Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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gei wöchentlich 7maligem Erſcheinen vom 1. März
67 31. März 2.18 Reichemart und 22 Pfennig
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Franfurr a. M 1304
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Pöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtatet.
Nummer 28
Donnerstag, den 19. März 1931.
194. Jahrgang
27 mm brelie Zelle im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Reilamezelle (92 mm
breit)/2 Reichemarl. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspig. 92 mm breite
Rellame=
zelle 3.00 Reſchsmark. Alle Preiſe in Reichsmart
(4 Dollar — 4.20 Maril. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg. Aufruhr, Strelk uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung au Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konhurt oder gerſchtiſcher Belitreibung fäll jeder
Rabatt weg. Bankkonio Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Nationalbani.
Der Kanzler zwiſchen den Parteien.
Sazialdemokrakiſche Zermürbungskakkik. — Die Volksparkei erinnerk Brüning an ſein Verſprechen. —
Durch=
einander im Oſtausſchuß. — Ueberflüſſige Bokſchaft der Rechksoppoſikion. — Deutſch=öfterreichiſche Zollunion?
Die Nervenprobe.
Der Poſkekak vomReichskag verabſchieder
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Polikiſche Berhehung innerhalb der Poſtverwalkung?
Der Reichstag hat am Mittwoch, nachdem es zunächſt
wegen der Hamburger Morde zu einigen
Lärm=
ſzenen mit den Kommuniſten gekommen war, den
Poſt=
etat angenommen, wobei aber im weſentlichen die Erklärungen
und Reden aus dem Ausſchuß wiederholt wurden. So konzentrierte
ſich das ganze politiſche Intereſſe auf die Vorgänge außerhalb
des Sitzungsſaales. Auf der einen Seite wurde lebhaft
kommen=
tiert, daß das Reichskabinett auch am Mittwoch
nachmit=
tag wieder mehrere Stunden über das Ergebnis der
Wiener Reiſe des Außenminiſters beriet, woraus
man wohl nicht mit Unrecht den Schluß ziehen kann, daß
Dr. Curtius mit ſeinen Verhandlungen über die
deutſch=
öſterreichiſche Zollunion in Wien ſehr viel
weiter gekommen iſt, als bisher in der Oeffentlichkeit
be=
kannt geworden iſt,
und daß hier vielleicht wichtige Entſcheidungen
bevor=
ſtehen. Daneben ſorgten die ausgewanderten
Rechtspar=
teien für ausgiebigen Geſprächsſtoff, indem ſie von außen her
eine Erklärung in den Reichstag hineinfunkten, daß ſie
ent=
ſchloſſen wären, vorübergehend in den
Reichs=
tag zurückzukehren, falls etwa die
Verabſchie=
dung des deutſch=polniſchen Handelsvertrages
noch im laufenden Tagungsabſchnitt
beabſich=
tigt ſein ſollte. Dieſe Mitteilung hat die verſchiedenartigſten
Kommentierungen gefunden. Wir halten ſie für einen Lufthieb,
denn den Deutſchnationalen und Nationalſozialiſten iſt ja
hin=
reichend bekannt, daß
weder im Kabinett noch im Reichstag
je=
mand daran denkt, in der nächſten Zeit den
deutſch=polniſchen Handelsvertrag aus dem
Ausſchuß herauszuholen, weil die
wirt=
ſchaftlichen Vorausſetzungen, unter denen
er ſeinerzeit abgeſchloſſen wurde, nicht
mehr beſtehen. Es bedarf alſo nicht der Rückkehr der
die beiden Parteien werden keinen Eindruck machen, wenn
Regierung zum Verzicht auf den Handelsvertrag bewogen
zu haben. Sie würden nützlichere Arbeit tun, wenn ſie ihre erklärt,
Stimmen zur ordnungsgemäßen Verabſchiedung des Etats
zur Verfügung ſtellten und dadurch die Vorausſetzungen für
eine politiſche und wirtſchaftliche Beruhigung ſchaffen helfen.
Daran ſcheinen ſie aber nach wie vor nicht zu denken. Der
Reichskanzler muß ſich, alſo weiterhin darum
be=
nühen, mit einer Minderheit ſeinen Willen im
Plenum durchzuſetzen, wobei die Minderheit abgebröckelt
iſt. Nachdem ſchon kürzlich das Zentrum ausgebrochen iſt, haben
heute Staatspartei Wirtſchaftspartei.
Volks=
hartei und Landvolk im Ausſchuß über die
Oſt=
ragen für die Einbeziehung Stettins in die
Oſthilfe geſtimmt, worauf die Sozialdemokraten
erklärten, daß ſie nun auch nicht mehr an der
Regierungsvorlage feſthielten. Die Folge war
ein völliges Durcheinander. Doch dürfte es leicht
mög=
lich ſein, hier wieder Ordnung zu ſchaffen. Komplizierter liegen
die Dinge bei den übrigen Fragen, der von den Sozialdemokraten
verlangten
Skeuererhöhung, Ermächtigung und Reichstagsvertagung,
die den eigentlichen Kern des ganzen Streites bilden.
Dsbegen hat der Kanzler auch die Verbindung mit Sozialdemo= nommen werden, aber ſie werde überwunden werden.
kkaten und Volkspartei wieder aufgenommen, ohne allerdings
DSher zu einer Einigung gekommen zu ſein. Im Gegenteil iſt
2—ünverkennbar, daß bei den Sozialdemokraten der
Liderſtand ſich verſteift. Sie haben zwar am Mittwoch
dend den Beſchluß gefaßt, bei dem Panzerkreuzer Stimm=
Mthaltung zu üben, ſo daß deſſen Annahme in 2. und 3. Le= feindliche Beſtrebungen in meiner Beamtenſchaft nicht dulde. Ich
ſins geſichert iſt. Damit iſt aber nur ein Teilerfolg erzielt, habe auch daran erinnert, daß innerhalb der Dienſträume jede
Deil die Sozialdemokraten um ſo hartnäckiger auf ihren
Forde=
üngen beharren. Sie wollen einer Reichstagsvertagung nur
zu=
ſtimmen, wenn ſie
beſtimmte Sicherheiten auf ſozialpolitiſchem
Gebiet
bekommen, die ihnen Kanzler und Reichsarbeitsminiſter in dem
Rwunſchten Ausmaß nicht geben wollen und können. Sie
ver=
langen darüber hinaus die Zuſtimmung zu ihren Steuerforde= und ich muß dieſes Verfahren abwarten. Wenn ſich bewahrheitet,
(ngen, und es iſt bezeichnend, daß die Volkspartei es für
ſotig hält, den Kanzler daran zu erinnern, daß er
mit ſeiner ganzen Regierung ſich gegen jede
*Eükrerhöhung feſtgelegt hat. Der Kanzler ſcheint bisherigen Dienſtſtelle verſetzt worden.
auch nach wie vor daran feſtzuhalten, daß er ſowohl einer
wei=
teren Tantiemenſteuer, wie einer Erhöhung der Zuſchläge zur
Einkommenzuſteuer nicht zuſtimmt. Er rechnet wohl mit der
Hoff=
ang, daß ihm hier der Reichsrat die Stange halten wird, auch Die Behauptung, daß die Geſpräche der kommuniſtiſchen Fraktion
henn ein Beſchluß des Reichstages zuſtande kommen ſollte. Trotz=
In drücken die Sozialdemokraten darauf, daß ſie irgend= wiſſen Hyynoſe entſpringen. Im Falle Sprenger muß ich meine
„i verbindlichen Zuſagen vom Kanzler bekommen. Sie treiben früheren Erklärungen aufrecht erhalten.
eine ausgeſprochene Zermürbungstaktik, um den
Wi=
derſtand des Kanzlers lahmzulegen. Dieſes Spiel
kann noch zehn Tage dauern, da erſt am Ende der nächſten Woche,
dei der dritten Leſung des Etats die Entſcheidung fällt. Der Etat erledigt ſein ſoll. Die ſozialdemokratiſche Reichstagsfraktion
Ausgang wird davon abhängen, ob der Kanzler, hat beſchloſſen bei der Abſtimmung über das Panzerſchiff B ſich in
lolange die Nerven behält.
Berlin, 18. März.
Beim Beginn der heutigen Sitzung wiederholten die
Kommu=
niſten das alte Spiel, die ſofortige Beratung eines nicht auf der
Tagesordnung ſtehenden Antrages zu verlangen. Diesmal
ver=
langten ſie die Aufhebung der vom Hamburger Senat
ausgeſpro=
chenen Demonſtrationsverbote. Dem kommuniſtiſchen Redner
wurde das Wort entzogen. Der ſofortigen Beratung des Antrages
wurde widerſprochen.
Der Reichstag erledigte dann die zweite Beratung des
Poſt=
etats, der nur einen Ausgabetitel „Gehalt des Miniſters” und
einen Einnahmetitel „Ueberſchuß der Deutſchen Reichspoſt”
ent=
hält Reichspoſtminiſter Dr. Schätzel gab einen Ueberblick über
die Entwicklung des Poſtbetriebes, die angeſichts der
Wirtſchafts=
depreſſion noch als recht günſtig zu betrachten iſt.
Zugleich mit der Bewilligung des Poſtetats wurde eine
Aus=
ſchußentſchließung angenommen, die eine Verbilligung der
Fernſprechgebühren für Wenigſprecher fordert.
Der Miniſter hatte allerdings ſchon vorher erklärt, daß in der
jetzigen ſchwierigen Zeit eine Gebührenverbilligung
ausgeſchloſ=
ſen ſei.
Klagen über die polikiſche Bekätigung der Beamken.
In der Ausſprache wurde mehrfach Klage über die politiſche
Betätigung des Poſtperſonals geführt. Der Abg. Biedermann
(Soz.) wies darauf hin, daß ſich unter den nationalſozialiſtiſchen
Revolverattentätern auffallend viele Poſthelfer befanden.
Auf=
ſichtsführende Beamte betreten die Dienſträume mit dem Gruß
„Heil Hitler!” (Hört! Hört!) Der Oberpoſtrat Meyer in
Olden=
burg, der Zeitungsartikel mit den ſchärfſten Anwürfen gegen die
Regierung veröffentlicht hat. iſt deswegen „ſtrafverſetzt” aber
nach Düſſeldorf. Er hat erklärt, daß er ſich ſehr um dieſe
Düſſel=
dorfer Stellung beworben habe, die auch mit Gehaltserhöhung
verbunden ſei. (Hört! Hört!)
Als bei einem Berliner Fernſprechamt das
Ueberfallkom=
mando angerufen wurde wegen einer Schlägerei zwiſchen
Nationalſozialiſten und Kommuniſten, hat die
Nachtauf=
ſichtsbeamtin dieſes Geſpräch ſofort dem Abgeordneten Dr.
Goebbels übermittelt. (Hört! Hört!)
Wegen dieſes unerhörten Bruchs des Fernſprechgeheimniſſes hat
der Miniſter nichts anderes unternommen, als daß die Dame in
beiden Rechtsparteien, um die Annahme zu verhindern, und eine angenehmere Stellung beim Poſtſcheckamt verſetzt wurde.
Abg. Kampſchulte (Ztr.) ſchloß ſich dem Vorredner in der
Forderung, daß der politiſchen Verhetzung innerhalb der
Poſtver=
de dann ſpäter etwa behaupten, durch ihre Drohung die waltung ein Ende gemacht werden muß, an. Der
Poſtinſpek=
tor Sprenger hat in einer Verſammlung in Münſter
Reichskanzler Brüning müſſe unter allen
Umſtänden beſeitigt werden, er bedeute das
Siechtum Deutſchlands.
Sprenger nannte in ſeiner Rede weiter die
Reichs=
tagsmitglieder Verbrecher. (Hört! Hört!) Eine
der=
artige unglaubliche Propaganda von einem Beamten, der ſich nicht
ſcheut, das Geld der von ihm bekämpften Revublik zu nehmen,
kann nicht weiter geduldet werden. (Lebhafte Zuſtimmung.)
Wenn der Miniſter gegen ſolche politiſchen Ausſchreitungen
ſchär=
fer vorginge, würde das von allen Seiten im Reichstage
gebil=
ligt werden. (Beifall) Die politiſch wenig geſchulte
Beamtenſchaft fällt ſolchen radikalen
Hetze=
reien leichter zum Opfer als andere
Volksſchich=
ten. Der Beamte muß die Verfaſſung anerkennen und ehrlich
der Republik dienen. Das liegt im Intereſſe des
Berufsbeam=
tentums. Der Fall im Berliner Fernſprechamt
for=
dert zur ſchärfſten Verurteilung heraus.
Wenn das Poſtgeheimnis nicht mehr gegen
Verletzung geſchützt wird, dann ſind die
Grundlagen des Poſtweſens erſchüttert.
Aba. Morath wies darauf hin, daß man aus den
bedauer=
lichen Einzelfällen nicht verallgemeinernd den Schluß ziehen könne,
als ob die ganze Poſtbeamtenſchaft nationalſozialiſtiſch verſeucht
ſei. Die nationalſozialiſtiſche Krankheit dürfe nicht zu leicht ge=
Die Ankwork des Reichspofkminiſters.
Reichspoſtminiſter Dr. Schätzel erwiderte hierauf
folgen=
des: Ich habe in verſchiedenen Verfügungen erklärt, daß ich
ſtaats=
parteipolitiſche Agitation verboten iſt. Die Beamten ſind
außer=
dem an ihren Dienſteid gebunden, der ſie verpflichtet, nicht gegen
die Verfaſſung zu arbeiten.
Verſtöße werden energiſch verfolgt. Nach den Grundſätzen
der Unparteilichkeit und Gerechtigkeit kann ich gegen
Be=
amte und Arbeiter aber nur vorgehen, wenn Beweiſe
vor=
liegen. Verallgemeinerungen muß ich zurückweiſen.
Der Fall der Aufſichtsbeamtin befindet ſich im Stadium der
Unter=
ſuchung. Das Diſziplinarverfahren wird in Gang geſetzt werden,
was hier behauptet worden iſt, dann werden ſelbſtverſtändlich die
nach Verfaſſung und Beamtenrecht ſich ergebenden Konſequenzen
rückſichtslos gezogen werden. Zunächſt iſt die Beamtin aus ihrer
Den Vorwurf, daß das Poſtgeheimnis nicht gewahrt wird.
weiſe ich mit größter Entſchiedenheit zurück. Dieſes
Funda=
ment des Poſtbetriebes iſt unerſchüttert.
mitangehört werden, iſt ganz unbegründet und kann nur einer ge=
Auf der Tagesordnung der
Donnerstags=
ſitzung ſteht der Wehretat. Die Sitzung beginnt am
Don=
nerstag ſchon um 10 Uhr. und der Reichstag will dieſe verlängerte
Arbeitszeit zunächſt durchhalten, weil bis Ende nächſter Woche der
zweiter und dritter Leſung der Stimme zu enthalten.
* Die neue heſſiſche Gemeindeordnung.
II.
In der Frage, wie weit der Stadt= und Gemeinderat
berech=
tigt iſt, die Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten zu
über=
wachen, hat ſich der Regierungsentwurf ganz an die beſtehenden
Vorſchriften angelehnt. Es wäre zu prüfen, ob nicht eine
Er=
weiterung des Ueberwachungsrechtes des Nats und
ſeiner Mitglieder anzuſtreben iſt. Zur Zeit hat nur der Rat
ſelber eine in beſtimmten Grenzen ſich bewegende Befugnis, die
dem Bürgermeiſter zuſtehende Verwaltung der
Gemeindeange=
legenheiten zu überwachen, namentlich die Verwendung der
Ein=
nahmen und die Ausführung ſeiner Beſchlüſſe nachzuprüfen:
er kann durch einzelne von ihm beauftragte Ratsmitglieder die
betreffenden Akten einſehen laſſen. Die einzelnen
Rats=
mitglieder haben zwar das Interpellationsrecht; ſie haben aber
keine Möglichkeit, die Richtigkeit der auf eine Interpellation
erteilten Auskunft des Bürgermeiſters nachzuprüfen; ein Recht
auf Akteneinſicht ſteht ihnen überhaupt nicht zu. Die
Nach=
prüfung einer beſtimmten Verwaltungshandlung, deren
Aus=
führung von einzelnen Ratsmitgliedern bemängelt wird, findet
alſo nur dann ſtatt, wenn ſie von der Mehrheit des Rats
be=
ſchloſſen wird. Das mag in früherer Zeit, als die
Bürger=
meiſter nicht ſo ſehr die Vertrauensmänner beſtimmter
Par=
teigruppen waren, als das leider vielfach jetzt der Fall iſt,
aus=
gereicht haben; gegenwärtig dürfte es nicht mehr genügen. Es
ſind Fälle bekannt geworden, in denen der Bürgermeiſter, geſtützt
auf eine ihm ergebene Majorität, ſich geweigert hat, einer
Min=
derheit des Rats ſo umfaſſende Aufklärung über beſtimmte
An=
gelegenheiten ſeiner Verwaltung zu geben, daß dieſe als
be=
friedigend angeſehen werden konnte. Je mehr die
Bürgermeiſter=
wahl zur reinen Parteiſache wird, um ſo mehr muß auch eine
Minderheit des Rats und ſelbſt das einzelne Ratsmitglied ein
Recht zur Nachprüfung beſtimmter Gemeindeangelegenheiten
und namentlich zur Akteneinſicht erhalten. Bürgermeiſter,
denen es mit dem Vertrauen der Geſamtbürgerſchaft ernſt iſt,
gewähren auch jetzt ſchon, ohne eine geſetzliche Verpflichtung
da=
zu, jedem Ratsmitglied gerne Einſicht in die
Verwaltungsvor=
gänge, deren Aufklärung gewünſcht wird. Immerhin wäre es
am Platz, die geſetzliche Verpflichtung hierzu feſtzulegen. Daß
dem Rat und ſeinen Mitgliedern kein Recht zugeſtanden
wer=
den kann, durch eigene Nachforſchungen bei den Aemtern der
Verwaltung und durch Abhör von Gemeindebeamten das
Ueber=
wachungsrecht unter Umgehung des Bürgermeiſters auszuüben,
verſteht ſich von ſelbſt, weil ſonſt die Amtsverſchwiegenheit
not=
leiden und der geſamte Verwaltungsorganismus geſtört werden
müßte.
Auch in der Frage der Behandlung geſetzwidriger
Beſchlüſſe des Rats hat ſich der Regierungsentwurf an
das geltende Recht angeſchloſſen, wie uns ſcheint, ohne den
veränderten Verhältniſſen genügend Rechnung zu tragen.
Offenſichtlich geht auch hier das beſtehende Geſetz davon aus, daß
der Bürgermeiſter ohne jede parteimäßige Bindung und ohne
Voreingenommenheit die Rechtslage prüft und geſetzwidrige
Be=
ſchlüſſe verhindert oder für ihre Aufhebung eintritt. Leider
beſteht dieſes Vertrauen gegenwärtig nicht in allen Fällen und
es iſt deshalb notwendig, daß der Geſetzgeber Garantien ſchafft,
um die Beſeitigung geſetzwidriger Beſchlüſſe durchzuſetzen.
Bis=
her war die Möglichkeit gegeben, daß die Aufſichtsbehörde ſolche
Beſchlüſſe beanſtandete und ihre Ungültigkeit nötigen Falls im
Wege des Verwaltungsſtreitverfahrens feſtſtellen ließ, wenn der
Bürgermeiſter die Beanſtandung unterließ. Wir ſetzen voraus,
daß eine ſolche Vorſchrift auch in dem noch nicht vorgelegten
Entwurf über die Staatsaufſicht Aufnahme findet. Indeſſen
würden auch hierdurch unſeres Erachtens die erforderlichen
Rechtsgarantien nicht erſchöpft ſein dürfen, da im gegenwärtigen
Volksſtaat die Regierung ſich aus Parteivertretern
zuſammen=
ſetzt, denen die Oppoſitionsparteien nicht das genügende
Ver=
trauen entgegenbringen, einerlei welche Parteikoalition jeweils
in der Regierung ſitzt. Es kann deshalb nicht genügen, daß
die Anfechtung geſetzwidriger Beſchlüſſe des Rats durch den
Bürgermeiſter oder die Aufſichtsbehörde zu erfolgen hat, während
der in der Minderheit gebliebene Teil des Rats oder einzelne
Ratsmitglieder davon ausgeſchloſſen ſind, die Beſeittgung
ſol=
cher Rechtsverletzungen im Verwaltungsſtreitverfahren
herbei=
zuführen. Vielmehr liegt es im Intereſſe des Gemeinwohls,
die Möglichkeiten der Anfechtung derart zu erweitern, daß der
Eindruck einer Vergewaltigung des Rechts nicht aufkommt.
Be=
kanntlich iſt ja nach der Rechtſprechung ſelbſt das
Anfechtungs=
recht von Beteiligten dann ausgeſchloſſen, wenn ſich die
Auf=
ſichtsbehörde der Angelegenheit im öffentlichen Intereſſe
ange=
nommen hat.
Zu begrüßen iſt es, daß der dem Landtag vorgelegte
Teil=
entwurf die Beſtimmung des Referentenentwurfs nicht
übernom=
men hat, wonach der Bürgermeiſter Ratsbeſchlüſſe aus dem
Grunde beanſtanden konnte, weil ſie mit dem „Gemeinwohl” in
Widerſpruch ſtünden. Ein derart dehnbarer Begriff, unter dem
man je nach der Weltanſchauung ganz verſchiedenes verſtehen
kann. iſt nicht geeignet, die Grundlage für ein
Beanſtandungs=
verfahren zu bilden, das ſich nur auf dem Rechtsboden bewegen
und keine Zweckmäßigkeitsentſcheidungen treffen kann.
Der Ausſchluß eines Mitgliedes der Verwaltung oder
des Rats von der Beratung und Abſtimmung, der
im geltenden Recht für den Fall angeordnet iſt, daß
Privat=
intereſſen des Betreffenden berührt werden, wird im
Ent=
wurf davon abhängig gemacht, daß Sonderintereſſen des
Mit=
glieds berührt werden. Dieſe Neufaſſung ſcheint uns glücklich
zu ſein, weil ſie dem Bedürfnis mehr entſpricht.
Sonder=
intereſſen dürften auch bei einer Reihe von Fällen dann
vor=
liegen, wenn private, perſönliche Intereſſen nicht zur
Entſchei=
dung ſtehen, z. B. bei Gemeindebeamten, wenn eine allgemeine
Beſoldungsordnung dieſer Beamten beraten wird, ohne daß
ihre eigenen Beſoldungsverhältniſſe geregelt werden, oder bei
Gewerkſchaftsführern, wenn ein Rechtsverhältnis zwiſchen der
Gemeinde und der betr. Gewerkſchaft in Frage ſteht. Daß bei
der Berührung der Sonderintereſſen einer juriſtiſchen Perſon
lediglich deren Vorſtands= und Aufſichtsratsmitglieder
ausge=
ſchloſſen ſein ſollen, dürfte kaum in allen Fällen dem Bedürfnis
genügen, wiewohl darin ſchon ein Vorzug gegenüber der
gegen=
ufſatz in unſerer Nr. 75 v. Dienstag, 17. März.
Seite 2
wärtigeit Rechtslage zu erblicken iſt, wonach lediglich die
Ver=
treter der juriſtiſchen Perſon ausgeſchloſſen ſind.
Ein’ſehr zeitgemäßes Kapitel iſt die Sitzungspolizei
des Vorſitzenden der Ratsverſammlung. Die Rechte des
Vorſitzendent gegenüber Ratsmitgliedern, die ſich ungebührlich
aufführen oder den zur Aufrechterhaltung der Ordnung
ge=
troffenen Anordnungen zuwiderhandeln, ſind dadurch
weſent=
lich erweitert worden, daß der Vorſitzende ſolche Ratsziitglieder
nach dreimaligem Ordnungsruf von der Sitzung ausſchließen
kann und daß er, wenn die Geſchäftsordnung dies vorſieht, den
Ausſchluß für drei Sitzungen ausſprechen darf. Allerdings kann
der Ausgeſchloſſene Einſpruch beim Rat erheben und der
Rats=
beſchluß kann wieder vom Vorſitzenden im Wege des
Verwal=
tungsſtreitderfahrens augefochten werden. Ob dieſe Regelung
ſehr glücklich iſt, muß bezweifelt werden. Man ſollte den
Bür=
germeiſter nicht durch ſeinen Rat desavouieren laſſen und ihn
auf den Prozeßweg vereiſen, wenn er ſich das nicht gefallen
laſſen mill. Da wäre doch wohl die gegenwärtige Vorſchrift
vorzuziehen, wonach die Ratsverſammlung die Ordnungsſtrafen
auszuſprechen hat und Rechtsmittel dagegen ausgeſchloſſen ſind.
Aehnliche Bedeuken müſſen gegen die Beſtimmungen des
Entwurfs erhoben werden, die über die Schweigepflicht
der Ratsmitglieder und die Folgen der Verletzung
dieſer Pflicht getroffen werden ſollen. Zu Unklarheiten gibt es
Aulaß, wenn Verſchwiegenheit über ſolche Angelegenheiten
der=
langt wird, die „ihrer Natur nach” geheim zu halten ſind. Wäre
es nicht richtiger, die Geheimhaltung aller Angelegenheiten zu
berlangen, die den Ratsmitgliedern außerhalb, der öffentlichen
Sitzungen amtlich bekannt geworden ſind, wie es die
Geſchäfts=
ordnungen vieler Städte beſtimmen? Wenn das aber als zu
weitgehend empfunden wird, io wäre es ſchon das Richtige, die
Vertraulichkeit der Angelegenheit in jedem Falle beſonders zu
beſchließen. Daß aber zur Ahndung jeder Verletzung der
Schweigepflicht das Verwaltungsſtreitverfahren durchgeführt
werden ſoll, iſt eine Vorſchrift, die ſich als unz reckmäßig
er=
weiſen muß, ſpeil der Verfahrensapparat für leichtere Fälle viel
zu umſtändlich und ſchwerfällig iſt.
Weun der Entwurf in Gemeinden mit mehr als 2000
Ein=
wohnern die Wahl eines Berufsbürgermeiſters zulaſſen
will, ſo ſoll dem nicht widerſprochen werden, nachdem der in
dem Referentenentwurf vorgeſehene Volksentſcheid über dieſe
Frage fallen gelaſſen iſt. Abgelehnt muß jedoch der
Bezirks=
bürgermeiſter werden, der für mehrere Gemeinden mit
zuſammen über 2000 Einwohnern auch gegen den Willen
ein=
zelner von dieſen vereinigten Gemeinden durch Beſchluß des
Kreisausſchuſſes beſtellt werden kann. Dieſe Einrichtung, die
an das Inſtitut der preußiſchen Bezirkskommiſſare erinnert, iſt
nicht geeignet, den Intereſſen kleiner ländlicher Gemeinden zu
oienen, die ſich ſelbſt verwalten wollen und können. Sie könnte
nur zu einer Bürokratiſierung des Gemeindeorganismus und
zur Abtötung urſprünglichſter Selbſtverwaltung führen.
Das Recht der Beſtätigung gewählter
Bürger=
meiſter hat ſich die Regierung in ihrem Entwurf nicht
vor=
behalten. Grundſätzlich muß man dem zuſtimmen, da einer
Regierung, die ihr Daſein der Macht beſtimmter Parteien
ver=
dankt, ein Eingriff in das Selbſtverwaltungsrecht, wie es die
Ablehnung einer Bürgermeiſterbeſtätigung ſein würde, nicht
zu=
geſtanden werden kann. Ob die Anerkennung der vollen
Selbſt=
verwaltung in dieſem Punkte durchführbar iſt, bleibt abzuwarten.
Es erheben ſich jetzt ſchon Stimmen aus dem demokratiſchen
Lager, die das bezweifeln. — Die Stellvertretung des
Bürgermeiſters, dem mehrere Beigeordnete zur Seite ſtehen, hat
der Entwurf in der Weiſe geregelt, daß ſie zwar grundſätzlich
durch das Dienſtalter der Beigeordneten beſtimmt wird, daß der
Rat aber auch einem dienſtjüngeren Beigeordneten die
Vertre=
tung übertragen kann, wenn nicht eine mit einem anderen
Bei=
geordneten getroffene Vereinbarung dem entgegenſteht. Das
ſteht im Widerſpruch zu dem geltenden Recht, wonach das
Dienſt=
alter nur dann für die Vertretungsbefugnis ohne Bedeutung
iſt, wenn einem Beigeordneten bei ſeiner Wahl die
Ver=
tretung des Bürgermeiſters übertragen wird. Die Neuregelung
darf man aſs „Lex Buxbäum” bezeichnen.
Aus unſeren Ausführungen, die nur wichtigere Fragen des
Entwurfs behaudelt haben, iſt erſichtlich, daß es angebracht wäre,
die Verabſchiedung der Vorlage nicht zu überſtürzen, ſondern
weitere Kreiſe kommunalpolitiſcher Sachverſtändigen zu hören,
als es bisher geſchehen iſt. Die beſtehende Geſetzgebung bedarf
Spectator.
keines beſchleunigten Erſatzes.
Der Oſlausſchuß
Ausdehgung des räum
Zes der Oſthiffe.
Berlin, 18. März.
Im Oſtausſchuß des Reichstages wurde am Mittwoch bei
der Beratung des Oſthilfegeſetzes beſchloſſen, das räumliche
Geltungsgebiet der allgemeinen Hilfsmaßnahmen auszudehnen
auf ganz Pommern und ganz Niederſchleſien, ſowie auf die an
die Tſchechoſlowakei angrenzenden Kreiſe Sachſens und Baherns.
G
2
R
Ginnteint Biot ſein Beitakie naf.
Das Ergebnis der Forſcherkonferenzen in Amerika. — Das
Weſtall iſt nichi unveränderlich. — Bleibt die Nelativitätstheorie
unerſchüttert?
Von Dr. Ernſt Kothen.
Mit höchſter Spannung hat die ganze
wiſſenſchaft=
liche Welt den Mitteilungen entgegengeſehen, die
Ein=
ſtein nach ſeiner Rückrehr von ſeiner Amerikareiſe über
deren wiſſenſchaftliches Ergebnis machen würde. Die
erſte Darſtellung des Gelehrten, die er ſoeben
gegen=
üiber dem naturwiſſenſchaftlichen Mitarbeiter einer
Ber=
liner Zeitung gemacht hat, ſtellt eine Senſation dar,
Sie bedeutet nichts anderes, als die
Preisgabe des Weltbildes, das Einſtein
aus ſeiner Relativitätsthevrie
abge=
leitet hatte. Der nachfolgende Aufſatz unſeres
naturwiſſenſchaftlichen Mitarbeiters verſucht in
allge=
meinverſtändlicher Form die gewaltige Bedeutung dieſer
Tatſache aus den ſie umgebenden Problemen zu
er=
läutern.
Iu der kaliforniſchen Stadt Paſadena, bei der gewaltigſten
aſtro=phyſikaliſchen Anſtalt der Welt, unter dem hundertzölligen
rieſigſten Fernrohr der Erde, das aus dem Mount=Wilſon=
Obſer=
vatorium ſein Rieſenauge den Geheimniſſen des Makrokosmos
entgegen ſtreckt, haben die bedeutendſten naturwiſſenſchaftlichen
Forſcher der Gegenwart in langen Konferenzen
zuſammenge=
arbeitet, und ihre Beobachtungen und Berechnungen ausge.
tauſcht, gegeneinander geſtellt und überprüft. Das Ergebnis
hat epochale wiſſenſchaftliche Bedeutung. Einſtein ſelbſt
be=
ſtätigt jetzt in einer erſten präziſen Mitteilung die
vorausgeeil=
ten ſenſationellen Kabelmeldungen und Zeitungsberichte, die
von der Erſchütterung der Einſteinſchen
Kosmo=
gonie durch neue aſtronomiſche Feſtſtellungen
ſprächen und nach denen die amerikaniſchen Aſtronomen und
der deutſche Phyſiker ihre Erkenntniſſe zu einem neuen
Raum=
bild des unendlichen Kosmos vereinigt haben, daß zu einer naiv
ſinnlichen Wahrnehmung noch mehr als den ſechſten Sinn
höher=
dimenſionaler Meuſchen erforderlich macht, der ſchon die
Voraus=
ſetzung zu einer bildhaften Erfaſſung des Einſteinſchen Raumes,
des Einſreinſchen Weltalls darſtellte.
Die Bedeutung des Ergebniſſes von Paſadena muß an den
dort zur Diskuſſion geſtellten Problemen und an den
wider=
fprechenden Forſchungsergebniſſen erläutert werden, die es dort
zu überbrücken galt. Das Einſteinſche Weltbild hatte die
Un=
endlichkeft des Raumes ausgeſchnitet. Sein Raum war
gren=
zenlos, aher nicht unendlich, grenzenlos wie die Oberfläche einer
Donnerstag, den 19. März 1931
Vom Tage.
Der Thüringiſche Bauernbuud (Weimar) hat den
Reichsernährungs=
miniſter Dr. Martin Schiele zu ſeinem Ehrenmitglied ernannt.
Wie der Berliner Polizeipräſident mitteilt, ſind alle Verſammlungen
unter freiem Himmel und Umzüge im geſamten Ortspolizeibezirk Berlin
ansnahmslos verboten.
In dem Beſtrebeu, die deutſche Preffe im Memelgebiet mundtot zu
machen, haben die litauiſchen Behörden nach den Redakteurausweiſungen
der letzten Jahre erneut drei Reichsdeutſche, die in deutſchen
Zeitungs=
betrieben tätig waren, den Ausweiſungsbefehl zugeſtellt.
Das ſpaniſche Kriegsgericht fällte nach 36ſtündiger Beratung das
Urteil im Prozeß gegen die 77. Angeklagten in Jacca. Ein angeklagter
Offizier wurde zum Tode verurteilt, dier weitere Offiziere zu
lebensläng=
lichem Kerter und 68 Angeklagte zu Gefängnisſtrafen von ſechs Monaten
bis zu 20 Jahren.
Könia Alfons von Spanien hat bereits das Gnadengeſuch für den
vom Kronrat in Jacca zum Tode verurteilten Kapitän Sediles
unter=
zeichnet.
Hierzu erfahren wir noch folgendes: Auf den Antrag der
Staatspartei und der Wirtſchaftspartei, wurde mit den Stimmen
der Deutſchen Volkspartei, des Zentrums, der Staatspartei, der
Wirſchaftspartei, des Landvolks und der Kommuniſten
be=
ſchloſſen, das ganze Stettiner
Wirtſchaftsge=
biet in die allgemeinen Oſthilfemaßnahmen
einzubeziehen. Dagegen ſtimmten Sozialdemokraten,
Bayeriſche Volkspartei und Chriſtlich Soziale. Hierauf
ſtimmten dann die Sozialdemokraten für alle
übrigen Anträge die eine Ausdehnung des
Gel=
tungsbereiches der Oſthilfe verlangten, ſo daß
mit den Stimmen auch der Sozialdemokraten
die Oſthilfe auf ganz Pommern, ganz
Nieder=
ſchleſien, ſowie die an die Tſchechoſlowakei
grenzenden Bezirke Sachſens und Bayerns
aus=
gedehnt wurde. Von ſozialdemokratiſcher Seite wird dazu
erklärt, daß mit der Einbeziehung Stettins der Grundſatz
durch=
brochen ſei, wonach die allgemeinen Hilfsmaßnahmen nicht auf
Gebiete weſtlich der Oder ausgedehnt werden ſollen.
Der Haushaltsausſchuß des Reichstages wird vorausſichtlich
die Beſchlüſſe des Oſtausſchuſſes wieder abändern.
Der Oſtausſchuß erledigte in ſeiner Mittwoch=
Nachmittag=
ſitzung das Oſthilfegeſetz, das Geſetz zur Förderung der
land=
wirtſchaftlichen Siedlung und das Induſtriebankgeſetz.
Die Polizeiminiſter=Konferenz
gegen religisſe Berhekung und Radikalisraus.
Berlin, 18. März. (Priv.=Tel.)
