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monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
175. Jahrgang
Inſerate
wärts nehmen die Poſtämter u. die
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen. Illuſtriertes Anterhartungsbtätt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Zum Botſchafter in London iſt als Nachfolger
des verſtorbenen Freiherrn Marſchall von Biberſtein
Fürſt von Lichnowsky auserſehen.
Nach dem Abbruch der diplomatiſchen
Be=
ziehungen mit Bulgarien, Serbien und
Griechenland, hat die Pforte dieſe drei
Regie=
rungen in Form eines Ultimatums aufgefordert, ihr
innerhalb 24 Stunden für die beleidigende Form der
gemeinſamen Note Genugtuung zu geben.
Nachdem ſich Tuzi mit 5000 Mann ergeben hatte,
kapi=
tulierte am Dienstag auch die letzte türkiſche
Grenz=
befeſtigung vor Skutari, die von Hum, mit 250 Mann.
Ein am Dienstag abend gegebenes Bulletin beſagt, daß
Ropfevelts Wunde mehr als eine bloße
Fleiſch=
wunde iſt und daß er für mehrere Tage ſich abſolut
ruhig verhalten muß.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Friede zwiſchen Italien und der Türkei.
* Faſt genau ein Jahr haben die Türkei und
Italien ſich mit den Waffen gegenübergeſtanden. Der
Kriegszweck lag auf der Hand. Italien verlangte den
Beſitz der nordafrikaniſchen Kolonien der Pforte,
Tripoli=
tanien und Cyrenaika, und ſein Vorgehen wurde
ge=
tragen von der begeiſterten Zuſtimmung des ganzen
Vol=
kes. Seit einer Reihe von Jahren hatte ſich in den
breiten Maſſen Italiens der Gedanke einer kolchialen
Ausdehnung immer mehr Anhänger gewonnen. Die
Be=
ſetzung von Tuneſien durch Frankreich, die drohende
Aus=
ſicht, daß die Republik durch die „friedliche
Durchdrin=
gung Marokkos” ein unbedingtes Uebergewicht an der
Küſte Nordafrikas erlangen möchte, dann die endgültige
Einverleibung von Bosnien und der Herzegowina in
Oeſterreich=Ungarn; dies alles bereitete im italieniſchen
Volk den Boden für den nationalen Betätigungsdrang
und die nationale Opferfreudigkeit vor, der die
Kriegs=
luſt kräftig gedeihen und ſchließlich die Tatſache der
Kriegserklärung eine Aufnahme finden ließ, wie ſie ſelbſt
bei Berückſichtigung des ſüdlichen Temperaments
wun=
dernehmen muß. Und die anfängliche Begeiſterung hat
vorgehalten, auch dann, als der Verlauf des Feldzuges in
Tripolitanien und der Cyrenaika erwies, daß es ſich nicht
um einen leichten Eroberungszug handelte.
Mit leichter Mühe konnten die italieniſchen Truppen
ſich in den Beſitz von Tripolis ſelbſt ſetzen. Die ſchwaſche
türkiſche Garniſon verſuchte gar keinen ernſthaften
Wider=
ſtand zu leiſten, ſondern zog ſich in die Umgegend der
Stadt zurück und erhielt durch die Eingeborenen kräftige
Unterſtützung. Im Laufe des Jahres habei die
italie=
niſchen Truppen dann alle wichtigen Küſtenpunkte erobert,
weitere Verſtöße in das Innere ſind, abgeſehen von der
völligen Sicherung der Oaſe von Tripolis, nicht erfolgt,
da ſie nur nach ſehr langen Vorbereitungen und mit
gro=
ßen Streitkräften möglich geweſen wären. Die italieniſche
Armee, deren Ueberführung nach Afrika ſich in beſter
Ordnung vollzog, hat vor dem Feind ſich als tapfer und
ausdauernd erwieſen. Ein entſcheidender Schlag gegen
die türkiſche Armee konnte nicht geführt werden, da die
Feindſeligkeiten ſich auf Nordafrika beſchränkten und nur
bei der Beſetzung von Rhodus kleine Gefechte vorkamen.
Ein Hinübertragen des Kampfes in das eigentliche
feind=
liche Gebiet iſt nicht unternommen worden. Italien
mußte Rückſicht nehmen auf die allgemeinen Intereſſen
der Mächte, die von einem Hinübertragen der
Kriegs=
handlung auf die albaniſche Küſte ein Aufrollen der
orientaliſchen Frage befürchten mußten. Und ebenſo
lähmte die Politik eine energiſche Tätigkeit der
italieni=
ſchen Flotte. Ein ernſthafter Angriff auf die
empfind=
lichſte Stelle der Türkei, auf die Meerenge, mußte
not=
wendig zu Verwicklungen führen und dies mußte Italien
beſtimmen, auf den Entſcheidungsſtoß zu verzichten.
Eine Waffe, welche die Türkei gegen die italieniſchen
Angriffe gebrauchte, war die Ausweiſung der italieniſchen
Staatsangehörigen. Bei dieſer Gelegenheit, ſo ſchreibt
die „Köln. Ztg.”, trat die unamgenehme Rolle
Deucſchlands in dem Krieg aufs deutlichſte
hervor. Als von Italien erbetener Anwalt ſeiner
In=
tereſſen im osmaniſchen Reich mußte unſere Diplomatie
dafür ſorgen, daß die Ausweiſung der Italiener unter
möglichſter Vermeidung von Härten vor ſich ging, und
wenn ſie auch zweifellos ſich dieſer Pflicht nach beſtem
Willen und Können unterzogen hat, ſo kann doch leider
nicht verſchwiegen werden, daß ſie für ihre Bemühungen
nirgendwo rechten Dank geerntet hat. Ueberhaupt war
ja Deutſchland von allen neutralen Mächten in der
unan=
genehmſten Lage, da ſich ein verbündeter und ein
be=
freundeter Staat gegenüberſtanden. Um ſo mehr
begrü=
ßen wir die Einſtellung der
Feindſeligkei=
ten, die allerdings nicht ſo ſehr dem
Friedensbedürf=
nis der kämpfenden Parteien zu verdanken iſt, als dem
Wunſch der Türkei, für den drohenden neuen Krieg freie
Hand zu bekommen. Jedenfalls iſt das Ereignis von
größter Bedeutung für die weitere Entwicklung der
Dinge auf der Balkanhalbinſel.
Nach den Protokollen über die
Friedens=
präliminarien ſoll zunächſt ein Jrade des
Sultans erſcheinen, durch welches die Autonomie
Tripolitaniens und der Cyrenaika verkündet wird, dann
ein Dekret des Königs von Italien,
wo=
durch eine Regierung für Libyen auf der Baſis der
Sou=
veränität Italiens eingeſetzt wird. Die Türkei wird ſich
verpflichten, der Bevölkerung der Inſeln des Aegäiſchen
Meeres Amneſtie zu gewähren. Alsdann wird der
defi=
nſitive Friedensvertrag unterzeichnet, dem unmittelbar die
Einſtellung der Feindſeligkeiten und die Aufnahme
freund=
ſchaftlicher Beziehungen zwiſchen den beiden Ländern
folgen wird. Sind dieſe Formalitäten erfüllt, dann wird
die Türkei mit der Zurückziehung ihrer Truppen vom
afrikaniſchen Schauplatze beginnen. Erſt wenn der letzte
türkiſche Soldat den tripolitaniſchen Boden verlaſſen hat,
wird auch Italien ſeine Truppen, die die Inſeln des
Aegäiſchen Meeres beſetzt halten, zurückberufen. Italien
verpflichtet ſich, einen Teil der ottomaniſchen Schuld, der
auf Tripolitanien und der Cyrenaika laſtet, zu
über=
nehmen.
Neue Phaſen im Balkankriege.
Eine internationale Balkankonferenz?
C Man ſchreibt uns: In Paris wird von
neuem die Frage erörtert, ob ſich die Abhaltung einer
internationaſlen Balkankonferenz
epnp=
fehle. Zugunſten dieſes Gedankens wird geltend gemacht,
daß es erwünſcht ſei, wenn während des Balkankrieges
die diplomatiſche Tätigkeit der Großmächte nicht
ausge=
ſchaltet werde. Sicherlich hat dieſer Geſichtspunkt
An=
ſpruch auf Beachtung. Es muß indeſſen bezweifelt
wer=
den, ob zu dem gegenwärtigen Zeitpunkt eine
inter=
nationale Konferenz das geeignete Mittel zur Erreichung
des erſtrebenswerten Zweckes bildet. Dazu kommen die
ſachlichen Schwierigkeiten, die in Paris ſelbſt
hervorge=
hoben werden. Man weiſt in dieſer Beziehung auf die
Notwendigkeit eines genauen Programms als die
Grund=
bedingung einer Balkankonferenz hin und betont, daß
die hierfür erforderlichen Vorausſetzungen einſtweilen
vollſtändig fehlen. So iſt es in der Tat, und ſchon darum
läßt ſich der Gedanke an die Abhaltung einer
Balkan=
konferenz einſtweilen nicht verwirklichen.
Das Reuterſche Bureau teilt zu dieſer
Angelegen=
heit mit: Die Vorſchläge Poincarés für eine
Konferenz der Mächte haben noch nicht die
Form eines endgültigen oder formellen Vorſchlags zu
dieſem Zweck angenommen und können es auch nicht,
be=
vor die Anſchauungen aller Mächte bekannt ſind. Es iſt
offenbar, daß die ſchwebenden Unterredungen über dieſen
Gegenſtand nicht die ſofortige Abhaltung einer Konferenz
betreffen können, da die Feindſeligkeiten bereits
ausge=
brochen ſind. Der Wunſch Frankreichs wie der anderen
Großmächte iſt, durch jedes mögliche Mittel
euro=
päiſche Verwicklungen zu verhindern,
die ſich aus der gegenwärtigen Balkanlage ergeben
könn=
ten, und jeden Schritt zu unternehmen, der geeignet iſt,
ſolche Möglichkeiten zu verhindern. In dieſer Abſicht
hat Poincaré urſprünglich einen europäiſchen
Konferenz=
vorſchlag zum Zwecke der Verhinderung der
Feind=
ſeligkeiten angeregt. Jetzt, da der Kampf begonnen hat,
ſind Unterhaltungen im Gange, die eine Konferenz der
Mächtg bezwecken, ſobald ſich eine Gelegenheit für eine
endgültige Löſung der Balkanfrage bietet. Leider kann,
ſo lange die Feindſeligkeiten fortdauern, nichts nützliches
verſucht werden, aber entgegen anders lautenden
Gerüch=
ten diskutierten die Großmächte über die Frage, durch
welche Mittel es möglich iſt, die Orientfrage zu löſen.
Das Einvernehmen unter den Großmächten iſt bereits
innig und die Ereigniſſe der nächſten Zukunft werden es
wahrſcheinlich nur noch inniger geſtalteſt. In dieſer
Hinſicht dürfte kein Grund zu Befürchtungen vorliegen.
Die Annektion Kretas.
*⁎* Der von Griechenland unternommene
Schritt, die Inſel Kreta dem helleniſchen Reiche
einzuverleiben, kann keine große Ueberraſchung
bereiten. Er wird ebenſowenig wie die ſchon mehrfach
gefaßten Beſchlüſſe der kretiſchen Nationalverſammlung,
ſich Griechenland anzugliedern, auf die Zuſtimmung der
Mächte reſhnen dürfen, aber er vermehrt die
Schwierig=
keiten in nicht geringem Grade.
Leider muß man darauf gefaßt ſein, daß im Anſchluß
an den Einverleibungsakt auf Kreta zwiſchen den
dor=
tigen Chriſten und Mohammedanern neuerdings blutige
Kämpfe ausbrechen, die ſich ja wie ein roter Faden durch
die Geſchichte der Inſel ziehen, ſeitdem dort der
Halb=
mond herrſſcht. Mit der im Jahre 1898 erlangten
Auto=
nomie hätte ſich die Bevölkerung ſehr wohl
zufrieden=
geben und ſich kulturell und wirtſchaftlich kräftig
ent=
wickeln können. Daran, daß dies nicht der Fall war, trägt
keinesfalls die Türkei die Schuld, denn ſie ließ der Inſel
völlige Bewegungsfreiheit, welche aber nur zu
unfrucht=
baren Parteikämpfen und unerreichbaren nationalen
Be=
ſtrebungen benutzt wurde. Die Kreter konnten die Zeit
nicht abwarten, mit Griechenland vereinigt zu werden,
und dabei wiſſen ſie gar nicht einmal, ob die Vereinigung
mit einem wirtſchaftlich ſo ſchwachen und politiſch ſo
zer=
riſſenen Staate auch wirklich in ihrem Intereſſe liegt. Sie
haben ſich ſchon ſeit langem daran gewöhnt, die
Sou=
veränität des Sultans als leere Formſache zu betrachten,
ſie ſehen im König von Griechenland ihren Herrſcher, in
deſſen Namen ihr Parlament eröffnet, ihre Geſetze
er=
laſſen werden. Dieſer dem beſtehenden Rechte
zuwider=
laufende Zuſtand wird ſtillſchweigend geduldet, nur ab
und zu erhebt die Pforte Widerſpruch und betont ihre
Souveränitätsrechte, ſonſt aber läßt ſie den Kretern das
Vergnügen, ſich als Griechen zu fühlen.
Zur Beurteilung der Tragweite des von der
griechi=
ſchen Regierung unternommenen Schrittes muß man ſich
die bisherige Haltung der Mächte gegenüber den
Be=
ſtrebungen nach Losreißung der Inſel von der türkiſchen
Herrſchaft vergegenwärtigen. Stets iſt von den Mächten
betont worden, daß an der ſtaatsrechtlichen Stellung
Kre=
tas nichts geändert werden ſolle; die perſönlichen
Vor=
ſtellungen des Prinzen Georg von Griechenland, des
früheren Oberkommiſſars, waren erfolglos, und erſt noch
im Jahre 1910 beſtätigten die vier Schutzmächte —
Eng=
land, Frankreich, Italien, Rußland — ausdrücklich die
Hoheitsrechte des Sultans über Kreta, was bekanntlich
auf der Inſel große Erbitterung hervorrief. Auch die
Tatſache, daß vor einigen Monaten die Mächte die
Ab=
reiſe kretiſcher Deputierter zur Teilnahme an der
griechi=
ſchen Nationalverſammlung zu hindern ſuchten, läßt
einen Schluß auf die Anſichten der Mächte zu.
Die Athener Regierung hat in den letzten Jahren
eine anerkennenswerte korrekte Haltung in der kretiſchen
Frage bewahrt und es vermieden, die Pläne der
chriſt=
lichen Bewohner der Inſel offen zu fördern. Sie kann,
wie ſchon eingangs geſagt, auf Billigung ihres Schrittes
kaum hoffen, da ſich nichts ereignet hat, was eine
ver=
änderte: Stellungnahme der Mächte erwarten laſſen
könnte.
Die griechiſche Regierung übermittelte der
Regierung in Kreta telegraphiſch einen Auszug aus
der Rede des Miniſterpräſidenten Venizelos über Kreta.
Der Mitteilung iſt die Bitte angeſchloſſen, während der
Vorbereitungen der Wahlen zur Kammer nach
griechi=
ſchem Geſetz die Verwaltung der Inſel einſtweilen
weiter=
zuführen und namentlich das Augenmerk auf die
Erhal=
tung der Ordnung und den Schutz der muſelmaniſchen
Bevölkerung zu richten.
Die Abberufung der türkiſchen
Ge=
ſandten.
* Die Pforte beſchloß, wie ſchon mitgeteilt, ihre
Geſandten in Sofia, Belgrad und Atben abzube=
rufen und nur einen Sekretär zur Bewachung der
Archive zurückzulaſſen. Dieſe Maßnahme für Sofia und
Belgrad wird damit gerechtfertigt, daß Bulgarien und
Serbien die bekannte Note übermittelten, für Athen, daß
Griechenland die kretiſchen Abgeordneten in der Kammer
zuließ. Der tütkiſche Miniſter des Aeußern vekließ auf
einen Augenblick den Miniſterrat, um den Geſandten zu
telegraphieren, daß ſie die Hauptſtädte verlaſſen. Der
griechiſche Miniſter des Aeußern telegraphierte an
Nora=
dunghian und erſuchte ihn, den türkiſchen Geſandten in
Athen anzuweiſen, die zurückgewieſene Note
anzuneh=
men. Noradunghian antwortete, Griechenland könne die
Note durch den Geſandten in Konſtantinopel überreichen
laſſen.
Zur Abberufung der türkiſchen Geſandten in Belgrad
und Soſia wird in diplomatiſchen Kreiſen der Pforte
erklärt, daß die Pforte es nicht für wert hielt, die
über=
reichte Note zu beantworten. Dieſe Note Serbiens und
Bulgariens werde in den Kreiſen der Pforte als Mangel
an Achtung vor den Großmächten angeſehen, weil die
beiden Staaten ſich trotz der Mahnung der Großmächte
direkt an die Pforte wandten und ſo die Vermittlung der
Großmächte ausſchalteten. Da Griechenland bisher eine
gleiche Note in Konſtantinopel nicht hat überreichen
laſ=
ſen, ſo ſcheinen die politiſchen Beziehungen zwiſchen der
Türkei und Griechenland noch fortzubeſtehen.
Deutſches Reich.
— Der neue Botſchafter in London. Der
Berliner Lokalanzeiger teilt mit: Während des letzter
Vortrages des Reichskanzlers beim Kaiſer in
Hubertus=
ſtock iſt auch die Neubeſetzung des Londoner
Botſchafter=
poſtens entſchieden worden. Die Veröffentlichung ſteht
unmittelbar bevor.
— Die Regierung und die
Fleiſchteue=
rung. Ueber den Antrag der württembergiſchen
Regie=
rung, das däniſche Fleiſch betreffs ſeiner etwaigen
be=
dingten Tauglichkeit gleich dem inländiſchen zu
behan=
deln, wird im Bundesrat noch verhandelt werden. Die
Annahme des Antrags gilt aber als ſicher. Wie man
hört, iſt der Geſetzentwurf, der die Herabſetzung des
Eingangszolles auf friſches und gefrorenes Fleiſch
aus=
ſpricht, in unveränderter Geſtalt vom Bundesrat
gutge=
heißen worden. Der Geſetzentwurf wird alſo dem
Reichs=
tage vorgelegt werden. Sein endgültiges Schickſal iſt
zwekfelhaſſt, da im Reichstage ſich wahrſcheinlig) eine
Mehrheit finden wird, die das Beſtreben verfolgt, bei
dieſer Gelegenheit Breſche in das wirtſchaftliche
Zoll=
ſyſtem des Reiches zu legen, und die verbündeten
Re=
gierungen nicht geneigt ſein werden, über die in dem
Ge=
ſetzentwurfe gemachten Zugeſtändniſſe hinauszugehen.
— Die Fliegertruppe im kommenden
Etat. Wie Berliner Blätter hören, wird eine
Erhö=
hung des Mannſchaftsetats der Fliegertruppe im nächſten
Reichshaushaltetat nicht angefordert werden. Dagegen
iſt beabſichtigt, weitere Abzweigungen der Truppen
er=
forderlichenfalls mit Hilfe von Abkommandierungen von
Mannſchaften von anderen Truppenteilen vorzunehmen,
ſo daß das Netz der Fliegerſtationen eine erhebliche
Er=
weiterung erfahren kann. Es wird in dieſer Hinſicht vor
allem auch an der Oſtgrenze vorgegangen werden. Außer
den bereits beſtehenden Fliegerſtationen in Straßburg,
Metz und Darmſtadt ſoll zunächſt eine Station in Köln
eingerichtet werden. Ueber andere Stationen an der
Weſtgrenze ſchweben noch Erwägungen. Saarbrücken und
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Annahme des Heeres= und
Marine=
udgets. Die öſterreichiſche Delegation nahm das
Heeresordinarium an.
Im Laufe der Debatte erklärte der Kriegsminiſter,
die Bewilligung der Heereskredite ſei juſt ſo notwendig,
wie der allgemeine Wunſch nach dem Frieden.
Sicher=
lich ſeien die der Bevölkerung zugemuteten Laſten
drückend, aber im Vergleich zu den anderen Staaten doch
immer am geringſten. Und die ſchwerſten Rüſtungen —
ſelbſt lange fortgeſetzt — ſeien noch immer einem
moder=
nen Kriege vorzuziehen. Uebrigens glaube trotz aller
Friedensbeſtrebungen doch niemand an einen ewigen
Frieden. Der eben ausgebrochene Krieg ſein ein typiſcher
Beweis dafür, daß nicht die Herrſcher, nicht die
Regierun=
gen der fünf kriegführenden Staaten, ſondern die Völker
ſelbſt an dem Kriegsausbruch ſchuld ſind ſonſt wären die
erſtaunlichen Leiſtungen bezüglich der Mobiliſierung, wie
es jetzt zu beobachten ſei, nicht möglich. Der Miniſter
er=
örterte eingehend das ſchweizeriſche Milizſyſtem, deſſen
Vorbedingungen und Grundlagen in Oeſterreich nicht
zu=
träfen und konſtatierte, daß keine Armee der Welt auf
demokratiſcherer Baſis ſtehe, als die öſterreichiſch=
unga=
riſche. Der Miniſter dankte für die warmen
anerkennen=
den der Armee gewidmeten Worte und für das allſeitig
der Armee bekundete Intereſſe.
Die Delegation begann ſodann die Verhandlung
des Extraordinariums des Heeres und der
Nachtrags=
bewilligung für das Heer.
Berichterſtatter Graf Calm=Martinitz erklärte, er
müſſe entſchieden den von den Gegnern der Vorlage
auf=
geſtellten Behauptungen widerſprechen, daß die
Ein=
bringung derſelben, welche keinen aggreſſiven Charakter
trage, die Oeffentlichkeit beunruhige und eine
Vermeh=
rung der Kriegsgefahr bedeute. Der öſterreichiſch=
unga=
riſchen Politik könne man nicht den Vorwurf machen,
daß ſie auf die nachbarliche Senſibilität nicht immer
ge=
nügend Rückſicht nehme. Es wäre zu wünſchen, daß auch
vice versa die bei Oeſterreich=Ungarn beſtehende
Senſi=
bilität möglichſt geſchont werde. Redner ſchloß: Sollte,
was Gott verhüten möge, dennoch ein großer Krieg
aus=
brechen, die Ouvertüre dazu wird keine lange ſein, dann
wird es zu ſpät ſein, Unterlaſſungsſünden nachzuholen.
Wir müſſen daher dasjenige, was notwendig iſt für die
Armee, heute beſorgen und nicht auf morgen verſchieben.
Das Heeresordinarium und der außerordentliche
Heereskredit von 41 Millionen werden hierauf angenom=
Saarburg, die nach Preßmeldungen ſolche erhalten ſollen,
kommen aber nicht in Frage. Im Oſten des Reichs wird
zunächſt Poſen im Laufe des nächſten Jahres mit einer
Fliegerſtation belegt werden, ferner Königsberg, wo ſich
bereits ein Luftſchiffhafen mit dem „P. 3” befindet, ſowie
Breslau, wo ſich ein Flugfeld des Schleſiſchen Aeroklubs
befindet. Der Lufthafen bei dieſer Stadt wird aber nicht
mit finanzieller Unterſtützung der Militärverwaltung
er=
richtet werden, was fälſchlich gemeldet wurde, ſondern
es handelt ſich hier lediglich um ein privates Unternehmen
der Delag.
— Auskunftsſtelle für ſtellenſuchende
Offiziere. Im April nächſten Jahres wird
voraus=
ſichtlich eine Auskunftsſtelle für ſtellenſuchende Offiziere
beim Kriegsminiſterium geſchaffen werden. Man will
hierdurch dem Verkehr zwiſchen den ſtelleſuchenden
Offi=
zieren und den Behörden des Reichs=, Staats= und
Kom=
munaldienſtes einerſeits und den Kreiſen des bürgerlichen
Erwerbslebens anderſeits eine engere Fühlung ſchaffen.
Anfang Oktober iſt bereits ein geeigneter älterer
Offi=
zier als ſpäterer Leiter der Auskunftsſtelle beim
Kriegs=
miniſterium kommandiert worden, der ſich den Winter
hindurch einarbeiten und mit allen Fragen der zivilen
Beſchäftigung befaſſen ſoll.
men. — Berichterſtatter Schlegel referierte ſodann über
das Marinebudget und die außerordentlichen Kredite,
Marinekommandant Graf Monteeuccoli erklärte, er
werde rechtzeitig das Bauprogramm für die nach Ablauf
der gegenwertigen Kreditbewilligungsfriſt zu bauende
weitere Schiffsdiviſion unterbreiten. Hierauf wurden
die Marinekredite angenommen.
Spanien.
Der Geſetzentwurf betreffend die
Eiſenbahner, wurde in der Kammer vorgelegt. Der
Entwurf enthält vor allem einen Arbeitsvertrag zwiſchen
den Geſellſchaften und den Angeſtellten. Er ſieht
obliga=
toriſche Schiedsgerichte vor und ſetzt Strafen für den
Fall feſt, daß die Angeſtellten ihre Poſten im Stiche
laſ=
ſen oder Sabotage verüben.
Die ſpaniſch=franzöſiſchen
Unterhand=
lungen. Die abermalige Verzögerung in dem
Ab=
ſchluß des franzöſiſch=ſpaniſchen Vertrages über Marokko
beginnt die öffentliche Meinung zu beunruhigen. Es
ſteht feſt, daß der Vertrag in dem franzöſiſchen und
ſpaniſchen Wortlaut ſchon fertig war, als die franzöſiſche
Regierung die getroffenen Abmachungen umzuſtoßen
ver=
ſuchte und neue Anſprüche am Muluja erhob, die die
Kabile der Beni bu Jahi zu teilen und deren Häuptling
Frankreich zu unterſtellen bezweckten, wogegen ſich der
ſpaniſche Generalſtab erklärte. Der Liberal erblickt in
dem Vorgehen Frankreichs einen nichtigen Vorwand,
um den Vertrag nicht zu unterzeichnen, weil es dieſen
für die Verwirklichung ſeiner Pläne für unnötig halte.
Das Blatt unterſtellt ein Einverſtändnis zwiſchen
Ber=
lin und Paris und fordert eine Klärung der Lage,
ange=
ſichts der Tatſache, daß Frankreich in Marokko
unbehin=
dert vorgehe, während Spanien an Händen und Füßen
gebunden ſei. In weitsrn Kreiſen beſpricht man in
wenig freundlicher Weiſe Englands paſſive und nur den
eigenen Vorteil beobachtende Haltung.
