Darmstädter Tagblatt 1935


20. August 1935

[  ][ ]

Einzelnummer 10 Pfennige

Etaft

MTlg
Tüdter
R
Tatt
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Bezugspreis:
Anzeigenpreis:
Bür entlich 7maligem Erſcheinen monatlich Mk. 2.20

as einſchl. Botenlohn und Transportkoſten. Ab=
nat
. 2.. Poſtbezugspreis M. 2.40 einſchl. Poſt=
Feit ungsgebühr und ausſchließlich Poſtzuſfeſigeld.
reinen einzelner Nummern infolge höherer
Serechtigt den Bezleher nicht zur Kürzung des
üreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fernruf obne Verbindlichkeit für uns.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſiattet.
Nummer 228
Dienstag, den 20. Auguſt 1935
197. Jahrgang

Die 22 mm breite Zeile im Anzeigentell 1 mm hoch.
7 pfennig. Die 92 mm breite Zeilie im Texttell 1 mm
hoch 80 Pfennig. Platzaufſchlag (nach vorberiger Ven
einbarung) für Unterbringung unter Text oder an be=
fimmter
Stelle 252 Nachlaßnach Staffel C. Kleine An=
zeigen
(nur von Privaperſonen) die 22 mm breite
Zeile, 1 mm hoch, 5 Pfg. Famillen=Anzeigen die
22 mm breite Zeie 1mm hoch, 6 Pfg. Zur Zeilt iſt
Preisliſſe Nr. 8 gältig.
poſſcheckonto: Franifurt a. M. 9694 Banklonto
Darmſtädter und Nationalbanl. Fernſprecher 4.

Reienfeher Naf ver Punofinte sapſtenung.
hiicher Feueralarm. Die Halle 4 ein Raub der Flammen. Die Hallen 3 und 5, der Funklurm und
Tas Turm-Reſtaurank in Mikleidenſchaft gezogen. Menſchenleben nichk zu Schaden gekommen.
Faſt ſämtliches Ausſtellungsmakerial geborgen.

Mn
kraft jen
ßen. Er .u
nichts dum
und nebenbei i
zu ſpielen. E.
und ſich auf 1

erven-PunkteHia
53
is 20 Uhr.
Tel. 3488 Ih1 M
vers.-Kinfk 4

Strabe w0.I0

Groß=Alarm.
Sänkliche Berliner Wehren am Brandherd.
DNB. Berlin, 19. Auguſt.
In den Ausſtellungshallen am Kaiſerdamm, die
augenblicklich die 12. große Deutſche Funkausſtellung
beherbergen, brach am Montag abend gegen 20.30
Uhr infolge Kurzſchluſſes Feuer aus. Die Feuer=
wehr
hat ſich mit allen verfügbaren Geräten zur
Brandſtätte begeben.
zu laſſen mnFAſe Brand hatte bald nach Entſtehen ſehr große Ausmaße
ommen. Die Hallen 3, 4 und 5 wurden innerhalb einer
oe von den Flammen faſt reſtlos vernichtet. Das
i ſchlug annähernd 50 Meter hoch zum nächtlichen Himmel
wund ſetzte auch das Reſtaurant auf dem Funk=
uin
Brand.
PBerliner Feuerwehr wurde in Alarmzuſtand
t. Sämtliche Berliner Wehren wurden, ſoweit möglich,
eſhern Meſſegelände am Kaiſerdamm beordert. Aus unzäh=
RSchlauchleitungen wird fieberhaft Waſſer gegeben, um ein
greifen des Feuers auf die noch verſchont gebliebenen
zu verhindern.
uf Anordnung der Brandbekämpfungsleitung wurden ſo=
M5onderkommandos der Schutzpolizei, des Arbeits=
Ims, der SA., der SS. und des Reichsheeres zur Hilfe=
ia
herangezogen. Es galt beſonders die Menſchen,
Ehzu Hunderttauſenden um das Gelände herum eingefunden
ſt, von der Straße fernzuhalten, um eine wirkſame Be=
hung
des Brandes zu ermöglichen. In allen weſtlichen Vor=
Berlins zeigte ſich am nächtlichen Himmel ſchon von
m ein rieſiger Feuerſchein. Der Funkenregen wurde
die ungeheure Hitze, die am Brandherd herrſchte, bis
Meter hochgeſchleudert, dann vom Winde
Ußt und oſtwärts getrieben.
wweit bis gegen 21 Uhr zu überſehen war, iſt von den
elen 3, 4 und 5 kaum noch etwas zu retten. Dem
ſtgültigen Verhalten verſchiedener Ausſtellungsbeſucher und
wilfsmannſchaften iſt es zu verdanken, daß wertvolle Aus=
utgsgegenſtände
in aller Eile auf die Straße geſchafft und
it werden konnten. Vor allem gelang es, die koſt=
hce
Fernſehapparate ſicherzuſtellen. Die beiden
Autohallen, die Hallen 1 und 2, ſind außer Gefahr.
WAerige Löſcharbeiken am brennenden Funkkurm.
uch das mutige Verhalten zweier Feuerwehrleute gelang
ie Schlauchleitung vom Erdboden aus zu dem etwa 50 Meter
elegenen Funkturm=Reſtaurant zu leiten, in das
oa 10 Perſonen geflüchtet hatten und das durch die hoch=
rden
Flammen ebenfalls in Brand geraten
die Feuerwehrleute kletterten an den eiſernen Maſten des
os hoch und brachten dann die Schlauchleitungen unmittel=
ndie
in Brand geratenen Teile des Reſtaurants heran. Es
auf dieſe Weiſe, die Funkturmbeſucher, die nach Ausbruch
randes im Sprechchor mehrfach heruntergerufen hatten:
etuns! außer Gefahr und in Sicherheit zu bringen. Der
Teil des Funkturms, an dem eine rieſige Lichtreklame an=
war
, ſteht noch völlig in Flammen. Dagegen beſteht die
uing, den Brand im Reſtaurant und im Funkturm allmählich
rlöſchen zu bringen.
zwiſchen konnte man ziemlich einwandfrei feſtſtellen, daß
ſüer in der Halle 4 ausgebrochen iſt.
2as Zeuer eingekreift.
Sämkliche Ausſtellungshallen geräumk.
Ausſtellungsmakerial größkenkeils geretkel.
ſwäter Nachtſtunde erfahren wir noch:
r Rieſenbrand in den Ausſtellungshallen wurde dank der
rangsvollen Bemühungen der Feuerwehr gegen 22 Uhr
Reiſt. Die Feuerbekämpfung ſetzte ſyſtematiſch bei dem ur=

lichen Brandherd in der Halle 4 ein. Von der Halle 3
der Halle 5 ſowie von dem rieſigen Innenhof und von
Fite des ausgedehnten Ausſtellungsgeländes wurde aus
und 30 Schlauchleitungen großen und mittleren Kalibers
Rochen Waſſer in die auflodernden Flammen geſchleudert.
nas muß Halle 4 als vollkommen vernichtet angeſehen wer=
Ach der größte Teil der in dieſer Halle ausgeſtellten
tände dürfte völlig zerſtört ſein. Ein Teil der Hallen
hat durch das Feuer etwas gelitten. Zum Glück gelang
die Hallen 1 und 2, die durch eine breite Straße von den

Hallen getrennt liegen, ſowie die Hallen 6, 7 und 8 zu
Vorſichtshalber haben die zahlreichen Ausſteller mit
* herangezogenen SA. SS und Arbeitsdienſtmänner ſo=
Angehörigen des Reichsheeres auch die vom Feuer ver=
gbliebenen
Hallen geräumt. Schon eine Stunde nach dem
A des Brandes wurde ein großer Teil des Ausſtellungs=
As verladen und in Sicherheit gebracht.

Alle Gefährdeken vom Funkkurm gerekkel.
Schon kurz vor 22 Uhr waren die Flammen an der Licht=
reklame
auf dem Funkturm und im Funkturm=Reſtaurant ſoweit
abgelöſcht, daß man darangehen konnte, die Perſonen, die durch
das verheerende Element abgeſchnitten waren, in Sicherheit zu
bringen. Auf den noch glühendheißen Treppen ſtiegen die Funk=
turm
=Beſucher über Trümmer hinweg an der gefährlichen Stelle
vorbei und gelangten dann ſehr ſchnell die 50 Meter hinab auf
den Erdboden. Soweit zu überſehen iſt, hat keiner von ihnen
ernſtlich Schaden genommen. Inzwiſchen ſchritten die Feuerwehr=
mannſchaften
, die zum Teil ſo erſchöpft waren, daß ſie abgelöſt
werden mußten, zur reſtloſen Löſchung des Brandes und zur
Aufräumungsarbeit.
Dr. Goebbels und Staaksral Görliker
auf dem brennenden Ausſtellungsgelände.
Nach dem Ausbruch des Brandes auf dem Ausſtellungsgelände
trafen Reichsminiſter Dr. Goebbels in Begleitung des ſtellvertre=
tenden
Gauleiters, Staatsrat Görlitzer, und einigen Herren des
Propagandaminiſteriums an der Brandſtätte ein und ließen ſich
über die bisher getroffenen Maßnahmen Bericht erſtatten.
Amtlich wird uns über das Feuer auf der Rundfunkausſtel=
lung
mitgeteilt: In der Ausſtellungshalle 4 der Berliner Funk=
ausſtellung
brach heute abend kurz vor 8.30 Uhr ein Großbrand
aus, durch den auch das Funkreſtaurant zeitweilig in Mitleiden=
ſchaft
gezogen wurde. Es gelang den vereinten Kräften der
Feuerwehr, SA., SS. und politiſchen Leitung, der Reichswehr,
dem Arbeitsdienſt und der Landespolizei, das Feuer auf die
Ausſtellungshalle 4 zu beſchränken, die wie alle anderen Hallen
um dieſe Zeit ſchon vom Publikum geräumt war. Die Halle des
Volksempfängers und die Fernſehhalle wurden ebenſo wie die
übrigen Hallen nicht in Mitleidenſchaft gezogen. Soweit bis
jetzt bekannt geworden iſt, ſind Menſchenleben nicht zu beklagen.
Zur Zeit des Brandes im Funkturmreſtaurant befanden ſich noch
8 Perſonen auf dem Funkturm. Dem mutigen Eingreifen eines
Feuerwehrtrupps, der von Baurat Dr. Schäfer geführt wurde,
gelang es, alle auf dem Funkturm befindlichen Perſonen mit nur
geringfügigen Verletzungen in Sicherheit zu bringen.
Reichsminiſter Dr. Goebbels, der um 20.45 Uhr auf der
Brandſtätte erſchien, ordnete ſofort eine weitgehende Abſperrung
an. Gegen 22 Uhr traf Reichsminiſter Dr. Frick am Brandort
ein. Der Brand der Halle 4 dauert an. Das Feuer iſt aber ein=
gekreiſt
, ſo daß die Gefahr eines Umſichgreifens nicht mehr beſteht.
Blukige religiöſe Anruhen in Befſarabien
Sechs Toke, zwölf Verletzke.
DNB. Bukareſt, 19. Auguſt.
Im Dorfe Aldineſti in Beſſarabien kam es zwiſchen Gendar=
men
und Anhängern einer religiöſen Sekte, die für die Beibehal=
tung
des alten othodoxen Kalenders kämpft, zu einem blutigen
Zuſammenſtoß. Die Gendarmen hatten den Auftrag, den Führer
der Sekte und einige ſeiner Anhänger zu verhaften. Die reli=
giöſen
Fanatiker griffen jedoch die Gendarmen an und töteten
zwei von ihnen durch Revolverſchüſſe. Die Gendarmen erwiderten
darauf das Feuer, töteten vier von den Angreifern und verletzten
zwölf weitere. Nach Herbeiholung von Verſtärkungen konnte die
Ruhe in dem Dorf wiederhergeſtellt werden.
Bauern-Unruhen in Dalmakien.
DNB. Belgrad, 19. Auguſt.
Während einer Verſammlung in Sini in Norddalmatien
wollten 5000 Bauern nach einem Bericht der Prawda die
Rednertribüne ſtürmen, auf der der Wojwode Grabowatz zu
ſprechen begonnen hatte. Die Bauern wurden jedoch von einem
Gendarmerieaufgebot mit aufgepflanztem Bajonett zurück=
getrieben
, nachdem ſie mehrere Gendarmen und einen Gen=
darmerie
=Offizier durch Steinwürfe verletzt hatten. Nach dieſem
Zwiſchenfall ſetzten die Bauern die Kundgebungen im Orte
fort. Es kam zu mehreren erneuerten Zuſammenſtößen mit der
Gendarmerie, die diesmal nicht nur mit Steinwürfen, ſondern
auch mit Revolverſchüſſen angegriffen wurde. Die Gendarmerie
machte nunmehr von der Schußwaffe Gebrauch und feuerte zu=
erſt
in die Luft und dann in die Menge. Die Prawda be=
richtet
nichts von der Zahl der Opfer auf Seiten der Bauern,
ſondern erklärt nur, daß die Gendarmerie bei dieſer Gelegen=
heit
zwei Schwerverletzte hatte. Aus privater Quelle verlautet,
daß auf Seiten der Bauern ein Mann getötet wurde.
Das Haupkquarkier der Hinfeiner in Flammen.
DNB. Dublin, 19. Auguſt.
Im Hauptquartier der iriſchen Regierungspartei Sinfein
brach am Montag ein Feuer aus, bei dem zwei Feuerwehrleute
ums Leben kamen. Drei Züge der Dubliner Feuerwehr mußten
aufgeboten werden, um des weithin ſichtbaren Brandes Herr zu
werden. Bei den Löſcharbeiten ſtürzte einer der Feuerwehrleute
12 Meter tief ab und wurde mit ſchweren Verletzungen ins Kran=
kenhaus
gebracht. Das Gebäude iſt durch das Feuer ſtark be=
ſchädigt
worden.

*
Spanien verſucht den Aufbau.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
v. Gss. Madrid, Mitte Auguſt.
Ein ſpaniſcher Miniſter ſtellte kürzlich die Behauptung auf,
daß ſein Land zurzeit die ruhigſten Stunden ſeit der Geburt der
Republik im Jahre 1931 durchlebe. Auch der ſtille, abſeits von
dem politiſchen Geſchehen ſtehende Beobachter hat den Eindruck,
daß ſich in Spanien beſonders in den letzten drei Monaten
vieles zum Beſten für die Nation gewendet, daß trotz des
Zeter und Mordio einer klaſſenkämpferiſchen Linkspreſſe in
der Bevölkerung ein gewiſſes Vertrauen zu der jetzigen Rechts=
regierung
Fuß gefaßt hat und daß dieſe Regierung bemüht iſt,
dieſes Vertrauen zu ſtärken und nicht zu mißbrauchen. Das
Parlament hat in der kurzen Zeit eine außerordentlich frucht=
bare
geſetzgeberiſche Arbeit geleiſtet, dank zum Teil der Ab=
weſenheit
der Sozialdemokraten, welche, von dem ſchlechten Ge=
wiſſen
ihrer revolutionären Intrigen und von der Angſt vor
einer Offenbarung ihrer inneren Gegenſätze geplagt, ſeit dem
Oktober vorigen Jahres am parlamentariſchen Redewettſtreit
nicht mehr teilnehmen. Die übrigen Linksgruppen aber waren
zu ohnmächtig, um der zahlenmäßig und anſcheinend auch
moraliſch ſtärkeren Regierungskoalition zwiſchen Radikalen,
Katholiſcher Volksaktion Ceda, Agrariern und Liberaldemo=
kraten
ein ernſtes Hindernis entgegenzuſetzen. Die Verſuche von
Links, die geſetzgeberiſche Arbeit zu hemmen, mit falſchen
Argumenten Verwirrung zu ſchaffen und ſchließlich über den
Aufbauwillen von Rechts zu triumphieren, ſind in den letzten
drei Monaten geſcheitert und werden auch in Zukunft ſcheitern,
wenn ſich die führenden Männer von Rechts ihrer Verant=
wortung
bewußt ſind und die Chancen richtig ausnützen, die
ihnen in die Hand gegeben worden ſind.
Man hört gerade aus dem Munde einſichtiger Spanier
häufig das Urteil, daß Spanien nicht zu helfen ſei, daß es
ſchon immer Unruhe im Lande gegeben habe und Inter=
eſſenpolitik
vom kleinſten Mann bis zum höchſten Beamten
getrieben würde. Die Rechten haben jetzt Gelegenheit, dieſes
weit verbreitete Urteil über die Wirtſchaft in Spanien richtig
zu ſtellen, ſich nicht nur mit einem vernichtenden Kampf gegen
den Marxismus zu begnügen ſondern gleichzeitig Mißſtände
zu beſeitigen, die nicht im Einklang ſtehen mit dem Begriff der
Sauberkeit im Staatsleben und die gar zu leicht von Regie=
rungen
ſämtlicher politiſcher Färbungen mit übernommen
werden. Die Hinweiſe des ſpaniſchen Finanzminiſters Chapa=
prieta
und anderer Politiker auf die unglaublichen Zuſtande,
die teilweiſe im ſtaatlichen Verwaltungsapparat herrſchen, dann
die Ankündigung Chapaprietas, daß er das Auskehren mit
eiſernem Beſen für eine Ehrenſache halte, deuten darauf hin,
daß man das Uebel an den verantwortlichen Stellen er=
kannt
hat.
Auf welcher Grundlage iſt die fruchtbare Arbeit der ſpaniſchen
Regierung in den letzten Wochen und Monaten möglich ge=
weſen
? Sie baut ſich auf: auf der Verſtändigung und Freund=
ſchaft
der beiden ſtärkſten Parteien des ſpaniſchen Parlaments,
der Radikalen unter Führung des Miniſterpräſidenten Lerroux
und der Katholiſchen Volksaktion unter Leitung des Kriegs=
miniſters
Gil Robles, ferner auf der Tatſache, daß beide Partei=
führer
, vor allem Lerroux, bezüglich ihrer rein parteimäßigen
Ziele ein Pflöckchen zurückgeſteckt haben, im Intereſſe des
Friedens und der Ordnung im Lande, zum Wohle des Volkes.
Wenn noch vor einem halben Jahre die zwiſchen Lerroux und
Gil Robles beſtehenden Gegenſätze als unüberbrückbar galten,
wenn man es damals noch für unmöglich hielt, daß der
71jährige Radikale, der ſein Leben lang eingefleiſchter Republi=
kaner
geweſen iſt, mit dem genau um die Hälfte jüngeren, bei
ſeinen Gegnern als Monarchiſt verſchrienen Führer der
Katholiſchen Volksaktion ein enges Freundſchaftsbündnis ein=
gehen
würde, ſo beweiſt die Entwicklung vorläufig das Gegen=
teil
. Es iſt aber nicht geſagt, daß dieſe harmoniſche Zuſammen=
arbeit
zwiſchen den beiden großen ſpaniſchen Koalitionsparteien
für alle Zeiten garantiert iſt. Beide Parteiführer laſſen ſich
hier einen Ausweg offen. Lerroux der von den Linken wegen
ſeiner Gil=Robles=Hörigkeit angefeindet und ſogar von ihnen
das Verrates an der Republik beſchuldigt wird, hat in ſeinen
Reden ebenſo wie Gil Robles wiederholt betont, daß man
einmal als wahrhaftige Edelmänner auseinandergehen werde:
Der Tag wird kommen, da wir uns trennen werden, da jeder
von uns ſeinen eigenen Weg gehen wird. Ich für meinen Teil
wünſche mir, daß im Augenblick der Trennung uns die Worte
auf den Lippen vor Bewegung beben und unſere Herzen
ſchneller ſchlagen, wir uns umarmen und die Hand drücken wie
zwei wahre Männer. Das ſagte Lerroux in ſeiner letzten
Rede in Pontevedra. Er hält das Bündnis mit Gil Robles
für eine Ehrenverpflichtung, die aber nicht ewig dauern werde.
Er gibt zu, an den Führer Gil Robles Zugeſtändniſſe gemacht
zu haben, ohne jedoch dabei ein doppeltes Spiel zu treiben
oder die Grenzen ſeiner Pflichten als Parteiführer zu über=
ſchreiten
. Auf der anderen Seite bekennt ſich auch Gil Robles
zu dem Bündnis mit den Radikalen und betont, daß er ſich
im Intereſſe des Wohles ſeines Landes zur Republik bekennt.
Die katholiſche Volkspartei findet mit dieſem Republikaner=
tum
bei den Linken allerdings keinen Anklang, da dieſe ihr
nicht trauen und Gil Robles auch weiterhin für einen ver=
kappten
Monarchiſten halten.
Beide Koalitionsparteien werden aber jedenfalls bemüht
ſein, die Freundſchaft wenigſtens bis zur Selbſtauflöſung des
Parlaments zu bewahren, die um die Jahreswende zum Zwecke
der Durchführung der Verfaſſungsreform erwartet wird.
Das völlige Fallenlaſſen wenigſtens nach außen hin
des monarchiſtiſchen Ideals durch Gil Robles hat zwiſchen der
CEDA. und den Monarchiſten eine gewiſſe Spannung ver=
urſacht
, die bei verſchiedenen Anläſſen zum Ausdruck kam. Der
alte Monarchiſt Graf Romanones kennzeichnete die Lage einmal
ſehr treffend in einer Rundfunkrede, indem er meinte, daß die
Monarchiſten auf eine Reſtauration in Spanien nur dann hoffen
könnten, wenn die Bewegung Gil Robles verſagen würde. Graf
Romanones wies dabei allerdings gleichzeitig auf die großen
Fähigkeiten und die Jugend des CEDA.=Führers hin, die eher
auf eine große Zukunft hindeuteten als auf ein Scheitern.
Im Mittelpunkt des innenpolitiſchen Intereſſes ſtehen zur=
zeit
außer Lerroux, der durch ſeine Volkstümlichkeit ſeit jeher
eine Sonderſtellung einnimmt, Gil Robles und Chapaprieta.

[ ][  ][ ]

Beide Miniſter zeichnen ſich durch einen bisher in der ſpaniſchen
Republik ſelten zum Ausdruck gekommenen Arbeitseifer aus.
Es vergeht kaum ein Tag, an welchem der Kriegsminiſter nicht
mit einer neuen Verfügung oder einem neuen Geſetzentwurf
aufwartet, wobei er in hervorragender Weiſe von ſeinen Ge=
nerälen
unterſtützt wird. Sein Ziel iſt die Wiedergutmachung
der entmilitariſierenden Politik von Azana und den übrigen
Linksrepublikanern, die während der erſten zwei Lebensjahre
der Republik das Szepter führten. Seine Arbeit gilt ferner der
vaterländiſchen Aufgabe, Spanien wehrfähig zu machen da=
mit
es gleichberechtigt und gleichgeachtet der Gemeinſchaft der
europäiſchen Völker angehören kann. Neben der Erfüllung ſeiner
Pflichten als Miniſter hält Gil Robles die Parteizügel in
feſter Hand und bereitet, ohne ſelbſt dabei allzuſehr in den
Vordergrund zu treten, was mit ſeiner Stellung als Miniſter
nicht vereinbar wäre, den Weg zur Macht ſeiner Partei vor.
Für Oktober, alſo wenige Wochen vor den für November an=
gekündigten
Gemeindewahlen, iſt in Madrid eine große Propa=
gandakundgebung
der Jugendgruppe der Volksaktion geplant,
für die man mit einer Beteiligung von einer halben Million
Menſchen rechnet. Dieſe Veranſtaltung, der Redefeldzüge in
ſämtlichen Provinzen voraufgehen, ſoll unter der Parole Eine
andere Verfaſſung! Alle Macht dem Führer! ſtattfinden und
dürfte ſich zu einer machtvollen nationalen Kundgebung ge=
ſtalten
, zumal ſie ganz nach den Grundſätzen moderner poli=
tiſcher
Propaganda organiſiert wird. Die Jugend nimmt inner=
halb
der Partei eine gewiſſe Sonderſtellung ein. In einer
Schrift, die erſt in dieſen Tagen von den galliziſchen Jugend=
gruppen
verbreitet worden iſt, heißt es, man müſſe endlich
jenen Leichnam mit zwei Krücken aus dem 19. Jahrhundert,
den Liberalismus und die degenerierte Demokratie, zu Grabe
tragen‟. Dieſes Flugblatt, in deſſen Inhalt eine deutliche
Unzufriedenheit mit der Taktik der Parteiführung zum Aus=
druck
kommt, wurde von Gil Robles mit der Bemerkung ab=
getan
: Das ſind Sachen der jungen Leute die ohne Bedeutung
ſind. Es würde allerdings auch übertrieben ſein, wollte man
aus ſolchen Vorfällen oder aus dem Verbot einer Zeitung der
Parteijugend Spannungen innerhalb der Partei konſtruieren.
Die radikalere, zum Fascismus neigende Einſtellung der Partei=
jugend
(der Großteil der ſpaniſchen Jugend ſteht hinter. Gil
Robles) kann allerdings auf die Dauer auf die Parteileitung
bewußt oder unbewußt abfärben.
Neben Gil Robles, der heute zweifellos ols der geiſtige
Führer der ſpaniſchen Politik angeſprochen werden kann, iſt der
Finanzminiſter Chapapriete rege um den Aufbau Spaniens
und beſonders um die wirtſchaftliche Wiedergeſundung des
Landes bemüht. Chapaprieta hofft, das Defizit des Staats=
haushaltes
bis zum Jahresende von 750 Millionen etwa auf
die Hälfte herabzudrücken und im nächſten Jahr vollſtändig
auszutilgen. Wenn der ſpaniſche Finanzminiſter auch über
einen beneidenswerten Optimismus verfügt, ſo muß man doch
zugeben, daß er ſeine ganze Tatkraft daranſetzt, recht zu be=
halten
. Die Konverſion der Staatsſchulden von 5 und 6 Prozent
auf höchſtens 4 Prozent, die Umwandlung der 6prozentigen
Goldbons in 4prozentige, das Arbeitsbeſchaffungsprogramm und
vor allem das Geſetz für Einſparungen im Staatshaushalt ſind
Maßnahmen, die bei folgerichtiger Durchführung das wirt=
ſchaftliche
Antlitz Spaniens erheblich aufheitern können.

Grundbedingung bei allem iſt freilich die öffentliche Sicher=
heit
und Ordnung. Gelingt es der Staatsführung, die Mos=
kauer
Kominternparole in Spanien niederzuhalten, ſich über
Parteiintereſſen wie es zurzeit den Anſchein hat hinweg=
zuſetzen
und den Einfluß der ſogenannten geheimen Kräfte‟
zu bannen, dann kann die eingeleitete Aufbauarbeit der jetzigen
Regierung zu gutem Ende führen.

Vom Tage.

Der Generalſekretär der Vaterländiſchen Front in Oeſterreich,
Bundeskommiſſär Walter Adam, hat am Sonntag auf der Ba=
deuer
Staatsſtraße einen Autounfall erlitten. Adam wurde dabei
durch Schnittwunden im Geſicht und am Kopf leicht verletzt.

Zu den Warſchauer Meldungen über polenfeindliche Kundge=
bungen
an der litauiſch=polniſchen Grenze erklärt die Litauiſche
Telegraphenagentur, daß ſie den Tatſachen nicht entſprächen.

Seine Majeſtät der König von Italien hat dem Führer und
Reichskanzler für das Beileid anläßlich der Ueberſchwemmungs=
kataſtrophe
von Ovada ein Danktelegramm übermittelt.

Der italieniſch=abeſſiniſche Schlichtungs= und Schiedsgerichts=
ausſchuß
trat in einem Pariſer Hotel zuſammen. Der Ausſchuß
wird in ſeiner erſten Sitzung den fünften, neutralen Schiedsrich=
ter
wählen, und zwar mit ziemlicher Sicherheit den griechiſchen
Geſandten in Paris, Politis.
Anfang der Woche beginnen die auf mehrere Monate berech=
neten
Flottenmanöver im Pazifiſchen Ozean. An dieſen Manö=
vern
nehmen nahezu hundert Schiffe aller Klaſſen teil. Nach der
Rückkehr der Schiffe von den Manövern im Oktober wird die Flotte
vom Mikado beſichtigt werden.

Die Pariſer Beſprechungen geſcheitert.

Engliſche Sankkionsdrohungen.Ikaliens Erſcheinen auf der Sepkember Tagung des Rates in Frage gtult.

* Der Zuſammenbruch der Genfer
Methoden.

Die Pariſer Beſprechungen ſind alſo aufgeflogen, auch wenn
in dem amtlichen Communigué alles, was irgendwie nach einem
Bruch klingt, ſorglich vermieden worden iſt und die Fortſetzung
der diplomatiſchen Unterhaltung in Ausſicht geſtellt wurde. Das
kommt gewiß nicht der Sache, aber der Zeit nach über=
raſchend
. Das Spiel mit den gepackten Koffern war ja eigentlich
eine unvermeidliche Begleiterſcheinung aller Genfer Konferenzen.
Daß die Koffer wirklich gepackt blieben und mit auf die Reiſe
genommen wurden, iſt etwas ganz Neues. Soweit hat man es
bisher nie kommen laſſen, und dieſe plötzliche Unterbrechung ent=
ſpricht
gewiß nicht den Wünſchen aller Beteiligten.
Um was ſich die Verhandlungen im einzelnen gedreht haben,
iſt genau nicht bekannt. Die Miniſter ſelbſt haben ſich einer ſehr
vorſichtigen Zurückhaltung befleißigt, weil ſie nicht durch ein vor=
eiliges
Wort irgend etwas verderben wollten. Wir ſind alſo ge=
wiſſermaßen
auf das, was die Zeitungen berichten und das iſt
oft genug widerſpruchsvoll angewieſen. Als ſicher darf ange=
nommen
werden, daß den Italienern, eine Art wirt=
ſchaftliches
Monopol über Abeſſinien angeboten
wurde, und daß ihnen auch die Möglichkeit einer
militäriſchen Demonſtration gegeben war. Muſ=
ſolini
aber hat abgelehnt, ſich dazu überhaupt
zu äußern, ebenſo wie er es abgelehnt zu haben
ſcheint, die italieniſchen Forderungen genauer
zu umreißen. Dafür iſt dann Herrn Eden der Geduldfaden
geriſſen. Er iſt bis an die Grenzen ſeiner Vollmach=
ten
gegangen und iſt dann tatſächlich abgereiſt, während die
berufsmäßigen Vermittler das Jonglieren mit neuen Vorſchlägen
gerne fortgeſetzt hätten, um die Pauſe bis zum Zuſammentritt des
Völkerbundsrats am 4. September auszufüllen, obwohl im Grunde
ſchon jetzt kein Zweifel darüber beſtehen kann, daß die Italiener
ju der Ratsſitzung nicht erſcheinen werden, weil ſie dem Völker=
bund
das Recht eines Richterſpruchs nicht zuerkennen.
Die Methoden der Genfer Politik, wie ſie nun
ſeit beinahe 17 Jahren getrieben werden, haben damit eine
unheilbare Niederlage erlitten. Es iſt kaum zu viel geſagt, wenn
man von einem Zuſammenbruch ſpricht. Das mußte einmal
kommen. Was wir jetzt erleben, iſt letzten Endes weiter nichts
als eine Rechtfertigung der Politik, die Deutſchland dem Völker=
bund
gegenüber getrieben hat und treiben mußte. Denn ſein
Zweck war doch eigentlich die Sicherung des Friedens. Gerade
darin aber hat er jedesmal verſagt. Wir brauchen die einzelnen
Beiſpiele dafür im großen und kleinen nicht noch einmal an=
zuführen
. Sie ſind ja noch in aller Erinnerung. Funk=
tionieren
tat der Völkerbund nur dann, wenn
er weiter nichts als ein ausführendes Organ
der Siegermächte war. Erſcheiterte aber in dem
Augenblick, wo es galt, gegen eine der Groß=
mächte
ſein Programm durchzuführen. Deshalb
ſeine Front gegen Deutſchland, deshalb das Ausſcheiden Japans,
als in Genf nur ein leiſer Verſuch gemacht wurde, mit aller
gebotenen Rückſichtnahme die japaniſche Politik zu kritiſieren.
Gewiß haben ſich die Neutralen ehrlich bemüht, aus der Genfer
Organiſation eine ehrliche Friedensſicherung herauszuarbeiten.
Aber im entſcheidenden Augenblick mußten ſie doch immer
wieder dem Druck weichen und ſo blieb der Völkerbund
eine Verſicherung der Siegerſtaaten auf Gegen=
ſeitigkeit
, die mit ihm und in ihm nicht der Sache des
Friedens, ſondern nur ihren eigenen Intereſſen dienen wollten.
In Paris ſind jetzt die verſchiedenartigen Intereſſen
Italiens. Englands und Frankreichs unverhüllt aufeinander ge=
ſtoßen
. In dem gleichen Augenblick aber hat das Syſtem ſich
ſelbſt widerlegt. Wenige Monate iſt es erſt her, daß die drei
Mächte ſich in Streſa zuſammenfanden und als Sittenrichter
über Deutſchland in Genf auftreten zu können glaubten. Heute
iſt die Friedensmaske verſchwunden. Jetzt ſtehen ſie ſich in
offener Ablehnung gegenüber. Frankreich iſt in ſeinem Herzen
vermutlich mehr auf italieniſcher Seite. Aber die Engländer
haben ihre Taktik auf die Verteidigung der Völkerbundspolitik
aufgebaut, mit deren Hilfe Frankreich bisher Europa beherrſcht
hat. Und ſo mußte Laval gegen ſeinen Willen die Engländer
ſtützen auf die Gefahr hin, daß die junge Freundſchaft mit
Italien dadurch einen Riß erhielt. Dafür wird ſich im diplo=
matiſchen
Verbandskaſten noch ein Pflaſter finden. Die nächſt=
beteiligten
Mächte werden über die Enttäuſchung von Paris
ſchon hinwegkommen, nicht hinwegkommen aber wird darüber

der Völkerbund. Ihm dürfte kaum etwas andere m
bleiben, als in ſeiner Septembertagung ſeinen Banki
erklären.

Eden und Aloiſi verlaſſen Paris.

EP. Paris, 19. Arſ

Der engliſche Völkerbundsminiſter Eden und der it alzſ
Delegierte Baron Aloiſi haben am Montag nachmittag )r
verlaſſen. Eden kehrte auf dem Luftwege nach Londonnf
wodurch die Gerüchte, daß er zunächſt noch dem gegenwü=
Aix=les=Bains zur Kur weilenden engliſchen Miniſterpriſt
Baldwin einen Beſuch abſtatten würde, hinfällig geworleſn
Baron Aloiſi reiſte mit dem Zug nach Rom.

