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177. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstagſetzte geſtern die Etatsberatung
fort.
Die Budgetkommiſſion des Reichstags hat
bei der Beratung des Marineetats die
angeforder=
ten 134 neuen Stellen, nämlich 1 Vizeadmiral,
8 Kapitäne z. S., 15 Fregatten= oder
Korvettenkapi=
täne, 32 Kapitänleutnants, 78 Oberleutnants und
Leut=
nants z. S und die Zulagen für 6 penſionierte
Offi=
ziere genehmigt.
Der Reichstagsabgeordnete von Halem (Reichspartei)
hat ſein Mandat niedergelegt.
Der Präſident der Republik Portugal hat Bernardino
Machado mit der Neubildungdes Kabinetts
beauftragt.
Nach Berichten des Gouverneurs ſind bei den
Ueber=
ſchwemmungen im Staate Bahia mehr als
1000 Perſonen umgekommen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7 und 8.
Deutſchsengliſche Beziehungen
und Rüſtungsfrage.
OD In der Budgetkommiſſion des
Reichs=
tages hat ſich Staatsſekretär v. Jagow, wie mitgeteilt,
eingehend über die fortſchreitende Beſſerung unſeres
Ver=
hältniſſes zu England geäußert, das als ein „recht gutes”
bezeichnet werden könne. Die Mitteilungen wurden mit
Befriedigung, aber doch mit Zurückhaltung aufgenommen,
weil das Mißtrauen gegenüber der britiſchen Politik noch
nicht völlig geſchwunben ſei. Auch ein Vertreter der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei, der gute Beziehungen mit
Eng=
land beſonders wichtig ſind, ſteht der Entwickelung des
deutſch=engliſchen Verhältniſſes erklärtermaßen mit einer
gewiſſen Kühle gegenüber. Dieſe Vorſicht des
Reichs=
tages, die nicht ausſchließt, daß Störungen der
fortſchrei=
tenden deutſch=engliſchen Annäherung vermieden werden,
iſt durchaus zu begrüßen. Nicht minder dankenswert aber
erſcheint es, daß mit größerer Beſtimmtheit als bisher
die ſtarke deutſche Flottenrüſtung als
Ur=
ſache der deutſch=engliſchen Entſpannung
bezeichnet wurde. Wenn es ein volksparteilicher Redner
war, der zuerſt hierauf hinwies, ſo wird der Wert dieſer
Feſtſtellung dadurch inſofern erhöht, als einem
Volkspar=
teiler nicht der Vorwurf gemacht werden kann, als
vorein=
genommener „Rüſtungsfanatiker” geurteilt zu haben. Die
ausdrückliche Beſtätigung dieſes Urteils durch
Staats=
ſekretär v. Tirpitz verliert deswegen nicht an ihrem
Gewicht. Daß die Sozialdemokratie als grundſätzliche
und praktiſche Gegnerin der Flottenrüſtung, die nach ihrer
Anſicht die dauernde Verſchlechterung unſerer Beziehungen
zu England mit ſich bringen mußte, ſich durch jene
Feſt=
ſtellungen ſchwer getroffen fühlte, verriet die Ausflucht
ihres Redners: die Erklärungen des Staatsſekretärs von
Tirpitz ſeien „nichtsſagend”.
Würde dieſe Ausflucht ſchon dann lächerlich geweſen
ſein, wenn ſie ſich nur auf das erſte Eingreifen des
Staatsſekretärs in die Debatte beſchränkt hätte, ſo
er=
ſcheint ſie angeſichts ſeiner am Beginn der Sitzung
ab=
gegebenen Erklärung vollends als eine leere Redensart.
Denn der Staatsſekretär hat hierbei die überaus wichtigen
Mitteilungen gemacht, daß 1. das von England angebotene
Verhältnis 16:10 für uns auch heute noch annehmbar
ſei, daß 2. der Feierjahrsgedanke nicht verwirklicht werden
könne, daß 3. poſitive Vorſchläge an uns bis jetzt nicht
herangetreten ſeien, und daß 4. die Marineetats
verſchie=
dener Mächte in den letzten Jahren viel ſtärker
angewach=
ſen wären, als bei uns. Widerſpruch gegen den
Stand=
punkt des Staatsſekretärs iſt von keiner einzigen
bürger=
lichen Partei erhoben werden. Nur die Sozialdemokratie
hält den vom engliſchen Marineminiſter ſelbſt inzwiſchen
längſt preisgegebenen Feierjahrsgedanken für „
disku=
tabel”; alle übrigen Parteien lehnen ihn ebenſo ab, wie
ſie begründete Zweifel an der Durchführbarkeit der
Rüſtungsbeſchränkung mittels Verhandlungen hegen.
Darüber ſind ſich die bürgerlichen Parteien im Laufe der
Zeit ſo klar geworden, daß ihre Einmütigkeit vollſtändig
iſt. Und die ſelbſt vom ſozialdemokratiſchen Korreferenten
anerkannte Tatſache, nicht die deutſche Marineverwaltung
habe zur Steigerung des Deplacements und des Kalibers
gedrängt, ſpricht für die unerläßliche Notwendigkeit
un=
ſeres Aufwandes für den Flottenbau. Wie tief der
Reichs=
tag hiervon überzeugt iſt, heweiſt der Verlauf der Sitzung,
die bereits mit der Bewilligung des Gehalts für den
Staatsſekretär endete.
Der Zufall wollte, daß an demſelben Tage auch eine
Flottenrede Sir E. Greys bekannt wurde. Ohne irgend
welche Spitzen gegen Deutſchland hat der engliſche
Mi=
niſter des Aeußern die Fortſetzung der engliſchen
Flotten=
rüſtung angekündigt. Das wird niemand überraſchen.
Aber Sir E. Grey befand ſich in ungleich ſchlechterer Lage
als Staatsſekretär von Tirpitz, als er ſeinerſeits auf die
Frage der Steigerung des Deplacements zu ſprechen kam.
Die Verantwortung hierfür, d. h. für den Uebergang zum
Bau von Dreadnoughts, trägt England ganz allein. Suchte
Sir E. Grey die Laſt dieſer Verantwortung durch die
Be=
hauptung zu verringern: andere Mächte würden England
zuvorgekommen ſein, falls letzteres nicht eingegriffen
hätte —, ſo fehlt hierfür jeder Beweis. Es wird von der
Beurteilung dieſer Angabe Sir E. Greys durch die
eng=
liſche Preſſe abhängen, ob von deutſcher Seite darauf noch
näher einzugehen iſt.
Der Daily Chronicle ſchreibt: Die Erklärungen, die
in der Budgetkommiſſion des Reichstags
von dem deutſchen Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes
und vom Großadmiral v. Tirpitz abgegeben wurden,
beſtätigen den Eindruck einer ſteten Beſſerung in den
engliſch=deutſchen Beziehungen. Ihre Worte zeugen von
dem großen Fortſchritt gegenüber der Spannung, die vor
dem Abſchluß der Marokkokriſe herrſchte. Dieſe Beſſerung
iſt um ſo weniger gebrechlich, als ſie allmählich entſtand
und ſich mehr auf geſchäftliche als auf gefühlsmäßige
Grundlagen ſtützt, und wir glauben, daß ſie, wenn nichts
dazu kommt und kein vorzeitiger Verſuch gemacht
wird, ſie zu übertreiben, automatiſch fortdauern
und ſich erweitern werden zum Vorteil beider Nationen.
Die Daily News ſchreiben: Dieſe Beſſerung in den
deutſch=engliſchen Beziehungen iſt ſehr willkommen, und
es iſt kein Grund vorhanden, daß ſie ſich nicht vertiefen
und von Dauer werden ſollte.
Ein Sinken der Fleiſchpreiſe?
* Ueber die Geſtaltung der Fleiſchpreiſe
für die nächſten Monate bieten die für das erſte
Halbjahr 1914 abgeſchloſſenen Lieferungsbedingungen für
die Militärverwaltung, die jetzt bekannt gegeben werden,
im Vergleich zu denen des letzten Halbjahres 1913
inter=
eſſante Aufſchlüſſe, da nur Fleiſch guter Beſchaffenheit
von geſunden und in gutem Nährzuſtande befindlichen
Tieren zur Ablieferung gelangt, das durchſchnittlich nicht
beſſer in den Fleiſcherläden geführt wird, und da ferner
ſehr ſcharfe Lieferungsbedingungen geſtellt, ſowie eine
eingehende Prüfung ausgeübt wird. Die Preiſe verſtehen
ſich für ein Kilogramm frei Ausgabeſtelle der
betreffen=
den Garniſon. Ein Vergleich mit den Fleiſchpreiſen bei
den Militärlieferungen im letzten Halbjahr 1913 ergibt,
daß die neu vereinbarten Preiſe im großen und ganzen
für die für die Volkswirtſchaft in erſter Linie in Betracht
kommenden Hauptfleiſcharten geſunken ſind, ſo daß man
hieraus entnehmen kann, daß im allgemeinen mit
ſin=
kenden Fleiſchpreiſen für die nächſten
Mo=
nate gerechnet werden kann. Die niedrigſten
vereinbarten Preiſe für Ochſenfleiſch ſind von 1,24 auf
1,15 zurückgegangen. In weitaus den meiſten der 26
Garniſonen, deren Preiſe feſtgeſtellt ſind, iſt demgemäß
der Preis gefallen (in Berlin z. B. von 1,55 auf 1,49). Nur
einzelne Garniſonen haben eine Preisſteigerung
aufzu=
weiſen. Hierzu gehören vor allem Stettin, Magdeburg,
Düſſeldorf, Aachen, Kaſſel und Frankfurt a. M. Ganz
ähnlich verhält es ſich mit dem Kuhfleiſch, deſſen
nie=
drigſte Preiſe von 1,18 auf 1,09 zurückgegangen ſind. Die
ebengenannten Garniſonen haben aber auch bei dieſer
Fleiſchſorte eine Steigerung aufzuweiſen.
Von beſonderer Wichtigkeit iſt die Geſtaltung der
Schweinefleiſchpreiſe, die zwiſchen 1,70 und 1,09
ſchwanken, während der niedrigſte Preis ſich im zweiten
Halbjahr 1913 auf 1,16 ſtellte. Sämtliche Garniſonen
haben einen Rückgang in der Preisvereinbarung
aufzu=
weiſen, mit Ausnahme von Düſſeldorf und Kaſſel. Auch
das Hammelfleiſch iſt im niedrigſten Preiſe von 1,48 im
zweiten Halbjahr 1913 auf 1,39 geſunken. Nur in Magde=, Münſter i. W, Aachen und Kaſſel ſind höhere Preiſe
bei den neuen Militärlieferungen vereinbart worden. Die
niedrigſten Preiſe für Kalbſleiſch (1,25 gegenüber 1,30 der
vorletzten Militärlieferungen) zeigen auch einen
allgemei=
nen Rückgang in dieſer Fleiſchart. Die genannten
Gar=
niſonen, ſowie Halle a. S. und Köln weiſen dagegen
einen Preisunterſchied nach oben auf. Ganz auffallend iſt
der Preisrückgang beim geräucherten Speck. Legt man
den Maßſtab des Anziehens der Preiſe zugrunde, ſo ſind
jetzt als „teuerſte Garniſonen” nach den neuen
Preisfeſt=
ſetzungen in erſter Linie Münſter, Düſſeldorf, Aachen,
Frankfurt a. M., Kaſſel und auch Magdeburg anzuſehen.
Als „billigſte” dagegen Brandenburg, Königsberg,
Ber=
lin Schleswig, Poſen und Altona.
Deutſches Reich.
— Sozialpolitiſche Vorlagen. Für dieſe
Tagung des Reichstags wurden noch zwei ſozialpolitiſche
Vorlagen erwartet: die Novelle zur Gewerbeordnung
über das Gaſt= und Schankwirtſchaftsgewerbe und das
Reichstheatergeſetz. Wie mitgeteilt wird, beſindet ſich die
erſtere Vorlage bereits ſeit Monaten im Bundesrat, und
die Beratungen in den Ausſchüſſen nähern ſich jetzt ihrem
Ende. Der Entwurf zum Reichstheatergeſetz jedoch iſt noch
nicht völlig fertiggeſtellt, ſo daß er dem Bundesrat noch
nicht zugehen konnte. Unter dieſen Umſtänden erſcheint
es ſehr zweifelhaft, ob er überhaupt in dieſer Tagung noch
an den Reichstag gelangen wird, denn eine Erledigung
por der ſommerlichen Vertagung erſcheint ganz
ausge=
ſchloſſen.
Zum Kapitel: Deutſche
Militär=
miſſion, wird der Poſt aus diplomatiſchen Kreiſen
mitgeteilt: Das Verhältnis zwiſchen Deutſchland und
Rußland hat ſich verſchlechtert. Die Zeit des Potsdamer
Abkommens liegt weit zurück. Aber Deutſchland iſt doch
nur der Ofenſchirm, den Rußland wegſtoßen will. Seine
Hauptgegnerſchaft gilt der Türkei. Wie die ruſſiſche
Re=
gierung die deutſche Militärmiſſion beiſeite zu ſchieben
verſucht hat, das war inſofern noch beſonders unfein gegen
Deutſchland gehandelt, als Kokowtzow hier in Berlin ſich
um die Frage, ob dieſe Miſſion Rußland unangenehm ſei,
ziemlich herumgedrückt hat. Erſt ſpäter hat er ſeine
Bom=
ben gegen ſie geſchleudert. Nicht um Deutſchland zu
ver=
letzen, ſondern um der Türkei eine Erneuerung ihres
Hee=
res möglichſt zu erſchweren. In Berlin hat man nur den
Fehler gemacht, ſich das ruſſiſche Dreinreden nicht ebenſo
zu verbitten, wie das England getan hat. Das
Peters=
burger Kabinett nämlich fragte vorübergehend in London
an, ob das engliſche Kabinett nicht geneigt ſei, die
Schwie=
rigkeit aus dem Wege zu ſchaffen, die darin beſtünde, daß
man nun gegen die deutſche Militärmiſſion anginge und
die engliſche Marinemiſſion ihren bevorzugten Platz doch
behaupte. Man ließ durchblicken, daß man auch hier gern
eine Einſchränkung der Befugniſſe des Chefs der
Marine=
miſſion ſehe. In London verſteht man jedoch in dieſen
Dingen keinen Spaß.
— Aus Elſaß=Lothringen. Generalleutnant
Freiherr von Richthofen, bisher Kommandeur der
Garde=
kavallerie=Diviſion, iſt in gleicher Eigenſchaft zur 6.
Di=
viſion in Brandenburg an der Havel verſetzt worden. Mit
der Führung der Gardekavallerie=Diviſion wurde
Gene=
ralmajor von Pelet=Narbonne beauftragt, bisher
Kom=
mandeur der 30. Kavallerie=Brigade in Straßburg, der
Vorſitzende im Kriegsgericht gegen Oberſt von Reuter. —
Der neue Gouverneur von Metz, Generalleutnant von
Lindenau, iſt aus der Infanterie hervorgegangen, war
längere Zeit im Generalſtabe, wo er zuletzt die Stelle des
Abteilungschefs innehatte. Er wurde dann Kommandeur
des Infanterie=Regiments Kaiſer Wilhelm (2.
Großher=
zoglich Heſſiſches) Nr. 116 in Gießen, der 76. Infanterie=
Brigade in Erfurt und ſchließlich der 16. Diviſion, in
wel=
cher Stellung er am 27. Januar 1911 zum
Generalleut=
nant befördert iſt. — Zum Kommandeur des Inkanterie=
Regiments Nr. 99, anſtelle des nach Frankfurt an der Oder
verſetzten Oberſten von Reuter, iſt der Kommandeur der
Danziger Kriegsſchule, Oberſtleutnant Gündell, ernannt
worden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Tiroler Landtag. In der Sitzung des Tirolet
Landtags begannen die italieniſchen liberalen
Abgeord=
neten, die gegen hundert Dringlichkeitsanträge eingereicht
hatten, um die Erledigung der Fleimstal=Bahnvorlage zu
verhindern, mit der ſchärfſten Obſtruktion. Es wurden
ſtundenlange italieniſche Dauerreden zur Geſchäftsordnung
gehalten. Auf deutſcher Seite will man durch eine
mehr=
tägige Sitzung die Obſtruktion niederringen.
Italien.
Kriegskoſten. Der Bericht über die Ausgaben
anläßlich der Beſetzung Libyens, der Aegäiſchen Inſeln
und der internationalen Ereigniſſe, der der Kammer vor=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Nummer 37.
gelegt worden iſt, führt an: Die Ausgaben beliefen ſich
auf. 1 149757564 Lire, davon entfallen 903891 Lire auf
die Cyrenaika und Tripolis, 21857809 Lire auf die
Be=
ſetzung der Aegäiſchen Inſeln und 3351121 Lire auf
Al=
banien. Etwa 50 Millionen wurden an die Verwaltung
der türkiſchen Staatsſchuld gemäß dem Vertrage von
Lau=
fanne gezahlt.
Portugal.
Während der Kundgebungen vor dem
Palaſte des Präſidenten begab ſich eine
Abord=
nung der Demonſtranten in den Palaſt, um dem
Präſi=
denten die Forderungen vorzutragen. Der Präſident
er=
klärte, daß er der Regierung die Wünſche der Abordnung
mitteilen werde, die, wie er annehme, die Wünſche des
ganzen portugieſiſchen Volkes ſeien. Die Demonſtranten
vor dem Palaſt brachen daraufhin in
Beifallskundgebun=
gen aus und zerſtreuten ſich in voller Ordnung, wobei ſie
abwechſelnd internationale und nationale Lieder ſangen.
Rußland.
Das Geſetz, betreffend den Verkauf
geiſtiger Getränke. Der Reichsrat ſetzte die
Be=
ratung des Geſetzentwurfs, betreffend die Regelung des
Verkaufes geiſtiger Getränke, fort. Mit 77 gegen 43.
Stim=
men wurde ein Artikel angenommen, der den Müttern
und großjährigen weiblichen Familienoberhäuptern
Stimmrecht in den Verſammlungen der Landgemeinden
verleiht, die über den Verkauf geiſtiger Getränke
be=
ſtimmen.
Venizelos Beſuch in Petersburg. Vor
ſeiner Abreiſe aus Petersburg erklärte der griechiſche
Mi=
niſterpräſident Venizelos dem Vertreter der Petersburger
Telegraphenagentur, er ſei von den Ergebniſſen ſeines
Beſuches in Petersburg ſehr befriedigt. Der
liebenswür=
dige Empfang durch den Kaiſer, die wohlwollende Haltung
der politiſchen Kreiſe und die Unterſtützung, die er in der
öffentlichen Meinung Rußlands fand, hätten ihn von dem
unerſchütterlichen guten Willen Rußlands gegenüber Grie
chenland überzeugt. Venizelos betonte anerkennend die
Unterſtützung, die Rußland in der Frage der Aegäiſchen
Inſeln Griechenland geleiſtet hätte, und gedachte der
moraliſchen Stütze, die Griechenland ſchon im Jahre 1867
bei Rußland in der kretiſchen Frage gefunden habe.
Vereinigte Staaten.
Die Einwanderungsbill iſt vom
Reprä=
ſentantenhauſe angenommen worden. Die Bill enthält
eine Klauſel, die für die Einwanderer den Nachweis der
Schulbildung vorſchreibt, aber alle Amendements über
den Ausſchluß von Aſiaten beſeitigt.
Afrika.
Das ſüdafrikaniſche Parlament war ſtarl
beſetzt und in großer Erregung, als ſich Miniſter Smuts
erhob, um das Vorgehen der Regierung zu verteidigen.
Nachdem er 3½ Stunden geſprochen hatte, wurde die
Sitzung vertagt. Smuts verſuchte zu beweiſen, daß die
Bewegung in Südafrika von Anfang bis zu Ende kein
ge=
wöhnlicher Streik geweſen ſei, ſondern eine ſyndikaliſtiſche
Verfchwörung höchſt vorgeſchrittenen Charakters.
* Kürzlich waren in der Preſſe Mitteilungen über
die höchſten Beiträge für den Wehrbeitrag
enthalten. U. a. war auch der Wehrbeitrag der Frau
Berta Krupp von Bohlen=Halbach als der höchſte
hin=
geſtellt worden, der in Deutſchland gezahlt wird. Wie
mitgeteilt wird, dürfte der Betrag, den die Firma Krupp
für den einmaligen Wehrbeitrag zahlt, ſich auf etwa ſechs
Millionen Mark belaufen. Es mag bei dieſer
An=
gabe beſonders intereſſieren, daß dieſe Summe gleichzeitig
etwa dem Reinertrag entſpricht, den die Firma aus
Ge=
ſchützbeſtellungen bezieht, die ihr aus Anlaß der
Durch=
führung der neuen Militärvorlage erwachſen. In der
ſozialdemokratiſchen Preſſe war ſtets in bekannter Weiſe
darauf hingewieſen worden, daß die Wehrvorlage
namentlich auch auf Drängen Krupps eingebracht worden
wäre. Man erſieht aus den obigen Angaben, wie wenig
zutreffend eine ſolche Unterſtellung iſt. Tatſächlich ſind
in der neuen Heeresvorlage gar keine Geſchützbeſtellungen
beträchtlichen Umfanges vorgeſehen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Februar.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen lt. Darmſt. Ztg. am Mittwoch
vormittag 10½ Uhr im Neuen Palais Freifrau von
Rabenau, Witwe des Oberſtallmeiſters, und den
Miniſterialrat Dr. Kratz.
* Titelverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Chordirektor am Großh. Hoftheater
Robert Preuß den Titel „Hofchordirektor” verliehen.
* Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben der Barbara Bitzenbauer in
Boden=
heim, Oberin der Barmherzigen Schweſtern daſelbſt, aus
Anlaß ihres 50jährigen Dienſtjubiläums die Goldene
Ver=
dienſtmedaille des Ludewigs=Ordens verliehen.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Gefangenwär=
ter am Haftlokal in Nidda Ludwig Diehlmann au
ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen
treuen Dienſte, mit Wirkung vom Dienſtantritt ſeines
Nachfolgers.
* Ernannt wurde der Steueraufſeheraſpirant
Ge=
fangenaufſeher am Provinzialarreſthaus in Gießen
Wil=
helm Adam, zurzeit in Mainz, vom 6. Februar lfd. Js
an zum Steueraufſeher.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 4 vom
5. Februar hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung,
die Ausführung der Prüfungsordnung für Aerzte vom
28. Mai 1901 betreffend. 2. Bekanntmachung, die Heſſiſche
Landeshypothekenbank betreffend.
-g. Strafkammer I. Der Fuhrknecht Philipp Bonn
von hier war vom Schöffengericht zu 40 Mark
Geld=
ſtrafe event. 20 Tagen Haft wegen Tierquälerei
verurteilt worden. Er hatte im Juni vorigen Jahres eine
mit Sand beladene Zweiſpännerfuhre von der Station
Roſenhöhe nach einem Bauplatz an der Ecke der Darm=
und Heidenreichſtraße zu bringen, und der Wagen hatte
ſich in dem Erdreich feſtgefahren. Bonn verſuchte nun
durch unbarmherziges Einſchlagen auf die Pferde, den
Wagen weiter zu bringen, was jedoch erſt nach dem
Frei=
machen der Räder, Erleichtern des Wagens uſw. möglich
war. Der Angeklagte verfolgte Berufung mit der
An=
gabe, das eine Pferd ſei überaus ſtörriſch geweſen,
wes=
halb er vielleicht in ſeinem Unwillen etwas zu weit
ge=
gangen ſei. Die Strafkammer ermäßigte die Strafe auf
25 Mark Geldſtrafe event. 10 Tage Haft. — Der
46jährige Erdarbeiter Damoſo Solſanola aus Udino
in Italien wurde wegen Verbrechens nach § 176 Abſ. 3
des Strafgeſetzbuches zu 1 Jahr Gefängnis abzüglich
6 Wochen der Unterſuchungshaft verurteilt.
-g. Kriegsgericht. Der Musketier Franz Reiß von
Heldenbergen vom Infanterie=Regiment Nr. 116 hatte
ſich geſtern vor dem Kriegsgericht der 25. Diviſion wegen
einer vor dem Dienſteintritt begangenen Körperverletzung
zu verantworten. Er war im Sommer vorigen Jahres
in einer Frankfurter Wagenbauanſtalt tätig und hierbei
mit einem Arbeitskollegen in Streit geraten, als dieſer
den von ihm gerade benutzten Schweißapparat nicht
her=
geben wollte. In ſeiner Erregung ſchlug der Angeklagte
mit einem ſchweren Schmiedehammer ſeinen Gegner auf
den Kopf. Durch den Schlag wurde auch das Auge in
Mitleidenſchaft gezogen, und der Perletzte war etwa ſechs
Wochen lang erwerbsunfähig. Das Gericht erkannte auf
20 Mark Geldſtrafe event. 4 Tage Gefängnis.
— Vom Hoftheater. Heute Freitag gelangt die Poſſe
„Filmzauber” im D=Abonnement zur Aufführung.
Die Vorſtellung beginnt um 7½ Uhr. Am Samstag geht
als Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen Lehärs
Ope=
rette „Die luſtige Witwe” in Szene. Der Vorverkauf findet
im Verkehrsbureau ſtatt. Am Sonntag nachmittag wird
nach längerer Pauſe das Presber=Kadelburgſche Luſtſpiel
„Der dunkle Punkt” wieder im Spielplan erſcheinen.
Sonntag abend abſolviert Mme. Charles Cahier
ein einmaliges Gaſtſpiel in der Neuinſzenierung von
„Samfon und Dalila” die Hofkapellmeiſter de Haan
muſi=
kaliſch leitet. Die berühmte Künſtlerin, die gegenwärtig
auf ihrer Tournee durch Deutſchland begriffen iſt, die ihr
die größten Triumphe bringt, konnte nur für einen Abend
verpflichtet werden, da ſie am nächſten Tag bereits wieder
in München ſingen muß. Das Intereſſe für das Gaſtſpiel
Cahier iſt ganz ungewöhnlich und ſpricht für die
außer=
ordentliche Beliebtheit, deren ſich die gefeierte Altiſtin
hier erfreut. Der Vorverkauf wird täglich an der
Hof=
theater=Tageskaſſe und im Bureau des Verkehrs=Vereins
fortgeſetzt.
* Techniſche Hochſchule. Auf eine 25jährige
Tätig=
keit als akademiſcher Lehrer kann am 9. Februar der
Vertreter der Mathematik an der Techniſchen Hochſchule,
Geh. Hofrat Profeſſor Dr. Friedrich Dingeldey,
zurückblicken. Proſeſoer Wingelbep, ein geborener
Darm=
ſtädter, ſteht im 55. Lebensjahre. 1885 promovierte er in
Leipzig, war hierauf als Gymnaſiallehrer in Darmſtadt,
von 1887—89 als Lehrer, von 1889—92 als Dirigent an
der höheren Bürgerſchule zu Groß=Gerau bei Darmſtadt
tätig, habititierte ſich am 9. Februar 1889 an der
Darm=
ſtädter Hochſchule, erhielt 1892 einen Lehrauftrag für
Mathematik und zwei Jahre ſpäter die Ernennung zum
Ordinarius.
H. K. Die Frage des Lehrlingsweſens in weiblichen
Handwerksbetrieben wird in den vecſchiedenen
Kammer=
bezirken des Deutſchen Reiches zurzeit noch nicht
einheit=
lich gehandhabt. Hierdurch entſtehen öfters
Schwierig=
keiten, die beſonders dann zu unliebſamen
Auseinander=
ſetzungen führen, wenn beiſpielsweiſe die Dauer der
Lehr=
zeit, die Höchſtzahl der Lehrlinge, die Beſchäftigung von
nur zum eigenen Gebrauch lernenden Mädchen in den
ein=
zelnen Kammerbezirken verſchiedenartig feſtgelegt iſt. Die
Durchführung der Vorſchriften, die eine Geſundung der
Verhältniſſe in weiblichen Handwerkszweigen bringen und
vor allem die ordnungsmäßige Heranbildung eines
leiſtungsfähigen Nachwuchſes gewährleiſten ſoll, wird
durch die verſchiedenartige Regelung einzelner
grund=
legender Fragen ganz erheblich erſchwert. Hierzu
kom=
men noch die Klagen des reellen Gewerbes über das
Ueber=
handnehmen ſogenannter Unterrichtsanſtalten, die in
vie=
len Fällen gar nicht in der Lage ſind eine ordnungsmäßige
Ausbildung zu gewährleiſten. Auch wird immer wieder
ſeitens der Vereinigungen erwerbstätiger Frauen
nach=
drücklichſt der weitere Ausbau bereits beſtehender
Vor=
ſchriften gefordert. Die Intereſſenvertretung des
Hand=
werks konnte ſich daher dieſer Unſtimmigkeit und den
be=
rechtigten Forderungen nicht länger verſchließen und hät
das weibliche Lehrlingsweſen zur Beratung auf die
Tagesordnung der Sitzung der Kommiſſion für
Gewerbe=
recht des Deutſchen Handwerks= und Gewerbekammertags
im November vorigen Jahres geſetzt. Dort wurde
be=
ſchloſſen, eine Spezialkommiſſion aus den Kammern
Darm=
ſtadt, Berlin und Hamburg zu bilden, die das geſamte
Material ſichten und Vorſchläge zur einheitlichen Regelung
der einzelnen Fragen des weiblichen Lehrlingsweſens
ſtellen ſoll. Die mit dem Vorſitz betraute
Handwerkskam=
mer zu Darmſtadt hat nunmehr eine eingehende
Abhand=
lung darüber gefertigt und zu den grundlegenden
Punk=
ten einheitliche Vorſchläge aufgeſtellt, die den beiden
ande=
ren Kammern zur Stellungnahme überwieſen wurden.
Demnächſt tritt dieſe Spezialkommiſſion zu einer Beratung
der einzelnen Anträge zuſammen; die Kommiſſion für
Ge=
werberecht übernimmt alsdann die Weiterbearbeitung und
Vorbereitung für den diesjährigen Handwerks= und
Ge=
werbekammertag.
* Das Feſt ihrer Silbernen Hochzeit feiern am
Sonn=
tag, den 8. Februar, die Eheleute Ferdinand Fröhlich
und Frau, Marie geb. Horſtkotte, hier, Waldſtraße 3I:
* Die ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe wird
einer umfaſſenden Renovation unterzogen. Ein mächtiges
Gerüſt aus neuem Holze umgibt das Gotteshaus. Die
Hauptkuppel iſt durch eine Bretterſtube mit Fenſtern
voll=
ſtändig umgeben. Die Reparaturen erſtrecken ſich auf die
Vergoldung der Kuppeln des Daches und die Moſaik.
* Der Kriegerverein Darmſtadt hielt Mittwoch abend
bei guter Beteiligung von ſeiten der Kameraden ſeine
Hauptverſammlung im Vereinslokal, Turnhalle am
Woogsplatz, ab. Der 1. Vorſitzende, Herr Hauptmann a. D.
Waldecker, eröffnete pünktlich um ½9 Uhr die
Verſamm=
lung mit Begrüßung. Er warf einen Rückblick auf das
vergangene Jahr, dabei die Erinnerungefeiern an das
Jahr 1813 erwähnend, welche ihren Höhepunkt am 18.
Ok=
tober erreichten in den Gedenkfeiern an die Schlacht bei
Leipzig 1813. Ferner gedachte er des 25jährigen
Regie=
rungsjubiläums unſeres Kaiſers, dabei dem Wunſch
Aus=
druck gebend, daß er noch lange ſegensreich wirkend an der
Spitze des Deutſchen Reiches uns erhalten bleiben möge.
Mit einem dreifachen Hoch auf Se. Maj. den Kaiſer und
den Landesfürſten erneuerte die Verſammlung den
Treu=
ſchwur. Sodann kam das Protokoll der letzten
Monats=
verſammlung zur Verleſung und wurde genehmigt. Der
1. Vorſitzende erſtattete Bericht über die Tätigkeit des
Vor=
ſtandes im abgelaufenen Monat und ehrte die
Verſamm=
lung das Andenken der ſeit der letzten Verſammlung
ver=
ſtorbenen Kameraden durch Erheben von den Sitzen. Der
durch den 1. Schriftführer, Kam. Junge, verfaßte
Jahres=
bericht lag im Druck vor, ſo daß von einer mündlichm
Wiedergabe abgeſehen werden konnte. Desgleichen lag
der vom Rechner, Kamerad Bruchhäuſer, ausgearbeitete
Rechnungsabſchluß im Druck vor. Der Bericht zeigte eine
günſtige finanzielle Lage des Vereins. Dem Rechner
wurde auf Antrag der Rechnungsprüfungskommiſſion
Entlaſtung erteilt. Sowohl dem 1. Schriftführer als auch
dem erſten Rechner, ſowie dem Geſamtvorſtand ſprach der
1. Vorſitzende ſeinen perſönlichen und auch den Dank der
Verſammlung für ihre Mühewaltung im abgelaufenen
Vereinsjahr aus. Zu dem nächſten Punkt der Tagesord=
Der ruſſiſchsjapaniſche Krieg.
Zum 10jährigen Gedenktag ſeines Beginnes (6. Febr. 1904)
Von Otto Meiſenberg.
Nachdruck verboten).
Der ruſſiſch=japaniſche Krieg, der über Jahr und Tag
dauerte, weckt an dem Tage, da er vor einem Dezennium
— lange von beiden Seiten vorbereitet und doch plötzlich
eröffnet — zum. Entſetzen der ganzen ziviliſierten Welt
be=
gonnen wurde, Erinnerungen an blutige Zeiten.
Man wußte damals, als vor zehn Jahren die
Feind=
ſeligkeiten eröffnet wurden, daß es einen fürchterlichen
Kampf zwiſchen zwei Welten geben würde, ein blutiges
Schlagen, bei dem zwei gewaltige Nationen ihre letzten
Kräfte herausholen würden. Und doch ahnte man nicht,
daß ein ſo langer und entſetzlicher Krieg entſtehen könne,
bei dem mit völligſter Rückſichtsloſigkeit Hunderttauſende
von Menſchenopfern wieder und wieder von beiden Seiten
in den Kampf geführt wurden, als ob da zwei Nationen
von ſchier unerſchöpflicher Kraft ſich gegenüberſtänden.
Man hat auch ſchon früher große und lange Kriege
ge=
habt, aber damals hatte man noch nicht jene raffinierten
Mittel moderner Kriegstechnik, und es dauerte Jahre, ehe
ſolche Maſſen Mars zum Opfer gebracht wurden, „im
Männer mordenden Streite”, wie ſie hier mit Hilfe der
modernſten Mittel in wenigen Wochen geopfert wurden.
Das kriegs= und ſchlachtenerprobte Volk der Ruſſen
das ein halbes Jahrhundert etwa zuvor Beweiſe von
gro=
ßer Tapferkeit abgelegt hatte, ſtand einem Volke
gegen=
über, das in der modernen Kriegsführung völlig
unerfah=
ren und unerprobt war, und wenn man auch von dieſem
Vrlke der Japaner wußte, daß es mit allen Mitteln
be=
ſtrebt geweſen, moderne Kultur in ſich aufzunehmen, daß
es wie kein anderes Volk der Erde überall zu lernen ſich
bemüht hatte, daß es ſeine Söhne in die ganze Welt
aus=
geſchickt hatte, um bei anderen Völkern, was es nur
Wiſſenswertes gibt, abzuſehen und abzulauſchen, ſo ſagte
man ſich doch damals, daß Kriegstüchtigkeit nicht am
grü=
nen Tiſche gelernt und abgeſehen werden kann, und daß
Tapferkeit und Kraft nirgends in der Welt erlauſcht zu
werden vermögen.
