Einzelnummer 10 Pfennige
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Tat
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Ter
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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ſt M. 2.—. poſtbezugspreis M. 2.40 einſchl.
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Montag, den 11. Februar 1935.
Nummer 42
197. Jahrgang
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DD. Bank und Darmſtädter und Nationalbani.
der Augenblick der Entſcheidung!
Südafrika warnk Europa!
neral Smuks für Gleichberechkigung Deutſchlands
Kapſtadt, 10. Februar.
ſn einer für das Südafrikaniſche Inſtitut für Außenpolitik
be=
mten Erklärung, die wegen ſeiner Erkrankung nicht von ihm
verleſen werden konnte, tritt der ſüdafrikaniſche führende
utsmann Smuts für Deutſchlands Gleichberechtigung ein.
its betont, daß Deutſchlands Gleichberechtigung vorbehaltlos
kannt werden müſſe und fügt hinzu, daß nichts unverſucht
ge=
n werden ſollte, um Deutſchland zur Rückkehr in den
Völker=
zu bewegen. Zu dem in dem Londoner Protokoll
vorgeſchla=
n Luftpakt erklärte Smuts, daß dieſe Konvention ſcheitern
te, falls nicht gleichzeitig damit ein Abkommen über eine all=
ine Abrüſtung erzielt werden könnte.
Weiter unterſtrich Smuts die Notwendigkeit einer
engliſch=
ikaniſchen Zuſammenarbeit, wobei der General anregte, daß
ſichts der beſtehenden geſpannten Lage dieſe Zuſammenarbeit,
llein den Frieden der Welt gewährleiſten könnte,
augenſchein=
zum Ausdruck gebracht werden müßte, als dies bisher der
geweſen ſei. Dabei ſprach Smuts ausdrücklich von
einem engliſch=amerikaniſchen Pakt,
wie er betonte, von den engliſchen Gliedſtaaten
rüßt werden würde. Die ſehr ausführliche Erklärung,
Verleſung über eine Stunde in Anſpruch nahm und die in
lanzen Welt ein lautes Echo auslöſen dürfte, geht von der
usſetzung aus, daß der Gefahrenpunkt heute im
ifiſchen Ozean liege. Die
Auseinanderſet=
gen in Europa bezeichnete Smuts als einen „
Fami=
ſtreit”, der bedeutungslos ſei gegenüber den
in Aſien anbahnenden Entwicklungen. „Wäh=
Europa heute von einem Kampf um einander entgegengeſetzte
e zerriſſen wird,” betont Smuts, „erwacht das ſchlummernde
misl An der Spitze dieſer Bewegung ſteht Japan, eine
Groß=
die bereits Rüſtungsgleichheit mit den beiden größten
ächten der Welt beanſprucht. Die Politik, die Japan heute
erbelll st, beſchwört die Gefahr herauf, das der Pazifiſche
an zum Mittelpunkt gigantiſcher
Ausein=
erſetzungen wird, eine Auseinanderſetzung, in die Japan,
etrußland, China, die Vereinigten Staaten, England, Ka=
Auſtralien, Neuſeeland und Indien hineingezogen werden
ſt. Die außenpolitiſche Lage der Welt iſt heute einer
grund=
den Veränderung unterworfen, und Länder, die ſich bisher
ihre Entfernung von Europa ſicher gefühlt haben, ſtehen in
E, in neue Konflikte hineingezogen zu werden. Falls Japan
äckig bleibt und an ſeiner gegenwärtigen Politik feſthält, die
vem Seerüſten führen muß und die Unabhängigkeit Chinas
ſamit den Frieden Oſtaſiens bedroht, werden die übrigen
ſe am Pazifiſchen Ozean gezwungen ſein, ſich entſprechend
lichten.
ortfahrend betont Smuts, daß gerade unter dieſem
Geſichts=
die engliſchen Gliedſtaaten die Herſtellung enger
Be=
igen zwiſchen England und den Vereinigten Staaten
herbei=
hten. Falls dieſe beiden Mächte wirklich
zuſammenarbei=
würde das wahrſcheinlich bereits genügen, die Gefahren im
iſchen Ozean zu bannen.
Auf lange Sicht geſehen,” erklärte Smuts abſchließend, „iſt
was jeden Tag deutlicher wird, die geſamte
liſation gefährdet. So, wie die Dinge liegen, iſt
Fundament der europäiſchen Ziviliſation
mehr ſicher. Der Augenblick der Entſchei=
* iſt herangekommen, und man muß hoffen,
die europäiſchen Staatsmänner ſich dieſer
nde würdig zeigen. Vielleicht gelingt es Europa, die
Ing der Welt zurückzugewinnen und wieder zum Bollwerk
itviliſation zu werden, die es ſelbſt geſchaffen hat. Wenn
elingt, wird dem großen Krieg der große Frieden folgen,
2ie Welt herbeiſehnt.”
Berordenkliches Aufſehen über die Smuks=Rede
in London.
DNB. London, 10. Februar.
Nie Rede, die General Smuts am Samstag in Kapſtadt über
lternationale Lage gehalten hat, erregt in London
außer=
lliches Aufſehen. Da der Wortlaut der Rede erſt am
ſpä=
dend vorlag, fehlt es vorerſt noch an redaktionellen Aeuße=
I, doch läßt die ausführliche Wiedergabe und die Aufmachung
Sde in der engliſchen Sonntagspreſſe bereits die Bedeutung
Een, die auch England den Aeußerungen des Generals
bei=
der in einem Sonntagsblatt „einer der größten Staats=
E* des Empire” genannt wird. Hervorgehoben werden be=
SS die Stellen der Rede, in denen Smuts den Stillen Ozean
** neue und wichtigſte Gefahrenquelle der Welt nennt. Das
SIen des ſüdafrikaniſchen Politikers für eine möglichſt enge
ienarbeit des Britiſchen Reiches mit den Vereinigten
Staa=
m Intereſſe einer Minderung der aus dem Fernen Oſten
Uden Gefahren wird in London um ſo mehr begrüßt, als ein
Zuſammenwirken ſeit einiger Zeit bereits zu den
welt=
ſchen Tatſachen gehören dürfte.
Debakken in Paris.
Sit und gagen Annäherung an Deutſchland.
EP. Paris, 10. Februar.
einem Pariſer Theater ſprachen der bekannte kriegsblinde
Lionete Scapini und der innenpolitiſche Chefredakteur des
2e Paris”, de Neryllis, beides ehemalige Kriegsteilnehmer,
Ie für, der andere gegen die deutſch=franzöſiſche Annäherung.
Scapini, der bei Ausbruch des Krieges 21 Jahre alt
war, den ganzen Krieg bis zu ſeiner vollſtändigen Erblindung
mitmachte, vertrat vor dem zahlreichen, aus den beſten Pariſer
Kreiſen zuſammengeſetzten Publikum mutig den Standpunkt der
Ausſöhnung zwiſchen Frankreich und Deutſchland. Man müſſe
alles tun, um eine neue Kataſtrophe zu vermeiden. Scapini hat
jedoch wenig Vertrauen in den Völkerbund. Die Bündnispolitik,
wie Frankreich ſie vor dem Kriege getrieben habe, würde genau
wie 1914 zum Kriege führen. Das einzige Mittel ſei eine direkte
Verſtändigung, ein Modus vivendi zwiſchen
Frank=
reich und Deutſchland. Gewiß verkenne er die
Schwierig=
keiten nicht, die ſich in all den letzten Jahren der deutſch=
fran=
zöſiſchen Verſtändigung entgegengeſtellt hätten. Heute
be=
herrſche eine Tatſache alles andere: die
Wirtſchafts=
kriſe und das drohende Elend für alle. Der
Red=
ner unterſtrich das Wort alle. Dieſe Gefahr müſſe Europa zur
Vernunft bringen. Weiter erklärte der Abgeordnete, daß die
ehemaligen deutſchen und franzöſiſchen Frontkämpfer ſehr wohl
gute und fruchtbare Beziehungen miteinander unterhalten
könn=
ten. Die von den Frontkämpfern gemachten Verſuche vor der
Volksabſtimmung im Saargebiet ſeien ein Beweis dafür.
Henry de Keryllis, der Kriegsflieger war und in
die=
ſer Eigenſchaft an einem Sonntag Bomben auf einen Karlsruher
Zirkus abwarf, wobei über 200 Kinder getötet wurden,
antwor=
tete Scapini, indem er zuerſt die Behauptung aufſtellte, daß ganz
Deutſchland von einem Revanchegeiſt beſeſſen ſei. Er begründete
dies damit daß „Deutſchland in ſeinen Grenzen erſticke” und
des=
halb eine Erweiterung ſeiner Grenzen notwendig ſei. Der
Red=
ner ſprach ſich weiter für eine Bündnispolitik
Frank=
reichs aus. Dieſe habe im Jahre 1914 ausgezeichnete
Ergeb=
niſſe gezeitigt, denn 20 Nationen ſeien damals Frankreich zu
Hilfe gekommen. Keryllis war im übrigen der Anſicht, daß der
Frieden aufgezwungen werden müſſe, und beſtritt zum Schluſſe
ſeiner Hetzrede den ehemaligen Kriegsteilnehmern das Recht,
direkte Fühlungnahme aufzunehmen.
Scapini erwiderte, daß die franzöſiſchen Kriegsteilnehmer
ge=
rade wegen des Verſagens der von Keryllis geprieſenen
Staats=
autorität mit den ehemaligen deutſchen Kriegsteilnehmern in
Fühlung getreten ſeien, um Schlimmſtes zu verhüten. Wenn
man auf die Staatsautorität in Frankreich warten wolle, ſei es
wahrſcheinlich zu ſpät.
Keryllis entgegnete, daß er den ehemaligen franzöſiſchen
Kriegsteilnehmern nur das Recht zuerkenne, die Jugend zu
füh=
ren, ihre Moral zu heben und von der Regierung die zweijährige
Dienſtzeit und die Erhöhung aller franzöſiſchen Rüſtungen zu
Land, zu Waſſer und in der Luft zu fordern.
Das Publikum verfolgte die Diskuſſion mit großem
Inter=
eſſe und zollte beiden Rednern Beifall.
Kommuniſt ſchießt Saardeulſchen nieder.
DNB. Saarbrücken, 10. Februar.
In der Wirtſchaft „Zur Stadt Straßburg” in der Nähe der
Polizeidirektion kam es am Samstag abend zu einer Schlägerei
mit bekannten Separatiſtenhäuptlingen, in deren Verlauf der
ehemalige Leiter des Abſtimmungsbüros der Einheitsfront im
Gebäude der Arbeiterwohlfahrt — von dem die 100 000
Ein=
ſprüche gegen die Abſtimmungsberechtigung von Mitgliedern der
Deutſchen Front ausgingen —, der Kommuniſt LHoſte, einen
jun=
gen Mann durch einen Revolverſchuß ſchwer verletzte.
Die Wirtſchaft „Zur Stadt Straßburg”, iſt ein bekanntes
Separatiſtenlokal. An einer Wand der Wirtsſtube ſind Hammer
und Sichel angemalt. Hieran nahmen am Samstag abend gegen
20 Uhr einige junge Leute Anſtoß. Sie fanden Widerſpruch bei
den Stammgäſten des Lokals, einer Reihe bekannter
Kommu=
niſten und Separatiſten. Es kam zu einer Auseinanderſetzung.
Schließlich zog L'Hoſte einen Revolver und ſchoß den 20jährigen
Joſef Hubertus nieder. Die inzwiſchen alarmierte Polizei ſchritt
ein und nahm einige Verhaftungen vor. L'Hoſte wurde in Haft
behalten. Hubertus iſt im Krankenhaus ſofort operiert worden;
die Kugel wurde aus der Bruſt entfernt. Sein Zuſtand war am
Sonntag befriedigend.
Eine kapfere Saardeukſche geſtorben.
DNB. Merzig, 10. Februar.
Die Witwe Johannes, die ihres Stimmrechts verluſtig
ge=
gangen war, weil ſie bei der Abſtimmung im Schweſternhaus in
Mettlach erklärt hatte: „Ich bin deutſch geboren und will auch
deutſch ſterben!” iſt im Alter von 85 Jahren in ihrem Heimatort
Beſſeringen bei Merzig geſtorben. Ihr Ausſpruch war zu einem
geflügelten Wort im Abſtimmungskampf geworden. Aus dem
Reich waren ihr unzählige Anerkennungen für ihr mutiges Wort
und viele Geſchenke zugegangen.
Troh außerordenklich ſchwieriger Finanzlage
ungekürzkes Rüſlungsbudgek in Rumänien.
Die außerordentlich ſchwierige Finanzlage des Landes hat
die Regierung gezwungen, die Ausgaben ſämtlicher Miniſterien,
mit Ausnahme des Kriegsminiſteriums um zehn Prozent zu
kürzen. Jede ſtaatliche Bautätigkeit wird für das laufende
Haus=
haltsjahr eingeſtellt; weiter dürfen keinerlei Ernennungen von
Zivilangeſtellten mehr erfolgen. Der Fehlbetrag des
Staats=
haushalts beläuft ſich auf 2½ Milliarden Lei. Die radikalen
Maßnahmen der Regierung ſollen Erſparniſſe von zwei
Mil=
liarden Lei erbringen.
Ueber die Rüſtungspolitik der Regierung entſpann ſich
im Miniſterrat eine lebhafte Ausſprache. In ſeiner Eigenſchaft
als Rüſtungsminiſter erſtattete Miniſterpräſident Tatarescu
Be=
richt über die mit den tſchechiſchen Skodawerken geführten
Ver=
handlungen, deren Ziel größere Rüſtungslieferungen der
tſchechi=
ſchen Werke nach Rumänien ſind. Der Vorſitzende der
Regie=
rungspartei, Bratianu, der für den Ausbau der rumäniſchen
Rüſtungsinduſtrie eintritt, um von der ausländiſchen
unab=
hängig zu ſein und dadurch Erſparniſſe zu erzielen, drang mit
ſeinen Anſichten nicht durch. Der Miniſterrat genehmigte nach
heftigen Auseinanderſetzungen den Bericht Tatarescus.
Subvenkionen als Rekkungsanker.
Frankreich hat uns durch den Verſailler Vertrag den größten
und wertvollſten Teil unſerer Tonnage auf dem Rhein
abgenom=
men und ſie zuſammen mit den auf Reparationskonto gebauten
und abgelieferten Dampfern und Laſtkähnen in der Hauptſache der
Compagnie Genérale pour la Navigation du Rhine zugewieſen.
Dieſes Unternehmen iſt in ſtärkſtem Maße vom franzöſiſchen Staat
abhängig, während es Privatreedereien, die die franzöſiſche Flagge
auf dem Rhein zeigen, nur in ganz beſcheidener Zahl gibt. Die
Cie. Genérale hat jetzt einen neuen Zuſchuß in Höhe von 14
Mil=
lionen Franken vom Staat zugewieſen erhalten, obwohl aus den
Geſchäftsberichten hervorgeht, daß ſie recht gut verdient und daß
eigentlich keine Veranlaſſung beſteht, ſie zu ſubventionieren. Da
zurzeit auf dem Rhein noch immer keine Einigung über die
Frach=
tenfrage erzielt iſt und die Schiffe ſich gegenſeitig die Aufträge
abzujagen ſuchen, liegt natürlich die Vermutung nahe, daß mit
Hilfe dieſer Subventionen die Konkurrenzfähigkeit der Franzoſen
geſtärkt werden ſoll. Die 14 Millionen würden ſich alſo zu
Un=
gunſten der deutſchen Rheinſchiffahrt auswirken. Aber auch hier
muß erſt abgewartet werden, wie ſich die Dinge in der Praxis
auswirken werden. Es ſieht eher ſo aus, als ob der
Geſchäfts=
bericht der C.G. nur deswegen ſo günſtig auffriſiert wurde, um
die tatſächlichen Schwierigkeiten zu verſchleiern, die lediglich der
Regierung zur Kenntnis gebracht wurden. Wenn ſie ſich alſo
entſchloſſen hat, 14 Millionen beizuſteuern, dann iſt das wohl
ge=
ſchehen, um die franzöſiſche Rheinſchiffahrt vor einer ſchweren
Kriſe und die C.G. vor dem Zuſammenbruch zu bewahren. Trifft
dieſe Vermutung zu, dann braucht man wegen der Zukunft der
deutſchen Rheinſchiffahrt weniger beſorgt zu ſein, denn wenn die
Franzoſen trotz der gewaltigen Tonnage, die ſie ſich auf
Deutſch=
lands Koſten zulegten, und trotz ihrer finanziellen Stärke nicht in
der Lage ſind, ſo zu wirtſchaften, daß ſie wenigſtens ihre
gegen=
wärtige Poſition halten können, dann wird ſich letzten Endes doch
wieder die Tüchtigkeit des Einzelnen durchſetzen.
Reichs= und Gauleikerkagung am 14. und 15. Febr.
DNB. Berlin, 10. Februar.
Wie die NSK. erfährt, findet am 14. Februar in Berlin eine
Reichsleitertagung und am 15. Februar eine Gauleitertagung
ſtatt.
An den Eröffnungsfeierlichkeiten der Deutſchen
Automobil=
ausſtellung 1935 am 14. Februar nehmen ſämtliche Reichs= und
Gauleiter teil.