Vor der Abreiſe hatten Eden und Alok
retrennte Unterredungen mit dem franzö
Miniſterpräſidenten Laval. Mit Eden hat
eine dreiviertelſtündige Beſprechung, die ſich, dem Intra iſm
zufolge, auf die Prüfung der durch den Fehlſchlag der
Konferenz entſtandenen neuen Lage und beſonders
internationalen Folgen eines italien
Krieges gegen Abeſſinien erſtreckt haben ſoll.
Baron Aloiſi unterhielt ſich Laval, der gleichen Quelle
über die bevorſtehenden Sitzungen des
bundsrats, in der der abeſſiniſch=italieniſche Streita
gehend behandelt werden muß. Laval ſoll verſucht..0
auf die beiden Delegierten in mäßige
Sinne einzuwirken, d. h. er ſcheine einerſeits dem kſt
gemacht zu haben. Eden davon zu überzeugen, daß es inllig

meinen Intereſſe liege, wenn die Sanktionen gegent
lien, die die engliſche Regierung vorausſichtlich in Genegſen
tragen wird, keinen allzu ſcharfen Charakter annehmen, wrein
er andererſeits von Baron Aloiſi eine Zuſichemn
zu erhalten ſuchte, daß Italien an der 10
ſitzung vom 4. September teilnehmen
Aloiſi ſoll, wie der Intranſigeant erfahren haben w ilin
direkten Zuſage ausgewichen ſein, aber die Beteiligung Ifet
immerhin in Ausſicht geſtellt haben. Schließlich habe Lu
Notwendigkeit betont, die internationalen Verhandlun e
allem diejenigen über den Donaupakt, auf der Grundlu obn

Streſa wieder aufzunehmen, um der Welt zu zeigen, daß

eigniſſe in Oſtafrika auf die europäiſche Politik keine Hrnt
kungen haben würden, und daß die Streſafront fortbeſteMiliint
werde alſo, ſo ſchließt das Blatt ſeinen Bericht, in alle-öſt
Zukunft eine für die gegenwärtige Ferienzeit außergerEüch
Belebung der diplomatiſchen Tätigkeit feſtſtellen können.
Eden hatte vor ſeiner Abreiſe nach London auch roenl
längere Unterredung mit dem Pariſer abeſſiniſchen Eepuf
Hawariate.

Sonderkagung des engliſchen Kabinetts.
DNB. London, 19. Qri
Der zurzeit noch in Aix les Bains weilende engliſckeſitf!
ſterpräſident Baldwin hat die Mitglieder des britiſcheid
netts am Montag aufgefordert, ſich zu einer Sonderſitzur znd
zu halten, auf der die durch den Zuſammenbruch der
Abeſſinien=Konferenz heraufbeſchworene Lage beraten werdſt
Ein feſter Zeitpunkt iſt noch nicht angeſetzt, doch dürfte di=
wahrſcheinlich
ſchon am Freitag ſtattfinden, weil angeſ4
Kürze der noch bis zum 4. September zur Verfügung ſe0
Zeit mit der Notwendigkeit einer weiteren Fühlungnahme M
nächſten Tagen gerechnet werden muß. Vermutlich wird z.u
Abeſſinien=Ausſchuß des Kabinetts zuſammentreten, der n 00
ſorgfältigen Prüfung der Lage dem geſamten Kabinett bſty
Vorſchläge für die weitere Behandlung der Frage untaſ
werde.

Ein Regimenk Zulu=-Neger Abeſſinien angebl!

DNB. London, 19. 2u
Aus Ladysmith (Natal) wird gemeldet: Der Häupk!
Zuluſtammes der Amakulwa Walter Kumalo hat den
von Abeſſinien für den Fall eines Krieges mit Ita!
ganzes Regiment Zulu=Neger zur Verfügung geſtellt, 19
willt ſei, jeden Widerſtand zu brechen. Kumalo hat
des Weltkrieges mit Eingeborenen=Kontingenten in Fax
an der Front geſtanden.

Deutſche Heimakmuſeen.

Von Dr. P. Martell.

Wenn heute die Beſtrebungen der Heimatpflege in allen
deutſchen Gauen immer ſtärkeren Widerhall finden und die För=
derung
deutſchen Kulturgutes eine der weſentlichen Aufgaben
unſerer Zeit geworden iſt, dann haben gerade die deutſchen Hei=
matmuſeen
, vom kleinen Dorfmuſeum bis hinauf zu den großen
Landesmuſeen, hier eine weſentliche Aufgabe zu erfüllen, denn
ſie ſollen die Heimat in ihren mannigfachen Erſcheinungsformen
ſehen und verſtehen lernen. Sie ſollen jedoch nicht nur durch
Anſchauung die Liebe zur Heimat wecken, ſie ſollen gleichzeitig
auch das Wertvolle erhalten und die der engeren Heimat eigen=
tümlichen
Lebensäußerungen der Nachwelt ſichern. Entſprechend
dieſen weitgeſpannten Aufgaben umfaßt der Aufbau und die Aus=
geſtaltung
der deutſchen Heimatmuſeen ſowohl die naturgeſchicht=
liche
wie vor allem auch die kulturgeſchichtliche Eigenart des je=
weils
von ihnen erfaßten engeren Heimatgebietes. Von dieſen
beiden Hauptgruppen, von denen im Rahmen des einzelnen Hei=
matmuſeums
häufig nur die eine oder andere vertreten ſind,
ſollen in dieſem Zuſammenhange nur die kulturgeſchichtlichen
Heimatmuſeen Berückſichtigung finden.
Als ein weſentliches Aufgabengebiet dieſer kulturgeſchicht=
lichen
Heimatmuſeen galt von jeher die Sammlung heimiſcher
Altertümer, die als Zeugen der deutſchen Urgeſchichte die großen
Zeitperioden der Steinzeit, Bronzezeit und Eiſenzeit umfaſſen.
Aus der älteren Steinzeit ſind Urſtücke im Sammelgebiet des
deutſchen Heimatmuſeums verhältnismäßig ſelten. Bemerkens=
werte
Funde aus der jüngeren Steinzeit weiſt die Provinzial=
ſammlung
pommerſcher Altertümer in Stettin, ſowie die Samm=
lung
vaterländiſcher Altertümer in Greifswald auf. So beſitzt
die Stettiner Sammlung Werkzeuge und Geräte aus der jüngeren
Steinzeit aus Hirſchgeweih, ferner aus der Bronzezeit den
Muſterkoffer eines damaligen Händlers und Erzgießers mit
Schmuckſtücken. Kulturgeſchichtlich außerordentlich wertvoll iſt auch
die vorgeſchichtliche Sammlung des Gothaer Heimatmuſeums. So
etwa die an Einzelfundſtücken dargeſtellte Entwicklung des Bronze=
beils
, das bekanntlich als Streitaxt die Hauptwaffe der Bronze=
zeit
war. Wir ſehen hier als charakteriſtiſch für die einzelnen
Perioden das Flachbeil, das in der Form noch eine Nachahmung
des alten Steinbeils iſt, als Verbeſſerung das Randbeil, das Ab=
ſatzbeil
, das Lappen= und ſchließlich das Tüllenbeil folgte.
Hervorragende Waffenſtücke, allerdings aus neuerer Zeit,
beſitzt das Heimatmuſeum im Schloſſe zu Altenburg. Zu erwähnen

ſind hier deutſche Schwerter aus der Zeit um 1600, die wegen
ihrer Größe zweihändig geführt werden mußten, und zwar nach
den Berichten der Chronik von denen, die als Meiſter des lan=
gen
Schwertes im Kampf in der erſten Reiche fochten und dop=
pelten
Sold erhielten.

Große Verdienſte haben die deutſchen Heimatmuſeen ſich um
die Erhaltung und ſachgemäße Erforſchung der alten deutſchen
Hausformen erworben. So zeigt das Freilichtmuſeum in Königs=
berg
den bodenſtändigen und charakteriſtiſchen Wohnbau Oſt=
preußens
. Auch die kleineren Freilichtmuſeen in Huſum, Weſer=
münde
, Wilſede, Zwiſchenahn, Meldorf und Walsrode geben ein
anſchauliches Bild von der Bauweiſe der niederſächſiſchen Bevöl=
kerung
. Berühmt und in ihrer Art unerreicht iſt die Sammlung
von Bauernhausmodellen in Altona, die Aufſchluß über die
Bauernhausformen Schleswig=Holſteins gibt. Die Bauformen
aller deutſchen Gaue werden an ausgewählten Beiſpielen im
Berliner Muſeum für Volkskunde klargelegt. Auch die Wohn=
räume
und ihre Ausgeſtaltung als Ausdruck einer dem Deutſchen
eigenen Wohnkultur ſind vielfach Gegenſtand unſerer Heimat=
muſeen
. Hervorragende Beiſpiele dieſer Art ſind etwa die
Bauernſtuben im Germaniſchen Muſeum zu Nürnberg, eine präch=
tige
Bauernſtube der Wilſter Marſch im Thaulow=Muſeum zu
Kiel oder auch die vierzehn Bauernſtuben aus Weſtfalen in dem
Städtiſchen Muſeum zu Dortmund. Von großer Anſchaulichkeit
iſt auch das Bauernhausmuſeum in Bielefeld, das als Freilicht=
muſeum
und eines der älteſten Bauernhäuſer Weſtfalens noch
aus der Zeit um 1550 ſtammt. Die geſamte Einrichtung dieſes
Heimatmuſeums iſt die getreue und lebensvolle Wiedergabe alter
deutſcher Bauernkultur. Neben Gegenſtänden des täglichen Ge=
brauches
finden wir hier Geräte zur Verarbeitung von Flachs
und Hanf, denn bis zum Ausgang des vergangenen Jahrhunderts
gab es in der Umgebung Bielefelds kein Haus, in dem nicht ge=
ſponnen
und gewebt wurde, und das Bielefelder Leinen war
bekanntlich weit über die deutſchen Grenzen berühmt. Ein tref=
fendes
Bild von der bäuerlichen Wohnkultur Weſtfalens gibt uns
das Mobiliar des Bielefelder Bauernhausmuſeums. So vor allem
ein Himmelbett mit koſtbarem Schnitzwerk und einer beſonderen
Einrichtung, die für das Brauchtum dieſes Gebietes überaus
charakteriſtiſch war, nämlich das ſogenannte Seelenloch. Es han=
delt
ſich hier um einen viereckigen, mit einem Deckel verſehenen
Ausſchnitt, der im Betthimmel angebracht iſt. Lag ein Angehöri=
ger
des Hauſes im Sterben, ſo wurde der Deckel abgenommen.
um der Seele des Verſtorbenen den Weg in die Ewigkeit frei=
zugeben
.
Zu den
Heimatkunde unerſetzlichen Bildungsſtätten

gehört auch das Heimatmuſeum in Elbing, das nach der
der Carl Pudor genannt, in dem ehemaligen, um 1625 ri
Kramer Zunfthaus untergebracht iſt. Mit großer M
reichem Verſtändnis ſind hier in ſeltener Vielſeitigkein
der Heimat geſammelt worden. Als kulturhiſtoriſch bemer 21
ſei die Sammlung von 152 Zinnkrügen hervorgehoben,
einem großen Teil von Elbinger Zinnmeiſtern ſtammen 0
vorragendes Zeugnis von altdeutſcher Handwerkskunſt able. 4
tereſſant iſt auch die Urform einer Kaffeemühle, ein hoher E
Zylinder mit langem Eiſenſtab und Kurbel. Mit dieſem
tiven Gerät wurde der Kaffee zur Zeit des Kaffeeverbe
Kaffeemonopols unter Friedrich dem Großen heimlich gen
Erinnerungen an frühere heimatgebundene Handwerk!
finden wir im Ruhlaer Ortsmuſeum. Das Muſeumsgebäu
ſoll nach Einrichtung und Bauart das typiſche Haus eines di
ren Ruhlaer Meſſerſchmiede ſein. Ein Handwerk, das in

etwa um die Mitte des 16. Jahrhunderts aufkam, um dar
dings im 18. und 19. Jahrhundert ſeine Bedeutung als
Hausinduſtrie mehr und mehr einzubüßen. Das Induſtre.ſ
des Ruhlaer Muſeums legt Zeugnis ab für die auch he I.

bedeutungsvollen Gewerbe. Eine umfangreiche Sammln!

Tabakspfeifen zeigt, daß die Ruhlaer Pfeifeninduſtrie

faſt 200 Jahren auf dieſem Gebiet führend geweſen iſt.
finden wir Beiſpiele der metallverarbeitenden Gewerbe
wie Meſſingkämme, Schnallen, Metallrahmen uſw. A;
ſpiele, die über die Vielſeitigkeit der weitverzweigten
Metallwareninduſtrie beſten Aufſchluß geben.
Dieſe wenigen Beiſpiele zeigen ſchon, welche wichtig-
gaben die deutſchen Heimatmuſeen in der Förderung der
kenntnis und in der Pflege der Heimatliebe erfüllen könn-
man
wird mit Recht feſtſtellen müſſen, daß die geleiſtete
der deutſchen Heimatmuſeen ſchon heute eine der unentbeh‟
Vorausſetzungen im Rahmen der deutſchen Kulturpolif.
den iſt und damit auch bleiben wird.

* Offizieller Reiſeführer durch das Fürſtentum Liechtenſte.
nähere Umgebung. Allgemeine Landesbeſchreibung. Be
und herausgegeben von Architekt Erwin Hindere"
Druck: Buchdruckerei Kaiſer, Vaduz.
Unbeſtreitbar lag das Bedürfnis vor, im Intereſſe Ne
und Fremdenverkehrs einen allgemeinen Führer durch. 9ad
herauszugeben, der nach dem Vorwort von der auf engen
zuſammengedrängten Schönheit des Landes künden möge
geſchmackvoll ausgeſtattete in vorzüglichem Druck vorliege
bilderte, 79 Seiten ſtarke Buch wird in der großen Reiſelit
einen guten Platz einnehmen und auch behaupten können

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Tenstag, 20. Auguſt 1935

MantM
Nt noc dem
Aliſchen
Nm.
Sden und Aiu
mit dem ire
Mit Eden
die ſich dem
ſich den Fehliäl
age und beſt
eines italt
erſtreckt haben
der gleichen 9.
zungen des
ſch=italieniſche Sl
aIſollverſuch
ten in mäß
ſcheine einerſeit=
berzeugen
, daß es
anktionen ge
vorausſichtlich in
harakter annehm
iſi eine Zuſit
talien an di
teilnehmen
erfahren haben n4
der die Beteiligun
Schließlich habe 1
en Bericht, in all4
it feſtſt
nach London aud 1
kiſer abeſſiniſchen

briticht

Fu

3. London, 14.
Der 50

gumalbe
ntingenten

erechngten m Vei Sntgftechlseineherung.
Reichsjuſtizminiſter Dr. Gürkner über die Erneuerung des deutſchen Skrafrechts und die
Skellungnahme deutſchlands zur grundlegenden Frage der Rechtsfindung.

Feierliche Eröffnung
11. Inkernakionalen Skrafrechts- und Gefängnis=
Kongreſſes.
DNB. Berlin, 19. Auguſt.
Im Sitzungsſaal des Reichstages in der Krolloper wurde
Montag vormittag der XI. Internationale Strafrechts= und
hängniskongreß feierlich eröffnet. Veranſtalterin des Kon=
fs
, der in der Regel in Zeiträumen von 5 Jahren tagt, iſt
mternationale Strafrechts= und Gefängniskommiſſion in
an, die ſeit 60 Jahren beſteht und aus dem Londoner Kon=
won
1872 hervorgegangen iſt.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen des Kongreſſes ſtehen
agen der Geſetzgebung und Verwaltung aus
Gebieten des Strafrechts und Strafvoll=
s
. Die Hauptarbeit wird in vier Sektionen geleiſtet, von
jede drei Fragen behandelt. Die Sektion unterbreitet ihre
ſchläge der Vollverſammlung zur Beſchlußfaſſung. Die Ver=
ouungsſprache
iſt nach 60jähriger Uebung franzöſiſch, daneben
Is Kongreßſprachen deutſch und engliſch zugelaſſen.
ine beſchließende Körperſchaft in irgend einem Sinne iſt
Songreß nicht; auch eine abſtrakte, gewiſſermaßen an alle
nehmerſtaaten gerichtete Empfehlung zur Durchführung
Beſchlüſſe iſt nicht möglich, da kaum ein Rechtsgebiet ſo
im der politiſchen Anſchauung eines Volkes verwurzelt iſt,
gerade das Strafrecht. Dennoch hat der Kongreß eine
eiordentlich große Bedeutung, da der lebendige Erfahrungs=
auß
von größtem Wert iſt und die Anknüpfung perſön=
Beziehungen ſich im ſpäteren weiteren Austauſch von Ge=
cen
und Erfahrungen vorteilhaft auswirken wird. Jeder
jeteiligten Staaten gewinnt durch dieſe Zuſammenkünfte
in tiefen und klaren Einblick in die Geſetze und Verwaltungs=
ſonalen
Verhandu / tniſſe anderer Länder.
akt, auf der Gnn bhlIm Deutſchland werden jetzt die ausländiſchen Teilnehmer
Welt zu zeigen di /// Pongreſſes jede nur denkbare Möglichkeit haben, die be=
iiſche
Politik keim Eheyoen Juſtizeinrichtungen und alle Maßnahmen auf dem
Streſafront forthe l Aicre der Strafrechtspflege ohne Einſchränkung kennen zu
ſen. Unter den etwa 1000 Teilnehmern befinden ſich die
Ferienzeit außerFMlzu ollſten Namen der Rechtspolitiker, Rechtspraktiker und
n köme / Mtlehrer von 50 Nationen der Erde.

Reichsminiſter Dr. Gürkner
Fiiete um 10,30 Uhr namens des Führers und Reichskanzlers
ſte der geſamten Reichsregierung den Kongreß.
N2r. Gürtner begrüßte zunächſt die Verſammlung mit herz=
u
Worten und betonte, daß die Reichsregierung ganz be=
eie
Freude und Genugtuung darüber empfinde, die Gäſte in
kin zu ſehen. Deutſchland ſei an den Verhandlungen des
ieſſes auf das Lebhafteſte intereſſiert. Der Miniſter fuhr
Ic u. a. fort: Ich zweifle nicht, daß Sie auf Grund Ihrer
hert Beobachtungen alsbald finden werden, daß Vieles, was
44 Deutſchland im Auslande berichtet iſt, nicht zutrifft und
ſiele Beſtrebungen, die wir verfolgen, keineswegs ſoweit
mt ſind von den Zielen anderer Länder, wie manche Preſſe=
rangen
glauben machen wollen. Ich lade Sie herzlich ein,
in Deutſchland, was Sie in Fragen des Strafrechts= und
ungnisweſens intereſſiert, ſelbſt zu prüfen und zu beſichtigen.
Sie vielleicht wiſſen, ſind in Deutſchland ſeit mehr als
Jahren planmäßige Vorarbeiten für eine
Wirmdes geſamten Strafrechts im Gange. Erſt
Rdirn die nationalſozialiſtiſche Regierung den Streit der
iſeien beſeitigt hat, iſt die Grundlage für ein Ge=
Agen des großen Reformwerkes geſichert.
Wenn ich Ihnen heute einiges über
läne der Erneuerung des deutſchen Skrafrechts
hie, muß ich mich natürlich dabei beſcheiden, einzelne beſon=
wichtige
Gedanken herauszugreifen. Ich beginne mit der
llungnahme Deutſchlands zu der grund=
ſen
den Frage der Rechtsfindung. Das geltende
Rireſetzbuch des Deutſchen Reiches enthält in Paragraph 2 fol=

Ben berühmten Rechtsſatz: Eine Handlung kann nur dann

Meimer Strafe belegt werden, wenn dieſe Strafe geſetzlich be=
Mnt war, bevor die Handlung begangen wurde. Das prak=
Ergebnis dieſer Lehre iſt das folgende: Findet der Richter
der Fall, den er zu beurteilen hat, keine Strafvorſchrift im
, ſo muß er den Angeklagten freiſprechen, auch wenn er ihn
Noch ſo ſtrafwürdig hält, und wenn er weiter der feſten Ueber=

zeugung iſt, daß der Geſetzgeber eine Strafe für dieſen Fall ge=
wollt
und vorgeſehen hätte, wenn er einen Fall dieſer Art in
den Kreis ſeiner Ueberlegungen gezogen hätte. Die national=
ſozialiſtiſche
Rechts= und Staatsauffaſſung erhebt die ernſte For=
derung
, daß jedes ſtrafwürdige Verhalten auch den
verdienten Lohn finden ſoll, daß es niemandem
glücken darf, durch die Maſchen des Geſetzes zu
ſchlüpfen. Der Nationalſozialismus ſtellt dem
Strafrecht eine neue hohe Aufgabe: Die Ver=
wirklichung
wahrer Gerechtigkeit.
Von der engen Bindung an den Geſeheskert
wird das künftige deutſche Strafrecht den deutſchen
Richker erlöſen.
Dieſe Lockerung haben wir im Intereſſe der Gerechtigkeit für ſo
wichtig gehalten, daß wir ſie ſchon jetzt durch eine Aenderung des
bisherigen Strafgeſetzbuches, die am 1. September d. J. Geſetzes=
kraft
erhält, vorgenommen haben.
Unrecht iſt alſo künftig in Deutſchland auch da möglich, wo
es kein Geſetz mit Strafe bedroht. Sicherlich bleibt das Geſetz
die wichtigſte Rechtserkenntnisquelle. Der Geſetzgeber iſt ſich aber
deſſen bewußt, daß er eine erſchöpfende Regelung aller Verhält=
niſſe
des Lebens nicht geben kann. Er vertraut daher dem Rich=
ter
die Ausfüllung verbliebener Lücken an. Sie werden mich
fragen, ob nicht eine Rechtsunſicherheit dadurch entſteht, daß der
Richter nicht nur nach dem Inhalt des Geſetzes zu entſcheiden er=
mächtigt
wird, ſondern auch nach einer zweiten, ihrem Gehalt
nach nicht ſo feſt umriſſenen Rechtsquelle. Wir glauben dies nicht.
Denn der Nationalſozialismus hat dem deutſchen
Volk eine einheitliche, das ganze Volk beherr=
ſchende
Weltanſchauung geſchenkt. Aus dieſer
einheitlichen Weltanſchauung vermag der Rich=
ter
zu ſchöpfen. Wie dem Richter, ſo wird aber
auch dem einzelnen Volksgenoſſen dieſe Welt=
anſchauung
Richtſchnur ſeines Handelns ſein.
Aus der Erkenntnis der einheitlichen Volks=
anſchauung
wird er ein ſicheres Rechtsgefühl für
das gewinnen, was er tun darf und was er zu
laſſen hat. Sie werden ferner vielleicht einwenden, ob nicht
zu befürchten ſei, daß der Autorität der Geſetze Abbruch geſchehe,
wenn neben das Geſetz eine zweite Rechtsquelle geſtellt wird.
Darauf erwidern wir Ihnen: Einfluß und Anſehen der Geſetze
können nach unſerer Auffaſſung nur gehoben werden, wenn der
Volksgenoſſe genötigt wird, nicht nur ihren Wortlaut, ſondern
auch ihren Sinne zu achten, und wenn der Richter ange=
wieſen
wird, das Geſetz aus ſeinen Rechtsgedan=
ken
aus dem Geſamtwillen der Rechtsordnung
des Volkes auszulegen.
Auch das Gebiet des engliſchen Rechts kennt eine Rechts=
ſchöpfung
durch den Richter auf dem Gebiete des Strafrechts. Als
Rechtsquelle wird auch für das Strafrecht das common law aner=
kannt
, alſo ein Gewohnheitsrecht. Auch in den Vereinigten Staa=
ten
von Nordamerika iſt in vielen Territorien das common law
als Rechtsquelle für das Strafrecht zugelaſſen.
Für Deutſchland aber ſchaffen wir durch die Zulaſſung der
zweiten Rechtserkenntnisquelle für das materielle Unrecht zugleich
ein neues Verhälknis des Richkers zum Geſek.
Wir geben dem Richter damit die Befugnis, in
gewiſſen Grenzen nicht nur Recht zu finden, ſon=
dern
auch Recht zu ſchöpfen. Der Führergrundſatz bedeutet
nicht, daß der Führer ſelbſt jede Einzelheit zu regeln hätte. Der
Führer beſtimmt vielmehr die Grundgedanken; im
Rahmen dieſer Beſtimmungen arbeiten die Be=
amten
der Verwaltung wie auch die Richter. Eine
Beſtätigung des Willens der Führung findet der Richter im
Empfinden des Volkes.
Ein zweiter Grundſatz, den das künftige deutſche
Strafrecht verwirklichen will, iſt der Grundſatz des Wil=
lensſtrafrechts
. Das geltende deutſche Strafrecht folgt die=
ſem
Grundſatz nur in geringem Umfange. Es legt vielmehr in
zahlreichen Einzelanwendungen Gewicht auf den Erfolg. Das kom=
mende
deutſche Strafrecht verläßt dieſe Gedankenwelt, weil es
glaubt, ſie mit den Zielen der Gerechtigkeit nicht vereinigen zu
können. Die Gerechtigkeit fordert, daß jede Schuld
die ihr entſprechende Sühne findet. Der Richter muß
angewieſen werden, in jedem Einzelfall bei vorſätzlichem Handeln
die Strafe der Intenſität des verbrecheriſchen Willens, bei fahr=
läſſigem
Handeln der Größe des Leichtſinns oder der Gleichgültig=

Was iſt Phyſiognomik?

Von M. Harniſch.
ie Betrachtung des äußeren Menſchen zur Beurteilung ſeines
ſen: Weſens nennt man Phyſiognomik. Dabei rechnet man
leußeren nicht nur das Geſicht und die Geſtalt, ſondern auch
und Haltung, Größe und Form der Gliedmaßen, Art und
9e von Haar und Haut, ja ſogar die beſondere Art, wie je=
2 ſchreibt; alles das fällt unter den Begriff der Phyſio=
au
. Graphologie und Handleſekunſt ſind nur Untergebiete,
ſieilich eine beſondere eingehende Durcharbeitung erfahren
Aär alle treiben fortgeſetzt Phyſiognomik; allerdings, ohne
. der Regel deſſen bewußt zu werden; wir bedienen uns
Urt von phyſiognomiſchem Inſtinkt, der uns befähigt, dieſe
we der Menſchenkenntnis in weiteſtem Umfange anzuwen=
der
beſte Beweis dafür iſt die Sprache, die angefüllt iſt mit
9anomiſchen Ausdrücken. Wenn wir einen Menſchen zu einem
oeren Zweck, z. B. dem der Anſtellung in unſerem Betrieb,
En lernen wollen, ſo ſagen wir: den wollen wir uns einmal
Na; wir ſprechen von verträumten Augen, von einem gram=
rchten
Geſicht, einer heuchleriſchen Maske, einem grau=
Zug; wir ſagen: man ſoll den Kopf nicht hängen laſſen
me Ohren ſteif halten; Kindern verbieten wir, beim Er=
In einer weniger beliebten Speiſe einen Flunſch zu ziehen,
uiſchen Ausdruck des Abſcheues uſf. Alles dies ſind Rede=
Aigen, denen eine phyſiognomiſche Vorſtellung zugrunde
mämlich die Annahme, daß beſtimmten, äußeren Formen
Zewegungen unſeres Körpers beſtimmte innere, ſeeliſche Zu=
und Vorgänge entſprechen.
at der Entwicklung der wiſſenſchaftlichen Durchdringung der
Tund ihrer Probleme iſt auch die Phyſiognomik in den Be=
Dienſchaftlicher Unterſuchungen gezogen worden; das
Man hat ſich bemüht, eine gewiſſe Ordnung in dieſe zu=
Anſtinktiv erfaßten Zuſammenhänge zu bringen und damit
DSognomiſchen Urteile immer genauer und brauchbarer zu
DeN. Einer der erſten wiſſenſchaftlichen Phyſiognomiker war
echiſche Philoſoph Ariſtoteles, der im vierten vorchriſt=
Jahrhundert lebte. Er ſchrieb ein Buch über die Antlitz=
dem
er die Geſichter der Menſchen mit Tiergeſichtern
2 und aus der äußeren Aehnlichkeit mit dem einen oder

anderen Tier auf entſprechende innere Eigenſchaften des Men=
ſchen
ſchloß. Aehnlich verfuhr der Italiener Porta, der im 16.
Jahrhundert ein Werk verfaßte, das kürzlich ſogar ins Deutſche
überſetzt worden iſt. Sein Buch iſt mit vielen Bildern verſehen
und ſehr amüſant zu leſen.
Der nächſte Phyſiognomiker iſt der Freund Goethes, Johann
Kaſpar Lavater, ein Züricher Theologe, deſſen berühmte Phyſio=
gnomik
freilich rein gefühlsmäßiger Art iſt und die wiſſenſchaft=
liche
Phyſiognomik im heutigen Sinne nicht ſehr gefördert hat.
Erſt der Wiener Arzt Franz Joſeph Gall (17581828) unter=
ſuchte
den menſchlichen Schädel und ſeine Formen zum Zwecke
phyſiognomiſcher Erkenntniſſe in ſyſtematiſcher Weiſe. Er verglich
das menſchliche mit dem tieriſchen Gehirn und ſtellte feſt, daß mit
der Entwicklung der geiſtigen Fähigkeiten auch die Größe und
das Gewicht des Gehirns zunimmt. So iſt das Gehirn der Fiſche
relativ kleiner als das der Pferde, das der Affen relativ größer
als das der Pferde, aber relativ kleiner, als das der Menſchen.
Aus einer Fülle geiſtvoller Unterſuchungen kam Gall zu dem
Schluß, daß nicht nur die Gehirngröße im allgemeinen erkennbar
ſei, ſondern daß auch die mehr oder minder fortgeſchrittene Ent=
wicklung
einzelner ſeeliſcher Gebiete eine unterſchiedliche Ausbil=
dung
des betreffenden Gehirnteils zur Folge habe, und ſogar an
der Formung der Schädeloberfläche erkennbar ſei. Er nannte die
einzelnen Stellen im Gehirn Organe, (die natürlich mit den
phyſiologiſchen Organen wie Herz, Leber und Niere nicht zu ver=
wechſeln
ſind). Wenn man auch ſpäter von einer derartigen ſpe=
zifizierten
Aufteilung des Gehirns bzw. des Schädels abgekom=
men
iſt, ſo hat die neueſte Forſchung doch erwieſen, daß Gall in
vielen Punkten auf dem richtigen Wege war.
Nach Gall hat ſich der Dresdener Mediziner, Maler und
Philoſoph Carl Guſtav Carus (17891869) große Verdienſte um
die wiſſenſchaftliche Phyſiognomik erworben. Sein Werk: Sym=
bolik
der menſchlichen Geſtalt, zog, wie ſchon der Name ſagt, die
geſamte äußere Körperbildung in den Kreis der Betrachtung und
bildet noch heute eines der grundlegenden phyſiognomiſchen Lehr=
bücher
. Er ordnete die Fülle der menſchlichen Erſcheinungsfor=
men
in achtzehn Konſtitutionstypen, die von ſeinem Nachfolger,
dem 1912 verſtorbenen Porträtmaler Carl Huter auf drei Grund=
naturelle
zurückgeführt wurden.
Aber alle dieſe äußerſt wertvollen Unterſuchungen fanden
nicht die Anerkennung der zünftigen Wiſſenſchaft. Wenn man
auch in der Phyſiognomik die Mithilfe der intuitiven Erkenntnis=

Nr. 228 Seite 3

keit anzupaſſen, ſie alſo ſtets nach Art und Maß nur nach der
Schuld, nicht nach dem Erfolg zu bemeſſen. Die praktiſche Folge=
rung
dieſer Anſchauung wird insbeſondere dieſe ſein, daß das
Geſetz die bisherigen Erfolgsdelikte beſeitigen
wird, und daß es ferner, im Falle des Verſuchs die
gleiche Strafe zur Verfügung ſtellen wird wie
für den Fall der Vollendung.
Das künftige Recht wird regelmäßig ſchon den
Beginn der Tat mit Strafe bedrohen,
alſo nicht nur in den Fällen der ſchwerſten Verbrechen, ſondern bei
allen Straftaten. Es wird alſo die Verteidigungslinie
des Staates vorverlegen. Der Grundſatz des Willens=
ſtrafrechts
bringt auch eine Umgeſtaltung des Schuldbe=
griffes
mit ſich. Das künftige deutſche Strafrecht wird eine
klare Löſung bringen. Durch die Auffaſſung des Vorſatzbegriffes
eröffnet das neue Strafrecht dem ſittlichen Empfinden einen zwei=
ten
Eingang in das Strafrecht. Indem wir anerkennen, daß Un=
recht
iſt, was den Bedürfniſſen der Allgemein=
heit
ſchadet, ſtellen wir, die Gebote der Sitte den
Normen des Rechts in weitem Umfange gleich. Der
neuen Auffaſſung der Schuld muß auch eine neue
Auffaſſung der Zurechnungsfähigkeit entſpre=
chen
. Pſychologiſche Kennzeichen der Zurechnungsfähigkeit, die wir
künftig Schuldfähigkeit nennen werden, wird die Fähigkeit ſein,
das Unrecht der Tat einzuſehen oder nach dieſer Einſicht zu han=
deln
. Wenn wir dem Richter die Aufgabe zuweiſen, die Perſön=
lichkeit
des Täters zu erforſchen, ſo wollen wir damit keineswegs
die Forderungen mancher Anhänger der ſoziologiſchen Strafrechts=
ſchule
aufnehmen, die urſprünglich die Erforſchung der Täterper=
ſönlichkeit
forderte, um den Täter durch die Strafe zu erziehen, zu
beſſern oder von künftigen Straftaten abzuſchrecken. Dieſe Lehren
haben in Deutſchland in der jetzt vom Nationalſozialismus über=
wundenen
Periode zu einer Verweichlichung des Strafrechts ge=
führt
, die wir heute aufs ſchärfſte bekämpfen. In dieſen Fehler
wird ein nationalſozialiſtiſches Strafrecht nicht verfallen.
Zum Schluß behandelte Dr. Gürtner noch kurz
die Frage des Skrafvollzuges.
Soll das Strafrecht die Volksgemeinſchaft gegen Schädlinge ver=
teidigen
und vor ihnen ſchützen, ſo ergibt ſich als Folgerung für
den Strafvollzug die Forderung nach Strenge in der
Behandlung der Gefangenen, damit die Strafe
Hemmungen hervorruft, die den Gefangenen
verhindern, ſpäter erneut ſtraffällig zu werden.
Die Strenge ſoll aber durchaus gepaart ſein mit einer
Menſchlichkeit, die fürſorglich helfen will, den
Weg zur Volksgemeinſchaft und zu der richtigen
Einſtellung zu ihr zu finden. Entſprechend dem künf=
tigen
deutſchen Strafrecht muß der Strafvollzug differenzieren.
Es iſt gerecht, daß härter leidet, wer ſchwerer ge=
fehlt
hat. Ebenſo aber iſt es gerecht, daß die Ge=
fangenen
, die dieſelbe Strafe verbüßen, grund=
ſätzlich
gleich zu behandeln ſind. Endlich ſei noch her=
vorgehoben
, daß den Gefangenen im deutſchen Strafvollzug ein
Beſchwerderecht eingeräumt iſt, das zwar von den Ueber=
ſteigerungen
früherer Zeiten befreit iſt, ihnen aber Schutz vor
ungerechter Behandlung unbedingt gewährleiſtet.
Dr. Gürtner wiederholte zum Schluß die Bitte, die deutſchen
Einrichtungen zu prüfen und wünſchte den Beratungen des Kon=
greſſes
vollen Erfolg.
20900 Kilomeker mit heimiſchen
Treibſtoffen.
In den letzten Jahren iſt in allen Ländern berſucht wor=
den
, mit anderen Treibſtoffen als Benzin auszukommen. Nament=
lich
in Deutſchland ſind dieſe Verſuche ſyſtematiſch ausgeweitet
worden. Schon laufen zahlreiche Kraftwagen, deren Motoren
mit Holz, Holzkohlen, Torfkoks, Braunkohlen=Briketts= Stein=
kohlen
=Schwelkoks, Anthrazit und ähnlichen heimiſchen Treib=
ſtoffen
angetrieben werden. Jetzt hat das nationalſozialiſtiſche
Kraftfahrkorps eine ganz eigenartige Verſuchs=
fahrt
in die Wege geleitet, die nicht weniger als 43
Laſtkraftwagen durch das Deutſche Reich führt.
Am Montag morgen hat Korpsführer Hühnlein dieſe Laſtkraft=
wagen
auf eine achtwöchige Verſuchsfahrt geſchickt. Die Wagen
haben eine Strecke von 20000 Kilometer zurückzulegen. Der
Sinn dieſer Fahrt beſteht darin, alle Treibſtoffe unter den
gleichen Bedingungen mit gleichen Wagen auszuprobieren. Man
will feſtſtellen, welcher Treibſtoff ſich am beſten eignet, welcher
Stoff die höchſten Leiſtungen zu erzielen vermag und welcher
zugleich am wirtſchaftlichſten iſt. Am Ende der großen Verſuchs=
fahrt
findet eine Geſamtwertung ſtatt. Am 12. Oktober wird
die Fahrt ihr Ende nehmen.