Unter Vorſitz des Reichsinnenminiſters Dr. Wirth traten
heute vormittag die Innenminiſter der größeren Länder im
Reichsinnenminiſterium zu der angekündigten Konferenz
zuſam=
men. An den Beſprechungen nehmen teil die Miniſter Severing=
Preußen, Stützel=Bayern, Richter=Sachſen, Dr. Bolz=Württemberg,
Wittemann=Baden, Leuſchner=Heſſen und Senator de
Chapeaurouge=Hamburg. In der Ausſprache haben die
zunehmen=
den politiſchen Morde und Bluttaten eine erhebliche
Rolle geſpielt. Zunächſt fand ein Meinungsaustauſch
über die innenpolitiſche Lage ſtatt. Die einzelnen
Miniſter berichteten über das Verhalten der radikalen Parteien
in ihren Ländern. Dann unterhielt man ſich über die
Metho=
den, die bisher zur Aufrechterhaltung der Ruhe
und Ordnung angewandt wurden. Dabei wurde auch eine
ganze Reihe von Vorſchlägen über die Verſchärfung des
Sicherheitsdienſtes gemacht. Hervorzuheben iſt, daß eine
Aenderung des Vereins= und Verſammlungsrechtes angeregt
wurde, daß daran gedacht wurde, von den Strafgeſetzen
rückſichts=
los Gebrauch zu machen und gegen alle politiſchen
Verſammlun=
gen energiſch vorzugehen, ſofern die Vermutung beſteht, daß mit
Zuſammenſtößen und Ausſchreitungen zu rechnen iſt.
Irgend=
welche Beſchlüſſe ſind noch nicht gefaßt worden, obwohl eine
reſt=
loſe Einmütigkeit über die Notwendigkeit zur.
unbedingten Aufrechterhaltung der Ordnung
beſtand. Schließlich wurde auch über die religiöſe Hetze
der Kommuniſten geſprochen. Die Länderminiſter ſtimmten
darin überein, daß im Intereſſe des konfeſſionellen Friedens
gegen Ausſtellungen, die einen kirchenfeindlichen Zweck verfolgen,
eingeſchritten werden muß, und daß Druckſchriften, die dieſer
Pro=
paganda dienen, unverzüglich zu beſchlagnahmen ſeien. — Der
Reichsinnenminiſter hat am Mittwoch abend im Kabinett Bericht
erſtattet. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß um die Monatswende
eine neue Polizeiminiſter=Konferenz in Berlin ſtattfindet, auf der
dann Beſchlüſſe gefaßt werden ſollen, die wenigſtens einigermaßen
eine Eindämmung der anſteigenden politiſchen Bluttaten
garan=
tieren.
Kugel, deren Flächeninhalt aber doch beſchränkt und in
Zahlen=
werten auszudrücken iſt. Wie ſich der Begriff einer nach allen
Richtungen ins Unendliche ſtrebenden Ebene im Sinne der
Euklidiſchen Mathematik zur Kugeloberfläche verhält, ſo
ver=
hält ſich die naive Auffaſſung des Raumes, die hinter jeder
ge=
ſetzten Grenze ſagt, daß doch dahinter auch wieder etwas, wenn
auch ein Nichts, nämlich der „leere” Raum ſein muß, zum
Welt=
bild Einſteins. Die Behauptung der allgemeinen
Relativitäts=
theorie, daß jede Bewegung, die gleichförmige, die beſchleunigte
und die kreisförmige, nur im Hinblick auf andere Körper
vor=
handen ſein kann, mußte das Bild des Naumes von der
Art ſeiner Erfüllung mit Materie abhängig
machen. Der „leere” Raum verlor ſeine tatſächliche und
be=
griffliche Exiſtenz, und der wirkliche Raum, das Univerſum,
wurde gekrümmt und verlor die Unendlichkeit der Ausdehnung.
Ein ſolcher gekrümmter grenzenloſer Raum, in dem die Zeit
von plus unendlich zu minus unendlich verläuft, iſt zwar für
unſere Vorſtellungskraft ohne jede Anſchaulichkeit. Aber unſer
Anſchauungsvermögen hat ſich ja eben gebildet in Anpaſſung an
die praktiſchen Notwendigkeiten in irdiſchen Verhältniſſen, in
denen die Krümmungen des Raumes keine Rolle ſpielen, in
denen praktiſch die gerade Linie die kürzeſte Verbindung
zwi=
ſchen zwei Punkten bleibt. Nur ein unſinnlicher mathematiſcher
Sinn —um einmal dieſe in ſich widerſpruchsvolle
Wortzuſammen=
ſrellung zu gebrauchen — konnte über die menſchliche
Anſchau=
ungskraft hinaus zu einer tieferen oder — wie ſich jetzt
heraus=
ſtellt — vermeintlich tieferen Erkenntnis des Univerſums führen.
In Paſadena war dieſe Frage geſtellt, ob dieſer
mathema=
tiſche Sinn nicht zu falſcher Erkenutnis, oder zu voreiligen
Schlußfolgerungen aus zu weitgehender Verallgemeinerung
ge=
führt habe. Geſtalt und Umfang des Einſteinſchen Raumes
ſind abhängig von ſeiner Erfüllung mit Materie. Einſtein
nahm ein unveränderliches Univerſum mit
wahlloſer Materie an. Seine Darſtellung war nun auf
den Widerſpruch derienigen Forſchungsdiſziplin geſtoßen, die im
beſonderen mit der Erforſchung des Raumes und ſeiner
Erfül=
lung betraut iſt, mit den Aſtronomen. Die Beobachtungen des
holländiſchen Aſtronomen de Sitter und der amerikaniſchen
Aſtrophyſiker Hubble und Shapley haben zum Ergebnis geführt
daß, die fernſten von uns beobachteten Sternnebel, die hundert und
mehr Millionen Lichtjahre von uns entfernt ſind, ſich mit einer
Schnelligkeit von uns meiter entfernen, die mit dem Mat der
Diſtanz wächſt. Es wurden aus dieſen Beobachtungen Berech
nungen angeſtellt, daß unſer Univerſum in ſtändiger Ausdeh
nung begriffen iſt und daß dieſe Ausdehnung die Lebens
dauer des gleichſam in Exploſion befindlichen
Pelialls auf einen Zeitraum ziriſchen zehn und hundert
Milliarden Jahren beſchränkt, was als ein zu geringes Biel
Nummer 78
Die mikkeleuropäiſche Wirtſchaffskagun
Bemühungen um die Schaffung eines einheitlicher
mitfeleuropäiſchen Wirtſchaftsraumes.
Wien, 18. März.
Unter dem Vorſitz des Präſidenten des Mitteleuropäiſche
Wirtſchaftstages, Tilgner, trat heute hier die 6. Mitteleuropäiſe
Wirtſchaftstagung im Großen Sitzungsſaal der Kammer f1
Handel, Gewerbe und Induſtrie zuſammen. An der Tagur
nahmen 200. Delegierte aller mitteleuropäiſchen Staaten tei
Außerdem erſchienen Bundespräſident Miklas, Bundeskanzl
Ender und faſt alle Mitglieder der Regierung nebſt viele
Staatsbeamten, der deutſche Geſandte Graf Lerchenfeld ur
zahlreiche Vertreter des Diplomatiſchen Korps.
Bundespräſident Miklas,
mit lebhaftem Beifall begrüßt, führte in ſeiner Anſprache u.
aus: An ein Wort darf ich Sie vielleicht erinnern, an das I
kannte Wort von der regionalen Verſtändigung, de
von Vizekanzler Dr. Schober ſtammend, ja öſterreichiſcher Pr
gung iſt. Sicherlich hat der allſeits ſympathiſch aufgenomme
Gedanke ſeitdem Fortſchritte gemacht und ſpielt auch in d
Verhandlungen der öſterreichiſchen Regierung mit den Na
barſtaaten, aber auch in den Verhandlungen anderer europäiſd
Staaten eine wichtige Rolle.
Bundeskanzler Dr. Ender
erinnerte gleichfalls an den Gedanken der regionalen Präfere
Die öſterreichiſche Wirtſchaft werde in dieſem Jahre vor
allerwichtigſten Entſcheidungen geſtellt werden, und die öſt
reichiſchen Regierungsorgane ſeien bereits in voller Arbeit,
ein Oeſterreichs legitime Intereſſen befriedigendes Zoll=, He
dels= und verkehrspolitiſches Regime zwiſchen Oeſterreich u
ſeinen Nachbarn zuſtande zu bringen.
Reichsminiſter a. D. Gotheim
hob namens der deutſchen Gruppe, lebhaft begrüßt, hervor, d
auch das Deutſche Reich aufs Bitterſte den furchtbaren Dr.
der in ſolcher Schwere kaum je dageweſenen Wirtſchaftskr
empfinde. Die Lage der Landwirtſchaft der unteren Don
ſtaaten und damit deren wirtſchaftliche Geſamtlage würde e
erhebliche beſſere ſein, wenn Mitteleuropa eine wirtſchaftli
Einheit wäre. Nicht zu verkennen ſei, daß ſich der Schafft
eines einheitlichen Wirtſchaftsraumes Mitteleuropas erhebli
Hinderniſſe in den Weg ſtellen. Sie zu überwinden ſei die A
gabe, die ſich die Mitteleuropäiſche Wirtſchaftstagung geſtellt he
Nnch Anſprachen von Vertretern weiterer mitteleuropäiſe
Staaten begannen die ſachlichen Referate, die Dr. Otto Fran
(Südſlawien), Blaskowies (Rumänien), erſtatteten.
Das Genfer Handelsabkommen endgülkig geſcheit f
Geuf, 18. März.
Die 3. Zollfriedenskonferenz beſiegelte am Mittwoch das Se
tern des Allgemeinen Handelsabkommens mit der Annahme ei s
Schlußprotokolls, in dem feſtgeſtellt wird, daß es der Konfey ſz
nicht gelang, ſich über den Zeitpunkt der Feſtſetzung des Hand
ſ=
abkommens zu einigen, und daß ſie ſich auch über eine ſpätere
i=
kraftſetzung des Abkommens nicht ausſprechen wolle. Der
V=
ſitzende Coliin wies darauf hin, daß damit alle Bemühungen ſt
1927 zur Herbeiführung einer wirtſchaftlichen Zuſammenar it
in Europa geſcheitert ſeien.
Es muß feſtgeſtellt werden, daß die Verantwortung für
Scheitern des Handelsabkommens ausſchließlich bei der engliſ. m
und franzöſiſchen Regierung liegt, da die franzöſiſche Regier ig
ihrerſeits keine bindende Verpflichtung hinſichtlich der Ratifi
rung des Abkommens durch Frankreich übernehmen wollte.
ner hat die engliſche Regierung die Vermittlungsvorſch!
Deutſchlands, Italiens und Hollands, die ein, wenn auch
dingtes Inkrafttreten des Abkommens zum 1. April möglich
macht hätten, abgelehnt.
* Das Reichskabinett hat ſich am Mittwoch abend auch
mit dem Scheitern der Genfer Zollfriedenskonvention befaßt. bedeutet das eine Entlaſtung für die Regieri g.
Außenpolitiſch ſteht allerdings zu befürchten, daß die Staaten,
an den Verhandlungen beteiligt waren, nunmehr zu
erhöhungen, wenn nicht gar zur Kündigung der Handelsverty ſe
übergehen werden, ſo daß dadurch unſer Außenhandel in
Mi=
denſchaft gezogen werden könnte. Man wird aber abzuwa
haben, wie ſich die Dinge weiter entwickeln. Zunächſt muß /s
Sache des Reichswirtſchaftsminiſteriums und des Auswärt M
Amtes ſein, durch geſchicktes Verhandeln mit unſeren Vertr
partnern Maßnahmen zu verhindern, die unſeren Außenho
benachteiligen können.
faches gegenüber der errechneten bisherigen Exiſtenzdauer ſr
Erde erſchien. Die beobachteten Tatſachen ließen ſich nicht it
einer abſtoßenden Kraft etwa unſeres Sonnenſyſtems erkläh,
das zudem dadurch mit einem Schlage wieder eine zentrale *
deutung im Weltall erhälten würde. Shapley ſpricht von eſr
Tendenz der Materie, ins Unendliche, ins Nichts zu zerſtäu ſi.
Man müßte, wenn man ihm folgen will, ſagen, daß der
gi=
zenloſe, aber endliche und gekrümmte Raum Einſteins da ſ
ſtrebt, ſich aus der Bindung an die Materie zu befreien und r
langſamer Annäberung an den unendlichen Raum Euk /
ins leere Nichts überzugehen. Auch in der Darſtellung de
ters ſpielt die unendliche Verdünnung der Maſſe im We II
eine Rolle, und die von Hubble im Gegenſatz zu den Tatſa /i
unſeres Milchſtraßenſyſtems in den fernen kosmiſchen In gi
der Sternnebel feſtgeſtellte nahezu gleichmäßige Verteilung
Materie bezeichnet Einſtein jetzt als ein erſchüttern!
Erlebnis für den Aſtronomen und als „e
ganz wichtige und große Sache‟. Die Hoffnung,
die theoretiſchen Phyſiker und die Mathematiker einen Aus
aus den Schwierigkeiten gefunden hätten, bei dem die wil
ſchaftlich beunruhigenden aſtronomiſchen Beobachtungen
einer mathematiſchen Formel für eine Art Raumperſpek
hatten erklärt werden können, wird durch die Mitteilung (
ſteins nicht beſtätigt. Die Möglichkeit, daß die aſtronomiſ
Beobachtungsergebniſſe falſch ſein könnten weil die Bepk
tungsmethode, die Zuhilfenahme des Dopplerſchen
Prin=
auf ſolche unendliche Entfernungen vielleicht keine Gülti 74
mehr beanſpruchen dürfte, läßt Einſtein offen, ohne ſich au fe
zu ſtützen. Er bekennt ſich nach dem heutigen Stand der
ſchung an dieſem Punkte zu einem „iguoramus” Er ni
das Paradoxon hin und ſagt, daß die Wiſſenſchaft die Arßi
offen halten müſſe.
Aber ſein bisheriges Weltbild gibt E
ſtein jetzt an dem entſcheidenden Punkte pre
„Die Hypotheſe eines ſtatiſchen Charakters der Welt, das hſt,
einer Welt, die in ihrer räumlichen Ausdehnung in gre ſn
Zügen konſtant bleibt, wird hinfällig.‟ Hinter dem konſtau Ki,
gekrümmten und endlichen Raum eröffnet ſich wieder der 15
blick auf die Unendlichkeit Euklids, in dem die Relativi 5
theorie keine Bedeutung mehr haben würde.
Das Geheimnis des Makrokosmos, die Probleme zwi’ ſn
Endlichkeit und Unendlichkeit, ſind jedenfalls heute wiede ſr
dunkel getvorden ie zuvor. Wo die Forſchung ein Stück /8
Weges weiter führt und Klarheit glaubt geſchaffen zu hö
da verſinkt eine aufgehellte Sphäre wieder ins Dunkel jen
des gewonnenen neuen Hoxizonts. Die Schwierigkeiten
ziehren ſich an den Stellen, wo die makrokosmiſchen und Ee
mitrykosmiſchen Probleme ſich berühren. Wenige Tage
Nummer 78
Donnerstag, den 19. März 1931
Die (tatberatung im Landtag.
Raſches Teinpo der zweiken Lefung.
Der Finanzausſchuß ſetzte geſtern die Beratungen zur zwei=
Leſung des Voranſchlags fort. Erledigt wurden
die Etatkapitel Bad Nauheimund Bad Salzhauſen.
Kap. 16 (Nachträge und Unvorhergeſehenes) wurde ein
An=
ſiag des Abg. Dr. Niepoth (DVP.) erörtert, der eine Kürzung
Reichsüberweiſung an das Land aus Vorzugsaktien der Reichs=
Uhn von 700 000 Mk. um 200 000 Mk. zugunſten der Gemeinden
m Gegenſtand hat. Der Antrag wurde vom Finanzausſchuß für
edigt erklärt, nachdem die Regierung zugeſagt hatte, daß die
Wohlfahrtsausgaben beſonders ſtark belaſteten Gemeinden
Mitteln eines Ausgleichsſtocks unterſtützt werden ſollen, der
Anſchluß an die Steuerſenkungsaktion gebildet werden ſoll.
Bei Kap. 19
Staatspräſident
tachte Dr. Beſt (Vrp.) einen ſpezialiſierten Antrag auf
In=
ſrber=Verſetzung ein. Der Antrag wurde von dem
Ver=
eter des Bauernbundes unterſtützt, während von den
Regie=
ngsparteien Bedenken zum Ausdruck gebracht wurden. Der
An=
ag Dr. Beſt wurde darauf mit 8:3 Stimmen der Regierung als
ſtaterial überwieſen.
Abg. Dr. Keller (DVP.) beantragt: 1. die Stelle des
Mini=
rialrats auf den Inhaber zu ſetzen, 2. den
Dispoſitions=
ſnds zur Verfügung des Geſamtminiſteriums und den zur
ſörderung von Kultur, Wirtſchaft und Verkehr in Heſſen”, (ſtatt
sher 20 000 und 50 000) auf zuſammen 50 000 Mark herabzu=
Atzen, 3. die für Verfaſſungsfeiern vorgeſehenen Zuſchüſſe
n 5000 Mark zu ſtreichen. Der Antragſteller erklärte, die
Unhaberbewilligung des Legationsrates ſtreichen und dafür den
Miniſterialrat auf Inhaber ſetzen zu wollen. Die beiden Fonds
eien zu hoch dotiert und die Zuſchüſſe für Verfaſſungsfeiern
über=
üſſig. Aus der Mitte des Ausſchuſſes wurde der Verwunderung
usdruck gegeben, daß gerade die Partei, die ſonſt für Wirtſchaft
Und Verkehr einzutreten pflegt, nun ausgerechnet an ſachlichen
lusgaben ſtreichen will, die dieſen Faktoren beſonders zugute
kommen. Es wurde auch darauf verwieſen, daß der verſtorbene
Albg Haury (DVP.) ſich im vorigen Jahre dankenswerterweiſe
eſonders für den 50 000=Mark=Fonds eingeſetzt hatte.
Auf eine Anfrage nach der Verwendung dieſer Mittel ſtellte
der Staatspräſident richtig, daß die Zuwendungen für
gewiſſe in der Debatte geſtreifte Zwecke des beſetzten Gebietes aus
Reichsmitteln, die für das beſetzte Gebiet noch verfügbar waren.
ind nicht aus dem genannten Fonds erfolgt ſeien. Gerade auch
der jetzigen Notzeit erweiſe ſich die beſondere Notwendigkeit
ines derartigen Fonds zu einem plötzlich erforderlichen wirkſamen
fingreifen im Intereſſe der Wirtſchaft und Kultur. Der Antrag
uf Inhaberbewilligung des Miniſterialrats bekomme gerade
urch die gegebene Erläuterung ein politiſches Geſicht. Aus
ſach=
chen Gründen laſſe ſich doch die Stelle des oberſten Beamten in
inem Dienſtbereich nicht beſeitigen. Aus der Mitte der
Regie=
ingsparteien wurde es noch als ſchwer verſtändlich bezeichnet,
laß eine Partei, die ſich ſelbſt als Verfaſſungspartei bezeichne, die
ir Verfaſſungsfeiern notwendigen Mittel zu ſtreichen verlangt.
ei der Abſtimmung wurde der Antrag mit 8 gegen 3 Stimmen
ei einer Enthaltung abgelehnt. Das Kapitel 19 (
Staatspräſi=
ent) wurde ſodann in zweiter Leſung gegen 2 Stimmen bei einer
nthaltung angenommen.
Zum Kapitel
„Vertretung beim Reich”
Kap. 21) ſtellten die Abgg. Dr. Keller und Fraktion (DVP.)
gen Antrag, Titel 1, Ziffer 1: Geſandter und ſtimmführender
ſtell=
ertretender Reichsratsbevollmächtigter Gehalt. Dienſtwohnung
7 000 Mark iſt wie Ziffer 10 Dienſtaufwandsentſchädigung 10000
MNark, zu ſtreichen. Sie begründeten ihren Antrag damit, daß ſich
ie Gewohnheit herausgebildet habe, daß in allen wichtigen
An=
elegenheiten die Sachberater oder die Miniſter ſelbſt nach Berlin
Uahren, um dort mit den Reichsbehörden zu verhandeln. Im
brigen genüge es für die Vertretung der wirtſchaftlichen
Inter=
ſen Heſſens, wenn die Geſchäfte von dem vorhandenen Mini=
Verialrat geführt würden. Das Land befinde ſich in Not. Dem
volle der Antrag Rechnung tragen. Die Stellung des Landes
erde im übrigen dadurch nicht beeinträchtigt.
Der Staatspräſident wandte ſich ganz entſchieden gegen den
Untrag.
Auf Anfrage gab der Staatspräſident Erläuterungen über
ie Vertretung der anderen Länder in Berlin. Heſſen ſpare am
erkehrten Ende, wenn es nicht die verhältnismäßig geringe
Auf=
bendung, die der Zuſchuß von rund 68 000 Mark darſtellt,
auf=
ringen wollte. Es iſt nicht nur eine Wirtſchaftsvertretung von
beſonderer Wichtigkeit für die gewerblichen Intereſſen des
Lan=
bes, wie es ſich in einer großen Reihe von Fällen gezeigt hat,
uch für die Intereſſen der Landwirtſchaft und ihrer
Bevölke=
ung. Bei der Abſtimmung über den Antrag der D.V.P wurde
er Antrag mit den geſamten übrigen Stimmen bei einer
Enthal=
ung abgelehnt. Das Kapitel wurde mit 10:3 Stimmen
ange=
ommen.
Abg. Hammann (Komm.) begründete nunmehr verſchiedene
kommuniſtiſche Anträge zum Miniſterium für Kultus und
Bil=
dungsweſen.
Zu Kap. 27 (Miniſterium des Innern)
beantragte die Volkspartei, die Stelle eines juriſtiſchen
Miniſte=
ialrats zu ſtreichen und dafür einen Veterinärrat einzuſetzen; die
einſteins Heimkehr noch ſprach in der phyſikaliſch=
mathemati=
chen Klaſſe der Preußiſchen Akademie der Wiſſenſchaften
Pro=
ſeſſor Schrödinger über die Schwierigkeiten, die Begriffsſyſteme
der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik zur
notwen=
bigen Anpaſſung zu bringen. Beide ſtellen ſich, von den
ver=
chiedenen Beobachtungspunkten geſehen, nur als Annäherungen
im Makrokosmiſchen auf der einen, und für ſehr kleine Gebilde,
in denen der Zeitbegriff zu vernachläſſen iſt, auf der anderen
Seite dar. Wenn man hinzunimmt, daß gerade von dieſem
9ebiet aus zu der Erſchütterung der Einſteinſchen Kosmogonie
eine Kriſe der Kauſalität tritt, ſo erſcheint heute das Weltbild
in ſeinen Grundfeſten erſchüttert. Alles iſt in ſchwankender und
Derſchwimmender Bewegung. Die Relativitätstheorie,
le Einſtein an ſich noch halten möchte, wird zu
iuem Uebergangsſtadium der Erkenntnis. Ge=
Veimnis reiht ſich an Geheimnis, Problem an Problem. Aber
De ſorſchende und treibende Kraft im menſchlichen Geiſt will im
teinen wie im großen keine endlichen Horizonte anerkennen,
der die wir nicht hinausſehen können. Wo die Sinne zum
Scauen und zur Erkenntnis nicht naturgegeben ſind, ſucht er
ſe in ſich zu ſchaffen oder durch Werkzeuge zu erſetzen. Die
Spharen des Dunkels werden zwar in immer weiterem Umkreis
üugehellt, aber es ſcheint wirklich ſo, als ob der erkennende
Leiſt nur am Saum von der Gottheit lebendigem Kleid ſpielen
rie und als ob es ihm für immer verwehrt ſei, ins Angeſicht
e5 Ulnendlichen zu ſchauen, der ſich hinter ſtets neuen
Hori=
zonten verbirgt.
Zeitſchrift für Pilzkunde, Organ der Deutſchen Geſellſchaft
für Pilzkunde, Darmſtadt. Redigiert, herausgegeben und
derlegt von Fr. Kallenbach=Darmſtadt, unter Mitwirkung von
Hoch=
ſchulprofeſſor Dr. Killermann. Druck 2 C. Wittich Darmſtadt.
15. Band, Heft 1. 1931, 32 Seiten, 3 Kunſttafeln. Jährlich 8,50 RM.
Die ideellen Beſtrebungen der Deutſchen Geſellſchaft für Pilzkunde
dienen der Förderung der volkstümlichen und wiſſenſchaftlichen
Pilz=
unde, beſonders aber — mit Unterſtützung durch die höchſten
Reichs=
ehörden — dem Kampf gegen die furchtbaren Pilzvergiftungen.
Genau ſo dient der Inhalt der „Zeitſchrift für Pilzkunde” nicht
usſchließlich der Förderung der wiſſenſchaftlichen Pilzforſchung,
ſon=
ern er iſt größtenteils jedem Laien=Pilzfreund verſtändlich und
inter=
ſant. Die Bunttafel des neuen Heftes ſtellt den viel genannten, aber
benig bekannten Satans=Röhrling dar. Tafel 2 eigt einen
brächtigen Hexenring im Kiefernwald. Solche Erſcheinungen boten
rüher zu allerhand Aberglauben Anlaß, ſind aber ganz natürlich
erklär=
ſch durch das regelmäßige Fortwachſen des Pilzgeflechtes Die 3. Tafel
bringt die Wiedergabe von merkwürdigen Pilzmißbildungen,
insbeſon=
dere vom Champignon. Von größtem Intereſſe iſt der ausführliche
Be=
licht über die zahlreichen und ſchweren Vergiftungen durch die
ge=
jährliche Frühjahrs=Lorchel, die im Jahre 1930 wieder
eine größere Zahl von Todesfällen verurſacht hat. Gewarut wird vor
dieſem Giftpilz durch die Herausgabe einer bunten Wandtafel durch
Stelle des Veterinärrats ſoll in Kapitel 40 (Tierärztlicher
Dienſt) abgeſetzt werden. Das Zentrum wies auf die offenbar
politiſche Tendenz des Antrags hin. Der Vertreter der
Regie=
rung betonte, daß durch die Annahme des Antrags der Abſicht der
Regierung, die Zahl der Beamten in den Miniſterien zu
vermin=
dern, entgegengewirkt würde. Der Antrag wurde mit 8:1
Stimme bei 3 Enthaltungen abgelehnt und das Kapitel mit 9:2
Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.
Zu Kap. 42 (Landes=Heil= und Pflegeanſtalten)
lag ein Antrag der Deutſchen Volkspartei vor, das
Pflege=
geld entſprechend den geſunkenen Lebenshaltungskoſten zu
ſen=
ken. Hierzu erklärte der Regierungsvertreter, daß die derzeitigen
Pflegegeldſätze immer noch unter den Selbſtkoſten liegen und auch
faſt durchweg niedriger ſind als die Sätze in den ſonſtigen
öffent=
lichen Krankenhäuſern ſowie in den Heil= und Pflegeanſtalten
der Nachbarländer. Der Antrag wurde mit 6:3 Stimmen bei 2
Stimmenthaltungen abgelehnt, aber der Regierung zur tunlichen
Berückſichtigung einſtimmig überwieſen.
Zu Kav. 43 (Anſtalt für Geiſtesſchwache „Aliceſtift”
bei Darmſtadt) wurde ein Antrag der Koalitionsparteien, in
Titel 1 Ziffer 2 wieder 3 Reallehrer (anſtatt 2) einzuſtellen und
die Koſten für dieſe 3. Lehrerſtelle durch Abſtriche bei den ſachlichen
Ausgaben zu gewinnen, gleichfalls der Regierung zur tunlichſten
Berückſichtigung überwieſen. Auf Vorſchlag der Regierung ſoll
zunächſt abgewartet werden, wie viel Neuanmeldungen zu Oſtern
für die Anſtalt erfolgen.
Bei Kap. 44 (Volksgeſundheitspflege) wurde der Antrag
der Koglitionsparteien, für die Heilſtätte Seltersberg
des Heilſtättenvereins den Betrag von 15000 RM. einzuſetzen,
ſo=
wie ein weiterer Antrag des Zentrums, der orthopädiſchen
Klinik zu Gießen einen Zuſchuß von 10 000 RM. zu
gewäh=
ren, zunächſt zurückgeſtellt.
Zu Kap. 45 (Jugendfürſorge und beſondere Maßnahmen
zur Bekämpfung von Volkskrankheiten) fordert ein Antrag der
Deutſchen Volkspartei, als Zuſchüſſe zu den von den
Bezirksfür=
ſorgeverbänden aufzubringenden
Gehalten der Kreisfürſorgerinnen,
wofür im Entwurf des Voranſchlags 116 000 RM. vorgeſehen ſind.
den vorjährigen Betrag von 144 000. RM. abzüglich 6 Prozent
einzuſetzen. Die Regierung erklärte hierzu, daß der vorjährige
Betrag zu ihrem eigenen Bedauern mit Rückſicht auf die
Finanz=
lage des Landes hätte heruntergeſetzt werden müſſen, zumal, was
auch der Sparkommiſſar ausdrücklich feſtgeſtellt habe, der
Fürſorge=
außendienſt nicht Aufgabe des Staates, ſondern der
Bezirksfür=
ſorgeverbände ſei. Man habe bei der Herabſetzung des Zuſchuſſes
ſchon darauf Bedacht genommen, daß die wertvolle Einrichtung
der Außenfürſorge nicht zerſchlagen werde. Der Antrag wurde
hierauf mit 10:1 Stimme abgelehnt.
Ein Antrag der Volkspartei zu Kap. 49 (Fonds für
öffent=
liche und gemeinnützige Zwecke) auf Streichung des Fonds zur
Verfügung des Innenminiſters verfiel der Ablehnung. Dagegen
wurde ein Antrag des Zentrums zu Kap. 52 (
Straßenverwal=
tung), durch den die Regierung erſucht wird, darauf hinzuwirken
daß bei Vergebung von Straßenarbeiten auch das Kleinhandwerk
gebührend berückſichtigt werde, einſtimmig angenommen.
Fortſetzung am Donnerstag.
die Eiſen= und Skahlwaren=Induſkrie
gegen neue Skeuern.
Der Eiſen= und Stahlwaren=Induſtriebund hat eine
Ein=
gabe an den Reichsminiſter der Finanzen gerichtet, in der er
auf die große Srregung hinweiſt, die in dem von ihm
vertre=
tenen Wirtſchaftszdeig entſtanden iſt durch die im Reichstage
beſprochenen Pläne, die Vermögensſteuer und die
Einkommen=
ſteuer erheblich zu erhöhen. Der Bund weiſt beſonders darauf
hin, daß die verarbeitende Induſtrie, die im ſchwerſten Kampf
mit der Konkurrenz des Auslandes ſteht, keine weitere Belaſtung
mehr tragen kann. Die Verſchuldung in dieſem
Wirtſchafts=
zweig iſt ganz allgemein ſo ſtark geſtiegen, daß ein weſentlicher
Teil der Firmen am Ende ſeiner Kraft iſt. Die Gemeinden
haben zum Teil erhebliche Nachforderungen an Gewerbeſteuern
und Grundabgaben in den letzten Monaten durchgeführt, was
mit Rückſicht auf die rückgängige Geſchäftslage eine weitere
Ent=
nahme aus der Subſtanz erforderlich gemacht hat. Zu dieſen
großen Schwierigkeiten tritt noch die Sorge um den Bankkredit
hinzu, die beſonders bei den mittleren und kleineren Firmen
beſteht.
Die bisher bereits vorhandene Ueberlaſtung mit Steuern
rechtfertigt ohne weiteres die Ablehnung der Anträge der
Sozial=
demokratie und der Kommuniſten. Der Eiſen= und Stahlwaren=
Induſtriebund weiſt nachdrücklich darauf hin, daß die Induſtrie
auf die Dauer nicht mehr leben kann, wenn nicht die Steuern
geſenkt werden, wie es in der Notverordnung des Herrn
Reichs=
präſidenten vom 1. Dezember 1930 bereits angekündigt iſt. Eine
Preisſenkungsaktion iſt natürlich in keiner Weiſe denkbar, wenn
die Gemeinden mit Plänen auf erhöhte Bürgerſteuer kommen
und andere Steuererhöhungen beabſichtigt ſind.
Zur Neubeſehung des Berliner Lehrſtuhls
für Kunſtgeſchichke.
Prof. Dr. Brinckmann,
Dozent an der Kölner Univerſität, wurde an den Lehrſtuhl für
Kunſtgeſchichte an der Univerſität Berlin berufen.
die obengenannte Stelle. Aus Deſſau wird weiterhin eine Pantherpilz=
Vergiftung ausführlich beſchrieben. Der Pilzmarktbericht der
Markt=
hallenverwaltung Chemnitz und der Abdruck eines Miniſterialblattes
zeigen, wie ſehr man in Sachſen um die amtliche Pilzaufklärung bemüht
iſt. Eine größere Zahl von kleineren Mitteilungen, die wohl das
In=
tereſſe jedes Naturfreundes erwecken, beſchließt das vorliegende Heft. Das
gleichzeitig erſchienene Lorchel=Merkblatt iſt zur allgemeinen
Volks=
belehrung durch Verbreitung in der Tagespreſſe im Frühjahr gedacht.
„Das große Karlsbader Konditorbuch”, von J. C. Mand. 266 Seiten.
Preis Halbleinen geb. 3,50 Mk.. Max Heſſes Verlag, Berlin=
Schöne=
berg.
Was bei dieſem Buch zuerſt überraſcht, iſt die große Reichhaltigkeit
Es umfaßt mit ſeinen mehr als 1100 Rezepten wohl alles, was an
nachtsgebäck uſw. bekannt iſt. Wie der
Kuchen. Torten, Süßſpeiſet
Seite 3
Dr. Brüning an das deutſche Handwerk.
Helbſtverkrauen und Selbſthilfe. — Anpaſſung aller
Wirkſchaftsgruppen an die Konſumkraft
der ganzen Bevölkerung.
Berlin, 18. März.
Auf der geſtrigen Obermeiſtertagung des Berliner und
mär=
kiſchen Handwerks hielt Reichskanzler Dr. Brüning eine
bemer=
kenswerte Rede. Unter dem Hinweis auf die mannigfachen, dem
Reichstag zurzeit vorliegenden Aufgaben betonte Dr. Brüning
die Notwendigkeit einer rechtzeitigen Verabſchiedung aller
vor=
liegenden Geſetze, damit die Unſicherheit, die ſeit langer Zeit
über dem deutſchen Volke geſchwebt habe, wieder beſeitigt werde.
Solange die Vertrauenskriſe andauern würde, die nicht nur erſt
ein Jahr alt ſei, ſolange nicht das deutſche Volk und auch das
Ausland das feſte Vertrauen hätten, daß Reichsregierung,
Staatsregierung und Parlamente ſich ſelbſt in ihrer Betätigung
die notwendigen Schranken auferlegten und bei allen ihren
Be=
ſchlüſſen an eine weitere Zukunft denken würden, ſolange könne
keine Stabiliſierung der Wirtſchaft herbeigeführt werden, an der
doch kein Stand ſo lebhaftes Intereſſehabe, wie das
deutſche Handwerk.
Kein Stand, ſo fuhr Dr. Brüning fort, ſei ſo bedeutſam
als Mittler zwiſchen den extremen Gegenſätzen als der
deutſche Handwerksmeiſter. Und weil dem ſo ſei, habe
das Handwerk auch ein Recht darauf, daß die Geſetzgebung
in Reich und Ländern ſowohl als auch die politiſche
Tätig=
keit der Kommunen auf die Bedeutung dieſes Standes
Rückſicht nehmen.
In der Vergangenheit ſei beim Wiederaufbau wohl zunächſt
mit Vorſicht zu Werke gegangen worden, doch ſvenn man bei
dieſem vorſichtigen Tempo geblieben wäre, ſo würde es heute
keine Reichsregierung geben, die faſt jeden Tag unpopuläre
Be=
ſchlüſſe auf ſich zu nehmen habe. Man habe Geſetze gemacht, die
während der Hochkonjunktur eine finanzielle Grundlage gehabt
hätten, die aber bei dem Verſchwinden dieſer Hochkonjunktur
in ſich ſelbſt zuſammengebrochen wären. Und obwohl im
Reichs=
tag oftmals warnende Stimmen erhoben worden ſeien, habe man
den eingeſchlagenen Weg nicht verlaſſen, nicht nur, weil ſich
die Politik geirrt habe, ſondern auch ein großer Teil der
öffent=
lichen und privaten Wirtſchaft. Hunderttauſende von
Arbeits=
willigen ſeien dadurch aus dem Produktionsprozeß ausgeſchaltet
worden und fielen jetzt der Wohlfahrtsfürſorge zur Laſt. Im
gleichen Maße der Rationaliſierung ſeien deshalb auch die
äll=
gemeinen Laſten angeſtiegen, wobei man nicht vergeſſen dürfe,
daß der bei der Nationaliſierung der Betriebe erwartete
Ge=
tvinn oftmals gar nicht eingetreten ſei. Wenn man nun heute
mit Reformmaßnahmen komme, ſo würde aus dieſem Grunde
naturnotwendig Tempo und Schärfe dieſer Reformen bedeutend
größer ſein. Dabei ſpiele auch die Tatſache eine Rolle, daß
Deutſchland nicht das einzige Land der Wirtſchaftskriſe ſei,
ſondern daß mit einem Schlage mehr oder minder alle Völker
der Welt vor den gleichen Problemen ſtehen würden. Dabei
würden ſich ihre Löſungen in der gleichen Linie bewegen, die
die Reichsregierung durchgeführt und geplant hat. Dr. Brüning
verwies hierbei auf die Maßnahmen Italiens und Englands,
die wenige Monate, nachdem Deutſchland ſeine Reformen
durch=
führte, eingeleitet worden wären.
