Inſerake
Abonnementspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt.
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
furen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelf. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die Kaiſerin iſt geſtern früh zur Kur in Bad
Nauheim eingetroffen.
25
Die Ernennung des Herzogs Adolf
Fried=
rich zu Mecklenburg zum Gouverneur von
Togo wird offiziell beſtätigt.
Heute tritt in Rom die internationale
Konfe=
renz zur Bekämpfung der Tuberkuloſe
zuſammen.
Faſt in allen engliſchen Kohlenrevieren wurde
die Arbeit am Dienstag wieder
aufge=
nommen.
Der Hauptdeich am Miſſiſſippi bei
Golden=
lake in Arkanſas iſt gebrochen. 45 Ortſchaften ſind
gefährdet.
Die neuen Garniſonen.
* Aus Berlin wird der Köln. Ztg. geſchrieben: Bei
der Annahme der neuen Wehrvorlage, die man wohl
vorausſetzen darf, muß eine Veränderung in den
Stand=
orten verſchiedener Truppenteile eintreten, und eine
An=
zahl neuer Garniſonen iſt zu errichten. Da die Vorlage
ſich in den Neuformationen aufs notwendigſte beſchränkt,
ſo werden allerdings nur wenige neue Garniſonen
ent=
ſtehen, und hierfür ſind in erſter Linie Mittelſtädte in
Ausſicht genommen, die bisher nicht belegt waren. Die
kleinen Städte kommen ſchon deshalb nicht in Betracht,
weil ſie die Summen nicht aufzubringen vermögen, die
als Beitrag der Gemeinden zur Einrichtung von
Kaſer=
nen, Exerzierplätzen, Schießſtänden uſw. nötig ſind. Man
darf auch nicht vergeſſen, daß es den Offizieren,
Beam=
ten uſw. möglich ſein muß, in ihren Standorten ihre
Kinder in die Schule zu ſchicken, daß ferner die
Mittel=
ſtädte eher über Wohnungen verfügen und auch nicht die
geiſtige Anregung ganz vermiſſen laſſen, wie es in den
kleinen Städten der Fall iſt. Mit der Anſicht, daß die
Vereinigung eines Regiments in einem und demſelben
Standort nötig ſei, hat man zum Teil gebrochen, da die
Ausbildung im ſchul= und gefechtsmäßigen Exerzieren
bereits im Bataillon einen gewiſſen Abſchluß erreichen
muß. Dafür genügt in der Regel der Raum in der
Garniſon. Für die Ausbildung im Regiment ſtehen
dann die Truppen=Uebungsplätze zur Verfügung. Bei
der Wahl der Standorte ſprechen auch kulturelle und
na=
tionale Zwecke mit. Durch das Zuſammenleben der
Bevölkerung und der Garniſon wird der Wert der Schule
des Heeres auch weiteren Kreiſen klar gemacht, und im
Oſten bedeutet die dauernde Anweſenheit der Truppe
eine Förderung des Deutſchtums. Den berechtigten
Wunſch des Offizierkorps nach größeren Standorten wird
man durch öftere Verſetzungen zu erfüllen ſuchen.
Neuer=
dings iſt darin ja auch ſchon viel geſchehen. Die
klei=
neren Orte, wie z. B. Mörchingen, darf man hierbei
nicht heranziehen, denn ſie wurden aus ſtrategiſchen
Gründen von vornherein als Militärkokonien errichtet,
denen der Grenzſchutz zufiel. Bei der Beratung der
Vor=
lage ſollen die in Ausſicht genommenen Standorte in
den Mittelſtädten dem Reichstag bekannt gegeben
wer=
den, der ja wiederholt den Wunſch nach einer
Berückſich=
tigung dieſer Städte ausgeſprochen hat. Welche Orte
in Betracht kommen, läßt ſich zurzeit noch nicht ſagen,
da die Verhandlungen mit den Gemeinden noch ſchweben.
Die Kriminalität des weiblichen Geſchlechts.
* In den letzten 25 Jahren iſt, wie eine in der
Deutſchen Juriſten=Zeitung mitgeteilte Statiſtik
er=
gibt, die Kriminalität weiblicher Perſonen
ganz entſchieden geſunken. Während im Jahre 1881
unter insgeſamt 345977 Verurteilten 281637 Perſonen
dem männlichen und 64340 Perſonen dem weiblichen
Geſchlechte angehörten, fanden ſich im Jahre 1909 unter
544 183 Verurteilten 458 304 männliche und 85879
weib=
liche Perſonen. Danach iſt alſo der Prozentſatz beim
männlichen Geſchlechte von 81,4 auf 84,2 geſtiegen; beim
weiblichen Geſchlechte dagegen iſt er von 18,6 auf 15,8
herabgegangen. Intereſſant iſt, wie ſich der Anteil der
Frau auf die vier Gruppen verteilt, in welche die deutſche
Kriminalſtatiſtik die Straftaten ſondert: es ſind das
Verbrechen und Vergehen 1. gegen Staat, öffentliche
Ordnung und Religion, 2. gegen die Perſon, 3. gegen
das Vermögen, 4. im Amte. Bezüglich der erſteren iſt
ein ſtarkes Anſchwellen zu verzeichnen, indem von 100
Verurteilten im Jahre 1884 nur 9,5, im Jahre 1909 aber
14 dem weiblichen Geſchlechte angehörten. Dieſe
Steige=
rung erklärt ſich der Hauptſache nach durch die Verſtöße
gegen neuere Vorſchriften der Gewerbe=Ordnung. In
der zweiten Gruppe zeigt ſich eine Verminderung von 15,3
auf 14,6 Prozent. Geradezu auffällig iſt die Abnahme der
Verbrechen und Vergehen weiblicher Perſonen gegen das
Vermögen. Im Jahre 1884 belief ſich hier der
Prozent=
ſatz auf 24,3, im Jahre 1909 dagegen nur auf 17,6. Dieſe
erfreuliche Verringerung wird auf die allmählich
einge=
tretene Beſſerung der Erwerbsverhältniſſe zurückzuführen
ſein. Wenn endlich auch in der vierten Gruppe trotz
ſtär=
kerer Berufstätigkeit der Frauen im öffentlichen Dienſte
ein Rückgang ihrer Kriminalität von 8,3 auf 5,5 Prozent
zu verzeichnen iſt, ſo ſcheint das für eine größere Gewiſſen‟
haftigkeit der Frau zu ſprechen. Dieſe Ziffern beweiſen
wiederum, daß die Frau an den zur Aburteilung
gelan=
genden ſtrafbaren Handlungen weit weniger beteiligt iſt
als der Mann. Es iſt das eine längſt feſtſtehende
Tat=
ſache, die eine doppelte Erklärung findet: Einmal in
dem Temperament der Frau, das zur Gewalttätigkeit
und zur Auflehnung gegen die Geſetze weniger neigt.
und ſodann in ihrer ſozialen Lage, die für das Abweichen
vom rechten Wege geringere Gelegenheit bietet als
die=
jenige des Mannes, der ſtärker am Kampf um das Daſein
beteiligt iſt.
Deutſches Reich.
Der neue Gouverneur für Togo.
Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg iſt nunmehr
be=
ſtimmt als Gouverneur von Togo in Ausſicht genommen.
Einer ſchon früher in der Preſſe geäußerten Vermutung,
daß ſeine etwaige Ernennung zum Gouverneur von Togo
lediglich als eine kurze Vorbereitung für den
Gouverneur=
poſten von Oſtafrika zu betrachten ſein würde, wünſcht der
Herzog ſelbſt ausdrücklich entgegenzutreten. In einem an
den Staatsſekretär des Reichskolonialamts gerichteten
Briefe ſchreibt der Herzog:
Aus Preßnotizen und Privatgeſprächen erfahre ich,
daß allgemein angenommen wird, ich ſähe den
Gouver=
neurpoſten in Togo gewiſſermaßen nur als Uebergang
zu dem in Daresſalam an. Ich möchte Eure Exzellenz
bitten, dieſen Gerüchten entgegentreten zu wollen. Ich
habe auf meiner Expedition genugſam Gelegenheit
ge=
habt, Einblicke in die verſchiedenſten Verwaltungsſyſteme
zu tun, um zu wiſſen, welche Arbeitskraft und welcher
Ernſt zum Ausharren in ſo exponierten Stellungen
er=
forderlich iſt. Ich denke gar nicht daran, den
Verwal=
tungsbetrieb in Togo, an den ich mit aller Hingabe
heran=
trete, ſo bald wieder aufzugeben. Ich darf Eurer Exzellenz
verſichern, daß ich über das Vertrauen, das mir durch
Aufnahme in den praktiſchen Kolonialdienſt bezeigt wird,
aufrichtig erfreut bin und daß ich gewillt bin, meiner
Pflicht als Gouverneur mit allem Ernſt und mit nicht
weniger Eifer nachzukommen, wie meine Vorgänger.
— Zur Herabſetzung der Altersgrenze
für den Bezug der Altersrente. Nach dem
Einführungsgeſetz zur Reichsverſicherungsordnung ſoll
die Reichsregierung im Jahre 1915 dem Reichstage die
geſetzlichen Vorſchriften über die Altersrente zur
erneu=
ten Beſchlußfaſſung vorlegen. Die zu dieſem Zweck
not=
wendige Prüfung der Frage, welche finanziellen
Wir=
kungen eine Herabſetzung der Altersgrenze haben würde,
hat die Reichsregierung inzwiſchen berekts in die Wege
geleitet. Es ſoll hierfür eine
Sachverſtändigenkommiſ=
ſion gebildet werden. Die Bundesregierungen waren
nun aufgefordert, Sachverſtändige für dieſe Kommiſſion
zu ernennen. Dieſer Anregung ſind die
Bundesregie=
rungen inzwiſchen nachgekommen und haben in
be=
ſchränkter Zahl Sachverſtändige für die Kommiſſion
num=
haft gemacht, da die Zahl der auf dieſem Gebiet
Sach=
verſtändigen nur eine begrenzte iſt. Die Reichsregierung
dürfte daher auch aus den Kreiſen der
Reichstagsmit=
glieder und der Verſicherungsmathematiker noch einige
Autoritäten in die Kommiſſion berufen. Ihre Aufgabe
wird es ſein, zu entſcheiden, welchen Umfang die vor=
zunehmenden Erhebungen zur Prüfung der Frage
an=
nehmen ſollen. Dabei können möglicherweiſe umfaſſende
und zeitraubende ſtatiſtiſche Ermittelungen in Frage
kom=
men. Und aus dieſem Grunde hat die Reichsregierung
bereits drei Jahre vor dem im Einführungsgeſetz zur
Reichsverſicherungsordnung vorgeſehenen Termin die
Vorarbeiten für die Prüfung der Frage in Angiff
ge=
nommen.
— Der Parteitag der
Deutſchkonſer=
vativen Bayerns nahm eine Reſolutkon an, in
der das neue bayeriſche Miniſterium warm begrüßt
wird. In einer zweiten Reſolution wurden neue
Ver=
handlungen mit der konſervativen Vereinkgung und den
anderen konſervativen Elementen in Bayern zwecks
Bil=
dung einer neuen konſervativen Landespartei
gutgehei=
ßen. Es wurde für die Verfolgung dieſer Aufgabe ein
dreigliederiger Ausſchuß gewählt.
— Deutſche Arbeitergroſchen. In Brüſſel
teilte Parteiſekretär Müller, der die deutſche
ſozialdemo=
kratiſche Partei auf dem Parteitag der belgiſchen Soziale
demokratie vertrat, mit, daß die deutſche Sozialdemokratie
zur Deckung der Parteikoſten bei den kommenden
belgi=
ſchen Kammerwahlen, die auf den 2. Juni feſtgeſetzt ſind,
einen Beitrag von 20000 Franken bewilligt habe.
Kaufmänniſche Sozialpolitik. Dem
Reichstage ſind vor kurzem eine Reihe von Eingaben
zugegangen, welche die reichsgeſetzliche Schaffung von
Handelsinſpektoren, die Errichtung von paritätiſchen
Kaufmannskammern, die Beſeitigung der
Konkurrenz=
klauſeln im Handelsgewerbe, die Nichtigkeitserklärung
aller Gehaltsaufrechnungen im Falle unverſchuldeter
Dienſtbehinderung und die prozeſſuale Gleichſtellung der
Angeſtelltengehälter mit den Beamtengehältern im Falle
der Zwangsvollſtreckung erſtreben. Dieſe Eingaben
ſtam=
men vom Verein für Handlungs=Kommis von 1858, der
zurzeit 112000 Mitglieder zählt. Ferner hat ſich der
Verein an die Staatsminiſterien von Preußen, Sachſen
und Heſſen mit dem Erſuchen gewandt, den
kaufmänni=
ſchen Angeſtellten die Standesbezeichnung als „
Kauf=
mann” zu geſtatten.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Neues Wahlrecht für Kroatien. Wie die
Reichspoſt aus Agram erfährt, hat man bereits ſichere
Kunde davon, daß unter den Vertrauten des königlichen
Kommiſſärs für Kroatien, Guvay, Vorbereitungen
ge=
troffen werden, ein neues Wahlrecht einzuleiten, das den
Beſtand einer unioniſtiſchen Majorität im kroatiſchen
Landtage garantiert. Die Zahl der Landtagsmitglieder
ſoll auf 160 erhöht werden, von denen die eine Hälfte
ernannt, die andere Hälfte gewählt werden ſoll. Aber
ſelbſt eine derartige Wohlordnung dürfte kaum zu einem
gewünſchten Ziele führen.
Italien.
Eine Flottenaktion? Die Zeitung Stampa
meldet aus Rom, daß Admiral Viale nach Tarent
abge=
reiſt ſei. Er werde ſich dort ſofort auf das Admiralſchiff
begeben, um den Oberbefehl über die Flotte zu
überneh=
men. In gut unterrichteten Kreiſen werde angenommen,
daß nunmehr die durch die Krankheit Admirals Faravelli
verſchobene Flottenaktion beginnen werde. Der Momento
erhält die Nachricht aus Venedig, daß die geſamte
Schiffs=
macht Italiens mobiliſiert werde. Auch die alten
Schiffs=
einheiten würden in der bevorſtehenden Aktion eine
be=
deutende Rolle ſpielen und hätten ſchon verſiegelte
Be=
fehle erhalten.
England.
Der Homerule=Entwurf. Am heutigen
Donnerstag ſoll der Premier dem Unterhauſe den Homer
rule=Entwurf für Irland vorlegen. Die Frage, die von
Anfang an die meiſten Schwierigkeiten bei den
Bera=
tungen zwiſchen den parlamentariſchen Führern und
ihrem Parteivorſtande verurſachte, war die der
Verfü=
gung über Zölle und Verbrauchsſteuern. Dieſe
Schwie=
rigkeiten ſcheinen jedoch überwunden zu ſein. Der
libe=
rale Mancheſter Guardian veröffentlicht eine Mitteilung
über den Entwurf. Danach würde die iriſche Verfaſſung
ſich wie folgt geſtalten: Das Parlament wird ſich aus
zwei Häuſern zuſammenſetzen; das Oberhaus, der „
Se=
nat”, erhält ein auſſchiebendes Veto gegenüber den
Be=
ſchlüſſen des Unterhauſes. Der Sengt wird ſich aus 85
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
Nummer 85.
bis 45 Mitgliedern zuſammenſetzen. Irland wird im
Reichsparlament zu Weſtminſter durch ungefähr 36
Mit=
glieder vertreten ſein, womit dann ſeine Uebervertretung
von mahr als 80 Mitgliedern aufhören wird. Es wird
verfügt, daß die Altersverſicherungen unter
Reichsver=
waltung ſtehen, die Polizei ſteht für eine Reihe von
Jah=
ren noch unter Reichsbefehl, währenddeſſen ein
beträcht=
licher Teil der Koſten vom Reiche bezahlt werden wird.
Die Religionsfreiheit wird gewährleiſtet; kein religiöſes
Bekenntnis ſoll bevorzugt werden. Die iriſche Regierung
wird keine Gewalt über Flotte, Heer oder auswärtige
Politik der Reichsregierung ausüben. Die Obergewalt
der letzteren wird beſonders anerkannt und zugeſichert.
Zölle und Abgaben bleiben unter Reichsverwaltungen,
allein Irland erhält die Befugnis, gewiſſe Abgaben je
nach ſeinen beſonderen Bedürfniſſen zu ändern. Ueber
die Frage der Zölle und Abgaben äußert ſich das
ge=
nannte Blatt wie folgt: Der Entwurf wird in dieſer
Frage einen Kompromiß enthalten. Die Zölle und
wahr=
ſcheinlich auch die Verbrauchsabgaben werden von der
Reichsregierung erhoben, aber das iriſche Parlament
wird die Macht erhalten, über die Steuerſätze zu heraten
und dieſe abzuändern. Die Reichsregierung wiederum
wird das Recht behalten, ihre Einwilligung zu einem
Vorſchlag des iriſchen Parlaments zu verweigern, wenn
ſie dieſen Widerſpruch mit den Intereſſen des
geſam=
ten Reiches finden ſollte. Hieran anſchließend wird dem
iriſchen Parlament noch beſonders die Befugnis
abge=
ſprochen, eine Steuer für britiſche Waren geſetzlich zu
beſchließen.
Rußland.
Die perſiſche Frage. In einem offiziellen
Communigué über die perſiſche Angelegenheit wird nach
einer längeren Widerlegung verſchiedener
Preſſenachrich=
ten erklärt, daß die ruſſiſche Politik in Perſien nur
die möglichſt baldige Beendigung der Unruhen zum Ziel
habe, welche für die wirtſchaftlichen Intereſſen Rußlands
unheilvoll ſeien und neue Verwicklungen
hervorzu=
rufen drohten. In dem Communigus werden mehrere
Telegramme von Vertretern Rußlands in Perſien
ange=
führt über die innere Lage in Perſien und über die
Ak=
tion des früheren Schahs.
Amerika.
Uober die Lage in Paraguay nach der
Revolution wird der Halbmonatsſchrift Süd= und
Mittel=Amerika geſchrieben: Das Land iſt jetzt
vollſtän=
dig verarmt und kaput. Alle argentiniſchen Quebracho=
Fabriken ſind geſchloſſen. Pinaſa, Puerto Maria,
Puerto Max, Las Palmas und andere mehr; auch San
Salvador liegt jetzt drei bis vier Monate brach, da
fort=
während Rekruten erpreßt und wider deren Willen von
Rojas bewaffnet worden waren, ſodaß es ſchließlich an
Arbeitern fehlte. Alle Fabriken, die nicht gerade zu
Grunde gerichtet ſind, haben ſehr viel Geld verkoren. Die
Unmöglichkeit, unter ſolchen Verhältniſſen einen
indu=
ſtriellen Betrieb aufrecht zu erhalten, hat eine
Hambur=
ger Firma veranlaßt, die Regierung um die Erlaubnis
zur Einführung von Japanern für ihre
Fleiſchextrakt=
fabrik zu bitten, zunächſt nur bis zu 30 Mann. Der
neue Präſident Dr. Pedro Penna, der in Paris erzogen
iſt und lange Jahre dort Geſandter Paraguays war, hat
große Sympathien für Deutſchland. Für Paraguay
ſelbſt hat ſeine Präſidentſchaft wenigſtens den Vorteil,
daß er vermögend iſt und daher ſein Amt nicht zur
ver=
ſönlichen Bereicherung auszunutzen braucht. Es dürfte
ihm wohl bald gelingen, mit den Revolutionären
Frie=
den zu ſchließen. Nicht ausgeſchloſſen ſei es, daß ſpäter
Jara wieder ans Ruder komme. Dieſer ſoll den
Ober=
befehl über die Regierungstruppen in Humaitä
übernom=
men haben. Die diplomatiſchen Beziehungen zu Argen=
tinien wurden, wie ein Dekret des Präſidenten Rojas
vom 19. Februar bekannt machte, wiederhergeſtellt.
Perſien.
Abdankung des Regenten? Die Köln.
Ztg. meldet aus Teheran vom 9. ds.: Wie verlautet, ſoll
der Regent beabſichtigen, aus Geſundheitsrückſichten einen
längeren Aufenthalt im Auslande zu nehmen. Es iſt
wahrſcheinlich, daß er abdanken wird, da ſich innere
Schwierigkeiten ergeben und dem Regenten beſonders in
der hohen Geiſtlichkeit eine neue Gegnerſchaft erſtanden iſt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. April.
* Vom Hofe. Die Abreiſe der
Großherzog=
lichen Herrſchaften nach Rußland iſt auf
Sonn=
tag, den 14. d. M., feſtgeſetzt worden. — S. K. H. Prinz
Geora von Griechenland reiſte am Dienstag
12.14 Uhr nachmittags, Burggraf und Burgaräfin zu
Dohna=Schlobitten mit Kindern um 3.55 Uhr
nach=
mittags von hier wieder ab. — Die
Großherzog=
lichen Herrſchaften beſichtigten am Dienstag
10.15 Uhr vormittags den neuen Bahnhof und
be=
ſuchten 4 Uhr nachmittags die Keramiſche Manufaktur.
J. K. H. die Frau Prinzeſſin Heinrich von
Preußen iſt geſtern morgen nach Bad Nauheim
abgereiſt, um J. M. der Kaiſerin einen Beſuch
ab=
zuſtatten. (Darmſt. Ztg.)
Prinz Sigismund, der Sohn des Prinzen
Heinrich von Preußen, welcher im hieſigen
Hallen=
ſchwimmbad Schwimmunterricht genommen hatte, legte
am Samstag ſeine Schwimmprobe als
Frei=
ſchwimmer ab. Bei dieſer Gelegenheit überreichte
er dem ſtädtiſchen Badeinſpektor, Herrn Klein, ſein Bild
mit Widmung.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Oberſt Frhrn. v.
Langer=
mann und Erlencamp, Kommandeur des 1. Oberelſäſſ.
Infanterie=Regiments Nr. 167 in Kaſſel. Fräul. Mina
Geiß, Prokuriſtin bei der Firma E. L. Vietor, den
Re=
gierungsrat Pfeiffer, den Geheimerat Emmerling, den
Feuerwerksleutnant Siegmund, den Schriftführer des
Kriegervereins Friedberg Scriba, die Seminarlehrer
Muth und Baldauf von Friedberg; zum Vortrag den
Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
„Für Verdienſte” den Vizefeldwebeln a. D. Hoßfeld,
Müller und Saxer, ſämtlich ſeither im Infanterie=
Regiment Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118: ferner
dem Unterzahlmeiſter Beſt im Fuß=Artillerie=Regiment
Generalfeldzeugmeiſter (Brandenburgiſches) Nr. 3 und
dem Vizefeldwebel a. D. Stühler, beide ſeither im
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.,
Nr. 116.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem
Schornſtein=
fegermeiſter Johann Nik. Kolb in Mainz die Erlaubnis
erteilt, die ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer, König
von Preußen, verliehene Rote Kreuz=Medaille 3. Klaſſe
annehmen und tragen zu dürfen.