form nicht entbehren kann, ſo ſchien das wiſſenſchaftlich erprobte
Material der Genannten doch nicht ausreichend, um der Phyſio=
gnomik
zum Anſehen einer Wiſſenſchaft zu verhelfen. Erſt den
Arbeiten des Marburger Pſychiaters und Konſtitutionsforſchers
Ernſt Kretzſchmer (geb. 1888) war es vorbehalten, die Phyſio=
gnomik
in die Reihe der Wiſſenſchaften einzugliedern. Sein
grundlegendes Werk: Körperbau und Charakter, erſchien im
Jahre 1921 und erwies auf wiſſenſchaftlicher Grundlage die geſetz=
mäßigen
Zuſammenhänge zwiſchen äußerer Geſtalt und ſeeliſcher
Veranlagung. Er ſtellte drei menſchliche Grundtypen auf: den
ſchlankwüchſigen, den athletiſch=muskulöſen und den rundwüchſigen
Typ und teilte nun dieſen äußeren Typen eine ganz beſtimmte
Gruppierung ſeeliſcher Merkmale zu. Durch Miſchung der Grund=
typen
und =Eigenſchaften gab er die Möglichkeit, auch die zahl=
reichen
Zwiſchenerſcheinungen in die Typenlehre mit einzube=
ziehen
. Trotz mancher möglichen Einwände iſt die Kretzſchmerſche
Lehre Allgemeingut der einſchlägigen Wiſſenſchaften geworden
und bildet die Grundlage für eine ganze Reihe bedeutſamer
phyſiognomiſcher Unterſuchungen.
In dieſem Zuſammenhange ſei auf die Raſſeforſchung hinge=
wieſen
, die ſich außerordentlich ſtark auf die wiſſenſchaftliche
Phyſiognomik ſtützt. Bekannter ſind auch die Unterſuchungen von
Profeſſor Hellpach über das deutſche Stammes= oder Gaugeſicht,
der höchſt aufſchlußreiche Feſtſtellungen bezüglich gemeinſamer ſee=
liſcher
Eigentümlichkeit innerhalb der deutſchen Landsmannſchaf=
ten
getroffen und dieſe in einer Karte der deutſchen Stämme
dargeſtellt hat.
Die Phyſiognomik reizt wie kaum eine zweite Wiſſenſchafk
auch den Laien zu intereſſierter Mitarbeit. Abgeſehen davon,
daß wir uns im Leben ohnehin einer Fülle phyſiognomiſcher Er=
kenntniſſe
und Urteile bedienen, iſt die Anwendung phyſiognomi=
ſchen
Wiſſens im täglichen Leben von größter praktiſcher Bedeu=
tung
. Richtig angewandt, erleichtert ſie die notwendige Kenntnis
von den ſeeliſchen Eigenſchaften unſerer Mitmenſchen, und ein
Blick in den Spiegel bietet dem Sachkundigen manch überraſchende
Aufklärung auch über das eigene Selbſt. Zur Erlangung richti=
ger
Urteile darf man nur den Grundſatz aller charakterologiſchen
Studien nicht außer acht laſſen: nicht der eine oder andere feſt=
geſtellte
Zug iſt entſcheidend für die Geſamtperſönlichkeit, ſondern
erſt die Zuſammenfaſſung und Abwägung aller Zeichen, die uns
das Aeußere offenbart, geſtattet uns eine abſchließende Würdi=
gung
des kunſtvollen Moſaiks, das den Namen trägt: die menſch=
liche
Seele.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 228

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 20. Auguſt 9

Aus der Landeshauptſtadt

Darmſtadt, 20 Auguſi 1935
Was muß jeder von der Garkenbau=
Ausſtenang ioiſſen!
Am Mittwoch, dem 21. Auguſt 1935, findet abends
8 Uhr in der Gartenbau=Ausſtellung die große militäriſche Ge=
dächtnisfeier
des Reichskriegerbundes Kyffhäuſer im Gedenken
an die ſiegreichen Schlachten bei Gravelotte und Anloy, in denen
unſere heſſiſchen Regimenter unvergänglichen Waffenruhm ernte=
ten
, ſtatt. Die Feſtrede des Abends, die durch Lautſprecher über=
tragen
wird, hält Generalleutnant von Oidtman, der Gruppen=
führer
des Kyffhäuſerbundes. Die Kapelle der Landespolizei=
gruppe
Darmſtadt unter der Leitung des Obermuſikmeiſters Bus=
lau
umrahmt den Feſtabend mit militäriſchen Muſikſtücken. Den
Schluß des Maſſenkonzertes bildet der große Zapfenſtreich.
Am Sonntag, dem 25. Auguſt 193,5, veranſtaltet der
Verein Freundinnen junger Mädchen ein Kinderfeſt, welches den
ſchönen und treffenden Titel trägt: Für Kinder und alle die
Kinder lieb haben! Dieſes Kinderfeſt hat im vergangenen Jahre
eine ungeheure Anziehungskraft ausgeübt. Fur die Kinder ſind
Glücksſpiele, ein Schießſtand, eine Tombola und dergleichen vor=
geſehen
. Ab 3.30 Uhr zeigt der Bund Deutſcher Mädels Volks=
tänze
und bringt Geſänge zu Gehör. Außerdem finden Blumen=
und Trachtentänze unter Leitung von Frl. Reiß ſtatt. Um 18 Uhr
findet eine Kinderpolonäſe durch den ganzen Garten ſtatt.
Jeden Donnerstag ſingt abends 8 Uhr ein anderer
Männergeſangverein Darmſtadts.
Jeden Samstag und Sonntag, abends 8 Uhr, findet
in der Gartenbau=Ausſtellung Tanz ſtatt.
Ein Lichtbild=Wettbewerb wird hiermit ausgeſchrieben. Die
Lichtbilder müſſen eine Mindeſtgröße von 6X9 cm. haben. Ver=
größerungen
ſind zugelaſſen. Sämtliche Aufnahmen müſſen auf=
gezogen
eingeliefert werden. Die Einſendungen müſſen in einem
verſchloſſenen Umſchlag ſtecken, der ein Kennwort trägt, und die=
ſer
Umſchlag muß abermals in einem Umſchlag ſtecken, in dem
die Anſchrift des Einſenders enthalten iſt. Es ſtehen eine er=
hebliche
Menge von Bar= und Sachpreiſen für die Preisträger
zur Verfügung. Die Bilder der Preisträger gehen einſchließlich
der Negative in das Eigentum des Gartenbauvereins über.

Des Alleinſeins müde!

Seit acht Jahren ſtand Marianne nun ſchon allein auf der
Welt. Und was war das Leben der heute 26=Jährigen, deren Vater
im großen Kriege geblieben war, in dieſen Jahren geweſen? Die
Arbeit als Korreſpondentin in der großen Maſchinenfabrik füllte

Mien Neffee Ainge Weriſch epel.
Marianne war irgendwie unzufrieden. Seit Monaten ſchon.
Die Arbeit bereitete ihr keineswegs mehr die urſprüngliche Freude,
wie ehedem. Und wenn ſie abends in ihren vier Wänden ſaß, ſpürte
ſie mit erſchreckender Deutlichkeit, wie einſam ſie doch eigentlich
innerlich geworden war.
Ausgehen, auf dem Tanzboden oder in anderen Lokalen viel=
leicht
Zerſtreuung oder gar Bekanntſchaft mit Männern ſuchen?
Das widerſtrebte ihrem ganzen Naturell. Sie brauchte nur einen
einzigen Menſchen, mit dem ſie ſich ausſprechen, dem ſie ſich rückhalt=
los
anvertrauen konnte.
Ohne daß ſie es ſich ſelbſt eingeſtehen wollte: Sie ertappte ſich
immer öfter beim Leſen von Heiratsanzeigen in der Zeitung. Aber
ſelbſt ſchreiben? Einem wildfremden Menſchen gar ein Bild von
ſich einſenden? Sie brachte es einfach nicht fertig, aber wenn ſie
nun ſelbſt einmal . . . .! Es dauerte noch einige Tage, dann hatte
Marianne ihre Bedenken überwunden und vertraute ihr Geſchick
einer Kleinanzeige an.
Und dann ging eigentlich alles wie im Traum. Heinz, In=
genieur
auf einer bedeutenden Werft, war der Menſch, den Ma=
rianne
geſucht hatte. Ueber ein Jahr genießt ſie nun bereits mit
ihm das Eheglück und ſie iſt dem Schickſal dankbar dafür, daß es ſie
dieſen Weg gehen ließ.

Frühſport beim BoM.

Friſch und froh macht die Bewegung
und ſtählt und kräftigt den Körper.
Daß das wirklich ſo iſt, ſoll unſer Sporttag am 1. September
und dieſer Bericht vom Frühſport im Sommerlager zeigen:
Raus aus dem Bett und hinein ins Turnzeug geſchlüpft. Es
war 7 Uhr und ſo knall und fall aus dem Bett heraus, fiel
manchem Mädchen ein bißchen ſchwer. Hu, der Schlaf wollte ſich
nicht austreiben laſſen. Aber raus mußte man. In fünf Minuten
waren alle BDM.=Mädels unten angetreten. Hie und da aller=
dings
mit recht verſchlafenen Augen. Doch der Sport treibt auch
die ärgſte Müdigkeit raus. Im Laufſchritt ging es nun erſt ein=
mal
durch den Garten. Der feuchte Raſen blinkte in der Morgen=
ſonne
. Die Luft war rein und der Dauerlauf bereitete allen
großes Vergnügen. Wenn man ſich jetzt nur in die kühlen Fluten
ſtürzen könnte, zuckte es durch manchen Kopf. Aber Kneifen
gabs nicht. Der Morgenſport war noch nicht zu Ende. Erſt muß=
ten
noch Uebungen gemacht werden. Hopp hopp, hopp, ſo tönte
es zu den Langſchläfern herüber. Arme, Beine, der ganze Kör=
per
kam in Bewegung. Hei das war eine Luſt. Es verſprach
heute ſehr heiß zu werden. Die Langſchläfer hatten ſich nun auch
aus den Betten gemacht und beobachteten neugierig, wie die
Mädels turnten. Es war eine Freude, ihnen zuzuſehen. Der
Schlaf war geflohen, vor ſo viel Temperament und Bewegung.
Die Augen der Mädels blickten hell und lachend in die Welt.
Frühſport hatten ſie alle gern. Sie fühlten ſich noch einmal ſo
friſch. Aber Hunger gab es auch dabei. Der Kaffee oder die
Schleimſuppe ſchmeckte dann viel beſſer.
An den Frühſport dachte noch jedes Mädel, als es ſchon längſt
wieder zu Hauſe war. Wenn man nur auch in der Stadt die
friſche Luft hätte. Die Arbeit ging ihnen jetzt noch ſchneller von
der Hand. Sie wußten ja, nächſtes Jahr konnten ſie wieder ins
Sommerlager.
Für die Untergaue Mainz und Niederwald finden die Sport=
veranſtaltungen
am 8. September ſtatt.

* Ein Sonnenring
iſt von einer unſerer Leſerinnen beobachtet worden. Sie ſchreibt
uns darüber: Am Sonntag mittag von etwa 1.30 Uhr ab war
um die Sonne in bedeutendem Abſtand ein glänzender
Kreis zu ſehen, ganz ſcharf gegen den übrigen Himmel ab=
gegrenzt
. Der innere Raum des Kreiſes, der als Mitte die
Sonne hatte, erſchien grau. Der Ring erſchien zuerſt innen bräun=
lich
, außen grün, nahm aber mit der Zeit, beſonders gegen 2 Uhr,
alle Farben des Regenbogens an und erſtrahlte, auch
nachdem dieſe Farben verblaßt waren, noch länger als eine halbe
Stunde in blendender Helligkeit. Ich würde eine Erklärung
der ſeltenen Erſcheinung begrüßen, die gewiß auch für andere
Leſer von Wert wäre.
Sommerſpielzeit 1935 im Orpheum. Achtung Mieter!
Heute, Dienstag: Schwarze Huſaren als 5. Vorſtel=
lung
der Freitag=Miete als nachgeholte Vorſtellung. Die
Aufführung unter Spielleitung von Erich Lange und muſikaliſcher
Leitung von Beppo Geiger hat ſeither großen Beifall gefunden.
Einige Einzelkarten ſind im öffentlichen Verkauf beim Verkehrs=
büro
zu haben. Auf der Kreisdienſtſtelle K. d. F. ſind Karten
zum ermäßigten Preiſe von 70 Pfg. für die Kameraden der DAF.
verfügbar. Sichert euch zu dieſer Aufführung rechtzeitig Plätze!
Wiederſehensfeier der 8./115er in Darmſtadt. Die 8. Kom=
pagnie
des ehemaligen Leibg.=Inf.=Regts. Nr. 115 hält ihre dritte
Wiederſehensfeier am 12. und 13. Oktober 1935 in ihrer alten
Garniſon Darmſtadt ab. Anmeldungen und Anfragen ſind zu
richten an Kamerad Trautmann, Darmſtadt, Kranichſteiner
Straße 41.
Straßenſperrungen. Auf Grund des § 34 der Reichs=
ſtraßenverkehrsordnung
vom 28. Mai 1934 wird die Dieburger
Straße zwiſchen Heinheimer= und Taunusſtraße vom 19. bis 21.
Auguſt 1935 und der Traubenweg zwiſchen Rabenauſtraße und
Moldenhauerweg vom 19. Auguſt 1935 bis auf weiteres für den
Kraftfahrzeug=, Fuhrwerk= und Radfahrverkehr geſperrt.

90 neue Empfänger ſehen uns an.

Eindrücke von der Berliner Funk=
Ausftenang.
Die diesjährige Funkausſtellung ſteht, was die Empfangsge=
räte
anlangt, im Zeichen einer ſehr bedeutenden Mäßigung des
in den letzten Jahren oft recht ſtürmiſch geweſenen techniſchen
Fortſchrittstempos. Zahlreiche Schaltungen wurden grundſätzlich
unverändert übernommen oder nur durch einige wenige Abände=
rungen
dem letzten Stand der Entwicklung angepaßt, ſo daß man
vielfach vorteilhaft von dem preisgünſtigen Angebot der Geräte
aus der verfloſſenen Rundfunk=Saiſon Gebrauch machen wird, um
ſich in den Beſitz eines allen heutigen Anſprüchen genügenden
Empfangsgerätes zu ſetzen.
Im äußeren allerdings bedeuten die neuen Empfänger eine
kleine Umwälzung im Vergleich zu den vorjährigen. An die Stelle
des In=die=Höhe=Bauens, das die letztjährigen Geräte kennzeich=

Das Geſicht der neuen Rundfunk=Empfangsgeräte.
Flachbau mit nebeneinander angeordneten Skalen
und Lautſprechern.
(Werkphoto.)

nete, iſt heute faſt durchweg die flache Bauform getreten.
ſprecher und Skala ſitzen nicht mehr übereinander, ſonder-
nebeneinander
angeordnet. Man glaubt, auf dieſe Weiſe A.,

Durch die Verlegung des Lautſprechers wird ein breite.s
ßes Feld der Vorderſeite für die Skala und die Bedienungsn
frei. Da eine ſenkrechte Skala inſofern ihre Vorzüge vor=
waagerechten
hat, als ſie es möglich macht, die verſchiedenem
lenbereiche bequem in Geſtalt ſtreifenweiſe nebeneinander
der Skalen unterzubringen, bedient man ſich nun, nachde=
erforderliche
Raum zu ihrer Unterbringung frei geworden 7t
Vorliebe dieſer Skalenbauart. Aber ſie iſt keineswegs die vi
ſchende. Auch die waagerechte Skala iſt beibehalten und aus-
worden
. Ja ſogar einige für Deutſchland ganz neuartige
treten in Erſcheinung, ſo die Zifferblatt=Skala, die in der 7
eines Uhrenzifferblattes die Sendenamen enthält und von
uhrzeigerartigen Einſtellzeiger beſtrichen wird.
Eine beſonders originelle Löſung des Einſtellproblems=h
ſogar anſtelle einer üblichen Skala mit Einſtellzeiger ein=
male
Wählerſcheibe, wie man ſie vom Selbſtanſchluß=Telefm
kennt. Um einen beſtimmten, gewünſchten Sender einzuſtellend
zu empfangen, hat man nur nötig, auf der Wählerſcheibe e ine
wiſſe, dieſem Sender zugehörende zweiſtellige Nummer zu mün.
und ſchon ertönen die Klänge dieſes Senders im Lautſrug,
Das ganze Geheimnis dieſer Einrichtung liegt darin, da hm
keinen Drehkondenſator mehr verwendet, ſondern feſte Km=
ſatoren
im jeweils erforderlichen Maße einſchaltet. Man
dieſem Zweck Zehner= und Einer=Kondenſatoren zur Verfig
die nun bloß entſprechend geſchaltet zu werden brauchen. Er 0)
beiſpielsweiſe der Empfang eines beſtimmten Senders 32
heiten, ſo ſchaltet man zunächſt durch Wählen der Ziffer
Zehner=Kondenſatoren und hierauf durch Wählen der Zf
ſieben Einer=Kondenſatoren ein. Alle zuſammen ergeben au

diejenige Kapazität, die man braucht, um den Empfänger auße
Welle des gewünſchten Senders abzuſtimmen
Im übrigen ſind die neuen Geräte durchweg mit eineln=
ken
, leiſtungsfähigen Endſtufe ausgerüſtet, die zuſammen Ri
einem dynamiſchen Lautſprecher eine recht bedeutende Wiedcig=
güte
gewährleiſtet. Gleichſtrom=Netzgeräte ſind faſt völli n=
ſchwunden
und durch Allſtrom=Empfänger, die mit jeder Sy=
art
und Spannung betrieben werden können, verdrängt B.
großen, leiſtungsfähigen Geräten hat man auch die Mögla
den Empfänger je nach Wunſch mit höchſter Trennſchärff er
höchſter Wiedergabegüte zu betreiben. Man kann hier di ee=
nannte
Bandbreite, alſo den Umfang des wiedergegebenenh
bereiches, nach Wunſch größer oder kleiner machen. Wo die
fangsverhältniſſe das zulaſſen wird man mit größerer B=
breite
, aber geringerer Trennſchärfe arbeiten, während nmm
umgekehrten Fall zugunſten eines ſauberen, das heißt vom
barſendern nicht geſtörten Empfanges in gewiſſem Umfa auf
höchſte Wiedergabegüte verzichten wird.
Im übrigen ſind die größeren Empfänger durchweg miiv
matiſchem Schwundausgleich ausgerüſtet, ſie enthalten meitne
ſogenannte lautloſe Abſtimmung, ſie beſitzen gewöhnlich
Lautſtärkeregler, der die Lautſtärke verzerrungsfrei heraufnd
herunter regelt, weiſen eine Tonblende zur Anpaſſung der 47
farbe an den perſönlichen Geſchmack auf und haben eine
überſichtliche Skala, auf der man auch den jeweils eingeſchel
Wellenbereich (Kurzwellen, Mittelwellen, Langwellen und
tenſpiel) mit einem Blick erkennen kann.

Ausflugſonderzug nach Baden=Baden.
Der von der Reichsbahndirektion Mainz für Sonntag, den
25. Auguſt 1935, in Ausſicht genommene Sonderzug nach dem
inmitten herrlicher Schwarzwaldberge gelegenen Weltbad Baden=
Baden wird bereits um 9.45 Uhr in Baden=Baden eintreffen.
Mit dem Verkauf der Fahrkarten iſt bereits begonnen worden.
Für den Eintritt zu den Konzerten im Kurgarten, für die Be=
ſichtigung
der Trinkhalle, der Prachtſäle des Kurhauſes, der welt=
berühmten
ſtaatlichen Bäder uſw. werden im Zuge ermäßigte
Eintrittskarten zum Preiſe von 0,60 RM. verkauft. Gegen Vor=
zeigen
der Sonderzugskarte wird den Reiſeteilnehmern für eine
Fahrt mit der Bergbahn zum Merkur eine Ermäßigung von
50 v. H. gewährt, der Fahrpreis auf den Merkur beträgt dem=
nach
1,25 RM. Ebenſo kann eine große Rundfahrt in Geſell=
ſchaftsautos
der Deutſchen Reichspoſt zu dem ermäßigten Preiſe
von 1,20 RM. ausgeführt werden. Reiſeteilnehmer, die die inter=
nationalen
Rennen auf dem prachtvollen Rennplatz in Iffezheim
beſuchen wollen, haben Gelegenheit, direkt von Baden=Baden aus
mit der Reichsbahn nach dem Rennplatz Iffezheim zu fahren. Der
Eintritt zum Rennplatz iſt für die Sonderzugsteilnehmer gleich=
falls
ermäßigt. Den Beſuchern der Pferderennen wird Gelegen=
heit
gegeben, nach Beendigung der Rennen in Raſtatt in den
Sonderzug einzuſteigen, für den auf der Rückfahrt von Baden=
Baden Aufenthalt in Raſtatt vorgeſehen iſt. Alles weitere iſt
aus den auf den Bahnhöfen und bei den Reiſe= und Verkehrs=
büros
uſw. angeſchlagenen Aushängen zu erſehen. Auch werden
während der Fahrt Handzettel ausgegeben, die über alles weitere
erſchöpfende Auskunft geben.

Verband der Regiments= und Waffenringvereine Darmſtadt
beteiligt ſich geſchloſſen an der Anloyfeier des Deutſchen Reichs=
kriegerbundes
Kyffhäuſer, Landesverband Kurpfalz, am Mitt=
woch
, den 21. d. M. in der Gartenbau=Ausſtellung. Orangerie=
garten
. (Siehe Anzeige des Kyffhäuſerbundes vom Sonntag, den
18 d. M.) Die verbilligten Eintrittskarten zum Preiſe von 0.20
RM. ſind durch die angeſchloſſenen Vereine auf der Geſchäftsſtelle
des Kyffhäuſer, Artillerieſtr. 6, abzuholen. Teilnahme iſt Pflicht.
Straßenanzug und Vereinsmütze. Orden und Ehrenzeichen ſind
anzulegen.
Perſonalveränderungen in der Reichsjuſtizverwaltung
(Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt). Ernannt wurde, am
8 Auguſt 1935 der Kanzleigehilfe bei dem Amtsanwalt Worms
Karl Heſſinger unter Berufung in das Beamtenverhältnis
zum Kanzliſten mit Wirkung vom 1. Juli 1935. In die Liſte
der Rechtsanwälte wurde eingetragen am 13. Auguſt 1935
der Rechtsanwalt Friedrich Gärtner in Oppenheim gleichzeitig bei
dem Landgericht der Provinz Rheinheſſen in Mainz.

Alk=Darmſtadt

466. Veranſtaltung.
Die Ankündigung der letzten Veranſtaltung von Alt=9
ſtadt ſah einen Vortrag von Herrn Bürgermeiſter i. R.
über Bauerngärten vor. Kaum jemand wäre berufener, M*
zu ſprechen. als Bürgermeiſter Lerch. Wer erinnert ſich nün
bis in Einzelheiten vollkommenen Bauerngartens der Garu
ausſtellung 1925, der ſeine Schöpfung war? Es war alſo E/
lich, daß außer den Mitgliedern des Vereins auch Gäſte erſihen
waren, um den Redner zu hören. Der Vorſitzende, Herr 0
mann, mußte in ſeinen einführenden Worten allerdings b K0
geben, daß Herr Lerch nicht über Bauerngärten ſpreche, Hiern
aus ſeiner Soldatenzeit erzählen werde. Aber auch damit ſche
die Heimat zu Wort, denn Darmſtadt iſt nicht nur Garte./=)
Kunſtſtadt, ſondern war Jahrhunderte hindurch Wehrſtad./
ſolche hat ſie viel ernſtes Streben und frohes Leben geſehcus
ſo hoffen wir einmal wieder neu erſtehen möge.
Als Feix bei den 115ern nannte Herr L. die Fol./eſ0
Erinnerungen, die er in ſeiner urwuchſig=humorvollen 7
zählte. Der Einjährig=Freiwillige war ein unglückſeliger
Es waren diejenigen jungen Leute, die die höhere Schule
mindeſtens das Einjährigenzeugnis erworben und die Que
dungszeit für ihren zukünftigen bürgerlichen Beruf beendet A
Sie wurden in verkürzter Dienſtzeit bei einem von ihnen z.
lenden Truppenteil ausgebildet. Das war die eine auge
mere Seite ihres Daſeins. Die andere Seite war für Fed
für den Herrn Papa weniger erfreulich: ſie hatten ſich nach Ne
dung, Verpflegung und Wohnung ſelbſt zu unterhalten Lns
hielten keine Löhnung. Alles in allem: ein Stand, der nick hi
erſteht, dem man aber auch keine Träne nachweinen wird. ?
dem war es für Viele die ſchönſte Zeit ihres Lebens. Herr 2au
in die 2. Komp des Leibgarderegiments Nr. 115 ein. Bei derſ‟
eidigung der Einjährigen auf ihren, jeweiligen Landeshe
reits begann die Reihe jener heiteren Ereigniſſe, die die Wie
dienſtzeit ſo unvergeßlich machen. Dann kam der Wachdie 7
manchem Irrtum, an dem der Nebel ſchuld war, es kamen Tick
Gefechte und einſame Feldwachen an der Täubcheshöhl’, wo/
Naturfreund Muße hatte, die Vogelwelt zu belauſchen e
für Spitzweg! Schließlich aber ham das Manöver mit ſeinen
gen im Gelände, mit Gewaltmärſchen, mit nächtlichen E
und ſeltſamen Begegnungen dabei, mit Biwak und Quarti
buntes Bilderbuch war vor den Zuhörern aufgeſchlagen, frät
fröhlich ſprudelte der Born. Hinter all dem aber ſpürte m.
echten, aufrechten Soldaten, der ſich ſeines Dienſtes für Vr
Reich bewußt und ſtolz darauf war. Daß noch Vieles zu br
geweſen wäre, bewies, ſo mancher ſchmunzelnde, vielſagend
den Herr Lerch mit ſeinem anweſenden, ehemaligen Fel
Herrn Oberpoſtinſpektor i. R. Weihl tauſchte. Mit Marß)
auf einem Grammophon der Firma Karl Arnold klang de
trag aus.
Den lebhaften Beifall und herzlichen Dank der Zuhöre.
der Vorſitzende ſogleich in eine Neuverpflichtung des R0
Während des Weltkriegs, ſtand Herr L. an zwei Fronter
dieſer Zeit wird er ein andermal erzählen.
Am 24. d. M. wandern wir mit Herrn Förſter Klipſtei
den Ludwigshöbwald. Treffpunkt: 16 Uhr am Böllenfallto
Hausfrauenbund. Unſere Mitglieder werden noch
erinnert an die heute, Dienstag, um 3.30 Uhr, ſtatti
Führung durch die Gartenbauausſtellung
ſchließend gemeinſames Kaffeetrinken vor der Haupthalle.
ſind willkommen. Treffen vor dem Haupttor. Zahlreiche
ligung der Mitglieder ſehr erwünſcht.
Vereins= und lokale Veranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Vereinigung ehem. 116er, Darmſtadl
billigte Eintrittskarten zum Preife von 20 Pfg. zur A
Feier des Reichskriegerbundes Kyffhäuſer am Mittwe.
21. Auguſt, im Orangeriegarten ſind bei nachſtehenden K
den zu haben: Achtelſtädter, Heidelberger Straße 103 und 2
handlung Leuthner, Nachf., am Weißen Turm. Teilnahe‟
Pflicht.
Vereinigung ehem. 118er. Die Beteiligung /
Anloy=Feier des Deutſchen Reichskriegerbundes Kyffhäuſe
Mittwoch dem 21. 8. 35 in der Gartenbau=Ausſtellung iſt.
Eintrittskarten 4 20 Pf. für unſere Mitglieder und Angs=
ſind
zu haben bei Kamerad Ziſſel, Lauteſchlägerſtr. 23.

Wie gratulieren!

Herrn Adam Schuſter, Altersjubilar des Kyſſt
bundes und Kriegsteilnehmer von 1870/71, in Kelſter)n
ſeinem 85. Geburtstag.

[ ][  ][ ]

Wäölen
den Emſi
durchweg mit ein
die zuſan
ſt bedeutende M
käte ſind faſt
er, die mit jehtr
önnen, verdrängt.
n auch die Mit
öchſter Trennſchit
Nan kann hier W
des wiedergegehe
ner machen. Mo M
un mit größern
beiten, während u
gewiſſem Unir
inger durchwea n
ſie enthalten 7
beſitzen gewöhnliä
ung da
ben eint
ingel

ſtaltung von Il
fürgermeiſter 1. 4
1d wäre berufener
Wer erinnert ſich
ns der Gun

ver Reichsſporfführer über Kraft durch Freude‟
und den Reichsverband für Leibesübungen.
Ich nehme die Gelegenheit wahr, all den irrigen Auffaſſungen,
m ßverſtändniſſen und Unklarheiten, die in der breiten Oeffentlich=
über
das Verhältnis der Sportämter der NSG. Kraft durch
ude zum Reichsbund für Leibesübungen noch immer zu beſtehen
biinen und die in der neuen Organiſation ein Konkurrenzunter=
ſenmen
zu den Turn= und Sportverbänden ſehen wollen, mit aller
ſchiedenheit entgegenzutreten. Als verantwortlicher Führer des
enmten deutſchen Sportes ſowohl als Führer des Reichsbundes
Leibesübungen, wie auch als Leiter des Sportamtes der NSG.
d. F. bürge ich dafür, und werde rückſichtslos dafür Sorge
orgen, daß beide Organiſationen nach den von mir herausgege=
ſergen
Richtlinien auf das engſte zuſammenarbeiten.
Die Sportämter der NS. Gemeinſchaft Kraft durch Freude‟
ſpen einen wertvollen Bundesgenoſſen der Vereine des Reichs=
ides
für Leibesübungen dar. Beider Teile Pflicht iſt es, daß
Ihre beſonderen Aufgaben anerkennen und ſich nach Kräften
esnſeitig fördern. Ich werde niemand dulden, der aus klein=
ſcker
Vereinsmeierei oder engſtirnig ſeine Sonderbeſtrebungen
r olgend, dieſe Zuſammenarbeit etwa zu hintertreiben verſucht.
j. Aufgaben der beiden Organiſationen ſind durch ihr Weſen
umriſſen. Während die Turn= und Sportverbände im weſent=
hen
diejenigen Volksgenoſſen betreuen, die bereits von ſich aus
n Segen und die Notwendigkeit ſinnvoll und regelmäßig betrie=
rer
Leibesübungen erkannt und für ſich in die Wirklichkeit um=
ſcht
haben, wenden ſich die Sportämter ausſchließlich an ſolche,
ſeiden Leibesübungen noch fernſtehen. Dreizehnhundert fachlich
ſiens geſchulte und geprüfte Turn= und Sportlehrer ſind heute
er NSG. Kraft durch Freude als Lehrkräfte tätig, wodurch
DDeutſche Arbeitsfront einem ſchwer leidenden Berufsſtand zu
rkreit und Brot verhilft.
Beide Organiſationen ergänzen einander. Die K.d.F. ſind gleichſam das große Sammelbecken für die Maſſe der
u abſeits ſtehenden Volksgenoſſen. Sie ſtellen die erſte Stufe
ütlicher Betätigung dar, von der aus dann diejenigen, die zum
ſe=tkampf und Leiſtungsſport Luſt und Veranlagung ſpüren, in
ſeWereine des Reichsbundes für Leibesübungen übertreten und
hwamit gleichſam auf eine höhere Stufe ſportlicher Betätigung
Ahben. Und an dieſer Stelle wird der unmittelbare Nutzen er=
ich, den die neue ſportliche Organiſation der Deutſchen Ar=
itsfront
durch den Uebertritt ihrer Mitglieder für die Vereine
sReichsbundes für Leibesübungen gewinnt, und ich freue mich,
ß das auch vielfach ſchon in beachtlichem Ausmaße der Fall iſt
) bereits mancher tüchtige Sportsmann auf dieſe Weiſe entdeckt
) zum leiſtungsmäßigen Einſatz gebracht worden iſt.
So ſtehen in gemeinſamer Arbeit beide Organiſationen in
rleerſter Front des Kampfes um die Neubildung eines aufrech=
A wehrhaften Geſchlechts.
Sportkurſe der NSG. Kraft durch Freude‟.
ren, das heiſt wſüb seute Dienstag finden ſtatt: Allgemeine Körper=
le
Männer und Frauen. Ort: Woogswieſe, Zeit: 1920.15
i. Fröhliche Gymnaſtik und Spiele. Ort: Goethe=
ur
, Zeit: 2021 Uhr. Leichtathletik, Männer und
Maren. Ort: Hochſchulſtadion, Zeit: 18.4520.15 Uhr. Reiten,
änrner und Frauen. Ort: Reitinſtitut Schott, Hügelſtraße 85.
irzerrungsfrei Mu WMü.: 19.3020.30 Uhr.
MMitte Auguſt, Mittwoch, 21. 8., 18.45 Uhr, beginnen neue
uie in Reichsſportabzeichen, Schwimmen, Fechten. Tennis und
ien. Melde dich rechtzeitig bei Kraft durch Freude. Bis=
uikſtraße
19, an. Zeit: Vorm. 811 Uhr, nachm. 1517 Uhr.
R1 3330.
chluß des Reichswettkampfes der SA.-Reſerve.
Der Sturmbann I/R. 115 führt als Abſchluß des Reichswett=
uffes
der SA. 1935 heute, Dienstag, den 20. Auguſt, abends,
ger Propagandamarſch durch.
Der Provagandamarſch beginnt 20.15 Uhr auf dem Mercksplatz
Führt durch folgende Straßen: Darmſtraße. Gervinusſtr., Hein=
Eſte., Nieder=Ramſtädter Str., Mathildenſtr., Theodor=Fritſch=
Wittmannſtr., Beſſunger Str., Sandbergſtr., Heidelberger
E½Neckarſtr., Kaſinoſtr., Bismarckſtr.. Peter=Gemeinder=Str.,
eimſtr., Marktplatz, Landgraf=Georg=Str., Mercksplatz.

