Darmstädter Tagblatt 1935


20. Juni 1935

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Nummer 166

Jautk

Mittwoch, 19. Juni

Der Außenhandel wieder leicht aktiv.
Einfuhr um 7½ Prozenk geſunken. Ausfuhrwerk kroß größerer Ausfuhrmengen eiwas verringerk.
Die Bearſche Handeisollang iint Mar.
Die Einfuhr betrug im Mai 332,6 Mill. RM. Sie iſt
ſt it gegenüber dem Vormonat (359 Mill. RM.) nicht un= ſich nach den zeitweiſen überſtürzten Steigerungen wieder in ruhi=
ſekrächtlich
zurückgegangen (minus 7,5 Prozent), gen und normalen Bahnen, was als ein Beweis dafür anzuſehen
ngefähr gleich ſtark hat ſich der Bezug von Lebensmitteln und iſt, daß Deutſchland, wie es auch Dr. Schacht kürzlich in Danzig
ränken ſowie von Fertigwaren vermindert. Die Einfuhr von irregeleiteten Börſenſpekulation des Publikums durch Zuſammen=
itfuhr
von Südfrüchten geſunken. Bei den Fertigwaren be= und der Zurückhaltung der Kuliſſe waren Abſchwächungen von ½
inkte ſich die Abnahme in der Hauptſache auf die Textil= bis 1 Prozent feſtzuſtellen. Die günſtigeren Außenhandelsziffern
topäiſchen Länder beteiligt. Erhebliche Rückgänge ergaben ſich bröckelten meiſt ab, auch chemiſche Aktien waren, ausgehend von
Adfrüchte), Großbritannien (Waſſerfahrzeuge) und Sowjetruß= ½3 Prozent niedriger. Gehalten waren Schiffahrtsaktien. Am
mo (Oelkuchen). Erhöht war demgegenüber im weſentlichen nur
ederſee war in der Hauptſache nur der Warenbezug aus Bra=
ſin
(Baumwolle), Argentinien (Getreide Leinſaat, Wolle) und duſtrie ſowie die erſten Anzeichen des Halbjahresultimos bemer=
ſy
USA. (Obſt, Baumwolle) niedriger als im Vormonat. Da= ken. Farben verloren 2 Prozent. Renten lagen ſtill und wenig
gen waren im Verkehr mit Britiſch=Südafrika (Wolle, Kupfer), verändert.
hile (Salpeter), China (Oelfrüchte, Oelſaaten) und Aegypten
Bwiebeln, Baumwolle) beträchtliche Steigerungen zu ver=
ſionen
.
Die Ausfuhr betrug im Mai 337,0 Mill. RM. gegenüber, der 60 Opfer des furchtbaren Exploſionsunglücks von Reinsdorf,
rückgegangen. Die Abnahme iſt jedoch preismäßig be= Arbeit einen warmen Nachruf widmete. Im vorbörslichen
mat: die Ausfuhrmengen haben ſich von April bis Mai leicht Verkehr rechnete man noch mit einer freundlichen Tendenz, doch
höht. Abgenommen hat vor allem die Ausfuhr von Fertig= zeigte ſich beim offiziellen Anfang, daß ſeitens der Kundſchaft wie=
aren
und Lebensmitteln. Dagegen hat ſich die Ausfuhr von der einige Verkaufsaufträge vorlagen. Die Kuliſſe verhielt ſich
ſovſtoffen und halbfertigen Waren erhöht. Geſtiegen iſt die weiterhin ſehr abwartend. Die durchſchnittlichen Rückgänge be=
ſte
Belgien=Luxemburg, Dänemark, Frankreich, Bulgarien und markt gingen JG. Farben um 7 Prozent zurück. Elektroaktien
ſiwnen.
AT. paſſiv war, ſchloß im Mai mit einem Ausfuhrüber= unverändert.
huß von 4,4 Mill. RM. ab.

Die Lage des deutſchen Eiſenwarenhandels.
Der Jahresbericht des Verbandes Deutſcher Eiſenwarenhänd=
iregeht
ſehr ausführlich auf die Lage des Eiſenwarenhandels im
ai re 1934 ein. In ihm wird u. a feſtgeſtellt, daß die Belebung
r. Geſamtwirtſchaft auch dem Eiſenwarenhandel eine Umſatz=
ſellebung
mit durchſchnittlich etwa 25 Prozent des Vorjahres=
1matzes brachte. Die Geſchäftsbelebung ſei keine gleichmäßige
eweſen, da der Eiſenwarenhandel vom Baumarkt abhängig iſt.
ſambegünſtigte Landesteile zeigten daher eine ſtärkere Belebung
s Eiſenwarenhandels, doch wirkte ſich die Belebung des Privat=
uumarktes
durch Bauzuſchüſſe überall gleich günſtig aus. Weiter=
n
wird in dem Bericht darauf hingewieſen, daß ſich der zunächſt
drsgeſehene engere Zuſammenſchluß mit dem Bund der Deutſchen
ſiſenhändler e. V. und dem Bund der Eiſenwarengroßhändler
ſeutſchlands e. V. als unzweckmäßig erwieſen hebbe. Das ſolle
Ind. werde aber ein gutes Einvernehmen mit dem Eiſenhandel
nd. dem Eiſenwarengroßhandel nicht beeinträchtigen. Die ſchwie=
gen
Verhandlungen über eine Verſchmelzung mit dem Süddeut=
derr
Eiſenhändlerverband bzw. Süddeutſchen Eiſenwaren= Einzel=
an
delsverband führten erſt im März 1935 zur Verſtändigung.
Sie der Bericht betont, iſt die den Fachhandel in den Vorjahren
ufhrdende machtvolle Entwicklung der Warenhäuſer abgedämmt,
lit Sorge erfülle den Eiſenwarenhandel die Entwicklung der
in heitspreisgeſchäfte. Auch über den zunehmenden Vertrieb
ber Verſandgeſchäfte wird Klage geführt. Die Verbindung zur
umſchlägigen Induſtrie wurde fortlaufend gepflegt, die dem Fach=
andel
ermöglichte Verdienſtſpanne ſei allerdings in manchen
ſurikaten als unzulänglich, teilweiſe als kataſtrophal zu bezeich=
ſet
Auf die Dauer könne der Eiſenwarenhandel in manchen
ſp ikeln eine Marktregelung nicht entbehren.
Die Rhein=Maigiſche Wirkſchaft
nzende Beſchickung der vom 24. Auguſt bis 8. September 1935
ſtattfindenden Ausſtellung in Frankfurt a. M.
In der Zeit vom 24. Auguſt bis 8. September ds. Js. findet
etnnntlich auf dem Meſſegelände zu Frankfurt a. M. eine groß=
larg
aufgezogene Ausſtellung Die Rhein=Mainiſche Wirtſchaft
aick, die eine Leiſtungsſchau ſein und in einer geſchloſſenen Aus=
el
ung die Kraft des Rhein=Main=Gebiets darſtellen ſoll.
Wie der Direktor des Meßamts, Dr. Schnorr, in einer ge=
ie
nſchaftlichen Sitzung des Ehren= und Arbeitsausſchuſſes und
t: Sonderausſchüſſe der Ausſtellung betonte, ſtehen für die Aus=
el
ung rund 35 000 Quadratmeter gedeckte und ungedeckte Fläche
M Verfügung. Die reſtloſe Belegung dieſes Platzes iſt bereits
eute ſchon geſichert, ein Zeichen, welche Bedeutung man dieſer
usſtellung zumißt. Während der Ausſtellung, die die größte
ſctmu des Jahres 1935 zu werden verſpricht, ſind Kundgebungen
ei einzelnen Wirtſchaftsgruppen, Vorträge, führender Perſön=
chkeiten
uſw. vorgeſehen.
Biehmärkie
* Milchviehauktion in Darmſtadt. zuAuf der geſtrigen, von der
ftrag der Landesbauern=
1sviehbeſchaffungsgenoſſenſchaft im.
haft abgehaltenen Milchviehauktio)l, Tuf dem Pferdemarktplatz
Darmſtadt waren unter Auswirk! 1 8der wegen Seuchengefahr
ng eordneten Einfuhrbeſchränkunge iſt. F 19 Kühe und Rinder
*s Fleckviehſchlages (Simmentaler ſichetrieben. Von jetzt ab
erden auf den Milchviehauktionevs. Farmſtadt nämlich zwecks
ereinheitlichung der gehaltenen Te, dieſhraſſen keine Tiere des
hwarz=weißen Niederungsſchlages macht Afgetrieben werden. Die
ſreiſe waren im Gegenſatz zu der rnſthaftluktion angezogen. Von
beder hochtragend oder
12 aufgetriebenen Kühen, Uand ikgebot gelangten, wur=
riehmelkend
, teilweiſe mit Kalb.,
nur 8 verkauft. Die Geboschuld, eln zwiſchen 400. und
RM. Von den 7 Rinderzöſiſch=engtur 1 (zum Preiſe von
50 RM.) verkauft. Das Te Politik ſhäft hätte alſo beſſer
Beziehung
eir können.
Mainzer, Schlachtviehmarktöricht, wen Juni. Auftrieb: 8
eaſen (zum Viehhof direkt 1), Flottenabl (1), Kühe 297 (14),
ge 741 (27). Notiert
ſurſen 104 (6), Kälber 357 (tlen unſc, RM.: Ochſen a) 42,
drrden pro 50 Kilogramm Lebeil wir den ſihe a) 4042. b) 35
41: Bullen a) 42, b) 41,
is 39, c) 2834, d) 2127:pft, daß und2, b) 4041, c) 38
39, d) 3437; Kälbe;d haben wir b) 5056, c) 41
49, d) 3240; Schweinepiel Schule m 4850, d) 4548.
Kälber mittelmäßig,
Nurktverlauf: Rinder lebhaft bereit ſind, (ft.
er äumt: Schweine mäßig bin der Form
das Endziel
bien.
Reine Wirlal verlangt, mit
Die Ziffern des engliſchin wird, ſchon wefür den Monat Mai
ihr belief ſich wert=
eiszen
eine günſtige Entw)as Objekt ſein ſollerung um 4 688 000
N Big auf 64 532 000 Pfun.
mind gegenüber dem Aprſtimmen durfte. T. Gleichzeitig ging
Ausfuhr um 2 197 000 zler hat unmißverſ000 Pfund hinauf.
Demit erreichte die Ausfuk vorüber iſt, das Stand ſeit Januar
Ffuhrſteigerung die
131. Ganz beſonders ſtat, daß es viel einfaſe Baumwoll= und
Eiſſen=, Stahl= und Maſchir.
die Kraftwageninduſtrie hinbarung gibt für 10.
uSgeſtreckte Hand ein

Berliner und Rhein-Main=Börſe.
Die Kursentwicklung am Berliner Aktienmarkt bewegt
betonte, Dank ſeiner Wirtſchaftsſouveränität in der Lage iſt, einer
ſopſtoffen und halbfertigen Waren war gegenüber dem Vor= arbeit von Aufſichts= und Selbſtverwaltungsorganen wirkſam zu
ſarat kaum verändert. Bei Lebensmitteln iſt vor allem die begegnen. Angeſichts der geringen Beteiligung des Publikums
z ugniſſe. An der Abnahme der Einfuhr ſind hauptſächlich die verliehen der Tendenz im Verlaufe eine Stütze. Kaliaktien
allem beim Warenbezug aus Frankreich (Textilrohſtoffe, Farben (minus 1½ Prozent), gedrückt. Am Elektroaktienmarkt
hielten ſich die Abſchwächungen im Rahmen von ½1 Prozent.
ne) Italien (Küchengewächſe), Norwegen (Tran), Spanien Auto=, Maſchinen=, Metall= Textil= und Zellſtoffaktien eröffneten
Rentenmarkt behaupteten ſich die Kurſe. Im Verlaufe gaben die
Einfuhr aus Polen und Griechenland. Im Verkehr mit Kurſe weiter nach. Man wollte Geldbeſchaffungskäufe der In=
Vor Beginn, der geſtrigen Rhein=Mainiſchen Börſe
gedachten die Börſenbeſucher in einer Minute ſtillen Gedenkens
Mill. RM. im April. Sie iſt ſomit um rund 1 Prozent wobei der ſtellvertretende Börſenpräſident Eberle den Opfern der
usfuhr nach der Mehrzahl der europäiſchen Länder vor allem trugen auf faſt allen Marktgebieten ½1 Prozent. Am Chemie=
Schweiz. Dem ſtanden Abnahmen gegenüber beim Abſatz tendierten uneinheitlich, lagen aber ebenfalls meiſt bis 1 Prozent
tw Großbritannien, Intalien, Niederlande und Schweden. Die niedriger. Reichsbankanteile und Zement Heidelberg eröffneten
verrſeeiſchen Länder haben im Mai durchſchnittlich weniger gut gehalten. Der Rentenmarkt blieb ſtill, doch vermochten ſich
Farren als im Vormonat abgenommen. Steigerungen des Waren= die Kurſe meiſt gut zu behaupten. In der zweiten Börſenſtunde
oſntzes waren gegenüber den USA. und Argentinien zu ver= hielt die Geſchäftsſtille in vollem Umfange an, und infolgedeſſen
ſchwächten ſich die Kurſe weiter um etwa ½1 Prozent ab. Auch
Die Handelsbilanz, die im Vormonat mit 19 Mill. an den Rentenmärkten blieb es allgemein ſtill und die Kurſe
An der Abendbörſe ſetzten ſich die Abſchwächungen am Aktien=
markt
infolge von weiteren kleinen Verkäufen der Depoſitenkund=
ſchaft
fort, und angeſichts der ſtarken Zurückhaltung ergaben ſich
gegen den ſchon ſchwachen Berliner Schluß weitere Rückgänge von
durchſchnittlich ½1 Prozent. Am Rentenmarkt blieben die
Kurſe bei allerdings ſehr kleinem Geſchäft gut behauptet.
Gekreide- und Mehlvorräte in zweiter Hand
Ende Mai.
Die Getreidevorräte der zweiten Hand zeigen im Mai bei
allen Getreidearten eine der jahreszeitlichen Entwicklung ent=
ſprechende
Abnahme. An Weizen lagerten 1 480 000 (im Vor=
monat
1 659 000) Tonnen, davon in den Mühlen 44 (44) Prozent.
Die Vorräte an Roggen beliefen ſich auf 1234 000 (1 402800)
Tonnen, von denen 39 (43) Prozent ſich in den Mühlen befanden.
An Hafer und Gerſte lagerten in der zweiten Hand 116800
(121 200) Tonnen bzw. 72 300 (108 900) Tonnen. Die Vorräte an
Weizenbackmehl mit 140 800 (144 300) Tonnen und an Roggen=
backmehl
mit 68 400 (71 900) Tonnen zeigen ebenfalls eine Ab=
nahme
. Die vorgenannten Zahlen umfaſſen wieder ungefähr
95 Prozent aller in Mühlen und Lagerhäuſern befindlichen Ge=
treide
= und Mehlvorräte. Die bei Miſchfutterfabriken und an=
deren
induſtriellen Verbrauchern lagernden Getreidemengen ſowie
die rollenden und ſchwimmenden Mengen und die Mehlvorräte
der Bäcker ſind in den Ergebniſſen nicht enthalten.
Die Verarbeitung von Brotgetreide in den berichtenden
Mühlen mit mehr als 3 Tonnen Tagesleiſtung zeigt bei Weizen
gegenüber dem Vormonat mit rund 299 000 (291 000) Tonnen und
beim Roggen mit etwa 277 000 (222 000) Tonnen eine Zunahme.

Der Reichsbankausweis der 2. Juniwoche
War die Entlaſtung der Reichsbank in der erſten Pfingſt=
woche
mit 25,4 v. H. angeſichts der Pfingſtfeiertage durchaus nor=
mal
, ſo geht aus dem nunmehr vorliegenden Ausweis des Noten=
inſtituts
vom 15. Juni hervor, daß die Entlaſtung ſich trotz des
Mediotermins kräftig fortgeſetzt hat. Bis Mitte Juni waren 59
v. H. der Ultimo=Mai=Beanſpruchung abgedeckt gegen nur 43,3 v.
H. zum entſprechenden Zeitpunkt des Vorjahres, wobei allerdings
zu berückſichtigen iſt, daß im Vorjahr das Pfingſtfeſt weitaus
früher lag. Die geſamte Kapitalanlage hat ſich um 166,7 auf
4250,2 Mill. RM. verringert, und zwar haben die Beſtände an
Handelswechſeln und =ſchecks um 148,2 auf 3549,4 Mill. RM., an
Lombardforderungen um 8,9 auf 38,2 Mill. RM., an deckungs=
fähigen
Wertpapieren um 0,4 auf 336,9 Mill. RM. und an
Reichsſchatzwechſeln um 9,2 auf 1,4 Mill. RM. abgenommen. In=
tereſſant
iſt, daß das Lombardkonto den niedrigſten Stand ſeit
Februar 1929 aufweiſt. Der geſamte Zahlungsmittelumlauf ver=
ringerte
ſich auf 5616 Mill. RM. gegenüber 5819 Mill. RM. am
Ende der Vorwoche Zum entſprechenden Zeitpunkt des Vor=
monats
betrug er 5519 Mill. und zum gleichen Vorjahrestermin
5405 Mill. RM. Die Zunahme der fremden Gelder um 36,8 auf
771,9 Mill. RM. entfällt faſt ausſchließlich auf die öffentlichem
Konten; in die Berichtswoche fiel ein Einkommenſteuertermin.
Die Beſtände an Deviſen haben ſich um 41 000 RM. auf 3.98 Mill.
RM. verringert, während die Goldbeſtände um 931 000 RM. auf
84,03 Mill. RM. zunahmen. Dabei handelt es ſich um Auslands=
käufe
gegen Reichsmark.
Chiffrierke Geſchäftsanzeigen find unlauker.
Die Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt teilt miti
Der Inhaber eines auswärtigen Einzelhandelsgeſchäfts hat wie=
derholt
in den Tageszeitungen unter einer Chiffre Warenangebote
erſcheinen laſſen. Da eine Verwarnung ohne Erfolg blieb, auch
eine vergleichsweiſe Regelung nicht zu erreichen war, fällte das
zuſtändige Einigungsamt für Wettbewerbsſtreitigkeiten einen
Spruch, in dem feſtgeſtellt worden iſt, daß derartige chiffrierte
Anzeigen eines Geſchäftsinhabers als ein Verſtoß gegen die Be=
ſtimmungen
des unlauteren Wettbewerbsgeſetzes zu betrachten
ſind, weil ſie den Anſchein erwecken, als ob es ſich um ein Angebot
von privater Seite handele.
Nach der zu dieſem Spruch gegebenen Begründung iſt es als
unlauter anzuſehen, wenn ein Kaufmann die von ihm regelmäßig
im Geſchäftsverkehr vertriebenen Waren nicht unter ſeinem Na=
men
, ſeiner Firma oder ſeiner Geſchäftsbezeichnung, ſondern unter
einer Chiffre ankündigt. Von einem Kaufmann muß man erwar=
ten
, daß er für die von ihm angebotenen Waren, die Gegenſtand
ſeines regelmäßigen Geſchäftsbetriebs ſind, mit ſeinem Namen
oder ſeiner Firma einſteht. Die Ankündigung ſolcher Waren durch
Gewerbetreibende unter Zeichen, Decknamen oder einer anderen
Form der Verſchleierung iſt mit der Forderung nach Wahrheit
und Klarheit in der Werbung nicht zu vereinbaren und würde,
wenn ſie für zuläſſig erklärt würde, dem Schleichhandel und an=
deren
unlauteren Handlungen Vorſchub leiſten.
Dieſe Geſichtspunkte treffen natürlich nicht zu, wenn von
privater Seite, alſo nicht gewerbsmäßig, Waren angeboten wer=
den
. In dieſem Fall läßt es ſich durchaus rechtfertigen, wenn der
Anzeigende, der gelegentlich oder aus beſonderen Gründen irgend=
welche
Gegenſtände verkaufen will, ſeinen Namen in der Ankün=
digung
verſchweigt. Im Publikum werden daher ſolche Chiffre=
Anzeigen als von privater Seite herrührend angeſehen. Das
Publikum nimmt daher auch an, daß die auf dieſe Weiſe angebo=
tenen
Waren eine beſonders günſtige Kaufgelegenheit darſtellen.
Mit dieſer Auffaſſung dürfte es auch zuſammenhängen, wenn der
Beklagte die Erfahrung gemacht hat, daß das Darmſtädter Publi=
kum
auf die unter ſeinem Namen erfolgten Anzeigen nicht ein=
gegangen
iſt, während ſeine Chiffre=Anzeigen Erfolg aufzuweiſen
hatten. Gerade dieſer Umſtand zeigt aber, daß tatächlich eine
Irreführung des Publikums ſtattgefunden hat.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve= für Feuilleton Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Sport: Karl Böhmann;
für Die Gegenwart Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette: Anzeigen=
leiter
: Willy Kuhle; für den Inhalt der Anzeigen verantwortlich: Paul Ziegler
ſämtlich in Darmſtadt. D. A. V. 35. 20019. Pl. 3. Druck und Verlag: Darmſtädter
Tagblatt, Eliſabeth Wittich, Zeitungsverlag u. =Druckerei, Darmſtadt, Rheinſtr. 23.
Für unverlangte Beiträge wird Gewähr der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Schriftleitung: Vormittags 121 Uhr, nachmittags 67 Uhr.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.

Berliner Kursbericht
vom 18. Juni 1935

Oeviſenmarkt
vom 18. Juni 1935

Me H Elektr. Lieferung Keft Deutſche Bank u. J. 6. Farben 151.625 Disconto=Geſ.
Dresdner Bank 93. 93. Geſ. f.elektr. Untern. 127.375 Hapag 32.50 Harpener Bergbau 111.50 Nordd. Llohs 34.25 Hoeſch Eiſenund 1/1o4.875 A. G. 6. 45.125 Köln=Neueſſen Bahr. Motorenw. 122,625 Vereinigte Glanzſt. 170. C. P. Bemberg 125.50 Phil. Holzmann 90.625 Bergmann Elektr. 102. Kali Aſchersleben 122. Berl. Maſch.=Bau Klöcknerwerke 98.25 Conti=Gummi 154. Koksw.Chem. Fabr. 124.75 DeutſcheCont. Gas 136,875 Mannesm. Röhr 85.50 Deutſche Erdöl 110.125 Maſch.=Bau=Untn. 71.75

Weee
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ka
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerie
Weſteregeln Akkal
Agsb.Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke 1I

Viee
10.75
124.125
177.
36.625
82.50
120.25
95.50
14.50
122.875
59.
125.25
139.

Aeghpten
Argentinien
Riet
Braſilien
Bulgarie!
Canada
Dänema=
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Island

Währung
1ägypt. 2
1 Pap. Peſo
100 Belga
1 Milreis
100 Leva
1canad. Doll.
100 Kronen
100 Gulden
f13.Sg.
100 eſtl. Kr.
100 finn. Mk
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden
100 1Bl. Kr.

Geld/‟
12.505
0.859
41.98
0.149
3.047
2.474
54.49
46.78 4
12.205/1
68.43
5.38
16.365
2.353
168.18
55.32

D
12. 535
0.662
42.06
0.151
3.053
2.478
54.59
15.88
12.23=
68.57
5.39
18.3051
2.357 1
168.521 1
55.341

Italien
Japan
Fugoſlawle:
Lettland.
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoflowa=
Türkei
ungarn
Uruguah
Ver. Staa e!

Währung
100 Lire
1 Yen
100 Din a
100 Lats
100 Kronen
100 Schilling
100 Eseudos
100 Kronen e
100 Franes
100 Peſetas
100 Tſch.=Kr.
t türk. *
100 Peng b
1 Goldpe ſo
1 Dollar.

GeldBrief

Darmſtädter une Karlonalbane Burmſtadt, oilläle ber Arrscher Bunk
Frankfurter Kursbericht vom 18. Juni 1935.

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Gr. IIp. 1984
1935
1936
1937
1938
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5%Dtſch. Reichsanl.
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4½ %Münchenv. 29
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4½%Mein. Hhp. B.
5½% Lig.=Pfr.
4½% Pfälz. Hhp.B.
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Lig.=Pfbr.
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6%Ver. Stahlwerkel 1017,
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4½ Stockholm. . .
Aktien.
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Alg. Kunſtzide Unie
A. E. 6. ........"
AndregeNorisBahn
Aſchaffbo. Brauerei/ 116
Zellſtoff 86.75
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, J. P.
Berl. Kraft u. Licht 128.25
Brauhaus Nürnbg 131

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Ot R
Eement Heidelberg
Karlſtadt.
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154.25
117
110.5
162
91.5
92
113.5
129
164,5
84
159
67
151.3
1o0
57
103.25
40"
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130
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128.5
23.5
100.5
1102
1214
88.5
85:),
107
87.5
112
229
104.5
24,
177.5
72.3
186

110

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Mannh. Berſch
Otavi Minen
Schan zung Handels

82.5
Za
38.5
120

122.5
120.25
128
91/.
93
84.25
93
106.5
95.75
97.5
87.5
178
129.75
99.5

122.5
120.
32i,
88
34.75
81.5

[ ][  ][ ]

Seite 2 Nr. 167

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 20. Juni 1935
Eröffnung des Inftikuts für Erbbiologie.
And Bafengsgiene im Srauriart d. M.

Handel zwiſchen den Einzelſtaaten, nicht aber in den Einzel=
ſtaaten
regeln dürfe.
Die oben geſchilderte Agitation gegen NRA. brachte es mit
ſich, daß der zweite Einwand in den Berichten der erſten Tage
von der hieſigen Preſſe kaum beachtet und alles darauf ab=
geſtellt
wurde, der Präſident habe eine Niederlage erlitten, denn
man habe ihm das Recht zur eigenmächtigen Feſtſetzung von
Richtlinien für die Privatwirtſchaft fortgenommen. Ueberſchriften
wie die Tyrannei iſt zu Ende in der republikaniſchen, wie
Gott ſei gedankt in der Hearſtpreſſe überſtürzten ſich förmlich.
Etwa dreitauſend parteizugehörige Männer und Frauen, die bei
der NRA.=Verwaltung in der Bundeshauptſtadt Stellungen ge=
funden
hatten, überlegten, ob ſie ſchon morgen oder erſt am
16. Juni auf die Straße geſetzt würden. Schluß mit dem Neuen
Kurs, ſo jubelten die Gegner.
Zwei Tage ſpäter wurde man ſchon nachdenklich, und manche
Zeitungen verſuchten krampfhaft, von ihren erſten wilden Leit=
artikeln
möglichſt unauffällig abzurücken. Warenhäuſer in New
York begannen ihre Preiskämpfe wieder. Löhne wurden in
einigen Betrieben gekürzt, Arbeiter wurden unruhig, und viele
Farmer begannen ſich zu melden. Und ſeit vorgeſtern wird das
Weiße Haus mit Briefen und Telegrammen überſchüttet, in
denen der Präſident gebeten wird, NRA. fortzuſetzen. Darauf
erklärte er heute mit Recht, daß er das nicht könne, denn Amerika
ſei das einzige Land auf der Welt, wo Regierung und Par=
lament
machtlos ſind, wenn das Oberſte Bundesgericht ihnen
verbietet, vollkommen ordnungsmäßig angenommene Geſetze aus=
zuführen
. Es erinnert das an die Zeiten Friedrichs des Großen,
dem der Müller noch mit dem Kammergericht drohen konnte.
Unbekümmert um die Zeit, in der wir leben, entſcheidet das
Amerikaniſche Bundesgericht ſelbſtherrlich und unantaſtbar nach
dem ſtarren Wortlaut der Verfaſſung, die von 13 Staaten am
Ende des 18. Jahrhunderts beſchloſſen wurde, als es die Be=
griffe
Arbeitsloſigkeit, Ueberproduktion, unbauterer Wettbewerb
uſw. in Amerika noch gar nicht gab. Die ſture Haltung des
Gerichts beſonders bezüglich des Handels zwiſchen den Staaten
führt, wie Rooſevelt heute ausführte, zu folgendem Ergebnis:
Es gibt fünf Haupt=Betätigungsgebiete in Amerika: Beförderung,
Bau, Hebung der Bodenſchätze, Ackerbau und Induſtrie. Nach
Anſicht des Oberſten Bundesgerichts, gegen die es keine Berufung
gibt, darf der Bund in keines dieſer Gebiete ſich miſchen. Er
darf alſo keine nationale Wirtſchaftspolitik treiben, wenn auch
der Fabrikant in Pennſylvania darunter leiden ſollte, daß der
Bauer in Texas infolge Ueberproduktion ſeine Ernte nicht ver=
kaufen
und daher keine Fertigwaren kaufen kann; ja, wenn er
bankrott geht und verhungert; wenn ein Wolkenkratzer in New
York mit Material erbaut wird, das in anderen Staaten unter
den unwürdigſten Bedingungen hergeſtellt wurde; wenn ein
Unternehmer Kinderarbeit ausnützt und durch ſeine Schleuder=
waren
die anſtändigen kleinen Geſchäftsleute in anderen Staaten
ruiniert; wenn Weizen auf 35 Cents pro Buſhel, Baumwolle
auf 5 Cents pro Pfund ſinkt und ganze Gebiete verarmen; wenn
Petroleum weit über jeden Bedarf gebohrt und auf den Markt
geworfen wird; wenn die Verhältniſſe auf dem Kohlenmarkt
chaotiſch werden und zur Entlaſſung Tauſender von Kumpels
führen All das ſind nach Anſicht des amerikaniſchen Reichs=
gerichts
rein lokale Betätigungen, und zwiſchenſtaatlicher
Handel, um den ſich der Bund kümmern darf, exiſtiert nur in
dem Augenblick, wo eine Ware über die Staatsgrenze trans=
portiert
wird. Jeder kann machen, was er will, und der Bund
muß ruhig zuſehen, wie dieſes große und reiche Land ſich
ſelbſt ruiniert. Gewiß könnten die 48 Einzelſtaaten, jeder für
ſich, anſtändige Geſetze nach dem Muſter von NRA. beſchließen;
aber die Erfahrung lehrt, daß ſie das nicht tun und daß nur
einige Staaten die nationalen Zuſammenhänge erfaſſen. Ebenſo
iſt es mit der Privatinduſtrie. Wenn 90 Prozent der Unter=
nehmer
anſtändig und vernünftig ſind, ſo wird ihnen trotzdem
von den 10 Prozent aſozialen Schiebern und Ausbeutern jeder
geſunde Geſchäftsbetrieb unmöglich gemacht. Und deshalb er=
klärte
Rooſevelt heute mit Recht, das Land ſei um ein Jahr=
hundert
zurückgeworfen, in die dunklen Zeiten primitivſter
Selbſterhaltung! Er vergaß nicht zu erwähnen, daß das Bundes=
gericht
in früheren Fällen, wo es ſich um Maßnahmen gegen
Arbeitnehmer handelte, ſtets bereit war, Einhaltsbefehle gegen
Streikende zu beſtätigen mit der Begründung, Streiks auf den
Kohlenzechen gefährdeten die Verſorgung anderer Einzelſtaaten
mit Kohle, und das ſei zwiſchenſtaatlicher Handelsverkehr! Er
warf alſo den Richtern zweierlei Maß vor, und ſeine Aus=
führungen
über die Tragweite der Entſcheidung machten einen
tiefen Eindruck.
Was wird nun? Klar iſt, daß NRA. in der bisherigen
Form aufgehört hat zu exiſtieren, daß die anderen Maßnahmen
AAA. Börſen= und Aktienkontrolle, ja ſogar die Maßnahmen
der Regierung gegen Belieferung der Bürger mit ſchlechten
alkoholiſchen Getränken wahrſcheinlich auch verfaſſungswidrig
ſind, da ſie den Begriff des zwiſchen=ſtaatlichen Verkehrs nach
obiger Entſcheidung überſpannen. Deswegen appellierte der
Präſident heute an das Volk zu verſtehen, daß es ſich um eine
nationale Kriſe handele und die Frage klar geſtellt ſei: darf

Vom Tage.

Nachdem noch am Dienstag nachmittag und im Laufe des
Mittwoch in Wittenberg und 12 Dörfern in Wittenberg=Land,
Pieſteritz, Dobien, Braunsdorf, Elſter, Rackitt, Trebitz, Kemberg,
Bergwitz, Schleeſen, Blettin und Zoernigall, die zur Trauerfeier
aufgebahrten erkannten Toten beigeſetzt worden waren, fand am
Mittwoch nachmittag in Reinsdorf die Beerdigung von 16 unbe=
kannten
Opfern ſtatt, die in der Geſamttotenzahl von 60 ein=
geſchloſſen
ſind.
In politiſchen Kreiſen Roms wird beſtätigt, daß die ſeit
längerer Zeit in Ausſicht genommene Begegnung zwiſchen Muſſo=
lini
und dem jugoſlawiſchen Miniſterpräſidenten Jeftitſch gegen
Ende des laufenden Monats ſtattfinden wird.
Das deutſch=engliſche Flottenabkommen bildet in den politi=
ſchen
italieniſchen Kreiſen das Tagesgeſpräch. Die Blätter be=
tonen
beſonders die politiſche Bedeutung des Abkommens. Ita=
lien
habe ſich zurückgehalten und ſeine Rüſtungsfreiheit weder
politiſch noch hinſichtlich der Flottenbauten irgendwie gebunden.
Der franzöſiſche Finanzminiſter Regnier hat am Mittwoch mit
dem Kriegsmarineminiſter Piétri und Kriegsminiſter Fabry ver=
ſchiedene
Fragen der nationalen Verteidigung beſprochen.
Der ſowjetruſſiſche Botſchafter in Paris, Potemkin, beſuchte
am Mittwoch den franzöſiſchen Miniſterpräſidenten Laval, mit
dem er eine längere Unterredung hatte. In ihrem Verlauf
wurde auch das deutſch=engliſche Flottenabkommen beſprochen.
Laval unterrichtete den Sowjetbotſchafter über den Standpunkt
der franzöſiſchen Regierung, über den Potemkin nach Moskau
berichtete.
Der bevorſtehende Beſuch einer Abordnung der Britiſchen
Frontkämpfer=Vereinigung, der Britiſh Legion, in Deutſchland
bildete am Mittwoch nachmittag im Unterhauſe den Gegenſtand
eines Frage= und Antwortſpieles zwiſchen der ſozialiſtiſchen Oppo=
ſition
und dem Außenminiſter Sir Samuel Hoare. Die Regierung
iſt der Anſicht, daß dieſe Angelegenheit ausſchließlich die Organi=
ſation
der ehemaligen Kriegsteilnehmer angehe.

der Bund ſoziale und andere Fragen der Nationalen Wirtſchaft
regeln, oder ſoll alles darunter und drüber gehen? Man kann
die Frage verneinen, aber es iſt ſchwer, einen Ausweg zu
finden. Volksbefragung oder Volksentſcheid gibt es hierfür nicht,
es ſei denn, daß die Verfaſſung geändert wird, und dazu ge=
hören
Zweidrittel Mehrheit in beiden Häuſern des Kongreſſes
ſowie die Zuſtimmung von Dreiviertel der Parlamente aller
Einzelſtaaten. Das iſt in Amerika meiſtens ſehr ſchwer; aber
Rooſevelt iſt bei Aufhebung der Prohibition die Verfaſſungs=
änderung
in recht kurzer Zeit gelungen, alſo kann es auch dies=
mal
gut gehen. Nur iſt die Lage in dieſem Fall dadurch
kompliziert, daß im nächſten Jahr die großen Wahlen für’s
Weiße Haus ſtattfinden, und deswegen wird die Frage trotz
ſeines heutigen Appells parteipolitiſch ausgebeutet werden. Man
wird die weitere Entwicklung mit großem Intereſſe verfolgen
müſſen ..

