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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * veriehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiatiet.
Nummer 257 Dongerstag, den 16. September 1926. 189. Jahrgang
27 mm breite Zeiie im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspig.
FinanzAlnzeſgen 40 Reſchepfg. Rellamezelte 92 mm
breit 2 Neſchsmart. Anzelgen von auswäris 40 Reſchpſg.
FinanzeAnzeigen 60 Reichspſg, 92mm brelie
Rellame=
zeile 300 Reſchemarl. Alle preiſe in Reſchsmark
ſ Doller — 420 Marl. — im Fall höhere
Gewalt wie Krieg. Aufruhr. Streit uſw. erliſcht
jede Verpſichtung auf Erfüllung der
Anzeſgen=
auſtlge und Teſtung von Schadenerſatz. Bei
Konlus oder gerſchticher Beſtelbung fall eder
Nabalt weg. Banfkfonto: Deuiſche Banl und Darm
ſädter und Natſopalbanl.
Or. Curtug äber die Grandias
tigen Wirtſchaftspolitik.
Die Stellung des Großhandels im Organismus der deutſchen Wirtſchaft. — Der Umwälzungsprozeß im modernen
Wirtſchaftsſyſtem. — Die Auswirkungen des Dawesplanes. — Die Schwierigkeiten für die Ausfuhr auf dem Weltmarkt.
Protektioniſtiſche und autarkiſche Beſtrebungen.—Grundſatz der Handeisveriragspolitik: uneingeſchränkte Meiſtbegünſtigung
mit Tarifabreden. — Das Ziel: Einkiang zwiſchen National= und Weitwirtſchaft.
Die Tagung des deutſchen
Großhandels.
Düſſeldorf, 15. September.
Unter ſehr zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen des
Reiches wurde geſtern die 10. Großhandelstagung des
Zentralverbandes des Deutſchen Großhandels
in Düſſeldorf eröffnet. Auf der Tagung waren die führenden
Perſönlichkeiten des Großhandels volſtändig vertreten.
Reichs=
wirtſchaftsminiſter Dr. Curtius, eine Reihe von Miniſtern der
einzelnen Länder, zahlreiche Vertreter der Reichs= und
Landes=
behörden waren anweſend, ferner die Vertreter der
wirtſchaft=
lichen Spitzenorganiſationen und zahlreicher wirtſchaftlicher
Fach=
organiſationen ſowie Handelskammern.
Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius
hielt am zweiten Verhandlungstag folgende Rede:
Namens der Reichsregierung und ihrer hier anweſenden
Vertreter habe ich die Ehre, auf die freundlichen
Begrüßungs=
worte Ihres Herrn Präſidenten und des Herrn Vorſitzenden der
Bezirksgruppe Düſſeldorf zu erwidern. Zugleich bin ich gebeten
worden, Ihnen die Grüße des Herrnpreußiſchen
Han=
delsminiſters und der preußiſchen
Staatsregie=
rung zuübermitteln. Ich entledige mich dieſes Auftrages
um ſo freudiger, als ich damit das vertrauensvolle
Zuſammen=
arbeiten zwiſchen meinem Miniſterium und dem preußiſchen
Han=
delsminiſterium öffentlich zum Ausdruck bringen kann.
Wir alle danken Ihnen herzlich für Ihre Einladung, die mir
nach Zeit, Ort und bedeutungsvollen Beratungsgegenſtänden
über die Struktur der Binnenwirtſchaft und die Grundlagen
unſerer Handelspolitik beſonders glücklich zu ſein ſcheint. Unſer
Dank gebührt daneben allen denjenigen, die ſich in freundlicher
Weiſe bereitgeſtellt haben und bereitſtellen, den Gäſten den
Aufenthalt ſo angenehm wie möglich zu geſtalten.
Wir hegen die beſten Wünſche für den Verlauf
Ihrer Tagung, die — um den Appell Ihres
Geſchäfts=
führers Herrn Dr. Engel am Schluſſe ſeines Begrüßungsartikels
aufzugreifen — Dienſt am deutſchen Volke ſein möge.
Wir wünſchen darüber hinaus kräftiges Gedeihen Ihres
gewal=
tigen, 300 Fachverbände und viele tauſend Einzelmitglieder
um=
faſſenden, nicht nur für den Großhandel, ſondern für die ganze
deutſche Wirtſchaft ein unentbehrliches Organ, darſtellenden
Zentralverhandes.
Der Handel, vor allem der Großhandel, ſpürt wie
kaum ein anderer Wirtſchaftszweig die
Erſchüt=
terungen in der Weltwirtſchaft, das Auf und Ab
der Konjunktur. Als Träger des
Güteraustau=
ſches im Inland und zwiſchen den Nationen hat
er in ſtärkſtem Maße die Umſchichtung der
Wirt=
ſchaftsfundamente verſpürt, die in der Kriegs=
und Nachkriegszeit als Folge und
Begleit=
erſcheinungen der politiſchen Ereigniſſe zu
be=
obachten war. Im Kriege durch die feindlichen Maßnahmen
von ſeinen überſeeiſchen Verbindungen abgeſchnitten, im Inlande
durch die Zwangswirtſchaft faſt ausgeſchaltet, mußte ihm der
Wiederaufbau nach dem Kriege ganz beſonders ſchwer werden,
vor allem auch, weil in der Iuflationszeit ungeeignete Elemente
in ihn eingedrungen waren, die ſein Anſehen in weiten Kreiſen
untergruben und mißverſtändlichen Auffaſſungen über Weſen und
Bedeutung des Handels Vorſchub leiſteten. Zu begründeten
Vorwürfen kam, wie in allen Zeiten weitgehender
Unzufrieden=
heit, die Suche nach dem Sündenbock. Kurz, es hat noch in naher
Vergangenheit in weiten Kreiſen eine grundſätzlich dem Handel
ablehnend gegenüberſtehende, ja Ihnen feindliche Anſchauung
geherrſcht. Es gewinnt den Anſchein, als wäre dieſer Zuſtand
heute überwunden. Bezeichnend dafür waren für mich die
Er=
klärungen Dr. Silverbergs auf der jüngſten Tagung des
Reichs=
verbandes der deutſchen Induſtrie in Dresden, die ich mit
beſon=
derer Freude gehört und denen ich aufrichtig zugeſtimmt habe:
„Das induſtrielle Unternehmertum, das organiſierte und
nichtorganiſierte, iſt heute wieder zu der Ueberzeugung gekommen,
nicht nur, daß der durch eine Jahrhunderte alte Tradition und
durch volkswirtſchaftliche Erfahrung legitimierte Handel für die
Abſatzwerbung und für die billigſte Bedarfdeckung, nicht zuletzt
für die Geld= und Kreditvermittlung zwiſchen Produktion und
letzten Konſumenten eine Notwendigkeit iſt, ſondern daß er jeder
Förderung und Stützung bedarf. Es iſt erfreulich, dieſe
Wand=
lung in der Einſtellung zum Handel feſtſtellen zu können.”
Sie werden ſich fteilich trotz dieſer Erklärung nicht in
Sicher=
heit wiegen dürfen. Ohne Zweifel ſtehen Ihnen
ſchwere Kämpfe, vor allem mit Rückſicht auf die
neuere Entwicklung im Einzelhandel und die
Erſtarkung der Genoſſenſchafts= und
Konſum=
vereinsbewegung bevor. Aus programmatiſchen
Arti=
keln für Ihre Tagung, aus Beſprechungen mit maßgebenden
Mäunern aus Ihren Reihen weiß ich, daß Sie entſchloſſen
ſind, dieſem erhöhten Wettbewerb durch
Um=
ſtellung Ihrer Betriebe, durch Zuſammenſchluß
und andere der Lage angepaßte Maßnahmen zu
begegnen. Ich zweifle nicht daran, daß es dem Großhandel
bei ſeiner Anpaſſungsfähigkeit gelingen wird, ſich auch in neuen
Wirtſchaftsverhältniſſen durchzuſetzen. Wo immer möglich, I
werden Sie den Beweis erbringen müſſen, daß
Sie beſſer, billiger und günſtiger arbeiten, als
andere Verteilerorganiſationen. Sie werden mit
anderen Worten durch Ihre tatſächlichen Leiſtungen für Ihre
Unentbehrlichkeit ſelbſt zeugen.
Wir ſtehen am Ende eines Abſchnittes, in dem die
Staats=
tätigkeit auf dem Gebiete der Wirtſchaft ſich weſentlich als
Not=
ſtandsaktion gekennzeichnet hat. In dieſer Kriſenzeit konnten wir
nicht Grundſätzen nachforſchen. Wir mußten ohne Rückſicht auf
Prinzivien im Vertrauen auf die Zuverläſſigkeit des Gefühls
und die Stärke des Glaubens an Deutſchlands Zukunft zugreifen
und mit äußerſter Anſpannung Kräfte und Mittel des Staats
zur Verfügung ſtellen, um der Wirtſchaft über die Kriſe
hinweg=
zuhelfen.
Nun ſcheint mir aber die Zeit gekommen, wo in
Selbſt=
beſinnung, in Nückſchau auf die Vergangenheit und
Vor=
bereitung zukünftig notwendiger Entwicklung Wirtſchaft
und Staat jeder für ſich und beide miteinander
grund=
legende und grundſätzliche Ueberlegungen und
Erörterun=
gen pflegen müſſen.
Zu dieſer Haltung berechtigen und verpflichten vor allen
Dingen drei Umſtände.
Zunächſt
die Konjunktur.
Befürchten Sie nicht optimiſtiſche Vorausſagen unſerer nächſten
und feineren Wirtſchaftszukunft. Nichts liegt mir ferner.
Die=
jenigen, die die jüngſt verlaufene Kriſe — Kriſe im techniſchen
Sinne des Wortes — mit der Kennzeichnung „Deflationskriſe‟
glauben abtun zu können, ſind im Irrtum.
Die europäiſche, noch mehr die deutſche Wirtſchaftslage
iſt das Ergebnis der unvermeidlichen Neaktion eines hoch
entwickelten, äußerſt komplizierten modernen
Wirtſchafts=
ſyſteins, in welchem ein volles Jahrzwölft hindurch ein
gewaltſamer innerer Umwälzungsprozeß dem anderen
folgie. Die Urſachen hierfür ſind tiefgehende, mit den
Geſamtkomplexen von Krieg und Nachkrieg
zuſammen=
hängende Aenderungen der Wirtſchaftsſtruktur in den
einzelnen Ländern und in der Weltwirtſchaft als Ganzem.
Es iſt nicht anzunehmen, daß die ſtrukturelle Depreſſion
ſchon bald in einen allgemeinen Aufſchwung übergehen
werde.
Dieſer weltwirtſchaftliche Hintergrund darf nicht fehlen, wenn
man die Wandlungen der Konjunktur der deutſchen Wirtſchaſt
verfolgt. Der Zwang der weltwirtſchaftlichen
Lage und unſere beſondere politiſche
Ein=
engung werden vorausſichtlich zunächſt nur
kurze Wellenberge wirtſchaftlicher Beſſerung
geſtatten. Mit Recht lehnt deshalb auch das Inſtitut für
Koniunkturforſchung in ſeinem zweiten Vierteljahrsheft eine
Vorherſage über den Beginn des eigentlichen Aufſchwungs der
deutſchen und europäiſchen Wirtſchaftslage ab. Andererſeits
kann man aber uicht die Augen davor verſchließen, daß in der
Tat eine ſehr fühlbare Erleichterung unſerer Wirtſchaftslage ſeit
den ſchweren Tagen des vergangenen Winters zu verſpüren iſt.
Mit dem erwähnten Vorbehalt kann deswegen das Inſtitut für
Konjunkturforſchung feſtſtellen, daß die Kriſe ſeit Frühjahr dieſes
Jahres überwunden iſt, daß wir zurzeit im zweiten Stadium der
Depreſſion ſtehen. Das verſchafft der Reichsregierung eine Art
von Atempauſe und die Möglichkeit, eine Weile Umſchau zu
halten, den Verſuch zu machen, zukünftiges Handeln ſtärker zu
fundieren, als das in der Notlage des vergangenen Winters die Anweſenheit der verehrten Exzellenz Riedl nötigen mich, da
möglich war.
Das zweite Moment iſt durch unſeren
Eintritt in den Vöfkerbund
gegeben. Es iſt ſelbſtverſtändlich hier nicht der Ort, über die
politiſche Bedeutung dieſes Ereigniſſes zu ſprechen. Wir ſind
uns darüber klar, daß das Ziel unſerer Politik das gleiche
ge=
blieben iſt; wir haben aber einen neuen Weg eingeſchlagen.
Beim Einleuken in dieſen Weg muß aber auch die
Wirtſchafts=
politik Ausſchau halten. Der Reichsaußenminiſter hat
in Genf das große Problem der Verbindung
ſtändlich nicht nur ein geiſtiges und politiſches,
ſondern auch ein wirtſchaftliches. Auch die
Weltwirtſchaft erfordert Gliederung. Auch ſie muß ſich
auf Nationalwirtſchaft gründen. Die deutſche
Wirtſchaft bleibt durch ihre Pfahlwurzel mit dem Mutterboden
feſt verbunden. Sie muß aber mit ihren ſonſtigen Wurzeln auch verbote, treffen, wenn ſie auch praktiſch gegen alle Länder
ge=
fremdes Erdreich durchdringen und von dort ergänzende Kraft
in ſich aufnehmen. Dieſe Frage des Verhältniſſes von
Na=
tional= zur Weltwirtſchaft iſt es, die uns in ihren mannigfachen
Verzweigungen in der nächſten Zukunft in ſtarkem Maße
be=
ſchäftigen wird.
Zum dritten dürfen wir nicht außer Acht laſſen, daß wir vor
wenigen Tagen
das zweite Reparationsjahr erfüllt
haben, das nach dem Sachverſtändigenurteil der deutſchen
Wirt=
ſchaſt noch eine Atempauſe laſſen ſollte, in Wahrheit aber eine
der ſchwerſten Kriſen, die wir je durchgemacht haben, mit ſich
ge=
bracht hat,
Das dritte Reparationsjahr
legt uns Verpflichtungen von 1500 000 000
Gold=
mark auf, die in einem in den vergangenen
Jahren techniſch immer feiner ausgearbeiteten
Syſtem der deutſchen Wirtſchaft entzogen und
fremden Wirtſchaften zugeführt werden ſollen.
Die Stellung der Reichsregierung zum Dawes=Plan und ſeiner
Ausführung iſt bekannt. Noch jüngſt in Dresden hat der Herr
Reichsfinanzminiſter ſie erneut formuliert. Ich darf jedoch
fol=
gendes hinzufügen: Die Diskuſſion über die Grundlagen des
Dawes=Plans und ſeine Ausführbarkeit ſind im Ausland im
vollen Gang. Im Inland dagegen entſpricht die Beſchäftigung
mit dieſen Fragen keineswegs der überragenden Bedeutung die
ſie für das Schickſal der deutſchen Wirtſchaft und des deutſchen
Volkes haben. Ich rede damit keiner Agitation
gegen den Dawes=Plan das Wort.
Wohl aber wünſchte ich, eine ſtärkere Beteiligung der
maß=
gebenden Wirtſchaftskreiſe an rein wirtſchaftlichen,
leiden=
ſchaftslos feſtſtellenden Unterſuchungen der tatfächlichen
Wirkungen des Dawes=Plans in Nichtung auf die deutſche
Leiſtungsfähigkeit einerſeits, die Aufnahmewilligkeit des
Auslandes für die deutſchen Leiſtungen andererſeits und
nach vorſichtig abwägender Prüfung der zukünftigen
Ent=
wicklungsmöglichkeiten.
Wie die öffentliche Diskuſſion aber auch verlaufen möge,
jeden=
falls iſt dieſer ganze Fragenkomplex, der mit dem
Dawes=Plan zuſammenhängt, ein Gegenſtand
fortdauernder ernſteſter Unterfüchungen der
in Betracht kommenden Reichsſtellen, die die
Zu=
ziehung der Wirtſchaft zu dieſen Fragen nicht entbehren können.
Wenn ſo die Regierung im gegenwärtigen Zeitpunkt glaubt,
die Grundlagen zukünftiger Wirtſchaftspolitik finden und
feſt=
legen zu müſſen, fo darf ich zu meiner Genugtuung der
Ueber=
zeugung Ausdruck geben, daß die Wirtſchaft einen ähnlichen
Zwang fühlt und ſich in einem Stadium der Selbſtbeſinnung
befindet, die noch immer der Durchgangspunkt für große neue
Entwicklungen geweſen iſt.
An der Tagung des Einzelhandels hier in Düſſeldorf habe
ich zu meinem Bedauern nicht teilnehmen können, jedoch habe ich
mir darüber eingehend Bericht erſtatten laſſen. Ich war vor
wenigen Tagen Zeuge der grundſätzlichen Erörterungen
inner=
halb des Reichsverbandes der deutſchen Induſtrie. Ich begrüße
es nochmals lebhaſt, heute an Ihren Beratungen teilnehmen zu
können. Nehmen Sie die Tagung des Sparkaſſenverbandes,
auch den deutſchen Juriſtentag mit ſeinen bedeutſamen
Erörte=
rungen handelsrechtlicher Fragen hinzu und vervollſtändigen
Sie das Bild in Einzelzügen mit ſonſtigen Nachrichten über
wirtſchaftliche Kongreſſe und Veranſtaltungen, ſo werden Sie
finden, daß in der Tat auch in der Wirtſchaft ſich
Be=
wegungen auf geiſtigem Gebiet vollziehen, die
die größte Beachtung verdienen und
wert=
vollſte Stützen für die Arbeiten der
Reichsre=
gierung bilden.
Nach welcher Richtung die zukünftigen Maßnahmen
verlau=
fen werden, möge heute dahingeſtellt bleiben. Ich muß mir
vorbehalten, an anderem Orte über das Verhältnis von
Staat und Wirtſchaft in nächſter und fernerer Zukunft
eingehend vorzutragen. Ich kann jedoch an einem Gebiete nicht
vorbeigehen, auf dem ſich, für die deutſche Wirtſchaft ganz
beſon=
ders tieſwirkend, die Staatstätigkeit vollzieht und vollziehen
wird — dem Gebiete der Handelspolitik. Ihr Programm und
ich ſelbſt nicht referierend oder diskutierend weiter auftreten
möchte, dieſen kurzen Erwiderungsworten auf Ihre Begrüßung
einige
Bemerkungen zur Handelspolitik
einzufügen.
Hier auf dem Felde der Handelspolitik, liegt eine Periode
intenſivſter Betätigung hinter uns; auch die nähere und weitere
Zukunft wird eine angeſpannte Tätigkeit bringen. Die
Schwierigkeiten, welche unſerer Ausfuhr aufdem
Weltmarkte begegnen und deren Beſeitigung das Ziel
un=
ſerer Handelspolitik iſt, ſind Ihnen, ſoweit ſich Ihre
Geſchäfts=
von Nation und Menſchheit in treffenden Wor= beziehungen auf das Ausland erſtrecken, wohl bekannt. Es ſind
ten aufgezeigt. Dieſes Problem iſt ſelbſtver= Hemmungen, die ſich allgemein dem internationalen
Warenaus=
tauſch entgegenſtellen, aber auch Schranken, die ſich ganz
beſon=
ders vor der deutſchen Ware aufrichten. Zum großen Teil ſind
es noch Nachwirkungen des Krieges und der Inflationszeit, oft
rein pſychologiſcher Natur. Manche Maßnahmen, wie die in
einer Anzahl von Ländern, eingeführten
Farbeneinfuhr=
richtet ſind, in erſter Linie die deutſche Ware.
Den ſchlimmſten Widerſtand aber bieten die
protektioniſti=
ſchen und autarkiſchen Beſtrebungen, die ſich ſowohl in den
außereuropäiſchen Ländern breit machen, die mehr und mehr
zur Selbſtverarbeitung ihrer Nohſtoffe ſchreiten als auch
in den europäiſchen Ländern, wo der wirtſchaftliche
Nationa=
lismus manchmal wahre Orgien feiert.
Hier ſind es nicht nur die neu geſchaffenen Staatengebilde, die
ihre aus den alten wirtſchaftlichen Zuſammenhängen
losgeriſſe=
nen Induſtrien mit Schutzmauern umgeben, um ſie am Leben zu
erhalten, auch die Länder des alten Europas neigen zu einem
oft ſchrankenloſen Protketionismus. Ich erwähne nur die
Ab=
kehr Englands, vom Freihandel durch die In=
Seite 2
Donnerskag, den 16. Sepfember 1926
Nummer 257
buſtrieſchutzgeſetzgebung, die wiederum gerade die
deutſche Produktion beſonders empfindlich trifft, durch die
Ein=
führung des Markierungszivangs, durch die Propaganda unter
der Parole „Britiſh Goods are beſt” Ich weiſe hin auf
Ita=
lien und Spanien, die mit aller Macht ihre
nationalen Induſtrien hochhalten wollen, auf die
beſonders in Italien ſtark hervortretenden Beſtrebungen, bei der
Verteilung von Staatsaufträgen den ausländiſchen Wettbewerb
auszuſchalten und auf die Privatauftraggeber in gleichem Sinne
einzuwirken. Dazu finden ſich noch allenthalben Reſte
des Kriegsmerkantälismus in Geſtalt von
Ein= und Ausfuhrverboten. Kurz, wohin wir blicken,
geradezu ein Gewirr von Schranken und Stacheldrähten, die
ab=
gebaut werden müſſen.
Natürlich iſt die Reaktion auf dieſe Erſtarkung der
wirt=
ſchaftsnationaliſtiſchen Tendenzen nicht ausgeblieben. Der
protektioniſtiſche Wettlauf hat dem Gedanken
der europäiſchen Zollunion zu neuer
ungeahn=
ter Lebenskraft verholfen und ſelbſt Kreiſe in ſeinen
Bann gezogen, die ihm bisher ſkeptiſch gegenüberſtanden.
Deutſchland wird, ſo wie es geographiſch in der Mitte liegt, ſo
auch zwiſchen dieſen beiden Extremen kühl und verſtändig,
unbe=
irrt von Schlagworten und nur von ſeinen eigenen Intereſſen
geleitet, den rechten Weg ſuchen müſſen.
Daß dieſer Weg von dem überſpannten Protektionismus, der
den Kampf Aller gegen Alle bedeutet und an deſſen Ende die
Zertrümmerung der europäiſchen Wirtſchaft durch den
ame=
rikaniſchen Wirtſchaftskoloß ſteht, daß dieſer Weg vom
wirt=
ſchaftlichen Nationalismus in der Richtung einer
umfaſſen=
deren Wirtſchaftsſolidarität der nächſt betroffenen Völker
hin=
zuführen hat, darüber kann man wohl kaum im Zweifel ſein,
auch dann nicht, wenn man das letzte Ziel, das auf dieſem
Wege liegt, die europäiſche Zollunion, als eine Utopie anſieht.
Dieſen Weg geht
unſere Handelsvertragspolitik,
die wir unter dem Grundſatz der
uneinge=
ſchränkten Meiſtbegünſtigung mit
Tarifab=
reden führen. Es iſt mit Kritik und guten Ratſchlägen nicht
geſpart worden, und ich geſtehe gern, daß die Erörterungen in
der Oeffentlichkeit manchen fruchtbaren zukunftsträchtigen
Ge=
danken hervorgebracht haben. Ich nenne die ausgezeichneten
Aus=
führungen meines Amtsvorgängers, Herrn Dr. Neuhaus, der
in Anlehnung an die Brüſſeler Zuckerkonvention, den
Ab=
ſchluß von Kollektivverträgen vorſchlägt und
fordert, daß für Fertigerzeugniſſe ein Wertzoll feſtgeſetzt wird,
deſſen Ueberſchreitung von den betroffenen Vertragsſtaaten durch
entſprechende Zollzuſchläge beantwortet werden kann. Auf dieſe
Weiſe ſoll eine allmähliche Senkung des allgemeinen
Zoll=
nibeaus herbeigeführt werden. Meine Kritik an dieſem
Vor=
ſchlage iſt vielfach mißverſtanden worden. Ich habe lediglich auf
die großen Schwierigkeiten hingewieſen, die der
Ver=
wirklichung dieſes Vorſchlages entgegenſtehen.
Wir ſind leider noch nicht ſo weit, daß ein Gedanke nur gut
und richtig zu ſein braucht, um ſich auch durchzuſetzen. Wir
ſind auch in der Handelspolitik gezwungen, uns enthaltſam
in der Kunſt des Möglichen zu üben.
Große Aufmerkſamkeit haben in der Oeffentlichkeit die
Vor=
ſchläge des ehemaligen öſterreichiſchen Geſandten in Berlin, Erz.
Dr. Riedl, gefunden. Ich freue mich ganz beſonders, daß er ſich
bereit erklärt hat, ſeine Gedanken über die künftige
handels=
politiſche Geſtaltung Europas hier zu entwickeln. Seine Pläne
haben für uns nicht bloß den Wert theoretiſcher Konſtruktionen
einer klugen und geiſtvollen Perſönlichkeit, ihren beſonderen Wert
gewinnen ſie vielmehr dadurch, daß ſie, wie es von einem in der
Praxis ſo vielerfahrenen Manne zu erwarten iſt, nie den
geſicher=
ten Boden des Möglichen verlaſſen, vielmehr folgerichtig den
Weg von dem heute ſofort durchführbaren zu einem höher und
weiter geſteckten, in organiſcher Entwicklung erreichbaren Ziel
führen. Ich will ſeinen Ausführungen nicht vorgreifen, kann
aber nicht unterlaſſen, der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß es
den europäiſchen Staaten nicht an der Einſicht mangele, um die
ſegensreichen Folgen zu erkennen, die für alle die
Ver=
wirklichung der Riedlſchen Pläne bringen kann.
Stehen die Neuhausſchen ſowie die Riedlſchen Vorſchläge
zum mindeſten nicht im Gegenlatz zu den für unſere
Handels=
politik zurzeit maßgebenden Richtlinien, ſo wird von anderen
Kritikern und Ratgebern an dem führenden Gedanken der
Meiſt=
begünſtigung heftige Kritik geübt. Man ſucht das Heil in einer
Umgeſtaltung unſeres Zolltarifſchemas, in der Einführung eines
Doppeltarifs, in der Einführung des Reziprozitätsſyſtems u. a. m.
Dazu muß ich auch heute wieder ſagen, daß
mir jetzt nicht der Zeitpunkt geeignet erſcheint, die organiſche
Entwicklung unſerer Handelspolitik durch fragwürdige
Ex=
perimente zu unterbrechen. Trotz mancher mißlichen Erfah=
* Rudolf Eucken +
Nach einer Meldung aus Weimar iſt der
Philo=
ſoph Geheimrat D. h. c., L. L.. D., Dr. lit., Dr. phil.
Rudolf Chriſtian Eucken nach längerer
Krankheit in Jena geſtorben.
Mit Dr. Rudolf Eucken iſt einer der bedeutendſten deutſchen
Philoſophen, aus dem Kreiſe der herrſchenden Geiſtesgrößen
ſeiner Zeit der litzten einer, aus dem Leben geſchieden, der dem
deutſchen Idealismus durch ſeine Schriften und durch ſeine
Lehrtätigkeit eine Ausprägung gab, die ihn weiten Kreiſen als
den deutſchen Philoſophen erſcheinen ließ und der die von
deut=
ſchem Geiſt ausgehende idealiſtiſche Weltanſchauung auch im
Ausland zu Anſehen und Bedeutung erhob.
Geboren am 5. Januar 1846, wirkte Rudolf Eucken ſeit 1874
an der Univerſität Jena als ordentlicher Profeſſor. Ihm, als
dem Senior der deutſchen Philoſophen und deren berühmteſten,
war es beſchieden, wie wenigen, ein glückliches, zugleich
beſchau=
liches, tätiges und an Erfolgen überreiches Leben zu leben.
Schon vor fünf Jahren kam er voll Dankbarkeit gegen ein gütiges
Schickſal am Schluß ſeiner „Lebenserinnerungen” zu dieſem
Fazit, und im Anfang dieſes Jahres, da er das achte
Lebens=
jahrzehnt beſchloſſen hatte, konnte er in voller körperlicher
Rüſtig=
keit und Friſche ſeinen reichen Werkaufgaben obliegen, darunter
auch einem „Briefwechſel mit der halben Welt”.
Gerade letzterer iſt beſonders merkwürdig. Gewiß, ein reiner,
trockener Fachgelehrter war Eucken weder als Schullehrer, noch
als Katheder=Philoſoph in Baſel, wo er Kollege Nietzſches
war, noch in Jena, in deſſen idylliſchen Mauern er über ein
hal=
bes Jahrhundert lebte. Aber es iſt doch intereſſant, daß ein
aus=
geſprochen deutſcher Denker wie Eucken, von Geburt ein Oſtfrieſe,
eine ſolche Ausſtrahlung ſeines Geiſtes erzeugen konnte, daß ſeine
Hauptwerke, wie die „Lebensanſchauungen der großen Denker”,
des „Kampf um einen geiſtigen Lebensinhalt”, die „Grundlinien
einer neuen Lebensanſchauung” in faſt alle modernen
Kultur=
ſprachen, darunter ſogar das Chineſiſche, überſetzt ſind.
Gewiß hat Eucken der Verkehr als Lehrer mit Studenten
der verſchiedenen Nationen das Hinausdringen in das Ausland
erleichtert, aber das Ausland war ſchon ſtark für Euckens Ideen
gewonnen, als in Deutſchland ſich die werten Kollegen noch einer
fühlbaren Zurückhaltung befleißigten.
In Euckens geiſtigem Weſen lag wohl des Rätſels Löſung.
Rudolf Eucken war eine ſelten harmoniſche Natur. Er
er=
faßte die Welt, die uns heute mit ihren geiſtigen Problemen
um=
ſtarrt, mit offenen, durch keine Gelehrtenbrille verengten Sinnen;
ſeiner außer= und oberhalb der Zeitſtrömungen auf dem feſten
Vom Tage.
Der Herr Reichspräſident empfing geſtern den indiſchen
Dichter und Philoſophen Rabindranath Tagore.
Wie verlautet, wurde der am 27. Auguſt gefällte Schiedsſpruch
für den deutſch=oberſchleſiſchen Bergwerkbau, der die
bisherigen Lohnſätze um durchſchnittlich fünf Prozent nickwirkend ab
15. Auguſt dieſes Jahres erhöht, durch den Reichsarbeitsminiſter für
verbindlich erklärt.
Das Staatsdepartement teilt mit, daß nach einer Schätzung die
amerikaniſchen Touriſten in Euvopa bis Ende dieſes
Jahres 700 Millionen Dollar ausgegeben haben werden
gegenüber 500 Millionen Dollar im Vorjahr. Außerdem ſeien von den
europäiſchen Emigranten in Amerika 900 Millionen Dollar
nach Europa geſandt worden.
Der rumäniſche Miniſterpräſident Averescu iſt in Rom
ein=
getroffen. Mittags fand eine längere Unterredung zwiſchen
Ave=
rescu und Muſſolini ſtatt, die, wie zu erwarten war, einen überaus
herzlichen Verlauf nahm.
Nach einer Meldung der „Litauiſchen Rundſchau” aus Schaulen iſt
in Seduva die Cholera ausgebrochen. 300 Perſonen ſind erkrankt.
Gelegentlich des Abſchiedeſſens für den amerikaniſchen
Finanzſach=
verſtändigen Prof. Kemmerer erklärte dieſer, daß die wirtſchaftlichen
Fortſchritte Polen zwar geſtatten, Mut zu ſchöpfen, daß man ſich aber
gleichzeitig hüten müſſe, in ungerechtfertigten Optimismus zu verfallen.
Die Zeit werde kommen, da das polniſche Volk die Zähne
zu=
ſammenbeißen und arbeiten müſſe.
Die kanadiſchen Wahlen endeten mit einer Niederlage
der englandfreundlichen Konſervativen Partei. Nach den neueſten
Mel=
dungen verteilen ſich die Mandate wie folgt: 112 Liberale, 87 Konſervative
11 Liberalprogreſſive, 7 Progreſſive, 10 progreſſive Farmer, 3 Arbeiter
und 2 Ungbhängige.
rungen glaube ich, daß die Befolgung des
Meiſtbegünſti=
gungsgrundſatzes am erſten geeignet iſt, uns dem Ziele
näher zu bringen. Wir müſſen jedenfalls am bisherigen
Syſtem ſo lange feſthalten, bis die noch fehlenden
Handels=
verträge abgeſchloſſen ſind.
Eswird noch eine geraume Zeit dauern, bis
wir in der Lage ſein werden, wirklich
zuverläſ=
ſig die Ergebniſſe unſerer bisherigen
Handels=
politik zu überſehen. Vor allen Dingen auch ein Urteil
darüber zu gewinnen, wie die noch kaum ein Jahr in Kraft
be=
findliche Zolltarifnovelle und das auf dieſer Grundlage
und auf Grund der letzten Handelsvertragsverhandlungen
ge=
wonnene Vertragszollſyſtem, das noch durch die
bevor=
ſtehenden und ſchwebenden Verhandlungen (Polen,
Tſchecho=
ſlowakei, Frankreich) manche Ausgeſtaltung erfahren wird, ſich
auswirken.
Erſt wenn wir über ausreichende und zuverläſſige
Erfah=
rungen verfügen werden, wenn ferner die noch
notleiden=
den europäiſchen Währungen wieder gefeſtigt ſind und
wenn Klarheit über die Richtung der franzöſiſchen und
eng=
liſchen Handelspolitik — um nur dieſe zu nennen — herrſcht,
werden wir an das eigentliche große Handelsvertragswerk,
an den Aufbau eines langfriſtigen und lückenloſen
Handels=
vertragsſyſtems herangehen können, zu dem aber vorher
noch in dem neuen Zolltarif ein brauchbares Inſtrument
geſchaffen werden muß.
Bis dahin werden Streitfragen, wie Meiſtbegünſtigung und
Rezi=
prozität, Doppeltarif oder Einheitstarif, geklärt werden müſſen.