China.
Die Anleihe. Die Times melden aus Peking
vom 15. Okt.: Der Waiwupu hat die britiſche
Geſandt=
ſchaft von der Londoner Anleihe bei dem Hauſe Griſpi
in Kenntnis geſetzt, aber die Geſandtſchaft lehnte die
An=
nahme der Mitteilung mit der Begründung ab, daß die
Bedſigungen der Transckktion nicht mit denen
üüber=
einſtimme, die die Geſandtſchaften der Sechsmächte=
Gruppe am 9. Juli China vorgelegt hätten.
* Haag, 15. Okt. Die Königin
Wilhel=
mine iſt, wie in Haager Hofkreiſen verlautet, fröhen
Hoffnung. Jedenfalls ſteht feſt, daß die Königin ſich
ſehr ſchont und der Ruhe pflegt. Für irgendwelche
Hof=
feſte wurden bisher keine Verfügungen getroffen.
* NewYork, 16. Okt. Die Standard Oil
Com=
panh teilt der Preſſe mit, daß ſie entſchloſſen ſei, die
Bildlung eines denſſſchen Petroleums
Monopols mit Hilfe der Regierung der Vereinigten
Staaten in Waſhington zu bekämpfen, falls das Monopol
darauf abzielen ſollte, die Standard Oil Company aus
Deutſchland hinaus zu drängen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 17. Oktober.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Großherzog
haben geſtern empfangen: den Oberſt v. Voigts=Rhetz,
be=
auftragt mit der Führung der 49. Infanterie=Brigade (1.
Großh sHeſſ.), den Rittmeiſter der Landwehr erſten
Auf=
gebots Reinhart, die Oberleutnants Bücking und Plate
von der Reſerve des Großh. Train=Bataillons Nr 18, die
Oberleutnants der Landwehr I Schneider und Winand,
Franziskus.
Oratorium für Soli, Chor, Orgel und Orcheſter
von Edgar Tinel.
Am Montag, 21. Oktober, wird der Muſikverein
mit einer Wiederholung dieſes vor 17 Jahren zum erſten
Male hier aufgeführten Werkes an die Oeffentlichkeit
tre=
ten und damit den hieſigen muſikaliſchen Kreiſen die
Be=
kanntſchaft mit einer Kompoſition erneuern, welche ihrer
künſtleriſchen Eigenart und hohen Vorzüge wegen überall
mit ungewöhnlicher Begeiſterung aufgenommen wurde.
In ſeinem engeren Vaterlande Belgien ſowohl wie in
den Ländern diesſeits und jenſeits des Ozeans hat der
geniale Tonſetzer mit dem „Franziskus” Triumphe
ge=
feiert. Der dem Werke zu Grunde liegende Stoff mit
ſeinem hochpoetiſchen Inhalt, ſeinen erſchütternden, tiefen
Gegenſätzen, hat erſtaunlicherweiſe vorher weder
dichter=
iſche noch muſikaliſche Bearbeitung erfahren, faſt als ob
er des Meiſters gewartet hätte, der ihn ins rechte Licht
zu ſetzen berufen war. Ein „Oratorium” nennt Tinel
die muſikaliſche Bearbeitung dieſer Legende, und das mit
gutem Rechte. Denn obwohl ſeiner Schöpfung nicht
Wurte der Heiligen Schrift zu Grunde liegen, iſt es doch
nur ein Verfolgen des urſprünglichen Zweckes der
Ora=
terien, welche durch Darſtellung heiliger Geſchichten das
Volk wieder der Kirche gewinnen ſollten, wenn er die
Geſchichte eines Helden der katholiſchen Kirche in den
Rah=
men jener Kunſtform hereinzieht. Die von L. de Koninck
herrührende poetiſche Geſtalt iſt wohl nicht einwandfrei,
namentlich in bezug auf die Ausdehnung, wodurch die
Erfindungskraft des Komponiſten auch äußerlich große
Schwierigkeiten zu überwinden hatte. Aber wie ſehr
Tinel aus dem Vollen ſchöpft, läßt ſich daraus erkennen,
daß er noch über die in der Dichtung vorliegenden Längen
hinaus und ohne Not aus eigener Luſt am muſikaliſchen
Schaffen ſein Werk in der mannigfaltigſten Weiſe
aus=
geſtaltet hat. Es iſt fürwahr eine Schöpfung von
gewal=
tigem Umfang, welche außergewöhnliche Anſprüche an die
Leiſtungsfähigkeit der Ausführenden ſtellt. Das
pracht=
voll behandelte Orcheſter und die eigenartige
Inſtrumen=
tation erfordert einen feinfühligen Dirigenten und eine
ſehr zuverläſſige Kapelle, die Soli wie die Chöre mit der
häufigen Verwendung extrem hoher und tiefer
Stimm=
lagen umfangreiche, überall klingende und ausdauernde
Stimmen.
Der erſte Teil des Werkes, „Franziskus' Leben
in der Welt und ſeine Entſagung” beginnt nach einem
Präludium, welches die drei Hauptmotive des Ganzen
vorführt, mit der Schilderung des Feſtes bei dem Grafen
zu Aſſiſi. Scharen von Gäſten, unter ihnen Franziskus,
ziehen heran. Feſtliche Lieder ertönen („Leicht und luſtig
iſt das Leben” Tenöre, „Wie der Vögel bunter Chor”
Frauen), bis der ganze Chor ſich zum hell jubelnden
„Nun ſinget und ſchwinget den fröhlichen Reigen”
ver=
einigt. Ein reizender, aber recht ſchwieriger Tanzchor
(Am „Geſungen, gejubelt”) unterbricht den Geſang, der
raſch wieder aufgenommen wird und zu zwei Reigen für
Orcheſter mit Chor (F ¾ und Am %) von entzückendem
Reiz hinüberleitet. Alsdann fordert der Gaſtherr
Fran=
ziskus auf, die Geladenen durch die Kunſt ſeines
Ge=
ſanges zu ergötzen. Nur zögernd folgt Franziskus der
Bitte und trägt die „Ballade von der Armut” vor, die als
holde Maid vom Weltrieſen bewacht, auf einſamem
Schloſſe ſaß, bis ein kühner Ritter den Rieſen erſchlug
und ſie befreite. „Der Balladenton iſt in dieſem Stücke
meiſterhaft getroffen.” Zwiſchen den einzelnen Strophen
ſingt der Chor ein Ritornell ohne Begleitung, das
jedes=
mal anders in wundervoller Weiſe harmoniſiert wird.
Am= Schluſſe der Ballade erhebt ſich lauter Jubel über den
Sieg des Ritters und die Kunſt des Sängers. Das Feſt
iſt beendigt, die Gäſte ziehen heim. Plötzlich hört
Fran=
ziskus dreimal rufen. Die Genoſſen ſind’s nicht geweſen,
ſie wollen ihre feſtlichen Lieder fortſetzen („Im Rauſche
der Freude”), der Türmer jedoch gebietet Ruhe.
Heim=
gekehrt, entſchlummert Franziskus bald. Da ſchlägt
wie=
der die Himmelsſtimme an ſein Ohr, die dreimal ſeinen
Namen ruft; er erblickt die Hallen des Himmels in ihrer
Herrlichkeit und hört Gottes Ratſchluß, der ihn zum
Strei=
ter für die Kirche beſtimmt und die Armut ihm als Lohn
verheißt. Demutsvoll unterwirft er ſich der Sendung
(„Allgütiger Gott”). Der Chor der antwortenden
Him=
melsſtimmen („Hört! hört!, habt ihr das Wort des
Fran=
ziskus gehört?”) iſt eine der glänzendſten Nummern des
Werkes, von geradezu berückender Klangwirkung.
Der zweite Teil „Franzi=kus' Kloſterleben”
er=
zählt im Anfang von der Verderbtheit der Menſchen und
von der Trauer der Kirche. Dies tieftraurige Stück voll
edlen Schmerzes iſt von gewaltiger Wirkung. Milde und
beruhigend klingt dagegen der Geſang der Hoffnung („Es
tagt im fernen Oſten”), welcher den Tröſter Franziskus
ankündigt. Aber nochmals werden wir in den Abgrund
der weltlichen Leidenſchaft und des Haders geriſſen durch
die einander bekämpfenden Chöre der Geiſter, welche um
die Völker ſtreiten. Es folgt in ſchroffem Gegenſatz einer
der wundervollſten Chöre, der uns Franziskus in ſeiner
Entſagung ſchildert („Durch langes Faſten abgehagert”
a capella). Die früheren Gefährten verſpotten Franzis=
kus wegen des Bettelrockes und nehmen voll Hohn ſeine
Antwort auf, er habe ſich der Armut verlobt. Von ihnen
allein gelaſſen, fleht der fromme Mann zu Gott um
Schutz für die Armut. Das „Lied der Armut” wie die
bei=
den folgenden Lieder ſind angeblich von dem hl.
Fran=
ziskus ſelbſt gedichtet. Zu dem innigen Gedicht hat Tinel
eine ebenbürtige, zum tiefſten Herzen gehende Muſik
ge=
ſchaffen. Die Entſagung des Franziskus ſoll nun ihren
Lohn finden: „Der Friede mild regiert” verkündet der
volle Chor. Dann geht die Erzählung weiter, wir
er=
fahren von den erſten Anhängern, die ſich um den Vater
geſchart. Franziskus ſtimmt unter ihnen ſeinen „
Sonnen=
gelang” an, in welchem er alles Geſchaffene auffordert,
mit ihm den Herrn zu preiſen und ihm zu dienen. Iſt
ſchon der Anfang des Chors „hinreißend ſchwungvoll,
ſo entzückt in jeder Strophe die wechſelnde, farbenreiche
Modulation. Prachtvoll iſt der mächtige breite
Schluß=
ſatz‟. Es folgt nach einer Aufforderung vom Himmel
her das „Lied der Liebe”, der „Höhepunkt von
Franzis=
kus’ wonnereicher, beglückender Ekſtaſe‟. Ein Chor der
Himmelsſtimmen, der die Unvergänglichkeit der Liebe
preiſt, ſchließt den Teil.
Den dritten Teil, „Franziskus' Tod und
Verherrlich=
ung” leitet ein ernſtes Adagio des Orcheſters ein. Wir
ſtehen am Sterbebette des Heiligen. Die Ave=Glocke
ladet zur Abendandacht; Frauen= und Männerchor
wech=
ſeln ab im Preiſe der Gottesmagd („Sei gegrüßt”, „Magd
Gottes, die ganz eigen ihm”). Einmal noch hören wir
Franziskus und ſeine Sehnſucht nach dem Himmel („O wie
ſüß”), dann ſinkt die Sonne und es geht zu Ende. Die
Brüder klagen „Weh, weh. Franziskus liegt im Sterben”.
Verſcheidend gibt Franziskus den Seinen noch Troſt und
Vermahnung, dann ſtirbt er. Ein Chor von
Himmels=
ſtimmen ertönt „Ehre ſei Gott” faſt überirdiſcher
Wohl=
laut umgibt uns; aber herb und ernſt klingt hinein das
Requiem aus der Kirche, von den Brüdern geſungen. Ein
großartiger Trauermarſch, meiſterhaft in der Erfindung
und in der Inſtrumentation, begleitet den Leichenzug.
Am Grabe ertönen die Klagen der Franziskaner und
Klariſſen. Tröſtend erklingt darauf der Frauenchor „Nun
trauert länger nicht” und Himmelsſtimmen verkünden die
Auferſtehung des Heiligen. Da erklingts von dem vollen
Chor: „Ehre ſei Gott”. Mächtig brauſt der Strom der
Melodie daher, bei der beglückenden Verheißung „Den
Erdenpilgern Fried’” ruhiger werdend, um mit dem
machtvollen „Ehre ſei Gott” dem Eingangsthema des
ganzen Werkes, glanzvoll zu ſchließen.
Dr. V
letztere vier eingezogen zur Uebung beim Großh. Train=
Bataillon Nr. 18; den Hauptmann v. Follenius vom
k. u. k. Feſtungsartillerie=Bataillon Nr. 5 in Krakau, den
Oberleutnant v. Dewall, Führer der Fliegerſtation
Trup=
pen=Uebungsplatz Darmſtadt, den Förſter i. P. Bayerer
von Wahlen, den Pfarrer Heberer von Nieder=Florſtadt,
den Regierungsrat Muhl von Mainz, den Pfarrer Steiner
von Deckenbach; zum Vortrag: den Staatsminiſter Ewald,
den Finanzminiſter Braun, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld.
* Erteilt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht
Seligen=
ſtadt Ernſt Fricker und dem Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Gießen Ernſt Cramer den Charakter als
Amtsgerichtsrat.
* Ordensperleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Königlichen Baurat
Pro=
feſſor Dr. Albrecht Haupt zu Hannover die Erlaubnis
zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Durchl.
dem Fürſten zu Schaumburg=Lippe verliehenen Offiziers=
Ehrenkreuzes des Schaumburg=Lippiſchen Hausordens
erteilt.
* Uebertragen wurde der Schulamtsaſpirantin
Emma Appel aus Mainz eine Lehrerinſtelle an der
Gemeindeſchule zu Ober=Olm, Kreis Mainz.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Gemeindeſchule zu Brauerſchwend, Kreis Alsfeld,
Wilhelm Raiß auf ſein Nachſuchen, bis zur
Wieder=
herſtellung ſeiner Geiundheit, vom 1. November 1912 an,
ferner der Schreibgehilfe bei dem Amtsgericht Ortenberg
Gerichtsſchreibergehilfe Auguſt Dechert auf ſein
Nach=
ſuchen, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen
Dienſte.
* Vom Heſſiſchen Staatsſchuldbuch. In der Zeit vom
1. April bis 30. September 1912 haben ſich, wie die Darmſt.
Ztg. meldet, die Einträge im Heſſiſchen Staatsſchuldbuch
um weitere 5 793 300 Mark vermehrt. Davon
wur=
den 1178900 Mark bar eingezahlt. Die geſamte
Buch=
ſchuld beträgt heute auf 2177 Konten 83067600 Mark.
Die ſteigende Inanſpruchnahme des Staatsſchuldbuches iſt
in beſonderem Maße zu beobachten ſeit dem Inkrafttreten
der Aenderungen zum Schuldbuchgeſetz. Sie brachten neben
der Befreiung von den Eintragungsgebühren weſentliche
Erleichterungen bei der Legitimation und laſſen ferner
Bareinzahlungen zur Begründung einer
Schuldbuchforde=
rung zu. Bei der Bareinzahlung können entweder zum
Eintrag beſtimmte Schuldverſchreibungen aller
Zinsgatt=
ungen proviſionsfrei angekauft werden, oder es erfolgt die
direkte Eintragung nach dem jeweiligen Kurswert. Die
direkte Eintragung iſt zurzeit auf die 4prozentigen, bis
1921 unkündbaren Anleihen beſchränkt. Annahmeſtellen
ſo=
wohl für einzutragende Schuldverſchreibungen als auch
für Geldeinzahlungen ſind in Darmſtadt: das
Großherzog=
liche Staatsſchuldbuchbureau (Luiſenſtraße 1), die Großh.
Staatsſchuldenkaſſe und die Heſſ. Landes=Hypothekenbank;
außerhalb Darmſtadts ſämtliche Reichsbankanſtalten, die
Großh. Bezirkskaſſen (mit Ausnahme der Bezirkskaſſen
Gießen I und Mainz I und II), ſowie das Steueramt
Gernsheim. Geldeinzahlungen für Schuldbuchzwecke
wer=
den auch von der Reichspoſt auf das Poſtſcheckkonto der
Großh. Hauptſtaatskaſſe (Nr. 17, Frankfurt a. M.)
ent=
gegengenommen. Der Antrag iſt in dieſem Falle
unmittel=
bar an das Staatsſchuldbuchbureau oder an eine der
oben=
genannten weiteren Annahmeſtellen zu richten. Es genügt
auch ein kurzer Vermerk über die Beſtimmung des Geldes
auf der Zahlkarte. Die näheren Bedingungen für den
Ein=
trag ſind aus den Amtlichen Nachrichten über das
Staats=
ſchuldbuch” zu erſehen. Sie ſind nebſt den erforderlichen
Antragsformularen und einem Merkblatt bei dem Großh.
Staatsſchuldbuchbureau in Darmſtadt wie auch bei
ſämt=
lichen vorgenannten Annahmeſtellen unentgeltlich zu
haben. Die Vorteile, welche die Schuldbucheintragung
für eine ſichere und koſtenloſe Vermögensverwaltung und
Vermögensanlage bietet, gewährt in gleicher Weiſe das
Reichsſchuldbuch für die Beſitzer von
Schuldverſchreib=
ungen des Reiches. Hierfür kommen als Annahmeſtellen
neben dem Reichsſchuldbuchbureau in Berlin ſämtliche
mit Kaſſeneinrichtung verſehenen Reichsbankanſtalten in
Betracht, ferner die Großh Hauptſtaatskaſſe in Darmſtadt,
ſowie die Großh. Bezirkskaſſen, mit Ausnahme derjenigen,
an deren Sitz ſich eine Reichsbankanſtalt befindet. Von
dieſen Stellen können die „Amtlichen Nachrichten über das
Reichsſchuldbuch” ſowie ein Merkblatt unentgeltlich
be=
zogen werden, die über alles Wiſſenswerte Aufklärung
geben.
g. Strafkammer. Der 52jährige Taglöhner
Frido=
lin Scheffel aus Offenbach übernachtete zu
verſchiede=
nen Malen, da er mittellos und obdachlos war, in der
Scheune eines Bürgeler Beſitzers. Hierbei nahm er
Ge=
legenheit, nach und nach acht Hühner im Werte von etwa
20 Mark mitzunehmen. Den Erlös von 10 Mark
ver=
brauchte er. Er wird wegen einfachen Diebſtahls zu
6 Monaten Gefängnis und 3 Jahren
Ehr=
verluſt verurteilt. Von der Unterſuchungshaft wird
ihm 1 Monat angerechnet. — Wegen Vergehens nach
§ 183 des Strafgeſetzbuches war der 31jährige Taglöhner
Johann Rieder von Offenbach vom dortigen
Schöffen=
gericht zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden.
Seine Berufung wurde geſtern von der hieſigen
Straf=
kammer nach nichtöffentlicher Verhandlung als
unbe=
gründet verworfen.
* Generalmajor Aug. v. Herff 7. Am Dienstag ſtarb
im 81. Lebensjahre zu Alzey der Großh. Generalmajor
z. D. und Flügeladjutant à la suite von Herff Exz.
Am 1. April 1848 beim Großh. Artilleriekorps in den
Militärdienſt eingetreten, wurde er im November
des=
ſelben Jahres ins 1. Großh. Heſſ. Infanterie=Regiment
verſetzt, diente dann ſpäter im 4. Großh. Heſſ. Infanterie=
Regiment und im 2. Großh. Heſſ. Infanterie=Regiment.
Der Verſtorbene war in den Jahren von 1869 bis 1886
Flügeladjutant Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs von
Heſſen und wurde in demſelben Jahre zur Dispoſition
geſtellt. Von 1888 bis 1903 bekleidete Herr von Herff die
Stelle des Großh. Heſſ. Ordenskanzlers und erhielt ſpäter
das Prädikat „Exzellenz‟ Der Verſtorbene nahm an den
Feldzügen 1848 in Baden und 1866 ehrenvollen Anteil.
Die Einäſcherung findet in Mainz ſtatt. R. i. p.
D. Von der Techniſchen Hochſchnle. Vorgeſtern haben
für alle Abteilungen die Diplom=Vorprüfungen
begonnen. Die mündlichen Prüfungen ſind am Montag,
den 21. Oktober, zu Ende. Die Klauſurprüfung in
Archi=
tektur findet am Montag, den 21. Oktober, die in Phyſik
und Chemie von dieſem Tage bis einſchließlich Donnerstag,
den 24. Oktober, ſtatt. — Das neue Winter=Semeſter
be=
ginnt am Dienstag, den 22. Oktober. Einſchreibungen
können ſchon von nächſten Freitag an vorgenommen
werden. — Für die Mitglieder der Krankenkaſſe für
Studierende beabſichtigt Herr Dr. Jſaak eine Führung
durch die Ausſtellung „Der Menſch” zu übernehmen,
die vorausſichtlich am Samstag, den 26. Oktober,
ſtatt=
finden ſoll. — Zum Vorſitzenden der Abteilung für
Ingenieurweſen iſt für das Winter=Semeſter 1912—13
Herr Profeſſor Kayſer gewählt worden.
O Süddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft. Die
Ein=
nahmen im Monat September1912 betrugen: 1.
Perſonen=
verkehr 647032 Mk. (gegen 598390 Mk. im Septr. 1911).
2. Güterverkehr 88933 Mk. (99574 Mk.) 3.
Neben=
einnahmen 2379 Mk. (2445 Mk.) 4. Geſamteinnahmen
738 344 Mk. (700409 Mk.).
. Verkehrs=Verein. Da im Großh. Hoftheater nun
auch reine Arbeitervorſtellungen gegeben werden, wird
der Kreis für die Sonntagsnachmittags=
Volksvorſtellun=
gen erweitert und ſind Karten hierzu für Sperrſitze,
1. Rang und Logen auf dem Verkehrsbureau zu haben.
Vorausbeſtellungen ſind erwünſcht. Am nächſten
Sonn=
tag wird „Minna von Barnhelm”, am folgenden
Sonn=
tag „Der Pfarrer von Kirchfeld” und am 3. November
Schillers „Räuber” gegeben.
Gewerbemuſeum. Am nächſten Montag, den
21. Oktober, wird die Ausſtellung indoneſiſcher
und hinterindiſcher Kunſt aus den Sammlungen
des Forſchungsreiſenden Th. H. Thomann geſchloſſen
werden. Die Ausſtellung war, beſonders auch von
aus=
wärts, gut beſucht; eine große Zahl der ausgeſtellten
Gegenſtände wurde verkauft und geht in den Beſitz von
Privaten und Muſeen über. Im Oberlichtraum des
Muſeums wird wieder die Sammlung der Metalle
(Schmiedeiſen, Zinn, Kupfer, Meſſing uſw.) ihre
Auf=
ſtellung finden. In den übrigen von der Thomann=
Sammlung beanſpruchten Räumen wird die zweite Serie
der Architekturaufnahmen von Suſanne Homann=
Darmſtadt für etwa drei Wochen ausgeſtellt werden,
zuſammen mit kunſtgewerblichen Arbeiten von Hermann
Pfeiffer=Kammerhof (Leeheim). Ueber dieſe
neue Ausſtellung wird ſ. Zt. näheres mitgeteilt werden.
* Stellung der Landwirtſchaftskammer zur
Verbeſſer=
ung der 1912er Moſte. Am Dienstag tagte auf Einladung
der Landwirtſchaftskammer in Darmſtadt eine
Verſamm=
lung von Vertretern der Landwirtſchaftskammer, der
Winzervereine, des Rheinheſſiſchen Weinbauvereins, der
Großh. Wein= und Obſtbauſchule Oppenheim und des
Chemiſchen Unterſuchungsamtes Mainz. Die Auffaſſung
dieſer Verſammlung wird in einem Merkblatt für Winzer
niedergelegt, das am Samstag, den 19. d. M., als Beilage
zur Heſſiſchen Landwirtſchaftlichen Zeitſchrift erſcheint;
außerdem in je 50 Exemplaren den Großherzoglichen
Bürgermeiſtereien zur Verteilung und den Fach= und
Tageszeitungen zugeht. Als die Hauptpunkte des
In=
halts ſeien zuſammengefaßt, daß 1. eine Verbeſſerung der
Moſte bis zu 20 Prozent als ausreichend angeſehen wird,
und 2. dem natürlichen Säureabbau große Bedeutung
eigemeſſen wird. Auf letzteren Umſtand erneut und
nach=
haltig aufmerkſam zu machen und auf die Momente
hin=
zuweiſen, die dieſen natürlichen Säurerückgang weſentlich
begünſtigen, iſt der Hauptzweck des Merkblattes.
* Jubiläum in der Hofbrüderſchaft. Mit dem geſtrigen
Tage waren 36 Jahre verfloſſen, ſeitdem Herr
Schneider=
meiſter Ferdinand Schmitt die Verwalterſtelle der
hie=
ſigen Hofbrüderſchaft innehat. Mit ſeltener Pflichttreue
und Aufopferung verſah er in dieſer Zeitſpanne
ununter=
brochen dieſe Stelle und wurde derſelbe ſeitens des Vor=
ſtandes der Hofbrüderſchaft aus dieſem Anlaſſe mit einem
ſinnigen Geſchenk geehrt.
* Silberne Hochzeit. Am Dienstag konnten Herr
Franz Ruppert und Emil Zöller ihre ſilberne
Hochzeit gemeinſchaftlich feiern. Beide
woh=
nen ſchon Jahre hindurch in einem Hauſe. Zu dieſem
ſchönen Feſte gingen den Jubelpaaren aus Fern und Nah
zahlreiche Glückwünſche und hübſche Geſchenke zu.
C. Bauliches. Das von der Stadt Darmſtadt
ange=
kaufte Haus Ludwigshöhſtraße Nr. 28 iſt nunmehr
nieder=
gelegt, wodurch die Straße an dieſer Stelle eine
anſehn=
liche Verbreiterung erfahren hat. Das Haus bildete den
Eingang zu dem ſogenannten Kuhſchwanzeck, eine
Be=
zeichnung, die in Beſſungen gang und gäbe iſt, jedoch auf
Seite 288 des Adreßbuches in Abſchnitt „Volkstümliche
und im Verkehr gebräuchliche Straßen= und
Häuſer=
namen” nicht angeführt iſt. — In dem Einſchnitt ſüdlich
des alten Beſſunger Bahnhofes ſind nunmehr beide
Ge=
leiſe entfernt worden, eine Tatſache, aus der wohl der
Schluß zu ziehen iſt, daß der Plan der Ausfüllung des
Einſchnittes durch das Material des
Odenwaldbahn=
dammes aufgegeben iſt. — Der fünfſtöckige Neubau des
Großh. Proviantamtes in der Stadtallee, der als
Körner=
magazin dienen ſoll, iſt im Rohbau nahezu vollendet, und
im benachbarten Akaziengarten, den der Militärfiskus
ſeinerzeit erworben hat, beginnen die Vorbereitungen für
den Bau des Militärlazaretts, für das ein eigenes
Bau=
bureau im benachbarten „Hopfengarten” bereits
errich=
tet iſt.