*
Skeigendes Volkseinkommen.
Das Jahr 1934 hat weitere Arbeitsbeſchaffungsmaßnahmen
und eine Steigerung der Wirtſchaft erlebt. Wir ſehen die
un=
mittelbare Begleiterſcheinung vor allem in der vermehrten
Ein=
ſtellung von Arbeitskräften. Die Zahl der Lohn= und
Gehalts=
empfänger hat ſich vergrößert und damit auch das
Volks=
einkommen. Schon im Jahre 1933, alſo zu Beginn des Kampfes
gegen die Erwerbsloſigkeit, war eine leichte Steigerung des
Ge=
ſamteinkommens zu verzeichnen. Damals hielt es ſich bei
26,3 Milliarden. Im Jahre 1934 iſt es nach den vorläufigen
Berechnungen des Inſtituts für Konjunkturforſchung auf 29,6
Milliarden angewachſen. Die Steigerung beträgt 12 Prozent.
Die Grenze des Jahres 1929 mit 44,5 Milliarden liegt
aller=
dings noch in weiter Ferne. Aber eine 12prozentige
Steigerung des Einkommens iſt doch ein
hoff=
nungsvolles Zeichen. Entwickelt ſich die Ankurbelung
der Wirtſchaft in dem bisherigen Tempo weiter, dann wird in
abſehbarer Zeit das geſtechte Ziel erreicht ſein, dann wird man
auch daran gehen können, den Lebensſtandard zu erhöhen, der
im Intereſſe der Ueberwindung der Arbeitsloſigkeit vorläufig
noch im alten Umfang gehalten werden muß.
Vom Tage.
Am Samstag abend ſind auf der Grube Laurweg bei
Kohl=
ſcheid im Bergrevier Düren oberhalb der 350=MeterSohle im
Flöz Sentereck aus einer Störung große Waſſermaſſen in den
Streb durchgebrochen. Von den hier beſchäftigten acht Bergleuten
konnte ſich nur einer retten. Mit dem Tode der übrigen muß aller
Wahrſcheinlichkeit nach gerechnet werden.
Wie „Obſerver” ſchreibt, gewinnt in London die Auffaſſung
an Boden, daß Sir John Simon Berlin einen Beſuch abſtatten
werde. In amtlichen engliſchen Kreiſen ſei zwar keine
Beſtäti=
gung, aber auch kein Dementi erhältlich.
Sir John Simon erklärte zu der Behauptung einer
franzö=
ſiſchen Zeitung, daß er mit Flandin die deutſche Haltung in der
Luftpaktfrage beſprochen habe: „Dieſe Behauptung entbehrt
jeder Begründung und iſt eine reine Erfindung.”
Miniſterpräſident Gömbös und Graf Stephan Bethlen hatten
beim Reichsverweſer eine längere Unterredung, in deren Verlauf
ſie alle ſtrittigen Fragen bereinigt haben. Die in der Partei der
Nationalen Einheit aufgetauchten ſachlichen und perſonellen
Gegenſätze ſowie Mißverſtändniſſe haben durch die Unterredung
volle Erledigung gefunden. Die Regierung wird ihre Tätigkeit in
der Richtung der bisherigen Zielſetzungen auch weiterhin
unge=
ſtört fortſetzen.
Im großen Saal der Belgrader Handelskammer fand die
konſtituierende Sitzung des nationalen Ausſchuſſes der
jugoſla=
wiſch=deutſchen Handelskammer ſtatt. An der Sitzung nahmen
neben hervorragenden Vertretern der jugoſlawiſchen Wirtſchaft
auch der frühere deutſche Geſandte in Belgrad und gegenwärtige
Präſident der Berliner jugoſlawiſch=deutſchen Handelskammer,
Dufour=Peronce, teil.
Der ſpaniſche Henker, der die Todesurteile an den beiden
wegen Beteiligung am Oktoberaufſtand verurteilten Marxiſten
vollſtreckt hatte, iſt Samstag abend überfallen und ermordet
worden.
Auf dem Bahnhof Karian=Stroganowo zwiſchen Tambow und
Ohlowka (Rjaſan=Ural=Bahn) ſtießen am Sonntag ein
Perſonen=
zug und ein Güterzug zuſammen. 18 Perſonen waren ſofort tot,
neun ſchwer= und zehn leichtverletzt. Auf Veranlaſſung der
Bun=
desſtaatsanwaltſchaft der Sowjetunion wurden acht Beamte
feſt=
genommen. Die bisherigen Ermittlungen ſollen ergeben haben,
daß es ſich um eine grobe Pflichtverletzung dienſthabender
Be=
amter handelt. Von einem der Beamten namens Bogdanow ſteht
feſt, daß er betrunken Dienſt tat.
Seite 2 — Nr. 42
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 11. Februa: g5
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 11. Februar 1935
Deutſche Freiballon=Meiſterſchaffen.
Am Samstag, den 16. Februar, abends 8 Uhr findet der
Begrüßungsabend in der ſtädtiſchen Feſthalle ſtatt. Der
Vorver=
kauf beginnt am Montag, dem 11. Januar in den
Vorverkaufs=
ſtellen: Verkehrsbüro auf dem Ernſt=Ludwigsplatz; Parfümerie
Müller am weißen Turm; Zigarrenhaus Meder, Rheinſtraße,
und Buchdruckerei Künzel, Beſſunger Straße.
Das Programm dieſes Bunten Abends iſt außerordentlich
reichhaltig, ſo daß der Beſuch jedermann empfohlen werden kann,
Die Preiſe ſind volkstümlich gehalten. Nach Beendigung des
offi=
ziellen Teils findet anſchließend Tanz ſtatt.
Neuerwerbungen der Landesbibliokhek.
Vom 11. Februar 1935 an auf 14 Tage zur Anſicht im Leſeſaal
aufgeſtellt.
1. Alfred Andreeſen: Herm. Lietz. München 1934. 34/1426.
2. Karl Bartz: Der Große Kardinal. Berlin 1935. 34/1353.
3. Theodor Birt: Alexander der Große und das Weltgriechentum
bis zum Erſcheinen Jeſu. Leipzig 1935. 34/1371. 4. Theodor Birt:
Römiſche Charakterköpfe, Leipzig 1935. 34/1370. 5. Robert Bory:
Franz Liſzt und Marie D’Agoult i. d. Schwei= Dresden 1934.
34/1342. 6. Alois Dempf: Meiſter Eckhart. Eine Einführung
in ſein Werk. Leipzig 1934. 34/1341. 7. Theodor Dſchenfzig:
Stefan George und die Jugend. München 1934. 34/1458 8. Edwin
Fels: Der Menſch als Geſtalter der Erde. Leipzig 1935. 34/1415.
9. Bernh. Fiſcher=Waſels: Wege zur Verhütung der
Ent=
ſtehung und Ausbreitung der Krebskrankheit Berlin 1934. 34/1138.
10. Lydia Franke: Die Randbem. Wilh. II. i. d. Akten d.
aus=
wärtigen Politik als hiſt. u. pſychologiſche Quelle. Straßburg 1934.
34/1190. 11. Achim Gercke: Das Geſetz der Sippe Berlin 1934.
34/1182. 12. Carl Haeberlin: Einführung i. d.
Forſchungs=
ergebniſſe v. Ludwig Klages. Kampen 1934. 34/999. 13. The
Hiſtory of The Times „The Thunderer” in the Making 1785—
1841. London 1935 34/1442. 14. Friedrich Höreth: Der
Oden=
wald nach d. 30jährigen Krieg. Erbach 1934. 29/324 Bd. 1.
15. Rudolf Kayſer: Kant. Wien 1935. 34/1401. 16 E. G.
Kolbenheyer: Neuland. München 1935. 34/1453. 17.
Mans=
feld=Pohl=Steinmann=Krauſe: Die Ordnung der
na=
tionalen Arbeit. Kommentar 2. Auflage. Berlin 1934. 34/1428.
18. Heinz Marr: Die Maſſenwelt im Kampf um ihre Form.
Hamburg 1934. 34/1427. 19. Karl Auguſt Meißinger; Helena.
Schillers Anteil an Fauſt. Frankfurt a. M 1935. 34/1454. 20.
Wilhelm Müſeler: Deutſche Kunſt im Wandel der Zeiten.
Berlin 1934. 34 A 131. 21. Emil Nolde: Jahre der Kämpfe.
Berlin 1934. 34/1396. 22. Rudolf Paulſen; Kunſt und Glaube.
Potsdam 1935. 34/1373. 23. Felix Schlagintweit:
Napo=
leon III. Lulu und Eugenie. München 1935. 34/1360. 24. Erwin
Schliephake: Kurzwellentherapie, 2. erw. Aufl. Jena 1935.
34/1441. 25 Hermann Schneider: Schiller Werk und Erbe.
Stuttgart, Berlin 1934. 34/1451. 26. Othmar Spann;
Funda=
ment d. Volkswirtſchaftslehre. Jena 1929. 34/1452. 27 Hermann
Stehr: Mein Leben, Berlin 1934. 34/1404. 28. Gerhard
Venz=
mer: Dein Kopf — dein Charakter. Stuttgart 1934 34/1374.
29 Joſeph Wilpert: „Erlebniſſe u. Ergebniſſe i Dienſte d.
Chriſtl. Archäol. Freiburg i. Br. 1930. 34/1218 30. Ch. Wolf:
Die Kaſtration. Baſel 1934. 34/972. — Vormerkungen werden im
Leſeſaal entgegengenommen. Verleihbar ab 25. Februar 1935.
* Hohes Alter. Fräulein Roſalie Moyat, eine
Darmſtädte=
rin, die auch in der Ferne treue Leſerin und Abonnentin des
„Darmſtädter Tagblatts” geblieben iſt, feiert am Montag, den
11. Februar, in Gräfenhainichen in Sachſen ihren 85. Geburtstag
in geiſtiger und körperlicher Friſche und Rüſtigkeit.
Heſſiſches Landestheater Darmſtadl.
GROSSES HAUS
Montag,11. Febr. Anfang 19.30 Ende 22,00 Uhr. — Deutſche Bühne,
Jugendring I. (Geſchloſſene Vorſtellung.)
Martha. Oper von Flotow. Dienstag,
12. Febr. Anfang 20.00. Ende 22.30 Uhr. Miete 4, 16. Vorſt.
Preiſe 0.50—4.50 ℳ.
Prinzeſſin Turandot. Mittwoch,
13. Febr. Anfang 20.00, Ende 22.00 Uhr. Miete B. 16. Vorſt.
Kinderreiche Mütter Nr. 311—410.
Der Tod des Johannes A Pro. Preiſe 0.70—5.50 ℳ. KLEINES HAUS Dienstag. Anf 20.00. Ende 22.30 Uhr. — Deutſche Bühne kI.
Vorſtellung. Zuſatzmiete X.
12. Gebr. Die Entführung aus dem Serail. Pr. 0.80—4.50 ℳ. Mittwoch,
13. Febr. Anfang 19.30 Ende 21.45 Uhr. — Deutſche Bühne,
Jugendring I. (Geſchloſſene Vorſtellung.)
Minna von Barnhelm. Luſtſpiel von Leſſing.
In Vorbereitung:
Triſtan und Jſolde. Muſikdrama von Richard Wagner.
Opfergang. Schauſpiel von Felix Lützkendorf.
Heſſiſches Landestheaker.
Kleines Haus. — Samstag, den 9. Februar 1935.
In neuer Einſtudierung und Ausſtattung:
V. A. Mozark: „Die Enkführung aus dem Herail”.
(Fortſetzung.)
In der Anſchauung, daß die „Entführung” ein Singſpiel
und keine komiſche Oper iſt, wurden wir ſeit geſtern noch mehr
Ladurch beſtärlt, daß wir in Dittesdorfs Selbſtbiographie in
ſeinem Geſpräch mit Kaiſer Joſeph II. kurz nach der
Erſtauf=
führung des Werkes einen Vergleich zwiſchen Mozart und
Klop=
ſtock fanden, „beide müſſe man mehr als einmal leſen, um ihre
Schönheiten zu verſtehen”. Auch nach Goeihes Stellung zum
deutſchen Singſpiel ſehen wir klar, daß die ſeeliſche Empfindung
an erſter Stelle ſtehen ſoll, und daß die heiteren Szenen als
Gegenſatz und Abwechſlung willkommen ſind. Wir fanden, daß
die Aufführung zum Teil das Schwergewicht umkehrte.
Von den Soliſten ſei an erſter Stelle Lea Piltti als
Con=
ſtance genannt. Hat die Künſtlerin auch nicht die Gabe, ihre
ausgezeichnete geſangliche Leiſtung durch feſſelndes Spiel zu
be=
leben, ſo tritt gerade in dieſer Rolle ihr Geſang um ſo mehr
hervor. Wir fühlten, daß dies wohl die erſte Partie war, die
das hervorragende geſangliche Können und die Innigkeit des
Vortrages der Künſtlerin in das rechte Licht ſtellt. Die beiden
großen Arien des 2. Aktes waren Höhepunkte der Aufführung
und erhielten mit Recht begeiſterten Beifall. Hervorragend war
Regina Harre als Blondchen, Sie ſang und ſpielte mit einer
geradezu genialen Leichtigkein und Lebendigkeit, und es iſt
wirk=
lich allerhand, das Rondo „welche Wonne, welche Luſt” derart
tänzeriſch gelöſt zu bringen, ohne daß der Geſang leidet. Die
burſchikoſe Art, mit der ſie ſich in der letzten Szene von dem
Baſſa verabſchiedet, ſchien uns ein wenig zu luſtſpielhaft man
wollte wohl auf dieſe Weiſe den von Edelmut triefenden Schluß
etwas mehr ins Natürliche abbiegen, aber dafür iſt Osmin da
und nicht Blondchen.
Bernd Aldenhoff, der den Belmonte ſang, ließ ſich wegen
Kiefernentzündung entſchuldigen. Es iſt darum nicht möglich,
über ſeine Leiſtung endgültig zu urteilen. Er ſpielte ſehr
leb=
haft und fügte ſich ausgezeichnet in die Handlung ein. Aber
ſtimmlich ſcheint ihm der Mozartſtil weit weniger zu liegen als
die lyriſch=dramatiſchen Partien italieniſcher Opern. Das
ge=
legentliche Falſettieren beſonders in der einleitenden Arie, iſt
wohl auf ſeine Unpäßlichkeit zurückzuführen, aber auch die
63. Karneval=Sitzung der TSG. 1846
Alien Wohr anld miemtand wey!
* „S werd ſchun ſo, wie mer’s brauche!” war die Deviſe zur
63. Damen= und Herren=Sitzung der Turn= und
Sportgemeinde 1846, und „es is ſo worrn!” Wie man
es von der TSG. nicht anders erwartete, wie es jedes Jahr war,
ſo war es auch geſtern; es herrſchte in der feenhaft karnevaliſtiſch
dekorierten Woogsturnhalle Hochbetrieb. Ueberall grüßten die
bunten Farben des Prinzen Karneval, überall bunte Bänder —
Luftſchlangen wirbelten durch den Saal, und das treue
Narren=
völkchen, das da geſpannt auf die kommenden Ereigniſſe wartete,
trug feſche bunte Mützen mit allerhand luſtigen karnevaliſtiſchen
Abzeichen. Im Zuhörerkreis bemerkte man Regierungsrat Reiner
und den Leiter der TSG. 46, Verwaltungsdirektor Löwer. Schon
vor Beginn der Sitzung herrſchte frohe, harmlos=ausgelaſſene
Stimmung. Die Bütt’ ſtellte ein rieſengroßes Weinfaß dar, das
an den ſtädtiſchen Weinausverkauf erinnerte. Die ſchmiſſige Muſik,
die ſeit 5.11 Uhr konzertierte, ſtellte Obermuſikmeiſter
Bus=
lau mit ſeiner Kapelle. Ein ſehr originelles Eröffnungsſpiel,
vom Karnevaleſen Steinmetz verfaßt, von den Turnern
Ger=
mann, Wolf und zwölf weiteren Turnern der TSG. dargeſtellt,
gab einen ſtimmungsvollen Auftakt des Abends. Prof. „
Grieß=
gram” wurde von einem Abgeſandten des Prinzen Karneval
ver=
trieben. — Und unter den Klängen des Narrhalla=Marſches zog
pünktlich 6.11 Uhr, jubelnd begrüßt von allen Narhalleſen, der
Elferrat ein und nahm auf der vor der Hochburg aufgeſtellten
Bühne Platz. Vor jedem Komiteemitglied brannten luſtig die
Kerzen, in humorvoll friſcher Art begrüßte der Vorſitzende des
Elferrates Albert ſein Narrenvolk. Er ſchloß mit den Worten:
„Niemand weh und allen wohl!” und einem begeiſtert
aufgenom=
menen Hoch auf den Karneval am kleinen Woog! Die Stimmung
war da, und freudig und ſchön ſtieg das erſte gemeinſame Lied
des Komiteemitgliedes Berger. Dann ließ der Protokoller
Steinmetz ſein närriſches „Protokoll” los, das in
harmlos=
ſatyriſcher Weiſe, aber mit geiſtreichen Witzen die hohe Politik
und lokalen Ereigniſſe umſchloß. Viel Anklang fand hierauf die
Bühnenvorführung der Leichtathletik=Abteilung unter Leitung
der Turnbrüder Joſt und ſeines Stellvertreters Wagatz. Voll
munterer, origineller Einfälle war der Büttvortrag des
Karne=
valeſen Geduldig, der ſich als Straßenreiniger vorſtellte. Das
gemeinſame Lied „Schöne Zeiten vom Karnevaleſen Schinnerl,
das viel Laune machte, wurde abgelöſt von dem von echtem
Heinerhumor getragenen Zwiegeſpräch Reichen — Volk.