Bis dahin werden hoffentlich auch ſchon Fortſchritte in der
Rich=
tung von Kollektivverabredungen vorliegen und
privatwirtſchaft=
liche Vereinbarung den Weg zur dauernden Geſtaltung des
Güteraustauſches geebnet haben.
Das Ziel unſerer Handelspolitik wird aber auch dann
blei=
ben, Nationalwirtſchaft und Weltwirtſchaft in Einklang zu
bringen und mit der Förderung der erſten gleichzeitig der
letzten zu dienen.
Nachdem Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Curtius und Herr
Frohwein geſprochen hatten, ergriff
Reichsminiſter a. D. Hamm
das Wort. Er ſprach über das Verhältnis der Induſtrie zum
Großhandel und ihre gemeinſame Zuſammenarbeit. Die
Exi=
ſtenzberechtigung des Großhandels werde mehr und mehr
aner=
kannt. Die Rationaliſierung erfordere Wertſchaffung, und der
Großhandel ſchaffe Werte. Die Mitarbeit ſei für die Induſtrie
von großem Wert. Er ſchloß mit den beſten Wünſchen für das
Gedeihen des Großhandels zum Wohle des Vaterlandes.
Dann ſprach Oberregierungsrat Dr. Tiburtius. M. d. R.
und Vorſtandsmitglied der Hauptgemeinſchaft des deutſchen
Ein=
zelhandels. Er dankte der Regierung ſowohl wie den Herren Dr.
Silverberg und Frohwein für ihre freundlichen Worte bezüglich
des Einzelhandels und verſprach deſſen Zuſammengehen mit dem
Großhandel.
Grund einer wahren idealen, aber die realen Faktoren richtig
ein=
ſchätzende Weltanſchauung ruhenden Geiſtigkeit lag alles
ein=
ſeitig Formelhafte ebenſo fern, wie alles Agitatoriſche. Er wog
mit einer ſtreng kritiſchen Sachlichkeit die einzelnen Strömungen
ab aus dem Zentrum der ewig im Fluß befindlichen Bewegung,
dem von ihm umfaſſend formulierten „Leben” her.
Sein Pantheismus unterſchied ſich von dem der nachkantiſchen
Philoſophen dadurch, daß es ihm um die letzthin unmögliche
Er=
forſchung des „Transzendenten” nicht zu tun war.
Der Geiſt war für ihn in der Form des „Lebens” bereits
angelegt. Der Menſchen Aufgabe beſteht darin, ſich aus dem
bloßen Daſein naturhafter Bedingtheit in die geiſtige Welt
emporzuringen, ſie tätig, „aktiviſtiſch” auf eine beſondere
For=
mung des „Daſeins” anzuwenden, ſo alſo eine Kulturwelt zu
errichten, und ſich bis zu der Erkenntnis von der überragenden
Weltmacht des Geiſteslebens zu erheben, ohne die weder Freiheit
noch Religion möglich ſind. Es handelte ſich alſo bei Eucken um
eine innere Beſitzergreifung des Lebens in ſeiner Totalität, und
Wahrheit iſt das Streben des Lebens zu ſich ſelbſt.
Aller Naturalismus bleibt zu eng an die reine
Naturgeſetz=
lichkeit des bloßen Daſeins gebunden und vermag ſich nicht
ſelbſt=
tätig über ſie zu erheben. Der Spiritualismus wieder geht zu
ein=
ſeitig von ſeinen Denkgeſetzen aus und wird dadurch, daß er das
Naturgedachte für das Alleinſeiende hält, dem Weſen des
wirk=
lichen Lebens, deſſen Grundlagen er falſch einſchätzt, nie gerecht.
Einen ähnlichen Gegenſatz zeigte Eucken das tätige Leben des
Geiſtes. Auch dies hat ſich in zwei Arten geſpalten: einmal eine
„Realkultur” und zweitens eine „Idealkultur”. Beide Formen
des menſchlichen Tätigkeitsdranges verfehlen das eigentliche Ziel,
Der große Deutſche Jean Paul hat dieſe beiden Seiten des
deut=
ſchen Lebens in ſeinen „Flegeljahren” in den ungleichen Brüdern
Valt und Vielt bezeichnet. Der Ablauf des vorigen Jahrhunderts
zeigt deutlich, einmal bis gegen 1850, ein Ueberwiegen einer
rei=
nen Idealkultur, die ſich in romantiſche Träume einſpann oder in
kühnen philoſophiſchen Ideenſpekulationen die Wirklichkeit
über=
flog. Während in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine
reine Realkultur herrſchte, die zwar in Technik und Naturerkennt= weil Eucken zugleich ein guter Diutſcher und guter Weltbürger
nis Ungeheueres leiſtete, geiſtig aber bis zum ödeſten, platteſten
Materialismus und künſtleriſch bis zum reinen Naturalismus
herabſank.
Euckens Hauptwerk „Menſch und Welt” legt in eindringlichen
geſchichtlichen und philoſophiſchen Betrachtungen dieſen
funda=
mentalen Spannungsgegenſatz des modernen Lebens dar.
Euckens Aufenthalt in Amerika, wo er vor dem Weltkrieg als
Austauſchprofeſſor wirkte, hatte ihm die Gefahr einer einſeitigen
„Arbeitskultur” verſchärft vor Augen geführt. Eine reiche
Maſſen=
ohne auch dem Geiſt= und dem Seelenleben eine Befriedigung dürſtende Welt.
Zur Beilegung des Streits zwiſchen
Heich und Kohienfynonat.
Die Preisgeſtaltung der Reparationskohle.
Zwiſchen dem Reich und dem Kohlenſyndikat iſt jetzt eine
Verein=
barung zuſtandegekommen, wonach die beſtehenden Differenzen wegen
der Neparationskohlenlieferungen als beſeitigt angeſehen werden
kön=
nen. Von zuſtändiger Stelle wird uns der Sachverhalt, der den
Aus=
einanderſetzungen zugrunde gelegen hat, wie folgt dargeſtellt:
Auf Grund des Verſailler Vertrags hat Deutſchland für eine Reihe
von Jahren, und zwar bis zum Jahre 1930, bedeutende Kohlenmengen
an verſchiedene Signatarmächte des Vertrages, vor allem an
Frank=
reich, Belgien und Italien, zu liefern. Die Lieferungen werden
Deutſch=
land auf Reparationskonto gutgeſchrieben, und zwar iſt als Gegenwert
der Inlandspreis frei Grube in Rechnung zu ſtellen,
aller=
dings mit der Einſchränkung, daß der deutſche Inlandspreis den
eng=
liſchen Ausfuhrpreis nicht überſteigen darf. In dieſer
Einſchränkung lag die Urſache des Konfliktes zwiſchen Reich und
Kohlen=
ſyndikat. Infolge der Subventionierung des engliſchen Bergbaus durch
die britiſche Regierung ging nämlich plötzlich der engliſche Kohlenpreis
unter den deutſchen Inlandspreis herunter, ſo daß die deutſchen
Repa=
rationskohlenlieferungen auf einmal zu einem Preiſe erfolgen mußten.
der weit unter dem des Inlandsmarktes lag. Das Kohlenſyndikat, das
die Lieferungen durchzuführen hatte, ſtellte ſich nun auf den Standpunkt,
daß die Reichsregierung die zwiſchen dem nach dem Verſailler
Vertrag geltenden niedrigen Preis und dem höheren deutſchen
Inlands=
preis entſtandene Differenz zuzahlen müſſe. Das Reich aber
lehnte mit aller Entſchiedenheit dieſen Standpunkt des Kohlenſyndikats
ab. Dieſes gab ſich jedoch nicht zufrieden, ſondern appellierte an das
Reichswirtſchaftsgericht, das ſchließlich eine Entſcheidung
zugunſten des Kohlenſyndikats fällte. Danach ſollte das
Reich gehalten ſein, die Differenz zwiſchen dem deutſchen Inlandspreis
(Reichsanzeigerpreis) und dem engliſchen Ausfuhrpreis abzüglich 4
Pro=
zent zu zahlen, eine Entſ heidung, die für das Reich natürlich ſehr
un=
angenehm war, denn obwohl man annehmen kann, daß nach Aufhören
der engliſchen Subventionspolitik der Kohlenpreis auch im Inland
wieder normal wird, hatte das Kohlenſyndikat doch jetzt für die Zukunft
einen wirkſamen Rechtstikel in der Hand, auf Grund, deſſen es das
Reich jederzeit zur Uebernahme einer Garantie auf die
Reparations=
kohlenlieferungen zwingen konnte.
Aber auch dem Syndikat war aus begreiflichen Gründen nichts daran
gelegen, wegen dieſer Angelegenheit mit dem Reich ſtändig in Konflikt
zu leben, und ſo entſchloſſen ſich beide Parteien, doch noch einmal den
Weg gütlicher Verſtändigung zu beſchreiten. Nach eingehenden
und ſchwierigen Verhandlungen iſt nun endlich eine Vereinbarung
zu=
ſtande gekommen, die nach Auffaſſung ſowohl des Reiches als auch des
Kohlenſyndikats den Grundſätzen der Billigkeit Rechnung trägt. Ueber
den Inhalt dieſes Abkommens wird an den zuſtändigen Stellen
vorläufig noch Stillſchweigen bewahrt, da, wie erklärt wird, die
Ver=
handlungen noch nicht vollſtändig abgeſchloſſen ſeien. Das Abkommen
wird inſofern rückwirkende Kraft haben, als die engliſchen
Kohlen=
ſubventionen ſeit kurzer Zeit eingeſtellt ſind und die Nachzahlungen
des Reiches die während der Zeit der Subventionszahlungen
entſtande=
nen Preisunterſchiede betreffen.
Das Abkommen wird jedoch die Grundlage abgeben für
Verhand=
lungen zwiſchen Kohlenſyndikat und der franzöſiſchen Regierung, mit
der gleichfalls ſchon ſeit längerer Zeit Differenzen beſtehen. Es handelt
ſich hier darum, daß die franzöſiſche Regierung außerhalb der
Repara=
tionslieferungen Lieferungen im freien Verkehr wünſcht, die aber zu
Weltmarktpreiſen ausgeſührt werden ſollen, alſo unter dem Preiſe der
Reparationskohlen liegen. Das Syndikat ſteht dagegen auf dem
Stand=
punkt, daß auf Grund des ſogengnnten Wallenberg=Reglements das
Syndikat für das Reich zu liefern hat, und daß es auch den im Verſailler
Vertrag vorgeſehenen Preis erhalten muß. Die Gegenſeite erklärt jedoch,
daß das Wallenberg=Reglement ausdrücklich vorſieht, daß Sachlieferungen
auch in kommerzieller Form beanſprucht werden können. Die franzöſiſche
Regierung macht dabei geltend, daß ſie angeſichts der höheren Preiſe
für Reparationskohle an ihre Abnehmer ſtets zuzuſetzen hätte. Zwiſchen
dem Kohlenſyndikat und der franzöſiſchen Regierung hat bisher nur
eine Fühlungnahme ſtattgefunden; Verhandlungen ſelbſt ſind noch nicht
aufgenommen worden. Sollte ſich aber der Konflikt löſen laſſen,
nach=
dem zwiſchen Reichsregierung und Kohlenſyndikat eine Einigung bis zu
99 Prozent erzielt worden iſt, dann dürfte auch die Abſicht Frankreichs,
das Auslegungsſchiedsgericht im Rat anzurufen, überflüſſig werden.
Deutſch=afghaniſcher Freundſchaftsvertrag.
Kabul, 15. September.
Der Austauſch der Ratifikationsurkunden zu dem am 3. März
dieſes Jahres in Berlin von Reichsminiſter des Aeußeren Dr.
Streſemann und dem früheren afghaniſchen Geſandten
unter=
zeichneten deutſch=afghaniſchen Freundſchaftsvertrag hat geſtern
ſtatigefunden. Durch den Vertrag werden die bisher ſchon in
der Praxis geübten und durch die beiderſeitige Geſandtſchaft
ge=
pflegten freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen Deutſchland
und Afghaniſtan auf eine vertragliche und dauerhafte Baſis
geſtellt. Artikel 3 des Vertrages ſieht für ſpäterhin den
Ab=
ſchluß eines Wirtſchaftsabkommens vor.
ſeiner Sehnſucht zu beſchaffen, vermag den Menſchen niemals zu
erfüllen. In ſeiner vielgeleſenen Schrift „Zur Sammlung der
Geiſter” trat er energiſch für eine notwendige Geiſteskultur als
Ergänzung ein, und er unterſtrich das Wort Nietzſches: „Nur das
Volk lebt, das ſeine Erlebniſſe in Ewigkeitswerten ausdrückt.”
In dem Fehlen dieſer geiſtigen Ewigkeitswerte in dem
Deutſch=
land vor dem Kriege erkannte er die Gefahr, die ſich auch dann
in dem, was folgte, aufs Schwerſte offenbart hat.
Drei große „Syntaginen” oder Lebenszuſammenhänge
zei=
tigte die abendländiſche Welt: die Antike der Lebensgeſtaltung,
die chriſtlich=religiöſe der Seelenvertiefung, die moderne der
Kraftentfaltung. Der moderne Menſch ſchwankt haltlos zwiſchen
ihnen hin und her. Es fehlt ihm einmal die innere Einheit, ein
volles „Beiſichſelbſtſein”, und andererſeits kann ihm das Leben
in einer rein äußeren Betätigung nicht genügen. Es handelt ſich
um die Frage, ob die heutige Menſchheit den nicht abzuſtreitenden
Wahrheitsgehalt der ſozialiſtiſchen Bewegung zu aſſimilieren
ver=
mag, oder ob der letzte Reſt unſerer Kultur einer endgültigen
Auflöſung entgegenſinkt.
Indem Eucken ſo mitten in die heutigen Umwälzungen
hineingriff und den Zeitproblemen mutig zu Leibe ging, war
er doch nie Partei und dadurch einſeitig, ſondern er zeigte in all
den Gegenſätzen eine über ihnen liegende Möglichkeit eines
geiſtig=kulturellen Ausgleichs auf einer höheren Stufe der
Geiſtig=
keit, auf die der Menſch ohne Wahrheitsſtreben und Arbeit an
ſich und der Umwelt nicht gelangen kann.
Und wie dadurch, ſo auch durch ſeine Scheidung des rein
Hiſtoriſchen von dem „ewigen Wahrheitsgehalt der Religion” hat
Eucken mitten in das Sehnen der heutigen Zeit getroffen und
Tauſenden einen feſten Halt in dem Fluß der tragiſch
verworre=
nen Gegenwart geboten.
Das richtete ſich, wenn es auch zunächſt ſich an das eigene
Volk wandte, durchaus „an Alle”, und das verſtanden alle nach
einem Ausgleich und einer Ueberwindung der Gegenſätze
ſtreben=
den Geiſter von Schweden, das ihm ſchon 1908 den Nobelpreis
verlieh, bis nach Japan, Amerika, Auſtralien und China. Und
im Geiſte war und ſeine Darlegungen ſich nie auf ein beſonderes
Volkstum einengten, ſondern immer das „Ganze des Lebens”
im Auge hatten, deshalb wurde er ein wirklicher „Erzieher der
Menſchheit” und ein unermüdlicher Verfechter ihrer geiſtigen
Pflichten und Rechte.
So trauert heute an der Vahre des ſeltenen Mannes nicht
nur Deutſchland weit über die gkademiſchen Kreiſe hinaus (der
Euckenbund beweiſt es), ſondern auch zugleich mit ihm als eines
ſeltenen und begnadeten Verkünders der unüberwindlichen Macht
arbeit, die nur die Formen der Arbeitsmethoden kompliziert, eines wahren Idealismus die ganze gebildete und nach Klärung
Nummer 257
Donnerstag, den 16. September 1926
Geite 3
Die Ratsreform einſtücsnig angenommen.
Die Verteilung
der nichtſtändigen Ratsſitze.
* Genf, 15. September. (Priv.=Tel.)
Wie vorauszuſehen war, hat die Vollverſammlung heute
nachmittag die Ratsreform einſtimmig angenommen. Damit iſt
der Weg für die Neuwahl der nichtſtändigen Mitglieder am
morgigen Donnerstag frei. Bis jetzt iſt man hinter den
Ku=
liſſen immer noch nicht einig, wie die nichtſtändigen Sitze
ver=
teilt werden ſollen. Wenn man auch bereits die für die
Rats=
ſitze in Frage kommenden Staaten herausgeſucht hat, ſo iſt doch
durch die Klaſſifizierung der Sitze diesmal die ganze Sache
ſchwieriger als bisher. Bisher ſteht nur feſt, daß Polen einen
dreijährigen halbſtändigen Sitz erhält, ebenfalls weiß man, daß
ein Staat der Kleinen Entente und ein ſüdamerikaniſcher Staat
einen halbſtändigen Sitz bekommen werden. Innerhalb der
Kleinen Entente und bei den Südamerikanern iſt man ſich noch
nicht ganz einig. Es ſcheint jedoch ſo, als ob Rumänien, Chile
und Polen dieſe begehrenswerten Sitze einnehmen werden. Für
die zweijährigen Sitze werden in der Hauptſache Holland,
Per=
ſien und Columbien genannt, wobei ſich jedoch ſtarke
Beſtrebun=
gen geltend machen, die China anſtelle Perſiens im Rat ſehen
möchten. Wahrſcheinlich wird aber doch Perſien vorgezogen
werden, da die gegenwärtigen Verhältniſſe in China und das
Fehlen einer Zentralregierung gegen einen zweijährigen
Rats=
ſitz ſprechen, obwohl der Gedanke durchaus befürwortet wird,
daß China eine ſeiner Bevölkerung von 300 Millionen
ent=
ſprechende Stellung im Rat einnehmen müſſe. Die einj hrigen
Ratsſitze werden vorausſichtlich von Belgien, der Tſchechoſlowakei
und San Salvador beſetzt. Jedoch ſind auch hier noch
ver=
ſchiedene andere Kandidaturen aufgeſtellt worden, die aber
we=
niger Ausſicht auf Erfolg haben. Ob man ſich überhaupt noch
vor der Abſtimmung ſo vollſtändig einigen wird, erſcheint
keines=
wegs ſicher. Der Kuhhandel über die Ratsſitze hat jedenfalls
wieder einmal gezeigt, daß ſich trotz aller gegenteiligen
Be=
teuerungen in der Vollverſammlung doch einzelne
Mächtegrup=
pen gebildet haben, die ihre Vertreter in den Rat entſenden und
die dann ihrerſeits verpflichtet ſind, die beſonderen Intereſſen
dieſer Mächtegruppe wahrzunehmen. Die Kleine Entente hat
durchgeſetzt, daß ſie durch Rumänien und die Tſchechoſlowakei
vertreten wird, was für ſie, falls dieſe Kandidaturen von der
Vollverſammlung genehmigt werden, ein voller Erfolg iſt. Als
Vertreter der ſogenannten Neutralen zieht Holland in den Rat.
Am beſten werden aber die ſüdamerikaniſchen Staaten
abſchnei=
den, die vorausſichtlich drei Sitze erhalten. Auch Uruguay hält
außerdem noch ſeinen Anſpruch auf einen nichtſtändigen
Rats=
ſitz aufrecht, wie überhaupt in den geſtern abend ſtattgefundenen
Beſprechungen der ſüdamerikaniſchen Vertreter die Meinungen
ſehr ſcharf aufeinander geplatzt, die zum Teil wohl auch darauf
zurückzuführen ſind, daß zwiſchen den einzelnen Staaten
ziem=
lich ſcharfe politiſche und wirtſchaftspolitiſche Gegenſätze
herrſchen.
Die Vormittagsſitzung der Völkerbundsverſammlung.
Die heutige Vormittagsſitzung der
Völkerbundsverſamm=
lung, die im Grunde eine „große Sitzung” ſein ſollte, findet bei
gut gefülltem Saal, aber doch nur mäßig beſetzten Tribünen
ſtatt.
Zu Beginn der Sitzung ergriff ſofort der Präſident der erſten
Kommiſſion,
Bundesrat Motta,
das Wort zur gründlichen Berichterſtattung über das geſtern
mitgeteilte Wahlreglement der erſten Kommiſſion. Motta ſetzte
die Begründung für die getroffenen Beſtimmungen eingehend
auseinander und ließ bei den zwei Hauptſtreitfragen, nämlich
der Anrechnung der Stimmenthaltungen und der
Wiederauf=
nahme der Kaſſationsklauſel, auch den Gründen der in der
Min=
derheit gebliebenen Gegnern Gerechtigkeit widerfahren. Er gab
der Befriedigung Ausdruck, daß nunmehr die den Völkerbund
ſeit langer Zeit ſtörende Kriſe des Rats auf dem Wege zur
end=
gültigen Löſung ſei und man auch nach den Neden Streſemanns
und Briands hoffen dürfe, daß die großen politiſchen Fragen,
die dem Frieden der Welt gefährlich zu werden drohten, auf dem
Wege zur Regelung ſeien. Motta trat auch warm für die
Be=
rückſichtigung der Wünſche der aſiatiſchen Staaten entſprechend
dem perſiſchen und chineſiſchen Antrag ein und ſein Bericht fand
den ſtarken Beifall der Verſammlung.
Als erſter Diskuſſionsredner ſprach
der ſchwediſche Außenminiſter Löfgren,
der das Wahlreglement für keine ideale Löſung erklärte, im
Gegenteil für eine Löſung, die nach ſeiner und ſeiner Regierung
Anſicht voller Gefahren ſei, aber doch wahrſcheinlich die einzige
Löſung, die hier gefunden werden könne.
Der kanadiſche Delegierte
George Foſter
hielr dann eine große Rede, in der er die Prinzipien des
Wahl=
reglements darlegte und die Kriſe als etwas durchaus
Nor=
males hinſtellte, weil der Völkerbund ja nicht als eine fertige
Organiſation vom Himmel gefallen ſei, ſondern ein Experiment
darſtelle, das entwickelt und ausgebaut werden müſſe. Der
ka=
nadiſche Delegierte erklärte ſich ſehr energiſch gegen die
Grup=
penbildung im Völkerbund. Der Bund ſei eine Weltorganiſation
von Staaten, aber kein Verband von politiſchen und
geogra=
phiſchen Gruppen. Er betonte dann weiter den Wert der
Per=
ſönlichkeit im Völkerbund, welcher Raſſe oder welchem
Kultur=
kreis ſie auch angehören möge. Er zitierte die britiſchen
Domi=
nions als Beweis dafür, daß große Gruppen trotz ihrer
poli=
tiſchen, geographiſchen und kulturellen Bedeutung und trotz ihrer
engen Zuſammengehörigkeit doch im Völkerbund als Einzel=
Perſönlichkeiten auftreten können, ohne Gruppenanſprüche
gel=
tend zu machen. Niemals habe einer der britiſchen Staaten —
wie er im Gegenſatz zu den kürzlich umlaufenden Gerüchten von
Anſprüchen Kanadas auf einen Ratsſitz mit beſonderer
Be=
tonung feſtſtellte — beſondere Anſprüche erhoben. Während der
franzöſiſchen Ueberſetzung ſeiner Rede erhob ſich Foſter an
dieſer Stelle und ſchaltete noch ein, daß dies Geltung habe mit
der einzigen Ausnahme von Irland, das heute morgen ſeine
Kandidatur für einen nichtſtändigen Ratsſitz angemeldet habe.
Nach dem Kanadier ergriff ſofort
der iriſche Außenminiſter Fitzgerald
das Wort. Er ſprach aber kein Wort von der iriſchen
Kandida=
tur, ſondern wandte ſich ebenfalls gegen die geographiſchen
Grup=
penbildungen des Völkerbundes. Im übrigen kritiſierte er den
ganzen Reformplan und beſonders die Vermehrung der Zahl
der Ratsmitglieder.
Den Schluß machte der belgiſche Delegierte
de Brouchere,
der ſich ironiſch dagegen wandte, daß man immer von dem
Standpunkt auszugehen ſcheine, als ob der Völkerbund eine
ideale Konſtruktion wäre, die in der Luft ſtände und nicht ein
Verband von Regierungen, die ihrerſeits aus Menſchen
be=
ſtehen und ihre Intereſſen verfolgen. So findet ſich der
bel=
giſche Delegierte mit dem Reformplan nicht nur reſigniert ab,
ſondern er begrüßt ihn mit Freuden, weil er aus den nicht zu
unterſchätzenden politiſchen Schwierigkeiten hinausführe.
Die Abſtimmung über das Wahlreglement.
In der heutigen Nachmittagsſitzung wurde nach kurzen
Er=
klärungen des däniſchen Delegierten Graf Moltke und des
chine=
ſiſchen Delegierten Chao Hſin Chu die Abſtimmung über das
Wahlreglement, das die erſte Kommiſſion vorgelegt hatte und
deſſen Wortlaut wir geſtern wiedergegeben haben, vorgenommen.
Da niemand namentliche Abſtimmung beantragte, wurde das
Reglement in einfacher Abſtimmung ohne Widerſpruch um
4,50 Uhr nachm. angenommen. Damit ſind alſo die mitgeteilten
Beſtimmungen für die Wahl der nichtſtändigen Mitglieder, für
die Erklärung der Wiederwählbarkeit und das Turnusſyſtem
nunmehr in Kraft getreten. Die Wahlen zum Rat werden in
der morgigen Vormittagsſitzung der Verſammlung
vorgenom=
men werden.
Eine Vorlage des norwegiſchen Oelegierten.
Nach der Annahme des Wahlreglements brachte der
nor=
wegiſche Delegierte Hambre eine Reſolution ein, die den Rat
erſucht, der däniſchen Verſammlung eine Vorlage über die
Ein=
führung des proportionalen Wahlrechts für die Wahl der
nicht=
ſtändigen Mitglieder des Völkerbundsrates zu unterbreiten. Der
Antrag ging an die Geſchäftsordnungskommiſſion.
Die Sitzung wurde um 5½ Uhr auf morgen vormittag 10½
Uhr vertagt. Das Büro tritt vor der Sitzung zuſammen, um den
Wahlmodus für die morgen vormittag vorzunehmende Wahl
der nichtſtändigen Ratsmitglieder genau nach dem beſchloſſenen
Wahlreglement feſtzuſetzen.
Feierliche Lebergabe
der deutſchen Stiftung.
Eine Rede Dr. Streſemanns.
* Genf, 15. September. (Priv.=Tel.)
Im Sitzungsſaal des Verwaltungsgebäudes des
Inter=
nationalen Arbeitsamtes fand heute nachmittag in Gegenwart
der meiſten Mitglieder der deutſchen Delegation mit
Außen=
miniſter Dr. Streſemann an der Spitze und des hieſigen
General=
konſuls Dr. Aſchmann die feierliche Uebergabe der von der
deut=
ſchen Regierung geſtifteten Pechſteinglasfenſter ſtatt, die im
Treppenhaus des neuen Gebäudes des Arbeitsamtes
ange=
bracht ſind.
Direktor Albert Thomas
begrüßte die deutſche Delegation und erinnerte an die Mitarbeit
Deutſchlands in der Arbeitsorganiſation, die ſchon ſeit ſieben
Jahren andauere, weil in dieſer Organiſation die Hilfe
Deutſch=
lands mit ſeiner glänzenden ſozialpolitiſchen Entwicklung gar
nicht entbehrt werden könnte.
Außenminiſter Dr. Streſemann
erwiderte mit dem herzlichen Dank für die freundliche
Be=
grüßung, wobei er bedauerte, daß nicht an ſeiner Stelle der
deutſche Arbeitsminiſter Brauns habe hierher kommen können.
der ſchon mehrmals an den Arbeiten der Arbeitsorganiſation
unmittelbaren Anteil genommen hat. An die Worte Thomas
anknüpfend, ſagte Streſemann, daß ſicherlich in keinem anderen
Land die Entwicklung vom ſich ſelbſt genügenden Agrarſtaat bis
zum Staat der Rieſeninduſtrien und der Rieſenſtädte ſo ſchnell
gegangen ſei, wie in Deutſchland. Man könne gewiß
verſchie=
dener Meinung ſein über den Nutzen dieſer Entwickelung, die
eine Einſchränkung des individuellen Geiſtes mit ſich bringen
mußte, ebenſo wie dieſe Einſchränkung auch eine Folge der
Ent=
wickelung vom Kleinbetriebe zu den Milliardenkonzernen war.
Inmitten dieſer Tendenzen iſt es eine Ehre des Deutſchen Reiches
geweſen, fuhr Dr. Streſemann fort, daß es ſchon im Anfang
die=
ſer Entwicklung den Gedanken der ſozialen Fürſorge des
Staa=
tes für diejenigen Schichten ausgebaut hat, die unter den
heu=
tigen Verhältniſſen zu einer Selbſtändigkeit niemals kommen
kön=
nen, um ſie vor dem Unterſinken zu bewahren. Dieſe Tendenzen
zu verallgemeinern und ſie international wirkſam zu machen, hat
ſich die Internationale Arbeitsorganiſation zum Ziele geſetzt. Ich
verkenne die Schwierigkeiten dieſer Aufgabe durchaus nicht. Es
kämpfen in der modernen Wirtſchaftsentwicklung zwei große
Ge=
danken miteinander, der Gedanke der nationalen Autarkie der
Staaten, die ſich ſelbſt genügen und ſich gegen andere abſchließen
wollen, den ich für töricht halte, weil er heute um ſo unmöglicher
iſt, je größer die Zahl der Staaten geworden iſt. Auf der anderen
Seite ſteht der Gedanke der Ueberwindung aller
Lan=
desgrenzen durch große wirtſchaftliche
Gemein=
ſchaften, ein Gedanke, vor dem viele zurückſchrecken, weil er
unzweifelhaft hinweggehen wird über den Niederbruch großer
Einzelſchichten. Ich glaube, es iſt ein guter Gedanke des
Fort=
ſchrittes der Menſchheit, daß die verſchiedenen Völker der
Erd=
teile zuſammenkommen, um dieſe Probleme zu löſen und durch
immer neue Abmachungen eine gewiſſe ſoziale Tiefladelinie zu
finden, die dafür ſorgt, daß die Schiffe der Völker der Erde unter
derſelben Belaſtung fahren und deshalb auch nicht gezwungen
ſind, auf Freiheiten anderer in der Ausbeutung der Menſchen
Rückſicht nehmen zu müſſen, die vielleicht einen perſönlichen Nutzen
bringen, aber der Geſamtheit der Völker unzweifelhaft ſchaden
müſſen. Daß ſie hier die Gemeinſchaft mit Deutſchland gefunden
haben, ehe noch die großen politiſchen Grundfragen gelöſt
wur=
den, zeigt vielleicht, wie ſehr der Gedanke des gemeinſchaftlichen
ſozialen Wirkens hier Wurzel gefaßt hat. Wenn jetzt auch in dem
Saale, in dem wir am Freitag die Aufnahme Deutſchlands in
den Völkerbund erlebten, in der Vollverſammlung und im Rate
der Nationen Deutſchlands Mitwirkung gewünſcht und friedlich
zugeſtanden wird, ſo kann ich nur hoffen, daß, ſoweit das
über=
haupt im Rahmen des Möglichen liegt, die Intenſität unſerer
Mitarbeit hier nurmehr geſteigert werden kann und irgendwelche
Hemmungen, die etwa noch beſtanden haben ſollten, beſeitigt ſein
möchten. Im übrigen aber hoffe ich, daß ſich das
Zuſammen=
wirken hier in jenem Geiſte wohlverſtandener ſozialer
Kamerad=
ſchaft der Nationen vollzieht, von der ich hoffe, daß ſie ein Werk
vollbringt, für das uns dereinſt diejenigen, die die Geſchichte
unſe=
rer Zeit ſchreiben, dankbar ſein werden. Daran mitzuwirken, wie
es bisher der Fall geweſen iſt, muß, glaube ich, der Wunſch und
die Aufgabe aller Deutſchen ſein, die mit Ihnen
zuſammenarbei=
ten. Möge Gott dafür ſorgen, daß dieſem gemeinſamen Werk der
Erfolg niemals fehle.”
*Deutſche Romantik und deutſche
bildende Kunſt.
Am Dienstag abend ſprach Herr Dr. Ernſt Zeh in der
Buchhandlung Schroth in der Rheinſtraße über das Thema:
„Deutſche Romantik und deutſche bildende Kunſt‟. Die
Dar=
legungen des Redners über dieſen Gegenſtand zeichneten ſich
durch formvollendeten Ausdruck und durch Beherrſchung eines
außerordentlich weitreichenden Stoffgebietes aus, ſo daß die
Zu=
hörerſchaft dadurch ganz gefeſſelt war. Die Ausführungen des
Vortragenden bewegten ſich etwa in nachſtehenden
Gedanken=
gängen:
Die Romantik hat eine univerſale Bedeutung, ſie iſt die
Grundlage wahrer deutſcher Kunſt, was immer noch nicht die
verdiente Beachtung gefunden hat. In der Muſik Richard
Wag=
ners erlebte ſie ihre Erfüllung. Die Romantik hat auch in
bild=
künſtleriſcher Form Ausdruck gefunden, aber allzu ſehr wird die
Nomantik nur literariſch, und zwar einſeitig literariſch, kritiſiert.
Goethe wird dadurch falſch beurteilt; man ſtellt ihn als Klaſſiker
den Romantikein gegenüber, aber wo Goethe ſeinem inneren
Weſen folgt, da ſteht er mit den Romantikern in einer Front.
Nicht Tieck oder Brentano, ſondern Goethe iſt das produktivſte
romantiſche Genie. Goethes Hauptwerk, ſein „Fauſt”, iſt
roman=
tiſch, denn in ihm lebt die der Antike völlig fremde unſtillbare
Sehnſucht nach dem Unendlichen. Der „Fauſt” iſt romantiſch
— trotz der Helena — nach Form und Inhalt. Goethe hat ſelbſt
von ſeiner Fauſtdichtung geſagt, daß ſie eine höhere, reinere
Tätigkeit bis ans Ende darſtellt und die von oben kommende
erlöſende Liebe. Es iſt dies der Ausdruck der chriſtlich=
roman=
tiſchen Erlöſungsidee. Schon Tauler hat ſie im Mittelalter
vor=
geahnt, das Eingehen des Menſchen mit Leib und Seele in die
Gotteskindſchaft wie Fauſt. Goethes Lyrik, ſeine Balladen, ſind
trotz der antiken Stoffe deutſch und romantiſch. Andere Nationen
ſehen Goethe und Schiller als Romantiker an. Wenn man die
Plütezeit der deutſchen Literatur als klaſſiſch bezeichnet, weil ſie
dem Ideal des Neuhumanismus entfpreche, ſo iſt das abzulehnen.