* Senatspräſident Schäfer —. Am 9. d. M. verſtarb
der Großh. Senatspräſident am Oberlandesgericht
Darm=
ſtadt i. P. Hermann Schäfer. Geboren zu
Rödel=
heim am 29. März 1844, widmete er ſich dem Studium
der Rechtswiſſenſchaft und beſtand mit gutem Erfolg
im Herbſt 1865 die Fakultäts= und im Frühjahr 1868 die
Staatsprüfung. Seine erſte Anſtellung fand er im
De=
zember 1871 als Landgerichtsaſſeſſor am vormaligen
Landgericht Fürth i. O. Von November 1874 bis Auguſt
1878 wirkte er in gleicher Eigenſchaft am vormaligen
Landgericht Langen, dann bis 1. Oktober 1879 als
Stadt=
gerichtsaſſeſſor am vormaligen Stadtgericht Darmſtadt,
und vom 1. Oktober 1879 bis 15. Juli 1890 als
Amts=
richter am Amtsgericht Darmſtadt I. Im Juli 1890
wurde er zum Landgerichtsrat beim Landgericht zu
Darmſtadt, im Dezember 1895 zum Landgerichtsdirektor
bei dieſem Gericht und im Dezember 1899 zum
Senats=
präſidenten beim Oberlandesgericht Darmſtadt ernannt.
Als ſolcher trat er am 25. März 1908 infolge geſchwächter
Geſundheit in den Ruheſtand, aus welchem Anlaß ihm
unter Anerkennung ſeiner langjährigen, treuen und
guten Dienſte die Krone zum Komturkreuz zweiter Klaſſe
des Philippsordens verliehen wurde. Mehrere Jahre
lang war er Mitglied der Prüfungskommiſſion für das
Juſtiz= und Verwaltungsfach und gehörte auch der
Stadtverordnetenverſammlung der Stadt
Darmſtadt und dem Kreisausſchuß des Kreiſes
Darm=
ſtadt als Mitglied an. In ſeiner langjährigen
richter=
lichen Tätigkeit zeichnete ſich der Entſchlafene durch
her=
vorragende theoretiſche und praktiſche Befähigung aus;
reiche Erfahrung und Kenntnis von Perſonen und
Ver=
hältniſſen kamen ſeinem pflichttreuen, verdienſtvollen
Wir=
ken zu ſtatten. Die Lauterkeit ſeines Charakters und
die Liebenswürdiakeit ſeiner in weiten Kreiſen
hoch=
geſchätzten Perſönlichkeit ſichern ihm ein bleibendes
An=
denken.
§ Todesfall. Polizeiwachtmeiſter Paul Peter
iſt im Alter von 61 Jahren am Dienstag nachmittag
3 Uhr verſchieden. Peter war von Oktober 1870
bis Oktober 1874 beim Militär und hat den Feldzug
187071 mitgemacht. Von 1877 bis 1. Auguſt 1880 war
er bei der Reichspoſt beſchäftigt, ſeit 1. Auguſt 1880, alſo
nahezu 32 Jahre, war Peter bei der Schutzmannſchaft
hier angeſtellt und iſt am 1. Oktober 1902 zum
Polizei=
wachtmeiſter befördert worden. Er war ein ſtets
pünkt=
licher und ſehr gewiſſenhafter Beamter und bedauern
ſowohl ſeine Vorgeſetzten als auch ſeine Kollegen
ſeinen Verluſt.
* Die unentgeltliche ärztliche Beratungsſtunde
der Großh. Zentrale für Mutter= und
Säuglingsfür=
ſorge in Darmſtadt, Heinheimerſtraße 21, findet von
heute, den 11. April, an Montags und Donnerstags um
½ 5—6 Uhr nachmittags und Dienstags und Freitags
wie bisher von ½5—6 Uhr ſtatt. Das Lokal iſt
ge=
heizt. Die unentgeltliche ärztliche Beratungsſtunde in
Darmſtadt=Beſſungen Ludwigshöhſtraße 4, findet
vom 12. April an um 5—6 Uhr nachmittags Dienstags
und Freitags ſtatt.
* Sittlichkeitsvorträge im Kaiſerſaal. Man
ſchreibt uns: Herr Rektor Trappmann aus Barmen
wird am Donnerstag abend über das Thema: „Die
Stellung der Frau im Kampf gegen die Unſittlichkeit”
und am Freitag abend für Männer über das Thema:
„Brennende Fragen der Sittlichkeit” reden. Beide
Vor=
träge behandeln wichtige Zeitfragen, die für jeden
Volks=
freund von Intereſſe ſind. Die Perſon des Redners,
der auf dem Gebiete der Sittlichkeitsarbeit weithin
be=
kannt iſt, bietet Gewähr dafür, daß jeder, derſich über dieſe
wichtigen Fragen orientieren oder mit ihnen
aus=
einanderſetzen will, auf ſeine Rechnung kommt und
davon überzeugt wird, daß es hier eine allgemeine
Wehrpflicht gibt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Das Proviantamt macht bekannt, daß der
Roggenankauf beendet, der Ankauf von Stroh noch
fortgeſetzt wird.
* Zu dem Unfall Darmſtädter Touriſten. Bilder
vom Falkenſchroffen ſind in der Bilderauslage
unſerer Expedition, Rheinſtraße 23, ausgeſtellt. — Dem
verunglückten Mittler geht es nach telephoniſcher
Meldung aus dem Vinzentiushaus in Offenburg von
geſtern abend den Umſtänden entſprechend befriedigend.
§ Aus dem Arbeitshaus Dieburg ſind während
des Monats März 21 Perſonen, die korrektionelle
Nachhaft verbüßten, entlaſſen worden. Die längſte
Dauer der Nachhaft betrug bei zwei Perſonen 730 Tage
und die kürzeſte Dauer der Nachhaft bei einer Perſon
175 Tage.
§ Selbſtmord. Ein 45 Jahre alter Mann hat ſich
am Dienstag in ſelbſtmörderiſcher Abſicht in ſeiner
Wohnung eine ſchwere Schußverletzung an der rechten
Schläfe beigebracht. Der Mann wurde in das
Städti=
ſche Krankenhaus verbracht, wo er geſteru nacht ſeinen
Verletzungen erlegen iſt.
§ Hundefang. Während des Monats März ſind
durch den hieſigen Polizei=Hundeaufſeher 22 Hunde
ein=
gefangen worden. 15 Hunde wurden durch ihre
Eigen=
tümer wieder ausgelöſt, 1 Hund iſt verkauft worden
und 6 Hunde mußten getötet werden.
* Kaiſertage in der Schweiz. Da Kaiſer
Wilhelm beſonderen Wert darauf legt, den Manövern
des dritten ſchweizeriſchen Armeekorps beizuwohnen, hat
das Programm des Kaiſerbeſuchs Abänderungen
erfah=
ren. Kaiſer Wilhelm wird am 3. September in Zürich
eintreffen und vom Bundesrat begrüßt werden. Von hier
aus wird er bis zum 5. September den Manövern
fol=
gen. Am Nachmittag des 5. September wird ſich Kaiſer
Wilhelm danu über Bern direkt nach Interlaken
bege=
ben. Der 6. September iſt einem Ausflug ins Gebirge,
insbeſondere einer Fahrt auf der Jungfraubahn
gewid=
met, am 7. September erfolgt die Rückreiſe im Automobil
über den Brüningpaß. Der vom Kanton Waadt
beſon=
ders gewünſchte Beſuch des Genfer Sees ließ ſich nicht
gut in das Programm aufnehmen.
Was uns Mark Cwain vom Miſſiſſippl
zu erzählen hat.
Nachdruck verboten.)
Die furchtbaren Ueberſchwemmungen des
Rieſenſtromes erinnern uns an Mark Tmains
berühmtes Buch „Leben auf dem Miſſiſſippi”
worin er uns auf eine höchſt intereſſante Art von ſeinen
Lotſenjahren und von dem von ihm ſo ſehr geliebten
Hei=
matſtrome erzählt. Mit Erlaubnis der
Verlagsbuchhand=
lung von Robert Lutz in Stuttgart bringen wir aus dem
Anfang genannten Buches eine ſehr lebendige Charakteriſtik
des Miſſiſſippi zum Abdruck, die uns das eigenartige Weſen
dieſes Stromes und die gegenwärtigen
Ueberſchwemmungs=
gefahren in ihren bedenklichen Wirkungen deutlich
veran=
ſchaulicht.
Das Becken des Miſſiſſippi iſt ſozuſagen der Leib der
amerikaniſchen Nation. Alle anderen Teile des Landes ſind
nur die Glieder, zwar wichtig an ſich ſelbſt, aber noch
wich=
itiger in ihrer Beziehung zu jenem. Mit Ausſchluß des
Seebeckens und der 300000 engliſchen Quadratmeilen in
Texas und Neu=Mexiko, welche jedoch in mancher Hinſicht
einen Teil des Miſſiſſippibeckens bilden, umfaßt letzteres
etwa 1 250000 engliſche Quadratmeilen. An Ausdehnung
iſt es das zweitgrößte der Welt, da es an Größe nur von
demjenigen des Amazonenſtromes übertroffen wird. Das
Miſſiſſippigebiet übertrifft an Ausdehnung das ganze
Europa, mit Ausſchluß von Rußland, Norwegen und
Schweden; es würde Oeſterreich viermal, Deutſchland oder
Spanien fünfmal, Frankreich ſechsmal und die britiſchen
Inſeln oder Italien zehnmal in ſich aufnehmen. Nach den
Flußbecken des weſtlichen Europa kann man ſich keine
Vor=
ſtellung von der Ausdehnung des Miſſiſſippigebietes machen.
) „Leben auf dem Miſſiſſippi; Mark Twains
humo=
riſtiſche Schriften. Erſte Serie. Vierter Band. Preis
broſch. Mk. 1.80, geb. 2.50. Illuſtrierte Ausgabe broſch.
Mk. 2.50, geb. Mk. 3.50 (Verlag von Robert Lutz,
Stutt=
gart).
Es lohnt ſich wohl der Mühe, von dem Miſſiſſippi
zu leſen; er iſt kein gewöhnlicher Fluß, ſondern in jeder
Beziehung merkwürdig. Betrachtet man den Miſſouri als
ſeinen Hauptarm, ſo iſt er der längſte Fluß der Welt, volle
viertauſenddreihundert engliſche Meilen lang. Auch kann
man mit Sicherheit behaupten, daß er der gekrümmteſte
Fluß der Welt iſt, da er auf einem Teile ſeines Weges
ein=
tauſenddreihundert Meilen weit fließt, um eine Entfernung
zurückzulegen, welche in der Luftlinie nur
ſechshundertund=
fünfundſiebzig Meilen beträgt. Er ergießt dreimal ſo viel
Waſſer ins Meer wie der St. Lorenzſtrom,
fünfundzwanzig=
mal ſo viel wie der Rhein und
dreihundertundachtund=
kreißigmal ſo viel wie die Themſe. Kein anderer Strom
ent=
wäſſert ein ſo ungeheures Becken; er entnimmt ſein Waſſer
achtundzwanzig Staaten und Territorien zwiſchen Delaware
an der Atlantiſchen Küſte und Idaho an den Abhängen des
Stillen Meeres, eine Entfernung von fünfundvierzig
Längengraden. Der Miſſiſſippi nimmt das Waſſer von
fünfundvierzig geringeren Flüſſen, die für Dampfboote
ſchiffbar ſind, und von einigen hundert, welche von
Leich=
tern und Flachbooten befahren werden, in ſich auf und
führt es dem Golf zu. Das Areal des von ihm
entwäſſer=
ten Beckens iſt ſo groß wie der Flächenraum von England,
Wales, Schottland, Irland, Frankreich, Spanien,
Portu=
gal, Deutſchland, Oeſterreich, Italien und der Türkei
zu=
ſammen, und faſt das ganze weite Gebiet iſt fruchtbar, das
eigentliche Miſſiſſippital ſogar in hohem Grade.
Der Miſſiſſippi iſt ein bemerkenswerter Fluß auch
in=
ſofern, als er nach der Mündung zu nicht breiter wird,
ſon=
dern ſich verengert: er wird ſchmäler und tiefer. Von der
Mündung des Ohio bis zu einem Punkte, etwa halbwegs
abwärts dem Meere beträgt die Breite bei hohem
Waſſer=
ſtande durchſchnittlich eine engliſche Meile; von da
ver=
ringert ſich die Breite bis zum Meere ſtetig, bis ſie bei den
„Päſſen” oberhalb der Mündung, nur noch wenig mehr
als eine halbe Meile iſt. Am Ausfluß des Ohio iſt die
Tiefe des Miſſiſſippi ſiebenundachtzig Fuß; dann nimmt
ſie allmählich zu, bis ſie eben oberhalb der Mündung
ein=
hundertundneunundzwanzig Fuß erreicht.
Ebenſo iſt der Unterſchied beim Steigen und Fallen
des Waſſers, zwar nicht auf dem oberen, aber auf dem
unteren Lauf des Fluſſes bemerkenswert. Bis nach
Nat=
chez (dreihundertundſechzig engliſche Meilen oberhalb den
Mündung) hinab iſt das Steigen ein ziemlich
gleich=
mäßiges — etwa fünfzig Fuß: bei Bayou La Fourche
ſteigt der Fluß aber nur vierundzwanzig, bei New=
Orleans fünfzehn und gerade oberhalb der Mündung ſogar
nur zwei und einen halben Fuß.
Nach den Berichten erfahrener Fachleute entleert der
Miſſiſſippi alljährlich vierhundertundſechs Millionen
Ton=
nen Schlamm in den Golf von Mexiko, ein Quantum, das,
zu einem feſten Körper vereinigt, einen Flächenraum von
einer engliſchen Quadratmeile bedecken und eine Höhe von
einhunderteinundvierzig Fuß haben würde. Die
Schlamm=
ablagerungen laſſen das Land allmählich anwachſen, doch
geſchieht dies nur ſehr langſam, da dasſelbe in den
zwei=
hundert Jahren, welche verfloſſen ſind, ſeitdem der Fluß
ſeinen Platz in der Geſchichte eingenommen hat, nur um
eine Drittelmeile vorgerückt iſt. Die Gelehrten meinen, daß
die Mündung des Fluſſes früher bei Baton Rouge, wo
das hügelige Terrgin aufhört, gelegen habe und daß die
zweihundert Meilen Land zwiſchen dem genannten Punkte
und dem Golf vom Fluſſe angeſchwemmr worden ſeien.
Daraus würde ſich ohne Mühe das Alter dieſes Landes
auf einhundertundzwanzigtauſend Jahre berechnen laſſen.
Noch in einer anderen Beziehung iſt der Miſſiſſippi
bemerkenswert, nämlich durch ſeine Neigung, wunderbare
Sprünge zu machen und ſchmale Landzungen zu
durch=
ſchneiden, um auf dieſe Weiſe ſeinen Lauf zu begradigen
und zu verkürzen. Mehr als einmal hat er ſich mit einem
einzigen Sprunge um dreißig engliſche Meilen verkürzt!
Dieſe Richtwege haben ſeltſame Folgen gehabt: es ſind
dadurch verſchiedene am Fluß gelegene Städte mitten in
ländliche Diſtrikte hineinverſetzt und vor ihnen
Sand=
barren und Wälder aufgebaut worden. Die Stadt Delta
hat ſonſt drei Meilen unterhalb Vicksburg gelegen;
ein vor einiger Zeit vom Fluſſe eingeſchlagener Richtweg
hat die Lage aber radikal geändert, denn Delta liegt jetzt
zwei Meilen oberhalb Vicksburg.
Beide genannten Städte ſind durch jenen Durchbruch
vom Fluſſe ins Land hineinverſetzt worden. Ein ſolcher
Richtweg des Fluſſes zerſtört zuweilen ſogar die Staats=
Nummer 85.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
Seite 3.
Ss. Griesheim, 9. April. Während der Mann und
einige Mitglieder der Familie bei der Tanzmuſik waren,
hat ſich deſſen Frau Eliſabeth Hofmann auf dem
Boden des Hauſes erhängt. Die Frau hinterläßt
mehrere unmündige Kinder, von denen ein Sohn nächſten
Sonntag konfirmiert wird.
* Pfungſtadt, 10. April. Wie das Wolfſche Bureau
meldet, iſt die Reiſebegleiterin der Witwe des Dichters
Schwab, die Tochter des Pfarrers Römheld in
Pfung=
ſtadt, von einem Felſen ins Meer geſtürzt und
er=
trunken. (Alſo nicht bei einem Automobilunfall ums Leben
gekommen.)
s. Gernsheim, 10. April. An der Rheinbrücke wurde
die Leiche eines unbekannten, etwa 22jährigen Mannes
geländet, der anſcheinend aus Worms ſtammt und den
Waffenrock der 5. Kompagnie des dortigen Infanterie=
Regiments Nr. 118 trug. Weitere auf ſeine
Perſönlich=
keit deutende Anhaltspunkte fehlen.
Offenbach, 10. April. Für das Abſchlußjahr 1912/13
hat das Finanzminiſterium die Lieferung von etwa
400000 Zentner Brennmaterialien im Werte
von über einer halben Million Mark der
ſyndikat=
freien Kohlenvereinigung G. m. b. H.
Offen=
bach übertragen.
s. Offenbach, 10. April. Der kürzlich in die Schweiz
flüchtig gewordene hieſige Bauunternehmer Wilhelm
Jung konnte in Baſel ermittelt werden, ſodaß
auf Veranlaſſung der Darmſtädter Staatsanwaltſchaft
ſeine dortige Feſtnahme und Auslieferung durch die
Schweizer Behörde ſtattfand. Geſtern traf er im
Unter=
ſuchungsgefängnis in Darmſtadt ein. Er iſt beſchuldigt,
vorher an eine Firma abgetretene Forderungen in Höhe
von mehreren tauſend Mark rechtswidrig eingezogen und
ſich angeeignet zu haben.
* Groß=Gerau, 10. April. Seit Oſtern wird der
33 Jahre alte Kaufmann Karl Schl. vermißt. Er hat
ſich geſtern gegen ſeine jahrelange Gewohnheit ohne
Hund in den Wald begeben, iſt aber an dem gewohnten
Ziele nicht angekommen. Wie bis jetzt feſtgeſtellt werden
konnte, hat ſich Schl., der in der letzten Zeit apathiſch und
gleichgültig war, nach Mainz gewandt. Man befürchtet
daß er ſich ein Leid angetan hat. Der Fall erregt wegen
einiger Begleiterſcheinungen hier und im ganzen Kreiſe,
wo Schl. bekannt iſt, großes Aufſehen.
* Groß=Gerau, 10. April. Die früher in Walldorf
anſäſſig geweſene Frau Albert (Karuſſellbeſitzerin)
plant hier den Bau eines
Kinematographen=
theaters. Sie hat zu dieſem Zweck ein Grundſtück
am Sandböhl erworben und läßt augenblicklich das
darauf ſtehende Gebäude niederreißen.
Mainz, 9. April. Donnerstag, den 11. April,
nach=
mittags 3¼ Uhr, findet in Mainz im Kaſino „Hof zum
Gutenberg” eine Verſammlung des
Mittelrheini=
ſchen Fabrikanten=Vereins ſtatt, in welcher
Großh. Baurat Schöberl=Darmſtadt einen Vortrag
halten wird über die Entwicklung der Ueberlandzentralen
im Gebiete des Mittelrheins und ihre Bedeutung für
In=
duſtrie und Handwerk. In den wirtſchaftlichen
Körper=
ſchaften und im Reichstage hat im verfloſſenen Jahre
be=
ſonders die Frage der Monopolbeſtrebungen bei
Ueber=
landzentralen zu lebhaften Erörterungen Anlaß gegeben.
Schon im Hinblick hierauf, aber weiter auch deshalb, weil
noch verſchiedene Projekte ſolcher Zentralen im Gebiete
des Mittelrheins in der Schwebe ſind, dürfte ein
orien=
tierender Vortrag allgemeinem Intereſſe begegnen.
Vor etwa acht Tagen unterſchlug, wie die Blätter
melden, der Muſiker Prufer vom 88. Infanterieregiment
die Regimentskaſſe. Ihr Inhalt betrug ca. 1200
Mark. Prufer wandte ſich nach Berlin, wo er ſich am
erſten Oſterfeiertag von der Stadtbahn überfahren ließ.
Er war ſofort tot.
Bechtheim, 9. April. Infolge Auflöſung des
Simul=
tanverhältniſſes wurde die Evang. Gemeinde in die Lage
verſetzt, eine neue Kirche zu bauen. Die Kirche iſt
in einfachem Barokſtil gehalten und ſollte durch ihre
Ein=
fachheit vor vielen anderen Bauten ſich auszeichnen. Da
die Evang. Gemeinde und eine Anzahl Gönner von
aus=
wärts in hochherziger Weiſe weit über 100 freiwillige,
mitunter ſehr anſehnliche Stiftungen zur Verfügung
ſtell=
ten, ſo konnte man über die gewohnten Grenzen bei der
inneren Ausſchmückung gehen. Alle Fenſter ſtehen in
herr=
licher, anſprechender Malerei da; die Kanzel in feinſter
Schnitzarbeit und der Altar in weißem Lapener Marmor,
ſowie die gemalte Decke und manches Andere ſind ein
deutliches Zeichen, daß man auch auf dem Land in einer
Landgemeinde noch Sinn für eine ſchöne Kirche hat. Ein
Beweis aber, daß man in unſerer neuen Kirche in
Wahr=
heit Kunſtgegenſtände finden kann, iſt, daß in dieſen
Ta=
gen von der Direktion der internationalen Ausſtellung
für kirchliche Kunſt in Brüſſel eine Einladung an den
Evang. Kirchenvorſtand gekommen iſt, den auf dem Altar
ſtehenden, von Prof. Riegel in Darmſtadt
entworfe=
nen und ausgeführten Leuchter der Ausſtellung in Brüſſel
für die Monate Mai und Juni zu überlaſſen.
Gießen, 9. April. Die Verhaftung der
Zigeu=
ner erfolgte in Röhrbach bei Gladenbach durch Bauern.
Man griff eine bettelnde Zigeunerfrau auf und ſperrte
ſie ins Spritzenhaus. Kurze Zeit darauf erſchien im
Dorf=
krug ein Zigeuner, mit dem ſich die jungen Burſchen
vor=
läufig ins Trinken einließen. Als er nach ſeinem Mädchen
oder ſeiner Frau fragte, führte man ihn zum Spritzenhaus,
öffnete die Tür und gab dem Burſchen einen kräftigen
Stoß, worauf die Tür raſch geſchloſſen wurde. Die
tele=
phoniſch herbeigerufene Gendarmerie überführte dann die
beiden Zigeuner nach Gladenbach. Die Verhafteten ſind
der wegen der Ermordung des Förſters Romanus
ſteck=
brieflich verfolgte Weiß; die Frauensperſon heißt Gatſcho.