Für Deutſchland komme es nun darauf an, als erſtes aller
Länder ſeine politiſche und wirtſchaftliche Stabilität
wie=
derzuerobern. Es komme darauf an, Menſchenunmögliches
zu leiſten, um als erſtes Land aus dieſer Kriſe
heraus=
zukommen. Deshalb ſei es auch erſtes Erfordernis der
Stunde, die Finanzen in Reich, Ländern und Kommunen
in Ordnung zu bringen. Es ſei Aufgabe, aus den Fehlern
der vergangenen Jahre zu lernen.
Selbſtverſtändlich könne Deutſchland die Reparationen unter
keinen Umſtänden auf die Dauer vertragen. Wenn man aber
eine Reviſion wolle, dann müßte man aber auch
den Mut baben, das eigene Haus in Ordnung zu
bringen, um ſtark zu ſein. Mit Poſaunenblaſen
werde man nicht die Mauern der Reparationen
umwerfen. Es komme vielmehr darauf an, eine Politik zu
machen, die offen und ehrlich in jeder Beziehung ſei.
Wenn ſich das deutſche Volk immer über ſeinen Zuſtand
klar geweſen wäre und wenn alle Regierungen von der
Nevolution an den Mut gehabt hätten, zu zeigen, was
Deutſchland überhaupt noch hatte, dann wäre die ganze
Frage anders gelaufen. Und wenn man rechtzeitig ſchwere
Steuern gemacht hätte, dann brauchte man ſich heute nicht
darum zu ſtreiten, wann und in welchem Tempo die
Herausgeber im Vorwort ſagt, hat er in mühevoller, zwanzigjähriger
Arbeit die Rezepte geſammelt, zuſammengeſtellt und ſo manches
Ge=
heimrezept alter öſterreichiſcher Konditorkunſt hinzugefügt; namentlich
eine Menge Marienbader und Karlsbader Originalrezepte, die bisher
noch nirgends veröffentlicht wurden. Manches wird für den Konditor
nicht brauchbar ſein, was für die Hotel= und Penſionsküche, ja ſogar für
die Hausfrau äußerſt wertvoll iſt. Aber das iſt gewiß, ein jeder wird
das in dem Buche finden, was er ſucht, und die Fülle guter Rezepte
wird alle, die das große Karlsbader Konditorbuch in die Hand nehmen,
überraſchen. Jedenfalls ein Buch, das wir bei ſeinem billigen Preis
allgemein empfehlen können.
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Deutſche Wanderkunde, Handbuch für Leiter von Führerlehrgängen,
gründliche Einführung ins Kartenleſen und in die Kunſt zünftigen
Wanderns von Emil Schulten. Wilhelm Limpert=Verlag,
Dres=
den=A. 1.
Ein neues Buch, das vom Wandern handelt! Was iſt neu daran?
Einmal die enge Verbindung der Wanderkunde mit dem Kartenleſen.
Ohne ſicheren Gebrauch der Karte kein ſelbſtändiges Wandern! In
neuer, vorbildlich klarer Art führt der Verfaſſer in die Kunſt des
Kar=
tenleſens ein. 46 Zeichnungen geben dem belehrenden Wort eine
an=
ſchauliche Unterlage. Zum anderen, daß hier erſtmalig ein lückenloſes
Handbuch zur Ausbildung von Wanderführern geboten wird. Das fehlte
bisher. Zum dritten ſei bemerit, daß hier ein alter Wandervogel, ein
„Zünftiger”, das Wort nimmt zu einer unerſchöpflichen Fundgrube
wan=
dertechniſchen Wiſſens und Könnens, beruhend auf den Erfahrungen
eines langen Wanderlebens. Dann werden in knappen Abhandlungen
wertvolle beim Wandern auftauchende Fragen erörtert; über Führer
und Führertum, Von Schulwanderungen. Das Jugendherbergswerk,
Erſte Hilfe, Singen und Klingen auf Fahrt. Naturwiſſenſchaftliche
Be=
obachtungen, Natur und Heimatſchutz, Vom Photographieren und
Skiz=
zieren, Das Wanderwetter u. a. m. Eine Ueberſicht über den Stand der
deutſchen Wanderbewegung wird manchem willkommen ſein, nicht minder
die Vorführung der Abzeichen unſerer zahlreichen Jugendverbände. Das
Buch ſchließt mit einem umfaſſenden Schriftennachweis, der die ſtattliche
Zahl von 450 Bänden enthält. Die deutſche Wanderkunde gehört auf das
Blicherbrett jedes fahrenden Geſellen und in jede Schulbücherei, denn
ſie zeigt den Lehrern, dieſen ſeit Einführung des Wandertages
wichtig=
ſten Führern, wie zweckmäßig und gehaltvoll gewandert wird. Schulten
lehrt ein Wandern, das wie das Jugendherbergswerk alle
Volksgenoſſen=
unter neutraler Flagge ſammeln, zu gegenſeitigem Verſtehen und
Dul=
den, zur Gemeinſchaft leiten möchte. In dieſem Sinne iſt dieſe
Wander=
kunde gut deutſch und empfehlenswert. (320 Seiten 46 Zeichnungen
und Skizzen. Broſch. 6.— RM., Ganzleinen 7,50 RM.)
— Der Tanz. Monatsſchrift für Tanzkultur. A. F. Debrient
Ver=
lagsgeſellſchaft m. b. H. (Leipzig C. 1, Johannisgaſſe 16). Der Tod der
berühmten Anna Pawlowna iſt ein unermeßlicher Verluſt nicht allein
für die Tänzerſchaft und die ihr naheſtehenden Kreiſe, ſondern darüber
hinaus für die ganze Welt der Kunſt und geiſtigen Kultur. Das Anna
Pawlowna gewidmete Heft der Monatsſchrift mit ſeinen zahlreichen
Bil=
dern und Beiträgen des Biſchofs, Rud. v. Labans, Hugo Lederers,
J. Lewitans u. v. a. dürfte ſtarkes Intereſſe hervorrufen.
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. . 32
Seite 4
Steuern gekürzt werden könnten; dann wären wir längſt
in geordnete wirtſchaftliche Verhältniſſe hineingekommen.
Man habe aber die Augen zugemacht. Das treffe nicht
eine Partei beſonders.
Die populären Steuerſenkungen des Reichstags ſeien kein
Gewinn geweſen; denn dafür hätten die Realſteuern der
Ge=
meinden erhöht werden müſſen. Und nun komme es
dar=
auf an, nachdem die Reichsfinanzen
einiger=
maßen in Ordnung gebracht worden wären und
es gelungen ſei, über die ſchwerſten
Kaſſen=
termine hinwegzukommen, die Geſundung der
Kommunalfinanzen herbeizuführen. Es ſei
unmöglich, eine geordnete Reichs= und
Länder=
finanzpolitik durchzuführen, wenn in den
Gemein=
den immer wieder neue Fehler gemacht würden.
Deshalb ſei die Annahme des Plafond=Geſetzes notwendig
geweſen.
Die ewige Steigerung der Realſteuern müßte zu einem
Ende kommen; hätten doch gerade dieſe Steuern eine
aus=
geſprochen preisſteigernde Wirkung.
Nun dürfe man allerdings nicht erwarten, daß es möglich,
ſei, dieſes oder jenes Geſetz im Handumdrehen zu ändern; es
komme vielmehr darauf an, einmal zu einem Eyſtem der
Beein=
flüfſung unferer Wirtſchaft durch unſere geſamte Geſetzgebung
zu kommen. Es komme darauf an, in die Zukunft zu ſehen,
aber gleichzeitig auch, die Gegenwart zu berückſichtigen. Auch
wenn wir heute keine Reparationen zu zahlen hätten, würden
wir zu ſchwer eingreifenden Maßnahmen ſchreiten müſſen.
Dieſe Maßnahmen könnten aber auf die Dauer
keinen geſunden Erfolg bringen, wenn
gleich=
zeitig die Laſt der Reparationen ſo bleibe, wie
ſie heute ſei. In dieſer Hinſicht ſei es aber auch
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Donnerstag, den 19. März 1931
notwendig, die Jüuſion zu zerſchlagen, daß immer nur
der Staat der letzte Retter ſei. Wenn wir dieſe Methode
immer weiter treiben würden, dann würden wir den
letz=
ten Reſt eigenen Selbſtvertrauens im deutſchen Volke
voll=
kommen ausrotten. Vertrauen auf ſich ſelbſt und
Selbſt=
hilfe, das ſeien immer die entſcheidenden Momente
ge=
weſen. Und ein Volk, das ſich immer ſelbſt zu helfen
wiſſe, könne niemals zugrunde gehen.
Der Staat habe die Entwicklung der Selbſthilfe zu fördern,
das ſei ſeine vornehmſte Pflicht. In den vergangenen Jahren,
ſo fuhr Dr. Brüning fort, haben wir den großen Fehler
gemacht, viel zu viel Geld der öffentlichen Hand
in die zuſätzliche Arbeitsbeſchaffung zu
inve=
ſtieren, wodurch eine Steigerung der Preiſe
und Löhne eingetreten ſei. Dadurch ſeien die
Kaſſen leer geworden. Aus dieſem Grunde müßte auch
nach dieſer Richtung hin eine gewiſſe
Planmäßig=
keit in die geſamte öffentliche Wirtſchaft
kommen.
Uebergehend zu der Frage einer baldigen
Neurege=
lung der Hauszinsſteuer betonte Dr. Brüning, daß es
eine der Hauptaufgaben ſei, alles daran zu ſetzen, die
Verhält=
niſſe im Baugewerbe in Ordnung zu bringen. Gelinge es, jetzt
im Reichstag die notwendigen Geſetze ſchnell zu verabſchieden,
dann wurde auch wieder die Möglichkeit gegeben ſein, Kredite
zu bekommen, durch die dem Baugewerbe zu helfen ſei.
Not=
wendig ſei es dabei, die Senkung der Vaukoſten voranzubringen.
Es ſei notwendig, und zwar bei allen
Wirtſchafts=
gruppen, ſich an die Konſumkraft der geſamten
Bevölkerung anzupaſſen. In dieſem Sinne
appel=
lierte Dr. Brüning an das Handwerk, die große Tradition der
Vergangenheit nicht aufzugeben.
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Nummer 78
Engliſche Finanzkreiſe
für Reviſion des Young=Blanes.
London, 18. März.
Auf der Jahresverſammlung der Britiſch=Deutſchen
Wirt=
ſchaftsvereinigung äußerte ſich der Vorſitzende Wagg ſehr
zuver=
ſichtlich über die Entwicklung in Deutſchland und wies auf die
Maßnahmen zur Reorganiſation der deutſchen Finanzen und der
Wirtſchaft hin.
Ein Moratorium für die Youngplanzahlungen habe nichts
zu tun mit der Sicherheit für die Dawes= und Voung=
An=
leihen. Die Youngplanlaſten hätten ſich infolge des
Preis=
falles ſehr bedeutend erhöht.
Obwohl man das Ausmaß der Erhöhungen noch nicht feſtſtellen
könne, ſo würde es doch mindeſtens 15 v. H. betragen.
Die Herabſetzung der Laſten, die man mit dem Youngplan
erreichen wollte, habe ſich daher als illuſoriſch erwieſen.
Der erſte Schritt zu einer Aenderung der
Schul=
denfrage müſſe von den Vereinigten Staatzen
kommen, die direkt oder indirekt etwa 66 v. H. der geſamten
Reparationszahlungen erhielten. Hierdurch würden viele
poli=
tiſche Schwierigkeiten ausgeſchaltet werden.
Die Notwendigkeit einer Reviſion des Youngplanes werde
in engliſchen Finanzkreiſen anerkannt. Gleichzeitig
er=
kenne man an, daß die normale Entwicklung des
internatio=
nalen Handels durch die ungeheuren internationalen Geld=.
überweiſungen fehr geſtört wurde.
Die engliſchen Finanzblätter bringen dieſer Rede großes
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Blut= und Leberwurſt
188
vorzügliche Qualität
Schade 4
Fälgrabe
Filialen in allen Stadlieilen
[ ← ][ ][ → ]Nummer 78
Donnerstag, den 19. März 1931
Seite 5
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſtadt, den 19. März 1931.
Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Rektor und Senat der
Techniſchen Hochſchule Darmſtadt haben auf einſtimmigen
An=
trag der Abteilung für Elektrotechnik die Würde eines „Doktor=
Ingenieurs Ehrenhalber” verliehen: Herrn, Bernard
Arthur Behrend, beratender Ingenieur in Wellesley Hulls
Maſſ., U. S. A., in Anerkennung ſeiner Verdienſte um die
Ent=
wicklung des Elektromaſchinenbaues, insbeſondere des
Mehr=
phaſen= und Einphaſen=Induktionsmotors und Herrn Alexander
Heyland, beratender Ingenieur in Brüſſel, in Anerkennung
ſeiner Verdienſte um die Entwicklung des Kreisdiagrammes von
Mehrphaſen=Motoren.
— Jubiläum. Heute kann Herr Prokuriſt Ph. Riebel auf
ſeine 40jährige Tätigkeit bei der Dampfkeſſelfabrik vorm. Arthur
Rodberg A. G., Darmſtadt, zurückblicken, und dürfte es dem
Ju=
bilar aus dieſem Anlaß an Ehrungen und Glückwünſchen nicht
fehlen.
— Die geſetzliche Miete wird in allen Städten und
Landgemeinden mit Wiekung vom 1. April 1931 ab um 2 v. H.
der Friedensmiete erhöht.
— Feier zum Gedächtnis Bodelſchwinghs. Anläßlich des 100.
Heburtstages Bodelſchwinghs, des Begründers der weltberühmten
Unſtalt Bethel bei Bielefeld, dieſer Stadt der Kranken und
Elen=
den, wird am Samstag, den 21. März, abends 8 Uhr, in
der Pauluskirche eine Gedächtnisfeier ſtattfinden. Im
Mit=
telpunkt dieſer Veranſtaltung ſteht der neue Betheifilm: „In den
Spuren Vater Bodelſchwinghs. Durch Dienſt zur Freude‟. Dieſes
Bildwerk, das hier zum erſten Male läuft, und der begleitende
Vortrag werden alle, die die Anſtalt Bethel nicht aus eigener
Anſchauung kennen, in lebendiger Weiſe in das Leben dieſes
großartigen Liebeswerkes einführen. Was unſere Nieder=
Ram=
ſtädter Anſtalten im Kleinen ſind, das iſt Bethel im Großen. Die
Arbeit an den Epileptiſchen iſt nur ein Ausſchnitt aus dem Werk
der Liebe, das dort an Kranken, Krüppeln, Siechen, Entgleiſten,
Trunkſüchtigen uſw. getan wird. Auch die „Brüder von der
Land=
ſtraße” hat Bodelſchwingh in ſeine Arbeit aufgenommen. Wer ſich
davon überzeugen will, was ein einzelner Mann mit einem
glau=
bensſtarken und liebereichen Herzen ſchaffen durfte, der ſehe ſich
am nächſten Samstag in der Pauluskirche den Bethelfilm an; er
hilft damit auch mit an einem kleinen Dankesopfer zum
Gedächt=
nis Vater Bodelſchwinghs.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer Ausſtellung Joſeph
Itin. Die Ausſtellung von Joſeph Itin, La Comballaz ſ/Aigle,
die eine intereſſante Auswahl von Aquarellen und Oelgemälden
zeigt, iſt noch bis zum 29. März geöffnet. — Für April wird die
AAusſtellung der Dresdener Malerin Ruth Meier vorbereitet.
Intereſſieren dürfte, daß für Mai eine Ausſtellung von
Aqua=
ellen. Photomontagen, Photomalereien und Graphik junger
Bauhaus=Maler (Deſſau) vorbereitet wird. Die Eröffnung der
Ausſtellung wird am Sonntag, dem 3. Mai, ſtattfinden; einer der
uusſtellenden Maler wird einen einführenden Vortrag halten.
Volkshochſchule. Dr. Max Wauer lieſt „Wilhelm Buſch”
im Dienstag, den 24. März, im Feſtſaal der Höheren
Landesbau=
chule. Neckarſtraße 3. Karten ſind in der Geſchäftsſtelle der
Volks=
hochſchule und am Saaleingang zu haben. — Der
Gymnaſtikunter=
richt von Fräulein Kaſten muß am 20. und 27. März ausfallen.
— Volksbühne. Die Mitglieder der Konzertgemeinde
be=
ſuchen als fünftes Konzert das Montag, den 23. März. im
Gro=
zen Haus unter Leitung von Generalmuſikdirektor Dr. Karl Böhm
tattfindende erſte Volkskonzert.
— Erſtes Volkskonzert im Landestheater. (Erſter Brahms=
Abend.) Guſtav Beck, unſer einheimiſcher Pianiſt, der
ſo=
vohl in ſeiner Vaterſtadt wie auswärts auf ungewöhnliche
Er=
olge zurückblicken kann und zu den bekannteſten jüngeren
Kla=
viervirtuoſen zählt, hat ſich für ſein erſtes Auftreten in den
Kon=
zerten des Landestheaters eine große, aber auch dankbare
Auf=
gabe geſtellt: das D=Moll=Klavierkonzert, das mit
dem B=Dur=Konzert von Brahms zu den am meiſten geſpielten
Klavierkonzerten neben den Beethovenſchen Konzerten gehört,
Die C=Moll=Sinfonie, die den Abſchluß des erſten Abends
bildet, gilt mit Recht — trotz unſerer großen Romantiker — als
das gewaltigſte ſinfoniſche Werk abſoluter Tonkunſt nach
Beet=
hoven. Hans von Bülow nannte ſie die „zehnte Sinfonie” (nach
den neun Beethovenſchen) Zwiſchen den inſtrumentalen Werken
ingt Anny von Stoſch vier Lieder mit Guſtav Beck am
Kla=
vier: Unbewegte laue Luft. In Waldeinſamkeit. Die Mainacht
und Ständchen. Der Bechſtein=Konzertflügel iſt aus dem
Klavier=
lager A. W. Zimmermann (Inhaber L. Schweißgut). Der
Einzel=
verkauf der Eintrittskarten zum erſten Volkskonzert beginnt am
Freitag, dem 20. März: Karten zu allen drei Volkskonzerten
wer=
den zu weſentlich ermäßigten Preiſen bis Montag, den 23. März,
abgegeben.
Hefſiſches Landestheaker.
19. März Heee
Viktoria und ihr Huſar
2ſtot, Volksb. Gruppe 1-1V
(E 12 Preiſe 0 80—8 Mk Keine Vorſtellung Freitag,
20. März 20—22 15 Uhr
Wozzeck
D 19
Preiſe 1—10 Mk. 20 Uhr
Kundgebung des Kulturkartells
der Sozialdemokratiſchen Partei
Unkoſtenbeilrag 50 Samstag.
21. März Rfet 6 3 33. 50
Sturm im Waſſerglas
Preiſe 1—10 Mk.
B19 19.30, Ende vor 22 Uhr
Blaubart
Zuſ.M. kk10
Preiſe 1.20—6 Mr. Sonntag
22, März
14.30—18.30 Uhr
Lohengrin.
Heſſenlandm 11 5 u. III,10
u P4, U 3
Darmſt. Volksb Gr I—IV
Preiſe 1—10 Mk.
20—22 Uhr
In neuer Inſzenierung
Torgugto Taſſo
Ci9 Preiſe 1—10 Mk 19.30, Ende gegen 22 Uhr
Liebesluſt
vder die weißen Schuhe
Heſſiſche Spielgemeinſchaft
Preiſe 0.50—3 Mk. 23. März 20, Ende gegen 22 Uhr
1. Volkskonzert:
Johannes Brahms
Preiſe 080—2.50 Mk. 19.30
Entlaſſungsfeier
der Dieſterwegſchule
Heſſiſches Landestheater. Sonntag, den 22. März, geht
* Feier des 99. Todestages von Johann Wolfgang von Goethe
„Torquato Taſſo” in der Neuinſzenierung von Günter
Hae=
ſtel in Szene. Die Bühnenbilder entwarf Elli Büttner; die
Haupt=
kollen ſind wie folgt beſetzt: Taſſo=Peter Widmann; Antonio;
Siegfried Nürnberger; Fürſt: Werner Hinz; Leonore dEſte:
Sy=
bille Schmitz; Leonore Sanvitale: Inge Conradi. —
Donners=
tag, den 26. März, findet im Kleinen Haus die Erſtaufführung
der Schülertragödie „Der Graue” von Friedrich Forſter ſtatt.
In der Titelrolle Theodor Leitner; in den übrigen Hauptrollen:
Beſſie Hoffart. Joſef Keim. Hermann Gallinger, Franz Kutſchera,
Kurt Schindler, Richard Jürgas, Käthe Gothe. Das Bühnenbild:
Elli Büttner — Die für Sonntag, den 22. März, nachmittags,
Kleinen Haus angeſetzte Aufführung der Marionetten=Bühn=
„Schneewittchen” von Görner fällt aus. Am Abend wiederholt die
Heſſiſche Spielgemeinſchaft Rüthleins Luſtſpiel „Liebesluſt
oder die weißen Schuhe”. Für dieſe Vorſtellung findet der
Vorverkauf beim Verkehrsbüro und bei C. L. Külp ſowie an der
Tageskaſſe des Landestheaters ſtatt.
— Wegen Erkrankung des Varitons Carl Stralendorf ſingt in
der heutigen Aufführung von „Viktoria und ihr Huſar”
Franz Tibaldi, das ehemalige Mitglied des Heſſiſchen
Lan=
destheater, die Rolle des John Cunligt.
Aue Jgenovelene und oinde uel einn Tac.
Von Schulrat Heinrich Haſſinger, Darmſtadt.
Du möchteſt wiſſen, wo und wieſo? Wie dieſes Dach heißt?!
Wo es, um alles in der Welt, bei uns möglich ſei, alle dieſe vielen
hundert Gruppen und Vereine und Bünde unter ein Dach zu
brin=
gen? Unter welchem Symbol, welcher Idee das ſein ſoll?
Ja, iſt es denn nicht gerade bezeichnend, daß wir darüber ſo
erſtaunt ſind? Sind wir denn ſo daran gewöhnt, daß Gruppen
und Verbände gegeneinander ſtehen und nicht miteinander
arbei=
ten ſollen? Haben wir vielleicht ſogar ſchon den Sinn und Blick
dafür verloren, daß es für ein Volk auch Gemeinſames gibt?
Aber nehmen wir einmal aus unſerem Volke dieſe
Jugend=
vereine und Jugendbünde heraus. Haben ſie nicht alle in ihrer
Zielſetzung etwas Gemeinſames? Gewiß, jeder hat zuerſt einmal
für ſich ſeine beſonderen Ziele. Wir haben politiſche, konfeſſionelle,
berufsſtändiſche, turneriſche, ſportliche Jugendverbände uſw.; gut,
und auch innerhalb der Verbände gibt es wieder die einen oder
anderen Strömungen und Sonderziele. Das mag auf den erſten
Blick unvereinbar erſcheinen, beſonders wenn man ſieht, wie groß
aus weltanſchaulichen oder politiſchen Geſichtspunkten heraus die
Gegnerſchaft zwiſchen den einzelnen Vereinen, Bünden und
Ver=
bänden oft iſt. Aber — jawohl, es gibt hier auch ein „aber”, und
zwar ein ſehr gewichtiges.
Aber . .. ſind es denn nicht alles „Jugend”=Verbände? Iſt
das nicht ſchon etwas Gemeinſames, daß ihre Mitglieder junge
Menſchen, junge Volksgenoſſen ſind? Und iſt es nicht etwas
Hemeinſames, daß ſie alle der Jugend dienen wollen, ihrer
geiſti=
gen ſeeliſchen, korperlichen Aufwärtsentwicklung? Sollte es in
dieſem gemeinſamen Ziele gar keinen gemeinſamen Weg geben?
Sollten ſich hier die Kräfte wirklich hoffnungslos verzetteln?
Vielleicht nur deshalb, weil man nicht in allem der gleichen
Mei=
nung ſein kann?.
Nein. Gott ſei Dank, ſo hoffnungslos ſieht es noch nicht aus
in Deutſchland. Wir haben noch ein gemeinſames Dach, unter
dem ſich die geſamte Jugend treffen kann. Daß allerdings eine
ſolche Dach=Organiſation nicht irgendwie weltanſchaulich oder
poli=
tiſch oder berufsſtändiſch feſtgelegt ſein darf und kann, das
ver=
ſteht ſich wohl von ſelbſt. Was ſie bezwecken will und erreichen
kann, das iſt das, was grundſätzlich von allen angeſtrebt wird,
wozu jedoch der einzelne zu ſchwach iſt und eben deshalb alle
Kräfte gemeinſam angeſetzt werden müſſen. Und dieſes
Grund=
ſätzliche, dieſes Gemeinſame iſt — um es noch einmal
herauszu=
ſtellen — die geiſtige, ſeeliſche und körperliche Aufwärtsentwicklung
unſerer Jugend.
Und mit dieſem Ziele nun tritt der Deutſche
Jugendherbergs=
verband mit ſeinem Jugendherbergswerk vor Deutſchlands Jugend.
Ein jeder unſerer jungen deutſchen Volksgenoſſen, einerlei aus
welcher Schule, welchem Berufe, welchem Stand er kommt ſoll
das Recht und die Möglichkeit haben, ſich auf Wanderungen durch
ſeine Heimat und ſein Vaterland geiſtig zu bereichern, körperlich
zu kräftigen und ſeeliſch zu ſtärken; einem jeden ſollen die
deut=
ſchen Lande offen ſtehen, ein jeder ſoll teil haben an dem
unver=
ſieglichen Reichtum, wo ihn Wälder und Seen, Heide und Flüſſe,
Ebenen und Berge an Erleben und Schönheit vor uns ausbreiten.
Aber ein jeder kann nur teil haben, wenn alle zuſammenſtehen
und das Werk ſtützen und tragen helfen, das die Vorausſetzungen
dafür ſchafft, die das Wandern in größerem Maße erſt ermöglichen.
Denn die Sehnſucht nach Wandern und Sichaustoben, die iſt in
der Jugend vorhanden und obendrein ſehr ſtark, darüber brauchen
wir uns keine großen Sorgen zu machen; wie aber wäre es mit
den Möglichkeiten, wenn nicht das gemeinſame Werk des
Jugend=
herbergsverbandes wäre? Wo hätten ſie bleiben ſollen, wo hätten
ſie nächtigen ſollen, dieſe vier Millionen junger Menſchen, die im
letzten Jahre allüberall in Deutſchland ſich die Freude und Kraft
erwandert haben, die ihre Jugend ſo nötig braucht wie das Brot?
Und die Jugend weiß, was ſie an dem Werk hat; ſie weiß, daß
hier ein Dach iſt, unter dem alle wohnen können. Sie kommt und
geht in den Jugendherbergen, ſie hat in ihnen eine Heimat
ge=
funden, die keine Unterſchiede kennt, und die alle in gleicher
Selbſt=
verſtändlichkeit und mit gleicher Sorgfalt aufnimmt und bewirtet
und beherbergt.
Das iſt nicht das Ende des Kampfes, aber es iſt die Einſicht,
daß das Große und Gemeinſame nur mit Einſatz des gemeinſamen
Willens und der vereinten Kräfte erreicht werden kann.
—Unerfüllt bleibt, wie der Odenwald=
Verkehrs=
bund mitteilt, auch in dieſem Jahre leider die Hoffnung des
öſtlichen Odenwaldes auf endliche Einführung des zweiten
Paares Odenwald=Neckar=Eilzüge. Unter dieſen
Umſtänden bleibt leider nichts übrig, als an dieſer beſonders
vor=
dringlichen Verkehrsforderung, deren Erfüllung noch immer auf
ſolche Schwierigkeiten ſtößt, feſtzuhalten und mit allem Nachdruck
ſich dafür einzuſetzen, daß bei der nächſten ſich bietenden
Ge=
legenheit dieſer alte, wirklich begründete Wunſch endlich
ſeine Erfüllung findet. Im übrigen bringt der neue
Fahrplan=
entwurf der Reichsbahn keine weſentlichen Aenderungen für den
Odenwald. Erfreulich iſt, daß die beſtehenden Odenwald=Neckar=
Eilzüge eine kleine Beſchleunigung erfahren. Bei gleicher
Abfahrt in Stuttgart um 6.00 und etwas früherer Abfahrt in
Heilbronn um 7.02 wird der Morgeneilzug die Stationen der
Odenwaldbahn um zwei Minuten früher berühren. Die Ankunft
in Darmſtadt=Oſt erfolgt 9.59 ſtatt 10.01, in Darmſtadt=H. 10.09
ſtatt 10.11: größer iſt die Beſchleunigung des Frankfurter
Zug=
teils, der für die Folge bereits 10.47, ſtatt jetzt 10.54, d. h. ſieben
Minuten früher, in Frankfurt=H. eintreffen wird. In der
umge=
kehrten Richtung iſt eine weſentliche Beſchleunigung zu
verzeich=
nen: Der Abendeilzug wird Frankfurt für die Folge erſt 19.06
ſtatt 19.00 verlaſſen, Darmſtadt=H. 19.45. Darmſtadt=Oſt 19.55, die
Odenwaldſtationen werden um eine Minute ſpäter berührt
wer=
den, die Ankunft in Heilbronn wird 23,03 ſtatt 23,06 ſtattfinden;
zwiſchen Heilbronn und Stuttgart wird der Zug ſtark beſchleunigt
werden, ſo daß er für die Folge bereits 0.07 ſtat 0.17 in
Stutt=
gart=H. eintrifft. Dieſe anſehnliche Beſchleunigung des
Abend=
ilzuges, die zwiſchen Frankfurt=H. und Stuttgart nicht weniger
als 13 Minuten beträgt, wird die Bedeutung des Zuges für den
Durchgangsverkehr erhöhen.
Parmiaderte
Rausaf
kann die Preise
nicht verbilligen
— Von der Erdölquelle bis zur Tankſtelle. Vortrag im
Deutſchen Touring=Club, Ortsgruppe Daxmſtadt. Im Rahmen
eines Clubabends mit Damen ſprach am Dienstag abend im
gro=
ßen Saale der goldenen Krone der Vertreter der Dapolin=
Geſell=
ſchaft Hamburg, Herr Broszio, über dieſes intereſſante Thema.
Unterſtützt durch zum Teil ſehr gute Lichtbilder, verſtand es der
Vortragende, die zahlreiche Hörerſchaft über die Bedeutung des
Erdöls im heutigen Wirtſchaftsleben zu unterrichten. Es iſt
er=
ſtaunlich, welch eine tiefgreifende Umwandlung in der
Energie=
wirtſchaft der Welt in den letzten Jahren durch das Erdöl
ein=
getreten iſt. Wie vielſeitig heute ſchon die Verwendung der
Erdöl=
produkte in Stadt und Land iſt, war aus den klaren
Ausführun=
gen zu erſehen. Vom Erdölfeld und ſeiner Bohrtechnik,
Deſtilla=
tion und Raffination, kamen wir zu den Verteilungsſtellen und
gewannen einen Einblick in die Geſamtorganiſation der deutſchen
Mineralölgeſellſchaften. Es wurde allgemein ſehr wohltuend
emp=
funden, daß der Vortragende in keiner Weiſe für ein ſpezielles
Fabrikat ſprach, ſondern in neutraler Weiſe den Gegenſtand in
den Mittelpunkt ſeiner Ausführungen ſtellte. Der reiche Beifall
war ihm der beſte Beweis, daß er es verſtanden hatte, bei den
Benzinverbrauchern Intereſſe zu erwecken, und waren die Worte
des Dankes, welche der 2. Vorſitzende, Herr Enders an ihn
rich=
tete, im Namen aller Zuhörer geſprochen. Die Projektion der
Lichtbilder war in gewohnt guter Weiſe durch Herrn Umbreit
er=
folgt. Der Deutſche Touring=Club beabſichtigt, in der nächſten
Zeit weitere Vorträge halten zu laſſen, und dürfte dieſe
Beleh=
rung die Zuſtimmung der Mitglieder finden.
Eine hiſtoriſche Strumpfſammlung iſt bis einſchließlich
24. März in einem Ausſtellungszimmer der Firma G.
Haupt=
mann (Luiſenplatz 2) zu ſehen. Die Sammlung veranſchaulicht
den Werdegang des Strumpfes im Laufe der Jahrhunderte.
Hauptgewicht iſt auf die Damenſtrumpfmode gelegt, die
bekannt=
lich viel ſpäter aufkam als die Mode für Männer (Edelleute,
Bürger und Bauern früherer Jahrhunderte). Dieſe Entwicklung
iſt nur in einigen Bildern angedeutet. Das älteſte ausgeſtellte
Strumpfpaar iſt aus dem Jahre 1780. Es wird die Herſtellung
der Strümpfe mit der Hand und der Maſchine, u a. auch der
Werdegang von Glanzſtoff=Enka (vom Holz zum Strumpf) und
namentlich die Damen=Strumpfmode vom 18. Jahrhundert bis in
unſere Tage veranſchaulicht. Man erfährt auch einige intereſſante
Gepflogenheiten, z. B. die, daß zu Brautausſtattungen einer
Bau=
erntochter in der Biedermeierzeit eine „Metze”, das ſind 80 Paar
Strümpfe, gehörten. Man ſieht Strümpfe mit und ohne
Häkel=
verzierung, mit Perlenſtickerei und figürlichen Darſtellungen, ein
Paar mit einem eingewebten Gebetstert, weiße und ſchwarze
Wollſtrümpfe und ſchließlich die Strumpfmodeentwicklung bis zu
den modernen Seidenſtrümpfen, unſerer Zeit in der bekannten
Vielfarbigkeit.
Die Skeuer=Ueberlaſtung des Gaſtfkäkkengewerbes.
Den „Deutſchen Hotel=Nachrichten, vereinigt mit Küche und Keller”,
entnehmen wir die folgende, ſehr nachdenkliche Aufſtellung, die der
gerichtlich beeidigte Bücherreviſor Alfred Vötter, Berlin, aus
Bei=
ſpielen ſeiner Praxis gemacht hat.
Ein Beiſpiel von drei Firmen mit gleichem Umſatz:
und
Reſtau=
rant Sonder=
ſteuern
für daz
Hotel Waren=
handels handels=
geſchäft Fabrik Umſatz . or2000.— Ea, 1000000.— Ca.1000000 — 1. Vermögensſteuer
2. Aufbringungs= 15494.— 3500.— 4900— Umlage ... 20 296 — 4900.— 6100.— 3. Umſatzſteuer
4. Grund=und Haus= 8601.— 8500.— 8500.— zinsſteuer
5. Gewerbeertrags=
ſteuer 87 391.-
16500.— keine, dafür
Miete von
25 000.—
6200.— 33000
9700.— Schankgewerbe= ſteuer —100. .
6. Lohnſummen= 1650.— 1650. keine keine ſteuer ..."
7. Berufsſchul= 2462.— 480.— 2900.— beitrag ...
8. Gemeinde=. 730.— 120.— 720.— Getränkeſteuer.
9. Vergnügungs= 27 000.— 27000— keine keine ſteuer ..."
10 Einkommen= 2400.— 2400.— keine keine ſteuer .. . ." 18500.— 18500.— 18500.— 11. 50 Zuſchlag dv. 925.— 925 — 925.— 12. Bürgerſteuer .. 150.— 150 — 150.— 13. Kirchenſteuer ..
14. Handelskammer= 1850.— 1850.— 1850 — beitrag . . . ..
15. Berufsgenoſſen= 490.— 110.— 640. ſchaft. . . . . . .
16. Anteil Kranken=
kaſſe u. Invaliden= 1330.— 215.— 1600.— verſicherung. . ..
