Darmstädter Tagblatt 1912


11. April 1912

[  ][ ]

Inſerake
Abonnementspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt.
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
verbunden
mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
furen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. Bei
u. 1.80 Mk. viertelf. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Die Kaiſerin iſt geſtern früh zur Kur in Bad
Nauheim eingetroffen.
25
Die Ernennung des Herzogs Adolf Fried=
rich
zu Mecklenburg zum Gouverneur von
Togo wird offiziell beſtätigt.

Heute tritt in Rom die internationale Konfe=
renz
zur Bekämpfung der Tuberkuloſe
zuſammen.
Faſt in allen engliſchen Kohlenrevieren wurde
die Arbeit am Dienstag wieder aufge=
nommen
.
Der Hauptdeich am Miſſiſſippi bei Golden=
lake
in Arkanſas iſt gebrochen. 45 Ortſchaften ſind
gefährdet.

Die neuen Garniſonen.

* Aus Berlin wird der Köln. Ztg. geſchrieben: Bei
der Annahme der neuen Wehrvorlage, die man wohl
vorausſetzen darf, muß eine Veränderung in den Stand=
orten
verſchiedener Truppenteile eintreten, und eine An=
zahl
neuer Garniſonen iſt zu errichten. Da die Vorlage
ſich in den Neuformationen aufs notwendigſte beſchränkt,
ſo werden allerdings nur wenige neue Garniſonen ent=
ſtehen
, und hierfür ſind in erſter Linie Mittelſtädte in
Ausſicht genommen, die bisher nicht belegt waren. Die
kleinen Städte kommen ſchon deshalb nicht in Betracht,
weil ſie die Summen nicht aufzubringen vermögen, die
als Beitrag der Gemeinden zur Einrichtung von Kaſer=
nen
, Exerzierplätzen, Schießſtänden uſw. nötig ſind. Man
darf auch nicht vergeſſen, daß es den Offizieren, Beam=
ten
uſw. möglich ſein muß, in ihren Standorten ihre
Kinder in die Schule zu ſchicken, daß ferner die Mittel=
ſtädte
eher über Wohnungen verfügen und auch nicht die
geiſtige Anregung ganz vermiſſen laſſen, wie es in den
kleinen Städten der Fall iſt. Mit der Anſicht, daß die
Vereinigung eines Regiments in einem und demſelben
Standort nötig ſei, hat man zum Teil gebrochen, da die
Ausbildung im ſchul= und gefechtsmäßigen Exerzieren
bereits im Bataillon einen gewiſſen Abſchluß erreichen
muß. Dafür genügt in der Regel der Raum in der
Garniſon. Für die Ausbildung im Regiment ſtehen
dann die Truppen=Uebungsplätze zur Verfügung. Bei
der Wahl der Standorte ſprechen auch kulturelle und na=
tionale
Zwecke mit. Durch das Zuſammenleben der
Bevölkerung und der Garniſon wird der Wert der Schule
des Heeres auch weiteren Kreiſen klar gemacht, und im
Oſten bedeutet die dauernde Anweſenheit der Truppe
eine Förderung des Deutſchtums. Den berechtigten
Wunſch des Offizierkorps nach größeren Standorten wird
man durch öftere Verſetzungen zu erfüllen ſuchen. Neuer=
dings
iſt darin ja auch ſchon viel geſchehen. Die klei=
neren
Orte, wie z. B. Mörchingen, darf man hierbei
nicht heranziehen, denn ſie wurden aus ſtrategiſchen
Gründen von vornherein als Militärkokonien errichtet,
denen der Grenzſchutz zufiel. Bei der Beratung der Vor=
lage
ſollen die in Ausſicht genommenen Standorte in
den Mittelſtädten dem Reichstag bekannt gegeben wer=
den
, der ja wiederholt den Wunſch nach einer Berückſich=
tigung
dieſer Städte ausgeſprochen hat. Welche Orte
in Betracht kommen, läßt ſich zurzeit noch nicht ſagen,
da die Verhandlungen mit den Gemeinden noch ſchweben.

Die Kriminalität des weiblichen Geſchlechts.

* In den letzten 25 Jahren iſt, wie eine in der
Deutſchen Juriſten=Zeitung mitgeteilte Statiſtik er=
gibt
, die Kriminalität weiblicher Perſonen
ganz entſchieden geſunken. Während im Jahre 1881
unter insgeſamt 345977 Verurteilten 281637 Perſonen
dem männlichen und 64340 Perſonen dem weiblichen
Geſchlechte angehörten, fanden ſich im Jahre 1909 unter
544 183 Verurteilten 458 304 männliche und 85879 weib=
liche
Perſonen. Danach iſt alſo der Prozentſatz beim

männlichen Geſchlechte von 81,4 auf 84,2 geſtiegen; beim
weiblichen Geſchlechte dagegen iſt er von 18,6 auf 15,8
herabgegangen. Intereſſant iſt, wie ſich der Anteil der
Frau auf die vier Gruppen verteilt, in welche die deutſche
Kriminalſtatiſtik die Straftaten ſondert: es ſind das
Verbrechen und Vergehen 1. gegen Staat, öffentliche
Ordnung und Religion, 2. gegen die Perſon, 3. gegen
das Vermögen, 4. im Amte. Bezüglich der erſteren iſt
ein ſtarkes Anſchwellen zu verzeichnen, indem von 100
Verurteilten im Jahre 1884 nur 9,5, im Jahre 1909 aber
14 dem weiblichen Geſchlechte angehörten. Dieſe Steige=
rung
erklärt ſich der Hauptſache nach durch die Verſtöße
gegen neuere Vorſchriften der Gewerbe=Ordnung. In
der zweiten Gruppe zeigt ſich eine Verminderung von 15,3
auf 14,6 Prozent. Geradezu auffällig iſt die Abnahme der
Verbrechen und Vergehen weiblicher Perſonen gegen das
Vermögen. Im Jahre 1884 belief ſich hier der Prozent=
ſatz
auf 24,3, im Jahre 1909 dagegen nur auf 17,6. Dieſe
erfreuliche Verringerung wird auf die allmählich einge=
tretene
Beſſerung der Erwerbsverhältniſſe zurückzuführen
ſein. Wenn endlich auch in der vierten Gruppe trotz ſtär=
kerer
Berufstätigkeit der Frauen im öffentlichen Dienſte
ein Rückgang ihrer Kriminalität von 8,3 auf 5,5 Prozent
zu verzeichnen iſt, ſo ſcheint das für eine größere Gewiſſen‟
haftigkeit der Frau zu ſprechen. Dieſe Ziffern beweiſen
wiederum, daß die Frau an den zur Aburteilung gelan=
genden
ſtrafbaren Handlungen weit weniger beteiligt iſt
als der Mann. Es iſt das eine längſt feſtſtehende Tat=
ſache
, die eine doppelte Erklärung findet: Einmal in
dem Temperament der Frau, das zur Gewalttätigkeit
und zur Auflehnung gegen die Geſetze weniger neigt.
und ſodann in ihrer ſozialen Lage, die für das Abweichen
vom rechten Wege geringere Gelegenheit bietet als die=
jenige
des Mannes, der ſtärker am Kampf um das Daſein
beteiligt iſt.

Deutſches Reich.

Der neue Gouverneur für Togo.
Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg iſt nunmehr be=
ſtimmt
als Gouverneur von Togo in Ausſicht genommen.
Einer ſchon früher in der Preſſe geäußerten Vermutung,
daß ſeine etwaige Ernennung zum Gouverneur von Togo
lediglich als eine kurze Vorbereitung für den Gouverneur=
poſten
von Oſtafrika zu betrachten ſein würde, wünſcht der
Herzog ſelbſt ausdrücklich entgegenzutreten. In einem an
den Staatsſekretär des Reichskolonialamts gerichteten
Briefe ſchreibt der Herzog:
Aus Preßnotizen und Privatgeſprächen erfahre ich,
daß allgemein angenommen wird, ich ſähe den Gouver=
neurpoſten
in Togo gewiſſermaßen nur als Uebergang
zu dem in Daresſalam an. Ich möchte Eure Exzellenz
bitten, dieſen Gerüchten entgegentreten zu wollen. Ich
habe auf meiner Expedition genugſam Gelegenheit ge=
habt
, Einblicke in die verſchiedenſten Verwaltungsſyſteme
zu tun, um zu wiſſen, welche Arbeitskraft und welcher
Ernſt zum Ausharren in ſo exponierten Stellungen er=
forderlich
iſt. Ich denke gar nicht daran, den Verwal=
tungsbetrieb
in Togo, an den ich mit aller Hingabe heran=
trete
, ſo bald wieder aufzugeben. Ich darf Eurer Exzellenz
verſichern, daß ich über das Vertrauen, das mir durch
Aufnahme in den praktiſchen Kolonialdienſt bezeigt wird,
aufrichtig erfreut bin und daß ich gewillt bin, meiner
Pflicht als Gouverneur mit allem Ernſt und mit nicht
weniger Eifer nachzukommen, wie meine Vorgänger.
Zur Herabſetzung der Altersgrenze
für den Bezug der Altersrente. Nach dem
Einführungsgeſetz zur Reichsverſicherungsordnung ſoll
die Reichsregierung im Jahre 1915 dem Reichstage die
geſetzlichen Vorſchriften über die Altersrente zur erneu=
ten
Beſchlußfaſſung vorlegen. Die zu dieſem Zweck not=
wendige
Prüfung der Frage, welche finanziellen Wir=
kungen
eine Herabſetzung der Altersgrenze haben würde,
hat die Reichsregierung inzwiſchen berekts in die Wege
geleitet. Es ſoll hierfür eine Sachverſtändigenkommiſ=
ſion
gebildet werden. Die Bundesregierungen waren
nun aufgefordert, Sachverſtändige für dieſe Kommiſſion
zu ernennen. Dieſer Anregung ſind die Bundesregie=
rungen
inzwiſchen nachgekommen und haben in be=
ſchränkter
Zahl Sachverſtändige für die Kommiſſion num=
haft
gemacht, da die Zahl der auf dieſem Gebiet Sach=
verſtändigen
nur eine begrenzte iſt. Die Reichsregierung
dürfte daher auch aus den Kreiſen der Reichstagsmit=
glieder
und der Verſicherungsmathematiker noch einige
Autoritäten in die Kommiſſion berufen. Ihre Aufgabe
wird es ſein, zu entſcheiden, welchen Umfang die vor=

zunehmenden Erhebungen zur Prüfung der Frage an=
nehmen
ſollen. Dabei können möglicherweiſe umfaſſende
und zeitraubende ſtatiſtiſche Ermittelungen in Frage kom=
men
. Und aus dieſem Grunde hat die Reichsregierung
bereits drei Jahre vor dem im Einführungsgeſetz zur
Reichsverſicherungsordnung vorgeſehenen Termin die
Vorarbeiten für die Prüfung der Frage in Angiff ge=
nommen
.
Der Parteitag der Deutſchkonſer=
vativen
Bayerns nahm eine Reſolutkon an, in
der das neue bayeriſche Miniſterium warm begrüßt
wird. In einer zweiten Reſolution wurden neue Ver=
handlungen
mit der konſervativen Vereinkgung und den
anderen konſervativen Elementen in Bayern zwecks Bil=
dung
einer neuen konſervativen Landespartei gutgehei=
ßen
. Es wurde für die Verfolgung dieſer Aufgabe ein
dreigliederiger Ausſchuß gewählt.
Deutſche Arbeitergroſchen. In Brüſſel
teilte Parteiſekretär Müller, der die deutſche ſozialdemo=
kratiſche
Partei auf dem Parteitag der belgiſchen Soziale
demokratie vertrat, mit, daß die deutſche Sozialdemokratie
zur Deckung der Parteikoſten bei den kommenden belgi=
ſchen
Kammerwahlen, die auf den 2. Juni feſtgeſetzt ſind,
einen Beitrag von 20000 Franken bewilligt habe.
Kaufmänniſche Sozialpolitik. Dem
Reichstage ſind vor kurzem eine Reihe von Eingaben
zugegangen, welche die reichsgeſetzliche Schaffung von
Handelsinſpektoren, die Errichtung von paritätiſchen
Kaufmannskammern, die Beſeitigung der Konkurrenz=
klauſeln
im Handelsgewerbe, die Nichtigkeitserklärung
aller Gehaltsaufrechnungen im Falle unverſchuldeter
Dienſtbehinderung und die prozeſſuale Gleichſtellung der
Angeſtelltengehälter mit den Beamtengehältern im Falle
der Zwangsvollſtreckung erſtreben. Dieſe Eingaben ſtam=
men
vom Verein für Handlungs=Kommis von 1858, der
zurzeit 112000 Mitglieder zählt. Ferner hat ſich der
Verein an die Staatsminiſterien von Preußen, Sachſen
und Heſſen mit dem Erſuchen gewandt, den kaufmänni=
ſchen
Angeſtellten die Standesbezeichnung als Kauf=
mann
zu geſtatten.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Neues Wahlrecht für Kroatien. Wie die
Reichspoſt aus Agram erfährt, hat man bereits ſichere
Kunde davon, daß unter den Vertrauten des königlichen
Kommiſſärs für Kroatien, Guvay, Vorbereitungen ge=
troffen
werden, ein neues Wahlrecht einzuleiten, das den
Beſtand einer unioniſtiſchen Majorität im kroatiſchen
Landtage garantiert. Die Zahl der Landtagsmitglieder
ſoll auf 160 erhöht werden, von denen die eine Hälfte
ernannt, die andere Hälfte gewählt werden ſoll. Aber
ſelbſt eine derartige Wohlordnung dürfte kaum zu einem
gewünſchten Ziele führen.
Italien.
Eine Flottenaktion? Die Zeitung Stampa
meldet aus Rom, daß Admiral Viale nach Tarent abge=
reiſt
ſei. Er werde ſich dort ſofort auf das Admiralſchiff
begeben, um den Oberbefehl über die Flotte zu überneh=
men
. In gut unterrichteten Kreiſen werde angenommen,
daß nunmehr die durch die Krankheit Admirals Faravelli
verſchobene Flottenaktion beginnen werde. Der Momento
erhält die Nachricht aus Venedig, daß die geſamte Schiffs=
macht
Italiens mobiliſiert werde. Auch die alten Schiffs=
einheiten
würden in der bevorſtehenden Aktion eine be=
deutende
Rolle ſpielen und hätten ſchon verſiegelte Be=
fehle
erhalten.
England.
Der Homerule=Entwurf. Am heutigen
Donnerstag ſoll der Premier dem Unterhauſe den Homer
rule=Entwurf für Irland vorlegen. Die Frage, die von
Anfang an die meiſten Schwierigkeiten bei den Bera=
tungen
zwiſchen den parlamentariſchen Führern und
ihrem Parteivorſtande verurſachte, war die der Verfü=
gung
über Zölle und Verbrauchsſteuern. Dieſe Schwie=
rigkeiten
ſcheinen jedoch überwunden zu ſein. Der libe=
rale
Mancheſter Guardian veröffentlicht eine Mitteilung
über den Entwurf. Danach würde die iriſche Verfaſſung
ſich wie folgt geſtalten: Das Parlament wird ſich aus
zwei Häuſern zuſammenſetzen; das Oberhaus, der Se=
nat
, erhält ein auſſchiebendes Veto gegenüber den Be=
ſchlüſſen
des Unterhauſes. Der Sengt wird ſich aus 85

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Nummer 85.

bis 45 Mitgliedern zuſammenſetzen. Irland wird im
Reichsparlament zu Weſtminſter durch ungefähr 36 Mit=
glieder
vertreten ſein, womit dann ſeine Uebervertretung
von mahr als 80 Mitgliedern aufhören wird. Es wird
verfügt, daß die Altersverſicherungen unter Reichsver=
waltung
ſtehen, die Polizei ſteht für eine Reihe von Jah=
ren
noch unter Reichsbefehl, währenddeſſen ein beträcht=
licher
Teil der Koſten vom Reiche bezahlt werden wird.
Die Religionsfreiheit wird gewährleiſtet; kein religiöſes
Bekenntnis ſoll bevorzugt werden. Die iriſche Regierung
wird keine Gewalt über Flotte, Heer oder auswärtige
Politik der Reichsregierung ausüben. Die Obergewalt
der letzteren wird beſonders anerkannt und zugeſichert.
Zölle und Abgaben bleiben unter Reichsverwaltungen,
allein Irland erhält die Befugnis, gewiſſe Abgaben je
nach ſeinen beſonderen Bedürfniſſen zu ändern. Ueber
die Frage der Zölle und Abgaben äußert ſich das ge=
nannte
Blatt wie folgt: Der Entwurf wird in dieſer
Frage einen Kompromiß enthalten. Die Zölle und wahr=
ſcheinlich
auch die Verbrauchsabgaben werden von der
Reichsregierung erhoben, aber das iriſche Parlament
wird die Macht erhalten, über die Steuerſätze zu heraten
und dieſe abzuändern. Die Reichsregierung wiederum
wird das Recht behalten, ihre Einwilligung zu einem
Vorſchlag des iriſchen Parlaments zu verweigern, wenn
ſie dieſen Widerſpruch mit den Intereſſen des geſam=
ten
Reiches finden ſollte. Hieran anſchließend wird dem
iriſchen Parlament noch beſonders die Befugnis abge=
ſprochen
, eine Steuer für britiſche Waren geſetzlich zu
beſchließen.
Rußland.
Die perſiſche Frage. In einem offiziellen
Communigué über die perſiſche Angelegenheit wird nach
einer längeren Widerlegung verſchiedener Preſſenachrich=
ten
erklärt, daß die ruſſiſche Politik in Perſien nur
die möglichſt baldige Beendigung der Unruhen zum Ziel
habe, welche für die wirtſchaftlichen Intereſſen Rußlands
unheilvoll ſeien und neue Verwicklungen hervorzu=
rufen
drohten. In dem Communigus werden mehrere
Telegramme von Vertretern Rußlands in Perſien ange=
führt
über die innere Lage in Perſien und über die Ak=
tion
des früheren Schahs.
Amerika.
Uober die Lage in Paraguay nach der
Revolution wird der Halbmonatsſchrift Süd= und
Mittel=Amerika geſchrieben: Das Land iſt jetzt vollſtän=
dig
verarmt und kaput. Alle argentiniſchen Quebracho=
Fabriken ſind geſchloſſen. Pinaſa, Puerto Maria,
Puerto Max, Las Palmas und andere mehr; auch San
Salvador liegt jetzt drei bis vier Monate brach, da fort=
während
Rekruten erpreßt und wider deren Willen von
Rojas bewaffnet worden waren, ſodaß es ſchließlich an
Arbeitern fehlte. Alle Fabriken, die nicht gerade zu
Grunde gerichtet ſind, haben ſehr viel Geld verkoren. Die
Unmöglichkeit, unter ſolchen Verhältniſſen einen indu=
ſtriellen
Betrieb aufrecht zu erhalten, hat eine Hambur=
ger
Firma veranlaßt, die Regierung um die Erlaubnis
zur Einführung von Japanern für ihre Fleiſchextrakt=
fabrik
zu bitten, zunächſt nur bis zu 30 Mann. Der
neue Präſident Dr. Pedro Penna, der in Paris erzogen
iſt und lange Jahre dort Geſandter Paraguays war, hat
große Sympathien für Deutſchland. Für Paraguay
ſelbſt hat ſeine Präſidentſchaft wenigſtens den Vorteil,
daß er vermögend iſt und daher ſein Amt nicht zur ver=
ſönlichen
Bereicherung auszunutzen braucht. Es dürfte
ihm wohl bald gelingen, mit den Revolutionären Frie=
den
zu ſchließen. Nicht ausgeſchloſſen ſei es, daß ſpäter
Jara wieder ans Ruder komme. Dieſer ſoll den Ober=
befehl
über die Regierungstruppen in Humaitä übernom=
men
haben. Die diplomatiſchen Beziehungen zu Argen=

tinien wurden, wie ein Dekret des Präſidenten Rojas
vom 19. Februar bekannt machte, wiederhergeſtellt.
Perſien.
Abdankung des Regenten? Die Köln.
Ztg. meldet aus Teheran vom 9. ds.: Wie verlautet, ſoll
der Regent beabſichtigen, aus Geſundheitsrückſichten einen
längeren Aufenthalt im Auslande zu nehmen. Es iſt
wahrſcheinlich, daß er abdanken wird, da ſich innere
Schwierigkeiten ergeben und dem Regenten beſonders in
der hohen Geiſtlichkeit eine neue Gegnerſchaft erſtanden iſt.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. April.

* Vom Hofe. Die Abreiſe der Großherzog=
lichen
Herrſchaften nach Rußland iſt auf Sonn=
tag
, den 14. d. M., feſtgeſetzt worden. S. K. H. Prinz
Geora von Griechenland reiſte am Dienstag
12.14 Uhr nachmittags, Burggraf und Burgaräfin zu
Dohna=Schlobitten mit Kindern um 3.55 Uhr nach=
mittags
von hier wieder ab. Die Großherzog=
lichen
Herrſchaften beſichtigten am Dienstag
10.15 Uhr vormittags den neuen Bahnhof und be=
ſuchten
4 Uhr nachmittags die Keramiſche Manufaktur.
J. K. H. die Frau Prinzeſſin Heinrich von
Preußen iſt geſtern morgen nach Bad Nauheim
abgereiſt, um J. M. der Kaiſerin einen Beſuch ab=
zuſtatten
. (Darmſt. Ztg.)
Prinz Sigismund, der Sohn des Prinzen
Heinrich von Preußen, welcher im hieſigen Hallen=
ſchwimmbad
Schwimmunterricht genommen hatte, legte
am Samstag ſeine Schwimmprobe als Frei=
ſchwimmer
ab. Bei dieſer Gelegenheit überreichte
er dem ſtädtiſchen Badeinſpektor, Herrn Klein, ſein Bild
mit Widmung.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen geſtern den Oberſt Frhrn. v. Langer=
mann
und Erlencamp, Kommandeur des 1. Oberelſäſſ.
Infanterie=Regiments Nr. 167 in Kaſſel. Fräul. Mina
Geiß, Prokuriſtin bei der Firma E. L. Vietor, den Re=
gierungsrat
Pfeiffer, den Geheimerat Emmerling, den
Feuerwerksleutnant Siegmund, den Schriftführer des
Kriegervereins Friedberg Scriba, die Seminarlehrer
Muth und Baldauf von Friedberg; zum Vortrag den
Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
Für Verdienſte den Vizefeldwebeln a. D. Hoßfeld,
Müller und Saxer, ſämtlich ſeither im Infanterie=
Regiment Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118: ferner
dem Unterzahlmeiſter Beſt im Fuß=Artillerie=Regiment
Generalfeldzeugmeiſter (Brandenburgiſches) Nr. 3 und
dem Vizefeldwebel a. D. Stühler, beide ſeither im
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.,
Nr. 116.
* Erlaubnis zur Annahme von Orden. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben dem Schornſtein=
fegermeiſter
Johann Nik. Kolb in Mainz die Erlaubnis
erteilt, die ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer, König
von Preußen, verliehene Rote Kreuz=Medaille 3. Klaſſe
annehmen und tragen zu dürfen.
* Senatspräſident Schäfer . Am 9. d. M. verſtarb
der Großh. Senatspräſident am Oberlandesgericht Darm=
ſtadt
i. P. Hermann Schäfer. Geboren zu Rödel=
heim
am 29. März 1844, widmete er ſich dem Studium
der Rechtswiſſenſchaft und beſtand mit gutem Erfolg
im Herbſt 1865 die Fakultäts= und im Frühjahr 1868 die
Staatsprüfung. Seine erſte Anſtellung fand er im De=
zember
1871 als Landgerichtsaſſeſſor am vormaligen
Landgericht Fürth i. O. Von November 1874 bis Auguſt

1878 wirkte er in gleicher Eigenſchaft am vormaligen
Landgericht Langen, dann bis 1. Oktober 1879 als Stadt=
gerichtsaſſeſſor
am vormaligen Stadtgericht Darmſtadt,
und vom 1. Oktober 1879 bis 15. Juli 1890 als Amts=
richter
am Amtsgericht Darmſtadt I. Im Juli 1890
wurde er zum Landgerichtsrat beim Landgericht zu
Darmſtadt, im Dezember 1895 zum Landgerichtsdirektor
bei dieſem Gericht und im Dezember 1899 zum Senats=
präſidenten
beim Oberlandesgericht Darmſtadt ernannt.
Als ſolcher trat er am 25. März 1908 infolge geſchwächter
Geſundheit in den Ruheſtand, aus welchem Anlaß ihm
unter Anerkennung ſeiner langjährigen, treuen und
guten Dienſte die Krone zum Komturkreuz zweiter Klaſſe
des Philippsordens verliehen wurde. Mehrere Jahre
lang war er Mitglied der Prüfungskommiſſion für das
Juſtiz= und Verwaltungsfach und gehörte auch der
Stadtverordnetenverſammlung der Stadt
Darmſtadt und dem Kreisausſchuß des Kreiſes Darm=
ſtadt
als Mitglied an. In ſeiner langjährigen richter=
lichen
Tätigkeit zeichnete ſich der Entſchlafene durch her=
vorragende
theoretiſche und praktiſche Befähigung aus;
reiche Erfahrung und Kenntnis von Perſonen und Ver=
hältniſſen
kamen ſeinem pflichttreuen, verdienſtvollen Wir=
ken
zu ſtatten. Die Lauterkeit ſeines Charakters und
die Liebenswürdiakeit ſeiner in weiten Kreiſen hoch=
geſchätzten
Perſönlichkeit ſichern ihm ein bleibendes An=
denken
.
§ Todesfall. Polizeiwachtmeiſter Paul Peter
iſt im Alter von 61 Jahren am Dienstag nachmittag
3 Uhr verſchieden. Peter war von Oktober 1870
bis Oktober 1874 beim Militär und hat den Feldzug
187071 mitgemacht. Von 1877 bis 1. Auguſt 1880 war
er bei der Reichspoſt beſchäftigt, ſeit 1. Auguſt 1880, alſo
nahezu 32 Jahre, war Peter bei der Schutzmannſchaft
hier angeſtellt und iſt am 1. Oktober 1902 zum Polizei=
wachtmeiſter
befördert worden. Er war ein ſtets pünkt=
licher
und ſehr gewiſſenhafter Beamter und bedauern
ſowohl ſeine Vorgeſetzten als auch ſeine Kollegen
ſeinen Verluſt.
* Die unentgeltliche ärztliche Beratungsſtunde
der Großh. Zentrale für Mutter= und Säuglingsfür=
ſorge
in Darmſtadt, Heinheimerſtraße 21, findet von
heute, den 11. April, an Montags und Donnerstags um
½ 56 Uhr nachmittags und Dienstags und Freitags
wie bisher von ½56 Uhr ſtatt. Das Lokal iſt ge=
heizt
. Die unentgeltliche ärztliche Beratungsſtunde in
Darmſtadt=Beſſungen Ludwigshöhſtraße 4, findet
vom 12. April an um 56 Uhr nachmittags Dienstags
und Freitags ſtatt.
* Sittlichkeitsvorträge im Kaiſerſaal. Man
ſchreibt uns: Herr Rektor Trappmann aus Barmen
wird am Donnerstag abend über das Thema: Die
Stellung der Frau im Kampf gegen die Unſittlichkeit
und am Freitag abend für Männer über das Thema:
Brennende Fragen der Sittlichkeit reden. Beide Vor=
träge
behandeln wichtige Zeitfragen, die für jeden Volks=
freund
von Intereſſe ſind. Die Perſon des Redners,
der auf dem Gebiete der Sittlichkeitsarbeit weithin be=
kannt
iſt, bietet Gewähr dafür, daß jeder, derſich über dieſe
wichtigen Fragen orientieren oder mit ihnen aus=
einanderſetzen
will, auf ſeine Rechnung kommt und
davon überzeugt wird, daß es hier eine allgemeine
Wehrpflicht gibt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Das Proviantamt macht bekannt, daß der
Roggenankauf beendet, der Ankauf von Stroh noch
fortgeſetzt wird.
* Zu dem Unfall Darmſtädter Touriſten. Bilder
vom Falkenſchroffen ſind in der Bilderauslage
unſerer Expedition, Rheinſtraße 23, ausgeſtellt. Dem
verunglückten Mittler geht es nach telephoniſcher
Meldung aus dem Vinzentiushaus in Offenburg von
geſtern abend den Umſtänden entſprechend befriedigend.
§ Aus dem Arbeitshaus Dieburg ſind während
des Monats März 21 Perſonen, die korrektionelle
Nachhaft verbüßten, entlaſſen worden. Die längſte
Dauer der Nachhaft betrug bei zwei Perſonen 730 Tage
und die kürzeſte Dauer der Nachhaft bei einer Perſon
175 Tage.
§ Selbſtmord. Ein 45 Jahre alter Mann hat ſich
am Dienstag in ſelbſtmörderiſcher Abſicht in ſeiner
Wohnung eine ſchwere Schußverletzung an der rechten
Schläfe beigebracht. Der Mann wurde in das Städti=
ſche
Krankenhaus verbracht, wo er geſteru nacht ſeinen
Verletzungen erlegen iſt.
§ Hundefang. Während des Monats März ſind
durch den hieſigen Polizei=Hundeaufſeher 22 Hunde ein=
gefangen
worden. 15 Hunde wurden durch ihre Eigen=
tümer
wieder ausgelöſt, 1 Hund iſt verkauft worden
und 6 Hunde mußten getötet werden.

* Kaiſertage in der Schweiz. Da Kaiſer
Wilhelm beſonderen Wert darauf legt, den Manövern
des dritten ſchweizeriſchen Armeekorps beizuwohnen, hat
das Programm des Kaiſerbeſuchs Abänderungen erfah=
ren
. Kaiſer Wilhelm wird am 3. September in Zürich
eintreffen und vom Bundesrat begrüßt werden. Von hier
aus wird er bis zum 5. September den Manövern fol=
gen
. Am Nachmittag des 5. September wird ſich Kaiſer
Wilhelm danu über Bern direkt nach Interlaken bege=
ben
. Der 6. September iſt einem Ausflug ins Gebirge,
insbeſondere einer Fahrt auf der Jungfraubahn gewid=
met
, am 7. September erfolgt die Rückreiſe im Automobil
über den Brüningpaß. Der vom Kanton Waadt beſon=
ders
gewünſchte Beſuch des Genfer Sees ließ ſich nicht
gut in das Programm aufnehmen.

Was uns Mark Cwain vom Miſſiſſippl
zu erzählen hat.
Nachdruck verboten.)

Die furchtbaren Ueberſchwemmungen des
Rieſenſtromes erinnern uns an Mark Tmains
berühmtes Buch Leben auf dem Miſſiſſippi
worin er uns auf eine höchſt intereſſante Art von ſeinen
Lotſenjahren und von dem von ihm ſo ſehr geliebten Hei=
matſtrome
erzählt. Mit Erlaubnis der Verlagsbuchhand=
lung
von Robert Lutz in Stuttgart bringen wir aus dem
Anfang genannten Buches eine ſehr lebendige Charakteriſtik
des Miſſiſſippi zum Abdruck, die uns das eigenartige Weſen
dieſes Stromes und die gegenwärtigen Ueberſchwemmungs=
gefahren
in ihren bedenklichen Wirkungen deutlich veran=
ſchaulicht
.
Das Becken des Miſſiſſippi iſt ſozuſagen der Leib der
amerikaniſchen Nation. Alle anderen Teile des Landes ſind
nur die Glieder, zwar wichtig an ſich ſelbſt, aber noch wich=
itiger
in ihrer Beziehung zu jenem. Mit Ausſchluß des
Seebeckens und der 300000 engliſchen Quadratmeilen in
Texas und Neu=Mexiko, welche jedoch in mancher Hinſicht
einen Teil des Miſſiſſippibeckens bilden, umfaßt letzteres
etwa 1 250000 engliſche Quadratmeilen. An Ausdehnung
iſt es das zweitgrößte der Welt, da es an Größe nur von
demjenigen des Amazonenſtromes übertroffen wird. Das
Miſſiſſippigebiet übertrifft an Ausdehnung das ganze
Europa, mit Ausſchluß von Rußland, Norwegen und
Schweden; es würde Oeſterreich viermal, Deutſchland oder
Spanien fünfmal, Frankreich ſechsmal und die britiſchen
Inſeln oder Italien zehnmal in ſich aufnehmen. Nach den
Flußbecken des weſtlichen Europa kann man ſich keine Vor=
ſtellung
von der Ausdehnung des Miſſiſſippigebietes machen.

) Leben auf dem Miſſiſſippi; Mark Twains humo=
riſtiſche
Schriften. Erſte Serie. Vierter Band. Preis
broſch. Mk. 1.80, geb. 2.50. Illuſtrierte Ausgabe broſch.
Mk. 2.50, geb. Mk. 3.50 (Verlag von Robert Lutz, Stutt=
gart
).