Die Gendarmen machten ſich nach erfolgter Einlieferung
mit einem Automobil wieder auf den Weg, um den Wald
nach einer mutmaßlichen Bande, die geſehen worden war,
abzuſuchen, aber vergeblich. Bei Weiß ſoll eine Poſtkarte
gefunden worden ſein, die er abzuſenden beabſichtigt hatte,
und die für die weitere Verfolgung Wichtigkeit haben ſoll.
Gießen, 10. April. In der Uniform eines
preußiſchen Förſters erſchwindelte vor einigen
Tagen hier ein Unbekannter ein Fahrrad. Er beſtellte
ein neues Rad, das man ihm nach Garbenheim direkt
aus der Fabrik zuſenden ſolle, lieh ſich dann ein anderes
Rad, um angeblich eine Beſorgung zu machen und
ver=
ſchwand damit ſpurlos. Seine Angaben über ſeine
Per=
ſon und Wohnort erwieſen ſich als falſch.
Friedberg, 10. April. Wie beſtimmt verlautet, wird
die Großherzogliche Familie im Sommer,
nach der Rückkehr von Rußland, für längere Zeit im
hieſigen Schloſſe Aufenthalt nehmen. — Nach
Vollendung unſeres neuen Bahnhofs wird das ſeitherige
Empfangsgebäude umgebaut. Er wird zu
Wohnungen für Beamte eingerichtet. Der
Für=
ſtenpavillon wird ſtehen bleiben. Das neue
Empfangs=
gebäude wird in der Wilhelmſtraße errichtet. Der Bau iſt
auf 300000 Mark veranſchlagt.
H. B. Bad Nauheim, 10. April. Vor dem
Eintref=
fen des Hofzuges der Kaiſerin hatten ſich auf
dem Bahnſteig eingefunden: die Vertreter der Großh.
Bade= und Kur=Verwaltung, Geheimrat Dr. Eſer,
Kur=
direktor Oberſt von Frankenberg, Bürgermeiſter Dr.
Kayſer, Kreisrat Schliephake und Regierungsrat Puſtau
von der Eiſenbahn=Direktion. Pünktlich um 8 Uhr 10 Min.
traf der Hofzug mit der Kaiſerin ein. Freundlich nach
allen Seiten grüßend verließ die Kaiſerin, gefolgt von
ihrer Hofdame, Gräfin Keller, und dem Hofmarſchall
Freiherrn von Mirbach den Salonwagen und ging in
den mit gelben Damaſt=Möbeln ausgeſchmückten
Empfangs=Salon, wo ihr die zum Empfang anweſenden
Herren vom Hofmarſchall Freiherrn von Lyncker
vorge=
ſtellt wurden. Nachdem die hohe Frau an jeden
Einzel=
nen einige freundliche Worte gerichtet hatte, ſtieg ſie in
das kaiſerliche Automobil und fuhr unter dem
brauſen=
den Hurra der Menge zu ihrem Heim, wo ſofort nach
ihrem Eintreffen die Kaiſerin=Standarte in die Höhe
ging. Die Stadt iſt prächtig geſchmückt und auf allen
Straßen wogt feſtliches Getriebe.
Elpenrod, 10. April. Einbrecher drangen hier in
den Keller des Gaſtwirts Fiſcher ſtahlen zwei
Fäß=
chen Bier von 12 und 18 Liter und nahmen noch zehn
Flaſchen Limonaden u. 5 Flaſchen Selterswaſſer mit. Aus
einem im Keller lagernden Oelfaſſe entfernten ſie den
Kranen, waren jedoch ſo vernünftig, das Spundloch mit
einem Stück Holz zuzuſtopfen. In einem anderen Hauſe
hießen ſie 13 Hühner und eine Quantität Kartoffeln
mit=
gehen. Die an den Türen befindlichen Schlöſſer fand man
erſprengt vor. Es wurde ſofort durch die Hunde des
Wachtmeiſters Glaub aus Grebenau und drei
Gendar=
men die Verfolgung der Diebe aufgenommen. Leider
verloren die Hunde im Walde infolge des einſetzenden
Regens die Spur. Offenbar hat man es wieder mit
Zigeunern zu tun. Auch der Keller des Schulhauſes
vurde erbrochen;hier konnten die Diebe aber wegen der
von innen verſchloſſenen Tür nicht in die Wohnung
ge=
angen.
Utphe, 10. April. Durch das Kreisgeſundheitsamt
Gießen wurde die Erkrankung zweier
polni=
ſcher Arbeiterinnen an Blattern in dem
Ar=
beitergehöft des Hofgutes Utphe feſtgeſtellt. Beide
Mädchen ſtammen aus Ruſſiſch=Polen, waren ſeit dem
23. März erſt zugereiſt, hatten alſo die Krankheit von dort
eingeſchleppt. Geimpft waren beide nicht. Das
Gehöft wurde geſperrt, die beiden Erkrankten nach
Gie=
ßen in die Iſolierbaracke gebracht und alle
fremdländi=
ſchen Arbeiterinnen mit Schutzvockenlymphe ſofort
ge=
impft. Damit hofft man der Weiterverbreitung dieſer
bösartigen, bei uns infolge des Impfzwanges äußerſt
ſeltenen und dann immer von außen eingeſchleppten
Seuche Herr zu werden. Ein Grund zur Beunruhigung
der Bevölkerung liegt ſonach nicht vor.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. April. Die
Pots=
damer Hofhaltung des Prinzen Joachim iſt
nunmehr aufgelöſt worden. Der Prinz hat ſich geſtern
nachmittag im Auto in den Harz begeben und wird von
dort aus die Weiterreiſe nach Bad Nauheim antreten, um
noch einige Tage bei ſeiner Mutter zu verweilen. Zu
Beginn des Sommerſemeſters trifft der Prinz in
Straß=
burg i. Elſ. ein. — Kommerzienrat Ludwig Leichner,
der Begründer der bekannten Schminkefabrik, iſt, 76 Jahre
alt, heute geſtorben. — Die ſtreikenden Herren=
Maßſchneider Groß=Berlins erklärten ſich in einer
faſt einſtimmig angenommenen Reſolution mit den in
Jena getroffenen Vereinbarungen einverſtanden. Die
Arbeitsaufnahme ſoll am Donnerstag, 11. April, früh
er=
folgen. — Der Auswandererbahnhof in
Ruh=
leben bei Spandau, der zur Aufnahme der ruſſiſchen
Auswanderer beſtimmt iſt, die von hier ihre Reiſe nach
den Hafenſtädten fortſetzen, iſt heute abend ein Raub
der Flammen geworden. Die mächtigen Baracken,
die diesmal zufällig nur von etwa 40 Auswanderern
be=
ſetzt waren, während ſonſt mehrere Hundert darin zu
weilen pflegen, wurden bei dem furchtbaren Sturme in
lanz kurzer Zeit durch das Feuer zerſtört, doch gelang es,
die Auswanderer in Sicherheit zu bringen. Der
Mate=
rialſchaden iſt ſehr groß.
Wiesbaden, 10. April. Der Aufenthalt des
Kaiſers im hieſigen Schloß wird, wie jetzt endgültig
feſtgeſtellt iſt, zehn Tage dauern, und Prinzeſſin Viktoria
Luiſe wird mit dem Kaiſer hier eintreffen. Die Kaiſerin,
welche zur Zeit der Ankunft des Kaiſers in Wiesbaden,
Mitte Mai, noch in Bad Nauheim zur Kur weilt, nimmt
während der Anweſenheit des Kaiſers in Wiesbaden
einen zwei= bis dreitägigen Aufenthalt am Wiesbadener
Hoflager. Das Schloß wird für den kaiſerlichen
Aufent=
halt bereits hergerichtet.
Biebrich, 10. April. Heute nacht um 3 Uhr iſt der auf
dem Rhein vor Anker liegende Perſonendampfer
Wiesbaden” der Biebrich=Mainzer
Perſonenſchiff=
fahrt Waldmann aus gebrann t. Das Feuer
entſtand durch Selbſtentzündung der im Maſchinenraum
lagernden Kohlen. Perſonen ſind nicht zu Schaden
ge=
kommen. Das Schiff war nicht verſichert.
München, 10. April. Reichskanzler v. Bethmann
Hollweg trifft am Samstag, von Korfu zurückkehrend,
hier ein, wird dem Prinzregenten einen kurzen Beſuch
ab=
tatten und dann über Frankfurt nach Bad=Nauheim
fah=
ren, um die dort weilende Kaiſerin zu begrüßen.
Karlsruhe, 10. April. (Amtlich.) Der Zug Nr. 5
der Nebenbahn Mosbach-Mudau
ent=
gleiſte am 9. dieſes Monats zirka 1450 Meter vor der
Station Mosbach auf gerader, ſchwach geneigter Strecke
infolge eines Schienenbruchs. Die Lokomotive, der
dar=
auffolgende Packwagen und ein Perſonenwagen wurden
auf die Seite geworfen. An der Lokomotive brach das
Rohr zur Dampfpfeife. Durch den ausſtrömenden Dampf
wurde der Heizer Egolf aus Sulzbach, der in das Cabriol
der Lokomotive eingeklemmt war, verbrüht und ſofort
getötet; der Lokomotivführer Bender aus Mudau
er=
litt lebensgefährliche Verletzungen, ebenfalls durch
Ver=
brühen. Einem auf der Plattform des erſten Wagens
ſtehenden Paſſagier, Stationswärter Kniehl aus
Dieden=
hofen, gebürtig aus Fahrenbach, wurde durch Splitter
von der zertrümmerten Plattform ein Auge ausgeſtoßen.
Von den im Innern des Wagens befindlichen
Paſſagie=
ren wurden zehn Perſonen durch Glasſplitter leicht
ver=
letzt. Der Materialſchaden iſt nicht erheblich. Bemerkt
ſei noch, daß eine Stunde vor dem Unfall der Zug Nr. 4
die Strecke ohne Anſtand paſſierte.
Köln, 10. April. Ein ſchweres
Automobilun=
glück ereignete ſich geſtern am Oberländer Ufer. Ein
nit vier Perſonen beſetztes Automobil wollte einem aus
iner Nebenſtraße kommenden Radfahrer ausweichen
ind prallte dabei gegen einen Gaskandelaber. Die
In=
ſaſſen wurden aus dem Auto herausgeſchleudert und
ſchwer verletzt. Sie mußten ins Hoſpital gebracht werden.
Das Auto iſt vollſtändig zertrümmert.
Laasphe (Weſtfalen), 9. April. Der Fürſt
Lud=
wig zu Sayn=Wittgenſtein=Hohenſtein
rbliches Mitglied des Herrenhauſes, iſt auf Schloß
Witt=
genſtein im 81. Lebensjahre geſtorben. Er war der
Senior des fürſtlichen und gräflichen Geſamthauſes
Sayn und Wittgenſtein. Am 24. März 1876 trat er in
das Herrenhaus als Beſitznachfolger ſeines am 7. April
1874 verſtorbenen Vaters, des Fürſten Alexander, in der
hemals reichsunmittelbaren Grafſchaft Wittgenſtein
grenzen: beiſpielsweiſe kann ein Mann, der heute im
Staate Miſſiſſippi lebt, infolge eines über Nacht erfolgten
Durchbruches ſich und ſein Land morgen auf der andern
Seite des Fluſſes wiederfinden, wo er im Gebiete des
Staates Louiſiana iſt und unter deſſen Geſetzen ſteht!
Paſſierte derartiges in den früheren Zeiten am oberen
Laufe des Fluſſes, ſo konnte es vorkommen, daß ein Sklave
auf ſolche Weiſe von Miſſouri nach Illinois verſetzt und
zum freien Manne wurde.
Der Miſſiſſippi verändert ſein Bett aber nicht allein
durch dieſe Durchbrüche, ſondern auch noch in anderer
Weiſe, und zwar dadurch, daß er ſich ſeitwärts bewegt.
Bei „Hard Times” im Staate Louiſiana fließt der Strom
jetzt zwei engliſche Meilen weſtlich von der Stelle, die er
früher einnahm. Eine Folge davon iſt, daß der
urſprüng=
liche Ort dieſer Niederlaſſung ſich jetzt nicht mehr im Staate
Louiſiana befindet, ſondern am anderen Ufer, im Staate
Miſſiſſippi liegt. Faſt die ganze
eintauſenddrei=
hundert engliſche Meilen lange Strecke des
alten Miſſiſſippi welche La Salle vor zweihundert
Jahren mit ſeinen Kanoes befuhr, iſt jetzt guter,
feſter trockener Boden. An einzelnen Stellen
fließt der Miſſiſſippi jetzt rechts, an andern links von
ſeinem alten Bette.
Während der Schlamm des Miſſiſſippi an der
Mün=
dung, wo die Wogen des Golfs ihn in Bewegung halten
nur langſam Land anſetzt, geſchieht dies an beſſer
ge=
ſchützten Stellen weiter aufwärts umſo viel ſchneller: bei
ſpielsweiſe maß die Propheteninſel vor dreißig Jahren
nur eintauſendfünfhundert Acker, die ſeitdem jedoch von
dem Fluſſe um ſiebenhundert vermehrt worden ſind.
Verlaſſen wir nun die phyſiſche Geſchichte des
Miſſiſ=
ſippi und wenden uns ſeiner hiſtoriſchen zu, wenn
man ſo ſagen darf. Die Welt und die Bücher pflegen das
Wort „neu” ſo oft in Verbindung mit unſerem Lande zu
gebrauchen, daß man bald den dauernden Eindruck gewinnt,
als ſei in demſelben überhaupt nichts Altes. Wir wiſſen
natürlich, daß es in der amerikaniſchen Geſchichte einige
verhältnismäßig alte Daten gibt, allein die bloßen Ziffern
vermögen unſerem Geiſte keine richtige Idee, kein
be=
ſtimmtes Bild von der Zeitperiode, welche ſie
repräſen=
tieren, zu geben. Wenn einer ſagt, daß De Soto, der erſte
Weiße, welcher den Miſſiſſippiſtrom ſah, ihn im Jahre
1542 erblickte, ſo iſt das eine Bemerkung, welche eine bloße
Tatſache angibt, ohne ſie zu erklären; es iſt dasſelbe, wie
wenn man die Dimenſionen der untergehenden Sonne nach
aſtronomiſchen Maßen und ihre Farben mit den
wiſſen=
ſchaftlichen Namen angibt; man hat dann die bloße
Tat=
ſache des Sonnenunterganges, kann ſich von demſelben
aber kein Bild machen. Ebenſo hat das Darum 1542 an
und für ſich für uns wenig oder gar keine Bedeutung; erſt
wenn man einige benachbarte hiſtoriſche Daten und
Tat=
ſachen um dasſelbe gruppiert, gewinnt es Perſpektive und
Farbe und zeigt, daß es zu denjenigen amerikaniſchen
Daten gehört, die ein ganz reſpektables Alter beſitzen.
De Soto warf nur einen flüchtigen Blick auf den Fluß,
ſtarb dann und wurde von ſeinen Prieſtern und Soldaten
in demſelben begraben. Man ſollte meinen, daß die
Prieſter und Soldaten — nach damaliger ſpaniſcher Sitte
— die Dimenſionen des Fluſſes um das zehnfache
ver=
größert und dadurch andere Abenteurer veranlaßt hätten
ſofort aufzubrechen, um ihn zu erforſchen. Allein als ihre
Schilderungen die Heimat erreichten, erregten ſie
keines=
wegs ſolch große Neugier, vielmehr verfloſſen volle
ein=
hundertunddreißig Jahre, bis der zweite Weiße den
Miſſiſſippi beſuchte. Heutigen Tags läßt man keinen ſo
langen Zeitraum vorübergehen, wenn jemand etwas
Wunderbares geſchaut oder erlebt hat. Entdeckte jetzt
je=
mand einen Bach in der Nähe des Nordpols, ſo würden
Europa und Amerika ſofort fünfzehn Expeditionen dorthin
ſenden, die eine, um den Bach zu erforſchen, die übrigen
vierzehn, um ſich gegenſeitig aufzuſuchen.
Schon länger als einhundertundfünfzig Jahre waren
an der Atlantiſchen Küſte Anſiedlungen der Weißen
ge=
weſen. Dieſe Leute ſtanden in innigſter Verbindung mit
den Indianern: im Süden wurden letztere von den
Spaniern beraubt, abgeſchlachtet, zu Sklaven gemacht und
bekehrt; weiter hinauf trieben die Engländer Tauſchhandel
mit den Indianern um Perlen und wollene Decken und
ſchenkten ihnen die Ziviliſation und den Branntwein, und
in Kanada brachten ihnen die Franzoſen die
Elementar=
lehren bei, ſchickten Miſſionare zu ihnen und zogen
zeit=
weilig ganze Stämme nach Quebee und ſpäter nach
Mon=
treal, um ihnen Pelze abzukaufen. Dieſe verſchiedenen
Gruppen von Weißen mußten notwendigerweiſe von dem
großen Fluſſe des fernen Weſtens vernommen haben; ſie
hatten auch tatſächlich von ihm gehört, aber in ſo flüchtiger
und unbeſtimmter Weiſe, daß ſie ſich kaum ein Bild von
dem Lauf, den Verhältniſſen und der Lage des Stromes
machen konnten. Gerade das Geheimnisvolle der Sache
hätte die Neugier anfachen und zur Nachforſchung
an=
ſpornen ſollen, allein das geſchah nicht. Offenbar wollte
zufälligerweiſe niemand ſolchen Fluß haben, niemand
brauchte ihn, niemand war neugierig auf ihn, und ſo blieb
denn der Miſſiſſippi anderthalb Jahrhunderte lang
außer=
halb des Marktes und ungeſtört. Auch De Soto ſuchte,
als er den Miſſiſſippi auffand, keinen Fluß und hatte im
Augenblick keine Verwendung dafür infolgedeſſen maß er
ihm auch keinen Wert bei und ſchenkte ihm keine beſondere
Beachtung.
Schließlich kam der Franzoſe La Salle auf den
Ge=
danken, den Fluß aufzuſuchen und zu erforſchen. Sobald
jemand auf eine vernachläſſigte, aber wichtige Idee
ver=
fällt, tauchen bekanntlich ſtets allenthalben Leute auf, welche
von demſelben Gedanken beſeelt ſind, und ſo geſchah es
auch hier.
Naturgemäß wirft ſich da die Frage auf: Weshalb
wollten dieſe Leute den Fluß jetzt haben, nachdem niemand
ihn während der vorhergehenden fünf Generationen
ge=
wollt hatte? Offenbar weil man zu dieſer ſpäteren Zeit
ein Mittel, ihn nutzbar zu machen, entdeckt zu haben meinte,
denn man war zu der irrtümlichen Annahme gelangt, der
Miſſiſſippi ergöſſe ſich in den Golf von Kalifornien und
böte daher einen kürzeren Weg für die Reiſe von Kanada
nach China, während man vorher viel richtiger
ange=
nommen hatte, daß derſelbe in das Atlantiſche Meer oder
die Virginiſche See münde.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
Nummer 85.
(Anteil Hohenſtein), mit deren in geordneter Erbfolge
erlangtem Beſitz das erbliche Recht auf Sitz und Stimme
im Herenhauſe verbunden iſt.
Jüterbog, 9. April. Durch die
Ausſchreitun=
gen eines Kellnerlehrlings gerieten auf dem
Bahnhof Jüterbog, wie der Berliner Lokalanzeiger
mel=
det, einige Reiſende in ernſte Gefahr. Als der
Perſonen=
zug Halle-Berlin dort Aufenthalt hatte, ließen ſich drei
Fahrgäſte von dem Kellner am Zug Bier
verab=
folgen. Ein Gaſt, der 50 Pfg. für zwei Glas Bier zu
10 Pfg. in Zahlung gegeben hatte, verlangte die
über=
ſchießenden 30 Pfg. zurück und verweigerte, als der
Kell=
ner erklärte, kein Wechſelgeld zu haben, die Rückgabe der
leeren Gläſer. Hierüber geriet der Kellner in ſolche Wut,
daß er mit voller Wucht einen Bierkrug nach dem Fenſter
des Abteils ſchleuderte, als der Zug ſich in Bewegung
ſetzte. Das Glas flog durch das offene Fenſter. Durch
die herumfliegenden Glasſplitter erlitt ein Herr eine
Schnittwunde über dem linken Auge. Ein Fahrgaſt
brachte den Zug mit der Notleine ſofort zum Halten und
veranlaßte die Feſtſtellung der Perſonalien des
hoff=
nungsvollen jungen Menſchen, der ſich vor Gericht zu
ver=
antworten haben wird.
Gotha, 9. April. Im ſozialdemokratiſchen Volkshaus
ſtreiken die Kellner. Sie fordern Lohnerhöhung. An
den Oſterfeſttagen waren Ausſchußmitglieder der
Volks=
hausgenoſſenſchaft, darunter der Landtagsabgeordnete
Hildebrandt, als Streikbrecher tätig.
Beuthen in Schl., 10. April. Der Monteur Valerus,
Mitglied der Kowollſchen Mordbrennerbande, die am
10. April vorigen Jahres in Laurahütte einen
Gendar=
meriewachtmeiſter getötet hatte, iſt heute morgen 6 Uhr
hingerichtet worden. Kowoll ſelbſt, das Haupt der
Bande, wurde zwei Tage nach dem Vorfall in
Laura=
hütte, als er verhaftet werden ſollte, von der Polizei
er=
ſchoſſen.
Wien, 10. April. Der hier im Alter von 87 Jahren
verſtorbene Joſ. Spitzberger hat ſein geſamtes
Vermögen im Betrage von 2,5 Millionen Kronen der
ifraelitiſchen Kultusgemeinde zu Errichtung eines
Kinder=
ſpitals vermacht. Er lebte in den ärmlichſten
Verhält=
niſſen und ging ſo ſchlecht gekleidet, daß ihm auf der
Straße Paſſanten wiederholt Almoſen gaben.
Peſt, 9. April. Unter tragiſchen Umſtänden
iſt am Sonntag der Dozent für Kehlkopfkrankheiten Dr.
Edmund Baumgarten geſtorben. Vor einigen Tagen
hatte Baumgarten an einem kleinen Mädchen eine
Kehl=
kopfoperation vorgenommen. Das Kind biß ihm dabei
in den Finger. Da es ſich bei der Operation um eine
infizierte Wucherung handelte, ſtellte ſich Blutvergiftung
ein. Trotzdem ſofort ärztliche Hilfe bei dem Doktor zur
Stelle war, wurde ihm der verwundete Finger amputiert,
doch war er nicht mehr zu retten.