Die Reichsſteuereinnahmen im Mai.

Weiter günſtige Enkwicklung.

DNB. Berlin, 19. Juni.
Das Aufkommen an Steuern, Zöllen und anderen Abgaben
hat ſich auch im Monat Mai 1935 weiter gut entwickelt.
Die Einnahmen betrugen (in Millionen RM.) bei den
Beſitz= und Verkehrsſteuern 413,5, gegen 355,9 im Mai 1934 (plus
57,6) und bei den Zöllen und Verbrauchsſteuern 249,8 gegen
221,2 (plus 28,6), ſo daß insgeſamt 663,3 gegen 577,1 (plus
86,2) aufgekommen ſind. Damit ſind vom 1. April bis 31. Mai
1935 1348,2 gegen 1175,1 (173,1) vereinnahmt worden wovon
807,5 gegen 684,3 (plus 123,2) auf Beſitz= und Verkehrsſteuern
und 540,7 gegen 490,8 (plus 49,9) auf Zölle und Verbrauchs=
ſteuern
entfallen.
Das Aufkommen an Lohnſteuer hat ſich von 61,5 im Mai
1933 auf 66,3 im Mai 1934 und 107,8 im Mai 1935 erhöht. Bei
der veranlagten Einkommensſteuer und bei der Körperſchafts=
ſteuer
iſt die Entwicklung wie folgt: im Mai 1933 19,6 bzw.
3,5. Mai 1934 20,2, bzw. 7,5 Mai 1935 17,0 bzw. 5,4. Die
Umſatzſteuer iſt von 112,8 im Mai 1933 auf 135,9 im Mai 1934
und 145,2 im Mai 1935 geſtiegen. Der Anſtieg in der Wechſel=
ſteuer
, die im Mai 1935 8,6 gegen 5,4 im Mai 1934 und 3,1 im
Mai 1933 erbrachte, iſt auf die Zunähme des Wechſelverkehrs
zurückzuführen und dieſer wieder auf die bedeutende Zunahme
der Umſätze in der Wirtſchaft. Das Aufkommen an Beför=
derungsſteuer
hat von Mai 1933 bis Mai 1935 bei der Per=
ſonenbeförderung
7,6 bzw 7,1 bzw. 8,2 und bei der Güter=
beförderung
7,0 bzw. 8,8 bzw. 9,3 betragen. An Zöllen ſind im
Mai 1935 3,7 weniger aufgekommen als im Mai 1934.
Die wichtigſten Verbrauchsſteuern haben ſich von Mai 1933
bis Mai 1935 wie folgt entwickelt: Zuckerſteuer 19,8 bzw. 18,3
bzw. 21,/4, Bierſteuer 20,1 bzw. 22,9 bzw. 21,8, Tabakſteuer 59,3
bzw. 62,0 bzw. 69,6 und aus dem Spiritusmonopol 10,8 bzw.
11,3 bzw. 13,3.

Ein Inſtituk für das geſamte Rhein-Main=Gebief.

Im feſtlich geſchmückten, großen Sitzungsſaal des Hauſes derr
Volksgeſundheit zu Frankfurt a. M. fand am Mittwochnachmittagg
die für das geſamte Rhein=Maingebiet außerordentlich bedeutſames
Eröffnung des Univerſitäts=Inſtituts für Erbbiologie und Raſſen= ſtatt.
Im Rahmen der Vortragsreihe ſprach der Leiter des neueng
Inſtituts, Prof. Dr. Frh. v. Verſchuer, über die Auf=

gaben und Ziele des Inſtituts für Erbbiologies
und Raſſenhygiene zu Frankfurt a. M.

Er ſkizierte zunächſt die einzelnen Wege, die zu der Wiſſen Tfür die Südeten

ſchaft geführt haben, die man nun in dieſen Räumen pflegen wolles zu garl Hermahl. 2.
und wies darauf hin, daß uns die Erkenntnis von den Geſetzeny m ols wei Dritteil
der Vererbung den Schlüſſel zu Bezirken menſchlichen Wiſſeuss rſcechollowakei gecle
gebe, in welchen Geſundheit und Krankheit, Begabung undo ſitzgebenden ?
Schwachſinn, Aufſtieg und Verfall bei Menſchen, Familien undö ägkeiten 1n
Völkern nicht mehr als einzig bedingt durch die Umwelteinflüſſer u für Volk und
aufzufaſſen ſeien. Aber der Menſch ſei nicht nur Objekt dieſern / pflichten 9e
äußeren Mächte; er ſtehe ihnen gegenüber als Träger eines bio== cheſetz ſovie
logiſchen Schickſals. Das biologiſche Schickſal aber wiederum ſein rufſich. Gleichzel

innerhalb gewiſſer Grenzen vorbeſtimmt durch das Erbguty mſen, die nag
unſerer Ahnen. Wir hätten es in der Hand, unter ſinnvoller An=ſchen zukämen
wendung der Erkenntniſſe der Erbbiologie das biologiſche Schick= Kechtſprechung ent

ſal unſerer Kinder und Enkel zu beeinfluſſen. Die Aufgabey, Indem ſie die 2
die das neue Inſtitut zu erfüllen habe, ließen ſich in drei Grupay er parlament

pen ordnen: Forſchung, Lehre und praktiſche Arbeit,; inden Dienſt an
Nur groß, angelegte Forſchung, unter Heranziehung der modernſten 1 ſe tſchtum nach den
Fortſchritte wiſſenſchaftlicher Methotik, bürge für einen wirklichen 1 ſeinen Willen un
Erfolg, und er hoffe, auf Grund einer 12jährigen Erfahrung ? znmungsrecht einve
eine ſolche Garantie übernehmen zu können.
(leich allen deutſche

Objekt der Forſchung ſei der Menſch, nicht der einzelnes mf entſchloſſen, im
Menſch, ſondern Familien und Zwillinge. Und auch hierbei dürf=n deendeutſchtum die
ten nicht nur intereſſante Fälle unterſucht, ſondern es müßtenn malen, Angel
alle Zwillinge, alle Familien eines beſtimmten geographiſchenn ino zum inner
Bezirkes erfaßt werden. Es gelte feſtzuſtellen, welche Eigenſchaf= ſt habe aus den W
ten körperlicher und geiſtiger Art, welche Krankheiten und Angs an, ſondern die M
malien des Menſchen erblich ſeien, auf welcher Geſetzmäßigkeit! / Eyſtem der deutſche
ſie von einer Generation auf die andere übertragen würden, wie=s fr Gruppen zur Reg
weit äußere Einflüſſe hemmend oder fördernd in Betracht gezogenn ſt ergruppen des St
werden könnten und vieles andere mehr. Dabei ſah man auf dies tchechiſchen Volkes
Mitarbeit anderer Berufsgruppen, der Geſundheitsämter, dess eir einer nationalen
Statiſtiſchen Amtes, des Standes= oder Sippenamtes und zahls Hend vorzuſpiegeln.
reicher anderer Stellen und Perſonen angewieſen.
uarkwortlicher und ehr
Selbſtverſtändlich ſei es, daß nunmehr die Ausbildungg 1s eine Vertretung
in der Erb= und Raſſenlehre in den normalenn mirterpoſt
der
Lehrgang der verſchiedenſten Berufe, insbeſony Bölker,
dere in die Lehrpläne der Univerſitäten, ein= hrroſt er
gebaut würden. Es gelte vor allem, einen jungen Führer je europäiſch
nachwuchs auszubilden. Ein weiteres Aufgabengebierllyt nents zum Ziel
des Inſtituts ſei die erbärztliche Praxis. Der Univer=; ſchaft eines einzel
ſitätsvertreter für Erbbiologie und Raſſenhygiene müſſe Leiters nEWege von Pakten
einer ſtaatlichen Beratungsſtelle für Erb= und Raſſenfrage ſein, 4 Der Völker veren
denn es ſei unbedingt erforderlich, daß die Kenntniſſe der erbbio= , nationalen
logiſchen Fachvertreter bei der praktiſchen Durchführung der Eibſer Welt kön
und Raſſenpflege Verwendung fänden.
mals der u
Anſchließend an die Ausführungen Prof. Dr. Verſchuers fand tn deutſchen G
eine Führung der Gäſte durch die neuen Räumlichkeiten des In . Die Sudetendeutſ
ſtituts ſtatt.
üſge s als politt

eLuiche Volksg:
AMund wirtſa
Frankreich ſpielt Italien gegen England aus.
ſ4: der Verzwei
Die franzöſiſche Abendpreſſe nimmt zu der engliſchen Halung? (aftliche Enteig
ebenfalls ſehr ſcharf Stellung. Dabei tritt auffallenderweiſe dies üſſeendlich=
abeſſiniſche
Frage, die doch eigentlich mit dem deutſch=engliſchen) Mcutſche Partei for
Abkommen nichts zu tun hat, ſehr ſtark in den Vordergrund. Diel n Schul= Bild
Abendblätter geben England zu verſtehen, daß es auf die =ens, die dem

franzöſiſche Unterſtützung in der abeſſiniſchend risen Kulturvolkes

Frage nicht zurechnen habe. In der franzöſiſchen Preſel zassidee die politiſche
macht ſich auch eine auffallende Feindſeligkeit gegenüber Abeſſinien
bemerkbar. Der Intranſigeant ſtreitet den Engländern ab, daßl Dei Volksgruppe
intglaube die Sudete
ſie je wahre Freunde Frankreichs geweſen ſeien. Die wahren ei geidung alſe
Freunde Frankreichs ſeien die Italiener. Gott ſei Dank ſei Frank=
reich
heute zur Vernunft zurückgekehrt. Es habe ſeine italieniſcher! IIwenden we
Freunde wiedergefunden, deren Bemühungen um den Frieden ir) 4 Es könne entr
Europa unſchätzbar ſeien. Eden werde Frankreich nicht zu übern sMung fortführen,
zeugen vermögen, daß Frankreich ſich den italieniſchen Abſichtern Heſtand des
gegen Abeſſinien widerſetzen müßte, wenn es mit England Freun.) W uu geben, auf die
bleiben wolle. Frankreich ſei heute auf der Seite Italiens, deſſeis Zunt ſchloß die E
Politik ohne Schatten ſei. Es ſtehe zu Italien aus beſonderer Lſrten Konrad
Liebe und aus Liebe zur Ziviliſation.
Tſcheche kann vu

Das Prinz Georgs=Palais.

In den meiſten Städten unſeres an Kulturgütern ſo reichen
Vaterlandes gibt es ſtille Winkel, verſteckte Schönheiten, köſtliche
Erinnerungen an große oder geruhſame Zeiten, die von den Frem=
den
mehr beachtet und gewürdigt werden als von den Einheimi=
ſchen
. Das hat ſeinen guten Grund: Der Fremde will ſchauen und
genießen, er lebt daher nach dem Baedeker und tut, was dieſer
treue Mentor aller Müßigen empfiehlt. Der Einheimiſche denkt
an ſeinen Beruf, an ſeine Familie, an ſeinen Stammtiſch und
wenn er gefragt wird, ob er dieſes oder jenes im den Mauern der
Stadt ſchon geſehen habe, dann iſt die Antwort zumeiſt: Gut, daß
Sie daran erinnern, wir wollten immer ſchon einmal hingehen.
Und dabei hat es denn ſein Bewenden. In Darmſtadt gehört das
Prinz=Georgs=Palais zu den Sehenswürdigkeiten, die von den
meiſten Darmſtädtern nie beſucht werden, trotzdem es zu den an=
mutigſten
Kulturdenkmälern der Stadt gehört und trotzdem es ſo
eigenartige Reize bietet, daß uns ein München oder ein Weimar
darum beneiden könnte.
Da mag denn einmal an ſeinen Zauber erinnert werden viel=
leicht
erwacht dadurch in dieſer oder jener Bruſt das kulturelle Ge=
wiſſen
, überwindet alle tiefeingewurzelte Muſeumsſcheu und gibt
den Anlaß zu einem friedlichen Bummel durch den frühſommer=
lichen
Herrngarten nach dem verſteckten Plätzchen, wo unſer
Palais ſich ſchamhaft hinter den Kaſtanien des nördlichen Parkes
verſteckt. Die Zeit iſt günſtig. Auch die Sehenswürdigkeiten haben
ihre Saiſon, ihre Tage,, wo ſie für den abgefeimten Genießer
am köſtlichſten zur Geltung kommen. Botticellis Primavera in der
Academia zu Florenz iſt zu keiner Zeit ſo ſchön wie im italieniſchen
April, wenn ſie in die Symphonie des blühenden Frühlings drau=
ßen
das Motiv vom Frühling ſchönſter Menſchen und edelſter
Kunſt hineinklingen läßt. Goethes Studierzimmer im Weimarer
Hauſe muß man beſuchen, wenn im Juni die alten weißen Moos=
roſen
zum Fenſter hereinlächeln und den nüchternen Schreibtiſch
des deutſchen Olympiers begrüßen. Im Gartenhäuschen muß man
ſich verliebten Träumen hingeben, wenn von den Wieſen an der
Ilm das Dengen der Senſen leiſe herüberglockt. Im Bamberger
Dom iſt der erhabene Glanz des edelſten aller deutſchen Ritter nie
ſo ſtrahlend, als wenn man ſich an einem ſchönen Auguſttage, wenn
es ſchon von ferne leiſe heranwettert, in die vielfach geheiligten
Hallen begibt und ſich Mut und Glauben erflehend, vor ſeiner
ſteinernen unbeſiegbaren Herrlichkeit niederläßt.
Nun und das Prinz=Georgs=Palais ſoll man jetzt auf=
ſuchen
, denn zu keiner anderen Zeit entfaltet es ſeine Reichtümer
ſo üppig, ſo rückhaltlos freigiebig! Die Kenner richten ſich den
Beſuch ſo ein: Sie nehmen ihren Eingang nicht etwa gleich durch
die halbverborgene, beſcheidene Mauervforte des Herrngartens,
ſondern ſie ſchlagen ſich tapfer bis zum Schloßgrabenplatz durch und
betrachten ſich von dort das kunſtvolle ſchmiedeeiſerne Gitter des
monumentalen Barocktors, den Vorgarten mit den kunterbunten
chineſiſchen Porzellanhockern und die ſaubere Faſſade des gelbluſti=
gen
Bauwerks. Welch ein prächtiges Stück 18. Jahrhundert! Dann
erſt gehen ſie zurück, um durch die Mauerpforte vom Herrngarten
aus den Bau zu betreten.

Das Schlößchen wurde vom berühmten Jagdlandgrafen Lud=
wig
IIII. für ſeinen Lieblingsſohn, den Prinzen Georg Wilhelm
als Luſthaus erbaut , auf daß ſich dieſer daſelbſt mit ſeinen ſchö=
nen
Kindern fern von der damals, ſage und ſchreibe 8000 Einwoh=
ner
beherbergenden Großſtadt harmloſen Sommerfreuden hin=
geben
konnte. Ein Kuhſtall gab Gelegenheit, ſich hirtenhaft zu
fühlen, wenn man nicht von den Beeten des Ornamentgartens

(Foto: Rußmann.)

Blumen pflücken oder die Zeit von der kunſtvollen Sonnenuhr ab=
leſen
oder dem nahen Pretlachſchen Häuschen einen Beſuch abſtat=
ten
wollte. Da gab es noch keine Kirche, keinen Schloßgartenplatz,
keine Techniſche Hochſchule, kein modernes Stadtviertel weit und
breit, nur ländliche Gärten und Feld=Frieden weit und breit: ein
Bild im Treppenhauſe des Schloſſes zeigt es mit rührender Ein=
dringlichkeit
. Heute iſt das Schloß nach mancherlei Schickſalen ein
Porzellanmuſeum, das wie ſo vieles Anmutige und Charakteriſtiſche
in der Stadt dem Kunſtſinn des Großherzogs Ernſt Ludwig ſeine
Entſtehung verdankt.
Alles, was ſich im heſſiſchen Fürſtenhauſe an koſtbarem Por=
zellan
aus Chinas Glanzzeit und aus den Tagen der großen euro=
päiſchen
Erzeugniſſen von den Tagen Böttgers und Tſchirnhauſens
an bis zur franzöſiſchen Revolution angeſammelt hat, iſt dort in
den entzückenden, mit reichen Stukkaturen aus der Regeance=Zeit
gezierten Räumen in bunter Mannigfaltigkeit aufgeſtellt. Von den
Wänden aber grüßen den Beſucher die Bilder der prinzlichen Fa=
milie
, der einſt dieſe heitere Welt gehörte. Sollte er aber müde

Haſt Du w.
bitt den

Laß einen
0 bleibeſt

Denke na

un

Salomon ne

Denn kein

ſein, ſo mag er ſich auf den geſchmückten Goldſeſſeln niederlaſſen
die jene Tage miterleben durften. Wer ein rechtes Porzellanher1
hat und welcher Kulturliebhaber hätte es nicht , kann hie:s
Orgien des Schauens und Genießens feiern. Da kann er im Geiſte!
aus zierlichen Taſſen Mokka am Hofe der großen Landgräfin Rau
roline mit Goethe und Herder ſchlürfen, oder er kann von altendh
liſchen Servicen an der Tafel des treuen Ludewig ſpeiſen, demd
ſein dankbares Volk das Monument errichtete. Er kann ſich abe?
auch die Welt der vielen hundert Götter und Göttinnen, Schaſe?
und Schäferinnen, Soldaten, Poſſenreißer und italieniſcher Komal
dianten, Hofherren und Hofdamen lebendig machen und mit ihſe?
die ſeligen Tage des Rokoko und ſeiner überall leiſe zitternges
Sinnlichkeit auskoſten. Verhüte nur der Himmel, daß er ſich nichh
hoffnungslos, in eine der zarten Grazien der Ludwigsburgen
Manufaktur verliebt! Es iſt entſetzlich, mit einem Pfeile Amorb
für ein 10 Zentimeter hohes Porzellan=Figürchen im Herzen, des
Reſt ſeines Lebens zu verbringen. Manch einer iſt nie über die
Liebe zu den Zwergenfrauen aus dem Venusberg der Porzellafm
welt hinweggekommen und hat darüber nie ſeines Weſens fleiſa.
liche Ergänzung gefunden man ſoll beileibe nicht darube
lachen!
Das Schönſte vom Schönen bieten, die Kelſterbacher Glas
ſchreine nicht eigentlich, weil ſie wirklich das Schönſte von?
Schönen, ſondern weil ſie Dinge heimatlichen, heſſiſchen Geiſté
enthalten, weil man ſich bei ihnen ſo recht wohlfühlen kann. de
möchte ſagen, der alte liſtige, luſtige Vogelmann, der ſo krau
eim wenig verzwackte und doch einzig köſtliche Figürchen ſchuf, F1o4
beinchen mit Flöten darin, Pfeifenköpfe und Doſen und andere
ſeltſame Zeug entwarf, hatte beſten Datterichgeiſt in ſeiner Bru.
und darum muß man ihn lieben, ja mehr noch lieben als ſelde
den wunderſamen Meiſter von Ludwigsburg, der das berühmten!
Stück des Muſeums, den Jäger von Kurpfalz. erſchuf. Und dann
das Steinzeug, das in Kelſterbach bis in unſer Jahrhundert hinell.
gefertigt wurde, ja wie vergnügt iſt das doch! Man ſehe ſich nat
das geſchnörkelte Oefchen an, das ſich an kalten Tagen ſo wone
tätig unter der Krinoline verbergen läßt iſt’s nicht ein Paleſ!
das ſelbſt noch unſeren wackeren Grieſemern im Winter auf de
Markte beachtlich erſcheinen könnte. Und dann die Puppengeſchir.
und endlich die bunten Kelſterbacher Teller, die einſt in gal
Heſſen die Küchen und Speiſezimmer belebten und jung und an=

immer wieder erfreuten erfreuten mit ihren Inſchriften
Was ſind da für grandioſe Weisheiten in ſchönſtem Kobal!
blau auf das weiße Email geſchrieben. Lies, mein lieber Leie
ſo kernige Sprüche wie dieſe:

Aufſchriften auf Kelſterbacher Steinzeug=Tellern:

Ißt Du Speck und Ey aus mir
ſprech ich, wohl bekomm es Dir.

Zucker, Zimmt und Hirſebrei,
ſind der guten Dinge drei.

Reinlich liegt auf mir die Butter,
die Dir dient zum Morgenfutter.

[ ][  ][ ]

hnerstag, 20. Juni 1935

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 167 Seite 3

Die Gorverangen vei Snpaienvenſcen.
Wir waren Deutſche, wir ſind Deutſche, und wir werden in alle Zukunft Deutſche bleiben!
verleugnen. Wir waren Deutſche, wir ſind Deutſche und wir wer=
Die Hand zum inneren Frieden.
den in alle Zukunft Deutſche bleiben!

DNB. Prag, 19. Juni.
im tſchechiſchen Abgeordnetenhaus begann am 19. Juni die
Asorache über die Regierungserklärung. Der ungariſche Chriſt=
linboziale
Dr. Szullö lehnte das Regierungsprogramm als un=
beifdigend
ab, da die Rechte der Minderheiten nur auf dem
Pcwr ſtünden.
ür die Sudetendeutſche Partei erklärte Klubob=
mmn
Karl Hermann Frank, die Partei Konrad Henleins, von
mmhals zwei Dritteln des 3½=Millionen=Volkes der Deutſchen in
deye ſchechoſlowakei gewählt, wolle auf dem Boden der
guſtzgebenden Körperſchaften trotz aller Ge=
böſigkeiten
und Mißdeutungen eine ernſte Ar=
boſfür
Volk und Heimat leiſten. Sie nähmen
ah0 Pflichten gegenüber Staat, Staatsform
umGeſetz, ſowie gegenüber der politiſchen Mo=
roltuf
ſich. Gleichzeitig werde ſie aber für alle Rechte
käſwfen, die nach der Verfaſſung den Sudeten=
deuuſchen
zukämen, aber oft von Geſetzgebung, Verwaltung
umd Rechtſprechung entweder verwehrt oder geſchmälert worden
ſeinen Indem ſie die Legitimität und die Legalität
ihſr parlamentariſchen Arbeit ankündige, ſtelle ſie
dinſtin den Dienſt an der ſtaatlichen Geſamtheit, der das Sude=
tendatſchtum
nach den geſchichtlichen Tatſachen der Jahre 1918/19
geyu ſeinen Willen und gegen ſeinen klaren Anſpruch auf Selbſt=
beyimungsrecht
einverleibt worden ſei.
fleich allen deutſchen Parteien ſei auch die Sudetendeutſche
Pchui entſchloſſen, im Raume des tſchechoſlowakiſchen Staates dem
Sußdeendeutſchtum die Selbſtverwaltung ſeiner na=

tiſſaa len Angelegenheiten zu erringen und die

Hſid, zum inneren Frieden zu bieten. Die tſchechiſche
Poſlik habe aus den Wahlen keine ſtaatspolitiſchen Folgerungen
gezoen, ſondern die Mittel politiſcher Verfolgung verſtärkt und
dau zyſtem der deutſchen Bedeutungsloſigkeit durch Heranziehung
kleſihnr Gruppen zur Regierung fortgeführt. So ſeien wieder bloß
Spilitergruppen des Sudetendeutſchtums an den geeinten Willen
des ſchechiſchen Volkes gebunden worden und dazu verurteilt, den
Schien einer nationalen Befriedigung dem eigenen Volk und dem
Aulslnd vorzuſpiegeln. Obgleich die Sudetendeutſche Partei zu
ve atwortlicher und ehrlicher Mitarbeit bereit ſei, werde ſie nie=
mail
eine Vertretung des Sudetendeutſchtums durch geſchenkte
Mſnterpoſten in der Regierung als eine Verſtändigung zwiſchen
dem ſülkern anſehen. Die Sudetendeutſche Partei werde jede
wcchzaft europäiſch orientierte Außenpolitik unterſtützen, die ehr=
hlich
fe europäiſche Solidarität und damit die Beruhigung des
P Kcynents zum Ziel habe. Dieſes Ziel dulde aber keine Vor=
heurhaft
eines einzelnen Volkes oder Staates und ſei nicht auf
dein lege von Pakten zu erreichen, die letzten Endes die Ungleich=
heist
ſer Völker verewigten. In Uebereinſtimmung mit
dent ationalen Gedanken des 20. Jahrhunderts
iner Welt könne ſich das Sudetendeutſchtum
ni inls der unlösbaren Verbundenheit mit
dech) eutſchen Geſamtvolk begeben.
i. Sudetendeutſche Partei, ſo fuhr der Redner u. a. fort,
müſis als politiſchen Unverſtand bezeichnen, die
deſiſche Volksgruppe in der Tſchechoſlowakei
ſpoak und wirtſchaftlich und damit auch poli=
tiſder
Verzweiflung preiszugeben. Der wirt=
ſchtatliche
Enteignungsprozeß dauere ſchon 17 Jahre.
WErfüſſe endlich zum Stillſtand kommen. Die Sude=
terrdatſche
Partei fordere auch jene Sicherung des deut=
ſcht
= Schul=, Bildungs=, Kunſt= und Erziehungs=
woſn
s, die dem Sudetendeutſchtum als Volksgruppe des großen
der ihen Kulturvolkes zukomme. Wenn die tſchechoſlowakiſche
Stſrasidee die politiſche, ſoziale oder nationale Vernichtung der
der ihen Volksgruppe in der Tſchechoſlowakei, zum Ziel hätte,
daungl aube die Sudetendeutſche Partei an keinen Frieden. Die
Ertcheidung alſo, wohin ſich die ſudetendeutſche.
hüntikwenden werde, liege bei dem tſchechiſchen
hlle. Es könne entweder eine ſeiner ſelbſt unwürdige, brutale
Fihchtung fortführen, oder es werde lernen müſſen, mit dem völ=
kiſſiye
Beſtand des Sudetendeutſchtums zu rechnen und ihnen alle
Relhe zu geben, auf die ſie verfaſſungsmäßig Anſpruch haben.
tank ſchloß die Erklärung der Sudetendeutſchen Partei mit
der Vorten Konrad Henleins in Däniſch=Leipa: Kein vernünf=
tigiaTſcheche
kann von uns verlangen, daß wir unſer Volkstum

Stürmiſcher Beifall der Mitglieder der Sudetendeutſchen
Partei folgte den Ausführungen Franks. Während die übrigen
tſchechiſchen Parteien ſich ruhig verhielten, gab es auf den Bän=
ken
der tſchechiſchen Nationalſozialiſten zahlreiche Zwiſchenrufe
und Lärm. Auch die Kommuniſten und die deutſchen Sozialdemo=
kraten
verſuchten vergeblich, die Abgabe der Erklärung der Su=
detendeutſchen
Partei zu verhindern.
Trohkis Fluchk aus Frankreich.
Die Welt ſpricht immer wieder von Leo Trotzki, dem früheren
räteruſſiſchen Kommiſſar für das Heerweſen. Trotzki, einer der
Hauptbeteiligten an der Sowjetrevolution, lebt ſeit langem ſchon
im Ausland. Er hat ruſſiſchen Boden verlaſſen müſſen, weil er
in die Oppoſition hinübergewechſelt war. Seit ſeiner Ausweiſung
hat er wiederholt ſeinen Aufenthaltsort wechſeln müſſen, weil ihn
kein Staat behalten wollte. Nur die Franzoſen waren bereit, ihm
ein Aſyl zu gewähren. Trotzki mißbrauchte jedoch die Gaſtfreund=
ſchaft
. Er miſchte ſich in die innerpolitiſchen Verhältniſſe Frank=
reichs
, ſo daß es zu einem großen Skandal kam. Aber die fran=
zöſiſche
Regierung gewährte ihm auch weiterhin Gaſtfreundſchaft,
wahrſcheinlich, weil ein ausgewieſener Trotzki doch nicht über die
Grenzen hinausgekommen wäre; denn ſo ziemlich alle Staaten
weigerten ſich, dieſen Bolſchewiſten hereinzulaſſen. Sein letzter
Aufenthaltsort blieb jedoch der breiten Oeffentlichkeit verborgen.
Jetzt iſt Trotzki ganz plötzlich in Begleitung ſeiner Frau in
Oslo aufgetaucht. Die Norweger haben ihm einen höchſt
feindlichen Empfang bereitet. Es iſt zu Kundgebungen und De=
monſtrationen
gekommen. Trotzki ſitzt aber zunächſt einmal auf
norwegiſchem Boden.
Die franzöſiſchen Behörden laſſen nun die Behauptung in die
Welt ſetzen, daß ſie durch die plötzliche Abreiſe Trotzkis überraſcht
worden ſeien. Sie wollen alſo den Eindruck erwecken, als ob der
ehemalige Bolſchewiſtenführer die Flucht ergriffen habe. Dieſe
Behauptung klingt etwas merkwürdig, denn die franzöſiſche Po=
lizei
hat Trotzki ſcharf überwacht und beobachtet. Die Reiſevor=
bereitungen
durften ihr ebenſowenig wie die Ausreiſe entgangen
ſein.
Die Frage ſtellt ſich, warum Trotzki franzöſiſchen
Boden verlaſſen hat und ob vor allem die Abreiſe
freiwillig erfolgt iſt. Wenn wir uns recht erinnern,
dann haben die Moskauer ſchon einmal vor längerer Zeit als
Barthou noch lebte in Paris die Ausweiſung Trotzkis durchzu=
ſetzen
verſucht, hatten aber damals wenig Erfolg. Ausgeſchloſſen
erſcheint es alſo nicht, daß ſie ihren Willen jetzt durchgeſetzt haben,
und daß die franzöſiſchen Polizeibehörden Trotzki einen unmißver=
ſtändlichen
Wink gegeben haben, ſo daß er etwas überſtürzt nach
Norwegen eilte, wo ſich die Behörden noch nicht eindeutig gegen
ſeine Anweſenheit ausgeſprochen hatten. Die Norweger dürften
aber kaum ſonderlich Neigung zeigen, ihm einen dauernden Aufent=
halt
einzuräumen. Wahrſcheinlich wird ſchon bei der nächſten Ge=
legenheit
der Moskauer Geſandte erſcheinen und ſeine Auswei=
ſung
fordern, denn die Bolſchewiſten ſcheinen geſchworen zu haben,
ihm keine Ruhe mehr zu gönnen. Sie hatten auch in der Ver=
gangenheit
erreicht, daß die Länder, die bereit waren, Trotzki
ein Aſyl zu gewähren, ſchließlich doch den Einflüſterungen der
Kremldiplomatie Rechnung trugen.
Laval über die außenpoliliſche Lage.
EP. Paris, 19. Juni.
Das deutſch=engliſche Flottenabkommen iſt weiterhin der Ge=
ſprächsſtoff
in allen politiſchen Kreiſen. Am Mittwoch nachmit=
tag
trat die Außenpolitiſche Kammerkommiſſion zuſammen, um
einen Bericht des Miniſterpräſidenten Laval über die außenpoli=
tiſche
Lage anzuhören.
Zum Schluß kam Laval auf den Abſchluß des deutſch=
engliſchen
Flottenabkommens, zu ſprechen. Er gab
Kenntnis von der franzöſiſchen Antwort auf die engliſche Mit=
teilung
über die Flottenverhandlungen mit Deutſchland und er=
klärte
, daß Frankreich gezwungen ſei, eine gewiſſe Hand=
lungsfreiheit
in der Frage der Seerüſtungen
für ſich in Anſpruch zu nehmen. Laval erinnerte aber
auch daran, daß das Waſhingtoner Abkommen be=
reits
durch die Kündigung ſeitens Japans un=
wirkſam
geworden ſei.

Anordnung
zur Bildung des Reichsarbeits= und -wirtſchaftsrakes
in der Deutſchen Arbeitsfronk.
DNB. Berlin, 19. Juni.
Wie die NSK. meldet, hat der Reichsleiter der DAF. fol=
gende
Anordnung erlaſſen:
In Ausführung der in der Leipziger Vereinbarung vom 21.
März 1935 vorgeſehenen ſozialen Selbſtverwaltung aller ſchaffen=
den
Deutſchen wird der Aufbau und der Aufgabenbereich des
Reichsarbeits= und =wirtſchaftsrates wie folgt feſtgeſetzt:
Ausführungsbeſtimmungen:
1. Einberufung:
Der Reichsarbeits= und =wirtſchaftsrat wird durch den Reichs=
leiter
der DAF. im Benehmen mit dem Leiter der RWK. ein=
berufen
.
2. Mitglieder:
Dem Reichsarbeits= und =wirtſchaftsrat gehören an:
a) die Leiter der Reichsbetriebsgemeinſchaften,
b) die Leiter der Arbeitskammern,
c) die Leiter der Reichsgruppen,
() die Leiter der Hauptgruppen,
e) die Leiter der Wirtſchaftskammern,
k) Einzelperſonen im gegenſeitigen Einvernehmen. Für die
Zugehörigkeit als Mitglied des Reichsaxbeits= und
=wirtſchaftsrates iſt die Einzelmitgliedſchaft zur DAF.
Vorausſetzung.
3. Aufgaben:
Der Reichsarbeits= und =wirtſchaftsrat hat die Aufgaben:
a) Die Bearbeitung der ihm von der Reichsregierung, der
DAF. und der RWK. übertragenen Aufgaben vorzu=
nehmen
.
b) In gemeinſamen Erörterungen weſentliche und grund=
ſätzliche
ſozialpolitiſche und wirtſchaftliche Fragen zu be=
antworten
, zu klären und zur Durchführung für die zu=
ſtändige
Stelle vorzubereiten.
c) Kundgebungen der Regierung, der DAF. und der
RWK. entgegenzunehmen.
4. Allgemeines:
a) Der Sitz des Reichsarbeits= und =wirtſchaftsrats iſt
Berlin.
b) Der Verlauf der Sitzungen des RAWR. wird von
einem Protokollführer protokolliert.
gez. Dr. Robert Ley, Reichsleiter der DAF.
Die Anordnung, die von Dr. Ley am 19. 6. unterzeichnet
worden iſt, tritt mit ſofortiger Wirkung in Kraft.

gegen das Bündnis mit Frankreich.
Die flämiſchen Zeitungen bringen am Mittwoch in großer
Aufmachung Erklärungen des Vorſitzenden des Flämiſchen Front=
kämpferverbandes
, die dieſer vor Vertretern der in= und auslän=
diſchen
Preſſe über Probleme des Geſamtverbandes gemacht hat.
Der Vorſitzende der V. O. S. (Vlaamſche Oudſtrijders) wendet ſich
in dieſen Erklärungen gegen die chauviniſtiſche Poli=
tik
, die ſeit einiger Zeit in ſteigendem Maße von
den einſeitig franzoſenfreundlichen und natio=
naliſtiſchen
Kriegsteilnehmer=Organiſationen
und Bünden in den walloniſchen Orten betrie=
ben
werde. Der Verband V. O. S., ſo führte der Vorſitzende
aus, umfaſſe die große Bewegung aller ehemaligen Kriegsteilneh=
mer
in Flandern. An der Yſer hätten die Flamen für
zwei Ziele gekämpft; das Selbſtbeſtimmungs=
recht
der kleinen Völker, auch des flämiſchen?
Volkes, und für den Frieden durch eine allge=
meine
Völkerausſöhnung und Abrüſtung. Ein
wahrer Friede werde nicht durch Rüſtungen und Bündniſſe geſchaf=
fen
. Völkerausſöhnung und Abrüſtung, ſowie eine neue interna=
tionale
Ordnung ſeien die einzigen Bürgſchaften für Frieden und
Sicherheit. Der Flämiſche Frontkämpferverband ſei für einen
Frieden der Ordnung, der Gleichberechtigung und der Brüderlich=
keit
der Völker. Darum ſei das zwiſchen Frankreich und Belgien
beſtehende Militärabkommen zu verwerfen, darum ſei der Bau
von Feſtungswerken unnütz, und darum ſei auch die Verlängerung
der Militärdienſtzeit abzulehnen.
Der Vorſitzende teilte mit, der Verband habe beſchloſſen, in
nächſter Zeit in ganz Flandern gegen das franzöſiſch=belgiſche Mili=
tärabkommen
und für eine Politik der freiwilligen Neutralität
Belgiens in öffentlichen Verſammlungen und Kundgebungen Stel=
lung
zu nehmen.