Andererſeits freilich mußte man ſich ſagen, daß der
moderne Krieg weniger auf die Tapferkeit und Kraft der
Krieger allein geſtellt ſei, ſondern mehr auf die Klugheit
der Strategen, auf die ſorgfältige Vorbereitung der
Kriegsmittel und Schlachtenführung, die aber auch
immer=
hin praktiſch erprobt ſein wollen.
Nun, die Japaner haben mit ihren, völlig nach
deut=
ſchem Muſter eingerichteten und gebildeten Heeren dem
ruſſiſchen Gegner tüchtig zu ſchaffen gemacht. Wie einſt
die „affenartige Geſchwindigkeit” der Preußen im Kriege
gerühmt wurde, ſo erregte auch die Gewandtheit und
Flinkheit der Japaner ſtaunende Bewunderung. Und wie
im deutſch=franzöſiſchen Kriege die ſorgfältige
Vorberei=
tung der Schlachtenführung den Deutſchen zum Siege
ver=
holfen, ſo zeigten ſich auch die Japaner in dem gewaltigen
Kriege der Aufgabe gewachſen, indem ſie ſich als
jahre=
lang für dieſen Krieg gerüſtet zeigten, ehe ſie ihn endlich
begannen.
Monatelang waren die Verhandlungen zwiſchen
Petersburg und Tokio hin= und hergegangen um die
Mandſchurei, die ja eigentlich nur den augenblicklichen
Vorwand bildete für die gewaltige Kraftprobe der zwei
Nationen, die bei ihren beiderſeitigen
Ausdehnungsbeſtre=
bungen im fernen Oſten doch einmal eine gewaltſame
Löſung der Frage, welche die ſtärkere ſei, herbeiführen
mußten.
Auf beiden Seiten waren die Rüſtungen und
Vor=
bereitungen ſchon jahrelang betrieben worden, und als
Japan auf ſeine letzte Note im Januar 1904 keine
genü=
gende Antwort erhielt, begann es ohne förmliche
Kriegs=
erklärung die Feindſeligkeiten am 6. Februar, indem es
ſeine Geſchwader durch den Kanal von Lau=tie=ſchan gen
Port Arthur entſandte.
In der Nacht vom 8. zum 9. Februar ging dann ein
Geſchwader ohne weiteres auf die auf der Außenrede von
Port Arthur liegenden ruſſiſchen Kriegsſchiffe zum
An=
griff über und ſetzte drei davon, die Linienſchiffe
Retwi=
ſan” und „Zeſarewitſch”, ſowie den Kreuzer „Pallado”
durch Torpedos außer Gefecht.
Ebenfalls am 9. Februar wurden ſodann die
ruſſi=
ſchen Schiffe Warjag” und „Korejez” nach einem Gefecht
mit Begleitſchiffen eines japaniſchen
Transportgeſchwa=
ders von ihren eigenen Kommandanten im Hafen von
Tſchemulpo in Korea in die Luft geſprengt und verſenkt,
um ſie nicht in die Hände der bedeutend überlegenen
Ja=
paner fallen zu laſſen.
Für die Japaner mußte es ſich zunächſt darum
han=
deln, ihr Landheer von den Inſeln übers Meer zu
ſchaffen, und um dies zu ermöglichen, um ein Landheer
von rund 250000 Mann über die See zu bringen, ſind ſo
gewaltige Transportflotten nötig, daß ſie gegen die
An=
griffe feindlicher Kriegsſchiffe ſchwer zu ſchützen ſind.
Daher war Japans Beſtreben darauf gerichtet
ge=
weſen, von den ruſſiſchen Seeſtreitkräften, von denen ſich
bei Ausbruch des Krieges das ſtärkſte Geſchwader in Port
Arthur befand, ſo viel wie möglich lahm zu legen. So war
auf Port Arthur zunächſt der Angriff gerichtet geweſen.
Sie hatten am Hafeneingang Minen gelegt, die den
ruſſi=
ſchen Schiffen die Ausfahrt unmöglich oder wenigſtens
gefährlich machen ſollten, und ferner verſuchten ſie, mit
Zement gefüllte Schiffe in der Einfahrtſtraße zum Sinken
zu bringen. Letztere Verſuche mißlangen vollſtändig, da
dieſe Schiffe durch ruſſiſches Feuer und Torpedos, ehe ſie
die Einfahrt erreichten, zum Sinken gebracht wurden.
Da=
gegen erwies ſich das Legen von Minen ſo wirkſam, daß
es den Ruſſen die Aus= und Einfahrt ſehr erſchwerte und
ihnen auch Verluſte an Schiffen zufügte, die bei dem
Ma=
növrieren auf der Außenrede auf die Minen ſtießen.
So war der gewaltige Völkerkrieg eröffnet, der über
ein Jahr lang die ganze Welt in Spannung hielt
Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Seite 3.
nung: Lieferung des Heſſiſchen Kamerad an ſämtliche
Ver=
einsmitglieder auch im kommenden Jahre, erklärte ſich die
Verſammlung einſtimmig bereit. Bei der nun erfolgenden
Neuwahl des Vorſtandes gab es inſofern kleine
Aende=
rungen, als der 1. Vorſitzende, Herr Hauptmann a. D
Waldecker, wieder gewählt wurde, aber anſtelle des
ſeit=
herigen Vorſitzenden, Herrn Oberbürgermeiſter
Schäfer, welcher aus Geſundheitsrückſichten eine
Wieder=
wahl ablehnte, Herr Hauptmann d. R. von Olberg
ge=
wählt wurde und anſtelle des ſeitherigen 3. Vorſitzenden,
Herrn Feldwebel i. P. Wenzlau, welcher eine Wiederwahl
ablehnte, Herr Miniſterialreviſor Bruchhäuſer ernannt
wurde. Der übrige Vorſtand wurde in ſeiner ſeitherigen
Zuſammenſtellung einſtimmig wiedergewählt. Die
Rech=
nungsprüfungskommiſſion beſteht für das kommende Jahr
aus den Kameraden Engeroff, Silz und Roth. Ins
Schiedsgericht wurden gewählt die Kameraden Gg. Roth,
Bernh. Engeroff, K. F. Bender ſen., Hch. Dörr und Wilh.
Küchler; als Erſatzmänner die Kameraden Aug. Engel
Chr. Chriſt und Hch. Delp. Zum Fahnenträger wurde
wieder Kamerad Schaub, als Erſatzmann Kamerad Eifert
und als Fahnenbegleiter die Kameraden Heppenheimer,
Karn und Mink gewählt. Es erfolgten aus der
Verſamm=
lung keine weiteren Anfragen und ſchloß der Vorſitzende
nach erfolgter Bücherausgabe mit einem dreifachen Hoch
auf das weitere Blühen und die gedeihliche
Weiterentwick=
lung des Vereins die in ſo kameradſchaftlicher Weiſe
ver=
laufene Hauptverſammlung.
* Im Deutſchen Techniker=Verband, Zweigverwaltung
Darmſtadt, hielt am Mittwoch abend in der Aula der
Landes=Baugewerkſchule Herr techn. Reviſor und
Stadi=
verordneter Hammann einen Vortrag über das
Bauernhaus. Ausgehend von der Siedelung des
Germanen etwa zurzeit der Völkerwanderung wurde die
Entwickelung des Bauernhauſes und deſſen verſchiedene
Typen beſchrieben und durch Lichtbilder erläutert. Die
ſächſiſche, frieſiſche, weſtgermaniſche, nordiſche, oſtgermaniſche,
fränkiſch=oberdeutſche Bauart, und die Eigenarten der
ein=
zelnen Anlagen wurden im Bild vorgeführt, ebenſo die
einzelnen Abarten, als wendiſche und alemanniſche
Hof=
anlage uſw. Es wurde nachgewieſen, daß die
Bauern=
häuſer in Polen, Süd=Rußland und Ungarn den Stempel
deutſcher Kultur tragen, und daß recht wohl auch von einer
germaniſchen Bauart geſprochen werden kann. Die
vor=
geführten Aufnahmen einiger noch vorhandenen alten
Bauernhöfe aus dem Odenwald zeigten ſchon von außen
die ruhige Behaglichkeit und Zufriedenheit ſeiner
Bewoh=
ner und den himmelweiten Unterſchied zu den modernen
Anlagen und beſonders zu den unheimlichen
ameri=
kaniſchen Wolkenkratzern.
* Naturwiſſenſchaftlicher Verein zu Darmſtadt. Am
Dienstag, den 10. Februar, abends findet die 290.
Sitzung im Fürſtenſaal ſtatt. Bergrat Köbrich ſpricht
über „Bilder aus dem Vogelsberger Eiſenerzbergbau”
Dr. med. Vix: Vorführung einiger Vegetations= und
Völkertypen aus Deutſch=Oſtafrika” (Mit Lichtbildern.)
Der Jahresbericht 1913 (34. Vereinsjahr) iſt im Druck
er=
ſchienen.
* Allg. Deutſcher Franenverein (Ortsgr.
Darm=
ſtadt.) Man ſchreibt uns: Mit beſonderer Freude und
Genugtuung erfüllt es den veranſtaltenden Verein, daß es
ihm gelungen iſt, als Redner für den nächſten Vortrag:
„Die Frau im Mittelalter” als den vierten in
der Folge: „Die Stellung der Frau im Wandel der
Zei=
ten” Herrn Geheimen Hofrat Dr. H. Finke, oedentlicher
Profeſſor der Geſchichte zu Freiburg i. Br., zu gewinnen.
Iſt doch dieſer feinſinnige Gelehrte als Forſcher auf dem
Gebiete der Geſchichte weit über die Grenzen der
Univer=
ſität hinaus, an der er lehrt, rühmlichſt bekannt, und ſind
doch ſeine Arbeiten ſpeziell über das Leben und die
Stel=
lung der Frau im Mittelalter in der wiſſenſchaftlichen
Welt längſt nach Gebühr gewertet. Auch für ſolche Hörer,
die den erſten Vorträgen nicht beiwohnten, dürfte deshalb
der Beſuch dieſes Abends als intereſſant und
gewinn=
bringend empfohlen ſein. Daß auch Damen und Herren,
die dem Verein nicht angehören, willkommen ſind,
bemer=
ken wir hier auf eine diesbezügliche Anfrage hin,
noch=
mals beſonders. Der Vortrag findet am Dienstag, den
10. Februar, abends 8 Uhr, im Saale des Mozartvereins
(Schulſtraße), ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Die Raumnot im Oberwaldhaus. Wie wir
ver=
nehmen, hat der Stadtverordnete Lindt bei der ſtädtiſchen
Verwaltung beantragt, der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung eine Vorlage zu unterbreiten die der im
Oberwald=
hauſe beſtehenden Raumnot abzuhelfen geeignet iſt.
St. Ausſtellung. Im Erker und Laden der
Kunſt=
handlung Hergt in der Schützenſtraße hat ein junger
Darmſtädter Schulmann und Künſtler, R. Eckert, eine
Kollektion von Oelgemälden und Rötelzeichnungen
aus=
geſtellt, die die Beachtung der Kunſtfreunde verdient.
Der Vorwurf iſt meiſt Motiven aus der heimatlichen
Landſchaft entnommen, und die Auswahl zeigt, daß der
Künſtler deren Schönheiten wohl kennt und ſie mit ſicherem
Blick erfaßt. Die Oelbilder ſind in impreſſioniſtiſch
be=
einflußter Technik gemalt und im künſtleriſchen Werte ſehr
verſchieden. Das Kolorit, friſch und farbenreich, führt
in einigen zur Härte, in anderen mangelt die
Heraus=
arbeitung des perſpektiviſchen Blickes, es fehlen der Duft
und die Luft und die Charakteriſierung von Sonne und
Schatten. Die Auffaſſung erſcheint gar zu ſachlich. Sehr
gut hingegen und die beregten Mängel glücklich
vermei=
dend ſind z. B. ein Motiv aus der Lahngegend und ein
ſolches aus dem Balkhäuſertal. Dieſe Bilder beweiſen
daß der junge Künſtler, dem vielleicht noch der ſtärkende
Einfluß einer tüchtigen Schule zu wünſchen iſt, ein Talent
beſitzt, das für die Zukunft zu Hoffnungen berechtigt. Vie
mehr noch zeigen das die Rötelzeichnungen Eckerts. Aus
ihnen, durchweg reife, ſichere und flotte Arbeiten, ſpricht
das Vorhandenſein außerordentlich guter zeichneriſcher
Unterlagen, die immer die Vorbedingung künſtleriſchen
Schaffens bleiben werden. Sie ſind auch
ausdruckskräf=
tiger als die Oelbilder. Die zeichneriſche Begabung des
Künſtlers iſt auch erſt die Urſache, daß die Arbeiten, in
denen er ins Detail ſich vertieft, ohne kleinlich zu werden,
beſſer und charakteriſtiſcher ſind. Jedenfalls, wie geſagt,
ſind dieſe Proben eines jungen Talents ſehr
beachtens=
wert.
* Turngemeinde. Samstag, den 7. Februar, abends
81.1 Uhr. findet, wie bereits gemeldet, der einzige
große Gala=Familien=Maskenball der Turngemeinde ſtatt.
Selbſtverſtändlich wird ſich wieder ein ungezwungene3
fröhliches Maskentreiben entwickeln. Wunderbar
herge=
richtete Lauben, Wintergärten, Sektkeller und Chambres
ſeparées ſind in großartiger Ausſtattung zu haben, ſo daß
ſelbſt dem Anſpruchsvollſten Rechnung getragen iſt. Auch
ein echt Münchener Biergarten mit feſcher Bedienung hat
Platz gefunden, und den kleinen Turnſaal wird
Reſtau=
rateur Schnellbacher in ein feines Wiener Café
verwan=
deln. Zwei Muſikkapellen werden abwechſelnd ihre
Weiſen ertönen laſſen, und noch viele große effektvolle
Ueberraſchungen werden geboten. Um einem großen
An=
drang vorzubeugen, werden nur eine beſtimmte Anzahl
von Eintrittskarten ausgegeben, weshalb es ſich empfiehlt,
ſich bei Zeiten eine ſolche zu verſchaffen. Der
Kartenver=
kauf hat bereits gut eingeſetzt. (Siehe Anzeige.)
* Hotel Heß. Man ſchreibt uns: Großer Tango=
Nachmittag. Schon in den erſten Nachmittagsſtunden
füllten ſich ſämtliche Parterre=Lokalitäten und alles drängte
ſich, um Zeuge der Ereigniſſe des Tages zu ſein. Nachdem
um 4 Uhr die verſtärkte Hauskapelle einige wirklich ſchön
vorgetragene Konzertſtücke hören ließ, zeigten ſich gegen
5 Uhr Miß Day und Mr. Knight. Das ganze Publikum
ſah geſpannt den graziöſen Bewegungen dieſes
preisge=
krönten Tango=Tänzerpaares zu. Schon nach dem erſten
Tanz wurde den Künſtlern unaufhörlicher Applaus
ge=
ſpendet und ſie verſtanden ſich gerne zu einer Zugabe. So
konnte man den ganzen Nachmittag ſeine Freude daran
haben, zuzuſehen, wie die vielumſtrittenen Modetänze, wie
Tango, One=ſtep, Maxixe, Ragtime ſeitens des Publikums
großen Anklang fanden. Beim Verabſchieden des
Künſt=
lerpaares verſicherte dieſes, nächſten Mittwoch beſtimmt
wieder hier ihre vielumſchwärmte Kunſt zu zeigen.
* Hotel Traube. Wie alljährlich, findet am 23. Februar
(Roſenmontag), der ſo beliebte Rheiniſche
Karne=
val in ſämtlichen Räumen des Hotels zur Traube ſtatt.
Herr Hoflieferant Adolf Reuter wird dieſes Jahr ganz
be=
ſondere Anſtrengungen machen, daß das Feſt alle
Teil=
nehmer befriedigt und dieſelben einen vergnügten
ange=
nehmen Abend verleben werden. Beſtellungen für Tiſche
bittet man rechtzeitig aufzugeben. Alles nähere in der am
Samstag erſcheinenden Anzeige und den Plakaten.
* Unfall. In der Viktoriaſtraße wollte ein
Schul=
junge von 11 Jahren einen leerſtehenden Bierwagen
weg=
ziehen. Dabei rutſchte er auf der eisglatten Straße aus
und biß ſich beim Fallen ein ſo großes Loch in die Zunge,
daß die Wunde vom Arzt vernäht werden mußte.
Verband Mitteldeutſcher Induſtrieller.
* Am Mittwoch abend hielt die Ortsgruppe
Darm=
ſtadt des Verbandes Mitteldeutſcher Induſtrieller eine
Induſtriellenverſammlung ab, in der Herr Dr. Andres=
Frankfurt a. M., Syndikus des Verbandes Mitteldeutſcher
Induſtrieller, einen Vortrag hielt über: „
Wirtſchaftspoli=
tiſche Tagesfragen”. Zu Beginn ſeiner Ausführungen gab
der Redner einen Rückblick auf das verfloſſene
Geſchäfts=
jahr, in dem die Hochkonjunktur durch eine Stagnation
und ein Zurückebben der Konjunktur abgelöſt
wurde. Durch ſolche kriſeßhafte Zuſtände
wird die vorzugsweiſe aus kleinen und
mittleren Betrieben ſich zuſammenſetzende
verarbeitende Induſtrie weſentlich härter
getroffen, wie die großen Betriebe der Schwerinduſtrie.
Denn einmal verſigen dieſe Beiriebe über eine ausgezeich
nete Kartellierung, die Prodüktion und Abſatz im
Ein=
klang hält, ferner iſt aber auch die Kapitalbeſchaffung für
die kleinen Betriebe weſentlich ſchwerer, wie für die großen
Betriebe, da unſere heutigen Großbanken, die in erſter
Linie den Geldmarkt der Induſtrie decken, naturgemäß die
großen und ſehr gut fundierten Unternehmungen
bevor=
zugen vor den kleineren Unternehmungen. Die immer
mehr fortſchreitende Vertruſtung des
Bank=
gewerbes mag ihr Gutes haben für die Sparer, für
die aus kleinen und mittleren Betrieben
beſtehende Induſtrie aber iſt ſie nicht
vor=
teilhaft, denn dieſe iſt zum großen Teile auf private
Bankiers angewieſen; aber dieſe Privatbankiers
verſchwin=
den immer mehr, ihre Geſchäfte werden aufgekauft von
Großbanken und in Depoſitenkaſſen der Banken
umgewan=
delt. Da der gegenwärtige kriſenhafte Zuſtand in erſter
Linie in der Verſteifung des Kapitalmarktes ſeinen Grund
hat, ſo iſt dieſes Moment für die verarbeitende Induſtrie
von ganz beſonderer Bedeutung. Die verarbeitende
In=
duſtrie, die unter der Lebensmittelteuerung ganz beſonders
ſchwer zu leiden hat und deren Gewinnergebniſſe ſchon
während der Zeit der Hochkonjunktur nicht im Einklang
mit dem Umſatz des Geſchäftes ſtanden, hat die Zeit der
Hochkonjunktur nicht für ihre Konſolidierung wie die
Schwerinduſtrie benutzen können; ſie verſuchte deshalb
ganz beſonders durch die Förderung des
Aus=
fuhrgeſchäftes den Umſatz und damit wieder das
Gewinnergebnis zu ſteigern, und um deswillen nimmt ſie
ganz beſonderes Intereſſe an der künftigen Geſtaltung
unſerer Außenhandelspolitik. Aus dieſem Grunde hat ſie
auch mit großem Befremden die Annäherung des
Zentralverbandes Deutſcher Induſtrieller
an den Bund der Landwirte
aufgenom=
men, da ſie befürchten muß, durch dieſe enge
Liierung werde die Schwerinduſtrie genötigt ſein,
den Wünſchen des Großagrartums bei der
Ge=
ſtaltung unſerer Außenhandelspolitik Rechnung zu tragen,
während die verarbeitende Induſtrie auf das ſchwerſte
durch eine abermalige Verteuerung der Lebenshaltung der
arbeitenden Bevölkerung geſchädigt würde. — Eingehend
erörterte alsdann der Redner das Problem des Schutzes
der Arbeitswilligen im Anſchluß an die
Erörte=
rungen des Induſtrierates des Hanſabundes und die
Er=
klärung des Reichskanzlers in der Sitzung des Reichstags
vom 10. Dezember 1913. Auch der Verband Mitteldeutſcher
Induſtrieller hält ein geſetzliches Verbot des
Streikpoſtenſtehens für nicht im Intereſſe der
In=
duſtrie liegend, da ein derartiges allgemeines Verbot von
den freien Gewerkſchaften und der ihnen naheſtehenden
Sozialdemokratie als ein Ausnahmegeſetz gegen die
Arbei=
terſchaft gebrandmarkt würde und dieſen Organiſationen
Stoff zur Agitation gäbe, was zweifellos das Verhältnis
zwiſchen Arbeitnehmer und Arbeitgeber noch mehr
ver=
gifte, wie dies leider jetzt ſchon der Fall iſt. Dazu komme,
daß der Reichstag niemals ſeine Zuſtimmung zu einem
geſetzlichen Verbot des Streikpoſtenſtehens geben würde,
ſo daß das Aufſtellen einer derartigen Forderung ſeitens
einer Induſtriellen=Organiſation lediglich die Bedeutung
einer Kundgebung haben könnte, die der Induſtrie mehr
ſchaden wie nützen würde. Der Verband hielt es daher
für zweckmäßig und ausreichend, das Streikpoſtenſtehen im
Wege der Verordnung jeweils dann zu verbieten,
wenn dies zur Erhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit
und Ordnung geboten erſcheint. Derartige Verordnungen
ſind nach der Judikatur des Reichsgerichts zuläſſig, wenn
ſie nicht lediglich ein Verbot des Streikpoſtenſtehens zum
Gegenſtand haben, ſondern allgemein im Intereſſe der
Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit,
Ord=
nung und Bequemlichkeit des Verkehrs erlaſſen ſind. Zum
Erlaß derartiger Verordnungen hat erfreulicherweiſe der
preußiſche Miniſter des Innern die Regierungspräſidenten
angeregt, und es wäre zu hoffen, daß auch das heſſiſche
Miniſterium dieſem Beiſpiel folgen würde. Der vielfach
beklagte Mangel an einem ausreichenden Schutz der
Ar=
beitswilligen liege nicht ſo ſehr an unſerer Geſetzgebung,
wie an einer unzureichenden Anwendung der Geſetze. Um
deswillen ſei es erfreulich, daß jetzt auch die
Reichsregie=
rung dazu übergegangen ſei, die Erfahrungen bei
Lohn=
bewegungen in einer Denkſchrift zuſammenzuſtellen, die,
wie der Reichskanzler ſagte, „wertvolle Fingerzeige geben
werde für die Handhabung der beſtehenden Geſetze” Zu
fordern ſei ferner vor allem eine Haftbarmachung der
Gewerkſchaften mit ihrem Vermögen für die Tätigkeit der
Gewerkſchaftsbeamten, was ganz von ſelbſt dazu führen
werde, daß alsdann die Lohnbewegungen ſich in ruhigeren
Forderungen abwickelten, wie bisher.
Im zweiten Teil ſeiner Ausführungen behandelte der
Redner die Reform der Patentgeſetzgebung,
ſoweit ſie von ſozialpolitiſcher Bedeutung iſt. Er legte
dar, daß ſich die Induſtrie wohl damit einverſtanden
er=
klären könne, wenn der Name des Erfinders in der Patent=
Feuilleton.
* Beſtrafte Neugier. Die Deutſche Preſſe, das Organ
des Reichsverbands der deutſchen Preſſe, erzählt das
fol=
gende Stückchen aus der Tagespraxis: In einer großen
deutſchen Stadt war das Publikum mit einem
Verkehrs=
inſtitut nicht ſonderlich zufrieden; man äußert ſich daher
häufig recht deutlich darüber in der Preſſe. Der
Zuſchrif=
ten wurden immer mehr, und ſchließlich regte ſich in der
Bruſt des Verkehrsgewaltigen der Verdacht, daß die „
Ein=
ſendungen” von einer gewiſſen Stelle ausgingen. Zu gern
hätte er den Namen eines Einſenders erfahren, der ihm
beſonders verdächtig erſchien. Daß er auf direktem Weg,
von der Redaktion nichts erfahren konnte, wußte der
neu=
gierige Herr allmählich auch, alſo mußte der indirekte Weg
verſucht werden, Aber wie? Nach langem Nachſinnen
klingelte er ſeinem Boy, drückte ihm 10 Pfg. in die Hand
und ließ ſich von ihm Briefbogen und Umſchläge —
mög=
lichſt ſchlichte — beſorgen. Dann ſetzte er ſich hin und
ſchrieb den folgenden Brief: „Sehr geehrte Redaktion! In
Ihrer Nr. F finde ich eine Einſendung über die Zuſtände
auf der Y=Linie der Z=Bahn A.=G. Der Einſender hat
vollkommen das Richtige getroffen, auch ich habe unter
dieſen Uebelſtänden zu leiden und möchte gern mit
an=
deren Gleichgeſinnten eine Aktion gegen die Z=Bahn A.=G
einleiten. Sie würden mich zu großem Danke verpflichten,
wenn Sie den Herrn Einſender veranlaßten, unter A. B.
1003 ſeine Adreſſe hauptpoſtlagernd aufzugeben. Ich würde
denn ohne weitere Beläſtigung Ihrer Redaktion
Gelegen=
heit haben, mit einem Gleichgeſinnten direkt in
Korreſpon=
denz zu treten, um der Z=Bahn A.=G. zu zeigen, daß ſich
das Publikum nicht alles gefallen läßt. Mit
ausgezeich=
neter Hochachtung Ihr ergebenſter Abonnent Arnold
Kra=
walski, Hegelſtraße 45/1.‟ Der Gewaltige ließ den Brief,
ſehr mit ſich zufrieden, in den Briefkaſten fallen und begab
ſich nach zweimal 24 Stunden nach dem Hauptpoſtamt; es
wurde ihm auch ein Brief ausgeliefert, aber ſein Geſicht
wurde etwas lang, als er den lakoniſchen Inhalt des
Brie=
fes las: „Sehr geehrter Herr Abonnent! Auch wie kennen
das Sprichwort: Mit Speck fängt man Mäuſe.
Hoch=
achtungsvoll! Die Redaktion der . . . Zeitung.”
** Amerikaniſche Kirchenreklame und ihre Erfolge. Die
Vorkämpfer des Gedankens, unter Ausſchaltung aller „
ver=
alteten Vorurteile” den geſamten Apparat modernſter
amerikaniſcher Reklamekunſt in den Dienſt der Kirche zu
ſtellen, feiern jetzt in Brooklyn, Chikago und einer ganzen
Reihe anderer amerikaniſcher Städte ihre Triumphe; die
Erfahrung hat ihnen recht gegeben, trotz aller
Anfeindun=
gen iſt der erſte Verſuch auf der ganzen Linie von einem
überraſchenden Erfolge gekrönt worden. Vor drei Wochen
beſchloſſen die Vorkämpfer dieſer modernen amerikaniſchen
Kirchenreklame die Propagierung eines „
Kirchgehſonn=
tages”. In den Städten und Stadtteilen wurden
Arbeits=
komitees eingeſetzt, und nun machte man ſich ans Werk,
Stimmung für einen mäſſenhaften Kirchenbeſuch zu
er=
zeugen. Man begann mit kleinen, ſehr geſchickt
abgefaß=
ten Zeitungsnotizen, die die Sehenswürdigkeiten,
Annehm=
lichkeiten und geiſtigen Erbauungsmöglichkeiten der
ein=
zelnen Kirchen und Kapellen ins rechte Licht rückten, man
ſpekulierte auf die Neugier jener, die ſonſt am Sonntag
Vormittag gewöhnlich daheim bleiben. Inſerate wurden
aufgegeben: und in geſchickter Steigerung ſchwoll dann
dieſe Kirchenreklame zu einer Hochflut an. Wenn der
Bür=
ger morgens ſeine tägliche Milchflaſche in Empfang nahm
klebte an ihr eine Einladung zur Teilnahme an dem
gro=
ßen „Kirchgehſonntag” wenn der Bäcker das Brot
ablie=
ferte, tauchte dieſelbe Einladung wieder auf, in den
Stra=
ßen und in den Hauptverkehrszentren verteilte man die
geſchickt abgefaßten Aufforderungen. Und dann kam der
entſcheidende letzte Schlag: zwei Tage vor dem großen
Kirchgehſonntag trug die Poſt Hunderttauſenden von
Men=
ſchen eine beſondere Einladung ins Haus. Die Zeitungen
räumten dem Verſuche lange Betrachtungen und Berichte
ein, Reklamewagen und Reklameumzüge zogen durch die
Straßen, ja ſelbſt das Telephon und den
Telegraphen=
draht ſetzte man in größtem Stile in Tätigkeit, um
ſäu=
mige Kirchgänger zu erreichen, zu mahnen und anzufeuern.
Was mit einer derartigen Rieſenreklame bei dem
ameri=
aniſchen Publikum zu erreichen iſt, zeigte der letzte Sonn=
tag, der „große Kirchgehſonntag”. In Brooklyn, wo der
Kirchenbeſuch ſonſt nicht ganz 300000 Menſchen erreicht.
wohnten über eine halbe Million der Sonntagsandacht
bei; in Chikago zogen am letzten Sonntag wohl 1½
Mil=
lionen Beſucher in die Gotteshäuſer, während ſonſt die
Armee der Kirchenbeſucher kaum ½ Million erreicht. Und
ähnlich erging es den meiſten anderen Städten: überall
wurde eine gewaltige Zunahme des Kirchenbeſuches
feſt=
geſtellt. Mit freudiger Genugtuung ſahen die Prediger
die Bänke bis zu dem letzten Platz gefüllt, und der erzielte
Erfolg hat dazu geführt, daß man nun beſchloß, im
Ok=
tober regelmäßig einen großen nationalen Kirchgehtag
ab=
zuhalten und zu einer dauernd wiederkehrenden Inſtitution
zu machen. — Echt amerikaniſch!
C K. Der Vogel auf der Backe. Die Modedamen von
Petersburg haben eine neue Form des Schmuckes
ge=
ſchaffen, dem man vielleicht die Schönheit, aber ſicherlich
nicht die Originallität abſprechen kann. Die Schönen laſſen
ſich auf dem Geſicht kleine Malereien anbringen, und die beſte
Fläche für dieſe bunte Dekoration bieten natürlich die
Wangen. So ſieht man denn auf roſigen Backen Vögel,
Blumen, Früchte und Ornamente aller Art. Der Daily
Micror, der einige Proben dieſer eigenartigen
Schmuck=
form in Photographien zeigt, hebt hervor, daß beſonders
bunte erotiſche Vögel ſich recht reizvoll auf den Geſichtern
ausnehmen; doch dürfte der Kurioſitätwert der Mode wohl
größer ſein als der äſthetiſche.
* Franzöſiſch im Straßburger Kaiſerpalaſt. Dem
Hei=
delberger Tageblatt wird von einem Leſer geſchrieben:
„Als ich vor kurzem in Straßburg weilte, beſuchte ich auch
den dortigen Kaiſerpalaſt. Wie erſtaunte ich da, als
der Hausmeiſter des Palaſtes, der den Beſuchern den
Pa=
laſt zeigte, die Sehenswürdigkeiten einmal in ſchlechtem,
abgeriſſenem Deutſch, dann aber in fließendem Franzöſiſch
erklärte. Dazu kam noch, daß er die deutſche Erklärung
in ein paar Worten abtat, während er die franzöſiſche bis
ins kleinſte gab. Und dies alles in einem deutſchen
Kai=
ſerpalaſt. Beim Abſchied ſagte der Hausmeiſter nur:
„Bon jour, messieurs!‟
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Nummer 37.
urkunde und in den Veröffentlichungen des Patentamtes
genannt werde, wenn auch mitunter ſich Unzuträglichkeiten
ergeben könnten, falls mehrere und viele bei einer
Er=
findung mitgewirkt haben. Auch beſtünden keine Bedenken
dagegen, daß man im Geſetz eine Entſchädigung für die
Erfindung eines Angeſtellten vorſähe, die auf das
Unter=
nehmen übergehe, weil der Angeſtellte die Erfindung auf
Grund ſeiner beruflichen Tätigkeit gemacht hat. Denn jeder
Angeſtellte, der eine brauchbare Erfindung gemacht habe,
werde ſelbſtverſtändlich ſchon heute entſchädigt, da jeder
Leiter eines Unternehmens alles daran ſetzen werde, dem
Betrieb einen tüchtigen Kopf zu erhalten. Es müßte nur
im Geſetz Vorſorge getroffen werden, daß nicht das
Unter=
nehmertum von vermeintlichen Erfindern, deren es, wie
jeder Kenner der Verhältniſſe weiß, in der Praxis ſehr
viele gibt, mit ungerechtfertigten
Entſchädigungsanſprü=
hen beläſtigt werde. Um deswillen ſei die Faſſung des
Paragraphen 10 des Entwurfes nicht annehmbar, die eine
Entſchädigung dem Angeſtellten ſchon dann gewähren
wolle, wenn das Patent erteilt iſt, ohne Rückſicht darauf,
ob es in der Praxis ſich verwertbar erweiſe oder nicht. Wie
ſehr aber die Geſetzgebung genötigt ſei, auf dieſe
Verhält=
niſſe in der Praxis Rückſicht zu nehmen, ergebe ſich aus
einer in dem letzten Jahre von dem Patentamt
aufgemach=
ten Statiſtik. Daraus gehe hervor, daß nur 45 Prozent
der angemeldeten Erfindungen die Prüfung des
Patent=
amtes auf Neuheit beſtünden und eingetragen würden, daß
alſo 55 Prozent der Anmeldungen vermeintliche
Erfindun=
gen ſind. Von den tatſächlich erteilten Patenten hätten
überdies 83 Prozent keine längere Dauer wie zwei Jahre
gehabt, ſeien alſo praktiſch nicht verwertbar geweſen.
Ein=
gehend behandelte der Redner auch die noch über den
Ent=
wurf hinausgehenden Forderungen der techniſchen
Ange=
ſtellten=Organiſationen und erklärte insbeſondere, daß es
vollkommen undurchführbar ſei, wenn man im Geſetz eine
Gewinnbeteiligung des Angeſtellten an der Erfindung
feſt=
ſetzen wollte.
Zum Schluß ſeiner Betrachtungen gab Dr. Andres
dem Wunſche Ausdruck, daß der Geſetzgeber auf die
Be=
dürfniſſe der Induſtrie gebührend Rückſicht nehmen und
insbeſondere auf ſozialpolitiſchem Gebiete die Frage der
Leiſtungs= und Konkurrenzfähigkeit unſerer Induſtrie im
Auge behalten möge.
Die Ausführungen des Redners wurden von den
auf=
merkſamen Zuhörern ſehr beifällig aufgenommen. An
den Vortrag ſchloß ſich eine lebhafte Diskuſſion, an
der ſich insbeſondere die Herren Dröll=Langen. Dr.