Es lohnt ſich wohl der Mühe, von dem Miſſiſſippi
zu leſen; er iſt kein gewöhnlicher Fluß, ſondern in jeder
Beziehung merkwürdig. Betrachtet man den Miſſouri als
ſeinen Hauptarm, ſo iſt er der längſte Fluß der Welt, volle
viertauſenddreihundert engliſche Meilen lang. Auch kann
man mit Sicherheit behaupten, daß er der gekrümmteſte
Fluß der Welt iſt, da er auf einem Teile ſeines Weges ein=
tauſenddreihundert
Meilen weit fließt, um eine Entfernung
zurückzulegen, welche in der Luftlinie nur ſechshundertund=
fünfundſiebzig
Meilen beträgt. Er ergießt dreimal ſo viel
Waſſer ins Meer wie der St. Lorenzſtrom, fünfundzwanzig=
mal
ſo viel wie der Rhein und dreihundertundachtund=
kreißigmal
ſo viel wie die Themſe. Kein anderer Strom ent=
wäſſert
ein ſo ungeheures Becken; er entnimmt ſein Waſſer
achtundzwanzig Staaten und Territorien zwiſchen Delaware
an der Atlantiſchen Küſte und Idaho an den Abhängen des
Stillen Meeres, eine Entfernung von fünfundvierzig
Längengraden. Der Miſſiſſippi nimmt das Waſſer von
fünfundvierzig geringeren Flüſſen, die für Dampfboote
ſchiffbar ſind, und von einigen hundert, welche von Leich=
tern
und Flachbooten befahren werden, in ſich auf und
führt es dem Golf zu. Das Areal des von ihm entwäſſer=
ten
Beckens iſt ſo groß wie der Flächenraum von England,
Wales, Schottland, Irland, Frankreich, Spanien, Portu=
gal
, Deutſchland, Oeſterreich, Italien und der Türkei zu=
ſammen
, und faſt das ganze weite Gebiet iſt fruchtbar, das
eigentliche Miſſiſſippital ſogar in hohem Grade.
Der Miſſiſſippi iſt ein bemerkenswerter Fluß auch in=
ſofern
, als er nach der Mündung zu nicht breiter wird, ſon=
dern
ſich verengert: er wird ſchmäler und tiefer. Von der
Mündung des Ohio bis zu einem Punkte, etwa halbwegs
abwärts dem Meere beträgt die Breite bei hohem Waſſer=
ſtande
durchſchnittlich eine engliſche Meile; von da ver=
ringert
ſich die Breite bis zum Meere ſtetig, bis ſie bei den
Päſſen oberhalb der Mündung, nur noch wenig mehr
als eine halbe Meile iſt. Am Ausfluß des Ohio iſt die
Tiefe des Miſſiſſippi ſiebenundachtzig Fuß; dann nimmt
ſie allmählich zu, bis ſie eben oberhalb der Mündung ein=
hundertundneunundzwanzig
Fuß erreicht.
Ebenſo iſt der Unterſchied beim Steigen und Fallen
des Waſſers, zwar nicht auf dem oberen, aber auf dem

unteren Lauf des Fluſſes bemerkenswert. Bis nach Nat=
chez
(dreihundertundſechzig engliſche Meilen oberhalb den
Mündung) hinab iſt das Steigen ein ziemlich gleich=
mäßiges
etwa fünfzig Fuß: bei Bayou La Fourche
ſteigt der Fluß aber nur vierundzwanzig, bei New=
Orleans fünfzehn und gerade oberhalb der Mündung ſogar
nur zwei und einen halben Fuß.
Nach den Berichten erfahrener Fachleute entleert der
Miſſiſſippi alljährlich vierhundertundſechs Millionen Ton=
nen
Schlamm in den Golf von Mexiko, ein Quantum, das,
zu einem feſten Körper vereinigt, einen Flächenraum von
einer engliſchen Quadratmeile bedecken und eine Höhe von
einhunderteinundvierzig Fuß haben würde. Die Schlamm=
ablagerungen
laſſen das Land allmählich anwachſen, doch
geſchieht dies nur ſehr langſam, da dasſelbe in den zwei=
hundert
Jahren, welche verfloſſen ſind, ſeitdem der Fluß
ſeinen Platz in der Geſchichte eingenommen hat, nur um
eine Drittelmeile vorgerückt iſt. Die Gelehrten meinen, daß
die Mündung des Fluſſes früher bei Baton Rouge, wo
das hügelige Terrgin aufhört, gelegen habe und daß die
zweihundert Meilen Land zwiſchen dem genannten Punkte
und dem Golf vom Fluſſe angeſchwemmr worden ſeien.
Daraus würde ſich ohne Mühe das Alter dieſes Landes
auf einhundertundzwanzigtauſend Jahre berechnen laſſen.
Noch in einer anderen Beziehung iſt der Miſſiſſippi
bemerkenswert, nämlich durch ſeine Neigung, wunderbare
Sprünge zu machen und ſchmale Landzungen zu durch=
ſchneiden
, um auf dieſe Weiſe ſeinen Lauf zu begradigen
und zu verkürzen. Mehr als einmal hat er ſich mit einem
einzigen Sprunge um dreißig engliſche Meilen verkürzt!
Dieſe Richtwege haben ſeltſame Folgen gehabt: es ſind
dadurch verſchiedene am Fluß gelegene Städte mitten in
ländliche Diſtrikte hineinverſetzt und vor ihnen Sand=
barren
und Wälder aufgebaut worden. Die Stadt Delta
hat ſonſt drei Meilen unterhalb Vicksburg gelegen;
ein vor einiger Zeit vom Fluſſe eingeſchlagener Richtweg
hat die Lage aber radikal geändert, denn Delta liegt jetzt
zwei Meilen oberhalb Vicksburg.
Beide genannten Städte ſind durch jenen Durchbruch
vom Fluſſe ins Land hineinverſetzt worden. Ein ſolcher
Richtweg des Fluſſes zerſtört zuweilen ſogar die Staats=

[ ][  ][ ]

Nummer 85.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Seite 3.

Ss. Griesheim, 9. April. Während der Mann und
einige Mitglieder der Familie bei der Tanzmuſik waren,
hat ſich deſſen Frau Eliſabeth Hofmann auf dem
Boden des Hauſes erhängt. Die Frau hinterläßt
mehrere unmündige Kinder, von denen ein Sohn nächſten
Sonntag konfirmiert wird.
* Pfungſtadt, 10. April. Wie das Wolfſche Bureau
meldet, iſt die Reiſebegleiterin der Witwe des Dichters
Schwab, die Tochter des Pfarrers Römheld in Pfung=
ſtadt
, von einem Felſen ins Meer geſtürzt und er=
trunken
. (Alſo nicht bei einem Automobilunfall ums Leben
gekommen.)
s. Gernsheim, 10. April. An der Rheinbrücke wurde
die Leiche eines unbekannten, etwa 22jährigen Mannes
geländet, der anſcheinend aus Worms ſtammt und den
Waffenrock der 5. Kompagnie des dortigen Infanterie=
Regiments Nr. 118 trug. Weitere auf ſeine Perſönlich=
keit
deutende Anhaltspunkte fehlen.
Offenbach, 10. April. Für das Abſchlußjahr 1912/13
hat das Finanzminiſterium die Lieferung von etwa
400000 Zentner Brennmaterialien im Werte
von über einer halben Million Mark der ſyndikat=
freien
Kohlenvereinigung G. m. b. H. Offen=
bach
übertragen.
s. Offenbach, 10. April. Der kürzlich in die Schweiz
flüchtig gewordene hieſige Bauunternehmer Wilhelm
Jung konnte in Baſel ermittelt werden, ſodaß
auf Veranlaſſung der Darmſtädter Staatsanwaltſchaft
ſeine dortige Feſtnahme und Auslieferung durch die
Schweizer Behörde ſtattfand. Geſtern traf er im Unter=
ſuchungsgefängnis
in Darmſtadt ein. Er iſt beſchuldigt,
vorher an eine Firma abgetretene Forderungen in Höhe
von mehreren tauſend Mark rechtswidrig eingezogen und
ſich angeeignet zu haben.
* Groß=Gerau, 10. April. Seit Oſtern wird der
33 Jahre alte Kaufmann Karl Schl. vermißt. Er hat
ſich geſtern gegen ſeine jahrelange Gewohnheit ohne
Hund in den Wald begeben, iſt aber an dem gewohnten
Ziele nicht angekommen. Wie bis jetzt feſtgeſtellt werden
konnte, hat ſich Schl., der in der letzten Zeit apathiſch und
gleichgültig war, nach Mainz gewandt. Man befürchtet
daß er ſich ein Leid angetan hat. Der Fall erregt wegen
einiger Begleiterſcheinungen hier und im ganzen Kreiſe,
wo Schl. bekannt iſt, großes Aufſehen.
* Groß=Gerau, 10. April. Die früher in Walldorf
anſäſſig geweſene Frau Albert (Karuſſellbeſitzerin)
plant hier den Bau eines Kinematographen=
theaters
. Sie hat zu dieſem Zweck ein Grundſtück
am Sandböhl erworben und läßt augenblicklich das
darauf ſtehende Gebäude niederreißen.
Mainz, 9. April. Donnerstag, den 11. April, nach=
mittags
3¼ Uhr, findet in Mainz im Kaſino Hof zum
Gutenberg eine Verſammlung des Mittelrheini=
ſchen
Fabrikanten=Vereins ſtatt, in welcher
Großh. Baurat Schöberl=Darmſtadt einen Vortrag
halten wird über die Entwicklung der Ueberlandzentralen
im Gebiete des Mittelrheins und ihre Bedeutung für In=
duſtrie
und Handwerk. In den wirtſchaftlichen Körper=
ſchaften
und im Reichstage hat im verfloſſenen Jahre be=
ſonders
die Frage der Monopolbeſtrebungen bei Ueber=
landzentralen
zu lebhaften Erörterungen Anlaß gegeben.
Schon im Hinblick hierauf, aber weiter auch deshalb, weil
noch verſchiedene Projekte ſolcher Zentralen im Gebiete
des Mittelrheins in der Schwebe ſind, dürfte ein orien=
tierender
Vortrag allgemeinem Intereſſe begegnen.
Vor etwa acht Tagen unterſchlug, wie die Blätter
melden, der Muſiker Prufer vom 88. Infanterieregiment
die Regimentskaſſe. Ihr Inhalt betrug ca. 1200
Mark. Prufer wandte ſich nach Berlin, wo er ſich am
erſten Oſterfeiertag von der Stadtbahn überfahren ließ.
Er war ſofort tot.
Bechtheim, 9. April. Infolge Auflöſung des Simul=
tanverhältniſſes
wurde die Evang. Gemeinde in die Lage
verſetzt, eine neue Kirche zu bauen. Die Kirche iſt
in einfachem Barokſtil gehalten und ſollte durch ihre Ein=
fachheit
vor vielen anderen Bauten ſich auszeichnen. Da
die Evang. Gemeinde und eine Anzahl Gönner von aus=
wärts
in hochherziger Weiſe weit über 100 freiwillige,
mitunter ſehr anſehnliche Stiftungen zur Verfügung ſtell=
ten
, ſo konnte man über die gewohnten Grenzen bei der
inneren Ausſchmückung gehen. Alle Fenſter ſtehen in herr=
licher
, anſprechender Malerei da; die Kanzel in feinſter
Schnitzarbeit und der Altar in weißem Lapener Marmor,
ſowie die gemalte Decke und manches Andere ſind ein
deutliches Zeichen, daß man auch auf dem Land in einer
Landgemeinde noch Sinn für eine ſchöne Kirche hat. Ein
Beweis aber, daß man in unſerer neuen Kirche in Wahr=
heit
Kunſtgegenſtände finden kann, iſt, daß in dieſen Ta=
gen
von der Direktion der internationalen Ausſtellung
für kirchliche Kunſt in Brüſſel eine Einladung an den

Evang. Kirchenvorſtand gekommen iſt, den auf dem Altar
ſtehenden, von Prof. Riegel in Darmſtadt entworfe=
nen
und ausgeführten Leuchter der Ausſtellung in Brüſſel
für die Monate Mai und Juni zu überlaſſen.
Gießen, 9. April. Die Verhaftung der Zigeu=
ner
erfolgte in Röhrbach bei Gladenbach durch Bauern.
Man griff eine bettelnde Zigeunerfrau auf und ſperrte
ſie ins Spritzenhaus. Kurze Zeit darauf erſchien im Dorf=
krug
ein Zigeuner, mit dem ſich die jungen Burſchen vor=
läufig
ins Trinken einließen. Als er nach ſeinem Mädchen
oder ſeiner Frau fragte, führte man ihn zum Spritzenhaus,
öffnete die Tür und gab dem Burſchen einen kräftigen
Stoß, worauf die Tür raſch geſchloſſen wurde. Die tele=
phoniſch
herbeigerufene Gendarmerie überführte dann die
beiden Zigeuner nach Gladenbach. Die Verhafteten ſind
der wegen der Ermordung des Förſters Romanus ſteck=
brieflich
verfolgte Weiß; die Frauensperſon heißt Gatſcho.
Die Gendarmen machten ſich nach erfolgter Einlieferung
mit einem Automobil wieder auf den Weg, um den Wald
nach einer mutmaßlichen Bande, die geſehen worden war,
abzuſuchen, aber vergeblich. Bei Weiß ſoll eine Poſtkarte
gefunden worden ſein, die er abzuſenden beabſichtigt hatte,
und die für die weitere Verfolgung Wichtigkeit haben ſoll.
Gießen, 10. April. In der Uniform eines
preußiſchen Förſters erſchwindelte vor einigen
Tagen hier ein Unbekannter ein Fahrrad. Er beſtellte
ein neues Rad, das man ihm nach Garbenheim direkt
aus der Fabrik zuſenden ſolle, lieh ſich dann ein anderes
Rad, um angeblich eine Beſorgung zu machen und ver=
ſchwand
damit ſpurlos. Seine Angaben über ſeine Per=
ſon
und Wohnort erwieſen ſich als falſch.
Friedberg, 10. April. Wie beſtimmt verlautet, wird
die Großherzogliche Familie im Sommer,
nach der Rückkehr von Rußland, für längere Zeit im
hieſigen Schloſſe Aufenthalt nehmen. Nach
Vollendung unſeres neuen Bahnhofs wird das ſeitherige
Empfangsgebäude umgebaut. Er wird zu
Wohnungen für Beamte eingerichtet. Der Für=
ſtenpavillon
wird ſtehen bleiben. Das neue Empfangs=
gebäude
wird in der Wilhelmſtraße errichtet. Der Bau iſt
auf 300000 Mark veranſchlagt.
H. B. Bad Nauheim, 10. April. Vor dem Eintref=
fen
des Hofzuges der Kaiſerin hatten ſich auf
dem Bahnſteig eingefunden: die Vertreter der Großh.
Bade= und Kur=Verwaltung, Geheimrat Dr. Eſer, Kur=
direktor
Oberſt von Frankenberg, Bürgermeiſter Dr.
Kayſer, Kreisrat Schliephake und Regierungsrat Puſtau
von der Eiſenbahn=Direktion. Pünktlich um 8 Uhr 10 Min.
traf der Hofzug mit der Kaiſerin ein. Freundlich nach
allen Seiten grüßend verließ die Kaiſerin, gefolgt von
ihrer Hofdame, Gräfin Keller, und dem Hofmarſchall
Freiherrn von Mirbach den Salonwagen und ging in
den mit gelben Damaſt=Möbeln ausgeſchmückten
Empfangs=Salon, wo ihr die zum Empfang anweſenden
Herren vom Hofmarſchall Freiherrn von Lyncker vorge=
ſtellt
wurden. Nachdem die hohe Frau an jeden Einzel=
nen
einige freundliche Worte gerichtet hatte, ſtieg ſie in
das kaiſerliche Automobil und fuhr unter dem brauſen=
den
Hurra der Menge zu ihrem Heim, wo ſofort nach
ihrem Eintreffen die Kaiſerin=Standarte in die Höhe
ging. Die Stadt iſt prächtig geſchmückt und auf allen
Straßen wogt feſtliches Getriebe.
Elpenrod, 10. April. Einbrecher drangen hier in
den Keller des Gaſtwirts Fiſcher ſtahlen zwei Fäß=
chen
Bier von 12 und 18 Liter und nahmen noch zehn
Flaſchen Limonaden u. 5 Flaſchen Selterswaſſer mit. Aus
einem im Keller lagernden Oelfaſſe entfernten ſie den
Kranen, waren jedoch ſo vernünftig, das Spundloch mit
einem Stück Holz zuzuſtopfen. In einem anderen Hauſe
hießen ſie 13 Hühner und eine Quantität Kartoffeln mit=
gehen
. Die an den Türen befindlichen Schlöſſer fand man
erſprengt vor. Es wurde ſofort durch die Hunde des
Wachtmeiſters Glaub aus Grebenau und drei Gendar=
men
die Verfolgung der Diebe aufgenommen. Leider
verloren die Hunde im Walde infolge des einſetzenden
Regens die Spur. Offenbar hat man es wieder mit
Zigeunern zu tun. Auch der Keller des Schulhauſes
vurde erbrochen;hier konnten die Diebe aber wegen der
von innen verſchloſſenen Tür nicht in die Wohnung ge=
angen
.
Utphe, 10. April. Durch das Kreisgeſundheitsamt
Gießen wurde die Erkrankung zweier polni=
ſcher
Arbeiterinnen an Blattern in dem Ar=
beitergehöft
des Hofgutes Utphe feſtgeſtellt. Beide
Mädchen ſtammen aus Ruſſiſch=Polen, waren ſeit dem
23. März erſt zugereiſt, hatten alſo die Krankheit von dort
eingeſchleppt. Geimpft waren beide nicht. Das
Gehöft wurde geſperrt, die beiden Erkrankten nach Gie=
ßen
in die Iſolierbaracke gebracht und alle fremdländi=
ſchen
Arbeiterinnen mit Schutzvockenlymphe ſofort ge=
impft
. Damit hofft man der Weiterverbreitung dieſer

bösartigen, bei uns infolge des Impfzwanges äußerſt
ſeltenen und dann immer von außen eingeſchleppten
Seuche Herr zu werden. Ein Grund zur Beunruhigung
der Bevölkerung liegt ſonach nicht vor.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 9. April. Die Pots=
damer
Hofhaltung des Prinzen Joachim iſt
nunmehr aufgelöſt worden. Der Prinz hat ſich geſtern
nachmittag im Auto in den Harz begeben und wird von
dort aus die Weiterreiſe nach Bad Nauheim antreten, um
noch einige Tage bei ſeiner Mutter zu verweilen. Zu
Beginn des Sommerſemeſters trifft der Prinz in Straß=
burg
i. Elſ. ein. Kommerzienrat Ludwig Leichner,
der Begründer der bekannten Schminkefabrik, iſt, 76 Jahre
alt, heute geſtorben. Die ſtreikenden Herren=
Maßſchneider Groß=Berlins erklärten ſich in einer
faſt einſtimmig angenommenen Reſolution mit den in
Jena getroffenen Vereinbarungen einverſtanden. Die
Arbeitsaufnahme ſoll am Donnerstag, 11. April, früh er=
folgen
. Der Auswandererbahnhof in Ruh=
leben
bei Spandau, der zur Aufnahme der ruſſiſchen
Auswanderer beſtimmt iſt, die von hier ihre Reiſe nach
den Hafenſtädten fortſetzen, iſt heute abend ein Raub
der Flammen geworden. Die mächtigen Baracken,
die diesmal zufällig nur von etwa 40 Auswanderern be=
ſetzt
waren, während ſonſt mehrere Hundert darin zu
weilen pflegen, wurden bei dem furchtbaren Sturme in
lanz kurzer Zeit durch das Feuer zerſtört, doch gelang es,
die Auswanderer in Sicherheit zu bringen. Der Mate=
rialſchaden
iſt ſehr groß.
Wiesbaden, 10. April. Der Aufenthalt des
Kaiſers im hieſigen Schloß wird, wie jetzt endgültig
feſtgeſtellt iſt, zehn Tage dauern, und Prinzeſſin Viktoria
Luiſe wird mit dem Kaiſer hier eintreffen. Die Kaiſerin,
welche zur Zeit der Ankunft des Kaiſers in Wiesbaden,
Mitte Mai, noch in Bad Nauheim zur Kur weilt, nimmt
während der Anweſenheit des Kaiſers in Wiesbaden
einen zwei= bis dreitägigen Aufenthalt am Wiesbadener
Hoflager. Das Schloß wird für den kaiſerlichen Aufent=
halt
bereits hergerichtet.
Biebrich, 10. April. Heute nacht um 3 Uhr iſt der auf
dem Rhein vor Anker liegende Perſonendampfer
Wiesbaden der Biebrich=Mainzer Perſonenſchiff=
fahrt
Waldmann aus gebrann t. Das Feuer
entſtand durch Selbſtentzündung der im Maſchinenraum
lagernden Kohlen. Perſonen ſind nicht zu Schaden ge=
kommen
. Das Schiff war nicht verſichert.
München, 10. April. Reichskanzler v. Bethmann
Hollweg trifft am Samstag, von Korfu zurückkehrend,
hier ein, wird dem Prinzregenten einen kurzen Beſuch ab=
tatten
und dann über Frankfurt nach Bad=Nauheim fah=
ren
, um die dort weilende Kaiſerin zu begrüßen.
Karlsruhe, 10. April. (Amtlich.) Der Zug Nr. 5
der Nebenbahn Mosbach-Mudau ent=
gleiſte
am 9. dieſes Monats zirka 1450 Meter vor der
Station Mosbach auf gerader, ſchwach geneigter Strecke
infolge eines Schienenbruchs. Die Lokomotive, der dar=
auffolgende
Packwagen und ein Perſonenwagen wurden
auf die Seite geworfen. An der Lokomotive brach das
Rohr zur Dampfpfeife. Durch den ausſtrömenden Dampf
wurde der Heizer Egolf aus Sulzbach, der in das Cabriol
der Lokomotive eingeklemmt war, verbrüht und ſofort
getötet; der Lokomotivführer Bender aus Mudau er=
litt
lebensgefährliche Verletzungen, ebenfalls durch Ver=
brühen
. Einem auf der Plattform des erſten Wagens
ſtehenden Paſſagier, Stationswärter Kniehl aus Dieden=
hofen
, gebürtig aus Fahrenbach, wurde durch Splitter
von der zertrümmerten Plattform ein Auge ausgeſtoßen.
Von den im Innern des Wagens befindlichen Paſſagie=
ren
wurden zehn Perſonen durch Glasſplitter leicht ver=
letzt
. Der Materialſchaden iſt nicht erheblich. Bemerkt
ſei noch, daß eine Stunde vor dem Unfall der Zug Nr. 4
die Strecke ohne Anſtand paſſierte.
Köln, 10. April. Ein ſchweres Automobilun=
glück
ereignete ſich geſtern am Oberländer Ufer. Ein
nit vier Perſonen beſetztes Automobil wollte einem aus
iner Nebenſtraße kommenden Radfahrer ausweichen
ind prallte dabei gegen einen Gaskandelaber. Die In=
ſaſſen
wurden aus dem Auto herausgeſchleudert und
ſchwer verletzt. Sie mußten ins Hoſpital gebracht werden.
Das Auto iſt vollſtändig zertrümmert.
Laasphe (Weſtfalen), 9. April. Der Fürſt Lud=
wig
zu Sayn=Wittgenſtein=Hohenſtein
rbliches Mitglied des Herrenhauſes, iſt auf Schloß Witt=
genſtein
im 81. Lebensjahre geſtorben. Er war der
Senior des fürſtlichen und gräflichen Geſamthauſes
Sayn und Wittgenſtein. Am 24. März 1876 trat er in
das Herrenhaus als Beſitznachfolger ſeines am 7. April
1874 verſtorbenen Vaters, des Fürſten Alexander, in der
hemals reichsunmittelbaren Grafſchaft Wittgenſtein

grenzen: beiſpielsweiſe kann ein Mann, der heute im
Staate Miſſiſſippi lebt, infolge eines über Nacht erfolgten
Durchbruches ſich und ſein Land morgen auf der andern
Seite des Fluſſes wiederfinden, wo er im Gebiete des
Staates Louiſiana iſt und unter deſſen Geſetzen ſteht!
Paſſierte derartiges in den früheren Zeiten am oberen
Laufe des Fluſſes, ſo konnte es vorkommen, daß ein Sklave
auf ſolche Weiſe von Miſſouri nach Illinois verſetzt und
zum freien Manne wurde.
Der Miſſiſſippi verändert ſein Bett aber nicht allein
durch dieſe Durchbrüche, ſondern auch noch in anderer
Weiſe, und zwar dadurch, daß er ſich ſeitwärts bewegt.
Bei Hard Times im Staate Louiſiana fließt der Strom
jetzt zwei engliſche Meilen weſtlich von der Stelle, die er
früher einnahm. Eine Folge davon iſt, daß der urſprüng=
liche
Ort dieſer Niederlaſſung ſich jetzt nicht mehr im Staate
Louiſiana befindet, ſondern am anderen Ufer, im Staate
Miſſiſſippi liegt. Faſt die ganze eintauſenddrei=
hundert
engliſche Meilen lange Strecke des
alten Miſſiſſippi welche La Salle vor zweihundert
Jahren mit ſeinen Kanoes befuhr, iſt jetzt guter,
feſter trockener Boden. An einzelnen Stellen
fließt der Miſſiſſippi jetzt rechts, an andern links von
ſeinem alten Bette.
Während der Schlamm des Miſſiſſippi an der Mün=
dung
, wo die Wogen des Golfs ihn in Bewegung halten
nur langſam Land anſetzt, geſchieht dies an beſſer ge=
ſchützten
Stellen weiter aufwärts umſo viel ſchneller: bei
ſpielsweiſe maß die Propheteninſel vor dreißig Jahren
nur eintauſendfünfhundert Acker, die ſeitdem jedoch von
dem Fluſſe um ſiebenhundert vermehrt worden ſind.
Verlaſſen wir nun die phyſiſche Geſchichte des Miſſiſ=
ſippi
und wenden uns ſeiner hiſtoriſchen zu, wenn
man ſo ſagen darf. Die Welt und die Bücher pflegen das
Wort neu ſo oft in Verbindung mit unſerem Lande zu
gebrauchen, daß man bald den dauernden Eindruck gewinnt,
als ſei in demſelben überhaupt nichts Altes. Wir wiſſen
natürlich, daß es in der amerikaniſchen Geſchichte einige
verhältnismäßig alte Daten gibt, allein die bloßen Ziffern

vermögen unſerem Geiſte keine richtige Idee, kein be=
ſtimmtes
Bild von der Zeitperiode, welche ſie repräſen=
tieren
, zu geben. Wenn einer ſagt, daß De Soto, der erſte
Weiße, welcher den Miſſiſſippiſtrom ſah, ihn im Jahre
1542 erblickte, ſo iſt das eine Bemerkung, welche eine bloße
Tatſache angibt, ohne ſie zu erklären; es iſt dasſelbe, wie
wenn man die Dimenſionen der untergehenden Sonne nach
aſtronomiſchen Maßen und ihre Farben mit den wiſſen=
ſchaftlichen
Namen angibt; man hat dann die bloße Tat=
ſache
des Sonnenunterganges, kann ſich von demſelben
aber kein Bild machen. Ebenſo hat das Darum 1542 an
und für ſich für uns wenig oder gar keine Bedeutung; erſt
wenn man einige benachbarte hiſtoriſche Daten und Tat=
ſachen
um dasſelbe gruppiert, gewinnt es Perſpektive und
Farbe und zeigt, daß es zu denjenigen amerikaniſchen
Daten gehört, die ein ganz reſpektables Alter beſitzen.
De Soto warf nur einen flüchtigen Blick auf den Fluß,
ſtarb dann und wurde von ſeinen Prieſtern und Soldaten
in demſelben begraben. Man ſollte meinen, daß die
Prieſter und Soldaten nach damaliger ſpaniſcher Sitte
die Dimenſionen des Fluſſes um das zehnfache ver=
größert
und dadurch andere Abenteurer veranlaßt hätten
ſofort aufzubrechen, um ihn zu erforſchen. Allein als ihre
Schilderungen die Heimat erreichten, erregten ſie keines=
wegs
ſolch große Neugier, vielmehr verfloſſen volle ein=
hundertunddreißig
Jahre, bis der zweite Weiße den
Miſſiſſippi beſuchte. Heutigen Tags läßt man keinen ſo
langen Zeitraum vorübergehen, wenn jemand etwas
Wunderbares geſchaut oder erlebt hat. Entdeckte jetzt je=
mand
einen Bach in der Nähe des Nordpols, ſo würden
Europa und Amerika ſofort fünfzehn Expeditionen dorthin
ſenden, die eine, um den Bach zu erforſchen, die übrigen
vierzehn, um ſich gegenſeitig aufzuſuchen.
Schon länger als einhundertundfünfzig Jahre waren
an der Atlantiſchen Küſte Anſiedlungen der Weißen ge=
weſen
. Dieſe Leute ſtanden in innigſter Verbindung mit
den Indianern: im Süden wurden letztere von den
Spaniern beraubt, abgeſchlachtet, zu Sklaven gemacht und
bekehrt; weiter hinauf trieben die Engländer Tauſchhandel

mit den Indianern um Perlen und wollene Decken und
ſchenkten ihnen die Ziviliſation und den Branntwein, und
in Kanada brachten ihnen die Franzoſen die Elementar=
lehren
bei, ſchickten Miſſionare zu ihnen und zogen zeit=
weilig
ganze Stämme nach Quebee und ſpäter nach Mon=
treal
, um ihnen Pelze abzukaufen. Dieſe verſchiedenen
Gruppen von Weißen mußten notwendigerweiſe von dem
großen Fluſſe des fernen Weſtens vernommen haben; ſie
hatten auch tatſächlich von ihm gehört, aber in ſo flüchtiger
und unbeſtimmter Weiſe, daß ſie ſich kaum ein Bild von
dem Lauf, den Verhältniſſen und der Lage des Stromes
machen konnten. Gerade das Geheimnisvolle der Sache
hätte die Neugier anfachen und zur Nachforſchung an=
ſpornen
ſollen, allein das geſchah nicht. Offenbar wollte
zufälligerweiſe niemand ſolchen Fluß haben, niemand
brauchte ihn, niemand war neugierig auf ihn, und ſo blieb
denn der Miſſiſſippi anderthalb Jahrhunderte lang außer=
halb
des Marktes und ungeſtört. Auch De Soto ſuchte,
als er den Miſſiſſippi auffand, keinen Fluß und hatte im
Augenblick keine Verwendung dafür infolgedeſſen maß er
ihm auch keinen Wert bei und ſchenkte ihm keine beſondere
Beachtung.
Schließlich kam der Franzoſe La Salle auf den Ge=
danken
, den Fluß aufzuſuchen und zu erforſchen. Sobald
jemand auf eine vernachläſſigte, aber wichtige Idee ver=
fällt
, tauchen bekanntlich ſtets allenthalben Leute auf, welche
von demſelben Gedanken beſeelt ſind, und ſo geſchah es
auch hier.
Naturgemäß wirft ſich da die Frage auf: Weshalb
wollten dieſe Leute den Fluß jetzt haben, nachdem niemand
ihn während der vorhergehenden fünf Generationen ge=
wollt
hatte? Offenbar weil man zu dieſer ſpäteren Zeit
ein Mittel, ihn nutzbar zu machen, entdeckt zu haben meinte,
denn man war zu der irrtümlichen Annahme gelangt, der
Miſſiſſippi ergöſſe ſich in den Golf von Kalifornien und
böte daher einen kürzeren Weg für die Reiſe von Kanada
nach China, während man vorher viel richtiger ange=
nommen
hatte, daß derſelbe in das Atlantiſche Meer oder
die Virginiſche See münde.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Nummer 85.