Schiller bezeichnete ſelbſt die Dramen Goethes als romantiſch.
Die Klaſſik iſt ein philologiſcher Begriff, hergeleitet aus der
grie=
chiſch=römiſchen Antike. Bedauerlich iſt es, daß Goethe, Schiller
und Leſſing ſich auf die Seite des klaſſiziſtiſchen Kunſtideals in
der bildenden Kunſt ſtellten, nur das Griechiſche, das Romaniſche
und die Hochrenaiſſance ſollten nachahmenswert ſein. Goethe
nannte mit Bezug auf Fouqus und ſein Schwärmen, für das
Altdeutſche, dieſes, Eckermann gegenüber, barbariſch; man müſſe
es ablehnen. Im Dichten folgten Goethe, Schiller und Leſſing
nicht dem klaſſiziſtiſchen Ideal, ſondern ihrem inneren Weſen;
ihre Dichtkunſt wurde nicht vom Klaſſizismus berührt, nur ihr
Verhältnis zur bildenden Kunſt. Goethe lehnt in der Dichtkunſt
die Unterſcheidung zwiſchen klaſſiſch und romantiſch ab. Nicht
zur Klaſſik der Antike, ſondern nach der Klaſſik nordiſch=
germa=
niſcher Kunſt müſſen wir ſtreben; ſolche Werke können nur aus
unſerem eigenen Volkstum hervorgehen. Die höchſten und
ur=
ſprünglichſten Kunſtſchöpfungen, unſere wahren Kunſtwerke, ſino
romantiſch. Die klaſſiziſtiſchen Werke ſind unklaſſiſch, nicht
muſter=
gültig. Goethes diktatoriſches Verhalten den bildenden
Künſt=
lern gegenüber kommt in den „Propyläen” zum Ausdruck; ſeine
Hinweiſe auf die Antike ſind einſeitige Feſtlegungen. Sie
lau=
fen ſchließlich auf eine Illuſtration der antiken Literatur hinaus.
Das klaſſiziſtiſche Kunſtprogramm ſcheiterte, und es hat in der
deutſchen Kunſt keine Spur hinterlaſſen; der Zugang zur
ur=
ſprünglichen Quelle war den Künſtlern verſperrt.
Das Wort Romantik kommt her von den Romanen; es
be=
deutet eigentlich ſo viel wie romaniſch und ſollte den Gegenſatz
zur lateiniſchen Kultur der Zeit ausdrücken. Dieſe Abweichung
von der lateiniſchen Kulturentwicklung iſt ein nordiſcher
Ein=
ſchlag. Trotz der Herkunft aus dem Süden iſt „romantiſch”
ſprach=
lich ein Symbol für dieſe nordiſche Kultur. Die franzöſiſchen
Ritterromane waren romantiſch, phantaſtiſch; das Wunderbare
und das Abenteuerliche war ihr Inhalt. Noch Wieland gebraucht
das Wort in ſeiner Einleitung zum „Oberon” in dieſer Weiſe.
Arioſts Dichtungen nannte man romantiſch. Schließlich wurde
der Begriff auf die germaniſche Kunſt übertragen. Jean Paul
betont in der Einleitung ſeiner Vorſchule zur Aeſthetik”, den
Gegenſatz zwiſchen romantiſch=chriſtlicher und antik=heidniſcher
Anſchauung. Das Romantiſche iſt ihm das Schöne ohne
Be=
grenzung, das Schöne im Unendlichen. Dem Griechiſchen liegt
das Romantiſche fern, ſeine künſtleriſchen Schöpfungen ſind
form=
ſtreng, eine abtaſtbare Formenwelt.
In Lichtbildern ſtellte Herr Dr. Zeh antike, und chriſtliche
Werke gegenüber; er wolle damit kein Werturteil fällen, ſondern
nur die verſchiedenen Anſchauungen darlegen. Der Dichter
No=
valis habe die Antike mit dem einen Flügel eines Tores
ver=
glichen, das zum Menſchentum führe, der andere ſei die Romantik.
So ſtanden ſich im Lichtbild der Tempel von Aegina und der
Stephansdom in Wien gegenüber. Der Tempel von Aegina iſt
aufgebaut eng verbunden mit der Erde, alles iſt ſtatiſch im
Gleich=
gewicht und in Proportion. Die Verhältniſſe der Bauteile
zu=
einander ſind dem menſchlichen Körder entnommen, denn für den
Griechen war der Menſch das Maß aller Dinge. Der
Stephans=
dom dagegen ſtrebt von der Erde weg; er iſt ein Sinnbild für
das Streben nach dem Unendlichen. Das menſchliche Maß liegt
den mittelalterlichen Menſchen fern. Kein Bauglied hält das
Emporſtreben auf; das Bauwerk iſt ein Symbol für die Seele,
die nach oben ſteigt. Der Innenraum des griechiſchen Tempels
iſt ein enger Wohnraum für das Standbild eines in erhöhter,
idealiſierter Form des Menſchen dargeſtellten Gottes; anders der
Dom: er iſt geradezu unermeßlich, ein myſtiſcher Raum, und
Chriſtus am Kreuz iſt nicht wie in der Antike ein Zurſchauſtellen
des menſchlichen Leibes, ſondern ſeine Ueberwindung. Wie müßte
eine ſolche Entſtellung des menſchlichen Körpers auf einen
Grie=
chen wirken! Lichtbilddarſtellungen des Zeus von Otricoli und
des Sophokles ſowie der Speerträger des Polyklet waren
Bei=
ſpiele für die ganz unromantiſche antike Anſchauung, und Bilder
von Rogier van der Weyden, Grünewald, die Propheten vom
Portal des Straßburger Münſters und die Plaſtiken des
Naum=
burger Domes waren Beiſpiele für das chriſtliche und das
roman=
tiſche Ideal. Außer aus romaniſcher Zeit wurden auch Beiſpiele
für das Romantiſche in der Kunſt aus dem Zeitalter der Gotik
angeführt. Es kam dem Redner darauf an, zu zeigen, daß
Roman=
tik ſchon vorhanden war vor dem Auftreten der Romantiker im
19. Jahrhundert.
Herr Dr. Zeh behandelte dann in ſeinem Vortrag die
Gegen=
ſtrömungen gegen die Romantik, den Humanismus bis zum
Auf=
klärungshumanismus des 18. Jahrhunderts, die Renaiſſance und
das Barock, das Rokoko und den Klaſſizismus. Während das
Rokoko zum Beiſpiel durch Watteaus „Fahrt nach Cythere” noch
eigene Werte ſchuf, iſt der Klaſſizismus nur ein Stil zweiter
Ord=
nung, eine Nachahmung der Antike. Bilder des zu ſeiner Zeit
hochgefeierten Raphael Mengs ließen das erkennen. Eingehend
wurde beſprochen, wie Goethe ſich für den Klaſſizismus einſetzte
und die Geſellſchaft der Weimarer Kunſtfreunde gründete.
Goe=
thes Freund und Vertrauter in Kunſtdingen Johann Heinrich
Meyer erging ſich in Schimpfereien auf die romantiſchen Künſtler;
Proben aus Briefen Meyers las der Redner vor. Die beiden
Romantiker Philipp Otto Runge und Kaſpar David Friedrich
folgten ihrer urſprünglichen Begabung bei ihren Schöpfungen in
der Malerei und wandten ſich gegen den Weimarer
Klaſſizis=
mus. An einem Bilde Friedrichs, das die Unendlichkeit des
Mee=
res darſtellt, wurde gezeigt, wie ſehr ſich die romantiſche Kunſt
von der klaſſiziſtiſchen unterſcheidet, wie ſie ganz andere ſeeliſche
Grundlagen hat.
Daß die Zuhörerſchaft für die hier ſkizzierten Gedankengänge
gewonnen wurde, ließ der ſtarke Beifall am Schluß des
Vor=
trags erkennen.
— Aus Buenos Aires wird uns telegraphiert: Erich
Kleiber hat bei ſeinen Konzerten im Teatro Colon die Suite
„Der Geburtstag der Infantin” zur erſten
Auffüh=
rung gebracht. Das Werk errang bei Publikum und Preſſe einen
ſenſationellen Erfolg.
Seite 4
Primo de Rivera und das Plebiſzit.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
v. U.=St. Madrid, 12. September.
Primo de Rivera hat im Kriege gegen die meuternde
Ar=
tillerie einen vollen Sieg erfochten. Trotz der ſchußbereit
auf=
gefahrenen Kanonen und trotz des Schwures des Artilleriekorps,
Widerſtand bis zum letzten leiſten zu wollen, iſt — mit
Aus=
nahme von Pamplona — kein weiterer Schuß gefallen. Alle
Artilleriegarniſonen kapitulierten recht kleinlaut vor den
Gene=
ralſtabsoffizieren, die entſandt wurden, um ſie zu entwaffnen:
So iſt denn die Meuterei in einen Don Quixote=Streich
ausge=
klungen. Aber ſo vollſtändig auch der Sieg Primo de Riveras
geweſen iſt, ſo bedeutet er doch kein Ruhmesblatt für die
Dik=
tatur. Die Tatſache, daß die Rebellion eines ganzen Armeeteiles
überhaupt ausbrechen konnte, und daß der Rücktritt des
Dik=
tators unter Stellung eines Ultimatums gefordert werden
durfte, iſt an ſich beſchämend.
Nun ſoll das Strafgericht beginnen. — Aber man kann wohl
vorausſagen ,daß es nicht allzu ſtreng ausfallen wird. Sollten,
wie es vorauszuſehen iſt, auch einige Todesurteile gefällt
wer=
den, ſo werden ſie ſicherlich nicht zur Ausführung kommen.
Primo de Rivera iſt kein Diktator, dem am Blutvergießen liegt.
Er hat es bisher immer vorgezogen, ſeine Widerſacher durch
Milde zur beſſeren Einſicht zu erziehen. Auch würde der König
kaum ein Todesurteil durch ſeine Unterſchrift bekräftigen. Es
geht ſogar das Gerücht, daß Don Alfonſo den Artilleriſten vor
ihrer Unterwerfung Gnade verſprochen hat. — Es muß ferner
bedacht werden, daß Spanien ſich augenblicklich durch die
Kaſ=
ſierung aller Offiziere ohne Artilleriewaffe befindet, alſo im
kriegstechniſchen Sinne wehrlos iſt. Die Artillerie=
Reſerve=
offiziere, die vorläufig einberufen ſind, um ihre aktiven
Kame=
raden zu erſetzen, ſind der ihnen geſtellten Aufgabe nicht
ge=
wachſen, um aber neue Offiziere heranzubilden, müſſen viele
Jahre vergehen. So iſt es denn wahrſcheinlich, daß man den
größeren Teil der kaſſierten Offiziere bald begnadigen und
wieder einſtellen wird. — (Anm. d. Red.: Was ſich inzwiſchen
ja ſchon bewahrheitet zu haben ſcheint, da man von einem
mehrmonatigen „Urlaub” für die geſamte Artillerie ſpricht.)
Wenn man die Artillerierevolte als eine Prüfung der
Dik=
tatur betrachtet und die Mißerfolge der ſpaniſchen Außenpolitik
in Genf und in der Tangerfrage hinzunimmt, ſo iſt es
verſtänd=
lich, wenn Primo de Rivera ſeine Autorität durch einen Appell
an die Bevölkerung wiederherzuſtellen ſucht. Das Volk ſoll ſich
Donnerstag, den 16. September 1926
für die Regierung ausſprechen, Neinſager werden nicht zu den
Urnen zugelaſſen. Jeder in irgendwie abhängiger Stellung, Männer
und Frauen, erſcheinen an den Wahltiſchen und geben offen
ihren Zettel ab. Die Kontrolle der Nichterſchienenen iſt alſo
leicht durchzuführen, und haben ſie keine triftigen Gründe für
ihre Wahlenthaltung, ſo wird ſie gewiß bald die Nemeſis
er=
eilen. Die ſpaniſchen Wahlmethoden waren ſeinerzeit berüchtigt.
Es kam vor, daß, wenn in früheren Zeiten ſich die Oppoſition
gefchloſſen den Wahllokalen nähern wollte, ein paar Kampfſtiere
gegen ſie losgelaſſen wurden, die die unbequemen Wähler
natür=
lich in wilde Flucht jagten. Es geſchah auch, daß die
Gen=
darmen die Uhr vor den Wahllokalen plötzlich um viele Stunden
vorſtellten und der Oppoſition erklärten, daß es Nacht ſei und
daß ſie nicht mehr die Stimmzettel abgeben könnte. Ein
oppo=
ſitioneller Kandidat ſuchte um die Erlaubnis nach, auf dem
Friedhofe eine aufklärende Propagandarede halten zu dürfen,
da er alle Verſtorbenen in der Regierungsliſte bemerkt habe.
Solche Zwiſchenfälle blieben diesmal ausgeſchloſſen, ſchon weil
es gar keine Oppoſition geben darf. Die extremen Katholiken,
z. B., die ſich um den Siglo Futuro ſcharen, hatten ihren
An=
hängern Wahlenthaltung empfohlen, ſie ſtimmten darin mit den
extrem links gerichteten Elementen überein. Die Zenſur
ge=
ſtattet keine Berichte über dieſe ziemlich belangloſe Tatſache,
ge=
ſchweige denn Meldungen ins Ausland, damit der Eindruck,
daß ganz Spanien hinter der Diktatur ſteht, nicht getrübt werde.
Der Mann auf der Straße, der weder etwas zu gewinnen
noch zu verlieren hat benimmt ſich der Kundgebung gegenüber
recht teilnahmslos. Für den Augenblick ſchlummert noch jedes
politiſche Intereſſe in Spanien. Auch die Artillerierevolte war
eine rein militäriſche Angelegenheit, bei der die Bevölkerung
ganz paſſiv blieb. Iſt nun das Plebiſzit auch nicht beſonders
ernſt zu nehmen, ſo hat es doch die Bedeutung, daß die
Be=
völkerung wieder einmal nach langen drei Jahren zu einer
poli=
tiſchen Betätigung berufen worden iſt, die ſie vielleicht als
Folgerſcheinung aus der Apathie aufrütteln wird. Dem
Volks=
entſcheid ſoll ja bald die Schaffung der beratenden Kammer
folgen, und da iſt es nicht gänzlich ausgeſchloſſen, daß Spanien
aus den von Primo de Rivera vorgezeichneten Normen hinaus
geſchleudert wird. Wenn die Mehrzahl der Spanier auch nicht
Primo de Rivera feindlich iſt, ſo gibt es doch recht viele Primo
de Rivera=Müde. Man ſagt, daß zu den Letzteren auch der
König gehört, der durchaus nicht nur eine dekorative Figur,
ſondern ein kluger und geſchickter Mann iſt. Don Alfonſo XIII.
liebt es zwar nicht, durchgreifende Entſcheidungen zu treffen,
aber die Umſtände können ihn dazu drängen. Die Verdienſte
Primo de Riveras um das Land und um die Monarchie ſind
Nummer 257
ſehr groß, aber ſeine Hand iſt in der letzten Zeit weniger
glück=
lich geweſen als am Beginne der Diktatur. Man ſpricht davon,
daß er bald eine Reiſe nach den Vereinigten Staaten von
Norb=
amerika auf eine beſondere Einladung vom Präſidenten
Coo=
lidge hin antreten will, man ſpricht auch davon, daß ihm der
Herzogtitel verliehen werden ſoll, alles das würde auf einen
hochehrenvollen Abgang hindeuten. Aber es iſt eine ſehr
miß=
liche Sache, in Spanien prophezeien zu wollen, den es kommt
meiſtens anders als man denkt. Die Mentalität iſt hier eine
andere als im übrigen Europa. Es gibt ferner in Spanien
keinen politiſchen Parteikampf, auch keine Abhängigkeit von
parlamentariſchen Gruppen, es gibt ferner keine mächtige
Ar=
beiterbewegung, keine ſozialdemokratiſche, geſchweige denn
kom=
muniſtiſche Gefahr. Die Preſſe kann nicht ſtörend eingreifen, da
ſie unter Präventivzenſur ſteht, kurz ein Miniſterpräſident hat
als einzigen Kritiker und Richter ſein Gewiſſen. Wer aber kann
wiſſen, was das Gewiſſen Primo de Rivera nach dem Ausfall
des Plebiſzits zu tun vorſchreiben wird! Spanien iſt in
Er=
wartung. Zweifelsohne iſt der ſtille Frieden, iſt das
Ereignis=
loſe in der Weiterentwicklung der Dinge geſtört.
Polniſche Taktik.
Von unſerer Berliner Redaktion.
Die polniſche Telegraphen=Agentur verbreitet ſoeben eine
amtliche Auslaſſung, die wohl als Interpretation der neuen
Note in Sachen des Stickſtoffwerkes Chorzow gedacht iſt. Sie
beweiſt, wie richtig von der deutſchen Oeffentlichkeit die
Tätig=
keit Polens beurteilt worden iſt. Die Warſchauer Regierung
denkt gar nicht an ein ſachliches Entgegenkommen, ſondern will
durch diplomatiſche Manöver jede Entſcheidung hinauszögern
Obwohl das Internationale Schiedsgericht im Haag vor ſage
und ſchreibe vier Monaten den Rechtsanſpruch Deutſchlands auf
das Werk Chorzow anerkannt hat, will Polen nur das
Zuge=
ſtändnis machen, in Verhandlungen einzutreten, um die
Mög=
lichkeit einer ſchiedsgerichtlichen Beilegung zu prüfen. Der
deut=
ſchen Regierung wird alſo kaum etwas anderes übrig bleiben,
als das Haager Schiedsgericht noch einmal zu bemühen und ſich
eine Vollſtreckungsklauſel des erſten Urteils ausfertigen zu
laſſen. Gleichzeitig ſollte doch aber auch in Genf mit aller
Deut=
lichkeit zur Sprache gebracht werden, welche Achtung der
Rats=
kandidat Polen den Urteilen der vom Völkerbund eingeſetzten
Gerichte entgegenbringt, ſelbſtverſtändlich nur, wenn die
Ent=
ſcheidungen zu Ungunſten Polens lauten.
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Donnerstag, den 16. September 1926
In derNeueinſtudierung u. Neuinſzenierung
Don
Giovanni=
oder Der beſtrafte Wüſtling
Heiteres Drama in 2 Aufzügen von Lorenzo
da Ponte — Textbearbeitung von Hermann
Levi — Muſik von W. A. Mozart —
Muſikaliſcher Leiter: Joſeph Roſenſtock
In Szene geſetzt von Ernſt Legal
Bühnenbild und Koſtüme:
Lothar Schenck von Trapp
Perſonen:
Don Giovanni . . . . . Leo Barezinski
Der Komtur .
. . Heinrich Hölzlin
DonnaAnna, deſſ. Tochter Marg Bäumer
vom Württ, Landestheater a. G.
DonOttavio ihr Verlobter Foſef Poerner
Donna Elvira, von Don
Giovanni verlaſſen . . Paula Kapper
Maſetto, ein Bauer . . . Alfred Karen.
Zerling, ſeine Braut. Marg. Albrecht
Leporello Don Giopannis
Bedienter . . . . . . . Heinrich Kuhn
Bauern, Bäuerinnen, Ballgäſte, Muſikanten
Spielwart: Fritz Wilde
Preiſe der Plätze: 1 bis 10 Mk.
Eintritt der Mieter in den Zuſchauerraum
nur gegen Vorzeigung der Mietkarte zuläſſig
Pauſe nach dem 1. Aufzuge
Anfang 7½ Uhr Ende nach 10½ Uhr
Kleines Haus
Donnerstag, 16. und Freitag,
17. September geſchloſſen!
Samstag, 18. September, abends 7 Uhr:
Die weiße Dame
Komiſche Oper in 3 Akten von Scribe,
überſetzt von Friederike Ellmenreich.
Muſik von Boieldieu
Preiſe der Plätze: 1.20 bis 7.20 Mk.
Sonntag, 19. September, abends 7½ Uhr
In derNeueinſtudierung u. Neuinſzenierung
Die Geſchwiſter
Schauſpiel in einem Akt von Goethe
In Szene geſetzt von Ernſt Legal
Die Mitſchuldigen
Luſtſpielin Verſen und drei Akten vonGoethe
In Szene geſetzt von Ernſt Legal
Preiſe der Plätze: 1.20 bis 7.20 Mk.
Nachwurſtmarkt in Bad=Dürkheim
am 19. September 1926.
Wurſimarkt! Zentrum der Pfalz! Quinteſſenz
Rheinpfälzer Ur=Art. Reſtlos verkörpert ſich
hier pfälziſcher Schwung u. Humor /K. Räder.
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Sonntag, 19. Sept.:
Ausflug
nach Amorbach
Schöllenbach-
Heſſel=
bach—Wald=
Leinin=
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Wildenburg—
Amor=
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Abfahrt n.
Schöllen=
bach Hauptbahnhof
552 Uhr, Oſtbahnhof
6” Uhr.
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1. St.,
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derei, Ecke Nd =
Nam=
ſtädterſtraße. (2416:
Unlon-Tneater
Der erfolgreiche Eichbergfilm:
Der Pring und
die Tängerin
Die interessante Handlung spielt
in einem Fürstenpalast und
dem Hinterhaus einer
Mietskaserne.
Die Titelrollen sind besetzt durch
Luci Doraine
der schönen, beliebten Dira und
Willy Fritsch
dem Helden aus „Walzertraum”
Ferner wirken mit:
Robert Scholz. Hermann Picha,
Albert Panlig, Leop v. Ledebour,
Hans Allers, Fritz Kampers
96
„HR‟
als Meisterboxer
Lustspiel in 2 Akten mit
Harold Lioyd
„Lappland” (24174
nordische Naturschönheiten
Die neueste Wochenschau
Anfang 3”, Uhr
Letzte Abendvorstellung 8 Uhr
Weinhefen, Gärmittel empfiehlt
Drogerie Secher Nachf „Ludwigshöhſtraße1 (K9817
erbstball
der
Liedertafo
findet Samstag, 2. Oktober d. Us.
abends 8 Uhr, im Städt, Saalbau
Statt.
Näheres in den nächsten Inseraten
(13335
Nummer 257
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, 16. September.
— Ernannt wurden: am 10. September der Lehrer Heinrich
Brückel aus Griedel, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der
Volks=
ſchule zu Bad=Nauheim, Kreis Friedberg, der hauptamtliche
Fortbil=
dungsſchullehrer Lorenz Kottmaier zu Offenbach zum Lehrer an
der Volksſchule zu Mainz, der Lehrer Hermann Neubecker zu Neu=
Iſenburg, Kreis Offenbach, zum Lehrer an der Volksſchule zu
Sprend=
lingen, Kreis Offenbach a. M., der Lehrer Heinrich Stroh zu Lich,
Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksſchule zu Griedel, Kr. Friedberg.
Am September 1926 wurden die Oberförſter Wilhelm Henzel zu
Groß=Gerau zum Forſtmeiſter und Karl Deſch zu Ulrichſtein zum
Forſtmeiſter des Forſtamts Ulrichſtein vom 1. September 1926 ab
er=
nannt. Ferner wird in gleicher Dienſteigenſchaft der Amtsvorſtand des
Forſtamts Wimpfen, Forſtmeiſter Erwin von Becker zu Wimpfen,
in das Forſtamt Hirſchhorn verſetzt.
— In den Ruheſtand tritt am 1. Oktober 1926 der Direktor der
Heſſ. Hauptſtaatskaſſe Johannes Dexheimer zu Darmſtadt auf
Grund des 8 1 des Gefetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten
vom 2. Juli/19. Dezember 1923 in Verbindung mit Art. 2 des Geſetzes
über Einſtellung des Perſonalabbaues in Heſſen und Aenderung des Heſſ.
Perſonalabbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925.
LU. Von der Landesuniverſität Gießen. Die Theologie=Fakultät
unſerer Landesuniverſität hat den Profeſſor der Theologie. Präſident
William Douglas Mackenzie D. D. L. L. D. in Hartford Conn., und
den außerordentlichen Profeſſor der Theologie Lic. theol Dr. phil.
Roland Schütz in Kiel ehrenhalber zum Doktor der Theologie
pro=
moviert.
— Hefſiſches Landestheater. Am Samstag, den 18. September, wird
im Kleinen Haus Boieldieus ſeit vier Jahren nicht mehr gegebene
komiſche Oper „Die weiße Dame” in vollſtändig neuer
Inſzenie=
rung gegeben. Die muſikaliſche Leitung hat Kapellmeiſter Max Hüsgen,
die Inſzenierung leitet Oscar Fritz Schuh. Der Beginn dieſer
Auf=
führung wurde nicht, wie irrtümlich angekündigt, auf 7, ſondern in
Kon=
ſequenz der geſtrigen Mitteilung über den durchſchnittlich ſpäter
be=
abſichtigten Theateranfang, auf 7½ Uhr feſtgeſetzt
Heute Donnerstag beginnt an der Tageskaſſe des Kleinen Hauſes
der Vorverkauf für die beiden erſten Vorſtellungen, Boieldieus „Weiße
Dame” am Samstag, und den Goethe=Abend („Geſchwiſter” — „
Mitſchul=
digen”) am Sonntag.
— Zweiter Lichtbildervortrag Dr. Ernſt Zeh über die Romantik in
der bildenden Kunft. Wir verweiſen nochmals auf den heute abend
8½ Uhr in der Buchhandlung Heinrich Schroth, Rheinſtr. 15,
ſtattfin=
denden zweiten Vortrag des Herrn Dr. Zeh. Der erſte, vor einer
zahl=
reich erſchienenen Zuhörerſchaft gehaltene Vortrag, der den Begriff der
deutſchen romantiſchen Kunſt und insbeſondere ſein Verhältnis zur
klaſſiziſtiſchen Kunſt klarlegte, fand begeiſterten Beifall. Der heutige
zweite Abend behandelt ſpeziell die Univerſalromantiker K. D. Friedrich
und Ph. O. Runge. An der Abendkaſſe werden noch Karten ausgegeben,
doch empfiehlt ſich vorherige Beſtellung.
— Vortrag in der Schutzpolizei. In der Reihe der von der
Ver=
waltung der Schutzpolizei regelmäßig veranſtalteten ſtaatsbürgerlichen
und allgemein bildenden Vorträge ſprach am 8. September Studienrat
Dr. Malzan über Pompeff. An der Hand zahlreicher vorzüglicher
Aufnahmen aus der vor 1900 Jahren verſchütteten Stadt führte der
Vortragende die Hörer durch das private und öffentliche Leben der
alten Pompeianer. In überaus feſſelnder Weiſe gab Studienrat
Mal=
zan zunächſt ein lebendiges Bild des pompejaniſchen Hauſes und des
Treibens und der Gewohnheiten ſeiner Bewohner. Er führte auf
ſei=
nem Rundgang durch die Stadt die Hörer dann auf das Forum ins
Theater und in die Bäder und verſtand es, bei den Hörern rege
Teil=
nahme für den Charakter dieſer entſchwundenen Zeit zu wecken. Zum
Schluß führte der Vortragende die Gräberſtraße vor, auch hier mit
reichen Lichtbildern ſeine Ausführungen erläuternd. Was dem
Vor=
trag einen ganz beſonderen Reiz gab, war, daß der Vortragende die
von ihm geſchilderten Stätten vor kurzem ſelbſt durchwandert und
durch=
forſcht hat und aus eigener Anſchauung um ſo lebendiger berichten
konnte. Der Saal des Elektrotechniſchen Inſtituts, den die Techniſche
Hochſchule zur Verfügung geſtellt hatte, war von Schutzpolizeibeamten,
deren Angehörigen und erfreulicherweiſe zahlreich erſchienenen Gäſten
voll beſetzt, und die wertvollen Ausführungen des Vortragenden wurden
mit großer Dankbarkeit und herzlichem Beifall aufgenommen.
— Markusgemeinde. Wenn einer, der zwiſchen den Büchern aller
Völker und der Literatur aller Länder groß und alt geworden, einmal
gutgelaunt von all den Schätzen zu erzählen beginnt, die ihm ſeine
Folianten aus ihrem anvertrauten Gute zuraunen im Wechſel der Jahre
und Zeiten, ſo iſt es immer ein beſonderer Genuß, ſolchem Eingeweihten
der Buchgeheimniſſe zu lauſchen. Und ebenſo ging es den Zuhöron
des Vortrages, den Herr Bibliothekar Weber von der Stadtbibliothek
unſerem Gemeindeverein und ſeinen Gäſten über den ſchlichten „
Wands=
beker Boten”, Matthias Claudius (1740—1815) in feſſelndem Lebens=
und Geiſtesbild als eines ſelten glaubensſtarken Mannes, hielt. — Aber
nicht nur die einzelnen Daten vom Lebensweg des einfachen und doch ſo
berühmten Volksmannes — darunter das mit Humor geſchilderte
ein=
jährige Intermezzo 1776/77 bei der Oberlandkommiſſion in Darmſtadt,
das eines tragiſchen Anſtriches nicht entbehrte — feſſelten den leider noch
viel zu geringen Zuhörerkreis, auch die ſich wie von ſelbſt ergebende
Parallele mit unſerer unruhvollen Zeit in Umſturz und Kriegsläuften,
änßerer und innerer Not gab recht zeitgemäß zu denken. Wenn Herr
Phil. Weber im zweiten Teil ſeiner angeregten einſtündigen Schilderung
eine kleine Ausleſe aus Dichtung und Stil von Matthias Claudius gab,
ſo darf ſeine verdienſtliche Bemühung des herzlichen Dankes in unſerer
Gemeinde und darüber hinaus gewiß ſein; möchte dieſer ſich in einer
regen Nachfrage nach den kleinen anſpruchsloſen Bänden offenbaren,
die bei Eintritt der rauheren Jahreszeit mit etwa 40 000
buntgewürſel=
ten Gefährten aus der Stadtbibliothek ihre vermehrte Wanderung in
unſere Häuſer und Darmſtadts Familien antreten. Beinahe ein
Viertel=
jahrhundert — ſeit Entſtehen der Stadtbibliothek, die erſt kürzlich unter
Bürgermeiſter Buxbaums kundiger Hand ein ſo ſchmuckes äußeres
Ge=
wand anlegte —, betreut Herr Ph. Weber nun ſchon als einer der erſten
die Bücherſchätze zu gemeinſamer Wohlfahrt und wir hoffen heute gern,
daß er uns noch manchesmal einen ſo genußreichen Einblick darein
ge=
währen wird. — Der Vereinsvorſitzende, Herr Helmreich, wußte aus
ſeiner eigenen literariſchen Kenntnis dem Dank des Gemeindevereins
beredten Ausdruck zu geben. Es wurde auch des Hinſcheidens des Herrn
Polizeiwachtmeiſters Horſt, in der Gemeinde als Vorſtandsmitglied,
ehrend gedacht, auf das Thomanerkonzert in der Stadtkirche am
Don=
nerstag, den 7. Oktober, und das ſpätere große Luther=Feſtſpiel
hinge=
wvieſen, und ſchließlich zu vermehrtem Bezuge unſeres Gemeindeblattes
„Das evangeliſche Darmſtadt” im Geſamtintereſſe der Stadtgemeinde
ermuntert.
— Der Hefſiſche Landesverband der Inneren Miſſion, in dem die
geſamte evangeliſche Wohlfahrtspflege mit ihren Anſtalten und ihrer
öffentlichen Liebestätigkeitsarbeit zuſammengeſchloſſen iſt, hält am 17.
und 18. Oktober d. J. ſeine diesjährige Hauptverſammlung ab. Im
Anſchluß daran veranſtaltet der Landesverein für Innere Miſſion einen
Lehrgang der evangeliſchen Kreiswohlfahrtsdienſte. An dieſem Lehrgang
ſollen außer den evangeliſchen Kreiswohlfahrtsdienſten teilnehmen dürfen
die ſämtlichen evang. Geiſtlichen des Landes und die Mitglieder der im
Verband evangeliſch kirchlicher Frauenvereine in Heſſen
zuſammengeſchloſ=
ſenen Frauenvereine. Die große Not unſeres Volkes und die zahlreichen
Aufgaben, welche der ſtaatlichen und kommunalen Wohlfahrtspflege
heute aufgegeben ſind, machen es der evangeliſchen Kirche dringend zur
Pflicht, außer den Liebesgaben, die von dieſer Seite in reichem Maße
gegeben werden, zur Linderung aller Nöte auch nach neuen Methoden
und Wegen zu ſuchen, um der Wohlfahrtspflege immer beſſere
Hilfs=
dienſte leiſten zu können.
Donnerstag, den 16. Septeinber 1926
Seite 5
Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen,
vom 16. September 1926 an auf 14 Tage im Leſeſaal
zur Anſicht aufgeſtellt:
Die Baukunſt=Denkmäler von Weſtfalen. 40.
Mün=
ſter 1926 Berger, Die Darſtellung des thronenden Chriſtus.
Reutlingen 1926; Burger, Altdeutſche Holzplaſtik. Berlin 1926;
Corinth, Selbſtbiographie. Leipzig 1926: Geſchichte der
Handelskammer München/ 1926; Hohlfeld. Das
biblio=
graphifche Inſtitut. Leipzig 1926: Karutz, Atlas der
Völker=
kunde, II. Stuttgart 1926; Künſtle, Jkonographie der Heiligen.
Freiburg 1926: Die Kultur der Abtei Reichenau 2. München
1925; Leitzmann, W. A. Mozart. Leipzig 1926; Preller,
Griechiſche Mythologie, 4. Auflage. 3,1. 2,1. 2. Berlin 1921—
1926: Rheinland. Düſſeldorf 1926; Stieve, Jswolſki im
Weltkrieg. Berlin 1925; Titius, Natur und Gott. Göttingen
1926.