Reiſe ohne Gefahr!

Eine Reihe von Unfällen während der Reiſe, von denen
Tageszeitungen in der letzten Zeit berichten mußten, gibt uns
Foilaſſung, an dieſer Stelle nochmals zur Vorſicht, zu mahnen.
aner wieder ſetzen ſich Reiſende fahrläſſig Gefahren aus. Einige
ie, ſollen als warnendes Beiſpiel dienen.
Nicht hinauslehnen!
jeder kennt dieſes Warnſchild, das an jedem Fenſter der Per=
eagen
angebracht iſt. Trotzdem wird dieſe Warnung oft
hiinnig überſehen. Unerwartet erſcheinen Maſte Brücken oder
geizüge und führen mitunter zu den ſchwerſten Unfällen. Erſt
oem vergangenen Wochen ereignete ſich auf der Rheinſtrecke ein
miciger bedauerlicher Unglücksfall. Einem Reiſenden, der bei
wurchfahrt in ſeinem Heimatort der am Fenſter ſeines Hau=
ſehenden
Frau zuwinkte, wurde von einem entgegenkommen=
Silzug die rechte Hand abgeriſſen.
Darum: Nicht hinauslehnen!
ö.urücktreten! Nicht öffnen, bevor der
Zug hält!
Bei einfahrenden Zügen hört man von dem Aufſichtsbeamten
derholt laute Rufe: Zurücktreten! Der größte Teil der Rei=
er
beachtet die Zurufe und tritt in angemeſſene Entfernung
Wleis zurück. Einige bleiben aber trotzdem in gefahrvoller
un ſtehen. Der Zug fährt ein und noch bevor er hält, werden
Eeſl ig ſeitliche Türen geöffnet, von denen eine weit aufſchlägt

gemblick zurückzuziehen und ein Unglück zu verhüten.
Tarum: Beachte den Ruf Zurücktreten! und die Warnung
dem Türen Nicht öffnen, bevor der Zug hält!
Nicht aufſpringen!
Tach dem Halten ein wildes Hin= und Herlaufen nach den
aemklaſſen und Abteilen! Dann ſetzt ſich der Zug wieder in Be=
Ruig. Trotz des Zurufes des Aufſichtsbeamten Zurückbleiben
xt ein Reiſender auf den Wagen, der verſchloſſen und leer

karum: Folge dem Ruf Zurückbleiben!
Nicht abſpringen!
Aecht weniger gefährlich iſt das Abſpringen von einfahrenden
Nur gering iſt der Zeitgewinn und groß iſt die Gefahr,
du dich und andere bringſt.
Weſe wenigen Beiſpiele mögen allen zur Warnung dienen.
Intſpringen nicht einer übertriebenen Vorſicht und Aengſt=
EE, ſondern ſind dem täglichen Leben entnommen.
e wenig Umſicht hilft dem Eiſenbahnperſonal in der
Sübung ſeines gefahrvollen Dienſtes und behütet dich
und andere vor Gefahr und Schaden.

Was die Lichtſpieltheater bringen.
Belida zeigt nur noch heute und morgen Marlene Dietrich:
blonde Venus.
Union=Theater zeigt einen echten Wiener Volksfilm:
Oſtation, mit Paul Hörbiger, Maria Andergaſt, Hans
Und Hubert von Meyerinck. Jugendliche ſind zugelaſſen.
Delia=Lichtpiele bringen ab heute in Neuaufführung das
Ee Ufa=Luſtſpiel Ferien vom Ich mit Hermann Speel=
en
Carola Höhn und Paul Henkels. Jugendliche ſind zuge=
Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch wenige Tage ein Film=
nach
dem weltbekannten Roman von A. Dumas: Der
von Monte Chriſto‟
Neſi=Theater zeigt heute letztmalig das luſtige und ſpan=
Seejahrerabenteuer Die Schatzinſel (Der Pira=
ltan
) mit Wallace Beery und Jackie Cooper, in deutſcher
athe.

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 228

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 20. Auguſt 198/

Kampf den Schnaken.

Von der Zentralſtelle für die Bekämpfung der Schnakenplage
En Starkenburg wird uns geſchrieben:
Während ſich in den Gegenden am Rhein, wo nichts zur Ab=
wehr
geſchah, mit dem wiederholten Steigen des Stromes ſchon im
Mai und Juni eine Schnakenplage von größerem Ausmaß unan=
genehm
bemerkbar machte, konnte ſich die Bevölkerung der Berg=
ſtraße
dank der rechtzeitig getroffenen und wirkſam durchgeführten
Abwehrmaßnahmen zum erſten Male ſeit Jahren eines im allge=
meinen
ſchnakenfreien Sommers erfreuen.Hier wie dort rührt die
gefürchtete Landplage, die an der Bergſtraße jeglichen Fremden=
verkehr
lahmzulegen im Begriff war, von der Ueberſchwemmungs=
ſchnake
Aedes vexans her. Entgegen der landläufigen Auffaſſung,
legt ſie ihre Eier auf die trockenen Wieſen im Ueberſchwemmungs=
gebiet
der Flüſſe. Tritt der Rhein über ſeine Ufer, ſo entwickelt
ſich im überſchwemmten Vorgelände, ſobald das Waſſer eine Tem=
veratur
von 10 Grad erreicht hat, die Schnakenbrut in ungeheuren
Mengen. Nach allgemeiner Erfahrung iſt das Ende April, Anfang
Mai der Fall. Ganze Wolken der läſtigen Plagegeiſter entſteigen
dann der ſumpfigen Niederung und ergießen ſich nach Abſchluß der
je nach Witterung 10 bis 20 Tage dauernden Brutzeit, ſchlagartig
in einem Umkreis von etwa 15 Kilometern über das ganze Hinter=
land
. An der kühlen Witterung im Vorſommer mag es gelegen
haben, daß nur vereinzelt Rheinſchnaken bis zu den Höhen der
Bergſtraße vordringen konnten.
Schon vor den Ueberſchwemmungs= oder Wieſenſchnaken be=
gann
im Ried bei einer Waſſertemperatur von 3 bis 5 Grad im
Schmelzwaſſer des Eiſes Ende März/Anfang April die typiſche
Waldſchnake Aedes nemoroſus ihre Entwicklung. Mit Mitteln,
die die Bauleitung der Reichsautobahn zur Verfügung ſtellte,
konnte in der Gernsheimer Rohrlache bei Langwaden, der
ſchlimmſten Brutſtätte dieſer Waldſchnaken im Ried, ein Bekämp=
fungsverſuch
großen Stils mit Erfolg durchgeführt werden. Die
notwendigen Arbeiter ſtellte die Stadt Gernsheim.
Im Vorgelände der Bergſtraße ſind die Großbrutſtätten der
Wieſenſchnake hauptſächlich im Weſchnitzbogen von Weinheim bis
Lorſch zu ſuchen. Wo ſich mit dem Steigen des Grundwaſſerſpie=
gels
im April an den tiefer gelegenen Stellen Druckwaſſer zeigte,
wimmelte es auch ſofort von Brut. Die Gefahr, die unſerer Gegend
drohte, wurde rechtzeitig erkannt. Soweit die beteiligten Gemein=
den
nicht ſelbſt an der Vernichtung der Brut mithelfen konnten,
wurde im Mai ein Arbeitstrupp vom Arbeitsdanklager Gerns=
heim
, den die Riedmeliorierung zur Verfügung geſtellt hattte, ein=
geſetzt
. Im vorigen Jahre hatten Kommandos des Freiwilligen
Arbeitsdienſtes die gleiche Aufgabe übernommen. Der erſte An=
griff
der Schnaken konnte abgeſchlagen werden, die Bergſtraße war
für den Vorſommer gerettet. Wegen des regenreichen Frühjahres
hatte man im ſüdlichen, und mit Rückſicht auf die im Gang befind=
lichen
Meliorierungsarbeiten, im mittleren Teil des Gebietes auf
die übliche Wäſſerung in dieſem Jahre verzichtet. Dadurch wurden
den Schnaken die um dieſe Jahreszeit ſonſt vorhandenen künſtlichen

Brutſtätten in den Lachen entzogen und die Abwehr weſentlich er=
leichtert
.
Die Hauptgefahr droht unſerer Bergſtraße erfahrungsgemäß
im Sommer, wenn nach der Heuernte die Wieſenwäſſerung im
Weſchnitzbogen von Weinheim aus nordwärts in den einzelnen
Gemarkungen einſetzt. Sechs Wochen lang wird dann in manchen
Jahren bis zur Grummeternte durch beſondere Stauvorrichtungen
das ganze Waſſer der Weſchnitz abſchnittweiſe in die einzelnen
Wieſenbezirke geleitet. Bei der Hochſommerhitze iſt die Entwicklung
der Brut in etwa 6 Tagen vollſtändig abgeſchloſſen. Was für un=
heimliche
Mengen von Larven ſich auf dem etwa 30 000 Morgen
umfaſſenden Wieſengelände entwickeln, kann nur ermeſſen, wer die
Tiere Kopf an Kopf in den ausgedehnten Abzugsgräben der Wie=
ſen
hat liegen ſehen. In früheren Jahren konnte der Feind aus
Mangel an Mitteln nicht wirkſam genug gefaßt werden. Man
mußte ſich damit begnügen, ihm nach Kräften Abbruch zu tun.
Diesmal fand er uns gerüſtet. In vorbildlicher Weiſe wirkten die
beteiligten badiſchen und heſſiſchen Gemeinden zuſammen, über=
wachten
die Wieſenwäſſerung und ſtellten den Feind. Abwehrmit=
tel
waren von beiden Seiten in genügender Menge bereitgeſtellt.
Bis zu 10 geſchulte Leute konnten gleichzeitig eingeſetzt werden.
Und die Stadt Mannheim ſchickte ihren Tankwagen mit 3 Mann
zu Hilfe. Auf dieſe Weiſe gelang es, in konzentriſchem Angriff den
Feind überall, wo er ſich zeigte, wirkſam zu faſſen und vernichtend
zu ſchlagen. Was ſich an erwachſener Brut beim Waſſerabſtich auf
dem Gräflich=Berckheimſchen Wieſengut in die Abzugsgräben der
Heppenheimer Wieſen zu retten verſucht hatte, wurde noch recht=
zeitig
geſtellt und erledigt. Und dieſe Menge allein hätte genügt,
um die ganze Gegend auf Wochen zu verſeuchen. Die große Ab=
wehrſchlacht
auf den Wäſſerungswieſen im Weſchnitzbogen iſt ge=
ſchlagen
. Sie wurde auf der ganzen Linie gewonnen. Ein Ziel,
das ſeit Jahren erſtrebt wurde, iſt zum 1. Mal erreicht. Dieſer
Erfolg hat gezeigt, daß man die Schnakenplage auf ein erträgliches
Maß herabſetzen kann, wenn man nur den ernſtlichen Willen auf=
bringt
, die notwendigen Machtmittel einzuſetzen und den Kampf
mit aller Energie durchzuführen.
Die Bekämpfung der Schnakenplage iſt zu einer Lebensfrage
für die Bergſtraße als Siedlungsgebiet und als Gebiet geſteiger=
ten
Fremdenverkehrs geworden. Aus dieſer Erkenntnis heraus
haben die Regierungen von Baden und Heſſen im Verein mit den
Kreiſen und beteiligten Gemeinden die Koſten für die Beſchaffung
von chemiſchen Bekämpfungsmitteln übernommen. Für die Bevöl=
kerung
der Bergſtraße und für ihre Beſucher iſt es beſonders ange=
nehm
zu erfahren, daß für dieſes Jahr, ſoweit die Wieſenſchnaken
in Frage kommen, nach den Erfahrungen in früheren Jahren nicht
mehr mit einer Plage zu rechnen iſt, wenn nicht unverhofft
Wolkenbrüche über unſere Gegend hereinbrechen. Mit dem Ausbau
des Grabenſyſtems auf den Wieſen und der Fertigſtellung der
Pumpwerke haben Unwetter, die die Entwicklung der Schnaken=
brut
begünſtigen könnten, einen Teil ihrer Schrecken verloren.
Für den Reſt des Sommers gilt es nun, in den einzelnen Ge=
meinden
die Hausſchnaken (Culex piviens) in Schach zu halten.

Aus dem Gerichksſaal.
Hondergerichk.
Aw Vor dem Sondergericht ſtehen am Montag morgen
Leute, die mit ihrem ſchlechten und unſauberen Geſchwätz ihre
Mitmenſchen beläſtigten. Der Schlimmſte war der erſte Ange=
klagte
, der 26jährige Rudolf F. von hier. Er iſt offenbar ein
etwas ſchwachſinniger Menſch, ſchon reichlich vorbeſtraft. Er be=
tätigte
ſich vor der Zeit des Umbruchs als fanatiſcher Kommu=
niſt
, der er auch heute noch iſt, und iſt auch wegen Landfriedens=
bruchs
vorbeſtraft. F. erzählte, als er hier im Städtiſchen Kran=
kenhaus
lag, die unglaublichſten Geſchichten über ſeine Erfahrun=
gen
während ſeines 10monatigen Aufenthalts im Konzentrations=
lager
. Er tritt mit einer unbeſchreiblichen Frechheit auf. Das
Gericht erkennt gegen ihn auf eine Gefängnisſtrafe von
zwei Jahren. Johann Wilhelm St., Vater und Sohn,
aus Sprendlingen erhalten der Vater vier Monate
und der Sohn zwei Monate Gefängnis, weil ſie einem
alten Nationalſozialiſten gegenüber die dümmſten Behauptungen
aufſtellten, in die ſie ſich allmählich ſo hineinſteigerten, daß der
Mann nicht anders konnte, als die Sache ſeinem Kreisleiter zu
melden. Heute ſoll das natürlich ganz harmlos und nur Spaße=
rei
geweſen ſein. Franz Jakob K., ein bettelnder Vagant
aus dem Saargebiet, erzählte verſchiedenen Frauen beim Betteln
gänzlich unaufgefordert Greuelmärchen aus dem Saargebiet. Er
kann dafür ſieben Monate ins Gefängnis wandern
und erhält außerdem wegen Bettelns vier Wochen Haft.
Die 38jährige Hertha Tr. aus Biblis erhält vier
Monate Gefängnis, weil ſie Greuelmärchen, die um Thäl=
mann
und ſeine geiſtige Heimat ſchwirrten, weiter erzählte. Da
man ihr eine kommuniſtiſche Geſinnung nicht nachzuweiſen ver=
mag
, kommt ſie mit vier Monaten davon. Zudem werden ihr
zwei Wochen Unterſuchungshaft angerechnet.
Kampf dem Verkehrsunfall!
I.
Friſchbackene Führerſcheinbeſitzer mit Vorſicht genießen!
js. Nicht jeder kommt als Caracciola oder Stuck zur Welt und
ein funkelnagelneuer Führerſchein iſt manchmal nicht mehr wert
als ein falſcher Fuffzger. Das mußte ein Autoverkäufer am
eigenen Leibe verſpüren, der einem Benzinſäugling mit ganz
friſchbackenem Führerſchein einen Wagen vermittelt hatte und
darin einen Ausflug mit ihm unternahm. Als der Neuling über=
holte
, und ihm zwei ſich ebenfalls überholende Fahrzeuge ent=
gegenkamen
, war es mit ſeinen Kenntniſſen reſtlos aus. Er ſuchte
ſein Heil in der Flucht, riß das Steuer ſcharf nach rechts herum
und brummte ganz gewaltig an einen ſtandhaften Straßenbaum.
Die Schadenerſatzklage des mitfahrenden verletzten Verkäufers
hatte Erfolg, denn ſchon die Tatſache, daß ein Kraftfahrer ohne
zwingenden Grund einen unſchuldigen Straßenbaum rammt,
deutet nach der allgemeinen Lebenserfahrung auf ein Verſchulden
des Lenkers hin. Eine wirkliche Gefahrenlage beſtand nicht, viel=
imehr
konnte der Neuling dem entgegenkommenden Wagen ohne
Schwierigkeiten durch einfaches Hinüberlenken auf die freie rechte
Straßenſeite ausweichen. Haftungsausſchluß kommt nicht in Frage,
denn der Verletzte fuhr aus Gefälligkeit gegenüber dem Neuling
und zu deſſen Vorteil mit, den er noch auf Beſonderheiten des ver=
mittelten
Wagens aufmerkſam machen wollte. Der Umſtand, daß
der Verletzte wußte, daß der Neuling noch keine beſondere Erfah=
rung
beſaß, bildete für ihn keinen Anlaß, im voraus auf die Haf=
tung
des Neulings wegen Fahrläſſigkeitsſchäden zu verzichten.
(VI 83/35. 11. 7. 1935.)
II.
Stadtkreuzungen langſam nehmen!
Ein Kraftomnibusführer fuhr mit 40 Stundenkilometern Ge=
ſchwindigkeit
über eine Stadtkreuzung und ſtieß mit einem Laſt=
kraftwagen
zuſammen. Das Reichsgericht hat die Fahrweiſe des
Omnibusführers in Anbetracht der zu hohen Geſchwindigkeit für
fahrläſſig erklärt. Obwohl der Omnibusführer an ſich das Vor=
fahrtsrecht
hatte, mußte er doch damit rechnen, daß ein Fahrzeug
überraſchend aus einer Nebenſtraße kommen konnte; dementſpre=
chend
mußte er ſeine Fahrgeſchwindigkeit einrichten. Ferner bildete
es ein Verſchulden, daß er dem mit geringer Geſchwindigkeit fah=
renden
Laſtkraftwagen nach links auszuweichen verſuchte, während
er bei Beobachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt ge=
nügend
Platz hatte, hinter dem Laſtkraftwagen vorbeizufahren,
wenn er die Geſchwindigkeit rechtzeitig ermäßigt und rechtzeitig
gebremſt hätte. (FT 38/35. 6. 6. 1935.)
Der Mann mit dem Doppelleben.
LPD. Frankfurt a. M., 16. Aug. Unter der Anklage des fort=
geſetzten
Betruges, der Unterſchlagungen und der Untreue hatte
ſich am Freitag der ſeit März d. J. in Unterſuchungshaft weilende
98jährige K. vor der Großen Strafkammer zu verantworten.
Der Angeklagte trat im Jahre 1920, als Lehrling bei einem
hieſigen Bankinſtitut ein, wo er ſeit 1926 Schalterbeamter zur Be=
ratung
der Privatkundſchaft war. Im vergangenen Dezember er=
folgte
dann plötzlich ſeine friſtloſe Entlaſſung. Es ergab ſich näm=
lich
, daß K. ſeine Stellung in gröblichſter und gemeinſter Weiſe
mißbraucht hatte. Er ſpiegelte den Bankkunden vor, er ſei in der
Lage, ihre Effekten und Gelder gewinnbringender und ſicherer an=
zulegen
. Sein ſicheres Auftreten und ſeine Ueberredungskunſt lie=
ßen
ihn das Vertrauen der Leute gewinnen, ſo daß man ihm große

Werte überließ. Damit der Schwindel jedoch nicht herauskommen
ſollte, zahlte er hin und wieder Beträge zurück, allerdings ohne
Zinsgewinne. Wie er ſelbſt in der Verhandlung erklärte, begann
er ſchon vor 15 Jahren mit Spekulationen. Er hatte damals Geld=
mittel
aus Freundeskreiſen zur Verfügung und nahm auch ge=
legentlich
Bankkredite in Anſpruch, verſchwieg aber, daß ſeine
Spekulationen verluſtreich waren. Von den ihm insgeſamt anver=
trauten
etwa 300 000 Mark dürfte er vielleicht 170 000 Mark zu=
rückgezahlt
haben. Die übrigen 130000 Mark will er in Nacht=
lokalen
, Tanzdielen uſw. verpraßt haben, da ihm, wie er angab,
ein unbekannter Drang beeinflußte‟ Allein in den beiden letzten
Jahren will er je 50 000 Mark auf dieſe Weiſe verausgabt haben.
In dieſen Lokalen war er als ein Herr Walter bekannt, von dem
man annahm, daß er ein reicher Hausbeſitzer ſei und nebenbei
Spekulationsgeſchäfte mache. Der Ober, der Portier, der Kellner,
männliche und weibliche Gäſte profitierten von ihm und tranken
auf ſein Wohl. Die Zeche einer einzigen Nacht ſoll allein 2200
Mark betragen haben. Die Zechen wurden jedoch nicht immer be=
glichen
. Manchmal pumpte er ſich noch mehrere hundert Mark
vom Ober, und brachte am nächſten Tag alles durch einen Scheck
in Ordnung.
Das Gericht hielt es jedoch für ſehr zweifelhaft, ob der An=
geklagte
tatſächlich das ganze Geld nur in Nachtlokalen durchge=
bracht
hat. Man vermutet vielmehr, daß K. rechtzeitig größere
Beträge in Sicherheit brachte.
Das Urteil lautete wegen fortgeſetzten Betruges auf 2½ Jahre
Zuchthaus und 10 000 Mark Geldſtrafe, erſatzweiſe weitere 100
Tage Zuchthaus. Der Angeſchuldigte, ſo wurde ausgeführt, habe
in hemmungsloſer Weiſe ſeinen Poſten mißbraucht. Er habe arme
Witwen und kleine Angeſtellte geſchädigt, deren letztes Vermögen
zum Teil durch ſeine Hände gefloſſen ſei. Es ſei auch nicht bewie=
ſen
, daß er das ganze Geld verausgabt habe. Es müſſe vielmehr
die Möglichkeit offen bleiben, daß er mit Hilfe eines Bekannten
Geldmittel beiſeite ſchaffte. Das Gericht würde, wenn der Ange=
klagte
nicht als Soldat ſeine Pflicht getan hätte, auf Ehrverluſt
erkannt haben. K. nahm die Strafe an.
Geſtern erzählte mir ein Be=
Irren ist menschlich kannter ganz ſtoß, daß er ſeine
Zähne jeden Morgen mit
Chlorodont pflege. Als ich ihn fragte, ob er dieſen löblichen Dienſt an
ſeiner Geſundheit auch jeden Abend verrichte, meinte er, das wäre des
Guten wohl doch zu viel. Er war ganz erſtaunt, als ich ihm klar machte,
wie wichtig gerade die abendliche Zahnpflege mit Chlorodont ſei,
um der Zerſetzung der gefährlichen Speiſereſte in der Nacht zu begegnen.
Hoffentlich handelt er jetzt auch danach.

Deutſcher, ſprich deutſch!

Das deutſche techniſche Wort der Woche.
Bei dem Wort arretieren denkt man unwillkurlich an die
Tätigkeit der Polizei. Wir Techniker wollen zur Vermeidung
von Mißverſtändniſſen dafür die deutſchen Wörter anhalten,
feſthalten, hemmen, bremſen, ſperren oder feſt=
ſtellen
uſw. verwenden, und eine Arretiervorrichtung Sperr=,
Halt= oder Feſtſtellvorrichtung, Hemme, Bremſe oder Sperre
nennen.
Die deutſchen Wörter bezeichnen den Vorgang und den Vor=
richtungszweck
im gegebenen Fall viel klarer und eindeutiger als
vieldeutige Fremdwörter.
Reichsgemeinſchaft der techniſch=wiſſenſchaftlichen
Arbeit (RTA.).

* 500 Brieftauben abgängig.
Die überlebenden geflügelten Teilnehmer von dem England=
flug
der Brieftauben ſind nun alle in ihren heimatlichen Schlag
zurückgekehrt. Der Flugwettbewerb war ein ſchöner Erfolg, aber
die Verluſte der Züchter ſind auch recht beträchtlich. 1050 Brief=
tauben
wurden an der Weſtküſte Englands geſtartet. Etwa die
Hälfte aller Tiere ſind verloren, denn es iſt nicht mehr damit zu rech=
nen
, daß noch eine Taube heimkehrt, die bis jetzt noch nicht heim=
gefunden
hat. Einmal ſind die Verluſte, auf das ſehr ſchlechte
Wetter zurückzuführen. Die Tiere haben dadurch die Orientierung
verloren und den Weg zum heimatlichen Schlag völlig verfehlt.
Nur hier und da kehrt noch ein Tier zurück, aber ganz vereinzelt.
Die Züchter machen ſich keine Hoffnungen mehr. Ein großer Teil
der Tauben iſt auf dem Wege dann von Raubvögeln angefallen
und ſehr erheblich verletzt worden, ſo daß viele Tauben infolge
der Verletzungen vor Erſchöpfung wohl umgekommen ſind. Rund
500 Brieftauben ſind bislang nach dem Start in England nicht
mehr heimgekehrt.
Der Verluſt hat die Taubenzüchter aber nicht entmutigt. Am
Sonntag werden ſchon wieder 12 500 Tauben auf die Reiſe ge=
ſchickt
. Es iſt ein Wettbewerb für Jungtauben, bei dem nur eine
kurze Strecke zu bewältigen iſt. 10 000 Brieftauben werden nach
Schönhauſen an die Elbe gebracht und haben von dort einen Weg
von nur 90 Kilometern bis zum heimatlichen Schlag. 2500 Brief=
tauben
werden von Berlin nach Döringshofen bei Landsherg an
der Warthe befördert und haben von dort aus einen Weg von
125 Kilometern bis in den heimatlichen Schlag. So zeigen ſich
die Berliner Züchtervereine trotz der erlittenen Verluſte wieder
recht rege in der Vevanſtaltung der ſo wichtigen und wertvollen
Ausbildungsflüge und Wettbewerbe.

Aus Heſſen.

Dg. Arheilgen, 18. Auguſt. Gravelotte=Feier
Krieger= und Soldatenkameradſchaft. Am K3,
radſchaftslokal Zur Sonne traten heute vormittag um
Uhr die Kameraden der Krieger= und Soldatenkamerad
(SAL.) an und formierten ſich zum Zuge. Unter Vorantrit:
Fahnen und einer Abteilung von 6 Mann mit Gewehr ginn
zum Kriegerdenkmal von 1870/71 an der Kirche, wo eine G.
lotte=Feier ſtattfand. Nach dem Aufmarſch leitete der Poſaua;
chor die ſchlichte Gedächtnisfeier mit den Choral Ich bete a
Macht der Liebe ein. Sodann nahm Kameradſchaftsff
Kunz das Wort zu einer kurzen Gedenkrede. Alljährlich
die Kameraden hier verſammelt, um derer zu gedenken, dies
dem Kriege nicht in die Heimat zurückkehren konnten und i
Namen in Stein gemeißelt ſind. Solange noch deutſches Bl.u
deutſchen Adern rollt, werden wir dieſe Kameraden nicht
geſſen. Im Namen der Kameradſchaft legte er unter den Wir=
Treue um Treue einen Kranz mit Widmung am Gedenut
nieder, und bei geſenkten Fahnen und präſentiertem Ge=
erklang
leiſe das Lied vom guten Kameraden. Im Anſchluß
der ſeitherige Kameradſchaftsführer Zeidler eine kurze
ſprache, in der er u. a. ausführte: Es ſind 65 Jahre, als u.
Väter, Brüder und Kameraden den Grundſtein zum Erſten 90
ſchen Reich legten. Erſtes und Zweites Reich vergingen. 26
ſtehen wir im Dritten Reich, das unſer Führer geſchaffen ha=
für
deſſen Beſtehen er Garant iſt. Er hat uns alten Soll
unſere Ehre wiedergegeben und eine ſtolze Wehrmacht geſchee
die das Reich ſchützt. Immer war das Reich ſtark, wenn es
war. Er ſchloß mit einem Sieg=Heil auf den Führer und
dem Geſang des Deutſchland= und des Horſt=Weſſel=Liedes m
die ſchlichte Feier beendet.
Ar. Eberſtadt, 19. Aug. Die Kirchweihtage habern
der Sonntag ſtattgefundenen Nachkirchweih nun ihren Aus;
gefunden. Auch dieſer letzte Tag war in jeder Hinſicht zufrii
ſtellend. Die Soldatenkameradſchaft in Verbindung mit SA.
veyanſtaltete im Gaſthaus Zum Felſenkeller eine kameradſi
liche Zuſammenkunft. Im geſchloſſenen Zuge unter Begle=
einer
hieſigen Muſikkapelle gings durch einige Ortsſtraßen
dem Mühltal in die Gartenlokalitäten, die mit Fahnen en
chend geſchmückt waren. Unter flotter Marſch= und Konzert
verlebten die Teilnehmer einige recht genußreiche Stunden.
Ak. Traiſa, 19. Aug. Bürgermeiſter Scheerer
ſtorben. Am Tage der Traiſaer Kirchweihe iſt der amtie
Bürgermeiſter Scheerer aus dem Leben geſchieden. Ein
jähriges Leiden brachte eine immer mehr zunehmende Verſcr
terung des allgemeinen Körperzuſtandes, ſo daß der Tod ſe
lich eine Erlöſung war. Mit Bürgermeiſter Scheerer iſt =
Gemeinde Traiſa ein Mann aus dem Leben geſchieden, de
viel zu verdanken hat. Seine umſichtige und vorausſchaze
Tätigkeit brachte es mit ſich, daß ſich Traiſa immer mehr=
wickelte
und heute zu einer der beſten Gemeinden des K
gezählt werden kann. Darüber hinaus war er in ſeiner A.
führung ſtets liebenswürdig und kam dem ratſuchenden Pub. k
ſtets mit größter Zuvorkommenheit entgegen. Auch das in d
Jahre neu eröffnete Schwimmbad verdankt ſein Daſein demy
ſtorbenen Bürgermeiſter.
G. Ober=Ramſtadt, 19. Aug. Kinderlandverſchick=
Unter den in der letzten Woche nach vierwöchigem Aufentha
Gau Weſer=Ems zurückgekehrten etwa 800 Kindern befande
auch 31 aus Ober=Ramſtadt, die ſich alle ſehr gut erholt hſch
Daß es ihnen an guter Verpflegung nicht mangelte. bewein
Umſtand, daß ſie ſämtlich eine mehr oder weniger hohe Gewil
zunahme (im höchſten Falle 6 Kilo) zu verzeichnen hatten. A=g
blicklich befinden ſich noch hieſige Kinder auf dem Rimdidinn
im Mädchenlager bei Roßdorf.
r. Babenhauſen, 19. Aug. Geburtstagsfeier
60er. Vergangenen Samstag waren im Gaſthaus Zum A.
die 1875 hier und in Harreshauſen Geborenen verſammeld
feierten gemeinſchaftlich ihren Geburtstag. Kam. Leonh. M
land hielt die offizielle Geburtstagsrede, in der er alle Hi)
raden und Kameradinnen von hier und auswärts willkom
hieß, der Vergangenheit, Gegenwart und hoffnungverheiß /
Zukunft gedachte und die Toten und Gefallenen in üblicher
ehrte. Das Abendeſſen wurde gemeinſam eingenommen, und
und Keller der Adlerwirtin, Frau Hock. ernteten, wie immen
gemein größtes Lob Bei Muſik= und Gedichtvorträgen
Kinder trugen beſonders ſchön vor , einem vielbelachten heife
Vortrag der Alterskameradin Marg. Beck über eine denkwiü
Rheinfahrt, bei humoriſtiſchen Vorträgen der Stimmungska-
Emil Fuchs und bei Tanz von alt und jung verlief dis
burtstagsfeier der 60er nur zu vaſch und fand erſt bei Mone
grauen ihr Ende.
Fd. Nieder=Klingen. 19. Aug. Am Sonntag fand eine Fe
wehrübung für ſämtliche Mannſchaften ſtatt. Nach lang:
Fuß= und Geräteexerzieren wurde eine Alarmübung auf das
höft von Landwirt Hch. Lutz 9. durchgeführt. Die Mannſch-
die
ſich am Ortsausgang Lengfeld aufhielten, waren ſehr
am Brand erſchienen. In kurzer Zeit waren 4 SchlauchlIn
und 2 Spritzen, geſpeiſt von Hydranten, in voller Tätigkeit, ſ.
es ſehr ſchnell möglich war, das Feuer auf ſeinen Herd z
ſchränken. Brandmeiſter Gg. Wolff forderte nach längerer Krl
alle Feuerwehrmänner auf, dieſer gemeinnützigen Sache=
Feuerwehrweſens zu dienen, damit unſerer Wehr weiterhi
Schlagfertigkeit und ſoldatiſche Manneszucht zugeſprochen w.
kann.
Höchſt i. O., 19. Aug. Todesopfer einer Unſ*
Von mehreren Kindern, die ſich an die Wagen eines lam
fahrenden Bulldog=Laſtzuges gehängt hatten, fiel der 5jcjn
Sohn des G. Neff herab und wurde an den Beinen überfa
Das Kind erlag im Krankenhaus ſeinen Verletzungen.
Cd. Michelſtadt, 19. Aug. Im Bezirksverband Erbackd
Deutſchen Reichskriegerbundes Kyffhäuſer fan
ſtern auf den Schießſtänden des Schützenvereins 1883 Miche-N
das Mannſchafts= und Einzelſchießen zu den Ausſcheidungskar.
des Landesverbandes Kurpfalz ſtatt. Von 20 gemeldeten K.
radſchaften traten 32 Mannſchaften mit ca. 130 Mann an.
Leitung des Schießens lag in den Händen des Bezirksſchießwel
Kamerad L. Schepp=Babenhauſen. Der Wettkampf hatte fcM
des Ergebnis: Die beſte Mannſchaft war Rothenberg in Klal
mit 445 Ringen, in Klaſſe 3 war es Ober=Sensbach mit 430
gen. In den Einzelkämpfen kamen Förſter Weber von der H
radſchaft Michelſtadt in Klaſſe 2 auf 145 Ringe, Friedrich P=
von
der Kameradſchaft Michelſtadt in Klaſſe 2 auf 139 R
Förſter Oehlenſchläger von der Kameradſchaft Güttersbae
Klaſſe 3 auf 132 Ringe. Es erhalten demnach bei den M
ſchaftskämpfen in Klaſſe 2 den Titel Meiſtermannſchaft für
die Mannſchaft der Kameradſchaft Rothenberg; in Klaſſe 3
ſich dieſen Titel die Mannſchaft der Kameradſchaft Oberz
bach. Bei den Einzelſchützen erhält Förſter Weber=Michelſta
Klaſſe 2 den Titel Meiſterſchütze für 1935 desgleichen Fa4
Oehlenſchläger=Güttersbach in Klaſſe 3. Vom Bezirk Erbach
men demnach in die demnächſt in Ludwigshafen ſtattfinds
Ausſcheidungskämpfe des Landesverbandes Kurpfalz die M
ſchaft der Kameradſchaft Rothenberg und Förſter Weber als
zelſchütze. Bei der Veranſtaltung zeigte ſich deutlich, m
Mannſchaften und welche Schützen ſich öfters auf den Schieſk
den einfinden, es bewahrheitete ſich auch hier das alte S=*
wort Uebung macht den Meiſter,
zw. Erbach i. O., 19. Aug Archivrat Karl Morne
geſtorben. Kurz nach Vollendung des 79. Lebensjahres
Mainz der frühere Archivar des Gräfl. Erbachiſchen Geſamih’
Karl Morneweg, Major d. L., geſtorben. Als Sohn eines
wälder Oberförſters in Groß=Bieberau geboren, galt nach
Studium ſeine ganze Liebe ſeiner Heimat, ihrer Geſchichte*
ihren Menſchen. Als Forſcher ſchrieb er über den Biſchof Zc
von Dalberg, behandelte die Geſchichte des Odenwaldes und.."
Bewohner, veröffentlichte eine Stammtafel des mediarin
Hauſes Erbach und befaßte ſich eingehend mit dem Sammle
Erbacher Schloßmuſeums dem Grafen Franz von Erbach=
Kunſtgewerbe von Erbach, wo er die Kunſttöpferei und
Schnitzen von Elfenbeintieren anregte, verdankt ihm viel, L.
det auch in Erbach, der Stätte ſeiner über 40jährigen Wſti
keit, ſeine letzte Ruheſtätte.
Em. Heppenheim a. d. B., 19. Aug. Tragiſches Abt
auf der Wallfahrt. An Maria Himmelfahrt De.ſ
plötzlich während des Hochamtes auf dem Engelberg bei
Heubach am Main infolge Schlaganfalles Herr Steuerllle"
Philipp Katzenmaier von hier, in dem die Finanzverwi.
einen tüchtigen Beamten verliert. Der Verſtorbene, der .
Lebensjahre ſtand, war ein geborener Heppenheimer i
Jahren der Vorſitzende des Kathol. Männervereins. Er. .
unter allgemeiner Anteilnahme beigeſetzt.
Gernsheim, 19. Aug. Waſſerſtand des Rheine
18. Auguſt 0,47 Meter, am 19. Auguſt 0,32 Meter.