Haſt Du weniger Geld als Appetit,
bitt den Wirt, er gibt Kredit.

Laß einen Jeden wer er iſt,
ſo bleibeſt Du auch, wer Du biſt.
Denke nach bei allen Dingen,
ſo wird Dir nichts recht gelingen.
Weißbrot und Moſt
iſt meine Koſt.
Salomon nennt alles eitel,
wenn kein Geld iſt in dem Beutel.
*
Leberwurſt und Krautſalat
Schmecket trefflich dem Sold
*
Kas und Butter
iſt gut Futter.
Mit einer Frauen darfſt Du wohl trauen.
Freund, mich brennt der Sot
auf Latwerge=Brot.
5ind ſie nicht köſtlich? Nun gut, ſo geh’ hin und ſieh ſie Dir
an uch wenn Dich ſonſt die Aeſthetik des Bleu Pompadour oder
9sSepres oder Kopenhagener Biskuit oder der Päte ſur Päte
Dlten Wedgwood nicht reizen kann dieſe Teller verdienen
Ugen Beſuch. Sie ſind ein Stück Deiner Heimat, die nicht nur
afeld und Wald, aus Stadt und Land, aus Haus und Hof, aus
9 Andſchaft und Verwandtſchaft beſteht, ſondern auch aus all den
de kleinen Dingen, die Du Kunſt und Gewerbefleiß Deiner
9) zu danken haſt.

in einer ſtark beſuchten Aufführung des Luſtſpiels von Sig=
Graff Hier ſind Gemſen zu ſehen! verabſchiede=
ch
geſtern Beatrice Döring und Erich Schudde.

tarin erinnert, die ſie in Gozzis Turandot, mit ſchwarzen
Haaren, wuchtigen Schritten und tiefer Stimme in übertreibender
Leidenſchaftlichkeit auf die Bühne ſtellte, oder an das luſtige
Schlaf= und Gähn=Duett, das ſie auf der Berghütte bei den Gem=
ſen
bot. Hier liegt ein weſentlicher Zug ihrer Begabung, durch
den ſie in den drei Jahren ihrer hieſigen Tätigkeit erfreute.
Erich Schudde, den gleichfalls vor zwei Spielzeiten der
Wind nach Darmſtadt wehte, kam vom Landestheater in Gotha.
In ſeinem Rollenfach als ſchüchterner Liebhaber und Natur=
burſche
trat er nicht allzu ſtark in die vordere Linie der Dar=
ſtellung
. So oft man ihn jedoch ſah, gewann er ſich durch die Friſche
und Lebendigkeit ſeines Spiels volle Sympathie, ſo in manchen
Luſtſpielen, z. B. als der junge Schauſpieler im Raub der Sa=
binerinnen
und zuletzt als Indianer in Forſters Robinſon.
Beatrice Döring iſt für die nächſte Spielzeit an das Stadt=
theater
in Bochum, Erich Schudde an das Staatstheater, in
Karlsruhe verpflichtet. Wir wünſchen den beiden Künſtlern an
ihren neuen Wirkungsſtätten weiteren künſtleriſchen Aufſtieg auf
der ſteilen, aber ſchönen Bahn des Erfolges.
Z.

Srankfurker Muſikbrief.

dei Operelke

Zur Erſtaufführung

Fanny Elßler.

ſrau Döring kam im Herbſt 1933 mit Intendant Dr.
ſch. von dem Stadttheater in Gießen als erſte Sentimen=
un
das hieſige Landestheater. Neben den Rollen ihres eigent=
Spielkreiſes, wie Jeſſika im Kaufmann von Venedig,
Wieſſin Natalie bei Kleiſt, Portia in Julius Cäſar, hatte
Geſtalten, die einen zu Humor oder Groteske neigenden
hlag hatten, beſonderen Erfolg. Es ſei an die wilde Tar=

Morgen abend findet im Großen Haus des Heſſiſchen Landes=
theaters
die Erſtaufführung der Operette Die Tänzerin
Fanny Elßler ſtatt, die urſprünglich für Dienstag geplant
war, aber wegen der Trauerfeierlichkeiten in Reinsdorf verſcho=
ben
wurde. Die Muſik der Tänzerin Fanny Elßler ſtammt aus
dem Nachlaß von Johann Strauß. Die geſamte, ſehr umfang=
reiche
Hinterlaſſenſchaft des Walzerkönigs war die erſten drei
Jahrzehnte nach ſeinem Tode der Oeffentlichkeit verſchloſſen ge=
blieben
. Daß die Erben der Familie Strauß die Manuſkripte
nun heute freigeben, trifft ſich ſehr glücklich mit der Zeit, die in
ganz beſonderem Maße das Bedürfnis nach wertvoller Operetten=
muſik
hat. Der Wiener Komponiſt Oskar Stalla wurde von der
Familie Strauß beauftragt, die beſten der von dem Meiſter
hinterlaſſenen Kompoſitionen für ein Libretto zuſammenzuſtellen,
das im Auftrage des Deutſchen Theaters in Berlin wo im
Dezember 1934 unter Heinz Hilpert die Uraufführung ſtattfand
von Dr. Hans Adler geſchrieben wurde. Fanny Elßler, eine der
berühmteſten und ſcharmanteſten Geſtalten des hiſtoriſchen Wie=
ner
Lebens der dreißiger Jahre, ſchien am beſten geeignet zu ſein,
gemeinſam mit anderen hiſtoriſchen Figuren der Zeit auf der
Bühne die Interpretin für eine Muſik zu werden, die aus der
ganzen Fülle deſſen ſchöpft, was Strauß in ſeiner reifſten
Schaffenszeit geſchrieben, aber nicht mehr veröffentlicht hat.

Während der Römerbergfeſtſpiele veranſtaltet das Schau=
ſpielhaus
mit dem Operettenenſemble und einem Teil ſeiner Mit=
glieder
den üblichen leichtgeſchürzten Cyklus. Man hat ihn mit
Hans Müllers Schwank Friſcher Wind aus Kanada eröffnet.
Das von Herbert Welter gewandt muſikaliſch untermalte Werk
bedeutet ein Geringes; aber die ausgezeichnete Aufführung half
über alle Schwächen hinweg. Mittelpunkt: Paul Verhoeven als
Flink, originell, charmant und geiſtvoll wie immer; daß dieſer
Schauſpieler uns nun verläßt, iſt ſehr ſchmerzlich. Er war auch
für den Muſikreferenten, in deſſen Zuſtändigkeit er ſich zuweilen
bewegte ein perſönlicher Künſtler, einer der von ſich aus zu
formen und zu ſchaffen verſtand, der mit geiſtigen Mitteln arbei=
tete
.
Der übrige Teil der Aufführung wurde von dem wie ſtets
prachtvoll echten und lebensnahen Prokuriſten G. Lengbachs dem
agilen Chef des Karl Piſtorius und der nicht nur in ihrem
Schwips ſehr netten Sekretärin der Lya Juſtus beſtritten. Die
Oper ſteht im Zeichen der Abſchiede. E. Gentner=Fiſcher, eine ge=
borene
Frankfurterin, die dreißig Jahre an unſerer Oper gewirkt
hat, tritt in den Ruheſtand. Mit einem bewunderswerten Fleiß
hat dieſe Sängerin, die als Micaela und Pamina begann und
hier einſt mit Erik Wirl zuſammen viele Operettenpartien ge=
ſungen
hat, es bis zur Brünhilde und Jſolde gebracht. Die
Stimme, ein Mezzoſopran, hatte keine eigentlich klanglichen
Qualitäten. Die Mittellage ſprach in der Richtung am meiſten
an. Aber ein unermüdliches Studium holte aus dieſem, an ſich
ſpröden Organ alles Denkbare heraus, ſo daß Partien wie die
Salome und die Aida zuweilen auch eine geſanglich außerordent=
liche
Wiedergabe finden konnten. Die Gabe der künſtleriſch
eigenen Geſtaltung fehlte Frau Gentner=Fiſcher. Aber auch hier
hat der Fleiß, eine ſtarke Anpaſſungsfähigkeit, die mit der Zeit
einſetzende Routine im Verein mit einer prachtvollen Zuverläſ=
ſigkeit
im großen und im kleinen Leiſtungen zuſtande gebracht,
die, wenn ſie auch menſchlich nicht alles überzeugend bringen
konnten, imponierten. Rollen wie die Roſine im Oberſt Cha=
bert
, die Carlotta in den Gezeichneten, die Salome und auch
die Jſolde, ihre Abſchiedspartie gehören hierher. Das große
Publikum hat für die künſtleriſche Tapferkeit, die in Frau Gent=
ner
=Fiſcher ſteckte, und die nicht geringe Widerſtände zu über=
winden
hatte, ein ſicheres Gefühl gehabt und ſie zu ſeinen Lieb=
lingen
gezählt.
Auch Joſef Gareis, der Baßbuffo, nimmt Abſchied. Auch er
war ungefähr 30 Jahre bei uns. Er war ein klug beobachtender,
immer das Weſentliche treffender Darſteller, der, unterſtützt von
einer einſt ſehr ſchönen Stimme, z. B. einer unſerer ausgezeichnet=
ſten
Beckmeſſer=Darſteller war. Seinem köſtlichen, nie übertrei=
benden
Humor haben wir nicht nur in der Operette viel
ſchöne Stunden zu verdanken.
Und dann verläßt uns Karl Piſtorius, der Operettentenor,
um nach Zürich zu gehen. Eine famoſe körperliche und geiſtige
Lebendigkeit und eine ähnlich friſche, ſchöne, geſchmackvoll behan=
delte
Stimme haben aus Piſtorius mit der Zeit einen Vertreter
ſeines Fachs gemacht, der nur ſehr ſchwer zu erſetzen ſein wird.
Dr. W. Kn.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 167

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 20. Juni 1935 7

Geſtorbene.

Darmſtadt: Weber, Marie, ohne Beruf, ledig,
73 Jahre.
Krüger, Joh. Herm., Waffenmeiſter i. R.,
Witwer, 87 Jahre.
Theuerkaufer, Maria Magd., ledig, Haus=
angeſtellte
28 Jahre.
Habitzheim: Rapp. Heinrich Paul, Wagner, ver=
heiratet
, 27 Jahre.
Frankfurt a. M.: von Stein zu Nord= und
Oſtheim, Agathe, Studentin, led., 26 Jahre.

Am 18. Juni iſt unſere liebe

Geika

nach kurzem Leiden in die Ewigkeit
abgerufen worden.

Ernſt Freiherr v. Stein
Hauptmann a. D.
Maria Freifrau v. Stein
geb. v. Dobbeler
Rudolf Freiherr v. Stein
preuß, Forſtaſſeſſor
Hans Dietrich Freiherr v. Stein
Inge Freifrau v. Stein
geb. Beling,

Darmſtadt,
Büchenberg b. Ellingerode Harz.

Die Beiſetzung findet auf Wunſch der
Verſtorbenen in der Stille ſtatt, (5617

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frauenſtr
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1012 Uhr.

Die zum Neubau der Umgehungsſtraße Hirſchhoro,
am Neckar erforderlichen Erd= und Chauſſierunge
arbeiten, Maurer= und Betonarbeiten, ſowie Betyig=
und Eiſenarbeiten zur Erbauung der Straßenbrügn 551
über den Laxbach und Pflaſterarbeiten ſollen öffem, m.
lich vergelen werden. Die hauptſächlichſten Maſſiſt .
der Straßenbrücke ſind:
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[ ][  ][ ]

Lonnerstag, 20. Juni 1935

Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, 20. Juni 1935
W Reichsſtatthalker in Heſſen./ Perſonalnachrichken.
Ernannt wurde: am 8. Juni 1935 der Gendarmeriehaupt=
achtmeiſter
a. Pr. Heinrich Reuter in Nidda mit Wirkung vom
Mai 1935 unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum
hndarmeriehauptwachtmeiſter.
Landesregierung. / Perſonalnachrichken.
Uebertragen wurde: am 12. Juni 1935 dem Lehrer Philipp
Ehweikhard zu Engelrod, Kreis Lauterbach, eine Lehrerſtelle
uder Volksſchule zu Radmühl. Kreis Lauterbach, mit Wirkung
z 17. Juni 1935 an; am 14. Juni 1935 dem Rektor Karl Kai=
ſie
zu Worms unter Belaſſung ſeiner derzeitigen Amtsbezeichnung
eie Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Ruhlkirchen, Kreis Alsfeld,
m Wirkung vom 17. Juni 1935 an; dem Lehrer Hans Ringen=
m
.d zu Ruhlkirchen, Kreis Alsfeld, eine Lehrerſtelle an der
Aksſchule zu Dalheim, Kreis Oppenheim, mit Wirkung vom
1 Juni 1935 an.
Abteilung II.
Erledigt ſind: je eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen
Yter an der Volksſchule zu Michelſtadt, Kr. Erbach. Dienſt=
whnung
iſt nicht vorhanden; an der Volksſchule in Erbach i. O.
denſtwohnung iſt nicht vorhanden; an der Volksſchule in Crain=
fid
. Kreis Lauterbach. Schöne Dienſtwohnung und großer Gar=
ie
ſind vorhanden; an der Volksſchule in Ober=Ingelheim,
Keis Bingen. Dienſtwohnung iſt nicht vorhanden.
Bewerber müſſen ſeit mindeſtens acht Jahren die Prüfung
gelegt und eine Anwärterdienſtzeit von mindeſtens fünf Jahren
zückgelegt haben.
Aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadk.
Ernannt wurde am 8. Juni 1935 der Gefängnis=Oekonom bei
Zellenſtrafanſtalt Butzbach Karl Jochim zum Gefängnisober=
vektor
bei dem Landeszuchthaus Marienſchloß mit Wirkung vom
Juli 1935.

Die Sprechſtunden der Abteilung II der Heſſiſchen Landes=
nierung
fallen am Samstag, den 22. Juni d. J., aus.
Spende für die NSV. Die Organiſationsleitung der Deut=
ſten
Freiballonmeiſterſchaft 1935 hat uns 10 Reichsmark über=
wiſen
laſſen. Dieſer Betrag wurde anläßlich der am 16. Juni
15 auf der Woogswieſe erfolgten Preisverteilung bei dem Kin=
deballonwettbewerb
von einem glücklichen Preisträger für die
M5P3. geſtiftet. Vereinsführer oder Leiter ſonſtiger Gliederun=
ae
) denkt bei Veranſtaltungen auch an die NSV. und gebt Spenden
zu das Konto der Kreisamtsleitung Darmſtadt Nr. 5990 bei der
Sidtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt und auf das Poſtſcheckkonto
N. 8801 Frankfurt a. M.
D Im Gleichſchritt der NSV. Wir melden wiederum, daß
ſctitliche Beamten und Angeſtellten des Chemiſchen Prüfungs=
gtes
für die Gewerbe (Unterſuchungsamt fur Nahrungsmittel),
ſſoie die Reichsbank, Zweigſtelle Darmſtadt reſtlos Mitglieder
0e NSV. ſind. Wann können wir den nächſten Betrieb, wann
7ü nächſte Behörde melden? Der Ruf geht an alle, wer will noch
derts ſtehen?
Sonderzüge nach Schleſien. Der Schleſier=Verein e. V.
kelt in Ergänzung unſeres Hinweiſes auf den Sonderzugsverkehr
185 mit, daß am 6. Juli 1935, 22,16 Uhr ab Frankfurt a. M., bis
lnch Beuthen (Oberſchleſien), und am 18. Juli 1935, 22.16 Uhr
Frankfurt a. M., bis nach Breslau je ein Ferienſonderzug
piehrt. (Hinfahrt im Sonderzug und Rückfahrt binnen zwei
B) aten in einem beliebigen fahrplanmäßigen Zuge.) Eine Fahr=
Neie koſtet von Frankfurt a. M. nach Leipzig 20,80 RM., Dres=
dr
226,80 RM., Görlitz 29,20 RM., Hirſchberg 32,80 RM., Lieg=
In33. RM., Breslau 36. RM., Oppeln 40. RM., Beuthen
Uhnd Gleiwitz oder Hindenburg 44,20 RM. Karten= und Platz=
btillungen
nimmt das Reiſebüro des Verkehrsvereins, Adolf=
Rler=Platz 4, entgegen.
Mozart=Verein. Ein Familien=Abend mit Sang und Tanz
für das deutſche Lied werben. Deshalb lädt der Mozart=
Trein alle ſeine Mitglieder und Freunde zu einem Sommer=
aend
auf das Oberwaldhaus. Dort wird der Mozart=Chor
uten Leitung ſeines neuen Dirigenten. Prof. Dr. Noack, volks=
ünl
iche Chöre zu Gehör bringen. Der Jugend wird reichlich
Glegenheit geboten, dem Tanz zu huldigen. Auch Ueberraſchun=
ua
werſchiedener Art ſind vorbereitet.
Petrusgemeinde. Der Frauenabend dieſes Monats
ſidet heute abend im Gemeindehaus ſtatt. Er wird als Singe=
gend
geſtaltet werden und unter der Leitung von Herrn Studien=
u
Lic, von der Au ſtehn, der ſeine reiche Kenntnis und Erfah=
ug
ſchon ſo manchmal unſerer Gemeinde zur Verfügung ge=
ſtelt
hat.
Hausfrauenbund. Das Rote Kreuz ladet unſere Mitglie=
ein
zu der anläßlich des Rotkreuztages am Samstag, dem
Funi, 17 Uhr, auf dem Paradeplatz ſtattfindenden Kundgebung
* Deutſchen Roten Kreuzes. Unſere Mitglieder treffen ſich zur
Aftellung an der Kundgebung um 16.45 Uhr. Zahlreiche Be=
teligung
iſt dringend erwünſcht.
Der bunte Rundfunkabend im Städt. Saalbau wird, wie
de vorherigen Veranſtaltungen, die der RDR. im Saalbau durch=
geührt
hat, ein ausgewähltes heiteres Programm bringen. In
em Sendeſpiel ſind die Beſucher in den Senderaum eines Reichs=
ſeders
verſetzt. Bei den volkstümlichen Eintrittspreiſen ſoll es
Fem Volksgenoſſen ermöglicht ſein, Anteil zu nehmen an einigen
ſthen Stunden. Beim Kauf eines Programms kann man glück=
ier
Gewinner eines Volksempfängers ſein. Der Jugend winkt
Tanz unter Leitung der Tanzkapelle Schlupp.
Darmſtädter Künſtler auswärts. Ueber Rudolf Wünzer
Stadttheater Wuppertal ſchreibt die Kritik u. a.:
Iländer Unter den Vertretern der Einzelrollen iſt Ru=
M7 Wünzer als Daland mit Vorrang zu nennen. Sein warmer,
uhlklingender Baß wird ergänzt durch ein freies, gelöſtes und
gntan nachempfindendes kurzum; durch ein wirklich darſtelle=
ſches
Spiel. Die prachtvolle Stimme Rudolf Wünzers ſcheint
iene Müdigkeit und Anſtrengung zu kennen; er bot neben E. H.
65 Sentas Amme die am meiſten abgerundete ſoliſtiſche Leiſtung
5 Abends. Macbeth: Einen edel=markigen Banguo
ilte Rudolf Wünzer, der in einer ausdrucksvollen, Kavatine
in klangvoll=tragfähiges Baßorgan erfolgreich zur Geltung brin=
m
konnte. Von reifer künſtleriſcher Diſziplin und Eindrucks=
ſaft
war Rudolf Wünzers vornehme Verkörperung, Banquos;
iſſte Wirkung hinterließ ſeine Geſtaltung des Verfolgten.
Heſſiſches Landestheaker Darmſtadt.
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20. Juni Anfang 20.00. Ende 2300 Uhr. Kraft durch
Freude (geſchloſſene Vorſtellung). Figaros Hoch=
zeit
komiſche Oper von W. A. Mozart. Feitag,
21. Juni Anfang 19.30. Ende 22.30 Uhr. Hauptmiete D.
26. Vorſtellung. Die Tänzerin Fanny Elßler,
Operette von Johann Strauß. amstag.
22. Juni Anfang 19.30. Ende nach 22,00 Uhr. Deutſche
Bühne H. 14. Vorſtellung. Rigoletto, Oper von
Giuſeppe Verdi. buntag,
23. Juni Anfang 19.30, Ende 22.30 Uhr. Hauptmiete E,
27. Vorſtellung. Die Tänzerin Fanny Elßler,
Operette von Johann Strauß.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 167 Seite 5
Der Verkehrsverein an der Arbeit.

EMeiſtens ſpricht man dann von einem Verkehrsverein, wenn
irgend etwas nicht geklappt hat, und diejenigen Dinge, die er in
aller Stille für die Oeffentlichkeit tut, werden ſtillſchweigend als
ſelbſtverſtändlich hingenommen. Man geht ſogar ſoweit, dem Ver=
kehrsverein
die Mittel zu ſeiner Tätigkeit vorzuenthalten, in dem
man gar nicht erſt Mitglied iſt oder, was noch viel ſchlimmer,
man tritt einfach aus dem Verein aus. Dieſe edlen Zeitgenoſſen
ſind nicht gerade ſehr ſchätzenswert, und der Verkehrsverein legt
keinen Wert darauf, ſie als Mitläufer zu haben. Für diejenigen
aber, die treu zur Fahne halten und denen die Entwicklung
unſerer Stadt nicht gleichgültig iſt, ſei ein kurzer Bericht über das
gegeben, was in der letzten Zeit erledigt wurde.
So wurden in den Darmſtädter Wäldern 40 neue Weg=
bezeichnungen
und Tempelſchilder angebracht. In der Zwiſchenzeit
hat ſich dieſe Zahl ſchon wieder beträchtlich erhöht. Eine ganze
Anzahl von neuen Bänken, und zwar ſehr bequeme, aber auch
teuerere Modelle, wurden aufgeſtellt, und zwar an folgenden
Plätzen: An dem Faſanerieweg links der Dieburger Straße zwei
Stück, an dem Oberfeldpfad in der Nähe des Scheftheimer Wegs,
an der Oppermannswieſenſchneiſe Ecke der Grenzſchneiſe, am
Schnampelweg Ecke der Forſtmeiſterſchneiſe, am Beginn des Kote=
lettpfades
, am Albertsbrünnchen, am Nieder=Ramſtädter Pfad,
auf der Marienhöhe vor der Paul Weber=Ruhe, auf dem Prin=
zenberg
zwei Stück und an der Katzenſchneiſe, Ecke Woogsberg=
ſchneiſe
.
Des weiteren wurde die Errichtung von Waldſchutzhütten am
Alberts=, Bernhardts= und Rücksbrünnchen vorgenommen. Auch
dieſe Schutzhütten ſind in ihren Anlagen nach neuen Geſichtspunk=
ten
aufgebaut und die architektoniſche und praktiſche Ausgeſtal=
tung
iſt in jedem Falle befriedigend. Beſonderer Wert wurde
natürlich auf einen hübſchen Standort gelegt.
Nebenher laufen Inſtandſetzungen mehrerer Schirmtempel,
desgl. am Eleonorenbrünnchen, an der Darmquelle. Eine ganze
Anzahl von Wegbezeichnungen u. dal, werden laufend ergänzt
Der Verkehrsverein unternimmt dieſe Arbeiten, um den koſt=
barſten
Beſitz unſerer Stadt nämlich unſeren herrlichen Wald,
mehr und mehr für das Publikum zu erſchließen. Betrachtet man
dies alles und beobachtet man auch, wie ſich die Förſter bemühen,
die Wege und den Wald immer wieder inſtandzuſetzen und rein=
zuhalten
, und ſtellt man auf der anderen Seite feſt, wie wenig
rückſichtsvoll einige Schichten der Waldbeſucher ſich ſolchem Be=
mühen
gegenüber verhalten, ſo kann man das Gefühl einer be=
rechtigten
Entrüſtung nicht zurückdämmen. Kaum iſt eine neue
Bank erſtellt, dann wird dieſe ſchon mit Tintenſtift wieder be=

ſchmiert. Dabei iſt es ganz belanglos, ob der Betreffende Müller
oder Schulz heißt; das intereſſiert keinen Menſchen, wer ſich da
eingetragen hat. Wohl iſt es dann für den unangenehm, der ſich
mit feuchtem Kleid auf die Schrift ſetzt und dann die ſo gefürch=
teten
Tintenflecke davonträgt. Die Kinder benutzen dieſe Bänke,
um darauf herumzulaufen und verſchmutzen ſie. Dadurch ſind die
Bänke dann zum Sitzen nicht mehr geeignet, und gerade dies ge=
ſchieht
oft unter den Augen der Erwachſenen, ohne daß dieſe
die Kinder zur Zucht und Ordnung anhalten. Selbſtverſtändlich
wird das Papier weggeworfen, die Apfelſinenſchalen fliegen im
Wald herum und Zigarettenſchachteln beleben, das eintönige
Braun des abgefallenen Laubes. Und ſo ein reizender Wald=
tempel
ſieht nach einem Sonntag oder nach einem Samstag aus,
als wenn eine Horde Lumpen und Zigeuner da gehauſt hätten.
Dabei iſt es ſo leicht, dieſe Reſte zu beſeitigen. Entweder man
gräbt ſie ein, oder was noch beſſer iſt, man nimmt das Stück
Papier wieder mit nach Hauſe.
Es muß immer und immer wieder geſagt werden, daß die
Verunreinigung unſeres Waldes und der reizenden Plätze, die in
ihm liegen nicht nur von ſchlechter Erziehung Beweis ablegt,
ſondern daß ein ſolches Verhalten auch eine Rückſichtsloſigkeit
gegen den Volksgenoſſen darſtellt. Es ſei allen Schulleitungen,
den Führern von Jungvolk und HJ. dem Bund deutſcher =
dels
uſw. empfohlen, ihren Schutzbefohlenen dauernd aufzugeben,
die Anlagen zu ſchonen und ſauber zu halten. Wir nennen uns
heute ſtolz eine Nation mit Diſziplin, und wir haben auch das
Vertrauen in die Jugend, daß ſie dieſen Ehrentitel rechtfertigt.
Gut! Stellen wir doch unſere Anlagen in den Schutz unſerer Ju=
gend
und vertrauen wir darauf, daß die hellen und ſicheren Augen
unſerer Buben und Mädels ſehr bald die Uebeltäter erkannt
haben, die unſeren Wald verunreinigen. Der Verkehrsverein wird
ſich ein Vergnügen daraus machen, die ihm zugehenden Meldun=
gen
mit allem Nachdruck zu verfolgen, und unſere Jugend gewinnt
das Gefühl, beſte Arbeit für die Allgemeinheit geleiſtet zu haben.
Den erwachſenen Darmſtädter Volksgenoſſen aber ſei an die=
ſer
Stelle nochmals in Erinnerung gerufen, daß alle Arbeiten des
Verkehrsvereins Geld koſten und daß der Verkehrsverein Mittel
braucht, um ſeine Pläne durchführen zu können. Iſt es nicht eini=
germaßen
betrübend, wenn man feſtſtellen muß, daß in einer
Stadt von 90 000 Einwohnern knapp 700 Menſchen Mitglied eines
Vereins ſind, der nichts anderes will, als für eben dieſe Stadt
werben und arbeiten. Darmſtädter Volksgenoſſe! Werde Mit=
glied
des Verkehrs= und Verſchönerungsvereins! Du biſt es Dir
und Deiner Stadt ſchuldig.

Der Sinn des Rokkreuzkages 1935.
Am 22. und 23 Juni 1935 wer=
den
die Angehörigen des Deut=
ſchen
Roten Kreuzes, die Rot=
kreuzſchweſtern
und Sanitäts=
männer
, allerorten, in Stadt
und Land, auf allen Straßen
HELMN
und Plätzen das Abzeichen des
diesjährigen Rotkreuztages ver=
kaufen
: eine hübſche kleine Pla=
kette
, die eine Rotkreuzfahne
auf weißem Grunde zeigt und
die Inſchrift trägt: Helft uns
helfen! Dieſes Rotkreuzabzeichen
iſt ein Erzeugnis aus Kunſtſtoff,
bei deſſen Aufbereitung aus
Steinkohle bereits deutſche Ar=
beiter
Lohn und Brot gefunden
haben. Wer dieſe Plakette kauft,
hilft unmittelbar dem Deutſchen
Roten Kreuz, mittelbar aber
W:
auch notleidenden Volksgenoſſen
in einer Stadt, die ſeit Jahr=
hunderten
mit der deutſchen
Puppeninduſtrie aufs engſte ver=
bunden
iſt. Neuſtadt bei Koburg,
der Stadt des Deutſchen Puppenmuſeums. Infolge des ſtarken Rück=
ganges
der Ausfuhr iſt in dieſem Städtchen der bayeriſchen Oſt=
mark
faſt die Hälfte der 9000 Einwohner erwerbslos und wird
öffentlich unterſtützt. Kaum eine Stadt in Deutſchland hat eine
ſo erſchreckend hohe Zahl von Arbeitsloſen aufzuweiſen wie Neu=
ſtadt
bei Koburg, das von der bayeriſchen Staatsregierung als
ärmſte kreisunmittelbare Stadt Bayerns bezeichnet und zum Not=
ſtandsgebiet
erklärt worden iſt. Bei der Herſtellung der Rot=
kreuzplakette
in mehreren Millionen Stücken haben Hunderte
von Heimarbeitern über ein Vierteljahr lang
wieder Lohn und Brot gefunden.
Der Ruf Helft uns helfen! ergeht an alle deutſchen Volks=
genoſſen
. Sie mögen ſich nicht nur am 22. und 23. Juni, ſondern
auch ſtändig daran erinnern, daß nach dem Stande von Ende 1934:
1303 671 Mitglieder des Deutſchen Roten Kreuzes, Schweſtern,
Hilfsſchweſtern, Samariterinnen und Sanitätsmänner in ſtändiger
Bereitſchaft gehalten werden, um bei plötzlich auftretender Not
und Gefahr ſofort helfend eingreifen zu können. 7086 ſtändige Ret=
tungswachen
und Unfallhilfsſtellen des Roten Kreuzes ſind im
Deutſchen Reich vorhanden, ferner 25 655 Unfallmeldeſtellen und
Depots von Krankenbeförderungsmitteln. Die Verbände des Roten
Kreuzes verfügen über 626 eigene Krankenkraftwagen, 4239 Kran=
kenfahrbahren
und 29 881 Krankentragen. Dem Rettungsdienſt zu
Waſſer dienen 87 Rettungsboote. Im vorigen Jahr iſt von den
Angehörigen des Deutſchen Roten Kreuzes 2 558 345mal erſte Hilfe
geleiſtet worden. Auf jedes der 148 075 aktiven Mitglieder der
Sanitätskolonnen kommen alſo im Durchſchnitt jährlich 17 Hilfe=
leiſtungen
!
Der Ruf des Roten Kreuzes Helft uns helfen! wird nicht
ungehört verhallen. Denn mit den aufgeführten Einrichtungen und
Mitgliederzahlen iſt bei weitem noch nicht genug getan. Die
Reihen müſſen geſtärkt werden. Sie ſtehen jedem Volksgenoſſen
zur tätigen Mitarbeit offen. Jeder iſt willkommen, der ſich in den
Dienſt der Hilfsbereitſchaft ſtellen will. Wer die Rotkreuzarbeit
am 22. und 23. Juni durch Spenden auf der Straße und in der fol=
genden
Rotkreuzwoche durch Spenden für die Hausſammlungen
unterſtützt, bringt damit ſeinen Dank für die ſelbſtloſe Arbeit der
Tauſende und aber Tauſende von ehrenamtlich Tätigen im Roten
Kreuz zum Ausdruck. Jeder Pfennig hilft helfen!
Heil Hitler!
Der Hauptamtsleiter des Hauptamts für Volkswohlfahrt der
NSDAP. Hilgenfeldt, hat der Hauptverwaltung des Deutſchen
Roten Kreuzes ſeine Wünſche zum Rotkreuztag in folgender Zu=
ſchrift
übermittelt: Dem Rotkreuztag wünſche ich herzlich beſten
Erfolg. In unſerem neuen Deutſchland kennen wir nicht mehr ein
Gegeneinander der Kräfte, die für volkswichtige Aufgaben einge=
ſetzt
ſind. Sie dienen alle dem Ganzen. Jeder Erfolg eines ſo
wichtigen Gliedes, wie es das Deutſche Rote Kreuz im Reiche
Adolf Hitlers iſt, iſt ein Erfolg für uns alle.
gez. Hilgenfeldt.
Volksgenofſen! Denkk an die Jugend,
an Deutſchlands Zukunft! Meldek eine Pflege=
ſtelle
für die Kinder=Landverſchickung bei eurer
NSB.-Ortsgruppe!

Vorleſungsreihe
Aakionalpolikiſche Erziehung.
Profeſſor Lacroir=Heidelberg fpricht.

2. Teil. 4. Vortrag.
In den Mittelpunkt ſeines Vortrages in der Vorleſungsreihe
der Verwaltungsakademie ſtellte Profeſſor Lacroix
den Begriff Raſſe. Es handele ſich hierbei, um dem Vortragen=
den
bei ſeiner Definition des Nationalſozialismus zu folgen, ein=
fach
darum, ſich zu den Ur=Tatſachen des Lebens heimzufinden, um
dieſe ( Geſetzen) anzuerkennen und ihnen nachzuleben. In Be=
rückſichtigung
der Umſtände, daß die wiſſenſchaftliche Forſchung von
der Raſſe noch jung ſei und aus praktiſchen Gründen fing dann
Profeſſor Lacroix ſeine Betrachtungen über die Raſſe von der an=
deren
Seite an, er faßte den ganzen Fragenkomplex nämlich von
der Seite des Lebens ſelbſt aus ins Auge, ſo wie win ihn von
Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde erleben und wie wir uns dazu
verhalten.
Wiederum waren es, die bewährte beſondere Art der beiden
Vortragsreihen einhaltend, die vielen kleinen und inſtruktiven
Beiſpiele aus dem Leben des Alltags, die den Vortrag ſo lebendig
und verſtändlich machten. Raſſe iſt, ſo führte der Vortragende aus,
nicht einſeitig zu betrachten, ſondern ſie macht ſich körperlich, ſeeliſch
und geiſtig gleichzeitig bemerkbar. Eine Hauptaufgabe der natio=
nalſozialiſtiſchen
Bewegung iſt es ferner, das Raſſegewiſſen wach
zu halten und dabei neben den anderen Elementen den körper=
lichen
Charakter nicht außer Acht zu laſſen..
Raſſe iſt das, was den Menſchen als eine ſchöpferiſche Kraft
lebendig durchdringt und in jeder Einzelheit allgegen=
wärtig
iſt.

