Inſerate
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176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Geſtern vormittag fand in Gegenwart des
Großher=
zogspaares die Truppenſchau auf dem
Großen Sande bei Mainz durch den Kaiſer
ſtatt.
In Gegenwart des Kaiſers fand geſtern im Soonwald
die Enthüllung eines Denkmals für den „Jäger
aus Kurpfalz” ſtatt. Der Kaiſer fuhr nach der
Enthüllung über Kreuznach, Bingen und Mainz nach
Bad Homburg.
Reichstagsabgeordneter Auguſt Bebel iſt geſtern im
74. Lebensjahre geſtorben.
Die Botſchafterkonferenz in London hat ſich
für die Ferken vertagt.
Sir Edward Grey verbreitete ſich im engliſchen
Unter=
hauſe in längerer Rede über die Balkanfragen
und die engliſche Balkanpolitik.
Anläßlich der Unterzeichnung des Bukareſter
Frie=
dens richtete der König von Rumänien an
die vier Balkanſouveräne Telegramme, die von dieſen
ebenſo herzlich erwidert wurden.
Von Adrianopel aus begab ſich eine Abordnung
ins Ausland, um in allen europäiſchen Hauptſtädten
dahin zu wirken, daß Adrianopel im Beſitze
der Türkei verbleibe.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
14. Auguſt 1813: Blücher wirft in ſechs Gefechten die
Franzoſen zurück und zwingt den General Ney, die
ganze Boberlinie zu räumen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Deutſchland und Oeſterreich=
Ungarn und die Reviſion des
Friedensvertrages.
C Aus Berlin wird uns geſchrieben: Wenn die
deutſche Preſſe bemüht geweſen iſt, den Entſchluß
Deutſchlands, ſich an einer Reviſion des
Friedensvertrages nicht zu beteiligen, jedes
unfreundlichen Charakters gegen Oeſterreich=Ungarn zu
entkleiden, ſo ſtimmt ſie damit zweifellos mit den
An=
ſſchauungen unſerer maßgebenden diplomatiſchen Kreiſe
überein. Daß unter zwei noch ſo befreundeten Staaten
eine völlige Uebereinſtimmung der politiſchen Wünſche und
Ziele nicht zu erreichen iſt, beweiſt am beſten die jetzt
zwi=
ſchen Frankreich und Rußland aufgetauchte
Meinungsver=
ſchiedenheit über faſt dieſelbe Frage, und die zweifellos
ebenſo wenig von langer Dauer ſein wird, wie die
Ver=
ſtimmung gegen Deutſchland, die gegenwärtig in der
Wie=
ner Preſſe zum Ausdruck kommt. In den leitenden
Wie=
ner diplomatiſchen Kreiſen dürfte man auch dieſe
Ge=
reiztheit kaum teilen, vielmehr wußte man dort bereits ſeit
längerer Zeit, zum wenigſten ſeitdem Rumänien in ſo
er=
folgreicher Weiſe die Führung, und zwar ſchon zu Beginn
des Krieges unter den früheren Verbündeten,
übernom=
men hatte, daß Deutſchland für keine gegen Rumänien
ge=
frichteten Maßnahmen zu haben ſei. Unſer Intereſſe und
ebenſo das wohlverſtandene Intereſſe Oeſterreich=Ungarns
läuft vielmehr darauf hinaus, Rumänien unter allen
Umſtänden als zuverläſſigen Freund dem
Drei=
bund zu erhalten, und wenn gegenwärtig die
rumäni=
ſchen Gefühle vielleicht mehr nach Berlin als nach Wien
neigen, ſo hat ſich das Wien durch eine Politik, die ſich
einzig auf Bulgarien ſtützte, ſelbſt zuzuſchreiben.
Ande=
rerſeits hat man jedoch um ſo weniger Veranlaſſung,
dar=
über mißgeſtimmt zu ſein, als dieſe dreibundfreundliche
Haltung Rumäniens letzten Endes auch wieder Oeſterreich=
Ungarn zu gute kommen wird. Da dieſe deutſche
Poli=
tik außerdem auch in Griechenland und Serbien große
Zuſtimmung gefunden hat und ſelbſt in Bulgarien
gewür=
digt wird, nachdem Deutſchland bemüht geweſen iſt, die
Sieger davon abzuhalten, zu hohe Anſprüche zu ſtellen,
ſo wird man nicht beſtreiten können, daß Deutſchland
da=
mit im Südoſten Europas große moraliſche Eroberungen
für den Dreibundgedanken gemacht hat.
Inzwiſchen hat ſich auch England, wie an anderer
Stelle berichtet iſt, gegen eine Reviſion des
Bu=
kareſter Vertrages ausgeſprochen.
Zu der Reviſionsfrage wird der Köln. Ztg.
aus Berlin geſchrieben: Nach Peſt ſollen aus Berlin
Meldungen gelangt ſein, wonach in Berliner amtlichen
Kreiſen der Widerſtand gegen die Reviſions=
politik gewiſſermaßen zurückgetreten ſei. Dieſer
Aus=
druck iſt irreführend. Deutſchland kämpft in der Frage
der Reviſion nicht gegen andere Mächte, aber es nimmt
an europäiſchen Verſuchen zur Abänderung des Bukareſter
Vertrages nicht teil und verhindert dadurch ein
europäi=
ſches Vorgehen gegen das mühevoll zuſtande gebrachte
Friedenswerk. Deutſchland beteiligt ſich nur an ſolchen
Erörterungen der Mächte, die der Abſicht dienen, dem
Ver=
trage die Zuſtimmung Europas zu ſichern. Eine
Gegner=
ſchaft gegen Bulgarien, dem man eine beſſere Ausnützung
glänzender Siege gegönnt hätte, iſt hierbei nicht im Spiele.
Wie die Dinge aber jetzt liegen, laſſen ſich die
bulgariſchen Wünſche ohne neue
Frie=
densgefährdung nicht verwirklichen. Der
Tagesbefehl König Ferdinands, worin am Schluſſe ein
Zukunftskrieg in Ausſicht geſtellt wird, nimmt Monaſtir,
Ochrida, Dibra, Perlepe, Saloniki, Seres und andere
Ge=
biete als bulgariſch in Anſpruch. Damit iſt deutlich
be=
zeichnet, wie eine Aenderung des Bukareſter Vertrags
aus=
ſehen müßte, die Bulgarien zufriedenſtellen, und einer
künftigen Erneuerung des Kampfes gegen Serbien für
im=
mer vorbeugen ſollte. Wenn auch über den Umfang der
etwa von einzelnen Mächten beabſichtigten Aenderungen
noch nichts erkennbar iſt, ſo läßt ſich angeſichts des
Tages=
befehls des Königs Ferdinand ſchon jetzt feſtſtellen, daß
ſolche Bemühungen zu einer endgültigen Ausſöhnung
Bulgariens mit dem Friedensvertrage nicht hinreichen
würden.
Die halbamtliche Wiener Preſſe ſetzt lebhaft die
Ver=
teidigung des öſterreichiſch=ungariſchen
Gedankens einer Reviſion des Bukareſter
Ver=
trags fort, ohne dabei den ſehr von dieſer Auffaſſung
ver=
ſchiedenen Standpunkt des Berliner Kabinetts zu
erwäh=
nen. Sie richtet ihre Polemik vielmehr gegen die
franzö=
ſiſche Preſſe und hält ihr vor, daß Oeſterreich=Ungarn
ke=
diglich, weil es überzeugt iſt, daß der Bukareſter Friede
nicht geeignet iſt, einen dauernden Ruhezuſtand auf dem
Balkan zu ſchaffen und damit Oeſterreich=Ungarns
Wirt=
ſchaftsleben vor neuen Kriſen zu bewahren, auf
Abände=
rung des Vertrags dringt. Sie weiſt dabei auf die
Rache=
gedanken hin, die König Ferdinand in ſeinem
Armee=Erlaß und die geſamte bulgariſche Preſſe ſchon
jetzt äußern, und die den Wiederausbruch des Krieges in
vielleicht kurzer Zeit wahrſcheinlich machen. Die Neue
Freie Preſſe führt indes ihren Feldzug gegen dieſe
„Schreibtiſchpolitik” fort, erklärt angeſichts der
ableh=
nenden Haltung Deutſchland und der übrigen
Mächte außer Rußland die Durchſicht des Vertrags für
undurchführbar und ſtellt der Wiener Politik, die das
un=
zuverläſſige und doch immer wieder Rußland nachlaufende
Bulgarien zu ihrem Stützpunkt auf dem Balkan machen
wolle, die deutſche Politik entgegen, die als wichtigſtes
Ziel der Dreibundpolitik anſehe, an Rumänien
feſtzuhal=
ten und dieſem Bundesgenoſſen zu beweiſen, daß ſein
Weg mit dem des Dreibundes die gleiche Richtung habe.
König Ferdinands
Vergeltungs=
gedanken.
*⁎* In ſeinem Tagesbefehle an die Armee,
deren Tapferkeit und Erfolge gegen die Türken er
anner=
kennt, übt der Herrſcher Bulgariens an den früheren
Ver=
bündeten eine herbe Kritik. Er nennt ſie Verräter,
die den Bulgaren das, worauf dieſe angeblich Anſpruch
hatten, entreißen wollten, und zählt eine Reihe von Orten
auf, welche Bulgarien nicht freiwillig aufgegeben haben
würde. Aus dieſer Aufzählung erkennt man, daß die
bul=
gariſchen Anſprüche ſehr groß waren, und daß ſich
beſon=
ders Serbien mit einem kleinen Stück Mazedonien hätte
beſcheiden müſſen, wenn es nach dem Willen Bulgariens
gegangen wäre. Daß die Enttäuſchung in Sofia ſehr
ſchmerzlich iſt, kann man ſich denken, aber es muß doch
überraſchen, daß in demſelben Augenblick, wo in
Bukareſt der endgültige Friedensvertrag unterzeichnet
wurde, nach deſſem erſten Artikel zwiſchen dem König von
Bulgarien und den übrigen Balkanherrſchern, ſowie
zwi=
ſchen ihren Erben und Nachſolgern Friede und
Freund=
ſchaft herrſchen ſoll, König Ferdinand offen
Rache predigt. Anders ſind ſeine Worte, daß
Bul=
garien ſeine glorreichen Fahnen für beſſere Tage
zuſam=
menfalten müſſe, iſt insbeſondere ſein Appell an das Volk
nicht zu verſtehen, die Kinder und Enkel auf die
Voll=
endung des begonnenen Werkes vorzubereiten. Für
Bul=
garien und ſeinen Herrſcher iſt alſo der Bukareſter
Frie=
densvertrag auch dann nicht definitiv, wenn die Mächre
von einer Reviſion abſehen und ihn vorbehaltlos aner=
kennen, man will vielmehr in Sofia nur den geeigneten
Zeitpunkt abwarten, um Vergeltung üben zu können.
Wir nehmen zugunſten König Ferdinands an, daß
er im tiefſten Schmerze über die ſeinem Lande zuteil
ge=
wordene Enttäuſchung und über den ihm in Bukareſt
auf=
erlegten Zwang geſprochen hat, daß er auch von dem
Be=
ſtreben geleitet war, das bulgariſche Volk zu beruhigen und
unter Vertröſtungen auf die Zukunft mit der vollzogenen
Tatſache zu verſöhnen. Der König hat unzweifelhaft
einen ſchweren Stand ſeinem Volke gegenüber, und wenn
auch die Meldungen übertrieben ſein mögen, daß ſich
ge=
gen ihn eine gefährliche Bewegung richte, ſo hat doch ſein
Preſtige Einbuße erlitten, und König Ferdinand mag ſich
in ſeinem Palaſte recht unbehaglich fühlen. Seine
hoch=
fliegenden Pläne von einem großen Bulgarenreiche ſind
vernichtet, und er muß ſich mit einer beſcheideneren Rolle
begnügen als ſeine Kollegen in Athen und Belgrad. Das
ſchmerzt den ehrgeizigen Fürſten natürlich ſehr, und aus
dieſen Gefühlen heraus iſt wohl der Appell an die Rache
geboren, den ſein Tagesbefehl an die Armee unzweifelhaft
enthält und welcher geeignet iſt, einen nichts weniger als
guten Eindruck in Europa zu machen. Da erſcheint es
denn als ein wahres Glück, daß Bulgarien die Flügel
be=
ſchnitten worden ſind, und daß es kaum in der Lage ſein
wird, allzu bald ſeine Hoffnungen der Erfüllung
nahezu=
bringen. Auch nach langen Vorbereitungen wird es für
Bulgarien immer ein großes Wagnis bleiben, gegen die
ehemaligen Freunde vorzugehen, denn nach wie vor wird
Rumänien die Wacht am Balkan halten und für Wahrung
des Gleichgewichts ſorgen. Das Manifeſt des Königs
Ferdinand aber dient den Balkanſtaaten ſicherlich erſt recht
zur Warnung und Mahnung, jederzeit gegen
Ueberraſchun=
gen auf der Hut zu ſein.
Deutſches Reich.
— Zur Abänderung des Geſetzes,
be=
treffend die Erwerbs= und
Wirtſchafts=
genoſſenſchaften. Kaufmänniſche Kreiſe erſtreben
eine Abänderung des Geſetzes, betreffend die Erwerbs=
und Wirtſchaftsgenoſſenſchaften, in der Weiſe, daß den
eingetragenen Genoſſenſchaften der Verkauf von
Rabatt=
marken an Gewerbetreibende unmöglich gemacht wird.
Der geltende § 32 des Geſetzes verbietet nur die Ausgabe
ſolcher Marken, welche anſtatt baren Geldes zum
Waren=
bezuge berechtigen. Ein direktes Verbot des Verkaufs
von Rabattmarken beſteht nicht. Die Konſumvereine, die
keine eigene Bäckerei, Schuhfabrik uſw. haben, ſchließen
mit einer entſprechenden Zahl von Gewerbetreibenden
Verträge ab, auf Grund deren dieſe Gewerbetreibenden
den Vereinen auf dem mit ihren Mitgliedern zu
erzielen=
den Umſatz einen Rabatt gewähren. Der Bundesrat hat
bisher zu dieſen Wünſchen noch keine Stellung nehmen
können. Nach Lage des beſtehenden Rechtes läßt ſich die
Auffaſſung nicht aufrecht erhalten, daß die Vereine, welche
Lieferanten Rabattmarken abgeben, über die Ziele
hin=
ausgehen, die ihnen durch das Genoſſenſchaftsgeſetz geſteckt
ſind. Denn die Vereine ſchaffen durch den Abſchluß von
Lieferungsverträgen ihren Mitgliedern für bbeſtimmte
Be=
dürfniſſe eine billige Einkaufsquelle. Sie üben damit
eine Tätigkeit aus, welche die Förderung des Erwerbs
und der Wirtſchaft der Mitglieder zum Zweck hat. Nach
Auffaſſung der Regierung wird den Wünſchen, ohne die
Grundlagen des Genoſſenſchaftsgeſetzes zu erſchüttern.
nicht entſprochen werden können.
Der neue Zolltarif. Gegenüber der
An=
nahme der Nationalliberalen Korreſpondenz, die
Reichs=
regierung werde dem Reichstag keinen neuen Zolltarif
vorlegen, ſondern ſich darauf beſchränken, in einer Novelle
zu dem geltenden Tarif einzelne Abänderungen
vorzuſchla=
gen, wird der Magdeb. Ztg. von gut unterrichteter Seite
mitgeteilt, daß die Frage, ob ein neuer Zolltarif vorgelegt
werden ſolle, noch nicht entſchieden ſei, daß aber die
Wahr=
ſcheinlichkeit dafür ſpreche.
Der Rückgang der
ſozialdemokra=
tiſchen Parteiorganiſation nimmt ſtändig zu.
Das mußte während der letzten Monate in den Kreis=
Jahresverſammlungen zugegeben werden. Auch den
Rück=
gang des Abonnentenſtandes der Parteipreſſe kann man
nicht mehr verheimlichen. So wurde erſt jetzt wieder auf
der Kreisverſammlung Brandenburg=Weſthavelland
be=
richtet, daß die Mitgliederzahl der Kreisorganiſation im
abgelaufenen Geſchäftsjahre um 149 zurückgegangen ſei,
und daß auch die Brandenburger Zeitung an
Abonnen=
ten beträchtlich verloren habe. Die Beiträge zur
ſozial=
demolratiſchen Sarteihauptkaſſe fließen nicht mehr ſo
reich=
lich wie früher. Der Monat Juli brachte der Kaſſe nur
Seite 2.
Ausland.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
Nummer 189.
13 401,19 Mark ein. Die ſtändigen Beiträge müſſen zwar
geleiſtet werden. Es iſt aber auffallend, daß die der Kaſſe
ſonſt zugefloſſenen freiwilligen Spenden wie
Extraſamm=
lungen, Ueberſchüſſe aus Sammlungen uſw. in dieſem
Sommer ganz erheblich nachgelaſſen haben. Die Genoſſen
verwendeten dieſe Gelder in ihrem eigenen Intereſſe, etwa
als Beihilfe zu ihren Wanderfonds. Die bisher üblichen
größeren Spenden von Unbekannt laufen ebenfalls recht
ſpärlich ein. Die ſozialdemokratiſche Parteipreſſe verfügte
am Schluß des letzten Geſchäftsjahres insgeſamt über
90 täglich erſcheinende Zeitungen. Die Zahl der eigenen
Parteidruckereien betrug 62, 17 Parteizeitungen mußten
in Privatdruckereien hergeſtellt werden. Alles in allem
waren in der ſozialdemokratiſchen Parteipreſſe 11089
Per=
ſonen beſchäftigt, und zwar: 267 feſt angeſtellte
Redak=
teure, 89 Geſchäftsführer, 273 kaufmänniſche Angeſtellte,
140 ſonſtige Verwaltungsangeſtellte, 85 feſt angeſtellte
In=
ſeraten=Akquiſiteure, 2646 techniſch Beſchäftigte und 7589
Zeitungsausträgerinnen. Daß die Zahl der Abonnenten
der Parteipreſſe ſich um 12830 verringerte, haben wir
be=
reits kürzlich mitgeteilt. Aber auch an der
ſozialdemokra=
tiſchen Witzpreſſe ſcheinen die Genoſſen nicht mehr den
vor=
geſchriebenen Gefallen zu finden. Der „Wahre Jakob”
hatte am 1. Juli 1912 380 500 Abonnenten, am 31. März
1913 aber nur 371000. Der Rückgang der Abonnenten
be=
trägt demnach 9500.
Die badiſchen Landtagswahlen. Der
Termin der badiſchen Wahlen iſt, Blättermeldungen
zu=
folge, für die Zweite Kammer auf den 21. Oktober, für die
Erſte Kammer auf den 12. November feſtgeſetzt.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Kommiſſionsverwaltung in
Böh=
men. Eine amtliche Mitteilung erklärt die Nachrichten
von Erlaſſen mit ſtrengen Weiſungen hinſichtlich der
Hand=
habung der Preſſepolizei und des Vereins= und
Verſamm=
lungsrechts, ſowie von äußerſt rigoroſen Maßnahmen
zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung für
durch=
aus falſch. Die Statthalterei, ſo heißt es in der
Mittei=
lung, gab mit Rückſicht darauf, daß die Einſetzung einer
Landesverwaltungskommiſſion die Oeffentlichkeit lebhaft
beſchäftigen würde, tatſächlich den einzigen Erlaß heraus,
der vollkommen geſetzmäßig den Geſichtspunkt in den
Vordergrund ſtellt, daß der ſtaatsgrundgeſetzlich
gewähr=
leiſteten Erörterung bezüglich der
Landesverwaltungs=
kommiſſion in keiner Weiſe in den Weg getreten werden
dürfe, daß jedoch völlig geſetzwidrige Ausſchreitungen mit
den entſprechenden geſetzlich vorgeſehenen Vorbeugungs=
und Repreſſivmaßregeln zu behandeln ſein würden. Die
Mitteilung ſtellt ſchließlich auch feſt, daß die zahlreichen
bisherigen Kundgebungen bezüglich der Kommiſſion
er=
freulicherweiſe zu keinerlei beſonderem Einſchreiten Anlaß
gäben.
Frankreich.
Die Ausführung des Militärgeſetzes.
Das Amtsblatt veröffentlicht eine Verordnung des
Prä=
ſidenten der Republik, betreffend das Verfahren bei der
Gewährung von Geldentſchädigungen an die bedürftigen
Familien, die durch die Einſtellung eines ihrer Mitglieder
zum Dienſt im Heere oder in der Flotte des Ernährers
be=
raubt wurden. Ueber die Geſuche wird im
Verwaltungs=
wege entſchieden, jedoch ſteht gegen dieſe Entſcheidung
ſowohl dem Vertreter des Staates wie den
Privatbeteilig=
ten die Berufung auf dem Rechtswege zu.
Amerika.
Die Affäre Sulzer. Der Bericht der
Unter=
ſuchungskommiſſion gegen den Gouverneur des Staates
Neu=York, Sulzer, wurde in der Kammer verleſen. Dieſer
Bericht beſagt, daß die unter Eid abgegebene Erklärung
Sulzers, betreffend Verwendung der Wahlgelder, unwahr
ſei. Er habe dieſe Gelder benutzt, um Börſenpapiere zu
kaufen und an der Börſe zu ſpekulieren. Er habe zu der
Zeit, als er an der Börſe ſpekulierte, ein Geſetz zur
Ab=
ſtimmung bringen wollen, das geeignet geweſen ſei, auf
die Kurſe ſtark einzuwirken. Er habe ſeine Amtsbeſugniſſe
zum Schaden des Staates mißbraucht. Wenn auch die
vorgebrachten Beweiſe noch unvollſtändig ſeien, ſo ſeien ſie
doch dazu angetan, einen ſofortigen Schritt gegen den
Gouverneur einzuleiten. Nach Verleſung des Berichts
wurde ein Antrag eingebracht, öffentliche Anklage gegen
Sulzer zu erheben. Seine Freunde jedoch brachten vor,
daß die Beweiſe nicht einwandfrei ſeien und daß die
Unterſuchung unparteiiſch zu Ende geführt werden müſſe,
ehe man eine öffentliche Anklage erheben könne. Es wurde
beſchloſſen, die Erhebung der Anklage zu verſchieben.
Die Vereinigten Staaten und Mexiko.
Der Präſident von Mexiko, Huerta, ſandte an den
Ma=
tin folgende Depeſche als Antwort auf eine Depeſche des
Blattes: Die Beunruhigungen in betreff der
Beziehun=
gen Mexikos zu den Vereinigten Staaten entbehren jeder
Begründung. Lind konferierte, wie aus Mexiko gemeldet
wird, mit dem Miniſter des Aeußern Frederiko Gamboa.
Man erwartet jetzt, daß Lind in ſeiner Eigenſchaft als
nichtoffizieller Abgeſandter der mexikaniſchen Regierung
eine Note überreichen wird, in der die Haltung Wilſons
dargelegt wird. Die Note würde gleichzeitig in Abſchrift
den fremden Regierungen zugeſtellt werden.
Der Aufruhr in Venezuela. Der
ameri=
kaniſche Konſul in Caracas meldet: Der Verſuch Caſtros,
eine Revolution hervorzurufen, iſt fehlgeſchlagen. Der
Konſul beſtätigt, daß General Torres die Offiziere und
die Spitze der Revolution im öſtlichen Landesteil geſtellt
und gefangen genommen habe.
Ching.
Die Unruhen im Reiche. Aus Tſchoengtu
wird gemeldet: Der Reſt der Provinz Szetſchuan
befin=
det ſich ebenſo wie Juennan und Kweitſchou auf Seiten
der Regierung. Kanſu befindet ſich in Unruhe wegen der
Nachricht, daß die Mongolen im Anmarſch ſeien, aber im
Innern iſt es vollkommen ruhig. Tauſend Mann
Regie=
rungstruppen ſchlugen 1500 Rebellen in der Nähe von
Schanghai. Die letzteren griffen die Regierungstruppen
an und gaben Salven ab. Als die Rebellen anfingen zu
ſchwanken, griffen ſie die Nordtruppen mit dem Bajonett
an und töteten 200 Mann. Lilieh Chun, der aufſtändiſche
Gouverneur von Kiang=Si, verſucht den Widerſtand neu
zu organiſieren, indem er es als verächtlich ablehnt, dem
Beiſpiel Huangkſings und Sunyatſens zu folgen, die als
armſelige Feiglinge dargeſtellt werden.
* Jungdeutſchland und die Deutſche
Turnerſchaft. Der erſte Vorſitzende der Deutſchen
Turnerſchaft und ſtellvertretende Vorſitzende des
Jung=
deutſchland=Bundes, Geheimer Sanitätsrat Goetz in
Leipzig=Lindenau, erläßt folgende Erklärung, um
deren Veröffentlichung wir gebeten werden: „Ueber die
in der Ausſchußſitzung der Deutſchen Turnerſchaft am
11. Juli in Leipzig ſtatgehabte Ausſprache über die
Stel=
lung der Deutſchen Turnerſchaft zum Jungdeutſchland=
Bunde ſind in die Tagesblätter vielfach unrichtige
An=
gaben gelangt. Von verſchiedenen Zeitungen iſt ſogar
die Nachricht verbreitet worden, es habe Verwunderung
erregt, daß der Generalfeldmarſchall Freiherr v. d. Goltz
trotz der am 11. Juli angeblich erfolgten Abſage der
Deut=
ſchen Turnerſchaft an den Jungdeutſchland=Bund zum
Turnfeſt in Leipzig erſchienen ſei. Als Vorſitzender der
Deutſchen Turnerſchaft erkläre ich hierzu, daß der
General=
feldmarſchall Freiherr v. d. Goltz bereits vor zwei
Mo=
naten zum Deutſchen Turnfeſt eingeladen worden iſt und
damals ſofort ſein Erſcheinen zugeſagt hat, ſowie, daß
ihm überall in der Stadt und auf dem Feſtplatz ſeitens
der Turner die wärmſte und herzlichſte Begrüßung als
hochwillkommener Gaſt zuteil geworden iſt. Ich kann
wei=
ter verſichern, daß der Ausſchuß der Deutſchen
Turner=
ſchaft einmütig den Willen hat, Hand in Hand mit dem
Jungdeutſchland=Bunde an der körperlichen und ſittlichen
Ertüchtigung der deutſchen Jugend im vaterländiſchen
Geiſte zu arbeiten. Zu leugnen iſt nicht, daß an
verſchie=
denen Orten Mißſtimmungen und Reibungen zwiſchen
Turnvereinen und Jungdeutſchland=Verbänden entſtanden
ſind; ſie ſind aber wohl immer nur auf Fehler, die von
beiden Seiten gemacht worden ſind, zurückzuführen.