Hu=
man, Müller und Dr. Röhm=Darmſtadt beteiligten und in
der auf einzelne im Vortrag behandelte Punkte noch
be=
ſonders eingegangen wurde. Um halb 12 Uhr fand die
Verſammlung ihr Ende.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Inſtrumental=Verein. Mittwoch, den
11. Februar, abends 8¼ Uhr, wird nun der Inſtrumental=
Verein ſeinen im Dezember vorigen Jahres ausgefallenen
Bach=Reger=Abend veranſtalten. Das Konzert
findet wieder im großen Saale des Saalbaues ſtatt. Das
Programm wird bei der großen Bach=Reger=Gemeinde,
die erfreulicherweiſe in Darmſtadt beſteht, ſicher das größte
Intereſſe erwecken. Eingeleitet wird das Konzert mit
Bachs herrlicher Orcheſter=Suite in D=dur mit der
berühm=
ten Air, der das ſelten gehörte Konzert in C=dur für zwei
Klaviere folgt. Das 4. Brandenburgiſche Konzert für
Solovioline, 2 Flöten und Streich=Orcheſter, das als dritte
Nummer verzeichnet iſt, erlebt in Darmſtadt ſeine
Erſt=
aufführung. Schon dieſe Tatſache wird eine große
An=
ziehungskraft ausüben, gehört doch das Werk zu den
ſchönſten der 6 ſoggnannten Brandenburgiſchen Konzerte
des Altmeiſters Die Schlußnummer des Programms:
Introduktion, Paſſacaglia und Fuge für 2 Klaviere von
Max Reger, iſt wohl eines der hervorragendſten Wecke
des genialen Komponiſten. Als Soliſten wurden für den
Abend gewonnen: Fräulein Luiſe Mock und Fräulein
Margaret Kapp von hier, die als Schülerinnen des
Direk=
tors Willy Hutter bei der Reger=Abteilung der letzten
Hauptprüfung der Akademie für Tonkunſt mit dem
Reger=
ſchen Werke einen durchſchlagenden Erfolg zu verzeichnen
hatten und ſich größter Anerkennung unſeres kunſtſinnigen
Landesfürſten, der Preſſe und des Publikums erfreuen
durften. Karten zu dieſem intereſſanten Abend ſind in der
Hofmuſikalienhandlung von Heinrich Arnold,
Wilhel=
minenſtraße 9 (Telephon 2560), zu haben.
* Traiſa, 5. Febr. (Bürgermeiſterwahl.)
Die=
ſes Jahr findet in Traiſa die Bürgermeiſterwahl ſtatt. Es
wird ſchon eine ganze Reihe Kandidaten genannt:
Hein=
rich Rindfrey, Schloſſermeiſter; Peter Brehm,
Beigeord=
neter; Wendel Beißler III., Bauunternehmer; Jean
Krä=
mer, Bautechniker; Friedrich Kilian, Kaufmann; Karl
Dehnert, Kaufmann; Friedrich Becker, Weißbindermeiſter.
Bürgermeiſter Walter iſt ſchon 27 Jahre Bürgermeiſter
von Traiſa und wird natürlich auch kandidieren.
K. Gundernhauſen, 5. Fehr. (
Ortsſchulvor=
ſtand.) Herr Likörfabrikant L. Palmy II. wurde,
nach=
dem Herr Heuhändler J. Dreieicher abgelehnt hatte, in
den hieſigen Ortsſchulvorſtand gewählt. Zu begrüßen iſt
es, daß Herr Palmy das verantwortungsvolle Amt
über=
nommen hat zumal er ſchon ohne dies neue Amt mit
geiſtiger Arbeit überhäuft iſt.
* Weiterſtadt, 5. Febr. (Geflügelausſtellung.)
Der Geflügelzuchtverein Weiterſtadt hält Sonntag, den
8. Februar, ſeine diesjährige Lokalausſtellung im
Gaſt=
haus „Zum weißen Schwanen” ab. Der Verein kann
auf ſein zehnjähriges Beſtehen zurückblicken.
* Weiterſtadt, 5. Febr. (Im Silberkranz.)
Milch=
händler Adam Petri IV. und deſſen Ehefrau, Margaretho
geb. Hamm, feiern am 7. Februar das Feſt der Silbernen
Hochzeit.
K Erzhauſen, 5. Febr. (Einbruch.) Bei einem
hieſigen Wirte, der mit ſeiner Frau zur Abendunterhaltung
gegangen war, iſt während ſeiner Abweſenheit
einge=
brochen worden. Die Diebe haben Zigarren, Kognak,
Würſte und Schinken mitgenommen. An Geld fiel ihnen
nur das eingenommene Milchgeld in die Hände.
F Büttelborn, 4. Febr. (Fliegerlandung.
Heute nachmittag überflog ein Flieger vom Griesheimer
Uebungsplatz in ſehr geringer Höhe unſeren Ort.
In=
folge der eintretenden Dunkelheit und des dichten Nebels
kam der Flieger aus der Flugrichtung und mußte
notwen=
digerweiſe auf den Wieſen am Landgraben landen. Trotz
der ziemlich weiten Entfernung vom Dorfe eilte die halbe
Einwohnerſchaft nach der Landungsſtelle. Der Flieger
heißt Keller und ſtammt von der Darmſtädter
Uebungs=
ſtation.
Offenbach, 5. Febr. (Die Anſchuldigungen
gegen die Stadtverwalt ung.) Das äußere
Zei=
chen der geſtrigen außerordentlichen
Stadtverordnetenſitz=
ung, die der Herr Oberbürgermeiſter als dringlich
einbe=
rufen hatte, brachte in „Erwartung” der kommenden
Dinge ein ungewohntes Bild: beide Tribünen des „
Stadt=
parlamentes” im Saale der Städtiſchen Oberrealſchule
waren dicht gefüllt. Den einzigen Punkt der
Tagesord=
nung bildeten die Anſchuldigungen des
ſozial=
demokratiſchen Stadtverordneten
Rechts=
anwalt Dr. Katz, die dieſer in der letzten Sitzung
er=
hoben hatte. Stadtverordneter Ulrich als Referent führte
etwa folgendes aus: Am vorigen Donnerstag hat
Stadt=
verordneter Dr. Katz in mehrfacher Richtung Beſchwerden
über die Verwaltung vorgebracht. Er hat ſich zunächſt
darüber beſchwert, daß die von ihm bereits früher
ge=
wünſchte Aufſtellung über die Beamten und deren
Beſchäf=
tigung in den einzelnen Abteilungen nicht erfolgt ſei.
Weiter hat er Klage darüber erhoben, daß die
Dezernen=
ten in den Sitzungen häufig ungenügend informiert
ſeien und erſt durch ihre Oberſekretäre über den
Akten=
inhalt in Kenntnis gsſetzt werden würden. Drittens hat
er behauptet, daß nach einer ihm von glaubwürdiger Seite
zugegangenen Mitteilung und auch nach ſeiner
perſön=
lichen Anſicht zu viel Beamte im ſtädtiſchen
Verſicherungs=
amt beſchäftigt würden, während dieſe Arbeiten von weit
weniger Beamten verrichtet werden könnten. Der Rechts=
und Finanzausſchuß haben beſchloſſen, die Angelegenheit
zur eingehenden Prüfung dem Kontrollausſchuß, der ſich
aus Mitgliedern aller Parteirichtungen zuſammenſetzt, zu
überweiſen, in der Erwartung, daß Dr. Katz ſeine
Anſchul=
digungen ſchriftlich niederlegen wird. Auf dieſe Weiſe ſind
wir in der Lage, den ewigen Erzählungen, die in der Stadt
kurſieren, ein Ende zu machen. Danach ergreift
Stadtver=
ordneter Dr. Katz das Wort, um nochmals unter
Auf=
rechterhaltung ſeiner Behauptungen ſeine Stellung zu
präziſieren. Er habe ſein Stadtverordnetenmandat von
der Richtung aufgefaßt, daß er als Stadtverordneter
ein=
mal die Pflicht habe, mitzuarbeiten und mitzuwirken und
zweitens Anregungen, ſei es fördernder oder kritiſcher Art,
entgegenzunehmen. Er habe nicht nur Gelegenheit gehabt
zur Mitarbeit, ſondern auch Kritik zu üben an manchen
Verhältniſſen, die ſich nicht gegen die Perſon, ſondern
gegen das Syſtem, die Organiſation gerichtet haben.
Aus dieſer Erwägung heraus habe er die Aufſtellung eines
Beamtenverzeichniſſes und deren Beſchäftigung gefordert.
Dieſen Wunſch habe er in der letzten Sitzung nochmals
vorgebracht, weil er bisher unerfüllt geblieben iſt. Nach
dieſer Richtung hin werde er der Verwaltung
Reform=
vorſchläge unterbreiten. Er werde auch die Beſchwerden
in Form eines Schriftſtückes niederlegen unter Angabe vom
weiteren Beamten als Zeugen, die den gleichen
Stand=
punkt vertreten. Es müſſe völlige Klarheit geſchaffen
wer=
den, damit endlich ein rechtskräftiges Urteil in dieſer
Sache herbeigeführt werde. Danach wurde die
Angelegen=
heit einſtimmig dem Kontrollausſchuß zur eingehenden
Prüfung überwieſen.
Neu=Iſenburg, 5. Febr. (Vom Auto
über=
fahren.) Geſtern nachmittag überfuhr auf der
Frank=
furterſtraße ein Laſtautomobil einer Kolonialwarenfirma
aus Frankſurt das achtjährige Töchterchen des
Metzger=
meiſters Wirth. Durch das Schutzblech des Autos wurde
dem Mädchen der Schädel eingedrückt; der Tod
trat auf der Stelle ein. Der 25jährige Chauffeur Seibert,
der das Automobil lenkte, beſtreitet jede Schuld er
be=
hauptet, daß ihm das Kind unverhofft über den Weg
ge=
laufen ſei. Die Unterſuchung iſt im Gange; morgen findet
eine Beſichtigung der Unfallſtelle ſtatt.
Heppenheim a. d. B., 5. Febr. (Rechner Höhn
ausgeliefert.) Der nach umfangreichen
Veruntreu=
ungen zum Nachteil der hieſigen Spar= und Kreditkaſſe
ſeit langem flüchtige frühere Rechner Höhn iſt
nun=
mehr ſeitens Amerikas ausgeliefert worden und
be=
reits im Unterſuchungsgefängnis Darmſtadt eingetroffen.
A Beerfelden, 4. Febr. (Waſſerverſorgung.)
Da unſer ſeitheriger Waſſerlieferant, Herr Brauereibeſitzer
Breimer, nur bis nächſtes Jahr noch die Waſſerleitung
aus ſeinem Brunnen ſpeiſt, muß ſich die Gemeinde nach
einer anderen Verſorgungsmöglichkeit umſehen. An
Waſſer fehlts ja nicht, es gilt nur die Frage: wie kommt
man am billigſten zum geſundeſten Waſſer? Hauptſächlich
zwei Projekte kommen in Betracht: die Verſorgung von
ſogenannten Kitzlochbrunnen aus in nächſter Nähe des
Städtchens, oder der Bezug von Gammelsbach. Schon
einige Zeit beobachtet die Kulturinſpektion die
Waſſer=
verhältniſſe in Gammelsbach, um deren Stärke
feſtzu=
ſtellen. Geſtern nun fand eine ganz dieſem Zweck
gewid=
mete Gemeinderatsſitzung ſtatt, der auch die Herren
Kreis=
rat Dr. Kranzbühler=Erbach, ſowie Baurat Wallot und
Techniker Chriſt=Darmſtadt anwohnten. Die Projekte
wurden gründlich beſprochen, ein endgültiger Beſchluß
wurde jedoch nicht gefaßt. — (Miſſion) Der letzte
Sonntag ſtand für das hieſige Kirchſpiel im Zeichen der
Miſſion. Herr Miſſionar Groh predigte im
Frühgottes=
dienſt; mittags war Kindergottesdienſt und abends
Licht=
bildervortrag. Gar ſpannend und anſchaulich wußte
Red=
ner das Leben und Treiben der Schwarzen an der
Gold=
küſte wie in ihrem Hinterlande zu ſchildern, das er in
langjähriger Miſſionstätigkeit kennen lernte. Sicherlich
hat dieſer Miſſionsſonntag der Miſſion neue Freunde
ge=
wonnen und das Intereſſe für die Miſſion in weiteren
Kreiſen geweckt.
Mainz, 5. Febr. (Die ſtädtiſche
Betriebs=
rechnung) 1912/13 beziffert die Einnahmen mit 11,28
Millionen, die Ausgaben mit 10,52 Millionen Mark. Als
Reinüberſchuß bleiben 609106 Mark. — (Nebel.) Heute
vormittag lagerte über dem geſamten Mittelrheingebiet
wieder eine beſonders dichte Nebeldecke, die die Schiffahrt
brachlegte. Auch iſt ſeit geſtern wieder ein ſtarker
Tem=
peraturſturz eingetreten. Die tiefſte Temperatur betrug
heute nacht minus 8 Grad. Der Waſſerſtand geht weiter
zurück, und zwar der des Rheins bei Mainz von geſtern
63 auf heute 49 und des Mains bei Koſtheim von 17 au
13 Zentimeter über dem Normalpegel.
Mainz, 5. Febr. (Stadtverordnetenſitzung.)
Zu der Bewilligung von Mitteln zur Beſchäftigung
von Arbeitsloſen und zur Gewährung von
Arbeits=
loſenunterſtützung iſt eine Kreditbereitſtellung von 20000
Mark erforderlich. Seither wurden bei der Stadtgärtnerei
140 Arbeitsloſe beſchäftigt, was aber jetzt nicht mehr
mög=
lich iſt. Der Antrag wird ohne Debatte angenommen.
Dann werden nach Vorſchlag des Stadtv. Heerdt aus dem
Reſervefonds für Hochwaſſerbeſchädigte in Höhe
von 6800 Mark der Betrag von 2000 Mark bewilligt als
Beihilfe für die durch die Sturmflut
geſchädig=
ten Bewohner an der Oſtſee. Bei dem Geſuch des
Mainzer Karnevalvereins um Gewährung einer
Beihilfe in Höhe von 3000 Mark zur Veranſtaltung eines
koſtümierten Zuges erklärt Stadtv. Wolf=Mombach,
daß die Sozialdemokraten dieſe Forderung ablehnen
müß=
ten, da der Karneval nur noch durch Unterſtützung der
Stadt hochgehalten werden könne, und da die Vorteile der
Stadt nicht dem aufgewandten Zuſchuß entſprächen. Der
von dem Stadtverordneten Heerdt vertretene Antrag
wird angenommen. Ein vorliegendes Geſuch des
Karnevalklubs um Unterſtützung für eine Damenſitzung
wird mit der Begründung abgelehnt, daß zwar die Stadt
Zuſchüſſe gewähre für Veranſtaltungen, aus denen die
ganze Stadt Vorteile hätte, aber nicht für eine einzelne
Veranſtaltung eines einzelnen Vereins. Dem
Karneval=
klub wurde als Vergünſtigung die Halle zu 110 Mark
über=
laſſen.
Bingen, 5. Febr. (Zu einer intereſſanten
Entſcheidung) kam es in der Kreisausſchußſitzung.
Gelegentlich einer Verhandlung des Gemeinderats der
benachbarten Gemeinde Büdesheim wollte der
Ge=
meinderat Schmitt den Sitzungsſaal nicht verlaſſen,
öb=
wohl eine ihn betreffende Angelegenheit zur Beſprechung
kam. Trotz wiederholter Aufforderung ſeitens des
Bür=
germeiſters Braden wollte der Gemeindevertreter in dem
Zuhörerraum bleiben. Nach längerer Auseinanderſezung
perſönlicher Art erhob der Bürgermeiſter Klage gegen den
Gemeindevertreter, der auch bei der Verhandlung auf dem
Standpunkte verharrte, daß er berechtigt ſei, der
Verhand=
lung im Zuhörerraum beizuwohnen. Der Kreisausſchuß
pflichtete der Anſicht des Bürgermeiſters zu und verurteilte
den Gemeinderat Schmitt zu 10 Mark Geldſtrafe und den
Koſten. — (Aus Furcht vor Strafe in den Tod.)
Der aus Saarbrücken ſtammende Schloſſerlehrling Guſtav
Schlaf verübte in dem Steinbruch am Kempter Eck einen
Selbſtmordverſuch. Der Schuß iſt lebensgefährlich. Der
erſt 18jährige Burſche hat ſeinem Meiſter in Saarbrücken
6 Mark unterſchlagen. Er wurde in das hieſige Hoſpital
gebracht. Sein Zuſtand iſt hoffnungslos — (Die
Sprengarbeiten) wurden heute eingeſtellt, weil ſie
infolge des neu eingetretenen Froſtwetters faſt erfolglos
ſind. Die Pioniermannſchaften ſind wieder in ihre
Gar=
niſon Kaſtel zurückgekehrt.
* Gießen, 5. Febr. (Familiendrama.) Heute
nacht ereignete ſich hier ein ſchreckliches Familiendrama.
Der 32 Jahre alte Kutſcher Lehmann, der ſeit einiger
Zeit mit ſeiner Frau in Streitigkeiten lebte, ermordete
ſeine Frau und ſeine vier Kinder, indem er ihnen mit
einem Beil den Schädel einſchlug und dann die Kehle
durchſchnitt. Nach der Tat warf er ſich vor einen
Eiſen=
bahnzug, es wurden ihm jedoch nur die Beine abgefahren.
Er wurde in die Klinik übergeführt, wo er jedoch üm
6 Uhr früh ſeinen Verletzungen erlag.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Febr. Heute fand der
erſte diesjährige große Hofball bei dem Kaiſerpaar
im Weißen Saale und in den anderen Prunkräumen des
Königlichen Schloſſes ſtatt. Der Kaiſer trug die ſchwarze
Uniform der Leibhuſaren, die Kaiſerin hatte eine
blaß=
meergrüne Schlepprobe mit Silberſtickerei angelegt. Der
Kaiſer begrüßte zuerſt die Gemahlinen der Botſchafter und
die anderen Damen des diplomatiſchen Korps, ſodann die
Botſchafter. Die Kaiſerin wandte ſich Frau von Bethmann
Hollweg und den Fürſtinnen zu, darauf den Damen und
Herren der Diplomatie. Beim Ball wechſelten Rundtänze
mit Lanciers und den alten Tänzen „Menuett à la reine‟,
„Gapotte der Kaiſerin” „Alte Frangaiſe” und „
Prinzen=
gavotte‟. Die jüngeren Prinzen beteiligten ſich am Tanze.
In den erſten Karrees der Lanciers ſah man die
Kron=
prinzeſſin und andere Prinzeſſinnen und Prinzen. Bei
der Gavotte der Kaiſerin tanzte der Kronprinz in einem
Karree der Leibhuſaren mit. — Der Senior der deutſchen
Aerzteſchaft, Geh. Sanitätsrat Körte, iſt heute im Alter
von 97 Jahren an Altersſchwäche geſtorben. — Der
Ver=
ein Berliner Buchdruckereibeſitzer gab geſtern
im Hotel „Kaiſerhof” zu Ehren ſeines bisherigen
Vor=
ſitzenden, Geh. Kommerzienrats Büxenſtein Ein
Diner, an dem faſt ſämtliche dem Verein angeſchloſſene
Buchdruckereibeſitzer Berlins teilnahmen. Von allen
Zweigvereinen des Deutſchen Buchdruckervereins liefen
Telegramme ein, in denen mit warmen Worten dem
Be=
dauern über den Rücktritt des hochverdienten Vorſitzenden
Ausdruck gegeben wurde. Der Verein Berliner
Buch=
druckereibeſitzer hat Geheimerat Büxenſtein zum
Ehren=
vorſitzenden ernannt. — Eine von dem
Deutſch=
nationallen Handlungsgehilfenvierband
einberufene Verſammlung, in der es ſich um die
Wahlen zum Kaufmannsgericht handelte, wies unter den
etwa 2000 Anweſenden mehrere hundert Sozialdemokraten
auf. Der Führer der Handlungsgehilfen, Thomas, griff
die Sozialdemokraten ſcharf an. Als dieſe dann ſprechen
wollten, erhob ſich ein wüſter Lärm. Wie das Berliner
Tageblatt erfährt, wurden die ſozialdemokratiſchen
Ver=
ſammlungsbeſucher aus dem Saal gedrängt und dabei ſei
es zu einer lebhaften Prügelei gekommen. — Der
Zu=
ſtand der beiden verunglückten
Zentrums=
abgeordneten Hebel und Pütz hat ſich
verhältnis=
mäßig raſch gebeſſert. Auch der am ſchwerſten Verletzte
Pfarrer Hebel iſt nunmehr außer Lebensgefahr. — Das
Schwurgericht des Landgerichts I verurteilte heute den
Kellner Franz Roſt wegen des Ueberfalls auf den.
Geldbriefträger Hoffmann, der am 4.
Dezem=
ber 1912 im Hauſe Alt=Moabit 54 ausgeführt worden war,
zu vier Jahren Zuchthaus. Der zweite Beteiligte, der
Diener Freiholz, iſt ſchon im April vorigen Jahres vom
Schwurgericht wegen der gleichen Tat zu vier Jahren
Zuchthaus verurteilt worden. Gegen Roſt konnte damals
nicht verhandelt werden, weil er vorübergehend in
Geiſtes=
krankheit verfallen war. Inzwiſchen iſt er aber
verhand=
lungsfähig geworden.
5. Febr. In der Sitzung des Zentralaus=,
ſchuſſſes der Reiſchsbank führte Präſident
v. Havenſtein aus, daß der Status vom 31. Januar
weſent=
lich größere Anſprüche an die Reichsbank zeige, als es in
der gleichen Zeit in den Vorjahren der Fall geweſen ſei.
Hervorzuheben ſei namentlich die bedeutende Verringerung
der fremden Gelder. Dies hänge aber wohl mit der
Ein=
zahlung auf die neue preußiſche Anleihe zuſammen. Nach
dem Zwiſchenausweis vom 3. Februar hat der
Metall=
beſtand um eine Million zugenommen gegenüber einer
Abnahme von 18 Millionen Mark im Vorjahre. Wechſel
und Lombard hätten um 28 Millionen abgenommen gegen
24 Millionen Mark im Vorjahre. Die Schatzanweiſungen
hätten um 7 Millionen zugenommen gegen 2 Millionen des
Vorjahres. Bei den fremden Geldern hätte ſich eine
Ver=
mehrung um 14 Millionen gegen eine Abnahme von 34
Millionen ergeben. Die ſteuerfreie Notenreſerve habe am
3. ds. Mts. 187 Millionen betragen gegen einem
ſteuer=
pflichtigen Notenumlauf von 222 Millionen am gleichen
Tage im Vorjahre, ſo daß ſich für dieſes Jahr eine
Beſſe=
rung um 409 Millionen ergäbe. Die Entwicklung auf dem
internationalen und auf dem heimiſchen Geldmarkte ſei
weiterhin günſtig geweſen. Die Geldflüſſigkeit habe
zu=
genommen. Der Privatdiskont hielt ſich auf drei Prozent.
Der Stand der Deviſenkurſe ſei günſtig. Das
Reichsbank=
direktorium hätte infolgedeſſen beſchloſſen. den Diskont um
ein halbes Prozent herabzuſetzen. — Frau Eliſabeth
Wentzel=Heckmann iſt heute früh geſtorben. — Auf
dem Königsplatz ſtieß heute vormittag das Automobil
des Generaldirektors Bergmann mit einem
Schlächterauto=
mobil zuſammen. Der Chauffeur und der Mitfahrer
des letzteren wurden erheblich verletzt. Das Automobil
des Herrn Bergmann wurde beſchädigt, doch blieben er und
ſein Chauffeur unverletzt. — Zu dem Unfall der
Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Seite 5.
Reichstagsabgeordneten wird gemeldet, daß
das Befinden des Pfarrers Hebel leider noch zu
Be=
ſorgniſſen Anlaß gibt. Indeſſen haben die beiden
Verunglückten die Nacht gut verbracht, ſo daß die Aerzte
hoffen, auch Hebel am Leben zu erhalten. Heute mittag
wurde Hebel durchleuchtet, um die inneren Verletzungen
feſtzuſtellen.
Frankfurt, 3. Febr. (Eine geſtörte Parſifal=
Vorſtellung.) Während der geſtrigen „Parſifal”=
Auf=
führung im Opernhaus, verſagte bei der großen
Ver=
wandlungsſzene plötzlich die Maſchinerie der
Wan=
deldekoration. Der Orcheſterleiter mußte abbrechen und
der Vorhang fallen. Erſt nach Beſeitigung der Störung,
die im Publikum keine geringe Aufregung hervorrief,
zu=
mal ſie noch durch laute Rufe von der Bühne her verſtärlt
wurde, konnte die Vorſtellung fortgeſetzt werden in der
Weiſe, daß die ganze Verwandlungsizene wiederholt
wurde.
Höchſt a. M., 5. Febr (Durch eine
Gasexplo=
ſion) kam geſtern abend gegen 8 Uhr in dem
benach=
barten Nied der 17 Jahre alte Bureaugehilfe Ernſt Pfriem
ums Leben; einige andere Perſonen erlitten leichtere
Brandwunden Die Exploſion war dadurch entſtanden,
daß aus einem defekten Leitungsrohr auf der Straße Gas
ausſtrömte, welches ſich in einem Kanal ſammelte. Pfriem
wollte der Urſache des Gasgeruches nachgehen und kam
da=
bei mit einem brennenden Streichholz an den Kanaldeckel,
worauf ſofort die Exploſion erfolgte.
Stuttgart, 5. Febr. (Der Maſſenmörder
Wag=
ner.) Wie der Schwäbiſche Merkur aus Heilbronn
er=
fährt, war für das Heilbronner Gericht bei ſeiner
Beurtei=
lung des Maſſenmörders Wagner insbeſondere
eine Selbſtbiographie maßgebend, die Wagner ſchon vor
fünf Jahren begonnen hat und die die Auffaſſung des
Gerichtsbeſchluſſes, daß es ſich um einen Geiſteskranken
handle, beſtätigt. Wagner iſt heute früh nach der
Irren=
anſtalt Winnental gebracht worden. Hoffentlich
wird er dort gut bewacht, da ein Entweichen des
gemein=
gefährlichen Irrſinnigen eine große Gefahr für andere
Menſchen bedeuten würde.
Karlsruhe, 5. Febr. (Die Prinzeſſin Wilhelm
von Baden) hatte eine leidliche Nacht. Die Beſſerung
von geſtern wird als eine anhaltende bezeichnet.
Langenbrand, 5. Febr. (Ertrunken.) Während der
Mittagspauſe wollten geſtern zwei in der Fabrik
Breit=
wieſe beſchäftigte 18 Jahre alte Mädchen von hier an dem
oberhalb der Fabrik gelegenen, etwa zwei Meter tiefen
Kanal das Randeis abſtoßen, glitten aber ab, ſtürzten in
den Kanal und wurden von der Strömung fortgeriſſen.
Trotzdem die beiden am Wehr wieder herausgezogen
wurden, blieben die ſofort angeſtellten
Wiederbelebungs=
verſuche erfolglos.
Eſſen (Ruhr), 5. Febr. (Beim Fußballſpiel
er=
ſtochen.) Hier erſtach während eines Streites beim
Fußballſpiel ein 13jähriger Schüler einen 11jährigen
Kameraden mit einem Taſchenmeſſer.
Hannover, 5. Febr. (Kanaliſation.) Das
Bür=
gervorſteherkollegium beſchäftigte ſich geſtern mit den
Plänen für die Ausführung der Kanaliſation der
nordöſt=
lichen Vororte und für das Induſtriegelände am
Nord=
hafen und ſtimmte dem Antrage zu, für dieſe Projekte
8 Millionenen Mark zu bewilligen.
Breslau, 5. Febr. (Unfall.) In der Wohnung eines
Artillerieſergeanten ſtürzte nach dem Einſchütten neuen
Brennmaterials der Stubenofen ein und begrub die Frau
und ihr elf Monate altes Kind unter den Trümmern. Die
Nachbarn befreiten die Verſchütteten, die ſchwere
Brand=
wunden erlitten hatten, und löſchten den Brand. Die
Wohnung wurde vollſtändig zerſtört. Offenbar war in
die Kohlen eine Sprengpatrone geraten.
Wien, 5. Febr. (Erdbeben und
Grubenkata=
ſtrophen.) Der Leiter der Laibacher Erdbebenwarte,
Beler, erklärt, zweifellos ſeien die Grubenkataſtrophe auf
Zeche „Miniſter Achenbach” bei Dortmund, die Einſtürze
bei Beuthen in Oberſchleſien und auf Zeche „Fürſt Leopold”
bei Dorſten durch die ſeit einer Woche in ganz Europa
herrſchende ſtarke Bodenunruhe und durch die
außeror=
dentlichen ſtarken Fernbebenausläufer vom 30. Januar
ausgelöſt worden. Die Laibacher Warte habe am 30.
Ja=
nuar, vormittags, kataſtrophale Fernbeben angezeigt. Das
Grubenunglück auf Zeche „Miniſter Achenbach” wäre
viel=
leicht verhütet worden, wenn an dieſem Tage, an dem der
Warnungsruf noch rechtzeitig laut wurde, in den
Berg=
bauen die vorgeſchriebenen Vorſichtsmaßregeln verdoppelt
worden wären.
Paris, 5. Febr. (Feuer im Bahnhof.) Aus
Lunéville wird gemeldet, daß im Lampendepot des
dortigen Bahnhofes, wo der Benzinvorrat des
Flug=
zeuges der deutſchen Militärflieger untergebracht worden
war, geſtern abend ein Feuer ausgebrochen ſei. Der
Brand konnte erſt nach einer Stunde gelöſcht werden
Das Lampendepot und das anſtoßende Poſtbureau
wur=
den vollſtändig zerſtört, die Briefſäcke konnten gerettet
werden.
Nantes, 5. Febr. (Scharlachepidemie.) Unter
der hieſigen Garniſon iſt eine heftige
Scharlach=
epidemie ausgebrochen. An 200 Perſonen liegen im
Militärhoſpital, das durch Baracken vergrößert werden
mußte, krank danieder. Auch in Tours ſollen mehrere
hundert Soldaten an Typhus und Maſern erkrankt ſein.
Madrid, 5. Febr. (Dementi.) Der Miniſterpräſident
erklärt das im Auslande verbreitete Gerücht, daß auf
König Alfons in Sevilla ein Attentat verübt worden
ſei, für vollkommen unbegründet.
London, 5. Febr. (Schiffsbrand.) Der Daily
Telegraph meldet aus Sydney vom 4. Febr.: Hier iſt
aus Neuſeeland die Nachricht von einem Brande des
Schiffes „Moa” auf der Fahrt von Wellington nach
Port Wanganni, 5 Meilen von Wanganni, eingetroffen.
Das Schiff hatte eine Ladung Benzin und Ceroſen an
Bord. Das Feuer entſtand augenſcheinlich durch eine
Exploſion durch die ein Mann getötet wurde. In
unglaublich kurzer Zeit ſtand das Schiff vom Bug bis
zum Heck in Flammen, die am Maſt hoch aufloderten.
Die Mannſchaften konnten keine Boote flott machen,
des=
halb warfen die Matroſen Holz und Güter ins Meer und
ſprangen nach. Der Dampfer „Arapawa” kam zu Hilfe,
doch konnte er wegen der fürchterlichen Hitze nicht auf mehr
als 100 Meter herankommen. Die Lage war ſehr
gefähr=
lich, da auch die „Arapawa” Benzin und Ceroſen an Bord
hatte. Mit den Rettungsbooten gelang es jedoch, die
Mannſchaft der „Moa” zu retten. Nach einer zweiten
Exploſion iſt die „Moa” inzwiſchen geſunken
Stockholm, 5. Febr. (Neue Kabellinie.) Die
deutſche Reichspoſtverwaltung hat der ſchwediſchen
Tele=
graphendirektion den Vorſchlag unterbreitet, zwei neue
Doppelkabel zwiſchen Rügen und Trelleborg zum Anſchluß
an das geſamte deutſche Telephonnetz zu legen. Die
Koſten der Linie werden auf rund eine Million
ver=
anſchlagt.
Johannesburg, 5. Febr. (Revolutionäre
Be=
wegung.) Die Enthüllungen, die der Daily Chronicle
bereits während des Beginns des Johannesburger
Ar=
beiterſtreiks über das Vorhandenſein einer revolutionären
Bewegung unter den Arbeitern Südafrikas gemacht hat,
ſcheinen jetzt ſelbſt aus dem Arbeiterlager beſtätigt zu
wer=
den. Der Transvaal=Chronicle, ein Blatt, das die
Ar=
beiterintereſſen während der ganzen Kriſe ſtark vertreten
hat, erklärt heute, daß General Smouts, einer der
be=
kannteſten Grubenführer, den Beweis erbringen will, daß
während des Streiks ein Teil der Arbeiterſchaft daran
gedacht hat, die Regierung zu ſtürzen und eventuell mit
Waffengewalt eine ſüdafrikaniſche Arbeiter=Republik auf
ſyndikaliſtiſcher Grundlage zu errichten. Die Regierung
ſcheine dieſem Plane beizeiten auf den Grund gekommen
zu ſein, der den Hauptanſtoß zu ihrem Entſchluß der
De=
portation der Arbeiterführer gebildet habe. Am 19.
Ja=
nuar ſoll General Smouts bereits dem Biſchof von
Pre=
toria erklärt haben, daß der Syndikalismus auf alle Fälle
eine vernichtende Niederlage erleiden müſſe.
Parlamentariſches.
Der Hauptvoranſchlag im Finanzausſchuß der Zweiten
Kammer.
St. Der Finanzausſchuß beriet in ſeiner heutigen
Sitzung, der wiederum die drei Miniſter und die
Re=
gierungskommiſſare beiwohnten, zunächſt das Kapitel 75a,
Landwirtſchaft. Seitens der Antragſteller wurde
die Erhöhung des Staatszuſchuſſes von 53000 Mark
ver=
treten. Die Regierung legte dazu die Rechnung des
Jah=
res 1912 vor und legte dar, daß auf Grund dieſer
Rech=
nungsergebniſſe es richtig ſei, wenn die
Landwirtſchafts=
kammer in ihren Ausgaben etwas zurückhaltender
vor=
gehen würde. Für das Jahr 1914 ſtünden der
Landwirt=
ſchaft zur Verfügung an Umlagen 33000 Mark mehr als
1913, und es ſei durch die Möglichkeit von Erſparniſſen
nicht gerechtfertigt, der weiteren Anforderung von 53000
Mark zuzuſtimmen. Die Antragſteller wieſen auf neue
Aufgaben hin, die der Landwirtſchaft zufallen würden,
wie auf die Förderung der Leiſtungszucht, der
Pflanzen=
zucht und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten uſw, die
mehr Mittel erforderlich machten. Auch das wurde von
der Regierung bemängelt, daß entgegen der geſetzlichen
Beſtimmung 50000 Mark ſeitens der
Landwirtſchaftskam=
mer bei der Genoſſenſchaftsbank angelegt worden ſeien,
welcher Betrag doch jetzt zur Hälfte verloren iſt. Eine
Abſtimmung über das Kapitel fand zunächſt nicht ſtatt.
Bei dem Kapitel Oberverſicherungsamt
rechtfertigt die Regierung die Anforderung einer neuen
Stelle durch überaus große Inanſpruchnahme dieſes
Am=
tes, deſſen Zuſtändigkeit eine ganz andere ſei als die der
früheren Schiedsgerichte.