(Anteil Hohenſtein), mit deren in geordneter Erbfolge
erlangtem Beſitz das erbliche Recht auf Sitz und Stimme
im Herenhauſe verbunden iſt.
Jüterbog, 9. April. Durch die Ausſchreitun=
gen
eines Kellnerlehrlings gerieten auf dem
Bahnhof Jüterbog, wie der Berliner Lokalanzeiger mel=
det
, einige Reiſende in ernſte Gefahr. Als der Perſonen=
zug
Halle-Berlin dort Aufenthalt hatte, ließen ſich drei
Fahrgäſte von dem Kellner am Zug Bier verab=
folgen
. Ein Gaſt, der 50 Pfg. für zwei Glas Bier zu
10 Pfg. in Zahlung gegeben hatte, verlangte die über=
ſchießenden
30 Pfg. zurück und verweigerte, als der Kell=
ner
erklärte, kein Wechſelgeld zu haben, die Rückgabe der
leeren Gläſer. Hierüber geriet der Kellner in ſolche Wut,
daß er mit voller Wucht einen Bierkrug nach dem Fenſter
des Abteils ſchleuderte, als der Zug ſich in Bewegung
ſetzte. Das Glas flog durch das offene Fenſter. Durch
die herumfliegenden Glasſplitter erlitt ein Herr eine
Schnittwunde über dem linken Auge. Ein Fahrgaſt
brachte den Zug mit der Notleine ſofort zum Halten und
veranlaßte die Feſtſtellung der Perſonalien des hoff=
nungsvollen
jungen Menſchen, der ſich vor Gericht zu ver=
antworten
haben wird.
Gotha, 9. April. Im ſozialdemokratiſchen Volkshaus
ſtreiken die Kellner. Sie fordern Lohnerhöhung. An
den Oſterfeſttagen waren Ausſchußmitglieder der Volks=
hausgenoſſenſchaft
, darunter der Landtagsabgeordnete
Hildebrandt, als Streikbrecher tätig.
Beuthen in Schl., 10. April. Der Monteur Valerus,
Mitglied der Kowollſchen Mordbrennerbande, die am
10. April vorigen Jahres in Laurahütte einen Gendar=
meriewachtmeiſter
getötet hatte, iſt heute morgen 6 Uhr
hingerichtet worden. Kowoll ſelbſt, das Haupt der
Bande, wurde zwei Tage nach dem Vorfall in Laura=
hütte
, als er verhaftet werden ſollte, von der Polizei er=
ſchoſſen
.
Wien, 10. April. Der hier im Alter von 87 Jahren
verſtorbene Joſ. Spitzberger hat ſein geſamtes
Vermögen im Betrage von 2,5 Millionen Kronen der
ifraelitiſchen Kultusgemeinde zu Errichtung eines Kinder=
ſpitals
vermacht. Er lebte in den ärmlichſten Verhält=
niſſen
und ging ſo ſchlecht gekleidet, daß ihm auf der
Straße Paſſanten wiederholt Almoſen gaben.
Peſt, 9. April. Unter tragiſchen Umſtänden
iſt am Sonntag der Dozent für Kehlkopfkrankheiten Dr.
Edmund Baumgarten geſtorben. Vor einigen Tagen
hatte Baumgarten an einem kleinen Mädchen eine Kehl=
kopfoperation
vorgenommen. Das Kind biß ihm dabei
in den Finger. Da es ſich bei der Operation um eine
infizierte Wucherung handelte, ſtellte ſich Blutvergiftung
ein. Trotzdem ſofort ärztliche Hilfe bei dem Doktor zur
Stelle war, wurde ihm der verwundete Finger amputiert,
doch war er nicht mehr zu retten.
Turin, 10. April. Der Gerichtshof lehnte die Beruf=
ung
der Frau Toſelli gegen das Urteil vom 21.
November vor. Js. ab und erkannte dahin, daß das
Kind des Ehepaares den Großeltern des Mannes zur
Erziehung übergeben werde.
Zürich, 10. April. Die Tochter von Auguſt
Bebel die Gattin des kürzlich verſtorbenen Dr. Simon,
und ſelbſt Aerztin, iſt infolge dieſes Todesfalles geiſtes=
krank
geworden, ſo daß ſie in ein Sanatorium gebracht
werden mußte.
Teneriffa, 10. April. Geſtern traf der öſterreichiſche
Perſonendampfer Sophie Hohenberg mit ſtar=
ker
Schlagſeite nach Backbord aus Buenos Aires hier ein.
Beim Kohlen=Einnehmen legte er ſich plötzlich bedenklich
weiter zur Seite. Unter den 350 Paſſagieren brach eine
Panik aus. Sie mußten ſchleunigſt an Land geſetzt
werden. Der Dampfer ſoll entladen werden.=
Paris, 9. April. Zu Ehren der preisgekrönten
Schüler des Journal d’Allemagne fand
heute vormittag in der Sorbonne eine Verſammlung
ſtatt, in der Profeſſor Paul Painlovo und Profeſſor
Ripault Anſprachen Ueber die Wichtigkeit des Frie=
dens
, Sprachkenntniſſe und Friede und über das
Thema Internationaler Schüleraustauſch hielten. Zum
Schluß dankte der Chefredakteur des Journal d’Alle=
magne
, Monſieur Halein, für den freundlichen Emp=
fang
, der den Schülern in Paris bereitet wurde. Darauf
begaben ſich die preisgekrönten Schüler auf die deutſche
Botſchaft, wo ſie von Herrn und Frau v. Schön empfan=
gen
und auf das freundlichſte bewirtet wurden. Die
Schüler verlaſſen heute abend 10 Uhr wieder Paris und
reiſen nach Deutſchland zurück.
C.K. Paris, 9. April. Der franzöſiſchen Akademie
ber Wiſſenſchaften wurde Bericht erſtattet über die Unter=

ſuchungen und Beobachtungen Boudouards, die ſich mit
dem Urſprung und der Abwehr der ſchlechten Ge=
rüche
von Paris beſchäftigten. Im Frühjahr und
faſt den ganzen Sommer über ziehen Wogen übler fau=
liger
Gerüche über die Seineſtadt, die die Luft verpeſten.
Die Unterſuchungen Boudouards haben nun ergeben, daß
dieſe Gerüche von den in der Umgebung von Paris lie=
genden
großen Düngerfabriken ausgehen, die einen ent=
ſcheidenden
Einfluß auf die Verſchlechterung der Pariſer
Atmoſphäre ausüben. Es zeigte ſich dabei, daß die rein
mineraliſchen Superphosphate in dieſer Beziehung ver=
hältnismäßig
harmlos ſind, während die Phosphor=
Guanos und die anderen Düngemittel, bei denen die Ab=
fälle
der Seineſtadt verarbeitet werden, beſtimmte charak=
teriſtiſche
Gerüche ausſtrömen, deren Verbreitung durch
das Steigen der Temperatur und durch den atmoſphäri=
ſchen
Druck begünſtigt wird. Auch der Feuchtigkeitsge=
halt
der verarbeiteten Abfälle ſpielt dabei eine weſent=
liche
Rolle; er iſt dafür verantwortlich, daß in der Zeit
von Februar bis April und von September bis November
dieſe ſchlechten Gerüche wiederum in verſtärktem Maße
fühlbar werden, weil in dieſen Monaten der Hauptver=
ſand
des Düngers ſtattfindet. Die Stadt hat am meiſten
zu leiden. wenn der Wind aus Nordweſten kommt. Die
einzige Möglichkeit, Paris von dieſer Plage zu befreien
und es in einen beſſeren Geruch zu bringen, ſieht der
Gelehrte in dem Erlaß ſtrenger Beſtimmungen die die
Arbeitsweiſe der Düngerfabriken regeln und die dann
mit größter Strenge durchgeführt werden müßten.

Kongreſſe und Verbandstage.

Kongreß für Familienforſchung.
Gießen, 9. April. Unter dem Vorſitz von Prof.
Dr. Robert Sommer (Gießen), dem Direktor der pſy=
chiatriſchen
Klinik, findet hier in dieſen Tagen der erſte
Kongreß für Familienforſchung, Ver=
erbungs
= und Regenerationslehre ſtatt.
Dem Kongreß geht ein zweitägiger Kurs für Genealogie,
Pſychiatrie und Vererbungslehre voraus unter Berückſich=
tigung
verwandter Erſcheinungen aus der Botanik, Zoo=
logie
und Anatomie, wobei die Fragen der Regeneration
und Raſſenhygiene beſonders berückſichtigt werden. Der
Kurſus, zu dem ſich zahlreiche Teilnehmer, darunter insbe=
ſondere
Vorſtände von Irrenanſtalten, Strafanſtalten,
Krankenhäuſern, Pfarrer, Gerichtsärzte uſw. gemeldet
haben, wurde am Montag abend durch eine Begrüß=
ungsfeier
im Hotel Schütz eröffnet. Geh. Med.=Rat
Prof. Dr. Sommer führte in ſeiner Begrüßungsanrede
aus, daß dieſer Kurſus der zweite in ſeiner Art ſei. Der
erſte habe im Auguſt 1908 ebenfalls in Gießen ſtattgefun=
den
. Er habe ſich hauptſächlich mit der Behandlung und
Erziehung der angeborenen Schwachſinnigen beſchäftigt.
der diesmalige Kurſus befaſſe ſich mit der Erforſchung der
Bedeutung der angeborenen Anlage und der Abſtammungs=
verhältniſſe
überhaupt. Das ſei ein Gebiet, auf dem ſich
Naturwiſſenſchaftler und Mediziner, Pſychologen und
Hiſtoriker, Juriſten und Pädagogen zu gemeinſamer Arbeit
zuſammenfinden können. Es handle ſich dabei darum, auf
dem Boden der beobachtenden Pſychologie und der Natur=
wiſſenſchaft
die angeborene Anlage und die Geſamtperſön=
lichkeit
von einzelnen Menſchen, ſowie die natürliche Be=
ſchaffenheit
beſtimmter Gruppen von Menſchen methodiſch
darzuſtellen. In dieſem Sinne begrüßte der Vorſitzende
die zahlreich erſchienenen Teilnehmenden und Mitwirken=
den
des Kurſes und des Kongreſſes. In dem Kurſus wird
Dr. Kekulé von Stradonitz (Groß=Lichterfelde) eine Vor=
leſung
halten über Fehler in der genealogiſchen Methode
bei der Unterſuchung von Vererbungsfragen. Prof. Dr.
Sommer (Gießen) über Theorie der Blutsverwandtſchaft
Prof. Dr. Dannemann (Gießen) über Vererbung von
Geiſteskrankheiten Privatdozent Dr. Berliner (Gießen)
über Angeborenen Schwachſinn Sanitätsrat Dr. Wein=
berg
(Stuttgart) über Hereditätsforſchung Augenarzt
Dr. Crzellitzer (Berlin) über Familienſtammbücher Auf
dem Kongreß werden u. a. Geh. Prof. Dr. Oſtwald ( Groß=
bothen
) über Genealogie Prof. Dr. Giſevius (Gießen)
über Erfahrungen bei der Tierzüchtung Prof. Dr. Fiſcher
(Freiburg i. Br.) über Raſſenkreuzung beim Menſchen
ſprechen, ſowie Dr. Betz (Mainz) über Der Durchſchnitts=
menſch‟
Dr. A. von den Velden (Weimar) über Ahnen=
tafeln‟
Dr. Hammer (Stuttgart) über Vererbung beim
Menſchen Prof. Dr. Roller (Karlsruhe) über Lebens=
dauer
der Geſchlechter im Mittelalter uſw.
Mit dem Kurſus und dem Kongreß iſt eine Ausſtel=
lung
verbunden, die ſich im weſentlichen auf die Ver=

hältniſſe der Abſtammung und der Familien beim Men=
ſchen
bezieht, aber auch die Erſcheinungen aus der Pflan=
zen
= und Tierwelt berückſichtigt.

Handel und Verkehr.

* Züge mit Schlafwagen und Speiſe=
wagen
. Vom 1. Mai ab fahren vom Hauptbahnhof
Frankfurt a. M. folgende Züge mit Schlaf=
wagen
: nach Berlin (Anh. Bahnhof) über Bebra 10,23,
Berlin (Schleſ. Bahnhof) über Kaſſel 10,36, Leipzig über
Kaſſel 11,13, Hamburg=Altona über Kaſſel 8,55, Ham=
burg
=Altona über Bebra 11,24, Bremen über Bebra 11,24,
Baſel über Karlsruhe 11,45, Baſel über Straßburg 11,50/
Paris über Saarbrücken 8,35, Paris über Karlsruhe 7,46,
Nürnberg, München bezw. Wic-Aſchaffenburg 3,34a
6,16, 4,36, 11,06, Belgien (Vliſſingen und Oſtende) 1,01,
1,33. Speiſewagen führen vom 1. Mai ab fol=
gende
Züge: Nach Berlin (Anh. Bahnhof) über Bebra
6,04, 8,20, 12,51, 2,44, Leipzig über Bebra 9,40, 1,05,
Hambura=Altona über Kaſſel 5.58, 12,48, Hamburg=Altona
über Bebra 2,54, Baſel über Karlsruhe 6,38, 7,12, 9,35,
12.20, 4,10, 5,10, Baſel über Straßburg 7,40, 9,37, 1,43,
4,03, Karlsruhe über Heidelberg 2,00, Konſtanz über
Karlsruhe 12,50, Wildbad über Karlsruhe 8,10. Paris
über Saarbrücken 7.32, Nürnberg, Eger und München
über Aſchaffenburg 7,06, 2.18, 3.36. 4,36. Brüſſelübe: Herbes=
thal
2.18, Amſterdam über Emmerich 12.28, Eſſen über
Köln=Deutz 2.45. Krefeld über Betzdorf 4.57. Saarbrücken
über Münſter 5,07. Wiesbaden über Höchſt 9.32. Die
Luruszüge Berlin-Fpankfurt-Ventimialia
und zurück fahren in der laufenden Fahrplanperiode letzt=
mals
: von Ventimialia nach Frankfurt und Berlin am
29. April: von Berlin und Frankfurt nach Ventimialia
am 27. April Sie nehmen ihre Fahrten dann wieder
im nächſten Herbſt auf.

Landwirtſchaftliches.

Ankauf von Zuchtfohlen. Auch in dieſem
Jahre iſt von der Landwirtſchaftskammer ein Ankauf
von Zuchtfohlen in Belgien und Oldenburg
beabſichtigt. Es ſollen angekauft werden: Jährlinge und
zweijährige Fohlen aus Belgien und Oldenburg. Der
Einkauf in Belgien iſt für die erſte Hälfte des Monats
Mai, der in Oldenburg für Juni oder Juli vorgeſehen.
Anfragen über den ungefähr zu zahlenden Preis werden
von der Landwirkſchaftskammer umgehend beantwortet.
Die Beſtimmungen über Einfuhr der Fohlen werden In=
tereſſenten
ebenfalls auf Wunſch zugeſandt. Die Landwirt=
ſchaftskammer
übernimmt bei dieſen Ankäufen die ſämt=
lichen
allgemeinen Koſten (alle Koſten abzüglich der An=
kaufspreiſe
). Außerdem wird noch ein Zuſchuß zu den
Ankaufskoſten gewährt, deſſen Höhe ſich nach der Beteilig=
ung
am Import richtet, aber 20 Prozent des Ankaufs=
preiſes
nicht überſteigen ſoll. Der Zuſchuß wird an einen
Beſteller nur für höchſtens zwei Tiere bewilligt.

Vermiſchtes.

* Ueber den 1911er Wein finden ſich in dem
zweiten Bande des Jahresberichtes der Aelteſten der
Kaufmannſchaft von Berlin folgende bemerkenswerten
Ausführungen:
Das überſchwengliche Lob, das dem 1911er Wein un=
ter
Bezugnahme auf den 1811er vielfach zuteil wird, iſt
keineswegs voll berechtigt. Die Weine der Moſel= und
Saar dürften zwar dem blumigen, eleganten 1895er, teils
auch dem reifen 1900er gleichen, ihre Vorjahre alſo weit
überragen, aber die edlen Weine der Pfalz werden den
1900er kaum erreichen. Von Rheinheſſen und insbeſon=
dere
vom Rheingau hingegen iſt tatſächlich Hervorragen=
des
zu melden. Freilich ſtehen die Preiſe in allen
Weinbaugebieten, insbeſondere im Rheingau, auf einer
Höhe, daß die Weine ſpäter für den weniger Bemittelten
als Genußmittel kaum in Frage kommen. Auch aus Bur=
gund
kann man, allerdings zu ſehr hohen Preiſen, einen
wundervollen Wein erwarten. Die relativ kleine Ernte
von Bordeaux hat in Vorausſetzung eines großen Jahr=
ganges
dazu geführt, daß umfangreiche Frühkäufe ſchon
am Stock zu ſtetig ſteigenden Preiſen erfolgten. Mit ei=
nem
Preisfall der Bordeaur= und Burgunderweine iſt
in Anbetracht der Tatſache, daß faſt die ſämtlichen be=
kannten
Gewächſe ſchon im November vom Handel auf=
gekauft
waren, ſich alſo in feſter Hand befinden; kaum
zu rechnen; dagegen werden vorausſichtlich die Preiſe an

Saalbau=Theater.

St. Das Berliner Max Walden=Enſemble
(Leitung: Direktor Egon Jantſch und Max Walden) hat
am Dienstag abend ſein auf 5 Tage berechnetes Gaſtſpiel
begonnen, das ausſchließlich die Polniſche Wirtſchaft, Ope=
retten
=Poſſe in 3 Akten mit Geſang und Tanz von Kurt
Kraatz und Georg Okonkowski, Geſänge von Alfred
Schönfeld, Muſik von Jean Gilbert, inſzeniert von Max
Walden, Orcheſter=Dirigent: Kapellmeiſter Albert Zornow,
bringen ſoll. Das Orcheſter ſtellt das Muſikkorps des In=
fanterie
=(Leibgarde=) Regiments Nr. 115. Die Ausſtattung
an Dekorationen und Koſtümen iſt von Hugo Baruch u. Co.,
Hoflieferanten, Berlin.
Im Grunde genommen iſt ſie unglaublich einfältig,
dieſe Operettenpoſſe, der man den größten Erfolg der
Gegenwart nachrühmt, die in der Metropole der In=
telligenz
600 Mal ein volles Haus erzielen konnte und
deren Zugkraft für die Provinz man ſo hoch einſchätzte,
daß Max Walden ein eigenes Enſemble zuſammenſtellte,
um in einer beſonderen Tournee die größeren und großen
Städte des Reiches zu beglücken mit dieſer Polniſchen
Wirtſchaft deren geſangliche Schlager längſt Gemein=
gut
aller Walzertanzenden und aller Schuſter= Bäcker=
und Heinerbuben geworden, die die bekannten Melodien
ebenſo falſch wie unermüdlich durch die Gaſſen und Goſſen
ſchleifen. Treffend an dieſem derzeit zugkräftigſten Kaſſen=
ſtück
der deutſchen Operettenbühne iſt eigentlich nur der
Titel, denn anders konnte dieſes Tohu=wabohu von komi=
ſchen
und draſtiſchen nur loſe zuſammenhängenden Szenen,
denen meiſt jede Begründung fehlt, mit den ganz willkürlich
und ebenſo unbegründet hereingezogenen Tänzen und Ge=
ſängen
kaum genannt werden, als eben Pol=
niſche
Wirt ſchaft Aber wirkſam, koloſſal
wizkſam auf ein nicht gerade anſpruchsvolles
Publikum iſt dieſe hin und wieder bis zur
Burleske ausartende Operettenpoſſe. Man kann Tränen
lachen, wenn man ſich einfach mit hineinreißen läßt in
dieſen Strudel humorvollſten Lebens, das ſich in wirbeln=
dem
Durcheinander da auf der Bühne abwickelt. Hinein
in das Leben dieſer leichtlebigen, verliebten, eiferſüchtigen,
erbſchleichenden, dichtenden, lügenden, ſingenden, tanzen=
den
, fliegenden, fluchenden und erfreulich oft küſſenden
berlineriſch=polniſchen Geſellſchaft.

Und daß dies Mithineinziehen in den tollen Strudel
nicht ausbleibt, dafür ſorgt die ganz vorzügliche Darſtel=
lung
des Enſembles, das beſonders in den Hauptrollen
bezw. spartien über Kräfte verfügt, die kaum beſſer ſein
könnten. Allen voran Max Walden, der einzig=
artige
Komiker und Humoriſt, der aus dem Dichterling
alias Gutsverwalter Hans Fiedler eine Kabinettsrolle
zu geſtalten wußte, die ſchlechterdings nicht mehr zu über=
treffen
iſt, und ſeine reizende, lebenſprühende Partnerin
Erika, des Berliner Stadtrats Töchterlein. Marie Bart=
ling
, die ganz entzückend ſpielte und beinahe ebenſo
gut ſang. Dann Albertine Müller=Lovinski und
Ernſt Wehrhahn, die das viermal verheiratete, aber
ſich ſcheiden laſſende Ehepaar Hegewald ſehr wirkſam
verkörverten; Franz Merker und Magda Laubert,
als Stadtratsehepaar, Willi Dewal als Aviatiker Fritz
Sperling. Bruno Lovinski als ewig fluchender erb=
ſchleichender
Graf Kaſimir mit ſeinen vier Nichten, die
von Fanny Heilmann, Jutta v. Biedermann Anni
Donque und Hedy Brückner aut geſpielt wurden:
Karl Schulte als Kunſthändler Steinöl, endlich Rudolf
Schneider als Geh. Rat v. Veltenius. Hilde Sie=
merlina
als Minchen und Franz Cüſſel als Stem=
vanski
. Alle waren auf ihrem Platz. Das Zuſammen=
ſviel
war, wie das ja bei einem Spezialenſemble ſelbſt=
verſtändlich
iſt, ganz vorzüglich und klappte ausgezeichnet.
Das Publikum amüſierte ſich augenſcheinlich vortrefflich
und ſpendete lebhaften Beifall.

Fenilleton.

* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Lotterke und
Literatur. In den Grenzboten regt Dr. B. Weſten=
berger
=Leipzig an, mit Hilfe der ſtaatlichen Klaſſenlat=
terien
gute Bücher unter die Leute zu bringen. Der Staat
ſolle den vom Glück betrogenen Nietenbeſitzern einen
ſanften Troſt bereiten und zugleich für das Leſe= und
Bildungsbedürfnis etwas Praktiſches wirken. Die hier=
für
nötigen Geldmittel könnten aus einer Kürzung der
übertrieben hohen Hauptgewinne und der Prämien ge=
wonnen
werden, ſo daß 50100000 Mark zur Verfügung
ſtünden. Dieſer Betrag reiche aus, um Bücher als Troſt=
gewinne
in die Hände der Spieler gelangen zu laſſen.
Dem Staate öffne ſich hier die Ausſicht zur wirkſamen

Bekämpfung der viel beklagten Unwiſſenheit in ſtaatlichen
Dingen: der Staat könne ein jährlich neu bearbeitetes
Staats=Handbuch herausgeben, das in volkstümlicher
Darſtellung die Staatseinrichtungen, die Geſetzgebung,
gemeinnützige Beſtrebungen, Geſundheitspflege uſw. be=
handele
. Scheue aber der Staat die gegneriſche Kritik,
die einem derartigen Unternehmen nicht erſpart bleiben
würde, ſo möge er den Nietenziehern das Anrecht geben,
ſich in einer Buchhandlung gegen Auslieferung des nicht
gezogenen Loſes ein Lotteriebuch auszuſuchen. Weſten=
bergers
originelle Anregung hat jedenfalls Anſpruch auf
Beachtung.
Fernphotographiſche Bildübertragung.
Am Montag ward, zum erſten Male, in etwa 15 Minuten
von dern fernpbotographiſchen Station in Berlin zu der
neu errichteten Station in Monte=Carlo eine Bildüber=
tragung
bewirkt. Es wurde als erſtes Bild das des Für=
ſten
von Monako übermittelt und ſofort am ſelben Abend
in dem dortigen Kaſino ausgeſtellt. Die Verſuche ſtan=
den
in Berlin unter Leitung von Profeſſor Glatzel, in
Monte=Carlo unter Profeſſor Korn. Es handelte ſich
um eine Entfernung von 1500 Kilometern.
Mainzer Stadttheater. Man ſchreibt uns:
Die Erſtaufführung des dreigktigen Schwankes Die
Damen des Regiments von Julius Horſt und=
Arthur Lippſchütz für das Mainzer Stadttheater fand
bei gutbeſetztem Hauſe am Dienstag abend ſtatt. Das
anſpruchsloſe Stück, das bekanntlich im erſten Akte die
Abſicht verrät, die Damen des Regiments zum Mittel=
punkt
der Handlung zu machen, dieſe Abſicht aber in dem
zweiten Akte ſchon ganz aufgibt und vollſtändig von dem
tyviſchen Luſtſvielleutnant getragen wird. unterhielt das
Publikum vortrefflich, ohne daß ſich dies jedoch zu beſon=
derem
Beifall nach den Aktſchlüſſen angeſpornt fühlte. Die
Aufführung war gut vorbereitet und ging flott von ſtat=
ten
. In den Hauptrollen errangen ſich Ernſt Pröckel
(von Möllendorf), Adolf Harnack (Oberſt von zur Müh=
len
) und Ida Drexler (Thea, ſeine Tochter) beſondere
Anerkennung.
Der Charakterdarſteller Mar Bayrhammer vom
Frankfurter Schauſvielhauſe wurde vom Intendanten
Volkner für die nächſten Jahre wieder enggaiert.
Der Obermaſchinenmeiſter am Leipziger Schauſpiel=
hauſe
, Karl Willenbücher aus Darmſtadt, iſt ab

[ ][  ][ ]

Nummer 85.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Seite 5.

der Mittelmoſel für beſſere Weine weichen, ſobald ein
günſtiger Verlauf der Blüte des Weinſtockes auch für
1912 einen reichen Ertrag verſpricht, denn dort lagern un=
verkauft
noch ganz bedeutende Vorräte. Die mittleren
Weine hingegen ſind an der Unter= und Mittelmoſel ſorg=
fältig
ausgeſucht und aufgekauft. Auch die Obermoſel
mit ihren kleinen Weinen gibt in Anbetracht großer Vor=
räte
keine Ausſicht auf Preisſtändigkeit, ſondern eher auf
einen Rückgang der Preiſe, denn ohne Zuckerung ſind dieſe
1911er Weine ſchwer zu verwenden. Stark gelichtet ſind
die Vorräte an der Saar; die Preiſe ſind dort jetzt ſehr
hoch, aber ein Weichen der Preiſe von hochwertigen Wei=
nen
iſt auch hier zu erwarten, wenn die Ausſichten für
4912 günſtig werden.
* Renten= und Penſionsanſtalt für
deutſche bildende Künſtler. Die unter Dem
Protektorat des Großherzogs von Sachſen ſtehende
Renten= und Penſionsanſtalt für deutſche bildende Künſt=
ler
(Maler, Bildhauer, Architekten, Kunſtgewerbler, Mu=
ſterzeichner
, Kupferſtecher, Zeichenlehrer und dergleichen)
mit dem Sitz in Weimar hat ſoeben den Bericht über
ihr 18. Geſchäftsjahr erſcheinen laſſen. Wir entnehmen
dieſem Bericht kurz folgendes: Die Anſtalt ſchreitet er=
freulicherweiſe
in ihrer Entwickelung rüſtig vorwärts. Es
iſt ſehr zu wünſchen, daß diejenigen Künſtler, die ſich der
Anſtalt noch nicht angeſchloſſen haben, in ihrem eigenen
Intereſſe das Verſäumte baldigſt nachholen. Beſonders
für die jüngeren Künſtler gilt dieſe Mahnung. Die
Sicherheit des Unternehmens wird durch die Kontrolle
des kaiſerl. Aufſichtsamtes für Privatverſicherung ge=
währleiſtet
. Das Vermögen der Anſtalt iſt auf 1 10739s
Mark angewachſen, außerdem beſitzen die Ortsverbände
ein eigenes Vermögen von 90 410 Mark, aus dem ſie ihren
Mitgliedern durch Zuſchüſſe die Beitragszahlung erleich=
tern
. An 51 Penſionäre ſind im verfloſſenen Jahre
11522 Mark ausgezahlt worden. Der ſog. Zuſchuß zu den
durch di Beiträge verſicherungstechniſch ſelbſterworbe=
nen
Renten beträgt gegenwärtig 50 Mark jährlich für
jeden Penſionsempfänger. Zu den Ortsverbänden Ber=
lin
, Kaſſel, Darmſtadt, Deſſau, Dresden, Düſſeldorf,
Frankfurt a. M., Hamburg, Karlsruhe. Königsberg i. P.,
Leipzig, München, Nürnberg, Poſen. Stuttgart und Wei=
mar
iſt Hannover neu hinzugekommen. Die Orts
verbandsvorſtände geben bereitwilliaſt Auskunft über die
Zwecke und Ziele der Anſtalt. Ebenſo wird durch die
Geſchäftsſtelle in Weimar der Jahresbericht und die
Satzung auf Wunſch koſtenlos zugeſandt und jede weiter
gewünſchte Auskunft über die Anſtalt erteilt. Vorſitzen=
der
des Ortsverbands Darmſtadt iſt Prof. Adolf Beyer,
Schriftführer Prof. H. R. Kröh.

Literariſches.

Die Michelangelo=Mappen des Kunſt=
warts
. (Kunſtwart=Verlag Georg D. W. Callwey in
München). Mit den Michelangelo=Mappen greift die Ar=
beit
des Kunſtwarts nach einer der höchſten Aufgaben der
Kunſtpflege überhaupt. Wir brauchen über den Bildhauer
und den Maler Michelangelo ein umfaſſendes Werk, das
ſich auf die eine Aufgabe ſammelt: dem künſtleriſchen Ge=
nuß
, das heißt: dem Nacherleben zu dienen. Das große
Unternehmen des Kunſtwarts wäre auch auf Grund der
langjährigen Studien und Erfahrungen ſeines Heraus=
gebers
allein noch nicht möglich geweſen. Es durfte wohl
nur unter der Bürgſchaft der Kunſtwart=Stiftung gewagt
werden, hier ſo große und ſchöne Blätter zu ſo niedrigem
Preiſe zu liefern, daß jetzt eine ganze Mappe weniger
koſtet, als bisher in Deutſchland eine einzige Photographie
gleicher Größe und gleichen künſtleriſchen Wertes. Der
Kunſtwart hat ſich in ſeinem Vertrauen nicht geirrt. Das
beweiſt ſchon jetzt der Erfolg, auch abgeſehen von den ge=
radezu
begeiſterten erſten Stimmen der Preſſe. Es iſt
kein Zweifel: dieſe Michelangelo=Mappen werden, was
Avenarius ihnen wünſcht, Standbeſitz aller Gebildeten.
Der Geiſt, in welchem, alle Kulturvölker Europas das
größte bildneriſche Genie der Welt verehren, der Geiſt
Michelangelos, tritt immer gleichſam mit aller ſeiner
Gegenwart ins Geiſtesleben des gebildeten Deutſchen ein.
Wie viel dazu der Begleittert von Avenarius mithelfen
mag, das weiß, wer ſeine anderen Texte kennt. Schon
ſind drei Mappen erſchienen: Die Hauptbilder der
Sixtinadecke, Preis 5 Mk., Die Propheten und
Sibyllen, Preis 4 Mk., Das jüngſte Gericht, Preis ebenſo.
EE

Ilſe=Dore Tanner, Aufneuen Pfaden
Eines Kindes Tränen. Eleg. broſchiert 2 Mk.,
in Leinen gebunden 3 Mk. Verlag von Albert Goldſchmidt,
Berlin W 35. Das neueſte Buch aus dem Verlage von
Albert Goldſchmidt bringt zwei Novellen, die ſich vorteil=
haft
von den vielen Erzeugniſſen moderner deutſcher No=
velliſtik
unterſcheiden. Vor allem: da iſt nichts gemacht,
nichts um jeden Preis Originellſein=Sollendes. Klar und
folgerichtig iſt der Aufbau, anſchaulich und überzeugend
die Durchführung. Dem Bande, der, wie geſagt, zu den
erfreulichſten Erſcheinungen der Unterhaltungsliteratur ge=
hört
, iſt ein großer Leſerkreis zu wünſchen.
Fünfzehnhundertſechsunddreißig Löſungen haben
die Preisrätſel der Gartenlaube in deren Leſerkreis
gefunden, Löſungen von oft ſo origineller Form, daß die
Redaktion in dem ſoeben erſchienenen Heft 13 einige der
hübſcheſten in Wort und Bild zum Abdruck gebracht hat.
So überreich war die Fülle des Gebotenen, ſo viel Fleiß
und Eifer war darauf verwendet worden, daß die Preiſe
freiwillig um mehr als die dreifache Zahl vermehrt wurden.
Aber das erfreulichſte bei all dieſen Einſendungen blieb
doch, daß jede einzelne von ihnen nicht nur das rege Inter=
eſſe
bekundete, das den Preisausſchreiben der Gartenlaube
von Tauſenden getreuer Leſer entgegengebracht wird, ſon=
dern
auch den innigen Zuſammenhang, der zwiſchen dieſem
Leſerkreiſe und der Redaktion des Blattes beſteht.
Ein Dichter der Liebe iſt eine geiſtvolle Plauderei
Dr. Rudolf Oſtlers zubenannt, die Franz Grillparzer,
deſſen Dramen als Schilderer modernen Nervenlebens, der
Liebe und Sinnlichkeit, in helles Licht rückt. Aus dem
übrigen textlichen Inhalt dieſes neueſten (15.) Heftes der
illuſtrierten Zeitſchrift, Moderne Kunſt, (Verlag von
Rich. Bong, Berlin W. 57. Preis des Vierzehntagesheftes
60 Pfg.) heben wir den mit gediegenem Bildermaterial
verſehenen Aufſatz Dr. Ludwig Webers über Bruno
Héroux hervor, der zu unſeren bedeutendſten Graphikern
gehört. Gleichem Intereſſe wird Dr. Oskar Anwands
ebenfalls reich illuſtrierte Abhandlung über den Streit um
das Bismarck=Denkmal begegnen, die über dieſe hoch=
wichtige
Frage moderner Monumentalkunſt klaren Auf=
ſchluß
gibt. Serafine Detſchys Roman Unſichtbare Bande‟
wächſt auf der Grundlage feinſinniger Charakterzeichnung
immer mehr zur Schilderung eines tragiſchen Schickſals
empor. Da die Ausſtattung auch dieſes neueſten Heftes
der vornehmen Familienzeitſchrift glänzend iſt und der
Zick=Zack in Wort und Bild über oriainelle Ereigniſſe des
Kunſt=, Theater=, Geſellſchafts= und Modelebens berichtet,
wird der mannigfache Inhalt dieſes Heftes wohl jeder=
mann
befriedigen.

Das Dampferunglück anf dem Nil.