[ ][  ][ ]

Nr. 228 Seite

60 Jahre Turnverein Pfungſtadt.
Wie die Jünger Jahns nach Pfungſtadi kamen.

a19. Auguſt 1875 traten nach vorausgegangenen Beſprechun=
7. Anzahl junger Männer in Pfungſtadt zuſammen und
ſrn den heutigen Jubilax, den Turnverein Pfungſtadt. So=
1 faſt auf den Tag die Feier, die Kunde geben ſollte von
ute währender ſtiller Arbeit an deutſcher Weſensart. Die
un gsurkunde weiſt 51 Namen auf, von deren Trägern heute
in unſerer Mitte weilen.
uen zwölf Jahre vorher, im Jahre 1863, hatten junge Leute
gemeinde Pfungſtadt gegründet. Durch die Intereſſeloſig=
Einwohnerſchaft, und damit Mittelloſigkeit des Vereins,
dce Neugründung nicht am Leben erhalten werden. Der
reg mit ſeiner notwendigen Durcheinanderwürfelung des
man Volkes und des dabei verbundenen gegenſeitigen Kennen=
der
Beſtrebungen mag wohl den Boden vorbereitet haben,
laann im Jahr 1875 die Saat aufging, geſät von 51 jungen
ſan z= und Verfallzeiten hat der Jubilar hinter ſich, je nach=
Leitung und die Zeiten waren. In den zwei erſten Jahr=
war
die Frage der Uebungsſtätte immer die brennendſte.
f: Turnſtunde mußten die Geräte nach dem Turnplatz ge=
werden
, der in kurzer Zeit an verſchiedenen Stellen im
ſer en war.
ſen 80er Jahren war man nahe daran, den jungen Turn=
aafzulöſen
. Es war damals das Verdienſt des ſpäter im
ſEſein=Gau als Gauvertreter bekannt gewordenen Guſtav
der in nimmermüdem Eifer dem Verein wieder den
Kückhalt verſchaffte. Die 90er Jahre waren eine Zeitſpanne
niorſtrebens. Der Beſuch des 9. deutſchen Turnfeſtes in
i und die Gründung der Spielabteilung waren Markſteine.
N abgehaltene Gauturnfeſt verſchaffte dem Verein auch nach
uir die nötige Achtung. Die immer noch ſchwebende Frage
mſenden Turnſtätte wurde im Jahr 1910 durch den Ankauf
wGrundſtücke an der Fleiſchmühle glänzend gelöſt. Bis zum
ſiet war die turneriſche Arbeit eine erfolgreiche auf allen
pus ebieten. Der Weltkrieg riß große Lücken in die Reihen
zywereins. 26 junge Männer goſſen ihr Blut in den Strom,
ei Vaterland vor feindlicher Beſetzung bewahrte. Zu dieſen
kam noch der des neuen Turnplatzes hinzu, da durch den
s große Objekt nicht gehalten werden konnte. Damals ſehr
bich, erkennt man doch heute, daß auch dieſer Verluſt ſeinen
ſhun ſich trug. Denn der Kauferglös ſchaffte die Möglichkeit,
dch Kriegsende einen neuen Platz zu erwerben, deſſen ſchöne
Wald ideal genannt werden kann.
Nachkriegszeit brachte trotz großer Hinderungen langſamen
zlurſtieg. Auf den Spielfeldern, auf den Turnplätzen wurde
iEetdem Turnverein Pfungſtadt gerechnet und erſt recht heute
d e jahrzehntelange Arbeit richtig ihre Früchte tragen, da
nats wegen die vom Turnverein als Glied der deutſchen
nſchaft getragene Idee als für das völkiſche Leben notwendig
mt und gefordert wird.
Würdigung dieſer Tatſachen hatte der Vereinsführer am
ſirg abend zu einer
ndve
Feierſtunde
en, der viele gefolgt waren, ſo daß das Vereinslokal nicht
ſer konnte. Dietwart Chr. Meis gab derſelben ein Ge=

oner Art, beſtens den Charakter des Abends kennzeichnend.
nn der Feierſtunde gab der Vereinsführer, Architekt Grü=

weſenden noch 3 der ehemaligen Gründer begrüßen zu
können, die Herren Ludwig Spalt, Heinrich Wambold und
Chriſtian Meid. Verſetzen wir uns in das Jahr 1875 und hören
wir was Herr Ludwig Spalt in launiger Weiſe von den da=
maligen
Tagen, in die die Gründungszeit fiel, zu erzählen wußte:
Ein kürzlich zugewanderter ſächſiſcher Buchdruckergeſelle hielt
mich eines Vormittags an und erzählte mir, daß in Sachſen über=
all
Turnvereine beſtanden, ob ich nicht Luſt hätte, hier mit Bekann=
ten
auch in dieſem Sinne Rückſprache zu halten. Ein Wort gab
das andere es kamen noch einige dazu, und bald war die erſte
Werbung für den Turnverein eingeleitet. Ich ſprach mit meinem
Vater, dem damaligen Bürgermeiſter, über eine Uebungsſtätte.
Weitere Rückſprachen mit alten Pfungſtädter Familien ließen gro=
ßes
Intereſſe erkennen, und ſo wurde nach einigen vorbereitenden
Beſprechungen die Gründungs=Verſammlung einberufen. Die
Uebungsarten waren damals äußerſt einfach Marſchieren,
Springen, Laufen, Geländeſpiele wurden mangels Geräten ge=
pflegt
. Als erſtes wurde einheitliche Kleidung als nötig erachtet,
um nach außen hin werbend zu wirken. Es war in der erſten Zeit
ſtets etwas Feierkiches, wenn wir uns trafen. In der Gründungs=
verſammlung
wurde gleichzeitig eine Singmannſchaft ins Leben
gerufen, die zur inneren Feſtigung der neuen Gemeinſchaft viel
beitrug . . .
Reicher Beifall lohnte den alten Kämpen für ſeine Aus=
führungen
.
Viele Vereine hatten dem Jubilar herzlich gehaltene Glück=
wunſchſchreiben
geſchickt. Bürgermeiſter Steinmetz, ein altes
Mitglied, überbrachte mit Glückwünſchen der Stadt Pfungſtadt die
Zuſicherung beſter Unterſtützung ſeitens der Behörde.
Zum Schluß dankte der Vereinsführer allen für ihre Mitarbeit
und bat, der weiteren Arbeit zwei Worte aus den Ausführungen
des Dietwartes zugrunde zu legen: Seid treu.
Der Sonntag brachte zu dem 60jährigen Jubiläum eine
Werbeveranſtaltung
auf dem Jahnplatz von allen Uebungsarten. Alle aktiven Teil=
nehmer
formierten ſich vor dem Vereinslokal und marſchierten,
130 Turner und Turnerinnen, ſowie 70 Kinder unter frohem Ge=
ſang
nach dem Turnplatz. Die Flaggen wurden feierlich aufgezogen
und ſofort entwickelte ſich ein buntbewegtes Bild, bei den Klein=
ſten
angefangen, bis zu den Turnern, die nach Saarbrücken gehen.
Es wurden Turnſpiele gezeigt von Schülern, der Jugend, von
Turnerinnen und Turnern. Volkstänze löſten Keulenſchwingen
ab, Körperſchule folgte den Fauſtballſpielen, Pferdſpringen, Bar=
renturnen
Keulen= Speer=, Diskuswerfen wurde vom Reckturnen
abgelöſt. Den Abſchluß bildete nach den Handballſpielen die feier=
liche
Einholung der Fahnen, worauf der Vereinsführer mit tref=
fenden
Worten den Werbenachmittag abſchloß.
Es waren mehrere Hundert Zuſchauer, die den Darbietungen
mit lebhaftem Intereſſe gefolgt haben. Der Abend vereinigte noch=
mals
alle im Hotel Strauß bei Muſik und Tanz. Die Sonntags=
veranſtaltung
war die beſte Ausdrucksart turneriſchen Wollens
und in ihrer ſehr guten Beteiligung eine ſchöne Anerkennung des
richtigen Weges, den der Turnverein als Mitglied des Reichs=
bundes
für Leibesübungen beſchreitet.

Die Opel=Belegſchaff fährt zum Rhein!
Am Samstag hat die Adam Opel A.=G., Rüſſelsheim, auf
ſ ihre Pforten geſchloſſen, um ihrer Belegſchaft Gelegenheit
ih, gemeinſam ihre Werksferien zu verbringen. Es iſt dies
s erſte Mal in der Geſchichte der deutſchen Induſtrie, daß
41 mit nahezu 20000 Mann als Belegſchaft, des Werks=
ſſüvegen
ihre Tore ſchließt. Die Betriebsführung hatte ihre
Haftsmitglieder noch zu einer gemeinſamen Ferienfahrt
ſeint eingeladen.
S trahlendem Sonnenſchein wurden in Mainz die Anker ge=
E.Von leichtem Nebel ſind die blauen Taunusberge behan=
ſut
die ſchönen Schlößchen und Parks des geſegneten Rhein=
Mgrüßen das ſtolze Schiff Kaiſer Wilhelm, Behagliche
cn wechſeln mit zierlichen Barock=, Rokoko= und Renaiſſance=
Men. Und dann die Berge! Die Rochuskavelle bei Bin=
ahte
in dem Geſichtskreis auf und ſtolz grüßt zur Rechten
inmal der deutſchen Stärke und Einigkeit das National=
u
Fröhliches Leben klingt zu uns herüber, die weinſeligen
Am Rüdesheim und Aßmannshauſen gleiten vorbei und
0wir durch das Binger Loch. Weinſtädtchen wechſeln nun
Andörfchen zu beiden Seiten des ſchickſalhaften Stromes
Führen Häuptern grüßen Zeugen alter, herrlicher Vergan=
Eakte Ritterburgen und Ruinen. Rheinſtein. Heinburg,
Reig, Stahleck und wie ſie alle heißen mögen. Caub mit
z im Rhein taucht auf und dann, alles eilt auf die Seite
Meten. Wuchtig reckt der ſtolze Loreleifelſen ſein Haupt zu
heber. Frohes Lachen und Tücherwinken, fröhliches Singen,
W,Begleiterſcheinungen, die uns auf der geſamten Fahrt
Fu. Und dann taucht St. Goar, eine Perle der Rheinſtädt=
An der Ruine Rheinfels am Kopfe auf. Das Schiff legt an
M ergießen ſich die Fahrtteilnehmer in das Städtchen. Die
heinfels wird beſucht, aber auch die netten Weinſtuben und
Whittſchaften werden überſchwemmt mit den Gäſten. Ehe
yhſtieg, wurde man begrüßt vom Bürgermeiſter, der als
nk den ſilbernen Pokal reichte, während Böllerſchüſſe die
üſt gittern ließen.
Wbald wieder ward die Heimfahrt angetreten, für manche
Nrüh. Und nun wieder dasſelbe Bild zur Rechten und zur
Fröhliche Menſchen ließen an Bord ein fröhliches Treiben
Bei Wein, Tanz und Geſang gingen nur allzubald auch
Inen Stunden zur Neige. Noch einmal ſah man all die
en des Rheintals, und als man in beſchaulicher Heiter=
Ahundert Lichter des in der Abenddämmerung liegenden
TM ginz ſah, war es allzu früh das Scheiden.
Tag der Ausſpannung in ſchönſter deutſcher Landſchaft
Sangen und die Opelwerkführung darf ſtolz darauf ſein,
litarbeitern des Werkes einige Stunden echter, froher
Fſctaft vermittelt zu haben.

seim i. R., 19. Aug. Herzſchlag beim Baden. Am
7Anachmittag gegen 3 Uhr badete an der Sandbank beim
lwörth der 41jährige Anton Blum aus Nieder=
Aadt, der mit ſeiner Frau auf einem Radausflug an den
kommen war. Plötzlich ſchrie der Mann, der nicht weit
entfernt war, mehrmals laut um Hilfe und konnte
wenigen Minuten von Schwimmern aus dem Waſſer
werden. An dem Bewußtloſen wurden von Paddlern
bei auch von einem herbeigerufenen Oppenheimer Arzt
Dige Wiederbelebungsverſuche unternommen, die jedoch
rſolg hatten. Ein Herzſchlag hatte den Tod des Mannes
ührt. Die Frau, die Zeugin des plötzlichen Todes ihres
in mußte, ohne helfen zu können, konnte ſich vor Schmerz

Das Binger Rochusfeſt.

Altem Herkommen gemäß, in Erfüllung eines im Peſtjahre
1666 gemachten Gelöbniſſes, begingen die Binger Katholiken am
Sonntag, dem 18. Auguſt, die nun ſchon bald drei Jahrhunderte
alte Wallfahrt zu dem Peſtheiligen St. Rochus. Ihm iſt auf
der Höhe des Berges, der früher Heſſelberg, ſeitdem aber dort
die Kapelle ſich befindet, Rochusberg heißt, eine Kirche gebaut.
Das jetzige Gotteshaus, ein ſchöner Bau aus rotem Sandſtein in
gotiſchem Stil, ſteht ſeit dem Jahre 1895, nachdem die frühere
Kapelle infolge eines Blitzſchlags einige Jahre früher abgebrannt
iſt. Viel Volk von rechts und links des Rheins, vom Mittelrhein
und vom Oberrhein und aus dem Hinterland kommt alljährlich
an dieſem Tage und auch noch in der acht Tage währenden Wall=

fahrtsoktav auf den Berg. Durch die fahnengeſchmückten Straßen
von Bingen zog in der Früh des Wallfahrtsſonntags die Sakra=
mentsprozeſſion
von der Baſilika, St. Martin zur Höhe des Ber=
ges
in einſtündigem Fußweg. Die Fahnen wehten im Wind,
Geſänge und Gebete wechſelten miteinander. Nach dem Eintref=
fen
der Prozeſſion, in deren Mitte man die vielbeachtete Gruppe
von etwa 20 Rochusknaben im Pilgergewand des Peſtheiligen
und die 180 Jahre beſtehende St. Rochusbruderſchaft, die Rochus=
ſtatue
mit den erſten reifen Trauben am Pilgerſtab des Heiligen,
ſah, begann am Außenaltar der Kapelle das Hochamt das Geiſt=
licher
Rat Dekan Rudolf aus Gau=Algesheim unter Aſſiſtenz von
Pfarradminiſtrator Dr. Schucert=Bingen und zwei weiteren Geiſt=
lichen
hielt. Es wurde verſchönt durch die Geſänge des in weiten
kirchenmuſikaliſchen Kreiſen bekannten Baſilika= und Knaben=
chores
Bingen. Feſtprediger war Domkapitular Surmann aus
Münſter i. W., der auch während der Oktav täglich predigt. Nach
dem Hochamt ließen die Pilger deren Zahl mehrere Tauſend be=
trug
, auch den Leib zu ihrem Recht kommen. Auf dem Platz weſt=
lich
der Kapelle war wie Jahrzehnte und Jahrhunderte hin=
durch
eine Budenſtadt aufgebaut. Es gab hier ſechs Wein=
und drei Bierzelte, drei Kaffeebuden, ein Milchzelt und etwa 50
Stände mit Wurſt, Weck, Andenken uſw. Schon Goethe hat 1814
das Rochusfeſt und auch dieſen Teil der Wallfahrt anſchaulich
geſchildert. Damals war wie heute das Binger Nationalgericht:
Weck, Wurſt und Wein. Nach der geiſtigen Erhebung im Gottes=
dienſt
und der Andacht findet man ſich hier zuſammen; alte Be=
kannte
treffen ſich und neue Bekanntſchaften werden geſchloſſen.
So iſt die Rochuswallfahrt neben einem in erſter Linie natürlich
religiöſen Feſt gewiſſermaßen auch ein Volksfeſt.

Reichenbach i. O., 19. Aug. Im Steinbruch verun=
glückt
. Im Steinbruch ſeines Bruders verunglückte am Sams=
tag
nachmittag der in Reichenbach wohnende Adam Neff durch
zu frühes Entzünden der Pulverladung eines Bohrloches. Ge=
ſicht
, Rücken und rechter Arm weiſen fürchterliche Brandwunden
auf. Der Verunglückte fand im Bensheimer Hoſpital Aufnahme.
sw. Mainz, 19. Aug. Der neue Mainzer General=
muſikdirektor
. Der Stadt Mainz iſt es gelungen, für die Be=
treuung
des geſamten Muſikweſens der Stadt eine erſte Kraft in
der Perſon des derzeitigen 1. Staatskapellmeiſters der Staatsoper
München, Herrn Karl Fiſcher, zu verpflichten. Fiſcher wird als
ſtädtiſcher Generalmuſikdirektor die Führung des ſtädtiſchen Or=
cheſters
in den ſechs Symphoniekonzerten und in einigen großen
Opern ſowie die Leitung der ſtädtiſchen Muſikhochſchule nebſt Kon=
ſervatorium
ab 1. September übernehmen. Karl Fiſcher iſt 1900
in Weißenburg in Bayern geboren und entſtammt einer alten
Muſikerfamilie. Vor München war er am Stadttheater Augsburg,
am Staatstheater Dresden, am Landestheater Stuttgart und am
Nationaltheater Weimar tätig.

Gewinnauszug
5. Klaſſe 45. Preußiſch=Südteutſche (271. Preuß.) Klaſſen=Lotterie
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten

Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar ſe einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II

9. Ziebungstag
17. Auguſt 1935
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M.
gezogen
4 Gewinne zu 10000 M. 313408 398143
6 Gewinne zu 5000 M. 89359 176086 284456
10 Gewinne zu 3000 M. 69456 112536 169447 182463 245854
18 Gewinne zu 2000 M. 28173 60244 76357 136782 168589 289916
316030 365213 379926
62 Gewinne zu 1000 M. 11619 12716 37482 61871 74228 125110
127239 158043 161474 212326 217519 218621 231034 24 1313 247315
267666 306697 306451 313189 360007 356226 366931 369283 374899
381711 882972 383096 383691 386256 391380 393184
70 Gewinne zu 500 M. 13436 14576 23549 23684 36696 72049
73903 81580 101484 130132 142287 149138 161889 155724 156540
189113 195906 196049 210801 210818 218379 220031 232028 232647
253696 266144 283991 302167 303363 309683 310230 350100 392173
392266 393732
392 Gewinne zu 300 M 4365 4494 4734 4886 6576 6966 6983 7838
9410 11124 13044 13062 15661 16982 17734 20216 20574 24804
28341 29621 32778 33069 33729 34304 38216 38709 38974 39056
39705 41609 43628 43738 46072 46570 50224 60317 50976 52396
52647 54210 65410 66274 56411 59112 59400 60408 63060 64514
66265 65285 67268 69467 70406 75163 77277 77677 83015 84520
84868 86616 91660 96923 100085 104254 106828 110460 111238
111467 1115a8 112619 117801 118514 121061 126470 132410 133316
134516 186798 138680 139259 140167 145584 145627 145873 156481
158653 159872 162476 164407 164960 166781 174976 176006 182467
183073 183647 184534 186730 187563 188471 191271 194605 197123
198084 199258 201182 201248 203878 204527 208292 208900 210768
212480 214226 217756 220801 222817 223136 229039 230096 231411
231778 232820 233856 2384 12 239038 240688 242777 242981 243077
256507 259410 260591 262205 262660 265 145 266799 267776 274888
276022 278070 278821 278881 279630 280403 280822 281180 281740
884262 296397 298 197 298309 298917 302373 306063 309330 311082
Bi1726 311938 312205 317440 317474 319318 319674 323618 326233
328601 831280 332028 332092 235349 337439 338446 340762 343123
345676 346471 347554 348788 364345 358309 363538 866066 368799
372776 373972 378073 378525 378737 378865 383743 386509 388937
395585 397682 399756
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M.
gezogen
2 Gewinne zu 20000 M. 339731
8 Gewinne zu 5000 M. 41994 69527 308190 313159
2 Gewinne zu 3000 M. 98429
16 Gewinne zu 2000 M. 13820 45120 50234 102916 125182 196238
388010 390311
50 Gewinne zu 1000 M. 945 26106 61118 78969 80082 86064
174984 208826 226339 230056 237129 242865 280290 297627 326928
347732 374633 380883 383606 389361 390284 390846 396829 396316
397408
66 Gewinne zu 600 M. 26341 26628 69007 68819 81992 87439
108894 116191 119768 133230 133756 148384 163263 165308 180358
230531 275871 278613 281 160 295879 328401 343408 361643 362370
371559 376498 388066 397255
296 Gewinne zu 300 M 2834 8862 11316 13299 16810 16028
18637 20233 20608 23130 28275 28323 42018 43207 45044 45321
54038 56451 60638 62467 67888 68457 68986 74402 74639 77819
78098 85765 85773 86809 86962 94274 95573 101167 101724
102062 103503 104604 105841 107658 111396 112644 118531 120229
123113 126483 133644 133746 138936 139419 143223 144036 144040
149029 149560 150639 153086 153601 154296 155437 164284 165558
16808: 186930 168725 170688 172323 184073 184230 187117 189323
190214 190350 192139 192946 194440 195268 200415 202020 202243
214939 224164 226020 227391 228674 233319 233637 240351 244651
247133 264554 257253 264218 265621 272711 272753 273066 273396
273710 276947 277043 286628 2896 17 2906 16 290678 290766 291044
293646 294562 285579 296214 297160 303264 303793 308628 810181
914167 8148689 317076 319320 319687 321546 322208 325088 327419
831480 333112 335194 336061 340644 844603 351816 351738 357809
369422 369775 362381 368800 369403 371423 374429 376321 379444
982461 390504 390691 391704 399961

Reichsſender Frankfurt
Frankfurt: Dienstag, 20. Auguſt
6.00 Choral, Morgenſpruch, Gymnaſtik. 6.30: Köln: Früh=
konzert
. In der Pauſe 7.00: Zeit, Nachr. 8.00: Waſſer=
ſtand
, Zeit, Wetter. 8.10: Stuttgart: Gymnaſtik. 8. 30:
Frühkonzert. A00: Nur Freiburg: Werbekonzert. 9.15:
Nur Freiburg: 1. Lieder von Kurt Freund. 2. Erlebnis
einer Gewitternacht in Freiburg. Hörſkizze. 3. Schwarz=
wälder
Bauernmuſik. 10.00: Sendepauſe. 10.15: Schul=
funk
: Kampf dem Schmuggel. (Aufn.). 10.45: Prakt.
Ratſchläge für Küche und Haus. 11.00: Werbekonzert.
11. 25: Meldg. 11.30: Sozialdienſt. 11.45: Bauernfunk.
12.00: Vom Volksſender Berlin: Mittagskonzert. Einlage:
So wie die Alten einſt geſungen, ſo zwitſchern wieder
heut die Jungen. Dazw.: 13./00: Zeit, Nachr. 14.00:
Zeit, Nachr. 14.15: Wirtſchaftsbericht. 14.30: Zeit,
Wirtſchaftsmeldg. 14.90: Wetter. 14.45: Funkbericht
vom Biedenkopfer Grenzgang. 15.00: Nur Freiburg;
Nachr. 15.15: Für die Frau.
16.00: Vom Volksſender Berlin: Nachmittagskonzert. 18.00:
Dr. Börner: Was verraten uns die Geſteine unſerer Hei=
mat
? 18.15: Dr. Hartwig: Japan, der Staat im Oſten.
12.30: Dr. Klinghardt: Vom ewigen Nil. 18.45: Zeit=
genoſſen
gibts... 18. 55: Meldungen.
19.00: Stuttgart: Heut iſt Tanz im Grünen Kranz. 19.40:
Die größte deutſche Rundfunkausſtellung in Betrieb. Von
Ingo Kaul. (Aufn.). 19.50: Tagesſpiegel. 20.00: Zeit,
Nachr. 20.10: Bei Nacht ſind die Katzen ja grau. Eine
katzenmuſikanekdotiſche Begebenheit um einen Walzer von
Strauß. Von Joh. Feineis. 22.00: Zeit, Nachr. 22.15:
Wetter. Nachr., Sport. 22.30: München: Schöne Volks=
muſik
. 24.00: Stuttgart: Nachtkonzert.
OMidtien dandänmnn
Dienstag, 20. Anguſt
München: 17.05: Lohengrin. Romantiſche Oper bon
Richard Wagner.
Breslau: 20.10: Oberſchleſiens Sommerkranz. Sage,
Volkslied, Schwank und Tanz!
Stuttgart: 20.10: Vom Volksſender: 1. 18 iſt nir=
gends
wie bei uns daheim. 2. Es klingen deutſche Melo=
dien
im großen Funkbilderbogen.
London: 20.00: Promenadenkonzert.
Stockbolm: 20.00: Händelkonzert.
Bukareſt: 20.15: Sinfoniekonzert.
Straßburg: 20.30: Operettenabend.
Mailand: 20.45: Friederike, Operette von Lehar.
Wien: 21.10: Werke von Mozart.
Warſchau; 21.30: Orcheſterkonzert.
Kopenbagen: 22.15: Wiener Orcheſterkonzert.

erN
Orome

Der klassische
4711 Schönheits-Creme
Macht die Haut matt und zart.

Pact-Puder RM 1.
8C

WRA
Loser Puder 50 u. 80 Pfg

On

att-Creme‟: Tuben 50 u. 80 Pfg.

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 228

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 20. Auguſt:

Nächtliche Feier der
auslandsdeutſchen
Jugend an der
Feldherrnhalle.

Die auslandsdeutſchen
Jungen aus dem Deutſch=
landlager
Kuhlmühle, die
bekanntlich das Hochland=
lager
Lenggries und im
Anſchluß daran die Haupt=
ſtadt
der Bewegung, Mün=
chen
, beſucht haben, tra=
ten
am Freitag abend zu
einer nächtlichen Feier=
ſtunde
an der Feldherrn=
halle
in München zuſam=
men
. Dieſe abendliche
Stunde geſtaltete ſich zu
einer eindrucksvollen, un=
vergeßlichen
Ehrung der
auslandsdeutſchen Jungen
für die Gefallenen der
nationalſozialiſtiſchen Er=
hebung
. (Preſſe= Illuſtra=
tionen
Hoffmann=M.)

Reich und Ausland.

Wertvolle Funde aus Dentſchlands
Frühgeſchichte?

Augsburg. Beim Aufdecken eines 3000
Jahre alten Grabes auf dem Fürſt Fuggerſchen
Beſitztum Wellenburg wurden die gut erhaltenen
Ueberreſte eines Wagens freigelegt, deſſen kunſt=
volle
Ausführung Zeugnis von der hohen Kul=
turſtufe
einer vergangenen Epoche auf deutſcher
Erde gibt. Außer dem Wagen, der eine Koſtbar=
keit
iſt, wurde noch eine Tonurne gefunden. Sie
iſt 35 Zentimeter hoch. Ihr Inhalt wird zurzeit
von Fachleuten unterſucht. Alle Anzeichen laſſen
darauf ſchließen, daß es ſich um einen Fund aus
der Hallſtattzeit handelt. Die Funde wurden von
dem Grundſtückseigentümer dem Maximilans=
Muſeum in Augsburg überlaſſen.

Chronik des Tages.

Die auslandsdeutſchen Jungen, die auf ihrer
Deutſchlandfahrt auch Friedrichshafen einen Be=
ſuch
abſtatteten, unternahmen am Sonntagvor=
mittag
mit dem Dampfer Friedrichshafen eine
Bodenſeefahrt in die Bregenzer Bucht. Nach der
Rückkehr ging es zur Beſichtigung des im Bau be=
findlichen
Luftſchiffes L. 3. 129.
Die fieberhaften Unterleibserkrankungen, mit
denen ein großer Teil der 1000 engliſchen Pilger
von einer Wallfahrt nach Lourdes zurückgekehrt
iſt, haben in Schottland allein bis jetzt vier To=
desopfer
gefordert. Am Samstag ſtarb ein junges
Mädchen, das nur drei Tage krank im Hoſpital
gelegen hat.
Auf der Radrennbahn von Bruay brach wäh=
rend
eines Radrennens plötzlich eine vollbeſetzte
Tribüne zuſammen. Etwa 40 Perſonen ſtürzten
auf die Rennbahn. Ein Zuſchauer wurde von
dem Rennfahrer Charles Peliſſier überfahren.
Peliſſier ſtürzte; beide erlitten erhebliche Ver=
letzungen
.

Im Zuſammenhang mit dem großen Schmug=
gel
mit Rundfunkgeräten, der zwiſchen Le Havre
ind Paris ſpielt, hat die Polizei in der Pariſer
Wohnung der inzwiſchen verhafteten Inhaberin
des Rundfunkgeſchäftes Hausſuchung vorgenom=
men
und das Geſchäft verſiegelt.

Meiſterleiſtung des deutſchen Schiffbauf

Turbinenſchnelldampfer Tannenberg, das modernſte Schiff der Oſtſee. 2000 Fahrgäzu
1000 Fahrräder und 100 Kraftwagen fahren über das Meer.

In wenigen Wochen wird der deutſche Per=
ſonenverkehr
auf der Oſtſee durch ein Schiff be=
reichert
werden, das ſeine Erbauer vor Aufgaben
ſtellte, wie ſie zum größten Teil noch niemals auf
einem Schiff gelöſt worden ſind. Das gewaltige
Anwachſen des Reiſeverkehrs auf dieſem eigent=
lich
deutſchen Meer hat den Seedienſt Oſt=
preußen
vor die Notwendigkeit geſtellt, zu ſeinen
bisherigen Motorſchnellſchiffen Hanſeſtadt Dan=
zig
und Preußen noch ein weiteres Schiff hin=
zuzunehmen
, um die großen Mengen von Fahr=
gäſten
, die die Schönheiten einer Seereiſe ge=
viſſermaßen
aus greifbarer Nähe genießen und
den deutſchen Oſten einmal gründlicher kennen=
lernen
wollen, aufzunehmen und in angenehmer
Weiſe zu befördern.
Der Oſtſeeverkehr aber hat ſeine Beſonderhei=
ten
: er iſt in der Hauptſache ein Reiſe= und Wan=
derverkehr
; denn im Oſten gibt es ſo viel zu
ſehen, daß ſich nur wenige Beſucher damit zufrie=
den
geben, ihre Ferien an ein und demſelben Ort
zu verleben, daß vielmehr die meiſten von ihnen
den Wunſch haben, im Lande umherzufahren, um
die wechſelvollen Bilder der Wälder und Seen
Maſurens oder der Steilküſte des Samlandes, der
ehrwürdigen Kirchen und der Burgen des preußi=
ſchen
Ritterordens in ſich aufzunehmen. Da iſt
es denn beſonders die Jugend, die nach dem deut=
ſchen
Oſten drängt. Ihr Wandergerät aber iſt
das Fahrrad. In den letzten vier Jahren hat ſich
die Zahl der vom Seedienſt beförderten Fahr=
räder
verzehnfacht. Und zweitens ſind es die
Autofahrer, die gern von der Möglichkeit Ge=
brauch
machen, die Fahrt nach Oſtpreußen auf dem
Seeweg zu machen und dabei ihren Wagen ge=
wiſſermaßen
als Handgepäck mit ſich zu führen.
Daraus ergaben ſich zwei vordringliche Forde=

Deutſcher Vierer mik gewann Europa=Meiſterſchaft.