Zeitſchriften:
Flüger’s Archiv für die geſamte Phyſiologie, 212. Berlin
1926; Zoologiſcher Bericht. 8. Jena 1926: Ergebniſſe
der inneren Medizin und Kinderheilkunde. 29. Berlin 1926;
Ergebniſſe der mediziniſchen Strahlenforſchung. 2. Leipzig
1926; Jahrbuch der Goethe=Geſellſchaft. 12. Weimar 1926;
Bonner Jahrbücher. 129, 130. 1924—25; Aſtronomiſche
Nachrichten. 223—226. Kiel 1925—26; Revue des deur
Mondes. 7,33. Paris 1926; Deutſche Richterzeitung. 15
bis 17. Berlin 1923—25; Zeitſchrift für die geſamte Anatomie.
I. Abteilung. 78. München und Berlin 1926; Zeitſchrift für
Phyſik. 36. Berlin 1926; Zentralblatt für innere Medizin.
46, II. Leipzig 1925: Zentralorgan für die geſamte
Chi=
rurgie. 32. Berlin 1925.
Vom 27. September an verleihbar. Vormerkungen werden
im Leſeſaale entgegengenommen.
Der Tag des Herrenhutes.
Eine Mode, die ſich ihre eigenen Geſchmacksrichtlinien, anerkannt
und befolgt in der Schweiz, in England, Frankreich und Holland,
ge=
ſchaffen hat, veranſtaltet heute gleichzeitig in ganz Deutſchland eine
Modenſchau: „Die deutſche Herrenhutmode!” Wenn am 16. September
ſich vor den Schaufenſtern der Hutgeſchäfte die Läden öffnen und die
Rouleaux in die Höhe rollen werden, ſteht der deutſche Herrenhut des
Herbſtes und Winters 1926 in drei Grundmodellen für das Publikum
auf dem Markt. Sämtliche Schöpfungen haben die Inſtanz einer
Mode=
kommiſſion paſſiert, die unabhängig von Einzelhandel und Fabrikation
unter allen vorgelegten Modellen ihre Auswahl getroffen hat.
Ein Adreßbuch der Evangeliſchen Kirchen Deutſchlands. Durch die
Neuordnung der kirchlichen Verhältniſſe nach dem Kriege haben
Orga=
niſation und Struktur der deutſchen evangeliſchen Landeskirche
einſchnei=
dende Veränderungen erfahren. Einen Ueberblick über den
gegenwärti=
gen Beſtand zu gewinnen, iſt nicht nur für den Fernerſtehenden faſt
un=
möglich, ſondern auch für die in der kirchlichen Arbeit ſtehenden und mit
ihr verbundenen Kreiſe mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Die
Verzeichniſſe aus der Zeit vor dem Kriege ſind veraltet und
unbrauch=
bar. Um dieſem immer fühlbarer werdenden Mangel abzuhelfen,
er=
ſcheint im Oktober d. J. im Verlag des Evangeliſchen Preßverbandes für
Deutſchland ein Deutſches kirchliches Adreßbuch‟. Dieſes Adreßbuch,
das den Bedürfniſſen der praktiſchen kirchlichen Arbeit, wie auch als
Hilfsmittel für literariſche und wiſſenſchaftliche Arbeit auf dem Gebiet
der Kirchenkunde dienen will, wird die Pfarrſtellen und die Adreſſen
ſämtlicher evangeliſchen Pfarrer, der kirchlichen Behörden, der
Freikir=
chen, ſowie ſämtlicher in Betracht kommenden evangeliſchen Vereine und
Verbände enthalten. Der Subſkriptionspreis beträgt Mk. 12 netto
(gültig bis zum 30. September 26). Beſtellungen und Anfragen an den
Evangeliſchen Preßverband für Deutſchland (Berlin=Steglitz, Beyme=
N.=V.
ſtraße 8)
* Orpheum. Wiener Operettentheater. Wie bereits erwähnt, beginnt
Samstag, den 18. September, ein Operetten=Gaſtſpiel=Zyklus mit
nam=
haften Vertretern der Wiener Theaterkunſt, unter Leitung von Dir.
Karl Weiß. Als Novität für Darmſtadt gelangt als 1. Stück Leo
Aſchers Operette „Hoheit tanzt Walzer” zur Aufführung.
Siehe Anzeige im heutigen Inſeratenteil.
— Jubiläum. Am Freitag, den 17. ds. Mts., feiert Herr
Fried=
rich Hutzler ſein 25jähriges Dienſtjubiläum im Hauſe Gebrüder
Roeder A.=G., Darmſtadt. Es wird dem allgemein beliebten Beamten
an dieſem Tage an Ehrungen nicht fehlen.
— Deutſcher Rentnerbund. Der Landesverband Württemberg hat
ſich mit den gänzlich unzureichenden Sätzen der
Kleinrent=
nerunterſtützung beſchäftigt und dabei feſtgeſtellt, daß
erwerbs=
unfähigen Kleinrentnern, die ohne eigenes Verſchulden durch die
In=
flation große und mittlere Vermögen verloren haben, heute zugemutet
wird, mit Unterſtützungsſätzen von 1—1,50 Mk. täglich — auf dem Lande
vielfach noch weniger — ihren ganzen Lebensunterhalt zu friſten. Der
Ausſchuß des Verbands hofft, daß die maßgebenden Stellen nicht erſt zu
ſpät zu der Erkenntnis kommen, daß die Steigerung der
Lebensmittel=
preiſe und der Mieten, ſowie die immer mehr zuſammenſchrumpfenden
Zuſchüſſe zum Lebensunterhalt durch Zimmervermietung eine ſofortige
und weitgehende Erhöhung der Unterſtützungsſätze nötig machen. Da
auf die Dauer aber eine anſtändige Entſchädigung der Kleinrentner ohne
finanzielle Hauptbeteiligung des Reichs von Land und Gemeinden nicht
gewährt werden kann, ſo richtet der Landesverband wiederholt das
dringende Erſuchen an Regierung und Landtag, ſich für die
ſchleunige Verabſchiedung des vom Deutſchen Rentnerbund entworfenen
Rentnerverſorgungsgeſetzes mit allem Nachdruck
einzu=
ſetzen. — Was geſchieht, ſo fragen wir denn doch, nun diesbezüglich in
Heſſen.
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Prov.
Starkenburg am Samstag, den 18. September 1926, vormittags 9 Uhr.
1. Klage des Wendelin Berkau zu Rüſſelsheim gegen den Beſcheid des
Kreisamts Groß=Gerau vom 14. Mai 1926 wegen Nichterteilung eines
Wandergewerbeſcheines. 2. Beſchwerde des Max Heumann zu
Heppen=
heim gegen den Beſchluß des Kreisausſchuſſes Heppenheim vom 27. Okt.
1925 wegen Unterbringung in das Arbeitshaus Dieburg. 3. Geſuch des
Friedrich Kaißling zu Darmſtadt um Erteilung der Erlaubnis zum
Be=
trieb einer Schankwirtſchaft mit Branntweinausſchank im Hauſe
Bis=
marsſtraße 125. 4. Geſuch des Friedrich Ehret zu Bensheim um
Er=
teilung der Erlaubnis zum Ausſchank von Wein und Branntwein in
ſeiner Kaffeewirtſchaft Hauptſtraße 7. 5. Geſuch des Adam Schott zu
Offenbach a. M. um Ertei ung der Erlaubnis zum Betrieb einer
Schank=
wirtſchaft mit Branntweinausſchank im Hauſe Feldſtraße 109. 6. Geſuch
des Rudolf Delaitotti zu Offenbach a. M. um Erteilung der Erlaubnis
zum Betrieb einer Kaffeewirtſchaft ohne Branntweinausſchank im
Haufe Waldſtraße 26.
— Unglücksfälle. Geſtern vormittag erlitt im Herrngarten eine
ältere Frau einen Nervenzuſammenbruch. Sie wurde von der Städtiſchen
Rettungswache nach ihrer Wohnung verbracht. — Geſtern, gegen 3 Uhr
nachmittags, kam ein Arbeiter in der Ziegelei Delp mit der rechten Hand
in eine Walze, die ihm beinahe die ganze Hand abquetſchte. In
ſchwer=
verletztem Zuſtande wurde der Verunglückte von der Rettungswache nach
dem Stadtkrankenhaus gebracht.
Abſchluß der Reichstagung des
Bühnen=
volksbundes zu Mainz.
Mit einer Rheinfahrt nach St. Goar und zurück fand die
Reichs=
tagung des Bühnenvolksbundes am Dienstag ihren ebenſo ſchönen wie
würdigen Abſchluß. Von herrlichem Wetter begünſtigt fuhren die etwa
700 Teilnehmer, von allen vorbeikommenden Schiffen und allen
Ort=
ſchaften ſtürmiſch begrüßt, durch die lachenden Gefilde der
Rheinland=
ſchaft. Beim Paſſieren der Lorcher Inſeln wurde noch einmal
auf die einzigartige Zweckmäßigkeit und Schönheit dieſer Stätte für ein
Reichsehrenmal hingewieſen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß
der Plan der Toten=Inſel im Rhein doch noch Verwirklichung fände.
Bei der Rückfahrt von St. Goar drehte das Schiff in Bingen bei, wo ſich
die Teilnehmer auf den Nochusberg begaben. Hier führte die St. Jürg=
Spielſchar=München das „Ueberlinger Münſterſpiel”
auf. Die Freilichtaufführung hinterließ einen ſehr tiefen, ergreifenden
Eindruck bei allen denen, die das Glück hatten, ihr beizuwohnen. Abends
ging es dann, nachdem noch ein zweiter Dampfer von Mainz gekommen
war, gemeinſam zurück. Ueberall waren die Ufer feſtlich beleuchtet. Von
allen Orten ſtiegen Leuchtraketen zum Himmel empor. Seit demn Kriege
war eine derartige Beleuchtung der Rheinufer von Bingen bis Mainz
nicht mehr zu ſehen. Die pyrotechniſchen Darbietungen erreichten in
Mainz ihren Höhepunkt. Um 11 Uhr legten hier die Dampfer wieder
an, von einer vielhundertköpfigen Menge erwartet. Ein ſchöneres
Finale für die Reichstagung des Bühnenvolksbundes unter Deviſe:
„Eine Schau deutſcher Kultur am deutſchen Rhein” hätte es wirklich
kaum geben können.
Kunſinofizen.
Ueder Werte, Künſher und fünffleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſtebenden Erwdbnung
geſchleht, bebält ſich die Redakion ihr Urtell vor
— Reſidenz=Theater. Die Wogen der ruſſiſchen Revolution
durchbrauſen den neuen Ufafilm „Die Prinzeſſin und der Geiger”, der
im Reſidenz=Theater zur Aufführung gelangt. Mitten in der Brandung
der politiſchen Leidenſchaften, die das Leben einer großen Nation
um=
wälzen, treffen ſich zwei Menſchenkinder, die durch geſellſchaftliche
Vor=
urteile und Lebensanſchauungen getrennt, ſich bis dahin nicht finden
konnten. Die erſtklaſſige deutſche Beſetzung (Walter Rille, Martin
Hertz=
berg, Jane Novak, Roſe Valletti, Bernhard Goetzke, Fritz Alberti und
viele andere) erzielten den gewünſchten Publikumserfolg. — Der im
Beiprogramm laufende deutſche Film: „Der Herr Generaldivektor”
zeichnet ſich ebenfalls durch ſeine auserleſene Beſetzung aus. Namen von
Auf wie: Albert Baſſermann, Alexandra Sorina, Hanna Ralph, Max
Grünberg, von Winterſtein, Alfred Abel. Wilhelm Diegelmann,
Fer=
dinand von Alten, in einem Werke vereinigt, tragen dazu bei, den Erfolg
eines Filmes zu ſichern.
— Union=Theater. „Der Prinz und die Tänzerin‟. Die
Bombenrolle des Films iſt der charmanten Luzie Doraine anvertraut.
Man kennt ihre Art aus vielen Filmen, in denen ſie als Dame von Welt
durch Schönheit und Luxus wirken kann. Sie iſt diesmal, namentlich
im Rahmen der Bauten von Kurt Richter, verführeriſcher denn je. Ihr
Spiel iſt ausdrucksvoll und echt, die Szenen nervöſer Gehetztheit und
ſtummen Duldens ſind beſonders eindringlich. Willy Fritſch (der Prinz)
erweiſt ſich immer mehr als „der jugendliche Liebhaber” des deutſchen
Films: er hat jenen natürlichen Charme, jene Unaufdringlichkeit der
Geſten und Bewegungen, wie wir ſie ſonſt nur bei den jungen
amerika=
niſchen Schauſpielern finden. In ein paar amüſanten Hofchargen
zeich=
nen ſich Albert Paulig und Hermann Picha beſonders aus. — Heinrich
Gärtners außerordentliche Photographie verdient hohes Lob. — Das
Beiprogramm wird durch ein Harold=Lloyd=Luſtſpiel und eine
Natur=
aufnahme aus Lappland ergänzt.
Aas den Parteien.
— Deutſche Volkspartei Darmſtadt. Wir bitten unſere
Mitglieder und Freunde, mit ihrer Anmeldung für den
Familien=
ausflug nach Auerbach am Sonntag, den 19. September, auf keinen Fall
bis zur letzten Stunde zu warten. Nähere Einzelheiten über dieſe
Ver=
anſtaltung auf dem Auerbacher Schloß ſind ja bereits durch die Preſſe
bekannt gegeben worden. Wenn nicht ſpäteſtens am Freitag
vor=
mittag die erforderliche Mindeſtzahl von Fahrtteilnehmern erreicht
iſt, wird es uns leider unmöglich ſein, den vorgeſehen
Sonder=
zug zu beſtellen. Die Abfahrt ab Darmſtadt ſoll am Sonntag bereits
gegen 1½ Uhr erfolgen. Anmeldungen ſür den Ausflug ſind an die
Parteigeſchäftsſtelle, Darmſtadt, Rheinſtr. 22 (Fernruf 1304), zu richten.
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Gebacken mit Dr. Oetker’s Backpulver „Backin‟, Dr. Oetker’s feinem Stärkepuder „Gustin”
und Dr. Oetker’s „Vanillin-Zucker”.
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1ſa Pfund Butter, ungesalz. oder gewaschen, 1ſ9 Pfund
Zucker, 4 Eier, 1½. Pfund feinstes Weisenmehl, 14 Pfund
Dr. Oeiker’s feiner Stärkepuder „Qustin” 1
Tee=
löffel Dr. Oetker’s Vanilliu-Zucker, 1 Teelöffel Dr.
Oeiker’s Backpulver „Backin”.
Zubereitung: Die Butter wird etwas erwärmt und schaumig gerührt.
Dann gibt man allmählich Zucker und den Vanillin-Zucker hinzu.
Hier-
auf 1 Ei und ctwas Mehl, das vorher mit Qustin und dem Backin
gemischt wurde, Ist dies gut verrührt, wieder 1 Ei und etwas
Mchl-
mischung, bis die Eier und die Mischung verbraucht sind. Die Masse
wird in eine mit Butter ausgestrichene Form gegeben und bei mittlerer
Hitze rund eine Stunde gebacken. Sandtorte hält sich lange Zeit
frisch und ist ein beliebtes Gebäck zum Tee und Wein.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 6
*Amtsgericht I.
1. Ein in Mannheim wohnhafter Schriftſteller und Gläubiger des
Zeitungsverlegers Knoll in Traiſa über deſſen Vermögen bekanntlich
Konkurs eröffnet war, der aber Mangels Maſſe eingeſtellt wurde, iſt
angeklagt, Anfang April d3. Js. im „Schützenhofe” hier wider beſſeres
Wiſſen in bezug auf einen hieſigen Rechtsanwalt und Notar geäußert
zu haben, dieſer habe einen Uebereignungsvertrag, der zwiſchen einem
Gläubiger und früheren Teilhaber, Kober u. Knoll, geſchloſſen war, um
6 Monate vordatiert und habe ſich dafür 700 Mk. geben laſſen. Der
genaue Wortlaut der Aeußerung wurde dem im Lokal damals
an=
weſenden Beleidigten ſpäter hinterbracht. Der Angeklagte beſtreitet, eine
Aeußerung getan zu haben, wie ſie die Anklage enthält; er will
lediglich geſagt haben, es werde dem Anwalt nicht angenehm
ſein, wenn (was beabſichtigt war) die Verträge angefochten werden.
Die Verteidigung greift die Glaubwürdigkeit der gegen den
An=
geklagten aufgetretenen und ihn ſtark belaſtenden Zeugen an und
ſtellt in dieſer Richtung neue Beweisanträge. Die Sache wird vertagt,
neuer Termin von Amts wegen anberaumt.
2. Am 16. Juni 1926, als die Wogen betreffend die
Fürſtenabfin=
dung höher gingen, war an der Plakattafel am Landtagsgebäude der
Aufruf des Reichspräfdenten angeklebt. Dieſes Plakat wurde durch
einen kleinen Zettel überklebt, der von Berlin bezogen, lautete: „Nehmt
den Fürſten, was dem Volke iſt‟. Darin wird ſeitens der
Anklage=
behörde das Delikt „grober Unfug” erblickt. Anderer Anſicht iſt der
Gerichtsvorſitzende. Er verurteilt den Angeklagten G. Böhm zu 3 Mk.
Geldſtrafe wegen Zuwiderhandlung gegen das heſſiſche Preſſegeſetz
vom 1. Auguſt 1862, nach deſſen Artikel 48 Druckſchriften nur mit
Er=
laubnis der Polizeibehörden angeſchlagen werden dürfen.
* Bezirksſchöffengericht. Unter der Anklage des Betrugs ſteht ein
hieſiger Kaufmann, Sohn eines Beamten; er iſt ſeit 30. Juni 1926 in
Unterſuchungshaft. Aus ſeinem Lebenslaufe ſei bemerkt, daß er das
Gymnaſium beſucht, die Maturitätsprüfung beſtand, ſodann
Rechts=
wiſſenſchaft auf einer Nachbaruniverſität ſtudierte, wie er ſagte, ohne
In=
tereſſe für dieſes Fach, auf Wunſch des Vaters. Seiner Neigung nach
wollte er zur Reichswehr gehen oder den Kaufmannsberuf ergreifen.
Der Angeklagte war von der Sucht befallen, raſch zu Geld zu kommen,
und ſo verfiel er auf Spekulations= und Schiebergeſchäfte. Die Anklage
legt ihm zur Laſt, im April und Mai 1926 hier und in Frankfurt a. M.
durch falſche Angaben, über Familien= und Vermögensverhältniſſe ſich
Fahrräder verſchafft zu haben. Er iſt im weſentlichen geſtändig. Die
pſychiatriſche Unterſuchung ließ Störungen und Ausfälle nicht erkennen,
die die Anwendung des 8 51 St.G.B. rechtfertigen könnten. Der
Straf=
antrag geht auf 10 Monate Gefängnis. Das Urreil lautet auf
6 Monate, unter Anrechnung von 7 Wochen
Unter=
ſuchungshaft. Es wird anerkannt.
* Fall Meon. Zur nochmaligen Verhandlung vor dem
Schwur=
gericht Mainz ſind, wie wir hören, der 12. Oktober und folgende
Tage in Ausſicht genommen.
Für Rußland=Reiſende. Ein Einzelfall gibt Veranlaſſung,
darauf aufmerkſam zu machen, daß in der U. d. S. S. R. vielfach
Ver=
bote des Photographierens beſtehen. Rußlandreiſende, die
photo=
graphiſche Aufnahmen zu machen wünſchen, werden daher gut daran
tun, ſich eingehend über den Umfang dieſer Verbote in dem Gebiete,
das ſie aufſuchen oder durchreiſen wollen, zu unterrichten und ſich
nötigenfalls einen Ausweis der zuſtändigen Stelle zu verſchaffen,
andern=
falls laufen ſie Gefahr, ſich großen Unannehmlichkeiten auszuſetzen.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie. Nach
New York: Dampfer Reliance ab Hamburg am 20. 9., ab Cuxhaven
am 21. 9., D. Hamburg ab Hamburg am 23. 9, ab Cuxhaven am 94. 9.,
D. Weſtphalia ab Hamburg am 29. 9., D. Reſolute ab Hamburg am
4. 10., ab Cuxhaven am 5. 10., D. Albert Ballin ab Hamburg am 7. 10.,
ab Cuxhaven am 8. 10., D. Thuringia ab Hamburg am 13. 10., D.
Reliance ab Hamburg am 18. 10., ab Cuxhaven am 19. 10. — Nach
Boſton: D. Weſtphalia ab Hamburg am 2. 9., D. Thuringia ab
Hamburg am 13. 10. — Nach Philadelphia, Baltimore,
Norfolk: Ein Dampfer am 1. 10. — Nach der Weſtküſte
Nord=
amerika: M.S. Seekonk am 25. 9., M.S. Iſis am 9. 10. — Nach der
Oſtküſte Südamerika: D. Granada am 25. 9., D. Württemberg
am 9. 10. D. Niederwald am 13. 10., D. Frankenwald am 20 10 —
Nach der Weſtküſte Südamerika: D. Itauri am 18. 9., D. Alrich
am 24. 9., D. Emden am 29. 9., D. Sachſenwald am 8. 10., D. Ansgir
am 9. 10. — Nach Mexiko: D. Schleswig=Holſtein am 21. 9., D. Rio
Pamco am 30. 9., D. Amaſſia am 9. 10., D. Holſatic am 19. 10., D.
Rio Bravo am 30. 10. — Nach Cuba: D. Antiochia am 15. 10., D.
Naplia am 15. 11. — Nach Weſtindien: D. Galicia am 25. 9.,
D. Adalia am 6. 10., D. Weſterwald am 16. 10., D. Rugia am 27. 10.,
D. Sebara am 6. 11. — Nach Jamaica, Haiti, Domingo und
Pto. Rico: D. Alexandria am 18. 9., D. Grunewald am 9. 10.,
D. Anatolia am 30. 10. — Nach Oſtaſien: D. Coblenz am 18. 9.,
D. Dardanus am B. 9., D. Preußen am 29. 9., D. Sachſen am 2. 10.,
D. City of Glasgow am 9. 10. — Nach Afrika: D Tanganjika am
9. 10. — Hamburg=Rhein=Linie: Wöchentlich ein Dampfer. Mitgeteilt
durch den Vertreter Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Tageskalender für Donnerstag, den 16. September 1926.
Landestheater: Großes Haus, Anfang 7½ Uhr, Ende nach 10
Uhr, C 1. „Don Giovanni” — Kleines Haus: Keine Vorſtellung.
Arpheum: Keine Vorſtellung. — Schloß=Café: Konzert.
Café Rheingvld; Konzert und Tanz. — Union=, Reſidenz=
Theater, Palaſt Lichtſpiele: Kinovorſtellungen.
Donnerstag, den 16. Septeinber 1926
Aus Heſſen.
Starkenburg.
* Griesheim 14. Sept. Wie man hört, hat ſich Herr Kreisdirektor
Dr. Merck in Gr.=Gerau auf Anfrage in dankenswerter Weiſe bereit
erklärt, das Protektorat über den vom Geſangverein „Sängerbund” im
Juni nächſten Jahres beabſichtigten Geſangswettſtreit anläßlich des
40jährigen Beſtehens des Vereins zu übernehmen.
* Griesheim, 14. Sept. Herr Lehrer Moog von hier iſt auf ſein
Nachſuchen wegen geſchwächter Geſundheit vom 1. Oktober d. J. ab in
den Ruheſtand verſetzt worden.
* Nieder=Ramſtadt, 14. Sept. Gemeinderatsbericht. Der
von der Verwaltung vorgelegte Entwurf der Voranſchläge des Gemeinde=
Elektrizitäts= und Waſſerwerks für 1926 wurde beraten und genehmigt.
— Die verſchiedenen Innenarbeiten in den Neubauten der Gemeinde
wurden nach den eingereichten Preisangeboten an die hieſigen
Hand=
werksleute vergeben, dergeſtalt, daß die Arbeiten zum niedrigſten
An=
gebotseinheitspreis ausgeführt werden müſſen. Bei dieſer Gelegenheit
wird auch beſchloſſen, die notwendigſten Reparaturarbeiten am
Gemeinde=
haus Ecke Schul= und Bahnhofsſtraße ausführen zu laſſen.. Dem
wie=
derholten Anſinnen des Kreisamtes, außer dem bereits errichteten
Wannen= und Brauſebad noch ein Volksſchwimmbad einzurichten, kann
der Gemeinderat nicht ſtattgeben, weil zurzeit die Mittel hierfür
be=
ſchwerlich aufzubringen wären. — Dem Geſuch des Frd. Bayer dahier
um Erteilung der Genehmigung zur Errichtung einer
Schweinezucht=
anſtalt auf ſeinem Gelände am Pfaffenberg wird zugeſtimmt. — Die
Inſtandſetzung der Waldchauſſee bei den Fichten im Gemeindewald wird
beſchloſſen. — Ein Geſuch des Gg. Schuchmann um Herabſetzung der
Miete für ſeine Wohnung in einem Gemeindehauſe wird abſchlägig
be=
ſchieden, weil die betreffende Wohnung zu einem geringeren, als dem
feſtgeſetzten Preiſe nicht abgegeben werden kann. — Die abgehaltene
Grummetgrasverſteigerung hinſichtlich der Grummetgrasernte auf den
Gemeindewieſen wird genehmigt. — Die dem Faſelwärter i. R. Walther
überlaſſene Grasnutzung an der Viehweide ſoll zu 1,50 Mark berechnet
werden. — Bei dieſer Gelegenheit wird beſchloſſen, die bisher in
Selsſt=
benutzung der Gemeinde ſich befindlichen Wieſen wieder zu verpachten,
da die Erntekoſten des Heues und Grummetgraſes in keinem Verhältnis
mehr zu den Ankaufskoſten des Fütters ſtehen. — Einem Bauherren
wird ein Baudarlehen zu den bisher üblichen Bedingungen gewährt. —
Die Beſchlußfaſſung über die Inſtandſetzung der Karlsſtraße wird
aus=
geſetzt, bis ſich die Finanzkommiſſion vergewiſſert hat, inwieweit dieſe
Arbeiten noch im Rahmen des Voranſchlags ausgeführt werden können.
Die Verwaltung wird indeſſen einſtweilen ermächtigt, einen Waggon
Randſteine im Einvernehmen mit der Bauleitung anzuſchaffen. — Den
männlichen Pfleglingen hieſiger Gemeinde in der Provinzialpflegeanſtalt
Eberſtadt wird bis auf Weiteres ein tägliches Taſchengeld von 15 Pfg.
bewilligt. — Den Schluß der Sitzung bildeten Wohlfahrtsſachen.
* Ober=Ramſtadt, 14. Sept. Obwohl ſich die Schuttabladeſtelle nach
wir vor in unmittelbarer Nähe des Sportplatzes am Buchwald befindet
und als ſolche durch aufgeſtellte Tafeln gekennzeichnet iſt, werden Schutt
und Unrat häufig noch auf dem Sportplatz ſelbſt abgelagert und
ent=
ſtehen durch die Wegräumungsarbeiten ſtets erhebliche Koſten. Die
Bürgermeiſterei weiſt daher in einer Bekanntmachung erneut darauf
hin, daß das Ablagern von Schutt auf dem Sportplatz und an ſonſtigen
Ortsausgängen ſtreng verboten iſt. Künftig wird gegen
Zuwider=
handelnde unnachſichtlich Anzeige erhoben werden. Außerdem erfolgt
die Entfernung der Ablagerungen auf ihre Koſten.
* Roßdorf, 15. Sept. Die Maul= und Klauenſeuche in unſerem
Dorfe iſt wieder erloſchen. Die Sperrmaßnahmen wurden aufgehoben.
r. Babenhauſen, 14. Sept. Die hieſige Ortsgruppe der Deutſchen
Bau= und Siedelungsgemeinſchaft hatte am Sonntag nachmittag zu einem
Redner war Herr Bürgermeiſter Dehmer=Hainſtadt a. M. Nach
kurzer Begrüßung durch den 1. Vorſitzenden, Herrn Perſchbacher, der
mitteilte, daß zurzeit ungefähr 40 Mitglieder der Ortsgruppe angehören,
ſprach in etwa zweiſtündiger Rede der Vortragende über den Zweck und
die Ziele der Deutſchen Bau= und Siedelungsgemeinſchaft. Ausgehend
von dem Motto: „Durch Arbeit und Not — zu Wohnung und Brot”
ſchilderte er in ſehr volkstümlichen Worten die produktive Arbeit der
Ge=
noſſenſchaft, die im vorigen Jahre von 8 Mitgliedern gegründet wurde
und am 1. September d. J. ſchon den erfreulichen Mitgliederſtand von
14 000 erreicht habe. Der Wohnungsbau ſei intenſiv mit unſerer
Wirt=
ſchaft verbunden, und gerade durch ihn könnten unermeßliche Werte von
der großen Maſſe der Erwerbsloſen in Deutſchland geſchaffen werden.
Der Wohnungsbau mit zinsloſem Gelde ſei kein Märchen, keine Theorie,
ſondern nackte Tat. Innerhalb der kurzen Zeit ihres Beſtehens ſeien
von der Siedelungsgemeinſchaft 240 Häuſer gebaut worden, die durch
dieſes Schaffen mit dazu beigetragen habe, die wirtſchaftliche Not, in
der ſich Stagt und Gemeinden bei 2 Millionen Wohnungsſuchenden
be=
fänden, zu lindern. Leider habe die Gemeinſchaft trotz gut verlaufener
amtlicher Reviſion noch nicht die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch
das heſſiſche Miniſterium gefunden. Durch Erweckung des Sparſinns bei
der Jugend erhebe ſie Anſpruch auf erziehliches Wirken, doch jede Idee
bedürfe der Zeit bis zu ihrer vollen Auswirkung. Sache der
Gemeinde=
verwaltungen wäre es, die ſegenbringende Arbeit der Deutſchen
Bau=
genoſſenſchaft nach Kräften durch zinslos gewährte Darlehen oder ſolche
mit gevingem Zinsfuß zu uterſtützen. Mit den Worten: Schafft
ge=
ſunde Wohnungen, die Tußerkuloſe und Geſchlechtskrankheiten werden
alsdann verſchwinden!” ſchloß Bürgermeiſter Dehmer ſeine mit
gro=
ßem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Eine rege Ausſprache ſprochen werden wird. Zum Schluß wurde Herrn Behne der Dank der
ſchloß ſich an, in der noch manche Frage geklärt wurde.
Nummer 257
— Reinheim i. D., 14. Setzt. Die „Darmſtädter Lichtſpiele” hier
en=
öffnen nach mehpwöchentlicher Pauſe am 18. d. M. die neue Spielzeit
mit einer Anzahl erſtklaſſiger Programme.
* Michelſtadt, 15. Sept. Eine weit über die Grenzen unſeres
Städt=
chens bekannte und beliebte Perſönlichkeit, Herr Drogeriebeſitzer Joſ.
Königs, wurde geſtern vormittag nach einem kurzen, aber
hartnäcki=
gen Leiden aus dem irdiſchen Leben abberufen. Es war ihm leider mur
kurze Zeit vergönnt, ſich im Kreiſe ſeiner Familie der wohlverdienten
Ruhe zu erfreuen, ſollte doch ſein arbeitsreiches und von Erfolg
ge=
kröntes Lebenswerk bereits mit ſeinem 59. Lebensjahre ſeinen Abſchluß
finden. Als junger Menſch von 25 Jahren kam Herr Königs nach
Michelſtadt, das ſeine zweite Heimat wurde, und gründete daſelbſt ein
Geſchäft, das heute als das erſte und größte am Platze anzuſprechen iſt.
Doch nicht mur ſeiner Firma galt ſein Wirken; auch im öffentlichen Leben
ſtellte er ſeine reichen Erfahrungen und Kenntniſſe zur Verfügung, die
durch ſeine Zugehörigkeit zu einer Anzahl von Inſtituten und
Körper=
ſchaften reichlich Verwendung fanden. Ein offener und ſteter Charakter
zeichnete ihn beſonders aus und verſchaffte ihm die große Hochachtung,
welche ihm allgemein entgegengebracht wurde. Durch ſeine weitgehende
Hilfsbereitſchaft, die er allen Freunden und Bekannten, welche ſich in
bedrängter Lage befanden, zuteil werden ließ und hierbei ſelbſt große
Opfer nicht ſcheute, erfreute er ſich einer ſelten großen Beliebtheit. Groß
iſt der Kreis derer, die trauernd an ſeiner Bahre ſtehen und an dem
ſchweren Verluſte teilnehmen, der die Familie ſo überraſchend betroffen
hat. Die Firma wird durch den Sohn, Herrn Adolf Königs, der bereits
vor einiger Zeit, und zwar nachdem ſich Herr Joſ. Königs aus
Ge=
ſundheitsrückſichten zurückziehen mußte, die Leitung des Geſchifts
über=
nommen hatte, weiter geſührt. Möge es ihm gelingen, das von ſeinem
Vater geſchaffene Lebenswerk in deſſen Sinne fortzuſetzen.
Erbach, 13. Sept. Die für jedermann zugänglichen und
unent=
geltlichen Säuglings= und Kleinkinderberatungsſtunden finden im Monat
September wie folgt ſtatt: in Lützel=Wiebelsbach am erſten Donnerstag
im Monat, mittags 2 Uhr in der Schule; in Michelſtadt am erſten und
dritten Montag in der alten Schule, mittags 3—4 Uhr; in Erbach am
zwveiten und vierten Dienstag im Kreiskrankenhaus, mittags von halb
3 Uhr bis halb 4 Uhr; in Reichelsheim am erſten Freitag im
Nathaus=
ſaal mittags von 1—2 Uhr.
b. Beerfelden, 14. Sept. Die hieſige Ortsgruppe des
Kreisobſt=
bauvereins unternahm am Sonntag nachmittag in Gegenwart des
Herrn Obſtbau=Inſpektors Behne=Darmſt=3t einen Rundgang zwecks
Feſtſtellung von Obſtſorten. Leider mußte infolge des Regens und der
Näſſe auf den Grundſtücken bald Schluß gemacht werden. Man begab
ſich in den „Mohren”, wo zunächſt ein allgemeiner Gedankenaustauſch
ſtattfand über die betrachteten Obſtſorten und über allerlei Fragen vom
Obſtbau. Nachdem Herr Rektor i. R. Schwartz die Anweſenden begrüßt
und der Vorſitzende des Vereins, Herr Kreisbaumwart Dietrich, Herrn
Behne anregte, über die geplante Obſtausſtellung zu ſprechen, ergriff
dieſer das Wort zu längeren Ausführungen. Zunächſt äußerte er ſich
über die Ausſtellung. Nach dem Geſehenen zweifle er nicht daran, daß
genügend Obſt für eine Ausſtellung zuſammenkäme, dieſe müßte aber ein
zutreffendes Bild geben von dem Stand, des Obſtbaues am hieſigen
Platze. Dies ſei aber nicht der Fall infolge der geringen Aepfelernte.