17. Erwerbsloſen= 14 200.— 2510.— 15030.— verſ.=Anteil 8500 — 1100.- 4200 — 228 169.— 31030— 74 060.— Miee —22 830o —3,100o —740lo 2107701 vom vom vom Umſatz vom Umſatz Umſatz
Betriebs=
vermögen
7098800.— Umſatz Betriebs=
vermögen
700 000.— Betriebs=
vermögen
980 000.—
Was zeigt dieſes Beiſpiel?
Es zeigt unter anderem:
1. Für die Erzielung des gleichen Umfatzes benötigt der Hotel= und
Reſtaurationsbetrieb den mehr als vierfachen Kapitalaufwand als
das Warenhandelsgeſchäft und den mehr als dreifachen Betrag der
Fabrik.
2. Die Vermögensſteuer iſt, als natürliche Folge dieſes notwendigen
höheren Betriebsvermögens bei gleichem Umſatz und gleichem
Rein=
verdienſt um mehr als das drei= bzw. vierfache höher als in den
bei=
den Vergleichsbetrieben.
3. Das Hotel hat an Grund= und Hauszinsſteuern aufzubringen das
3½fache der Warenhandelsgeſellſchaft und 22, mal ſoviel wie die
Fabrik.
4. Die Gewerbeertragsſteuer iſt beim Hotel mehr als doppelt ſo hoch,
weil die Hypothekenzinſen dem Ertrag hinzugerechnet worden ſind.
5. Der Erwerbsloſenverſicherungsanteil iſt 8mal ſo hoch wie bei der
Warenhandelsgeſellſchaft und immer noch doppelt ſo hoch wie bei
der Fabrik. Dazu kommen aber noch in drei Fällen Sonderſteuern,
die allein 3,10 Prozent vom Umſatz, alſo mehr als zwei Fünftel des
Geſamtprozentſatzes der Warenhandelsgefellſchaft ausmachen.
— Schüleraufführung im Ludwig=Georgs=Gymnaſium. Als
Begleitmuſik zu Holbergs „Hausgeſpenſt” wird das
Schüler=
orcheſter die Kompoſitionen zum Vortrag bringen, die Wilhelm
Peterſen ſeinerzeit zu griect’ſchen Komödien komponiert hat. Da
ſich nur eine Aufführung ermöglichen läßt, wird gebeten, ſich
recht=
zeitig Karten zu beſchaffen.
— Vom Schleſierverein wird uns mitgeteilt, daß mit einer
ſehr zahlreichen Beteiligung aller Bevölkerungskreiſe an der
Ab=
ſtimmungsgedenkfeier am 20. 3. im Saalbau zu rechnen iſt.
Ein=
trittsgeld wird bekanntlich nicht erhoben. Mit Rückſicht darauf.
daß der Einmarſch der Darmſtädter Studentenſchaft pünktlich
20 Uhr erfolgt, iſt zu empfehlen, daß die Beſucher ſich möglichſt
frühzeitig Plätze ſichern.
In der Schönberger Landfriedensbruchsſache werden zu der
am Montag, den 23. März 1931, vormittags 9 Uhr, im
Schwur=
gerichtsſaal im Alten Gerichtsgebäude in Darmſtadt ſtattfindenden
Hauptverhandlung Einlaßkarten in beſchränkter Zahl ausgegeben.
Kartenausgabe erfolgt am Samstag, den 21. März,
vormit=
tags 8½ Uhr, im Neuen Gerichtsgebäude in Darmſtadt, 2. Stock,
Zimmer Nr. 306.
Sooo
DIall NOlie
MOOM MaIZe
Schon
FeNZZGeT.
Derlge Inopfen
Seite 6
Nummer 78
* Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Donnerstag, den 19. März 1931
Inkereſſanke Zahlen vom deutſchen Walde.
Palaſt=Lichtſpiele
bringen ein recht unterhaltendes Doppelprogramm in
ſtum=
men Filmen. Amerika, das uns mit dem Tonfilm beglückte,
ſcheint heute das einzige Land, das auch noch ſtumme Filme
in ausreichender Zahl produziert oder doch wenigſtens aus alten
Beſtanden zur Verfügung ſtellt. In den „Wildweſt”=Filmen iſt
Amerika unübertroffen und trifft damit immer noch am beſten
den unreformierten Begriff „Film‟ Da geſchieht doch noch
etwas. Da wird wild geritten, geſchoſſen, geboxt, mit Laſſo und
Faſſadenkletterei gearbeitet, da loſt eine Spannung die andere
ab und — man unterhält ſich. Ohne natürlich allzu hohen
künſt=
leriſchen oder geiſtigen Anforderungen gegenübergeſtellt zu
wer=
den. Die darf man von Amerika nicht verlangen. Film iſt
Ge=
ſchäft! Keine Kunſt. Da drüben. „Der Anſchlag auf den
Depeſchenreiter” ſtellt den Cowboy=Film=Star Ken
May=
nard wieder in den Mittelpunkt der abenteuerlichen Handlung.
Ihn und ſein vortrefflich dreſſiertes Pferd. Und wie immer, iſt
dieſe Handlung die Bekämpfung einer ganzen wilden Horde von
Verbrechern durch einen Helden, der natürlich immer zum
Schluſſe die Braut heimführt. So auch hier Die Fabel hat
ge=
ſchichtlichen Hintergrund, ſie ſpielt in der Zeit, da das
wunder=
volle Kalifornien noch der Krone Spaniens unterſtand und erſt
in den amerikaniſchen Staatenverband aufgenommen wurde.
Wo kein „Wild=Weſt, geboten wird, iſt man in Amerika gern
ſentimental. In dem zweiten großen ſtummen Film
Show=
boat (das Komödiantenſchiff) fließen viel, ſehr viel Tränen aus
den ſchönen Augen der ſchönen Schauſpielerin, die in den
Mittel=
punkt einer unglücklichen Liebesehe mit einem notoriſchen
Spie=
ler geſtellt wird. Das wechſelvolle Schickſal dieſer Ehe wird in
vielen Bildern geſchildert und der Film endet nicht mit einem
XX
Happy end. —
Graf Keyſerling in Paris. — Graf Keyſerling hat das
Wagnis unternommen, im Trocadéro, dem größten Saal von
Paris, im Laufe einer Woche drei Vorträge zu veranſtalten. Die
Titel der Einzelakte ſeiner philoſophiſchen Trilogie lauteten:
1. „Das mechaniſche Zeitalter und was weiter?‟ 2. „Seele
und Intellekt”; 3. Leben und Schickſal‟. Der Erfolg war
ge=
waltig. Schon am erſten Abend war der Rieſenſaal (er faßt gegen
7000 Perſonen) gefüllt, am letzten überfüllt, und der Abſchluß
wurde zu einer in Paris unerhörten Ovation. Die Preſſe verhielt
ſich einſtimmig anerkennend oder bewundernd. — Sofort nach
Schluß ſeiner Vorträge iſt Graf Keyſerling nach Barcelona
weiter=
gereiſt, wo er zwei Vorträge halten ſoll. Nachher veranſtalten die
Katalonier in Gemeinſchaft mit den ſpaniſchen Eliten (Joſé
Or=
tega y Gaſſet, Perez Ayalä. Roman Gomez, de la Serna u. a.)
eine „Darmſtädter Woche, auf der Inſel Mallorca, deren
Ergeb=
niſſe in einem Buch. Les entretiens de Formentor” in
kataloni=
ſcher und ſpaniſcher Sprache zuſammengefaßt werden ſollen.
— Leipziger Soloquartett. Es wird nochmals auf das am
kommenden Samstag, dem 21. März, abends in der
Martins=
kirche ſtattfindende Konzert des Leipziger Soloquartetts
hinge=
wieſen. Allen Freunden kirchlicher Muſik bietet ſich hier eine
ſel=
tene Gelegenheit, geiſtige Lieder von einem auf ſolch hoher
künſt=
leriſcher Stufe ſtehenden Enſemble zu horen, das Klangſchönheit
und Geſangstechnik mit einer von inbrünſtiger Religioſität
durch=
pulſten Vortragskunſt vereinigt. Möge dem Konzert, deſſen
Reinertrag in hochherziger Weiſe von den Künſtlern zum Beſten
der chriſtlichen Jugendpflege unſerer Stadt beſtimmt worden iſt,
auch ein finanzieller Erfolg beſchieden ſein. (Näheres ſiehe
An=
zeigenteil.)
— Konzert in der Stadtkirche. In dem am nächſten Sonntag
abend ſtattfindenden Konzert werden die Orgelſtücke von
Buxte=
hude und Bach durch Ludwig Borngäſſer geſpielt, der
da=
mit zum erſten Male mit ſchwierigeren Konzertſtücken vor eine
breitere Oeffentlichkeit tritt. Als weitere ſoliſtiſche Kraft iſt eine
junge Frankfurter Altiſtin gewonnen, Fräulein Erna Stoll,
über deren ausgezeichnete Schulung und hervorragende
Muſikali=
tät die beſten Beſprechungen vorliegen. Ihre Begleitung auf der
Orgel hat ebenfalls Ludwig Borngäſſer übernommen. Der
Stadt=
kirchenchor wird aus dem Chorraum ſingen Motetten von
Hein=
rich Schütz und Arnold Mendelsſohn. — Eintrittskarten zu
mäßigem Preis ſind im Vorverkauf bei Chriſtian Arnold am
Weißen Turm und bei Waitz, Eliſabethenſtraße, erhältlich. Der
Geſamtertrag kommt der „Nothilfe, der Gemeinden zugute.
— Skiklub Darmſtadt=Odenwald. Der für ſchulentlaſſene
ältere Jugend vorgeſehene Skikurſus, welcher auf dem Zeinisjoch
bei Galtür in Tirol durchgeführt werden ſollte, wurde wegen
vorliegender, beſonders großer Lawinengefahr nach dem
lawinen=
ſicheren kleinen Walſertal bei Oberſtdorf im Allgäu verlegt, wo
die Kurſusteilnehmer im Weldemar=Peterſen=Haus untergebracht
werden. Die Abreiſe erfolgt mit über 20 Teilnehmern am 19.
März 1931. Für den im Anſchluß hieran in der Zeit vom 29.
März bis 4. April 1931 am gleichen Ort geplanten Skikurſus
werden weitere Anmeldungen im Sporthaus Adelmann
entgegen=
genommen, wo auch nähere Auskunft erteilt wird. (Siehe Anz.)
— Gedanken zur Weltaufgabe des deutſchen Geiſtes.
Oeffent=
licher Vortrag, Freitag, den 20. März, 20.15 Uhr, im Saale der
Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße. Wilhelm
Sa=
lewſki=Mannheim, Pfarrer in der Chriſtengemeinſchaft, wird an
dieſem Abend ſprechen vom Weſen des romaniſchen und des
ger=
maniſchen Menſchen — vom Deutſchtum der großen Dichter und
Denker: Fichte, Schiller, Goethe, Hamerling — vom Sinn des
gegenwärtigen Schickſalsganges und der kulturſchöpferiſchen
Welt=
aufgabe des deutſchen Geiſtes zwiſchen Oſten und Weſten. (Vergl.
auch die heutige Anzeige.)
Die hieruntex erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu bewhschten.
in keinem Faſſe irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
—Evangeliſche Stadtmiſſion E. V., Mühlſtraße 24.
Am Donnerstag, dem 19. März 1931, findet abends im großen
Saale der Stadtmiſſion hierſelbſt ein Lichtbildervortrag
ſtatt. Her Miſſionar Doepke von den Admiralitätsinſeln, der
ſel=
ber 1½ Jahrzehnte lang unter den Südſee=Inſulanern im Dienſte
der Liebenzeller Miſſion tätig war, wird an Hand ſeiner
Licht=
bilder ſprechen über das Thema: „15 Jahre unter den
Kan=
nibalen der Südſee‟. Der Eintritt zu dieſem
Lichtbilder=
vortrag iſt frei. Es wird jedermann dazu herzlich eingeladen.
— Deutſch=Evangeliſcher Frauenbund. Wir
machen unſere Mitglieder auf den Vortrag von „Frau Lenka
von Körber über „Nutzen und Gefahren freiwilliger
Gefangenen=
fürſorge” aufmerkſam, der Donnerstag abend im Saale des
Mozartvereins, Schulſtraße 8, ſtattfindet.
— Deutſcher Oſtbund., e V., Ortsgruppe
Darm=
ſtadt. Der Schleſier=Verein, e. V., hat uns zur Teilnahme an
ſeiner Gedenkfeier am Freitag abend, im Saalbau, anläßlich der
10. Wiederkehr des Volksabſtimmungstages in Oberſchleſien,
herz=
lich eingeladen. Wir bitten unſere hieſigen Mitglieder,
aus=
nahmslos zu erſcheinen und der Veranſtaltung auch durch
Wer=
bung zu einer machtvollen Kundgebung für Schleſien, für die
deut=
ſche Oſtmark zu verhelfen! Der Eintritt iſt frei.
Vereinskalender.
— Mieter=Verein E. V., Stiftsſtraße 51. Die
Mit=
glieder werden auf die heute abend im „Feierabend”.
Stifts=
ſtraße 51, ſtatfindende Jahreshauptverſammlung aufmerkſam
ge=
macht. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert vollzähliges
Erſcheinen.
Der D.H.V., Ortsgruppe Darmſtadt
veranſtal=
tet heute abend 8.30 Uhr, im Heim einen geſelligen Abend unter
dem Leitwort: Soldatenhumor. Gleichzeitig wird auf Einladung
des Schleſiervereins zur Abſtimmungs=Gedenkfeier am Freitag
abend im Saalbau hingewieſen.
— Die Demokratiſche Vereinigung hält am
heu=
tigen Donnerstag, um 8.15 Uhr, eine Mitgliederverſammlung im
„Odenwald”=Zimmer der „Krone” ab. in der
Landtagsabgeord=
neter Reiber ein Referat über das Thema „Weshalb
Demokra=
tiſche Vereinigung?” erſtattet. Gäſte ſind willkommen.
Tageskalender für Donnerstag, den 19. März 1931.
30— 22.45 Uhr.
Heſſ. Landestheater Großes Haus,
2: „Viktoria und ihr
Darmſt. Volksb. Gruppe I—TV,
Huſar. — Kleines Haus: Keine Vorſtellung. — Orpheum,
— Konzerte: Zur
20.15 Uhr: „Das Land des Lächel
Oper Schloßkeller, Datterich. Zum Tropfſtein. —
Kinovor=
ſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
Lichtbildervortrag, 20 Uhr, Techn. Hochſchule, Hörſaal
326: Erinnerung aus meinem Wanderleben (Vom Montofon
zum Adamello), vorgetr. von Miniſterialrat Guntrum.
Von Oberförſter Graf Recke.
Das Deutſche Reich hat eine Waldfläche von rund 12,7 Millionen
Hektar, d. h. rund 27 Prozent der Geſamtfläche ſind Wald. Der Wert
des Grund und Bodens und des darauf ſtockenden Holzes beträgt unter
normalen Verhältniſſen rund 19 Milliarden Mark, d. h. der deutſche
Wald bildet etwa ein Achtel des deutſchen Volksvermögens. Man kann
den Gefamtwert der Holzverwertung des einheimiſchen Holzes
einſchließ=
lich Holztransport und Holzverarbeitung auf etwa 4—5 Milliarden Mark
— 8 Prozent des deutſchen Volksvermögens ſchätzen. Von der
Geſamt=
waldfläche entfallen auf die Staatsforſten rund 32,5 Prozent, auf
Ge=
meinde= und Stiftungsforſten rund 17 Prozent, der Reſt ſind
Privat=
forſten. Die Hälfte des deutſchen Waldes dient alſo auch finanziell
unmittelbar dem Gemeinwohl und hilft durch ſeine Erträge die
Steuer=
zahler zu entlaſten. Das waldreichſte Land Deutſchlands iſt Baden mit
39 Prozent Waldfläche, dem Bayern mit 33 Prozent folgt, während
Preußen nur rund 25 Prozent Waldfläche aufzuweiſen hat. Die
Ge=
ſamtzahl der forſtlichen Betriebe beträgt etwa 830 000, von denen 97
Pro=
zent mit landwirtſchaftlicher Nutzfläche verbunden ſind. — An Laubholz
hat der deutſche Wald 29 Prozent, an Nadelholz 71 Prozent aufzuweiſen.
Die Kiefer hat mit 5,5 Millionen Hektar bei weitem den größten Anteil,
ihr folgte die Fichte oder Rottanne mit 3,1 Millionen Hektar, dann die
Rotbuche mit 1,7 Millionen Hektar und die Eiche mit 0,7 Millionen
Hektar. Der Holzertrag des deutſchen Waldes beträgt jährlich etwa 50
Millionen Feſtmeter, davon iſt die Hälfte Nutzholz, der Reſt ſind
Brenn=
holz, Stockholz und Reiſig. — In Normalzeiten werden in der
Forſt=
wirtſchaft etwa 310000 Menſchen voll beſchäftigt, im Holzgewerbe etwa
1,88 Millionen. Allein mit der Herſtellung von Holzbauten und Möbeln
beſchäftigten ſich 1925 rund 100 000 Betriebe mit 455 000 Perſonen.
Durch die überaus große Arbeitsloſigkeit, die in der Holzinduſtrie etwa
40 Prozent beträgt, haben ſich die Zahlen jetzt natürlich verſchoben.
Welche Bedeutung das Holz als Bauſtoff, zur Herſtellung von Möbeln,
als Grundſtoff für die Papiererzeugung, für die Kunſtſeide, als
Gruben=
holz im Bergbau, für Schwellen und Waggonbau im Eiſenbahnbetriebe,
für Funktürme und neuerdings auch durch Verzuckerung als Viehfutter
hat, iſt allgemein bekannt. — Aber nicht nur materielle, ſondern auch
ideelle Werte hat die Forſtwirtſchaft aufzuweiſen, denn die ſchönſten
Landſchaftsbilder und die beſte Erholungsſtätte für den müden
Groß=
ſtädter bietet der deutſche Wald.
Die Störche ſind wieder da!
Storchpärchen beim Bauen ſeines Neſtes.
Die Tätigkeit der Hausbettekbekämpfungsſtelle, im Städt.
Wohlfahrts= und Jugendamt in der Zeit vom 1. Januar bis 31.
Dezember 1930. Vorgeſprochen haben 248 Perſonen (davon
waren 21 Einheimiſche). An dieſe wurden abgegeben: 61
Fahr=
karten nach Arbeitsſtellen oder in die Heimat, 69 Paar Hemden,
Unterhoſen oder Strümpfe, 43 Paar Schuhe, 117 Kleidungsſtücke,
7 Uebernachtungen und Verpflegung, 8 Perſonen erhielten
Bar=
unterſtützung. 12mal mußte Gepäck ausgelöſt werden. (Die Zahl
der nur mit Mittageſſen verſehenen Perſonen iſt in obigen
Zah=
len nicht enthalten.) Hilfe in dieſer Weiſe war uns nur deshalb
möglich, weil uns von 51 Familien anſehnliche Kleiderſpenden
ge=
geben wurden. Den Spendern ſei an dieſer Stelle herzlicher Dank
geſagt. Durch den Verkauf von Wohlfahrtsſcheckheften,
die nach wie vor im Verkehrsbüro erhältlich ſind,
werden uns weitere Mittel zur Fortführung unſerer Tätigkeit
zu=
fließen. Es liegt im Intereſſe der Einwohnerſchaft, wenn ſie ſtatt
Bargeld Wohlfahrtsſcheine verabreicht. Laſſe ſich niemand durch
die Abneigung der Bettelnden gegen die Scheine von der
Unter=
ſtützung der Bettelbekämpfungsſtelle abhalten. Die Erfahrung hat
gelehrt, daß ihre Tätikeit eine unentbehrliche iſt.
— Orpheum. „Land des Lächelns‟. Die gefällige und
melodiöſe Operette Franz Lehärs, die als der größte
Operetten=
erfolg der letzten Jahre anzuſprechen iſt, findet auch im Orpheum
infolge der ganz vorzüglichen Darbietung durch das Gaſtenſemble
der Rotter=Bühnen ſteigendes Intereſſe. Insbeſondere ſei
wieder darauf hingewiefen, daß Kammerſänger Hans Gredinger in
der Partie des chineſiſchen Prinzen Sou=Pong eine einzigartige,
unübertreffliche Leiſtung bietet. Jeder Beſucher iſt begeiſtert.
Das Gaſtſpiel währt nur kurze Zeit. Nächſten Sonntag ſind zwei
Vorſtellungen. Nachmittags ermäßigte Preiſe. (Siehe Anzeige.)
— Sektion Starkenburg des Deutſchen und Oeſterr.
Alpen=
vereins. Es wird nochmals auf den heute abend 20 Uhr, im
Hör=
ſaal 326 der Techniſchen Hochſchule, ſtattfindenden
Lichtbildervor=
trag des Herrn Miniſterialrat C. Guntrum über Erinnerungen
aus meinem Wanderleben (Vom Montofon zum Adamello)”
hin=
gewieſen.
Der Allgemeine deutſche Frauenverein dahier hat Frau Lenka
von Koerber zu einem Vortrag über Nutzen und Gefahren
frei=
williger Gefangenenfürſorge gewonnen, der am Donnerstag, den
19. d. M., abends 8 Uhr, im Mozartſaal ſtattfindet, und hat die
Mitglieder des Heſſiſchen Landesvereins vom Roten Kreuz
ein=
geladen.
— Kranken=Unterſtützungskaſſe „Nothilfe” deutſcher Landwirte
und freier Berufe. In der letzten Zeit iſt ein großer Zugang von
Mitgliedern aus der Landwirtſchaft und freien Berufen zu
ver=
zeichnen. Sehr erfreulich iſt, daß viele Ortsgruppen ſich bald
reſt=
los der Kaſſe angeſchloſſen haben, ſo z. B. Griesheim b. D. bis
heute ſchon mit 180 Mitgliedern. Dank der ſparſamen Verwaltung
iſt es der Kaſſe auch weiterhin möglich, den Beitrag niedrig zu
halten. (Siehe Anzeige.)
— Die Nieder=Ramſtädter Anſtalten der Inneren Miſſion für
Epileptiſche. Krüppel und halbe Kräfte liegen zwar ganz in der
Nähe unſerer Stadt. Dennoch findet ſich hier viel Unkenntnis der
dortigen Verhältniſſe und infolgedeſſen manch ſchiefes Urteil,
Darum ergeht hiermit öffentliche Einladung zu dem
Aufklärungs=
vortrag, den Herr Dr. med. Georgi als leitender Anſtaltsarzt
heute (Donnerstag) abend 8 Uhr im Gemeindehaus, Kiesſtr. 17
halten wird. Karten dazu koſten 30 Pf. und ſind in der Zentral=
Drogerie, Eliſabethenſtraße 30, zu löſen. Dafür auch Kaffee und
Gebäck.
Ah. Im Sommer auf dem Rhein . . . Nur noch kurze Zeit (
Kar=
freitag=Oſtern) und die ſtolze Flotte der Perſonendampfer, die den
Win=
ter über in den Winterhäfen zubrachte, ſoweit erforderlich, ein
neues Ausſehen erhielt, wird wieder auf dem Rhein erſcheinen. Das
frohe Leben auf des Vater Rheins Rücken hebt an. Intereſſant iſt es
zu wiſſen, welche Flotte die Köln=Düſſeldorfer Perſonendampfſchiffahrt
und die mit ihr verbundene Niederländer Dampfſchiff=Reederei
aufbie=
ten. Es werden verkehren die Expreßſchiffe „Kaiſer Wilhelm II.” und
Blücher” die Schnellſchiffe „Mainz” „Vaterland” „Bismarck” und die
Perſonenſchiffe „Rheinland” „Hindenburg” „Ernſt Ludwig”, „
Rhein=
gold” „Kronprinzeſſin Cecilie‟, „Goethe‟, „Elberfeld”, „Lorelei” „
Bar=
baroſſa”, „Frauenlob” „Lohengrin” „Drachenfels” „Overſtolz” „
Nai=
ſer Friedrich”, „Schiller”. „Elſa”, „Stadt Düſſeldorf”, „Stolzenfels”, die
Motorſchiffe „Freiherr vom Stein” „Graf Zeppelin” Beethoven”
„Gutenberg” „Ernſt Moritz Arudt”, „Mücke‟. Dazu kommen die Schiffe
der Niederländer Dampfſchiff=Reederei, darunter das moderne
Schnell=
ſchiff „Juliana, Prinſes der Nederlanden”, ferner der neue „Siegfried‟
(zukünftig „Rheinſtein”).
Aus Hefſen.
— Weiterſtadt, 18. März. Die Turngemeinde Weiterſtadt
veran=
ſtaltet kommenden Samstag, den 21. März, abends, in ihrem
Vereins=
lokal ihren Turnabend, der, wie jedes Jahr, ſeine
Anziehungs=
kraft auch diesmal nicht verfehlen wird. Die Tgde., die erſt dieſes Jahr
dem Main=Rhein=Gau der Deutſchen Turnerſchaft beigetreten iſt, hat
mit ihrer Handball=Abteilung gegen Vereine der Meiſterklaſſe in den
bis jetzt ausgetragenen Privatſpielen, ſehr gute Reſultate erzielt und
wird beſtrebt ſein, auch auf anderen ſportlichen Gebieten ihre frühers
Leiſtung wieder zu erreichen, ſo daß auch die Nachbarvereine
Gelegen=
heit nehmen ſollten, dieſen Turnabend zu beſuchen, um ſich zu
über=
zeugen, daß die von ihrem Ortsrivalen im Handball ſchon totgeſagte
Tgde. heute feſter denn je ſteht. Daß der Abend gelingen wird, dafür
bürgen uns die Namen der Herren Rektor Schenck, Oberturnwart
Vetter, Turnwart Schydlowſki, in deren Händen die Hauptarbeit liegt.
* Mörfelden, 18. März. Heute mittag 16½ Uhr warf ſich
ein hieſiges 16jähriges Mädchen vor den aus Frankfurt
kommen=
den Zug. Mit ſchweren Verletzungen wurde es nach dem
Frankfurter Krankenhaus überwieſen.
E. Eberſtadt, 18. März. Reichshandwerkswoche. Im
Rah=
men der Reichshandwerkswoche findet am Donnerstag, 19. März, abends
8 Uhr beginnend, im Schwanenſaal eine Kundgebung des hieſigen
Hand=
werks ſtatt, bei der Syndikus Dr. Kollbach=Darmſtadt über „Die
Be=
deutung, den Wert und die Hoffnungen des deutſchen Handwerks”
ſpre=
chen wird. — Gemeinderatsſitzung. Wegen der am
Donners=
tag abend ſtattfindenden Kundgebung des hieſigen Handwerks iſt die auf
dieſen Tag angeſetzt geweſene Gemeinderatsſitzung auf Freitag, den
20. März, verſchoben worden. — Weihnachtsſparverein. Hier
hat ſich ein Weihnachtsſparverein „Wolfsſchlucht” gegründet. Näheres bei
Gaſtwirt Wolf.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 18. März. Am Sonntag, den 22. d. M., findet
in der hieſigen evangeliſchen Kirche die Vorſtellung der diesjährigen
Konfirmanden ſtatt. Es ſind in dieſem Jahre nur ganze 17 Kinder, und
Zwar 7 Knaben und 10 Mädchen, die zur Konfirmation kommen, die
ge=
ringſte Zahl, die iemals in Nieder=Ramſtadt zu verzeichnen war. Die
Zahl der an Oſtern neu in die Volksſchule aufzunehmenden Kinder
be=
trägt in dieſem Jahre 40, und zwar 24 Knaben und 16 Mädchen. Im
Jahre 1932 ſteigt dieſe Zahl bereits wieder auf 52 an. —
Freiwil=
lige Feuerwehr. Die Vorbereitungen zu dem am 6. und 7. Juni
d. J. ſtattfindenden 50jährigen Jubiläumsfeſte ſchreiten rüſtig voran,
Allgemein zu begrüßen iſt die Anteilnahme der ganzen
Gemeindeange=
hörigen. — Obſt= und Gartenbauverein. Offenbar veranlaßt
durch den kürzlich ſtattgefundenen Vortrag des Herrn Profeſſors Spilger
aus Darmſtadt, iſt die Nachfrage nach Niſthöhlen eine ziemlich rege
ge=
worden. Der Verein läßt deshalb nochmals ein Quantum Niſthöhlen
kommen, die er an Intereſſenten zum Selbſtkoſtenpreis abgibt.
G. Ober=Ramſtadt, 18. März. 55. Generalperſammlung
der Vereinsbank e. G. m. b. H., Ober=Ramſtadt. Der
Vorſitzende des Aufſichtsrates, Herr Schloſſermeiſter Friedrich
Ehr=
hardt 1., eröffnete die Verſammlung und begrüßte die erſchienenen
Mit=
glieder und Gäſte. Den Geſchäftsbericht erſtattete Herr Gewinner und
führte aus, daß ſich die Beſtände und flüſſigen Mittel gegenüber dem
Vorjahre bedeutend vermehrt hätten. Herr Gewinner betonte, daß alle
Außenſtände reſtlos gut geſichert ſind. Aus dem weiteren Bericht konnte
man hören, daß mit Rückſicht auf die mißliche wirtſchaftliche Lage von
einer Kündigung der Aufwertungshypotheken abgeſehen worden iſt. Zum
Schluß ermahnte Herr Gewinner, auch im neuen Geſchäftsjahr dem
ein=
heimiſchen Bankinſtitut die Treue zu halten. Die Generalverſammlung
beſchloß, von dem Gewinn wie in den Vorjahren 7 Prozent Dividende
zu verteilen, 2000 RM. dem Reſervefonds 1 und 659,07 RM. dem
Re=
ſervefonds 2 zuzuweiſen. Dem Vorſtand wurde Entlaſtung erteilt und
das ſatzungsgemäß ausſcheidende Vorſtandsmitglied, Herr
Schloſſer=
meiſt Franz Jakoby, ſowie die aus dem Aufſichtsrat ſatzungsgemäß
ausſcheidenden Herren Zimmermeiſter Ludwig Kehr 3., Landwirt
Hein=
rich Muhl und Maurermeiſter Peter Würtenberger 5., wurden
wiederge=
wählt Herr Fabrikant Georg Ritſcher, Aufſichtsrat der Bank, ſprach
der Leitung und dem Perſonal der Vereinsbank für die Fortſchritte, die
erzielt worden ſind, die Anerkennung der Verſammlung aus. Herr Dr.
Stroh ermahnte zum genoſſenſchaftlichen Zuſammenhalten. Herr Dr.
Hillemann. Verbandsſekretär des Reviſionsverbandes, überbrachte die
Grüße des Verbandes der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften
und der Landesgenoſſenſchaftsbank in Darmſtadt. Der Redner betonte,
daß es wohl auch im Genoſſenſchaftsweſen einige Schwierigkeiten gegeben
hat, die aber prozentual an den 40 000 Kreditgenoſſenſchaften gemeſſen,
wenig ins Gewicht fallen, und beſonders unſerem Heſſiſchen Verband
fernſtehen.
— Hirſchhorn, 18. März. Wafſerſtand des Neckars am
17. März 1,78 Meter, am 18. März 1,78 Meter.
— Gernsheim, 18. März. Waſſerſtand des Rheins am
17. März 1,02 Meter, am 18. März 0.97 Meter.
— Waſſerſtands=Nachrichten vom 17. März. Rhein; Hüningen
1,32. Kehl 2,90, Maxau 4,71, Mannheim 3,80, Mainz 1,47, Bnigen 2/44,
Caub 2,75, Köln 3,11 Meter. Main: Schweinfurt 1,45, Würzburg
1,47, Lohr 1,86, Steinheim 2,50, Koſtheim (Staatspegel) 1,11, dito
Waſſertiefe 3,10 Meter.
Oberheſſen.
v. Bad Nauheim, 17. März. Volksbildungstag des
Kultur=
verbandes Heſſen=Heſſen=Naſſau. Der im Oktober vergangenen Jahres als
Landesverband der Geſellſchaft für Volksbildung gegründete
Kulturper=
band Heſſen=Heſſen=Naſſau, dem heute bereits etwa 200 Vereine und
Körperſchaften angeſchloſſen ſind, hielt ſeine aus allen Teilen des
Ver=
bandsgebietes gut beſuchte Frühjahrstagung ab. Nach Begrüßung durch
den Vorſitzenden, Studienrat Dr. Kaliſchek (Wiesbaden), hießen die
Ta=
gung mit inhaltsreichen Ausführungen über die Norwendigkeit
ver=
ſtärkter Bildungsarbeit in dieſer Zeit materieller Not willkommen:
Regierungsrat Dr. Grein (Friedberg) im Auftrage des Kreisamts
Fried=
berg und der Heſſiſchen Regierung, Bürgermeiſter Dr. Ahl namens der
Stadt Bad Nauheim. In einem öffentlichen Vortrag ſprach dann der
Vorſitzende der Deurſchen Geſellſchaft für Volksbildung, Dr. H.
Pach=
nicke (Berlin), über das zeitgemäße Thema. Deutſche Bildung, deutſche
Zukunft” In ſeinen grundſätzlichen Ausführungen über die einzelnen
Bildungsmittel gab der Redner wertvolle Anzegungen für die praktiſche
Bildungsarbeit an Erwachſenen. Die Bildungsarbeit müſſe neutral
ſein. Da nur die Bildungseinheit zum Ziel führe, müſſe man in den
parteipolitiſchen Kulrurbünden eine Gefahr ſehen, die unter Umſtänden
zur Zerſchlagung des geſamten Kulturgutes führen könne. Der Redner
ruft alle Volksbildner zur Mitarbeit an der Pflege des
Gemeinſchafts=
ſinnes auf, denn von der deutſchen Bildung, die dem geſamten Volke
dienen wolle und auf die Staats= und Volksgemeinſchaft hinziele, hänge
nicht zuletzt die deutſche Zukunft ab. Ueber „Vortragsweſen und
Wirt=
ſellaftsnot” referierte der Leiter der Abteilung Vortragsweſen in der
Gefellchaft für Volksbildung, Dr. Otto Henning (Berlin). Der Redner
forderte die zeitgemäße, volkstümliche Ausgeſtaltung des
Vortrags=
weſens, das ſich durch mehr Planmäßigkeit und Wirtſchaftlichkeit der
Wirtſchaftsnot anpaſſen müſſe, wolle es leiſtungsfähig bleiben und dazu
beitragen, daß ein Niedergang der Kultur aufgehalten werde. Beiden
Vorträgen, die mit dankbarem Beifall aufgenommen wurden, folgte eine
ausgedehnte Beratung über wichtige Fragen des praktiſchen
Vortrags=
weſens. Der geſchäftsführende Vorſtand des Verbandes wurde wie folgr
beſtätigt: Studienrat Dr. Kaliſchek=Wiesbaden (Vorſitzender), Dr.
Don=
ges=Dillenburg, Lehrer Haas=Worms, Dr. Henning=Berlin. Dem
er=
weiterten Ausſchuß, der bei der Herbſttagung noch ergänzt werden ſoll,
gehören an: Schulrat Haſſinger (Darmſtadt), Kreisſchulrat Lorentz (
Lau=
terbach), Rechtsanwalt Dr. Hoffmann (Darmſtadt), Studienrat Dr.
Forſtmaier (Fulda), Lehrer Machenheimer (Wiesbaden), Magiſtratsrat
Keßler (Siegen), Röſſel (Höchſt a. M.), Prof. Dr. Schäfer (Friedberg)
h. Lauterbach, 17. März. Eine glückliche Stadt, ohne
Steuererhöhung und Fehlbetrag im Haushalt. Mit
dem ſtädtiſchen Voranſchlag für 1931 beſchäftigte ſich der Stadtrat unter
Leitung von Bürgermeiſter Walz. Er ſchließt in der Betriebsrechnung
in Einnahme und Ausgabe mit 314 510 Mk. gegen 318 230 Mk. im
Vor=
jahre ab Auch die Vermögensrechnung iſt bedeutend niedriger wie im
Jahre 1930 und berrägt 34 600 Mk. gegen 43 320 Mk. in 1930. Der
Vor=
anſchlag des Elektrizitätswerkes iſt in Einnahme bund Ausgabe auf
106 100 Mk. feſtgeſetzt. Im neuen Voranſchlag ſind u. a. für
Notſtands=
arbeiten 14 000 Mk., Straßenbau 20 000 Mk., ſoziale Fürſorge 14000 Mk.
eingeſtellt. Ein ſtarker Ausfall von 6000 Mk. iſt bei dem Holzerlös zu
erivarten.
*
m. Aus dem Lande, 17. März. Gewerbliches. Die zahlreichen.