Turin, 10. April. Der Gerichtshof lehnte die
Beruf=
ung der Frau Toſelli gegen das Urteil vom 21.
November vor. Js. ab und erkannte dahin, daß das
Kind des Ehepaares den Großeltern des Mannes zur
Erziehung übergeben werde.
Zürich, 10. April. Die Tochter von Auguſt
Bebel die Gattin des kürzlich verſtorbenen Dr. Simon,
und ſelbſt Aerztin, iſt infolge dieſes Todesfalles
geiſtes=
krank geworden, ſo daß ſie in ein Sanatorium gebracht
werden mußte.
Teneriffa, 10. April. Geſtern traf der öſterreichiſche
Perſonendampfer „Sophie Hohenberg” mit
ſtar=
ker Schlagſeite nach Backbord aus Buenos Aires hier ein.
Beim Kohlen=Einnehmen legte er ſich plötzlich bedenklich
weiter zur Seite. Unter den 350 Paſſagieren brach eine
Panik aus. Sie mußten ſchleunigſt an Land geſetzt
werden. Der Dampfer ſoll entladen werden.=
Paris, 9. April. Zu Ehren der preisgekrönten
Schüler des Journal d’Allemagne fand
heute vormittag in der Sorbonne eine Verſammlung
ſtatt, in der Profeſſor Paul Painlovo und Profeſſor
Ripault Anſprachen „Ueber die Wichtigkeit des
Frie=
dens”, „Sprachkenntniſſe und Friede” und über das
Thema „Internationaler Schüleraustauſch” hielten. Zum
Schluß dankte der Chefredakteur des Journal
d’Alle=
magne, Monſieur Halein, für den freundlichen
Emp=
fang, der den Schülern in Paris bereitet wurde. Darauf
begaben ſich die preisgekrönten Schüler auf die deutſche
Botſchaft, wo ſie von Herrn und Frau v. Schön
empfan=
gen und auf das freundlichſte bewirtet wurden. Die
Schüler verlaſſen heute abend 10 Uhr wieder Paris und
reiſen nach Deutſchland zurück.
C.K. Paris, 9. April. Der franzöſiſchen Akademie
ber Wiſſenſchaften wurde Bericht erſtattet über die Unter=
ſuchungen und Beobachtungen Boudouards, die ſich mit
dem Urſprung und der Abwehr der ſchlechten
Ge=
rüche von Paris beſchäftigten. Im Frühjahr und
faſt den ganzen Sommer über ziehen Wogen übler
fau=
liger Gerüche über die Seineſtadt, die die Luft verpeſten.
Die Unterſuchungen Boudouards haben nun ergeben, daß
dieſe Gerüche von den in der Umgebung von Paris
lie=
genden großen Düngerfabriken ausgehen, die einen
ent=
ſcheidenden Einfluß auf die Verſchlechterung der Pariſer
Atmoſphäre ausüben. Es zeigte ſich dabei, daß die rein
mineraliſchen Superphosphate in dieſer Beziehung
ver=
hältnismäßig harmlos ſind, während die Phosphor=
Guanos und die anderen Düngemittel, bei denen die
Ab=
fälle der Seineſtadt verarbeitet werden, beſtimmte
charak=
teriſtiſche Gerüche ausſtrömen, deren Verbreitung durch
das Steigen der Temperatur und durch den
atmoſphäri=
ſchen Druck begünſtigt wird. Auch der
Feuchtigkeitsge=
halt der verarbeiteten Abfälle ſpielt dabei eine
weſent=
liche Rolle; er iſt dafür verantwortlich, daß in der Zeit
von Februar bis April und von September bis November
dieſe ſchlechten Gerüche wiederum in verſtärktem Maße
fühlbar werden, weil in dieſen Monaten der
Hauptver=
ſand des Düngers ſtattfindet. Die Stadt hat am meiſten
zu leiden. wenn der Wind aus Nordweſten kommt. Die
einzige Möglichkeit, Paris von dieſer Plage zu befreien
und es in einen beſſeren Geruch zu bringen, ſieht der
Gelehrte in dem Erlaß ſtrenger Beſtimmungen die die
Arbeitsweiſe der Düngerfabriken regeln und die dann
mit größter Strenge durchgeführt werden müßten.
Kongreſſe und Verbandstage.
Kongreß für Familienforſchung.
— Gießen, 9. April. Unter dem Vorſitz von Prof.
Dr. Robert Sommer (Gießen), dem Direktor der
pſy=
chiatriſchen Klinik, findet hier in dieſen Tagen der erſte
Kongreß für Familienforſchung,
Ver=
erbungs= und Regenerationslehre ſtatt.
Dem Kongreß geht ein zweitägiger Kurs für Genealogie,
Pſychiatrie und Vererbungslehre voraus unter
Berückſich=
tigung verwandter Erſcheinungen aus der Botanik,
Zoo=
logie und Anatomie, wobei die Fragen der Regeneration
und Raſſenhygiene beſonders berückſichtigt werden. Der
Kurſus, zu dem ſich zahlreiche Teilnehmer, darunter
insbe=
ſondere Vorſtände von Irrenanſtalten, Strafanſtalten,
Krankenhäuſern, Pfarrer, Gerichtsärzte uſw. gemeldet
haben, wurde am Montag abend durch eine
Begrüß=
ungsfeier im „Hotel Schütz” eröffnet. Geh. Med.=Rat
Prof. Dr. Sommer führte in ſeiner Begrüßungsanrede
aus, daß dieſer Kurſus der zweite in ſeiner Art ſei. Der
erſte habe im Auguſt 1908 ebenfalls in Gießen
ſtattgefun=
den. Er habe ſich hauptſächlich mit der Behandlung und
Erziehung der angeborenen Schwachſinnigen beſchäftigt.
der diesmalige Kurſus befaſſe ſich mit der Erforſchung der
Bedeutung der angeborenen Anlage und der
Abſtammungs=
verhältniſſe überhaupt. Das ſei ein Gebiet, auf dem ſich
Naturwiſſenſchaftler und Mediziner, Pſychologen und
Hiſtoriker, Juriſten und Pädagogen zu gemeinſamer Arbeit
zuſammenfinden können. Es handle ſich dabei darum, auf
dem Boden der beobachtenden Pſychologie und der
Natur=
wiſſenſchaft die angeborene Anlage und die
Geſamtperſön=
lichkeit von einzelnen Menſchen, ſowie die natürliche
Be=
ſchaffenheit beſtimmter Gruppen von Menſchen methodiſch
darzuſtellen. In dieſem Sinne begrüßte der Vorſitzende
die zahlreich erſchienenen Teilnehmenden und
Mitwirken=
den des Kurſes und des Kongreſſes. In dem Kurſus wird
Dr. Kekulé von Stradonitz (Groß=Lichterfelde) eine
Vor=
leſung halten über „Fehler in der genealogiſchen Methode
bei der Unterſuchung von Vererbungsfragen”. Prof. Dr.
Sommer (Gießen) über „Theorie der Blutsverwandtſchaft”
Prof. Dr. Dannemann (Gießen) über „Vererbung von
Geiſteskrankheiten” Privatdozent Dr. Berliner (Gießen)
über „Angeborenen Schwachſinn” Sanitätsrat Dr.
Wein=
berg (Stuttgart) über „Hereditätsforſchung” Augenarzt
Dr. Crzellitzer (Berlin) über „Familienſtammbücher” Auf
dem Kongreß werden u. a. Geh. Prof. Dr. Oſtwald (
Groß=
bothen) über „Genealogie” Prof. Dr. Giſevius (Gießen)
über „Erfahrungen bei der Tierzüchtung” Prof. Dr. Fiſcher
(Freiburg i. Br.) über „Raſſenkreuzung beim Menſchen”
ſprechen, ſowie Dr. Betz (Mainz) über „Der
Durchſchnitts=
menſch‟ Dr. A. von den Velden (Weimar) über „
Ahnen=
tafeln‟ Dr. Hammer (Stuttgart) über „Vererbung beim
Menſchen” Prof. Dr. Roller (Karlsruhe) über „
Lebens=
dauer der Geſchlechter im Mittelalter” uſw.
Mit dem Kurſus und dem Kongreß iſt eine
Ausſtel=
lung verbunden, die ſich im weſentlichen auf die Ver=
hältniſſe der Abſtammung und der Familien beim
Men=
ſchen bezieht, aber auch die Erſcheinungen aus der
Pflan=
zen= und Tierwelt berückſichtigt.
Handel und Verkehr.
* Züge mit Schlafwagen und
Speiſe=
wagen. Vom 1. Mai ab fahren vom Hauptbahnhof
Frankfurt a. M. folgende Züge mit
Schlaf=
wagen: nach Berlin (Anh. Bahnhof) über Bebra 10,23,
Berlin (Schleſ. Bahnhof) über Kaſſel 10,36, Leipzig über
Kaſſel 11,13, Hamburg=Altona über Kaſſel 8,55,
Ham=
burg=Altona über Bebra 11,24, Bremen über Bebra 11,24,
Baſel über Karlsruhe 11,45, Baſel über Straßburg 11,50/
Paris über Saarbrücken 8,35, Paris über Karlsruhe 7,46,
Nürnberg, München bezw. Wic-Aſchaffenburg 3,34a
6,16, 4,36, 11,06, Belgien (Vliſſingen und Oſtende) 1,01,
1,33. — Speiſewagen führen vom 1. Mai ab
fol=
gende Züge: Nach Berlin (Anh. Bahnhof) über Bebra
6,04, 8,20, 12,51, 2,44, Leipzig über Bebra 9,40, 1,05,
Hambura=Altona über Kaſſel 5.58, 12,48, Hamburg=Altona
über Bebra 2,54, Baſel über Karlsruhe 6,38, 7,12, 9,35,
12.20, 4,10, 5,10, Baſel über Straßburg 7,40, 9,37, 1,43,
4,03, Karlsruhe über Heidelberg 2,00, Konſtanz über
Karlsruhe 12,50, Wildbad über Karlsruhe 8,10. Paris
über Saarbrücken 7.32, Nürnberg, Eger und München
über Aſchaffenburg 7,06, 2.18, 3.36. 4,36. Brüſſelübe:
Herbes=
thal 2.18, Amſterdam über Emmerich 12.28, Eſſen über
Köln=Deutz 2.45. Krefeld über Betzdorf 4.57. Saarbrücken
über Münſter 5,07. Wiesbaden über Höchſt 9.32. — Die
Luruszüge Berlin-Fpankfurt-Ventimialia
und zurück fahren in der laufenden Fahrplanperiode
letzt=
mals: von Ventimialia nach Frankfurt und Berlin am
29. April: von Berlin und Frankfurt nach Ventimialia
am 27. April Sie nehmen ihre Fahrten dann wieder
im nächſten Herbſt auf.
Landwirtſchaftliches.
Ankauf von Zuchtfohlen. Auch in dieſem
Jahre iſt von der Landwirtſchaftskammer ein Ankauf
von Zuchtfohlen in Belgien und Oldenburg
beabſichtigt. Es ſollen angekauft werden: Jährlinge und
zweijährige Fohlen aus Belgien und Oldenburg. Der
Einkauf in Belgien iſt für die erſte Hälfte des Monats
Mai, der in Oldenburg für Juni oder Juli vorgeſehen.
Anfragen über den ungefähr zu zahlenden Preis werden
von der Landwirkſchaftskammer umgehend beantwortet.
Die Beſtimmungen über Einfuhr der Fohlen werden
In=
tereſſenten ebenfalls auf Wunſch zugeſandt. Die
Landwirt=
ſchaftskammer übernimmt bei dieſen Ankäufen die
ſämt=
lichen allgemeinen Koſten (alle Koſten abzüglich der
An=
kaufspreiſe). Außerdem wird noch ein Zuſchuß zu den
Ankaufskoſten gewährt, deſſen Höhe ſich nach der
Beteilig=
ung am Import richtet, aber 20 Prozent des
Ankaufs=
preiſes nicht überſteigen ſoll. Der Zuſchuß wird an einen
Beſteller nur für höchſtens zwei Tiere bewilligt.
Vermiſchtes.
* Ueber den 1911er Wein finden ſich in dem
zweiten Bande des Jahresberichtes der Aelteſten der
Kaufmannſchaft von Berlin folgende bemerkenswerten
Ausführungen:
Das überſchwengliche Lob, das dem 1911er Wein
un=
ter Bezugnahme auf den 1811er vielfach zuteil wird, iſt
keineswegs voll berechtigt. Die Weine der Moſel= und
Saar dürften zwar dem blumigen, eleganten 1895er, teils
auch dem reifen 1900er gleichen, ihre Vorjahre alſo weit
überragen, aber die edlen Weine der Pfalz werden den
1900er kaum erreichen. Von Rheinheſſen und
insbeſon=
dere vom Rheingau hingegen iſt tatſächlich
Hervorragen=
des zu melden. Freilich ſtehen die Preiſe in allen
Weinbaugebieten, insbeſondere im Rheingau, auf einer
Höhe, daß die Weine ſpäter für den weniger Bemittelten
als Genußmittel kaum in Frage kommen. Auch aus
Bur=
gund kann man, allerdings zu ſehr hohen Preiſen, einen
wundervollen Wein erwarten. Die relativ kleine Ernte
von Bordeaux hat in Vorausſetzung eines großen
Jahr=
ganges dazu geführt, daß umfangreiche Frühkäufe ſchon
am Stock zu ſtetig ſteigenden Preiſen erfolgten. Mit
ei=
nem Preisfall der Bordeaur= und Burgunderweine iſt
in Anbetracht der Tatſache, daß faſt die ſämtlichen
be=
kannten Gewächſe ſchon im November vom Handel
auf=
gekauft waren, ſich alſo in feſter Hand befinden; kaum
zu rechnen; dagegen werden vorausſichtlich die Preiſe an
Saalbau=Theater.
St. Das Berliner Max Walden=Enſemble
(Leitung: Direktor Egon Jantſch und Max Walden) hat
am Dienstag abend ſein auf 5 Tage berechnetes Gaſtſpiel
begonnen, das ausſchließlich die „Polniſche Wirtſchaft”,
Ope=
retten=Poſſe in 3 Akten mit Geſang und Tanz von Kurt
Kraatz und Georg Okonkowski, Geſänge von Alfred
Schönfeld, Muſik von Jean Gilbert, inſzeniert von Max
Walden, Orcheſter=Dirigent: Kapellmeiſter Albert Zornow,
bringen ſoll. Das Orcheſter ſtellt das Muſikkorps des
In=
fanterie=(Leibgarde=) Regiments Nr. 115. Die Ausſtattung
an Dekorationen und Koſtümen iſt von Hugo Baruch u. Co.,
Hoflieferanten, Berlin.
Im Grunde genommen iſt ſie unglaublich einfältig,
dieſe Operettenpoſſe, der man den „größten Erfolg der
Gegenwart” nachrühmt, die in der Metropole der
In=
telligenz 600 Mal ein volles Haus erzielen konnte und
deren Zugkraft für die Provinz man ſo hoch einſchätzte,
daß Max Walden ein eigenes Enſemble zuſammenſtellte,
um in einer beſonderen Tournee die größeren und großen
Städte des Reiches zu beglücken mit dieſer „Polniſchen
Wirtſchaft” deren geſangliche „Schlager” längſt
Gemein=
gut aller Walzertanzenden und — aller Schuſter= Bäcker=
und Heinerbuben geworden, die die bekannten Melodien
ebenſo falſch wie unermüdlich durch die Gaſſen und Goſſen
ſchleifen. Treffend an dieſem derzeit zugkräftigſten
Kaſſen=
ſtück der deutſchen Operettenbühne iſt eigentlich nur der
Titel, denn anders konnte dieſes Tohu=wabohu von
komi=
ſchen und draſtiſchen nur loſe zuſammenhängenden Szenen,
denen meiſt jede Begründung fehlt, mit den ganz willkürlich
und ebenſo unbegründet hereingezogenen Tänzen und
Ge=
ſängen kaum genannt werden, als eben „
Pol=
niſche Wirt ſchaft” Aber wirkſam, koloſſal
wizkſam auf ein nicht gerade anſpruchsvolles
Publikum iſt dieſe hin und wieder bis zur
Burleske ausartende Operettenpoſſe. Man kann Tränen
lachen, wenn man ſich einfach mit hineinreißen läßt in
dieſen Strudel humorvollſten Lebens, das ſich in
wirbeln=
dem Durcheinander da auf der Bühne abwickelt. Hinein
in das Leben dieſer leichtlebigen, verliebten, eiferſüchtigen,
erbſchleichenden, dichtenden, lügenden, ſingenden,
tanzen=
den, fliegenden, fluchenden und erfreulich oft — küſſenden
berlineriſch=polniſchen Geſellſchaft.
Und daß dies Mithineinziehen in den tollen Strudel
nicht ausbleibt, dafür ſorgt die ganz vorzügliche
Darſtel=
lung des Enſembles, das beſonders in den Hauptrollen
bezw. spartien über Kräfte verfügt, die kaum beſſer ſein
könnten. Allen voran Max Walden, der
einzig=
artige Komiker und Humoriſt, der aus dem Dichterling
alias Gutsverwalter Hans Fiedler eine Kabinettsrolle
zu geſtalten wußte, die ſchlechterdings nicht mehr zu
über=
treffen iſt, und ſeine reizende, lebenſprühende Partnerin
Erika, des Berliner Stadtrats Töchterlein. Marie
Bart=
ling, die ganz entzückend ſpielte und beinahe ebenſo
gut ſang. Dann Albertine Müller=Lovinski und
Ernſt Wehrhahn, die das viermal verheiratete, aber
ſich ſcheiden laſſende Ehepaar Hegewald ſehr wirkſam
verkörverten; Franz Merker und Magda Laubert,
als Stadtratsehepaar, Willi Dewal als Aviatiker Fritz
Sperling. Bruno Lovinski als ewig fluchender
erb=
ſchleichender Graf Kaſimir mit ſeinen vier Nichten, die
von Fanny Heilmann, Jutta v. Biedermann Anni
Donque und Hedy Brückner aut geſpielt wurden:
Karl Schulte als Kunſthändler Steinöl, endlich Rudolf
Schneider als Geh. Rat v. Veltenius. Hilde
Sie=
merlina als Minchen und Franz Cüſſel als
Stem=
vanski. Alle waren auf ihrem Platz. Das
Zuſammen=
ſviel war, wie das ja bei einem Spezialenſemble
ſelbſt=
verſtändlich iſt, ganz vorzüglich und klappte ausgezeichnet.
Das Publikum amüſierte ſich augenſcheinlich vortrefflich
und ſpendete lebhaften Beifall.
Fenilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Lotterke und
Literatur. In den Grenzboten regt Dr. B.
Weſten=
berger=Leipzig an, mit Hilfe der ſtaatlichen
Klaſſenlat=
terien gute Bücher unter die Leute zu bringen. Der Staat
ſolle den vom Glück betrogenen Nietenbeſitzern einen
ſanften Troſt bereiten und zugleich für das Leſe= und
Bildungsbedürfnis etwas Praktiſches wirken. Die
hier=
für nötigen Geldmittel könnten aus einer Kürzung der
übertrieben hohen Hauptgewinne und der Prämien
ge=
wonnen werden, ſo daß 50—100000 Mark zur Verfügung
ſtünden. Dieſer Betrag reiche aus, um Bücher als
Troſt=
gewinne in die Hände der Spieler gelangen zu laſſen.
Dem Staate öffne ſich hier die Ausſicht zur wirkſamen
Bekämpfung der viel beklagten Unwiſſenheit in ſtaatlichen
Dingen: der Staat könne ein jährlich neu bearbeitetes
Staats=Handbuch herausgeben, das in volkstümlicher
Darſtellung die Staatseinrichtungen, die Geſetzgebung,
gemeinnützige Beſtrebungen, Geſundheitspflege uſw.
be=
handele. Scheue aber der Staat die gegneriſche Kritik,
die einem derartigen Unternehmen nicht erſpart bleiben
würde, ſo möge er den Nietenziehern das Anrecht geben,
ſich in einer Buchhandlung gegen Auslieferung des nicht
gezogenen Loſes ein „Lotteriebuch” auszuſuchen.
Weſten=
bergers originelle Anregung hat jedenfalls Anſpruch auf
Beachtung.
Fernphotographiſche Bildübertragung.
Am Montag ward, zum erſten Male, in etwa 15 Minuten
von dern fernpbotographiſchen Station in Berlin zu der
neu errichteten Station in Monte=Carlo eine
Bildüber=
tragung bewirkt. Es wurde als erſtes Bild das des
Für=
ſten von Monako übermittelt und ſofort am ſelben Abend
in dem dortigen Kaſino ausgeſtellt. Die Verſuche
ſtan=
den in Berlin unter Leitung von Profeſſor Glatzel, in
Monte=Carlo unter Profeſſor Korn. Es handelte ſich
um eine Entfernung von 1500 Kilometern.
Mainzer Stadttheater. Man ſchreibt uns:
Die Erſtaufführung des dreigktigen Schwankes „Die
Damen des Regiments” von Julius Horſt und=
Arthur Lippſchütz für das Mainzer Stadttheater fand
bei gutbeſetztem Hauſe am Dienstag abend ſtatt. Das
anſpruchsloſe Stück, das bekanntlich im erſten Akte die
Abſicht verrät, die Damen des Regiments zum
Mittel=
punkt der Handlung zu machen, dieſe Abſicht aber in dem
zweiten Akte ſchon ganz aufgibt und vollſtändig von dem
tyviſchen Luſtſvielleutnant getragen wird. unterhielt das
Publikum vortrefflich, ohne daß ſich dies jedoch zu
beſon=
derem Beifall nach den Aktſchlüſſen angeſpornt fühlte. Die
Aufführung war gut vorbereitet und ging flott von
ſtat=
ten. In den Hauptrollen errangen ſich Ernſt Pröckel
(von Möllendorf), Adolf Harnack (Oberſt von zur
Müh=
len) und Ida Drexler (Thea, ſeine Tochter) beſondere
Anerkennung.