Weiterhin ſchälte Profeſſor Lacroix aus ſeinen Deduktionen
den Satz heraus, daß der, was der Volksmund mit Charakter,
bezeichne, ſich im allgemeinen mit dem Begriff Raſſe decke. Im
Zuſammenhang hiermit wurden u. a. die Begriffe Intelligenz,
und Genie als überkommenes, als angeborenes Erbgut einer
Betrachtung unterzogen, der Unterſchied zwiſchen ihnen und ihr
Spielraum erörtert. Auch führte der Referent in die beſondere
Betrachtungsweiſe ein, die bei der Beurteilung von Raſſenhaftig=
keit
der Menſch gegenüber ſeinesgleichen, gegenüber Tieren und
Pflanzen ausübt. Mag hierbei z. B. dem einfachen Mann aus dem
Volk der Begriff der Raſſe nicht bewußt ſein, mag er auch von
Raſſetheorien noch nie etwas gehört haben, ſo lehnt er doch eben
unbewußt, aus einfachem Empfinden, aus ſicherem
Inſtinkt heraus jeden Raſſebrei ab.
Am Verfall der Griechen und Römer wurde ſchließlich gezeigt,
wie die Leiſtungsfähigkeit dieſer Raſſen abgenommen hat und
ſchließlich nicht mehr vorhanden war. Das Blut, das wir als
Sinnbild der Raſſe bezeichnen, iſt hier eben in einer ſtar=
ken
Blutmiſchung entartet. Beiſpiele aus der Kolonialge=
ſchichte
rundeten das Bild ab, das nicht Geſetzen entſpringt,
ſondern dem natürlichen Raſſegewiſſen der germaniſchen Raſſen.

* hörſpiele und Hörfolgen.
Vortragsabend im R. D. S.
Mit dem Vortrag über Rundfunkfragen, den die Ortsgruppe
Darmſtadt des Reichsverbands Deutſcher Schrift=
ſteller
geſtern abend im Kaiſerſaal, Grafenſtraße, veranſtaltete,
war ein beſonders guter Griff getan worden. Der Dichter An=
ton
Betzner, der bekanntlich am Reichsſender Frankfurt wirkt,
legte den Hauptwert ſeiner Ausführungen mit Recht auf den Un=
tertitel
des Vortrages: Aus praktiſcher Funkarbeit
Wenn auch der Schallplattenprozeß für den Rundfunk jetzt günſtig
ausgegangen iſt, ſo wird doch auch weiterhin das geſprochene Wort,
und hierbei das lebendige, muſikaliſch umkleidete und akuſtiſch un=
terlegte
Hörſpiel im Sendeprogramm eine beſondere Rolle ſpielen.
Hierbei iſt es natürlich wichtig, daß der Schriftſteller, der für den
Rundfunk arbeiten will, vornehmlich derjenige, der ſich für dieſe
Mitarbeit in erſter Linie eignet, die dem Rundfunk eigenen künſt=
leriſchen
und auch techniſchen Geſetze kennt und beachtet. In
dieſem Sinne waren die aus der praktiſchen Arbeit reſultierenden
Forderungen Betzners intereſſant und fördernd zugleich, ſkizzierten
ſie doch ſinnfällig die Unterſchiede zwiſchen Hörſpiel und Hör=
folge
bei denen der Hörer vorerſt ja noch ganz die Bühne
in ſich ſelbſt tragen muß. Einzelne Hörſpiele wurden durchge=
ſprochen
, Stellv. Ortsgruppenleiter Dr Vatke, der den Abend
leitete, drückte nach einer anregenden Ausſprache dem Vortragen=
den
den herzlichen Dank der Ortsgruppe aus.

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[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 167

Aus der NS99
Der Kreisleiter.
Kreisfunkwart.
Alle Ortsgruppen= und Betriebsfunkwarte haben ſich, ſofern ſie
dienſtlich nicht verhindert ſind, am Freitag, den 21. Juni, um
18 Uhr, im Gartenſaal des Städtiſchen Saalbaues einzufinden. Am
Samstag, den 22. Juni, iſt um 10 Uhr vormittags die Eröffnung
der Funkſchau im Städtiſchen Saalbau. Die Funkwarte der Darm=
ſtädter
Ortsgruppen müſſen um 9.30 Uhr im Saalbau ſein. Zur
Abendveranſtaltung treten ſämtliche Ortsgruppen= und Betriebs=
funkwarte
um 18 Uhr im Saalbau an.
Ortsgruppe Schloßgarten.
Der Zellenabend 1 und 2 findet ſtatt am Montag, 24. Juni,
um 20.30 Uhr, bei Nagel, Ecke Lauteſchläger= und Mauerſtraße.
NS.=Lehrerbund Darmſtadt, Fachſchaft 2 (Höhere Schule).
Arbeitsgemeinſchaft Geſchichte.
Einladung zur Sitzung am Freitag, den 21. Juni, um 17 Uhr,
im Phyſikſaal des Realgymnaſiums. Vortrag des Oberſtudienrats
Dr. Türk über Polen, Staat und Volk.
NS.=Frauenſchaft, Ortsgruppe Gervinus.
Der für Donnerstag, den 20. Juni, angeſetzte Frauenſchafts=
abend
fällt aus. Der nächſte Frauenſchaftsabend findet Anfang
Juli ſtatt. Näheres wird noch bekanntgegeben. Es wird gebeten,
die an jedem Dienstag nachmittag bei Frau Leißler, Ecke Roß=
dörfer
= und Inſelſtraße, ſtattfindenden Arbeitsnachmittage zu be=
ſuchen
.
Der Kyffhäuſerbund zum Exploſions=Unglück
in Reinsdorſ.
Der Kyffhäuſerbundesführer und Oberſtlandesführer des
SAL., Oberſt a. D. Reinhard, richtete an den Kyffhäuſer=
bezirksverband
in Wittenberg folgendes Telegramm:
Tief erſchüttert durch das folgenſchwere Exploſionsunglück in
Reinsdorf ſpreche ich namens des Deutſchen Reichskriegerbundes
Kyffhäuſer und als Oberſtlandesführer des SAL. allen betrof=
fenen
Familien und trauernden Hinterbliebenen warmherzige An=
teilnahme
aus. Insbeſondere bitte ich, den betroffenen Kyff=
häuſer
= und SAL.=Kameraden und deren Familien das treueſte
kameradſchaftliche Gedenken des ganzen Kyffhäuſerbundes zum
Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig erſuche ich um beſchleunigte
Namhaftmachung derienigen Kameraden und deren Familien, die
der dringendſten Hilfe und Unterſtützung bedürfen.

Der Polizeiberichk meldei:
Verkehrsunfall Ecke Heinheimer= und Müllerſtraße. Am
18. 6. 35, gegen 10 Uhr, ereignete ſich an der Ecke Heinheimer=
und Müllerſtraße ein Zuſammenſtoß zwiſchen einem Wäſcheliefer=
wagen
und einem Obſt= und Gemuſelieferauto. Es entſtand nur
Sachſchaden. Die Schuldfrage bedarf noch der Aufklärung.
Brieftaſchendiebſtahl. Während des Gautages in Darmſtadt
wurde hier in der Wirtſchaft Zur Alten Poſt aus einem Rock,
der am Garderobeſtänder hing, eine braune Lederbrieftaſche ent=
wendet
. In der Brieftaſche befanden ſich folgende Gegenſtände:
Ein Arbeitspaß, eine Arbeitsfrontkarte, eine Rechnung von der
Fa. Waldherr, eine Viſitenkarte, auf den Namen Karl Bellgardt
lautend, eine Beſcheinigung der Speiſewagengeſellſchaft Mitroba,
ein Schreiben vom AG. Bensheim 2 Zeugniſſe und Photogra=
phien
vom Gaſthaus zur Alten Poſt.
Schilderdiebſtahl. In der Nacht zum 1. 6. 35 wurde hier von
dem Hauſe Schulſtraße Nr. 2 ein weißes Emailleſchild, Größe
30X20 cm., mit der Aufſchrift Philipp Weißmantel, Tel. 1909
entwendet. Sachdienliche Mitteilungen erbittet das Landes=
kriminalpolizeiamt
Darmſtadt, Hügelſtraße 3133, Zimmer 27.
Blumendiebſtahl. In der letzten Zeit wurden aus einer Gärt=
nerei
am Steinbergweg wiederholt Topfpflanzen (Hortenſien)
entwendet, ſo in der Nacht zum 12. 6. 35 weitere 8 Stück. Die
Diebſtähle dürften in den frühen Morgenſtunden ausgeführt
worden ſein. Wer hat Beobachtungen gemacht? Sachdienliche
Mitteilungen werden erbeten von der Kriminalpolizei, Zimmer
Nr. 13.
Diebſtähle in Darmſtadt. Am 2. Juni 1935, während des
Gauparteitages, wurde auf dem ehemaligen Exerzierplatz aus
einem unter der Rednertribüne befindlichen Raum eine Film=
kamera
, Modell Kodak, in der Größe von 12X18X6 cm. geſtohlen.
Angaben über den Verbleib erbittet das Landeskriminalpolizei=
amt
. Zu Mitte Mai 1935 wurde zur Nachtzeit aus einem
Fabrikbetrieb in der Nähe von Darmſtadt eine wertvolle Ventil=
ſchleifmaſchine
geſtohlen. Sie hat die Größe von 60X40 cm, war
Fabrikat Black u. Decker, trug die Fabriknummer 11 880 und war
mit zwei kleinen Elektromotoren 0,4 PS, ſowie einem Schmirgel=
ſchleifſtein
verſehen. Die Maſchine kann nur in Fahrzeugwerk=
ſtätten
Verwendung finden. Sachdienliche Angaben über den
Verbleib derſelben können bei dem Landeskriminalpolizeiamt und
jeder Polizeidienſtſtelle gemacht werden. Belohnung iſt zugeſichert.

Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Vor der Großen Strafkammer ſtand am Diens=
tag
der 45jährige Georg Gerhard von hier wegen ſchwe=
rer
Urkundenfälſchung und Betrugs im Rückfall.
Gerhard hat ſchon an die 20 Vorſtrafen oder mehr. Schon vor
dem Kriege, als die Verhältniſſe wirtſchaftlich noch nicht derart
ſchwierig waren und Gerhard noch jung und arbeitstüchtig war,
erwarb er lieber mit Betrügereien ſein Geld. Seine beſondere
Spezialität ſind Urkundenfälſchungen. Schon im letzten Jahre
verhandelte die Große Strafkammer darüber, ob man auf Siche=
rungsverwahrung
gegen ihn erkennen ſollte. Damals ließ man
noch einmal Gnade für Recht ergehen und glaubte den Beteue=
rungen
des Angeklagten, der hoch und heilig verſprach, ſich zu
beſſern. Doch kaum war er wieder auf freiem Fuß, als er auch
ſchon wieder mit ſeinen Betrügereien begann. Für eine Auro=
reparaturwerkſtätte
ſollte er die Polſterung eines Autos er=
neuern
. Er behauptete auch, er könne bei ſeiner Firma gerade
noch einen paſſenden Lederreſt bekommen, müſſe aber ſofort das
Geld haben. Als er es hatte, erſchien er nicht wieder. Einer
Frau, deren Tochter heiraten wollte, verſprach er, Kapok zu be=
ſorgen
. Er knöpfte ihr 55 Mark ab und ließ ſich nicht wieder
ſehen. Als die Frau in ſeine Wohnung kam, war er ſchon flüch=
tig
gegangen nach Saarbrücken. Beim Wohlfahrtsamt legte er
die Beſcheinigung eines Dritten vor, die, wie ſich herausſtellte,
gefälſcht war, der dafür einſtand, daß der Angeklagte genügend
Arbeit bekäme, um ſich ſelbſtändig machen zu können, ſo daß das
Wohlfahrtsamt ihm zwecks ſeiner Geſchäftsgründung einen Vor=
ſchuß
gab. Nach drei oder vier Tagen erſchien ſeine Frau und
wollte die Unterſtützung holen, da ihr Mann fort ſei. Von einer Ver=
ſicherung
hatte er über 30 Aufnahmeſcheine gefälſcht und die Pro=
viſion
eingeſäckelt. In Saarbrücken faßten ſie ihn kurz nach ſeiner
Ankunft, weil er dort beim Taſchendiebſtahl ertappt worden war.
Er mußte ein paar Wochen abmachen und wurde dann rausge=
ſchmiſſen
. Gerhard gibt heute alles zu, hat aber offenſichtlich
kein Verſtändnis für das Strafbare ſeiner Handlungen. Das Ge=
richt
verurteilt den Angeklagten zu einer Geſamtſtrafe von vier
Jahren Zuchthaus und erkennt ihm die bürgerlichen
Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren ab.
Es erkennt außerdem, da Gerhard ein gefährlicher Gewohnheits=
verbrecher
ſei, auf Sicherungsverwahrung. Drei Monate
und drei Wochen Unterſuchungshaft werden ihm angerechnet.
Aw. Die Große Strafkammer verkündete am Mitt=
woch
das Urteil gegen den Joſef Kemmerer aus
Seligenſtadt, gegen den in der vorigen Woche verhandelt
wurde (ſiehe unſeren Bericht vom 16. 6. 1935). Angeklagt war
Kemmerer in ſieben Fällen des Betrugs. In drei Fällen hielt das
Gericht die Schuld des Angeklagten nicht für erwieſen und erkannte
auf Freiſpruch und in einem Fall der falſchen Anſchuldigung. Das
Gericht glaubt, daß der Angeklagte hier der Meinung ſein konnte,
ſeine Gegner hätten eine falſche eidesſtattliche Verſicherung abge=
geben
. In drei Fällen hält das Gericht den Angeklagten für ſchul=
dig
des Betrugs, in einem Fall für ſchuldig der Untreue indem er
die Krotzenburger Wittfrau um ihr ganzes amerikaniſches Ver=
mögen
brachte, das ſie, ihm zur Verwaltung zu treuen Händen
übergeben hatte. Der Angeklagte iſt ebenfalls ſchuldig der Belei=
digung
, indem er dem Rechtsanwalt des Gegners Gebührenſchin=
derei
uſw. vorgeworfen hatte. Das Gericht erkennt demnach auf
eine Geſamtſtrafe von drei Jahren Gefängnis, und er=
kennt
ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die
Dauer von fünf Jahren ab.

Die deutſche Arbeitsfront

Reichsgruppe Handel.

Fachgruppe Auskunftsgewerbe.
Durch Anordnung des Reichswirtſchaftsminiſteriums vom 17.
September 1934 wurde der Zwangsverband für das Auskunfts=
gewerbe
angeordnet und damit der erſte Schritt für die gefor=
derte
Reform des Auskunftsweſens getan. Die Führung hat Dr.
Lüer ſelbſt in die Hand genommen und nunmehr einen Beirat
aus drei Perſonen gebildet und hierzu folgende beſtimmt: Otto
Kuntzemüller (Kalenderauskunftei), Berlin: Dr. Kapellmann
(Auskunftei Bürgel), Aachen; Karl Bauer (Auskunftei Merkur),
Darmſtadt.
N5-Gemeinſchaft Kraft durch Freude‟
Rheinfahrt!! Wir bitten alle Volksgenoſſen, die ſich noch an
der Rheinfahrt beteiligen wollen, umgehend ihre Anmeldung bei
der Kreisdienſtſtelle, Bismarckſtraße 19, zu tätigen, da nur noch
einige Fahrkarten zur Verfügung ſtehen. Weiterhin geben wir
bekannt, daß die Eiſenbahnkarten nur gegen Vorzeigen der roten
und grünen Gutſcheine bei der Kreisdienſtſtelle, Bismarckſtr. 19,
in Empfang genommen werden können.
Achtung!! Die Fahrkarten für Allgäu=Pfronten und
Büſum ſind gegen Abgabe des Gutſcheins auf unſerer Dienſt=
ſtelle
, Bismarckſtraße 19, abzuholen.

Fahrt nach dem Nürburgring am 28. Juli!
Der Kreis Offenbach der NS. G. Kraft durch Freude‟
mit einem Sonderzug am 28. Juli nach dem Nürburgring. Für
die Darmſtädter Volksgenoſſen beſteht Zuſteigemöglichkeit zu die=
ſem
Sonderzug in Frankfurt a. M.=Süd. Die Anfahrt von Darm=
ſtadt
nach Frankfurt a. M.=Süd kann gegen Vorzeigen der Fahr=
karte
, die den Teilnehmern rechtzeitig übermittelt wird, auf
Kinderfahrkarten vorgenommen werden. Die Fahrtkoſten für die=
ſen
Zug betragen 5,60 RM. In den Fahrtkoſten iſt der Eintritts=
preis
ſowie die Abgabe des Sportgroſchens enthalten. Anmeldun=
gen
für dieſen Sonderzug können jetzt ſchon bei Zahlung einer
Voranmeldegebühr, die auf die Fahrtkoſten reſtlos angerechnet

D‟

usitz
ADit
werden, in Höhe von 1 RM. bei der Kreisdienſtſtelle, Bismarck= Ur
ſtraße 19, getätigt werden. Schlußtermin für die Voranmel=
zr
.
un were
Operetten=Spielzeit! Haben Sie ſchon einen Mietverpflich= ar 5
tungsſchein? Die Miete für fünf Operetten, koſtet 2,50 RM., iam meit ſchwerer ?
zahlbar in zwei Raten! Gehen Sie zu Ihrem Orts= und Betriebs=
wart
, oder kommen Sie zur Geſchäftsſtelle K.d.F., Bismarck. Ma4 0 bſb..
* Noni für Kraft durch Freude‟. Halten Sie ſich Mon=

dungen iſt der 30. Juni.
ſtraße 19, um ſich einzutragen!
tag, den 24. Juni, abends frei!!! Der in aller Welt berühmte
Muſik=Clown Noni und neben ihm andere zugkräftige Varieté=
Schlager ſpielen für Kraft durch Freude im Orpheum. Karten
ſind ab ſofort in der Geſchäftsſtelle, Bismarckſtraße 19, zu haben.
Beachten Sie auch die Ankündigungen des Orpheums!

zt wen
gleicher
in Da
ſtärkſte
die Teiln
ders
Pereite in egöiſt.
burg veranſtaltet wut
zut günſtig abzuſchne
R viel noch geleiſte.
Ain die Sondereriſte

zm inſamkeit des Wirke
de völlig zurückdrängt
gierſtadt nach der 4

ürrermeiſter die Hau
zrg der Sängerbem
ts befaßte.
Das Wertungsſing
Din vorangegangene
ruch das Schaffen

REIT. UND FAHR-TURNIER
DARMSTA0T

Weit über: 200 Nennungen ſind für das am nächſten
Samstag=Sonntag ſtattfindende Reit=, Spring= und Fahr=
turnier
abgegeben worden, ſo daß die Prüfungen der ſich über
zwei Tage erſtreckenden Veranſtaltungen alle eine gute Beſetzung
erfahren haben.
Eines der öffentlichen Springen hat mit mehr als 40 Unter=
ſchriften
geſchloſſen, darunter namhafteſte deutſche Turnierſtälle;
ſo kommt aus der Reiterſtadt Aachen, in deren großen inter=
tationalen
Turnieren jährlich die Bewerber von 10 und mehr
Nationen konkurieren, der Spring=Stall Betzel mit einem aus=
erwählten
Lot von 5 Spring=Kanonen, deren gleichmäßig=gutes
Abſchneiden auf den deutſchen Groß=Turnieren der letzten Jahre
die Bewunderung der fachverſtändigen Reitersleute erregt hat;
Oblt. Betzel genießt als Springlehrer allerbeſten Ruf und ſeine
und ſeiner Schüler Erfolge ſtellen der verſtändnisvollen Ausbil=
dungsarbeit
, der auf die Pſyche der feinnervigen Pferde reſtlos
eingehenden Art ihres Meiſters ein vorzügliches Zeugnis aus.
Man muß es geſehen haben, mit welcher Ruhe und Selbſtver=
ſtändlichkeit
dieſe trefflichen Pferde über die ſchwerſten Sprünge
gehen, mit langem Halſe bei leichteſter Zügel=Anlehnung von
ihren Reitern vorzüglich geführt.
Alle näheren Einzelheiten, Zeiteinteilung uſw., enthält das
ausführliche Turnier=Programm, das in den bekannten Vorver=
kaufsſtellen
zu haben ſein wird. (Vgl. Plakate.) Der Vorverkauf
hat bereits begonnen.


4

CREME: Dosen 15 Pt.-RM 1.00, Tuben 40 u. 60 Pt. / DL: 35 Pf.-RM 1.20

Steuer= und Wirkſchaftskalender
für die Zeit vom 15. bis 30. Juni 1935.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
20. Juni: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
1. bis 15. Juni 1935 erfolgten Lohnzahlungen, falls die
in der erſten Hälfte des Kalendermonats einbehalte=
nen
Lohnſteuerbeträge für ſämtliche in einem Betrieb
beſchäftigten Arbeitnehmer den Betrag von 200 RM.
überſtiegen haben. (Keine Schonfriſt.)
20. Juni: Zahlung der durch Lohnabzug einbehaltenen Bürger=
ſteuer
auf Grund der näheren Beſtimmungen. (Keine
Schonfriſt.) Zahlung an die Gemeindekaſſe
20. Juni: Letzter Tag, bis zu dem nach der Oeffentlichen
Mahnung des Finanzamts Darmſtadt=Stadt vom 13.
Juni 1935 in Nr. 161 des Darmſtädter Tagblatts
vom 14. Juni 1935 die
Kirchenſteuer 1935, 1. Rate,
Einkommenſteuer 1935, 2. Rate,
Umſatzſteuer für Monat Mai 1935
noch bei Meidung der Beitreibung bezahlt werden
können. Auf die genannte Mahnung wird, auch wegen
des Säumniszuſchlags, hier ausdrücklich verwieſen.
25. Juni: Zweite Vorauszahlung (ſtaatliches Ziel) auf die ſtaat=
liche
Grundſteuer, Sondergebäudeſteuer
und Gewerbeſteuer laut weißem Steuerbeſcheid
für das Rechnungsjahr 1935/36. (Schonfriſt bis zum
5. Juli 1935.) Hinſichtlich der Sondergebäudeſteuer iſt
der unter C angeforderte (um 25 Prozent ermäßigte)
Betrag zu zahlen. Ueber die Anforderung und Zah=
lung
der reſtlichen 25 Prozent, die dem neuen Haus=
zinsſteuer
=Anleiheſtock zufließen, ſind die näheren Be=
ſtimmungen
inzwiſchen ergangen. Die Anforderung
wird demnächſt erfolgen.
30. Juni: Entrichtung des Schulgeldes für die Darmſtädter
höheren Schulen, die ſtädtiſchen Maſchinenbau=, Ge=
werbe
=, Handels= und Haushaltungsſchulen für den
Monat Juni 1935 an die Stadtkaſſe. (Schonfriſt bis
zum 10. Juli 1935.)
Beiträge zur Handwerkskammer.
Die Einziehung der Beiträge erfolgt in Darmſtadt durch die
Stadtkaſſe. Das erſte Ziel 1935/36 iſt an ſich am (30. Juni 1935
fällig. Da jedoch die Hebregiſter noch nicht vorliegen, wird die
Anforderung des 1. Zieles ſpäter erfolgen. Näheres in einem der
nächſten Steuerkalender.
H. W. Wohmann.
Was die Lichtſpieltheater bringen.
Das Union=Theater zeigt letztmalig das große Luſtſpiel
Großreinemachen mit Anny Ondra, Wolf Albach=Retty,
Hans Richter u. v. a. m. Regie: Karl Lamac.
Die Helia=Lichtſpiele zeigen heute letztmals das Ufa= Luſt=
ſpiel
Friſcher Wind aus Kanada mit Dorit Kreysler,
Harald Paulſen, Paul Hörbiger in den Hauptrollen.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen heute zum letzten Male den
Wildweſt=Großfilm Die Schlacht am blauen Berge‟
(Die Indianer kommen). Jugendliche haben Zutritt.
Reſi=Theater zeigt heute letztmalig den ſenſationellen
Mädchenhändlerfilm Der Stern von Valencia, mit
Liane Haid, Paul Weſtermann, Fritz Odemar, Oskar Sima,
Willy Schur.

An die Jägerſchaft des Kreiſes Darmſtadi!
1. Dienstag, den 25. Juni 1935, nachmittags 3 Uhr, findet ein
Kugel= und Piſtolenſchießen auf dem Schießſtand der
Priv. Schützengeſellſchaft Darmſtadt ſtatt. Ich erwarte, daß vor
allem diejenigen Jäger, die ſich bisher noch nicht an dem Schießen
beteiligt haben, ſchießen.
2. Die Urſprungsſcheine der bis jetzt zum Abſchuß ge=
kommenen
Rehböcke ſind noch nicht bei mir eingegangen mit einer
einzigen Ausnahme. Ich mache nochmals mit allem Nachdruck dar=
auf
aufmerkſam, daß der Eigentümer des geſchoſſenen Wildes
den Urſprungsſchein binnen drei Tagen nach der Zerlegung an
den zuſtändigen Kreisjägermeiſter poſtfrei einſenden muß. Eigen=
tümer
iſt entweder der Jagdausübungsberechtigte, der das Wild
ſelbſt verbraucht, oder der Ankäufer. Es ſind daher die Wild=
brethändler
ebenfalls zur poſtfreien Rückſendung der Ur=
ſprungsſcheine
verpflichtet. Der Urſprungsſchein iſt an den zuſtän=
digen
Kreisjägermeiſter zurückzuſenden, d. h. an den Kreisjäger=
meiſter
, in deſſen Kreis das Stück zum Abſchuß gekommen iſt.
Von mir ſind ausgegeben und daher an mich zurückzuſenden
die Wildurſprungsſcheine Nr. 451 bis 800.
Jede Zuwiderhandlung gegen die Vorſchriften über den Wild=
handel
iſt ſtrafbar mit Geldſtrafe bis zu 150 RM. oder mit Haft.
(8 60, Abſ. 2, Nr. 16 RJG. und Abſ. C der Wildhandels=Ordnung
vom 1. 4. 1935.)
3. Zum 20. 6. 1935 läuft die Friſt ab zur Anmeldung für die
Jägerprüfung. Es findet in dieſem Jahre nur noch eine Prüfung
ſtatt.
Ich erinnere an den Jägerabend am 19. Juni 1935,
abends 8.30 Uhr, im Reſtaurant Sitte, und bitte um zahlreichen
und pünktlichen Beſuch.
Darmſtadt, den 17. Juni 1935.
Heil Hitler!
Hildebrand, d. k. Kreisjägermeiſter.

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hee ſchriftliche Kritik
reiſſes Darmſtadt mit
Aertagen ihr Können
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imrehrt ſich die Zahl
le ken, noch ganz auß
Eltsent, ihr Wirken m
girnglich und dienſt!
ſte Kreiſe empfäng
uiaben, die der Der
wikkammer mit allen
Izu fördern ſucht.

Noni und die Roſe der engliſchen Königin.
Gern und ſtolz erzählt Noni ſeine inzwiſchen weltberühmt ge=
wordene
Geſchichte mit der Roſe. Es iſt die einzigartigſte Aus=
zeichnung
, die ihm in ſeiner langen Laufbahn zuteil geworden iſt.
Als er im Koloſſeum=Theater in London vor einigen Monaten
gaſtierte, befand ſich auch das engliſche Königspaar in der Loge.
Der Königin gefiel die Arbeit Nonis ſo gut, daß ſie ihm einen
großen Roſenſtrauß auf die Bühne ſandte. Im Anſchluß an ſeinen
Auftritt wurde er ſodann in die Hofloge befohlen, wo ſich die
Majeſtäten mit ihm über ſeine Darbietungen unterhielten. Schließ=
lich
erhob ſich die Königin, nahm aus dem vor ihr liegenden Ro=
ſenſtrauß
eine Roſe heraus und heftete ſie Noni ins Knopfloch, eine
Auszeichnung, die bis jetzt keinem anderen Künſtler widerfahren
iſt. Nonis Darmſtädter Gaſtſpiel findet mit einem
fröhlichen Programm am 23. und 24. Juni im Orpbeum
ſtatt.
Das Lagern von Getreide, Heu, Grummet uſw. in unmittel=
barer
Nähe der Eiſenbahn muß wegen der damit verbundenen
Brandgefahr unterbleiben. Erneut wird hierauf hingewieſen. Im
eigenen Intereſſe eines jeden Beteiligten liegt es. dieſer Anord=
nung
Folge zu leiſten.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquſttung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
Langjähriger Abonnent. Der Hausbeſitzer iſt unter dieſen Um=
ſtänden
unbedingt verpflichtet, die Klingel ſo anzubringen, daß ſie
von Ihnen in jedem Falle gehört wird. Im Weigerungsfalle
wenden Sie ſich vielleicht nochmals an uns.
H. E. Geſetzliche Hinderungsgründe für eine Ehe zwiſchen
Vetter und Baſe beſtehen nicht. Wegen der erbbiologiſchen Fragen
müßten Sie ſich mit einem Arzt beraten.
Vereins- und lokale Beranſtaltungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
RDO. Am Freitag, dem 21. Juni, abends 8 Uhr (20 Uhr)
ſpricht Generalleutnant a. D. v. Cochenhauſen=Berlin, Präſideſit
der Deutſchen Geſellſchaft für Wehrpolitik und Wehrwiſſenſchaft,
über Sinn und Bedeutung der Wehrwiſſenſchaften‟. Der Vor=
trag
findet in der Otto=Berndt=Halle ſtatt. Um zahlreide
Beteiligung wird gebeten. (20 Pf. Unkoſtenbeitrag.)
Wanderabteilung der Tgde. Beſſungen. Am=
nächſten
Sonntag, 23. Juni, findet die 6. planmäßige Wanderung
ſtatt. Dieſelbe führt durch die Waldungen der nächſten Umgebung
Darmſtadts Endziel Roßdorf. Abmarſch 8.00 Uhr Ecke Goethe=
und Landskronſtraße.
Achtung! Ehem. 221er. Am 7. Juli d. J. findet ein
gemeinſchaftlicher Spaziergang aller ehem. 221er mit Ange=
hörigen
nach Groß=Bieberau ſtatt. Daſelbſt kameradſchaft=
liches
Zuſammenſein, bei Kamerad Daub (Gaſthaus Zum Deut=
chen
Haus). Mit dieſer Veranſtaltung ſoll den Regimentskame=
raden
ehem. 221er der dortigen Umgebung bzw. des ganzen Oden
waldes Gelegenheit gegeben ſein, ſich mit ſeinen ehem. Kriegs=
kameraden
gemeinſchaftlich zu treffen. Die Darmſtädter Kame‟
raden fahren ab Oſtbahnhof 9.16 Uhr vormittags bis Ober= Ram=
ſtadt
(Sonntagsfahrkarte), von dort aus Spaziergang nach Groß=
Bieberau. Bei ungünſtiger Witterung wird direkt nach Groß=
Bieberau gefahren, um 11.10 Uhr. Im Intereſſe der Odenwälder
Kameraden wird um recht zahlreiche Beteiligung gebeten.
Keglerverein Darmſtadt und Umgebung. Am
kommenden Montag, dem 24. d. M., abends 8.30 Uhr, finder. "
Kegelſporthaus ein Kameradſchaftsabend ſtatt, wozu alle Mil=
glieder
eingeladen werden. Gleichzeitig machen wir heute ſchon
darauf aufmerkſam, daß vorausſichtlich Ende Juli ein Famille.
ausflug ſtattfindet.

Wir gratulieren!
Herrn Richard Friedrich, Wieſenſtraße 52, der am 20. Jſum.
ſeinen 75. Geburtstag in geiſtiger Friſche und körperlicher Rüſtig=
keit
feiert.
In Ober=Ramſtadt Frau Eliſabeth Burger, Bau=
ſtraße
, die geſtern ihr 79. Lebensjahr vollendete.
In Nieder=Ramſtadt Frau Johann Heinrich Rigte:
Witwe, Ober=Ramſtädter Straße, die am 21. d. M. in korper=
licher
und g
feiert.