* Um ein Verdeutſchungsbuch für Tonkunſt,
Bühnen=
weſen und Tanz zu ſchaffen, iſt es dem Deutſchen
Sprach=
verein gelungen, eine Anzahl Fachleute zu gewinnen,
wackere Künſtler, die der Meinung ſind, es ſei kein Zeichen
von Selbſtachtung, wenn man im neuen Deutſchen Reiche
ſeine Sprache ſo mit franzöſiſchen Wörtern vermenge, wie
es zu Zeiten unſerer tiefſten Erniedrigung nicht ärger
war. Was jene von vaterländiſchem Ehrgefühl beſeelten
Männer, nämlich Muſikdirektoren, Schauſpieler,
Ballett=
meiſter Tonſetzer, Muſikalienhändler zu Dresden,
Ham=
burg, Berlin, Kaſſel, Prag uſw. an heimiſchen Ausdrücken
zuſammengeſtellt haben, zeigt uns, daß kein
Theater=
ſchriftſteller gezwungen iſt, jedes deitte Wort aus
Frankreich zu holen. Wie es auch ſehr wohl möglich iſt,
aus Frankreich ſtammende Tänze, wie Frangaiſe und
Lancier, deutſch auszurufen, ohne weitſchweifig zu
werden, das ſehen wir an der hübſchen vierſeitigen
Tanzkarte die vom Schatzmeiſter des
Sprachver=
eins, Buchhändler Saeng, allen Freunden der
Tanzkunſt unentgeltlich abgegeben wird.
— Die 25 Landesverſammlung des Heſſiſchen
Haupt=
vereins des Evangeliſchen Bundes — am Sonntag, den
27., und Montag, den 28. Oktober, — wird eine
Jubi=
läumsfeier ſein. So iſt der Charakter der Tagung
gegeben: Dankbarer Rückblick auf vergangene Zeiten und
freudige Ausſchau in die Zukunft. Dieſem Gedanken
wer=
den vor allem die Feſtgottesdienſte dienen, die
in allen Kirchen der Stadt Darmſtadt und in den
Vor=
orten Arheilgen, Griesheim, Nieder=Ramſtadt, Roßdorf
gehalten werden. Sodann aber werden auch in den zwei
großen Volksverſammlungen am Sonntag=
Nachmittag die Blicke der Proteſtanten Heſſens rückwärts
und vorwärts ſich lenken; ihre Herzen will „unſer
evan=
geliſcher Glaübe und unſere heſſiſche Heimat” froh und
ſtolz machen. Zwei beſonders kundige Männer wollen
da führen: Pfarrer D. Dr. Diehl=Darmſtadt will
Ant=
wort geben auf die Frage: „Die Reformation und das
Heſſenland — was verdanken beide einander?” und der
erſte Vorſitzende des Hauptvereins, Pfarrer D. Waitz=
Darmſtadt, wird Auskunft bieten auf die andere Frage:
„Der Evangeliſche Bund und das heſſiſche Volk — was
haben beide einander gegeben und was haben beide von
einander zu erwarten?” Zum gleichen Ziele ſoll auch
leiten der Feſtvortrag, der in der
Hauptverſamm=
lung am Montag=Morgen vom Rektor der
Landesuni=
verſität, Profeſſor D. Eck=Gießen, gehalten wird, und
zum Thema hat: „Der Proteſtantismus — ein Erzieher
des deutſchen Volkes zur Kraft‟. Endlich wird auch das
Devrientſche Lutherſpiel viele Herzen dankbar und getroſt
machen und ſich harmoniſch ins ganze fügen, getreu dem
Leitmotiv der Tagung: „Fröhlich ſchau zurück und
freu=
dig wage das Vorwärts!” Solch edlen Gewinn beſchere
das Feſt all den Vielen, die dazu ſich rüſten im ganzen
Heſſenland.
* Evangeliſche Stadtmiſſion. Man ſchreibt uns:
Unter den vielen freiwilligen Liebestätigkeiten unſerer
Stadt, die darin recht reich iſt, hat die hieſige
Evange=
liſche Stadtmiſſion auch eine Bedeutung
gewon=
nen. Zwar tritt ſie nicht ſo ſehr in die breite
Oeffentlich=
keit; ihre Arbeit iſt eine mehr ſtille. Aber ſie greift das
Uebel in der Welt an der Wurzel an. Wer etwas Näheres
über dieſe Arbeit hören will, der iſt herzlich eingeladen
zu dem Jahresfeſt der Stadtmiſſion, das am
Sonntag, den 20. Oktober, im Saale Mühlſtraße Nr. 24,
Hintergebäude, gefeiert wird, und zwar vormittags mik
Luther.
Charakterbild in ſieben Abteilungen
von Dr. Otto Devrient.
Inhaltsangabe nach Aufzeichnungen des Dichters.
I. Abteilung: Erfurt (Univerſität und
Kloſter) 1505 und 1508. Die letzten Klagerufe der
Märtyrer für eine reine chriſtliche Kirche waren verhallt:
Huß, Hieronymus, Savanarola, Weſel, Hilten ſtumm
ge=
macht. — Nun hatte ſich der Chriſtenheit im allgemeinen
ein Stumpfſinn bemächtigt oder jene Selbſtironie, jener
verderbliche Cynismus (d. i. Spottgeiſt), der ſich über das
Erdenweh hinwegſetzt, das er nicht ändern darf, ſoll oder
mag. Die Kritik des Humanismus, der ſchon in zweiter
Generation an der Erneuerung der Wiſſenſchaften in
Deutſchland arbeitete, machte mit halb ſpöttiſcher halb
zorniger Reſignation (d. i. Selbſtbeſcheidung) Halt vor
den kirchlichen Einrichtungen. Auf der Erfurter
Hoch=
ſchule hat ſich ein bedeutender Kreis um die Humaniſten
Rufus und Crotus gebildet, dem ſich auch der junge
Phi=
loſoph und Juriſt Martin Luther, ein
Bergmanns=
ſohn aus Eisleben, angeſchloſſen hat. Auch er iſt mit den
gelehrten Intereſſen vertraut geworden und lebt zugleich
mit den Genoſſen in froher Burſchengeſelligkeit. Aber
ſein tiefer Sinn kann ſich mit jenem Zwieſpalt der
Welt=
anſchauung nicht abfinden. Von den philoſophiſchen
Studien iſt er zu religiöſen Fragen gekommen, in die er
ſich mehr und mehr vertieft; bis er, durch äußere
Ein=
flüſſe noch mehr erſchüttert, Welt und Freunde verläßt, um
in der Stille des Kloſters die Befriedigung ſeines
religiö=
ſen Bedürfniſſes zu ſuchen. Bei den Kloſterbrüdern findet
er eine ähnliche äußere Auffaſſung der Religion. Man
begnügt ſich mit Erfüllung der überlieferten Regel und
läßt die eigentlichen religiöſen Fragen unerörtert.
Ein=
ſam quält ſich Bruder Martinus mit Studien und Kaſtei=
ungen. — Sein Glaube an die Kirche beginnt zu
ſchwan=
ken, als er die Uebereinſtimmung der von ihr
verdamm=
ten Huſſitiſchen Ketzerſchriften mit der Bibel entdeckt. Da
entführt ihn ſeiner Zelle der Viſitator des Ordens, Joh.
von Staupitz, der ſeine Kraft für die Reformierung des
Ordens und für die neue Hochſchule in Wittenberg
ge=
winnen will.
II. Abteilung: Wittenberg (Anſchlagen
der Theſen) 1517. Faſt zehn Jahre ſind vergangen
Jahre innerer Kämpfe und reicher Arbeit im Sinne der
von Staupitz betriebenen Erneuerung der Religioſität
innerhalb der überlieferten Formen. — Aber jene Zweifel
an den Grundlagen der herrſchenden Kirche ſind ſtärker
und ſtärker geworden, je mehr Luther ſein Beruf mit den
führenden Geiſtern bekannt machte, namentlich ſeit er in
Rom die Sittenverderbnis der Geiſtlichkeit ſah. Und als
nun der Ablaßhandel, der um weltlicher Zwecke willen
die Sündenvergebung zu einem Geldgeſchäft machen will,
auch in ſeinen Wirkungskreis einzudringen und die
Früchte ſeiner Arbeit zu vernichten droht, da tritt er
her=
vor und fordert mit ſeinen 95 Streitſätzen von der
Recht=
fertigung die Ablaßprediger zum Kampf heraus, ſich
gleichzeitig mit einem Briefe an den Papſt wendend, in
dem er noch gutgläubig den Hüter der reinen Lehre
ver=
ehrt.
III. Abteilung: Worms (Der Reichstag)
1521. Luthers Vertrauen auf den Papſt wird getäuſcht.
Leo X. ſchleudert endlich, nachdem einige Verſuche, den
trotzigen Mönch zur Unterwerfung und zum Widerruf
ſeiner nun zahlreich erſcheinenden Schriften zu
veran=
laſſen, geſcheitert ſind, ſeinen Bannſtrahl auf den
Unge=
horſamen, der doch treuer als je einer im rechten Glauben
zu wandeln und zu handeln vermeint hat. — Seine
Schriften werden öffentlich verbrannt. — Da reißt das
Band, das den deutſchen Mönch an den römiſchen höchſten
Machthaber gefeſſelt hat. — Er tut das Unerhörte: ſeiner=
ſeits verbrennt er öffentlich des Papſtes Bannbulle. Die
Frage greift aus dem kirchlichen Gebiet in das allgemeine
nationale Intereſſe über — Schritt für Schritt ſtreift
Luther die Banden der kirchlichen Autoritäten ab. In
dem einen Mann beginnen alle Ströme der lebhaft
be=
wegten Zeit zuſammenzufließen. Der junge Karl V.,
ein landfremder Mann ohne Verſtändnis für die heilige
Bedeutung der großen Gärung der Geiſter im Reiche,
be=
ruft im Jahre 1521 einen Reichstag nach Worms zur
Er=
ledigung der ſchwebenden Irrungen, wo auch Dr. Martin
Luther ſich verantworten ſoll. Trotz aller Warnungen
reiſt dieſer mit wenigen Getreuen, auf des Kaiſers freies
Geleit bauend, nach Worms. Aber an eine Erörterung
ſeiner Lehre denkt man nicht — man fordert
Unterwerf=
ung, und als er ſie, auf die Bibel geſtützt, verweigert, da
wird ihm zum päpſtlichen Banne auch des Kaiſers Acht
verkündigt. — Während jedoch die Gegner das Edikt
ab=
faſſen, das Luther vogelfrei erklärt, ſpinnt Kurfürſt
Fried=
rich der Weiſe von Sachſen ſeinen Plan zu Luthers
Rettung.
IV Abteilung: Wartburg, 1522. Unter
dem Schein eines feindlichen Ueberfalles von den Leuten
des Kurfürſten auf der Wartburg in Sicherheit
ge=
bracht, lebt Luther unter dem Namen eines Junker Jörg,
und in ritterlicher Tracht in der Verborgenheit. Die
er=
zwungene Ruhe nutzt er zur Verdeutſchung der Heiligen
Schrift als der neuen Grundlage ſeiner Kirche, nachdem
er mit Papſt und Konzilien öffentlich gebrochen hat. Aber
den feurigen Mann quält die ihm auferlegte
Unmöglich=
keit, in die Kämpfe tätig einzugreifen, die ſein Auftreten in
im Reiche hervorgerufen hat. Die Verſuchung, mit welt=,er
licher Gewalt die Löſung der ſchwebenden religiöſen und
nationalen Fragen herbeizuführen, tritt in Anerbietunge der
des kampfluſtigen deutſchen Adels verlockend an ihn heenſch
an. Aber er überwindet die Verſuchung als eine Heinge
ſuchung des Teufels und vertraut ſeine Sache der Wirk=
einer Feſtpredigt, um 10 Uhr, und nachmittags mit
einer Nachfeier, um 3 Uhr. Redner werden ſein:
Herr Pfr. Eßlinger=Auerbach, Herr Pfr. Dr. Kertz=
Frank=
furt a. M. Auch Chorgeſänge, Deklamationen,
Bericht=
erſtattung werden viele Abwechslung bieten.
Die Mitglieder des Frauenvereins für den
Schloßbezirk werden nochmals an die ordentliche
Mit=
gliederverſammlung erinnert, die heute abend ½9 Uhr,
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, ſtattfindet.
* Konzert und Vortrag über Welte=Mignon.
Das bereits angekündigte Konzert mit dem phantaſtiſchen
Wunderwerk, dem Welteſchen Reproduktionsklavier
„Mignon”, nebſt einleitendem Vortrag findet heute
Donnerstag, den 17. Oktober, abends 8¼ Uhr, im
Saale des Hotels „Zur Traube” ſtatt. In dem Konzert
wird das Publikum Gelegenheit haben, die bedeutendſten
Klaviermeiſter der Gegenwart hervorragende klaſſiſche
und moderne Werke der geſamten Klavierliteratur ſpielen
zu hören. — Karten ſind bei Heinrich Arnold,
Hof=
lieferant, Muſikalien= und Pianomagazin,
Wilhelminen=
ſtraße 9, zu haben.
Liederabend der Beſſunger Geſangvereine. Am
nächſten Sonntag halten die Beſſunger Geſangvereine
ihren diesjährigen ſich allſeitig großer Veliebtheit
er=
freuenden 2. Liederabend ab. Zum Vortrage gelangen
ausgewählte Werke unſerer beliebteſten Chorkomponiſten,
Geſamtchöre, ſowie Konzert einer Künſtlerabteilung der
115er Kapelle. (Siehe Anzeige.)
— Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Auf
viel=
ſeitigen Wunſch unternimmt der Ortsgewerbeverein
Darmſtadt wieder eine Familienwanderung.
Gäſte willkommen. Der Weg führt diesmal von den
Hirſchköpfen auf ſchönem Waldpfädchen über das
Rücks=
brünnchen, Bernhardsbrünnchen, Scheftheimer Eiche durch
abwechslungsreiche Waldbeſtände nach Groß=Zimmern,
wo dann im Brauerei=Ausſchank, oberer Saal,
gemüt=
liches Beiſammenſein ſtattfindet. Hierzu Liederbücher
nicht vergeſſen. Die Wanderung findet bei jeder
Witterung ſtatt und iſt deshalb entſprechende Kleidung
zu wählen. Bei ſehr ſchlechtem Wetter wird eventuell
der Weg abgekürzt und vom Glasberg oder Beſſunger
Forſthaus aus gefahren. Alſo auf alle Fälle vor 2 Uhr
an den Hirſchköpfen. (Näheres in den Anzeigen.)
Sachſen=Verein Darmſtadt. Nachdem ſeit einigen
Jahren von Vergnügungen jeder Art Abſtand genommen
wurde, hat der Vorſtand auf Anregung vieler
Mit=
glieder für dieſen Samstag, den 19. Oktober, einen
Familienabend entriert. Dieſer findet abends im
grünen Zimmer des Kaiſerſaales bei muſikaliſchen,
humoriſtiſchen und geſanglichen Darbietungen ſtatt. —
Auch ſind noch ſonſtige Ueberraſchungen vorgeſehen.
Der Beſuch dieſer Veranſtaltung, die durchaus zwanglos
iſt und recht vergnügte Stunden verbürgt, kann jedem
Mitglied und Landsmann empfohlen werden.
-gs. Unfälle. Geſtern nachmittag 1 Uhr
verun=
glückte ein Schloſſer in der Bleichſtraße dadurch, daß
ihm ein 15 Zentner ſchweres Waſſerreſervoir auf das
linke Bein fiel, ſo daß er mehrere Knochenbrüche
erlitt. — Gegen 2 Uhr geriet ein in der Riedeſelſtraße
beſchäftigter Tapezierlehrling mit der linken Hand in
eine Roßhaarzupfmaſchine und erlitt
ſchwere Verletzungen. Beide Verunglückte
wur=
den nach Anlegung eines Notverbandes von der
Rettungswache mittels Krankenkraftwagens in das
ſtädtiſche Krankenhaus gebracht.
-r. Weiterſtadt, 16. Okt. Der Bezirksverband
der Geflügelzuchtvereine der Ortſchaften
Ar=
heilgen, Eberſtadt, Hähnlein, Ober=Ramſtadt,
Pfung=
ſtadt, Wixhauſen und Weiterſtadt hält dieſes Jahr ſeine
erſte Bezirksausſtellung in Weiterſtadt, und
zwar am 30. November und 1. Dezember, ab, verbunden
mit reichhaltiger Tombola. Da viele Ehrenpreiſe
ge=
ſtiftet ſind, iſt zu erwarten, daß dieſe Ausſtellung auch
gut beſchickt werden wird. Jedem Intereſſenten,
Be=
ſucher und Züchterfreund iſt ſomit Gelegenheit geboten,
für wenig Geld einer größeren Geflügelſchau
beizu=
wohnen.
* Weiterſtadt, 16. Okt. Ein Eiſenbahnunfall
ereignete ſich heute früh in hieſiger Station. 3 Wagen
eines Güterzuges entgleiſten und wurden ſchwer
beſchä=
digt. Der Verkehr wurde durch Umleiten reſp.
Um=
ſteigen aufrechterhalten.
-h- Von der Vergſtraße, 16. Okt. Der diesjährige
Weinmoſt wurde in Auerbach pro Hektoliter
Maiſche mit 80—85 Mark und in Zwingenberg mit
70—75 Mark bezahlt. Ein hoher Preis hinſichtlich der
Qualität. Das neue Weingeſetz macht ſich in dieſem
Jahre ganz beſonders geltend, denn ohne dies wäre
höch=
ſtens ein Preis von 40—50 Mark erzielt worden. — Die
Obſtpreiſe ſind im Steigen begriffen und
werden jetzt gute Obſtſorten bis zu 15 Mk. pro 50 Kilo
bezahlt.
sd. Beerfelden, 15. Okt. Hier ſollen in der nächſten
Zeit von einer Offenbacher Portefeuille=Fabrik
junge Leute in Portefeuillearbeiten angelernt werden, um
dieſe dann als Heimarbeit zu betreiben. Wenn das
Unternehmen gelingt, will die betreffende Firma ſpäter
hier eine Filiale errichten. Das iſt für Beerfelden,
wo=
ſelbſt ſonſt ſehr wenig Ausſichten zum Verdienen ſind, ſehr
erfreulich. — Der augenblickliche Leiter der hieſigen
Ge=
noſſenſchaftsmolkerei, Herr Wilhelm
Kohl=
hagen aus Soeſt, wird vom 1. Dezember ab die
Mol=
kerei in Güttenthal pachtweiſe übernehmen.
Mainz, 16. Okt. Bei Arbeiten in der Leibnizſtraße
fiel ein auswärtiger Tüncher, wahrſcheinlich infolge
Fehltretens, von einer Leiter aus dem erſten
Stock=
werk auf die Straße. Unglücklicherweiſe ſtürzte er
auf den Kopf und erlitt ſchwere Verletzungen.
Nach Anlegung eines Notverbandes wurde der Mann
von der Sanitätswache in das Rochushoſpital gebracht.
— Ein Hauseigentümer und Brauereiexpedient hat eine
Schweinezucht in ſeinem Keller. Um billiges Gas
im Keller zu brennen, bohrte er die Einführungsleitung
an, ſetzte dann einen Hahnen in das Bohrloch und ließ
durch einen Gummiſchlauch Gas in die Kellerlampen.
Durch einen anonymen Brief wurde dieſes betrügeriſche
Vorgehen verraten. Der Mann wurde
feſtgenom=
men. Wie lange er dieſen Gasverbrauch ſchon betrieb,
iſt noch nicht feſtgeſtellt.
Oppenheim, 16. Okt. Ein Speicherbrand, der
leicht größere Folgen hätte haben können, entſtand im
Kautzbrunnenweg. Das 9jährige Töchterchen des
Eiſenbahnbedienſteten Neidlinger ging mit dem
brennen=
den Stearinlicht auf den Speicher, um Kartoffeln zu
holen. Hierbei tropfte brennender Siegellack, der an der
Kerze haftete, auf Stroh und ſetzte dieſes ſofort in
Brand. Das Mädchen fiel beim Anblick der Flammen
vor Schreck in Ohnmacht, konnte aber vorher noch
um Hilfe rufen, worauf Nachbarn herbeieilten und das
Feuer mit einigen Eimern Waſſer löſchten. Wäre der
Hilferuf nicht gehört worden, ſo hätte das ganze
Häus=
chen leicht abbrennen und das Mädchen auch ein Opfer
der Flammen werden können.
Nierſtein, 16. Okt. Den Gerichtsvollzieher
geprellt hat hier ein Handwerksburſche. Dieſer ſollte
dem Gerichtsvollzieher behilflich ſein, eine Wohnung zu
räumen. Als der „Kunde” auf Koſten des
Gerichtsvoll=
ziehers ſich mit Speiſe und Trank erquickt hatte und die
Arbeii beginnen ſollte, verſchwand der fremde
Wanderer und der Gerichtsvollzieher hatte das
Nach=
ſehen.
Guntersblum, 16. Okt. Entgleiſt iſt an der
hieſi=
gen Station vorgeſtern nachmittag bei der Abfahrt ein
Packwagen der Nebenbahn Oſthofen=
Gunters=
blum. Der Zug konnte mit einer kleinen Verſpätung
ſeine Fahrt beginnen. — Rund 700000 Mark
Wein=
gelder gelangen in den nächſten Tagen hier zur
Aus=
zahlung.
Gimbsheim, 16. Okt. Die
Zuckerrübenkam=
pagne iſt hier in vollem Gange. An der
hieſi=
gen Station haben 7 Zuckerfabriken mit der Verladung
begrnnen. Für den Zentner werden 1,10—1,20 Mark
bezahlt.
Nieder=Saulheim, 16. Okt. In Nieder=Saulheim
ge=
riet heute morgen der 19jährige Arbeiter Franz
Her=
kert in die Dreſchmaſchine; das rechte Bein
wurde ihm abgeriſſen. Der Verletzte wurde ſofort
ach Mainz gebracht und ins Rochushoſpital übergeführt.
Nieder=Olm, 16. Okt. Das Automobil der
rhei=
niſchen Schuckertgeſellſchaft ſtieß mit einem vom Felde
heimkehrenden Fuhrwerk zuſammen. Die
In=
ſaſſen des Autos, zwei Ingenieure der genannten
Geſell=
ſchaft, erlitten bei dem Zuſammenprall erhebliche
Verletzungen. Der eine büßte einen Teil ſeines
Gebiſſes ein und trug außerdem ſtarke Verletzungen am
Arme davon, während der andere mit leichteren
Verletz=
ungen davonkam. Das Fuhrwerk wurde total
zer=
trümmert und eine vor dasſelbe geſpannte Kuh
ernſt=
lich verletzt. Auch das Auto wurde ſtark beſchädigt.
(*) Gießen, 15. Okt. Spurlos verſchwunden
iſt die Pflegetochter des Buchhalters Dörr. Das
Mäd=
chen heißt Luiſe Goßmann, es iſt 16 Jahre alt. Da man
annimmt, daß das Mädchen ſich ein Leid angetan hat, ſo
haben die Angehörigen wiederholt das Lahntal und die
Segend um Klein=Linden abgeſucht, aber vergebens.
Gießen, 16. Okt. Da im Philoſophenwald und in
deſſen unmittelbarer Umgebung die Jagd nicht
aus=
geübt werden darf, ſind die Rebhühner in der Gegend
ſo ſicher gemacht worden, daß ganze Ketten ſich auf der
Liebigshöhe täglich zu Gaſte laden und mit den
Haus=
hühnern gemeinſam deren Futter verzehren. Die ſonſt
ſehr ſcheuen Waſſerhühner kann man jetzt von der
Lahn=
brücke aus beobachten, wie ſie vom Ufer an Burks Mühle
ihre Waſſerfahrten unternehmen, blitzſchnell untertauchen
und an ziemlich entfernten Stellen wieder emporkommen.
Friedberg, 16. Okt. Das zweite Gleis der
Bahnſtrecke Friedrichsdorf=Friedberg der
Eiſenbahn Bad Homburg=Friedberg iſt geſtern vormittag
für den Verkehr freigegeben worden. Dadurch
wird die ſeither als Nebeneiſenbahn betriebene Strecke
Friedrichsdorf=Friedberg als Haupteiſenbahn betrachtet.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 15. Okt. In dem Prozeß
Felix Weingartners gegen den König von
Preu=
ßen, vertreten durch die Generalintendantur der
König=
lichen Schauſpiele, erkannte das Reichsgericht auf
Zurück=
weiſung der Reviſion des Klägers gegen das Urteil des
mit dem Kammergericht verbundenen Geheimen
Juſtiz=
ſenats vom 26. Marz. Der Klageanſpruch ging dahin,
daß=
der von Weingartner mit der Generalintendantur
abge=
ſchloſſene Vergleich, wonach er während fünf Jahren in
Berlin und innerhalb eines gewiſſen Umkreiſes nicht
öffentlich auftreten darf, als ungültig anzuſehen iſt, weil
er gegen die guten Sitten verſtoße — Zur Erinnerung an
den im Jahre 1909 verſtorbenen ärztlichen Direktor des
Städtiſchen Krankenhauſes Moabit, Geh. Medizinalrat
Prof. Dr. von Renvers, wurde heute mittag im
Klei=
nen Tiergarten, gegenüber dem Haupteingang zum
Kran=
kenhauſe, ein Denkmal enthüllt, das von der
Meiſter=
hand Prof. Tuaillons geſchaffen iſt. — Zu der Nauener
Meſſerſtecherei und der Verhaftung des Bäckergeſellen
Nettelſtroh wird weiter gemeldet: Nach dem Verhor und
den Zeugenvernehmungen im Polizei=Präſidium fuhren
Staatsanwalt Meyermann vom Landgericht III im
Auf=
trage des Erſten Staatsanwalts und Kriminalkommiſſar
Klinghammer mit dem Verhafteten, den mehrere
Krimi=
nalbeamte in ſichere Bedeckung genommen hatten, nach dem
Rittergut Selbelang, dem Beſitztum des Direktors
Kar=
ſtädt, deſſen Gattin und Tochter zugleich mit Frau Voß
Opfer des Ueberfalles waren. Auch Frau Karſtädt iſt noch
durchaus nicht ganz wiederhergeſtellt. Sie muß noch den
größten Teil des Tages im Lehnſtuhl zubringen, während
ihre Tochter, die weniger verletzt wurde, vollſtändig
ge=
ſund iſt. Frau Karſtädt ſowohl wie Fräulein Karſtädt
er=
lärten nach der Gegenüberſtellung, ſie müßten aus vollſter
Ueberzeugung ſagen, daß Nettelſtroh der Täter ſei. Die
Damen bekunden, ſie erkennten Nettelſtroh an ſeiner
gan=
zen Erſcheinung, ſeinen behenden Bewegungen, ſeinem
ſtieren Blick und an ſeinem fahlen Geſicht ſofort wieder.