Nie=
mals hat der Jungdeutſchland=Bund Anforderungen an
die Deutſche Turnerſchaft geſtellt, welche darauf
hinaus=
gingen, ſie in ein Abhängigkeitsverhältnis von ihm
zu=
bringen; es iſt vielmehr Tatſache, daß der Jungdeutſchland=
Bund auf die Wünſche der Deutſchen Turnerſchaft ſtets
bereitwillig eingegangen iſt. Der Bund erſtrebt ja, alle
Verbände, welche für das oben erwähnte Ziel eintreten,
zu gemeinſamer Arbeit zu vereinen, und dadurch ſoll
er=
reicht werden, daß ſich all dieſe Verbände, die ſich zum
Teil mit ſcheelen Augen anſehen, ja ſich ſogar befehden,
ſich näher kommen und ihre verſchiedenen Beſtrebungen
achten lernen. Auf dieſem Wege ſoll auch erſtrebt werden,
daß alle dieſe Verbände, Schulter an Schulter ſtehend, eine
ſtarke Phalanx im Kampfe um die Jugend bilden, welche
die ſozialdemokratiſche Partei zum willenloſen Werkzeug
ihrer vaterlandsloſen Ziele erziehen will. „Getrennt
marſchieren und vereint ſchlagen!” bleibe unſere Loſung=
Als ein Unding muß ich es ferner bezeichnen, wenn in
den Zeitungsberichten geſchrieben iſt, daß zwiſchen demt
Jungdeutſchland=Bunde und der Deutſchen Turnerſchaft
ein Gegenſatz über die Auffaſſung des deutſchen Turnens
beſtehe. Meine Stellung als ſtellvertretender Vorſitzende
des Jungdeutſchland=Bundes und der gewonnene Einblick
in die Grundſätze, nach welchen der Bund geleitet wird.
laſſen ein Zuſammengehen mit der Deutſchen Turnerſchaft
als durchaus wünſchenswert erſcheinen, und meine
Stel=
lung als Vorſitzender der Deutſchen Turnerſchaft bietet
wohl auch Gewähr, daß unſere Unabhängigkeit dabei
voll=
kommen gewahrt bleibt. Ich hoffe, daß in allen Kreiſen
der Deutſchen Turnerſchaft ſich immer mehr die Auffaſſung
Bahn bricht, daß dieſe mit dem Jungdeutſchland=Bunde
ſehr wohl Hand in Hand arbeiten kann, und daß dieſes
einmütige Zuſammengehen um Segen ausſchlägt für die
deutſche Jugend und zum Heil für die Zukunft unſeres
deutſchen Vaterlandes.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 14. Auguſt.
* Perſonalien von der Heſſiſch=Preußiſchen
Eifen=
bahngemeinſchaft. Ernannt: komm.
Eiſenbahn=
aſſiſtent Vonderſchmitt in Bickenbach zum
Eiſenbahn=
aſſiſtenten; Eiſenbahngehilfe Mades in Oſthofen zum
Eiſenbahn=Unteraſſiſtenten; Schaffner Kämmer in
Darm=
ſtadt zum Zugführer; die Hilfsheizer Fuhr in
Biſchofs=
heim, Engelbach in Darmſtadt zu Lokomotivheizern.
Verſetzt: Zugführer Heberer von Aſchaffenburg nach
Darmſtadt; die Eiſenbahn=Gehilfen Haun von
Eber=
ſtadt nach Darmſtadt, Herdel von Bensheim nach
Eber=
ſtadt; Schneider III. von Bensheim nach Biſchofsheim
die Schaffner Walgenbach von Aſchaffenburg, Winter,
Peth, Muhn, Bretzer, Weber III. von Biſchofsheim
Walter, Kratz, Schmitt, Fachinger von Bingerbrück
Ultima Chule.
Isländiſche Reiſebilder von Dr. Walter Georgi.
IV. (Schluß.)
Das Quellengebiet am Großen Geyſir
Nach einem kurzen Ritt am folgenden Morgen kam
das weite, dampfende Gebiet der weltberühmten
Spring=
quellen in Sicht, die Domäne des Großen”, „Kleinen”
und „Strokkur”=Geyſir und ungefähr hundert anderer
heißer Quellen mehr. Ueberall qualmt es über dem
wel=
ligen Terrain, bald in dichten, weißen Schleiern, bald in
kerzengeraden Säulen emporſteigend, die ſich einige
Me=
ter über dem Boden zu einer Wolkendecke vereinigen,
be=
vor ſie der Wind allmählich über die Ebene treibt.
Ueber=
all grollt es wie ſerner Donner, überall brauſt, faucht und
ziſcht es hier oder wirft in übermütiger Aufwallung weißen
Giſcht in die feuchtwarme Luft, wahrlich eine Hexenküche
von beiſpielloſer Treue der Darſtellung. Daneben lockt
im Gegenſatz zu dem allgemein auf Island dürftigen
Graswuchs wie verwunſchenes Land ein Wieſengrund in
allen Farben ſommerlicher Blüte und an Ueppigkeit
ſüd=
lichen Fluren vergleichbar. Aber die abnorme Boden
wärme und die überall rinnenden warmen Gewäſſer
er=
klären ſchnell dieſes im erſten Augenblick überraſchende
Phänomen.
Ebenſo wie am Thingvellir hat man hier dem
Tou=
riſtenverkehr eine Wellblechhütte zur Unterkunft errichtet,
die für verhältnismäßig billige Bezahlung an eine
inter=
nationale Hotelkultur zu erinnern ſucht. Das beſte
Ge=
ſchäft aber macht der Beſitzer dieſer Hütte unzweifelhaft
mit dem Engrosverkauf minderwertiger Kernſeife. Nicht
der Reinlichkeitsfanatismus umwohnender Bauern
unter=
ſtützt dieſen Handel, ſondern die Perſönlichkeit des
Gro=
ßen Geyſir macht ihn erforderlich. Der hohe Herr, von
deſſen berühmten Springkünſten ſelbſt die meiſten
Schul=
kinder eine unbeſtimmte Ahnung haben, beliebt es, ſeine
Kunſt mit der Zurückhaltung einer Berühmtheit zu
zei=
gen. Für gewöhnlich beſchränkt er ſich darauf,
aufwal=
lend ſiedende Waſſermaſſen über die ſtufenförmige
Außen=
wand des den Schlund umſchließenden fünf Meter hohen
Sinterkegels herabzuſenden und an weißlichen Dämpfen
nicht zu ſparen. Um ihn dennoch vor der Zeit zu einem
Ausbruch zu bringen, reizt man ihn mit großen
Quanti=
täten von Seife, die man in ſeine Oeffnung hinabwirft.
Nach wenigen Stunden entfaltet er alsdann ſeine Kräfte
und gibt einen eindrucksvollen Anblick entfeſſelter
Natur=
gewalten. Der Kleine Geyſir reagiert ſchon auf
beſchei=
denere Reizmittel. Ein paar in ſeinen Schlund verſenkte
Raſenſtücke bringen ihn baldigſt zur Exploſion, ein
Ex=
periment, das man wohl hundertmal am Tage
wieder=
holen kann. Der Strokkur=Geyſir dagegen hat ſeit ein
paar Jahren gelegentlich eines Exdbebens ſeine Tätigkeit
bis auf weiteres eingeſtellt. Die Gelehrten erklären die
Ausbrüche dieſer Springquellen mit dem einfachen
Na=
turgeſetz des im Erdinnern erhitzten Waſſers, das durch
die Entwickelung ſeiner Dampfmaſſen die über ihm laſtende
Waſſerſäule mit Gewalt emporſchleudern muß.
Einige hundert Schritte nördlich der Springquellen
kocht es in unzähligen kleineren Keſſeln, und heiße Waſſer
verſickern in dampfenden Sümpfen. Hier öffnet ſich ein
kleines weißgerändertes Becken, das das Blau des
Him=
mels in ſeinen Waſſern zu fangen ſcheint. Schimmernde
Blaſen ſteigen aus der Tiefe auf und zerplatzen mit kaum
merklichem Laut an der Oberfläche. Dort wieder entfährt
einer Oeffnung im Boden, kaum größer als ein
Mauſeloch, ziſchend ein Dampfſtrahl, als ſei es aus dem
geöffneten Ventil einer Dampfmaſchine. Eine braune
Schlammquelle hebt und ſenkt ihre zähe Flut mit den
ſchnalzenden Lauten einer ſchweren Zunge in einem
Rie=
ſenrachen. Dazwiſchen iſt der Erdboden von den
ſeltſam=
ſten Farbenſchattierungen durchſetzt, welche die von den
Quellen abgeſetzten Mineralſtoffe ringsum in bunter
Pracht ausſtreuen. Die unmittelbare Gegenwart tätiger
vulkaniſcher Kräfte, deren Atem den vorſichtia in dieſer
Wunderwelt Dahinſchreitenden überall berührt, feſſeln
derart durch ihre Gegenwart, daß ſie die
Eindrucksfähig=
keit für die ernſte Schönheit der ſich um das
Quellenge=
biet aufbauenden Szenerie beeinträchtigen.
Mit einem Male beginnt der Boden unter grollendem
Donner zu beben. Das Land erzittert, als ob ein Rieſe
mit wuchtigen Schritten herannahe. Im Baſſin des
Gro=
ßen Geyſir wird es lebendig. Eine geheimnisvolle Kraft
läßt die Waſſer ſchäumend aufwallen. Ein gewaltiger,
mehrere Meter dicker Waſſerſtrahl ſchießt aus der Mitte
des Baſſins in die Höhe und ſchleudert kochenden Giſcht,
in ungeheure Dampfwolken gehüllt, wohl über hundert
Fuß hoch in die Luft. Ein zweiter, ein dritter Strahl
folgt dem erſten, einer mächtiger wie der andere. 2
ſchendes Sauſen, Knattern und dumpfe Schläge begleiten
den Ausbruch, als ob ein Höllenfeuerwerk die Luft
er=
fülle. Man ſteht wie feſtgebannt und wagt ſich nicht zu
rühren, bis die überwältigende Erſcheinung allmählich
wieder in ſich zuſammenſtürzt. Um ein ſeltenes
Erleb=
nis bereichert, kehren wir ſtill in die Hütte zurück. Das
Naturſchauſpiel des Großen Geyſir weckt Stimmungen
und Reflexionen, die allein faſt eine Reiſe nach Island
lohnen.
Gullfos und Nordland.
Im Haukatal trennen ſich die Pfade der Reiſenden,
die die Inſel nach Norden hin zu durchqueren
beabſich=
tigen, von denjenigen, die dem Gipfel der Hekla einen
Be=
ſuch abſtatten wollen. Obwohl dieſer Berg im Laufe der
letzten Jahrhunderte während ſeiner regelmäßig
wieder=
kehrenden Eruptionen die Geiſel des ſüdlichen Islands
wurde, wüſte Zerſtörungen, Hungersnöte und Epidemien
über die umwohnende Bevölkerung brachte, iſt die Beſtei=
gung ſeiner öden Schneegipfel höchſtens von ſportlichem
Intereſſe, zumal auch nur ein ſchmaler, ſchwachen Rauch
ſpendender Spalt auf die Gegenwart einer vulkaniſchen
Tätigkeit hinweiſt. Man wählte daher meiſtens die
nörd=
liche Route bis zu den einſamen Waſſerfällen des vom
Hvitafluß gebildeten Gullfos. Hier fühlt man noch
ein=
mal unmittelbar die gewaltige unberührte Natur
Js=
lands in ihrer ganzen Größe. Schon von weitem dringt
ein fernes, dumpfes Brauſen durch die Stille der
Hoch=
ebene, bis plötzlich die Pferde vor einem ſteilen Abgrund
Halt machen. Man denke ſich den Rheinfall von
Schaff=
hauſen in ein enges, kahles Felſental verlegt und dazu
eine grenzenloſe Einſamkeit, die einem den Mund
ver=
ſchließt und unmerklich Tränen in die Augen treibt, ſo
wird man die Empfindungen ermeſſen können, die den
überraſchten Ankömmling bei dem Anblick des Gullfos
befallen. Das ſind die echten Charakterzüge isländiſcher
Natur. Einſamkeit und Größe, verbunden zu
überwälti=
gender Stärke, der man ſich willig beugt.
Das Nordland erreicht man am beſten mit einem
Lo=
kaldampfer von Reykjavik aus, denn eine Durchquerung
der Inſel von Süden her ſteht zu den Strapazen des
Rittes auf ſchlechten Wegen über Lava, Moorland und
Sandwüſten trotz mancher reizvollen Fernſicht auf
ver=
gletſcherte Höhen in keinem lohnenden Verhältnis, um
ſo mehr, als ſie andere Eindrücke als ſeither nur in
be=
ſcheidenem Maße vermittelt. Erſt die nördliche Küſte
entfaltet neue maleriſche Bilder. Unzählige Fiorde
ſchnei=
den tief in das Land hinein, ſteile, dunkle Baſaltwände
recken ſich aus den brandenden Meereswogen empor, von
Alken und Seepapageien bevölkert, die oft in langen
Rei=
hen auf den Felsabſätzen ſitzen, während kreiſchende
Mö=
wenſchwärme ſich über den Waſſern tummeln. Freundlich
ſchimmert im Sommer in ſchmalen Streifen der Schnee
von den Gipfeln herüber zu den grünen Matten der
inne=
ren Ufer. Einige Monate ſpäter kriecht er ſchon wieder
von den Bergen herab und zwingt das Land zu langem
Winterſchlaf. Dann wird ſich das Treibeis in den engen
Buchten ſtauen und die Fiſcher werden monatelang ihre
Hütten nicht mehr verlaſſen können. Dem kurzen
Som=
mer mit der Sorge und den Kämpfen um die Exiſtenz des
einzelnen folgt ein nicht endenwollender Winter voll Nöt
und Entbehrung. Ueberall hat die Natur mit
unver=
gänglichen Runen die Wahrzeichen dieſer unermüdlichen
Kämpfe in die Inſel hineingeſchrieben, in die
verwitter=
ten Lavafelder wie in die düſteren faltigen Berge, in die
zerriſſenen Gletſcher wie in die ernſten verſchloſſenen
Mie=
nen des isländiſchen Volkes. Island iſt die Heimat
ſchrof=
fer Kontraſte. Kontraſte bedingen Kampf. und darum
gärt und kämpft es auf Island ſeit altersher im Boden
wie im Volk. Die alten isländiſchen Sagas wie die
neuere Geſchichte der Inſel geben Kunde hiervon.
Nummer 189.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
Seite 3.
Weis II., Kuhn, Schlaadt von Biebrich; Wirth, Schmitt,
Valentin, Schmitt II., Eberhardt, Bott, Schwind von
Worms; Nachtsheim, Neitzert und Pink von
Oberlahn=
ſtein; Bauer von Hanau; Reinhard von Pfungſtadt;
Schuſter von Mainz nach Darmſtadt; Kottmann von
Worms nach Pfungſtadt; Weichenſteller Hardt von
Kelſterbach nach Biſchofsheim. Penſioniert:
Weichen=
ſteller Philipp Schopp in Gundersheim; Bahnwärter
Jakob Schober in Hofheim (Ried). Geſtorben:
Bahnwärter Heiß in Gaimühle.
* Von den Herbſtübungen des 18. Armeekorps. Bei
den diesjährigen Herbſtübungen des 18. Armeekorps, die
ſich im ſüdlichen Teil des Kreiſes Lauterbach und den
angrenzenden preußiſchen Gebietsteilen abſpielen, wird
auch eine Fliegertruppe in Stärke von 15 Offizieren und
125 Mann während der Dauer des Korpsmanövers
teil=
nehmen und der 21. Diviſion beigegeben. Um den
Ver=
lauf des Manövers möglichſt kriegsmäßig zu geſtalten,
ſind die Truppen in dieſer Zeit durchweg auf Magazin=
Verpflegung und Biwak angewieſen worden, ſo daß eine
Inanſpruchnahme von Quartier mit Verpflegung nur
vereinzelt durch die Mannſchaften höherer Stäbe und
durch kleine abgezweigte Abteilungen erfolgen wird.
Da=
gegen wird bei ungünſtiger Witterung, ſobald
Notquar=
tiere bezogen werden müſſen, eine ſehr rege Belegung
der Ortſchaften (ohne Verpflegung) bis zur äußerſten
Grenze der Belegungsfähigkeit ſtattfinden, um eine allzu
große Anſtrengung der Truppen durch Märſche zu
ver=
meiden. Nur die in der Nähe der Biwakplätze gelegenen
Ortſchaften ſollen bei ungünſtigem Wetter zur Unterkunft
einiger Truppenteile ausgenutzt werden; doch wird auch
in dieſem Falle nur enges Quartier ohne Verpflegung
beanſprucht. In welchem Umfange und an welchen
Stellen eine derartige Inanſpruchnahme ſtattfinden wird,
läßt ſich naturgemäß nicht mit Sicherheit vor den
Uebungstagen überſehen. Auch ſollen die betreffenden
Gemeinden, die vorausſichtlich bei einer
Inanſpruch=
nahme von Notquartieren in Betracht kommen können,
keine vorzeitige Nachricht erhalten, damit der Gang des
Manövers vor den Truppen möglichſt geheim gehalten
wird.
— Vom Großh. Hoftheater. Am Sonntag, den
17. Auguſt, läuft die Friſt zur Anmeldung des neuen
Abonnements ab. Am Montag, den 25. Auguſt, le
ginnen die Vorproben zu „Tannhäuſer” unter Leitung
von Regiſſeur Nowack und Kapellmeiſter Ottenheimer,
ſowie zu „Fauſt” unter ſzeniſcher Leitung von Hans
Baumeiſter. Kurt Kempin hat für die beiden
Eröff=
nungsvorſtellungen neue Bühnenbilder geſchaffen.
* Jungdeutſchland. Man ſchreibt uns: Wie im
vergangenen Jahre, ſo werden auch diesmal wieder die
im Jungdeutſchlandbund zuſammengeſchloſſenen Vereine
hier in unſerer Stadt ihr Jugendfeſt begehen. Als
Zeitpunkt wurde dafür der altheſſiſche Ludwigstag
oder doch der dieſem Tag am nächſten liegende Sonntag
gewählt. So findet dieſe Veranſtaltung am 24. Auguſt
ſtatt. Wir werden vielleicht in den nächſten Tagen in
der Lage ſein, nähere Mitteilungen über das Feſt zu
bringen, das gewiß wieder Tauſende von Freunden
kräftiger Jugend am Woog und am Exerzierplatz als
fröhliche Zuſchauer verſammeln wird.
— Verein Heſſiſcher Buch= und Zeitſchriftenhändler in
Darmſtadt. Die ziemlich gut beſuchte
Hauptverſamm=
lung am Montag wurde in üblicher Weiſe vom
Vor=
ſitzenden Kollegen Hedwig eröffnet und das Protokoll
der letzten Verſammlung verleſen. Auf Antrag des
Vor=
ſitzenden wurde Kollege Frommann zum ſtellvertretenden
Schriftführer gewählt. Die Eingänge wurden
durchge=
gangen und den Anweſenden die verſchiedenen Angebote
zur Berückſichtigung empfohlen. Beſonders das
Salon=
blatt erweckte großes Intereſſe und werden die vom
Ver=
leger geſtellten günſtigen Bedingungen gewiß
Veranlaſ=
ſung für die Mitglieder ſein, für weite Verbreitung dieſer
ſchönen Zeitſchrift einzutreten. Auch die übrigen
Ein=
gänge, wie Arena, Das Buch für Alle, Deutſche
Moden=
zeitung, Illuſtrierte Zeitung Freya, Unſer Hausfreund,
und der Deutſche Kaiſerkalender fanden weitgehendes
In=
tereſſe. Ueber die Lieferung von Zeitſchriften ſeitens
eini=
ger Kollegen an Hauſierer entſtand eine anregende Debatte,
welche dazu führen dürfte, daß wieder geſunde
Verhält=
niſſe eintreten. Die vom Vorſitzenden beantragte
Erricht=
ung einer Sterbekaſſe und einer Reiſekaſſe fand wenig
Unterſtützung und wurde dieſer Punkt der Tagesordnung
auf eine günſtigere Zeit verſchoben. Zwecks Regelung des
Kaſſeweſens wurde dem Kaſſierer aufgegeben, eine genaue
Abrechnung über das Vereinsvermögen in einer der näch=
ſten Verſammlungen vorzulegen.
Entgegenkommender=
weiſe wird der Vorſitzende von dem Verkauf von
Kalen=
dern je nach Abſatz einen beſtimmten Betrag an die
Ver=
einskaſſe abführen. Nach Erledigung einiger interner
Vereinsangelegenheiten wurde die angeregt und intereſſant
verlaufene Sitzung vom Vorſitzenden mit dem Wunſche
geſchloſſen, daß in der nächſten Verſammlung doch alle hier
wohnenden Mitglieder anweſend ſein möchten.
* Heimarbeit. Die ſtädtiſche
Rechtsaus=
kunftſtelle ſchreibt uns: In den Tageszeitungen
erſcheinen — beſonders von Kempten — häufig Inſerate,
in welchen unter dem Verſprechen dauernder und gut
lohnender Arbeit Heimarbeiterinnen geſucht werden.
Meldungen werden unter Beilage von 40 Pfg. in
Briefmarken erbeten. Hierfür erhalten die Einſender ein
geſticktes Muſterblümchen und die Aufforderung, ſich
eine Stickereieinrichtung zu beſtellen. Die
Stickereiein=
richtung — Handſtick=Maſchine „Fee des Hauſes” nebſt
Zubehör — hat etwa einen Wert von 7 Mk., koſtet aber
20 Mk. Gefertiate und eingeſandte Arbeiten werden in
wegwerfender Weiſe beurteilt, ſo daß die meiſten
In=
haber ſolcher Stickereieinrichtungen in kurzer Zeit die
Arbeit aufgeden. Die wenigen Perſonen, welche in
mehrwöchentlichen Zwiſchenräumen Muſterblümchen zur
Anfertigung zugeſtellt erhalten, verdienen in der Stunde
etwa 7 Pfg. Es kann daher vor dem Eingehen auf
dieſe Inſerate nur gewarnt werden. Etwa geſchädigten
Minderbemittelten gewährt die hieſige ſtädtiſche
Rechtsauskunftſtelle, Waldſtraße 6,
koſten=
los Rat und Hilfe.
* Heimkehr von der Truppenſchau. Das Leibgarde=
Regiment Nr. 115, das an der Truppenſchau vor
dem Kaiſer auf dem Großen Sande bei Mainz
teil=
nahm, kehrte geſtern abend gegen 6 Uhr mit klingendem
Spiele, begleitet von einer großen Zuſchauerſchar, durch die
Rheinſtraße nach der Kaſerne in der Alexanderſtraße
zurück, nachdem die Fahnen im Reſidenzſchloß abgegeben
worden waren.
*Der Raubmord im Eiſenbahnzuge. Die
Er=
mittelungen der Staatsanwaltſchaft erſtrecken ſich jetzt
auf einen bereits ſteckbrieflich verfolgten Verbrecher, den
23jährigen, zu München=Gladbach geborenen Schriftſetzer
Er hat neben anderen Verbrechen
Joſeph Völker.
gemeinſam mit einem Metzger Hahn einen Raubmord
in München=Gladbach begangen. Während ſein Komplize
verhaftet werden konnte, befindet ſich jener Völker noch
in Freiheit. Die Staatsanwaltſchaft hält es nicht für
ausgeſchloſſen, daß er auch den Raubmord an dem
Kauf=
mann Brechner verübt hat, wenigſtens ſo lange über
ſeinen Aufenthalt während der fraglichen Zeit nichts
bekannt iſt.
* Konzert. Städtiſcher Saalbau. Das
heutige 9. Donnerstags=Konzert der Kapelle
des Leibgarde=Regiments iſt das letzte der diesjährigen
Spielzeit, die vom Wetter nicht gerade begünſtigt war.
Die Vortragsordnung birgt eine Reihe beſſerer
Ton=
werke, u. a. Tonbilder aus „Siegfried” von R. Wagner,
Fragmente aus Griegs „Sigurd Jorſalfar‟ Den
Be=
ſchluß des Abends bildet das vaterländiſche Tongemälde
„Deutſchlands Erinnerungen an die ruhmreichen
Kriegs=
jahre” 1870/71 von H. Saro, unter Mitwirkung der
Spielleute. Bei ungünſtigem Wetter findet
Streich=
konzert nach beſonderem Programm im großen Saale
ſtatt. (Siehe Anzeige.)
Ortsgewerbeverein Darmſtadt.
Der auf Anregung der Zentralſtelle für die
Ge=
werbe geplante Beſuch der Internationalen
Baufach=Ausſtellung in Leipzig hat
pro=
grammgemäß ſtattgefunden. 15 Teilnehmer hatten ſich der
Führung des Ortsgewerbevereins Darmſtadt angeſchloſſen.
Der Zug 9.40 Uhr vormittags von Frankfurt ab brachte
die Teilnehmer bei herrlichem Wetter durch manch ſchöne
Gegend, und prachtvolle Ausſichten lohnten die Fahrt.
428 Uhr nachmittags traf man wohlbehalten in Leipzig
ein, um die ſchon vorbereiteten Quartiere zu beziehen.
Nachdem man ſich etwas erholt und reſtauriert httte wurde
ein kleiner Rundgang in dieſer haſtenden und treibenden
Großſtadt unternommen, mit Erklärung der wichtigſten
Plätze, Straßen und Bahnlinien, woran ſich ein
gemüt=
liches Zuſammenſein im Kriſtallpalaſt anſchloß. Früh
ſchon am Sonntag morgen lockte der Weckruf des Führers
die Schläfer aus den Betten und um 8 Uhr konnte die
Rundfahrt in dem eigens hierzu gemieteten
Geſellſchafts=
wagen begonnen werden. Es wäre zuviel, das alles
an=
zuführen, was nun dem ſtaunenden Auge und Sinn alles
vorgeführt und erkläct wurde. Eine Beſichtigung des
Völkerſchlachtdenkmals krönte das Geſehene, und das
im=
poſante und doch ſo gediegene Bauwerk verfehlte auch
nicht den Eindruck zu machen, den jeder Deutſche ſchon bei
dem erſten Anblick und dem Betreten des Inneren
ge=
winnen muß. Anſchließend an dieſe herrliche Rundfahrt
war es den Teilnehmern noch vergönnt, unſere heſſiſchen
Vertreter für den 18. Reichsfeuerwehrtag im Feſtzuge zu
begrüßen, was beiderſeits Freude bereitete. Es waren
in Leipzig 30—40000 Feuerwehrleute anweſend. Der
Nachmittag wurde nunmehr der Ausſtellung gewidmet,
ein flüchtiger Durchgang durch die einzelnen Gebäude, die
faſt alle überfüllt, erfolgte, um einen Ueberblick über das
Ganze zu gewinnen. Feenhafte Beleuchtung am Abend,
Konzerte und das bunte Gewimmel in den
Vergnügungs=
parks hielten alle bis in die Nacht hinein in der
Aus=
ſtellung gefeſſelt. Der ganze Montag=, Dienstag= und
Mittwochmorgen wurde benutzt, um die Ausſtellung
ein=
gehend zu ſtudieren. Viel Neues und Intereſſantes wurde
vorgeführt und wäre es auch an dieſer Stelle zuviel, auf
das alles einzugehen, was dieſe Ausſtellung uns bietet.