Ent=
zückend war die folgende Tanzgruppe der TSG. 46 unter Leitung
von Frl. Korſchan. Das gemeinſame Lied „So klingt die
Sprooch bei uns am Woog” von dem Karnevaleſen Steinmetz
krönte den erſten Teil.
Es folgte eine kleine Atempauſe von 11 Minuten
ging es in frohem Humor in flottem Tempo weier. Die
abteilung und der Spielmannszug der TSG. unter Leit
Turner Engel 1. und Fauſtmann brachten im Rahm
zünftigen Maurerbühnenvorführung „Es wird aufgebaut
Marſchweiſen zu Gehör. Dem hübſchen Erinnerungslie
Sommernachtfeſt am Woog” vom Karnevaleſen Albe
gern geſungen wurde, folgte ein einzigartiger humoriſtiſch
Büh=
nenvortrag „Auf dem Kaſernenhof”, ein Zwiegeſpräch s
Weißgerber, das, ſo luſtig es war ehemaligen „Ge
doch einen „Seufzer der Erleichterung” entlockte, daß
Kaſernenhofblüten nur am Faſching gab und gibt.
Bühnenvorführung „Auf der Alm” produzierte ſich die Fe
Riege unter Leitung des Turnwarts Engel 2. nack
Gedanken des Turnbruders Blumenſchein, mit ih
kannten ſchwierigen Turnakten am Pferd (d. h. hier in
Weiſe an der Kuh!). Der junge hoffnungsvolle Narrhalleſ
ter bot einen humorvollen Büttvortrag als Spengler
und die bekannte Narhalleſin Lamp einen etwas
dafür aber herzlichen Karnevalsvortrag. Die 6
finken ernteten ſolchen Beifall, daß ſie ſich na
nach zu Zugaben verſtehen mußten. Es waren die
F. Thier, Hartmann, W. Thier, Grün. A
dörfer und W. Schütz. Schließlich wurde noch ein be
Schlager geboten: die Turnerinnentanzgarde, unter Leit
Frl. Korſchan vom Heſſiſchen Landestheater, vollführ
entzückenden, graziöſen und temperamentvollen Gruppen:
origneller und grotesker Einlage. Das Chorlied „Mir fr
von Berger beſchloß das reiche, bunte Karnevalsprogra=
Ordensſegen, den der Vorſitzende des Elferrats, Albe
teilte, wurde über alle verdienten Mitwirkenden ausgee
namentlich über Obermuſikmeiſter Buslau, Kapellmeiſter
treuen Helfer zum Gelingen des Abends, Daniel,
Germa=
ler, Schmidt, Fritz Bauer, Dieter (vom Heſſiſchen Lande=
und Franz.
Der Leiter der Turn= und Sportgemeinde 1846. Verw
direktor Löwer, nahm am Schluß der Sitzung Gelegenk
auf hinzuweiſen, daß neben ernſtem Dienſt am Vaterland
uns Deutſchen echt deutſcher Humor lebt. Er erinnerte
heutigen Sieg der Handballabteilung, die ſich damit die Kffel
meiſterſchaft in der Bezirksklaſſe geſichert hat. Er dan)
Elferrat und allen Mitwirkenden für ihre uneigennütz
arbeit, die zum Gelingen des Abends beitrug — Aud
Direktor Löwer wurde vom Vorſitzenden des Elferrats de
orden” verliehen.
Bei froher Unterhaltung blieb man, nachdem ſich de Erne
valiſtiſche Abend wie am laufenden Band abgewickelt ha
einige ſchöne Stunden zuſammen. Es war eine
Damen=
renſitzung der Turn= und Sportgemeinde 1846, die ſich wifg and
die der vergangenen Jahre anſchließen kann,
Tan
zſik=
de
iner
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Fom
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ſtige
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ſigen,
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ſch in
dem
„Vor=
Herrnm
Haus.
noch.
Herul !
Deutſche Volksgenoſſen!
Als 1918 die feldgraue Armee nach vierjährigem
helden=
mütigem Kampfe gegen eine Welt von Feinden über den Rhein
zog und das Verſailler Diktat das deutſche Volk zur
Wehrloſig=
keit verurteilte, mußten über 7000 deutſche Kampf= und
Bomben=
flugzeuge vernichtet werden. Die Deutſchland zwangsweiſe
zuge=
mutete Abrüſtung ſollte der Beginn einer allgemeinen
Welt=
abrüſtung ſein. Im Verlauf der Nachkriegsjahre hat aber die
Luftwaffe bei den Militärſtaaten eine ungeahnte Entwicklung
genommen. Deutſchland wurde nur das elementarſte Recht, der
waffenloſe Schutz ſeiner Zivilbevölkerung, von den ehemaligen
Feindbundſtaaten zugeſtanden. Die politiſche und wirtſchaftliche
Entwicklung der Nachkriegsjahre in Deutſchland verhinderte
je=
doch, daß dieſes elementare Recht zum Schutz der Zivilbevölkerung
ausgenutzt wurde. Als aber unſer Führer und Reichskanzler
Adolf Hitler am 30. 1. 33 das deutſche Schickſal mit ſicherer Hand
meiſterte, legte er auch die Grundlage zum Reichsluftſchutzbund,
indem er Pg. Göring mit der Führung des Luftfahrtminiſteriums
betraute. Luftfahrtminiſter Göring gliederte in klarer
Erkennt=
nis, was dem deutſchen Volke not tut. dem Luftfahrtminiſterium
die Abteilung Luftſchutz an und gründete am 29. 4. 33 den
Reichs=
luftſchutzbund, dem damit die Aufgabe geſtellt wurde, den
Selbſt=
ſchutz der Zivilbevölkerung aufzubauen. Wenn wir heute nun
vor der Tatſache ſtehen, daß die Militärſtaaten in Europa ſeit
Kriegsſchluß über mehr als 10 000 ſtartbereite Kampf= und
Bom=
benflugzeuge, über rieſige Reſerven an Motoren und
ausgebil=
deten Flugzeugführern verfügen, dann muß es jedem denkenden
deutſchen Volksgenoſſen klar ſein, daß die Organiſation des zivilen
Selbſtſchutzes für die deutſche Volksgemeinſchaft eine bittere und
zwingende Notwendigkeit iſt. 5 000 000 Mitglieder im
Reichsluft=
ſchutzbund ſind ein ſchlagender Beweis, daß der deutſche
Luftſchutz=
gedanke marſchiert und die Notwendigkeit der zivilen
Selbſtſchutz=
maßnahmen bei der breiten Volksmaſſe erkannt worden iſt.
Mil=
lionen von Volksgenoſſen ſtehen aber noch gleichgültig abſeits,
denken nicht an die Sicherheit für Volk, Heimat und Familie.
Jeder Volksgenoſſe, ob Mann oder Frau, kann und muß
Mit=
glied im Reichsluftſchutzbund werden, um die Aufgaben des
Reichsluftſchutzbundes tatkräftig zu fördern. Nur ſo wird es
mög=
lich ſein, die Schutzmaßnahmen reſtlos durchführen zu können,
zum Wohle der Geſamtheit.
Der Monatsbeitrag beträgt für erwerbsloſe und
unter=
ſtützungsberechtigte Volksgenoſſen nur 10 Pfennig, jeder andere
Volksgenoſſe kann ſeinen Monatsbeitrag entſprechend Fnen/
Einkommen ſelbſt einſchätzen.
Deutſche Volksgenoſſen, ſteht nicht länger gleichgültig ſeite)
Helft mit das große Selbſtſchutzwerk des Reichsluftſchu mndech,
vollenden und werdet Mitglied.
Luftſchutz tut not!
die Banfen des volsbundes Derntſche Kriegst bei!
fürſorge in ihrer geſchichklichen und kullur R
Bedeukung.
Auf der bedeutſamen 16. Reichstagung des Voll ſdei
Deutſche Kriegsgräberfürſorge in Kiel hielt Stadtbaurc k. Tin
Arendt=Eſſen einen Vortrag über die geſchichtliche und k Frellin,
Bedeutung der vom Volksbund ausgeführten= Bauten. ( Fellt,
dieſe Heldenmale auf allen ehemaligen Kriegsſchauplät/ de‟
Weltkrieges in die Reihe der großen und erhabenen ſt /xne
Zeugen deutſcher Geſchichte, die über ganz Europa verte ſin
angefangen von den Hünengräbern unſerer Heimat aus m
niſcher Vorzeit, über die Denkmäler der Völkerwanderung ſät
Italien, wie dem Grabmal Theoderichs in Ravenna, di Tan.
vollen Zeugen der Hohenſtaufen in Süd=Italien, bis hin/ de
Bauten der deutſchen Hanſe, die im ganzen Oſtſeegeb
heute von deutſcher Größe und Kraft zeugen. So weri F au
einſt die vom Volksbund errichteten Heldenmale gewertet erde.
und der Nachwelt von den Leiſtungen der Deutſchen in WVelſe
kriege und der geiſtigen und künſtleriſchen Kraft unſer
künden.
Dieſer Vortrag iſt mit zahlreichen Abbildungen im 7 kuan
heft der vom Volksbund herausgegebenen Zeitſchrift ſieß.
gräberfürſorge” abgedruckt. Im weiteren enthält das 9I de
Bericht über den 1. Führertag des Volksbundes, der im
Hme=
der 16. Reichstagung in Kiel abgehalten wurde. Es brir au
ausführlich alle Reden, die von den Vertretern der Re Eun
der Partei und der Gliederungen der NSDAP., ſowie de Cs
macht, im beſonderen der Reichsmarine, gehalten wurde
der Anerkennung der Volksbundarbeit verbanden ſie alle
ſicherung tatkräftiger Mithilfe zur Fortführung des Werk beut
ſcher Heldenehrung.
plötzlichen ſtimmlichen Kraftausbrüche gehörten nicht in das
Werk hinein. Sind Belmonte—Conſtance das vornehme,
edel=
empfindende Paar, ſo bilden Blondchen-Pedrillo die komiſchen
Gegenſtücke, die in gewiſſem Sinne parodiſtiſch wirken ſollen,
wie es in der alten Komödie meiſt der Fall war. Hermann
Schmid=Berikoven fand ſich recht gut mit der Partie des Pedrillo
ab, er erſcheint uns als der typiſche Mozartſänger, und die Arie
„friſch zum Kampfe” war beſonders durch die inhaltliche
Aus=
geſtaltung recht feſſelnd. Sehr wichtig iſt die Beſetzung des
Osmin, und vielfach haben ſich die ſeriöſen Bäſſe dieſe Partie
nicht nehmen laſſen. Heinrich Schlüter vermag den Osmin
vor=
züglich zu ſingen, aber er möge ſich von allzu operettenhafter
geſanglicher Charakteriſierung fernhalten. Ueberaus ſchwierig iſt
der Umfang der Rolle, Höhe und Tiefe werden gleichmäßig
ge=
fordert, erſtere iſt bei Herrn Schlüter ausgezeichnet, letztere wird
noch ſehr geſchickt markiert, wenn auch für ihn das tiefe D
der zweiten Arie weggelaſſen werden mußte. Seine Maske war
überaus grotesk, die Sache mit der Schaukel ein recht neuter
Einfall, aber auch etwas operettenmäßig. Alle genannten
Künſt=
ler bewährten ſich ausgezeichnet in den zahlreichen erheblich
ſchwierigen Enſembleſätzen. Dem Baſſa Selim verlieh Julius
Joachim Bartſch eine vorzügliche, edle Geſtalt, und er machte
aus dieſer ſehr undankbaren Sprechrolle alles, was aus ihr zu
machen war. Daß er auf den Belmonte mit dem Dolch im
letz=
ten Akt losgeht, und daß ausgerechnet die eben auf der Flucht
erwiſchte Conſtance ihm in den Arm fällt, war uns neu, und
wir haben an dieſer Variante noch zu verdauen. Daß er nach
dieſem Ausbruch ſich zurückzieht, um dann erſt mit der Fülle
ſeines Edelmuts zu überraſchen, erſchien ſehr zweckmäßig. Mit
der „Operettiſierung” des Schiffers Klags lönnen wir uns nicht
einverſtanden erklären, Erich Hummel mußte ihn hamburgiſch
ſpielen. Mozart hat ſich die dramatiſche Szene ſo ernſt gedacht,
daß dieſer komiſche Effekt ſinnentſtellend wirkt. Dafür begrüßten
wir es, daß aus dem Finale nicht ſo viel weggeſtrichen wurde,
als es ſonſt üblich iſt, die Refrgänmelodie iſt ſo ſchön, daß man
ſie ſchon fünfmal je doppelt hören kann. Die ſehr lebensvolle
F.N.
Aufführung wird viel Freunde finden.
* Händel=Feierſlunde in der Johanneskirche.
Die bevorſtehende 250. Wiederkehr des
Geburts=
tags Georg Friedrich Händels ſeierte man geſtern in
der Johanneskirche durch eine abendliche Muſikſtunde,
die ausſchließlich den Werken des Meiſters vorbehalten war.
Der Organiſt der Johanneskirche. Herr Auguſt
Nieber=
gall, begann die Feierſtunde mit dem Präludium und der
Fuge in E=Moll. In ſeiner Wiedergabe wurde das ruh
Thema auch in allen ſpäteren Veräſtelungen klar durch
und zumal in den verſchiedenen dynamiſchen Abſtufung
dem breit ausladenden Schluß ſehr wirkungsvoll geſtal
In der Sonate A=Dur Op. 1, Nr. 3 (Bearbeitung H.
trat M. Kramer=Büche Violine, als Soliſtin zu de
ſtimme, die hier faſt nur begleitenden Charakter hat ka
mal für wenige Takte das Thema für ſich beanſprucht
in dem kurzen, ernſt pathetiſchen 3. Satz etwas ſelbſ
hervortritt. Die edele Sanglichkeit der Themen in de
ſamen Sätzen kam in der geſchmeidigen vollen Geige
aufs beſte zur Geltung. Der längere bewegte letzte Se
durch eine energiſchere Verteilung von Licht und Schat
unſerem Empfinden vielleicht noch gewinnen können.
ſehr ſchönes Zuſammenmuſizieren gab es dann bei de
ſonate in C=Moll, Op. 2, Nr. 1 bei der zur Orgel und
noch die Flöte, geſpielt von L. Wilk, hinzukam. Ju
der vier Sätze gab die Flöte das Thema an, um ſich da
der ſehr zurückhaltend begleitenden Orgelſtimme mit de
zu einer bald ruhigen, bald lebhafter werdenden Zwi
zu vereinen.
Aus Händels berühmteſtem Oratorium, dem „M
ſang Frau Lea Piltti (Heſſiſches Landestheater) zwe
Ein wirkliches „Frohlocken” erklang in der erſteren Art
wach zu Liedern der Wonne”) wo die Koloraturen,
mehr als nur ſpieleriſches Beiwerk ſind, wunderbar r.
mit mühelos ſicherer Atemführung nachgezeichnet wurden.
folgte die Arie „Er weidet ſeine Herde”, von innige
edlem Ausdruck getragen. Rein und ſicher auch im feinſte.
ſetzte die Stimme immer wieder bei dem von der Höhe h
ſteigenden paſtoralen Thema an, Beſonders ſchön der ſan
redende Mittelteil der Arie („Nehmt auf euch ſein Joch
Den Beſchluß des Abends machte das Konzert in
Op. 4, Nr. 1. (Bearbeitung für Orgel allein: S. de 2
geſpielt von Herrn Niebergall, der bei allen vorang
nen Darbietungen ein ſicherer, bisweilen allzu beſcheiden
rückhaltender Begleiter war. Techniſch ausgezeichnet und
hingebenden Dienſt an das Werk geſtaltete er die er
Sätze: Den breit dahinſchreitenden Larghetto=Satz, das ei
Allegro=Thema, das ſich gleichſam immer wieder ſelbſt
das kurze ruhevolle Adagio, und den würdevoll majeſtäat:
klingenden Schlußſatz, bei dem ſich uns beſonders lebhaft d
des Meiſters mit der mächtigen Lockenperücke aufdrängte=
Die Feierſtunde entſprach in allen ihren Teilen 9
Würde ihres Anlaſſes, und man bedauerte nur, daß die Ge
der aufmerkſam lauſchenden Zuhörer nicht größer war.
üddeutſche Meiſterſchaftsſpiele.
Gau Südweſt: FK. Pirmaſens — Spfrd.
arbrücken 4:1, Kickers Offenbach — 1. FC.
Kai=
zlautern 1:0, Phönix Ludwigshafen — Union
derrad 4:0, Wormatia Worms — Boruſſia
unkirchen 1:1, Eintracht Frankfurt — Saar 05
arbrücken 2:0.
Gau Baden: SV. Waldhof —
Karls=
er FV. 1:1, V. f. B. Mühlburg — V. f. R.
nnheim 0:2, FC. 08 Mannheim — Freiburger
2:3.