Nettelſtroh wurde auch dem Bahnhofswirt in Nauen
vor=
geführt. Auch dieſer, bei dem der Täter Bier getrunken
hat, glaubt beſtimmt Nettelſtroh wiederzuerkennen
Wei=
ter ging die Fahrt nach dem Gut Bredow. Hier wurden
ie Arbeiter vernommen, die gleich nach dem Ueberfall
den Täter fliehen ſahen. Sie haben damals den
Fliehen=
den nicht genauer geſehen, glauben aber auch, daß er ganz
dieſelbe Erſcheinung gehabt habe wie Nettelſtroh.
Be=
ſonders erinnern ſie ſich, daß der Unhold X=Beine
atte, die in der Tat auch Nettelſtroh hat.
Nettel=
ſtroh hat auf alle dieſe Ausſagen nur die eine Antwort,
daß er unſchuldig ſei.
Wiesbaden, 15. Okt. Der 17 Jahre alte Sohn des
Kaufmanns Butzbach aus der Albrechtsſtraße ſpielte
heute nachmittag in der Küche, in der ſich außer ihm noch
eine Mutter befand, mit einem Revolver.
Plötz=
lich ging der Schuß los und der junge Mann brach mit
durchſchoſſenem Kopfe tot zuſammen.
München, 16. Okt. Der 24jährige Bergmann
Fries aus Herbitzheim lernte im Auguſt in ſeinem
Heimatsort einen angeblichen franzöſiſchen
Gruben=
agenten kennen, der ihm hohen Lohn verſprach und ihn
ein Vertragsformular unterſchreiben ließ. Der junge
Mann fuhr dann mit nach Nancy und von dort im
Autrmobil weiter. Während der Fahrt muß er betäubt
worden ſein. Er ſchlief ein und erwachte erſt in einer
franzöſiſchen Kaſerne. Fries hat über ſeine
Verſchlep=
pung nach hier geſchrieben und mitgeteilt, daß es ihm
ſchlecht gehe.
Weimar, 16. Okt. Zum Beſuche des Kaiſers
am Großherzoglichen Hofe zwecks Teilnahme an der
Taufe des Erbgroßherzogs von Sachſen=Weimar am
25. ds. Mts, wird gemeldet, daß der Kaiſer bereits am
24. früh in Weimar eintrifft. Der Nachmittag iſt der
Be=
teiligung an einer Hofjagd in Ettersburg gewidmet.
Unter den geladenen fürſtlichen Gäſten befinden ſich
wei=
ter u. a. Herzog Ernſt Günther von Schleswig=Holſtein,
Prinz Albert von Sachſen=Weimar, Prinz Heinrich der
Niederlande und ſchließlich der Erbprinz Bernhard von
Sachſen=Meiningen als Vertreter ſeines Vaters, des
Herzogs Georg, der wegen Unpäßlichkeit und hohen
Alters der Feierlichkeit fern bleiben muß.
Jena, 15. Okt. Geh. Oberfinanzrat Dr. Fuchs aus
Darmſtadt wurde heute in öffentlicher
Gemeinderats=
ſitzung in ſein neues Amt als erſter Bürgermeiſter
von Jena eingeführt.
Halle a. d. S., 16. Okt. Die Domäne Ammendorf,
eine der größten und ſchönſten der Provinz Sachſen, iſt
von der Staatsregierung an eine Anſiedelungsgeſellſchaft
in Frankfurt a. d. O. verkauft worden zur Errichtung
einer größeren Anzahl neuer kleiner Bauernhöfe.
ung des Wortes allein. Die Nachricht von tumultuariſchen
Ausſchreitungen ſeiner übereifrigen Anhänger in
Witten=
berg treibt ihn, trotz allerWarnungen vor den ihn
bedrohen=
den Gefahren, hinaus, um die Reinheit ſeiner Lehre zu
retten.
V. Abteilung: Kloſter Nimtſchen, 1523.
Inzwiſchen haben ſich ſeine Schriften, worin er Klöſter
und Zölibat, Heiligenverehrung und Werkheiligkeit
ver=
wirft, über das ganze Reich verbreitet. Viele Prieſter
treten in den Eheſtand, Mönche und Nonnen verlaſſen ihre
Klöſter. Auch in das Nonnenkloſter Nimtſchen, im Lande
Herzog Georgs von Sachſen, ſind Lutherſchriften
gedrun=
gen, von den jüngeren Schweſtern mit Begeiſterung
er=
faßt. Katharina von Bora hat ſich offen zu
Luthers Lehren bekannt und iſt dafür mit Kirchenbuße
belegt worden. Aber durch Hilfe auswärtiger Freunde
und ſtillen Beiſtand ihrer Muhme Magdalene gelingt ihr
und ihren Gefährtinnen in der Oſternacht die Flucht aus
dem Kloſter.
VI. Abteilung: Wittenberg. Der
Ver=
ſpruch. 1525. Mit der Kraft ſeiner Predigt hat Luther
die Unruhen in Wittenberg gedämpft. Die ſich an ſeine
Lehre anknüpfende Erhebung der Bauern gegen ihre
Herren mußte freilich mit den Waffen niedergeſchlagen
werden. — Unter dem Kurfürſten Johann, der Friedrich
dem Weiſen im Jahre 1525 folgt, ſetzt ſich die Reformation
in Sachſen völlig durch. Luther legt die Mönchstracht
ab mit ungeheuerem Fleiß widmet er ſich den Pflichten
des Lehramtes, der Predigt und der Seelſorge. Die aus
Nimtſchen entflohenen Nonnen ſind größtenteils
verhei=
ratet. Nur Katharina von Bora, im Hauſe von
Freun=
leden in Wittenberg aufgenommen, hat alle Anträge abge=
Sehnt. Während Luther ſich für ſeine Freunde bei ihr
emüht, erwächſt in ſeiner Seele der Entſchluß, zur
Voll=
bendung ſeines großen Werkes ſelbſt um ihre Hand zu
werben.
VII. Abteilung: Luthers letzte
Weih=
nacht, 1545. Es iſt juſt 20 Jahre ſpäter. Die Zeit iſt
ſchwer. Trübe Wolken türmen ſich auf für das
Bekennt=
tis. Von außen drohen aufs neue Kaiſer und Papſt.
Im Kreiſe der Bekenner beginnt ſchon jetzt bei Lebzeiten
Luthers jener unſelige Zwieſpalt der übereifrigen
An=
hänger, an deren Spitze Amsdorf ſteht, und der
Gemäßig=
ten, die Melanchthon folgen. Um ſo emſiger iſt der kleine
Wittenberger Gelehrtenkreis bemüht, das wichtigſte Pfand
des Bekenntniſſes, die deutſche Bibel in letzter
Durchſicht der Nachwelt zu laſſen. — So ſehen wir den
greiſen Reformator inmitten ſeiner Getreuen bei der
Ar=
beit, von der ihn ſeine Hausfrau zur traulichen
Familien=
feier hinwegruft; es iſt Weihnacht, die letzte, die Luther
erlebte. Sein letztes Wort im Feſtſpiel lautet:
„Roll über mich das Rad der Zeit,
Ich ſcheide ohne Groll und Neid.
Die heilige Reformation,
Die haftet nit an meiner Perſon;
Die wirket fort bei meinem Sterben.
Mein deutſches Volk ſetz ich zum Erben.”
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, 15. Oktober.
„Figaros Hochzeit”
W-l. Die heutige Wiederaufführung von Mozarts
„Figaros Hochzeit” bot manches Schöne, eine
Muſter=
aufführung aber war ſie nicht. Man kann ſich bei der
Aufführung Mozartſcher Opern des Eindrucks nicht
er=
vehren, daß die heutigen Sänger und Sängerinnen,
wohl unter dem Einfluß der Wagnerſchen und
nach=
wagnerſchen Opern, ſich dem Stil der Mozart=Opern
immer mehr entfremden. Und das iſt ſehr ſchade! Mozart
verlangt eben nicht nur Stimmen und einen korrekten,
ſondern auch einen ſchönen Geſang. In die Arien
on Figaros Hochzeit iſt eine Welt von Empfindungen
hineingelegt, und Schönheit, Leben und Seele müſſen
us ihnen herausklingen. Der wunderbare Fluß der
Melodien und die entzückende Grazie der Muſik ertragen
ein Ringen mit irgend welchen techniſchen
Schwierig=
keiten und keine Schwerfälligkeit in Spiel und Geſang,
alles muß fließen und jubeln und ſprudeln von Leben
und Humor.
Von den früheren Vertretern der Hauptpartien
müſſen wir an erſter Stelle Herrn Weber nennen, der
den Grafen Almaviva ſchmuck repräſentierte und
ſtimm=
ich und geſanglich den Anforderungen einer Mozart=
Oper wohl am meiſten entſprach. Herr Stephani
ſang die Figaro=Partie mit gewohnter Zuverläſſigkeit
und Beherrſchung. Die leichte Grazie des Vortrages
aber geht ihm ab. Als Suſanne zeigte ſich Frau
Kallenſee von der beſten Seite ihrer Kunſt und
ent=
behrte auch in der Darſtellung des Humors nicht. Frl.
Jüttner ſang die Pagen=Partie korrekt, ihre Stimme
hatte aber zu wenig Ausdrucksfähigkeit und Seele. Sehr
hübſch ſprach und ſang Frl. Schaub die kleine Rolle
des Bärbchen. Die Sängerin hat in der vorigen
Sai=
on das Soubrettenfach gerettet und ſich die Sympathien
des Publikums erworben und ſollte wieder mehr
beſchäf=
igt werden.
Frau von Sugh, die wieder die Partie der
Grä=
fin ſang, iſt keine Mozart=Sängerin; die Arie des 3. Aktes
itt überdies unter der unruhigen Tongebung, die ſie nicht
verträgt. Und dann der Dialekt! Die kleineren Partien
varen durch die Herren Bernhardt (Baſilio),
Riech=
mann (Bartolo), Jahn (Richter) und die Damen
Jacobs (Marzelline) und Longin (Edeldame)
ver=
treten. Das Publikum verhielt ſich reſervierter, als ſonſt
in dieſer Oper.
Brüſſel, 15. Okt. Die Fälſchungen, über die wir
berichteten, haben ſich inzwiſchen als noch viel größer
herausgeſtellt, faſt gehen ſie ins Märchenhafte, nämlich zu
der Höhe von zwölf Millionen Mark, nach einer zweiten
Meldung ſogar bis zu fünfundzwanzig
Millio=
nen. Ein Brüſſeler Börſenmakler, der allein 700000
Francs verloren hatte, hat bereits Selbſtmord begangen.
Dircktor Wilmart von der belgiſchen
Eiſenbahngeſell=
ſchaft Gent-Teraeuzen wird beſchuldigt, nach Millionen
zählende Beträge von Obligationen dieſer Nebenbahn
gefälſcht und zu Geld gemacht zu haben. Unterhändler
hatten in den letzten Monaten, angeblich für einen
gro=
ßen Kapitaliſten, der nicht genannt ſein wollte, einer
An=
zahl Brüſſeler Privatleuten ſehr bedeutende Poſten von
ſolchen Obligationen zu ſehr niedrigen Preiſen zur
Be=
leihung oder zum Ankauf angeboten, mit dem Hinweis,
daß der Staat die Bahn in kurzem übernehmen und die
Obligationen dann voll bezahlt würden. Da ſolche
Ange=
bote in Brüſſel ſich bald herumſprachen, erfuhren auch
verſchiedene Großbanken davon, die ſelber große Poſten
von ſolchen Obligationen für den Direktor beliehen hatten.
Im ſtillen angeſtellte Nachforſchungen ergaben, daß die
Geſamtſumme der an verſchiedenen Stellen
lombardier=
ten Obligationen um das Vielfache den Betrag der
über=
haupt von der Geſellſchaft ausgegebenen Obligationen
übertraf. Die Bahn hat nämlich nur ein Kapital von
vier Millionen in Aktien und zwei Millionen in
Obliga=
tionen Man unterſuchte die Angelegenheit weiter und
fand, daß in einer Druckerei allein in den letzten Monaten
für 5 Millionen Obligationen für Wilmart gedruckt
wor=
den waren, und auch bei der königlichen Stempelbehörde
ſollen beſtändig ſolche Stücke zur Stempelung eingereicht
worden ſein.
Kingston, 15. Okt. Ein intereſſanter Prozeß, der
nach Deutſchland hinüberſpielt, beſchäftigt die Gerichte.
Vor dem hieſigen Vormundſchaftsgericht klagen die
er=
wachſenen Kinder der Gräfin de Gasquet=
Jai=
mes, geborenen Eliſabeth Pratt=Tibbitts aus New=
York, der Gräfin, ihrer Mutter, die Verwaltung des vom
Vater hinterlaſſenen Vermögens von mehreren Millionen
Mark zu entziehen. Als Grund gibt die Klage an, daß
die Mutter eine heimliche Ehe mit dem Herzog
Heinrich Borwin von Mecklenburg=
Schwe=
rin eingegangen ſei. Die Mutter iſt 55 Jahre alt, der
Herzog zählt 26. Die Hinterlaſſenſchaft wird von den
Kindern als gefährdet betrachtet, weil ſie annehmen, daß
in der Ehe mit dem Herzog das Geld ausgegeben werde,
und es nicht, wie es das Teſtament beſtimmt, den
Kin=
dern zugute komme. Die Gräfin de Gasquet=Jaimes
wohnt auf Schloß Stattenegg in Krain; ſie beſitzt
außer=
dem in Dinard in Frankreich eine Villa und eine große
Wohnung in Dresden, wo ſie die Bekanntſchaft des
Her=
zogs Borwin gemacht hat. Wo und wann die Heirat
zwiſchen dem Herzog und der Gräfin ſtattgefunden hat,
iſt nicht bekannt. Die Kinder behaupten in der Klage,
im Beſitze vollgültiger Dokumente zu ſein, daß eine
heim=
liche Ehe vollzogen worden ſei.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
pehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
M. V Die Solopartien für die Aufführung von
E. Tinels „Franziskus” durch den Muſik=
Verein am Montag, den 21. d. M., ſind in ſorgfältiger
Auswahl bewährteſten Kräften anvertraut, die zum
Ge=
lingen des Konzertes ihr Beſtes geben werden. Frau
Mintje Lauprecht=von Lammen iſt ſeit
ihrem Auftreten beim letzten Kammermuſikfeſt und im
Muſik=Verein uns ein hochgeſchätzter, ſtets mit Freude
be=
grüßter Gaſt, und Herrn Heinrich Reinhardt
ken=
nen wir lange als geſchmackvollen, zuverläſſigen
Konzert=
ſänger. Für die Titelpartie iſt Herr Dr. Robert
Stark gewonnen worden. Sein Lebensgang iſt nicht
ohne beſonderes Intereſſe. Robert Stark aus Karlsbad,
das einzige Kind angeſehener Eltern, hat in Wien
Medi=
zin ſtudiert, die Approbation als Arzt und die Würde
eines Doktors der geſamten Heilkunde erworben. Schon
als Gymnaſiaſt hatte er ſich durch ſeine ſchöne Stimme
bemerkbar gemacht. Die freie Zeit, die ihm das Studium
beließ, nützte er dazu aus, um den Schatz, den ihm die
Natur in die Kehle gelegt, in ſorgfältiger Schulung zu
pflegen. Die Stimme entwickelte ſich zu einem prächtigen
Heldentenor, und nach Abſchluß des mediziniſchen
Stu=
diums widmete er mehrere Jahre ausſchließlich ſeiner
Ausbildung zum Opernſänger an der Akademie in Wien.
Zum Beginn der vorjährigen Spielzeit (Herbſt 1911) trat
er am deutſchen Landestheater in Prag ſein erſtes und
letztes Bühnenengagement an. Obwohl er — namentlich
als Rhadamés (Arda) und Vasko (Afrikanerin) — großen
Beifall fand, brachte ihm das Leben auf den Brettern auf
die Dauer nicht die erhoffte Befriedigung. Im Frühjahr
wandte er der Bühne den Rücken und kehrte zum
ärzt=
lichen Berufe zurück, um fortan ſeine Geſangskunſt nur
noch im Konzert zu verwerten. Wie ſehr er in Prag
geſchätzt war, mag die Tatſache beweiſen, daß man ihn
dort kürzlich für die Partie des Rhadamés als Gaſt ans
deutſche Landestheater zurückholte.
—Ueber den Pianiſten Willy Bardasaus
Berlin, der in dem Petſchnikoff=Konzert des Richard
Wagner=Vereins am 24. Oktober erſtmalig vor das
Darmſtädter Publikum treten wird, leſen wir in
aus=
wärtigen Blättern: „Was Bardas uns bot, war ernſte
Mitarbeit an ernſter Kunſt. Wer ſchon in jungen Jahren
Energie und Kern und Kunſt voll Seele zeigt, Selbſtzucht
und Selbſtbeſchränkung, der verſpricht ein wahrer Prieſter
im Myſterium der Muſik zu werden.” — „Willy Bardas
bewährte ſich als Pianiſt von gediegener techniſcher
Bild=
ung, geklärter Kunſtauffaſſung und vornehmem
Ge=
ſchmack.” — „Bardas brachte ſich als eminenter
Brahms=
ſpieler zur Geltung. Er wird an der Hand dieſes Meiſters
zum Klaſſiker des Pianoforte vorrücken; ſchon jetzt
be=
hauptet er, was muſikaliſche Reife, ſelbſtändige
Auf=
faſſung und techniſche Ausbildung anbelangt, einen Platz
in der vorderſten Reihe unſerer Pianiſten.” (Max Kalbeck
im Neuen Wiener Tageblatt.) — Um vielfach
geäußer=
ten Wüſchen zu entſprechen, werden von dieſer Saiſon ab
auf den akuſtiſch beſonders günſtigen Galerien des
Turn=
hallenſaales nach Bedarf numerierte Balkonſitze
zum Verkauf gelangen.
Heſſiſcher Verein für ländliche Heimatpflege,
Wohlfahrt= und Kunſtpflege.
St. Darmſtadt, 16. Oktober.
Unter dem Vorſitz des Herrn Provinzialdirektor Fey
fand heute nachmittag im Gartenſaal des „Städtiſchen
Saalbaues” eine Verſammlung des heſſiſchen Vereins
für ländliche Heimatpflege, Wohlfahrt= und Kunſtpflege,
ſtatt, die recht zahlreich aus ganz Heſſen beſucht war=
Der Vorſitzende begrüßte herzlichſt die Erſchienenen,
be=
ſonders die Herren Vertreter der Behörden, des Großh.
Miniſteriums, Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel,
zahl=
reicher Korporationen und Bürgermeiſtereien und Lehrer
vom Lande. Redner führte dann folgendes aus: Ernſte
Zeiten gemahnen uns, wie bedeutungsvoll für den Frieden
die innere Stärke eines Volkes iſt, wie notwendig ein
feſter Zuſammenſchluß unſerer Kräfte im Innern iſt und
wie notwendig es iſt, daß das, was von Alters her als
die Lebensader, als das Mark des Volkes erkannt wurde
und was als Nährwurzel zu einer kraftvollen
Entwick=
lung von den Vätern gepflegt wurde, den kommenden
Geſchlechtern nicht verloren geht, ſondern von uns
ge=
hütet, gepflegt und entwickelt wird. Das gilt namentlich
für die ländliche Heimat, für deren Gedeihen und für
deren Wohlfahrt. Hierbei tätig zu ſein und mitzuhelfen
iſt die Aufgabe unſeres Vereins. Unſer Verein will den
Zuſammenſchluß deſſen, was in der Richtung geſchieht,
die Zuſammenarbeit auf dieſem Gebiet, fördern und
ſtützen. Wir verkennen keineswegs und ſchätzeit hoch,
was auf dieſem weiten Gebiete zahlreiche Vereine,
Be=
hörden und Korporationen ſowie einzelne Perſonen
be=
tätigen. Wir wollen dieſe Tätigkeit ergänzen,
zuſam=
menfaſſen und unterſtützen, ihr unſere eigene
Vereins=
tätigkeit zur Seite ſtellen. Unſer Verein will ein
Zentral=
verein für alle dieſe Beſtrebungen ſein. Eine Reihe unſerer
Wünſche, die wir nun in 6jähriger Vereinstätigkeit
an=
ſtreben, ſind in Erfüllung gegangen. So insbeſondere in
der Jugendpflege Bereits im Jahre 1909 haben wir auf
die Notwendigkeit einer geordneten,
zuſammengeſſchloſ=
ſenen Jugendfürſorgearbeit auf dem Lande hingewieſen
und ſie von da an angeſtrebt, insbeſondere haben wir
auch durch Hinweis auf die Bedeutung der Spiele für die
körperliche und geiſtige Entwicklung der Jugend auf dem
Lande die Ertüchtigung der Jugend zu fördern geſucht.
Wir freuen uns, daß wir nunmehr in jüngſter Zeit unſere
Beſtrebungen der neuen machtvollen Organiſation des
Bundes Jungdeutſchland anſchließen und mit unſeren
Erfahrungen bei Einrichtung desſelben in Heſſen hilfreiche
Hand leiſten konnten. Wir hoffen aber auch, daß bei
weiterem Ausbau der Jugendfürſorge in Heſſen keine
Zerſplitterung eintritt, ſondern daß dieſe im engen
An=
ſchluß an dieſen Bund erfolgt. Wle notwixidig die
Kräftigung unſerer Jugend in Heſſen iſt, geht daraus
hervor, daß ſeit einigen Jahren der Bedarf unſeres
heſ=
ſiſchen Kontingents an Rekruten in Heſſen allein nicht
mehr gedeckt werden kann, ſondern daß zur Ergänzung
aus preußiſchen Bezirken Laute eingeſtellt werden müſſen,
während wir bis 1907 ſtets Ueberſchuß hatten. Wir
freuen uns, daß auf dem Gebiete der Denkmalpflege, der
Pflege des heimatlichen Liederſchatzes, der Volksbildung
und der Volkskunde, der Wanderungen auf das Land in
Heſſen Vorbildliches geleiſtet wird. Wir freuen uns, daß
zur Belehrung auch der ländlichen Bevölkerung über
ver=
nünftige Geſundheitspflege und zur Förderung der
Volks=
geſundheit durch Mutter= und Säuglingsſchutz, der
ins=
beſondere auch in ländlichen Fabrikorten von großer
Wichtigkeit iſt, durch die Ausſtellung „Der Menſch” unter
der Führung unſeres Großherzogs und unſerer
Groß=
herzogin Ausgezeichetes geſchieht. Alle dieſe Biſtre4
bungen unterſtützen wir gerne an unſerem Teil und ſie
haben unſeren lebhafteſten Beifall. Wir erblicken ferner
in der Verbeſſerung der
Verkehrsbezie=
hungen des flachen Landes und in der
Ver=
ſorgung desſelben mit Elektrizität ein
weſentliches Mittel zur Beſeitigung der Landflucht. So
wird die Gründung einer elektriſchen Ueberlandzentrale
in den Provinzen Rheinheſſen und Oberheſſen, ſowie in
der Provinz Starkenburg im Anſchluß an die
Kraft=
werke in Darmſtadt und Offenbach, ſowie der Bau von
elektr. Bahnen das Land wirtſchaftlich weſentlich kräftigen,
Daß dabei das Wirtſchaftsgebiet der Provinz als ſolches
zu=
ſammengeſchloſſen bleiben muß, iſt eine Forderung des
wirtſchaftlichen Heimatſchutzes und ich freue mich hier
mitteilen zu können, daß, was die Provinz Starkenburg
betrifft, auch ein nichtheſſiſcher bei der Darmſtädter
Ueber=
landzentrale weſentlich beteiligter Großkaufmann, Herr
Stinnes, gerade dieſes Moment richtig erkannt hat und,
wie ich aus ſeinen Erklärungen weiß, beachten und
unter=
ſtützen wird Daß ferner der verdienſtvolle Vorſitzende
des „Ernſt=Ludwig=Vereins zur Beſchaffung billiger
Wohnungen für Minderbemittelte” Herr Freiherr von
Heyl in Worms nunmehr dem Bauplatznachweis auf dem
Lande, wie mir mitgeteilt worden iſt, ſein Intereſſe
zu=
wenden will, iſt für die ſoziale und wirtſchaftliche
Kräf=
tigung des flachen Landes ebenfalls von nicht zu
unter=
ſchätzender Bedeutung. Das ſind nur einzelne Ausblicke,
aus denen hervorgeht, wie bei den Beſtrebungen auf
idealen und wirtſchaftlichen Gebieten der Geſichtspunkt
einer Förderung der ländlichen Wohlfahrt= und
Heimat=
pflege nicht außer Acht gelaſſen werden darf.
Unſer Verein iſt ein Feind einſeitig bürokratiſcher
Tätigkeit, er ſtrebt Mitarbeit einſichtsvoller Freunde und
Freundinnen des Landes an, denn nur Maßnahmen, die
von der Ueberzeugung der Bevölkerung getragen ſind,
bil=
den ein ſtarkes Fundament. Wir wollen keine
Zerſplit=
terung ſondern Einheit. Wir wollen aber auch, daß
unſer Verein immer mehr ein Stützpunkt und Mittelpunkt
für alle Beſtrebungen der ländlichen Wohlfahrt= und
Hei=
matpflege und der ländlichen Kunſtpflege werde. Dazu
bitte ich Sie Namens des Vereins um Ihre wertvolle
Hilfe und Unterſtützung.
Es folgte ein Vortrag des Herrn Profeſſor Dr.
Frenzel=Darmſtadt über
Bedeutung von Heimatſchutz und
Heimat=
pflege und deren Beziehungen auf dem
Lande.
Redner geißelte zunächſt in ſcharfen aber treffenden
Wor=
ten die Sünden unſerer Zeit inbezug auf den Mangel
an Achtung vor dem Ueberkommenen. Die ländliche
Fenilleton.
