie, insbeſondere der Technologie der Brennſtoffe
und des Erdöls, bekannt geworden. — Der frühere Profeſſor der
Phyſiologie an der Univerſität Halle. Dr. phil. et med. Ernſt
Gellhorn, der vor zwei Jahren an die Oregon=Univerſität in
Eudene (USA.) berufen wurde, iſt dort zum ordentlichen
Pro=
feſſor ernannt worden. — Auf die Profeſſur für deutſche Sprache
an der Univerſität Jowa wurde Studienrat Dr. Erich Funke
von der Helene=Lange=Schule in Halle berufen.
Leipzig: An den Profeſſor der phſikaliſch=chemiſchen
Minera=
logie. Petrographie und Feinbaulehre an der Univerſität
Leip=
zig, Dr. phil. Ernſt Schiebold, iſt von der Ropal Inſtitution
of Great Britain eine Einladung zur Teilnahme an der
Fara=
day=Feier für September 1931 nach London ergangen. Profeſſor
Schiebold hat die Einladung angenommen.
Seite 4
deutſchen Widerſpiel der letzten Monate eine ſo weſentliche Rolle
geſpielt hat; zweitens die Tatſache, daß infolge des ſtarken
Anteils der Liberalen an der neuen Regierung der von den
Konſervativen als Heilmittel empfohlene Uebergang zum
Schutzzollſyſtem (der auch für Deutſchland ſehr erhebliche,
und zwar ſehr unliebſame Bedeutung gewinnen würde)
vor=
läufig zunächſt wieder in den Hintergrund getreten iſt;
drit=
tens, daß nach allem, was bisher zu hören geweſen iſt, für die
nächſten Monate bei England Neigung zur Zurückhaltung
in internationalen Fragen zu beſtehen ſcheint. Das
würde bedeuten, das England bis zur Durchführung der eigenen
Finanzſanierung auf der weltpolitiſchen Bühne mehr in den
Hintergrund tritt, trotzdem es ſich dabei gerade um die
Haupt=
frage handelt, die, wie der Wirtſchaftsnot der Welt, auch der
Englands zugrunde liegt. Im Hinblick darauf iſt doch auch in
England die Auffaſſung ſtark vertreten, daß ernſte Schritte
getan werden müſſen, zu verhüten, daß mit dem Ende der
Still=
haltung für die deutſchen Kredite am 18. Februar 1932 die
Ka=
taſtrophe nicht allein über Deutſchland, ſondern auch über
Eng=
land hereinbricht.
Die Nachrichten über die amerikaniſche
Wirt=
ſchaftslage werden immer ernſter. Die Not in den
Agrar=
ſtaaten der Union, die auf dem Ueberfluß an Baumwolle und
Weizen ſitzen, wächſt. Die Arbeitsloſenzahl nimmt zu. Im
Zu=
fammenhang damit iſt eine ganze Reihe von Banken, freilich
vorwiegend ſolche geringerer Bedeutung, zum Erliegen
ge=
kommen.
Die Vorſchläge des amerikaniſchen Farmamtes, das
unge=
heuere Ueberangebot an Baumwolle, das den Preis
auf ein bisher nie dageweſenes Niveau gedrückt hat, durch
Ver=
nichtung eines Teils der Vorräte zu beheben, ſind an
Wider=
ſtänden aus den Agrarſtaaten geſcheitert. Die
Weizenvor=
räte ſind ſo rieſig, daß ſelbſt der erhebliche Rückgang im
argen=
tiniſchen und auſtraliſchen Weizenbau die Lage nicht weſentlich
Sonntag, den 20. September 1931
hat ändern können. Die europäiſche Ernte freilich bleibt
unter der Wirkung des ungünſtigen Wetters weſentlich hinter
der urſprünglichen Schätzung zurück. Vielleicht braucht Europa in
größerem Maße als bislang Getreide von Ueberſee; die
Kauf=
kraft aber iſt nach wie vor gering, und zudem hat Rußland
mit unerwartet ſchnell anſteigenden Ausfuhren in ſcharfem
Wettbewerb gegen die amerikaniſche Ware begonnen.
Die neueſte ruſſiſche Außenhandelsſtatiſtik zeigt
aber doch einen Rückgang der dortigen Ausfuhr gegenüber
dem Vorjahre. Die Angaben beziehen ſich auf das erſte
Viertel=
jahr 1931, in dem für 196 Millionen Rubel exportiert wurde
gegenüber 237 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Unter den
nach Rußland einführenden Ländern ſteht jetzt die amerikaniſche
Union an erſter Stelle, Deutſchland mit einer Menge, die etwa
zwei Drittel ſo groß iſt, an zweiter. Frankreich, deſſen
Handelsverkehr mit Rußland ſeit langem darniederliegt, hat
ſeine immer paſſiver werdende Handelsbilanz zu dem Verſuch
geführt, die Beziehungen mit Rußland zu bereinigen, und zwar
auf politiſchem wie auf wirtſchaftlichem Gebiet. Zu welchen
Ergebniſſen dieſe Bemühungen führen werden, iſt noch nicht
ſicher. Immerhin deutet manches auf eine Aenderung des
franzöſiſch=ruſſiſchen Verhältniſſes hin. Dabei iſt aber nicht zu
vergeſſen, daß zwiſchen Rußland und dem Frankreich ſo eng
be=
freundeten Polen ſo viele Gegenſätze beſtehen, daß davon auch
das Problem Frankreich=Rußland nicht unberührt bleiben kann.
Ueber all dem iſt die Wichtigkeit einer deutſch=
franzö=
ſiſchen Verſtändigung immer klarer geworden; freilich
auch, wie ſchwer ſie Deutſchland gemacht wird. Der ſoeben in
Genf erfolgte, oder richtiger geſagt, unter Ausnutzung der
öſter=
reichiſchen Finanznot erzwungene Verzicht auf die
deutſch=
öſterreichiſche Zollunion hat vorab die pſychologiſche Grundlage
dafür gewiß nicht gebeſſert. Bekanntlich war die Frage der
Zollunion ſeinerzeit an das Haager Schiedsgericht zur Prüfung
Nummer
der Rechtsfrage verwieſen worden. Nun hat ſich heraus
daß, wie es in einem deutſchen Kommentar dazu heißt, die
der Zollunion viel weniger ein juriſtiſches Problem
Problem der innerwirtſchaftlichen Fähigkeit der
behauptung geworden iſt. Nach der Kündigung der en
Kredite hatte ſich für die öſterreichiſche Regierung
abweisbare Notwendigkeit ergeben, Finanzhilfe zu ſuch
wegen der eigenen wirtſchaftlichen Schwierigkeiten von
land aus nicht gegeben werden konnte.
Die Nachrichten über die chineſiſchen Ueberſchw.
gen laſſen erkennen, daß es ſich um ein, auch für ein
waltiges Gebiet und eine ſo ungeheuere Menſchenmaſſe
jenige Chinas, großes Unglück handelt. Gleichzeitig
Nachrichten über die Zuſpitzung der Beziehungen
Japan und der chineſiſchen Zentralregierung wege
ſchreitungen, denen Chineſen in zahlreichen Städten Kore
geſetzt waren. Die weſentliche Waffe der Chineſen iſt d
ſchaftliche Boykott, der offenbar mit ſtarkem Auftrieb ein
worden iſt.
Darüber hinaus kommen aus allen Enden der Welt s
gen über Unruhen, die ausgebrochen ſind oder ſich n
haben: in Cuba und Chile Revolution, in Sp
dauernd ernſtliche Schwierigkeiten; Aufſtandsbewegung
i=
tugal; ſchließlich, um noch ein Beiſpiel zu nennen.
klärung eines Auslandsmoratoriums, d. h. völlige Ein
der Zahlungen, für Verzinſung und Tilgung öffentlich
landsanleihen durch Chile und Braſilien: Au z
wohl dem recht, was ich eingangs als weſentlichen In
weltwirtſchaftlichen und damit im engſten
Zufammenhan=
den weltpolitiſchen Entwicklung kennzeichnete. Große
iſt im Anzug. Von Deutſchland her können wir ſie alle
bannen. Aber das Unſere dazu beizutragen, de
wir in der Lage und verpflichtet.
Ihre am 21. September stattfindende
Vermählung geben bekannt
WALTHER HEOKEL
ANNA VON HOEMANM
Stuttgart
Darmstadt
Ohhstr. 40
Madrid
Ihre Vermählung geben bekannt
Jakob Metz
Lina Metz
geb. Filſinger
Darmſtadt, den 20. Sept. 1931.
Rheinſtr. 47.
Statt beſonderer Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, meine herzensgute,
treubeſorgte Mutter und Großmutter, unſere liebe Schweſter, Schwägerin, Tante
und Couſine
Frau Margareta Schmitt, geb. Abt
In tiefer Trauer:
J. Schmitt, Miniſterialrat i. R.
Emilie Page, geb. Schmitt
Roſel Page.
Darmſiadt (Sandbergſtr. 67), Mannheim, den 18. September 1931.
(13547
Die Beerdigung findet ſtatt: Montag, den 21. September, nachmittags 3 Uhr, auf
dem Friedhof in Gernsheim von der Leichenhalle aus.
nach langem, ſchweren, mit großer Geduld getragenen Leiden heute nachmittag
4 Uhr im 69. Lebensjahr zu ſich abzurufen.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Nach Gottes Willen iſt meine treue
Lebens=
gefährtin, unſere gute Mutter, unſere liebe Tochter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Pfarrer Marie Ferdkel
geb. Doerr
geſtern abend ſanft entſchlafen.
In tiefer Trauer:
Pfarrer Karl Ferckel u. Kinder
Carl Doerr ſen. u. Familien.
Ludwigshafen a. Rh., Franklinſtr. 29, Meder=
Ram=
ſtadt, am 19. September 1931.
Die Beerdigung findet am Montag, 21. Sept. nachm.
3 Uhr, auf dem Hauptfriedhof, Ludwigshafen, ſtatt.
Am 18. September entſchlief ſanft im 84.
Le=
bensjahre unfre liebe, gute Mutter,
Schwieger=
mutter, Groß= und Urgroßmutter
Frau
Mülteewale Bwe.
geb. Gohl.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 19. September 1931.
Gutenbergſtr. 8.
(13576
Die Beerdigung ſindet Montag, den 21. b3. Mts., 3 Uhr
nachmittags, auf dem Waldfriedhofe ſtatt.
Wilh. Sohmank
Schützenstraße 16
Telefon 965
6213a
Erd- und
Peuerbestattung
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerz=
liche Nachricht, daß heute meine herzensgute Frau,
unſere ſonnige, über alles geliebte Tochter, Schweſter,
Schwiegertochter, Schwägerin und Tante
Frau Annchen Kraft
geb. Sulzmann
nach längerem, mit Geduld ertragener Krankheit
ſanft dem Herrn entſchlummert iſt.
Die tranernden Hinterbliebenen:
Dr. Otto Kraft, Amtsgerichtsrat
Familie Ludwig Sulzmann
Familie Ludwig Gotiſchall
Fam lie Willi Sulzmann
Familie Guſtav Wendorf
Familie Heinrich Kraft.
Frankfurt a. M., Darmſtadt (Seitersweg 8) u. Magdeburg,
den 18. September 1931.
Die Beerdigung findet in der Stille in Darmſtadt
ſtatt.
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Stört nicht das Herz u. schont die Kässe
ummer 261
Aus der Landesgaugtfinor.
Darmſtadt, den 20. September 1931.
die Freie Likerariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft
indet in der Zeit wirtſchaftlicher Schwierigkeiten doppelt die
flichtung, die kulturellen, künſtleriſchen und geiſtigen Kräfte
Hegenwart in ihren wertvollſten Erſcheinungen allen Kreiſen
Zevölkerung zu erfüllbaren Bedingungen zugänglich zu machen.
Das Programm des kommenden Winters ſieht acht
her=
gragende Veranſtaltungen vor.
der Dichter Edwin Erich Dwinger, der in Sibirien
Kampf der weißen Armee gegen den Bolſchewismus
mitge=
hat und deſſen Werke „Armee hinter Stacheldraht” und
ſchen Weiß und Rot” zu den größten Bucherfolgen der letzten
e gehören, eröffnet am 12. Oktober die Reihe der Verau=
Kingen.
Kaſimir Edſchmid, deſſen Reiſebücher Weltruf
gewon=
haben, wird von ſeinen letzten Reiſen exzählen.
Die Beziehungen zwiſchen den jüngſten Strömungen der Kunſt
dem Geiſtesleben der Gegenwart wird Profeſſor, Dr. Fritz
hert=Frankfurt in einem Vortrag über den „Neuen
mwillen unſerer Zeit” mit Lichtbildern erläutern.
Das neueſte und intereſſanteſte Werk über das heutige
Ruß=
hat Hans Siemſen=Berlin nach längerem Aufenthalt
in Sowjetſtaaten vor kurzem veröffentlicht; er hat einen
Vor=
über ſeine Beobachtungen über „Das Experiment des
ſchewismus” zugeſagt.
Wie im Vorjahre wird das Gaſtſpiel eines hervorragenden
wärtigen Theaters eine für Darmſtadt neue
Bühnen=
ung bringen.
Niddy Impekoven, die in der Literariſch=Künſtleriſchen
lſchaft ſeinerzeit ihr erſtes auswärtiges Gaſtſpiel gab und
r Tanzkunſt ſtets jung und entzückend bleibt, kommt zu einem
zabend.
Wilhelm Buſchs 100 Geburtstag ſoll durch einen heiteren
2 ch=Abend des Rezitators Hans Balzer gefeiert werden.
Köſtliche Proben der Kammermuſik früherer Zeiten wird ein
Toriſches Konzert des neuerdings ſtark gefeierten
vs Harlan=Lucas=Duis geben.
Nur die Organiſation der Geſellſchaft und die bisher ſtets
be=
ite rege Anteilnahme des geiſtig intereſſierten Darmſtadt er=
— ichen es, daß die hervorragenden acht Veranſtaltungen zu dem
rrigen Abonnementspreis von 12 Mark für numerierten
rſitz und 8 Mark für unnumerierten Saal geboten, werden
Een.
Um den gegenwärtigen ſchwierigen wirtſchaftlichen Verhält=
—n Rechnung zu tragen, wird für kommenden Winter für jede
—ké und weitere Karte für Angehörige desſelben Hausſtandes
Ermäßigung des Preiſes auf 10 Mark für Sperrſitz und 7 Mk.
Saal gewährt. — Die Veranſtaltungen finden teils im
Feſt=
der Loge (Sandſtraße 10), teils im Heſſiſchen Landestheater
Den Mitgliedern werden die Mitgliedskarten in den näch=
Tagen zugeſtellt. Neuanmeldungen nimmt die Buchhandlung
Zergſträßer (Wilhelminenſtraße 29) entgegen. (Siehe Anz.)
Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer
der Volksſchule in Nieder=Mörlen. Kreis Friedberg: Dienſt=
nung iſt frei.
—In den Ruheſtand tritt am 1. November der Förſter Hein=
Kinkel zu Harbach, auf ſein Nachſuchen.
—Das Evang.=kirchl. Landesjugendamt für Heſſen
veran=
et vom 11. bis 15. Oktober d. J. in der Otto=Berndt=Halle in
mſtadt einen Lehrgang für Bibel= und Jugendarbeit. Den
ern, die an dem Lehrgang teilnehmen wollen, kann Urlaub
ilt werden, ſoweit dies ohne beträchtliche Schädigung des
errichts möglich iſt.
Die diesjährige Hauptübung der Städt. Feuerwehren, in
einſchaft mit der Sanitäts=Hauptkolonne vom Roten Kreuz
dem Arbeiter=Samariterbund, findet am Sonntag, den
D. M., vormittags 11½ Uhr, am Alten Theater ſtatt.
— Lothar Schenck von Trapp wurde von Generalintendant
jen aufgefordert, die Bühnenbilder zu Pfitzners Oper „Das
” (Uraufführung November Lindenoper Berlin) zu
ent=
fen.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus.
intag, 20. Sept. 19½: Ende 22 Uhr. Außer Miete. Die dreiMusketiere. Halbe Preiſe 0 50—5 Mk. nstag, 22. Sept. 19½—2234 Uhr. 4 3. Die Macht des Schickſals.
Preiſe 0.90—7.20 Mk. twoch, 23. Sept. 20—22½ Uhr. B2. Reifeprüfung.
Preiſe 0.80—6.40 Mk. anerstag,24. Sept. 19½—22½ Uhr. C 3. Die Natten
Preiſe 0.90—7,20 Mk. Itag, B. Sept. 19½, Ende vor 22½ Uhr. D3. Die verkaufte
Braut. Preiſe 0.90—7.20 Mk. rnstag, 26. Sept. 20—22½ Uhr. Werbevorſtellung der Darm=
ſtädter Volksbühne. Martha, Kein Kartenverkauf. antag, 27. Sept. 19½—2234 Uhr. K1. Bühnenvolksbund.
Der Tronbadour. Preiſe 1—8 Mk. Kleines Haus. rnstag, 28. Sept. 20, Ende gegen 22 Uhr. Zuſatzmiete V11.
Marguerite: 3. Preiſe 1—5 Mk.
mntag, 27. Sept.
Marquerite: 3. Preiſe 1—5 Mk.
— Heſſiſches Landestheater. Heute abend wird, zu halben
eiſen 0.50—5.00 RM. die Revue=Operette „Die drei Mus=
Tiere” aufgeführt. — Preisausſchreiben des
Lan=
stheaters. Die Löſungen des Preisausſchreibens, das in
Oeffentlichkeit großes Intereſſe erweckte ſind bis 30. Sept.
der Mietabteilung des Landestheaters einzureichen.
— Premieren der Woche. Die kommende Woche bringt zwei
emieren im Schauſpiel. Am Donnerstag, den 24. September,
rden Die Ratten” zum erſtenmal aufgeführt. Die Rolle
Frau John ſpielt Franziska Kinz von den
Reinhardt=
ihnen, Berlin, den Erich Spitta Norbert Schiller.
Inſze=
rung: Renato Mordo; Bühnenbild: Wilhelm Reinking.
Ger=
rt Hauptmann wird dieſer Aufführung ſeines Stückes perſön=
5 beiwohnen. — Das Kleine Haus wird am Samstag den
September, mit Schwieferts erfolgreichem Luſtſpiel „
Mar=
rerite: 3” eröffnet. Die Titelrolle ſpielt Leny Marenbach.
e übrigen Rollen ſind beſetzt mit den Herren Hinz, Keim,
Loh=
mp. Jürgas. Inſzenierung: Renato Mordo; Bühnenbild: Elli
ättner — Sonntag, den 27. Sept, wird im Großen Haus
Der Troubadour”, in der Inſzenierung Rabenalt—
Rein=
rg. wieder aufgenommen. Muſikaliſche Leitung: Karl Maria
wißler. Die Partien des Manrico und des Luna ſingen die aus
— Aufführung „Die Macht des Schickſals” als ausgezeichnete
2rdi=Sänger bekannten Herren Allmeroth und Drath. Die
Leo=
re ſingt Anny von Stoſch.
Empfehlenswerke Aukokour zum Bergſträßer
Winzerfeſt.
Mitgeteilt vom Starkenburger Automobil=Club. Sport=Abt.
Sitz Darmſtadt. e. V. — A.D.A.C.
Halbtagesfahrt.
Darmſtadt — Bickenbach, auf halbem Weg nach Zwingenberg
rechts über die Bahn nach Hähnlein, im Ort halblinks nach
Langwaden — Jägersburger Wald bis zum Forſthaus.
Jägers=
burg (Kaffeepauſe), dann ſcharf linksum — Klein=Hauſen,
Groß=Hauſen—Lorſch, geradeaus nach Hüttenfeld —
Hems=
bach — Heppenheim — Bensheim (z. Zt. Bergſträßer Winzerfeſt,
Winzerdorf auf dem Marktplatz) — Darmſtadt.
Geſamtſtrecke: 69,2 Km.
Darmstadt
„Eberstadt
6
Hähhlein
Langwaden
Karsan.
Lorsch?
SBickenbae. *= -O Alsbach SZwingenbers OBensheicn OtterpenheinHühenteld —Sfenhach
Bitte beachten Sie die neue Verkehrsordnung!
Welk=Tierſchukkag am 4. Okkober 1931.
Ein Tag im Jahre ſoll den Tieren geweiht ſein, dies iſt der
einmütige Wille der Tierſchutzvereine der ganzen Welt. Den
4. Oktober hat man als Welttierſchutztag gewählt, denn dieſer
Tag iſt der Todestag von Franziskus von Aſſiſſi, eines
Mannes, der weit über rein katholiſche Kreiſe hinaus als einer
der größten und liebenswürdigſten Tierfreunde aller Zeiten und
Völker bekannt iſt. In Franziskus hat die Auffaſſung, daß der
Menſch nicht despotiſcher Herr über die Tiere, ſondern ihr Bruder
und mit ihnen in Freud und Leid aufs engſte verbunden iſt, ihren
ergreifenden Ausdruck gefunden.
In Hinblick auf die allgemeine Notlage lehnt der
Tierſchutz=
verein für Heſſen geräuſchvolle Veranſtaltungen am
Welttierſchutz=
tage ab. Er beſchränkt ſich in Darmſtadt darauf alle Tierfreunde
im Kleinen Hauſe zu einer ſchlichten Morgenfeier, deren
Pro=
gramm noch bekannt gegeben wird, zu vereinen. Er wird auch
an die Kirchen und Schulen herantreten mit der Bitte, am
Welt=
tierſchutztage der Tiere in geeigneter Weiſe zu gedenken.
Die allgemeine Not wird auch am Tier nicht vorübergehen
und ſich in mangelhafter Tierpflege und vermehrter Roheit gegen
die ſtumme Kreatur auswirken. Tierſchutz im höchſten und
rein=
ſten Sinne iſt aber auch Menſchenſchutz, denn jede Roheit gegen
Tiere muß auch die Seelen unſerer Kinder vergiften. Von dem
Gefühl tiefer Ehrfurcht vor allem Leben erfüllt, wollen wir darum
am Welttierſchutztag geloben, allen leidenden und geknechteten
Lebeweſen. Menſchen wie Tieren, in treuer Hingabe mehr als
wir es ſeither getan haben, zu dienen und ihnen zu helfen, wo
wir nur können.
Sp.
p. Darmſtädter Volksbank. Da die Frage der Haftbarmachung
von Vorſtand und Aufſichtsrat wegen vorgekommener
Verfehlun=
gen in der öffentlichen Meinung lebhaft erörtert wird, ſo ſei doch
zur Beruhigung auf § 38 des Statuts, Ziffer 7. hingewieſen. Der
Beſchlußfaſſung einer Generalverſammlung unterliegt die
Verfolgung von Rechtsanſprüchen gegen
Mitglie=
der des Vorſtandes und Aufſichtsrats, ſowie die Wahl
der Bevollmächtigten zur Führung von Prozeſſen gegen die
Mit=
glieder des Aufſichtsrats.
— Die Leitung der Volksbank teilt mit: „Nachdem in dieſer
Woche eine Nachprüfung des ſeitens der Verbandsreviſion
auf=
geſtellten Status durch einen ſechsgliedrigen Gläubiger=Ausſchuß
ſtattgefunden hat, wird die kommende Woche die vorläufige
Ent=
ſcheidung über das Schickſal der Volksbank bringen. Für
Diens=
tag abend ſind alle Gläubiger eingeladen worden, um zu dem von
der Verwaltung ausgearbeiteten Vergleichsvorſchlag Stellung zu
nehmen und einen vorläufigen Gläubigerausſchuß zu wählen. Die
Generalverſammlung am Freitag wird dann die entſcheidenden
Beſchlüſſe zur Sanierung faſſen müſſen. In den nächſten Tagen
wird die Verwaltung ihre Vorſchläge in der Preſſe ausführlich
darlegen und kommentieren, damit jedermann Gelegenheit hat,
dieſe Vorſchläge kritiſch zu prüfen. Der neue Aufſichtsrat hat
in=
zwiſchen ſchon eine Reihe von Sitzungen abgehalten; ein neuer
Vorſtand iſt berufen worden. Ueber die Regreßfrage wird in der
Generalverſammlung ausführlich berichtet werden.
— Ausſtellung. Anläßlich des I. Akademie=Konzertes mit
Soliſten Herrn Studienrat Willy Hutter, kommt das bereits in
vielen Städten aufgeführte Werk von dem jetzt in Darmſtadt
wohnhaften Komponiſten Herrn Julius Klaas (früher Auerbach
g. d. B.) „Aus galanter Zeit”, Tanzſuite für Kammekorcheſter,
Opus 10, zur Aufführung. In der Muſikalienhandlung L.
Joch=
heim. Eliſabethenſtraße 34, iſt nur für wenige Tage eine
hand=
geſthrieben: Sinfonie, Opus 25, von Julius Klaas ausgeſtellt.
— Dahlienſchau. Blumenfreunde dürfte es intereſſieren, daß
trotz der ſchweren Wirtſchaftskriſe die Firma Hermann
Schulz in ihrem Gartenbaubetrieb an der Erbacher Straße es
fertig gebracht hat, auch in dieſem Jahr eine entzückende
Dahlien=
ſchau zu veranſtalten, auf der neben älteren bewährten Sorten
auch die hervorragendſten Neuzüchtungen zu erblicken ſind. Zu
den ſchönſten Vertreterinnen dieſer vielgeſtaltigen und
farben=
reichen Herbſtblumen gehören entſchieden: Frau
Oberbürger=
meiſter Brauer, Frau Lotte Heitmann. Wien. Goldene Sonne
(eine Verbeſſerung von Schwarzwaldmädel), Ehrenpreis.
Nero=
berg, Frau Eliſabeth Deegen, Frau Ida Mansfeld. Förſterchriſtel,
Dollmann, Dotterblume. Andenken an C. Lohſe, Rheinlachs,
Erika, Teſchendorff, Dr. Helmut Späth, Donauwellen. Elite
Glory, Jane Cowl, Koh=i=nor. Nagels Ideal, Parademarſch,
Trentonian u. v. a.
Seite 5
polzeiberichl.
In der Nacht vom 18. zum 19. September 1931, um 3 Uhr,
haben Einbrecher an dem Manufakturwarengeſchäft Blumenfeld,
Schulſtraße Nr. 6, eine Schaufenſterſcheibe zertrümmert und von
den Auslagen etwa 10 Ballen Herrenſtoffe und zwei
dunkel=
geſtreifte Hoſen geſtohlen. Die Einbrecher ſind mit einem
Per=
ſonenkraftwagen vor das Geſchäft gefahren, haben eine
Schaufen=
ſterſcheibe eingeſchlagen und die Stoffballen herausgezogen. Der
Perſonenkraftwagen war ein mittelgroßer dunkler geſchloſſener
Wagen und trug vermutlich das Kennzeichen 1 X 44 756. Dieſes
Kennzeichen iſt von der Staatlichen Polizeiverwaltung Dortmund
ausgegeben. Bewohner der Schulſtraße und des Ludwigsplatzes
haben den Vorgang von ihren Fenſtern aus beobachtet. Dieſe
werden dringend gebeten, ihre Wahrnehmungen, beſonders
bezüg=
lich des Perſonenwagens und des Kennzeichens, alsbald der
Kri=
minalpolizei. Hügelſtraße 31/33, Zimmer 3, mitzuteilen. Wer
kann noch ſonſt über den Wagen und ſeine Inſaſſen Angaben
machen? Es iſt wahrſcheinlich, daß die Einbrecher in einem
Lokal in Darmſtadt eingekehrt waren.
Verſchiebung von Waren vor der drohenden
Zwangsvoll=
ſtreckung. Durch die Kriminalpolizei Darmſtadt wurden Stoffe,
Silber=Gegenſtände, Kleidungsſtücke Zigarren, Tabakspfeifen,
Streichhölzer und ſonſtige Gegenſtände beſchlagnahmt die im
Monat Februar 1931 vor der Pfändung und dem nachfolgenden
Konkurs aus dem Geſchäft bzw. der Wohnung des in
Unter=
ſuchungshaft befindlichen Rechners der Spar= und Darlehnskaſſe
in Spachbrücken mit dem Auto einer Zuckerwarengroßhandlung
nach Darmſtadt geſchafft und dort im Lager aufbewahrt wurden.
Der damalige Führer des Perſonenwagens, ein in Darmſtadt
wohnhafter Kaufmann, wurde bis zur Aufklärung vorläufig
feſt=
genommen. Die Kriminalpolizei ſtellte noch ſpät abends
Ermitt=
lungen in Spachbrücken ein.
Waſſerhauseinbruch. In der Nacht vom 11. zum 12.
Septem=
ber 1931 wurde in einem Verkaufshäuschen in der Bismarckſtraße
ein Einbruch verübt und Zigaretten, Marke Overſtolz, Ova.
Kur=
mark. Makedon=Sozial, Atikah Mercedes Manoli=Privat
Raven=
klau, Muratti Salem=Gold, Ramſes Salem ohne Mundſtück,
Kö=
nigin von Saba und Makedon=Expreß ſowie zirka 70 Tafeln
Schokolade. Marke Waldbaur, Eſzet, Gailler, Galapeter und
Mauxion geſtohlen. Die geſtohlenen Waren hatten die Täter in
Obſtkörbchen nach der Rößlerſtraße, zwiſchen Bismarck= und
Mor=
newegſtraße, gebracht. Dort wurden die beiden Obſtkörbchen
wie=
der vorgefunden und es iſt anzunehmen, daß die Waren dort
ver=
packt worden ſind.
PH. Landesverſammlung des Heſſiſchen Landesverbandes
der Oſtaſien=Miſſion. Die diesjährige Hauptverſammlung des
Verbandes fand am 13. September in Oſthofen ſtatt. Sie wurde
eingeleitet durch Feſtgottesdienſt vom Miſſionsdirektor
Deva=
ranne=Berlin, über Gal, 5.22. Kirchenrat Zentgraf
über=
brachte die Grüße des Landeskirchenamtes. In der
Hauptverſamm=
lung am Nachmittag begrüßte der Stadtpfarrer, Pfarrer Laut=
Nidda, die Verſammlung und erſtattete den Jahresbericht.
4983.— RM. konnten der Oſtaſienmiſſion aus Heſſen im letzten
Jahr zugeführt werden. Miſſionsdirektor Devaranne gab einen
Ueberblick über die Lage in Oſtaſien. Mit einer
Vertrauens=
männerſitzung und einem Miſſionsabend fand die Tagung ihren
Abſchluß.
Die Auszahlung der erſten Hälfte der Bezüge der heſſiſchen
Beamten und Anwärter, der Verſorgungsbezüge der
Ruhegehalts=
empfänger und Witwen für den Monat Oktober 1931 wird dem
Vernehmen nach am 3. Oktober erfolgen.
Die Städtiſche Maſchinenbauſchule Darmſtadt weiſt auf den
Beginn des Winterhalbjahres (ſiehe Anzeige) insbeſondere auf
die Neuaufnahmen in die Maſchinenbauſchule und Abendkurſe
zur Vorbereitung für den Beſuch der Höheren
Maſchinenbau=
ſchule hin.
— Walter Flex. Im Frühjahr des vierten Kriegsjahres
for=
dern die Kämpfe in Rußland ein ſchweres Opfer; der Leutnant
Dr. Walter Flex fällt auf der Inſel Oeſel. Der von ſeinen
Leu=
ten wie ſelten einer geliebte Führer, der Körner des Weltkriegs,
der Wandervogel und Dichter der deutſchen Jugend. — Er war
kein Unbekannter mehr im deutſchen Volk. Außer ſeinen
Gedich=
ten hatten ihm ſeine Dramen „Die 12 Bismarcks”, „Lothar”,
„Wolf Eſchenlohr” und vor allem ſein. Wanderer zwiſchen
bei=
den Welten” einen Namen gemacht — Flex ſtarkes Talent zeigt
ſich ſchon in ſeinem Erſtlingswerk, der dramatiſchen Skizze. Die
Bauernführer” Heute abend findet im Gemeindehaus,
Liebfrauenſtraße, um 8 Uhr, eine einmalige Aufführung des
Wer=
kes durch die Jungenſchaft der Martinsgemeinde
ſtatt. Im Frühjahr war die gleiche Aufführung außerordentlich
beifällig aufgenommen worden. Karten zum billigen Preis von
30 Pfennig ſind außer bei den Mitgliedern, noch am Saaleingang
zu haben.