Veranſtaltungen für die Reichshandwerkswoche bedingen es, daß die
Sprechtage der Handwerkskammer=Nebenſtellen diesmal etwas weuiger
zahlreich ſind als üblich. Sprechtage halten ab die Nebenſtelle Alzey an
4 Orten, die Nebenſtelle Darmſtadt an 6 Orten, die Nebenſtelle
Fried=
berg an 11 Orten und in Friedberg täglich, mit Ausnahme von
Mitt=
wochs und Samstags, und der auswärtigen Sprechtage; die Nebenſtelle
Gießen an einem Orte und in Gießen, außer Samstags und
Donners=
tags, täglich von 9—12 Uhr: die Nebenſtelle Mainz in Mainz, außer
Mittwochs und Samstags, täglich von 9—12 Uhr, und in Bingen
Mitk=
wochs; die Nebenſtelle Worms an 5 Orten und in Worms, außer
Sams=
tags, täglich von 2—12.30 Uhr: die Nebenſtelle Offenbach an 4 Orten;
ferner iſt das Büro in Offenbach, außer Samstags, täglich von 9—1
Uhr für den Verkehr geöffnet.
Anaan Ln
N
Na0Sadd 23020
Ainnaae
NNd28 H22M
a124MädMvo-
OS-1NM
Aanngr
DN0NSBd
SLIäHNIS
NaLAAHDIS VNSLNÄÄA
NaLSSAHASNT
zu dolBnt puedssined zueß ueßiosten puls
uepunglen gegieniuun uehiide -eho uep ziu
1sueipgeldzg-eno uep doinp eip
NAIISSOASBZ
Seite 8
Donnerstag, den 19. März 1931
Pummer 78
Wilhelmine Poth
Heinrich Keil
Verlobte
Sol. Mädch, 30 J.
hier fremd, ſ. nette
Freundin. Ang. u.
E. 152 a. d. Gſchſt.
Kaplaneigasse 9
Lichtenbergstr. 23
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute Vormittag ½5 Uhr verſchied ſanft
nach längerem Leiden unſere geliebte Schweſter,
Tante, Großtante und Urgroßtante
Fräulein
einma Scarfenderg
im 84. Lebenejahr.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Auguſi Maurer
(München, Kaulbach=Straße 93).
Darmſtadt, den 17. März 1931. 4296
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 19. März,
vormittags 11 Uhr, von der Leichenhalle des alten
Friedhofs an der Nieder=Ramſtädterſiraße aus ſiatt.
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief nach kurzer, ſchwerer
Krank=
heit unſer lieber Vater, Großvater und
Ur=
großvater
Mil Gentg Tari
im 89. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jakob Barth und Familie
Chriſtian Barth und Familie
Agathe Trautmann Wwe., geb Barth
und Familie
Ambr. Fuchs und Familie.
Kirch=Brombach i. Odw., Kranichſiein b. Darmſtadt,
Frankfurt a. M., den 17. März 1931.
Die Beerdigung findet am Freitag, den 20. März 1931,
nachmittags 2 Uhr, in Kirch=Brombach ſiatt.
Dankſagung.
In unſerem tiefen Schmerz waren uns die
außerordentlich zahlreichen Beweiſe der Liebe
und Freundſchaft für unſere ieure Entſchlafene
anläßlich ihres plötzlichen Ablebens ein großer
Troſt. Auch gedenken wir an dieſer Stelle all
derjenigen, die in den vielen Jahren des Leides
uns treu zur Seite ſianden und unterer lieben
Jana dadurch manch frohe Stunde bereiteten.
Insbeſondere danken wir auch den Schweſiern
der Paulus.Gemeinde für ihre liebevolle Pfiege,
ſowie Herrn Pfarrer Müller für ſeine
ergreifen=
den und troſtreichen Worte am Grabe.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Mangold.
Darmſiadt, den 17. März 1931.
4329
Karl u. Phil. Lina.
gib mir Ruhe. Brief
erhalten? Bitte ja
oder nein. El. (
Tenor=Banio
zu kaufen geſ. Ang.
u. E. 158 Geſchſt.
Statt Karten.
Für die zahlreichen Glückwünſche
an=
läßlich unferer Verlob ung danken
herzlichſt
Joſef Becker und Braut.
Wiebelsboch i. O.
(4306
FreiwiAige Feuerwehr Darmſtadt
Leipziger Solo-Quartett
für Kipohengesang
Samstag, den 21. März, abends 8 Uhr
Martinskirche
Eintrittskarten im Vorverkauf 40 ₰ und 80 ₰ bei:
Verkehrshäuschen
Christian Arnold, Ernst-Lndwigstr. 5
K. F. Bender, Bessungerstr. 41
G. Hauptmann, Lndwigsplatz 2.
An der Abendkasse Martinskirche 50 ₰ und 1.4.
Zur Beerdigung des Kameraden
Philigp Lenges
wollen ſich die Mitglieder Freitag,
den 20. März um 3 Uhr am
Por=
tale des Friedhofes an der Nieder=
Ramſtädterſtraße einfinden.
Das Kommando,
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme und Kranzſpende beim
Heimgang unſeres lieben und
un=
vergeßlichen Entſchlafenen ſagen wir
hiermit innigen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau K. Krichzaum Bwe.
Familie Adam.
Billings, den 18. März 1931.
Im Frübjahr dat der Körper das Beſtreben, ſich von
Schlacken zu befreien. Unterſtützen Sie ihn dabei
kräfelg durch regelmäßig. Genuß unſeres berübmten
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme, ſowie für
die zahlreichen
Blumen=
ſpenden beim Heimgang
unſeres lieben (Entſchlafenen
ſagen wir allerherzlichſien
Dank.
Im Namen
der Hinierbliebenen:
Frau Eliſabeth Zöller,
geb. Laub
Familie Müller n. Bauer.
Darmſiadt, den 18. März 1931
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Nummer 78
Donnerstag, den 19. März 1931
Seite 9
Die Aufgaben der Landesplanung
teil des Vermeſſungsweſens an der Löſung großer Planungsaufgaben
gerecht würdigen möge.
Reicher Beifall lohnte die außerordentlich intereſſanten Ausführun=
bebandelte in einem Bortrag der Arbeitsgemeinſchaft der Höheren
Bermeſ=
ſungsbeamten der Städte im Rhein=Main Gebiet in derGeſchlechterſtube des
Römers zu Frankfurt a. M. vor mehr als 100 höherenVermeſſungs=
undBau=
beamten Herr Stadtbaurat Schrpeder vom Siedlungsamt Frankfurt
a. M. Der Vorſitzende, Vermeſſungsrat Heyl aus Darmſtadt, begrüßte
die Anweſenden unter Hinweis auf die Bedeutung dieſes zeitgemäßen
Themas und erteilte dem Vortragenden das Wort. Dieſer führte etwa
folgendes aus:
Landesplanung wird dort notvendig, wo die Entwicklung
eines einheitlichen Wirtſchaftsgebietes durch
willkür=
liche Verwaltungsgrenzen oder durch Zuſammenballungen von
Gewerbe=
betrieben und Bevölkerung, welche verſchiedene Urſachen haben können,
geſtört und gehemmt iſt. Ganz allgemein iſt dieſes Problem durch die
ſtarke Stadtbildung des 19. Jahrhunderts als Folge der
Induſtrialiſie=
rung entſtanden. Der Gegenſatz zwiſchen Stadt und Land, die
übertrei=
hende Wertſchätzung der abſoluten Größe der Städte, die Naturſehnſucht
der Großſtadtbevölkerung waren als Symptome dieſer Entwicklung ſchon
bekannt. Beſtrebungen zur Löſung dieſes offenſichtlich ins Krankhafte
gehenden Prozeſſes ſind zu verzeichnen in der engliſchen und deutſchen
Garteuſtadtbewegung, in den mannigfachen Vorſchlägen zur beſſeren
Stadtgeſtaltung ſelbſt (Auflockerung. Trabantenbildung. Wohnhochhaus
pder Einfamilienhaus), in den Gedanken der Dezentraliſation, der
inne=
ren Koloniſation und Umſiedlung, ohne daß bisher das Uebel an der
Wurzel gepackt werden konnte. Die ungeheure Arbeitsloſigkeit unſerer
Zeitz wirft ihrerſeits ein grelles Schlaglicht auf das Problem der
Lan=
desplanung. Die Unterbringung der Dauernderwerbsloſen iſt eine
Schick=
ſalsfrage der deutſchen Wirtſchaft und damit auch ein Problem der
Lan=
desplanung, welche ein bedeutſames Mittel der Wirtſchafts= und
Bevöl=
kerungspolitik werden kann. Kriſenzeit eine Lehrmeiſterin
auch hier: Wenn jetzt die Durchführung großer techniſcher
Unterneh=
mungen in Verkehr, Wohnungsbau und Induſtrie unterbleiben muß, ſo
handelt es ſich nur um Aufſchub und Zurückſtellung. Die
Landespla=
nung kann dabei mithelfen, dieſe Pauſe zur Prüfung der Ziele unſerer
Wirtſchafts= und Bevölkerungspolitik zu nützen. Sind die bisher
er=
wähnten Fragen allgemeiner Natur und damit Sachke der allgemei
nen Landesplanung, ſo hat ſich die beſondere
Landes=
planung mit den Wirtſchafts=, Bevölkerungs= und Planungsfragen
der einzelnen Wirtſchaftsgebiete, zu denen auch das Rhein=Main=Giebiet
zu rechnen iſt. zu befaſſen. Hier harrt eine Fülle der Probleme ihrer
Löſung. Die Sprache der Landesplanung iſt die der Karten. Ohne
Kar=
ten iſt keine Landesplanung möglich. Dringendſte erſte Aufgabe iſt
da=
her Neuordnung des Kartenweſens und Beſchaffung berichtigter Kaxten.
Beſtehende Verwaltungsgrenzen, Bevölkerungsſtand und =bewegung.
be=
ſtehende Flächenverteilungen für Land= und Forſtwirtſchaft, Bodenſchätze
und ihre Ausnutzung. Waſſerverſorgung. Abwäſſerungsgebiete und
In=
duſtrie müſſen feſtgeſtellt und in Karten eingetragen werden. Die
Struk=
tur der Berufe, die beſtehenden Verkehrsbeziehungen des Berufs=,
Wirt=
ſchafts= und Erholungsverkehrs müſſen kartenmäßig dargeſtellt werden.
Entwicklungstendenzen und Flächenbebarf für Produktions= und
Wohn=
ſtätten, der Bedarf an Nutzgrün= und Verkehrsflächen müſſen unterſucht
werden. Dieſe auf wiſſenſchaftlicher Grundlage geführten Unterſuchungen
werden ſich zu Vorſchlägen für die zweckmäßige und rationelle Verteilung
der Fläcken, zu einem allgemeinen Wirtſchaftöplan verdichten,
Gn
Die organiſatoriſche Grundlage ſür die Landesplanung wird in einer
auf dem Prinzip der Gleichberechtigung aufgebauten, freien Vereinigung
der beteiligten Kommunen und Kommunalverbände unter Beteiligung
der Behörden erblickt, welche dieſe Arbeiten als Vorſchläge den
zuſtän=
digen Gemeinden unterbreitet. Letzten Endes ſetzt ſich hier der Gedanke
durch, daß Siedlungspolitik in einem einheitlichen Wirtſchaftsgebiet nur
im Sinne einer Intereſſengemeinſchaft getrieben werden kann.
Zahl=
reiche Lichtbilder erläuterten die Ausführungen.
Hiernach nahm Herr Stadtvermeſſungsrat Rohleder vom
Stadt=
vermeſſungsamt Frankfurt a. M. das Wort über die „Neuordnung des
Kartenweſens in den Landesplanungsverbänden”, und griff aus dem
Vortrag des Herrn Stadtbaurats Schroeder die Frage heraus: „Wie
kann das Karten elend, das der Landesplanung in all ihrem
Vor=
gehen immer wieder empfindlichſte Hemmungen entgegenſtellt,
überwun=
den werden?‟ Er unterſuchte zunächſt die Urſachen des Fehlens
geeig=
neter Karten für Planungszwecke und fand ſie darin, daß die
Vermeſ=
ſungsbehörden des Reiches, der Länder und der Gemeinden ſich bisher
lediglich auf Erledigung ihrer Sonderaufgaben eingeſtellt haben. So
das Reich auf die Herſtellung von Karten für die Landesverteidigung.
die Länder auf Grundſteuerkarten. Nur die Großgemeinden hätten
Kar=
ten herausgebracht, die für Entwurfsarbeiten brauchbar ſeien. Aber dieſe
lägen wie Inſeln im großen Gebiet der Landesplanungsbezirke, und
ſo=
bald das Gemeindegebiet der Großſtädte verlaſſen würde, ſtänden Karten
für Entwurfszwecke nicht mehr zur Verfügung. Redner beſchreibt dann
die Schwierigkeiten, die verſchiedenen Kaxten der einzelnen Behörden zu
einem einheitlichen Kartenwverk zuſammenzubringen, was ſeither
beſon=
ders daran geſcheitert ſei, weil die Projektion der kugelähnlichen Erde auf
die Ebene ſich nur annähernd richtig löſen ließe und bei den einzelnen
Kartenwerken verſchieden gelöſt ſei. Die Vermeſſungsbehörden hätten ſich
aber jetzt auf die ſogenannte Gauß=Krügerſche Meridianſtreifenprojektion
in konformer, d. h. Winkeltreuer Abbildung der Erdoberfläche geeinigt,
ſo daß die nächſte Aufgabe der verſchiedenen Vermeſſungsbehörden darin
zu ſuchen ſei, ihre Kartenwerke auf das neue Projektionsſyſtem
umzu=
ſtellen. Vermeſſungsrat Rohleder ſieht einen Ausweg aus dem
Karten=
ierwarr nur darin, daß die verſchiedenen Vereſſungsbetriebe ſich in
Zukunft die Hände reichen, gemeinſamen Richtlinien nachſtreben, um ein
Kartenwerk entſtehen zu laſſen, aus dem dann alle Nutzen ziehen.
Um nun die Karten für die Landesplanung bereitzuſtellen, empfiehlt
er ein Zwiſchenſtadium, in dem in den Dringendgebieten
gege=
benenfalls unter Einſetzen von Luftbildaufnahmen die Meßtiſchblätter
berichtigt werden.
Nebenher müßten die Vermeſſungsbehörden ihre Karten in den
Dringendgebieten ergänzen evtl. erneuern. Da das Kataſter
nicht mehr reine Steuerbehörde ſei, ſondern ſeine Karten auch dem
Eigentumsnachweis und der Wirtſchaft dienten, ſo ſei ſehr wohl die
For=
derung berechtigt, daß die Kataſterkartenwerke nach und nach auf beſſere
geodätiſche Genauigkeit vervollſtändigt würden. Reduer empfiehlt
hier=
für die Berufung beſonderer Kommiſſare in den Provinzen. Ein
er=
freulicher Anfang ſei damit ſchon in Düſſeldorf gemacht.
Für die Umſtellung der Kartenwerke auf die neuen Ziele ſtellt
Ver=
meſſungsrat Rohleder beſondere Leitſätze auf und ſchließt ſeine
Betrach=
tungen, indem er wünſcht, daß auch das große Publikum die
außer=
ordentliche Aufgabe des Vermeſſungsweſens beſſer erkenne und den An=
gen der beiden Neferenten.
Im Anſchluß hieran fand eine eingehende Ausſprache ſtatt, an der
ſich die Herren Miniſterialrat Dr. Müller=Darmſtadt,
Obervermeſſungs=
rat Schmelz=Stuttgart, Regierungsrat Kaeſtner=Düſſeldorf,
Stadtver=
meſſungsrat Schadt=Mainz und die Herren Oberlandmeſſer Doogs=
Wies=
baden und Wißfeld=Frankfurt a. M. beteiligten.
Mit dem Dank des Vorſitzenden an die beiden Herren Referenten
und die Herren Diskuſſionsredner, ſchloß die ſehr anzegende
Zuſam=
menkunft.
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Mäntel, Uniformen, auch Teppiche, Polſtermöbel uſw., wenn Sie
Necetin=Pulver anwenden. Es wird nicht eingeweicht und
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waſchen, ſondern es wird mit dieſem im In= und Ausland beſtens
bewährten Präparat (Deutſches Reichspatent!) einfach
durchge=
bürſtet. Schmutz und läſtiger Glanz verſchwinden, verſchoſſene
Far=
ben werden aufgefriſcht und die Gewebe mit neuer Appretur
verſehen. Eine Schachtel reicht für einen kompletten Anzug uſw.
aus! Für einzelne ſchwierige Flecken von Oel Teer,
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ſchmiere Harz, Oelfarbe uſw. iſt Necetin=Fleck=Waſſer, welches auch
helles farbiges Schuhwerk überraſchend ſäubert, das richtige.
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Alfred Hoffman u. Co., Leipzig, Cl., beſtens bekannt.
und ins Notizbuchden einen Namen! Warum
das Gedächtnis belaſten?
im Notizbuch laſſen ſich doch alle
Beſorgungen ſchwarz auf weiß viel beſſer behalten! Zu den
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neue Margarine von herrlichſtem Aroma, größter Ergiebigkeit
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Hckas u. Bernhard. Wie bereits im vorigen Jahre, ſu zeigt auch
in dieſem Jahre wieder die Firma Haas u. Bernhard durch eine große
Sonderſchau der Opel=Modelle für das Jahr 1931. Sie können auf
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den 1,8 Liter Opel=Perſonen= und Lieferwagen und die 2,6 und 3,5
Liter Blitz=Laſtwagen in der Zeit vom 22. bis 24. März ds. Js.
be=
ſichtigen.
Es dürfte für jeden Automobilbeſitzer wie Intereſſenten von
be=
ſonderer Bedeutung ſein, ſich dieſe Ausſtellung anzuſehen und ſich dort
über alles, was den Erwerb und Beſitz von Opel=Wagen betrifft, zu
informieren.
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Ausſichten für Donnerstag, den 19. März: Stellenweiſe dunſtig, ſonſt
auch meiſt heiter und trocken, leichter Nachtfroſt, tagsüber wärmer.
Ausſichten für Freitag, den 20. März: Weitere Erwärmung und
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kommende Bewölkung wahrſcheinlich,
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SN6. —102
7611
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Donnerstag, den 19. März 1931
Spott, Splet
Groß=Turnſchau der Mikkelrheiner
am 22. März in Darmſtadt.
Gerätemeiſterſchaften der D. T. werden am 26. April in Eſſen
ausgetragen. 100 Turner aus dem ganzen Reiche follen es ſein, die ſich
dort dem Kampgericht ſtellen, und es bürgt ſchon die geringe Zahl der
Teiknehmenden dafür, daß es wirklich die Elite der D. T. ſein wird, die
den Meiſterſchaftskampf beſtreitet. Die 18 Turnkreiſe der D. T. ſind
zurzeit mit der Feſtſtellung ihrer beſten Geräteturner beſchäftigt. Nicht
nach freier Wahl können die Turner in Eſſen antreten, ſondern nur die
ausgeſuchteſten Kräfte der einzelnen Turnkreiſe ſind
teilnahmeberech=
tigt. In allen Kreiſen aber iſt die Anzahl der Kunſtturner weit höher
als die Zahl, die ſie nach Eſſen entſenden können. Auch der Kreis
Mit=
telrhein verfügt über eine größere Anzahl befähigter Turner, ſo daß
die Kreisleitung ein Ausſcheidungsturnen, gleich den anderen
Turnkrei=
ſen, für notwendig erachten mußte. Daß dieſes Ausſcheidungsturnen zu
einem Höhepunkt turneriſcher Leiſtungsfähigkeit wird, erhellt ſchon
dar=
aus, daß ſich einige größere Turnvereine des Kreiſes bemühten, dieſe
Veranſtaltung zu erhalten. Wenn nun die Kreisleitung ſich für
Darm=
ſtadt als Austragungsork entſchieden hat, ſo dürfte dies ſchon darin
begründet liegen, als man die Vorarbeiten, die hierfür zu leiſten ſind,
mit dieſer Wahl in beſten Händen ſah. Es iſt unweigerlich ein
Ver=
dienſt, des Gau=Oberturnwartes Hofferbert=Darmſtadt, der immer
darum bemüht iſt, ſolche große turneriſchen Ereigniſſe nach Darmſtadt
zu ziehen. Wirklich erübrigen dürfte es ſich, auf die beſonderen
Schwie=
rigkeiten der einzelnen Uebungen des Wettſtreites hinzuweiſen, denn nur
ganz bewährte Turnkräfte werden in der Lage ſein, die geforderten
Spitzenleiſtungen zu vollbringen. Es ſollen hier nur aus der Reihe der
zur Ausleſe gemeldeten Turner u. a. folgende genannt werden: Frey=
Kreuznach, Kipp=Klein=Auheim, Genß=Mainz=Kaſtel, Krimmel=Koſtheim,
Fiedler=Darmſtadt, Robert und Karl Haßler=Frankfurt=BBornheim,
Hörnis=Frankfurt=Oberrad und Seth=Großen=Linden. Von den bisher
gemeldeten Turnern dürften die ausſichtsreichſten Bewerber für den
Eſſener Kampf: Genß, Kipp, Frey ſowie die Gebrüder Haßler werden.
Liegen aus anderen Kreiſen, die bereits ihre Beſten feſtgeſtellt haben,
die Meldungen vor, daß die Ausſcheidungsturnen dort einem regen
In=
tereſſe begegneten, ſo dürfte man von Darmſtadt, der alten Turnerſtadt,
eine ebenſo ſtarke Anteilnahme vorausſetzen. Es ſollten daher alle
Turnfreunde und Anhänger des Turnſportes die Turnſchau der Mittel=
*heiner am 22. März, nachmittags 2.30 Uhr, in der
Turn=
halle am Woogsplatz nicht verſäumen, zumal es eine Groß=
Turnſchau zu werden verſpricht, die zu ſehen man ſobald nicht mehr in
die Lage verſetzt werden dürfte. Um der breiten Maſſe aber den Beſuch
zu ermöglichen, hat man den Zutritt nur von einem kleinen
Unkoſten=
beitrag abhängig gemacht, der für Arbeitsloſe auf das Mindeſtmaß
be=
ſchränkt iſt.
deutfche Geräte=Reiſterſchaften der 2.T.
Neue Wettkampfbeſtimmungen.
In der Turnausſchuß=Sitzung vom B. Februar und 1. März 1931
ſind die neuen Wettkampfbeſtimmungen der Deutſchen Turnerſchaft
beſchloſſen worden. Für das Geräteturnen ſind nachfolgende
Abände=
rungen eingetreten, die, wie nachſtehend veröffentlicht, bereits für die
Deutſchen Gerätemeiſterſchaften am 26. April Gültigkeit haben:
1. Bei Pferdeſprüngen ſind zwei Verſuche geſtatter. Beide werden
gewertet. Der beſſere wird in Anrechnung gebracht. Ein Sprung gilt
als ausgeführt, wenn der Wetturner mit den Händen das Pferd
be=
rührt hat. 2. Was geturnt iſt, muß gewertet werden. Eine
Unter=
brechung der Uebung durch Abgleiten vom Gerät beendet die Uebung
und Turnen.
dann nicht, wenn der Anſprung an das Gerät ſofort wieder erfolgt.
Dieſe Unterbrechung gilt als ein erheblicher Mangel. 3. Hilfeſtellung
iſt geſtattet. Hilfeleiſtungen beeinträchtigt das Wertungsergebnis nach
dem Grade der geleiſteten Hilfe. 4. Die Frei= oder Handgerätübung,
ob als Pflicht= oder Kürübung, darf nicht länger als 1½ Minute dauern
und nicht mehr als eine Fläche von ſechs Metern im Geviert
beanſpru=
chen. Ueber 1½ Minute hinausgehende Uebungsteile werden nicht
ge=
wertet
Handball in der 2. T. (Odenwaldgau).
Der 15. März brachte folgende Ergebniſſe:
Momart 2. — Hainſtadt 1. 2:3, Steinbach — Zell 6:3, Zweite 2:2,
König — Kirch=Brombach 5:3, Lengfeld — Tgde. Befſungen 2:3,
Leng=
feld 2. — Semd 1. 5:0, Kirch=Brombach 2. — Steinbuch 1. 4:5,
Habitz=
heim — Schaafheim 0:0, Richen — Gundernhauſen 3:3, Gr.=Zimmern 2.
— Spachbrücken 1. 3:2.
Hainſtadts Stärke waren ſeine Linksaußen und ſein Mittelläufer.
Das Torverhältnis entſpricht dem Spielverlauf. Steinbachs Elf war im
Zuſammenſpiel und im Eifer den Gäſten überlegen. Zell brachte es
nicht über hübſche Einzelleiſtungen hinaus, ſeiner Hintermannſchaft
fehlte der nötige Schwung. Die 2. Mannſchaften waren ſich gleichwerti,g.
Das Treffen in König zeigte in der 1. Halbzeit ſeine beſſere Seite. Der
Platzverein legte 4 Tore vor, dem K.=Brombach nur 1 entgegenſetzen kann.
Nach dem Wechſel fanden die Gäſte ſich gut zuſammen, man ſah von
ihnen zeitweiſe ein ſchönes, weitmaſchiges Spiel, doch fehlte den
An=
griffen beiderſeits der befreiende Schuß, es wurde vor dem Tor zuviel
kombiniert. Ein ſchnelles, feines Spiel kam in Lengfeld zur
Durchfüh=
rung. Die Leute aus Beſſungen waren beſonders in der zweiten
Halb=
zeit den Einheimiſchen ſtark überlegen. Lengfeld zeigte im
Zuſammen=
ſpiel und im Sturm eine mäßige Leiſtung. Zeitweiſe
Maſſenverteidi=
gung verhinderte eine größere Torausbeute. Der beſte Mann Lengfelds
war ſein Torhüter. Wenn Lengfeld 2. weniger laut, weniger hart, aber
ſpieleriſch beſſer ihren Kampf in Zukunft durchfechten würde, wäre das
ein großer Fortſchritt. Semd, das ſeit kurzen Wochen Handball ſpielt,
hielt ſich ganz tapfer. Obwohl Kirch=Brombachs 2. die beſſere
Geſamt=
leiſtung bot, verlor es doch, weil ſein Tormann leichtere Sachen
durch=
gehen ließ. Habitzheim und Schaafheim ſollten beide mehr
Schußfreu=
digkeit zeigen und dem Gegner zum Klären nicht allzu reichlich Zeit
laſſen. Gundernhauſen trat mit ſtarkem Erſatz an, ſo daß Richen mit
1 Tor Vorſprung bis 10 Minuten vor Schluß führen kann. Nachdem
2 ſeiner Spieler Platzverweis erhalten hatten, gelang Gundernhauſen
der Ausgleich. Zwei gleichſtarke Mannſchaften ſtritten in Groß=
Zim=
mern um den Sieg, den ſchließlich die Platzelf an ſich brachte.
Am kommenden Sonntag beſteht wegen der Waldläufe im Gau
Spielverbot.
Thüringen verbietet Sport an Sonntag=Vormittagen.
Nach einer Verordnung des Thüringiſchen Innenminiſteriums ſind
im Freiſtaat Thüringen alle ſportlichen Veranſtaltungen an Sonntag=
Vormittagen bis 11.30 Uhr verboten. Aus Gera liegt die Meldung vor,
daß bereits am Sonntag entſprechende polizeiliche Kontrollen
durch=
geführt werden. Die Maßnahme des Thüringiſchen Innenminiſteriums
iſt für den Sport nicht nur ſchädigend, ſondern wird darüber hinaus
entgegengeſetzte Wirkungen auslöſen.
Nach 115 Stunden führten im Berliner Sechstagerennen Schön=
Piinenburg weiterhin mit einer Runde Vorſprung vor Göbel/Dinale
und Tietz=Thollembeck.
Hohmann, Benraths internationaler Mittelſtürmer, ſiedelt aus
be=
ruflichen Gründen nach Pirmaſens über und wird wahrſcheinlich dem
FK. Pirmaſens beitreten.
Nummer 78
Fußball.
SV. Roßdorf — SV. Lengfeld.
Nach langer Pauſe tritt am kommenden Sonntag um 15 Uhr
Roß=
dorf auf eigenem Platze zu einem Wettſpiel an. Infolge der ſchlechten
Platzverhältniſſe mußten außer dem bereits Mitte Dezember
ausgetra=
genen Spiel gegen Erbach ſämtliche Rückſpiele neu angeſetzt werden,
Das erſte der Rückſpiele ſteigt gegen Lengfeld, das in den letzten Wochen
zweifellos ſeine Spielſtärke bedeutend verbeſſert hat und heute Roßdorfs
gefährlichſter Mitkonkurrent um die Meiſterſchaft iſt. Die Odenwälder
haben bereits 3 Rückſpiele mehr ausgetragen als Roßdorf, und, da dieſe
alle 3 gewonnen wurden, ſteht Lengfeld jetzt mit 1 Punkt Vorſprung an
der Tabellenſpitze. Roßdorf muß deshalb am kommenden Sonntag
alles daran ſetzen, um die Tabellenführung zurückzugewinnen.
Leichkathletik.
Tgde. Beffungen 1865.
Am kommenden Sonntag kommen die diesjährigen Waldläufe des
Main=Rhein=Gaues in Bickenbach zum Austrag. Es ſtarten in der
Jugendklaſſe Gg. Aßmuth und Peter Dölp, während die Turner Sieß
und Seifert ſich in der Unterſtufe beteiligen. Sieß wurde im vorigen.
Jahre Zweiter, und Seifert vertritt zum erſten Male die Turngemeinde
in dieſer Klaſſe. Abfahrt 11.50 Uhr ab Südbahnhof.
Der Fußballkampf Süd= gegen Weſtdeutſchland findet am
Karfrei=
tag in Saarbrücken ſtatt.
Für das DFB.=Pokalendſpiel Süd—Mitteldeutſchland am 19. April
in Dresden iſt der Berliner Hirlem als Unparteiiſcher beſtimmt worden.
Einen deutſchen Schwimmrekord ſtellte der SC. Poſeidon Leipzig
mit 5:32,5 Min. über die Schwellſtaffel (50, 100, 200, 100, 50 Meter) auf.
Teddy Sandwina errang in New York gegen den Italo=Amerikaner
Corri über 6 Runden einen Punktſieg.
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Die 4. Neuauflage trägt der in den letzten Jahren weiter
fortgeſchrit=
tenen Entwicklung auf gymnaſtiſchem Gebiet durch Aufnahme zahlreicher
Lockerungs= und Entſpannungsübungen, Sprünge, Beckenübungen und
ſonſtiger Bewegungsformen der rhythmiſchen Gymnaſtik ſowie durch
allgemein ſtärkere Betonung des Schwunghaften, Gelöſten in weiteſtem
Maße Rechnung. Auch die anderen Uebungsformen haben eine
weſenk=
liche Bereicherung erfahren, ſo daß der behandelte Uebungsſtoff trotz
Ausſcheidens vieler alten Uebungen auf mehr als das Doppelte
gegen=
über dem Inhalt der bisherigen Auflagen angewachſen iſt. Die
Ueber=
ſichtlichkeit hat noch gewonnen. Neben der für den praktiſchen Gebrauch
bewährten Anordnung des Stoffes iſt ein großer Teil der behandelten
Uebungen in verkürzter Form nach für den modernen Gymnaſtikbetrieb
gebräuchlichen Geſichtspunkten (Rumpflockerung, Wirbelſäulenſtreckung,
Dehnung der Bauchmuskulatur, Gleichgewichts= und Beckenübungen) in
beſonderen Anhängen zuſammengefaßt. Ein beſonderer Abſchnitt iſt den
„Schädigungsmöglichkeiten” gewidmet, der in überſichtlicher
Form die häufigſten aus Uebertreibung oder fehlerhafter Anwendung
ſich ergebenden Schädigungen zuſammenfaßt (und jedem
verantwortungs=
bewußten Gymnaſtikleiter nur angelegentlichſt zum Studium empfohlen
werden kann). Neu und beachtlich iſt ferner eine ausführliche
grund=
ſätzliche Stellungnahme zu den augenblicklich brennendſten Fragen
gym=
naſtiſcher Körperbildung. „Die „Deutſche Turnſprache” iſt in weiteſtem
Ausmaße bei der Beſchreibung der Uebungen herangezogen. Ein den
Abſchluß bildendes umfangreiches alphabetiſches Verzeichnis der in
er=
höhtem Maße verwendeten praktiſchen Kennworte und charakteriſtiſchen
Uebungsbezeichnungen vereinfacht das ohnehin leichte Zurechtfinden.
Rehers Kalender der Renntermine 1931 iſt ſoeben in bekannter
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Schiedsſpruch für die chemiſche Induſtrie in Rheinland und
Weſt=
falen. In dem Lohnſtreit in der chemiſchen Induſtrie
Wirtſchafts=
gebiet A (Rheiniſch=Weſtfäliſches Induſtriegebiet) wurde geſtern unter
dem Vorſitz des ſtellvertretenden Schlichters für Weſtfalen folgender
Schiedsſpruch gefällt: 1. Mit Wirkung ab 16. März 1931 wird der Lohn
der Bertriebsarbeiter über 21 Jahre in Ortsklaſſe I auf 79 bis 80 Pfg.,
in Ortsflaſſe II auf 74 bis 75 Pfg., der Hilfsarbeiter in Ortsklaſſe
auf 74 bis 75 Pfg., in Ortsklaſſe II auf 71 bis 72 Pfg., der Handwerker
über 21 Jahre in Ortsklaſſe I auf 87 bis 89 Pfg., in Ortsklaſſe II auf
84 bis 86 Pfg. feſtgeſetzt. Alle anderen Sätze des Schemas ändern ſich
nach dem bisher angewandten Sihlüſſel. 3. Die Regelung kann mit
ein=
monatiger Friſt erſtmalig zum 31. Oktober 1931 gefündigt werden. Die
Erklärungsrriſt läuft bis 25. März. mittags 12 Uhr.
Schiedsſpruch für die Sauer= und Siegerländiſche chemiſche
Induſtrie. In dem Lohnſtreit in der chemiſchen Induſtrie,
Wirt=
ſchaftsgruppe B (Sauer= und Siegerland) wurde geſtern unter
dem Vorſitz des ſtellvertretenden Schlichters ein Schiedsſpruch
ge=
fällt, der die Löhne der Betriebsarbeiter über 21 Jahre in
Oxts=
klaſſe l auf 70 bis 71 Pfennig, in Oxtsklaſſe II auf 68 bis 69
Pfen=
nig, der Hilfs= und Platzarbeiter über 21 Jahre in Ortsklaſſe 1 auf
68 bis 69 Pfennig, in Oxtsklaſſe II auf 66 bis 67 Pfennig, der
Handwerker über 21 Jahre in Ortsklaſſe auf 75 bis 78 Pfennig,
in Ortsklaſſe II auf 76 bis 78 Pfennig feſtſetzt. Alle anderen Sätze
des Schemas ändern ſich nach dem bisher angewandten Schlüſſel.
Die Regelung kann mit einmonatiger Friſt erſtmalig zum 31.
Ok=
tober 1931 gekündigt werden. Die Erklärungsfriſt läuft bis zum
25. März, mittags 12 Uhr.
Schramm=, Lack= und Farbenfabriken A.=G., Offenbach a. M. Wie
wir erfahren, wird die Geſellſchaft für 1929/30 wieder eine ſtärkere
Dividendenkürzung von 8 auf 5 Prozent vornehmen. Letzter
Frank=
furter Börſenkurs rund 57 Prozent.
Heinrich Lanz A.=G., Mannheim. Die wiederholt verfchobene
Gene=
ralverſammſung der Geſellſchaft findet nunmehr am 9. Mai ds. Js.
ſtatt; in ihr werden die Bilanzen für die Geſchäftsjahre 1329 und 193
vorgelegt werden. Während ſich der Geſchäftsgang für 1929
zufrieden=
ſtellend geſtaltete, war das Jahr 1930 weniger günſtig. Bekanntlich
be=
ſteht mit der Maſchinenfabrik Wolf=Buckau ein Vertrag, nach dem die
Lanz A.=G. jährlich 225000 RM. Zahlungen zu leiſten hat, wovon
150 000 RM. jeweils am 1. Auguſt bezahlt werden müſſen, während der
Reſt dann geſtundet wird, wenn nicht eine Dividendenausſchüttung von
mindeſtens 4 Prozent erfolgt. Für das bisherige Aufſichtsratsmitglied
Dr. Millington=Herrmann, Berlin, wird die Neuwahl von Bankdirektor
Ludwig Fuls (DD.=Bank=Mannheim) vorgeſchlagen. Im laufenden
Ge=
ſchäftsjahr iſt der Umſatz gegenüber dem Vorjahr zurückgeblieben. Mit
der endgültigen Regelung der Oſthilfe erwartet man jedoch eine
Bele=
bung des Geſchäfts. Der Auslandsabſatz iſt noch ſchwach. Mit Rußland
konnte jetzt ein Vertrag auf Lieferung von kleinen Dreſchmaſchinen für
ctwa 250 000 RM. abgeſchloſſen werden.