Die Europa=Meiſterſchaften in Berlin=Grünau brachten leider nur einen deutſchen Erfolg, und
zwar die Europa=Meiſterſchaft im Vierer mit Steuermann. Das deutſche Boot ſiegte vor Frankreich
und Italien. Man ſieht den Endſpurt der Mannſchaften kurz vor dem Ziel. (Scherl=Bilderdienſt=M.)

Der Herr Konſularſekretär

Ein Vermittler, der in ſeine eigenen Taſchen vermittel!. Der Hochſtapler mit bewegter

von dem Delphinenbeſuch ins Parlament eilten.
Obwohl ſie ſchneller zur Stelle waren, als das
vielleicht bei Einberufung einer außerordentlichen
Dringlichkeitsſitzung der Fall geweſen wäre, kamen
ſie doch zu ſpät, die Delphine waren ſchon fort.

rungen, denen das neue Schiff gerecht
mußte: Mitnahme von möglichſt vielen :0
dern und Mitführung möglichſt vieler
wagen. Und als dritte geſellte ſich hinzu Zu
gabe, jugendliche Wanderer in großen Ma=ſ,
für möglichſt billiges Geld aufnehmen un
herbergen zu können. Dabei aber waren
meſſungen des Schiffes von vornherein
Grenzen geſetzt, als der neue Dampfer nut
in der Lage ſein mußte, in den Häfen de
anzulegen. Es war nur unter Ausnutzur=
modernen
techniſchen Errungenſchaften unu
Auswertung der ſeitherigen Erfahrungem
lich, dieſe ſich widerſprechenden Forderungzn
einander in Einklang zu bringen.
Die Tannenberg, der neue Oſtre
dampfer, iſt 130 Meter lang und 15½
breit, ihre Waſſerverdrängung beträg)
Tonnen. Sie vermag 2000 Fahrgäſte an Qa
nehmen, von denen die Hälfte Schlafgeloe/
haben wird. Sie bietet aber außerdem di
lichkeit, 1000 Fahrräder und 100 Autos nu
bringen. Das iſt eine ganz erſtaunliche Qi
Es iſt ja nicht damit getan, den nötigem
für die Unterbringung zu ſchaffen; ſowoh /
räder wie Kraftwagen müſſen auch zu
nutzung des verfügbaren Raumes an Bo,
ſprechend verſtaut werden. Dazu iſt au
Tannenberg ein regelrechter Fahrſtuhl
ſehen, der die Wagen und Räder ein bri
Stockwerke tiefer befördert.
Man hätte kaum den erforderlichen Paſt=
dieſe
gewaltige Ladung freimachen könne-,
man nicht eine ganz moderne Maſchine a
mit äußerſt geringem Raumbedarf zur 19
dung gebracht. Zum erſten Male iſt hrirfi./
einem Fahrgaſtſchiff eine ſogenannte A/
Hochdruckanlage zur Aufſtellung gekomme-
verſteht
darunter Dampfkeſſel und Turbirk
mit einem weſentlich höheren Dampfdmcß
bisher auf Schiffen gebräuchlich arbeite,
höhere Druck des Dampfes er beträgu /
Atmoſphären zuſammen mit deſſen (

Ueberhitzung 480 Grad machen es
mit ſehr kleinen Turbinen, auszukommemi ß
ſolche Anlage nimmt alſo für gleiche Leiſt
viel weniger Raum ein als eine normall./
Tannenberg iſt mit zwei Turboſätzen miß
die eine Höchſtleiſtung von je 6500 PS n
und dem Schiff eine Geſchwindigkeit von I
ten ( rund 32 Kilometer in der Stund
leihen.
Das Schiff iſt mit allen modernen
tungen für eine ſichere und ſchnelle Führmn
ehen, es hat zum Beiſpiel 23 Lautſprecherfl
Befehlsübermittlung, von denen 10 auf
Muſikübertragung benutzt werden könnem
loſe Feuermelder dienen der Sicherheit.
ſonders feſſelnd iſt das Promenadendeck
ſtattet. Man findet hier einen Speiſeſc/
150 Perſonen, ganz in Ortelsburger Kine
halten, der die Schönheit dieſes oſtprefſ
Holzes erkennen läßt; man findet ein Rcuß
mer in deutſcher Eiche, in der Art des Dit
Barocks gehalten; man findet ein Dameri
in Birke, das etwa den Stil eines oſtpreeſ
Gutshauſes der Biedermeierzeit verkörper.
findet ſchließlich eine Laube aus Rüſtern
die kraftvolle Freudigkeit oſtdeutſcher Bau.?
tur atmet. Ueber dem Promenadendeck läig
Bootsdeck, auf dem es Luft und Sonne
nießen gibt. Im Hauptdeck ſind 60 zwe)
Kabinen untergebracht.
Jedenfalls wird der dem Reichsverkehn=
10 ger
ſterium unterſtehende Seedienſt Oſtpreußu
deſſen Entwicklung ſich Oberregierungsn!
Ebhardt beſonders verdient gemacht hat, miſ
ſem neuen Schiff ein weiteres Mittel und !
zeug erhalten, um ſeine hohen nationalet
volkspolitiſchen Aufgaben zu erfüllen, do=
tung
Deutſchlands in der Oſtſee zu ſteigeen
der Entwicklung des oſtpreußiſchen Wir=9
und Lebensraumes zum Segen zu gereiche
Friedrich K.

Vergangenheit.

Vorſicht bei Abſchlüſſen mit
Unbekannken.

* In einem kleinen Geſchäft im Oſten von
Berlin beobachtete ein Kaufmann, der zufällig
auch in dem Laden etwas kaufen wollte, einen
Mann, der die Inhaberin des Geſchäfts mit be=
redten
Worten über die Aufwertung von Kriegs=
anleihen
aufklären wollte. Dieſer Vermittler
benahm ſich aber dabei ſehr ſonderbar, gab ſich
großſprecheriſch als Beamter der Reichsſchulden=
verwaltung
aus und verlangte ſchließlich am
Ende ſeiner langatmigen Ausführungen einen
Koſtenvorſchuß. Da benachrichtigte der Kaufmann,
der den ganzen Vorgang beobachtet hatte, heim=
lich
die Polizei, die den Burſchen kurzerhand zu=
nächſt
einmal feſtnahm und in das Polizeipräſi=
dium
überführte. Und hier ſollte ſich bald heraus=
ſtellen
, welch einen guten Fang man getan hatte.
Es handelte ſich bei dem Verhafteten um einen
ganz ausgekochten, gemeingefährlichen Betrüger,
einen 33jährigen Erich Wilkert, gegen den aus
allen Teilen Deutſchlands Strafanzeigen vor=
liegen
. Es gibt überhaupt kaum eine Polizeibe=
hörde
, die den Betrüger irgendeiner Gaunerei
wegen nicht ſucht. Der Schwindler hatte ſich ſtets
nur an alleinſtehende Frauen herangemacht, und
in Berlin allein konnten ihm rund 200 Betrugs=
fälle
nachgewieſen werden
Der Schwindler und Hochſtapler hat eine be=
wegte
Vergangenheit hinter ſich. In zahlreichen
Städten Deutſchlands trat er als Erbſchafts=
ſchwindler
auf. Dabei ſtellte er ſich als Konſu=
latsſekretär
Quetin vom Königlich Britiſchen
Generalkonſulat in Berlin vor. Er machte ſich
an Volksgenoſſen heran, denen er vorſchwindelte,
in England ſei ein entfernter Verwandter erben=
los
geſtorben und die Behörde ſuche jetzt den
nächſtfolgenden rechtmäßigen Erben. Nach ge=
raumer
Zeit wechſelte er dann die Branche und
ging zu Aufwertungsſchwindeleien über. Er fer=
tigte
ſich ſelbſt amtliche Ausweiſe der Reichs=

ſchuldenverwaltung in Berlin an, ferner der
Reichsnachlaßverwaltung und des Reichsaufſichts=
amtes
für Privatverſicherungen. Mit dieſen ge=
fälſchten
Papieren und Urkunden machte er ſich
dann an zahlreiche Kriegerwitwen heran und
prellte ſie in gemeinſter Weiſe. Bei den Vor=
verhandlungen
, die er irgendwelcher Renten
oder Penſionen wegen führte, handelte er dann
Koſtenvorſchüſſe zwiſchen 10 und 100 RM. ein. Bei
ſeiner Vernehmung verſuchte der Schwindler ſich
zunächſt herauszureden. Aber ſeine zahlreichen,
in korrekter Weiſe ausgeſtellten amtlichen
Quittungen wurden ihm zum Verhängnis.

Delphine beſuchen engliſches Parlamenk

(afp) London. Den Londonern bot ſich
dieſer Tage ein ſeltſames Schauſpiel: die Themſe
herauf kam eine Herde von Delphinen gezogen.
Was dieſe ſagenhaften großen Meerestiere in
London ſuchten, weiß kein Menſch, da ihr Gebiet
ja eigentlich das offene Meer iſt. Witzige Lon=
doner
meinten, auch bis zu den Delphinen hätte
es ſich herumgeſprochen, daß London eine ſehens=
würdige
Stadt ſei, und ſo hätten ſich ſechs beſon=
ders
Unternehmungsluſtige aufgemacht, um das
Gerücht auf ſeine Wahrheit zu unterſuchen. Sie
benahmen ſich denn auch ganz ſo, als ob ſie ſich
auf einer Vergnügungsreiſe befänden. Ihre luſti=
gen
Sprünge und Kapriolen lockten eine große
Menſchenmenge herbei, obwohl es noch ſehr früh
am Morgen war. Juſt vor der Terraſſe des eng=
liſchen
Parlamentsgebäudes einer der größten
Sehenswürdigkeiten der Stadt machte die Del=
phinen
=Reiſegeſellſchaft einen größeren Aufent=
halt
. Die Weſtminſter=Brücke war ſchwarz von
Menſchen, die ſich das ſeltene Schauſpiel anſahen.
Wie geſagt war es recht früh am Morgen, ſonſt
hätten die Parlamentsmitglieder zweifellos ihre
Sitzung unterbrochen, um von ihren bevorzugten
Plätzen im Parlamentsgebäude aus die Sehens=
würdigkeit
zu betrachten. Man erzählt ſich, daß
einige M.Ps. (das iſt die engliſche Abkürzung
für Mitglieder des Parlaments) auf die Kunde

Bei der Ueberſchwemmungskataſtrophe in Ovada in Oberitalien wurde kurz nach Sii
furchtbaren Ueberſchwemmung dieſe Aufnahme gemacht. Man ſieht im Vordergrund De
halle eines Elektrizitätswerkes. Rechts von den Bergen ſtürzen ſich die Waſſermaſſen de.
einen Teil des Tales in weißen Waſſerdampf, während Giſcht im Tal viele Meter 99
(Scherl=Bilderdienſt

[ ][  ][ ]

urstag, 20. Auguſt 1935

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

AAOTUUMaUsasSer!
ſartsliche Scenen bei der Dammbruchkatastrophe in Eigurien-Grauenhalte Einzelschicksale
Copright by H. K. O. Mueller, Berlin.

Der Tod iſt ſchon ganz nahe.
icki küßt ſeine Frau, aber die Arme iſt ſchon wieder ohn=
ig
geworden.
u ſo, dann ſpürt ſie das Entſetzen des Sterbens nicht ſo.
ieder ſtößt das Auto gegen einen Gegenſtand.
ſismal iſt es ein treibender Leiterwagen, mit dem das
ä Uidiert.

Zuſammenprall iſt außerordentlich heftig und ein Teil
ſeckenwand des Wagens wird zertrümmert.
v. Auto dreht ſich dabei mehrmals um ſich ſelbſt und Pitti
hon, daß dies das Ende iſt.
legt den Arm um ſeine Frau.
wollen ſie gemeinſam in die Ewigkeit eintreten.
ber durch die Zertrümmerung der Seitenwand hat der
Schlagſeite bekommen.
Tür, die ſich nicht öffnen ließ, liegt ziemlich frei.
fiü einem Jubelſchrei ſtößt Pitti dieſe Tür auf und ſchiebt
iau hinaus. Dann erſt arbeitet er ſich ſelbſt hinaus.
itzi hat die Abſicht gehabt, ſich mit ſeiner Frau dann auf
as des Autos zu retten.
der die ohnmächtige Frau verſinkt ſofort in den Fluten
dauert eine Weile, ehe Pitti die Ohnmächtige unter Waſ=
Funden und zur Oberfläche gebracht hat.
ues Entſetzen packt ihn.
Auto iſt in einen der Strudel geraten und ſchwimmt
Fior aus.
rſt unmöglich, es einzuholen.
ſſt war doch alles vergebens!
ſtik, ſelbſt völlig erſchöpft und mit der ohnmächtigen Frau
Aw weiß, daß er ſelbſt nur noch wenige Minuten aushalten
ie Kräfte ſind am Ende.
o in er auch blickt ... er ſieht keine Möglichkeit, ſich und
iru irgendworauf zu retten.
ichr weit von ihnen ſchwimmt ein Dach, mit mehreren
Siei beſetzt, an ihnen vorüber.
eift mir! Helft mir! ſchreit Pitti.
Leute auf dem Dach haben Pitti gehört.
e winken, ſie ſchreien, ſie lärmen ..."
tei wie ſollen ſie Pitti helfen?
½s Dach läßt ſich nicht ſteuern und das noch immer reiſende
wirbelt das Dach mit ſeinen Menſchen ſchnell dahin
ei da hat Pitti ganz in ſeiner Nähe eine Tür entdeckt, die
uſer mit ſich führt.
11 dem letzten Reſt ſeiner Kraft kämpft er ſich bis zu dieſer
wewie ein kleines ſchwimmendes Floß iſt.
etelingt ihm, ſeine Frau auf dieſe Tür zu ſchieben, aber
eſel bſt auch auf die Tür kriechen will, muß er erkennen, daß
* ſie nicht beide trägt.
Atis Frau rutſcht von der Tür ab und wieder ſchlägt wir=
Waſſer über ſie zuſammen.
9 Pitti ſeine Frau wieder erreicht hat, iſt die Tür ſchon
ortgeriſſen.

er da erkennt Pitti etwas, das ihn einen Freudenſchrei
u läßt.
ut weit von ihm erhebt ſich eine winzig kleine Inſel aus
aſſer.
dem letzten Reſt ſeiner Kräfte erreicht Pitti mit ſeiner
iee Inſel.
Uig erſchöpft bleibt er eine Weile faſt bewegungslos neben
frau liegen.
iſt ſeltſam, daß es diesmal die Frau iſt, die zuerſt wieder
komnmt.
s Feht wirr um ſich, aber als ſie dann ihren Mann neben
nickt, ſchlingt ſie die Arme um ihn und ſchreit immer
ind wir gerettet? Ja, wir ſind gerettet! Marco, gerettet!
Sie weint vor Glück und Freude.
ſti ſtreichelt ſeine Frau
1½ wir ſind gerettet! Ja!
Ir Pitti iſt im Grunde genommen noch lange nicht davon
16 lefinden ſich zwar auf Land, wenn auch nur auf einem
da Stück Erde.

Es iſt anzunehmen, daß dies Land die Spitze irgendeiner An=
höhe
oder Kuppe iſt.
Was aber dann, wenn die Flut immer noch im Steigen be=
griffen
iſt?
Dann wird in kurzer Zeit auch dieſe Kuppe von den Fluten
überſpült werden.
Mit klopfendem Herzen beobachtet Pitti das Waſſer.
Es ſteigt! Lieber Himmel, es ſteigt wirklich ..."
Schließlich hat auch Maria erkannt, daß das Waſſer ſteigt.
Sie jammert nicht mehr. Sie ſagt nichts mehr.
Sie ſtarrt nur ſtumm und verzweifelt auf das Waſſer, das
ihnen immer näher kommt.
Jetzt umſpült es ſchon ihre Füße.
In kurzer Zeit wird die Flut ſie davonreißen und mit ſich
in das Grauen tragen.
Das Waſſer fällt wieder! ſchreit Pitti plötzlich glücklich aus.
Er zeigt auf ihre Füße.
Wirklich, die Füße ſtehen nicht mehr im Waſſer.
Aber eine andere ſchreckliche Entdeckung müſſen ſie nach kur=
zer
Zeit machen.
Zwar fällt das Waſſer, aber der Boden beginnt ſich langſam
in Schlamm aufzulöſen. Immer ſchlammiger wird der Boden. Da=
zu
wird es Nacht
Eine ſchreckliche furchtbare Dunkelheit, die nicht einmal
ſtumm, ſondern voller ſchrecklicher Geräuſche iſt, umgibt ſie beide.
Das Waſſer gurgelt.
Irgendwo ſchreit ein Tier in Todesnot.
Einmal hören ſie in der Dunkelheit das irre Lachen eines
Menſchen, der vielleicht auf einem Dach, oder einer Tür durch
das Entſetzen dieſer Nacht fährt.
Ein dunkler Gegenſtand wird auf ihrer Schlamminſel ange=
trieben
. Es iſt der Kadaver einer Kuh.
Es dauert eine Weile, ehe ihn das Waſſer wieder davon=
treibt
.
Pitti und ſeine Frau ſtehen dicht umſchlungen auf der
Schlamminſel.
An Rettung glauben ſie beide nicht mehr.
Der Tod kriecht immer höher zu ihnen herauf.
Der Schlamm reicht ſchon bis zu den Knien.
Schrecklich iſt dieſe Dunkelheit, die nichts als unheimliche,
furchtbare Laute gebiert.
Plötzlich wird die Nacht von einem ſchrecklichen heulenden
Ton durchſchnitten.
Was iſt das? ſchreit Frau Pitti entſetzt auf.
Grauſig, furchtbar iſt dies Heulen.
So muß irgendein ſchreckliches Urwaldtier im höchſten Ent=
ſetzen
aufheulen.
Noch einmal dringt dieſer furchtbare Schrei zu ihnen und er
bleibt gleich furchtbar in dieſer unerbittlichen, mitleidloſen Nacht.
Erſt beim dritten Mal erkennen die beiden den Ton.
Das iſt eine Sirene! Eine Heulſirene! ruft Pitti aus.
Ein Gedanke packt ihn, den er nicht auszuſprechen wagt.
Sollte das Rettung bedeuten?
Iſt das eine Rettungsexpedtion, die auf dieſe Weiſe ihr
Kommen ankündet?
Er wagt dieſe Hoffnung ſeiner Frau nicht mitzuteilen, denn
zu furchtbar würde die Enttäuſchung ſein, wenn er ſich irren
ſollte ....
Aber da iſt ſchon wieder dies Heulen.
Und irgendetwas leuchtet in der Dunkelheit auf.
Ein großes flammendes Auge kommt über das Waſſer
Nun iſt dies Auge eine lange weiße Hand geworden, die über
das dunkle Waſſer dahinſtreicht.
Zu Hilfe! Zu Hilfe! ſchreit Pitti gellend.
Auch Frau Pitti will rufen, aber kein Wort kommt aus
ihrem Munde. Sie iſt wie erſtarrt. Die Furcht, daß man ſie nicht
entdecken könnte, lähmt ihre Stimme vollſtändig.
Suchend taſtet ſich der weiße Strahl des Scheinverfers durch
die Nacht.
Hilfe! Hilfe!
Immer noch hat das helle Auge der Rettung die beiden Un=
glücklichen
noch nicht erſpäht.
Wieder heult die Sirene in die Nacht hinein.
Sie ſchreit: Lebt hier noch irgendwer!? Melde Euch!

Nr. 228 Seite 9
Aber Pittis erſchöpfte Stimme hören ſie nicht.
Hinter dem Scheinwerfer in der großen Motorbarkaſſe ſtehen
die Retter und ſpähen in das Grauen, das das helle Licht der
Scheinwerfer dem Dunkel entreißt.
Das was ſie ſehen iſt troſtlos.
Tote Tierkadaver ... . ſchwimmende Möbelſtücke .. . . Sträu=
cher
und Bäume, die entwurzelt im Waſſer ſchwimmen
Sie haben bisher nur eine halb wahnſinnige Frau mit ihrem
Kinde von einem ſchwimmenden Dach herunteretten können.
Sonſt treffen ſie nur auf Tote.
Tote Männer ... tote Frauen .... tote Kinder z::
Ueberall ſchwimmen Leichen.
Es iſt ein furchtbares Bild, wenn das Licht des Scheinwer=
fers
die ſchrecklichen Toten abtaſtet
Hier iſt nichts mehr, was lebt. Wir wollen weiterfahren. . ."
ſagt der Leiter der Rettungsexpedition.
Mir war als hörte ich einen Hilfeſchrei! ſagt einer der
Männer.
Alles lauſcht in die Nacht hinaus.
Aber unglücklicherweiſe ſchweigt in dieſem Augenblick Pitti
gerade. Er iſt ſchon ganz heiſer vom Schreien. Auch geht es ihm
wie ſeiner Frau. Die Furcht, nicht gefunden zu werden, lähmt
ſeine Stimme ...
Noch einmal taſtet der Scheinwerfer über das Waſſer.
Tierkadaver.
Ein großer Tiſch, der dahinſchwimmt und auf dem Tiſch ſitzt
eine Katze mit zwei Jungen.
Wir wollen die armen Tiere retten! ſagt der Führer des
Motorbootes.
Das Boot fährt bis zu dem Tiſch und holt die Katze mit den
Jungen an Bord.
Die Katze ſchreit wie ein Menſch vor Glück.
Sie will ſich gar nicht beruhigen laſſen.
Aber die Rettung der Katze hat das Boot jetzt ganz in die
Nähe von Pitti gebracht.
Zu Hiiilfel Hiiilfe!!
Lebende! ſchreit der Mann am Scheinwerfer und richtet
den Scheinwerfer in der Richtung, von wo die Rufe herkommen.
Das Bild, das ſich den Rettern bietet, iſt ſo phantaſtiſch, daß
ſie zuerſt glauben, von einem Trugbild genarrt zu werden.
Da ſtehen ein Mann und eine Frau auf dem Waſſer.
Ja, ſo ſieht es für die Retter aus.
Man ſieht nichts von dem ſchlammigen Boden unter ihren
Füßen.
Nichts iſt zu ſehen, als eine rieſige Waſſerfläche .... ein
ſchmutziger brodelnder See.
Und mitten auf dem Waſſer zwei Menſchen.
Zwei Menſchen, die ſich vor Glück umarmt halten, endlich
gerettet zu ſein ..
Das Boot fährt heran.
Es bohrt ſich mit der Spitze in den Sumpf unter Waſſer,
aber man rettet Pitti und ſeine Frau.
Wenige Minuten ſpäter ſchon liegen die beiden Geretteten
nebeneinander unter wollenen Decken und ſind in einen faſt
totenähnlichen Schlaf der Erſchöpfung gefallen.
Die Sirene aber heult weiter in die ſchreckliche Nacht hinein!
Huuuuiiiiiii ... ... Huuuuuiiiiiii!
Lebt hier noch jemand!? Meldet Euch!?
Huuuuiiiiiii .. . . . . Huuuuuiiiiiii!
Eines der grauenhafteſten Telephongeſpräche
führte der Kaufmann Michele Ruffini in Turin mit ſeinem
Reiſenden Luigi Proſperi der gerade zu der Zeit der Kato=
ſtrophe
in dem Unglücksgebiet weilte.
Zuerſt war das Geſpräch ganz normal verlaufen.
Proſperi, ein ungewöhnlicher ruhiger und ſachlicher Mann
hatte den erfolgten Abſchluß eines Geſchäftes gemeldet, als
Ruffini ihn plötzlich aufſchreien hört
Was ſchreien Sie denn Proſperi? Iſt irgend etwas
paſſiert?!
Es dauert eine Weile ehe Proſperi antwortet.
Ich glaube, ich ſehe den Tod auf mich zukommen, Signor
Ruffini!
Das iſt ganz kühl und ruhig geſprochen.
Aber dieſe Worte ſind doch die Worte eines Wahnſinnigen,
denkt Ruffini.
Den Tod? Sind Sie verrückt geworden!
Verrückt? Nein, aber ich habe ſoeben etwas furchtbares
geſehen. Ich kann hier beim Sprechen aus dem Fenſter ſehen.
Schon den ganzen Tag hat hier ein furchtbarer Sturm gewütet.
Ich hörte ſchon einmal heute die Befürchtung, daß der Ortillio
See hier den Damm durchbrechen könnte. Das iſt ſoeben ge=
ſchehen
. Ich ſehe eine mächtige Flutwelle . . . dunkel".
brüllend . . . auf einmal daherkommen . . . Jetzt hat die Welle
die erſten Häuſer erfaßt .. da fort . . . ſind ſie . . . nein,
Himmel fortgeſpült wie Kartenhäuſer . . . Ein ſchreckliches
Bild...!"
(Schluß folgt.)

HEU

Statt Karten.
Unſere liebe, herzensgute Mutter;
Hwiegermutter, Großmutter, Schweſter
chwägerin und Tante
Tatharine Gräf
geb. Schaffner
Witwe des Lokomotivführers
arde am 18. Auguſt 1935 von ihrem mit
ßer Geduld ertragenem Leiden im
Lebensjahr durch einen ſanften Tod

Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Ludwig Gräf
Familie Willi Gräf
Karl Weickeru. Frau Elſe, geb. Gräf
Familie Ernſt Gräf
und 4 Enkelkinder.
rmſtadt, Treuchtlingen.
etrichſtr. 21.
ſBung Mittwoch, den 21. Aug. 1935,
mittags 3 Uhr auf dem Waldfriedhof.

Dankſagung.
ſe vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
Amſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
wir hiermit unſeren innigſten Dank.
Dderen Dank Herrn Pfarrer Weigel für
Töſtenden Worte, der Betriebsführung
Belegſchaft der Firma E. Merck, dem
Lawerein Harmonie und der Zahlſtelle
Durtſchen Invalidenbundes, ſowie den
7 Kranz= und Blumenſpenden.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Marie Weber und Kinder.
rmamſtadt, den 19. Auguſt 1935.

Nach kurzer, ſchwerer Krankheit entſchlief am
15. Auguſt unſere liebe, gute Tochter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Frl. Lisbeth Benz
In tiefer Trauer:
Georg Benz und Frau Margarete,
geb. Wannemacher
Heinz Benz, Hauptmann, und Frau
Lene, geb. Kentner
Dr. Georg Benz und Frau Luiſe,
geb. Schott
Gretel Benz
Dieter, Alli, Horſi Benz.
Darmſiadt, Celle, den 19. Auguſt 1933.
Die Beiſetzung hat in aller Stille ſtattgefunden.

Am 17. Auguſt, abends 10 Uhr, wurde
unſre liebe brave Schweſter, Schwägerin
und Tante
Fräulein alind Serche
im 48. Lebensjahre zu Nieder=Ramſtadt
durch einen ſanften Tod erlöſt.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Ehriſtian Schleidt u. Frau
Mathilde, geb. Herche
Margarete Herche.
Darmſtadt, Pankratiusſtr. 30.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den
21. Auguſt, um ½4 Uhr auf dem alten
Friedhof Nieder=Ramſtädterſtr. ſtatt.

K.55
Brief abholen!

Beſſ. Dame
Witwe, 57 J.
vermögend. ſucht
paſſenden Herrn
kennen zu lern.
zwecks
Heirat.
Zuſchriften unt.
E 158 Geſchſt.

Repariere
echte Teppiche.
Angebote unter
E 157 Geſchſt.

Für 8täg. Tour
w. 13 Perſ.
geſucht. Habe
n. DKW.= Wa=
gen
Verbrauch
ſehr gering.
Betriebsſtoff
u. Uebernach=
ten
muß ver=
gütet
werden.
Ang. u. F 155
an die Gſchſt.

Mie
Schleiflackküche
(Büf. 160), Eich.=
Schlaf= u. Eich.=
Herrenzi. m. 2m=
Schrank bill. ab=
zug
Klohe, Land=
vehrſtraße
31. (a

Todes=Anzeige.
Plötzlich, ganz unerwartet,
verſchied durch Herzſchlag
mein lieber Mann und treu=
beſorgter
Vater
Adam Plum I.
Modellſchreiner.
In tiefer Trauer:
Margarethe Blum und Kind.
Rieder=Ramſtadt, 19. Aug. 1935.
Auf Wunſch des Toten findet
die Beerdigung in aller Stille
ſtatt. Von Beileidsbeſuchen
u. Blumenſpenden bittet man
abzuſehen.

Zurück!

Geſtorbene.
Darmſtadt: Krämer, Heinrich, Stellwerksmſtr.
i R., verheiratet, 63 Jahre.
Heger, Eliſabetha, geb. Leidecker, Ehefrau
des Telegrapheninſpektors, 61 Jahre.
Mohr. Jakob, Kaufmann, Witwer 80 Jahre.
Gräf, Katharina, geb. Schaffner, Witwe des
Lokomotivführers i. R., 78 Jahre.
Traiſa: Scheerer Friedrich, Bürgermeiſter,
verheiratet, 52 Jahre.

Täglich neue Kunden beſtätigen
mir die Qual tät meiner
Weis-Weil-
(G169 2
Dauerwellen
Schnell und ohne Hitzebeläſtigung
Das Vollſchutzverfahren f. jed, Haar.
Salon Gg. Micklas
Grafenſtr. 24 Telefon 3723.

Dr. Schiſerdecher graris Dieder aufgenammen
Facharzt für

prakt. Zahnarzt
Heinrichsstraße 6
9-12u. 2-6 Uhr. Fernruf 868
Schweißfuß?
Gerlachs Gehwol
Präservativ-Krem
hilft sofort!
Seit 50 Jahren bewährt.
Dose RM. -.45, 63, .90
in allen Apotheken und Drogerien
T6647

Dr. Scherer aungenleiden
Heinrichsſtraße 64 Telefon 3113

DKW. Oitroén
Verkauf O
6 Reparatur
Auto-Holzinger
Landwehrstraße 42, Ruf 4343

Fuß=
pflege

Fr. Hartmann,
appr. Heilgeh.,
Grafenſtr. 20.

Küchen u.
Schlafzimmer
ſehr ſchöne Mod.,
preisw. abzug. (a
Menger,
Möbel u. Betten.
Bleichſtraße
Eheſtands=Darl.

[ ][  ][ ]

Sport, Spiel und Jurnen

Zußball im Kreis Starkenburg.
Betr.: 3., 4. pp. Mannſchaften der Bezirksklaſſenvereine.
Die Bezirksklaſſenvereine des Kreiſes werden nochmals er=
ſucht
, ihre Meldung für die 3., 4. pp. Mannſchaft bis ſpäteſtens
22. 8. 35 an den Unterzeichneten einzureichen, damit die Eintei=
lung
dieſer Mannſchaften erfolgen kann.
Die Spiele der 2. Mannſchaften werden von dem Bezirks=
führer
, Herrn Schindel, durchgeführt.
Betr.: Juniorenrunde.
Alle Vereine, die eine oder mehrere Juniorenmannſchaften
haben, werden hiermit nochmals aufgefordert, ihre Meldung bis
zum 22. 8. 35, an den Unterzeichneten abzugeben, damit die Ein=
teilung
erfolgen kann.
Betr.: Jungligaſpiel in Darmſtadt am 28. 8. 35.
Am Mittwoch, dem 28. 8. 35, abends 6 Uhr, findet auf dem
Platz des Polizeiſportvereins Darmſtadt ein Spiel einer Jung=
ligamannſchaft
von Frankfurt gegen eine Jungligamannſchaft von
Darmſtadt ſtatt. Die Mannſchaftsaufſtellungen werden noch im
Laufe dieſer Woche bekanntgegeben. Die Vereine von Darmſtadt
werden ſchon jetzt bezüglich der Abſtellung von Spielern auf die=
ſes
Spiel hingewieſen. Schäfer, Kreisſportwart.
Die Jungliga Frankfurt iſt wie folgt aufgerufen:
Meſſer (HdV.); Völp (FSV. Bergen), Walter (SV. Soſſenheim);
Gerharz (Poſt=Merkur Ffm.) Fürbeth (Eintracht Frankfurt),
Raab (DvSG.); Pfaff (VfL. Iſenburg), Schmitt (1911 Iſenburg),
Schmidt (Eintracht Ffm.), Schramm (1911 Iſenburg) Volk (07
Kriftel). Erſatz: Lauer (05 Oberrad), Roth (VdO.) und
Nabenzahl (HdV.)
Die Kreisklaſſe 1 im Kreis Starkenburg.
Nachſtehend gebe ich die Einteilung der Kreisklaſſe I für das
Spieljahr 1935/36 bekannt:
Gruppe 1: TV. Lampertheim, FV. Hofheim, FC. Starken=
burgia
Heppenheim, FV. Biblis, TSG. Biebesheim, FC. Con=
ordia
Gernsheim. FC. Bensheim, FC. Alemannia Groß= Rohr=
heim
, TSVgg. Klein=Hauſen, TG. Stockſtadt.
Gruppe 2: SVgg. 04 Arheilgen, TSG. 46 Darmſtadt, FC.
Union Wixhauſen, SC. Viktoria Griesheim, SV. Groß=Gerau, FC.
Chattia Wolfskehlen, TB. Jahn 75 Darmſtadt, FV. Germania
Eberſtadt, TV. Alsbach. SV. Merck Darmſtadt.
Spielleiter für beide Gruppen: Kreisſportwart J. Schäfer,
Groß=Gerau.
Gruppe 3: VfL. Michelſtadt SV. Höchſt i. O. SV. Roß=
dorf
, TSG. Ober=Ramſtadt, FV. Germania Babenhauſen, VfR.
Erbach, VfR. Beerfelden, FSV. Groß=Zimmern. Spielleiter:
Kreisführer Dr. Grünewald, Darmſtadt.
Gruppe 4: FC. Viktoria Urberach, FV. Eppertshauſen,
FC. Germania Oberroden, FC. Dreieich 02 Dreieichenhain, S
Dudenhofen, SV. Vorwärts Niederroden, SV. Offenthal. SV.
Münſter falls er nicht aufſteigt . Spielleiter: Ernſt Zeng,
Egelsbach.
Gruppe 5: TSG. Mainflingen, SV. Hainſtadt. SVgg.