Manche Sorten würden gar nicht vertreten ſein und ſo würde die
Aus=
ſtellung ihren Zweck verfehlen, dieſer beſtünde nämlich darin, die
brauch=
baren Sorten feſtzuſtellen und ihren Anbau zu empfehlen und vor
un=
geeigneten Sorten zu warnen. Die Verſammelten erkannten die Richtige
keit dieſer Darlegungen an, und es wurde beſchloſſen, im kommenden
Jahre einer Ausſtellung näherzutreten. Redner gibt nun bekannt, daß
ein Vortrag geplant war im Anſchluß an die Ausſtellung, daß er aber
doch die Gelegenheit wahrnehmen wolle, über die am meiſten
intereſſie=
dende Frage zu ſprechen, über die Sortenfrage. Die ganze Ren=
Vortrage über Wohnungsbau mit zinsloſem Gelde eingeladen, tabilität des Obſtbaues hängt von dieſer Frage ab. Die Richtigkeit dere
ſelben erkennend, habe die Landwirtſchaftskammer eine Sortenauswahl
geſchaffen für die Provinz Starkenburg; dieſelbe ſei nicht am grünen
Tiſch entſtanden, ſondern ſei der Praxis entſproſſen. Es habe aber
ge=
golten, die 1916 geſchaffene Auswahl zu verbeſſern, denn auch dieſe ſei
dem Wechſel der Zeit unterworfen, manche Sorten zeigen ſich beſſer,
andere kommen in Abgang. So ſei beiſpielsweiſe die Goldparmäne in
Rückgang geraten; auf ſchlechten Böden iſt dieſer Baum in 15 bis 18
Jahren erſchöpft, in einzelnen Lagen iſt dieſe Sorte noch leiſtungsfähig.
Die verſchiedenen Arten von Bohnäpfeln zeigte auch die Verſchiedenheit
der Meinungen unter den Anweſenden, und Redner konnte darauf
hin=
weiſen, wie gerade eine Ausſtellung ſolche Fragen klären könnte. Der
rheiniſche Bohnapfel iſt dem Friedberger Bohnapfel vorzuziehen, de
letzterer weicher und darum wemiger empfehlenswert ſei. Ueber den
Zuccalmaglio gehen die Anſichten auseinander; die Erſtlingsfrüchte ſind
ſchön, ſpäter werden ſie kleiner. Die Kaſſeler Reinette iſt auch nicht
mehr zeitgemäß; pfropft man ſie um, dann muß eine ſtark treibende
Sorte benutzt werden, wie z. B. Jakob Löbel, auch Schöner von Boskoop.
Letztgenannte Sorte kann an erſter Stelle empfohlen werden.
Ueber=
haupt ſind rote und rot angehauchte Früchte am beſten verkäuflich. Für
Höhenlage iſt der Brikenapfel zu empfehlen. Der rote Eiſerapfel iſt gut
verkäuflich, trägt aber ſehr ſpät und wird darum am beſten aufgebfropft;
dasſelbe gilt vom Matapfel. Des weiteren wurde eine größere Anzahl
von Birnenſorten beſprochen, auch empfahl Redner den Anbau von
Mirabellen. Man beſprach noch die Entfernung des dürren Holzes und
dürrer Bäume, auch wurde die Abhaltung eines Kurſus über
Obſtbaum=
pflege durch Herrn Behne angeregt, welchem Wunſch wahrſcheinlich ent=
Verſammlung ausgeſprochen.
2 Die glückliche Geburt
eines kräftigen Jungen
Arnold Weis und Frau
Frieda, geb Axt.
3. Zt. Klinik Dr. Wolf und Dr. Hoffmann.
(*24126)
Für die uns anläßlich unſerer Silbernen
Hochzeit ſo zahlreich dargebrachten
Auf=
merlſamkeiten ſagen wir hiermit
herz=
lichen Dank.
Gg. Martin Nicolay u. Frau.
Roßdorf, September 1926. (24096
Dankſagung.
Für die überaus vielen Beweiſe
herzlichſter Teilnahme, ſowie für die
vielen Kranz= und Blumenſpenden bei
dem Heimgange unſeres lieben
Ent=
ſchlafenen ſagen wir Allen unſeren
herzlichſten Dank. Beſonders danken
wir dem Herrn Pfarrer Weinberg für
die tröſtenden Worte am Grabe, der
Direktion der H. E=A.=G., fernerſeinen
Arbeitskollegen der Werke
Böllenfall=
tor und Eberſtadt, dem Gemeinde und
Staatsarbeiter=Verband und nicht
zu=
letzt der Stammtiſchgeſellſchaft
Reſtau=
ration Roßmann für die
Kranznieder=
legung und den ehrenden Nachruf.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Marg. Pitzer Wtw.
und Kinder.
Darmſtadt, Riegerplatz 13.
(13350
Todes=Anzeige.
Am 15. September hat es Gott
dem Allmächtigen gefallen, meinen
lieben Mann, unſeren guten,
treu=
beſorgten Vater, Schwiegervater,
Großvater, Bruder, Schwager und
Onkel
Herrn
Kaſp. Joſ. Baumgärtner
im Alter von 60 Jahren, verſehen
mit den hl. Sterbeſakramenten,
von ſeinem langen, mit Geduld
ertragenem Leiden zu erlöſen.
Um ſtille Teilnahme bitten
Dietrauernden Hinterbliebenen.
Daderborn, Büdesheim, Dromerheim,
Mannheim, Darmſtadt, Schwanen=
(24163
ſtraße 79.
Die Beerdigung findet Freitag,
den 17. d. Mts., nachmittags 2½Uhr,
vom Portale des Waldfriedhofes
aus ſtatt.
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Es hat dem Herrn gefallen, meinen lieben
Mann, unſeren treuen Vater
d. königl. Oberſtleutnant a. D.
Herrn Wilhelm Lang
Ritter m. Orden
(24153
zu ſich zu rufen.
Johanna Lang, geb. Deloſea
Maria Amalie Lang
Hedwig Lang
Ludwig Lang.
Darmſtadt, den 14. September 1926.
Die Beerdigung ſindet Freitag, 3½ Uhr nachmittags,
auf dem alten Friedhof in Darmſtadt ſtatt.
Dankſagung.
Für die in ſo reichem Maße bewieſene
Teil=
nahme bei dem Heimgang unſeres lieben
Ent=
chlafenen
Reinhold Bräuning,
für die zahlreichen Blumen= und Kranzſpenden,
auch Herrn Pfarrer Goethe und Herrn
Rech=
nungsrat Machwirth für die lieben, troſtreichen
Worte ſage ich im Namen der Hinterbliebenen
auf dieſem Wege unſern aufrichtigen Dank.
Frau Auguſte Bräuning.
Darmſiadt, 14. September 1926 13346
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Donnerstag, den 16. September 1926
Seite 7
*Oer 8. Heſſiſche Kolonnentag des Verbandes
der Heſſiſchen freiwilligen Sanitätskolonnen
vom Roten Kreuz
hatte Bensheim am 11. und 12. September zu ſeinen Verhandlungen
als Kongreßſtadt gewählt. Bereits vom Mittag des Samstag an
tvafen zahlreiche Kolonnen hier ein und bezogen die von der Bürgerſchaft
in gaſtlicher Bereitwilligkeit zur Verfügung geſtellten Quartiere. Von
4 Uhr nachmittags ab hielt der Verbandsvorſtand eine Sitzung im
„Deutſchen Haus” ab; zu gleicher Zeit beſichtigten die übrigen
Mit=
glieder der Tagung die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Um 8 Uhr abends
füllten ſich die weiten Räumlichkeiten des „Deutſchen Haus” von den
Gäſten, Ehrengäſten und ſonſtigen Teilnehmern zu einer
Begrüßungs=
feier und zum Unterhaltungsabend. Mehr als 800 auswärtige
Kolonnen=
mitglieder nahmen an dieſem Tage teil, die einen impoſanten Verlauf
nahm. Die Begrüßungsfeier und den Unterhaltungsabend leitete und
eröffnete der Kolonnenführer der Kolonne Bensheim=Auerbach,
Kame=
rad Lauterbach; er begrüßte die erſchienenen Kolonnenmitglieder und
Gäſte in herzlichſter Weiſe, insbeſondere den Kreisdirektor Reinhart
und den Bürgermeiſter Dr. Angermeier und Blickensderfer, erſterer
von Bensheim, letzterer von Auerbach. Fräulein Dorsheimer=Bensheim
ſprach einen ſinnigen von Ed. Haßloch verfaßten Prolog.
Kreis=
direktor Reinhart dankte für die Einladung und begrüßte die
Er=
ſchienenen namens der Kreisverwaltung und wünſchte den
Verhand=
lungen einen guten Verlauf. Der Muſikverein Bensheim unterſtützte
die Unterhaltungen durch orcheſtrale Darbietungen, während der
Turn=
verein e. V. durch ſeine erſte Riege recht exakte Vorführungen am
Neck und Barren zeigte. Bürgermeiſter Dr. Angermeier begrüßte namens
der Stadtverwaltung die Gäſte und wünſchte ebenfalls einen guten
Verlauf der Tagung; er brachte ein Hoch auf das Rote Kreuz aus. Die
Geſangsabteilung der Mainzer Hauptkolonne brachte einige ſchöne Chöre
zu Gehör, Fräulein Hohendorf=Offenbach trug einige ſinnige Gedichte
mit großer Vollendung vor. Außerdem betätigten ſich noch zwei junge
Damen des Penſionats Echler durch humoriſtiſchen Vortrag und zwei
junge Kameraden durch Wiedergabe eines heimatlichen
Stimmungs=
liedes. „Der Lebensretter” von E. Haßloch, ein im Dialekt geſchriebener
kleiner Einakter verurſachte durch ſeine gut geſpielte Wiedergabe große
Heiterkeit. Der Unterhaltungsabend fand trotz ſchneller Abwicklung erſt
gegen 1 Uhr ſeinen Abſchluß.
Am Sonntag morgen erſcholl von 6 Uhr an Wechen in den Straßen,
Um 8 Uhr ſammelten ſich die Mannſchaften und der Ehrenausſchuß
zum gemeinſamen Zug nach dem Ehrenfriedhof, wo an den Gräbern der
hier Beerdigten eine hehre Feier des Gedächtniſſes ſtattfand. Der
Vor=
ſitzende des Verbands. Hauptmann Lotheißen=Darmſtadt legte namens
des Verbandes einen Kranz mit Schleife nieder, das Gleiche tat der
Kolonnenführer der Sanitätskolonne Bensheim=Auerbach. Muſikaliſch
unterſtützt wurde die ſchöne Feier durch die Geſangsabteilung der
Mainzer Hauptkolonne und durch die Kapelle der hieſigen Feuerwehr.
Oberſtudiendirektor Dr. Ledroit hielt eine tiefempfundene Gedächtnisrede,
wobei er die Pflicht der noch Lebenden, ihr Vaterland in Treue wieder
empor zu bringen, in den Vordergrund ſtellte. An= und Abmarſch
ge=
ſchah in geſchloſſenem Zuge. — Um 9,55 Uhr begann alsdann in den
Sälen des „Deutſchen Haus” die eigentliche Tagung, zu der ſich nach
dem bekanntgegebenen Rapport von insgeſamt 47 Kolonnen des
Frei=
ſtaates Heſſen 44 zu den Verhandlungen durch Vertreter eingefunden
hatten, die mit 52 Stimmen 1587 anweſende Mitglieder vertraten.
Haupt=
mann Lotheißen ffüührte die Verhandlungen. Der Heſſiſche Landesverein
vom Roten Kreuz war durch ſeinen Vorſitzenden, Herrn Geheimrat von
Hahn und den Schatzmeiſter Herrn Reichsbankdirektor Müller vertreten,
welch erſterer nach Eröffnung der Verſammlung die Erſchienenen gleich
dem Verbandsvorſitzenden herzlich willkommen hieß. Ein Gleiches
geſchah durch den Kreisdirektor Reinhart und den Bürgermeiſter Dr.
Angermeier=Bensheim. Die Verſammlung gedenkt des verſtorbenen
verdienſtvollen Vorſtandsmitgliedes Dr. Metternich durch Erheben von
den Sitzen. Geheimer Regierungsrat v. Hahn gibt die vom
Landesver=
ein des Roten Kreuz verliehenen Auszeichnungen bekannt. Es erhielten
derartige Auszeichnungen: a) für 40jährige Dienſtzeit: 1. Kolonne
Darmſtadt, Ehrenkolonnenführer Landzettel; 2. Kolonne Nieder=
Nam=
ſtadt, Kolonnenführer Wambold, b) für 25jährige Dienſtzeit: 1. Kolonne
Darmſtadt, H. Weimar; 2. Kolonne Bad=Nauheim, San.=Rat Dr. med.
Hahn (Kolonnenarzt), Jakob Herr (Ehrenkolonnenführer), H. Stamm,
(Kolonnenführer), Balt. Hillgärtner, Johs. Pfeffer II., K. H.
Steuer=
nagel, E. Genzel, Joh. Peffer III., Gg. Reichwein, Konr. Beutel, Aug.
Stamm, Fr. K. Sprengel, W. Stamm IV., Fr. Kiſſel. 3. Kolonne
Mainz, Jak. K. Körner, H. Schuck. 4. Kolonne Oppenheim, Dr. med.
Stigell (Kolonuenarzt), Schömbs Ph. III. (Kolonnenf.), Ad. Bauer I.
5. Kolonne Worms, Joſ. Zehe. Geheimrat v. Hahn beglückwünſchte
die Ausgezeichneten und erwähnte noch einige andere dienſtliche
An=
gelegenheiten, ſo die Aufnahme weiblicher Mitglieder, für welche
beſondere Beſtimmungen erlaſſen und veröffentlicht worden ſind. Gegen
beſonders von links kommende Angriffe ſei die beſte Abwehr richtige
Aufklärung in allen Kreiſen über das Weſen des Roten Kreuzes und
die hohen idealen Gedanken, die demſelben zugrunde lägen.
Muſter=
hafter Eifer und jederzeitige Hilfsbereitſchaft, diſzipliniertes Verhalten
nach innen und außen müſſe herrſchen, dann könne die gute Sache nicht
untergehen. Es haben ſich eine ganze Reihe neuer Kolonnen gebildet.
Hauptmann Lotheißen dankte für dieſe Ausführungen wie auch für die
gwährten Unterſtützungen. Es folgen verſchiedene Vorträge, ſo ein
folcher von Dr. med. Werner=Mainz, Kolonnenarzt, über „Wundinfektion
und Wundbehandlung im Lichte moderner Forſchung” Kolonnenführer
Metzler Mainz über „Organiſationsvorſchläge in den Kolonnen und
Ver=
bänden”; Kolonnenführer=Stellvertreter Hummel=Darmſtadt berichtet über
die Tagung des Reichsverbands in Dortmund und Gruppenführer
Weber=Darmſtadt über die „Geſolei”=Düſſeldorf. Der Vorſitzende
be=
richtet über die mit der Reichsbahndirektion gepflogenen Verhandlungen
hinſichtlich eines Zuſammenwirkens mit der Reichsbahn bei
Eiſenbahn=
unfällen. Im Nachrichtenblatt kommt demnächſt ein
Muſterüberein=
kommen zum Abdruck, das in dieſer Hinſicht mit der Reichsbahn
ge=
troffen worden iſt. Ein Kamevad von Offenbach gab ſehr lebendige
Mitteilungen über die Ausarbeitung eines Alarmplanes, ein Thema,
zu welchem auch Kamerad König=Darmſtadt ſpricht. Geh. Rat v. Hahn
will vom Heſſiſchen Landesverein aus mit den Reichsbahndirektionen
Frankfurt und Mainz Einleitungsverhandlungen führen. — Anſtelle
des verſtorbenen Dr. Metternich wird auf Antrag einſtimmig Dr. med.
Schlink=Alzey in den Vorſtand als Stellvertreter des Vorſitzenden
ge=
wählt. Die Wahl des nächſten Tagungsortes ruft lebhafte Debatte
hervor; beſtimmt wird endlich Budenheim, notfalls Butzbach. — Ein
An=
trag von Bad Nauheim auf Schaffung von Ehrenzeichen wird nach
Mitteilung des Geh. Rat v. Hahn wohlwollender Prüfung unterworfen
werden, ſoweit es die finanziellen Verhältniſſe geſtatten. Gedacht iſt
dabei an Auszeichnungen füir 10= oder 15jährige Dienſtzeit. Kamerad
Schmidt=Alzey dankt dem Vorſtand des Verbandes und Geh. Rat v.
Hahn für die einſichtvolle Führung der Geſchäfte. Kamerad Koch=Mainz
findet beſondere Anerkennung durch den Vorſitzenden als Lebensretter
und Kamerad Franke=Offenbach ſpricht mit Temperament für eine
Be=
tätigung gegen die Gefahren des Ertrinkens, wobei Offenbach
Vor=
bildliches geleiſtet habe. — Damit ſchloß die Tagung. Eine für den
Nachmittag geplante Uebung der Bensheim=Auerbacher Kolonne am
Güterbahnhof mußte infolge des ſtarken Regens ausfallen. Statt deſſen
verſammelten ſich die Teilnehmer noch in den Räumen des „Deutſchen
Haus” zu gemütlichem Beiſammenſein, das bis zum Abend ausgedehnt
wurde.
* Auerbach, 14. Sept. Ankauf. Die Gemeinde hat den Hof
Mühltal, früher Mühle Ranzenberger, für Sportzwecke angekauft. Schon
längere Zeit wurde ein paſſendes Gelände für Spiel und Sport geſucht,
ohne etwas zu finden. Nun wird dieſe Frage in günſtigſter Weiſe
ge=
löſt, indem das gehaufte Obfekt und die Nähe beim Ort in jeder Hinſicht
dieſen Zwechen entſpricht. Auch der Kaufpreis iſt ein ſehr günſtiger,
Die ſeitherigen Beſitzer waren die Herren Dr. Seige=Bonn und
Haupt=
mann Schramek=Schleſien.
* Bürſtadt, 13. Sept. Gemeinderatsbericht. In der letzten
Gemeinderatsſitzung hatte ſich der Gemeinderat mit verſchiedentlich äußerſt
heiklen Punkten zu befaſſen. Punkt 1 der Tagesordnung, Zulaſſung des
Dentiſten Vetter zur Schulzahnpflege, wurde abgelehnt. Ueber Punkt 2,
Benennung der Ortsſtraßen in dem neuen Bauquartier Wingertsfeld,
wurde äußerſt lebhaft debattiert, ſchließlich einigte man ſich, die einzelnen
Straßen wie folgt zu benennen: die Straße längs des Bahndammes
Dammſtraße, die Straße vom Bahnhof zur Andregsſtraße Bahnhofſtraße,
die Querſtraße Wingertsfeldſtraße. Eine weitere Straße benannte man
Kanalſtraße und zwei kleinere Straßen taufte man Schillerſtraße und
Goetheſtraße. Punkt 3: Ein Ankauf von zirka 300 Setzſteinen wird
ge=
nehmigt. Weiter wurde die Pflaſterung der Friedrichſtraße der Firma
Kern übertragen und zwar pro Quadratmeter zu 1,10 Mark. Die Steine
werden von der Firma Krebs und der Firma Holzherr fe zur Hälfte
ge=
liefert werden. Dacharbeiten des Zementhauſes in der Klaraſtraße
wur=
den auf dem Submiſſionswege vergeben. Es wurden dem Maurermeiſter
Landgraf die Maurerarbeiten für 100 Mark, die Dachdeckerarbeiten den
Unternehmern Gärtner und Gräf für 908 Mark und die Zimmerarbeit
Herrn Mich. Schweikert für 276 Mark zugeſchlagen. Die Kohlenlieferung
der Gemeinde für Schulen uſw. wurde auf dem Submiſſionswege Herrn
Joſ. Bauer übertragen. Ein Antrag der Holzbarackenmieter auf
Zutei=
lung von Gartengelände wurde vorläufig zurückgeſtellt, bis von ſeiten
der Bürgermeiſterei darüber verhandelt iſt. Der Antrag auf
Beſchlag=
nahmung einer leerſtehenden Wohnung in der Mainſtraße für eine
Krie=
gerwitwe mit 5 Kindern wurde abgelehnt. Der Einführung der
Wert=
zuwachsſteuer wurde zugeſtimmt, und zwar ſoll dieſe Steuer vom Tage
des Beſchluſſes an erhoben werden. Das Wieſengelände am weſtlichen
Ende der Bonifatiusſtraße wurde Herrn Gg. Franz 3. pro
Quadrat=
meter zu 50 Pfg. verkauft.
r. Rüfſelsheim, 15. Sept. Die von der Baugenoſſenſchaft
in der Opelkolonie errichteten neuen Häuſer mit 24 Zwei= und
Dreizim=
merwohnungen werden zurzeit bezogen. Soweit die Gebäude nicht in
das Eigentum der Mitglieder der Baugenoſſenſchaft übergegangen
ſind, werde die Wohnungen vermietet. Die Monatsmiete für eine
Zwei=
zimmerwohnung beträgt 36 Mark, für eine Dreizimmerwohnung
42 Mark. — Des Raubüberfalls, begangen auf der Landſtraße
nach Groß=Gerau an einem hieſigen Speditionsfuhrmann, dringend
verdächtig ſind drei fremde junge Burſchen, welche einige Tage in
Rüſſelsheim arbeiteten und ſeit dem Raubüberfall verſchwunden ſind.
Da die Perſonalien der Verdächtigen bekannt ſind, iſt gegen ſie ein
Fahndungsſchreiben erlaſſen worden. — Eine größere Geſellſchaft
machte eine Tonr in den Wald, wo ſie raſteten. Ein Mädchen aus Mainz,
welches der Meinung war, daß der vorher benutzte Spirituskocher
aus=
gehrannt ſei, wollte Spiritus nachfüllen. In dem Moment ſchlug eine
mächtige Flamme empor und die Spiritusflaſche
explo=
dierte. Dabei zogen ſich mehrere Leute zum Teil ſtarke
Brandwun=
den zu, ſo daß ſie ärztliche Hilfe in Anſpruch nehmen mußten.
r. Kelſterbach, 15. Sept. Der ſeit vier Wochen vermißt geweſene
Schloſſerlehrling Heinrich Siegwalt iſt in ſein Elternhaus
zurück=
gekehrt. Das Fahndungsſchreiben wurde zurückgenommen.
r. Kelſterbach, 14. Sept. Die hieſige Gemeinde hat mit den Main=
Kraftwerken in Höchſt einen bis 1960 laufenden Vertrag auf Lieferung
von elektriſchem Strom abgeſchloſſen. Die Gemeinde hat ſich das Recht
vorbehalten, im Falle einer Neuerung im Beleuchtungsweſen von dem
Vertrag zurückzutreten oder einen neuen Vertrag abzuſchließen.
Rheinheſſen.
* Worms, 15. Sept. Wormſer Dom. Die
Wiederherſtellungs=
arbeiten an dem altehrwürdigen Dome, dieſem herrlichen Baudenkmal
romaniſcher Kunſt, verurſachen der Probſtei und dem Kirchenvorſtande
große Sorgen, da Mittel für die Fortſetzung dieſer Arbeiten nur in
geſchränktem Maße zur Verfügung ſtehen. Es erſcheint nun demnächſt
eine Werbeſchrift mit reichlichem textlichen und bildlichen Inhalte,
heraus=
gegeben unter der Mitarbeit namhafter Wormſer Geſchichtskenner und
Künſtler, die zur Beſchaffung weiterer Mittel für die Fortſetzung dieſer
Wiederherſtellungsarbeiten anregen ſoll. Dieſe Werbeſchrift wird in
einer Auflage von 15—25 00 Stück erſcheinen und ſoll zum Preiſe von
15 Pfg. verkauft werden. Ihr Vertrieb erfolgt in Heſſen, vor allem in
deſſen ſüdlichem Teile, ſowie im nördlichen Baden. Der geſamte Erlös
aus dem Verkauf der Werbeſchrift, ſowie der Reinertrag aus den
Inſe=
raten wird reſtlos der Dombaukaſſe zufließen.
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M. Oppenheim, 15. Sept. Vom Schickſal verfolgt. Eine
hieſige Familie ſcheint vom Schickſal verfolgt zu werden. Vor etwa zehn
Jahren wurde der Vater blind und iſt ſeit etwa zwei Jahren bettlägerig.
Die Frau erlitt jetzt einen Schlaganfall. Der Sohn der Familie iſt im
Kriege gefallen.
M. Bingen, 15. Sept. Rohling. In Laubenheim (Nahe) hat ein
funger Mann, der ſtark angetrunken war, „aus Spaß” mit einer leeren
Weinflaſche nach einem vorbeifahrenden Auto geworfen. Der Beſitzer
und ſeine Ehefrau wurden durch die Glasſplitter, da die Scheibe am
Führerplatz in Trümmer gegangen war, recht erheblich im Geſicht
ver=
letzt. Das Auto hielt ſofort an und der Rohling wurde von dem
Pu=
blikum, das in dieſem Falle für die Autofahrer Partei ergriffen hatte,
feſtgehalten und der Polizei übergeben. Im Krankenhaus in Bingem
wurden den Verletzten die Glasſplitter aus dem Geſicht entfernt, und es
iſt als ein Glück zu bezeichnen, daß kein Auge verletzt wurde, zumal die
einzelnen Glasſplitter direkt in den Augenlidern ſteckten.
Oberheſſen.
* Aus der Wetterau, 14. Sept. Für den am 21. Auguſt 1841 in
dem Dorfe Klein=Karben a. d. Nidda geborenen Wetterauer
Mundartdichter Peter Geibel ſoll am 17. Oktober am
Ge=
burtshauſe eine Gedenktafel eingeweiht werden. Das Haus
be=
findet ſich in der Nähe der Kirche und iſt heute von dem Händler
Heil=
mann bewohnt. In dieſem Hauſe wurde Peter Geibel als Sohn eines
kleinen Bauern geboren. Der Plan zur Errichtung der Gedenktafel geht
von dem Vogelsberger Höhenklub aus, der im Verein mit dem
Taunus=
klub die Sache ausführen wird. Ein Ausſchuß iſt gebildet, dem die
Zweigvereine des V.H.C. aus Okarben, Friedberg, Vilbel und Butzbach
und die V.H.C.=Brüder Reichstagsabg. Prof. Dr. Werner=Gießen,
Scheid=Okarben, Kaufmann Schwarz=Vilbel und Lehrer Weidenhaus=
Friedberg angehören.
* Gießen, 15. Sept. Die Gartenbau= und Elektrizitäts=Ausſtellung
in der Volkshalle bildet einen Hauptanziehungspunkt für die Bewohner
unſever Stadt und der Umgebung. Bis jetzt iſt die Ausſtellung von
bereits über 12000 Perſonen beſucht worden. Die Zahl der Beſucher
betrug am vorigen Sonntag 5500 Perſonen. Dazu kommen noch die
zahlreichen Volksſchulen und höheren Schulen, die ſeit Montag täglich
zur Beſichtigung der Ausſtellung eintreffen. Ein beſonders ſchönes Bild
zeigen die Straßen unſerer Stadt durch die prächtige Ausſchmückung
der Schaufenſter und Läden. Vorgeſtern abend hielt Univerſitäts=
Gar=
teninſpektor Rehnelt einen Lichtbildervortrag „Die Kultur der Topf=
Pflanzen und ihre Behandlung im Zimmer”.
* Klein=Linden, 14. Sept. Wie vorſichtig die Eltern mit der
Aufbe=
wahrung von Streichhölzern verfahren müſſen, zeigt folgender Vorfall.
Ein ſechsjähriger Junge hatte ſich zu Haus in Abweſenheit der Eltern
Feuerzeug angeeignet, um nun ein Feuerchen zu machen. Hinter einer
Scheune fand er Stroh, das von der Dreſcharbeit liegen geblieben war
und einige Reiſer. Schon zündete er das Streichholz an und das
Stroh begann zu brennen, als zum Glück mehrere ältere Schuljungen
vorbeikamen. Sie löſchten ſofort das Feuer und nahmen dem Kind
die Streichhölzer weg, ſo wurde ein großes Brandunglück verhütet, denn
die Scheune, welche mit Stroh und Heu gefüllt iſt, hängt mit noch 5
Bauernhofreiten zuſammen. — Als neuer Gemeinderechner
wurde der Militäranwärter Wilhelm Germer in ſein Amt eingeführt.
Der bisherige Gemeinderechner Johannes Germer hat das Amt 26
Jahre inne gehabt.
* Wieſeck, 14. Sept. Ein langwieriger Streit, der die Gerichte
wie=
derholt beſchäftigt hat, herrſcht zwiſchen der Kirchengemeinde und der
bürgerlichen Gemeinde wegen der Unterhaltung der Kirche und des
Pfarrhauſes. Um nun eine Einigung der beiden Parteien zu erzielen,
hat das Landeskirchenamt vorgeſchlagen, die bürgerliche Gemeinde möge
1000 Mark entrichten und die Koſten des Prozeſſes tragen. Im letzten
Termin war die Gemeinde Wieſeck zur Inſtandhaltung der Kirche und
des Pfarrhauſes verurteilt worden, Kirche und Pfarrhaus ſind
Eigen=
tum der Kirchengemeinde.
* Gedern, 14. Sept. Das Kurgtorium und die Elternverſammlung
der Hofkaplaneiſchule (private Lehranſtalt mit Real= und Gymnaſial=
Lehrplan bis Unterſekunda einſchließlich) beſchloß die Ueberleitung der
Schule auf die Stadt Gedern. Der Gemeinderat hatte ſchon
vergan=
genes Jahr die Uebernahme der Anſtalt erſtrebt. Damals konnte eine
Uebernahme ſeitens der Stadt wegen langwieriger Verhandlungen nicht
zuſtande kommen. Gerade in letzter Zeit ſtanden Notizen in heſſiſchen
Zeitungen, aus denen zu erſehen war, daß manche Gemeinden nicht
ge=
willt ſind, fernerhin die Zuſchüſſe zu den ſtaatlichen höheren
Lehranſtal=
ten zu leiſten. Um ſo mehr iſt es deshalb zu begrüßen, daß die Stadt
Gedern gewillt iſt, dieſes Opfer zu bringen, um ſich und der Umgegend
eine höhere Lehranſtalt zu erhalten.
* Ettingshauſen b. Grünberg, 13. Sept. Unſere großen
Baſalt=
ſteinbrüche arbeiten gegenwärtig mit Hochbetrieb. Eine Feldbahn
befördert ſtändig die Steine aus den etwas abgelegenen Brüchen zum
Bahnhof, wo täglich zahlreiche Waggons mit der Butzbach-Licher
Eiſen=
bahn Abgang finden. Die hieſige Baſaltinduſtrie bietet daher zahlreichen
Einwohnern eine lohnende Beſchäftigung.
* Grünberg, 14. Sept. Mit dem Erweiterungsbau zur
hieſigen Oberrealſchule beſchäftigte ſich der Gemeinderat im
Beiſein des Regierungsbaumeiſters Schneider aus Gießen. Dieſer teilte
mit, daß für die Oberrealſchule als weitere Räume erforderlich ſeien:
3 Klaſſenzimmer, 1 Phyſikſaal, 1 Zeichenſaal, ein Singſaal, und ein
Lehrerzimmer. Der Gemeinderat erkannte die Notwendigkeit des
An=
baues an und übertrug dem Kreisbauamt die Vorarbeiten zu dem Bau.
Er ſoll Anfang Oktober begonnen und bis Ende November im Rohbau
vollendet werden.
* Lauterbach, 13. Sept. Die Einweihung der Kriegergedenkſtätte
auf dem Friedhofe fand geſtern unter außerordentlich ſtarker Beteiligung
der Bürgerſchaft, der Vereine, der Schulen und Behöden ſtatt.
Vormit=
tags wurde ein Gedächtnisgottesdienſt für die Gefallenen unter
Mitwir=
kung des Kirchengeſangvereins und des Muſikvereins abgehalten.
Mit=
tags bewegte ſich ein Feſtzug zum Friedhofe. Der Vorſitzende des
Denk=
malausſchuſſes, Bürgermeiſter Walz, hielt die Begrüßungsanſprache.
Der Männergeſangverein „Liederkranz” trug das Soldatenlied vor „Die
Sonne ſank im Weſten‟. Der Erbauer der Gedächtnishalle,
Regierungs=
baurat Pfeiffer, gab ſeiner Freude über das Gelingen des Denkmals
Ausdruck und übergab den Schlüſſel der Halle. Dekan Schlöſſer hielt die
tiefempfundene Weiherede, in der er beſonders die Pflichttreue der
ge=
fallenen Söhne Lauterbachs feierte. Die Uebernahme des Denkmals in
den Schutz der Stadt erfolgte durch Bürgermeiſter Walz. Darauf ſpielte
der Muſikverein. „Ich hatt’ einen Kameraden”, die Fahnen ſenkten ſich
und anſchließend folgten die Kranzniederlegungen durch die
Stadtverwal=
tung, die Vereine, die Hinterbliebenen. Dann erfolgte die Beſichtigung
der Gedächtnishalle. Sie trägt in ihrem Innern auf ſechs Gedenktafeln
die Namen von 141 Gefallenen, die in dem großen Ringen von 1914—18
ihr Leben für das Vaterland hingegeben haben.