Der Charakterdarſteller Mar Bayrhammer vom
Frankfurter Schauſvielhauſe wurde vom Intendanten
Volkner für die nächſten Jahre wieder enggaiert. —
Der Obermaſchinenmeiſter am Leipziger
Schauſpiel=
hauſe, Karl Willenbücher aus Darmſtadt, iſt ab
Nummer 85.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
Seite 5.
der Mittelmoſel für beſſere Weine weichen, ſobald ein
günſtiger Verlauf der Blüte des Weinſtockes auch für
1912 einen reichen Ertrag verſpricht, denn dort lagern
un=
verkauft noch ganz bedeutende Vorräte. Die mittleren
Weine hingegen ſind an der Unter= und Mittelmoſel
ſorg=
fältig ausgeſucht und aufgekauft. Auch die Obermoſel
mit ihren kleinen Weinen gibt in Anbetracht großer
Vor=
räte keine Ausſicht auf Preisſtändigkeit, ſondern eher auf
einen Rückgang der Preiſe, denn ohne Zuckerung ſind dieſe
1911er Weine ſchwer zu verwenden. Stark gelichtet ſind
die Vorräte an der Saar; die Preiſe ſind dort jetzt ſehr
hoch, aber ein Weichen der Preiſe von hochwertigen
Wei=
nen iſt auch hier zu erwarten, wenn die Ausſichten für
4912 günſtig werden.
* Renten= und Penſionsanſtalt für
deutſche bildende Künſtler. Die unter Dem
Protektorat des Großherzogs von Sachſen ſtehende
Renten= und Penſionsanſtalt für deutſche bildende
Künſt=
ler (Maler, Bildhauer, Architekten, Kunſtgewerbler,
Mu=
ſterzeichner, Kupferſtecher, Zeichenlehrer und dergleichen)
mit dem Sitz in Weimar hat ſoeben den Bericht über
ihr 18. Geſchäftsjahr erſcheinen laſſen. Wir entnehmen
dieſem Bericht kurz folgendes: Die Anſtalt ſchreitet
er=
freulicherweiſe in ihrer Entwickelung rüſtig vorwärts. Es
iſt ſehr zu wünſchen, daß diejenigen Künſtler, die ſich der
Anſtalt noch nicht angeſchloſſen haben, in ihrem eigenen
Intereſſe das Verſäumte baldigſt nachholen. Beſonders
für die jüngeren Künſtler gilt dieſe Mahnung. Die
Sicherheit des Unternehmens wird durch die Kontrolle
des kaiſerl. Aufſichtsamtes für Privatverſicherung
ge=
währleiſtet. Das Vermögen der Anſtalt iſt auf 1 10739s
Mark angewachſen, außerdem beſitzen die Ortsverbände
ein eigenes Vermögen von 90 410 Mark, aus dem ſie ihren
Mitgliedern durch Zuſchüſſe die Beitragszahlung
erleich=
tern. An 51 Penſionäre ſind im verfloſſenen Jahre
11522 Mark ausgezahlt worden. Der ſog. Zuſchuß zu den
durch di Beiträge verſicherungstechniſch
ſelbſterworbe=
nen Renten beträgt gegenwärtig 50 Mark jährlich für
jeden Penſionsempfänger. Zu den Ortsverbänden
Ber=
lin, Kaſſel, Darmſtadt, Deſſau, Dresden, Düſſeldorf,
Frankfurt a. M., Hamburg, Karlsruhe. Königsberg i. P.,
Leipzig, München, Nürnberg, Poſen. Stuttgart und
Wei=
mar iſt Hannover neu hinzugekommen. Die Orts
verbandsvorſtände geben bereitwilliaſt Auskunft über die
Zwecke und Ziele der Anſtalt. Ebenſo wird durch die
Geſchäftsſtelle in Weimar der Jahresbericht und die
Satzung auf Wunſch koſtenlos zugeſandt und jede weiter
gewünſchte Auskunft über die Anſtalt erteilt.
Vorſitzen=
der des Ortsverbands Darmſtadt iſt Prof. Adolf Beyer,
Schriftführer Prof. H. R. Kröh.
Literariſches.
— Die Michelangelo=Mappen des
Kunſt=
warts. (Kunſtwart=Verlag Georg D. W. Callwey in
München). Mit den Michelangelo=Mappen greift die
Ar=
beit des Kunſtwarts nach einer der höchſten Aufgaben der
Kunſtpflege überhaupt. Wir brauchen über den Bildhauer
und den Maler Michelangelo ein umfaſſendes Werk, das
ſich auf die eine Aufgabe ſammelt: dem künſtleriſchen
Ge=
nuß, das heißt: dem Nacherleben zu dienen. Das große
Unternehmen des Kunſtwarts wäre auch auf Grund der
langjährigen Studien und Erfahrungen ſeines
Heraus=
gebers allein noch nicht möglich geweſen. Es durfte wohl
nur unter der Bürgſchaft der Kunſtwart=Stiftung gewagt
werden, hier ſo große und ſchöne Blätter zu ſo niedrigem
Preiſe zu liefern, daß jetzt eine ganze Mappe weniger
koſtet, als bisher in Deutſchland eine einzige Photographie
gleicher Größe und gleichen künſtleriſchen Wertes. Der
Kunſtwart hat ſich in ſeinem Vertrauen nicht geirrt. Das
beweiſt ſchon jetzt der Erfolg, auch abgeſehen von den
ge=
radezu begeiſterten erſten Stimmen der Preſſe. Es iſt
kein Zweifel: dieſe Michelangelo=Mappen werden, was
Avenarius ihnen wünſcht, „Standbeſitz aller Gebildeten”.
Der Geiſt, in welchem, alle Kulturvölker Europas das
größte bildneriſche Genie der Welt verehren, der Geiſt
Michelangelos, tritt immer gleichſam mit aller ſeiner
Gegenwart ins Geiſtesleben des gebildeten Deutſchen ein.
Wie viel dazu der Begleittert von Avenarius mithelfen
mag, das weiß, wer ſeine anderen Texte kennt. Schon
ſind drei Mappen erſchienen: Die Hauptbilder der
Sixtinadecke, Preis 5 Mk., Die Propheten und
Sibyllen, Preis 4 Mk., Das jüngſte Gericht, Preis ebenſo.
EE
Ilſe=Dore Tanner, „Aufneuen Pfaden”
„Eines Kindes Tränen”. Eleg. broſchiert 2 Mk.,
in Leinen gebunden 3 Mk. Verlag von Albert Goldſchmidt,
Berlin W 35. Das neueſte Buch aus dem Verlage von
Albert Goldſchmidt bringt zwei Novellen, die ſich
vorteil=
haft von den vielen Erzeugniſſen moderner deutſcher
No=
velliſtik unterſcheiden. Vor allem: da iſt nichts „gemacht”,
nichts um jeden Preis Originellſein=Sollendes. Klar und
folgerichtig iſt der Aufbau, anſchaulich und überzeugend
die Durchführung. Dem Bande, der, wie geſagt, zu den
erfreulichſten Erſcheinungen der Unterhaltungsliteratur
ge=
hört, iſt ein großer Leſerkreis zu wünſchen.
Fünfzehnhundertſechsunddreißig Löſungen haben
die Preisrätſel der Gartenlaube in deren Leſerkreis
gefunden, Löſungen von oft ſo origineller Form, daß die
Redaktion in dem ſoeben erſchienenen Heft 13 einige der
hübſcheſten in Wort und Bild zum Abdruck gebracht hat.
So überreich war die Fülle des Gebotenen, ſo viel Fleiß
und Eifer war darauf verwendet worden, daß die Preiſe
freiwillig um mehr als die dreifache Zahl vermehrt wurden.
Aber das erfreulichſte bei all dieſen Einſendungen blieb
doch, daß jede einzelne von ihnen nicht nur das rege
Inter=
eſſe bekundete, das den Preisausſchreiben der Gartenlaube
von Tauſenden getreuer Leſer entgegengebracht wird,
ſon=
dern auch den innigen Zuſammenhang, der zwiſchen dieſem
Leſerkreiſe und der Redaktion des Blattes beſteht.
— Ein Dichter der Liebe iſt eine geiſtvolle Plauderei
Dr. Rudolf Oſtlers zubenannt, die Franz Grillparzer,
deſſen Dramen als Schilderer modernen Nervenlebens, der
Liebe und Sinnlichkeit, in helles Licht rückt. Aus dem
übrigen textlichen Inhalt dieſes neueſten (15.) Heftes der
illuſtrierten Zeitſchrift, Moderne Kunſt, (Verlag von
Rich. Bong, Berlin W. 57. Preis des Vierzehntagesheftes
60 Pfg.) heben wir den mit gediegenem Bildermaterial
verſehenen Aufſatz Dr. Ludwig Webers über Bruno
Héroux hervor, der zu unſeren bedeutendſten Graphikern
gehört. Gleichem Intereſſe wird Dr. Oskar Anwands
ebenfalls reich illuſtrierte Abhandlung über den „Streit um
das Bismarck=Denkmal” begegnen, die über dieſe
hoch=
wichtige Frage moderner Monumentalkunſt klaren
Auf=
ſchluß gibt. Serafine Detſchys Roman „Unſichtbare Bande‟
wächſt auf der Grundlage feinſinniger Charakterzeichnung
immer mehr zur Schilderung eines tragiſchen Schickſals
empor. Da die Ausſtattung auch dieſes neueſten Heftes
der vornehmen Familienzeitſchrift glänzend iſt und der
Zick=Zack in Wort und Bild über oriainelle Ereigniſſe des
Kunſt=, Theater=, Geſellſchafts= und Modelebens berichtet,
wird der mannigfache Inhalt dieſes Heftes wohl
jeder=
mann befriedigen.
Das Dampferunglück anf dem Nil.
*. London, 9. April. Im hieſigen Hauptbureau
der Cookſchen Reiſeagentur ſind bisher noch keine
Einzel=
heiten über das Dampferunglück auf dem Nil
eingetroffen. Nach den erſten bisher vorliegenden
Tele=
grammen iſt das Unglück durch den Zuſammenſtoß
des Dampfers mit einer großen Dahabich
(ſchmales, langes Nilſegelbot) erfolgt. Ueber den
ge=
nauen Umfang der Kataſtrophe iſt vorläufig noch nichts
bekannt, doch ſcheint es, daß die erſten Nachrichten, die
von 200 Toten ſprachen, übertrieben ſind.
Wahrſchein=
lich dürften nicht mehr als 50 Perſonen ihr Leben bei
dem Zuſammenſtoß eingebüßt haben.
* Kairo, 9. April. Zu dem
Dampferzuſam=
menſtoß auf dem Nil wird noch gemeldet: Der
ge=
ſunkene Vergnügungsdampfer hatte 300 Perſonen
an Bord, von denen viele von anderen Dampfern und
Booten gerettet wurden. Siebzehn Leichen ſind
bisher geborgen worden.
* Kairo, 10. April. Die bei dem Dampferunglück
auf dem Nil Ertrunkenen ſind alle Aegypter. Auch
ſcheint die im erſten Augenblick angegebene Zahl der
Verunglückten ſtark übertrieben zu ſein.
Die Ueberſchwemmungen des Miſſiſſippi.
* Der Miſſiſſippi ſteigt noch immer. Die durch die
Ueberſchwemmung geſchaffene Lage iſt verzweifelt.
Schlimme Nachrichten kommen beſonders aus den
Städten Golden Lake, Memphis, Pecan Point,
Lamb=
ville und Holly Buſh in Arkanſas. Kairo, in Illinois,
iſt von den Fluten jetzt ganz umgeben. Glücklicherweiſe
aber halten die Dämme hier Stand. Insgeſamt ſind
30000 Perſonen obdachlos geworden und 30 Perſonen
ertrunken. 2000 Geviertmeilen Land ſind überſchwemmt.
Memphis, 9. April. Der Hauptdeich am
Miſſiſſippi bei Golden Lake in Arkanſas iſt
ge=
brochen. Man befürchtet, daß durch das eindringende
Waſſer gegen 45 Ortſchaften, wenigſtens teilweiſe,
unter Waſſer geſetzt werden. Die bedrohten Plätze ſind
telephoniſch von der drohenden Gefahr verſtändigt
worden.
* Memphis, 10. April. Infolge des
Damm=
bruches bei Golden Lake ſind gegen zweitauſend
Quadratmeilen Land überſchwemmt, darunter ein 500000
Acres reiches Farmland im Nordoſten Arkanſas.
Meh=
rere Städte ſtehen unter Waſſer, die Verbindungen ſind
unterbrochen. Der angerichtete Schaden wird auf eine
Million Dollar geſchätzt.
Darmſtadt, 11. April.
gs. Unfall. Durch den Bruch einer Gerüſtdiele am
Bahnhofsneubau an der Weſterſtädterſtraße fielen
geſtern nachmittag gegen 5 Uhr drei Weißbinder
auf die Straße. Zwei zogen ſich innere Verletzungen
zu, der dritte eine Fußverletzung. Sie wurden durch die
Rettungswache in das Städtiſche Krankenhaus gebracht.
Die Verletzten ſtammen aus Seeheim, Bickenbach und
Groß=Zimmern.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Marburg, 10. April. Der Profeſſor der Theologie
Geheimrat Achelli iſt heute im Alter von 74 Jahren
geſtorben.
* London, 10. April. Faſt in allen Kohlenrevieren
wurde geſtern die Arbeit wieder
auigenom=
men, ſoweit der Zuſtand der Gruben es erlaubt. Der
Streik der Maſchiniſten in Durham wurde beigelegt; in
Südwales dauert er fort, aber ihre Arbeit wird von
Be=
amten übernommen und mehrere Tauſend Bergleute ſind
geſtern eingefahren. Auch der Lohnſtreit unter den über
Tage arbeitenden Leuten in Yorkſhire und Derbyſhire iſt
beendet, dagegen weigern ſich in Lancaſhire etwa zwei
Drittel der Leute, die Arbeit wieder aufzunehmen, ehe
die Mindeſtlöhne für das Revier feſtgeſetzt ſind. Faſt
in allen Bezirken ſind Vorbereitungen zur Einſetzung der
durch das Mindeſtlohngeſetz gewährten
Lohnkommiſſio=
nen getroffen und in drei Bezirken haben ſich die
Par=
teien auf die Perſon des Vorſitzenden bereits geeinigt.
* Korfu, 10. April. Der Kaiſer und der
Reichs=
kanzler mit Gefolge fuhren heute morgen im
Auto=
mobil nach der Stadt, wo ſie das Muſeum beſuchten.
Pro=
feſſor Doerpfeld gab Erklärungen. Im Muſeum hatte ſich
auch Miſter Armour, und in deſſen Begleitung zwei
Archäologen, der Amerikaner Norton und der Engländer
Hogart, eingefunden. Von dem Muſeum begaben ſich
ſämtliche Herrſchaften nach Caritza zu den Ausgrabungen,
wo ſie längere Zeit verweilten. Der Kaiſer folgte einer
Einladung zum Frühſtück bei Mr. Armour auf deſſen Jacht
„Utowana‟. Das Wetter iſt regneriſch und windig.
* Konſtantinopel, 10. April. Bei den Wahlen zur
zweiten Klaſſe in Konſtantinopel haben
bis=
her ausſchließlich die Jungtürken gewonnen. Die liberale
Union beſchloß, infolge von Wahlmißbräuchen, wobei
ihre Parteigänger angeblich auch verprügelt worden ſind,
in einigen Wahlbezirken Konſtantinopels
Stimment=
haltung.
* New=York, 10. April. Nach einer Nachricht aus
Mexiko haben die Rebellen unter dem General
Za=
pata Jojutla im Staate Morelos eingenommen. Die
Regierungstruppen machten einen Gegenangriff.
Hef=
tige Gefechte ſind im Gange.
* Chicago, 10. April. Bei den geſtrigen
Primär=
wahlen zur Präſidentſchaft erhielt in Illinois
Rooſevelt eine anſehnliche Majorität. Er ſchlug Taft mit
ungefähr zweieinhalb gegen eins. Der Demokrat Champ
Clark ſiegte aber über die übrigen Kandidaten ſeiner
Partei.
* Chile, 10. April. In verſchiedenen Salpeterwerken
Chiles iſt man damitz beſchäftigt, an Stelle der Kohle jetzt
Petroleumfeuerung einzurichten. Man hofft, wie
der Finanz=Herold erfährt, die Betriebsſpeſen hierdurch
um nahezu 40 Prozent ermäßigen zu können.
— Erfurt, 10. April. In Arnſtadt in Thüringen ſoll
zu ihrem 25. Todestage der Schriftſtellerin Marlitt
ein Denkmal errichtet werden.
nächſter Saiſon für längere Zeit als techniſcher Oberleiter
an das Stadttheater Breslau verpflichtet worden.
C. K. Wie die Taucher im Wrack der „Ozeana” arbelten.
Tagelang haben die Taucher am Wrack der geſunkenen
„Ozeana” gearbeitet, ohne daß es ihnen gelang, ihr Ziel
zu erreichen; erſt jetzt ſind ſie zu den Schatzkammern des
Schiffes vorgedrungen und bis zum Sonntag konnten ſie
bereits nahezu vier Millionen von den 15 bergen,
die in Gold und Silber in der Tiefe des Kanals ruhen.
Es iſt eine ſchwere und gefahrenreiche Arbeit, der die
rauhen Männer mit dem Kupferhelm ſich unterziehen
müſſen. Sie müſſen unter Waſſer über 60 Fuß tief mit
den Händen an einem geſpannten Seil hinabturnen, ehe
ſie hinter den Wänden des Wracks notdürftigen Schutz
gegen die Strömung finden. Um zu beurteilen, welche
waghalſige Kraftleiſtung das iſt, muß man die
unge=
wöhnliche Heftigkeit der Strömung und des Seeganges
an jener Stelle kennen. Selbſt bei dem mildeſten Wetter
iſt die Strömung ſtark genug, um die an dem Taue
klam=
mernden Taucher immer wieder zur Oberfläche
empor=
zutreiben. Die eigentliche Schatzkammer der „Ozeana‟
liegt vier Deck tief im Rumpf des Schiffes; und um ſie
zu erreichen, muß Treppe über Treppe in der Finſternis
überwunden werden. In dem Goldraume ſelbſt müſſen
die Taucher die ſchweren eiſenbeſchlagenen Kiſten von der
Wand löſen und mühſam emporſchaffen, wo ſie dann am
oberen Deck an Ketten befeſtigt und durch einen
Dampf=
kran zur Waſſeroberfläche hinaufgezogen werden. Die
ganze Arbeit ſpielt ſich nach den Berichten engliſcher
Blät=
ter in vollkommener Finſternis ab; es iſt ſo dunkel, das
die Taucher eine Handbreit vor ihrem Kupferhelm keinen
Gegenſtand mehr unterſcheiden können. Sie ſind
voll=
kommen auf ihren Taſtſinn angewieſen. Vor Beginn
der Arbeiten haben ſie auch tagelang die Baupläne des
untergegangenen Schiffes ſtudieren müſſen. Das Wrack
iſt nach der Ausſage der Taucher infolge der
ungewöhn=
lichen Wucht des Seeganges in einem traurigen Zuſtand;
in den Kabinen und Sälen ſind durch die Waſſerſtöße die
Gerätſchaften von Boden und Wänden gelöſt, und alles,
was von Holz iſt, Stühle, Tiſche uſw., ſchwimmen frei
ſim Inneren des Schiffsrumpfes umher. — Sobald die
fübrigen Gold= und Silberſchätze geborgen ſind, wird
man das Wrack der „Ozeana” mit Dynamit in die Luft
ſprengen, um damit das Hindernis endgültig aus der
Schiffahrtsſtraße zu beſeitigen.
Wegen eines Rieſenhutes relegiert. Aus New=
York wird berichtet: Ein ſenſationeller Prozeß, in dem die
Univerſität Chicago und ihr Dekan wegen verleumderiſcher
Beleidigung verklagt waren, hat jetzt in erſter Inſtanz mit
einer Verurteilung der Univerſität vorläufig ſeinen
Ab=
ſchluß gefunden. Die Urſache des Skandals, der in ganz
Amerika Aufſehen macht oder Heiterkeit erregt, iſt nichts
anderes als der koſtbare ſchöne Rieſenhut einer
jungen Studentin, Miß Eſtelle Mercy, die jetzt in
Verteidigung ihres guten Rufes als Klägerin vor die
Schranken des Gerichtes getreten iſt. Miß Mercy erſchien
eines Tages in einem prachtvollen Hute, den
Sachverſtän=
dige auf tauſend Mark ſchätzten, und in einer prächtigen
Geſellſchaftsrobe in den geheiligten Räumen der Alma
mater. Das machte großes Aufſehen, der Dekan begann
ſich um Miß Mercys Hut und Robe zu bekümmern, man
wollte wiſſen, woher die einfache junge Studenkin zu ſo
koſtbarer Kleidung käme; Miß Mercy erklärte, „ein Onkel”
habe ihr Hut und Robe geſchenkt, aber der ſittenſtrenge
Dekan war nicht ſo leicht zu überzeugen. Es wurde eine
hochnotpeinliche Unterſuchung eingeleitet, bei der ſich ergab,
daß Miß Mercy ihren koſtbaren Hut von einem geſchiedenen
Mann erhalten hatte, der nebenbei ihr Bräutigam war.
Die junge Dame wurde relegiert und die Folge war der
Prozeß gegen die Univerſität, bei dem Miß Mercy wegen
Verleumdung einen Schadenerſatz von 400000 Mark
ver=
langte. Die Verhandlung wurde mit beiſpielloſer
Leiden=
ſchaft geführt und der Dekan griff den ehemaligen Zögling
der Univerſität Chicago auf das Bitterſte an. Sie iſt eine
ge=
borene Kokette,” rief der Dekan entrüſtet und zu den Richtern
gewandt, fuhr er fort: „Sie hat ja ſogar mit Ihnen geflirtet,
vom Anbeginn des Prozeſſes hat ſie Ihnen Augen
zuge=
worfen, Sie wiſſen das ganz genau.” Aber auch Miß
Mercy war übernervös, und als dieſe vernichtende Anklage
in den Saal geſchleudert wurde, neigte ſie ſich bebend zu
ihrem Anwalt und flüſterte troſtlos: „Wir haben verloren.”
Der Anwalt nickte: „Es ſieht ſchlimm aus.” Aber dann
kam die große Ueberraſchung. Die Jury zog ſich zurück
und blieb nicht weniger als ſechs Stunden lang unſichtbar;
im Beratungsſaal ſollen die heißeſten Redeſchlachten
ge=
ſchlagen worden ſein. Als endlich die Richter wieder im
Saale erſchienen, wurde unter geſpannter Erwartung das
Urteil verkündet: die Univerſität Chicago wird zur
Zahl=
ung von 10000 Mark verurteilt. Die hübſche Klägerin
konnte vor Freude nicht länger an ſich halten, ſie ſprang
auf, nahm den ſchönen Hut, der als Beweisſtück feierlich
auf einem Tiſche prangte, warf ihn jubelnd in die Luft
und äußerte ſpäter zu einem Interviewer: „Ich bin
ge=
rächt, mein Ruf iſt von jedem Verdacht gereinigt.‟ Der
Dekan aber hat ſofort im Namen der Univerſität Reviſion
eingelegt und ſo werden die Amerikaner bald eine neue
Auflage dieſes Prozeſſes erleben, nur daß dann Miß Merey
vorausſichtlich bereits als glückliche Gattin des Mannes
er=
ſcheinen wird, der durch ſein üppiges Geſchenk die Alma
mater von Chicago ſo tief empört hatte.