Sonderzüge aus Anlaß des Winzerfeſtes in Bensheim.
Zur Verbeſſerung der beſtehenden Zugverbindungen werden am
Sonntag, den 20. September, folgende Sonderzüge gefahren:
Strecke Weinheim-Bensheim. Hinfahrt: ab
Weinheim 13.47 Uhr, ab Hemsbach 13.54 Uhr, ab Laudenbach
13.59 Uhr, ab Heppenheim 14.05 Uhr, an Bensheim 14.11 Uhr:
Rückfahrt: ab Bensheim 19.20 Uhr, an Heppenheim 19.26
Uhr, an Laudenbach 19.32 Uhr. an Hemsbach 19.37 Uhr, an
Weinheim 19.44 Uhr. — Strecke Worms—Bensheim,
Hinfahrt: ab Worms 13.22 Uhr, ab Worms Brücke 13.26 Uhr,
ab Hofheim 13.31 Uhr, am Bürſtadt 13.40 Uhr, ab Lorſch 13.51
Uhr. an Bensheim 13.58 Uhr. — Rückfahrt; ab. Bensheim
19.13 Uhr, an Lorſch 19.20 Uhr, an Bürſtadt 19.31 Uhr an
Hof=
heim 19.38 Uhr, an Worms 19.53 Uhr. — Fahrkarten des
allge=
meinen Verkehrs haben Gültigkeit.
Vom Wochenmarkt. Kleinhandelspreiſe vom 19. September
1931 für ein Pfund bzw. Stück in Reichspf.: Gemüſe: Kohlrabi
5—7, gelbe Rüben 8—10. rote Rüben 10—12, weiße Rüben 8—12,
Spinat 30. Römiſchkohl 10—15. Rotkraut 8—10. Weißkraut 6—8,
Wirſing 6—10 Stangenbohnen 30—35, Buſchbohnen 25—30,
Wachsbohnen 25—30,. Erbſen 30—35, Zwiebeln 10—12, Knoblauch
80, Tomaten 12—25 Endivienſalat 8—12 Kopfſalat 8—12,
Salat=
gurken 10——40. Blumenkohl 15—70. Rettich 5—10. Meerrettich 80
bis 100. Kartoffeln; Frühkartoffeln 3—4. Obſt: Pfirſiche
20—35. Brombeeren 20—25, Preißelbeeren 30—35. Tafeläpfel 10
bis 18, Wirtſchaftsäpfel 5—10 Tafelbirnen 10—20.
Wirtſchafts=
birnen 8—10, Zwetſchen 15—18. Quitten 20. Trauben 30—45,
Nüſſe 30—35, Zitronen 4—10. Bananen 35—45. Eßwaren:
Süßrahmbutter 180—190, Landbutter 140—160. Weichkäſe 35 bis
40. Handkäſe 2—12. Eier, friſche 10—12. Wild und
Geflü=
gel: Hühner 80—120, Enten 130. Tauben 60—90, Reh 60—140.
Fleiſch= und Wurſtwaren: Rindfleiſch, friſch 74—100
Kalbfleiſch 100 Schweinefleiſch 90—110. Dörrfleiſch 120. Wurſt 50
bis 140. Wurſtfett 60, Schmalz, ausgelaſſen 80.
Aus den Parkeien.
— Zentrumsantrag zur Anſtellung
überalter=
terSchulamtsanwärterinnen Die Zentrumsabgeordnete
Frau Hattemer hat im Heſſiſchen Landtag folgenden Antrag
eingebracht: Infolge des wiederholten Stellenabbaues befinden
ſich in manchen Städten einige Schulamtsanwärterinnnen die nach
ihrem Lebens= und Dienſtalter im Vergleich zu ihren Kolleginnen
ſchon längſt angeſtellt wären. Es iſt eine Unbilligkeit, dieſen
über=
alterten Anwärterinnen weiterhin die Anſtellung zu verſagen, die
durch den wiederholten Gehaltsabbau und die Kürzung der
Be=
züge der ledigen Beamten außerordentlich hart betroffen ſind —
Ich beantrage daher, die Regierung zu erſuchen, dieſe wenigen
überalterten Schulamtsanwärterinnen möglichſt mit ſofortiger
Wirkung anzuſtellen.
„wie eF jeden Cag worksmmt
1.Bln. 6240
gm is. Auli (chlotz der Gutsbeützer S. C. eine Feuerberſicherung bei uns ab. Sie war noch micht einen Monat in Rraft, als
in der Kacht vom io. zum i. Auguſt ein großer Ceil ſeines Anwelens durch ein Feuer in Aſche gelegt wurde. Bereits 22 Cage
(näter, am 2. September, zahlten wir vorſchußweile 10000 ℳ. und nach weiteren 2 Cagen die Reſtentſchädigung
von s5 000 m., alko insgekamt 65000 ℳ. Bie an uns gezahlte Prämie für die Feuerverſicherung hatte 250 ℳ. betragen.
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lasfer für aber drei Milliarder
Beiedtwart Lebertvertieherungen
Seite 6
Sonntag, den 20. September 1931
Nummer 261
Von Schulrat Heinrich Haſſinger=Darmſtadt.
Wir ſprechen vom Jugendherbergswerk mit ſeinen zwei= bis
zwei=
einhalbtauſend Jugendherbergen auf deutſchem Reichsgebiet, mit ſeinen
drei, mit ſeinen vier Millionen jugendlicher Gäſte im Jahr. Wir
ſpre=
chen von denen, die an dieſem Werk mitarbeiten, von denen, die es durch
ihre Mitgliedſchaft unterſtützen.
Iſt das Vereinsmeierei, dabei mitzuhelfen, daß der deutſchen Jugend
aus allen Lagern und aus allen Ständen über das ganze deutſche Land
hin dieſe Herbergen erbaut, daß ſie laufend unterhalten werden können?
Iſt das Vereinsmeierei, dieſe Werbearbeit zu unterſtützen, durch die
jährlich Millionen junger Menſchen herausgelockt werden in Sonne und
Licht und Luft?. Durch die ihnen ein ſinnvoller, körperlich, geiſtig und
ſeeliſch befruchtender Inhalt für ihre freie Zeit gegeben wird?. Durch
die ſie weggeführt werden von Rauſchgift und Taumel, von ſchalen
Vergnügen und aufgeblaſener Senſation? Durch die ihnen die Welt
ihrer Heimat, ihres Vaterlandes erſchloſſen, durch die das Verſtändnis
für Leiden und Freuden ihres Volkes geweckt und vertieft wird?
Iſt das Vereinsmeierei, junge Menſchen dafür zu begeiſtern, daß ſie
das Bild ihrer Welt erweitern durch Schauen und Erleben draußen in
der Natur?. Daß ſie die Freude ſuchen in jener Reinheit, wie ſie ein
herrlicher Tag, die Schönheit der Wälder, die Majeſtät der Berge, die
Romantik alter Städte, wie ſie das frohe Genießen der ganzen
ſchaffen=
den und geſtaltenden Natur dem freien Menſchen beſcheren?
Iſt das Vereinsmeierei, dem Volke eine Jugend heranführen zu
hel=
fen, die in der ſelbſtgewählten Einfachheit und Bedürfnisloſigkeit der
Jugendherbergen ihre wahre Befriedigung findet? Die gewöhnt iſt, dem
Freunde, dem Kameraden helfend zur Seite zu ſtehen? Die aus dem
Leben in den Jugendherbergen lernt, daß gemeinſame Freude und
ge=
meinſames Erleben die Menſchen verbindet? Die in ſich die
Verantwor=
tung ſpürt, ſich der Gemeinſchaft unterzuordnen und dem Gemeinſamen
zu dienen? Die ſich in ſtolzer Liebe zu dieſer Heimat und dieſem
Vater=
lande und dieſem Volke bekennt, weil ſie ihre Schönheit erſchaut, ſeine
Größe erlebt und ſeine ſchickſalhafte Einheit immer aufs neue erfahren
hat? Und der aus dieſer ſtolzen Liebe Wille und Kraft kommen, dieſer
Heimat und dieſem Volke zu dienen?
Wir fragen: Iſt das Vereinsmeierei, für ſolches Streben und ſolche
Ziele zu arbeiten, oder iſt das nicht doch wahrhaft eine ernſte
Volks=
angelegenheit?
— Die Pilzausſtellung im Gewerbemuſeum (Neckarſtraße 3)
iſt heute am Sonntag von 10—5 Uhr und am Montag von
9—5 Uhr geöffnet. Vor allen Dingen bietet ſich dort gute
Ge=
legenheit, mit den wichtigſten Speiſepilzen und den
ge=
fährlichſten Giftpilzen bekannt zu werden. Außerdem
iſt dabei nicht nur Wert gelegt auf die wirtſchaftliche
Be=
deutung der Pilze für Genußzwecke, ſondern auch
inter=
eſſante Lebenserſcheinungen werden anſchaulich
vor=
geführt, Beziehungen zu Tieren uſw. Ebenſo ergeben ſich dadurch
wertvolle Anregungen zur beſſeren Beobachtung unſerer heimiſchen
Naturſchönheiten. Auch iſt Gelegenheit geboten, mit dem
Haus=
ſchwamm bekannt zu werden, um ſich vor deſſen furchtbaren
Schäden zu ſchützen. — Alle Pilz= und Naturfreunde werden
herz=
lich gebeten, Pilzmaterial gut in Papier verpackt in der
Ausſtel=
lung abzugeben.
— Intereſſantes aus dem Leben der Pilze, lautet das Thema,
über das Herr F. Kallenbach, Schriftleiter der Zeitſchrift für
Pilzkunde, am Dienstag, den 22. Sept., im G.D.A.=Heim.
Rieger=
platz 3, ſpricht. Der Vortrag iſt von bunten Lichtbildern begleitet
und findet bei freiem Eintritt ſtatt. Gäſte ſind willkommen.
Da=
mit ſetzt der G.D.A. ſeine Vortragsreihe in dieſem Winter fort.
Orpheum. Heute, Sonntag, abends 8.30 Uhr wird der
aktuelle Lächſchlager Börſenfieber” deſſen geſtrige
Auf=
führung mit ſtarkem Beifall quittiert wurde, wiederholt. — K.
L. Lindt, welcher ſich in der Rolle des Apothekers Emmerling
ſelbſt übertrifft, konnte ſeinen bisher größten Erfolg innerhalb
ſeiner Darmſtädter Gaſtſpieltätigkeit für ſich buchen. —
Nach=
mittags 3.30 Uhr gelangt in einziger Aufführung das
Kinder=Märchen=Luſtſpiel „Die Prinzeſſin auf der
Erbſe” zur Darbietung. — Es ſpielen in den Hauptrollen: K.
L. Lindt als Prinz, A. Born als Prinzeſſin uſw. Außer den
bil=
ligen Preiſen von 25 Pfg. an hat jede 50 Eintrittskarte einen
Prämien=Gewinn von 7 Märchen=Freivorſtellungen. — Karten für
nachmittags und abends: Kiosk gegenüber dem Verkehrsbüro von
9—1 Uhr. Kiosk am Paradeplatz von 1—7 Uhr, Orpheumskaſſe ab
2 Uhr; telephoniſch unter 389. (Siehe Anzeige.)
— In der Werbevorſtellung der Darmſtädter Volksbühne:
„Martha” am Samstag, den 26. September, tritt der Baſſiſt
Theodor Heydorn, der auf Grund eines ungewöhnlichen
Gaſtſpiel=
erfolges als Saraſtro dem Landestheater verpflichtet wurde, als
Plumkett zum erſten Male in der Spielzeit in einer großen
Partie auf.
—Im Uniontheater wird heute und folgende Tage der hiſtoriſche
Großtonfilm Eliſabeth von Oeſterreich” mit Lil
Dagover in der Titelrolle vorgeführt. Die Regie führt Adolf
Trotz, und in weiteren Hauptrollen ſind Maria Solveg, Paul
Otto, Charlotte Ander, Ekkehardt Arend und Ida Wüſt
beſchäf=
tigt. — Im tönenden Beiprogramm ſieht man „Flip als
Dorf=
barbier”, „Wunder der Bergwelt” und die neueſte Fox=Ton=
Woche.
— Im Helia=Theater läuft nur noch heute und morgen die
luſtige Tonfilm=Operette „Trara um Liebe”, mit Felix
Breſſart, dem beliebten Komiker, Georg Alexander, Martha
Eggerth, Maria Paudler, Ernſt Verebes u. a. in den
Haupt=
rollen. Dazu „Micky — Der kleine Faun und das gute
Bei=
programm.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute und morgen
Cecil B. de Milles großen ſenſationellen Ausſtattungs=Tonfilm
Madam Satan. Im tönenden Beiprogramm „Die
Wunderhunde — Ehedrama auf vier Beinen”.
Lpd. Freitod eines Darmſtädter Liebespaares. Aus München
wird gemeldet: Am Samstag vormittag wurden oberhalb des
Eibſees bei Garmiſch zwei Leichen aufgefunden. Die Toten
wieſen Schußwunden auf; offenbar handelt es ſich um Mord
und Selbſtmord. Vermutlich handelt es ſich um ein Liebespaar
aus Darmſtadt, das ſeit etwa zehn Tagen vermißt wurde.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 20. September, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med. Grode Roßdörfer Straße 20, Telephon 1419; Dr. med.
H. Hofmann, Lauteſchlägerſtraße 16, Telephon 3069; Dr. med.
Kautzſch, Riedeſelſtraße 37, Telephon 880.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich an
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 19. Sept. bis 26. Sept. die
Apotheke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtraße 9, Einhern=
Apo=
theke, Kirchſtraße 10½
— Schule für Körpererziehung und
Bewe=
gungslehre Sandſtraße 10. In den Mittelpunkt der Methode
der Körpererziehung, alle Einzelzweige der körperlichen
Ausbil=
dung durchdringend, ſtellt die Schule für Körpererziehung und
Be=
wegungslehre das Prinzip der Bewegung aus der Totalität des
ganzen Körpers. Es wird u. a. unterrichtet: Springſeilgymnaſtik
— rhythmiſche Bewegungsfolgen, Ballgymnaſtik — Gruppen=
Improviſationen. Es begannen ab 15. Sept. wieder Dienstags
und Freitags neue Kurſe für Damen, Herren und Kinder
An=
meldungen jederzeit. Es darf an die Erfolge dieſer Schule bei
ihrer Schüler=Matinee im Januar erinnert werden; es ſei allen
dafür Intereſſierten der Beſuch der Kurſe empfohlen.
Es ſei hiermit auf die Anzeige der Pianiſtin Frau Elſe
Hochſtätter in der heutigen Nummer hingewieſen.
Orangeriehaus, Beſſunger Herrngarten, abends
8 Uhr: Konzert des Stadt=Oxcheſters mit Tanzeinlagen im
Feſt=
ſaal. Der Beſuch iſt beſtens zu empfehlen. (Siehe heutige
An=
zeige.)
Ludwigshöhe, Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Konzert.
Tageskalender für Sonntag, den 20. September 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus. 19.30 Uhr: Die drei
Musketiere‟. — Kleines Haus: Keine Vorſtellung.
Orpheum. 15.30 Uhr: „Die Prinzeſſin auf der Erbſe‟
20.15 Uhr: „Börſenfieber”. — Konzerte: Zur Oper,
Schloß=
keller, Sportplatz=Reſtaurant am Böllenfalltor,
Herrngarten=
kaffee, Brauerei Schul, Datterich, Bürgerhof, Hotel=Reſt. Poſt,
Rummelbräu. Reſt. Sitte, Herrngartenkaffee, nachm 16 Uhr.
Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=
Licht=
ſpiele,
Ans Heilen.
Dg. Arheilgen. 19. Sept. Gemeinſamer
Obſtbaum=
bezug. Der hieſige Obſt= und Gartenbauverein will auch hier
in Verbindung mit dem Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß
Darm=
ſtadt einen gemeinſamen Obſtbaumbezug durchführen. In
Vor=
ſchlag gebracht werden nur ſolche Sorten, die für die
Bodenbeſchaf=
fenheit unſerer Gemarkung beſonders geeignet ſind. Grundgedanke
des gemeinſamen Bezugs iſt, durch Anpflanzung möglichſt
einheit=
lichen Obſtes einen beſſeren Abſatz zu ſchaffen und eine Kontrolle
über das Obſt zu haben. Zur Anpflanzung beſonders empfohlen
werden 4 Arten Aepfel, und zwar „Gelber Edelapfel”, „Schoner
von Boskop”. „Rheiniſcher Winterrambur” und „Holländiſche
Parmäne”; Birnen: „Gellerts Butterbirne” (Herbſt), „Gräfin
von Paris” und „Präſident Doumard”, (beides Winterbirnen),
weiter „Klapps Liebling” (eine Frühbirne). Geliefert werden
nur gute Bäumchen, die dadurch verbilligt werden, daß die
Land=
wirtſchaftskammer einen Frachtenzuſchuß gewährt. Inte eſſenten
werden gebeten, Beſtellungen bis ſpäteſtens 25. September bei
dem Vorſitzenden des Obſt= und Gartenbauvereins, Herrn Franz
Benz (Darmſtädter Straße) zu machen, da ſpätere Beſtellungen
nicht berückſichtigt werden können. —
Lieferungsver=
gebung. Die Gemeinde vergibt auf dem Submiſſionswege die
Lieferung von 50 Zentner Hafer und 30 Zentner Schnitzel.
An=
gebote, denen Muſter beizufügen ſind, ſind bis ſpäteſtens Montag,
den 21. d. M., nachmittags 5 Uhr, bei der Bürgermeiſterei
einzu=
reichen. — Aus den Vereinen. Die 1. Fußballmannſchaft
der Sportvereinigung 04 empfängt am Sonntag,
nach=
mittags 3 Uhr, die gleiche Mannſchaft von Germania Eberſtadt
in Fortſetzung der Verbandsſpiele im Kreis Starkenburg. Vorher
ſpielen die 2. Mannſchaften beider Vereine. Die 1. Jgd. ſpielt um
10 Uhr gegen Langen und die 2. Jgd. gegen Eberſtadt. Die Alten
Herren begeben ſich morgens nach Griesheim. Die 1.
Handball=
mannſchaft trifft vormittags 10.30 Uhr, ebenfalls am Arheilger
Mühlchen, auf die ſpielſtarke 1. Mannſchaft von Wormatia Worms,
während die 2. Handballmannſchaft nachmittags auf dem Mercks
Sportplatz antritt. Weiter ſpielt die 1. Handballjugend
vormit=
tags in Darmſtadt gegen Polizei, und die Schülermannſchaft
nach=
mittags 4.30 Uhr hier gegen Polizei — Der Turnverein
1876 tritt am Sonntag mit einer Werbeveranſtaltung auf den
Plan, wobei ſämtliche Abteilungen aktiv tätig ſind. Vormittags
tragen Turnerinnen, Turner und Volksturner Vereinswettkämpfe
aus, nachmittags die Schülerinnen und Schüler. Anſchließend
kommen Fauſtballſpiele zum Austrag. Den Abſchluß bildet ein
bunter Abend mit Tanz. — Die 1. Handballmannſchaft des
Ar=
beiter=Turn= und Sportvereins empfängt auf dem
Sportplatz „Im Elſee” nachmittags um 4 Uhr die gleiche von
Höchſt a. M., während die Leichtathleten an den
Bezirksmeiſter=
ſchaftskämpfen in Darmſtadt „Am Müllersteich” teilnehmen.
Der Odenwaldverein unternimmt einen Familienausflug
nach Roßdorf, und der Geſangverein „Sängerluſt”
be=
gibt ſich zum Geſangswettſtreit nach Offenbach. — Die
Steno=
graphen=Vereinigung „Gabelsberger” hat den
Gautag des Gaues „Dreieich” übernommen. Morgens findet in
der Schule ein Wettſchreiben ſtatt, nachmittags im „Schwanen”
Tanz mit Preisverteilung.
— Arheilgen, 19. Sept. Für die im Bezirks=Lehrerverein
Arheilgen zuſammengeſchloſſenen Lehrkräfte der Darmſtädter
Um=
gebung hielt der Leiter der Heſſ. Landesſtelle für Pilz=
und Hausſchwammberatung, einen in jeder Richtung
ſehr wertvollen und packenden Lichtbildervortrag über
bemerkens=
werte Erſcheinungen aus dem Leben unſerer heimiſchen Pilze.
Griesheim, 19. Sept. Fabrikdirektor Conrad
Heſſe† Am 15. September d. J. iſt der Inhaber der „
Heſſen=
werke‟, Herr Ingenieur Conrad Heſſe, auf einer Geſchäftsreiſe in
Hagen in Weſtfalen infolge eines Herzſchlages ganz unerwartet
verſchieden. In voller Schaffenskraft und Schaffensfreude wurde
er aus ſeinem arbeitsreichen Leben herausgeriſſen. Der
Ver=
ſtorbene war der Begründer der früheren Heſſenwerke „Deka", die
im Jahre 1910 in der Frankfurterſtraße in Darmſtadt als
Nach=
folge der Elektrotechniſchen Werke in die Erſcheinung traten.
Die=
ſes Unternehmen wurde von ihm im Jahre 1912 in den hieſigen
Gemarkungsbezirk verlegt und führt ſeitdem die Bezeichnung
„Heſſenwerke.” In raſtloſer Tätigkeit und mit fachmänniſchem
Blick hat es der Verſtorbene verſtanden, das von ihm begründete
und ihm liebgewordene Unternehmen zur höchſten Blüte zu
ent=
falten. Herr Heſſe der im 64. Lebensjahre ſtand, war
Vorſtands=
mitglied der Heſſiſchen Elektrotechniſchen Geſellſchaft und wurde
vor mehreren Jahren zum Handelsrichter bei der Kammer für
Handelsſachen in Darmſtadt ernannt. Der Verſtorbene war ſeinen
Angeſtellten und Arbeitern gegenüber ein durchaus gerechter,
wohlwollender Chef und hat deren Intereſſen jederzeit mit vollem
Verſtändnis und beſtem Können gewahrt und gefördert. Auch
auf dem Gebiete der Wohltätigkeit hat er ſich ganz hervorragend
betätigt; wo es galt, Not zu lindern, ſtand er immer in vorderſter
Reihe. Sein Grundſatz war ſtets: „Edel ſei der Menſch, hilfreich
und gut”. Mit Rückſicht auf ſeine lauteren Charaktereigenſchaften
erfreute ſich der Verſtorbene allgemeiner Beliebtheit und höchſter
Wertſchätzung; ſein plötzliches Ableben wird deshalb allgemein
bedauert. Mit Herrn Direktor Heſſe iſt ein Mann von echt
deut=
ſcher Geſinnung aus dem Leben geſchieden, deſſen Andenken ſtets
in Ehren gehalten wird.
F Eberſtadt, 19. Sept. Verſteigerung von
Kar=
toffeln. Am Donnerstag, den 24. September, verſteigert die
Gemeinde ihre Kartoffelernte aus dem Feld=Wald=Zwiſchenbau
im Forſtort Klingsackertanne öffentlich meiſtbietend an Ort und
Stelle. Kartoffelproben werden bei Beginn der Verſteigerung
vorgezeigt. Zuſammenkunft der Steigerer nachmittags 3 Uhr auf
dem Bäckerweg (Waldeingang). — Aerztlicher
Sonn=
tagsdienſt. Am Sonntag, den 20. September 1931. verſieht
den ärztlichen Sonntagsdienſt Dr. med. Gaßner. An ihn wende
man ſich, wenn der Hausarzt nicht erreichbar iſt.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 19. September.
Gemeinderats=
bericht. Die ſich immer mehr praktiſch auswirkende
Bebau=
ungsweiſe des Gebiets „Pfaffenberg” bedingt eine Aenderung des
Ortsbauplanes inſofern, als die projektierte Straße G in
Weg=
fall kommen ſoll. Der Gemeinderat beſchließt dementſprechend
Im Zuſammenhang damit ſucht W. Köpke, der in dieſem Gebiet
einen Bauplatz erworben hat, darum nach, ihm die Schaffung eines
beſonderen Zugangsweges zu ſeinem Grundſtück zu geſtatten.
Un=
ter der Vorausſetzung, daß die Provinz, die in erſter Linie
hier=
für zuſtändig iſt, ihre Zuſtimmung gibt, hat der Gemeinderat
nichts dagegen einzuwenden. — Die Verlegung des Sportplatzes
bildet ſchon längere Zeit hindurch den Gegenſtand der
Verhand=
lungen zwiſchen der Gemeinde und der hierfür beſonders
intereſ=
ſierten gemeinnützigen Baugenoſſenſchaft „Wildnis”", die ſich durch
das Vorhandenſein des Sportplatzes innerhalb ihres
Baugebie=
tes in ihrer Ruhe geſtört fühlt und auch materiell geſchädigt
gkaubt. Der Gemeinderat verkennt die Unannehmlichkeiten, die
den Angrenzern eines Sportplatzes erwachſen, nicht und iſt auch
grundſätzlich bereit, einer Verlegung des Sportplatzes
zuzuſtim=
men. wenn damit für die Gemeinde keine Koſten entſtehen. Das
in Vorſchlag gebrachte Projekt des Austauſches des derzeitigen
Sportplätzes gegen entſprechendes Gelände in der Gewann
„Kleine Au” läßt ſich aber ohne beſonderen Koſtenaufwand nicht
durchführen, weshalb dieſe Sache vorerſt bis zum Eintritt
beſ=
ſerer Zeiten vertagt werden muß. — Hinſichtlich Neufeſtſetzung
des Ortslohnes beſchließt der Gemeinderat, die bisher
feſtgeſetz=
ten Sätze ohne Aenderung in Vorſchlag zu bringen. — Für die
am 27 d. M. in hieſiger Gemeinde ſtattfindende
Lokalobſtaus=
ſtellung wird dem veranſtaltenden Obſt= und Gartenbauverein
ein Zuſchuß von 40 RM. bewilligt — Die jetzt fertiggeſtellten
Erhebungen über das Ausmaß des Schadens der durch das
Hoch=
waſſer in hieſiger Gemeinde verurſacht wurde, ergaben die
Feſt=
ſtellung einer Geſamtſchadensſumme von rund 50 000 RM. Die
hieſige Gemeinde wurde ganz beſonders hart mitgenommen durch
Beſchädigung der Gebäude und Grundſtücke, ſoweit ſie von dem
Waſſerlauf der Modau beeinflußt werden. Es iſt unmöglich, daß
die Gemeinde die entſtandenen Schäden aus eigenen Mitteln
al=
lein beheben kann, zumal auch keine Möglichkeit beſteht.
An=
leihen zu dieſem Zweck aufnehmen zu können. Wenn die
öffent=
liche Hilfe nicht einſetzt, dann beſteht die Gefahr, daß die
Schä=
den nicht behoben werden und die beteiligten Grundbeſitzer beim
erſtbeſten Hochwaſſer einen nicht überſehbaren Schaden
erlei=
den. Es wird daher eine Kommiſſion, beſtehend aus dem
Bürger=
meiſter und Beigeordneten, ſowie Gemeinderat Müller oder
Krautwurſt gebildet, die beauftragt wird, alle Schritte zu tun,
um eine angemeſſene Beihilfe zu erhalten. — Die Verfügung des
Kreisamts, wonach bei Vergebung von gemeindlichen Arbeiten
nur diejenigen Unternehmer Berückſichtigung finden ſollen, die
ihren Verpflichtungen hinſichtlich der Entrichtung der
Sozialver=
ſicherungsbeiträge nachgekommen ſind, wird zur Kenntnis
genom=
men. — Der Verkauf des überzähligen Faſelbullen, ſowie der
Ankauf eines zweiten Ebers wird genehmigt. — Den Schluß der
Sitzung bildeten Steuerſtundungs= und
Wohlfahrtsangelegenhei=
ten. — Der Bürgermeiſter gab dem Gemeinderat noch Kenntnis
von der inzwiſchen erfolgten Beſtätigung des wiedergewählten
Beigeordneten,
Obſt= und Garkenbau=Ausſktellung in Pfungftadl
Op. Pfungſtadt, 19. September
Seit 1913 hat Pfungſtadt keine Obſt= und
Gartenbauaus=
lung mehr gehabt. Immer und immer wieder wurde mit 8
ſicht auf die Ungunſt der Zeit= und Wirtſchaftsverhältniſſe
mehrfach gehegte Plan zur Abhaltung einer ſolchen
Ausſtelr=
wieder fallen gelaſſen. Um ſo mehr muß anerkannt werden
es der Obſt= und Gartenbauverein Pfungſtadt in dieſem Jo
trotz allem gewagt hat, mit einer lokalen Obſt= und Gartenh
ausſtellung an die Oeffentlichkeit zu treten.
Schon der erſte Eindruck, den man von der am heutigen Sa
tag nachmittag eröffneten Ausſtellung hatte, überzeugte den
ſucher, daß die Ausſtellung allen Widerſtänden zum Trotz voll
als gelungen bezeichnet werden muß. Rund 25 Ausſteller bo
ſich zuſammengefunden. Durch die Mitwirkung der beiden (
nereien Reinhart und Vögler, deren Eckſtände einer wahren.
menpracht gleichen, bietet der große Saal des Gaſthauſes
We=
in dem die Ausſtellung untergebracht iſt, ein abwechſlungsrei
Bild. Auf langen Tafeln an den Seitenwänden und in der
des Saales ſind die einzelnen Erzeugniſſe in überſichtlicher
geſchmackvoller Weiſe aufgebaut. In der Hauptſache iſt Tafel=
Wirtſchaftsobſt (ſowie Spalierobſt) ausgeſtellt. Daneben ni=
Gemüſe aller Art einen breiten Raum ein. Nicht zuletzt ſieht
Konſerven. Außer Konkurrenz hat die Eiſenhandlung Fiſch
Garten= und Haushaltungsgeräte ausgeſtellt. In der Haupt
haben nur Mitglieder ausgeſtellt, was beweiſt, daß im Obſt=
Gartenbauverein Pfungſtadt rührig, den Zielen des Vereins
ſprechend, gearbeitet wird.
Die Eröffnung der Ausſtellung ging in einfacher 9
vor ſich. Vereinsvorſitzender Friedrich Lang begrüßte in e
kurzen Anſprache in der er auf die Bedeutung der Ausſtel
hinwies. Ausſteller und Gäſte. Er ſprach die Hoffnung aus.
die Ausſtellung dem Verein und ſeinen Mitgliedern neue
regungen geben möge. Danach ergriff Bürgermeiſter Schw
das Wort, um die Grüße und beſten Wünſche der Stadtver
tung und des Ortsvorſtandes zu übermitteln. Er ſprach vor a
ſeine Freude darüber aus, daß die Ausſtellung reichlich beſ
und ſchön arrangiert ſei und ſo deutlich unter Beweis ſtelle.
ſich neben der einheimiſchen Landwirtſchaft auch der Pfungſte
Gartenbau ſehen laſſen könne. Nachdem er kurz das Problem
Preisgeſtaltung geſtreift hatte, ſprach er die Hoffnung aus.
die Ausſtellung gut beſucht und in jeder Hinſicht erfolgreich
den möge. Dieſen Wünſchen ſchloß ſich im Intereſſe des geſau
Obſtbaues Obſtbauinſpektor Behne=Darmſtadt an, der
Diplom=Gartenbauinſpektor Dörmer die Prämiierung i
nommen hatte. Auch er gab ſeiner Genugtuung darüber
druck, daß die Ausſtellung vollkommen gelungen ſei, und bet.
daß die Prämiierung bei der Güte der ausgeſtellten Erzeug
die Preisrichter vor ſchwere Aufgaben geſtellt habe. Er ver
tete ſich dann über die wichtigſten Richtlinien, nach denen
Prämiierung vorgenommen worden ſei — das Obſt war dabe
verſchiedene Klaſſen eingeteilt — und ging in großen Zügen
die immer mehr im Gange befindliche Umſtellung hinſichtlich
Sortenwahl im heſſiſchen Obſtbau ein. Wenige, aber gute und
tragreiche Sorten müßten mehr denn je heutzutage das Ziel
Beſtrebungen im Obſtbau ſein. Vor allem aber betonte er.