Bei dem Kapitel Juſtiz wurde die Frage der
Be=
ſetzung der ſieben Stellen, die ſeither durch Aſſeſſoren
ver=
waltet worden ſind, an den Amtsgerichten Offenbach,
Gie=
ßen, Mainz. Darmſtadt I und II. Friedberg und Bad
Nauheim, ſowie die definitive Beſetzung zweier
Staats=
anwaltsſtellen in Darmſtadt und Gießen verhandelt. Die
Juſtizverwaltung bezeichnet von dieſen Stellen die bei
der Staatsanwaltſchaft in Darmſtadt ſowie bei den
Amts=
gerichten in Offenbach und Bad Nauheim als ſolche, deren
dauerndes Bedürfnis ſich in der letzten Zeit ergeben habe
und das auch ſicherlich andauern würde. Bei den übrigen
Stellen könnte die Juſtizverwaltung das Bedürfnis nicht
in dem Umfange anerkennen, daß neue Stellen geſchaffen
werden ſollten, insbeſondere da auch die Zweite Kammer
in den früheren Jahren beſondere Anträge auf
Beſchrän=
kung der Richterſtellen geſtellt und dem dadurch beſonders
Ausdruck gegeben habe, daß im Jahre 1911 15
Amts=
richterſtellen nur auf den Inhaber bewilligt wurden. Nach
den Verhandlungen in dem Vereinfachungsausſchuß habe
man damals Amtsrichterſtellen in Wald=Michelbach,
Ul=
richſtein, Schotten, Niederolm und Wörrſtadt eingehen
laſſen. Aus dem Ausſchuß wurde darauf hingewieſen, daß
dieſe Maßnahmen durchaus dankenswert geweſen ſeien,
daß ſie aber, wenn das Bedürfnis nach neuen Stellen an
anderen Plätzen ſich herausgeſtellt habe, nicht ſchematiſch
angewendet werden dürfen. Ueberdies ſei auch die
Re=
gierung reichsgeſetzlich gebunden, richterliche Stellen nur
durch Richter, nicht durch Aſſeſſoren verwalten zu laſſen.
Die einzelnen Stellen wurden dann mit der Regierung
durchgeſprochen und die Verhältniſſe dargelegt. — Eine
weitere Anregung, die Beihilfe für Juriſten zur
Teil=
nahme an Vorträgen und Vorleſungen über
wiſſenſchaft=
liche oder induſtrielle Themata von 2000 auf 4000 Mark
zu erhöhen, wurde ſeitens der Juſtizverwaltung begrüßt
und die Anregung aufgenommen.
Fortſetzung der Beratung Freitag.
St. Der Vierte (Petitions=) Ausſchuß hielt
am Donnerstag ebenfalls eine Sitzung ab, in der im
weſentlichen nur die in der vorigen Sitzung beſchloſſenen
Berichte entgegengenommen und genehmigt wurden. Die
Vorſtellung der Orts= und Polizeidiener, die einheitliche
Regelung ihrer Uniformen uſw. gleich den Forſtwarten
betreffend, wurde nach dem Rekerat des Abg. Stöpler für
erledigt erklärt, weil den Wünſchen durch die neue
Land=
gemeindeordnung meiſt bereits entſprochen worden iſt.
Auch die Vorſtellung des Aerztlichen Kreisvereins,
be=
treffend das Unfallkrankenhaus in Oberheſſen, wurde für
erledigt erklärt, weil der Plan inzwiſchen ja fallen
ge=
laſſen wurde, ebenſo der Antrag Leun, die Kraftfahrzeuge
betreffend, und die Vorſtellung der Bauaſpiranten, die
Privatbeamtenverſicherung betreffend, die durch die
Ver=
handlungen in der Zweiten Kammer erledigt iſt. Dem
Antrage des Abg. Kredel, betreffend das Verbot des
Fi=
ſchens im Neckar zur Nachtzeit, ſoll entſprochen werden
Einer Vorſtellung der Frau Söldner, betreffend
Ent=
laſſung ihres Sohnes aus der Irrenanſtalt, iſt bereits
entſprochen, ebenſo dem Antrage Senßfelder, die
Nota=
riatsſtelle in Groß=Gerau betreffend. Zu einer Anzahl
weiterer Vorſtellungen ſoll noch neues Material
beige=
bracht werden. Nächſte Sitzung am nächſten Donnerstag.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 5. Febr. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. Die zweite Leſung
des Etats des
Reichsamts des Innern
wird fortgeſetzt, und zwar mit der Beſprechung der
An=
träge, betreffend Anwendung des Reichsvereinsgeſetzes —
Abg. Dr. Junck (natl.): Die diesjährige
Reichsvereins=
geſetzdebatte iſt mit Ausnahme der Behandlung durch die
Polen im weſentlichen milder geweſen gegen früher. Wenn
auch die Ausführung des Geſetzes durch die preußiſchen
Behörden zu wünſchen übrig läßt, ſo haben wir doch
abſo=
lut keinen Anlaß, den Sprachenparagraphen aufzuheben.
In der Oſtmarkenpolitik wollen wir kein Zurückweichen.
Wenn die Polen unter ſich ſind, müſſen ſie zugeben, daß
das Reichsvereinsgeſetz weit milder iſt, als eine etwaige
preußiſche Vereinsgeſetzgebung ausgefallen ſein würde.
Auch die Polen ſollten dankbar ſein und nicht immer un=
dankbar. (Heiterkeit bei den Polen.) Es iſt nicht darüber
zu ſtreiten, daß die Arbeiter=Turnvereine ſozialdemokratiſch
ſind, wenn auch rein turneriſch genommen es keinen
ſozial=
demokratiſchen Aufſchwung gibt. (Heiterkeit.) Wenn auch
die freien Gewerkſchaften ebenfalls Tendenzen verfolgen.
welche mit der Sozialdemokratie an ſich nichts zu tun
haben, ſo kann man doch nicht leugnen, daß ſie
ſozialdemo=
kratiſche Organiſationen ſind. Das haben Bebel und
Bö=
melburg klar ausgeſprochen. Abgeſehen von dem Ton,
war aber auch das Gleis der Debatte ein anderes. Früher
ſprach man von Mißgriffen der Verwaltungsbehörden,
heute werden der Juſtiz Vorwürfe gemacht. Ich gebe zu,
daß im Falle Amundſen ein ſo hoher Regierungsbeamter
wie der Regierungspräſident es im kleinen Finger haben
mußte, daß ſich das Verbot einem ſo großen Gelehrten
gegenüber nicht aufrecht erhalten laſſe. Ich beſtreite
keines=
wegs, daß Fehlgriffe vorgekommen ſind. Dieſe ſind aber
nur in geringem Umfange erfolgt. Keinesfalls darf man
ſo weit gehen, von Rechtsbruch und Rechtsbeugung zu
ſprechen. Mißgriffe des Gerichts können wir beſeitigen,
indem wir für eine ausreichende Rechtſprechung ſorgen
da=
durch, daß wir eine gemeinſame höhere Inſtanz ſchaffen.
Eine Aenderung des Geſetzes tut nicht not. Die
proleta=
riſche Jugendbewegung halten wir inſofern für verfehlt,
als ſie in gar zu frühem Alter ihre Mitglieder in die
Fra=
gen der Politik einführen will. Es gibt ſo viele ſchöne
Sachen: die Natur, unſere Geſchichte, die Fürſten (
Heiter=
keit bei den Sozialdemokraten), daß man
Belehrungs=
gegenſtände reichlich für die Jugend hat und ſie von der
Politik ruhig noch fernhalten kann. Dabei gebe ich zu, daß
wohl ein berechtigtes Intereſſe vorhanden iſt, die
Arbeiter=
kinder frühzeitiger in wirtſchaftspolitiſche Fragen
einzu=
führen. Immerhin iſt es nicht erforderlich ſie vor dem 18.
Lebensjahr mit dieſen Dingen zu beſchäftigen. Zugegeben
werde noch, daß namentlich die ſüddeutſchen Behörden
das Geſetz durchaus loyal angewandt haben. Im Falle
des Polizeipräſidenten v. Jagow iſt der Reichstag
ſicher=
lich nicht kompetent. Die Organiſation der
Schutzmann=
ſchaft wollte Pflege königstreuer Geſinnung, Förderung
des Standesanſehens, Ehrung der Jubilare und
verſtor=
bener Kameraden und Hilfe für Witwen und Waiſen
be=
zwecken. Dienſtliche Angelegenheiten ſollten ausgeſchloſſen
ſein. Da iſt die Stellungnahme des Polizeipräſidenten
allerdings kaum zu verſtehen. Es ſcheint faſt, als ob er
ſich gegen die Koalition als ſolche wendet, und das ſollte
nicht zuläſſig ſein. Es wäre bedauerlich, wenn eine
Feind=
ſchaft gegen den Gedanken der Koalition bei den
Behör=
den ſich feſtſetzte. Die Koalitionsbewegung läßt ſich nicht
aufhalten. Das Vereinsgeſetz als ſolches betrachten wir
als eine große Errungenſchaft und hoffen, daß es immer
mehr und mehr ſich einbürgert. Eine ſchikanöſe
Anwend=
ung ſchädiat die Autorität des Staates. Die unterbreiteten
Anträge lehnen wir ab. (Beifall bei den
National=
liberalen.)
Abg. Dr. Müller=Meiningen (Fortſchr. Vpt.): Die
konſervativen Redner ließen durchblicken, daß ſie das
Ver=
einsgeſetz am liebſten aufgeben würden. Dabei machen
ſie einen frommen Augenaufſchlag nach der Prinz Albrecht=
Straße hin. Wir freuen uns dagegen, daß wir damals
das Geſetz gemacht haben, und würden heute genau ſo
han=
deln. (Zwiſchenrufe bei den Soz.) Die Sozialdemokratie
genießt doch die größten Vorteile des Geſetzes. Die
Aus=
führungsbeſtimmungen ſind gut, nur pfeifen einzelne
Be=
hörde der Einzelſtaaten, namentlich Preußens, auf die
einzelnen Beſtimmungen des Geſetzes. Wir wollen aber
eine Vorwärtsentwickelung namentlich hinſichtlich der
Be=
ſeitigung mißbräuchlicher Anwendung des Geſetzes durch
Gerichte oder Verwaltungen. Dazu gehört auch der
Miß=
brauch der Polizeiſtunde, der Mißbrauch in der Auswahl
der Zeitungen bei Bekanntmachung der Verſammlungen.
(Sehr richtia!) Auch wenden wir uns gegen den
Miß=
brauch des Diſziplinarrechts und die mißbräuchliche
Herein=
ziehung von landesrechtlichen polizeilichen Beſtimmungen,
ſowie dagegen, daß junge Leute von 14 Jahren in
politi=
ſchen und konfeſſionellen Fanatismus hineingezogen
wer=
den. Eine gute Fortbildungsſchule und turneriſche und
ſportliche Uebungen ſind für ſie viel beſſer. Das Zentrum
und die Sozialdemokratie will Gift und Gegengift der
Weltanſchauung einander gegenüberſtellen. Auf dieſe Weiſe
wird die deutſche Jugend ſchließlich zum
Verſuchskanin=
chen. (Sehr gut!) Wenn in die Jungdeutſchlandbewegung
auch eine politiſche Richtung hineingetragen wird, das
wäre genau ſo zu verurteilen, wie bei den übrigen
Jugend=
organiſationen. Ein Skandal wäre es aber geradezu,
wenn Jugendliche, wie hier behauptet wurde, als Spitzel
benutzt würden. Ein Vergleich zwiſchen der Abſicht der
Berliner Schutzleute, die ſich zu einem nichtpolitiſchen
Ver=
eine zuſammenſchließen, und den Londoner Poliziſten, wie
es der Herr Regierungsvertreter getan hat, läßt ſich nicht
ziehen. Die Londoner Poliziſten wollten ſich an die
Ge=
werkſchaften anſchließen, um das Streikrecht zu erkämpfen.
Die Berliner Schutzleute wollten dagegen einen harmloſen
Verein gründen, der ſeinen Patriotismus gleich bei ſeiner
erſten Sitzung bekundete. Mit drei Hurras auf den
deut=
ſchen Kaiſer wurde die Sitzung eröffnet und mit drei
Hurras auf den König von Preußen geſchloſſen. Mehr
kann man doch nicht tun. (Große Heiterkeit.) Die praktiſche
Bedeutung des Sprachenparagraphen iſt für uns gleich
null. Praktiſcher als die Beſeitigung dieſes Paragraphen
wäre eine klare authentiſche Auslegung des Textes des
Geſetzes in dieſer Frage. Dem könnten wir zuſtimmen.
Die Behauptung, daß der Vortrag Amundſens in
Flens=
burg in norwegiſcher Sprache der Agitation diente, iſt
irrig. Es handelte ſich lediglich um eine Geſchäftsfrage
der Geſellſchaft, die den Vortrag Amundſens in Flensburg
in die Wege leitete, da dort Tauſende von Dänen wohnen.
Von der Blamage des dortigen Regierungspräſidenten
deſſen Verbot erſt durch den preußiſchen Miniſter oder
wo=
möglich eine noch höherſtehende Perſönlichkeit rückgängig
gemacht werden mußte, will ich gar nicht reden. Der
Paragraph 12 des Vereinsgeſetzes ſpricht vom Verbot
fremdſprachiger Verhandlungen, alſo einer gegenſeitigen
Ausſprache, nicht aber eines einſeitigen fremdſprachigen
Vortrages. Das Oberverwaltungsgericht hat anders
uint=
ſchieden, als die Konſervativen hier empfohlen haben, und
dabei gehört Graf Weſtarp doch dieſem Gericht an. (Zuruf
des Grafen Weſtarp: War ein anderer Senat! Heiterkeit.)
Dann bedauere ich nicht, daß Graf Weſtarp dieſem
ver=
nünftigen Senat nicht angehört hat.
(Vizepräſident Dove: Ich bitte, nicht auf
Privatver=
hältniſſe eines Abgeordneten einzugehen.)
Müller=Meiningen (fortfahrend): Die Auslegung des
Sprachenparagraphen führt ſchließlich zum Verbot von
Theater= und Konzertaufführungen, wie ein Fall in
Flens=
burg zeigt, wo die harmloſeſten Vorträge (Zuruf:
Vor=
ſingen! Heiterkeit) verboten wurden. Eine ſolche
Nadel=
ſtichpolitik iſt eine politiſche Torheit und mißkreditiert unſer
Anſehen im Auslande. Daß das Geſetz an ſich gut iſt.
be=
weiſt, daß aus Süddeutſchland keine einzige weſentliche
Klage gekommen iſt. Es liegt lediglich an der ſchlimmen
Auslegung des Geſetzes in Oſtelbien. Wir ſind bereit,
mitzuarbeiten, damit die ruſſiſchen Verwaltungsmaximen,
die ſich durch die mißbräuchliche Auslegung des
Reichs=
vereinsgeſetzes kund tun, von Deutſchlands Grund und
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Nummer 37.
Boden verſchwinden, zum Segen des Reiches und
Preu=
ßens ſelbſt. (Beifall bei den Freiſinnigen.)
Abg. Delſor (Elſ.): Wir haben beſonderen Anlaß
zum Mißtrauen, weil die elſaß=lothringiſche Regierung
auf Drängen von Berlin aus eine Vorlage gemacht hat,
durch die uns das Vereinsrecht und die Preßfreiheit
be=
ſchnitten wurden. Die Grenzbevölkerung verſteht nicht ſo
viel Deutſch, um einem politiſchen Vortrag folgen zu
kön=
nen. Jeder Gendarm muß, will er ſich verſtändlich machen
franzöſiſch ſich mit dieſen Grenzbewohnern unterhalten.
Dabei ſind die Leute durchaus loyal. In Zabern war der
oft genannte Redakteur ein Altdeutſcher, der kein Wort
Franzöſiſch verſteht. Die Beteiligung der Jugendlichen an
der Politik iſt eine dringende Forderung. Politik iſt ein
Geſchenk unſerer edlen Bürgerkunde, und Bürgerkunde iſt
Gegenſtand des Fortbildungsſchulunterrichts. Ich hoffe
daß die Zeit nicht fern iſt, wo das Recht auch über dieſes
Geſetz ſiegt. (Beifall bei den Elſ.)
Abg. Hanſſen (Däne): Ich bitte Sie, die
Reſolu=
tionen in allen ihren Teilen anzunehmen. Leider haven
ſich in Nord=Schleswig die Beſchwerden über die
Hand=
habung des Vereinsgeſetzes ſehr gehäuft. Nicht
verein=
zelte Erſcheinungen ſind es, ſondern ein konſequent
durch=
geführtes Syſtem tritt zutage. Unter dieſem Geſichtswinkel
iſt auch das Verbot gegen Roald Amundſen zu beurteilen.
Dieſer Fall dürfte auch weiteren Kreiſen des deutſchen
Volkes die Augen geöffnet haben. Daß eine däniſche
Heer=
ſchau beabſichtigt ſei, glaubt kein Menſch. Es handelte ſich
für die Konzertagentur lediglich darum, die Einnahmen zu
erhöhen. Der Sprachenparagraph fördert nur Haß und
Unwillen, ſchadet den Deutſchen im Auslande und nützt
dem Germaniſierungsverſuch nichts. Es iſt unzuläſſig,
daß die Polizeibehörde ſich in geſchloſſene Verſammlungen
eindrängt, angeblich, um zu konſtatieren, ob Jugendliche
an der Verſammlung teilnehmen.
Abg. Landsberg (Soz.): Jeder ſoll ſeine
Mutter=
ſprache lieben und die anderer achten. Der
Sprachenpara=
graph dient nur den weſtfäliſchen Großinduſtriellen. Die
militäriſchen Uebungen beim Jungdeutſchlandbund ſind
mehr als Unſinn. Die Polizei ſoll Dienerin des Rechts
ſein, ſtatt deſſen verfolgt ſie Geſinnungen. — Abg.
Grö=
ber (Zentr.) ſtellt feſt, daß eine Notwendigkeit zur
Revi=
ſion des Vereinsgeſetzes gegeben ſei. Das Jagowſche
Ver=
bot der Koalition der Berliner Schutzmannſchaft iſt
un=
haltbar. Wenn man jugendlichen Perſonen die notwendige
Belehrung in wirtſchaftspolitiſchen Fragen vorenthält, ſo
ſollte man ſich ſchämen. Lorbeeren haben wir im Ausland
mit dem Vereinsgeſetz nicht geerntet.
Miniſterialdirektor Dr. Lewald: Hauptzweck bei
Schaffung des Reichsvereinsgeſetzes war die
Verein=
heitlichung der einzelſtaatlichen
Vereins=
geſetze. Daß einzelne Behörden auf die Beſtimmungen
des Geſetzes pfeifen, muß ich zurückweiſen. Das würde
bedeuten, daß dieſe Stellen bewußt rechtswidrig handeln.
Das iſt nicht der Fall, wenn auch einzelne Mißgriffe
vor=
gekömmen ſein mögen. Verhandlungen und Vorträge ſind
identiſch; auch ein Kongreß kann ohne Diskuſſion
ver=
llaufen, dabei bleibt es doch eine Verhandlung. Im
Gegen=
ſatz zu den ſozialdemokratiſchen Jugendvereinen treibt der
Jungdeutſchlandbund keine Politik. (Lachen bei den Soz.
Bravo! bei den Bürgerlichen.) Er will die Jungen zu
guten Deutſchen erziehen und ihnen Patriotismus
beibrin=
gen. Irgend welche Parteipolitik wird nicht getrieben
Der Erlaß des Berliner Polizeipräſidenten ſteht nicht in
Widerſpruch mit den Erklärungen der Regierung. Die
Schutzmannſchaft iſt militäriſch organiſiert und hat das
Recht des Waffengebrauchs. Deshalb iſt es nicht zu
ver=
kennen, daß in dieſem Falle beſondere Verhältniſſe
vor=
liegen, ſonſt müßte man auch den Gendarmen und dem
Militär das Koalitionsrecht geben. (Beifall rechts.)
Abg. v. Trampszynski (Pole): Es erfordert das
Ehr=
gefühl des Reichskanzlers, daß er dafür ſorgt, daß das
Vereinsgeſetz ſo ausgeführt wird, wie er es verſprochen
hat. Schikanen ſollen danach nicht vorkommen. Nach dem
Vörgehen des Grafen v. Schwerin aber muß man den
Be=
ämten jede Niedertracht zutrauen. (Glocke. Vizepräſident
Dr. Dove ruft den Redner wegen dieſes Ausdruckes zur
Ordnung.) Wir proteſtieren dagegen, daß Verſammlungen
polniſcher wirtſchaftlicher Vereine als öffentliche
Verſamm=
lungen betrachtet und dementſprechend von der Polizei
überwacht werden. Das alte preußiſche
Verſammlungs=
recht war für uns viel günſtiger, als das jetzige
Reichsver=
einsgeſetz. Hier iſt eine Aenderung dringend nötig. Der
Reichstag wird hoffentlich dafür ſorgen, daß dem Volke
ſein Recht wird und es in Zukunft keiner noch ſo feierlichen
Erklärung der Regierung Glauben ſchenkt. — Abg. v.
Me=
ding (Welfe): Das Vereinsgeſetz iſt durchaus gut. Aber
auch wir leiden unter ſeiner Auslegung durch untere
Organe. Eine freiheitlichere Handhabung des
Vereinsge=
ſetzes wäre angezeigt. — Abg. Fürſt Radziwill (Pole):
Nichts ſpricht mehr gegen das Vereinsgeſetz, ſpeziell gegen
den Sprachenparagraphen, als die Ausführungen des
Re=
gierungsvertreters. (Sehr richtig!) Auch vom Geſetz gilt
An ihren Früchten werdet Ihr ſie erkennen! In
allernäch=
ſter Zeit haben wir ein Jahrhundert=Jubiläum zu feiern,
nämlich das der Wiener Akte, in der die Teilung Polens
vorgenommen wurde. Damals kamen die Monarchen
da=
rin überein, den Polen vor allen Dingen die Mutterſprache
zu erhalten. Darüber hinaus ſollten auch internationale
Gemeinſchaften in ökonomiſcher Beziehung zugelaſſen
wer=
den. Es iſt ein beſchämendes Gefühl, daß jetzt nach 100
Jahren im deutſchen Reichstag nicht mehr ein Verſtändnis
für dasjenige beſteht, was die Monarchen damals als
richtig und gerecht anerkannt haben. Stimmen Sie unſerer
Reſolution zu in dem Bewußtſein, daß ſie nicht nur unſern
Intereſſen als nationale Minderheit, ſondern auch dem
Anſehen des Deutſchen Reiches im In= und Auslande,
ſo=
weit die Kultur reicht, gerecht werden und damit dem
Reiche einen Dienſt leiſten. (Lebhafter Beifall.)
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Abg. v.
Tramps=
zynski hat geſagt, ich hätte mich an der Debatte nicht
betei=
ligt und dieſe Enthaltſamkeit gereiche mir zur Ehre, da die
Sache eine ſchlechte ſei. (Sehr gut!) Zur Vermeidung
von Mißverſtändniſſen ſtelle ich feſt, daß die Ausführungen
des Miniſterialdirektors Dr. Lewald mit mir vereinbart
ſind und meine volle Zuſtimmung finden. (Abg. Ledebour
ruft: Nie daran gezweifelt! Heiterkeit.) Die Debatte über
mein Reſſort hat derartige Dimenſionen angenommen, daß
es mir nicht mehr möglich iſt, um nicht meine ſonſtigen
Amtspflichten zu verletzen, mich ausſchließlich an den
De=
batten im Hauſe zu beteiligen. (Bravo! rechts.)
Abg. Dr. Müller=Meiningen (Fortſchr. Vpt.): Die
Polen wußten ganz genau, daß, wenn wir kein
Reichsver=
einsgeſetz haben würden, es zu einer Geſetzgebung
gekom=
men wäre in Preußen. In den ſüddeutſchen Staaten wird
das Geſetz anſtändig angewandt, wie es uns für das ganze
Reich zugeſagt worden iſt. Wenn der Abg. Gröber ſich über
die ſchlechte Geſetzgebung beſchwert, ſo erinnere ich ihn
daran, daß er der Vater von noch viel ſchlechteren Geſetzen
iſt, nämlich vom Diätengeſetz, und ich ſage, daß er
über=
haupt nicht die Fähigkeit hat, gute Geſetze zu machen. Die
Entrüſtungsreden, die hier gehalten worden ſind, ſind
nichts weiter, als Wiederholungen alter Reden. In ihrem
Herzen ſind die Sozialdemokraten recht froh, daß ſie das
Reichsvereinsgeſetz bekommen haben. (Widerſpruch bei
den Soz. Beifall rechts.)
Abg. Gröber (Zentr.): Ich lehne es ab, mir von Dr.
Müller=Meiningen ein Zeugnis über meine Fähigkeiten
ausſtellen zu laſſen. Wenn ein Geſetz ſeinen Zweck erreicht
hat und eine Wohltat für unbemittelte Volksvertreter
wurde, und welches vom freiheitlichen Standpunkte zu
be=
grüßen iſt, dann war es das Diätengeſetz, und wenn es ein
recht ſchlechtes und unfreiheitliches Geſetz gibt, ſo iſt es das
von Dr. Müller=Meiningen gemachte Reichsvereinsgeſetz.
(Große Heiterkeit.) — Abg. Dr. Müller=Meiningen
(Fortſchr. Vpt.): Für ein Diätengeſetz ſind auch wir
ge=
weſen. Daß es aber in ſo miſerabler Weiſe ausgeführt
wurde, das iſt das Verdienſt des Abg. Gröber. (Sehr gut!
links.) — Abg. Gröber (Ztr.): Und von dieſem
miſerab=
len Geſetz macht Dr. Müller=Meiningen jeden Monat den
angenehmſten Gebrauch. (Schallende Heiterkeit.)
Damit ſchließt die Debatte. Es folgen
perſön=
liche Bemerkungen. Das Gehalt des Staatsſekretärs wird
bewilligt. Die Abſtimmung über die Reſolutionen erfolgt
morgen.
Vizepräſident Dr. Paaſche teilt mit, daß der Abg.
v. Halem (Reichspt.) ſein Mandat niedergeleat
hat. — Nächſte Sitzung Freitag 1 Uhr pünktlich:
An=
fragen, Wahlprüfungen, Fortſetzung der Etatsberatung.
Schluß gegen ¾7 Uhr.
* Berlin, 5. Febr. Der Direktor des
Reichsſchatz=
amtes, Herz, teilte in der heutigen
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages mit, daß die
Vorarbei=
ten zur Beſoldungsnopelle abgeſchloſſen ſeien.
Die Novelle werde bald an den Reichstag gelangen. —
Darauf äußerte ſich der Staatsſekretär des
Reichsmarine=
amtes, v. Tirpitz, über die angeſchnittene Frage des
Verhältniſſes der aktiven Deckoffiziere zu privaten
Ver=
einen und betonte, daß in dieſen Vereinen auch politiſche
Fragen erörtert würden, und daß bei dieſer Sachlage die
Teilnahme von aktiven Deckoffizieren unter keinen
Um=
ſtänden geſtattet werden könnte. Er nahm Gelegenheit,
die Frontdienſtſtellen beſonders darauf hinzuweiſen.
* Berlin 5. Febr. Die Zentrumsfraktion
hat im Reichstage unter Bezugnahme auf den
Automo=
bilunfall der beiden Reichstagsabgeordneten Hebel
und Puetz eine Interpellation eingebracht, in der die
Staatsregierung gefragt wird, welche Maßnahmen ſie zu
ergreifen gedenkt, um der zunehmenden Gefahr
entgegen=
zuwirken, die durch den ſteigenden Verkehr, insbeſondere
durch die Automobile, für die Bevölkerung herbeigeführt
wird.
Heer und Flotte.
* Berlin, 5. Febr. Das Militärwochenblatt
mel=
det: General der Infanterie und Gouverneur von Metz
von Oven iſt in Genehmigung ſeines Abſchiedsgeſuches
unter gleichzeitiger Stellung à la suite des
Grenadier=
regiments Nr. 12 in Frankfurt a. d. Oder zur Dispoſition
geſtellt; der Kommandeur der 16. Diviſion in Trier,
Gene=
ralleutnant von Lindenau iſt zum Gouverneur von
Metz ernannt worden. Der Kommandeur der 20.
Infan=
terie=Brigade in Poſen Generalmajor Fuchs, iſt unter
Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur der
16. Diviſion ernannt worden. Freiherr von der Horſt,
Kommandeur des Infanterie=Regiments Nr. 59, iſt mit der
Führung der 20. Infanterie=Brigade in Poſen beauftragt
worden. Der Kommandeur der 6. Diviſion von Ferſter,
iſt in Genehmigung ſeines Abſchiedsgeſuches zur
Dispo=
ſition geſtellt worden. Der Kommandeur der Garde=
Kavallerie=Diviſion, Freiherr von Richthofen iſt in
gleicher Eigenſchaft zur 6. Diviſion verſetzt worden. Der
Kommandeur der 30. Kavallerie=Brigade in Straßburg,
von Pelet=Narbonne iſt mit der Führung der
Garde=Kavallerie=Diviſion beauftragt worden, von
Zieten, Oberſt, mit dem Range eines
Brigadekomman=
deurs und Chef des Generalſtabes des 11. Armeekorps
zum Kommandeur der 30. Kavallerie=Brigade in
Straß=
burg ernannt worden. von Sauberzweig, bisher
Kommandeur des Grenadier=Regiments Nr. 12, iſt
zu=
nächſt zu den Offizieren von der Armee verſetzt und
ſo=
dann unter Verleihung des Ranges eines Brigade=Komt.
mandeurs unter Verſetzung zum Generalſtabe bei der
Armee zum Chef des Generalſtabes des 11. Armeekorps
er=
nannt worden. Generalmajor Sieger, Präſident der
Artillerie=Prüfungskommiſſion. und von Werner
In=
ſpekteur der Eiſenbahntruppen, zu Generalleutnants
be=
fördert. Außer der bereits gemeldeten Verſetzung des
Oberſten von Reuter und des Leutnants von
Forſtner vom Infanterie=Regiment Nr. 99 und der
Be=
auftragung des Oberſten Quendell, Kommandeur der
Kriegsſchule in Danzig, mit der Führung des Infanterie=
Regiments Nr. 99, meldet das Militärwochenblatt die
Ver=
ſetzung des Oberſtleutnants Sonntag von dieſem
Re=
giment, beauftragt mit der Führung des Infanterie=
Regi=
ments Nr. 59. Herzog Johann Albrecht von
Meck=
lenburg, General der Kavallerie und à la suite des
Leibhuſaren=Regiments auch à la suite der Schutztruppe
für Deutſch=Oſtafrika geſtellt.
Luftfahrt.
* Chartres, 4. Febr. Der Flieger Gareix ſtellte
einen neuen Weltrskord für den Flug mit 5 Paſſagieren
auf, indem er mit ihnen bis zu einer Höhe von 2250 Meter
aufſtieg.
* Paris, 5. Febr. Der Flieger Gareix brauchte zu
ſeinem neuen Weltrekörd mit 5 Paſſagieren beim Aufſtieg
zu der erreichten Höhe von 2250 Metern 36 Minuten und
er landete aus dieſer Höhe im Gleitflug in
16 Minuten. Der Erbauer des neuen Apparates heißt
Paul Schmitt.
* Verſailles, 5. Febr. Der Flieger Reals, der
heute nachmittag auf einem Doppeldecker über dem
Flug=
platz von Villacoublay Flugverſuche machte, iſt aus
200 Meter Höhe abgeſtürzt. Die Leiche iſt ſchrech
lich verſtümmelt.
* London, 5. Febr. Der junge amerikaniſche Millionär
Rodmann Wannemaker hat angekündigt, daß er den
Atlantiſchen Ozean in einem eigens von ihm und
Mr. Curtis erbauten Luftſchiffe zu überfliegen
gedenke.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweines
markt am 4. Fehr. Auftrieb durch Händler 161 Schweine.
Preiſe für 50 Sg. Schlachtgewicht: 1. Qualität 68 Mark,
2. Qualität 67 Mark, 3. Qualität 67 Mark. Marktverlauf:
lebhaft, geräumt. — Schweinemarkt am 5. Februar.
Auf=
trieb durch Händler 144 Schweine. Preiſe für 50 Kg=
Schlachtgewicht: 1. Qualität 68 Mark, 2. Qualität 67
Mark, 3. Qualität 67 Mark. Marktverlauf: mäßig.
Ueber=
ſtand. — Kälbermarkt am 5. Februar. Auftrieb durch
Händler 136 Kälber. Preiſe für 50 Kg. Lebendgewicht:
1. Qualität 62 Mark, 2. Qualität 56 Mark, 3. Qualität
46 Mark. Marktverlauf: rege.
* Berlin, 5. Febr. Das preußiſ che
Landes=
ökonomiekollegium, das im Feſtſaale des Abge=
Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, 5. Februar.
Figaros Hochzeit.
W-l. Als Graf Almaviva ſetzte heute Herr
Kirchberg=
van Eyck ſein Gaſtſpiel fort. Wir hatten nach ſeinem
erſten, ſehr erfolgreichen Gaſtſpiel als Rigoletto die Frage
unentſchieden gelaſſen, ob er ſich für jugendliche, dem
lyri=
ſchen Fache angehörige Partien ebenſo gut eignen würde.
Die des Grafen Almaviva iſt nicht wie die des Rigoletto
auf ſtimmliche Effekte berechnet, durch die ein Sänger ſich
den Erfolg ſichert, ſie erfordert vielmehr einen fertigen
und intelligenten Sänger, der ſich in den Charakter und
den Stil der wunderbaren Mozartſchen Muſik eingelebt hat
und ſie ganz beherrſcht. Dies kann man nun von dem Gaſt
freilich nicht behaupten; es hatte vielmehr den Anſchein,
als ob er die Partie zum erſten Male ſänge, woraus ſich
auch wohl ſeine Befangenheit und Unſicherheit in Spiel
und Geſang erklären mögen. Erſt im dritten Akte ging er
ſtimmlich und geſanglich aus ſich heraus. Herr
Kirchberg=
van Eyck iſt noch ein junger Künſtler und muß ſich noch
vervollkommnen. Dazu würde ihm hier gute Gelegenheit
geboten werden, und da er hervorragende Mittel beſitzt
und ihm nach der Leiſtung des erſten Abends die
künſtleri=
ſchen Qualitäten nicht abzuſprechen ſind, iſt zu erwarten,
daß er ſich bei eifrigem Streben zu einem bevorzugten
Vertreter des Baritonfaches heranbilden wird.
Von einigen Unſicherheiten im Dialog abgeſehen, waren
die Leiſtungen unſeres Enſembles, über die wir uns heute
kurz faſſen müſſen, erfreulicher Art. Mit beſtrickender
Schönheit des Tones ſang Frl. Geyersbach die Partie
der Gräfin; als ſichere Beherrſcherin des Mozartſchen
Ge=
ſangsſtiles bewährte ſich Frau Kallenſee in der
Partie der Suſanne, was in gleicher Weiſe von Frau
Beling=Schäfer gilt, die den Pagen reizend ver
körperte. Herrn Stephanis Figaro iſt als
vortreff=
liche Leiſtung bekannt. Die kleineren Partien waren
ent=
ſprechend beſetzt. Das Publikum ſpendete ſowohl nach ein=
zelnen Geſangsnummern, als auch nach den Aktſchlüſſen
reichen Beifall.
Konzerte.
mm. Ein eigenes Konzert (d. h., ein ſolches, das nicht
von einem unſerer Konzertvereine veranſtaltet war),
unter=
nahmen geſtern im „Traubeſaal” die beiden Künſtler Ida
Baur=Engelhaaf, eine ſehr muſikaliſch begabte
Sopraniſtin, und der bereits über das gewöhnliche Niveau
des Könnens hinausgewachſene junge Geiger Willem
de Boer der ſeine Violine, ein gutes klangvolles
In=
ſtrument, ſehr ſicher zu handhaben weiß. Die Stücke von
Cyrill Scott konnten durchweg vollkommen befriedigen,
be=
ſonders in Ausdruck und Empfindung, die beiden
Prä=
ludien, davon namentlich das Poéme érotique. Auch in
den Paganini=Variationen (i palpiti) zeigte er ſich nahezu
als vollendeten Beherrſcher der Technik des ſpringenden
Bogens und des Pizzikato der linken Hand. Nur im
Flageo=
lettſpiel ſind ſeine Studien nicht ganz abgeſchloſſen:
ebenſo ließ der Vortrag der Fuge doch noch manchen
Wunſch offen. Abgeſehen von dem Mitbewegen des
Kör=
pers war in ihr wenig mehr als ein techniſch allerdings
tadelloſes metronomartiges Spiel zu erkennen. Selbſt
empfunden hat der junge Mann weder die Form noch den
Inhalt der Fuge, die Bach ſelbſt ſehr geſchätzt haben muß,
da er ſie (in die Tonart D=Moll transponiert) für ein
Taſteninſtrument prächtig und reicher ausgearbeitet
fünf=
ſtimmig übertrug. Von einem Geiger mit ſo vorzüglicher
Technik und Fähigkeit dürfte man alſo eigentlich eine
in=
dividuelle Wiedergabe, ſelbſtändige Wahl paſſender
Stricharten und mehr dynamiſche Gegenſätze erwarten.