— Koloniale Kunſtausſtellung in Gießen. Die
Aus=
ſtellung von Gemälden und kunſtgewerblichen
Erzeug=
niſſen aus den Kolonien Kamerun, Südweſt= und
Oſt=
afrika, ſowie aus Braſilien, welche vom 15.—25, (nicht 27.)
Oktober in den Räumen des Gießener Kunſtvereins am
Brandplatz und dem oberen Stockwerk des Philipps=
Schlößchens oder Neuen Schloſſes am Landgraf=Philipp=
Platz von der Geſellſchaft für Erd= und Völkerkunde, dem
Frauenverein vom Roten Kreuz für die Kolonien und dem
Frauenbund der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft veranſtaltet
wird, entſtammt den ausgedehnten Reiſen des Malers
Ernſt Vollbehr. Herr Vollbehr ſtammt aus Kiel,
be=
reiſte zunächſt die Oſtküſte Braſiliens, ſowie den
Amazonen=
ſtrom, und kam dann bald nach dem ſchweren Kriege in
Südweſt in dieſe Kolonie, ſpäter nach Oſtafrika und
ſchließ=
lich nach Kamerun, von wo er Anfang 1912 zurückkehrte.
Seine Reiſen umfaſſen im ganzen fünf Jahre. Seine
Ge=
mälde, die mit der Zeit auf eine Anzahl von mehreren
Hunderten angewachſen ſind, wurden ſeinerzeit zweimal
im Reichstagsgebäude in Berlin ausgeſtellt und erregten
als erſte große Sammlung farbiger Gemälde aus unſeren
Kolonien großes Aufſehen. Unterſtützt und ſehr
weſent=
lich erläutert werden ſie durch eine umfangreiche
Samm=
lung ethnographiſcher Gegenſtände aus Kamerun und
Oſt=
afrika, eine Sammlung, deren Hauptwert in der
Selten=
heit der einzelnen Stücke beſteht. Da der Saal des
Kunſt=
vereins nicht im Entfernteſten ausreichte die Sammlung
aufzunehmen, ſo ſind dem Maler Vollbehr fünf Säle des
oberen Stockes des neuen Schloſſes eingeräumt worden.
Die Sammlung wird vom 15.—25 Oktober von 11—1 und
2—4 Uhr geöffnet ſein. Der Eintrittspreis iſt auf 50 Pfg,
für die Mitglieder der drei veranſtaltenden Vereine, ſowie
die des Kunſtvereins auf 20 Pfg. feſtgeſetzt worden;
Schü=
ler zahlen 10 Pfg. Am 25. Oktober, um 5 Uhr, wird die
Ausſtellung geſchloſſen, da ſie nach München übergeführt
werden wird.
CK. Die neue Schleppe. Die weichen, ſanften
Drape=
rien, die in der neuen Mode die Silhouette der Frau
umfloren, verlangen als harmoniſche Reſonanz ein
Aus=
klingen in den weiten wogenden Linien der Schleppe.
Darum iſt die Schleppe für die große Toilette nnbedingt
notwendig; nur junge Mädchen und ganz junge Frauen
können ohne ſie in einer Abendgeſellſchaft erſcheinen. Die
neue Schleppe iſt eng und kurz, häufig ein wenig gerafft
oder durch eine Schnur mit Troddel zuſammengehalten
eben nur ein Ausklang. Sie kann aus demſelben Stoff
wie die Robe oder auch aus einem anderen gearbeitet ſein,
muß aber dann mit der Toilette wenigſtens in der
Gar=
nierung übereinſtimmen. So trägt man z. B. zu einem
blauen Velvetkleid mit einer Garnierung von Goldgaze
eine Schleppe in einem anderen Blau, aber auch mit
Goldgaze. Die Schleppe iſt vielfach ganz unabhängig vom
Rock; ſie geht von der Taille aus und kann loſe über den
Arm geworfen werden wie eine Schärpe. Sie kann dann
auch abgenommen werden, ohne irgend wie zu fehlen,
denn der Rock darunter iſt in ſeinem ganzen Umfang
gar=
niert. Für Damen, die gern tanzen, iſt das jedenfalls eine
praktiſche und angenehme Einrichtung. Ganz leicht iſt es
nicht, in den um die Füße noch ſehr engen Röcken mit
einer ſolchen ziemlich ſchweren Schleppe zu gehen, aber
ſie verleiht der Linie der Frau jenen weichen, wogenden
Rhythmus, den die diesjährige Mode fordert.
C.K. Die größte Briefmarken=Ausſtellung der Welt.
Gegen 300000 ſeltene Briefmarken, die einen Wert von
etwa 6 Millionen Mark darſtellen, ſind auf der ſoeben
er=
öffneten internationalen Ausſtellung in London zu ſehen
Dieſe Ausſtellung, die die großartigſte Veranſtaltung ihrer
Art bisher überhaupt iſt, hat Philateliſten aus allen
Weltteilen angezogen und beſchäftigt alle Kreiſe Englands,
vom König, der ein begeiſterter Briefmarkenſammler iſt,
bis zu den Schuljungen, die ihre Marken tauſchen.
Un=
geheuere Werte ſind hier unter Glas zu ſchauen; die
bun=
ten Papierſtückchen ſind verſichert, werden auf das
ſorg=
ſamſte bewacht und nachts in ſichere Safes eingeſchloſſen.
Der Stolz der Ausſtellung iſt die Platte, von der die
Pennys= und Zweipennys=Mauritius=Marken gedruckt
wurden; ihr Wert wird auf 100000 Mark geſchätzt. Die
Marken ſelbſt, von denen nur 27 Exemplare bekanit ſind,
koſten 70000 Mark das Paar. Zu den größten
Selten=
heiten gehört eine Serie von Uruguay=Marken. Die
ſel=
tenſte Briefmarke, die vorhanden iſt, iſt aber eine grüne
chineſiſche Marke für Expreßbriefe, die aus vier
perforier=
ten Abteilungen beſteht. Wer in China Eilbriefe
ver=
ſendet, bekommt von dieſer Marke nur eine Abteilung,
während die chineſiſche Poſt die übrigen drei zurückbehält
und jeden, der ſich in ihren Beſitz ſetzt, mit ſchwerer Strafe
bedroht. Dem engliſchen Sammler Harte=Lovelace gelang
es, während der chineſiſchen Revolution ſich in den Beſitz
einer vollſtändigen Marke zu ſetzen, der einzigen, die es
bisher außerhalb Chinas gibt. 40000 Mark iſt eine
Zwei=
cent=Miſſionarmarke von Hawai wert, die in den
fünf=
ziger Jahren des 19. Jahrhunderts von den Miſſionaren
Hawais verwendet wurde und außerordentlich ſelten iſt.
* Die Mordgeſchichte von dem jungen Werther. „Eine
entſetzliche Mordgeſchichte von dem jungen Werther, wie
ſich derſelbe den 21. Dezember durch einen Piſtolenſchuß
eigenmächtig ums Leben gebracht. Allen jungen Leuten
zur Warnung, in ein Lied gebracht, auch den Alten faſt
nützlich zu leſen. Im Ton: Hört zu, ihr lieben
Chri=
ſten ꝛc. 1776‟ — findet ſich mit den Noten mitgeteilt in
dem ſoeben erſchienenen Inſel=Almanach auf das Jahr
1913:
„Ich ſing’ euch von dem Mörder,
Der ſich ſelbſt hat entleibt.
Er hieß: der junge Werther,
Wie Doktor Goethe ſchreibt.
So witzig, ſo verſtändig,
So zärtlich als wie er,
Im Lieben ſo beſtändig
War noch kein Sekretär.”
Und ſo geht’s weiter in derſelben Leier, im ganzen
33 vierzeilige Strophen. Es fehlt nichts Weſentliches aus
Werthers Liebes= und Leidensgeſchichte. Das bekannte
„Rotznäschen” von Lottens Bruder beanſprucht eine ganze
Strophe und die Ausmalung der im Kreiſe ihrer
Ge=
ſchwiſter Fritz, Theodor, Liesgen und Kätgen Butterbrote
ſchneidenden „Vizemutter” erſtreckt ſich gar über drei
Stro=
phen. Der Knoten wird geſchürzt, der tragiſche Konflikt
rückt näher und näher:
„Der Werther las der Lotte
Aus einem Buche lang,
Was einſt ein alter Schotte
Vor tauſend Jahren ſang.”
Und dann kommt das böſe Schießgewehr!
„Zuletzt ließ er Piſtolen,
Im Fall es nötig wär,
Vom Schwager Albert holen
Und Lotte gab ſie her.”
Na, und dann wird’s ganz ernſt:
„Im Haupte ſtak der Schuß
(Der Lotten zum Verdruß).”
Aber es geht nicht ohne Nutzanwendung:
„Man grub ihn nicht in Tempel
Es brennte ihm kein Licht;
Menſch, nimm dir ein Exempel
An dieſer Mordgeſchicht!”
* Nordiſcher Humor. Zur Zeit der Olympiſchen
Spiele in Stockholm trat ein Herr in ein Gaſthaus, ſtellte
ſeinen Regenſchirm in den Ständer und befeſtigte einen
Zettel folgenden Inhalts an der ſilbernen Krücke: „Der,
dem dieſer Schirm gehört, iſt Weltmeiſter im Boxen und
kommt gleich wieder.” Als er eine Weile ſpäter ſeinen
Schirm nehmen wollte, war dieſer verſchwunden. Dafür
hing aber ein anderer Zettel an dem Ständer, auf dem
ſtand: „Der, der den Schirm jetzt hat, iſt Marathonläufer
und kommt nie wieder.”
* Auf der Kleinbahn. Reiſender: „Warum hält der
Zug?‟ Schaffner: „Da vorn liegt ein betrunkener Menſch
auf den Schienen.” Reiſender: „Fahren Sie nur zu! Bis
wir hinkommen, iſt er längſt nüchtern.”
Eigenart wird dem praktiſchen Geiſt unſerer Zeit reſpekt=
und ſinnlos geopfert. Hecken und ſonſt ſchöne
Naturan=
lagen weichen, der Erkenntnis, daß da wo der Wanderer
eine Heckenroſe für den Hut findet, ja noch Dickwurz für
Futter wachfen könnte Die Schönheit und ſtille
Sinn=
fälligkeit unſerer Landſchaft wird vernichtet und zerſtört
durch widerlich aufdringliche geſchmackloſe
Rieklame=
ſchilder. Die Sitten und Trachten der Landbevölkerung
wichen der Tyrannin Mode. Ganze Vogel= und
Schmet=
terlingsarten werden vernichtet, weil ihnen die
Wohn=
ſtätten und Lebensbedingungen geraubt werden. Ueberall
ſieht man die Spuren des ſog. modernen Geiſtes, der
rückſichtslos über die Eigenart unſeres Landes, über ſelbſt
erſtandene Naturdenkmäler hinwegſchreitet in ſeinem
Vernichtungszug, der ja in anderem Sinne allerdings
wieder eine ſchöpferiſche Kraft iſt. Wieſen und Sümpfe
müſſen der Kunſt des Technikers weichen, um dem
Er=
werb neue Stätten zu ſchaffen. So nötig das bis zum
gewiſſen Grade iſt, ſo nötig iſt es hier rechtzeitig eine
Grenze zu ziehen, ein „Halt” zu ruſen, ſoll unſeres Landes
Eigenart nicht ganz ſchwinden. Erfreulicherweiſe mehren
ſich die Heimatſchutzbeſtrebungen. Mehr noch
will die. Heimatpflegebewegung erreichen.
Sie wendet ihre ſchützende und fördernde Tätigkeit dem
ganzen Menſchen und dem ganzen Lande zu. Vor allem
will ſie der bedrohlich wachſenden Landflucht
entgegen=
arbeiten, damit der Jungbrunnen unſerer Nation nicht
zu ſchnell verſiegt. Der ſchnelle Aufbrauch der
menſch=
lichen Kräfte in den Städten iſt eine Notwendigkeit, aber
in unſerer Zeit erfolgt er zu bedrohlich ſchnell. Darum
muß die Landflucht unbedingt bekämpft werden, wenn
nicht die ganze Nation ſchweren Nachteil erleiden ſoll.
Schwer iſt dieſer Kampf gegen die Landflucht, aber er iſt,
richtig geführt, nicht ausſichtslos Denn noch iſt unſer
Bauernſtand geſund und voller Liebe zur Scholle. Aber
die Landwirtſchaft muß geſchützt und gefördert werden,
denn ihr obliegt die Ernährung der Nation. Unſer
Zeitalter wird von dem Geſchichtsſchreiber einſt das der
Induſtrie genannt werden. Die deutſche Landwirtſchaft
ſelbſt iſt der größte Abnehmer auf unſerem induſtriellen
Markt. Erſtrebt muß werden, daß die Landbevölkerung in
engere Fühlung kommt mit dem geiſtigen Leben der
Stadt, d. h. es müſſen die edleren Zweige des
Stadt=
lebens ſein, die wir dem Lande bringen müſſen, nicht
die niedere Genußſucht. Dorfmuſeen, Dorftheater,
Biblio=
theken uſw. uſw. ſind zu errichten, Hebung des
Vereins=
lebens anzuſtreben uſw. Innere Koloniſation muß den
ländlichen Wohlſtand heben helfen. Sicher iſt es ein
ſchweres Stück Arbeit, das geleiſtet werden muß, aber das
Ziel iſt großer Mühen wert. (Lebh. Beifall.)
Der Vorſitzende ſprach dem Redner herzlichſten Dank
für ſeine vortrefflichen Ausführungen aus, die ſicher einen
lehhaften Wiederhall gefunden haben in den Herzen der
Vertreter der ländlichen Bevölkerung. Das möge dazu
beitragen, daß das Land immer mehr ſeinen Wert
er=
kenne und daß der Städter in dieſem Wert einen Faktor
erkennen lerne, der auch zu ſeinem Beſten als unbedingte
Notwendigkeit anerkannt und demgemäß gefördert
wer=
den muß. Beſonders an alle jüngeren
Verwaltungs=
beamten richtete Redner einen warmen Appell, die
Be=
ſtrebungen des Vereins fördern und unterſtützen zu
helfen. — Ueber
Anlage ländlicher Friedhöfe und
Grab=
denkmäler auf denſelben
ſprach darauf Herr Bürgermeiſter Kraft=Trebur. Er
betonte zunächſt die Notwendigkeit, nun auch den
länd=
lichen Friedhöfen die Aufmerkſamkeit zuzuwenden, die
meiſt jegliches künſtleriſches Fühlen und Tun vermiſſen
laſſen und gab dann ein intereſſantes Bild von ſeiner
Re=
formtätigkeit in der Gemeinde Trebur wo aus einem
Bild der Verwahrloſung eine ſchöne ſtille und friedvolle
Stätte entſtanden ſei. Sein Augenmerk habe ſich zunächſt
auf Erhaltung ſtimmungsvoller Baumgruppen, dann auf
Neuanpflanzungen von Bäumen und Hecken gerichtet. und
damit wurde auch dem Vogelſchutz gedient. Verdorrte
Bäume und Sträucher, wucherndes Unkraut ꝛc. wurden
entfernt, die Friedhofswege angelegt und mit weißem
Sand beſtreut. Dann begannen die Reformbeſtrebungen
inbezua auf die Geſtaltung und Ausſchmückung der Gräber
und Hügel, die teilweiſe von ſchönen Erfolgen begleitet
waren, teils aber auch auf lebhaften Widerſtand ſtießen.
Vor allem wurden die künſtlichen Perl= und Metallkränze
bekämpft und die Glaskäſten An deren Stelle traten
ſchlichte natürliche Kränze und einfache geſchmackvolle
Ein=
faſſungen. Unkünſtleriſche und protzige Granitſteine
wurden durch einfache ſchöne Holzkreuze erſetzt Dann
gings an die Reformierung der Grabſteininſchriften, von
denen Redner eine geradezu haarſträubende Ausleſe gab.
Die wahre Schönheit der Grabſteine wird nur
beeinträch=
tiat durch Gold und Flitter. Empfindliche italieniſche
Steinarten, auch Marmore paſſen garnicht auf einen
ländlichen Friedhof. Sandſteine und Muſchelkalk
höch=
ſtens dürften an Stelle der Holzkreuze treten. Schöne und
ſtimmungsvolle Blumen= und Gartenanlagen werden aber
immer der ſchönſte Grabſchmuck ſein. Es iſt aber nötig,
das Einzelne hierbei dem Ganzen unterzuordnen. Denn
die künſtleriſche Geſamtwirkung ſei ſtets die Hauptſache.
Bei Neuanlagen von ländlichen Friedhöfen ſind
Baum=
bewachſene Plätze vorzuziehen; wo dieſe nicht vorhanden,
müſſen ſie planmäßia durch geſchickte Gärtner angelegt
werden. Das kann oft ohne aroße Koſten geſchehen.
Auch dieſem Vortraa dankte lebhafter Beifall und der
herzlichſte Dank des Vorſitzenden, der die gegebenen
Bei=
ſpiele durch weitere intereſſante aus ſeiner Erfahrung
er=
gänzte.
Der Vorſitzende teilte weiter mit, daß ſich bereits eine
Kreisgrupve Darmſtadt des Heſſiſchen Vereins
für ländliche Heimatpflege ꝛc. gebildet hat, deſſen Leitung
Herr Profeſſor Dr. Frenzel übernommen hat. Herr Prof.
Dr. Frenzel referierte noch kurz über die bisher von der
Kreisgruppe in den Landgemeinden des Kreiſes
Darm=
ſtadt geleiſtete Arbeit, die meiſt mit dem eng liierten
Junadeutſchlandhund zuſammen ausgeführt wurde.
Damit war die Tagesordnung erledigt.
Deutſchlands Finanekraft in der Marokkokriſis.
* Berlin, 15. Okt. Im Bankarchiv ergänzt Dr.
Karl Helfferich Direktor der Deutſchen Bank=Berlin,
ſeine Ausführungen auf dem Münchener Bankiertag in
einem Artikel über Deutſchlands Finanzkraft in der
Ma=
rolkkokriſis. Er weiſt u. a. darauf hin, daß die Kurſe der
maßgabenden Staatspapiere in der kritiſchen Zeit in
Deutſchland weniger ſtark geſunken ſind, als in England
und Frankreich und begründet dieſes mit
Gegenüber=
ſtellungen der Kursentwicklung der Staatsrenten dieſer
Länder. Danach hat im kritiſchen Monat Juli 1911 der
Kursrückgang bei der deutſchen Reichsanleihe 0,82 Proz.,
bei der franzöſiſchen Rente 2,82 Prozent und der
ena=
ſiſchen Konſols 3,32 Prozent gegenüber 1910 betragen.
enſo wie die Kurſe der Staatsanleihen haben die
Zinsverhältniſſe in Deutſchland eine größere
Wider=
ſtandsfähigkeit bewieſen. Im Monat September 1911,
der infolge der Börſenliquidation die ſchwerſte
Bela=
ſtungsprobe für den Geldmarkt darſtellte, war der
durch=
ſchnittliche Privatdiskont in Deutſchland nur um 0,31
Prozent, in Frankreich dagegen um 0,70 Prozent höher
als im Vorjahr. Hinſichtlich der Zurückziehung der
Ein=
lagen aus Sparkaſſen und Banken war in Deutſchland
in der zweiten Hälfte von 1911 ein Ueberſchuß der
Ein=
lagen über die Zurückziehungen von rund 110 Millionen
Mark, in Frankreich dagegen ein Ueberſchuß der
Zurück=
ziehungen über die Einlagen von 93,5 Millionen Mark
zu verzeichnen. Die Entwicklung der Dinge hat auch
weiterhin den Beweis erbracht, daß Deutſchland die
aus=
ländiſchen Gelder nicht nur zur Not entbehren kann,
ſon=
dern daß es heute finanziell ſtark genug iſt, um auch eine
ſo große induſtrielle Ausdehnung, wie wir ſie gerade im
Jahre 1912 wieder mitgemacht haben, ſo gut wie
aus=
ſchließlich mit eigenen Mitteln zu finanzieren. Die
kurzfriſtigen Forderungen Deutſchlands an das Ausland
ſind ſehr erheblich, wozu noch ein anſehnlicher Stock von
jederzeit leicht realiſierbaren internationalen Wertpapieran
kommt. Unſere finanzielle Poſition iſt heute in dieſer
Beziehung geſünder und ſtärker, als ſie es jemals war.
In elnem Ueberblick über die Panik an den europäiſchen
Börſen in der vergangenen Woche betont Helfferich, daß
ſich auf dem Berliner Markt die ſchwere Erſchütterung des
Kursniveaus vollzogen hat, ohne daß es bisher zu
In=
ſolvenzen oder auch nur zu großen Zwangsexekutionen
gekommen wäre, wodurch bewieſen wird, daß die
Wider=
ſtandsfähigkeit der Spekulation und des Publikums
be=
trächtlich größer iſt, als früher und beſonders größer
als auf den übrigen großen kontinenteſen Plätzen.
Gegenüber gewiſſen Verſuchen zur Verkleinerung der
deutſchen Finanzkraft iſt es auch diesmal notwendig,
darauf hinzuweiſen, daß der Berliner Markt bisher beſſer
abſchneidet als der Pariſer. Zum Belege dafür werden
die Kursrückgänge der führenden Werte in Berlin und
Paris vergleichsweiſe angeführt.
Zum Friedensſchluß zwiſchen Italien
und der Türkei.
* Rom, 16. Okt. Die Blätter beſprechen das
Ab=
kommen von Ouchy in günſtigem Sinne. Der
Meſ=
ſagero ſchreibt: Die Tatſache, daß die Türkei dem Willen
Italiens erſt nach dem Ultimatum nachgegeben hat,
be=
weiſt, daß das Abkommen von Ouchy vollkommen die
Rechte und die Würde des ſiegreichen Italiens wahrt. Zu
dem Frieden, zu dem man heute gekommen iſt, wäre man
morgen nur über die Unkoſten und Opfer eines noch
grö=
ßeren Krieges gekommen. Der Popolo Romano ſagt:
Das Land nimmt mit Genugtuung die Nachricht von dem
Frieden auf, der den Sieg krönt. Iialien hat ſein Ziel
erreicht: die Anerkennung der Beſitzergreifung Libyens
in einem formellen Vertrag, der die unerläßliche
Grund=
lage für die Anerkennung durch die anderen Mächte war.
Ruhm den Soldaten und allen, welche bei dem
Unterneh=
men mitgewirkt haben, und der Regierung Giolittis, die
die Beſitzergreifung mit Klugheit, Takt und Energie
durchgeführt hat. Vita ſchreibt: Die Türkei hat die
Er=
oberung anerkannt und Italien hat ſich eine große
Ko=
lonie geſichert, einen zur Verteidigung des Mittelmeeres
hervorragend geeigneten Platz. Die große Mehrheit
unſeres Vaterlandes wird fühlen, daß das Vaterland
einen Aufſchwung erlebt hat und ſeinen Platz in dem die
Welt beherrſchenden Konzert wieder einnimmt. Das
Blatt ſchließt, indem es dankbar der Armee und der Flotte
gedenkt, die Italien dieſen Erfolg verſchafft hätten.
* Rom, 16. Okt. Wie Popolo Romano mitteilt, hat
der Miniſterpräſident Giolitti nach Bekanntwerden
der Unterzeichnung der Friedenspräliminarien zahlreiche
Glückwunſchtelegramme erhalten.
* Paris 16. Okt. Miniſterpräſident Poincaré
teilte im heutigen Miniſterrat Telegramme mit, die die
letzten türkiſch=italieniſchen
Friedensver=
handlungen und den Abſchluß des Friedens zum
Gegenſtand hatten. Er äußerte ſich dann über die
Bal=
kanlage wobei er mitteilte, daß der tägliche
Meinungs=
austauſch zwiſchen allen Großmächten, der auf
Lokaliſier=
ung des Konfliktes abziele, fortgeſetzt würden.
Der Krieg auf dem Balkan.
Die Balkanſtaaten.
* Sofia, 15. Okt. Beteiligte Kreiſe fahren fort,
erfundene Nachrichten über die Finanzlage
Bul=
ariens zu verbreiten. Es wird hierzu
mit=
geteilt, daß das Moratorium von drei Monaten,
das von der Sobranje bewilligt wurde, nur auf private
Zahlungen ſich bezieht, keineswegs auf Verpflichtungen
des Staatsſchatzes, der alles ordnungsgemäß reguliert.
Der Dienſt der öffentlichen Schuld von jetzt bis Mai 1913
iſt durch für ihn beſtimmte Einkünfte, durch Geldſummen,
welche die bulgariſche Nationalbank im Ausland
depo=
nierte, vollkommen ſichergeſtellt.
* Sofia, 16. Okt. Der bulgariſche
Auf=
marſch erfolgte in zwei Gruppen, die eine bei
Küſten=
diel=Dubritza, die andere an der Maritza=Tuntza, und
wurde geſtern vollendet Alle waffenfähigen Männer
ſind an der Grenze. Alle Bahnſtrecken ſind durch das
dritte Aufgebot, beſtehend aus bewaffneten Bauern, dicht
beſetzt.
* Athen, 15. Okt. Der Abgeordnete von Korfu,
Zavilzane, wurde mit 144 gegen 4 Stimmen zum
Präſidenten der Kammer gewählt. Die
Partei=
führer erließen eine Erklärung, in der ſie ihre
Partei=
freunde aufforderten, ſich auf die Seite der Regierung zu
ſtellen. Der Präſident verlas eine Depeſche, in welcher
der kretiſchen Regierung ein Gruß entboten
wird. Die Verleſung des Telegramms wurde mit
leb=
haftem Beifall begleitet. Die Regierung brachte
verſchie=
dene militäriſche und andere Vorlagen ein, die namentlich
betreffen: Die Wiedereinſetzung der Prinzen mit
Kom=
mandogewalt in die Armee, die Bewilligung eines
Mora=
toriums, die Verhängung des Belagerungszuſtandes, die
Kriegsgerichte. Die Regierung fordert weiter
außer=
ordentliche Kredite für den Krieg. Der Marineminiſter
gab Erklärungen ab über die ausgezeichnete Verfaſſung
der Marine, die mit ſtürmiſchem Beifall aufgenommen
wurden.
Vom Kriegsſchauplatze.