[ ][  ][ ]

ſonnerstag, 20. Juni 1935
Aus Heſſen.
Werkungsſingen in Weikerſtadk.
je dritte Gruppe der Vereine des Sängerkreiſes Darmſtadt,
16be reine, verſammelten ſich am vergangenen Sonntag in Wei=
endt
, um in gemeinſamen Geſängen in einer öffentlichen Kund=
ſng
für den Chorgeſang zu werben und dann einzeln vor Dr.
Yſolf Werner=Frankfurt a. M. als Geſangsrichter die Einzel=
yuen
ihres Könnens abzulegen. Nachdem die ſeither getrenn=
tyiMreiſe
Darmſtadt=Stadt und Darmſtadt=Land im Vorjahre ver=
e
in wurden, ſchien es als Notwendigkeit, auch eine möglichſt
gue Verſchmelzung und gegenſeitige Anregung der Stadt= und
Loovereine herbeizuführen. Eine große Anzahl der Stadtver=
e
in ſang deshalb auf den beiden Wertungsſingen in Eberſtadt
umWeiterſtadt, während umgekehrt zahlreiche Vereine vom Land
wmeinigen Wochen ſich in Darmſtadt hören ließen. So ſehr ſich
füürdie Anregung kleinerer Vereine dieſes Verlegen der Wer=
tunns
ingen aufs Land bewährte, ſo litten doch die Kundgebun=
geſdarunter
nicht wenig. Es war intereſſant, zu erleben, daß
bieiinnähernd gleicher Sängerzahl bei den drei Wertungsſingen
dite Naſſenchöre in Darmſtadt weitaus den ſtärkſten Eindruck
maten und die ſtärkſte Beteiligung zeigten, weil gerade den
Qarvereinen die Teilnahn

Eift eiert ud ei ſetet hereigeie e eeich
vne Vereine in egoiſtiſcher Weiſe zur Zeit, in dar die Kund=
gehng
veranſtaltet wurde, noch übten, um bei der Wertung mög=
17/3 günſtig abzuſchneiden. An ſolchen Beiſpielen ſieht man,
mie viel noch geleiſtet werden muß, bis auch in den Sänger=
kuteſen
die Sonderexiſtenz des Vereins nicht das Intereſſe an der
Gſeninſamkeit des Wirkens und der allgemeinen kulturellen Auf=
gnl
völlig zurückdrängt. So erſchien es recht angebracht, daß in
ſöererſtadt nach der Begrüßung durch den Kreiswalter und den
Büivzermeiſter die Hauptanſprache ſich vor allem mit der Ziel=
ſelzug
der Sängerbewegung und der Pflege des Gemeinſchafts=
geits
befaßte.
Das Wertungsſingen ſelbſt zeigte ein ähnliches Bild wie die
blün vorangegangenen. Im allgemeinen gute Chorwahl, bei
dar uuch das Schaffen zeitgenöſſiſcher Komponiſten breiten Um=
foin
einnahm meiſt techniſch und künſtleriſch recht gute und auf
hähe Stufe ſtehende Vereinsleiſtungen, dazwiſchen einige Vor=
tutäe
, die nach Inhalt oder nach Art der Ausführung mehr oder
weiger abgelehnt werden mußten. Sehr erfreulich war, daß die
Giehmäßigkeit der Darbietungen von Männerchören, mehrfach
umieb rochen wurde von gemiſchten Chören, bei denen die Ober=
ſtfimen
bald von Knaben=, bald von Frauenſtimmen geſungen
wueni. In einem Fall wirkten ein Männerchor, ein Kirchenchor
disbenachbarten Ortes und eine Schulklaſſe gemeinſam und er=
frieter
durch beſonders gelungenen Chorklang und Vortrag.
Au ein Chor mit Hornſolo dieſes wurde von dem Chorleiter
gegbiſen bot willkommene Abwechſelung. Nach dem Singen
wiuch Dr. Werner in ſehr intereſſanter Weiſe über den Verlauf
uddre einzelnen Leiſtungen, jedoch gebot die vorangeſchrittene
ine gewiſſe Kürze der Einzelkritiken, die durch ausführ=
jühee
ſchriftliche Kritik ergänzt werden ſollen. 49 Vereine des
Geeſes Darmſtadt mit etwa 2300 Sängern hatten an den drei
Lſe rtagen ihr Können unter Beweis geſtellt, ein Zeichen dafür,
wan trrk das allgemeine Intereſſe für Chorgeſang iſt, denn wenn
mnu der Kirchenchöre Werkschöre und Jugendchöre gedenkt, ſo
veneört ſich die Zahl derer, die den mehrſtimmigen Geſang
pielen, noch ganz außerordentlich. Dieſe Geſangskultur zu er=
heä
ltn, ihr Wirken mehr und mehr der Geſamtheit des Volkes
zungnrlich und dienſtbar zu machen, durch den Chorgeſang wei=
talſt
Kreiſe empfänglich für edelſte Muſik zu machen, das ſind die
WaaSen, die der Deutſche Sängerbund als Glied der Reichs=
muſtkummer
mit allen Mitteln ſeiner Organiſation zu verfolgen
F.).
umzl- fördern ſucht.
Nhg. Arheilgen, 19. Juni. Luftſchutz. Im Rathausſaal
fact geſtern abend der Abſchluß des von der Gemeindegruppe
Actl fagen des Reichsluftſchutzbundes durchgeführten Luftſchutz=
(üetgrnges ſtatt, dem ſich etwa 25 Teilnehmer unterzogen. Luft=
ſoßkcpitän
Velten=Darmſtadt ergriff das Wort zu einer
Achunche, in der er die Probleme und Aufgaben des Luftſchutzes
nun einmal eingehend behandelte und beſonders darauf hinwies,
düßze nun Aufgabe der Teilnehmer ſei, das Gelernte zum Wohle
dAsAolkes in die Oeffentlichkeit zu tragen, und dieſer immer
wuieer die unbedingte Notwendigkeit des Luftſchutzes vor Augen
zu iren. Gemeindegruppenleiter Stroh dankte zum Schluſſe
bitTeilnehmern für ihre Aufmerkſamkeit während der Dauer
disA usbildungslehrganges und verband damit Dankesworte an
Qügutzkapitän Velten. Heuernte. Auch in unſerer
Aetarkung ſetzt nunmehr die Heuernte in vollem Umfange ein.
J= iner Sitzung hat der Wieſenvorſtand das Mähen des Heu=
gras
in den verſchiedenen Wieſengründen auf Donnerstag, Frei=
tolgurd
Samstag feſtgeſetzt. Das Heugras weiſt in dieſen Jahre
eism guten Stand auf, nur das Bodengras dürfte beſſer ſtehen.
I. Eberſtadt, 19. Juni. Auf Anregung des Alice= Frauen=
vo
eins Darmſtadt und mit Unterſtützung der hieſigen Frei=
mſligen
Sanitäts=Kolonne vom Roten Kreuz war
nfangs des Jahres auch hier möglich geworden, freiwillige
Weletinnen zu werben zu Dienſten des Deutſchen Roten Kreuzes.
lt, in gemeinſamer Arbeit die Wohltätigkeiten des Deut=
ſtt
Roten Kreuzes und des angeſchloſſenen Alice=Frauenvereins
anf in Eberſtadt weiter auszubauen. Erfreulicherweiſe hatten
ifheie ſtattliche Anzahl von Damen bereitgefunden, um in
titeet, vaterländiſcher Pflichterfüllung ihre Ausbildung in der
esſn Hilfeleiſtung zu erhalten. In ebenſo anerkennenswerter
We hatte ſich Herr Dr. med. Kunkler bereitfinden laſſen,
daein Unterricht zu erteilen. Was genannter Kurſusleiter mit
ſeitnn willigen Schülerinnen älteren und jüngeren Semeſters zu
exichen beabſichtigte, iſt zur beiderſeitigen Freude gelungen. Am
Tistagabend fand im Unterrichtslokal Kaffee Volkmann die
Wühlußprüfung hierin ſtatt, zu der die Landesleiterin,
Sihroßherzogin Cäcilie von Heſſen, und deren Stellvertreterin,
Gu Kreisdirektor Gebhardt, ferner Frau Dr. Dalmer
an/Kreisleiterin, und ſonſtige Damen des Alice=Frauenvereins
exſtienen waren. Die von Herrn Dr. Kunkler vorgenommene
mutiſche wie theoretiſche Prüfung ergab eine ſehr gute Note,
widies auch von der Landesleiterin freudig beſtätigt wurde.
Prüflingen wurde hierauf die Broſche nebſt Armbinde des
Ple=Frauenvereins mit Worten der Anerkennung überreicht
mdurch Handſchlag und feierliches Gelöbnis auf die Tätigkeit
Deutſchen Roten Kreuzes in Krieg und Frieden verpflichtet.
die anforderungsvolle Prüfungstätigkeit ſchloß ſich ein gemüt=
ar
Teil, wobei die durch ihre abgelegte Prüfung zu Sama=
ſeinnen
erklärten Damen einen ſchönen Beweis lieferten, daß
eeben den ernſten Pflichten des Lebens auch gute volksverbin=
dee
Geſellſchafter ſind.
C. Ober=Ramſtadt, 19. Juni. Unfall. In einem hieſigen
ſtrikbetrieb ſtürzte ein Schloſſer von einer Leiter und erlitt
d arch einen Schädelbruch.

Regelung des Abſatzes von Gartenbauerzeugniſſen.

Eine Anordnung des Garkenbau=
Wierſwaftsverbandes geſſenRaffad.
LPD. Der Gartenbauwirtſchaftsverband Heſſen=Naſſau hat
eine Anordnung über die Regelung des Abſatzes von Gartenbau=
erzeugniſſen
herausgegeben, durch die der Inhalt der im ver=
gangenen
Jahre auf Grund des Marktſchutzgeſetzes vom 13. Juli
1934 in Heſſen von den Kreisämtern erlaſſenen Polizeiverord=
nungen
wieder in Kraft geſetzt wird. Die nachſtehend aufgeführ=
ten
Einrichtungen, die im Vorjahr Marktſchutzträger waren, wer=
den
Bezirksabgabeſtellen und die in den Polizeiverordnungen
niedergelegten. Einzugsgebiete geſchloſſene Anbaugebiete, und
zwar:
a) das Marktgebiet des Obſt= und Gartenbauvereins e. G. m. b. H.,
Gau Algesheim;
0) das Marktgebiet des Obſt= und Gartenbauvereins e. G. m. b. H.,
Nieder=Ingelheim a. Rh.:
c) das Marktgebiet des Heidesheimer Obſt= und Gartenbauver=
eins
e. G. m. b. H., Heidesheim;
4) das Marktgebiet, der Obſtverwertungsgenoſſenſchaft e. G. m.
b. H., Finthen;
e) das Marktgebiet der Bäuerlichen Hauptgenoſſenſchaft Rhein=
Main=Neckar e. G. m. b. H., Zweigſtelle Gimbsheim;
I) das Marktgebiet der Stoga=Großmarkt e. G. m. b. H., Nau=
heim
bei Groß=Gerau;

g) das Marktgebiet der Obſt= und Gemüſeverwertungsgenoſſen=
ſchaft
e. G. m. b. H., Seeheim;
b) das Marktgebiet der Bergſträßer Obſt= und Gemüſezentrale
e. G. m. b. H., Zwingenberg:
1) das Marktgebiet der Obſt= und Gemüſeverwertungsgenoſſen=
ſchaft
e. G. m. b. H., Bensheim
k) das Marktgebiet der Bergſträßer Obſtbau= und Verwertungs=
genoſſenſchaft
e. G. m. b. H., Auerbach.
Um allen beteiligten Kreiſen einen Ueberblick über die Aus=
wirkung
dieſer Verordnung zu geben, ſind die Bezirksabgabe=
ſtellen
von dem Gartenbauwirtſchaftsverband Heſſen=Naſſau an=
gewieſen
worden, ſofort durch Anſchlag in ihren Markthallen und
durch eine entſprechende Notiz in den für das Gebiet zuſtändigen
Tageszeitungen die Einzugsgemeinden und die der Bewirtſchaf=
tung
unterliegenden Gartenbauerzeugniſſe bekanntzugeben.
Nach dieſer Anordnung bzw. nach dem ihr zugrundegelegten
Inhalt der diesbezüglichen Polizeiverordnungen iſt jeder direkte
Verkauf von Gartenbauerzeugniſſen, die durch die Bezirksabgabe=
ſtellen
bekanntgegeben werden, ſeitens der Erzeuger an Verteiler
(Handel), Verarbeiter (Konſervenfabriken, Einlegereien, Süß=
moſtereien
) und Großverbraucher verboten. Erlaubt iſt
der Verkauf der Erzeugniſſe an Verbraucher in offenen Verkaufs=
ſtellen
, an Inhaber offener Verkaufsſtellen und an Verbraucher
durch den Anbauer ſelbſt oder die in ſeinem Betrieb beſchäftigten
Perſonen. Die Erzeugniſſe müſſen aber von dem Anbauer im
eigenen Betriebe gewonnen ſein und dürfen entweder nur auf
dem Wochenmarkt an Verbraucher oder im eigenen Betrieb ver=
kauft
werden.

* Die Bäuerliche Werkſchule Reichelsheim.
Fe. Durch die Umſtellung der Landwirtſchaft ſind in dem
Bezirk der Bäuerlichen Werkſchule Reichelsheim ſchon mehr als
1000 Kubikmeter Silos von dem Direktor der Schule, Herrn
Dr. Barth, abgenommen worden. Wenn auch noch nicht in ge=
wünſchtem
Maße, ſo brachte die Errichtung derſelben doch etwas
Leben in den Baumarkt. Herr Dr. Barth und Landwirtſchafts=
aſſeſſor
Trautmann hielten bis zum Beginn der Frühjahrsarbei=
ten
mehr als hundert Vorträge über beſſere Ausnutzung des
Bodens und man kann tatſächlich von Erfolg ſprechen. Die hieſige
Schule iſt mit allen der Neuzeit entſprechendem Lehrmaterial
ausgerüſtet, und die Schüler beweiſen ihren Angehörigen, oft un=
ter
Kopfſchütteln der Alten, daß es heute unter Benutzung der
neueſten Maſchinen und Düngung ſpielend iſt, Bauer zu ſein.
Früher von nachts 3 Uhr bis wieder nachts 10 Uhr tätig, wird
heute mit einem Drittel der Arbeiter das Doppelte geleiſtet in
10 Stunden. Daß es jungen Bauernſöhnen, die ziemlich weit zur
Schule haben, auch möglich iſt, in den Genuß des Fortſchrittes zu
kommen, wird jedes verfügbare Zimmer in der Schule mit Bet=
ten
ausgerüſtet. So können bis zum Herbſt mindeſtens 10 Per=
ſonen
direkt in der Schule Quartier beziehen, was auch an Be=
quemlichkeit
nichts zu wünſchen übrig läßt. Auf jeden Fall ſieht
man jetzt ſchon, daß in nicht mehr allzu langer Zeit unſer natio=
nalſozialiſtiſcher
Staat in der Lage iſt, auf die Einfuhr von land=
wirtſchaftlichen
Produkten voll und ganz zu verzichten.

G. Ober=Ramſtadt, 19 Juni. NS. Volkswohlfahrt.
Die im Laufe der letzten Woche durchgeführte Werbung für die
Hitlerfreiplatzſpende und Pflegeſtellen für die Kinderlandver=
ſchickung
hatte ein gutes Ergebnis, indem 6 Freiſtellen für SA.=
Männer und 6 Pflegeſtellen für erholungsbedürftige Kinder be=
reitgeſtellt
wurden. Die Werbemaßnahmen werden fortgeſetzt,
und alle Familien, die bereit und in der Lage ſind, noch Ferien=
freiſtellen
für Kinder oder Erwachſene zur Verfügung zu ſtellen,
wollen dies alsbald bei der Ortsgruppenamtsleitung der NSV.
(Rathaus. Zimmer 23) melden.
Ak Nieder=Ramſtadt, 19. Juni. Deutſches Jugend=
feſt
. In einer Sitzung der maßgebenden Perſönlichkeiten wurde
zur Durchführung des Jugendfeſtes beſchloſſen, daß am Samstag,
dem 22. ds. Mts., die Austragung der Wettkämpfe für die Schul=
jugend
und am Sonntag vormittag diejenige für die Angehörigen
der HJ., BDM., Jungvolk uſw ſtattfindet. Der Nachmittag wird
der Abhaltung eines Volksfeſtes in der bisher üblichen Weiſe
gewidmet. Dieſes findet wiederum auf dem jetzt weſentlich er=
weiterten
, neu hergerichteten Spielplatz im Lohwäldchen ſtatt.
: Dieburg, 17. Juni. Vom Schießſport. Die Klein=
kaliber
=Abteilung der Kameradſchaft Dieburg (Kriegerverein)
hatte im Gaſthaus Zum grünen Baum eine gutbeſuchte Mit=
gliderverſammlung
, in der die Geſchehniſſe der letzten Zeit, die
ein fruchtbringendes Schießen nicht zuließen Gegenſtand der
Ausſprache bildeten. Durch die geſamte Umſtellung des Krieger=
vereinsweſens
bedurfte es längerer Zeit, bis alles ſo geregelt
war, wie wir es heute wieder haben. Das am 16. Juni begonnene
Preisſchießen wurde ausführlich beſprochen, und die Kameraden
aufgefordert, durch aktive Betätigung beim Schießſport den Ver=
ein
zu unterſtützen Zu gleicher Zeit hatte die Schützen=
geſellſchaft
1857 eine Generalverſammlung bei Mitglied
Schäfer einberufen, die durch die Beſtätigung des Oberſchützen=
meiſters
notwendig geworden war. In ſeiner Eigenſchaft als
Führer des Vereins beſtimmte Oberſchützenmeiſter Haas ſeinen
Beirat, der ſeine Aemter wie ſeither annahm. Neben einer Reihe
interner Fragen, ſo das günſtige Pachtverhältnis mit der Stadt,
gaben ſchießſportliche Erörterungen reichlichen Stoff zur Aus=
ſprache
. Auch das in Saarbrücken ſtattfindende Gaufeſt (19.25.
Auguſt) des Gaues 13 wird manchem Schützen Gelegenheit geben,
ſich die ausgeſchriebene Auszeichnung zu erkämpfen.
Le. Groß=Umſtadt, 19. Juni. Im Laufe der Woche wird da=
hier
mit der allgemeinen Heuernte begonnen. Die Bergwieſen
ſind bereits meiſtens geerntet, der Ertrag war hier als ein guter
zu bezeichnen, während derjenige in den Grundwieſen als Mittel=
ernte
gilt; auch die Kleeheuernte iſt größtenteils beendet, leider
iſt durch das anhaltende regneriſche Wetter ein Stillſtand einge=
treten
. Vorjähriges Heu war ſeither ein ſehr begehrter und ge=
ſuchter
Artikel, wurden doch für den Zentner Wieſenheu 5 RM.
und mehr bezahlt. Im benachbarten Schaafheim wurde
der langjährige Rechner und Geſchäftsführer der dortigen Mol=
kerei
, Herr Michael Heinrich Dietz, zu Grabe getragen. Ein
außerordentlich großes Trauergefolge ſowohl aus der eigenen
Gemeinde, wie aus nah und fern gab dem allgemein beliebten
und geachteten Mann das letzte Geleite. Unter ſeiner 37jährigen
Leitung iſt die Molkerei Schaafheim mit angeſchloſſenem Mühlen=
betrieb
und Elektrizitätswerk zu einem neuzeitlich eingerichteten,
inſehnlichen Betrieb geworden.

Erſelden im Zeichen des Altrheinfeſtes.
Nur noch wenige Tage verbleiben uns bis zum Altrheinfeſt
1935. Dieſe Veranſtaltung hat bereits den ganzen Ried mit ſamt
der Landeshauptſtadt in ihren Bann gezogen. Durch die Mitwir=
kung
der PO., SA., des Arbeitsdienſtes, des Arbeitsdankes, der
Paddler aus Darmſtadt, Mainz, Wiesbaden, Frankfurt und der
übrigen Körperſchaften iſt das Altrheinfeſt zu einer Veranſtal=
tung
geworden, die weit über den Rahmen des Altrheinfeſtes
hinaus an Bedeutung gewonnen hat.
Im Mittelpunkt des Feſtes ſteht der Beſuch des Gaulei=
ters
und Reichsſtatthalters, der perſönlich die Taufe
von 4 Mannſchaftsbooten (Zehnerkanadier) vornehmen wird.
Aus den obengenannten Städten eilen die Paddler herbei,
ſo daß allein an der Auffahrt über 200 Boote teilneh=
men
werden.
Am Adolf=Hitler=Stein auf der Woogswieſe in Darmſtadt
beginnt die leichtathletiſche Staff el Darmſtadt Erfel=
den
, an der zirka 80 Läufer mitwirken, die ihren Lauf über die
Orte Griesheim, Wolfskehlen. Goddelau nach Erfelden nehmen,
um die Taufurkunden nach dem Altrhein zu bringen.
Wie bereits bekannt, findet am Samstag abend als Auftakt
zum Altrheinfeſt die gemeinſame Sonnenwendfeier der Orte Er=
felden
, Crumſtadt, Biebesheim, Gernsheim, Goddelau, Leeheim,
Stockſtadt und Wolfskehlen ſtatt. Schon allein dieſe Veranſtaltung
mit der anſchließenden bengaliſchen Beleuchtung des Altrheines
wird die Bevölkerung der Riedorte in ihren Bann ziehen.
Die Organiſation der Veranſtaltung iſt nunmehr beendet,
Das Turn= und Sportamt der Heſſiſchen Landesregierung, die
Kreisleitung, die Standartenführung, ſowie der Reichsbund für
Leibesübungen haben in gemeinſamer Arbeit alle Vorbereitun=
gen
getroffen, um die Veranſtaltung zu einer großen Kundgebung
für die deutſche Leibesübung und damit für die nationale Sache
werden zu laſſen.
Die Gemeinde Erfelden wird am kommenden Sonntag ihr
ſchönſtes Feſtkleid anlegen, um allen einen würdigen Empfang zu
bereiten.
Hoffen wir, daß nunmehr auch das Wetter den beiden Feſt=
tagen
ein freundliches Ausſehen gibt und damit zum guten Ge=
lingen
der Veranſtaltung beiträgt.
Es wird hierbei nochmals darauf hingewieſen, daß ſowohl
am Samstag abend als auch am Sonntag abend in den Gaſt=
häuſern
Deutſches Haus und Krone Tanz ſtattfindet.
m. Beerfelden, 18. Juni. Die Hamburger Urlauber
kehren heim. Hier und in weiteren Orten der Oberzent hat
das 14tägige Zuſammenleben von Nord und Süd die Volks=
genoſſen
einander nahe gebracht und ein wirklich herzliches Ver=
hältnis
zwiſchen den Beteiligten erwuchs im Laufe der kurzen
Zeit. Die anfänglichen Enttäuſchungen ſeitens einzelner Groß=
ſtädter
waren in kürzeſter Zeit überwunden angeſichts des auf=
opfernden
Entgegenkommens der Quartierwirte und der ganzen
Bevölkerung. Ueberall klang der Aufenthalt aus in ſchönen Ab=
ſchiedsveranſtaltungen
. So war am Samstag abend die hieſige
Turnhalle beſetzt bis auf den letzten Platz. Eine Kapelle ſpielte
zur Unterhaltung, zu Geſang und Tanz. Reden der Vertreter von
KdF. und der DAF. ſowie der Scheidenden betonten die Denk=
würdigkeit
des Abends. Vorgeſtern morgen eröffnete die Kapelle
wieder den Zug der KdF.=Urlauber nach der Bahn, und ein mit
den Koffern der Abziehenden hoch beladener Wagen ſchloß ihn.
m. Falken=Geſäß i. O., 18. Juni. Die Hamburger KdF.=Urlauber
geben einer Wirtſchaft anderen Namen. Bei Gaſtwirt Daub waren
drei muntere Urlauberinnen einquartiert. In das vom Verkehrs=
verein
Finkenbachtal aufgelegte Fremdenbuch verewigten ſich die=
ſelben
mit folgendem Abſchiedsſpruch: Drei Hamburger Mädel
quartierten ſich ein / Bei Gaſtwirt Daub und lebten dort fein.
Drei=Mädelhaus wird es ſeitdem genannt. In Falken=Geſäß
bleibt es als ſolches bekannt. Herr Daub will der Anregung
Raum geben und wird ſeine Wirtſchaft künftig Drei=Mädelhaus,
nennen. Der Wunſch der Drei erfährt ſomit noch eine Erweite=
rung
, da die Wirtſchaft nicht allein in Falken=Geſäß, ſondern noch
darüber hinaus unter dem neuen Namen bekannt werden wird.
Gernsheim, 17. Juni. Nicht an fahrende Schiffe
anhängen. Gegenüber der chemiſchen Fabrik wollten ſich In=
ſaſſen
eines kleinen Motorbootes an ein Schiff eines Schleppzuges
anhängen; dabei kenterte das Fahrzeug, und die drei Inſaſſen (ein
Herr und zwei Damen) fielen ins Waſſer. Die Beſatzung wurde
durch ein Proviantboot gerettet. Das Boot verſank in die Tiefe
und konnte noch nicht geborgen werden. Das Feuerwehr=
feſt
, verbunden mit dem Kreisfeuerwehrtag, findet jetzt be=
ſtimmt
am 2. und 3. Auguſt ſtatt.
Be. Wallerſtädten, 17. Juni. Gründung einer Frei=
willigen
Feuerwehr. Im Gaſthaus Zum Römer fand
eine Verſammlung zwecks Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr
ſtatt. In Anweſenheit des Kreisfeuerwehrinſpektors wurde dann
eine ſolche gegründet und traten ihr 30 Mann bei.

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[ ][  ][ ]

Die alte deutſche Weinſtadt Oppenheim am Rhein feierte das traditionelle Feſt der Weinblüte.
Unſer Bild zeigt eine Winzerin in hiſtoriſcher Tracht auf einem Weinberg bei Oppenheim. (Scherl=M.)

Reich und Ausland.

Reichsbahn=Ausſtellung 1935
in Nürnberg.

Reichsbahnausſtellung und Jubiläumsfeier
lichkeiten finden am 13. und 14. Juli nicht ſtatt.
Eröffnung der Reichsbahnausſtellung in Nürn=
berg
iſt auf den 8. September feſtgelegt, die Ju=
biläumsfeierlichkeiten
auf den 5. und 6. Oktober.

MünchenStuttgart in zweieinviertel Stunden.
München. Am Dienstag fand auf Veran=
laſſung
des Reichsbahnzentralamtes München eine
Probefahrt der neueſten und leiſtungsfähigſten
elektriſchen Lokomotive der Reichsbahn auf der
Strecke MünchenStuttgart ſtatt. Während ge=
genwärtig
die normale Fahrzeit drei Stunden be=
trägt
, konnte die am Dienstag benutzte elektriſche
Lokomotive mit einem 500 Tonnen ſchweren
Schnellzug, aus zehn D=Zugwagen beſtehend, die
241 Klm. lange Strecke in der bisher unerreichten
Zeit von zwei Stunden 17 Minuten, auf der
Heimfahrt in 2 Stunden 19 Minuten, zurücklegen.

Aufruhr um einen Baum.

400 Gefangene meutern.

chen Saint=André de Cubzac bei Bordeaux beſitzt geben. Der durch die Meuterer in der Grube an=
eine
einzige Sehenswürdigkeit: auf einem Pri= gerichtete Schaden iſt beträchtlich. Man befürchtet,
ger als ſechzig Metern Höhe und einem Stam= in Betrieb genommen werden kann.
mesumfang von acht Metern. Der Baum iſt nach
Dokumenten, die im ſtädtiſchen Archiv aufbewahrt / Polizei die Schächte im Sturm nehmen wollte.
herigen Beſitzer des Grundſtücks hatten den Zu=
gang
zu ihm für die Oeffentlichkeit freigeſtellt. Darauf brach der Gefängnisdirektor die Verhand=
das
Arbeitszimmer verfinſtere. Als er die Ab= nur noch wenig Widerſtand.
ſicht laut werden ließ, die Platane umſchlagen zu
laſſen, verſammelte ſich ſpontan die ganze Bevöl=
kerung
zu einem Demonſtrationszug, der vor der
Wohnung des Beſitzers erſchien und ihn mit Nie=
der
= und Drohrufen aus ſeiner Beſchaulichkeit
aufſchreckte. Daraufhin gab er den Verſammelten
und am nächſten Tage auch noch offiziell der
Stadtverwaltung das feierliche Verſprechen, den
Baum ſtehen zu laſſen.
Er hatte es mit dieſem Verſprechen jedoch nicht
ernſt gemeint. Wenige Tage ſpäter verpflichtete
er heimlich ſechs Holzfäller von auswärts, die ſich
nachts heimlich wie Diebe zu der Platane ſchlei=
chen
mußten, um die Axt an ſie zu legen. Ein
Nachbar aber, der wegen Zahnſchmerzen nicht
ſchlafen konnte, ſah aus dem Fenſter ſeiner Woh=
nung
die Vorbereitungen zum Fällen des Bau=
mes
, lief im Nachthemd auf die Straße und alar=
mierte
mit lauten Rufen die Bevölkerung. Die
erſchien daraufhin in notdürftigſter Bekleidung
auf der Straße, ſtürmte das Grundſtück und ver=
prügelte
die ſechs Arbeiter derart, daß zwei von
ihnen ins Krankenhaus geſchafft werden mußten.
Der Beſitzer des Baumes mußte vor der Wut der
aufgebrachten Leute noch in derſelben Nacht von
der Polizei in Schutzhaft genommen werden, weil
die erregte Menge Miene machte, ſein Haus zu
ſtürmen und ihn zu lynchen.
Auf Anweiſung des Miniſteriums des Innern
iſt der Beſitzer dieſer ſo ſehenswürdigen Platane
nun enteignet und der Baum ſelbſt unter Denk=
malſchutz
geſtellt worden.

New York. Annähernd 400 Strafgefangene
des Gefängniſſes von Lanſing im Staate Kanſas,
die tagsüber in einer in der Nähe des Gefäng=
niſſes
gelegenen Kohlengrube arbeiteten, haben
am Dienstag gemeutert. Sie haben ſämtliche
Telephon= und Telegraphenlinien durchſchnitten
und die Wärter überwältigt und ſie als Geiſeln
in die etwa 250 Meter unter der Erdoberfläche
gelegenen Schächte geſchleppt. Die Meuterer ſelbſt
zogen ſich darauf gleichfalls in die Grubenſchächte
zurück. Sie fordern einen neuen Gefängnisarzi
und beſſere Ernährung. Der Direktor der Straf=
anſtalt
hat den Meuterern mitgeteilt, daß er Trä=
nengasbomben
in die Schächte werfen laſſen
werde, falls ſich die Gefangenen nicht ſofort er=
geben
würden.
Die Sträflinge des Gefängniſſes von Lanſing
(Kanſas), die meuterten und in den Schächten des
Bergwerks, in dem ſie beſchäftigt waren, elf Ge=
fängnisbeamte
als Geiſeln gefangen hielten, haben
ſich am Mittwoch vormittag nach 21ſtündigem
Widerſtand ergeben.
Die Polizei mußte, um den Widerſtand der
Meuterer zu brechen, zu ſchärfſten Maßnahmen
greifen. Sie warf Tränengasbomben in die
Schächte und, als auch dies nichts half, verſtopfte
ſie die Friſchluft=Zuleitungsrohre, wodurch die
Sträflinge Gefahr liefen, zu erſticken. Nur dieſe
(x) Paris. Das ſonſt recht unſcheinbare Städt= letzte Maßnahme bewog die Meuterer, ſich zu er=
vatgrundſtück
eine rieſige Platane von nicht weni= daß die Grube erſt nach drei Wochen wieder voll
An Einzelheiten erfährt man noch, daß die
werden, nachweislich 500 Jahre alt. Er befindet Die Meuterer erklärten jedoch, daß ſie beim erſten
ſich, wie geſagt, in Privatbeſitz, aber alle bis= Schuß von Seiten der Polizei die als Geiſeln ge=
fangengehaltenen
elf Wärter erſchießen würden
Kürzlich ging das Grundſtück jedoch durch Kauf lungen mit den Meuterern ab und griff zu den
in andere Hände über. Der neue Beſitzer fand, Mittel der Unterbrechung der Luftzufuhr. Die
daß der Rieſenbaum ihm durch ſeine Schatten halberſtickten Sträflinge leiſteten den Poliziſten

(Nachdruck, auch auszugsweiſe, verboten.)
Southampton, im Juni.
Nach mehr als 60 Jahren wurde ſoeben
durch das Geſtändnis eines ehemaligen See=
manns
eines der größten Rätſel der Schiff=
fahrt
gelöſt: das Geheimnis um das be=
rühmte
Geſpenſterſchiff Marie Céleſte‟.

Marie Céleſte ahoi!
Der amerikaniſche Dampfer Deo Gratias
kam in langſamer Fahrt von den Staaten über
den Atlantik herüber, als er auf der Höhe von
Gibraltar einen großen Segler ſichtete, der vor
kräftigem Wind in raſcher Fahrt ſcharf auf ihn
Kurs hielt. Seltſamerweiſe ſah man niemand an
Bord: man gab Zeichen rief das Schiff an.
Jetzt konnte man auch den Namen leſen. Aber alle
Rufe und Signale, die man an Marie Céleſte
richtete, blieben ohne Antwort. Nur mit Mühr
konnte der Kapitän der Deo Gratias ſein Schiff
aus dem Kurs der Marie Céleſte herausmanöv=
rieren
.
Da ihm die Angelegenheit unheimlich vorkam,
drehte er bei und ſetzte dem Segler nach. Die
Zriſe hatte ſich ein wenig gelegt, ſo daß er den
Segler bald erreichte.

Das Totenſchiff.
Als der Amerikaner ein paar Tage ſpäter mit
der Marie Céleſte im Schlepp Gibraltar anlief,
riß man Augen und Ohren auf über den Bericht,
den der Kapitän hier erſtattete. Das klang ja wie
ein Seemannsgarn um den Klabautermann, wie
eine neue Epiſode aus dem Daſein des Fliegen=
den
Holländers. Und ſchließlich ſollte dieſer Rap=
port
nicht für eine Sammlung von Abenteurer=
geſchichten
beſtimmt ſein, ſondern für ein eng=
liſches
oder amerikaniſches Seeamt
An Bord der Marie Céleſte hatte der Ka=
pitän
nach ſeinem Bericht keinen Menſchen ange=
troffen
. Man fand aber auch keine Leichen.
Nichts war in Unordnung. Im Gegenteil; im
Speiſeſaal ſtand eine vollſtändig hergerichtete
Mahlzeit unberührt auf dem Tiſch. Die Schiffs=
bücher
in der Kapitänskajüte waren bis zum Vor=
tag
der Auffindung auf das Genaueſte geführt.
Was war mit Marie Céleſte geſchehen? Eine
Frage ohne Antwort.

Ueberſchwemmungen und Wirbelſtürme
in den Vereinigken Staaten.

Der Staat Süd=Dakota wurde von furchtbaren
Wirbelſtürmen heimgeſucht. Zahlreiche Perſonen
wurden verletzt. Schwere Stürme werden auch
aus den Neu=England=Staaten gemeldet, wo meh=
rere
Perſonen durch umſtürzende Bäume und her=
abfallende
Ziegel den Tod fanden.
Aus Morrillton (Arkanſas) wird berichtet, daß
zwei Uferdämme des Arkanſas geborſten ſind
Etwa 50 000 Aecker Farmland wurden überflutet.

Chirurgie vor 1500 Jahren.

* Bei Ausſchachtungsarbeiten unweit von Mer=
ſeburg
wurde u. a. auch ein vorgeſchichtliches
Grab freigelegt, in dem eine junge Frau beigeſetzt
war. Die genauere Unterſuchung des gut erhalte=
nen
Schädels ergab dann im oberen Scheitelteil
des Stirnbeines das Vorhandenſein einer künſt=
lichen
Oeffnung von Fingernagelbreite. Offenbar
handelte es ſich bei der Toten um eine epileptiſche
Kranke, die nach dem Glauben der Menſchen der
Vorzeit von böſen Geiſtern beſeſſen war. Um den
Geiſtern den Abzug zu verſchaffen, hat dann der
Oberprieſter eine Operation vorgenommen und
mit einem primitiven Bronze= oder Steininſtru=
ment
das Loch in den Schädel gebohrt. Die Opera=
tion
muß gleichwohl ſo geſchickt vorgenommen wor=
den
ſein, daß die Kranke mindeſtens eine geraume
Zeit danach weitergelebt hat. Denn die Verwach=
ſung
der Knochenränder an der Operationsſtelle
liefert dafür den eindeutigen Beweis.

24 Mann Beſatzung verſchwunden!
Dieſer Bericht wurde vor rund 60 Jahren er=
ſtattet
. Seitdem zerbrach man ſich zwiſchen den
Küſten der ſieben Meere den Kopf, wie ein der=
artiger
Vorfall möglich ſei. Gewiß, es gibt Ge=
ſpenſterſchiffe
auf allen Ozeanen heute zählt
man deren ſchließlich auch noch gut 1500 .. . Aber
wann hörte man, daß ein Wrack unter vollen Se=
geln
und mit vortrefflich angerichtetem Tiſch in
der Mannſchaftskajüte vor allem Wind auf der
Aequator zuſteuerte . . .?

Es waren 24 Mann Beſatzung außer dem Ka=
pitän
an Bord geweſen. Wo waren ſie .. .?.

zeauten
nit hedte

Schließlich gab es doch keine Piraten in dieſen 7 ven
pohiſchen
Breiten. Man hielt Umfrage an allen euro=

päiſchen Hafenplätzen. Vergeblich

Späte Jagd mit Erfolg.

zicht
geinent
aren ſo
dier 20dt
nd an die Sit
Hes et

Berge V

Die Affäre Marie Céleſte war rätſelhaft ge==.
nug, um jetzt gut 60 Jahre ſpäter von einer rJſe6.
freiwilligen Schiffahrtskommiſſion aufgegriffenn umer Leulte die Sit
zu werden. Ein Seeoffizier hatte ſich eine genaue = Ahnuus,
Liſte der Mannſchaft der Marie Céleſte ver= Rzu hulſe 99l
ſchafft. Und anhand dieſer Liſte wurden alle bri= wtenteils Baucerſle
tiſchen Seemannsheime durchſucht. Wenn über= uotetien ſie 902 4t
haupt von der Beſatzung einer lebend das Land o /e ſchr wichtige Pe
erreicht hatte, mußte er nach menſchlichem Er==rdnungenl,
meſſen ſeinen Lebensabend in einem dieſer Heime s1,Bleibt nicht ſie9
verbringen. Und wirklich fand man einen von 1hiell Was für eilt.
ihnen den ſeinerzeitigen Schiffskoch John Pe==ſp Theater geſpielt
ſiner Wichtigkeit, rein
berton.