SLEIDNER
seit jcher die begchrte 5 Pfg-Cigarettc.
TÜFUMA
eine anerkannte Höchstleistung in ihrer Preislage.
HrRerfLs
wie vor 30 Jahren so auch heute die Cigarette
der guten Gesellschaft.
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— die Cigarette des anspruchsvollen Herrn.
Die
BATSCHARI KRONE
Ae das unentbehrliche Attribut festlicher Stunden.
TV. 12875
KUrEnrrMät
[ ← ][ ][ → ] Seite 8
Das Geſicht des Weltrekords.
Wenn Sie glauben, das Geſicht des Weltrekords trüge die
verzerrten Züge letzter, ins gräßliche geſteigerter Anſpannung
der Muskeln und Nerven — des geſamten Körpers, dann irren
Sie ſich.
Dieſer Weltrekord, den Peltzer gewann gegen das
Welt=
wunder Nurmi und gegen den Mann, von dem man behauptete,
er wäre Nurmi, wenn es keinen Nurmi gäbe, trug das Geſicht
durchgeiſtigter, ja edler, innerer Sammlung und äußerer
Schön=
heit. Die drei mit faſt übermenſchlicher Schnelligkeit
dahin=
ſauſenden Körper wären in jeder Sekunde und in jeder
Stel=
lung des Marmors oder der Bronze würdig geweſen, die ihre
Haſt gebannt hätte — jeder Augenblick dieſes Rennens, in dem
ein Deutſcher ſiegte, hätte einem Künſtler einen Vorwurf
ge=
geben, wie ihn kein klaſſiſcher Meiſter der alten Griechen ſich
beſſer hätte wünſchen können.
Und was wäre ein in Stein oder Metall erſtarrter
Augen=
blick dieſes olympiſchen Ringens gegen das lebendige Vorbild
ſelbſt? Es war — ganz abgeſehen von allem anderen — ein
unvergleichlicher künſtleriſcher Genuß, das feſte Auftreten des
ſtraff von Muskeln gehaltenen Fußes zu ſehen, der gleich darauf,
nur den Bruchteil einer Sekunde ſpäter, wie gelöſt, leicht und
doch ſicher nach Erfüllung ſeiner Aufgabe rückwärts flog, um
ſo=
fort wieder von neuem dem Körper die Stoßkraft zu geben.
Die Geſichter der drei ſchnellſten Läufer der Welt alle von
gleichmäßigem Ernſt. Und doch gerade hier ſo große
Unter=
ſchiede! Nurmi, deſſen Kopf mit ſeinem fliehendem Schädel ſtets
in ſchneller Bewegung zu ſein ſcheint, mit dem ſcharfen
Aus=
druck deſſen, der die Beſchäftigung kennt, die er ausübt. Die
Aſchenbahn iſt ſein Beruf, und ſo ſicher, wie Nurmi wohl
nie=
mals in geſteigerter Nervoſität einen Fehlſtart macht und zu
früh davonfliegt — mit ſo ſicherer Selbſtverſtändlichkeit läuft er.
Und dann, wenn es zum Kampf kommt um die entſcheidenden
paar Meter, wird das harte Geſicht nur noch einen Grad härter.
Nicht viel anders Wide. — Doch iſt es möglich, daß wir dem
Schweden gar nicht gerecht werden. Für alle, die den Lauf
mit=
erlebten, war Wide wohl ein achtenswerter und zu fürchtender
Gegner unſeres deutſchen Meiſters, aber er trat doch zurück
hinter dem beängſtigend faſzinierenden Ruhm des Finnen, der die
Geiſter ſo in ſeinen Bann ſchlug, daß, als er zum Start in der
Bahn erſchien, nur ein faſt beſorgter Applaus — beſorgt um den
großen ſchmächtigen Deutſchen — laut wurde. Nein. Wide werde
auch ich gewiß nicht gerecht, denn in dem Geſicht des Mannes der
als Schwede von den Alands=Inſeln deſertierte, als ſie
Finn=
land zugeſprochen wurden, und der ſo oft im Schatten des
Größeren nicht zur Geltung kam, muß mehr gelegen haben, da
dieſer Größere ja Finnländer war.
Dr. Peltzer jedenfalls trug ein ganz anderes Antlitz. Schon
dieſe Geſtalt, lang, hager und im Lauf faſt losgelöſt von der
Erde, die Nurmi und Wide ſo ſelbſtbewußt und feſt zu treten
wiſſen, faſziniert irgendwie anders. Sein Geſicht iſt
verſchloſ=
ſen. Bleich, und mit nach innen gekehrten Augen, die geſchloſſen
ſcheinen, auch wenn ſie offen ſind, ſieht er eher aus wie ein
ver=
zückter Schwärmer als wie der ſcharf beobachtende Sportsmann,
der, wie er es doch wirklich tat, noch mit heller Zielbewußtheit
hie und da im Lauf eine Probe macht, ob der andere mithält,
ob er ſchon müde iſt, oder ob er noch über zu fürchtende
Re=
ſerven verfügt. Dieſe Nervoſität Peltzers am Start, dies
zwei=
mal vorzeitige Vorſtürzen und dies bewußt die Nerven
be=
ruhigen=ſollende, tänzelnde und übende Zurückgehen zum Start
läßt ihn mit Sicherheit als das innerlich Komplizierteſte dieſer
drei Lauſwunder erkennen. Ob man will oder nicht will, man
ſieht nur den langen, ſchwermütigen Deutſchen, die beiden
an=
deren ſind Staffage. Man fühlt, daß der Stettiner getragen iſt,
Donnerstag, den 16. September 1926
gezogen und gezerrt von einer Idee, die durch einen
konzen=
trierten Willen in Kraft und Schnelligkeit umgeſetzt wird. Wenn
es hieß, dies Rennen ſei das Rennen ſeines Lebens, dann hat
man noch viel mehr Recht, als man gemeinhin glaubt. Denn
wenn Peltzer zu Anfang durch die Zurufe des Publikums nur
geſtört wurde — eine Tatſache übrigens, die die Maſſe auf
ir=
gend eine geheime Weiſe inſtinktiv begriff und die ſie die
gan=
zen erſten Runden ſchweigen ließ — am Schluß waren es die
tobenden Zurufe der wohl 25 000 Deutſchen, die Peltzers Schritte
beflügelten. Die Maſſe Publikum hatte begriffen, daß es um
eine dutſche Sache ging, die in Sekungen entſchieden werden
mußte, und deshalb ſpitzte ſich die ſuggeſtive Kraft dieſer Maſſe
in dieſen kurzen Augenblicken ſo aufpeitſchend zu, daß Peltzer,
der ſelbſt zugibt, allein, z. B. im Training, nichts beſonderes zu
leiſten, an dem Finnen und dem Schweden vorbei getragen
wurde und geſchloſſenen Auges durchs Ziel flog.
Dieſe Kraftwerdung der Idee iſt allein möglich durch die
Perſönlichkeit Dr. Peltzers, der eigener Ehrgeiz völlig fremd zu
ſein ſcheint. Dieſes Sichwehren nach vollendetem Sieg gegen die
erſten auſtürmenden Gratulationen, dies Abſchütteln der
Ova=
tionen war zu inſtinktiv, um nicht im Tiefſten charaktermäßig
begründet zu ſein. Dr. Peltzer hat ein amerikaniſches Angebot,
das ihm mühelos ein Vermögen eingebracht hätte, abgelehnt.
Wer hätte ihm die Annahme übel nehmen können? Etwa die,
die ſeinen Siegen Pokale oder Suppentöpfe ſtifteten? Die ihm
den Ruhm und die Ehre lieferten? Nein, die Hoffnung, dem
deutſchen Volk noch Siege erringen zu können, hat ihn das
Vermögen ausſchlagen laſſen. Dieſer Mann mit dem in ſich
ge=
kehrten Geſicht läuft Rekorde für ſein Volk und kann es nur
durch ſein Volk.
Und das deutſche Volk ſollte ihm danken dafür — anders,
greifbarer als durch die Fülle von Pokalen, die er nie im Leben
wird austrinken können, oder als Sportsmann gar dürfen.
Jedenfalls ſind wir ihm Dank ſchuldig, denn er, der jetzt
fried=
liche Schlachten gewinnt, tut damit gewiß ebenſoviel für die
Wiederherſtellung der Achtung vor dem deutſchen Namen in der
Welt, wie nur je ein ehrlicher Politiker, ein tüchtiger Ingenieur
oder ein begnadeter Dichter. Und was das Entſcheidende iſt,
er tuts ja nicht mit der einfachen Kraft ſeiner Muskeln, die ihn
zu Rekordzeiten befähigen, ſondern mit der fanatiſierenden Idee,
die ihn an die Spitze treibt.
H. F.
Geſchäftliches.
Das kürzlich im Selbſtverlag des Heſſiſchen Städtetags erſchienene
Sammelwerk „Heſſiſches Baurecht” füllt eine ſeit langem fühlbar
ge=
weſene Lücke aus. Die Sammlung bringt die Allgemeine Bauordnung
nebſt Ausführungsverordnung in den heute gültigen Faſſungen und
ordnet den Stoff dadurch recht überſichtlich, daß unter jedem Artikel
der Bauordnung die dazu gehörenden Paragraphen der
Ausführungs=
vererdnung abgedruckt ſind. Der ſtattliche Band enthält außerdem den
Wortlaut aller mit dem Heſſiſchen Baurecht zuſammenhängenden
Be=
ſtimmungen und auszugsweiſe die Entſcheidungen des
Oberlandes=
gerichts in Bauſachen. So iſt das von einem Praktiker bearbeitete
Werk für Architekten und Bauunternehmer, für Behörden und
Rechts=
anwälte ein unentbehrliches Hilfsmittel, deſſen Anſchaffung
angelegent=
lichſt empfohlen werden kann.
Blauband wie Butter, die weltbekannte hochwertige Margarine
bedient ſich des Ausdrucks „friſch gekirnt” (Kirnen heißen die Maſchinen,
in denen die gereinigten Fette und Oele mit Friſchmilch zuſammen
ge=
buttert werden), um damit anzudeuten, daß die Friſche, wie übrigens
auch im Falle aller anderen Speiſefette, ein Qualitätsmerkmal von
„Blauband” iſt. Friſch kommt ſie in die Hände des Konſumenten,
friſch ſoll ſie aber auch die Hausfrau erhalten, indem ſie für trockene,
kühle und möglichſt dunkle Aufbewahrung ſorgt. Die Beachtung dieſer
Winke, ſowie ſchließlich ein Nichtzuſammenbringen mit anderen
ſtark=
riechenden Nahrungsmitteln, trägt viel zur Zufriedenheit bei.
Stimmen aus dem Teſerkreiſe.
(är die Bersffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redakfion kelnerie B.
mtwestms; für ſie bleibt auf Grund des 921 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem
Umfans=
der Cnfender verantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, lönnen niöt
zurückgeſandt, die Ablehnung nicht bearündet werden.
Zur Verwaltungsreform.
Wenn ſich die Ausführungen in Ihrem Blatte vom 6. d. M.
beſon=
ders mit den bei den Städten zu euwartenden Reformen befaßten, iſt
es wohl angebracht, auch auf einen ſtaatlichen Verwaltungszweig
hinzu=
weiſen, der ganz beſonders der Reform bedarf: die Finanzämter,
Die Vereinfachung des geſamten Steuergeſchäfts iſt ja längſt gefordert.
aber es wird Mühe und Not koſten und immer wieder darauf
hinge=
wieſen werden wüiſſen, welche enorme Zeit= und Kräftevergeudung das
jetzige Shſtem bedeutet, um endlich auch dort einmal zu durchgreifen,
den Reformen zu gelangen. Ueber die Steuerarten und über die
Ver=
anlagung wurde ſchon hinlänglich geſchrieben. Dabei werden
zweifellos weſentliche Vereinfachungen erzielen laſſen. Aber ſchon mit
der Zuſtellung der Zettel, die gewiß auch vereinfacht werden können.
beginnt die Doppelarbeit, die ſich vielfach noch ſteigert. Wer aber
ſeine Steuern an den Schaltern bezahlt, der kann über die
Einrichtun=
gen nur ſtaunen. Eine zentrale Kaſſeneinrichtung unter Benützung von
Maſchinen, wie ſie viele Städte längſt eingeführt haben modernſtes
Buchhaltungsſyſtem, Verbindung aller Zimmer mit Telephon uſw.
wür=
den ſchon allein einen nicht geringen Vorteil bedeuten. Daß auch, ſo,
weit irgend möglich, mit Buchhaltungs= Schreib= und Rechenmaſchinen
zu arbeiten iſt, ſollte ſich von ſelbſt verſtehen. Weiter müßte mit allen
Mitteln dahin geſtrebt werden, gleichgeartete Aemter in einer Stadt
zu=
zuſammenzulegen und jede Doppelarheit bei Reklamationen, von denen
das liebe Publikum ein Lied ſingen kann, durch größere Selbſtändigkeit
einzelner Stellen auszuſchalten. Unendliche, unnötige Arbeit und
Zeit=
vorluſt koſtet es — nicht nur für die Beamten —, wenn ein zuviel
be=
zahlter Steuerbetrag erſt Monate nach der amtlichen Nichtigſtellung von
der Kaſſe zurückvergütet werden kann. Und Verdruß iſt dabei nicht zu
vermeiden, denn das Publikum, das auf der anderen Seite trotz ſeines
Guthabens durch die Richtigſtellung oder Ermäßigung ſeiner weiteren
Ziele bezahlen muß, kann dieſes Verfahren natürlich nicht verſtehen.
Daß die Ueberweiſungsvorteile, wie ſie vor dem Kriege beſtanden haben,
wieder zu erſtreben ſind, bedarf wohl kaum der Erwähnung. Die
Ban=
ken, die durch die ſtarken Vergrößerungen auch ins bureaukratiſche
Fahr=
waſſer zu geraten ſchienen, haben ſich nach der Inflation mit
bemerkens=
werter Schnelligkeit umgeſtellt und die Betricbe vereinſacht. Was dort
möglich war, müßte im Staatsbetrieb auch gelingen.
Das Gebrüll der Autos bei Tag und Nacht muß man als ein
unver=
meidliches Uebel hinnehmen, das ſich aber mildern ließe, wenn die
Sig=
nale auf weniger tieriſche Laute abgeſtimmt würden. Eine Plage und
eine Gefahr ſind dagegen die Laſtautos geworden. Wenm ein
ſol=
ches Ungetüm, womöglich noch mit Anhänger, ſich durch die Straßen
wälzt, dann zittern die Wände, Betten und Stühle geraten ins
Schwan=
ken und Blumentöpſe und andere Gegenſtände fallen infolge der
Er=
ſchütterung herunter. Niemand entſchädigt die Hausbeſitzer für die
da=
durch bewirkte Entwertung der Wohnungen und etwa entſtehende
Schä=
den an den Häuſern. Ließe es ſich hier nicht, wie in anderen Städten,
ermöglichen, daß der Verkehr mit Laſtautos auf beſtimmte Straßen
be=
ſchränkt bliebe? So könnte z. B. die Neckar= und untere Heidelberger
Straße dadurch entlaſtet werden, daß die Laſtautos die parallel
lau=
fende, unbebaute Straße neben der Anlage benützten. Die Laſtautos
dienen dem geſchäftlichen Verkehr. Geſchäfte aber ſind, bei Tage zu
machen. Man ſollte deshalb das Befahren der Straßen mit Laſtautos
von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens ohne weiteres verbieten. W. 5,
Sind die Fußſteige für Nadfahrer oder für
Fußgänger?
Die üble Angewohnheit der Radfahrer, aus den Toreinfahrten über
den Fußſteig nach der Fahrſtraße zu fahren, anſtatt wie früher das
Fahr=
rad zu führen, kann leicht zu Unfällen Anlaß geben. Beſonders
Kinder und ältere Perſonen werden durch das plötzliche
Ausfah=
ren aus den Toren der Häuſer gefährdet und haben ebentuell außer
der Anvempelung des Radfahrers noch Schimpfworte und Stott zu
befürchten. Es wäre zu wünſchen, wenn dieſer Rückſichtsloſigkeit der
Radfahrer durch polizeiliches Verbot Einhalt getan würde, zudem nanch
mal die Radfahrer auch ſtreckenweiſe den Fußſteig zu ihrem Radfahren
benutzen.
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letzten Einkaufsreise große Lagerposten ganz bedeutend unter regulärem Preis
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ummer 257
Donnerstag, den 16. September 1926
Seite 9
Reic und Huslanv.
Für die „15. Frankfurter Internationale Meſſe‟.
(25. bis 29. September 1926)
vom 24.—30. September im öſtlichen Flügelbau der Feſthalle
(ST. der Republik) eine Poſtanſtalt mit Telegrammannahme,
Fern=
ſ* vermittlungsſtelle und mehreren öffentlichen Sprechſtellen
eingerich=
t— Sie erhält die Bezeichnung „Frankfurt (Main) Meßpoſtamt”.
Poſt=
ſes ngen für die Meſſebeſucher müſſen, ſofern ſie bei dem Meßpoſtamt
„y ſolt werden ſollen, in der Aufſchrift die nähere Bezeichnung „
Frank=
fr Main) Meßpoſtamt, poſtlagernd” tragen, andernfalls müſſen ſie mit
an en Angaben verſehen ſein — Nummer des Meßſtands uſw. —, die
luffinden des Empfängers auf dem Meßgelände ermöglichen. Be=
Frs wird darauf hingewieſen, daß die Aufſchrift „Meßpoſtamt”,
etwa „Meßamt”, lauten muß. Auswärtigen Ausſtellern wird emp=
Fin, Pakete, die ſie zur Einrichtung ihrer Meſſeſtände benötigen, ſo
F:/ eitig aufzuliefern, daß ſie vor Beginn der Meſſe beim Meßpoſtamt
ay egen können. Ueber den ungefähren Zeitpunkt der Auflieferung
gu die Poſtämter am Wohnort des Abſenders Auskunft.
Frankfurter Chronik.
WSN. Die Mißſtände bei der Arbeitszentrale für
Goerbsbeſchränkte. Der Unterſuchungsausſchuß der Stadt=
Drdnetenverſammlung erſtattete in der geſtrigen Plenarſitzung
zu=
r einen Teilbericht; insbeſondere hat er ſich mit Reorganiſations=
Nen nicht beſchäftigt, da er die Vorſchläge des Magiſtrats abwarten
*. Die Debatte ergab, daß man die Arbeitszentrale erhalten will.
Sr iſt aber ein Abbau von 150 Arbeitern und 31 Beamten notwendig,
u gewiſſe Abfindungsſummen gewährt werden ſollen. Der Magi=
F Svertreter erklärte, daß Verhandlungen mit der Hausrat=G. m. b. H.
die Abſtoßung des Möbellagers und mit dem Wohlfahrtsamt
en Uebernahme des Brennholzlagers vor dem Abſchluß ſtänden wo=
56 ein weſentlicher Schritt zur Sanierung getan ſein würde.
Reor=
ſationsvorſchläge würden binnen kurzem unterbreitet werden. Im
ie der Beſprechung erfolgten heftige Angriffe gegen den Magiſtrat,
er nicht dafür geſorgt habe, daß der Betrieb weiter laufe und die
cenden Fehler, z. B. die falſche Kalkulation, beſeitigt würde. Die
räge des Ausſchuſſes, die den Magiſtrat um
Reorganiſationsvor=
ge erſuchten und verlangten, daß bei der Neubeſetzung des Leiters
Zentrale die Stadtverordnetenverſammlung gehört werde, ſowie
Antrag auf Arbeiter= und Beamtenabbau in der obenerwähnten
m, wurden angenommen. — Aufhebung der Frankfurter
ränkeſteuer. Die Stadtverordnetenverſammlung beſchloß in
* heutigen Sitzung die Aufhebung der ſtädtiſchen Getränkeſteuer ab
pril 1927. In der Zeit vom 1. Juli 1926 bis 31. März 1927 ſoll die
ger nicht mehr vom Verkaufs=, ſondern vom Einkaufspreis erhoben
den. — Ablehnung der Marburger Jubiläumsgabe.
räß dem Antrage des Hauptausſchuſſes lehnte das Plenum der
Stadt=
rdnetenverſammlung den Antrag des Magiſtrats, für die
Jubiläums=
abe an die Univerſität Marburg die zweite Rate mit 5000 Mark zu
illigen, wiederum ab.
Großfeuer in Friedrichshagen.
Berlin. In der letzten Nacht brach in der Genoſſenſchaftsbrauerei
Friedrichshagen Feuer aus, das ſich ſchnell auf alle Gebäude und
erräume ausdehnte. Trotzdem in raſcher Folge eine große Anzahl
terwehrzüge von Berlin und den Nachbargemeinden erſchienen, gelang
erſt nach zweiſtündiger Tätigkeit, das Feuer zu lokaliſieren und einige
iten vor vollſtändiger Einäſcherung zu retten. Ein Feuerwehrmann
tt eine Rauchvergiftung. Die Urſache des Brandes iſt noch nicht
feſt=
ellt. Brandſtiftung iſt nicht ausgeſchloſſen.
Urkundenfälſchung einer Arztgattin.
Berlin. Nach dem Fall der Gräfin Bothmer iſt jetzt in Potsdam
en die Gattin des im Jahre 1924 verſtorbenen Arztes Profeſſor Dr.
mabel, geborene Gräfin von Leiningen, wegen ſchwerer
Urkunden=
chung ein Strafverfahren eingeleitet worden. Profeſſor Schnabel,
aus einer jüdiſchen Familie ſtammte, heiratete vor einigen Jahren
Gräfin v. Leiningen. Nach ſeiner Heirat kaufte er ſich ein
Beſitz=
n auf der Planitzinſel bei Potsdam, wo er mit ſeiner Gattin
zurück=
ſogen lebte. Im Dezember 1924 ſtarb Profeſſor Schnabel plötzlich.
r Teſtament war zunächſt nicht aufzufinden. Als im Auftrage der
twe im Robert Koch=Inſtitut die Bücher des Verſtorbenen abgeholt
rden ſollten, fand man in einem der Bücher ein Schriftſtück mit den
orten: „Mein Teſtament!” in dem er ſeine Gattin zur Univerſalerbin
großen Vermögens einſetzte. Die greiſe Wirtſchafterin des
Beſitz=
us gab an, daß Frau Profeſſor Schnabel kurz nach dem Tode ihres
annes bis in die Nachtſtunden Schreibübungen vorgenommen habe.
s Teſtament wurde nunmehr Schriftſachverſtändigen vorgelegt, die die
mdſchrift der Gattin erkannten. Nunmehr legte Frau Profeſſor
Schna=
ein umfaſſendes Geſtändnis ab, das ſie vor dem Potsdamer
Ober=
gen ſie wegen ſchwerer Urkundenfälſchung Anklage erhoben.
Zum Leiferder Attentat.
Belaſtende Ausſagen gegen Walter Weber.
DD. Leipzig. Bei der Kriminalpolizei in Crimmitſchau meldeten Aſſeſſor Brüſer=Berlin einen Kranz am Grabe nieder
zwei junge Leute, die erklärten, ſie ſeien am 10. Auguſt von
Crimmit=
au aus auf die Wanderſchaft gegangen und ſeien auf dem Bahnhof
Helmſtedt mit zwei Fremden bekannt geworden, von denen ſich einer
fagt, er müſſe ſpäteſtens am 23. Auguſt in Berlin ſein, um dort 30
ie Crimmitſchauer Polizei hat ſich ſofort mit den zuſtändigen Behörden
gen, daß Walter Weber wahrſcheinlich ſchon mehrere Wochen vor dem ſein. Bei der „Chicago Tribune” nimmt man an, daß der Anſchlag
ttentat Kenntnis von der beabſichtigten verbrecheriſchen Tat hatte und
mnach mit größeren Geldmitteln rechnete.
Der Stand der Typhusepidemie in Hannover.
Hannover. Nach einer amtlichen Mitteilung hat ſich die Zahl
* in Hannover an Typhus Erkrankten auf 1097, die Zahl der
vdesfälle auf 27 erhöht. Von amtlicher Seite erfahren wir
eiter, daß der Typhus auch auf den Landkreis Linden
über=
egriffen hat. Bartinghauſen=Egestorf, Empelde, Seelze und Let=
* haben Fälle von Typhus zu verzeichnen. Eine amtliche Beſtätigung
er Anzahl der Fälle ſteht noch aus.
Der Südtiroler Beſitz des Vereins für das Deutſchtum
im Ausland.
Der Präfekt der Provinz Trient hat dem Verein für das
Deutſch=
um im Ausland mitgeteilt, daß auf Grund der bekannten Dekrete die
eindergärten des Vereins in Südtirol, beſchlagnahmt ſind. Die
Be=
tzungen ſind dem nationalen Frontkämpferbund überwieſen worden, ſammeln und kam ſogar in den nächſten Runden gut auf. Er ſchlug Die=
Der Verei hat gegen die Beſchlagnahme ſeines Eigentums Einſpruch
rhoben, da ſein Beſitz ausſchließlich kulturellen Zwecken gedient hat und
Das Auswärtige Amt in Berlin iſt um Stellungnahme zu dieſem war gut und ſeine Treffer ſicherer und ſchwerer als die Gormans. Be=
Rechtsbruch gebeten worden.
Deutſche Tage in Windhuk.
Beſuch der Beſatzung des Vermeſſungsſchiffes „Meteor”.
AD. Die Beſatzung des deutſchen Vermeſſungsſchiffes „Meteor”
ſtattete unſerer ehemaligen Kolonie Deutſch=Südweſt=Afrika in den erſten
Auguſttagen einen zweiten Beſuch ab. Dieſer galt in erſter Linie der
Landeshauptſtadt Windhuk und iſt um ſo bemerkenswerter, als die
Ver=
treter der deutſchen Marine und deutſchen Wiſſenſchaft nicht nur von
der deutſchen Bevölkerung, ſondern auch von der Mandatsbehörde
und dem Adminiſtrator von Süidweſt=Afrika, Herrn J. Werth, mit
außergewöhnlicher Herzlichkeit begrüßt wurden.
Der Adminiſtrator, die Spitzen der Behörden ſowie ſämtliche
deut=
ſchen Vereine und Schulen begrüßten am Bahnhof die Gäſte und
ge=
leiteten ſie durch eine mit deutſchen und engliſchen Flaggen geſchmückte
Ehrenpforte zum Rathauſe, wo der Bürgermeiſter in engliſcher
Sprache eine Begrüßungsrede hielt, in der er zum Ausdruck brachte, daß
die geſamte Bevölkerung Südweſts mit Stolz und Freude die Vertreter
der deutſchen Marine und der deutſchen Wiſſenſchaft begyüßen. Der
Bürgermeiſter gab im beſonderen ſeiner Anerkennung und
Be=
wunderung Ausdruck für die Hilfeleiſtung des deutſchen
Ver=
meſſungsſchiffes bei dem in Conception Bay geſtrandeten engliſchen
Dampfer „Cawdor Caſtle‟. Der Führer des Vermeſſungsſchiffes,
Fre=
gattenkapitän Spieß, hob in ſeiner Antwortrede hervor, daß der
Tag, an dem der „Meteor” von der geſamten Bevölkerung Windhuks
begrüßt wurde, der ſchönſte Tag der Expedition ſei.
Der zweite Tag galt zunächſt einer ritterlichen Ehrenpflicht, indem
Fregattenkapitän Spieß am Denkmale der im Unionfeldzug gefallenen
Soldaten der ſüdafrikaniſchen Union und an den Gedenktafeln in den
Kirchen Kränze niederlegte. Sodann ſtattete er den drei deutſchen
Schulen in Windhuk einen Beſuch ab. Höhepunkt der Veranſtaltungen
dieſes Tges war die Totenehrung am deutſchen Reiterdenkmal in
Windhuk, bei der Kapitän Spieß und die Pfarrer der chriſtlichen
Ge=
meinden Gedächtnisanſprachen hielten.
Während ihres dreitägigen Aufenthaltes waren die Offiziere und
Mannſchaften des „Meteor” nicht nur Gäſte der deutſchen Bevölkerung,
ſondern auch der Mitglieder der Mandatsverwaltung. Die aufrichtigen
Sympathien und die unverhohlenen Bewunderungen vor dem Ergebnis
der deutſchen wiſſenſchaftlichen Forſchung ſeitens der Vertreter der
Mandatsbehörden fanden beſonders ſtarken Ausdruck gelegentlich des
offiziellen Feſtabends im Hauſe des Deutſchen Vereins, an dem der
Ad=
miniſtrator und andere Vertreter der Mandatsverwaltung ſich mit den
Mitgliedern des Deutſchen Vereins und des Deutſchen Bundes zu einer
Ehrung der deutſchen Gäſte vereinigten. Aus den zahlreichen Reden iſt
beſonders bemerkenswert die Anſprache des Fregattenkapitäns Spieß, in
der er u. a. hervorhob, daß das deutſche Vermeſſungsſchiff von allen
offiziellen Vertretern der ſüdafrikaniſchen Union bei ſeinem dreimaligegn
Beſuche in Kapſtadt, Pretoria und Johannesburg eine Aufnahme
ge=
funden habe, die weit über das Maß internationaler Höflichkeit
hinaus=
gehe. Der Eindruck, den die Begrüßung ſeitens der deutſchen
Bevöl=
kerung und der Mandatsverwaltung in Windhuk auf ſie ausgeübt habe,
ſei ſo gewaltig, daß er ſich ſchwer in Worte kleiden laſſe.
Fregatten=
kapitän Spieß wandte ſich beſonders an den Adminiſtrator als den
Vertreter des Mandatslandes, dem unſere alte Kolonie überantwortet
wurde und richtete an ihn folgende offenen Worte:
„Herr Adminiſtrator! Sie werden es uns deutſchen Männern
nicht verdenken, wem uns das Herz blutet bei dem Gedanken, daß dieſes
ſchöne, heiß erworbene Land nun nicht mehr unter dem ſtarlen Schutz
der Heimat ſteht, daß dieſes unſer füngſtes afrikaniſches Kolonialkind
jetzt fremder Pflege anvertraut iſt. Seien Sie ihm ein guter
Pflege=
vater. Laſſen Sie den Deutſchen ihr ungebrochenes Deutſchtum, es iſt
das Beſte, was ſie zum Aufbau und zum Gedeihen dieſes Landes haben
können. Laſſen Sie ihnen ihre deutſche Sprache, ihre Kultur und ihre
deutſche Seele, dann wird das Land in jener wunderbaren Entwicklung
weiter gedeihen und blühen wie früher, und daneben werden Sie ſich
dieſe tapferen deutſchen Herzen gewinnen und auf ſie bauen können.”
Hilfe für das deutſche Ueberſchwemmungsgebiet in Südſlawien.
Die durch den Dammbruch an der Donau bei Apputin
hervor=
gerufene Ueberſchwemmung, die in erſter Linie das dortige große deutſche
Siedlungsgebiet betroffen hat, erweiſt ſich in ihren Folgewirkungen
immer mehr als eine lebensgefährdende Bedrohung der deutſchen
Sied=
lungen. Eine mehr als hundertjährige deutſche Kulturarbeit und das
Daſein von zehntauſenden von deutſchen Familien iſt in Gefahr.
Wäh=
rend der Hungerjahre in Deutſchland, in der traurigſten Inflationszeit,
haben auch die Donauſchwaben in reichem Maße Spenden und
Lebens=
mittel ins Reich geſandt. Sollen ſie nun glauben, daß ihre immer
wieder in ſchwerem Kampf bewährte Volkstreue und ihre
Hilfsbereit=
ſchaft vergeſſen iſt? Umfaſſende Hilfeleiſtung auch aus dem Reich iſt
hier Ehrenpflicht. Dem Verein für das Deutſchtum im Ausland iſt
ſoeben eine Sammlung für die von der Ueberſchwemmung betroffenen
Stammesgenoſſen bewilligt worden. Schnelle Hilfe tut not! Eine
Ueber=
weiſung von Spenden auf das Poſtſcheckonto der Hauptleitung des
V. D. A. Berlin Nr. 88 467 wird gebeten.
Walter=Flex=Ehrung.
Peude auf Oeſel (Eſtland) Zuſammen mit deutſchbaltiſchen
atsanwalt Gerlach wiederholte. Die Stantsanwaltſchaft hat daraufhin Freunden veranſtaltete ein im Oſtſeebad Arensburg ſich zurzeit
aufhalten=
der reichsdeutſcher Kreis von Berliner und Eiſenacher Familien im
Geburtsmonat (Juli) des Dichters auf dem Kirchhof Peude eine
Ge=
dächtnisfeier. Namens des Vaterländiſchen Ausſchuſſes der Deutſchen
Burſchenſchaft und des Vereins ſür das Deutſchtum im Ausland legte
1000 Jagi=Indianer überfallen einen Zug.
Paris. Wie die „Chicago Tribune” aus Mexiko meldet, haben
8 Kaufmann und Pianiſt Walter Weber aus Schötmar ausgegeben 1000 Jagi=Indianer am Sonntag abend den Zug
ange=
be. Nach einigen Tagen habe Weber, als ſie ſich von ihm trennten, griffen, in dem der frühere Präſident, General Obregon, ſich
be=
fand. Es entſpann ſich ein dreiſtündiger Kampf zwiſchen den
s 40 000 Mark abzuheben. Er wolle ſich endlich einmal geſund machen. Angreifern und den Truppen, die den Zug begleiteten. General
Ob=
regon wurde gefangen genommen und bis geſtern von den
Hildesheim in Verbindung geſetzt. Es ergibt ſich aus dieſen Aus= Indianern feſtgehalten. Er ſoll inzwiſchen wieder freigelaſſen worden
unternommen worden war, weil General Obregon für die kürzlich
er=
folgte Verhaftung mehrerer Führer der Jagi=Indianer als
verantwort=
lich hingeſtellt wurde. Die mexikaniſche Regierung habe 5000 Mann in
das Jagi=Gebiet entfandt, „um die Ordnung wieder herzuſtellen.”
Die Niederlage Franz Dieners in Amerika.