Wir ſehen die moderne Eiſenbetonbauweiſe im
Wett=
bewerb mit Eiſen und Stahl, Baukunſt und Wiſſenſchaft,
Bauſtoffe, hygieniſche Baueinrichtungen, die Ausſtellung
der deutſchen Gewerkbund=Gruppe, die Ausſtellungen der
verſchiedenſten Staaten und Städte uſw. uſw., kurz, viel
zuviel, um das alles hier anzuführen. Den Abſchluß bildete
noch ein Beſuch der Gartenſtadt Marienbrunn mit der
Leipziger Handwerks=Ausſtellung. Alles in allem dürfte
die Ausſtellung für den Handwerker viel Neues, Schönes
und Lehrreiches geboten haben und Anregung geben,
die=
ſelbe zu beſuchen. Anſchließend wurde am Mittwoch ein
Abſtecher nach Dresden unternommen und dieſe ſchöne
Stadt mit ihren Gebäuden und Sehenswürdigkeiten
be=
ſichtigt. Als ein Genuß muß der Beſuch der
Gemälde=
galerie bezeichnet werden. Eine Fahrt am Donnerstag in
die Sächſiſche Schweiz, Beſteigung der Baſtei mit ihren
gewaltigen Felſengruppen an der Elbe und den prächtigen
Rundblicken über dieſe Sandſteingebilde, ein Abſtieg durch
die wildromantiſchen Felſengeklüfte der Schwedenlöcher
gaben auch hier einen Einblick in dieſes ſchöne Stück
deut=
ſchen Vaterlandes. Auf der Rückfahrt widmete man noch
zwei Tage der ſo ſchön gelegenen Stadt Eiſenach mit ihrer
waldreichen und romantiſchen Umgebung. Ruhe und
Er=
holung bietend, erinnert ſie uns wieder an unſere Heimat,
das Großſtadtgetriebe liegt hinter uns. Die Stadt ſelbſt
und die Wartburg wurden einer eingehenden Beſichtigung
unterzogen, die Vorführungen und geſchichtlichen
Erklär=
ungen führten in manches Zeitalter deutſcher Geſchichte
zu=
rück und gaben ſo recht Sſtoff zu einem Vergleich mit dem
heutigen Fortſchritt der Zeit. Eine hübſche Wanderung
durch das Annatal, die Drachenſchlucht, Beſteigung der
Hohen Sonne, das Wilhelmstal und der Abſtieg durch die
Landgrafenſchlucht zurück nach Eiſenach bildeten den
Ab=
ſchluß, und am Samstag abend gelangten die Teilnehmer
des Ausfluges wohlbehalten und tiefbefriedigt von dieſem
wohl unvergeßlichen Ausflug wieder in der Heimat an.
Beſucher der Ausſtellung erhalten jederzeit Auskunft bei
dem Vorſitzenden der Ausflugskommiſſion des
Orts=
gewerbevereins Darmſtadt, Luiſenſtraße 40.
W. Gernsheim, 13. Aug. Bei dem Berlin-Baſeler
D=Zug 6 mußte heute hier im Bahnhof der Poſtwagen
wegen heißgelaufener Achſe ausgeſtellt werden. Es
ge=
lang, die ſehr ſtarke Auslandspoſt noch in dem Zug ſelbſt
unterzubringen, ſo daß die Schiffsanſchlüſſe noch erreicht
wurden. Der Zug erhielt nur geringe Verſpätung.
Offenbach. 13. Aug. Die 25jährige Marie Beak
war in der Nacht zum Sonntag vor einem
Manſarden=
zimmer, in dem ſie vorübergehend ſchlief, mit
Strangu=
lationsmerkmalen bewußtlos aufgefunden
wor=
den. Sie war vorher noch mit den Eltern im Theater
und dann in einem Café geweſen, und hatte dann die
Schlafkammer aufgeſucht. Wahrſcheinlich hat ſie dieſe für
einen Augenblick wieder verlaſſen und iſt von einem
un=
bekannten Mann angegriffen worden, der ſie, als ſie ſich
wehrte, erdroſſeln wollte. Das Mädchen ſelbſt konnte noch
nicht vernommen werden, da es noch immer bewußtlos im
Krankenhauſe liegt.
Offenbach, 13. Aug. Die ſchwere Bluttat in der
Waldſtraße in der Nacht zum Sonntag wird glücklicher=
Feuilleton.
* Ueber den „Jäger aus Kurpfalz” deſſen Denkmal
im Soonwald geſtern in Gegenwart des Kaiſers enthüllt
worden iſt, wird geſchrieben: Der ehemalige „churfürſtliche,
churpfälziſche rheutende Erbförſter und Forſtinſpektor des
vordern Soons, Friedrich Wilhelm Utſch, genannt „Der
Jäger aus Churpfalz” geſtorben im Jahre 1795, war
Mit=
glied einer Familie, die durch viele Generationen die
Oberförſterei Entenpfuhl verwaltete und auf dem dortigen
Forſthauſe mitten im großen Waldgebiete hauſte; der
letzte dortige Oberförſter namens Utſch, Gerhard Utſch,
ſtarb im Jahre 1833. Die Oberförſterei lag im Amte
Win=
terburg, deſſen Bewohner Ackerbau und Viehzucht trieben;
mit letzterer waren ſie zum Teil auf den Wald
angewie=
ſen. Es waren arme Leute, der Ackerbau war dürftig und
der Weidſtrich unbedeutend; das eigene Brandholz reichte
bei weitem nicht aus. Die Eingeſeſſenen hatten damals
im kurpfälziſchen Soonwalde das Recht der Holzung und
der Weide, für die der gute und fruchtbare Boden ſehr
geeignet war. Das Denkmal wurde unweit von der
Oberförſterei Entenpfuhl im vorderen Soonwalde im
Hunsrück errichtet und beſteht aus einem hübſchen
Denk=
ſtein. An der unteren Verzierung iſt die Kaiſerkrone
an=
gebracht, darüber befindet ſich die Inſchrift: Dem
Anden=
ken des churfürſtlichen churpfälziſchen rheutenden
Erbför=
ſters und Forſtinſpektors des vorderen Soons, Herrn
Friedr. Wilh. Utſch, gen.: der Jäger aus Churpfalz.
Ge=
widmet vom allerhöchſten Jagdherrn und ſeinen Jägern.
1913. Das Denkmal hat eine Höhe von etwa vier Metern
einſchließlich Sockel. Bei Auen, unweit von Entenpfuhl,
be=
findet ſich das Grab des Jägers an der altersgrauen
Gehinkirche, die von dem Mainzer Biſchof Willigis erbaut
worden iſt, und von deren Herſtellung und Einweihung
im vergangenen Jahre leitet ſich auch die Durchführung
des Gedankens her, dem „Jäger aus Churpfalz” ein
Denk=
mal zu errichten.
C) Das Ordensband der Dienſtboten. Das
repu=
blikaniſche Frankreich iſt das klaſſiſche Land der
Orden und der Ordensbänder, wohl nirgends iſt die
Sehnſucht, ein Bändchen im Knopfloch zu tragen, ſo heiß
und ſo weit verbreitet, wie bei unſeren weſtlichen
Nach=
barn. Ohne dieſen Umſtand wäre das neue Geſetz, das
jetzt im Journal Officiel amtlich veröffentlicht wird, auch
nicht verſtändlich. Die Regierung der Republik iſt auf den
guten Gedanken gekommen, die Ordensſehnſucht
des Volkes fruchtbar zu machen und ſie zur Löſung
der immer ſchwieriger werdenden Dienſtbotenfrage
aus=
zunutzen. Und ſo entſtand dieſes neue Geſetz, das
ge=
wiſſermaßen eine Ehrenlegion der Dienſtboten
ſchafft, ein Ordensband für Diener und Dienſtmädchen,
Köchinnen und Zofen. Die kaufmänniſchen Angeſtellten,
die Kommis und Reiſenden beſaßen bereits ihre eigene
Ehrenlegion; ſie erhalten für langjährige treue Dienſte
vom Staate Medaillen und dürfen dann ein Bändchen im
Knopfloch tragen; nun wird endlich auch der dienenden
Klaſſe ihr Recht. Genau ſetzt das Geſetz die Bedingungen
feſt, unter denen treue Dienſtboten ihre Medaille erhalten
und damit das Recht auf den Schmuck des Knopfloches
oder der Bluſe. Die Ehrenlegionsabzeichen der
Dienſt=
boten erhalten: 1. alle häuslichen Angeſtellten, die 30 Jahre
lang im Dienſte der gleichen Familie ſtanden und die
An=
erkennung ihrer Dienſtherrſchaft errungen haben; 2. alle
Dienſtboten, die 30 Jahre tätig waren und durch Umſtände,
die nicht an ihnen lagen, gezwungen wurden, andere
Stel=
lungen zu ſuchen; 3. nur ausnahmsweiſe Dienſtboten, die
20 Jahre im Dienſt waren und während dieſer Zeit
regel=
mäßig einen beſtimmten Beitrag zum nationalen
Penſions=
fonds bezahlten oder einer ſtaatlich anerkannten
Verſiche=
rungsgeſellſchaft angehörten; 4. Dienſtboten, die vier
Kin=
der oder mehr bis zum Alter von 16 Jahren aufgezogen
haben und 5. alle Dienſtboten, die ihrer Dienſtherrſchaft
ungewöhnliche oder heroiſche Dienſte geleiſtet und Beweiſe
außerordentlicher Treue und Anhänglichkeit gegeben haben.
Ein Rundſchreiben des Arbeitsminiſteriums weiſt alle
Präfekturen an, die Aufmerkſamkeit der dienenden Klaſſe
auf die neuen Ehrenzeichen zu lenken; die erſten
Ordens=
bänder ſollen am 1. Oktober verliehen werden
C. K. Das Ende von Wild=Weſt. Buffalo Bills „Wild=
Weſt” und Pawnee Bills „Far Eaſt” werden, ſorgſam
kata=
logiſiert und zum Verkauf aufgeſtellt, in dieſen Tagen in
Denver öffentlich verſteigert: eine exotiſche Romantik, die
auch bei uns vor Jahren begeiſterte Aufnahme fand, wird
damit zu Grabe getragen. Das geſchäftliche Unternehmen,
zu dem ſich die beiden Bills zuſammengetan hatten, ging
ſeit einiger Zeit immer ſchlechter; die Vorführungen der
längſt verblaßten Wunder aus ehemals wilden Gegenden,
die heute ſehr ziviliſiert ſind fanden keinen Anklang mehr,
und kommt denn nun ibre Habe unter den Hammer.
Im Amerika von heute gibt es keine Abenteurer und
Blücksritter mehr in Lederhoſen und mit Blockhäuſern;
ſie tragen Geſellſchaftsanzug und beſuchen Klubs. Die
In=
dianer erſcheinen im Zylinder. ſind geſittete Leute in
bür=
gerlichen Berufen, und die Helden der Schauerromane, die
einſt im wilden Weſten grauſige und große Taten
verrich=
teten, unterſchlagen Millionen und haben ein Dutzend
Frauen. Die beiden Bills hatten ihre Zeit nicht richtig
erkannt; ſie glaubten noch an den verſchollenen Zauber
der Prärie, und ſo iſt es ihnen gegangen, wie es ſolchen
Leuten geht: ſie machten Bankerott.
* Fideles Gefängnis. Das Luzerner Tageblatt erzählt
das nachſtehende Geſchichtchen: Vor einigen Tagen entfloh
aus dem Gefängnis der durch ihre Beziehungen zur
Tell=
ſage bekannten Ortſchaft Altdorf im Kanton Uri ein
Sträf=
ling, der wegen Diebſtahls verurteilt worden war. Die
Gefängnisverwaltung ließ ihn durch zwei . . andere
Sträflinge, von denen einer zu lebenslänglicher Haft
ver=
urteilt war, verfolgen. Es gelang den beiden eigenartigen
Polizeimännern nicht, den Flüchtling dingfeſt zu machen.
Und nun kommt das Unglaubliche: beide kehrten
ſeelen=
ruhig in ihre Zellen zurück. Die Sträflinge in Altdorf
haben es nämlich ſo gut, daß ſie am liebſten nie aus dem
Gefängnis herausmöchten. Und wenn ſie nach
Verbüß=
ung ihrer Strafe entlaſſen werden, benutzen ſie die erſte
beſte Gelegenheit, um wieder irgend etwas zu begehen,
damit ſie ſo raſch wie möglich in die gaſtlichen Hallen
zu=
rückkehren können. .
* Familienanſchluß. Im Neuen Schwarzwälder
Tag=
blatt las man in dieſen Tagen folgende Anzeigen: „Zehn
Karlsruher Studenten von angenehmſtem Aeußern und
mit ſoliden Grundſätzen ſuchen aus Mangel an
Damen=
bekanntſchaft auf dieſem nicht mehr ungewöhnlichen Wege
Familienanſchluß. Ernſtgemeinte Offerten mit
Familien=
bild an die Expedition d. Bl. erbeten unter dem
Kenn=
wort: B. i. B.‟ Darauf haben nun mehrere Damen den
Familienanſchluß ſuchenden Studenten folgende Anfrage
geſtellt: An die zehn Studenten, die ſich wegen Mangels
an Damenbekanntſchaft an die Oeffentlichkeit gewendet
haben, richten wir die Anfrage, ob es ſich etwa um ältere
Damen handeln ſoll, die Mutterſtelle vertreten, oder
ob es ſich mehr um Gouvernantenſtellen bandelt.
Mehrere Damen.”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
Nummer 189.
weiſe nicht die anfangs gefürchtete Folge haben. Es
be=
ſteht die Hoffnung, ſowohl den Friſeur Beus als auch
den Kriminalſchutzmann Boller am Leben zu
erhal=
ten. Zwar iſt der Zuſtand der beiden Schwerverletzter
immer noch ernſt, doch ſind alle Zeichen für eine
Wend=
ung zum Beſſeren vorhanden. Eine Vernehmung Bollers
konnte jedoch noch nicht vorgenommen werden, ebenſo
wer=
den Beſuche noch ferngehalten.
Neu=Iſenburg, 13. Aug. Wie uns mitgeteilt
wird, hat der älteſte Verein des Großherzogtums Heſſen,
der Geſangverein „Frohſinn”=Neu=Iſenburg,
be=
ſchloſſen, ſein nächſtjähriges 80jähriges Beſtehen durch
ein großes nationales Preisſingen zu feiern.
Außer der Feſtſetzung ſehr ſchöner Geldpreiſe ſoll die
Abwicklung des Preisſingens ſo geſtaltet werden, daß
der Zeitanſpruch desſelben auf das geringſte Maß
be=
ſchränkt wird und der ganze Nachmittag des Feſttages
den wettſtreitenden Sängern zur freien Benutzung ſteht.
— Brensbach, 13. Aug. Vergangene Woche wurde
unſerem Landsmann, dem bekannten Odenwalddichter
Karl Schäfer, dem Verfaſſer der „Heimatlieder” und
vieler anderer Werke über den heſſiſchen Odenwald, von
Freunden und Gönnern an ſeinem Geburtshauſe
eine Gedenktafel angebracht. Ein beredtes
Zeug=
nis für den Anklang, welchen ſeine Werke in unſerer
engeren Heimat gefunden haben.
Viernheim, 13. Aug. Der Rottenarbeiter Gg. Heiſt
der den Dienſt eines Bahnhofsarbeiters auf dem hieſigen
Bahnhofe verſah, wurde abends plötzlich überfallen,
niedergeſchlagen und durch einen Meſſerſtich in den
Rücken ſchwer’verletzt. Die Täter, zwei 19 Jahre alte
Burſchen von hier, wurden noch in der Nacht von der
Polizei ermittelt und feſtgenommen.
Guſtavsburg, 13. Aug. Der Streik in den
Hed=
dernheimer Kupferwerken iſt heute allgemein
aufgenommen worden. Nachdem ein Teil der über 250
Mann zählenden Arbeiterſchaft ſofort vor 14 Tagen ſchon
die Werkſtätte verlaſſen, traten vor einer Woche nach
acht=
tägiger Kündigungsfriſt weitere 90 Mann und heute, nach
14tägiger Kündigungsfriſt, der Reſt der Beſchäftigten von
der Arbeit zurück. Eine Einigung konnte zwiſchen der
Fabrikleitung und den Arbeitern, die neben einer
Ver=
kürzung der Arbeitszeit eine Lohnerhöhung und
Verbeſ=
ſerungen im Fabrikbetriebe verlangen, nicht erzielt
wer=
den. Die Streikenden haben überall an den Zugängen zu
der Fabrik ſtarke Streikpoſten aufgeſtellt. Die Firma hat
eine Anzahl Arbeiter von auswärts in Automobilen
her=
beigeſchafft. Um grobe Ausſchreitungen zu verhüten, iſt
heute ein ſtarkes Gendarmerieaufgebot hier eingetroffen.
Mainz, 13. Aug. Seit Beſtehen des Bahnhofes
Biebrich=Oſt macht ſich die Notwendigkeit der
Erbau=
ung einer Betriebswerkſtätte für Güterwagen
und eines Lokomotivſchuppens immer deutlicher
bemerk=
bar. Wiederholt waren auch die Pläne ſeitens der
Eiſen=
bahndirektion Mainz dem Miniſterium eingereicht, aber
das Projekt mußte wegen anderer noch dringlicherer
Bau=
ten ſtets zurückgeſtellt werden. Von einer Aufhebung
anderer Eiſenbahnwerlſtätten in Nachbarſtädten Biebrichs
iſt nicht die Rede. Ob allerdings das Biebricher Projekt
im nächſten Etatsjahre zur Ausführung kommt, iſt bisher
noch unentſchieden.
Oppenheim, 13. Aug. Beim Kohlenladen
ver=
unglückt iſt der bei der Witwe Bingenheimer
bedien=
ſtete Fuhrmann Pöſchel. Ein Kohlenkarren ſchlug
un=
vermutet in die Höhe, wodurch Pöſchel mit voller Wucht
zwiſchen Deichſel und Räder geſchleudert wurde und ſehr
ſchwere Verletzungen erlitt. — An der Großh. Wein= und
Obſtbauſchule begann mit dem geſtrigen Tage ein Ein:
mach= und Einkochkurſus bei guter Beteiligung.
Der Kurſus ſteht unter Leitung des Obſtbautechnikers=
Heyder.
Bingen, 13. Aug. Die Feſtordnung für die am
24. und 25. Auguſt d. J. hier abzuhaltende 26.
Jahres=
verſammlung des Heſſiſchen
Hauptver=
eins des Evangeliſchen Bundes iſt nunmehr
endgültig feſtgeſetzt. Nach vorangegangenem Feſtgeläute
in den evangeliſchen Kirchen finden vormittags 10 Uhr in
Bingen ſelbſt und in den Orten der Umgegend
Feſt=
gottesdienſte unter Mitwirkung der
Kirchengeſana=
vereine ſtatt. und zwar werden predigen in Bingen ſelbſt:
Stadtpfarrer Vogel=Darmſtadt (früher Aſſiſtent bei der
Binger evangeliſchen Gemeinde); in Gau=Algesheim:
Hof=
prediger Widmann=Gedern (ebenfalls früherer Seelſorger
dieſer jungen Diaſporagemeinde); in Genſingen:
Pfarr=
verwalter Hofmann=Wixhauſen; in Nieder=Ingelheim:
Pfarrer Knab=Walldorf (bis vor kurzem Vikar in
Steier=
mark); in Ober=Ingelheim: Pfarrer Bickelhaupt=Groß=
Umſtadt; in Bacharach: Profeſſor Lampas, Friedberg; in
Bingerbrück: Pfarrer Berck=Mainz=Mombach; in Geiſen
heim: Pfarrer Goethe=Wörrſtadt; in Langenlonsheim:
Pfarrer Dr. Greven, Seibersbach; in Rüdesheim: Pfarrer
Fritſch, Ruppertsburg. Nachmittags 3 Uhr wird in der
neuerbauten großen Feſthalle am Rhein eine evange
liſche Volksverſammlung veranſtaltet. Nach
Er=
öffnung durch Pfarrer Reingardt=Bingen werden ſprechen:
Pfarrer Marx von Darmſtadt über „Luthergeiſt in den
Freiheitskriegen” und Pfarrer Becker von Neunkirchen
an der Saar über „Luthergeiſt im neuen Reiche‟ Das
Schlußwort hat Profeſſor Wenzel=Bingen. Abends 8 Uhr
foll dann noch ein geſelliges Zuſammenſein im
Bahnhofs=
ſaal unter Leitung von Pfarrer Germer=Bingen folgen
Auch hierbei wird es an Anſprachen nicht fehlen,
insbe=
ſondere ſind hierfür die Begrüßungsanſprachen von
Bru=
der= und befreundeten Vereinen vorgeſehen. Der
Mon=
tagmorgen bringt dann zunächſt die geſchloſſenen
Mit=
gliederverſammlungen, in denen die Hauptarbeit des
Bundes geleiſtet wird. Dabei wird Pfarrer Müller=
Offen=
bach das ſehr zeitgemäße Thema „Der evangeliſche Bund
und die Jugendarbeit” behandeln. Eine evangeliſche
Feſt=
verſammlung in der Kirche ſchließt ſich an, für die der
Vorſitzende des Hauptvereins, Pfarrer D. Waitz=
Darm=
ſtadt, den Vortrag über „Gegenreformation einſt und jetzt”
übernommen hat. Bei der Volksverſammlung am
Sonn=
tag werden die Kirchengeſangvereine von Bingen (
Muſik=
lehrer Förſter), Bingerbrück (Lehrer Schneider) und
Frei=
weinheim (Lehrer Dexheimer) mitwirken.
Bingen, 13. Aug. Die Arbeiten am Bau der neuen
Bahnſtrecke Rüdesheim-Sarmsheim ſind
aufgenommen worden. Eine größere Anzahl Arbeiter iſt
jetzt damit beſchäftigt, auf der preußiſchen Seite bei
Sarmsheim die Bahndämme aufzuſchütten. Da unweit
von Sarmsheim, oberhalb des ſogenannten Gefaches, über
die Nahe eine Eiſenbahnbrücke gebaut werden muß,
tref=
fen faſt täglich größere Poſten Baumaterialien an den
ein=
zelnen Bauſtellen ein.
Alsfeld, 12. Aug. Geſtern vormittag kurz vor 10 Uhr
brach, wie bereits gemeldet, in der
Holzbearbeitungs=
fabrik von W. Beckert u. Co. infolge Exploſion von
Gaſolin Feuer aus. Die Exploſion erfolgte, laut
G. Anz., im Keller, wo der Geſchäftsinhaber mit Abfüllen
des feuergefährlichen Stoffes beſchäftigt war. Beckert
er=
litt ſchwere, aber vorausſichtlich nicht lebensgefährliche
Brandwunden an Kopf, Armen und Händen. Mit
bren=
nenden Kleidern kam er zu ſeinen Geſellen geſtürmt, die
ihm die Kleider vom Leibe riſſen. Er wurde dem Kreis=
krankenhauſe zugeführt; ſein Zuſtand iſt bedenklich. Das
ver=
heerende Element griff mit ſolcher Schnelligkeit um ſich,
daß ein bei der Familie Beckert zu Beſuch weilendes
Mäd=
chen, das durch den Schrecken in Starrkrampf verfiel, nur
mit Mühe im letzten Augenblick gerettet werden konnte.
Vom Gebäude ſelbſt iſt nur noch das Mauergerippe zu
ſehen, die Inneneinrichtung iſt vollſtändig vernichtet. An
einem anſtelle des alten Brauhauſes errichteten Neubau
iſt der Dachſtuhl beſchädigt, desgleichen an der Wirtſchaft
„Zum alten Brauhaus‟ Durch das tatkräftige Eingreifen
der hieſigen Feuerwehr wurde trotz des ſtarken Südweſtes
ein weiteres Umſichgreifen des Feuers verhütet. Der
Schaden iſt bedeutend: es verbrannten z. B. allein 128
Stück fertige, zum Verſand bereitſtehende, patentierte, von
Beckert erfundene Tiſche mit eingebauter Wäſchemangel,
wovon das Stück durchſchnittlich 50—60 Mark koſtet. Ein
Teil des Schadens iſt durch Verſicherung gedeckt. Be
merkenswert iſt, daß die alte ſehenswerte Kanzel der
Walpurgiskirche, die unter den geſchickten Händen
Beckerts eine Renovation erfahren ſollte, mit verbrannte;
ſchade für dieſes Kleinod. Die Urſache der Exploſion iſt
bis jetzt noch nicht aufgeklärt. Es iſt dies ſeit kurzer Zeit
der zweite Brand, der ſich innerhalb 60—80 Meter von
dem jetzigen Perſonenbahnhof abſpielt. Damals brannte
das Sägewerk der Firma Wallach vollſtändig nieder, und
die Feuerwehr konnte damals wegen der großen Hitze
trotz größter Anſtrengung nichts ausrichten. Nun ſoll
der neue Perſonenbahnhof der jetzt abgebrannten
Beckert=
ſchen Dreherei um 15 Meter näher gerückt werden. Es
iſt ſchwer verſtändlich, daß die Eiſenbahnbehörde an
die=
ſem ſchwer zugänglichen Platz feſthält. Weiter wird
noch gemeldet, daß die Kanzel der
Walpurgis=
kirche ein Werk des Alsfelder Künſtlers Michael Fink
aus dem Jahre 1618 war und ſich durch ſelten ſchöne
Ein=
legarbeit auszeichnete. Ferner iſt ein aus der
Walpurgis=
kirche ſtammendes hölzernes Epitaphium aus dem
Jahre 1622, das ſich ebenfalls zur Erneuerung dort befand,
ein Raub der Flammen geworden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 12. Aug. Die Verhandlung
über die von ſechs der in dem Tilian=Prozeß Ver
urteilten eingelegte Berufung vor dem Oberkriegsgericht
dürfte kaum vor Oktober ſtatfinden. — Mit dem Umbau
des Bahnhofes Friedrichſtraße dürfte noch in
dieſem Herbſt begonnen werden. Die Neuordnung iſt ſo,
daß ein dreigleiſiger Umbau vorgeſehen iſt. Zu dem
jetzigen Stadtbahngleis kommt noch ein dreigleiſiges
Paar, auf welchem die Fernzüge, deren Abfertigung
natur=
gemäß längere Zeit in Anſpruch nimmt, halten werden.