Gau Württemberg: V. f. B. Stuttgart
Ulmer FV. 94 2:2, SSV. Ulm — Spfr.
Stutt=
t 1:0, Spfr. Eßlingen — Union Böckingen 3:1.
Gau Bayern: Bayern München — Wacker
nchen 4:1, Sppg. Fürth — 1. FC. Nürnberg
BC. Augsburg — Schwaben Augsburg 2:0,
n Regensburg — 1860 München 2:0, 1. FC.
weinfurt 05 — Spvg. Weiden 5:0.
Gau Nordheſſen: 1. FC. Hanau 93 —
B. Friedberg 3:0, Sport Kaſſel — Boruſſia
da 0:2, Germania Fulda — SC. 03 Kaſſel
ſach
fut 4
uneck
hau Mittelrhein: Mülheimer SV.
R. Köln 4:2, 1. FC. Idar — Spvg. Sülz 07
Kölner SC. 99 — Eintracht Trier 2:3,
Weſt=
k Trier — Blau=Weiß Köln 1:0.
Privatſpiele: SC. Stuttgart — V. f. B.
wigsburg (Sa.) 4:1.
Fußball im Reich.
dau Oſtpreußen: Pruſſia Samland —
B. Königsberg 4:2, Polizei Danzig — Ra=
„Preußen Königsberg 7:1.
dau Pommern; Preußen Stettin —
tiner SC 4:7. V. f. B. Stettin — Greifswal=
SC. 4:1, Comet Stettin — Polizei SV. Stet=
2:6, Sturm Lauenburg — Viktoria Stolp
Hubertus Kolberg — Hertha Schneidemühl
Jau Brandenburg: Minerva 93 —
iner SV 92 2:5; Viktoria 89 — Polizei=
1:1. V. f. B. Pankow — Blau=Weiß 2:3,
tis=Boruſſia — Spandauer SV. 0:0, 1. FC.
en — Hertha/BSC. 2:4.
dau Schleſien: Hertha Breslau — Vor=
SlRaſenſp. Gleiwitz 2:2. SV. Beuthen 09
V. Breslau 06 4:1. Sppg. Breslau 02—
värts Breslau 2:2, SC. Ratibor 03
ißen Hindenburg 4:2. Deichſel Hindenburg
ſchleſien Haynau 7:2.
au Sachſen; Dresdener SC. — Polizei
nnitz 2:2. V. f. B. Leipzig — Guts Muts
iden 2:0. Wacker Leipzig — Spfr. Dresden
SC. Planitz — S.= u. BC. Plauen 0:0,
B. Glauchau — Fortuna Leipzig 1:4.
)au Mitte: Spfr. Halle — 1. SV. Jena
V.f. L. Bitterfeld — Crick./Vikt. Magde=
2:3, Viktoria 96 Magdeburg — Wacker
e 2:6.
au Nordmark: Hamburger SV
Sbüttel 1:2, Polizei Hamburg — Union
na 2:2, Holſtein Kiel — St. Pauli Hamburg
Polizei Lübeck — Boruſſia Kiel 4:5.
au Niederſachſen: Arminia Hanno=
— Sppg. Hannover 97 6:2. SV 96 Han=
* — Bremer SV. 9:2. Algermiſſen 1911 —
* Braunſchweig 0 4, Werder Bremen —
iſſia Harburg 1:1.
Lau Weſtfalen: FC. Schalke 04 — Vikt.
inghauſen 6:0,. Germania Bochum — SV.
Tkop 1:2, DSC. Hagen — Sppg. Herten 1:1,
n Recklinghauſen — Hüſten 09 2:1, Preußen
iſter — Weſtfalia Herne 0:0.
Lau Niederrhein; Fortuna Düſſeldorf
oruſſia Gladbach 1:1. Schwarz=Weiß Eſſen —
* Benrath 1:0, FV. 08 Duisburg — Ham=
W 0:0. SV. Duisburg 99 — Rot=Weiß
hauſen 3:1, Rheydter SV. — V. f. L. Preuß.
eld 2:0.
Bezirksklaſſe Main=Heſſen.
kuppe Groß=Frankfurt: Reichs=
Rot=Weiß — Vikt, 1912 Eckenheim 1:0,
*Merkur Frankfurt — FC. 1910 Kronberg
Alemannia Nied — V. f. L. Neu=Iſenburg
Sppg. 02 Griesheim — SV. 07 Heddernheim
L. f. L. Germania Frankfurt — Sportfrde.
akfurt 2:4.
kuppe Offenbach: Sppg 03 Fechen=
—Germania Bieber 1:1, Kickers=Vikt,
Aheim — FSV. 06 Heuſenſtamm 3:2, Teuto=
Hauſen — SV. 02 Offenbach 5:2, Blau=Weiß
Bel — SC. 06 Dietzenbach 5:0, FV. 06
Sprend=
en — 1. FC. 03 Langen 2:1.
2ruppe Rheinheſſen: Opel Rüſſels=
1. FSV. Mainz 05 2:1!, F.=Vgg. 03
Mombach — Spv. Wiesbaden 4:0, Spp 1910
Gonſenheim — Haſſia Bingen 2:2, Spv. 09
Flörs=
heim — Tura 86/06 Kaſtel 3:1, Sppg. Weiſenau
— Germania Okeiftel 6:3, FV. 08 Geiſenheim
— Spv. 1912 Koſtheim 4:1.
In den ſüd= und ſüdweſtdeutſchen
Fußball=
gauen brachte der Sonntag im
Meiſterſchafts=
kampf die erſte Entſcheidung. Im Gau Bayern
ſiegte die Spielvgg. Fürth über den alten
Riva=
len, 1. FC. Nürnberg, knapp mit 2:1 und da
München 1860 in Regensburg 2:0 geſchlagen
wurde, ſind die Fürther Meiſter. Auch im Gau
Mittelrhein, wo der führende VfR. Köln noch
einen Punkt benötigt, wartet man auf die
Ent=
ſcheidung. Da die Raſenſpieler aber dem
vor=
jährigen Gaumeiſter Mülheim 2:3 unterlagen,
iſt die Entſcheidung um einen Sonntag vertagt
worden, an der Meiſterſchaft des VfR. iſt
aller=
dings nicht mehr zu zweifeln. Sonſt gibt es in
den ſüd= und ſüdweſtdeutſchen Gauen nur noch
einen Favoriten, Hanau 93 im Gau Nordheſſen,
im übrigen die einzige ungeſchlagene deutſche
Gauligamannſchaft. In den übrigen drei Gauen
iſt die Meiſterſchaftsfrage noch vollkommen offen.
Im Gau Südweſt haben Phönix
Lud=
wigshafen, Kickers Offenbach,. Wormatia
Worms und FK. Pirmaſens, die in dieſer
Reihenfolge die Spitzengruppe bilden, ſämtlich
noch Ausſichten auf den Titel. Phönix ſiegte zu
Hauſe über Union Niederrad 4:0, Kickers
Offen=
bach gewann nur knapp 1:0 über Kaiſerslautern,
Wormatia Worms ſpielte 1:1 gegen Boruſſia
Neunkirchen und Pirmaſens gewann 4:1 über
die Saarbrücker Sportfreunde. Zu vermerken iſt
noch, daß Eintracht Frankfurt ſeit langer Zeit
wieder einmal einen Sieg meldet, Saar
Saar=
brücken wurde 2:0 geſchlagen. Auch am
Tabellen=
ende iſt noch keine Klärung eingetreten.
In dieſer Beziehung hat der Gau Baden
eine Entſcheidung gebracht, da Mannheim 08
nach der 2:3=Niederlage gegen den Freiburger
FC. endgültig dem Abſtieg verfallen iſt. Die
Spitzenreiter Neckarau und Phönix Karlsruhe
waren ſpielfrei, der VfR. Mannheim rückte durch
ein 2:0 in Mühlburg zu Phönix Karlsruhe auf,
während der Gaumeiſter Waldhof auf eigenem
Platze gegen den KFV. mit 1:1 einen Punkt
verlor. Das Treffen Pforzheim — Karlsdorf
fiel aus.
In Württemberg wurde das Treffen
Feuerbach—Göppingen abgeſagt. Der führende
SSV. Ulm verteidigte ſeine Poſition durch
einen 1:0=Sieg über Sportfreunde Stuttgart,
während der VfB. Stuttgart nach einem 2:2
gegen Ulm 94 um einen Punkt zurückgefallen iſt.
SSV. Ulm und Kickers Stuttgart, die ſpielfrei
waren, haben neun, der VfB. Stuttgart elf
Minuspunkte. Gaumeiſter Böckingen erlitt eine
neue Niederlage, er verlor in Eßlingen 1:3.
In Bayern iſt, wie eingangs erwähnt, die
Entſcheidung gefallen. Mit 28:6 Punkten und
35:13 Toren ſteht Fürth an der Spitze vor
Mün=
chen 60 und Schweinfurt mit je 19:13 und dem
„Club” mit 19:15 Punkten. Damit ſind die
„Kleeblättler” nicht mehr einzuholen und ſtehen
als erſter Gaumeiſter feſt. In der Abſtiegsfrage
ſieht man noch nicht klar. Im Augsburger
Lokal=
kampf ſiegte der BC. überraſchend 2:0 gegen die
Schwaben, während Weiden in Schweinfurt
nach torloſer Halbzeit 5:0 geſchlagen wurde.
Bayern München meiſterte Wacker 4:1.
Am Mittelrhein verlor der angehende
Meiſter VfR. Köln beim vorjährigen Meiſter
Mülheim 2:4. Am Tabellenende ſieht man auch
hier noch nicht klar. Idar, an letzter Stelle, rang
Sülz ein 0:0 ab und Eintracht Trier gewann in
Köln gegen „99‟ 3:2.
Fürkhs Meiſkerfkück.
Sppgg. Fürkh — 1. FC. Nürnberg 2:1.
Vor 8000 Zuſchauern errangen die Fürther
einen zwar knappen, aber durchaus verdienten
Sieg über den „Club‟. Die ganze Fürther
Mannſchaft zeigte beſſere Zuſammenarbeit. Der
überragende Mann im Sturm war der
Mittel=
ſtürmer Becher, der auch den erſten Treffer
durch forſches Nachgehen auf ſein Konto
brin=
gen konnte. Die Nürnberger mußten mit Erſatz
für Köhl antreten. Es ſtand Döllner im Tor,
der aber ſeine Sache recht gut machte. Das
Spiel begann mit ſchnellen Vorſtößen und deut=
Olympia=Ausſtellung feierlich eröffnet.
Die Ausſtellung wird in allen großen Städten des Reiches gezeigt werden. Unſer Bild zeigt einen
intereſſanten Ausſchnitt aus den Wanddarſtellungen der antiken Olympiaſpiele. Hier ſieht man
den fünften Tag des alten griechiſchen Olympia, an dem Lauf, Ringkampf, Fauſtkampf, Pankration
(eine Art Fauſt= und Ringkampf) ſowie der Waffenlauf entſchieden wurden.
Die kleine Spork=Preisfrage
für unſere Fußball=Freunde wurde diesmal
eigentlich nur durch das Unentſchieden in Worms
und Dieburg unvorhergeſehen beeinflußt, aber
auch dieſe Eventualität hatten drei Einſender
berückſichtigt, und unter ihnen ergab das Los
folgende Reihenfolge:
1. Preis (5.— RM. bar): Hans Stephan,
Darmſtadt, Ahaſtr. 12;
2. Preis (zweimonat. Freibezug des „D.T.‟):
Richard Ruhland, Darmſtadt,
Mauerſtr. 25;
3. Preis (einmonat. Freibezug des „D.T.*)3
Karl Schäfer, Seeheim,
Pfung=
ſtädter Str. 15.
21 Einſender verzeichnen einen hohen „9:1‟=
Sieg, und zwar Ph. Anthes=Arheilgen, Gg.
Burkhardt=Seeheim, Ph. Dächert=
See=
heim, Karl Drott=Pfungſtadt, Wilh.
Ger=
nand=Traiſa, Peter Göbel=Spachbrücken,
Rud. Hippler=Darmſtadt, Ludw. Keil=
Darmſtadt, Ad. Lautenſchläger=Nieder=
Ramſtadt, Wilh. Löhr=Seeheim, K.
Nieb=
ling=Darmſtadt, Gg. Mampel=Arheilgen,
Walter Pennrich=Darmſtadt, Phil. Petry
II.=Braunshardt, Rud. Pippig=Darmſtadt,
Leni Rühl=Darmſtadt, Ludw. Schmelz=
Darmſtadt, Gg. Stephan=Darmſtadt, Phil.
Stork=Arheilgen, Heinrich Vollhard=
Darmſtadt und Phil. Wiedekind=Groß=
Zimmern.
105 Sportfreunde hatten noch 8 richtige
Spiel=
ausgänge prophezeit. Alſo durchweg „feine
Naſen” für das doch vom Glück oft ſtark
beein=
flußte Spiel mit der Lederkugel.
Allen Teilnehmern danken wir für ihre
An=
teilnahme an unſerem Sport. Vielleicht iſt den
diesmal leer ausgegangenen Einſendern das
nächſtemal das Glück beſſer zur Seite.
licher Ueberlegenheit der Fürther, die dann
auch ſchon in der 7. Minute zu ihrem erſten
Treffer kamen. Becher köpfte einen Ball nach
vorne, Döllner verfehlte, und ſchon war Becher
wieder am Ball und ſchoß ins leere Tor. Auf
der Gegenſeite hatte Eiberger zwei Lattenſchüſſe
zu verzeichnen, die Neger kaum mehr erreicht
hätte. Der Kampf wurde jetzt ausgeglichen,
doch lächelte das Glück den Fürthern zu. In
der 33. Min gab Frank von der linken Flanke
einen Ball aufs Tor, den Döllner, dem die
Sicht verſperrt war, paſſieren laſſen mußte. Nach
der Pauſe konnte Eiberger in der 53. Minute
durch Strafſtoß das Ergebnis auf 2:1 ſtellen.
Nürnberg wurde nun überlegen und drängte
mit aller Macht auf dn Ausgleich. Alle
An=
ſtrengungen blieben jedoch erfolglos.
Schieds=
richter Grabler=Regensburg leitete korrekt.
Endlich wieder ein Einkracht=
Sieg.
Einkracht Frankfurk — Saar 05 Saar=
brücken 2:0 (1:0).
2000 Zuſchauer hatten auf dem Eintracht=
Sportplatz endlich wieder einmal die Freude, die
Eintracht ſiegen zu ſehen. In einem
außerordent=
lich fairen Treffer wurde Saar 05 Saarbrücken
ſicher mit 2:0 (1:0) geſchlagen. Die Eintracht
be=
herrſchte den Kampf von Anfang bis zum Schluß.
Nur in der erſten Viertelſtunde und in den
letz=
ten 10 Minuten konnte Saar 05 etwas
gefähr=
lich werden. Der Kampf begann mit einer
vier=
telſtündigen Verſpätung, und Stubb kam ſogar
noch ſieben Minuten ſpäter erſt auf das
Spiel=
feld. Bei Eintracht ſpielte zum erſten Male
wie=
der Diefenbach auf Rechtsaußen, konnte jedoch
nicht überzeugen. Saar 05 wies in dem
Halb=
rechten Mieck einen neuen jungen Mann auf.
Nach 19 Minuten führte ein Vorſtoß von Leis=
Lindner zum erſten Tor der Eintracht, das Ehmer
mit Kopfball einlenkte. Nach der Pauſe kam in
der 22. Minute ein Strafſtoß von Tiefel zu
Monz, der auf 2:0 erhöhte und damit den Sieg
ſicherſtellte. Leis ging nun bei der Eintracht in
die Verteidigung, und Stubb, der etwas verletzt
war, in den Sturm. Am Ergebnis änderte ſich
jedoch nichts mehr. Den verdienten Sieg hat die
Eintracht in erſter Linie ihrer ausgezeichneten
Läuferreihe und den Stürmern Ehmer und
Lindner zu verdanken. Schiedsrichter Keßler=
Mainz leitete ſehr gut.
Nr. 42
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 11. Februar
SMenis des Taoheffemſäddrnen.
SV. 98 Darmſtadt — Olympia Lorſch 3:2 (1:1),
Haſſia Dieburg — Polizei Darmſtadt 1:1 (0:1),
A.=O. Worms — Germania Pfungſtadt 3:2 (2:1),
FC. 03 Egelsbach — Sppg. 04 Arheilgen 3:2
Viktoria Walldorf — Vikt. Urberach 2:0 (1:0).
Auf dem Stadion am Böllenfalltor haben ſich
die Platzbeſitzer die Gelegenheit, ihre Poſition zu
verbeſſern, nicht entgehen laſſen. Stand das
Tref=
fen bei der Pauſe noch unentſchieden, ſo reichte
es den Lilienträgern gegen die mit einem
Rie=
ſeneifer kämpfenden Gäſte aus Lorſch bis zum
Schluß doch noch zu einem knappen, aber wichtigen
Sieg. Damit rücken die Böllenfalltorleute für
heute auf den 4. Platz vor,
In Dieburg wäre beinahe das
Unwahrſchein=
liche Ereignis geworden. Bis zur Pauſe hatten
zwar die Poliziſten ein Tor Vorſprung erzielt,
aber die eifrigen Haſſiaten erzwangen noch den
Ausgleich. Die Polizei hat damit einen weiteren
Punkt eingebüßt, der unter Umſtänden
bedeut=
ſam werden kann.
