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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 283
Samstag, den 12. Oktober 1929.
192. Jahrgang
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breit/2 Reichsmark. Anzelgen von auswärts 40 Reichspfg.
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(4 Dollar — 420 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ede Verpflſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlſcher Beſtreibung fällit jſeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und
Darm=
ſtädter und Naiſonalbank.
Die Anleibeverhandlungen vor dem Abſchluß. — Das Zündholzhandelsmonopol wird perſekk. — Die Zünd
hölzer werden keurer. — Ein engliſch=amerikaniſches Anleihe-Angebok zu günſtigeren Zinsbedingungen?
Kreugers Angebol.
5o0 Millionen Mark. — 20 Millionen Mark
Mehr-
einnahmen für das Reich aus der Preisheraufſekzung.
* Berlin, 11. Oktober. (Priv.=Tel.)
Das Reichsfinanzminiſterium hat ſich nun endlich gezwungen
geſehen, ſein Schweigen über die Verhandlungen wegen
der Zündholzanleihe zu brechen. Es muß zugeben, daß
die Verhandlungen weitergehen, obwohl doch von derſelben Stelle
aus behauptet wurde, daß die vorzeitige Veröffentlichung den
ganzen Plan zerſchlagen hätte. Tatſächlich ſind aber die
Beſprech=
ungen weitergegangen, und wenn auch noch geleugnet wird, daß
ſie unmittelbar vor dem Abſchluß ſtehen, ſo iſt das, was
man an neuen Einzelheiten erfährt, nur dürftig. Es beſchränkt
ſich im weſentlichen auf das Angebot einer Anleihe von 500
Mil=
lionen Mark. Ueber die Bedingungen aber, über die Verzinſung
und über die Dauer ſoll angeblich noch nichts feſtſtehen,
ebenſo=
wewig wie die Einzelheiten der künftigen monopoliſtiſchen
Rege=
lung bereits abgeſprochen ſeien. Nur darüber herrſcht offenbar
Einverſtändnis, daß Anleihe und Handelsmonopol praktiſch eine
Heraufſetzung der Preiſe im Gefolge haben werden.
Der Troſt, daß in außerdeutſchen Ländern die Zündhölzer
erheb=
lich teurer wären, iſt nur recht mager, weil dort dafür andere
Gegenſtände des täglichen Lebens weſentlich billiger ſind als bei
uns. Eine Hinaufſetzung der Preiſe von 25 auf 35 Pfennige
das Paket würde einer Steigerung von faſt 40 Prozent
eut=
ſprechen. Um welche Summen es ſich dabei handelt, ergibt ſich
aus der einfachen Berechnung, daß in Deutſchland jährlich etwa
200 000 Kiſten zu je 1000 Paketen das Paket wieder zu 10
Schach=
teln, verbraucht werden. Eine Preiserhöhung um 10 Pfennige
für das Paket würde alſo eine Mehreinnahme von 20 Millionen
Mark jährlich ergeben. Das darf natürlich nicht ein Geſchenk an
die Schweden ſein, ſondern muß wenigſtens zum Teil den
Reichs=
finanzen zu gute kommen.
Die Aufnahme des neuen Planes in der politiſchen Preſſe
und bei den Parteien iſt recht ungünſtig. Ein großer Teil
ver=
hält ſich grundſätzlich ablehnend, der andere Teil macht ſeine
end=
gültige Stellungnahme von den Bedignungen abhängig, die mit
den Schweden ausgemacht werden. Darunter iſt in erſter Linie
zu verſtehen, daß man wiſſen will, wie teuer uns die Anleihe
mittelbar oder unmittelbar zu ſtehen kommt, und wie ſtark der
Einfluß des Reiches auf die Preisgeſtaltung
iſt. Außerdem ſoll von den Schweden verlangt werden, daß ſie
nicht eines Tages einfach die deutſchen Fabriken ſchließen und
uns billigere Fabrikate von außen her aufzwingen können.
End=
lich aber bleibt die wichtige Vorausſetzung, daß die Anleihe nicht
einfach ins Blaue hinein ausgegeben wird, ſondern dazu benutzt
wird, um zwar die drüchendſten kurzfriſtigen Verpflichtungen
ab=
zudecken, aber auch in unlöslicher Verbindung damit die
unbe=
dingt notwendige Finanzreform zuſtande zu bringen, die
gegen den Widerſtand einzelner Parteien nur
unter dem Druck der ſchwerſten Not
durchzufüh=
ren iſt. Allerdings, die den Chriſtlichen Gewerkſchaften
nahe=
ſtehende Zeitung der „Deutſche” behauptet, das Reich habe die
Möglichkeit, von engliſch=amerikaniſcher Seite
einen erheblich größeren Kredit zu günſtigeren
Zinsbedingungen zu bekommen, ohne die Forderung
in=
direkter Gegenleiſtungen. Wir haben uns vergeblich bemüht,
eine Beſtätigung zu erhalten. Aber wenn das richtig iſt, wäre es
natürlich ſinnlos, mit den Schweden abzuſchließen. Denn die
Zündholzanleihe bedeutet auch im günſtigſten Falle ein ſchweres
Opfer an Preſtige und an ſtaatlichen Hoheitsrechten.
Eine Erklärung zu den Berhandlungen mit dem
ſchwediſchen Zündholzkruft.
Zu den Preſſemeldungen über Verhandlungen mit dem
ſchwediſchen Zündholztruſt und Verhandlungen über die
Schaf=
fung eines Reichsmonopols für Zündwaren wird von
unterrich=
teter Seite erklärt:
Es handelt ſich bei der ganzen Angelegenheit in erſter Linie
darum, die deutſche Zündholzinduſtrie, die ſeit einigen Jahren
mit wirtſchaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, wieder zu
kräftigen. Auf Grund des Zündholzwarengeſetzes vom Jahre
1927 bedarf die Herſtellung von Zündhölzern über den damals
beſtehenden Kreis der Produzenten hinaus beſonderer Erlaubwis
des Reiches. Zurzeit ſind ungefähr 65 Prozent der
Zündholz=
fabrikation in ſchwediſchen, 35 Prozent in deutſchen Händen. Für
das damals erlaſſene Geſetz war in erſter Linie die drohende
Ge=
fahr maßgebend, daß die deutſchen Zündholzfabriken von den
ſchwediſchen Fabriken aufgeſaugt würden. Dazu beſteht noch ein
Syndikatsvertrag zwiſchen dem Fabrikanten und der Deutſchen
Zündholzverkaufs=A.=G. Die Haupturſache der ſchlechten
wirt=
ſchaftlichen Lage der Zündholzinduſtrie iſt die ſtarke Konkurrenz
ausländiſcher, insbeſonderer ruſſiſcher Zündhölzer. Da eine
Wiedergeſundung der Zündholzinduſtrie durch Einführung der
freien Wirtſchaft ſchwere Gefahren für die Produktion mit ſich
bringen würde, hat die Reichsregierung erwogen, eine Aenderung
auf der Grundlage der Weiterentwicklung der beſtehenden
Ver=
hältniſſe zu erreichen. Dies würde automatiſch auch zu einer
Begünſtigung der in Deutſchland anſäſſigen ſchwediſchen
Zünd=
holzinduſtrie führen. Für die Vorteile, die dadurch für die
ſchwediſche Induſtrie erwachſen, wurde von ſchwediſcher Seite
eine Anleihe von ungefähr 125 Millionen Dollars angeboten. Es
iſt ſelbſtverſtändlich, daß die Bedingungen dieſer Anleihe für
das Reich annehmbar ſein müſſen. Vorläufig iſt noch nicht zu
überſehen, wie die ſchwediſchen Gegenleiſtungen in direkte
Be=
ziehung gebracht werden können zu den Leiſtungen, die das Reich
durch die Schaffung eines Zündholzmonopols auf ſich nehmen
würde. Irgendwelche Forderungen der ſchwediſchen Induſtrie
zum Nachteil der deutſchen können heinesfalls in Betracht
kom=
men. Das Reich wird die Intereſſen der deutſchen
Zündholz=
induſtrie entſcheidend in Rechnung ſtellen. Wenn auch
wahr=
ſcheinlich infolge der Aenderung der Verhältniſſe mit einer
Preiserhöhung der Zündwaren zu rechnen ſein wird, ſo muß
da=
bei berückſichtigt werden, daß die deutſchen Zündholzpreiſe
erheb=
lich unter dem Preis des Auslandes liegen, und weiter, daß eine
Preiserhöhung für den einzelnen Konſumenten ſich nur in
Pfennigbeträgen auswirken wird. Die Steuerfrage hat bei den
Verhandlungen keine beſondere Rolle geſpielt.
Rußland ſehk ſeine Zündholzpreiſe noch weiter
herunker.
Das ruſſiſche Zündholzſyndikat hat, wie aus Moskau
berich=
tet wird, in einer ſeiner letzten Sitzungen beſchloſſen, zur
Erweite=
rung der ruſſiſchen Zündholzausfuhr nach dem geſamten Auslande
die Preiſe für die ruſſiſchen Erzeugniſſe erneut herabzuſetzen. In
erſter Linie iſt der deutſche Markt für die Erweiterung auserſehen.
Es wird beabſichtigt, die ruſſiſche Ausfuhr in den nächſten
Mona=
ten beſonders zu erweitern.
Einſchneidende Sparmaßnahmen in Preußen.
* Berlin, 11. Oktober. (Priv.Tel.)
Im preußiſchen Finanzminiſterium iſt man zurzeit mit der
Aufſtellung des neuen Haushaltsplanes beſchäftigt. Dabei hat
ſich ſchon jetzt herausgeſtellt, daß einſchneidende Sparmaßnahmen
notwendig ſein werden, um zu einer Ausbalancierung zu
kom=
men. Der preußiſche Finanzminiſter hat aus dieſem Grunde
einen Erlaß veröffentlicht, der ſich gegen die neuen
Anforderun=
gen der Reſſorts richtet und in dem vor allem an das
Beſoldungs=
geſetz vom Jahre 1927 erinnert wird, wonach jede dritte frei
werdende Stelle nicht wieder beſetzt werden ſoll. Der
Finanz=
miniſter ſteht auf dem Standpunkt, daß dieſe Beſtimmungen
auch für die Länder Gültigkeit hätten. Die Bedeutung ſeiner
Nichtlinien ſür die Aufſtellung des Etats liegt darin, daß 1. der
Beamten= und Angeſtelltenſtab um rund 10 Prozent vermindert
wird, daß 2. keine planmäßigen Beamtenſtellen neugeſchaffen
wer=
den, und daß 3. keine Höhergruppierungen mehr erfolgen. Die
Verringerung der Beamtenſchaft wird ſich natürlich praktiſch
nicht in der Form eines Beamtenabbaus auswirken, es bleibt
eben ſo, daß die abgehenden Beamten zum größten Teil nicht
mehr durch neue Kräfte erſetzt werden. Maw darf unter dieſen
Umſtänden in der Tat auf den preußiſchen Etat für das
kom=
mende Jahr geſpannt ſein. Denn wenn man ſchon ſoweit iſt,
daß man wieder an der Beamtenſchaft ſparen muß, dann werden
auch notwendige Ausgaben, die im Intereſſe der Allgemeinheit
erforderlich ſind, ganz bedeutend verringert werden.
Wahrſchein=
lich wird auch der Finanzminiſter darauf drücken, daß die
Ueber=
weiſungen an die Gemeinden beſchränkt werden, um wenigſtens
von dieſer Seite her die Staatsfinanzen einigermaßen zu
ent=
laſten.
Der Rundfunk als Waffe.
* Berlin, 11. Oktober. (Priv.=Tel.)
Zwiſchen dem Reichsausſchuß für das Volksbegehren und
den Regierungsorganen iſt eine ſehr heftige Auseinanderſetzung
über die Benutzung des Rundfunks im Gange. Der
Reichsaus=
ſchuß macht der Reichsregierung den Vorworf, daß ſie das
Funk=
monopol mißbrauche, indem ſie der Reihe nach ſämtliche Miniſter
vorſchicke und verlangt Parität in der Benutzung dieſes
modern=
ſten Verſtändigungsmittels. Kein Zweifel, daß die Regierung
formal berechtigt iſt, auf Grund der mit den einzelnen Sendern
abgeſchloſſenen Verträge dieſe Uebertnagung von Miniſterreden
und amtkichen Kundgebungen jederzeit zu verlangen. Kein
Zweifel auch, daß die Regierung ſich gegen die Propaganda, die
für das Volksbegehren entfaltet wird, zur Wehr ſetzen muß. Im
Innenminiſterium wird auf die Benutzung des Rundfunks zur
Abwehr gerade deshalb ſo gedrängt, weil an die
Landbevölke=
rung auf anderem Wege ſchwer heranzukommen iſt. Auf dem
flachen Lande haben zweifellos die Organiſationen, die hinter
de mReichsausſchuß ſtehen, vor allem der Landbund, einen ſtarken
Vorſprung in der Einwirkungsmöglichkeit, den die Regierung
irgendwie ausgleichen will. Trotzdem will es uns ſcheinen, als
ob ſie, ohne ſich etwas zu vergeben und ohne auf ihr Vorrecht zu
verzichten, auch dem Reichsausſchuß das Zugeſtändnis eines
informierenden Vortrags machen könnte. Das wäre weiter nichts
als eine Geſte, zumal da durch die Zenſur etwaige Giftzähne aus
einem ſolchen Vortrag entfernt werden könnten. Statt deſſen hat
Herr Severing dem Reichsausſchuß einen Dialog zwiſchen einem
Anhänger und einem Gegner des Volksbegehrens angeboten, und
zwar ſollte es ſich dabei um eine Disputation zwiſchen dem
demo=
kratiſchen Abgeordneten Bernhardt und Herrn Hugenberg
han=
deln. Herr Hugenberg hat aber dieſes Angebot abgelehnt, weil
feine grundſätzliche Forderung nicht erfüllt wurde, daß auch der
Reichsausſchuß einmal an ſämtlichen Sendern ſprechen kann.
Dier Jahre deukſch=rufſiſcher Verkrag.
Von beſonderer Seite wird uns geſchrieben:
Am 12. Oktober jährt ſich zum vierten Male der Tag, an
dem der deutſch=ruſſiſche Vertrag in Moskau geſchloſſen wurde,
der nicht nur ein Wirtſchafts=, ſondern auch ein
Freundſchafts=
vertrag war. Es iſt um ſo notwendiger, aus dieſem Anlaß zu
prüfen, wie es um die deutſch=ruſſiſchen Beziehungen ſteht, als
von beiden Seiten in letzter Zeit mancherlei Kritik an dieſen
Beziehungen geübt worden iſt. Insbeſondere haben die Ruſſen
verſchiedene Umſtände politiſcher und wirtſchaftlicher Art zum
Anlaß genommen, um in ihrer offiziöſen Preſſe recht
unfreundliche Vorwürfe gegen Deutſchland zu erheben, ſelbſt vor
wenig geſchmackvollen Angriffen gegen leitende deutſche
Staats=
männer nicht Halt zu machen und von einer Abkühlung, ja von
einem „kritiſchen Stadium” in den deutſch=ruſſiſchen
Be=
ziehungen zu ſprechen.
Wenn man die recht zahlreichen ruſſiſchen Aeußerungen
dieſer Art rhetoriſchen und journaliſtiſchen Beiwerks entkleidet
und ihren Kern herauszuſchälen verſucht, ſo ergeben ſich zwei
Gruppen von Vorgängen, die die ruſſiſche Unzufriedenheit
er=
regen.
Die eine Gruppe iſt politiſcher Natur. Die
Sowjet=
union hat es bekanntlich ſchon ſeinerzeit nur ungern und nicht
ohne Mißtrauen geſehen, daß Deutſchland dem Völkerbund
bei=
trat, und es wurde ruſſiſcherſeits daran die Befürchtung einer
möglichen oder ſich vorbereitenden „Weſtorientierung‟
Deutſch=
lands geknüpft. Die Verhandlungen im Haag und in Genf
haben nun dem ſtets wachen ruſſiſchen Mißtrauen neue Nahrung
gegeben, und wenn die „Prawda” darin das Beſtreben erblickt,
„das Deutſche Reich in das Syſtem der imperialiſtiſchen Staaten
einzugliedern”, ſo iſt auch das Geſpenſt einer phantaſtiſchen
„Antiſowjetfront” für die Moskauer Mentalität nicht mehr
allzu=
fern.
Die andere Gruppe von Tatſachen, die den Ruſſen mißfällt,
iſt wirtſchaftlicher Art. Es ſind die kritiſchen Stimmen
aus den Kreiſen der deutſchen Wirtſchaft über die Handhabung
des ruſſiſchen Außenhandelsmonopols, über die ruſſiſche
Beſtel=
lungs= und Preispolitik, es iſt die Vertagung der für die erſte
Hälfte dieſes Jahres vorgefehenen Zolltarifverhandlungen und
das Ausbleiben der von Rußland erwarteten neuen deutſchen
Kreditaktion.
Bei ruhiger Ueberlegung iſt es indeſſen nicht ſchwer, zu
zei=
gen, daß ſowohl die politiſchen, wie die wirtſchaftlichen
Beſchwer=
den der Ruſſen nur allzuſehr unter ſubjektiven ruſſiſchen
Geſichts=
punkten geſehen ſind, und daß ſie weder der nachweislich und
folgerichtig von der deutſchen Politik Rußland gegenüber
ein=
gehaltenen freundſchaftlichen Linie noch den unbeſtreitbaren
Er=
forderniſſen der einmal gegebenen Lage Deutſchlands gerecht
werden. Wenn der geſpenſterſehende „Politicus” der „Prawda‟,
uns unſere Sünden vorhält und uns daran erinnert, daß die
Annäherung an die Sowjetunion uns der Iſolierung entriſſen
habe, ſo brauchen wir den Wert der deutſch=ruſſiſchen
Freund=
ſchaft nicht zu verkleinern. Unbeſtreitbar aber iſt, daß gerade die
Sowjetunion durch dieſe Freundſchaft aus ihrer Iſolierung in
der „kapitaliſtiſchen Umwelt” befreit wurde und daß Deutſchland
unentwegt in der Annäherung an Rußland politiſch und
wirt=
ſchaftlich allen anderen Mächten vorangeſchritten iſt. Für jedes
unbefangene Urteil hat Deutſchland dadurch den hiſtoriſchen
Beweis erbracht, daß es keine einſeitig weſtlich orientierte
Poli=
tik betreiben wollte und in dem freundſchaftlichen Verhältnis zur
Sowjetunion ein weſentliches Moment ſeines politiſchen
Geſamt=
planes erblickte. Wenn trotzdem das Schwergewicht der
deut=
ſchen außenpolitiſchen Aktivität im Weſten lag, ſo war dies
da=
durch bedingt, daß auch die ſorgfältigſte Befolgung aller Winke
und Wünſche ſowjetoffiziöſer Publiziſten, auch das ungetrübteſte
Freundſchaftsverhältnis zu Rußland uns der Löſung der
näch=
ſten und dringendſten deutſchen Lebensaufgaben — der Regelung
der Reparationsfrage und Befreiung des Rheinlandes — nicht
näherbringen konnte. Es iſt unbillig, wenn ruſſiſche Kritiker
dieſe klare Sachlage verkennen, und gerecht iſt allein die
Aner=
kennung der freundſchaftlichen deutſchen Rußlandpolitik, die in
den Beileidstelegrammen Tſchitſcherins und Litwinows zum
Tode Streſemanns zum Ausdruck kam.
Wenn ferner das Deutſche Reich trotz der Schwierigkeiten der
noch ungelöſten Reparationsfrage das Rußlandgeſchäft durch hohe
Kreditgarantien unterſtützte, ſo hat es auch auf wirtſchaftlichem
Gebiet ſeinen guten Willen in einer Weiſe bewieſen, die jeden
Zweifel ausſchließen ſollte. Auch die Bemühungen der deutſchen
Privatwirtſchaft rach dieſer Richtung ſind um ſo höher
einzu=
ſchätzen, als das Entwicklungstempo der deutſch=ruſſiſchen
Han=
delsbeziehungen den beim Abſchluß des Vertrages vor 4 Jahren
noch gehegten Hoffnungen bekanntlich nicht entſprochen hat und
man ſich ſeit geraumer Zeit über den möglichen Umfang des
deutſchen Rußlandgeſchäfts keiner Illuſion mehr hingibt. Trotz
ſeiner anzuerkennenden Bedeutung für einzelne Induſtriezweige
oder =gruppen ſpielt das Rußlandgeſchäft in der deutſchen
Ge=
ſamtausfuhr nur eine verhältnismäßig untergeordnete Rolle,
deren Erweiterung erſt möglich ſein wird, wenn Rußland ſelbſt
die Vorausſetzungen für eine internationale Bewertung ſeines
Kredites ſchafft.
Dennoch denken wir nicht daran, die Sowjetunion in dieſer
Hinſicht zu drängen. Wir halten uns in lohalſter Weiſe an die
ausgeſprochene Anerkennung der ſowjetiſtiſchen
Wirtſchaftsſtruk=
tur und verlangen nur, daß die Sowjetunion der Struktur der
deutſchen Wirtſchaft in gleicher Weiſe Rechnung trägt und die
gegebenen Tatſachen der Wirtſchaftslage Deutſchlands gelten
läßt. Die ungeduldigen ruſſiſchen Anſprüche hinſichtlich deutſcher
Kredite rechnen nicht damit, daß die freie deutſche Wirtſchaft ſich
notwendigerweiſe der Lage des internationalen Kapitalmarktes
anpaſſen muß und daher außerſtande iſt, die gewünſchten langen
Kreditfriſten einzuräumen, ganz abgeſehen davon, daß die
da=
durch freiwerdenden Mittel von der Sowjetunion zu
Baranzah=
lungen in andern Ländern verwandt werden. Es darf ferner
Deutſchland nicht zugemutet werden, daß die Erfahrungen, die
die freie deutſche Wirtſchaft mit der ſowjetiſtiſchen
Monopol=
wirtſchaſt macht, immer wieder auf Koſten der freien Wirtſchaft
gehen. Dieſe kann ſich gar nicht in jedem beliebigen Umfang
Seite 2
Samstag, den 12. Oftober 1929
Nummer 283
auf die Experimente der Sowjetwirtſchaft einſtellen, deren Riſiko
dort der Staat trägt. Nach den Erfahrungen mit der
Beſtell=
politik und den Verhandlungsmethoden der ruſſiſchen
Wirt=
ſchaftsorgine, nach den Erfahrungen mit den gemiſchten
Geſell=
ſchaften und Konzeſſionen iſt da neuerdings die ſprunghafte
Steigerungder ruſſiſchen Ausfuhr nach
Deutſch=
land zu erwähnen, die nur unter zwei Vorausſetzungen
be=
grüßt werden kann: nämlich wenn ſie ihres ausgeſprochenen
Dumpingcharakters entkleidet wird und wenn ſie nicht als Druck
des übermächtigen Partners auf den deutſchen Handel ſich
aus=
wirkt, der bei der Ausfuhr nach Rußland ohnedies ſchon
aus=
geſchaltet iſt. Eine lohale und rückſichtsvolle Behandlung der
freien Wirtſchaft des Auslandes liegt im wohlverſtandenen
eige=
nen Intereſſe der Sowjetunion, denn lediglich der ruſſiſche
mono=
poliſtiſche Druck beſtimmt das Tempo jener Tendenzen zu einer
Verſtändigung der freien Wirtſchaftsſyſteme der übrigen Länder,
die den Sowjetpolitikern als das Schreckgeſpenſt einer „
wirt=
ſchaftlichen Antiſowjetfront” vorſchwebt.
Daß aber nicht nach dieſer Richtung, ſondern nach einer ganz
anderen, der Sowjetunion erwünſchten, das deutſche Beiſpiel
als Schrittmacher wirkt, dafür iſt der letzte und glänzendſte
Be=
weis die engliſch=ruſſiſche Verſtändigung, welche
zeigt, daß auch England nunmehr Deutſchland auf den Wegen
ſeiner Rußlandpolitik zu folgen beginnt. Deutſchland iſt dabei
weiblickend und großzügig genug, den politiſchen und
weltwirt=
ſchaftlichen Wert dieſes Umſtandes weit höher einzuſchätzen, als
den etwaigen Verluſt von Aufträgen an die engliſche
Konkur=
renz.
So kann denn Rußland Vertrauen zu der weiteren
Entwick=
lung der deutſch=ruſſiſchen Beziehungen haben, ſofern es ſelbſt
dieſe Beziehungen loyal beurteilt und behandelt. Und ſtatt die
Einigung im Haag zu kritiſieren, ſollte es ſich ihrer freuen, denn
ſie bedeutet unter anderem, wenn die Sowjetunion es will, eine
größere Bewegungsfreiheit, für die poſitiven wirtſchaftlichen
Rußlandpläne Deutſchlands.
Aberbürgermeiſter Böß bleibt auf Wunſch des
Magiftrals gegen den Beſchluß der
Stadi=
verordneken in Amerika.
* Verlin, 11. Okt. (Priv.=Tel.)
Da nach den geſetzlichen Beſtimmungen in Preußen
Be=
ſchlüſſe der Stadtverordnetenverſammlung nur durchgeführt
wer=
den können, wenn mit dem Magiſtrat Einſtimmigkeit erzielt
worden iſt, mußte der Berliner Magiſtrat am Freitag zu den
Ergebniſſen der Donnerstagsſitzung der Stadtverordneten
Stel=
lung nehmen, die den Beſchluß gefaßt hatten, Herrn Böß
unver=
züglich zurückzurufen. Der Magiſtrat, der es ſchon einmal
ab=
gelehnt hatte, einen derartigen Druck auf den Oberbürgermeiſter
auszuüben, iſt dieſem Beſchluß nicht beigetreten. Herr Böß
bleibt alſo in Amerika, wenn nicht der Oberpräſident ſich
ent=
ſchließen ſollte, Herrn Böß einen Wink zu geben. — Ueber
den Sklarekſkandal ſelbſt iſt nicht mehr allzuviel nachzutragen.
Gegen die Stadlbankdirekkoren iſt ein
Difziplinar=
verfahren mit dem Ziel der Dienſtenklaſſung
eingeleitek worden.
Aus den bei dem Vernehmungen zutage geförderten Material
wird ſo gut wie gar nichts der Oeffentlichkeit mitgeteilt. Man
hört nur, daß eine Angeſtellte Sklareks ſich deutlich auf die
Liefe=
rung eines Pelzmantels im Werte von über 4000 RM. beſinnen
kann. Auch der Buchhalter der Sklareks behauptet, daß die
lei=
tenden Stadtbankbeamten für die gelieferten Kleidungsſtücke
niemals Bezahlung geleiſtet hätten. Die Sklareks wiederum
wollen den Nachweis dafür erbringen, daß ihnen ſeitens der
Stadtbank die Einreichung von Rechnungen, für die noch keine
Ware geliefert worden ſei, anheimgeſtellt worden iſt, um den
Betrieb der Kleidervertriebsgeſellſchaft aufrecht erhalten zu
kön=
nen. Mit welchen Mitteln in den Bezirksämtern gearbeitet
wor=
den iſt, geht aus dem Schadenerſatzanſpruch eines arbeitsloſen
Schlächters hervor. Beim Bezirksamt Kreuzberg waren zwei
handfeſte Schlächter angeſtellt worden, um die Aermſten der
Armen wieder hinauszuwerfen, die mit den Sklarekkleidern
zu=
rückkamen und ſich über die ſchlechte Qualität beklagten, die ihnen
natürlich nur gegen ſchwere Bezahlung gegeben worden waren.
Da angeſichts der mangelhaften Beſchaffenheit dieſer Sklavek=
Von der Volksbühne erhalten wir unter der vorſtehenden
Ueberſchrift eine lange Zuſchrift, die ſich zunächſt mit einer
Inter=
pretation der Erklärungen des Generalintendanten des Heſſiſchen
Landestheaters bei der Morgenfeier der Volksbühne letzthin
be=
ſchäftigt. „Die Volksbühne”, ſo heißt es dann weiter, „darf
mit Recht für ſich in Anſpruch nehmen, daß ſie in einer Zeit des
tiefſten Niedergangs der deutſchen Bühne die Fahne der Kunſt
und der künſtleriſchen Wahrhaftigkeit hochgehalten hat. Nicht
nur die Idee der Publikumsorganiſationen im Intereſſe der
Erhaltung größter deutſcher Kulturwerte iſt von der
Volksbüh=
nenbewegung ausgegangen, ſondern ſie war es auch, die dem
Theater unſerer Zeit die Maſſen der werktätigen Bevölkerung
er=
ſchloſſen hat. Das war eine kulturelle Tat, deren Bedeutung
niemand beſtreiten kann. Es iſt im Zuſammenhang mit den
gegenwärtigen Auseinanderſetzungen mit Recht auch auf
Ger=
hart Hauptmann und ſeine „Weber” hingewieſen worden. Wer
die Theatergeſchichte unſerer Zeit kennt, weiß, daß dieſe
Bemer=
kung, die vielleicht als Vorwurf gegen die Volksbühne und den
Geiſt, aus dem der Intendant laut ſeinen Darlegungen das
Heſſiſche Landestheater leitet, gemeint war, keine Anklage iſt,
ſondern die ſtärkſte Beſtätigung für unſere heutige Arbeit bildet.
Ohne die Volksbühnenbewegung keine „Weber” Ohne die
Volksbühnenbewegung kein Gerhart Hauptmann. Sein Drama
„Vor Sonnenaufgang” das ebenfalls genannt wurde, war das
Stück, mit dem die Volksbühne überhaupt ihre Tätigkeit in
Deutſchland begann. Beide Stücke von Gerhart Hauptmann
ſind aber ſeinerzeit genau ſo befehdet und angegriffen worden,
wie heute beiſpielsweiſe „Die Dreigroſchenoper‟ Die Volksbühne
ſetzt deshalb ihre Arbeit im Geiſte dieſer großen Tradition fort,
wenn ſie auch heute für die Aufführung von ſolchen Kunſtwerken
eintritt, die nach Form und Inhalt umkämpft ſein müſſen, weil
ſie der Zeit vorauseilen.
2. Wenn die „Dreigroſchenoper” in Darmſtadt
Wider=
ſpruch gefunden hat, ſo ſind wir weit davon entfernt, von jedem
Beſucher des Landestheaters eine poſitive Stellungnahme zu
dieſem Werke zu erwarten oder gar zu verlangen. Die
Volks=
bühne iſt ſatzungsgemäß konfeſſionell und politiſch ſtreng neutral.
Wir fordern deshalb mit allem Nachöruck, daß nicht irgend eine
Gruppe das Recht für ſich in Anſpruch nehmen darf, auf der
heſſiſchen Landesbühne, die der Geſamtheit der heſſiſchen
Bevöl=
kerung gehört, allein zu Gehör zu kommen. Die Darmſtädter
Volksbühne umſchließt eine Mitgliedſchaft von weit über 3000
Angehörigen aller Stände und Berufe. Wenn heute die
ver=
ſchiedenſten Gruppen ihre Forderungen erheben, ſo muß geſagt
werden, daß auch die Volksbühne als die größte Theaterbeſucher=
Vom Tage.
Graf Weſtarp und Fraktion haben im Reichstag eine
Anfrage eingebracht, die ſich mit dem Verbot des
Stahl=
helm im Rheinland und Weſtfalen beſchäftigt.
Der Geſandte des Deutſchen Reiches in Prag hat, zum
ſechſten Male zugunſten des ſeit mehr als 10 Wochen wegen
Spionageverdachtes verhafteten Meißener
Bib=
liothekars Gröſchel interveniert. In einer gleichzeitig
überreichten Note wurde wiederum um Aufklärung des Falles und um
Beantwortung aller bisher unerledigten Amfragen erſucht.
Zum Vorſchlag Deutſchlands an China und
Ruß=
land wegen Freilaſſung von Gefangenen wird
gemel=
det, daß China grundſätzlich bereit ſei, den Vorſchlag
an=
zunehmen, wenn auch Rußland ſich dazu bereit erkläre.
Die ruſſiſche Regierung ſoll beſchloſſen haben, zuerſt das Urteil im
Charbiner Prozeß abzuwarten, bevor ſie eine Antwort erteilt.
Der Rat der ruſſiſchen Volkskommiffare hat dem von Dowgalewſki
und Henderſon unterzeichneten Protokoll über die Wiederaufnahme der
diplomatiſchen Beziehungen zwiſchen beiden Ländern zugeſtimmt.
Nachdem vor kurzer Zeit das Zweiſprachenſyſtem in
Süd=
rirol in den öffentlichen Aemtern und Schulen vollſtändig
ab=
geſchafft worden iſt, ſind nun auch in Bozen die deutſchen
Straßen=
namen überſetzt oder durch Namen italieniſcher Künſtler, Märtyrer
uſw. erſetzt worden.
Die vorbereitende franzöſiſche Saarkommiſſion hat
im Quai d’Orſay unter dem Vorſitz des Generaldirektors der Gruben,
Arthur Fontaine, eine Sitzung abgehalten, in der die Berichte der drei
Unterkommiſſionen verleſen wurden. Infolge der Vielſeitigkeit des
Problems konnte die Kommiſſion damit nicht in einer Sitzung zu Ende
kommen, ſo daß für Anfang der nächſten Woche eine meue Sitzung
ein=
berufen werden maißte.
Habib Ullah, der durch die Einnahme Kabuls durch die
Trup=
pen Nadir Khans ſeiner Macht in Afghaniſtan verluſtig gegangen iſt,
ſoll ſich nach hier eingelaufenen Meldungen nach Maima an der
ruſſiſch=afghaniſchen Grenze geflüchtet haben.
Der Feldzug der einzelnen Parteien zu den am Samstag dieſer
Woche ſtattfindenden Wahlen, zum auſtraliſchen
Unter=
haus iſt mit längeren Aufrufen der Parteifüchrer an die Wählerſchaft
abgeſchloſſen worden.
Kurz nach der Rückkehr des engliſchen Premierminiſters Macdonald
aus Kanada iſt mit der Ernennung eines neuen
engli=
ſchen Botſchafters in Waſhington zu rechnen. Der
der=
zeitige engliſche Botſchafter in Waſhington, Sir Esme Howard
beabſichtigt, Anfangs nächſten Jahres von ſeinem Poſten
zu=
rückzutreten.
Leitende amerikaniſche Perſönlichkeiten erklärten, daß die
ameri=
kaniſche Regierung nach wie vor gegen eine
offi=
zielle Beteiligung der Vereinigten Staaten an der
znternationalen Zahlungsbank ſei. Die Regierung
werde zwar mit Intereſſe die Entwicklung dieſes Projektes verfolgen,
aber ſie werde weder dem Schatzamt noch der Feberal Reſervebank
ge=
ſtatten, ſich in den Verwaltungsrat der neuen Bank wählen zu laſſen.
Die Ausſichten des aufſtändiſchen chineſiſchen
Generals Schan Fatkwais auf einen erfolgreichen Abſchluß
ſeiner Erhebung gegen die Nanking=Regierung ſollen ſich nach
einer Meldung aus Wutſchau an der Grenze der Provinz Kwangſi
weiter verſchlechtert haben.
anzüge — die der Stadträte waren natürlich weſentlich beſſer —
ſich die Klagen ungeheuer häuften, ſchritt man einfach zu dem
brutalen Mittel, die Kläger die Treppe hinunterzuwerfen. Dabei
ſcheint es recht erregte Auftritte gegeben zu haben. Jedenfalls
hat einer dieſer Hinauswerfer, die pro Tag etwa 10 Mk. für
ihre Tätigkeit erhielten, ſeine Entlaſſung bekommen. Jetzt hat
er das Bezirksamt auf Zahlung einer Abfindungsſumme
ver=
klagt. In der Tat wundervolle Zuſtände im ſozialiſtiſch=
kommu=
niſtiſchen Berlin. Wie wird man wohl erſt mit dem deutſchen
Volk umſpringen, wenn dieſe Herrſchaften überall und reſtlos
ihre Macht ausüben können.
* Berlin, 11. Oktober. (Priv.=Tel.)
Die rumäniſche Regierung hat am 1. Auguſt einen neuen
Zolltarif in Kraft treten laſſen, der uns, da wir die
Meiſt=
begünſtigung haben, recht gute Dienſte geleiſtet hat. Unſer Export
hat ſich namentlich in Induſtriewaren gebeſſert. Da wir mit
Rumänien noch nicht in einem endgültigen Vertragsverhältnis
ſtehen, hat uns die Bukareſter Regierung aufgefordert, innerhalb
von 6 Monaten mit ihr neue Verhandlungen zu beginnen. Sie
dürften ſich im weſentlichen um die deutſchen landwirtſchaftlichen
Zölle drehen. Vorlaufig iſt jedoch noch keinerlei Delegation
er=
nannt. Es dürften wohl noch einige Wochen ins Land gehen, bis
man in die eigentlichen Beratungen eintritt.
Baanv und Bormeigne W Bräſfen.
Präſident Doumergue und Miniſterpräſident Briand waren
geſtern abend Ehrengäſte des belgiſchen Königspaares. Bei dem
großen Galadiner, an dem etwa 250 Perſonen teilnahmen, brachte
König Albert einen Trinkſpruch auf den Präſidenten Doumergue
ſowie auf die große und edle franzöſiſche Nation aus, für die das
belgiſche Volk eine unveränderliche und tiefe Freundſchaft,
Be=
wunderung und Anhänglichkeit empfinde. Nach einem Hinweis
auf den vor zehn Jahren erfolgten Beſuch Poincarés, huldigte
der König dem Miniſterpräſidenten Briand, deſſen weitſchauende
Ideen und warme Beredſamkeit auf internationalen
Verſamm=
lungen tröſtliche Perſpektiven eröffnet hätten und eine Zukunft
in Sicherheit und Eintracht erhoffen ließen. Belgien und
Frank=
reich arbeiteten gegenwärtig mit anderen großen Staaten an der
Vollendung eines Werkes, das den Anfang einer neuen Aera
darſtellen könne. Durch die Verfolgung einer vollſtändigen und
endgültigen Reparationsregelung und ganz allgemein einer
Beſ=
ſerung der aus dem Krieg ſich ergebenden Schwierigkeiten,
be=
feſtigten beide Länder die Fundamente des Friedens.
Präſident Doumergue hob in ſeiner Erwiderung hervor, daß
ſein Beſuch nicht nur ſeinem eigenen Wunſch, ſondern dem des
ganzen franzöſiſchen Volkes entſpringe. In den zehn Jahren
der engen Zuſammenarbeit zwiſchen beiden Ländern habe ſich
die tiefe und vertrauensvolle Sympathie in ihren Beziehungen
unaufhörlich gekräftigt. Nachdem Frankreich und Belgien die
gleichen Prüfungen und gleichen Erfolge geteilt hätten, fändem
ſie ſich ganz natürlich wieder zuſammen in der gemeinſchaftlichen
Arbeit an der Wiederherſtellung Europas und der Organiſation
des Friedens. Der Horizont helle ſich heute bereits und er hoffe,
daß der Geiſt der Zuſammenarbeit und Verſtändigung zwiſchen
den Völkern, der die Vorbedingung für dem Fortſchritt ſei, in
den Dienſt des allgemeinen Wohlſtandes der Völker geſtellt
werde.
Der Deutſche Bühnenklub veranſtaltete am Freitag
nachmittag in ſeinen Klubräumen für ſein verſtorbenes
Ehren=
mitglied, den Miniſter des Auswärtigen Dr. Guſtav
Streſe=
mann eine Gedenkfeier, an der die beiden Söhne des
Ver=
ſtorbenen, ferner der amerikaniſche Botſchafter Shurman die
Ge=
ſandten Dr. Frank, Rüfenacht, Zahle ſowie Mitglieder des
Aus=
wärtigen Amtes und viele prominente Bühnenangehörige
teil=
nahmen.
Nach muſikaliſchen Vorträgen und einer kurzen Anſprache des
Präſidenten des Deutſchen Bühnenklubs, der dem Dank für alles
Ausdruck verlieh, was Streſemann dem Bühnenklub geweſen iſt,
ergriff der Freund und Biograph des verſtorbenen Außenminiſters,
Freiherr Rochus von Rheinbaben, das Wort zu einer
Gedächtnis=
rede, in der er auf das Verhältnis Streſemanns zur Kunſt einging.