Weiskirchen SV. Zellhauſen, FC. Kickers Obertshauſen, FC. Ger=
mania
Klein=Krotzenburg, SVgg. Seligenſtadt, FC. Britannia
Lämmerſpiel, FC. Ballſport Dietesheim. SV. Froſchlauſen.
Spielleiter: Adolf Vogt, Mühlheim a. M.
Folgende Vereine haben ihre Meldung bis heute nicht abge=
geben
: FV. Hofheim. Alemannia Groß=Rohrheim, TV. Alsbach,
VfR. Erbach VfR. Beerfelden Germania Oberroden und Ball=
ſport
Dietesheim. Falls die Meldungen nicht bis zum 22. 8. 35
bei dem Unterzeichneten eingehen, iſt eine Teilnahme an den
Spielen ausgeſchloſſen.
Die 2. Mannſchaften ſpielen in gleichen Gruppen zuſammen,
und zwar vor den Spielen der 1. Mannſchaften. Die Spiele be=
ginnen
am 22. 9. 35.
Die Einteilung der Kreisklaſſe II wird nach Eingang
aller Meldungen veröffentlicht. In dieſer Klaſſe fehlen noch fol=
gende
Meldungen: Bobſtadt, Zwingenberg, Fehlheim,Seeheim,
Hambach, Nordheim, Geinsheim, Nauheim Königſtädten, Aſtheim,
Dornheim, TG. Sprendlingen, Meſſel, Lützel=Wiebelsbach, Neu=
ſtadt
, Schaafheim, Georgenhauſen, Jügesheim, TG. Seligenſtadt
und Groß=Steinheim. Falls dieſe Vereine nicht bis zum 22. 8. 35
ihre Meldung an den Unterzeichneten in dreifacher Ausfertigung
abgeben, iſt ihre Teilnahme ausgeſchloſſen.
Schäfer, Kreisſportwart.
Turnerbund Jahn 1875 Jugendabt.
Allen Schülerinnen und Schülern, insbeſontere aber den El=
tern
unſerer Jugendlichen, daß in dieſer Woche wieder die Turn=
ſtunden
in der Turnhalle am Kapellplatz beginnen. Die
Turnſtunde der Mädchen iſt, wie ſeither, Mittwochs ab 5.30 Uhr
und die Turnſtunde der Knaben Donnerstags ab 5.30 Uhr. Wir
bitten, die Kinder zu einem regelmäßigen Beſuch wieder anzu=
halten
.

* Fußball=Nachleſe.
Von den Spielen, die zum Auftakt der neuen Saiſon in
freundſchaftlichem Verhältnis ausgetragen wurden, ſind noch fol=
gende
Reſultate nachzutragen:
Dietzenbach Germania Pfungſtadt . .
Oſthofen Ober=Ramſtadt . .
Olympia Alzey FV. Hofheim
3:0,
Concordia Gernsheim TV. Lampertheim 6:1,
Sppgg. 04 Arheilgen FC. Oberroden 1:1,
TV. Monsheim Normannia Pfiffligheim 1:5.
Die zum Teil recht ſonderbaren Ergebniſſe laſſen darauf
ſchließen, daß die Mannſchaften bis zum Beginn der Verbands=
ſpiele
noch allerhand zu ſchaffen haben, damit ſie in entſprechen=
der
Form antreten können.
Union Wixhauſen 2. Offenthal. Gegner nicht angetreten.
Union 1. Schüler TV. Erzhauſen Sch. 4:2: 2. Schüler Erz=
hauſen
2. Sch. 1:0; Union Jugend Dietzenbach Jgd. 0:0.
SV. 98 Darmſtadt, e. V. (Fußballjugend).
Ergebniſſe vom Sonntag: A=Jugend 1. Jugend Germania
Eberſtadt 3:5, dort; B=Jugend 1. Jugend Merck Darmſtadt 7:1.
1. Schüler 1. Schüler Germania Pfungſtadt 5:1, dort; 2. Schü=
ler
1. Schüler Merck Darmſtadt 0:1.
TSG. 46 Handballabteilung.
Wir machen alle unſere Aktiven auf das Verlegen unſeres
Trainings am Mittwoch abend aufmerkſam. Die Uebungsſtunden
ſind jetzt regelmäßig am Mittwoch abend ab 5.30 Uhr auf der
Woogswieſe. Wir bitten dies zu beachten. Von morgen ab neh=
men
auch die Jugendſpieler am aktiven Training teil.
Die Damenabteilung übt, wie gewöhnlich, am Mittwoch
abend und Sonntag früh. Frau Bayus übernimmt für beide
Tage das Training, und Mittwoch nach Saarbrücken ſetzt das
Training wieder voll ein
Die Schülerabteilung übt am Samstag mittag ab
4 Uhr, hier übernimmt Herr Ohl die Leitung bis nach Saar=
brücken
. Es iſt notwendig, daß alle Schüler, die das Handball=
ſpiel
von jetzt ab betreiben wollen, ſich am Samstag pünktlich zur
obengenannten Zeit einfinden.
Spork und NS=Frauenſchaft.
In Ausführung des Abkommens des Reichsſportführers mit
der NS.=Frauenſchaft haben der Beauftragte des Reichsſportfüh=
rers
für den Bezirk III des Gaues 13, SA.=Rottenführer Topp
und die Gaufrauenſchaftsleiterin von Heſſen=Naſſau, Pgn. Brink=
hoff
, Frankfurt a. M.. folgende Vereinbarung getroffen:
1. Zum Zweck einer ſtärkeren Werbung für die Leibesübungen
mit dem Ziele, daß regelmäßige, ſinngemäße Leibesübungen zur
Lebensgewohnheit der deutſchen Frau werden, ſagt die NS.=
Frauenſchaft ihr tatkräftige Mitwirkung zu.
2. Die Kreisvertrauensmänner des Bezirksbeauftragten neh=
men
die Zuſammenarbeit mit den Kreisfrauenſchaftsleiterinnen
auf.
3. Die Vertrauensmänner ſorgen dafür, daß bei Tagungen
und Verſammlungen der Kreisfrauenſchaften die Werbung für die
Leibesübungen durch Vorführungen der Vereine des Reichsbundes
für Leibesübungen unterſtützt werden.
4. Die Mitglieder der Frauenſchaft werden angehalten, in die
Vereine des Reichsbundes für Leibesübungen einzutreten.
5. Die Vereinsführer werden die notwendigen Vorausſetzun=
gen
erfüllen: Bildung von Frauenabteilungen, Heranziehung von
Uebungsleiterinnen, Entgegenkommen im Beitrag, um den Ein=
tritt
in die Vereine zu erleichtern.
Die Gaufrauenſchaftsleiterin der NSDAP. für Heſſen=Naſſau.
(gez.) Frau J. Brinkhoff.
Der Beauftragte des Reichsſportführers für den Bezirk III
des Gaues 13. (gez.) Topp, SA.=Rottenführer.
Bekannkmachung des Reichsſporkführers.
Betr.: Anerkennung der Wirtſchaftsgruppe Gaſtſtätten= und
Beherbergungsgewerbe.
Der Herr Reichs= und Preußiſche Wirtſchaftsminiſter hat durch
Erlaß vom 17. Juli 1935 IV 13 410/35 ſeine Anordnung über
die Anerkennung der Wirtſchaftsgruppe Gaſtſtätten= und Beher=
bergungsgewerbe
vom 18 September 1934 (Reichsanzeiger Nr. 219
vom 19 September 1934) wie folgt ergänzt:
Gaſt= und Schankwirtſchaften, die von Vereinen, deren
Zweck nicht auf einen wirtſchaftlichen Geſchäftsbetrieb gerichtet
iſt oder in deren Räumen betrieben werden und nur zur Ver=
ſorgung
der Mitglieder des Vereins und deren Gäſte beſtimmt
ſind, brauchen der Wirtſchaftsgruppe Gaſtſtätten= und Beherber=
gungsgewerbe
nicht angehören.
Sämtliche mir in dieſer Angelegenheit zugegangenen Ein=
gaben
betrachte ich damit als erledigt.
(gez.) v. Tſchammer und Oſten.

Bei ſeinem Beſuch in Nürnberg am Samstag hat der
bei der Beſichtigung des Zeppelinfeldes Architekt Speer des
trag gegeben, im Stadion eine Kampfbahn für ſportliche Gid
anſtaltungen zu ſchaffen, die der Größe der Kampffelder un
Stadt der Reichsparteitage entſpricht und 150 000200 0C.)
ſonen Platz bietet. Architekt Speer hat den Auftrag angen.

Ringen.

Vorwärts Jugend Groß=Zimmern Bezirksmeiſter im Rijg
Am Sonntag trafen ſich die 1. Jugendmannſchaften der
Vereine Hanau, Groß=Zimmern, Neu=Iſenburg, Eckenhefin
Bürgel zu den Ausſcheidungskämpfen um die Bezirksmeiſti
ten in Hanau a. M. Unter der bekannt ſicheren und umſſt
Leitung von Gauſportwart Hubeler=Neu=Iſenburg ſpielten:
der Matte vor einem recht anſehnlichen Publikum pei
Kämpfe ab, und es wurden Einzelleiſtungen geboten, wie Fſ
bei den Aktiven ſelten zu ſehen ſind. Es iſt dies ein erfrr
Beweis dafür, daß ſich der junge Nachwuchs bemüht, a le
den guten deutſchen Sport einzuſetzen und die Farben de
hörigen Vereine würdig zu vertreten. Allen voran und Eu
lich überlegen war aber der neue Bezirksmeiſter Vorw
Groß=Zimmern. In der Aufſtellung Herbert, Dietrich, Se
Held, Wörthge und Krauß, wovon der kleine Herbert dii
zendſten Leiſtungen vollbrachte, war Groß=Zimmern nichtt
ſiegen. Das beſte Reſultat konnte die gute Hanauer Maan
noch mit 6 Punkten gegen 11 Punkte für Groß=Zimmern =/
Allerdings brachte Herbert etwas Uebergewicht, ſo daß dii
Punkte ſchon kampflos an Hanau fielen. Krauß hatte=
guten
Tag. Obwohl er ſonſt nicht ſchlecht iſt, hatte ihn den
penfieber gepackt und er mußte eine wohlverdiente Nie
einſtecken. Die übrigen konnten ſämtliche Gegner durckty
kurzer Zeit entſcheidend beſiegen. Dieſe Leiſtungen wurdn
am Schluß der Veranſtaltung noch einmal vom Gauſportrry
ſonders lobend hervorgehoben, und auch wir wollen nään
fehlen, dem neuen Meiſter an dieſer Stelle unſere Glücv)
darzubringen. Beſonderes Lob aber gebührt dem Füh
Trainer Hch. Danz, der in aufopfernder Liebe und Gedull
Zeit noch Auslagen ſcheut, um die Mannſchaft zu einer u4
und ſchlagkräftigen Ringerſtaffel heranzubilden.
Die angetretene Schülermannſchaft konnte ſich nich
ſetzen. Die Vertreter der einzelnen Klaſſen waren ihren
gegenüber durchweg zu leicht.
Rennfahrer H. Geyer beſtraft.
Die O.N. S. gibt bekannt:
Beim Großen Preis von Deutſchland auf dem Nürk.u
haben die Sportkommiſſare über den Fahrer H. Geyem

Nr. 8) wegen Behinderung eines anderen Fahrers eine Omu

ſtrafe verhängt.
Gegen dieſe Ordnungsſtrafe haben die Daimler= Bew=
als
Bewerber bei der O.N.S. Einſpruch erhoben. Die vom
denten des O.N.S. auf Grund dieſes Einſpruches durckte
eingehende Unterſuchung hat ergeben, daß während der
rung des Feldes in den erſten Runden nach dem Start eim
auch unbewußte und ungewollte, ſo doch tatſächliche Behiſ
des Fahrers Start Nr. 1 durch den Fahrer Start Nr. 8 uu
ten iſt. Im Hinblick auf die Notwendigkeit der Beachtu
veinlichen Fahrdiſziplin hat der Präſident der O.N.S. di
ſpruch des Bewerbers nicht ſtattgeben können.
In der Oeffentlichkeit und beſonders in Information=9
ſind nach dem Großen Preis von Deutſchland bedauerli:d
verſchiedentlich völlig abwegige Folgerungen, ſo u. a. die.9
einer Nichtbehinderung ein deutſcher Fahrer gewonnen =
dieſem
Falle gezogen worden.
itige
Die O.N.S. hält es für ihre Pflicht, derartige müßi!

binationen, vor allem, wenn ſie wie dieſe dazu geeignet
ehrlich erkämpften Sieg eines ausländiſchen Meiſterfant

ſchmälern, auf das Schärfſte zurückzuweiſen.

Weiterbericht

Bao doler deolrfelrt Dee
Ein Abenteurer-Roman von Justus Franz Wittkop
27)
Nachdruck verboten.

Er war bei der Sibirian=Coal=Company eingetreten, zu deren
Gründern er in verwandtſchaftlicher Beziehung ſtand und von
deren Aktien ein Teil auf ſeinen Namen in einem Banktreſor in
San Franzisko deponiert war, mit der gleichfalls abenteuer=
lichen
Ausſicht, ihren Beſitzer einmal zu einem ſteinreichen Mann
zu machen. Denn wie ſich bei den Goldſuchern der Durſt nach
Reichtum mit der Sucht nach einem ungewöhnlichen Leben ver=
mengte
, ſo war auch Maſham von einer haſardierenden Gewinn=
ſucht
beſeelt, ohne ſich ſchon völlig darüber klar zu ſein, auf welche
Weiſe er einmal den erhofften Millionenſegen in Genuß und Be=
friedigung
umſetzen würde.
Einſtweilen waren ſeine perſönlichen Bedürfniſſe geradezu
ſpartaniſch. Ein mittelmäßiger Tabak und ab und zu eine einiger=
maßen
lebhafte Pokerpartie waren ſo ziemlich die einzigen Freu=
den
, die er neben Gefahr und Arbeit vom Daſein verlangte. Seine
gierigen Träume von Beſitz und Wohlhabenheit waren und blie=
ben
das, was der Engländer als Spleen bezeichnet, ein Ele=
ment
nämlich, das der Zufriedenheit ein möglichſt fernes Ziel
ſtecken ſollte. Solange er nicht unermeßlich reich war, hatte er
alſo Grund, unzufrieden und ruhelos zu ſein, ein Zuſtand, der ihm
mehr behagte als jeder andere, da er ihn noch berechtigte, zu flu=
chen
und zu fiebern, ſo oft es ihn danach verlangte .
Als man ihm meldete, im Lager ſei ein Mädchen angekom=
men
, das angeblich Nachricht von dem vermißten Flieger geben
könne, war er gerade damit beſchäftigt, ſein kantig geformtes
Kinn vor einem runden Vergrößerungsſpiegel von den eiſen=
grauen
Stoppeln zu befreien.
Dieſe Prozedur nahm Mr. Maſham nur etwa einmal in vier=
zehn
Tagen vor, da er, der ſonſt wahrlich keine Strapazen fürch=
tete
, einen beinahe zimperlichen Abſcheu vor den Umſtänden und
kleinen Ungelegenheiten hatte, die die bartloſe Mode den Mann
zu erdulden nötigt, indem ſie ihn die Haut der Wangen und des
Halſes mit dem Schermeſſer zu mißhandeln zwingt. Spötter könn=
ten
behaupten, daß er ſich in wilde Gegenden und in die Einſam=
keit
gefährlicher Poſten nur darum drängte, um ſich nicht all=
morgendlich
dieſer verhaßten Handhabung von Pinſel und Klinge
unterziehen zu müſſen, die ihm als der Gipfel des Unbequemen
vorkam ihm, dem es nichts ausmachte, bei einem Schneeſturm
tagelang im Sattel zu bleiben oder, nur mit einem Browning be=
waffnet
, einer Meute Wölfe die Stirn zu bieten. Warum er bei
dieſer abſonderlichen Abneigung ſich keinen Bart wachſen ließ,

der ſeinem großflächigen Geſicht nicht einmal ſchlecht geſtanden
hätte, iſt ſchwer zu ergründen. Man müßte die geheimſten Vor=
ausſetzungen
der männlichen Eitelkeit zergliedern, von der ſelbſt
dieſer robuſte, bärenſtarke und ſelten mit ſich ſelbſt beſchäftigte
Mann nicht frei war.
Während Maſham widerwillig die Grimaſſen ſchnitt, die dem
ſich Raſierenden von der Anatomie der Wangen vorgeſchrieben
werden, und ſeine Laune die denkbar grimmigſte war, ſtreckte je=
mand
hinter ihm den Kopf durch die Tür der Wellblechbaracke und
meldete die Ankunft eines Mädchens, das Kunde von dem ver=
mißten
Schlüter bringe.
Noch halb eingeſeift, fuhr Maſham herum, nicht ohne ſich un=
geſchickt
einen Schnitt beizubringen, der ausgiebig zu bluten be=
gann
. Maſham ließ einen ſo prachtvoll plaſtiſchen Fluch hören,
wie er ihm bisher vielleicht noch nie gelungen war.
In der Tat war die Nachricht alarmierend. Denn im Lager
hatte man Schlüter faſt ſchon aufgegeben. Man rechnete nicht
mehr damit, noch jemals ein Lebenszeichen von ihm zu erhalten.
Man war überzeugt, daß er das Opfer einer Flugkataſtrophe ge=
worden
ſei und daß ſein Körper irgendwo in den Wäldern halb
verkohlt zwiſchen Baumäſten hinge oder unter den Trümmern
ſeiner Maſchine begraben läge.
Die Radioſtation des Lagers hatte ſein Ausbleiben der Welt
und der Weltpreſſe mitgeteilt und ein paar Tage lang gewiſſen=
haft
über die Nachforſchungen und die Vermutungen der Expedi=
tionsgruppe
Maſham berichtet. Nachdem aber ſeit Schlüters
letztem Start faſt eine Woche verſtrichen war, ohne daß der
Urwaldſender mit neuen Senſationen aufwarten konnte, und da
die Berichte nach wie vor ziemlich eintönig lauteten: Von dem
Piloten Schlüter noch keine Spur, ſo hatten die meiſten Zei=
tungsleſer
von ſich aus einen Schlußpunkt unter die ferne Tragödie
geſetzt, indem ſie dieſe unbefriedigenden Meldungen überſchlugen.
Die Nachforſchungen der Gruppe Maſham dagegen wurden
noch immer fortgeſetzt, trotz geringer Hoffnungen. Es waren ſo=
gar
zwei Flieger von einer Station in Wladiwoſtok herüber=
gekommen
, und ſie kreuzten unermüdlich über den rieſigen Ge=
bieten
der Konzeſſion, um nach Spuren zu fahnden. Da es aber
keinerlei Anhaltspunkte gab, nach welcher Richtung hin Schlüter
an jenem Morgen ſeine Rekognoſzierungstätigkeit ausgedehnt
habe, ſo waren ſie bei ihrer Suche auf die Hilfe des Zufalls an=
gewieſen
.

des Reichswetterdienſtes, Ausgabeort Frankfurt a.
Ueber Mitteleuropa liegt unverändert hoher Luftdru,
ſind die Luftdruckgegenſätze ſehr ſchwach. In Verbindung mi
len kleineren Störungen tritt daher ſtellenweiſe wieder etrund
Bewölkung auf. Jedoch behält das Wetter im ganz=
freundliche
Geſtalt.
Ausſichten für Dienstag: Morgens vielfach dunſta,g
neblig, ſonſt heiteres Wetter, tagsüber warm, trocken, K.
Luftbewegung.
Ausſichten für Mittwoch: Weiterhin angenehmes 206.
wetter.
Jutta wurde ſofort vor Maſham geführt, währe
draußen bei den abgehetzten Pferden blieb. Jutta hatte=
geſchont
und ebenſowenig ſich ſelbſt und ihren Begleiter.
daß ſie allnächtlich drei bis vier Stunden Ruhe bewillät
Die Ueberquerung des Gebirgszuges war ihnen üüd
nur möglich geweſen durch den glücklichen Umſtand, m
geländekundig war. Er war ein leidenſchaftlicher Jäüs
deren gab es nicht viele unter den Turkmenen. Sein /1-3
haberei für das Weidwerk folgend, hatte er ſchon früher s,
auf der Spur eines Bären oder beim Auslegen der Zc.
das Gebirge durchſtreift; er kannte eine paßähnliche Sen-)
für Reittiere einigermaßen gangbar war. Ihr folgterr Wa
eiligem Ritt.
Von der Höhe des Kamms aus hatten ſie weit dru uch
das Tal ſich erweiterte, Rauchſäulen über den Wipfelm
und waren in Gewaltmärſchen darauf zugeritten. In
nahme, daß dort das Lager der Fremden ſei, hatten ſie
getäuſcht. Bevor ſie es jedoch erreichten, hatte die Nacht
mals überraſcht, und die Erſchöpfung der Tiere machte
mal eine Raſt unumgänglich. Kurz nach Mitternacht al
Jutta ſchon wieder zum Aufbruch gedrängt, und da
Strecke des Weges nicht mehr ſo ſchwierig und gefahrm
hatten ſie bald nach Sonnenaufgang das Lager der
Maſham erreicht.
Agah ſah ſich mit mißtrauiſcher Bewunderung unten
chernen Baracken, den Raupenſchleppern, den Benzinn.
und all den verrußten Gegenſtänden des Lagers um, 00 ,
von der Waldſtadt Kyrill=Begs unterſchied. Der junge
kam ſich in dieſer verdächtigen Umgebung nicht wohl vor
wollte faſt ein Vorwurf in ihm aufkeimen, daß. Jutta
hiergewendet habe, eine Regung, die vielleicht zum Teil E
ſucht, zum andern Teil aber ſeinem fanatiſchen Mißtraug.
alles Fremde entſprang. Sorgenvoll ſah er Jutta nacht
von einem Mann in ölbeflecktem Overall in eines der 2
häuſer geführt wurde.

Auch in Jutta ſelbſt war dieſes fanatiſche Mißtrauen
wieder auferſtanden, das die Erziehung ihres Bruders I.

pflanzt hatte. Unterwegs war ihr Sinnen und Trachten:
dem einen beſchäftigt geweſen: raſch Hilfe zu holen, ehe
ſeinem qualvollen Schickſal völlig erlegen wäre. Sie Ne
die grauſame Sinnloſigkeit des Verbrechens vor Auge‟
von ihm abwenden mußte, da ſie allein in der Lage 9004
Als ſie aber, auf müdem Pferd und ſelbſt zum. ."
müde, ins Lager der Fremden einritt, als ſie das S."
Lichtmaſchine, das Brummen der Motoren und die lau
der Leute in einer fremden Sprache hörte, als ſie de
ſamkeit zwiſchen den nüchternen Blechhütten und die T.
Unverſtändlichkeit der Geräte ſah, da war ſie an ihrem
irre geworden. Sie fühlte dumpfe Beklemmung, nicht
ſchieden von den Regungen eines böſen Gewiſſens=
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Das Abſatzbild der Saarkohle.
gegliedert worden. Zu begrüßen iſt, daß neuerdings die Mi=
ſchung
von Saarkohle mit Kohlen anderer Herkunft dem
Ausſichten der Aiſtennng
Syndikat ausdrücklich geſtattet worden iſt.
Das Abſatzbild der Saarkohle bietet zwar zu ge=
wiſſen
Hoffnungen Anlaß, iſt aber heute noch weit von der ſo not=
aaf
deie ſavorärſchen Martt.
wendigen Konſolidierung entfernt.

wem die neue deutſche Grubenverwaltung ihren Einzug
Erl and gehalten hat, ſind recht vielſeitige, tiefeinſchneidende
ſhun gen eingetreten.
Ariſchaftlich ſteht die neue deutſche Grubenverwaltung vor
HAufgaben. Die Folgen des franzöſiſchen Raubbaues ſind
ſüiürgen. Inſtandſetzungen müſſen vorgenommen werden.
zuwtaufgabe aber iſt die Zurückorientierung der
hle auf den ſüddeutſchen Kohlenmarkt.

t dem
waren

ſörungsmomente für die deutſche Kohlenwirtſchaft mußten
enherein möglichſt ausgeſchaltet werden. Das ſetzte eine
ſiölgung, mit dem Rheiniſch=Weſtfäliſchen Koh=
indikat
voraus. Man hat dabei nicht die Form der
ſarktabrede, ſondern dieienige eines feſten Zuſam=
hhtuſſes
durch den Beitritt der Saargrubenver=
zu
zum RWKS. gewählt, ein Schritt, der auch der bereits
ören beſtehenden ſyndikatlichen Zielſetzung entſpricht, ſämt=
eſdeutſchen
Steinkohlenerzeuger in einer gemeinſamen
gat ion zu vereinigen. Die Hauptaufgabe wird nach wie
huch den Umſtand gebildet, der Saarkohle Abſatz in Deutſch=
verſchaffen
und ſo die frühere Abhängigkeit von Frank=
z
gunſten einer geſunden Binnenmarktorien=
ung
zu erſetzen. Gelingt es dem RWKS. dieſe Aufgabe
Wie ſo iſt damit der praktiſche Wert der Arbeitsgemeinſchaft
ſo eindeutiger Weiſe erwieſen. Der Lage der Saargruben
diebe ud ſ ßzt ſt Vertrag dadurch Rechnung zu tragen verſucht, daß die
ſue Beſchäftigungsziffer unverändert bleibt, ſo=
nge
ch die der Ruhrzechen zwiſchen 44,07 und 38,25 Prozent
konnte ſt üſweu In gleicher Weiſe iſt der Saargrubenverwaltung für
c och eine Verkaufsbeteiligung und ein Beſchäftigungsan=
mutch
ugeſagt, deſſen ziffernmäßige Höhe jedoch zur Zeit noch
ſichF egültig feſtſteht.
ie auf Grund des gegenwärtigen Vertrages beſtehende
er beſtalt
beſſäitigungsanſpruch der Saargrubenver=
a
ſlun g gegenüber dem Syndikat beläuft ſich auf jährlich 6,5
ſien Tonnen, während 4,4 Millionen Tonnen als ſogenannte
ner 5 ſn ſutallsmengen dem direkten Vertrieb durch die Saargruben=
ung
vorbehalten ſind. Mit Ausnahme dieſes direkten
von 4,4 Millionen Tonnen an das Saarland geht der
eſamte Saarkohlenvertrieh im In= und Auslande durch
zorganiſation des RWKS. Abgeſehen von der vorer=
7 Ausnahme der Vorbehaltsmengen zur Lieferung im
teiet beſteht daher keine Verkaufstätigkeit der Saargruben=
hung
. Lediglich der alteingeſeſſene Saarhandel iſt als Un=
umer
der Kohlenkontore in die Syndikatsorganiſation ein=
Imſakzſkeigerung im Texkil=Einzelhandel.
llärend im erſten Drittel 1935 die Textileinzelhandels=
iüs
vertmäßig im Geſamtdurchſchnitt für das deutſche Reichs=
m
2,0 Prozent zugenommen haben, zeitigt das nunmehr
unde Halbjahresergebnis eine wertmäßige
ſteigerung von 2 8 Prozent. Auch über einen
Zeitraum geſehen, ergibt ſich, daß die Umſatzentwicklung
arleinzelhandel als günſtig bezeichnet werden kann. Der
ſr im erſten Halbjahr 1935 umgeſetzten Waren lag um
Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Jahres
m tieften Stand der Umſätze im Textileinzelhandel.
Piehmärkke.
abeort Franliun
imſtädter Viehmarkt vom 19. Auguſt. Aufgetrieben waren
ſweine. Die Preiſe ſtellten ſich auf a) b), c). d) 54
Pfund. Es wurden verkauf: in der Klaſſe a) , b) 49,
118.) 152 Stück. Marktverlauf: lebhaft, geräumt.
Aldnheimer Viehmarkt vom 19. Auguſt. Auftrieb: 107
e t 24 Bullen, 222 Kühe, 183 Färſen, 695 Kälber, 21 Schafe,
8 wweine Preiſe: Ochſen a) 42. b) 4041; Bullen a) 42,
We: Kühe a) 3742. b) 3036 c) 2429: Färſen a) 42,
4u: Kälber a) 6366, b) 5762, c) 5056, d) 4249;
hwttn a) 54, a2) geſtrichen b) 54, c) 54, d) 5354:
grm,
hieK e) 5254. Marktverlauf: Rinder lebhaft, Kälber leb=
Sweine flott.
mkfurter Viehmarkt vom 19. Auguſt. Auftrieb: Rinder
Nian 1092 am letzten Montagsmarkt), darunter 138 Ochſen,
MA% 378 Kühe und 197 Färſen. Zum Schlachthof direkt:
Buk. Kälber 364 (437), Schafe 20 (33), Schweine 2216
Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.:
42 (am 12. Auguſt 42), b) 4142 (4142), c) 3840
Md) (3336); Bullen a) 42 (42), b) 42 (4142),
44 (3940), d) (3538): Kühe a) 4142 (4042),
0 (3439), c) 2834 (2733), d) 2027 (2026):
Sir 42 (42), b) 4142 (4042) c) 3840 (3639), d) 30
135); Kälber andere a) 6367 (6567) b) 5864
4855 (5057), d) 4047 (4249: Lämmer und
Ab2) 4041 (3840): Schafe nicht notiert: Schweine
59½), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54), d) 54 (54),
(), Sauen g1) 54 (54) g2) 5354 ().
534 (), f)
rigxlauf: Rinder lebhaft. ausverkauft; Kälber, Hammel und
i4 üittelmäßig, ausverkauft: Schweine ſehr flott, ausver=

Der Saarkohlenabſatz unter deutſcher Verwaltung in Tonnen:
April 1935 Mai 1935 Juni 1935
a) Vorbehaltsmengen der SGV. 380 879 401 691 365 940
b) Beſchäftigungsanſpruch
beim RWKS. 358 797
395 557
Mfr 8.
739 676 797 248 741 172
Im Vergleich zum Vorjahre iſt der Abſatzverluſt noch ſehr
empfindlich und beziffert ſich für die vorerwähnten drei Monate
allein auf rund 250 000 Tonnen, was auf ein volles Jahr ge=
rechnet
allein eine Abſatzminderung um eine Million Tonnen er=
gäbe
. Der Appell an die ſüddeutſchen Kohlenverbraucher, in mög=
lichſt
weitem Umfange Saarkohlen zu beziehen verdient daher
nachdrücklichſt unterſtrichen zu werden: denn nicht allein der Ab=
ſatz
iſt gegenüber dem Vorjahre zurückgegangen, ſondern auch die
Förderung mußte infolge der Inſtandſetzungen weitgehend
gedroſſelt werden.
Die Förderung der Saargruben 1935 gegenüber 1934:
März
98 402
829 315 927 717
April
41 280
867 443 908 723
Mai,
14483
888 089 902 572
Juni
815 858 915 195 89327

Minderförderung insgeſamt 233 492

Auf das Jahr gerechnet ergäbe ſich nach obigem Durchſchnitt
eine Minderförderung von rund 700 000 Tonnen und ein Minder=
abſatz
von einer Million Tonnen insgeſamt, alſo ein Beſchäfti=
gungsausfall
von 1,7 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahre.
Indes nehmen wir vorläufig von derartigen Erwägungen Ab=
ſtand
und ſehen vielmehr die poſitive Seite der Angelegenheit
darin, daß es bereits gelungen iſt, einen Teil des
Minderabſatzes in Frankreich von früher 4 auf
heute 2 Millionen Tonnen durch Inlandsliefe=
rungen
zu kompenſieren. Dieſer Umwandlungsprozeß
kann naturgemäß nur langſam vor ſich gehen, wie alle wirtſchaft=
lichen
Umſtellungen ihre Zeit brauchen. Weſentlich iſt deshalb
auch nicht, wieviel Saarkohlen im Augenblick gefördert oder ab=
geſetzt
werden, ſondern wie ſich der Saarkohlenabſatz
auf lange Sicht geſtalten wird, und dies iſt wiederum
in der Hauptſache ein Verbraucherproblem. Die Wer=
bung
um den Abſatz der Saarkohle wird deshalb ihren Fortgang
nehmen, um jedem einzelnen Verbraucher die Notwendigkeit ſei=
ner
Mitwirkung vor Augen zu führen.

Produkkenmärkke.
Eakſurter Getreidemarkt vom 19. Auguſt. Das Angebot

Künin gentsgetreide war klein und wurde gut aufgenommen.
hügbares Getreide, insbeſondere Roggen, wurde ſtark an=
edoch
ruhte der Handel darin vollkommen. Am Futter=
Narkt fehlte Futtergerſte weiterhin. In Neuhafer lagen
ce Muſter vor, das Naturalgewicht ſoll indes etwas leich=
4m Vorjahre ſein. Abſchlüſſe fanden nicht ſtatt. Am
telmarkt blieben ſämtliche Mühlenabfälle ſowie hoch=
Miſchfutter geſucht, das Angebot war ſehr knapp. Der

Wkt liegt weiter ruhig, die Abrufe auf alte Abſchlüſſe
ſal. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je
ramm) in RM.: Weizen W 13 197.00 W 16 200,00,
2100. W 20 206 00: Roggen R 12 160,00 R 15 163,00,
50d. R 19 169.00 (Großhandelspreiſe der Mühlen des ge=
Preisgebiets); Hafer H 13 17000. H 14 17200 ( Groß=
teiſe
ab Station); Weizenmehl W 13 27.70. W. 16 28.15:
ehl Tyve 997 R 12 22.45. R 15 2280. R 18 2330 R 19
us 50 Pfg. Frachtausgleich); Weizennachmehl 17.25
ermehl 13.50: Weizenkleie W 13 1092. W. 16 11.13:
R 12 995 R 15 10.15. R 18 10.40 R 19 10.50
ſtpreiſe ab Mühlenſtation): Trockenſchnitzel 10.25. Wei=
Noggenſtroh 2.402. 50 Kartoffeln: gelbfleiſchige
runde 3 85. weißfleiſchige, rot= und blauſchalige je 3.45
50 Kilogramm bei Waggonbezug ohne Sack. Tendenz:
e Anordnung über Reichsinnungsverbände. Im Zuge
dnung des fachlichen Aufbaues im Handwerk ſind ſtatt
ent 70 Reichsfachverbände 50 Reichsinungsverbände ge=

rürden. Rund 350 Landes= und Bezirksrerbände haben
d der Anordnung über Reichsinnungsverbände vom 21.
zuu beſtehen aufgehört. Jetzt brachte der RA. in Nr. 191
eite Anordnung über Reichsinnungsverbände vom 13.
12 auf Grund deren weitere 40 Verbände teils mit
ungsverbänden vereinigt, teils aufgelöſt werden
der Frankfurter Börſe. Der Börſenvorſtand macht dar=
erkſam
, daß die Aktien der Maſchinenbau AG. vorm.
enkel, Kaſſel, in das Tätigkeitsgebiet des Ortsausſchuſ=
ländigen
Kommiſſion für Angelegenheiten des Handels
nicht notierten Werten nicht einbezogen ſind. Der
der Börſe in dieſen Papieren iſt daher verboten.

Wirkſchaftliche Rundſchau.