Oa Walldorf gegen Urberach, wie erwartet,
ſiegreich blieb, hat es noch eine Chance auf den
erſten Platz; relativ ſteht es mit Egelsbach
punkt=
gleich.
Die Vereinigten aus der Nibelungenſtadt
ſcheinen es nun geſchafft zu haben. Mit 3:2
wurden, die energiſch widerſtehenden Germanen
niedergehalten; damit finden wir die A.O.W.=
Leute, die eine Zeitlang den Schluß der Tabelle
angaben, auf dem 7. Platz, und damit wohl in
Sicherheit.
In Egelsbach bereiteten die Leute vom
Ar=
heilger Mühlchen den Platzbeſitzern wohl harten
Widerſtand,; denn der Platzſieg iſt nur ſehr knapp
ausgefallen. Arheilgen hält weiterhin den
vor=
letzten Tabellenplatz hinter Lorſch, und die
bei=
den letzten Spiele am Mühlchen — nächſten
Sonn=
tag gegen Bürſtadt, am 3. 3. gegen Lorſch —
wer=
den uns der Entſcheidung näherbringen, wer
außer Urberach abſteigen muß, denn Lorſch hat
am 24. 2. mit wenigen Ausſichten in Worms
an=
zutreten.
Die Tabelle nach dem 10. Februar.
Am nächſten Sonntag begegnen ſich:
Pfiff=
ligheim — Polizei Darmſtadt,
Arheil=
gen — Bürſtadt, AO. Worms — Dieburg.
Unentſchieden in Dieburg.
bau ließ ſie noch manchen Wunſch offen. Der
Sturm, geführt von Fach 2, war im Feldſpiel
Hafſia Dieburg —Polizei
gut, ließ aber den geſunden Torſchuß vermiſſen.
Darmſtadk 1:1 (0:1).
Ein Gtoßkampf
em wahrſten Sinne des Wortes iſt zu Ende. Die
Landespoliziſten konnten auch dieſe gefährliche
Klippe nicht ſchmerzlos umſchiffen und mußten
feſtſtellen, daß in Dieburg Punkte ſchwer erkämpft
werden müſſen. Wenn Fortung den Blau=Weißen
etwas hold geweſen wäre, müßte der Sieger
Dieburg heißen.
Polizei erſchien ohne Balſer mit: Klein:
Mathes, Bönſel; Kaſper, Dumont, Kaufmann;
Göbel, Blank, Schupp, Seipp, Pfeiffer; während
Dieburg ohne den erkrankten Schmitt mit
Suſann; Fach 3, Schmitt: Müth, Fach 1, Blank;
Kurz, Wick, Fach 2, Würz, Diehl antrat.
die Gäſte aus der Landeshaupkſtadt
hatten eine kampfſtarke Mannſchaft zur Stelle,
deren Schlußdreieck als ein faſt unüberwindliches
Bollwerk neidlos anerkannt werden muß.
Mit=
telläufer Dumont bediente ſeine gefährlichen
Außenſtürmer vorbildlich, wobei ihm die beiden
Anßenläufer tatkräftig zur Seite ſtanden. Der
wieſelflinke Pfeiffer auf Linksaußen iſt immer
noch die treibende Kraft im Sturm und gab der
gegneriſchen Deckung manches Rätſel zu löſen auf.
Seipp, Schupp und Göbel paßten ſich gut in das
Mannſchaftsgefüge ein, und Blank, der frühere
Haſſiaſpieler, zeigte vor ſeinem alten
Stamm=
publikum ein beachtliches Können.
Kurzer Spielverlauf.
Bei Haſſia Dieburg
war jeder bei der Sache. Suſann im Tor mit
ſeinen beiden Verteidigern erledigten die an ſie
geſtellte Aufgabe zur vollſten Zufriedenheit Die
Läuferreihe war im Zerſtören gut, aber im Auf=
Das Spiel begint mit heftigen Angriffen der
Dieburger, und die grüne Deckung muß ſich
mäch=
tig ſtrecken, derſelben Herr zu werden. Ein
Strafſtoß an der Strafraumgrenze landet knapp
im Aus. Auf der Gegenſeite hat Polizei einen
Lattentreffer zu verzeichnen Bis zur 30. Minute
haben die Haſſianer etwas mehr vom Spiel,
können aber nur 2 Eckbälle erzielen. Die 31.
Minute ſieht Polizei in Führung gehen. Göbel
raſt mit dem Ball die Linie entlang, flankt
muſtergültig vors Tor, Schupp iſt zur Stelle
und kann wunderbar einknöpfen.
Durch dieſen Erfolg iſt Dieburg etwas
depri=
miert, wodurch andererſeits die Grünen das
Spiel bis zur Pauſe überlegen geſtalten konnten.
In der zweiten Hälfte, mit Ausnahme der
letzten 10 Minuten, diktierte Dieburg das
Ge=
ſchehen auf dem Spielfeld. Bereits in der
5. Min, lag der Ausgleich nahe. Ein Durchbruch
von der rechten Seite wird gut hereingegeben,
jedoch Würz ſteht wie verhext vor dem
verlaſ=
ſenen Tor. Kurz darauf ſchießt Fach 2. dreimal
knapp über die Latte. Dieburg kann in der 25.
Min. den vielbejubelten Ausgleich erzielen. Bei
einer gefährlichen Flanke ſchlägt Bönſel
notge=
drungen den Ball mit der Hand weg, den
be=
rechtigten Elfmeter verwandet Diehl
ſicher.
Der Ausgleich war das Signal zum
Sturm=
angriff auf das Gäſteheiligtum. Klein hat bange
Minuten zu überſtehen. Die letzten Minuten
konnten ſich die Grünen dann wieder aus der
Umklammerung freimachen, an dem Reſultat
je=
doch nichts mehr ändern.
Schiedsrichter Wolf=Hauſen war dem Spiel
ein gerechter Leiter. Zuſchauer zirka 600.
Re=
k.
ſerven beider Vereine 4:2 für Dieburg.
98er Sieg über Lorſch.
SV. 98 Darmſtadt
Olympia Lorſch 3:2 (1:1).
Troh der Källe
ugen i. 100 ziſchauer
gekommen, um dem Abſchneiden der
Platzmann=
ſchaft gegen die Lorſcher Olympen beizuwohnen.
Man darf ſagen, daß die Begegnung recht
ſpan=
nend verlief, daß die von dem Alpdruck des
Ab=
ſtiegs getriebenen Gäſte mit einem
unermüd=
lichen Eifer bei der Sache waren, den man in
der gleichen Ausgeprägtheit nicht auf allen
Poſten des SV. feſtſtellen konnte.
Ja, die Abſiegsbedrohken.
ie ſind die gefährlichſten Gegner.
das hat man gerade im
Böllenfall=
or ſchon dreimal erleben müſſen. Lorſch
ſchickt; ſeine kampfkräftigſte Vertretung mit
Gärtner; Schmidt, Degen; Albert,
orbacher 1., Rothenheber; Adrian,
Lorbacher 2, Wachtel Angert, Herdt.
Da ſtand nicht nur ein ſicherer Hüter im
Hei=
igtum, ſondern davor zwei draufgängeriſche,
ſchlagſichere Verteidiger und drei Läufer, die
an Eifer und Einſatz nichts zu wünſchen übrig
ließen. Lorbacher, dank ſeiner Größe, holte ſich
aſt jeden Ball im Mittelfeld, zumal die 98er
ich auf das hohe Spiel der Gäſte viel zu ſehr
einließen. Im Sturm waren die Außenſtürmer
ußerſt gefährlich, und aus der Mitte brummte
manch geſunder Schuß auf das Tor der
Einhei=
miſchen. Wer die Elfſah, vermag ihre mehrfachen
ſchweren Schlappen kaum zu verſtehen. Der Sturm
verſuchte immer wieder mit ſeinen
Steilvor=
lagen durchzubrechen, und das gelang ihm auch
mehrfach. Dazu vergab er einen Punkt in
Ge=
ſtalt eines auf den Tormann getretenen
Elf=
neters.
5b. 98
hatte heute zur Stelle: Ruppel 3.; Geyer,
Sänger; Löffl. Schnägelberger,
Richter (Müller war erkrankt); Mahr,
Eßlinger, Seifert, Frey,
Württen=
berger.
Wie ſchon geſagt, vermißte man auf
zahlrei=
chen Poſten den lobenswerten Eifer der
Gegen=
ſeite. Im Tor hatte Ruppel einige ſchwache
Momente — ſo war das erſte Tor der Gäſte
wohl zu vermeiden —, dann hielt er wieder
zwei Prachtſchüſſe des Lorſcher Mittelſtürmers
und einen Elfmeter. In der Verteidigung
fum=
melte Sänger mit dem Ball ausgeſprochen
herum und fabrizierte unnötige Kerzen mit den
anſchließenden kritiſchen Momenten. Geyer hatte
dagegen die Ruhe weg und half aus, wo es
brannte. Die Läuferreihe ſchlug ſich recht tapfer,
Schnägelberger und Richter waren erſt nach der
Pauſe richtig „warm” und hielten mit Löffl
dann den Lorſcher Angriff beſſer und
frühzeiti=
ger in Schach. Im Sturm ſtellte man zweimal
um. Am wirkſamſten ſchien noch die letzte
For=
mation Württenberger, Frey, Eßlinger, Mahr,
Seifert einzuſchlagen. Württenberger fehlte es
heute oft am letzten Einſatz, erſt gegen Schluß
kam er an ſeine früher gewohnte Form. Frey
und Mahr waren unſtreitig die eifrigſten
Kämpfer. Seifert am wirkungsvollſten als
Rechtsaußen neben Mahr. Eßlinger in der Mitte
ſchaffte brauchbar, hatte aber auch Pech. Dem
98er Sturm fehlte es an einem körperlich
kräf=
tigen, ſchnellen, mit wuchtigem Schuß
begnade=
ten Angriffsführer.
5 Tote — 7 Eckbälle.
Kaum hat SR. Möller=Kickers
Offen=
bach den Ball auf dem feſtgefrorenen Boden
freigegeben, da ſteigt die Achtung der Zuſchauer
vor den mit Löwenmut und Schnelligkeit
an=
greifenden Olympen aus Lorſch. Da ſtand nach
einigen Minuten feſt: Das Spiel hatten die
98er nicht im Handumdrehen oder gar im Vor=
Knapper Erfolg der Kickers.
Offenbacher Kickers — 1. FC.
Kaiſers=
laukern 1:0.
Die Offenbacher Kickers hatten bei dieſem
Treffen vor 5000 Zuſchauern nicht das erwartet
leichte Spiel gegen die ſtark geſchwächte
Kaiſers=
lauterner Mannſchaft. Die Gäſte waren den
Einheimiſchen völlig gleichwertig, ſie hätten ein
Unentſchieden zumindeſt verdient gehabt. In der
erſten Halbzeit hatte Kaiſerslautern etwas mehr
vom Kampf, konnte jedoch dieſe Ueberlegenheit
zahlenmäßig nicht verwerten. Der Kampf blieb
bis zur Pauſe torlos. Die Kickers kamen erſt
dann in Fahrt, als Lindemann in der 10. Min.
nach der Pauſe, auf Vorlage von Kühnle, den
einzigen Treffer des Tages erzielen konnte. In
der Offenbacher Elf erwies ſich der ſonſt ſo
durch=
ſchlagskräftige Sturm als äußerſt ſchwach. Bei
Kaiſerslautern zeichnete ſich wieder beſonders der
Torhüter Gebhardt aus. Fink=Frankfurt war dem
anſtändigen Treffen ein gerechter Leiter.
Sichere Sache für Phönik.
Phönir Ludwigshafen — Union
Rieder=
rad 4:0 (2:0).
3500 Zuſchauer erlebten in Ludwigshafen den
erwarteten ſicheren Sieg des Phönir mit 4:0
(2:0) über die erſatzgeſchwächte Niederräder
Union. Phönix zeigte die geſchloſſenere
Mann=
ſchaftsleiſtung und kämpfte vor allem im Sturm
energiſcher und zielbewußter. Die Niederräder
konnten nur durch Einzelleiſtungen gefallen, bei
denen ſich der Verteidiger Colter, die Läufer
Allermann und Müller und der Stürmer Pflug
hervortaten. In der 4. Spielminute ging ein
Weitſchuß von Hörnle zum 1:0 ins Netz. Eine
Viertelſtunde ſpäter verſchuldete Colter einen
Elfmeter, den Müller zum 2:0 verwandelte.
Nach der Pauſe gelang Neumüller 2. in der 15.
Minute das 3:0. Zehn Minuten vor Schluß
fügte der Mittelſtürmer Degen noch ein viertes
Tor für Phönix an, während Niederrad leer
ausging. Schiedsrichter war Selzam=Heidelberg.
Wormakig
wieder nur unenkſchied.
Wormalia Worms — Boruſſia
Yiu=
kirchen 1:1 (1:0).
Wormatia hat auf eigenem Platz anſd
kein Glück mehr. Nach dem unerwartet
entſchieden gegen Kaiſerslautern folgte n
1:1 gegen Boruſſia Neunkirchen. Dabei ha=
Wormſer diesmal, mit Ausnahme von F.
ganze reguläre Elf zur Verfügung. Die 20
ſchauer bekamen in der erſten Halbzeit vo
matia ein wirklich hervorragendes Spiel
führt. In der 8. Minute brachte Gölz ſeine
ſchaft mit Bombenſchuß in Führung. T
Pauſe hätte es dann noch gut und ger
heißen können, aber Müller im Tor der B
wehrte alles ab. Nach der Pauſe kam Neut ſchen
mehr und mehr auf, während Wormatia
anderfiel. In der 21. Minute ſchoß der B.
Mittelſtürmer Junk auf Flanke des Linl
den Ausgleich. Als Schiedsrichter amtiert
ler=Griesheim ſehr ſicher.
gend
Uln=
das
die
die
Zu=
Por=
frge=
Fun=
zur
30
iſſen
ſein=
ſen
ſen=
ußen
Kül=
Hergerk als Mikkelſkürnk.
FK. Pirmaſens — Sporlſt. Saatb Een
4:1 (2:0).
Pirmaſens hatte diesmal den internat alen
Mittelläufer Hergert ins Angriffszentr.
ſtellt und fuhr mit dieſer Maßnahme icht
ſchlecht. Hergert verſtand es vor allem, men
gefährlichen linken Sturmflügel richtig
nzu=
ſetzen. Von dieſer Seite fielen auch al mier
Tore. Bei Saarbrücken machte ſich das ölen
des geſperrten Mittelſtürmers Fuchs ſeh
ach=
teilig bemerkbar. Der Sturm der Saa (der
war dadurch zur Erfolgloſigkeit verurteil Lutz
ſchoß vor der Pauſe zwei Treffer für Pir ſens
und erzielte nach dem Wechſel auch
direſt=
lichen zwei Tore für ſeine Mannſchaft. fine
Minute vor Schluß kam Saarbrücken dure hulle
mann zu ſeinem Ehrentreffer. „Mangold
fes=
heim amtierte vor 2000 Zuſchauern zuf
ſen=
ſtellend.
aus gewonnen. Der Gäſtemittelläufer Lorbacher
holte ſich doch faſt jeden Ball. Mit wuchtiger
Vorlage bedacht, ſetzte er ſeine flinken
Außen=
ſtürmer ein, und ehe ſich die 98er recht
gefun=
den hatten, knallten ſchon einige pfundige
Ka=
liber auf ihren Laden. Die 1. Ecke für 98 wird
leicht abgeſchlagen, die anſchließend fällige für
Lorſch holte ſich Ruppel aus dem Flug herunter.
In der 6. Min. geht SV. 98 durch eine feine
Leiſtung Mahrs in Führung. „Eſig”
legte dem wieſelflinken Mahr vor der
ver=
längert das Leder mit dem Kopf drei Meter,
und aus dem Lauf getreten ſpritzt der Ball in
das Netz.
Ein Pfiff! Alles ſteht ſtill. In den Gedanken
tritt der ſo plötzlich dahingeraffte
ErichOrle=
manns vor uns. Seinem ehrenden Gedenken
gilt die ſtille Minute.
SV. erzwingt im weiteren Verlauf die 2.
Ecke, die jedoch beim dritten Nachſchuß ins Aus
geköpft wird. Die Gäſte ſind nach ihrem 2.
Eck=
ball gefährlicher, doch Adrian trifft knapp
da=
neben. Ein ſaftiger Strafſtoß Seiferts landet
in den Händen Gärtners. Anders geht die
gleiche Situation in der 31. Min vor dem
blauen Tor aus: Ruppel läßt den Strafſtoß des
rechten Gäſteläufers ins Netz wiſchen, und die
Partie heißt 1:1.
Eine prächtige Sache entwickelt ſich dann vor
dem Gäſtetor, aber Seifert hatte Pech, zweimal
feuert er wuchtig den zurückſpritzenden Ball an
die Oberlatte. Kurz vor der Pauſe wird die
3. Lorſcher Ecke abgewehrt.
Nach Wiederbeginn erfaßt die Anhänger der
Platzelf kaltes Grauen: In der 2. Minute
wie=
der ein Huſarenritt der Riedleute, und der
Halblinke trifft ülerlegt zum 1:2.