Streſemann ſei überwiegend auf dem Gebiete der Literatur und
der Kunſt zu der Erkenntnis der politiſchen und ſozialen Probleme
gekommen, die die Zeit ſeiner Jugend, ſeiner jungen Mannesjahre
bedrangten. Streſemann war ein Lebensbejaher und nahm aus
der Lebensbejahung, aus ſeinem grundſätzlichen Optimismus die
Kraft zum Kampfe. Wir, die wir ihn in den Ruheſtunden ſeines
Lebens ſehen durften, wir wiſſen, wie er erfüllt war von dem, was
deutſche Dichter zum Preiſe der Heimat, ihrer Seele, ihres
Gemü=
tes, ihrer Kraft zu ſingen wußten, wie ihn die Verſe von
Lilien=
cron, Schoenaich=Carolath, Geibel, Arndt, Goethe, Leſſing
zuſtröm=
ten. Wenn Streſemann zwiſchen Konferenzen. Verſammlungen
und Parteitagen einige Tage ſich ſelbſt leben durfte in Heidelberg,
in ſeinem geliebten Aßmannshauſen in der „Krone” zwiſchen
rhei=
niſchem Frohſinn, Weinbergen und der Romantik der Ruinen,
ſelbſt wenn er im Wagen durch das Ruhrgebiet fuhr und dort die
Sinfonie der Arbeit in ſich aufnahm, ſo waren ſolche Stunden
Kraftquellen für ihn, aus denen ihm innere Freude, für neue
Arbeit und neuer Mut für die Zukunft zuſtrömten. Der Dichter,
der Seher, der Zukunftsverkünder, ſie müſſen vereint ſein im
Menſchen, der Schickſale geſtalten ſoll. Das Kunſtwerk
Streſe=
mannſchen Schaffens beſteht darin, Diſſonanzen dieſer Welt.
Diſſo=
nanzen der Menſchen und Völker zu Harmonien vereinigt zu
haben, aus der Fülle der Möglichkeiten die große Melodie
geſchaf=
fen zu haben, die zum Rhythmus ſeines Volkes und zum
Grund=
akkord der Weltgeſchichte ſeiner Zeit wurden. Den Grundakkord
ſeines Lebens hat er noch einmal erklingen laſſen, als er die
Lie=
der beſtimmte, unter denen er zur letzten Ruhe gebettet ſein
wollte; das geiſtliche Lied, das gottergebene „Harre meine Seele‟,
als Ausdruck ſeiner Religioſität, ein Bruderlied, das ihm von
Menſch zu Menſch über alle Grenzen und Zeiten hinweg den
Brudergruß im Goetheſchen Sinne zurief. Und als wir
hinſchrit=
ten über den ſtillen Friedhof, da klang uns aus dem Volksliede
„Am Brunnen vor dem Tore” die Melancholie und immer
un=
erfüllbare Sehnſucht der deutſchen Seele, und ſchließlich über allem
ſchloß ſeines Lebens Sinfonie das „Deutſchland über alles”.
organiſation ebenfalls das Recht hat, gehört zu werden. Wir
fordern von der Leitung des Landestheaters auch die Aufführung
von Kunſtwerken, die nach der Meinung namhafteſter Kritiker
und nach unſerer Anſicht von künſtleriſchem Werte und von
größ=
ter Gegenwartsbedeutung ſind. Wir lehnen es grundſätzlich ab,
irgend einem unſerer Mitbürger unſeren Geſchmack und unſere
Anſichten in Kulturfragen aufzuzwingen. Aber wir müſſen
da=
für auch erwarten, daß von allen anderen dieſer Standpunkt
an=
erkannt und dementſprechend verfahren wird.
Der Grundgedanke der Volksbühnenbewegung iſt die
Ab=
lehnung irgendwelcher Bevormundung. Uns erſcheint weder
eine Bevormundung der Theaterbeſucher, die reife Menſchen ſind,
noch gar eine Bevormundung der künſtleriſchen Leitung eines
Theaters tragbar. Die einzige Inſtanz, die wir anzuerkennen
vermögen, iſt das künſtleriſche Gewiſſen, dem eine Theaterleitung
verantwortlich iſt. Wir ſind überzeugt, daß jeder Verſuch, das
Theater irgendwelchen außerkünſtleriſchen Zwecken dienſtbar zu
machen, zu einem kulturellen Niedergang und ſchließlich zu
ſeiner Zerſtörung als Kulturträger führen muß. Auch im Falle
der „Dreigroſchenoper” iſt unſere Einſtellung mit durch dieſe
Erkenntniſſe bedingt. Diejenigen, die an dem künſtleriſchen
Wert der „Dreigroſchenoper” Zweifel hegen und die
Theater=
leitung ſchelten, verweiſen wir auf die vielen Urteile berufener
Kritiker. Das Urteil der „Germania” wollen wir beſonders
hervorheben. Dieſes Zentralblatt der deutſchen Zentrumspartei
ſchrieb anläßlich der Uraufführung über die „Dreigroſchenoper”
„Einer der großen, immer wieder notwendigen
neuen Anfänge eine Verheißung für das
Theater überhaupt”
Bei dieſer Sachlage ſcheint uns Entrüſtung nicht am Platze.
Karl Storck, Schulrat,
1. Vorſitzender der Darmſtädter Volksbühne.
Wir bringen dieſe Ausführungen, welche die Einſtellung des
Vorſtandes der Darmſtädter Volksbühne zum Ausdruck bringen,
ſehr gern zur Kenntnis unſerer Leſer, obwohl wir keineswegs
mit ihnen in allen Punkten übereinſtimmen. Wir werden auf
die Theaterfrage noch einmal zurückkommen.
Dresden: Der Direktor bei den Sächſiſchen Werken, Baurat Alfred
Rachel, in Dresden, iſt zum Honorarprofeſfor mit dem Lehrauftrag
für elektriſche Anlagen in der mechaniſchen Abteilung der Techniſchen
Hochſchule ernannt worden.
Regensburg: Hier ſtarb der Direktor der Kirchenmuſikſchule, Dr.
phil, et theol. Profeſſor Dr. Karl Weinmann im Alter von 56
Jahren.
Die Walpurgisnacht der Theater= und
Muſikkrikiker in Bukareſt.
Warum es zur Gründung eines „Internationalen
Kritiker=
bundes” kam. — Die „Freiheit der Kritik” in den lateiniſchen
Staaten. — Die vielbeneideten deutſchen Rezenſenten. — Vom
Weſen der rumäniſchen Kritik und ein Epilog über das
neu=
errichtete Rieſenſtrandbad von Bukareſt.
Von unſerem Berichterſtatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
Sk. Bukareſt, Anfang Oktober.
Seit ungefähr einem Jahre beginnt in der rumäniſchen
Hauptſtadt ſich der Ehrgeiz zu regen. Bukareſt will nicht bloß
die „Metropole” des rumäniſchen Reiches ſein, ſondern auch ein
Kulturzentrum allererſten Ranges werden. Dies dokumentierte
ſich zuerſt in dem plötzlich ausgeſtoßenen Schrei nach einem
repräſentatiben „Strandbad”, weil nun einmal Strand= und
Sonnenbäder Zeichen einer modernen Kultur ſind. So hat man
im Sommer, und zwar in der geradezu ſtaunenerregenden Zeit
von kaum acht Wochen an der Peripherie der Stadt ein
Schwimmbad von rieſigen Dimenſionen errichtet, ein
Schwimmbad, wie es der nähere und fernere Balkan noch nicht
geſehen hat, eine wahre Augenweide, zumal die ganze Bukareſter
Lebewelt, welcher der Begriff des kalten Badens bisher ein
völlig unbekannter Begriff war, ſich hier ſofort ein
Stelldichein gab, allerdings, um es offen zu geſtehen, weniger
aus dem Beſtreben, in den kühlen Fluten Erfriſchungen zu
ſuchen, als der Abwechſelung halber in — Badekoſtümen zu
flirten. Die Folge davon war, daß gleich in den erſten Tagen
nach der Eröffnung ein paar Ehemänner ihre
vergnügungs=
ſüchtigen Frauen ſtatt wie bisher, in den üblichen Hotels, nun
in den Kabinen der neuen Badeanſtalt ertappten, was wiederum
zu einer großen Reihe von Ehebruchs= und
Schei=
dungsklagen führte, die während des kommenden Winters
gewiß manches zur Belebung der Gerichtsſaalrubriken in den
hauptſtädtiſchen Blättern beitragen dürften.
Bukareſt hat aber noch einen anderen Ehrgeiz: es will wie
Wien oder Berlin auch eine — internationale
Kongreß=
ſtadt werden. Darum bemühte es ſich nach allen Kräften, den
36 Herren, die nach Mitte September zum „Internationalen
Kongreß der Theater= und Muſikkritiker” hierher gekommen
waren, einen ebenſo würdigen wie feſtlichen Empfang, zu
berei=
ten. Zuerſt tagte man in der königlichen Sommerreſidenz
Nummer 283
Samstag, den 12. Of ober 1929
Seite 3
Der Oppelner Theakerprozeß.
Aufſehenerregende Ausſagen polniſcher Zeugen.
Oppeln, 11. Oktober.
In Oppeln findet dieſer Tage der Prozeß gegen 22 Mitglieder
der Nationalſozialiſtiſchen Arbeiterpartei ſtatt, die angeſchuldigt
ſind, bei dem ſeinerzeitigen Gaſtſpiel einer polniſchen
Theater=
truppe in Oppeln, dieſe angegriffen und ihre Mitglieder tätlich
mißhandelt zu haben. Bei der Vernehmung der polniſchen
Zeu=
gen kam es zu einer unerwarteten ſenſationellen Wendung des
Prozeſſes. Der polniſche Muſiker Wende erklärte unter ſeinem in
deutſcher Sprache angegebenen Eid, daß er ſein Waldhorn erſt in
Kattowitz auf Anordnung des Orcheſterinſpektors Kwiatkowſki
zerſchlagen habe, da er nach deſſen Ausſage bereits auf der Liſte
notiert ſei. Wie er das Inſtrument hätte zerſchlagen müſſen, ſo
hätte er auch zum Arzt gehen müſſen, um dieſem zu ſagen, daß
er in Oppeln Verletzungen davongetragen habe. Der Zeuge
er=
klärte weiter, auch andere Zeugen ſeien ſo wie er beeinflußt
worden. Er habe ein ärztliches Atteſt gehabt, wonach er 14 Tage
nicht habe arbeiten können. Er habe für dieſe Zeit Krankengeld
bezogen, aber dennoch Dienſt getan. Dieſe Aeußerungen des
Zeugen riefen große Bewegung im Verhandlungsſaal hervor.
Rechtsanwalt Dr. Simon ſtellte ſofort den Antrag, den
Orcheſter=
inſpektor Kwiatkowſki telegraphiſch zu laden. Der Staatsanwalt
erklärte, auch er wünſche die Ladung Kwiatkowſkis.
Im weiteren Verlauf der Zeugenvernehmung im
Theater=
prozeß ſtellte der Zeuge Wende, deſſen bereits berichtete Ausſagen
über die von polniſcher Seite geübte Beeinfluſſung von Zeugen
großes Aufſehen erregten, entgegen den Ausſagen der heute
ver=
nommenen Zeugen Nikolajczyk auf Befragen von Rechtsanwalt
Dr. Kluge nochmals ausdrücklich feſt, daß auch andere
Zeugen zu unrichkigen Ausſagen veranlaßt
wurden. Im weiteren Verlauf des Prozeſſes kam es auch zur
Vernehmung des Zeugen Orcheſterinſpektor Kwiatkowſki, der den
Zeugen Langer und Wende nach ihren Ausſagen die Anweiſung
gegeben haben ſoll, ihre Inſtrumente zu zerſchlagen, da ſie bereits
auf der Liſte ſtünden. Zeuge Kwiatkowſki bekundete, er habe auf
der Rückfahrt in der Straßenbahn von Beuthen nach Kattowitz
den Orcheſtermitgliedern die Anweiſung gegeben, Montag mittag
zur Feſtſtellung der Schäden ſich zu verſammeln. In der Sitzung
ſeien von Langer und Wende unbrauchbare Inſtrumente
vorge=
zeigt worden. Er könne dafür Zeugen benennen. Der Zeuge
verneint die Frage, ob er ſich erklären könne, warum die beiden
anderen Zeugen entgegengeſetzte Ausſagen machen und ſagte
dann weiter, in der Verſammlung, die mittags um 12 Uhr
ſtatt=
gefunden habe, ſei die Liſte über die Schäden aufgeſtellt worden.
Der Zeuge Langer blieb bei der Gegenüberſtellung bei ſeiner
Ausſage, daß Kwiatkowſki ihm die Anweiſung erteilt habe, das
Inſtrument zu vernichten, und behauptete, er könne dafür
Zeu=
gen benennen. Auch Wende hielt ſeine Ausſage aufrecht. Er habe
das Waldhorn am Montagabend im Gaſthaus Przybilla in
Kattowitz zerſchlagen müſſen. Kwiatkowſki habe dann noch
Langer und Teichmann aufgefordert, ihre Inſtrumente ebenfalls
zu vernichten. Langer bekundete weiter, daß die Verſammlung
des Orcheſters wohl angeſetzt worden ſei, aber dann nicht
ſtatt=
gefunden habe, da am Nachmittag ohnehin eine Verſammlung engliſchen Seeleute im Sinne der Beſtimmungen des Verſailler
der Orcheſtermitglieder ſtattfinden ſollte. Ferner bekundet der
Zeuge, daß Kwiatkowſki während der Straßenbahnfahrt und
dann nochmals am Abend im Gaſthaus Przybilla ihn zur
Ver=
nichtung des Inſtrumentes aufgefordert habe. Auf Fragen der
Verteidigung erklärte Kwiatkowſki, ſich nicht erinnern zu können, beratungen zu beteiligen. Von der Bürokratie des
Internatio=
am Abend in dem betreffenden Gaſthaus geweſen zu ſein und
auch nichts von einer Schlägerei zu wiſſen, die dort ſtattgefunden
haben ſollte. Ein polniſcher Zeuge ſoll bekanntlich in dieſer
Schlägerei das blaue Auge davongetragen haben, das er auf die gen Internationalen Gerichtshof im Haag um
Oppelner Vorfälle zurückführt.
2a5 Gericht prokeſtiert gegen Vetleundungen den, da die Reeder beabſichtigen, geſchloſſen die Konferenz zu
von ſeiten der polniſchen Preſſe.
Vor Eintritt in die Freitagsverhandlung gab
Landgerichts=
direktor Dr. Chriſtian zu der Erklärung der polniſchen
Preſſever=
treter über die Gründe der Einſtellung der Berichterſtattung
fol=
gende Erklärung ab: „Ich erhebe gegen dieſe unerhörte
Anſchul=
digung namens des preußiſchen Schöffengerichtes und der
preu=
ßiſchen Staatsanwaltſchaft feierlich Proteſt und bedauere auf das
tiefſte, daß die polniſchen Preſſevertreter das Gaſtrecht, das ſie in
dieſem Saale genoſſen haben, mit der Verbreitung völlig,
un=
wahrer, das Anſehen der deutſchen Rechtſprechung auf das
ſchwerſte ſchädigenden Behauptungen vergolten haben."
Sinaia, wo die Kritiker aus aller Welt — darunter waren auch
drei aus dem Deutſchen Reich — im Namen des
Kunſtminiſte=
riums vom Miniſter Sauciue=Saveanu begrüßt und dann im
ſchon hiſtoriſch gewordenen Schloß Peliſchor der Königin=
Witwe Maria vorgeſtellt wurden, dann reiſte man nach
Bukareſt, reichlich abgedämpft, wie man ſagen muß, nach dem
vielen Eſſen und Tanzen, um hier die Gründung eines „
Inter=
nationalen Kritikerbundes” zu beſchließen, den hier= Verhältniſſe in der rumäniſchen Kritik geſtreift, die erſt jüngeren
zu erforderlichen Mitgliedsbeitrag für das Jahr feſtzuſetzen und Datums und in der Oeffentlichkeit nicht eben ſehr angeſehen
eine beſondere Kommiſſion mit der Beratung von Satzungen
zu betrauen.
Es ergab ſich natürlich die Frage, wozu nach ſo vielen,
internationalen Zuſammenſchlüſſen ſich nun auch die Herren von
der kritiſchen Feder zu einem internationalen Block
zuſammen=
tun müßten? Und da erfuhr man, daß es mit der berühmten
„Freiheit der Kritik” gerade in den lateiniſchen Ländern noch
recht ſchlecht beſtellt iſt. So bildet beiſpielsweiſe, wie aus
ver=
ſchiedenen Unterhaltungen mit franzöſiſchen Kritikern zu
ent=
nehmen war, die franzöſiſche Kritik keine freie, ſebſtändige
Macht dem Theater gegenüber, ſondern ſie befindet ſich in
ziem=
lich großer Abhängigkeit von den geſchäftlichen Intereſſen der
großen Bühnen, vor allem natürlich der Privattheater.
Wird nämlich ein Stück auf einer franzöſiſchen Bühne
auf=
geführt und von irgendeinem Kritiker „verriſſen”, ſo entzieht
das Theater der betreffenden Zeitung einfach den Freiplatz. Nicht
genug damit, wird, aber noch der Kritiker vom Beſitzer des
Blattes dafür verantwortlich gemacht, daß es nun keine Berichte
Kritikus auch den Schaden auslöffeln, der ſeinem Verleger durch
den Entzug der bisherigen, im Inſeratenteil erſchienenen
Theaterankündigungen entſteht. Kommen nun ſolche „
Meinungs=
verſchiedenheiten” zwiſchen Theaterdirektion und Kritiker öfters ſolchen literariſch und künſtleriſch oft völlig wertloſen
Auf=
vor, dann wird der Kritiker gewöhnlich von ſeiner Zeitung nicht
eben in Gnaden entlaſſen und darf dann für ſeine Ueberzeugung
hungern. Es handelt ſich, wie man alſo ſieht, für die
fran=
zöſiſche Fachkritik um eine überaus wichtige
nationale Kritikervereinigung beitragen ſoll. Bei den diesbe= anders als — glänzend zu beſprechen. Wie man alſo ſieht, gibt
züglichen Verhandlungen konnten ſich die deutſchen
Kri=
tiker ſtolz in die Bruſt werfen und ſagen: „So ſind
gottſeidank bei uns in Deutſchland die Verhältniſſe nicht”, was
die Franzoſen und übrigen Lateiner (Italiener, Spanier und
Portugieſen) mit einer Träne im Auge zur Kenntnis nahmen.
Denn wenn es einmal mit einer deutſchen Bühne Krach gibt
und wenn dann, was ja ſchon öfters vorgekommen iſt, der
Frei=
platz entzogen wird, dann bezahlt ihn eben die Zeitung dem
Kritiker und wahrt ſomit die Unabhängigkeit und Freiheit ihres
Rezenſenten. Deshalb hatte auch für die deutſchen Kritiker und
die der germaniſchen Länder überhaupt der Bukareſter Kongreß, land und der Prinzeſſin Helene, der Mutter des jugendlichen
Die Sitafankräge.
Nach eineinhalbſtündigem Plädoyer ſtellte Oberſtaatsanwalt
Wolff folgende Strafanträge. Für die Angeklagten Polſter,
Na=
lewaja ſowie Zentner wegen ſchweren Landfriedensbruches acht
Monate Gefängnis, für die Angeklagten Wieſchalla und Nowak
je ſechs Monate Gefängnis, für die Angeklagten Totſada, Haupt
und Michalezyk je vier Monate Gefängnis und für den
jugend=
lichen Angeklagten Bernard zwei Monate Gefängnis, während
er für die übrigen Angeklagten Freiſprechung bzw. für den An=
Angeklagten Kaduk, der ſich ebenfalls in hervorragender Weiſe an
den Vorfällen beteiligt habe, mit Rückſicht auf 8 3 des
Jugend=
gerichtsgeſetzes eine Verwarnung beantragte. Soweit ſich die
An=
geklagten des ſchweren Landfriedensbruches ſchuldig gemacht
hätten, ſeien ihnen mildernde Umſtände zuzubilligen, da ſie
ſämt=
lich unbeſcholten ſeien und aus nationalem Uebereifer gehandelt
hätten. Auf der anderen Seite müſſe aber berückſichtigt werden,
daß das Verhalten der Angeklagten geeignet geweſen ſei, das
deutſche Anſehen und auch die Intereſſen unſerer Landsleute in
Polniſch=Oberſchleſien ſchwer zu ſchädigen. Aus dieſem Grunde
hält er die Milderung der Strafen bei Berückſichtigung der
mil=
dernden Umſtände nicht für angebracht.
Die arbeitsunfähige Arbeits=Konferenz.
Die 13. inkernakiongle Arbeitskonferenz
Die großen Schiffahrksländer auf der Konſerenz
nicht verkreien.
* Genf, 11. Oktober (Priv.=Tel.)
Eine große internationale Arbeitskonferenz von 250
Dele=
gierten aus 32 Ländern, zum Teil aus weit entlegenen
oſtaſia=
tiſchen oder ſüdamerikaniſchen Gegenden, wie China, Japan und
Venezuela, die gleich in ihrer Eröffnungsſitzung feſtſtellen muß,
daß ſie praktiſch aktionsunfähig iſt, gehört ſicher zu den größten
Ueberraſchungen des Genfer internationalen Lebens. Die 13.
internationale Arbeitskonferenz, die ſich programmäßig mit der
Durchführung des Achtſtundentag=Prinzips in der Seeſchiffahrt
und verſchiedenen anderen ſeemänniſchen, ſozialen und
Berufs=
fragen beſchäftigen ſoll und die in Genf durch den Leiter des
Internationalen Arbeitsamtes, Albert Thomas, eröffnet wurde,
mußte tatſächlich feſtſtellen, daß ſich die für die
Seeſchif=
fahrt wichtigſten Länder, nämlich Amerika,
England und auch Norwegen auf ihr nicht
ver=
treten laſſen. Die Konferenz repräſentiert ſomit nur ungefähr
40 Prozent der Welthandelstonnage, und die Beſchlüſſe dieſer
Rumpfkonferenz haben natürlich keine Ausſicht, allgemeine
Gül=
tigkeit zu erlangen.
Offene Kriſe.—der Haager Gerichtshof ſoll eingreifen.
Der ſonderbare Zuſtand, daß eine unter koſtſpieliger
Vor=
arbeit eingeleitete und aus allen Weltteilen beſchickte
internatio=
nale Arbeitskonferenz nicht aktionsfähig werden kann, weil die
Arbeitergruppe eines Landes, nämlich Englands, durch einen
Außenſeiter vertreten iſt, hat dazu geführt, daß ſich die 13.
In=
ternationale Arbeitskonferenz, die am
Donners=
tag in Genf eröffnet worden iſt, ſeit zwei Tagen in einer
offenen Kriſe befindet. Die Reeder=Gruppe, die am
Don=
nerstag ſchon erklärt hat, daß ſie an einer Diskuſſion über die
Tagesorönungsfragen nicht teilnehmen werde, ſolange nicht die
Vertrages durch einen Vertreter der repräſentativſten
eng=
liſchen Seeleute=Gewerkſchaft an den Verhandlungen teilnehmen,
hat es heute folgerichtig auch abgelehnt, ſich an den
Kommiſſions=
nalen Arbeitsamtes, die für die mangelhafte Vorbereitung dieſer
Konferenz, verantwortlich iſt, wird verſucht, einen
Ausweg dadurch zu finden, daß man den
ſtändi=
ein Rechtsgutachten über die Modalitäten der
Vertreter=Ernennung angeht. Dadurch würde die
gegenwärtige Konferenz jedoch praktiſch nicht arbeitsfähig
wer=
verlaſſen, ſofern die Vertreterfrage nicht unmittelbar auf Grund
ihres Entſchließungs=Entwurfes geregelt wird. Die
Arbeiter=
gruppe lehnt es ab, zu der Entſchließung Stellung zu nehmen.
Ebenſo macht ſich auch bei verſchiedenen Regierungsvertretungen
die Neigung bemerkbar, ſelbſt bei einem Ausſcheiden der Reeder
die Konferenz formal weiterzuführen.
Enkſcheideng über die Kriſe am Samskag.
Wie in ſpäter Abendſtunde verlautet, ſoll die Kriſe der 13.
Internationalen Arbeitskonferenz am Samstag entſchieden
wer=
den, nachdem heute beſchloſſen worden iſt, den
Reſolutionsent=
der nunmehr zur Gründung des internationalen Kritikerbundes
geführt hatte, nicht jene Bedeutung, die ihm von den Franzoſen
beigemeſſen wurde. Das ging ſchon aus der prozentualen
Be=
teiligung hervor, denn unter den 13 verſchiedenen Staaten, die
mit 36 Abgeſandten auf dem Kongreß vertreten waren, gab es
allein 10 Franzoſen.
In den Debatten des Kongreſſes wurden natürlich auch die
iſt. Dies rührt daher, daß in Rumänien das Theaterintereſſe
im breiten Publikum keine große Rolle ſpielt. Die hieſige
Theaterkritik erblickt ihre Aufgabe mehr darin, dieſen oder jenen
Schauſpieler bei ſeinem Fortkommen zu unterſtützen und dieſen
oder jenen meiſt befreundeten Autor zu loben, zumal die
In=
telligenzſchicht in dieſem Lande noch hauchzart und dünn iſt. Die
Intimität des öffentlichen und kulturellen Lebens, vor allem
aber die Tatſache, daß es in Rumänien keine reinen
Privat=
theater, ſondern nur von der Regierung
ſubventio=
nierte Theaterunternehmungen gibt, ſchränkt
natürlich den objektiven Wirkungskreis des rumäniſchen Kritikers
ſehr ein. Ueberdies gehört es in Bukareſt zur Gewohnheit, daß
allen „patriotiſchen” Theaterſtüchen, das heißt ſolchen, die von
einer anerkannten, politiſchen Größe ſtammen oder ein Thema
aus der Vergangenheit des rumäniſchen Volkes behandeln, die
denkbar größte Duldſamkeit entgegengebracht wird. Dieſes
Wohlwollen geht ſo weit, daß man auch Aufführungen von
töd=
mehr über dieſes Theater bringen kann, ja oft ſoll der arme licher Langeweile und entſetzlicher Bombaſtik mit Emphaſe zu
loben pflegt. Trotzdem es unter den rumäniſchen Kritikern
Prodan und Joſef Nadeide, ſo machen auch dieſe vor in ſchöner Mondesnacht) und ein ſprudelndes Finale, deſſen
führungen im königlichen Nationaltheater ihren Kotau. Einer,
der einmal heftig zu kritiſieren wagte, nämlich Camille Petrescu
vom „Argus”, wurde von dem Direktor der Zeitung Knall und
Fall entlaſſen, weil nach deſſen Meinung ein Rezenſent nicht das
Exiſtenzfrage, zu deren glücklicher Löſung die neue inter= Recht haben, eine Premiere des Bukareſter Nationaltheaters
es in Bukareſt, dieſem neuen Kulturzentrum des Balkans, noch
ganz eigenartige Anſchauungen über das Weſen und den Zweck
der Kritik.
Die Galavorſtellung im Nationaltheater zu Ehren der
aus=
ländiſchen Kritiker, bei der einzelne Akte aus repräſentativen,
nur eine recht mäßige Wirkung, zumal die rumäniſche Dra= daß es von den Herren Schnurrbuſch, Jaeger, Horn, Steinmar,
matik ſich auf einem bemerkenswerten Tiefſtand
befindet. Dagegen war das Feſtkonzert im Athenäum in
Gegen=
wart der Königin=Witwe Maria, der Exkönigin von Griechen=
wurf der Reedergruppe auf Klärung der Vertreterfrage der
eng=
liſchen Seeleute am Samstag in zwei öffentlichen Sitzungen zu
behandeln. Von dem Büro wird dabei ausdrücklich betont, daß
nur der Samstag der Beratung dieſes Entſchließungsentwurfes
gewidmet ſein ſoll, daß am Montag jedoch die eigentlichen
Arbei=
ten der Kommiſſionsberatungen beginnen ſollen. Ob dies mit
oder ohne Teilnahme der Reedergruppe geſchieht, wird die
Ent=
ſcheidung am Samstag ergeben müſſen. Zu dieſer Kriſe iſt im
Laufe des heutigen Nachmittags noch eine zweite getreten, da ſich
der Vertreter der italieniſchen Arbeitergruppen, der Präſident
des fasciſtiſchen Nationalverbandes der Seeleute, Jgino
Ma=
grini, unter Proteſt dagegen beſchwert hatte, daß die italieniſchen
Arbeiter in keine Kommiſſion aufgenommen wurden, obwohl ihr
Verband 70 000 italieniſche Seeleute umfaßt und die italieniſche
Regierung ſelbſt den Verband als repräſentative Vertretung
der italieniſchen Arbeiter anerkenne. — Die Arbeitergruppe hat
ihrerſeits mit einem Gegenproteſt geantwortet, in dem ſie dem
italieniſchen Vertreter unter Hinweis auf ſeine Zugehörigkeit
zur Fasciſtiſchen Partei das Recht ſtreitig macht, als Vertreter
der italieniſchen Seeleute auf der Arbeitskonferenz zu fungieren.
Die Baden-Badener Bank=Berhandlangen.
Das letzte Drittel des Statutenentwurfes der Bank für den
internationalen Zahlungsausgleich iſt im Rahmen der
allgemei=
nen Ausſprache durch den Organiſationsausſchuß in den
Vormit=
tagsverhandlungem in Angriff genommen worden. Man hofft in
Konferenzkreiſen, in den nächſten Sitzungen des Ausſchuſſes dieſe
Arbeiten vorläufig abzuſchließen und den Schwerpunkt der
Be=
ratungen in die Unterausſchüſſe verlegen zu können. Im Verlauf
der heutigen Beſprechung ſcheint ſich der Eindruck verſtärkt zu
haben, daß man gut tun wird, auch die einzelnen Beſtimmungen
des Statutes über Aufgaben und Zuſammenſetzung des
Direk=
toriums nicht zu eng zu faſſen, ſondern es dem Verwaltungsrat
der Bank oder — wie der Youngplan ſagt — dem Direktorium
zu überlaſſen, hier Endgültiges zu ſchaffen. In den früheren
Beſprechungen kam bezüglich des Aufgabenkreiſes der Bank zum
Ausdruck, daß man ſich mehr darauf beſchränken ſollte,
feſtzu=
legen, welche Geſchäfte die Bank nicht betreiben dürfe, im übrigen
aber der Praxis nicht vorzugreifen. Bezüglich des Direktoriums
wird man vorausſichtlich die Richtlinien des Youngplanes dahin
abändern, daß man für die einzelnen Gruppen der
Direktoriums=
mitglieder einen dreijährigen Turnus einführt, ſtatt des
vorge=
ſehenen fünfjährigen Turnus. Unter dieſe Gruppe fallen
be=
kanntlich die Gouverneure der ſieben garantierenden Notenbanken
nicht, da ſie ex ofſicio zum Direktorium bzw. Verwaltungsrat
ge=
hören. (Dieſer dreijährige Turnus bezieht ſich alſo auf
diejeni=
gen Direktoriumsmitglieder, die von den ſieben garantierenden
Ländern durch die Gouverneure der Landesnotenbanken geſtellt
werden.) Durch Verkürzung der Amtsdauer auf drei Jahre will.
man ſich die Möglichkeit einer Heranziehung der anderen Länder
für die Bankleitung offenhalten. Des weiteren will man in das
Statut Beſtimmungen aufnehmen, nach denen es nicht
erforder=
lich iſt, daß ſämtliche Direktoren ihren Wohnſitz in Europa haben.
Man will ſich damit begnügen, daß die vorausſichtlichen
ameri=
kaniſchen und japaniſchen Direktoren der Bank zum Beiſpiel im
Frühjahr bzw. Herbſt den Sitzungen des Direktoriums
beiwoh=
nen. Behandelt wurde ſchließlich die Zuſammenſetzung des
ge=
ſchäftsführenden Ausſchuſſes der Bank, dem die Funktionen der
eigentlichen Bankdixektoren zu übertragen ſind. Es iſt nicht
aus=
geſchloſſen, daß man trotz der freien Beſtimmungen, die der
Youngplan dafür vorſieht, es dem Direktorium überläßt, die
Vorſchriften für den Aufgabenkreis des geſchäftsführenden
Aus=
ſchuſſes feſtzulegen.
Königs Mihai, wirklich repräſentativ und
impo=
ſant, nicht nur aus dem Grunde, weil die Muſik infolge ihrer
internationalen Sprache auch für die fremden Gäſte einen
ver=
ſtändlichen Genuß bot, ſondern weil die Darbietungen ein
über=
raſchend großes, künſtleriſches Niveau aufwieſen. Sieben
rumä=
niſche Komponiſten, Stan Goleſtan, George Enescu, Noua
Otescu, Alfred Aleſſandrescu, Michael Andrico,
M. Mihalovici und Michel Jora ſtellten ſich mit
beachtens=
werten Werken der internationalen Muſikkritik vor. Immer wieder
brach die uralte, rumäniſche Weiſe durch, die ſtarke und reiche
Muſikalität dieſes Volkes kennzeichnend, das in ſeinen
melo=
diöſen, meiſt melancholiſchen Liedern ſeine ganze Seele
aus=
ſtrömt. Jedes neue Motiv ſetzt intereſſanterweiſe mit einem
klagenden Hornton ein und endigt mit einem jähen
Paukenſchlag. Georgescu, Rumäniens bedeutendſter
Dirigent, bewährte ſich hier wieder als leidenſchaftlicher Interpret
ſeiner komponierenden Landsleute.
Schnurrbuſch=Quarkekt.
Allerhand Schönes verſpricht das Quartett in ſeinen vier
diesjährigen Veranſtaltungen. Von Dittersdorf bis Hindemith
iſt ein weiter Weg, und anderthalb Jahrhundert Kammermuſik
am Ohr vorüberziehen zu hören, iſt intereſſant genug. Hoffen
wir, daß alle Abende unter gleich günſtigem Sterne ſtehen wie
der geſtrige erſte. Ein Es=Dur=Streichquartett von Carl v.
Dit=
tersdorf machte den Anfang; knapp, klar und einfach in Gedanken
recht gebildete und geiſtreiche Köpfe gibt, wie etwa Paul und Aufbau, hat es ein liebliches Andante (wohl ein Ständchen
erſtes Thema durch die plötzliche Unterbrechung apart und
origi=
nell wirkt, und das das ganze Opus lebendig beſchließt.
Liebe, volkstümliche Themen beherrſchen das nachher
ge=
ſpielte Opus 76 Nr. 5 von J. Haydn; der erſte Satz, namentlich
aber das Largo heben an wie ein Schubertſches Volkslied; auch
der Schluß des Largo dürfte in ſeinem ſüßen, weichen
Verklin=
gen von Schubert ſein. Das Trio des Scherzos haftet beſonders
im Ohr (Cello), und ungemein fröhlich beſchließt dann ein
Dudelſackpreſto das reizvolle Werk.
Den Schluß machte Mozarts C=Dur=Streichquintett; ſeinem
Ruhme, zu den bedeutſamſten Eingebungen ſeines Schöpfers zu
rumäniſchen Stücken zur Aufführung kamen, erzielten daher auch gehören, läßt ſich nichts Neues hinzufügen. Freuen wir uns,
Klammer in ſo leuchtend klarer Weiſe, anmutig, klangſchön und
innig gebracht wurde. Im vielbewunderten Andante klangen
Schnurrbuſchs Geige und Horns Viola ganz prachtvoll. Das
O.
Puhlikum war dankbar und beifallsfreudig.
Seite 4
Samstag, den 12. Oktober 1929
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Vortragsabend des Alice=Frauen=Vereins.
Vierter Abend.
Wie an den vorhergehenden, ſo hatten ſich auch an dieſem (letzten)
Abend der Vortragsreihe, die der Alice=Frauen=Verein veranſtaltete,
eine große Anzahl von Hörerinnen eingefunden. Waren die
voran=
gegangenen Vorträge mehr auf das Sachliche eingegangen und hatten,
indem ſie zur Hygiene des Wohnungsweſens und des Sports, ſowie im
allgemeinen zur Volksgeſundheit und ihren Bedingungen Stellung
nahmen, Wertvolles geboten, ſo befaßte ſich der Vortrag, den Frau
M. von der Glan hielt, mit: Der Frau als Hüterin von Sitte
und Sittlichkeit. In ſehr ſtarker Weiſe wurde hier gegen die Auswüchſe
der Frauenemanzipation Stellung genommen; es wurde kritiſiert, daß
in dem Beſtreben, die Jugendlichkeit zu erhalten — zu forcieren, ſagte
die Rednerin —, der Vegriff für das allgemein Wichtige des Alters
verloren gegangen ſei. Die Natur habe ſchließlich nicht überſchreitbare
Grenzen geſetzt und — hier kann ſicher Widerſpruch nicht erhoben
werden — dieſe Grenzen werden auf die Dauer reſpektiert werden
müſ=
ſen. Es fehle unſerem Volt an Großmüttern: in dieſem Satz gipfelte
dieſer Teil der Ausführungen Frau von der Glans; eine zwar ſtark
pro=
nonzierte, ſicher aber bemerkenswerte Aeußerung. — Im Gegenſatz zu
einer gehirnlichen Ausbildung der Frau wurde die Forderung der
Aus=
bildung der Gemütswerte verlangt, und in dieſem Zuſammenhange
wurden ſehr klug und warm manche Dinge gefordert, die auch uns
durchaus wünſchenswert erſcheinen. Wenn bei der Frage der
Mutter=
ſchaft und ihrer Vermeidung durch weite Frauenkreiſe gar, zu leicht
über die ökonomiſchen Bedingungen und Nöte unſerer Zeit
hinweg=
gegangen wurde, wenn vor allem nicht der Widerſpruch aufgedeckt
wurde, der darin liegt, einerſeits eine vermehrte Kinderzahl zu fordern
und andererſeits zu verlangen, daß die Frau aus dem Berufsleben
mehr ſich zurückziehe, ſo muß demgegenüber darauf hingewieſen werden,
daß nur eine ſtationäre Bevölterung (bei einem dem derzeitigen ent=
Eeienden unferfachungen dei ſächtiſcen cteiäandes ensfſeie At.
Necht wurde darauf hingewieſen, daß auch früher ſoziale Mißſtände
beſtanden hätten und daß bei größerer Sparſamkeit heute manches
ge=
beſſert werden könnte. Vor allem wurde in dieſem Zuſammenhange
gegen den überſtarken Konſum an Alk=hol und Tabat erinnert. Es
wurde in erfreulicher Weiſe eine Ueberbrückung der ſozialen
Gegen=
ſätze gefordert und verlangt, daß das Deutſchtum ſeine ſpezifiſchen
Kräfte wieder in größerem Umfange entfalte — In einem weiteren
Abſchnitt ihrer Unterſuchungen befaßte ſich die Rednerin mit dem
Pro=
blem der Ehe und polemiſierte ſehr ſtark gegen das bekannte Buch
Ben Lindſehs: Die Kameradſchaftsehe. Uns will ſcheinen, als ob die
Rednerin dem ſehr ehrlichen und ſtarken Wollen dieſes in ſeiner
Per=
ſönlichkeit und ſeinem perſönlichen Wirken außerordentlich
ſympathi=
ſchen Amerikaners nicht ganz gerecht ward. Auch die von ihr angezogene
amerikaniſche Kritik, und ſelbſt die Tatſache, daß er um ſeines Wirkens
willen ſeine Stellung in Denver eingebüßt habe, kann uns nicht davon
überzeugen. Die Kunſt, und vornehmlich die Baukunſt ſei Spiegelbild
der Volksſeele, meint die Nednerin weiterhin und weiſt mit großer
Entſchiedenheit auf die vollkommene Ausdrucksloſigkeit und
Protzen=
haftigkeit der Baukunſt um die 80er und 90er Jahre des vergangenen
Jahrhunderts hin. Vielleicht hätte doch darauf verwieſen werden
kön=
nen, daß unſere heutige Architektur mit Erfolg bemüht iſt dieſe
Schä=
den zu verbeſſern, woraus doch auf die ganze ſeeliſche Struktur der
Jetztzeit Schlüſſe gezogen werden könnten, die nicht derart peſſimiſtiſch
zu ſtimmen brauchen, wie es manchmal den Anſchein hat. — Sicher
war es notwendig, auf die Literatur unſerer Zeit einzugehen und
dar=
auf hinzuweiſen, daß vieles, was von einem haltloſen und
lebensfrem=
den Literatentum geſchrieben wurde, abzulehnen ſei, zumal gar zu oft
der Eindruck nicht loszuwerden iſt, als ſei nur auf den erotiſchen Effekt
hingearbeitet. Daß aber in dieſem Zuſammenhange ausgerechnet und
mit mehrfach betontem Nachdruck das Buch von Remarque „Im Weſten
nichts Neues” als eine — wörtlich — Schweinerei bezeichnet wurde,
muß auch den mindeſtens ſehr befremden, der in dieſem Buche nicht
das Kriegsbuch ſieht und der ſich wohl bewußt iſt, daß in ihm allzu
ſehr das Negative betont iſt. Der gewiſſenhafte Berichterſtatter darf
anch nicht verſchweigen, daß die Rednerin an dieſer Stelle von heftigem
Scharren unterbrochen wurde und daß eine Anzahl von Hörerinnen
pſtentativ den Saal verließen.