* Aprilſcherz oder Myſtifikation? Die Berliner
Mor=
genpoſt meldet aus Paris: Das Paris Journal
veröffent=
licht die ausführliche Inhaltsangabe eines angeblich von
Kaiſer Wilhelm verfaßten, am Potsdamer Königlichen
Theater in Vorbereitung befindlichen Theaterſtückes „Die
Familie‟ Der Dreiakter ſoll für die väterliche Autorität
in der Familie eintreten, eine Theorie der europäiſchen
Politik, ſowie die Empfehlung des
Schiedsgerichtsgedän=
kens enthalten und dem ſozialen Frieden innerhalb eines
Volkes, das auf gegenſeitige und gerechte Konzeſſionen und
auf Vaterlandsliebe zurückſehen müſſe, das Wort reden.
Die Morgenpoſt überſchreibt ihren Artikel „Aprilſcherz oder
Myſtifikation” meint aber am Schluß, daß Ausländer
viel=
fach über das Denken und Handeln des Kaiſers beſſer
in=
formiert geweſen ſind, als ſeine eigenen Landsleute.
* Die Erbſchaft des Affenpinſchers. Im Figaro lieſt
man: Frau Bela Czabo, eine Ungarin, die vor einigen
Jahren in Paris lebte, und die durch die ſeltenen kleinen
Hündchen, von welchen ſie ſtändig begleitet war, eine Art
Berühmtheit erlangt hatte, iſt vor kurzem geſtorben und
hat ihrem Lieblingsaffenpinſcher 10000 Francs Rente, ihr
Haus, ihre Pferde und ihren Wagen hinterlaſſen. Dieſe
Erbſchaft dürfte für den Pinſcher, der bisher in ſtiller
Be=
ſchaulichkeit ein glückliches Leben führte, den Anfang großen
Mißgeſchicks bedeuten, da die natürlichen Erben beſchloſſen
haben, das blödſinnige Teſtament der Frau Bela Czabo
anzufechten. Es ſteht alſo ein amüſanter Prozeß in
Aus=
ſicht, und man darf neugierig ſein, welchen Advokaten der
Affenpinſcher mit der Vertretung ſeiner Intereſſen betrauen
wird.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
Nummer 85.
Iunsbruck, 10. April. Hier werden ſeu fitegreren
Tagen drei Skifahrer vermißt. Man
befürch=
tet, daß ſie im Schneeſturm umgekommen ſind.
Bern, 10. April. In Vevey wurde ein gewiſſer
Silberſtein alias Boris Mochelwitzſch, der frühere
Direktor der Unionbank in Lebedin, Gouvernement
Char=
kow, wegen Betrug und Unterſchlagung in Höhe von einer
halben Million verhaftet.
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Aus dem Geſchäftsleben.
Die Kultur des Körpers galt ſchon im Altertum für
das größte Sozialproblem. Alle Theſen, die die Kultur
des Körpers zu einer allgemeinverſtändlichen Lehre
er=
hebt, finden Anfang und Ende in dem Gebot: Sei
peinlich ſauber! Waſche und bade dich täglich, warm
oder kalt, ſo wie es deinem Behagen dienlich iſt, aber
waſche dich ſtets mit einer milden, neutralen Seife, die
womöglich wie die mediziniſche Steckenpferd=
Lilienmilchſeife durch ihren Zuſatz von Borax
heilend auf alle Hautunreinigkeiten wirkt. Schuppen,
Schweiß, Fett und Schmutz müſſen ſich durch Seife und
Waſſer löſen, damit die Poren offen ſind, die Haut
atmen kann und bald wird eine ſammetweiche roſige
Haut, ein Gefühl der Kräftigung, der wachſenden
Energie dir verraten, wie viel Geſundung man dem
täglichen Bad verdankt!
Das teure Rindfleiſch, das man bisher zur Bouillon
auskochte, verwende man lieber zum Braten und als
Saucenfleiſch, denn gute Fleiſchbrühe kann man heute
ohne Fleiſch — bequemer und billiger — aus Maggis
Bouillon=Würfeln bereiten. Sie ſind mit beſtem
Fleiſchextrakt hergeſtellt, enthalten auch die nötigen
Ge=
müſeauszüge, Kochſalz und Gewürz, und geben — nur
durch Uebergießen mit kochendem Waſſer —
augenblick=
lich delikate, gebrauchsfertige Fleiſchbrühe, zu
Trink=
oder Kochzwecken. Ein Verſuch führt zu dauernder
Verwendung.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Heute morgen entſchlief ſanft nach langem,
mit großer Geduld ertragenem Leiden mein
lieber Gatte, unſer treubeſorgter Vater, Bruder,
Schwager und Onkel
(8750
Philipp Grünewald
Gärtner
im Alter von 61 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Katharina Grünewald, geb. Wittmann,
Philipp Grünewald,
Rudolf Grünewald,
Martha Grünewald.
Darmſtadt, den 10. April 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 12. April,
nachm. 4 Uhr, vom Sterbehauſe
Heidelberger=
ſtraße 106 aus, auf dem Beſſunger
Fried=
hofe ſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Es hat Gott gefallen, meinen geliebten
Gatten, unſeren Vater und Onkel
(8678
Herrn Polizeiwachtmeister
Paul Peter
nach langem, ſchwerem Leiden heute
nachmit=
tag ½2 Uhr zu ſich zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Derothea Peter,
Luise Peter,
August Kühn.
Darmſtadt, den 9. April 1912.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den
11. April, nachmittags ¾4 Uhr, vom
Fried=
hof aus, ſtatt.
(Man bittet von Kondolenzbeſuchen abzuſehen.)
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds und Feldzugskameraden
Herrn Paul Peter, Polizeiwachtmeiſter, findet
am Donnerstag, den 11. April, nachmittags
¾4 Uhr, vom Darmſtädter Friedhof aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Schupp
bis Zöller, ſowie des 6. Bezirks, ſich dort zu
(8684
verſammeln.
Der Vorstand.
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Todes-Anzeige.
Heute früh verſchied mein lieber Gatte, unſer
treuer Vater, Sohn, Bruder, Schwager und
Onkel
(8768
Friedrich Zimmermann
im 46. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margarethe Zimmermann, geb. Winter,
und Kinder.
Darmſtadt, den 10. April 1912.
Schützenſtraße 8.
Die Beerdigung findet Freitag, den 12. April,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des ſtädtiſchen
Friedhofes aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach langem, ſchwerem
Leiden meine liebe Frau, unſere gute Mutter
Anna Katharmna schmlat
geb. Bröckel.
Darmſtadt, den 10. April 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
H. Schmidt,
Oberverwalter i. P.
Auf Wunſch der Verſtorbenen findet die
Be=
erdigung in aller Stille ſtatt.
Blumenſpenden und Kondolenzbeſuche dankend
verbeten.
(8737
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden und der Beerdigung unſeres
lieben Gatten, Vaters, Bruders, Schwagers und
Onkels
(8754
a
Herth Teter vetter
ſprechen wir hiermit Allen unſeren herzlichſten
Dank aus. Insbeſondere danken wir für die ſo
troſtreiche Grabrede des Herrn Pfarraſſiſtenten
Müller, für die zahlreichen Blumenſpenden, dem
Odenwaldverein für die Niederlegung ſeines
Kranzes, dem Quartett der Kapelle Hauske für
die ergreifende Grabmuſik, ſowie der Firma
Brauerei Fay für den ſo ehrenvollen Nachruf.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 6 Uhr (Außer Abonnement)s
„Siegfried‟.
Orpheum, Anfang 8¼ Uhr: Gaſtſviel des Oberbayer.
Bauerntheaters („Die Kreuzelſchreiber”).
Saalbautheater, Anf. 8 Uhr: „Polniſche Wirtſchaft”.
Vortrag für Frauen von Rektor Trappmann um
8½ Uhr im „Kaiſerſaal”.
Hauptverſammlung des Gartenbauvereins um
8 Uhr im „Fürſtenſaal”.
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und Reſtaurant
„Metropol” um 8 Uhr.
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im „Kaiſerſaal” (geöffnet von 9—8 Uhr).
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
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Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
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2. Maſchinen=Nähen und Wäſchezuſchneiden; 3. Schneidern; 4.
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kurſus; 5. Bügeln: viermonatlicher Kurs und einmonatlicher Kurs;
6. Flicken; 7. Weißſticken und Stopfen; 8. Buntſticken; 9.
Freihand=
zeichnen; 10. Spitzenklöppeln; 11. Spindelgipüre; 12. Holzbrand und
Schnitzen. — Kochen und Einmachkurſus.
Anmeldungen werden Samstag, den 13. April, vormittags von
10—12 Uhr, im Vorſtandszimmer der Alice=Schule, Friedrichſtraße 4,
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entgegengenommen.
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gemeinſame Vorſchule des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums und des
Neuen Gymnaſiums nimmt der Unterzeichnete, ſoweit ſie nicht ſchon
erfolgt ſind, noch Samstag, den 13. April von 9—12 Uhr im
Direktorzimmer des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums (Karlſtraße 2),
entgegen; dabei ſind Geburtsſchein, Impfſchein und gegebenenfalls
Abgangszeugnis der bisher beſuchten Schule vorzulegen. — Wenn
die Eltern ſchriftliche Anmeldung vorziehen, erbitten wir ſie bis
zum 10. April.
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Ibel & Lotz, G. m. b. H.
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Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (1198a)
Bekanntmachung.
Nachſtehende Bekanntmachung Großh. Miniſteriums des Innern betreffend
die Erhebung von Deckgeld für Bedecken von Stuten, vom 29. v. Mts. bringen
wir hierdurch zur Kenntnis der Intereſſenten.
Die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden werden angewieſen,
den Inhalt der Bekanntmachung in ihren Gemeinden wiederholt ortsüblich zu
veröffentlichen.
Darmſtadt, den 2. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart,
Bekanntmachung,
betreffend die Erhebung von Deckgeld für Bedecken von Stuten.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß von Beginn der
Deck=
periode 1912 ab das Deckgeld für Bedecken von Stuten durch Hengſte des Landgeſtüts
auf 20 Mk. für jede Stute erhöht worden iſt.
Die heſſiſchen Stutenbeſitzer haben nach Schluß der Deckperiode nur die Hälfte
dieſes Betrages, alſo 10 Mk. auf Anfordern zu bezahlen, die andere Hälte wird ihnen
geſtundet bis zum Ablauf des Rechnungsjahres. Wenn jedoch bis zum 15. Juni des
auf das Decken folgenden Jahres von dem Beſitzer nachgewieſen worden iſt, daß ſeine
während der vorigen Deckperiode gedeckte Stute ein lebendes Fohlen nicht geworfen
hat, ſo wird der Reſt des Deckgeldes erlaſſen.
Beim Verkauf einer gedeckten Stute nach einem Orte außerhalb Heſſens wird
die zweite Hälfte des Deckgeldes auch dann nicht erlaſſen, wenn die Stute ein Fohlen
nicht zur Welt gebracht hat. Für nicht heſſiſche Stutenbeſitzer findet weder eine
(8731
Stundung, noch ein Erlaß des Deckgeldes ſtatt.
Das nach unſerer Bekanntmachung vom 6. Februar 1906 (Reg.=Bl. Nr. 5 von 1906)
ſeither feſtgeſetzte, von den heſſiſchen Stutenbeſitzern zu zahlende, Trinkgeld für den
Landgeſtütsdiener von 1 Mk. wird mit der erſten Hälfte des Deckgeldes erhoben,
während das den nicht heſſiſchen Stutenbeſitzern mit 2 Mk. zur Laſt fallende
Trink=
geld wie bisher mit dem Deckgeld an die Landgeſtütsdiener zu entrichten iſt.
Darmſtadt, den 29. März 1912.
Großherzogliches Miniſterium des Innern.
Kratz.
J. V.: Hölzinger.
Bekaunkmachung.
Der Phyſikaliſche Verein zu Frankfurt a M. veranſtaltet auch in dieſem Jahre
an der Elektrotechniſchen Lehranſtalt einen Kurſus über Anlage und Prüfung von
Blitzableitern, der namentlich dazu dienen ſoll, die beteiligten Beamten und
Berufs=
kreiſe mit den dafür maßgebenden Geſichtspunkten vertraut zu machen.
Der Unterricht findet in der Woche vom 15. bis 20. April d. J. täglich
vor=
mittags von 10 bis 12 und nachmittags von 3 bis 5 Uhr ſtatt.
Die Gebühr für die Teilnahme beträgt 30 Mark.
Intereſſenten, welche an dem Kurſus teilzunehmen beabſichtigen, empfehlen wir,
ſich alsbald bei dem Vorſtand des Phyſikaliſchen Vereins zu Frankfurt a. M.
anzu=
melden.
Darmſtadt, den 5. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(8687
Fey.
Bekanntmachung.
Der heſſiſche Reiterverein beabſichtigt am Sonntag, den 14. April d. J.,
nachmittags 3 Uhr, ſein diesjähriges Frühjahrsrennen auf dem Griesheimer
Truppenübungsplatz abzuhalten.
Wir bringen zur Kenntnis der Zuſchauer, daß den Anordnungen der mit dem
Sicherheitsdienſt betrauten Gendarmen und Militärperſonen Folge geleiſtet werden
muß, daß ferner die Warnungs= und Bahnzeichen, Abſperrungen von Wegen und
dergl. beachtet werden müſſen, ſowie daß das Betreten des Griesheimer
Truppen=
übungsplatzes Unbefugten nicht geſtattet iſt.
Bei der An= und Abfahrt muß rechts gefahren und Reihe gehalten
werden, damit Verkehrsſtörungen und Unglücksfälle vermieden werden.
Darmſtadt, den 4. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(8680ds
Fey.
Bekanntmachung.
Am 15. März d. J. iſt die auf Grund des Geſetzes vom 8. Juli 1911 (Reg.=Blatt
1911 S. 246, 247 erlaſſene Verordnung über den Arbeiterſchutz und die Unfallverhütung
bei Hoch= und Tiekbauten (Reg=Blatt 1912 S. 30ff) in Kraft getreten.
Den Unternehmern und Arbeitern des Hoch= und Tiefbaugewerbes und der
ver=
wandten Gewerbe, ſowie den Bauherrn wird empfohlen, ſich mit den Beſtimmungen
des Geſetzes und der Verordnung bekannt zu machen.
Insbeſondere verweiſen wir auf folgende Beſtimmungen:
1. Bei Hochbauten gelten die ieweils erlaſſenen Unfallverhütungsvorſchriften der
Heſſen=Naſſauiſchen Baugewerksberufsgenoſſenſchaft bei Tiefbauten diejenigen der
Tief=
bau=Berufsgenoſſenſchaft, außerdem für etwäige Nebenbetriebe die
Unfallverhütungs=
vorſchriften der in Betracht kommenden weiteren Berufsgenoſſenſchaften als polizeiliche
Beſtimmungen im Sinne des § 1 des Geſetzes vom 8. Juli 1911. Die Verletzung dieſer
Vorſchriften zieht daher für Mitglieder der Berufsgenoſſenſchaft in Zukunft nicht nur
die von der Verufsgenoſſenſchaft feſtzuſetzenden Straffolgen nach ſich (vergl. § 112 Abſ. 1.
Ziſſerl, 116Gewerbe= Unfallgeſetzes: 340Bau=Unfallverſicherungsgeſetz demnächſt§ 948 f.
870 Reichsverſicherungsordnung), ſondern auch die Strafe des Geſetzes vom 8. Juli 1911.
(Geldſtrafe bis 300 M., im Unvermögensfalle Haft, ſoweit nicht eine ſchwerere Strafe
auf Grund der Gewerbeordnung oder der allgemeinen Strafgeſetze verwirkt iſt)
2. Verantwortlich für die Beobachtung der Vorſchriften ſind neben dem
Gewerbe=
treibenden in dem im § 151 Gewerbeordnung näher bezeichneten Umfang auch dieienigen
Perſonen, welche der Gewerbetreibende mit der Leitung des Betriebs oder der
Be=
aufſichtigung desſelben betraut hat, ferner auch Bauherrn und Geſamtunternehmer, die
keine getverbmäßigen Unternehmer ſind.
3. Die Vorſchriften der Verordnung dienen hauptſächlich dem Schutz der Geſundheit
und Sittlichkeit der Arbeiter: ſie beziehen ſich auf Beſchaffenheit der Baubuden, der
Aborte, Staubverhütung, Schutz gegen die Witterung beiRohbauten, Genuß von Alkohol
Trinkwaſſer.
4. Der Unternehmer hat dafür zu ſorgen, daß mindeſtens ein Abdruck der
Ver=
ordnung vom 15. Februar 1912 auf jeder Bauſtelle ausgehängt iſt, und daß jeder neu
eintretende Arbeiter auf dieſen Ausbang beſonders hingewieſen wird. Er hat außerdem
den Tag, an dem mit der Bauausführung oder der Aufſtellung eines größeren
Ge=
rüſtes begonnen werden ſoll, ſpäteſtens drei Tage zuvor bei dem Kreisamt, in der
Stadt Darmſtadt bei der Bürgermeiſterei ſchriftlich oder zu Protokoll anzuzeigen. Die
Anzeigen können durch Vermittelung der Ortspolizeibehörden, Polizeiamt in Darmſtadt,
Bürgermeiſterei in den Landgemeinden, erſtattet werden. Bei geringfügigen
Bau=
ausführungen wie kleineren Schuppen, Buden, Anlage von kleineren Abort= und
Sammel=
gruben, Grenzmauern, Einfriedigungen, Zäunen und dergleichen, bedarf es einer
An=
zeige vor Baubeginn nicht.
5. Die örtliche Aufſicht auf den Bauſtellen liegt (unbeſchadet der den
Gewerbe=
aufſichtsbeamten und den Aufſichtsbeamten der Berufsgenoſſenſchaften zuſtehenden
Befugniſſen) den mit der örtlichen Baupolizei betrauten Beamten (d. i. in den
Land=
gemeinden den Kreisſtraßenmeiſtern, in der Stadt Darmſtadt den ſtädtiſchen
Bau=
kontrolleuren) ob. Ihren Anordnungen iſt Folge zu leiſten. Im Weigerungsfalle
kann das Erforderliche durch das Kreisamt oder die Bürgermeiſterei Darmſtadt im
Wege polizeilichen Zwangs angeordnet werden. Auch kann bis zur Herſtellung des der
polizeilichen Vorſchrift oder Verfügung entſprechenden Zuſtands die Einſtellung der
Bauarbeiten, ſoweit ſie durch die Verfügung betroffen werden, angeordnet werden, falls
deren Fortſetzung erhebliche Gefahren oder Nachteile herbeizuführen geignet ſein würde
Darmſtadt, den 3. April 1912,
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
8422
J. V.: Dr. Reinhart.
Die bei Berechnung der Lieſerungen für die Armee zugrunde zu legenden
Durch=
ſchnittspreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat März 1912 für Hafer 22 Mk.,
(8681
für Heu 11 Mk., für Stroh 6 Mark. pro 100 Kilo betragen.
Sophie Pfaff von Darmſtadt und Eliſabethe Traſer von Arheilgen wurden
(8682
am 2. April 1912 als Hebammen verpflichtet.
Philipp Neubert 1. zu Ober=Ramſtadt wurde als Feldſchütz für die Gemarkung
(5733
Ober=Ramſtadt verpflichte:
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Bekanntmachung der Großh. Hauptſteuerämter Darmſtadt und
Offenbach vom 21. April 1903 bringen wir hiermit zur Kenntnis der Beteiligten.
Darmſtadt, den 4. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die im Regierungsblatt Nr. 34 von 1901 erſchienene Bekanntmachung der Großh.
Miniſterien des Innern und der Finanzen bringen wir mit dem Anfügen zur Kenntnis
der Beteiligten, daß Zuwiderhandlungen gegen die nachſtehenden Beſtimmungen, ſofern
nicht die Strafe der Defraudation verwirkt iſt, nach § 43e Abſatz 2 des Geſetzes betr.
die Beſteuerung des Branntweins vom 24. Juni 1987 bezw. vom 7. Juli 1902 mit einer
Geldſtrafe bis zu Einhundertfünfzig Mark oder mit Haft beſtraft werden.
Gleichzeitig wird bekannt gemacht, daß durch den Bundesratsbeſchluß vom
18. September 1902 an Stelle der Worte in Ziffer 3 und 5a der nachſtehenden
Beſtimmungen, „deſſen Stärke weniger als 80 Gewichtsprozent beträgt” die Worte zu
ſetzen ſind: „in welchem das Alkoholometer eine Stärke von weniger als 80
Gewichts=
prozent anzeigt” und an Stelle der Worte in Ziffer 4 und 5b „und Geruch” die Worte:
„Geruch oder Farbei zu ſetzen ſind.
Darmſtadt und Offenbach, den 21. April 1903.
Großh. Hauptſteneramt Darmſtadt. Großh. Hauptſteneramt Offenbach.
Dr. Heil.
Dr. Würth.
Bekanntmachung.
Nachdem an den durch Bekanntmachung vom 18. März 1896 (Reg.=Blatt Seite 31)
veröffentlichten „,Beſtimmungen über den Handel mit denaturiertem Branntwein” infolge
der vom Bundesrat erlaſſenen endgültigen Branntweinſteuer=
Ausführungsbeſtim=
mungen einige Aenderungen eingetreten ſind, wird der nunmehr gültige Wortlaut dieſer
Beſtimmungen nachſtehend mit dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß
als Hebeſtellen, bei welchen der Handel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein
anzumelden iſt, nur die Hauptſteuerämter und Steuerämter in Betracht kommen.
Darmſtadt, den 1. April 1901.
Großherzogliches Miniſterinm
Großherzogliches Miniſterium
der Einanzen.
des Innern.
gez.: Gnauth.
gez.: Rothe.
gez.: Ueberle,
Beſtimmungen
über den Handel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein.
1. Auf den Handel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein findet § 23 der
Gewerbeordnung keine Anwendung.
2. Wer mit vollſtändig denaturiertem Branntwein handeln will, hat dies vor
Eröffnung des Handels der Hebeſtelle und der Ortspolizeibehörde unter Bezeichnung
der Verkaufsſtelle anzumelden. Die Hebeſtelle trägt die Anmeldung in ein Verzeichnis
ein und erteilt über die Anmeldung eine Beſcheinigung, ohne welche mit dem Handel
nicht begonnen werden darf. Die Beſcheinigung iſt in der Verkaufsſtelle aufzubewahren
und den Beamten auf Verlangen vorzuzeigen. Liegen Thatſachen vor, welche die
Unzu=
verläſigkeit des Gewerbetreibenden in bezug auf den Handel mit denaturiertem
Brannt=
wein wahrſcheinlich machen, ſo hat die Hebeſtelle vor Erteilung der Beſcheinigung an
das Hauplamt zu berichten.