Hauptſache bei einer ſolchen Ausſtellung ſei nicht das är
Bild ſondern der Wille, aus ihr etwas lernen zu wollen.
Die Ausſtellung, mit der eine reichhaltige Tombolaverlo
verbunden iſt, iſt am Sonntag von 9. Uhr vormittags bis 6
nachmittags geöffnet und verdient ohne Zweifel einen g
Beſuch.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 19. Sept. Spar= und Darleb
kaſſeverein e. G. m. b. H. Der neubeſtellte Rechner,
Ludwig Spieß, hat nunmehr die Kaſſengeſchäfte übernom
Damit entfällt jetzt die Beſchränkung, der Kaſſeſtunden. Es
nen von der kommenden Woche an Kaſſegeſchäfte jeden Tag
zu jeder Tageszeit abgewickelt werden, gleichfalls auch We
geſchäfte, die ebenfalls bisher nur auf zwei Wochentage beſchy
waren. Es dürfte in der Oeffentlichkeit jedenfalls noch nicht
reichend bekannt ſein, daß das Warengeſchäft nunmehr direkt
Lagerhaus Ober=Roden aus betrieben wird, und daß das hi
Geſchäft nur als eine Warenausgabeſtelle zu betrachten iſt.
wurde mit dieſer Maßnahme eine ganz erſtaunliche Preismi
rung erzielt, die jetzt den Genoſſen zugute kommt und ſich
bereits in einem bedeutend verſtärkten Warenumſatz auswirk
G Ober=Ramſtadt, 19. Sept. Verſchiedenes. Bei den
chen Obſtertrag nimmt es nicht wunder, daß ſich in dieſem
beſonders viele einen guten und billigen Haustrank, vor
Apfelwein, herſtellen. Mehrere Keltern ſind zurzeit hier in
trieb und preſſen den köſtlichen „Süßen” aus, durch den ma
Magen wohl vorübergehend in Mitleidenſchaft gezogen wir
Die letzte Obſtverſteigerung in unſerer näheren Umgebung
am Montag, dem 21. September, an den Provinzialſtraßen 4
Ramſtadt—Ernſthofen u. Nieder=Modau—Frankenhauſen—N
ſtatt. Sie beginnt vormittags 9 Uhr bei Ober=Ramſtadt. —
den Vereinen. Am Sonntag, dem 20. d. M., findet i1
Kirche in Ernſthofen das Dekanatsfeſt für äußere Miſſion
Ev. Dekanats Eberſtadt ſtatt, bei welchem u. a. auch der hieſige
ſaunenchor mitwirkt. — Bei den letzten Sonntag in Rüſſels
ſtattgefundenen Opelkampfſpielen konnten, folgende Turner!
und Turner des Turnvereins 1877 D. T., Siege erringen: 2)
nerinnen, Oberſtufe: Gretel Müller im Mehrkampf den 5.
im Kugelſtoßen den 2. Sieg, Gretel Dintelmann im Mehr!
den 2. im 100=Meter=Lauf den 3. und im Weitſprung den 2.
b) Turner, Unterſtufe: Alfred Bäuerle im Mehrkampf den 2
im Hochſprung den 1. Sieg. Georg Geiß im Kugelſtoßen d.
Sieg. Am kommenden Sonntag findet in Roßdorf der Rück!
im Geräte= und Volksturnen der Schüler ſtatt. Der Wetr1
beginnt um 10 Uhr vormittags. Am Nachmittag, um 1 Uhr b
nend, trägt die Volksturnabteilung des Turnvereins 18/
Wettkampf gegen dieienige des Turnvereins Roßdorf auf denl
meindeſportplatz in Roßdorf aus, während die Geräteturne.
Abend bei einem Werbeturnen des Turnvereins Roßdorf mi
ken. — Der Odenwaldklub. Ortsgruppe Ober=Ramſtadt, 1
nimmt am Sonntag, dem 20. September, ſeine diesjahrig
Wanderung nach dem Kranichſtein. Der Abmarſch erfolgt
1 Uhr am Bahnhof. Rege Teilnahme erwünſcht.
Aa. Güttersbach i. Odw.. 19 Sept. Ausfall des Kr
treffens des Junglandbundes. Das für Sonnkag.
27. September, vorgeſehene Kreistreffen und Erntedantiell
Junglandbundes des Kreiſes Erbach fällt mit Rückſicht au
ungünſtige Wirtſchaftslage aus.
— Gernsheim. 19. Sept. Waſſerſtand des Rhein
18. September 2,10 Meter, am 19. September 1,90 Meter.
— Hirſchhorn, 19. Sept. Waſſerſtand des Neckſk
1. September 1,80 Meter, am 19. September 1,80 Meter.
Ac. Worms. 19. Sept. Leichenländung. Am 17.
tember wurde gegen 11 Uhr vormittags im Rheinſtrom 2e
Badeanſtalt des Schwir nklubs „Heſſen” eine männliche
geländet. Die Leiche Fürfte ſchon einige Tage im Walle
legen haben. Geſtern vormittag identifizierte der Erken!
dienſt die geländete Leiche als die des Lehramtskandidale!
hard Ziegler aus Mannheim, der vor etwa 14 Tagen be.
deln im Rheinſtrom in der Gemarkung Mannheim ertrun.”
— Feſtnahme. Als vorgeſtern die Fremdenkontrolle l*
wurde, konnte ein 27jähriger Arbeiter aus Sprendlinge"
nommen werden. der zum Strafvollzug vom Amtsgericht. *
heim ausgeſchrieben war. Er wurde in das Amtsgericles”
nis überführt.
Aus Oberbeſſen.
Bad=Nauheim. 19. Sept. Vom Kerckhoff=Inſtitt
offizielle Eröffnung des Kerckhoff=Inſtituts findet im. "
nächſten Monats in Anweſenheit eines Mitgliedes der L
Kerckhoff ſtatt. Man erwartet außerdem die Teilnäyſt. *
nenter Perſönlichkeiten aus der Wiſſenſchaft und ſolche de
lichen Lebens.
Friedberg. 19. Sept. Ein Zehnjähriger reII.
Kind vom Tode des Ertrinkens. An einer Le
tiefen Stelle geriet ein ſechsjähriger Junge aus Aſſeht..
Spielen in die Nidda. Nur dem beherzten Zugreifen.
jährigen Spielkameraden iſt es zu verdanken, daß d05 2.
der an Land gebracht werden konnte.
— Hofgut Mittelgründau, 19. Sept. Am 16. Septkehl.
mittags 4 Uhr, brach auf dem Hofgut Schudt, Mittelgru
Brand aus, der mit raſender Schnelle um ſich gril..
ren waren ſchnell zur Stelle. Die Gebäude ſind D. T
Mauern ganz vernichtet; Schweine=, Rinder= und ein d.
fielen dem Feuer ganz zum Opfer, drei Viertel des Leſc
beſtandes und verſchiedene Schweine verbrannten. 2.
iſt durch Verſicherung gedeckt.
Sonntag, den 20. September 1931
Seite 7
in die Pilzkunde.
Der=;erte Vortrag im Rahmen der Volkshochschule, der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde
und des Lehrervereins für Naturkunde.
— dierte Vortrag behandelte die Blätterpilze, die
mfaw chſte Gruppe unſerer einheimiſchen höheren Pilze. Zu
br auen ſowohl unſere beſten Speiſepilze, wie Pfifferling und
hanm ion, wie auch unſere gefährlichſten Giftpilze, die
berüch=
jatern ollenblätterſchwämme. Bläterpilze gibt es bei uns
un=
efäh /0 verſchiedene Arten. Als charakteriſtiſches Kennzeichen
rage=1, auf der Hutunterſeite Blättchen, die radial vom Stiel
jach. Hutrand zu verlaufen. Schon bei der
Totentrom=
ets nem Rindenpilz, ſieht man auf der glatten Fruchtſchicht
er Bnſeite zarte Runzeln verlaufen. — Starke leiſtenartige
Zung auf der Hutunterſeite zeigen die Pfifferlinge,
wes=
alb. ihre ganze Verwandtſchaft auch als Leiſten=Pilze
Sie beſitzen noch keine ſo deutlich ausgebildeten Blätt=
Jeze
die übrigen Blätterpilze. In rohem Zuſtande ſchmeckt
he
rling pfefferartig wonach er ſeinen Namen trägt.
Trotz=
dieſer Pilz ein ſehr ſchmackhaftes Gericht. Dieſer
Ge=
s hochgeſchätzten Pfifferlings zeigt alſo deutlich den
Un=
lebensgefährlichen Ullſteinſchen Pilz=Merkregel, wonach
leicht durch unangenehmen Geruch oder Geſchmack
er=
nm iden könnten. Gerade das Gegenteil iſt oft der Fall, daß
hiftry weder unangenehmen Geruch noch Geſchmack beſitzen, wie
ruch ekehrt, daß bei manchen guten Speiſepilzen der Geruch
mack in rohem Zuſtande manchmal nicht im geringſten
ſinla ſind. Von Verwandten des Pfifferlings gibt es bei uns
unge 7 20 Arten. Doch iſt beim Einſammeln des Pfifferlings
gum e Verwechſelung möglich; ſelbſt der falſche
Pfiffer=
ins er von manchen Forſchern zu den Trichterlingen gezählt
rd. unſchädlich Er iſt flatteriger und dünner wie der echte
Ffiff. / g. ſeine Blättchen ſind mehr orangerot
Wandt, mit den Leiſtenpilzen ſind die Dickblättler,
ilzest verhältnismäßig dicken Lamellen. Hierzu gehören die
7ul uler, ſo geheißen wegen ihrer ſchleimigen Hüte, oder
ſie „.bfüßler” weil ihr Stielgrund auffallend gelbfleiſchig
ſt. — ſchmackhafte Speiſepilze. Wenn das große Kuhmaul
ung und noch einen geſchloſſenen Schleier trägt, hat es, von
ben „hen, eine große Aehnlichkeit mit dem Butter=Röhrling.
Eo ſchließen ſich hier die Schnecklinge an, auch mit
chlei i n Hüten, wie der weiße Elfenbein=
Schneck=
in denfalls eßbar, und die ihnen ähnlichen Ellerlinge
o de zbare Schnee=Ellerling, welcher im Spätherbſt
inſer ieſen bevölkert. — Außerdem gehören hierher die
Saft=
ins zierliche Pilzchen, welche ſich im Herbſt auf Grasplätzen
eſonn; durch ihre auffallend gelben und roten Farben
bemerk=
ar en.
— beſondere Gruppe bilden die Reizker. Schwämme
em Stil, ohne irgendwelchen Schleier, mit blaſigem,
brü=
leiſch und oft auffallend gefärbt. Bei der geringſten
Be=
ſplittern die Blättchen ab, wie überhaupt die ganzen
ir zerbrechlich ſind. — Die Reizker mit Milchſaft bilden
ung der Milchlinge, Reizker ohne Milchſaft nennt
man 1 Gattung der Täublinge Täublinge und
Milch=
gibt es bei uns über 100 Arten. Bei einiger Uebung
wird=un bald ganz ſicher erkennen, was ein Täubling iſt.
Leich=
ter 7. rs natürlich noch bei den Milchlingen. Für beide
Grup=
eine einfache Merkregel, wohlgemerkt, aber nur für
inge und Täublinge, nicht aber für die übrigen
ilzs wen. Alle Milchlinge und Täublinge von mildem
Ge=
miyann man eſſen. Eine Koſtprobe iſt ungefährlich.
Scharf=
my de Milchlinge und Täublinge werden vom Genuß ausge=
Man wird ihre Koſtproben, augenblicklich wieder
aus=
aher der Name Speitäubling” oder „Speiteufel‟!
Da=
richt geſagt, daß alle ſcharfſchmeckenden Milch= und
Täub=
ftpilze ſind. Eine Reihe dieſer ſcharfſchmeckenden Arten
manchen Gegenden, z. B. in Oſtpreußen und in Rußland.
inderen Zubereitungsvorſchriften ſogar genoſſen.
wie ſich die Reizker durch ihr derbbrüchiges Fleiſch
aus=
erkennt man die Tintenpilze an ihrer beſonderen bio=
Eigenart, ſie zerfließen zu einer tintenartigen Brühe. In
rühe ſind die ſchwarzen Sporen der Tintlinge enthalten.
den auf dieſe Weiſe und auch durch Tiere verbreitet.
Unteh en Tintenpilzen gibt es auch einige recht gute Speiſepilze,
Schopftintling und andere, die ebenfalls genießbar
nd.” ange ſie weiß ſind. Tintenvilze, die zum großen Teil
gernu üngerhaltige Plätze lieben, gibt es bei uns ungefähr 60
Artet — Ein richtiges Gegenſtück zu den kurzlebigen
Tinten=
ilze; ilden die Zählinge, wozu die Schwindlinge,
Sä 5 lättlinge uſw. gerechnet werden. Die Schwindlinge
habed ie Eigenſchaft, bei trockener Witterung einzuſchrumpfen,
m m
A
zu ſchwinden, während ſie bei neu einſetzenden Niederſchlägen wieder
aufleben und von neuem Sporen bilden. Der bekannteſte
Schwind=
ling iſt der „Mouſſeron” oder Knoblauchspilz, der auf
Gras= und Kräuterwurzeln gedeiht. Die Franzoſen machen mit
dem Sammeln und dem Handel mit dieſem Pilz, der für Gewürze
und Soßen geſchätzt iſt, gute Geſchäfte. — Zu den Zählingen
ge=
hören auch die Sägeblättlinge, ſo genannt wegen ihrer
zackig zerſchlitzten Blättchen, wie man ſie an faulen Weiden im
Frühjahr am Rhein ſehr häufig antrifft. Noch bekannter iſt der
ſtark duftende Anis=Zähling, der an den Stümpfen
unſe=
rer Laubwälder gar nicht ſelten vorkommt. Eigenartige
Bildun=
gen ſind die geweihartigen Dunkelformen des ſchuppigen
Säge=
blättlings aus Bergwerken und Kellern.
Die eigentlichen Blätterpilze werden nach der Sporenfarbe
eingeteilt. So haben die Kremplinge und Rißpilze
ton=
farbiges Sporenpulver. Der empfindliche Krempling,
ein von manchen Pilzfreunden geſchätzter Speiſepilz, ſtellt ſich uns
durch den ſtark eingerollten Hutrand und durch das Braunwerden
bei der geringſten Berührung, alſo durch eine ſtarke Druck=
Empfind=
lichkeit gut kenntlich vor. Er ſoll auch ſchon Verdauungsſtörungen
verurſacht haben. — Zu den Rißpilzen gehören gefährliche
Giftpilze, die ſchon manchen Menſchen ums Leben gebracht haben.
Ihr Hut reißt riſſig auf, daher der Name. Der berüchtigſte Pilz
dieſer Gruppe iſt der ziegelrote Rißpilz, der faſt, weiß
aus dem Boden kommt wie ein Champignon, der ſtellenweiſe
zahl=
reich im Frühſommer auf Grasplätzen, im Botaniſchen Garten
zum Beiſpiel, regelmäßig erſcheint. Bei der Beührung und im
Alter wird er auffallend rot, ebenſo iſt er durch ſeinen auffallend
ſtarken Geruch kenntlich.
Häufige Bewohner unſerer Wälder ſind die
Haarſchleier=
linge, Blätterpilze mit roſtbraunen Sporen, deren Hutrand im
Jugendzuſtand mit dem Stiel durch einen charakteriſtiſchen
Haar=
ſchleier verbunden iſt. Von ihnen und ihren nächſten Verwandten
gibt es bei uns mehrere 100 Arten, die ſich zum größten Teil ſehr
ähnlich ſind und wiſſenſchaftlich noch völlig ungenügend erforſcht
wurden und deshalb vom Genuß auszuſchließen ſind. Es iſt
des=
halb ganz unſinnig, wenn ſich Vilzfreunde immer und immer
wie=
der nach derartigen Pilzen erkundigen, da man ſie nur nach
ge=
naueſter mikroſkopiſcher Unterſuchung und an Hand ausführlicher
Spezial=Literatur näher beſtimmen kann. In ihre Verwandtſchaft
gehören auch die Fälblinge. Bekannter ſind wieder die
Schüpplinge mit ihren eßbaren Vertretern, dem bräunlichen
Stockſchwämmchen und dem ſilbergrau überdufteten
Reif=
pilz. Wer beide Arten einmal in der Natur genau ſtudiert hat,
wird ſie kaum mehr verwechſeln. Eine Verwechſelung des
ſchmack=
haften Stockſchwämmchens mit dem bitter ſchmeckenden
Schwe=
felkopf wird bald erkannt werden! — Purpurbraunen
Sporen=
ſtaub beſitzen die Champignons bei uns mit mehr wie 10
Arten vertreten, die ebenfalls noch nicht ſicher voneinander
abge=
grenzt ſind. Das beſte Merkmal für die Angerlinge (
Champig=
nons) ſind die anfangs weißen, bald roſa und zuletzt dunkel=
ſchoko=
ladebraun werdenden Blättchen. Nur bei großem Leichtſinn kann
man die ſtets weißblätterigen
Knollenblätter=
ſchwämme irrtümlich für Champianons ſammeln. Eine
beſon=
dere Merkwürdigkeit bildete eine Champignon=Mißbildung aus
Poſen. Während die Hutunterſeite auf normalen Blättchen ihre
Sporen bildet, ſitzt auf dem Hut nochmals ein dunkelbrauner
Wulſt mit einer vorenartigen Oberfläche, ebenfalls hier normale
Sporen erzeugend. — Purpurſporia iſt auch der ſchon oben
ge=
nannte Schwefelkopf, der wohl unangenehm bitter ſchmeckt,
deshalb ungenießbar iſt, aber wohl kaum giftig.
Auf Baumſtümpfen fällt uns oft ein braunhütiger Pilz auf.
mit etwas abſchüſſigem Hut, der Dachpilz. Er zeigt roſa
Blätt=
chen und iſt deshalb auch roſaſporig; auch er iſt genießbar.
Die unangenehmſten Vertreter der Blätterpilze ſind die
Knollenblätterſchwämme, bei uns über 20 Arten
zäh=
lend. — Der Kaiſerling der Römer war von altersher ein
geſchätz=
ter Speiſepilz. Selten kommt er auch bei uns in der wärmſten
Gegend von Deutſchland vor. Er ſieht ähnlich wie der
Fliegen=
vilz aus, fällt aber ſofort auf durch den zitrongelben Stiel und
die dottergelben Blätter. — Schon jedem Schulkind als
Gift=
pflanze bekannt iſt der Fliegenpilz, der rote
Knollenblätter=
vilz „Im Jugendzuſtand umgibt eine Hülle den ganzen Pilz.
Beim Größerwerden reißt ſie auf. Bei manchen Arten bleiben
einige Reſte als Hautfetzen am Stielgrund zurück, ſo heim grünen
Knollenblätterpilz, oder bei den weichhäutigeren Arten als
verl=
artige Hautfetzen auf dem Hut, wie beim gelben
Knollenblätter=
ſchwamm, beim Fliegenpilz, beim Perlpilz uſw.
Der grüne Knollenblätterpilz iſt der
gefähr=
lichſte Giftpilz. Eine Gabelſpitze voll von ihm kann den
Tod herbeiführen. Trotzdem kommt es immer und immer wieder
vor, daß in Körben leichtſinniger Sammler
Knollenblätter=
ſchwämme mitten unter eßbaren Pilzen angetroffen werden. Das
Schlimmſte dabei iſt, daß ſich die Vergiftungserſcheinungen erſt
viele Stunden, meiſt nicht vor 6 Stunden nach dem Genuß, be=
Fädder ſafen ei Kelſeug Fife du Kerſtingefſtler
di=
reits ſchätzenswerte Hilfe geleiſtet haben ſoll. — Ebenſo als
Gift=
wulſtlinge gefürchtet ſind der ſchon genannte Fliegenpalz,
der Königs=Fliegenpilz, der weiße und der gelbe
Knollenblätterpilz, der Pantherpilz uſw.
Zweck=
mäßig meidet man alle Knollenblätterpilze, ſelbſt wenn ſie
verein=
zelt als eßbar bekannt ſind, wie den Perlzpilz uſw. — Nicht zu
verwechſeln mit den Knollenblätterſchwämmen ſind die
Schirm=
pilze, von denen es bei uns ungefähr 50 Arten gibt. Der
be=
kannteſte iſt der große Schirmpilz unſerer Nadelwälder.
Sein Hut erſcheint zuerſt geſchloſſen wie ein Paukenſchlägel; dann
iſt er am beſten zum Genuß. Sein zähfleiſchiger Stiel iſt wenig
bekömmlich — Große Aehnlichkeit mit ihm hat der Safran=
Schirmling, deſſen Fleiſch beim Schnitt ſafran=rötlich anläuft.
Die Verfärbung iſt kein Merkmal für die Giftigkeit. — Ungefähr
100 Arten zählt die Gattung der Ritterlinge. Zu ihr gehören
ebenfalls verſchiedene gute Speiſepilze, jedoch auch giftige Arten.
In Norddeutſchland gut bekannt iſt der grüne Ritterling,
oder der Grün=Reizker, ein regelmäßiger und häufiger
Be=
wohner ſandiger Nadelwälder Eine gewiſſe Aehnlichkeit beſitzt
ſein ebenfalls gelber Bruder der Schwefelritterling, der
ſeine Ungenießbarkeit aber ſofort durch einen unagenehmen, faſt
ſtinkenden Geruch anzeigt. Der rotfilzige Ritterling, im
i iche Wuea eteden eteid ie entſch zuch
ſeine ganz violette Färbung. Er iſt ebenfalls genießbar. Wenn
man ihn einſammelt, muß man ſich nur vor manchen, ebenfalls
violettfarbigen Haarſchleierlingen hüten, die ihre
Zuge=
hörigkeit zu dieſer ſchwierigen Gattung durch den charakteriſtiſchen
Haarſchleier kundtun. — Trichterlinge werden die
Blätter=
vilze mit im Alter trichterig vertieften Hüten genannt. Der
be=
kannteſte Trichterling iſt der Hallimaſch, ein vorzüglicher und
maſſenhaft zu ſammelnder Speiſepilz, zugleich aber auch ein
ge=
fährlicher Forſtſchädling, der oft in Rieſenbüſcheln im Spätherbſt
an Baumſtümpfen erſcheint. Er iſt gut erkennbar durch den
laugen=
artig zuſammenziehenden Geſchmack des friſchen Pilzes, ebenfalls
wieder ein Zeichen für die Unſinnigkeit der obengenannten
Ull=
ſteinſchen Pilz=Merkregel. — Zu den Trichterlingen gehören auch
die zierlichen Bläulinge, welche unſere Wälder eben
zahl=
reich bevölkern; ein Pilz, der wieder ein gutes Beiſpiel iſt für die
faſt unglaubliche Farbveränderlichkeit der Schwämme. Der
Bläu=
ling kann ſowohl amethyſtblau vorkommen, erſcheint aber auch
ganz roſa mit allen Farb=Uebergängen; und immer iſt es derſelbe
Pilz. — Auch der leuchtende Oelbaumpilz, der von dem
Re=
ferenten vor mehr wie zehn Jahren erſtmalig für Deutſchland
feſt=
gelegt wurde, iſt ein Trichterling. Mit ſeiner leuchtenden
Frucht=
ſchicht iſt er eines der ſchönſten Naturſchauſpiele unſerer Heimat.
Die erſten Finder in der Darmſtädter Umgebung in dem Jahr
1919 waren die Herren Friedmann und Grünig. — Als Rüblinge
werden diejenige Blätterpilze bezeichnet, die am Stielgrunde ſich
rübenartig in den Boden fortſetzen und oft an Baumſtümpfen
oder ſonſtigen Holzteilen wurzeln. — Als Baumſchädling macht
ſich der weiße Buchen=Ringrübling bemerkbar, wie er
in unſeren feuchten Parkwäldern jetzt im Herbſt manchmal ganze
Buchenſtämme bedeckt. — Eine ſeltene Mißbildung kommt auf dem
Waldfreundrübling vor, merkwürdige blumenkohlartige.
Wuche=
rungen mit hirnartigen Wülſten ſtehen ſowohl auf den Hüten, wie
auch an den Blättchen und am Stiel. Genau wie die
Lamellen=
ſchicht bilden auch dieſe Wucherungen auf ihrer Oberfläche
nor=
male Svoren. — Als letzte Gruppe der Blätterpilze wurden die
Seitlinge vorgeführt. Schwämme, die meiſt einſeitig mit dem
Stiel an Holz. an Baumſtümpfen uſw. angewachſen ſind. Der
graue Auſtern=Seitling, in dachziegeligen Raſen, an
Laubholzſtümpfen oft mitten im Winter erſcheinend, wird als
Speiſevilz recht geſucht. Er läßt ſich ſogar künſtlich züchten. —
Alle dieſe vielen Pilzarten lernt man mit Sicherheit natürlich nur
in der freien Natur kennen!
Der nächſte Vortrag über „Allgemeine
Pilzmerk=
regeln über den Nährwert, über Vergiftungserſcheinungen,
Gegenmaßnahmen, empfehlenswerte Pilzbücher uſw.” findet am
Dienstag, dem 29 September, ebenfalls abends 8 Uhr,
im Realgymnaſium ſtatt
Gleichzeitig ſei nochmals auf die Pilz=Ausſtellung am 20. und
21. September im Gewerbemuſeum verwieſen. Auskunft darüber
erteilt die Heſſiſche Landesſtelle für Pilz= und
Hausſchwamm=Beratung, Fernruf 4755 (
Bera=
tungsſtunden Montag und Donnerstag von 3—6 Uhr.
Ballon=
platz 1). Während der Ausſtellung erfolgt die Beratung nur im
Gewerbemuſeum.
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Telephm 66
Seite 8
Sonntag, den 20. September 1931
Nummer
Soart, Soiel und Sucnen.
Handball.
TV. Nieder=Ramſtadt.
Heute nachmittag 3.15 Uhr tritt TV. Nieder=Ramſtadt gegen Tgſ.
Ober=Ramſtadt dort zum fälligen Verbandsſpiel an. Die Rivalität
bei=
der Gegner iſt bekannt. Der Ausgang des Spieles iſt völlig offen.
In Anbetracht des ſchweren Spiels werden Mitglieder und
Handball=
anhänger gebeten, die Mannſchaft zu begleiten, um ihr den nötigen
Rückhalt zu geben. Vorher 2. Mannſchaften. Die Spiele finden auf
dem Sportplatz an der Waldmühle ſtatt.
Fr. Tade. Darmſtadt — Freie Turner Bierſtadt.
Im weiteren Verlauf der Serienſpiele ſteht Darmſtadt am „
Müllers=
teich” Bierſtadt gegenüber. Die Gäſte, eine der wenigen
Kampfmann=
ſchaften der Kreisklaſſe, zu Hauſe ſelten geſchlagen, werden ſich auch in
Darmſtadt nicht leicht um einen Sieg bringen laſſen und alle Saiten
ihres Könnens aufziehen. Eine ſichere Abwehr und ein flinker Sturm
ſorgen immer wieder für Ueberraſchungen. Um dagegen geſchützt zu
ſein, ſollte Darmſtadt den Gegner richtig einſchätzen. Spielbeginn
3.15 Uhr.
Fußball.
Fr. Tgde. Darmſtadt — Dreieichenhain.
Im Rahmen des Bezirksſportfeſtes am Müllersteich empfangen die
Hieſigen um 13.45 Uhr obigen Gegner zum fälligen Punktetreffen. Da
im 1. Bezirk Spielverbot herrſcht, dürfte das Spiel ſeine
Anziehungs=
kraft nicht verfehlen. Gelingt es Darmſtadt, den Sieg zu erringen, ſo
dürfte der Tabellenführer Darmſtadt heißen. Beide Gegner treffen ſich
nun erſtmals in der 1. Bezirksklaſſe wieder. Beide haben bewieſen, daß
ſie zähe und ritterliche Partner ſind und in den vorausgegangenen
Spie=
len noch manches hinzugelernt haben. Wieviel, das feſtzuſtellen wird
heute gleichfalls ſeinen Reiz haben. Darmſtadt tritt in kompletter
Auf=
ſtellung an. Vorher, 12.15 Uhr, ſtehen ſich die 2. Garnituren beider
Vereine gegenüber. Anſchließend ſteigt das Handballſpiel Darmſtadt —
Vierſtadt.
VfL. Michelſtadt — SV. Roßdorf.
Der VfL. Michelſtadt übermittelt uns folgenden Bericht:
VfL. Michelſtadt — SV. Roßdorf 0:1 (0:1).
In Michelſtadt kam es am vergangenen Sonntag zwiſchen den
bei=
den Rivalen zu einem dramatiſchen Kampf. Roßdorf kann ſchon kurz
nach Spielbeginn auf billige Art und Weiſe zu dem einzigen Treffer des
Spieles kommen. Und zwar ließ der Michelſtädter Torwart einen von
ſeinem Verteidiger zurückgeſpielten Ball fallen. Das Leder kam vor die
Füße eines Roßdörfer Spielers, der den Ball jedoch nur berühren
konnte, während ihn ein aus Abſeitsſtellung kommender Stürmer
ein=
ſchoß. Kurz nach dieſer Fehlentſcheidung des Schiedsrichters verlor
Michelſtadt durch Verletzung ohne Verſchulden des Gegners ſeinen linken
Verteidiger und damit einen der beſten Leute der Mannſchaft, ſo daß
man der Elfe des Gaſtgebers keine Ausſichten auf Sieg mehr zubilligen
konnte. Beiderſeits wurde erbittert gekämpft, und da die
Hintermann=
ſchaft Roßdorfs dabei nicht ſehr zart mit ihren körperlich weit
unter=
legenen Gegnern umging, kam es verſchiedentlich zu
Mißfallensäußerun=
gen der Zuſchauer. Leider verlor der, von der Torentſcheidung
ab=
geſehen, bis dahin ziemlich einwandfreie Spielleiter dadurch die Nerven
und traf häufig Fehlentſcheidungen. Daß er etwa 15 Minuten vor
Spielſchluß den Torwart der Odenwälder wegen Beleidigung des Feldes
verweiſen mußte, ſoll ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden. Trotz
dieſer erneuten Schwächung kämpfte VfL. unermüdlich weiter, aber der
verdiente Ausgleich blieb aus
Wellerberiſchl.
De die Luftbewegung ſehr gering iſt, blieb die feuchtwarme Luft
über dem Feſtland und mit ihr auch die Nebeldecke erhalten, aus der
ganz vereinzelt ſogar leichter Sprühregen niedergeht. Doch hat ſich das
Hochdruckgebiet im Weſten enorm gekräftigt und weiſt über Irland
Barometerſtände von über 773 Millimeter Luftdruck auf. Es iſt damit
zu rechnen, daß ſich der hohe Druck allmählich auf das Feſtland
vor=
ſchiebt, wobei durch die abſinkenden Luftmaſſen tagsüber die
Nebel=
decke zur Auflöſung kommen wird.
Ausſichten für Sonntag, den 20. September: Morgens neblig und
dieſig, tagsüber aufheiternd, meiſt trocken, noch wenig veränderte
Temperaturen.
Ausſichten für Montag, den 21. September: Weiterhin Frühnebel,
ſonſt meiſt heiter, trocken, Temperaturgegenſätze zwiſchen Tag und
Nacht ſich etwas verſchärfend.
Sporkkalender.
Rundfunk=Programme.
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Müllersteich: Tr. Tgde. — Fr. T. Bierſtadt.
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14.00 Uhr,
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Rheinallee: Rot=Weiß — S.=V. Geinsheim.