Wenn ſo dieſer letzte Vortrag nicht in dem Sinne voll befriedigte,
wie das die vorhergehenden in geradezu vorbildlicher Weiſe getan
haben, ſo liegt das zum Teil daran, daß über das Thema „Die Frau
als Hüterin der Sitte und Sittlichkeit” heute nur ſchwer geſprochen
werden kann, weil jeder, der in irgend einer Weiſe gegen die heutigen
Tatbeſtände — mögen ſie noch ſo verworren und unberechtigt ſein —
Stellung nimmt, ſich in den Geruch des Reaktionärſeins ſetzt. Der
Vor=
trag verſuchte, aus einer vollkommen ablehnend=reaktionären Haltung
zu einem geſunden Konſervatismus zu kommen. Wenn ihm das nicht
vollkommen gelungen iſt, ſo dient die außerordentliche Schwierigkeit
und die Komplexität des Stoffes — der an einem Abend ſchwerlich
vollſtändig behandelt werden kann — als hinreichende Entſchuldigung.
sehl.
— Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt am Sonntag um 11.
und 11,30 Uhr vormittags und an allen Wochentagen um 11 und 11.30
Uhr vormittags und 3 und 3,30 Uhr nachmittags.
— Sonatenabend Edmund Weyns. Den muſikaliſchen Kreiſen
unſerer Stadt dürfte es von großem Intereſſe ſein, zu hören, daß
Edmund Weyns. zur Zeit erſter Konzertmeiſter am Staatstheater in
Wiesbaden, im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters einen
So=
natenabend gibt. Am Klavier die hervorragende Pianiſtin
Jeanne Faſpar, die ſich vor einem Jahre außerordentlich günſtig
eingeführt hat.
— Verein der Freunde des Heſſiſchen Landestheaters E. V. Der
Verein teilt mit, daß die für nächſten Montag, den 14. d. M., abends
8 Uhr, in Ausſicht genommene Mitgliederverſammlung, in welcher Herr
Generalintendant Proß. Gbert ſprechen wird, am Mozartſaal,
Schul=
ſtraße 8, ſtattfindet. Der Verein macht wiederholt darauf aufmerkſam,
daß Gäſte durch ſeine Mitglieder eingeführt werden können.
— Hiſtoriſcher Verein. Der erſte Vortrag dieſes Jahres findet
in Gemeinſchaft mit der Heſſiſchen familiengeſchichtlichen Vereinigung
am Montag, den 14. Oktober, abends 6 Uhr, im Nealgymnaſium ſtatt.
Pfarrer Otto Sartorius aus Dankelshauſen in Hannover wird
ſprechen über „Luther und ſeine Familie in vier
Jahr=
hunderten”, Pfarrer Sartorius, ſelbſt ein Nachkomme Luthers,
iſt in langjährigen Forſchungen den Nachkommen Luthers nachgegangen
und hat 646 lebende Vachkommen des Reformators ermittelt. Ueber
ſeine Forſchungen hat er ein Buch geſchrieben und in zahlreichen
Städten, z. B. Hamburg, Dresden, Leipzig uſw., geſprochen. Der
Vor=
trag wird mit Lichtbildern erläutert werden.
— Bücherſtube Alfred Bobenheimer. Am Sonntag, 13. Oktober
bleiben die Räume der Bücherſtube für den Beſuch der Graphik=
Aus=
ſtellung von Alfred Springer von 11—13 Uhr geöffnet.
— Feier der Fünfzigjährigen. Am Samstag, 5. Oktober, hielten
die 50jährigen Kameraden der Ballonſchule (Entlaſſungsjahr 1893) ihre
gemeinſame Geburtstagsfeier und gleichzeitige Wiederſehensfeier im
„Bürgerhof” ab. Der Geſangverein „Konkordia” brachte in
muſter=
gültiger Weiſe einige Chöre zu Gehör, die großen Beifall fanden. Nach
der Feier hielt der anſchließende Tanz die Kameraden bis in die
frühe Morgenſtunde zuſammen. Es wird jedem Kameraden ein
Gedenk=
tag für ſein Leben bleiben.
Samstag, den 12. Oktober 1929
Seite 5
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landeskheakers.
vom 13. bis 20. Oktober 1929.
Großes Haus.
Sonntag, den 13. Oktober. Anfang 18 Uhr, Ende 22½ Uhr. E.4.
„Lohengrin”. Oper von Richard Wagner. Preiſe 120
bis 12 Mk.
Montag, den 14. Oktober. Keine Vorſtellung.
Dienstag, den 15. Oktober. Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. A 6.
„Othello”, Oper von Verdi. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Mittwoch, den 16. Oktober. Anfang 20 Uhr, Ende 22½ Uhr. B 5.
„Die Dreigroſchenoper” von Bert Brecht, Muſik von
K. Weill. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Donnerstag, den 17. Oktober. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. B5.
„Amphitryon” Schauſpiel von Kleiſt. Preiſe 1—10 Mk.
Freitag, den 18. Oktober. Anfang 20 Uhr, Ende 22½ Uhr. D 5.
„Neues vom Tage”. Luſtige Oper von Paul Hindemith.
Preiſe 1 bis 10 Mk.
Samstag, den 19. Oktober. Anfang 20 Uhr, Ende 22½4 Uhr.
L 6: 8, Gruppe 1—4 (Darmſtädter Volksbühne). „Die
Dreigroſchenoper”, von Bert Brecht, Muſik von
K. Weill. Preiſe 1 bis 10 Mk.
Sonntag, den 20. Oktober. Anfang 19 Uhr, Ende 22 Uhr. G 2,
Gruppe 1—4 (Darmſtädter Volksbühne). „Der fliegende
Holländer”. Oper von Wagner. Preiſe 1,20 bis 12 Mk.
Kleines Haus.
Sonntag, den 13. Oktober. Anfang 20 Uhr, Ende 21½4 Uhr.
Zu=
ſatzmiete lo. „Der Herr ſeines Herzens”. Schauſpiel
von Paul Raynal. Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
Montag den 14. Oktober. Anfang 16 und 20 Uhr.
Kultur=
filmbühne. Preiſe 0,80 bis 2 Mk.
Dienstag, den 15. Oktober. Anfang 16 und 20 Uhr.
Kultur=
filmbühne. Preiſe 0.80 bis 2 Mk.
Mittwoch, den 16. Oktober. Anfang 16 und 20 Uhr.
Kultur=
filmbü hne. Preiſe 0,80 bis 2 Mk.
Donnerstag, den 17. Oktober. Anfang 19½ Uhr, Ende 22 Uhr.
Zuſatzmiete IIIz. „Der Poſtillon von Lonjumeau”.
Komiſche Oper von Adam. Preiſe 1,50 bis 7,50 Mk.
Freitag, den 18. Oktober. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. R 2,
Gruppe 1—4 (Darmſtädter Volksbühne). „Der Heſſiſche
Landbote”, Schauſpiel von Walter Gruber. Preiſe
1.20 bis 6 Mk.
Samstag, den 19. Oktober. Anfang 19½ Uhr, Ende 22½ Uhr.
Volksvorſtellung. „Der Waffenſchmied”. Komiſche
Oper von Lortzing. Preiſe 1, 2, 3 Mk.
Sonntag, den 20. Oktober. Anfang 20 Uhr, Ende 22½ Uhr,
„Die verborgene Aehnlichkeit” von R. Wünzer
und P. Wagner. Dargeſtellt von der Heſiſchen
Spielgemein=
ſchaft. Preiſe 1, 2, 3 Mk.
Für den Herrn:
Unterzeage
für Herbst und Winter in Plusch, Normal,
reiner Wolle, auch für extra starke Herren.
L. B. O.-Socken — reine Wolle.
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Heiger & Günther Nachf.
Ludwigstr. 17. Das führende Spezialhaus für Herrenmoden
(16040
— Heſſiſches Landestheater. Die „Dreigroſchenoper” von
Brecht und Weill wird heute Samstag, 20 Uhr, im Großen Haus mit
den Kräften der erfolgreichen Erſtaufführung in Szene gehen. (Miete b.
Gruppe 1—4, Darmſtädter Volksbühne.)
Im Kleinen Haus findet heute Samstag 19.30 Uhr, die erſte
Wie=
derholung der beifällig aufgenommenen komiſchen Oper „Der
Poſtil=
lon von Lonjumeau” von Adam, in Szene geſetzt von Friedrich
Ammermann, muſikaliſche Leitung: Carl Bamberger, ſtatt. In den
Hauptrollen: Hoefflin a. G., Walter, Kuhn, Vogt und Ney. (Miete I.)
Morgen Sonntag, 18 Uhr gelangt zum erſten Male in dieſer
Spielzeit im Großen Haus Richard Wagners Oper „Lohengrin”.
in Szene geſetzt von Renato Mordo (Bühnenbilder: Lothar Schenck
von Trapp) unter muſikaliſcher Leitung von Dr. Karl Böhm, zur
Auf=
führung. Als Lobengrin gaſtiert Hans Joachim Sattler vom
Stadt=
theater Barmen=Elberfeld, als Telramund Albert Lohmann vom
Stadt=
theater Zürich. Die übrigen Hauptrollen ſind mit Theo Herrmann
(Heinrich), Anny von Stoſch (Elſa von Brabant), Elſa Varena (Ortrud)
beſetzt. (Miete B.)
Paul Rahnals Schauſpiel „Der Herr ſeines Herzens”
kommt morgen Sonntag, 20 Uhr, im Kleinen Haus mit der
erfolg=
reichen Premierenbeſetzung (Nürnberger, Hinz, Flemming, Mosbacher)
zur Wiederholung. (Zuſatzmiete I.)
Warkäumnn Lin mint
die Winter-Ausgabe des Darmstädtet
Fahr-
planbuch zu kaufen. Erhältlich in den
Buch-
handlungen, Kiosken, Bahnhofs-
Buchhand-
lungen, der Geschäftsstelle, Rheinstr. 23, und
bei den Agenturen des Darmstädter Tagblatts.
Preis 80 Pfennig.
— Der Bundestag des Bundes Alter Herren der Höheren
Landes=
bauſchule Darmſtadt (Mitglied des Deutſchen Bauſchulbundes) findet
am 12. und 13. Oktober zu Darmſtadt ſtatt. Die ordentliche
Hauptver=
ſammlung am 12. Oktober im Fürſtenſaal (Grafenſtraße 18), die
öffent=
liche Tagung am 13. Oktober, in der Aula der Höheren
Landesbau=
ſchule (Neckarſtraße Nr. 3). Bei der öffentlichen Tagung ſpricht Herr
Patentanwalt Dipl.=Ing. Weihe=Frankfurt a. M. über das Thema:
„Kulturaufgaben des deutſchen Technikers”. Auf dieſen Vortrag wird
beſonders hingewieſen.
Sieſenant Getenkfeier in 19.5.
Die Altherrenſchaft der Ortsgruppe Darmſtadt im A. D.B.
veran=
ſtaltete im Hauſe der Burſchenſchaft Gothia mit der Aktibitas der
Burſchenſchaften Gothia und Rugia eine eindrucksvolle und würdige
Streſemann=Gedenkfeier. Trotz der Semeſterferien war die Beteiligung
der alten Herren mit ihren Damen und der Aktivitas ſehr ſtark. Die
Chargen waren in Wichs erſchienen. Unter den Ehrengäſten
bemerkte man Miniſterialrat Wagner. Das Bild des verſtorbenen
Außenminiſters, des treuen Bundesbruders im A.D.B., war pietätvoll
mit ſchwarzem Flor umrahmt. Kerzenbeleuchtung auf den langen
Ta=
feln geſtaltete die Gedenkfeier zu einer Weiheſtunde beſonderer Art.
Außer den beiden Darmſtädter Burſchenſchaften hatten ſich Vertreter
der Burſchenſchaften Rheno=Cheruscia Frankfurt, Normania
Heidel=
berg und Wasgau Freiburg (früher Straßburg) eingefunden.
Der Präſidenr der A.H., Baurat Günther, begrüßte in
war=
men Worten die Anweſenden und wies kurz auf die Bedeutung der
Gedenkfeier hin. Nach dem allgemeinen Geſang des fünften Verſes
des Liedes „Vom hohen Olymp” brachte Fräulein Thümmel und
Herr Andrä ein Muſikſtück ſtimmungsvoll zu Gehör. A.H.
Ober=
ſtudiendirektor Profeſſor Günther hielt die Gedenkanſprache, in der
er an die tiefe Trauer erinnerte, die bei dem plötzlichen Hinſcheiden
des deutſchen Reichsaußenminiſters Dr. Streſemann die ganze Welt
erfaßte. Aber nicht nur des großen Staatsmannes wolle man heute
gedenken, ſondern des treuen Bundesbruders. Im Sommerſemeſter
1897 wurde Streſemann bei der Burſchenſchaft Neogermania=Berlin
aktiv und wurde bald Erſtchargierter. Einige Semeſter ſpäter
präſi=
dierte er bei der Bundestagung des A.D.B. in Berlin. Kaum zwanzig
Jahre alt, war er führend im Bunde und trat mit der ihm eigenen
Energie, dank ſeiner hervorragenden Rednergabe und
Führereigen=
ſchaften entſcheidend für die Belange des Bundes ein. Klar waren
ſeine Richtlinien für den Bund, den er zu ſeiner heutigen Größe führte
und der immer weiter wächſt. Diſziplin verſtand er mit
liebenswürdi=
ger Bundesbruderſchaft zu verbinden zum Segen der dem Bunde
an=
geſchloſſenen Burſchenſchaften. Und eigenartig iſt heute die Parallele
zu ziehen, wie Streſemann ſchon in jungen Jahren durch ſeine ſtarke
Perſönlichkeit die Erhaltung und Erſtarkung des A.D.B. in einer
Kri=
ſenzeit erreichte, wie er ſpäter als Staatsmann die Errettung
Deutſch=
lands aus ſchwerſter Not durchſetzte. Streſemann war ſpäter aktib
bei der Burſchenſchaft Sueſia=Leipzig. Wie er ſtets die Treue
gehal=
ten hat, ſo werden auch der Bund und alle, die ihm angehören,
ewige Treue halten. A.H. Baurat Günther dankte ſeinem
Bundes=
bruder für die treffenden Worte, die er für den Verſtorbenen fand,
und beleuchtete ſeinerſeits nochmals den lauteren Charakter
Streſe=
manns, deſſen heiße Liebe und Aufppferung für ſein deutſches
Vater=
land aus ſeinen Neden und Taten zu erkennen war. Mit einem
ernſten Muſikſtück und dem Weihelied, dem Lieblingslied Dr.
Streſe=
manns, wurde die Gedenkfeier geſchloſſen.
— Evangeliſcher Bund. Der Zweigverein Darmſtadt hat an jedem
zweiten Montag im Monat im „Prinz Karl” in der Schulſtraße einen
geſelligen Abend für alle Mitglieder zu gegenſeitigem
Kennen=
lernen und zur Ausſprache. Es wird jedesmal über beſtimmte
Vor=
kommniſſe aus dem Leben in Stadt und Land geſprochen werden. Wir
bitten die Mitglieder, zahlreich am kommenden Montag zu erſcheinen.
Auch über das Feſtſpiel wird Näheres zu erfahren ſein.
— Petrusgemeinde. (Männervereinigung.) Eine Weihe= und
Feierſtunde durften die zahlreichen Zuhörer in der letzten
Mo=
natsverſammlung der Männervereinigung erleben. Herr Pfarrer
Vogel ſprach über das Thema „Ein Gang über den Friedhof zu
Weimar”. Indem der Redner ſeine Zuhörer in feſſelnder Weiſe in
Gedanken an die Gräber der auf Weimarer Friedhöfen ſchlummernden
berühmten Männer und Frauen führte (Namen zu nennen, iſt hier
überflüſſig), erweckte er durch ſeine Ausführungen die längſt
Dahin=
geſchiedenen gleichſam wieder zum Leben, würdigte ihr Verdienſt,
ſchil=
derte ihre Beziehungen zu anderen berühmnten Zeitgenoſſen und gab
reizvolle Einzelzüge, die ein wirkſames Licht zur Beurteilung der von
der Nachwelt oft verzerrten Eigenart gewiſſer Perſonen darboten.
Lau=
ter Beifall dankte Herrn Pfarrer Vogel für die Erhebung, die er ihnen
durch ſeine Worte zuteil werden ließ. Zur Vertiefung der Stimmung
trugen die künſtleriſchen Darbietungen des Streichquartetts bei,
be=
ſtehend aus Herrn Karl Cauer (1. Geige), Fräulein Hildegard
Finger (2. Geige), Herrn Brunv Oelsner und Herrn Walter
Pfaff. In fein abgetöntem, ſich gegenſeitig anpaſſendem
Zuſammen=
ſpiel brachten die Künſtler die Wiedergabe von drei Kompoſitionen
Haydns: 1. Andante, 2. Adagio (aus dem Lerchenquartett), 3.
An=
dante grazioſo. Wo Cello und 1. Geige mehr als Soloſtimmen
her=
vortraten, zeigten ſie ſichere und ausdrucksvolle Beherrſchung dieſer
Inſtrumente durch ihre Spieler. Beifall und Dank der Zuhörer waren
lebhaft und herzlich. Die jungen Künſtler dürfen des Bewußtſeins ſich
freuen, daß ſie einer wertvollen Sache einen würdigen Rahmen
ge=
geben und hierdurch mit dazu beigetragen haben, daß dieſe
Monats=
verſammlung der Männervereinigung noch lange im Herzen ihrer
Be=
ſucher nachklingen wird.
— Stadtmiffion. Am kommenden Sonntag, 13. Oktober, führt der
Heſſiſche Landesverein für Innere Miſſion im großen Saale der
Stadt=
miſſion, Mühlſtraße 24, den hochwertigen Kulturfilm „Wunder der
Schöpfung” vor. Der erſte Teil des Films macht mit der
Entwick=
lung der Weltanſchauung bekannt, die die Zuſchauer über Ptolomäus,
Kopernikus, Kepler u. a. bis zu Einſtein und ſeiner Relativitätstheorie
führt. Der zweite Teil, „Der nächtliche Himmel”,
veranſchau=
licht den Mond, die Planeten und die bekannteſten Sternbilder.
Außer=
ordentlich lehrreich behandelt der dritte Teil das Geſtirn des
Tages. Er unterrichtet über alles Weſentliche, das mit Hilfe der
Spektralphotographie bisher über unſere Sonne erforſcht worden iſt.
Im vierten und fünften Teil des überaus reichhaltigen Filmes wird
in einem Phantaſie=Naumſchiff eine hochintereſſante Reiſe zum Mond,
zu den Planeten und ſchließlich durch die ganze Sternenwelt dargeſtellt.
Der Schlußakt „Werden und Vergehen im Weltenraum” zeigt, auf
welche Weiſe wahrſcheinlich die Weltkörper entſtanden ſind und wie der
Untergang der Erde ſich vollziehen wird.
— Martinsgemeinde. Der Kirchengeſangverein der
Mar=
tinsgemeinde hält am Samstag, den 12. Oktober, einen
Werbe=
abend ab. Trotz des freien Eintritts werden ſehr beachtliche
muſi=
kaliſche Leiſtungen geboten. Unter der Leitung von Profeſſor Noack
wird der Kirchenchor die Kantate „Phariſäer und Zöllner” von Schütz
zu Gehör bringen. Ferner wird er die Kantate „Nun lob mein Seel”
von J. S. Bach vortragen. Volkslieder und Sologeſänge
bervollſtän=
digen das Programm. Der Abend findet im Gemeindehaus,
Liebfrauen=
ſtraße 6, ſtatt.
— Methodiſtengemeinde. Am Sonntag, 13. Oktober, wird laut
An=
zeige die Methodiſtenkirche hier, Wendelſtadtſtraße 38, die Einweihung
ihres neuen Gottesdienſtlokales haben. Das Programm nennt zwei
beachtenswerte Vorträge über die aktuellen Themen: „Unſeres Volkes
Not und Rettung” und „Unſeres Lebens Not und Rettung” Erſteren
hält Seminarlehrer E. Sommer M. A. vom Prebigeyſeminav der
Methodiſtenkirche in Frankfurt a. M., letzteren Diakomiſſeninſpektor C.
Döbereiner aus Frankfurt a. M. Für den Abend iſt noch ein
Licht=
bildervortrag von Seminarlehrer Sommer vorgeſehen, den er auf
ſei=
ner Inſpektionsreiſſe durch Perſien im Auſtrage der Orient=Miſſion im
Jahre 1977 zuſammenſtellte. Die Mitteilungen dieſes Kenners der
orientaliſchen Verhältniſſe (er war vor dem Kriege längere Jahre
Miſſionslehrer in Armenien) über die Ausſichten des Ghriſtentums in
jenen großen Ländergebieten dürſten weite Kreiſe intereſſieren.
— Kathol. Kirchenchor St. Martin und St. Marien. Es wird
hier=
mit nochmals auf das am Sonntag, 13. Oktober, im Chauſſehaus
ſtatt=
findende Konzert zum Beſten der Barmherzigen
Schweſtern hingewieſen. Karten ſind am Sagleingang noch zu
erhalten.
— Hohes Alter. Am 13. Oktober begeht bei beſter Geſundheit und
noch vollkommen körperlicher Rüſtigkeit der Privatier Phil. Hirſch
hier, Kranichſteiner Straße 44, ſeinen 80. Geburtstag.
Wer slusseilesltenshrehr Kinder katen mitt
befolge den Rct einer Mütter,die uns schreißt: ( Mün da Pir maun lee Mr Mkaskittere Hah man
AMMufiche at mer Misnte Knnas dachhe Has
zufipf WMe (ae W MM. Main Mar Mätan Mhn Haun Hia
Machr /4 Mm Wahna as Hßu baaalsste wrutsfe"
1 Pfund 55 Pfennig
Jabeenitne win BrchennPacn!
Daher nur,Seeligs kandierten Kornkaffee" das gesunde deutsche Familiengetränk
Seite 6
Samstag, den 12 Oklober 1929
Nummer 253
* Fahrk des Hiſtoriſchen Vereins nach Ladenburg.
Eine ſtattliche Zahl von Teilnehmern, auch von auswärtigen
Mit=
gliedern, fand ſich zuſammen. Auf der Fahrt ſtellte ſich geſprächsweiſe
heraus, daß die meiſten noch nie in dem Städtchen drin waren, obgleich
ſie das Jahr ſo oft daran vorbeifahren.
Gleich am Bahnhof war ſchon etwas zu ſehen. In der Südwand
des Stationsgebäudes ſtecken nämlich noch Kugeln von dem Gefecht
zwi=
ſchen den badiſchen Freiſcharen gegen die ſiegreichen heſſiſchen und
mecklenburgiſchen Truppen am 15. Juli 1849. Am Ortseingang wurden
wir von dem Vorſitzenden des Mannheimer Altertumsvereins, Profeſſor
Dr. H. Gropengießer, dem genaueſten Kenner Ladenburgs,
be=
grüßt und gleich ein kurzer Ueberblick gegeben. In Ladenburg, einer
keltiſchen*) Anſiedlung, wird von den Römern als ſtrategiſch wichtiger
Punkt in Veſpaſians Zeit am alten Neckarübergang ein Kaſtell
ange=
legt. Viel umſtritten iſt lange Zeit der Lauf des Neckars nach Norden
am Gebirgsrand hin mit der Mündung in der Gegend von Trebur
ge=
weſen. Aber die Feſtſtellung der Neckarſchotter weit nach Norden hat
hier Klarheit geſchaffen. Die weiteren Schickſale des Orts werden
wir=
weiter unten bringen. Auf dem zugeſchütteten alten Wallgraben gingen
wir nach dem einzig noch erhaltenen Martinstor, das mit einer alten
Darſtellung des Heiligen geſchmückt iſt. Vor dieſem, in dem
Laden=
burger Friedhof, ſtand bis zum 30jährigen Kriege die Martinskirche,
vielleicht eine Gründung von Bonifatius. Unter der jetzigen Oberfläche
fand ſich das Straßenpflaſter einer römiſchen Straße. Bei dem
Um=
gang kamen wir nun zu der Hauptkirche, der St. Galluskirche,
und hier trafen wir zu dem bemerkenswerteſten römiſchen
Baudenk=
mal, einer großen, dreiſchiffigen Baſilika, einer Halle zu Handels=
und Wirtſchaftszwecken. In neuerer Zeit ſtieß man 3,5 Meter unter
dem Oſtpfeiler der Kirche auf römiſches Mauerwerk und konnte den
Grundriß genau verfolgen. Die Zeit des Baues iſt um 213 anzuſetzen.
und iſt wahrſcheinlich nicht vollendet worden infolge der
hereinbrechen=
den Stürme. Sie zeigt die Bedeutung von Ladenburg als römiſche
Provinzſtadt und dem blühenden Leben dieſer Zeit. Um nun in
roma=
niſcher Zeit auf dieſem Platz eine Kirche bauen zu können, füllte man
wahrſcheinlich den Boden auf und baute darauf die romaniſche Kirche,
von der die Krypta aber glücklicherweiſe erhalten blieb. In ihr ſind
Fresken noch ziemlich gut erhalten, die vier Evangeliſten u. a. Auf
kieſer wurde nun ein aus dem Zehnneck konſtruierter gotiſcher Chor
von prächtiger Wirkung erbaut. Als Baumeiſter dieſer gotiſchen Periode
war in einer ſeither verſchwundenen Inſchrift genannt Ludolf von
Freudenheim, geſt. 1446. An der Nordſeite der Kirche iſt die ſehr
ſchöne Sickinger Kapelle angebaut. Darin iſt der Grabſtein des
Hans von Sickingen und ſeiner Ehefrau. Von dieſem ſtammt
1513 eine Stiftung, wonach von ſeinem Gut jede Woche ein Malter zum
Brotbacken für die Armen geliefert werden ſollte. Dieſe Stiftung
be=
ſtand bis zur Inflationszeit. An der Nordſeite der Kirche war ein
ſchöner, jetzt leider verſtümmelter Oelberg. Hierauf beſichtigten wir
das im Entſtehen begriffene Ortsmuſeum in einem hübſchen
Re=
naiſſancehaus; im Hof iſt eine römiſche Heizanlage (Hypokauſtum)
auf=
geſtellt. Nun kommt bei dem Rundgang die St. Sebaſtianskirche,
wohl die älteſte Kirche der Stadt. Da ſie zum ehemaligen Königs=
Saal)=Hof gehört, geht ſie vielleicht bis in die karolingiſche und
otto=
niſche Zeit zurück. Die große Mauer iſt die römiſche Kaſtellmauer; an
der Stelle wurde eine Viktoria gefunden. Am Glockenturm ſind von
einem früheren romaniſchen Bau ſtammende bildneriſche Fratzen
an=
gebracht. Im Jahre 1474 wurde der Chor weggenommen und ſtatt
deſſen ein prächtiger Neubau in ſpätgotiſchem Stil hergeſtellt unter dem
Biſchof Reinhart von Sickingen. Wir ſahen uns dann noch
einige wichtige adelige Höfe an, ſo vor allem den Sickinger, den
Kronberger und den Bettendorfſchen Hof, alte
Barock=
häuſer, und das älteſte Fachwerkhaus. Nun kehrten wir in die „Roſe‟
ein und erfriſchten uns nach der langen Wanderung. Nachher gab unſer
liebenswürdiger Führer aus der Fülle ſeiner Erkenntnis heraus eine
Geſchichte von Ladenburg. In Ergänzung unſerer obigen Mitteilungen
ſeien nur aus der älteſten Zeit erwähnt, daß die Germanen auf den
Inſchriften als Suebi nieretes — Neckarſueben bezeichnet
werden. Ladenburg wird dann nach Trajan Civitas Ulpia
ge=
nannt. Nach den Römern kamen die Alemannen und dann die Franken.
Es entſtand hier ein königliches Hofgut, die fränkiſche Stadtgemeinde
ſiedelte ſich nun um den Königshof an. Dann rangen die
Bi=
ſchöfe von Worms und die Aebte von Lorſch um die
Herr=
ſchaft, bis endlich Kaiſer Heinrich II. zu Nierſtein 1012 zugunſten von
Worms entſchied. Die Biſchöfe von Worms hatten hier den prächtigen
Domhof, den ſie herrlich ausmalen ließen. Sie haben öfter hier
reſidiert, einige bis zu ihrem Tode. Infolge der Ausbreitung der
Ge=
walt der Länder tritt die Kurpfalz auf und Ladenburg wird halb
wormſiſch, halb pfälziſch. Wie die meiſten Städtchen an der Bergſtraße
ſo wurde auch unſer Ort im 30jährigen Kriege abwvechſelnd von den
verſchiedenen Heerhaufen geplündert; der Königsſaal, der Biſchofshof
und die Martinskirche ſanken in Trümmer. Die Zwiſtigkeiten zwiſchen
der Pfalz und Worms wurden erſt 1704 von dem Kurfürſten Johann
Wilhelm und ſeinem Bruder Franz Ludwig, dem damaligen
Wormſer Biſchof, beigelegt und Ladenburg ganz pfälziſch. Nach
wechſeln=
den Schickſalen in den Franzoſenkriegen wurde es durch den Frieden
von Luneville im Jahre 1802 badiſch. — Der treffliche, durch Bilder
und Karten erläuterte Vortrag fand warmen Beifall. Der Vorſitzende
dankte im Namen des Vereins und bemerkte, daß ſeit dem letzten
Ver=
einsbeſuch 1901 vieles Neue durch die Forſchungen des Vortragenden
hinzugekommen wäre. Der Ausflug nach Ladenburg lohnte daher ſehr.
K. Noack.
*) Ladenburg — Lopodunum: befeſtigte Stätte (dunum) des Lopus,
kommt beim römiſchen Dichter Auſonius und auf römiſchen
Steindenk=
malen vor. Aus Lopo dunum wird dann Laudenburg, Ladenburg.
— Der Geſangverein „Frohſinn” 1884 veranſtaltete am vergangenen
Samstag in ſeinem Vereinslokal „Hanauer Hof” einen Werbe= und
Ehrenabend, der ſeinen Zweck nicht verfehlt haben dürfte. Mit
Chören von den Wiener Meiſtern Niemeher und Heuberger ſowie von
Schubert und Kern, die der Chor unter der Leitung ſeines Chormeiſters
Herrn Kammermuſiker Guſtav Adam ſehr ſchön wiedergab, wechſelten
Violinſoli, die Herr Adam in künſtleriſcher Weiſe zu Gehör brachte und
die bei den zahlreich Erſchienenen ſtürmiſchen Beifall fanden.
Ent=
ſprechend geehrt wurden anläßlich ihrer 40jährigen Sängertätigkeit die
Herren Wilh. Mohr, Wilh. Wiemer, Joſ. Ganß. Herr Ganß
konnte gleichzeitig auf 25jährige Vereinsangehörigkeit zurückblicken. Für
dem Verein, geleiſtete große Verdienſte wurde Herr Heinrich Frickel
zum Ehrenmitglied ernannt. Ein flotter Tanz ſchloß den in allen
eilen angenehm verlaufenen Abend.
— Wanderung der Stenographen=Vereinigung Gabelsberger. Die
Stenographen=Vereinigung Gabelsberger” unternahm am vergangenen
Sonntag ihre traditionelle Wanderung an den Rhein. Trotz der
ſchlech=
ten Witterungsausſichten hatte ſich eine Anzahl Unentwegter am
Bahn=
hof eingefunden, die dieſe ſchöne Wanderung nicht miſſen wollten. Mit
der Bahn nach Groß=Gerau gebracht, ging es durch die in herbſtlichen
Fauben prangende Natur nach dem Jagdſchloß Mönchbruch, wo in der
dabei liegenden Mönchbruchmühle das Frühſtück eingenommen wurde.
Von hier aus führte der Weg nach Königſtädten und dann durch üppige
Gemüſefelder und Obſtplantagen am Hof Schönau und an der Opel=
Bahn vorbei nach Bauſchheim und Ginsheim. Man ſetzte mit dem
Motorboot nach Budenheim, dem Endziel der Wanderung, über, wo
man gemeinſam mit den zufällig anweſenden Mainzer Kunſtgenoſſen
einige gemütliche Stunden verlebte. Am Abend brachte die Bahn alle
Teilnehmer wieder nach Darmſtadt zurück.
Die Tätigkeit der Hausbettelbekämpfungsſtelle im Städtiſchen
Wohlfahrts= und Jugendamt in der Zeit vom 1. April bis 30. Juni
d. J. Vorgeſprochen haben 77 Perſonen (davon waren 8 Einheimiſche).
An dieſe wurden abgegeben: 34 Fahrkarten nach Arbeitsſtellen oder in
die Heimat; 7 Hemden, Unterhoſen, Strümpfe; 16 Kleidungsſtücke;
10 Paar Schuhe; 6 Uebernachtungen mit Verpflegung; 6 Perſonen
er=
hielten Barunterſtützung; 1 Perſon erhielt Arbeitskleidung; neunmal
mußte Gepäck ausgelöſt werden. — Wohlfahrtsſchecks ſind im
Verkehrsbureau erhältlich.
Oeffentliche Impftermine werden am 16. und B. d. M., von 15
bis 17 Uhr, in der Rundeturmſchule, Rundeturmſtraße 11, abgehalten.
Näheres ſiehe heutige Bekannimachung.
— Tanzabend findet Samstag und Sonntag im Hotel
Prinz Heinrich ſtatt. Der Beſuch wird beſtens empfohlen.
Tageskalender für Samstag, den 12. Oktober 1929.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus, 20 Uhr, F 1: „
Drei=
groſchenoper”. — Kleines Haus, 19,30 Uhr, L. 5: „Der Poſtillon
von Lonjumeau”. — Orpheum 20.15 Uhr: „Ohne Kleid — tut
mir leid”. — Konzerte: Schloß=Kaffee, Kaffee Oper, Alte Poſt,
Bismarckeck, Oberwaldhaus, Hotel Prinz Heinrich, Waldſchlößchen,
Kaffee Jöſt, Darmſtädter Hof, Sportplatz=Reſtaurant, Hotel zur
Poſt, Haferkaſten, Hanſa=Hotel. — Städt. Saalbau, 20 Uhr:
Herbſt=Vall der Freien Turngemeinde. — Kinovorſtellungen:
Anion=Theater, Helia.
Skarkenburg.
— Arheilgen, 11. Okt. Werbeveranſtaltung der Heag.
Es dürfte von großem Intereſſe ſein, daß die Heag am 14. und 15.
Oktober im Gaſthaus „Zum Schwanen” einen Vortrag bzw. eine
elek=
triſche Sprechſtunde abhält, die ſicherlich, wie überall, zahlreiche Beſucher
finden wird. Der Redner, Herr Albert Heß, von der Werbeabteilung
der Heag, wird in ſeinen äußerſt intereſſanten Ausführungen am
Mon=
tag, dem 14. Oktober, abends 8 Uhr, Aufſchluß geben über das Thema
„Die Elektrizität im Haushalt, Gewerbe und Landwirtſchaft”
Außer=
dem werden einige Filme laufen in Verbindung mit
Schallplatten=
konzert. Am Schluſſe des Vortrages werden die zubereiteten Speiſen
an die Anweſenden verteilt. Entgegenkommenderweiſe wird die Heag
außerdem Freiloſe an die Beſucher abgeben, die den glücklichen
Gewin=
ner in den koſtenloſen Beſitz eines praktiſchen elektriſchen Gegenſtandes
ſetzen werden. Außer den Vorträgen findet eine reichhaltige
Ausſtel=
lung ſtatt, in der die verſchiedenſten Geräte für Haushalt, Gewerbe und
Landwirtſchaft praktiſch vorgeführt werden. Für die Beſichtigung dieſer
Ausſtellung iſt der Tag nach dem Vortrag, der 15. Oktober, vorgeſehen.
Um eine Ueberfüllung des Saales zu vermeiden, kann der Eintritt
Jugendlichen unter 16 Jahren nicht geſtattet werden. (S. Anz.)
An. Arheilgen, 11. Okt. Als Aushauer für die Freibank wurde
Ludwig Steckenreuter durch das Kreisamt eidlich verpflichtet. Am 8. ds.
Mts. konnte Glaſer Karl Traſer hier, Rittergaſſe, ſein 25jähriges
Ge=
ſchäftsjübiläum begehen. Dieſen Sonntag veranſtaltet der
Ar=
beiter=Turn= und Sportverein im Gaſthaus „Zum goldenen Löwen”
einen Volkstanz=Abend. Sprech= und Bewegungschöre ſowie
Reigen der Schülerinnen und Turnerinnen werden als Ausſchnitte der
Bundesſchulvorführungen in Nürnberg anläßlich des zweiten
Bundes=
feſtes gezeigt werden. Der Beſuch der Veranſtaltung kann jedermann
beſtens empfohlen werden.
Cp. Pfungſtadt, 11. Okt. Todesfall. Wagnermeiſter Juſtus
Riehl 3. iſt im Alter von 49 Jahren geſtorben. Er wurde unter großer
Beteiligung zu Grabe getragen. Unter anderem gab ihm der Krieger=
und Militärverein in der üblichen Weiſe das letzte Geleite. — Die
Nah=
rungsmittel= und Getränkearbeiter halten am Samstag abend im „
Gol=
denen Anker” eine öffentliche Verſammlung ab, in der ein Frankfurter
Referent über die Aufgaben der Einheitsorganiſation ſprechen wird. —
Die bisherige Ortsgruppe des DHV. (Deutſchnationaler
Handlungs=
gehilfenverband) hielt dieſer Tage eine Mitgliederverſammlung ab, in
der der Arbeitsplan für den Winter beſprochen wurde. Der
Arbeits=
plan ſieht eine Reihe wichtiger Lichtbildervorträge ſowie die Abhaltung
beſonderer Kurſe in Buchführung, fremden Sprachen uſw. vor.
— Traiſa, 11. Okt. Durch den Heimgang unſeres allverehrten
Alt=
meiſters Rindfrey iſt der hieſige 1200 Einwohner zählende Ort ſeines
Schloſſers beraubt. — Einem jungen Anfänger, der etwas Tüchtiges
ge=
lernt hat, wäre Gelegenheit geboten, ſich eine Zukunft zu gründen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 9. Okt. Obſt= und
Gartenbauver=
ein. Die Ausſteller des hieſigen Vereins haben bei der
Jubiläums=
ausſtellung des Obſt= und Gartenbauverbandes für den Kreis
Darm=
ſtadt insgeſamt 23 Einzelpreiſe erhalten. Außerdem wurde dem
Ver=
ein für gute Geſamtleiſtung der Ehrenpreis der Gemeinde Nieder=
Beer=
bach zuerkannt. Bei insgeſamt 15. Ausſtellern iſt das Ergebnis ein ſehr
gutes zu nennen. Es iſt dies aber auch weiter ein Beweis dafür, daß
dank der unermüdlichen Tätigkeit des Vereins die Obſtzucht in hieſiger
Gemeinde immer weitere Fortſchritte macht. Die Ausſtellung hatte aber
guch weiterhin das erfreuliche Ergebnis zu verzeichnen, daß eine ganze
Anzahl Beſtellungen auf Obſtlieferungen gemacht wurden. Für
Tafel=
obſt wurden hierbei Preiſe von 12—14 Mark pro Zentner erzielt. —
Die beſtellten Torfmull=Ballen treffen in den nächſten Tagen
ein. — Feueralarmſirene. Am Samstag, dem 12. d. M.,
mit=
tags 12 Uhr, wird die Sirene auf ihre Gebrauchsfähigkeit ausprobiert.