Freilich iſt bei vielen Lehrern das Verſtändnis für
Fugen=
lehre ſehr gering und die wenigſten verſtehen die
Expo=
ſition des Tonſatzes für den Vortrag auszunützen, wozu
noch ein halb pietätvolles Vorurteil kommt, als dürfe man
Bach nicht modern auffaſſen und phraſieren. Zu Bachs
Zeit ſetzte man von einem Geiger unbedingt Einſicht in die
Form und die Fähigkeit voraus, auch ohne die Bogen
richtig einzuteilen, Perioden und Motive zu überblicken
und ein Stück formvollendet auszuführen. Der Vortrag
der beiden Präludien für Solovioline zeigte übrigens, daß
Herr de Boer Bach recht gut verſtehen kann und daß es
ihm leicht gelingen dürfte, auch in der berührten Sache zu
wirklicher Meiſterſchaft zu gelangen, wenn ſie ſich nur auf
ſie konzentriert. In Herrn Chr. G. Eckel aus Frankfurk
a. M., der auch die Lieder meiſterhaft begleitete, hatte er
einen vorzüglichen Partner.
Ueber die muſikaliſche Qualität von Ida Baur
wurde oben bereits Anerkennendes geſchrieben. Sie
würde eine vollendete Künſtlerin genannt werden müſſen,
wenn der Stimme in der Höhe nicht die Anſtrengung
an=
zuhören wäre. Eine leichte Indispoſition konnte ja
mit=
gewirkt haben, aber die Tonbildung iſt dennoch nicht ganz
einwandfrei, ebenſo wie eine im Laufe des Abends ſich
immer ſtörender bemerkbar machende Sprachſchwierigkeit
(ſcharfes „B‟). Wenn es der Dame gelingt, dieſe kleinen
Uebel zu beſeitigen, woran nicht zu zweifeln iſt, wird ſie
überall den beſten Erfolg haben. Schon die Wahl der
Lieder ſtellt dem gediegenen Empfinden der Künſtlerin das
beſte Zeugnis aus. Gellerts von Beethoven in Tönen
ge=
ſetztes „Lob des Schöpfers in der Natur” (die Himmel
rühmen) und die prächtigen Schumannlieder, von denen
ſie die herzergreifende Klage der in Kriegszeiten um Mann
und Habe gekommenen Hochländerwitwe mit ſehr gutem,
wahrem und natürlichem Ausdruck ſang, ſicherten ihr
be=
reits zu Anfang des Abends den Erfolg.
In 4 Brahmsliedern, von denen wir das erſte (Auf
dem Kirchhof), beſonders nennen und weiteren 5 Liedern
von Max Schillings, Richard Strauß und Max Reger
(Maiennacht, und zwei Mäuschen), zeigte ſie ihr
vorge=
ſchrittenes Können und ihr beſonderes Talent für
humori=
ſtiſche und neckiſche Vorträge, die ihr (ſie iſt ja wohl
Rhein=
länderin) im Blut liegen. Einen weiteren Beweis für
ieſe letztere Eigenſchaft, die nicht geringe dramatiſche
Begabung vorausgeſetzt, lieferte das mit köſtlichem Humor
zugegebene Nußknackerlied.
Sämtliche Mitwirkende dürfen mit Befriedigung an
den gelungenen Konzertabend zurückdenken.
Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Seite 7.
ordnetenhauſes zu ſeiner diesjährigen Sitzung
zuſammen=
trat, wurde von dem Vorſitzenden, Grafen Schwerin=
Löwitz, mit einem dreifachen Kaiſerhoch eröffnet.
Land=
wirtſchaftsminiſter Freiherr von Schorlemer=Lieiſer
be=
grüßte das Kollegium namens der Staatsregierung und
ſeiner Verwaltung und führte u. a. folgendes aus: Die
letzte verhältnismäßig gute Ernte und die Vermehrung
des Viehbeſtandes die eine Herabminderung der
Fleiſch=
preiſe zur Folge hatte, iſt der deutſchen Wirtſchaftspolitik
zu danken. Dies gibt auch einen Fingerzeig für die
Not=
wendigkeit der Beſtrebungen der deutſchen Landwirte, die
Viehproduktion möglichſt zu ſteigern. Ich bin überzeugt.
die preußiſchen Landwirte entziehen ſich dieſer Pflicht
nicht, ſondern ſetzen die Steigerung der Viehproduktion
unvermindert fort. Die Freihändler werden allmählich
einſehen, daß die Getreidepreiſe nicht durch den Zoll,
ſon=
dern durch die Welternte beſtimmt werden. Der Miniſter
äußerte den Wunſch, daß die Verhandlungen zur Hebung
und Förderung der deutſchen Landwirtſchaft beitragen
möchten.
Handel und Verkehr.
* Berlin, 5. Febr. Die Deutſche Reichsbank
hat den Diskont von 4½ auf 4 Prozent und den
Lom=
bardzinsfuß von 5½ auf 5 Prozent herabgeſetzt.
* Dresden, 5. Febr. Die Sächſiſche Bank
ſetzte den Diskont von 4½ auf 4 und den Lombardzinsfuß
von 5½ auf 5 Prozent herab.
Vém Balkan.
* Rom, 5. Febr. Die Agenzia Stefani meldet aus
Durazzo: Es beſtätigt ſich, daß Eſſad Paſcha von
der internationalen Kontrollkommiſſion den offiziellen
Auftrag erhalten hat, die Führung der albaneſiſchen
Delegation zu übernehmen, die nach Deutſchland
reiſen ſoll, um dem Prinzen zu Wied die Krone Albaniens
anzubieten. Eſſad Paſcha reiſt am 12. Februar ab.
* Athen, 5. Febr. Aus Koritza wird authentiſch
gemeldet: Die zur Vertreibung der Albaneſen
entſandten Truppen rückten mit den heiligen Bataillonen
bis vor Vokuf und Ochrida vor, die von albaneſiſchen
Banden beſetzt ſind. Nach einem heftigen Kampfe
ge=
lang es den Griechen, die Albaneſen zurückzuſchlagen, die
große Verluſte hatten. Die Ortſchaft Kaſſaraka im
Ak=
tionszentrum der Albaneſen wurde von den Griechen
bom=
bardiert, worauf ſich die Albaneſen zu regelloſer Flucht
wandten. Vier griechiſche Soldaten wurden verletzt. Die
Griechen ſetzten ihren Vormarſch fort, wobei ſie das
Ge=
lände von dem Feinde ſäuberten. Die heiligen Bataillone
von Koritza kämpften tapfer an der Seite der
grie=
chiſchen Truppen. Meldungen aus Kliſſura beſagen,
daß ſich bei dem Dorfe Zappovo zwiſchen Albaneſen
und griechiſchen Truppen ein Kampf entſponnen hat,
deſſen Ausgang noch unbekannt iſt.
* Sofia, 5. Febr. Die diplomatiſchen
Ver=
treter Bulgariens im Auslande wurden beauftragt
den Kabinetten die Verſicherung zu geben, daß die
bulgari=
ſche Regierung von den freundlichſten
Geſin=
nungen beſeelt ſei. Alle Gerüchte über Bünd
niſſe Bulgariens mit anderen Staaten
ſeien unbegründet. Das gegenwärtige Kabinett und
die öffentliche Meinung Bulgariens haben den feſten
Willen, alle Bemühungen auf die kulturelle und
wirt=
ſchaftliche Konſolidierung Bulgariens zu richten.
Gleich=
zeitig werden die Vertreter Bulgariens darlegen, daß
infolge der Haltung des Athener Kabinetts, das
Ver=
ſprechen, die eingekerkerten bulgariſchen
Staatsangehöri=
gen freizulaſſen, nicht zu erfüllen, die Aufnahme der
diplo=
matiſchen Beziehungen zwiſchen Griechenland und
Bul=
garien noch immer nicht erfolgen könne.
Zur Lage in Mexiko.
* Köln, 5. Febr. Der Präſident der Republik
Mexiko General Huerta telegraphiert der Kölniſchen
Zeitung: Ich habe telegraphiſch an alle
Korpskomman=
deure, Diviſionäre, Staatsgouverneure und
Bezirkspräſi=
denten folgende Weiſungen gerichtet: Da die Regierung
der Republik die militäriſchen Maßregeln gegen die Störer
der Ordnung einleitete, die ohne irgend welche Rückſicht
das Eigentum des mexikaniſchen Volkes ſowohl wie das
der Fremden in den Staaten Sonaloa, Chibuahua,
Du=
rango und Tamaulipas verbrennen und zerſtören, ſo wer
den Sie alle wie die Ihnen unterſtellten Truppenbefehls
haber angewieſen, die größte Sorgfalt aufzuwenden,
da=
mit die Mexikaner wie die Fremden ohne irgend welchen
Unterſchied die größtmögliche Sicherheit für ihr Leben und
Eigentum genießen. Wenn ſich anläßlich der militäriſchen
Maßregeln die Notwendigkeit ergeben ſollte, den Familien,
die in Ihrem Kampfbereich wohnen, Sicherheit zu
brin=
gen, ſo ſind Sie berechtigt, aller zur Durchführung ſowohl
der militäriſchen Maßnahmen, wie die zur Sicherſtellung
der Bevölkerung dienlichen Vorkehrungen zu treffen. Den
Empfang dieſer Weiſung wollen Sie mir beſtätigen. gez.
Huerta.
Beſtechungen jäpaniſcher
Marine=
offiziere.
* Tokio 5. Febr. Die Beſchuldigungen
umfang=
reicher Beſtechungen, die im Anſchluß an den Prozeß
Richter in Berlin gegen hohe Marineoffiziere und
Beamte erhoben worden ſind, riefen in dem Volke
furcht=
bare Entrüſtung hervor. Es ſind zahlreiche
Maſſen=
verſammlungen abgehalten worden. Aber die Angaben
ſind alle unbeſtimmt. In verantwortlichen Kreiſen geht
die allgemeine Tendenz dahin, mit dem Urteil
zurückzu=
halten, ausgenommen ſeitens eines Teiles der Oppoſition,
welche beſtändig der Regierung in dem Landtage zuſetzt,
indem ſie unbewieſene Anklagen gegen verſchiedene
Per=
ſönlichkeiten und den erſten Miniſter vorbringt, ebenſo
gegen Admirale und andere Offiziere, Vertreter
euro=
pärſcher Firmen und den Korreſpondenten des Reuterſchen
Bureaus Pooley. Die Polizei und die Staatsanwaltſchaft
werden durch die furchtbare Erregung des Volkes zur
äußerſten Tätigkeit angeſpornt. Der Tokioter Vertreter
der Siemens und Schuckert=Werke Herrmann iſt ins
Ge=
fängnis gebracht worden. Das Ergebnis der
Vorunter=
ſuchung ſteht noch aus. Die hieſigen Vertreter
hervor=
ragender auswärtiger Firmen erhielten die Aufforderung,
als Zeugen zu erſcheinen. Der Marineminiſter erklärte,
daß die Unterſuchung fortſchreite. Er ſchone weder hoch
noch niedrig; doch habe er volles Vertrauen zu der
Inte=
geität der Marine im ganzen. Ueberdies wächſt beſtändig
der Glaube, daß die Wahrheit noch nicht enthüllt worden
iſt, und daß die von dem Richter benutzten Briefe gefälſcht
geweſen ſein könnten. Auch ſcheint es jetzt ſicher, daß die
Regierung gezwungen werden ſoll, den Flottenetat und
das Budget im allgemeinen herabzuſetzen. Die
Beweg=
ung im Volke für die Steuerherabſetzung, beſonders die
Abſchaffung der Geſchäftsſteuer, vermehrt die
Verworren=
beit der Lage,
* Tokio 5. Febr. Die vereinigten
Oppo=
ſitionsparteien der Kokuminto und Doſchikai haben
beſchloſſen, am nächſten Samstag eine Reſolution
einzu=
bringen, durch welche der Regierung ein Miß
trauensvotum ausgeſprochen wird. Dieſe Reſo
lution gründet ſich auf die jüngſten in Verbindung mit der
Marine erhobenen Beſchuldigungen der Beſtech
ung und auf das Ausbleiben einer Reduzierung der
Steuern. Die Seixukei=Partei, welche die Regierung
unter=
ſtützt, hat eine Mehrheit von 33 Stimmen über alle
andere Parteien. Dieſe Mehrheit wird wahrſcheinlich
auf=
recht erhalten werden.
Darmſtadt, 6. Februar.
O) Oeffentliche Verſammlung des Darmſtädter
Haus=
beſitzer=Vereins (E. V.). Die auf geſtern abend von dem
Hausbeſitzer=Verein Darmſtadt in den
„Kaiſerſaal” einberufene öffentliche
Verſamm=
lung zu einem Vortrag des 1. Vorſitzenden, Herrn
A. von Heſſert über: „Die Beſteuerung des
Ertragswerts und gemeinen Werts und
deren Folgen für den Hausbeſitz” war von
den Mitgliedern und Intereſſenten außerordentlich
zahl=
reich beſucht. Erſchienen waren ferner die Herren
Staatsrat Dr. Becker und Dr. Beſt, Oberregierungsrat
Dr. Hölzinger, Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing,
ſowie viele Stadtverordnete. Namens des
Hausbeſitzer=
vereins begrüßte der Syndikus des Vereins, Herr
Rechts=
anwalt Dr. Bopp die Verſammlung und die Vertreter
der Regierung und der Gemeinde und wies darauf hin,
wie ſchwer heute der Darmſtädter Hausbeſitzerſtand unter
der Steuerlaſt leide. Nicht nur die 2. Hypothek iſt heute
ein Schmerzenskind geworden, ſondern auch die 1.
Hypo=
thek werde nur noch mit Vorſicht auf Hausbeſitz gegeben.
Auch ſtaatliche Inſtitute leiden unter dieſer Kalamität und
haben um Stundung der 1. Hypothek gebeten. Die
Schätz=
ungen der Ortsgerichte und der Finanzämter müſſen von
Grund auf gereglt und anders organiſiert werden. Wenn
man die oberflächlichen und hohen Schätzungen des jetzigen
Hausbeſitzes betrachte, ſo glaube man ſich um 120 Jahren
zurückverſetzt in die Zeit der franzöſiſchen Revolution und
der Aſſignate. Auch die Belaſtung des Hausbeſitzes durch
die Brandverſicherungskammer erfolge in ungerechter
Weiſe. Hier müſſe entſchieden reformiert werden, da das
Prinzip der Leiſtung und Gegenleiſtung nur noch auf dem
Papier ſtehe. Der Darmſtädter Haus= und Grundheſitz
müſſe von innen heraus wieder geſunden, und die
Forde=
rung, daß mit der Weiterausdehnung der Stadt Halt
ge=
macht wird, müſſe dringend und laut erhoben werden
Herr v. Heſſert beleuchtete hierauf in eingehender und
ſehr inſtruktiver Weiſe, welche hohe Steuerlaſt heute auf
dem Haus= und Grundbeſitz ruhe. Der Hausbeſitz iſt
zur=
zeit mit 20 Prozent höher beſteuert als jede andere Gruppe
der Steuerzahler, und Staat und Gemeinde ſehen in dem
Hausbeſitzer nur noch die melkende Kuh. Dazu kommen
noch eine Reihe anderer Abgaben wie Kanalgebühren,
Brandverſicherung, Beſitzwechſel= und Wertzuwachsſteuer,
die den Haus= und Grundbeſitz ſchwer belaſten und dem
Ruin entgegenführen. Eingehend beſprach der Redner die
Beſteuerungsarten des Haus= und Grundbeſitzes nach dem
gemeinen Wert und zeigte an Beiſpielen in überzeugender
Weiſe, wie dieſe Art der Beſteuerung den Hausbeſitzer
ſchwer und ungerecht trifft. Staat und Gemeinde könne
er nicht eindringlich genug zurufen: „Schützt den
Haus=
beſitzerſtand, damit er nicht ganz ruiniert werde!” (Bravo!
Redner fordert eine gründliche Reform des Steuer= und
Einſchätzungsweſens, damit für alle Steuerzahler mit
gleichem Maße gemeſſen werde. Er wendet ſich ferner
gegen die Hypothekenbanken und fordert eine Erhöhung
der Hypothekengrenze. Der Heſſiſche Hausbeſitzer=Verband
werde mit ſeinen Wünſchen und Vorſchlägen für die
Steuerbelaſtung an Regierung und Kammer herantreten
und es ſei zu hoffen, daß die anweſenden
Regierungs=
vertreter mit Eifer an die Prüfung dieſer wichtigen Materie
herantreten werden. (Langanhaltender Beifall.) — Mit
einer Reihe inſtruktiver Lichtbilder zeigte der Vortragende
die ſteuerliche Wirkung des gemeinen Wertes und
Er=
tragswertes bei einem Eigenheim, einer 4 Häuſerarupp=
und bei 114 Häuſern in Darmſtadt und wies hiermit
zahlenmäßig nach, daß der jetzige Beſteuerungsmodus von
Haus= und Grundbeſitz in Stadt und Gemeinde dringend
reformbedürftig iſt. Eine Debatte über den Vortrag fand
nicht ſtatt. Herr Rechtsanwalt Dr. Bopp ſprach Herrn
von Heſſert den Dank der Verſammlung für ſeine
intereſſanten und lehrreichen Darlegungen aus. Mit
Dankesworten an die Verſammlung wurde dieſelbe um
10 Uhr geſchloſſen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 5. Febr. Auf das von dem Präſidenten der
Kaiſer=Wilhelm=Geſellſchaft, Harnack, an den Kaiſer
als Protektor der Geſellſchaft gerichtete
Glückwunſch=
ſchreiben iſt folgendes Antworttelegramm
einge=
gangen: „Meinen wärmſten Dank für Ihre freundlichen
Wünſche zu meinem Geburtstage. Ich bin ſtolz auf die
bisherigen ſchönen Erfolge der unter Ihrer Leitung ſich
kraftvoll entwickelten Geſellſchaft zur Förderung der
Wiſ=
ſenſchaften. Ich hoffe auf eine glückliche Durchführung
unſerer weit geſteckten Ziele.”
* Berlin, 5. Febr. Der Bundesrat ſtimmte der
Vorlage zu, betreffend Aenderung der Beſtimmungen über
die Sammlung der Saatenſtand=Anbau= und Ernte=
Nachrichten und überwies den Geſetzentwurf zur
Aende=
rung des Geſetzes betreffend die gemeinſamen Rechte der
Beſitzer an Schuldverſchreibungen, ſowie die Vorlage
be=
treffend Aenderung der Beſtimmungen über die
Seeſchiff=
fahrtsſtatiſtik den zuſtändigen Ausſchüſſen. Ueber die
Be=
ſetzung der Stelle des Senatspräſidenten beim
Reichs=
gericht und der=Stelle eines Reichsgerichtsrats wurde
Be=
ſchluß gefaßt. Der Kameruner Schiffahrtsgeſellſchaft wurde
die Rechtsfähigkeit verliehen. Die Vorlage betr. die
Prä=
gung von 220 Millionen Mark Silbermünzen wurde
an=
genommen.
* Berlin, 5. Febr. Unter dem Vorſitz des
General=
direktors Ballin=Hamburg fand heute im Hotel Eſplanade
in Berlin eine Beſprechung von Vertretern der zentralen
Organiſationen der Induſtrie und des Handels ſtatt, die
eine grundſätzliche Uebereinſtimmung über die Begrün
dung einer deutſchen Geſellſchaft für den
Welthandel ergab, welche ſich die Aufgabe ſtellt, die
Beſtrebungen zur Förderung der deutſchen
Auslandsinter=
eſſen zuſammenzufaſſen. Die Begründung der Geſellſchaft
iſt für den 26. Februar in Berlin in Ausſicht genommen.
* Straßburg, 5. Febr. Wie das W. T. B. zuverläſſig
erfährt. ſind bis jetzt lediglich die bei der
Staatsanwalt=
ſchaft in Zabern anhängigen Beleidigungsklagen
von Militärperſonen zurückgezogen worden,
vorausſichtlich wohl deshalb, weil nach völliger Klärung
des Sachverhalts eine erneute Aufrollung aller einzelnen
Fragen nicht im Intereſſe einer anzuſtrebenden
Verſtändi=
gung und Beruhigung liegen kann. Ob auch eine
Zurück=
ziehung der Klage gegen die Redakteure Kaeſtle vom „
El=
ſäſſer” und Deviller von der „Straßburger Neuen
Zei=
tung” erfolgt, wegen des Wortlauts der Aeußerung des
Leutnant von Forſtner in der Inſtruktionsſtunde über die
franzöſiſche Fremdenlegion, iſt, wie man hört, noch nicht
entſchieden.
* Höchſt a. M., 5. Febr. Die wirtſchaftliche
Kriſe übt ihre Rückwirkung auch auf die hieſige
Me=
tallinduſtrie aus. Während in Frankfurt bei den
dort beſchäftigten Arbeitern bis jetzt etwa 400000
Arbeits=
tunden ausfielen, wodurch ein Lohnausfall von etwa
200000 Mark entſtand, hat man in der hieſigen
Metall=
induſtrie die Arbeitszeit auf fünf Wochentage
beſchränkt und auch an dieſen Tagen wird der
Be=
trieb nur in beſchränktem Maße aufrecht erhalten.
* Metz, 5. Febr. Die in Frankreich
gelan=
deten Offizierflieger haben ſich heute morgen zum
Dienſt gemeldet.
* Stuttgart, 5. Febr. Der Abgeordnete Dr. Eiſele
hat bezüglich der Ueberführung des Maſſenmörders
Wag=
ner folgende kleine Anfrage an den Juſtizminiſter gerichtet:
„Die von der Strafkammer des Königl. Landgerichts
Heil=
bronn am 3. Februar 1914 beſchloſſene Außerverfolgſetzung
des Maſſenmörders Wagner von Degerloch, hat im
Be=
zirk Vaihingen, insbeſondere in der Gemeinde Mühlhauſen
a. d. Enz, eine lebhafte Beunruhigung in der Richtung
hervorgerufen, daß infolge einer möglicherweiſe
eintreten=
den Beſſerung des Geiſteszuſtandes Wagners, deſſen
Ent=
laſſung aus der Irrenanſtalt und damit eine abermalige
Bedrohung Mühlhauſens künftig in Frage kommen könnte.
Iſt der Herr Miniſter der Juſtiz bereit, dieſe
Beunruhi=
gung durch amtliche Veröffentlichung der in Betracht
kom=
menden Teile der pſychiatriſchen Gutachten zuzuſtimmen?
Ich begnüge mich mit einer ſchriftlichen Beantwortung der
Anfrage. Dr. Eiſele.”
* Karlsruhe, 5. Febr. Dem Hofbericht zufolge wurde
heute über das Befinden der Prinzeſſin
Wil=
helm von Baden folgendes Bulletin ausgegeben:
In dem Befinden der Frau Prinzeſſin hat die geſtern
nach=
mittag ſich wieder eingeſtellte Beſſerung ſtandgehalten und
iſt bisher auch nicht wieder durch Schwächeanfälle geſtört
worden.
* Kiel, 5. Febr. Der kleine Kreuzer „Roſtock” iſt
unter das Kommando des Fregattenkapitäns Thile von
Trotha in Dienſt geſtellt worden.
* Schleswig, 5. Febr. Anläßlich der Gedenkfeier
zur Erinnerung an die vor 50 Jahren erfolgte
Be=
freiung der Stadt von däniſcher Herrſchaft
prangt Schleswig in prächtigem Blumen= und
Flaggen=
ſchmuck. Bisher ſind etwa 20 Deputationen preußiſcher
und öſterreichiſcher Regimenter hier eingetroffen und
feſt=
lich empfangen worden. Der Zuzug der Feſtteilnehmer
von Nah und Fern iſt ein ganz gewaltiger. Die
Militär=
deputationen waren heute mittag Gäſte des Offizierkorps
des Huſarenregiments Kaiſer Franz Joſef von Oeſterreich=
Nr. 16.
* Königsberg, i. Pr., 5. Febr. Die milde, mit
Nieder=
ſchlägen verbundene Witterug der letzten Tage hat im
Flußgebiete der Memel und deren Ausläufe erneutes
Hochwaſſer hervorgerufen, was nach den
vorliegen=
den Nachrichten namentlich in den Kreiſen Memel und
Heydekrug großen Umfang angenomen und viel
Schaden verurſacht hat. Mehrfach wird über
Eis=
verſtopfungen in den Flußläufen berichtet, die den Abfluß
des Waſſers verhindern, ſo daß dieſes die Wieſen und
Felder in weitem Umkreiſe überflutet und in die Häuſer
der Anlieger eingedrungen iſt. Eisbrecher ſind tätig, um
die Stopfungen zu beſeitigen. Die Winterſaaten in den
betroffenen Gebieten dürften teilweiſe vernichtet ſein.
* Peſt, 5. Febr. In der Sitzung des
Gerichts=
hofes von Marmaros=Sziget, der über den
Ruthenenprozeß verhandelte, wurde Graf
Bo=
brinsky einem eingehenden Zeugenverhör unterzogen.
Bobrinsky gab an, daß er mit den Ruthenen ſowohl in
Oeſterreich als auch in Ungarn als Präſident des
ruſſiſch=
galiziſchen Vereins in Verbindung geſtanden habe und
ihnen Bücher zuwendete, Gelder jedoch nicht. Die von
ihm veröffentlichten Broſchüren und ſeine Agitationsreden
hätten den Zweck, die Einheit der Ruſſen und der in
Oeſterreich=Ungarn lebenden Ruthenen nachzuweiſen. Auch
habe er in Rußland Intereſſe für die Ruthenen der
Mon=
archie und deren Zuſtände erwecken wollen. Politiſche
Abſichten leiteten ihn nicht, an Losreißung dachte er nie.
Der Präſident ordnete die Verleſung der Broſchüre
Bo=
brinskys und eines in der Times erſchienenen Artikels
desſelben Verfaſſers an, in dem Bobrinsky die angeblichen
Verfolgungen, denen Ruthenen in Ungarn wegen ihres
Uebertritts vom römiſch=katholiſchen zum
Orthodoxen=
glauben ausgeſetzt ſeien, in den leidenſchaftlichſten
Aus=
drücken ſchildert.
* Paris, 5. Febr. In den Wandelgängen der
Kammer verlautet, daß ein Mitglied der
Nationaliſten=
gruppe beabſichtigt, den Marineminiſter Monis über die
angeblich betreffs der Zuſammenſetzung der
Mit=
telmeerflotte und der Durchführung des
Flotten=
programms geplanten Veränderungen zu interpellieren. —
Der nationaliſtiſche Deputierte Danielou kündigt an, daß
er den Marineminiſter über die von ihm verfügte
Wieder=
ausrüſtung eines Teiles der Küſtenbefeſtigungen von
Rochefort und der Girondemündung interpellieren
wolle. Dieſe Befeſtigungswerke ſollten infolge eines von
einer fachmänniſchen Kommiſſion abgegebenen Gutachtens
anfgelaſſen werden. — Die Kammer nahm den
Geſetz=
entwurf an, der eine Begünſtigung der zeitweiligen
zollfreien Einfuhr der Automobilchaſſis ausländiſchen
Ur=
ſprunges zugeſteht, die eine franzöſiſche Karoſſerie erhalten
ſollen.
* Paris, 5. Febr. Im Juſtizpalaſt überfiel der
Maler Dreyfus=Gonzalez, der vor einigen Jahren
den Namen eines Grafen von Premio Real angenommen
hat, den Deputierten und ehemaligen Miniſter des
Aeu=
ßern Cruppi und mißhandelte ihn. Der Angreifer,
der von mehreren Advokaten feſtgenommen wurde, erklärte
auf dem Polizeikommiſſariat, er haben ſich an Cruppe rächen
wollen, weil derſelbe ihn durch ſein Vorgehen als
Rechts=
anwalt in einem Erbſchaftsprozeß mit ſeiner Mutter
ent=
zweit habe.
* Paris, 5. Febr. Wie aus Udſchda gemeldet wird,
iſt der Befehlshaber der franzöſiſchen Beſatzungstruppen
in Oſtmarokko, General Girardot, an
Lungenentzünd=
ung im Alter von 59 Jahren geſtorben.
* Bukareſt, 5. Febr. In Filipesci bei Moreni, wo
große Mengen von Petroleum gewonnen werden,
er=
folgte heute plötzlich eine Eruption ſtark
ſalzhaltigen ſiedenden Waſſers. Das Waſſer
ſprudelte mit einem gewaltigen in einem Umkreis von 10
Kilometern vernehmbarem Getöſe zu bedeutender Höhe
empor. Rings um die Mündung dieſes Geyſers hat ſich
eine etwa 500 Meter breite Salzkruſte abgelagert.
* Petersburg, 5. Febr. Der Unteroffizier der Reſerve
akwew wurde wegen Auslieferung von Ge=
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Nummer 37.
heimſtücken an die öſterreichiſch=ungariſche Regierung
zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt.
* Stockholm, 5. Febr. In der Frage der direkten
Telephonverbindung zwiſchen
Deutſch=
land und Schweden wurde kürzlich ſeitens
Deutſch=
lands ein Vorſchlag eingebracht, betr. Auslegung des
Kabels von einem Punkte der deutſchen Küſte,
wahrſchein=
lich bei Saßnitz oder Arcona oder nördlich Zingſt nach
Trelleborg. Das Kabel würde mit dem deutſchen
Fern=
ſprechnetz verbunden und neue für den telephoniſchen
Ver=
kehr mit Schweden beſtimmte Leitungen von Stralſund
nach Berlin und Hamburg gebaut werden. Der
ſchwedi=
ſchen Telegraphenverwaltung wunde dabei ſeitens des
deutſchen Reichspoſtamtes mitgeteilt, daß eine ſolche neue
Verbindung mit lebhafter Genugtuung in den induſtriellen
und Handelskreiſen begrüßt werden würde.
* Port=au=Prince, 5. Febr. Das ſtändige
Senats=
komitee hat den Kongreß einberufen, damit er zur Wahl
desneuen Präſidenten ſchreite. Es iſt jedoch
zwei=
felhaft, ob die Rebellen unter den gegenwärtigen
Ver=
hältniſſen den gewählten Präſidenten anerkennen.
* Buenos=Aires, 5. Febr. Der Präſident Saenz
Pena erſuchte den Senat um eine Verlängerung
des Urlaubs bis zur völligen Geneſung. Dem
Ver=
nehmen nach unterbreitete das Kabinett dem
Vizepräſi=
denten Plaza ſein Rücktrittsgeſuch.
Beim Filmen von Löwen zerfleiſcht.
* Mairobi (Oſtafrika), 5. Febr. Zu dem tödlichen
Unfall des Deutſchen Fritz Schindler gelegentlich
einer Kinematographenaufnahme werden noch folgende
Einzelheiten gemeldet: Schindler befand ſich mit der
Ex=
pedition Rainey in der Nähe des Naiwaſchaſees, um
Aufnahmen von einem Löwen zu machen, der ſich, von
Hunden geſtellt, in einem Buſch verbarg. Schindler ritt
nun, um den Löwen zur Kamera zu treiben, hinter den
Buſch. Plötzlich bemerkte Rainey, wie der Löwe mit
ge=
ſpitzten Ohren den Kopf wandte. Er ſtieß deshalb einen
Warnungsruf aus. Gleich darauf fielen Schüſſe. Der
Löwe, unverwundet, ſtürzte auf Rainey zu, machte kehrt
und verfolgte die flüchtenden Eingeborenen. Mit einem
wohlgezielten Schuß erlegte ihn Rainey. Dieſer drang
dann in den Buſch und fand Schindler mit ſchweren
Biß=
wunden am Unterleib, aber bei Bewußtſein. Nachdem
ihm die erſte Hilfe zuteil geworden war, wurde der
Ver=
letzte im Sonderzuge nach Mairobi gebracht, wo die
Ver=
letzungen als tödlich erkannt wurden. Eine hinzutretende
Blutvergiftung endigte das Leben Schindlers, der bis zum
letzten Augenblick mutig aushielt.
Eine deutſche Strafexpedition.
* Berlin, 5. Febr. Die Strafexpedition gegen
den Häuptling Gabola in Nguku, in deſſen Dorf am 12.
Oktober Oberleutnant von Raven getötet und
Bezirks=
richter Seger verwundet worden waren, iſt nach einer
ſoeben aus Kamerun angekommenen drahtlichen Meldung
erfolgreich beendet. Der Häuptling iſt, nachdem
die Schutztruppe, unterſtützt von einer Abteilung der
Poli=
zei, am 18. Dezember ſein Dorf erobert hatte, geflohen.
Durch die ſofort aufgenommene Verfolgung gelang es, die
Macht des unbotmäßigen Häuptlings, deſſen die
franzöſi=
ſche Herrſchaft nicht Herr werden konnte, zu brechen. Der
Mörder des Oberleutnants von Raven iſt gefallen. Die
anderen Häuptlinge, die, ermutigt durch das Vorgehen des
unbotmäßigen Häuptlings und den Tod von Ravens,
auf=
ſtändiſch geworden waren, boten den Frieden an.
Die Unruhen in Peru.
* Lima, 5. Febr. Der Kongreß, der geſtern abend
zu einer außerordentlichen Seſſion zuſammentrat, beſchloß,
eine Regierungskommiſſion zu ernennen,
welche die Geſchäfte bis zu den nächſten Wahlen führen
ſoll. Oberſt Benavides wurde zum Vorſitzenden der
Kom=
miſſion gewählt. Die Marine hat das neue Regime
an=
erkannt.
Wetter.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 6. Februar:
Keine weſentliche Aenderung, vielfach heiter, Dunſt und
Nebel, tagsüber mild, nachts Froſt.
In jedem Heim, wo Kinder ſind erweiſt ſich
(Californiſcher Feigen=Syrup)
von außerordentlichem Nutzen.
Tareſig Viele ihrer kleinen Beſchwerden
werden durch ſeinen Gebrauch in prompter und doch
milder, unſchädlicher Weiſe behoben, wobei der
an=
genehme Geſchmack dieſes natürlichen Abführmittels
ſehr zuſtatten kommt.