Im Sandgelände von Steglitz (Rauhe Berge) hatten
geſtern zwei Knaben mit einem Spaten einen Teil
des Bodens ausgehöhlt und ſahen nicht, daß ſich
das Erdwerk, dem der Stützpunkt entzogen war, langſam
zu ſenken begann. Plötzlich ſtürzten die Erdmaſſen
her=
unter und begruben die beiden Kinder unter ſich. Nach
längerer Zeit gelang es, ſie aus ihrer ſchrecklichen Lage
zu befreien. Das jüngſte Kind hatte ſich eine
Schulter=
verletzung zugezogen. Der ältere Knabe hatte das
Be=
wußtſein verloren, als er aufgefunden wurde. Alle
Wiederbelebungsverſuche waren erfolglos. Der Arzt
mußte Tod durch Erſticken feſtſtellen. — Rote Zettel an
den Anſchlagſäulen teilen mit, daß die
Verſicherungsgeſell=
ſchaft Niederländiſcher Lloyd einen Betrag bis zu 5000
Mark als Belohnung für die Herbeiſchaffung von
Ju=
welen, Silbergegenſtänden und Kleidungsſtücken ausgeſetzt
hat, die am vergangenen Freitag aus der Wohnung der
Rentnerin Frau Deters in Berlin=Wilmersdorf von
Einbrechern geſtohlen worden ſind. Am genannten Tage
vormittags bemerkte, wie die Nationalzeitung heute abend
berichtet, der Hauswirt an der Tür der Hintertreppe zu
der im dritten Stock gelegenen Wohnung einen Lappen,
der mit einem Reißnagel feſtgeheftet war. Weil ihm dies
verdächtig vorkam, hob er ihn auf und entdeckte jetzt, daß
an dieſer Stelle ein handgroßes Loch aus der Türfüllung
geſtemmt worden war. Da ihm auch ein ſcharfer
Brand=
geruch entgegenſtrömte, öffnete er die nichtverſchloſſene
Tür. Als er mit anderen Hausbewohnern eintrat, bot
ſich ihnen ein wüſtes Bild. Alle Schränke und Behälter
waren erbrochen, ihr Inhalt zum Teil im Zimmer
umher=
geworfen und mit Spiritus und Petroleum durchtränkt.
In einer Ecke brannten auch die Fenſtervorhänge
lichter=
loh. Man löſchte das Feuer, ehe es einen größeren
Um=
fang angenommen hatte, und benachrichtigte die Polizei.
Dieſe fand auch noch mehrere Flaſchen, die Brennſtoff
enthalten hatten. Die Wohnungsinhaberin, Frau Deters,
war mit ihrem Mädchen zwei Stunden vorher nach
Pan=
kow gegangen, um dort ihre erkrankte Mutter zu beſuchen
Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur. Man ſtellte
feſt, daß die Einbrecher für insgeſamt 50000 Mark Sachen
geſtohlen hatten.
Mannheim, 13. Aug. Der hieſige Oberbürgermeiſter
Paul Martin iſt heute morgen 8 Uhr nach einem
Tele=
gramm der Neuen Badiſchen Landeszeitung in Bad=
Nauheim, wo er zur Kur weilte, im Alter von 54
Jah=
ren infolge eines Herzſchlages geſtorben.
Kaiſerslautern, 13. Aug. Der Wirt Kolter iſt
we=
gen Begünſtigung des geſtern verhafteten Mörders des
Gendarmen Lindner, Emil Klingel, verhaftet und das
Lokal „Germaniaſaal” geſchloſſen worden.
Koburg, 12. Aug. Der Prinz von Wales iſt
zum Beſuch des Herzogs von Koburg und Gotha auf
Schloß Reinhardsbrunn eingetroffen.
Halle a. d. S., 13. Aug. Während der Eröffnung der
heutigen Hauptverſammlung des Handwerker= und
Ge=
werbekammertages in Halle a. d. S. wurde der Vorſitzende
der Geraer Handwerkskammer. Werner Pertzen, der
als Delegierter der Gerger Handwerkskammer an den
Be=
ratungen teilnimmt, vom Schlage betroffen und
war ſofort tot.
Hamburg, 12. Aug. Die frühere Polizeiaſſiſtentin in
Mainz, Frau Dr. Schapiro, die in Altona auf
Lebens=
zeit als Polizeiaſſiſtentin angeſtellt wurde und mit dem
1. April d. J. ihre amtliche Tätiakeit antreten ſollte, iſt
bisher noch nicht übergeſiedelt. Als Grund wird
ange=
führt, daß Frau Dr. Schapiro ruſſiſche Staatsangehörige
iſt und bislang nicht einwandfrei nachweiſen konnte, daß
ſie inzwiſchen die preußiſche Staatsangehörigkeit
erwor=
ben hat. Solange dies nicht geſchehen iſt, kann ſie auch
ihre Tätigkeit in Altona nicht aufnehmen.
Swinemünde, 13. Aug. Nachdem geſtern nachmittag
die Leichen der Frau Leucht und des Leutnants von
Schmitſeck geborgen worden ſind, iſt geſtern abend noch
die Leiche des Fräuleins Hollatz=Neuſtettin, deren
Schwe=
ſter ſchon vor einigen Tagen gefunden wurde, geborgen
worden.
Paris, 13. Aug. Fremdenlegionär Trömel,
frü=
herer Bürgermeiſter von Uſedom, iſt geſtern zur
Beobacht=
ung ſeines Geiſteszuſtandes in das Militärhoſpital von
Oran übergeführt worden.
Paris. 13. Aug. In dem faſhionablen franzöſiſchen
Seebade Deauville erſchien im Laden des Pariſer
Juwe=
liers Paul Lienard, der eine Filiale in Deauville beſitzt,
eine ungefähr 34 Jahre alte, elegant gekleidete Dame und
ließ ſich verſchiedene Perlenhalsbänder vorlegen.
Lange prüfte die Unbekannte die Schmuckſachen und
ver=
ließ ſchließlich den Laden, ohne etwas gekauft zu haben=
Kaum hatte ſie ſich jedoch entfernt, ſo bemerkte der
Juwe=
lier das Fehlen eines Perlenhalsbandes, das einen
Wert von 33000 Francs beſaß. Alles Suchen nach der
fremden Dame blieb vergebens. Die Polizei beſitzt nur
ihr Signalement.
Paris, 13. Aug. In Sables d’Olonnes am
Atlanti=
ſchen Ozean ſtreiken die Sardinenfiſcher, weil
infolge des Ueberfluſſes an Sardinen der von den
Kon=
ſervenfabrikanten angebotene Preis zu gering iſt. Kein
Fiſcherboot hat den Hafen verlaſſen. Die Fiſcher
erwar=
ten vorläufig die Entſcheidung einer zur Regelung
die=
ſes Streites eingeſetzten gemiſchten Kommiſſion von
Fiſchern und Konſervenfabrikanten.
London, 12. Aug. Der internationale
medi=
ziniſche Kongreß iſt heute geſchloſſen worden. Der
nächſte Kongreß findet 1917 in München ſtatt.
Die Truppenſchau auf dem Großen Sande
bei Mainz.
* Mainz, 13. Aug. Die Straßen, die der Kaiſer
und der Großherzog auf ihrem Rückwege von der
Trup=
penſchau durchreiten, ſind feſtlich geſchmückt. Schon lange
vor Ankunft des Großherzogspaares herrſchte auf
dem Deutſchhausplatz geſtern nachmittag ein reges Leben.
Tauſende warteten auf die Ankunft. Punkt 6½ Uhr traf
das Großherzogspaar im offenen Automobil von Schloß
Wolfsgarten kommend, mit Gefolge hier ein. Heute früh
trafen ein die beiden Prinzen und Prinz und
Prin=
zeſſin Friedrich Karl von Heſſen.
Heute herrſchte von früh an ein großer Zuzug von
Fremden. Beſonders die Wiesbadener und die
Hom=
burger Kurfremden hatten ſich zahlreich eingefunden,
eben=
ſo viele Bewohner der näheren Umgebung von Mainz.
Der Kaiſer mit Gefolge traf mit dem Sonderzuge
um 8 Uhr am Bahnwärterhaus 39 an der Strecke Mainz-
Alzey ein. Der Kaiſer trug die Uniform ſeines 116.
Infanterie=Regiments. Vom Gefolge des Kaiſers hat
Flügel=Adjutant Oberſtleutnant von Mutius den
Oberſt=
leutnant Freiherrn von Holzing abgelöſt. Zum Empfange
waren erſchienen: Der Großherzog und die
Groß=
herzogin von Heſſen, ferner Prinz und
Prin=
zeſſin Friedrich Karl von Heſſen außerdem
u. a. General=Inſpekteur von Eichhorn, Kommandierender
General von Schenck, der Gouverneur von Mainz,
General=
leutnant von Kathen. Nachdem der Kaiſer die Anweſenden
begrüßt hatte, ſtieg er zu Pferde und ritt im Galopp mit
ſeiner Suite, die Kaiſerſtandarte ihm folgend, nach dem
Großen Sand. Zur Truppenſchau waren eingetroffen:
Die Infanterie=Regimenter Nr. 80 aus Wiesbaden und=
Homburg v. d. H., das 81. Regiment aus Frankfurt, die
87er und 88er aus Mainz und Hanau, die 115er aus
Darmſtadt, die 116er aus Gießen, die 117er aus Mainz, die
Unteroffizierſchule aus Biebrich, die 6. Dragoner aus
Mainz und die 6. Ulanen aus Hanau, das Feldartillerie=
Regt. Nr. 27 aus Mainz und Wiesbaden, die zweite
Ab=
teilung des Feldartillerie=Regts. Nr. 63 aus Mainz,
das Fußartillerie=Regt. Nr. 3 und die zweite Batterie
des Fußartillerie=Regiments Nr. 18, die Pionier=
Bataillone Nr. 21 und 25 aus Mainz und das
Eiſen=
bahn=Regt. Nr. 3 aus Hanau. Es waren über 15000
Sol=
daten verſammelt, die ſtärkſte Truppenmacht, die jemals an
der Truppenſchau teilgenommen.
Es begann ſofort das Exrerzieren des Ulanen=
Regiments Nr. 6. Anſchließend an das Exerzieren
begann um 9 Uhr 15 Minuten eine
Gefechts=
übung, an welcher die Infanterie=
Regi=
menter 115. 116 und 117, das Magdeburgiſche
Dragoner=Regiment Nr. 6 und die 1. Abteilung
des 1. Naſſauiſchen Feldartillerie=
Regi=
ment Nr. 27 (Oranien), beteiligt waren. Die Aufgabe
hatte Generalleutnant von Plüskow geſtellt. Die
blaue Partei griff die rote an, welche in den Schießſtänden
eine Verteidigungsſtellung eingenommen hatte Um 10
Uhr wurde das Gefecht abgebrochen. Der Kaiſer
hielt=
darauf Kritik ab. Inzwiſchen formierten ſich die hier
verfüg=
baren Truppenteile des 18. Armeekorps zum
Pa=
rademarſch der unter dem Kommando des
General=
leutnants von Plüskow ſtand. Der Kaiſer ritt zunächſt an
den aufgeſtellten Regimentern entlang und begrüßte ſie,
Dann begann der Vorbeimarſch. Der Kaiſer führte
da=
bei ſein Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 116, der Großherzog ſein Leib=Infanterie=
Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, die
Großher=
zogin ihr Infanterie=Leib=Regiment Großherzogin (3.
Großh. Heſſ.) Nr. 117 Prinz Friedrich Karl von
Heſſen ſein 1. Kurheſſiſches Infanterie=Regiment Nr.
81, die Prinzeſſin Friedrich Karl ihr Füſilier=
Regiment von Gersdorff (Kurheſſ.) Nr. 80 vorbei. Die
Infanterie ging in Regimentskolonnen vorüber. Die
Fuß=
truppen und die Kavallerie trugen durchgehend feldgraue
Uniform. Der Parade wohnten auch die beiden Söhne des
Großherzogspaares im Wagen bei.
Kurz nach 12 Uhr ritten der Kaiſer, der
Großher=
zog und der Kommandeur der 25. Diviſion mit dem
übrigen Gefolge an der Spitze der Fahnenkompagnie durch
die Mombacherſtraße. Wallſtraße, Alicenplatz. Bingerſtraße,
Große Bleiche nach dem Großh Palais. Der Kaiſer
und die Großherzoglichen Herrſchaften wurden bei ihrem
Einzuge vom Publikum auf das herzlichſte begrüßt. Die
Truppen bildeten auf dem Einzugswege Spalier. Am
Schloß wurde der Kaiſer, nachdem die Feldzeichen
abge=
bracht worden waren, von Oberbürgermeiſter Dr
Göttelmann begrüßt. Um 12½ Uhr war
Frühſtücks=
tafel bei dem Großherzog und der Großherzogin, an
wel=
cher u. a. teilnahmen Geſandter Freiherr v. d. Lancken=
Wackenitz und der Kommandierende General des 8.
Armeekorps General der Infanterie von Tülff.
Nach dem Frühſtück, das militäriſchen Charakter trug,
fuhr der Kaiſer mittelſt Sonderzug nach dem
Soon=
walde zur Einweihung des Denkmals für den Jäger
aus Kurpfalz. — Das Großherzogspaar begab ſich
zwei Stunden ſpäter mit dem Automobil nach Schloß
Wolfsgarten zurück. Das zahlreiche Publikum brachte
auch bei der Abreiſe des Kaiſers und des
Großherzogs=
paares wieder lebhafte Ovationen dar.
Die Enthüllung des Denkmals für den
„Jäger von Kurpfalz‟.
* Bad Kreuznach, 13. Aug. Nach der
Kaiſer=
parade in Mainz begab ſich der Kaiſer mit ſeinem
Ge=
folge in mehreren Automobilen über Bingen und
Stromberg nach der zwei Stunden von hier
entfern=
ten Oberförſterei Entenpfuhl zur Enthüllung des
mitten im Soonwald errichteten Denkmals für der
Jäger von Kurpfalz. In den feſtlich
geſchmück=
ten Orten, die der Kaiſer paſſierte, wurde der Monarch
von der Bevölkerung mit großem Jubel begrüßt. Auf den
Nummer 189.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Anguſt 1913.
Seite 5.
Feſtplatz am Forſthaus Entenpfuhl hatten 4500
Krieger=
vereinsmitglieder und 600 Forſtbeamte aus den
Regie=
rungsbezirken Koblenz und Trier Aufſtellung genommen.
Der Kaiſer wurde am Denkmal von Landrat v. Naſſe
emp=
fangen und begrüßte dann die geladenen Ehrengäſte, unter
denen ſich Landwirtſchaftsminiſter Freiherr von
Schorle=
mer=Lieſer, Oberpräſident Freiherr von Rheinbaben,
Re=
gierungspräſident Scheerenberg=Koblenz, Freiherr von
Hammerſtein, Oberforſtmeiſter von und zur Mühlen u. a.
befanden. Der Kaiſer, der die Uniform des Garde=
Schützen=Bataillons trug, ſchritt die Front der von den
Marburger Jägern geſtellten Ehrenkompagnie ab,
wäh=
rend die Marburger Jägerkapelle den Präſentiermarſch
ſpielte. Der Kaiſer wurde von Landrat v. Naſſe=Kreuznach
empfangen, der ihm einen Ehrentrunk Naheweins
dar=
reichte. Von den geladenen Gäſten zog er u. a. den
Bio=
graphen des Jägers von Kurpfalz, Pfarrer Heller, ins
Ge=
ſpräch und äußerte ſich dem Landrat von Naſſe gegenüber
über die Wege im Kreiſe ſehr anerkennend. Darauf ſprach
der Landwirtſchaftsminiſter Freiherr v. Schorlemer=
Lieſer dem Kaiſer den Dank dafür aus, daß er die
Er=
richtung dieſes Denkſteins genehmigt und ermöglicht habe.
Der im allbekannten Volkslied ſo fröhlich beſungene „Jäger
aus Churpfalz” war kein Held der Sage und der
Roman=
tik wie der ehedem mit Hundegekläſf und Huſſaſſa als
wil=
der Jäger durch den Soonwald ſtürmende Graf Walran von
Stonheim. Der Jäger aus Kurpfalz hat leibhaftig auf
ſeinem Forſthaus Entenpfuhl vor langen Jahren bis zu
ſeinem im Jahre 1795 erfolgten Tode ſeines Forſtamtes
gewaltet, dem edlen Weidwerk mit Luſt und Liebe
obge=
legen und durch zahlreiche Nachkommenſchaft ſeinen
Na=
men bis zur Gegenwart fortgepflanzt. Aber dieſer
Denk=
ſtein gilt nicht allein dem Forſt= und Weidmann, der im
Dienſte ſeines Landesherrn die Pflichten ſeines Amtes
ſchlecht und recht erfüllte. Es iſt die Anerkennung und
Er=
munterung des allerhöchſten Jagdherrn, die in dieſem
Steingebilde den Jüngern der grünen Farbe, des edlen
Weidwerks und der luſtigen Jägerei zuteil wird. Dieſes
Bewußtſein läßt am heutigen Tage höher ſchlagen die
Herzen der deutſchen Jäger und vor allem der nahezu
voll=
zählig hier anweſenden Staats= und Gemeinde=
Forſtbe=
amten aus den Regierungsbezirken Koblenz und Trier.
Auch ſie, wie ebenſo die hier vertretenen mit dem Liede
vom Jäger aus Kurpfalz als Parademarſch
ausgezeichne=
ten Jägerbataillone haben bereitwillig ihren Beitrag
zu dieſem Denkſtein geliefert. Das blutige Ringen
ver=
gangener Jahrhunderte, das die Nachbarague dieſes
Wal=
des,vor allem die herrlichen Täler des Rheines und der
Nahe, ſo oft verwüſtet hat, iſt am Soonwald ſelbſt ſpurlos
vorübergegangen. Er hat den Stürmen der Zeit wie
de=
nen der Unwetter getrotzt und iſt noch heute der weithin
berühmte herrliche Jagdgrund geblieben, die im Weſten
ſelten gewordene Heimſtätte des Königs der Wälder, des
edlen Rothirſches. Nahezu ein Jahrhundert der
preußi=
ſchen Krone zugehörig, weiß mit dem Soonwald auch
ſſeine Bevölkerung und ſeine Nachbarn das Glück zu
ſchätzen, von mächtiger Hand beſchützt und ihrer Wohlfahrt
gefördert zu ſein. Königstreu bis in die Knochen, ſind
die Bewohner des Gebirges meilenweit mit ihren
Krie=
gervereinen und Schulen herbeigeeilt, um frohe Zeugen
der Stunde zu ſein, in welchem die Grünröcke ihrem
aller=
höchſten Jagdherrn inmitten des Waldes ihre Huldiaung
darbringen. Ruhe und Einſamkeit ſind ſonſt die
Wahr=
zeichen des Soonwaldes, wenn nicht das Brauſen des
Sturmes, der Brunſtſchrei des Hirſches oder der Sang
froher Wanderer erſchallt. Redner ſchloß mit einem Hoch
auf den Kaiſer.
Das Denkmal beſteht aus einer drei Meter hohen
Muſchelkalkplatte auf einem 1 Meter hohen Sockel und
zeigt einen Jäger im Stil der Rokokozeit, der mit
fliegen=
dem Zopf, begleitet von ſeiner Meute, auf ſeurigem Roß
durch das Revier ſprengt. Gekrönt wird die 100 Zentner
ſchwere Platte von vier niedlichen Putten, von denen eine
eine Ente unter dem Arm trägt (Entenpfuhl!).
Geſchaf=
fen iſt das Denkmal von dem Bildhauer Franz Cleve
in München, Modell ſtanden zu den Putten die Kinder
keines Ururenkels des Jägers aus Kurpfalz, des Malers
und Leutnants a. D. Fritz Utſch aus München, der als
direkter Nachkomme des Jägers ebenfalls der Feier
bei=
wohnte. Der Jäger aus Kurpfalz war Erbförſter im
Soon und Beſitzer des Hüttenwerkes Rheinböllerhütte, die
ſich noch jetzt im Beſitz der Familie Utſch=Purizelli
beſin=
det. zu deren Verwandtſchaft auch Landwirtſchaftsminiſter
reiherr von Schorlemer=Lieſer gehört. Um das Jahr
1780 herum dichtete der Hausgeiſtliche, Karmeliterpater
Martin Klein, das volkstümlich gewordene Liedchen auf
den im Jahre 1795 geſtorbenen alten Utſch. Der Kaiſer
hat die Melodie des Liedes dem Garde=Jäger=Bataillon
in Potsdam als Parademarſch verliehen.
Nach halbſtündigem Aufenthalt im Walde trat der
Kaiſer im Automobil die Fahrt nach Homburg
v. d. H. an. durch das Städtchen Sobernheim an der Ruine
von Schloß Böckelheim vorbei, in dem Kaiſer Heinrich IV.
nach der Rückkehr von Canoſſa Weihnachten 1105 von
ſei=
nem Sohne gefangen gehalten wurde, nach Hüffelsheim.
jenem Dorf, das der trinkfeſte Ritter Boos von Waldeck
durch einen mächtigen Weintrank aus einem Reiterſtiefel
erwarb. Dann tauchte rechts die Ebernburg auf mit dem
Denkmal Huttens und Sickingens. In Bad Münſter am
Stein wehten auch von der ſteilen Spitze des
Rhein=
grafenſteins die Fahnen. In Bad Kreuznach, das
reichen Schmuck angelegt hatte, berührte der Kaiſer auf
ſeiner Fahrt durch die Stadt die Radiumfabrik und die
Roſeninſel und fuhr dann in den Kurpark ein. Das
Kur=
orcheſter intonierte die Nationalhymne, während rechts
und links des Wagens junge Mädchen und Kinder in
weißen Kleidern mit roſengeſchmücktem Haar ſangen. In
den Straßen der Stadt bildeten Schulkinder und Vereine
Spalier. Ueber Langenlonsheim und Bingen ging es den
Rhein entlang nach Mainz und weiter nach Homburg.
Handel und Verkehr.
B Schiffsliſte für billige Briefe nach
den Vereinigten Staaten von Amerika
(10 Pfg. für je 20 Gramm). Die Portoermäßigung erſtreckt
ſich nur auf die Briefe, nicht auch auf Poſtkarten,
Druck=
ſachen uſw., und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten
Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten
Amerikas, z. B. Kanada: „Kaiſerin Auguſte Victoria”, ab
Hamburg 16. Auguſt, „Kronprinz Wilhelm” ab Bremen
19. Auguſt, „Imperator”, ab Hamburg 20. Auguſt, „George
Waſhington” ab Bremen 23. Auguſt, „Kronprinzeſſin
Cecilie” ab Bremen 26. Auguſt, „Großer Kurfürſt”, ab
Bremen 28. Auguſt, „Berlin” ab Bremen 30. Auguſt,
„Kaiſer Wilhelm der Große”, ab Bremen 2. September
„Amerika” ab Hamburg 4. September, „Kaiſer
Wil=
helm II.” ab Bremen 9. September, „Imperator” ab
Hamburg 10. Sepkember. (Poſtſchluß nach Ankunft der
Frühzüge.) Alle dieſe Schiffe, außer Großer Kurfürſt”,
ſind Schnelldampfer oder ſolche, die für eine beſtimmte
Zeit vor dem Abgange die ſchnellſte
Beförderungsgelegen=
heit bieten. Es empfiehlt ſich, die Briefe mit einem
Leit=
vermerke, wie „direkter Weg” oder „über Bremen oder
Hamburg”, zu verſehen.
Luftfahrt.
* Das Militärluftſchiff „Z. 1” hatte geſtern
nacht wiederum eine Fahrt nach Ulm unternommen, bei der
es aber infolge ungünſtiger Witterung umkehren mußte.
Es überflog Darmſtadt nachts gegen ½2 Uhr in der
Rich=
tung nach Süden und geſtern vormittag um 9 Uhr auf der
Rückkehr in der Richtung nach Norden.
* Borkum, 13. Aug. Heute nachmittag 2 Uhr
30 Min. ſtieg Hauptmann v. Oertzen von der 1. Flieger=
Kompagnie mit dem Kommandanten Oberleutnant
Maercker zu einem Rundflug auf. Er wollte noch
20 Meter vom Jägerheim entfernt landen, als ſich der
Apparat überſchlug und der Propeller zerbrach. Beide
Inſaſſen blieben unverletzt.
Die Lage auf dem Balkan.
England und die neue Lage.
* Sir Edward Grey ſprach im engliſchen
Un=
terhauſe über die Lage auf dem Balkan. Er
teilte mit, daß die Botſchafterkonferenz ſich für die Ferien
vertagt habe. Sie werde wieder zuſammentreten, ſobald
es notwendig werde und wenn es der einſtimmige Wunſch
der beteiligten Regierungen ſei. Ihre Hauptaufgabe war,
unter den Mächten eine Verſtändigung über die Frage von
Albanien und der Aegäiſchen Inſeln zu erzielen. Ueber
beide Fragen iſt eine Verſtändigung erzielt worden. Was
Albanien betrifft, ſo wird eine internationale
Kontroll=
kommiſſion eingeſetzt werden, deren Aufgabe es iſt, einen
autonomen Staat unter einem Fürſten an der Spitze zu
errichten, der von den Mächten gewählt wird. Was die
ägäiſchen Inſeln betrifft, ſo hat England durch ſeine
Stellung im Mittelmeer ein beſonderes Intereſſe daran,
nämlich, daß keine dieſer Inſeln von einer der Großmächte
in Anſpruch genommen oder behalten wird. Wir erzielten
darüber eine Verſtändigung und das Schickſal aller dieſer
Inſeln einſchließlich derer, die augenblicklich von Italien
okkupiert ſind, intereſſiert alle Großmächte und wird
ſchließ=
lich von ihnen entſchieden werden. Keine der Großmächte
wird eine der Inſeln für ſich behalten.
Was die gegenwärtige Lage betrifft, ſo beſtehen
zwei ſehr ernſte und ſehr ſchwierige Fragen, nämlich die
ſchließliche Entſcheidung über Thrazien und
Maze=
donien. Was Thrazien betrifft, ſo hat ſich die türkiſche
Regierung über den Frieden von London hinweggeſetzt,
der unter den Auſpizien der Großmächte geſchloſſen war,
und Thrazien und Adrianopel beſetzt Was Thrazien und
Adrianopel betrifft, ſo haben die Mächte Vorſtellungen in
Konſtantinopel erhoben, daß die Enos-Midia=Linie im
großen und ganzen reſpektiert werden müſſe. Die
eng=
liſche Politik gegenüber der Türkei iſt, die türkiſche
Herrſchaft und Integrität in ihrem aſiatiſchen Gebiet und
in dem Gebiet jenſeits der Enos-Midia=Linie zu
konſoli=
dieren und zu ſichern. Dieſe Politik hängt aber von dem
guten Willen der übrigen Großmächte ab. England allein
kann dieſe Politik nicht erfolgreich durchführen, denn viele
andere Mächte haben auch Intereſſen in der aſiatiſchen
Türkei. Was geſchehen kann, muß auf Grund
allge=
meiner Zuſtimmung geſchehen. Der gute Wille der
Großmächte kann aber nicht erreicht werden, wenn die
Türkei ihren Rat. betreffend Adrianopel und Thraziens
nicht befolgt. Früher oder ſpäter, ſei es durch finanzielle
Not oder durch die bewaffnete Intervention einer oder
mehrerer Mächte, deren Rat verſchmäht wurde, würde dann
Unheil über die Türkei hereinbrechen, vor dem wir ſie nicht
ſchützen könnten.