Exerzierplatz: Eintracht — Boruſſia Dornheim.
Müllersteich: Fr. Tgde. — Fr. T. Dreieichenhain.
Dornheimer Weg: Reichsbahn — Poſt Darmſtadt.
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Ober=Ramſtadt, hat die Führerſtellung in der Formgebung
moderner Automobilkaroſſerien wieder eingenommen, die
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Swine=
münde und Bad=Neuenahr feſtigen das Fundament, auf dem ſich
die künftige führende Stellung des neuen „Röhr 8” aufbaut.
Zu dem des Baues fortſchrittlicher und komfortabler
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rien geſellen ſich für den Automobilismus weit wichtigere
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niſch=techniſche Momente, die in der Schwingachſen= und
Tiefbett=
rahmenkonſtruktion dergeſtalt ſichtlich Ausdruck erlangen, daß die
Kurven= und Straßenſicherheit des neuen „Röhr 8” ſelbſt bis
heute noch von keinem gleichſtarken neuzeitlichen Automobil
fremder Herkunft auch nur annähernd erreicht werden konnte. —
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plattenl. 0 7.55: Waſſerſtand. O 12: Zeit, Wirtſchaftsmedu
1205: Konzert. 0 12.40: Nachrichten. O 12,55: Nauener
zeichen. O 13: Konzert (Fortſetzung). 8 13.50: Nachrichten
Werbekonzert. o 14.40: Gießener Wetterbericht. o 1505=
Wirtſchaftsmeldungen. O 17.00, 18.30, 19.30: Wirtſchaftsmeldi
mann (Tenor), Marianne Weber (Sopran), J. Oettel Bg
Namin 1Orgeli, F. Sammler CCembalo).
12.00: Franz Völker=Konzert. Schallplatten)
1250: H. Rosbaud: Die Soliſten der Sonntags= und Me
konzerte des Frankfurter Orcheſtervereins.
13.05: Schallplattenkonzert. (Fortſetzung)
13.50: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbad
14.00: Stunde des Landes.
15.00: Stunde der Jugend.
16.00: Wiesbaden: Nachmittagskonzert des Städt Kurorcheſter
liſten: M. Schildbach Cello), R. Bergmann (Violinel,
18.00: Intendant Bekker: Das Theater und ſein Publikum,
18.25: E. Morin: Frankfurter Anekdoten.
18.50: Geh. Juſtizrat Prof. Dr. Heilfron: Erinnerungen einel
Richters.
19 20: Wetter für die Landwirtſchaft. — anſchl.: Sport.
19.30: Mannheim: Kammermuſik. Ausf.: A. Polgck (Violo
Stephanie Pelliſſier (Klavier)
20.00: W. Eberhard: Deutſche Humoriſten: Fritz Reuter,
2030: Internationaler Volkslieder=Abend. Verbindende Woi
Petyrek. Ausf.: Funfchor, Kavelle Haas
21.45: Jaz auf zwei Flügeln. Ausf.: Poldy Sperling=Dong
Seyfert.
22.15: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.40: Tanzmuſik der Kapelle Haas.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Gleichbleibendes Werktags=Programm.
6.45, 18.55: Zeit, Wetter für den Landwirt. 6.30: Gyn
— anſchl.: Frühkonzert. 8 10.35, 13.30: Nachrichten. 8 12.
für den Landwirt. O 12.05: Schallplatten bzw. Schufunk. o
Nauener Zeit. O 14.00: Schallplatten. O 15.30: Wetter,
Hauptſchriftleltung: Rudolf Mauve
Veranwornich für Poltik und Wirtſchaft: Rndolf Maupe: für Feutlleion, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſei für Sport: Karl Bohmann.
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”. Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert. Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mlttellungen: Wiliv Kuble=
Druck und Verlag: C. C. Wittſch — ſcmtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Deutſche Welle: Sonntag, 20. September.
6.30: Funkgymnaſtik.
7.0: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Mich
8.00: Praktiſche Winke und Mitteilungen für den Landwirt
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
825: Dr. Münzberg: Die Verwertung der diesjährigen
rübenernte.
8,55: Morgenfeier. Glockenſpiel der Potsdamer Garniſonkire
anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage
11.00: H. Bachmann: Die Lektüre unſerer Kinder.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Chriſtus, der iſt mein Leben.
Städt. u. Gewandhausorcheſter. Soliſten: H. Lißmann (2
Marianne Weber (Sopran), J. Oettel (Baß), G. Ramin. (4
F. Sammler (Cembalo).
12.00: Dr. Rühlmann: Braunſchweiger Dichter.
12.30: Mittagskonzert des Berliner Funkorcheſters.
14.10: Jugendſtunde: Märchen.
14.40: Lieder. Mara Duve (Sopranl. Am Flügel: J. Bürg”
15.00: Die Gartenblume des Monats. K. Förſter: Die Glodio
15.20: Alfred Braun: Zum Jubiläum der Genoſſenſchaft Der
Bühnenangehöriger.
15.30: Die Soldaten. Komödie von J. M. R. Lenz.
16.30 Kroll=Etabliſſement: Nachmittagskonzert. Muſikkorn der
mandantur Berlin. Tanzkapelle Willy Groh.
18.30: Georg Rendl lieſt aus ſeinem „Bienenroman”.
18.55: Dr. Pleiſter: Erntefeſte.
19.20: F. Stöſſinger: Opern, die übertragen werden. Don
von W. A. Mozart.
20,00: Wien: Bruder Straubinger. Operette von E. Eysler.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Tanzmuſik. Ilia Livſchakoff und ſein Orcheſter.
Sonntag, 20. September.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Michel.
900: Elberfeld: Epangeliſcher Feſtgottesdienſt zur Feier de
Bundesfeſtes des Weſtdeutſchen Jungmännerbundes.
10.30: Verbrecheriagd im Flugzeug. Erſtes deutſches Expe
einer Flugzeug=Verfolgung, geſteuert durch Rundfunk, verl
mit einem Preisausſchreiben für die Hörer,
11.30: Leipzig: Bachkantate: Chriſtus, der iſt mein Leben,
Städt. u. Gewandhausorcheſter. Thomanerchor. Soliſten.
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Num ir 261
Sonntag, den 20. Sept.
Zerordnung über die Aktienrechtsreform.
Erns rung der Publikakionspflichten und Einführung der Pflichkreviſion. — Schärfere Ueberwachung
und Prüfung der Geſellſchaften. — Regulierung der Kreditgewährung.
Erleichkerung der Gelkendmachung von Regreßanſprüchen.
Beſtellung und ſeine Vergütungen treten nach der Verordnung
mit dem Ablauf der nächſten Generalverſammlung außer Kraft.
Wouene nane Handelsgeſenduc. Es muß ein neuer Beſchluß in der nächſten Generalverſammlung
in der geſtrigen Nummer des „Reichsgeſetzblattes”
die Verordnung über die Reform des
ſkw rechts ſieht zunächſt eine Erweiterung der
Pub=/ itspflichten vor, vor allem durch Einführung der
Pflicht=
revi=. Durch eingehende Vorſchriften über die Bilanz, die
Ge=
win=d Verluſtrechnung und den Geſchäftsbericht ſoll eine
er=
hebl. Publizität ſichergeſtellt werden, durch die ein Schutz gegen
mißr hliche Geſchäftsführung geſchaffen wird. Damit iſt auch
eine rlegung der durch die Konzernverpflichtungen bedingten
Verls iſſe verbunden. Die Pflichtprüfungen ſind durch
unab=
hängs Heſchäftsprüfer vorzunehmen. Die Regierung ſieht hierin
eine wichtigſten Maßnahmen, die von größter wirtſchaftlicher unter beſtimmten Vorausſetzungen und nur in der Geſamthöhe
als S diel gedient haben. Man rechnet damit, daß bereits im zur Abwendung eines ſchweren Schadens der Geſellſchaft. Damit
Herb= in Stab von 200 öffentlichen Wirtſchaftsprüfern für die iſt alſo die normale Kurspflege unterbunden. Dagegen bleiben
Durch rung der Pflichtreviſion vorhanden iſt. Die Regierung Kursſtützungen, die zur Abwehr eines ſchweren Schadens der
wird (ch die Verordnung ermächtigt, dieſe Prüfungen jeweils Geſellſchaft vorgenommen werden, nach wie vor möglich. Auch die
nach m Ermeſſen vorzunehmen.
In der Erweiterung dieſer Offenlegungspflichten wird worden.
auch Vorſtand verpflichtet ſein dem Aufſichtsrat
einzureichen=
des 2 ungsmaterial weſentlich zu erweitern. Die Verordnung erſcheinen wofür eine genaue Vorſchrift erlaſſen iſt.
enthö erner ein grundſätzliches Verbot der Kreditgewährung für
Die Notverordnung iſt als Novelle zum Handelsgeſetzbuch ge=
Mits er des Voxſtandes; die Kreditgewährung wird abhängig dacht. Die Reſtvorlage ſoll dagegen als ſelbſtändiges Geſetz
auf=
geme von der Zuſtimmung des Aufſichtsrats. Die Kredit= gemacht werden; in ihr werden alle die Fragen gelöſt werden, die
gewö ig iſt auch ausgeſchloſſen hinſichtlich der Verſchachtelungs= eine Rolle geſpielt haben. Dazu gehören: Stimmrechtsaktien,
verhs ſſe. Die Verantwortlichkeit des Aufſichtsrats wird weſent= Vorrechtsaktien, Auskunftsrecht der Aktionäre,
Finanzierungsfra=
lich tärkt. Jedes Mitglied des Aufſichtsrats iſt berechtigt, gen, Gründungsfragen, Fuſions= und Umwandlungsprobleme. Es
jeder weitere Berichte des Vorſtandes zu verlangen und eben= beſteht die Abſicht, ſpäterhin ein einheitliches Geſetz über die
fallsh die Einberufung des Geſamtaufſichtsrats durchzuſetzen. Aktienrechtsreform unter Einſchluß der jetzt verfügten Verordnung
Die —ungen über die Zuſammenſetzung des Aufſichtsrats, ſeine zu ſchaffen.
über dieſe Satzungen gefaßt werden; es erlöſchen alſo damit auch
ſämtliche Mandate zum Aufſichtsrat. Die Höchſtzahl der
Aufſichts=
ratsmitglieder wird auf 30 feſtgeſetzt, und in einer Perſon dürfen
in Zukunft nur 20 Mandate vereinigt werden. Ausnahmen ſind
nicht zugelaſſen.
Die Verordnung ſieht ferner eine Erleichterung der
Geltend=
machung von Regreßanſprüchen gegen Vorſtand und Aufſichtsrat
vor und erweiterte Minderheitenrechte für die Geltendmachung
von Regreßanſprüchen. In Fällen von Bilanzverſchleierung und
des Handelns gegen die Intereſſen der Geſellſchaft (HGB 88 12
und 314 Abſ. 1) werden Zuchthausſtrafe bis zu 5 Jahren feſtgeſetzt.
Der Erwerb eigener Aktien kann nach der Verordnung nur
und aliſcher Bedeutung iſt und der Vorbilder des Auslandes von 10 Prozent des Grundkapitals erfolgen. Er iſt nur zuläſſig
Frage der Einziehung von Aktien (HGB. 8 227) iſt neu geregelt
Eigene Aktien müſſen an einer beſtimmten Stelle der Bilanz
Die Lage am Geldmarkt.
ganz=4
in G
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11 2
ſtilles!
den 1
Angol
9atz
Ends.
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gab. d
merr.
t auch die normalen Verhältniſſe am Geldmarkt im großen und
jeder hergeſtellt ſind und der komplizierte Mechanismus wieder
gekommen iſt, ſo bleibt die Geſchäftstätigkeit noch äußerſt
ge=
agesgeld war auch in der abgelaufenen Woche in Frankfurt
geſehen von einer Verſteifung von 6½ auf 7 Prozent, die ſich
Mediobeanſpruchung erklären läßt, die aber raſch überwunden
Die nicht unbeträchtliche Differenz gegenüber Berlin, wo die
ung noch nicht nachgelaſſen hat, blieb aus dem bekannten
Grun der unterſchiedlichen Einſtellung zur Deckungsfrage an beiden
Plät; beſtehen. Wenn man allerdings in Betracht zieht, daß zum
2 Millionen RM. Reichsſchatzanweiſungen fällig geworden ſind
Bereitſtellungen für die Abziehungen von Markguthaben keine
re Verflüſſigung am Tagesgeldmarkt gebracht haben, ſo iſt die
nicht zu leugnen, daß trotz der äußerlich kaum geänderten
Lage eine Verſchärfung erfahren hat. Mehr als bei Tagesgeld
ſich die Vorbereitungen für den Ultimo bei Geld auf längere
merkbar. Infolge der Teilzahlungen der Gehälter wird der
elbſt zwar entlaſtet, dafür iſt aber die Inanſpruchnahme des
Geli Etes in der erſten Monatshälfte um ſo größer geweſen. In
eld kamen neue Abſchlüſſe nur in geringem Umfange zuſtande,
nden Engagements wurden zu den üblichen Monatsſätzen pro=
Im Verkehr unter den Großbanken ſtellte ſich der Satz für
eld auf etwa 8½ Prozent, während für zweite Adreſſen ungefähr
ent gezahlt werden mußten. Auch Warenwechſel hatten ſehr
eſchäft. Der Privatdiskontmarkt hatte noch am meiſten unter
xwirkungen der Störungen in der letzten Zeit zu leiden. Das
iſt nicht ſonderlich groß, die Umſätze bleiben gering. Der
Zins=
rg ca. 8½ Prozent.
Abſchwächung der Reichsmark im Auslande hat ſich nicht weiter
fort y. . Die Situation blieb zunächſt ziemlich unverändert, gegen
* Woche ſtellte ſich aber bereits eine kräftige Erholung ein, die
* der Abwicklung von Deviſen=Terminengagements im
Zuſam=
menu x ſtand. So erwies es ſich als überflüſſig für die Reichsbank,
kerend einzugreifen. Da die Lage zu keiner Beſorgnis Anlaß
es die Reichsbank abſichtlich vermieden, irgendwelche
Maßnah=
ergreifen, die event. Beunruhigung hätten hervorrufen können.
Börſenpanik in Athen.
r kataſtrophale Kursſturz an der Athener Effektenbörſe
hatzy Eern angehalten. Faſt alle Werte gaben um
durchſchnitt=
lichtl Punkte nach. Drei Börſenmakler haben ihre
Zahlungs=
unfr keit angemeldet; für heute erwartet man den
Zuſammen=
brun Ener großen Firma. Der Miniſterrat hat ſich geſtern
ein=
gel: mit der Lage an der Athener Börſe beſchäftigt und iſt
zu 1. Schluß gekommen, daß es ſich um eine vorübergehende
Erfy rung handle, da die Finanzlage Griechenlands geſund ſei.
Unn verhindern, daß die Spekulation die Lage ausnütze, iſt
einn Rniſterkomitee gebildet worden, welches in
Zuſammen=
arkk: mit der Bank von Griechenland und der Griechiſchen
Nasl albank im Bedarfsfall intervenieren wird, um die Kurſe
zu 1en.
Schwarzer Tag in New York.
Wertpapierbörſe, deren ſchwache Haltung in der letzten Zeit
Endert angedauert hat, hatte geſtern einen beſonders ſchwarzen
Tasl Die Wertpapiere verloren bis zu 12 Punkten. Die Papiere der
Ve1 rungsgeſellſchaften waren beſonders ſchwach; ſie gingen zum Teil
unrd Wunkte zurück. Am Deviſenmarkt war das engliſche Pfund
eben=
falkz/ yr ſchwach. Es fiel auf 4.85¾, den niedrigſten Kurs ſeit Wochen.
Wirkſchaftliche Rundſchan.
e Abwicklung der Deviſentermingeſchäfte.
N.7 iner von der Reichsbank auf Grund des
Stillhalteabkom=
m2 weröffentlichten Bekanntmachung werden die Banken, die
vo em 31. Juli 1931 untereinander Deviſentermingeſchäfte
ge) Reichsmark getätigt haben, aufgefordert, dieſe Geſchäfte
du‟ Zurückhandeln bis zum 3. Oktober d. J. abzuwickeln.
So=
we dem Auslande gegenüber Deviſen als Termingeſchäfte
ge=
lis)werden müſſen, erklärt ſich die Reichsbank bereit, die
be=
nib en Deviſen bis zum 1. Oktober d. J. gegen entſprechende
Ul Tagen abzugeben.
— Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 16. September Die
Statiſtiſchen Reichsamt für den 16. September berechnete Index=
. Der Großhandelspreiſe iſt mit 108,8 gegenüber der Vorwoche um
H. geſunken. Dies iſt vor allem auf Preisrückgänge für
indu=
ſtt) Rohſtoffe, Halb= und Fertigwaren zurückzuführen. Die
Indeg=
z” der Hauptgruppen lauten: Agrarſtoffe unverändert 101,6, Kolo=
W ren 94,3 (plus 1,0 v. H.) induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren
U Tminus 0,4 v. H.) und induſtrielle Fertigwaren 134,7 (minus 0,1
Dgenöſſiſche Anleihe von 1931 voll gezeichnet. Die Eidgenöſſiſche
pe von 1931 mit einem Zinsſatz von 4 Prozent in Höhe von 200
„Schweizer Franken, die zu pari aufgelegt worden iſt und von der
Lill. Schweizer Franken zur Zeichnung aufgelegt worden ſind, hat
vollen Erfolg gebracht. Im Wege der Konverſionszeichnung
wur=
urnd 150 Mill. Schweizer Franken gezeichnet, ſo daß für die
Bar=
uungen nur noch 20 Mill. Schweizer Franken zur Verfügung ſtan=
Der zur Verfügung ſtehende Geſamtbetrag von 170 Mill. Schweizer
Ten ſoll anteilmäßig an die Mitglieder des ſchweizeriſchen Banken=
Stiums verteilt werden, das die Anleihe feſt übernommen hat. Bei
uteilung an die Zeichner ſollen die kleinen Zeichner in erſter Linie
Eſichtigt werden.
Produktenberichte.
— Mainzer Produktenbericht. Großhandelspreiſe per 100 Rilo loco
Mainz am Freitag, den 18. September: Weizen 23—3,50, rheinheſſ.
Roggen 2.,50—21. Hafer 15—17, Braugerſte 17—17,75, Induſtriegerſte
16,50—17, füdd. Weizenmehl Spez. 0 37,90, Roggenmehl (60 Prozent)
30,50, Weizenkleie fein 9,70. Weizenkleie grob 10,40, Roggenkleie 9,75
bis 10,50 Weizenfuttermehl 12,50 Biertreber 10,50—11,50,
Erdnuß=
kuchen 12,75—13,25, Kokoskuchen 13,50—17,50, Palmkuchen 10—10,50,
Rapskuchen 8,75—9,50, Sohaſchrot 12,25—12,50, Trockenſchnitzel 5,75—6.
Tendenz ſtill.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Infolge der weiter rückläufigen
Produktion konnten ſich die Preiſe am hieſigen Markt gegenüber der
Vorwoche erneut um durchſchnittlich etwa 1 Pfg. pro Stück befeſtigen.
Die Tendenz iſt daher als weiter feſt zu bezeichnen. In Händlerkreiſen
rechnet man mit einem weiteren leichten Anziehen der Preiſe. Der
Abſatz hat infolge der beſſeren Nachfrage des Konſums eine weitere
Beſſerung erfahren. Es notierten in Pfg. per Stück ab loko
Frank=
furt a. M.: italieniſche nicht am Markt, bulgariſche 10,00—10,50,
jugo=
ſlawiſche 9,75—10,00, rumäniſche 9,75—10,00, ruſſiſche 800—9,00,
pol=
niſche 9,00—9,50, chineſiſche nicht am Markt holländiſche 11,50—13,00,
däniſche 11,00—13,50, flandriſche nicht am Markt, franzöſiſche nicht am
Markt, ſchleſiſche nicht am Markt, bayeriſche 10,00—10,50, deutſche
Friſch=
eier 900—12,60, in und ausländiſche Mittel= und Schmutzeier 7,50 bis
8,50 Pfg.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Die Frankfurter Butterpreiſe
blieben unverändert, obwohl das Angebot, beſonders aus der
Landwirt=
ſchaft, ſehr drängend iſt. Da man aber in der nächſten Woche ſchon
mit einem ſtärkeren Rückgang der Produktion rechnet, ließ man die
Preiſe unverändert, um dadurch einen Ausgleich zu ſchaffen. Indeſſen
iſt der Abſatz an die Verbraucher nach wie vor ſehr ſchwach und bei der
herrſchenden Geldknappheit rechnet man in der nächſten Zeit kaum mit
einer weſentlichen Belebung des Geſchäftes. Die Verkaufspreiſe des
Großhandels lauten für Auslandsbutter 152—154 für deutſche Butter
138—142; kleinere Deckungen entſprechender Aufſchlag. Die Preiſe
ver=
ſtehen ſich in RM. für 50 Kilo.
Berliner Produktenbericht vom 19. September. Das Geſchäft in der
Wochenſchlußbörſe geſtaltete ſich ſehr ſchleppend, die Grundſtimmung
konnte aber als ſtetig bezeichnet werden. Der Mehlabſatz auf Baſis der
den Forderungen für das Rohmaterial entſprechenden Preiſe iſt ziemlich
ſchleppend, ſo daß die Mühlen nur vorſichtig Materiak aus dem Markte
nehmen. Im Effektivgeſchäft hielten ſich Angebot und Nachfrage etwa
die Waage, Weizen zu Futterzwecken bleibt allerdings reichlich offeriert.
Forderungen und Gebote waren im allgemeinen ſchwer in Einklang zu
bringen, das Preisniveau war zumeiſt gegen geſtern gut behauptet. Auch
im handelsrechtlichen Lieferungsgeſchäft waren die Umſätze gering, da
infolge der vorhandenen Deport Arbitragemöglichkeiten für prompte
Ware kaum vorhanden ſind. Weizen ſetzte unverändert bis 1,25 RM.
höher ein. Für Roggen betrugen die Preisbeſſerungen 0,50—1 RM.
Weizen= und Roggenmehl werden zu geſtrigen Preiſen angeboten, und
in Weizenmehl wird nur der notwendigſte Tagesbedarf gedeckt,
Roggen=
mehl findet in den billigeren Provinzfabrikaten nach wie vor Beachtung.
Hafer liegt ſtetig bei knappem Angebot in guten Qualitäten; auf die
geſtern abgegebenen Untergebote ſind nur vereinzelt Zuſagen erfolgt.
Gerſte luſtlos.
Vom ſüddeutſchen Eiſenmarkk.
Die troſtloſe Lage hat ſich nicht gebeſſert. Die überaus geringen
Abſatzmöglichkeiten in Stab= und Formeiſen ließen keinerlei Geſchäft zu.
Der Bedarf beſchränkte ſich hauptſächlich auf kleine Spezifikationen.
Die Bauinduſtrie iſt beſchäftigungslos, der Auftragsbeſtand der
eiſen=
verarbeitenden Induſtrie wie der Konſtruktionswerkſtätten iſt ſo gering,
daß Betriebsſtillegungen in großem Umfange an der Tagesordnung ſind.
Die Neichsbahn hat ihr Beſchaffungsprogramm auf ein Minimum
ge=
ationsprojekten
Lieferzeiten ſind im allgemeinen zünſtig, aber ſehr uneinheitlich infolge
des Stilliegens einer Reihe von Walzſtraßen. Die Verbandspreiſe
blie=
ben unverändert.
Erhöhung des Sprikbeimiſchungszwanges
zu Treibſtoffen auf 6 Prozenk.
Die auf der letzten Kartoffelnotkonferenz vom Reichsminiſter Dr.
Schiele zur Sicherung einer angemeſſenen Verwertung der Kartoffelernte
als notwendig bezeichneten Maßnahmen werden wie WTB.=
Handels=
dienſt erfährt, binnen kurzem in Kraft treten. Insbeſondere kann die
für den Kartoffelmarkt entſcheidende Erhöhung der Aufnahmefähigkeit
der kartoffelverarbeitenden Gewerbe durch die Abänderung der
Verord=
nung der Reichsregierung über den Bezug von Spiritus zu
Treibſtoff=
zwecken als geſichert gelten. Die neue Faſſung der Verordnung gibt bei
gleichzeitiger Herabſetzung des Preiſes für Treibſtoffſpiritus und der
Verwaltungskoſten des Monopols die Möglichkeit, eine Erhöhung des
Spiritusabnahmezwanges zu Treibſtoffen auf mindeſtens 6 v. H.
durch=
zuführen, die automatiſch eintreten wird. Dies verſetzt den Beirat der
Monopolverwaltung in die Lage, in ſeiner Sitzung am 26. ds. Mts.
ein Brennrecht bei angemeſſenen Preiſen feſtzulegen, das den
landwirt=
ſchaftlichen Produktionserforderniſſen Rechnung trägt. Eine Verteuerung
der Treibſtoffe wird auf Grund der Erhöhung der Bezugsquote für
Treibſtoffſpiritus nicht eintreten. Nach der Erhöhung des
Spiritus=
abnahmezwanges wird in den nächſten Tagen über den
Verwendungs=
zwang von Kartoffelſtärkemehl für die Betriebe, die Weizenmehl zu
Back=
zwecken verbrauchen, zwecks Erhöhung der Aufnahmefähigkeit der
Kar=
toffelſtärkeinduſtrie entſchieden werden. Der Abſatz von Kartoffelflocken
wird auch in dieſem Jahr eine Sicherung durch Verbindung mit
zoll=
verbilligter Gerſteeinfuhr erhalten.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 19. Sept.:
Getreide. Weizen: Sept. 48.25, Dez. 48.50, März 51.25. Mai
52½; Mais: Sept. 415, Dez. 37½, März 38½, Mai 415; Hafer:
Sept. 21½, Dez. 225, Mai 25,25; Roggen: Sept. und Dez.
37.75 März 38½, Mai 40.25
Schmalz: Sept. 7.10, Okt. 6.97½, Dez. 6.05, Januar 5.97½.
Spcck, loko 7.62½.
Schweine, leichte 5.50—5.70, ſchwere 4.90—5.65;
Schweine=
zufuhren: Chicago 4000, im Weſten 19 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 19. Sept.:
Schmalz: Prima Weſtern 7.85; Talg, extra, loſe 2.75.
Getreide. Weizen: Rotwinter 61.50, Hartwinter 62,50;
Mais, loko New York 55½; Mehl, ſpring wheat clears 4.00 bis
4,50; Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach dem
Kon=
tinent 8.00—8,50 Cents.
Kakao. Die Kakaobörſe war heute geſchloſſen.
Viehmärkke.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. b. B. am 19. September
waren 379 Tiere zugeführt. Verkauft wurden 268 Stück, und zwar
Milchſchweine das Stück von 4—8 RM. Läufer das Stück von 10—24
RM. Der Markrverlauf war mittelmäßig.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Bei den BMW. in Eiſenach wird in einzelnen Abteilungen nur noch
an 2 Tagen in der Woche gearbeitet. Nur in der Abteilung
Heeres=
geräte wird der Betrieb in vollem Umfange aufrecht erhalten.
Gegenüber den ſeit einiger Zeit in Kaſſel umlaufenden Gerüchten,
daß mit Ablauf ds. Js. die Henſchel u. Sohn A.=G., Kaſſel, wegen
Man=
gels an Aufträgen ſtillgelegt werden ſoll und daß die Lokomotivquote
von 35 Prozent an die A.E.G. abgetreten werden würde, teilt die
Ver=
waltung der Henſchel u Sohn A.=G. Kaſſel, mit, daß dieſe Gerüchte
den Tatſachen völlig widerſprechen. Es ſei nicht beabſichtigt, das Werk
ſtillzulegen oder die Lokomotivquote zu verkaufen.
Der Langenſalzaer Nordwollebetrieb, die Kammgarnſpinnerei
Langen=
ſalza, wird am 21. September ſtillgelegt. Da ſich alle Verſuche, die
Fortführung des Betriebes zu ermöglichen, als erfolglos herausſtellten,
wurde den zuletzt noch beſchäftigten 500 Arbeitern und Arbeiterinnen
bis zu dieſem Termin gekündigt.
Die ſächſiſch=thüringiſchen Webereien haben die Lohntarife zu Ende
Oktober gekündigt, da neben vielen anderen Maßnahmen eine
Anglei=
chung der Löhne an die völlig veränderte Marktlage ſowie an die
Pro=
duktionsverhältniſſe des konkurrierenden Auslandes nicht länger zu
um=
gehen ſind.
Wie die Kriminalpolizei mitteilt, iſt beim Betrugsdezernent eine
Anzeige über die Unregelmäßigkeiten bei der Eiſenfirma Schweizer u.
Oppler A.=G. in Berlin, Wilhelmſtraße 71, eingegangen. Es handelt
ſich um die Verluſte dieſer Firma, die ſich bekanntlich auf rund 12
Millio=
nen RM. belaufen. Dieſe Verluſte ſollen in erſter Linie aus
auslän=
diſchen Abwrackverträgen und Beteiligungen ſowie aus verſchleierten
Finanztransaktionen, die ohne Kenntnis des Aufſichtsrates erfolgten,
entſtanden ſein.
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GESAMTAUSFUHR G2?
Die wichtigſten Warengruppen des deutſch=ſchweizeriſchen Warenverkehrs.
Reviſion
der deutſch=ſchweizeriſchen
Handelsbeziehungen.
Die bedrohliche Entwicklung der
handels=
politiſchen Lage in den einzelnen Ländern hat
dazu geführt, daß die Schweiz an Deutſchland
mit dem Wunſche nach einer Reviſion der
han=
delsvertraglichen Vereinbarungen im Sinne
eines Schutzes gegen die deutſche Notausfuhr,
die in dieſem Jahr vorausſichtlich zu einem
Defizit der ſchweizeriſchen Handelsbilanz von
annähernd 500 Millionen Schweizer Franken
führen wird herangetreten iſt. Die das
nor=
male Maß überſteigende deutſche Einfuhr ſoll
nach dem Verlangen der Schweiz zu den Sätzen
des autonomen Zolltarifes verzollt werden,
während die normale deutſche Einfuhr wie
bisher behandelt werden ſoll. Sollte
Deutſch=
land nicht darauf eingehen, dann müſſe die
Schweiz die Einfuhr von Waren, die das
nor=
male Maß überſchreitet, verbieten. Von einer
Kündigung des deutſch=ſchweizeriſchen
Han=
delsvertrages iſt in den entſprechenden, in
Genf geführten Verhandlungen bisher noch
nicht die Rede, doch muß Deutſchland bis zum
1. Oktober, dem Kündigungstermin für den
Vertrag, ſich über ſeine Stellungnahme
ent=
ſchieden haben.
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mmmer 261
Sonntag, den 20. September 1931
Seite 11
Die Eröffnung der Söſe Talſperre im Harz.
Der Durchlaß des Sperrdammes.
—ſſterode im Harz wurde die Söſe=Talſperre, die größte Trinkwaſſerſerre Deutſchlands, dem
Deb übergeben. Die Talſperre, bei deren Bau innerhalb von drei Jahren 1000 Menſchen,
d iter zahlreiche Arbeitsloſe, beſchäftigt waren, wird künftig das Leinetal vor Hochwaſſer
ſchützen und gleichzeitig elektriſche Kraft ſpenden.
die Beiſehung der Opfer der ungariſchen Eiſenbahn=Kakaſtrophe.
24 Särge in einer Reihe
bergen die Opfer des entſetzlichen Eiſenbahn=Attentats bei Bia Torbagy, das noch immer nicht
ſeine Aufklärung gefunden hat. In der Stunde der Beiſetzung ruhte in ganz Ungarn für eine
Minute der Verkehr. Neben ſämtlichen ungariſchen Würdenträgern nahmen alle Vertreter der
ausländiſchen Regierungen an der Feier teil.
Der Dampfer „Zalke” wieder auf Waffenſchmuggel?