* Podgoritza, 16. Okt. General Wukotitſch
mel=
det: Die Truppen beſetzten geſtern nach
hart=
näckigem Widerſtande den Berg Viſitor bei Guſſinje,
wo=
bei vier Geſchütze und viele Gewehre und Munition,
ſo=
wie zwei Fahnen erbeutet wurden. Die Armee operiert
zurzeit noch gegen Berane bei Jaraboſch. Die Stellungen
der Montenegriner wurden um 1500 Meter weiter
vor=
geſchoben. Die bisherigen Verluſte der Montenegriner
beziffern ſich für die erſten fünf Tage ſeit Beginn der
kriegeriſchen Operationen auf 256 Tote und 800
Verwun=
dete. Die Schwerverwundeten wurden nach Cetinje
ge=
bracht. Von den Toten fielen die meiſten vor den
Befeſtig=
ungen von Detchitch und Tarabeſch.
* Saloniki, 16. Okt. Die Montenegriner
rücken weiter auf Skutari vor, da die türkiſchen
Trup=
penverſtärkungen noch nicht eingetroffen ſind und die
Tür=
ken die Offenſive noch nicht ergreifen konnten. Viele
Tau=
ſend Arnauten aus den Bezirken Tirana und Dibro gehen
zum Schutze Skutaris ab. Türkiſcherſeits läßt man ſich
dürch die erſten ſcheinbaren Siege der Montenegriner nicht
verblüffen, da man wohl weiß, daß ſie die gewonnenen
Stellungen nicht halten können.
* London, 16. Okt. Ueber die bereits gemeldeten
Kämpfe bei Riſtowacz wird aus Belgrad
berich=
tet, daß nach den letzten Nachrichten die Verluſte in
Riſto=
wacz doch ſtärker ſind, als man anfangs annahm. Achtzig
Serben ſollen tot und 100 verwundet ſein. Die Türken
beſetzten zuerſt das Zollhaus an der türkiſchen Grenze,
wurden aber von einem ſerbiſchen Regiment, das aus
Wranje herbeieilte, wieder zurückgedrängt. Es heißt, daß
die Türken, meiſt Albaner, über 3000 Mann ſtark waren
und man glaubt, daß es ihre Abſicht war, ein in der Nähe
befindliches Pulvermagazin in die Luft zu ſprengen, was
ihnen indeſſen nicht gelang.
* Konſtantinopel, 15. Okt. Geſtern abend um
9 Uhr hier eingegangene amtliche Meldungen von
türki=
ſchen Kämpfen an der montenegriniſchen
Grenze beſagen: Die Türken erhielten Verſtärkungen.
In der Gegend von Guſſinje ergriffen ſie die Offenſive
und ſchlugen die Montenegriner zurück. Die
Montenegri=
ner hatten große Verluſte. Das Gefecht bei Berane dauert
fort. Ein türkiſches Detachement bei Tuzi leiſtete
hart=
täckigen Widerſtand gegen zwei montenegriniſche
Diviſionen, die durch Maliſſoren verſtärkt wurden. Zwei
ürkiſche Majore fielen. Die Schlacht bei Krania endete
mit einer Niederlage der Montenegriner.
Ein türkiſcher Offizier iſt gefallen. Wie halbamtlich
ver=
lautet, überſchritten die Serben bei Plevlje Novibazar die
Grenze. Die im Lande befindlichen Serben verſtärkten
die ſerbiſchen Truppen. Die Gefechte endeten mit einem
Erfolge der Türken.
* Podgoritza, 16. Okt. Die Feſtung Hum,
ie letzte Befeſtigung zwiſchen Tuzi und Skutari, hat ſich
mit der Garniſon ergeben, die gefangen genommen
wurde. Unter den Gefangenen befinden ſich 62 Offiziere,
darunter der Kommandant von Tuzi. Alle
Kriegs=
gefangenen wurden nach Podgoritza gebracht, wo der
König den Kommandanten von Podgoritza empfing. Die
gefangenen Türken werden gut behandelt. Der Erſolg
der Montenegriner bei Tuzi hat den Weg nach
Sku=
tari frei gemacht. Die Kolonne des Erbprinzen
Danilo iſt nach der Einnahme von Bjelopolje im
Sand=
ſchak weiter vorgerückt.
Die anderen Mächte.
* Berlin, 15. Okt. Bei dem Bankett, das heute
die Aelteſten der Kaufmannſchaft in den Börſenſälen zu
Ehren der zur Zeit hier tagenden internationalen
diplo=
matiſchen Ausſtellungskonferenz veranſtalteten, brachte
der Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes v.
Kider=
en=Wächter einen Trinkſpruch aus, in dem er
aus=
führte: Wir alle haben die feſte und begründete
Ueber=
zeugung, daß keiner der Staaten, die heute hier
ertreten ſind, in direkte Mitleidenſchaft
ge=
zogen werden wird. So ſehr wir jetzt die
drohen=
den oder eingetretenen Friedensſtörungen bedauerneund
ſo ſehr die Mächte bemüht waren, ſie hintanzuhalten, ſo
nußte doch ſeit geraumer Zeit mit ihrer Möglichkeit
ge=
echnet werden. Es hatten daher alle Mächte Zeit, ſich
iber die Beſchränkung der Störungen auf ihren Herd zu
verſtändigen. Das iſt bisher geſchehen und gelungen,
und bei dem allſeitigen guten Willen wird es auch weiter
gelingen, ein Ueberſpringen des Brandes auf
Nachbar=
gebäude zu verhüten und die etwa notwendig werdenden
Aufräumungs= und Wiederherſtellungsarbeiten auf der
Brandſtätte in friedlichem Einverſtändnis zu
vollziehen. Dieſe Hoffnung wird verſtärkt dadurch,
daß=
heute abend der Friede zwiſchen zwei Mächten
unterzeich=
net worden iſt.
* Wien, 16. Okt. Das Fremdenblatt ſtellt feſt,
daß=
die Ausſtreuung, wonach es mit der Einigkeit der
Nächte nicht aufs beſte beſtellt ſei, mit den Tatſachen in
ſchroffem Widerſpruche ſtehe. Zwiſchen den Großmächten
finde ein reger Meinungsaustauſch und eine ſtändige
fühlungnahme ſtatt, aus der hervorgeht, daß alle Mächte
einem Ziel zuſtreben. Es ſoll auch nach dem Kriege
keine Mränderung des territorialen
Status quo auf dem Balkan zugelaſſen
und die Türkei veranlaßt werden, ſolche Reformen
durch=
zuführen, welche die legitimen Anſprüche der chriſtlichen
Staatsbürger in der Türkei ſicher ſtellen und dieſen wie
den türkiſchen Untertanen ein menſchenwürdiges Daſein
verbürgen. Dies Programm zu verwirklichen, iſt Europa
einit und wird ſich in dieſen ſeinen Beſtrebungen auch
durch den Ausbruch eines allgemeinen Balkankrieges nicht
irre machen laſſen. Dieſe Tatſache feſtzuſtellen, mag
an=
geſichts der Erregung, welche ſich in einem Teile der
aus=
ländiſchen Publiziſtik bemerkbar macht, nicht überflüſſig
erſcheinen. Das Blatt ſchließt: Abſolute Einmütigkeit in
der Frage der Reformen und das gegenſeitige Vertrauen
zwiſchen den Kabinetten müſſen als eine ausreichende
Ge=
währ erſcheinen, daß Europa angeſichts des
unvermeid=
lich gewordenen allgemeinen Balkankrieges von dem
ernſteſten Willen beſeelt iſt, zu verhindern, daß die
Kom=
plikationen auf dem Balkan noch größere und
gefahr=
drohende Dimenſionen annehmen könnten.
Rußland und der Balkankrieg.
* Petersburg, 16. Okt. Die offiziöſe Roſſija weiſt
in einem Leitartikel über die Balkankriſe einerſeits
auf die Angriffe hin, die ein Teil der Preſſe gegen die
Regierung macht, weil ſie ſich nicht auf den Boden einer
Gefühlspolitik ſtelle, andererſeits auf die unzweideutige
Befürchtung der Börſe, Rußland werde ſeinen Gefühlen
nachgeben. Das Blatt ſchreibt gegenüber dem allerſeits
ausgedrückten Zweifel, ob die Erhaltung des Friedens
möglich ſei:
Wir verhehlen weder vor uns noch vor anderen, daß
die Sympathien und das Mitleid Rußlands
dort ſind, wo ſie immer geweſen, nämlich auf Seiten unſerer
Religions= und Stammesgenoſſen. Von einer Indifferenz
gegen die Grundtraditionen unſerer Vergangenheit iſt keine
Rede; doch, wie ehrwürdig dieſe Traditionen auch ſind,
können ſie doch nicht die ganze Richtung unſerer
Politik beſtimmen, welche das Reſultat
komplizier=
ter Intereſſen und Bedingungen iſt. Das weſentlichſte
Be=
dürfnis aller Bevölkerungsſchichten iſt die Erhaltung des
Friedens, ohne unſere wirklichen Intereſſen preiszugeben,
Auf dieſem Boden ſteht auch die Regierung und fühlt
ſie=
ſich von der überwiegenden Mehrheit des ruſſiſchen Volkes
feſt unterſtützt. Die Regierung iſt ſich bewußt, daß der
Wille allein nicht zur Erhaltung des Friedens genügt=
Sowohl Starke als Schwache können von Frieden ſprechen;
doch ohne zu optimiſtiſch zu ſein, noch zu übertreiben, kann
geſagt werden, daß die ernſteſte Bürgſchaft für
die Erhaltung des Friedens für Europa die
Tat=
ſache bildet, daß Rußland nicht nur friedlich
geſtimmt iſt, ſondern auch eine ernſte imponierende
Macht darſtellt. Die kriegeriſche Stärke Rußlands
iſt jetzt größer als damals, als es in entfernten und
frem=
den Grenzgebieten Krieg führte. Reiche Ernten und andere
Bedingungen heben nicht nur das Wirtſchaftsleben des
Reiches, ſondern geben auch dem Schatzamte die
Möglich=
keit, mutig und ruhig der Zukunft entgegenzuſchauen, wie
ſich auch unvorhergeſehene Ereigniſſe geſtalten ſollen.
Endlich iſt auch die politiſche Lage höchſt günſtig für die
Erhaltung des Friedens Europas.
Für uns iſt vor allem das Bewußtſein wichtig, daß
wir ſtark genug ſind, daß die Stimme Rußlands überall,
wo es nötig iſt, Gehör findet, daß wir dadurch genügſam
gegen Anſchläge, die unſeren Intereſſen zuwiderlaufen,
geſchützt ſind. Nicht minder beruhigend iſt auch, daß die
allgemeine politiſche Lage in Europa keinen ernſten Grund
zu außerordentlichen Befürchtungen bietet. Die
Feſtig=
keit und Solidarität der Beziehungen
Rußlands, Frankreichs und Englands zu
einander ſtellen einen unſchätzbaren Faktor für die
Erhal=
tung des europäiſchen Friedens dar. Zu dem Europas
Gleichgewicht ergänzenden Dreibund verhielten wir uns
ohne jeden Argwohn. Rußlands Beziehungen zu jeder
der Mächte, die dieſen bilden, laſſen nichts zu wünſchen
übrig. Mit größter Befriedigung muß betont werden,
daß gerade in dem Augenblick, wo ſich die Balkankriſe
verſchärfte, die gemeinſamen Befürchtungen und der
ge=
meinſame Wille, den Frieden zu erhalten, den Grund zu
einer Annäherung und einem aufrichtigen
Meinungsaus=
tauſch zwiſchen dem Petersburger und dem Wiener Kabinett
bilden. Man kann dieſer Tatſache nicht genügend große
Bedeutung beimeſſen ſowohl hinſichtlich der Erhaltung
des Friedens, als auch vom Standpunkt der poſitiven
Reſultate, welche während des Aufenthaltes des Miniſters
Saſonow in London, Paris und Berlin erzielt worden
ſind.
Dank den Bemühungen der ruſſiſchen Politik,
die durch die ſo erfolgreiche Initiative der franzöſiſchen
Regierung unterſtützt worden ſind, haben ſämtliche
euro=
päiſchen Staaten ſich geeinigt auf Grund der Anerkennung
zweier Prinzipien, namlich erſtens der Berechtigung des
grundſätzlichen Strebens der Balkanſtaaten nach genügend
garantierten Reformen in der europäiſchen Türkei und
zweitens die Unantaſtbarkeit des territorialen Status quo
im Falle der Unmöglichkeit, dem Balkankriege
vorzu=
beugen. Die Bedeutung dieſer Erklärung wird dadurch
erhöht, daß ſie namens ſämtlicher Mächte durch die
meiſt=
intereſſierten Staaten Rußland und Oeſterreich=Ungarn
den Balkanregierungen überreicht worden iſt. Obgleich
dieſe Erklärung in den Hauptſtädten der Balkanſtaaten
abgegeben worden iſt, behält ſie doch ihre Bedeutung für
Rußland und Oeſterreich=Ungarn. Sie bildet
vor Europa und den Balkanſtaaten eine neue offene
Be=
kräftigung obiger Grundprinzipien gegenüber
unbegrün=
deten und gewiſſenloſen Vorwürfen. Rußland und
Oeſter=
reich haben ſich in der gemeinſamen Aufgabe einer
un=
eigennützigen Friedensſtiftung geeinigt. Es muß darauf
hingewieſen werden, daß die jetzigen
öſterreichiſch=
ruſſiſchen Beziehungen für den Friedensfreund
ein zuverläſſiges Barometer bilden, um daraus die
Ge=
fahr des Ueberganges des Balkankrieges in einen
euro=
päiſchen Krieg zu meſſen. Die künftigen Ereigniſſe auf dem
Balkan ſind unberechenbar, doch die Bemühungen der
Mächte ſind darauf gerichtet, im Intereſſe der Humanität,
des Friedens, wie auch der ſtreitenden Teile baldmöglichſt
das Blutvergießen zu beenden. Rußland fühlt, dabei
feſten Boden unter ſich in ſeinen Beziehungen zu den
Mäch=
ten und in dem Bewußtſein, daß es über die Macht und
die Mittel gebietet, um nötigenfalls ſeine Volksintereſſen
und ſeine Würde zu ſchützen.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 16. Okt. Die geſtern abend
verbreiteten Nachrichten, die Regierung habe beſchloſſen,
die griechiſchen Schiffe freizugeben, werden
im Miniſterium des Aeußern als unrichtig
be=
zeichnet. Die Pforte beſchloß, obwohl ſich der letzte
Miniſterrat für die Erlaubnis der Abreiſe der griechiſchen
Schiffe mit fremder Ladung entſchieden hat, nach dem
griechiſchen Ultimatum keinem griechiſchen Schiffe die
Ab=
fahrt zu geſtatten, um nicht den Anſchein zu erwecken, als
gebe ſie dem Ultimatum nach. Die Regierung beſchloß,
die Note der Balkanmächte nicht zu beantworten. Auch
das Perſonal der türkiſchen Konſulate in Griechenland iſt
angewieſen worden, zurückzukehren.
* Konſtantinopel, 16. Okt. Blättermeldungen
zufolge bieten zahlreiche Ausländer der Türkei
ihren Dienſt als Freiwillige an. Die Pforte wird
dem=
nächſt darüber entſcheiden. Kiamil Paſcha, der am letzten
Tage häufig Unterredungen mit dem engliſchen
Botſchaf=
ter Lowther gehabt hat, hatte auch geſtern mit ihm eine
lange Unterredung, der man große Wichtigkeit beimißt.
* Konſtantinopel, 16. Okt. Wiener Korreſp.=
Bureau: Nach Meldungen aus türkiſcher Quelle konnten
vier türkiſche Bataillone bei Granica eine Truppe von
8000 Montenegrinern zerſprengen. Die
Mon=
tenegriner hatten große Verluſte. Man ſpricht von
600 Toten.
* Saloniki, 16. Okt. Wiener Korreſp.=Bureau:
Bedeutende türkiſche Verſtärkungen ſind nach
Skutari unterwegs. Den türkiſchen Truppen gelang
es, den auf Skutari vordringenden Feind zu ſchlagen. Er
erlitt ſchwere Verluſte. Ein Verſuch der Montenegriner,
Skutari von der Seite des Bojanafluſſes anzugreifen,
wurde vereitelt.
* Wien, 16. Okt. Großfürſt Peter
Nicolaje=
witſch mit Gemahlin, der Tochter des Königs von
Montenegro, und Prinz Franz Joſephvon
Bat=
tenberg, gleichfalls Schwiegerſohn des Königs, ſind
hier eingetroffen. Sie reiſen morgen nach Cetinje weiter.
* London, 16. Okt. Aus Belgrad wird
gemel=
det: In den Kämpfen bei Riſtowacz wurden ſechzig
Serben getötet und hundert verwundet.
Das Attentat auf Rooſevelt.
* Chicago, 15. Okt. Der Zug mit Rooſevelt
iſt um 2 Uhr 30 Min. hier angekommen. Wie berichtet
wird, verbrachte Rooſevelt die Fahrt ruhig und zeigte
keine Spur von Unbehagen. Er wurde bei ſeiner Ankunft
ins Hoſpital gebracht. Die Unterſuchung der Wunde
Rooſevelts ergab, daß die Kugel über der zehnten
Rippe drei Zoll tief in die Bruſt eingedrungen war, ohne
die Lunge zu verletzen; der Auswurf enthält kein Blut.
* Chicago, 15. Okt. Ein heute abend 6.30 Uhr
ausgegebenes Bulletin wiederholt, daß
Rooſe=
velts Wunde mehr als eine bloße Fleiſchwunde iſt
und daß er für mehrere Tage ſich abſolut ruhig verhalten
muß. Weiter wurde beſchloſſen, die Kugel weder zu
ſon=
dieren noch zu entfernen. Die Aerzte haben, obwohl ſie
erklärten, daß ſie das Befinden des Patienten als
ge=
beſſert fanden, vorſichtshalber eine mittlere Doſis
Anti=
doxis gegen Starrkrampf eingeführt. Das Atmen iſt
wenig ſchmerzhaft.
* Chicago, 16. Okt. Rooſevelt fühlte ſich
nach dem Schlafe ſehr erfriſcht. Sein Befinden weiſt eine
Beſſerung auf. Er ſelbſt ſagte, er fühle ſich wohl.
* New=York 16. Okt. Der demokratiſche
Präſi=
dentſchaftskandidat Wilſon hat wegen des auf
Rooſe=
velt verübten Attentats und weil auch Präſident Taft
erklärt hat, er wolle die Kampagne nicht fortſetzen, alle
Wahlreden in Chicago abgeſagt. Rooſevelt
las geſtern bis ſpät abends. Die Aerzte haben erklärt,
ſein Befinden ſei zufriedenſtellend, obſchon die
Tempera=
tur ein wenig über normal iſt.
Vermiſchtes.
— Baſilisken im Frankfurter
Aqua=
rium. Eine außerordentlich abenteuerlich geſtaltete, zu
den Leguanen gehörige Echſe iſt ſeit kurzem erſtmalig im
Reptilienhaus zur Schau geſtellt, nämlich ein prachtvolles,
mit großem Helm geziertes Männchen und zwei Weibchen
des mittelamerikaniſchen geſtreiften Baſilisken. Wenn man
die elegante ſchwimm= und kletterfertige Baumechſe bei
ihrer Jagd auf Inſekten beobachtet, ſo wird man finden,
daß ſie bis auf den Helm des Kopfes wenig an das
ſagen=
hafte, mit übernatürlichen Kräften begabte Scheuſal der
alten Griechen und Römer erinnert, jenes giftgeſchwollene,
verderbenbringende Weſen, das, wie die Sage angibt, aus
mißgeſtalteten, von Haushähnen gelegten Eiern, durch
Schlangen und Kröten erbrütet ſein ſoll. Die — natürlich
ganz harmloſen — Echſen ſtehen offenbar geiſtig relativ
hoch, nichts wird ihrer Aufmerkſamkeit entgehen, ihre
Er=
regung äußert ſich durch ein anmutiges, oft gezeigtes
Nicken und Wenden der feinen Köpfchen.
Literariſches.
* Kunſt und Univerſität in Preußen=
Berlin. Unter dieſem Titel hat Hermann Roßner
ein Buch erſcheinen laſſen, eine Kampfſchrift gegen den
Rektor der Berliner Univerſität, Geheimrat Erich Schmidt,
und gegen deſſen Leſſingwerk. Das Buch iſt ein
Separat=
abdruck der Einleitung des im Erſcheinen begriffenen
2. Bandes der Philoſophie Roßners „Durch die Künſte
zur Philoſophie oder der Weg zum Ziele” (Verlag
Roß=
ner=Zeitz, geh. 2 Mark).
— Soeben gelangte die dritte Auflage des „
Weg=
weifers durch die Privat=Angeſtelllten=
Verſicherung” von Dr. Grobleben im Verlage
C. Heinrich, Dresden=N. (Preis 90 Pfg., in Partien
bil=
liger) zur Ausgabe. Ein Beweis für ſeine
außerordent=
liche Brauchbarkeit! Dieſes Büchlein in ſeiner
prak=
tiſchen Anordnung von Frage und Antwort iſt bereits
durch die neueſtan Erlaſſe und Verordnungen an dem
Ga=
ſetze ergänzt worden, ſo daß es in klarer und
gemeinver=
ſtändlicher Form über den jetzigen Stand dieſer
ſchwieri=
gen Materie ſchnell Aufſchluß gibt. Da die
Vertrauens=
männerwahlen nahe bevorſtehen und das Geſetz bereits
am 1. Januar 1913 in Kraft tritt, ſo iſt dieſer Wegweiſer
für jeden ein willkommenes Hilfsmittel, um ſich ſchnell und
ſicher über die Beſtimmungen des Geſetzes zu orientieren.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 16. Okt. Wie die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung vernimmt, iſt der Kaiſerliche Wirkliche Geheime
Rat Fürſt v. Lichnowsky zum Botſchafter in
London auserſehen.
* München, 16. Okt. Der Bildhauer Bernhard
Bleeker=München hat den Auftrag erhalten, eine
Büſte Richard Wagners für die Walhalla
zu ſchaffen.
* Leipzig, 16. Okt. Vor dem Reichsgericht
be=
gann heute der Spionage=Prozeß gegen den
frühe=
ren Brieftaubenwärter Banchelin den früheren
Forti=
fikationsſchreiber Berger und den Stadtſchreiber
Chiu=
beaut aus Metz. Die Angeklagten ſollen verſucht haben,
Pläne und Zeichnungen der Befeſtigungen von Metz in
die Hände einer fremden Macht zu bringen. Chiubeaut
ſoll das Gleiche auch mit Pulverproben verſucht haben.
Die Oeffentlichkeit wurde für die ganze Dauer der
Ver=
handlung ausgeſchloſſen. Geladen ſind etwa 60 Zeugen.
* Chemnitz, 16. Okt. Der 21jährige Gymnaſiaſt
Vogel, der am 30. Juli die 15jährige Lehrerstochter
Johanna Edelmann auf ihren Wunſch durch
Dolch=
ſtiche getötet hat, wurde von der Strafkammer wegen
Verführung nach § 182 und wegen Tötung nach § 216 zu
drei Jahren ſechs Monaten und drei Wochen Gefängnis
und wegen verbotenen Waffentragens zu 3 Mark
Geld=
ſtrafe verurteilt.
* Königshütte, 16. Okt. Geſtern verunglückten
bei der Einfahrt zur Nachtſchicht durch zu ſcharfes
Auf=
ſetzen der Förderſchale in der Königs=Grube neun
Mann darunter zwei Aufſeher. Vier Mann haben
Beinbrüche erlitten, die übrigen ſind leicht verletzt.
* Wien, 16. Okt. Oſterreichiſche Delegation.
Plenarſitzung. In Beantwortung der Interpellation der
Delegierten Graf Skarbek, Stapinski und Gen.
bezüglich der Behandlung öſterreichiſcher
Staatsangehöri=
ger im Auslande, insbeſondere in Preußen, verwies der
Miniſter des Aeußern Berchtold darauf, daß bereits ſein
Amtsvorgänger die gegenſtändlichen Beſchwerden zum
Gegenſtand einer Prüfung in der Richtung gemacht habe,
in wieweit die auf dem Handelsvertrag mit dem Deutſchen
Reich reſultierenden Rechte unſeres Staatsangehörigen
verletzt wurden, und auf welcher Baſis bei der
preußi=
ſchen Regierung äuf Abänderung der bezüglichen
Vor=
ſchriften hingewirkt werden könnte. Dieſe Unterſuchung
ergab, daß nur die Frage der ſelbſtändigen Handels= und
Gewerbetreibenden gegenſeitig regelt, während in den
meiſten Beſchwerdefällen es ſich um Angeſtellte oder
Arbeiter handelt. Auch dürfe nicht überſehen werden,
daß es ſich bei den fraglichen Beſtimmungen um
polizei=
liche Maßnahmen der preußiſchen Regierung aus
inner=
politiſchen Gründen handele und daß man das Recht der
Freizügigkeit und der ſtaatlichen Hoheitsrechte nicht
be=
rühren dürfe. Eine Abhilfe konnte daher nur auf dem
Verhandlungswege erzielt werden. Wenn die
betreffen=
den Verhandlungen noch nicht zu einem endgültigen
Reſultat geführt hätten, liege der wichtigſte Grund wohl
daran, daß mangels eines öſbrreichiſchen
Auswandt=
rungsgeſeſtzes und eines voll ausgebauten, zentraliſierten
Arbeitsnachweiſes im Inlande die notwendige Baſis für
die Wünſche Oeſterreichs fehle. Der Miniſter erklärte
ſchließlich: Die diesbezüglichen ſowie die auf die
Durch=
wanderung der überſeeiſchen Auswanderer durch Preußen
ſich erſtreckenden Verhandlungen werden mit allem
Nach=
druck fortgeſetzt. Er müſſe ſich daher nähere
Mitteilun=
gen verſagen, bitte aber, verſichert zu ſein, daß die
Re=
gierung bemüht ſei, die ſeitens der öſterreichiſch=
ungari=
ſchen durch die beanſtandeten Vorſchriften betroffenen
Staatsangehörigen aufgeſtellten Forderungen innerhalb
des Rahmens des Möglichen durchzuſetzen. Um
Schädi=
gungen der wirtſchaftlichen Exiſtenz der unter das
Re=
gime dieſer Beſtimmungen fallenden Staatsangehörigen
nach Tunlichkeit hinamzuhalten, bringe die Regiexung
alle zu ihrer Kenntnis gelangten Fälle in Berlin zur
Sprache und wirke auf deren genaue Prüfung und
wo=
mögliche Berückſichtigung.