ſino ? fragte jemand

Eiferſucht auf hoher See.
ſtat, ich war einmal
Das Geſtändnis dieſes Schiffskochs klärte das z urleid. Es iſt ein W.
Rätſel um Marie Celeſte‟: Wir fuhren damals z mrich müſſen ſie ſpiel
unter dem Kapitän Brigg. Er hatte ſeine junge, oas ſind doch keine
hübſche Frau mit an Bord. Ein paarmal ſchon / mdem nur ihre Bild
hatten wir beobachtet, wie der zweite Offizier r / ſo. Ach Gott, ſind
dieſer Frau nachſtellte. Bis es dann eines Tagessy Jetzt erſchienen m
den erſten Krach zwiſchen dem Kapitän und dem y m unſcheinend bis zu
zweiten Offizier gab. Dann kamen wir in ſchwe= ſch hob den Apparat 1
res Wetter. Der zweite Offizier Hullogg mit 1 ſie ſchnell weg! 2
Namen war ein rieſenſtarker Kerl, der unſeren / mrie jeden Augenbli
Kahn durch den Sturm hindurchbrachte, als Brigg 9 he rennen. Dumpfe
ihn ſchon aufgeben wollte.
ch ſuchten die Gefar
Doch nach dem Orkan fand, man die junge ue ich zu der Wache
Frau des Kapitäns tot unter ihrem Klavier, das =/rus. Ich ſchob ih
durch die Schiffsſchwankungen im Sturm umge= uit betrachtete. 2a
worfen war. Und zwei Stunden ſpäter, nachdem u og an. Der Chauffell
wir die Frau nach Seemannsart dem Meere über= / 9 rpagte nicht, mich
geben hatten, war Hullogg auf der Höhe der Azo==uſ. hinter uns. Lel
ren ſpurlos verſchwunden. Wir konnten nur ahnen, / loch wenige Minuten
was vorgefallen war, aber unſere Ahnung war 7 M in Sicherheit. Me
wohl richtig, denn am anderen Morgen war auch
der Kapitän verſchwunden
9. das M0
Nachdem wir ein
Schweigegeld . . .

Die Mannſchaft hatte Angſt, in dieſe böſe Ge=
ſchichte
hineinverwickelt zu werden; deshalb ſtießen 1
unſere beiden Boote mit der Beſatzung ab, als die
ſpaniſche Küſte in Sicht kam. Nur ich und ein
Schiffsjunge blieben an Bord, uns fand auch
der Kapitän der Deo Gratias dort vor. Sein
Bericht war nämlich falſch, aber er bot uns eine
große Belohnung, wenn wir den Mund hielten.
Denn ſchließlich hatte er nur dann Anſpruch auf Aumee nicht err
das volle Priſengeld, wenn er das Schiff verlaſſen
einbrachte. Da wir ſchwiegen, konnte er das vor= Gakum, wo ſich
täuſchen. Und das iſt das ganze Geheimnis um 1 ünem Schiff das

50-1 und zählten d
zei=and aus funkeln
Ba ninoten im Geſan
Offenbar war es ein
Harnk, der zu Prop
Bürgerkrieges expedie
gleite Teile. Nun
Auf entſchloſſen uns
zu ſühren, da uns vor

as Geſpenſterſchiff Marie Céleſte‟

Amerikaniſche Goldſucher in Gokland.

* Auf der ſchwediſchen Inſel Gotland treffen
zur Zeit eine Unzahl von amerikaniſchen Gold=
gräbern
ein, die mit allen erdenklichen Mitteln
und Mittelchen, mit elektriſchen Wünſchelruten
und Tauchausrüſtungen nach den verſunkenen
Goldſchätzen des Dänenkönigs Waldemar Atter=
dag
ſuchen wollen. Wie die Geſchichte erzählt,
ſollen die goldenen Kleinodien nach der Plünde=
rung
von Wisby bei den Karlsinſeln unterge=
gangen
ſein. Die Goldſucher wollen darum auch
die Kirche von Wisby unterſuchen, weil ſie dort
vergrabene Schätze vermuten. Die amerikaniſchen
Goldſucher werden von dem ſchwediſch= amerikani=
ſchen
Brüderpaar Hall angeführt, die auch ſchon
ein Buch über die Schätze des Dänenkönigs Atter=
dag
veröffentlicht haben und auf dieſe Weiſe ein
paar amerikaniſche Finanzleute für die eigen=
artige
Expedition gewinnen konnten.

Aus einer verlorenen Welk zurück=

Im Hohenzollern=Bollwerk im Hafen von Swinemünde ankert zurzeit das franzöſiſche Fiſcherei
Schutzboot Ailette‟. Es iſt dies der erſte Beſuch einer franzöſiſchen Flotteneinheit nach dem Krieg
Der Kommandant des Bootes ſtattete dem Feſtungskommandanten Konteradmiral von Schröder
einen Beſuch ab, den dieſer ſpäter mit einem Gegenbeſuch an Bord erwiderte. Auf unſerem Bild
ſieht man das franzöſiſche Fiſcherei=Schutzboot Ailette, dahinter das deutſche Fiſcherei=Schutzboot
Elbe. (Scherl=M.)

Wir bogen bald i
iMt. Sie waren faſt
Sdzeinbar hatten auch
ind plündernden Ba=
dorf
irrte Vieh he
za bverweſte Leichen
asſten Hütte trafen
er Weißen Armee, die
Sar abund, dem man

* Nach faſt fünfzig Jahren iſt jetzt ein italieen Muie, erzählte traurt
niſcher Arbeiter von der Strafkolonie auf den M deier Kompagnie
Inſel Pianoſa in ſeine Heimat zurückgekehrt. En; wioen und mußten
mei, erſchoſſen werd
hatte ſeinerzeit im Jahre 1887, als er in den Car1 mgten ſich immer ftör
rara=Marmorbrüchen beſchäftigt war, ſeine jungen i0it einen Zerfall der
Frau ermordet und war vom Gericht zu lebens= Abei weitem pohulär
länglicher Strafarbeit verurteilt worden. Im Als=) Uereiew. Intrigen
ter von 24 Jahren wurde der Verbrecher damalsl Mlrung unmöglick
nach der Strafinſel deportiert. Und nun hat ens ! kandeln, und guch
faſt ſein ganzes Leben auf der kleinen Inſel veren 9.1Anter dieſen Um
bracht, abgeſchnitten von aller Welt, bis er jetztn Ae. zweiſelhaft. Bei
vom König wegen ſeiner beſonders guten Führä 27M erwartet. Aber
rung begnadigt wurde. Als 72jähriger weißhagen 2 500 der nächſten
mrs Leben. Die Ein
riger Greis kehrte er nun heim und kam mit deih ei. ſie ſich zu=
Schiff in Livorno an. Zu ſeinem größten Erſtalen I0 der Tſcherkof=
nen
ſtellte er dort nach einem halben Jahrhun n Gulgden. Alle ön
dert die Veränderung der Verhältniſſe feſt, ve0 Wſchütelnd, Mohn=
allem
die techniſchen Neuerungen. Straßenbahnens 00 Noten überfallen
und Automobile waren ihm völlig, fremde Beg M woren die Mei
griffe und ſetzten ihn in helles Entſetzen. Miß Mi deswegen für Ver=
dem
Telephon wußte er gar nichts anzufangem 4 die Hälſte der g
und mit dem italieniſchen Geld konnte er ſchon Bſgen Wochen lag.
gar nicht umgehen. Am meiſten aber fand er dis m.i. As die Rot
Frauen verändert, die ſich nach ſeiner Anſicht ſeis Mone Nodürfti
erer Anklunft.
dem Jahre 1887 am meiſten auf der Welt im 22lm berdor 1nd Pist
ben verändert haben.
den Körper!
Nu
Ein n aislche
ie G, Aachl
Chronik des Tages.
Eie Aide, mr
Mit der
In der Nacht zum Mittwoch fuhr in der Nähl ſeiem a. Einbruch
von Grevenbroich auf der Landſtraße zwiſchen ES ins ein eüchtete
ſen und Gürth ein mit drei Perſonen beſetzté) Mſt n Licht enta
beichen
Kraftwagen gegen einen Baum. Hierbei wurdes Nnerg

die Inſaſſen Harder aus Ramrath und Iven aus Mſ.
Nothauſen tödlich und der Lenker des Wagen ? Ctſche
Saalfeld aus Orken, lebensgefährlich verletzt. A8e
Im Bahnhof Bruck an der Mur (Steiermarn!
deſſen Gleisanlagen ſich aus Anlaß der Fern.u
ſtellung der neuen Mur=Brücke im Umbau beil.
den, ereignete ſich am Dienstag nachmittag e=
Eiſenbahnunglück. Ein Perſonenzug ſtieß auf eille
Schnellzug, der das Geleiſe bereits beſetzt hain?
65 Fahrgäſte beider Züge wurden nach einer Mr?
teilung der Generaldirektion, der öſterreichiſche?
Bundesbahnen leicht verletzt.
Bei Bad Auße im Salzkammergut ereignes
ſich ein Bergunglück. Zwei Wienerinnen verlorge
bei der Ueberquerung eines verharſchten Lawe

nenfeldes oberhalb des Lahngangſees im Tolel
Gebirge den Halt, rutſchten ab und ſtürzren
den See. Die beiden Frauen wurden von einn=
unterirdiſchen
Strömung erfaßt und ertrankel.

Seite 8 Nr. 167

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 20. Juni 1935

Meinblükenfeſt.

Radamleriann oder Seoeskägesne!

die Geſpenſterfahrt der Marie=Céleſte‟. Das Geheimnis des berühmten
Geiſterſchiffes nach 60 Jahren enkrätſelk. Das Geheimnis des Schiffskochs.
Warum der Kapikän der Deo Grakias log.

[ ][  ][ ]

donnerstag, 20. Juni 1935

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

AAAAOOM TTNIAU

Das Leben des weiblichen Räuberhauptmanns Marussia Ataman
Bearbeitet von Dr. A. von Andreewſky.
Urheberrecht: Dammert=Preſſedienſte G.m.b.H., Berlin W. 35, Regentenſtraße 20.

VII.
Ehe die Beamten Einwände erheben konnten, ſtürzten ſich
mine Leute mit theatraliſchen Gebärden auf ſie. Ich hatte raſch
minen photographiſchen Apparat aufgeſtellt, dem ich eine Kurbel,
Reſt einer Fleiſchmaſchine, beigefügt hatte. Die Leute hinter
d Schalter waren ſo überrumpelt und im Ungewiſſen, daß ſie
eien Laut von ſich gaben. In einem Augenblick waren ſie ge=
melt
und an die Stühle gefeſſelt.
Jetzt ertönten von draußen laute Stimmen. Während einer
mner Leute Berge von Banknoten in einen Sack packte, eilte
chhinaus, um die Situation zu überſehen. Mein Herz klopfte
I)zum Halfe. Auf der Straße hatte ſich ein Auflauf gebildet
ußztenteils Bauernweiber und ältere Koſaken. Neugierig be=
rnchteten
ſie das Auto. Der wachthabende Soldat fühlte ſich
i0 ſehr wichtige Perſon und gab mit kräftiger Stimme ſeine
wrdnungen.
Bleibt nicht ſtehen, Genoſſen, rief er, ſtört nicht das
5fel! Was für ein Spiel? tönte es aus der Menge. Hier
tyo Theater geſpielt, verkündete der Soldat im Bewußtſein
eter Wichtigkeit, eine Filmaufnahme wird gemacht. Fürs
ſio? fragte jemand. Ach Gott, das Kino, ſagte eine alte
fnu, ich war einmal im Kino, die armen Schauſpieler taten
rnſ leid. Es iſt ein Wunder, daß ſie nicht müde werden. Unauf=
Iſhlich müſſen ſie ſpielen. Dumme Gans kicherte ein Koſak,
ds ſind doch keine lebendigen Leute auf der Leinewand,
fſvern nur ihre Bilder! So, ſo Väterchen, nur ihre Bilder ...
fſſo. Ach Gott, ſind die Menſchen heute klug.
Jetzt erſchienen meine Helfer. Sie ſchleppten einen Sack,
1ſ anſcheinend bis zum Rande mit Geldſcheinen gefüllt war.
Iſ hob den Apparat und drehte wie verzweifelt an der Kurbel.
ſit ſchnell weg! Die Menſchenanſammlung auf der Straße
I0e jeden Augenblick mißtrauiſch werden und den Poſten
ihrrennen. Dumpfe Töne drangen aus der Stube, wahrſchein=
Iic ſuchten die Gefangenen ſich zu befreien. Danke Genoſſe‟
the ich zu der Wache, hier haſt Du Deinen Lohn, das Spiel
iſtms. Ich ſchob ihm einen Schein in die Hand, den er ver=
Zuut betrachtete. Dann ſprangen wir ins Auto. Der Wagen
zuan. Der Chauffeur gab Vollgas. Bald fuhren wir ſchneller,
ichnagte nicht mich umzudrehen. Plötzlich ertönten laute Halt=
rue
hinter uns. Tempo, Tempo! rief ich dem Chauffeur zu.
uch wenige Minuten einer raſenden Fahrt und wir befanden
7.in Sicherheit. Mein tollkühner Plan war geglückt!
9. Das Rälſel des einſamen Hauſes.
Nachdem wir einige Stunden gefahren waren, machten wir
pat und zählten die Beute. Sie war überraſchend groß und
Iſeand aus funkelnagelneuen amerikaniſchen und engliſchen
halmioten im Geſamtwerte von einigen hunderttauſend Dollar!
Jeſ bar war es ein Poſten aus dem Deviſenbeſtand der Reichs=
al
. der zu Propagandazwecken nach dem Schauplatz des
Brierkrieges expediert worden war. Wir teilten den Betrag in
ae Teile. Nun galt es, aus dieſem Lande herauszukommen.
Erbentſchloſſen uns, nach der Richtung des Kaukaſus weiter=
ſifren
, da uns vor allen Dingen die heranmarſchierende rote
Ame nicht erreichen durfte. Der Kaukaſus war noch neutral.
6 boffte einen Hafen am Schwarzen Meer zu erreichen, etwa
Kurn, wo ſich ſicherlich eine Gelegenheit finden würde, auf
f um Schiff das gelobte Weſteuropa zu erreichen.
Wir bogen bald in das Gebiet der Tſcherkeſſen=Siedlungen
ſt Sie waren faſt vollſtändig von den Einwohnern verlaſſen.
Xeimbar hatten auch hier Kämpfe zwiſchen den Einheimiſchen
rinplündernden Banden ſtattgefunden. In einem Tſcherkeſſen=
rf
irrte Vieh herrenlos, brüllend und grunzend, herum.
vbverweſte Leichen lagen in den Dorfſtraßen. In einer zer=
alſen
Hütte trafen wir einige Leute. Es waren Deſerteure
7/Weißen Armee, die ſich auf eigene Fauſt weiterſchlugen. Ein
Zggbund, dem man ſeinen Offiziersrang keineswegs anſehen
1cne, erzählte traurige Sachen von dem Rückzug der Weißen.
Rſeiner Kompagnie waren mehrere Leute plötzlich wahnſinnig
ehorden und mußten, da ſie gefährliche Tobſuchtsanfälle be=
1men, erſchoſſen werden. In der Leitung der Weißen Armee
kuchten ſich immer ſtärkere Differenzen bemerkbar. Man fürchtete
ort einen Zerfall der freiwilligen Armee. General Kornilow,
bei weitem populärſte Führer, hatte Differenzen mit General
Urejew. Intrigen über Intrigen machten eine einheitliche
ſihrung unmöglich. General Alexejew drohte, auf eigene Fauſt
uhandeln, und auch bei den Stabsoffizieren herrſchte Uneinig=
tei
Unter dieſen Umſtänden war der Ausgang des Feldzuges
int zweifelhaft. Bei Jekaterinodar wurde eine Entſcheidungs=
Aucht erwartet. Aber alles in allem: es ſah troſtlos aus.
In der nächſten Siedlung, in die wir kamen, herrſchte noch
tas Leben. Die Einwohner allerdings waren ſo eingeſchüch=
a
, daß ſie ſich aus ihren Behauſungen nicht herauswagten.
E alter Tſcherkeſſe lugte aus ſeiner Hütte und riskierte uns
itzuladen. Alle ſind unſere Feinde, ſtöhnte der zahnloſe Alte
ofſchüttelnd. Mehrere Male wurde unſer Dorf von Weißen
i Roten überfallen. Unſer ganzes Vieh wurde uns genommen.
2 waren die Weißen. Dann kamen die Roten und erklärten
iſ deswegen für Verräter an der Revolution. Sie haben bei=
ue
die Hälfte der Einwohnerſchaft abgeſchlachtet. Noch vor
migen Wochen lagen die Leichen wie Holz aufgeſtapelt in den
Staßen. Als die Roten weg waren, konnten wir unſere Toten
migſtens notdürftig begraben. Der Sohn des Alten, der ſich
unſerer Ankunft erſchrocken in der Hütte verborgen hatte,
in hervor und zeigte ſeine Wunden. 14 Stichwunden hatte er
U dem Körper! Nur, um ſich einen Spaß zu machen, haben
emich ſo zugerichtet, ſtieß er heraus. Der Alte gab uns den
ſt, lieber bei Nacht weiterzufahren, da am Tage noch immer
ndächtige Banden umherſtreiften. Dementſprechend fuhren wir
mit dem Einbruch der Dunkelheit los. Nach einigen Kilo=
uern
Fahrt leuchtete uns an einer Wegkreuzung zur Linken
m uns ein Licht entgegen. Der Chauffeur ſtoppte, da er ſich
ſit klar war, welchen Weg wir verfolgen ſollten. Mit zweien
ſiner Kamevaden ſtieg ich aus, um die Gegend zu rekognoſzieren.
Brſichtig, überall Gefahr witternd, näherten wir uns dem
Utſchein. Bald befanden wir uns vor einem einſamen, ziemlich
Aßen Hauſe.
Ich hörte Stimmengemurmel. Durch ein Fenſter konnten wir
Ndas Innere des Gebäudes ſehen. Dicht vor dem Fenſter ver=
ſcten
wir uns hinter einem Baume. Meinen Augen bot ſich ein
Vderbarer Anblick. Etwa 20 Leute ſaßen, mit merkwürdigen Ge=
undern
bekleidet, in einem Zimmer, deſſen ſeltſames Innere
ge Petroleumlampe erhellte. An den Wänden hingen zahlreiche
Auigenbilder, die, abgeſehen von ihrer Altertümlichkeit, in einem
al gehalten waren, wie ich ihn noch nie in einer Kirche ange=
Dffen hatte. DieſeHeiligenbilder da vor mir hatten irgendetwasBe=
Aderes an ſich, ohne daß ich mir im Augenblick darüber klar
urden konnte, worin dies beſtand. Noch abſonderlicher war die
ſeidung der Leute, die mich geradezu an einen Mummenſchanz er=
Verte. Sie trugen lange weiße Mäntel mit Kapuzen, die den
ſtüimen von Inquiſitoren ähnelten, wie man ſie von Opern=
Iſzenierungen her kennt.
Ich war geſpannt, was dies alles bedeuten ſollte, und gab
Nien Begleitern ein Zeichen, recht leiſe zu ſein. Jetzt begann

die Verſammlung eine Art Litanei vor ſich hinzubrummen, die in
ihrer Monotonie meine Nerven faſt zum Zerſpringen brachte. Nach
einiger Zeit fing ein noch ziemlich junger Mann mit dem aſketi=
ſchen
Geſicht eines Fanatikers an, eine Rede zu halten. Er ſprach
von dem bevorſtehenden Weltuntergang und behauptete, daß die
Prophezeiungen der Apokalypſe jetzt eingetreten ſeien. Er be=
diente
ſich dabei eines altertümlichen Ruſſiſch und gebrauchte Worte
und Ausdrücke, die ſonſt nur in kirchlichen Texten üblich waren.
Plötzlich begriff ich. Es war eine Verſammlung von Sektierern,
die man Raskolniki nannte. Im zariſtiſchen Rußland wurde das
Sektenweſen ſtreng verfolgt. Die Raskolniki waren eine Sekte,
die ſich bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts von der Ortho=
doxen
Kirche losgelöſt hatte. Ihre Anhänger waren wilde Fana=
tiker
, deren vor der Außenwelt ſtreng geheim gehaltener Ritus
barbariſche Rohheiten enthielt. Vor der Verfolgung der Zaren=
regierung
waren die Raskolniki in die Tundra des Nordens und
in die Steppen des Südens geflüchtet.
Im Innern des Hauſes nahm die unheimliche Zeremonie
ihren Fortgang. Der Redner ſprach von dem heiligen Opfer,
das jetzt gebracht werden ſollte. Er zitierte einige Sprüche aus
der Apokalypſe, und ich mußte ihm inſoweit recht geben, als die
Gegenwart tatſächlich ſo ausſah, wie es die flammenden Worte
des heiligen Johannes über den Untergang der Welt vorher ver=
kündet
hatten. Brüder werden gegen Brüder kämpfen, brüllte
der Mann mit erhobener Stimme, die Erde wird von Blut ge=
tränkt
ſein, und grauenvoller Krieg wird alles Heilige vernich=
ten
! Nachdem der Fanatiker ſeine Ausführungen mit dem Ausruf
Die Stunde iſt da, Brüder, wir erwarten das rote Siegel! be=
ſchloß
, ertönten die Klänge einer Harmonika. Es waren keine
heiteren Lieder, wie man ſie ſonſt auf dieſem Inſtrument zu hören
gewohnt iſt, ſondern eine melancholiſche, gleichſam pſalmodierende
Melodie, zu der die Anweſenden eine Art Tanz begannen. Sie
ſchaukelten ſich, jeder einzeln, im Rhythmus der traurigen Klänge.
Wie von einem Zauber gebannt, konnte ich kaum atmen. Allmäh=
lich
beſchleunigte ſich der Rhythmus. Auch die Bewegungen der
ſich Wiegenden wurden, ſtets im Takte der Muſik, ſchneller und
ſchneller. Zu den Klängen der Harmonika geſellte ſich noch ein
leiſes Summen und Pfeifen. Wie Marionetten bewegten ſich die
lebendigen Statiſten dieſes einzigartigen Schauſpiels. Die Me=
lodie
wuchs und ging allmählich in einen bachantiſchen Tanz über.
Bald brauſte ein wahrer Orkan durch die Stube. Alle Stimmen
der Hölle ſchienen lebendig. Die Sektierer vollführten jetzt ge=
radezu
einen teuflichen Tanz. Sie drehten ſich wie raſend im
Kreiſe, verrenkten die Glieder und riſſen die Kapuzen ab. Ich ſah
ſchrecklich verzerrte Geſichter. Die Leute meckerten, miauten, bell=
ten
, ja blökten, krähten, heulten. Als ihre Kehlen von dieſen tie=
riſchen
Lauten heiſer wurden, ging das furchtbare Konzert in ein
Wimmern über. Von Krämpfen gepackt, brachen die Fanatiker
mit Schaum vor dem Munde zuſammen, fielen auf den Boden,
fegten ihn mit ihren Haaren und wälzten ſich wie Beſeſſene in
Zuckungen herum. Plötzlich ſprang der Mann, der die Rede ge=
halten
hatte, auf den Tiſch, ſtampfte wild mit den Füßen und
ſchleuderte die Petroleumlampe in die Menge der zuckenden Kör=
per
. In einem Augenblick griff das Feuer um ſich. Die Kleider
brannten!
Das alſo war die berüchtigte Selbſtverbrennung der Ras=
kolniki
! Als man mir vor Jahren einmal einen ſolchen Fall be=
ſchrieb
, der ſich in Sibirien abgeſpielt haben ſollte, hielt ich es für
Erfindung. Und doch übertraf das, was ich augenblicklich erlebte,
an Unwahrſcheinlichkeit faſt das damals Gehörte. Erſtickender
Dunſt von brennendem Menſchenfleiſch verbreitete ſich, und die
furchtbaren Schreie der bei lebendigem Leibe Verbrennenden gin=
gen
mir durch Mark und Bein. Niemand machte auch nur den
leiſeſten Verſuch, ſich zu retten. Mit echt ſlaviſcher Reſigniertheit
gaben ſich die Menſchen dem qualvollen Tode hin. . . .
Vor Schrecken mehr tot als lebendig ſtürzte ich zum Auto.
Fort, nur fort von dieſer Stätte des Teufels, ſchrie einer meiner
Genoſſen. Im eiligſten Tempo, als wären die Roten hinter uns
her, fuhren wir los. Schon nach wenigen hundert Metern ſahen
wir das ganze Haus in Flammen ſtehen.
10. Dollars und Juwelen.
Wir ſchlugen unſer Nachtlager hinter einem Hügel auf. Auf
der Erde ſitzend, beſprachen wir unſere Pläne. Dann ſagte ich zu
meinen Kameraden: Was auch geſchehen möge, ich hoffe, daß kei=
ner
von uns den anderen verraten wird. Jeder mag, wenn wir
auseinandergehen, mit ſeinem Leben anfangen, was er will, und
zuſehen, daß er weiterkommt. Meine Kameraden ſtimmten mir
zu. Bald lag ich in ſchwerem Halbſchlaf. Die ſchrecklichen Bilder,
deren ich in den letzten Monaten Zeuge war, rollten noch einmal
wie ein geſpenſtiſcher Film vor meinen Augen ab. Schließlich aber
verſank ich in einen feſten Schlaf.
Geknatter von Maſchinengewehren weckte mich. Granaten
platzten in der Luft. Stimmengewirr drang an mein Ohr. Es
war ſchon ganz hell, und wir ſahen, daß ſich unweit von uns ein
Dorf befand. Die Steppe wimmelte von Menſchen. Wir waren
mitten in einen Kampf hineingeraten. Eine Kompagnie näherte
ſich uns im Laufſchritt. An ihrer Spitze ſah ich den Oberſt Scha=
powalow
, einen unſerer weißen Stabsoffiziere. Als er mich er=
kannte
, ſtrahlte ſein Geſicht vor Freude. In kurzen Worten klärte
er mich über die Situation auf. Er kommandierte einen Teil der
Nachhut der ſich zurückziehenden weißen Armee, die ſich plötzlich
durch einen Flankenangriff der roten Armee bedroht ſah. Mir
blieb nichts übrig, als mich den Weißen anzuſchließen, da ich vor
allen Dingen ein Zuſammentreffen mit den Roten vermeiden
mußte. Eine Gelegenheit zur endgültigen Flucht, rechnete ich,
würde ſich ſchon ergeben.
Meine Leute blieben bei mir. Das Auto diente uns anfangs
als Deckung vor dem Kugelregen, der uns aus einem Maſchinen=
gewehr
überſchüttete. Dann machten wir es wie die anderen, gru=
ben
Löcher in die Erde und legten uns hinein. Hinter mir hörte
ich lautes Stöhnen. . . . Ich drehe mich um und ſehe, wie mehrere
Verwundete ſich in Krämpfen winden. Gräßliche Schimpfworte
tönen durch die Luft.
Vorwärts, vorwärts, ſchreit Oberſt Schapowalow. Unſere
Leute erheben ſich zum Sturm. Ich ſehe in wütende und dennoch
faſt fröhliche Geſichter. Hurra=Rufe erſchüttern die Luft. Bajo=
nettenangriff
, brüllt der Oberſt. Graue Figuren rennen über
das Feld. Unſer Angriff richtet ſich gegen einen Gutshof, der von
den Roten mit einer unglaublichen Zähigkeit verteidigt wird. Das
Glück ſcheint auf unſerer Seite zu ſein. Mehrere Geſchütze unter=
ſtützen
den Angriff. Aber auch bei den Roten tritt jetzt die Ar=
tillerie
in Aktion. Ein Hagel von Schrapnells erſchüttert unſere
Reihen. Dennoch geht es vorwärts. Wir müſſen den Hof ſtür=
men
ſchreit der Oberſt. Unmöglich, erwidert ihm jemand.
Der Angriff geht weiter. Das Krachen der Schrapnells, das
Knattern der Maſchinengewehre, Hurra=Rufe und das Schreien
der Verwundeten vermiſchen ſich zu einer hölliſchen Symphonie.
Der Gutshof iſt in Rauchſchwaden gehüllt. Einige Figuren ſprin=
gen
aus dem Hauſe heraus, laufen über das Feld, fallen nieder.
Immer ſtärker werden die Hurra=Rufe der Unſern. Die Roten
ſind im Rückzug! Ein Wunder iſt geſchehen. Die Weißen haben
ſich nicht nur behauptet, ſondern geſiegt. Wir nähern uns dem

Nr. 167 Seite 9
Gutshof. Man ſtolvert über Leichen. Die Verwundeten werden
in den Hof geſchleppt. Eine Schweſter in der Tracht des Roten
Kreuzes iſt da. Mit Aufopferung aller Kräfte leiſtet ſie Hilfe.
Wir dringen in das Haus, das durch Granaten ſchwer be=
ſchädigt
iſt. Die Leichen mehrerer roter Soldaten ihre Glie=
der
ſind zerſchmettert liegen in einem Zimmer. Ein Haufen
von Aſche vor einem primitiven eiſernen Ofen legt Zeugnis von
dem Verbrennen wichtiger Dokumente ab. Oberſt Schapowalow
ſieht ſich um. Irgend etwas Geheimnisvolles ſcheint in dieſem
Hauſe verborgen zu ſein. Man hat das Gefühl, daß die Roten das
Gebäude unter keinen Umſtänden aufgeben wollten. Wir durch=
ſuchen
die Zimmer nichts. In dem Korridor iſt es ganz fin=
ſter
. Ich leuchte mit einer Taſchenlampe. Ein großes Bild des
Zaren iſt an die Wand gelehnt. Ich drehe das Bild um, bemerke
eine Tür, und rufe den Oberſt. Wir öffnen die Tür, ein erſticken=
der
Geruch ſchlägt uns entgegen. Hallo, hier iſt der Schlüſſel
zu dem Geheimnis, ruft der Oberſt aus. Er entſichert ſeinen Re=
volver
und geht voran.
Eine Treppe führt in den Keller. Eine Folterkammer der
Tſcheka, meine ich. Es riecht nach Farbe und Chemikalien. Wir
dringen in einen Kellerraum, nein, ein Gefängnis ſcheint es
nicht zu ſein. Sonderbare Geräte und Maſchinen ſind hier aufge=
ſtellt
. Flaſchen mit Flüſſigkeiten, Kolben, Räder, ſchwere Platten,
Stöße von Papier. Eine Geheimdruckerei, ruft der Oberſt aus.
Gleichzeitig ſehe ich einen Haufen von .. . Banknoten auf dem
Tiſche liegen! Ein furchtbarer Gedanke ſchießt mir durch den Kopf.
Um Gottes willen, lauter funkelnagelneue Dollar= und Pfund=
ſcheine
, genau wie meine! Dann ſtammen alſo die Banknoken, die
wir erbeutet haben, auch aus dieſer Zentrale der Falſchmünzer!
Sind Fälſchungen! Wertlos! Die ganze Arbeit umſonſt! Nur mit
ungeheurem Kraftaufwand gelingt es mir, nicht laut los zu
ſchreien! Der Oberſt ruft einige Soldaten herbei, der Raum wird
eingehend unterſucht. Kein Zweifel: es iſt eine vorzüglich ausge=
ſtattete
Falſchmünzerwerkſtatt, die ausländiſche Noten maſſenhaft
fabrizierte. Valuten aller Länder ſind vertreten außer Dollars
und Pfunden ſkandinaviſche Kronen, franzöſiſche und Schweizer
Franken, japaniſche Yens und holländiſche Gulden. Auf dieſe Art
und Weiſe ſtand den Roten eine Flut von Deviſen zur Verfügung.
Offenbar hat hier ein genialer Organiſator das Beiſpiel Napo=
leons
nachgeahmt, der ja bekanntlich gleichfalls Millionen von
falſchen ausländiſchen Banknoten herſtellen ließ. Die Tatſache,
daß dieſe Zentrale nicht in einer Großſtadt, ſondern mitten in der
Steppe in einem kleinen Neſt untergebracht war, zeigte, wie alles
bis ins kleinſte durchdacht war. Nur durch einen Zufall war es
uns gelungen, auf dieſes Verſteck zu ſtoßen.
Oberſt Schapowalow erklärte mir, daß er die Abſicht habe,
eiligſt nach Jekaterinodar zu marſchieren, um ſich dort mit den
Truppen von Kornilow zu vereinigen. Sollte es den Weißen ge=
lingen
, die Stadt, die von ſtarken roten Kräften beſetzt war, zu
erſtürmen, dann hatte die Weiße Armee einen Stützpunkt im =
den
am Tor des Kaukaſus, was den Ausgang des Feldzuges viel=
leicht
doch noch zugunſten Kornilows wenden konnte. Der letzte
Befehl des weißen Generals lautete: Jekaderinodar muß unſer
ſein, koſte es, was es wolle. Die Angriffsfreudigkeit der Weißen
war durch die Verſtärkung erhöht worden, die ſie ſeitens einiger
bislang neutraler Koſakentruppen erhalten hatten. Leider aber
hatten ſie es nicht verſtanden, die Bauernbevölkerung auf ihre
Seite zu ziehen. Sonſt wäre ihre Sache damals wohl gewonnen
geweſen.
Nachts ſollten wir aufbrechen. Mir blieb nichts anderes üb=
rig
, als mich den Weißen zuzugeſellen. Ich bot dem Oberſt einen
Platz in unſerem Auto an. Vor dem Aufbruch ſchlenderte ich ge=
dankenlos
umher. Ich bemerkte eine halbzerſtörte Kapelle und be=
trat
ſie, einer augenblicklichen Stimmung folgend. Meine Kind=
heit
, die, ach, nicht nur zeitlich, weit hinter mir lag, ſtieg vor
mir wieder auf. Plötzlich höre ich Raſcheln. Diebe? Hier in der
Kapelle? Schließlich entdecke ich im Halbdunkel eine kauernde
Geſtalt, die ſich offenſichtlich vor mir zu verſtecken ſucht. Ich ſpringe
auf ſie zu und ſehe einen älteren Mann, der ſogleich erſchrocken
vor mir auf die Knie fällt.
Haben Sie Erbarmen mit mir! flüſtert er in Todesangſt.
ich will mit Ihnen teilen. Ich verſtehe nicht, was er meint. Da
hält mir der Mann, der halb bürgerliche, halb zerriſſene mili=
täriſche
Kleidung trägt, einen ledernen Beutel entgegen. Es fun=
kelte
und blitzte im Dunkel. Juwelen! Und ſcheinbar ſolche von
großem Wert! Mit halb erſtickter Stimme erzählt er mir ſeine
tragiſche Geſchichte. Er war ein reicher Gutsbeſitzer, der vor dem
Anſturm der Roten habe fliehen müſſen. Auf der Flucht war er
von ſeiner Frau und ſeinen Kindern getrennt worden.
(Fortſetzung folgt.)

Reichsſender Frankfurt
Fraukfurt: Donnersſtag, 20. Junf
6.00: Choral, Morgenſpruch, Gymnaſtik. 7.00: Stettin:
Frühkonzert. Stettiner Konzertorcheſter. Ltg.: R. Plato.
In der Pauſe 7.00: Nachr. 8.00: Waſſerſtand. 8.10:
Stuttgart: Gymnaſtik. 8.30: Bad Krotzingen: Das Kur=
orcheſter
Bad Krotzingen. Ltg.: Karl Körner. 9.00:,
Nur Trier und Koblenz: Werbekonzert. 9.15: Nur
Trier u. Koblenz: 1. (9.15): Lieder für Baß. 2. (9.30):
Das größte Vorkommen wildwachſender Orchideen in
Deutſchland. 3. (9.45): Sonate 7, op. 5, von A. Corelli.
10.00: Sendepauſe. 10.15: Stuttgart: Schulfunk: Volks=
liedſingen
. 10.45: Prakt. Ratſchläge für Küche u. Haus.
11.00: Werbekonzert. 11.20: Meldg. 11.30: Sozial=
dienſt
. 11.45: Bauernfunk.
12.00: München: Mitragskonzert des Funkorcheſters. Ltg.:
Karl Liſt. Dazw. 13.00: Zeit, Nachr. 14.00: Zeit u.
Nachr. 14.15: Wirtſchaftsbericht. 14.30: Zeit, Wird=
ſchaftsmeldg
. 14.40: Wetter. 14.45: Sendepauſe. 15.00:
Nur Frankfurt: Nachr. der Gauleitung. 15.15: Kinder=
funk
: Wir ſpielen und ſingen wieder mit der Plapperlieſe
16.00: Kleines Konzert. 16.30: Revolutionär=Patriot=
Dichter. Eine Ferdinand Freibigrath=Hörfolge zum 125.
Geburtstag des Dichters. 17.00: Badenweiler: Nach=
mittagskonzert
. Ltg.: A. Hitzig. 18.30: Der deutſche Film
zwiſchen geſtern und morgen. 18.55: Meldungen.
19.00: Breslau: Tänze aus der guten alten Zeit. 20.00:
Zeit, Nachr.; anſchl.: Tagesſpiegel. 20.15: Konzert.
Original und Bearbeitung. Beiſpiel und Gegenbeiſpiel.
22.00: Zeit, Nachr. 22.15: Wetter, Nachr., Sport.
22.20: Von Kaiſerslautern: Elwetritſche. Ein luſtiger
Schwank von L. Reitz. 23.00: Frankfurt: Reichsſen=
dung
: Zeitgenöſſiſche Muſik. 24.00: Kammermuſik.