Und ſchon wieder ſind die heute im blauen
Trikot kämpfenden Mannen um die Brüder
Lorbacher da. Sänger wehrt regelwidrig in
letzter Not — 11 Meter. Dagegen half kein
Klägen. Die Exekution folgt:
— Ein
Felsſturz wälzt ſich von der Bruſt der Lilien:
denn Ruppel ſchlug den Elfmeter
mit dem Fuß ins Feld zurück.
Nun nehmen die 98er das Heft in die Hand.
Frey hat eine feine Torgelegenheit, aber über
den ſtürzenden Hüter geht der Ball ins Aus.
Eine mutige Fußabwehr Ruppels unterbindet
einen gefährlichen Vorſtoß der linken Gäſteſeite.
Darmſtadts 3. Eckball findet den Weg nur ins
Aus, doch in der 17. Min. heißt es 2:2, als
Württenberger nach einem Gedränge das
Leder über die Linie befördert.
Zwei weitere brenzliche Situationen werden
von Lorſchs Verteidigern mit letztem Einſatz
be=
endet. Auch die 4. Ecke ziſcht neben dem
Lor=
ſcher Tor vorbei, aber in der 33. Min. wird
Lorſch die Niederlage beſchert: Aus 20 Metern
jagt Seifert einen Straſſtoß unhaltbar
—ö
ins Netz.
Das Spiel der Reſ. wurde beim Stand von
2:0 wegen, SR.=Beleidigung bzw.
Nichtbefol=
gung eines Platzverweiſes durch einen Gaſt
ab=
gebrochen. — SV. 4.—TSG. 46 3. 1:4, SV. 98
3.=Stockſtadt 2,:2.
A9. Worms — German
Pfungſtadk 3:2 (2:1)
Diesmal wurde bekannt, daß in der
Xam=
menſchlußfrage Wormatig—Alem=Olymp toch
keine weiteren Schritte unternommen w den,
ebenſo in der Frage der Verſetzung der
ſor=
matia=Tribüne nach dem Wormſer Sta ark. M0
Beide Wormſer Großvereine ſpielen na wie
vor getrennt in ihren Klaſſen weiter.
Das heutige Spiel im Stadtpark we bon! ”
20 Zuſchauern beſucht, die wider Ert ſten),
ihre Mannſchaft diesmal nicht ſo glatt gen
ſahen, wie ſie erhofften. Pfungſtadts Mkten
zeigten vornehmlich in der Abwehr 1 Der
eine ſehr gute Leiſtung, ſie waren auch te ſiſch
in jeder Beziehung ſehr gut, ſo daß ſi hrur
knapp zu ſchlagen waren. Zu allem Pee par
kein überragender Spielleiter zur Stelle Inſt
wäre die Partie vielleicht noch unentſe ben!”
ausgegangen.
Die beiden Parteien, ſtanden wie
folgt:
Pfungſtadt: Darmſtädter: Nickel, b6i
Scheuermann, Schmidt Crößmann;
gen=
zahl 2. Guggemus, Haſſenzahl 1. Spieß, ec
hardt.
Worms: Schwindt; Wandesleben, Enz
Wolf, Hautz, Hartmann, Ofenloch, Götz,
Ken=
bach, Gumpinger, Steinbach.
In der Kritik
kommen die Pfungſtädter ſehr gut weg,
ſch=
dem ſie, wie überall im Ried, auch im 2
mm=
ſer Stadtpark eine ſehr überzeugende Le ing
boten. Die drei Schlußleute dieſer Elf ſen
ihrem Ruf erneut Ehre gemacht. Sie ween
vor keine kleine Aufgabe geſtellt, den per
queckſilbrige Wormſer Sturm war tatf ſich
kaum zu faſſen. Trotzdem hat man von
an=
ſtädter und Voß ſchon weit beſſere Leiſt fen
geſehen. Gut unterſtützt wurden ſie aller
g=
von ihrer Läuferreihe. Dies hatte auch tBel
zur Folge, daß der Angriff der German
Der FV. Saarbrücken, der Verein des
Mittelſtürmers der deutſchen
Nationalmann=
ſchaft, Edmund Conen, ſicherte ſich am Sonntag
mit einem 5:0=Sieg über den SV. Völklingen
endgültig die Meiſterſchaft der Bezirksklaſſe
Saar. Die Saarbrücker haben noch kein Spiel
verloren und ein Torverhältnis von 80:16
er=
rungen, an dem Conen in erſter Linie
betei=
ligt iſt.
ſehr auf ſich angewieſen war. Haſſenzah
ein guter Durchreißer, und wenn die
Sturmſeite Speckhardt=Spieß etwas lebei
und ſicherer geſpielt hätte, wer weiß, wi
ſes Spiel ausging. Die techniſch etwas 1
Wormſer Elf hatte jedenfalls ihre Laſt
entſcheidende Tor zu ſchießen. Die Pfungſ
eröffneten den Torreigen. Guggemus
den kleinen Haſſenzahl frei und der P
ſtädter Recht saußen knallte an die Latte.
hardt war aber zur Stelle und ehe ein V
ſer Spieler den Ball berührt hatte, land
bereits im Netz. Das war in der 17. M
Bereits wenige Augenblicke ſpäter köpſte
die 4. Wormſer Ecke ins Tor, obwohl
alles verſucht hatte den Ball noch zu erre
Kurz vor der Pauſe ging Darmſtädte
weit heraus und Worms kam durch Gun
ger zum Führungstreffer. In der zu
Hälfte waren die Schwarz=Weißen etwas
in Front. Ein Vormſer übertrumpfte 2.
ſtädter erneut, indem er den 3. Treffer
leere Tor ſchoß. Als kurz darauf Nickel
Elfer verſchuldet, wird dieſer von Götz
ſchoſſen. Kurz vor dem Abpfiff raren
Pfungſtädter noch einmal erfolgreich aus
Verwandlung der zweiten Ecke für Pfung
Die Gäſte hatten übrigens noch ein 3. To?
zielt, das aber wegen „Abſeits” nicht gee
ſwurde.
Montag, 11. Februar 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 42
Zerbiſſener Kampf beim Tabellenführer.
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ffszentum
Bnahme n
allen ſeit
richtig eit
30. 03 Egelsbach -Sppgg. 04
Arheilgen Srte.4y
Dieſes letzte Heimſpiel des Tabellenführers
brachte zwei Punkte ein, deren Vergebung bis
in die letzten Spielminuten noch ſehr ungewiß
war. In einem bis an die Grenze des
Er=
kaubten herangehenden harten Spiel wurde
mit großer Verbiſſenheit um jeden Fuß breit
Boden gerungen. Die Leute vom Mühlchen
waren mit ſtarkem Anhang nach Egelsbach
ge=
ſommen und gingen nicht mit unbegründeten
Hoffnungen nach Egelsbach. Es war allmählich
bekanut geworden, daß Schuch im Egelsbacher
Tor wegen einer nie begangenen angeblichen
ſinſportlichkeit in Pfiffligheim herausgeſtellt
worden und in einem unverſtändlichen Urteil
er Behörde mit zwei Sonntagen Sperre
be=
egt worden war, ein einigermaßen
vollwer=
niger Erſatz zur Zeit aber nicht zur Verfügung
tehe. An ſeiner Stelle hütete der
Erfatzhalb=
inke das Egelsbacher Tor. Ein Glück für ihn,
haß ſeine beiden Vorderleute ihm die
Haupt=
arbeit abnahmen, ſo daß er auf nicht allzu
jarte Proben geſtellt wurde. Er brachte viel
futen Willen und viel Tapferkeit mit. Seine
Verteidiger ſchlugen ſich hervorragend, und auch
ſie Läuferreihe erfüllte reſtlos ihre Pflicht. In
ich iger Erkennanis der Sachlage leiſteten ſie
inten hervorragende Deckungsarbeit, um aber
uch im gegebenen Moment den Sturm nach
orn zu drücken. Dieſer Sturm hatte in Haller
inen hervorragenden Führer. Hart und
wuch=
ig, ſchnell und doch überlegt, das waren die
dauptmerkmale ſeiner Spielweiſe. Die
Vor=
ſereitung des erſten Tores für E. war eine
ute Leiſtung. Ewald Voltz hatte den ihm von
haller uneigennützigerweiſe nach herrlichem
(lleingang auf den Fuß ſervierten Ball nur
nzuſchießen, was er unhaltbar tat. Mit
vie=
en anderen Schüſſen hatte Voltz Pech. Ihm
and aber auch ein Tormann gegenüber, der in
anz großer Form war. Körber im Arheilger
jor hat an der knappen Niederlage ſeiner
jarben das Hauptverdienſt er hielt die un=
(aublichſten Sachen mit großer Sicherheit. Der
ſchwächſte in der Egeisbacher Fünferreihe war
er Erſatzlinksaußen, dem aber auch nichts
ge=
ngen wollte. Erſt im letzten Spieldrittel
uuts er etwas auf. Sein entſcheidendes Tor
n richtigen Augenblick mag mit ſeiner
ſonſti=
en Leiſtung verſöhnen.
Arheilgen hatte ſeine komplette
Mann=
haft zur Stelle und man muß ſchon ſagen:
kämpfte mit dem. Mur der Verzweiflung
und der Hingabe eines jeden Einzelnen, die
unbedingt Achtung eiuftößen mußten. Sie hatte
allerdings das Pech, eine glänzend aufgelegte
Verkeidigung und ein= gutdeckende Läuferreihe
anzutreffen, gegen die herzlich wenig
auszu=
riehten war. Die eizielten beiden Tore
ent=
ſprangen zwei Fehlern der Egelsbacher
Hinter=
leute, den beiden einzigen des ganzen Spieles.
Neben dem erwähnten Tormann Körber war
Mittelläufer Becker eine markante
Perſönlich=
keit, der ſeine Miiſpieler um ein bedeutendes
überragte. Sonſt war die Mannſchaft ziemlich
ausgeglichen; lediglich der Rechtsaußen fiel
etwas ab. Das Arheilger Spiel war mit Wucht
und Energie geladen und vermied bewußt jede
Tändelei. Bauer und Rückerich konnten gegen
ihre Gegenſpieler nichts ausrichten, damit war
auch der geſamte Sturm der Gäſte nach dem
Egelsbacher Tor ſtark behindert. Die
Läufer=
reihe hatte alle Hände voll mit der Abwehr zu
tun und konnte ſich kaum der Unterſtützung
des Sturmes widmen. Es wäre ſchade, wenn
die Leute vom Mühlchen den bitteren Gang
des Abſtieges in die Kreisklaſſe antreten
müß=
ten. — Schiedsrichter Offer=Frankfurt=Nied
hatte einen außerordentlich ſchweren Stand.
Er verſtand es, durch unzählige Verwarnungen
ſeine Autorität zu wahren, hatte aber vor dem
letzten Mittel und vor Elfmetern eine gewiſſe
Scheu. Wenn er auch hie und da manche
merk=
würdige Entſcheidung fällte, ſo konnte man
doch im großen ganzen in Anbetracht des
ſcharfen Kampfes mit ſeiner Leiſtung zufrieden
ſein. Zuſchauer 700. — Das Spiel der
Reſer=
sch
ven endete 4:1 für Egelsbach.
Vikkoria Walldorf — Bikkoria Urberach
2:0 (1:0).
Obwohl Urberach diesmal wieder eine ſehr
gute Mannſchaft ſtellte, war bei den eifrigen
Walldörfern nichts zu holen. Dieſe ſpielten, wie
in den letzten Spielen, mit ſehr großem Elan
und nur dadurch, daß die Urberacher Deckung
ſehr gut ſtandhielt, war in der erſten Hälfte nur
ein Erfolg der Walldörfer zu verzeichnen. Dies
war übrigens noch ein Elfmeter, den Jourdan
verwandelte. In der 2. Hälfte war Walldorf
ſtark überlegen; Urberach nur darauf beſchränkt,
die eventuell hochkommende Niederlage möglichſt
niedrig zu halten. So gelang den Walldörfern
nur durch Kron ein weiteres Tor. Walldorfs
Mannſchaft zeigte ſich, wie immer, techniſch und
taktiſch von einer ſehr guten Seite. Urberach muß
nach dieſer Niederlage in den ſauren Apfel des
Abſtiegs beißen.
Aus den Kielstiaffen.
An der Rhein=Allee — wie erwarkei!
In der Kreisklaſſe 1.
Gruppe I — Ried.
V. Biblis—Alemannia Groß=Rohrheim 4:2
ncordia Gernsheim-Kleinhauſen . . . 5:0
V. Hofheim—Starkenburgia Heppenheim. 1:0
Die Hofheimer haben ſich ihre
Tabellenfüh=
ng nunmehr dermaßen geſichert, daß ſie
höch=
nfalls noch eingeholt, keinesfalls aber noch
erholt werden können. Bei ihren reſtlichen
dielen werden ſie beſtimmt noch einen Punkt
len und ſich dadurch die Meiſterſchaft ſichern.
ſe Bibliſer haben bei ihrem Spiel in
Groß=
dhrheim diesmal eine gute Leiſtung gezeigt.
e lagen zuerſt 3:0 in Führung, und obwohl
Groß=Rohrheimer ſpäter recht gut aufdreh=
*, war doch an einem Endſieg der Bibliſer
ht zu zweifeln. Ganz klar ſiegten die
Gerns=
imer auf eigenem Platze. Kleinhauſen war
ht der gefurchtete Gegner, den die
Mann=
aft in ihren letzten Spielen abgegeben hatte.
r 5:0=Sieg der Riedleute geht alſo ganz in
dnung.
Die Tabelle nach dem 10. Februar:
öten die Punkteſpiele wieder ein.
trennten ſich folgende Mannſchaften:
3G. 46 Darmſtadt—SV. Weiterſtadt 3:0 (1:0)
Non Wixhauſen — Viktoria Griesheim ausgef.
altia Wolfskehlen—SV. Mörfelden und
2. Groß=Gerau—Jahn 75 Darmſtadt 3:0.
Die 46er haben ihren zweiten Platz durch
geſtrigen Sieg über Weiterſtadt gefeſtigt.
S Ergebnis des Wolfskehler Treffens
dei Redaktionsſchluß nicht vor; die Tabelle
84. Im letzten Spiel Groß=Gerau—Jahn 75
Emſtadt war die Revanche für Groß=Gerau
18: mit 3:0 wurde ſie verbucht. Eberſtadt
r ſpielfrei.
In der Gruppe 3 — Odenwald
Ien drei Spiele ſtatt, und zwar:
Sabenhauſen—Groß=Zimmern 1:2—
Tußdorf—Höchſt 4:3 (Reſerven 7:1 f. R.)
Nichelſtadt—Schaafheim 3:1.
dere Annahme, daß überall Heimſiege zu=
2e kommen würden, hat nur Groß=Zimmern
lichte gemacht; mit 2:1 kehrte man ſiegreich
* Babenhaufen heim. Michelſtadt dagegen
Mertigte unſere Vorausſage mit einem
*eg; mit 3:1 wurde er über die Leute aus
H9iheim erzielt. Roßdorf behielt zwar die
„hand über Höchſt, aber die Gäſte ſchafften
dum Schlußpfiff mit Ausdauer dieſe knappe
SFFrlage von 4:3 Toren. Ober=Ramſtadt war
elfrei,
TSG. 46 — SV. Weiterſtadt 3:0 (1:0).
An der Rheinallee fertigten die 46er im
Ver=
bandsſpiel ihren Gaſt, den SV. Weiterſtadt
ein=
deutiger ab, als das Reſultat beſagt. Der
Kampf, der ſich vor zirka 200 Zuſchauern
ab=
ſpielte, brachte eine 75prozentige Ueberlegenheit
der techniſch und taktiſch beſſeren Mannſchaft der
46er, während die Gäſte nur mit ihrem
Kampf=
geiſt bzw. Eifer imponieren konnten, ſonſt aber
wenig zeigten. Wenn wir heute davon Abſtand
nehmen, auf eine nähere Kritik der
Mann=
ſchaften einzugehen, wollen wir dennoch
erwäh=
nen, daß Noack, der neue Torhüter der 46er, für
ſeine Elf eine bedeutende Verſtärkung vorſtellt.
Das Spiel zeigte in den
Anfangs=
minuten einen zerfahrenen Kampf,
wobei lediglich die beiden Hintermannſchaften
zufriedenſtellend arbeiteten, während die
Zerfah=
renheit mehr und mehr in den Stürmerreihen
zu finden war. Ganz allmählich kamen die 46er
auf ihre ſonſtige Spielweiſe, was den Erfolg
hatte, daß der Gegner von dieſem Zeitpunkt ab,
abgetan war. Wohl wehrten ſich die Gäſte mit
Zähigkeit und Energie, aber auf die Dauer war
den zahlreichen Angriffen der 46er dennoch nicht
ſtandzuhalten. Der Führungstreffer fiel in der
30. Minute, als Delp gut aufs Tor köpfte und
Müller das Leder vollſtändig über die Linie
brachte. — Nach der Pauſe wird die
Ueber=
legenheit der 46er noch größer und nur noch
ſel=
ten kommen die Gäſte aus ihrer Hälfte heraus.