G. Ober=Ramſtadt, 11. Okt. Verkehrshindernis. Eine
vorübergehende Verkehrsſtockung trat vorgeſtern abend an der Kreuzung
der Darmſtädter=, Alice= und Ernſt=Ludwig=Straße dadurch ein, daß
ein hoch mit Stroh beladener Wagen umfiel. Infolgedeſſen war dieſe
Straßenkreuzung, die den meiſten Verkehr aufweiſt, vorübergehend
voll=
ſtändig geſperrt. Durch raſches Zugreifen konnte Wagen und Ladung
ſeitwärts gebracht und die Fahrbahn wieder freigemacht ſwerden,
nach=
dem bereits zahlreiche Fuhrwerke und Automobile aus drei Richtungen
zu vorübergehendem Verweilen gezwungen waren. —
Säuglings=
beratungsſtunde. Nächſten Montag, den 14. Okrober, nachmittags
von 2—3 Uhr, finder im unterren Rathausſaale wieder
Säuglingsbe=
ratungsſtunde ſtatt. — Mitgliederberſammlung. Der
Ver=
kehrs= und Verſchönerungsberein Ober=Ramſtadt hält eine ordentliche
Mitgliederverſammlung am Sonntag, den 13. Oktober, machmittags
4 Uhr, im Saalbau „Eliſenbad” (Suppes) ab. Ein recht zahlreicher
Beſuch wird empfohlen. — Obſtbaumabgabe. Die Gemeinde
gibt zurzeit noch junge Obſtbäume aus ihrer Baumſchule in der
Fried=
hofsſtraße zur Herbſtpflanzung ab. Refleſtanten wollen ſich an Herrn
Rektor i. R. Hofmann oder Feldſchütz Wetter wenden.
f. Roßdorf, 9. Okt. Kirchweihe. Am Kirchweihſonntag war
der Fremdenzuſtrom beſonders ſtark. Alle Verkehrsmittel wußten zum
Transport herhalten, daneben kamen viele Gäſte aus der nächſten
Um=
gebung zu Fuß. Die „Kerweborſch” ließen es ſich auch in dieſem Jahre
nicht nehmen, für eine originelle und ſtimmungsvolle Einleitung zu
ſor=
gen. In fünf Sälen fand Tanzmuſik ſtatt. Die Gaſthäuſer boten aus
Küche und Keller das Beſte. Auch der zweite Tag brachte wieder viele
auswärtige Teilnehmer.
—k. Reichelsheim, 11. Okt. Ehejubiläum. Am kommenden
Montag, 14. Oktober, begeht der Kirchendiener und Glöckner der
hieſi=
gen evangeliſchen Gemeinde, Herr Adam Röder 3. mit ſeiner
Ehe=
frau Barbara geb. Seibert das Feſt der Goldenen Hochzeit.
Das Ehepaar Nöder erfreut ſich noch heute einer ſeltenen körperlichen
und geiſtigen Friſche; ſie teilen nicht nur die mancherlei Arbeiten, die
Haus und Bewirtſchaftung des Feldes mit ſich bringen, ſondern ſie
ſtehen auch beide noch mit aller Freudigkeit und Pünktlichkeit im Dienſt
ihrer Kirche. Dabei ſind es an demſelben Tage 50 Jahre her, daß
Adam Röder das Amt des Glöckners übernahm. Kirche, Gemeinde und
Behörden nehmen an dieſem Ehrentage des greiſen Paares warmen
Auteil.
—k. Pfaffen=Beerfurth, 11. Okt. Hohes Alter. Einer der
an=
geſehenſten und einflußreichſten Bürger unſerer Gemeinde, Herr Georg
Arras 5., begeht am Montag, 14. Oktober, ſeinen 80.
Geburts=
tag. Trotz ſeines arbeitsreichen Lebens iſt er geiſtig und körperlich
noch ſehr lebendig und rüſtig. Er hat Beziehungen mancherlei Art auch
zu Menſchen der weiteren Umgebung ſeiner Heimat angeknüpft und im
Leben ſeiner Heimatgemeinde ſich die Achtung ſeiner Mitbürger und
eine führende Stellung erworben.
— Höchſt i. O., 11. Okr. Die diesjährige
Mitgliederver=
ſammlung der Bezirksſparkaſſe Höchſt i. O. fand am
5. d. M. wie alljährlich in dem Gaſthaus „Zur Poſt” ſtatt. Außer
den Vertretern der Garantiegemeinden waren noch Herr Kreisdirektor
v. Werner, Erbach, als Vertreter der Aufſichtsbehörde, und Herr
Direk=
tor Henkel von der Heſſ. Girozentrale Darmſtadt erſchienen. Nach
Be=
grüßung der Anweſenden durch den Vorſitzenden Herrn Direktor Lang,
Höchſt berichtete Herr Rechner Heuſel über das Ergebnis des 1928er
Geſchäftsjahres. Aus dem Bericht konnte man auf die außerordentliche
Entwicklung der Sparkaſſe ſchließen. So ſind z. B. die Spareinlagen
um 432250 MM. auf 1395 277 RM. und die Zahl der Einleger auf
2570 geachſen. Mithin entfällt auf jeden ſiebenten Einwohner des
Bezirks der Sparkaſſe Höchſt i. O. ein Sparbuch, was immerhin ein
Zeichen iſt, welches Vertrauen der Sparkaſſe entgegen gebracht wird.
Auch hinſichtlich der Geldanlage muß erwähnt werden, daß die Kaſſe
durch Gewährung von hypothekariſch geſicherten Baudarlehen
weſent=
lich zur Linderung der Wohnungsnot beigetragen hat. Der
Geſamt=
umfatz, der in 1927 etwa 6,1 Mill. RM. betrug, ſteigerte ſich im
ab=
gelaufenen Geſchäftsjahr auf über 9,5 Mill. RM. Der Reingewinn von
20 900 RM. wurde auf Beſchluß der Verſammlung gänzlich der
Rück=
lage zugeführt, ſo daß dieſe jetzt 67 094,90 RM. beträgt. U. a. wurde
auch die Errichtung von Zahlſtellen in entlegenen Orten beſchloſſen.
Herr Direktor Henkel von der Heſſ. Girozentrale dankte für die
freund=
liche Einladung, entſchuldigte den Vorſitzenden des Heſſ. Sparkaſſen= und
Giroverbandes Herrn Juſtizrat Dr. Reh, der leider am Erſcheinen
ge=
ſchäftlich verhindert war und ſprach der Leitung, ſowie den Beamten und
Angeſtellten des Inſtituts, Dank und Anerkennung aus. Anſchließend
fand die Beſichtigung des neuzeitlich umgebauten Sparkaſſegebäudes
ſtatt. Bei dem ſich hiernach anreihenden gemeinſchaftlichen Mittageſſen
ſprach als einziger Tiſchredner Herr Kreisdivektor von Werner, Erbach,
der wie Herr Direktor Henkel Worte der Anerkennung über
die gute Führung der Kaſſe fand und den Wunſch hegte, daß das
laufende Jahr. als Jubiläumsjahr, einen recht guten Verlauf nehmen
möge. Die Bezirksſparkaſſe Höchſt i. O. feiert im Jahre 1930 ihr
100jähriges Beſtehen.
— Hirſchhorn, 11. Okt. Waſſerſtand des Neckars am
10. Oktober: 0,56 Meter; am 11. Oktober: 0,52 Meter.
— Gernsheim, 11. Okt. Waſſerſtand des Rheins am
10. Oktober: —1,30 Meter; am 11. Oktober: —1,25 Meter.
Cd. Michelſtadt, 11. Okt. Unglücksfall. Vorgeſtern
nachmit=
tag ſtürzte beim Rangieren eines Güterzuges im hieſigen Bahnhof ein
Rangierer ſo unglücklich, daß er einen doppelten Oberarmbruch
davon=
trug. Der Verunglückte wurde mit dem nächſten Perſonenzug in ſeine
Heimat verbracht. — Poſtaliſches. Von dem hieſigen Poſtamt
wird darüber Klage geführt, daß nun, nachdem die ſtraßenweiſe
Nume=
rierung der Häuſer durchgeführt und auch die neuen Nummernſchilder
ſchon angebracht ſind, an vielen Häuſern auch noch die früheren
Num=
mern zu ſehen ſind. Viele Einwohner und auch beſonders die ſich hier
aufhaltenden Fremden benutzen nun bei ihrer Anſchriftsangabe noch
recht häufig die alten Nummern und erſchweren dadurch dem Poſtamt
das Zuſtellgeſchäft. Die hieſige Bürgermeiſterei hat nun angeordnet,
daß die alten Hausnummernſchilder ſofort entfernt werden müſſen. —
Turnverein E. V. Am kommenden Sonntag, 13. Oktober, ſpielt
die erſte Handballmannſchaft des Turnvereins E. V. Michelſtadt gegen
die gleiche des Turnvereins König, die bekanntlich in der A=Klaſſe den
Meiſtertitel innehat. — Theater. Das hier beſtens bekannte
Heſſi=
ſche Künſtlertheater beehrt uns wieder mit einem Gaſtſpiel, und zwar
am Sonntag, den 20. Oktober. Zur Aufführung gelangt „Dover—
Ca=
lais”, ein Luſtſpiel in drei Aufzügen von Julius Berſtl. —
Dieb=
ſtahl. Vorgeſtern nachmittag wurde in der Metzgerei und Wirtſchaft
von Peter Pfeifer, Waldſtraße, ein frecher Diebſtahl verübt. Ein
gut=
gekleideter Mann befand ſich einen Moment allein in der Wirtſchaft
und benutzte dieſe Gelegenheit, um einen kühnen Griff in die
Wirt=
ſchaftskaſſe zu tun. Kurz darauf wurde dies bemerkt, und lenkte ſich
der Verdacht ſofort auf den betreffenden Mann. Der Sohn des
Be=
ſitzers verfolgte den Verdächtigen, konnte ihn zwiſchen Michelſtadt und
Erbach ſtellen und ihm einen Teil des Geldes wieder abnehmen. Es
gelang dem Verfolgten, nochmals auszurücken, doch konnte er abends
noch am Bahnhof in Erbach verhaftet werden.
Bb. Bensheim, 11. Okt. Ein ungewöhnlich ſtarkes, durch ein 30
Mann umfaſſendes Darmſtädter Bereitſchafts= bzw. Ueberfallkommando
vermehrtes Polizeiaufgebot ſicherte am geſtrigen Abend den Verlauf
der von der Nationalſozialiſtiſchen Deutſchen
Arbei=
terpartei (Hitler=Bewegung), Ortsgruppe Bensheim a. d. B.,
ein=
berufenen öffentlichen Verſammlung, zu welcher der
Reichstagsabgeordnete G. Feder als Redner gewonnen worden war.
Die Säle und Vorräume des „Deutſchen Hauſes” waren bis auf den
letzten Platz beſetzt. Herr Abt=Darmſtadt leitete die Verſammlung,
in deren Verlauf es oftmals zu ſtarken Widerſpruchskundgebungen kam,
wie überhaupt die ganze Verſammlung einen recht ſtürmiſchen Verlauf
nahm. Der Redner hatte zu ſeinem Referat das Thema „Ueber den
Young=Plan und Deutſchlands Verſklavung” gewählt, wobei er neben
jenem auch den Dawesplan, die Inflation, die Sonderſtellung der
Reichsbank, das Prinzip der kommenden Weltbank, die Einwirkung
des Judentums auf Finanz= und Wirtſchaftslage in den Kreis ſeiner
Betrachtungen zog und die Folgen der neuen Transfer= und
Stun=
dungsbeſtimmungen ſchilderte. Zu einer Diskuſſion, für welche ſich
zwei Redner zum Wort gemeldet hatten, kam es nicht, weil der erſte
Diskuſſionsredner ſich während ſeiner Ausführungen polizeilichen
Schutz erbeten hatte, den der Verſammlungsleiter als nicht notwendig
ablehnte. Auf Antrag des gleichen Diskuſſionsredners wurde, da laut
geworden war, daß die zahlreich anweſenden Hitlerleute zum Teil
bewaffnet ſeien, eine körperliche Durchſuchung dieſer Leute ſeitens der
Polizei vorgenommen, worauf man auch eine gleiche Viſitation der
anweſenden Gegner beantragte, zu der es aber nicht mehr kam, da die
Verſammlung gegen halb 12 Uhr von dem Leiter derſelben als
ge=
ſchloſſen erklärt wurde. Nach der Räumung des Saales verblieben
die Einberufer und ihr Anhang noch einige Zeit im Saale, während
draußen im Garten eine Gegenverſammlung improviſiert wurde, in der
mehrere Redner das Wort ergriffen.
Cp. Heppenheim, 11. Okt. Die demokratiſche Liſte für
die Kreistagswahl. In einer dieſer Tage abgehaltenen Sitzung
der Deutſchen Demokratiſchen Partei wurden für die Kreistagswahl im
Kreiſe Heppenheim folgende Kandidaten aufgeſtellt: 1. Beigeordneter
Pfeiffer=Wimpfen ,2. Oberlandmeſſer Kautzmann=Heppenheim, 3.
Bürger=
meiſter Jakob=Birkenau, 4. Bürgermeiſter Röth=Wald=Michelbach,
5. Spenglermeiſter Knapp=Heppenheim, und 6. Regierungsrat Schneider=
Heppenheim.
Cp. Groß=Rohrheim, 11. Okt. Jugendlicher Ausreißer.
An der Rheinüberfahrt nach Hamm wurde ein 15jähriger Junge
auf=
gegriffen, der ſeinen in Frankenthal bei Worms wohnenden Eltern
durchgegangen war. Der Junge hatte auf ſeiner Flucht ein Fahrrad
geſtohlen, mit dem er in die Weite wollte. Die Polizei veranlaßte ſeine
Zurückbeförderung.
4a. Langen, 9. Okt. Bei der Geburtstagsfeier vom
Tode ereilt. Als der 52 Jahre alte Weißbindermeiſter „Julius
Werner auf der Geburtstagsfeier ſeines Bruders weilte und dieſem
gratulierte, wurde er von einem Schlaganfall getroffen, an deſſen
Fol=
gen er kurze Zeit darauf ſtarb.
* Mainz, 11. Okt. Trotz Herabſetzung der
Abonne=
mentsgebühren 56000 RM. Mehreinnnahmen. Aus den
Zahlenergebniſſen des diesjährigen Abonnements des Mainzer
Stadt=
theaters ergibt ſich ein Abonnentenzuwachs von 896 Abonnenten (2262
gegen 1366), d. h. die Abonnentenzahl iſt um 65 Prozent gegenüber
dem Vorjahre geſtiegen. Trotz der Preisſenkung iſt auch das finanzielle
Ergebnis des diesjährigen Abonnements um 32 Prozent höher als das
vorjährige. Dieſe Steigerung der Einnahmen aus dem Abonnement um
32 Prozent beträgt im Jahre die Summe von rund 56 000 RM. (231 752
RM. gegen 176 092 RM.). — Verſchlechterte
Arbeitsmarkt=
lage in Mainz. Die im Monat Auguſt verſchlechterte
Arbeits=
marktlage hielt für den September weiterhin an und iſt teilweiſe ſogar
eine noch ſtärkere Verſchlechterung eingetreten. Die Zahlen der
Arbeits=
ſuchenden wie auch der Unterſtützungsempfänger im Vergleich der beiden
Monate weiſen keinen größeren Unterſchied auf. Dennoch war der
Wechſel bezüglich der Zu= und Abgänge ziemlich ſtark, ein Zeichen, daß
die Wirtſchaft größtenteils für langfriſtige Arbeiten nicht allzu ſehr
auf=
nahmefähig iſt. — Die bevorſtehenden Wahlen für den
Stadtrat ſtehen in Mainz im Zeichen einer großen Zerſplitterung
des bürgerlichen Elementes. Nebendden großen politiſchen Parteien
D.V. P., D.N. V. P., S.P.D., Ztr., Dem,, Kom,, haben
Wahlvorſchlags=
liſten eingereicht die Turner und Sportler, die Notgemeinſchaft des
Mainzer Mittelſtandes, die Volksrechtpartei, die evangeliſche
Volks=
gemeinſchaft, die Nationalſozialiſten, die kommuniſtiſche Oppoſition
(Leninbund), die freie Bauernſchaft. Fürwahr ein trauriges Zeichen
für unſere kommunalpolitiſche Zerklüftung.
a. Friedberg, 9. Okt. Amtsverlegungen vor 100
Jah=
ren. Vor einhundert Jahren, am 1. Oktober 1829, wurde durch
Ver=
fügung des damaligen Großherzogs von Heſſen der Sitz des Landrats
zu Butzbach nach unſerer Stadt verlegt und beſtimmt, daß der
Landrats=
bezirk fortan Landratsbezirk Friedberg zu heißen habe. Aus der
Amts=
ſtadt des Landrats iſt ſpäter die Kreisſtadt Friedberg geworden.
Fried=
berg hatte 1803 als freie Reichsſtadt zu beſtehen auſgehört, war an Heſſen
gekommen und fand ein Vierteljahrhundert ſpäter in der Ernennung
zum Sitze des Landrats einen gewiſſen Erſatz. Am gleichen Tage wurde
der Sitz des Landrats zu Romrod nach Alsfeld verlegt und dadurch der
Landratsbezirk Alsfeld geſchaffen. Beide Städte könnten alſo in
die=
ſem Jahre und Monat ihren hundertjährigen Geburtstag als Amts=
und Kreisſtadt feiern. Die Bedeutung beider Städte Oberheſſens kam
bis 1911 auch darin zum Ausdruck, daß ſie für ihren Stadtbezirk allein
einen Landtagsabgeordneten wählen durften. Dieſes Vorrecht wurde
(die heſſiſche Verfaſſung iſt 1920 erlaſſen) demnach faſt 100 Jahre von
beiden Städten ausgeübt, bis es den Anſchauungen unſerer Tage zum
Opfer fiel.
— Bad=Nauheim, 11. Okt. Bis zum 10. Oktober 1929 betrug der
Geſamtbeſuch 88 499 Gäſte. Darunter 6741 Ausländer. Anweſend am
10. Oktober 1929: 2526 Gäſte.
— Bad Salzhauſen, 10. Okt. In einer Sitzung, an der Vertreter
des heſſiſchen Finanzminiſteriums, der Kurdirektion Bad Salzhauſen
und der Geſellſchaft Liebig=Muſeum in Gießen teilnahmen, wurde dieſer
Tage beſchloſſen, das im hieſigen Laboratorium beſtehende Liebig=
Zim=
mer, in dem der große Gelehrte ſeine Analyſen der Bad Salzhauſener
Solquellen vorgenommen hatte, umfaſſend herzurichten und der
Geſell=
ſchaft Liebig=Muſeum als dauerndes Erinnerungsmal an Liebig in Bab
Salzhauſen zu überweiſen. In dem Zimmer ſollen die einzelnen
Sta=
dien der Quellen=Analyſen Juſtus von Liebigs praktiſch nachgebildet
werden. Eleichzeitig ſoll dieſe Liebigerinnerung der wiſſenſchaftlichen
Erſchließung der verſchiedenartigen Heilquellen Salzhauſens dienen.
v. Schlitz, 11. Okt. Aus dem Gemeinderat. Bürgermeiſter
Dr. Niepoth eröffnete die Sitzung des Gemeinderats mit einem
eindrucks=
vollen Nachruf für den verſtorbenen, Reichsaußenminiſter Dr.
Streſe=
mann. In der Stadt geht das Gerücht um, die J. G. Farbeninduſtrie
habe die Abſicht gehabt, hier ein Werk zu bauen, der Plan ſei aber
am mangelnden Intereſſe der Stadtverwaltung geſcheitert.
Bürger=
meiſter Dr. Niepoth konnte die Crkläuung abgeben, daß ihm nichts von
der Errichtung irgend eines
triennternehmens in unſerer
Stadt bekanint geworden ſei.
Nummer 283
Samstag, den 12. Oftober 1929
Seite 7
Die deutſche Eierproduktion.
Anrenkabilikäf der Kleinfarm. — Zuſammenarbeit von Großfarm und Landwirſchaft.
Das „Deutſche Friſchei”
„Zuerſt muß verſucht werden, unſeren Import um die 5
Milliar=
den Mark für landwirtſchaftliche Produkte und Futtermittel zu
ent=
laſten!‟ Dieſe Worte fielen auf dem Induſtrietag in Düſſeldorf im
Zuſammenhang mit der Beſprechung über die Durchführung des
Young=
planes. Ferner wurde hier, wie ſchon oft, betont, daß die einzige
Ret=
tung der Landwirtſchaft die Organiſation des Innenmarktes unter
Zu=
ſammenfaſſung des Angebotes mit Gebot an die Erzeugerſchaft ſei, auf
Qualitätsproduktion und zweckmäßige Vermarktung Wert zu legen.
Reges Intereſſe nun iſt in der letzten Zeit der Frage
entgegen=
gebracht worden, ob Deutſchland in der Lage ſei, wenigſtens ſeinen
Eigenbedarf an Eiern zu decken. Sind nun die in den letzten 10
Jah=
ren entſtandenen Hühnerfarmen wirklich der richtige Weg, um uns für
die Dauer eine genügende Eierproduktion zu ſichern unter Erhaltung
und Verzinſung des in ihnen angelegten Volksvermögens?
Der Eierbedarf in Deutſchland ſtellt ſich auf 7 503 000 000 Stück im
Jahr, das ſind pro Kopf der Bevölkerung 125 Eier, das bedeutet für
den Konſumenten jeden dritten Tag ein Ei zum Verzehr. Produziert
werden aber nur zirka 4 920 000 000 Stück, das macht bei einer
Geſamt=
zahl von 61 500 000 Hühnern pro Henne nur 80 Eier im Jahr. Mithin
müſſen zirka 2 600 000 000 Eier eingeführt werden, das macht pro Kopf
der Bevölkerung 45 Einfuhreier im Jahr oder mit anderen Worten:
Jeder Deutſche ißt jährlich für 4,50 Mark Auslandseier. Sollten wir auf
dieſe Einfuhr verzichten können, ſo müßten wir erreichen, daß das deutſche
Huhn nicht mehr eine jährliche Durchſchnittseierleiſtung von 80 Stück
hat, ſondern von 122. Welche Wege ſtehen uns nun offen, um dieſes
Ziel zu erreichen?
1. Die Mittel= und Kleinfarmen, die ja an allen Ecken und Enden
wie Pilze aus dem Boden ſchießen, werden oftmals gegründet von
Per=
ſonen, die wirtſchaftlichen Schiffbruch erlebt haben und ſich beraten
laſſen von Perſonen, die genau ſo wenig wie ſie ſelbſt von dieſem
landwirtſchaftlichen Nebengewerbe verſtehen. Von einer gründlichen
Kalkulation iſt in der Regel noch weniger die Rede. Denn ob eine
Perſon oder eine Familie ernährt werden ſoll, iſt ein weſentlicher
Unterſchied. Es wird gebaut, dann die erſten Hühner angeſchafft, und
wenn dann die Barmittel etwas knapper werden, da hofft man auf die
Zukunft und den Anfang der Legezeit. So geht auch das zweite und
dritte Jahr vorüber, der Ausbau des Hühnerbeſatzes iſt beendet, und
der normale Betrieb mit der erhofften Rente ſoll jetzt beginnen. Dieſer
Zeitpunkt wird in der Regel glücklich erreicht; aber wo ſind die Mittel
geblieben, die man geglaubt hatte, produktiv angelegt zu haben? Die
Einnahmen entſprachen nicht dem Aufwand. Nun beginnt das Sparen,
aber am verkehrten Ende. Denn im Augenblick, wo dem Tier nicht
mehr die nötige Fütterung und Wartung zuteil wird, rückt die Gefahr
der Unrentabilität immer näher. Die Betriebskaſſe, die ſowieſo ſchon
im Vergleich zu größeren Unternehmungen durch die im Kleineinkauf
teureren Futtermitteln und Betriebseinrichtungen ſehr beanſprucht
wurde, iſt leer. Das Ende der Unternehmung iſt da, und ein Teil
unſe=
res Volksvermögens wurde, ohne produktiv geweſen zu ſein,
verwirt=
ſchaftet.
2. Die Großfarm. Wie ſteht es mit der Rentabilitätsfrage der
größeren Betriebe, ſogen. Großfarmen, von 6000 Legehennen aufwärts?
Dieſe haben vor allen Dingen den Vorzug, daß ſich bei ihrer Größe eine
Betriebsführung bezahlt macht, die in jeder Weiſe fachmänniſch und
wirtſchaftlich ausgebildet iſt. Hier können große Zuchtziele und
Richt=
linien ins Auge gefaßt werden, die es trotz der künſtlichen Haltung und
größeren Legebeanſpruchung der Tiere doch ermöglichen, geſunde Tiere
mit hoher Legeleiſtung zu züchten und aufzuziehen, und dieſe
Leiſtungs=
tiere in den Verkehr zu bringen. Dieſe Betriebe können wegen ihres
Umfangs von größeren techniſchen Einrichtungen Gebrauch machen und
vermögen durch Rationaliſierung bei Erreichung ihres Betriebsoptimums
die Betriebsunkoſten pro Huhn bis auf ein Minimum herabzudrücken.
Sie ſind in der Lage, durch ihre Einſtellung auf Zucht und
Eierproduk=
tion ſich ihre Einnahmen das Jahr über zweckmäßig einzuteilen. Da ein
Großeinkauf von Futtermitteln möglich iſt, ſtellt ſich der Durchſchnitt des
Geſamtfutters auf 13 Mark je 50 Kg., wogegen der kleinere Betrieb
es ſich nicht unter 17—20 Mark beſchaffen kann. Im erſten Falle ſtellen
ſich die 100 Gramm Tagesfutter auf 2,6 Pfg., im Kleinbetrieb auf 3,4
bis 4 Pfg. Da bei einer Legeleiſtung von 120 Eiern im Jahre auf
jeden dritten Tag ein Ei kommt, ſo ſind allein an Futterkoſten pro Ei
7,8 Pfg., 10,2 Pfg., oder ſogar 12 Pfg. aufzuwenden. Sonſtige
Be=
triebsunkoſten, Verzinſung und Riſikoprämie ſind noch nicht einmal
be=
rückſichtigt. Konnte ich doch feſtſtellen, daß im Großbetrieb zur Deckung
ſämtlicher Unkoſten die Henne 130 Eier legen muß mit einem
Verkaufs=
preis von 18 Pfg. je Stück. Ein etwaiger Ueberſchuß aus dem Verkauf
von Bruteiern, Eintagsküken und Junggeflügel wäre dann als
Rein=
gewinn zu buchen. Nur eine ſcharfe betriebswirtſchaftliche Durchrechnung
des Betriebes wird dieſem eine ſichere Rente gewährleiſten.
Und unſer Bauernhuhn? Wird dieſes wohl den wirtſchaftlichen
Forderungen unſerer Zeit gerecht werden? Solange nicht, als es nur
ſeine 80—90 Eier im Jahre legt, in irgendeiner Ecke in einem Viehſtall
ſein Daſein friſtet, faſt nie einen ſauberen Stall, geſchweige denn eine
ſaubere Sitzgelegenheit zu ſehen bekommt, und ſolange die Bauersfrau
ſich nicht die Mühe nimmt, ſich um die Rentabilität der Hühnerhaltung
zu kümmern und die Legeleiſtung zu beobachten. Im Augenblick aber,
wvo der Landwirt es verſteht, durch Einpaſſung der Größe des
Hühner=
hofes in den Rahmen des Geſamtbetriebes unter zweckmäßiger
Aus=
nutzung der Wirtſchaftsabfälle das Ei auf billigſte und extenſivſte Weiſe
herzuſtellen und ſich dadurch eine ausgiebige tägliche Einnahme zu
ver=
ſchaffen, iſt es um die kleinen Unternehmungen, deren einzige Einnahme
ja nur die Hühner ſind, geſchehen. Sorgt dazu noch der Landwirt für
eine moderne und geſundheitsgemäße Haltung der Tiere, die in den
vorhandenen Baulichkeiten aufs billigſte herzuſtellen iſt, ſo wird er der
dankbarſte und aufnahmefähigſte Abnehmer für die Zuchtziele und
Zuchttierverkäufe der Großfarmen ſein. Denn vom Landwirt kann nicht
erwartet werden, ſelbſt den wirtſchaftlichſten Typ aus den vielen
Hühnerraſſen herauszuzüchten. Das iſt Sache der Großfarmen, und dieſe
Arbeitsteilung wird dem Einzelnen zur Entlaſtung und der
Geſamt=
wirtſchaft zum Vorteile ſein,
Und wie ſteht es mit der Abſatzfrage? Es wird bekannt ſein, daß
ſeit dem 25. 9. 28 ein Markenzeichen „Deutſches Friſchei” eingeführt
wurde, das ein Ei in einem Eierbecher zeigt mit den ſeitlichen
Buch=
ſtaben F. E. Die Benutzung dieſes Zeichens wird verliehen von der
Landwirtſchaftskammer, die auch gleichzeitig Kontrollſtelle iſt. Die Eier
ſind nach 3 Größen zu notieren und werden vor dem 7. Tag ungewaſchen
vom Erzeuger abgeliefert. Trotzdem dieſe Standardiſierung erſt ein
Jahr alt iſt, hat ſie ſich ſchon beſtens eingeführt und bewährt. Das
deutſche Friſchei iſt heute ſchon geſuchter als das Auslandsei und notiert
wegen der Qualitätsſicherheit ſchon 1—2 Pfg. über dieſem. — Dem
Fortſchritt aber folgt als Schatten die Konkurrenz. Das Ausland will
ſich nicht von dem ſeither ſo aufnahmefähigen deutſchen Markt
verdrän=
gen laſſen und fängt an, mi= den raffinierteſten Miteln das deutſche
An=
gebot zu unterbieten. Hier ſteht Qualitätserzeugung gegen
Quantitäts=
überſchwemmung. Es werden ſchwere Zeiten beſonders für den
kapital=
ſchwachen Kleinerzeuger kommen. Hilfe liegt auch hien nur in der
ge=
nöſſenſchaftlichen Zuſammenfaſſung des Angebots. Faßt dieſer Gedanke
im Vertrauen auf eine richtige Führung erſt mal wieder in der großen
Maße Fuß, ſo wird der Tag nicht fern ſein, wo wenigſtens auf dieſem
Gebiete Deutſchland wieder Selbſtverſorger ſein wird.
Wentzel Wilbrand.
Heſſiſcher Straßenbericht
für die Woche vom 13. bis 19. Oktober 1929.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Cluh.)
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen.
Höchſt i. O.—Mümling=Grumbach, Km. 34,6—37,8, vom 18. 9. bis
15. 10 geſperrt. Umleitung: für Kraftwagen unter 3 Tonnen
Trag=
fähigkeit von Höchſt über Forſtel nach Mümling=Grumbach und für
Kraftwagen über 3 Tonnen Tragfähigkeit von Höchſt über Hummetroth
—Ober= und Mittel=Kinzig-Kirch=Brombach nach Zell i. O.
Wiebelsbach — Höchſt i. Odw. (Klm. 28,2—34,39) vom 7. 10. bis
10. 11. geſperrt. Umleitung: Zipfen—Ober=Nauſes und Schloß Nauſes.
Darmſtadt—Roßdorf (Ortsdurchfahrt Roßdorf), Km. 8.1—8,718, vom
8. bis 19. 10. geſperrt. Umleitung: Nieder=Ramſtadt—Ober=Ramſtadt
oder Forſthaus Einſiedel-Dieburg.
Sonſtige Straßen in Heſſen.
Offenbach-Heuſenſtamm. Km. 0,3—4,12, vom 23. 9. bis 20. 10.
ge=
ſperrt. Umleitung; Wildhof—Hintermark.
Gundernhauſen—Dieburg, Km. 11.,6—18,9, vom 8. bis 19. 10.
ge=
ſperrt. Umleitung; Groß=Zimmern.
St. Johann—Partenheim bis zur Bingerſtraße vom 19. 8. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Ober=Hilbersheim.
Rheinſtraße—Eich—Gernsheimerfahrt wegen Umbaus der Brücke am
Weſteingang von Eich vom 9. Sept. bis 19. Okt. geſperrt. Umleitung
in der Richtung nach Mainz über Gimbsheim, in der Richtung nach
Worms über Hamm.
Mombach-Budenheim vom 16. 9. bis 19. 10. geſperrt. Umleitung:
Gonſenheim-Lenneberg.
Ortsdurchfahrt Heidesheim vom 17. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung über Binger Straße.
Ortsdurchfahrt Wallertheim (Neuſtraße zwiſchen Schimbsheimer=
und Bahnhofſtraße) vom 30. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Schimbsheimer=, Geſellchen= und Bahnhofſtraße.
Genſingen—Gau=Bickelheim (Km. 8,3—13,0) vom 7. 10. bis aur
weiteres geſperrt. Umleitung: Planig-Boſenheim-Pfaffen=
Schwaben=
heim.
Vom Bahnhof Großen=Linden-Leihgeſtern vom 2. 9. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Gießen bzw. Lang=Göns.
Ortsdurchfahrt Echzell in Richtung Biſſes vom 29. 8. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung; Grundſchwalheim.
Ortsdurchfahrt Bindſachſen in Richtung Gelnhaar und Büdingen
vom 2. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleſtung: Kefenrod bzwv.
Wenings.
Nieder=Wöllſtadt—Chauſſeehaus—Ilbenſtadt vom 2. 9. bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung nach Ilbenſtadt erfolgt über Kleppenheim—
Groß=Karben, desgleichen nach Aſſenheim über Bruchenbrücken.
Abzweig nach Butzbach-Griedel einſchließlich Ortsdurchfahrt
Grie=
del vom 9. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Münzenberg—
Rockenberg, oder, ſoweit möglich, über den Abzweig Gambach—Griedel.
Heldenbergen=Bahnhof vom 4. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung erfolgt über eine Notbrücke auf eigene Gefahr.
Lauter-Laubach vom 13. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Wetterfeld.
Gonterskirchen—Ruppertsburg vom 26. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Laubach.
Nieder=Ohmen-Bernsfeld vom 1. 10. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Atzenhain.
Ermenrod—Groß=Felda vom 2. 10. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Zeilbach.
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und Erhol-
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Hierdurch laden wir unſere verehrlichen Vertreier
zu der am Sonntag, den 20. Oktober 1929,
vormittags 8½ Uhr, in der Betriebszentrale
zu Darmſtadt, Eſchollbrückerſtr. 25. ſtattfindenden
ordentl. Vertreter=Verſammlung
höflichſt ein.
Tages=Ordnung:
1. a) Bericht des Vorſiandes.
b) Bericht des Aufſichtsrats.
c) Bericht des Genoſſenſchaftsrats.
2. Genehmigung der Bilanz und Entlaſtung des
Vor=
ſtandes.
3. Beſchlußfaſſung über die Verteilung der Erübrigung.
4. Statutenänderung (8 65).
5. Anträge.
Anträge die zu ſiellen beabſichtigt ſind (ſ. 8 32, II)
müſſen bis ſpäteſtens Mittwoch, den 16. Oktober
1929 im Büro Darmſtadt, Eſchollbrückerſir. 25,
ein=
gereicht ſein.
Als Legitimation zur Teilnahme an der Vertreier=
Verſammlung und zur Abſtimmung dient die rote
Ausweiskarte.
Der Aufſichtsrat.
J. A.: Jung.
15966
Seite 8
Samstag, den 12. Oktober 1929
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Die Verlobung ihrer älteſten Tochter
Felicitas mit dem Waldgutsbeſitzer
Herrn Franz von Rexroth beehren ſich
hierdurch anzuzeigen
Freiherr Anguſt von Oetinger=
Barkhaus=Wieſenhütten
Großh. Heſſ. Kammerherr
und Rittergutsbeſitzer
und ſeine Gemahlin Margret,
geb. von Schroeder
Carlshof
15982
IATeine Verlobung mit Freiin Felicitas
von Oetinger=Barkhaus=
Wieſen=
hütten, älteſten Tochter des Großh. Heſſ.
Kammerherrn und Rittergutsbeſitzers
Freiherrn Auguſt von Oetinger=
Bark=
haus=Wieſenhütten und deſſen Gemahlin
Margret, geborene von Schroeder,
beehre ich mich anzuzeigen
Franz von Rexroth
im Oktober 1929
Hundſcheid
Wiesbaden Naſſauer Hof
Uhre Verlobung zeigen an
Johanna Uacobi
Dr. Ernst Feske
Darmstadt, 12. Oktober 1929.
Heidenreichstr. 29
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Nachruf.
Am 9. Oktober verſchied unſer treuer
Mitarbeiter
Herr
Ludwig Schnell
der ſeit 1916 mit unermüdlichem Fleiß
in unſerem Hauſe tätig war.
Wir werden ihm ſtets ein ehrendes
Andenken bewahren.
Darmſtadt, den 11. Oktober 1929. (15983
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Kirchliche Trauung: Samstag, den 12. Oktober,
nach-
mittags 3 Uhr, in der Kirche St. Ludwig.
Ihre Vermählung geben bekannt
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Darmſtadt, 12. Oftober 1929.-
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Trauung: Samstag ½3 Uhr in der
St. Fideliskirche, Feldbergſtraße.
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Freitag vormittag, 10½/ Uhr, iſt mein lieber
Gatte, unſer guter, ſiets treuſorgender Vater,
unſer innigſt geliebter Großvater, Bruder,
Schwager, Schwiegervater und Onkel
ſich Gaß
Zugführer i. R.
nach kurzem ſchweren Teiden im 76.
Lebens=
jahre janft entſchlafen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Katharine Gaß, geb. Luttenberger.
Lina Kiſſel, geb. Gaß.
Luiſe Gaß.
Willy Gaß.
Marie Gaß, geb. Oehlenſchläger.
Jakob Kiſſel.
Gertrud, Heinz und Annewieſe.
Darmſiadt, Auerbach Heſſ., Fürth 1 O,
Im Wingert 1.
den 11. Oktober 1929.
Die Beerdigung ſindet Montag, den 14. Oktober,
nach=
mittags 2 Uhr, auf dem Beſſunger Friedhof, ſiatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
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Kirchliche Trauung: Samstag, den
12. Oktober, nachm. 2½ Uhr, in der
Stadtkapelle.
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Anna Seitz, geb. Klenk=Claß
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Pankratiusſtr. 48 Eichwieſenſtr. 9
Kirchl. Trauung: Sonntag, 13. Oktober,
nachmittags 2 Uhr, in der Petruskirche.
Ihre Vermählung beehren ſich
anzuzeigen
Hermann Henkel
Emilie Henkel
geb. Noellner
Darmſiadt, den 12. Oktober 1929
Schulſtraße 1.
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Kirchl. Trauung: ½1 Uhr in der
Stadi=
kapelle.
Für die uns anläßlich unſerer Vermählung
erwieſenen Aufmerkſamkeiten ſagen wir
Allen herzlichen Dank.
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Karl Emmerich und Frau
Todes=Anzeige.
(Statt Karten.)
Am 8. d. Mts. ſtarb nach langer,
ſchwerer Krankheit mein lieber
Mann, Vater, Sohn, Bruder,
Schwager und Onkel
Herr
Ferdinand Berth
im Alter von 53 Jahren.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Emmi Berth, geb Fag
Kaethe Berth.
Die Beiſetzung hat in aller Stille
ſtattgefunden.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Todes=Anzeige.
Heute früh um 6½ Uhr verſchied infolge
eines Schlaganfalles mein geliebter Gatte,
mein herzensguter Vater
Heinrich Rapt
Friſeur
im Alter von 53 Jahren.
In tiefem Schmerz:
Margarethe Rapp
geb. Schmitt
Gertrud Rapp.
Darmſtadi, den 11. Oktober 1929.
Landwehrſtraße 43.
Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Oktober,
vormittags 11 Uhr auf dem Waldtriedhof ſtatt. (15990
Vereinigung
früherer
Leibgardiſten
Darmſtadt.
Nach ſchwerer Krankheit entſchlief ſanft
am 8. Oktober mein guter Mann, unſer
lieber Bruder, Schwager und Onkel
Oberſtabsveterinär a. D.
M.Aifted Tteitop
In tiefem Schmerz:
Marta Tretrop
geb. Böhſe.
Darmſtadt, den 12. Oktober 1929.
Hügelſtraße 69.
Die Einäſcherung tand auf Wunſch des Eniſchlafenen
in der Stille ſiatt.
Von Beileidsbeſuchen und Blumenſpenden bitte
(15994
abzuſehen.
Am Dienstag verſchied unſer
lang=
jähriges, treues Mitglied
Kamerad
Bauunternehmer.
Die Beerdigung fand auf Wunſch
des verſtorbenen Kameraden in
aller Stille ſtatt.
Der Vorſtand.
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Nach langem Teiden verſtarb heute unſere liebe Mutter, Schweſier,
Schwiegermutter und Großmutter
Frau
im 72. Lebensjahre,
geb. Hoffmann
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Karl Ohnacker
Familie Guſtav Proome-Ohnacker.
Darmſiadt, Paris, Bad=Soden, den 10. Oltober 1929.
Beerdigung wird im Sonntagsblatt bekannt gegeben.
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Geſiern abend ½411 Uhr entſchlief ſanft, nach
einem arbeitsreichen Leben, unſer lieber Vater,
Großvater und Schwiegervater
Johannes Waſſer
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in noch nicht vollendetem 79. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ernſi Waſſer.
Darmſiadt, den 11. Oktober 1929.
Alexanderſtraße 13.
(16035
Die Beerdigung ſindet Montag, den 14. Oktober,
nach=
mittags ½3 Uhr, von der Kapelle des Waldfriedhofes
aus ſtatt.
Am 8. Oktober ds. Js. iſt
plötz=
lich unſere liebe Urgroßmutter,
Großmutter, Mutter,
Schwie=
germutter, Schwägerin und
Tante, die Lehrer
EduardAckermann Bw.
geb. Mohn
im 84. Lebensjahr ſanft
ent=
ſchlafen. Die Beerdigung fand
in aller Stille ſtatt.
Die tieftrauernden
Hinterbliebenen.
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Entſchlafenen ſagen wir nur auf dieſem Wege
unſeren herzlichſten Dank.
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der trauernden Hinterbliebenen:
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Gamstag den 12 Ofiober 1929
10 Jahre Reichsverband des deutſchen
Handwerks.
Berlin. Aus Anlaß ſeines 10jährigen
Be=
ſtehens tritt der Reichsverband des deutſchen
Hand=
werks am 12. und 13. November d. J. in Berlin
zu=
ſammen. Die Tagung beginnt mit einer Sitzung
des Großen Ausſchuſſes, der ſich eine geſchloſſene
Mitgliederverſammlung anſchließt. Am Abend folgt
eine geſellſchaftliche Veranſtaltung im Hotel Prinz
Albrecht. Für den 13. November iſt eine öffentliche
Kundgebung des Reichsverbandes im
Plenarſitzungs=
ſaal des Reichsvirtſchaftsrats vorgeſehen, in der der
Vorſitzende des Reichsverbandes, Herr Derlien,
Han=
nover, über das Thema „10 Jahre Reichsverband
des deutſchen Handwerks” ſprechen wird.
General=
ſekretär Hermann, Berlin, wird einen Vortrag über
„Das Handwerk zur deutſchen Sozialpolitik” halten.
Der Bücherdiebſtahlsprozeß.
In der Donnerstags=Verhandlung des Diebſtahls=
und Betrugsprozeſſes gegen Dr. Kogler wurde als
erſter Zeuge der gegenwärtige Direktor der
Frank=
furter Stadtbibliothek Dr. Richard Böhler
vernom=
men, der die Handhabung der Bücherentleihung an
der Bibliother ſchilderte. Im Gegenſatz zu den
Dar=
ſtellungen des Zeugen behauptet der Angeklagte, er
habe ſich berechtigt gehalten, die Wiegendrucke auch
ohne Leihſchein nach Hauſe mitzunehmen, weil dies
ein ſtillſchweigend geduldeter Zuſtand geweſen ſei. —
Als nächſter Zeuge wird der frühere Leiter der
Frankfurter Stadtbibliothek, Profeſſor Sarnow,
ver=
nommen, der ſchwer belaſtend für den Angeklagten
ausſagt. Auch Profeſſor Sarnow gibt an, daß
Dr. K. keine Erlaubnis gehabt habe, Bücher ohne
Leihſchein mitzunehmen. Von der Exiſtenz des
zwei=
ten Katalogs, an Hand deſſen bekanntlich der
Dieb=
ſtahl feſtgeſtellt wurde, hätten nur wenige Perſonen
gewußt. Dr. K. hatte keine Kenntnis von dem
Kata=
log. Der Zeuge ſchildert, wie die Diebſtähle
ent=
deckt wurden. Er legt auch ein Buch auf den Tiſch
des Gerichtshofes, das „Miſſale Moguntinum”, das
aus der Bibliothek des Dr. K. ſtammt und aus der
Frankfurter Bibliothek entwendet worden ſein ſoll.
Der Angeklagte behauptet, er habe dieſes Buch in
Graz bei einer Trödlerin gekauft. Der Zeuge
Pro=
feſſor Sarnow erklärt dies für gänzlich ausgeſchloſſen.
Sodann wurde die Verhandlung auf Freitag vertagt.
Das Urteil im Monroy=Prozeß.
Berlin. Im Prozeß Monroy verkündete am
Freitag mittag nach faſt zweiſtündiger Beratung des
Gerichts der Vorſitzende folgendes Urteil: Die
An=
geklagte wird wegen Diebſtahls in einem Falle und
wegen ſchwerer Urkundenfälſchung und zugleich
Be=
truges zu einer Gefängnisſtrafe von 3½ Monaten
verurteilt. Die Koſten des Verfahrens fallen, ſoweit
Verurteilung erfolgt iſt, der Angeklagten, im übrigen
der Staatskaſſe zur Laſt.
Schweres Automobilunglück.
Berlin. Das Lieferauto einer Potsdamer
Firma fuhr am Donnerstag abend auf der Chauſſee
zwiſchen dem Lufthafen. Potsdam und Wildpark in
einer Kurve gegen einen Chauſſeebaum, wobei der
Kaſten des Autos herabgeriſſen und die ſechs
In=
ſaſſen herausgeſchleudert wurden. Vier Perſonen
wurden ſchwer verletzt und von nachfolgenden
Priat=
kraftwagen in Potsdamer Krankenhäuſer gebracht.
Der Chauffeur blieb unverletzt. Der Wagen wurde
zertrümmert.
Das Todesurteil gegen Dr. Richter
rechtskräftig.
Vor dem erſten Strafſenat des Reichsgerichts
be=
gann am Freitag die Reviſionsverhandlung im
Mordprozeß gegen den Binger Arzt Dr. Nichter,
der bekanntlich im Juni vom Schwurgericht in Bonn
wegen Ermordung ſeiner Geliebten zum Tode
ver=
urteilt worden war. Dr. Richter hatte gegen dieſes
Urteil Reviſion eingelegt.
Leipzig. In der Reviſionsverhandlung im
Bonner Giftmordprozeß hat der erſte Strafſenat des
Reichsgerichts unter Anlehnung an die Ausführungen
des Reichsanwaltes die Reviſion des Dr. Richters
verworfen. Das Todesurteil iſt damit rechtskräftig
geworden.
Abſage der Hollandfahrt des „Graf Zeppelin”.
Friedrichshafen. Der Aufſticg des „Graf
Zeppelin” zur Fahrt nach Holland fand nicht ſtatt,
da ſich die Wetterlage nicht ſo weit gebeſſert hat, wie
angenommen werden konnte. Nach Anſicht der
Schiffs=
führung werden die Witterungsverhältniſſe bis zur
Nacht auf Sonntag ſich wieder günſtig geſtalten. Es
wird beſtimmt damit gerechnet, daß die Hollandfahrt
in der Nacht zum Sonntag ihren Anfang nehmen
kann.
Feſtnahme eines Mörders.
Wien. Die Polizei hat hier einen Mann
feſt=
genommen, der in Wochenendhäuſern Einbrüche
ver=
übte. Es handelt ſich um den Hilfsarbeiter Georg
Nietſch, der am 6. Januar 1909 geboren wurde. Es
wurde feſtgeſtellt, daß Nietſch von der
tſchechoſlowa=
kiſchen Polizei wegen eines Raubmordes verfolgt
wird, den er in der Nähe von Karlsbad an der Frau
Emilie Puſchan verübte, wobei er 18000
Tſchechen=
kronen erbeutete.
Der Emden=Film in Paris.
Paris. In Paris läuft zur Zeit der deutſche
Emden=Film. Es iſt bemerkenswert, daß dieſer Film
in Paris gezeigt werden kann, ohne zu irgendwelchen
feindſeligen Manifeſtationen Anlaß zu geben. In
der Preſſe, z. B. im „Paris Midi” werden der Takt
und die Vermeidung jeglicher nationaliſtiſcher
Ent=
gleiſung in dieſem Film hervorgehoben. Leider hat
die franzöſiſche Filmzenſur ſich nicht enthalten
kön=
nen, eine wichtige Stelle des Films auszumerzen,
die Verſenkung des franzöſiſchen Torpedobootes
„Mousquet” in Penang im Herbſt 1914. Dagegen
proteſtiert im „Paris Midi” ein höherer fkanzöſiſcher
Marineoffizier, indem er darauf hinweiſt, daß in
der Verſenkung dieſes der „Emden” an Waffen weit
unterlegenen Torpedoboots durchaus nichts
Unehren=
haftes für die, franzöſiſche Marine liege. Noch
be=
dauerlicher findet er es, daß damit auch die folgende
Stelle des Films fortgefallen iſt, wo der
Komman=
dant v. Müller in franzöſiſcher Sprache die Gebete
für die drei franzöſiſchen Matroſen des „Mousquct”
ſpricht, die als verwundete Gefangene auf die
„Emden” gekommen und dort geſtorben waren. So
habe man leider eine Gelegenheit verſäumt, um einen
ſchönen Akt der Ritterlichkeit zu ehren.
Berlins Luftfahrkfeſt.
„Graf Zeppelin” und „Rohrbach Romar” auf dem Bankett.
An dem Feſt der Luftfahrt, das in den Berliner Krollſälen ſtattfand, nahmen neben anderen
Pio=
nieren des deutſchen Luftfahrtweſens Er. Eckener und der Europarundflieger Morzik teil.
Am Fuße des Natterhorns, unweit des Bergdörfchens Zermatt, liegt ein Friedhof, auf dem alle
ſeit 20 Jahre; vom Matterhorn Abgeſtürzten begraben ſind. Statt von Granitſteinen ſind die
Gräber mit den Pickeln und Seilen der Verunglückten bedeckt.
Die Unglücksſtelle nach der Exploſion.
An der Bremer Kaiſerbrücke ereignete ſich eine ſchwere Exploſion. Ein Schiffsanleger, an dem
Aus=
beſſerungsarbeiten vorgenommen wurden, flog in die Luft und wurde mehrere Meter weit auf das
Deck eines Dampfbootes geſchleudert. 4 Schiffsarbeiter wurden getötet, 3 weitere ſchwer verletzt.
Der Start des „R 101” verſchoben.
London. Das Luftfahrtminiſterium teilt mit,
daß das britiſche Luftſchiff „R 101” ſeine Halle am
Donnerstag, nicht verlaſſen habe, weil das Wetter
noch nicht genügend günſtig geweſen ſei, um ein
neues Luftſchiff von der Größe des „R. 101” am
Maſt zu verankern. — In der Preſſe beginnt ſich
eine gewiſſe Beunruhigung wegen, der fortgeſetzten
Verzögerung des Startes, des Luſtſchiffes „R/101‟,
auf deſſen Leiſtungen ſo große Hoffnungen geſetzt
waren, geltend zu machen.
Im Streit erſchlagen.
Linz. In einem Orte bei Linz gerieten,
Blät=
termeldungen zufolge, drei Bauernſöhne, darunter
zwei Brüder, wegen eines Liebeshandels in Streit,
der in einer Art Duell mit leeren Bierflaſchen in
einem nahen Walde ausgetragen wurde. Als alle
drei bereits ſchwere Kopfwunden erlitten hatten,
ver=
bündeten ſich, die beiden Brüder und ſchlugen auf
ihren Gegner mit den Bierflaſchen ſolange ein, bis
er ſterbend zuſammenbrach. Die beiden Täter
wur=
den verhaftet.
Seite 11
Der Abmarſch.
Abzug der engliſchen Beſatzungstruppen.
Wiesbaden. Am Samstag, 12. Oktober, wird
das in Wiesbaden=Biebrich liegende 2. Bataillon des
Infanterie=Regiments Royal Welſh Souvenir nach
England abtransportiert werden.
Beſatzungsabzug aus Germersheim.
Germersheim. Am Donnerstag abend 6 Uhr
verließ in Anweſenheit des Generals Guillaumat das
das 2. Bataillon des 171. Infanterie=Regiments
Ger=
mersheim. Es wurde mit der Bahn über Landau—
Weißenburg nach ſeiner neuen Garniſon Beſancon
transportiert. Der Räumungszug hatte eine Stärke
von ſechs Perſonenwagen und 41 Materiabwagen, die
etwa 400 Mannſchaften und Offiziere und die ganze
Bagage des Regiments mit ſich zu führen, ſo daß
die reſtlichen Regimentsteile nur noch als
Manöver=
formation hier bleiben. Der Abzug geſchah ohne
jeg=
liche Formalität. Das zurücbbleibende Regiment wird
eine Stärke ovn etwa 800 Mann haben. Man rechnet
damit, daß es bis Dezember bleiben wird, ſo daß
Germersheim noch in dieſem Jahre geräumt werden
würde.
Der Flugplatz von Andernach freigegeben.
Andernach. Der ausgedehnte Flugplatz
zwi=
ſchen Andernach und Weißenthurm, um deſſen
Frei=
gabe man ſich wiederholt vergeblich bemüht hatte, iſt
nunmehr von der Beſatzung freigegeben worden. Das
Gelände, das einer Reihe von privaten
Grundſtücks=
beſitzern gehört, war ſeit dem Ginrücken der
Be=
ſatzung, alſo ſeit über zehn Jahren, für Flugzwecke,
namentlich von den Amerikanern, zuletzt aber auch
von den Franzoſen, ſehr rege in Anſpruch
genom=
men worden. Die Franzoſen hatten hier gelegentlich
größere Baracken und Flugzelte errichtet.
Die erſten Räumungs=Sonderzüge.
Zweibrücken. Am Freitag rückte das 1.
Ba=
taillon des 156. Infanterie=Regiments von
Zwei=
brücken ab, nachdem bereits Reſerviſtentransporte die
Stadt verlaſſen haben. Seit Mittwoch vormittag iſt
bereits die Einparkierung der Bagage, Fahrzeuge
uſw. an der Güterrampe des Zweibrücker Bahnhofes
im Gang. Am Freitag abend 11,30 Uhr verließ der
erſte Sonderzug mit rund 250 Mann und 15
Offi=
zieren die Stadt Zweibrücken. Der Transport geht
über Saargemünd nach Brive, einer Stadt in der
Bretagne, die bisher keine Garniſon hatte. — Am
12. Oktober abends 9,30 Uhr berührt ein weiterer
Sonderzug mit Truppen aus Landau, ebenfalls 250
Mann und 15 Offiziere umfaſſend, den Bahnhof
Zweibrücken. Dieſer Zug iſt nach Verdun beſtimmt.
— Beide Sonderzüge führen auch die Pferde und
ſonſtige Ausrüſtungen der Kompagnien mit ſich.
Raubmord in Warſchau.
Warſchau. In der Nacht vom Mittwoch auf
Donnerstag iſt in der Warſchauer Vorſtadt Praga
ein ſchwerer Raubmord verübt worden. Der 64jähr.
Ladeninhaber Gonſiorwſki und ſeine Frau, die für
wohlhabende Leute gehalten werden, nahmen am
Donnerstag nicht, wie gewöhnlich, die Lieferungen in
Empfang und öffneten auch nicht ihr Geſchäft.
Da=
durch aufmerkſam gemacht, drang die Polizei in die
Wohnung ein und ſtellte feſt, daß der Laden
vollkom=
men durchwühlt war. Das kinderloſe Ehepaar wurde
im Keller, der vom Geſchäft aus durch eine Falltür
zu erreichen war, ermordet aufgefunden. Die Täter
hatten die beiden Alten gebunden und geknebelt und
dann vermutlich mit einem Strick erwürgt. Es
han=
delt ſich augenſcheinlich um zwei oder drei
Ver=
brecher, die den Laden kurz vor Geſchäftsſchluß als
Käufer betreten haben mußten. Die Kriminalpolizei
hat eine energiſche Unterſuchung eingeleitet.
Ein verwegenes Banditenſtückchen.
Marſeille. Eine Bande von
Straßen=
räubern macht ſeit einigen Tagen Marſeille unſicher.
Die Banditen haben einen Kraftwagen zu ihrer
Verfügung und „arbeiten” am hellichten Tage mit
einer Verwegenheit, die wirklich erſtaunlich iſt. Am
Donnerstag morgen gegen 8,30 Uhr überfielen ſie
in der ſehr belebten Straße der Republik einen
Steuereinnehmer und raubten ihm 20 000 Franken.
In der Nähe hatten ſie ihren Kraftwagen mit
lau=
fendem Motor ſtehen laſſen. Ein Paſſant ſtellte
dieſen jedoch ab, ſo daß die Räuber gezwungen
waren, zu Fuß zu entfliehen. Es entſpann ſich eine
wilde Jagd, die in eine Schießerei ausartete.
Ge=
troffen wurde niemand. Die Banditen konntem
ſchließlich entkommen.
in Berlin.
Demitri Dobreſku,
Bukareſt (rechts) iſt
meiſ
der
Oberbi=
hen
Ein=
in Berlin
ſtudieren.
richtungen der
Seite 12
Samstag, den 12 Oftober 1929
Nummer 283
Tromſö in Erwartung des Zeppelin=Polarfluges.
aus wird der Zeppelin=Flug längs der amerikaniſchen Seite des
Polarbaſſins bis Fairbanks in Alaska führen, während der Rück=
An der Stäfte großer Ereigniſſe.
Von Fritz Löwe.
Tromſö, im Oktober.
In Tromſö gibt es augenblicklich kein anderes
Geſprächs=
thema wie den im Frühjahr bevorſtehenden Zeppelin=Polarflug.
Der Gedanke an die Luftfahrt in die Schnee= und Eiswüſten des
arktiſchen Gebietes, über das das Nordlicht flammt, beherrſcht
alle Gemüter, läßt faſt alle anderen Intereſſen in den
Hinter=
grund treten..
Iſt doch Tromſö die Pforte zum Eismeer. Sein Verkehr mit
der arktiſchen Zone iſt ein äußerſt lebhafter. Faſt alle
Polar=
expeditionen haben dieſe eigenartige Stadt paſſiert. Im Hafen
wimmelt es von Eismeerſchiffen, erkennbar an dem
Ausguck=
korb oben am Maſt. Auf Schritt und Tritt begegnet man in
Tromſö den intereſſanten Typen der Eismeerſchiffer, deren Leben
ſich in den erſtarrten Polargegenden abſpielt. Viele fuhren von
Tromſö aus, nicht alle aber kehrten wieder. Von Tromſö aus
unternahm auch Amundſen ſeinen Flug zur Rettung Nobiles,
von dem er niemals zurückkehren ſollte. Die große Anteilnahme
der Bewohner Tromſös an der Zeppelin=Expedition darf nicht
verwundern. Sind ſie doch alle an den Vorbereitungen zur
Polarfahrt mehr oder minder intereſſiert. Von jeher war
Tromſö der Ausrüſtungsplatz für alle Polarexpeditionen. Nun
gilt es, für die bevorſtehende große Zeppelin=Polfahrt Schlitten,
Polarhunde, Pelze, Kleider, Fellſtiefel, transportable
Radio=
ſtationen, vor allem jedoch Lebensmittel und andere
Aus=
rüſtungsgegenſtände bereitzuſtellen.
Müſſen doch die Teilnehmer der Expedition in die Lage
ge=
ſetzt werden, im Notfalle ſich auch über das Packeis bewegen zu
können. Es handelt ſich um 45 Perſonen, von denen 30 Mann
die Beſatzung des Luftſchiffes, 12—15 der wiſſenſchaftliche Stab
hervorragender Kapazitäten auf dem Gebiete der Polarforſchung
und 3 Vertreter der großen Preſſekonzerne ſein werden. Auch
muß mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß man an einer
günſtigen Stelle eine Landung auf dem Eiſe vornimmt, um durch
Loten und ozeanographiſche Meſſungen der Waſſertemperarur,
des Salz= und Gasinhaltes, wichtige Reſultate für die
Wiſſen=
ſchaft zu erzielen.
Viel ſpricht man auch in Tromſö darüber, wer die Führung
des Zeppelin auf der Polarfahrt haben wird. Allgemein wird
dem Wunſche Ausdruck gegeben, daß Dr. Eckener dieſe perſönlich
übernehmen wird. Tiefe Befriedigung herrſcht darüber, daß die
wiſſenſchaftliche Leitung Dr. Fritjof Nanſen anvertraut iſt.
Wird doch die Fahrt und der Aufenthalt in den arktiſchen
Gebieten an die Beſatzung und die wiſſenſchaftlichen Teilnehmer
hohe körperliche Anforderungen ſtellen. Wer nie in arktiſchen
Gebieten geweilt hat, kann ſich nicht vorſtellen, mit welchen
un=
geheuren Schwierigkeiten und Gefahren man in der erſtarrten
Polarzone rechnen muß. Das Eislabyrinth mit ſeinen
Geheim=
niſſen iſt voller Schrecken und Gefahren. Da heißt es denn für
die Zeppelin=Polfahrer, wohlausgerüſtet und auf alle
Eventuali=
täten vorbereitet zu ſein.
Im Frühjahr 1930 wird die Polarforſchung in ein neues
Stadium treten. Das geheimnisvolle Rätſel der nordiſchen
Eis=
ſphinx ſteht vor ſeiner Löſung.
Ich ſtehe vor dem Bauernhofe Langnes, auf der Inſel
Tromſöen, zirka eine halbe Stunde Autofahrt von Tromſö
ent=
fernt. Hier wird die hiſtoriſche Stätte ſein, von der der
Zeppe=
lin ſeine erſte Fahrt, die ſich über 15—18 000 Kilometer erſtrecken
ſoll, in die arktiſche Zone antreten wird. Hier iſt der Platz,
deſſen Name bald die ganze Welt durchfliegen wird. Von hier
flug längs der ſibiriſchen Seite der arktiſchen Zone erfolgen ſoll.
Der freundliche Beſitzer des Hofes Langnes ſtellt ſich mitten
auf die Wieſe, genau an der Stelle, wo der Maſt errichtet werden
ſoll, an dem der Zeppelin verankert wird. Funkelnd dehnt ſich
vor mir der Sandöſund, der die Inſel Tromſöen von der Inſel
Kvaloen trennt. Der Wind furcht die ſchimmernde Fläche, Gleich
Sturmpögeln ziehen Wolken dem Eismeere zu. In
ſonnendurch=
flimmerter Luft ſchweben ſilberglänzende Möpen. In magiſchem
Noch liegt tiefes Schweigen über dieſer friedlichen Natur.
Bald aber werden die Vorbereitungen für den Zeppelinflug
ſo=
weit fortgeſchritten ſein, daß mit der Errichtung des Maſtes, an
dem das Flugſchiff verankert werden ſoll, begonnen werden kann.
Die Wieſen auf Tromſöen bilden einen geradezu idealen
Startplatz. Von keinem Hügel unterbrochen, dehnen ſie ſich zum
Sund. Breit iſt die Oeffnung zwiſchen den beiden Bergen,
zwiſchen denen der Zeppelin bei ſeiner Ausreiſe hindurchfliegen
wird. Infolge der Lage am Fjord und der Nähe von Tromſö,
der weltberühmten Ausrüſtungsſtadt der Polarexpeditionen, ſind
alle Vorbedingungen zur Anlage von großen Depots für
Brenn=
ſtoffe, Gasvorräte uſw. erfüllt. Eine vorzügliche Straße führt
von Tromſö nach Langnes. Die ausgezeichnete Wetterdienſtſtation
in Tromſö wird der Nachrichtenübermittlung für das Luftſchiff
große Dienſte leiſten.
Die Organiſakoren des Nordpolfluges.
1
(1) Frithjof Nanſen, der norwegiſche Polarforſcher und Organiſator. — (2) Kapitän Wilkens (U. S.A.), der 1928 den Nordpol im
Flug=
zeug überflog. — (3) Dr. Eckener hat die Oberleitung der Vorarbeiten. — (4) Diplomingenieur Lehmann, der Führer des „Graf
Zeppe=
lin” auf dem Polflug. — (5) Profeſſor Berſon (Deutſchland), der geronautiſche und meteorologiſche Sachverſtändige.
Glanze erſtrahlt der Horizont. In bizarren Silhouetten leuchten
die Berge. Ueber alle Gipfel hinweg blinken weiße Schneekuppen.
Ein buntfarbiger Blumenteppich iſt ausgebreitet. Auf
hell=
grünen Wieſen weidet prächtiges Vieh. Von allen Seiten ſteigen
wilde Felſenformationen auf.
Jenſeits des Sundes ragen die beiden Bergesrieſen, „
Kalf=
jordtind” und der „Karlsjohanngeſe” in die klare Luft. Sie
wer=
den die Wahrzeichen der Zeppelin=Polfahrt ſein. Zwiſchen ihnen
hindurch wird das Luftſchiff aufs freie Meer hinausfliegen, den
arktiſchen Geſtaden entgegen, um die Phänomene der Polarwelt
zu erforſchen.
Die Zeppelin=Expedition in die Regionen des ewigen Eiſes
verfolgt nicht nur wiſſenſchaftliche, ſondern auch materielle
In=
tereſſen. Nicht nur um die Polarforſchung geht es bei dieſem
Fluge in die Antarktis. Von großer Wichtigkeit wird das
Stu=
dium der geographiſchen Verhältniſſe ſein, die Unterſuchung und
geographiſche Aufſtellung wenig bekannter oder neuer
Länderge=
biete und Inſeln, vermittelſt der Photogrammetrie, der
Herſtel=
lung von Landkarten dieſer Gebiete, durch von Bord aus
auf=
genommene Photographien. Ferner ſollen Tiefenmeſſungen der
Meere ſowie zahlreiche meteorologiſche Beobachtungen gemacht
werden, die ja bei der entſcheidenden Rolle der Arktis für die
Wettervorausſage ſehr wichtig ſind. Auch erdmagnetiſche,
luftelek=
triſche und biologiſche Beobachtungen ſollen angeſtellt werden.
Vor allem aber handelt es ſich bei dieſer Fahrt auch darum,
den kürzeſten Weg durch die Luft für den zukünftigen Weltverkehr
zwiſchen Europa und den Küſtenländern am Stillen Meere zu
finden. So ſind nicht nur die Augen der an der Polarforſchung
Intereſſierten, ſondern die der ganzen Welt auf dieſen Flug durch
die nördliche Polarzone gerichtet. Die Bewohner von Tromſö ſind
aber nicht wenig ſtolz darauf, daß ihre Stadt der
Ausgangs=
punkt dieſer hiſtoriſchen Polfahrt werden ſoll.
Ueber die Gefahren des Polarfluges urteilt man in Tromſö
durchaus optimiſtiſch. Wenn auch jeder mit den Verhältniſſen
Vertraute mit den Schwierigkeiten einer ſolchen Fahrt Beſcheid
weiß, ſo glaubt niemand hier, daß der Polarflug gefährlicher ſei
wie die ſo glücklich verlaufene Weltumſelegung des Zeppelin.
Man meint nicht, daß ein Flug über die arktiſche Zone mit einem
techniſch ſo vollkommenen Luftſchiff, daß ſich während des
Welt=
fluges über Ozeane und ſchaurige Einöden in Nebel und wilden
Stürmen ſo wunderbar bewährt hat, größere Gefahren in ſich
birgt bzw. Schwierigkeiten, die nicht überwunden werden
könn=
ten. Auch ſagten mir die mit den arktiſchen Verhältniſſn
ver=
trauten Eismeerfahrer in Tromſö, daß die für die Expedition
gewählten Monate April und Mai außerordentlich günſtig ſeien.
In dieſer Zeit gäbe es im Innern der Polarzone keinen
Unter=
ſchied von Tag und Nacht, keinen Nebel, keine Gewitter, nur
wenig Stürme. Niemand zweifelt hier, daß das Zeppelin=Luftſchiff
die Fahrt über die arktiſchen Gebiete ebenſo glänzend vollführen
wird wie ſeine Weltumſegelung.
Blutrot leuchtet die Sonne über dem Meere, als ich von
Langnes Abſchied nahm. In allen Farbennuancen erſtrahlen die
Berge. Immer neue Stimmungen auf den Wogen, den bizarren
Gipfeln. Immer intenſiver die Farben. Immer neue
Licht=
wunder tauchen empor.
Ich ſtehe ſtill und ſinne. Nur eine kurze Spanne Zeit trennt
uns noch von dem hiſtoriſchen Ereignis des Zeppelin=Polarfluges.
Eines ſtrahlenden Frühlingstages wird der bewährte Segler der
Lüfte von dieſer blumigen Wieſe in die Wunderwelt der Arktis
hinausgleiten. Tief unter ihm das blauende Eismeer mit den
kriſtallfunkelnden Eisſchollen.
In herrlichen Farben prangen rings die Berge. Nicht lange
mehr, dann werden ſie dem Zeppelin den Abſchiedsgruß, nach
glücklicher Heimkehr das Willkommen der ganzen Welt bieten!
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8 3. Die Städte / 8 4. Die Kreiſe / § s. Die Probinzen.) II. Die
Ver=
waltungsgerichtsbarkeit, (8 6), III. Das Fürſorgeweſen. (87, Allgemeine
Wohlfahrtspfilege; Fürſorgeverordnung / 88. Die Jugendwohlfahrtspflege).
IV. Das Kirchenweſen. (8 9. Allgemeines / 8 ro. Die evangeliſche
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Nummer 10
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12. Oktober 1929
Das Schwalheimer
Wasserrad.
Von
Walter Heimann, Friedberg.
Die Ausnutzung von Waſſerkräften iſt die älteſte Art der
mechaniſchen Kraftgewinnung; verſtand man es doch bereits im
Altertum, durch die Stoßkraft fließenden Waſſers Räder in
Um=
drehung zu verſetzen und zu Arbeitsverrichtungen heranzuziehen.
Im Altertum fanden die Waſſerräder hauptſächlich als
Schöpf=
räder für Bewäſſerungsanlagen Verwendung, heute ſind ſie als
Kraftmaſchinen in faſt allen Gewerben gebräuchlich. Obwohl
wird in Pfannen geleitet, wo die Ausſcheidung des Salzes durch
kochen erfolgt. Die Hebung der Salzſole in die Tröpfelwerke
erfolgt durch Pumpen, die früher durch Waſſer= und
Windkraft=
waſchinen angetrieben wurden. Während die Windkraftanlagen
beſeitigt und das vom Nauheimer Teich geſpeiſte Waſſerrad
ſtill=
gelegt wurden, befindet ſich das von der Wetter getriebene, im
Nachbarorte Schwalheim aufgeſtellte Rad noch heute im Betriebe.
Das Rad hat einen Durchmeſſer von etwa 10 Meter und eine
Breite von 1,5 Meter. Bei normalem Waſſerſtande der Wetter
läuft das Rad in der Minute 2½ mal um. Einzigartig iſt die
Kraftübertragung vom Waſſerrade nach der 886 Meter, alſo faſt
1 Kilometer entfernt und 22 Meter höher liegenden Pumpſtation
im Gradierwerk. Durch den in Bild 1 vor dem Rade ſichtbaren
Kurbeltrieb und die in dem Gemäuer aufgehängte Schwinge
(Bild 2) wird die Drehbewegung des Rades in eine hin= und
hergehende umgewandelt. Gegen ſeitliche Verſchiebung ſichert
Bild 2 bewerkſtelligt. Beſonders intereſſant iſt der dicht an der
Bahnſtrecke Frankfurt—Gießen im äußerſten Gradierbau
befind=
liche Werkſtänder (Bild 4), der ſowohl die Steigung in die
wage=
rechte Richtung überführt als auch eine winklige
Richtungs=
änderung vornimmt. Sehr deutlich wahrnehmbar iſt am
Waſſer=
rade der Geſchwindigkeitsunterſchied, der ſich aus dem Auf= und
Ab=
wärtsſchub des Geſtänges ergibt. Bei Abwärtsſchub läuft das
Rad mit weſentlich größerer Geſchwindigkeit als bei
Aufwärts=
ſchub, bei deſſen höchſtem Punkte man glauben möchte, das Rad
bleibt ſtehen. Die vom Waſſerrade betriebene Pumpſtation zeigt
Bild 5. Hier ſind an das Geſtänge ſechs Pumpen angehängt,
von denen vier liegend und zwei ſtehend angeordnet ſind. Das
Bild zeigt links eine liegend angeordnete Pumpe mit den durch
Bügel verſchloſſenen Ventilkäſten. Die ſtehend angeordneten
Pumpen werden durch den ſchweren Holzbalancier und eiſerne
Stangen angetrieben, deren eine im Vordergrunde erkennbar
Hasserrad
Bild 1: Krattübertragung vom Wasserrad zu den Pumpen.
Schwinge
Gestänge
Eis enbahndamm
Fahnstrasse
Pumpen
Balancier
die fortſchreitende Technik auch im Waſſerkraftmaſchinenbau nach
Erfindung der Turbinen grundſätzlich neue Wege beſchritten
hat, iſt trotzdem das Waſſerrad nicht verdrängt worden. Bei
kleinen Waſſerläufen und mittleren Gefällshöhen iſt es als
ober=
ſchlächtiges Rad an Wirtſchaftlichkeit der Turbine ſogar
über=
legen. So erklärt es ſich, daß man heute noch im Gegenſatze zu
anderen Kraftanlagen Jahrzehnte und ſogar Jahrhunderte alte
Waſſerräder ſieht. Eine nunmehr 200 Jahre alte Waſſerkraft=
-Steinplalfe
Hauerwerk
Bild 2: Schwinge zur Richtungsänderung in einer Ebene.
anlage, die in ihren gewaltigen Ausmaßen und der beſonderen
Art der Kraftübertragung einzig daſtehen und eines der
inter=
eſſanteſten Denkmäler der Technik in Heſſen ſein dürfte, iſt das
Schwalheimer Waſſerrad. Es dient zum Antriebe eines
Pump=
werkes in den Bad=Nauheimer Gradierwerken, die des beſſeren
Verſtändniſſes wegen kurz beſprochen ſeien. Die Gradierwerke,
die in ihrer heutigen Form aus dem Jahre 1730 ſtamen, dienen
zur Verdickung der Sprudelwäſſer (Salzſole). Gleich mächtigen
Mauern pagen die Gradierbauten, durchſchnittlich 10,5 Meter
Höhenunterschied 22m
ein Führungsbock. Die weitere Uebertragung erfolgt durch ein
Holzgeſtänge (Bild 1), das in Abſtänden von 8,5 Metern auf
kleinen Wagen läuft. Die Wagen (Bild 3) beſtehen aus zwei,
durch eine Achſe verbundenen Rädern, die oben und unten in
feſten Schienen laufen. Die Unterſchienen ſind in Steinfunda=
Dauerwerk
Steigungswinkel
Bild 4: Werkständer zur gleichzeitigen Richtungsänderung
in zwei Ebenen.
mente eingelaſſen, während die Oberſchienen durch
Verſchrau=
bungen am Geſtänge befeſtigt ſind. Die einzelnen Holzbalken
des Geſtänges ſind durch Verzapfungen und Verſchraubungen
miteinander verbunden. Das Geſtänge überquert bei ſeiner
ge=
waltigen Länge ſowohl die Bahnſtrecke als auch die Landſtraße
Gestange
Oderschiene
Unferschiene
Steinplatte
Bild 3: Führungswagen für das Gestänge.
he Holzgerüſte, empor und erwecken von weitem den Eindruck
ner gewaltigen Befeſtigungsanlage. In den Gerüſten ſind
hwarzdornbündel aufgeſtapelt, durch die mehrmals die
Salz=
e rieſelt, um auf die gewünſchte Stärke gebracht zu werden.
u dieſem Zwecke ſind über den Gradierbauten Tröpfelwerke
ngebracht, die die Sole über den ganzen Bau verteilen und
ne gleichmäßige Berieſelung herbeiführen. Bei der Berieſelung
erdunſtet ein Teil des Waſſers und die kalkigen Beſtandteile
r Sole ſetzen ſich in den Reiſern ab. Die ſo verdickte Sole
Bild 5 Pumpwerk im Gradierbau.
Frankfurt—Gießen (vergl. Bild 1). Die Unterführung erfolgt
in gemauerten Gewölben. Die Richtungsänderungen aus der
Wagerechten in die Steigung werden durch Schwingen wie in
iſt. Die Rohrleitungen und Ventile ſind aus Gußeiſen
herge=
ſtellt, die Verbindung der einzelnen Rohrſtücke erfolgt durch
Muffen. Die Waſſerſchläge in der Rohrleitung werden durch
Holzkübel aufgefangen. Die Pumpen ſind einfach wirkend, haben
Roßgußzylinder und Kolben, die durch Ledermanſchetten
abge=
dichtet ſind. Die Zylinderdurchmeſſer der einzelnen Pumpen
ſchwanken zwiſchen 210 und 260 Millimeter, im Mittel können
ſie mit 240 Millimeter angenommen werden. Bei einem
Kolben=
wege von 1020 Millimeter und einer minutlichen Umlaufzahl
des Rades von 2,5 ergeben dann die Pumpen eine Leiſtung von
etwa 700 Liter in der Minute.
*Die Enerdie tropischer
Meere.
Von
Dr. W. Lipps, München.
So wie in größerem Maßſtabe die Energie der Flüſſe in
großen Waſſerkraftwerken nutzbar gemacht wird, werden auch
ſchon ſeit langen Zeiten Verſuche darüber angeſtellt, die
Bran=
dungswellen des Meeres und die in dem Wechſel von Ebbe und
Flut lebendig werdenden Kräfte in geeigneter Weiſe auszunützen.
Erſt ſeit einigen Jahren aber beſchäftigt der Gedanke die
Technik, ob nicht auch die Wärme des tropiſchen Meeres zur
Energiegewinnung herangezogen werden kann. Man geht dabei
von der Tatſache aus, daß in den Tropen die
Oberflächentem=
veratur des Meeres 25—30 Grad beträgt, während in einer Tiefe
von ca. 2000 Metern eine ſolche von 5—10 Grad herrſcht. Mit
dieſer Temperaturdifferenz von mindeſtens 15 Grad muß durch
eine entſprechend gebaute Vorrichtung ein Dampfdruck zu
er=
zielen ſein, der durch Treiben einer Dampfturbine in Elektrizität
umgeſetzt werden kann. Nach vorausgegangenen deutſchen
Experimenten waren es die Franzoſen George Claude und Paul
Boucherot, die als erſte mit ihren Verſuchen an die breite
Oeffent=
lichkeit traten und im Jahre 1926 der franzöſiſchen Akademie der
Wiſſenſchaften ein fertiges Projekt zur Gewinnung der Energie
der tropiſchen Meere vorlegten. Um ihre Berechnungen zu
be=
weiſen, ſtellten die beiden Forſcher folgenden Verſuch an. Zwei
Glasgefäße, die durch ein Glasrohr miteinander verbunden
waren, wurden luftleer gepumpt. Das eine Gefäß enthielt
Waſ=
ſer von 26 Grad, alſo einer der Meeresoberfläche entſprechenden
Temperatur; in dem anderen befand ſich ebenfalls etwas Waſſer,
das aber durch eingelegte Eisſtückchen für längere Zeit auf einer
ziemlich konſtanten Temperatur von 7 Grad gehalten wurde. Das
Waſſer von 26 Grad hat einen Dampfdruck von ca. 0,03 Atm.