Aaste. Sshera

Reichsſendung: 23.00: Zeitgenöſſiſche Muſik. Ltg.:
Hans Rosbaud.
Köln: 17.00: Rundfunkparade des ehemaligen UII. Ar=
meekorps
aus Münſter.
München: 20.00: Großer Volkskunſt=Abend. Sang und
Klang vom Alpenland.
Leipzig: 20.10: Großes Abendkonzert. Werke v. Beet=
hoven
, Händel, Bruckner. Ltg.: Dr. Buſchkötter.
Wien: 18.00: Schubert=Lieder für Soli und Chor,
Beromünſter: 20.00: Basler Kammerorcheſter.
Riga: 21.00: Melodien von Joh. Strauß.
Bukareſt: 21.00: Manon, Oper von Maſſenet,
Straßburg: 21.30: Galakonzert aus der Pariſer
Staatsoper.
Mailand: 22.00: Italien. Komponiſten.
Kopenhagen: 22.00: Däniſches Sinfoniekonzert,
London.: 23,30: Tanzkapelle, Lep, Stone.

[ ][  ][ ]

StdarrSae ld lltdtt

Darmſtädter Werbewoche für Leibes=
übungen
vom 23. bis 30. Juni 1935.

Mit Rückſicht auf den Gau=Parteitag mußte hier in Darmſtadt
die in ganz Deutſchland bereits durchgeführte Reichsſportwerbe=
woche
auf die Zeit vom 23. bis 30. Juni verſchoben werden.
Unbeſchwert von ſonſtigen Großveranſtaltungen kann nunmehr
die hieſige Turn= und Sportwoche beginnen. Das Programm ſteht
bis auf wenige Einzelheiten feſt und wird noch bekanntgegeben.
In Anbetracht deſſen, daß in dieſer Woche die Olympiaanwär=
ter
im Kunſt= und Turmſpringen unter Leitung des ehe=
maligen
Weltmeiſters Smith (USA.) in Langen zu einem Olym=
piavorbereitungskurſus
zuſammengezogen ſind, hat man den Tag
desSchwimmens aus der Werbewoche herausgenommen und
auf Donnerstag vorverlegt.
Das übrige Programm der nächſten Woche umfaßt alle Gebiete
der Leibesübungen, die in Darmſtadt getrieben werden.
Am Hauptſonntag der Werbewoche ſteht Darmſtadt tat=
ſächlich
voll und ganz nur im Zeichen der Leibesübungen. Der
Gauleiter und Reichsſtatthalter Sprenger wird die Turn= und
Sportwoche perſönlich eröffnen, und zwar beim Altrheinfeſt
in Erfelden, anläßlich der Taufe der vier Zehnerkanadier Zu
dieſer Veranſtaltung läuft vom Adolf=Hitler=Stein auf der Woogs=
wieſe
in Darmſtadt aus eine leichtathletiſche Staffel zum
Altrhein.
Im Hochſchulſtadion finden gleichzeitig die leicht=
athletiſchen
Bahnmeiſterſchaften des Kreiſes Star=
kenburg
ſtatt. Auf der Reitanlage des Polizeiſportplatzes wird
das diesjährige Reiterfeſt durchgeführt, während auf der
Kampfhahn des gleichen Platzes das Aufſtiegſpiel: Polizei=
SV. Darmſtadt gegen Rot=Weiß Frankfurt zum
Austrag kommt.
Sämtliche übrigen Turn= und Sportplätze der Stadt ſtehen im
Zeichen des Deutſchen Jugendfeſtes, bei dem die geſamte
Jugend mitwirken wird.
In den folgenden Tagen der Werbeuoche wird darauf Bedacht
genommen werden, diejenigen Bevölkerungsteile zu intereſſieren,
die bis jetzt noch nicht für die Leibesübung erfaßt wurden. Zu
dieſem Zweck werden turneriſche und ſportliche Ver=
anſtaltungen
auch auf den öffentlichen Plätzen
der Stadt durchgeführt. So ſollen die NS. Gemeinſchaft
Kraft durch Freude am Montag, und die Boxer,
Radfahrer, Turner uſw. am Donnerstag der kommen=
den
Woche auf dem Markt= und Paradeplatz ihre Vorfüh=
rungen
zeigen. Die geſamte Organiſation der Werbewoche liegt
in Händen der hieſigen Ortsgruppe des Deutchen Reichsbundes für
Leibesübungen.

Deutſchlands Olympiakandidaken
in Kuf und Aunſeingen benie in Bunufal.

Drei Europameiſter, ein Deutſcher Meiſter und die geſamte deutſche
Spitzenklaſſe am Donnerstag, um 18 Uhr, im Woog.
Waſſerball: Jung=Deutſchland Turn= und Sportgemeinde 1846.
Zu einem ſportlichen Ereignis allererſten Ranges wird für
Darmſtadt heute das Schauſpringen, das Deutſchlands Olympia=
kandidaten
im Kunſt= und Turmſpringen um 18 Uhr im Großen
Woog durchführen werden. Unter der Führung des Reichstrainers
Kefer und des Olympiaſiegers Smith=USA. wird dabei die ge=
ſamte
deutſche Spitzenklaſſe an dem Schauſpringen teilnehmen. Auf
den Brettern werden Europameiſter Eſſer und der deutſche Meiſter
Mahraun das Hauptintereſſe beanſpruchen, aber auch die weiteren
Teilnehmer, unter denen ſich auch der Darmſtädter Schütz befindet,
ſtehen dieſen nicht viel nach, wie Greuſing=Berlin, Weiß=Dresden
Randerath=Augsburg u. a. Am Turmſpringen beteiligen ſich gleich
zwei Europameiſter, nämlich Storck=Frankfurt und Frl. Schieche=
Spandau, zu denen ſich die beſten deutſchen Turmſpringer und
Springerinnen geſellen werden. Eine auserleſene Schar, wie ſie
ſo ſchnell nicht wieder zuſammenkommt, wird vollendete Kunſt im
Springen zeigen. Dieſes Schauſpringen wird zugleich zeigen, wie
am kommenden Sonntag beim Abſchlußtag des Langener Kurſus
für die einzelnen Teilnehmer die Ausſichten für die Ausſcheidungen
zu den Länderkämpfen in Paris und Budapeſt ſtehen.
Dazu gibt es zwei intereſſante Waſſerballſpiele zwiſchen Jung=
Deutſchland und der Turn= und Sportgemeinde 1846. Nach dem
Springen, das bereits um 18 Uhr beginnen muß, werden ſich zu=
erſt
die Jugendmannſchaften beider Vereine gegenübertreten, und
anſchließend werden die beiden Herrenmannſchaften das fällige
Rückſviel der Bezirksrunde austragen.
Bei kleinen Eintrittspreiſen kann ſich jeder Freund des Sports
und vor allem des Schwimmſports den Beſuch dieſer einzigartigen
Veranſtaltung erlauben.

Kreis=Meiſterſchaften der Leichkakhleten
Großkämpfe im Hochſchul=Stadion.

Am Samstag und Sonntag tragen die Leichtathleten des
Kreiſes Starkenburg in Darmſtadt im Hochſchulſtadion die dies=
jährigen
Einzel= und Staffelmeiſterſchaften aus. Auch die Frauen
und Alten Herren kämpfen diesmal um Meiſterehren und den
Meiſterſchaftswimpel. Bei den Frauen müſſen ſich auf Grund
einer Fachamtsanordnung alle Wettkämpfe ſtreng an das Pro=
gramm
der Olympiſchen Spiele 1936 halten, ſo daß am Sonntag
in Vor= und Endkämpfen die Meiſterinnen in folgenden Diſzipli=
nen
feſtgeſtellt werden, 100 Meter, 80 Meter Hürden Hochſprung,
Diskuswerfen, Speerwerfen und 4X100=Meter=Staffel. Die Alten
Herren werden wieder einmal beweiſen, daß ſie gar nicht ſo alt
ſind. Der Fachamtsleiter hat für alle Altersklaſſen Einzelkämpfe
nicht nur über 100 Meter, im Weitſprung und Kugelſtoßen, ſon=
dern
auch noch über 1000 Meter und dazu die 4X100=Meter= Staf=
fel
ausgeſchrieben. Daß ſich dann unſere Aktiven im geſamten
deutſchen Meiſterſchaftsprogramm tadelloſe, ſpannende Kämpfe
liefern werden, wird jeder beurteilen können, der auch nur ein=
mal
gut organiſierte und gut beſetzte Leichtathletikkämpfe geſehen
hat. Bis Donnerstag, alſo heute, können noch Meldungen an
Sportwart Joſt=Darmſtadt, Aeußere Ringſtraße 106, abgegeben
werden.

Leichtathletik=Jugendklubkampf SV. MerckSV. 98.

Heute Donnerstag, nachmittags 17.45 Uhr, treffen ſich die
Jugendlichen beider Vereine auf dem Merck=Sportplatz zu folgen=
den
Uebungen: Jugend 4: 100 Meter, Kugelſtoßen, Weitſprung.
Jugend B: 200 Meter 400 Meter 800 Meter, 48100 Meter,
Olympia=Staffel, Kugelſtoßen Weitſprung. Jugend C: 100 Meter,
Weitſprung. Kugelſtoßen, 4X100=Meter=Staffel 10 Runde.
Die Kämpfe werden beſtimmt ſehr ſchön, und es ſei jedem
Freund der Jugend der Beſuch empfohlen.

Jugendtag des Tb. Jahn 75.

Am Sonntagnachmittag, ab 3 Uhr, findet der ſchon
lange feſtgelegte Turn= und Spielnachmittag der Schülerinnen und
Schüler auf dem Sportplatz Im Ziegelbuſch ſtatt. Alle Eltern
und Freunde der Jugend laden wir zum Beſuch ein. Ein buntes,
luſtiges Treiben wird ſich abrollen, bei dem die Jugend allerlei
Turn=, Spiel= und ſportliche Uebungen zeigen wird. Der Abſchluß
iſt gegen 5 Uhr, wo dann die Schüler=Fußballmannſchaft in neuer
ſchmucker Kleidung gegen die gleiche der Polizei Darmſtadt antritt.
Den Uebergang zu der Abendveranſtaltung bringt die Handball=
mannſchaft
, die gegen die 1 Garnitur des Merck=SV. antritt. Wei=
terhin
iſt noch ein Fußballſpiel gegen einen ſtarken Gegner in Aus=
ſicht
. Turneriſche Vorführungen der Turn= und Jugendmann=
ſchaft
werden das Programm vervolſtändigen. Das ganze Abend=
programm
wird durch muſikaliſche Darbietungen verſchönert wer=
den
Nicht zu vergeſſen iſt, daß Erfriſchungen an die Jugend ge=
reicht
werden, und ebenſo iſt für die Erwachſenen geſorgt. Alle
Mitglieder und Fkeunde des Jahn 1875 laden wir freundlichſt
ein. Für Sitzgelegenheit iſt geſorgt, ebenſo für Unterkunft bei
eptl. eintretenden Regenſchauern.

Hochſchul Meiſterſchaften
der geull. Hochſchafe Bariſtaer.
Univerſikät Heidelberg ſchwinimt Hochſchulrekord.

Das Amt für Leibesübungen der Darmſtädter Studenten=
ſchaft
wollte für 1935 wieder einen Einblick in die von ihm be=
treuten
Leibesübungen geben und führte zu dieſem Zweck am
Mittwoch nachmittag die Hochſchulmeiſterſchaften auf dem Hoch=
ſchulſtadion
durch. In Anbetracht der augenblicklichen Verhält=
niſſe
durch die Umorganiſation der ſtudentiſchen Leibesübungen
darf die Beteiligung als ganz annehmbar bezeichnet werden. Ganz
plötzlich hatte auch der Wettergott ein Einſehen und ſchaltete für
die Dauer der Veranſtaltung die Duſche ab, aber die Zuſchauer=
reihen
wieſen reichlich Freiplätze auf. Faſt gleichzeitig begannen
die Wettbewerbe: Leichtathletik im Stadion, Schwimmen im
Baſſin und das Reiten auf dem Flugplatz. In der Leichtathletik
dominierten die Farben des Akad. Sportklubs, der ja heute wie=
der
am eifrigſten bei der Sache iſt und mit neuem Blut und
friſchem Impuls ſportliche Ehren erringen will. Bei den Zeiten
der Läufer muß man die regennaſſe ſchwere Bahn und leichten
Gegenwind auf der Zielgeraden in Rechnung ſetzen, ſo daß die
Leiſtungen ganz anſprechend ſind. Bei den Wurfkonkurrenzen gab
es Ausfälle, und dazu wurden manche Trainingsleiſtungen nicht
erreicht. Höhepunkt der Spannung und Begeiſterung waren der
100=Meter=Endlauf, der ganz knapp mit Armlänge entſchieden
wurde, das 1500=Meter=Rennen und der 3000=Meter= Mannſchafts=
lauf
.
Die Ergebniſſe:
100 Meter: 1 Wettſtein=ASC. 11.4 Sek., 2. Auerswald=
ASC. 11.7 Sek., 3. Martin=Alemannia 11.9 Sek.
200 Meter: 1. Wettſtein=ASC. 23,8 Sek., 2. Auerswald=
ASC. 239 Sek., 3. Bethke 24.2 Sek.
400 Meter: 1. Bethke 54,4 Sek., 2. Blickſtad=ASC. 54,9 Sek.,
3. Meier=ASC. 56 Sek.
800 Meter: 1. Blickſtad=ASC. 2:12,8 Min., 2. Engel= Nor=
mannia
2:14 Min, 3. Decher=ASC. 2:14.1 Min
1500 Meter: 1. Roſch=Wingolf 4:17,3 Min., 2. Schiller=
ASC. 4:24,5 Min., 3. de Vries=ASC. 3:32,9 Min., 4. Hering und
Wilkendorf=ASC., totes Rennen, 4:33,2 Min.
Diskuswerfen: 1. Löwel=ASC. 35.36 Meter, 2. Wettſtein=
ASC. 33,43 Meter, 3. Blickſtad=ASC. 29,35 Meter.
Speerwerfen: 1. Boos=ASC. 46 45 Meter, 2. Branding=
Wingolf 45 Meter, 3. Schlager=ASC. 37,75 Meter, Im 5=Kampf
warf Lippert 43,32 Meter.
Kugelſtoßen: 1. Blickſtad=ASC. 11.90 Meter, 2. Löwel=
ASC. 11.74 Meter, 3. Haury 9,92 Meter.
Hochſprung: 1. Rolfſen=ASC. 1,62 Meter, 2. Blickſtad
1,56 Meter, 3. Wilkendorf=ASC. 1,52 Meter.
Weitſprung: 1. Meier=ASC. 6,36 Meter, 2. Wettſtein 6,29
Meter, 3. Auerswald 6,13 Meter, 4. Boos 6.00 Meter.
Stabhochſprung: 1. Meier=ASC. 2,90 Meter, 2. Löwel=
ASC. 2.70 Meter.
4X100 Meter: 1 Darmſtädter Trainingsgemeinſchaft, 2. ASC.,
3. Trainingsgemeinſchaft II, 4. Deutſche Burſchenſchaft.
Beim Schwimmen ging auch die Univerſität Heidelberg
bei einigen Rennen mit über die Bahn, und dabei entſtand wie=
der
ein neuer Hochſchulrekord, der mit ſtürmiſchem Bei=
fall
auittiert wurde: Kohler, Heyer Reiferſcheid und Schuknecht
verbeſſerten über 4 X100 Meter Rücken die bisherige Marke
um nahezu 9 Sekunden auf 5:36,2 Min. Das Waſſer=
ballſpiel
, zu dem Darmſtadt mit einer junggebildeten und
noch im Training ſtehenden Sieben antrat, ging klar verloren,
Heidelberg führte bei der Pauſe bereits 2:0 und zog auf 4:0 da=
von
, bis endlich Zucker den Ehrentreffer anbrachte. Köllner im
Darmſtädter Tor verhinderte mit prächtigen Paraden eine höhere
Niederlage, denn immer wieder kamen die Heidelberger Stürmer
faſt mühelos zum freien Torwurf. Hoffen wir, daß die Darm=
ſtädter
Waſſerball=Sieben bald wieder zu früherer Stärke heran=
wächſt
.
Guten Beſuch verzeichnete auch das Semeſterabreiten,
bei dem die ſtarke Reitabteilung ihr Können und ihre verbeſſer=
5
ten Leiſtungen beweiſen konnte.

Aus den Vereinen u. Verbänden

SV. 98 Darmſtadt (Damenabteilung).
Am Freitag kommen ſämtliche Mitglieder der Abteilung nach
dem Training zu einem unterhaltſamen Abend in der Stadions=
gaſtſtäte
(Jung) zuſammen. Der Leiter der Abteilung erwartet,
daß ſich alle Damen beteiligen.
Deutſches Turn= und Sportabzeichen.

Die nächſte Prüfung zur Erlangung des Deutſchen
Turn= und Sportabzeichens in Gruppe V. Rad=
fahren
, findet jetzt, Sonntag, den 23. Juni, vormittags, ſtatt,
Anmeldungen ſind zu richten an Gg. Hahn, Schwanenſtraße 20.

TSG. 46, Paddelabteilung,
auf der Gaumeiſterſchaft in Ludwigshafen.
Auf der am Sonntag auf der Strecke Speyer-Ludwigshafen
ausgetragenen 10. Gaumeiſterſchafts=Langſtreckenwettfahrt konnte
die TSG. 46 wieder einige Erfolge erzielen. Irmgard Wagen=
führ
beſtätigte ihre derzeitige gute Form durch einen neuen über=
legenen
Sieg im Damen=Einer über 6.5 Km. in der Zeit von
23:49 Min, in dem ſie ſo gute Fahrerinnen wie Müller= Wies=
baden
(24:03), Becker=Mannheim (24:18) und Rieger=Mannheim
(24:36) hinter ſich laſſen konnte. Im Anfänger=Zweier kamen
SommerHerzig leider um ihren Erfolg, da ſie, in Führung lie=
gend
, einem im gleichen Rennen liegenden Boot aus Saarbrücken,.
das infolge des hohen Wellenganges gekentert war, in echt ſport=
licher
Kameradſchaft bei der Bergung des Bootes halfen und ſo
das Rennen aufgaben.

Turnkreis 18 Darmſtadk 9T.

Lehrgang Buegger verlegt!
Infolge anderweitiger Verfügung über die Turnhalle in
Groß=Gerau muß der für dort angeſetzte Lehrgang des Gau= Wan=
derturnlehrers
Buegger in der Zeit vom 20.22. Juni von Gr.=
Gerau nach Rüſſelsheim (Turnverein) verlegt
werden. Die Turn= und Sportvereine des Riedes und der Main=
ſpitze
entſenden ihre Vertreter recht zahlreich.
Fechten der Turngemeinde Beſſungen.

Wie bereits mitgeteilt, findet am Samstag, 22. Juni, im
großen Saal der Turngemeinde Beſſungen eine Fechtakademie
ſtatt. An dieſem Abend werden die Fechterinnen und Fechter des
Turnvereins 1860 Frankfurt a. M. und der Turn=
gemeinde
Beſſungen 1865 gemeinſam unter der Leitung
ihres Meiſters, Dipl.=Fechtmeiſter Cſomor, Frankfurt a. M., Flo=
rett
=, Degen= und Säbelgefechte vorführen. Schul= und Freigefechte
in den einzelnen Waffen abwechſelnd, zeigen am beſten die hohen
körperlichen und geiſtigen Leiſtungen dieſer Sportart, die bei
Mann und Frau möglich ſind. Bei dieſer Veranſtaltung wird
Meiſter Cſomor mit ſeinem Schüler Richard Wahl=Frankfurt a. M.
das Beſtechende der ungariſchen Säbelſchule zeigen, ſind doch die
Ungarn ſchon ſeit Jahren Weltmeiſter im Säbelfechten. R Wahl=
Frankfurt wird Deutſchlands berufenſter Säbelfechter bei den
Europameiſterſchaften der Fechter in Lauſanne (19. bis 29. Juni
1935) ſein, da er zur Zeit als unſer einziger Fechter mit ungari=
ſcher
Schule den Ungarn im Säbel am wirkſamſten wird begegnen
können. Die von beiden Abteilungen in der letzten Zeit er=
rungenen
Erfolge in Florett und Degen zeigen am beſten, daß ihr
gemeinſamer Meiſter nicht nur in Säbel, ſondern auch in den
beiden andern Waffen Meiſter iſt.

Heina, der bekannte Bruſtſchwimmer von Gladbeck 1913, wird
den gemeldeten Weggang nach Magdeburg nicht ausführen. Heina
wird nach ſeiner eigenen Erklärung nach wie vor für den SV.
Gladbeck 1913 ſtarten.

Deutſches Jugendfeſt 1935.

Tag des Jungvolks. Tag der Hitlerjugend.
Am kommenden Samstag und Sonntag findet überall in
Deutſchland das Deutſche Jugendfeſt ſtatt, bei dem die ganze
deutſche Jugend in einem leichtathletiſchen Dreikampf ihre Kröfte
meſſen ſoll. Der Samstag, zugleich der Tag des deutſchen Jung=
volks
, iſt den 10= bis 14jährigen Knaben und Mädchen vorbehal=
ten
, während am Sonntag, dem Tag der Hitlerjugend, die
männlichen und weiblichen Jugendlichen bis 18 Jahre zu den Wett=
kämpfen
im ganzen Reich antreten.
In Darmſtadt werden dieſe Mannſchafts= und Einzel=
mehrkämpfer
der HJ. bzw. der nichtorganiſierten Jugendlichen auf
vier Plätzen zur Durchführung gebracht. Alle Jugendlichen, auch
die nicht der HJ. bzw. dem B.d.M. angehörenden, haben die Berech=
tigung
und eigentlich auch die Pflicht, ſich an den Kämpfen zu be=
teiligen
. Die ſchulentlaſſenen Jugendlichen können ſich auf einem
der nachgenannten Plätze bei dem Leiter melden. Die von den
Schulen erfaßten Jugendlichen, welche nicht der HJ. bzw. dem
B.d.M. angehören, treten am Samstag und Sonntag auf folgen=
den
Plätzen an:
1. Platz des SV. 98 am Böllenfalltor. Leiter: Dr. Grüne,
wald: Ludwig=Georgs=Gymnaſium, Realgymnaſium. Ludwigs=
Oberrealſchule, Liebigs=Oberrealſchule, Schillerſchule, Gewerbliche
Berufsſchule II (Knaben), Mornewegſchule (Knaben), Städtiſche
Handelsſchule (Knaben). Kaufmänniſche Berufsſchule (Knaben),
2. Platz des Polizeiſportvereins auf dem Exerzierplatz. Leiter.
Turnlehrer Imbeſcheidt: Ballonſchule, Beſſunger Knaben=
ſchule
, Ohlyſchule, Gartenarbeitsſchule, Gewerbliche Berufsſchule!
(Knaben), Dieſterwegſchule (Knaben).
3. Platz der TSG. 1846 Darmſtadt hinter dem Woog. Leiter:
Turnlehrer Roth: Viktoriaſchule, Eleonorenſchule. Eliſabethen=
ſchule
, Inſtitut St. Mariae, Beſſunger Mädchenſchule, Hauswirt=
ſchaftliche
Berufsſchule Mornewegſchule (Mädchen).
4. Platz des Tb. Jahn 1875. Kranichſteiner Straße. Leiter:
Studienrat Fiſcher: Kyritzſchule, Goetheſchule, Kaufmänniſche
Berufsſchule (Mädchen). Gewerbliche Berufsſchule II, Städtiſche
Haushaltungsſchule, Städtiſche Handelsſchule (Mädchen), Runde=
turmſchule
, Dieſterwegſchule (Mädchen)
Auf den Plätzen 1. und 2. treten nur Jungens auf den Plätzen
3. und 4. nur Mädels an, und zwat jeweils am Samstag die 10 14jährigen, am Sonntag die älteren Jugendlichen.
Die Kämpfe beginnen an beiden Tagen pünktlich um 8 Uhr
vormittags. Die Kampfrichter müſſen ſpäteſtens um 7.30 Uhr auf
den Plätzen zur letzten Vorbeſprechung mit den Leitern antreten,

Zußball.

Samstag abend 7 Uhr am Böllenfalltor.

Kurz vor Saiſonſchluß die ſechswöchige Spielſperre beginnt
am 1. Juli hat der Sportverein 98 ſich noch einmal etwas

Großes vorgenommen. Die nicht nur in unſerem Gaugebiet, ſon=
dern
in ganz Deutſchland bekannte Gauligamannſchaft von Union=
Niederrad wurde mit kompletter Mannſchaft für ein Freund=
ſchaftsſpiel
engagiert. Die Gäſte haben ſchon immer, wenn ſie
in Darmſtadt gegen SV. 98 oder gegen Polizei auftraten, impo=
niert
, und ſo wird man auch am Samstag eine Mannſchaft auf
dem Stadion ſehen, deren Können ſich weit über dem allgemeinen
Durchſchnit herausheben wird.

Hota StuttgartHota Darmſtadt.
Anläßlich ihres 10. Stiftungsfeſtes der Stuttgarter Hotg

wurde die Hota Darmſtadt nach Stuttgart verpflichtet. Die Stutt=
garter
Hota iſt den Darmſtädtern nicht unbekannt, erſt im Herbſt
vorigen Jahres trafen ſie in Würzburg zuſammen und trennten
ſich 1:1 nach Verlängerung. In dieſem Jahre wurden die Stut=
garter
ſogar Hota=Meiſter, da ſie den Hota=Altmeiſter Nürnberg
mit 3:1 aus dem Rennen warfen. Wir wünſchen der Darm=
ſtädter
Hota recht viel Glück zu ihrer Fahrt. Die Reiſe wird in
einem Omnibus ausgeführt, in dem noch einige Plätze frei ſind.
Auskunft Grafenſtraße 37½, Heſſiſches Haus. Abfahrt morgens
6.30 Uhr Adolf=Hitler=Platz.

Alhlekenverein Vorwärts 19051935.

Wekterbericht

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SC. Viktoria Griesheim.
Reſultate vom 16. Juni:
Fußball; 1. Mſchft.Concordia, Gernsheim 7:0 (2:0),
2. Mſchft.Concordia Gernsheim 1:2 (0:1), AH.=Mſchft.Union
Wirhauſen (Gegner abgeſagt)., 1. Schüler65 Jgd. Darmſtadt
2:1. 2. Schüler65 1. Sch. Darmſtadt 0:3. Handball;
1. Mſchft.Germania Oberroden 16:4 (5:4), 2. Mſchft. Germa=
nia
Oberroden (Oberroden nicht angetreten) 1. Jugend- Turn=
verein
Crumſtadt 10:1. 1. JugendTurnv. Goddelau 13:5, 1. Schi=
ler
2. Schüler Viktoria 3:1.
Union WixhauſenSC. Langen 3:1 (2:0).
2. Mannſchaft-Langen 2. 0:3.

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Anläßlich ſeines 30jährigen Beſtehens hat der Athletenverein
Vorwärts ein großzügiges Programm ausgearbeitet, um im Lauſe
des Jahres dieſes Jubiläum würdig zu begehen.
Als Auftakt hierzu findet am kommenden Sonntag, 23. Juni,
ein großes Ehrenpreisringen in ſieben Gewichtsklaſſen im Weier,
in der Waldſtraße, ſtatt, wozu eine ganze Anzahl prominenter
Ringer aus dem ganzen Gau ihre Zuſage gegeben haben. Selbſt
Sportkameraden aus dem Saargebiet werden ſchon am Samstag=
abend
erſcheinen. Die Kämpfe beginnen bereits am Sonntagvor=
mittag
, 8 Uhr, und werden laufend bis zur Mittagspauſe ausge=
fochten
. Die Endkämpfe werden ab 2 Uhr ausgetragen Im An=
ſchluß
daran findet auf dem Startplatz die Siegerehrung ſtatt. Gau=
ſportwart
Hubeler, Neu=Iſenburg, der die Kampfleitung übernom=
men
hat, gibt die Gewähr dafür, daß die Kämpfe die vorausſicht=
lich
ſehr hart werden, einen einwandfreien Verlauf nehmen. Wegen
der Menge der Teilnehmer finden die Kämpfe auf zwei Matten
ſtatt.
Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen treffen ſich im
Halbſchwergewicht Sieber, Pol. Darmſtadt; Kammerer und Ger=
ber
, 1888 Frankfurt, und Danz, Groß=Zimmern. Ferner ringen in
dieſer Gewichtsklaſſe noch weitere bekannte Ringer, die ebenfalls
gleichwertige Gegner abgeben. In den anderen Klaſſen ſind eben=
falls
namhafte Ringer gemeldet, darunter im Bantamgewicht der
ehemalige Olympiaſieger Gehring=Frieſenheim.
Für die am Samstag bereits eintreffenden Teilnehmer wer=
den
noch einige Freiquartiere benötigt, und bitten wir diesbezüg=
liche
Meldungen unſerem Vereinsführer, Herr Ph. Obmann, zu=
kommen
zu laſſen.

de- Wge u
Eie Seneraelernt.
der lete Bericht.
Uerdund nemt.
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Eic en Zufall .
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Schauermann=Frankfurt, der am Sonntag mit beſtem Erfold
das Handballendſpiel zwiſchen Magdeburg und Minden leitete,
wurde die Leitung des demnächſt in Stockholm ſtattfindenden Län=
derkampfes
zwiſchen Schweden und Oeſterreich übertragen.

des Reichswetterdienſtes, Ausgabeort Frankfurt a. M.
Die Störung, die am Dienstag ſehr verbreitete Niederſchlage
brachte iſt ins Oſtſeegebiet weitergewandert. Bei ſteigendem

Luftdruck hat ſich dahinter ein Hochdruckrücken gebildet, der im
ſüdlichen und ſüdweſtlichen Deutſchland am Donnerstag voraus=
ſichtlich
Aufheiterung und Erwärmung bringen wird. Weiter
nördlich wird ſich die über England ziehende Störung mit Be=
wölkung
oder Regen bemerkbar machen.
Ausſichten für Donnerstag: Wolkig bis heiter, tagsüber Ei=
wärmung
, ſpäter namentlich im Norden Bewölkungszunahme,
Ausſichten für Freitag: Ueberwiegend freundliche= und warmes
Wetter, Neigung zu Gewitterſtörungen.