Vorerſt bringen ſie es wieder fertig, alle
An=
griffe der 4Ger erfolgreich abzuwehren, bis
Vogelmann dem Gäſtehüter in der 55. Minute
zum zweitenmal das Nachſehen gibt. Kurz vor
Schluß iſt es dann Süßenböck, der den dritten
Treffer erzielt und damit das Endreſultat
her=
ſtellt. Der Schiedsrichter aus Sprendlingen
lei=
tete aufmerkſam und korrekt. Bei dem vorher
ſtattgefundenen Spiel der Reſerven, landeten die
46er mit 8:0 den erwarteten Sieg. — TSG. 46
(3. M.) — SV. 98 (4. M.) 4:1. TSG. 46 (Jgd.)
— SV. Gräfenhauſen 3:0, TSG. 46 (1. Sch.) —
Weiterſtadt (1. Sch.) 0:3, TSG. 46 (2. Sch.) —
Weiterſtadt (2. Sch.) 3:1.
eba.
Gleichwerkiger Kampf in Groß=Gerau
SV. Groß=Gerau — Jahn 1875 Darmſtadt
3:0 (2:0).
Das Reſultat gibt den Verlauf durchaus
nicht wieder. Denn die 75er waren ihrem
Geg=
ner gleichwertig und in den letzten 20
Minu=
ten ſogar ganz deutlich überlegen.
Das Spiel begann mir Ueberraſchung, denn
ſchon nach 30 Sekunden ſchoß der unbewachte
Halblinke von Gerau das erſte Tor. Die 75er
ließen ſich nicht verblüffen und antworteten
mit ziemlichem Drang. Bei einigen guten
Chancen hatten ſie allerdings reichlich Pech.
So hatte ein Ball ſchon faſt die Gr.=Gerauer
Torlinie überſchritten als ein Verteidiger den
Ball noch in letzter Minute retten konnte.
Anders war es beim Gegner. Aus einem faſt
unmöglichen Winkel ſchoß der Linksaußen das
2. Tor, das Lemſter ſonſt beſtimmt verhütet
hätte. Gleich nach dieſem Tor hatten die 75er
eine gute Chance Steiner hatte ſich an der
Strafraumgrenze freigemacht und im Moment
des Schießens wurde er von dem linken Groß=
Gerauer Verteidiger in ganz gefährlicher
Weiſe verletzt. Er mußte vom Platze getragen
werden und kam erſt in der zweiten Hälfte
wieder, jedoch nur noch als Statiſt. Den
Strafſtoß dafür ſchoß Kahl neben den Pfoſten.
Bald darnach war Halbzeit.
Nach der Pauſe ließ das Spiel an Kampf
und Tempo nach. Der Rechtsaußen von Gerau
ſchoß nach 10 Minuten den 3. Treffer und
be=
endete damit den Torreigen. Für den Reſt der
Spielzeit hatten die 75er das Heft in der
Hand, ohne etwas Zählbares zu erreichen.
Großes Pech und auch gewiſſe
Zuſammenhang=
loſigkeit im Sturm verhinderten Erfolge. Etwa
10 Minuten vor Schluß winkte das ſchon
ge=
ſehene Ehrentor, doch wurde Mühlbach dabei
ganz unfair gelegt, ohne daß der Schiedsrichter
den fälligen Elfmeter gab. So fanden ſich die
75er in ihr Schickſal und verließen mit 3:0
geſchlagen das Feld in einem Kampf, in
wel=
chem ſie ein Unentſchieden beſtimmt verdient
hätten.
Kritiſch betrachtet, lieferte die
Mann=
ſchaft kein ſchlechtes Spiel. Lediglich im Sturm
war durch die Neueinſtellungen eine gewiſſe
Zuſammenhangloſigkeit. So ſtand der alte
Kämpe Hübner als Mittelſtürmer auf
unge=
wohntem Poſten, wenngleich er in bezug auf
Eifer und anſtändige Kampfesweiſe vorbildlich
wirkte. Die Hintermannſchaft war wieder ſehr
gut außer Kroll, der das erſte Mal als linker
Läufer ſtand und ſich große Mühe gab. Mit
dem heutigen Geiſt und Willen und dieſen
Leuten in die Zukunft, dann wird auch die
ſpieleriſche Kriſe und die Aufſtellungsſorge
überwunden ſein.
Groß=Gerau hatte ſeine Stärke in dem
ſchnellen Sturm und Torwächter, war
körper=
lich weit überlegen und ſpielte reichlich hart.
Ganz beſonders die Verteidiger gebärdeten ſich
vie wild. Ihnen iſt zu ſagen, doch mehr auf
die Geſundheit ihrer Sportkameraden zu achten.
Schiri Sinſel=Mainz war nicht ſchlecht doch
Ste.
entſchieden zu nachſichtig.
Union Wixhauſen — Viktoria Griesheim
(ausgefallen).
Dieſes Spiel wurde wegen SA=Dienſt von
Griesheim am Samstag abgeſetzt.
Es iſt dies ſchon das dritte Spiel in dieſer
Spielrunde, das man ſo kurz abſetzte. Wie
eigentlich die Vereine bei ſoviel Spielausfällen
beſtehen ſollen, denn die Auslagen, wie Reilame
uſw., ſind doch da, bleibt ein Rätſel. Vom
ſportlichen Geiſt aus ſollte man ſelbſt einige
Spielerausfälle in Kauf nehmen, oder
recht=
zeitig für Benachrichtigung des Gegners
be=
müht ſein. — A. H. Wixhauſen — A. H.
Mür=
felden 3:1. Bei dieſem Spiel zeigten die Alien,
daß ſie immer noch zu ſpielen verſtehen. Das
Spiel war ſehr anſtändig und hatte in Keil=
Egelsbach einen regelſicheren Leiter. — Jugend
Wixhauſen—Jugend Egelsbach 5:0.
Ruhiges Spiel an der Maulbeer-Allee
SV. Merck Dſtdt. — TSG. Erzhauſen 3:0 (1:0).
Die Zuſchauer ſahen ein auch für die
Ver=
hältniſſe der Kreisklaſſe 2 äußerſt einfaches und
langweiliges Spiel, das die Darmſtädter auf
Grund ihrer beſſeren Geſamtleiſtung verdient
gewannen, Beiden Mannſchaften muß man aber
anrechnen, daß ſie mit Erſatz ſpielten. Mercks
Hintermannſchaft ſtand eiſern, aus der
Läufer=
reihe ragte der Mittelläufer hervor und im
Sturm waren auf der rechten Seite die tre
ben=
den Kräfte zu finden. — Der Sturm der Gäſte
zeigte gar nichts, ihr Mittelſtürmer und ihre
Verteidiger waren gut, und ihr Torwart hatte
heute mit der Glücksgöttin einen innigen Bund
geſchloſſen.
Während in der erſten Halbzeit beide Tore
des öfteren in Gefahr waren, geſtalteten die
Mercker das Spiel in der 2. Hälfte leicht
über=
legen und konnten dem vor dem Wechſel
erziel=
ten Führungstreffer noch zwei Tore hinzufügen:
das letzte holte der alte, ewig junge Otto Heid
heraus. Das recht faire Spiel, die wertvollſte
Feſtſtellung des Tages, wurde vom Schiedsrichter
gut geleitet. — Im Spiel der 2. Mannſchaften
beſiegte Merck die nur mit 9 Mann ſpielenden
Erzhäuſer mit 5:1.
V.
Das Frankfurter Reitturnier.
Der erſte Tag.
Das 2. Große Nationale Reit= und
Fahrtur=
nier in der Frankfurter Feſthalle nahm, nach
ver=
ſchiedenen Vorprüfungen am Samstagabend vor
etwa 6000 Zuſchauern ſeinen Anfang. Im
Mit=
telpunkt des Eröffnungsprogramms ſtand der
„Preis vom Kaiſerdamm”, ein Jagdſpringen der
Klaſſe A, bei dem es nur zwei fehlerloſe Ritte
gab. Siegerin wurde Frau Dr. Pipo auf
Käth=
chen, mit der beſten Zeit von 80,2 Sek. Den
zweiten Platz belegte mit einem fehlerloſen Ritt
Oblt. a. D. Betzel auf Alexander in 89 Sek., und
der gleiche Reiter holte ſich auch den dritten
Platz mit 3 Fehlern und 100,6 Sek. auf Ferro;
ein Ungehorſam des Pferdes führte hier zu den
drei Punkten. Neben den Schaunummern brachte
der erſte Tag noch einige Dreſſur= und
Eig=
nungsprüfungen für Reitpferde und Geſpanne.
Die drei Schaunummern waren ein voller Erfolg.
Zuerſt wurde ein „Rennen der Römiſchen
Quadrillen” gezeigt. Die beiden Geſpanne, mit
Oldenburger zurzeit in Heſſen ſtehenden
Heng=
ſten beſpannt, wurden von Landesſtallmeiſter Dr.
Dencker=Darmſtadt und Dr. Hirſch=
Därmſtadt gefahren. Als zweite
Schaunum=
mer folgte die „Bayeriſche Traberquadrille‟,
eine Vorführung von zwölf Renntrabern im
Sulky, und den Höhepunkt der Schaunummern
bildeten die Vorführungen der vier Kuban=
Koſaken, die mit ihren verwegenen und
toll=
kühnen Kunſtſtücken auf dem Pferde die
Zu=
ſchauer in atemberaubende Spannung verſetzten
und ſtärkſten Beifall quittieren konnten.
Der Sonnkag=Nachmitkag.
Zum erſtenmal war am Sonntagnachmittag
die Feſthalle ausverkauft. Nahezu 9000
Zu=
ſchauer folgten mit Spannung und Begeiſterung
den Ereigniſſen in der Manege. Die drei
Schau=
nummern des Turniers, die ſchon am
Eröff=
nungsabend ſehr gefallen hatten, hatten jetzt ſo
viel Schmiß und Tempo, daß das Publikum
im=
mer wieder in ſtürmiſchſtem Beifall ſein
Ent=
zücken bekundete. Vor allem ſcheinen es die
Renntraber den Frankfurtern angetan zu haben.
Die bayeriſchen Fahrer waren jedoch auch
wirk=
lich Meiſter in ihrer Kunſt. Zu Beginn des
Nachmittags kamen zwei leichte Jagdſpringen
zum Austrag, bei denen ganz energiſch auf
Tempo geritten wurde. In der beſchränkten
Klaſſe holte ſich der Wiesbadener Bergeré auf
dem Schimmel „Epona” den Sieg. In der
großen Konkurrenz lag zuerſt die Vortagsſiegerin
„Käthchen” unter Claus Pipo in Führung. Dr.
Hillenblink ſchaffte aber ebenfalls 0 Fehler in
beſſerer Zeit auf der ſicheren „Seelenruhe”, die
wirklich mit Seelenruhe und dennoch ſehr ſchnell
über die Bahn kam. In einem fabelhaften Ritt
übertraf aber kurz vor Schluß der Hamburger
F. Mergell mit „Colombine” auch dieſe Leiſtung
und ſiegte in überzeugendem Stil. In den Reit=
und Dreſſurkonkurrenzen hatten Meiſter A.
Staeck und Guſtav Lange neue Erfolge. Die
beiden Schimmel „Columbus” und „Donar”
ließen ihrer langen Siegesſerie weitere Erfolge
folgen. Ganz beſonders gut gefiel die Tandem=
Prüfung der Wagenpferde, wo W. Dörenkump=
Köln nicht zu ſchlagen war.
Haupkmann Schaeffer
gewinnk den Arel=Holſt=Preis.
Der Abend in der vollbeſetzten Feſthalle wurde
mit dem Schleusner=Jubiläumspreis, einem
Glücksjagdſpringen eingeleitet. Die Springbahn
hatte 24 Hinderniſſe, jeder Teilnehmer hatte
ſo=
lange zu ſpringen, bis ſein Pferd einen Feöler
machte. Es gelang ſieben Reitern, alle 24
Hin=
derniſſe zu überwinden. Bei gleicher Anzahl
der Sprünge war die Zeit ausſchlaggebend.
Da=
durch gelangten Mergell auf „Colombine” und
G. Lange mit „Torpille” in totem Rennen auf
den erſten Platz, denn beide hatten je 76
Se=
kunden benötigt. Einen beſonderen Erfolg hatte
bei dieſem Springen Oblt. a. D. Betzel, von dem
drei Pferde über die Bahn kamen. Im Axel=
Holſt=Erinnerungspreis war eine ſehr ſchwere
Springbahn aufgebaut. Es gelang nur zwei
Reitern, ohne Fehler über dieſe Hinderniſſe zu
kommen. Zuerſt brachte SS.=Mann Knuth mit
„Siegfried” dieſes Kunſtſtück fertig, dann zog
Hptm. Schaeffer mit „Elſa” ihm gleich. Drei
weitere Teilnehmer wären beinahe fehlerlos
über den Parcours gekommen, ihre Pferde
war=
fen aber ſämtlich an der letzten hohen Mauer
ab. Hptm. Schaeffer und SS.=Mann Knuth
mußten zum Stechen antreten, wobei der Ochſer
1,50 Meter hoch und 1,40 Meter weit und die
Mauer 1,70 Meter hoch aufgebaut wurden. Den
Ochſer nahmen ſowohl „Elſa” wie „Siegfried”
ohne Fehler, an der Mauer ſtreifte „Elſa” mit
der Hinterhand ab, „Siegfried” jedoch mit der
Vorderhand, ſo daß Hptm. Schaeffer Sieger
die=
ſes ſchwerſten Springens des Turniers wurde.
Chriſtl Cranz
wurde Skudenken=Wellmeiſterin.
Bei den Akademiſchen Weltwinterſpielen in
St. Moritz holte ſich Chriſtl Cranz, unſere
deutſche Meiſterin, auch den Sieg im
Slalom=
lauf und wurde damit Weltmeiſterin 1935 in
der Kombination Abfahrt/Slalom der
Studen=
tinnen. Bei den Herren brachte es Dr. Vetter
trotz ſeines ſchlechten Abſchneidens bei der
Ab=
ſahrt noch auf einen guten vierten Platz, da
er ſich im Slalomlauf den zweiten Platz
ſicherte.
Die Slalomſtrecke der Herren war ſehr ſteil
und ſchwierig. Als Schnellſter erwies ſich der
Oeſterreicher Schmiedſeder mit 2:04,7 Min., Dr.
Vetter Freiburg war nur um / Sekunden
langſamer, wie überhaupt die einzelnen
Ab=
ſtände der Fahrer ſehr gering waren. Die
übrigen Deutſchen ſchnitten ſehr mäßig ab.
Mechler wurde nur 28., Mehmel 30. und Kraiſy
gar nur 31.
Bei den Studentinnen war Chriſtl Cranz
wieder eine Klaſſe für ſich. Sie ſiegte überlegen
in 1:16,3 Min. einſchl. ſechs Straſpunkten vor
der Oeſterreicherin E. Pembauer, die 3:36,4
Min. brauchte.
Weltmeiſterin im Eiskunſtlauf
wurde bei den in Wien ausgetragenen
Titel=
kämpfen wiederum die Norwegerin Sonja Henie
vor der Engländerin Colledge und der Schwedin
Hulthön. Deutſchland war an dieſem Wettbewerb
nicht beteiligt.
Bei den Internationalen
Eis=
ſchnellauf=Wettbewerben für Frauen
am 26. und 27. Februar in Oslo wird die
Ber=
linerin Irmgard Sames die deutſchen Farben
vertreten.
Den Abfahrtslauf der franzöſiſchen
Skimeiſterſchaften in Chauonix gewann der
Norweger Sigmund Ruud vor Willi Steuri=
Schweiz und Vignolle=Frankreich. Bei den
Da=
men wurde Frl. Martineaux=Paris Meiſterin.
Mitteldeutſcher Skimeiſter wurde
bei den in Gersfeld ausgetragenen Titelkämpfen
der Gaue 12 und 13 der Einheimiſche Emil
Schleicher vor dem Kaſſeler Edelmann und
deſ=
ſen Landsmann Zeiß.
Oſtpreußiſcher Eishockeymeiſter
wurde erwartungsgemäß der Raſtenburger SV.,
der in den Spielen um die deutſche Meiſterſchaft
dem Endſpielteilnehmer Rieſſerſee ſtärkſten
Widerſtand entgegenſetzte. Im Endſpiel traf
Raſtenburg auf den VfK. Königsberg, der 10:0
geſchlagen wurde.
Nr. 42
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Monkag, 11. Februar 1!
Douteage Tamſtädiet Sieger
Im Südweſt=Handball keine Veränderung an der Spitze.
SV. 98 Darmſtadt — Pfalz Ludwigshafen 12:7.
Polizei Darmſtadt — VfR. Kaiſerslautern 11:1.
TSV. Herrnsheim — SV. Wiesbaden 0:3.
VfR. Schwanheim — Tgſ. Offenbach 4:5.
TV. Frieſenheim — TV. Haßloch 3:5.