*. London, 9. April. Im hieſigen Hauptbureau
der Cookſchen Reiſeagentur ſind bisher noch keine Einzel=
heiten
über das Dampferunglück auf dem Nil
eingetroffen. Nach den erſten bisher vorliegenden Tele=
grammen
iſt das Unglück durch den Zuſammenſtoß
des Dampfers mit einer großen Dahabich
(ſchmales, langes Nilſegelbot) erfolgt. Ueber den ge=
nauen
Umfang der Kataſtrophe iſt vorläufig noch nichts
bekannt, doch ſcheint es, daß die erſten Nachrichten, die
von 200 Toten ſprachen, übertrieben ſind. Wahrſchein=
lich
dürften nicht mehr als 50 Perſonen ihr Leben bei
dem Zuſammenſtoß eingebüßt haben.
* Kairo, 9. April. Zu dem Dampferzuſam=
menſtoß
auf dem Nil wird noch gemeldet: Der ge=
ſunkene
Vergnügungsdampfer hatte 300 Perſonen
an Bord, von denen viele von anderen Dampfern und
Booten gerettet wurden. Siebzehn Leichen ſind
bisher geborgen worden.
* Kairo, 10. April. Die bei dem Dampferunglück
auf dem Nil Ertrunkenen ſind alle Aegypter. Auch
ſcheint die im erſten Augenblick angegebene Zahl der
Verunglückten ſtark übertrieben zu ſein.

Die Ueberſchwemmungen des Miſſiſſippi.

* Der Miſſiſſippi ſteigt noch immer. Die durch die
Ueberſchwemmung geſchaffene Lage iſt verzweifelt.
Schlimme Nachrichten kommen beſonders aus den
Städten Golden Lake, Memphis, Pecan Point, Lamb=
ville
und Holly Buſh in Arkanſas. Kairo, in Illinois,
iſt von den Fluten jetzt ganz umgeben. Glücklicherweiſe
aber halten die Dämme hier Stand. Insgeſamt ſind
30000 Perſonen obdachlos geworden und 30 Perſonen
ertrunken. 2000 Geviertmeilen Land ſind überſchwemmt.

Memphis, 9. April. Der Hauptdeich am
Miſſiſſippi bei Golden Lake in Arkanſas iſt ge=
brochen
. Man befürchtet, daß durch das eindringende
Waſſer gegen 45 Ortſchaften, wenigſtens teilweiſe,
unter Waſſer geſetzt werden. Die bedrohten Plätze ſind
telephoniſch von der drohenden Gefahr verſtändigt
worden.
* Memphis, 10. April. Infolge des Damm=
bruches
bei Golden Lake ſind gegen zweitauſend
Quadratmeilen Land überſchwemmt, darunter ein 500000
Acres reiches Farmland im Nordoſten Arkanſas. Meh=
rere
Städte ſtehen unter Waſſer, die Verbindungen ſind
unterbrochen. Der angerichtete Schaden wird auf eine
Million Dollar geſchätzt.
Darmſtadt, 11. April.
gs. Unfall. Durch den Bruch einer Gerüſtdiele am
Bahnhofsneubau an der Weſterſtädterſtraße fielen
geſtern nachmittag gegen 5 Uhr drei Weißbinder
auf die Straße. Zwei zogen ſich innere Verletzungen
zu, der dritte eine Fußverletzung. Sie wurden durch die
Rettungswache in das Städtiſche Krankenhaus gebracht.
Die Verletzten ſtammen aus Seeheim, Bickenbach und
Groß=Zimmern.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Marburg, 10. April. Der Profeſſor der Theologie
Geheimrat Achelli iſt heute im Alter von 74 Jahren
geſtorben.
* London, 10. April. Faſt in allen Kohlenrevieren
wurde geſtern die Arbeit wieder auigenom=
men
, ſoweit der Zuſtand der Gruben es erlaubt. Der
Streik der Maſchiniſten in Durham wurde beigelegt; in
Südwales dauert er fort, aber ihre Arbeit wird von Be=
amten
übernommen und mehrere Tauſend Bergleute ſind
geſtern eingefahren. Auch der Lohnſtreit unter den über
Tage arbeitenden Leuten in Yorkſhire und Derbyſhire iſt
beendet, dagegen weigern ſich in Lancaſhire etwa zwei
Drittel der Leute, die Arbeit wieder aufzunehmen, ehe
die Mindeſtlöhne für das Revier feſtgeſetzt ſind. Faſt
in allen Bezirken ſind Vorbereitungen zur Einſetzung der
durch das Mindeſtlohngeſetz gewährten Lohnkommiſſio=
nen
getroffen und in drei Bezirken haben ſich die Par=
teien
auf die Perſon des Vorſitzenden bereits geeinigt.
* Korfu, 10. April. Der Kaiſer und der Reichs=
kanzler
mit Gefolge fuhren heute morgen im Auto=
mobil
nach der Stadt, wo ſie das Muſeum beſuchten. Pro=
feſſor
Doerpfeld gab Erklärungen. Im Muſeum hatte ſich
auch Miſter Armour, und in deſſen Begleitung zwei
Archäologen, der Amerikaner Norton und der Engländer
Hogart, eingefunden. Von dem Muſeum begaben ſich
ſämtliche Herrſchaften nach Caritza zu den Ausgrabungen,
wo ſie längere Zeit verweilten. Der Kaiſer folgte einer
Einladung zum Frühſtück bei Mr. Armour auf deſſen Jacht
Utowana‟. Das Wetter iſt regneriſch und windig.
* Konſtantinopel, 10. April. Bei den Wahlen zur
zweiten Klaſſe in Konſtantinopel haben bis=
her
ausſchließlich die Jungtürken gewonnen. Die liberale
Union beſchloß, infolge von Wahlmißbräuchen, wobei
ihre Parteigänger angeblich auch verprügelt worden ſind,
in einigen Wahlbezirken Konſtantinopels Stimment=
haltung
.
* New=York, 10. April. Nach einer Nachricht aus
Mexiko haben die Rebellen unter dem General Za=
pata
Jojutla im Staate Morelos eingenommen. Die
Regierungstruppen machten einen Gegenangriff. Hef=
tige
Gefechte ſind im Gange.
* Chicago, 10. April. Bei den geſtrigen Primär=
wahlen
zur Präſidentſchaft erhielt in Illinois
Rooſevelt eine anſehnliche Majorität. Er ſchlug Taft mit
ungefähr zweieinhalb gegen eins. Der Demokrat Champ
Clark ſiegte aber über die übrigen Kandidaten ſeiner
Partei.
* Chile, 10. April. In verſchiedenen Salpeterwerken
Chiles iſt man damitz beſchäftigt, an Stelle der Kohle jetzt
Petroleumfeuerung einzurichten. Man hofft, wie
der Finanz=Herold erfährt, die Betriebsſpeſen hierdurch
um nahezu 40 Prozent ermäßigen zu können.

Erfurt, 10. April. In Arnſtadt in Thüringen ſoll
zu ihrem 25. Todestage der Schriftſtellerin Marlitt
ein Denkmal errichtet werden.

nächſter Saiſon für längere Zeit als techniſcher Oberleiter
an das Stadttheater Breslau verpflichtet worden.
C. K. Wie die Taucher im Wrack der Ozeana arbelten.
Tagelang haben die Taucher am Wrack der geſunkenen
Ozeana gearbeitet, ohne daß es ihnen gelang, ihr Ziel
zu erreichen; erſt jetzt ſind ſie zu den Schatzkammern des
Schiffes vorgedrungen und bis zum Sonntag konnten ſie
bereits nahezu vier Millionen von den 15 bergen,
die in Gold und Silber in der Tiefe des Kanals ruhen.
Es iſt eine ſchwere und gefahrenreiche Arbeit, der die
rauhen Männer mit dem Kupferhelm ſich unterziehen
müſſen. Sie müſſen unter Waſſer über 60 Fuß tief mit
den Händen an einem geſpannten Seil hinabturnen, ehe
ſie hinter den Wänden des Wracks notdürftigen Schutz
gegen die Strömung finden. Um zu beurteilen, welche
waghalſige Kraftleiſtung das iſt, muß man die unge=
wöhnliche
Heftigkeit der Strömung und des Seeganges
an jener Stelle kennen. Selbſt bei dem mildeſten Wetter
iſt die Strömung ſtark genug, um die an dem Taue klam=
mernden
Taucher immer wieder zur Oberfläche empor=
zutreiben
. Die eigentliche Schatzkammer der Ozeana‟
liegt vier Deck tief im Rumpf des Schiffes; und um ſie
zu erreichen, muß Treppe über Treppe in der Finſternis
überwunden werden. In dem Goldraume ſelbſt müſſen
die Taucher die ſchweren eiſenbeſchlagenen Kiſten von der
Wand löſen und mühſam emporſchaffen, wo ſie dann am
oberen Deck an Ketten befeſtigt und durch einen Dampf=
kran
zur Waſſeroberfläche hinaufgezogen werden. Die
ganze Arbeit ſpielt ſich nach den Berichten engliſcher Blät=
ter
in vollkommener Finſternis ab; es iſt ſo dunkel, das
die Taucher eine Handbreit vor ihrem Kupferhelm keinen
Gegenſtand mehr unterſcheiden können. Sie ſind voll=
kommen
auf ihren Taſtſinn angewieſen. Vor Beginn
der Arbeiten haben ſie auch tagelang die Baupläne des
untergegangenen Schiffes ſtudieren müſſen. Das Wrack
iſt nach der Ausſage der Taucher infolge der ungewöhn=
lichen
Wucht des Seeganges in einem traurigen Zuſtand;
in den Kabinen und Sälen ſind durch die Waſſerſtöße die
Gerätſchaften von Boden und Wänden gelöſt, und alles,
was von Holz iſt, Stühle, Tiſche uſw., ſchwimmen frei
ſim Inneren des Schiffsrumpfes umher. Sobald die
fübrigen Gold= und Silberſchätze geborgen ſind, wird
man das Wrack der Ozeana mit Dynamit in die Luft
ſprengen, um damit das Hindernis endgültig aus der
Schiffahrtsſtraße zu beſeitigen.

Wegen eines Rieſenhutes relegiert. Aus New=
York wird berichtet: Ein ſenſationeller Prozeß, in dem die
Univerſität Chicago und ihr Dekan wegen verleumderiſcher
Beleidigung verklagt waren, hat jetzt in erſter Inſtanz mit
einer Verurteilung der Univerſität vorläufig ſeinen Ab=
ſchluß
gefunden. Die Urſache des Skandals, der in ganz
Amerika Aufſehen macht oder Heiterkeit erregt, iſt nichts
anderes als der koſtbare ſchöne Rieſenhut einer
jungen Studentin, Miß Eſtelle Mercy, die jetzt in
Verteidigung ihres guten Rufes als Klägerin vor die
Schranken des Gerichtes getreten iſt. Miß Mercy erſchien
eines Tages in einem prachtvollen Hute, den Sachverſtän=
dige
auf tauſend Mark ſchätzten, und in einer prächtigen
Geſellſchaftsrobe in den geheiligten Räumen der Alma
mater. Das machte großes Aufſehen, der Dekan begann
ſich um Miß Mercys Hut und Robe zu bekümmern, man
wollte wiſſen, woher die einfache junge Studenkin zu ſo
koſtbarer Kleidung käme; Miß Mercy erklärte, ein Onkel
habe ihr Hut und Robe geſchenkt, aber der ſittenſtrenge
Dekan war nicht ſo leicht zu überzeugen. Es wurde eine
hochnotpeinliche Unterſuchung eingeleitet, bei der ſich ergab,
daß Miß Mercy ihren koſtbaren Hut von einem geſchiedenen
Mann erhalten hatte, der nebenbei ihr Bräutigam war.
Die junge Dame wurde relegiert und die Folge war der
Prozeß gegen die Univerſität, bei dem Miß Mercy wegen
Verleumdung einen Schadenerſatz von 400000 Mark ver=
langte
. Die Verhandlung wurde mit beiſpielloſer Leiden=
ſchaft
geführt und der Dekan griff den ehemaligen Zögling
der Univerſität Chicago auf das Bitterſte an. Sie iſt eine ge=
borene
Kokette, rief der Dekan entrüſtet und zu den Richtern
gewandt, fuhr er fort: Sie hat ja ſogar mit Ihnen geflirtet,
vom Anbeginn des Prozeſſes hat ſie Ihnen Augen zuge=
worfen
, Sie wiſſen das ganz genau. Aber auch Miß
Mercy war übernervös, und als dieſe vernichtende Anklage
in den Saal geſchleudert wurde, neigte ſie ſich bebend zu
ihrem Anwalt und flüſterte troſtlos: Wir haben verloren.
Der Anwalt nickte: Es ſieht ſchlimm aus. Aber dann
kam die große Ueberraſchung. Die Jury zog ſich zurück
und blieb nicht weniger als ſechs Stunden lang unſichtbar;
im Beratungsſaal ſollen die heißeſten Redeſchlachten ge=
ſchlagen
worden ſein. Als endlich die Richter wieder im
Saale erſchienen, wurde unter geſpannter Erwartung das
Urteil verkündet: die Univerſität Chicago wird zur Zahl=
ung
von 10000 Mark verurteilt. Die hübſche Klägerin
konnte vor Freude nicht länger an ſich halten, ſie ſprang

auf, nahm den ſchönen Hut, der als Beweisſtück feierlich
auf einem Tiſche prangte, warf ihn jubelnd in die Luft
und äußerte ſpäter zu einem Interviewer: Ich bin ge=
rächt
, mein Ruf iſt von jedem Verdacht gereinigt. Der
Dekan aber hat ſofort im Namen der Univerſität Reviſion
eingelegt und ſo werden die Amerikaner bald eine neue
Auflage dieſes Prozeſſes erleben, nur daß dann Miß Merey
vorausſichtlich bereits als glückliche Gattin des Mannes er=
ſcheinen
wird, der durch ſein üppiges Geſchenk die Alma
mater von Chicago ſo tief empört hatte.
* Aprilſcherz oder Myſtifikation? Die Berliner Mor=
genpoſt
meldet aus Paris: Das Paris Journal veröffent=
licht
die ausführliche Inhaltsangabe eines angeblich von
Kaiſer Wilhelm verfaßten, am Potsdamer Königlichen
Theater in Vorbereitung befindlichen Theaterſtückes Die
Familie‟ Der Dreiakter ſoll für die väterliche Autorität
in der Familie eintreten, eine Theorie der europäiſchen
Politik, ſowie die Empfehlung des Schiedsgerichtsgedän=
kens
enthalten und dem ſozialen Frieden innerhalb eines
Volkes, das auf gegenſeitige und gerechte Konzeſſionen und
auf Vaterlandsliebe zurückſehen müſſe, das Wort reden.
Die Morgenpoſt überſchreibt ihren Artikel Aprilſcherz oder
Myſtifikation meint aber am Schluß, daß Ausländer viel=
fach
über das Denken und Handeln des Kaiſers beſſer in=
formiert
geweſen ſind, als ſeine eigenen Landsleute.
* Die Erbſchaft des Affenpinſchers. Im Figaro lieſt
man: Frau Bela Czabo, eine Ungarin, die vor einigen
Jahren in Paris lebte, und die durch die ſeltenen kleinen
Hündchen, von welchen ſie ſtändig begleitet war, eine Art
Berühmtheit erlangt hatte, iſt vor kurzem geſtorben und
hat ihrem Lieblingsaffenpinſcher 10000 Francs Rente, ihr
Haus, ihre Pferde und ihren Wagen hinterlaſſen. Dieſe
Erbſchaft dürfte für den Pinſcher, der bisher in ſtiller Be=
ſchaulichkeit
ein glückliches Leben führte, den Anfang großen
Mißgeſchicks bedeuten, da die natürlichen Erben beſchloſſen
haben, das blödſinnige Teſtament der Frau Bela Czabo
anzufechten. Es ſteht alſo ein amüſanter Prozeß in Aus=
ſicht
, und man darf neugierig ſein, welchen Advokaten der
Affenpinſcher mit der Vertretung ſeiner Intereſſen betrauen
wird.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Nummer 85.

Iunsbruck, 10. April. Hier werden ſeu fitegreren
Tagen drei Skifahrer vermißt. Man befürch=
tet
, daß ſie im Schneeſturm umgekommen ſind.
Bern, 10. April. In Vevey wurde ein gewiſſer
Silberſtein alias Boris Mochelwitzſch, der frühere
Direktor der Unionbank in Lebedin, Gouvernement Char=
kow
, wegen Betrug und Unterſchlagung in Höhe von einer
halben Million verhaftet.

Oſiea-Geme
z ZCaubf
wede
Nives-Seife: 50 Pf. Nives-Creme in Dosen
zu 10, 20 Pf. u. 1.00 M., in Tuben zu 40 u. 75 Pf.
C. Geiendouf &Co Kambi
Hersteller der Zahnpasta PEBECO

Ferdinand Carl Winter.
Hoflieferant Sr. Kömgl. Hoheit des Grossherzogs
Spezialgeschäff für Herren-Wäsche
ferfig und nach Mass
Unterzeuge, Cravatten, Sporfarkikel.

8739a

Trauerkleider
färbt unzertrennt innerhalb 24 Stunden
Hoffärberei C. & Ch. REICH
Grösste u. leistungsfähigste Färberei in Darmstadt
Telephon 1501 und 1472.
(125a

Aus dem Geſchäftsleben.

Die Kultur des Körpers galt ſchon im Altertum für
das größte Sozialproblem. Alle Theſen, die die Kultur
des Körpers zu einer allgemeinverſtändlichen Lehre er=
hebt
, finden Anfang und Ende in dem Gebot: Sei
peinlich ſauber! Waſche und bade dich täglich, warm
oder kalt, ſo wie es deinem Behagen dienlich iſt, aber
waſche dich ſtets mit einer milden, neutralen Seife, die
womöglich wie die mediziniſche Steckenpferd=
Lilienmilchſeife durch ihren Zuſatz von Borax
heilend auf alle Hautunreinigkeiten wirkt. Schuppen,
Schweiß, Fett und Schmutz müſſen ſich durch Seife und
Waſſer löſen, damit die Poren offen ſind, die Haut
atmen kann und bald wird eine ſammetweiche roſige
Haut, ein Gefühl der Kräftigung, der wachſenden
Energie dir verraten, wie viel Geſundung man dem
täglichen Bad verdankt!
Das teure Rindfleiſch, das man bisher zur Bouillon
auskochte, verwende man lieber zum Braten und als
Saucenfleiſch, denn gute Fleiſchbrühe kann man heute
ohne Fleiſch bequemer und billiger aus Maggis
Bouillon=Würfeln bereiten. Sie ſind mit beſtem
Fleiſchextrakt hergeſtellt, enthalten auch die nötigen Ge=
müſeauszüge
, Kochſalz und Gewürz, und geben nur
durch Uebergießen mit kochendem Waſſer augenblick=
lich
delikate, gebrauchsfertige Fleiſchbrühe, zu Trink=
oder
Kochzwecken. Ein Verſuch führt zu dauernder
Verwendung.

Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Heute morgen entſchlief ſanft nach langem,
mit großer Geduld ertragenem Leiden mein
lieber Gatte, unſer treubeſorgter Vater, Bruder,
Schwager und Onkel
(8750
Philipp Grünewald
Gärtner
im Alter von 61 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Katharina Grünewald, geb. Wittmann,
Philipp Grünewald,
Rudolf Grünewald,
Martha Grünewald.
Darmſtadt, den 10. April 1912.
Die Beerdigung findet Freitag, den 12. April,
nachm. 4 Uhr, vom Sterbehauſe Heidelberger=
ſtraße
106 aus, auf dem Beſſunger Fried=
hofe
ſtatt.

Statt beſonderer Anzeige.
Es hat Gott gefallen, meinen geliebten
Gatten, unſeren Vater und Onkel
(8678
Herrn Polizeiwachtmeister
Paul Peter
nach langem, ſchwerem Leiden heute nachmit=
tag
½2 Uhr zu ſich zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Derothea Peter,
Luise Peter,
August Kühn.
Darmſtadt, den 9. April 1912.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den
11. April, nachmittags ¾4 Uhr, vom Fried=
hof
aus, ſtatt.
(Man bittet von Kondolenzbeſuchen abzuſehen.)

Kriegerverein
Darmſtadt.

Die Beerdigung unſeres Mit=
glieds
und Feldzugskameraden
Herrn Paul Peter, Polizeiwachtmeiſter, findet
am Donnerstag, den 11. April, nachmittags
¾4 Uhr, vom Darmſtädter Friedhof aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von Schupp
bis Zöller, ſowie des 6. Bezirks, ſich dort zu
(8684
verſammeln.
Der Vorstand.

Se

Darmſtädter Möbelfabrik
G. m. b. H.
bis zur vornehmſten Ausführung
fertigt Wohnungseinrichtungen Erſtrlaſſige Arbeit Dauernde Garantie
Sehenswerte Ausſtellungen von 300 Muſterzimmern
Fabrik und Hauptausſtellungshaus: Darmſtadt, Heidelbergerſtr. 129
Zweiggeſchäfte: Darmſtadt, Rheinſtr. 28 Frankfurt a. M., Kaiſer=Wilhelm=Daſſage
Illuſtrierte Koſtenanſchläge gratis!

(756a

Todes-Anzeige.
Heute früh verſchied mein lieber Gatte, unſer
treuer Vater, Sohn, Bruder, Schwager und
Onkel
(8768
Friedrich Zimmermann
im 46. Lebensjahr.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margarethe Zimmermann, geb. Winter,
und Kinder.
Darmſtadt, den 10. April 1912.
Schützenſtraße 8.
Die Beerdigung findet Freitag, den 12. April,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des ſtädtiſchen
Friedhofes aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach langem, ſchwerem
Leiden meine liebe Frau, unſere gute Mutter
Anna Katharmna schmlat
geb. Bröckel.
Darmſtadt, den 10. April 1912.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
H. Schmidt,
Oberverwalter i. P.
Auf Wunſch der Verſtorbenen findet die Be=
erdigung
in aller Stille ſtatt.
Blumenſpenden und Kondolenzbeſuche dankend
verbeten.
(8737

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden und der Beerdigung unſeres
lieben Gatten, Vaters, Bruders, Schwagers und
Onkels
(8754
a
Herth Teter vetter
ſprechen wir hiermit Allen unſeren herzlichſten
Dank aus. Insbeſondere danken wir für die ſo
troſtreiche Grabrede des Herrn Pfarraſſiſtenten
Müller, für die zahlreichen Blumenſpenden, dem
Odenwaldverein für die Niederlegung ſeines
Kranzes, dem Quartett der Kapelle Hauske für
die ergreifende Grabmuſik, ſowie der Firma
Brauerei Fay für den ſo ehrenvollen Nachruf.
Die trauernden Hinterbliebenen.

Tageskalender.

Hoftheater, Anfang 6 Uhr (Außer Abonnement)s
Siegfried‟.
Orpheum, Anfang 8¼ Uhr: Gaſtſviel des Oberbayer.
Bauerntheaters (Die Kreuzelſchreiber).
Saalbautheater, Anf. 8 Uhr: Polniſche Wirtſchaft.
Vortrag für Frauen von Rektor Trappmann um
8½ Uhr im Kaiſerſaal.
Hauptverſammlung des Gartenbauvereins um
8 Uhr im Fürſtenſaal.
Konzerte: Hotel Heß, Bürgerkeller und Reſtaurant
Metropol um 8 Uhr.
Koloniale Jagd= u. Meerfiſche=Ausſtellung
im Kaiſerſaal (geöffnet von 98 Uhr).
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 411 Uhr.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23.
Vorſtellungen von 411 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.

gut erh. Sportwagen bilig zu
1 verk. Tannenſtr. 17. (B8742

Wod. Kinderwagen bill. abzug.
Lichtenbergſtr. 87, III. (8696dfs

Ein ſehr gut erh. Photographen=
Apparat, 13X18, zu verk
902i
Kirchſtr. 10, 1. St. links.

Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art, Ge-
schäftspap
. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (8299a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz= prompterled

Für Hausbeſitzer.
in allen
Aelterer Bauführer, Bau=
ſachen
reichliche Erfahrung, über=
nimmt
bei mäß. Berechnung Ver=
waltung
von Häuſer und Liegen=
ſchaften
, Pläne jegl. Art, Bauleit.
bei Bauausführung. u. Wohnungs=
herrichtung
, Ausmaße und Rech=
nungsſtellung
. Off. u. Anfr. unter
K 62 an die Exp. d. Bl. (4338a

Werrn- u. Damenstiefel à Paar b.50 Mk.
Deutsche Schuhzentrale, Pirmasenz. (866

wünſcht engliſch.
Engländerin Unterricht zu er=
teilen
Wilhelminenplatz 10, I. (5295a

Stelte=
Schrey’scher
Stenograph.
Verein
Unterricht,
Fortbild. De-
battenschr
.
Uebung Freitags, abends 8½ Uhr.
Hessischer Hof, Wilhelminenstr. 1, I.

Mathematik
durch akadem. gebild. Lehrer. Vor=
bereitung
für alle Examina (Einj.=,
Finanz=, Geom. I. u. II., Matur.).
Repet. f. Hochſchüler. Verſicherungs=
mathematik
. Sorgfältig ſchnelle

Förderung. Mäßiges Honorar.! Wäſche. Anmeldung jederzeit.
Wittmannſtr. 30, 1. St. (B7209 Honorarmäßig. Mühlſtr. 5, 2. St.

wünscht englische
Ausländer od. spanische Kon-
versation
gegen deutsche auszu-
tauschen
. Angeb. an Radigois,
Wendelstadtstr. 31.

priv. Sommer=
Tanzſtunde : kurs.
An einer beſſeren Tanzſtunde
können noch einige Schüler höherer
Lehranſtalten und Damen teil=
nehmen
. Näh. Expedition. (*9066

Junge Damen
follen nicht verſäumen, meinen(*9053
Bügel=Kurſus
zu beſuchen. Unterricht im Stärken,
Glanzbügeln und Behandeln der

Gesetzllen gesc. üet!

Klavierspielohne Noten
Eigene Methode für Erwachsene.
Nach einigen Stunden iſt Jeder
im Stande, die ſchönſten Lieder,
Tänze, Märſche, Opern, Ope=
retten
, Salon=, Fantaſieſtücke ꝛc.,
effektvoll zu ſpielen. (8591M
Vorkenntn. sind nicht erforderl.
Schönſte Muſik fürs Haus.
Beſte Referenzen aus allen
Kreiſen ſtehen zur Verfügung.
Intereſſenten ſchreiben an:
Direktor P. A. Fay,
Frankfurt a. M.

[ ][  ][ ]

8448a

Herrenzimm.
kompl. eichen, Mahagoni=Glasſchr.,
Herrenzimmertiſch u. Schreibſeſſel,
2 Schreibtiſche u. 3 Sekretäre,
Stühle, Tiſche, Kommode, Kleider=
halter
, Teppich, Nippfachen, Bilder,
Regulat.=Uhr, 5 Kleiderſchränke,
1= und 2türig, Waſchkommode u.
Nachttiſche, mit u. ohne Marmor,
2 Reform=Bettſtellen, Küchenſchr.,
Chaiſelongue, 1 Büfett, 1 Aus=
ziehtiſch
u. 12 Stühle, Klubſeſſel
Rinoleon, Vitrine, Ausziehtiſch,
ſechs Jagdzimmerſtühle, Antike
Schränke, Kom., Truh, Seſſ., Spieg.,
Standuhr (Kirſchbaum), Porzellan,
Oelgemälde uſw. zu Taxationspr.
durch Krummeck, Auktionator
u. Tarator, Grafenſtr. 4. (*9039

Erste Sendung!
Va
Castlebay extra Matjes-Heringe
Stück 25 Pfg.
Superior milcher Vollheringe
Stück
Appel’s Bismarckheringe 10 Pfg.

Echte Anchovis
Appetit-Sild

(8728

Malta-Kartoffeln
Prompter Versand jeden Quantums nach allen Stadtteilen,
Moriz Landau
Mathildenplatz 1
Telephon 116.

Empfehle prachtvollen (V8764
Helgoländer
Kabliau
Prima Holländer
Schelltische
4- bis 6-pfündigen
ag
Nordsee-Kabliau
per Pfund 30 Pfg.
Karlstr. 47
Fertig relefon6k!

Fürsich- und
Aprikosensämlinge
beſter Abſtammung, diesj. Miſtbeet=
ausſ
. per St. 10 Pfg., 25 St. Mk. 1.80,
100 St. Mk. 8. empfiehlt (B8760
Gg. Matthes, Obstgärtner,
Ludwigshöhſtr. 74 a.

Benaissance-
Herren-Zimmer
(Schreibtiſch, runder Tiſch, Schreib=
ſeſſel
, 2 Stühle), September v. Js.
gekauft, iſt billig zu verkaufen. Nur
an Priv., Händl. ausgeſchl. Angeb.
unt. B 70 an die Exp. (*3877

Webr. weiß. Kinder=Sitz= u. Liege=
Gwagen m. Gummir. billig zu
verk. Mählſtraße 1, I. (*5902md
4 groß. maſſiv. 2tür. Kleiderſchrank
1 mit Weißzeug=Einricht., 1 Näh=
tiſch
, 1 gr. Spieg. mit geſchnitztem
Holzrahm., 1 g. Bett m. Sprungfed.=
Matr., 3teilig. Wollmatr. mit Keil,
Plumeau u. 2 Kiſſen wegen Platzm.
billigſt zu verk. bei Daum, Nieder=
Ramſtädterſtr. 54, H. I. lks. (*8981ds

Faſt neuer Kinder=Klappwagen
(*6978
zu verkaufen
Kaupſtraße 45, 3. Stock rechts=

Herrenanzug, für mittlere Figur,
tadellos erhalten, abzugeben
Pallaswieſenſtr. 7, part. (*8973

In meiner Abteilung für Mädchen-
Garderobe habe ich einen grösseren
Posten Kleider in Woll- und Alpaka-
Stoffen zu ganz besonders billigen
Preisen zusammengestellt, die speziell
auch für Schulkleider äusserst vorteilhaft
sind. Ein kleinerer Teil dieser Sachen
ist in meinem Schaufenster Nr. 6 zur gefl.
Besichtigung ausgestellt.
Willy Schwab
Ludwigsplatz Ecke Schulstrasse.

(8762df

Kleiderſchranke, 3 3, 10 1.
D12 Mk., volſt. Bett, Ehaife=
longue
u. verſch. Tiſche, weg. Umz.
(Mouerſtr. 34, 2. St. (*9026ds

Drei auterhatene Fenſter und
Diz Klappläden, 3010 groß
3 Türen, darunter 1 Tapetentür
zuserk. Schembs, Steinſtr. 10. (8690df

nne ehn g e e tng r eeean nane
Was die Mode bringt
zeigt Ihnen stets in Form
und Modell die Marke
Mercedes
Ueber 500 Allei verkäufe und Nieder agen
Einheitspreis
Mark 1250
für Damen und Herren
Extra-Qual. Mk. 16,50
Schwarz-weisse Rabattmarken
Alleinverkauf für Darmstadt

J. Sauerwein Harkt

Ludwigsplatz 6 Inhaber des Atelier WOLFF

Fernruf 1703

Nummer 85.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Seite 7.

20
jederr arfiernbarerr Cebet
verkaufen wir von heute ab, um die Vorräte unseres Luxus-Detailgeschäftes bis zum
Sonnabend, den 15. ds. Mts. vollständig zu räumen, die noch vorhandenen Restposten in
Lederwaren
Briefpapieren
(8770
Brief- u. Zigarrentaschen
Broncen etc. etc.

Floflieferant PEirWgerr EEDEfeT

Darmstadt

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Ernst-Ludwigstrasse 9.

Werkstätten für:

Photographie
Vergrösserung
Malerei

Heim- u. Aussen-
Aufnahmen
Gruppenbilder

bei billigster Berechnung
Konfirmanden und Kommunikanten erhalten Vergünstigung
Bestellungen von Medaillons, Schmucksachen mit Semi oder echter Emaille in ver-
schiedenster Ausführung und in allen Preislagen werden angenommen
Lager von Ständern in Holz und in echter Bronze
Sonntags geöffnet von 115 Uhr.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

ges Angebo

Weisse Danten Naschs Weit unter F

Serie I

Jamen-Hemden,
darunter:
Achselschluss mit Stickerei,
Achselschluss mit gestickter Passe,
Reformschnitt mit Stickerei,

L,

darunier:
Bündchenfasson ausgebogt,
Kniefasson mit Stickerei,

darunter:
Croisé mit und ohne Umlegkragen,
Sommerpiqué mit u. ohne Umlegkragen,

jedes
Stück

in Serien eingeteilt
Serie II

Danen-Hemden,
herzförmig ausgeschnitten,
mit Stickerei-Einsatz,
Achselschluss mit reicher Stickerei,
Damen-Beinkleider,
Bündchenfasson mit Stickerei,
Bündchenfasson ausgebogt,
Kniefasson mit Stickerei,

(8735

Serie III

ichtjacken,
Croisé mit und ohne Umlegkragen,
Sommerpiqué mit u. ohne Umlegkragen,

jedes
Stück

In dieser Serie befinden sich
Stücke, die regulär Mk. 33½
kosten.
Diese Wäsche zeichnet sich
sowohl durch hervorragend
gute Qualitäten, als auch durch
vorzügliche Verarbeitung aus.

jedes
Stleie

Jedes Stück repräsentiert
einen weit höheren Wert.