3. Denaturierter Branntwein, deſſen Stärke weniger als 80 Gewichtsprozent
be=
trägt, oder der in unerlaubter Weiſe (Ziffer 4) behandelt iſt, darf nicht verkauft oder
feilgehalten werden.
4. Es iſt verboten, aus denaturiertem Branntwein das Denaturierungsmittel
ganz oder teilweiſe auszuſcheiden oder dem denaturierten Branntwein Stoffe
beizu=
fügen, durch welche die Wirkſamkeit des Denaturierungsmittels in Bezug auf Geſchmack
und Geruch vermindert wird.
5. In den Verkaufsräumen iſt an einer in die Augen fallenden Stelle und in
deutlicher Druckſchrift eine Bekanntmachung auszuhängen, wonach es verboten iſt:
a) denaturierten Branntwein, deſſen Stärke weniger als 80 Gewichtsprozent
be=
trägt, zu verkaufen oder feilzuhalten:
b) aus denaturiertem Branntwein das Denaturierungsmittel ganz oder teilweiſe
auszuſcheiden oder dem denaturierten Branntwein Stoffe beizufügen, durch
weiche die Wirkſamkeit des Denaturierungsmittels in Bezug auf Geſchmack und
Geruch vermindert wird, oder ſolchen Branntwein zu verkaufen oder feilzuhalten.
6. Das Hauptamt kann die Erteilung der Beſcheinigung verſagen oder die
Fort=
ſetzung des Handels mit denaturiertem Branntwein unterſagen, wenn Tatſachen
vor=
liegen, welche die Unzuverläſſigkeit des Gewerbetreibenden in Bezug auf dieſen
Gewerbe=
betrieb wahrſcheinlich machen. Von der Entſcheidung iſt der Ortspolizeibehörde
Mit=
teilung zu machen.
7. Die Beamten der Steuerverwaltung ſind befugt die Gewerbe= und
Geſchäfts=
räume, in denen die Lagerung, die Verwendung oder der Verkauf denaturierten
Brannt=
weins ſtattfindet, während des Betriebs oder der Offenhaltung des Geſchäfts zu jeder
Zeit, ſonſt von morgens 6 bis abends 9 Uhr, zu betreten, die Vorräte an denaturiertem
und undenaturiertem Branntwein zu revidieren und Proben davon zu entnehmen. Auf
Verlangen iſt dem Beſitzer für entnommene Probe Entſchädigung in Höhe des üblichen
Kaufpreiſes zu leiſten.
8. Die Beteiligten ſind verpflichtet, auf Anfordern den Beſtand an denaturiertem
und undenaturiertem Branntwein, ſowie an Denaturierungsmitteln anzugeben und
vor=
zuzeigen, ſowie den Steuerbeamien über den Gewerbs= oder Geſchäftsbetrieb Auskunſt
zu erteilen. Die Oberbeamten der Steuerverwaltung ſind berechtigt, die Einkaufs=,
Lager=, Fabrikations= und Verkaufsbücher während der Geſchäftsſtunden einzuſehen.
9. Die in Ziffer 7 bezeichneten Befugniſſe ſtehen für den Handel mit vollſtändig
(8698
denaturiertem Branntwein auch den Beamten der Polizeiverwaltung zu.
Bekanntmachung.
Einſtellung von Dreijährig=Freiwilligen.
Die Minenabteilung in Cuxhaven ſtellt im Oktober 1912 dreijährig=
frei=
willige Minenmatroſen und Minenheizer ein, und zwar:
a) als Minenmatroſen
Seeleute, See= und Flußſchiffer, Fiſcher, Handwerker und andere Berufe,
b) als Minenheizer
Maſchiniſten und Heizer, Maſchinenbauer, Keſſelſchmiede, Kupferſchmiede,
Elektro=
techniker, Mechaniker und ähnliche Verufe. Dreijährige Zivillehrzeit und Beſtehen
einer Prüfung (Deutſch, Rechnen, Zeichnen) gibt die Möglichkeit zur Kapitulation für
die Minenmaſchiniſtenlaufbahn
Junge Leute die beabſichtigen, als Freiwillige einzutreten, müſſen ein Geſuch
mit einem ſelbſtgeſchriebenen Lebenslauf ihren Zeugniſſen und einem vom
unterzeich=
neten Zivilvorſitzenden zu erbittenden Meldeſchein zum freiwilligen Eintritt baldigſt
an das Kommando der Minenabteilung in Euxhaven einſenden. Die ärztliche
Unter=
ſuchung wird dann durch das Bezirkskommando veranlaßt.
Bekanntmachung.
Unter Bezugnahme auf die vorſtehende Bekanntmachung, betreffend: Einſtellung
von Dreijährig=Freiwilligen für die Minen=Abteilung in Cuxhaven, bringe ich zur
Kenntnis, derienigen, welche die Abſicht haben, lich zum Dienſteintritt melden zu
wollen, daß die Erteilung des Meldeſcheins abhängig iſt von Erbringung:
1. eines Geburtsſcheins,
2. einer ſchriftlichen und beglanbigten Einwilligung des Vaters,
3. einer Beſcheinigung, daß der ſich Meldende durch Zivil=Verhältniſſe nicht
gebunden iſt,
4. eines Leumundszeugniſſes.
Die Beſcheinigung zu 1 wird durch das zuſtändige Standesamt erteilt, die zu 2
erforderliche Beglaubigung und die Beſcheinigung zu 3 erfolgt in der Regel durch die
Bürgermeiſterei des Wohnſitzes. Für die in der Stadt Darmſtadt wohnhaften Leute
wird das Leumundszeugnis (Ziffer 4) durch das Großh. Polizeiamt Darmſtadt aus=
(8658
gefertigt. Sämtliche Beurkundungen ſind koſtenfrei.
Darmſtadt, den 6. April 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks
Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Nummer 42.
Amtsverkündigungsblätt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt. Donuerstag, den 11. April 1912.
Bekanntmachung.
Zur Leitung der am 27. April 1912 vorzunehmenden Wahlen der Mitglieder
zur Landwirtſchaftskammer und zu den Ausſchüſſen der Landwirtſchaftskammer für
die Provinzen ſind auf Grund des § 24 der Wahlordnung für den
3. Wahlbezirk (Griesheim=Gernsheim)
Großh. Kreisamtmann Dr. Michel zu Darmſtadt
( frier
4. Wahlbezirk (Darmſtadt)
Großh. Kreisamtmann Regierungsrat Dr. Reinhart zu Darmſtadt
von Großh. Miniſterium des Innern als Wahlkommiſſäre ernannt worden.
Hiernach haben die Wahlvorſteher der einzelnen Vertrauensmännerkreiſe die
Wahlakten nach der Wahl an den in nachſtehender Tabelle in der letzten Spalte
Be=
zeichneten einzuſenden. Die Tabelle empfehlen wir Ihnen zu genauer Beachtung.
Darmſtadt, den 9. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
(8699
Wahlbezirk
Vertrauensmännerkreis
Gemeinden des
Namen der
Die Wahlakten ſind einzuſenden
Kreiſes Darmſtadt
Namen der zugebörigen
an
Nr.
Bezeichnung
Nr.
Wahlvorſteher
Stellvertreter
Gemeinden
Arheilgen 1
Gr. Bürgermeiſter
Gr. Beigeordneter
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Arheilgen . .
Darmſtadt
Peter Benz IV.
Georg Benz IX.
Darmſtadt, Kreisamt
Arheilgen 2
Landwirt Georg Benz XIV. Mühlenbeſitzer Appel
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt, Kreisamt
Schneppenhauſen und
Braunshardt .
Darmſtadt
Braunshardt
Gr. Bürgermeiſter Schmidt! Gr. Beigeordneter Wesp Gr. Bürgermſtr. zu Schneppenhauſen
Darmſtadt 1
BuchbindermeiſterLandw. Peter Karl Seibert Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt . .
Darmſtadt
Alwin Greſſer
Darmſtadt, Kreisamt
Darmſtadt 2
Weinhändler Karl Malzi Oekonom Martin Kaus
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt, Kreisamt
14 Eberſtadt 1 u. Nd.=Beerbach! Gr. Bürgermeiſter
Gr. Beigeordneter
Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Eberſtadt . .
Griesheim-Gernsheim
Wilhelm Schäfer
Ludwig Müller
Darmſtadt, Kreisamt
15
Eberſtadt 2
Peter Gußmann I.
Heinrich Krug 1.
Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Darmſtadt. Kreisamt
Eich —
Griesheim-Gernsheim 9 Eſchollbrücken und Eich Er Bürgermeiſter KochGr. Beigeordn. Rothermei Gr. Bürgermeiſter zu= Eſchollbrücken
Gr. Bürgermeiſter
Gr. Beigeordneter
Erzhauſen .
Darmſtadt
Erzhauſen
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Wannemacher
Georg Wilhelm Lotz
Darmſtadt, Kreisamt
Gr. Beigeordneter
Griesheim-Gernsheim 9 Eſchollbrücken und Eich Gr. Bürgermeiſter
Eſchollbrücken .
Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Friedrich Götz
Adam Krämer
Darmſtadt, Kreisamt
Gr. Bürgermeiſter
Geiſenhalen
Darmſtadt
Gräfenhauſen.
Wilhelm PetriGr. Beigeordn. Jakob Pons Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt, Kreisamt
112
Griesheim 1
Gr. Beigeordneter Feldmann Ludwig Wilhelm HöhlIII. Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Griesheim-Gernsheim
Griesheim .
Darmſtadt, Kreisamt
13
Griesheim 2
Gr. Bürgermeiſter Kunz
Georg Becker III.
Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Darmſtadt. Kreisamt
Gr. Beigeordneter
3Griesheim-Gernsheim
Hahn . . . .
Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
dahn
Gr. Bürgermeiſter Geibel
Philipp Merſchroth XIII.
Darmſtadt, Kreisamt
Wahlvorſteher Gr. Beigeordneten
Malchen .
3Griesheim-Gernsheim 10 Pfungſtadt 1 und Malchen Gr. Bürgermeiſter Walther Gr. Beigeordn. Steinmetz Geora Nungeßer IV zu Pfungſtadt.
Darmſtadt 10
Meſſel
Meſſel . . .
Gr. Bürgermeiſter Hickler Gr. Beigeordn. Heberer Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt, Kreisamt
Nieder=Beerbach . 3 Griesheim-Gernsheim 14 Eberſtadt 1 u. Nd.=Beerbach Gr. Bürgermeiſter Geibel Gr. Beigeordn. Stüber Gr. Bürgermeiſter Schäfer
zu Eberſtadt
Damnicdt
Nieder=Ramſtadt, Traiſa 1 Gr. Bürgermeiſter Appel Gr. Beigeordn. Bender Regierungsrat Dr. Reinhart,
113
Nieder=Ramſtadt.
und Waſchenbach
Darmſtadt, Kreisamt
14 Ober=Ramſtadt 1 mit Wilhelm Fritſch II.Wilhelm Simmermacher 1 Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt
Ober=Ramſtadt .
½ Dilshofen
Darmſtadt, Kreisamt
15 Ober=Ramſtadt 2
Gr. Bürgermeiſter Rückert Gr. Beigeordneter Heim Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt. Kreisamt
13 Nieder=Ramſtadt, Traiſa
Gr. BeigeordneterLandwirt Ludwig Wilhelm
Gr. Bürgermeiſter Appel
Darmſiaht
Wahendach
und Waſchenbach
Wembacher
Harniſchfeger
zu Nieder=Ramſtadt
10Pfungſtadt 1 und Malchen
Gr. Beigeordneter
Gemeinderat Chriſtian 1 Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Pfungſtadt . .
3 Griesheim-Gernsheim
Georg Nungeßer IV.
Steinmetz III.
Darmſtadt, Kreisamt
Pfungſtadt 2
Gr. Bürgermeiſter
11
Mühlenbeſitzer Ludwig Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Ludwig Lang, I.
Engel I.
Darmſtadt, Kreisamt
Roßdorf 1
III
Gr. Bürgermeiſter Lorenz Landwirt Johannes Karl Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt
Roßdorf . . .
Grünewalde
Darmſtadt, Kreisamt
Roßdorf 2
12
Gr. Beigeordneter Georg Landw. Konrad Gunkel II. Regierungsrat Dr. Reinhart,
Reinholz
Darmſtadt, Kreisamt
Schneppenhauſen und
Gr. Beigeordneter
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Damnſiadt
Sahnepanhauten
Gr. Bürgermeiſter Kunz
Braunshardt
Zimmermann
Darmſtadt, Kreisamt
Nieder=Ramſtadt, Traiſa
Gr. Bürgermeiſter Appel
Gr. BürgermeiſterGr. Beigeordn. Peter Brehn
113
Darmſiaht
Traiſa ..
und Waſchenbach
Philipp Walther
zu Nieder=Ramſtadt
Gr. Beigeordneter
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Weiterſtadt
Gr. Bürgermeiſter Becker
Darmſtadt
Welerſtadt.
Martin Meinhard II.
Darmſtadt, Kreisamt
Wixhauſen und
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darnſiadt
Gr. Bürgermeiſter Pfaff Gr. Beigeordneter Frey
8
Wixhauſen .
Sensfelderhof
Darmſtadt, Kreisamt
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahruna und Pflege in der Hofreite Beſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. 1 Hofhund, 1 Jagdhund, 1 Wolfshund
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag vormittags um
3729
20 Uhr. ſtatt.
Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus.
Montag, den 22. April 1912, von nachmittags 2 Uhr ab,
beginnt die Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhauſe,
Kirch=
ſtraße 9, dahier.
Es kommen zum Ausgebot:
Montag, den 22. April, von nachmittags 2 Uhr ab: Weißzeug
und Kleidungsſtücke;
Dienstag, den 23. April, von nachmittags 2 Uhr ab: Gold,
Silber, Brillanten, Uhren, Ringe;
Mittwoch, den 24. April, von vormittags 9 Uhr ab:
Photo=
graphiſche Apparate, Muſikwerke, Geigen, Zithern, Operngläſer,
Ferngläſer und Reißzeuge;
jan demſelben Tage, von nachmittags 2 Uhr ab: Weißzeug und
Kleidungsſtücke:
Donnerstag, den 25. April, von vormittags 9 Uhr ab:
Weiß=
zeug und Kleidungsſtücke;
an demſelben Tage, von nachmittags 2 Uhr ab: Fahrräder,
Näh=
maſchinen, Regulateure, Wanduhren, Weißzeug und
Kleidungs=
ſtücke:
Freitag, den 26. April, von vormittags 9 Uhr ab und von
nach=
mittags 2 Uhr ab: Gold, Silber, Uhren, Ringe, u. dergl.;
Die zur Verſteigerung heranzuziehenden Pfänder ſind folgende:
Nr. 1 bis einſchl. Nr. 2641 und Nr. 67795 bis einſchl. Nr. 100 000.
Die Verſteigerung findet gegen ſofortige Barzahlung ſtatt. Die
Auslöſung verfallener Pfänder hat bis längſtens Samstag, den
20. April 1912, vormittags 12 Uhr zu erfolgen.
Der ſofortige Wiederverſatz ausgelöſter, verfallener Pfänder
kann vom 18. April I. J. ab großen Andrangs wegen nicht
mehr ſtattfinden.
(8703a
Darmſtadt, den 9. April 1912.
Die ſtädtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul.
Verſteigerungs=Anzeige.
Donnerstag, den 11. d. Mts., nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale der Ludwigshalle, Obergaſſe dahier, vor=
(8738
ausſichtlich:
2 Landauer, ſowie verſchiedene Möbelſtücke.
Weckel, Eruſh. Gerichtevolzicſer.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 9. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Friedrich Ballé in
Offenbach a. M. und dem Jakob
Mohr in Darmſtadt, im
Grund=
buch hieſiger Gemarkung
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. am
III 110%10 198 Grab=
Die=
garten burger=
III 112 3723¾10 Hof= (ſtraße
reite Nr. 96,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K25112
verſteigert werden.
Darmſtadt, 18. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
(67440
Müller.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 9. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Philipp Adam
und dem Philipo Wilhelm Adam
zu Nieder=Modau, im Grundbuch
der Gemarkung Darmſtadt
zuge=
ſchriebenen Immobilien:
Flur Nr. am
29 1 1523 Acker rechts dem
Judenbrunnen,
29 4 2322 Hofreite (
Lager=
platz) daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K21/12
Darmſtadt, 25. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (B7438
Verkauf von
Matratzenſtreu.
Am Samstag, den 13. April,
wird die Matratzenſtreu einer
Eskadron auf dem Hofe der
Ka=
valleriekaſerne an der Holzhofallee
verſteigert. Der Verkauf beginnt
um 9 Uhr 30 Minuten vormit=
(8686
tags.
Leib=Dragoner=Regiment
Nr. 24.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 9. Mai I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die dem Philipp Maul V.
in Ernſthofen, im Grundbuch der
Gemarkung Darmſtadt
zugeſchrie=
benen Immobilien:
Flur Nr. am
II 1035/10 213 Hofreite
Beck=
ſtraße,
II 1035¾/10 65 Grabgarten
daſelbſt,
II 10353/100 65 Grabgarten
mit
Garten=
haus,
II 10350/100 41 Grasgarten
daſelbſt,
II 1035¾/100 37 Grasgarten
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(Ki8/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, 19. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V7439
Bekanntmachung.
Donnerstag, 25. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die der Witwe des Wendel
Barth, Marie, geb. Merkel, dahier,
und deren Kindern zugeſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. qm
Fuhr=
manns=
IV 365 ¾/10 199 Hofreite
und Pan=
IV 365/10 204 Hofreite,
kratius=
ſtraße
Nr. 26½,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K12111
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 22. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V8276
In dem Konkursverfahren
über das Vermögen des Johann
Friedrich Trautwein in Darmſtadt
beträgt bei der bevorſtehenden
Schlußverteilung die vorhandene
Maſſe Mk. 3394.32, während die zu
berückſichtigenden
nichtbevorrech=
tigten Forderungen Mk. 75 379.26
betragen.
(8688
Die Schlußrechnung, ſowie das
Schlußverzeichnis liegen auf der
Gerichtsſchreiberei des
Großher=
zoglichen Amtsgerichts DarmſtadtI
zur Einſicht ofen.
Darmſtadt, 6. April 1912.
Der Konkursverwalter:
Karl Dechert.
Stechritf.
Der Dragoner Wilhelm Karl
Robert Sauer der 3. Eskadron
Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23,
geboren am 23. Februar 1890 zu
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Naſe: gewöhnlich,
Mund: gewöhnlich,
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Um Verhaftung wird erſucht.
Darmſtadt, 9. April 1913.
Garde=Dragoner=Regiment Nr. 23.
gez.: von der Schulenburg,
Oberſt
und Regiments=Kommandeur.
Der Roggenankauf iſt beendet.
Der Ankauf von Stroh (
Fle=
gel= und Maſchinenſtroh) wird
(8694
fortgeſetzt.
Proviantamt Darmſtadt.
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Nummer 85.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
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Frei=
tag, den 19. April 1912, abends pünktlich 8½ Uhr, im
Fürstensaal, Grafenſtraße 20,
ſtattfindenden
Haupt-Versammlung
ergebenſt einzuladen.
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorſitzenden, Rechnungsablage, Bericht der
Rechnungsprüfer, Entlaſtung des Rechners.
Voranſchlag für 1912.
3. Wahl des. Vorſitzenden.
4. Ergänzungswahl des Vorſtandes. Aus demſelben ſcheiden
aus die Herren Rentner E. Becker, Rechfsanwalt Dr.
Hoff=
mann II., Kammerherr Freiherr von Oetinger, Architekt
Karl Schembs und Profeſſor Dr. Ing. Vetterlein. Die
vorſtehend genannten Herren ſind für das laufende Jahr
nicht wieder wählbar.
5. Beratung und Beſchlußfaſſung über die eingegangenen
An=
träge, (Letztere ſind 5 Tage vor der Verſammlung ſchriftlich
an den Vorſitzenden einzureichen).
6. Mitteilungen des Herrn Profeſſor Pützer über die Errichtun g
des Jubiläumsbrunnens des Verkehrsvereins und über den
neuen Hauptbahnhof.
Gäſte, auch Damen, ſind willkommen.
(8726
Der Vorstand.
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einfangen. Nachrichten unt. A 64
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Verloren
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Heidelbergerſtr., gold. ziehb.
Arm=
band. Bitte geg. gute Belohnung
abzugeben Waldſtr. 18, I. (*8865md
von Bensheim
Gold. Armhallu nach Zell am
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Siegfried
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Kgl. Bayer. Kammerſängers
Hein=
rich Knote vom Hoftheater in
München. „Lohengrin.”
Lo=
hengrin Hr. Knote. Gr. Preiſe.
Anfang 6½ Uhr. (Vgl. beſ. Anz.)
Die Hoftheaterhauptkaſſe iſt an
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
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Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
16)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Ich werde mit Aßmuſſen reden, Mutter, entgegnete
die junge Frau, den dunklen Kopf müde in die Hand
ſtützend, doch da iſt er ja ſchon ſelbſt.
Willkommen, lieber Freund, rief ſie einem langen,
ſchlanken Manne zu, der mit ſtillem Abendgruß in die
Halle trat und ſeine hellbraunen Augen forſchend auf
die Frauen richtete, zu denen er jetzt trat.
Die Mutter iſt unzufrieden mit mir und ich ſelber
bin ſo müde zum Sterben, klagte Helga, dem Freunde
des Hauſes, Einar Aßmuſſen, mit traurfgem Lächeln
die Hand reichend.
Sie müſſen nicht ſo mutlos ſein, Frau Helga, tröſtete
er mit weicher Stimme, dann trat er an das Ruhebett
des Knaben und blickte bewegt auf das runde
Kinder=
geſichtchen, das ſich jetzt, noch halb im Schlafe, zu einem
ſchelmiſchen Lächeln verzog.
Ich weiß wohl, wer gekommen iſt, kicherte der Kleine,
ſich mit beiden Fäuſten die Augen reibend, Onkel Einar
iſt da. Er hat mir ganz gewiß eine Zuckerdüte
mitge=
bracht, oder ſchöne Muſcheln und Steine?
Nein, heute nicht, mein Junge, ſagte Profeſſor
Aß=
muſſen, den kleinen Kerl, der ihm beide Arme
entgegen=
ſtreckte, auf die Füße ſtellend, heute hat der böſe Onkel
nicht daran gedacht, weil er ſo viel anderes zu denken
hatte. Aber morgen, mein Kleiner, da nehmen wir ein
Boot, und ich rudere dich hinaus auf das blaue Waſſer,
wenn die Mutter es erlaubt. Gelt, wird das ſchön?