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Der Geſamtauflage unſeres heutigen Blattes
liegt ein Spezial=Angebot „Weiße Woche‟
im Mainzer Warenhaus Guggenheim & Marx,
Darmſtadt, bei, worauf wir unſere Leſer hinweiſen. (3691
Die vorzügliche Wirkung
Häusliche Schwitzkuren. von Heißluft=Schwitzbädern
bei den verſchiedenſten Krankheiten iſt bekannt. Trotzdem
konnte dieſe heilſame Methode bisher nicht recht aus dem
Kreis der Krankenhäuſer, Sanatorien und öffentlichen
Badeanſtalten ins große Publikum dringen. Es fehlte
nämlich an billigen Gelegenheiten zu ſolchen Schwitzkuren,
es fehlte ein brauchbarer Apparat für den häuslichen
Ge=
brauch. Mit der Konſtruktion des durch zwei deutſche
Reichspatente geſchützten „Kreuz=Thermalbades” hat ſich
die Sachlage geändert. Unſerer heutigen Nummer liegt
ein Proſpekt der Firma Kreuzverſand, Berlin N. W.,
Unter den Linden 56, bei, aus welchem unſere Leſer
erſehen können, daß das „Kreuz=Thermalbad” wirklich das
Ideal eines derartigen Heimbades darſtellt. (I,3712
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Barcelona” über Rotterdam nach
Phila=
delphia und Baltimore, 31. Jan. 10 Uhr 45 Min. abends
Cuxhaven paſſiert. „Bolivia” von Port Arthur
kom=
mend, 31. Jan. von Ponta Delgada. „Bosnia” von
Baltimore kommend, 31. Jan. 5 Uhr 15 Min. nachm, in
Hamburg. „Fürſt Bismarck” von Boſton kommend
1. Febr. 3 Uhr 30 Min. nachm. in Hambura. Graf
Walderſee‟ 31. Jan. 4 Uhr morgens von Neu=York nach
Hamburg. „Hornſund” von Neu=York kommend,
2. Febr. 2 Uhr morgens in Hamburg. „Kaiſerin Auauſte
Victoria” nach Neu=York, 31. Jan. 8 Uhr 10 Min.
morgens Scilly paſſiert. „Pennſylvania” nach Neu=
York, 1. Febr. 11 Uhr morgens Cuxhaven paſſiert.
Pretoria‟ 1. Febr. 8 Uhr morgens in Neu=York. —
Weſtindien, Mexiko: „Antonina” nach Mexiko, 1. Febr.
in Havanna. „Bavaria” nach Havanna und Mexiko,
31. Jan. 12 Uhr nachts von Havre. „Dania” 31. Jan.
von Pto. Mexiko. „Frankenwald” über Malaga nach
Havanna und Mexiko, 1. Febr. 1 Uhr nachm. Gibraltar
weſtwärts paſſiert. „Georgia” nach Weſtindien, 31. Jan.
9 Uhr abends Dover paſſieri. „Ypiranga” 1. Febr. von
Veracruz, ausgehend. — Oſtaſien: „Aleſia” 30. Jan.
8 Uhr abends Gibraltar paſſiert, ausgehend. „Altmark”
31. Jan. 4 Uhr morgens Gibraltar paſſiert, heimkehrend.
„Arabia” nach Antwerpen, 1. Febr. 12 Uhr 50 Min.
mittags Cuxhaven paſſiert. — Verſchiedene Fahrten:
„Cleveland‟ Orient= und Indienfahrt, 1. Febr. 7 Uhr
morgens in Algier. „Ekbatana” von Perſien kommend,
31. Jan. 4 Uhr 45 Min. nachm. in Hamburg. „Lome”
31. Jan. in Sekondi.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 6. Februar:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 30 Min.
Samstag, den 7. Februar:
Morgengottesdienſt 9 Uhr. Nachmittags Jugendgottes=
und Predigt 4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen:
Morgens 7 Uhr 15 Min. Abends 6 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 7. Februar:
Vorabend 4 Uhr 50 Min. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 8. Februar, an
Morgens 6 Uhr 45 Min. Nachmittags 5 Uhr.
Die Geburt einer gesunden
Tochter
zeigen hocherfreut an
Hoffriseut Willy Hermes
und Frau Josefine
geb. Bieger.
Darmstadt, 4. Februar 1914.
(*3005
Tageskalender.
Freitag, 6. Februar.
Großh. Hoftheater Anfang 7½ Uhr, Ende 10½
Uhr (Ab. D): „Filmzauber”.
Vortrag von Frl. Dr. Schirrmacher um 8¼ Uhr im
„Fürſtenſaal” (Verein für Frauenſtimmrecht).
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr.
Nachtlaufen mit Konzert: Woog von 8—11 Uhr. —
Eisbahn Klappacherſtraße.
Verſteigerungskalender,
Samstag, 7. Februar.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Büttelborner Gemeindewald (Zuſammenkunft
auf der Chauſſee nach Darmſtadt am Eingang des
Waldes).
Jagdverpachtungen: um 11½ Uhr im Gaſthaus
„Zum Deutſchen Kaiſer” zu Bensheim, — um 2½ Uhr
im Rathaus zu Spachbrücken.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
Erhülflich bei H. Brunner, I.
K &
Adoff Bender, Jacob Nohl, Franz Schulz, Heinrich Schwarz, Darmstadt.
(VII,226
Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar
Seite 9.
Schunbaren=
Snventur-Ausverkauff
Vor Eintreffen der Frühjahrs-Schuhwaren werden die noch
vor-
handenen Restbestände zu nachstehend billigen Preisen ausverkauft.
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Kamelhaar-Schnallenstiefel, 37—42, jetzt 2.65
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Schwarze Leder-Knopfstiefel, 17—19, jetzt 1.25
Schwarze Leder-Schnürstiefel, 17—22, jetzt 1.75
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Braune Schnürschuhe, 27—30 . . jetzt 2.60
Boxleder-Schnürstiefel, 27—30 . . jetzt 4.25
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Filz-Schnürstiefel, Lederbes., 33—35, jetzt 2.50
Filz-Schnallenstiefel, 30—35 . . jetzt 1.50
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Filz-Hausschuhe, warm gef., 27—30, jetzt 0.50
Filz-Hausschuhe, warm gef., 20—26, jetzt O.45
eg. Chevr.-Damen-Schnürstiefel Derby-Lackk. 6.75
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Stellung am 1. April zu ändern.
Nähere Auskunft erteilt (2951df
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Lichtenbergſtraße 69, part.
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Beſchreiben derſelben. Off. unter
F 68 an die Exped. (B3444
Tüchiger und gewiſenhaſter
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aus der Papierbranche, 28 Jahre,
verheiratet, mit la Zeugniſſen und
Referenz., ſucht z. 1. April dauernde
Stellung als Stütze des Chefs
oder anderen Vertrauenspoſten.
Gefl. Anerbieten unter P 86 an
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die Exped.
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Berliner, in nur großen Büros
tätig geweſen, ſehr gute Zeugniſſ,
ſucht per ſofort Stellung. (*3027
Off. unter E 85 an die Exped.
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ſchreiben u. Stenographieren bew.
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bis nach dem
Laufmädch. Spülen geſucht
Heidelbergerſtr. 61, 1. St. (*2862df
Suche anſt. Dienſtmädch. f. alles,
Sod. unabh. Frau, die bürgerl
Koch. verſt., v. morg. 8—3 Uhr mitt.
Zu erfragen in der Exped.(*2881df
Reinl. Frau wöchentl. 2— ma
vormittags geſucht.
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Wilhelmſtraße 23, I.
vormittags
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geſucht. Karlſtr. 117, 2. St. (*2975
Fleißiges, ſolides
Aleinmädchen
das etwas kochen kann, ſofort für
mittleren Haushalt geſucht
3667dka) Lichtenberaſtr. 16, I.
Zu zwei
Damen
Mädchen für Küche und etwas
Hausarbeit geſucht. Noch eine
Hilſe vorhanden. Gute Zeuaniſſe
erwünſcht. Riedeſelſtraße 23, II.
Zum 1. Mär
wird in kinderloſen
Offiziershaus=
halt nach auswärts (Biſch, Lothr)
ein in Küche und Hausarbeit
er=
fahrenes, älteres
(2572a
Mädchen
geſ. Dasſ. muß aute Zeugn. beſitzen.
Off. unt. C 77 an die Exp. erb.
Geſucht
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von morgens 8 bis nachmittags
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mel=
den Hobrechtſtr. 1, part. (*2812mdf
Junge
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Zu melden von 9 bis 12 Uhr.
*3001) Stiftſtraße 13, 2. Stock.
Fleiß, jung., willg. Mädchen
geſucht. Aliceſtraße 6.
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Unabh. zuv. Lauffr. od. Mädch.
vm. einige Std. u. nachm. z. Spülen
geſucht. Taunusſtr. 1, I. (*2971fs
Geſucht ſchulentlaſſ. jüngeres
Mädchen v. anſtänd. Eltern
tags=
über für kleinen Haushalt.
*2979f) Dieburgerſtr. 17, 2. Et.
Ungbhäng. reinl. Frau oder
Mädchen für Hausarbeit von
8 Uhr bis über mittag möglichſt
ſofort geſucht.
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Heidenreichſtraße 21, part.
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Moosbergſtr. 71, 2. St. (*30281s
Suche brave Mädchen
welche kochen können zu einem
älteren Herrn, zu 2 Leuten, zu
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häuſer. Frau Bertha Neßling,
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Ludwigſtraße 8.
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Hauſe ged. hat, für ſofort in
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mädch., einf Stütze, Kinderrrau,
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Dingeldein, gewerbsmäßige
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
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Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde! In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. 1 Pinſcher, 1 Jagdhund, 1 Rottweiler (
zuge=
laufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt. (3708
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut zur
allgemeinen Kenntnis.
(3695fg
Darmſtadt, den 4. Februar 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung
für die Stadt Darmſtadt, die Beaufſichtigung der Hunde betreffend.
Auf Grund des Artikels 56 Abſatz 2 Ziffer 1 des Geſetzes
betreffend die Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen, vom
13. Juni 1874 wird nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung des
Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 16. März 1909, zu
Nr. M. d. J. II 1247, die nachſtehende Polizeivererdnung für den
Gemeindebezirk Darmſtadt erlaſſen:
§ 1. Innerhalb der Stadt müſſen auf öffentlichen Straßen
und Plätzen, ſowie an Orten, wo Menſchen zu verkehren pflegen,
1. biſſige Hunde mit einem das Beißen verhindernden Maulkorb
verſehen ſein und an einer kurzen Leine geführt werden,
2. Hunde dersnachſtehenden Raſſen:
a) Bernhardiner,
b) Neufundländer,
c) Leonberger,
d) Doggen (Deutſche, Ulmer, Däniſche und Bulldoggen),
e) Barſoys (große ruſſiſche Windhunde),
k) Maſtiffs
und alle aus Kreuzungen dieſer Raſſen hervorgegangenen Hunde
an einer kurzen Leine geführt werden.
§ 2. Alle Hunde ſind an der Leine zu führen
1. in den dem Publikum geöffneten Großherzoglichen Hofgärten,
2. in den Anlagen weſtlich der früheren Main=Neckar=Bahn,
3. in den neuen Bahnhofsanlagen zwiſchen Allee, Stirn= und
Dornheimer Weg,
4. in den Bahnhöfen,
5. in Wirtſchaften und Wirtsgärten.
§ 3. Die Begleiter von Hunden haben dafür Sorge zu tragen,
daß dieſe in den öffentlichen Anlagen, in denen ſich Raſenplatze,
Blumenbeete oder Gebüſchanpflanzungen befinden, nicht außerhalb
der Wege umherlaufen.
§ 4. Außerhalb der Stadt müſſen alle biſſigen Hunde mit
einem das Beißen verhindernden Maulkorb verſehen ſein.
§ 5. Kranke Hunde und läufige Hündinnen müſſen auf der
Straße und an Orten, wo Menſchen zu verkehren pflegen, ſtets an
der Leine geführt werden.
Mit anſteckender Krankheit, insbeſondere Hautkrankheit behaftete
Hunde, müſſen zu Hauſe eingehalten werden.
§ 6. Es iſt verboten, zur Nachtzeit, d. h. in der Zeit von
10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, Hunde ohne Aufſicht auf der
Straße frei umherlaufen zu laſſen.
§ 7. Das Mitbringen von Hunden auf Friedhöfe, den
Wochen=
markt und die Meſſe, ſowie in öffentliche Dienſtgebäude, in die
Badehäuſer oder an die Badeplätze des Woogs, zu öffentlichen
Feier=
lichkeiten und in Räume, in denen Nahrungs= oder Genußmittel
feilgeboten werden, iſt verboten.
§ 8. Die Beſitzer und Begleiter von Hunden haben die
erforder=
lichen Maßregeln zu treffen, damit die Ruhe nicht durch andauerndes
Gebell oder Geheul ihrer Hunde geſtört wird, und insbeſondere das
Anbellen von Perſonen, Zug= und Reittieren durch ihre Hunde zu
verhindern.
§ 9. Das Polizeiamt kann den Aufenthalt bösartiger, biſſiger
und kranker Hunde auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen
ganz verbieten.
§ 10. Für jeden Hund, der in das nach § 1 der Verordnung
vom 4. November 1899, die Hundeſteuer betreffend, von der Großh.
Bürgermeiſterei zu führende Hunderegiſter eingetragen iſt, erhält der
Beſitzer des Hundes eine Blechmarke mit einer Nummer, die der
Hund, ſolange er ſich außerhalb eines Hauſes, geſchloſſenen
Grund=
ſtücks oder ſonſtigen umſchloſſenen Raumes befindet, ſtets am
Hals=
band zu tragen hat.
§ 11. Wer den vorſtehenden Beſtimmungen zuwiderhandelt oder
die ihm darin auferlegten Verbindlichkeiten nicht erfüllt, wird, inſoweit
nicht andere Strafbeſtimmungen zur Anwendung zu kommen haben
auf Antrag des Großh. Polizeiamts mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark
beſtraft.
§ 12. Die Polizeibehörde hat ferner das Recht, alle Hunde,
die entgegen den Beſtimmungen dieſer Polizeiverordnung nicht
an=
geleint oder nicht mit einem das Beißen verhindernden Maulkorb oder
nicht mit der in § 10 vorgeſchriebenen Blechmarke verſehen ſind, durch
den Hundefänger einfangen zu laſſen, falls der Beſitzer nicht zur
Stelle iſt und den Hund in Gewahrſam nimmt.
Desgleichen können alle Hunde eingefangen werden, die an den
in § 7 genannten Orten, in öffentlichen Anlagen außerhalb der Wege
oder zur Nachtzeit ohne Aufſicht frei umherlaufen.
§ 13. Die eingefangenen Hunde werden in Verwahrung und=
Pflege genommen und 5 Tage lang zur Auslöſung durch den Beſitzer
bereit gehalten.
Die Herausgabe erfolgt an die Perſonen, die ſich als
empfangs=
berechtigt ausweiſen, gegen Erſtattung des Betrags der von dem
Polizeiamt als Entſchädigung für die durch das Einfangen und die
Verpflegung der Hunde der Polizeikaſſe erwachſenen baren Auslagen
feſtgeſetzt wird.
Hunde, welche die in § 10 vorgeſchriebene Blechmarke mit
Nummer tragen, ſind den Eigentümern innerhalb 24 Stunden nach
dem Einfangen gegen Erſtattung einer beſonderen Gebühr in Höhe
von 50 Pfennig zuzuführen.
Hunde, die innerhalb der 5tägigen Friſt nicht ausgelöſt ſind,
werden entweder zu Gunſten der Polizeikaſſe veräußert oder getötet.
§ 14. Durch die Beſtimmungen des § 12 wird das wegen
Uebertretung der Vorſchriften dieſer oder der in § 10 erwähnten
Verordnung einzuleitende Strafverfahren nicht berührt.
§ 15. Die Polizeiverordnung vom 4. Auguſt 1891, die
Beauf=
ſichtigung der Hunde betreffend, wird aufgehoben.
Die Polizeiverordnung für den Kreis Darmſtadt vom 29.
No=
vember 1911, das Fahren mit Hunden betreffend, wird durch die
Vorſchriften dieſer Polizeiverordnung nicht berührt.
§ 16. Dieſe Polizeiverordnung tritt am 15. April 1909 in Kraft.
Darmſtadt, den 24. März 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Beleuchtung von Einfahrten,
Höfen, Treppen, Fluren uſw.
Wir weiſen wiederholt auf die den Eigentümern von Grund
ſtücken obliegende Verpflichtung hin, die Toreinfahrten, Höfe,
Hausflure, Gänge und Treppen, ſofern und ſolange ſie
jeder=
mann zugänglich ſind, während der Dunkelheit ſo ausreichend
zu beleuchten, daß für die daſelbſt verkehrenden Perſonen keine
Gefahr beſteht.
Dieſe Verpflichtung liegt namentlich auch den Inhabern von
Fabriken, gewerblichen Anſtalten und Arbeitsſtätten, von
Ver=
gnügungs=, Verſammlungs= und Schankſtätten (den letzteren
ins=
beſondere auch hinſichtlich der Bedürfnisanſtalten) ob.
Pflichtwidrige Unterlaſſung der Beleuchtung begründet, falls
hierdurch jemand zu Schaden kommt, die Entſchädigungspflicht,
ſo=
wie die ſtrafrechtliche Verantwortlichkeit.
Die Verpflichtung kann durch Vertrag auf Hausverwalter,
Mieter uſw. übertragen werden. Dies ſetzt jedoch die
überein=
ſtimmende Willenserklärung beider Parteien, des Vermieters und
des Mieters, voraus. Eine einſeitige Erklärung des Vermieters (als
ſolche iſt auch der ohne vorherige Verſtändigung mit dem Mieter
er=
folgende Aushang einer „Hausordnung” zu zählen) kann die
oben=
genannte Verpflichtung für die Mieter nicht begründen
Darmſtadt, den 4. Februar 1914.
(3791fg
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Beſichtigung von Mietwohnungen und Feuerſtätten.
Die Wohnungs= und Feuerſtättenbeſichtigung findet
gegen=
wärtig im erſten Polizei=Revier ſtatt.
(3591mdf
Darmſtadt, den 29. Januar 1914.
Das Baupolizeiamt.
Steinberger.
Abgabe von Waſſer für Neubauten.
Die Anmeldungen zum Waſſerbezug für Neubauten erfolgen
vielfach ſo ſpät, daß beim Beginn der Bauarbeiten der Anſchluß an
die Leitung nicht hergeſtellt iſt. Da die Abgabe von Waſſer aus
dem nächſtliegenden Straßenhydranten für den Unternehmer mit
Umſtänden und Koſten verbunden iſt, wird des öfteren verſucht
entgegen der Beſtimmung des §7 der Waſſerbezugsſatzungen, Waſſer
aus einem Nachbargrundſtück zu entnehmen.
(3721ff
Einem Antrag auf Einführung der Waſſerleitung in
Neu=
bauten kann nur dann rechtzeitig entſprochen werden, wenn dieſer
bei der Waſſerwerksverwaltung frühzeitig vor Beginn der
Bau=
arbeiten geſtellt worden iſt. Es empfiehlt ſich, gleichzeitig mit der
Abgabe des Baugeſuchs an die Baupolizei auch den Antrag auf
Waſſerzuführung bei der Waſſerwerksverwaltung einzureichen.
Darmſtadt, den 3. Februar 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Ekert.
Lieferung
des Bedarfs an Schuhen für die Stadtarmen (Erwachſene und
Schulkinder) für das Verwaltungsjahr 1914.
Die Lieferung des Bedarfs an Schuhen für die Stadtarmen
(Erwachſene und Schulkinder) für das Verwaltungsjahr 1914 ſoll im
Wege der öffentlichen Verdingung vergeben werden. Die Anzahl der
zu liefernden Schuhe für den genannten Zeitraum iſt auf etwa 25 Paar
Männer= und Frauenſchuhe und etwa 400 Paar Kinderſchuhe in
ver=
ſchiedenen Größen veranſchlagt. Die Bedingungen für die Anfertigung
und Lieferung der Schuhe ſind während der üblichen
Geſchäftsſtun=
den im Stadthaus, Zimmer Nr. 20, Probeſchuhe bei der Verwaltung
des Pfründnerhauſes, Frankfurter Straße 35, einzuſehen.
Lieferungsluſtige wollen ihre Angebote, mit entſprechender
Auf=
ſchrift verſehen,
Samstag, am 14. Februar 1914,
vormittags zwiſchen 10 und 11 Uhr,
in den im unteren linken Hausflur des Stadthauſes aufgehängten
Kaſten für Verdingungsangebote einlegen.
Darmſtadt, den 3. Februar 1914.
(3692fo
Städtiſches Armen= und Fürſorgeamt Darmſtadt.
Krapp.
Jagd=Verpachtung.
Samstag, 7. Februar 1914, vormittags ½12 Uhr
wird im Saale des Gaſthauſes „Zum deutſchen Kaiſer” (Ludwig
Hutmacher) zu Bensheim die 2067 Hektar betragende Bensheimer
Gemeindejagd unter den vorgeſchriebenen Bedingungen auf weitere
neun Jahre verpachtet. Die Jagd umfaßt 7 Bezirke und beſteht aus
Feld=, Wieſen, Weinberge= und Waldjagd, als Waldjagd kommt
insbeſondere der in ca. ½ Stunde erreichbare Niederwald (mit
Reh=
wild), ferner Märkerwald (Rehe) und Felsberg (Rehe) in Betracht.
Zur Erteilung näherer Auskunft ſind wir gerne bereit.
Bensheim, den 14. Januar 1914.
(3180sf
Der Bürgermeiſter
Dr. Löslein.
Jagdverpachtung.
Samstag, den 7. Februar I. Js., nachm. 2½ Uhr,
wird in dem Rathaus in Spachbrücken die Gemeindefeldjagd in der
Gemarkung Spachbrücken auf weitere ſechs Jahre öffentlich verpachtet.
Bemerkt wird, daß der Jagdbezirk von der Station Zeilhard
der Odenwaldbahn nur einige Minuten entfernt iſt und die
Halte=
ſtelle Spachbrücken der Bahn Offenbach-Reinheim in der
Ge=
markung liegt.
Spachbrücken, den 29. Januar 1914.
(3295gf
Großh. Bürgermeiſterei Spachbrücken.
J. V.: Illert, Beigeordneter.
Stamm=und Derbſtangen=Verſteigerung.
Montag, den 9. Februar, vormittags 10 Uhr, werden im
Schaafheimer Gemeindewald, Diſtrikt Eichwaldsheeg, Neuwäldchen
und Lopps verſteigert;
93 Eichen=Stämme, 25—58 cm Durchmeſſer = 54,83 fm
4 Buchen=Stämme — 2,52 fm,
17 Kiefern=
— 24,22 „
12 Lärchen=
— 2,32 „
23 Fichten=
5,92 „
31 Eichen=Derbſtangen = 1,96
35 Buchen=
— 1,55
— 2,48
42 Fichten=
Zuſammenkunft auf der Kreisſtraße Schaafheim-Schlierbach
am Holzſchlag.
Dienstag, den 10. Februar, vormittags 10 Uhr, werden im
Diſtrikt Lache und Herrnteſch verſteigert:
8 Lärchen=Stämme
— 1,35 fm,
65 Fichten=
— 14,33 „
1163 Fichten=Derbſtangen — 35,34 „
2130 Fichten=Reisſtangen — 12,46 „
Zuſammenkunft am Zimmerplatz.
Schaafheim, am 2. Februar 1914.
(3698fs
Großh. Bürgermeiſterei Schaafheim.
Hanck.
Rheinſand=Lieferung.
Die Lieferung von 1400 cbm
Rheinſand ſoll vergeben werden.
Lieferungs=Bedingungen liegen
bei uns, Zimmer Nr. 4, zur
Ein=
ſicht offen. Auch werden dort die
Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Dienstag, 17. Februar I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu=
(3519md
reichen.
Darmſtadt, 3. Februar 1914.
Tiefbauamt.
Keller,
Die Holz=Verſteigerungen
vom 2. und 3. Februar 1914 ſind
genehmigt. Abgabe der
Abfuhr=
ſcheine vom 10. Februar ab.
Ueber=
weiſung am 11. Februar 1914.
Ober=Ramſtadt, 4. Februar 1914.
Großherzogliche Oberförſterei
Ober=Ramſtadt.
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Tiefbauamts im Verwaltungsjahr
1914 ſollen in 4 Loſen getrennt
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei uns,
Zim=
mer Nr. 4, zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine
ab=
gegeben.
Angebote ſind bis
Dienstag, 17. Februar I. Js.
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzu
reichen.
(3518md
Darmſtadt, 3. Februar 1914.
Tiefbauamt.
Keller.
Schulgeld=Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium, die Großh.
Liebigs=und die Großh. Ludwigs=
Oberrealſchule, die Vorſchule der
Großh. Gymnaſien, die
Vik=
toriaſchule und das
Lehrerinnen=
ſeminar, die Eleonoren= und
Frauenſchule, ſowie die
Mittel=
ſchulen für das I.
Kalender=
vierteljahr 1914 iſt — bei
Mei=
dung des Beitreibungsverfahrens
— bis Ende lfd. Mts. an den
Werktagen, vormittags von 8½ bis
2½ Uhr, hierher zu entrichten.
Darmſtadt, 3. Februar 1914.
Die Stadtkaſſe.
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Anmeldung ſchulpflichtiger Kinder zur Aufnahme
in die Mittel= und Stadtſchulen.
An die Eltern, Pflegeeltern und Vormünder von Kindern, die
bis zum 31. März d. Js. einſchl. das 6. Lebensjahr zurückgelegt
haben werden, ergeht hiermit die Aufforderung, dieſe Kinder, ſoweit
ſie nicht in anderen Schulen eintreten, rechtzeitig zur Aufnahme in
die Mittel= oder Stadtſchulen anzumelden.
Bei der Anmeldung iſt Nachweis über das Alter der Kinder
und der Impfſchein oder eine Beſcheinigung über die Befreiung von
der Impfung vorzulegen.
Auf Wunſch der Eltern oder deren Stellvertreter können
aus=
nahmsweiſe auch geiſtig und leiblich reife Kinder in die Schule
auf=
genommen werden, die erſt bis zum 30. September d. Js. das
6. Lebensjahr vollenden. Die Aufnahme jüngerer Kinder iſt
unzuläſſig.
Es wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß diejenigen
Kinder, die bei Vollendung des 14. Lebensjahres die Schule nicht
volle 8 Jahre beſucht haben, bis zur vollſtändigen Erfüllung ihrer
Schulpflicht in der Schule zurückgehalten werden.
Die Nichtanmeldung in dem vorgeſchriebenen Termin kann bei
den Mittelſchulen zur Folge haben, daß die Aufnahme unmöglich iſt.
Die Anmeldungen haben zu erfolgen:
Dienstag, 10. Februar d. J., vormittags von 8½ bis 12 Uhr
und nachmittags von 2 bis 4 Uhr, und zwar:
für die Knaben=Mittelſchule I im Schulhaus in der Friedrichsſtraße,
I
.„ Viktoriaſtraße,
Mädchen=
„ Hermannsſtraße
Mittelſchule II
am Ballonplatz,
Stadtknabenſchule I
in der Müllerſtraße,
Ludwigshöhſtr.,
III
Rundeturmſtr.,
Stadtmädchenſchule I
Emilsſtraße,
Beſſungerſtraße,
III ,
Lagerhausſtr.
Bezirksſchule IV
Der Bezirk der Mittelſchule II, in die Knaben und Mädchen
aufgenommen werden, wird begrenzt durch die Rheinſtraße, den
Pa=
radeplatz, die Alöxanderſtraße und die Dieburger Straße, mit
Aus=
ſchluß der Grenzſtraßen und Plätze.
Die Aufnahme der Kinder in die Stadtſchulen findet nach der
unten abgedruckten Bezirkseinteilung ſtatt. Den Hauptlehrern der
verſchiedenen Gruppen der Stadtknaben= und Mädchenſchulen bleibt
überlaſſen, je nach Bedürfnis wegen der Ueberweiſung von Kindern
aus einer Schulgruppe in eine andere ſich zu verſtändigen.
Darmſtadt, den 23. Januar 1914.
Der Vorſitzende der Schulvorſtände.
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.
Bezirks=Einteilung
für die Stadtknaben= und Stadtmädchenſchulen.
Bezirk I (Stadtknabenſchule I und Stadtmädchenſchule I)
umfaßt den Stadtteil zwiſchen der Heinrichsſtraße, Eſchollbrücker
Straße und Holzhofallee einerſeits und der Allee, Rheinſtraße,
Wil=
helminen=, Zeughaus=, Hochſchul=, Magdalenen=. Alexander=,
Hein=
heimer= und Gutenbergſtraße andererſeits.
Von den Grenzſtraßen gehören zu dem Bezirk die Rhein=,
Wilhelminen=, Alexander=, Heinheimer= und Gutenbergſtraße, ſowie
die Nordſeite der Heinrichſtraße.
Bezirk II (Stadtknabenſchule II und Stadtmädchenſchule II)
umfaßt den nördlichen Stadtteil, begrenzt von der Frankfurter=,
Wilhelminen=, Zeughaus=, Hochſchul=, Magdalenen=, Dieburger=,
Heinheimer= und Gutenbergſtraße, einſchließlich der Grenzſtraßen, mit
Ausnahme der betreffenden Strecken der Dieburger= und
Heinheimer=
ſtraße und der Gutenbergſtraße.
Bezirk III (Stadtknabenſchule III und Stadtmädchenſchule III)
umfaßt den Stadtteil ſüdlich von der Heinrichs=, Eſchollbrücker
Straße und Holzhofallee, einſchließlich der Südſeite der
Heinrichs=
ſtraße und der beiden anderen Grenzſtraßen (beiderſeitig).
Bezirk IV (Bezirksſchule IV in der Lagerhausſtraße)
umfaßt den nordweſtlichen Stadtteil, begrenzt von der Frankfurter=,
Wilhelminen= und Heinrichsſtraße weſtlich der Wilhelminenſtraße,
ohne die Grenzſtraßen.
(2865a
Authanme i dle beiden Gomhasien zu
Darmstadt.
Die Anmeldungen neu eintretender Schüler ſollen an einer
Stelle, und zwar bei der Großherzogl. Direktion des Neuen
Gymnaſiums (Lagerhausſtr. 7)
Freitag, den 20. Februar, von 9—12 Uhr,
unter Vorlage der erforderlichen Zeugniſſe (Geburtsſchein, Impfſchein,
Nachweis über den ſeitherigen Unterricht) erfolgen. Für die Schüler,
die Oſtern aus der erſten Klaſſe der Gymnaſialvorſchule in die Sexta
aufrücken, iſt dieſe Anmeldung nicht nötig.
Wenn die Eltern ſchriftliche Anmeldung vorziehen, wird ſie
bis Samstag, den 14. Februar erbeten.
Die Zuteilung wird nach Eingang aller Meldungen zwiſchen
(3743fdd
den beiden Direktionen vereinbart werden.
Darmſtadt, den 5. Februar 1914.
Die Großherzoglichen Direktionen
des Ludwig=Georgs=Gymnaſtumg:
des Neuen Gymnaſtumg:
Dr. Manaold.
Dr. Forhach.
Lieferung von Lernmitteln für Schulkinder.
Die Lieferung des Bedarfs an Schulbüchern, Schreib= und
Zeichenmaterialien ſowie an Materialien für den
Handarbeits=
unterricht (Leinen, Kretonne, Wolle uſw.) für das Schuljahr 1914/15
ſoll alsbald vergeben werden.
Bedingungen nebſt Verzeichnis der Materialien liegen im
Stadthaus, Zimmer Nr. 39, zur Einſicht offen.
Angebote, verſchloſſen und mit Aufſchrift verſehen, ſind nebſt
Muſter bis längſtens Mittwoch, den 11. Februar ds. Js., bei
mir einzureichen.
Darmſtadt, den 28. Januar 1914.
(3289sid
Der Oberbürgermeiſter: Dr. Gläſſing.
bilden die
Warum
Schuh=
waren des bekannten
Mainzer Schuhlagers
das allgemeine
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Kurſe vom 5. Februar 1914.
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Staatspapiere.
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3½ Deutſche Reichsanl. . 88,00
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4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols 87,90
78,40
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . 98,00
92,70
do.
3½
84,30
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 97,25
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do.
3½
77,20
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,60
4 Heſſ. Staatsanleihe 97,80
4 do. do. (unk. 1918) 97,40
85,70
do.
3½
76,00
do.
3 Sächſiſche Rente . . . . 78,30
4 Würtkemb. (unk. 1921) 98,20
do. v. 1875 93,60
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1½ Griechen v. 1887 . . 53,50
4 Italiener Rente . . . . 101,00
4½ Oeſterr. Silberrente 90,20
do. Goldrente . . . 91,80
4 do. einheitl. Rente . 85,10
3 Portug. unif. Serie I 62,10
3 do. unif. Serie III 65,00
3 do. Spezial . . . . 9,80
5 Rumänier v. 1903 . . 100,25
4 do. v. 1890 „
-
4 do. v. 1905 . . 86,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,75
4 do. v. 1902 . . . . 92,00
4½ do. v. 1905 . . . . 99,20
3½ Schweden
91,00
4 Serbier amort v. 1895 79,40
4 Türk. Admin. v. 1903 77,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 86,00
4 Ungar. Goldrente . . . 87,00
4 do. Staatsrente . . 84,00
In Proz.
Zf.
5 Argentinier . . . . . . 99,90
do.
1 Chile Gold=Anleihe. 91,60
5 Chineſ. Staatsanleihe. 99,60
do.
92,20
. 92,30
½ Japaner . . . .
5 Innere Mexikaner . . . 68,00
do.
3
44,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 69,80
5 Gold=Mexikaner . . . . 84,30
3½ Buenos Aires Prov. 69,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
. . . 142,0
7 Nordd. Lloyd. . . . . 121,70
6½ Südd. Eiſenb.=Geſell. 128,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5½ Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 .
6 Baltimore und Ohio 98,00
7½ Schantungbahn . . . 134,00,
8 Luxemb. Prince Henri 160%
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 22,20
6 Pennſylvania R. R.
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger. . . 67,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik .
.594,75
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.. 271,00
30 Farbwerke Höchſt. . . 645,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 348,50
10 Cement Heidelberg. . 151,50
30 Chem. Werke Albert 453,00
15 Holzverkohl.
Kon=
ſtanz . . . . . . . 320,00
6 Lahmeyer . . . . . . . 125,00
In Pro.
Stbld.
8 Schuckert, Nürnberg . . 152,75
2 Siemens & Halske. . 221,50
5 Bergmann Electr. . . 127,50
11 Deutſch. Ueberſee Electr. 179,20
0 Gummi Peter . . . 88,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . . 380,50
9 Maſchinenf. Badenia 131,00
0 Wittener Stahlröhren 142,50
10 Steana Romana Petr. 153,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 226,00
12.83 Bad. Zucker=Wag=
207,00
häuſel . .
0 Neue Boden=A. A.=Geſ. 95,50
0 Südd. Immobilien . 61,30
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 170,60
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 226,00
10 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 146,75
10 Gelſenkirchener . . . . 194½
11 Harpener . . . . . . . 185,50
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 246,00
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro .
.74,50
.164,75
8 Laurahütte
10 Kaliwerke Aſchersleben 156,25
Weſteregeln 200,00
13
5 South Weſt Africa . 123,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 90,75
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 88,50
3 Prag=Duxer . . . . . . 73,90
5 Oeſterr. Staatsbahn . 104,20
4 Oeſterr. Staatsbahn . 90,60
do.
77,30
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,00
4. Oeſt. Südb. (Lomb.) . .
Zupw
st.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,40
. 77,50
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 88,20
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 87,50
4½ Moskau=Kaſan . . .
do.
87,60
4 Wladichawchas . . . . 88,50
4 Rjäſan Koslow . . . . —
3 Portugieſ. Eiſenb. . . . 68,50
86,50
do.
4½
2¼/10 Livorneſer . . . . . 71,50
3 Salonique=Monaſtir. . 62,70
4 Bagdadbahn . . . . . . 79,40
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,90
4 Miſſouri=Paciſic . . .
4 Northern=Pacific .
95,50
4 Southern=Pacific . . . 92,50
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 101,00
5 Tehuantepec . . . . .
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Untern. Zürich . . 190,50
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bank . . . . . . . 146,50
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 165,00
6½ Darmſtädter Bank . 122,90
12½ Deutſche Bank . . . 258,20
6 Deutſche Vereinsbank . 122,30
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 119,00
10 Diskonto=Kommandit 195,20
8½ Dresdener Bank . . 158,90
10 Frankf. Hypoth.=B. 218,00
6½ Mitteld. Kreditbank 121,00
7 Nationalb. f. Deutſchl. 120,25
7 Pfälziſche Bank . . . 128,00
6.95 Reichsbank . . . .
7 Rhein. Kreditbank . . . 132,00
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 106½
7½ Wiener Bankverein . 140,10
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94,8
In Pos.