Besichtigen Sie unser
Fenster.

Wir bitten, die Qualitäten
dieser Posten zuvergleichen.

Ein
weit unter Preis,
Posten Dames-Rdehcneiniden,
jedes Stück 2.90

Weiblich

Junges Fräulein, mit ſchöner
Handſchrift, bewandert in Steno=
graphie
und Maſchinenſchreiben,
ſucht Anfangsſtelle als Volontärin.
Off. unt B 5 a. d. Exp. (*9042

Kontoriſtin, in Maſchinenſchr. u.
Stenographie bewandert u. m. ſon=
ſtigen
Kontorarb. vertr., ſucht per
1. Mai Stellung. Beſte Referenzen
ſtehen zur Verfügung. Offerten
unter B 83 a. d. Exped. (*9038

bat noch
Perfekie Büglerin Tage trei.
Ludwigshöhſtraße 58.
(*9040

Schneiderin nimmt n. Kund. in
u. außer dem Hauſe an Gutenberg=
ſtraße
1 1. St. rechts.
9063

weiches längere Zeit
Fräulein, bei Damenſchneider
itet hat, wünſcht mit ver=
geat

fekter Schneiderin auszugehen.
Off. u. B 43 an die Exp. (*8921md

erſthierzu=
Tücht. Schneiderin gezogen,
ſch einige Kunden (*9050
wünſcht
Riedeſelſtraße 42, part., links.

wünſcht bei
Schneiderin perf. Schneid.
zu arbeiten, nimmt auch Arbeit
zu Hauſe an
(*9055ds
Ireneſtraße 71, 3. St. r.

ſunge Frauen empfehlen
Zwel ſich zum Neubauputzen
Frau Fries, Magdalenen=
ſtraße
1.
*8950md)

Aelter. Mädch. ſucht tagsüb. Be=
ſchäftig
. Beſſungerſtr. 86, I. I. (B8743

Such Stelung
bei älterem gebildeten Herrn,
erfahren in ſeiner Küche und
im Hausweſen, ſowie in Kran=
kenpflege
bewandert, kräftig
und geſund, 45 Jahre alt,
Heſſin. Beſte Referenzen der
ſeitherigen Stellungen zur Ver=
fügung
. Näheres im Martha-
haus
.
(4278t

Eine Lehrerstochter u. mehrere
Landmädchen, darunter Oberheſſ.,
ſuchen in Darmſtadt Stellen. Frau
Beria M ssli g. gewerbsmäß ge St II nver
mttlerin, Lu wgst-aße § (*83 umd
Seibſt. Madch. ſ. St. in Geſchafts=
o
. einf. Privath. z. 15. April. Babette
chulz, gewerbsmälige Stellenvermitte n
Nied r=Ramſtädtertr 51.

ne

Junger Mann
mit ſchöner Handſchrift, durchaus
zuverläſſi , ſucht Stellung
Offerten unter W 70 an die
(777a
Erped tion de Rl

Verh. Hausburſche und Picker,
guter Pferdepfl. u. Fahrer, ſucht
alsbald od. 15. April Stell. Gefl.
*2043
Off. u. B 65. a. d. (Ean

Färunser Mass-Ateliersuchenwirp. 15. April
eine I. Arbeiterin
eine Zuarbeiterin
ein Lehrmädchen
Mainzer Warenhaus

Markt 7

Ggrenheim & Marx

Markt 7.

(8753

Frau ſucht mora. 2 Std. Lauf=
dienſt
, ½ Tage Waſchen u. Putz.
Schützenſtr. 9, Sth., r. (*9119

Beſſeres Mädchen, d. Nuhen,
Schneidern, Bügeln, Servier. kann,
ſucht Stelle bei Herrſchaft. Zu erfr.
Saalbauſtr. 60, 2. St. (*8494
Junges Mädchen, welches ſchon
gedient hat, ſucht Stellung Gefl.
Offerten an J. Schnellbacher,
(*3975
Arheilgerſtraße 4.

Sehr gut empfohlenes Fräulein
ſucht Stellung in kleinem feinen
Haushalt. Offerten unter B 72
(*9002ds
an die Exped. d. Bl

Für aus der Schule entlaſſenes
Mädch. morg. u. mitt. Beſch. geſ.
23 St. Heidelbergerſtr. 127. (B8744

Weibiieh

Tüchtie, d anche undige
Verkäuferin
zum baldigen Eintritt geſucht.
Hermann Berger,
T amenkonfektion,
8283a) Ernſt=Ludwigſtr. 10

iege nr eten
älteres, geſehtes,
Fräulein
für unſeren Laden Nieder=
Ramſtädterſtraße. (8683
Hoffärberei C. &Ch. Reich
Pallaswieſenſtr. 146.

Frnte Taſlenarbeilerin
im Aufſtecken u. Garnieren perfelt,
find. ſof. Jahresſtellung (7925a
Fayer-Haack,
Kavellplatz 14.

Schneiderin
auf Jahresſtelle ſucht
(7538a
Hermann Berger Ernſt=Ludwigſtr. 10.

Tüchtige Arbeiterinnen,
Damenſchneider, ſowie Lehr=
mädchen
geſucht
Konfektion Bayer-Haack,
Kapellplatz 14. (7926a

Lehrmädchen zur gründlichen
Erlernung der Schneiderei geſucht.
Heinrichſtraße 93, III. (*9027ds

Saubere und zuverläſſige Lauf=
frau
vorm. 3 und nachm. 2 Std.
geſucht Taunusſtr. 1, 1. Stck. (8456a

Eil Lehrmädchen
für den Laden geſucht Georg
Graefk, Kürſchnerei u. Hutgeſchäft,
Wilhelminenſtraße 31.
(8284a

Eiſtcht

Mädchen, das kochen kann,
neben Hausmädchen in kleinem,
feinem Haushalt.
(B8504
Ohlyſtraße 29, II.
Braves, anſt., reinl., in d. Küche
erfahren. Mädchen b. gut. Lohn
zum ſofortig. Eintritt geſucht. Zu
erfragen täglich zwiſch. 5 u. 6 Uhr.
Steinſtraße 20, part. (*8827imd

Lauffrau für 2 Stunden nach=
mittags
geſucht Hügelſtraße 2
Metzgerei.
(*8875md
Tüchtiges zuverl. Mädchen,
das im Kochen erfahren, möglichſt
bald oder 15. April geſucht Am
Breitwieſenberg 9. (8558mds

[ ][  ][ ]

Nummer 85.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Mark täglich. Verdienſt d.
Mädchen zu zwei Damen, fürl2 Verkf. m. Patentartikel für
geſucht. Zu ſprechen von 124Markersbach Nr. 117. (8720f

Zum 1. Mat gut empfohenes
Hausarbeit, Waſchen u. Bügeln Herren. Neuheitenfab. Mittweida=
und abends 89 Uhr. Frau von
Spengler und
Geldern, Heidelbergerſtraße 25, Schlosser, Elektromont.
1. Stock.
(B8581 geſucht. Hch. Schroth, Auer=
Ein ſ. g. empfohlenes, nettes bach (Heſſen).
(*9021
Laufmädchen in kl. Haushalt ge=
p
erſte Kraſt,
ſucht, das ſpäter nach auswärts Marmormalel, engagiert
mitgeht. Näheres in der Exped.
vorübergehend Bartſchat, Wies=
dieſes
Blattes.
(B8584 baden, Schierſteinerſtr. 3. (*9068

Herrſchaft ſucht weg. Verh. des Ein Gärtner und ein Diener
Ehepaar ſ. ein ſelbſt. beſſ. Mädchen. Zeugnisabſchr. u. Rückporto unter
Tüchtige
Ein aus der Schule entlaſſenes auf feine Möbel= und Bauarbeit
per ſofort geſucht.
Darmstadt. (8761ds
ſofort oder ſpäter Schneidergehilfe auf: Woche
Geſucht zu 2 Damen beſſ. für dauernd geſucht. Wald=
(*9007dfs
ſofort
(B8586 höhe (Darmſtadt).
(*9005dfso
ädchen von morgens 9 Uhr Für die Apotheke des ſtädt.
bis nach dem Spülen geſucht. Krankenhauſes wird zum alsbal=
digen
Eintritt ein jung., fleißiger
Mann
geſ. Magdalenenſtr. 19, pt. (*8967md als Apothekendiener geſ. (8674mdf

Mädch., Mädch., w. koch. kann. Aelt.für Herrſchaftsh. geſucht. Off. m.
Frau Bertalessling, gewerbsmäßige Stellen- B 86 an die Exp. erb. (*9051
verm ttlerin, Lnduisstraße 8. (*8851md
Saubere, zuverl. Monatsfrau
v. 811 Uhr od. nachm. z. Spülen
geſ. Nur proppere Perſ. melde ſich
bitte Rückertſtr. 19. (*8859mds Uohreiner
Sauberes, kräft. Mädchen
zum Ausfahren eines Kindes geſ.: Hof-Möbelfabrik J. Glückert
Zu erfr. Marktplatz 4, I. (*8867md
älteres Mädchen, das die Kücheſtraße 18.
verſteht und etwas Hausarbeit
übernimmt. Näh. Grüner Weg 30,Cucht. Bauſchmied geſucht.
1. Stock, zwiſchen 4 und 6 Uhr Unternehmer Krämer, Mathilden=
nachm
. oder vorm.
Ludwigsplatz 8, Laden. (*8932md
Ehrliches,
fleißiges Dienſtmſdchen fort
Tüchtige Feuehltein
ſofort oder ſpäter geſucht für das gewandten, verheirateten
Alice=Hoſpital, Dieburgerſtr. 21.
Nur ſolche mit gut. Zeugn. mögen
ſich melden b. d. Vorſteherin. (5904a Hausbarschen
Schulentl. Laufmädchen i (Radfahrer), ſowie einen
für 1 Stunde vormittags geſucht. Wäſcherei in dauernde Stel=
Soderſtraße 52, 1. Et (*9020 A lung. Hoffärberei (8517imd
Ein Madchen, das etw. koch. t.,
in eine ſehr gute Stelle geſ., hoh.
Lohn, auch a. erh. g. Stelle. Frau
Sus. Röse, gewerbsmäßige Stellen=
vermittlerin
, Kiesſtr. 35, I. (*9015
Vorzuſtellen von 1012 Uhr
8695)
Viktoriaſtraße 66, II
tagsüber
Ein jung. Mädchen geſucht
Putzirau
geſucht Schloß=Café.
(*9044
Hausbursche
Ordentl. Dienſtmädchen geſucht
(*9041 (Radfahrer) mit guten Zeug=
Ludwigsplatz 2, 2. St.
(8725
niſſen geſucht.
Für Sonntag,
14. April, Kochfrau
geſucht Saalbauſtr. 60, III. (*9034 Haas & Bernhard
Aelt. Mädch. od. unabh. Wwe.
in tle. Haush. geſucht W. Schmidt,
wird
Tannenſtr. 23, 3. St. Vorzuſt. zw. Jüng. Hausburſche geſucht
(*9048
12 u. 1 Uhr od. Sonntags. (*9000Eliſabethenſtraße 6.
für mitt.
12jährig. Mädchen nach der Kaufm. Leursteile
Schule geſucht Frankfurterſtr 46,
zu beſetzen. (8693
Konfektion.
(*8982
Seb. Schmitt
Männtieh
Tuch- u. Massgeschäft
Schuchardſtraße 6.
Bareddgenlte Kaufmanniſche Lehrſtelle
mit ſchöner Handſchrift, der auch in größerem Betriebe alsbald
maſchinenſchreiben känn, zum ſo= zu beſetzen. Sofortige Vergütung,
fortigen Eintritt auf hieſiges Berechtig. z. Einj.=Freiw. Dienſte
Bureau geſucht. Offerten miterw. Selbſtgeſchr. Off. unt. B 68
Lebenslauf und Zeugnisabſchriften an die Exped. ds. Bl. (8689dso
unter B 55 an die Exped. (8667md
Schreinerlehrling
Verlässlicher Mann 6 geſucht Herdweg 6.
(B8741
zur Uebern. einer Versandstelle
Wber verfaſt
in jed. Bezirk für dauernd geſucht.
Beruf und Wohnort gleich, ohne
Gelegenheitsgedichte?
Kapitalbedarf, kein Riſiko, auch als
Nebenverdienſt geeignet. Einkom. Off. u. B 87 a. d. Exp. (*9065df
mon. 500 Mk. Nur ſtrebf. Leute w.
angeſt. Ausk. koſtenl. u. Versandstellez2 11 ſehr gut erh. Damenrad
an Danbe & Co., Köle a. Rn. (8722D zu verk. Preis 50 Mark. (*9062
Näheres Kranichſteinerſtr. 1, I.
Betonpfosten-Fabrik
Saatkartoffeln
einen
Sucht tüchtiges vorgekeimte Kaiſerkrone (nord=
(9049dsi
deutſche) abzugeben
Peter Walter, Gärtnerei,
Arheilgerſtraße 130.
Vertreter
NB Vorgekeimtes Saatgut be=
für
Darmſtadt und Umg., zum ſchleunigt dieErnte um ca.4 Wochen.
Verkauf von Betonpfoſten für

Einfriedigungen aller Art, Ver=
wendung
in Baugewerbe, Land=
wirtſchaft
, Obſt=, Garten= und
Weinbau. Gefl. Offerten unter
B 35 an die Exp. (8554mdf
9
Alleinvertrieb

durch

(8721fI

Kauf einer Uizenz
in Reform=Geſundheits=Wäſche,
Gebrauchsartikel f. jed. Familie;
Bran hekenntniſſe nicht nötig. Ausk.
koſtenlos. Off. u. L. 14836 an
Hausenstein & Vogler A.-G., Frant urt a. M.

Weißbinder geſucht
*9059) Roßdörferſtraße 45, pt.

Apleiparee
tafelfertig, mit Zucker, feinſte
Qualität: (8755di
2 Pfd.=Doſe 65 Pfg.,
10 Doſen Mk. 6.
4 Pfd.=Doſe Mk. 1.20,
10 Doſen Mk. 11.
10 Pfd.=Doſe Mk. 2.80,
10 Doſen Mk. 25.
ſolange Vorrat reicht
Emanuel Fuld
Kirchstr. 1. Telephon 137.

Die sich während des Oster-Geschäftes angesammelten
rosse
100%

gelangen

Heute Donnerstag u. Freitag
zu folgenden billigen Preisen zum Verkauf:

Blusenstoff-Reste
in den Längen von 13 Meter

Serie I

Serie II Serie III Serie IV
Serie V
050

85m. 1

2
6
Serie I Serie II Serie III Serie IV Serie V Serie VI Serie III
Kleiderstoff-Reste
in den Längen von 16 Mtr. 125 030 975
3)
60
5
h

3.
220
Besonders für Schulkleidchen
geeignet.
Serie III Serie IV
Serie II
Serie 1
Serie V
00
K50
Costamstch Nosto 1
120

Wir ſuchen per ſof. einen
tüchtigen Mann für unſere
C. & Ch. Reich
Pallaswieſenſtraße 146.

geſucht, die ſchon in Kräftiger Magazin=Arbeiter
Lauffrau beſſ. Häuſern war. geſucht. Näh. Rheinſtraße 25,
Magazinbureau.
(8527imd
Lediger Fuhrknecht geſucht
Gebr. Seelig, Landesprodukten,
Taunusſtraße 44, 2. St. (*8919ds Biſchofsheim b. Mainz. (*9018

vorwiegend Baumwollzeug

Serie I Seree II Serie III Serie IV Serie V Serie II
65 m. (5r. 95 n.
1
Serie I Serie II Serie III Serie IV Serie V Serie II
675
925
50 u. 95 u. 10

Waschstoff-Schürzen, Cattun-, Möbelcattun-Reste
enorm billig.

sind im
Sämtliche Rest
Parterre
auf Extra-Tischen aufgelegt.

Die bedeutend reduzierten Preise sind
neben den seitherigen mit Blaustift
deutlich vermerkt.

Mee
chebr. Roihschla Malkt

(8756
2.

Straussfedern
kaufen Sie vorteilhaft im (8700a
Straussfedern-Spezialgeschäft
Aug. Rolle, Kiesstr. 35.
Kein Ladengeschäft: Billigste Preise!
Waſchen, Färben u. Kräuſeln d. Straußfedern billigſt.

Eur Rein Matfon

und beliebten Ostergeschenken empfehle
mein reichhaltigst ausgestattetes Lager

Taschenuhren
(Alleinverkauf der bekannten Alpina-Uhren)
Uhrketten

Gold- u. Silberwaren
Bestecke: Becher
: Silberne Stöcke : 5578a
. Karf

Ludwigstrasse 20
Gut. bürg. Privat-Mittagstisch
*9010) Schloßgartenſtr. 5, 3. St. r.

Hoflieferant
Telefon 506.

Mitglied des
Rabatt-Sparvereins

uter bürgerl. Mittag= und
Abeudtiſch in gutem Hauſe.
Näh. Expedition. (8213a

uter Privat-Mittagstisch
Mühlſtr. 42, pt. (*8951dfm

Ernſtgemeint.
Beſſ. ev. Dienſtm. m. etw. Verm
wünſcht m. ſolid. Herrn i. ſich. Stell.
od. beſſ. Geſchäftsm. n. unt. 28 Jahr.
zwecks ſp. Heirat bek. zu werd. Verm.
nicht ausgeſchl. Anonym zwecklos.
Off. unt. B 80 an die Exp. (*9032

Ein Einſpänner=Kupee
u. ein Einſpänner= Brod= oder
=Milchwagen billig zu verkaufen.
Liebfrauenſtraße Nr. 49, Tele=
(*9064dfs
fon 2042.

Hochf. Schlafzimmer
hell nußb. pol., Gelegenheitskauf
380 Mk., ferner Vertiko, Diwan,
Chaiſelongue, Stegtiſch, Flur=
ſtänder
, Büſtenſtänder, Näh=
tiſchchen
, 2 Plüſchtiſchdecken,
weit unterm Preis abzugeben.
*9052) Gartenſtr. 20, part.

1 Fahrrad, gut erhalten,
1 Kleiderpuppe,
1 eiſernes Bett mit Matratze,
einige nußb. pol. Stühle
(*9067
zu verkaufen
Martinſtraße 68, part.

Deutsche Tiger-Dogge
(Hündin), prima Stammbaum, zu
verkaufen Wilhelmſtr. 28. (*8974dfs

Schäferhündin
8 Mt. alt, pr. Stammb., zu verk.
Pankratiusſtr. 11, I. r. (*8907md

Kavezieren, Rolle 30 Pfg. (*9046dfs
Gg. Dieter, Lichtenbergſtr. 75.

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Nummer 85.

Darmstädter Spruch ue nandeisschuie Hieron. Schneider.

Ulnertreh

Gründliche Ausbildung für
Stenographie (Gabelsberger).
kaufm. Beruf durch 5 praktisch Maschinenschreiben, Garantie für leichte
ausgebildete und bewährte Lehr- und rasche Erlernung durch eig. Tafelsystem
kräfte.
mit deutsch., engl., franz., ital. u. span. Diktat.
Beginn neuer Kurse: 15. April. (8499a)

Leiter: Emil Held u.
Fremde Sprachen:
Getrennte Klassen für Fort-
Englisch, Französisch, Spanisch,
bildungsschüler
ltalienisch,
mit Befreiung von obligatorischer
bes. Handels-Korrespondenz.
Fortbildungsschule.
Sprechstunden täglich 121 u. 46.

Hessische Handels Lenranstatt

Fernsprecher 923

DARMSTADT

Rheinstrasse 6.

Gründliche, gewissenhafte Ausbildung in allen Handelsfächern durch
beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Spezialität: Buchführung nach allen Systemen mit Abschluss, sowie Bank- und Ge
schäftsrechnen. 2 Rechenmaschinen.
Maschinenschreiben nach allen eingeführten Systemen, besonders nach Tastsystem
zur Schonung der Nerven trotz erhöhter Leistungen in deutscher, lateinischer,
französischer, englischer und italienischer Sprache.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 16. April.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch
(5546a
Sprechstunden:
Wilhelm Siedersleben
Montag bis Freitag
staatl. geprüfter Handelslehrer
121 und 35 Uhr.
und gerichtlich beeidigter Bücherrevisor.

Unter hohem Protektorat Ihrer Durchlaucht der Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg,
Prinzessin von Battenberg.

sche
Fror. Tn. Schmti Kkädchie lur Tonkunst
zugleich Gesangschule für Konzert, Oper und Haus.
Fernsprecher 1026.
Gegründet 1851.
Elisabethenstr. 36.
Beginn des Sommer-Semesters am 15. April 1912.
eitiene n entene ehen er ehtent
Einzel- und Klassenunterricht je nach Wunsch. Kunst-, Dilettanten- und Vorschule.
Schriftliche oder mündliche Anmeldungen bei der Direktion, Elisabethenstr. 36.
Sprechstunden während der Ferien vormittags von 1012½ Uhr.
Prospekte kostenfrei durch die Direktion, die Musikalienhandlungen und das Verkehrsbüro.
Die Direktion: Wilhelm Schmitt, Willy Hutter.
8238a)

gr

Padagoglumfurhluslkioor.
Unterrichtsfächer: Klavier, Violine, Theorie, Klarinette.
Honorar mässig. Eintritt zu jeder Zeit. Prospekte. (*5011dsm
Die Dircktion: W. Beh, Riedlingerstrasse 19.
Reform-Konservatorium
Hoffmannstr. 5½, Dir.: O. Bartke, Kammermusiker.
Unterricht nach neuer, den Fortschritt wesentl. erleicht. Methode für Jugendliche
u. Erwachsene. Mit besten Erfolgen in Darmstadt eingef. seit 1901 d. O. Bartke
Fächer- Klavier, Violine, Gesang, Theorie, Unterrichtspädag. etc.
Ausbildung für Beruf u. höh. Dilettantismus. Nur Einzelunterricht.
Die Methode ist empf. d. Kgl. Prof. d. Mus. O. Wangemann u. v. a.
Manverlange kostenl. Prospekt u. unsere erläuternde Schrift
Wie lassen wir unseren KindernMlusikunterrichterteilen!
erhältlich in den Musikalienhandl. u. im Institut Hoffmannstr. 5½.
Erläuterung der Methode im Institut jederzeit in unverbindlicher
Weise erteilt.
(*8828ids

iee=Schule.

Das Sommerhalbjahr beginnt Dienstag, den
16. April 1912, für das Handarbeitslehrerinnen=
Seminar, Handelskurſus und die gewerblichen
Fachkurſe wie:
1. Handnähen und Anfangsunterricht im Maſchinen=Nähen;
2. Maſchinen=Nähen und Wäſchezuſchneiden; 3. Schneidern; 4. Bluſen=
kurſus
; 5. Bügeln: viermonatlicher Kurs und einmonatlicher Kurs;
6. Flicken; 7. Weißſticken und Stopfen; 8. Buntſticken; 9. Freihand=
zeichnen
; 10. Spitzenklöppeln; 11. Spindelgipüre; 12. Holzbrand und
Schnitzen. Kochen und Einmachkurſus.
Anmeldungen werden Samstag, den 13. April, vormittags von
1012 Uhr, im Vorſtandszimmer der Alice=Schule, Friedrichſtraße 4,
(6975a
entgegengenommen.
Der Vorstand.

Knabenpenſionat Goetheschule Offenbach a. M.
Privat=, Real= und Handelsſchule, erteilt Einjährigenzeugnis.
Gute Verpflegung und Aufſicht. Sorgfält, Ueberwachung der Schul=
arbeiten
. Großer Garten, Zentralheizung, elektr. Licht. (2154il
Proſpekte durch die Direktion.
Mäßiger Penſionspreis.

ee

M

Sparſame
Hausfrauen=
kaufen
gegen bar und
ſammeln die ſchwarz=
weißen
Kabatt=
marken
des
8287a
Kabatt=
Spar=Vereins
Darmſtadt.

eigenes Fabrikat
den Cölner Marken an Güte
gleich, nur bedeutend billiger
als diese, empfichltin Flaschen
und lose aussewogen. (*807a
Fr. Beckenhaub,
Medizinal-Drogerie und
Parfümerie
Schul- und Wilhelminenstrasse.

Grossh. Ludwig-Georgs-Gymnasium u. Vor=
schule
der beiden Gymnasien zu Darmstadt
Anmeldungen für das Ludwig=Georgs=Gymnaſium und die
gemeinſame Vorſchule des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums und des
Neuen Gymnaſiums nimmt der Unterzeichnete, ſoweit ſie nicht ſchon
erfolgt ſind, noch Samstag, den 13. April von 912 Uhr im
Direktorzimmer des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums (Karlſtraße 2),
entgegen; dabei ſind Geburtsſchein, Impfſchein und gegebenenfalls
Abgangszeugnis der bisher beſuchten Schule vorzulegen. Wenn
die Eltern ſchriftliche Anmeldung vorziehen, erbitten wir ſie bis
zum 10. April.
(7464a
Die Großherzogliche Direktion
Dr. Mangold.

Darmſtädter Dädagogium
Leiter: M. Elias, Herdweg 56, Telephon 2554,
ſtaatlich konzeſſionierte Privatſchule mit den Klaſſen Sexta bis
Oberprima. Der Unterricht wird in kleinen Klaſſen erteilt, ſo daß
die Berücksichtigung der individuellen Veranlagung der
Schüler ermöglicht wird. An der Anſtalt unterrichten 14 Lehrer.
In beſonderen Kurſen erfolgt die Vorbereitung zum Ein=
jährigen
-, Primaner- und Abiturienten-Examen.
1910/12 beſtanden 15 Abiturienten, 31 Einjährige und
viele für andere Klaſſen.
(B5564

Zum Schulanfan

empfiehlt

(635a

sämtliche Schulartikeln

zu billigen Preisen

Frau P. Wassner, Pallaswiesenstrasse 21.

Seſchteiſin us uſühen,
Meiner werten Kundſchaft und verehrlichen Nachbarn mache
hiermit die Mitteilung, daß ich im Hauſe
23 Kahlertſtraße 23

mein

Friseur-Geschäft
eröffnet habe und bitte um geneigten Zuſpruch.
(2935
Hochachtungsvoll
Adam Sehnert, Friseur,

Sechs verſchied., ſehr feine mod.
Aussbaum-Fianinos
faſt neu, mit großem edlem Ton
und beſter Mechanik, werden unter
10jähr. Garantie ſehr billig abge=
geben
. Man verlange Abbildungen.
Auf Wunſch event. Probeſendung.
Wilh. Arnoid. Kgl. Bayer. Hofliefer.
Aſchaffenburg. (8702a

Für Brautleute.
1 Sofa u. 2 Seſſel mit graubl.
Moquettebezug billig zu verkaufen
*9033) Schwanenſtr. 20, 2. St. I.

Holen Sie nur
1 Doſe von dem
vorzüglichen
Fußbodenlack
pracht v. Farbe, von
Anton Fischer
Frankfurterstr. 12/14

zu verkaufen:
Wegen Umzug 1 ſehr großer
Kleiderſchrank, 1 Fenſtertritt,
1 Mädchenbett mit Sprungfeder=
matratze
, 1 Holzbettſtelle, 2 Han=
teln
, 1 runde engl. Badebütte neu,
Wilhelmſtr. 2, 1. Stock. (B8525

Behrock, Frack, Smoking= An=
züge
, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (7692a

I. Hes. Versich. geg. Ungeziefer
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.

Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.

Für Hausbeſ. Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung geg.
Ungeziefer beſond. zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (1198a)

[ ][  ][ ]

Bekanntmachung.

Nachſtehende Bekanntmachung Großh. Miniſteriums des Innern betreffend
die Erhebung von Deckgeld für Bedecken von Stuten, vom 29. v. Mts. bringen
wir hierdurch zur Kenntnis der Intereſſenten.
Die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden werden angewieſen,
den Inhalt der Bekanntmachung in ihren Gemeinden wiederholt ortsüblich zu
veröffentlichen.
Darmſtadt, den 2. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart,

Bekanntmachung,

betreffend die Erhebung von Deckgeld für Bedecken von Stuten.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß von Beginn der Deck=
periode
1912 ab das Deckgeld für Bedecken von Stuten durch Hengſte des Landgeſtüts
auf 20 Mk. für jede Stute erhöht worden iſt.
Die heſſiſchen Stutenbeſitzer haben nach Schluß der Deckperiode nur die Hälfte
dieſes Betrages, alſo 10 Mk. auf Anfordern zu bezahlen, die andere Hälte wird ihnen
geſtundet bis zum Ablauf des Rechnungsjahres. Wenn jedoch bis zum 15. Juni des
auf das Decken folgenden Jahres von dem Beſitzer nachgewieſen worden iſt, daß ſeine
während der vorigen Deckperiode gedeckte Stute ein lebendes Fohlen nicht geworfen
hat, ſo wird der Reſt des Deckgeldes erlaſſen.
Beim Verkauf einer gedeckten Stute nach einem Orte außerhalb Heſſens wird
die zweite Hälfte des Deckgeldes auch dann nicht erlaſſen, wenn die Stute ein Fohlen
nicht zur Welt gebracht hat. Für nicht heſſiſche Stutenbeſitzer findet weder eine
(8731
Stundung, noch ein Erlaß des Deckgeldes ſtatt.
Das nach unſerer Bekanntmachung vom 6. Februar 1906 (Reg.=Bl. Nr. 5 von 1906)
ſeither feſtgeſetzte, von den heſſiſchen Stutenbeſitzern zu zahlende, Trinkgeld für den
Landgeſtütsdiener von 1 Mk. wird mit der erſten Hälfte des Deckgeldes erhoben,
während das den nicht heſſiſchen Stutenbeſitzern mit 2 Mk. zur Laſt fallende Trink=
geld
wie bisher mit dem Deckgeld an die Landgeſtütsdiener zu entrichten iſt.
Darmſtadt, den 29. März 1912.
Großherzogliches Miniſterium des Innern.
Kratz.
J. V.: Hölzinger.

Bekaunkmachung.

Der Phyſikaliſche Verein zu Frankfurt a M. veranſtaltet auch in dieſem Jahre
an der Elektrotechniſchen Lehranſtalt einen Kurſus über Anlage und Prüfung von
Blitzableitern, der namentlich dazu dienen ſoll, die beteiligten Beamten und Berufs=
kreiſe
mit den dafür maßgebenden Geſichtspunkten vertraut zu machen.
Der Unterricht findet in der Woche vom 15. bis 20. April d. J. täglich vor=
mittags
von 10 bis 12 und nachmittags von 3 bis 5 Uhr ſtatt.
Die Gebühr für die Teilnahme beträgt 30 Mark.
Intereſſenten, welche an dem Kurſus teilzunehmen beabſichtigen, empfehlen wir,
ſich alsbald bei dem Vorſtand des Phyſikaliſchen Vereins zu Frankfurt a. M. anzu=
melden
.
Darmſtadt, den 5. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(8687
Fey.

Bekanntmachung.

Der heſſiſche Reiterverein beabſichtigt am Sonntag, den 14. April d. J.,
nachmittags 3 Uhr, ſein diesjähriges Frühjahrsrennen auf dem Griesheimer
Truppenübungsplatz abzuhalten.
Wir bringen zur Kenntnis der Zuſchauer, daß den Anordnungen der mit dem
Sicherheitsdienſt betrauten Gendarmen und Militärperſonen Folge geleiſtet werden
muß, daß ferner die Warnungs= und Bahnzeichen, Abſperrungen von Wegen und
dergl. beachtet werden müſſen, ſowie daß das Betreten des Griesheimer Truppen=
übungsplatzes
Unbefugten nicht geſtattet iſt.
Bei der An= und Abfahrt muß rechts gefahren und Reihe gehalten
werden, damit Verkehrsſtörungen und Unglücksfälle vermieden werden.
Darmſtadt, den 4. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(8680ds
Fey.

Bekanntmachung.