Aktien=Zuckerfabrik Wetterau, Friedberg (Heſſen). Die Ge=
ſellſchaft
, bekanntlich die einzige Bauernfabrik in Süddeutſchland,
berichtet über 1934/35 (30. Juni) vom reibungsloſen Verlaufe
der Kampagne. Verarbeitet wurden 757 081 (628 112) Zentner
Rüben, die ſämtlich auf Zucker verarbeitet wurden. An Zucker
wurden gewonnen 103 092 (84 776) Ztr. Erſterzeugnis und 13 590
(11 954) Ztr. Nacherzeugnis. Die Erzeugung von Trockenſchnitzeln
wurde weſentlich erhöht. Bei 0,69 (0,73) Betriebsertrag und nur
0,001 (0 047) ao. Erträgen beanſpruchten Perſonalaufwendungen
0,25 (0.21), ſonſtige Aufwendungen 0.16 (0.15), ao. Beiträge 0,068
(0,0) ſo daß nach 0,11 (0,32) Anlageabſchreibungen RM. 44 412
(46 926) Reingewinn einſchließlich RM. 6929 (4168) Vortrag ver=
bleiben
. Daraus werden wieder 8 Prozent Dividende verteilt.
Die Bilanz zeigt bei 0,5 (0,5) AK. und 0,244 (0,246) Reſerven
und Rückſtellungen Verbindlichkeiten, faſt unverändert mit 0,38
(0,38) darunter Warenſchulden 0.22 (0.15) und reſtliches Rüben=
geld
0,063 (0.12); andererſeits Anlagen 0,45 (0,46), Umlaufs=
vermögen
0,71 (0,72) darin ſind 0.11 (0,25) Außenſtände, 0,53
(0,36) Vorräte enthalten. Die fünf Vorſtandsmitglieder erhiel=
ten
RM. 18,136, der AR. 3740 RM. Vergütung. Die GV. hat
den Abſchluß bereits genehmigt.

Berliner und Rhein=Main=Börſe.
Die Zuſpitzung des italieniſch=abeſſiniſchen Konfliktes beein=
trächtige
geſtern die Unternehmungsluſt der Berliner Börſe,
die Glattſtellungen vornahm, ſo daß die Kurſe faſt durchweg um
½ bis 1½ Prozent nachgaben. Starke Beachtung fanden die Aus=
führungen
des Reichsbankpräſidenten auf der Königsberger Oſt=
meſſe
, insbeſondere ſein erneuter Hinweis, daß die Intereſſen der
Sparer nicht verletzt würden. Im Zuſammenhang hiermit konn=
ten
Altbeſitz und Umſchuldungsanleihe etwas anziehen. Reichs=
bahn
=Vorzugsaktien beſſerten ſich ebenfalls um ½ Prozent. Am
Aktienmarkt ſetzte ſich die Abſchwächung auch nach den erſten Kur=
ſen
weiter fort. Farben notierten 158½ zu 158½ Von Elektro=
werten
waren die heimiſchen Werte 1 bis 1½ Prozent gedrückt.
Kabel=, Draht= und Autowerte bröckelten um ½ bis 1 Prozent ab.
Bauwerte ermäßigten ſich um 1 bis 1½ Prozent. Auch Verkehrs=
werte
bröckelten durchweg ab. Bankaktien behaupteten ſich. Ob=
wohl
das Angebot nur gering war, gaben die Kurſe im Verlauf
weiter nach. Montanwerte waren durchſchnittlich 1 bis 1½ Pro=
zent
niedriger. Renten lagen im allgemeinen ſtill.
Die Ausführungen Dr. Schachts auf der Königsberger Oſt=
meſſe
fanden an der Rhein=Mainiſchen Börſe ſtarke Be=
achtung
und haben am Aktienmarkt ſtarke Zurückhaltung ausgelöſt.
Die Kundſchaft verhielt ſich ebenfalls ſehr abwartend, Orders
lagen weder nach der einen noch der anderen Seite vor. Das
wenige Geſchäft beſchränkte ſich faſt ausſchließlich auf die Börſe
ſelbſt, die überwiegend einige Glattſtellungen vornahm. Die Ak=
tienkurſe
erfuhren infolgedeſſen zumeiſt Rückgänge von etwa ½
bis 1 Prozent bei denkbar kleinſten Umſätzen. JG. Farben er=
mäßigten
ſich auf 158½158½ (159½), auch andere chemiſche
Werte ließen etwas nach. Am Montanmarkt büßten u. a. Stahl=
verein
1½ Prozent ein. In Schiffahrtswerten beſtand erneut
Angebot. Der Rentenmarkt lag zwar ſehr ſtill, da Kundenauf=
träge
noch nicht vorlagen, die Stimmung war indes eher feſter.
In der zweiten Börſenſtunde herrſchte weiter ſtarke Geſchäftsſtille,
und am Aktienmarkt bröckelten die Kurſe zumeiſt weiter ab. Be=
merkenswert
ſchwach lagen einige Elektroaktien. JG. Farben
bröckelten auf 158 (158½), Buderus auf 109½108½ (110) ab.
Am variablen Rentenmarkt ergaben ſich kaum Veränderungen,
etwas höher lagen Altbeſitz mit 111,60 (111½).
An der Abendbörſe blieb das Geſchäft ebenfalls ſehr klein,
und die Zurückhaltung dauerte nach den Abſchwächungen von heute
Mittag noch fort. Es überwogen indes noch leichte Rückgänge.
Der Rentenmarkt lag geſchäftslos.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die JG. Farbeninduſtrie teilt mit, daß ſich im zweiten Quar=
tal
des laufenden Geſchäftsjahres weſentliche Veränderungen
gegenüber der Geſamtentwicklung, wie ſie im Geſchäftsbericht über
das Jahr 1934 zum Ausdruck gekommen iſt, nicht ergeben hat.
Der Abſatz in den verſchiedenen Produktengruppen iſt weiterhin
befriedigend.
Aus Anlaß des 5. Internationalen Juwelier=Kongreſſes, der
vom 2831. Auguſt 1935 in Berlin ſtattfindet, wird in der Aka=
demie
der Künſte eine Ausſtellung der Hanauer Goldſchmiede=
ſchule
, der einzigen ſtaatlichen Goldſchmiedeſchule Preußens, ge=
zeigt
werden. Im Auftrage des Kultusminiſteriums wurde ſie
von dem Berliner Goldſchmied Profeſſor E. Lettré neu aufgebaut
und ausgeſtaltet.
Die Warenbörſen ſind in ganz Italien auf Anordnung der
Regierung geſchloſſen worden, um jede Spekulation im Termin=
handel
nach Möglichkeit zu verhindern.
Hauptſchriftleiter: Rudolf Mauve.
Stellvertr. Hauptſchriftleiter: Max Streeſe.
Verantwortlich für Politik: ſ. V. Andreas Bauer; für den Schlußdienſt:
Andreas Bauer für den lokalen Teil: Max Streeſe; für das Feuilleton und die
Gegenwart‟: Dr. Herbert Nerie; ſür Reich und Ausland‟: Or. C. 6. Quetſch;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch für den Sport: Karl Böhmann; Anzeigen=
leiter
: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt. D. A. VII. 36. 19253. Pl. 5. Druck und
Verlag: Darmſtädter Tagblatt, Eliſabeth Wittich, Zeitungsverlag u. =Druckerei,
Darmſtadt. Rheinſtr. 23.
Für unverlangte Beiträge wird Gewähr der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Schriftleitung: Vormittags 121 Uhr, nachmittags 67 Uhr.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.

Berliner Kursbericht
vom 19. Auguſt 1935

Oeviſenmarkt
vom 19. Auguſt 1935

Verl. Handels.Geſ.,
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Nordd. Llotzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau l=
Conti=Gummi. 1
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl 1

Nart
95.
95.
14.50
15.75
41.

99.25
123.75
159.50
137.75
113.125

Mie ee
F. G. Farben
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und 1
Köln=Neueſſen
Vereinigte Glanzſt.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöchnerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.

Kf
158.50
132.
11725
102.625

Mre
137.25
101.375
122.50
93.625
76.50

Ween
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ka!
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

Jffe
121.
201
30.375
87.25
133.375
196.75
11.25
121.
56.
133.
1125.50
1141.

Aegypten
Argentinien
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada.
Dänemar
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland=
Holland.
Fsland

Währung
1ägnpt. 2
1 Pap. Peio
100 Belga.
1 Milreis
100 Leva
1eanad. Doll.
100 Kronen
100 Gulden
1 2=Sto.
100 eſtl. gr. e
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden
100 isl. Kr.

Geld Briel,

2.625 1
0.668
11.87
D.1391
3.047
2.469
55.02
46.96
12,3251
68.43
5.43
16.43
2.353
167.30
55.38

0.650
41.95
d.141
3.0531
2.a73
55.14
47.08
12.355
66.57
5.44
18.47
2.357
166.24
55.50

12.655 Italien Währung Geld Brief 100 Lire 20.33 20.37 Fapan 1 Yen 0.728 (.73 Jugoſlawien 100 Dinar
Lettland. 100 Lats 80.32 5. 6841 5.69
81.08 Norwegen 100 Kronen 61.94 62.06 Oeſterreich
Portugal 100 Schilline 49.95 42,05 100 Eseudos 11.77 11.19 Schweden 100 Kronen 63.54 163.66 1Schweiz 100 Franes 81.06 41.220 Spanien 100 Peſetas 34.03 34.(9 Tſchechoſlowal. 100 Tſch.=Kr. 1030 10.32 Türlei. 1 türk. 2 1.27o 1.98 ungarn 100 Pengb Uruguah 1 Goldpeſo Nas 1.o41 Ver. Staaten 11 Dollar 2.777 2.481

Surmftädter uno Karionaldant Surmftast, Mitdte dr Aressher Bunk
Frankfurter Kursbericht vom 19. Auguſt 1935.

Meene
Gr. II p. 1934
1935
1936
. 1937
1938
Gruppe l...
5%Dtſch. Reichsanl.
480
5½%Intern.,v. 50
4½ %Baden. v.27
4½%Bayern v.27
JaHeſſen, v. 28
v. 29
2 Preuß, v. 28
4½% Sachſen v. 27
4½%Thüringen 27
6% Dt Reichsbahn=
.....!.
Schätze
5% Dt. Reichspoſt=
Schätze
...
4½%
Dtſch. Anl. Ausl.
4). Ablöſung
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
.
4½%Bad.=Baden
4½%Berlin v. 24
4½%Darmſtadt ..
4½% Dresden v. 26
4½ Frankfurt 28
4½½ Heidelberg26
4½%Mginz...
4½.%Mannheim2s?
4½ %München v. 29
4½ %Wiesbaden 28
4½½ Heſſ. Landesb
4½%; Goldobl.
5½% Heſſ. Landes=
hyp
.=Bk. Liquid

103-,
105.7
109.1
108,6
107.,8
107.4
100.75
97.5
103.5
R
97.75
96.5
97.5
108.75
97
96.25
100.25
100.8
100,6
1uus
10.3
90,5
95
92.5
89
41.5
9o‟
93:,
93.25
907,
96.
94.75
101.75

De
Komm.=Obl. . .
4½% Prß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
4½% Golboblig.
41 %0 Landeskom.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R.111
4½%o desgl. R. 12
4½% Kaſſ. Landes=
krebitk
. Goldpfb.
4½% Naſſ. Landes=
bant
Goldpfb.
5½% n Lig.=Obl.
Dt. Komm. Sam=!
mel=Ablöſ.-Anl.
*Ausl. Ser. 11
4Ausl. Ser.II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
4½%Berl. Hnp. B.
5½ Lig.=Pfbr.
4½%Frkf. Hyp.=Bl
5½%0 Lig.-Pfbr.
4½% Golboblig
4½%Frrft. Pfbr. B.
Lig.=Pfr..
4½ 2Mein,Hyp.B.
5½% Lig.=Pfbr
4½% Pfälz. Hyp. B
5½% Lig.=Pfbr.
4½%Rh. Hyp.=Bk.
Lig.=Pfr.
4½
Goldobl.
4½% Südd Boden=
(red.=Bank.
5
Lig.=Pfbr.
4½% Württ. Hyp.
6% Daimler=Benz
8% Dt. Linol.Berke
6% Klöcknerwerkel

Mt

94.75

93
94.5

96.5

96.75
101.25

115.25
130.5
20.25
96
101.75
961,
161
93.5
96I,
101
96.:
101.75
95.24
1611,
961,
102
94.5
98
100.,5
*
105.75
102.25

Min 7e
630 Mitteld. Stahl
5%Neckard. G. v. 23
5%0 Rhein=Main=
Donau v. 23...
62SalzmannckCo.
6%Ver, Stahlwerke
5% RM.=Anl.)
434%
4½%
6%Voigt & Häffner
J. G. FarbenBonds
5 %Bosn. L.E. B.
2. Inveſt.
52Bulg Tab. v. 02
4½%0Oſt. Schätze
47Oſt. Goldrente.
5%vereinh. Rumän
4½%
4½ Türk. 1. Bagdad
4% II. Bagdad
4½%üngarn. 1913/
1914
4½%
Goldr.
1910
48
4½Budp. Stadtanl.
4½Liſſabon.
42 Stockholm...
Aktſen.
Rccumulat.=Fabr
Allg. Kunſtzide Unie
A. E. G..........
AndregeNoris Bahnl
Aſchaffbg. Brauereil
Zellſtoff.
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, J. P..
Berl. Kraft u. Licht
Brauhaus Nürnbg.

He
103.5

100
102.5

93),
An.

4

Es
11.75
9.75
9.75
9:1,
9i1,
70
59
111
190
63
41
129.
116
88.5
129
117.75
143
126.5

Buderus Giſen. I.
Cement Heidelber,
Karlſtadt
J. G.Chemie, Baſel
Chem.WerkeAlbe:!
Chade (A=C)
!t
Contin. Gummiw.
Contin.=Linoleum
Daimler=Benz
Dt. Atl. Telegr.
Erböl

Dt. Gold=u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt.
Linoleum ....
Dortm. Ritterbräu
Dnckerhoffc Widm.
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſſt:
Licht u. Kraf
Enzinger Union . .1
EſchweilerBergwerk
Eßling. Maſchinen.
Export=Malzfabrit.
Faber & Schleicher.
Fahr Gebrüder.. .
J.6. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Feltc Guilleaume
Frankfurter Hof..
Geſ.felektr. untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kahſer.
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frift.
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf 1
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hochtief Efſen
5olzmann. Phi‟

Nee
123,5
133.
155.25
118
288
163
102.75
117.5
113:,
239.5
164
98
100.
119
137
110.5
262

64
128.5
158

55
132
1121
36
102.5
134
94.75
1116.75
124

Ziſe Vergb. Stamm!
Genüſſe
Junghans .......
Kali=Chemie. ...."
Aſchersleben
glein, Schanzlin.
Alöcknerwerte. .
Anorr C. H..
Konſerven Braun.
Lahmener & Co. ..!
Laurahütte.
Lech. Augsburg.
Lokomf. KraußckCo.)=
Löwenbr. Münch
Maintr.=W. Höchſt.
Mainz=Aft.=Br.
Mannesm.=Röhren
Mansfeld. Bergb.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau
Moenus ......
Motoren Darmſtadt
Neckarwert Eßling
Odenw. Hartſtein.
Park= u. Bürgerbr.
Nh. Braunkohlen.
Elettr. Stamm
Stahlwerke .11
Riebea Montan
Roeder, Gebr.
Rütgerswerle..
Salzdetfurth Kalt.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfabr
ſchuckert, Eleltr.
Schwartz, Storchen
Siemens & Halske.
Reinigerwerke
Südd. Zucker=A. 6.
Tellus Bergbau

132
88

187.5
4
135
21
108.25
104
210
83
936
116.5
114.75
88el.
104.5
116.5
110
114.5

117.5
105.5
Jie
121

131

Meiee 2
Ver. Stahlwerke . . 85
Ver. Ultramarin. 1142
Weſtdte. Kaufhof. / 30.25
Weſteregeln Kali.
Zellſtoff Waldhof. /4119
Altig. Dt. Crediten! 83.5
Badiſche Bank
128.5
Bk. 1. Brauinduſtr. 126.5
Bayer Hyp. u. W./ 92.5
Berl. Handelsge . 1120
Hypothelbil. 139.5
Comm. u. Privatbil. 24.5
Dt. Ban1 u. Dise. 99
Dt. Eff. u. Wechſel. 89.25
Dresdner Bon
95
Fran1i. Bant.
Hyp.=Ban1/100
Memn Hyp.=Ban:. 98.5
Pfälz. Hyp.=Ban 1:/ 89.75
Reichsbank=An) 188
Rhein. Kyp.=Banl. /139.5
Vereinsb. Hamburgl1 16.5
Würt: Notenban1 : 1100
A.=G.ſ. Veriehren
Allg. Lokalb. Kraftw/128.5
790 Dt. ReichsbVzg. 124.5
Hapag
14.75
Lübeck=Büchne:
78
Nordd. Llohzd .
16
Südd. Eiſenb.=Ge! 86

Alltanz= u. Stuttg.
Verſicherung.
Verein.Verf.l25e
Frankona Rück=u. M/130.25
Mannh. Verſich.
Otavzi Minen
Hanf

[ ][  ]

Wochentags 8.30 Uhr u. 15.30 Uhr
Fahrpreisermäßigung.
Mittwoch, 21. Auguſt
1. Ganz billige Ferienfahrt
m. D. Frauenlob nach den
Ausflugsplätzen bis St. Goar
9.30 Uhr ab u. 20.15 Uhr an Mainz
2. Nachmittags ins Blaue mit
Expreßdampfer Kaiſer
Wilhelm 15.00 Uhr ab und
20.30 Uhr an Mainz. 2 Stunden
Aufenthalt im Winzerort.
Fahrpreis nur RM. 1. ( 3705
Donnerstag, 22. Auguſt
nach Frankfurt und zurück.
9.00 Uhr ab u. 20.30 Uhr an Mainz
5 Stunden Aufenthalt mit 50%
Ermäßig. für Zoo u. Palmengarten.
Fahrpreis nur RM. 1. Kinder
halber Fahrpreis, Muſik an Bord
Die Mainzer Vertretung
G. L. Kayſer, Fernſpr. 319 59

mit Hermann Speelmanns
Jarola Höhn, Gina Falckenberg
Paul Henkels, Eilly Feindt.
Jugendliche zugelassen. (F 7384

Beginn: 3.45, 6.00, 8.30

Einfamilien= Gebrauchte
Wohnhaus Wellblech=
nit
4 Zimmer.
Küche Keller. Garäge
und Garten auf Müller, Jugen=
d
. Marienhöhe heim a. d. B.,
ab 1. Oktbr. zu Alsbacherſtr. 40.
vermieten. An=
fragen
u. E 166

Bad, Waſchküche geſucht. Peter

Mit der Reichsbahn nach Baden=Baden. a. d. Geſchſt. (e
Am Sonntag, den 25. Auguſt d. J., verkehrt
nochmals ein Sonderzug mit 60 % Fahrpreis=
ermäßigung
und Sitzplätzen in bequemen Durch=
gangswagen
3. Klaſſe von Darmſtadt nach dem Gueien
ſchönen Schwarzwaldbad Baden=Baden und zurück.
Darmſtadt ab 7.19 Uhr, Baden=Baden an 9.45 am Nordbahn=
Uhr, Baden=Baden ab 18.50 Uhr und Darmſtadt hof, 750 Lm, m.

Garage frei
Näheres: (b
Heinrich Funk,
Vilhelmsſtr. 40

an 21.10 Uhr. Fahrpreis ab Darmſtadt für Hin= Sträucher, Bäu=
und Rückfahrt 4.60 RM. Näheres iſt aus den men, gr. Hütte,
Aushängen auf den Bahnhöfen zu erſehen oder geg. kl. Abſtand
durch die Fahrkartenausgaben und Reiſebüros zu ſofort z. verpach=
(7375 ten. Löffel=
erfragen
.

Kleinere
4-Zim.-Whg.
Nähe Woog
zu vermieten. (c
Ang. unt. E 13
a. d. Geſchäftsſt.

Neuherg. ſonn
31a Zimmer

mit Wohnküche
und gr. Garten
in Zwingenberg
a. d. B. ſofort
preisw z. verm.
Ing. E 139 Gſch

Jg. Ehep. ſucht
2-3 Zimmer
Wohnung
in Darmſt. oder
Vorort. Angeb.
u. E 141 Geſch.

Mainz den 16. Auguſt 1935.
Reichsbahndirektion Mainz

Seeheim

Sunk
OMkagnn 8
Morgen 4ünaadena
Rückfahrt Aufobus

2 Fam.= Hau=
mit
klein. Gar=
ten
in Darm=
ſtadt
zu kaufen
geſucht.
Angebote unter
E 142 Geſchſt.

ſtraße 25, 1. St.

Buitfalern=
denusssag

mit neuester Maschine,
im Beisein der Kundschaft
Bettfedern, Daunen, Barchente,
Drelle,Matratzen, Polstermöbel.
Neuanfertigung. Reparaturen.
Entmotten von Polstermöbeln.
Magdalenenstr. 11
W. Mo4 Rur 1084 ssie

Ein kleines
Haus
zu kauf. geſucht.
Ang. unt. E. 162
a. d. Geſchäftsſt.

BS4.
für Büro, Heim und Reise
PeinFrkeug
SCHREIBMASCHINEN

Leonh.

Eatz

Wer kann zwi=
ſchen
20. 8. u.
9. Küche und kl.
Schlafzimmer v.
Lehafen nach
Bensheim
als
Beiladung
mitnehmen?
Ang. E. 138 Gſck

22 Rheinstr. 22 Fernruf 3409
TV 7060

Ph. Gaydoul
Der Dauerweller
Mühlstraße 7 Fernruf 4467
Bitte auf Firma achten. (2690a

Gebrauchte (a
Fahrräder u.
Nähmaſchin.
dillig abzugeben.

ebrauchte
Schreib
Rafchint
mit Garantie (a
billigſt zu verkf

ZinechtesSeefahreraben-
teuer
m. dem Humoreines
Lustspiels u. d. Spannung
eines Kriminalfilms
Die
Schatzinsel
(Der Piratenkapitän)
Wallace Beery
Jackle Cooper
In deutscher Sprache
Jugendliche
ab 14 Jahren zugelassen
Im Beiprogramm u. a.:
Dick und Dof
Ab morgen
Der große Ufafilm:
Der
Zigeunerbaron
Adolf Wohlbrück
Fritz Kampers V7383

Fahrräder
auf Teil=
zahlung
. (a
Emil
Glieſche,
Liebigſtr. 46

TGas
vernichtet
Wanzen
Motten u. Käfer
100%ig
Geruchlos, keine
Beſchädigung. (a
Perſönl. Arbeit!
R. Joedecke
Mackenſenſtr. 16.
Staatl. u. amtl.
gepr. Tel. 2598.

WINKEI
28Rheinſtraße28
Steppdecken
Anfertigung von
Woll= u. Daunen=
Decken ſowie ge=
wiſſenh
. Umar=
beit
, alt. Decken.
Frieda Kleiß,
vormals (a
Minna Amendt,
Gutenbergſtr. 1

Gespielte
Marken-
Piand=
wie
neu erhalten
sehr preisw. von
09 Mn. an
Heinr. Arnold
Roßdörferstr. 60
Fernspr. 4272 (a

chon für 3
Orig
Karls tr. 14/16

Garken=
grundſtück
. 1500
qm, hinter der
Eiſenbahnwerk=
ſtatt
zu verkauf.
Ang. E 148 Gſch.

3. vermieken
N. Suden/ Drei=Zimmer=

Aelt., kinderloſ.
Ehep. ( Reichs=
beamter
) pünkt=
licher
Mietzahl.,
ſucht alsbald
23=Zimmer=
Wohnung
in ruhig., ſaub.
Hauſe. Ang. m.
Prs. E. 165 Gſch.

mit kleiner Wohnung
Wohnung zu ſam Orangerie=
vermieten
. (e garten. Ang. u.
Preis zuſam= E 140 Geſchſt.
men ca. 100

RM. Ang. u. C
E 169 Gſchſt.

O

Inkaſſo
Koch & Glenz,
Rheinſtraße 47,
Telefon 1784. (a

2 Pferde
Oldenburger und Hunsrücker
zu verkaufen.
Welzbacher, Darmſiadt
Blumenthalſtr. 73, Telefon 1780

Works-Vertrotung
ELeEKI
Darmstadt
Rheinstr. 7

Im Nu weiß es die ganze Stadt
wenn Familienfeſtlichkeiten und Ereig=
niſſe
in unſerem Heimatblatt veröffent=
licht
werden. Geburtsanzeigen. Ver=
lobungs
= und Vermählungsanzeigen,
Jubiläums= und Traueranzeigen wer=
den
nach einem beſonders verbilligten
Tarif berechnet. Wir geben Ihnen
gerne jede gewünſchte Auskunft!

Neu!
Abſakſchüker
D. R. G.
An jedem Schul
einAbſatzſchützer
Größte
Sparſamkeit!
Nicht teurer
bei Schuhmacher
R. Nicklas,
Gervinusſtr. 69,
Ecke Roßdörfer=
ſtraße
. (a

oder 3 gr.

Zimmer
n. Balk. u. gr.
Küche in gutem
Hauſe an 1 o. 2
Perſ. per 1 10.
u verm. Ang.
u. E 159 Geſch.

Alt. ruh. Ehep.
ſucht z. 1. Okt.
2-3 Zimmer
Wohnung
mit Küche und
Manſarde. Ang
u. E 151 Geſch.

2-Zim.-Whg.
von klein, Fam.
(3 erwachſ. Per=
ſonen
) geſucht.
2=Zim.=Wohng.
kann in Tauſch
gegeben werden.
Angebote unter
E 147. Geſchſt.

Schöne Front=
ſpitzwohnung
,
3 Zim., gt. Haus.
Miete 37 Mark.
zu tauſchen
geg. 45=Zim.=
Wohnung
(5565 Mark),
Oſt= od. Südoſt=
Viertel. Angeb.
u. E 168 Gſchſt.

Möbl. Zimmer
mit 1 o. 2 Bet=
ten
ſof. bill. zu
vermiet. Heidel
bergerſtr. 46. I

Dieburgerſtr. 14
Möbliertes
Zimmer
zu vermieten

Möbl. Zim.
Wienerſtr. 72, p.

Grß. Zimmer
möbl. oder leer
mit voller Ver=
pflegung
z. vm.
Heinrichſtr. 12, I.

Möb. Zimmer
. vm. Kochgeleg
Kranichſteiner=
ſtraße
8½, I.

Möb. Zimmer
mit Klavier
ſofort zu verm.
Stiftſtr. 58, pt.

O

Wohnung
45 Zimmer
mit Zubeh. von
penſ. Beamt. (kl
Familie, pünktl.
Zahler) zum 1.
Oktober geſucht.
Preis bis 70.
Mark. Ang. u
E 153 Geſchſt.

3-4 Zimmer=
Wohnung
mit Zubehör u.
Bad z. 1. Okt.
1935 von penſ
Beamten=Ehep
geſucht. Bevor=
zugt
freie Lage.
Angeb. erb. an:
Arthur Glogau,
Gut Sprung
bei Teiſendorf
(Oberbayern).

Oeffenkliche Mahnung.
Die im Monat Auguſt fälligen Steuern, und 3 diſll. Wy9.
war:
Umſatzſteuer für Monat Juli,
Vermögensſteuer 2. Rate,
Kirchenſteuer 2. Rate
werden hiermit gemahnt.
Falls Zahlung nicht bis zum 26. Auguſt 1935 von Beamten=
erfolgt
, wird gegen die Säumigen ohne weiteres witwe zu mie=
ten
geſucht. An=
das
Beitreibungsverfahren eingeleitet werden.
Von dieſem Tage ab werden auch die geſetz= geb. E164 Gſch.*
lichen Beitreibungskoſten erhoben.
Reichsbeamter
Daneben wird für Steuern, die nicht bis zum
Ablauf des Fälligkeitstages gezahlt ſind, der (2 Perſ.) ſucht
Säumniszuſchlag nach dem Geſetz vom 24. Dezem= 23=Zimmer=
Wohnung *
ber 1934 erhoben.
(7380
jetzt oder ſpäter.
Darmſtadt den 17. Auguſt 1935.
Miete i. voraus.
Finanzamt Darmſtadt=Stadt. Ang. E 163 Gſch.

mit Balkon und
Badezim. (evtl
lohne Einricht.),
Prs. 5060 .
zum 1. Oktober

Suche ſofort
2 Zimmer
mit Küche.
Preisangeb. u.
E. 146 Geſchſt.

12 Zimmer
und Küche
geſucht. Ang. u
154 Geſchſt.

Großes
Zimmer
m. Penſion von
gebildet. Dame
m. eig. Möbeln
zum 1. Oktober
geſucht. Ang. u.
E 150 Geſchſt.

Gukmöbl.
Zimmer
Zentralheizung
u. Morgenkaffee
geſucht. Ang. u.
E 167 Geſchſt.

Vollſtändiges
Bett .. . . . 35.
Sofa, 2 Seſſel
15.. Wäſche=
ſchränkchen
17.
Trumeauſpiegel
18., Etagere,
Spiegel, Bilder
billig
zu verkaufen.
Herdweg 95,
Gartenhaus.

Blaufuchs
beides neu
nur bis 2 Uhr
mittags.

Speiſezimmer
erſtkl. Fabrikat,
ungebr., weit u.
Näh. Geſchäftsſt

ſchwarz (links)
zu verkaufen.
Lauteſchläger=
ſtraße
5.

Damenrad
zu verkaufen
Riedlingerſtraße
Nr. 19, part.

Gebr. (TV.7060
Schreib=
maſchinen

mit Garantie
billigſt zu verkf.
Leonh. Luß
22 Rheinſtr. 22,
Fernſprech. 3409.

K
A

Kleiderſchrank,
Kommode und
Roßh.=Matratze
geſucht. Ang. u.
E 171 Gſchſt. (c

Markt 4 Tel. 641 Ludwigſf.
Neue deutſche
Vollheringe
Stück 6, 8, 10 Pfg.
la Süßbücklimt
fettriefend ½ Pfd. 24 Qi
Neues Sauerkra

für Schnittmuſter
Dieſelbe muß gun
AN
gangsformen und
niſſe in der Sch=
beſitzen
. Angeb. m. Ld
u. E 170 Geſchäftsſt-

Kleiner
Küchenherd
links, geſ. Prs.=
Ang. E. 149 Gſch

Gebrauchte,
gut erhaltene
Erika-Reiſe
ſchreibmaſch.
zu kauf. geſucht.
Preisangeb. u.
E 145 Geſchſt.

1i
Zuverläſſige ſaubere Fra /
Mädchen zum
I=
Im
Milch austragk
am Vormitt, geſucht. Adolf N
HofgutGeorgenhauſen. Von/ Menne

am Mittwoch, den 21. 8. um p gleichen
Wirtſchaft Ripper, Erbach Ardeutſchen

Tag von Gr
Abeits
Ehrliches. fleiß.
Stellengiſt n Stelle te
Mädchen
Duan ſch
MädvEſs vom
d. ſchon in Stel=/,0 J. a.un
lung war u. nur
gute Zeugniſſe Stell. im Fldeit,
beſitzt, in klein. Haushal: Be
Metzgerei=Haus= Kindermeß ei chen
halt ſofort oder niſſe im AArs und
z. 15. 9. geſucht. u. Sticken
Riedel, Heinhei= u. . 14
merſtraße 90.

Uchtonlder
Biagsabfghun Zeugnisabſchrink.

ark
Ang. E. 87 Gſch.* ſchnellſtens zurückzuſenden Wung der S.
Auf Chiffre=Anzeigen
Originalzeugniſſe einſendun Arbeit=
Vsloſenfürf
Kaufe

uſw. ſind für den Einſends/Wem er dara
mit Zül voll und werden in vielerictlſtiſhluß zur
Meter lang, dringend benötigt. Unſe /Amſt ſpäter k.
2.,50 Meter hoch, traggeber werden daher Aen zu tun war
zu kauf. geſucht. Bewerbungs=Unterlagen A mſt rein un

nden Feſt
das Lied
tunde b

getrag. Kleider,
Schuhe, ſowie
Flaſchen, Papier
u. Bodenkram.
Saul
Kl. Bachgaſſe 8.
Chriſtl. Geſchäft.

K

Stellenangebote.

DMut PIM algemein
Ohr
die führenden Motorracy"hll
Donges & Witialiſtiſch
EckeGrafen- u. Elisabe-helhſüungen a

1 gebrauchtes

Haus=
Zehlinn
zuverläſſig, bis
Tigerjacke zum Nachmittag
(Größe 44) und geſucht. Alexan= Fürth i. O.
derſtraße 4, I. (c
Geſucht
preisw. z. verk. z. 1. Sept. für
Ballonplatz 3, drei Tage in d.
bei Meireis. Woche ſauberes
Müdcheit
Herren= und zum Waſchen u.
Putzen.
(Stilmöbel), Karlsſtr. 75, I.
Preis zu verkfn. Müdchen
luſtig u. lebens=
froh
, für kleine
Schlafzimmer Gaſtwirtſchaft
Kirſchb. matt, ſofort geſucht.
Eberſtadt,
neueſtes Modell,
handwerkliche. Heidelberger=
Qualitätsarbeit, ſtraße 46.
ſehr preisw. zu
verk. Schreinerei Nettes
Uhland,
Karlſtr. 54. G Servierfräul.
ſper ſofort oder
1. Septemb. ge=
Umzugshalber
ſucht. Angeb u.
zu verkaufen:
Tochterzimmer E 161 a. d. Gſch.
mit Bettzeug
85 Mk..
Alleinmädch.
3 Tiſche (1 Mt.
und 1.40 lang), das kochen kann,
von klein. Haus=
4 u. 6 Mk.
Phil. Bachmann halt für täglich
bis nach d. Spü=
Gaſtſtätte
len geſ. Eliſa=
Trautheim.
2. Stock links. bethenſtr. 52,

500 ccm.
Baujahr 30.
fahrbereit, ſpott=
billig
abzugeb.
Fahrzeughaus
Franz Jakob,

ionalſozial
enſt ausſchl
i: die aI
iatliſt i ſch
Die Aufal
ker etwas R
Zilnei die Dan
Motorrar, /.1i9t Untätig n
ccm, zu Pint die Aufg
Lauteſgkaß an Arleitsh
ſtraßs che deſe Vorarfk
ißig
Wigen auch
9= Ehite,
m. SeiteeMa.
zu verkf.
ſeh. ab Möt
Kiesſtre 810

IAR
Dieiht
BONDE VEN