* Bilbao, 16. Okt. An der hieſigen Börſe brach
infolge der durch den Balkankrieg hervorgerufenen Baiſſe
eine Panik aus. Für heute werden anläßlich der
Medioliquidation mehrere Falliſſements erwartet. Die
Finanzleute von Bilbao ſind mit fünf Millionen Peſetas
beteiligt.
H. B. Berlin, 16. Okt. Der Rendank der Akademie
der bildenden Künſte, Rechnungsrat Schuppli der nach
Unterſchlagung von 30000 Mark flüchtig geworden iſt, hat
in Ravensberg in Mecklenburg Selbſtmord verübt.
Seine Leiche wurde geſtern nachmittag dort aufgefunden.
Der Tote, der ſich viel in Ravensberg aufhielt, iſt dort
ſehr bekannt.
— Brandenburg a. d. Havel 16. Okt. Geſtern abend
erſchoß der 36jährige Arbeiter Kußmann ſeine 26
jäh=
rige Frau. Er behauptet, es läge ein unglücklicher Zufall
vor, ſeine Frau habe mit der Waffe geſpielt. Kußmann
wurde verhaftet.
— Halle a. S., 16. Okt. In Költſchen verſuchte ein
Arbeiter ſeine Frau mit Revolverſchüſſen zu töten,
verletzte aber zwei andere Frauen ſchwer. Der Täter
wurde verhaftet.
Kamen, 16. Okt. Der Rechtsanwalt Lange der
am hieſigen Amtsgericht tätig war, hat ſich erſchoſſen.
Der Grund zu der Tat iſt unbekannt.
Löwenberg, 16. Okt. Der Poſtbeamte Muffi
wurde beim Ueberſchreiten der Gleiſe von einem
Schnellzug erfaßt und getötet.
Briefkaſten.
Abonnent. 1. Eine Verrechnung der Beiträge zur
Invalidenverſicherung auf die zur Angeſtelltenverſicherung
findet nicht ſtatt. Die beiden Verſicherungen laufen
neben=
einander her, ihre Leiſtungen werden nebeneinander
ge=
währt. — 2. u. 3. Die Altersgrenze für Ruhegeld iſt für
männliche und weibliche Verſicherte die gleiche, 65 Jahre;
auch im Falle der Verheiratung weiblicher Verſicherter.
4. Weibliche Verſicherte erhalten im Falle der
Verhei=
ratung Erſtattung der Hälfte der von ihnen geleiſteten
Bei=
träge, ſie müſſen jedoch 60 Pflichtbeiträge oder 90 Beiträge
überhaupt geleiſtet haben. An Stelle der Rückzahlung
wird ihnen auf Antrag eine Leibrente gewährt. — 5.
Ver=
gleiche hierüber §§ 62, 63 des Geſetzes. — 6. Der
Ver=
ſicherte ſelbſt iſt verpflichtet, für Ausſtellung ſeiner
Ver=
ſicherungskarte Sorge zu tragen.
iſt für Blutarme, beſonders Frauen, Mädchen
B10801l und Kinder jeden Alters, ein
unvergleich=
licher Kraftſpender. Sein belebender, erfriſchender Einfluß
auf Körper u. Geiſt macht ſich metſt nach wenigen Tagen
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Aus dem Geſchäftsleben.
Tier= oder Pflanzenfett? Bei der
augen=
blicklichen Butterteuerung wird dieſe Frage wiederholt
in Erwägung gebracht. Bedeutende Volksökonomen und
Mediziner haben bereits wiederholt dazu Stellung
ge=
nommen und ſich außerordentlich güuſtig über die
Ver=
wendung von Pflanzenfett geänßert. Ebenſo haben
ſtaatliche Behörden, darunter auch die Militärbehörden,
eingehende Verſuche angeſtellt, und reines, unvermiſchtes
Pflanzenfett aus Kokosnüſſen als vollſtändig
einwand=
frei befunden. Ein derartiges Fett kommt unter der
Bezeichnung „Kunerol” in den Handel. Der
Ver=
kaufspreis für „Kunerol” beträgt halb ſo viel wie für
Naturbutter und iſt ſogar billiger als für Schmalz.
„Kunerol” iſt, wie laut Analyſen feſtgeſtellt wurde,
leicht verdaulich, abſolut rein, frei von anderen Stoffen
und keimfrei. Zum Brotaufſtrich iſt die aus dem
„Kunerol” hergeſtellte „Kunerona”=Pflanzenmargarine
beſonders geeignet. Sie iſt in Geſchmack von
Natur=
butter nicht zu unterſcheiden, bräunt, duftet und ſchäumt
auch wie dieſe. Garantie für Echtheit bieten die
hygie=
niſchen Originalpackungen. — Wo Bezugsquellen nicht
bekannt, wende man ſich wegen Aufgabe ſolcher an die
Kunerolwerke, G. m. b. H., Bremen.
Ein Teint wie Apfelblüte iſt der größte Reiz einer
jugendlichen Erſcheinung. Kluge Mütter ſollten deshalb
ihre Kinder von kleinauf an die Vorteile des täglichen
Bades gewöhnen, da durch den erhöhten Blutkreislauf
infolge des Bades das Allgemeinbefinden des Körpers
günſtig beeinflußt wird. Hauptſache aber iſt, daß man
zu allen Bädern und Waſchungen nur eine milde
voll=
kommen neutrale Seife wählt, die wohl imſtande iſt,
Schmutz und Fett von der Haut zu entſernen, die
Poren öffnet und dabei doch nicht reizend wirkt. Die
echte Steckenpferd=Lilienmichſeife erzeugt eine
weiße ſammetweiche Haut, jugendfriſches, roſiges
Aus=
ſehen und blendend ſchönen Teint.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Mitteilung, daß heute früh nach
langem, ſchwerem, mit Geduld ertragenem Leiden
mein lieber Mann, unſer lieber Vater, Großvater,
Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel
Herr Ludwig Adam Weitzel
Hobler
(21722
ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelmine Weitzel, geb. Henkel u. Kinder.
Darmſtadt (Eckhardtſtr. 19), 16. Oktober 1912.
Die Berdigung findet Freitag, den 18. ds. Mts.,
nachmittags 2 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofs aus, ſtatt.
Geute verſchied zu Alzey im 81. Lebensjahre
nach kurzem, ſchwerem Leiden unſer teurer
Vater, Großvater und Urgroßvater (21717
Seine Exzellenz
Auaust von Herff
Ordenskanzler a. D., Flügeladjutant à la
suite Se. Kgl. Hoh. des Großherzogs von
Heſſen, Generalmajor z. D.,
Ritter höchſter Orden.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Carl von Herff, Oberſtleutnant und
Regimentskommandeur,
Ella Freifrau Schenck zu
Schweins=
berg, geb. von Herff,
Guſtap von Herff.
Coblenz, Alzey und Berlin=Lichterfelde,
den 15. Oktober 1912.
Die Einäſcherung in Mainz findet in der Stille
ſtatt. Blumenſpenden ſind nicht im Sinne des
Verſtorbenen.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Mitteilung, daß es Gott, unſerem
himmliſchen Vater, gefallen hat, unſere gute
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Luise Listmann
geb. Rahn
Wwe. des Revier-Polizeikommissärs Wilh. Listmann
am Mittwoch vormittag 9 Uhr nach längerem
Krankfein im 68. Lebensjahr aus dieſem Leben
21723
abzurufen.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1912.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Freitag, 18. Oktober,
nachm. 2 Uhr, vom Trauerhauſe Soderſtr. 104
aus, ſtatt. Einſegnung ¾2 Uhr.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebe Frau, unſere gute Mutter, Schwie=
(*9398
germutter und Großmutter
Frau Regina Blum
heute nacht nach langem, ſchwerem Leiden zu
ſich zu nehmen.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Offenbach, Darmſtadt, 16. Oktober 1912.
Die Beerdigung findet in der Stille in Höchſt
a. d. N. ſtatt, und wird gebeten, von
Trauer=
beſuchen abſehen zu wollen.
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle, Louiſenſtr. 20.
Die Leſehalle iſt geöffnet an Wochentagen von
10—2 und von 6—9½ Uhr, Sonntags von 11—1 und
von 5—9 Uhr. Büche rausgabe findet ſtatt an jedem
Wochentage von ½11 bis ½1 Uhr und abends von
6 bis 9½ Uhr.
Unterfertigter C. C. erfüllt hiermit die
traurige Pflicht, ſ. l. A. H. A. H. und ia. Cb.
ja. Cb. von dem am 16. Oktober 1912 erfolgten
Ableben ſ. I. A. H.
(21688
Richard Stenger
(XXX, X50 (1899)
Direktor der ſtädtiſchen Straßenbahn
in Forbach
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Darmſtadt, 16. Oktober 1912.
Der C. C. der „Obotritia‟
J. A.:
Paul Gieren
E.V.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Mitteleuropa liegt ein Hochdruckgebiet, über
Irland ein Tiefdruckgebiet. Randwirbel brachten uns
vielfach leichte Regenfälle. Die Temperaturen liegen
4 in Mitteldeutſchland und 9‟ an der Küſte. Da in
Deutſchland der Druck fällt, iſt mit Fortdauer des
herrſchenden Wetters zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
17. Oktober: Wolkig, geringe Niederſchläge, Temperatur
wenig verändert.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. B), Anfang 7 Uhr: „Die
ſchöne Helena”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Welte=Mignon=Konzert um 8¼ Uhr im Hotel
„Zur Traube‟
Demonſtrationsvortrag von Zivilingenieur
Lenſch um 5 und 8½ Uhr im Saalbau.
Evangeliſationsvortrag von Prediger Reiner
um 8½ Uhr Mauerſtraße 17.
Verſammlung des Frauenvereins für den
Schloß=
bezick um 8½ Uhr im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Konzert um 8 Uhr im „Rummelbräu”.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23):
Ein Demonſtrationszug der Bevölkerung
Konſtantino=
pels; Sultan Mohammed V.; König Nikolaus I. von
Montenegro; montenegriniſche Soldaten; Geſamtanſicht
von Podgoritza, dem Sammelpunkt der
montenegrini=
ſchen Armee; Straßenbild aus Podgoritza; König
Fer=
dinand von Bulgarien; bulgariſche Truppen in den
Grenzbefeſtigungen.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 18. Oktober.
Hofreite=Verſteigerung des Jakob Petri (
Pan=
kratiusſtraße 58) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I
Grundſtücke=Verſteigerung der Peter Schäfer III.
Witwe abends 7 Uhr auf dem Ortsgericht Eberſtadt.
Brennholz=Verſteigerung um 10 Uhr im
Scheibenpark des Truppen=Uebungsplatzes.
Kunſthalle am Rheintor, geöfnet Werlags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druic und Belagt z. 6. Piticſige Seſtuhrnchernt.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Inhalt: Archivar Dr. Karl Knetſch: Die Nellenburg bei Neuſtadt.
Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Johann Wilhelm Lichthammer, mit
unveröffentlichten Silhouetten. — Oberſtabsarzt Dr. Caſpar Amman †:
1812. Aus meinem Tagebuch. — Profeſſor Karl Henkelmann: Der
kurpfälziſche Adminiſtrator Johann Caſimir und ſeine Beziehungen zu
Bensheim. — Profeſſor Dr. Auguſt Roeschen: Der oberheſſiſche
Genre=
maler C. Engel. Mit Abbildung: Das Atelier des Bildhauers Scholl. —
Profeſſor Dr. Hugo Brunner: Orangerieſchloß und Marmorbad in der
Karlsaue bei Kaſſel. I. Das Orangerieſchloß. — Paul Theodor Falck:
Der Mainzer Komponiſt und Dichter Paul Schumacher. Ein
Gedenk=
blatt. — Dr. Hermann Bräuning=Oktavio: Die Eugen Bracht=
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Kurſe vom 16. Oktober 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
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3f.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,6)
78,30
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,70
3½ do. Conſols . . . 88,50
78,30
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,30
93,00
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,80
87,00
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,80
4 Heſſ. Staatsanleihe
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
86,80
do.
3½
do.
76,50
78,90
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,60
do. v. 1875 93,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 93,90
1¾ Griechen v. 1887 . . 48,50
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 87,60
4 do. Goldrente . . . 92,20
4 do. einheitl. Rente 84,20
3 Portug. unif. Serie I 62,70
3 do. unif. Ser. III 66,70
9,90
3 do. Spezial . .
5 Rumänier v. 1903 . . 99,50
4 do. v. 1890 . . 92,40
4 do. v. 1905 . . 88,50
87,30
4 Ruſſen v. 1880 .
87,50
4 do. v. 1902 .
4½ do. v. 1905 . . . . 100,00
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 71,00
4 Türk. Admin. v. 1903 78,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 82,00
4 Ungar. Goldrente . . . 87,00
84,70
4 do. Staatsrente.
InProz.
Zf.
.100,30
5 Argentinier
do.
85,40
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,50
5 Chineſ. Staatsanleihe . 98,80
92,30
4½
do.
92,00
4½ Japaner .
5 Innere Mexikaner . . . 92,50
59,50
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,70
5 Gold=Mexikaner . . . . 98,50
3 Buenos Aires Provinz 63,40
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 154,60
5 Nordd. Lloyd . . . . . 122,00
16 Südd. Eiſenb.=Geſ.
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 .
8 Baltimore und Ohio . 107,50
6½ Schantungbahn . . . 128½
6" Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19½
6 Pennſylvania R. R.
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Divid. Aktien.
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25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 518,00
14 Chem. Fabrik Gries=
248,00
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30 Farbwerke Höchſt . . 624,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 340,00
10 Cement Heidelberg . . 147,00
30 Chem. Werke Albert 455,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz .
.330,00
4 Lahmeyer . . . . . . . 121,00
In Proz.
Lite
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 151,75
12 Siemens & Halske .227½
5 Bergmann Electr. . . 129,00
10Deutſch. Ueberſee Electr. 160,00
0 Gutkmi Peter . . . . 100,10
0 Kunſtſeide Frankfurt 109,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 587,70
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Wittener Stahlröhren 202,00
8 Steana Romana Petr. 145,40
15 Zellſtoff Waldhof . . 238,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
. 208,50
häuſel. .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 108,00
3 Südd. Immobilien . 61,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 184,75
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 232,90
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 176,50
.196,00
10 Gelſenkirchener .
192,00
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11
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3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,40
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,70
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 88,60
3. Prag=Duxer . . . . . . 75,00
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,10
76,50
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,60
do.
4
Inpre,
28) Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,60
76,70
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,90
84,80
4 Ruſſ. Südweſt. .
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,00
87,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 85,50
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 75,30
do.
4½
86,00
69,00
24/0 Livorneſer . . .
3 Salonique=Monaſtir . 58,00
4 Bagdadbahn .
81,00
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 95,40
4 Miſſouri=Paciſic.
72,90
4 Northern=Pacific
99,50
4 Southern=Paciſic
93,50
5 St. Louis und San
Francisco. .
85,00
5 Tehuantepec . . . . . . 96,50
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 183,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . .
.148,00
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 164,90
6½ Darmſtädter Bank . 120,00
12½ Deutſche Bank. . . . 248,10
6 Deutſche Vereinsbank . 122,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,50
10 Diskonto=Kommandit 183,90
8½ Dresdener Bank . . 152,70
9½ Frankf. Hypoth.=B. 135,50
6½ Mitteld. Kreditbank 116,75
7 Nationalb. für Deutſchl. 121,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,50
5.86 Reichsbank . . .131,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,50
7½ Wiener Bankverein . 127,25
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
. . 99,20
S. 21.
InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.52 .
99,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
31
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
88,00
S. 3—5
87,80
S. 9—11
. 87,90
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
3½
do.
87,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,80
3½ do. (unk. 1914) . . 87,70
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
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4 Magdeburg.
do.
4 Mainz
do.
89,00
4 Mannheim
98,30
do.
4 München .
98,60
3½ Nauheim
4 Nürnberg
99,90
86,70
do.
4 Offenbach
. 97,80
In Proz.
3½ Offenbach
4 Wiesbaden
99,20
31
do.
4 Worms.
97,80
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 ₰
Verzinsliche
Aulehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 106
3½ Cöln=Mindner , 100 134,00
8 Holl. Komm. . fl. 100 108,50
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 138,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 172,70
3 Oldenburger . . . .
2½ Raab=Grazer fl. 159 112,75
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 203,90
Fs.15 —
Freiburger
Js. 4 —
Mailänder
Fs. 10
do.
.ſl. 7 35,40
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 516,00
do. v. 1858 fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100
Fs. 30
Benediger .
Tärkiſche . . . . Fs. 400 157,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigus .
20,47
20 Franks=Stücke
16,25
Amerikaniſche Noten .
4,20
Engliſche Noten.
20,45
Franzöſiſche Noten.
81,30
Holländiſche Noten.
169,70
Italieniſche Noten .
80,40
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
Ruſſiſche Noten
Schweizer Noten .
30,95
Reichsbank=Diskonto . . .
Reichsbank=Lombard 33f. 5½
Bekanntmachung.
Die Eröffnung des 47. Winterkurſus der Gr. Landwirtſchaftl.
Winter=
ſchule zu Darmſtadt findet am 4. November ds. Js., vormittags 11 Uhr, in
den Schulräumen (Alexanderſtraße 20, neben der Infanteriekaſerne) ſtatt. Wir
wollen nicht verſäumen, darauf beſonders hinzuweiſen, daß es die Schulleitung auch
entfernter wohnenden Schülern ermöglicht hat, täglich mit der Bahn nach Darmſtadt
zu fahren und nachmittags wieder nach Hauſe zurückzukehren. Der Unterricht beginnt
vormittags um 915 und ſchließt um 345 nachmittags.
Es können die Züge wie folgt benützt werden:
Ankanſt
Abfahet
in
von
Bahnſtrecke
Darmſtadt
Darmſtadt
vorm.
nachm.
80
Heidelberg=Darmſtadt
568
85
Frankfurt a. M.=Darmſtadt
420
757
Achaffenburg-Darmſtadt
842
Worms==Darmſtadt
467
Enet
Ment
in
von
Darmſtadt
Bahnſtrecke
Darmſtadt
vorm.
nachm.
660
Mainz=Darmſtadt
491
856 Oſtbhf.
Wiebelsbach=Heubach=Darmſtadt
4 Oſtbhf.
812
Lampertheim.=Darmſtadt
427
800 Oſtbhf.
Groß= Zimmern=Darmſtadt
5as Oſtbhf.
305
Seheim.-Jugenheim=Darmſtadt
550
Auf dieſe Weiſe iſt es mit geringem Koſtenaufwand möglich, die
Landwirt=
ſchaftl. Winterſchule zu beſuchen. Es darf wohl angenommen werden, daß die
Land=
wirte von der gebotenen günſtigen Gelegenheit recht ausgiebigen Gebrauch machen.
Anmeldungen werden in den Kreiſen Darmſtadt, Groß=Gerau, Dieburg und Offenbach!
durch die Großh. Bürgermeiſtereien vermittelt; auch können dieſelben unmittelbar an
den Vorſteher der Schule nach Darmſtadt gerichtet werden.
Darmſtadt, den 15. September 1912.
(21639
Der Aufſichtsrat der Landwirtſchaftl. Winterſchule:
Fey, Provinzialdirektor.
eSarſtare
Polizeilich eingeſangene und zugelaufene Hunde:
Inpolizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1ſchott. Schäferhund, 1 Spitzhund, 1 Pinſcher. 1 Pinſcher,
1 Forterrier (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
um 10 Uhr, ſtatt.
(21664
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Pankratiusſtraße zwiſchen der Kaup= und Wenckſtraße vom
18. Oktober bis zum 9. November ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr
geſperrt.
(2165
Beſtimmungen
über die Zuſammenſetzung und den Geſchäftskreis der
Verwaltungs=Deputationen der Stadt Darmſtadt.
(Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 27. Juni 1912,
Genehmigung des Kreisrats vom 7. Oktober 1912.)
An die Stelle des Statuts in gleichen Betreff vom 1. Juli 1894
treten vom 15. Oktober 1912 an folgende Beſtimmungen:
§ 1.
Die Deputationen arbeiten unter der Verantwortung des
Ober=
bürgermeiſters. Er beaufſichtigt und leitet ihre Geſchäftsführung.
§ 2.
Den Vorſitz führt der Oberbürgermeiſter oder ein Beigeordneter
In beſonderen Fällen können mit Genehmigung der Aufſichtsbehörde
abweichende Beſtimmungen getroffen werden.
Die Deputationen beſtehen außerdem aus 4 oder mehr
Mit=
gliedern. Dieſe werden von der Stadtverordneten=Verſammlung aus
den wählbaren Angehörigen der Stadtgemeinde (Art. 40 St.=O.)
ge=
wählt. Mindeſtens die Hälfte der Mitglieder müſſen
Stadtver=
ordnete ſein.
Den Deputationen für das Armenweſen, für Unterrichts= und
Erziehungsweſen, Geſundheitspflege und Krankenhausweſen können
Frauen, bis zu einem Viertel der Mitglieder, zugewählt werden.
§ 3.
Die Wahl der Mitglieder erfolgt regelmäßig nach den Wahlen
zur Stadtverordneten=Verſammlung auf 3 Kalenderjahre Beim
Ab=
kauf der Wahlperiode dauert die Verpflichtung zur Weiterführung
des Amtes bis zum Eintritt des Dienſtnachfolgers fort. Abgänge
ſind für den Reſt der Wahlperiode ſofort zu erſetzen.
§ 4.
Die Mitglieder werden vom Vorſitzenden in ihr Amt
einge=
führt und, ſoweit ſie nicht ſchon als Stadtverordnete verpflichtet
wurden, auf gewilenhafte Erfülung ihrer Obliegenheiten, durch
Handgelöbnis, verpflichtet.
§ 5.
Die Deputationen handeln innerhalb der ihnen zugewieſenen
Geſchäftszweige ſelbſtändig.
Der Beſchlußfaſſung der Stadtverordneten=Verſammlung
unter=
liegen nur:
1. die begutachteten Jahresvoranſchläge;
2. Veränderungen des Grundſtocks, des Vermögens, die über die
laufende Unterhaltung und Ergänzung hinausgehen;
3. die Einführung, Aenderung oder Aufhebung von Gebühren und
Ausſchlägen für die Benutzung ſtädtiſcher Anſtalten:
4. die Feſtſtellung der Jahresrechnungen und die Verwendung
von Ueberſchüſſen:
5. die Anſtellung und Entlaſſung der Beamten.
Zu Entſchließungen der Deputationen über die freihändige oder
verdingungsweiſe Vergebung von Arbeiten und Lieferungen iſt die
Zuſtimmung der Stadtverordneten=Verſammlung erforderlich, wenn
es ſich um Werte von 25000 Mark an handelt.
Mit Genehmigung des Kreisrats können den Deputationen
beſtimmte Geſchäfte üherwieſen werden, für deren Erledigung an ſich
die Stadtverordneten=Verſammlung zuſtändig iſt.
§ 6.
Der Vorſitzende führt die laufenden Geſchäfte der den
Depu=
tationen übertraenen Verwaltungen. Er beruft die Sitzungen,
be=
reitet die Beſchlüſſe der Deputationen vor und trägt für deren
Aus=
führung Sorge.
Er kann die ſelbſtändige Bearbeitung einzelner Angelegenheiten
einem Mitglied übertragen und Beamte oder Sachverſtändige in die
Sitzungen einführen, um über einzelne Gegenſtände Vortrag oder
Gutachten zu erſtatten.
§ 7.
Die Deputationen treten zur Erledigung ihrer Aufgaben ſo oft
als erforderlich zuſammen. Die Anweſenheit von mehr als der Hülfte
der Mitglieder mit Einſchluß des Vorſitzenden genügt für ihre
Be=
ſchlußfähigkeit, wenn ſämtliche Mitglieder ſpäteſtens am Tage vorher
mit Angabe der Veratungsgegenſtände ſchriftlich eingeladen waren.
Die Beſchlüſſe werden nach einfacher Stimmenmehrheit gefaßt.
Im Falle der Stimmengleichheit entſcheidet die Stimme des
Vor=
ſitzenden.
Die Leiter der einſchlägigen ſtädtiſchen Aemter nehmen in der
Regel an den Verhandlungen teil. Sie haben nur beratende Stimme.
§ 8.
Ueber die Beſchlüſſe iſt von einem verpflichteten Schriftführer
eine Niederſchrift zu fertigen. Aus der Niederſchrift muß hervorgehen,
welche Perſonen an der Sitzung teilgenommen haben oder ihr,
ent=
ſchuldigt, ferngeblieben ſind. Wenn wegen Stimmengleichheit die
Stimme des Vorſitzenden den Ausſchlag gegeben hat, ſo iſt dies in
der Niederſchriſt ausdrücklich zu erwähnen.
Die Niederſchrift wird von dem Vorſitzenden und dem
Schrift=
führer unterzeichnet.
§ 9.
Im übrigen gelten die Vorſchriften der Städteordnung und
etwa beſtehende beſondere ſtatutariſche Anordnungen.
(21641
Darmſtadt, am 10. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 1. bis 15. Oktober 1912.
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 22.— bis 26.25
Korn
„ 17.50 „ 18.—
Gerſte
„ „ 18.75
Hafer
21.— „ 24.-
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 9 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.25
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 5.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 1.50
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.50
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, 16. Oktober 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Die Gemeinde Nieder=Ramſtadt
hat eine Anzahl Petroleum=
Straßenlaternen mit Ständer
und Wandarmen billig
abzu=
geben.
(21439ids
Intereſſenten belieben ſich an
uns zu wenden.
Nieder=Ramſtadt, 14. Okt. 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei
Nieder=Ramſtadt.
Appel.
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Schweinefleiſch per Pfund 88 Pfg.
Kotelettſtücke . . per Pfund 90 Pfg.
Laubſtreu-Verſteigerung.
Mittwoch, 23. Oktober I. J., ½9 Uhr vormittags,
wird in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen das Laub von
Wegen und Schneiſen verſteigert.
(21636
Darmſtadt, den 16. Oktober 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 17. Oktober 1912,
nach=
mittags 3 Uhr, verſteigere ich an Ort und Stelle
Liebfrauenſtraße 78 auf Grund des § 1234 B.G. B.