Da aber im zweiten Gefäß die Temperatur weſentlich niedriger
war, mußte dem dort niedrigeren Dampfdruck entſprechend ein
Abſtrömen des Dampfes in dieſes erfolgen. Um die Kraft dieſes
Dampfſtromes ſichtbar zu machen, war in das Verbindungsrohr
eine kleine mit Dynamo verbundene Turbine eingeſchaltet, und
es zeigte ſich, daß die Menge des übergehenden Dampfes groß
genug war, um die Turbine und damit den Dynamo in eine
Umdrehungsgeſchwindigkeit zu verſetzen, die einen Strom erzeugte,
der eine Reihe kleiner Glühlampen zum Leuchten brachte. Es iſt
für den Laien überraſchend, daß ſo minimale Dampfſpannungen,
wie ſie Waſſer von 20—30 Grad zeigt, noch ſolche Leiſtungen
her=
vorbringen können. Noch viel erſtaunlicher aber wird dieſe
Tat=
ſach=, wenn man von den enormen Energiemengen hört, die nach
theoretiſchen Berechnungen eine ſolche Verſuchsanordnung zeigen
muß, wenn ſie in entſprechend großem Maßſtabe errichtet wird.
Wir ſind ja heute von unſeren modernen Dampfturbinen
ge=
wöhnt, mit ganz anderen Temperaturen und mit Drucken von
mindeſtens 10 Atm. zu arbeiten. Wir können uns deshalb ſchwer
vorſtellen, daß nun mit einer Maſchine, die eine Spannung von
ca. 0,02 Atm. zeigt, Weſentliches geleiſtet werden kann. Aber
ſelbſt wenn wir davon abſehen, daß das Meer einer ſolchen
Tur=
bine ungeheure Mengen dieſes niedrig geſpannten Dampfes
zu=
führen könnte und daß dadurch ſchon ein Ausgleich geſchaffen
wird, zeigt ſich auch die Ausnützungsmöglichkeit der kleinen
Dampfſpannung bei dieſer Temperatur außerordentlich günſtig.
Wenn nämlich bei dieſem Projekt auch die zu jeder wirtſchaftlichen
Ausnützung ſtrömenden Waſſerdampfes geſtellte erſte Forderung,
nämlich die einer möglichſt hohen Anfangsſpannung, nicht erfüllt
iſt, ſo iſt es doch in weitgehendſtem Maße die zweite, die eine
möglichſt tiefe Endſpannung verlangt. Iſt man doch in der Lage,
durch das Meerwaſſer großer Tiefe den Dampf auf ca. 10 Grad
abzukühlen und damit eine Endſpannung zu bekommen, wie ſie
mit 0,012 Atm. ſicher von keinem Kondenſator einer modernen
Dampfturbine erreicht wird. So berechnen G. Claude und P.
Bo=cherot in ihrem der Akademie eingereichten Vorſchlag, daß die
von einem Kilogramm Dampf in ihrer Anordnung geleiſtete
Arbeit nur fünfmal ſo klein iſt, als die Energiemenge, die mit
demſelben Quantum Dampf erzielt würde, wenn dieſes von einer
Anfangsſpannung von 20 Atm. auf 0,2 Atm. Endſpannung
ent=
ſpannt wird. Und das, obwohl der Anfangsdruck mit 0,03 Atm.
nur den 700. Teil der 20 Atm. ausmacht.
Nummer 10
Samstag, 12. Oktober 1929
Technik der Gegenwert
In dieſem Jahre hat ſich nun 6. Claude in die Nähe von
Havana begeben, um ſeine Verſuche im Großen fortzuſetzen. Er
glaubt in der Matanſas=Bucht Verhältniſſe gefunden zu haben,
die für die Verwirklichung ſeiner Pläne günſtig ſind. Durch ein
Nohr von 2000 Meter Länge und 2 Meter Durchmeſſer wird das
Grundwaſſer, das eine Temperatur von nicht mehr als 10 Grad
aufweiſt, heraufgepumpt. Es dient zur Füllung und ſtändigen
Durchſpühlung eines großen, gegen Erwärmung iſolierten
Kon=
denſationskeſſels, der ſo auf konſtanter Temperatur gehalten
wird. Das Rohr ſelbſt iſt gut iſoliert, um Wärmeverluſte bei
der Durchleitung durch die wärmeren Meeresſchichten zu
ver=
meiden. Die zur Heraufholung des Grundwaſſers nötige Kraft
iſt gering, da ſich nach dem Geſetz der kommunizierenden Röhren
das Rohr bis zur Meeresoberfläche ſelbſt füllt, alſo nur eine
Hebung von dort bis zur Höhe des Keſſels durch die Kraft der
Pumpe zu erfolgen hat. Nachdem das Waſſer den Kondenſator
durchſtrömt hat, wird es durch ein ebenſolches Rohr wieder ins
Meer zurückgeleitet. Da Keſſel und Rohr unter Luftabſchluß
ſtehen, kommt durch das Gefälle eine weitere Entlaſtung der
Pumpe zuſtande. Auf dieſelbe Weiſe wird mit einem zweiten
Zulauf= und Ablaufrohr die Füllung und dauernde Durchſpülung
eines zweiten Keſſels mit dem warmen Oberflächenwaſſer
vor=
genommen. Auf dieſe Weiſe hat man nebeneinander zwei
Waſſer=
behälter, von denen der eine eine ſtändige Temperatur von zirka
26 Grad, der andere eine ſolche von 10 Grad aufweiſt. Werden
dieſe beiden Keſſel durch ein Dampfrohr verbunden, ſo wird aus
dem mit wärmerem Waſſer gefüllten, der einen Dampfdruck von
0,03 Atm. aufweiſt, Dampf in den anderen Keſſel überſtrömen,
wo nur 0,01 Atm. herrſchen. Der unter anderen Umſtänden in den
beiden Waſſermengen eintretende Temperaturausgleich wird
durch den ſtändigen Waſſerwechſel verhindert. Es kommt alſo
ſo auch der Dampfübertritt nicht zum Stillſtand
Wenn man annimmt, daß das warme Waſſer durch die
Dampfabgabe ſoweit abgekühlt wird, daß es den Keſſel um
5 Grad kälter verläßt, ſo gibt ein Kubikmeter beim Durchlaufen
der Vorrichtung 5000 Kalorien ab und erzeugt zirka 8 Kilogramm
Dampf. Nach den Berechnungen der franzöſiſchen Forſcher iſt
von dieſen 8 Kilogramm Dampf eine Arbeitsleiſtung von
unge=
fähr 100 000 Meterkilegramm zu erzielen. Unter der
Voraus=
ſetzung, daß eine in das Dampfrohr eingeſchaltete Turbine mit
75 Prozent Nutzen arbeitet, und wenn man weiterhin zirka
30 000 Meterkilogramm zum Durchpumpen je eines Kubikmeters
Warm= und Kaltwaſſers verbraucht, ſo ergibt ſich ein Reingewinn
von 40 000 Meterkilogramm pro Kubikmeter. Iſt alſo die An= übertragenden Zeichnungen werden mit iſolierender Tinte auf
meter Waſſer durchgepumpt, ſo kann in der durch die Turbine
betriebenen elektriſchen Kraſtanlage ein ſtändiger Strom von
400 000 Kilowatt erzeugt werden. Damit iſt die Rentabilität
einer ſolchen Anlage außer Frage.
Weniger ſicher iſt es aber, ob es möglich ſein wird, die
Tur=
bine mit dem Waſſerdampf direkt zu treiben, wie dies in dem ordnungen ausgebildet. Doch dürfte es hier genügen, das in
der franzöſiſchen Akademie vorgelegten Projekt geplant iſt. Da
in dem Meerwaſſer wie in jedem Waſſer reichlich Gaſe enthalten
ſind, die im Vakuum ausgeſchieden werden, wird es kaum zu
erreichen ſein, daß die in dem Keſſelſyſtem notwendige Luftleere
erhalten bleibt. Doch iſt dieſe Schwierigkeit auf einem von
deut=
ſchen Forſchern angegebenen Wege leicht zu umgehen. Nach gleitenden Platinſtift. Dabei färbt der Strom entſprechend
ſei=
ihrem Vorſchlag ſoll das heraufgepumpte Waſſer lediglich als
Erwärmungs= bzw. Abkühlungsmittel für eine andere, ſchon bei, der gleichen feinen Schraubenlinie abgetaſtet wird wie beim
Sen=
niederer Temperatur mit höheren Drucken verdampfende
Flüſſig=
keit wie Ammoniak oder Aether verwendet werden. In dieſem
Falle würde dann die Turbine z. B. durch Aetherdampf getrieben,
der durch die Wärmeabgabe des Oberflächenwaſſers entſtanden iſt
und der unter dem Einfluß des Kühlwaſſers wieder kondenſiert
wird.
lingen wird, auch dieſe in ihrer Unerſchöpflichkeit gigantiſchen Schwierigkeiten — ganz abgeſehen davon, daß noch keine regel=
Kräfte des Ozeans in den Dienſt unſeres Wirtſchaftslebens zu
ſtellen. Wir werden mit Intereſſe den Ergebniſſen der
Claude=
ſchen Verſuche entgegenſehen.
FernseheroderBildfunk?
Von
A. Kuhring, Darmstadt.
Auf der diesjährigen großen deutſchen Funkausſtellung in
Berlin waren die neueſten Fernſeher der verſchiedenen Syſteme
zu ſehen. Wenn auch gegenüber der letzten Ausſtellung
bemerkens=
werte Fortſchritte zu verzeichnen ſind, ſo kommt man doch zu der
Ueberzeugung, daß die Bildgüte eine gewiſſe Grenze erreicht
hat. Vielleicht wird es Jahre dauern, vielleicht bei der
raſen=
den Entwicklung unſerer Zeit auch nur Monate, bis man auf
grundſätzlich neuen Ideen aufbauend diefen toten Punkt
über=
winden kann. Somit iſt alſo der Fernſeher an derſelben Stelle
angekommen, wo der Bildempfänger ſchon ſeit längerer Zeit ſteht,
und dieſer Augenblick der Ruhe ſcheint geeignet, ſich einmal
rück=
ſchauend das bereits Geleiſtete zu vergegenwärtigen und ſich
über die grundſätzliche Wirkungsweiſe zu unterrichten.
Da muß zunächſt ſcharf der Unterſchied zwiſchen Fernſehen
und Bildfunk betont werden. Bei dem erſten handelt es ſich um
die Uebertragung eines Bildes in Sehgeſchwindigkeit, d. h. es
werden in 1 Sekunde 10—20 Einzelbilder übertragen, ſo daß das
Auge — bei bewegten Objekten — den Eindruck einer ſtetigen
Bewegung hat. Das einzelne Bild muß demnach in 0.1—0,05
Se=
kunden übertragen werden. Schon hieraus erhellt, daß die
Ap=
paratur, die dabei benötigt wird, trägheitslos arbeiten muß; eine
Bedingung, die ſich auch andererſeits noch als notwendig ergibt,
wenn man bedenkt, daß das Bild zur Uebertragung in viele
ein=
zelne Punkte zerlegt werden muß. Jedem dieſer Bildpunkte
kommt eine beſtimmte Helligkeit zu. Da die Bildübertragung aber
auf elektriſchem Wege geſchieht, iſt es nötig, dieſe Lichtwerte in
Stromſchwankungen umzuwandeln, derart, daß einem Punkte
größter Helle ein Stromſtoß größter Intenſität entſpricht und
umgekehrt.
Zur Zerlegung des Bildes in Elemente bedient man ſich
wohl allgemein der ſogenannten Nipkowſchen Scheibet einer
Scheibe, die in ſpiraliger Anordnung kleine Löcher hat. Sie dreht
ſich mit einer Geſchwindigkeit von etwa 12 Umdrehungen in der
Sekunde. Die Anzahl der Löcher beträgt 18—30, je nach der
ge=
wünſchten Feinheit der Raſterung. Die durch die Löcher
hin=
durchfallenden Strahlen einer Lichtquelle huſchen über das ganze
Objekt hinweg und taſten es vollkommen ab. Nach dem Abtaſten
treffen die Lichtſtrahlen auf eine photo=elektriſche Zelle. Je nach
der Helligkeit der einzelnen abgetaſteten Bildpunkte hat ſich auch
die Lichtſtärke des Strahls geändert. Sie entſpricht dem
Licht=
wert des jeweils abgetaſteten Punktes. Dieſe Lichtwerte werden
in der photoselektriſchen Zelle in elektriſche Stromſchwankungen
umgeſetzt.
Dieſe Sendeanordnung verwenden im Prinzip alle Syſteme,
ganz verſchieden dagegen ſind die Empfänger. Hier ſind es vor
allen zwei, die ſich beſonders auszeichnen: die Anordnung von
Mihäly durch ihre verblüffende Einfachheit und die von Karolus
durch ihre großen und lichtſtarken Bilder.
Der Empfänger Mihalys beſteht aus nichts weiter als aus
einer von dem ankommenden und verſtärkten Strom
durchfloſſe=
nen Wolframpunktlampe, vor der ſich wieder eine ſpiralig
durch=
löcherte Scheibe befindet. Dieſe dreht ſich ſynchron mit der des
Senders, ſie hat die gleiche Umlaufsgeſchwindigkeit wie jene. Die
ganze Anordnung befindet ſich in einem Gehäuſe mit einer
klei=
nen Mattſcheibe in der Vorderwand, auf der alsdann das
fern=
geſehene Bild erſcheint. — Die oben erwähnte
Wolframpunkt=
lampe beſteht in der Hauptſache aus zwei Wolframkugeln, die
durch den hindurchgeſandten Strom ins Glühen kommem und
Licht ausſenden. Die Stärke des ausgeſandten Lichtes entſpricht
der Stärke des die Lampe ſpeiſenden Stromes. Es gelang
Mi=
häly, die Lampe in einem Maße für Stromſchwankungen
emp=
findlich zu machen, daß ſie jetzt praktiſch trägheitslos arbeitet. —
Beim Empfang läßt man den Motor, der die Scheibe dreht,
langfam anlaufen. Dabei zeigt ſich auf der Mattſcheibe ein
röt=
lich leuchtender Streifen. Mit wachſender
Umlaufsgeſchwindig=
keit des Motors erſcheinen mehrere ſolcher Streifen, bis
ſchließ=
lich die ganze Fläche leuchtet. Wird nun geſendet, ſo erſcheint
hier im gleichen Moment das betreffende Bild.
Karolus benutzt eine ganz andere Anordnung. Die
ankom=
menden Stromſchwankungen ſteuern hier eine ſogenannte
Kerr=
zelle. Das Licht einer Bogenlampe wird durch ein Nikol=Prisma
polariſiert und tritt alsdann in die Kerrzelle ein. Die hinter der
Zelle wahrnehmbare Helligkeit ſchwankt dann entſprechend der
elektriſchen Steuerſpannung. Der ſo entſtehende Lichtſtreifen
wird mit einer Linſe von großer Brennweite nach Reflexion an
dem Weillerſchen Spiegelrad auf der Projektionsfläche
abgebil=
det. Das Spiegelrad trägt auf ſeiner Peripherie 100 kleine
Spiegel, deren Mittellinien die Seiten eines regelmäßigen
Poly=
gons bilden. Jedoch ſind die Spiegelflächen nicht alle parallel
zur Drehaxe, ſondern in von Spiegel zu Spiegel wachſendem
Winkel gegen dieſe geneigt. Demnach erſcheint auf dem
Pro=
jektionsſchirm nicht ein einzelner Streifen, ſondern eine hell
leuchtende Fläche. Steuert nun der Sender die Helligkeit jedes
einzelnen Punkdes mit Hilfe des Kerrefektes, ſo erſcheint auf dem
Schirm ein in den Tonwerten dem Original genau entſprechendes
Bild, das lichtſtark und ſehr fein geraſtert iſt.
Beim Bildfunk geht die Uebertragung der Bilder ganz
bedeu=
tend langſamer vor ſich. Man benötigt für ein einziges Bild
3—4 Minuten! Wenn trotzdem ſo großes Intereſſe dafür beſteht,
ſo läßt ſich das wohl daraus erklären, daß man bei dieſem
Ver=
fahren ein wirkliches Bild hat, das ſich längere Zeit hält, und
nicht wie beim Fernſehen ein flüchtiges.
Der Gedanke, bildliche Darſtellungen und Zeichnungen
tele=
graphiſch zu übertragen, iſt ſchon recht alt. Bereits 1843 meldete
A. Bain das erſte diesbezügliche Patent an. Im weſentlichen
arbeiteten dieſe alten Kopiertelegraphen nach dem gleichen
Prin=
zip wie unſere heutigen Bildfunkgeräte: Zur Uebertragung wird
das Bild im Sender in einzelne Bildelemente zerlegt, die in
Stromimpulſe verwandelt werden. Der Empfänger ſchreibt
ent=
ſprechend den ankommenden Stromſtößen ſelbſttätig Striche und
Punkte auf das Empfangsblatt in richtiger Reihenfolge. Die zu
lage entſprechend groß und werden in der Sekunde 1000 Kubik= eine leitende Schicht gezeichnet, auf eine Walze geſpannt und,
während dieſe langſam rotiert, mit einem Taſtſtift abgetaſtet.
Entſprechend den leitenden und michtleitenden Stellen des
Sende=
blattes bewirkt ein Kontaktſtift eine Folge von Stromſchlüſſen
und Stromöffnungen.
Beim Bildempfänger hat man wiederum verſchiedene An=
Deutſchland eingeführte Syſtem „Fultograph” zu behandeln.
Die Empfangswalze wird mit jodiertem Papier beſchickt, das
noch feucht iſt. Kommen nun Empfangszeichen an, ſo können
dieſe in einem Stromkreis zirkulieren, der gebildet wird aus der
metalliſchen Walze, dem feuchten Papier und einem darüber
ner Intenſität das Papier ſchwarz, wobei die Walze in genau
der. So erhält man weiche, aber gut durchgezeichnete Bilder.
Auch hier müſſen natürlich wie beim Fernfeher Sender und
Empfänger ſynchron laufen.
Solche Bildfunkgeräte, die bereits ſeit einiger Zeit im
Han=
del ſind, können unmittelbar an jeden Rundfunkempfänger
an=
geſchloſſen werden, der guten Lautſprecherempfang gewährleiſtet.
So haben wir keinen Grund, daran zu zweifeln, daß es ge= Bei den Fernſehempfängern iſt dies vorläufig noch mit einigen
mäßigen Sendungen ſtattfinden — verbunden. Das
Reichspoſt=
zentralamt ſucht zwar dieſer Schwierigkeiten Herr zu werden und
iſt durch Normung der Apparate ſchon einen guten Schritt weiter
gekommen. Doch für die Frage des Antriebs der Nipkowſchen
Scheibe hat ſich bisher noch keine befriedigende Löſung gefunden.
Das Einfachſte wäre die Verwendung eines Synchronmotors
zum Anſchluß an ein Wechſelſtromnetz von 220 Volt und 50
Perioden. Dieſe Löſung ſetzt aber entſprechend einheitliche
Stromverhältniſſe in ganz Deutſchland voraus, einen Zuſtand,
der leider noch nicht vorhanden iſt, von dem andererſeits aber
die Einführung des Fernſehers weſenrlich abhängt.
*Der Erfinder
des Radiergummis.
Von
Dr.=Ing. e. h. F. M. Feldhaus.
Der Radiergummi iſt „auch einer” aus der Welt der kleinſten
Gegenſtände, die — im Schatten der großen Entdeckungen und
Erfindungen — leider Gottes immer nur dienen und dienen
müſſen und gar keine rechte Würdigung finden.
Wer war wohl ſein Vater? Oder mit anderen Worten: „Wer
hat zuerſt Kautſchuk als Radiergummi berwendet?”
zugleich eine „notwendige Berichtigung” gibt uns Max Speter. gegeben ſind. Was in dem Buche an alten und älteſten Bildern
zuſam=
ſtrichen. Edward Nairne wurde 1776 Mitglied der Königlichen ſich in Vereinen und bei Rennen ausgewirkt hat, wohl feſſeln, ſtärker
Geſellſchaft der Wiſſenſchaften zu London und er nahm am Büchern zuſammengetragen hat, der es ſelbſt miterlebte. Gefeſſelt lieſt
ein Patent.
Dieſe Nachricht, welcher Feſtſtellungen des Chemikers
Priſt=
ley zugrunde liegen, iſt beſonders intereſſant, weil demnach zwei Miterfinder um den Gleitſchutz bemühte. Perſönliche Erinnerungen
Magelhaens, der Urenkel des Weltumſeglers, die man bisher
für die Nadiergummi=Erfinder ausgab. Und weil die Portu= der Verfaſſer das Deutſche Autompbil=Klub=Weſen wie keiner. Wenn
gieſen, die dem Magelhgens ſogar ein Denkmal errichten wollten, er darum warme Worte für eine endliche Verſchmelzung der beiden
beinahe einen Irrtum verewigt hätten.
KURZEMITTEILUNGEN
* Das erſte „Seedrom” als Flugzeuglandeplatz auf offener See wird
in aller Kürze zwiſchen New York und den Bermuda=Inſeln verankert
werden. Die Entfernung zwiſchen beiden Punkten beträgt nur 1250
Kilometer, kann alſo von einem Flugzeug entſprechender
Leiſtungsfähig=
keit überwunden werden. Es muß deswegen angenommen werden,
daß dieſes Seedrom eine erſte Verſuchsſtation für den weiteren
Aus=
bau einer Streckenverbindung zwiſchen den beiden Kontinenten bildet.
Dieſer ſchwimmende Landungsplatz iſt 326 Meter lang, hat in der Mitte
eine Breite von 9 und an den Enden eine ſolche von 60 Metern. Die
Beſatzung beſteht aus 40 Mann. Die Koſten ſollen ſich auf 750 000
Dollar belaufen. Der Atlantiſche Ozean iſt an dieſer Stelle etwa 4000
Meter tief.
* Die Großmarkthalle in Frankfurt a. M., die Anfang vorigen
Jahres in Benutzung genommen wurde, ſtellt die größte
Eiſſenbeton=
halle der Welt mit Ueberdachung in Trägerkonſtruktion dar. Hier iſt
zum erſten Male die Zeiß=Dywidag=Schalenbauweiſe für die
Ueber=
dachung von großen Näumen angewendet worden. Sie hat eine Breite
von 51 Metern und eine Länge von 220 Metern, ohne jede
Zwiſchen=
ſtütze. 15 Schalengewölbe reihen ſich aneinander. Jedes Gewölbe hat
eine Spannweite von 14,1 Meter. Akuſtiſche Verſuche, die kürzlich
vor=
genommen wurden, hatten ſo günſtige Ergebniſſe, daß man beabſichtigt,
das Deutſche Sängerfeſt im Jahre 1932 in dieſer Halle abzuhalten.
* Die Anzahl der Rundfunkteilnehmer in Europa betrug Ende 1938
7 163 000. Gegenüber Ende 1927 iſt ſie um 21,4 v. H. geſtiegen. Den
größten prozentualen Zuwachs weiſt Litauen auf deſſen Hörerzahl ſich
um 113 v. H. erhöht hat. Dann folgen Finnland und Ungarn mit
etwa 100 Prozent, Eſtland und Polen mit etwa 60 Prozent, Lettland
und Deutſchland mit etwa 40 Prozent, Dänemark mit 30 Prozent,
Ita=
lien, Schweden und die Schweiz mit etwa 20 Prozent, England,
Oeſter=
reich und die Tſchechoflowakei mit etwa 10 Pvozent. Norwegen iſt das
einzige Land in Europa, das keinen Zuwachs zu verzeichnen hat. Das
dichteſte Netz von Rundfunkhörern hatte Ende 1928 Dänemark mit 74
Teilnehmern je 1000 Einwohner. Die geringſte Beteiligung weiſt
Ita=
lien mit 1,26 Hörern je 1000 Einwohner auf. Die entſprechende Zahl
für Deutſchland iſt 42 bei 2,6 Millionen Hörern und 62 Millionen
Ein=
wohnern.
* Die Millionenſtadt Groß=London umfaßt eine Geſamtfläche von
5120 Quadratkilometer mit einer Bevölkerungszahl von etwa 7,5
Mil=
lionen. Zum Vergleich ſei angeführt, daß Heſſen 7 692 Quadratkilometer
mit einer Bevölkerungszahl von 1,3 Millionen umfaßt. Groß=London
umfaßt in der Grafſchaft London und in Teilgebieten anderer
Graf=
ſchaften 140 geſonderte Ortſchaften, darunter 28 Städte mit über 20000
Einwohnern. Ein Grafſchaftsrat verwaltet dieſes Gebiet. Der
Graf=
ſchaftsrat hat für 1100 Volksſchulen mit 660 000 Kindern und 250
Lehr=
anſtalten mit 18000 Zöglingen zu ſorgen. Die Feuerwehr dieſes
Ge=
bietes verfügt über 65 Wachen mit 205 Löſchzügen. Das
Kanaliſations=
netz von Groß=London iſt 1600 Kilometer lang. Die Straßenbahn
be=
fördert jährlich 700 Millionen Fahrgäſte auf einer Streckenlänge von
250 Kilometern. 34 000 Wohnungen hat der Grafſchaftsrat bauen laſſen.
Eine ganz beſondere Aufgabe hat der Grafſchaftsrat dem
Landes=
planungsausſchuß übertragen. Dieſer Ausſchuß ſoll Sorge tragen, daß
der weitere Ausbau nach einheitlichen Geſichtspunkten vorgenommen
wird. Wichtig iſt, daß die Stadt möglichſt aufgelockert wird; man will
Induſtrie und Bevölkerung möglichſt von dem eigentlichen Stadtkern
abziehen. Große Gürtel von Grünland zur Schaffung von
Erholungs=
plätzen für die Bevölkerung ſollen um die Stadt gelegt werden. Sehr
ſchwierige und wichtige Aufgaben bietet der Verkehr. Zur Verbeſſerung
der Verbindungen werden Eiſenbahnen, Schnellbahnen und
Omnibus=
linien eingerichtet, Verkehrsſtraßen größten Ausmaßes verbinden die
Außenbezirke mit dem Stadtkern. Flugplätze in den Außenbezirken mit
Anſchlußlinien für den Weiterverkehr werden angelegt.
* Eine Zeitung, die vor 3½ Stunden noch als Baum im Walde ſtanb,
hat eine ſchwediſche Zeitung kürzlich ausgegeben. Um einmal zu zeigen,
mit welcher Geſchwindigkeit in der modernen Technik gearbeitet wird,
wurde vormittags 7.45 Uhr im Walde ein Baum gefällt, der ſofort zur
Papiermühle gebracht und hier mit ſolcher Geſchwindigkeit zu Papier
verarbeitet wurde, daß der erſte Ballen bereits um 9,39 Uhr von der
Maſchine abgenommen und mit einem Laſtkraftwagen zur
Zeitungs=
druckerei gebracht werden konnte. Um 11 Uhr wurden die erſten Stücke
der Zeitung auf der Straße verkauft. In 3 Stunden und 15 Minuten
war ſomit der Baum zur Zeitung geworden.
* Die Kraftquellen der Vereinigten Staaten von Nord=Amerika
machen wie alle techniſchen Erzeugniſſe dieſes Landes ſehr ſtarke
Fort=
ſchritte. Die Geſamtleiſtung der Waſſerkraftanlagen am 1. Januar
dieſes Jahres, ſoweit ſie 100 PS oder mehr leiſteten, hatten eine
Geſamt=
leiſtung von 13,5 Mill. P8. Im Jahre 1928 war eine Zunahme von
13 Millionen oder etwa 10 Prozent zu verzeichnen, während im
Vor=
jahre, alſo 1927, nur 0,6 Mill. PS neu ausgebaut wurden. Noch
weſent=
lich größere Fortſchritte zeigt die Erzeugung von elektriſcher Kraft aus
Kohle. Im Jahre 1902 wurden 4 Mill. Kilowattſt. erzeugt, im Jahre
1928 dagegen 52 000 Kilowattſt., alſo etwa das 14fache. Der
Kohlenver=
brauch iſt in der gleichen Zeit nur auf das 4fache von 11 auf 41 Mill.
Tonnen geſtiegen. Es iſt aus dieſen Zahlen intereſſant, zu erſehen, daß
die Brennſtoffausnutzung ſehr weſentlich verbeſſert wurde. 1902 war
der Durchſchnittsverbrauch etwa 3 Kg. Kohlen je Kilowattſt., im Jahre
1917 1,5 Kg. und 1927 nur 0,8 Kg. je Kilowattſt. Eine Anlage
ver=
brauchte ſogar nur 04 Kg. je Kilowattſtunde.
* Die Bauarbeiten in Deutſchland haben in den beiden letzten
Jah=
ven einen Wert von je rund 9 Milliarden RM. gehabt. Der größte
Teil dieſer Ausgaben, rund 3,3 Milliarden, entfällt auf den
Wohnungs=
bau, 1 Milliarde auf Ausbeſſerungs=, Unterhaltungs= und
Umbauarbei=
ten, 900 Millionen auf Straßenhauarbeiten, 1,2 Milliarden auf Gebäude
für öffentliche und gewerbliche Zwecke und etwa 2,6 Milliarden auf
Tief=
bauarbeiten der verſchiedenſten Art.
* Von der Poſt. Faſt ein Viertel des geſamtem, deutſchen Poſt=
Zeitungsverkehrs, nämlich 460 Millionen Zeitungsnummern, werden
jährlich von dem Poſtzeitungsamt Berlin verſandt. Trotz vielfacher
Aufforderungen, den Abſender auf den verſandten Poſtſtücken
anzu=
geben, gehen immer noch ungeheure Mengen von Sendungen ohne dieſe
Angaben ab. Nur dadurch iſt es zu erklären, daß die Deutſche
Reichs=
poſt gezwungen war, im Jahre 1927 3,5 Millionen Brieſſendungen als
unbeſtellbar zu vernichten.
* Der Panama=Kanal, den Amerika mit einem Aufwand von 250
Millionen Dollar ſeinerzeit errichtete, erweiſt ſich auf die Dauer doch
als kein ſchlechtes Geſchäft. Im Jahre 1997 wurden
Durchfahrtsgebüh=
ren in Höhe von A Millionen, im Jahre 1928 in Höhe von 29 Millionen
Dollar erhoben.
* Die drahtloſe Telegraphie, die ſich in der geſamten Kulturwelt
ſchon ein weit ausgedehntes, alle Teile umfaſſendes Stationsnetz
ge=
ſchaffen hat, erobert ſich nunmehr auch die Arktis. Im vergangenen
Monat hat der ruſſiſche Eisbrecher „Sedoff” auf dem Kaiſer=Franz=
Joſephs=Land die nördlichſte Station für drathloſe Telegraphie
er=
richtet.
* Das japaniſche Fernſprechnetz ſcheint im Gegenſatz zu anderen
Ländern als Privatunternehmen ausgebildet zu werden. Das japaniſche
Verkehrsminiſterium ſteht in Untechandlungen mit der Internationalen
Telefone and Telegraph Co und dem ſchwediſchen Weltunternehmen
L. M. Erieſſon A.B. wegen der Uebertragung des ſtaatlichen
Fern=
ſprechnetzes an einen dieſer beiden Bewerber.
NEUE BÜCHER UND ZEITBCHRIFTEN
* 30 Jahre Auto. Perſönliche Erinnerungen von Dr. A. Jsbert.
Ver=
lag H. Buchholds Verlagsbuchhandlung, Frankfurt a. M. 1929.
Zunächſt wird jeder, der das Buch in die Hand nimmt, einmal ge=
Eine kurze, zuſammenfaſſende Antwort auf dieſe Frage und feſſelt durch die vielen Abbildungen, die hier nach Photographien wieder=
Und zwar nennt er mit beſtechender Sicherheit den von 1726 bis mengetragen wurde, iſt für heutige Begriffe ſo amüſant, daß ſie auch
1808 in London lebenden Elektriker und namhaften Inſtrumen= ohne Text das Buch für jeden Automobilliebhaber wertvoll machen.
tewanfertiger Edward Nairne als dem Erfinder=Entdecker und Vertieft man ſich dann näher in den Wortlaut, ſo werden die
Aufzeich=
erſten Verkäufer von Kautſchuk zum Radieren von Bleiſtift= nungen über die hiſtoriſche Entwickelung des Automobilweſens, wie es
wirkt aber die Perſönlichkei= des Verfaſſers, der das alles nicht aus
5. Februar 1782 auf ſeine Verbeſſerung der Elektriſiermaſchine man, wie Isbert Herrn Robert Boſch auf einer Ausſtellung ſah, einen
einzigem Zündmagneten als Ausſtellungsgegenſtand vor ſich, wie er
ſelbſt die Leiden ſeines erſten Autos durchkoſten mußte, wie er ſich als
andere den Lorbeerkranz wieder abgeben müſſen: Joſeph Priſt= voll Humor vermittelt Jsbert, wenn er erzählt, wie er zum „
Schlaf=
ley, der berühmte Entdecker des Squerſtoffes, und Hyazinthe wagenkontrolleur” ernannt wurde und wie man ihm den „Roten
Adler=
orden” vom Bett aus verlieh.
Seit 30 Jahren Präſident des Frankfurter Automobilelubs, kennt
großen Verbände des A.b. D. und des A. D. A.C. findet, ſo kann man nur
wünſchen, daß ſie einen Widerhall finden, der zur Tat werden läßt,
was ſchon lange angeſtrebt wird.
Vor 30 Jahren waren 30 Kilometer pro Stunde der Stolz der
Rennfahrer, Höchſtleiſtungen auf glatter Strecke. Heute ſind 370
Stunden=
kilometer erreicht. Eine Entwickelung, die das Buch im äußeren
Rah=
men umfaßt, ein unſchätzbarer Bauſtein zu einer umfaſſenden Geſchichte
des Autos, bei der auch die techniſche Seite zur Geltung zu bommen
hätte. Ein kommendes Jubiläum bringt uns dieſe vielleicht einmal.
Durch den vorzüglichen Druck und die gediegene äußere und innere
Ausſtattung hat ſich der Verlag ein beſonderes Verdienſt um das Werk
erworben.
PERBONLICHES AU8 DER TECHNIK
Im Alter von 73 Jahren verſtarb im Berlin Geh. Rat Prof. Felis
Genzmer.
Zu Ehrenmitgliedern der National Academy of Arts and Science
in Boſton wurden ernannt Prof. Dr. J. Franck=Göttingen, Dr. L.
Prandtl=Göttingen, Dr. E. Probſt=Karlsruhe, Dr. H.
WielandMün=
chen und Dr. O. Renner=Jena.
Vom Bund Deutſcher Architekten wurde Prof. Dr. Siedler die
Ehrenplakette verliehen.
Nummer 283
Nachrichken des Standesgrats Darmſtadk.
Geſtorbene. Am 4. Oktober: Adam Ulbrich, ohne Beruf, Leeheim,
hier Erbacher Straße 25. Marie Breitinger, geb. Klink, Witwe des
Prokuriſten, Heinrichſtraße 74. Adam Metz, Oberregierungsrat i. R.,
Wilhelmſtraße 2. Am 6. Oktober: Georg Waldſchmidt,
Schutzmanns=
wachtmeiſter i. R., 75 J., Blumenthalſtraße 105. Georg Friedrich
Crößmann, Ingenieur, 56 J., Schulſtraße 5. Am 5. Oktober: Fritz
Robert Bauß, Arzt, 23 J., ledig, Neuſtadt, Kreis Erbach, hier Erbacher
Straße 25. Johannes Brunner, Taglöhner, 62 J., Ernſthofen, hier
Erbacher Straße 25. Margarete Krämer, geb. Vollhardt, 53 J.,
Auer=
bach, Kreis Bensheim, ier Erbacher Straße 25. Luiſe Franck, geb.
Stammler, 83 J., Witlve des Gymnaſiallehrers, Dr., Heinrichſtr. 148.
Karl Helmut Schmunk, 2 J., Eberſtadt b. D., hier Grafenſtraße 9.
Am 7. Oktober: Margarete Marie Bär, geb. Müller, 54 J., Witwe
des Landwirts, Pfungſtadt, hier Grafenſtraße 9. Am 8. Oktober:
Katharine Ackermann, geb. Mohn, 83 J., Witwe des Lehrers i. R.,
Artillerieſtraße 6. Katharina Rückert, geb. Sulzmann, 26 J., Ehefrau
des Hilfsarbeiters, Nieder=Modau, hier Grafenſtraße 9. Anna
Friede=
rike, geb. Götz, 50 J, Ehefrau des Oberpoſtſekretärs, Kranichſteiner
Straße 65. Hermann Otto Friedrich Ferdinand Berth, Bauführer,
53 J., Stiftſtraße 31. — 9. Oktober: Schneidermeiſter Ludwig Adam
Schnell, 67 J., Luiſenſtr. 38; Gärtner Georg Karl Erich Göttmann,
Neue Niederſtraße. Am 10.: Heinrich Ernſt Wälke, Schüler, 9 Jahre,
von Pfungſtadt, hier Grafenſtr. 9: Heinz Heberee, 4 Mon.,
Pankra=
tiusſtraße 71; Spenglermeiſter Johannes Waſſer, 75 J.,
Alexander=
ſtraße 13.
Kirchliche Nachrichken
Evangeliſche Gemeinden.
20. Sonntag nach Trinitatis (13. Oktober).
Kollekte in allen Kirchen für den Bau evangeliſcher Gemeindehäuſer
in Heſſen.
Stadtkirche. Wegen Bauarbeiten geſchloſſen.
Stadtkapelle. Vorm. 8,45 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
— Vorm. 10,15 Uhr: Hauptgottesdienſt für die Konfirmanden und deren
Eltern. Pfarrer Vogel. — Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer
Bergér.
Wiederbeginn des Konfirmandenunterrichts:
Dienstag, 15. Oktober, nachm. 3,15 Uhr für die Mädchen, 4,15 Uhr für
die Knaben.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 15. Oktober, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwvoch, 16., und
Sams=
tag, 19. Oktober, nachmittags 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadt=
gemeinde. — Samstag, 19. Oktober, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 13. Oktober, vorm. 11,30
Uhr: Kindergottesdienſt in der Stadtkirche. Pfarrer Heß. — Abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Montag, 14. Oktober,
abends 8 Uhr: Gemeindeverein der Markusgemeinde mit Vortrag des
Herrn Arbeiterſekretärs Laufer über: „Die kommenden Wahlen”
— Jugendbund der Lukasgemeinde (ältere Abteilung). — Dienstag,
15. Oktober, abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkirche. —
Jugendver=
einigung der Stadtgemeinde. — Mädchenvereinigung der
Reformations=
gemeinde (jüngere Abteilung). — Mittwoch, 16. Oktober, nachm. 2—4
Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. — Nachm. 4 Uhr: Frauenverein
der Lukasgemeinde, Guſtav=Adolf=Kreis. — Abends 8 Uhr: Kirchenchor
der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugendbund der Markusgemeinde
(ältere Abteilung). — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde
(ältere Abteilung). — Donnerstag, 17. Oktober, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde. — Jugendbund der Lukasgemeinde
(jüngere Abteilung). — Freitag, 18. Oktober, abends 8 Uhr:
Jugend=
bund der Markusgemeinde (jüngere Abteilung). — Jugendbund der
Kaplaneigemeinde. — Mütterabend der Stadtgemeinde (Eröffnung).
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Bergér.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, 16. Oktober, abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Kraukenpflege durch Digkonen: Hauptſtation im Diakonenheim,
Heidelbergerſtraße 21. Fernſprecher 2883.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, Vorderhaus,
1 Treppe. Fernſpr. 2379 Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr:
Jugend=
fürſorge, Jugendgerichtshilfe, Soziale Gerichtshilfe,
Rechtsauskunfts=
ſtelle (auch für Steuer= und Verſicherungsangelegenheiten), Beratung in
Wohnungsangelegenheiten, Eheberatung, Trinkerfürſorge, Wanderer=
und Gefangenenfürſorge.