Am 15. März d. J. iſt die auf Grund des Geſetzes vom 8. Juli 1911 (Reg.=Blatt
1911 S. 246, 247 erlaſſene Verordnung über den Arbeiterſchutz und die Unfallverhütung
bei Hoch= und Tiekbauten (Reg=Blatt 1912 S. 30ff) in Kraft getreten.
Den Unternehmern und Arbeitern des Hoch= und Tiefbaugewerbes und der ver=
wandten
Gewerbe, ſowie den Bauherrn wird empfohlen, ſich mit den Beſtimmungen
des Geſetzes und der Verordnung bekannt zu machen.
Insbeſondere verweiſen wir auf folgende Beſtimmungen:
1. Bei Hochbauten gelten die ieweils erlaſſenen Unfallverhütungsvorſchriften der
Heſſen=Naſſauiſchen Baugewerksberufsgenoſſenſchaft bei Tiefbauten diejenigen der Tief=
bau
=Berufsgenoſſenſchaft, außerdem für etwäige Nebenbetriebe die Unfallverhütungs=
vorſchriften
der in Betracht kommenden weiteren Berufsgenoſſenſchaften als polizeiliche
Beſtimmungen im Sinne des § 1 des Geſetzes vom 8. Juli 1911. Die Verletzung dieſer
Vorſchriften zieht daher für Mitglieder der Berufsgenoſſenſchaft in Zukunft nicht nur
die von der Verufsgenoſſenſchaft feſtzuſetzenden Straffolgen nach ſich (vergl. § 112 Abſ. 1.
Ziſſerl, 116Gewerbe= Unfallgeſetzes: 340Bau=Unfallverſicherungsgeſetz demnächſt§ 948 f.
870 Reichsverſicherungsordnung), ſondern auch die Strafe des Geſetzes vom 8. Juli 1911.
(Geldſtrafe bis 300 M., im Unvermögensfalle Haft, ſoweit nicht eine ſchwerere Strafe
auf Grund der Gewerbeordnung oder der allgemeinen Strafgeſetze verwirkt iſt)
2. Verantwortlich für die Beobachtung der Vorſchriften ſind neben dem Gewerbe=
treibenden
in dem im § 151 Gewerbeordnung näher bezeichneten Umfang auch dieienigen
Perſonen, welche der Gewerbetreibende mit der Leitung des Betriebs oder der Be=
aufſichtigung
desſelben betraut hat, ferner auch Bauherrn und Geſamtunternehmer, die
keine getverbmäßigen Unternehmer ſind.
3. Die Vorſchriften der Verordnung dienen hauptſächlich dem Schutz der Geſundheit
und Sittlichkeit der Arbeiter: ſie beziehen ſich auf Beſchaffenheit der Baubuden, der
Aborte, Staubverhütung, Schutz gegen die Witterung beiRohbauten, Genuß von Alkohol
Trinkwaſſer.
4. Der Unternehmer hat dafür zu ſorgen, daß mindeſtens ein Abdruck der Ver=
ordnung
vom 15. Februar 1912 auf jeder Bauſtelle ausgehängt iſt, und daß jeder neu
eintretende Arbeiter auf dieſen Ausbang beſonders hingewieſen wird. Er hat außerdem
den Tag, an dem mit der Bauausführung oder der Aufſtellung eines größeren Ge=
rüſtes
begonnen werden ſoll, ſpäteſtens drei Tage zuvor bei dem Kreisamt, in der
Stadt Darmſtadt bei der Bürgermeiſterei ſchriftlich oder zu Protokoll anzuzeigen. Die
Anzeigen können durch Vermittelung der Ortspolizeibehörden, Polizeiamt in Darmſtadt,
Bürgermeiſterei in den Landgemeinden, erſtattet werden. Bei geringfügigen Bau=
ausführungen
wie kleineren Schuppen, Buden, Anlage von kleineren Abort= und Sammel=
gruben
, Grenzmauern, Einfriedigungen, Zäunen und dergleichen, bedarf es einer An=
zeige
vor Baubeginn nicht.
5. Die örtliche Aufſicht auf den Bauſtellen liegt (unbeſchadet der den Gewerbe=
aufſichtsbeamten
und den Aufſichtsbeamten der Berufsgenoſſenſchaften zuſtehenden
Befugniſſen) den mit der örtlichen Baupolizei betrauten Beamten (d. i. in den Land=
gemeinden
den Kreisſtraßenmeiſtern, in der Stadt Darmſtadt den ſtädtiſchen Bau=
kontrolleuren
) ob. Ihren Anordnungen iſt Folge zu leiſten. Im Weigerungsfalle
kann das Erforderliche durch das Kreisamt oder die Bürgermeiſterei Darmſtadt im
Wege polizeilichen Zwangs angeordnet werden. Auch kann bis zur Herſtellung des der
polizeilichen Vorſchrift oder Verfügung entſprechenden Zuſtands die Einſtellung der
Bauarbeiten, ſoweit ſie durch die Verfügung betroffen werden, angeordnet werden, falls
deren Fortſetzung erhebliche Gefahren oder Nachteile herbeizuführen geignet ſein würde
Darmſtadt, den 3. April 1912,
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
8422
J. V.: Dr. Reinhart.
Die bei Berechnung der Lieſerungen für die Armee zugrunde zu legenden Durch=
ſchnittspreiſe
im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat März 1912 für Hafer 22 Mk.,
(8681
für Heu 11 Mk., für Stroh 6 Mark. pro 100 Kilo betragen.
Sophie Pfaff von Darmſtadt und Eliſabethe Traſer von Arheilgen wurden
(8682
am 2. April 1912 als Hebammen verpflichtet.
Philipp Neubert 1. zu Ober=Ramſtadt wurde als Feldſchütz für die Gemarkung
(5733
Ober=Ramſtadt verpflichte:

Bekanntmachung.

Die nachſtehende Bekanntmachung der Großh. Hauptſteuerämter Darmſtadt und
Offenbach vom 21. April 1903 bringen wir hiermit zur Kenntnis der Beteiligten.
Darmſtadt, den 4. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Die im Regierungsblatt Nr. 34 von 1901 erſchienene Bekanntmachung der Großh.
Miniſterien des Innern und der Finanzen bringen wir mit dem Anfügen zur Kenntnis
der Beteiligten, daß Zuwiderhandlungen gegen die nachſtehenden Beſtimmungen, ſofern
nicht die Strafe der Defraudation verwirkt iſt, nach § 43e Abſatz 2 des Geſetzes betr.
die Beſteuerung des Branntweins vom 24. Juni 1987 bezw. vom 7. Juli 1902 mit einer
Geldſtrafe bis zu Einhundertfünfzig Mark oder mit Haft beſtraft werden.
Gleichzeitig wird bekannt gemacht, daß durch den Bundesratsbeſchluß vom
18. September 1902 an Stelle der Worte in Ziffer 3 und 5a der nachſtehenden
Beſtimmungen, deſſen Stärke weniger als 80 Gewichtsprozent beträgt die Worte zu
ſetzen ſind: in welchem das Alkoholometer eine Stärke von weniger als 80 Gewichts=
prozent
anzeigt und an Stelle der Worte in Ziffer 4 und 5b und Geruch die Worte:
Geruch oder Farbei zu ſetzen ſind.
Darmſtadt und Offenbach, den 21. April 1903.
Großh. Hauptſteneramt Darmſtadt. Großh. Hauptſteneramt Offenbach.
Dr. Heil.
Dr. Würth.

Bekanntmachung.

Nachdem an den durch Bekanntmachung vom 18. März 1896 (Reg.=Blatt Seite 31)
veröffentlichten ,Beſtimmungen über den Handel mit denaturiertem Branntwein infolge
der vom Bundesrat erlaſſenen endgültigen Branntweinſteuer= Ausführungsbeſtim=
mungen
einige Aenderungen eingetreten ſind, wird der nunmehr gültige Wortlaut dieſer
Beſtimmungen nachſtehend mit dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß
als Hebeſtellen, bei welchen der Handel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein
anzumelden iſt, nur die Hauptſteuerämter und Steuerämter in Betracht kommen.
Darmſtadt, den 1. April 1901.
Großherzogliches Miniſterinm
Großherzogliches Miniſterium
der Einanzen.
des Innern.
gez.: Gnauth.
gez.: Rothe.
gez.: Ueberle,

Beſtimmungen

über den Handel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein.
1. Auf den Handel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein findet § 23 der
Gewerbeordnung keine Anwendung.
2. Wer mit vollſtändig denaturiertem Branntwein handeln will, hat dies vor
Eröffnung des Handels der Hebeſtelle und der Ortspolizeibehörde unter Bezeichnung
der Verkaufsſtelle anzumelden. Die Hebeſtelle trägt die Anmeldung in ein Verzeichnis
ein und erteilt über die Anmeldung eine Beſcheinigung, ohne welche mit dem Handel
nicht begonnen werden darf. Die Beſcheinigung iſt in der Verkaufsſtelle aufzubewahren
und den Beamten auf Verlangen vorzuzeigen. Liegen Thatſachen vor, welche die Unzu=
verläſigkeit
des Gewerbetreibenden in bezug auf den Handel mit denaturiertem Brannt=
wein
wahrſcheinlich machen, ſo hat die Hebeſtelle vor Erteilung der Beſcheinigung an
das Hauplamt zu berichten.
3. Denaturierter Branntwein, deſſen Stärke weniger als 80 Gewichtsprozent be=
trägt
, oder der in unerlaubter Weiſe (Ziffer 4) behandelt iſt, darf nicht verkauft oder
feilgehalten werden.
4. Es iſt verboten, aus denaturiertem Branntwein das Denaturierungsmittel
ganz oder teilweiſe auszuſcheiden oder dem denaturierten Branntwein Stoffe beizu=
fügen
, durch welche die Wirkſamkeit des Denaturierungsmittels in Bezug auf Geſchmack
und Geruch vermindert wird.
5. In den Verkaufsräumen iſt an einer in die Augen fallenden Stelle und in
deutlicher Druckſchrift eine Bekanntmachung auszuhängen, wonach es verboten iſt:
a) denaturierten Branntwein, deſſen Stärke weniger als 80 Gewichtsprozent be=
trägt
, zu verkaufen oder feilzuhalten:
b) aus denaturiertem Branntwein das Denaturierungsmittel ganz oder teilweiſe
auszuſcheiden oder dem denaturierten Branntwein Stoffe beizufügen, durch
weiche die Wirkſamkeit des Denaturierungsmittels in Bezug auf Geſchmack und
Geruch vermindert wird, oder ſolchen Branntwein zu verkaufen oder feilzuhalten.
6. Das Hauptamt kann die Erteilung der Beſcheinigung verſagen oder die Fort=
ſetzung
des Handels mit denaturiertem Branntwein unterſagen, wenn Tatſachen vor=
liegen
, welche die Unzuverläſſigkeit des Gewerbetreibenden in Bezug auf dieſen Gewerbe=
betrieb
wahrſcheinlich machen. Von der Entſcheidung iſt der Ortspolizeibehörde Mit=
teilung
zu machen.
7. Die Beamten der Steuerverwaltung ſind befugt die Gewerbe= und Geſchäfts=
räume
, in denen die Lagerung, die Verwendung oder der Verkauf denaturierten Brannt=
weins
ſtattfindet, während des Betriebs oder der Offenhaltung des Geſchäfts zu jeder
Zeit, ſonſt von morgens 6 bis abends 9 Uhr, zu betreten, die Vorräte an denaturiertem
und undenaturiertem Branntwein zu revidieren und Proben davon zu entnehmen. Auf
Verlangen iſt dem Beſitzer für entnommene Probe Entſchädigung in Höhe des üblichen
Kaufpreiſes zu leiſten.
8. Die Beteiligten ſind verpflichtet, auf Anfordern den Beſtand an denaturiertem
und undenaturiertem Branntwein, ſowie an Denaturierungsmitteln anzugeben und vor=
zuzeigen
, ſowie den Steuerbeamien über den Gewerbs= oder Geſchäftsbetrieb Auskunſt
zu erteilen. Die Oberbeamten der Steuerverwaltung ſind berechtigt, die Einkaufs=,
Lager=, Fabrikations= und Verkaufsbücher während der Geſchäftsſtunden einzuſehen.
9. Die in Ziffer 7 bezeichneten Befugniſſe ſtehen für den Handel mit vollſtändig
(8698
denaturiertem Branntwein auch den Beamten der Polizeiverwaltung zu.

Bekanntmachung.

Einſtellung von Dreijährig=Freiwilligen.
Die Minenabteilung in Cuxhaven ſtellt im Oktober 1912 dreijährig= frei=
willige
Minenmatroſen und Minenheizer ein, und zwar:
a) als Minenmatroſen
Seeleute, See= und Flußſchiffer, Fiſcher, Handwerker und andere Berufe,
b) als Minenheizer
Maſchiniſten und Heizer, Maſchinenbauer, Keſſelſchmiede, Kupferſchmiede, Elektro=
techniker
, Mechaniker und ähnliche Verufe. Dreijährige Zivillehrzeit und Beſtehen
einer Prüfung (Deutſch, Rechnen, Zeichnen) gibt die Möglichkeit zur Kapitulation für
die Minenmaſchiniſtenlaufbahn
Junge Leute die beabſichtigen, als Freiwillige einzutreten, müſſen ein Geſuch
mit einem ſelbſtgeſchriebenen Lebenslauf ihren Zeugniſſen und einem vom unterzeich=
neten
Zivilvorſitzenden zu erbittenden Meldeſchein zum freiwilligen Eintritt baldigſt
an das Kommando der Minenabteilung in Euxhaven einſenden. Die ärztliche Unter=
ſuchung
wird dann durch das Bezirkskommando veranlaßt.

Bekanntmachung.

Unter Bezugnahme auf die vorſtehende Bekanntmachung, betreffend: Einſtellung
von Dreijährig=Freiwilligen für die Minen=Abteilung in Cuxhaven, bringe ich zur
Kenntnis, derienigen, welche die Abſicht haben, lich zum Dienſteintritt melden zu
wollen, daß die Erteilung des Meldeſcheins abhängig iſt von Erbringung:
1. eines Geburtsſcheins,
2. einer ſchriftlichen und beglanbigten Einwilligung des Vaters,
3. einer Beſcheinigung, daß der ſich Meldende durch Zivil=Verhältniſſe nicht
gebunden iſt,
4. eines Leumundszeugniſſes.
Die Beſcheinigung zu 1 wird durch das zuſtändige Standesamt erteilt, die zu 2
erforderliche Beglaubigung und die Beſcheinigung zu 3 erfolgt in der Regel durch die
Bürgermeiſterei des Wohnſitzes. Für die in der Stadt Darmſtadt wohnhaften Leute
wird das Leumundszeugnis (Ziffer 4) durch das Großh. Polizeiamt Darmſtadt aus=
(8658
gefertigt. Sämtliche Beurkundungen ſind koſtenfrei.
Darmſtadt, den 6. April 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks
Darmſtadt.
Dr. Reinhart.

[ ][  ][ ]

Nummer 42.

Amtsverkündigungsblätt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt. Donuerstag, den 11. April 1912.

Bekanntmachung.

Zur Leitung der am 27. April 1912 vorzunehmenden Wahlen der Mitglieder
zur Landwirtſchaftskammer und zu den Ausſchüſſen der Landwirtſchaftskammer für
die Provinzen ſind auf Grund des § 24 der Wahlordnung für den
3. Wahlbezirk (Griesheim=Gernsheim)
Großh. Kreisamtmann Dr. Michel zu Darmſtadt

( frier
4. Wahlbezirk (Darmſtadt)
Großh. Kreisamtmann Regierungsrat Dr. Reinhart zu Darmſtadt
von Großh. Miniſterium des Innern als Wahlkommiſſäre ernannt worden.
Hiernach haben die Wahlvorſteher der einzelnen Vertrauensmännerkreiſe die
Wahlakten nach der Wahl an den in nachſtehender Tabelle in der letzten Spalte Be=
zeichneten
einzuſenden. Die Tabelle empfehlen wir Ihnen zu genauer Beachtung.
Darmſtadt, den 9. April 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
(8699

Wahlbezirk
Vertrauensmännerkreis
Gemeinden des
Namen der
Die Wahlakten ſind einzuſenden
Kreiſes Darmſtadt
Namen der zugebörigen
an
Nr.
Bezeichnung
Nr.
Wahlvorſteher
Stellvertreter
Gemeinden
Arheilgen 1
Gr. Bürgermeiſter
Gr. Beigeordneter
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Arheilgen . .
Darmſtadt
Peter Benz IV.
Georg Benz IX.
Darmſtadt, Kreisamt
Arheilgen 2
Landwirt Georg Benz XIV. Mühlenbeſitzer Appel
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt, Kreisamt
Schneppenhauſen und
Braunshardt .
Darmſtadt
Braunshardt
Gr. Bürgermeiſter Schmidt! Gr. Beigeordneter Wesp Gr. Bürgermſtr. zu Schneppenhauſen
Darmſtadt 1
BuchbindermeiſterLandw. Peter Karl Seibert Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt . .
Darmſtadt
Alwin Greſſer
Darmſtadt, Kreisamt
Darmſtadt 2
Weinhändler Karl Malzi Oekonom Martin Kaus
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt, Kreisamt
14 Eberſtadt 1 u. Nd.=Beerbach! Gr. Bürgermeiſter
Gr. Beigeordneter
Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Eberſtadt . .
Griesheim-Gernsheim
Wilhelm Schäfer
Ludwig Müller
Darmſtadt, Kreisamt
15
Eberſtadt 2
Peter Gußmann I.
Heinrich Krug 1.
Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Darmſtadt. Kreisamt
Eich
Griesheim-Gernsheim 9 Eſchollbrücken und Eich Er Bürgermeiſter KochGr. Beigeordn. Rothermei Gr. Bürgermeiſter zu= Eſchollbrücken
Gr. Bürgermeiſter
Gr. Beigeordneter
Erzhauſen .
Darmſtadt
Erzhauſen
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Wannemacher
Georg Wilhelm Lotz
Darmſtadt, Kreisamt
Gr. Beigeordneter
Griesheim-Gernsheim 9 Eſchollbrücken und Eich Gr. Bürgermeiſter
Eſchollbrücken .
Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Friedrich Götz
Adam Krämer
Darmſtadt, Kreisamt
Gr. Bürgermeiſter
Geiſenhalen
Darmſtadt
Gräfenhauſen.
Wilhelm PetriGr. Beigeordn. Jakob Pons Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt, Kreisamt
112
Griesheim 1
Gr. Beigeordneter Feldmann Ludwig Wilhelm HöhlIII. Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Griesheim-Gernsheim
Griesheim .
Darmſtadt, Kreisamt
13
Griesheim 2
Gr. Bürgermeiſter Kunz
Georg Becker III.
Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Darmſtadt. Kreisamt
Gr. Beigeordneter
3Griesheim-Gernsheim
Hahn . . . .
Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
dahn
Gr. Bürgermeiſter Geibel
Philipp Merſchroth XIII.
Darmſtadt, Kreisamt
Wahlvorſteher Gr. Beigeordneten
Malchen .
3Griesheim-Gernsheim 10 Pfungſtadt 1 und Malchen Gr. Bürgermeiſter Walther Gr. Beigeordn. Steinmetz Geora Nungeßer IV zu Pfungſtadt.
Darmſtadt 10
Meſſel
Meſſel . . .
Gr. Bürgermeiſter Hickler Gr. Beigeordn. Heberer Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt, Kreisamt
Nieder=Beerbach . 3 Griesheim-Gernsheim 14 Eberſtadt 1 u. Nd.=Beerbach Gr. Bürgermeiſter Geibel Gr. Beigeordn. Stüber Gr. Bürgermeiſter Schäfer
zu Eberſtadt
Damnicdt
Nieder=Ramſtadt, Traiſa 1 Gr. Bürgermeiſter Appel Gr. Beigeordn. Bender Regierungsrat Dr. Reinhart,
113
Nieder=Ramſtadt.
und Waſchenbach
Darmſtadt, Kreisamt
14 Ober=Ramſtadt 1 mit Wilhelm Fritſch II.Wilhelm Simmermacher 1 Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt
Ober=Ramſtadt .
½ Dilshofen
Darmſtadt, Kreisamt
15 Ober=Ramſtadt 2
Gr. Bürgermeiſter Rückert Gr. Beigeordneter Heim Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt. Kreisamt
13 Nieder=Ramſtadt, Traiſa
Gr. BeigeordneterLandwirt Ludwig Wilhelm
Gr. Bürgermeiſter Appel
Darmſiaht
Wahendach
und Waſchenbach
Wembacher
Harniſchfeger
zu Nieder=Ramſtadt
10Pfungſtadt 1 und Malchen
Gr. Beigeordneter
Gemeinderat Chriſtian 1 Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Pfungſtadt . .
3 Griesheim-Gernsheim
Georg Nungeßer IV.
Steinmetz III.
Darmſtadt, Kreisamt
Pfungſtadt 2
Gr. Bürgermeiſter
11
Mühlenbeſitzer Ludwig Gr. Kreisamtmann Dr. Michel,
Ludwig Lang, I.
Engel I.
Darmſtadt, Kreisamt
Roßdorf 1
III
Gr. Bürgermeiſter Lorenz Landwirt Johannes Karl Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darmſtadt
Roßdorf . . .
Grünewalde
Darmſtadt, Kreisamt
Roßdorf 2
12
Gr. Beigeordneter Georg Landw. Konrad Gunkel II. Regierungsrat Dr. Reinhart,
Reinholz
Darmſtadt, Kreisamt
Schneppenhauſen und
Gr. Beigeordneter
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Damnſiadt
Sahnepanhauten
Gr. Bürgermeiſter Kunz
Braunshardt
Zimmermann
Darmſtadt, Kreisamt
Nieder=Ramſtadt, Traiſa
Gr. Bürgermeiſter Appel
Gr. BürgermeiſterGr. Beigeordn. Peter Brehn
113
Darmſiaht
Traiſa ..
und Waſchenbach
Philipp Walther
zu Nieder=Ramſtadt
Gr. Beigeordneter
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Weiterſtadt
Gr. Bürgermeiſter Becker
Darmſtadt
Welerſtadt.
Martin Meinhard II.
Darmſtadt, Kreisamt
Wixhauſen und
Regierungsrat Dr. Reinhart,
Darnſiadt
Gr. Bürgermeiſter Pfaff Gr. Beigeordneter Frey
8
Wixhauſen .
Sensfelderhof
Darmſtadt, Kreisamt

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=

licher Verwahruna und Pflege in der Hofreite Beſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher. 1 Hofhund, 1 Jagdhund, 1 Wolfshund
(zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag vormittags um
3729
20 Uhr. ſtatt.

Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus.

Montag, den 22. April 1912, von nachmittags 2 Uhr ab,
beginnt die Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhauſe, Kirch=
ſtraße
9, dahier.
Es kommen zum Ausgebot:
Montag, den 22. April, von nachmittags 2 Uhr ab: Weißzeug
und Kleidungsſtücke;
Dienstag, den 23. April, von nachmittags 2 Uhr ab: Gold,
Silber, Brillanten, Uhren, Ringe;
Mittwoch, den 24. April, von vormittags 9 Uhr ab: Photo=
graphiſche
Apparate, Muſikwerke, Geigen, Zithern, Operngläſer,
Ferngläſer und Reißzeuge;
jan demſelben Tage, von nachmittags 2 Uhr ab: Weißzeug und
Kleidungsſtücke:
Donnerstag, den 25. April, von vormittags 9 Uhr ab: Weiß=
zeug
und Kleidungsſtücke;
an demſelben Tage, von nachmittags 2 Uhr ab: Fahrräder, Näh=
maſchinen
, Regulateure, Wanduhren, Weißzeug und Kleidungs=
ſtücke
:
Freitag, den 26. April, von vormittags 9 Uhr ab und von nach=
mittags
2 Uhr ab: Gold, Silber, Uhren, Ringe, u. dergl.;
Die zur Verſteigerung heranzuziehenden Pfänder ſind folgende:
Nr. 1 bis einſchl. Nr. 2641 und Nr. 67795 bis einſchl. Nr. 100 000.
Die Verſteigerung findet gegen ſofortige Barzahlung ſtatt. Die
Auslöſung verfallener Pfänder hat bis längſtens Samstag, den
20. April 1912, vormittags 12 Uhr zu erfolgen.
Der ſofortige Wiederverſatz ausgelöſter, verfallener Pfänder
kann vom 18. April I. J. ab großen Andrangs wegen nicht
mehr ſtattfinden.
(8703a
Darmſtadt, den 9. April 1912.
Die ſtädtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul.

Verſteigerungs=Anzeige.
Donnerstag, den 11. d. Mts., nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale der Ludwigshalle, Obergaſſe dahier, vor=
(8738
ausſichtlich:
2 Landauer, ſowie verſchiedene Möbelſtücke.
Weckel, Eruſh. Gerichtevolzicſer.

Bekanntmachung.
Donnerstag, 9. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,

ſoll die dem Friedrich Ballé in
Offenbach a. M. und dem Jakob
Mohr in Darmſtadt, im Grund=
buch
hieſiger Gemarkung zuge=
ſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. am
III 110%10 198 Grab= Die=
garten
burger=
III 112 3723¾10 Hof= (ſtraße
reite Nr. 96,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K25112
verſteigert werden.
Darmſtadt, 18. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
(67440
Müller.

Bekanntmachung.
Donnerstag, 9. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,

ſollen die dem Philipp Adam
und dem Philipo Wilhelm Adam
zu Nieder=Modau, im Grundbuch
der Gemarkung Darmſtadt zuge=
ſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. am
29 1 1523 Acker rechts dem
Judenbrunnen,
29 4 2322 Hofreite ( Lager=
platz
) daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K21/12
Darmſtadt, 25. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (B7438

Verkauf von
Matratzenſtreu.
Am Samstag, den 13. April,
wird die Matratzenſtreu einer
Eskadron auf dem Hofe der Ka=
valleriekaſerne
an der Holzhofallee
verſteigert. Der Verkauf beginnt
um 9 Uhr 30 Minuten vormit=
(8686
tags.
Leib=Dragoner=Regiment
Nr. 24.

Bekanntmachung.
Donnerstag, 9. Mai I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die dem Philipp Maul V.
in Ernſthofen, im Grundbuch der
Gemarkung Darmſtadt zugeſchrie=
benen
Immobilien:

Flur Nr. am
II 1035/10 213 Hofreite Beck=
ſtraße
,
II 1035¾/10 65 Grabgarten
daſelbſt,
II 10353/100 65 Grabgarten
mit Garten=
haus
,
II 10350/100 41 Grasgarten
daſelbſt,
II 1035¾/100 37 Grasgarten
daſelbſt,

in unſerem Bureau zwangsweiſe
(Ki8/12
verſteigert werden.
Darmſtadt, 19. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V7439

Bekanntmachung.
Donnerstag, 25. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,

ſollen die der Witwe des Wendel
Barth, Marie, geb. Merkel, dahier,
und deren Kindern zugeſchriebenen
Immobilien:
Flur Nr. qm
Fuhr=
manns
=
IV 365 ¾/10 199 Hofreite
und Pan=
IV 365/10 204 Hofreite,
kratius=
ſtraße

Nr. 26½,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K12111
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 22. März 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V8276

In dem Konkursverfahren

über das Vermögen des Johann
Friedrich Trautwein in Darmſtadt
beträgt bei der bevorſtehenden
Schlußverteilung die vorhandene
Maſſe Mk. 3394.32, während die zu
berückſichtigenden nichtbevorrech=
tigten
Forderungen Mk. 75 379.26
betragen.
(8688
Die Schlußrechnung, ſowie das
Schlußverzeichnis liegen auf der
Gerichtsſchreiberei des Großher=
zoglichen
Amtsgerichts DarmſtadtI
zur Einſicht ofen.
Darmſtadt, 6. April 1912.
Der Konkursverwalter:
Karl Dechert.

Stechritf.

Der Dragoner Wilhelm Karl
Robert Sauer der 3. Eskadron
Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23,
geboren am 23. Februar 1890 zu
Siegen, Kreis Siegen (Weſtfalen),
iſt vom Urlaub nicht zu ſeinem
Truppenteil zurückgekehrt.
Derſelbe iſt bekleidet mit Waffen=
rock
, eigener Tuchhoſe, eigenen
Stiefeln, eigenem Koppel mit
eigenem Degen und eigener Mütze.
Signalement:
Größe.: 1.70 m,
Geſtalt: ſchlank,
Kinn: gewöhnlich,
Naſe: gewöhnlich,
Mund: gewöhnlich,
Haar: blond. (8697
Um Verhaftung wird erſucht.
Darmſtadt, 9. April 1913.
Garde=Dragoner=Regiment Nr. 23.
gez.: von der Schulenburg,
Oberſt
und Regiments=Kommandeur.
Der Roggenankauf iſt beendet.
Der Ankauf von Stroh ( Fle=
gel
= und Maſchinenſtroh) wird
(8694
fortgeſetzt.
Proviantamt Darmſtadt.

Kasherd billig zu verk. (*904
Gardiſtenſtr. 8, 1. St.

[ ][  ][ ]

Nummer 85.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Seite 13.

Homkankanten
bei uns eine Auf-
nahme
bestellen, er-
Elld Aohkandeh
halten

n die sich, ganz gleich
I in welcher Preislage,

eine

Photographie

Vergroßerung
ihres eigenen Bildes
(30X36 inkl. Karton)

Geschwister

Fardus

Wilhelminen-
9 strasse 9
vis-ä-vis dem alten
Palais
Telephon 1184.

Gesetzlich!
Sonntags ist das
Atelier nur von
I bis 5 Uhr
ununterbrochen
geöffnet.

12 Visit, matt 4.00
Cabinet
12 matt 8.00
Viktoria
matt 5.00
12
Alle andéren Formate
entsprechend billigst.
Bei mehreren Personen
kleiner Preisaufschlag.

N.

zahlen wir Dem-
jenigen
, der nach-
weist
, dass wir
zur Herstellung
unserer Bilder
nicht die besten
Materialien ver-
wenden
.
Langjährige Ga-
rantie
für unsere
Bilder.

Gruppen-, Ver-
eins
- und Fa-
milienbilder
zu
enorm billigen
Preisen.

Verkehrs-Verein Darmstadt.
Protektor: Seine Königliche Hoheit der Grossherzog.
Einladung.
Wir beehren uns hiermit, unſere Mitglieder zu der am Frei=
tag
, den 19. April 1912, abends pünktlich 8½ Uhr, im
Fürstensaal, Grafenſtraße 20,
ſtattfindenden
Haupt-Versammlung
ergebenſt einzuladen.
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorſitzenden, Rechnungsablage, Bericht der
Rechnungsprüfer, Entlaſtung des Rechners.
Voranſchlag für 1912.
3. Wahl des. Vorſitzenden.
4. Ergänzungswahl des Vorſtandes. Aus demſelben ſcheiden
aus die Herren Rentner E. Becker, Rechfsanwalt Dr. Hoff=
mann
II., Kammerherr Freiherr von Oetinger, Architekt
Karl Schembs und Profeſſor Dr. Ing. Vetterlein. Die
vorſtehend genannten Herren ſind für das laufende Jahr
nicht wieder wählbar.
5. Beratung und Beſchlußfaſſung über die eingegangenen An=
träge
, (Letztere ſind 5 Tage vor der Verſammlung ſchriftlich
an den Vorſitzenden einzureichen).
6. Mitteilungen des Herrn Profeſſor Pützer über die Errichtun g
des Jubiläumsbrunnens des Verkehrsvereins und über den
neuen Hauptbahnhof.
Gäſte, auch Damen, ſind willkommen.
(8726
Der Vorstand.

Aqnarium mit Fiſchen, 1 Kaſig
mit Tiſch zu verkaufen (*8976
Rheinſtraße 31, Manſarde.

Von der Reiſe zurück
Dr. JohannaSchmidt
Aerztin f. Frauen u. Kinder.
K8747

empfiehlt ſich zur Behandlung bei
Gicht, Rheumatismus, Ver=
ſtopfung
ꝛc. Gefl. Zuſchr. unter
L 61 an die Expedition. (B4913
Frau empf. ſich im Anf. v. Knaben-
Enz., Weibnähen, ſow. Flicken u. Büg.
7191a) Arheilgerſtr. 52, part.

Impfehle mich im Aus= u. An=
kleiden
von Toten. Frau
Eckert, Feldbergſtr. 99. (8748a

von Reitinſtiut Rei=
Entlaufen mann ein weibliches
Kätzchen (3 Junge), dunkelbraun u.
ſchwarz, ſammelweiches Fell. Bitte
einfangen. Nachrichten unt. A 64
an die Expedition ds. Bl.
20 Mark Belohnung für Er=
mittlung
der Katze. (*9061df

Verloren
wurde am 1. Oſterfeiertag, auf der
Heidelbergerſtr., gold. ziehb. Arm=
band
. Bitte geg. gute Belohnung
abzugeben Waldſtr. 18, I. (*8865md
von Bensheim
Gold. Armhallu nach Zell am
31. März verlören.
983
Gegen Belohnung abzugeben
Viktoriaplatz 1, 2. St.
Werloren Oſtermontag abend
2 auf d. Wege Wieners=, Darm=,
Beckſtr., Platanenweg, Lukasweg,
Dieburgerſtr., nach dem Orpheum
ein Medaillon mit Kette, auf der
Rückſeite erkenntlich, daß es früher
eine Broſche war. Da ein Andenken
v. Verſtorb., wird der ehrl. Finder
gebeten, dasſelbe geg. gute Belohn.
Wie nersſtr. 52. I., abzugeb. (*9004

Wie ich eine
chicke Frau wurde?
Dadurch, dass ich meine
überall bewundert. Kleider
nur nach d. entzückenden
Favorit-Moden-Album,
Preis nur 60 Pf., wählte u.
nach den vorzügl. Favorit-
schnitten
leicht u. preiswert
selbst schneiderte. Favorit-
Mstr. sind einzig. Hundert-
tausende
benutz: nur diese.
Die Verbraucher erh. 1912
wertv. Jub.-Gaben. Präm.-
Liste gratis d. alle Agent.
Ferner empfohlen:
Jugend-Moden-Album 60 Pf.
Favorlt-Handarbeits-Album 60 Pf.
Verlag: Internat. Schnitt-
manufaktur
Dresden-N. 8.
Arthur Sittig, Louisenplatz 4.