Was den Frieden von Bukareſt betrifft, ſo
glauben wir, daß, wenn überhaupt eine Einmiſchung der
Mächte ſtattfinden ſoll, es nur ein Minimum von
Ein=
miſchung ſein würde. Der Friede ſollte als
rechts=
kräftig betrachtet werden, abgeſehen von etwaigen
Modifikationen in beſonderen Punkten, die beſtimmie
Mächte zu machen wünſchen, deren Intereſſen ſtärker in
Frage kommen als unſere eigenen. Es wäre zwecklos,
Modifikationen vorzuſchlagen, wenn die betreffenden
Mächte nicht bereit wären, ihren Willen durch Anwendung
vön Gewalt durchzuſetzen. Wir ſind bereit, allen
Ent=
ſcheidungen zuzuſtimmen, die die Zuſtimmung der
Groß=
mächte finden. Wir ſelbſt beabſichtigen nicht
Modifika=
tionen vorzuſchlagen. Grey ſchloß: Ich glaube, ſowohl die
Türkei wie die Balkanverbündeten dürfen nicht darauf
rechnen, daß, wenn auch die Mächte ſich während der
letz=
ten Monate einer gewaltſamen Intervention enthalten
haben. unter allen Umſtänden keine Großmacht
intervenie=
ren wird, auch wenn ſie entſprechend provoziert iſt.
HB Berlin, 13. Aug. In Berliner diplomatiſchen
Kreiſen äußert man lebhafte Befriedigung über die Rede
Sir Edward Greys. Man teilt den Greyſchen
Op=
timismus über den europäiſchen Frieden und weiſt ferner
namentlich auf die Sätze hin, die ſich mit der Adrianopeler
Frage befaſſen. Eine europäiſche Aktion ſteht in der Tat
nicht in Ausſicht. Dagegen iſt noch immer die Möglichkeit
vorhanden, daß irgend eine andere Macht doch
Zwangs=
maßregeln gegen die Türkei unternehmen wird. Ueber
die Reviſionsabſichten liegen beſtimmte
Informa=
tionen bisher nicht vor, doch hört man aus Kreiſen der
fremdländiſchen, in Berlin akkreditierten Diplomaten, daß
Frankreich ſeine Zuſtimmung zu einer ruſſiſchen Aktion
bis jetzt wenigſtens unbedingt verſagt hat.
Telegrammwechſel der 5 Könige.
* Sofort nach Unterzeichnung des Friedens richtete
König Carol an die vier Balkanſouver äne
Telegramme. Die an den König von Bulgarien gerichtete
Depeſche lautet: „Der Friede iſt ſoeben unterzeichnet
wor=
den. Vor allem liegt mir am Herzen, den Geiſt der
Ver=
ſöhnlichkeit der Delegierten der Regierung Eurer Majeſtät
anzuerkennen, der die Erreichung dieſes vor allen
erſehn=
ten Zieles ermöglichte. Trotz der Opfer die ſich
Bul=
garien auferlegen mußte, wird das bulgariſche Volk, deſſen
bin ich ſicher, Eure Majeſtät ſegnen, daß Sie dieſem
blu=
tigen Kriege haben ein Ende ſetzen können. Eine
neue Aera der Sammlung bricht an, in der die Wunden
vernarben werden; ſie wird ein Gedeihen der Königreiche
wieder herbeiführen. Eure Majeſtät werden nicht daran
zweifeln, wie ſehr mir am Herzen liegt, die
freund=
ſchaftlichen und gutnachbarlichen Beziehungen
zwiſchen unſeren beiden Ländern wiederhergeſtellt und
ge=
feſtigt zu ſehen, und auch nicht an der Aufrichtigkeit meiner
herzlichen Gefühle für Ihre Perſon.”
Die Telegramme an die Könige von
Griechen=
land, Serbien und Montenegro lauten
überein=
ſtimmend: „Ich bin glücklich, melden zu können, daß der
Friede unterzeichnet iſt. Es gereicht mir zur großen
Be=
friedigung, daß dieſes heiß erſehnte Werk in meiner
Haupt=
ſtadt vollbracht werden konnte, wohin Eure Majeſtät
Dele=
gierte zu entſenden ſich beeilt haben. Möge dieſer
wich=
tige Akt, der eine Neuordnung der Dinge auf der
Balkan=
halbinſel ſchafft und die Grenzen des Königreichs Eurer
Majeſtät erweitert hat, der Ausgangspunkt einer Epoche
der Ruhe und des Gedeihens ſein, die es Ihrem Volke
er=
möglicht, die Früchte ſo großer Opfer zu ernten. Indem
ich Eure Majeſtät zu dem erreichten großen Erfolge aus
ganzem Herzen beglückwünſche, verſichere ich Sie neuerlich
meiner herzlichſten Gefühle und meines lebhafteſten
Wun=
ſches, die zwiſchen unſeren Staaten glücklicherweiſe
be=
ſtehenden guten Beziehungen noch enger geknüpft
zu ſehen.”
Alle vier Könige antworteten ebenſo herzlich. In
der Depeſche des Königs Ferdinand der
Bul=
garen heißt es: „Ich lege Wert darauf, Eurer Majeſtät
für die herzliche Depeſche zu danken, die Sie anläßlich des
Abſchluſſes eines Aktes an mich gerichtet haben, der eine
tragiſche Periode in der Geſchichte meines
Volkes beendet während der es nach glänzenden
Siegen die grauſamſten Prüfungen und die Fülle alles
Unheils kennen gelernt hat. Nunmehr werden wir
wie=
der kräftiger in Frieden und in heißer Arbeit unſere
Lei=
den vergeſſen und eine beſſere Zukunft
vorzube=
reiten trachten. Ich muß anerkennen, daß die Welt den
unausgeſetzten Bemühungen Eurer Majeſtät und der
Mit=
wirkung Ihrer Regierung das Ende dieſes blutigen und
verheerenden Krieges verdankt und ich ſpreche Ihnen in
meinem Namen und im Namen meines Volkes meine
Dankbarkeit dafür aus. Ich freue mich, daß dieſes weiſe
und menſchenfreundliche Werk den Ausgangspunkt der
Wiederherſtellung freundſchaftlicher und
gutnachbarlicher Beziehungen zwiſchen unſeren
beiden Ländern bildet. Ich und meine Regierung
wün=
ſchen und wir werden unſere Bemühungen darauf richten,
daß ſich dieſe Beziehungen inniger geſtalten als in der
Ver=
gangenheit. Ich hoffe, daß Eure Majeſtät, die mir
Be=
weiſe Ihrer Sympathie und Ihrer herzlichen Anteilnahme
gegeben hat und von denſelben Gefühlen wie ich beſeelt
iſt, mir helfen wird, die ſchmerzlichen Spuren der jüngſten
Ereigniſſe raſch zu tilgen, um auf der Grundlage von
Be=
ziehungen enger Freundſchaft zwiſchen Rumänien und
Bul=
garien das Gedeihen unſerer Völker zu fördern.”
Die ägäiſchen Inſeln und die albaniſche Frage.
* London 12. Aug. Das Reuter=Bureau erhält
folgende Information: Die Botſchafter Frankreichs
und Italiens erhielten heute vormittag die
Ermäch=
tigung ihrer Regierungen, der von Sir Edward Grey
vorgeſchlagenen Formel in der Frage der ägäiſchen
Inſeln beizutreten. Sie teilten dies Grey mit.
Da nunmehr dieſe Angelegenheit geregelt iſt, wurde
be=
ſchloſſen, weil ſonſt keine weitere Sitzung der Botſchafter
mehr nötig iſt, wenigſtens die für die verſchiedenen
Kom=
miſſionen für Albanien nötigen Arbeiten noch zu
be=
endigen.
* Wien, 13. Aug. Das Wiener Fremdenblatt
be=
grüßt die Erledigung der albaniſchen und der
ägäiſchen Frage durch die Botſchafterkonferenz mit
lebhafter Genugtuung und betont, welche bedeutenden
Hinderniſſe in der albaniſchen Frage überwunden werden
mußten; aber ſchließlich ſei erfreulicherweiſe doch der
Standpunkt Oeſterreich=Ungarns und Italiens durchge
drungen. Nur in Einzelheiten betrat Oeſterreich=Ungarn
den Weg des Kompromiſſes, und es betätigte neuerlich
ſeine Friedensliebe und ſtetige Geneigtheit zum
Entgegen=
kommen, wie es auch von Anfang an Serbien mit der
Zu=
erkennung eines wirtſchaftlichen Zuganges zur Adria
einen Beweis ſeines Wohlwollens gegeben habe. Das
Blatt erklärt, die internationale Sicherung der
albani=
ſchen Autonomie auf der Grundlage der Neutralität ſei
die feſteſte Bürgſchaft dafür, daß in dieſem Teile des
Bal=
kans ein dauernder Zuſtand geſchaffen und einem Volke
mit glücklichen Anlagen die Möglichkeit einer
entſprechen=
den Entwicklung gegeben wird.
* Paris, 13. Aug. Die hieſigen Blätter drücken
ihre Befriedigung aus über den geſtern gefaßten
Be=
ſchluß der Londoner Botſchafterkonferenz
in der Frage der von Italien noch beſetzt gehaltenen
tür=
kiſchen Inſeln und der Regelung der griechiſch=
albani=
ſchen Grenze. So ſchreibt der Matin: Die italieniſche und
die griechiſche Regierung haben gleichmäßig Veranlaſſung,
ſich zu der verſöhnlichen Regelung dieſer Frage zu
beglück=
wünſchen. Die Freundſchaft Italiens iſt für uns nicht
mit dem Intereſſe zu vergleichen welches dieſe oder jene
Abgrenzung Albaniens für uns hat, und wir müſſen die
Regelung der Frage in dem von Italien gewünſchten
Sinne mit aufrichtigſter Genugtuung aufnehmen. — Das
Echo de Paris ſchreibt: So verſchwinden zahlreiche
Gegen=
ſtände für die Polemik, ohne daß der italieniſche Stolz
irgendwie verwundet wird. Diejenigen italieniſchen
Publi=
ziſten, welche Frankreichs Haltung in dieſen
Verhandlun=
gen getadelt haben, werden anerkennen, daß die
Mäßig=
ung unſerer Diplomatie ihrer Uneigennützigkeit
gleich=
kommt. Vielleicht wäre es für die Herzlichkeit der
Be=
ziehungen zwiſchen Frankreich und Italien
wünſchens=
wert, daß dieſe Tatſache öffentlich feſtgeſtellt werde.
Die Flucht vor den Bulgaren.
* Athen, 12. Aug. (Agence d’Athenes.) Die
Ab=
wanderung der Griechen und Muſelmanen
aus Thrazien iſt allgemein. Die Leute wollen keinesfalls
wieder Bulgaren werden, ſie fürchten für ihr Leben
und ihr Vermögen. Die griechiſche Regierung iſt ſehr in
Sorge und muß der Bevölkerung, die ausgedehnte
Beſitz=
ungen und wertvolle Häuſer im Stiche ließen, die erſte
Hilfe leiſten. Die zuerſt angekommenen Flüchtlinge
wünſch=
ten nach Kawala gebracht zu werden.
* Athen, 12. Aug. Infolge der vom König
einge=
gangenen Depeſchen verſammelte ſich geſtern der
Miniſter=
rat. Der Miniſter des Innern teilte ein Telegramm des
Königs aus Seres mit, daß auf der ganzen Linie von
dort über die von Griechen bewohnten Gebiete
Mazedo=
niens und Thraziens hin die griechiſche und
muſel=
maniſche Bevölkerung mit ihren Habſeligkeiten
und dem Vieh das Land verlaſſe, um ſich innerhalb
der griechiſchen Grenzen niederzulaſſen.
Ferner teilte er Telegramme des Admirals Kunduriotis
und des Kommandanten der Kriegsſchiffe an den Küſten
Thraziens mit, die beſagen, daß ein ungeheurer Strom
thraziſcher Bürger und Bauern ihre Häuſer und
Grund=
ſtücke verlaſſe, um künftig auf griechiſchem Boden unter
dem Schutze und den Geſetzen Griechenlands frei zu leben;
es handle ſich beſonders um Leute aus dem Bezirk
Tanthi, die nach Griechenland transportiert zu
wer=
den verlangen. Auch die Einwohner von Makri und
Gümüldſchina ſollen ſich wegen der angekündigten
Rückkehr der Bulgaren vorbereiten, die Heimat zu
ver=
laſſen. Die Einwohner des Dorfes Fagari ſind
be=
reits an der Küſte verſammelt und werden wunſchgemäß
demnächſt nach Mytilene geſandt. Der Miniſterrat
erkannte die Notwendigkeit an, die griechiſchen und
mohammedaniſchen Flüchtlinge Mazedoniens
und Thraziens ſofort endgültig in den verſchiedenen
Gegenden Griechenlands unterzubringen und ihnen alle
erforderlichen Mittel zu gewähren. Eine beſondere Kom=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
Nummer 189
miſſion hoher Staatsbeamter iſt bereits ernannt und
be=
gibt ſich ſofort an Ort und Stelle. — Es wird weiter
mit=
geteilt, daß auch die Bevölkerung von Strumitza und der
Umgebung von Larigowo und Petritſch beſchloſſen habe,
über die griechiſche Grenze zu flüchten.
Die Haltung der Türkei.
* Konſtantinopel, 12. Aug. Der Kabinettschef
des Finanzminiſteriums, Reſchid Sawfet, der beauftragt
iſt, offiziell die Abordnungen von Muſelmanen, Griechen,
Armeniern und Iſraeliten aus Adrianopel zu
beglei=
ten, iſt nach Europa abgereiſt. Die Deputation, von der
ein Teil bereits in Wien weilt, wird alle
euro=
päiſchen Hauptſtädte beſuchen, um dahin zu
wir=
ken, daß Thrazien unter türkiſcher Herrſchaft verbleibt.
— In einigen Provinzſtädten ſind Verſammlungen
ab=
gehalten worden, in denen gegen den letzten
Schritt der Mächte proteſtiert wurde. Es
wurde der Schwur geleiſtet, für Adrianopel zu kämpfen.
Die gefaßten Reſolutionen ſind den fremden Botſchaftern
übermittelt worden.
* Wien, 12. Aug. Geſtern abend traf eine
neun=
gliederige Abordnung von Notabeln aus
Adria=
nopel ein, bei der Türken, Griechen und Juden vertreten
waren. Die Abordnung ſpricht heute nachmittag im
Mi=
niſterium des Aeußern vor und unterbreitet die Bitte, der
Türkei den Beſitz des wiedereroberten Adrianopels
erhalten zu helfen. Die Abordnung beſucht zu dem
gleichen Zweck Berlin und London.
Letzte Nachrichten.
* Bukareſt, 13. Aug. Geſtern nachmittag fand bei
der Handelskammer zu Ehren der
Friedensdele=
gierten ein Empfang ſtatt, wobei der
Handels=
miniſter eine Anſprache hielt. Abends gab das
Syndi=
kat der rumäniſchen Preſſe ein Bankett, an dem auch
der Miniſterpräſident und die Miniſter teilnahmen. Auf
den Trinkſpruch des Senatspräſidenten Procopiu
er=
widerte Venizelos. Er wies auf die Annäherung der
Balkanvölker hin und bezeichnete es als die beſondere
Aufgabe der Preſſe, zur Verwirklichung der im Laufe
der Konferenz zutage getretenen Beſtrebungen
beizu=
tragen.
* Belgrad, 13. Aug. Das Amtsblatt
veröffent=
licht einen Ukas des Königs, durch welchen die
Demobi=
liſierung der geſamten Armee angeordnet
wird.
* London, 13. Aug. Die Preſſe ſpricht in
ſchwung=
vollen Worten ihre Anerkennung über die geſtrige Rede
Sir Edward Greys und ſeine Politik aus. Daily
Chronicle ſagt, es bleibe die Aufgabe, das Konzert der
Mächte zu erhalten, und wenn man daran ginge, den
Frieden von Bukareſt abzuändern, ſo ſei Gefahr
vorhan=
den, daß ſich das Konzert auflöſe. — Die Daily News
ſchreiben, England habe Europa überzeugen können, daß
ſein Desintereſſement keine bloße Verſicherung, ſondern
eine Tatſache ſei, und aus dieſem Grunde erfreue ſich
England eines Maßes von Vertrauen, wie man es in den
letzten Generationen nicht gekannt, und das London zu
einem diplomatiſchen Claringhouſe der Welt gemacht
habe. — Die Times ſagt: Großbritannien darf mit
Ge=
nugtuung und ſtolz auf die Leiſtungen ſeiner
auswärti=
gen Politik und auf die Staatskunſt Sir Edward Greys
während der verhängnisvollen Monate der Kriſis
zurück=
blicken. Selten iſt die auswärtige Politik mit ſolchem
Ur=
teil und ſolchem Erfolg geleitet worden, ſelten hat ſie in
gleichem Maße die Unterſtützung und die Bewunderung
des Landes beſeſſen und kaum jemals hat ſie ſo beſtändig
und warm den allgemeinen Beifall Europas genoſſen.
Vermiſchtes.
— Galvanoplaſtik auf der Iba. Man
ſchreibt uns: Jedem Beſucher der Iba ſind die beiden
Reiterſtatuen an der Haupttreppe ſicher ſchon aufgefallen,
die wenigſten aber werden ſich deſſen bewußt ſein, daß
wir dieſe Kunſtwerke der meiſt nicht oder nicht richtig
be=
kannten Galvanoplaſtik verdanken. Kunſtwerke in
Hohl=
galvano haben wir hier vor uns, und wenn wir die
Ausſtellung genauer beſichtigen, finden wir im Friedhof
hinter dem Dörfchen, vor allem aber in der größten Halle
der Ausſtellung, weitere prächtige Gegenſtände dieſer Art.
Einen gewaltigen Eindruck macht auf jeden Beſchauer
Ghibertis Paradiestüre vom Baptiſterium in
Florenz, die vollſtändig in Hohlgalvanoplaſtik ausgeführt
iſt und in der Kuppelhalle der Raumkunſt Aufſtellung
ge=
funden hat. Ein Werk von unbeſchreiblicher Schönheit
und prächtiger Nachbildung ſteht vor uns, das jeden
Kunſtfreund erfreuen wird. Etwas verſteckt, aber reizend
gelegen in dem an die Kuppelhalle der Raumkunſt ſüdlich
anſtoßenden Lichthof ſtehen weitere, teils dem klaſſiſchen
Altertum entlehnte, teils von Künſtlern der Jetztzeit
ent=
worfene Hohlgalvanoplaſtiken. In der Mitte plätſchert
lauſchig ein entzückender Brunnen, der jedem Garten zur
Zierde gereicht. Ringsherum finden wir prächtige
klaſſi=
ſche Geſtalten: den Diskuswerfer, den Schaber, den
Dorn=
auszieher, den Sandalenbinder und andere, während in
den Gängen neuere Kunſtwerke untergebracht ſind, von
denen vor allem der Jüngling vor der verſchloſſenen Tür
die Aufmerkſamkeit der Beſucher feſſelt. In dem linken
Gange befindet ſich in der hinteren Ecke ein gewaltiger
Pferdefuß, der die Art der Hohlgalvanoplaſtik ad oculos
demonſtriert. Im Pavillon ſelbſt, der von der
Reiter=
ſtatue des Colleoni beherrſcht wird, ſind reizende
kleinere Schmuckſtücke zu ſehen. Wem gefiele nicht der
reitende Ulan, der leider unverkäuflich iſt! Ein Geſchenk,
das dem Grafen Zeppelin von ſeinem alten Ulanen=
Regiment überreicht wurde! Wer hätte nicht ſeinen
Ge=
fallen an Stücken des Hildesheimer Silberfundes oder
anderen Meiſterwerken in den ſchmucken Glaskäſten! Und
nochmals zeigt uns ein Lichthof prächtige Geſtalten in
Hohl=
galvano, die meiſt heute lebenden Künſtlern ihre
Entſteh=
ung verdanken. Es iſt fürwahr ein Kunſtgenuß, all das
Gebotene zu beſichtigen. Faſt möchte man ſagen: es iſt
ein Muſeum en miniature, das uns hier von der
Ab=
teilung für Galvanoplaſtik der
Württem=
bergiſchen Metallwarenfabrik in
Geislin=
gen=Steige geboten wird, weshalb jeder, der
Inter=
eſſe und Sinn für Schönes und Gutes hat, auf ihre
Aus=
ſtellungen hingewieſen ſei.
— Zur Einweihung des
Völkerſchlacht=
denkmals am 18. Oktober ſind, wie vorauszuſehen
war, bisher ſehr zahlreiche Anmeldungen eingegangen;
es ſind aber gewiß noch eine ganze Anzahl Perſonen und
Vereine, auf deren Teilnahme ſicher gerechnet werden
kann, mit ihren Anmeldungen im Rückſtande. Da für die
Einweihung des Denkmals vielfache Anordnungen und
Veranſtaltungen nötia werden, für deren geregelte
Durch=
führung die genaue Kenntnis der Teilnehmerzahl an der
Einweihung dringend notwendig iſt, ſo läßt der
Deut=
ſche Patriotenbund hiermit an alle =Vereine und Einzel=
perſonen, ſoweit ſie ſich noch nicht angemeldet haben, die
dringende Bitte ergehen, ihre Anmeldung bis ſpäteſtens
Ende Auguſt zu bewirken. An der Feier kann bekanntlich
jeder deutſche Mann und jede deutſche Frau teilnehmen
Die Anmeldungen ſind ſobald als möglich an die
Ge=
ſchäftsſtelle des Deutſchen Patriotenbundes. Leipzig.
Blücherſtraße 11, zu richten.
Literariſches.
Das Kunſtſtudium der Frauen. Ein
Vortrag von Henni Lehmann, gehalten zu Frankfurt
a. M. im Mai 1913. Veröffentlichung des Vereins
Frauen=
bildung-Frauenſtudium. 8‟ 32 Seiten in Umſchlag 1 Mk.
Verlagsanſtalt Alexander Koch=Darmſtadt. Weshalb ſind
den Frauen die ſtaatlichen Akademien verſchloſſen? Was
iſt von den Privatſchulen zu halten, auf welche die
kunſt=
ſtudierenden Frauen angewieſen ſind? Was von den
Gründen, die für die Fernhaltung der Frauen von den
Akademien angeführt werden? Dies ſind die Fragen, die
Henni Lehmanns Vortrag Das Kunſtſtudium der Frauen
(1 Mark), Verlagsanſtalt Alexander Koch=Darmſtadt,
be=
handelt, behandelt in einer feſten, vornehmen, ruhigen
Tonart, die ihren Ausführungen an ſich ſchon Gewicht
verleiht. Verfaſſerin vertritt den Standpunkt, daß die
Privatſchulen einſeitiger, zeitraubender, minderwertiger,
planloſer und vor allem viel koſtſpieliger ſind als die
Aka=
demien; daß die wenigen ſtaatlich ſubventionierten
„Damenakademien” die großen Kunſthochſchulen nie
er=
ſetzen können; daß die akademiſche Ausbildung nicht nur
künſtleriſche, ſondern auch wirtſchaftliche Vorteile bietet;
daß die gegen das akademiſche Frauenſtudium geäußerten
Bedenken keiner Logik, keiner Erfahrung ſtandhalten; daß
es ſchließlich eine Forderung innerer Gerechtigkeit
verwirk=
lichen heißt, wenn den Frauen die Akademien erſchloſſen
werden. Es iſt eine tüchtige und gute, es iſt auch eine
hochſtrebende Geſinnung, aus der Henni Lehmann
geſpro=
chen hat; keine Suffragetten=Hyſterie führt hier das Wort,
auch keine Emanzipierten=Dialektik, der es nur aufs
Prin=
zip, nicht auf ſachliche Begründung ankommt. Nur der
Wahrheit und der Gerechtigkeit iſt hier Stimme gegeben.
Das geheimnisvolle Leben im Reiche der Pflanzen
bietet uns bei eingehender Betrachtung ſo viel des
Inter=
eſſanten, daß die Beſchäftigung mit dieſem Thema immer
eine reine und große Freude iſt. Von den für uns oft noch
ſo rätſelvollen Vorgängen in der Natur handelt ein
Auf=
ſatz von Max Strohbach in der Nr. 30 der „
Garten=
laube” der „Ein biologiſcher Streifzug durchs
Pflanzen=
reich” betitelt iſt. Der Artikel beginnt mit einer
Dar=
ſtellung des Verſuchs, den uns allen bekannten „
Löwen=
zahn” aus einem Felde bei Paris in die Höhen der
Pyre=
näen zu verpflanzen, ſchildert dann die Veränderungen,
die mit der Pflanze im Höhenklima vor ſich gehen, und
zeigt ſchließlich die Rückbildungen, die ſie erfährt wenn
ſie nach Jahren wieder an ihren urſprünglichen Ort
ge=
bracht wird. Schon der Ausgangspunkt, den wir hier
mitteilen, iſt ſo intereſſant, daß es ſich in der Tat
ver=
lohnt, den Ausführungen des Verfaſſers auf dieſem
Ge=
biet nachzugehen.
— Vom Fremdwörterunfug handelt das neueſte (25.)
Heft der illuſtrierten Zeitſchrift Zur Guten Stunde
(Deutſches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W 57. Preis
des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) Ueberhaupt bringt dieſe
beliebte illuſtrierte Zeitſchrift eine Fülle von Anregung
und Belehrung. Da finden wir einen großen, mit Bildern
geſchmückten Aufſatz über ein Tropenhoſpital am Rande
des Urwaldes, einen zweiten Artikel über das größte
Schiff der Welt, den „Imperator” eine dritte Plauderei
iſt den Atomen und Molekülen gewidmet, die alle Dinge
der Körperlichkeit zuſammenfaſſen und geheimnisreiche
Wunder ſind. Novellen, Gedichte und kleinere Artikel
ſchließen ſich an. Den Hauptleſeſtoff des Heftes bilden die
beiden großen Romane „Das hohe Ziel” von Wilhelm
Rubiner und „Siddys Ehekontrakt” von E. Krickeberg.
Aus dem reichen Bilderſchmuck des Heftes ſei beſonders
die ausgezeichnete farbige Kunſtbeilage „Rotterdam” nach
dem Gemälde von Hans Herrmann hervorgehoben.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Kronberg, 13. Aug. Der Kaiſer iſt 7 Uhr 45
Mi=
nuten mit ſeinem Gefolge von Kreuznach auf Schloß
Friedrichshof eingetroffen. Die Kaiſerin war mit Prinz
Oskar um 7 Uhr 15 Minuten von Homburg hierher
ge=
kommen, um den Kaiſer zu begrüßen.
* Kronberg, 13. Aug. Das Kaiſerpaar und
Prinz Oskar hat 8 Uhr 30 Minnten das Schloß
Friedrichs=
hof verlaſſen, um nach Homburg zurückzufahren.