Gemeindeomt für kirchliche Steuerangelegenheiten: Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, Hinterbau. Geſchäftsſtunden vormittags von 8 bis
19 Uhr und nachm. von 3—6 Uhr. Fernſprecher 2379
Evangeliſches Arbeiterſekretariat (Feierabend, Stiftsſtr. 51):
Rechts=
auskunftsſtelle. Sprechſtunden vorm. von 10—1 Uhr. Fernſpr. 2288.
Martinskirche. (Kollekte für Erbauung evang. Gemeindehäuſer).
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Beringer. — Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt. Landeskirchenrat
D. Waitz. — Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Landeskirchenrat
D. Waitz.
Samstag, den 12. Oktober 1929
Martinsgemeinde (Verſammlungen). Montag, den 14. Oktober,
abends 8 Uhr: Gemeinſame Helferverſammlung mit Vortrag von Herrn
Lehrer Knöpp über: „Das Deutſchtum im Ausland‟. — Dienstag, den
15. Oktober, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Kirchenchor; im
Gemeinde=
haus: Jugendvereinigung. — Donnerstag, den 17. Oktober, abends
8 Uhr im Martinsſtift: „Mädchenvereinigung Oſt; im Gemeindehaus:
Mädchenvereinigung Weſt; Mauerſtraeß 5: Poſaunenchor. — Freitag,
den 18. Oktobeu, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mütterabend Oſt; im
Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung),
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx.
— Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag, den 14. Oktober,
abends 8 Uhr: Kirchenchor und Mütterabend. — Mittwoch, dem 16.
Okto=
ber, abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarre Goethe.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vormittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Georgi. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Donnerstag, 17. Oktober, abends 8,15 Uhr:
Aelterenkreis. — Freitag, 18. Oktober, abends 8 Uhr: Mütterabend
(Frl. Katterfeld aus Mitau ſpricht über: „Das Baltenland”).
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung ab 9,30 Uhr in
der Sakriſtei. Pfarrer Weiß. — Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, 13. Oktober, abends 8,15 Uhr:
Gemeindeabend. — Montag, 14. Oktober, abends 8.15 Uhr:
Mädchen=
vereinigung. — Dienstag, 15. Oktober, abends 8,30 Uhr: Kirchenchor,
— Mittwoch, 16. Oktober, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde für die
Jugend=
gemeinde. — Freitag, 18. Oktober, abends 8 Uhr: Mädchenchor. —
8,30 Uhr: Kirchenchor. — Samstag, 19. Oktober, abends 8 Uhr:
Singe=
kreis.
Pauluskirche. (Kollekte für evang. Gemeindehäuſer). Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert. — Vorm. 11,15 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 13. Oktober, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 14. Oktober, abends 8 Uhr:
Jugend=
bund. — Dienstag, 15. Oktober, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Freitag,
18. Oktober, abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Samstag, 19. Oktober,
abends 8 Uhr: Turnen der J.P.D.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel.
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Ep. Sonntagsverein:
Nach=
mittags 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, den 17. Okvober,
abends 8 Uhr: Betſtunde.
Luth. Gottesdienſt (Selbſtändige evang.=lutheriſche Hirche) am 20. S.
n. Tr., 13. Okrober, im „Feierabend”, Stiftſtraße 51: 10 Uhr
Predigt=
gottesdienſt. Pfarrverwalter Lucius.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Gebets=
ſtunde. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3,30 Uhr:
Bibelſtunde. Prediger Semmel. — Abends 8 Uhr: Film: „Die
Wunder=
der Schöpfung‟ Direktor Pfarrer Röhricht von der Inneren Miſſion.
— Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. — Dienstag, nachm.
4 Uhr: Frauenbibelſtunde. — Abends 8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde.
Prediger Semmel. — Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Gem. Chor.
Donerstag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde: „Wozu Leid und Trübſal
in der Welt?” 1. Petri 1, 5—12. Prediger Semmel. — Freitag, abends
8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſungerſtraße 80.
Predi=
ger Kleinſchmidt. — Samstag, abends 8,15 Uhr: Poſauwenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag: Teilnahme an der
Gautagung in Worms. Abfahrt: Samstag, nachm. 1,30 Uhr und 4,50
Uhr, Sonntag, vorm. 8,02 Uhr ab Hauptbahnhof. — Nachm. 4,45 Uhr:
Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen. — Dienstag, abends 8,30 Uhr:
Mädchenkreis. — Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Freundeskreis für junge
Männer. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge
Männer.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
In=
fanterie=Kaſerne, Hof links). Sonntag, 13. Okt., abends 8 Uhr:
Licht=
bildervortrag: „Der Zug der Vögel”, Eintritt 20 Pf. — Montag, 14.
Okt., abends 8,30 Uhr: Famibienbibelſtunde. — Mittwoch, 16. Okt.,
abends 8,30 Uhr: Jungmännerbibelſtunde. — Donnerstag, 17. Okt.,
abends 8,30 Uhr: Jung=C.=Heimabend. — Freitag, 18. Okt., abends
8 Uhr: Turnen und im Heim Franenkreis. — Samstag, 19. Okt., nachm.
3 Uhr: Jungſcharſtunde.
B.=K., Bund deutſcher Bibelkreife (Alexanderſtraße 22, Infanterie=
Kaſerne, Hof links). Samstag, den 12. Oktober, nachm. 4,30—5,30 Uhr:
Spielen im Heim. Anſchließend: Bibelſtunde. — Mittwoch, den 16.
Okto=
ber, abends 8,15 Uhr: Budenabend für Aeltere. — Donwerstag, den
17. Okrober, abends 8,15 Uhr: Budenabend für Jüngere.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße), Sonntag, den 13. Oktober, vorm. 10 Uhr:
Menſchen=
weihehandlung mit Predigt.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Chriſtlich wiffenſchaſtliche Vereinigung (Chriſtian Science Society)
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3. Bottesdienſte jeden Sonntag,
vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und dritten Mittwoch im Monat, abends
8.15 Uhr.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, vorm. 11.15
Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4.30 Uhr: Wortverkündigung. —
Mitt=
lvoch, abends 8.15 Uhr: Gebetſtunde. — Freitag, abends 8.15 Uhr:
Wort=
betrachtung. Jedermann herzlich eingeladen.
Seite 15
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Darmſtadt,
Grafenſtraße 20 (Fürſtenſaal). Jeden Dienstag, abend 8 Uhr
Bibel=
ſtudium mit Diskuſſion. Jedermann herzlichſt willkommen. Sonntag,
vormittags 10 Uhr: Kinderverſammlung daſelbſt.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag, den
13. Oktober, vorm. 9,30 Uhr: Andacht. Nachm. 3 Uhr: Jugendbund;
abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. — Mittwoch, abends 8,15
Uhr: Bibelſtunde. Jedermann herzlich eingeladen.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 14. Oktober, abends 8,30
Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelſtunde.
Methodiſtengemeinde (Cvang. Freikirche), Darmſtadt,
Wendelſtadt=
ſtraße 38. Sonntag, den 13. Oktober, nachm. 4,30 Uhr:
Einweihungs=
feier des Saales der Methodiſtengemeinde. 1. Vortrag: „Unſeres
Vol=
kes Nor und Rettung”. Seminaroberlehrer E. Sommer, Frankfurt a. M.
2. Vortrag: „Unſeres Lebens Not und Rettung” Inſpektor C.
Döbereiner, Frankfurt a. M. Abends 7,30 Uhr: Lichthaldervortrag:
„Wunder der Gnade Gottes in Perſien” (Reiſeeindrücke 1927).
Seminar=
oberlehrer E. Sommer, Frankfurt a. M.
Gemeinde glänbig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, den 13. Oktober, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Nachm. um 4 Uhr: Predigt. Abends 8,15 Uhr:
Jugend=
ſtunde. — Mittwoch, den 16. Oktober, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde
(Miſſionar Rau). Zu allen Verſammlungen iſt jedermann freundlichſt
eingeladen.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Predigt. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigt. —
Mon=
tag, abends 8,15 Uhr: Jugendverein. — Dienstag, abends 8,15 Uhr:
Singſtunde. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Frauenmiſſionsverein und
katechetiſcher Unterricht. — Donnerstag, abends 8,30 Uhr:
Vorberei=
tungsgottesdienſt fürs hl. Abendmahl. Jedermann iſt herzlich
einge=
laden! P. Schanz, Prediger.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I., Hindenburgſtr. (ehem.Kaſino).
Sonntag, den 13. Oktober, vorm. 9,30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und
Mittz=
woch, den 16. Oktober, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II., Bismarckſtraße 54.
Sonntag, den 13. Oktober, vorm. 9,30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und
Mitz=
woch, den 16. Oktober, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
Auswärtige Gemeinden.
Schloßkirche Kranichſtein. Sonntag, den 13. Oktober, vorm. 10 Uhr:
Gottesdienſt. Pfarrer Grein, Arheilgen.
Evangel. Kirche zu Eberſtadt. Sonntag, 9.45 Uhr Gottesdienſt.
Abſchiedspredigt des Pfarrers Paul. Mitwirkung des
Kirchengeſang=
vereins und des Poſaunenchors. — Dienstag, 19.30 Uhr
Mädchenver=
einigung. — Mittwoch, 20 Uhr Kirchengeſangverein. — Freitag, 19.30
Uhr Wartburgverein.
In der Provinzial=Pflegeanſtalt Gottesdienſt 13.30 Uhr.
Abſchieds=
predigt des Pfarrers Paul.
Euang Gemeinde Traiſa. Sonnrag, 13. Oktober, vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Nachm. 1 Uhr: Kindergoktesdienſt der Kleinen.
Evang. Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 13. Oktober,
vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. — Montag: Jugendvereinigung. —
Dienstag: Kirchenchor. — Mittwoch: Jungmädchenverein. —
Donners=
tag: Frauenverein.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 10 Uhr Gottesdienſt
(Profeſſor D. Matthes=Darmſtadt). — Montag: Jugendverein. —
Mitt=
woch: Kirchenchor. — Donnerstag: Poſaunenchor in der Kirche.
Mütter=
abend. Helferinnen im Pfarrhaus. — Freitag: Mädchenverein. —
Samstag: Jugendverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Vorm. 11 Uhr: Chriſtenlehre. Abends 8 Uhr:
Bibel=
beſprechung: Chriſtus und die Nor der Arbeiter. — Montag:
Frauen=
verein. — Mittwoch; Jugendbund Wartburg. — Donnerstag:
Jung=
mädchenverein.
Evangel. Kirche zu Erzhauſen. Sonntag, vorm. 9.15 Uhr
Gottes=
dienſt. Abends 8 Uhr Mädchenvereinigung. — Dienstag:
Jungmann=
ſchaft. — Mittwoch, 8 Uhr, gemeinſame Beſprechung des
Kirchenvor=
ſtandes, der Kirchengemeindevertretung und des Helferinnenkreiſes des
Frauenvereins im Evangel. Gemeindehaus. — Donnerstag: Kirchenchox.
— Freitag: Mädchenvereinigung (Bibelkreis). — Samstag:
Jungmann=
ſchaft.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte=Darmſtädterſtraße 14.
Sonntag, den 13. Oktober, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 17.
Oktober, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Nenapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf (Dieburger Straße. Nr. 22).
Sonntag, den 13. Oktober, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 17.
Oktober, abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim (Groß=Gerauer Straße 3);
Sonntag, den 13. Oktober, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 17.
Oktober, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuappſtoliſche Gemeinde Eberſtadt (Weingartenſtraße Nr. 35):
Sonntag, den 13. Oktober, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 17.
Oktober, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 25.
Sonntag, den 13. Oktober, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 17.
Oktober, abends 8,30 Uhr: Gottesdienſt.
Freunde und Gönner herzlich willkommen.
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195 225 250 3.25 4.50
Seite 16
Samstag, den 12. Oktober 1929
Nummer 283
Sport, Spiel und Zurnen.
Handball.
Darmſtadt — Nürnberg-Fürkh.
Unſere Annahme, daß auch Nürnberg=Fürth zu dem morgigen Spiel
eine ſehr ſtarke Vertretung herausbringen werde, hat ſich voll
bewahr=
heitet. Die Elf
Keſſel
(FC. Nürnberg)
Bernhardt
Denzer
(FC. Nürnberg)
(Sppg. Fürth)
Gebhardt
Hartmann
Henninger
(FC. Nürnberg) (Spvg. Fürth)
(Sppg. Fürth)
Mergert Zacherl
Knoll Holzwarth Goldſtein
(FC. Nürnbg.) (Sppg. Fürth) (FC. Nürnbg.) (Spvg. Fürth)
iſt wirklich das Beſte, was Nürnberg=Fürth ſtellen kann. Mit 6 Spielern
aus der Süddeutſchen Meiſtermannſchaft und 5 Spielern vom Club
dürfte die Mannſchaft auch einheitlich genug ſein, um ſich ſofort als
ge=
ſchloſſenes Mannſchafts=Ganze zeigen zu können. Die Hauptſtärke der
Gäſte wird wohl die Stürmerreihe ſein, in der der Innenſturm mit den
beiden beſten Fürther Stürmern und dem wurfgewandten Holzwarth
wohl zu beſonders qualifizierten Leiſtungen befähigt erſcheint.
Unſere Darmſtädter Elf tritt bekanntlich in der Aufſtellung
Meyer
Link
Reuter
Delp
Schmidt
Otto
Werner
Fuchs
Schliffer Koch
Fiedler
an. Die einzelnen Spieler ſind ja hier ſo bekannt, daß es ſich erübrigt,
auf die Vorzüge und Nachteile der einzelnen Mannſchaftsteile
hinzu=
weiſen. Auch bei der Darmſtädter Städtemannſchaft wird wohl ſofort
ſich ein einheitlicher Kontakt einſtellen, der die Elf zu einer geſchloſſenen
Leiſtung befähigt. Daß die Mannſchaft das Spiel auch mit der
not=
wendigen Begeiſterung beſtreiten wird, erſcheint uns ſelbſtverſtändlich.
Das Spiel beginnt nachmittags 3½ Uhr auf dem Platze am
Böllen=
falltor.
Zußball.
Sporlverein Darmſtadt 1898.
Auch am morgigen Sonntag ſteht der Fußball=Ligamannſchaft der
98er ein ſchweres Verbandsſpiel bevor. Die Darmſtädter treten in
Neu=Iſenburg gegen den dortigen VfL. der zurzeit an dritter Stelle der
Tabelle ſteht, an. Man wird an ſich den Einheimiſchen keine große
Chance für ein erfolgreiches Abſchneiden einräumen können, zumal Frey,
Geher und Reick immer noch nicht zur Verfügung ſtehen. Trotzdem
wird man — dies erwarten wir von dem guten Geiſt, der in der
Mann=
ſchaft ſteckt — ſich allſeits um ein günſtiges Abſchneiden bemühen, damit
doch unter Umſtänden das wenig Wahrſcheinliche zur Wirklichkeit wird.
Auch die Ligareſerven ſpielen in Neu=Iſenburg. Die dritte Mannſchaft
trägt ein Verbandsſpiel in Weiterſtadt aus. Die Junioren haben in
Frankfurt die Junioren von Eintracht Frankfurt zum Gegner.
Für die Jugend beginnen am morgigen Sonntag die
Verbands=
ſpiele, an denen ſich die 98er mit 7 Mannſchaften beteiligen. Gleich am
erſten Sonntag ſind auch ſämtliche Mannſchaften beſchäftigt, und zwar
in folgenden Spielen:
1. Jugend — 1. Jugend Arheilgen (11 Uhr);
2. Jugend — 1. Jgd. Ober=Ramſtadt (Abfahrt 11 Uhr ab Oſtbhf.);
3. Jugend — 1. Jgd. Münſter (10 Uhr);
4. Jugend — 1. Jgd. Pfungſtadt (2 Uhr);
5. Jugend — 2. Jgd. Eintracht Darmſtadt (3,15 Uhr);
1. Schüler — 1. Schüler Arheilgen (10 Uhr);
2. Schüler — 1. Schüler Griesheim (Abf. 9 Uhr ab Feſthalle).
Rol-Weiß, V. ſ.R.
Sonntag vormittags 10 Uhr empfängt die dritte Mannſchaft die
gleiche des FV. Union auf dem Rot=Weiß=Platz, während anſchließend
die 1. Jugend im Pflichtſpiel der 1. Jugend des gleichen Vereins
gegen=
überſteht. — Auf dem Uebungsfeld findet das Pflichtſpiel der 2. Jugend
gegen Sportv. Roßdorf um 10,15 Uhr ſtatt.
F. C. Einkracht Darmſtadt — Boruſſia Dornheim.
Nachdem Eintracht am vergangenen Sonntag aus Seeheim mit
einem Reſultat von 2:2 einen Punkt mit nach Hauſe nehmen konnte,
empfängt ſie am kommenden Sonntag Dornheim. Eintracht iſt in den
letzten Spielen wieder bedeutend beſſer geworden, und wenn nicht alles
trügt, werden die Punkte am Sonntag in Darmſtadt bleiben. — Vor
dem Spiel der erſten Mannſchaft, welches pünktlich um 11 Uhr beginnt
(Sportplatz an der Schanz), treffen ſich die beiden 2. Mannſchaften obiger
Vereine zum fälligen Verbandsſpiel.
Die Handballmannſchaft begibt ſich nachmittags zum Verbandsſpiel
nach Dreieichenhain.
Sporkverein Münſter-Polizeiſporkverein Darmſtadt.
Wieder einmal — zum vierten Male bei 5 Spielen — muß Pol.=
Sportv. auf fremdem Platze antreten. In Münſter hängen die Trauben
hoch, beſonders die diesjährigen. Die rührige Münſterer Mannſachft iſt
dieſes Jahr wieder ein ernſthafter Bewerber für die Meiſterſchaft. Wohl
konnte Polizei im vorigen Jahre unter ähnlichen Umſtänden auf
Mün=
ſterer Boden einen hohen Sieg erzielen, mußte dafür aber im Rückſpiel
eine 0:3 Niederlage hinnehmen. Es ſoll mit dieſer Feſtſtellung lediglich
geſagt ſein, daß auch dieſe Mannſchaft ſehr wohl auf eigenem Platze
zu ſchlagen iſt, wenn die Poliziſten unter Berückſichtigung der ihnen
be=
kannten Platzverhältniſſe Münſters taktiſch richtig ſpielen. Im übrigen
haben die Spieler am Sonntag das Wort.
Sp. Dgg. Arheilgen — Rok=Weiß, P. ſ.R. Darmſtadk.
Zwiſchen beiden obgenannten Vereinen wurden ſchon immer alle
Spiele ſehr fair ausgetragen. Die Darmſtädter ſind dieſes Jahr nicht
beſtändig, vielleicht mag viel der Spielerausfall durch Verletzungen dazu
beitragen. Das letzte Spiel in Urberach ſah die Darmſtädter wieder in
beſſerer Form und hatte Urberach mehr Mühe, die Punkte an ſich zu
bringen, als das Reſultat ſagt. Vorausſichtlich bringt Rot=Weiß V.f.R.
ſeine beſten Mannen nach dem Arheilger Mühlchen und dürfte ein Sieg
für die ehemaligen Bezirksligiſten ſchwerer werden wie man annimmt.
Arheilgen muß auf ſeinen guten Verteidiger Benz, der im Spiel (
Opfer=
ſpiel) gegen Gberſtadt ſich einen Bluterguß zugezogen hat, verzichten,
ſo daß eine Umſtellung der Mannſchaft notwendig iſt. Becker nimmt
den Poſten von Benz ein, Murmann geht als Mittelläufer, Krug auf
Murmanns Platz; ob ſich dieſe Aufſtellung auf die Dauer bewährt,
glauben wir nicht. Bei der bekannten fairen Spiebweiſe beider Vereine
iſt Gewähr dafür gegeben, daß guter anſtändiger Sport geboten wird;
und wäre dem Spiel zahlreicher Beſuch zu wünſchen. — Das Spiel
be=
ginnt um 3 Uhr. Vorher ſpielen die Liggerſatzmannſchaften.
* Zußball im Kreis Siarkenburg.
Was bringt der 13. Oktober 1929?
Die bisherigen Spiele der Starkenburger Kreisliga
haben an Spannung nichts zu wünſchen übrig gelaſſen, und man ſieht
deshalb jedem kommenden Sonntag mit berechtigter Erwartung
ent=
gegen. Was wird nun der 13. Oktober bringen? Betrachtet man die
fünf angeſetzten Paarungen:
Sportverein Mörfelden — Wiktoria Urberach,
Germanig Oberroden — Germania 03 Pfungſtadt,
Sportverein Münſter — Polizei Darmſtadt,
Viktoria Griesheim — Viktoria Walldorf,
Sportvgg. 04 Arheilgen — Rot=Weiß V.f. R. Darmſtadt,
ſo fühlt man ſich verſucht, an Erfolge der in der Spitzengruppe
lie=
genden Mannſchaften zu glauben. Ob das aber übevall zutreffen wird,
muß abgewartet werden. So iſt es durchaus möglich, daß die Urberacher
am Sonntag in Mörfelden Schiffbruch erleiden und Punkte einbüßen.
Mörfelden will daheim geſchlagen ſein! Auch Oberroden hat gegen
Pfungſtadt noch nicht gewonnen. Die junge Pfungſtädter Elf iſt die
Mannſchaft, die auf Grund ihrer Spielweiſe Oberroden auch daheim
ſchlagen kann. Schon im Vorjahre gingen beide Spiele nur mit Pech
für die Pfungſtädter verloren. Der Ausgang iſt alſo reichlich offen.
Das gilt auch für das MMünſterer Spiel, wenn man auch weiß, daß der
Polizeiſturm ohne Bönſel reichlich ſchwach iſt. So kann man alſo doch
eher auf Münſter ſetzen. Leichter ſind dagegen die beiden anderen
Spiele zu werten. Hier darf man Walldorf in Griesheim und
Ar=
heilgen auf eigenem Platz ſicher in Front erwarten. Andere Ergebniſſe
wären Ueberraſchungen. Union Darmſtadt, Sprendlingen und
Egels=
bach pauſieren am Sonntag.
Der Spielbetrieb in der 4= und B=Klaſſe hat zurzeit
noch unter den örtlichen Feſten („Kerb”) zu leiden, ſo daß wir nicht alle
Vereine beſchäftigr finden. Am Sonntag ſpielen:
Gruppe Dreieich. F.V. Eppertshauſen — Union Wixhauſen,
Sportklub DDietzenbach — T.u. S.V. Meſſel. Für Wixhauſen ein ſchwerer
Ganz, nachdem man am Sonntag in Dreieichenhain nur 4:2 gewinnen
konnte. Dietzenbach ſollte ſicher gewinnen
Gruppe Bergſtraße=Ried. Chattia Wolfskehlen —
Sport=
verein Groß=Gerau, Eintracht Darmſtadt — Boruſſia Dornheim,
Sport=
verein Weiterſtadt — F.S.V. Seeheim, Sportverein Geinsheim —
Germania Eberſtadt. — Gberſtadt darf man nach ſeinem glatten Sieg
über Weiterſtadt auch in Geinsheim in Front erwarten. Favoriten ſind
weiter Eintracht und Weiterſtadt, dagegen iſt ein Tip für das Spiel in
Wolfskehlen ſehr ſchwer.
Gruppe Odenwald. Haſſia Dieburg — Vf.L. Michelſtadt,
Sportverein Roßdorf — Gemania Dieburg, F. S. V. Großzimmern —
V.f. R. Beerfelden, Sportverein Lengfeld — Sporwerein Höchſt. Haſſia
Dieburg, Großzimmern und Lengfeld dürfen als Sieger erwartet
ſver=
den, dagegen iſt der Ausgang des Roßdorfer Spieles offen.
B=Klaſſe. Germania Eſchollbrücken — F. V. Schaafheim,
Sport=
klub Ober=Ramſtadt — Sporwerein Kleeſtadt, Kichers Hergershauſen —
Olympia Hahn. Nachdem Ober=Ramſtadt am Sonntag in Hahn mit
3:1 gewinnen konnte, iſt Hahn aus der Reihe der Meiſteranwärter
aus=
geſchieden. Nur Ober=Ramſtadt und Eſchollbrücken kommen noch in
Frage, die auch morgen beide in Front erwartet werden. Hahn müßte
ebenfalls in Hergershauſen gewinnen können.
* Kreisliga Südheſſen.
Am kommenden Sonntag iſt Hochbetrieb in unſerem Kreiſe, und
dieſer fünfte Spielſonntag wird evtl. wieder etliche Senſationen
bringen. Dies können nun ſehr leicht unerwartet hohe Siege oder
un=
verhoffte Niederlagen der Favoriten ſein. Die Pgarungen ſind nämlick,
gerade dazu angetan. Sie lauten:
Spp. Horchheim—Olympia Worms.
Olympia Lorſch—Starkb. Heppenheim.
V. f. R. Bürſtadt—Spv. Hochheim.
V. Biblis—Norm. Pfiffligheim.
Spv. Herrnsheim—Olympia Lampertheim.
V. f. L. Lampertheim—F.V. Hofheim.
Der am letzten Sonntag ſpielfreie Südheſſenmeiſter wird in
Horch=
heim mit ausgeruhten Kräften ohne Zweifel ſeinen Siegeszug fortſetzen.
Man hat Horchheim ſcheinbar doch etwas zu ſtark eingeſchätzt. Oder
ſollte das Durchſchnitts=Kreisligaſpiel in Lampertheim eine Ausnahme
geweſen ſein?. Dann können ſich die Wormſer Kleeblätter ſtrecken, um
eine für ſie unangenehme Ueberraſchung abzuwenden. Die Vorſcher
Olympen mögen es ſich nicht ſo leicht vorſtellen. Die hohe Niederlage
der Heppenheimer in Biblis könnte evtl. irritieren. Es ſei nur geſagt,
daß die Leute von der Vergſtraße über ein raſantes Flügelſpiel
ver=
fügen und bei der generiſchen Läuferreihe durch ſchnelle Ballabgabe oft
die größte Verwirrung hervorrufen. Wenn die Lorſcher mit zwei
Toren Unterſchied gewinnen, können ſie herzlich zufrieden ſein. In
Bürſtadt haben die Hochheimer zu zeigen, daß ſie wirklich ſo ſpielſtark
ſind, um einer alten, routinierten Kreisligamannſchaft wie Lorſch, einen
Punkt abzuknöpfen. Bürſtadt wird ſich natürlich kaum unterkriegen
laſſen, und es wird bei allem Eifer der Gäſte letzten Endes wohl doch
zu=
gunſten der Einheimiſchen ſtehen. Die Bibliſer wollen ſich unter der
letztſonntäglich bewährten Führung des ehemaligen Bezirksligiſten
Brutſcher nun unbedingt in die Höhe ſchrauben. Das iſt bei etwas mehr
Körperertüchtigung nicht ausgeſchloſſen; den Pfiffligheimern wird man
die Punkte wohl vorenthalten. Der Neuling Herrnsheim iſt noch
voll=
ſtändig punktlos. Auch gegen die Lampertheimer Olympiamannſchaft
hat man keine roſigen Ausſichten, und es wäre ſchon eine Senſation,
käme der derzeitige Tabellenführer geſchlagen nach Hauſe. V. f. L.
Lampertheim wird, ausgeruht nach zwei ſpielfreien Sonntagen, mit
dem Neuling Hofheim nicht allzu viel Federleſens machen. Die Höhe
der Hofheimer Niederlage richtet ſich nach der derzeitigen Form der
Lampertheimer Fünferreihe.
Frankfurker Golfwoche.
Frau Pfotenhauer=Darmſtadt gewinnt den Tannus=Preis.
Der Freitag brachte weitere Entſcheidungen. Dem Preis vom Taunus
gewann die Darmſtädterin Frau Pfotenhauer mit 4 und 3 gegen Dr.
Röthig, der einerſeits Herrn von Gans 7:6 ausgeſchalter hatte. Im
Walker=Pokal begann die Vorrunde mit den Siegen der
Fabo=
riten. Der Pokalbverteidiger von Limburger ſchlug erſt Freiherr von
Wangenheim mit 8 und 6 und dann den Müinchener Graf Dona, der
ſeinerſeits vorher Frau Reinmann 4 und 3 ausgeſchaltet hatte mit
2 und 1 nach hartem und ſpannenden Kampf. Freiherr von Biſſing
konnte ſeine gute Form durch einen Sieg über Dr. Jarve mit 5 und 3
beweiſen und der Leipziger Dr. Voß ſchlug Frl. Nora Benzinger, die
unter ihrer Form ſpielte, mit 5 und 4. Schuhmacher=Frankfurr endlich
konnte für ſeine im Waldfriedpokal erlittene Niederlage Rewanche
neh=
men, indem er Kurt Benzinger knapp mit 2 und 1 ſchlug. Letzterer hatto
vorher Kurt Merton jr. knapp mit 2 und 1 ausgeſchaltet.
Ein Hockey=Städteſpiel Frankfurt — Berlin wird am 11. Nobemben
in Berlin ausgetragen.
Max Schmeling wird ſeine dritte Amerikafahrt am 1. Nobemben
antreten.
Der „Wunderknabe” Nipper Pat Daly wurde in London vom ben
engliſchen Federgewichtsmeiſter Johnny Cuthberi k. v. geſchlagen.
Das Fußball=Länderſpiel Deutſchland — Finnland am 2. Oktober
in Altona wird von dem Norweger Bjarlo Beach geleitet. — Fuchs=
Leipzig ſchiedsrichtert acht Tage vorher in Kopenhagen das Spiel
Däne=
mark — Finnland.
Kundfunk=Programme.
Frankfurt
Samstag, 12. Okt. 13.30: Schallplatten: Bravour=Arfen.
S 15.15: Jugendſtunde: „Erdwurm” Märchen von Ernſt Moritz
Arndt (mit Liedereinlagen). Vorgetragen von Irma Greußler=
Nippel. Klavier: Kahn. O 16.15: Konzert des Funkorch. O 18.10:
Leſeſtunde. Aus dem Roman Rot und ſchwarz” von Stendhal.
E. Möllmann. o 18.30: Briefkaſten. O 18.50: Dr. Helene Turnau:
Pſychologiſche Bemerkungen über Schundliteratur. O 19.20:
Vier=
geſpräch über das Thema. Oeffentliche oder private Betriebe. Dr.
Neumark, Dr. Goldſchmidt, Rektor Landgrebe und Oberbürgermſtr.
Dr. Granzin. 20: Stuttgart: Unterhaltungskonzert. 21:
Stuttgart: Das Wolkenbrettl. 23.15: Stuttgart: Tanzmuſik.
Königswuſierhauſen
Deutſche Welle. Sonnabend, 12. Okt. 12: Peter Larlan.
Markenkirchen mit dem Harlan=Lucas duis Trio. Muſtzieren auf
alten Inſtrumenten. O 14.30: Kinderbaſtelſtunde. Das Treibhaus.
15: Min.=Rat Landé: Schulrecht und Elternrecht. o 15.40:
Spaniſche Literatur. 0 16: Prof. Jöde: Anregungen für die
Muſik=
pflege. Darbietung und Beſprechung neuer oder neu erſchienener
Werke für Haus, Schule, Singkreis und Chorverein. O 16.30:
Ham=
burg: Muſikal. Landſchaftsbilder. Norag=Orch. O 17.30: Reg.=Rat
Pietſch: Ein Jahrzehnt Beamtenhochſchulbewegung. 6 18: Rob.
Sachs: Arbeiterſchaft und Wohnungsbau. O 18.30: Franzöſiſch für
Anfänger. 18.55: Prof. Dr. Rothfels: Der deutſche
Staats=
gedanke von Friedrich dem Großen bis zur Gegenwart. O 20:
Orcheſterkonzert. Berlioz: Ouvertüre zu „Waverley”. —
Lopatni=
koff: Klavierkonzert. (Am Flügel: Der Komponiſt.) — Bizet: Roma=
Suite. — Mozart: Divertimento F=dur. — Brahms: Serenade
D=dur. — Beethoven: Ouvertüre zu der Oper „Fidelio”. Ausf.:
Funkorch. O Danach: Tanzmuſik. Fred Bird=Tanzeuch. O Pauſe:
Bildfunk.
Oae Lue
Fachmännische
OAOlO Bedienug
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Ernst-Ludwigstr. 14
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Wekkerbericht.
Die Islandſtörung iſt unter Vertiefung nach Skandinavien
weiter=
gewandert und hat ſich zu einer Sturmzyklone entwickelt. An ihrer
Südſeite dringen unter lebhaften Winden ozeaniſche Luftmaſſen nach
dem Kontinent vor, die zunächſt Erwärmung brachten, ſpäter jedoch,
wenn ſie beim Weiterzug des Tiefs aus höheren Breiten kommen, wieder
Abkühlung verurſachen werden. Unter dem Einfluß der Ozeanluft
wird weiterhin Bewölkung vorherrſchen und zeitweiſe treten
Nieder=
ſchläge auf. Durch den anhaltenden Vorüberzug der Störungen im
Nor=
den wird der unbeſtändige Witterungscharakter erhalten und der
Ein=
fluß des hohen Druckes über Frankreich kommt höchſtens in
Süddeutſch=
land durch vorübergehende Aufheiterung zur Geltung.
Ausſichten für Samstag, den 12. Oktober: Unbeſtändiges Wetter mit
Regenſchauern, allmählich wieder kühler.
Ausſichten für Sonntag, den 13. Oktober: Wechſelnd wolkig mit
zeit=
weiſer Aufheiterung, vereinzelte Schauer.
Hauptſchriftleltung: Rudolf Maupe
Verantwortitch für Poltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleton, Relch und
Ausland md Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Dr. Eugen Buhimann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdſenſt: Andreae Bauer; ſi
„Die Gegenwart”: Dr. Herbert Nette; für den Inſeratenteil: Willp Kuhle; Dind
und Verlag: C. C. Wiitich — ſämilich in Darmſfadt
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Geiten.
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Nummer 283
Samstag, den 12 Oktober
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Reichsbeteiligung an der Preußenkaſſe beſchloſſen. Die Frage der
Beteiligung des Reiches an der Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe
iſt, der V. Ztg. zufolge, in ein neues Stadium gerückt. Die
Verhand=
lungen, die zwiſchen den beteiligten Reichs= und Staatsminiſterien ſeit
längerer Zeit gepflogen wurden, haben zu dem Ergebnis geführt, daß
das Reich ſich in Zukunft mit einer Stammeinlage von 50 Millionen
Reichsmark an der Preußenkaſſe beteiligt. Eine Erhöhung des
nomi=
nellen Stammkapitals des Inſtituts iſt mit dieſer Transaktion nicht
verbunden; es bleibt vielmehr bei 210 Millionen, von denen in
Zu=
kunft allerdings 141 (ſtatt bisher 91) Millionen RM. eingezahlt ſein
werden. — Praktiſch dürfte die Einzahlung des Reichs gegen den über
die Preußenkaſſe geleiteten Düngemittelkredit in Höhe von 100
Mil=
lionen aufgerechnet werden. Dieſer Kredit, der in der Bilanz der
Preußenkaſſe als zinsloſes Darlehen figuriert, reduziert ſich ſomit auf
die Hälfte.
Der Kaliabſatz. Die Abladungen der zum Deutſchen Kaliſyndikat
gehörenden Kaliwerke im September 1929 betrugen 194 654
Doppel=
zentner Reinkali gegen 1 408 861 Doppelzentner im gleichen Monat des
Vorjahres. Die Abladungen von Mai bis September des laufenden
Düngejahres betragen 4 831 470 Doppelzentner Reinkali gegen 5 158 605
Doppelzentner in den erſten fünf Monaten des Düngejahres 1938/29.
In den erſten neun Monaten des laufenden Kalenderjahres wurden
von den Kaliwerken insgeſamt 11 379 921 Doppelzentner Reinkali gegen
11 552 433 Dohpelzentner in der gleichen Zeit des Voxjahres verſandt.
In den Zahlen ſind die Abladungen der Kaliwerke für die Exportläger
des Syndikats mitenthalten.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft‟. Die Preisindexziffer
der „Metallwirtſchaft”, ſtellte ſich am 9. Oktober auf 123,7 gegen 123,8
am 2. Oktober (Durchſchnitt 1919/13: 100), fiel alſo um 0,1 Prozent.
Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisſtand vom 9. Okt.
folgende Einzelindexziffern errechnet; Kupfer 127,9 (127,9), Blei 146,9
(146,1), Zink 96,5 (97,5), Zinn 108,5 (106,2), Aluminium 132,0 (132,0),
Nickel 107,7 (107,7), Antimon 98,7 (101,6).
Hirſch u. Kahn G.m.b.H., Frankfurt a. M. Die unter dem Vorſitz
von Kommerzienrat Manaſſe=Berlin abgehaltene
Gläubigerverſamm=
lung beſchloß Einſetzung einer Gläubigerkommiſſion, die, wenn ihr
innerhalb von 10 Tagen kein garantierter Vergleich von 30 Prozeut
angeboten wird, Eröffnung des Konkursverfahrens beantragen ſoll,
Die Geſellſchaft (Baumwollhandel) hat ſich mit Grundſtücksgeſchäften
in größerem Umfange befaßt, die mit dem eigentlichen Firmenzweck in
keiner Beziehung ſtanden. Aus dem vorgelegten Status geht hervor,
daß den ungeſicherten Forderungen von 1,36 Millionen RM. frei
ver=
fügbare Aktiven von nur 260 000 RM. gegenüberſtehen.
Kapitalerhöhung der Brown, Boveri u. Cie. A. G., Baden (Schweiz).
Der Verwaltungsrat beantragt, einer a.o. G.V. die Erhöhung des
Aktienkapitals von 39,2 Mill. auf 47 Mill. ſchweiz. Fr. durch Ausgabe
von 112000 Aktien Serie B von 70 ſchweiz. Fr. nominell, die auf den
Namen lauten und dasſelbe Stimmrecht beſitzen, wie die bisherigen
Aktien von 350 ſchweiz, Fr. nominell vorzuſchlagen. Dem
Verwal=
tungsrat wird das Recht vorbehalten ſein, die Uebertragung von Aktien
der Serie B auf neue Beſitzer ohne Angabe von Gründen zu
verwei=
gern. Die neuen Aktien ſollen reſtlos den alten Aktionären zum
Be=
zug angeboten werden. Eine Ausnahme iſt nur inſofern vorgeſehen,
als der Verwaltungsrat befugt ſein ſoll, gegenüber Ausländern eine
Uebertragung neuer Aktien an eine Perſon odeu Firma auf 500 Aktien
zu beſchränken. Dieſer Antrag bezwecke eine Schutzmaßnahme gegen
Ueberfremdungsgefahr.
Der deutſch=franzöſiſche Warenaustauſch Januar bis Auguſt 1929.
Die „Journee Induſtrielle” veröffentlicht die Einzelſtatiſtik des
franzö=
ſiſchen Außenhandels. Danach ſind in den erſten acht Monaten des
Jahres 1929 nach Frankreich deutſche Waren im Werte von 4 172593000
Fr. eingeführt worden gegen 3 046 232 000 Fr. in der gleichen Periode
des Vorjahres. Der Wert der franzöſiſchen Ausfuhr nach Deutſchland
belief ſich in den erſten acht Monaten d. J. auf 3 148 076 000 Fr. gegen
3 825 052 000 Fr in den erſten acht Monaten des Vorjahrs.,
Keine öſterreichiſche Anleihe im Ausland. Das „Neue Wiener
Extra=
blatt”, alſo ein Regierungsorgan, will aus informierten Kreiſen
er=
fahren haben, daß in der Frage der Anleihe bei der öſterreichiſchen Januar 46,25 (46,50), Februar, März, April, Maf 46 (46,50), Juni, Juli,
Regierung und der Finanzwelt ein Umſchwung zu verzeichnen ſei. Mit
Nückſicht auf den geſicherten Stand der Währung und der
Staatsfinan=
zen ſowie auf die ſeit Jahresfriſt ſich immer mehr verſteifenden Geld= bruar, März 47 (48), April, Mai, Juni, Juli 47,50 (48,25), Auguſt,
Sep=
verhältniſſe der Währung und der Staatsfinanzen ſowie auf die ſeit tember 47,50 (48,50), Oktober 45,75 (46,50), November 46 (47), Dezem=
Jahresfriſt ſich immer mehr verſteifenden Geldverhältniſſe der
Aus=
landsmärkte, die insbeſondere in Amerika und England geradezu kata= in Klammern beigefügten Brief.