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Runde=
turmſtr. 16 öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) beſtimmt: 33 Photographie=Album, 4 Reiſe=
Neceſ=
ſaires, 2 Röcke, 1 Hoſe, 1 Mütze, 2 Koppeln, 1 Degen
und 1 Paar Stiefel (Militärkleider);
b) vorausſichtlich: 2 Pianinos, 4 Büfetts, 8 Diwans,
10 Vertikos, 2 Sofas. 2 Trumeaux, 4 Schreibtiſche, 2 Steg=
Tiſche, 2 Kleider=, 2 Spiegel= und 2 Bücherſchränke, 2
Waſch=
kommoden, 1 Tafellavier, 1 Sofatiſch, 8 Bände Lezikon,
1 Landauer, 1 Viktoriawagen, 1 Grammophon, 1 Standuhr pp.
Darmſtadt. den 16. Oſtober 1912.
(21652
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 17. Oktober 1912, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale der Ludwigshalle, Obergaſſe, dahier
öffent=
lich meiſtbietend folgende Pfänder:
2 Büfetts, 1 Pianino, 3 Vertikos, 3 Tiſche, 1 Salontiſch,
1 Ptüſchſofa mit 2 Seſſel, 1 Silberſchranf 1 Serviertiſch,
1 Muſikwerk mit Zubehör, 5 Stühle (2 gepolſtert, 3m
Rohr=
ſitz), 1 Bauerntiſchchen, 1 Klavierſtuhl, 4 Spiegel, 1
Kleider=
ſtänder, 1 Anrichte, 1 Tafelwage m. 7, 1 Säulenwage m.
14 Gewichten, 1 Gasherd, 1 Ladentheke, 2 Warenſchränke,
3 Warengeſtelle, 4 Teile Zwirn=, 2 Teile Plüſch= u. 2 Teile
Tuchvorhänge, 4 Uebervorhänge m. Stangen, 24 Handtücher,
6 Damaſttiſchtücher, 12 Bettücher, 12 Kiſſenbezüge, 6 weiße
Damaſtüberzüge, 2 Schreibtiſche, 1 Pfeilerſchrank. 3 Sofas,
3 Kommoden, 3 Kleiderſchränke, 2 Bilder, 1 Waſchkommode,
1 Schreibſekretär, 1 Kaſſenſchrank, 1 Badeofen und Wanne,
1 Pferd. 1 Hund m. Hülte, 2 Landauer u. a. m. (3163
Wedel, Großh. Gerichtsvollzieher
Bleichſtraße 28.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 17. Oktober 1912, nachm. 3 Uhr.
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
1 Anzahl Stores, Vorhänge, Portieren, Kaffeeſervice, 1
Tee=
ſervice, Zinntabletten, Glasſchalen, 2 Zimmerteppiche, 1
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ſervice, 26 Weingläſer, 1 Lampe, 1 Sofa, 1 Schränkchen,
1 Diwan, 1 Schreibtiſch, 1 Büfett, 1 Vertiko und verſchies
dene andere Gegenſtände.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1912.
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in feinster
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Städtiſcher Fiſchmarkt.
Beginn: 1. Oktober 1912.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Dienstag bis einſchl. Samstag jeder
Woche,
b) auf dem Riegerplatz: nach Bedarf, jedenfalls aber
Don=
nerstag und Freitag jeder Woche.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
des Oberbürgermeiſters feſtgeſetzt werden, ſind an den
Verkaufs=
ſtänden angeſchrieben.
Darmſtadt, den 28. September 1912.
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Haushaltungs-Pensionat
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Aus-
länderinnen), Geschichte, Geographie, Kunstgeschichte und
Hand-
arbeit. Pro Vierteljahr 45 Mk., pro Jahr 140 Mk. Praktisch. Kursus:
Kochen (Haushaltungslehrerin), Haushaltungschemie, Handarbeit
und Buchführung. Pro Vierteljahr 60 Mk., pro Jahr 180 Mk. —
Kunstgewerbl. Fächer. — Prosp. und nähere Auskunft täglich von
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11—12 Uhr und 4—5 Uhr durch die Vorsteherin
Frl. Dupré, Oberlehrerin.
Damen=Turnverein.
Beginn des Winterhalbjahres 1912—13
Montag, den 14. Oktober.
Für Erwachſene: I. Abt. Dienstag und Freitag
von 6—7½ Uhr.
II. Abt. Montag und Donnerstag
von 6—7½ Uhr.
Für Kinder: Dienstag und Freitag von 3—4 Uhr.
Anmeldungen während der Turnſtunden im Turnſaale,
Grafenſtraße 30 (Eingang Eliſabethenſtraße).
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Herdweg 41a, III. I.
Jamilie Heerſen.
Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck verboten.)
48)
17. Kapitel.
Chriſta Leerſen ließ die Zeitung, in der ſie ſoeben
ge=
leſen hatte, ſinken.
Ein leiſes Lächeln freudigen Staunens huſchte über
ihr in voller Schönheit erblühtes Geſicht.
Sinnend blickte ſie, den Ellbogen leicht aufgeſtützt
auf den Arm des Seſſels, in dem ſie ſaß, einen Augenblick
vor ſich hin. Dann nahm ſie von neuem das Blatt auf,
und wieder ſuchten ihre Augen die Stelle unter den
Kunſt=
nachrichten, die ſie im Laufe der letzten Viertelſtunde ſchon
unzählige Male durchflogen hatten:
Peter Geißlers in Paris mit der goldenen Medaille
ausgezeichnetes Bild „Andacht” iſt von der
National=
galerie käuflich erworben worden. Wie wir erfahren, iſt
Peter Geißler als Lehrer an die hieſige Akademie berufen
worden. Es dürfte daher unſer Leſer intereſſieren, daß
der Künſtler, deſſen ſteigender Bedeutung wir ſchon oft
an dieſer Stelle gedacht haben, demnächſt bei Schulte eine
Separatausſtellung ſeiner Werke veranſtalten wird.
Chriſta Leerſen ſtand auf und trat erregt an das
Fen=
ſter, auf deſſen breitem Sims, der Winterkälte draußen
zum Trotz, duftende Frühlingsdlumen blühten.
Alſo Peter Geißler hatte es wirklich erreicht, was
er damals auf Joachims und Adas Hochzeit mit
flam=
menden Worten als ſein Ziel verkündet hatte. Er war
groß und berühmt geworden!
Fünf Jahre waren ſeit jenem Tage verſtrichen. Fünf
Tange, lange Jahre!
Wie viel und — wie wenig hatte ſich in dieſer Spanne
Zeit zugetragen!
Aeußerlich, gewiß, da war ſo manches anders
gewor=
den! Die ganze Umgebung, der Rahmen, der ihr jetziges
Leben umſpannte, war glänzender und leuchtender, als
ſie es ſich je hatte träumen laſſen.
Es war, als ob auf Jcachims und ihrem Tun Segen
ruhte. Immer vorwärts, auſwärts war es beruflich
mit ihnen gegangen. Erfolg reihte ſich an Erfolg in
Joachims ſchriftſtelleriſchem Schaffen, und klingender
Lohn war nicht ausgeblieben. Die kleinlichen Sorgen um
den Alltag des Lebens mieden jetzt die Schwelle des
Hauſes, deſſen Glück durch die Geburt des prächtig
ge=
deihenden Zwillingspärchens ſeine Krönung gefunden
hatte.
Und ſie ſelbſt? Aus der jungen Novize, die
ängſt=
lich und nur mit Zagen heiliger Scheu die Vorſtufen zum
Tempel der Kunſt betreten hatte, war im Laufe der Jahre
ein zielbewußtes Weib, eine mit allen Kräften ihrer Seele
nach Vollendung ringende Künſtlerin geworden. Was
ſie einſt ſich erträumt hatte, jetzt erfüllte es ſich.
Nach=
empfindend, durchlebend und lebenswahr geſtaltend das
Empfundene wiederzugeben, die Geſtalten des Dichters
zu Wahrheit und Leben erſtehen zu laſſen, ſie konnte es
jetzt. Und je mehr ſie innerlich ausreifte, um ſo
umfaſ=
ſender wurde ihr Können. Sie fühlte förmlich das
Wach=
ſen ihrer inneren Kräfte von Jahr zu Jahr, und mit ihrem
Können wuchs der Erfolg. Zwar war ſie noch kein erſter
Stern am Kunſthimmel, deſſen Name ruhmvoll über alle
Lande fliegt: aber die Preſſe und alle Kunſtverſtändigen
verhießen ihr eine große Zukunft. Von der Theaterſchule
weg, wo man bereits auf ſie aufmerkſam geworden war,
hatte man ſie unter günſtigen Bedingungen an dgs
Schillertheater engagiert. Hier war jetzt das Feld ihres
Wirkens. Ihr Repertoire wurde von Saiſon zu Saiſon
reichhaltiger, und die Rollen, die man ihr gab, ſtellten
immer ſchwierigere Anforderungen an ſie. Gewiß, auch
Glück hatte ſie. Sie gefiel dem Berliner Publikum, das
in ſeiner Gunſt ſo unbeſtändig iſt, dauernd, und man zollte
ihr Beifall und Bewunderung, wo ſie erſchien. Sehr
bald hatte ſie freilich auch erfahren gelernt, daß es eine
Bewunderung gab, die verletzte, daß es ſo viele gab, die
das Weib und nicht die Künſtlerin in ihr bewunderten,
Und je öfter ihr das begegnete, um ſo mehr ſank die
Ach=
tung vor denen, die ſich in überhebendem Stolze die
„Herren der Schöpfung” nennen. Aber ſonderbar, je
küh=
ler und abweiſender ſie ſich gegen ſolche läſtigen
Bewun=
derer und Verehrer zeigte, je zorniger ſie ſie zurückwies,
um ſo heißer ward ſie umworben. Mehr als einer hatte
ihr auch ſchon ſeine Hand angeboten zum gemeinſamen
Lebensweg, und wenn ſie eine „gute Partie” hätte machen
wollen, ſo war ihr die Gelegenheit dazu oft geboten
wor=
den. „Chriſta Franz”, wie ſie ſich mit ihrem
Bühnen=
namen nannte, hatte die Auswahl gehabt unter der
Ariſtokratie des Geiſtes und des Geldes. Aber nicht ein
einziges Mal hatte ihr Herz bei ſolchen Anträgen
ge=
ſprochen. Sie hatte wohl ein flüchtiges Intereſſe, ein
ſympatiſches Gefühl für dieſen oder jenen übrig gehabt,
aber ihn heiraten, ſich ihm geben mit ihrem ganzen
Selbſt, nein, das hätte ſie niemals vermocht. Neckend
hatte ihr Joachim manchmal vorgeworfen: „Entweder ſie
ſei eine Art Mißgeburt und ohne dieſen zum Glück nun
einmal nötigen „Gegenſtand”, den man in gewöhnlichen
Leben Herz nenne, auf die Welt gekommen, oder aber
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Vielleicht war es wirklich ſo, und wohl darum hatte ſie in
dieſen fünf Jahren innerlich ſo wenig erlebt.
Sie fuhr zuſammen.
Trampelten draußen auf dem Korridor nicht kleine
Füßchen und krähten nicht luſtige Kinderſtimmchen?
Sicher waren es die jetzt zweijährigen „Haustyrannen”
ſo nante Joachim die Zwillinge — die „Tiſta=Tante‟
jetzt Gutenmorgen ſagen wollten.
Seit man in der neuen, viel geräumigeren
Wohn=
ung in der Würzburger Straße wohnte, ſtanden ihr zwei
Räume zur Verfügung, die etwas abſeits von den
Wohn=
räumen der Geſchwiſter lagen, in denen Adolf und MMarie
ihr nicht gerade ſtilles Weſen trieben. Sie brauchte zum
Studium ihrer Rollen natürlich Ruhe und Sammlung.
Ihr kleines Reich — es beſtand aus Salon und
Schlafzimmer — hatte ſie ſich ganz nach perſönlichem
Ge=
ſchmack ausgeſtattet. Es waren ſtimmungsvolle, mit
künſtleriſchem Feingefühl eingerichtete Räume, in denen
ſie ſich ſehr wohl fühlte. Freilich hätte man ihnen
nie=
mals angeſehen daß ſie gerade einer Schauſpielerin
ange=
hörten, denn nirgends ſah man Bilder der Bewohnerin
dieſes Raumes in ihren Rollen oder jene Dekorationen
von bunten Schleifen an den Wänden hängen, wie das
ſonſt bei Damen des Theaters oft in überreicher Weiſe
Brauch iſt.
Ueberhaupt trug Chriſta auch äußerlich ſehr wenig
den Stempel einer Schauſpielerin im Sinne des
Auf=
fälligen an ſich. Mit geſuchter Schlichtheit kleidete ſie ſich
außerhalb der Bühne, denn ſie haßte nichts mehr, als
ge=
rade dieſes Auffallen ſo vieler ihrer Kolleginnen. Auch
jetzt, wo ſie am Fenſter ihres Zimmers ſtand, war das
dunkelblaue Tuchkleid, das, der Mode des Tages
ent=
ſprechend, eng die wundervollen Formen ihrer Figur
um=
ſpannte, ganz einfach. Schmuck trug ſie, außer einer
gol=
denen Nadel am Kragen des Kleides, keinen, und an ihrer
Hand blitzte jener kleine Brillantring, den ſie einſt am
letz=
ten Weihnachtsabend im Hauſe der Mutter von dieſer
er=
halten hatte.
Bum, bum! Kleine Fäuſte ſchlugen gegen die Tür.
Ein!
Ein! riefen draußen zwei Kinderſtimmchen.
Wollt Ihr wohl nicht ſo lärmen! hörte Chriſta zu
gleicher Zeit Frau Adas etwas dunkelgefärbte Stimme
rufen. Dann öffnete ſich die Tür und herein ſchoben zwei
kleine kugelrunde Menſchlein, die in ihren weißen Mützen
und Mäntelchen wie kleine Schneemänner ausſahen. Mit
hoch erhobenen Aermchen rannten ſie auf Chriſta, die
ihnen entgegenkam, zu.
Tuß haben! ſchrie Adolf.
Auch haben, auch haben, kam als feineres Echo
Mariechens Stimme nach.
Lachend ſchloß Chriſta die zwei in ihre Arme und
drückte ihre Lippen auf die kleinen offenen Mäulerchen,
die ſich ihr entgegenſtreckten.
Auch haben! wiederholte Frau Ada und hielt der
Schwägerin ihre Lippen entgegen.
Gott, ſeid Ihr eine habgierige Bande, klagte mit
komiſchem Entſetzen Chriſta und küßte Ada. Wo wollt
Ihr denn ſchon wieder hin? Du biſt ja im
Geſellſchafts=
anzug! Ihr Blick ſtreifte die junge Frau, deren ſchlanke,
mädchenhafte Figur in dem hellgrauen Straßenkoſtüm
jehr ſchick und diſirauiert auslaß=
Väterchen abholen, erklärte Ada und ſchloß den
letz=
ten Druckknopf ihrer däniſchen Handſchuhe.
Holen, holen! kam doppelſtimmig von Adolf und
Marie ein Echo zurück.
Hazzi! rief plötzlich ihr erfreut Adolf.
Buma! jubelte Marie und beide brachten mit
ſtrah=
lenden Geſichterchen eine Hyazinthe, die ſie, während
ihre Mutter und Tante ſich unterhielten, von den Blumen
auf dem Fenſterbrett abgepflückt hatten.
Nun ſahen die beiden Damen erſchreckt auf.
Ada, Du haſt zwei furchtbare Vandalen zur Welt
ge=
bracht, ſagte Chriſta. Aber Frau Ada hörte nicht; ſie ließ
ein furchtbares Donnerwetter auf die beiden kleinen
Sünder eingehen.
Ach, die arme, arme Blume! Ihr habt ihe nun den
Kopf abgeriſſen und das tut ſo weh! ſagte ſie zum Schluß.
Huh, huh! Ein doppeltes Wehgeſchrei ertönte und
kleine Händchen ſtreichelten zärtlich die abgeriſſene
Blume. Hat Du Matzen, Buma? Hat Du Matzen?
frag=
ten Adolf und Marie. Das bedeutete in der
Zwillings=
ſprache Schmerzen, und die Vorſtellung, daß die Blume
Schmerzen habe, entfeſſelte bei beiden wahre
Tränen=
fluten.
Erſt als Mutter und Tante den reuevollen Sündern
ſagten: wenn ſie verſprechen wollten, nie wieder eine
Blume abzureißen, hörten die Schmerzen der eeben
ge=
pflückten auf, beruhigten ſie ſich und wurden dem draußen
bereits harrenden Kindermädchen übergeben mit der
Weiſung, einſtweilen immer hinunter auf die Straße zu
gehen.
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das dortige Velodrom die diesjährige Saiſon mit einem
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nagh, Schilling und Comes. Cavanagh zeigte eine
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deutende Verbeſſerung ſeiner Form, denn er konnte den
zweiten und dritten Lauf vor Schilling gewinnen, gegen
den er im erſten vor Comes unterlag. — In
Char=
leroi lieferte Goupy jun, ein hervorragendes Rennen
im Dreiſtundenfahren nach Punktwertung. Er konnte von
12 Spurts nicht weniger als 10 gewinnen, ſo daß er mit
14 Punkten als Sieger vor dem Weltrekordmann Egg,
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48 Punkte; 5. Thys, 64 Punkte; 6. Petit Breton, 70 Punkte.
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Rennen ohne Führung in drei Läufen zum Austrag, das
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Großen Sachſen=Preiſes bei Chemnitz, mit 14 Punkten
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vor Bebaere, 9 Punkte, und Spieſſens, 8 Punkte,
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Sieger, befand ſich unter den Geſchlagenen.
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Skuller=Weltmeiſterſchaft kam in Verbindung mit der
Einer=Meiſterſchaft von England ein neues Match auf der
klaſſiſchen Rennſtrecke von Putney nach Mortlake zwiſchen
dem engliſchen Weltmeiſter Barry und dem
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kannt, hatte der Kanadier an Barry nach deſſen Sieg im
Juli über den Auſtralier Arnſt eine Herausforderung
gegen einen Einſatz von 500 Pfund Sterling erlaſſen. Der
Andrang bei dem Match Barry-Durnan war lange nicht
ſo ſtark, wie bei dem Kampf zwiſchen Barry und Arnſt.
Nach dem Start ſetzte ſich Durnan an die Spitze, die er
aber nicht lange behaupten konnte, da ihm Barry
bedeu=
tend überlegen war. Der Engländer führte nach der erſten
Hälfte bereits mit 12 Längen; dann ließ er ſeinen
Riva=
len wieder näher herankommen, um ſchließlich noch mit
vier Längen Vorſprung in 22 Minuten 31 Sekunden das
Ziel zu paſſieren. Barry gewann damit gleichzeitig den
von der engliſchen Sportzeitung „The Sportsman”
ge=
ſtifteten Pokal. — Eine neue Herausforderung an Barry
durch den Auſtralier Pearce dürfte erſt im nächſten
Früh=
jahre ihre Erledigung finden.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 15. Okt. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Infolge der feſten Auslandsmärkte auf die
kriegeriſchen Ausſichten verkehrte unſer Wochenmarkt
eben=
fall bei anziehenden Preiſen, wobei aber reichliches
An=
gebot vorhanden war. Während Landweizen zirka eine
halbe Mark profitieren konnte, ſtieg Landroggen um eine
Mark. Gerſte und Hafer bei guter Nachfrage gleichfalls
beſſer bezahlt; ebenſo Mais höher. Futtermittel ruhig
und feſt. Die Forderungen für Mehl wurden weſentlich
erhöht, doch iſt aus zweiter Hand noch billigere Ware
erhältlich.
Der Mannheimer Getreidemarkt verkehrte
in feſter Haltung; ruſſiſche und rumäniſche Offerten
be=
ſchränkten ſich wegen enormer Steigerung der Seefrachten
auf abgeladene Partien. Futtergerſte ſtramm. — An der
Berliner Produktenbörſe war Getreide
ſchließ=
lich zur Ermattung geneigt auf die neue Beruhigung der
Fondsbörſe. Hafer ebenfalls ſtark ſchwankend und zum
Schluß befeſtigt auf Deckungen.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
amerika=
niſchen Getreidemärkten (New=York und
Chi=
cago) war Weizen zu Beginn ſtark erregt auf Gerüchte
von einer Schließung der Dardanellen, dann aber
abge=
ſchwächt auf günſtiges Wetter, ſowie größere Zufuhren im
Nordweſten der Vereinigten Staaten. Schließlich erfolgte
erneute Befeſtigung auf gutes Exportgeſchäft. Mais bei
Schluß matter auf großes Angebot der Farmer. Die
ſicht=
baren Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche von 32,96
Millionen Buſhels auf 34,79 Millionen Buſhels und die
Maisvorräte von 2,95 Millionen Buſhels auf 3,57
Mil=
lionen Buſhels geſtiegen. Auch in Kanada erhöhten ſich
die Weizenvorräte in dieſer Woche von 5,85 Millionen
Buſhels auf 9,20 Millionen Buſhels.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hieſiger und Wetterauer, 21.60
bis 21.75, Norddeutſcher 21.60—21.75,
Kurheſ=
ſiſcher 21.60—21.75, Ruſſiſcher 24.25—24.75, Laplata 23.75
bis 24.75, Rumäniſcher 24.25—24.75, Kanſas 24.25—24.75,
Manitoba 23.25—23.75, Redwinter 24—24.75, Walla=
Walla 23.50—24.50; Roggen, hieſiger, 19—19.15,
Bay=
riſcher (Pfälzer) 19—19.15, Ruſſiſcher — —
Amerikani=
ſcher ——, Rumäniſcher —.—; Gerſte (Pfälzer) 21 bis
21.50, hieſige und Wetterauer 20.50—21, Riedgerſte 20.25
bis 21.25, Ungariſche —.—, Fränkiſche 21—21.50; Hafer,
hieſiger, 19—21.50, Bayeriſcher 19.25—21.50, Ruſſiſcher
20.50—22, Amerikaniſcher —.— Rumäniſcher 20.50—22,
Mais mixed 15.80—16.10, Ruſſiſcher 16—16.20,
Donau=
mais 16—16.25, Rumäniſcher 16—16.10, Laplata 15.75—16,
Weißer Mais 15.80—16.10, Weizenſchalen 10.50—11,
Wei=
zenkleie 10.50—11, Roggenkleie 11.50—12, Futtermehl
14—16, Biertreber getrocknet 13.50—14, Futtergerſte 15.75
bis 16.50; Weizenmehl, hieſiges (Baſis ab
Mann=
heim): Nr. 0 32.75—33, feinere Marken 33.25—33.50, Nr. 1
30.75—31, feinere Marken 31.25—31.50, Nr. 2 28.75—29,
feinere Marken 29.25—29.50, Nr. 3 27.75—28, feinere
Marken 28.25—28.50, Nr. 4 24.75—25, feinere Marken
25.25—25.50; Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 27—27.75,
Nr. 1 25—25.50, Nr. 2 22.25—22.50.
Vermiſchtes.
Raffael als Maler der Mondflecken. Die große
helle Scheibe, die ſich auf Raffaels „Madonna di
Fo=
ligno” hinter der Geſtalt der Maria mit dem Kinde
befindet, iſt bereits öfters als Mond gedeutet worden;
eine überraſchende Entdeckung iſt es aber wenn H. H.
Kritzinger in einem Aufſatz der von Prof. Biermann
her=
ausgegebenen Monatshefte für Kunſtwiſſenſchaft
nach=
weiſt daß Raffael hier die Flecke auf der Mondſcheibe
künſtleriſch gedeutet hat. Durch eine Gegenüberſtellung
der Verteilung von hellen und dunklen Flecken, wie ſie ſich
auf dem Mond mit bloßem Auge erkennen laſſen, und der
Fleckenverteilung auf dem Bilde, ergibt ſich, daß die
auf=
fälligſte Uebereinſtimmung herrſcht. Wie beim Mond
überwiegen auf dem Bild die dunklen Flecken der linken
Seite im Vergleich zur Rechten. Der helle Fleck auf dem
linken Knie der Maria und die davon ausgehenden
Licht=
ſtreifen entſprechen dem ſogenannten Krater Tycho und
ſeinem Strahlenſyſtem; ebenſo laſſen ſich die einzelnen
Mondmeere alle auf dem Bild erkennen. Der einzige
Unterſchied iſt, daß auf der Mondſcheibe der Madonna di
Foligno alles ins Breite gezogen iſt. Dies geſchah
offen=
bar nach einem beſtimmten Prinzip und es ließ ſich leicht
nachweiſen, daß Raffael nach dem Gebrauch der
da=
maligen Zeit ſtatt der Kreisform des Mondes aus
äſtheti=
ſchen Gründen eine Elipſe verwendete. So
unwahrſchein=
lich es nun auf den erſten Blick erſcheint, daß der große
Maler auf einem Madonnenbild Aſtronomie und
Mond=
kunde getrieben habe, ſo ſpricht doch vieles für eine
be=
wußte Verwendung dieſer Beobachtungen. Raffael hat
auch ſonſt aſtrale Themen behandelt, die Kriſtallſphäre
des Fixſternhimmels, Tierzeichen und Planeten in ſeinen
Werken angebracht. Die Verbindung der Madonna mit
dem Monde iſt alt, und kehrt in der Kunſtgeſchichte immer
wieder Dazu kommt, daß die Beobachtung der
Mond=
fläche in jenen Jahren geradezu „modern” war. An der
Deutung dieſer Erſcheinung hatte die Phantaſie ſchon ſeit
Jahrtauſenden gearbeitet; aber gerade damals hatte
Leonardo die Entdeckung gemacht, daß das aſchfarbene
Licht der Nachtſeite des Mondes der Widerſchein des
Erd=
lichtes iſt. Auch durch Dantes Göttliche Komödie war
Raffael auf „die dunklen Flecken auf dieſes Körpers
Scheibe” hingewieſen worden; er hat bekanntlich eine
ge=
lehrte Bildung beſeſſen und vieles in ſeine Werke, „
hinein=
geheimniſt” wie Goethe von ſeinem Fauſt ſagt. Die
merkwürdige Stellung des Kindes, das mit dem Mantel
der Mutter ſpielt, iſt verſchiedenen Kunſtgelehrten
aufge=
fallen und von ihnen als „geſucht” und „preziös”
bezeich=
net worden. Sie erklärt ſich daraus daß Raffael die
wunderlichen Verſchiebungen des Mantels brauchte um
die typiſchen Linien und Flächen des Mondbildes auch auf
ſeinem Bilde feſtzuhalten.
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