* Rom, 13. Aug. Zwei kleine Schrapnelldepots in der
Batterie Tevere ſind heute morgen explodiert. Drei
mit der Entladung der Granaten beſchäftigte Soldaten
wurden getötet.
* Paris, 13. Aug. Das Gericht verhängte den
Kon=
kurs über das Vermögen Duperduſſins.
* Barcelona, 13. Aug. In den Webereien ruht die
Arbeit noch. Die Zahl der Streikenden beträgt
22000. Geſtern früh nahmen 2000 Arbeiter die Arbeit
wieder auf, aber nach der Frühſtückspauſe blieben ſie
wieder aus. In den Nachbarorten nahmen alle Arbeiter
die Arbeit wieder auf, außer denen in den Webereien.
* Neu=York, 13. Aug. Der Gouverneur Sulzer
wurde durch das Unterhaus des Staates Neu=York nach
einer langen Nachtſitzung heute früh um 5 Uhr mit 79
gegen 35 Stimmen in Anklagezuſtand verſetzt
unter der Beſchuldigung, Wahlgelder zu eigenem Nutzen
verbraucht und in dieſer Angelegenheit einen Meineid
ge=
leiſtet zu haben.
* Mexiko, 13. Aug. Nach amtlichen Depeſchen iſt die
Belagerung von Torreon aufgehoben worden. 3200
Rebellen ſind getötet oder hingerichtet worden, die
übrigen traten den Rückzug an. Die Bundestruppen
ver=
loren 200 Mann.
* San Diego (Mexiko), 13. Aug. Bei der Plünderung
Durangos fanden die Aufſtändiſchen in den dortigen
Läden vergiftetes Gebäck, das für die
Rattenver=
tilgung beſtimmt war, und aßen davon; ſieben Mann
ſtar=
ben. Die verhafteten Ladeninhaber wieſen Kiſten vor,
welche die Aufſchrift „Gift” trugen, wurden aber trotzdem
hingerichtet.
H.B. Berlin, 13. Aug. Im Reichsamt des
In=
nern wird gegenwärtig das umfangreiche Material aus
der inzwiſchen abgeſchloſſenen Vernehmung von
Sachver=
ſtändigen, die über die Verhältniſſe im Vieh= und
Fleiſchhandel gehört ſind, verarbeitet und nach einer
ſyſtematiſchen Zuſammenſtellung verwertet. Das
Ergeb=
nis wird im Herbſt der Enquete=Kommiſſion unterbreitet
merden. Dieſe Kommiſſion ſoll auch einen Beſchluß
darüber faſſen, ob es angebracht erſcheint, die Gutachten
der Sachverſtändigen zu veröffentlichen.
— Berlin, 13. Aug. Zu der Betrugsaffäre bei
der Dresdner Bank taucht die Vermutung auf, daß
die Quittung vom Betrüger ſelbſt mit der Handdruckpreſſe
hergeſtellt wurde.
— Sondershauſen, 13. Aug. Der Magiſtrat von
Son=
dershauſen ſchenkte der Vereinigung der deutſchen
Schau=
ſpieler unter dem Namen „Künſtlerheim” welche
bisher hauptſächlich als Krankenkaſſe für die Mitglieder
tätig war, ein Grundſtück zur Errichtung eines
Erholungs=
heimes für Schauſpieler. Das erſte Künſtlerheim ſoll
1915 eröffnet werden.
Auguſt Bebel .
* Zürich, 13. Aug. Der ſozialdemokratiſche
Reichs=
tagsabgeordnete Auguſt Bebel iſt heute früh im
Kur=
haus Paſſug bei Zurich geſtorben. Die Beſtattung
findet in Zürich ſtatt.
Auguſt Bebel war am 22. Februar 1840 in Köln
ge=
boren, beſuchte die Volksſchulen in Brauweiler und
Wetz=
lar und erlernte das Drechſlerhandwerk und ließ ſich im
Jahre 1864 als Drechſlermeiſter in Leipzig nieder. 1861 trat
er in die Arbeiterbewegung ein. 1867 wurde er
Vor=
ſitzender des Verbandes der deutſchen Arbeitervereine und
1869 Mitbegründer der ſozialdemokratiſchen
Arbeiter=
partei. Er wurde zu längerer Gefängnisſtrafe
verur=
teilt und 1884 aus Leipzig ausgewieſen und trat aus
dem Geſchäft aus. Später widmete er ſich ganz ſeiner
agitatoriſchen Tätigkeit als Führer der deutſchen
Sozial=
demokratie, innerhalb welcher er die faſt unbeſchränkte
Macht eines Diktators beſaß. Dem Reichstag gehörte er
mit kurzer Unterbrechung ſeit deſſen Begründung an, war
alſo eines ſeiner älteſten Mitglieder. Er vertrat hier
ſeit=
vielen Jahren den Wahlkreis Hamburg 1. Von ſeinen
Schriften iſt die über „Die Frau und der Sozialismus”
am bekannteſten und früher viel geleſen worden.
Briefkaſten.
J. St. Wenn Sie die Zuſage durch Zeugen beweiſen
können, iſt ein Prozeß nicht ausſichtslos. Doch kann dies
ohne nähere Darlegung der Verhältniſſe nicht beurteilt
werden. Wenden Sie ſich an die Städtiſche
Rechtsaus=
kunftſtelle.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
S. frohlicher Gefahrfe
auf Deiner Erholungsreiſe, der Dich in Stimmung bringt,
Dir die Schönheiten der Natur in hellen Farben malt
und Dich ſchützt gegen Abſpannung und ſchlechte Laune!
Ein ſolch fröhlicher Geſelle ſind die echten Kola=Paſtillen
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Ludwigsplatz. § 3-
4464a
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß unſere liebe,
unver=
geßliche Tochter
(17084
Gretel
geſtern abend unerwartet verſchieden iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Alwin Gresser und Familie.
Darmſtadt, den 13. Auguſt 1913.
Die Beerdigung findet ſtatt: Freitag, den
15. Auguſt, nachmittags ½4 Uhr, vom Portale
des Friedhofes aus.
Nummer 189.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
Seite 7.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute früh 6¾ Uhr entſchlief ſanft meine
liebe Großmutter, unſere liebe Schwiegermutter,
(17078
Schweſter und Tante
Frau
Marie Bennighof
geb. Seltsam.
Darmſtadt, den 13. Auguſt 1913.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Dr. med. Fritz Bennighof.
Die Beerdigung findet Freitag, den 15. Auguſt,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus
Heinrich=
traße 29 aus, die Einſegnung ¼ Stunde
vor=
her ſtatt. — Von Kondolenzbeſuchen bittet
man abſehen zu wollen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Südweſteuropa iſt der Druck weiter geſtiegen;
die Depreſſion, die geſtern über Island ſich angedeutet
hatte, hat ſich oſtwärts ausgebreitet und eine
Tiefdruck=
furche gebildet, die von Island bis Nordrußland reicht.
Auf ihrer Südſeite haben wir bei meiſt nordweſtlichen
Winden unbeſtändiges Wetter zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 14. Auguſt:
Meiſt trübe, zeitweiſe Regenſchauer, kühl, nordweſtliche
Winde.
Danksägung.
Für die vielen herzlichen Beweise
aufrichtiger Teilnahme anlässlich des
Hinscheidens meines unvergesslichen
Gatten, unseres teuren Vaters,
Schwie-
gervaters, Grossvaters und Bruders
Herrn
Johannes Wagner
Privatier
Sprechen wir unseren innigsten Dank
aus.
(17071
Darmstadt, den 14. August 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Tageskalender.
Monatsverſammlung des Vereins der
Hunde=
freunde um 9 Uhr im „Perkeo”.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchweren Verluſte unſerer innigſtgeliebten
(17055
Tochter
Luise Metzler
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden ſagen
wir herzlichen Dank. Insbeſondere danken wir
Herrn Pfarrer Waitz für ſeine troſtreiche
Grab=
rede, den Schweſtern der Martinsgemeinde (Weſt)
für ihre treue Mithilfe, den Arbeitern der Firma
Göhrig & Leuchs, ſowie den Mitkonfirmandinnen
für ihre Kranzſpenden.
Familie Christian Metzier.
Darmſtadt, den 13. Auguſt 1913.
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Wander=Ausſtellung „Das Kind”
Alexander=
ſtraße 20 (geöffnet von 2—9 Uhr).
Gewerbe=Muſeum, Neckarſtraße 3. Täglich geöffnet
von 11—12½ Uhr, Sonntags von 11—1 Uhr.
Ein=
tritt frei.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Htreeſe;
für des Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
14. Vorbereitungskurſus
für die theoretiſche Meiſterprüfung im Handwerk.
Nach dem Reichsgeſetz vom 30. Mai 1908 (ſog. kleiner
Befähig=
ungsnachweis) dürfen bekanntlich im allgemeinen nur noch ſolche
Perſonen Lehrlinge anleiten, welche die Meiſterprüfung beſtanden
haben. Ueberdies läuft am 1. Oktober 1913 die Friſt ab, bis
zu welcher die Meiſterprüfung noch ohne Nachweis der
beſtan=
denen Geſellenprüfung abgelegt werden kann. (Die Beſtimmungen
finden gleichermaßen auf männliche wie auf weibliche
Gewerbe=
treibende Anwendung.)
Da nun vorausſichtlich im Herbſt noch viele Handwerker nach
den erleichterten Beſtimmungen die Prüfung ablegen werden, ſo
be=
abſichtigen wir zur Vorbereitung auf den theoretiſchen Teil dieſer
Meiſterprüfung wieder einen Kurſus in Buchführung,
Wechſel=
lehre, Scheckverkehr, Gewerbe=, Verſicherungs= und
Genoſſen=
ſchaftsgeſetzgebung abzuhalten.
Derſelbe wird bei genügender Teilnahme am 3. September
beginnen und am 11. Oktober endigen. Als Unterrichtszeit ſind die
Mittwoch= und Samstag=Nachmittage vorgeſehen.
Anmeldungen werden auf der Handwerkskammer zu Darmſtadt,
Georgenſtraße 9, bis ſpäteſtens 30. Auguſt entgegengenommen.
Die Teilnehmergebühr mit 10 Mk. iſt im Voraus zu entrichten.
(17041dm
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1913.
Der Vorſtand des Ortsgewerbevereins zu Darmſtadt.
von der Reise 11005ds
zurück.
D D
D.-N. Dr. L. erch
Bismarckstraße 57
ist von der Reise
zurück, (17076dso
Dr. Repp.
Von der Reise
zurück
Dr. Schiher
Hoftheaterplatz 2.
Von der Reise zurück
Dr. Binder
Spezialarzt für Haut- und
Harnkrankheiten
Zeughaustr. 3. (*5604ds
Zahnarzt
Shummer
von der Reiſe
(16890
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und 2 Seſſel, 2 Diwan, 1 Chaiſelongue, 1 Sofa, verſch.
Tiſche und Stühle, Bücherſtänder, Credenz, Koffer,
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und Alabaſteruhr, Gas= und elektr. Lüſter;
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Zierſchränkchen,
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gemälde, Zinn, Waffen u. a. m. durch
Auktionator und
7
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19
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per Pfund 16 Pfg.
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., „
Friſche
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(17099
und Nelken uſw.
Telephon 137.
Zuſendung frei Haus.
Cmanker Halb,
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
Nummer 189.
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Kurſe vom 13. Auguſt 1913.
D itgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
8
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,50
½ Deutſche Reichsanl. . 84,50
74,40
3
do.
4 Preuß. Schatzanweifg. 98,50
3½ do. Conſols . . . 84,60
74,40
3
do.
do.
97,70
4 Bad. Staatsanleihe.
½
90,50
do.
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,00
31
83,20
do.
3
74,10
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,20
3 do. do. (unk. 1918) 96,40
3½
do.
83,1
do.
72,
3 Sächſiſche Rente
75,60
4 Württemberg unk. 1921 97,50
3½
do. v. 1875 94,60
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887
55,90
Italiener Rent=
4½ Oeſterr. Silberrent: 86,50
4 do. Goldrente . . . 92,80
do. einheitl. Renke 82,20
3 Portug. unif. Serie I 61,60
3 do. unif. Ser. III 64,80
3 do. Spezial . . . .
5 Rumänier v. 1903 . . 99,80
do. v. 1890 . . 94,10
do.
v. 1905 . . 87,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,40
do. v. 1902 . . . . 90,25
4½ do. v. 1905 . . . . 93,60
3½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 78,25
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 86,10
4 do. Staatsrente. . . 81,254
Zi.
In Prot=
5 Argentinier . . . . . . 98,80
82,50
do.
4½ Chile Gold=Anleiße . 91,50
5 Chinef. Staatsanleihe. 97,70
4½
91,10
do.
4½ Japaner . .
91,50
5 Innere Mexikaner
79,90
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 72,00
5 Gold=Merikaner . . .
3 Buenos Aires Provinz 65,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 138,40
7 Nordd. Bloyd . . . . . 115,80
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 125,50
Aktienausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 113,30
6 Baltimore und Ohio . 100,00
6 Schantungbahn . . . . 123,6)
8 Luxemb. Prince Henci 163,50
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 27,50
6 Pennſylvania R. R.
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Divid.
Brauerei Werger
60,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
547,25
,
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . .231,50
30 Farbwerke Höchſt . . 620,25
20 Verein chem. Fabrikei
Mannheim . . . . 335,00
10 Cement Heidelberg . . 148,00
30 Chem. Werke Albert 444,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 325,00
5 Lahmeyer. . . . . . . —
Letzte
In Proz.
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 154½
12 Siemens & Halske 217,60
5 Bergmann Electr. . . 127,60
10Deutſch. Ueberſee Electr. 164,80
0 Gummi Peter . . . . 71,00
0 Kunſtſeide Frankfurt —
30 Adler=Fahrradwerke
410,50
Kleyer . . . . .
9 Maſchinenf. Badeni: 145,00
0 Wittener Stahlröhren 131,75
9 Steana Romana Petr. 158,50
15 Zellſtoff Waldbof . . 220,25
12,83 Bad. Zucker=
Wag=
häuſel.
. . . 204,90
O Neue Boden=A. A.=Beſ. 70,50
0 Südd. Immobilien . 51,00
Vergwerks=Aktien,
10 Aumeß=Fried? . . . . 171½
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 221,20
11 Deutſch=Luremburz.=
Bergb. . . . . . . 146,25
10 Gelſenkirchener . . . . 187½
9 Harpener . . . . . . . 190,60
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 252,00
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 76,75
6 Laurahütte . . . . . . 168,00
10 Kaliwerke Aſchersleben —
13
Weſteregeln 188,00
7½ South Weſt Africa 113,30
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 87,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl. —
4 Eliſabethbahn, frei: —
4 Franz=Jofefs=Bahn
72,90
3 Prag=Duxer . . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,70
4 Oeſterr. Staatsbahn . 87,80
75,00
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,50
d
In Pröh.
Bf.
2¾ Oeft. Südb. (Lomb.) 52,90
74,30
3 Raab=Oedenburg
,
4 Kronprinz Rudolfbahn 87,50
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 85,10
4½ Moskau=Kaſan . .
84,70
do.
4 Wladichawchas .. . . 86,00
85,00
4 Rjäſan Koslow . .
3 Portugieſ. Eiſenb.
74,40
½
85,00
do.
2¼ Livorneſer
68,50
3 Saloniaue=Monaſtir . 61,70
79,30
4 Baadabbahn . . . .
4½ Anatoliſche Eifenb. . 91,90
4 Miſſouri=Paciſie. . .
4 Northern=Paciſte . . . 95,20
4 Southern=Paciſie . . . 91,00
5 St. Louis und San
-
Franeisco. . . .
-
I Tehnantepee . . . . .
Bank=Aktien.
10 Pank für elektriſche
Untern. Lürich . . 193,80
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 143,50
9½ Berlin. Handelsgeſ. .159,25
6½ Darmſtädter Bank 114,30
12½ Deutſche Bank 245,60
6 Deutſche Vereinsbank . 115,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 111,90
10 Diskonto=Kommandit 183,60
8½ Dresdener Bank 148,30
10 Frankf. Hppoth.=R. 206,00
6½ Mitteld. Kreditbank 113,50
Nationalb. für Deutſchl. 115,00
Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . . . 133,50
Rhein. Kreditbank. . .127,25
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 109,00
7½ Wiener Bankverein . 131,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 94,70
Zf.
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19. . . . . . . 85,20
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
do.
4 Heſſ. Band.=Hyp.=Bank 97,40
3½
84,40
do.
4 Hefſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
96,80
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . .
96,80
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,40
C. 3—5 . . . . . . . . 84,20
S. 9—11 . . . . . .
84,30
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
3½
do.
84,40
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 94,60
3½ do. (unk. 1914) . . 83,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,60
3½
84,80
do.
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . ..
zu
do.
86,30
96,50
Frankfurt. . . . . . .
z½
do.
95,50
4 Gießen . . . . . . .
3½
85,70
do.
Heidelberg . . . . . . 93,70
3½
do.
84,50
4 Karlsruhe . . . . . . 95,00
31
.
4 Magdeburg. .. . . . —
Z1
.
-
4 Mainz . . . . . . . .
3½
do.
85,00
4 Mannheim . . . . . . 93,80
31.
do.
89,00
München . . . . . . . 94,80
3½ Nauheim . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 98,00
31.
do.
84,00
4 Offenbach. .
94,504
Zf.
Inſret.
-
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden . . . .
3½
87,60
do.
4 Worms. .
94,00
3½
85,00
do.
4 Liſſaboner v. 1886 . 74,80
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 —
3½ Cöln=Mindner , 100 —
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3 Madrider Fs. 100 —
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Nummer 189.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
Seite 9.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
Nummer 189.
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Donnerstag, 14. Anguſt.
1913.
An die drispolgelbehörden und die Feldpolzeibehörden
des Kreiſes Darmſtadt.
Es kommt leider immer noch ſehr häufig vor, daß Haushaltungs=Abfälle,
Scherben, altes Papier u. dergl., namentlich auch alte Blech= und Emailgefäße,
in Feld und Wald, auf Wege und Plätze oder auf fremde Grundſtücke in
unzuläſſiger Weiſe gebracht oder weggeworfen werden. Art. 112 und 379 des
Polizeiſtrafgeſetzbuchs geben die Möglichkeit, gegen ſolche Verunreinisungen von
öffentlichen Straßen, Plätzen und Anlagen einzuſchreiten. Sofern auf
Privatgrund=
ſtücken an öffentlichen Wegen ſolcher Unrat unverdeckt lagert, kann mit
Polizei=
verfügung im einzelnen Falle auf Grund des Art. 66 der Kreis= und
Provinzial=
ordnung durch uns, oder auf Grund des Art. 129b der Städteordnung durch den
zuſtändigen Polizeibeamten vorgegangen werden. Nach Art. 38 des Feldſtrafgeſetzes
iſt ſtrafbar, wer unbeſugt Steine, Scherben, Schutt oder Unrat auf fremde Felder wirſt.
Ferner bildet es einen bedauerlichen Mißſtand, daß das Waſſer der Bäche
und Gräben durch Einleitung und Einwerfen fremder Stoffe immer mehr
Ver=
unreinigungen ausgeſetzt wird. Es iſt deshalb erforderlich, daß die Ortspolizeibehörden
auf den Zuſtand der Bäche und der in dieſelben mündenden Gräben ein, beſonderes
Augenmerk richten und alljährlich Beſichtigungen derſelben vornehmen laſſen. Direkte
Zuleitungen verunreinigender Stoffe müſſen abgeſtellt werden. Oft kommt es vor,
daß Schutt und Unrat an den Ufern der Bäche abgeſchüttet wird, damit er vom
Waſſer weggeſchwemmt werde, und daß Abfälle aus Haushaltungen (alte Blechgeräte,
Scherben uſw.) in Gräben und Bäche geworfen werden. Bei dem allgemeinen
Intereſſe, welches an der Erhaltung eines möglichſt reinen Bachwaſſers beſteht, erſcheint
es unbegreiflich, daß die Einwohnerſchaft mancher Orte an der Bekämpfung dieſer
bedauerlichen Mihſtände ſelbſt ſo wenig Anteil nimmt. Nach Art. 120 des
Polizei=
ſtrafgeſetzes iſt das unbefugte Einlegen oder Einwerfen von Steinen, Sand, Erde,
Bäumen, Schutt, Unrat und anderen feſten Körpern in die Bäche oder Gräben oder
Triebwerkskanäle bei erheblicher Geldſtrafe unterſagt.
Die erwähnten Mißſtände werden nicht ſelten auch dadurch begünſtigt, daß von
der Gemeinde nicht in ausreichender Weiſe für Plätze geſorgt iſt, wo Schutt,
Haus=
haltungsabfälle uſw. abgeladen werden können, oder daß dieſe Plätze bei der
Ein=
wohnerſchaft nicht genügend bekannt ſind.
Wir beauftragen Sie daher:
1. das Polizei= und Feldſchutzperſonal zu genauer Aufmerkſamkeit auf die
beregten Mißſtände und deren Verhütung anzuweiſen;
2. für Abladeplätze für Schutt, Haushaltungsabfälle u. dergl., ſoweit erforderlich,
zu ſorgen und bekannt zu machen, wo dieſe Abladeplätze liegen;
3. aus den Bächen und Gräben, ſowie von öffentlichen Wegen und Plätzen
den Unrat, wie Scherben, Blechgefäße uſw. entfernen zu laſſen und, ſofern
auf Privatgrundſtücken in der Nähe von öffentlichen Wegen ſolcher Unrat
in mißſtändiger Weiſe lagert, den Eigentümer zur Beſeitigung desſelben
aufzufordern, wenn dieſer Aufforderung aber nicht entſprochen wird, das
Weitere, wie oben bemerkt, zu veranlaſſen;
4. durch öffentliche Bekanntmachung vor den oben bemerkten Verunreinigungen
zu warnen.
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Gendarmerieſtationen des Kreiſes Darmſtadt.
Wir verweiſen auf vorſtehende Verfügung an die Ortspolizeibehörden und die
Feldpolizeibehörden des Kreiſes und beauftragen Sie, in den Landgemeinden bei
Verhütung der oben bemerkten Mißſtände mitzuwirken, ſowie ſtrafbare Verunreinigungen
zur Anzeige zu bringen. Insbeſondere wollen Sie, wenn Sie eine Verunreinigung
von Waſſerläufen durch Einleiten fremder Stoffe wahrnehmen, nötigenfalls ſofort
deren Urſache zu ermitteln ſuchen und darüber an uns berichten.
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(16912id
An die Schulvorſtände des Kreiſes und die Vorſtände der Privatſchulen.
Wir regen bei Ihnen an, den 25. Auguſt in der ſeither üblichen Weiſe in Ihren
Schulen feiern zu laſſen.
Darmſtadt, den 11. Auguſt 1913.
(17047
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
In den Herbſtferien d. Js. werden an den drei Lehrerſeminaren (Alzey,
Bens=
heim, Friedberg) biologiſche Fortbildungskurſe für Volksſchullehrer abgehalten.
Die Kursdauer beträgt 14 Tage. Den Teilnehmern wird eine Beihilfe von 80 Mark
gewährt werden. Es iſt dabei in erſter Linie an Lehrer gedacht, die entſprechenden
Unterricht (Biologie und Naturlehre) in den oberen Klaſſen der Volksſchule oder in
der Fortbildungsſchule erteilen.
Meldungen ſind bis zum 25. Auguſt d. Js. an die unterzeichnete Behörde
einzuſenden.
(17046df
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1913.
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Das Großh. Proviantamt Darmſtadt hat den Ankauf von Roggenſtroh auf
genommen. Der Heuankauf wird fortgeſetzt.
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir empfehlen, die Beteiligten Ihrer Gemeinden auf vorſtehende
Bekannt=
machung noch beſonders hinzuweiſen.
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1913.
(16778sid
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die Kreisſtraße von Darmſtadt nach Griesheim vom Abzweige des Wegs nach
dem Truppenübungsplatze bis vor Griesheim (km 4,5 bis 5,5) iſt wegen Ausführung
von Kleinpflaſter von Mittwoch, den 6. Auguſt d. Js. ab auf ca. 3 Wochen
für ſämtliches Fuhrwerk (Geſpanne, Automobile, Motorräder uſw.) geſperrt.
Der Durchgangsverkehr hat während der Dauer der Kleinpflaſterherſtellung den
aufgeſtellten Tafeln entſprechend zu erfolgen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach § 2 der
Polizei=
verordnung vom 12. Februar 1908 ſtrafbar.
Darmſtadt, den 28. Juli 1913.
(16261a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungs
platz bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
(14797a
Darmſtadt, den 11. Auguſt 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Uebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 15. bis 16. Auguſt 1913.
Die
Dauer der
Datum
Tag
Truppenteil 1 Abſperrung Abſperrung Bemerkungen
erſtreckt ſich
von bis
Ueber das
Feldartillerie 80 V. 100 V.
ganze Ab=
15. Aug. Freitag
ſperr=Gel.
Infanterie
Bis zum
und
100 V. 40 N.
Samstag
Land=
16. Aug.
Kavallerie
graben
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher, 1 Jagdhund. 1 Foxterrier. Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt ieden
Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(17057
.
Kraste
arn
Klee= und Grummetgras=Verſteigerung.
Montag, den 18. Auguſt, nachmittags 3 Uhr beginnend,
wird die Klenutzung von ea. 2 Morgen des ſtädtiſchen Geländes
am Pfarrwieſenweg und die Grummetgrasernte von der ſtädtiſchen
Pallaswieſe an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft auf dem Pfarrwieſenweg, zunächſt der
Baumſchule, ſodann am Wieſenwärterhaus.
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1913.
Der Oberbürgermeiſter
(17080ds
J. V.: Jaeger.
Ortsbauſtatnt und Baupolizeiordnung für
die Bruchwieſenſtraße und die Bruſtſtraße.
Für vorbezeichnete Straßen hat die Stadtverordneten=
Verſamm=
lung die nachſtehend abgedruckten Nachträge zu dem Ortsbauſtatut
und der Baupolizeiordnung angenommen.
Einwendungen gegen ſie ſind bei Meidung des Ausſchluſſes
während der Zeit vom 15. bis einſchließlich 30. d. Mts. bei dem
Stadtbauamte, Grafenſtraße Nr. 30, vorzubringen.
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1913.
(17039dd
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.
Ortsbauſtatut.
§1.
Für die Bruchwieſenſtraße und die Bruſtſtraße wird die
ge=
ſchloſſene Bauweiſe gemäß den §§9, 10 und 11 des für den
Gemarkungs=
teil zwiſchen Beſſunger Straße, der ſüdlichen Fortſetzung des
Donners=
bergrings, der Landskronſtraße mit Eſchollbrücker Weg und der neuen
Main=Neckarbahn=Linie erlaſſenen Nachtrags zu dem Ortsbauſtatut
vom 4. Mai 1911 feſtgeſetzt.