Sahrrad mit Torpedo, ſehr gut
erhalten, ſehr billig zu verf.
Liebfrauenſtr. 77, 1. St. (*9030
2wei wenig gebrauchte Badeöfen
für Holz und Kohlen nebſt
Wanne bill. zu verk. Näh. Speng=
lerei
und Inſtallationsgeſchäft,
Nieder=Ramſtädterſtr. 51. (*9508ds
errenanzug, Frühjahrsjacken,
gr. Federbett billig zu verk.
(8692
Zu erft. in der Exp

Haus Holthusen‟
Fremdenpension 1. Ranges
Orangerie-Allee 10, Darmstadt
bietet in ruh. Lage Zimmer
mit od. ohne Penſion f. läng.
oder kürzeren Aufenthalt.
Straßenbahn=Halteſtelle Her=
mannſtraße
mit direkter Ver=
bindung
nach Stadtzentrum
u. Bahnhöfe in einer Minute
zu erreichen. Telephon 9

Theatershawis

IHlochenbargerj.
& RheinStr. 7

(2806

Anerkannt billige Preise.
Ad. Kolb, Uhrmachermeister

Kirchstr. 17.

(8751

Aergernis
erregt, wenn das Kleid Regen=
flecken
hat od. durch Näſſe die Ge=
webe
eingegang. ſind. Dieſ. Aerger
kann man ſich ſparen, wenn man
ſeinen Kleiderſtoff, bevor er zur
Verarbeitung kommt, dekatieren
läßt. Nur bei
(*9037
Ernst Göbel, Dekateur,
Schulſtraße 11
Neueſte maſchinelle Einrichtung.

Bitte lesen!
Werdauerhafte u. billigſte Weiß=
binder
= u. Lackiererarbeit gemacht
hab. will, wende ſich vertrauensvoll
an Wilh. Dick, L dwigshö l tr. 78. (*8880md

swerd. jed. Geſchmackentſpr.
Hllle ſchick garuiert, ältere Hüte
werd. umgearb. in u. außer d. Hauſe
Ludwigspl. 8. Vorderh III. (7695a

Noch 3 Abende!
Donnerstag bis Samstag
11.bis 13. April, 8 Uhr:
Berliner (7805a
Max Walden-Ensemble
olnsche

irtschaft

Operetten-Posse in3Aktenv.
C. Kraatz u. G. Okonkowsky.
Gesänge von A. Schönfeld.
Musik von J. Gilbert.

Preise: 3, 2, 1.50 u. 1 M.
Vorverkauf: nur Verkehrsbüro.

Eportwagen m. verſtellb. Rück=
lehne
, noch ſehr gut erh., billig
zu verk. Grüner Weg33, II. (*9022ds

Mehr. alte Gewehre
zu verk. Gr. Bachgaſſe 12. (*9031

eich., ca. 2m hoch
4 Fenster 1m br., m. Stein=
ahmen
zu verkaufen. Roßdörfer=
ſtraße
42.
(8740

Empfehle den Damen meinen
zeitgemäss eingerichteten
2.
Damensalon.
O Kopfwaschen mit Frisur. 1.00 Mk.
dl Kopfwasch. mit Ondulation 1.50
25
O Kinderkopfwaschen . . 0.75
N Neveste
Zentraltrockenanlage
gesünd. Behandlung d. Haare.

Anfertigung aller Haar-
arbeiten
. Grosses Lager
in Zöpfen, Locken, Haar-
Unterlagen usw.
zu billigsten Preisen.
(672a

Elisabeikenstr. 21.

Gastspiel Michl Dengg’s
Oberbayr. Bauerntheater

Donnerstag,
den 11. April

Die Kreuzelschreiber
Bauernkommödie mit Ge-
sang
und Tanz in 6 Auf-
zügen
v. L. Anzengruber.

Preise und Vorverkauf wie bekannt.
(8763)

Leis e Varstellung 15. Aprl.

Asdichkur Carisnol
empfiehlt
Kindermilch,
Vollmilch in Flaſchen,
Butter, Eier, Käſematt.
durch die Wagen. (8749

Frische

(*9056

MZ2E!!
Bleichstr. 13,
MAINZER Teiefon 1265s

Siſeher eiteite
Donnerstag, 11. April.
Außer Abonnement.
Erſtes Gaſtſpiel des Kgl. Bayer.
Kammerſängers Heinrich Knote
vom Hoftheater in München.
Siegfried.
Von Richard Wagner.
Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Spielleitung: Oberregiſſ. Valdek.
Perſonen:
Siegfried

Mime .
Der Wanderer
Alberich .
Fafner . .
Erda
Brünnhilde . .

Hr. Bernhardt
Hr. Weber
Hr. Hoff
Hr. Riechmann
. Frl. Howard
Fr. von Sugh

Die Stimme des) Fr. Speiſer=
Suchanek
Waldvogels . .

** Siegfried . . Hr. Knote.
Nach dem 1. u. 2. Aufz. läng. Pauſe.
Preiſe der Plätze (Gr. Pr.):
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremden=
loge
6 Mk., Balkonloge 5 Mk.,
1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang (1.6.
Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe.
2 Mk., Sperrſitz (1.13. Reihe)
4 Mk., (14.20. Reihe) 3.20 Mk.,
Parterre (1.5. Reihe) 2.70 Mk.,
(6.8. Reihe) 2.20 Mk., 1. Galerie
1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 6 Uhr. Ende 10½ Uhr.
Kartenverk. v. 111u. von 5 Uhr an.
Anfang des 2. Aufzuges 7¾ Uhr.
Anfang des 3. Aufzuges 9¼ Uhr.
Vorverkauf
von 111 Uhr f. d. Vorſtellungen:
Freitag, 12. April. 152. Ab.=V.
C 38. Der Störenfried.
Hierauf: Champagner=
Viſionen. Kleine Preiſe. An=,
fang 7 Uhr.
Samstag, 13. April. Auß. Ab.
Vorſtell. zu ermäßigten Preiſen:
Meyers. Anfang 7½ Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 14. April. Auß. Ab.
Zweites und letztes Gaſtſpiel des
Kgl. Bayer. Kammerſängers Hein=
rich
Knote vom Hoftheater in
München. Lohengrin. Lo=
hengrin
Hr. Knote. Gr. Preiſe.
Anfang 6½ Uhr. (Vgl. beſ. Anz.)
Die Hoftheaterhauptkaſſe iſt an
allen Wochentagen, vormittags
von 1012½ Uhr, geöffnet.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Nummer 85

Beachten Sie gefl. unsere
diesbezügl. Schaufenster!

Besonders billige Preise

Beachten Sie gefl. unsere
diesbezügl. Schaufenster!

für den

Tornister:
Kunstleder
95, 78
Kunstleder mit imit. Fellklappe . 2.25
Grün und braun Segeltuch .
1.95
Kunstleder, rot und schwarz
2.95
Extra-Angebot!
massiv Leder, für
Tornister Knaben
4.50
Diverse Artikel:
Schultafeln
30, 28, 15, 8
Schulhefte mit Löschblatt
8
Diarien m. Wachstuchdeckel 40, 30, 18
Aufgabenhefte .
. 8
Federkästen .
45, 38, 20, 8
Radiergummi, versch. Marken 10, 5, 1
Kaisertinte . .
. . Flasche 8
Schulschwämme . .
. 3
Schwammdosen
. 25, 15, 8
Butterbrodpapier, la, fettdicht, 100 Bl. 24
Reißbrettstifte per Karton 20, 8
Skizzenbücher .
. 70, 45, 28
Blechtuschkästen
. . . 65, 28
Bleistifte, Joh. Faber, Dtz. 30 , St. 3
Bleistifte, Lyra . . Dtz. 25, St. 3
Taunusstifte, eig. Marke, Dtz. 55 , St. 5
Federhalter, alle Arten . 10, 8, 5, 3
Griffel
10 Stück 5
Griffel in Etuis, enthaltend 10 Stück 8

Sehr preiswert!
Mädchen-Schul-Schürzen
aus gut. gestreift. Stoffen, m. hoh. Plissé-Volants
60 bis 70 cm 75 bis 90 cm
95
1.25

Schwarze Mädchen-Schürzen
aus sehr guten Panama-Stoffen
60 bis 70 cm 75 bis 85 cm
1.25
1.45

Grosse Posten
Russen-Kittel
weiss und farbig
1.75 1.25 0.95 0.85 0.68

Matrosen-Hüte
für Knaben u. Mädchen 1.85 1.25 95
Südwester-Hüte
für Knaben u. Mädchen 1.45 95 65

Kinder-Taschentücher
glatt weiss, weiss mit bunter Kante und mit
Bildern

10
16
12.

Schulstrümpfe
sehr haltbare Qualität, braun und schwarz
Grösse 1 2 3 4 5 6 7 8

38 45 50 58 65 70 75 80

679

venker

Serkachf

Der Hof des Hchweigens.
Ein Roman aus Island von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)

16)
Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Ich werde mit Aßmuſſen reden, Mutter, entgegnete
die junge Frau, den dunklen Kopf müde in die Hand
ſtützend, doch da iſt er ja ſchon ſelbſt.
Willkommen, lieber Freund, rief ſie einem langen,
ſchlanken Manne zu, der mit ſtillem Abendgruß in die
Halle trat und ſeine hellbraunen Augen forſchend auf
die Frauen richtete, zu denen er jetzt trat.
Die Mutter iſt unzufrieden mit mir und ich ſelber
bin ſo müde zum Sterben, klagte Helga, dem Freunde
des Hauſes, Einar Aßmuſſen, mit traurfgem Lächeln
die Hand reichend.
Sie müſſen nicht ſo mutlos ſein, Frau Helga, tröſtete
er mit weicher Stimme, dann trat er an das Ruhebett
des Knaben und blickte bewegt auf das runde Kinder=
geſichtchen
, das ſich jetzt, noch halb im Schlafe, zu einem
ſchelmiſchen Lächeln verzog.
Ich weiß wohl, wer gekommen iſt, kicherte der Kleine,
ſich mit beiden Fäuſten die Augen reibend, Onkel Einar
iſt da. Er hat mir ganz gewiß eine Zuckerdüte mitge=
bracht
, oder ſchöne Muſcheln und Steine?
Nein, heute nicht, mein Junge, ſagte Profeſſor =
muſſen
, den kleinen Kerl, der ihm beide Arme entgegen=
ſtreckte
, auf die Füße ſtellend, heute hat der böſe Onkel
nicht daran gedacht, weil er ſo viel anderes zu denken
hatte. Aber morgen, mein Kleiner, da nehmen wir ein
Boot, und ich rudere dich hinaus auf das blaue Waſſer,
wenn die Mutter es erlaubt. Gelt, wird das ſchön?
Der Junge ſah mit ſeinen großen, blauen Kinder=

augen ernſthaft von einem zum anderen, dann legte er
die kleinen Hände energiſch auf den Rücken und meinte,
ſtolz den Lockenkopf hebend:
Ich weine noch lange nicht um eine Zuckerdüte. Mein
Papa, der bringt mir eine viel ſchönere aus Island mit,
der hat noch viel mehr Steine und Muſcheln als du, und
wenn er erſt kommt, kann ich alle Tage auf ſeinen Knien
reiten. Nicht wahr, Mama?
Ja, ganz gewiß, mein Junge. Jetzt aber bitte die
Gro, daß ſie dich zur Ruhe bringt, ich habe mit Onkel
Aßmuſſen zu reden.
Der Junge ſchob ſein weißes Händchen bereitwilligſt
in die dürre Hand der alten Frau. Dann aber lief er
noch einmal ſtürmiſch zu Frau Helga und ſchlang ſeine
runden Aermchen feſt um ihren Hals.
Weine doch nicht, flüſterte er ihr tröſtend zu. Du
wirſt doch nicht weinen um eine Zuckerdüte! Onkel
Einar kann mir ja alle Tage eine andere bringen, ich
weine ja auch nicht. Dann ging er auf Einar zu und
ſagte mit ernſten Augen und einer wahrhaft königlichen
Gebärde ihm das Händchen reichend:
Ich verzeihe dir, Onkel.
Der hob den Jungen hoch empor und drückte ihn feſt
an ſeine Bruſt.
Du lieber, ſüßer, kleiner Kerl, ſagte er innig. Na,
paß mal auf, wie ſich der Onkel beſſern wird. Du ſollſt
deine helle Freude an ihm haben.
Der kleine Orm nickte Einar ernſthaft zu. Noch
einmal winkte er mit der kleinen Hand zu Helga hinüber,
dann trippelte er an der Hand der Großmutter, deren be=
kümmerte
Augen Einar verſtändnisvoll grüßten, hinaus.
Einen Augenblick herrſchte tiefes Schweigen in der
weiten Halle.

Nur draußen brauſte der Wind, und die wilden
Waſſer donnerten hinab ins Meer.
Der Winter naht, klagte die junge Frau mit dunkler
Stimme, trotzdem noch geſtern Sommersglut auf den
Bergen lag. Aber wollen Sie denn nicht Platz nehmen,
lieber Freund? Gleich laſſe ich Licht bringen.
Nein, bitte nicht, Frau Helga. Die Nacht kommt ja
nicht an dieſem ewigen Tag. Wie ſilberner Schimmer
liegt es draußen Nacht für Nacht auf den Fjorden, und
ich ſinne oft und weiß nicht, wenn der Tag ſich von der
Nacht ſcheidet.
Sie ſollten in den taghellen Nächten ſchlafen!
Schlafen? Haben Sie nicht ſelber längſt aufgehört
zu ſchlafen, Frau Helga?
Eine leichte Röte ſtieg in das blaſſe Geſicht.
Ich habe lange mit Ihnen ſprechen wollen, beſter
Freund.
Und ich habe lange darauf gewartet, Frau Helga,
Jahr um Jahr.
Ein unruhiger, gequälter Ausdruck trat in das
etwas ſtarkknochige, energiſche Geſicht der jungen Frau,
als ſie jetzt langſam, auf einen von einem Bärenfell über=
deckten
Hocker gegenüber ihrem Armſeſſel deutend,
anhub:
Es iſt ſo ſchwer, anklagen zu müſſen, und ich hätte
gern geſchwiegen. Jetzt aber brauche ich Ihre Hilfe und
Ihren Rat, Einar Aßmuſſen. Wollen Sie mir helfen?
Sie wiſſen, daß ich mit Gut und Blut zu Ihnen
ſtehe.
Ich weiß es, Als Ingwald Anderſen vor drei Jah=
ren
auszog, um vielleicht nie wiederzukehren, da empfahl
er Weib und Kind Ihrem Schutze, Ihrer Güte. Er hatte
keinen anderen und keinen treueren Freund als Sie.

[ ][  ][ ]

Beachten Sie gefl.
unser diesbezügl. Fenster!

5
Nummer

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Kinder-Reform-Schürzen
mit zweifarbigem, waschechtem Besatz, nur Ia Qualität
Grösse 5055 60 65 . 70 75
Preis 0.90 1.00 1.10 1.20 1.30 1.40

Schwarze Kinder-Reform- u. Kimono-Schürzen
mit weisser, roter und bunter Borde
Reform Grösse 60 65 70 75 80

Kinder=Kimono-Schürzen
beste Siamosen-Ware, waschecht mit zweifarbiger Borde
Gr. 50 55 60 65 70 75 80 85 90

Pr. 105 115 125 135 145 155 165 175 185 195

Kimono

1.75 1.90 2.05 2.20 2.40 2.60 2.80
2.50 2.65 2.80 3.00 3.20 3.40

Enorm billiges Angebot in Kinder-Strümpfen und Söckchen.

Farbige Kinder-Söckchen, Baumwolle mit wollenem Rand
Grössse

Preis

80

Telephon 2553

Beachten Sie gell.
unser diesbezügl. Fenster!

Grosse Posten Zigarren
offeriere ausserordentlich billig!
Abgabe von 50 bezw. 100 Stück an.
(8283a
Wiederverkäufern, Händlern, Wirten etc. sehr zu empfehlen.
Garantie für Qualität. Nichtzusagendes wird gegen Barvergütung zurückgenommen.
Zigaretten an Wiederverkäufer zu vorgeschriebenen Fabrikpreisen.
Zigarren-
Wilh. Bauer versand Ludwigstrasse 6.
Geeeder



Seee eeee ee e e
See

Moderne Frisuren
mit bester und haltbarster
Ondulation

alle vornehmen



Haar-Ersatzteile
erhält jede Dame zur Zufriedenheit bei
Hoffriseur Gelfius

Ernst-Ludwigstr. 21.

(1158a

Es ist der Mühe wert
ſich unſeren ausführlichen Katalog
gratis kommen zu laſſen (2562a
Geflügelhof Westfalen, Eiserfeld-Zieg.

Geib-
p
. Ztr. 4.50 Mk. abzug. Schwarz,
Hofmeierei, Telef. 184. (6619a

Heisch. Löharlolfel

Preiswert zu verkaufen: Vertiko,
Trumeau, Salontiſch (8 eckig)
und 4 Salonſtühle, nußbaum,
in tadelloſem Zuſtand
(B8642
Grüner Weg 48, 2 Tr.

nen-
Kästen aus Holz ſgrün geſtrichen
i. 6 Größen à 1,10, 1.25, 1.40,
1.60, 1.75, 1.55 empf.
(8326a
E. Crämer, Lndwigſtraße 7.

Marienbader
Entfettungs-
Tabletten Coronova
zur gefahrloſen Entfettungskur
ohne Diät. Schachtel 2.00 Mk. er=
hältlich
in allen Apotheken, beſ.
Merck’sche Apotheke. (4772MI

Ich date ſeit hene de Whicht Heſgenes zu ver=
laſſen
, ſprach ſie langſam und feierlich.
Jetzt? wo der Winter naht? fragte Aßmuſſen erſchreckt.
Ja, jetzt, ſogleich. In dieſer Stunde iſt der Entſchluß
gereift.
Und was treibt Sie fort?
Ich weiß es nicht. Die Liebe oder der Haß. Aber ich
habe nicht Luſt, noch länger untätig wie ein bleiches
Jungfräulein am Wege zu warten, bis mir auf einmal ein
Brocken des Glücks in den Schoß fällt.
Und was wollen Sie beginnen, kam es wie in ge=
heimer
Angſt von ſeinen Lippen. Helga, Helga, ich warne
Sie, der Weg, den Sie gehen wollen, iſt ausſichtsios und
verderblich.
Wiſſen Sie das ſo genau? lächelte ſie herb. Sie ken=
nen
mich nicht, kennen auch Ingwald nicht, wenn Sie
meinen, daß er auch nur eine Minute zögern würde, mich
zu täuſchen, wenn ich ihn frage.
Sie wollen ihn aufſuchen? Sie wollen nach Island?
In das wilde, grauſige Land, wo unbekannte Gefahren
Ihrer lauern?
Auch er iſt dort im Eislande. Was könnte mich
Schlimmeres treffen als der Tod, den ich hier tagtäglich
erlebe? Nein, mein Entſchluß iſt gefaßt. Es ziemet einer
Norlandstochter nicht, hier untätig hinter dem Ofen zu
hocken, und zu warten, bis ſich ihr grauſames Schickſal er=
füllt
. Kühn, frei und ſtolz will ich ihm entgegen treten,
und keine Wimper ſoll zucken, wenn das Gefürchtete, das
Undenkbare wahr iſt, daß Ingwald mich und ſein Kind
vergeſſen, aufgehört hat, uns zu lieben.
Und wenn es doch geſchehen iſt, Frau Helga?
Die Stimme klang angſtvoll und gepreßt, als bange.
ſie vor der Entſcheidung,
(Fortſetzung=folgtl

Are Geſtnnge hiber ſich gewndeit, Einer Ab=
muſſen
. Ich klage Sie an. Sie haben den Freund ver=
raten
.
Das hagere Geſicht des Gelehrten wurde noch um
einen Schein bleicher.
Sie ſind hart, Frau Helga.
Nein, nur gerecht. Und dann, lieber Freund, möchte
ich klar ſehen. Wenn ich früher Ingwald Anderſen
tadelte, daß ſeine Sucht nach Abenteuern ſtärker ſei als
die Liebe zu Weib und Kind, dann ſuchten Sie ſtets ihn
zu entſchuldigen. Bis an die Grenzen der Möglichkeit
hinan ſuchten Sie nach Gründen, die Ingwald ent=
laſteten
. Die Zeit iſt anders geworden, denn jetzt, und
ſchmerzlich iſt es mir, es zu künden, jetzt, Einar =
muſſen
, ſind Sie zum Ankläger geworden. Woher kam
die Wandlung? Wer brachte Ingwald um Ihre Freund=
ſchaft
? Wer machte Sie hart gegen den Mann, der doch
kein anderer geworden iſt und der gewiß Ihrer Freund=
ſchaft
wert iſt?
Die ſchmalen, aber energiſchen Hände des Profeſſors
zitterten merklich. Verwirrt ſtrich er ſich das ſchlichte,
dunkelblonde Haar aus der feuchten Stirn. Es war ihm
nicht möglich, dem Blick der Frau zu begegnen, die ſo
energiſch Aufklärung über eine Sache verlangte, die er
ſich ſelber gar nicht eingeſtehen mochte.
Wild grollend jagte draußen ein Wetter daher.
Lawinen donnerten zu Tal.
Sie kannten es beide, das wilde Schauſpiel, die in
der Halle ſich ſo ernſt beim Feuer gegenüber ſaßen, aber
es dünkte ſie, als müßten die Wellen heute ihr blühendes
Tal vernichten, als kämen die Waſſer, die unbändig über
die Talſtufen von den Fjelden herniederſtürzten, mit

ihrer taſeiden iwaſt den filen dof nüher und uüiher,
um Helgenaes zu verſchlingen.
Wollen Sie mir nicht Antwort geben, Einar =
muſſan
?
Die Stimme der Frau war fremd und die grauen
Augen hatten einen grünen Schein.
Warum quälen Sie mich ſo, Frau Helga? Sie wiſſen
doch, daß ich freudig mein Leben hingeben würde, könnte
ich dadurch nur einen Sonnenſtrahl in Ihre Seele
zaubern.
Sie winkte abwehrend mit der Hand.
Worte ſind wohlfeil, Aßmuſſen. Taten verlange ich.
Nicht genug, daß Sie Ingwald grollen, auch mir ent=
ziehen
Sie Ihre Freundſchaft. Oder iſt es vielleicht
nicht wahr, daß Sie Helgenaes ſeit Monden meiden,
trotzdem Sie wiſſen, daß zwei einſame Frauen und ein=
ungeduldiges
Kind täglich nach dem Freunde aus=
ſchauen
, ob er noch immer nicht kommt, ihre dunkle Nacht
mit einem Lichtſtrahl zu erhellen.
Einar war haſtig aufgeſprungen. Seine ſchmale
Bruſt ging in haſtigen Atemzügen.
Sie martern mich, Frau Helga! Ich wäre ſo gern
gekommen, aber ich durfte nicht. Und jetzt ſagen Sie mir
alles, was Sie auf dem Herzen haben, denn ich ſehe es
Ihnen an, Sie haben einen Entſchluß gefaßt, einen ern=
ſten
, ſchwerwiegenden Entſchluß.
Helga, die noch immer in Ihrem Stuhl mit der hohen
Lehne verharrte, nickte, ohne ihn anzuſehen, vor ſich hin.
Das ſchwarze, weich herabfließende Kleid, das weit
auf dem Boden lag, hob ſich grell von dem weißen Eis=
bärenfell
ab, über welches die roten Flammen des
Kamins ihren gleißenden Schein warfen.

[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Nummer 85.

Fürdieneue Wohnung!
M nete

iese Woche bringe ich große Quantitäten Waren zu
Extrapreisen zum Verkauf und mache ich das geehrte
Publikum besonders auf diese seltene Gelegenheit auf-
merksam
zwecks vorteilhaften Ergänzungs-Einkäufen
für das neue Heim.
*:
*7
*:

Kaufhaus

I. Schneider
DARMISTADT
Ludwigstraße
Ecke Kirchstraße.

Congressvitragen
Stückware, weiß und creme
das Meter 95, 60, 42 und
Engl. Tüll-Vitragen
Stückware, weiß und créme
das Meter 95, 62, 45, 36 und
Engl. Tüll-Gardinen
doppeltbreit, Stückware, weiß und creme
das Meter 1.30, 1.05, 85, 68 und

28.
20

2

Brise-bise
engl. Tüll u. Erbstüll mit Bändchenapplik- u. Volant
das Stück 1.95, 1.35, 95, 58 und 80

Engl. Tüll-Gardinen
doppeltbreit, abgepaßt, weiß und créme
das Paar 9.25, 7.50, 5.45, 3.75 und


2

25

Erbstüll-Store
Bändchenarbeit mit Volant, geschmackvolle Zeich-
nungen
. . . . . . . . 8.50, 6.25, 4.50 und
Cöper-Vitragen
abgepaßt . . . . das Paar 5.75, 4.25, 3.50 und

Cöper-Store

4.95, 3.75, 2.50 und

Waffel-Bettdecken
weiß und farbig . . . . . 5.50, 3.90, 2.75 und
Künstler-Dekorationen
3teilig, bestehend aus 2 Flügel und I Behang, in
Leinen und Madras . 16.75, 12.50, 9.25, 6.75 und
Filztuch-Tischdecken
mit Applikation und Kurbelstickerei und Fantasie
gewebt . . . . . . 5.50, 3.75, 2.80, 1.75 und 60

25

.besteh.aus: I Stange,
1. Messinggarnitur 150 cmig., 2 Träger,
. . nur
2 Endknöpfe und 10 Ringe

Größte Auswahl in Zubehörteilen
für Gardinen zu bekannt billigen Preisen.

Teppiche zu Extra-Preisen! ca. 135/200 170/240 200/300 cm Axminster 8.50 14.50 19.75 Tapestry . . . 13.75 16.75 26.50 Ia Velour . . 18.00 31.00 45.00 Bouclé, Haargarn . 29.00 42.75

Linoleum besond. preiswert!
200 cm, la Druckware, per lid. Meter
45
Blumen- u. Teppichmuster 3.50, 2.95 und 2
90
ca. 60
110 130 cm
67

per 1id. Meter 82

95

125

125

198

Großer Posten Bettvorlagen
in Axminster, Plüsch und Haargarn
5.25, 3.95, 1.95 und

C

I Posten Inlaid- Teppiche
200/275 cm, durchgehende Musterung, aparte
Teppichmuster . . . . . .. . . . nur

19.75

Sachgemäßes Aufmachen von Gardinen u. Auslegen von Linoleum durch eigenes Personal.

Holzwarenhaus

Holzstr. Fernspr. 1249.
Korb- und Bürstenwaren,
Schwämme, Fensterleder.
Wasch-, Wring- u. Mangel-
maschinen
, Bütten, Böcke,
Leitern aller Art. Starke
Leiterwagen für Kinder u.
Gartengebrauch. (6147a
Brandmalereiartikel.
Beste Qualitäten. Billige Preise.

Feines

Salon=Pianino
mit großem edlem Ton und mo=
dernem
Nußbaum=Gehäuſe faſt
(746ia
nen, billig abzugeben.
Wilh. Arnold,
Königl. Bayer. Hoflieferant
Aschaffenburg.

Große Hundehütte zu verkaufen
Pankratiusſtr. 11, I. r. (*8807md

Tafelbutter

tägl. friſch, 8 Pfd. 10.80 Mk. Tilsiter
Käse, gut abgelagert, 9 Pfd. 7. 10 Mk.,
frei gegen Nachnahme verſendet
Molkerei Paszieszen O./Pr. (8594ff

Pflege die Zähne!
Ein angenehmer Mund erhält
erſt durch weiße reinl. Zähne volle
Schönheit, Friſche u. Anziehungs=
kraft
und hat ſich die
Zahnpaſta (Odontine)
von C. D. Wunderlich, Mürnberg prä=
miiert
, am meiſten Eing. verſchafft,
da ſie die Zähne glänz. weiß macht
und üblen Geruch entfernt, à 50 Pf.
(V2275
und 60 Pf.
A. Walchner Nachf.
vorm. E. Scharmann, Hoflieferant.
Ecke Eliſabethen= u. Luiſenſtraße,

Karmstädter Bettfedern,
Dämpf- u. Reinigungs-
Anstaltnenest. Systems
Bleichstr. 1. Leonhard Menger. Tel. 1608.
Dämpfen, Reinigen u. Desinäzieren
aller Bettfedern. Lager in Federn,
Daunen u. Barghesd i. all Preisl. (646a

Piceſchelſcs

kurz geſchnitten und geſpalten
(7001a
Ia trocken
per Ztr. Mk. 1,30, frei Keller
Karl Schimmer
Heinheimerſtr. 76. Telephon 212.

wie neu, ſehr
Wanderer-Rad, billig
Grafenſtraße 26.
4429a)
Kholz, Kohlen, Briketts, Holz
(7861a
gehackt, billigſt.
Ph. Hild, Kiesſtraße 21.

1 ei 1 c h giag. Mmintuwrur (512m

Beste Beitenfüllung
ſind die vorzüglich füllenden, ſehr
elaſtiſchen, echr chineſiſchen
Monopoldaunen
(geſetzl. geſchützt) Pfund Mk. 2.85
34 Pfund genügen zum großen Oberbett.
Verſand gegen Nachnahme. Verpackung frei.
Gustav Lustig
BERLIN S. 49
Prinzenstr. 46
Größtes Bettfedern= Spezial=
geſchäft
Deutſchlands.
2
(32300

Privat-Kur- und Dadeanstart
Telefon 835.
Landgraf Philippanlage 62 Marienbad
Ununterbrochen, auch für Damen, geöffnet von früh 7 Uhr bis
8½ Uhr abends.
Alle Bäder, wie Licht-, Dampf-, Fichtennadel-, Sool-
bäder
etc. ete. Fango-Packungen.
Massagen werden von mir selbst ausgeführt.

(Für Damen ärztl. gepr. Masseuse zur Verfügung.)
Spezialität: Kohlensäurebäder nach Patent Keller.
Bei ärztlicher Verordnung bitte einen Versuch zu machen.
A. Anger.
Alle Krankenkassen sind zugelassen.
(4933a

Silberne Bestecke
0,800 geſtempelt,
versilberte Bestecke
vorzüglicher Qualität,
in viel. Muſt. ſehr preiswürdig
L. Borné, Hoflieferant, 25 Ernst-Ludwigstr. 25.
Uhren Uhrketten Goldwaren. Silberwaren. (636a

[ ][  ][ ]

zu 85.

Donnerstag, 11. April.

1912.