Gothaer Lebensverſicherungbank A.=G. in Gotha. Nach ihrem ſo
eben erſchienenen „Vorläufigen Geſchäftsbericht” hat die Bank im
ver=
gangenen. Jahr bei einem Antragszugaug von faſt 81 Millionen RM.
rund 18900 Verſicherungen über faſt 72 Millionen RM. neu
abgeſchloſ=
ſen. Der Verſicherungsbeſtand wird ſich am Ende des Jahres 1930 auf
rud 560,5 Millionen RM. ſtellen. Die Beitragseinnahme belief ſich
auf reichlich 25 Milljonen RM. Die Vermögensrechnung wird für
Ende 1930 an Aktiven mehr als 130 Millionen RM. aufweiſen, von
denen vund 812 Millionen RM. in Goldmark=Hypotheken, mehr als
82= Millionen RM. in Darlehen an Köperſchaften des öffentlichen
Rochts, etwa 11 Millionen in Wertpapieren und rund 9¼ Millionen
RM. in Gurhaben bei erſtklaſſigen Großbanken angelegt ſind. Die
höhen Bankguthaben ſollen zum Teil der raſchen Auszahlung fälliger
Aufwertungs=Verſicherungsſummen dienen. Bis Ende 1930 wurden auf
Anſprüche aus Aufwertungsverſicherungen insgeſamt mehr als 2
Mil=
lionen RM. ausgezahlt. Der Vorkriegswert des Grundbeſitzes iſt durch
Neuerwerbungen auf rund 10,5 Millionen RM. geſtiegen. Die Bank
die 1929 einen Jahresübe=ſchuß von 5,25 Millionen RM. erzielt hat,
rechnet auch für 1930 wiederum mit einem günſtigen finanziellen
Er=
gabnis.
75=Millionen=Kredit für Berlin. Ein unter Führung der
Deutſchen Bank, der Preußiſchen Seehandlung und verſchiedener
andere Gruppen ſtehendes Konſortium hat, dem „L.=A.” zufolge
der Stadt einen Ueberbrückungskredit von 75 Mill. RM. zur
Ver=
fügung geſtellt. Die Verzinſung beträgt 7½ Prozent. Die
Gewäh=
rung dieſes Kredites iſt, wie das Blatt berichtet, davon abhängig
gemacht worden, daß ſich die Stadt innerhalb weniger Wochen
darüber zu entſcheiden hat, ob ſie dem Anleiheprojekt über die
Finanzierung der Berliner Städt. Elektrizitätswerke zuſtimmt.
Der Magiſtrat hat vorgeſtern abend noch beſchloſſen, der
Auf=
nahme des Ueberbrückungskredits von 75 Millionen zuzuſtimmen,
da dieſe Summe zur Abdeckung dringender Ultimoverpflichtungen
benötigt wird. Ob man ſich allerdings mit dem Anleiheprojekt
einverſtanden erklären wird, ſteht noch nicht feſt. Die
Verhand=
lungen darüber — auch mit den Aufſichtsbehörden — ſollen ſo
ſchnell wie möglich abgeſchloſſen werden.
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Stickſtoffkonferenz in Paris. Am 21. März werden die
Vorverhand=
lungen für eine allgemeine Stickſtoffkonferenz in Paris aufgenommen,
welche Anfang April unter Beteiligung der amerikaniſchen
Inntereſſen=
ten ſtattfinden wird.
Große Dammbauten am Colorado=Fluß geplant. Der amerikaniſche
Miniſter des Inuer hat das Angebot von ſechs Geſellſchaften, zum
Preiſe von 48 830 000 Dollar am Colorado=Fluß einen großen Damm
und eine Kraftſtation von einer Million PS. zu bauen, zur Annahme
empfohlen. Der Damm. deſſen Errichtung zehn Jahre beanſpruchen
ſoll, würde einer der größten der Welt ſein. Man hofft, daß er
Tau=
ſende von Acxes unfruchtbaren, wüiſten Landes in Obſtgärten und
frucht=
hare Felder umwandeln wird. Viele Tauſende von Arbeitsloſen habeit
bereits ihre Dienſte angeboten, und der Miniſter gab bekannt, daß
wei=
re Geſuche zwecklos ſeien, da die zur Verfügung ſtehenden
Arbeits=
iite den Bedarf ſchon weit überſtiegen.
Awverikggiſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 18. März:
Getreide. Weizen: Mai 82½8. Juli 62½, Sept. 62.75; Mais:
März 62.75. Mai 65.25, Juli 67. Sept. 67: Hafer: Mai 32.75,
Juli 32,75, Sept. 32½; Roggen: Mai 4058, Juli 41.50.
Schmalz: März 9.20, Mai 9.17½, Juli 9.32½, Sept. 9.45.
Speck, loko 11.50.
Schweine: leichte 8.15—8.35, ſchwere 7.16—7.40;
Schweine=
äufuhren: Chicago 16 000, im Weſten 89 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 18. März:
Schmalz: Prima Weſtern 9.85; Talg, extra, loſe 378.
Getreide. Weizen: Rotwinter 90.50; Mais, loko New York
: Mehl, ſpring wheat clears 4.25—4,50; Fracht; nach
Eng=
and 1,9—2,6 Schilling, nach dem Kontinent 8—9 Cts.
Kakao. Tendenz: ruhig; Umſätze: 28; Loko: 5½: März 5.21,
Mai 5.27, Juli 5.46, Sept. 5.64, Okt. 5.72, Dez. 5.85.
Frankfurter Produktenbericht vom 18. März. Weizen (
Hektoliter=
wicht bon 74 Kilo) 305, Roggen (Hektolitergewicht von 70—71 Kilo
A5—210 Sommergerſte 225, Weizenmehl ſüdd. Spezial. 0 43,50—44,7
dito niederrh. 43,25—44,50, Roggenmhel 24,50—30,50, Weizenkleie 11,-5
15 11,35, Roggenkleie 12,50. Tendenz: ruhig.
Verliner Produktenbericht vom 18. März. Die Unternehmungsluſ:
an der Produktenbörſe hielt ſich heute in engen Grenzen, und die Zen
denz war im allgemeinen als ſchwächer zu bezeichnen. Infolge des
außer=
ordentlich ſchleppenden Mehlabſatzes ſind die Mühlen kaum als Kaufer
am Markte. Andereſeits hat ſich das Inlandsangebot von Bvotgetreide
kaum nennenswert verſtärkt, da die Landwirtſchaft bei den gegenwar
tigen Witterungsverhältniſt
Druſcharbeiten zurucßitellen. Für
brompte Ware waren allerdings geſtrige Gebote nicht erhältlich. Im
Lieferungsgeſchäft waren die Märzſichten gehalten, da noch einige
Deckungen erfolgten. Weizen in den ſpäteren Sichten eröffnete drei bis
vier Mark ſchwächer; anſcheinend im Zuſammenhang mit den
Erörterun=
gen bezüglich einer Ermäßigung des Einfuhrzolles. Roggen wurde von
der Bewegung mitgezogen und war gleichfalls um zwei Mark
abge-
ſchwächt. Weizen= und Roggenmehle" haben ſchleppendes Geſchäft, für
Weizenmehl ſind die Forderungen erneut ermäßigt. Hafer iſt im
Prompt=
geſchäft ziemlich gehalten bei allerdings geringer Konſumnachfrage, der
Lieferungsmarkt eröffnete 1¼ bis 2½ Mark niedriger. Gerſte ruhig.
aber ſtetig.
Frankfurt a. M., 18. März.
Die heutige Börſe eröffnete wider Erwarten in ſchwächerer Haltung.
Die plötzlich aufgetauchten Schwierigkeiten für den Ruſſen=Kredit
ver=
ſtimmten, da bei den Regierungsſtellen einſtweilen noch erhebliche
Be=
denfen gegen Uebernahme neuer Garantien beſtehen ſollen. Daneben
machte der ſchwache Schluß der New Yorker Börſe ebenfalls einen
un=
günftigen Eindruck. Andererſeits blieben der günſtige Abſchluß der
Dresdner Bank und die unveränderten Dividenden im Salzdetfurth=
Konzern, ſelbſt für Kaliwerte, ohne Einfluß. Das Geſchäft bewegte ſich
infolge der herrſchenden Orderloſigkeit in ſehr engen Grenzen. Die
be=
rufsmäßige Spekulation war eher zu weiteren Entlaſtungsverkäufen
ge=
neigt, ſo daß, bei allerdings nicht drängendem Angebot, überwiegend
Kursrückgänge von 1½ Prozent gegen die geſtrige Abendbörſe
feſtzuſtel=
len waren, die ſich auf faſt alle Marktgebiete erſtreckten. Der
Elektro=
markt lag bei kleinem Geſchäft durchweg matter. Am Anleihemarkt lagen
Ablöſungsanleihen gut behauptet, Schutzgebiete um 0.20 Prozent
ſchwä=
cher. Von fremden Werten gewannen Goldrumänen ¼ Prozent. Der
Pfandbriefmarkt hatte nur kleines Geſchäft bei kaum veränderten Kurſen.
Der Verlauf der Börſe war weiter abgeſchwächt, wovon beſonders
der Montanmarkt betroffen wurde. Mannesmann, Phönir und
Stahl=
verein gaben erneut bis zu 2 Prozent nach. J. G. Farben gingen auf
144½ Prozent zurück. Das Geſchäft war dabei weiter ſehr klein. Die
feſte Haltung der Reichsmark machte faſt gar keinen Eindruck. Am
Geld=
markt lag Tagesgeld mit 3 Prozent ſehr leicht. Am Deviſenmarkt konnte
ſich die Mark weiter befeſtigen. Von Valuten lagen Madrid und Paris
erneut ſchwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1975, gegen Pfunde
20 3932. London=New York 4,887 —Paris 124,18. —Madrid 46,35,
—Mailand 92,74. —Schweiz 25,24½, —Holland 12,117/s.
Bei ſehr kleinen Umſätzen zeigte die Abendbörſe meiſt
nach=
gebende Kurſe. So verloren Bergmann in Erwartung einer
Dividenden=
reduktion 1 Prozent. A. E.G. ½ Prozent ſchwächer. Siemenswerte
be=
hauptet. Am Montanmarkt verſtimmte der nunmehr veröffentlichte
Ge=
ſchäftsbericht der Vereinigten Stahlwerke. Farben lagen zu Beginn ½
Prozent niedriger, konnten ſich im Verlauf jedoch erholen und fchloſſen
bei 144 Prozent. Von Kurſen ſind zu nennen: Deutſche Bank 109,75,
Danat 144,5, Gelſenkirchen 86, Weſteregeln 150, Salzdetfurth 225.
Glöck=
ner 69,75, Mannesmann 76,5, Stahlverein 61, Hapag 72.5, A. E. G. 107
Bergmann 115, Schuckert 132,25, Siemens 177 Gesfürel 125, Waldhof
99, Aſchaffenburger Zellſtoff 85½½/s, Aku 75,75, Bemberg 83.
Berlin, 18. März.
Die heutige Börſe eröffnete für Viele überraſchend in ſchwächerer
Haltung. Vormittags noch konnte man eine eher freundlichere
Stim=
mung feſtſtellen, da man ſich von den Abſchlußziffern der Dresdner Bank
und den unverändert vorgeſchlagenen Kalidividenden eine Anregung
ver=
ſprochen hatte. Die ſchwachen Auslandsbörſen löſten dann bei der
Speku=
lation aber doch ſtärkere Zurückhaltung aus, zumal die Kundſchaft im
Hinblick auf den Ultimo Abgabeneigung bekundete und auch das
Aus=
land mit ſeinen Kaufaufträgen weiter nachließ. Die Geſchäftsloſigkeit
lähmte die Unternehmungsluſt der Kuliſſe, und war wohl der
Haupt=
grund der erneut eintretenden Kursrückgänge von 1—3 Prozent.
Ultimo=
vorbereitungen führten auch im Verlaufe in den Hauptwerten zu
Ab=
gaben, die jedoch im allgemeinen keinen größeren Umfang annahmen,
Aber auch die beſtehende Orderloſigkeit, die ungeklärte innerpolitiſche
Lage gab man als retarbierende Momente an. Bei ſehr ruhigem
Ge=
ſchäft bröckelten die Kurſe erneur zirka 1—2= Prozent, bei Spezialwerten
bis zu 3 Prozent ab. Die Ansführungen auf der Generalverſammlung
des Stahlvereins waren am Montanmarkt weiter zu ſpüren und
dem=
gegenüber konnte die Nachricht von einem eventuellen neuen Kohlenftreik
in Süd=Wales keinen Eindruck machen. Anleihen eröffneten freundlich,
2
gaben aber im Verlaufe nach.
Die Berliner Metallnotierungen vom 18. März ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg.
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 98.25 RM. — Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium. 98= bis 99., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM., desgl. in
Walz= oder Drahtbarren, 99proz. 174 RM. Reinnickel, 98= bis 99. 350 RM., Antimon Regulus 53—55 RM., Feinſilber (1
Kilo=
gramm fein) 42.25—44.25 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 18. März ſtellten ſich für
Kupfer: März 85.50 (85.50), April 84.25 (84.25). Mai 85
(85.25) Juni 85.25 (86) Juli und Auguſt 86.75 (87.75),
Septem=
ber 87.25 (87.75), Oktober 87.50 (88), November 87.75 (88.25),
Dez., Jan., Febr. 87,75 (88). Tendenz: abgeſchwächt. — Für
Blei; März 24.50 (26.50), April 25.25 (26), Mai 25.25 (26.25),
Juni 25.50 (26.25) Juli 25.75 (26.25), Auguſt bis Dez. 26 (26.50),
Jan. und Febr. 26.25 (26.50). Tendenz: kaum behauptet. — Für
Zink: März 23.75 (25), April 24 (24.50) Mai 24.25 (25), Juni
24.75 (25.25) Juli 25 (25.50) Auguſt 25.50 (26). Sept. 25.50
(26.75) Okt. 26 (26.50), Nov. 26.25 (26.75), Dez. 26.50 (27), Jan.
26.75 (27.25), Febr 27 (27.50), Tendenz: ruhig. — Die erſten
„Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Biebmärkke.
Friedberger Schweinemarkt vom 18. März. Der heutige
Schweine=
markt hatte einen Auftrieb von 452 Jungtieren zu verzeichnen. Bei
flot=
tem Geſchäft wurden bezahlt für bis 6 Wochen alte Tiere W—B RM.,
6—8 Wochen alte Tiere 25—30 RM., 8—12 Wochen alte Tiere 30—35 RM.
Der Markt wurde geräumt.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Am Samstag vor Oſtern, dem 4. April 1931 und am Samstag vor
Pfingſten, dem B. Mai 1931, bleibt die Frankfurter Börſe für jeden
Verkehr geſchloſſen. Desgleichen die Berliner Börſe. Die Abendbörfe
in Frankfurt fällt am Gründonnerstag, den 2. April 1931, ſowie am
Freitag, den 22. Mci 1931, aus.
Die Dülkener Baumwollſpinnerei A.=G., Dülben, beruft auf den
11. April eine außerordentliche Generalverſammlung ein in der die
Auflöſung und Liquidation der Geſellſchaft beſchloſſen werden ſpll. Die
Geſellſchaft hat ein Aktienkapital von 900 000 RM.
Die Arbeitnehmer des Baugewerbes der Provinz Sachſen und des
Freiſtaates Anhalt haben den am Montag in Halle gefällten
Schieds=
ſpruch, der eine Lohnkürzung von 15 Prozent vorſieht, abgelehnt.
Nunmehr iſt der Belegſchaft der älteſten Grube des Siegerlandes,
der Grube Stahlberg bei Müſen, die ſtillgelegt wird, gekündigt worden.
Die deutſche Ausfuhr nach Jugoſlawien iſt im Finanzjahr 1929/30
nach amtlichen Statiſtiken von 153 auf 172 Millionen Mark geſtiegen.
Die engliſche Arbeitsloſenziffer iſt in der abgelaufenen
Berichts=
woche um 57 163 auf insgeſamt 2 691 737 geſtiegen.
Das amerikaniſche Handelsminiſterium teilt mit, daß die öffentlichen
Emiſſionen ausländiſcher Anleihen in den Vereinigten Staaten im
Jahre 1930 die Rekordſumme von 1988 Millionen Dollar erreicht hätten,
das ſind 50 Prozent mehr als im Jahre 1929. Das meiſte Geld borgte.
Kanada, dann folgen Deutſchland und Oeſterreich.
In der Generalverſammlung der Bayeriſchen Bodenkreditanſtalt
Würzburg, bei der 5338 ſtimmberechtigte Aktien vertreten waren,
wur=
den die Regularien erledigt und die Dividende auf wieder 10 Prozeut
feſtgeſetzt.
In der Verhandlung vor dem Schlichtungsausſchuß wurde in der
Manteltarifſtreitigkeit der Kalkinduſtrie der mittleren Lahn und der
benachharten Gebiete ein neuer Manteltarifvertrag mit Geltungsdauer
bis 31. März 1933 abgeſchloſſen.
Die Frankfurter Handelshank A.=G. vorm. Frankfurter
Viehmarfts=
bank erzielte im Geſchäftsjahr 1930 einen Reingewinn von 41 532 RM.,
aus dem 6 Prozent Diivdende auf die Stamm= und 11 Prozent auf die
Vorzugsaktien zur Ausſchüttung gelangen ſollen.
Berliner Kursbericht
vom 18. März 1931
Oeviſenmarit
vom 18. März 1931
Re
natbank.. . . . .
deutſche Bank u.
Sconto=Geſ.
resdner Bank
apag
anſa Dampfſch
ordd. Lloyd.
„E. G.
jahr. Motorenw.
P. Bemberg
rgmann Elektr. 117.—
erl. Maſch.=Bau
onti=Gummi
eutſche Cont. Gas
deutſche Erdöl
Mst
145.—
109.50
109.75
70.—
94.25
73.—
108.—
76.75
83.50
54.50
119.25
134.50
71. 125
Me Hee ee
J. G. Farben 1144.50
Gelſ. Bergw.
87.—
Geſ. f.elektr. Untern. 126—
Harpener Bergbau 76.50
72.
Hoeſch Eiſen
Phil. Holzmann 92-
Kali Aſchersleben 146.2!
Klöcknerwerke
69.—
Köln=Neueſf. Vgw./ 78.—
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Unin. 43.50
Nordd. 9Bolle
6S
Oberſchleſ. Kuksn
79.75
Orenſtein & Koppell 56.75
Mee
Miuſ
Rütgerswerke
E5.50
Salzdetfurth Kali 225.
Leonh. Tietz 118.50
Verein. Glanzſtoff 125.—
Verein. Stahlwertel 62.—
Weſteregeln Alkali 150.50
Agsb.=Nrnb. Maſch. / 71.—
Beſalt Linz
26.—
Berl. Karlsr. Inb. 58.25
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch. 159.—
VogelTelegr. Drahl 48.50
Wanderer=Werke 57.375
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Sslo
Kopenhagen
Stockholm.
London —
Buenos=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Währung Ge 1dBrie
100 finn. Mk. 10.556/ 10.576
100 Schillingl 58.955/ 59.075
1100 Tſch. Kr. 12.428 12.44e
100 Pengö 73.10 73.24
100 Leva 3.039/ 3.045
100 Gulden 168.11/ 168.41
1100 Kronen 112.15/ 112 37
100 Kronen /112.14/ 112.3
100 Kronen 112.26/ 112.48
12.=Stg.
20.375 20.41!
1 Pap. Peſo 1.4591 1.463
1 Dollar 4. 1940 4.202
100 Belge 158.42 58.54
100 Lire 21.975 22.015
100 Fran=s 16 404/ 16.444
Schwei=
Spanien
Danzig.
Japan
Rio de Janer
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada
1ruguah
Fsland
Tallinn (Eſtl
Riga
Frankfurter Kursbericht vom 18. März 1931.
72 Thüringen.
DO
84.75
7
Intern.,
62Baden ....... / 79.9
8%Baheru ..... . /100.25
81.8
82 Heſſen v. 28/ 80.25
v. 29/ 92.5
62 Preuß. Staat / 96
8½ Sachſen ..... .! 99.25
78
..
Dtſche. Anl. Auslo
ſunsſch. 41),
Ab=
löſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe
2a Aachen. v. 21
8% Baden=Baden
60 Berlin ....."
8½ Darmſtadt v. 26
v.2
7% Dresden:
320 Frankfuxt a.M
v. 24
z. 26
2 Mainz ....!.
2 Mannhsin: v.2
p.2
2a München.
Nürnberg..
82 Wiesbaben
8½ Heſſ. Landesbl.
Goldoblie
Heff. Lds.=
Hyb.=Bl.=Liquib.
Men dt
Preuß. Lds.
T.=Anſt. G. Pf.
89
56.1
K
3.3
80
89
81.5
98.5
76.5
90.5
75.5
95
89
100.5
94.5
94.5
89.35
20.5
100.5
VMuch
Bk. Girozentr. fü
Heſſen Goldobl
8½ Kaſſeler
Land=
kredit Goldufbr..
72 Kaſſeler Lanb.
kredit Golbpfbr..
82 Naſ. Lamdesbk.
4½22 Liau. Ot
*
Dt. Komm.
Sant=
mel=Ablöſ.=Anl.
FAuslSer.
„„ Ser. 11
Dt. Komm. Samm.:
Abl. (Neubeſitz),
Berl. Hyp.B!
To Liqgu.=Bfb.
825 Frf. Hyp.=Br.
12%5 „ Lig. Pfb
Pfbr.=Bk.
„ Liau.
2 Mein.=Hyp.=Bk.
190 Lig. Pfbr
32 Pfälz. Hyp.=B
10 Lig. Pfb
82%5 Preuß. Boden
cred.=Bant
2% „ Lig. Pfbr.
Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bank
D Lig. Pfbr.
2 Rhein. Syp. Bk.
Lig. 3
2 Rhein.=Weſti.
Bd. Credit .....
Südd.
Cred.=Ban
14½½
97.25
101
94.75
86
100.25
15
86*
92
54.7
69.5
11
99.75
97
97
91.7
101.25
An
93.75
102.25
91.9
93
97
90.75
91
101.5
96.75
92
100.5
100.5
95
Ma
6‟ Daimler=Benz
82 Dt. Linol. Werl
Klöckner=Werk
7% Maintrw. v. 2
Mitteld. Stahl
Salzmannu. Co
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Nae
36.5
87.5
9a.5
86.75
85.5
85.5
94.75
98.5
e
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38.75
9.75
15.9
8.1
4.
16.75
19.75
19.7
16.75
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108.75
133
85.25
16.5
20
80.,5
K
40
120
97
31.75
Mif c
Erdöl ......."
Gold=u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel. . .
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Verger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwert.
EßlingenMaſchinen
Ettlingen Spinnerei
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Guilleaume
Frankf. Gas :. Lig.
„: Hof......
Eelſenk. Bergwerk
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger /166
Hafenmühle Frift.
Hamierſen (Osn
Hanauer Hofbrauh. /137
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm./ 57
Hirſch Kupfer. . .. 122
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phi!
Zlſe Bergb. Stamn
Genüſſe
Junghans
Kali Chemic
Aſchersleben.
Kammgarnſpinn.
Karſtadt, R.
Klein, Schanzlin
Klöcknerwerke
Knorr C. H.......
Lahmener & Co. ..
Laurghütte
Lech, Augsburg., . .I.
70.2:
130
96
48.5
80
112
Aa
97
105
144.75
58.5
119
40
47
39.75
120
88
125
7.5
90.75
119.5
112
146:
71.5
159
128.25
90.5
Dge Mie
Lüdenſcheit Metal
Lutz Gebr Darm
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Bere
Metallgeſ. Frankf
Miag, Mühlenbau
MontecatiniMaild
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſe!
Sberbedarf
Bhönix Bergbau".
Reiniger. Gebber
Rh. Braunkohlen.
„ Elektr. Stamm
„ Metallwaren.
„ Stahlwerke ..
Riebeck Montan. . .
Roeder Gebr.
Rütgerswerte ....
Sachtleben A. G.
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfbr.
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Schuckert Eleftr.
Schwarz=Storchen
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halsfe.
Südd. Immgbilien
Zucker=A. G.
Svensfa Tändſtid
Tellus Bergbau.
Thür. Lieſer.=Ge
Tietz Leonhard
Tucher=Brau
Anterfranken
Beithwe
Ver.
M8
39.5
14.25
127
7.5
44.5
62.2*
80
Aaaz
83
68
55.5
147
226
181
197
57.5
88
133.25
104*
78.75
155
40
76.75
93.5
16.25
67.5
62.5
141
1126
en e
Voigt & Haeffner.
Wahß & Freytag
Wegelin Rußfabrit
Beſteregeln Kali.
Zellſtoff=Verein.
Waldhof..
„ Memel".
Allg. Dt. Creditauſt.
Badiſche Bank. ...
Bk. f. Brauinduſtr.
BarmerBankverein
Bayer. Eyp. u. W
Berl. Handelsgeſ.
„ Shpothelbk.
omm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Dt. Bank und Disc.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank...
Frankf. Bank
„ Syp.=Bank ...
Pfdbr.=B1
..
Mein. Hyp. Bank ..
Oſt. Creditanftalt
Pfälz. Hyp.=Bank
Reichsbank= Ant.
Rhein, Hhp.=Ban.
Südd. Bod.=Cr. Bf.
Wiener Bankverein
Württb. Notenban=
40.
42
150.5
A8.5
200
95
121
104
129
R
113.75
146
110.5
94.5
111
152
160
27.4
136
133.75
145
124
0. f. Verlehrsw. 64
Aklg. Lokalb. Kraftw 1.30
7½ Dt. Reichsb. Bzs
Hape
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Nordd. Llot
Südd Eiſenb.=Ge
Allianz. u. Stuttg.
erſicherung
83
Verein. Ver
FrankonaRück=u. M
Mannh. Verſich. . 26
ung Handels! —
Seite 12
Donnerstag, den 19. März 1931
Nummer 78
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werden nicht mehr durch das Gaswerk
ſondern durch zugelaſſene
Privatinſtalla=
teure ausgeführt. Vor der Ausführung
muß um Genehmigung für
Neuver=
legungen und für Anderungen von
Gas=
ſteigleitungen und auch Innenleitungen
mittels eines Plans durch den
aus=
führenden Inſtallateur bei uns
nach=
geſucht werden. Neu verlegte oder
ge=
änderte Leitungen dürfen erſt in Betrieb
genommen werden, wenn wir ſie auf
An rag geprüft und freigegeben haben.
Für die Prüfung werden die
feſtge=
ſetzten Prüfungsgebühren erhoben. St.4 331
Direktion der ſtädt. Betriebe,
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Montag, den 23. März 1931,
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mittags 9 Uhr, wird auf dem Rathaus
in Roßdorf folgendes Nutzholz aus
Ab=
teilung 63 und aus verſchiedenen
Ab=
teilungen des Gemeindewalds verſteigert
Kieferſtämme:
IIb — 23,50 Feſtmeter
IIIa — 20.— Feſtmeter
IIIb — 12,50 Feſtmeter
Fichtenſtämme
1a — 18,50 Feſtmeter
Ib — 35,50 Feſtmeter
IIa — 26,40 Feſtmeter
IIb — 13,40 Feſtmeter
IIIa — 1,80 Feſtmeter
IVa — 1,22 Feſtmeter
Fichte Derbſtangen.
I. Klaſſe — 54 Stück
II. „ 45
III. „ 118
Fichte Reisſtangen
IV. Klaſſe — 106 Stück
V. „ — 120
Auskunft erteilt die Bürgermeiſterei
und Herr Förſter Kirſchner.
Roßdorf, den 17. März 1931.
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apparat, 2 Nähmaſchinen, 2
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zimmer, 1 Klavier (Jbach),
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ſchrank (2tür.), 1 Klavier (Bechſtein),
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1Flurgarderobe, 1Rollſchrank, 2
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maſchinen. 1 Partie Oelgemälde und
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an Ort und Stelle (wird noch bei
obiger Verſteigerung bekanntgegeben)
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der Termin vom 31. März 1931 aus.
Darmſtadt, 17. März 1931. (4312
Heſſ. Amtsgericht I.
2. Brennholzberſteigerung.
Freitag, den 20. März nachm.
2½, Uhr anfangend werden im
Rat=
hausſagle aus dem Siadtwald
Pfung=
ſtadt (Klingsackertanne)
(4336
60 Rm. Kiefern=Scheit
206
„ Knüppel
öffentlich verſteigert. Gegen Bürgſchaft
wird Zahlungsfriſt bis Martini gewährt.
Pfungſtadt, 17. März 1931.
Heſſ. Bürgermeiſt rei Schwinn.
Am Freitag, den 20. März 1931,
nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich hier,
Hügelſtraße 27, verſchiedene Gegenſtände
iffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung.
Hieran verſteigere ich an Ort u. Stelle:
1 Kreisſchere, Büromöbel und eine
Mercedes=Schreibmaſchine,
Buchbin=
derpappe (ca 30 Ztr.), 1 Kreisſäce,
1 Eckenabrundmaſchine.
(4327
Darmſtadt, den 19. März 1931.
Scharmann
ftellv. Gerichtsvollzieher des Ger=
Vollz. Portner, Heinrichſtr. 93, I.
Beinteigerangsstseige.
Am Freitag, den 20. März 1931,
nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich in
meinem Verſteigerungslokal.
Ludwigs=
platz 8, zwangsweiſe gegen Barzahlung:
3 Schreibmaſchinen, 1 Schnellwagge,
1 Ladentheke, 2 Notenſchränke, 1
Se=
kretär, 1 Klavier (Müller & Neuß),
1 Spiegelſchrane, 1 Büfett, 1
Kaſſen=
ſchrank. 1 Elektromotor, verſchiedene
Büro=Möbel und ſonſtige
Gebranchs=
gegenſtände.
Ferner anſchließend an Ort und Stelle,
Bekanntgabe erfolgt im
Verſteigerungs=
lokale: 1 Mathis=Limuſine und eine
(4335
Ladeneinrichtnng pp.
Darmſtadt, den 14. März 1931.
Eißer
Gerichtsvollzieher fr. Auftrags,
Bismarckſtraße 42 pt
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Erbitte kostenlos Druckschrift G 101
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Als Drucksache mit s pfg. franklert
[ ← ][ ][ → ]Nummer 78
Seite 13.
Teerrofe
NOTeelsleloen
Die Qualität der Arbeit als Grundlage
handwerklicher Werbung.
Die Entwicklung der Technik und die am Abſatzgegenſtand
orientierte Einſtellung des Produktionsapparates führen dazu,
daß der Induſtriebetrieb eine notwendige Ergänzung im
Hand=
werksbetrieb finden muß. Die Lücken des einen werden durch
die betriebliche Anpaſſungsfähigkeit des anderen ausgefüllt. Hier
eine weitgehende Gleichförmigkeit und Vereinheitlichung der
Produktionsgeſtaltung, dort eine den einzelnen Weſenszug
berück=
ſichtigende Formung der Erzeugniſſe; hier eine Abhebung auf die
Norm, dort ein Eingehen auf das Anormale. Der
Konfektions=
anzug ſteht gegen den Maßanzug, der Fabrikſchuh gegen den
(orthopädiſchen) Maßſchuh; hier fertige Möbel aus der Fabrik,
dort beſtellte Möbel aus der Schreinerei; auf der einen Seite
Konſervenwurſt, auf der anderen Seite Fleiſcherwurſt. Das
Weſentliche wird daraus klar: Der Handwerker vermag ſeine
Lei=
ſtungen ganz einzuſtellen auf den beſonderen Wunſch des Kunden,
auf deſſen perſönliche Eigenart, auf ein vom Normalen
Abwei=
chendes; in jeder Beziehung kann das Individuelle des Kunden in
den Produkten Berückſichtigung finden. Aus dieſer Tatſache
er=
klärt es ſich, daß der Konſument handwerklicher Waren deshalb
gerne etwas mehr für ſie bezahlt wie für Fabrikware, weil erſtere
ſeinen perſönlichen Wünſchen und Anforderungen entſpricht. Der
Handwerker muß aber für dieſe an den Leiſtungswerten gemeſſene
Sonderanſtrengung einen dementſprechend höheren Preis
verlan=
gen. Und dadurch wieder fühlt ſich der Handwerker verpflichtet,
eine vorzügliche Arheit abzuliefern. Dies um ſo mehr, als die
Beziehungen zwiſchen Handwerker und Konſument meiſt viel
per=
ſönlicher ſind wie zwiſchen Einzelhändler und Konſument. All
dies vom Kunden aus geſehen, bedeutet: Der Kunde nimmt
hand=
werkliche Leiſtungen in Anſpruch, weil ſie ſeine Wünſche
weit=
gehend berückſichtigen. Dafür hat er aber gegenüber der
Fabrik=
ware einen höheren Preis zu bezahlen. Daraus wieder entſteht
ſeine Forderung nach Qualitätsarbeit, nach Echtheit und Halt=
Garkeit.
Wir ſehen, daß es unmöglich iſt, die Qualitätsarbeit des
Handwerks mit der des Induſtriebetriebes zuſammenzunehmen und
urzerhand von dem Qualitätsideal in der Wirtſchaft zu
ſpre=
hen. Wenn man in der Induſtrie das Streben nach
Qualitäts=
verbeſſerung privatwirtſchaftlich betrachtet, ſo mag man zu einem
negativen Ergebnis gelangen; wenn man unter demſelben
Ge=
ichtspunkt die handwerkliche Betriebswirtſchaft unterſucht, ſo
kann dieſes Ergebnis dem Sinne nach nur in obiger Form
er=
ſcheinen.
Weil der Konſument an die Handwerkerarbeit ſehr große
Anſprüche ſtellt, führt auch eine rein pſychologiſche
Betrachtungs=
veiſe zu demſelben Ergebnis:
Ausgehend von der Wunſchbefriedigung des Kunden trägt
ie Ware den höchſten Grad der Werbekraft in ſich. Die beim
aufe maßgebenden Vorſtellungen von der Qualität eines
Ob=
ektes müſſen beim Gebrauch desſelben materiell erfüllt werden.
Iſt dies nicht der Fall, ſo führt die Enttänſchung zunächſt zur
blehnung dieſes Gegenſtandes, und wenn dieſer, wo anders
ſekauft, eine ſtärkere Wunſchbefriedigung auszulöſen vermag,
wird auch das Geſchäftshaus gemieden, das dieſe Enttäuſchung
Untſtehen ließ. Beim erſten Vorkommnis wird das Unbehagen
ielleicht durch Suggeſtionskraft oder ähnliche
werbungstech=
iiſche Kunſtgriffe überbrückt, bei der zweiten, dritten und
dauern=
ben Wiederholung wird jede Anſtrengung des betreffenden
Hand=
wverkers ein negatides Reſultat zeitigen. Auch aus dieſen
theo=
bretiſchen Erwägungen heraus kommen wir wiederum zu dem
Schluß, daß die Gegenſtandsqualität das wichtigſte Werbemittel
hiſt, und daß ſie den Dauererfolg jeglicher handwerklichen
Wer=
bung beſtimmt.
Wo ſich die betriebliche Betätigung nur auf Reparaturen
be=
ſchränkt — etwa bei einem Uhrmacher oder vielen Schuhmachern
*) Entnommen aus der z. Zt. im C. E. Poeſchel Verlag,
Stuttgart erſcheinenden Schrift über: „Die Einzelwerbung im
Handwerk” von Dr. G. Sieber Stuttgart. (In der von Prof.
Rößle herausgegebenen Schriftenreihe.)
gelten für dieſe Leiſtungen dieſelben Grundſätze wie bei einer
Neuſchaffung von Gegenſtänden. Aber hier tritt ein Moment
beſonders ſtark in den Vordergrund. Wie man durch die
mate=
rielle Zuſammenſetzung einer Ware ſeine Erwartungen erfüllt
ſehen will, ſo hofft auch der Kunde, daß ein Verſprechen des
Handwerkers durch dieſen eingelöſt wird. Das heißt, wenn ein
Im Zeichen der Reichs=Handwerkswoche,
Termin für die Fertigſtellung einer Reparatur feſtgelegt, wenn
ein beſtimmter Preis für ſie angeſetzt wurde, ſo ſind dieſe
Verſpre=
chungen unbedingt zu halten.