Der Junge ſah mit ſeinen großen, blauen Kinder=
augen ernſthaft von einem zum anderen, dann legte er
die kleinen Hände energiſch auf den Rücken und meinte,
ſtolz den Lockenkopf hebend:
Ich weine noch lange nicht um eine Zuckerdüte. Mein
Papa, der bringt mir eine viel ſchönere aus Island mit,
der hat noch viel mehr Steine und Muſcheln als du, und
wenn er erſt kommt, kann ich alle Tage auf ſeinen Knien
reiten. Nicht wahr, Mama?
Ja, ganz gewiß, mein Junge. Jetzt aber bitte die
Gro, daß ſie dich zur Ruhe bringt, ich habe mit Onkel
Aßmuſſen zu reden.
Der Junge ſchob ſein weißes Händchen bereitwilligſt
in die dürre Hand der alten Frau. Dann aber lief er
noch einmal ſtürmiſch zu Frau Helga und ſchlang ſeine
runden Aermchen feſt um ihren Hals.
Weine doch nicht, flüſterte er ihr tröſtend zu. Du
wirſt doch nicht weinen um eine Zuckerdüte! Onkel
Einar kann mir ja alle Tage eine andere bringen, ich
weine ja auch nicht. Dann ging er auf Einar zu und
ſagte mit ernſten Augen und einer wahrhaft königlichen
Gebärde ihm das Händchen reichend:
Ich verzeihe dir, Onkel.
Der hob den Jungen hoch empor und drückte ihn feſt
an ſeine Bruſt.
Du lieber, ſüßer, kleiner Kerl, ſagte er innig. Na,
paß mal auf, wie ſich der Onkel beſſern wird. Du ſollſt
deine helle Freude an ihm haben.
Der kleine Orm nickte Einar ernſthaft zu. Noch
einmal winkte er mit der kleinen Hand zu Helga hinüber,
dann trippelte er an der Hand der Großmutter, deren
be=
kümmerte Augen Einar verſtändnisvoll grüßten, hinaus.
Einen Augenblick herrſchte tiefes Schweigen in der
weiten Halle.
Nur draußen brauſte der Wind, und die wilden
Waſſer donnerten hinab ins Meer.
Der Winter naht, klagte die junge Frau mit dunkler
Stimme, trotzdem noch geſtern Sommersglut auf den
Bergen lag. Aber wollen Sie denn nicht Platz nehmen,
lieber Freund? Gleich laſſe ich Licht bringen.
Nein, bitte nicht, Frau Helga. Die Nacht kommt ja
nicht an dieſem ewigen Tag. Wie ſilberner Schimmer
liegt es draußen Nacht für Nacht auf den Fjorden, und
ich ſinne oft und weiß nicht, wenn der Tag ſich von der
Nacht ſcheidet.
Sie ſollten in den taghellen Nächten ſchlafen!
Schlafen? Haben Sie nicht ſelber längſt aufgehört
zu ſchlafen, Frau Helga?
Eine leichte Röte ſtieg in das blaſſe Geſicht.
Ich habe lange mit Ihnen ſprechen wollen, beſter
Freund.
Und ich habe lange darauf gewartet, Frau Helga,
Jahr um Jahr.
Ein unruhiger, gequälter Ausdruck trat in das
etwas ſtarkknochige, energiſche Geſicht der jungen Frau,
als ſie jetzt langſam, auf einen von einem Bärenfell
über=
deckten Hocker gegenüber ihrem Armſeſſel deutend,
anhub:
Es iſt ſo ſchwer, anklagen zu müſſen, und ich hätte
gern geſchwiegen. Jetzt aber brauche ich Ihre Hilfe und
Ihren Rat, Einar Aßmuſſen. Wollen Sie mir helfen?
Sie wiſſen, daß ich mit Gut und Blut zu Ihnen
ſtehe.
Ich weiß es, Als Ingwald Anderſen vor drei
Jah=
ren auszog, um vielleicht nie wiederzukehren, da empfahl
er Weib und Kind Ihrem Schutze, Ihrer Güte. Er hatte
keinen anderen und keinen treueren Freund als Sie.
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laſſen, ſprach ſie langſam und feierlich.
Jetzt? wo der Winter naht? fragte Aßmuſſen erſchreckt.
Ja, jetzt, ſogleich. In dieſer Stunde iſt der Entſchluß
gereift.
Und was treibt Sie fort?
Ich weiß es nicht. Die Liebe oder der Haß. Aber ich
habe nicht Luſt, noch länger untätig wie ein bleiches
Jungfräulein am Wege zu warten, bis mir auf einmal ein
Brocken des Glücks in den Schoß fällt.
Und was wollen Sie beginnen, kam es wie in
ge=
heimer Angſt von ſeinen Lippen. Helga, Helga, ich warne
Sie, der Weg, den Sie gehen wollen, iſt ausſichtsios und
verderblich.
Wiſſen Sie das ſo genau? lächelte ſie herb. Sie
ken=
nen mich nicht, kennen auch Ingwald nicht, wenn Sie
meinen, daß er auch nur eine Minute zögern würde, mich
zu täuſchen, wenn ich ihn frage.
Sie wollen ihn aufſuchen? Sie wollen nach Island?
In das wilde, grauſige Land, wo unbekannte Gefahren
Ihrer lauern?
Auch er iſt dort im Eislande. Was könnte mich
Schlimmeres treffen als der Tod, den ich hier tagtäglich
erlebe? Nein, mein Entſchluß iſt gefaßt. Es ziemet einer
Norlandstochter nicht, hier untätig hinter dem Ofen zu
hocken, und zu warten, bis ſich ihr grauſames Schickſal
er=
füllt. Kühn, frei und ſtolz will ich ihm entgegen treten,
und keine Wimper ſoll zucken, wenn das Gefürchtete, das
Undenkbare wahr iſt, daß Ingwald mich und ſein Kind
vergeſſen, aufgehört hat, uns zu lieben.
Und wenn es doch geſchehen iſt, Frau Helga?
Die Stimme klang angſtvoll und gepreßt, als bange.
ſie vor der Entſcheidung,
(Fortſetzung=folgtl
Are Geſtnnge hiber ſich gewndeit, Einer
Ab=
muſſen. Ich klage Sie an. Sie haben den Freund
ver=
raten.
Das hagere Geſicht des Gelehrten wurde noch um
einen Schein bleicher.
Sie ſind hart, Frau Helga.
Nein, nur gerecht. Und dann, lieber Freund, möchte
ich klar ſehen. Wenn ich früher Ingwald Anderſen
tadelte, daß ſeine Sucht nach Abenteuern ſtärker ſei als
die Liebe zu Weib und Kind, dann ſuchten Sie ſtets ihn
zu entſchuldigen. Bis an die Grenzen der Möglichkeit
hinan ſuchten Sie nach Gründen, die Ingwald
ent=
laſteten. Die Zeit iſt anders geworden, denn jetzt, und
ſchmerzlich iſt es mir, es zu künden, jetzt, Einar
Aß=
muſſen, ſind Sie zum Ankläger geworden. Woher kam
die Wandlung? Wer brachte Ingwald um Ihre
Freund=
ſchaft? Wer machte Sie hart gegen den Mann, der doch
kein anderer geworden iſt und der gewiß Ihrer
Freund=
ſchaft wert iſt?
Die ſchmalen, aber energiſchen Hände des Profeſſors
zitterten merklich. Verwirrt ſtrich er ſich das ſchlichte,
dunkelblonde Haar aus der feuchten Stirn. Es war ihm
nicht möglich, dem Blick der Frau zu begegnen, die ſo
energiſch Aufklärung über eine Sache verlangte, die er
ſich ſelber gar nicht eingeſtehen mochte.
Wild grollend jagte draußen ein Wetter daher.
Lawinen donnerten zu Tal.
Sie kannten es beide, das wilde Schauſpiel, die in
der Halle ſich ſo ernſt beim Feuer gegenüber ſaßen, aber
es dünkte ſie, als müßten die Wellen heute ihr blühendes
Tal vernichten, als kämen die Waſſer, die unbändig über
die Talſtufen von den Fjelden herniederſtürzten, mit
ihrer taſeiden iwaſt den filen dof nüher und uüiher,
um Helgenaes zu verſchlingen.
Wollen Sie mir nicht Antwort geben, Einar
Aß=
muſſan?
Die Stimme der Frau war fremd und die grauen
Augen hatten einen grünen Schein.
Warum quälen Sie mich ſo, Frau Helga? Sie wiſſen
doch, daß ich freudig mein Leben hingeben würde, könnte
ich dadurch nur einen Sonnenſtrahl in Ihre Seele
zaubern.
Sie winkte abwehrend mit der Hand.
Worte ſind wohlfeil, Aßmuſſen. Taten verlange ich.
Nicht genug, daß Sie Ingwald grollen, auch mir
ent=
ziehen Sie Ihre Freundſchaft. Oder iſt es vielleicht
nicht wahr, daß Sie Helgenaes ſeit Monden meiden,
trotzdem Sie wiſſen, daß zwei einſame Frauen und
ein=
ungeduldiges Kind täglich nach dem Freunde
aus=
ſchauen, ob er noch immer nicht kommt, ihre dunkle Nacht
mit einem Lichtſtrahl zu erhellen.
Einar war haſtig aufgeſprungen. Seine ſchmale
Bruſt ging in haſtigen Atemzügen.
Sie martern mich, Frau Helga! Ich wäre ſo gern
gekommen, aber ich durfte nicht. Und jetzt ſagen Sie mir
alles, was Sie auf dem Herzen haben, denn ich ſehe es
Ihnen an, Sie haben einen Entſchluß gefaßt, einen
ern=
ſten, ſchwerwiegenden Entſchluß.
Helga, die noch immer in Ihrem Stuhl mit der hohen
Lehne verharrte, nickte, ohne ihn anzuſehen, vor ſich hin.
Das ſchwarze, weich herabfließende Kleid, das weit
auf dem Boden lag, hob ſich grell von dem weißen
Eis=
bärenfell ab, über welches die roten Flammen des
Kamins ihren gleißenden Schein warfen.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
Nummer 85.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.
Nummer 85.
en
Haematogen Marte, H-Ring
aus der Fahrik Adalf Hommel scaHanau.
Zuhszichendarrhalie Urngerien u. Kalanielwarengeschäftg.
HeFisuhe 12 Mke
Luftfahrt.
Vom Zuverläſſigkeiksflug am Oberrhein.
* Die Ausſchreibung für den zweiten
deut=
ſchen Zuverläſſigkeitsflug am Oberrhein, den die
Süd=
weſt=Gruppe des Deutſchen Luftfahrer=Verbandes im
Mai dieſes Jahres unter dem Protektorate des Prinzen
Heinrich veranſtaltet, liegt jetzt vor. Der Flug beginnt
am 12. Mai in Straßburg und führt in 7
Etappen=
fflügen nach Konſtanz am Bodenſee. Die einzelnen
Tagesleiſtungen ſind: 1. Tag: Sonntag, den 12. Mai,
ZZuverläſſigkeitsflug Straßburg-Metz (130 Kilometer).
2. Tag: Montag, den 13. Mai, Aufklärungs=Uebung
zwi=
iſchen Metz und Saarbrücken mit Landung in
Saar=
brücken. 3. Tag: Dienstag, den 14. Mai, Ruhetag.
4. Tag: Mittwoch, den 15. Mai, Zuverläſſigkeitsflug
Saarbrücken-Metz (zirka 130 Kilometer). 5. Tag:
Don=
nerstag, den 16. Mai (Himmelfahrt), Ruhetag. 6. Tag:
Freitag, den 17. Mai, Wettbewerb im ſchnellen Aufſtieg,
hmit Zwiſchenlandung in Darmſtadt. Abends nach 6 Uhr
gemeinſchaftlicher Flug aller Teilnehmer nach
Frank=
furt a. M. 7. Tag: Samstag, den 18. Mai, Ruhetag.
8. Tag: Sonntag, 19. Mai, Zuverläſſigkeitsflug
Frank=
furt a. M.-Karlsruhe (zirka 120 Kilometer). 9. Tag:
ſMontag, den 20. Mai, Zuverläſſigkeitsflug Karlsruhe-
Freiburg (zirka 120 Kilometer). 10. Tag: Dienstag, den
21. Mai, Ruhetag. 11. Tag: Mittwoch, den 22. Mai,
Zuverläſſigkeitsflug Freiburg-Konſtanz, mit
Schwarz=
fwaldüberquerung (zirka 105 Kilometer). Sämtliche
Preiſe ſind Ehrenpreiſe. Sie zerfallen in 1. einen Preis
tvom Prinzen Heinrich für die beſte Geſamtleiſtung,
12. Zuverläſſigkeitspreiſe, 3. Aufklärungspreiſe, 4. Preiſe
sfür ſchnelles Aufſteigen.
Zugelaſſen ſind in erſter Linie aktive deutſche
Offi=
zziere auf Flugzeugen der deutſchen Militärverwaltung,
ferner deutſche aktive Offiziere, mit Uniform
verabſchie=
dete Offiziere und Offiziere des Beurlaubtenſtandes auf
fremden Flugzeugen, und ſchließlich auch deutſche
Flug=
zzeug=Führer auf eigenen Flugzeugen. Die Flugzeuge
imüſſen in Deutſchland oder Oeſterreich=Ungarn hergeſtellt
ſein, doch ſind Motoren beliebiger Herkunft zugelaſſen.
Die Höchſtzahl der Teilnehmer iſt auf 18 feſtgeſetzt, die
Mitnahme eines Paſſagiers iſt vorgeſchrieben. Die
Paſſagiere müſſen auf den erſten 4 Etappen aktive
Offi=
ziere oder Offiziere des Beurlaubtenſtandes ſein. Die
Mitnahme eines Monteurs oder Mechanikers von Be=
ruf iſt nicht erlaubt. Jedem Flugzeug wird ein
Auto=
mobil zur Verfügung geſtellt, in welchem außer dem
Chauffeur ein Unparteiiſcher und 2 Monteure Platz
nehmen. Das Kriegsminiſterium hat die Beſtellung je
eines Flugzeuges nach dem Typ des von dem erſten
und zweiten Sieger benutzten Flugzeuges in
Erwäg=
ung gezogen, ſofern die Flugzeuge in allen Teilen,
einſchließlich der Motoren, deutſchen Urſprungs ſind und
den militäriſchen Anforderungen in jeder Beziehung
entſprechen. Die Südweſt=Gruppe des Deutſchen
Luft=
ſchiffer=Verbandes ſtellt ferner den Ankauf der zwei
ſiegenden Flugzeuge ſelbſt oder Maſchinen gleichen
Typs, ohne Rückſicht, ob der Motor deutſchen oder
fremden Urſprungs iſt, in Ausſicht.
sr. Einen internationalen Aeroplan=
Rundflug durch Amerika, für den ein
Preis=
fonds von 100000 Dollar bereit geſtellt werden ſoll, plant
der Amerikaniſche Aero=Klub im Auguſt über eine Strecke
von 1810 engliſche Meilen — zirka 2400 Kilometer.
Be=
rührt werden ſollen die Städte Chicago, Milwaukee,
Ohama, Canſas City, St. Louis, Indianapolis,
Cin=
cinnati, Cleveland, Toledo und Detroit. Zugelaſſen
werden Flugzeuge aller Nationen.
Sport.
* Pferderennen. Eröffnungsrennen zu
Grunewald. Monſeigneur=Rennen; 5700 Mark,
Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn W. Thiedes Germania I
(Jentzſch), 2. Cheops (Spear). Tot. 22:10. Zwei liefen.
Leicht 1 Lg. — Inveſtment=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz
1200 Meter: 1. Herrn Orbers Erfinder (M. Aylin),
2. Ex II (Sandmann), 3. Farneſe (O. Müller). Tot.
112:10, Pl. 20, 18, 13:10. Unpl.: Miölnir (4), Lyſander,
Cobden, Loge. Leicht 2½—1½ Lg. — Tartar=Handikap:
6200 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn F. Brädickows
Bürgermeiſter (Widgewood), 2. Blumenflor (H.
Teich=
mann), 3. Rejoice (Torke). Tot. 40:10, Pl. 15, 14, 18:10.
Unpl.: Frühwach (4), Sarolta, Allgeſchwind, King
Ba=
ſalt, Uhlenflucht, Burggraf, Sweet Flag. Sicher 1½
bis 3 Lg. — Künſtlerin=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1200
Meter: 1. Freiherrn Hans von Reiſchachs Die Letzte
(Shurgold), 2. Loretta (O. Müller), 3. Harzroſe (Jentzſch).
Tot. 33:10, Pl. 19, 41:10. Unpl.: Gallia. Sicher ½—¾4 Lg.
Sappho=Handikap; 13000 Mark, Diſtanz 1400 Meter:
1. Freiherrn S. A. von Oppenheims Jor (Archibald),
2. Maruſchka (M. Aylin), 3. Tourbillon (Shurgold).
Tot. 49:10, Pl. 23, 21, 18:10. Unpl.: Narſes (4), Ops,
Ordner, Salut, Oreſt, Beatrice B., Eiſenkönig,
Land=
bote, Singberg. Ueberlegen 5—1½ Lg. — Impuls=
Ren=
nen; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Geſtüt
Nord=
ſterns Carol (Hughes), 2. Königsleutnant (Jentzſch),
3. Scipio (Archibald). Tot. 331:10, Pl. 96, 21, 20110.
Unpl.: Lina (4), Veronika, Preisfrage, Ghislaine,
Su=
matra, Eilige. Roſa und Poſtillon blieben am Start
ſtehen. Sicher ½— Lg. — Flunkermichel=Rennen;
5000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn von
Wallen=
bergs Hazard (Müller), 2. Eiſenmenger (Jentzſch),
3. Hellia (Hughes). Tot. 16:10, Pl. 12, 13:10. Unpl.:
Skipper, Cant. Ueberlegen ¾4—4 Lg.
Rennen in Magdeburg. Preis vom
Herrn=
krug; 4000 Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Frau Neckels
Treff Aß (T. Baſtian), 2. — Waldtraut (W. Bullock),
2.— Erato (F. Bullock). Tot. 47110, Pl. 23, 27 (
Wald=
traut), 15 (Erato) :10. Unpl.: Je=länger=je=lieber,
Hippo=
lita. Scharfer Kampf, Hals-tot. Rennen. — Bergener
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 8000 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Lt. Graf Strachwitz’ Luzerne (Beſ.), 2. Nautik
(Beſ.), 3. Ahnenſchloß (Herr von Hatten). Tot. 23110,
Pl. 13, 96, 23:10. Unpl.: Juſtizrat, Gladys, Wieda,
Schmetterlingsſchlacht, Primus, Bridge, Schneekönigin,
Schöne Nichte (gef.), Freude (gef.), Merkur (refüſ.).
Sehr leicht 3—4 Lg. — Pesztonka=Rennen; 13000 Mark,
Diſtanz 1350 Meter: 1. Herrn F. C. Krügers Eccolo
(Raſtenberger), 2. Hartguß (F. Bullock), 3. Quirl (
Bla=
des). Tot. 56110, Pl. 13, 12, 13:10. Unpl.: Venezia (4),
Flaminio, Santuzza, Trotz. Sehr leicht 1—3—2 Lg.
Damenpreis=Jagd=Rennen; 1600 Mark, Diſtanz 3500
Me=
ter: 1. Lt. O. von Mitzlaffs Delaware (Lt. Frhr. von
Berchem), 2. Belle of Jeſſamine (Lt. Streſemann),
3. Clutch (Lt. Graf Strachwitz). Tot. 34:10, Pl. 13, 17,
12:10. Unpl.: Hunding, Electric Boy (ausgebr.), Lady
Forfar (angeh.), Huſar (angeh.). Queenie war am
Start lahm und nahm mit Genehmigung des
Renn=
vorſtandes am Rennen nicht teil; die Wetten wurden
zurückgezahlt. Leicht 5—1½ Lg. — Antwort=Handikap;
8500 Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Königl. Württemberg.
Geſt. Weils Traum (Schläfke), 2. Julius Cäſar (W.
Bullock), 3. Drakon (Blades). Tot. 22:10, Pl. 13, 16110.
Unpl.: Droma (4). Jris. Verhalten, 1—2 Lg. — Kleines
Handikap; 3800 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn J.
Beutlers Gutes Zeichen (Rice), 2. Solomons Wisdom
(W. Bullock), 3. Dora (Bleuler). Tot. 26110, Pl. 15,
42:10. Unpl.: Ria. Ueberlegen 3—2 Lg. — Müglenzer
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 1100 Mark, Diſtanz 3200
Meter: 1. Lt. Nehrings Colette (Lt. v. Kramſta), 2. Scotch
Poſt (Leutn. Frhr. von Wangenheim), 3. Jagow (
Ritt=
meiſter Keyſer). Tot. 220110, Pl. 36, 22. 18:10. Unpl.:
Ballough. Wedding, Morne, Merry Gift, Liebesgruß,
Pſoni, Eis, Kiriquette, Long, Ago, Artus, Bartavelle II,
Le Nil. Sehr leicht, 3—2 Lg.
* Hockey. Die Hamburger Hockey=Woche
erreichte am zweiten rfeiertage ihr Ende. Die
eng=
liſche Studentenmann Orford=Cambridge erlitt noch
am Schlußtage eine Niederlage von 0:2 durch Eilbeck,
gewann aber gegen den Berliner Hockey=Klub mit 4:0.
Harveſtehude ſchlug den Deutſchen Hockey=Klub
Hanno=
ver mit 511, während Uhlenhorſt und Bonn mit 010
un=
entſchieden ſpielten. Die übrigen Reſultate waren:
Eil=
beck II=Preußen II 4:2, Harveſtehude II=Hannover II
1.0, Uhlenhorſt II=Berliner Hockey=Klub II 4:2.
Oxford=Cambridge=Wanderers, eine
aus Southampton zuſammengeſetzte Mannſchaft, ſtand
am Dienstag vormittag in Berlin dem
Akademi=
ſchen Sport=Klub am Kurfürſtendamm, einer
kombinier=
ten Hockey=Mannſchaft des Berliner Hockey=Klubs und
des B. F. C. Preußen gegenüber. Die Engländer blieben
durch ihr beſſeres Stürmerſpiel in Berlin mit 422
ſiegreich.
* Rugby. Das Rugby=Länder=Match
England=Frankreich wurde auf dem
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raum der Pariſer Prinzenparkbahn vor zirka 20000
Zu=
ſchauern entſchieden. Siegreich blieben die Engländer
mit 18:8.
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