ſtrophal ſeien, ſei man von dem Plan einer Anleiheplacierung im
Aus=
lande vorläufig abgekommen. Eine Deckung des Inveſtitionsprogramms
aus den vorhandenen Mitteln ſei möglich. Für den Fall des
An=
dauerns der ſchlechten Geldverhältniſſe würden in Fachkreiſen ſehr
ein=
ſchneidende Maßnahmen, vor allem die Einführung eines
Zündholz=
monopols, geplant. Auch ein anderes, weit ausholendes Projekt, das
aber noch nicht vollſtändig ausgereift ſei, werde in dieſem Zuſammen= Verl.Handels=Geſ.
hang erwogen.
Kohlenkonferenz in London. Eine wichtige Konferenz zwiſchen dem Deutſche Ban'
Kohlenausſchuß des britiſchen Kabinetts und Vertretern der Bergwerks= Disconto=Geſ.
heſitzer hat geſtern ſtattgefunden. Die Unterredung dauerte annähernd Habag
zwei Stunden. Dem offiziellen Communigué zufolge wurde die Lage. Hanſa Dampfſch.
der Kohleninduſtrie im Hinblick auf die verſchiedenen Pläne zur Re= Nordd, Lloyd
organiſierung dieſes wichtigen engliſchen Induſtriezweiges eingehend er= A. E. G.
örteut. Eine neue Zuſammenkunft iſt für Mittwoch nächſter Woche
an=
geſetzt worden.
Verſchmelzung der beiden größten engliſchen Stahlgeſellſchaften. Berl. Maſch.=Bau
Die Fuſion der beiden größten engliſchen Eiſen= und Stahlgeſellſchaf= Cont: Gummi.
ten, der Dormans Long and Co. Ltd. und der Bolkow Paughan and Deutſche Erdol
Co. Ltd., iſt geſtern von den Direktionen der beiden Konzerne offiziell
bekanntgegeben worden. Der Beſchluß der Leitungen der Unternehmen
unterliegt aber noch der Zuſtimmung durch die G.V. der Aktionäre der
beiden Konzerne, die jedoch als ſicher bezeichnet werden darf. Das der
neuen Geſellſchaft zur Verfügung ſtehende Kapital beläuft ſich auf
ins=
gefamt 20 Millionen Pfund (400 Millionen Mark). — Die dem
Kon=
zern gehörenden Eiſen= und Stahlwerke liefern bei voller Ausnutzung
jährlich eine Menge von drei Millionen Tonnen Stahl und zwei
Mil=
lionen Tonnen Roheifen.
Staatliche Kontrolle der italieniſchen Eiſenproduktion. Die
Unter=
handlungen zwiſchen den führenden Perſönlichkeiten der italieniſchen 6% Baden Frei=
Eiſeninduſtrie und dem Koxporationenminiſterium zur Gründung eines
ſtaatlichen Konſortiums für die Regelung der Produktion und des Ab= 97 Bayern
Frei=
ſatzmarktes der Eiſeninduſtrie ſind nun ſo weit gediehen, daß das Kon= 89 Heſſen
Volks=
ſortium vorausſichtlich bereits im November ſeine Tätigkeit aufnehmen
kann. Dieſe Genoſſenſchaft, der die bedeutendſten Gruppen der Eiſen= 8eſ,
induſtrie angehören, wird die Kontrolle über die Fabrikation von rund 88 Preuß,
Stgats=
zehn Millionen Zentnern Eiſen übernehmen und ein Kapital von einer
Milliarde Lire vertreten.
Frankfurker und Berliner Effekkenbörſe.
Frankfurt a. M., 11. Okt.
Die Börſe eröffnete recht freundlich. Es lagen ſowohl aus
Bank=
wie aus Kundſchaftskreiſen bereits etwas mehr Aufträge, allerdings mit
vorſichtiger Auswahl der Werte, vor. Allgemein regte eine
beruhig=
tere Beurteilung auch der Auslandsbörſen, beſonders der New Yorker,
auf Grund des Rückganges der dortigen Börſenkredite, an. Für den
deutſchen Geldmarkt erwartet man eine Beſſerung, als durch den
be=
vorſtehenden Abſchluß der deutſchen Schweden=Anleihe (Zündholz) eine
allmähliche Konſolidierung der Reichsfinanzen gegeben iſt. Für den
Farbenmarkt, der erneut die Hauptumſätze hatte, bildet die
Amerika=
reiſe des Geheimrats Schmitz ſowie günſtigere Nachrichten aus dem
Konzern eine Anregung. Demgegenüber ſind die letzten, ſchon
gewohn=
heitsmäßig erwarteten ungünſtigen Gerüchte vollkommen von der Börſe
verſchwunden. Nach etwas unveränderten vorbörslichen Kurſen war
der amtliche Beginn durchweg recht freundlich. Farben 2/., Rheinſtahl
2,25 Prozent höher. Siemens gewannen 2, Schuckert 3,5, A.E.G. 3,
Licht u. Kraft 3,5, Lieferungen 3,5 Prozent. Kaliwerte zogen bis 4,5
Prozent an. Am Montanmarkt erhöhten ſich Stahlverein um 1 Proz.,
Phönix 1, Mannesmann 12/, Gelſenkirchen 1, Harpener 2,
Schiffahrts=
werte 0,75—2 Prozent höher. Kunſtſeideaktien dagegen zwar etwas
freundlicher, aber ruhiger, da die heutigen Verhandlungen über die
Konvention mit der J.G. Farbeninduſtrie bisher noch kein Ergebnis
brachten. Anleihen und fremde Renten immer noch faſt umſatzlos und
ohne Anregung. Der Börſenverlauf blieb ſehr gut gehalten, war
allerdings außerordentlich ruhig. Tagesgeld etwas geſuchter bei 7
Pro=
zent. London—New York 4,86.,60, Pfunde-Mark 20.397 , Dollar—Mark
4 19.25. Die Nachbörſe war behauptet, aber umſatzlos. Farben 200,
A.E.G 184,5 Schuckert 245.
An der Abendbörfe war die Stimmung zurückhaltend. Das
Geſchäft blieb ſtill, de der Ordereingang offenbar nachgelaſſen hat. Die
Kurſe waren gegen den Berliner Schluß überwiegend knapp behauptet.
Etwvas niedriger lagen am Montanmarkt Mannesmann, Phönix und
Rheinſtahl. J.G. Farben blieben unverändert. Für Kunſtſeidewerte
nannte man infolge holländiſcher Abgaßen niedrigere Kurſe.
Neu=
beſitzanleihe zogen geringfügig an.
Berlin, 11. Oktober,
Die freundliche Stimmung, die bei ſehr ruhigem Geſchäft den
heutigen Vormittagsverkehr beherrſchte, hielt auch an der Börſe au.
Die Kursgeſtaltung war zwar nicht ganz einheitlich, da neben den
Deckungen der Spekulation und wieder einigen Provinzkäufen —
an=
geblich auf vereinzelten Auslandsorders — heute auch Realiſationen
auf dem erhöhten Kursniveau ſtattfanden. Die erſten Notierungen
ſchwankten daher um 1—2 Prozent nach beiden Seiten, wobei aber die
Beſſerungen doch in der Mehrzahl waren. Die feſte geſtrige New
Yor=
ker Börſe, die anhaltende Gelderleichterung und der erſtmalige
Rück=
gang der Maklerdarlehen dort riefen natürlich Befriedigung hervor,
zumal auch aus London heute eine feſtere Tendenz gemeldet wurde.
Neben dieſen Momenten erwähnte man noch den Monatsbericht der
Dresdener Bank, der überwiegend optimiſtiſch gehalten iſt, und die
er=
jeuten günſtigen Mitteilungen über die 3.G. Farbeninduſtrie, in denen
das Aushauprogramm der J.G. als zum Abſchluß gekommen bezeichnet
wurde. Die in der heutigen Preſſe veröffentlichten Nachrichten über
die Zündholzanleihe, die, wie man vermutet, kurz vor dem Abſchluß
ſtehen ſoll, wurden lebhaft beſprochen und gut aufgenommen, Spenska
lagen 3,5 Mark feſter und etwas lebhafter. Farben befeſtigten ſich
leicht, auch Kaliwerte und Geffürel gebeſſert. Schwach lagen
Kunſt=
ſeidenwerte mit 4—6prozentigen Verluſten. Nach den erſten Kurſen
wurde das Geſchäft lebhafter, und es ergaben ſich allgemein
Beſſerun=
gen von 1—2, vereinzelt bis 3 Prozent. Später wurde es wieder etwas
ruhiger, doch konnten ſich die erhöhten Kurſe gut behaupten.
Mekallnotierungen.
Die Berliner Metall=Termine vom 11. Oktober ſtellten ſich für
Kupfer: Januar 147,50 (147 75), Februar 147,50 (148), März 148
(148,25), April 148,25 (148,25), Mai 148,25 (148,75), Juni, Juli 148,75
(149), Auguſt, September 149 (149,25), Oktober 146,25 (147), November
146,50 (146,50), Dezember 147,25 (147,25), Tendenz: feſter. Für Blei:
Auguſt, September 46,25 (46,50), Oktoher 46,25 (46,75), November,
De=
zember 46 (46,50), Tendenz; ſtill. Für Zink: Januar 47 (47,75),
Fe=
ber 46,50 (47), Tendenz ruhig. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 11. Okt.:
Getreide: Weizen, Dez. 135½, März 142½, Mai 146½: Mais,
Dez. 94½, März 100, Mai 102½; Hafer, Dez. 51½, März 5438,
Mai 56½; Roggen, Dez. 108½, März 113½, Mai 1143.
Schmalz: Okt. 10,925, Nov. 10,96, Dez. 11075, Jan. 30 11,60.
Fleiſch: Rippen, Okt. 11,475; Speck, loco 11,50; leichte Schweine
960—10,15, ſchwere Schweine 9,10—10,15; Schweinezufuhren
Chicago 20 000, im Weſten 79000.
Baumwolle: Okt. 18,25, Dez. 18,/45.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 11. Okt.:
Getreide: Weizen, Rotwinter 144½, Hartwinter 148½1 Mais
1075 Mehl 6—6,40; Getr. Fracht nach England 1,6—2,3 sh, nach
dem Kontinent 8—9 C.
Schmalz: Prima Weſtern loco 11,65; Talg, extra loſe 8½4.
Kakao: Tendenz willig, Umſätze in Lots 110, Loco 103,
Ok=
tober 10.13, November 9.97, Dezember 9.90, Januar 1930 9.92,
Februar 9.96, März 10.03, Mai 10.20, Juli 10.36, Sept. 10.48.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Wie wir von zuſtändiger Seite hören, wird zwiſchen der J. G.
Far=
beninduſtrie A.=G. und den Vereinigten Glanzſtoff=Fabrifen A.=G. wwegen
einer Verſtändigung betreffend Kunſtſeide weiter verhandelt. Ein
defi=
nitives Ergebnis konnte bis jetzt noch nicht erzielt werden.
Die Rheinlandgaragen G. m. b. H. die Hauptträger in dem
be=
kannten Benzinpreiskampf in der rheiniſch=weſtfäliſchen Zone haben den
Tantpreis wieher von 24 auf 26 Pfg. erhöht, gegenüber dem immer noch
unveränderten Konentionspreis von 29 Pfg.
Die Süddeutſche Zinkblechhändlervereinigung, Sitz Frankfurt a. M.,
hat ihre Preiſe mit Wirkung vom 11. Oktober um 1½ Prozent ermäßigt,
nachdem dieſe am 3. Oktober um 1½ Prozent erhöht worden waren.
In Gegenwart einer großen Anzahl namhafter Perſönlichkeiten aus.
der Diamantenwelt erfolgte die offizielle Eröffnung der neuen
Ant=
werpener Diamantenbörſe, des ſogenannten „Antwerpener
Diamanten=
rings”,
Am 24. Oktober werden in Brüſſel die abſchließenden Verhandlungen
zur Errichtung der Société Financiere Belge de PAſbeſt=Ciment
ſtatd=
finden. Die als Holdinggeſellſchaft in Ausſicht genommene Neugründung
wird mit einem Kapital von 140 Mill. Frs. ausgeſtattet ſein.
Die Konferenz der Caiſſe Commune mit den Vertretern der
öſter=
reichiſch=ungariſchen Nachfolgeſtaaten über die endgültige Bereinigung
der Rentenfrage iſt nach Informationen um eine Woche auf den 17.
Ok=
tober verdagt worden.
Nachrichten, wonach eine Erhöhung der polniſchen Kohlenpreiſe
be=
vorſteht, entſprechen, wie wir von unterrichteter Seite hören, nicht den
Tatſachen. Bei der polniſchen Kohlenkonvention iſt ein Antrag auf
Preiserhöhung bisher nicht eingegangen.
Die dritte ruſſiſche Induſtrialiſierungsanleihe von 750 Millionen
Rubel iſt, wie die Telegraphen=Agentur der Sowjetunion meldet, in voller
Höhe gezeichnet worden.
Die Beſtrebungen zur Errichtung einer Fabrik für chemiſche
Fapben=
produkte in der Tſchechoſlowakei ſind nach den Inforwationen ſoweit
ge=
diehen, daß die Gründung der Geſellſchaft demnächſt erfolgen ſoll.
Die Soeiété Bancaire Roumaine hat die Banque de Credit de
Tranfylvanie zu Oradea Maxe, die mit einem Kapital von 50 Mill. Lei
arbeitete, im Wege der Fuſion übernommen. Von den 100 000 Anteilen
des übernommenen Inſtituts wurden 90 000 Stück aufgekauft und die
übrigen 10 000, gegen eigene Anteile im Verhältnis 1:1 umgetauſcht.
Der ſchweizeriſche Außenhandel im Monat September zeigt einen
Umſatz von 403,6 Mill. Schweizerfranken, das ſind 6,1 Mill.
Schweizer=
franken weniger als im Auguſt 1929. Die Einfuhr hat ſich vom Auguſt
zum September um 13,1 auf 223,1 Mill, Schweizerfranken geſenkt, die
Ausfuhr iſt dagegen um 7 auf 180,5 Mill, Schweizerfranken geſtiegen.
Die Bankengruppe Hallgarten u. Co., Hahden Stone u. Co., Kiſſel
Kinnieut u. Co. Hornblower u. Weeks, Groonenbaum Sons Seeurities
Corporation und Cgſſatt u. Co in Naw York hat geſtern zur Zeichnung
der angekündigten Anleihe der Hotel Waldorf Aſtoria Corporation
öffent=
lich eingeladen. Es handelt ſich um 11 000 000 Dollan durch erſtſtellige
Hypotheken geſicherte 7prozentige tilgbare Goldbonds.
Berliner Kursbericht
vom 11. Oftober 1929
Oeviſenmarkt
vom 11. Oktober 1929
Frankfurter Kursbericht vom 11. Oktober 1929.
Berliner Produktenbericht vom 11. Oktober. Der Getreidemarkt
zeigte heute ſehr ſchwache Veraulagung. Die vom Auslande
vorliegen=
den Marktmeldungen übten einen verſtimmenden Einfluß aus, vor
allem iſt jedoch das Mehlgeſchäft gänzlich unbefriedigend, ſo daß die
Mühlen äußerſte Zurückhaltung heim Einkauf üben. Das inländiſche
Weizenangebot iſt weder ſehr umfangreich noch beſonders dringlich, die
am Lieferungsmarkt infolge ſtärkerer Regliſationen eingetretenen
Preisrückgänge wirkten jedoch auf den Effektipmarkt zurück, und das
vorhandene Material, fand nur bis zu 8 Mark niedrigeren Preiſen
Aufnahme. Sehr günſtige Beurteilung finder weiterhin die Situation
des Roggenmarktes. Das Angebot in Waggon= und Kahnware iſt recht
umfangreich; Nachfrage der Mühlen beſtehr kaum, und lediglich
märki=
ſcher Roggen zur prompten Bahnverladung wird von den mit der
Preisſtützung betrauten Stellen aufgenommen, jedoch nur in begrenztem
Umfange und zu niedrigerem Preiſe. Die Lieferungspreiſe waren um
2—3 Mark rückgängig. Weizenmehl hat zu etwa 25 Pfg. billigeren
Preiſen ſehr ruhiges Geſchäft, in Roggenmehlen ſind Umſätze kaum zu
verzeichnen. Hafer iſt auch reichlicher offeriert und matter, Gerſte ſtill.
Biehmärkke.
Ferkelmarkt in Groß=Gerqu am 11. Oktoher. Auftrieb; 661 Ferkel,
Preis 22—36 Mark das Stück. Nächſter Ferkelmarkt findet Mittwoch,
den 23. Oktober, vorm. 8.30 Uhr, auf dem Marktplatz zu Groß=Gerau
ſtatt.
67 Dtſche.
Reichs=
anl. v. 27 ......!
ſtaat b. 37 ....
ſtagt v. 27
ſtagt. . .. b. 28
v. 29
anl. v. 88 7777
60 Sachſen
Frei=
ſtaat v. 27 .
7%Thüringer
Frei=
ſtaat v. 87 ...
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4,
Ablöſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Dtſche.
Schutzge=
bietsanleihe ....
8% Bad.Bad. p.26
68 Berlin v, 24 ..
8½ Darmſtadtv. 26
v.28
6 Frkf. a. M.v.26.
88 Mainz v. 28 .
82 Mannh. v. 26.,
820 Nürnbergb.26
gl. Heſſ. Landesbk.
Goldpfbr..
8e. Heſſ. Landesbk.
Goldoblig.
4,Jn Heſi. 4ds.=
Syp.,Bk.=Liquid.
Pfbr.
8J. Preuß. Obs.
Pfbr.=Anſt.
Gold=
pfl
. Preuß. Lbs.,
Vfbr. Anſt.
Gold=
obl. ...
.."
87.5
76
86.75
81
91.4
78
9.60
86.5
86
82.25
83.75
87
96.9
93.5
71.5
95
Pu
Landesbk. Goldobl
18
eIoKaſſelerLandes=
kredit Goldpfbr.
82I. Naſſ. Landesbk.
Goldpfbr.. . .
Dt. Komm. Sam
mel=Ablöſ.-=Anl.
* Ausl. Ser. I
* Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.
Abl. Neubeſitz).
Berl. Hhp.=Bk.
/y0 Ligu.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp. Bk.
41,% Lig.Pfbr.
Pfbr. Bt..
„ Lig. Pfrb.,
6 Mein, Hhp. Bk.,
,%0 — Lig. Pfbr.
% Pfälz. Hyp.Bk.
4½), „ Lig. Pfbr
82I. Preuß.
Boden=
ereb.=Bk.,
Lig. Pfb
4½.2
2, Preuß, Centrl.=
Bodener.Bk.
Lig.Pfbr.
4,
8e,Rhein.Hyp.=Br.
41= Lig. Pfbr.
82 Rhein.=Weſtf.
Bb. Credit .....
% Südd. Bod.=
Cred.=Bank.
8% Württ. Hhp.=B.)
6% Daimler Benzl
von 27 .......!
82, Dt. Linol. Werkel
b. 26
% Klöckner=Werke
Verlin v. 28.
Mainkriu, b,88.
Mitteld.
Stahl=
werke v. 27.
91.5
96
96
51.2
68
21.5
97
72.5
71.75
36.5
72
74.55
97.5
76.2
96.5
97.5
97.25
70
91.6
85
8eI., Salzmann u. Co.,
p. 26.
N72 Ver, Stahlwerke
mit Opt. p. 86.
I18% Boigtck Häffner
von 26 ....
3. 6. Farben Bonds
v. 28 „1:....,/11
15% Bosn, L.E.B.
v. 1914
.....!
4½.% Oſt.
Schatz=
anw. p. 1914,..
429 Oſt. Goldrente
15%vereinh. Rumän.
4½½
9a Türt. Admin.,
1. Bagdad
„ Bollan!
4½8 Ungarn 1919
19141
4½
48
Goldr.
Artien
Accum.=Berlin.
Adlerw. /v. Kleher).
AEG. Stamm
AndregeNoris Zahn/1.15
Baſt Nümberg..
Bergm. El. Werke 1211
Brovn BoverickCiel
Brüning & Sohn. .
Buderus Eiſen".
Cement Heidelberal!
Karlſtadt
Chem.Werie Albert ,
Chade
......./421
Contin. Gummiw./459
Daimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr. . ./106
Eiſenh. Berlin.
..!1
Erdb!
Goldr u. Silb.
ſcheibe=Anſtalt 1149.5
Dhckerhoff u.
Wid=
mann ........ . 85
80.5
114.25
26.5
32.5
27.3
8.8o
14.3
7.25
21.5
183.5
133
123,5
107.5
Eßlinger Maſchinen) 34
Eitlinger Spinnerei
J.6, Farbeninduſtr
Feinmech, (Jetter).
Felt. & Guillegum.
Frkft. Cas:.
„I
Hof.
Geiling & Eie.....
Gelſen!, Bergwerk
Geſ. elektr.
Unter=
nehmungen ...,
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
aafenmühle Frkft..
Hammerſen (Dsn.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
Hilpert Armaturfbr!:
Hinderichs=Aufferm
Hirſch Kupfer.....!
Hochtief Eſſen..
Holzmann. Phil.,
Holzverk.=Induſtrie
3lie Bergb. Stammſ=
Genüſſe
Junghaus Stomm
KaliAſchersleben .!t
Salzdetfurth..
„ Aeſteregeln ..!"
Karſtadt, R.
Klein Echanzl. ..1
Alöcknerwerke.
Lahmeher & Co..
Lech, Augsburg. /405,5
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt
Linoleumwerr /279.5 Mainkr.=W, Köchſt.
Mainz Akt.„Br.
annesm. Röhren
Eleftr. Licht u. Kraft l187.5 Mansfeld Vergb.
Liefer=Geſ. /168.75 MarswerkeNürnbg,
Eſchw. Berowerk 1215.25 Metallge), Frankf..! 4
Miag. Mühlenbau
i/213 Monteeatini Mgtid.
ſego Motorenib. Darmſt.,
75 Neckarwerke Eßling,
Nieolatz, Hofbr. .
112 Sberbedarf.
Otavi Minen
5
Phönis Bergbau
Reiniger. Gebb.,
Rh. Braunkohlen.
„ Elektr. Stamm,
Stahlwerke.
Riebeck Monton
8
130 Roeder Gb. Darmi
Rütgerswerie
Sachtleben A. G.
167
Schöfferhof=Bind.,).
122,5 Schramm Lackfabr
Echriftg. Stempel.
130
Schucker: Elektr.
Schwarz=Storchen.
Siem, Glasinduſtrie
80 Siemens & Halskel:
2u6.5 Strohſiagff, Ver....
124.5 I Südd. Zmmohilien
Zucker=A. G...I
Sbensia Tändſticsl:
223
350 Sellus Bergbau
Thür. Lieſer.=Ge)./1
228
Kammgarn ſpinn „/440.5 Tucher=Brauere!.
1153,5 Unterfr. Ars.-Elei=
106.5 I tr.=Veri.
Beithwerle,
Ber f. Chem, Ind.
Frankfi.
Laurahütte..
Stahlwerke. 4
*
Ultramarin. 1
Zellſt, Berlin 14
106.5
202.5 Bogtländ. Maſchin.
Boigt & Haeffner,
5a
121.5
124
s5.5
128.5
150
67.75
104.5
1408
11a4,5
1111,5
1115
166
76
779
277
161
1:6
205.5
162,5
352
210
152
378
114.5
101
101.5
9.75
Bahß & Freytag)
Wegelin, Rußfabr.
Werger Brauerei.
Zellſtoff. Aſchaffbg..
Memel.
Waldhof. .
Allg. Dt. Creditanſ.
Bk.f.Brauinduſtr.
Berl, Handelsgeſ.
Comm. u. Pribatkl
Darmſt.u.Nt.=Bk.
Deutſche Bant.
Eff. u.
Wechſel=
ban!.
Diskonto=Geſellidh
Oresdener Ban! 1156
Franti. Bank.
Syp. Bank
Pfdbr.=Bk. 736
Götha. Grundkr. Bk.)
Mein.=Hhp.=Bant
Nürmb. Vereinsbk.
Sſt. Creditanſtalt
Pfälz. Syp.=Bank
Reichsbank=Ant, *
Rhein.Creditbl.
Hyp.=Bank....!"
Südd. Bod.Cr. Bk.
Wiener Bonkverein
89
144.25
218.5
123
173
261.75
161.5-
120
161.5
102
134
127
150
130.75
129
286
a1grI.
146.5
145.5
12),
A.. G. ſ. Verjehréw.
Allg. Lokalb. Kraftw
72o. Dt. Reichsbahn
Vorzge
Hapag.
Nordd. Llohd ...
Schantung=Eiſenb.
Südh Ciſenb.=Geſ.
Allianz. u Stuttg.)
Verſicherung ..!s
Frkft. Allg. Verſ=Gl
Franfong Nück= u.
Mitv. . ..
Mannh. Berſich.
m.
1117.5
110
3.40
Wien 100 Schilling 158.06 56.98 Spanien 100 Peſetas 82,19 82.31 161.50 Geſ,.f.elektr. Untern. 181.— Leonh. Tietz 183.— Prag
100 Tſch, Kr. 12.3941 12.41. Danzig 100 Gulden 81.43 81.59 Dresdner Bant 455.50 Harpener Bergbau 140.25 Verein. Glanzſtoff 282.— Budapeſt 100 Pengd 73.06 75.20 Japan Den 2.009 2.006 117.— Goeſch Eiſen.
423.50 Verein, Stahlwerke 111.375 Sofig 100 Leba. 3.032 3.C38/ Rio de Janerro ſt Milreis 0.498 0.500 156.— Phil. Holzmann 91.50 Weſteregeln Alkgli ” 230.— Holland 100 Gulden 185.48 169.9 5Jugoflawien 100 Dinar 7.385 7.401 110.50 Kali Aſchersleben * 223.— . Agsb.=Nrnb.Maſch 79.75 Oslo 100 Kronen 111.81 112,13 Portugal 100 Escudos 18.80 12.84 484,125 Klöchnerwerke. 109,5o Baſalt Linz Kopenhagen 100 Kronen 111.83 112.15 Athen 100 Drachm. 5.425 5.445 Bahr. Motorenw. 83.25 Köln=Neueſſ. Baw./ 119,375 Berl. Karlsx. Zud. 67— Stockholm 100 Kronen 112.30 112.521 Konſtantinopel t türk. 2 2.cos 2.009 F. P. Bemberg. 923.— Ludw. Loewe 180.50 Hirſch Aupfer London. 1 2.Stg 30.379 20.410 Kairo 1 äghpt. 4 20.395 20.325 Bergmann Elektr. 208.75 Mannesm. Röhr, 105.25 Hohenlohe=Wer e 93. Buenos=Aires 1 1 Pap. Pe 1.759 1.782 Kanada L egnad. Dol., 4.141 4.199 63.50 9 Maſch.,Bau=Untn. 49.— Lindes Eismaſch. 152.50 New York 1 Dollar 4.1680 4.1960 Uruguah 1 Goldpeſo 4.098 4.104 159.50 ſ. Nordd, Wolle 114,75 Herm. Poege 3H.= Belgien
100 Belgo 58.4151 5o.53: KSland 100 eſtl. Kr. 92.17 92.35 Deutſche Cont, Gas 179.— Oberſchleſ. Kolsw. 89.625 VogelTelegr. Draht 70.875 Italien 100 Lire 21.325 21.385 ralinn iEſt ,) I. 100 eſtl. Kr. 111.83 112.33 107— Orenſtein & Koppell 79.— 4 Wanderer=Werke 56.50 Baris
S 100 Franes 16.435 18.4754 Nigg.
100 Lats 80.78 80.69
162
[ ← ][ ][ → ]Samstag den 12 Oktober 1920
Nummer 283
Ramon Nauarro
Der Fürst der Abenteurer
Spanische Piratenkämpfe im 19. Jahrhundert.
Erlebnisse in den Goldgräber-Gebieten von Arizona.
Wilhelminen-
straße 9
heinstr.
das akrobatische Tanzwunder
bleibt ihrer hervorragenden Leistungen wegen noch
bis zum 15. Oktober
mit Mady Christians
ein Film von Lachen und Weinen, Ernst und Narrheit und
von geheimnis vollen Schicksalen.
Beginn 3½ Uhr.
UV. 15947
Bella Siris kommt!
Zum Haßerkasten
Jeden Samstag und Sonntag
KONZERT
Im Ausschank das gute Rummelbier: — Gute Küche.
Eigene Schlächterei. Hermann Knauf. (*
AAAAAA
Spanische
Hügelstraße 35
Heute Samstag von 8 Uhr und
morgen Sonniag, von 4 Uhr
nachmittags ab
KONZERT
der ungarisch. Zigeuner-Kapelle
Gs aeis al
(16049
20—22.15 Uhr
Großes Haus
Hessisches
Landestheater
Samstag
12. Oktober 1929
B1
(Gruppe I-IV)
Kleines Haus 19.30—22 Uhr
Die Dreigroschenoper
von Bert Brecht, Musik von K. Weill
Preise 1—10 Mk.
Der Postillon von Lonjumeau
Komische Oper von Adam
Preise 1.50—7.50 Mk.
Morgen und übermorgen
Kirchweihe
(15961
Bichtenberg-
oosese
88888
SS8
786
S6
Süßer
oodeoe
I
Duuer
46049 im Ausſchank
Härting’s Weinstuben
Tel. 3038 Heinheimerſtraße 36 u. 38
SsccS
Sost
oeo
oo
Bella Siris kommt!
4aut mir leidt
Wie die Presse urteilt:
Darmstädter Tagblatt: Ganz ungewöhnlicher
Ertolg.
Neues Wiener Tagblatt: Der prophezeite
Serienertolg ist eingetroften.
Leipsiger Neueste Nachrichten: Ein Taumel
von Farbe, Tempo und Humor.
Stuttgarter Tagblatt: Das Ensemble der vor-
(16013
züglichen Darsteller.
Dresdener Neueste Machrichten: Diese Revue
hat Ezistenzberechtigung, einfach Klasse.
Karten-Vorverkaut tindet statt: Verk.-Büro,
Ernst-Ludwigsplatz, De Waal, Rheinstr. 14.
Mäßige Preise von Mk. 1.00 bis 3.50
Beslaurant „Darmstädter Hof”
Eeke Grafen- und Waldstraße
Heute Samstag und Sonntag abend
Konzert
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Die reichhaltigste Tierschau.
Nummer 283
Samstag, den 12. Okftober 1929
Seite 19
WolFcANG MARKEN
Urheber=Rechtsſchutz durch Verlag Oskar Meiſter, Werdau i. Sa.
14)
Nachdruck verboten
Für die Preſſe war die Angelegenheit ein gefundenes Freſſen.
Die Berichte waren faſt ausnahmslos in einem für Robert George
wohlwollenden Tone abgefaßt. Der hatte, eingedenk der
War=
nung Benns, die Reporter freundlich empfangen, und das blieb
nicht ganz ohne Wirkung.
Die Erregung auf dem Polizeipräſidium hielt an.
Man erwartete neue Meldungen aus dem Direstionszimmer.
Aber es blieb alles ruhig.
Kam ein Fremder in die Polizeibüros, dann erſchrak man
zunächſt und ſah ſich ihn ſehr genau an. Konnte doch der
Präſi=
dent darunter ſtecken. Leute in Georges Format wurden in
die=
ſen Tagen mit beſonderer Freundlichkeit bedient.
Zwei Tage nach den Ereigniſſen kam der
Generalſtaatsan=
walt Garfield zu George. Die Begrüßung zwiſchen den beiden
Männern war ſehr herzlich. Sie ſtanden etwa im gleichen Alter.
Garfield, der als ein abſolut unbeſtechlicher Beamter galt, war
auf Grund ſeiner Tüchtigkeit und ſeines Mutes, den er immer
und immer wieder bewies, ſchon Generalſtaatsanwalt.
So waren George und Garfield im Grunde genommen
zwei verwandte Naturen, beide jung, intelligent und kühn, durch
eigene Leiſtungen emporgekommen.
„Sie wiſſen, was mich zu Ihnen treibt, Mr. George”, ſagte
Garfield und lehnte die gebotene Zigarre nicht ab. „Nicht um
Ihnen zu gratulieren. Bewahre! Man gratuliert einem
Mör=
der nicht zum elektriſchen Stuhl, man wünſcht einem Detektiv
nicht Glück, wenn er den Präſidentenſtuhl beſteigt. Die beiden
Stühle haben große Aehnlichkeit miteinander.”
„Zweifellos!”
„Micht treibt”, fuhr Garfield fort, „einzig und allein der
Umſtand zu Ihnen, Näheres über den Fall Mac Millans zu
er=
fahren. Sie ſelber haben die Unterſuchung übernommen, Mr.
George, oder haben Sie einen anderen damit beauftragt?”
„Nein!” Hart wurde Georges Geſicht. „Den Mörder will
ich ſelber finden. Ich werde Zeit meines Lebens an das
grauen=
volle Antlitz des Ermordeten denken, und ich fühle, ich werde das
Grauen nicht eher los, bis das Verbrechen ſeine Sühne gefunden
hat.”
„Können Sie mir nähere Mitteilung machen? Die Ergebniſſe
Ihrer Unterſuchung?”
Georg bejahte.
„Gern! Doch zunächſt eine Frage. Wie geht es Mrs.
Millans?”
„Beſſer. Sie hat ſich ſchon wieder vom Krankenlager
er=
hoben. Aber die Sache ſoll ſie ſehr mitgenommen haben.”
George ging im Zimmer auf und ab.
„Vielleicht wird das Verbrechen keine Sühne finden. Sie
wiſſen, daß ich befürchte, daß es ſich um einen Racheakt Katerinks
gehandelt hat. Aber wenn ich mir recht überlege, dann ſage ich
mir, ein Verbrecher, dem elektriſchen Stuhle entriſſen, der ſucht
ſich in Sicherheit zu bringen, weiter nichts. Doch Katerink war
ja unberechenbar. Die Vernehmung des Dienſtperſonals hat
nichts ergeben, was als Spur ausgewertet werden könnte. Ich
verließ den Kranken vier Minuten nach zwölf Uhr. Ich bin in
Zeitſachen genau. Der alte Diener, der gleichzeitig ermordet
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worden war, blieb auf meine Bitte am Krankenlager. Ihn hat
dort der Tod durch Verbrecherhand ereilt, wie auch den Kranken.
Er iſt erwürgt worden. Außer dem alten Diener waren noch
im Hauſe die beiden Hausangeſtellten Beſſie und Angelika, die
ſich bei dem Kranken befanden und mit dem Arzt bis gegen
halb vierzehn Uhr blieben, dann zogen ſie ſich mit dem Arzt
zurück, und Mrs. Millans blieb allein im Krankenzimmer. Die
beiden Dienerinnen gingen in die Küche, wo zwei Schwarze
be=
ſchäftigt waren. Dort ſind ſie geblieben, bis die Tat entdeckt
wurde.”
„Der Hausmeiſter in der Loge ſah keinen Fremden kommen?”
„Der alte Hausmeiſter, den ic für zuverläſſig halte, und
der Diener und Chauffeur Richards haben ausgeſagt, daß kein
Menſch das Haus betreten hat. Gegen drei Uhr kam der Arzt
wieder und ſtellte entſetzt die furchtbare Tat feſt. Das iſt das
ganze. Es iſt alſo feſtgeſtellt, daß kein Menſch während der Zeit
das Haus betreten hat.”
„Möglicherweiſe aber durch den hinteren Eingang”, ſagte
Garfield.
George ſchüttelte den Kopf. „Nein! Das iſt unmöglich;
denn dann mußte er auch an des Hausmeiſters Loge vorbei.
Die Fenſter aber waren, wie ich feſtſtellte, im ganzen Hauſe
ge=
ſchloſſen. Von draußen iſt alſo beſtimmt keiner durch die Fenſter
geſtiegen. Das Hochparterre iſt auch ſo hoch, und ein Eindringen
durch die Fenſter darum ſo ſchwierig, daß man zum mindeſten
draußen Spuren hätte finden müſſen. Aber es ſind nirgends
Spuren gefunden worden.”
„Seltſam, dann müßte eigentlich der Mörder im Palais
ver=
borgen geweſen ſein."
„Aber auch da fanden ſich keine Anhaltspunkte. Ich habe
alle Zimmer durchſucht mit Ausnahme von Mrs. Millans
Schlafzimmer — und habe nicht die geringſte Spur gefunden.
Bei der genauen Unterſuchung des Toten fand ich außer einigen
blonden Haaren einen alten Manſchettenknopf, der ſchon
monate=
lang dagelegen haben mußte, und einen kleinen blauen Saphir
am Boden. Es iſt damit nichts anzufangen geweſen. Die
blon=
den Haare gehören zweifellos Mrs. Millans. Der Manſchettenknopf
kommt nicht in Frage; denn er lag beſtimmt ſchon lange da.
Bliebe nur noch der blaue Saphir. Auch der ließe ſich
unter=
bringen. Mrs. Heliane trägt einen ſolchen Haarſchmuck, der mit
achtzehei kleinen Saphiren geſchmückt iſt. Einen davon verlor
ſie. Mrs. Millans ſcheidet aber nach meinem Empfinden
voll=
ſtändig aus. Ich habe darüber mit ihrem Arzt Rückſprache
genommen.”
Der Generalſtaatsanwalt ſtimmte zu.
„Sieht trübe aus, ſehr trübe.”
„Aber ich halte die Sache nicht für ausſichtslos. Ich warte
ab. Aus irgendeinem poſitiven Grunde muß Millans ermordet
worden ſein. Davon bin ich überzeugt. Ich ſcheide ja ſogar
Katerink aus. Und dieſer Grund zum Mord wird ſich auswirken.
Für mich gilt es jetzt, nach den Auswirkungen zu ſpähen.”
„Sie müſſen dabei aber ein wenig auf das Glück rechnen.
Meine Bewunderung über Ihre Reinigungsmethode muß ich
Ihnen aber noch ausdrücken. Fahren Sie ſo fort, Mr. George,
und es wird beſſer. Sie haben eine ſchwere Aufgabe, aber es
ſteht Geld hinter Ihnen. Der Ermordete hat Ihnen die
Mög=
lichkeit gegeben, mit ſeinem Vermögen ihn und ſeine Bluts= zu rächen, die dem Morde zum Opfer fielen.”
„Ja, ſchon um deswillen fühle ich mich verpflichtet. Hören
Sie, Mr. Garfield, ſagen Sie mir unumwunden Ihre Meinung.
War es richtig, mich auf dieſen Poſten zu ſtellen? Ich kann das
Gefühl nicht los werden, daß es gewiſſermaßen eine Art
Kalt=
ſtellung bedeuten ſoll.”
„Die könnt= es ſein, wenn Sie ſich kaltſtellen laſſen. Aber
beabſichtigt iſt ſie heſtimmt nicht; denn Mr. Towler ſelber war
es, der den Gedanken des Gouverneurs, Sie als Oberhaupt der
Polizei einzuſetzen, aufnahm und dafür auch den Bürgermeiſter
(Fortſetzung folgt.)
Eaſtmann gewann.”
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Eschrittl., Vitalis-
Verl. München C 4.
(1V.41555)
Wi vergeben für hiel. Platzu. Umgeb. unſere
1.15975
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Gegeralvertre
mit Auslieferungslager. Es handelt ſich um
einen unbedingten Gebrauchsartikel, für
jedes Gewerbe. Garantiert großerlaufender
Umſatz „Herren, welche über 200,0
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kapital verfügen, werden, um Offerten
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bet, u. P. P. 4211 an Rudolf Moſſe, Darmſtadt.
HoherVerdienſt
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Vertre=
ter, durch Vertrieb
gut eingeführt.
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darfsartikel u. geſ.
geſch. Neuheiten an
Ladengeſchäfte
O. Pötters,
Düſſel=
dorf 109. (715976
60 Rmk.
Wochenlohn
od. 509 Proviſion
erhäl, jeder durch
d. Verkauf meiner
Fabrikate. Auch
als Nebenberuf.
Muſter koſtenlos.
Rud If Klöckner,
Marienberg,
Weſterw. (1.15973