Die B. Z. meidet über den Verlauf des erſten Kampfes des deutſchen
Schwergewichtsmeiſters Franz Diener gegen den amerikaniſchen
Schwer=
gewichtler Bob Gorman: Gorman (183,5) und Diener (178) waren
über=
aus flink auf den Beinen. Diener ging mit Vehemenz los, war aber
überraſchend offen. Er holte die erſte Nunde, mußte in der zweiten
Nunde zwei ziemlich ſtarke Tiefſchläge Gormans hinnehmen, die ungerügt
blieben, geriet aber gerade dadurch ins rechte Fahrwaſſer und
erſchüt=
terte den Amerikaner mit einer wuchtigen Links=Rechts Hakenſerie, die
faſt zum k. o. führte. Im B.3.=Bericht heißt es, daß Diener ſich zu
dieſem Zeitpunkt durch das Glockenzeichen eines Zigarettenhändlers, das
er für das Gongzeichen der Runde hielt, täuſchen ließ und ſich von
ſei=
nem Gegner zurückzog. Dieſer benutzte die Gelegenheit, um ſich zu
ner die linke Augenbraue auf und kam durch dieſe Behinderung Dieners
zu einem Rundengewinn in der 5.—8. Runde. Dann kam Diener wieder
die Beſchlagnahme reichsdeutſchen Eigentums in den früheren öſter= auf, hielt die neunte Runde offen und gewann die Schlußrunde, konnte
reichiſchen Gebieten durch den Vertrag von Verſailles nicht gedeckt wird, aber den knappen Punktſieg von Gorman nicht mehr aufholen. Diener
achtenswert war Dieners Endfpurt.
Umpfang der Tarifvertragspflicht.
Angeſtellte der Beruf genoſſenſchaft ſind keine
Beamte.
Anläßlich eines Rechtsſtreits eines Büroangeſtellten der
Baugewerks=
berufsgenoſſenſchaft mit ſeiner Dienſtherrin war ſtrittig geworden, ob
die Berufsgenoſſenſchaften unter die Tarifvertragspflichten fallen.
Kläge=
rin hat den Tarifvertrag der Reichsberufsgemoſſenſchaften vom 13. März
1922 nicht mit abgeſchloſſen und nicht als verbindlich für ſie anerkannt,
obgleich der Tarif für allgemein verbindlich erklärt worden iſt. Ihre
Klage, feſtzuſtellen, daß ſie nicht verpflichtet ſei, den Beklagten der
Klaſſe Ib des Tarifvertrags einzureihen — wie es das
Reichsverſiche=
rungsamt verlangt — iſt in allen Inſtanzen abgewieſen worden.
Reichsgericht ſagt: Zu entſcheiden iſt ausſchließlich, ob das
Tarifabkom=
men, obwohl für allgemein verbindlich erklärt, dennoch für Klägerin
unverbindlich iſt. Das Tarifvertragsrecht gilt nur für Arbeiter und
An=
geſtellte nicht für Beamte. Innerhalb des Perſonenkreiſes werden keine
Ausnahmen gemacht. Da die Angeſtellten der Berufsgenoſſenſchaft nicht
Beamte ſind, iſt ihr Dienſtverhältnis als ein ſolches des bürgerlichen
Rechts anzuſehen. Der Tarifvertrag iſt eine aus dem öffentlichen Recht
entſpringende allgemeine Ordnung, aus der der einzelne Arbeitsvertrag
ſich ergänzt, mag er nach 8 1 oder 8 2 Tarifvertragsverordnung
ver=
bindlich ſein. Das Oberlandesgericht geht von 8 695 der
Reichsverſiche=
rungsordnung aus. Danach hat die Dienſtordnung die Mindeſtgehälter
für die einzelnen Klaſſen der Angeſtellten zu bezeichnen und Grundſätze
für das Aufteigen im Gehalt aufzuſtellen. Damit iſt ein
Hinauf=
gehen über die in der Dienſtordnung vorgeſehenen Mindeſtgehälter
nicht ausgeſchloſſen, vielmehr der Genoſſenſchaft freigeſtellt. Dann muß
es aber auch ſtatthaft ſein, höhere Gehälter im Wege des
Geſamtder=
trags feſtzulegen.”
Straßenbericht für den Kraftwagenverkehr in Württemberg.
Der ſtändig wachſende Verkehr auf den Straßen erfordert beſondere
Maßnahmen der Wegebauunterhaltungspflichtigen. Dies macht ſich für
den Kraftfahrer in Form von zahlreichen Straßenſperrungen ſehr
unan=
genehm bemerkbar. Beſonders der Fernverkehr hat darunter ſehr zu
leiden, weil eine zuſammenfaſſende Bekanntmachung ſür das ganze Land
fehlt. Um dieſen Mißſtänden abzuhelfen, hat der Württembergiſche
Automobilklub die Aufgabe übernommen, die Mitteilungen aus dem
ganzen Lande zu ſammeln und wöchentlich in der Preſſe zu
veröffent=
lichen. Es iſt dies im Intereſſe des Verkehrs ſehr zu begrüßen. (Dieſer
Entſchluß verdient Nachahmung. Anmerkung der Schriftleitung.)
Rund=Funk=Programme.
Frankfurt.
Donnerstag, 16. Sept. 4.30: Hausorch. Anton Rubinſtei.
Ouv. „Dimitri Donskoi”, — Fant. a. „Der Dämon”. —
Tſchai=
kowsky: „Koſtümball”, Suite. — „Romeo und Julia”, Fant=Ouv.
nach Shakeſpeare. O 5.45: Leſeſtunde: „Cola di Rienzo”, von
Gregorovius, O 6.15: Stunde des Südweſtdeutſchen Radioclubs.
O 6.45: Uebertr. Caſſel: Vortrag Waldemar Kleinſchmidt: „Papin,
der Erfinder der Dampfmaſchine‟, O 8: Uebertr. Leipzig: Szenen
aus Goethes Fauſt von Schumann. Soliſten: Anny Quiſtorp,
Sopran: Erna Hähnel=Zuleger, Sopran; Meta Jung=Steinbrück,
Alt; Dorothea Schröder, Alt; Hans Lißmann, Tenor: Stefan
Kapoſi, Bariton; Dr. Wolfgang Roſenthal, Baß. Leipziger
Ora=
torien=Vereinigung. Leipziger Sinfonie=Orch.
Stuttgart.
Donnersteg, 16. Sept. 4.15: Funkorch. Lehnhardt: An die
Gewehre! — Manfred: Zigeunerleben. — Maſſenet: Ouv. aus
„Phädra”. — Bach=Gounod: Ave Maria. — Kronke: Spaniſche
Rhapſodien. — Einlage: Maria Th. Deimann. — Puccini: Fant.
Boheme‟. — Kunert: Serenade. — Popy: Blumendüfte, Ballett.
G 6.15: Prof. Dr. Verweyen=Bonn: Selbſterkenntnis. O 6.45:
Aerztevortrag: „Ueber krankhafte Schweißbildung”, O 7.15: Schach.
9 8: Uebertr von Leipzig: „Szenen aus Goethes Fauſt” für
Soloſtimmen, Chor und Orch. von Rob. Schumann. Sol.: Anny
Quiſtorp (Sopran) Erna Hähnel=Zuleger (Sopran) Meta Jung=
Steinbrück (Alt), Dorothea Schröder (Alt). Hans Lißmann (Tenor),
Stefan Kapoſi (Bariton), Dr. Roſenthal (Baß). Chor: Leipz.,
Dratorien=Ver. Orch.: Leipz. Sinfonie=Orch. — Anſchl.: Guitarre=
Virtuoſe Otto Meyer und Rundfunkorch. Mozart: Oup. „
Ent=
führung aus dem Serail”. — Giuliani: Grande Quv. — Sor:
Variationen über ein Thema von Mozart. — Albert: Am
Spring=
brunnen. — Sor: Zwei Menuette. — Kockert: Amoretten=Ständchen.
— Mendelsſohn: Frühlingslied. — Decker=Schenk: Alexis Polka.
— Sanco: Alt=ſpaniſches Lied. — Moſzkowsky: Span. Tänze.
Berlin.
Donnerstag, 16. Sept. 12: Viertelſtunde für den Landwirt.
O 4.30: Ludwig Sternaux lieſt aus ſeinem Buch: „Schattenſpiel in
Weimar”, O 5: Funk=Kapelle. Kollo: Berlin, dir bleib ich treu.
— Gabriel=Marie: Suite Gaie. — Meyer=Helmund: Nach ſüßen
Stunden. — Gounod: Fant. „Margarethe‟. — Monti: Cſardas.
— Myddleton: Dort unten im Süden. — Kollo: Annemie, Marſch
und Foxtrot aus der Revue. An und Aus”. O 6.30: Dr. Zellner:
„Chemie im Dienſt der Juſtiz” (1. Teil). O 7: Bergrat Dr. Kohl:
„Gefahren des Bergbaues und ihre Bekämpfung” O 7.25: Frau
Elſa Herzog: Die Veränderungen der Mode im Herbſt 1926‟.
O 7.55: Prof. Dr. Neckel: „Deutſchlands Kulturbeziehungen zu
den ſkandinaviſchen Ländern im Wandel der Zeiten”. O 8.30:
200 Jahre Orcheſter=Muſik. Dem Gedenken Beethovens 1770—1827.
Einf.: Dr. Schmidt. Sinfonie Nr. 1 C=dur, op. 21. Konzert für
Violine und Orcheſter, D=dur, op. 61 (Joſef Wolfsthal, Violine).
Quv. „Coriolan”. Dir.: Generalmuſikdir. Blech. O 10.30: Tanz=
Orcheſter Ette.
Königswuſterhauſen. Donnerstag, 16. Sept. 3: Prof. Amſel
und Oberl. Weſtermann: Einheitskurzſchrift. O 3.30: Direktor
Lehmann: Die Taubſtummen und die menſchliche Geſellſchaft. O 4:
Oekonomierat Lembke: Die Gemeinſchaft. 8 430: Mitt, des
Zentralinſtitutes. O 5: Geheimrat Strauß: Ueber= und
Unter=
ernährung.
Wetterbericht.
Wettervorausſage für Freitag, den 17. September 1926,
nach der Wetterlage vom 15. September 1926.
Meiſt wolkig, weſtliche Winde, keine weſentlichen Unterſchiede in den
Temperatuven, vereinzelt Niederſchläge.
Randſtörungen des nordiſchen Tiefs haben in Mittel= und
Nord=
deutſchland zunehmende Bewölkung und vereinzelt Niederſchläge
hervor=
geruſen. Da wir zurzeit noch im Störungsbereich liegen, wird ſich die
Witterung vorläufig unbeſtändig geſtalten. Heſſ. Wetterdienſtſtelle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton und
Heſſiſche Nachrichten: Mar Strecſe; für Sport: Dr. Eugen Buhlmann; für den
Schlußdienſt: 1. V. Dr. Eugen Buhlmann; für den Inſeratenteil: Wiliy Kuhle.
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
IV. 12893
Wirtschaffslage fordert
von jedem Kraftfahrer, zu bedenken, daß er durch Kauf deutscher
Reifen neue Arbeitsgelegenheit schaftt und die steuerliche Last
erträglicher macht. Den besten Auslandreifen mindestens
eben=
bürtig ist der deutsche
K
KAZA
Seite 10
Donnerstag, den 16. September 1926
Sport, Spiel und Zurnen.
Solitude=Rennen.
Beide Rennen Siege von Mercedes=Benz.
(Von unſerem Sonderberichterſtatter.)
S.D. Stuttgart, 12. September.
Vorzügliches Wetter und vorzüglicher Sport! So nahm das
Soli=
tude=Rennen am Frühvormittag ſeinen Anfang. Um Mittag herum
änderte ſich bedauerlicherweiſe beides. Regenwolken entluden ſich über
den 100 000 Zuſchauern, einer Zuſchauerrekordzahl, die in Deutſchland
noch nirgendwo überboten ſein dürfte, und das am Nachmittag
ausge=
fahrene Rennwagen=Rennen war ſchwach beſetzt, ſo daß es ratſamer
ge=
weſen wäre, die Rennwagen zuſammen mit den Sportwagen am
Vor=
mittag ſtarten zu laſſen. Das aber ſei in erſter Linie hervorgehoben:
die Sportwagen Konkurrenz war nicht nur ſchärfer und weitaus
inter=
eſſanter als der Rennwagenwettbewerb, ſondern ſie war überhaupt das
Ereignis des Tages, weil in ihr Geſchwindigkeiten erzielt wurden, die
alles bisher Gebotene in den Schatten ſtellen und weil in dieſem
Wett=
kampf Wagen und Fahrer, beides von gleicher Raſſe und Klaſſe, ſiegten.
Willi Walb (Mannheim) auf 24/100/140 PS Mercedes=Benz war der
Held und große Sieger des Tages! Im Jahre 1925 hatte Merz auf
einem Mercedes=Rennwagen ein 94,120 Km.=Durchſchnittstempo erzielt —
diesmal fuhr Merz auf Mercedes=Benz 2=Liter=Rennwagen trotz
regen=
naſſer Straßen ein Durchſchnittstempo von 92,2 Kilometer — das
Wetter war an der etwas geringeren Durchſchnittsgeſchwindigkeit ſchuld.
Willi Walb aber ſchuf auf einem regulären Mercedes=Benz 6=Liter=
Sport=
wagen den Tagesrekord und mit einer Durchſchnittsgeſchwindigkeit von
96,8 Km. einen neuen Solitude=Rekord, der den Vorjahrsrekord
Neu=
gebauers auf NAG. (Sportwagenrekord mit 86,3 Km. pro Stunde) ſehr
erheblich übertrifft. Es war hochintereſſant zu beobachten, wie im
Sport=
wagen=Rennen Roſenberger auf einem Mercedes 2=Liter=Achtzylinder
(fener Type, die den Großen Preis von Deutſchland gewonnen hatte)
im Sportwagen=Rennen gegen Willi Walb und gegen Hailer, beide auf
vierſitzigen 6=Liter=Sportwagen, ankämpfte. Der Sportwagen=
Achtzylin=
der war wendiger, mag vielleicht auch im Anzug noch etwas ſchneller
ge=
weſen ſein . . . Walb aber und auch der Junior der Mercedes=Benz=
Induſtriefahrer, Hailer=Stuttgart, fuhren mit bewundernswerter
Regel=
mäßigkeit, ſportlich=draufgängeriſch, aber nicht tollkühn, und ſo wurde
dieſer abſolut reelle, eindrucksvolle deutſche Mercedes=Benz=Sieg das
Ereignis des Tages.
Neunzehn Sportwagen ſtellten ſich dem Starter. Roſenberger hatte
ſich ſchon in der 1. Runde ſehr weit vorgearbeitet und beendete die 22,3
Km. Rundſtrecke in 13:30, alſo im 99,3 Km.=Tempo. Stuck auf Dürkopp
kam in einer Kurve gegen einen Zaun; ſein Kotflügel wurde verbogen
und ein Zuſchauer verletzt. . Schon in der 3. Runde hat Roſenberger
ſich die Spitze erobert. Der Hag=Wagen von Stumpf=
Le=
kiſch hat die Kühlerhaube verloven . . . ſein ſchneidiger Fahrer fährt
unbeirrt und tatenfroh weiter. Beck (Augsburg) auf Bugatti wird aus
der Bahn geſchleudert . . . die Sache verläuft harmlos. Leider aber
nicht der unmittelbar darauf folgende Unfall des Salmſon=Wagens von
Eifenhauer, der von Ruckle (Stuttgart) gefahren wurde. In einer Kurve
kommt der Salmſon ins Schleudern, fliegt aus der Bahn, ſtürzt um,
Ruckle wird ſchwerverletzt hervorgezogen und ſtirbt auf dem Transport.
Andere Wagen kollidieren miteinander . .. das aber läuft harmlos ab.
In der 10. Runde ſcheidet Otto Kleher nach tapferer Fahrt aus; ſein
Adler hat Stirnradbruch. Hailer wird aus einer Kurve herausgetragen,
kann aber mit geringem Zeitverluſt weiterfahren; eine Zuſchauerin
wurde verletzt. Sieben Bugatti waren in Konkurrenz gebracht worden;
der Alfa Romeo war ſchon im Training zurückgezogen worden.
Deil=
manns Auſtro=Daimler lief ebenſo gut und regelmäßig, wie ſein Fahrer
ſchneidig fuhr . . . Heußers Stehr war durch Zündkerzenſchäden
gehandi=
capt . . . den Sieg errangen deutſche Wagen! Heußer auf Stehr wurde
Sieger der Sportwagenklaſſe C, Koch (Stuttgart) Sieger der
Sport=
wagenklaſſe F (bis 1½ Liter) und Stumpf=Lekiſch auf Hag
Zweiter der kleinen Klaſſe. Von wirklich eindrucksvollen
Leiſtungen mögen noch erwähnt ſein die von Freiherrn von Trützſchler=
Falkenſtein auf Bugatti, dem drittſchnellſten aller Sportwagenfahrer,
und die von Chriſtian Riecken auf NAG., der trotz der Klaſſe ſeines
NAG. und trotz ſchneidigen Durchhaltens gegen dieſe Konkurrenz einen
überaus ſchweren Stand hatte. Walb auf Mercedes=Benz gewann den
Staatspreis und einen Wanderpreis, Riecken auf NAG. neben anderen
Preiſen den DWF.=Wanderpreis und Freiherr von Trützſchler den
Steiger Wanderpreis als Sieger der Sportwagenklaſſe E.
Das Rennwagen=Rennen ſpitzte ſich vom Start weg zu einem
Zwei=
kampf zwiſchen Mercedes=Benz und Bugatti zu. Ausgezeichnet aber
hielten ſich in dieſer ſchweren Konkurrenz die NSU.=Wagen. Sie liefen
viel geräuſchloſer als die ganz ſchnellen, aber wenn man, durch
Kom=
preſſorgeheul voreingenommen, die Zeittafeln nachlas, konnte man
feſt=
ſtellen, daß NSU. ſich nur Runde um Runde wenige Meter abgewinnen
ließ. Nur 6 Fahrer ſtellten ſich dem Starter: Friedrich auf Pluto, Klöble
auf NSU., Seifert auf NSI., Kimpel auf Bugatti, Werner auf
Mer=
cedes=Benz und Merz auf Mercedes=Benz. Der Pluto ſchied in der
4. Runde durch Motorſchaden aus. Keiner der Rennwagenfahrer
er=
reichte die Rekordzeiten von Walb und von Hailer, im Tourenwagen=
Wettbewerb. Das Durchſchnittstempo war von 87—100 Km., alſo
immer=
hin enorm hoch. Kimpels Bugatti dreht ſich in einer naſſen Kurve um
ſich ſelbſt. Werner hat in der 13. Runde Getriebedefekt und gibt auf,
Klöble ſtellt in der 18. Runde die Weiterfahrt ein. Merz ſiegt 4:30:24,2
znit erheblichem Vorſprung vor Kimpel auf Bugatti (5:05:06,2); Walb
und Merz reichen ſich vor den Zieltribünen die Hand, Walb fährt eine
Ehrenrunde, und aus vielen tauſend Kehlen ertönt angeſichts des
deut=
ſchen Doppelſieges das Deutſchlandlied.
Sportwagen=Wettbewerb. (15 Runden — 334,5 Km.):
Klaſſe 4—B: 1. Willy Walb (Mannheim) auf Mercedes=Benz 3:27:42;
2. Hailer (Stuttgart) auf Mercedes=Benz 3:28:44. — Klaſſe D: 1.
Chri=
ſtian Riecken (Berlin) auf NAG. 3:40:16. — Klaſſe E: 1. Freiherr von
Trützſchler auf Bugatti 3:38:16. Klaſſe F: 1. Fritz Koch (Stuttgart) auf
Bugatti 4:07:30; 2. Stumpf=Lekiſch (Mainz) auf Hag=Gaſtell
4:09:41,4. —. Klaſſe C: 1. Heußer (Schmalkalden) auf Stehr 4:21:26.
Rennwagen (20 Nunden — 446 Km.): Klaſſe A—B: 1. Otto
Merz (Stuttgart) auf Mercedes=Benz 4:30:24/4: 2. Kimpel (
Ludwigs=
hafen) auf Bugatti 5:05:06. — Klaſſe C—F: 1. Seifert (Neckarſulm) auf
NSU. 5:13:30.
Schluß des Berliner Rot Weiß=Tennis=Turniers. — Frl. Außem ſchlägt
Frau Dr. Friedleben.
Trotz des ſtrömenden Regens am Vormittag konnte bei den
vorzüg=
lichen Plätzen des Berliner Tennis=Clubs Not=Weiß das Turnier zu
Ende gebracht werden. Den zahlreichen Zuſchauern wurde am Dienstag
eine große Senſation geboten, denn es gelang der äußerſt talentierten
fungen Kölnerin Frl. Außem die langjährige deutſche Meiſterin Fr. Dr.
Friedleben zu ſchlagen. Das Spiel ſelbſt war ein Muſterbeiſpiel dafür,
wie ſchwer es iſt, einen Satzball zu gewinnen, ſelbſt wenn man mit drei
Spielen ſchon im Vorteil iſt. Frau Dr. Friedleben führte im erſten
Satz bereits 5:2 und hatte ſchon drei Satzbälle, ohne daß es ihr gelang,
den entſcheidenden Ball zu gewinnen. Dafür aber holte Frl. Außem
Spiel für Spiel auf und gewann ſchließlich den Satz mit 8:6. Eine
ähn=
liche Situation ergab ſich im zweiten Satz. Diesmal war es Frl. Außem,
der beim Stande von 5:2, 40:0 nur noch der Siegball fehlte. Dabei
hatte Frl. Außem das Pech, daß ſie bei einem Verteidigungsſchlag
aus=
rutſchte und den Ball verſchlug. So gelang es Frau Du. Friedleben bis
5:5 aufzuholen. Hier raffte ſich Frl. Außem aber zuſammen und in
einem ſchönen Endſpurt brachte ſie den Satz mit 7:5 an ſich. Damit
ge=
wann die funge Kölnerin mit 8:6, 7:5 das Endſpiel gegen die deutſche
Meiſterin, was einen ungemeinen Erfolg für ſie bedeutet. — Das
Damendoppel gewannen Gräfin v. d. Schulenburg=Fr. Ledig leicht
mit 6:2, 6:4 gegen Fr. Galvao=Fr. Uhl. — Die übrigen Entſcheidungen
gelangten nicht mehr zum Austrag. Kampflos gewann Moldenhauer das
Herreneinzel um die Meiſterſchaft von Preußen, da Hannemann.
nicht mehr antrat. Hannemann hatte vorher den Ungarn von Kehrling
mit 6:4, 6:1, 3:4 zgz. geſchlagen. — Auch das Gemiſchte Doppel
fiel kampflos an Frl. Außem=Moldenhauer, da das Ehepaar Stephanus
zurückgezogen hatte.
Fußball.
V.f.R. Darmſtadt—Polizeiſportverein Darmſtadt.
Am Sonntag, den 19. September 1926, beginnen die Pokalſpiele des
Gaues Bergſtraße. Die Sieger der erſten Runde qualifizieren ſich zur
zweiten Runde, während der Beſiegte ausſcheidet. Genau dasſelbe iſt
bei der zweiten Runde der Fall. Es folgt dann die dritte Runde uſw.
bis endgültig der Sieger feſtgeſtellt iſt, der dann, den Titel „
Pokal=
ſieger” führt. — In Darmſtadt auf dem V.f.R.=Platze trifft alſo
Poli=
zeiſportverein Darmſtadt auf V.f.R. Darmſtadt. Was das heißt, wird
jeder Eingeweihte des Fußballſportes ſich denken können. In dem
Polizeiſportverein wird
der A=Meiſter erwartet.
ſchweren Aufgabe.
Nummer 257
allerſeits auf Grund ſeiner Privatſpielreſulte
Die V.f.R.=Mannſchaft ſteht vor einer ſe
Die Spielvereinigung Sandhofen hat ſich durch ihren
letztſonntä=
gen Sieg über V. f. R. Kaiſerslautern die Zugehörigkeit zu der Rhe
bezirksliga erkämpft und greift ab nächſten Sonntag in die Verbanf
ſpiele ein. Ihr erſter Gegner iſt der Sportverein Darmſtadt,
Sportverein Darmſtadt wird am kommenden Sonntag zu der Reiſe n=
Sandhofen einen Autobus benützen. In dem Autobus ſind noch etz,
15 Plätze an Mitglieder des Vereins zu vergeben, die die Mannſch
begleiten. Diefenigen Mitglieder des Sportvereins Darmſtadt, die
abſichtigen, durch Benutzung des Autobus ihre Mannſchaft zu
begleit=
wollen ſich ſpäteſtens bis zum kommenden Samstag bei Mitglied Adr=
Skurnik, Ecke Grafen= und Marſtallſtraße, anmelden und die Fahrtkoſt.
in Höhe von 5 Mk. erlegen. Abfahrt des Autobus am Sonntag vün
lich um 12.30 Uhr am Alten Palais. Sofern die Zahl der Meldunge
die Anzahl der verfügbaren Plätze überſteigt, entſcheidet die
Reihenfol=
der Anmeldungen.
Kegeln.
Wanderpokalkämpfe des Darmſtädter Keglerverbandes.
Alljährlich wird der vom Verband geſtiftete Wanderpokal unter de
Klubs ausgekegelt. Es ſind dazu alle Verbandskegler zur Teilnahme h
rechtigt, die in Klubs zuſammengeſchloſſen ſind. Von jedem Klub mü
ſen mindeſtens Dreiviertel der Mitglieder ſich beteiligen. In dieſe
Jahre wurden die Kämpfe auf der neuen Bahn im Bürgerverein au
getragen. Mit wenig Ausnahmen waren die Klubs vertreten, eini
mit ihrer geſamten Mannſchaft. Verteidiger des Pokals wau der Soo
keglerklub. Es gelang ihm nicht, in dieſem Jahre an der Spitze zu ble
ben. Die Mannſchaft des Klubs Keglerluſt blieb bis am letzten Tage
der Spitze; es wurde ihr aber der Rang durch den Klub „K.K. 1911
ſtreitig gemacht. Dieſem Klub gelang es, die Siegespalme zu erringer
Die Einzelergebniſſe ſind folgende:
1. „K. K.1911” 6 Mann Beteiligung, Holzzahl 589, Durchſchnittszal
98,1; 2. „Keglerluſt”, 8, 760, 95; 3. „Haſſia 1919‟ 8, 754, 93,9; 4. „Zwö
fer Tgde. 1846‟, 9, 833, 92,5; 5. „L.L.‟, 12. 1099, 91,5; 6. „Johannes
10, 909 90,9; 7. „K.K.23‟ 8, 724, 90,5: 8. „Kranz”, 7, 615, 87,8;
„Sportkegler”, 7, 613, 87,5; 10. „Fall um”, 12, 1033, 86; 11. „Lokälche
9, 763, 85: 12. „Chattia”, 7, 570, 81,42: 13. „Molly”, 5, 407, 81.4
14. „Batzer”, 8, 639, 79,8; 15. „Konkordia” 6, 432, 72.
Pferdeſport.
Mülheim=Duisburg.
1. Preis von Kefſelbruch. Für Zweijährige. 3000 Mark. 1200 Mk.
1. K. Löwenſteins Makkabi (Staudinger); 2. Bundſchuh; 3. Markſteir
Ferner: Ballerina, Lux, Eckſtein, Modewelt, Oriflamme. Tot.: 15, P.
12, 15, 12:10. 2—34 Lg.
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in Fa. de Haen Carſtanjen Söhne, Düſſeldorf, hielt die
Begrüßungs=
anſprache. Darauf ſprach der Präſident, Geh. Kommerzienrat Dr.
LouisRavené, der auch ſeinerſeits die erſchienenen Gäſte begrüßte.
Kommerzienrat Ravené hielt alsdann einen Rückhlick auf das vergangene
Jahr. Nach der Anſprache von Dr. Ravené ſprach der
Reichswirtſchafts=
miniſter Dr. Curtius. Herr Abraham Frowein,
ſtellvertre=
tender Präſident des Reichsverbandes der Deutſchen Induſtrie,
über=
brachte die Grüße der Indaſtrie zur Großhandelstagung. Frowein nahm
dann Veranlaſſung, im Wortlaut die bekannten Ausführungen zu
wiederholen, die Generaldirektor Dr. Silverberg auf der Dresdener
Tagung der Induſtrie über das Verhältnis von Induſtrie zu
Groß=
handel zum Vortrag gebracht hat, und die in der Ueberzeugung gipfeln,
daß der durch eine Jahrhunderte alte Tradition und volkswirtſchaftliche
Erfahrung legitimierte Handel für, Abſatzwerbung und Güterverteilung
eine Notwendigkeit für das induſtrielle Unternehmertum iſt und jeder
Förderung und Stützung bedauf. Hierauf hielt das geſchäftsführende
Präſidialmitglied des Zentra/verbandes des Deutſchen Großhandels,
Reichstagsabgeordneter Otto Keinath einen Vortrag über das
Thema: „Großhandel einſt and jetzt. Neue Aufgaben des Großhandels.”
An das Referat von Keinath ſchloß ſich eine lebhafte Ausſprache an, in
der u. a. der ſtellvertretende Präſident des Zemtralverbandes des
Deutſchen Großhandels, Kommerzienrat Dr. Luſtig, Bemerkungen
zum Montantruſt vom Standpunkt der Lage des freien Eiſenhandels
machte. Exzellenz Riedl, ehem. öſterreichiſcher Miniſter und
außer=
ordentlicher Geſandker, Wien, ſprach alsdann über das Thema: „
Han=
delspolitik und Handelsverträge‟. Ueber die Arbeiten des
Zentralver=
bandes des Deutſchen Großhandels im letzten Jahre gab Dr. Engel
einen Geſchäftsbhericht. Er faßte dann die dem Zentralverband des
Deutſchen Großhandels obliegenden Aufgaben in nachſtehenden 12
The=
ſen zuſammen: 1. Wahrang der Intereſſen des Großhandels im
allge=
meinen, der Regierung, den Parlamenten, der Oeffentlichkeit gegenüber.
2. Unterſtätzung der dem Großhandel naheſtehenden Perſönlichkeiten in
den Organen der Reichs= und Länderparlamente, Induſtrie= und
Han=
delskammern, Verwaltungsräten uſw. 3. Wiederherſtellung der
Kredit=
funktionen des Großhandels durch Wiederaufbau der allgemeinen
deut=
ſchen Geld= und Kreditwirtſchaft in Zuſammenarbeit mit dem
Bank=
kapital. 4. Bekämpf ung der zuweitgehenden ſteuerlichen Belaſtung und
Mitarbeit an einer poſitiven Steuerreform im Sinne der pfleglichen
und ſchonenden Behandlung des Großhandels. 5. Sicherung der
Durch=
führung eines Außenhandelsprogramms im Sinne des Großhandels,
mit dem Ziel der notwendigen europäiſchen Zoll= und
Wirtſchaftsgemein=
ſchaft durch Ausbau von Kollektivverträgen näher zu kommen. 6. Kampf
gegen die ſteuerliche und kreditwirtſchaftliche Bevorzugung der
Genoſſen=
ſchaften durch den Staat. 7. Information der Großhandelsbetriebe
durch eine allgemeine, ins einzelne gehende Auskunftserteilung. 8.
Pflege und Vertiefung der zwiſchen der deutſchen Produktion:
Indu=
ſtrie und Landwirtſchaft und dem Großhandel beſtehenden
wirtſchaft=
lichen Beziehungen. — Pflege und Vertiefung der zwiſchen dem
Hand=
werk, Einzelhandel, Banken und den Vertretungen des Verbrauches
be=
ſtehenden wirtſchaftlichen Beziehungen. Schutz und Sicherung des
Großhandels gegen von dieſer Seite kommende
Ausſchaltungsbeſtrebun=
gen. 9. Kampf gegen die nicht den Erforderniſſen des Handels
ent=
ſprechende Geſtaltung des Rechtsweſens. 10. Sicherſtellung einer der
Bedeutung des Großhandels als Verkehrsfaktor entſprechenden
Mit=
wirkung bei dem Neuaufbau des deutſchen Verkehrsweſens (Eiſenbahn,
Poſt, Luft, Automobile). 11. Kampf gegen das Hineintragen jedweder
Parteipolitik bei der Regelung wirtſchaftspolitiſcher Fragen. 12.
Mit=
arbeit in der Ausbildung eines beruflich leiſtungsfähigen
Großhandels=
nachwuchſes.
In der Nachmittagsſitzung der Großhandelstagung nahm der
Reichsminiſter a. D. Dr. Neuhaus zu den von Exz. Riedel in ſeiner
vorhergehenden Rede aufgeworfenen Problemen Stellung und bemerkte,
zur Erreichung der Zollumion könnten die Regierungen der
verſchie=
denen Länder viel beitragen, wenn ſie die Tarif=Schemata ausglichen
und zur Erleichterung des Warenverkehrs zwiſchen den einzelnen
Völ=
kern ſchon jetzt beitrügen. Nachdem Dr. Engel den Geſchäftsbericht
er=
ſtattet und die Verſammlung ihre Wünſche und Forderungen in einer
Entſchließung zuſammengefaßt hatte, wurde die Tagung geſchloſſen.
Der Stand der Reichsfinanzen.
Nach einer Ueberſicht des Reichsfinanzminiſteriums betragen die
Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben im Auguſt
1926 insgeſamt 651 431 943,07 RMk., wovon 461 884 22 RMk. aus
Ein=
nahmen aus den Beſitz= und Verkehrsſteuern ſtammen, während aus
Zöllen und Verbrauchsabgaben 189 537 715 RMk. eingenommen wurden.
Die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben für die
Zeit vom 1. April 1926 bis 31. Auguſt 1926 betrugen insgeſamt
2814 728 765,97 RMk., wovon auf Einnahmen aus Beſitz= und
Verkehrs=
ſteuern 1 911 545 857 RMk. und auf Einnahmen aus Zöllen und
Ver=
brauchsabgaben 903 018 009 RMk. entfallen.
Frankfurter Effektenbörſe.
Frankfurt a. M., 15. September.