(Dieſe für den Gemarkungsteil nächſt der Beſſunger Straße
gil=
tigen Beſtimmungenlauten, in ſinngemäßer Anwendung für die beiden
vorerwähnten Straßen, wie folgt:
8. 9.
Die einzelnen Bauplätze ſind tunlichſt bis zu den beiderſeitigen
Grenzen zu überbauen. Eine Ausnahme von dieſer Beſtimmung kann
erfolgen, wenn ein Gebäudeabſtand von mindeſtens 6 m gewahrt
und die Seitenfronten dem Faſſadenmotiv entſprechend ausgebildet
werden.
§ 10.
Es iſt geſtattet, an der Bruchwieſenſtraße außer dem
Erdgeſchoß=
ein Obergeſchoß unterhalb der Haupttraufkante zu errichten: in der
Bruſtſtraße iſt die Errichtung von drei Geſchoſſen unterhalb der
Haupttraufkante zuläſſig.
Darüber iſt die Haupttraufkante in kräftig betonter Weiſe
durch=
zuführen und im unmittelbaren Anſchluß an die Haupttraufkante muß
die Dachfläche mit derfür das Dach charakteriſtiſchen Reigung einſetzen.
Oberhalbeder Haupttraufkante iſt nur ein bewohnbares
Dach=
geſchoß autäßfig. Ueberedieſem Dachgeſchoß können mit Zuſtimmung
der Baupolizei, welche die Entſcheidung im einzelnen Falle nach
pflichtmäßigem Ermeſſen, insbeſondere unter Beachtung aller etwa
erforderlichen hygieniſchen und feuerpolizeilichen Bedingungen zu
treffen hat, einzelne Wohnräume für Dienſtboten zugelaſſen werden.
Hinter der Außenwand zurückſitzende Dachaufbauten ſind nur
bis zu ½ der Gebäudeſeiten zuläſſig.
§ 11.
Hinter= und Seitengebäude zu gewerblichen und Wohnzwecken
ſind zuläſſig, dürfen aber nur ein Erd= und ein Obergeſchoß erhalten;
über dieſen Geſchoſſen dürfen keine bewohnbaren Räume eingerichtet
werden.)
Baupolizeiordnung.
§ 32h.
Die in § 32c enthaltenen Beſtimmungen haben auch Giltigkeit
für die Bruchwieſenſtraße und die Bruſtſtraße.
(Dieſe Beſtimmungen lauten:
1. Wenigſtens ½ der Geſamtfläche eines jeden Bauplatzes muß
unbebaut bleiben. Für Eckgrundſtücke kann die frei zu laſſende
Fläche bis auf ½ ermäßigt werden.
2. Die unbebaubare Fläche muß unmittelbar an der Rückſeite des
Vorderhauſes beginnen und ein geſchloſſenes Ganzes bilden.
3. Tür die Berechnung der unbebaubaren Flächen gelten folgende
Grundſätze:
a) Offene Veranden, Terraſſen, Freitreppen und dergl.
wer=
den nicht in Abzug gebracht.
b) Vorgärten werden in die bebaubare Fläche nicht eingerechnet.)
I4
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Kom=
mode, 2 Regulateure, 1 Sofa, 2 Spiegel, 1 Pult, 1 Seſſel,
1 Waren=, 2 Eis= und 2 Brotſchränke, 1 Ladentheke mit
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3 Ladentheken, 9 Stühle uſw.
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felgen, für 90 Mk. zu verk. Anſch=
Preis 190 Mk. Näh. Wilh. Horn,
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Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 17½0 C.
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Samstag, den 16. Auguſt,
von 950 Uhr vormittags ab,
wird auf dem hinteren Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in
Darm=
ſtadt die Matratzenſtreu von einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
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Garde=Dragoner=Regiment
Nr. 23.
Matratzenſtreu=Verkauf.
Am Dienstag, den 19. d. M.,
um 8 Uhr vormittags,
wird in der Kaſerne am Beſſunger
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Batterieſtällen öffentlich und
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Blumen auf dem Hute.
Wie alljährlich, ſo ging es auch diesmal. Der Sommer hielt nicht,
was der Frühling verſprach, und die prophezeite, überaus reiche
Blumen=
mode iſt nicht eingetreten. Und das hat wohl ſeine triftigen Gründe: Die
Hutköpfe ſind verhältnismäßig klein, ſie beſtimmen dadurch den Charakter
des Hutes, reiche Blumengarnitur aber läßt den Hut leicht plump erſcheinen,
und das gilt es vor allem zu vermeiden.
Die Grundbedingung dafür, daß ein Hut modern, elegant ſei, iſt, daß
er den Eindruck faſt übergroßer Leichtheit, „Fragilität” mache, daß die
Garnituren alle nur gleichſam auf den Hut hingeflogen ſcheinen, und getrieben
von dieſem Wunſche werden dann nicht nur Neiher und Federn, Flügel
und Bänder, ſondern auch Blumen nur in Arrangements angebracht, die
alles Kompakte, Gehäufte vermeiden.
Nach langer Zeit das erſtemal ſehen wir wieder recht häufig den
Feldblumenkranz — nein, man muß ſagen das „Feldblümchenkränzchen
ſogar auf den Hüten, die
aus konangebenden
Modiſten=
ateliers herauskommen, und
zwar wird er hier zum
Unter=
ſchied von früheren Jahren
auf Stoffhüten
ange=
bracht. Entzückend duftige,
ſogenannte „Lingeriehüte‟
aus weißem oder
paſtell=
farbenem Batiſt oder Krepp
die die Formen aus
Sparterie glatt beſpannenoder
jene aus Draht leicht gepufft
bekleiden, erhalten als
Auf=
putz die filigranen, aus
win=
zigen und überaus fein
ab=
ſchattierten Blümchen
ge=
wundenen Kränze. Speziell
erwähnen möchte ich, daß
eine der eleganteſten
Neu=
heiten, verblüffend in ihrer
Einfachheit, Lingeriehüte ſind
aus altmodiſchem ſteifen
weißen Mull. Daß dieſer
Stoff die Hutkrempen nur
ganz glatt bedecken kann, iſt
ſelbſtverſtändlich, um aber
dem Hut doch ein recht
duftiges Ausſehen zu geben,
griff man zu folgendem
Ver=
fahren: Aeber die glatt
be=
ſpannten Krempen ſchlichter
Canotierformen läßt man
volantartig, genau nach der
Krempenform geſchnitten,
nochmals Mull in doppelter
Lage überfallen, und zwar ſo,
daß er die Krempe etwa zwei
Zentimeter breit überragt.
Dem Außenrand dieſes
„Volants” in doppelter Stoff=
lage wird durch feine
Gräten=
ſtiche, ausgeführt in weißer
Seide, etwas Halt gegeben.
Bemerkenswert iſt auch
der Kopf dieſer
hand=
gearbeiteten Sommerhüte
„dernier cri‟: Der
Kopf=
rand iſt ſteif und glatt
mit Stoff beſpannt, der
oben und unten in gewohnter
Weiſe über Draht genäht
62022
wird, der Hutkopf dagegen
62044
tritt bauſchend aus dieſem
etwa fünf Zentimeter hohen
Rand hervor.
Die Garnitur übernimmt z. B. eine flache ſchwarze Samtſchleife, aus
der ein „Roſenbäumchen” emporwächſt, das man ſich folgendermaßen
vor=
zuſtellen hat: Der ſehr ſtarke Stiel einer Knollenroſe wird mit Baſt
um=
wickelt unter Einfügen einzelner kleiner Blättchen, und die ſo vorbereitete
Roſe wird kerzengerade hochſtehend mittels der Schleife befeſtigt. In der
Regel ſieht man in dieſer Weiſe ceriſerote Roſen verwendet; ſie heben ſich
ebenſo geſchmackvoll von weißen mit Schwarz kombinierten wie von ganz
ſchwarzen Hüten ab.
Ceriſerote Noſen, die auf ſchwarze Samt= oder Tüllhüte geſteckt ſind, ſind
geradezu als Modetypus zu bezeichnen, und niemand wirdleugnen, daßdieſe einſame
leuchtende Blume auf dem ſchwarzen Grunde ſehrviel „cachet”hat, ſehrkleidſamiſt.
Bemerkenswert ſind auch Kränze, die auf den Krempen von „Jung=
Mädchen=Hüten” liegen, aus geklebten Miniaturblümchen von reicher, feiner
Abſchattierung; bemerkenswert iſt es endlich, daß die Mode des winzigen
Blumenbukettchens aus altfränkiſch anmutenden, handgenähten Blümchen,
dem oft die verantwortungsvolle Dflicht zufällt, den Geſamtaufputz eines
Hutes zu beſorgen, ungeſchmälert andauert. Moden ſo reizend, einfach und
dbei kleidſam wie dieſe ſind eben einfach „nicht totzumachen”.
M. von Suttner.
Beſchreibung zu unſeren Abbildungen.
Nr. 61988. Das zarte, duftige Sommerkleid, welches die Abbildung zeigt, iſt aus
der Bluſe 61988 und dem an nächſter Stelle beſchriebenen Rock 61999 zuſammengeſtellt.
Vornehmlich die Bluſe wird vielen durch ihre anmutige Linienführung auffallen. Die
ſchmale, gerade Daſſe erſtreckt ſich bis weit über die Schultern und bildet ſo einen
Aermelanſatz, an den die nach Belieben in ganzer oder in halber Länge gearbeiteten
Aermel gefügt werden. Die langen Aermel werden entweder unten eingereiht und mit
Manſchetten beſetzt oder dem Anterarm knapp angepaßt. Die feſtanſchließende
Futter=
taille kann man ausgeſchnitten arbeiten, oder man verlängert ſie nach oben zu mit einer
duftigen Daſſe aus Tüll oder Spitzenſtoff mit darangefügtem Stehkragen. Die Bluſe
wird ſchlanke Figuren beſſer kleiden, wenn ſie loſe und faltig getragen wird; ſtärkere
Damen hingegen werden gut daran tun, ſie feſt in den Gürtel zu ſpannen. Das Modell
wird aus allen leichten Wollſtoffen, ebenſo aus Seide oder aus waſchbaren
Ge=
weben angefertigt werden können. Der in der kleinen Rückanſicht gezeigte Zackenrand iſt nach
Butterick’s Dlättmuſter 102299 anzufertigen. In Mittelgröße berechnet man 1,95 m
Stoff 80 cm breit. Muſter 61988 iſt in 7 Größen, von 81 bis 112 cm Oberweite, erhältlich.
Muſter Nr. 62 044 beſteht aus einer Bluſe mit angeſchnittenen oberen
Aermel=
teilen und aus einem in
ge=
hobener Gürtellinie angefügken,
dreiteiligen Rock,
der in
runder Länge geſchnitten iſt und
in Mittelgröße längs der unteren
Kanke ungefähr eine Weite von
1,50 m erreicht. Die Bluſe,
welche loſe oder glatt in den
Gürkel geſpannt getragen werden
kann, hat runden Halsausſchnitt
und als einzige Verzierung
auf=
geſteppte Blendenſtreifen, welche
die Halsausſchnitt= und die
vordere Kante beſetzen und auf
Wunſch auch längs des breit
überkrekenden vorderen
Nock=
ſaumes ihre Verlängerung finden
können. Die Aermel kann man in
ganzer Länge oder auch nur
halb=
lang arbeiten, und auch hier
würde eine Blende oder eine
Borte einen hübſchen Abſchluß
bilden. Dem eigenen Gutdünken
bleibt es auch überlaſſen, das
Kleid mit Futtertaille zu arbeiten
oder von einer Verwendung des
Futters abzuſehen. Mittelgroße
Damen berechnen für das Kleid
mit langen Aermeln 4,80 m
Stoff 80 cm breit. Muſter 62044
iſt in 7 Größen, von 81 bis 112 cm
Oberweite, erhältlich.
Nr. 62022. Eine große Rolle
ſpielen in dieſer Saiſon die
Straßenkoſtüme aus Seide, und
Seidenrips, Seidenchevrin, Atlas,
broſchierke Seide, Brokat und
Charmenſe können zu dieſem
Zwecke verarbeitet werden.
Ge=
wöhnlich verbindet man zu ſolchen
Koſtümen leicht drapierte Röcke,
die aber immer ihre ſchmale und
elegante Silhouette beibehalten
müſſen, mit Jacken, die mehr im
franzöſiſchen Genre gehalten und
loſe und bluſig ſind, was wohl
Exaktheit im Schnitt erfordert,
der Schneiderin aber, was die
übrige Ausführung anbelangt,
immerhin gewiſſe Freiheiten läßt.
Auch Modell 62022 kann, wie es
dem eigenen Geſchmack entſpricht,
entweder mitlangen, zweinähtigen
oder mit halblangen, einnähtigen
Aermeln gearbeitet werden, und
ebenſo iſt Damen, welche die Jacke
gern bluſenartig und loſe tragen
wollen, Gelegenheit gegeben, das
61988 — 61999
Muſter in dieſem Sinne
aus=
zuführen, während andere wieder
die Jackenteile glatt in den Gürtel
ſpannen können. Mittelgroße Damen berechnen für die Jacke mit kürzerem
Schoß=
anſatz 2,70 m Stoff 88 cm breit. Muſter 62022 iſt in 8 Größen, von 81 bis 117 cm
Oberweite, erhältlich.
Muſter Nr. 62344 ſtellt einen ſehr niedlichen Morgenrock im Empireſtil vor, der
aus Voile, Waſchkrepp, Wollmuſſelin, getupftem Schweizer Batiſt, ferner aus weicher
chineſiſcher Seide oder auch Crépe de Chine angefertigt werden kann. Die halblangen
Aermelchen ſind glatt eingenäht und werden nach Gutdünken entweder mit oder ohne
Manſchetten hergeſtellt. Der Morgenrock hat einen kleinen, ſpitzwinkligen Halsausſchnitt,
der von einem ſchicken Amlegekragen umrahmt wird. Die Verwendung des Kragens
iſt aber keine unbedingte Notwendigkeit, da das Muſter (ſiehe die kleine Skizze,
Rück=
anſicht) auch ohne ſolchen nett ausſehen wird. Spitzeneinſätzchen und Kanken und ein
Banddurchzug, der die Empirelinie markiert, können als Verzierung verwendet werden,
und handgeſtickte Deſſins, die Zeugnis von der eigenen Geſchicklichkeit ablegen, werden
vielleicht noch eleganker wirken. So kann man das aus der kleinen Rückanſicht zu
er=
ſehende Stickereideſſin nach Butterick’s Dlättmuſter 102933 herſtellen, und der
Zacken=
rand, welcher Kragen und Manſchetten umrahmt und auch die Empirelinie markiert,
wird nach Muſter 27199 angefertigt. Soll der aus der großen Abbildung erſichtliche
Morgenrock für ein Mädchen von ſechzehn Jahren gearbeitet werden, ſo berechnet man
3,55 m Stoff, 88 cm breit, mit 1,80 m Spitze, 3,20m Einſatz für den Kragen und die
Manſchetten, ferner 1 m Banddurchzug und 2,77 m Band. Muſter 62344 iſt in 6 Größen.
für 14 bie 19 Jahre, erhältlich.
Nachdruck auch um Quellenangabe verboken.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
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20
Nun war es Anita zur Gewißheit geworden, daß die
Steltzes irgend einen Schatten in ihrer Familiengeſchichte
zu verbergen hatten, und das erfüllte ſie ſofort wieder mit
rückhaltloſer Teilnahme für die Geſchwiſter. Und als
Wolf mit trübem Lächeln und einem Blick, den ſie nicht
mißverſtehen konnte, hinzufügte: Allerdings, den einen
Zwang werde ich mir immer auferlegen müſſen, und das
einen betonte, da ſagte ſie in beinahe mütterlichem Ton:
Wäre es dann nicht beſſer, Herr von Steltz, wenn
wir unſern Verkehr abbrächen? — Das dürfen Sie mir
nicht antun, daß ich zu meinem anderen Kummer noch den
mit mie herumtragen müßte, Ihre Gemütsruhe gefährdet
zu haben
Dazu wäre es doch zu ſpät, gnädige Frau, ſagte er
mit erzwungenem Lachen, dann hätte ich Sie überhaupt
nicht erſt ſehen dürfen! — Aber ich bin nicht umſonſt
Sol=
dat, ich werde mich durchfechten. Sie haben nichts von
mir zu befürchten, Frau Anita, gönnen Sie mir nur von
Zeit zu Zeit das Glück Ihrer Gegenwart. Wenn Sie alle,
die Sie durch den Zauber ihrer Perſönlichkeit
gefangen=
nehmen, verbannen wollten, ſtänden Sie bald ganz einſam
in der Welt.
Das iſt ja ohnehin mein Los! Außer Harto ſind Sie
mit Ihrer Schweſter meine einzigen Freunde!
Das liegt an Ihnen, gnädige Frau: Sie haben
Freunde, wo Sie es nicht ahnen.
Nein, die habe ich eigentlich nie gehabt. Bekannte ja,
die es ganz gut mit mir meinten, und andere, die ſich, wie
Sie ſagen, von dem Zauber meiner Perſönlichkeit blenden
ließen. Das waren dann gewöhnlich Herren, die ein
Amüſement ſuchten. Wie widerwärtig war mir das!
Gnädige Frau, zählen Sie mich etwa auch zu denen,
die ein Amüſement ſuchen? Wolf war ſtehengeblieben
und blickte Anita in heißer Erregung feſt in die Augen.
Nein, Herr von Steltz, wahrhaftig nicht! Sie reichte
ihm mit lebhafter Bewegung die Hand. Sie ſind ritterlich
und ehrenwert, wie mein Mann war. Sie erinnern mich
auch oft an ihn, wenn Sie mit ſo ſtiller, zarter
Aufmerk=
ſamkeit bemüht ſind mir Freundlichkeiten zu erweiſen.
Er küßte ſtürmiſch ihre Hand, aber ſie entzog ſie ihm.
Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Freundſchaft,
Herr von Steltz. Betrachten Sie mich als Ihre ältere,
erfahrenere Schweſter und verlangen Sie Bruderrechte von
mir. Die werde ich Ihnen ſtets gern gewähren. Aber das
heutige Thema darf nie wieder zwiſchen uns verhandelt
werden. Es iſt zwecklos und tut uns beiden weh.
Außer=
dem . . . Sie wiſſen ja doch, wie ſehr ich darauf bedacht
ſein muß, alles zu vermeiden, was der Familie
Drewens=
berg einen Schimmer von Recht geben könnte, meinen
Sohn zu enterben oder ihn unter dem Vorwand der
Un=
moral ſeiner Mutter meinem Einfluß zu entziehen. Es iſt
ſchon unklug von mir, öffentlich meine Freundſchaft für
Sie zu zeigen, und ich würde mich nicht wundern, wenn
man verſuchen ſollte, mir eine Schlinge daraus zu drehen.
Aber, gnädige Frau, dann müßten die Drewensberg
ja Leute von ganz niedriger Geſinnung ſein.
Nein — warum? — Ihnen iſt die ehemalige Schau=
ſpielerin nur eben von vornherein verdächtig. Es mag ja
nicht in ihrer Abſicht liegen, mir grundlos Schlechtes
nach=
zuſagen, ſie trauen mir nur eher das Schlechte als das
Gute zu. Man hat mir ja gedroht, daß man beweiſen
wird, ich ſei eine moraliſch minderwertige Perſon, um mich
zu beſeitigen. Der eigene Bruder meines Mannes hat
mie das ins Geſicht geſagt.
Sie ſtieß das in flammendem Zorn hervor, die ganze
Empörung war wieder über ſie gekommen.
Um Gotteswillen, gnädige Frau, denken Sie nicht
mehr daran. Der Bruder Ihres Mannes kann in dem
Augenblick, da er das ſagte, nicht Herr ſeiner Sinne
ge=
weſen ſein und bereut es ſicher bitter. — Liebſte, beſte
gnädige Frau, Sie ſollten das zu verſtehen ſuchen. Ihr
Schwager iſt als Feind zu Ihnen gekommen und ſah ſich
alsbald — ich muß das Wort noch einmal brauchen
dem Zauber Ihrer Perſönlichkeit gegenüber wehrlos, da
hat er verzweifelt mit allen Waffen gekämpft, um nicht zu
unterliegen.
Bitte, Herr von Steltz, fiel ſie ihm ſchroff ins Wort,
Sie beleidigen mich mit Ihrer Auslegung der Sache—
empfinden Sie das nicht ſelber? Ich kann nur einen
be=
abſichtigten Schimpf in dem Benehmen des Herrn von
Drewensberg ſehen und den werde ich nie vergeſſen. Im
übrigen bitte ich Sie, ihn nicht meinen Schwager zu
nennen — die Drewensbergs betrachte ich nicht als meine
Verwandten. — Sie ſehen mich ſo ſeltſam an, unterbrach
ſie ſich, Unverſöhnlichkeit iſt keine Eigenſchaft, die die Frau
ziert, meinen Sie, aber ich kann nicht anders! — Ich bin
nicht nur unverſöhnlich der Familie Drewensberg
gegen=
über, ſondern voll Zorn und Rachſucht.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
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Sie merkte daß er fröſtelnd die Schultern bewegte.
Natürlich bin ich nun in Ihrer Achtung geſunken; ich
könnte ja die „unedlen” Regungen vor Ihnen verbergen,
aber trotzdem ich Schauſpielerin war, bin ich nicht
im=
ſtande, am hellen Tage mit einem geſchminkten Geſicht
unter die Leute zu treten. — Doch laſſen wir das
uner=
quickliche Thema. Der Tag iſt zu ſchön, um ihn ſich mit
dieſen widerwärtigen Dingen zu verderben.
Sie gingen wieder ſchweigend unter den Kiefern
da=
hin. Anita merkte nichts mehr von dem würzigen Duft,
dem geheimnisvollen Sauſen und Wiſpern in den
Bäu=
men. Die Sonne war jetzt ganz verſchwunden, ein heißer
Dunſt brütete über dem Walde. Die goldenen
Schmetter=
linge huſchten nicht mehr über die winkenden, nickenden
Farrenwedel, der Fink ſang nicht mehr ſein Liedchen.
Da=
für aber ertönte von fern das Krächzen einer Krähe. Eine
andere antwortete ihr, eine dritte, eine vierte. Aus allen
Richtungen ertönte plötzlich das mißtönige Schreien der
großen ſchwarzen Vögel. Und heran kamen ſie gezogen
in Scharen, die den Himmel verdunkelten, und das
Ge=
ſchrei wurde immer ärger, zorniger, zänkiſcher. Was hatte
ſich unter dem Krähenvolke ereignet, das es in eine ſo
ge=
waltige Aufregung verſetzte? Sie ſchrien durcheinander,
eine rieſige
aufeinander ein, flatterten wild umher
ſchwarze Wolke, Tauſende und Abertauſende von Krähen.
Sie fielen in die Wipfel der Kiefern, flogen wieder
em=
por, kreiſten umeinander, immer neue Scharen kamen
krächzend von weitem. Ihr unſchönes, heiſeres Gekreiſch
gellte Anita in die Ohren. Sie ſtand und ſtarrte wie
ge=
bannt empor.
Iſt’s nicht, als ob ſie uns verfolgten und immer enger
einkreiſten? Wie verkohlte Fetzen von einem Brande
flat=
rtern die ſchwarzen Tiere da oben.
Sie ſchauerte zuſammen. Wolfgang war auch
ſtehen=
geblieben. Weiß Gott, wasdie ſchenen Tiere in eine ſo
wilde Erregung verſetzt. Vielleicht halten ſie eine
Hin=
richtung ab — oder ſie beraten einen Kriegszug . . . wenn
nicht am Ende gar eine Eheirrung eines Krähengatten
ſein geſamtes Volk ſo in Harniſch bringt.
Sie haben ſo grelle, böſe Augen, und der ſcharfe
Schnabel, das düſtere grauſchwarze Gefieder — mir ſind
ſie unſympathiſch, ſagte Anita. Der Aberglaube behauptet
ja auch, ihr Geſchrei bringt den Menſchen Unglück, und
bei dieſem Maſſenaufgebot von Krähen müßte es etwas
ganz Schlimmes für uns bedeuten.
Wir werden in Pichelswerder keinen Kaffee mehr
be=
kommen, ſcherzte Wolf. Aber Anita war nicht in der
Stimmung, darauf einzugehen
Das Gekrächz der Vögel war ihr unerträglich, machte
ſie ganz nervös. Sie hörte es noch lange, nachdem die
Krähen ſchon längſt wieder nach allen Himmelsrichtungen
auseinandergeflattert waren, und ſo ſehr ſie ſich auch wegen
ihrer Torheit ſchalt, ſie konnte einer düſteren Ahnung nicht
Herr werden.
9. Kapitel.
Und die Ahnung wurde zu einer noch ſchlimmeren
Ge=
wißheit.
Einige Tage nach dem Ausflug nach Pichelswerder
erhielt Anita von dem Rechtsanwalt ihres
Schwieger=
vaters einen Brief.
Er hatte früher wiederholt im Auftrage des alten
Barons mit ihr korreſpondiert, ſeit dem Beſuch Eberhardts
aber nicht mehr an ſie geſchrieben. Jetzt teilte er ihr mit,
ſein Mandant habe ſich nun leider überzeugen müſſen, daß
die Frau ſeines verſtorbenen Sohnes vernünftigen
Erwäg=
ungen nicht zugänglich ſei, und da die Gefahr beſtehe, daß
ſie das Kind in ihrem Sinne beeinfluſſe, ſehe er ſich
ge=
nötigt, Zwangsmaßregeln dagegen zu ergreifen. Er ſtelle
für jede weitere Unterhandlung mit ihr zur Bedingung,
daß vorher die Erziehung ſeines Enkels in männliche
Hände gelegt werde. Sein Enkel werde, ſobald er
ſchul=
pflichtig ſei, zur Vorbereitung für ſeinen dereinſtigen
Offi=
ziersberuf einem Kadettenkorps übergeben werden. Die
definitive Erledigung in der Majoratsangelegenheit
würde durch die Entwicklung des Kindes bedingt und bis
zur Beendigung ſeiner Erziehung hinausgeſchoben
wer=
den. Ihre Weigerung, darauf einzugehen, könnte indes
ſchon jetzt dieſe Entſcheidung herbeiführen — und zwar in
durchaus negativem Sinne.
Anita war außer ſich. Als Hartkopf kam, fand er ſie
in Tränen aufgelöſt, das Kind auf dem Schoß mitweinend,
ohne zu wiſſen, warum.
Sehen Sie, da iſt’s nun, Harto! ſchluchzte ſie. Jetzt
gehen ſie offiziell daran, uns auseinanderzureißen. — Da
ſehen Sie ja nun den Erfolg der Miſſion Eberhardt von
Drewensbergs, den Sie immer in Schutz zu nehmen
ſuch=
ten. — Solche perfide Handlungsweiſe habe nicht einmal
ich ihm zugetraut.
Hartkopf war erſchrocken. Das kann doch nicht ſein,
ſtieß er hervor. Das iſt unmöglich.