Bei Nichteinhaltung dieſer Grundſätze würde, die Häufung
ſolcher Geſchäftsvergehen einem Handwerker ſehr empfindliche
Mißerfolge bringen, die durch alle Sonderanſtrengungen — etwa
einer lebhaften Inſerattätigkeit — nicht abgedeckt würden.
Zuſammenfaſſend können wir ſagen: Die Geſchichte des
Hand=
werks zeigt uns, wie das Ideal der Qualitätsarbeit geworden iſt
und ſpäteren Generationen überliefert wurde. Man erwartet
auch heute noch vom Handwerker hochqualifizierte Leiſtungen.
Da=
rin liegt das Geſchäftsgeheimnis ſeines Erfolges, und damit holt
er ſich einen Vorſprung vor ſeinen Konkurrenten. Die Prägung
nach dem individuellen Geſchmack des Kunden, die Vertiefung
ſei=
ner Wünſche durch eine künſtleriſch=äſthetiſche Ausarbeitung, die
materielle Verfeinerung und Erhöhung ihrer Zuverläſſigkeit, die
reſtloſe Befriedigung des Käufers: das ſind Eigenſchaften, die die
Qualitätsarbeit des Handwerkers zum Ahnherrn ſeiner großen
Tradition machen.
Orlsgewerbeverein und Handwerkervereinigung
Darmſtadk.
Wir legen Wert auf die Bekanntgabe, daß das Darmſtädter
Handwerk und ſeine Organiſationen mit der Einberufung einer
öffentlichen Vexſammlung am 20. März, abends, in der Turnhalle
nichts zu tun haben. Da die einberufende politiſche Partei
auf den betreffenden Plakaten und Handzetteln ihren Namen
nicht nennt, dagegen das offizielle Zeichen unſerer Reichs=
Hand=
werkswoche verwendet und ſich ausdrücklich auf dieſe
überpartei=
liche allgemeine Kundgebung des deutſchen Handwerks bezieht, ſo
iſt vielfach der irrige Eindruck hervorgerufen worden, es handele
ſich um eine Veranſtaltung von uns. Die betreffenden Handzettel
tragen überhaupt keinen Vermerk, wer Einberufer iſt, während
auf den Plakaten ein hieſiger Schuhmacher benannt iſt, der dem
berufsſtändiſchen Organiſationsleben fernſteht. Letzterer ſowohl
wDie der angekündigte Redner aus Wiesbaden ſind Mitglieder der
Tationalſozialiſtiſchen Deutſchen Arbeiterpartei.
Bei dieſer Gelegenheit weiſen wir darauf hin, daß das
Darm=
ſtädter Handwerk in einer großen Kundgebung am
Sonn=
ag, den 29. März abends um 8 Uhr, in der
Voogsturnhalle ſeine Werbeveranſtaltungen anläßlich der
Reichs=Handwerkswoche beendet. In dieſer Feier, bei der der
Ge=
ſangverein „Liederzweig”, die Kapelle, M. Weber, die
Turn=
demeinde 1846, ſowie Herr Opernſänger Johannes Biſchoff
mit=
wirken wird Herr Reichstagsabgeordneter Drechſler=Obermeiſter
Feuerbaum ſprechen. Eintritt frei. — Näheres wird zu gegebener
Zeit in den Anzeigen der Tageszeitungen bekanntgegeben.
Die Schulwerkſtätke als Bildungsmikkel
der Berufsſchule.
J. Griesheim, 18. März. Der hieſigen Berufsſchule konnte im
ab=
laufenen Schuljahre eine Schulwerkſtätte angegliedert werden. Um es
leich vorweg zu nehmen: Könnte die wirtſchaftliche Notlage etwa den
Anſchein erwecken, daß man in einer ſo ſchweren Zeit in Gemeinden und
Staat andere wichtige Aufgaben zu erfüllen hätte, ſo muß dieſer Punkt
inzlich außer Betracht bleiben. Es foll hier gleich erwähnt werden, daß
der Schule ein Kellerraum im vierten Schulhaus zur Verfügung geſtellt
wurde, wofür der Gemeinde geziemender Dank gebührt. Um möglichſt
ohne Koſten durchzukommen, wurde zunächſt an die Herrichtung des
Rau=
nes gedacht. Mit den Schülern der Weißbinderklaſſe ging es an die
Arbeit; Grundſatz auch hier ſchon, praktiſche Tätigkeit mit den Arbeiten
der Schule in Einklang zu bringen. Es konnten hierbei die Schüler einen
eu angeſchafften Spritzadparat kennen und bedienen lernen, weiter
Daren die einzelnen Abteilungen mit Schriften uſw. zu verſehen, alfo
Zeich=
nen und Praxis. Inzwiſchen war es der Schule möglich, dank der
Unter=
ſtützung der hieſigen Gewerbe= und Handwerkervereinigung, die die Koſten
r die Einrichtung der Werkſtätte übernommen hat, an den Kauf von
Einrichtungsgegenſtänden zu denken. Der Gewerbe= und
Handwerker=
vereinigung gebührt hier äußerſter Dank, für den Nachwuchs des
Hand=
verks gerade in der ſo ſchweren Zeit beſonders viel getan zu haben.
Wenn die Induſtrie bereits längſt fchon dazu übergegangen iſt, der
Zu=
führung eines hochqualifizierten Nachwuchſes Rechnung zu tragen und
Lehrlingswerkſtätten an die Schule anzugliedern, ſo ſollte eigentlich in
jeder heſſiſchen Berufsſchule, um auch dem Handwerk einen guten
Nach=
wuchs zu ſichern, eine Schulwerkſtätte vorhanden ſein. Es liegt in der
Natur der Sache, daß die Schulwerkſtätte, insbeſondere beim Handwerk.
erhöhte Aufmerkſamkeit findet. Das Hauptziel des Zeichenunterrichts
in der Berufsſchule beſteht darin, dem Schüler das Verſtehen und das
Leſen einer techniſchen Zeichnung beizubringen. Der ſicherſte Weg iſt
der, den Gegenſtand nach einer ſelbſt angefertigten Zeichnung
herzuſtel=
len. Alſo nicht Zeichner ſoll der Schüler werden, ſondern Fertiger eines
Werkſtückes, im Anſchluſſe das Aufſtellen von Arbeitsgäugen, Stückliſten,
rechneriſche Ermittlung, die er ſeiner Werkarbeit zu Grunde legen muß.
Die beſte Veranſchaulichung iſt die praktiſche Arbeit; dieſes Vorzuges
erfreuen ſich zweifellos die Schulen mit angegliedeter Schulwerkſtätte.
Nur wo Schule und Werkſtätte in organiſchem Zuſammenhange ſtehen,
iſt der Unterricht fruchtbringend. Die Ertüchtigung des Nachwuchſes kann
nur perſönlich, dem Handwerk und dem Geſamtwohl dienen. Das
Schwer=
gewicht des Lehrlings liegt in der Berufsleiſtung; um ein Reſultat
ſei=
nes Denkens zu ſehen, ſetzt er die zeichneriſche und rechneriſche Uebung
in der Berufsſchule in die Handbetätigung um. Alle Arbeiten in der
Volksſchule gehen doch von demſelben Grundgedanken aus, erwähnt ſei
nur hier der Werkunterricht: Formen und Modellieren mit Plaſtilin.
Papp=, Kleb= und Papierarbeiten, Arbeiten mit Schere und Meſſer.
Alle dieſe Arbeiten geſtalten den Unterricht abwechſlungsreich und
feſ=
ſelnd; ſo gehört die Berufsſchule mit der Schulwerkſtätte beſtimmt
zu=
ſammen, wenn der Unterrichtsgang bis zur gebrauchsfertigen Herſtellung
des gezeichneten Gegenſtandes durchgeführt werden ſoll. Dieſe
Schul=
werkſtätte!!, ſo faſſe ich ihre Aufgabe auf; ſie ſoll aber nicht in die
Mei=
ſterlehre eingreifen oder ſie gar ergänzen. Es darf in den Kreiſen des
Meiſters nicht das Gefühl aufkommen, als ſollte die Ausbildung der
Lehrlinge durch die Schule unter Ausſchaltung der Meiſterlehre
unter=
nommen werden. Daß das nicht im Sinne der Schule liegt, muß mit
Nachdruck erwähnt werden. Vielmehr muß auch trotz der
Schulwerk=
ſtätte das einige Zuſammenarbeiten zwiſchen Meiſterlehre und Schule
in noch weit größerem Maße als bisher eintreten, denn nur durch eine
dem Alter des Lehrlings entſprechende praktiſche Ausbildung kaun es
der Schule möglich werden, in der Schule ein gezeichnetes Werkſtück in
die Tat umzuſetzen. Die Lehrerſchaft der Berufsſchulen will mit dem
Handwerk wertvolle Menſchen und tüchtige Facharbeiten liefern. Die
Schulwerkſtätte iſt zur Beſichtigung freigegeben.
Dg. Arheilgen, 18. März. Reichs=Handwerks=Woche.
Am Dienstag abend fand im Gaſthaus „Zur Sonne” im Rahmen der
Reichs=Handwerks=Woche ein Lichtbilder=Vortrag ſtatt. Der
Ehrenvor=
ſitzende, Herr Kunz, eröffnet den Vortragsabend und begrüßt die
zahlreich Erſchienenen. Nachdem er dem Wunſche Ausdruck gegeben,
daß die Reichs=Handwerks=Woche dazu beitragen ſolle, daß dem
Hand=
werk die Achtung und die wirtſchaftliche Stellung zukommen möge die
es ſeiner jahrhundertealten Tradition gemäß beanſpruchen müßte, erteilt er
dem Redyer des Abends, Herrn Ingenieur Fuhrmann aus
Fran=
kenthal, das Wort zu ſeinem Vortrag über „Die Lsipziger Techniſche
Meſſe vom Bauſtein bis zur Werkzeugmaſchine‟. Der Vortrag beginnt
mit der Entſtehung der Leipziger Meffe (etwa um das Jahr 1000) und
der Entwicklung derſelben bis zur Jetztzeit. Der Redner ſchildert dann
in kurzen Worten den Hintergrund der Meſſe, die Stadt Leipzig. Der
Vortrag wurde ergänzt durch die zahlreichen Lichtbilder, die durch Herrn
Lehrer Lorz=Arheilgen vorgeführt und von dem Redner in ſehr
ein=
drucksvoller Weiſe erläutert wurden. Reicher Beifall wurde den mit
großem Intereſſe aufgenommenen Ausführungen zuteil.
Ehrenvor=
ſitzender Kunz dankte im Namen des Ortsgewerbevereins und der
Handwerkervereinigung Herrn Lehrer Lorz für ſeine Mühewaltung und
dem Redner für ſeinen inhaltsreichen Vortrag. Herr Ehrenvorſitzender
Kunz hielt dann noch einen kleineren Vortrag über „Die wirtſchaftliche
Bedeutung des Handwerks” Für ſeine leichtverſtändlichen
Ausfüh=
rungen wurde ihm ebenfalls reicher Beifall gezollt. Zur
durchgrei=
fenden Werbung liegt während der Reichs=Handwerks=Woche den beiden
Arheilger Zeitungen eine Inſeraten=Beilage bei, in welcher die
Mit=
glieder mit einem Zuſchuß ſeitens des Vereins in Form von Anzeigen
auf ihre handwerkliche Tätigkeit und ihre Erzeugniſſe hinweiſen. Durch
Mitglieder des Vereins wurde die Werbe=Broſchüre „Handwerk tut not!
— Fördert das Handwerk!” an die Einwohnerſchaft verteilt, in welcher
auf die große Not innerhalb des Handwerks hingewieſen und die
Ein=
wohnerſchaft aufgefordert wird, am Platze zu kaufen, um ſo zu einer
Hebung der Handwerkswirtſchaft beizutragen. Reichspräſident von
Hin=
denburg als Ehrenmeiſter des deutſchen Handwerks hat dieſer Werbe=
Broſchüre folgendes Geleitwort geſchrieben: „Der Wiederaufſtieg unſeres
Vaterlandes iſt nur möglich, wenn alle Volkskräfte für dieſes Ziel
ein=
geſetzt werden. Das deutſche Handwerk will und darf mit ſeinem beſten
Willen zum Wiederaufbau dabei nicht fehlen. Die Ueberlieferung einer
ſtolzen Vergangenheit iſt in ihm heute ſo lebensfähig wie einſt. Die
Arbeitsformen des Handwerks haben ſich vielfach, der techniſchen
Ent=
wicklung folgend, gewandelt. Der Sinn, der deutſche Sinn aber iſt
unverändert geblieben. Das ehrbare Handwerk hat bei ſeiner
ſchaffen=
den Arbeit noch große Aufgaben zu erfüllen und verdient deshalb
tat=
kräftige Förderung. Was ich als Ehrenmeiſter des Handwerks dazu
bei=
tragen kann, ſoll geſchehen.” — Als Abſchluß der Reichs=Handwerks=
Woche findet am kommenden Sonntag, den D2. März, im Gaſthaus
„Zum weißen Schwanen” ein Vortrags= und Unterhaltungsabend ſtatt,
auf den ganz beſonders aufmerkſam gemacht ſei.
Bt. Auerbach, 17. März. Zur Reichs=Handwerks=Woche.
Bereits am Samstag abend hat der Ortsgewerbeverein die Gelegenheit
wahrgenommen, um die einheimiſche Bevblkerung auf ein für unfere
örtlichen „Verhältniſſe ſeltenes Handwerker=Jubiläum aufmerkſam zu
machen. Durch eine Abordnung hat er Herrn Sattlermeiſter Auguſt
Schön Glückwünſche zu dem 100jährigen Beſtehen der Sattler= und
Taße=
zierwerkſtätte Schön übermittelt und gleichzeitig am Hauſe ein
deko=
riertes Plakat anbringen laſſen, auf dem das Ereignis kundgetan iſt.
Am Sonntag fand im „Hotel Weigold” ab vormittags 11 Uhr die
Haupt=
verſammlung des Bezirksverbandes Bensheim=Heppenheim für
Hand=
werk und Gewerbe ſtatt, zu der 46 örtliche Handwerkerorganiſationen
aus dieſen beiden Kreiſen zahlreiche Vertreter beordert hatten. Der
Verbandsvorſitzende, Herr Rektor Eiſenhardt=Bensheim ſowie der
Ver=
treter der Handwerkskammer, Herr Syndikus Dr. Kollbach, erkannten
die Mühewaltung des Ortsgewerbevereins Auerbach an, durch die er
beſtrebt war, der Tagung einen würdigen Rahmen zu geben. Am
Mon=
tag abend veranſtaltete der Ortsgewerbeverein einen Familienabend im
Hotel Weigold zu dem auch Nichtmitglieder ſehr zahlreich erſchienen
waren. Die Veranſtaltung kann als eine wohlgelungene Familienfeier
bezeichnet werden. Nach der Begrüßung durch den Vorſitzenden, Herrn
Berufsſchullehrer Adam Scherer, ergriff Herr Pfarrer Eßlinger das
Wort zu einem 1½ſtündigen Vortrag über „Auerbach und die
Berg=
ſtraße in der Zeit der Zerſtörung des Auerbacher Schloſſes‟. Der
Red=
ner verſtand es, die Zuhörer in das Zeitalter Ludwigs XIV.
zurückzu=
führen und ſchilderte dieſes in klaren Umriſſen, ſoweit dieſe zum
Ver=
ſtändnis der örtlichen Ereigniſſe erforderlich waren. Zur Schilderung
der traurigen Zuſtände im Jahre 1674, in welchem das Auerbacher
Schloß zerſtört und unſere Gegend durch die Franzoſen gebrandſchatzt
wurde, hatte der Redner zeitgenöſſiſche Berichte aus dem Staatsarchiv
und den einheimiſchen Kirchenakten zur Hand. Auch das
Zerſtörungs=
werk der Franzoſen im Jahre 1689 in dem angrenzenden
Rhein=
gebiet wurde eingehend geſchildert. Man konnte in eine Zeit von Not
und Drangſalen zurückſchauen, und wir können daraus für unſere
ge=
genwärtige Not und wie man dieſe gegenwärtige Not abwenden kann
lernen. Es wurde dem Vortragenden reicher Beifall gezollt.
An=
ſchließend fand die Ehrung von 7 verdienten und bewährten
Hand=
werksmeiſtern ſtatt, die von dem Vorſitzenden vorgenommen wurde.
Dieſen über 65 Jahre alten Meiſtern wurde eine Ehrenurkunde
über=
reicht, durch die ſie zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt ſind. Der
Vorſitzende des Vereins gab bei dieſer Gelegenheit einen kurzen
Hin=
weis auf die Bedeutung der Reichs=Handwerks=Woche und richtete an die
Teilnehmer an der Feier die Bitte, das einheimiſche Handwerk zu
unterſtützen und zu fördern. Im unterhaltenden Teil des Abends
haben verſchiedene bewährte und anerkannte Kräfte ihre Kunſt
bereit=
willigſt in den Dienſt des veranſtaltenden Vereins geſtellt. Es waren
dies Frl. Melitta Volkert, die Herren Kapellmeiſter Kunz und Willi
Stock, ſowie die Mitglieder des Geſangs=Soloquartetts Auerbach, die
alle für ihre vortrefflichen Leiſtungen großen Beifall ernteten. Herr
Bürgermeiſter Blickensdörfer gab ſeiner Freude darüber Ausdruck, daß
es dem Ortsgewerbeverein gelungen ſei, der Bevölkerung einen ſo ſchön
berlaufenen Abend zu bieten, und wünfchte dem Verein gutes Gedeihen.
Zum Schluß der Feier richtete, noch Herr Küfermeiſter Joh. Peter
Scherer, welcher Mitglied der Heſſiſchen Handwerkskammer iſt, einen
warmen Appell an die Anweſenden, das deutſche Handwerk hoch zu
hal=
ten, und gedachte beſonders der Meiſterinnen als treuer
Schickſalsgefähr=
tinnen im ſchweren Wirtſchaftskampf des Handwerks.
Cg. Reinheim, 17. März. Reichshandwerkswoche. Am
nächſten Freitag und Samstag veranſtaltet der Ortsgewerbeverein
Rein=
heim im Saalbau Zur Spitze” eine reichhaltige Ausſtellung von
Er=
zeugniſſen handwerklicher Kunſt, die mit entſprechenden Texten dem
Publikum einen bleibenden Eindruck davon übermittein ſollen, was das
ortsanſäſſige Handwerk zu leiſten und bieten vermag und damit
gleich=
zeitig werbende Wirkung für den Einkauf am Wohnſitze verbindet. An
Hand dieſer Ausſtellung ſoll der Beſucher unterſcheiden lernen, was ihm
oft zum gleichen Preiſe an Schunderzeugniſſen ſonſt vorgeſetzt wird.
Au. Groß=Gerau, 17. März. Die Reichshandwerkswoche
wird im Kreis Groß=Gerau von dem Bezirksverband für Handwerk und
Gewerbe Groß=Gerau und dem Ortsgewerbeverein gemeinſam
veranſtal=
tet. Am Mittwoch, den 18 März, abends 8 Uhr, findet im Adlerſaal
ein Vortragsabend ſtatt, bei dem Dr. Kollbach, Syndikus der Heſſ.
Hand=
wverkskammer, ſprechen wird. Sonntag, den 22. März, von 9 Uhr
vor=
uittags bis 4 Uhr nachmittags, findet eine Ausſtellung der
Schülerarbei=
ten der Gewerblichen Fortbildungsſchule in der Schillerſchule in Groß=
Gerau ſtatt. Im Anſchluß an die Ausſtellung wird man in der „Krone‟
noch gemütlich beiſammen ſein. Am Sonntag den 29. März, nachmittags
2.30 Uhr, findet im Adlerſaal eine große Kundgebung des heimiſchen
Handwerks ſtatt. Es iſt gelungen, für dieſe Veranſtaltung einen
nam=
haften Führer des deutſchen Handwerks zu gewinnnen, den
Reichstags=
abgeordneten Fluesbaum, Vizepräſident der Dortmunder
Handwerks=
kammer. Das Programm der Handwerkswoche iſt ſchlicht, dem Coarakter
des Berufsſtandes und der Not der Zeit angepaßt.
Seite 14
Donnerstag, den 19. März 1931
Nummer 78
99 O
Reichshandwerkswoche vom 15. bis 22. März 193).
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Handwerker ſprechen ſonſt nicht gern von ihren eigenen Verdienſten. Wenn ſie heute auf dieſer
Seitungs=
ſeite ihre „Geſchäftskarte” abgeben, ſo ſoll man das als einen Wink auffaſſen, ſie zu Nate ziehen — für die
Behaglichkeit von Haus und Wohnung, aber auch für die Sicherheit ihres Beſtandes.
Unſere Wirtſchaft hat den Spezialiſten ausgebildet! Der Handwerker iſt der Spezialiſt der täglichen
Wirt=
ſchaft.
Im Unterbewußtſein hat wohl manch einer das Gefühl, daß er durch eigene handwerkermäßige Cätigkeit
ſeinen Ausgaben=Etat herabſetzen kann. Es ſchwebt ihm dunkel das Tellſche Wort vor: „Die Axt im Haus
erſpart den Simmermann”. Aber man darf nicht verkennen, daß die harten Notwendigkeiten der
Speziali=
ſierung durch noch ſo glühende Liebhaberei, durch noch ſo treue Liebe zur Sache nicht aus der Welt gebracht
werden können! Alles kommt billiger, wenn man den Sachmann, den ordentlich ausgebildeten Handwerker
zu Nate zieht! Rechtzeitige Berufung eines guten Handwerkers, der nach der Individualität des einzelnen
Salles urteilt, kann vor manchem Schaden bewahren. Die Handwerker ſind die natürlichen Freunde und
Schützer der Einzelwirtſchaft.
Wer rechtzeitig den geſchulten, ſoliden und ehrſamen Handwerker zu Nate zieht, den, der etwas gelernt hat,
der Meiſter ſeines Faches iſt, ſpart in der Cat viele unnütze Koſten und ſchafft dadurch Erſparniſſe. „
Hand=
werk hat goldenen Boden” ſagt ein altes Sprichwort und vergleicht die handwerksmäßig ausgeübten
Ge=
werbe mit einem Gefäße! Dieſes Gefäß muß aber ſchließlich doch auch Seitenwände haben!? Sweifellos!
Sie ſind — um im Gleichnis zu bleiben — das Gebiet derjenigen, die ſich das Handwerk zu nutze machen,
die es beſchäftigen, die ſeine Arbeit in die eigenen Dienſte ſtellen. Und dieſe Seitenwände lind noch viel
goldiger.
Handwerk hat goldenen Boden!
Goldener Nutzen dem, der es in ſeine Dienſte ſtellt!
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Spez. Auto-Sattlerei
Hügelstraße 75, Telefon 4128 Friedr.Linek Nacht.
Inhaber: L. Vollrath
Seilerei
Schustergasse 7, Telefon 1508 Franz Schulz
Sanitäre Anlagen
Bauspenglerei I. Thomas
Maler- und Weißbindermeister
Landgraf-Philipp-Anlage 52, Tel. 2470 [ ← ][ ][ → ]
Nummer 78
Donnerstag, den 19. März 1931
Seite 15
Eiſenachs Frühlingsfeſt 1931: Eine furchterregende Rieſenraupe ſchlängelt ſich durch die Straßen.
Alljährlich feiert die ſchöne Wartburgſtadt Eiſenach das Jahrhunderte alte Feſt des
Frühlings=
beginns. Umzüge mit luſtigen Symbolen der Jahreszeiten bewegen ſich durch die Straßen, und
groß und klein freut ſich gemeinſam auf den Wiederbeginn der warmen Zeit.
Frühling, Brühling wird es nun bald!
Erploſionskakaſtrophe auf einem Seehundsjäger im Nordmeer.
Karte der Unglücksſtelle (X.
Vor der Küſte von Neufundland iſt der Robbenfänger
„Wiking” mit 150 Mann an Bord explodiert. Zwanzig
Mann wurden ſofort getötet, während die
Ueberleben=
den auf Eisſchollen ins Meer hinausgetrieben wurden.
Ueber ihr Schickſal herrſcht größte Beſorgnis.
Links:
Der amerikaniſche Filmoperateur Friſſell,
der ſich an Bord des Robbenfängers „Wiking” befand
und wahrſcheinlich getötet wurde.
Zur Kataſtrophe des Robbenfängers „Viking”.
New York. Der zu der Filmgruppe auf
der „Viking” gehörige amerikaniſche Forſcher
Henry Sargent wurde mit zwei anderen
Ueber=
lebenden im Heck der „Viking” von einem
her=
beigeeilten Schlepper geſtern nachmittag lebend
aufgefunden. Die von St. Johns auf
Neufund=
land ausgeſandten Hilfsdampfer haben nunmehr
das Wrack des Dampfers „Viking” erreicht. Sie
haben in dem Wrack des Schiffes einen
Film=
ſachverſtändigen, ſowie zwei Amerikaner noch am
Leben aufgefunden. Es werden im ganzen
ſieb=
zehn Perſonen vermißt.
Mordprozeß Tetzner.
Tetzner zum Tode verurkeilk. — Das Gukachken der Sachverftändigen.
Regensburg. Am Mittwoch vormittag
wurde im Mordprozeß Tetzner als letzter Zeuge
der Landgerichtsrat Schmitt vernommen, der
als Unterſuchungsrichter Tetzner verſchiedenemal
vernommen hat. Frau Tetzner ſei ſehr entrüſtet
geweſen, als ſie gehört habe, daß ihr Mann ſie
als Anſtifterin bezeichnete. Sie habe ſich immer
geweigert, ſeinen Plänen zu folgen, ſei aber doch
dem Einfluß ihres Mannes erlegen. Die
wei=
teren Ausſagen des Unterſuchungsrichters bilden
eine ungeheure Belaſtung für Tetzner. Im
An=
ſchluß an dieſe letzten Angaben trugen die
Sach=
verſtändigen ihre Gutachten vor. Der Zeuge
be=
kundet, daß Tetzner auch ihm gegenüber bei
ſei=
ner erſten Vernehmung in Regensburg
zugege=
ben hat, einen lebenden Menſchen im Auto
ver=
brannt zu haben. Dieſes Geſtändnis hielt
Tetz=
ner bei ſeinen weiteren Vernehmungen bis zum
Mai aufrecht. Vermutlich durch ſeinen Anwalt
habe er dann von der Auffaſſung des
medizini=
ſchen Sachverſtändigen Dr. Kockel=Leipzig gehört.
Darauf habe er unvermittelt ſeine Ausſage
da=
hin geändert, der Ermordete ſei lediglich das
Opfer eines Autounfalles geworden. Nun wurde
den Sachverſtändigen Gelegenheit zur
Erſtat=
tung ihrer Gutachten gegeben. Als erſter
Sach=
verſtändiger wurde Landgerichtsrat Dr. Bunz=
Regensburg vernommen. Er ſchilderte das
furchtbare Bild, das ſich ihm angeſichts des
ver=
brannten Wagens geboten habe. Anzeichen, die
auf ein vorheriges Erſchießen, Erſtechen oder
Niederſchlagen des Opfers deuten, ſind jedoch
nach ſeiner Anſicht an der Leiche nicht gegeben.
In ſeinem Gutachten über Frau Tetzner
unter=
ſtreicht er, daß die Frau zu Anfang ſehr
hoch=
näſig geweſen ſei. Sie habe zu ihm geſagt: „Ich
habe auch mein Teil Schuld und will dafür die
Strafe verbüßen, aber der Plan zum Mord iſt
von meinem Manne ausgegangen, und nicht
von mir.” Für beſonders intelligent hält der
Sachverſtändige Frau Tetzner nicht.
Irgend=
welche magnetiſchen oder hypnotiſchen Kräfte
ſpricht der Sachverſtändige dem Angeklagten ab.
Der Mordplan ſei zwiſchen den Ehegatten
aus=
führlich beſprochen worden.
Anſchließend wurde Univerſitätsprofeſſor Dr.
Kockel=Leipzig gehört, der in einſtündigen
Aus=
führungen ſeiner Meinung über das Opfer
Tetz=
ners, das zweifelsfrei als Leiche verbrannt
wor=
den ſei, Ausdruck gab. Hierauf erſtattete der
Erlanger Profeſſor Molitoris ſein Gutachten. Er
berichtete ebenfalls ſehr ausführlich. Er hielt
die Beweisführung Dr. Kockels im einzelnen
nicht für ſtichhaltig; er, der Gutachter, ſei ſchon
deswegen der Meinung, Tetzners erſtes
Mord=
geſtändnis treffe zu, weil die Schilderung des
Leichentransportes für jeden Anatomen etwas
Unglaubhaftes habe.
Nachdem der dritte Sachverſtändige im
Mordprozeß Tetzner ſein Gutachten erſtattet
hatte, mußte die Verhandlung kurze Zeit
unter=
brochen werden, da Frau Tetzner einen
Wein=
krampf bekam. Dann erſtattete der vierte
Sach=
verſtändige, Medizinalrat Dr. Vierzigmann=
Regensburg ſein Gutachten. Er beſtätigte, daß
Frau Tetzner keineswegs willenlos geweſen ſei.
Sie habe bei der Tat ihres Mannes
mitgehol=
fen. Er hält die Frau auch nicht für
ſchwach=
ſinnig, ſondern für intelligent. Der letzte
Sach=
verſtändige, Dr. Lackerbauer, Oberarzt,
Regens=
burg, führt in ſeinem Gutachten aus, daß er bei
Frau Tetzner nichts Krankhaftes feſtſtellen kann.
Alsdann hielt Staatsanwalt Dr. Hebauer
ſein Plädoyer. Er nannte den Fall beiſpiellos in
der Kriminalgeſchichte und ſchilderte die
Ge=
ſchichte des Verbrechens und deſſen Aufklärung
und ging dann auf die Perſönlichkeit der beiden
Angeklagten ein. Der Staatsanwalt betonte
dann noch beſonders, die aus der Verhandlung
ſich ergebenden Beweispunkte. Schließlich
bean=
tragte er folgende Strafen: Gegen Erich Tetzner
wegen eines verſuchten Mordes und eines
voll=
endeten Mordes in Tateinheit mit dem
Ver=
brechen eines Verſicherungsbetruges die
Todes=
ſtrafe und eine Zuchthausſtrafe von 12 Jahren,
ſowie die Aberkennung der Ehrenrechte auf
Lebensdauer.
Gegen Frau Tetzner wegen eines Verbrechens
zur Beihilfe zum Morde und Verſuches des
Ver=
ſicherungsbetruges zuſammen ſechs Jahre
Zucht=
haus und Aberkennung der bürgerlichen
Ehren=
rechte auf zehn Jahre. Nach dem Antrag des
Staatsanwalts brach die Frau Tetzners
zuſam=
men. Die Verhandlung wurde ausgeſetzt. Um
15 Uhr nachmittags begannen die Plädoyers
der Verteidiger.
In den Abendſtunden wurde von dem
Schwur=
gericht nach einſtündiger Beratung folgendes
Urkeil
gefällt:
Tetzner wird wegen Mordes in Tateinheit
mit Verſicherungsbetrug zum Tode, wegen
eines Mordverſuchs zu 12 Jahren Zuchthaus
verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte
werden ihm auf Lebensdauer aberkannt.
Fran Tetzner wird wegen Beihilfe zum
Mord in Tateinheit des Verbrechens des
Ver=
ſicherungsbetrugs zu vier Jahren Zuchthaus
und drei Jahren Ehrverluſt verurteilt. Die
Unterſuchungshaft wird angerechnet. Die
Koſten des Verfahrens werden den
Verurteil=
ten auferlegt.
Reich und Ausland.
Ein jugendlicher Räuber.
Frankfurt a. M. Hier wurde ein 18 Schreiner aus Neu=Iſenburg feſtge=, als er einer Dame, die ſich abends auf
dem Heimweg befand, die Handtaſche mit
Ge=
walt entriß. Der Täter, der mit der Taſche in
einen Hof flüchtete, konnte von Paſſanten
ver=
folgt und geſtellt werden.
Ein heldenmütiger Junge.
Niederzwehren. Ein zehnjähriger
Junge, der ſich auf eine dünne Eisdecke gewagt
hatte, brach ein und war in Gefahr, zu ertrinken,
als der ebenfalls zehnjährige Sohn Kurt des
Straßenbahnſchaffners Wüſt mutig an die
Ein=
bruchſtelle ſich begab und dem Verſunkenen aus
dem Eiſe heraushalf.
Rieſenſchmuggel im Aachener Gebiet.
Köln. Welchen Umfang der Schmuggel in
der Aachener Gegend angenommen hat,
be=
leuchtet ſchlaglichtartig folgende Tatſache: In
den letzten vier Wochen wurden allein von zwei
Beamten der Zollfahndungsſtelle Köln im
Aachener Bezirk 40 Schmuggler auf friſcher Tat
ertappt; ihnen wurden insgeſamt über 300 000
unverſteuerte Zigaretten und mehr als 1500
Päckchen unverſteuertes Zigarettenpapier, ſowie
Kaffee und Tabak abgenommen. Die Schmuggler
ſind ſämtlich Deutſche, in der Hauptſache
Vor=
beſtrafte; unter ihnen befindet ſich einer, der
rund 12 Jahre hinter Zuchthausmauern
zuge=
bracht hat. Wenn man berückſichtigt, daß es ſich
hier nur um einen kleinen Ausſchnitt aus dem
Schmuggelgebiet von Aachen bis Kaldenkirchen
handelt, und nur um einen kleinen
Perſonen=
kreis aus dem großen Beamtenkörper an der
langen deutſchen Grenze gegen Belgien und
Hol=
land, ſo kann man ſich ein Bild von dem
ſchwe=
ren Schaden machen, der dem Arbeitsmarkt und
dem deutſchen Steuerſäckel durch den
berufs=
mäßigen Schmuggel zugefügt wird.
Schwere Exploſion.
Vier Perſonen getötet.
Wittenberg (Bez. Halle). In einem
Patronenſchupen des Sprengſtoffwerkes
Reins=
dorf erfolgte geſtern vormittag bei
Aufräu=
mungsarbeiten eine Exploſion, bei der vier
Per=
ſonen ums Leben kamen und zwei weitere
Per=
ſonen verletzt wurden. Die Toten ſind der
Werk=
meiſter, ein Schloſſer und zwei Arbeiter. Die
Urſache der Exploſion konnte bisher nicht feſt=
Beſtellt werden; der Sachſchaden iſt nicht ſehr
er=
heblich.
Bor der Verwirklichung
eines Weltflugplans für Zeppeline?
Jerome C. Hunsaker,
der amerikaniſche Manager der Internationalen
Zeppelin=Geſellſchaft, hat der Handelskommiſſion
in Waſhington den Entwurf zu einem
Weltflug=
plan unterbreitet. Europa, Amerika und Aſien
hllen in regelmäßigem Flugdienſt einander
nähergebracht werden
Elli Beinhorn auf dem Rückfluge von Afrika.
Berlin. Die Afrikafliegerin Elli
Bein=
horn iſt nach Beendigung der wiſſenſchaftlichen
Expedition Ende voriger Woche mit ihrem
Klemmflugzeug von Biſſao nach Cayenne in
Franzöſiſch=Senegal geſtartet. Sie bewältigte
die über 600 Kilometer lange Strecke, die zum
großen Teil über Urwälder führte, in knapp
fünf Stunden. Am Montag ſetzte ſie ihren Flug
nach Bammako fort, wo ſie am Nachmittag
ein=
traf. Elli Beinhorn befindet ſich damit bereits
über 1000 Kilometer im Innern Afrikas. Sie
will im Laufe des Mittwochs Timbuktu
er=
reichen, von wo ſie dann den Flug über die
Sahara antreten wird.
Start des „Do. S” nach Friedrichshafen.
Amſterdam. Einer Meldung aus
Dord=
recht zufolge iſt das deutſche Flugboot „Do. S‟
von ſeinem Ankerplatz auf der Alten Maas bei
Dordrecht geſtern zum Weiterflug nach
Fried=
richshafen glatt geſtartet. Dem Abflug
wohn=
ten u. a. Vertreter der holländiſchen
Lizenz=
fabrik der Dornierwerke und die Bürgermeiſter
der Städte Do=drecht und Papendrecht bei.
Abſchaffung der Straßenbenutzungsgebühren
in Tirol.