Das Geſchäft war an der heutigen Börſe nicht erheblich und
un=
regelmäßig. Medio machte ſich bemerkbar, obwohl eine Abſchwächung
im Vergleich zu geſtern kaum eintrat. Die Tendenz der Börſe blieb
abends knapp behauptet; die Umſätze waren aber für Effekten noch
klei=
ner. Auf dem Auslandsrentenmarkt fanden teilwoiſe Glattſtellungen
ſtatt, wodurch die Tendenz allgemein etwas nachgab, aber bald brachten
hier neue Käufe Teile der Verluſte wieder ein. Feſt waren weiter
Zoll=
türken und Mexikaner, während Anatolier, Bagdad und Rumänen
etwas nachgeben mußten. Kriegsanleihen ganz ſtill. Bagdad II 2231,
Zolltürken 14,60, Ungar Gold 21½, Goldmexikaner 47½, Irrigation
38½, Commerzbank 138, Darmſt. Bank 220½, Bochumer 151, D.
Luxem=
burg 151½, Gelſenkirchen 163½, Harpener 157, Phönix 120½, AEG.
161½, J. G. 282, Daimler 81½, Dt. Erdöl 1431 Holzverkohlung 50½
Rütgerswerke 117, Wayß u. Freytag 119½, Zucker Heilbronn 91½,
Offſtein 113, Nordd. Lloyd 154½, Anatolier T 26¾, II 222/s,
Holz=
mann 121¾.
Berliner Effektenbörſe.
Berlin, 15. Sept.
Die heutige Berliner Börſe ſtand unter dem Zeichen der
Medio=
liquidation, durch die das Geſchäft etwas gehemmt wurde. Die
Speku=
lation hielt ſich mit Rückſicht auf die Prämienerklärungen zurück und
nahm teilweiſe Realiſationen vor. Die Tendenz war daher bei Beginn
unſicher und knapp gehalten, zeigte aber im ganzen nur geringfügige
Veränderungen der Kurſe. Bankaktien, heimiſche und ausländiſche
Staatsrenten, ferner von Montanwerten Gelſenkirchener zeigten ſogar
auf Anſchaffungen der Provinz und des Publikums geringfügige
Stei=
gerungen. Nach Feſtſetzung der erſten Kurſe wurde die Stimmung
all=
gemein freundlicher. Die Abſchlüſſe fanden größtenteils bereits per
Ultimo September ſtatt, während die amtlichen Notierungen der Termin=
Werte heute noch per Medio lauteten. Am Geldmarkt gilt die Medio=
Liguidation als erledigt. Revortgelder wurden nur noch von einigen
Nachzüglern verlangt und ſtanden mit 7½—7½ Prozent zur Verfügung.
Am Tagesgeldmarkt machte die Erleichterung Fortſchritte. Der Satz
konnte daher auf 4—53” Prozent ermäßigt werden. Monatsgeld blieb
dagegen mit 5½—6½ Prozent angeſpannt und ging nur zu kleineren
Beträgen um. Warenwechſeb mit Großbankgiro ca. 52/—5½ Prozent.
Am Deviſenmarkt gingen die Frankenvaluten auf geſtriger Baſis um.
Auch das Pfund und die Mark zeigten keine Schwankungen. Dagegen
trat der japaniſche Yen mit einer ſtärkeren Bewegung hervor, indem
der Kurs eine Befeſtigung auf 48,47 erfuhr. Im einzelnen hielten ſich
die Schwankungen am Markt der Dividendenpapiere durchſchnittlich in
Grenzen von 1—2 Prozent. Darüber hinaus waren allerdings
ver=
ſchiedene Ausflüge nach beiden Seiten zu verzeichnen. So wurden auf
Realiſationen Görlitzer Waggons 4 Prozent, Akkumulatoren 9, Eſſener
Steinkohlen 4½ Prozent, Kahlbaum, die aus dem Verkehr zurückgezogen.
werden 5 Prozent niedriger notiert. Unter Elektroaktien zeigten auch
andere Werte Verluſte von 3—4 Prozent. Auf der anderen Seite hielt
die ſtarke Nachfrage nach einigen Bauaktien, angeregt durch die gute
Beſchäftigung dieſer Geſellſchaft, an. Am Bankenmarkt eröffnoten
Darmſtädter mit 220 feſt, Berliner Handelsanteile gewannen mit 2134/e
2 Prozent. Leipziger Kredit ca. 1 Prozent, Schiffahrtsaktien kaum
ver=
ändert. Von amerikaniſchen Freigabewerten, die teilweiſe wieder mehr
in den Vordergrund treten, beſtand für Anglo=Guano plus 1½ Proz.
regeres Intereſſe. J. G. Farben ſetzten mit 284½ knapp behauptet und
Vereinigte Stahlwerke=Aktien mit 139 leicht befeſtigt ein. Am Markt
der Auslandsrenten zeichneten ſich türkiſche, ungariſche, anatoliſche,
mace=
doniſche und rumäniſche Werte durch recht feſte Kurſe aus.
Kriegs=
anleihe ruhiger (0,492½).
Im weiteren Verlauf der Börſe war die Haltung unſicher und
ſchwankend. Nur für ausländiſche Renten erhielt ſich das Intereſſe bei
feſten Kürſen. In der zweiten Stunde neigte die Tendenz der
Aktien=
werte leicht nach unten. Am Markt der unnotierten Werte werden von
morgen ab die Aktien der Rheinmetall=A.=G. und Dr. Paul Meyer A. G.
gehandelt, die bekanntlich aus dem offiziellen Verkehr zurückgezogen ſind.
Privatdiskont kurze Sicht 5 Prozent, lange Sicht 4¾4 Prozent. Die
Börfe ſchloß in ſchwacher Tendenz, konnte ſich aber nach Schluß des
amtlichen Verkehrs wieder erholen.
Aſchaffb. Zellſtoff
Augsb.=Nürnb. Maſck
Bamag=Meguin
Berl E. W. Vorzug
Berlin. KarlsruheInd.
Braunkohlen=Briketts/150.—
Bremer Vulkan.
Bremer Wolle".
Deutſch.=Atlant. Tel.
Deutſche Maſchinen 1104.—
Deutſch.=Nied. Tel.
Deutſche Erdöl ..
Deutſche Petroleum.
Dt. Kaliwerke
Donnersmarckhütte. / 83.—
Dynamit Nobel. .. ..
Elektr. Lieferung. . . .
J. G. Farben ..
R. Friſter
Gaggenau Vorz.
Gelſenk. Gußſtahl.
G. f. elektr. Untern.
Halle Maſchinen .. ..
Han. Maſch. Egeſt.
Hanſa Dampſchf.
Deviſenmarkt.
Amſterdam=R
Buenos=Aires.
Brüfſel=Antw.
Oslo .....
Kopenhagen.
Stockholm . . . .
Helſingfors ..
Italien ...."
London...
New=York..
Paris..
Schweiz".
Spanien
14. 9.
Geld /Brie
183.15 168.57
1.701 1.70
1147 11.5
91 911 92.11
111.43111.71
112.15112.431 112.16
10.553 10.693
15.023/15.06
20.361 20.4171
4 193/ 4.203
1.89 1193
81.02 81 2
64.10 &4 261
15. 9.
Geld
153.10
11.54
Prtef
19.55
15.21
112.3.
10.59:
20 356 2).401
12.00 12.0.
31.073/31.215/Ranada
158.52/WienD..Oſt. ab
1.793 1.700 Prag .....
11.59/Budapeſt. . . .
31.90/ 92.14Japan .. . . . . . . / 2.039
111.43 111.7ilRio de Janeiro
Sofia
Fugoſlavien..
15.25/Konſtantinopel
Liſſabon".
4.1935 1. 203Danzig ...
Athen ...
14.10 64.20Uruguan.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Eine Entſchließung des Deutſchen Juriſtentages zur Reform des
Aktienrechts. Der Deutſche Juriſtentag nahm zur Reform des
Aktien=
rechts folgende Entſchließung an: 1. Eine allgemeine Reform des
deut=
ſchen Aktienrechtes iſt zurzeit nicht erforderlich. Es liegt daher kein
Anlaß vor, Maßnahmen zur Vorbereitung einer ſolchen Reform
ein=
zuleiten. 2. Die Vorſchriften des engliſch=amerikaniſchen Rechtes ſind
zur Uebertragung auf deutſche Verhältniſſe nicht geeignet, und, wenn
auch zu beachten, jedenfalls nicht nachzuahmen. 3. Die ſtändige
Devu=
tation des Juriſtentages wird erſucht, eine aus Mitgliedern des
Juriſten=
tages beſtehende Kommiſſion mit dem Recht der Kooptation auch von
Nichtmitgliedern zu bilden, die beauftragt wird, die Frage einer etwaigen
Reform des deutſchen Aktienrechtes zu prüfen. 4. Der Juriſtentag regt
außerdem die Bildung einer überſtaatlichen kapitaliſtiſchen
Geſellſchafts=
form an, die wahlweiſe neben den innerſtaatlichen Geſellſchaftsformen
zur Verfügung ſtehen ſoll.
J. G. Farbeninduſtrie A. G., Frankfurt a. M. Die häufigen
Mel=
dungen über Bau und Zweck eines zweiten Leunawerkes zwiſchen
Nachterſtedt und Gatersleben wurden faſt ebenſo oft widerrufen, bis
jetzt ſchließlich verbreitet wurde, daß überhaupt keine Anlagen in dieſem
Gebiet entſtehen würden. Zur Klärung ſei mitgeteilt, daß der
Aufſichts=
rat der J. G. Farbeninduſtrie A.G. beſchloſſen hat, auf dem
angekauf=
ten Gelände des Rittergutes Gatersleben Verſuche zur Gewinnung eines
neuartigen Düngerſtoffes aufzunehmen. Die Arbeiten
wer=
den bis ſpäteſtens zu Beginn des kommenden Frühjahrs aufgenommen
und dürften bald einen größeren Umfang annehmen.
Berliner Produktenbericht vom 15. September. Im Berliner Markt
überwog heute die Nachfrage, auch lauteten in Uebereinſtimmung mit
Liverpool die Schlußforderungen merklich höher. So waren alle
Mo=
mente für eine allgemeine ſich durchſetzende Befeſtigung gegeben. Die
Steigerungen erſtreckten ſich in etwas größerem Umfange auf Roggen,
der im Lieferungsgeſchäft bis 2 Mark höher wurde, Weizen 1½ Mark
über Vortag. Vernachläſſigter lag der laufende Monat für beide
Ge=
treidearten. Mehl behält im Konſumgeſchäft regelmäßigen Abſatz, doch
ſind die hohen Forderungen nicht mehr ganz leicht durchzuſetzen.
Heim=
früchte bleiben in Mittelqualitäten bei großem Angebot ſchwer
verkäuf=
lich, gute Sorten gefragt, aber knapp. Futtermittel behauptet, ohne
größere Umſätze.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
* New York, 15. Sept. (Prib.=Tel.)
Weizen. Der Markt eröffnete heute in ſchwächerer Haltung auf
mäßige Exportnachfrage. Später konnte eine Befeſtigung eintreten,
doch zeigen die Termine noch Abgaben von ½—¾ C.
Mais. Im Anfangsverkehr war die Haltung ſehr ſchwach auf
gün=
ſtige Ernteberichte und in Erwartung einer größeren Farmbewegung,
Gegen Schluß trat eine Befeſtigung ein auf gebeſſerte heimiſche
Loko=
nachfrage. Die Termine ſchließen 1½ C. niedriger.
Hafer. Unter dem Eindruck am Weizen= und Maismarkt verlief
auch dieſer Markt in abgeſchwächter Haltung.
Baumwolle. Weſitere Abgaben der Pflanzer und der baiſſegünſtige
Eindruck des amtlichen Wochewetterberichtes hatten eine Abſchwächung
zur Folge. Gegen Schluß konnte eine leichte Befeſtigung auf erneute
Sturmwarnungen aus den Golfſtaaten eintreten. Die Termine zeigen
noch Rückgänge von 40—50 Punkten.
Kaffee. Der Markt bewahrte im Anfangsverkehr ſeine feſte
Hal=
tung auf erhöhte Kabelmoldungen und braſilianiſche Forderungen. Im
Schlußverkehr fanden jedrch Abgaben ſtatt, wodurch die Termine 2
bis 4 Punkte nachgaben.
Zucker. Ermäßigte Nachfrage für Raffinadezucker verurſachten eine
Abſchwächung, wozu Abgaben der Spekulation und Liquidationen noch
beitrugen.
Kakao. Höhere Kabelmeldungen und geſteigerte Kaufluſt der
Fabriken hatten eine feſte Tendenz zur Folge. Später wurden Abgaben
vorgenommen, ſodaß nahe Termine noch 10—12 Punkte höher,
en=
ferntere Notizen etwas ſchwächer lagen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Wie wir erfahren, verhandelt die Peters Union, A.=G., in Frankfunt
„a M. in New York wegen Aufnahme eine Anleihe in Höhe von 15
Mill. Dollar.
Die öſterreichiſche Handelsbilanz weiſt im erſten Halbjahr gegenüber
der gleichen Zeit 1925 einen Rückgang um 50 Prozent auf. Das
Paſſi=
vum iſt von 349 Mill. Schilling auf 526 Mill. geſtiegen.
Die Bank von Frankreich wird gemäß der Ermächtigung durch die
vom Parlament angenommenen Geſetze in Kürze mit dem Ankauf von
Goldmünzen beginnen. Die Bank von Frankreich wird ſowohl
fran=
zöſiſche wie ausländiſche Goldmünzen zu einem feſtgeſetzten Kurs
an=
kaufen.
Die fünfte diesjährige Serie der Londoner Kolonialwollauktion
er=
öffnete am 14. September (erſten Verſteigerungstag), wie erwartet, bei
feſter Tendenz und ſehr reger Käuferbeteiligung.
Einer Meldung aus Amſterdam zufolge, haben die Java=Zucker=
Produzenten den Zuckerpreis ſür die Ernte 1927 um 25 Cents auf 17,50
Gulden pro 100 Kilo erhöht.
Der polniſche Miniſterrat genehmigte die Erlaſſe des
Staatspräſiden=
ten, die die Schaffung eines beſonderen Verkehrsminiſteriums und eines
polniſchen Staatseiſenbahnunternehmens vorſehen.
Der amerikaniſche Baumwollverbrauch wird für Auguſt mit 50060
Ballen angegeben gegen 460 900 Ballen im Vormonat und 44800
Ballen im Auguſt des Vorjahres. — Die Anzahl der in Betrieb
befind=
lichen Spindeln wird zu Beginn des Monats mit 31 321 000 angegeben.
Brantfätter Karbderiche vonlt Te. Gept. Lonb=
Staatspapiere
a) Deutſche
6‟/,%Reichsp.=Sch.
p. 1. 10. 30
7% Bayer. Staats=
Sch. p. 1. 4. 29
6‟/% H- V.=Sch.
p. 1. 4. 29
61/,%0 Pr. St.=Sch.
p. 1. 3. 29
6‟/,% Pr. St.=Sch.
p. 1. 10. 30
7% Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 29
7% Sächſ. Fr.=Sch.
p. 1. 7. 30
6½=%Württ. F. Sch.
p. 1. 3. 29 ...
Vorkriegsanleihen
5% D Reichsanl.
4% D. Reichsanl
4% D. Schutzgb. v.
08—11 u. 13....
4% D. Schutzg. v. 14
4% Preuß. Konſ.
4½ Baden. ... ..
4%Bayern ......"
4% Heſſen......"
4% Württemberger
b) Ausländiſche
5%Bos. E. B. 1914
5% L.Inv. 1914
4½0 „ 1898 ...
4½% 1902.
4%
5% Bulg. Tabal02
4½% Oſt. Staatsr.
v. 1913, Kdb. 1918
4½%Oſt. Schatz. 14
4½%Oſt. Silberr.
4½ Goldr. ...
98.75
98.2
96.5
97.5
96.
95.75
0.499
6.45
6.45
0.43
0.46
0.44
0.44
30
T.45
20.
7.5
4% „einh. R.ſkon,
3% Port. (Spz.) III
5% Rum.am. R.03.
4½% „ Gold. 13..
49 „ am.konv.
4% „ am. 05...
4% Türk. (Adm.)03
40 Türk. Bagb. I
49 „ (Bagb.)II
4% „ 1911 Zoll.
4½% Ung. St. 1913
4½2
42o
9
3½
St. 1914
Goldr. . .
St. 10
Kronr.
Eiſ. Tor. G.
Außereuro=
päiſche
5% Mex.am. inn.
5% äuß. 99
4½ Gold 04,ſtf.
30 „ konſ. inn. . .
4½9 „ Irrigat.
5%Tamaulipas I.
Sachwert=
Schuld=
verſchreibungen
Mit
Zinsberech=
nung
10% Berl. H.=Bk. G.
89
v
6% Berl. St.=Gold
8‟ Darmſt. St.=G.
8% D. Hyp.=Bank
Meining., Goldpf.
8% Frlf.=Hyp.=B.=
Goldpfdbr. . . .
3% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr.. .
5% Frkf. Pfbr.=Bk.
Goldpfdbr. . . . ."
2 Komm. Ldb. D.
Goldſchuldver.
H
12
24
6.8
8.5
30.5
23.05
14.6
207.
21.73
19
3.85
23.75
24.7
Are
38½=
106.
400
82
100
100
93.
39
1 88 Heſſ. Ldb. Gold.
10% Komm=Elektr.
Mark (Hag.) Gold.
8% Mannh. St.=G
8% Mainz St.=G.
89 Naſſ. Ldb. Gold.
8% Pfälzer H.=B.
Goldpfandbr. .
8%o Pforzh. St.=C
8% Pr. C.=B.=Cr.=B.
Goldpfandbr.. ..
8% Rh. Hyp.=B. G
71/,%Rh. St.=W. 25
10% Rh.=Weſtf. B.=
Cr.=Bk.,, Goldpf.
8%
82 Südd. B.=Cr.=B.
Goldpfandbr. .
Ohne
Zins=
berechnung
5% Bdw. Kohl. 23
6% Großkr. Mannh.
Kohl. 23
6% Heſſ. Brk.=Rog.
5% „Roggen . . 23
5% Pr. Kaliw.
5% Pr. Roggenw.
5 % Südd. Feſt=B. G
Vorkriegs=Hyp.=B.)
Pfandbriefe
Bayi. Vereinsb.
Bahr. Handelsb..
Bahr. Hyp. u. Wech
Berliner Hyp.=Bl
Frkf. Hyp.=Bk. . .
Frkf. Pfandbr.=Bl.
Hamb. Hyp.=Bf.
Mecklb. Hyp.=u. Wb.
Meining. Hhp.Bt.
Nordd. Gr.=Cr.=Bk.
Pfälz. Hyp.=Bi. ...
Preuß. Bod.=Cr.=B
Pr. Cent.=B.=Cr.=V
Preuß. Pfdbr.-Bf
103.25
94
98
100.7
94.5
100
100
109.5
100
11.85
5
7.25
15.1
12.10
12.40
14.40
10.8
72
10.32
10.75
12.70
10.675
10.25
Rhein. Hyp.=B..
Rh.=Wſtf. B.=Cr.=B.
Südd. Bodenkr.
Württ. Hyp.=Bk.
Staatl. od. prov.
garantiert
Heſſ. L.=Hyp.=B.
Landeskr. Caſſel.
Naſſau. Ldsb. ..
Obligationen v.
Transportanſt.
4¾Dux. Bdb Em.91
93
49 Eliſ.=Bahn ſtfr.
42 Galiz. Carl=
Lud.=B.
abg.
4½ Kaſchau=Oderb.
abg.
5% Oſt. Nwſtb. 74
5% Oſt. Südb. (2).
2,6% Alte „
2,60 Neue,
59 Oſt.=Ung. 73/74
4%Oſt. Staatsb. 8:
3½%Oſt. „ 1.b.8. E.
3%Oſt. „ 9. E.
3%Oſt. „ 1885
3%Oſt. „ Erg. Net
% Raab Oedbg. 83
91
9‟
4% Rud. Silber
Rud. Salzkg.
4½% Anat., S.I
4½%Anat., S. II
4½% Anat., S. III
3% Salon. Monaſt.
5% Tehuantepec.
4½%
Bank=Aktien
Altg. D.=Kredit:. 1121
Bad. Bk. .. .. ..
Bk. f. Brauind. . . .
10.50
9.8
12.4
11.9
3.1
7.25
6
19.25
14.25
15
16.5
19.5
19.5
192/,
31
27.5
24
10.93
H.9
271
22.75
27.10
29
25.5
46
Barmer Banko.
Bay. Hyp.=Wchſ.. .
Berl. Handelsgeſ.
Comm. u. Privatb.
Darmſt. u. Nat.=Bk.
Deutſche Bank ...
D. Eff. u. Wchſ.=Bk.
D. Hyp.=Bk. Mein.
D. Vereins=Bk. ..
Disk.=Geſellſch. . ..
Dresdener Bk. .. .
Frankf. Bk. ... .."
Frkf. Hyp.=Bk.. . . .
Frrf. Pfdbr.=Bk. .
Gotha. Grundkr. Bk.
Lux. Intern. Bank
Metallbank. . .
Mitteld. Creditb.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Creditbk. . . .
Rhein=Hyp.=Bk. ..
Südd. Disc.=Geſ. .
Oſterr. Creditanſt.
Wiener Bankverein
Bergwverks=Akt.
Bochum.Bergb. .
Buderus.
Dt. Luxemburg . . . /152.5
Eſchw. Bergw..
Gelſenkirch. Bgw. .
Harp. Bergb..
Jlſe Bergb. St.. . . /152
Genußſchein.
Kali=Aſchersleb. ..
Kali. Salzdetfurt.
Kali. Weſterregln. 145
Klöcknerwerke . . . . 1116.7-
Mannesm.=Röhr. .
Mansfelder".
Oberbedarf
Obſchleſ. Eiſ. (Caro)
Otavi=Min.=Ant.. .
Phönix=Bergb. ...
Rhein. Braunk.
Rhein. Stahlw.. ..
A. Riebeck Montan!
J
139.5
211
138
220
168
120.5
119
96
152
13..5
114.75
124.25
7.5
33
135
124
25
139.5
8.85
6
94.5
157.5
163
157.5
123.75
136.75
137.5
1151
70
32.75
119
50.25
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238
123
1130
152
83.25
75.75
162.25
130.5
10
121
34
45.23
138
59.75
54
66.75
68
59
131.5
142
141.5
68
80
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200
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211,
37‟
283
150
81
62
96
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180
91
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Nummer 257
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AHEINSTR. 3
Donnerstag, den 16. September 1926
Seite 13
Grönland.
. E. Krueger.
(Nachdruck verboten)
Doch die Natur zieht ſtrenge Grenzen und die geringſte
Ver=
etzung ihrer Geſetze rächt ſich. Man gab in alter Zeit dem
Grön=
änder dos Gewehr in die Hand. Doch was Erleſichterung ſein
ollte beim ſchweren Fang, wirkte ſich aus als Verletzung des
Zleichgewichtes von Volkszahl und Exiſtenzmöglichſkeit. Viele
Seehunde wurden angeſchoſſen und verendeten im Meere, von
er Strömung hinausgeriſſen. Der Seehund verſchwand mehr
tid mehr. Heute ſteht die Regierung vor dem Problem, aus
arger Natur neue Möglichkeiten zu ſchaffen. Und ſie nimmt es
rnſt mit der Löſung. Fiſchfang für den Export, Arbeit auf den
Püſtenfahrzeugen, Walfang, Schafzucht, das ſind die Mittel, die
nan erprobt. Vor allem aber ſoll die ſtrenge Abgeſchloſſenheit
inen freien Konkurrenzhampf und damit ein Steigen der Preiſe
ür die Bedürfniſſe verhindern.
Wohl können die ſtrengen Maßnahmen der Regierung eine
Erlahmung der Lebenskraft durch wirtſchäftliche Ausbeute
ver=
ſindern, aber es gibt Feinde, die alle Schranken überſteigen.
Es ſind Gefahren, die ſich doch von außen heranſchleichen.
Krank=
ſeiten ſind doch ins Land gekommen. Wohl wird jeder Reiſende
n der Heimat unterſucht, aber geheimnisvoll wandern doch
be=
timmte Krankheiten einher im Gefolge des Weißen. Vor allem
ein heimtückiſcher Geſell hat ſich eingeſchlichen: die Tuberkuloſe.
Der Grönländer iſt nicht mehr der wandernde Jäger, der ſeinen
Wohnplatz oft wechſelt, im Sommer das Dach von ſeiner
Winter=
wohnung wimmt, ſodaß Licht und Luft ihre reinigende Arbeit tun
önaen. Er iſt ſeßhaft geworden, er hat ſich mehr
zuſammen=
gedrängt. Aehnlich wie noch unſere Bauern in entlegenen
Winkeln, hält er eine große Hitze in ſeinen Hütten feſt auf Koſten
der Durchlüftung. Sein Ehrgeiz iſt es, ein Holzhaus zu haben,
in boſtſpieliger Ehrgeiz. So ſind meiſtens die Hütten mit
Men=
chen überfüllt, die ſich auf der großen Schlafpritſche drängen.
Wohl führen die däniſchen Aerzte einen unermüdlichen Kampf
gegen die tückiſche Krankheit, und doch müſſen ſie eingeſtehen,
haß ein Drittel der Bevölkerung angeſteckt iſt. Dazu kommt die
Empfänglichſkeit des Nazurmenſchen gegen dieſe Krankheiten, das
erſte Zuſammentreffen iſt ein hinterliſtiger Ueberfall überlegener
Macht. Tötete doch der Keuchhuſten, bei uns eine harmloſe
Kinderkvankheit, an manchen Orten ein Zehntel der Einwohner.
Wieder neue Bilder, die ſich in bedrängender Fülle häufen.
Diskobucht iſt ſo recht das Waſſer der Eisberge. Ganz im
Hinter=
grunde der Bucht liegt der Jakobshavner Eisfjord, in den ſich
gewaltige Maſſen des Inlandeiſes entleeren, die von einer Bank
vor dem Fjord feſtgehalten werden. Ein Bild, das Worte wie
dem Nachempfinden nahe bringen können. Von der Höhe der
Felſen aus überblicken wir den Fjord und können nur ſchweigend
bewundern. Tief ſteht die Sonne und überſtrahlt mit rotem
Licht die Flächen des Eiſes, die ihr zugewandt ſind. Blau und
ſatt leſuchten die Schatten. In gewaltigen Zacken und Tafeln
türmt ſich das Eis, ein Gebirge. Dimenſionen, die ſich dem
Verſtehen entziehen, herrſchen hier. Pünktchen ſind die Holzboote
der Grönländer vor dieſen Eismauern, die mehr wie 35 Meter
emporragen.
Ganz anders wieder das Bild wenn ein ſtarkerOſtſturm dieſe
Eis=
maſſen gewaltſam über die Untieſe hinauspreßt ins Meer. Ein
ſtändiges Donnern zeugt von der Gewalt, mit der die Berge
gegen einander gedrückt und geſchmettert werden. Unheimlich
ſchnell breitet ſich das Eis dann aus, verſperrt den Hafen und
hält die Schiffe gefangen, zwingt zu gawaltigen Umogen. —
Gegen Abend fahren wir aus. Eine eigenartig unwirkliche
Stimmung. Die Sonne ging hinab hinter den Bergen von
Nugſuak. Silber im Grau iſt alles, das ſpiegelnde Meer fließt
mit dem Himmel zuſammen. Die wenigen hellen Lichter in dem
matten Gewölbe leuchten aus dem Waſſer wieder. Geſpenſtiſch
blau ſchimmert das Eis. Von innen heraus leuchtet es, denn in
der ganzen Himmelskugel iſt nicht mehr ſoviel Licht, um dieſes
Leuchten zu nähren. Wie die zinnenübertürmten Mauern einer
Märchenſtadt ſchinrmiert die Eiswand, langſam im Nebel des
Horizontes zerrinnend. Dahinter müſſen alle Schätze der Welt
aufbewahrt liegen in köſtlichen Schreinen. Sindbad, der
See=
fahrer, ſah ſolche Städte und ward zum Schwärmer der ewigen
Ferne an ihnen, dem Lüge Wahrheit wurde. Wie geſchüttelte
Münzen in der loſen Hand eines Verſchwenders klirren die
kleinen Eisſtücke in der Bugwelle. Unter der Hohlkehle der
Eis=
berge raunt das Waſſer geheimnisvoll von halbvergeſſenen
Stür=
men und ſchreckt ſich ſelbſt aus dem Schlaf in einem plötzlichen
Aufrauſchen, das bedrohlich murrt. Hinter uns liegt, das einzig
Greifbare, der ſchwarze Streifen des Landes und die dunkele
Rauchfahne zieht dort hinüber wie ein letztes Band, das uns
vor dem Abſturz hält. Meer und Himmel ſind vollkommen eins,
in den Mittelpunkt einer Kugel ſind wir gebannt, frei ſchwebend.
Es gibt keine Wirklichkeit wehr und keinen Traum, die eine
Grenze ſcheidet. Wir ſind dort, wo beide eins werden und beide
zerrinnen. Ein leichtes Gefühl des Schwindels durchbebt uns,
es fehlt der Stützpunkt, von dem aus wir Koordinaten unſeres
Erfaſſens legen können. Stumm ſein und erleben bis zur Grenze
des Stumpfwerdens, all dieſe Unendlichkeit aufſaugen. —
Und kaum hat ſich im Schlafe die erſchütterte Seele wieder
zu ſich gefunden, dringt ſchon neues Erleben auf ſie ein,
über=
ſtürzend, quälend faſt. Ein beängſtigend ſchönes Bild. Die
hellen Felſen und Küſten leuchten wie Marmorwände in ihrer
Geſchloſſenheit. Drüben am Feſtlande ragen die gotiſchen
Bau=
ten der Gneisgipfel, emporſteilend zur Unwahrſcheinlichkeit. Vor
uns die Tafeln der Inſel wie Bauten aus unſerem Empfinden
von heute geſtaltet, wenige gerade Gliederungen zeichnen die
dunklen Baſalte himein. Weiße Firndächer überwölben die
Höhen. Gletſcher liegen in jedem Tal, ſchwingen ſich von den
Höhen herab. Man merkt es, daß ihnen ihre Täler heute zu weit
geworden ſind, ſie haben die Eingepaßtheit in ihr Bett verloren.
und all die Höhen, all die Täler mit Nebeln verhangen, die in
einzelnen Fetzen und Bänken die Fommen umweben. Und das
Meer eine glänzende Metallſcheibe, ein Spiegel für all die
Schön=
heſit, als wäre dieſe Landſchaft in ihrer Jungfräulichkeit eitel
wie eine junge Frau. Der Himmel iſt Weißglut und
Farben=
rauſch, die Sonne iſt friſch und jungſtrahlend wie am erſten Tag
und hat ſich in die junge Frau verliebtz, behängt ſie mit tauſend
Geſchmeide und träumt verzückt über die Schönheit hin, die ſie
ihr ſchenkte. Kokett zieht das Land hier und dort die
Nebel=
ſchleier von neuer Schönheit und umhüllt Glieder, die es nackt
darbot. Zahlloſe Eisberge glühen und leuchten unirdiſch, treiben
lautlos dahin, Schiffe, die nach Küſten der Sehnſucht ſteuern.
Und wir beten im Schauen. Hier muß der Menſch einfältig und
andächtig ſein, muß unendlich deinüitig werden und ergeben,
daß er ſolche Schönheit ſchauen durfte. Hinter dem blühenden
Leben aber ſteht der Tod, als Ziel vielleicht und Sinn.
Plötz=
lich ein aufbrauſender Donnen, der durch die ganze Landſchaft
grollt. Einer der Eisrieſen iſt in ſich zuſamengebrochen, heftige
Wellen zerfalten den Spiegel der See und ſpringen an der
Bord=
wand dobend empor. Mitten im Leben ſind wir vom Tod
um=
fangen. Iſt nicht letzten Endes in aller Schöheit eine Gefahr,
ein Wille zur Vernichſtung? Iſt das nicht ſchärfſter Reiz aller
unbegangenen Wege, Schönheit und Gefahr?
Dreier Gelegenheiten in meinem Leben entſinne ich mich,
da die Landſchaft in überwältigender Stärke vor mich trat.
Drei=
mal das tiefſte Erleben, dies Erſchüttertwerden der Seele und
doch jedesmal anders, jedesmal aus einer andeven
Empfindungs=
zone geboren, aus anderen Zuſammenhängen emporſteigend.
Nach langer Fahrt liefen wir ein in den Golf von Neapel.
Jahre war ich umengt geweſen vom afrikaniſchen Buſch. Und
nun dieſe Lichte der Landſchaft, dieſe Hänge, die Kuliſſen der
Romamtik ſind, dieſe Farben, die mit ihrer Reinheit und
Un=
vermitteltheit quälen können. Da war es, daß wir ins längſt
tränenentwöhnte Mannesauge ein Feuchtes komnmen wollte, es
war die Sehnſucht nach dem Milden, ſagen wir es ungeſcheut,
dem Sentimentalen, es war ein durch Fieberjahre ermattetes
Fühlen, das ſich ſehnte nach Weichheit, nach Schmeichelndem,
dem die Süße, die Süßlichkeit der Landſchaft Troſt war und
Ausgleich. Kranke Seele verlor ſich an das Weichliche in
halt=
loſer Erſchütterung.
Und wieder das zweite Erlebnis war die Wüſte, die nackte,
dürre, ſachliche Wüſte Afrikas. Farben ſind nur Schleier um
ihre Unendlichckeit, und daraus entſtehend Sehnſucht, die töten
kann, Sehnſucht in das Unendliche. Maßſtäbe des Lebens
zer=
brechen, Lebensabwicklung wird, Reihe von Nichtigkeiten vor
dieſer Größe und dieſer gefahrvollen Weite. Sie lockt und
lockt mit dem Stachel der Gefahr und der Würze der Ewigkeit.
Zuviel dieſes Erlebens muß töten, aber nirgends muß es ſich
leichter ſterben laſſen als in der Wüſte. Ein ganz, ganz kleiner
Schritt nur trennt hier das Leben von dem Tode.
(Schluß folgt.)
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