Der deutſche Dampfer „Falke‟,
der jetzt den Namen „Ilſe Vormauer” trägt, ſoll — wie aus Amerika gemeldet wird — bei Kuba
wiederum beim Waffenſchmuggel für die Rebellen angetroffen worden ſein. Kubaniſche
Kanonen=
boote haben das Schiff verfolgt, das jedoch entkommen konnte. Der Prozeß wegen des heimlichen
Waffentransportes nach Venezuela hatte vor einiger Zeit beträchtliches Aufſehen erregt.
Doc gehn Jahren.
Explosions-Unglück bei Oppau (Pfalz).- Eine trauernde
Gemeinde.
Reich und Ausland.
Auto=Bandiken in Köln.
Paſſank erſchoſſen, mehrere verletzt
öln. Ein tolles Banditenſtück, bei dem
e Straßenpaſſant ſein Leben einbüßte und
mr ere andere verletzt wurden, verurſachte am
73 ag abend in der Spichernſtraße große Auf=
—ig.: Ein Autodieb, der dort einen
unbeauf=
ſiten Perſonenkraftwagen rauben wollte,
—edabei von der Beſitzerin überraſcht. Auf
HHilferufe der Frau eilte ein mit ſeiner
7 lie die Straße paſſierender 35jähriger
n herbei. Der Verbrecher zog ſofort einen
lver und jagte dem Mann eine Kugel in
& Zopf. Durch einen Bluterguß trat der Tod
o der Stelle ein. Der Autodieb floh mit
r Komplizen in dem geſtohlenen
Kraft=
u n. Auf der Fahrt gab er noch ſieben Schüſſe
o urch die zwei Männer und eine Frau Fer=
Twurden. Das Ueberfallkommando und zwei
re Kraftwagen nahmen die Verfolgung der
iten auf, die jedoch bisher erfolglos
geblie=
ſt.
renloſes Geld. — Auch das gibt es noch.
rankfurt a. M. Am 2. d. M. fand ein
2n um die Mittagszeit Ecke Rothſchild=
O hersburg=Allee ein Päckchen Geldſcheine
O ge hundert Mark). Bisher hat ſich der Ver=
Ur noch nicht gemeldet. Auch iſt bisher bei
Z Kriminalpolizei keine Anzeige eingegangen.
2 nächſten Tage fand jemand in der Jahn=
Fe eine Brieftaſche mit über 200 RM. Bar=
Auch in dieſem Falle hat ſich der Geſchä=
S bisher noch nicht gemeldet.
Eiſerne Hochzeit.
ad Kreuznach. Ein überaus ſeltenes
Täum, ſeine eiſerne Hochzeit, feierte der
rznacher Turnvater Karl Altenkirch. Er.
im 96. Lebensjahre und ſeine Gattin im
Altenkirch iſt Ehrenvorſitzender des Turn=
—ns 1869. Er beſitzt den Ehrenbrief der
ſchen Turnerſchaft. Im Jahre 1869
grün=
er den erſten Turnverein in Bad Kreuz=
Seit dieſer Zeit nimmt der Jubilar immer
r Anteil am Leben der Turnerſchaft.
Mini=
räſident Braun ließ dem Jubelpaare ein
eiben der Staatsregierung mit den herz=
I en Glückwünſchen überreichen. Die
Kreuz=
er Turnerſchaft brachte, ihrem Turnvater
Tfte Ovationen in der Form eines
Ständ=
s dar.
r Gründer der Reform=
Burſchen=
ſchaften geſtorben.
Geh. Sanitätsrat Dr. Konrad Küſter,
Gründer der Reform=Burſchenſchaften, iſt im
Debensjahre in Berlin verſtorben. Geheim=
Küſter, der die Kriege 1866 und 70/71 als
„Ppenarzt mitmachte, war als mutiger Re=
„er auf den verſchiedenſten Gebieten tätig.
Tie 1883 gehaltene Rede „Zur Reform der
Eſchenſchaften” führte zur Gründung des
All=
reinen Deutſchen Burſchenbundes, dem viele
Horragende Perſönlichkeiten angehört haben.
ater war 27 Jahre lang im Vorſtand des
Deutſchen Krieger=Bundes.
Am Sonntag wird ſich die Gemeinde Oppau
vor dem Denkmal verſammeln, das 1926, fünf
Jahre nach der Kataſtrophe, für die Toten jenes
Exploſionsunglücks errichtet wurde, das im
Um=
kreis von 200 Kilometern hörbar und ſpürbar
war. Am Morgen des 21. September 1921, in
der Frühe zwiſchen 7.31 und 7.32 Uhr, erzitterte
die Erde unter einem gewaltigen Stoß, und ein
Sprühregen von Eiſenteilen und Mauerwerk
fiel auf die Häuſer und Menſchen herab. Was
war geſchehen? Die Menſchen kamen verſtört
aus den Wohnungen, in den Straßen der Städte
und Dörfer lagen dichtgeſät die Fenſterſcheiben,
Häuſer hatten Riſſe bekommen, und je näher
man dem Urſprungsherd, dem Ort der Exploſion
kam, dem Induſtrieort Oppau, der eng mit dem
Namen und Werden der Badiſchen Anilin= und
Sodafabrik (der heutigen J. G.
Farbenindu=
ſtrie) verküpft war, um ſo furchtbarer wurden
die Verwüſtungen. Von den 1050
Wohngebäu=
den und den 2700 Nebengebäuden Oppaus
wur=
den damals 800 Wohngebäude ſo gänzlich
zer=
ſtört, daß ſie abgetragen und neu errichtet
wer=
den mußten; rund 2000 Nebengebäude mußten
gleichfalls vollkommen neu errichtet werden. Die
reſtlichen Wohn= und Nebengebäude mußte man
mit großem Koſtenaufwand wieder inſtandſetzen.
Schlimmer noch als dieſer Sachſchaden, der auf
eine halbe Million Goldmark geſchätzt wurde,
waren jedoch die Opfer an Menſchenleben. Als
der Silobau 110 des Stickſtoffwerkes der
Badi=
ſchen Anilin= und Sodafabrik, in dem 4000
Tonnen Ammonſulphatſalpeter (das bis dahin
als nicht exploſibel galt), lagerten, aus niemals
zu klärender Urſache in die Luft flog, fanden
561 Menſchen den Tod. 177 Werksangehörige
und 384 Nichtwerksangehörige wurden Opfer
jener Rieſenkataſtrophe in Oppau. 1952 Männer,
Funkſprüche vom „Graf Zeppelin”.
Friedrichshafen. Beim Luftſchiffbau
in Friedrichshafen ſind vom „Graf Zeppelin”,
folgende Funkſprüche eingegangen:
18. 9., 21 Uhr: Auf 34.07 Nord, 8.18 Weſt.
60 Meilen Geſchwindigkeit mit vier Motoren,
fünf bis ſechs Meter Nordwind. — Um 22.30
Uhr, auf 32.5 Nord, 9.5 Weſt, vier Maſchinen,
67 Meilen Geſchwindigkeit, bei 7 Meter
Nord=
wind.
„Graf Zeppelin” hat die Kanariſchen Inſeln
paſſiert.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” hat dem
Luftſchiffbau Zeppelin am Samstag, um 6 Uhr
früh M.E.3., folgenden Funkſpruch geſandt:
27.08 Nord, 16.40 Weſt. Damit hat das
Luft=
ſchiff die Kanariſchen Inſeln bereits paſſiert.
Frauen und Kinder wurden in den Gemeinden
Oppau und Edigheim und in der Fabrik ſelbſt
ſchwer verwundet. Um die Toten trauert eine
ganze Gemeinde, und es gibt kaum
Ergreifen=
deres, als jene ſchlichten Tafeln, die wie in
Ehrenfriedhöfen gehalten ſind, einfach und
ſchmucklos, nur mit den Namen der Toten. Faſt
70 dieſer Erinnerungstafeln tragen die
In=
ſchrift: „Unbekannt, geſtorben am 21. September
1921‟ Tagelang mußte ſeinerzeit nach den
Opfern geſucht werden; wochenlang dauerten
die Aufräumungsarbeiten. Der Wiederaufbau
der zerſtörten Gemeinde währte bis ins Jahr
1924. Unter Leitung des jetzigen bayeriſchen
Innenminiſters Stützel wurde damals das
„Hilfswerk Oppau” ins Leben gerufen, das
die=
ſen ganzen Wiederaufbau durchführte und auch
die ſchwere Aufgabe hatte, die Hinterbliebenen
und die Verwundeten zu entſchädigen. Viele
die=
ſer Entſchädigungen wurden ein Opfer der
ein=
ſetzenden Inflation, und die Badiſche Anilin=
und Sodafabrik nahm die Hinterbliebenen der
Opfer wie diejenigen ihrer Werksangehörigen in
dauernde Rentenfürſorge, bzw. gewährte ihnen
eine der Zeit entſprechende Geldabfindung. Es
würde ungerecht ſein, wollte man in dieſem
Zu=
ſammenhang nicht der aufopfernden Hilfe
ge=
denkeu, die wenige Stunden nach
Bekanntwer=
den des Unglücks von Zehntauſenden geleiſtet
wurde. Das Rote Kreuz, die Aerzte der
Um=
gebung, Sanitäter, Feuerwehren, Heilsarmee,
Polizei und Gendarmerie, wie auch die damals
noch in der Pfalz weilende franzöſiſche Beſatzung
ſtellten ſich zur Hilfeleiſtung zur Verfügung, und
fieberhaft wurde gearbeitet. Am 25. September
wurden die Toten zur letzten Ruhe beſtattet;
für ganz Deutſchland war dieſer Tag ein
natio=
naler Trauertag.
Das Luftſchiff „Graf Zeppelin” befand ſich
nach einem beim Luftſchiffbau Friedrichshafen
eingegangenen weiteren Funkſpruch um 13 Uhr
M.E.3. auf 19.38 Grad nördlicher Breite und
22.59 Grad weſtlicher Länge. Es hatte eine
Ge=
ſchwindigkeit von 75 Seemeilen. An Bord iſt
alles wohl. Um 17 Uhr M.E.3. befand ſich
„Graf Zeppelin” 15.50 Grad nördlicher Breite
und 25.40 Grad weſtlicher Länge.
Totſchlag an einem Polizeibeamten.
Labiau. Geſtern nacht wurde hier der
Polizeihauptwachtmeiſter Wendt von zwei
Ein=
brechern, die er auf ihrem Motorrad als
ver=
dächtig anhielt, erſchoſſen. Die Verbrecher, deren
einer als der Arbeiter Altrock aus Königsberg
feſtgeſtellt iſt, flüchteten unter Zurücklaſſung des
Motorrades und von Einbruchswerkzeugen.
Ein wichkiger Fund
zum Eiſenbahn=Anſchlag
bei Torbagy.
Die Aehnlichkeif mit dem Akkenkak
von Jükerbog feſtgeſtellt.
Budapeſt. Im Laufe der
Aufräumungs=
arbeiten der Torbagyer Eiſenbahnkataſtrophe
wurde ein wichtiger Fund gemacht. Auf der
gegenüber dem Viadukt liegenden Böſchung
wurde in einer Entfernung von zirka 60 Metern
vom Schauplatz des Attentates entfernt das
ge=
borſtene Stück einer Röhre gefunden. Dieſer
Fund widerlegt die bisherige Vermutung, daß
zum Attentat ein mit Ekraſit gefüllter Koffer
verwendet wurde. Das gefundene Rohrſtück
dürfte von einem Gasrohr herrühren. Es hat
eine Länge von 1 Meter und einen Durchmeſſer
von 3,5 Zentimeter. In dieſes Eiſenrohr wurde
das Ekraſit gezwängt und vermittels
Kupfer=
drähten, die mit zwei Taſchenlampenbatterien
verbunden waren, an den Schienen befeſtigt. Es
iſt bemerkenswert, daß das Jüterboger Attentat
mit einer Höllenmaſchine begangen wurde, die
eine ſehr ähnliche Konſtruktion aufwies. — Von
Budapeſt aus iſt ein Detektiv=Oberinſpektor nach
Wien und Berlin abgereiſt, um die ausländiſchen
Spuren des Attentats zu verfolgen, namentlich
die dortigen Verbindungen des Kommuniſten
Leipnik. Es wurden mit den dortigen
Polizei=
behörden über die weiteren Nachforſchungen
Beratungen gepflogen.
Die bisherigen Nachforſchungen nach den
Eiſenbahnattentätern haben keinen Erfolg
ge=
habt. Die am Donnerstag verhafteten
Kommu=
niſten Szakacs und Resner wurden geſtern
wegen mangelnder Beweiſe bereits aus der Haft
entlaſſen. — Auch ſcheint es zweifelhaft, ob als
Schreiber des am Viadukt gefundenen Zettels
tatſächlich Martin Leipnik in Frage kommt. Die
Schriftſachverſtändigen ſcheinen davon nicht mehr
ſo feſt überzeugt zu ſein, wie in den erſten
Ta=
gen der Unterſuchung. — Auch die
Nachfor=
ſchungen in der Waffendiebſtahlsaffäre haben
bisher zu keinem Ergebnis geführt.
X
Deutſcher Zuverläſſigkeitsflug.
Berlin. Infolge der ungünſtigen
Wetter=
verhältniſſe konnten am erſten Tage des
deut=
ſchen Zuverläſſigkeitsflugs nur acht Teilnehmer
ihre Strecke planmäßig zurücklegen. 16
Teilneh=
mern gelang es, über 50 v. H. der Tagesleiſtung
ordnungsmäßig abzufliegen, 14 Flugzeuge
blie=
ben unter 50 v. H. der planmäßigen Leiſtung.
Von einer Maſchiene iſt die Streckenleiſtung nicht
genau bekannt. Von drei
Wettbewerbsteilneh=
mern, darunter der deutſchen Kunſtflugmeiſterin
Lieſel Bach, fehlt noch die Tagesmeldung. Für
Samstag ſind 42 Maſchinen ſtartbereit. Drei
Maſchinen erlitten am Freitag leichtere
Beſchä=
digungen. Die Maſchine des Osnabrücker
Ver=
eins iſt mit Totalbruch ausgeſchieden. Die
Be=
ſatzung blieb unverſehrt. Beim Start am
Frei=
tag herrſchten faſt überall Nebel oder niedrige
Wolken. Mancher Startverſuch mußte deshalb
aufgegeben werden. Auch Wolf=Hirth, der in
Grunai (Rieſengebirge) geſtartet war, mußte
umkehren. Insgeſamt mußten ſieben Teilnehmer
zu Hauſe bleiben. Sie ſcheiden damit nicht
aus dem Wettbewerb aus, ſondern werden
ver=
ſuchen, die zweite Tagesſtrecke zu fliegen. Auf
ihr Geſamtergebnis drückt der ausgefallene Tag
natürlich erheblich.
Ein Reichswehrangehöriger im Saargebiet
verſchollen.
Saarbrücken. Der Obergefreite Ernſt
Walk eines Reichswehrbataillons in Würzburg
hatte drei Wochen ſeines Urlaubs bei ſeinen in
Zweibrücken wohnenden Eltern zugebracht. Vor
ſeiner Rückkehr zum Truppenteil wollte er
Ver=
wandte in Saarbrücken beſuchen. Er iſt aber
weder nach Saarbrücken, noch wieder zu ſeiner
Harniſon zurückgekehrt. Es wird hier vermutet,
daß Walk entweder Fremdenlegionswerbern in
die Hände gefallen iſt, oder aber durch ein
Ver=
brechen zu Töde gekommen iſt.
Polniſches Militärflugzeug abgeſtürzt.
Warſchau. Geſtern nachmittag ſtürzte in
der Nähe des Warſchauer Militärflugplatzes ein
Flugzeug des Thorner Flieger=Regiments aus
einer Höhe von mehreren hundert Metern ab,
Der Pilot fand dabei den Tod.
Seite 12
Sonntag, den 20. September 1931
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Die dickſte deutſche Eiche
4: Staupitz im Spreewald ſteht
unter Naturſchutz.
Ausgeſtorbene und ausſterbende Ciere
der Welt.
Als der derühmte ruſſiſche Polarforſcher
Bering im Jahre 1741 in der Meeresſtraße,
die noch heute ſeinen Namen trägt,
Schiff-
bruch erlitt, begann er, mit der Ausſicht auf
einer weltenfernen Inſel überwintern zu
müſſen, ſich und ſeine Mannſchaft zu
ver=
proviantieren. Ein rieſiges, oft 10 Meter
langes Säugetier, das man „Seekuh”
nannte, erleichterte den Schiffbrüchigen dieſe
Aufgabe. Wochen und Monate ſpäter noch
trieben an der Küſte Kamſchatkas
verwun=
dete und tote Seekühe an. Die Kunde von
der ungeheuren Menge dieſer jagdbaren
Ciere verbreitete ſich mit Windeseile, und
27 Jahre nach der Entdeckung dieſer ſeltenen
Ciere wurde die letzte Seekuh von der
Har=
pune ihrer unbarmherzigen Verfolger
ver=
nichtet.
Nur ein Beiſpiel für hundert andere. Das
Schickſal der Seekuh teilten die
mannigfal=
tigſten Ciergattungen, darunter auch jene
wunderſamen Vögel, die „Dronten”
ge=
nannt, von ſeltſam vorſintflutlicher Geſtalt,
flugunfähig und menſchenfreundlich, von
holländiſchen Matroſen auf der Inſel
Mau=
ritius entdeckt wurden. In den wenigen
Jahrzehnten zwiſchen 1598 und 1657 wurde
dieſer Vogel „Dodo” oder die Dronte
ſchonungslos ausgerottet. —
Nicht weniger erſchütternd iſt das
Schick=
lal des Großwildes. Der amerikaniſch=
ten noch — zwei Exemplare dieſer
Elefan=
tenſchildkröten. Allerdings iſt bekamnt, daß
in einem Jahr allein nicht weniger als 30 000
dieſer Schildkröten zu Schlachtzwecken und
um des Schildpatts willen ausgeführt wurden.
Ausſterbende Ciere in Enropa
und Deutſchland.
Wenn die Prachtgeſtalten der
afrikani=
ſchen Cierwelt, wenn die Pelztiere
Nord=
aſiens und Nordamerikas dezimiert wurden,
ſo macht Europa keine Ausnahme. Wiſent
und Elch, Bär und Luchs, Wildkatze und
Edelmarder, Biber und Murmeltier,
Gemſe und Steinbock, Adler und
Lämmergeier ſind teils ausgerottet, teils der
Vernichtung bedenklich nahe. Eine ſorglich
gehegte Herde von Biſamochſen in Nuſſiſch=
Litauen überſteigt nicht 1000 Stück, und das
Elchwild iſt auch in den entlegenſten
Weldeinöden Oſtpreußens, Nußlands,
Skan=
dinaviens eine Seltenheit, noch heute bitter
verfolgt und ſeines koſtharen Geweihes
willen. Schon vor 100 Jahren fiel der letzte
Alpenſteinbock einem Schuß aus dem
Hinter=
halt zum Opfer. Völlig ausgerottet wurden,
will man von Bär und Wolf abſehen, die
ſchon früher ausgeſtorben waren, im vorigen
Jahrhundert der Luchs und auch die
Wild=
katze, die man in den letzten 10 Jahren in
Deutſchland nicht mehr antraf.
Unter den Vögeln vermiſſen wir in
erſter Linie den reizenden Schwarz=
ſtorch, der im Gegenſatz zu ſeinem weißen
Vetter Einſamkeit und Nuhe als
Lebens=
bedingungen brauchte. Lebensbedingungen,
die ihm das moderne Seitalter des Verkehrs
und der Cechnik nicht mehr gönnte. Das
gleiche gilt für den Kormoran, den im
Schwimmen und Cauchen ſo geübten
Fiſch=
fänger. Die Fiſchereibetriebe, in ihren
In=
tereſſen geſchädigt rotteten den Vogel faſt
vollkommen aus. Die wenigen Paare, die es
noch in Deutſchland gibt, genieſien gleich den
Adlern, den Uhus und Kolkraben,
den Swang zur Erhaltung der Cier= und
Pflanzengat=
ungen aller Seiten eintreten, ſo müßten uns heute die
gewaltigen Baum=Schachtelhalme und die Saurier der
prähiſtoriſchen Jahrtauſende erhalten ſein. Die
Ent=
wicklung jedoch lehrt uns, daß eine geringe
Verſchie-
dung der Erdachſe eine Veränderung der klimatiſchen
Verhältniſſe aller Breiten mit ſich führt und damit auch
eine grundſätzliche Wandlung in Flora und Fauna.
An dem Erlöſchen vieler Ciergattungen, die Natur=
Kataſtrophen zum Opfer fielen, iſt der Menſch unſchuldig.
Schuldig aber iſt er zu ſprechen an der Catſache, daß
eine große Sahl von Cieren und Pflanzen, deren
Lebens=
bedingungen den augenblicklichen entſprechen, dem Aus=
Iterben nahe ſind. In erſter Linie ſpielt hierbei — ſoweit
1 es die Ciere betrifft — die Jagd als „Sport” eine
Nolle. Solange Vergnügungsreiſende in Spitzbergen 200
Renntiere an einem Cage erlegen, ſolange amerikaniſche
Nobbenjäger 400 Cidre zur Strecke bringen, darf man
lich nicht wundern, daß dieſe Arten ſelten ud immer
leltener werden. Der Walfiſchfang dezimierte dieſen
Rieſen=Seeſäuger ſo ſtark, daß di norwegiſche
Negie=
rung eine geſetzliche Schonzeit für das edle Seewild ein=
Tetzen mußte.
Neben dem Sport ſpielt natürlich die Habgier eine
Nolle, zumal wenn es ſich um edle Hochwaldbäume
han-
delt, deren Hölzer mit hohen Preiſen bezahlt werden.
Das gleiche gilt für andere ſeltene Pflanzen und Ciere.
Und nicht zuletzt ſpielt — die Mode eine
ausſchlag-
gebende Volle. Als ewwa vor 20 Jahren der Muff aus
Affenfell modern wurde, wurden in einem Jahr nicht
weniger als 200 000 dieſer Affen geſchoſſen.
Drei Jahre ſpäter ſchon war das Cier eine
zoologiſche Seltenheit geworden. Ein Bei= Büffeloder Blſon, der einſt in etwa ſechs
ſpiel für viele. Es bleibt dabei faſt ein Croſt,
daß in dieſer unüberlegten, ſinnlolen Her= amerikas bevölkerte und dem Indianer alles
ſtörungswut letzten Endes wieder der Menſch lieferte, was er zum Leben brauchte, wurde ſo
ſich ſelbſt trifft. Denn mit dem Schwinden gut wie ausgerottet, ſeit mit dem Bau der
unſerer gewaltigen Wälder verändert ſich. Pazific=Bahnen die „Sivillation” in dieſe
naturgemäß das Klima und die Qualität Naturgebiet eindrang. Heute zählt man
der Luft, die radikale Vernichtung vieler
Der Wiſentmuß in Amerikadurch
Naturſchutz vor dem Ausſterben
bewahrt werden.
Cierarten führt bei anderen, deren Feinde
ſie waren, zu Degenerationserſcheinungen.
Nichtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet
Dr. H. Hoffmann.
werdet...
Millionen Exemplaren die Steppen
Nord=
kaum 600 freilebende, das heißt in
Natur=
ſchutzparks untergebrachte Ciere, und noch
etwa 1000 Exempläare in der Gefangenſchaft
der zoologiſchen Gärten der Erde.
In dieſen Gärten und Muſeen allein
gewinnen wir noch eine Vorſtellung von den
Schätzen, die größtenteils mutwillig durch
Menſchenhände vernichtet wurden. Dazu
gehören die holländiſcheCaube, der
Goldmamo von Hawai, der
Eulen=
papagei, der Neſtor der Papageien
Süd=
amerikas, die Labradorente, deren
letzte im Jahre 1852 getötet wurde, das
Rieſenkänguruh, die
Elefanten=
robe, die Mönchsrobbe und viele
andere. Was wurde aus den
Nieſen=
ſchildkröten der Mascarenen, die
Ende des 17. Jahrhunderts ſo zahlreich
ge=
weſen ſein ſollen, daß man nicht wußte, wo
man den Fuß niederſetzen ſollte. Heute
exiſtieren in franzöſiſchen zoologiſchen Gär=
Aan
wiewohl es ſich bei all dieſen Vögeln um ſogenannte
„Schädlinge” handelt, geſetzlichen Schutz. — Am ſtärkſten
leiden die Bewohner der Moore, die in unſerer
ratio=
nellen Seit größt nteils zur Beſtellung und
wirtſchaft=
lichen Auswertung trocken gelegt werden. Mit ihnen
verſchwinden Kranich und Kiebitz, Brachvogel,
Bekalline, Blaukehlchen und manch andere
Art, die wir in abſehbarer Seit nur noch dem Namen
nach kennen werden.
Die Cage des Bibers, des Fiſchotters und
Nörz ſcheinen gezählt zu ſein, man findet beide Ciere
nur noch vereinzelt an mecklenburgiſchen Seen. Die
Edel=
marder, Steinmarder und Iltis, heute ſchon ſo ſtark
dezi=
miert, daß man von ihrer Verfolgung als „Schädlinge‟
abſehen könnte, genießen nicht den gleichen Schutz wie
Deutſchlands intereſſanteſtes Naubtier, der Dachs, der
bei den Forſtleuten als Vertilger der furchtbaren
Nonnen=
larven und Naupen beliebt iſt und ausgedehnte
Schon=
zeiten gemießt.
H. 2. Kunwaldt.
Pflamzen mter Polizeianfſicht.
Die wertvollen Pflanzen, die man mit Schutzmaßnahmen
vor der Vernichtung bewahren will, ſind u. a.: die
Eibe, die einſt das ſchönſte und feinſte Werkholz lieferte.
Um ihres ungeheuer langſamen Wachstums und des
ge=
ſchätzten Holzes willen, wird ſie immer ſeltener. Man
zählt heute in Deutſchland noch etwa 7000 Exemplare,
Elch,
deren etwa 1000 Stück in der Cucheler Heide ſtaatlich
iſchen Nehrung ledend.
geſchützt werden. Gleich der Eibe iſt die Schwarzföhre
und Arve, deren Heimat über 1500 Meter Seehöhe liegt,
dem Untergang geweicht. Kilometerweite Waldungen dieſer charakteriſtiſchen, knorrigen
Hochgebirgsſtämme fielen den Aexten der gewinnſiüchtigen Holzhändler zum Opfer.
Soſind die Studenten von heute!
In drei Ferienmonaten muß das Winker=Semeſter
finanziert werden!
Was machen Sie in den Semeſter=Ferien?
(Nachdruck, auch auszugsweiſe, verboten.)
Die Semeſterferien haben an den deutſchen
Hoch=
ſchulen begonnen. Semeſterferien? Heute etwas
anders als früher, wo es für viele ein Ausruhen
nach einem ſorgenlos und feucht=fröhlich
durch=
ſchwärmten Semeſter war. Faſt 80 Prozent aller
deutſchen Studenten ſind Verkſtudenten:
Am Amboß, im Kohlenbergwerk, am Pflug und
Backofen, am Steuer des Laſtwagens, bei
Straßen=
arbeiten finanziert heute ein großer Ceil der
deut=
ſchen Studenten die Möglichkeit, im Winter ſich
wieder mit heiligem Ernſt der akademiſchen Arbeit
hingeben zu können. Werkſtudenten in den Ferien
— ein Kapitel deutſcher Jugend von heute!
Auf dem Laſtwagen durch Deutſchland.
Stud. ing. Fritz K.:
„Was ich in den Semeſterferien mache? Dasſelbe wie im
vorigen Jahr: Beim letzten Mittagbrot in der Menſa, das man
ſich in dieſem Halbjahr nur noch dreimal wöchentlich leiſtete,
halten wir einen feucht=fröhlichen Abſchiedstrunk, — dieſem
un=
erwarteten Anprall hält erfahrungsgemäß die Kaſſe nicht ſtand
und leert ſich bis auf eine Neichsmark. Dann wird der
Steh=
kragen abgebunden, ich ſchlüpfe in eine alte Chauffeurjacke, die
zwar viel zu eng iſt, aber dafür wunderbar nach Oel und Fett
duftet. Und ein paar Stunden ſpäter lenke ich in anbrechender
Dunkelheit den hochbepackten Laſtwagen mit Anhänger in eine
der großen Ausfahrtsſtraßen, Nichtung Hamburg.
Drei Monate lang werde ich jetzt Nacht für Nacht die Strecke
befahren. Dreimal in der Woche kommt zur Nacht der halbe Cag
hinzu, dann nämlich, wenn wir in Hamburg nur kurze
Swiſchen=
ſtation machen und weiter hinauf nach Schleswig=Holſtein fahren.
Neben mir auf dem Führerſitz liegen ein paar Studienbücher! Ob
ich wohl viel dazu kommen werde? In den Nuhepauſen iſt man
müde genug!
Im vorigen Jahre hatte ich gleich am erſten Cage meiner
Werkſtudentenzeit ein nettes Erlebnis: Wir hielten unterwegs
vor einem Wirtshaus an der Landſtraße. In der Gaſtſtube ſaß
an einem Ciſch noch ein anderer Chauffeur, ebenfalls ein junger
Menſch, am Nebentiſch eine kleine Geſellſchaft, augenſcheinlich
die Beſitzer des Wagens. Ich grüßte und ſetzte mich natürlich
zu dem Kollegen. Und nach ein paar Minuten haben wir lachend
feſtgeſtellt, daß der Kollege wirklich ein Kollege, nämlich — auch
Werkſtudent iſt! Und nach ein paar Minuten erhebt ſich eine
junge Dame vom Nebentiſch, kommt auf mich zu und ſagt: „Ich
glaube, wir kennen uns von der Hochſchule her!” Ebenfalls
Studentin! Sie ſetzte ſich zu uns, ſehr zum Entſetzen der älteren
Herrſchaften, die dieſe Chauffeurbekanntſchaft nicht verſtanden,
und wir verlebten eine nette halbe Stunde.
Und dann ging’s wieder hinaus auf die Landſtraße,
ge=
horchend unſerer Pflicht, die wir Werkſtudenten alle freudig
er=
füllen!”
Der Weg zum Referendar führt über die — Schuſterbaukl!
Stud. jur. Friedel Schnee:
„Unſere Studentenbude hat ſich für drei Monate in alle
Winde aufgelöſt, Erna, die Chemikerin, hat’s am beſten: ſie macht
den ganzen Cag über Koſtproben in einer Marmeladenfabrik! Nur
wer Erna kennt, weiß, was ſie leidet. Sie hat nämlich Anlage
zum Dickwerden und wi lldoch durchaus ſchlank bleiben! Na, ſie
wird ſich’s im Winter=Semeſter wieder abhungern. — Erika hat
ſich zur Erntearbeit auf ein Gut verdingt. Beſonders erfreut
wird ſie von dem Suſammenwohnen mit den polniſchen
Schnitte=
rinnen ja auch niht ſein. Aber Werkſtudent und
Werk=
ſtudentin können ſich eben in heutigen Seiten ihre Arbeit nicht
ausſuchen!
Ich ſelbſt habe, nachdem ich in den letzten Ferien in einem
Werkſtudentenheim ausgebildet worden bin, Aufnahme in eine
Schuhmacherwerkſtatt gefunden. Eine Organiſation, wo unſere
Kunden auch hauptſächlich Studenten ſind. Na, und deren Schuhe
zu beſohlen, iſt gewiß keine Kleinigkeit: wenn ein Student ſeine
Schuhe zum Beſohlen gibt, dann ſind in den ſeltenſten Fällen auch
nur noch die Brandſohlen vorhanden.
Und doch, — ich bin gern Werkſtudentin, wenn man auch
manchmal glaubt, daß man nicht mehr weiter kann. Dieſes
Werk=
ſtudententum hat zwiſchen uns jungen Akademikern eine große
Gemeinſamkeit und Brüderlichkeit geſchaffen, das ſpürt man,
wenn abends Kommilitonen zu uns in den Laden treten und einem
zulächeln, im Bewußtſein gemeinſamen Arbeitserlebniſſes für
dasſelbe Siel.