Innsbruck. Es ſteht nunmehr feſt, daß
mit dem 1. Mai d. J. alle Gebühren für die
Be=
nutzung von Landſtraßen, die ſogenannten
„Straßenmauten” in Tirol, 56 an der Zahl,
auf=
gelaſſen werden. Die Landesregierung hat für
die Abfindung der durch die Auflaſſung
betrof=
fen Gebühreneinnehmer 800 000 Schilling
an=
geſetzt. Die Auflaſſung der Mauten, die eine
ſchwere Behinderung des Straßenverkehrs waren,
wird von den fremden Verkehrsintereſſenten
freudig begrüßt.
Sturm im Schwarzen Meer.
Moskau Nach einem Bericht der
Tele=
graphen=Agentur der Sowjetunion aus
Sebaſto=
pol wütet über dem Schwarzen Meer ein
ſchwerer Sturm. Am Dienstag wurde
Wind=
ſtärke 11 gemeſſen. Mehrere Schiffe wurden vom
Anker geriſſen und treiben im offenen Meer.
Drei Dampfer befinden ſich in ſinkendem
Zu=
ſtand. Man fürchtet um das Schickſal der
Be=
ſatzung und der Paſſagiere, da der Sturm die
Rettung unmöglich macht.
Ungeheure Schneeverwehungen
in Polen.
Schlittengeſpanne landen auf den Hausdächern.
Warſchau. Wie aus der Gegend ron
Wilna gemeldet wird, haben die ſtarken
Schnee=
fälle der letzten Tage Schneeverwehungen
ver=
urſacht, wie ſie ſeit Jahrzehnten nicht zeobachtet
wurden. Mehrere Dörfer ſind von der
lußen=
welt völlig abgeſchnitten. Bei Smorgon reicht
der Schnee bis an die Häuſergiebel. In manchen
Orten ſoll es vorgekommen ſein, daß
Schlitten=
geſpanne auf die Dächer und Kamine der vom
Schnee bedeckten Häuſer aufgefahren ſind.
Neue Erdſtöße in Südſerbien.
Belgrad. Vorgeſtern abend, kurz nach
7 Uhr, verſpürte man in Ghevgeli, dem Zentrum
des kataſtrophalen Erdbebens, das Südſerbien in
der pergangenen Woche heimſuchte, ein neues,
heftiges Beben. Viele Bewohner hatten ſich
be=
reits wegen des kalten, regneriſchen Wetters in
ihre Wohnungen zurückgewagt, um dort die
Nacht zu verbringen. Sie flüchteten in großer
Panik wieder ins Freie. Auch in zahlreichen
an=
deren Orten des Erdbebengebietes wurde das
Beben verſpürt.
Udet am Ober=Nil vermißt und aufgefunden.
„Nairobi. Der deutſche Flieger Udet, der
ſich gegenwärtig auf einem Flug von
Tangan=
jika nach Europa befindet, war ſeit einigen
Ta=
gen vermißt, ſo daß man ernſtliche Beſorgniſſe
wegen ſeines Schickſals hegte. Dem engliſchen
Flieger=Hauptmann Plack iſt es nunmehr
ge=
lungen, den deutſchen Flieger auf einer
unbe=
wohnten Inſel im Flußgebiet des Weißen 9.ils
zu entdecken. Mit großer Mühe gelang es Black,
neben Udets Flugzeug zu landen Er gab dem
deutſchen Flieger, der ſich in ziemlich er)e
Zuſtand befand, Biskuit, Zigaretten und
Woſ=
ſer und ſtieg dann wieder auf, um den in
Khar=
tum ſtationierten Flugzeugen der engliſchen
Luftſtreitkräfte die genaue Poſition Udets
anzu=
geben. Udet hatte wegen Brennſtoff... ls in
dieſer unwirtlichen Gegend am oberen Nil
nie=
dergehen müſſen.
Die erſtie evangeliſche Kirche der Welt
wird Reformakionsdenkmal.
Das Innere der Torgauer Schloßkirche.
Die ſeit 20 Jahren unbenutzte Schloßkirche von
Torgau, die im Jahre 1544 nach den Angaben
Luthers als erſte evangeliſche Kirche
Deutſch=
lands erbaut wurde, ſoll jetzt als
Reformations=
denkmal hergerichtet werden. Für die
Erneue=
rungsarbeiten, an denen auch die ſtaatliche
Denk=
malspflege teilnehmen wird, haben die
evan=
geliſchen Kirchenbehörden Preußens bereits eincn
namhaften Betrag zur Verfügung geſtellt.
Seite 16
Donnerstag, den 19. März 1931
Nummer 78
Eine Erinnerung aus den Tagen des öſterreichiſch=ungariſchen Ulkimakums an Serbien.
In Belgrad iſt dieſer Tage die Baroneſſe Ludmilla Hartwig
mit wahrhaft fürſtlichen Ehren zur letzten Ruhe begleitet
wor=
den. Der König ſelbſt ging hinter dem Sarg und ihm ſchloſſen
ſich die meiſten Mitglieder der Regierung und die Spitzen der
Behörden und der Geſellſchaft an. Die Dame war in Paris
ge=
ſtorben, aber ſie hatte in ihrem Teſtament verfügt, daß ihre
Leiche nach der jugoſlawiſchen Hauptſtadt gebracht und dort
bei=
geſetzt werde. In Belgrad hatte die Hartwig nämlich ihre
Jugend verlebt und dort liegt auch ihr Vater, der frühere
ruſ=
ſiſche Geſandte am ſerbiſchen Hof, begraben, der vor
ſechzehn=
einhalb Jahren eines plötzlichen Todes geſtorben iſt. Man
erinnert ſich noch an den Fall, der einmal ſo ungeheures
Auf=
ſehen erregte und die ganze Welt alarmierte, eine Welt, deren
Nerven zu der Zeit freilich ſchon zum Zerreißen angeſpannt
waren: Nikolaus Henrikovitſch Hartwig hatte ſich knapp vor der
Ueberreichung des Wiener Ultimatums an Serbien noch in ſpäter
Abendſtunde zu dem öſterreichiſch=ungariſchen Geſandten Baron
Gieſl von Gieslingen begeben, um von ihm Aufklärungen über
die geplanten Schritte der Donaumonarchie zu erbitten. Er
wollte doch noch in der gleichen Nacht nach Petersburg berichten
und die Dringlichkeit ſolcher Arbeit rechtfertigte die
ungewöhn=
liche Beſuchszeit. Und Baron Gieſl wieder, der erſt ein paar
Stunden vorher aus Wien zurückgekehrt war, konnte nicht
un=
höflich ſein. So geleitete er den Gaſt in ſein Arbeitszimmer,
aber die Unterredung der beiden Diplomaten, der kein Dritter
beiwohnte, dauerte nur wenige Minuten. Sie war kaum in
Gaug gekommen, als Hartwig plötzlich in ſeinen. Stuhl
zurück=
ſank und nach wenigen Sekunden verſchied. Ein Herzſchlag
hatte ſeinem Leben ein Ende geſetzt.
Hartwig war als der Vertreter Rußlands und als
beſon=
derer Vertrauensmann des Zaren in Serbien ungeheuer populär
geweſen und man empfand ſeinen plötzlichen Tod gerade in
dieſen Tagen als unerfetzlichen Verluſt. Wie dann das Gerücht
entſtanden iſt, wird ſich wohl mit Sicherheit kaum jemals
feſt=
ſtellen laſſen. Schon am nächſten Morgen ſprach ganz Belgrad
davon, daß Hartwig einem heimtückiſchen Anſchlag zum Opfer
gefallen ſei, und die Zeitungen bezeichneten ganz offen den
Baron Gieſl als den Mörder. Man hatte die Partezetteln, wie
es dort üblich iſt, an allen Straßenecken plakatiert und darunter
ſtand in balkendicken Lettern: „Geſtorben in der
öſterreichiſch=
ungariſchen Geſandtſchaft. Sapienti sat.‟ Das war doch
deut=
lich genug, und es gab Niemanden, der noch gezweifelt hätte.
Der Streit ging nur darum, ob etwa der ſchwarze Kaffee
ver=
giftet geweſen ſei, den Hartwig getrunken hätte, oder ob der
Lehnſeſſel mit der elektriſchen Starkſtromleitung verbunden war.
Wie ſehr der geheimnisvolle Tod des ruſſiſchen Geſandten die
damalige Stimmung in Serbien beeinflußt haben mag, läßt ſich
natürlich nicht abwägen, und es iſt auch müßig, auszudenken, daß
vielleicht manches anders gekommen wäre, wenn der ungeheure
Haß gegen die Habsburger Monarchie in jenen Tagen nicht auch
noch durch dieſes Ereignis Nahrung gefunden hätte. Der
öſter=
reichiſch=ungariſche Geſandte als der von ſeiner Regierung
be=
ſtellte Mörder des treueſten Freundes Serbiens, — die
Mei=
nung trug jedenfalls das ihrige dazu bei, um die Bevölkerung
von der „Notwendigkeit der endlichen Abrechnung mit dem
Exbfeind” zu überzeugen und die amtlichen Stellen haben dann
zumindeſt nichts getan, um den Gerüchten über die Ermordung
Hartwigs entgegenzutreten.
Baron Gieſl erzählt übrigens in ſeinen Erinnerungen, daß
Hartwig bei ſeinem Beſuch ſowohl den angebsienen Kafſee als.
auch die Zigaretten abgelehnt hatte. Kaſfee liebte er nicht und
Zigaretten rauchte er immer nur ſeine eigenen, die er aus
Ruß=
land bezog. Und Gieſl deutet auch an, bei wem zuerſt der
unſinnige Argwohn entſtanden war, Hartwig könnte einem
Ver=
brechen zum Opfer gefallen ſein. Man hatte von ſeinem
plötzlichen Tod natürlich ſofort die ruſſiſche Geſandtſchaft
ver=
ſtändigt und ſchon wenige Minuten ſpäter ſtand Fräulein
Lud=
milla Hartwig in Begleitung des Legationsſekretärs
Strand=
mann vor der Leiche ihres Vaters. Aber die beiden hatten
nicht viel Zeit für den Toten. Sie unterſuchten zuerſt alles,
was im Zimmer umherlag, ſie rochen an dem Kölnerwaſſer,
mit dem man die Schläfen des Sterbenden benetzt hatte und ſie
nahmen, als ſie den ganzen Raum durchſtöberten, ſogar die
Zigarettenreſte an ſich und ſtellten immer wieder die Frage,
ob nicht Hartwig während des Beſuches etwas zu ſich
genom=
men habe ..
Der Tod der Baroneſſe Ludmilla Hartwig gibt nun der
Bel=
grader Preſſe den Anlaß, das tragiſche Ende ihres Vaters in
Erinnerung zu rufen. Sie läßt aber auch den damaligen
ruſ=
ſiſchen Legationsſekretär Waſſili Nikolajewitſch Strandmann, der
ſpäter ſelbſt kurze Zeit hindurch Geſandter des Zarenreiches
war, zu Worte kommen, und Strandmann zerſtört jetzt —
reich=
lich ſpät — wohl endgültig die Legende von der angeblichen
Ermordung Hartwigs in der öſterreichiſch=ungariſchen
Geſandt=
ſchaft. Strandmann erzählt zuerſt, daß ſein Chef damals nur
deshalb, die nächtliche Unterredung mit Gieſl gewünſcht habe,
um dem aus Wien zurückgekehrten Vertreter der Habsburger
Monarchie auf die heftigen Angriffe der Wiener und der
Buda=
peſter Bkätter gegen Rußland und gegen ſeine eigene Perſon
zu verweiſen. Hartwig „zweifelte auch keinen Augenblick daran,
daß es ihm bei dieſer Gelegenheit gelingen werde, den ſinnloſen
Gerüchten und Kommentaren, die an das Sarajevoer Attentat
geknüpft worden waren, ein Ende zu bereiten”. Strandmann
berichtet dann, wie ihm Baron Gieſl von dem Tode Hartwigs
Mitteilung machte. Die Unterredung, ſagte Gieſl, ſei im
freund=
ſchaftlichſten Tone verlaufen und nach Erledigung der
diploma=
tiſchen Fragen kam man auf Hartwigs Urlaub zu ſprechen.
Hartwig antwortete, er wolle im Bad Nauheim Heilung ſuchen,
aber plötzlich verſtummte er und fiel in ſein Fauteuil zurück
mit den Worten: Ich glaube, jetzt iſt’s zu Ende.
Strandmann erzählt weiter: Gleichzeitig zeigte mir Baron
Giefl die Zigarettendoſe Hartwigs mit dem Bemerken, der
Verſtorbene hätte nur ſeine eigenen Zigaretten geraucht, auch
habe er den ihm angebotenen Kaffee abgelehnt. In der
Er=
regung des Augenblicks verſtand ich den Sinn der Worte Gieſls
nicht ganz recht. Im Zimmer nebenan lag halb entkleidet
Hartwig, an ſeinem Lager die Tochter Ludmilla und die Baronin
Gieſl. Die beiden Damen bemühten ſich mit dem Arzt
vergeb=
lich, Hartwig wieder zum Bewußtſein zu bringen. Die
Nach=
richt von dem Tode des ruſſiſchen Geſandten, des Lieblings aller
Serben, verbreitete ſich trotz der vorgerückten Stunde mit
Blitzes=
ſchnelle in der ganzen Hauptſtadt. Noch in der Nacht
er=
ſchienen zahlreiche Verehrer und Bekannte des Geſandten im
Geſandtſchaftsgebäude, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen,
gleichzeitig aber auch die feſte Ueberzeugung auszudrücken, daß
der ruſſiſche Geſandte im Gebäude der öſterreichiſch=ungariſchen
Geſandtſchaft ermordet bzw. vergiftet wurde. Die Legende von
dem unnatürlichen Tod Hartwigs gewann an Glaubwürdigkeit
in allen Kreiſen trotz des unwiderleglichen Beweifes, daß der
Tod’ infolge inneren Bluterguſſes eingetreten war.”
Strand=
mann fügt bezeichnenderweiſe bei, ſie lebt noch heute fort.
Er zitiert dann noch einen an ihn gerichteten Brief der
Tochter Hartwigs, in dem gleichfalls davon die Rede iſt, daß
Baron Gieſl ihr eine Zigarette mit den Worten gezeigt habe:
Sehen Sie, das iſt die Zigarette, die er geraucht hatte, es war
ſeine eigene. Bezeichnenderweiſe heißt es in dieſem Brief dann:
„Ich ſah ohne Intereſſe vor mich hin, es wäre auch ſonderbar
geweſen, ſich in einem Moment, der dem Menſchen ins Genick
ſchlägt, in gewiſſe politiſche Verdächtigungen einzulaſſen. Das
kommt alles erſt ſpäter”.
Daß dieſe Verdächtigungen gekommen ſind und daß mon
ſie reichlich ausgenützt hat, um in dieſen Tagen die kriegeriſche
Stimmung in Serbien gegen Oeſterreich=Ungarn zu nähren, iſt
bekannt. Nicht bekannt aber iſt, daß man ſchon damals mit
einer jeden Zweifel ausſchließenden Sicherheit gewußt hat, daß
die Gerüchte von einer Ermordung des ruſſiſchen Geſandten
durchaus erfunden ſind und jeder Berechtigung entbehren. Aber
man hat nichts getan, um dieſe Gerüchte zu zerſtreuen ſondern
man hat ſie im Gegenteil noch auf alle mögliche Weiſe
uuter=
ſtrichen und man iſt ihnen nicht entgegengetreten, weil man ſie
für die Stimmung im Lande gebraucht hat. Der plötzliche Tod
Hartwigs war ſo jenen Kreiſen in Serbien ſehr erwünſcht
ge=
kommen, die auf den Krieg hinarbeiteten.
Richard Wilh. Polifka.
Frankfurt a. M.
Donnerstag, 19. März.
9.00: Hamburg: Auf einer Schiffswerft.
15.20: Stunde der Jugend.
16.30: Volkslieder der Nationen. Mitw.: Sänger der Spielſchar des
Nerother Bundes, Rhein. Jugendburg. — Alte Tanzmuſik. Mitw.s
Rundfunkorcheſter.
18.10: Zeitfragen.
18.30: Prof. Dr. H. v. Eckardt: Stalin.
19.00: Berlin: Sven Hedin: Forſchungsergebniſſe meiner letzten
Oſtaſien=Expedition.
19.30: Poſtaſſeſor Dipl.=Ing. Keßler: Der gegenwärtige Stand der
Fernſeh=Technik.
19.45: Opern=Konzert des Rundfunk=Orcheſters. Soliſt: J. Schmidt
(Tenor).
21.15: Drei Grotesken.
21.45: Violinkonzert. Mitw.: H. Marteau (Violfne), O. Seyfert
(Klavier).
22.50: Tanzmuſik der Kapelle Haas=Mahagonny.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Donnerstag, 19. März=
15.00: Kinderſtunde. Kunterbunt. „Frühl ing kommt.”
15.45: Epa Lindner: Hausfrau und Handwerk.
16.00 Oberſchulrat Dr. Carl Fiſcher: Praktiſche Beiſpiele aus dem
Bildungsplan der Aufbauklaſſen.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. H. Mersmann: Hausmuſik.
18.00: Prof. Dr. Fr. Metz: Deutſches Land und Volk in Südtirol=
18.30: Prof. Dr. Atzler: Arbeitsphyſiologie und Lebenserfolg.
19.00: Stockholm: Spen Hedin: Die Ergebniſſe meiner letzten
Oſt=
aſien=Expedition.
19.30: Prof. Dr. Schmidt: Erzeug. marktgängig. Ware b. Schweinen.
2,00: „Karten, Klatſch und Kaffeeſatz” ein Singſpiel von G.
Stos=
kon, und 2. Seifert: Muſik von Heinz Fritſche.
21.00: Sinfonie=Konzert. Orcheſter des Weſtdeutſchen Rundfunks,
ca. 22.15: Tanz=Muſik der Kapelle Marek Weber.
Hauptſchriftleitung. Rudolf Maupe
Veranwortlich für Pollik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feullleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport. Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch: für den Schlußdienſf: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſplegel in Bild und Wort. Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuble:
Druck und Verlag. T.C. Wittiſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverkangte Manuſtrivie wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
faſt neu, zu verkauf.
Soderſtraße 85, II. *ſ= Faſt neuer mod. Kin=
derwagen zu verkauf.
Roßdörferſtraße 75,
Manſarde.
(* Anzug, mittl. Fig.,
faſt neu, billig ab=
zugeben. — Ludwig=
ſtraße 16, II. (* 2 gr. Bütten
2 Dezimalwaagen
b. 200 Kilo, bill. zu vk.
Riedlingerſtr. 41, pt.
Fsächlich-
Spritzer mehr!
Bei regennasser Straße
Dreckspritzerem Strumpf?
Mit diesem ewigen Aiger
ist es jetzt vorbei.
Der neue Excelsior-
Spritz-
schutz-Absatz verhindert
dieses lästige
Beschmut-
zen der Strümpte mit
Sicherhelt.
Er ist uneuffälllg und
en-
genehm zu tragen.
Versu-
chen Sie den Excelsior-
Spritzschutz- Absatz —
denken Sie an Ihre
seu=
beren Strümpfe.
Spritzschutz-Absatz
D. R. Patent
deder gute Schuhmacher und Händler führt ihn.
Die heutige Nummer hat 18 Geiten
Mnsif Wk
ist schon seit Jahrlausenden dem Joponer das Zeichen der Reinlichke
„Ein weißer Schwan ist durch das Haus geflogen”, so sagen sie. D
bedeulel: das Haus isl rein und blilzblank, die Wäsche ist saube
Kleider und Menschen sind wohlgepulzt und alles ist zu frohem Fes
bereit.
Und so ist der weiße Schwan als Zeichen der Reinheil und Reinlichke
auch zum Kennzeichen für alle Thompson-Fabrikale geworden. — W
Thompson’s Schwan hinkommt, verschwindet aller Schmutz. Do gibt
schneeweiße Wäsche, da ist blifzsouber das Haus.
„Schwan im Haus, Schmutz heraus”, das ist die Bedeutung unser
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B
[ ← ][ ][ → ]Nummer 78
Donnerstag, der 19. März 1931
Seite 17
Unnatangsandastisn
13)
Ein Roman von
Copyright by Noviſſima Verlag G. m. b.
„Daun iſt es alſo richtig, was man mir geſagt hat: Sie ſind
dazu angeſtellt, dem Verbrechen und den Verbrechern
nachzu=
ſpüren?"
Wiederum bejahte der Deutſche, aber in ſein Lächeln miſchte
ſich cin geſpanntes Aufhorchen.
„Dann ſind Sie alſo auf dieſem Schiff, um — jemandem —
aufzupaſſen?”
„Ich reiſe zu einem fachwiſſenſchaftkichen Kongreß nach
Boſton.”
„Iſt das ſo? Aber wenn Sie nun — zufällig — erführen,
daß auf dieſem Schiff ein Verbrecher iſt, der von der Polizei
geſucht wird — würden Sie ſich dann verpfkichtet fühlen — ihn
aufzuſtöhern?"
Herr Grunelius brauchte einige Sekunden, um ſich von ſeiner
Verblüffung zu erholen.
„Mein Herr, ich bin nicht hier in dienſtlicher Eigenſchaft.
Streng genommen habe ich nicht einmal das Recht, hier eine
quasi dienſtliche Tätigkeit auszuüben. Als Staatsbürger —
würde ich mich natürlich verpflichtet fühlen, die Tätigkeit der
Organe einer Behörde, deren ſämtliche Zweige einem großen,
einheitlichen Zweckgedanken dienen, nach Kräften zu fördern —
auch auf dieſem ſchwimmenden Stück Deutſchland, wie ich es
innerhalb der Grenzen meines Vaterlandes tun würde, wenn
vie Gelegenheit ſich mir aufdrängte.”
„Danke Ihnen,” ſagte der Amerikaner. Wandte ſich zum
Gehen, formlos, wie er gekommen.
Der Deutſche fragte energiſch: „Bitte um Ihre Verzeihung,
mein Herr. Darf ich nun auch mal Ihnen eine Frage ſtellen?
Was veranlaßt Sie, dieſe Erkundigungen bei mir einzuziehen?"
Der Amerikaner lächelte, halb verlegen, halb verſchmitzt.
„Nehmen Sie an, mein Herr, ich hätte durch Zufall in
Erfah=
rung gebracht, daß hier auf dem Schiff ſo ein Kerl iſt, der irgend
was auf dem Kerbholz hat — alſo ſagen wir mal, ein
Milliön=
chen geklaut. Nehmen Sie mal an, es macht mir Spaß, den
Burſchen zu ermitteln. Das iſt doch nicht verboten in
Deutſch=
land, wie? Ihre Behörde hat doch kein Monopol, wie?"
„Durchaus nicht,” erwiderte der Staatsanwalt. „Aber nun
muß ich ein wenig ernſthaft werden, mein Herr. Wie kommen
Sie auf dieſen ſeltſamen Einfall?”
Das Lächeln um das mächtige Kinn des Mannes von drüben
wurde immer verſchmitzter. „Ich werde doch nicht ſo dumm
ſein, Ihnen meine Tips auszuliefern! (o along, old fellom —
R Aiin"
Weg war er. Der Staatsanwalt fühlte etwas wie
ge=
ſträubte Haaxe und kalten Schweiß. Waren etwa noch andere
Radio=Apparate an Bord tätig geweſen — als jener, von dem
der Miniſterialrat berichtet hatte?
Jetzt erwachte auch in dem Staatsanwalt neben dem
jahr=
zehntelangen Berufstraining ein viel älteres, aus Ur= und
Vorzeiten unſeres Geſchlechts ſtammendes Gefühl — die Luſt an
der Verfolgung — der Jagdtrieb, der jedem Lebeweſen im Blute
liegt.
Frau Ellen hatte die Nacht zum größten Teil, dank dem
wohltätigen Einfluß der Seeluft und Entſpannung von aller
Not, geſund und feſt durchgeſchlafen. Bis auf eine wache Stunde
voll ſtürmender Gedanken.
Sie ſpürte in allen Nerven: der fremde Mann, den der
Zu=
fall an ihre Seite gebannt, begann über ſie Macht zu gewinnen.
Eine Frau, in deren Seele eine Hochſpannung wirkt, ſtark gonug,
um ſich mit Sekundenſchnelle auf tauſend lauſchende Hirne und
Herzen zu übertragen — eine ſolche kraftüberladene Natur lebt
(Nachdruck verboten.)
nicht ungeſtraft ſeit zwei Jahren fern von jedem Anteil am
hol=
deſten und gewaltigſten Erlebnis der Kreatur.
Wer iſt dieſer Baron? Was weiß ſie von ihm? Nichts?, als
daß er gut, ſehr gut ausſieht — und ſehr gut zu reden weiß über
Dinge, die ihrem Herzen teuerſte Heiligtümer ſind. Sonſt —
nichts.
Er ſpricht von der Kunſt, dem Theater, der Oper. Er
be=
herrſcht tauſend Einzelheiten, die nur ein Menſch wiſſen kann, der
auf einer den Durchſchnitt weit überragenden Höhe der
Geiſtig=
keit ſeiner Epoche ſteht. Er läßt gelegentlich ganz zart
durch=
klingen, daß er um die Umriſſe ihres eigenen tragiſchen
Privat=
ſchickſals weiß —, aber er fragt nicht.
Erzählt auch nicht. Außer daß er an faſt allen großen
Schau=
plätzen europäiſchen Kunſtlebens geweilt, geſchaut, genoſſen hat.
Führt er ein Privatleben? Er gibt es nicht preis — nicht ein
Zipfelchen. Er trägt keinen Ehering. Aber aus ſeinem ganzen
Weſen ſpricht das Wiſſen um die Frau. Ein ſehr tiefes Wiſſen
— das auf Talent und Erfahrung ſchließen läßt. Hier liegt
Ge=
heimnis — lockendes Geheimnis. Für eine glückentwöhnte Seele
auch Gefahr.
Frau Ellen will nicht — will nicht!!! Nein, nein! nein!!!
knirſcht ihre ſchmerzgewarnte Vernunft. In der Tiefe klagt und
höhnt eine andere Stimme: du mußt, mußt, mußt!!! Ja, ja! ja!—
Aus dieſem Widereinander hatte ſich in jener zwiſchen Wachen
und Traum hingequälten Stunde ein Entſchluß herauskriſtalliſiert.
Ich werde ihn ergründen. Ich muß wiſſen, wer er iſt.
Zur Verwirklichung dieſes Vorfatzes eignet ſich nicht die
Läſterallee des Promenadendecks — längs der aufgereihten
Liege=
ſtühle und ihrer ausgeruhten, gelangweilten,
abwechſlungsbedürf=
tigen Inſaſſen. Denen mag Stoff liefern, wem’s Spaß macht.
„Steward! bringen Sie mir meinen Liegeſtuhl aufs
Boots=
deck. Ich erwarte Sie dort und weiſe Ihnen den Platz an.”
Bald liegt Frau Ellen an derſelben Stelle, auf der ſie geſtern
abend das Spiel der Mondſtrahlen und der Wellenkämme genoß
— neben dem fremden Herrn, der ſo ſeltſam vertraute Dinge zu
ſagen weiß. Selbſtverſtändlich, daß ſie nicht lange allein bleibt.
„Ich habe Ahnungen!” lacht der Baron. „Ihr Stuhl fehlte
unten — da wußte ich, wo ich Sie finden würde. Darf ich?
Schon ſaß er ihr gegenüber, eng in den Winkel der „Kanzel”,
geklemmt.
„So wenden Sie ja dem Meere den Rücken zu.”
„Aber Ihnen nicht. Sie ſind ein Stück Meer. So unendlich
— und ſo ruhelos.” „Alſo das Thema Ellen Winterfeldt iſt
er=
ſchöpft, Baron — verſtanden? Erzählen Sie mir von ſich.”
Des Barons Züge verwelkten, verſteinerten, wurden
undurch=
dringlich. „Von mir? Ein mecklenburgiſcher Edelmann, deſſen
Vermögen der Zuſammenbruch verſchlungen hat — bis auf einen
kärglichen Reſt, mit dem man ſich gerade übers große Waſſer
ſchleppen kann — was iſt von dem zu erzählen? Unintereſſantes,
unausgiebiges Thema.”
Gut — wenn er bockt, bocke ich auch, dachte Ellen.
Der Vielgewandte mußte einen dunklen Augenblick innerer
Hemmungen überwinden. „Wiſſen Sie ſchon, gnädige Frau, wo
Sie in New York Quartier nehmen werden?”
Ellen mußte lachen. „Eine geſcheitere Frage ſcheint Ihnen
gerade nicht einzufallen. Alſo, obwohl auch die ſich mit dem für
heute verpönten Thema meiner Perſon beſchäftigt — ich weiß es
wirklich nicht. Mein deütſcher Agent hat mich ſeinem
amerikani=
ſchen Vertreter in die Hand gedrückt. Der wird mich managen,
Ich habe mich um nichts zu kümmern.”
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„So oder ſo —” ſagte der Baron mit ſeltſam düſterem
Ge=
ſicht, „unſere Wege trennen ſich da drüben ja doch. Sie gehen ins
Licht — ich ins Dunkel.‟ Er ſah bitter und verfallen aus.
Irgend etwas Banges, Wehes in Ellens Seele war aufgeſtört.
„Lieber Baron — ich dränge mich nicht in Ihre Seele — ſo
wenig wie Sie ſich in meine gedrängt haben. Aber wenn Sie
ſchweigen wollen, ſchweigen Sie ganz. Halbheiten ſind mir
zu=
wider — in der Kunſt, im Leben.” Lauſchen und Warten ...
„Verzeihen Sie, gnädige Frau. Es ſoll nicht wieder
vor=
kommen!” Klapp! macht das Viſier. Der Ritterhelm war
wie=
der geſchloſſen.
„Alſo, reden wir vom Wetter”, ſagte Ellen. „Der Seegang
hat noch weiter nachgelaſſen — finden Sie nicht?
Staatsanwalt Grunelius erlebte heute noch eine dritte Ueber=,
raſchung.
Er ſah ſich auf der ſonnenabgewandten und deshalb
liege=
ſtuhlfreien Seite des Promenadendecks von einem jener Herren
angeſprochen, die er im Bunde mit dem Miniſterialrat in die
Sphäre ſeiner Beobachtung aufgenommen hatte. Der junge Herr
vom Kapitänstiſch.
„Geſtatten — Theodor Stephany, Schauſpieler aus Berlin.”
„Grunelius.” „Sie ſind Juriſt, nicht wahr? Verzeihen Sie
einem Laien, wenn er ſich mit der Bitte um einen Rat an Sie
wendet — bei einem Anwalt würde man das „Konſultation
ſchinden” nennen, nicht wahr?” „Bitte — gern zu Ihrer
Ver=
fügung.”
„Was ich wiſſen möchte, Herr Staatsanwalt — das ſind Sie
doch, nicht wahr? — iſt dies: es gibt im Berufsleben eines
Schauſpielers Momente, in denen man — vor die unangenehme
Wahl geſtellt wird, ob man ſich ein großes, ungeheuer
vorteilhaf=
tes Angebot entgehen laſſen ſoll, weil man über ſeine
Schaffens=
kraft — bereits anderweitig verfügt hat — oder ob man
— kontraktbrüchig werden ſoll, wollen Sie ſagen."
„Ein häßliches Wort, das unſereinem nicht gern über die
Zunge will. Ich bin bei Reinhardt erſtens noch über die
kom=
mende Winterſaiſon verpflichtet. Zweitens habe ich mich von ihm
für die Münchener Feſtſpiele anheuern laſſen, die im Auguſt
ſtar=
ten. Nun habe ich, neben meinen ſchauſpieleriſchen Erfolgen, die
Ihnen bekannt ſein dürften —” „Selbſtverſtändlich!” beſtätigte
Herr Grunelius. Er hate keine Ahnung, „— im vergangenen
Win=
ter auch ein paar derartig ſenſationelle Filmrollen hingelegt, daß
die Standard=Film mich nach Hollywood holen wollte — mit
einem geradezu phantaſtiſchen Angebot. Reinhardt hielt mich feſt
— da bin ich ihm auf der „Chicago” durch die Lappen gegangen.”
„Das war nicht ſchön von Ihnen,” ſagte Grunelius. „Ihr
Vertrag enthält für dieſen Fall natürlich die Stipulation einer
Konventionalſtrafe.” „Leider Gottes — alle beide — je
hundert=
tauſend Mark!” „Menge Geld,” brummte der Staatsanwalt. „Tja
— die können Sie von Ihrem amerikaniſchen Filmhonorar
ab=
ſchreiben.”
„Das war es, was ich Sie fragen wollte. Erſt müßte er mich
doch haben — der Reinhardt.”
„Das dürfte ein Leichtes ſein. Ich bin als Kriminaliſt auf
dem bürgerlich=rechtlichen Gebiet nicht bombenſicher beſchlagen —,
aber daß ein Deutſcher gegen einen Deutſchen, der ſich ihm
gegen=
über zivilrechtlich verantwortlich gemacht hat, durch
Inanſpruch=
nahme der amerikaniſchen Gerichte vorgehen kann — das ſteht
außer jedem Zweifel.”
Der Schauſpieler ſchüttelte den braunumlockten Kopf. „Alſo
angenommen den ſchlimmſten Fall: Reinhardt hätte
herausbe=
kommen, daß ich den vierzehntägigen Urlaub, den er mir
bewil=
ligt hat, auf der Flucht an Bord der „Chicago” zubringe — was
kann er mir ſchon machen?”
„Ich kenne die amerikaniſchen Zivilgeſetze nicht. Aber es iſt
mit hoher Wahrſcheinlichkeit anzunehmen, daß ſie ganz ähnliche,
Beſtimmungen enthalten wie die deutſchen. Demnach könnte Ihr
Arbeitgeber gegen Sie auch in Amerika den dinglichen und
perſön=
lichen Sicherheitsarreſt erwirken.”
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Der amüsante Stoff
erzählt d.Abentener einer Königin.
die inkognito an die Riviera
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reist ist, mit einem unbekannten
Lebemann aus Paris. (V.42945
Dazu das zute Beiprogramm
Beginn 3.45. 6.00 und 8 20
Nummer 78
Donnerstag, den 19. März 1931
Man hat uns bestürmt
Bis aut weiteres
man hat uns gebeten, telefonisch und
brieflich und mündlich diesen
ent-
zückenden Film doch unbedingt noch
auf dem Spielplan zu belassen, denn s0
eine brillant gespielte Posse kommt
nicht gleich wieder!
Wir haben deshalb
um tausend Wünschen zu entsprechen
Bo Pirrdfrsckreraiß
mit
Renate Müller
Hermann Thimig
Felix Bressart
Ludwig Stössel
noch heute aufdem
Spielplan belassen.
Das ist ein
Lust-
spielschlager wie
er sein soll.
Heule
unwiderruflich
leidter Tag!
Beginn3 45. 6 u. 8.20 Uhr
Dazn:
Das gute
Beiprogramm
Das ausgezeichnete Doppelprogramm
Ken Maynard, der verwegene
Cowboyheld in dem neuen
Wildwest-Abenteuer
Den
Anscklag auf
den Depeschen-
Reiten
Regie: Ken Maynard.
Ein Film der Abenteuer u Sensationen.
Toller Uebermut u. fabelhafte
Reiter-
kunststücke lassen die Ereigniss
gleichsam miterleben.
Im II. Teil:
Laura La Plante und Tosel
Schildkraut in dem Großfilm:
SHONBOAT
(Das Komödiantenschitt)
Nach dem weltbekannten Roman
von Edna Ferber
Regie: Harry Pollard.
Der Film zeigt das Leben einer
Theatertruppe auf einem Theaterschife
— Schitfbruch im Gewittersturm auf
dem Mississippi — Ein Tra ennen.
wie es noch nie aufgenomien wurde.
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ſpricht am Freitag, den 20. März 1931, abends 8.15
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Mischobst
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Malzkaffee . . . 1½ Pund
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AK
409
409
409
409
409
40
409
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Milchkaramellen ½, Pfund 40
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DemokratiſcheVereinigung
Mitglieder=Verſammlung
am Donnerstag, 19. ds., abends
8½/, Uhr, im „Odenwald”=Zimmer der
„Krone‟.
Tagesordnung:
1. „Weshalb demokratiſche Vereinigung”?
Referat des Landtagsabg. Reiber.
2. Ausſprache.
3. Statutenberatung.
4. Verſchiedenes.
— Gäſte willkommen. —
Der Vorſtand.
Morgen Freitag
den 20. März 1931,
akends 8 Uhr.
Eintritt frei. (v773) Eintritt frei.