Mte Zimmer

Schulſtraße 10,
erſter Stock, enth. 10 Zimmer,
Bad, Gas, Elektr. (auf Wunſch
Garten), p. 1. Oktbr. od. früher
zu vermieten. Die Wohnung iſt
tadellos hergerichtet. (7756ids

Oe

Kahlertſtraße, 5 Z., Zubeh., ev.
Garten, per ſof. z. verm., 650 Mk.
Ausk. Wendelſtadtſtr. 40, I. (5422ids

Gutenbergſtraße 12
1. Stock, ſchöne 5=Zimmerwohn.,
der Neuzeit entſpr. eingerichtet, mit
allem Zubehör p. ſofort zu vm.
Näh. daſ. v. 25 Uhr (6617ids

Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per ſofort zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 1012 u. 35 Uhr.
Näh. daſ. part.
(6214t

Mathildenstr. 50 part.
ſchöne Fünf=Zimmerwohnung per
1. Juli. Preis 1000 Mk. Näheres
Beletage.
(63472a

Mühlſtraße 18, 2. Stock, ſchöne
4e event. 5 Zimmerwohnung mit
reichlichem Zubehör ſofort zu ver=
mieten
. Näheres part. (7966a

Obere Liebfrauenſtraße 108
ruh. 4 Familienhaus bei der Tau=
nusſtr
., beſſ. Lage, iſt der hübſche
I. Stock, 4 Z. u. Zubeh., zu 520 M.
p. 1. Juli zu verm. Neu gemacht.
Näh. bei Sior, oberſter Stock. (8242a

Riedlingerstr. 53, I.
mod. 4 Zimmerwohn. per 1. Juli
oder früher zu verm. Näheres
Schießhausſtr. 42, part. (B8611ids
Stiftstr. 41, part.
4=Zimmerwohnung, Gas, Bad,
Veranda, ſofort zu vermiet., wenn
nötig können zwei Entreſolräume
nebſt Dunkelkammer dazu gegeben
werden. Sehr paſſend für Archi=
tekten
. Näh. Hinterhaus, pt., lks.,
od. Riedlingerſtr. 21, pt. (8713ms

1 e. 4=Zim.=
Schützenstr. 21 wohnung
part., neu hergericht., zum Preiſe
v. Mk. 500 zu vermiet. (8705ids

Schützenſtr. 21
eine Manſardenwohn., 2 gerade u.
2 halbſchr. Zim., abgeſchl. Vorpl.,
f. Mk. 300 zu vermieten. (8706ids
Wendelstadtstr. 47½,
4=Zimmerwohnung im 2. Stock
per 1. Juli zu vermieten. Näher.
Zimmerſtraße 1.
(8708ds
Zim

Ludwigsplatz 4
3. Stock, ſchöne 3 Zimmerwohng.
mit Küche, Keller u. Bodenraum
per ſofort oder 1. Juli zu vermiet.
Näheres daſelbſt im 1. St. (7908ids
Hofſtallſtr. 10 ſchöne 3 Zimmer=
wohnung
zu vermieten. Näheres
Hofſtallſtraße 8, parterre. (8397ids

Gartenſtraße 17, Stb., 3 Zim.
per ſofort zu vermieten. Näheres
Viktoriaſtraße 26, part. (8269id
Eine ſchöne 3 Zimmerwohnung
bis 1. Juli zu vermieten. Näh.
Nieder=Ramſtädterſtraße 31 bei
W. Wenner. Bäckerladen. (7961t

Karistrasse 34
3=Zimmerw. nebſt Fremdenzim. u.
Balkon m. all. Zub., neuz. einger.,
in ſämtl Zim. Linoleum, z. Preiſe
v. 500 Mk. p. 1. Juli z. vm. (8704ids

Soderstrasse 34, I.
große 3=Zimmerwohnung per
ſofort zu vermieten. Preis jährl.
420 Mk. Daſ. große 3= Zimmer=
wohnung
3. Stock, Preis jährlich
350 Mk. Näh. daſ., Manſ., rechts,
od. Riedlin erſtr. 21, pt. (8715ms
Wienerstr 65, kl. 3= Z.=W. bis
1. Mai. N. Wienersſtr. 52. (*9013ds
Binmenthalſtraße 73 ſchöne
3 Zimmerwohnung (Manſ.) per
1 Mai zu vermieten.
(8766a

Felentelt , . .,
ſchöne Dreizimmerwohnung mit
ſämtlichem Zubehör per 1. Jul
zu vermieten.
(8746ms
Zim.=
Karlstr. 67, pt. Manſ.
mit Küche, Kelleru. Zub. a. ruh. beſſ.
L. od. einz. D. per ſofort. (B7126ids

Viteriastr. 51
2 Zimmer mit oder ohne Küche
an einzelne Dame per 1. Juli. Zimmer mit Schreibtiſch preis=
Näheres parterre.
(8716ds

Gr. Bachgasse 4, I.
Wohnung zu vermieten. 2 Zim.
Küche, Keller u. Boden, p. Mon
16 Mark, Manſardenwohnung
12 Mark.
(8707ids Kaupſtraße 10, kleine 2= Zim=
merwohnung
zu vermiet. (30 2 unmöbl. Zimmer auf abge=
ſchl
. 2. Etage, Straßenfront, b. kl.
Famil. o. Kind., in beſter Lage,
an alleinſt. beſſ. Dame evtl. bei
Familienanſchl., z. 25 Mk. p. Mt.
zu vermieten. Offert. unt. B 79
an die Expedition. (8724a Fuhrmannſtraße 11, 1. Stock,
ſchöne 2 Zimmerwohnung ſofort
oder ſpäter zu vermieten. (*8980ds Gardiſtenſtr. 6 Manſ.=Wohn.,
2 Zim. u. Küche, mit Gas u. Waſſerl.,
an ruh. Leute zu verm. (*9035 Zimme Holzſtr. 10 (bei J. Strauß) eine
Zimmer=Wohnung mit Küche ſo=
(3966ids
fort zu vermieten. Riedlingerstr. 21, I.
ein unmöbl., großes ſep. Zimmer=
zu
verm. Näheres part. (8712ms Angenehm. Heim
für eine Dame, großes, ſehr
ſchönes, unmöbl. Zimmer in
fein. Hauſe, auf Wunſch mit
teilw. od. ganz. Penſ. u. Bedien.
*8996)
SSoderſtr. 117, part
S Meäe
parterre ſchöne Räume für Büro
geeignet, auf Verlangen großes
Magazin und gute Keller, zu ver=
mieten
.
7756ids B Me ee e ge
Hell. Laden oder ohne 3 Zim., für jed. Geſchäft geeign.
Ecke Saalbauſtr. u. Marienpl. 8,
iſt per ſofort eventuell ſpäter zu
vermieten. Näheres Hügelſtr. 27,
Kontor.
(730od e Stiftstr. 41
Werkstätte
nebſt großem Boden und Lager=
platz
ſofort zu vermieten, evtl. mit
Wohnung. Daſ. wurde ungefähr
50 Jahre Dachdeckergeſchäft be=
trieben
. Näh. Hinterh., part., lks.,
od. Riedlingerſtr. 21, pt. (8714ms Mlete Zim
Mauerſtraße 12, II., gut möbl.
Zimmer mit Penſion ſof. (6565ods Eliſabethenſtr. 29, 1. St., 2 f.
mbl. Z. (Wohn= u. Schlafz.) (*8266sods Waldſtr. 24, 1. St., gut möbl.
Zimmer. Näh. Vdh. part. (8313ids Landgraf Georgſtr. 70, 2. St.,
freundlich möbliertes Zimmer zu
vermieten.
(5584id Nieder=Ramſtädterſtraße 16,
Gartenhaus, part., r., ſchön möbl.
Zimmer per ſofort.
(7860a Neckarſtr. 16, Gartenbau, gut
möbl. Wohn= u. Schlafz. (5565ids Mathildenplatz 3, II., groß., gut
möbl. Zim. an Dame zu vm (6630ids Hölgesſtr. 11, part., ein ſchön
möbl., großes Zimmer, Schreib=
kommode
vorhanden, erfüllt den
Zweck als Schreibtiſch. (7468ids Im Tintenviertel
Schießhausſtr. 128, zum 1. Mai,
ev. früher, 3 ev. 2 gut möblierte
Zimmer nebſt gedecktem Balkon,
freie Südlage, Zentral=Heizung,
Gas. Einzuſ. 23 Uhr. (B7239ids Mühlſtr. 10, part., möbl. Zim.,
3,50 Mk. pro Woche, zu vm. (6859t Eliſabethenſtr. 26, 1. St. (bei
Klein) großes gut möbl. Zimmer an
Herrn od. Fräul. ſof. zu verm. 7736t Martinſtraße 2 wegzugshalber
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer mit
großer, geſchl. Glasveranda u. Gas
(B5426t
per ſofort zu verm. Schloßg. 2, part., möbl. Zimmer
mit 1 od. 2 Betten zu verm. (7292t Eliſabethenſtr. 49, part., gut
möbl. Zimmer zu verm. (7371t

Hügelſtraße 89, freundl. möbl.
Zimmer, 15 Mk., auch für 2 Herren
mit Penſ. ſofort zu verm. 7754t

Karlstrasse 11, II.
ſehr großes hübſch möbliertes
wert zu vermieten. (7565t Eliſabethenſtr. 31, 1. St, möbl.
Zim., Preis 17 Mk., zu v. (7564t Feldbergſtr. 30, 1. St., ſch. mbl.
Zim. mit Penſion, ſofort. (82714 Roßdörferſtr. 46, part., frdl.
möbl. Zimmer zu verm. (8304a Mathildenplatz3, Stb., 2. Stock,
einf. möbl Zim. bill. zu verm. (8360t Soderſtr. 4, I., elegant möbl.
Zimmer an beſſern Herrn, p. ſofort
7757t
zu vermieten. Penſtion, Eliſabethenſtr. 4, Wohn.
u. Schlafz., ſow. Einzelzim. z. verm.,
auch auf Tage u. Wochen. (8477a Saatbauſtr. 25, 2. Stock, gut
möbl. Zimmer zu verm. (8521t Neckarſtr. 4, Hth. part. links,
möbl. Zimmer zu verm. (8528a Mühlſtr. 50, nahe Kapellplatz,
möbl Zim. à 20 Mk. f. beſſ. Herrn
od. Schüler, auch mit Penſ. Näh.
1. Stock, 36 Uhr. (*8848imds Neue Schwanenſtr. 72, II.,
g. möbl. Wohn= u. Schlafz. an ſol.
Herrn, auch paſſ. f. 2 Herrn. (*8868mds Sere
1. St.,gn
Alexanderſtr. 4, möbliert.
Zimmer mit od. ohne Penſion
an 1 od. 2 Herren zu vm.(6858t Lniſenſtr. 32, II., bei Gg. Wedeſ.
einf. möbl. Z. mit Penſ. (*8925mdfs Ernſt=Ludwigſtraße 1, III.,
2 ſchön möbl. gr. Z. ſof. (8654a Waldstrasse 55
ein gut möbl. Zimmer an ſoliden
(8709ids
Herrn ſofort. Mathildenplatz 15, Ecke Bis=
marckſtraße
, 1. Stock, gr., ruh.,
ſchön möbl. Lim. z. verm. (8710t möbliertes
Steinackerſtr. 6, P. ruh. Zim.
m. ſep. Eing. zu verm.
3711oms Hügelſtraße 2, 1. Stock, möbl.
Zimmer zu vermieten.
(*8992df Gartenſtr. 18, I., 2 ſch. möbl.
Zimmer auf ſof. z. vm. (*8864dso Mauerstrasse 15
möbl. Zimm., auf Wunſch mit
(3856do
Penſion. Wendelſtadtſtr. 31, Htb, I.,
fr. möbl. Zimmer billig. (*9001dfs Lichtenbergſtr. 23, I., links,
hübſches gut möbl. Zimmer, auch
an anſt. Fräul., zu verm. (*9023 Eſchollbrückerſtr. 2, I., groß.,
helles möbl. Wohn=Schlafzim.
mit Gas bill. zu verm. (*8993dsi Heinheimerſtr. 22, 2. Stock r.,
1 bis 2 ſchön möbl. Zimmer billig
zu vermieten.
(*8988dfs Landwehrſtr. 13, 2. Stock, ein
ſchön möbl. Zimmer mit oder ohne
Penſion per ſof. zu verm. (8759t Karlſtraße 34, 2. Stock links,
freundl. möbl. Zimmer, a. Wunſch
(V8757
mit Mittagstiſch. Pallaswieſenſtr. 21, III., nächſt
d. Frankftrſtr., ſch. u. gut möbl. Zim.
per 15. April billig zu vm. (*9043ds Aliceſtr. 32, 1. St., möbl. Zim.
mit Klavier per ſof.
(*9036df Ein ſch. gr. möbl. Zim.
zu verm. mit bürgerl. Penſion
in gutem Hauſe. (5745ms
Näheres in der Exped. Soberſrate 73, meöbl.
ſonniges Zimmer mit Schreib=
tiſch
zu vermieten.
(670 Dame od. Schülerin findet ge=
2 mütlich. Heim mit oder ohne
Penſion. Inſelſtr. 38, I. (*8837ido
3 Zmmerereh Ein ſchöner Laden
für Konditorei u. Café paſſend,
in der Kirchſtraße zu mieten ge=
ſucht
per 1. Juli. Zu erfragen
Soderſtraße 2.
(*9058ds Schuppen oder
Lagerraum
auf mehrere Jahre zu mieten geſucht.
Off. m. Preis u. B 31 Exp. (8534imd 23 unmöbl. Zimmer
in neuzeitl. Haus mit Bedienung
von beſſerem Herrn zu mieten ge=
ſucht
. Angebote unter B 81 an
die Exvedition ds. Bl.
29ds

ſucht
Brautpaar ſchöne
2 Zimmerwohnung mit Zubehör.
Off. m. Preis u. A. L. 200 Darm=
ſtadt
=Uebungsplatz, poſtl. (*8908md

Student
ſucht möbl. Wohnung. Offerten
mit Preisangabe unter B 36 an
die Expedition ds. Bl. (8556md

ſucht zum 1. Mat eleg.
Dr. Dhll. Wohn= und Schlafzim=
mer
. Offert. unt. B 27 an die
Erd. ds. Bl.
(8842ids

Gesucht
zum 1. Mai möbl. Wohnung
(34 Z. m. Küche). Off. m. Preisang.
unt. B 61 an die Exp. (*8989

Suche möbl. Zimmer
in der Nähe vom Schwimmbad.
Off. unt. B 63 an die Exp. (*8987

Semt beſte Satet
mögl. m. Badegelegenh. od. Waſſer=
anſchl
. im Zim., per 23. April auf
10 Woch. in g. Hauſe u. m. aufmerkſ.
Bedien. i. d. Nähe d. Art.=Kaſ. geſ. Off.
m. Pr. unt. B 77 an die Exp. (*9016

Solider Herr, Kaufmann, ſucht
per 1. Mai gut möbl. Zim=
mer
, mögl. mit Schlafkabinett, in
freier Lage. Abendeſſen erwünſcht.
Angebote unter B 82 an die
Erpedition de Bl.
(*900a

8

Exp. (*9017
m. Pr. u. B 75 a.

Stuh

Guteifraelitiſche Penſion
finden Schüler u. Schülerinnen
höherer Lehranſtalten. Offert.
unter B 03 Exped. (*8997dfs

Gesucht
für eine Schülerin des Lehrerinnen=
ſeminars
volle Penſion in beſſer.
Hauſe. Gewünſcht wird gute Ver=
pflegung
und eigenes heizbares
Zimmer. Gefl. Angebote unter
B 76 an die Exp. d Bl. (875

ee eteree.
Steppdecken von 3 Mk. a. gef.
Karlſtraße 41, Seitenbau. (650a

Gutgeh. ſeit 25 Jahren beſtehende
Sluserer
umſtändehalber (7739a
ſofort zu verkaufen.
Offerten unter W 69 a. d. Exp.

Mirischaft und Retzgerei
gutes Geſchäft, krankheitshalber
zu verkaufen, prima Exiſtenz für
junge Leute. Offert. unt. B 78
(*9014dfs
an die Exped. ds.

in guter Lage
Restauratio
ſofort zu verm.
Adolf Dingeldein, Schützen=
ſtraße
10½, Telefon 531. (*9053

105 Heideierger-
Strasse 105
Einfamilien-
wohnhaus

zweiſtöckig, mit Manſarde,
Dampfheizung, Warmwaſſer=
anlage
, Gas, Bad, großem
Obſtgarten unter günſtigſten Be=
dingungen
zu verkaufen oder zu
vermieten. Näheres Roßdörfer=
ſtraße
9, 1. Stock.
(6282a
Landhaus für 8875 Mk.
zu verkaufen!
Verkaufe mein freiſt. Landhaus,
20 Minuten von Darmſtadt, mit
größerem Garten, 5 ger. Zimmern,
1 Badez., Küche Speiſekammer,
Kloſetts, Waſchküche uſw., einem
Hinterbäuchen, ſofort unter günſti=
gen
Bedingungen. Das Anweſen
iſt jeden Tag beziehbar. An=
zahlung
nach Uebereinkunft. Der
Reſt kann ſtehen bleiben zu 40f
Offerten unter B 2 an die
Expedition zu richten. (8340a

verkauft in Darmstadt od.
Umgeg. ſein Beſitztum od.
Wel Geſch.2 Off. a. P. Schneid, Frank-

furt a. M., Mer elstr, 47. (87235l

Achtung?
Aebungt
Fürkauebestrert
empfiehlt ſich in Weißbinder-
arbeiten
in Wohnungen, Küche
7 Mark, Zimmerdecken weißen von
4 Mark an. (*8990
Gute, reeile Arbeit.
K. Dillmann, Kirchstr. 17.

Umſetzen von
Oefen u. Herden,
ſowie alle Reparaturen
werden gut und billig ausgeführt
Blumenschein
Ofenſetzer (8758a
Wendelſtadtſtraße 49.

ie direkt am Nadelwald
Landhaus gelegen, 6 Zimmer
mit all. Zub. u. groß. Garten iſt
alsbald billig zu verk. Offert. u.r
B 71 an die Exped. (*9003id

Wer dort
(7785a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtl.genügk.

2685

Wer dort ?
Hier M. Obstfeld, Althändler,
Kieine Bachgaſſe 7.
Kaufe getr. Kleider, Schuhe, Möbel,
alte Waffen, Fahrräder, Zahn=
gebiſſe
. Tel.=Nr. 2085 oder Poſt=
karte
, komme guch auswärts. (7625n

Zähle höchste Preise
fürgetr. Kleider, Schuhe, Wäſche,
Möbel u. dergl.
Poſtkarte genügt. (*8874md
A. Hochmann,
Kleine Ochſengaſſe 16, Laden.

allerhöchſte Preiſe
für getr. Kleider,
Schuhe, alte Feder=
Hanlo betten, Zahn=
gebiſſe
ꝛc. ꝛc.
J. Wallach, Holzſtr. 1. (9060ds

Brillanten, Platin,
Gold, Silber, ſowie
Käufe alte u. zerbroch. Zahn=
gebiſſe
z. höchſt. Preiſe. A. Kurtz,
Pädagogſtr. 2. Tel. 1202 (7862a

Nebr. Möbel u. Betten w. fortw. an= u.
perk. b. J. Lich. Alexanderstr. 3. (651a

Ollite Münzen, alte Perlſtick., alte
Briefm., alte Zahngeb. bez. a. beſt.
G. Best, Ludwigshöhſtr. 60 I. (8445a

Einige normalgroße
Zimmertüren und Fenſter
event. mit Läd., 1 Waſſerreſerv.
f. kl. Hauswaſſerl. zu kauf. geſ. Off.
unt. 69 an die Exv. (*8995ds
Gebr. ſehr groß. Eisſchrank
oder=Kiſte zu kaufen geſucht. Off.
unt. B 66 an die Exp.
(*8991

zu kauf.
Schreibt. u. Teppich geſucht
Offert. unt. B 84 Exped. (*9945

Einige
gebrauchte Waſſerreſervoire
ca. 520 cbm Inhalt zu kaufen
geſucht. Offerten unter B 64 an
die Expedition.
(8691df

Wer kauft
oder
diskontiert
gute Wechsel
510000 M.
Verdienſt nach Uebereinkunft. Off.
u. S. 14815 an Haasenstein & Vogler
A.-G., Prankfurt a. M. (8506ff

l, auf ein halbes Jahr
1800 Mark gegen hohe Zinſ. v.
Selbſtgeber zu leihen geſucht. Off.
erb. unt. B. 67 an die Exp. (*8984

erhält man auf Wechſel,
Geld Schuldſchein, Mobiliar
in jeder Höhe durch E. Mauthe,
Riedeſelſtraße 48, I. Sprechſtr. v.
912 u. 26 Uhr.
(8446a

Invorhergeſehene Umſtände geben
U die Veranlaſſung, daß ich eine
mir kürzlich erſt von einer Groß=
bank
übertragene, durchaus ſichere
im Betrage von
Hypothel Mark 15 000, einge=
tragen
hinter Mk. 40 000 auf einem
rentablen, modernen Dampfziegel=
werk
, deſſen reeller Wert zirka.
Mk. 150 000 iſt, zum Verkauf aus=
biete
. Nehme außer bar auch ev.
reelle Waren mit in Zahlung. Off.
(8765a
u. B 74 an die Exp.

[ ][  ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. April 1912.

Nummer 85.


en
Haematogen Marte, H-Ring
aus der Fahrik Adalf Hommel scaHanau.
Zuhszichendarrhalie Urngerien u. Kalanielwarengeschäftg.
HeFisuhe 12 Mke

Luftfahrt.

Vom Zuverläſſigkeiksflug am Oberrhein.
* Die Ausſchreibung für den zweiten deut=
ſchen
Zuverläſſigkeitsflug am Oberrhein, den die Süd=
weſt
=Gruppe des Deutſchen Luftfahrer=Verbandes im
Mai dieſes Jahres unter dem Protektorate des Prinzen
Heinrich veranſtaltet, liegt jetzt vor. Der Flug beginnt
am 12. Mai in Straßburg und führt in 7 Etappen=
fflügen
nach Konſtanz am Bodenſee. Die einzelnen
Tagesleiſtungen ſind: 1. Tag: Sonntag, den 12. Mai,
ZZuverläſſigkeitsflug Straßburg-Metz (130 Kilometer).
2. Tag: Montag, den 13. Mai, Aufklärungs=Uebung zwi=
iſchen
Metz und Saarbrücken mit Landung in Saar=
brücken
. 3. Tag: Dienstag, den 14. Mai, Ruhetag.
4. Tag: Mittwoch, den 15. Mai, Zuverläſſigkeitsflug
Saarbrücken-Metz (zirka 130 Kilometer). 5. Tag: Don=
nerstag
, den 16. Mai (Himmelfahrt), Ruhetag. 6. Tag:
Freitag, den 17. Mai, Wettbewerb im ſchnellen Aufſtieg,
hmit Zwiſchenlandung in Darmſtadt. Abends nach 6 Uhr
gemeinſchaftlicher Flug aller Teilnehmer nach Frank=
furt
a. M. 7. Tag: Samstag, den 18. Mai, Ruhetag.
8. Tag: Sonntag, 19. Mai, Zuverläſſigkeitsflug Frank=
furt
a. M.-Karlsruhe (zirka 120 Kilometer). 9. Tag:
ſMontag, den 20. Mai, Zuverläſſigkeitsflug Karlsruhe-
Freiburg (zirka 120 Kilometer). 10. Tag: Dienstag, den
21. Mai, Ruhetag. 11. Tag: Mittwoch, den 22. Mai,
Zuverläſſigkeitsflug Freiburg-Konſtanz, mit Schwarz=
fwaldüberquerung
(zirka 105 Kilometer). Sämtliche
Preiſe ſind Ehrenpreiſe. Sie zerfallen in 1. einen Preis
tvom Prinzen Heinrich für die beſte Geſamtleiſtung,
12. Zuverläſſigkeitspreiſe, 3. Aufklärungspreiſe, 4. Preiſe
sfür ſchnelles Aufſteigen.
Zugelaſſen ſind in erſter Linie aktive deutſche Offi=
zziere
auf Flugzeugen der deutſchen Militärverwaltung,
ferner deutſche aktive Offiziere, mit Uniform verabſchie=
dete
Offiziere und Offiziere des Beurlaubtenſtandes auf
fremden Flugzeugen, und ſchließlich auch deutſche Flug=
zzeug
=Führer auf eigenen Flugzeugen. Die Flugzeuge
imüſſen in Deutſchland oder Oeſterreich=Ungarn hergeſtellt
ſein, doch ſind Motoren beliebiger Herkunft zugelaſſen.
Die Höchſtzahl der Teilnehmer iſt auf 18 feſtgeſetzt, die
Mitnahme eines Paſſagiers iſt vorgeſchrieben. Die
Paſſagiere müſſen auf den erſten 4 Etappen aktive Offi=
ziere
oder Offiziere des Beurlaubtenſtandes ſein. Die
Mitnahme eines Monteurs oder Mechanikers von Be=

ruf iſt nicht erlaubt. Jedem Flugzeug wird ein Auto=
mobil
zur Verfügung geſtellt, in welchem außer dem
Chauffeur ein Unparteiiſcher und 2 Monteure Platz
nehmen. Das Kriegsminiſterium hat die Beſtellung je
eines Flugzeuges nach dem Typ des von dem erſten
und zweiten Sieger benutzten Flugzeuges in Erwäg=
ung
gezogen, ſofern die Flugzeuge in allen Teilen,
einſchließlich der Motoren, deutſchen Urſprungs ſind und
den militäriſchen Anforderungen in jeder Beziehung
entſprechen. Die Südweſt=Gruppe des Deutſchen Luft=
ſchiffer
=Verbandes ſtellt ferner den Ankauf der zwei
ſiegenden Flugzeuge ſelbſt oder Maſchinen gleichen
Typs, ohne Rückſicht, ob der Motor deutſchen oder
fremden Urſprungs iſt, in Ausſicht.
sr. Einen internationalen Aeroplan=
Rundflug durch Amerika, für den ein Preis=
fonds
von 100000 Dollar bereit geſtellt werden ſoll, plant
der Amerikaniſche Aero=Klub im Auguſt über eine Strecke
von 1810 engliſche Meilen zirka 2400 Kilometer. Be=
rührt
werden ſollen die Städte Chicago, Milwaukee,
Ohama, Canſas City, St. Louis, Indianapolis, Cin=
cinnati
, Cleveland, Toledo und Detroit. Zugelaſſen
werden Flugzeuge aller Nationen.

Sport.

* Pferderennen. Eröffnungsrennen zu
Grunewald. Monſeigneur=Rennen; 5700 Mark,
Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn W. Thiedes Germania I
(Jentzſch), 2. Cheops (Spear). Tot. 22:10. Zwei liefen.
Leicht 1 Lg. Inveſtment=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz
1200 Meter: 1. Herrn Orbers Erfinder (M. Aylin),
2. Ex II (Sandmann), 3. Farneſe (O. Müller). Tot.
112:10, Pl. 20, 18, 13:10. Unpl.: Miölnir (4), Lyſander,
Cobden, Loge. Leicht 2½1½ Lg. Tartar=Handikap:
6200 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn F. Brädickows
Bürgermeiſter (Widgewood), 2. Blumenflor (H. Teich=
mann
), 3. Rejoice (Torke). Tot. 40:10, Pl. 15, 14, 18:10.
Unpl.: Frühwach (4), Sarolta, Allgeſchwind, King Ba=
ſalt
, Uhlenflucht, Burggraf, Sweet Flag. Sicher 1½
bis 3 Lg. Künſtlerin=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1200
Meter: 1. Freiherrn Hans von Reiſchachs Die Letzte
(Shurgold), 2. Loretta (O. Müller), 3. Harzroſe (Jentzſch).
Tot. 33:10, Pl. 19, 41:10. Unpl.: Gallia. Sicher ½¾4 Lg.
Sappho=Handikap; 13000 Mark, Diſtanz 1400 Meter:
1. Freiherrn S. A. von Oppenheims Jor (Archibald),
2. Maruſchka (M. Aylin), 3. Tourbillon (Shurgold).
Tot. 49:10, Pl. 23, 21, 18:10. Unpl.: Narſes (4), Ops,
Ordner, Salut, Oreſt, Beatrice B., Eiſenkönig, Land=
bote
, Singberg. Ueberlegen 51½ Lg. Impuls= Ren=
nen
; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Geſtüt Nord=
ſterns
Carol (Hughes), 2. Königsleutnant (Jentzſch),
3. Scipio (Archibald). Tot. 331:10, Pl. 96, 21, 20110.
Unpl.: Lina (4), Veronika, Preisfrage, Ghislaine, Su=
matra
, Eilige. Roſa und Poſtillon blieben am Start
ſtehen. Sicher ½ Lg. Flunkermichel=Rennen;
5000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn von Wallen=
bergs
Hazard (Müller), 2. Eiſenmenger (Jentzſch),
3. Hellia (Hughes). Tot. 16:10, Pl. 12, 13:10. Unpl.:
Skipper, Cant. Ueberlegen ¾44 Lg.
Rennen in Magdeburg. Preis vom Herrn=
krug
; 4000 Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Frau Neckels

Treff (T. Baſtian), 2. Waldtraut (W. Bullock),
2. Erato (F. Bullock). Tot. 47110, Pl. 23, 27 ( Wald=
traut
), 15 (Erato) :10. Unpl.: Je=länger=je=lieber, Hippo=
lita
. Scharfer Kampf, Hals-tot. Rennen. Bergener
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 8000 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Lt. Graf Strachwitz’ Luzerne (Beſ.), 2. Nautik
(Beſ.), 3. Ahnenſchloß (Herr von Hatten). Tot. 23110,
Pl. 13, 96, 23:10. Unpl.: Juſtizrat, Gladys, Wieda,
Schmetterlingsſchlacht, Primus, Bridge, Schneekönigin,
Schöne Nichte (gef.), Freude (gef.), Merkur (refüſ.).
Sehr leicht 34 Lg. Pesztonka=Rennen; 13000 Mark,
Diſtanz 1350 Meter: 1. Herrn F. C. Krügers Eccolo
(Raſtenberger), 2. Hartguß (F. Bullock), 3. Quirl ( Bla=
des
). Tot. 56110, Pl. 13, 12, 13:10. Unpl.: Venezia (4),
Flaminio, Santuzza, Trotz. Sehr leicht 132 Lg.
Damenpreis=Jagd=Rennen; 1600 Mark, Diſtanz 3500 Me=
ter
: 1. Lt. O. von Mitzlaffs Delaware (Lt. Frhr. von
Berchem), 2. Belle of Jeſſamine (Lt. Streſemann),
3. Clutch (Lt. Graf Strachwitz). Tot. 34:10, Pl. 13, 17,
12:10. Unpl.: Hunding, Electric Boy (ausgebr.), Lady
Forfar (angeh.), Huſar (angeh.). Queenie war am
Start lahm und nahm mit Genehmigung des Renn=
vorſtandes
am Rennen nicht teil; die Wetten wurden
zurückgezahlt. Leicht 51½ Lg. Antwort=Handikap;
8500 Mark, Diſtanz 1350 Meter: 1. Königl. Württemberg.
Geſt. Weils Traum (Schläfke), 2. Julius Cäſar (W.
Bullock), 3. Drakon (Blades). Tot. 22:10, Pl. 13, 16110.
Unpl.: Droma (4). Jris. Verhalten, 12 Lg. Kleines
Handikap; 3800 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Herrn J.
Beutlers Gutes Zeichen (Rice), 2. Solomons Wisdom
(W. Bullock), 3. Dora (Bleuler). Tot. 26110, Pl. 15,
42:10. Unpl.: Ria. Ueberlegen 32 Lg. Müglenzer
Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 1100 Mark, Diſtanz 3200
Meter: 1. Lt. Nehrings Colette (Lt. v. Kramſta), 2. Scotch
Poſt (Leutn. Frhr. von Wangenheim), 3. Jagow ( Ritt=
meiſter
Keyſer). Tot. 220110, Pl. 36, 22. 18:10. Unpl.:
Ballough. Wedding, Morne, Merry Gift, Liebesgruß,
Pſoni, Eis, Kiriquette, Long, Ago, Artus, Bartavelle II,
Le Nil. Sehr leicht, 32 Lg.
* Hockey. Die Hamburger Hockey=Woche
erreichte am zweiten rfeiertage ihr Ende. Die eng=
liſche
Studentenmann Orford=Cambridge erlitt noch
am Schlußtage eine Niederlage von 0:2 durch Eilbeck,
gewann aber gegen den Berliner Hockey=Klub mit 4:0.
Harveſtehude ſchlug den Deutſchen Hockey=Klub Hanno=
ver
mit 511, während Uhlenhorſt und Bonn mit 010 un=
entſchieden
ſpielten. Die übrigen Reſultate waren: Eil=
beck
II=Preußen II 4:2, Harveſtehude II=Hannover II
1.0, Uhlenhorſt II=Berliner Hockey=Klub II 4:2.
Oxford=Cambridge=Wanderers, eine
aus Southampton zuſammengeſetzte Mannſchaft, ſtand
am Dienstag vormittag in Berlin dem Akademi=
ſchen
Sport=Klub am Kurfürſtendamm, einer kombinier=
ten
Hockey=Mannſchaft des Berliner Hockey=Klubs und
des B. F. C. Preußen gegenüber. Die Engländer blieben
durch ihr beſſeres Stürmerſpiel in Berlin mit 422
ſiegreich.
* Rugby. Das Rugby=Länder=Match
England=Frankreich wurde auf dem Innen=
raum
der Pariſer Prinzenparkbahn vor zirka 20000 Zu=
ſchauern
entſchieden. Siegreich blieben die Engländer
mit 18:8.

Leistungsfähige
Kinderfüsse
im genau passenden Chasalla-Stiefel,
idas Gesündeste für den Kinderfuss.
Zum Schul-Beginn
komplettes Grössenlager.
Gratisbroschüre auf Verlangen.
Chacalla
Schuhgesellschaft m. b. H.
gegenüher d.
Darmstadt
Telef.18o9 Rheinstr. 12½ Hauptpost
Mainz: Schöfferstrasse 8.
8685)

E

Für Kinder, Mädanen u. Knaben, jen. Grösse:
M 3.50 5.50 8.75 10.25 12.75
Für Damen und Herren?
M14.50 17.50 aufwärts

Viele In- u. Auslandspatente.

Jedes

Etikett

der

Hohenlohe

Erbswurst

vorzüglichste Erbssuppe
2 bis 3 Teller 10 Pfg.

gilt als
wertvoller Gutschein!

(4419)l

Das Beste für die Hautpflege ist:

Zu haben in den Apotheken und Drogerien. (1911V
Nachahmungen weise man zurück.

Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellschaft.
Charlottenburg, Salzufer 16. Abteilung Lanolin-Fabrik Martinikenfelde.

Marsamner
Holbrrader
Modelle 1912
Unübertroffen an Leiſtungs=
fähigkeit
und einfachſter
:: :: Handhabung :: ::
Gebrauchte Motorräder
ſchon von 150 Mark an
mit Garantie.
L. Beudt Nachf.
Inh. L. Waldschmitt
Hölgesſtraße 1. (7103a

Wichtig

139a) für
Magenleidende!
Reformkorsetten
z. Knöpfen mit Gummi an
den Seiten Mk. 2.75.
L. & M. Fuld,
Kirchstrasse 12,
gegenüb. der Stadtkirche. 2
Schwarz-weisse Rabattmarken. 2

8529a)

H. G. Holtmann

Schulstrasse 3, Hof

Schulstrasse 3, Hof

Spezial-Werkstätte für Uhren-Reparaturen

Saubere solide Arbeit.

Mässige Preise.

Patente
Musterschutz
Warenzeichen
Entstaubungsanlagen
8701a)

Patent- und Ingenieur-Büro
Telephon 1695 Rheinstr. 19, I.
Darmstadt

Ein Bett, Vertiko, Waſch=, Nacht=
tiſch
, 1 Fahrrad, 1 Gaslüſt.
(*8979
billig zu verkaufen
Friedrichſtraße 11, part.

(8718E

4 armiger Leuchter
Utertüml. und Puppenwagen
(*9009
billig zu verkaufen
Schloßgartenſtr. 5, 3. St. rechts.