Hier, ſehen Sie meine Hände, hart und ſchwielig. An uns
Werkſtudentinnen iſt viel Jungmädchenhäftes nicht mehr übrig
geblieben. Eine neue Seit iſt angebrochen, — ſie fordert auch von
uns jungen deutſchen Mädels manches liebe Mal mehr Mut und
Kraft als Weiblichkeit!”
Der ſtnd. rer. pol. als Saiſonarbeiter.
„Obſtpflücker auf einem ſüddeutſchen Gut. Ja, der
Werk=
ſtudent ſteht nicht mehr, wie früher, mit „ſeiner Lore am Core”,
dafür werde ich aber meiner Herzallerliebſten jede Woche einmal
ein Kiſtchen Obſt ſchicken. Nach dem Obſtpflücken gibt es
Ernte=
arbeit auf dem Felde. Der Verdienſt iſt mäßig, — aber was
wollen Sie, ich kann jeden Cag ca. 2 Mark ſparen. Das will
etwas heißen: Einen kleinen Zuſchuß kann mein Vater grade
noch abknapſen, und mit 60 bis 75 Mark im Monat muß ein
Student von heute bon leben können!. Ich kenne vie
noch weniger haben und ſich trotzdem durchbeißen. Nur
und Selbſtvertrauen muß man haben!
Auf dem Gut ſind noch ein paar andere Kommilitor
abends ſind wir zuſammen, ſingen unſere Studentenlieder
wohl das einzige, was von der Studentenromantik von du
noch übrig geblieben iſt! Und oft liegen wir am
Lagerf=
ſprechen über die großen deutſchen Fragen, die uns alle in
bewegen. Gewiß, Ferien im alten Sinne ſind das nicht,
ich glaube doch, daß es für uns Erlebniſſe ſind, die uns
ganzes Leben wartvoll und pfadweiſend bleiben werden!”
je
Sud
a0
Student und Arbeiter.
Stud. med. Joachim Engelbrecht:
„In einer Steinkohlengrube des Ruhrreviers, I
Meter unter Cag, werde ich meine Ferien verbringen. Wi
ten zuſammen, eine Gruppe von fünf Mann. Der eine
Preßluftbohrer, die anderen ſchlagen das Geſtein ab. S
wir eng beieinander, ſechs Stunden lang, eine Arbeitsgene
Mir läuft, ebenſo wie den andern, der Schweiß vom beinal
ten Körper. Manchmal werden die Knie weich, aber na
die Knochen zuſammen, — der Werkſtudent will ſich vor
Arbeitskollegen nicht blamieren. Erſt abends in ſeiner 8
darf man zuſammenbrechen. Im vorigen Jahr erlebte 1
kleinen netten Swiſchenfall: Ein Arbeiter hatte ſich
Schulter leicht verletzt, ganz ungefährliche Sache. Er (
wo anders und kannte uns nicht. Ich wuſch die Wunde u
einen ſachgemäßen Verband an. Da trat einer von ſeiner
auf mich zu und ſagte: „Hör” mal, mein Junge, was biſt
eigentlich ſonſt von Beruf?” Und als er erfuhr, daß wir
ſtudenten ſeien, war er zunächſt etwas baff. Und damn
mit den andern Kumpels und ſagte mir: „Das hätteſt du
gleich ſagen können! Das iſt uns doch neu, daß auch ein „‟
ter” ſich nicht zu fein fühlt und hier unten arbeitet!”
Na, und dann war es bei der ganzen Belegſchaft
Ader wir haben uns nicht beklagen können! Wir erleb
erſten Male etwas, was uns an der Unierſität immer
hohes, aber kaum erreichbares /Odeal vorgeſchwebt ha
Gemeinſchaftsgefühl der arbeitenden deutſchen Menſchen 1
Klaſſen hinweg!
Und das iſt und bleibt für uns der große ſeeliſche
unſeres Werkſtudententums für unſer ganzes Leben: 4
nicht abgeſchloſſen als eine „Kaſte”, wir können die
bilden zu dem einigen Deutſchland der Sukunft!
—
TI
2e
4.
Sh
T=
A
Aie
La
Aen
Sklaven der Liebe.
Novelle von Knut Hamſun.
Geſchrieben von mir, geſchrieben heute, um mein Herz zu
er=
leichtern. Ich habe meine Stellung im Café verloren und meine
frohen Cage. Alles habe ich verloren. Und das Café war das
Café Maximilian.
Ein junger Herr in grauem Anzug kam Abend für Abend
mit zwei Freunden und ſetzte ſich an einen meiner Ciſche. Es
kamen ſo viele Herren, und alle hatten ein freundliches Wort für
mich, nur er nicht. Er war groß und ſchlank, hatte weiches.
ſchwarzes Haar und blaue Augen, mit denen er mich zuweilen
ſtreifte, und einen Anflug von Bart auf der Oberlippe.
Nun, er mochte anfangs wohl etwas gegen mich haben.
Er kam eine ganze Woche hindurch ununterbrochen. Ich hatte
mich an ihn gewöhnt und vermißte ihn, als er eines Abends
aus=
blieb. Ich ging durch das ganze Café und ſah mich nach ihm um;
endlich fand ich ihn an einer der großen Säulen am anderen Ende;
er ſaß mit einer Dame vom Sirkus zuſammen. Sie trug ein
gel=
bes Kleid und lange Handſchuhe, die bis über die Ellbogen
reich=
ten. Sie war jung und hatte ſchöne, dunkle Augen — und meine
Augen ſind blau.
Ich blieb einen Augenblick bei ihnen ſtehen und hörte zu,
wovon ſie ſprachen: ſie machte ihm Vorwürfe, ſie war ſeiner
überdrüſſig und hieß ihn gehen. Ich dachte in meinem Herzen:
Heilige Jungfrau, warum geht er nicht zu mir?
Am nächſten Abend kam er mit ſeinen beiden Freunden und
nahm wieder an einem meiner Ciſche Platz, denn ich hatte fünf
Ciſche zu bedienen. Ich ging nicht heran, wie ich ſonſt wohl tat,
ſondern wurde rot und ſtellte mich, als hätte ich ſie nicht bemerkt.
Als er mir winkte, trat ich an den Ciſch und ſagte: Sie waren
geſtern nicht hier.”
„Wie wundervoll ſchlank unſere Kellnerin iſt”, ſagte er zu
ſeinen Kameraden.
„Bier?” fragte ich.
„” antwortete er. Und ich lief mehr, als ich ging, und
holte drei Seidel. —
Ein paar Cage vergingen.
Er gab mir eine Karte und ſagte:
„Bringen Sie die hinüber .. ."
Ich nahm die Karte, ehe er ausgeſprochen hatte, und brachte
ſie der gelben Dame. Unterwegs las ich ſeinen Namen:
Wladimierz C.
Als ich zurückkam, ſah er mich fragend an.
„Ja, ich habe ſie hingebracht”, ſagte ich.
„Und Sie haben keine Antwort erhalten”, ſagte er.
„Nein.”
Er gab mir eine Mark und ſagte lächelnd:
„Keine Antwort iſt auch eine Antwort.”
Den ganzen Abend blieb er ſitzen und ſtarrte zu der Dame
und ihren Begleitern hinüber. Um elf ſtand er auf und ging an
ihren Ciſch. Sie empfing ihn kühl, ihre beiden Herren aber ließen
ſich näher mit ihm ein, ſtellten ihm boshafte Fragen und lächelten.
Er blieb einige Minuten, und als er wiederkam, ſagte ich ihm,
daß in die eine Ciſche ſeines Sommerüberziehers Bier gegoſſen
worden ſei. Er zog ihn aus, wandte ſich haſtig um und ſah einen
Augenblick nach dem Ciſch der Sirkusdame hinüber. Ich
trock=
nete ihm den Ueberzieher ab, und er ſagte lächelnd zu mir:
„Danke, Sklavin!”
Als er ihn wieder anzog, half ich ihm und ſtrich ihm heimlich
über den Nücken.
Er ſetzte ſich, zerſtreut. Einer ſeiner Freunde beſtellte noch
Bier, ich nahm das Seidel und wollte auch C’s Seidel nehmen.
Er ſagte aber: „Nein” und legte ſeine Hand auf die meinige. Bei
dieſer Berührung ſank auch mein Arm plötzlich herab, er merkte
es und zog ſeine Hand ſofort zurück.
Am Abend betete ich zweimal vor meinem Bett auf den
Knien für ihn. Und ich küßte ganz glücklich meine rechte Hand,
die er berührt hatte.
Einmal ſchenkte er mir Blumen, eine Menge Blumen. Er
kaufte ſie bei der Blumenfrau, als er hereinkam; ſie waren friſch
und rot, und es war faſt ihr ganzer Vorrat. Er ließ ſie vor ſich
auf dem Ciſch liegen. Keiner ſeiner Freunde war mit da. Ich
ſtand, ſo oft ich Seit hatte, hinter einer Säule und ſtarrte ihn an,
und dachte bei mir: Wladimierz C. heißt er.
Es mochte vielleicht eine Stunde vergangen ſein. Er ſah
fortwährend nach der Uhr. Ich fragte ihn:
„Erwarten Sie jemand?”
Er ſah mich wie geiſtesabweſend an und ſagte plötzlich:
„Nein, ich erwarte niemand. Wen ſollte ich ewar
„Ich meinte nur, ob Sie vielleicht jemand erwarten.
„Kommen Sie her” erwiderte er! „Das iſt für Sie-
Und er gab mir alle die vielen Blumen.
Ich dankte ihm, aber ich konnte nicht gleich ein Bi
vorbringen, ich flüſterte nur. Eine blutrote Freude rR i.
atemlos ſtand ich am Büfett, wolich etwas holen ſollte.
Der Oberkellner ging vorüber. „Sie vergeſſen Ve
für den Herrn mit dem Stelzfuß”, hörte ich ihn ſagen.
C. war noch nicht gegangen. Ich dankte ihm aberi.
er ſich erhob, um zu gehen. Er ſwtzte und ſagte:
„Ich kaufte ſie eigentlich für eine andere.
Nu ja. Er hatte ſie vielleicht für eine andere geſal g
ich bekam ſie. Ich bekam ſie, nicht die, für die er ſie geſat
Und ſo durfte ich ihm auch dafür danken. Dile
Wladimierz. —
Am nachſten Abend kam er ſehr ſpät. Er fragle:
„Haben Sie viel Geld, Sklavin?”
„Nein, leider nicht”, antwortete ich. „Ich din Eit
Mädchen.”
Da ſah er mich an und ſagte lächelnd:
„Sie mißverſtehen mich. Ich brauche bis morge:
Geld.”
„Ich habe etwas Geld”, entgegnete ich. „Sch 900 *
unddreißig Mark zu Hauſe.”
„Zu Hauſe? Nicht hier?”
Ich antworte: „Warten Sie eine Viertelſtunde Ait
Sie mit mir, wenn wir ſchließen.”
Er wartete die Viertelſtunde und ging mit Mit:
„Nur hundert Mark”, ſagte er. Er hieſt ſich die Se
an meiner Seite und ließ mich weder vorgn n09 N
gehen.
„Ich habe nur eine kleine Kammer”, jagte ich. 0
meiner Haustür ſtehen blieben.
„Ich gehe nicht mit hinauf”, erwiderte er. 389 0.
Er wartete.
Als ich wieder herunterkam, zählte er das Geſt une 4.
„Das ſind mehr als hundert Mark. Sch 9e92 Ot
Marke als Crinkgeld. — Ja, ja, hören Sie ich Di. L
Mark als Crinkgeld geben.”
R1433
Dürkheimer Wurſtmarkt.
Von Carl Otto Windecker.
Es gibt Notverordnungen und Steuern. Das Benzin iſt
innig teuer und eigentlich wollte man ja ſeine Fahrten —
Proteſt — einſtellen, oder einſchränken, ſoweit nicht
unbe=
ite Notwendigkeit vorliegt. Und ſchließlich: was heißt ſchon
kheimer Wurſtmarkt. So was kennt man doch längſt:
ießbuden und Hippodrom, Karuſſell und Schiffſchaukel
den und Muſik — kennen wir. Der Darmſtädter
Buden=
kt iſt ja auch nicht ſo ohne. Jahren wir alſo hin? Nein.
Fgeſchloſſen. Nausgeworfenes Geld. Nochmals: Nein.
Und dann fahren wir ſelbſwerſtändlich doch. So wie es ſich ge=
! (Bitte nicht weiterſagen: Ehefrauen zu Hauſe laſſen!) — Es
en zwar auch Ehefrauen ohne Ehemänner geſichtet worden
Aber beſtimmt keine Darmſtädter. — Wir fahren alſo.
i herrlichem Sonnenwetter. Erfriſchende, kühle
Herbſtſtim=
rg in der Landſchaft. Eine Fahrt, wie ſie ſein ſoll. Auch ohne
rrſtmarkt in Dürkheim. Denn eigentlich — ſo im tiefſten
tern — hängt da immer noch die Frage: wird es Wert haben?
urſtmarkt. Was heißt das ſchon? Oktoberfeſtimitation?
einleichen? Gedränge? Geldausgaben? (Der Monatserſte
doch ſchon ſo lange vorbei!)
Aber man iſt ſchon in der lieblichen Gegend der Pfalz. Iſt
in inmitten einer unüberſehbaren Neihe von Autos,
Motor=
er, Omnibuſſen und Lieferwagen, auf die man Bänke geſtellt
— und alle haben ein Siel. Schon liegen die Haardtberge
blau, m wundervoller Plaſtik vor uns— ein köſtliches Bild,
s allein ſchon die Fahrt verlohnen würde. Noch iſt der
An=
k der Landſchaft und ihre Schönheit das Wichtigere. Immer
H haften die Sweifel in puncto Wurſtmarkt. Na, — immerhin
an man es ja mal probieren. Enttäuſcht es, ſo bleibt die
herr=
re Landſchaft.
Und dann taucht Dürkheim auf, und dann iſt man ſchon
Eten drinnen, in einem Chaos hupender, pfeifender, gellender
rtos, in einem Cohuwabohu fröhlicher, ausgelaſſener Menſchen,
die Straße nicht freigeben, bis ſie der Kühler unſeres Wagens
r — Nücken kitzelt.
Der Feſtplatz in ſeinen unüberſehbaren Ausmaßen zeigt ſich,
erſtaunt, aber ſchon längſt zu eigener Fröhlichkeit entſchloſſen,
eacht man in das Cſchindaraſſabum, das Lachen und Schreien,
ahlen und Singen der Budenſtadt. Man hat es jetzt ſogar ſchon
Tg, ſeinen Wagen auf den Parkplatz zu ſtellen, iſt überraſcht
—i der Größe dieſes Parkplatzes und den vielen Hundert Autos,
die hier eines neben dem anderen ſteht, — kleine Wagen der
Weinbauern, große Luxuswagen mit Polizeinummern aller
deut=
ſchen Gaue und des Auslandes, findet mit knapper Mühe und
Not noch in der entfernteſten Ecke ein Plätzchen — und iſt ſchon
drin, im Betrieb.
Und es iſt aus mit allen Sweifeln, mit allen Vorbehaltungen
und kühlen Ueberlegungen. Gedrängt, geſchoben, geſtoßen,
ange=
ulkt und angeſchrien, längſt nicht mehr Einzelweſen, längſt ſchon
ein winziger Ceil einer unendlich fröhlichen, weinſeligen, tollen
Gemeinſchaft, abſolviert man die verwirrend vielen Gaſſen der
Budenſtadt, lacht in lachende Geſichter, lacht zu ſchmerzhaften
Fußtritten auf die eigenen Füße, zu herzlich derben
Nippen=
ſtößen.
Nichtig: man könnte ſich eigentlich über die pſychologiſchen
Hintergründe ſolcher Volksbeluſtigungen unterhalten. Man
könnte das. Aber man kann es nicht. Man iſt plötzlich wieder
jung, — ſo jung, wie als kleiner Stöppel, wenn man von Muttern
zwei Groſchen für die „Kerb” bekam, — man kauft
Gummi=
ſchlangen und zitternde Spinnen, eine lange Hahnenfeder auf den
Hut, — man ſchießt am „Scharfſchützenſtand”, juckelt auf einem
armen, bedauernswerten Gaul im „Hippodrom”, — ein armes
Bieſt, das weder auf Sügel noch Ferſe reagiert, brav und
un=
ſagbar geduldig nach der Melodie einer quäkenden Kapelle ſeine
Nunde abläuft, — man jagt auf dem Karuſſell herum, ſchaut
begeiſtert und kritiklos der größten Senſation der Welt, der
Entfeſſelungskünſtlerin Miß Sowieſo zu, beſtaunt die Leiſtungen
eines längſt heiſer gewordenen Cierhypnotiſeurs.
Und landet endlich in einem der großen Selte vom „Pfälzer
Weinſchorſch” oder dem „Winzerverein”, erſtickt halbwegs in
der heißen, drückenden Weinluft, ſtellt nur feſt, daß kein Eckchen
Platz mehr frei iſt, und daß man dann die zuſammengepferchten,
eng aneinander gedrückten Menſchen noch ein bißchen
zuſammen=
ſchieben muß, um doch noch Platz zu bekommen, — und ſeinen
Schoppen Pfälzer mit den zugehörigen Würſtchen. Wüßte ich
nicht ganz genau, daß mein Begleiter zum Wurſtmarkt dieſe
Seilen ganz beſtimmt lieſt, ſo würde ich indiskret ſein und
ver=
raten, wieviel Würſtchenpaare man auf emen Sitz verdrücken
kamn.
Und dann entdeckt man auch, daß die kleinen Pfälzer
Mäd=
chen ſo überaus frohe und luſtige Augen haben . . . und . . . (die
folgenden Seilen meines Berichts hat der Nedakteur der
„Gegenwart” aus mir unbegreiflichen Gründen geſtrichen).
Und wieder ſchiebt man ſich durch die engen Gaſſen der
Budenſtadt. Sieht ſich dauernd vor der Notwendigkeit, einen
neuen Geldſchein wechſeln zu laſſen, weil man hier ohne Kleingeld
nicht exiſtieren kann, — geht auf pſychologiſche Entdeckungen aus,
indem man am eigenen Leibe oder Portemonnaie feſtſtellt, wie
leicht man auf dem Dürkheimer Wurſtmarkt ſein Geld ausgibt, —
ohne Bedauern, ohne Zählen, — ſo, weil man einfach nicht anders
kann, als hier am Stand die Würſte, dort die Waffeln und hier
wieder die „Scharfſchützengewehre” verſuchen muß. Man kann
nicht anders.
Und wie herrlich erfriſchend iſt es, wieder einmal ſo völlig
kritiklos ſein zu können. Sicherlich ſind die Waffeln in billigem
Und er reichte mir das Geld, wünſchte Gute Nacht und
rng. An der Ecke ſah ich ihn ſtehen bleiben und der alten,
lah=
en Bettlerin eine Mark geben.
Er bedauerte am nächſten Abend gleich, daß er mir das
eld nicht zurückzahlen könne. Ich dankte ihm dafür, daß er es
cht konnte. Er geſtand offen, daß er es durchgebracht habe.
„Was ſoll man dazu ſagen, Sklavin”, ſagte er lächelnd. „Sie
iſſen: die gelbe Dame!”
„Weshalb nennſt du unſere Kellnerin Sklavin?” ſagte einer
imer Freunde. „Du biſt ja mehr Sklave als ſie.”
„Bier?” fragte ich, und unterbrach ſie.
Bald darauf trat die gelbe Dame ein. C. ſtand auf und
erbeugte ſich. Sie ging an ihm vorüber und ſetzte ſich an einen
eren Ciſch, lehnte aber zwei Stühle umgekehrt dagegen. C. ging
kort zu ihr hin, nahm den einen Stuhl und ſetzte ſich. Nach zwei
Tinuten erhob er ſich wieder und ſagte ſehr laut: „Gut, ich gehe.
rd ich kehre nie wieder zurück.”
„Danke”, entgegnete ſie.
Ich fühlte vor lauter Freude kaum meine Füße, lief ans
Hüfett und ſagte etwas. Ich erzählte wohl, daß er nie wieder
r ihr zurückkehren werde. Der Oberkellner ging vorüber; er
Steilte mir einen ſcharfen Verweis, aber ich machte mir nichts
araus.
Als das Lokal um elf geſchloſſen wurde, begleitete mich C.
Es an meine Haustür.
„Fünf von den zehn Mark, die ich Ihnen geſtern gab”,
agte er.
Ich wollte ihm alle zehn geben, und er nahm ſie an, gab mir
Ber trotz meines Sträubens fünf als Crinkgeld zurück. Und er
Dollte meine Einwände nicht hören.
„Ich bin heute abend ſo froh”, ſagte ich. Wenn ich Sie
ritten dürfte, mit hinaufzukommen; aber ich habe nur eine kleine
Lammer.”
„Ich gehe nicht hinauf” erwiderte er. „Gute Nacht!”
Er ging. Er kam wieder an der alten Bettlerin vorüber
Dergaß aber, ihr etwas zu geben, obwohl ſie ihm einen Knicks
Dachte. Ich lief zu ihr hin, gab ihr einige Groſchen und ſagte
=Das iſt von dem Herrn, der eben vorüberging, von dem Herrn
Im grauen Anzug.
„Von dem Herrn im grauen Anzug?”, fragte die Fran.
„Von dem mit dem ſchwarzen Haar, Wladimierz.”
„Sind Sie ſeie Frau?”
Ich antwortete: „Nein. Ich bin ſeine Sklavin.”
Er beklagte es dann mehre Abende hintereinander, daß er
mir mein Geld nicht zurückgeben könne. Ich bat ihn, mir nicht ſo
weh zu tun. Er ſagte es ſo laut, daß alle es hören konnten, und
mehrere lachten deshalb über ihn.
„Ich bin ein Schurke und ein Spitzbube”, ſagte er. „Ich habe
Geld von Ihnen geliehen und kann es Ihnen nicht zurückgeben.
Ich ließe mir die rechte Hand für einen Fünfmarkſchein abhauen.
Es ſchmerzte mich, ihn ſo reden zu hören, und ich dachte
darüber nach, wie ich ihm wohl Geld verſchaffen könnte. Aber
ich konnte es nicht.
Er ſagte ferner zu mir: „Wenn Sie mich übrigens fragen,
wie es mir geht, ſo . . . Die gelbe Dame und der Sirkus ſind
ab=
gereiſt. Ich habe ſie vergeſſen. Ich denke gar nicht mehr an ſie‟
„Und doch haſt du ihr heute noch einen Brief geſchrieben”.
ſagte einer ſemer Freunde.
„Das war der letzte”, entgegnete Wladimierz.
Ich kaufte eine Noſe von der Blumenfrau und ſteckte ſie ihm
in das Knopfloch an der linken Seite. Ich fühlte ſeinen Atem
auf meinen Händen, während ich es tat, und es war mir faſt
un=
möglich, die Stecknadel zu befeſtigen.
„Danke!” ſagte er.
Ich verlangte die paar Mark, die ich noch an der Kaſſe gut
hatte, und gab ſie ihm. Es war nicht der Nede wert.
„Danke!” ſagte er abermals.
Ich war den ganzen Abend glücklich, bis Wladimierz
plötz=
lich ſagte:
„Für dieſes Geld reiſe ich für eine Woche fort. Wenn ich
zurückkomme, ſollen Sie Ihr Geld wiederhaben.” Als er meine
Bewegung ſah, fügte er hinzu: „Sie allein liebe ich!” Und er
er=
griff meine Hand.
Ich war ganz beſtürzt, daß er fortreiſen und nicht ſagen
wollte, wohin, obgleich ich ihn fragte. Alles, das ganze Café, die
Kronleuchter und die vielen Gäſte, tanzte um mich herum; ich
konnte es nicht länger aushalten und ergriff flehend ſeine beiden
Hände.
„In einer Woche kehr ich zu Ihnen zurück”, ſagte er und
erhob ſich jäh.
Ich hörte den Oberkellner zu mir ſagen: „Sie werden
ent=
laſſen werden.”
Meinetwegen, dachte ich bei mir; was macht das? In einer
Woche iſt Wladimierz wieder bei mir! Und ich wollte ihm dafür
danken, ich wandte mich um — er war ſchon gegangen.
Eine Woche ſpäter fand ich, als ich nach Haus kam, einen
Brief von ihm. Er ſchrieb ſo troſtlos, er erzählte, er ſei der gelben
Dame nachgereiſt, er könne mir nie mein Geld zurückbezahlen,
niemals, er ſei ganz gebrochen durch die Not. Dann ſchalt er ſich
wieder eine niedertrachtige Seele, und unter den Brief hatte er
geſchrieben: Ich bin der Sklave der gelben Dame.
Ich trauerte Cag und Nacht und konnte nichts weiter tun.
Eine Woche ſpäter verlor ich meine Stellung und mußte mich nach
einer neuen umſehen. Am Cage ſtellte ich mich in anderen Cafés
und Hotels vor; ich ſchellte auch bei Privatperſonen und bot ihnen
meine Dienſte an. Es glückte mir aber nicht. Spät am Abend
kaufte ich dam ganz billig alle Seitungen und las die Annoncen
ſorgfältig, wenn ich nach Haus kam. Ich dachte: vielleicht kann
ich Wladimierz und mich retten".
Geſtern abend fand ich ſeinen Namen in einem Blatt und las
von ihm. Ich ging gleich darauf aus, durch viele Straßen, und
kam erſt heute morgen zurück. Vielleicht habe ich irgendwo
ge=
ſchlafen oder auch auf einer Creppe geſeſſen, ohne weitergehen zu
können; aber das weiß ich jetzt nicht.
Ich habe es heutg wieder geleſen; aber geſtern abend, als ich
nach Hauſe kam, habe ich es zuerſt geleſen. Ich rang die Hände;
dann ſetzte ich mich auf einen Stuhl. Nach einer Weile ſetzte ich
mich auf den Boden und lehnte mich gegen den Stuhl. Ich ſchlug
mit den flachen Händen auf den Fußboden, während ich
nach=
dachte. Vielleicht dachte ich gar nicht: aber es ſauſte mir ſo im
Kopf, und ich wußte nichts von mir ſelbſt. Dann bin ich wohl
auf=
geſtanden und hinausgegangen. Unten an der Straßenecke, deſſen
enſinne ich mich, gab ich der alten Bettlerin einen Groſchen und
ſagte: „Das iſt von dem Herrn mit dem grauen Anzug. Sie
wiſſen ja!”
„Sind Sie vielleicht ſeine Braut?” fragte ſie.
Ich antwortete: „Nein — ich bin ſeine Witwe.
Und ich trieb mich bis heute morgen auf der Straße herum.
Und jetzt habe ich es nochmals geleſen. Wladimierz C. hieß er.
Schmalz gebacken. Und würde die zuhauſegelaſſene Hausfran es
wagen. . nal Den Krach möchte ich nicht erleben. Aber hier er fühlte, wie die Klänge, obwohl nicht für ihn hervorgezaubert, in
100-prozentigen Preisaufſchläge kauft man ſich Fröhlichkeit und
Ausgelaſſenſein.
Hunderttauſend Beſucher, — einhunderttauſend — zählte der
Dürkheimer Wurſtmarkt am Sonntag, den 14. September 1931. lieh Fräulein Csline für kurze Seit die Kopfſtimme eines Cenors,
Es gibt Steuern und Notverordnungen. In Oeſterreich hat man
einen Putſch verſucht, in Ungarn führte man ein niederträchtiges
politiſches Attentat auf einen D=Hug aus. Aber in Bad
Dürk=
heim haben einhunderttauſend Menſchen eine wundervolle und
nachhaltige Verjüngungskur durchgemacht, die in den jetzigen
Notzeiten dringender iſt, als aller Peſſimismus.
Und es iſt keineswegs unter dem Eindruck jüngſter
Erleb=
niſſe geſagt, wenn man behauptot, daß Con und Stimmung,
Fröh=
lichkeit und Art des Dürſheimer Wurſtmarktes etwas
Ein=
maliges und beſtimmt Erlebenswertes iſt. Man iſt froh und
aus=
gelaſſen, — aber nirgends ſieht man Nohheiten oder Rüpeleien,
die ſonſt ſo leicht die unangenehmen Begleiterſcheinungen
ähn=
licher Vollsfeſte ſind. Eim Blick in die gutmütigen,
ſchmunzeln=
den Geſichter der Poliziſten macht ſchon froh.
Einhunderttauſend Beſucher. Sehntauſende Autos. Und
hier und dort, in der ganzen Umgebung, — ja ſogar in
Darm=
ſtadt — ſtehen heute in den Veparaturwerkſtätten die
Auto=
leichen des Dürßheimer Wurſtmarkts. Eingedrückte Kotflügel,
verbogene Vorderachſen, zerbrochene Crittbreiter und hohle
Augen zerſchmetterter Scheinwerfer.
Der „Pfälzer” iſt halt ein guter Cropfen. Man vergißt ihn
nicht ſo leicht.
Aber das iſt die „andere‟ Seite.
Liebesklänge.
za en zuergle.
Berechtigte Ueberſetzung von Willy Blochert.
In jenem Sommer war es für einen unterrichteten Beſucher
ſchweifend den Liebesklängen zu lauſchen, die Fräulein Csline von
der Grammophonplatten=Abteilung an Herrn Henri feſſelten,
den hübſchen Verkäufer aus der Abteilung, in der Muſikſtücke
von Bach, Beethoven und Grieg und auch die neueſten Schlager
verkauft wurden. Flanierend, kreuz und quer durch das große
WWarenhaus, konnte man die Liebe belauſchen, doch man mußte im
Bilde ſein.
Dann erſt begriff man, was es zu bedeuten hatte, wenn an
binem beliebigen Cage jenes Sommers Herr Henri ſich lelbſt vor
den aufgelelappton Flügel ſetzte und leiſe eine Nomanze zu ſpielen
begann. Für ſie, für niemand anders als für Fräulein Celine. Dann
zwiſchen einer gebrechlichen Vaſe aus der Kunſtgewerbe=
Abtei=
lung von Fräulein Hortenſe und einem Staubſauger von den
Nach niemand anders als nach Fräulein Céline.
Und dann ſpielte er, und ein Informierter degriff, mehr noch:
ſchmecken ſie. Hier iſt alles ſchön, gut billig. Denn für die ſein Herz drangen, und wer ein bißchen Empfindung beſaß und
nicht neidiſch war, jubelte innerlich mit Fräulein Csline und
gönnte ihr das Glück ihrer Liebe.
Plötzlich ſchwieg der Flügel und es kam die Antwort. Leiſe
glitt eine neue Nadel über die runde Hartgummiſcheibe, und dann
um ebenſo zärtlich an Henri zurück zu tönen, wie lieb ſie ihn hatte,
und wie ſehr ſie nach dem immer wieder ſeeligen Augenblick
ver=
langte, in dem er ihr mit dem letzten Cakt eines Marſches
an=
kündigte, daß für ihn wie für ſie das Cagewerk beendet war;
worauf auch ſie die letzte Platte weglegte, um mit ihm zu gehen,
mit Henri, wohin er ſie führen wollte.
Dies geſchah in jenem Hoch= und Spätſommer. Dann aber
pfiff der Wind aus dem Norden und es wurde kalt.
Nicht länger wohnte in dem großen, hohen Hauſe die Liebe
ſelbſt, denn es war aus, einfach aus, endgültig aus zwiſchen
Fräu=
lein Céline und Herrn Henri. Fräulein Hortenſe, die in die
Herrenhut=Abteilung verſetzt war, war ſchuld daran. Sie hatte
ſolange kokettiert und intrigiert, bis es die Aufmerklamkeit von
Herrn Henri erregte, der, nicht unempfindlich, einen neuen Hut
aufzuprobieren beſchloß. Nur aufmprobieren und dann auch mr
zum Scherz, denn es war ein Sylinderhut, und beſtimmte
Heirats=
pläne hatte er noch nicht. Das hatte er zum mmdeſten Fräulein
Hortenſe auf eine diesbezügliche Frage geantwortet, worauf
Fräulein Emilie mit Fräulein Hortenſe verſchämt gekichert hatten.