3t.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . 85,69
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 84,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 26,50
do.
85,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
84,50
31
do.
4 Hefſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . . . . 96,60
S. 14, 15, 17, 24/26
,
18—23 .
36,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,50
S. 3—5
84,50
S. 9—11.
84,50
4 Meininger Hyp.=Bank 95,60
85,50
do.
3½
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 94,10
3½ do. (unk. 1914) . . 85,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 96,90
do.
3½
87,80
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 95,00
3½ do.
4 Frankfurt.
95,90
3½ do.
96,50
4 Gießen
94,60
3½ do.
4 Heidelberg
94,00
3½ do.
86,00
4 Karlsruhe.
95,60
3½ do.
86,50
4 Magdeburg
4 Mainz
95,20
3½ do.
4 Mannheim
95,60
3½ do.
88,00
4 München
96,60
3½ Nauheim
84,60
Nürnberg .
95,40
31
do.
86,00
4 Offenbach
In Prg.
3½ Offenbach . . . . . . 85,75
4 Wiesbaden . . . . .
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
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Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 141,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 119,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 143,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe .
3 Oldenburger . .
. 128,40
2½ Raab=Grazer fl. 150 111,20
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,50
Braunſchweiger Tlr. 20 203,00.
Freiburger .
.Fs. 15 90,00
Fs. 45
Mailänder .
do.
Fs. 10 39,50
Meininger . .
ſl. 7 34,00
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858 fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 439,80
Venediger . . . . Js. 30 73,40
Türkiſche . . . . Fs. 400 171,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns ..
20,42
20 Francs=Stücke . . . . 16,23
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½,
Engliſche Noten . .
20,46
Franzöſiſche Noten .
81,40
Holländiſche Noten . . . . 169,50
Italieniſche Noten . . . . 81,05
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,25
Ruſſiſche Noten . . . . . 215,00
Schweizer Noten . . . . . 81,25
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Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
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Roman von Gertrud Stokmans.
(Nachdruck verboten).
27
Der junge Offizier ahnte nicht, welchen Sturm er in
der Bruſt ſeines Kameraden entfachte. Hans Hermann
war ganz außer ſich. Von dem Zuſammentreffen mit
Wardenburg ſtand in Gabis Briefen kein Wort, und daß
man ſie insgeheim beobachtet, ahnte ſie ſelber wohl nicht.
Sie mußte fort von Hellborn, je eher, je lieber, und
ſo=
lbald der Dienſt vorbei war, eilte er ſofort zu Fräulein
Flott, um ihre Abreiſe zu beſchleunigen.
Dort erfuhr er, was ihn mit ſteigernder Beſorgnis
erfüllte. Gabi beſchwor ſchriftlich ihren Schützling, immer
wieder, bis auf weiteres in Berlin zu bleiben, und ihr die
Stellung auf Hellborn vorläufig zu belaſſen. Die
Ereig=
miſſe erwieſen ſich ſtärker als ſie. Man bedürfe ihrer noch
im Schloß und ihre eigenen Wünſche feſſelten ſie an den
bis dahin unbekannien Ort.
Fräulein Flott war ihrer Mutter wegen froh, noch
bleiben zu können, andererſeits fürchtete ſie aber die
Un=
annehmlichkeiten, welche den Gartenhauſens aus dieſer
wunderlichen Stellvertretung erwachſen konnten, und
wünſchte ſehnlichſt, Gabi abzulöſen, um einer plötzlichen
Entdeckung vorzubeugen. Daß die Gefahr einer ſolchen
rvirklich nahe lag, erfuhr ſie durch einen Beſuch, von dem
ſie Hans Hermann ſogleich berichtete.
Ja, ſagte Fräulein Flott erregt, denken Sie nur, Herr
Graf, geſtern kam eine Exzellenz von Soundſo, den Namen
Habe ich vergeſſen, zu mir. Ich dachte, die fremde Dame
habe einen Auftrag für mich, und freute mich auf die neue
Arbeit, aber ſie begann ſogleich von ihrer Freundin,
der Gräfin Toeſſenſtein, zu ſprechen und als ich den Namen
Hellborn hörte, dachte ich mir gleich, daß es ſich um die
Gräfin Gabi handle. Sie meinte denn auch, ich ſei für
die Stellvertreterin, die ich dem Baron Haſſelmann
ge=
ſandt habe, doch gewiſſermaßen verantwortlich und ſolle
ihr genaue Auskunft geben über das Vorleben und die
Privatverhältniſſe von Fräulein Schacht. Das konnte ich
der Wahrheit gemäß doch nicht tun? Ich faßte mich alſo
kurz und meinte, ich hätte von dem jungen Mädchen nur
Gutes gehört und von ihr ſelbſt den beſten Eindruck
emp=
fangen. Der Herr Baron ſchiene jedoch auch mit ihr und
ihren Leiſtungen vollkommen zufrieden zu ſein. Das
ge=
nügte der Abgeſandten der Gräfin Treſſenſtein aber nicht.
Sie wollte wiſſen, wer und was ihre Eltern waren, in
welchem Alter und an welcher Krankheit ſie geſtorben ſeien,
welche Stellungen die Brüder des jungen Mädchens
be=
kleideten, und ob ſie ſchon einmal verlobt geweſen ſei. Ich
antwortete ausweichend, ſo gut es ging, und gab ihr zu
verſtehen, daß die Privatangelegenheiten einer ſolchen
Angeſtellten im allgemeinen einer Kontrolle nicht
unter=
ſtänden, aber mir war gar nicht wohl dabei. Dann fragte ſie
nach Fräulein Schachts Berliner Adreſſe, und als ich ſagte,
ich könne mich im Augenblick derſelben nicht mehr
ent=
ſinnen, wuchs ihr Mißtrauen. Sie erklärte, in einigen
Tagen wiederkommen zu wollen, und ſagte, man könne ſich
im Notfalle ja an ein Privatdetektivbureau wenden, da
werde man jede gewünſchte Auskunft erlangen.
Hans Hermann runzelte die Stirn und murmelte:
Eine verdammte Geſchichte. Dann fragte er ſchnell:
Wünſchte die Exzellenz nicht, daß Sie Gabi möglichſt bald
ablöſen ſollten?
Gewiß, entgegnete Fräulein Flott, ſie wollte ſogar
ganz genau wiſſen, wann ich käme, aher ich war ja
un=
ſicher, weil Gräfin Gabi mir gerade wieder die Weiſung
gegeben hatte, vorläufig Hellborn fernzubleiben. So wies
ich denn auf die Krankheit meiner Mutter hin und machte
alles von dem nächſten Ausſpruch des Arztes abhängig.
Ich muß geſtehen, dieſer Beſuch hat mich ſehr erſchreckt.
Ich war froh, als ich wieder allein war.
Haben Sie meiner Schweſter darüber geſchrieben?
fragte Hans Hermann.
Nein, war die Antwort, ich wollte es gerade heute
tun und Gräfin Gabi auf die Gefahr eines längeren
Ver=
weilens hinweiſen.
Der junge Offizier machte eine Bewegung der
Ab=
wehr. Dann meinte er:
Laſſen Sie es nur, Fräulein Flott. Schriftliche
Bit=
ten und Vorſtellungen nützen bei meiner Schweſter nichts.
Die Sache muß anders angefaßt werden. Bereiten Sie
alles zur Abreiſe vor, und überlaſſen Sie uns alles
Wei=
tere. Wir werden Sie rechtzeitig benachrichtigen.
Fräulein Flott ſeufzte tief, als die Tür ſich hinter
Gabis Bruder ſchloß. Sie war die unſchuldige Urſache
dieſer Verwicklungen und Schwierigkeiten, und der
Ge=
danke, daß die Gartenhauſens ihr deshalb zürnten, quälte
ſie heute mehr denn je. Ihr einfaches, arbeitsreiches Leben
hatte bisher keine Konflikte gekannt, und ſie bereute es
bit=
ter, Gräfin Gabis zwingendem und verlockendem Vorſchlag
gefolgt zu ſein.
Gleich nach dieſem Beſuch telephonierte Hans
Her=
mann nach allen Himmelsrichtungen, um ſich mit ſeinen
Brüdern zu verſtändigen, und hatte die Genugtuung, ſie
noch an demſelben Tage alle zu einer Familienberatung
zuſammenzuführen. Er unterbreitete ihnen die ſchlimmen
Nachrichten, und ſeine Erregung teilte ſich ihnen mit.
Wiederholt wurde alles, was Hellboen betraf, erwogen
und beſprochen und ſchließlich ein Entſchluß gefaßt, der
den gordiſchen Knoten in der bekannten Art löſen ſollte,
aber nur dazu beitrug, Gabis Angelegenheiten noch mehr
zu verwirren.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Nummer 37.
Große, ſüße
Voll-Brot
enthält, im Gegenſatz zu denSetiskulsokkdren
gewöhnlichen Brot, alle
wert=
vollen Beſtandteile der
Korn=
frucht, die durch eine lange
Srungen
Backzeit zu vollſter
Aus=
nützung erſchloſſen werden.
Voll=Brot
wird von zahlreichen Aerzten
u. Hygienikern gegen
Darm=
trägheit,
Verdauungsſtörun=
gen, Blinddarmentzündung,
Zuckerkrankheit, Fettleibigkeit,
Bleichſucht, Zahnkrankheiten
u. a. empfohlen.
Nachſtehend Auswahl
her=
vorragender Erzeugniſſe,
Ab=
wechslung iſt wichtig, man
ſoll nicht immer dieſelbe Sorte
(2631a
Brot eſſen.
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wie Pumpernickel,
ca. 5 Pfund . . 80
Weſtf. Pumpernickel 32 „
Sanitasbrot, Rogg.,
35 und 65 „
Weizen,
35 und 65 „
Vollweizenbrot,
hefefrei . 30 und 50 „
Eiſenkraftbrot . . 30 „
Nußſchrotbrot . . 35 „
Bananenbrot. . . 35 „
Früchtebrot . . . 35
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brot . . 25 und 50 „
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Der Oberinſpektor, Herr von Wardenburg, war nach
Breslau zum Maſchinenmarkt gefahren und eher
zurück=
gekehrt, als er vorausgeſetzt hatte. Nun fand er auf dem
Bahnhofe der Hauptlinie keine Abholung vor. Man
er=
wartete ihn erſt am nächſten Mittag, und er mußte ſich
ent=
ſchließen, die acht Kilometer zu Fuß zu gehen. Das
ſchreckte ihn nicht. Nach dem Sonnenbrand auf dem
Aus=
ſtellungsplatz und der ſtaubigen Hitze im Kupee war es
ihm eine Wonne und Wohltat, mit ſtarken Schritten in die
erfriſchende Abendkühle hineinzuwandern und den
herr=
lichen Duft einzuatmen, welcher von friſchgemähten Wieſen
und reifenden Kornfeldern zu ihm herüberwehte.
Es war bereits neun Uhr. Das Abendrot, das wie
eine feurige Lohe den ganzen Himmel überſtrahlt hatte,
verblaßte und verſchwand allmählich, und auf der roſigen
Spur kam ſchnell und leiſe die Dämmerung herbei, ſenkte
ihre zarten Schleier auf die Erde hinab und umhüllte die
Seele des einſamen Wanderers mit einer weichen, linden,
ruhevollen Stimmung, die er ſonſt kaum kannte und
duldete.
Er dachte weder an die neuen Maſchinen, die er
ge=
kauft, noch an die wirtſchaftlichen Aufgaben, die er zu löſen
hatte. Seine Vorſtellung beſchäftigte ſich ausſchließlich
mit der Gräfin Gabi, der er einige Tage ferngeblieben
war, und neben ihrem Bild tauchte wieder das Bild ihres
jugendlichen Begleiters des Grafen Dietrich v.
Treſſen=
ſtein, auf, der ihn neuerdings ins Vertrauen gezogen
hatte und ihm auf gemeinſchaftlichen Wegen von dem
reizenden Tippfräulein vorſchwärmte. Die Bitterkeit,
welche Wardenburg ſonſt in bezug auf Gabi beherrſchte,
Geee een
und der Wunſch, wieder einmal mit ſeiner einſtigen Braut
zuſammen zu ſein, ſtieg als lebhaftes Verlangen in ſeinem
Herzen empor. Dazu geſellte ſich ein leiſes Angſtgefühl,
und der Gedanke, ſie könne vielleicht in dieſen Tagen
ge=
rade abgereiſt ſein, verfolgte und peinigte ihn mehr und
mehr.
Da, mit einem Male, als er um die Waldecke bog,
ſtand Gabi mitten auf der Landſtraße vor ihm, aber nicht
in Geſellſchaft des Grafen, ſondern allein und offenbar
angenehm überraſcht, ihn zu ſehen. Er traute ſeinen
Augen kaum, und in ſeine Freude miſchte ſich ein ſtarkes
Befremden; ehe er jedoch eine Frage tun konnte, kam
ſchon die Aufklärung, und freimütig zu ihm aufblickend,
ſagte ſie munter:
Ich habe wieder einmal eine Dummheit gemacht,
nämlich eine Entdeckungsreiſe auf eigene Fauſt, die mich
ſchon lange lockte, und mich dabei ganz gründlich verirrt.
Im Walde wars einfach wundervoll, aber auf dem
Rück=
weg ſchlug ich eine falſche Richtung ein und kam am
ver=
kehrten Ende wieder heraus. Dieſe langen Waldſchneiſen
gleichen ſich wie ein Ei dem anderen. Nun weiß ich, offen
geſtanden, nicht, wo ich bin, und es iſt ein wahrer Segen,
daß Sie als rettender Engel erſcheinen, um mich auf den
rechten Weg zu weiſen.
Vom Engel habe ich herzlich wenig an mir, ſagte er
lächelnd, und Ihnen die Direktive geben? — Ja, Gräfin,
wenn ich das könnte! Heute freilich iſt es nicht ſchwer, und
folgen mir unter dem Druck einer Force majeure, aber
gewöhnlich verſchmähen Sie meinen Rat und wählen
ab=
ſichtlich einen Weg, welcher in die Irre führt,
Sie ging auf ſeinen verſteckten Vorwurf nicht ein,
ſchritt gelaſſen neben ihm an der Waldgrenze entlang und
ſagte dann ſcherzend:
Sie ſind gar nicht ſo ſtreng, wie Sie ſcheinen, Herr
v. Wardenburg, und auch nicht ganz ſo konſequent. So
lehnten Sie es, zum Beiſpiel, neulich mit großer
Schroff=
heit ab, mein Geheimnis hüten und ſchützen zu wollen, und
dann haben Sie der Baroneſſe doch geſagt, Fräulein
Schachts Aehnlichkeit mit der Gräfin Gartenhauſen, die
Sie zuerſt leider verraten hatten, ſei nur im erſten
Augen=
blick ſo frappierend geweſen und verlöre ſich mit der Zeit
mehr und mehr. Ich weiß, wie peinlich es Ihnen iſt, eine
Unwahrheit zu ſagen, und bedanke mich herzlich für das
gebrachte Opfer.
Es blieb mir ja nichts anderes übrig, murrte er, ich
mußte den Verdacht, den ich unbeſonnenerweiſe ſelbſt
aus=
geſprochen hatte, doch ſchleunigſt wieder von ihnen
ab=
lenken, aber gern habe ich es nicht gelan, das ſteht feſt.
Die Tatſache genügt, meinte ſie lächelnd, und fragte
dann: Wie weit iſt es noch bis Hellborn?
Fünf Kilometer, Gräfin.
Na, das iſt an und für ſich nicht weit, aber ich bin ſeit
drei bis vier Stunden unterwegs und ſchrecklich müde.
Können wir den Weg nicht etwas abkürzen?
Nein, leider nicht, war die Antwort, wir kommen jedoch
bald an eine Holzung, wo hier und da noch ein gefällter
Baumſtamm liegt und einen natürlichen Sitz bietet. Da
können wir uns niederlaſſen und ausruhen.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 37.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Seite 15.
Sport, Spiel und Turnen.
— Turnſport in der Darmſtädter Turngemeinde. Man
ſchreibt uns: Einem Zuge der Zeit folgend, hat ſich eine
ſtattliche Anzahl Turner der „Turngemeinde Darmſtadt”
zuſammengefunden und eine Abteilung für Turnſport
ge=
gründet. Dieſe wird ſich vorwiegend mit der Pflege der.
volkstümlichen (leichtathletiſchen) Uebungen befaſſen, ohne
aber dem Geräteturnen zu entſagen. Letzteres muß
bei=
behalten werden, da es einen kräftigen Oberkörper bildet,
der eine Vorbedingung für eine erfolgreiche Betätigung in
den volkstümlichen Uebungen bedeutet. Die genannte
Ab=
teilung verfolgt auch den Zweck, den körperlichen
Veran=
lagungen der Turner mehr gerecht zu werden. Es iſt
zwar das Ideal eines Turners, allſeitig durchgebildet zu
ſein, aber nur wenigen iſt die Vorbedingung, dieſes Ideal
zu erreichen, beſchieden. Während dem einen die in hohem
Grade erforderliche Geſchmeidigkeit der Glieder und der
Wagemut fehlt, um einen Erfolg im Kunſtturnen zu
er=
zielen, ſo beſitzt der andere nicht die entſprechende
Körver=
größe und den robnſten Knochenbau, die ihm einen Erfolg
in den volkstümlichen Uebungen ſichern. Da ſolche einſeitig
veranlagten Leute durch die hohen Anforderungen, welche
die Deutſche Turnerſchaft in bezug auf allſeitige
Körper=
ausbildung ſtellt, im turneriſchen Wettkampfe ſchlechte
Er=
fahrungen machten, und ins ſportliche Lager ſich
hinüber=
gezogen fühlten, wo auch dem einſeitig ausgebildeten oder
veranlagten Manne die Siegespalme winkt, wird die
neu=
gegründete Abteilung hier ausgleichend wirken. Die
Ent=
wicklung derſelben iſt durch das Vorhandenſein von gutem
Material unter den Turnern der Turngemeinde geſichert.
Jedem Turner und jungen Manne, der vorwiegend
Inter=
eſſe für leichtathletiſche Uebungen zeigt, iſt alſo Gelegenheit
geboten, dieſes in der Turngemeinde Darmſtadt unter
Lei=
tung von guten, allſeitig durchgebildeten Kräften in die Tat
umzuſetzen. Da die Turngeneinde Darmſtadt über eine
große Halle mit Lohboden verfügt, können Wurfübungen
und Springen auch in der jetzigen Jahreszeit geübt
wer=
den. Die Angehörigen der Abteilung geben ſich ſchon mit
Fleiß der Sache hin, ſo daß vorausſichtlich zu dem in
die=
ſem Frühjahr von dem Frankfurter Verband für
Turn=
ſport geplanten praktiſchen Sportlehrerkurſus nach den
Methoden des Olympia=Trainers Dr. Kränzlein eine
An=
zahl Leute geſtellt werden kann, denen man die
Beſcheinig=
ung „Mit Erfolg teilgenommen” nicht vorenthalten wird.
Kraſtfahrer=Abteilung im Gau IX des D. R.=B.
Am Samstag tagten im Reſtaurant „Fauſt” zu Frankfurt
die Kraftfahrer des Gaues IX des Deutſchen Radfahrer=
Bundes und beſchloſſen zur Hebung und Förderung des
Sports und der Gefelligkeit, die Gründung einer
Kraft=
fahrerabteilung des Gaues IX im D. R.=B. unter dieſer
Bezeichnung. Alle Anweſenden erkläkten hierzu ihren
Bei=
tritt. Als Vorſitzender dieſer Abteilung wurde der
Kraft=
fahrwart des Gaues 12, Herr Heinr. Beck, gewählt.
Die übrigen Vorſtandsämter verteilen ſich wie folgt:
Stell=
vertretender Vorſitzender Herr E. Beihge, Schriftführer
derr M. Link, Kaſſierer Herr G. Hoptiſch und Fahrwart
Herr E. Kellner. Dem Vorſtand wurde die Ausarbeitung
der Statuten übertragen. Allen bis zum 1. März eintreten=
den Migliedern wird das Eintritsgeld erlaſſn. — Nach
Schluß dieſer Tagung wurde die Preisverteilung der vom
Gau I2. des D. R.=B. veranſtalteten Sandplacken=
Berg=
prüfungsfahrt vorgenommen und den Preisträgern die
wertvollen Ehrenpreiſe überreicht, und zwar dem Sieger
K. Bauer=Darmſtadt der goldene Bundespokal; 2. Platz
M. Link=Frankfurt, 3. Platz O. Paul=Frankfurt, 4. Platz
E. Häußler=Frankfurt.
* Sportliche Erfolge im Gau IX des Deutſchen
Rad=
fahrer=Bundes. Laut amtlicher Bekanntgabe der
Ergeb=
niſſe der Wetbewerbe im Einer=Streckenfahren auf der
Landſtraße über 165 Kilometer hat der Gau IX des
D R.=B. weitaus die beſten Reſultate zu verzeichnen: W.
Zimmermann=Darmſtadt, Fries=Frankfurt, K. Möſer=
Frankfurt ſtehen mit 5 Stunden 7 Min. an erſter Stelle,
und erhalten die goldene Bundesmedaille; W.
Keiper= Frankfurt mit 5 Stunden 33 Min. erhält die
gol=
dene Bundeskrawattennadel.
Handel und Verkehr.
Poſtſcheckverkehr. Der zwiſchen den
Poſt=
ſcheckämtern in Berlin, Breslau, Cöln, Frankfurt (Main),
Hamburg, Hannover, Karlsruhe (Baden) und Leipzig und
den Abrechnungsſtellen der Reichsbank beſtehende
bargeld=
loſe Zahlungsausgleich weiſt für das Jahr 1913 recht
er=
freuliche Ergebniſſe auf. Die Einlieferungen in den
Ab=
rechnungsverkehr umfaßten über 536 000 Schecks im
Be=
trage von rund 4,7 Milliarden Mark. Im geſamten
Poſt=
ſcheckverkehr ſind im Jahre 1913 rein buchmäßig, alſo
namentlich durch Ueberweiſung von Konto zu Konto, rund
21,3 Milliarden Mark beglichen worden, d. ſ. über 59 v. H.
des Geſamtumſatzes.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 bes
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zum Krankenverſicherungs=Beitrag
der Dienſtboten!
Von verſchiedenen Hausfrauen wird neuerdings dieſe
ſehr wichtige Frage angeregt, ſo auch in der letzten
Num=
mer dieſes Blattes, zu gleicher Zeit mit dem Wunſche, daß
eine allgemeine Hausfrauen=Verſammlung — doch auch
unter Zuziehung der Hausmänner, da dieſe in der
Mehr=
zahl die Haushaltungsgeldſpender doch ſind! — ſtattfinden
möge zur Beſprechung der Beitragspflicht der Dienſtboten.
Jeder rechtlich Denkende wird mit Freuden zugeben
müſ=
ſen, daß ſchon längſt die Geſetzgebung den Weg beſchritten
hat, der arbeitenden Klaſſe — ſomit auch unſeren
Dienſt=
boten — des Lebens Daſein inſofern erleichtern zu helfen,
als man ihre geleiſtete Arbeit mehr anerkennt und ihnen
behillich iſt, ſich ihre Gefundheit und körperliche Kraft auch
zu erhalten. Andererſeits iſt es aber auch völlig falſch von
den arbeitenden Klaſſen, wenn dieſe nun denken, daß neben
den ſteigenden Löhnen, die ſie beziehen, ſie nun gar keine
Pflicht mehr haben ſollten, in gewiſſem Maße auch etwas
für ſich ſelbſt mit ſoigen zu heiſen! Seiher ſchrieb das
Geſetz für die arbeitenden Klaſſen — alſo auch unſeren
Dienſtboten — ja auch eine gewiſſe Beitragsleiſtung zur
Krankenkaſſe vor, und wenn es viele Haushaltungen gab,
die, zugunſten ihrer Dienſtboten und um einem etwaigen
Wechſel zu entgehen, auf deren Beitrag verzichteten, ſo war
dies, ſtreng genommen, nicht recht. Das Geſetz hat eine
Gleichmäßigkeit vorgeſchrieben, und dieſe ſollte auch
all=
gemein gehalten werden — allgemein zugunſten aller
Haushaltungen! Nun ſind die Krankenkaſſenbeiträge mit
den neu in Kraft getretenen Beſtimmungen leider nicht
un=
erheblich zum Teil geſtiegen — warum? Und ſo tritt nun
an alle Haushaltungen die Frage heran, ſollen wir unſere
Dienſtboten reſp. deren Lohn mit dem geſetzlichen ½
be=
laſten, oder wollen wir den ganzen Beitrag übernehmen
und ſomit gewiſſermaßen eine Lohnerhöhung eintreten
laſſen? Dies wird der heikle Punkt ſein, bei dem es ſich
bei den Hausfrauen — und Hausmännern! — drehen
wird; denn es könnte unter Umſtänden die Kündigung
von ſeiten eines Dienſtboten eintreten, den man lange
Jahre hat und den man nicht gerne wiſſen möchte.
An=
dererſeits müßten hier aber auch dier Dienſtboten ſelbſt
ernſtlich mit ſich zu Rate gehen und ſich nicht durch andere
namentlich Verdingbureaus — aufhetzen laſſen, und ſich
ſelbſt fragen, ob es für ſie wirlich ein ſo großer Vorteil
wäre, aus einem Hauſe, in dem ſie ſich ſeit Jahren wohl
fühlen und wo ſie eine gute Behandlung genießen, wegen
einiger Märkchen die Stelle zu wechſeln. Dieſe ganze Frage
— alſo etwaiger Dienſtbotenwechſel — der meiſtens für
beide Teile keine große Vorteile bringt, würde aber
hin=
fällig, ſobald unter ſämtlichen Haushaltungen — ohne jede
Ausnahme! — eine Einigkeit herrſchen wird, Einigkeit in
dem Punkte, daß den Dienſtboten unbedingt das
geſetzliche ½ vom Lohn in Abzug gebracht wird11 Die
arbeitenden Klaſſen müſſen auch ſelbſt anerkennen, daß der
betreffende Beitrag in erſter Linie ihnen ſelbſt doch, in
Krankheitsfällen zugute kommt. Aber Einigkeit muß
unter den Haushaltungen herrſchen; Einigkeit allein macht
ſtark. Sich ruhig der Gewalt beugen, iſt ein Zeichen
be=
ſchämender Schwäche.
Ein Hausherr.
Literariſches.
— Apollinaris=Sportkalender 1914 gibt
in der bekannten und allſeitig beifällig bemerkten
Form für das Jahr 1914 eine reichhaltige, eingehend
aus=
gearbeitete und zuverläſſig durchgeführte Zuſammenſtellung
der bedeutenden ſportlichen Ereigniſſe, ſowie eine
inter=
eſſante Aufzeichnung der beſonderen feſtlichen
Veranſtalt=
ungen. „Der Zeit vorauseilend, dem Leſer wiſſenswert,
der Sportſache dienen” iſt die Idee, die der Herausgabe
der Apollinaris=Sportkalenders zugrunde liegt. Nach der
nunmehr erfolgten Ausgabe des dritten Jahrganges des
Apollinaris=Sportkalenders iſt zuzugeben, daß die
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bietet und eine Ergänzung des mehr feuilletoniſtiſch gehaltenen Illuſtrierten Unterhaltungsblattes darſtellt.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914.
Nummer 37.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. Februar 1914
Nummer 3
Vorträge.
— In einer gut beſuchten Verſammlung der
Bezirks=
gruppe Darmſtadt des Vereins „Recht und
Wirt=
ſchaft” ſprach Herr Aſſeſſor Dr. Eiſe über den „Schutz
der Arbeitswilligen unter beſonderer
Be=
rückſichtung des Streikpoſtenſtehens und
unter Hinweis auf die ausländiſche
Geſetz=
gebung‟ Nach einer kurzen Schilderung der
beſtehen=
den Mißſtände gab der Redner eine Darſtellung des
gel=
tenden Rechts. Es wurden die Paragraphen 152 und 153
der Gewerbeordnung, ſowie die Paragraphen 240, 241
und 253 des St.=G.=B. beſprochen. Während in
Deutſch=
land das Streikpoſtenſtehen nicht verboten iſt, finden ſich
z. B. in Oeſterreich, Italien, Belgien, Schweiz (
Solo=
thurn und Zürich), Schweden, Holland und England zum
Teil ſehr ſcharfe Strafbeſtimmungen, die allerdings kaum
je Anwendung finden. Bei einem etwaigen Verbot des
Streikpoſtenſtehens müßte auch der wirtſchaftliche
Boy=
kott durch Unternehmerverbände unter Strafe geſtellt
wer=
den. Im großen und ganzen erſcheint es juriſtiſch ſehr
ſchwer, ein Verbot des Streikpoſtenſtehens praktiſch
durch=
zuführen. Nach Lage der Dinge würde es am
zweck=
mäßigſten ſein, von einem derartigen Verbot Abſtand zu
nehmen und allenthalben Straßenpolizeiverordnungen auf
Grund des § 366, 10 des Str.=G.=B. zu erlaſſen und alle
Inſtanzen, einſchließlich der Schutzleute, über ihr
Verhal=
ten, ihre Verpflichtungen und Befugniſſe bei Ausbruch
eines Streiks und gegenüber Streikpoſten zu belehren.
Durch geeignete Weiſungen ſeitens der Zentralinſtanzen
würde vordengend gewirt werden können, falls die
Po=
lizei von Anfang an mit der erforderlichen Umſicht
vor=
geht. Der Ruf nach Verleihung der Rechtsfähigkeit an
alle Berufsvereine erſcheint unzweckmäßig. Zu erwägen
wäre, ob man dem Berufsverein die geſetzliche Haftung
für rechtswidrige Handlungen ſeiner Mitglieder, z. B. für
Bruch des Tarifvertrags, auferlegen und etwa beſtimmen
kann, daß der Berufsverein ſo lange haftet, als er nicht
beweiſt, daß die Handlung ohne oder gegen ſeinen Willen
geſchah. Geboten erſcheint weiter die Schaffung eines
Koalitionsrechts durch Beſeitigung der Paragraphen
152, 2 und 153 der Gewerbeordnung und Anwendung der
allgemeinen Rechtsnormen auf die Arbeitervereine unter
Einführung eines Berufsvereinsregiſters und der
allge=
meinen Anwendung des § 31 des B. G.=B. (Haftung des
Vereins) auf die Berufsvereine. Auch eine
zweckentſpre=
chende Neufaſſung der Paragraphen 240, ſowie 241 und
253 des Str.=G.=B. würde in Erwägung zu ziehen und
eine Aenderung der Strafprozeßordnung dahin ins Auge
zu faſſen ſein, daß alle Streikſtraftaten zu einer ſchnelleren
Aburteilung gelangen können. Zum Schluß betonte der
Redner noch, daß die Unternehmer Weſentliches durch
Selbſthilfe (Zuſammenſchluß zu Organiſationen und zu
Streikverſicherungsverbänden) erreichen könnten.
Im Anſchluß an dieſe juriſtiſchen Ausführungen legte
Herr Handelskammerſyndikus Dr. Human dar, wie ſich
Handel und Induſtrie bisher zu der Frage des Schutzes
der Arbeitswilligen geſtellt hätten. Es ſtehen ſich hier
zwei Anſichten ſcharf gegenüber, indem ein Teil der
In=
duſtrie (hauptſächlich Zentralverband Deutſcher
Indu=
ſtrieller) für ein ſcharfes Vorgehen durch Verbot des
Streitpoſtenſiehens eintrit. Ein anderer Teit, wie hauble
ſächlich die im Deutſchen Handelstag
zuſammengeſchloſſe=
nen Handelskammern und der Bund der Induſtriellen,
ſind für ein derartiges ſcharfes Vorgehen nicht zu haben.
Auch der Hanſa=Bund befürwortet in erſter Linie beſſere
Anwendung der gegenwärtig bereits beſtehenden Geſetze
durch die Polizeibehörden. Nicht zu leugnen iſt, daß
ſei=
tens der Gewerkſchaften ein beträchtlicher Terrorismus
ausgeübt wird, ſo daß bedrängte Arbeitswillige kaum
je=
mals den Mut zu beſonderen Strafanträgen finden. Es
liegt bei Verſchärfung der Beſtimmungen der Paragraphen
240 und 241 Str.=G.=B., Bedrohung und Nötigung, die
Gefahr vor, daß hierdurch nicht nur die ſtreikenden
Ar=
beiter, ſondern auch die ausſperrenden Unternehmer=
Orga=
niſationen betroffen werden, welche bei Ausſperrung nicht
nur die Unternehmer ſelbſt, ſondern auch die
Zwiſchen=
meiſter, Heimarbeiter uſw. überwachen müſſen. Endlich iſt
zu bemerken, daß ein Verbot des Streikpoſtenſtehens
wahr=
ſcheinlich noch nicht eine endgültige Beſſerung der
gegen=
wärtigen Zuſtände bedeuten würde, da dann noch die
Ver=
fehmung der Streikbrecher beſtehen bleiben würde, welche
in Arbeiterkreiſen ſicherlich ſtark gefürchtet wird. Vom
Unternehmerſtandpunkt aus erſcheint neben zielbewußter
Beihilfe der Polizeiorgane bei Streiks der
Zuſammen=
ſchluß in machtvolle Arbeitgeberverbände ſehr
zweck=
mäßig, da dann von Macht zu Macht verhandelt und
man=
cher Streik verhindert werden kann. — Hieran
anſchlie=
ßend ſprachen noch verſchiedene Herren in der Diskuſſion,
und zum Schluß machte Herr Oberlandesgerichtsrat Lang
noch einige Mitteilungen über in Ausſicht genommenen
Beſichtigungen und weitere Vorträge.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 20
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Eine auserlesene Serie
erster Kunstkräfte:
Weidmannsheil, Darstellung
künstl. Elfenbein-Gruppen
jagdgerechter Bilder
3 Sellon’s 3, Sensationeller
Gymnastikakt. Max Lampl,
Bayrisch. Bauern- Komiker.
Lucia Majorano, Italienische
Tänzerin. Ralph Bradley,
Handschatten- Silhouetten.
Miss Claire u. Gust. Bieckwenn,
Kunstradfahrer. Mod.
Licht-
spiele. 8 Germanias 8,
„Die Frauengarde‟. Clown
Peppös, kom. Dressur-Akt.
Vorverkauf und Preise wie bek.
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Montag,
Vereinigung früherer Leibgardisten.
in der „Stadt Coburg‟,
9. Februar Regiments-Abend waldstr. 2. — Beginn 9 Uhr.
Anmeldungen können bei dieser Gelegenheit geschehen.
(3713
Der Vorstand.
11. Wanderung
Sonntag, den 8. Febr. 1914.
Ziel:
Wald=
odenweldk
Michelbach.
Marſchz. 5½ St.
Führer:
Herm. Retzer u.
E. Schorer.
Abfahrt:
H.=B. 6 Uhr 46.
O.=B.6 „ 59.
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Tiſchkarten bei
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B. Bergmann.
Der Vorstand.
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Großherz. Hoftheater.
Freitag, den 6. Februar 1914.
106. Abonnem.=Vorſtellung. D 27.
Filmzauber.
Poſſe mit Geſang und Tanz in
4 Bildern von Rudolph Bernauer
und Rudolph Schanzer. Muſik
von Walter Kollo und Willy
Bredſchneider.