[ ][  ][ ]

ſummer 167

Donnerstag, 20. Juni

Nach dem Angriff au
jngeordneke Zinanzen und Arbeils=
lugkeik
als Anreiz für die Spekulakion.
WPD. Mit dem Siege des Kabinetts Laval in der fran=
zöüſhen
Kammer iſt der Angriff auf den Franken zunächſt einmal
augſchlagen. Ob endgültig, iſt allerdings eine andere Frage.
Döe Spekulation, die durch den Erfolg beim Sturz des Belga er=
mtgt
iſt, hat bisher jedenfalls bemerkenswerte Beweiſe von
Zühgkeit gegeben, indem ſie ſich nach zwei vergeblichen Angriffen
au den holländiſchen Gulden und den Schweizer Franken nun=
mei
ſogar an den franzöſiſchen Franken heranwagte. Neue
Aicken ſind alſo keineswegs ausgeſchloſſen. Damit erhebt ſich
füür die Goldblockländer die Frage, was zum Schutz ihrer Wäh=
rumen
zu geſchehen hat. Es fehlt in dieſer Diskuſſion nicht an
Simen, die in einer freiwilligen Abwertung das alleinige Heil
ſerie unter Berufung auf das erfolgreiche engliſche Beiſpiel. Sie
vureſſen aber, daß Englands Abwertungspolitik nur deshalb
ernagreich war, weil ſie Hand in Hand ging mit einer allgemeinen
wunchaftlichen Neuordnung des ewpire, die in der Konferenz
vynOttawa ihren Niederſchlag fand.
EEin ganz anderes Geſicht zeigt die Abwertung in Amerika.
Ruevelt traf bei ſeinem Verſuch einer wirtſchaftlichen Neuord=
nun
Amerikas nicht auf die gleiche nationale Diſziplin, wie ſie
Euand gezeigt hatte. Er fand ſcharfe Kritiker, die ſich insbeſon=
den
gegen ſeine Finanzgebarung wandten. Die amerikaniſche
Abnertungspolitik hat jedenfalls das ihr vorſchwebende Ziel
eint allgemeinen Preisſteigerung am Weltmarkt nicht erreicht,
ſonſern nur eine einſeitige Preisſteigerung im eigenen Lande.
Ai wenig wohl ſich Amerika bei dieſen Folgen ſeines Abwer=
tumsexperimentes
fühlt, läßt der vor kurzem in ziemlich unver=
hüller
Form ausgeſprochene Wunſch nach einer allgemeinen inter=
nuvnalen
Währungsſtabiliſierung erkennen.
Will man einen wirkſamen Währungsſchutz finden, ſo wird
m ſich fragen müſſen, was die Spekulation bei ihren An=
gufen
, insbeſondere bei der Auswahl des Angriffsobjektes, be=
ſtümnte
. Worin ſah ſie die Schwäche, die ihr Erfolg zu ver=
hufen
ſchien? Eine ungenügende Golddecke kann es nicht ge=
weſn
ſein.
(Frankreich und die Vereinigten Staaten beſaßen 1933 zuſam=
mel
zwei Drittel des geſamten Goldbeſtandes der Welt. Im
Weuältnis zu ſeiner Größe und Bevölkerung ſtand Frankreich
mutfaſt 14 Milliarden Reichsmark in Gold noch günſtiger da als
Wnrika. Es war zweifellos das goldſtärkſte Land der Welt.
Uy trotzdem wählte die Spekulation gerade dieſes Land zum
Ohikt ihres letzten Angriffs. Sie muß ſich alſo wohl eine andere
(nice ausgerechnet haben. Um zu erkennen, welche, braucht
ma lich nur einmal das Weſen all dieſer Spekulation zu ver=
gognwärtigen
. Ihr Ziel iſt immer dasſelbe, nämlich die Erzeu=
gan
einer Panik in dem betreffenden Lande. Nur dadurch
kuumnt die Spekulation zu der Möglichkeit, ihre Gewinne zu
ſeren. Sie wird ſich alſo das Land als Angriffsobjekt aus=
ſuſahn
, in dem ihr die Vorbedingungen für das Zuſtandekommen
eene ſolchen Panik am eheſten gegeben zu ſein ſcheinen. Panik
iſiziher nichts anderes als Kopfloſigkeit, d. h. Führerloſigkeit.
Gi Land ohne Führer gibt es nun freilich nicht. Wohl aber
gab es genug Länder, in denen die Führer alle Augenblicke
meſelln, weil ſie das Vertrauen des Volkes nicht mehr genießen.
Wie wird immer da der Fall ſein, wo das Volk ſeine eigenen
Pnelegenheiten ſchlecht verwaltet ſieht. So ſchwierig es nun
ceu für einen Außenſtehenden ſein mag, die Frage nach dem Ver=
tiaen
, das eine Führung im eigenen Volke genießt, zu beant=
ugen
, ſo leicht iſt es, zu erkennen, ob eine Verwaltung gut oder
ſoytht iſt. Denn dafür gibt es einen ſicheren Anhaltspunkt in
da Stande der öffentlichen Finanzen.
1Wie folgerichtig die Spekulation ſich danach gerichtet hat,
lu9 eine kurze Betrachtung der öffentlichen Finanzen der drei
zuulzt angegriffenen Staaten, Hollands, der Schweiz und Frank=
raffs
.
)Hollands Etat für 1935/36 weiſt ein Defizit von 93 Mill.
Eüupen auf, das ſich vermutlich noch um weitere 20 Mill. Gulden
esihen wird, da der Steuereingang um dieſe Summe hinter
dau Etatſoll zurückbleiben dürfte, wie die Regierung ſelbſt zu=
gl

Die Schweiz hat bei einer geſamten öffentlichen Verſchul=
deug
von 8 Milliarden Franken im Bundeshaushalt für 1935
Byits wieder einen Fehlbetrag von 100 Millionen Franken, zu
Si ein weiteres Defizit von 100 Millionen in den Kantonen
un Gemeinden kommt.
1In Frankreich ſchließlich ſieht ſich der neue Miniſter=
windent
nach ſeiner Antrittsrede vor einem Haushaltsfehlbetrag
m 6 Milliarden Franken und einem Fehlbetrag der Staats=
Eungeſellſchaft von 4 Milliarden.
Die internationale Spekulation hatte alſo durchaus Grund
der Hoffnung, daß es ihr gelingen könnte, eine Panik in die=
mLändern
zu erzeugen. Um ſo mehr, als ihr eine zweite wirt=
ſihatliche
Entwicklung entgegenkam, die von ſchlimmſter, Ver=
tigen
zerſtörender Wirkung iſt: die Arbeitsloſigkeit. Wir Deut=
ſihe
haben ja den jeden Gemeinſchaftswillen zerſetzenden Ein=
ffu
dieſer Plage unſeres Jahrhunderts zur Genüge am eigenen
Veſe kennengelernt, um das Gewicht der Zahlen zu begreifen,
Eider letzte Bericht des Internationalen Arbeitsamtes beim
Büterbund nennt. Es kommen, danach im Jahre 1934 auf
yn im Jahre 1929 vorhanden geweſenen Arbeitslsſen in
Dutſchland 1,46, England 1,62, USA. 2,55, Italien 3,20, Holland
9 Schweiz 4,42, Belgien 14,58, Frankreich 37,45 Arbeitsloſe.
in dieſer Statiſtik die vier Länder am ſchlechteſten ſtehen, die
Währungsangriffen der letzten Monate ausgeſetzt waren, iſt
ſſihrlich kein Zufall, ſondern hier liegen urſächliche Zuſammen=
Töge vor.
Das Karkellgericht
zur Frage des laukeren Wekibewerbs.
In einem von der Wirtſchaftsſtelle der Deutſchen Rundfunk=
inſtrie
e. V. anhängig gemachten Sperrverfahren hat das Kar=
teſzericht
in bemerkenswerter Weiſe zu den Grundſätzen Stellung
gewmmen, die bei der Durchführung eines lauteren Wettbewerbs
zubeachten ſind. Das Kartellgericht äußert ſich wörtlich wie
folt: Das Kartellgericht legt Wert darauf, mit aller Schärfe
zM0 Ausdruck zu bringen, daß im geſchäftlichen Leben keineswegs
ls, was nicht auf Grund des Geſetzes gegen den unlauteren
Mtbewerb geahndet werden kann, als billigenswert und einer
Gtenwirkung durch Kampfmaßnahmen entzogen, angeſehen wer=
kann
. Gerade von großen und wirtſchaftlich mächtigen Un=
entehmen
muß erwartet werden, daß ſie den kleineren Unter=
men
ein Vorbild in lauterer und einwandfreier Geſchäftsfüh=
ug
, vor allem auch auf dem Gebiete des Wettbewerbs, bieten,
i daß ſie ſich deshalb mit beſonderer Vorſicht aller Wett=
ſerbshandlungen
enthalten, die als bedenkenfrei oder als
ſemungs= und rückſichtsloſe Ausbeutung ihrer größeren wirt=
aftlichen
Macht gegenüber kleineren, und ſchwächeren Unter=
umungen
anzuſehen ſind. Dieſer grundſätzliche Geſichtspunkt
u8 auch bei der Beurteilung von Verbandsanträgen auf Be=
Mligung von Sperrmaßnahmen als Abwehrmittel gegenüber
uken Firmen, die die gebotene Rückſichtnahme im Wettbewerb
W den Augen verlieren, beſondere Beachtung finden.

Auer; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch, für den Spor
Die Gegenwart. Tagesſpiegel in Bild u. Wort;: Dr. Herbert Nette Anzeigen=
der
: Willy Kuhle; für den Inhalt der Anzeigen verantwortlich: Paul Ziegler
btlich in Darmſtadt. D. A. V. 35. 20019. Pl. 3. Druck und Verlag: Darmſtädter
bblatt, Eliſabeth Wittich, Zeitungsverlag u. =Druckerei, Darmſtadt, Nheinſtr. 23.
für unverlangte Beiträge wird Gewähr der Nückſendung nicht übernommen.
Frechſtunden der Schriftleitung= Vormittags 121 Uhr, nachmittags 67 Uhr.

Die heutige Nummer hat 12 Seiten.

Der deutſche Bergbau im Mai.
ſe Goldwährungen.

Berliner und Rhein=Main=Börſe.
Die Berliner Börſe eröffnete bei zunächſt kleinen Um=
ſätzen
in zwar freundlicher Haltung, doch wies das Kursniveau
Schwankungen nach beiden Seiten auf. Im Hinblick auf das
deutſch=engliſche Flottenabkommen ſetzte ſich jedoch bald eine feſtere
Tendenz durch. Eine Bevorzugung erfuhren Schiffahrtswerte.
Man verweiſt dabei auf Ausführungen in der Schiffahrtskon=
ferenz
hinſichtlich der Nordatlantik=Paſſage. Bei Kaliaktien über=
wog
die Nachfrage, desgleichen bei chemiſchen Papieren, ſo daß
Farben zwar ½ Prozent niedriger einſetzten, nach Ausgleichung
dieſer Einbuße jedoch ca. ½ Prozent gewannen. Im Verlaufe
machte die Befeſtigung an den meiſten Aktienmärkten weitere
leichte Fortſchritte. Renten liegen nach wie vor ſtill. Nachdem
ſich im Verlauf zunächſt weitere Kursbeſſerungen durchgeſetzt
hatten, wurde das Geſchäft zu Beginn der zweiten Börſenſtunde
weſentlich ruhiger. Die erreichten Kurſe wurden aber meiſt gut
behauptet. Am Rentenmarkt wieſen Hypothekenpfandbriefe und
Kommunalobligationen Schwankungen von höchſtens ½ Proz. auf.
Die Rhein=Mainiſche Börſe eröffnete bei noch nicht
nennenswert größer gewordenen Umſätzen zwar in uneinheit=
licher
, aber doch überwiegend etwas befeſtigter Haltung. Die
Grundſtimmung hat ſich am Aktienmarkt wieder leicht gebeſſert.
Das Zuſtandekommen der deutſch=engliſchen Flottenvereinbarung
machte einen guten Eindruck, auch kamen geſtern die vortäglichen
Momente, wie die günſtige Entwicklung der Außenhandelsbilanz
und die ſtarke Entlaſtung im letzten Reichsbankausweis, beſſer
zur Geltung. Die Kursveränderungen erreichten im allgemeinen
kein ſtärkeres Ausmaß. Ueberwiegend feſter lagen Montan=
papiere
. Chemieaktien lagen voll behauptet. In der Farben=
aktie
lag noch ein größerer Verkaufsauftrag vor, nach deſſen Ab=
wicklung
vermochte ſich der Kurs auf 151½ nach 150¾ Prozent zu
verbeſſern. Elektrowerte notierten meiſt ¼½ Prozent freund=
licher
. Durchweg etwas ſchwächer lagen noch Metall=, Maſchinen=
und Motorenwerte bei Rückgängen von ½3 Prozent. Der
Rentenmarkt lag wohl außerordentlich ſtill, die Kurſe konnten
ſich aber behaupten. Im Verlaufe ergaben ſich zunächſt meiſt
weitere leichte Erhöhungen um ¼½ Prozent. Am Renten=
markt
traten keine Aenderungen mehr ein.
An der Abendbörſe ſetzten ſich die Abgaben aus dem Publi=
kum
fort, ſo daß die Haltung des Aktienmarktes weiter zur
Schwäche neigte. In Farbenaktien blieb das Angebot verhält=
nismäßig
ſtark, zumal auch die Kuliſſe Glattſtellungen vornahm.
Der Kurs ſank auf 148½148½ (1493) Prozent. Der Renten=
markt
lag ſehr ſtill und kursmäßig etwa behauptet.
Produkkenmärkke.
Frankfurter Getreidemarkt vom 19. Juni. Weizen und Rog=
gen
aus dem Rhein=Main=Gebiet ſowie aus der Wetterau und
Kurheſſen waren nur in kleinen Mengen angeboten und wurden
von den Mühlen gut aufgenommen, dagegen blieben andere Her=
künfte
, insbeſondere aus Norddeutſchland, unberückſichtigt. Futter=
getreide
lag ſtill, Angebot in Hafer und leichter Futtergerſte lag
nicht vor, andererſeits hat auch die Nachfrage nachgelaſſen. Auch
am Futtermittelmarkt blieb das Angebot in Kleie und ölhaltigen
Artikeln ſehr klein, doch war auch hierfür die Nachfrage angeſichts
der fortſchreitenden Grünfütterung nicht mehr ſo dringend, ſo daß
an den Futtermittelmärkten eine Entſpannung zu verzeichnen iſt.
Das Mehlgeſchäft blieb klein. Es notierten /Getreide je Tonne,
alles übrige je‟ 100 Kilogramm) in RM.: Weizen W. 9 210,00,
W 18 214,00, W. 16. 218,00; Roggen R 9 170,00, R 13 174,00,
R 15 178,00 (Großhandelspreiſe der Mühlen des genannten
Preisgebiets); Futtergerſte G 9 172,00, G 11 175,00, G 12 17700;
Hafer H 13 170,00, H 14 172,00 (Großhandelspreiſe ab Station,
bei Waſſerverladung über 100 Tonnen 3,00 RM. mehr); Weizen=
mehl
W 13 27,70, W. 16 28,15: Roggenmehl Type 997 R 13 23,80,
Type 815 R 13 24,30, Type 997 R 15 24,20, Type 815 R 15 24,70
(plus 0,50 RM. Frachtausgleich); Weizennnachmehl 17,25: Wei=
zenfuttermehl
13,50: Weizenkleie W 13 10,92. W 16 11,13: Rog=
genkleie
R 13 10,20, R 15 10.44 (Mühlenfeſtpreiſe ab Mühlen=
ſtation
); Soyaſchrot m. M. 13,00; Palmkuchen m. M. 13,30; Erd=
nußkuchen
m. M. 14,50 (Fabrikpreiſe ab ſüddeutſcher Fabrik=
ſtation
); Treber 17,2517,00; Trockenſchnitzel 9,7010,20; Heu
; Weizen= und Roggenſtroh drahtgepreßt 5,205,30, dito ge=
bündelt
5.10.

In den hauptſächlichſten deutſchen Steinkohlengewin=
nungsgebieten
(Ruhr, Aachen, Saar, Weſtoberſchleſien, Nieder=
ſchleſien
und Land Sachſen) verzeichnete die arbeitstägliche Stein=
kohlenförderung
im Mai gegenüber dem Vormonat wiederum
einen geringen Anſtieg (1,2 Prozent). An dieſer Verbeſſerung
nahm lediglich das Land Sachſen nicht teil. Auch die Gefolgſchaft
konnte verſtärkt werden Eine kräftige Belebung brachte der
Mai dem Braunkohlenbergbau. Gegenüber dem Vormonat
ſteigerte dieſer ſeine arbeitstägliche Rohkohlengewinnung um 8,8
Prozent, die arbeitstägliche Briketterzeugung um 17 Prozent.
Förderung und Abſatz im Eiſenerzbergbau erhöhten ſich wie=
derum
, die Gefolgſchaft nahm zu. Die Lage im Metallerz=
bergbau
iſt noch immer ſehr gedrückt. Die Erdölgewinnung
war in beträchtlichem Ausmaße größer.
Dreifache Erhöhung der Erzförderung im Dillkreis.
Nach dem Bericht der Preußiſchen Bergwerks= und Hütten=
A.=G. über das abgelaufene Geſchäftsjahr iſt auf dem Erzberg=
werk
Dillenburg die derzeitige Förderleiſtung der Grube Königs=
zug
im Dillkreis voll ausgenutzt. Im Weſtfelde wurde das Lager
in guter Bauwürdigkeit aufgeſchloſſen. Durch ein langfriſtiges
Abkommen mit den Buderusſchen Eiſenwerken und dem Heſſen=
Naſſauiſchen Hüttenverein konnte der Abſatz geſichert und durch
wechſelſeitigen Austauſch markſcheidender Feldesteile für eine
möglichſt wirtſchaftliche Ausnutzung der Grubenanlagen geſorgt
werden. Auf der Grube Königszug wurden im Jahre 1934
94 146 Tonnen Eiſenerze gefördert gegenüber nur 32 172 Tonnen
in 1933. Auch im neuen Betriebsjahre iſt die Förderung gleich
günſtig, was auch auf die Privatgruben zutrifft.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Neue Reichsſchatzanweiſungen. Nach der Einlöſung der letz=
ten
Fälligkeiten ſind angeſichts der ſtarken Nachfrage nach Reichs=
ſchatzanweiſungen
inzwiſchen zwei neue Emiſſionen per 15. Juni
1936 mit 3½ Prozent und per 18. Mai 1937 mit 3½ Prozent aus=
gegeben
worden. Außerdem gelangen nach wie vor 4½prozentige
Schatzanweiſungen per 1. 12. 1938 mit 100½ Prozent abzüglich
½ Prozent Bonifikation für Bankiers zum Verkauf.
Neubauten der deutſchen Afrika=Linien. Die deutſchen Afrika=
Linien haben bei der Werft von Blohm u. Voß den Bau von zwei
großen Paſſagierdampfern in Auftrag gegeben. Die beiden
Schiffe, die für den Schnelldienſt nach Südafrika beſtimmt ſind,
werden 16 000 Bruttoregiſtertonnen meſſen und zur Aufnahme von
150 Fahrgäſten in der erſten und 350 in der Touriſtenklaſſe aus=
geſtattet
. Im erſten Vierteljahr 1937 werden die neuen Schnell=
dampfer
in Dienſt geſtellt werden.
Sperrmarkabgabe für holländiſche Reiſende nach Deutſchland
neu geregelt. Nach Amſterdamer Blättermeldungen iſt eine
deutſch=niederländiſche Vereinbarung getroffen worden, nach der
Holländer, die nach Deutſchland reiſen, künftig 20 Prozent der
auf Reiſemark lautenden Schecks zum Reichsmarkpreis kaufen
müſſen. Nur 80 Prozent ſind zum Sperrmark=Kurs erhältlich.
Die Neuregelung tritt mit ſofortiger Wirkung in Kraft. Zweck
dieſer Maßnahme iſt, daß ein Teil des Kaufpreiſes für die Reiſe=
mark
=Schecks auf Clearing=Konto eingezahlt wird. Den in Hol=
land
wohnenden Perſonen iſt es unter Strafe verboten, ihre
Reiſemark=Schecks außerhalb Hollands zu verkaufen. Die Reiſe=
mark
=Scheckkäufe werden durch Paßeintragungen kontrolliert.
Bananeneinfuhr als Kompenſationsgeſchäft. Die Deutſch=
Weſtindiſche Bananengeſellſchaft, in deren Händen die Bananen=
einfuhr
in Bremerhaven lag, wird in abſehbarer Zeit ihren hie=
ſigen
Betrieb ſchließen, da zukünftig Bananen nur noch auf dem
Wege der Kompenſationsgeſchäfte eingeführt werden.
Heſſen=Naſſauiſche Gas A.=G., Frankfurt a. M.=Höchſt. Seit
1930 weiſt die Gasäbgabe der Geſellſchaft erſtmals wieder eine
Zunahme auf. Gegenüber dem vorhergehenden Jahre ergab ſich
eine Steigerung in 1934 um 2,2 Prozent. Im Berichtsjahre ſtie=
gen
außerdem die Kohleverarbeitung und der verkaufsfähige
Koksanfall. Der Teeranfall und die Benzolerzeugung wieſen
einen leichten Rückgang auf jedoch lag der erzielte Durchſchnitts=
erlös
bei Benzol etwas höher als im Vorjahre. Im abgelaufe=
nen
Jahre konnten 465 neue Gasanſchlüſſe hergeſtellt werden. Der
Umſatz in Gasgeräten hat ſich gegenüber dem Vorjahre faſt ver=
doppelt
. Der Bruttogewinn aus dem Gasgeſchäft ſtellt ſich auf
1,508 (1,483) Mill. RM. Nach Abſchreibungen auf Anlagen von
0,25 (0.23) und anderen Abſchreibungen von 37 281 (42917) RM.
ergibt ſich einſchließlich des Vortrages aus dem Vorjahre von 3459
RM. ein Reingewinn von 283 655 (284 202) RM., aus dem wieder
4½ Prozent Dividende ausgeſchüttet werden ſollen.

Berliner Kursbericht
vom 19. Juni 1935

Deviſenmarkt
vom 19. Juni 1935

Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Banl
Hapag
Norbd. Llohd
A. C. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
DeutſcheCont. Gas
Deutſche Erdöl

Ne
91.50
91.50
3a.
25.50
45.
123.
124.50
101.
118.25
153.25
136.
110.50

We
J. G. Farben
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſenund 1
Köln=Neueſſen
Vereinigte Glanzſt.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
glöckhnerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.

Aec
150,25
127.125
110.50
104.75
165.
91.50
120.50
98.
124.25
85.125
72.

Wee
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ka
Weſtdte. Kaufho
Verein. Stah werke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
Vogel Telegr. Draht
Wanderer=Werke

7Nrc
10.50
124.25
178.
36.75
82.875
120.25
96.50
14.50
123.50
58.75
124.50
120.
139.

Aegypten
Urgentinien
Belgien.
Braſilien
Bulgarie:
Canada.
Dänema=
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland.
Ssland

Kie
1ägypt. 4
1 Pap. Peſo
100 Belga
1 Milreis
100 Leva
1canad. Doll.
100 Kronen
100 Gulden
14.Sg.
100 eſtl. Kr.
100 finn. Mk
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden
100 isl. Kr.

Ret
12.53
0.659
41.98
0.149
3.047
2.477
54.62
46.32
12.23
68.43
5.39
16.38
2.353
188.36
55.35

Briei=
12.56
0.S62
42.0e
0.151
3.053
2.481
54.72
46.92
12.26
68.55
5.40
16.32
2.351
3168.70
3 55.47

Italien
Japan
Jugoflawier I.
Lettland .
Norwegen
Oeſterreich
Portugal.
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſtowak.
Türkei
ungarn
Uruguay
Ver. Staa e!

Mie
100 Lire.
1 Yen
100 Dina
100 Lats
100 Kronen
100 Schilling
100 Eseudos
100 Kronen
100 Franes
100 Peſetas
100 Tſch.=Kr.
1türk. 4
100 Peng d
1 Goldpe ſo
1 Dollar

GeldBrief

Surmſtädter und Karionalbane Sarmſtadt, Mihute ber Aresoner Bunk

Frankfurter Kursbericht vom 19. Juni 1935.

Kee
Gr. IIp. 1934
1935
1938
1937
1938
Gruppel ..
5% Dtſch. Reichsanl.
5½0Intern.,vp. 30
4½%Baden b. 27
4½ %Bahern v. 27
4½%Heſſen, . v. 28
4½% .b.29
41% Preuß. v. 28
4½%Sachſen v. 27
4½%Thüringen 27
6% Dt. Reichsbahn=
Schätze .......
59 Dt. Reichspoſt=
Schätze ......
4½%.......
Dtſch. Anl. Ausl.
*½, Ablöſung..
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
...
4½%Bad.=Baden
4½%Berlin .v. 24
41 %Darmſtadt .
Dresden v.26
½ %Frankfurt 28
%Heidelberg 20
JMainz.. ..
2Mannheim2?
4½ %Münchenv. 29
4½%Wiesbaden28
4½%Heſſ. Landesb
4½% Goldobl.
5½% Heſſ. Landes=
hyb
.=Bk.=Liquib.

103.6
105.3
108,2
106.8
105.7
106.4
99.75
97.5
96.75
98.25
97.5
98.5
108
96.5
96.75
100.5
100.3
100.
112.8
10.4
91,
95
89.5
921
90.5
92
91.25
95.25

96.5
941,

100.5

42 %beſ. Landhyp!
Komm.=Obl. ..
4½% Prß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
4½% Goldoblig.
4½%0 Landeskom.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R. 111
4½ %0 desol. R.12
4½% Kaſſ. Landes.
kreditk. Goldpfb.
4½%Naſſ. Landes=
bank
Goldpfb...
5½% Lig.=Obl.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.-Anl.
*Ausl. Ser. 1
FAusl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
4½ % Berl. Hhp. B.
Lig.=Pfbr.
41. %Frf.Hhp.=B.
1½a %0 n Lig.=Pfbr.
%. Goldoblig.
4½% Frkf. Pfbr. B.
Lig=Pfr.
½ Mein, Hyp. B.
Lig.=Pfr.
½% Pfälz. Hhp.B.
Lig.=Pfb.
% Nh.Oyp.=Bk.
Lig.=Pfr.
Goldobl.
4½ BSüdd Boden;
(red.=Bank..
5)
Lig.=Pfbr.
4½ %Württ. Hyp.
6%Daimler=Benz=
2 Dt. Linol. Werke
%o Klöcknerwerke.

95.75
96.75

A
96

96.75
100

1152/,
130
211,
95.5
100.5
96
100,8
933),
96
101/,
96.5
101.25
97.25
1011),
96
101.5
95.75
G
1011
98.5
103.5
102.5
101/.

89Mainkrw. b. 261
6%Mitteld. Stahl.
5% NeckarAl. G. v. 253
625 Rh. Stahl v.25
62 Salzmann cCo.
6%Ver. Stahlwerke
5% RM.=Anl.
43%
4½9
6% Voigt & Häffner
J. G. Farben Bonds
5%Bosn. 2. E. B.
L.Inveſt.
53Bulg. Tab v.0s
4½20 Oſt. Schätze
4%Oſt. Goldrente.
5%vereinh. Rumän
4½%
420
1 %Türk. 1. Bagdad
II.Bagdad
47,
4½%ungarn. 1913
1914
4½%0
4%
Goldr.
1910
4%
4½Budp. Stadtanl.
4½Liſſabon. . ....
4%Stockholm. . . .

Aktien.
Accumulat.=Fabrit
Alg. Kunſtzide Unie
A. E. G.......
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff.
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, J. P.
Berl. Kraft u. Licht
Brauhaus Nürnbg.

a
99
102
97.5
101.75

Aaage
131.25
15.5
15.5
3=
32
6.05

Kuc
*

174.25
64
44.5
133
116
85.75
129
125
139
136

Mit
Cement Heidelberg
Karlſtadt.
F. G. Chemie, Baſe
Chem.Werke Albert!
Chade (A=C) .....!"
Contin. Gummiw.
Contin.=Linoleum:
Daimler=Benz ..
Dt. Atl. Telegr. ..
Erdöl
Dt. Gold=u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt.
Linoleum
Dortm. Ritterbräu
Oyckerhoffe Widm.
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Enzinger Union ..
EſchweilerBergwerk!;
Eßling. Maſchinen.
Export=Malzfabri!.
Faber & Schleicher.
Fahr, Gebrüder.
J.G6. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt & Guillegume
Frankfurter Hof ..
Geſ.f.elektr. Untern.
Goldſchmidt, Th..
Gritzner=Kayſer=
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft. 1
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerle Füſſen
Harpener Bergbau 1
Henninger, Kempf
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm
Hochtief Eſſen ..../1
olzmann Phil.

W
118,
135
143.25
103.5
296.5
154,75
185
92.75
115.5

232
160,
92"
92
1114.5
1127.5
104.5
262
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159
130
150
77.5
99.25
s5
127
103.25
394),
198.75
101.5

zu,
60
113.2:
118

K u
Genüſſe
Junghans .......
Kali=Chemie.
Aſchersleben
glein, Schanzlin.
Klöcknerwerke
Knorr C. H.
Konſerven Braun,
Lahmeyer & Co.
Laurahütte ..
Lech, Augsburg..
Lokomf. KraußéCo.
öwenbr. Münch.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz=Akt.Br.
Mannesm.=Röhren
Mansfeld. Bergb.
Metallgeſ. Frankf..
Migg, Mühlenbau.
Moenus ........
MotorenDarmſtadt
Neckarwerk Eßling.
Odenw. Hartſtein.
Park=u. Bürgerbr.,
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm
Stahlwerte ..
Niebeck Montan..
Roeder, Gebr. ..!
Rütgerswerſe ....!
Salzdetfurth Ka.
Salzw. Heilbronn.
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfabr.
Schuckert, Elektr.
Schwartz, Storchen!=
Siemens & Halske
Reinigerwerke
Südd. Zucker=A. G.
Tellus Bergbau".
Thür. Liefer,Ge‟..

156.5
129.5
89.5
121.5
96
98.5
186
67.75
128.5
23.25
98
108
211
89.5
85.75
117.
106
86.5
5.
112
228.5
133
112:1,
106
104
24

178
32.5
118).
114
173.75
188.5

Mee 3
Ver, Stahlwerke ..
Ver, Ultramarin ..!
Beſtdte. Kaufhof.
Weſteregeln Ka 1
Zellſto /Waldhof.
Alg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bant...
Bk. f. Brauinduſtr.
Baher. Hhp. u. W.
Berl. Handelsge ..
Hypothelbk.
Comm. u. Privatbl.
Dt. Ban 1u. Dise.
Dt. Eff. u. Wechſel,
Dresdner Ban 1...
Frankf. Bank. . ..
Shp.=Ban
Mein, Hyp.=Ban1.
Pfälz. Hhp.=Bank.
Reichsbank=Anl.
Rhein, Hhp.=Bank.
Südd. Bod.Cr. Bk.
Württ Notenban!
A.,G. .Verlehrsw
Allg. Lokalb. Kraftu
72 Dt.ReichsbVzg.

Hapag ........

Lübeck=Büchner..
Nordd.=Llohzd
Südd. Eiſenb. Ge
Allianz= u. Stuttg.
Verſicherung .
Verein. Verf
Frankona Rück=u. Ml:
Mannh. Verſich.
Otavi Minen
Schanzung Handels

99.5

[ ][  ]

Seite 12 Nr. 167

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

ROMAN

WoLECANG MARKEN
(16

Eine unbeſtimmte Angſt überfiel den Geneſenden. Poeck war
jünger als er und ein ſchöner, ſympathiſcher Menſch; war' da nicht
möglich, daß ſich dem Arzt Margaretes Herz zuneigte?
Der Gedanke, Margarete jetzt zu verlieren, war Rapp uner=
träglich
.
Er atmete erſt wieder auf, als man im heiteren Geſpräch bei=
ſammenſaß
.
Ich bin eigentlich wegen des morgen ſtattfindenden Termins
zu Ihnen herausgekommen, ſagte der Arzt.
Termin?
Ja, erklärte Margarete, morgen iſt doch der erſte Verhand=
lungstag
in dem Prozeß gegen Ihre Stiefgeſchwiſter.
Rapps Geſicht verdüſterte ſich.
Verhandlung? Daß es dazu kommen muß! War die Sache
nicht anders zu ordnen?
Nein, ſagte Dr. Poeck hart. Herr von Rapp, das ging
nicht. Bedenken Sie, was alles noch geſchehen kann, wenn man
einen verbrecheriſchen Arzt nicht unſchädlich macht.
Ja, ja, das ſtimmt ſchon.
Ein ſolcher Kerl darf nicht frei herumlaufen, ſagte Poeck
mit Nachdruck. Wenn er ſeines Ranges als Arzt entkleidet iſt,
dann iſt ihm zum größten Teile auch die Möglichkeit genommen,
ſich Gifte und auch gefährliche Medikamente zu verſchaffen.
Recht haben Sie, Doktor, aber bitter bleibt es doch für mich.
Sie werden das Unangenehme bald überſtanden haben, Herr
von Rapp. Ihre Ausſage kommt gleich zu Anfang. Dann iſt die
Sache für Sie erledigt. Oder hat am Ende Ihr Herz an Ihren
Stiefgeſchwiſtern gehangen?
Nein, gut leiden habe ich nur Bertie können. Steht er auch
unter Anklage?
Ja, das war nicht zu vermeiden. Aber ich bin überzeugt,
daß man ihn freiſprechen wird. Sie haben übrigens die Möglich=
keit
, ſich für ihn einzuſetzen.
Das will ich gern tun! Was meinen Sie, wie das Urteil für
die anderen lauten wird?
Auf Zuchthaus! Dr. Szola dürfte nicht unter zehn Jahren
wegkommen, es müßte denn ſein, daß das Gericht den Giftmord=
verſuch
nicht als erwieſen anſieht. Uebrigens habe ich von Staats=
anwalt
Klotz erfahren, daß die Mutter der Angeklagten in Ham=
burg
eingetroffen iſt.

Rapp zuckte zuſammen.
Frau Ilonka ... meine Stiefmutter! Die meinen armen
Vater auf dem Gewiſſen hat. Wenn ich einen Menſchen in mei=
nem
Leben gehaßt habe, dann wars dieſe Frau!
Ich fürchte, Sie werden morgen dieſe Frau wiederſehen.
Wer weiß, vielleicht kommt ſie ſogar noch zu Ihnen. Staatsanwalt
Klotz ſagte mir, daß ſie in geradezu fanatiſcher Weiſe für ihre
Kinder eingetreten ſei.
Das iſt ihr gutes Recht als Mutter, entgegnete Rapp ernſt.
Und wenn ſie ſich an Sie wendet?
Ich will ſie nicht ſehen! Dieſe Frau, die meinen Vater, den
beſten Menſchen, denn ich je gekannt habe, belog und betrog, die
ſeinen Namen dem Spott preisgab .. . nein, nein .. . dieſer Frau
könnte ich keine Bitte erfüllen.
Rapps Geſicht hatte einen ſtrengen Ausdruck angenommen,
es war ſo hart, wie es früher oft geweſen.
Anderntags fand der Prozeß ſtatt. Georg von Rapp wurde,
wie erwartet, gleich zu Anfang vernommen. Er machte in klaren
Worten ſeine Ausſage. Warm ſetzte er ſich dabei für Bertie
Szola ein.
Dann wurden die Zeugen Dr. Poeck und Schweſter Mar=
garete
verhört.
Dr. Poecks Ausführungen belaſteten die Angeklagten ſchwer.
Sachlich ſetzte der Arzt dem Gericht ſeine Meinung über den
verſuchten Giftmord auseinander, ſchilderte dann den zweiten An=
ſchlag
gegen das Leben Georg von Rapps und vertrat erbar=
mungslos
den Standpunkt, daß es ſich in beiden Fällen um ver=
ſuchten
Mord handle.
Die Ausſage des Steuermanns Jochen Pillau erhärtete dieſe
Anſicht.
Frau Ilonka Szola, die Mutter der Angeklagten, war zur
Verhandlung nicht erſchienen. Niemand ahnte, daß ſie am Tage
vorher die Frau ihres Sohnes und ihre Tochter Margarete be=
ſchwatzt
hatte, ihr das noch vorhandene Geld anzuvertrauen, und
daß ſie ſich jetzt mit zehntauſend Mark auf der Reiſe nach ....
Monte Carlo befand.
Am nächſten Tage wurde das Urteil geſprochen.
Das Gericht verurteilte Dr. Szola wegen verſuchten Mordes
zu fünfzehn Jahren Zuchthaus. Margarete Berching wegen Bei=
hilfe
zu zehn Jahren. Ihr Ehegatte erhielt vier Jahre Gefängnis,

Donnerstag, 20. Juni 1935

und der andere Helfer kam mit einer gelinden Freiheitsſtrafe
davon.
Georg von Rapp brauchte einige Tage, um ſich von der ſeeli=
ſchen
Erſchütterung zu erholen. Dann aber brach die Freude am
Leben wieder durch.
Eine Woche ſpäter fuhr er zum erſten Male nach ſeiner lan=
gen
Krankheit ins Geſchäft und nahm ſeine Arbeit auf.
Es galt, den großen Abſchluß mit China unter Dach und Fach
zu bringen.
Die Angeſtellten der Firma Rapp ſtaunten, als ſie ihren Chef
wiederſahen.
Welch eine Wandlung war mit ihm vorgegangen! Aeußerlich
ſchon wirkte er ganz anders. Er hatte nicht mehr die mächtige Ge=
ſtalt
von früher, Georg von Rapp war ſchmal und ſchlank ge=
worden
.
Eines fiel allen beſonders auf: Der Ton ſeiner Stimme hatte
ſich gänzlich geändert. Das war nicht mehr das meſſerſcharfe Ot=
gan
, das früher manchem durch Mark und Bein gegangen war=
wenn
der Chef in Zorn geriet, was allerdings ſehr ſelten vorkam.
Die Stimme war jetzt dunkler, klangvoller, ja ſogar weicher,
und manchem erſchien es, daß ſie auch herzlicher geworden war.
Nur die Augen waren dieſelben geblieben. Die alte Schaf=
fensfreude
und Tatkraft leuchtete aus ihnen.
Monatelang war Georg von Rapp ſeinen Geſchäften fern ge=
weſen
und jetzt, als er die Zügel ſeines großen Betriebes wieder
in die Hand nahm, ſpürte es keiner.
Der Direktor des großen Exporthauſes hatte zwar in dieſen
Tagen nichts zu lachen. Rapp nahm ihn ſtark in Anſpruch, er ar=
beitete
mit ihm alle Unterlagen des umfangreichen Chinageſchäf=
tes
gründlich durch.
Es drehte ſich um ein laufendes Austauſchgeſchäft zwiſchen
dem Handelshauſe Rapp und der großen Pekinger Exportfirma
Marſhall Sons.
Marſhall Sons hatte große Niederlaſſungen in Peking,
Schanghai und anderen bedeutenden Städten. Sogar auf den
Philippinen waren ſie vertreten.
Das Exporthaus kaufte Tee, Sojabohnen, Reis und andere
Landesprodukte und lieferte dafür Werkzeuge, Maſchinen, vor
allem landwirtſchaftliche Maſchinen, Düngemittel und vieles
andere.
Es war nicht leicht, das Geſchäft zum Abſchluß zu bringen.
Beide Firmen hatten langwierige Verhandlungen mit ihren
Regierungen zu führen, die beſonders der Regelung der Zollfrage
galten.
Aber die Angelegenheit war ſoweit gediehen, daß berechtigte
Hoffnung auf einen günſtigen Abſchluß beſtand.
Von dieſem Chinageſchäft erzählte Georg von Rapp am Abend
des nächſten Tages, als er mit Maragrete eine Motorbootfahrt
auf der Elbe unternahm, und er freute ſich, welches Intereſſe das
Mädchen für ſeine Ausführungen zeigte.
(Fortſetzung folgt.)

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