Und, leider, hatte Fräulein Csline dies ſehen können, weil ſie
zu=
fällig gerade ſchräg rechts nach oben blickte, zwiſchen einer
Pfanne und einem Paar Schuhe hindurch. An jenem
Nach=
mittag hatte ſie zum erſten Male nicht geantwortet anf lein
Liebeslied, das falſch und geheuchelt klang.
Und der Winter war lang und viele Cage herrſchte Kälte,
und die Liebe floh hinweg. Jeder mterrichtete Beobachter konnte
es hören.
Wenn Fräulein Céline, zerknirſcht über das eigene
Ser=
ſtörungswerk, an rauhen Cagen in banger Einſamkeit ſelbſt eine
lockende Liebesmelodie ſpielen ließ, dann gab es gleich danach
eine Sekunde lang die Hoffnung lüßen Wartens, aber
Ant=
wort kam nicht mehr, und der Winter wollte faſt kein Ende
neh=
des Warenhauſes ein erleſener, faſt rührender Genuß, umher= men. In jenen Cagen war es kein Sufall mehr, wem Fräulein
Céline, zwiſchen der Bratpfanne und den Schuhen hindurch, die
Herrenhut=Abteilung beobachtete und es ſich faſt ebenſo oft
er=
wies, daß ſie richtig geahnt hatte, denn dann ſtand Herr Henri bei
Fräulein Hortenſe und probierte Hüte auf, weiche Hüte und
Reiſemützen und Sylinder, und jedesmal wieder, wenn er einen
Sylinder auffetzte, fühlte Fräulein Csime einen ſtechenden Schmerz
in ihrem Herzen.
Dann ſchlich ſie tief deprimiert zurück und flirtete ein bißchen
mit Herrn Lodewifk von der Bücher=Abteilung, aber nur auf die
geringe Ausſicht hin, daß Herr Henri es ſehen würde. Doch der
lah es nicht, denn er probierte gerade einen koketten Hut, der in
blickte Herr Henri bei den erſten Cönen ſchräg links nach unten, der Farbe gut zu ſeinem langſam wachſenden Schnurrbart paßte.
Das war in jenem Winter, aber dann kam der Frühling.
Und wer, unterrichtet, an einem beliebigen Cage in dieſem
Haushaltungsartikeln des Herrn Horatius hindurch, nach ihr. Frühling das große Warenhaus betrat, lauſchte, ſeltſam ergriffen,
ſo daß man unwillkürlich freundlich nickte, auf einmal wieder den
Liebesklängen, die Herr Henri dem etwas weiter aufgeplappten
Flügel wieder zu entlochken wußte, und dann glitt der Blick in
froher Suſtimmung nach der Grammophonplatten-Abteilung,
wenn von dort die herrliche Antwort kam.
Und erſt, wenn der aufmerkſame Beſucher ſah, daß eine
andere, noch anmutigere junge Dame den Platz von Fräulein
Csline eingenommon hatte, ſchüttelte er erſtaunt das ſinnende
Haupt über die Verliebtheiten des Herrn Henri...
Wenn Redakteure Urlaub
haben.
Der Herr, der den „Briefkaſten” betreute, hatte ſeinen
wohlverdienten Urlaub angetreten. Der Nedaktionspolontär hatte
die ehrenvolle Aufgabe, die zahlloſen Anfragen, die aus allen
Wiſſensgebieten einlaufen, zu beardeiten. Er übte ſein Amt
ge=
wiſſenhaft und hingebend aus.
Frage: „Wie kann ich eimn Huhn töten, ohne daß es
Schmerzen empfindet?”
Antwort: „Wenn Sie das Huhn vor der Cötung durch
einen Cierarzt nicht ſachgemäß chloroformieren kaſſen wollen, rate
ich Ihnen, es durch einen Hypnotiſeur einſchläfern zu laſſen. Ein
anderes Mittel iſt, daß Sie ſich nachts in den Hühnerſtall
ſchlei=
chen und dort plötzlich wie ein Fuchs zu bellen anfangen. Das
Huhn wird dann vor Schreck ſterben. Am beſten aber wird es
ſein, wenn Sie warten, bis entweder das Huhn oder Sie ſelber
an Altersſchwäche ſterben werden.”
*
Frage: „Ich lebe in dritter Ehe. Von meinen deiden
erſten Männern bin ich geſchieden. Man jetziger Mann iſt leider
arbeitslos. Kann ich uter dieſen Umſtänden vielleicht
von meinen beiden erſten Männern Unterhalt verlang
wohl bei beiden Scheidungen, allerdings durch Ungerechtig dur
Urteile, ich der ſchuldige Ceil war?”
Antwort: „Geſetzlich haben Sie keinen Anſpr euf
Unterhalt. Menſchlich rate ich Ihnen, den beiden erſten z
½=
ben, daß Sie zu ihnen zurückkehren wollen. Um das zu
E=
dern, werden beide wohl zu jedem erdenklichen Opfer bere
Frage: „Mir hatte ſich ein Herr genähert, der u 6cch
die Ehe verſprochen hatte. Nun hat er lich vier Woch frag
micht mehr lehen laſſen. Von anderer Seite erfahre ich, ei
mit einem anderen Mädchen geht. Wie kann ich herau gt
ob er mich noch liebt?”
Antwort: „Liebe iſt nicht immer das, was es E
ſcheint. Die Catſache, daß der junge Herr Sie vier Wock 49
nicht aufgeſucht hat, läßt die Vermutung zu, daß die and A
der er jetzt geht, wohl beſſer gefällt, als Sie. Indeſſe
Sie ihn ja auf die Probe ſtellen: Springen Sie vor ſeinen
in einen Fluß, See oder tiefen Ceich. Je nach den 1Fl.
gegebenen Möglichkeiten. Springt er Ihnen nach, ſo Ei
Sie noch immer. Läßt er Sie ertrinken, ſo ſind Sie ſi
immer los.”
Frage: „Ich din ſeit dem Jahre 1912 mit einen Tm.
verlobt, der mich wegen der wirtſchaftlichen Verhältniſſt izi
noch nicht heiraten kann. Er arbeitet nicht gern und va aul
beſſere Seiten. Soll ich noch warten, und glauben Sie, Si
Lage ſich beſſert?”
Antwort: „Da es ſich um eine Vorkriegsvt 120
handelt, alſo um eine Sache von Qualität, rate ich Ihnen Euf
ſeinen Fall aufzugeben.”
Frage: „Wie kam man von einer Bank Gebd Ie
bekommen?”
Antwort: „Wahrlich! Sie haben Vecht! Pie
Frage: „Ich bin 35 Jahre alt und romantiſch ve
Indeſſen leide ich unter unreinem Ceint, der anſcheinend Git
Wurzel meines Alleinſeins iſt. Was raten Sie mir?”
Antwort: „Begießen Sie dieſe Wurzel täglich n me
Miſchung von Vitriolöl und Benzin. Darauf zünden Sie d.
goſſenen Stellen leicht an. Nehmen Sie aber nicht m viel
ſonſt könnten mit der Wurzel auch Stamm und Aeſte be 29
werden.”
Nummer 433.
Aufgabe 627.
M. Adabaſcheff in Taganrog.
(Ehrenpreis in der Zweizüger=Abteilung der „Schwalbe‟ 1930, III.)
a
d
b
g
h
Löſungen der Aufgaben 616—619.
Sta. Fr. Dedrle. Caſ. Cef. Sach. 1909. (K41 Dh7 Lb1h8 Ba5; Kd4 BbB
eC a6 g3;34) 1. 0hf—71 bdroht 2. Db4t) Kes 2. 3434Ket 3. D:064;
1. . . . Ke3 3. De54K14 3. Deic. Das zweite Mattbild dieſes Gchoproblems
iſt das Negativ des erſten, da der K in der Mattſtellung die Farbe der Felder
ge=
wechſelt hat („farbiges Echo” oder, nach A. C. White, „Ehamäleonechos). 1..
Ka5 2. Dbt e5 s. bdack.
817. F. A. B. Hunter, Gentleman2 Bournal, 1973, (Fa6 Db1 Td3 77 Lxt
gr S41 h3 Ba5; Ke4 Te1 11 105 Ses Be4 45 14g5h6:24)1. Lef-h8!
En variantenreiches Lugzwangſtick.
618. J. Manskopf. Urdruck. (Ka6 Tg4 Lb6 8c3 Ba3 a5 b4 b5; Ka4 Ih8
Ba3; 44.) Beabſichtigt iſt: 1. Se3—14 1.d4 2. 843 Libé 2. Seßt L.ies
4. biesc. 1.. . Ie— anders 2. Soß (broht 3. Besct) Ld4 3. 8:d4 K:d4
4. Se2! : Vierechug des 8 mit Rückehr zum Standfeld. Leider iſt die Aufgabe
nebenlöſig mit 1. Le5 (a3, 12, g1) droht 2. Bb8 3. Bb54 und mit 1. Te4 droht
2. Le5 3. Bb6 4. BbSt.
619. G. Guibelli. 1. Preis, Good Eompanions, 1917. (Kh5 Dg1 T18 b4 L.a8
44 845 k4; Ke4 Da4 TbS Ld2 Sh6 Ba5MAeT e713h3;34.) 1. 144—d31
Bes, Be5, 9k5 (Entfeſſelung des weißen 8) 2. Sb6, Ses, St6. (1. . . . B92,
B13 2. Db1, Bhic.)
Silbenrätſel.
Aus den Silben: a, band, bral, bre. burg, de, dech, del,
di, dorf. e, ei, ein, ein, en, eng. fang. flie, ful, ge,
ger, gi, gi, gon herms, i. in, in, ko, koh, korb. kreis,
land, le, ling, log, na. nan, naum, nie, on, phi. rew.
ri, ro, ſe, ſen, ſi ſta, ſtein, ſtra, tags tar, tur, ven,
wen, zel, ſind 22 Wörter zu bilden, deren Anfangs= und
End=
buchſtaben, beide von oben nach unten geleſen, eine Bauernregel
für Juni ergeben.
Die Wörter bedeuten: 1. Zum Aequator parallel gedachte
Linie 2. kleines Reptil, 3. Nordpolfahrer 4. Nebenfluß des weſtl.
Prüfſtellung: Weiß: Kf7 Da5 Ta3 f1, Lg4 h8 8a4 h3 B43 45 15 g7 12); Bug, 5. Altgriechiſche Orakelſtätte, 6. Warenbeſtandsaufnahme,
7. europäiſcher Staat, 8. Vorrichtung an Straßenbahnwagen zur 6 Chemie. 7 Hamſter 8 Induſtrie 9 Cineinnati 10 Karfreitne
Unfallverhütung, 9. offene Halle in Häuſern, 10 Biſchofsmütze, turn 12 Armee, 13 Lampion, 14 Redslob, 15 Uſurbator, 1. —
11 Teil des Buches, 12 engliſche Feſtung in Andaluſien, 13. kurz= 17 Tantalus, 18 Internat.
lebiges Inſekt 14. Stadt an der Saale, 15. Brennmaterial,
16. Gewürzpflanze 17. Ort im Regierungsbezirk Liegnitz,
18. geſchäftliches Wagnis, 19. Gebäck, 20. Larve des Maikäfers,
21. Art Spott. 22. Sportplatz.
Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen mat.
Schwarz: Ket Sg3 Bd4 e6 a5 g6h6 (n; 24.
Aufgabe g28.
F. Matouſek.
(1. Preis, Caſopis, 1915.)
Beiß: Kh8 Dg1 Ab6 Sa2 e5 Bb5 43 g2 h4 (o)4
Schwarz: Kd5 Sk5 Bg3 (3).
Matt in drei Zügen.
Druck, Verlag u. Kliſches: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rbetnſtr. 23. — Verantwortl, für die Redaktion: Dr. 5 Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1. 2389—2392. — Ulle Rechte vorbebalten Nachd”.
e
abeeeeeeefhiinnprrty
Dieſe 20 Buchſtaben ſchreibe man auf die 20 Punkte, ſo
folgendes ergibt: 1—3 nützt und ſchadet, 2—3 kriecht.
berdient ſein, 4—5 enttäuſcht, Hert erſtreckt ſich. — Die M.
Carl De
ſtaben ſagen, was lodert.
Auflöfungen der Rätſel aus Nr. 38.
Proſt!
1. Eisbahn, 2. Jſegrim, 3. Nashorn, 4. Freiligrath,
d=
ſporn 6. Ichneumon, 7. Sarazenen, 8. Charlate, 2. ha4
10. Eiſenbahn, 11. Rheingold, 12. Terpentin, 13. Ro4
14. Ungeheuer, 15. Napoleondor, 16. Kalifornien.
„ein friſcher Trunk”.
Silbenrätſel.
1 Demonſtration, 2 England, 3 Invalide, 4 Nurm=.
Das Wort lautet: Dein Schickfal ruht in deiner ſigenn.
Tauſch=Rätſel.
Karte, Rieſe, Welle Meiſe, Stern, Hafer, Roppe*
„Reliefpfeiler”.
Ei
da
de
[ ← ][ ][ → ] Ve
Iu —
Bo=
alle mir noch Tberjader ſpiele?! — das iſt die
— Un ſie wärd pun unſerm Herrn Staatsbräſendend ge=
— Un zwar im Programmheftche, däß wo ſich großſpurich
des Heſſ. Landestheaters” nennt, ſo daß mer wunner
kennt.
v zu all dene Frage, uff die heit kaa Staatsmann e geſcheid
t waaß, kimmt jetzt noch die: „Solle mir noch Therjader
— Fragezeiche.
— tſcha — do mecht ich ganz im Allgemeine bemerke un
h maan, däß dhete mer ſchun! — Is net die ganz Welt
ganzich Theater, — Un — ſin net die Reſchiſſeer in Gemf
it Johrn dabei, aus dem Läwe, däß wo — nemmt alles nur
m — e Luſtſpiel ſei kennt, unner alle Umſtend e
erſpiel zu mache?! — Un ſin mir arme Middeleirobäer
jeniche welche, wo in dem Schliſſeldrama die verzweifelte
ſpiele miſſe, die, genau wie uffm richdiche Therjader,
ſe, wo ſe mit all ihre Hend hie ſolle —
owann däß kaa Theater is, dann waaß ich net —
hawwe mer unner dene Reſchiſſeer un „Spielleider” in
et ganz hervorragende Gaukler, Illuſſioniſte, un
Verwand=
nſtler. Zum Beiſpiel den große Ariſte‟ — Der dritt in
rls Franzoß, in Gemf als Pan=Eirobäer, un nechſtens wohl
ien als — Friedensengel uff, ſo verwandlungfähich is der.
Arz) ich hab des Gefiehl, als weer mer endlich hinner ſei
T kumme, un als dhete die net mehr ſo recht „ziehe‟.
s mich wunnern, wann ſen in Berlien net auspeife
Oenfalls: Theater! — Theater! — im Klaane wie im Große.
Unl: miſſe mitſpiele, ob mer wolle odder net.
ower bei däre Hamläddfrog, die wo do unſer Herr
Staats=
bra ſend uffgeworfe hott, do dreht ſich’s jo aach net um däß
wobollidiſche Theater, ſundern bloß um unſer
Landes=
thd erche, däß wo drotzdem ſo dhut, als dhets mit ſeine Bretter
din rld bedeide.
e Frog mißt em richdiche nooch alſo net haaße: „ſolle mir
na berjader ſpiele”, ſundern; „ſolle mir uns noch was
vor=
ſpid loſſe‟
ann ich ehrlich ſei ſoll, ſo wärd do kaa Menſch e dräffend
Ark rd druff gäwwe kenne. Dann niemand waaß, was den
Wr noch wärd. Däß geht nemlich alles ſein geweiſte Gang;
mn nn aach ſage, ſein mit lauder Nodverordnunge dabbezierte
Fös kimmt uff aans eraus un is gehubbt wie gedubbt.
inn mir miſſe uns klax ſei, daß es heit net mehr ſo is, wie
ſer” un daß es bloß geniecht, wann ſich Baddeie finne, die
wad. Middel bewilliche. Ich hab nemlich des Gefiehl, als weern
dird erhältniſſe heit ſtärker, wie die Baddeie; ja als ginge
ſe / chlicherweis iwwer die Baddeie ewäck zur Dagesordnung
imn — Was dann?!
rſer Herr Staatsbräſendend hott ſich zwar uff de Herr
Friich von Schiller beruffe. Awwer liewer Gott, wer im
Sos — e bische dehaam is, wärd ſich in alle Läwenslage uff=en
bes kenne. Beim Schiller find mer immer e dräffend
Sns elche, ſo ſicher wie in de Biewel. Awwer damit is es net
gesl un was däß mit däre „moraliſche A’ſtalt” uff ſich hott, däß
hool eit in dem Sinn kaa Geldung mehr, der Begriff baßt net
men zu unſerm Zeitgeiſt; ganz abgeſähe devo, daß der bewußte
Zeß Eſt iwwerhaubt un zugeſtandenermaße dorchaus unbegreiflich
ise was Dichter wie de Schiller mit ihrem Härzblut geſchriwwe
um t ihre Seel gedicht hawwe, däß ſteht heit aſch nieder im
A:b — Schund un Schmuß mache heit es Renne. Un wann mer
um Buwe, frogt nooch unſere Klaſſicker und nooch unſere beſte
ur Seßte Dichter, dann ſin ſe um die Antwort net verläje un
ſavl Mick Karter, Scherlock Holmeß, Wallace, ohne daß ſe ſich lang
bei e miſſe. Un nadierlich de Max Schmehling net zu vergeſſe;
Der zeitgemäße Haushalt.
Speiſezettel vom 21. bis 27. September.
(Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
tag, den 21. September: Reiscremeſuppe, Kartoffelpuffer
it Apfelkompott. (Rezept vom 14. Mai.)
Drstag, den 22. September: Legierte Suppe E, deutſche
eefſteak mit Blumenkohl, Kartoffeln.
Ewoch, den 23. September: Gemüſeſuppe, Riſotto mit
Dmatentunke.
nerstag, den 24. September: Spargelſuppe —, Goulaſch
it Spätzle.
tag, den 25. September: Leberſuppe, geb. Fiſch mit
Kar=
offelſalat, Obſt.
stag, den 26. September: Linſenſuppe mit Frankfurter
Jürſtle, Kompott.
aitag, den 27. September: Grünkernſuppe, Kalbsbraten mit
ommes frites und Sellerieſalat, Zwetſchenkuchen.
2as Scheuertuch hält doppelt ſolange. So oder
—wird jede Hausfrau ausrufen, die es wie nachfolgend be=
It. Zunächſt muß es vor Gebrauch mit grober Sack=, Stopf=
und Bindfadenreſten aller Art übereck mit größeren Stichen
Heftet werden, ſo daß alſo die Fäden des Gewebes von rechts
Tinks und links nach rechts, gekreuzt werden. Man nähe
feſte Henkel daran, damit das Tuch gut ausgewaſchen, an
langem Haken unter dem Küchenfenſter, oder in der Nähe
Ofens aufgehängt werden kann. Ein feucht und
zuſammen=
ckt aufbewahrtes Tuch wird nicht nur leicht dumpfig im
Ge=
ſondern fault auch leicht durch und muß durch ein neues er=
Derden. Die langen Haken dafür ſind notwendig, damit auch
uft dahinter zirkulieren und das Tuch raſch austrocknen kann.
E.
Weiße Leinenſchuhe gründlich, zu reinigen.
m Sommer, namentlich aber beim Sport ſo gern getragenen
—n Leinenſchuhe, die vor jedesmaligem Gebrauch mit weißem
X oder einer beſtimmten Flüſſigkeit „renoviert” wurden, be=
Nvor ihrem endgültigen Verwahren einer gründlichen
Reini=
um etwaige Flecke und Schmutzſtellen daran zu entfernen.
Leiſten geſpannt, bearbeite man ſie mit ſcharfer Handbürſte
lauem Perſilwaſſer ſtrichweiſe, um dann mit klarem Waſſer
Sübürſten. Beſitzen die Schuhe farbige Lederbeſätze, ſo hüte
dieſe vor Benäſſung. Sorgfältig getrocknet, bewahre man
Ungeweißt” auf den Spannern in „geblauten” Leinenſäckchen
mit Füßlingen ausgedienter Seidenſtrümpfe geſchützt, in
trok=
an Raume anf.
L,
kaan Außenminiſter, wo vun ſo=eme ſchwere Boxkambf aus Genf
kumme is, hott mer jemols mit ſo eme Juwel embfange . . .
Alſo mit däre „moraliſche A’ſtalt” ſieht’s ſchei aus, un wann
de Schiller heit ſein „Wilhelm Tell”, odder die „Jungfrau vun
Orleans” zu dichte hett, do hett er e Rewie drauß mache miſſe,
mit Danzgirls un ſo. Womit ich net geſagt hawwe will, daß unſer
iwwerſpannte Reſchiſſeer ſchnell die Idee uffgreife, un mache in
ihre gottvolle Unverfrorenheit Wärklichkeid draus. Noch dem, was
mer ſo in de letzte Johrn all uff dem Gebiet erlebt hott, weer däß
net ausgeſchloſſe,
Wie geſagt, die ſcheene Worde, wo de Herr Adelung, uffm
Schiller ſei Areechung hie, zum Beſte gäwwe hott in aller
hoch=
achdungsvoll un ergäwenſte Ehrn, awwer, ſie baſſe net mehr in
unſer heidich Zeit, die muß mit=ere annere Ell gemäſſe wärrn.
Un dann mecht ich doch ſage, daß diejeniche welche, wo ſich en
regelmeßiche Beſuch vun unſerm ſogenannte Landestherjader noch
leiſte kenne, un die ſchließlich aach verſteh, was ſe da ſähe un
heern, in de Zahl immer, immer wenicher wärrn; alſo die große
Allgemeinheit, odder gar des Heſſeland kimmt kaum noch in den
Genuß vun ſo=eme Awend, der wo den Menſch aus dem ſchale
Alldag eraus, un aus „kleinlicher Lebensnot” rette ſoll; heit,
wo die meiſte Zeitgenoſſe, alſo mir all, bitter genug zu ringe un
zu bange hawwe, um des Allernodwendichſte zu rette, do wärd
nadurgemeß de Theaterbeſuch am allererſte eigeſchrenkt. Un wäje
dene paar, die ſich’s noch leiſte kenne, odder aach wäche de „
Frei=
blätzler”, wärd kaa vernimfdicher Menſch den Zuſchuß
verant=
worde kenne, ganz abgeſähe devo, daß heit noch kaa Menſch waaß,
wo er herkumme ſoll, der Zuſchuß. — Die Schwowe wärrn uns ſo
geſchwind net widder 2 Million bumbe.
Nu hott jo aach die Woch de Herr Scheneralindendand a gäblich
„ſei Brogamm” endwiggelt. — Ganz abgeſähe devo, daß ich vun
däre ganze Brogrammendwiggelerei kaa großer Freund bin — ich
bin nemlich ſchun zu oft ei gange in däre Beziehung, un ich halt
mich ausſchließlich jetzt an däß, was aaner leiſt — alſo kaa großer
Freund bin, ſo mecht ich aach in dem Fall ſage: „Was ſind
Hoff=
nungen, was ſind Endwirfe, die der Menſch, der vergängliche
baut”, was näwebei bemerkt aach e Wort vum Schiller is, un
ausnahmsweis e ſehr zeitgemäßes..
Ich denk, des ganze „Brogamm” wärd vorlaifich un im
All=
meine druff enauslaafe, alles dra zu ſetze, um den Bedrieb, wann
aach unner de alleraißerſte Eiſchrenkunge uffrecht zu erhalte. Un
däß is dorchaus mechlich. Beiſpielsmeßich: for die Zukunft heern
alle Ausſtattungsboſſe uff; die Kuliſſeſchiewer ſolle ſich mit dem
behelfe was do is diddo däßgleichen die Gaddrobbje. Mir hawwe
ſo en große Funduß am Therjader, daß mer for Neiinszennierunge
kaan rote Fennich auszugäwwe brauche. Schließlich, wer hott dann
iwwerhaubt Indräſſe an ſo Neiinszennierunge? Außer dene zwaa
Aanzelne, die ſich unner alle Umſtend en Name mache wolle, kaa
Menſch. Mer ſoll ſich doch endlich emol klar ſei, daß der Kern die
Haubtſach is, un net die Schal. — Wann mer ſich alſo ſchun uff
dem Schiller ſei moraliſche A’ſtalt” beruffe dhut, dann ſoll mer aach
dro denke, daß zu Schillers Zeite am Therjader nor der Dichter
un Darſteller was gegolte hott, un daß net der Reſchiſſeer die
Haubtperſon war, wie’s leider heit is; ganz abgeſähe vun dem
ſogenannte „Biehnebildner”. (Gott wann ich däß Wort heer,
wärd mer’s ſchun ſchlecht!) — Bei de wohre un ächte Kunſt brauchts
die „Aißerlichkeide” net. — Un wann die Herrn nooch de
Vor=
ſtellung ſich ſälwer Beifall klatſche, un ſchun beim leiſeſte
Abblaus wie e Wiſſel aus de Kuliſſe ſtärze, um den ganze Beifall
for ſich eizuheimſe, dann zeicht däß bloß ihrn ganze Greeßewahn,
an dem ſe leide.
Däßhalb ſag ich: Däß Experimendiern un Neiinszenniern heert
jetzt emol uff. In ere Zeit, wo ſich iwwerall eigeſchrenkt muß
wärrn, ſollte ſe ſich aach am Therjader ei’ſchrenke, un ſolle net
glaawe, ſie kennte, wie ſeither nor ſo aus em Volle ſchebbe. —
Wem’s net baßt: Ab durch die Mitte! —
Zweidens: mer redd ſo viel vun de Obferfreidichkeid,
die mer unſerm alde „Kulldurgut” gäjeiwwer ſchuldich weern. —
Wie ſtehts awwer mit de Obferfreidichkeid vum Soloperſonal?
Brauche die kaa Obfer zu bringe? — Sin bei=eme verarmte Volk
noch ſo Fandaſie=Gaaſche zu rechtferdiche, wie ſe aach zum Daal
hier bezahlt wärrn? — Alſo, bitte, wann mer die
Obferfreidich=
keid vun uns arme Steierzahler verlangt, dann ſoll mer uns emol
im Obfern mit gudem Beiſpiel vorangeh. — Gewiß, die
Herr=
ſchafte wärrn ſich, wie Scheilock, uff ihrn Schei beruffe, uff ihrn
„Verdrag”. — Awwer ſelbſt der Young=Verdrag hott kaan Wert
mehr, wann mer bankrott ſin.
Drittens; lohnt ſich’s noch, in zwaa Haiſer zu ſpiele, wann
mer aans kaum noch einichermaße vollkrickt? — Lohnt ſich’s
noch „Gaſtſpiele” zu gäwwe, wann mer Geld druff leege muß?
Die Birne in der Küche. Die Hausfrau ſollte keine
Obſternte vorübergehen laſſen, ohne die jeweils herangereifte Art
auch für ihre Küche auszunutzen. Jetzt ſind auch die Birnen zu
Preiſen zu haben, die es geſtatten, größere Mengen davon zu
verbrauchen. Allerdings verlangen Birnen, daß ſie beim Kochen
ſorgſam abgewürzt werden, wozu ſich Zitronenſchale, ſowie Zimt
ſehr gut eignen, von denen man jedoch nur wenig und am beſten
in einer ſogenannten Gewürzkugel ſolange im Topfe einhängt,
bis die Kochbrühe genügend davon angenommen hat, worauf es
ſofort wieder herausgenommen wird. Vorſichtiges Süßen, wozu
man zur Hälfte auch Süßſtofflöſung mit verwenden ſollte, iſt für
den guten Geſchmack der Birnen ebenfalls ſehr wichtig.
Was kann man nun aus Birnen alles bereiten? 1. Eine
deli=
kate Suppe, mit oder ohne Einlage von Semmelbröckchen,
Zwie=
back oder Kekſen, ferner einen köſtlichen Nachtiſch, mit
Vanille=
ſchaum, zu dem ſie ganzfrüchtig geſchält, vom Kernhaus befreit
und mit Roſinen gefüllt, mit ganz wenig Waſſer weichgeſchmort
werden. Eine ſättigende Mittag= oder Abendmahlzeit ergeben
Birnen=Klöße, von gekochten Kartoffeln bereitet, in deren
Mitte je eine kleine Birne gedrückt wird, wozu geſchmorte Birnen
mit gekochtem Schwarz=, Schweinefleiſch oder Schmorwurſt gut
ſchmeckt. Auch Birnen=Kartoffeln mit oder ohne
Fleiſch=
beilage, ſauerſüß abgeſchmeckt, ſind eine weitere ſättigende
Mahl=
zeit. Birnen=Kompott für den Schnellverbrauch und
ein=
gemacht in Gläſern als Wintervorrat, finden ebenſo begeiſterte
Anhänger.
V... a.
Selleriekraut eine vorzüglicheSuppenwürze.
Beim Einkauf von Sellerie ſollte man das an den Knollen
be=
findliche Kraut waſchen, dann feingewiegt mit Salz vermiſcht, in
kleine Gläſer drücken, die man, oben mit Salzſchicht abſchließend,
verkorkt oder mit Papier verbindet. Man gewinnt auf dieſe Weiſe
eine vorzügliche, kräftige Würze für allerlei Suppen. Oder aber
man dörrt es in der warmen Ofenröhre raſcheldürr, um es dann
fein zerrieben, in Gläschen aufzuheben.
Pikanter Fiſchauflauf. 1½Pfund Seefiſch, geſchuppt
und vorbereitet in Salzwaſſer garziehen gelaſſen, wird aus Haut
und Gräten gelöſt. Dann ſchütte man abwechſelnd in eine
vorbe=
reitete Auflaufform zunächſt kleinwürflig geſchnittene, in Fett
hellgelb geröſtete Semmel, darauf eine Lage Fiſch mit einer
Mi=
ſchung von wenig Salz, Paprika, geriebenem Kräuterkäſe und
feingewiegter Zwiebel beſtreut, weiter eine Lage geriebene
Kar=
toffeln, am Tage zuvor abgekocht, und ſo fort bis zum Rande.
Ge=
riebene, in Fett geröſtete Semmel, mit Kräuterkäſe beſtreut und
mit Butterflöckchen belegt, ſchließt oben ab. Dann übergieße man
das Ganze mit 2 verquirlten Eiern und backe den Auflauf ½ bis
3 Stunde bei guter Oberhitze. In der Form aufgetragen, reiche
man irgendeinen Salat dazu,
Alſo ich will de Deiwel net an die Wand mole, awwer die
hoche Herrſchafte vun de Kunſt ſind valleicht wärklich net ganz im
Bild, un wiſſe ſcheinbar immer noch net, „was geſpielt wärd” —
Jedenfalls is die Frog: „Kenne mer noch Therjader ſpiele” viel
nohliejender als die Frog: „Solle mer noch Therjader ſpiele‟.
— Vielleicht ſin mer eines ſchlimmes Dags froh, wann uns des
„Drumm=Quadädd” noch was vorſpielt.
Wie geſagt: wann mer alſo noch Therjader ſpiele wolle, ſo
wärd däß in de Haubtſach vum Therjader un vum
Therjader=
perſonal ſälbſt abhenke. Do ennern alle ſcheene Schillerworte
nix dro; ganz abgeſähe davo, daß eme leere Bauch aach net gut
brediche is, un daß mer vun de ſchennſte Klaſſickerworte net ſatt
wärd!—
Alſo die Frog: „Solle mer noch Therjader ſpiele?” — gilt
in erſter Linnje dem Therjader ſälbſt, dann „ſpiele” haaßt jo
for ſie, mehr noch als uns; läwe!!