Spielleiter: Bruno Harprecht.
Muſikal. Leiter: Erich Kleiber.
Perſonen:
Erſtes Bild.
„Franz und Fränze‟
Adalb. Muſenfett Br. Harprecht
FränzePapendieck Käthe Gothe
Max Rademacher Frz. Schneider
Wanda
Hammer=
ſchmidt
. Hede Schaub
Eufemia Breit= (Minna
Müller=
ſprecher . . .Rudolph
Anaſtaſius .
. Paul Peterſen
v. Klemczinski Rich. Jürgas
Maria Geſtieulata Charlotte Pils
Erſtes
Element. Feiſtle
Louiſe Kümmel
Zweites
Hrittes 1 Tipp= Lydia Riethof
Viertes ſfräulein Evelyn Moore
L. Sturmfels
Fünftes
Sechſtes
Zweites Bild.
„Napoleon
und die Müllerstochter”.
Friedrich Auguſt
Käſebier
Adolf Jordan
Cordula, ſ. Frau Sofie Doſtal
Adalbert
Muſen=
fett
. Br. Harprecht
Fränze Papendieck Käthe Gothe
Max Rademacher Frz. Schneider
Wanda
Hammer=
ſchmidt.
. Hede Schaub
Maria Geſticulata Charlotte Pils
Eufemia Breit= 1 Minna
Müller=
ſprecher
Rudolph
Anaſtaſius .
. Paul Peterſen
Thomas
Rind=
fleiſch
. Adolf Klotz
(In der Filmaufnahme: Die
Völ=
kerſchlacht bei Leipzig.)
Napoleon(
Muſen=
fett) . . . . . Br. Harvrecht.
Müllerstochter
(Fränze)
. Käthe Gothe
Marketenderin 1 Minna Müller=
(Eufemia) . . 1 Rudolph
Der meldende
Offizier.
Heinrich Geyer
Der Spion .
Fr. Jachtmann
Drittes Bild:
„Hab’n wir uns nicht ſchon
mal kennen gelernt?”
Geheimrat
Papen=
dieck .
Heinrich Hacker
Fränze, ſ. Tocht. Käthe Gothe
Adalb. Muſenfett Br. Harprecht
Friedrich Auguſt
Käſebier . . . Adolf Jordan
Wanda
Hammer=
ſchmidt
Hede Schaub
Max Rademacher Frz. Schneider
v. Klemczinski Richard Jürg.=
Eufemia Breit=1 Minna Mülle
Rudolph
ſprecher .
Viertes Bild:
„Otto der Faule”.
Adalb. Muſenfett Br. Harpreck
FränzePapendieck Käthe Gotk.
Friedrich Auguſt
. Adolf Jor
Käſebier
Cordula Käſebier Sofie Doſtal
Max Rademacher Frz. Schneide:
Wanda Hammer=
. Hede Schaub
ſchmidt .
ſprecher
Thomas
Rind=
fleiſch
Anna, Stuben=
v. Klemezinski Rich. Jürgas
Eufemia Breit=1 Minna Müller=
Rudolph
. Adolf Klotz
mädchen . . EllenWidmann
Krank: Annemarie Liſchke.
Preiſe der Plätze (Gewöhnl.
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
4.20 ℳ, 14.—20, Reihe 3.40 ℳ,
Parterre: 1.—5. Reihe 2.90 ℳ,
6.—8. Reihe 2.35 ℳ,
Proſzeniums=
loge 6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
Balkonloge 5.20 ℳ, 1. Rang 4.70 ℳ,
2. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ, 7. u.
8. Reihe 2.15 ℳ, 1. Galerie 1.35 ℳ,
2. Galerie 0.75 ℳ.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.)
Anrfang 7½ Uhr. — Ende 10½ Uhr.
Worverkauf f. die Vorſtellungen:
Samsgag, 7. Febr. Außer Ab.
5. Volks vorſtellung zu ermäßigten
Pit Wt. „Die luſtige Witwe.”
Anfäſig 7½ Uhr. Vorverkauf bis
einſchl. Samstag, 7. Febr., im
Ver=
kehrsbüro (Ernſt=Ludwigsplatz).
Verkauf der etwa noch vorhand.
Karten am Tage der Vorſtellung
Eva Unger ſauch an der Tageskaſſe im
Hof=
theater zu den übl. Kaſſeſtunden.
Sonntag, 8. Febr. Nachm. 2½
Uhr. Auß. Ab. 26. Volksvorſtell.
zu ermäß. Preiſen. Neu einſtud.;
„Der dunkle Punkt”.
Vor=
verkauf bis einſchl. Samstag, den
7. Febr., nur im Verkehrsbüro,
Ernſt=Ludwigsplatz. Verkauf der
etwa noch vorh. Karten am Tage
der Vorſtell. auch an der Tageskaſſe
im Hoftheater vorm. von 11 Uhr
ab. — Abends 7 Uhr. Auß. Ab.
Einmal. Gaſtſpiel von Madame
Charles Cahier. Neu einſtud. u.
neu inſzeniert: „Samſon und
Dalila‟ Dalila: Mad. Charles
Cahier. Gew. Preiſe.
Montag, 9 Febr. Außer Ab.
X. Sonder=Vorſtellung. „Die
ſpaniſche Fliege.‟” Anfang
8 Uhr. (Zu dieſer Vorſtellung
findet kein Kartenverkauf ſtatt.)
Markt 7
Darmstadt
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angelegt ist unsere diesjäfrige Veranstaltung zur „Weißen Woche‟.
Wir bieten, was Billigkeit und Auswahl anbelangt, Hervorragendes. Auf
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Garnkigen=alila: Mad. Charles
Meinzer Werenhus
Markt
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Darmstadt Guge
Baehdrackerei Asten Hsserieh, Sarmsiadt
[ ← ][ ][ → ]Nachdruck auch auszugsweiſe verboten!
Rafyz
che Bäder,
Die, diesem Aufsatz beigegebenen Eilder
sind die ersten Photographien vom Innern
eines türkischen Bades, welche überhaupt
eistieren. Trolzdem der Verfusser größere
Geldgeschenke anbot, ist es erst jetzt, mit
Hilfe einheimischer Araber, gelungen, diese
Bilder aufzunehmen.
Ofls ich mit meinem kollegen, dem deutſchen
Arzt, das erſtemal durch die Straßen von
Basrah wanderte, fielen mir in der drängenden
Dolksmenge eine Anzahl verkrüppelter Leute auf
Ich glaubte deshalb, es müßten wohl viel
körpe=
lich Minderwertige unter den Orientalen ſein. Dr
Kollege aber lachte mich aus. Und ich
ükr=
zeugte mich ſpäter ſelbſt davon, daß kein Jolk
der Erde ſich einer dauerhafteren Geſudheit
erfreut, wie dieſe Menſchen.
Wenn uns Europäern die Kranken affallen,
ſo kommt es daher, daß ſie ſich, um z betteln
und die mitleidige Seele zu rühren, an en
meiſt=
begangenen plätzen herumtreiben und immer
wieder dort auftauchen. Sie machen an Geſchäft
aus ihrem Gebreſte und täuſchen de Statiſtik.
ie ich dann mit der Pſyche ds Dolkes und
des Landes vertrauter wurd, kam es über
rnich wie eine Erleuchtung. Ich lerite nämlich den
Aoran, die mohämmedaniſche Bibel als ein
Geſund=
heitsbuch ſchätzen, wie es der geſheiteſte
Sanitäts=
profeſſor von heute nicht beſſerſerfinden könnte.
Der Koran verbietet den Geruß des
Schweine=
leiſches, den Alkohol. Er kenſt eine Menge von
Oflanzen, Kiſchen und Dingen, die den Gläubigen
beerſagt ſind. Alle dieſe Objeke ſind mit weiſem
Dorbehalt aus der Liſte der eraubten Gegenſtände
geſtrichen. Das Schweinefleiſck iſt zu fett und wird
ſchlecht vertragen. Der Alkolpl wirkt bekanntlich
im dem heißen Klima doppelt ſchädlich auf die
Nerven und das Körperſyſten.
ider Antelener geine ſeinten ohne Tunilenahme von
Seife und Pinsel urter den Achseln.
Von einem deutſchen Arzt.
Auch ie anderen Vorſchriften für die hygiene
des Maſchen ſind im Koran ſchön und deutlich im
Geweide religiöſer Geſetze beſchrieben. So wird
dieseſeitigung unreiner Stoffe, wie Blut, Eiter,
Enremente und anderer hinderlicher Dinge, zum
eligiöſen Werke, denn die Reinheit ſlaharaſſteht
bei den Pflichten des Jslam an erſter Stelle.
Auf dieſe Weiſe wird eine wahre Desinfektion
erzielt, die bei dem warmen Ulima und bei dem
Naturell des Orientalen doppelt notwendig iſt.
Non dieſen Heilmitteln, in welchen ſich
Religion und hygiene ſeltſam
ver=
quicken, iſt das wichtigſte aber das
tür=
kiſche Bad. Der Koran ſagt:
„Das Bad gehört zu den Pflichten des
Moslim.” 6e
Ich ſprach einmal mit einem hohen
türkiſchen Beamten darüber. Er ſagte:
„Siehe, mein Freund, du willſt wiſſen,
was mich geſund erhält, was mich friſch
und nimmermüde macht. höre zu, was
dir Mohammed ibn halef ſagt: Wenn du
krank biſt oder dein Bruder, was tuſt du,
oder was tut er? Du ſelbſt biſt ein Arzt. Bademädchen friedigt zu ſein.
Aber du wirſt, wenn du dich ſchwach aus dem Harem Jetzt zur hauptſache, dem Schwitzraum
fühlſt, zu einem anderen hakim (Arzt) 1 (ach einem alten
gehen. So tun alle deine Landsleute.
Was aber tue ich? Und was tuen alle
unſere Glaubensbrüder? Wir wandern in das
Bad. Und wenn das Bad nimmer hilft, ſo, ſage
ich dir, kann auch der Arzt nimmer helfen. Du
kannſt mir glauben:
Das Bad iſt das beſte Mittel gegen den böſen
Geiſt der Krankheit.”
5
In mir regte ſich der Geiſt der Wiſſenſchaft
und ich wollte widerſprechen. Er machte eine
milde handbewegung, eine freundliche Geſte und
erwiderte: „Hakim aleman (deutſcher Arzt), du
mußt mit mir ins Bad gehen. Du ſollſt ſeinen
Segen ſelbſt erkennen.”
In dieſer Einladung lag ein höchſt ehrenvoller
Beweis ſeines Vertrauens. Denn man ſieht den
Beſuch von Weſteuropäern in den Badeanſtalten
nicht gerne. Die Muſelmanen ſind mißtrauiſch
und fürchten, daß ſich die Andersgläubigen über
ihre handlungen luſtig machen könnten.
Das Bad, in welches er mich führte, lag in
2einer von den ſchmalen, fenſterloſen Gaſſen,
wie ſie für die orientaliſche Stadt typiſch ſind.
Auf dem Portal war kein Firmenſchild, noch eine
ſonſtige Inſchrift. Die Einheimiſchen erkennen
die Bäder nur daran, daß der Eingang mit
dunkelgrüner Oelfarbe geſtrichen iſt.
Ein hoher, fenſterloſer Raum mit einer großen
Kuppel nahm uns auf. Die bunten, runden
Glas=
ſcheiben in der Kuppel verbreiteten ein magiſches
Dämmerlicht. Aus einem breiten Marmorbecken
plätſcherte in der Mitte ein Springbrunnen.
Rings=
herum an den Wänden in kliſchen mit weichen
Polſtern pflegten die Gläubigen der Ruhe. Hier iſt
der Ort, wo man nach dem Bade ſeinem „keff‟
Gehrüder Aner, Mannhein.
nachhängt. „kekk” iſt der orientaliſche Ausdruck
für das ſüße Nichtstun, d. h. man ſtiert ins Blaue
und denkt an allerlei und garnichts. Der eine
raucht ſeine Sigarette, der andere eine gurgelnde
Waſſerpfeife (nargileh). Ein alter, graubärtiger
pilger erzählt Märchen. Daß der Kaffee dabei
nicht fehlt, verſteht ſich im Orient von ſelber.
hier wird auch der körper maſſiert, wenn er
aus dem durchgreifenden Bade kommt. Der
Aus=
geſchwitzte legt ſich auf den Rücken und der
Bade=
diener reibt mit einem handtuch aus grober
Sack=
leinwand, freundlich grinſend, den Leib nach allen
Regeln durch, ſo daß ſich die geſchwundene
Epi=
dermis nur ſo wie mürber Brotteig ablöſt. haare
und hautfetzen gehen brav bei dieſer etwas rauhen
Prozedue f 6 en. Ader das erf. eut den Türken, denn
auch die haare auf dem körper ſind
etwas Unreines und es iſt deshalb
ver=
dienſtlich, ſie zu beſeitigen.
Gun wird man wie ein gewickelter
*e packen einem weiteren Sohne des
Islams überliefert, der uns mit Seife und
groben handtüchern abreibt. Zum Schluß
kommt noch eine beſondere Spezialität
des orientaliſchen Maſſeurs, nämlich das
Ausziehen ſämtlicher Gelenke, ſo daß ſie
knacken. Meine Nachbarn, welche dieſe
Drozedur an ſich vornehmen ließen,
ſchienen davon ſehr beglückt und
be=
ſelbſt. Wir haben die Badetoilette
an=
gelegt, beſtehend aus handtuch, um den
Kopf turbanartig zu winden,
Lenden=
tuch und einem Badelappen. Eigenartige
Holz=
pantinen ſchützen die nackten Füße. Denn auf
dem glühheißen Boden, der von unten geheizt
iſt, könnten wir ohne ſie nicht auftreten.
Mein erster Besuch im türkischen Bad:
Es ist eine stark begehrte Handlung, sich alle Finger, und
zwar einen nach dem andern, aus den Gelenken ziehen zu
lassen. Das hierbei entstehende Knacken befriedigt den Kunden
in sichtlicher Weise.
des Sultans.
Originalbild.)
Mein erster Beauch im türkischen Bad: Ein Blick in er
as türkiſche Bad iſt ein Heißluftbad. Manche
Reiſende haben es allerdings als Dampfbad
geſchildert. Dieſer Irrtum ſtammt daher, daß in
dem heißluftraum ſich ein Springbrunnen befindet,
deſſen Waſſer in der heißen Atmoſphäre verdampft,
weshalb der Springbrunnen in eine Dampfwolke
gehüllt erſcheint.
Die Temperatur beträgt hier wenigſtens 50
Grad Celſius. Man legt ſich auf eine hölzerne
pritſche, welche mit dickem Filz belegt wird, und
wartet in gedankenloſem, halbſchlummerartigem
hindämmern den Ausbruch des Schweißes ab.
Rein türkiſcher Freund hat alles mit ernſtem
Schweigen über ſich ergehen laſſen und ich tue
desgleichen. Zuweilen lächelt er mich freundlich
an, weil er weiß, wie ſehr nich die Sache
intereſſiert und weil er aus meinen Mienen ſieht,
daß es mir da garnicht ſchlecht gefällt.
Wir ſehen die würdigen alten Moslim mit den
raſierten Köpfen ſich hinſtrecken, triefend von
ge=
ſundem Schweiß, und elaſtiſch wie die Jünglinge.
Dort wird gerade der Kammerdiener des Deziers
eingeſeift und gerieben, daß ſeine wertvolle haut
ſich rötet wie ein Krebs in ſiedendem Waſſer. Aber
er lacht breit und behaglich und verlangt nach mehr.
Dun fängt auch bei uns der Schweiß an zu
e ſtrömen. Wer es nicht mitgemacht hat, weiß
nicht, wie angenehm das Gefühl iſt. Es entbehrt
jedes unangenehmen „Beigeſchmackes”, wenn man
ſo ſagen darf. Allmählich merkt man, wie man
leichter wird. Natürlich nicht nur phyſiſch, ſondern
auch ſeeliſch. Man fühlt ſich befreit, als wenn
maſſen von Schlacken und Abfall mit dem
rinnen=
den Fluſſe des Waſſers aus dem Leibe entſtrömten.
Nachdem wir uns etwa eine Stunde der Reinigung
von innen heraus hingegeben haben, laſſen wir
die oben beſchriebenen prozeduren vornehmen, die
maſſage, die Gelenkausknackung, und legen uns
dann ruhig hin, um das wundervolle Gefühl der
radikalen Säuberung auszukoſten. Da gibt es nur
zufriedene Geſichter, keine gequälten. Alle machen
den Eindruck von Befreiten und Erlöſten. Denn:
„Das Bad hilft gegen alles.
ar es die angenehme Stimmung, in die das
Bad jedermann verſetzt, oder war es der
ſichere Eindruck, daß alles, was ſich hier abſpielte,
das reife Produkt der Erfahrungen einer alten
Nation iſt, jedenfalls fühlte ich meine Skepfis
immer mehr ſchwinden. Rein Freund erzählte mir
nun von wahren Wunderheilungen, welche er im
Bade beobachtet hatte. Einer, der von einem
tollen hund gebiſſen wurde, heilte ſich durch
ſyſte=
matiſche Schwitzbäder (ein Fall den man übrigens
auch in der mediziniſchen Literatur finden kann).
Ein anderer wurde mit einer ſchweren
Lungen=
entzündung ins Bad getragen und dort energiſch
ausgeſchwitzt. Alle Reime ſchienen wie durch ein
Wunder kraftlos gemacht und er genas. Ich
über=
zeugte mich ſpäter ſelbſt von derartigen Wiekungen.
Ich ſah Rheumatiker durch ſolche
Schwitzpro=
zeduren auffallend ſchnell geneſen. Sie weigerten
ſich medizin einzunehmen und ich verſuchte es
wohl oder übel mit dem Schwitzen. Der Erfolg
gab den Worten meines Freundes recht.
hautkrankheiten waren bei regelmäßigem
Schwitzen geheilt. Sogar Syphilis verſchwand bei
dem fortgeſetzten Gebrauch der türkiſchen Bäder,
und Fettſucht, ebenſo die dort verhältnismäßig
eltene Gicht. Das und viele andere Fälle aus
der praxis lehrten mich den Wert des früher
etwas von oben herab betrachteten Schwitzbades
für die Behandlung von Krankheiten ſchätzen.
uf welche Weiſe ſind nun dieſe heilſamen
Wirkungen des türkiſchen Bades zu erklären?
Der Aufenthalt in der heißen Luft erzeugt eine
allgemeine Ueberhitzung des Blutes. Wenn man
nach einem halbſtündigen Bad mit dem
Lieber=
thermometer unterſucht, ſo findet man
Tempera=
turen zwiſchen 38 und 59, ja bis 40 Grad. Dieſe
Die Holzpantinen mit Fußbrettches für den Schwitzraum.
Erwärmung iſt dem Lieber ähnlich wie ein Ei
dem andern. Das Hieber aber iſt, darüber beſteht
heute kein eweifel mehr, ein Dorgang, der
not=
wendig iſt, un die ganze Raſchinerie des Körpers
zur höchſten Läſtung im Kampfe gegen die
Krank=
heit anzuſpornen. Wenn man nün bedenkt, daß.
im Heißluftbad dieſe Erwärmung künſtlich nach
geahmt wird, ſo begreift man leicht, welche
unge=
heure Beihilfe nan dadurch dem körper leiſtet.
Dieſes „künſtliche Fieber” vermehrt die Quantität
und Schärfe der vm Organismus gebildeten
Ab=
wehrſtoffe. Könnn doch überhaupt die meiſten
Bakterien die Erlöhung der Temperatur nicht
vertragen. Sie ſtelben ſchon ab oder
verlieren=
ihre „Dirulenz” (Gitigkeit), ſobald ſich die
Eigen=
wärme nur um Bruhteile von Graden erhöht.
Das türkiſche Bad leiſtet gründliche Arbeit, wie
man ſieht. Und zwar in erſter Linie als mächtiger
Bundesgenoſſe des Körers im Kampfe mit ſeinen
Feinden und weiterhm dadurch, daß es durch
zwei Millionen Schweßßdrüſen die Schlacken, die
Abfälle und abgetöteten Keime herausſchwemmt.
er dieſe Ergebniſſe der neuen und neueſten
Wgorſchungen kenn, der wird einſehen, daß
ſich die Orientalen nicht umſonſt ſo leidenſchaftlich
dem Schwitzbad ergeber. Ein Inſtinkt leitet die
menſchen ebenſo im Oten wie im Weſten und
führt ſie auch ohne Belehrung meiſt zu dem, was
ihnen gut und heilſam iſt.
mein Lreund Mohammed ibn halef hat ein
Stück europäiſchen Dünkels aus mir vertrieben und
mir einen neuen Weg gewieſen, der zu Nutz und
Frommen der leidenden Menſchheit zu verbreitern
und auszubauen iſt. mögen andere Methoden
daneben beſtehen, aber ohne die Schwitztherapie
kann ich mir eine richtige Doktortätigkeit nicht
mehr vorſtellen. Und darum empfehle ich allen,
die geſund bleiben wollen, ſolche Erfahrungen nicht
gering zu ſchätzen, kommen ſie, woher ſie wollen:
„Gehet hin und tuet es den Grientalen gleich”.
[ ← ][ ][ → ]
Nun wird der Heizapparat, ein
„Außen‟-Heizer, der durch ein Rohr
mit der Kabine in Verbindung steht,
an Ort und Stelle gebracht.
Alles ist bereit zum Bade. Wir
brau-
chen kein Billet an der Kasse
ab-
zugeben, kein Diener wartet auf den
„Backschisch”. Keine fremden
Men-
schen stören unser Behagen.
Kaum drei Minuten sind unter den
Vorbereitungen verflossen. Selbst
für den Ungesuldigen eine kurze Zeit.
Nun hinein zur Türe, daß nichts von
der köstlichen Wärme entweiche.
Um die Temperatur nach Gutdünken
zu regulieren, braucht der Badende
nur den Regulator (auf dem Bilde
mit einem Pfeil bezeichnet) zu ölfnen
oder zu schließen.
ner Bau dieſes betriebsſicheren
Außenhei=
zers bedeutet einen ungeheuren Fortſchritt
in der Konſtruktion von heim=Schwitzbädern
in Derdienſt, welches das kaiſ.
Datent=
mmt durch Erteilung von zwei Deutſchen
eichs=Datenten anerkannt hat. Jetzt erſt
itt jede Gefahr für den Badenden
ausge=
ſtſhloſſen.
Fünftes Kennzeichen:
Absolute Gefahrlosigkeit.
Ein einfacher Stuhl ſteht im kabinett, der
heizer iſt angezündet. Die Tür ſteht offen
und ladet zum Eintritt in die wohlige
warme Luft ein. Dieſe Tür wird durch die
vordere Wand gebildet und läßt ſich von
innen aus öffnen und ſchließen. Für
ängſt=
liche Perſonen hat es etwas Beruhigendes,
das Schwitzſtüblein” ungehindert, ohne
Beihilfe, jederzeit verlaſſen zu können.
Sechstes Kennzeichen:
Ein- und Austritt ohne fremde Beihilfe.
Die warme Luft fließt in vollem Strom in
unſer türkiſches Sanatorium. Wer ſchon
an=
dere Apparate benützte, wird überraſcht
ſein über das Fehlen von jeglichem Geruch,
welcher bisher als unerläßliche Beigabe
zum heißluftbad gehörte. Die köſtliche
Rein=
heit der heißluft verdanken wir dem pat
Heizapparat. Seine Flamme iſt durchſichtig
blau und abſolut geruchlos.
Siebentes Kennzeichen:
Reine, geruchlose Heißluft.
Die Möglichkeit, die Temperaturen zu
be=
herrſchen, öffnet neue Bahnen für die
Be=
nützung von türkiſchen Bädern. heute iſt
die „unregulierbare” Schwitzkabine nicht
mehr zeitgemäß. Das regulierbare‟ Kreuz=
Chermalbad, welches jedem Winke ſeines
Beſitzers gehorcht, iſt an ihre Stelle getreten.
Achtes Kennzeichen:
Präzise Regulierung der Temperatur.
Ein Kreuz-Thermalbad besitzen, heißt:
Unabhängig sein von der
Bade-
anstalt, von Zeit und Witterung.
Das mödernste türkische Bad, zu
jeder Stunde bereit im eigenen Heim.
Suſammengelegt findet es überall platz.
Whne Mühe kann man das Kreuz=Thermal=
Had, wie das Bild zeigt, leicht
transpor=
tieren. Die Kabine iſt ſolid gebaut. Ein
Sräftiges Gerüſt aus Stahlrahmen, flach
zu=
ammenlegbar und darüber die Bekleidung
aus einem abwaſchbaren, präparierten
Stoff von unverwüſtlicher Dauerhaftigkeit.
I Erstes Kennzeichen:
Solide Arbeit, bestes Material.
Ein Griff, das flache Paket entfaltet
sich. Die Wände klappen
ausein-
ander, und die Kabine, ein massives
und stabiles Werk, steht in voller
Größe da.
So wenig Raum das Kreuz=Thermalbad
zuſammengelegt braucht, aufgeſtellt bietet
es überreichlich platz. Sein Beſitzer kann
ſchon ſehr korpulent und groß ſein, ohne
daß es ihm in dem „türkiſchen Sanatorium”
zu eng wird. Denn die Dimenſionen ſind
alle reichlich bemeſſen.
Zweites Kennzeichen:
Reichliche Dimensionen.
Nun wird das Brennmaterial in den
Heizapparat gefüllt. Ganz
gewöhn-
licher Brennspiritus, wie er billig
überall zu haben ist.
Es iſt das Merkmal dieſes gut konſtruierten
Heizapparates (2 D. R. p.), daß er den
Brennſtoff mit größtem Nutzeffekt
verwer=
tet. Und daß er in bezug auf die
Spiritus=
qualität nicht empfindlich iſt. Für ein
aus=
giebiges Bad braucht man nicht ganz einen
Drittelliter, ſo daß die einmaligen „
Nur=
koſten” kaum 15 Pfennig ausmachen.
Drittes Kennzeichen:
Billiger, fast kostenloser Betrieb.
Nehmen wir an, es soll ein
Dampf-
bad statt des Heißluftbades bereitet
werden. Zu diesem Zwecke braucht
man nur Wasser bis zum Teilstrich
des konischen Behälters einzufüllen.
Im feuchten Raum gibt es aber keine
Der=
dunſtung und deshalb keine
Schweißent=
wicklung. Der ſcheinbare Schweiß iſt nur
Waſſerdampf, der ſich auf der haut
nieder=
geſchlagen hat. Deshalb ſind Dampfbäder
weniger zu empfehlen. Einzig die trockene
Heißluft fördert die Schweißproduktion und
belaſtet die inneren Organe nicht.
Viertes Kennzeichen:
Einrichtung für Heißluft- und Dampfbäder.
Wen es nach einem Trunk Wasser
gelüstet, der mag ungehindert das
Glas zur Hand nehmen. Im Kreuz-
Thermalbad hat man volle
Aktions-
freiheit.
ſer Badende hat das Gefühl der
ungetrüb=
tein, abſoluten Behaglichkeit. Der ganze
körper iſt gleichmäßig warm und wird
ſvan der wohligen heißluft in angenehmſter
Weiſe umſpült. Nur beim Kreuz=
Thermal=
bbod iſt der Genuß ein ſo ungetrübter. Bei
üheren konſtruktionen blieb der Un
eil=körper froſtig=kalt.
Neuntes Kennzeichen:
Gleichmäßige Verteilung der Wärme.
Das vorstehende Bild zeigt, wie
man das Kreuz-Thermalbad für
Halbbäder gebraucht, und zwar unter
Benützung des „Bauchschildes‟
Um die Anwendung des geſetzlich
geſchütz=
ten Bauchſchildes zu zeigen, iſt auf dem
Bild die Türe zurückgeſchlagen, während ſie
in Wirklichkeit geſchloſſen ſein muß. Das
Bauchſchild kann der höhe nach verſtellt
werden, ſo daß der körper bis zur hüfte,
bis zum Nabel oder bis zur Bruſt der
warmen Luft ausgeſetzt werden kann.
Zehntes Kennzeichen:
Vorzüglich verwendbar für Halbbäder.
Manchmal erweist sich auch die
Heißluftbehandlung des Kopfes als
nützlich und notwendig. Auch für
diesen Fall ist durch die „
Kopf-
maske” vorgesorgt.
Damit man nicht die heiße Luft einatmen
muß, ſondern ſtets friſche Luft einſaugt, hat
die geſetzl. geſch. Ropfmaske innen ein
Alu=
minium Mundſtück. Dieſes ſteht durch ein
Rohr mit der freien Luft in. Derbindung
Die Aerzte verordnen Kopfſchwitzbäder bei
Jahnſchmerzen, Rheumatismus und
Neural=
gie des Geſichtes und bei hautunreinheiten.
Elftes Kennzeichen:
opfschwitzbäder mit Frischluft-Atmung.
Den Schluß macht die Dusche mit
nachfolgender Frottierung. Der
Ge-
danke daran entlockt dem Neuling
schon ein Frösteln, der Kenner aber
weiß sie nach Gebühr zu schätzen.
Gaytererd1er
urſp rauſ. An vieſem Grunofers unſerer veurſchen Macht und
Man kann ſich im Kreuz=Thermalbad duſchen
ſoviel man will. Der waſſerdichte
Teppich=
ſchoner nimmt alle Feuchtigkeit auf. — „Ich
ſchritt als ein erfriſchter Rieſe durch ein
Dolk von Swergen” ſo beſchreibt ein
Schriftſteller ſeine Gefühle nach dem erſten
Schwitzbad. Wer je das Kreuz=Chermalbad
benützte, der wird dieſe Empfindung eines
urkräftigen Behagens beſtätigen.
Zwölftes Kennzeichen:
ldeales Hausbad, das alle Vorzüge vereinigt.
Wer ſich für den Heilwert
häuslicher Schwitzkuren
intereſſiert, beſtelle unverzüglich
Neue Gesundheitsbrevier
Dieſes Werk eines erfahrenen praktiſchen
Arztes, welches die neueſten Ergebniſſe
ernſter mediziniſcher Sorſchung bringt,
geben wir, ſolange der Vorrat reicht,
gratis an jedermann
Enthält im geſonderten Anhang die Beſchreibung des
Kreuz=Thermalbades” mit Preiſen undBezugsbedingungen).
Aus dem Inhalt des „Neuen Gesundheitsbrevier‟.
Das Schwitzbad zu allen Zeiten.
Die Gicht.
egnet sei, wer das Bad erfand!‟ — Der alte Die Alten und die Gicht — Warum in England so
t vom Frauenstifte Hall — Der Philosoph Pope viele Gichtiker sind? — Mehr Männer als Frauen
Am malavischen Archipel — Die Schwilzhütte — Der Patient und seine Schilderung — Wie die
Südamerika — Der göttliche Sänger Homer — Anfälle kuriert wurden — Immer mehr Harnsäure
alte Rom — Die Leidenschaft unserer Ahnen — Dr. A. Frey und die Gicht — Ein Vortrag Prof.
ls Volksheilstätte in Finnland — In Rußland Colombos — Der englische Arzt Dr. Brereton.
er Orient — Das neue Heimbad.
Erkältungskatarrhe.
Lahmann’s und Haig’s Theorie — Bakterien und
In der ärztlichen Praxis.
pf- oder Heibluftbad? — Die Haut als dritte kein Ende — Die Influenza — Kleine Ursachen,
e — Schweißdrüsen als Giftretorten — Bak- große Wirkungen — Schwitzbäder und Influenza
— Der Nasenkatarrh — Die Wege der Krankheit
1 im Schweiß — Das Behagen als Maßstal) —
lt die Temperatur eine Rolle? — Zielbewußte — Strafarbeiten für versäumte Wärme —
Schwitz-
itzkuren — Neue Ergebnisse und Erklärungen, bäder und ihre amtliche Verordnung.
Neuralgien.
s Reinigungs- und Erquickungsbad.
Gesichtsreißen — Der verzweifelte Patient — Wa
ur und Reinlichkeit — Ein Vollbad von innen die Praxis lehrt — Was ist lschias? — Das
wich-
us — Physiologie und Wohlbehagen — Ein tigste Symptom — Eine sachgemäße Kur.
rambus aufs Schwitzbad — Ob türkische
Fettleibigkeit.
r schwächen ? — Ein Zitat Moltke’s — Und
Erkältungsgefahr? — Wie ein Praktiker urteilt? Speck als Vorratskammer — Dick und Blutarm
Und was weiter? — Hungerkur — Bantig-Methode
Als Vorbeugungsmittel.
— Ebstein-Kur — Durst — „Positive‟ Entfettung
Lahmann’s Meinung — An der Haut sitzt das — Wie es die englischen Jockeys machen —
Er-
n — Das zweite Herz — Warum haben wir fahrungen und Versuche.
degenerierte Haut? — Der alte Prießnitz und
Blutarmut und Bleichsucht.
e Prognosen — Das „Innere Training‟
Sauerstoflgier — Wärmehunger — Die
bleich-
um die Japaner sich nicht erkälten.
süchtige Lehrerin — Eisen oder nicht ? — Warum
Erwärmung ? — Ein erfreulicher Erfolg — Was
Der Rheumatismus.
Orien — Seine Verbreitung ist ungeheuer — Ein die Fachärzte sagen?
reicher Fall — Eine schnelle Kur — Alte.
Er-
ingen — Rückfälle — Wandernde Schmerzen — Krankheiten des Herzens und des
Gefäßapparates.
vorbeugen? — Kleidung und Klima — Die
nservierte Erkältung‟ — Das Schwitzfieber. Die Herzanstrengung sinkt im Schwitzbad — Die
Arterienkur — Das Gefäßherz — Zwei Praktike
und ihre Meinung — Ein weiterer Fall — Einges
bildete Herzkranke — Langsame Uebung.
Unterleibsleiden.
Ansteckende Katarrhe — Heißluft stillt die Schmer
zen — Darmkatarrhe — Hämorrhoiden — Vorzei
chen und Symptome — Gute Ratschläge — Nieren
leiden — Chronische Entzündung — Die Reserves
niere — Wassersucht — Prof. Colombo — Leber
krankheiten und Gallensteine — Schmerzlinderung
— Ausgleich der gestörten Funktion.
Zuckerkrankheit.
Die indischen Aerzte — Warum die luden, mehr
an Zuckerkrankheit leiden — Der, anlnungslose Natien
Warum Ge-
— Weitere
Krankheitszeichen-
schwüre ? — Stoffwechselheizung — Die Nieren
Hautkrankheiten.
Das Schwitzbad als Hautbad — Der Rotlauf — Die
Inkubationszeit — Ein Fall aus der Praxis — Wie
sich die Theorie bestätigte.
Nervenkrankheiten.
Stoffwechsel und Nervosität — Schlaflosigkeit
Kopfschmerz als Krankheitszeichen — Die dre
Patientinnen als Beispiel.
Das Kreuz-Thermalbad.
Warum häusliche Schwitzkuren — Technische Pros
bleme — Die Lösung — Wie das Kreuz-Thermale
bad aussieht — Konstruktion und Vorzüge — Pas
tentierte Neuerungen — Einrich ungen für Teilbäder
— Preise und Bezugsbedingungen — Urteile s
dem Kreise der Kunden.
Künstliches Fieber?
Rufus von Ephesus — Gott hat den Menschen für
rasche Reaktion gebaut — Was ist chronische
Krank-
heit ? — Die wahrhaft natürliche Heilmethode —
Die heißen Quellen von Noboribetsu in Japan —
Heißluftbad das souveräne Mittel — Die Bakterien
vertragen die Hitze nicht — Das Endergebnis
Albtrennen, in ein Couvert ſtecken
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Name
Berlin
Unter
den Linden 56
A
Ze
M