Leſen Sie doch — leſen Sie!
Hartkopf putzte ſich umſtändlich die Brille, ſo
umſtänd=
lich, daß Anita dabei fieberte, und als er endlich das
Briefblatt hielt, zitterte es in ſeiner Hand. Es dauerte
eine geraume Weile, bis er die Augen von dem
Geſchrie=
benen erhob, obwohl es nur wenige knappe Zeilen waren.
Nun, ſagte er endlich, aber trotz des zuverſichtlichen
Inhalts ſeiner Worte hörte Anita deutlich genug ſeine
innere Ratloſigkeit heraus, ſo gar ſchlimm klingt das doch
nicht. Im Gegenteil! Man hat doch bereits angefangen,
mit der etwaigen Nachfolge Ihres Sohnes im Majorat
zu rechnen. Das iſt ſchon ein großer Fortſchritt.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 189.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Augnſt 1913.
Seite 15.
Kongreſſe und Verbandstage.
15. Deutſcher Handwerks= und
Gewerbe=
kammertag.
— Halle a. S., 12. Aug. Der 15. Deutſche
Handwerks= und Gewerbekammertag wurde
heute vormittag hier in Anweſenheit ſtaatlicher und
ſtädti=
ſcher Vertreter, ſowie zahlreicher Delegierter der
ange=
ſchloſſenen Korporationen aus allen Teilen des Reiches
mit der erſten Hauptverſammlung eröffnet,
nach=
dem bereits geſtern, wie mitgeteilt, eine geſchloſſene
Mit=
gliederverſammlung getagt hatte. Der Vorſitzende,
Herrenhausmitglied Klempnerobermeiſter Plate=
Han=
nover, eröffnete die Sitzung mit Begrüßungsworten an
die Teilnehmer und brachte ein Hoch auf den Kaiſer aus,
der den Inbegriff des Deutſchtums darſtelle.
Geh.
Oberregierungsrat im Reichsamt des Innern
Spiel=
hagen begrüßte die Tagung im Namen der
Reichs=
regierung und der nichtpreußiſchen Bundesſtaaten. Die
bedeutſamſte Frage, die in dieſem Jahre auf der Tagung
verhandelt werden ſolle, ſei wohl die der Ausgeſtaltung der
Handwerkergeſetzgebung. Es hat vor einigen
Wochen im Reichsamt des Innern eine Konferenz getagt,
an der Vertreter der Reichs= und Staatsbehörden und
auch des Handwerkerſtandes teilnahmen. Den
Beratun=
gen dieſer Konferenz hat Ihre Denkſchrift zugrunde
ge=
legen. Dieſe Denkſchrift enthält manche nicht unwichtige
Einzelheiten, aber doch nur Einzelheiten. Was dem
Handwerk fehlt, iſt eine großzügige Reform. Man darf
nicht ſagen, daß alle Hoffnungen, die man an das
Hand=
werkergeſetz von 1897 geknüpft hat, ſämtlich vereitelt
wor=
den ſind. Im großen und ganzen haben ſich dieſe
Vor=
ſchriften gut bewährt, nur hat ſich naturgemäß eines oder
das andere geändert, was auch eine Aenderung der
geſetz=
lichen Beſtimmungen notwendig macht. Wir dürfen die
Einzelheiten der Reform nicht bloß am grünen Tiſch
er=
wägen, ſondern müſſen auch das Handwerk zu Rate ziehen,
das am beſten weiß, wo es der Schuh drückt. Ich hatte
die Auffaſſung, daß die Konferenz ein befriedigendes
Er=
gebnis hatte, und hoffe, daß auch die anderen Vertreter
dieſe Auffaſſung teilen. Allerdings muß jedermann
Rück=
ſicht auf ſeine Nachbarſchaft nehmen, und das Handwerk
hat als Nachbar die Induſtrie. Die Hauptſache bei der
Neugeſtaltung der Handwerkergeſetzgebung wird darauf
zu legen ſein, wie die Grenze zwiſchen Fabrik und
Hand=
werk zu finden iſt. Dabei muß die Induſtrie ebenſo
ge=
hört werden wie das Handwerk. Wir hoffen, daß ſich in
dieſer Beziehung ein Ausgleich finden laſſen wird, der
getragen iſt von der Zuſtimmung beider Teile, denn die
Induſtrie iſt nicht nur der Nachbar, ſondern auch der
Bru=
der des Handwerks, und auch hier gilt das ſchöne
Sprich=
wort: Eintracht macht ſtark
Geh. Oberregierungsrat Franke vom preußiſchen
Handelsminiſterium betonte, es ſei ſelbſtverſtändlich, daß
die preußiſche Staatsregierung das lebhafteſte Intereſſe an
den Verhandlungen nehme, denn die Aufgaben, die auf
dem Gebiete der Handwerkergeſetzgebung liegen, ſind
äußerſt vielgeſtaltig und die Materie iſt verhältnismäßig
ſchwierig. Daher werden eine Anzahl Forderungen
des Handwerks erſt nach längerer Zeit erfüllt
wer=
den können. Uns Bureaukraten fehlt es nicht am guten
Willen, Ihren Wünſchen zum Erfolg zu verhelfen. Bei
der bevorſtehenden Geſetzesänderung kann es ſich nicht
darum handeln, eine grundlegende Aenderung der
Beſtim=
mungen des Geſetzes von 1897 herbeizuführen, ſondern
nur um die Abſchaffung einzelner veralteter
Beſtimmun=
gen. Man mag über das Geſetz denken, wie man will,
Tatſache iſt doch, daß unter dieſem Geſetz das Handwerk
einen Aufſchwung genommen hat, ſo daß es wieder als
ein gleichberechtigter Faktor neben anderen Berufen daſteht.
Oberpräſident v. Hegel=Magdeburg hieß die Tagung
in der Provinz Sachſen willkommen. —
Oberbürger=
meiſter Dr. Rieve=Halle überbrachte die Wünſche der
Stadt für eine erfolgreiche Tagung.
Der von dem Generalſekretär des Kammertages, Dr.
Meuſch=Hannover, erſtattete Jahresrückblick
brachte neben einem Ueberblick über die wirtſchaftliche
Lage des Handwerks im verfloſſenen Jahr im beſonderen
verſchiedene Betrachtungen und Feſtſtellungen über den
Fortſchritt der Handwerkerbewegung und die Erfolge auf
dem Gebiete der Handwerksförderung. Im Mittelpunkt
der Ausführungen des Redners ſtand naturgemäß der
Be=
richt über die Handwerkerkonferenz im Reichsamt des
Innern, die dazu beſtimmt war, dem Kammertag
Ge=
legenheit zur Begründung der eingereichten Denkſchrift zu
geben und eine gegenſeitige Verſtändigung zwiſchen den
Vertretern der verbündeten Regierungen und denen des
Kammertages herbeizuführen. Das Ergebnis der
Konfe=
renz, das ſelbſtverſtändlich nicht als endgültiges Reſultat
anzuſehen iſt, kann als ein für den Kammertag ſehr
zu=
friedenſtellendes bezeichnet werden.
An zweiter Stelle ſprach im Auftrage der
Handwerks=
kammer zu Berlin der frühere Abgeordnete Obermeiſter
Rahardt=Berlin über die Errichtung der Hauptſtelle
fär Verdingungsweſen beim Deutſchen
Hand=
werks= und Gewerbekammertag. Der Redner begründete
die Notwendigkeit dieſer Hauptſtelle und ſchlug ſchließlich
folgende Reſolution vor: Die deutſchen Handwerks=
und Gewerbekammern haben in Verfolgung der ihnen
geſetzlich obliegenden Pflicht der Intereſſenwahrnehmung
für das Handwerk eine Hauptſtelle für Verdingungsweſen
eingerichtet. Sie ſind dabei von der Notwendigkeit und
Unentbehrlichkeit der Selbſthilfe des Handwerks auf
die=
ſem Gebiete überzeugt und entſchloſſen, die hier beſtehende
und beſonders für den Handwerkerſtand ſchmerzliche
Not=
lage mit allen Kräften beſeitigen und eine Geſundung
des Submiſſionsweſens herbeiführen zu helfen. Auf der
anderen Seite vertrauen die Vertretungen des
Hand=
werks, daß Reichstag und Bundesrat ebenſo wie die
Landesregierungen dieſem der Wohlfahrt des geſamten
deutſchen Volkes dienenden Reformwerk ihre tätige
Mit=
wirkung und finanzielle Unterſtützung nicht verſagen
wer=
den. — Nachdem in der Diskuſſion Geh.
Oberregierungs=
rat Spielhagen die deutſchen Beamten gegen den
Vor=
wurf in Schutz genommen hatte, als ſeien ſie allgemein der
Beſtechung zugänglich, wurde die Reſolution des Referen=
An letzter Stelle ſprach
ten einſtimmig angenommen.
heute Handwerkskammerſekretär Ebeling=Osnabrück
über den „Schutz von Handwerksbetrieben gegen
Ein=
ſprüche der Nachbarn wegen Beläſtigung durch Geräuſche‟
Es wurde hierzu eine Reſolution angenommen, in
welcher der Handwerks= und Gewerbekammertag
aufge=
fordert wird, dringende Eingaben an die geſetzgebenden
Faktoren zu richten, um Handwerks= und Gewerbebetriebe
gegen ungerechtfertigte Anſprüche der
Grundſtücksnach=
barn zu ſchützen.
Sport, Spiel und Turnen.
Keglerfeſt in Frankfurt.
* Der Italieniſche Abend am Dienstag brachte dem
Keglerfeſt einen Maſſenbeſuch; es mögen zirka 10000
Per=
ſonen geweſen ſein, welche den Feſtplatz bevölkerten. Die
Firma Lodeer & Co. hatte aber auch in großartiger Weiſe
den Feſtplatz mit Lampions und bunten Lichtern dekoriert;
Grün, Rot und alle Farben hoben ſich auf dem
verdunkel=
ten Feſtplatz wirkungsvoll ab. Ganz beſonderen Applaus
fanden die an den Seiten auf dem grünen Raſen
ange=
brachten Transparente „Gut Holz” und „Alle Neun”. Auf
den Kegelbahnen herrſchte zeitweiſe ein ſolcher Andrang,
daß dieſelben geſperrt werden mußten; ebenſo hat das
Tanzpodium einen koloſſalen Zuſpruch. Unter den
frem=
den Keglern waren beſonders die nächſten größeren Städte
Mainz, Wiesbaden, Darmſtadt, Hanau und Offenbach
ſehr ſtark vertreten.
Der Meiſterſchaftskegler von Deutſchland,
E. Nathan aus Frankfurt a. M., der die Würde eines
Keglerkönigs für 1912/13 beſaß und am derzeitigen
Preiskegeln des Süddeutſchen Keglerbundes in Frankfurt
teilnahm, iſt am Montag plötzlich einem Herzſchlag
erlegen.
* Radſport. Radfahrer=Geſellſchaft Elcoda
1912 Darmſtadt. Am Sonntag, den 24. Aug.,
nach=
mittags 2½ Uhr, veranſtaltet die Radfahrer=Geſellſchaft
Elcoda ein 50=Kilometer=
Zuverläſſigkeits=
fahren. Ziel und Start am Rummelbräu zu
Darm=
ſtadt. Die Fahrt führt über Büttelborn, Groß=Gerau
Biſchofsheim und zurück. An dieſem Fahren kann
jeder=
mann teilnehmen. Der Renneinſatz beträgt 2 Mark,
wel=
cher mit der Meldung eingeſendet werden muß.
Meldun=
gen ſind zu richten an Herrn Gg. Ballweg jun.,
Martin=
ſtraße. Meldeſchluß am Mittwoch, den 20. Aug., abends
8 Uhr. Es kommen zehn wertvolle Preiſe zur Verteilung.
sr. Pferde=Rennen. München=Riem. Preis
von Roſenheim; 3000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Fr.
O. von Richthofens Nap (O. Müller), 2. Saint Cronan
(Torke), 3. Roc Fleuri (Schuller). Tot. 18:10, Pl. 13, 19,
19110. Unpl.: Schikane (4), Propero, Saint Denis III,
Damon, Pulver. Sicher ¾—3 Lg. — Preis von
Lands=
hut; Ehrenpreis und 1500 Mark, Diſtanz 3600 Meter:
1. Lt. Frhrn. von Bonnets Alexandrowna (Beſ.),
2. Erneſt II (Lt. Hermann), 3. Leb fidel (Lt. Haus=
Seuf=
ſert). Tot. 33:10, Pl. 14, 13:10. Unpl.: Mogador. Leicht
—8 Lg. — Subſkriptions=Preis; 10000 Mark, Diſtanz
2400 Meter: 1. Herrn Paulſens Cambronne (Sumter),
2. Artus (Torke), 3. May Intyre (Schläfke). Tot. 40110,
Pl. 18, 35, 16110. Unpl.: Don Ceſar, Blood Orange,
Hu=
bertus, Gleam, Orlov, Porte Bonheur (lief mit
Cam=
bronne unter einer Totaliſator=Nummer). Leicht 1—2 Lg
Präſidenten=Preis: Ehrenpreis und 2000 Mark,
Di=
ſtanz 3200 Meter: 1. Herrn M. Rannertshauſers
Bauern=
fänger (Lt. von Lotzbeck), 2. Moriam (Lt. Hermann),
3. Zobten (Lt. von Moßner). Tot. 15:10, Pl. 14, 15:10.
Unpl.: Verba. 3—10 Lg. — Preis von der Iſar; 10000
Mark, Diſtanz 5000 Meter: 1. Herrn W. Blatts Bayard IV
(Th. Baſtian), 2. Magnifikat (Lyons), 3. Halcyon Days
(Unterholzner). Tot. 50110, Pl. 16, 16, 16:10. Unpl.:
Croeper II, Brodekin, Adler (gef.), Wolfram, Tutbury.
Sehr leicht 1½—1 Lg. — Preis von Schwabing; 3500
Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Major Graf Wuthenaus
Ga=
boriau (Schläfke), 2. Kronſtadt (Naſh), 3. Dekameron
(Kaſper). Tot. 34:10, Pl. 19, 27110. Unpl.: Toto (4),
Ra=
viſſante. Leicht 1—2 Lg.
sr. Lawn=Tennis. Bei dem
Internationa=
len Lawn=Tennis=Turnier zu
Heiligen=
damm wurde jetzt auch das Herren=Einzelſpiel um den
Heiligendammer Pokal entſchieden. In der Schlußrunde
trafen ſich Rahe und Darnoc”, der in der dritten Runde
C. Lange 6—2, 8—6 geſchlagen hatte. Rahe blieb
über=
legener Sieger und ſchlug Darnoc — 6—4, 6—1, 6—0.
sr. Leichtathletik. Deutſche Leichtathleten in
Kopenhagen ſiegreich. Die internationalen
leicht=
athletiſchen Wettkämpfe in Kopenhagen erhielten durch
die Teilnahme des S. C. Charlottenburg auch für die
deutſchen Sportkreiſe ein größeres Intereſſe. Die
Char=
lottenburger ſchnitten ausgezeichnet ab und brachten ſechs
von den wertvollen Preiſen nach der Heimat. Wege ſiegte
im Stabhochſprung mit der ſehr guten Leiſtung von 3,60
Metern und wurde in dem von ſeinem Klubkollegen
Hagen mit 6,59 Metern gewonnenen Weitſprung Dritter.
Hagen belegte auch im 100 Meter=Lauf in 11,4 Sekunden
den erſten Platz vor Vogel=Charlottenburg. Röhr ſchlug
den ungariſchen Meiſter im Hürdenlaufen Stolmar in
16 Sekunden und wurde außerdem Zweiter im Hochſprung
mit 1,78 Metern. Die Stafetten wurden eine ſichere Beute
der Charlottenburger, die die viermal 100 Meter=Stafette
in 44,3 Sekunden und die Gemiſchte Stafette (400, 300,
200, 100 Meter) in 2 Minuten 7 Sekunden zurücklegten.
Der Olympiaſieger Taipale ſiegte erwartungsgemäß im
Diskus= und Speerwerfen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.
— Wann wird eigentlich mit dem definitiven
Durch=
bruch der Bismarckſtraße nach dem Dornheimer Weg
be=
gonnen? Die dortigen Bewohner haben an der
Durch=
führung dieſer Straße ebenſoviel Intereſſe, wie die
Be=
wohner der Bleichſtraße an dem Durchbruch des
Grieshei=
mer Weges hatten. Warum zögert man denn auch damit
ſo lange? Nach Ausſage der an der Baggermaſchine
be=
ſchäftigten Leute könnte man jeden Tag mit dem Abbruch
der Mauer an der Bismarckſtraße und der Planierung
der Straße beginnen. Wozu alſo noch länger die Sache
hinausziehen? Hier liegt mindeſtens dasſelbe
Bedürf=
nis vor, wie an dem Griesheimer Weg; auch iſt doch der
Dornheimer Weg in Verbindung mit der Bismarckſtraße
die nächſtbeſtgelegenſte Straße vom Hauptbahnhof nach
dem neuen Stadtviertel und die Bewohner des ganzen
Viertels würden es mit Freuden begrüßen, wenn nun
endlich einmal der langerſehnte Durchbruch herbeigeführt
würde. Hoffentlich tragen dieſe Zeilen zu raſcheſten
Er=
ledigung dieſer ſehr wichtigen Sache bei.
Einige Intereſſenten.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M., 13. Aug.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1617 Schweine.
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht: Fettſchweine über
3 Zentner 63.66 Mark (Schlachtgewicht 82.84 Mk.),
voll=
fleiſchige Schweine über 2½ Zentner 62.64 Mark (80.82
Mark), vollfleiſchige Schweine über 2 Zentner 63.66 Mk.
(82.84 Mark), vollfleiſchige Schweine bis zu 2 Zentnern
62.64 Mk. (80,82 Mk.) Geſchäft mittelmäßig; Ueberſtand.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Katholiſche Gemeinden
Freitag, den 15. Auguſt 1913
Mariä Himmelfahrt
Kollekte für das St. Marien=Waiſenhaus bei Neuſtadt i. O.
St. Ludwigskirche: Donnerstag, den 14. Aug.,
nach=
mittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit
zur heil. Beichte.
Freitag, vorm. von ½6 Uhr an: Gelegenheit zur
Um 6 Uhr: erſte heil. Meſſe.
heil. Beichte.
Um
7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion.
Um 8 Uhr:
Militärgottesdienſt mit Predigt.
Um ½10 Uhr:
Blumenweihe und levitiertes Hochamt mit Predigt.
Um 11 Uhr: letzte heil. Meſſe. — Nachm. um 3 Uhr: Veſper.
Kapelle der Warmherzigen Schweſtern: Freitag, vorm.
um ½ 7 Uhr: heil. Meſſe. — Abends 6 Uhr:
Roſen=
kranzandacht.
Kapelle der Engliſchen Fräulein: Freitag, vorm. um
7 Uhr: hl. Meſſe.
St. Eliſabethenkirche: Donnerstag, den 14. Aug.,
nach=
mittags um ½5 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegen=
heit zur heil. Beichte.
Freitag, vorm. von ½7 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. — Um ½ 7 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 Uhr:
heil. Meſſe mit Predigt. — Um ½ 10 Uhr: Hochamt und
Predigt.
Nachm. um 2 Uhr: Muttergottesandacht.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Donnerstag, den
14. Aug., nachm. um 4 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegenheit zur heil. Beichte.
Freitag, vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur heil.
Beichte.
Um ½ 7 Uhr: hl. Meſſe.
Um ½9 Uhr:
Amt mit Predigt. — Nachm. um ½3 Uhr: Feierliche Veſper.
Kirche zu Eberſtadt: Donnerstag, den 14. Aug.,
nach=
mittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Beichtgelegenheit.
Freitag, vormittags um ½ 6 Uhr: Beichte. — Um
49 Uhr: Hochamt und Predigt. — Nachm. um 2 Uhr:
Andacht. — Werktags um ¼7 Uhr: Singmeſſe.
Hapelle zu Pfungſtadt: Freitag, vorm. um 7 Uhr: Amt
und Predigt. — Nachmittags um ½ 2 Uhr: Andacht.
aus Dr. Oetker’s Puddingpulver zu 10 Pfg. (3 Stück 25 Pfg.)
iſt eine ganz vorzügliche Speiſe, die für wenig Geld und mit wenig
Mühe täglich auf den Tiſch gebracht werden kann. Genau
An=
weiſung ſteht auf jedem Päckchen.
Billig,
leicht herzustellen.
(II,6182
Nahrkaft,
wohlschmeckend,
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 14. Auguſt 1913.
Nummer 189.
Dem verehrlichen Publikum zur gefl. Kenntnisnahme, dass mein Geschäft
gegen Ende September von der Firma
übernommen wird. Um Platz zu schaffen für die im September neu
ein-
treffenden Waren, gewähre ich dem verehrlichen Publikum auf meine schon
bekannt sehr billigen Preise noch
Man überzeuge sich von meinem überaus günstigen Angebot!
3 Ludwigstrasse 3,
Städtscher Sauibade
Heute, am 14. Auguſt 1913
Letztes diesjähr. Donnerstagskonzert
der vollſtändigen Kapelle des Leibgarde=Regts.
unter Leitung des Obermuſikmeiſters H. Hauske.
Aus der Vortragsordnung:
Saint=Saéns: „Danse macabre‟ (Totentanz)
Grieg:
Stücke aus „Sigurd Jorſalfar” — Wagner: Tonbilder aus „Sieg=
— Breu: „Beim Mütterlein”.
(17085
fried‟
Zum Schluß:
Deutſchlands Erinnerung an die ruhmreichen Kriegsjahre 1870 (71
Vaterländiſches Tongemälde von H. Saro, unter Mitwirkung
der Spielleute.
Anfang 8 Uhr. — Eintritt 55 Pfg. — Studierende und
Mi=
litär 35 Pfg.
NB. Bei ungünſtigem Wetter Streichkonzert im großen Saale.
MhneneFd
H Häbeg
Katn. Gesehenverei Darmstadt.
Das vieraktige Schauſpiel aus den Befreiungskriegen
„Aus großer Zeit oder Lühzow und ſeine Helden”
kommt am Sonntag, den 17. Auguſt, abends 7½ Uhr, und am
Mittwoch, den 20. Auguſt, abends 8 Uhr,
(17040ds
im großen Saal des Geſellenhauſes (Friedrichſtr. 30)
zur Aufführung.
Eintrittspreis: 1. Platz 1 Mk., 2. Platz 0,50 Mk.
Karten ſind im Vorverkauf zu haben im Geſellenhaus und im
Pfarrhaus St. Ludwig.
Das diesjährige
Kitterſchießen
findet Sonntag, den 17. Auguſt,
ſtatt. Beginn 2½ Uhr, Meldeſchluß
5 Uhr nachmittags.
Gleichzeitig werden der Carl
Schmitt=Becher, d. Ekert=Becher,
ſowie der Heinrich Wenzel=Becher
herausgeſchoſſen. Nach Schluß des
Schießens
(17036
Gemütliches Zuſammenſein.
Darmſtadt im Auguſt 1913.
Der Vorstand.
D
H v. Darmstadt u.
Vereind. Hundefreunde Lugegendk. 1.
Monats-Versammlung Donnerst., 14.Aug.
1913, abds. 9 Uhr Vereinslokal „Perkeo‟.
Tageserd-
nung: Sehr wichtig, Ausstellung 1914, Verschiedenes. Co
Zahlr. Erscheinen dring. erwünscht. Der Vorstand.
Preiskegeln!
Im
„Roten Löwen‟
Ochſengaſſe 6
wird mein Kegeln, welches in den
„Drei Haſen” begonnen,
fortge=
ſetzt. 10 Wertpreiſe! Für den
1. Pr. werden auf Wunſch 80 M.
bar gezahlt. 10 Geldpreiſe und
5 Troſtpreiſe. 25 Preiſe!
Ge=
ſamtwert über 400 M. Garantie
vorhanden. Einſatz 3 Wurf 20 Pf.
Täglich von 1 Uhr ab
Brett=
spiele und Preiskegeln.
Zur Beteiligung ladet höflichſt
ein
i. V.:
*5605)
F. JACOBI.
hiermit den Finder des
ErſUche Panama=Hutes
(Eberſtadt-Darmſtadt), denſelben
gegen Belohnung Eliſabethenſtraße
Nr. 2 abgeben zu wollen. (*5562
Parterreplatz D
für die ganze Saiſon geſucht.
Gefl. Offerten unter H 64 an die
Expedition dieſes Blattes. (*5597
Großherzogliches
oftheater.
Abonnement für 1913/14.
Den vorjährigen Abonnenten bleiben ihre ſeitherigen Plätze
bis zum 17. Auguſt reſerviert; nach dieſer Zeit wird darüber ſeitens
der General=Direktion anderweit verfügt.
Alle Intereſſenten werden daher erſucht, die bereits erhaltenen
Formulare für Abonnements=Anmeldungen, ſoweit dies nicht ſchon
geſchehen, bis zum genannten Tage an die Hauptkaſſe einſenden
zu wollen.
(17044
Für die neuhinzutretenden Abonnenten wird das Abonnement
am 25. und 26. Auguſt
aufgelegt. Das Nähere hierüber wird noch bekannt gegeben.
Darmſtadt, den 14. Auguſt 1913.
Die Generaldirektion
des Großherzoglichen Hoftheaters und der Hofmuſik=
Schuchardstr. 18
Ecke Luisenstr.
Vornehmstes Lokal der Residenz.
Volkert’s Anstands- und Tanzlehr-Institht
Elisabethenstr. 17, I., Ecke Wilhelminenstrasse.
Liste zum Einzeichnen für die Winterkurse liegt jederzeit offen
Sämtliche maßgebenden Neuerscheinungen, auf dem
Gebiete des gesellschaftlichen Tanzes sind in unseren Lehrplan
(16532a
aufgenommen.
H. Volkert und Tochter.
— Privat-Unterricht jederzeit.
Unterricht in modernen Tänzen.
Vor-steep, One-steep,
Ragtime. Pariser und Berliner Tango.
e
ittagstisch
Lufen u.
Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
Beutel
Abendtisch
liefert billigſt *5532ds
Fleisch r. veget. Kost 7.
Jakob Skurnik
50 Pf. b. 70 Pf. im Abon 1.
Wendelstadtstr. 28. Telephon 1791.
Auselank des berühmten
1H eiſ.Bettſtell. z. verk. à Mk. 2.—
:: Wormser Weinmostes::
Zwiſchen 2 u. 3 Uhr. (*5566dfs
Kein Triniezwang. 11
Landgraf Philipp=Anlage 24.
— Damenzimmer.
Bitte aufmerken! Doppelt
ge=
reinigter, garantiert ſtaubfr. Vogel=
Reform-Restaurant
ſand nach Vorſchrift, à kg 6 Pfg.,
4 Alexanderstrasse 4, 1. Stock.
Wilh. Göbel,
5 kg 25 Pfg. fr. i. H.
Tierklinik, Pankratiusſtr. 48. (*5541