So, däß weers widder mol for heit!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Ich bild mer zwar net ei, daß unſer
Reichs= un unſer Landesreſchierung uff mein letzte
Sunndagsnooch=
middagsſchmuß hie nu aach ihrerſeiz die Inniziadiefe ergriffe
hawwe, un ſin wäje dem vor uns liejende ſchwere Winder mit=eme
Uffruff an die Obferfreidichkeid un Bammhärzichkeid in die
Oeffendlichkeid geflicht. — No, aanerlaa, ob die Reichs= un
Län=
derminiſter erſt dorch mich uff die Nod üffmerkſam gemacht worrn
ſin, odder ob ſe ſällwert ſchun was devo gemärkt un geſpiert
hawwe — — jedenfalls wolle mer hoffe un winſche, daß ſich in
unſere hadde, un leider aach haddhärziche Zeid genuch milde Hend
finne, die dhun was ſe kenne, ohne gleich denooch zu froge, ob „die
annern” aach was dhu. Sundern mer ſoll nie vergäſſe, daß es noch
immer richdich is un gilt: „Wer gut is, dem geht’s aach gut!
Wer dohärngäje vor de Nod ſei Härz verſchließt, der wärd
valleicht in=ere ſchwere Stund ſich umſunſt nooch eme Droſt
um=
gucke ..."
So aaner vun dene vorbildlich gude Menſche war z. B. aach
unſer liewer, verehrter Karl Noack, unſer verſtorwener
Stadt=
biwweljodekar un Heimatforſcher. „Alles for die Annern” war
ſei Wahlſpruch, un ſei Karolinche, die gud Seel, hott=en dobei
ge=
dreilich unnerſtitzt. Er war e Orſchinahl in ſeine Art, awwer im
beſte Sinn des Wortes. Er war annerſt wie die annern, awwer
alles in allem e prächdicher Menſch, un gejeniwwer dene
klaane Gernegroße vun heit, vun grodezu riehrender
Beſcheiden=
heit. Er war vun=eme gradezu unhaamliche Schaffenseifer beſäſſe,
un ſei fleißich Fädder hott nie geruht. — Un for allem, er war
grindlich! — So is es aach kumme, daß ſei „Geſchichtevun
Beſſunge” erſt jetzt, zwaa Johr nooch ſeim Dod, des Licht der
Wäld erblickt hott. Sei Freund Karl Eſſelborn hott die letzt Hand
dro gelegt. — Mit dem Buch hott ſich unſer guder Karl Noack
ſälbſt e Denkmol geſetzt, un alle Heimatfreunde vun Beſſunge un
Darmſtadt wärrn=em noochdräglich noch defor dankbar ſei. Dann
aach vun ſeim gemüdvolle Inhalt kann mer ſage: „Wer in de
Gäjenwadd for die Zukunft wirke will, muß die Vergangenheit
kenne.”
Alſo wer ſich ſo manchen lange Winderowend verdreiwe,
a genehm un wertvoll verdreiwe will, „die Geſchichte vun Beſſunge‟
verhilft em dezu. Un koſt bloß — 1,20 M.
So ähnlich.
„Donnerwetter, haſt Du einen feinen Mantel! Auf
Seide?‟
„Nee, auf Credit!”
Abgewinkt. Heinrich Laube erzählt in ſeinen
Lebenserinne=
rungen von einer bekannten Schauſpielerin, die ſich mehr durch ihr
liebenswürdiges Temperament als durch große Bildung aus=. Nach den Verfaſſern der Stücke, in denen ſie auftrat,
fragte ſie wenig, wenn ſie ihr nur gute Rollen lieferten. Bei
einem Gaſtſpiel in Weimar war ſie in der „Laune des
Ver=
liebten” aufgetreten und wurde nachher Goethe vorgeſtellt. Die
alte Exzellenz war zu der reizenden jungen Dame recht
liebens=
würdig, ſagte ihr einige Artigkeiten über das Spiel und wollte
mit ihr ſich näher über das Stück unterhalten. Da aber unterbrach
ihn die Naive und ſagte, da ſie keine Ahnung hatte, daß ſie mit
dem Verfaſſer des Dramas ſprach, mit freundlicher
Ueberlegen=
heit: „Ach, reden wir nicht von dem Schmarren!“
Ein ſchlauer Ehemann. Der Freund beſuchte die
Jungverhei=
rateten in ihrem Heim „Alles war reizend, aber plötzlich fragte
der Gaſt,: Sag mal Fritz, warum haſt du dir denn eine
Woh=
nung ausgeſucht mit einer ſo winzigen Küche?" — „Dir will ich
es verraten, wenn du reinen Mund hältſt”, flüſterte der andere.
„Sie iſt ſo klein, damit ich nicht auch noch hineingehe, wenn ich
meiner Frau beim Aufwaſchen belfen müßte.”
Die neue Roſtummode unter dem Vergrößerung.
Sgla
Das Koſtüm galt ja ſeit jeher als Garderobeſtück,
das der eleganten Frau ans Herz gewachſen war,
denn ſie wußte ganz genau, daß ſie damit immer
vorteilhaft wirken könne und damit jederzeit richtig
beraten ſei.
Dennoch blieb das Koſtüm einige Jahre hindurch
aus der Mode verbannt, um dann allerdings um ſo
größere Verbreitung zu gewinnen.
Nun iſt es ſeit einigen Saiſons wieder zum
Mittelpunkt des modiſchen Intereſſes geworden und
ſozuſagen ein unerläßlicher Teil der Garderobe!
Es kann wohl ſein, daß für den großen Erfolg
der Koſtüme nicht zuletzt auch die Tatſache
entſchei=
dend geweſen ſein mag, daß ſie ſo außerordentlich
jugendlich kleiden und ihre Trägerin ungemein
graziös und flott erſcheinen laſſen, da ihnen
offen=
bar jene Schwere fehlt, die dem Mantel immer
an=
haftet — auch wenn er noch ſo originell gearbeitet
wäre!
Kein Wunder alſo, daß man die neuen Koſtüme
in zahlloſen Varianten zu ſehen bekommt, von der
einfach=ſachlichen ſportlichen Note bis zum
kompli=
zierten nachmittäglichen Modell.
Bei den verſchiedenen zur Verwendung
gelan=
genden Materialien liegen die Unterſchiede nicht
nur in der Struktur und in der Deſſinierung,
ſon=
dern auch in der Farbe, der heuer größte
Bedeu=
tung zukommt, da die neue Mode mit Fug und
Recht als „Saiſon der Farbenfreude” bezeichnet
werden darf, weil man ſich endlich entſchloſſen hat,
von den nachgerade monoton gewordenen Standard=
Schattierungen abzuweichen und beſtimmte, aparte
Farbtöne beſonders hervorzuheben.
Ein Faktor, der abſolut nicht überſehen werden
darf, ſind auch die intereſſanten Fellgarnierungen,
die in der Art des Pelzwerks, im Schnitt der
Ver=
brämungen und in deren Anbringung vielerlei
neue Anregungen zu geben vermögen.
Während für Schwarz, das ja natürlich auch
heuer nicht vollkommen ausgeſchaltet iſt (wenn ſeine
Bedeutung auch eine weſentliche Einbuße erlitten
hat), immer nur ſchwarzes Pelzwerk in Frage kommt,
ſucht man für alle anderen Schattierungen gerne
ſchicke Kontraſt=Effekte: ſo zum Beiſpiel verbrämt
man grüne Koſtüme mit Braun oder Grau, lila Stoffe mit Weiß,
Grau oder Beige, braunes Material natürlich vor allen Dingen
mit Braun oder Beige.
Als beliebteſtes Pelzwerk gilt heuer Perſianer, was angeſichts
des teueren Preiſes dieſes Felles im erſten Augenblick
verwunder=
lich erſcheint, ja ſogar befremdet. Doch ſcheint es, daß man — wie
früher einmal zur Zeit unſerer Mütter — wieder praktiſcher
den=
ken gelernt hat und ſich ſagt, daß man eine größere Ausgabe nicht
ſcheut, wenn es ſich darum handelt, einen dauernden Wert zu
er=
werben. Und daß Perſianerfelle geradezu unverwüſtlich ſind und
immer wieder umgearbeitet und ergänzt werden können, ohne an
Wirkung und Schönheit die geringſte Einbuße zu erleiden, iſt
bekannt.
Die neuen Hüte
ſind ganz kapriziöſe Dingerchen, die nicht nur
Eigen=
art und Stil haben, ſondern auch jenes „gewiſſe
Etwas” zu bieten vermögen, deſſen faſzinierendem
Reiz man nicht widerſtehen kann.
Noch vor kurzer Zeit wären all dieſe
Schaffun=
gen, dieſe Jägerhüte, dieſe Poſtillons, dieſe
Pompa=
dour=Formen als Ausgeburt einer überhitzten
Phantaſie bezeichnet und ſicherlich abgelehnt
wor=
den, ſo daß der unſtreitige Erfolg ein um ſo
ver=
blüffenderer iſt!
Es iſt eben das Ueberraſchende diesmal dadurch
gelungen, daß einige prominente Salons es trotz der
wirtſchaftlich ſo ſchwierigen Zeit wagten, auf dieſem
Gebiete den langerſehnten vollkommenen Wandel zu
ſchaffen und ihre Abſicht auch durchzuſetzen
verſtan=
den, was ſicherlich auch für die intereſſante Note der
neuen Moderichtung ſpricht.
Die Urſache dieſes großen Erfolges mag auch
darin liegen, daß jede Frau ſich gerade im Laufe
der letzten Jahre deſſen bewußt wurde, daß ein
be=
ſonders intereſſanter Hut ihrer ganzen Erſcheinung
eine veränderte Note zu geben vermöge, ja daß die
richtige Kopfbedeckung unter Umſtänden ſogar das
ausſchlaggebende Attribut darſtellen könne. Darum
iſt man auf dieſem Gebiete auch für jede Neuerung
viel leichter zugänglich, um ſo mehr als ja ein Hut
im allgemeinen keine allzu große Ausgabe darſtellt,
ſo daß es möglich iſt, ſich ohne bedeutende materielle
Opfer immer wieder „umzuſtellen”.
Allenfalls ſteht es feſt, daß die neuen Hutformen
nicht nur dekorativ und originell, ſondern auch
un=
gemein kleidſam ſind, denn all dieſe Typen, die die
eine Geſichtshälfte vollkommen frei laſſen, auf der
anderen Seite aber beſonders tief gerückt ſind, haben
etwas Weiches. Zartes, Frauliches, ſo daß man faſt
ſagen könnte, daß ſie eine neue Aera der „modiſchen
Koketterie” einzuleiten ſcheinen, die vielleicht ſogar
in unſerer Zeit der abſoluten Sachlichkeit, der
Nüch=
ternheit, der Zeit des Materialismus kein übler
Gedanke wäre.
Schon die nächſte Zukunft müßte uns lehren, ob
dieſe Hutmode eine bleibende Erſcheinung darſtellen
ſoll, oder ob es ſich hier um einen „Eintags=Stil” handelt, der
allerdings auch dann an keiner Frau ſpurlos vorübergehen kann,
da die Veränderung auf dieſem Gebiete eine zu markante, zu
ein=
ſchneidende iſt, als daß jemand, der auf modiſche Feinheiten Wert
legt dieſe Umwälzung vollkommen außer acht laſſen dürfte!
Die neuen Hüte beherrſchen aber nicht nur die nachmittägliche
und die abendliche Mode, ſondern werden auch in der
Trotteur=
aufmachung immer wieder gezeigt, ſo daß man leicht zu beurteilen
Neben Perſianer verwendet man gerne auch gepreßtes
Lamm=
fell, das mitunter dem Breitſchwanz an Wirkung ſehr nahekommt.
Außerdem gibt es auch vielerlei Fohlenverbrämungen in
Schwarz, Beige und Braun, ſowie mancherlei Pelzgarnierungen aus
halbhohem Fell, wie Nutria und Seal (oder deren Imitationen).
Hier zieht man vielfach auch vorhandene alte, an ſich ſchon
un=
verwendbar gewordene Pelzſtücke heran, die ſich für
Verbrämun=
gen immer noch gut eignen und tadellos wirken.
Das Koſtüm in ſeinen zahlreichen Möglichkeiten vom einfachen
Trotteur bis zum eleganten nachmittäglichen Modell, das jetzt
auch zum 5=Uhr=Tee und für Beſuche gebräuchlich geworden iſt,
haben wir in unſerer Skizze feſtgehalten.
Wer wird ſich mit einem ſchicken Strapa
aus flaſchengrünem Stoff mit Nutrig= ode
licher Verbrämung nicht einverſtanden er!
Es verrät jenen bezwingenden Schick, den n
rade bei dieſen Stücken immer ſchätzt, und
mit ſeinem umgeſchlagenen Kragen, ſeinen
Fellrevers und der Pelzpartie des unteren
(die leicht abſtehende Taſchen entſtehen läßt,
beliebte Modeneuheit aufzufaſſen ſind) als
praktiſches Garderobeſtück zu werten, für de
vielerlei Verwendungsmöglichkeiten findet. (
Entzückend ſind auch die vielen tailli
Jackenkleider, die den Schößel=Schnitt in de
dergrund rücken. (Bild 2)
Dieſe Koſtüme arbeitet man gerne aus
da ihr Phantaſiereichtum ein derartiges M
bedingt; zu braunem Samt iſt brauner P
oder gepreßtes Lammfell in der gleichen
ſehr elegant, aber auch beigefarbenes P
ſichert fein differenzierte Farben. Ein gelt
Gedanke ſind die neuen Kragenformen, d
Schalkragen mit der Reversfaſſon verſchmelze
zückend wirken die kleinen, anmutigen, au
Materiale des Koſtüms verfertigten Muffs.
Pelzrüſchen gerandet und mit einem
klein=
dem Materiale des Muffs hergeſtellten Blut
verſehen ſind. Die flotten, kurzen Pelzjacken5
man weiß, ganz große Mode geworden, und hal
Teile die langen Fellmäntel zu verdränge
mocht, was einerſeits als neueſtes. Modegeb
dererſeits auch als kluge Erſparungsmaßna
werten iſt. Faſt immer trachtet man, das
chen und den dazugehörigen Rock in der Fe
differenzieren, was derart zu verſtehen iſt, d
etwa zu einem dunkelgrauen oder ſchwarze
ein hellgraues „Fell=Veſton” (wie die neue
bezeichnung dafür lautet) wählt, während
wieder vielfach vorkommt, daß etwa zu
dunkelbraunen Pelzjäckchen ein Rock in h.
Braun zu ſehen iſt. Dieſe neue Modeide b
wir in unſerem vorletzten Bilde zur Gelun
zeigen gleichzeitig, daß man verſucht, vom ge
raden Koſtümrock abzukommen und leicht g!
Wirkungen den Vorzug zu geben. Sehr vone
„zeitlos” ſind die Koſtüme mit halblangen Jacken, die vo
Dingen für ſtärkere Figuren in Frage kommen, die es ſi
leiſten dürfen, ihre Geſtalt durch eine kurze Umhülle alzt
betonen, ſondern wünſchen, gerade durch eine verlängert
ſchlanker zu erſcheinen. Bei dieſen Modellen ſehen cape=artige
die die Geſtalt zwar oben etwas verbreitern, die Hüften c/5
ſo ſchlanker erſcheinen laſſen, ſehr vorteilhaft aus. Auch hie 7
Kragen und der untere Beſatz aus Fell (evtl. auch aus der
ſehr modernen „Breitſchwanz=Plüſch”) gedacht, wie auch 4,
kommen mit Fell (oder Plüſch) beſetzten Aermel, die unter
Flügel zu ſehen ſind, als letzte Mode angeſprochen werden
(Bild 4). Zu all' dieſen Koſtümen trägt man den kleinen
lon=Hut”, der ſich dem Modebild höchſt maleriſch einfügt.
Wichtig iſt bei allen Hüten der komment
ſon die Garnierung, da ja auch auf
Gebiete eine gewaltige Umſtellung erfolg:
einem Male nämlich ſcheinen alle Aufputz
keiten in den Mittelpunkt des Intereſſes ge
Hauptſache iſt und bleibt zwar — zum m
für die nächſte Zukunft — die Feder; h
ſtehen denn auch Tag für Tag aparte Ne
die ſich in ihrem Phantaſiereichtum kaum ge
können.
Einfache Kiele wechſeln mit bunten C
die aus zahlloſen Federchen zuſammengeſetzt
und hauptſächlich für Trotteurhüte geb.
ſind, ab, und ſchon zeigen ſich die erſten 2
der aus Federn zuſammengeſetzten „Flüg
aber vorderhand noch in kleinen Dimenſio
arbeitet werden, alſo nur entfernt an jene
ſchen Federneffekte erinnern, die zu Begin
Jahrhunderts modern waren und als B
„Gebäude” die Hüte unſerer Mütter ſchnü
Auch Blüten ſind trotz der vorrückenden
zeit keineswegs unaktuell geworden, doch ha
ſich meiſt um ſtiliſierte Formen, die in
herrſchenden Modefarben gehalten ſind 1
Filz. Fell, Leder u. dgl. m. hergeſtellt werd
Sofern ein Hut nicht — wie wir frühe,
teten — ganz aus Fell hergeſtellt iſt, liebt
ihn mit ein wenig Pelzwerk in Form eine.
Maſche, einer Blende oder dergleichen zu ge
Die abendliche Mode hat ſich bekanntlichder
feder verſchrieben, die in allen erdenklichen
ten zu ſehen iſt und der Trägerin zweifel
vermag, wie reizvoll, jugendlich und geſchmackvoll die neuen
For=
men ſind, gleichviel, ob ſie nun aus Filz,aus Velours, aus Samt
oder gar aus Fell hergeſtellt werden, (.., wie man nämlich in
eingeweihten Kreiſen weiß, haben die großen Salons nun auch
Fell=Hütchen in Ausſicht genommen, die entweder mit der
Ver=
brämung des betreffenden Garderobeſtückes oder aber mit dem
ganzen Fellmantel — gelegentlich auch mit dem modernen, kleinen
Spencer=Pelzäckchen — harmonieren ſollen.
ungemein maleriſche Wirkung zu geben
ein modiſches Profil, von einer Schönheit,
ſchon lange nicht zu ſehen bekam.
Als markante Vertreter der kommend
mode zeigen wir einige ſchöne Modelle in.
Bilde; Links oben: das „Jägerhütchen” 4
zum Trotteurkleide, zum Koſtüm der dun
trägt, es ſtimmt in der Farbe natürlich m
des betreffenden Garderobeſtückes
überein=
mit einer abſtechend=ſchattierten Kielſeder.
Daneben bemerkt man die „Poſtillon=”d
Breitſchwanz oder gepreßtem Lammfell (e*
aus dünnem Fohlenpelz), wobei der Hut
ſchon früher erwähnt wurde — mit der Verbränung. d
einzuſtimmen hat.
Die Skize in der linken unteren Ecke macht mit dei
nachmittäglichen, mit einer zarten Pelzmaſche garere.
hut vertraut.
Rechts unten aber haben wir den aparten Samet.
Abend mit der intereſſant=geſteckten Straußfeder.
W. 2
die heuer eine große Rolle zu ſpielen berufen iſt.
gimer 261
Sonntag, den 20. September 1931
Seite 19
Tollellalenstsaoftliktorsvensen
Copyright Berlin=Schöneberg 1931 by Delta=Verlag Kurt Ehrlich.
Maeſtro häufte eine anſehnliche Portion Kompott auf
ſeines =eller: „Das ſagen Sie ſo. Wenn ich Ihnen aber
er=
zähl aß ich ſeit vierzehn Tagen ..."
hoff unterbrach ihn: „Ich meine, wenn’s weiter nichts
iſt — nn können Sie unter gewiſſen Vorausſetzungen bei mir
woh= Bekommen ſogar für ſich ein Zimmer. Dazu ſreie
Pen= Und Garderobe.”
dwas ſoll ich dann für Sie tun? Denn geſchenkt gibt
es —y3 auf dieſer Welt.”
tun brauchen Sie für mich nichts Beſonderes.”
nn war’s auch nur ein Scherz von Ihnen. Aber ein
ſchle
ineswegs. Sie könnten mir höchſtens behilflich ſein..."
alſo. Und wobei?”
i der Aufdeckung eines Mordes.”
as heißt das?"
nes Mordes, deſſen man mich angeklagt hat, und den ich
nichs gangen habe. Ich glaube, daß Sie für eine ſolche
Auf=
gab nz gute Fähigkeiten mitbringen. Wenn Sie
einverſtan=
der dann können wir jetzt gleich nach Hauſe fahren. Dann
we— Sie auch Gelegenheit finden, ſich perſönlich davon zu
übes gen, daß Eliſabeth lebt. Sie befindet ſich wohl. Und
mö rweiſe wird ſie ſich freuen, Sie wiederzuſehen.”
XII.
„Magier aller Künſte” erwachte durch das leichte
Ge=
räu= iner behutſam geöffneten Türe: im Halbdunkel erſpähte
Umriſſe eines männlichen Weſens, das ſich dem Bett
näh /. An der Kleidung war die Geſtalt zweifellos als Diener
erfes tr.
der Maeſtro ſich fähig erwies, weitere Ueberlegungen
an=
zuſt=3, ſagte das Weſen in devotem Ton: „Wünſchen der Herr
das ihſtück hierhergebracht, oder wollen Sie ſich
herunter=
bem i. Herr Eickhoff iſt ſchon auf.”
) werde herunterkommen”, entſchied der Gaſt, etwas
be=
nonm! von dieſem Empfang.
s Bad iſt bereit. Kleider und Wäſche auch. Wenn es dem
He— echt iſt, führe ich ihn gleich hin.”
gut — wir können gehen!‟ Der Maeſtro war mit allem
einz anden und auf alles gefaßt. Wenn in dieſer Minute ein
Elf=figen aufgetaucht wäre und ihn umſchwebt hätte, er wäre
nich ſtaunt geweſen. Die Dinge, die er jetzt wachen Auges er=
Roman von
Nachdruck verboten.
lebte, genügten vollſtändig, um ihm die Wirklichkeit
märchen=
verklärt erſcheinen zu laſſen.
Ein Diener geleitete ihn durch lautlofe, teppichbelegte Gänge
Eine weiße Türe. Ein weißgekachelter Raum. Blitzende Hähne.
Ein in den Boden vertieftes Becken, Duſchen, gymnaſtiſche
Appa=
rate, eine Batterie von Kriſtallflakons mit Eſſenzen. Der Diener
zog ſich zurück: „Wenn der Herr fertig ſind, bitte zu klingeln.”
Der Maeſtro ſtieg vorſichtig die Stufen zum Baſſin hinab.
Während das Waſſer ſeinen Körper umfing, dachte er au den
Beſitzer all dieſer Herrlichkeiten. Er ſuchte die Frage zu klären,
nach welchen geheimnisvollen Geſetzen die Loſe der Menſchen
verteilt waren. Er, der Sohn dunkelſten Ghettos, zwiſchen
Frömmigkeit und Diebſtahl aufgewachſen, glaubte nicht an Gott;
aber er war in ſeinem Atheismus nicht ganz ſicher und
ſchwankte, ob die Geſchicke nicht doch nach dem Walten einer
unerforſchlichen höheren Macht gelenkt wurden — jener Macht
etwa, die ihn hierhergebracht hatte — oder ob alles
regellos=
ungerecht war, was ihm wieder einleuchtend erſchien, wenn er
dieſe Umgebung mit der Armſeligkeit verglich, die ſich zeit ſeines
Lebens unentrinnbar an ihn geheftet hatte.
Unterdeſſen warteten Eickhoff und Eliſabeth bereits im
Eß=
zimmer. Er hatte ſie vom Einzug des neuen Ankömmlings
unterrichtet und — es klang wie eine verkappte Entſchuldigung
— er knüpfte die Hoffnung daran, daß dieſer ihm vielleicht von
Nutzen werden könne. Eliſabeth war von der Anweſenheit ihres
Vater wenig erbaut.
„Aber Sie haben doch von ihm jetzt nichts mehr zu
be=
fürchten”, warf er als Argument hin. Sie gab das ohne
wei=
teres zu, dennoch zeigte ſie ſich enttäuſcht und niedergeſchlagen.
Als er in ſie drang, die Gründe dafür anzugeben, erklärte ſie
nur kurz: „Es wäre mir lieber geweſen, mit Ihnen allein hier
zu bleiben.”
Er verſtand, worauf ſie hinauswollte, und ihn beſchlich das
Unbehagen eines nicht ganz reinen Gewiſſens. Aber dann fragte
er ſich, ob der Umſtand, daß ein Mann ein Mädchen, eigentlich
zufällig, vor Selbſtmord und Feuersgefahr gerettet hatte, dieſem
Mädchen das Anrecht gewährte zu glauben, er gehöre nun ihr.
Ich liebe ſie nicht, überlegte er, ich kann nur nicht leugnen, aß
ſie mir gefällt. Aber es ſoll nicht wieder werden, wie es früher
einmal geweſen iſt: dieſe Zwiſchenſpiele, die wie ein Rauſch
ſind, den man am andern Morgen ausgeſchlafen hat. Sie iſt
auch zu ſchade dazu. „Ich habe auch Mitleid mit ihr, ſie hat
ſchon genug erleiden müſſen. Nein, ich will nicht!
Ehe er zu einem Schluß kam, trat der Maeſtro ein, ſtrahlend
in Sauberkeit, friſch raſiert und in Kleidern, die ihm
aller=
dings etwas zu weit waren. Er rüſtete zu einer großen Szene.
Er umarmte ſeine Tochter und rief: „Ach, daß du nur lebſt!
Ahnſt du denn, wie mich das getroffen hat — und nun die
Freude.”
Sie entwand ſich ihm mürriſch: „Na, tu nicht ſo! Du wärſt
froh geweſen, mich los zu ſein.‟ Er wollte proteſtieren, aber
Eickhoff unterbrach ihn mit der Eröffnung, daß ſie hernach
zu=
ſammen zur Bank gehen wollten.
„Zur Bank” echote der Maeſtro andächtig und verſank in
Träumereien. Welche wunderbaren Gepflogenheiten herrſchten
hier! Wenn man Geld benötigte, hob man einfach von ſeinem
Konto ab. Und vor ſeinen Augen erſtanden Säcke voll Geld,
ſo viel, daß einer allein ſie nicht tragen konnte. Die Stimme
Eickhoffs ſtörte ſeine Betrachtungen: „In dieſer Angelegenheit
wäre mir Ihre Unterſtützung erwünſcht.”
„Selbſtverſtändlich . . .‟ Er wollte faſt hinzufügen: „Ich
nehme jede Laſt auf mich.”
Doch der andere fuhr fort: „Sie müſſen nämlich wiſſen, daß
es für mich unter Umſtänden etwas gewagt ſein kann, ſelbſt
den Scheck vorzulegen.”
„Warum? Iſt dieſer Scheck vielleicht ..
„Nein, der iſt ganz in Ordnung. Er trägt meine
Unter=
ſchrift, und auch, was die Deckung anbetrifft, iſt keine Sorge.
Aber es könnte möglicherweiſe auffallen, daß ich frei
umher=
laufe. Wenn man mich nämlich zufällig erkennt.”
Im Hirn des Maeſtro begann es ſich langſam zu erhellen:
„Sie ſollten demnach
„Ich bin lebenslänglich verurteilt. Man ſucht mich.”
„Jetzt verſtehe ich. Sie wohnen alſo hier.
„Unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit. Ich habe ſeinerzeit
mein Haus hier verſchließen laſſen. Hier vermutet mich
nie=
mand. Deshalb gewiſſe Vorkehrungen, die Ihnen wohl ſchon
aufgefallen ſind. Sie ſehen, ich ſpreche ganz offen mit Ihnen:
ich ſchenke Ihnen volles Vertrauen. Wenn Sie jetzt hingehen
und mich anzeigen, nimmt man mich feſt. Aber Sie gehen
ver=
ſchiedener Vorteile verluſtig.”
„Ich werde mich hüten, da müßte ich ſchön dumm ſein.”
„Das dachte ich eben auch. Und was den Scheck anbetrifft,
ſo können Sie ihn ziemlich gefahrlos präſentieren. Es ſind
fünfunddreißigtauſend Mark zu beheben.
Worauf warten wir noch?” rief der Alte tatendurſtig und
erhob ſich.
Vor dem Eingang der Bankfiliale, zu der Eickhoff ſeinen
Begleiter geführt hatte, gab er ihm noch ſchnell einige
Inſtruk=
tionen" „für alle Fälle”, dann nahm er ſelbſt Poſten in einem
benachbarten Haustor und wartete.
(Fortſetzung folgt.)
Pcl rin, jung.
geſtuf für kleinere
Mc adausflüge.
n Rennfahr.
Spce ſeir. n.
aus=
geſcl
Poſtlager=
kar.7/ Darmſt. (
irat
mit gutem
30 J. alt,
ſchlN it Dame, a.
e. Vermög.
— Mille erw.
nmit Bild u.
an die
Ge=
erbet. (*dg
beiraten?
listd ees. 30 Pg
„A fmnds 2 Fie‟
Btellen ürmeil
U.15t
Senſache.
Wif aftlich geb.
45j ü Fräul. aus
guttu rm., wünſcht
ſicho digſt m.
ehr=
bamu errn zu
ver=
heiz n. Anonym
zwe/ s. Zuſchr. u.
O. a. d. Gſch. *
Voo Ehevermittl.
ſtr.—5 II, diskr. dch.
darv jro Frau G.
Schi mann,
Darm=
ſtam Stiftſtraße 46.
Auu aft koſtenl.
Ko) ann. 38 J.
alty=gen. Außere,
ſ. 2151. zw. Frdſch.
am 1. od. Wwe.,
mug rn eig. Heim.
Sre. Heirat nicht
aun pl. Ausf. Ang.
män m. Bild ſtr.
ves al. erb. unt.
O-d a. d. Geſch.*
Ti3 g.
Geſchäfts=
mru mit eigenem
Ft u. großem
Heim.Witwer,
40er, ſ eine
am liebſten
ad. zw. bald.
— Ang. unt.
Geſch. (13551
Beamt.=Wwe.
h. vermög., ſ.
E.=Wwer. zw.
Off. 4362 an
W rankf. a. M.
L113447)
eirat
p. Frl., Mitte
vgl., vermög.,
Erſchein., mit
E., a. Wtw. o
d. Wert auf
rautes. Heim
Ernſtgem.aus=
Zuſchr erbet.
u 219 Gſchſt. (*
*
ekanntſch. ein.
errn, dem ev.
an w. könnte
Geſchäftstoch
4 J. alt. von
THeſtalt. Vertr
unter O. 60
Te Geſchäftsſt.
Tv.13517)
ennabor-
Lieſerwg.
T preiswert.
Trichſtraße 52,
ges & Wieſt.
(13136b)
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Jeder Artikelein Schlager!
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0.85
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1.00
1 „ Bratpfanne groß
1.00
1 Klosett-Bürstenhalter weis,
1.00
Kochtopf grau, gestanzt, 24 em
1 Emaille-Sand-Seife Soda-Garnituk weis 1.75
0.75
1 „ Kochtopf gestanzt, 18 cm
1.25
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„Blumentopf-Untersatz 15—30 cm 0.45
1 „ Kehrschaufel gestanzt, grau .. 0.45
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Engl. Geſchäfts= vu.
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u. überſetzt. Heiſer,
Rheinſtr. 41. (*gmg
Gut. Schlafzimmer
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a. d. Geſch. (1359
Nähmaſchinen-
f. Schuh=
Nadeln macher,
beſteQualit, ſolange
Vorrat Dutz. 60 H.
G.Moll, Grafenſtr. 4.
(13574)
Wenig getr. Dam. u. Koſt. ſehr
bill.z. vk. Näh. Gſch. *
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an meine treue, bewährte Mitarbeiterin Fräulein Berta Bock abgegeben.
lch danke meiner werten Kundschaft für das mir erwiesene Vertrauen und
bitte höflichst dasselbe auf meine Nachfolgerin zu übertragen.
Hochachtungsroll Karl Dreste.
Das Geschäft wird von mir in unveränderter Weise weitergeführt mit dem
Grundsatz, die Kundschaft in jeder Besiehung zufriedenzustellen.
lch bitte um geneigten Zuspruch
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Seite 20
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Beginn: 2, 4.05, 6.10, 8.20 Uhr.
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