Diesmal brachten die beiden Favoriten zwei
torreiche Siege unter Dach und Fach, nachdem
man ſich am vergangenen Sonntag zwei
Unent=
ſchieden geleiſtet hatte. Die Tabellenführer vom
Böllenfalltor mit einem ſchwachen Hüter im Tor
ſervierten den Gäſten aus Ludwigshafen einen
12:7=Sieg und verwieſen damit ihren Gegner
für heute auf den letzten Tabellenplatz. Die
Po=
liziſten brummten ihren Gäſten aus
Kaiſers=
lautern einen hohen Sieg auf, zu dem Spalt,
der erſtmals wieder mit von der Partie war,
ſtarken Anteil trug. Der Altmeiſter der DT.
Herrnsheim fiel weiter zurück: mit 0:3 mußte
er den Gäſten aus der Kurſtadt Wiesbaden
Sieg und Punkte überlaſſen. Einen weiteren
Gäſteſieg erlebte man beim VfR. in
Schwan=
heim; mit 4:5 blieb. die Turngeſellſchaft aus
Offenbach ſiegreich. Den dritten Gäſteſieg
mel=
det endlich der TV. Frieſenheim, bei dem der
Namensvetter aus Haßloch mit 3:5 Sieg und
Punkte mitnahm.
Wiesbaden 13
Herrnsheim
Schwanheim 11
Haßloch
Offenbach
TV. Frieſenheim 14
Kaiſerslautern 13
Ludwigshafen 13 3
Für den kommenden Sonntag waren folgende
Spiele angeſetzt: Polizei Darmſtadt —
S V. 98 Darmſtadt: Pfalz Ludwigshafen —
TSV. Herrnsheim; SV. Wiesbaden — V.f.R.
Schwanheim; Tgſ. Offenbach — TV. Haßloch;
TV. Frieſenheim — TV. Haßloch. Das erſte für
die Meiſterſchaft maßgebliche Spiel wird wegen
der Freiballon=Meiſterſchaft in Darmſtadt
viel=
leicht noch abgeſetzt, evtl. bereits um 1,30 Uhr
ſteigen, damit die Zuſchauer anſchließend über
die Bahnlinie nach dem Ballonſtartplatz gehen
können.
Von den Handbalſeldern.
Die Lage im ſüd= und ſüdweſtdeutſchen
Hand=
ball iſt in allen Gauen noch zum Teil recht weit
von der Klärung entfernt. Zahlreiche
Spielaus=
fälle haben die Durchführung der Runden
ver=
zögert, und man ſieht eigentlich nirgends klar.
Im Gau Südweſt liegt das Rennen zwiſchen den
beiden Darmſtädter Vereinen, SV. 98 und dem
deutſchen Meiſter, Polizei, in Baden machen der
vorjährige Meiſter Waldhof und die Turngem.
Ketſch das Rennen unter ſich aus. In
Württem=
berg führt der Turnerbund Göppingen, der aber
auch noch eingeholt werden kann, und nur in
Bayern kann man mit dem ſicheren Endſieg der
Fürther rechnen. In Nordheſſen machen noch
mehrere Vereine Anrechte auf die Meiſterſchaft
geltend und am Mittelrhein wird man mit dem
Endſieg des TV. Siegburg=Mülldorf rechnen
können, der aber auch noch nicht endgültig
feſt=
ſteht.
SV. 98 Darmſtadt — Ludwigshafen
12:7 (6:5).
* In einer Doppelveranſtaltung ſtellten ſich
am Sonntag nachmittag die Handballer des
SV 98 den Zuſchauern vor, die allerdings
vor der Pauſe nicht ganz auf ihre Koſten
kamen. Während ſich der ausgezeichnete Strm,
in dem Freund der beſte Mann war, alle
Mühe gab und trotz reichlichem Pech und
Lat=
tentreffern noch und noch, auch ein halbes
Dutzend Tore buchte, fein unterſtützt von der
Läuferreihe (in der Fuchs für Arnold ſtand)
und der Verteidigung, machte der Hüter ſchwere
Schnitzer, mindeſtens 3 Treffer mußte er
hal=
ten, auch nach dem Wechſel war es mehr ſeinen
Vorderleuten zu danken, daß die Gegentore
nicht höher anwuchſen. Das Spiel wurde in
der zweiten Hälfte ſtreckenweiſe recht hart,
ins=
beſondere als die Gäſte ihren Tormann
aus=
wechſelten, der dann reichlich derb im Umlegen
war. Der Beſte der Gäſte war ihr
Mittel=
ſtürmer Haerdter, der auch 5 Treffer auf ſein
Konto buchte. Die Läuferreihe und die
Ver=
teidigung waren eifrig bei der Sache, konnten
aber dem Endſpurt der Blauen nicht
ſtand=
halten. Der Tormann hielt einige ſchwere
Bälle hervorragend.
Der Torreigen
wurde ſchon in der 1. Min. eröffnet: Freund
ſpielte zu Kaltenbach und es hieß 1:0, Freuno
und Eichhorn verbeſſerten durch Strafwürfe
auf 3:0, dann kam L. durch Weber mit einem
haltbaren Wurf zum 1. Gegentreffer, Freund
und Eichhorn brachten Blau 5:1 in Front, aber
durch ſchwache Paraden Webers im „Lilien”=
Tor ſchafften ſich die Rheiniſchen bis 5:5
heran. Mit dem Seitenwechſel erhöhte Freund
auf 6:5. Nach der Pauſe ſtrengen ſich die Gäſte
mächtig an und ſtoppen alle Angriffe rechtzeitig
ab. Das Spiel wird härter und SR. Krupka=
Wiesbaden trillert ununterbrochen, ſo daß jeder
flüſſige Zug zunächſt unterbunden iſt. Trotz
zahlreichen Lattentreffern von Freund und
Feick bleibt SV. 98 bald wieder kräftiger
über=
legen. Prachtvoll wirft Freund das 7:5 und
feuert dann einen Strafwurf unhaltbar in die
Maſchen. Eine Minute ſtiller Trauer für
ihren Sportskameraden Erich Orlemann
unterbricht das Spiel. Ludw. kommt wieder
durch Hardtner auf 8:7 heran, aber im
End=
ſpurt erzwingen Eichhorn, Freund, Koch und
Merz den 12:7=Endſtand.
Reſ.—Pol. Reſ. 7:5; Jgd.—Reichsbahn Jgd.
9:4; Schüler—Tſchft Griesheim Schüler 0:15.
Polizei Darmſtadt — V.ſ. R.
Kaiſers=
laukern 11:1 (4:0).
* Bei dieſem Spiel in ſchneidender
Winter=
kälte ſahen die nicht allzu dichten
Zuſchauer=
reihen, daß die Mannſchaften der Landespolizei
ſich wieder ihrer gewohnten großen Form nähert.
Durch die Mitwirkung von Spalt, der heute
wie=
der frei wurde, hat der Sturm Drang und
Durch=
ſchlagskraft an mehreren Stellen gewonnen.
Ob=
wohl die Elf noch in etwas verändertem Ausſehen
auf den Platz ſprang — nämlich mit Keimig;
Pfeiffer, Blank; Luley, Stahl, Unmacht;
Vill=
hardt, Stahlecker, Daſcher, Spalt, Rothärmel —
ſo ſtand der Sieg über die Gäſte doch nie in
Frage. Die erfolgreichſten Kräfte im grünen
Sturm ſtanden auf der linken Seite, der deshalb
gut abgedeckt war. Die Läuferreihe und die
Verteidigung hatten es nicht allzuſchwer, Keimig
brauchte nur einmal hinter ſich zu greifen und
hielt alle anderen Bälle. Die Gäſte kamen durch
ihren erfolgreichſten Mann, Hochwärter, zum
Ehrentreffer, und zwar beim Stand von 6:1. Im
übrigen war die Mannſchaft bedeutend weniger
in Schwung als kürzlich beim Lokalrivalen am
Böllenfalltor.
Wie ſchon geſagt, ging Polizei durch
Roth=
ärmel, Stahlecker und Spalt bis zum Wechſel 4:0
in Führung. In dieſer Zeit war die Gäſteelf
noch ziemlich widerſtandskräftig, aber nach
Sei=
tenwechſel mußte ſie noch 7 Treffer — Stahlecker,
Rothärmel und Spalt je 2, Villhardt —
hinneh=
men. SR. gut.
P.
*Handball im Kreis Starkenburg
Bezirksklaſſe, Staffel 6: Germania
Pfungſtadt — 46 Darmſtadt 3:4 (2:1), Tſchft.
Griesheim — Lorſch 5:4 (3:1), Viktoria
Griesheim — Heppenheim 5:3 (3:3),
Staffel 7: 04 Arheilgen — Nauheim 3:6
(2:1), Tgde. Sprendlingen — Tv. Arheilgen
1:2 (0:2), Staffel 8: König — Reinheim
6:4 (4:1).
Kreisklaſſe 1, Staffel 1: Beſſungen —
Egelsbach 5:12 (2:5), TSV. Langen —
Vor=
wärts Langen 4:4 (3:2) Jahn 75 —
Drei=
eichenhain 7:7 (3:3). Polizei Reſ. — SV. 98
Reſ. 5:7.
Kreisklaſſe 2. Staffel 1: Germania
Eberſtadt — Erfelden 7:4 (4:2).
46 Darmſtadk haf die erſte Ekage
erklommen.
Der zweite Staffelmeiſter der Bezirksklaſſe
unſeres Kreiſes iſt geſtern in 46 Darmſtadt
er=
mittelt worden. Jetzt fehlt noch die Arheilger
Kante. Dort gab es eine Ueberraſchung
inſo=
fern, als 04 Arheilgen auch das Heimſpiel gegen
Nauheim nicht gewinnen konnte. Trotzdem
be=
halten die drei Bewerber ihre Chance um die
Spitze. Im Odenwald ſetzte ſich der
Staffelmei=
ſter Reinheim auf ſeine Lorbeeren und brachte
es nicht fertig, König zu beſiegen. Aber man
verſteht die Anſtrengung der Königer, ſie
wer=
den ſich nämlich durch dieſen Sieg den zweiten
Platz mit Groß=Umſtadt teilen. —
In der Kreisklaſſe 1, 1 ſcheint es eine
Wen=
dung gegeben zu haben. Dreieichenhain konnte
in einem muſtergültigen Spiele gegen Jahn 75
einen Punkt erzielen und es ſieht ſo aus, als ob
das Schwergewicht nicht mehr in Langen liegt,
ſondern zwiſchen Egelsbach und Dreieichenhain
zu ſuchen iſt, da das Langener Derby 4:4 endete.
Kreisklaſſe 2, 1. Die Eberſtädter Ger=
T5G. 46 iſt Stafſelmeiſter!
Germ. Pfungſtadt — TSG. 46 Darmſt. 3:4 (2:1).
Die 6 Grad Kälte und ein eiſiger Wind
ſtell=
ten große Anforderungen an die Spieler und
400 Zuſchauer. In ganz großer Manier hat auch
in dieſem Jahre die Mannſchaft den Staffelſieg
errungen. Noch zwei ausſtehende Spiele haben
auf die Meiſterſchaft keinen Einfluß mehr.
Die=
ſes Jahr waren die Leiſtungen des neuen
Mei=
ſters nicht ſo anhaltend wie im Vorjahre, waren
doch die drei letzten Spiele von 46 nicht dazu
an=
getan, ſchon Vorſchußlorbeeren auszuteilen, doch
beſann ſich die Mannſchaft auf das noch
Mög=
liche und hat mit dieſem Spiel in Pfungſtadt
ihre Anhänger wieder vollauf erfreut und das
alte Vertrauen wieder hergeſtellt. Ohne
Ueber=
hebung darf feſtgeſtellt werden, daß mit der
Mannſchaft des Meiſters auch die beſte
Mann=
ſchaft der Staffel Sieger wurde. Nicht leicht war
die Meiſterſchaft in dieſem Jahre und ganz
be=
ſonders die Vereine des Tabellenendes ſetzten
allen ihren Ehrgeiz darein, den Bezirksmeiſter
zu ſchlagen und alle wollten gerade dem
gefürch=
teten vorjährigen Meiſter eines auswiſchen und
wenn dann eine Mannſchaft unter dieſer Laſt
einmal eine Schwäche zeigt, ſo iſt das nicht
ver=
wunderlich, doch jetzt ſcheint dies bei 46
Darm=
ſtadt behoben.
Germania Pfungſtadt bot eine ebenbürtige
Leiſtung, die beſonders in der erſten Hälfte
bril=
lierte, doch durch Unverſtändnis in der zweiten
Hälfte, ganz beſonders des Sturmes, vieles
ver=
darb und ſo die Möglichkeit eines Mitbewerbes
zur Meiſterſchaft in der Staffel ſelbſt
aus=
ſchaltete.
Zum Spiel: Mit wieſelflinken
Täu=
ſchungsmanövern ſetzte ſich Meyerhöfer durch und
trotz guter Bewachung holt er die 2:0=Führung
für ſeine Farben. Kaum drei Minuten Spielzeit,
ſo kann es gut werden. Schon wieder hat
Meyer=
höfer einen Strafwurfball in der Hand, den
aber Meyer im Darmſtädter Tor prachtvoll
klärt. Verteiltes Feldſpiel ſetzt ein. 2 Minuten
vor der Pauſe bleibt es Avemarie vorbehalten,
eine ſeiner Bomben zum 2:1 Halbzeitſtand zu
werfen. Das war die erſte Hälfte, in der
zweifel=
los die Pfungſtädter die beſſere Mannſchaft
ſtellten.
es glückte nicht. Wohl ſetzte ein ſtarker Ic
auf das Tor der Nauheimer ein, doch dere
W=
wehr blieb Herr der Lage, ſo daß är
dem knappen Vorſprung von 2:1 für 5e
Platzelf dann die Seiten gewechſelt
den. Waren die Gäſte anfänglich ſmn
Nach der Pauſe zieht 46 beſſer los,
gefähr=
licher werden die Angriffe. Mit unverhofftem
Langſchuß ſtellt Arnold, der zur Mitte ſtartete,
das Ergebnis auf 2:2. Das Spiel ſteigt zur
Siedehitze, angefeuert durch die Anhänger, ſo daß
auch einige harte Begleiterſcheinungen zutage
treten, die aber der Schiedsrichter, ein Herr aus
Praunheim, mit väterlichen Verwarnungen und
vorbildlichen Erklärungen (Hinweis auf die
Strafen) bald ausmerzte und ſich ſo die
Sympa=
thien der Spieler und Zuſchauer erwarb, die er
beim Antreten bei weitem nicht hatte. In der
23. Minute ſtellt Arnold auf 2:3 und wieder gut
bedient auf 2:4, dem aber Huxhorn das 3:4
ent=
gegenſetzt, die noch folgenden 3 Minuten ergeben
nichts mehr. Die zweiten Mannſchaften ſpielten
6:0 für Darmſtadt.
Kritik in Kürze.
Der Sieger ſtellte erſt in der zweiten Hälfte
die Einheit dar, wie man ſie von einer
Meiſter=
mannſchaft erwarten kann. Von kraftvollen
An=
griffen, wie wir ſie ſchon geſehen haben, und die
zu weiteren Erfolgen unbedingt erforderlich
ſind, konnte man in dem Sviel nicht ſprechen.
Die Form wie bei den vorjährigen
Aufſtiegſpie=
len hat die Mannſchaft noch nicht ganz erreicht,
trotzdem unſer Glückwunſch.
42.
Turnerbund Jahn 1875
Tv. Dreieichenhain 7:7 (3:3).
Zum fälligen Rückſpiel hatten die 1875er
den Tv. Dreieichenhain zu Gaſt. Wie
voraus=
geſagt, entwickelte ſich ein Spiel, wie es ſchon
lange der Sportplatz Ziegelbuſch nicht geſehen
hat. Die Gäſte ſtellen eine kampfesfreudige
und jederzeit flinke Mannſchaft auf das Feld,
die mit einem raſchen Sturm und darin
ſchuß=
gewaltigen, Stürmern ihre Angriffe krönt.
Gleich zu Beginn lagen die Gäſte ſchon 2:0 in
Führung, bis die 75er ſich finden und ein Tor
aufholen. So wechſelte das Ergebnis zum
Halbzeitſtand von 3:3. Bei Beginn der zweiten
Hälfte ſehen wir das gleiche Geſchehen: 3:4,
3:5 und wiederum kommen die Jahner auf 5:5.
Angriff auf Angriff rollt vor die Tore,
Ver=
teidigung und Läufer ſchaffen auf beiden
Sei=
ten, Stürmer ringen um die Führung. 5:6,
6:6, 7:6 und kurz vor Schluß gelingt es der
Platzmannſchaft, das Unentſchieden noch
heraus=
zuholen. Damit fand ein Spiel ſeinen Abſchluß,
das in dem 7:7 einen gerechten Ausgang
ge=
funden hat. Die Mannſchaft der 1875er hat mit
dieſem Spiel eine feine Leiſtung vollbracht,
aber nicht nur das, ſondern ſie zeigte gegen des Fachamtes Handball, wird im Mai ege
die früheren Spiele eine gewaltige
Verbeſſe=
rung, und wenn dieſes Syſtem noch weiter
bei=
behalten wird, ſo dürften noch andere Reſultate Lehrtätigkeit je eine Woche in Stockholm 7d
aufgeſtellt werden. Die Leiſtung des
Schieds=
richters Niebling=Merck konnte oft nicht
ge=
fallen.
Tſchfl. Griesheim-Tv. Lorſch 5:4 (3:1), plante Skandinavienreiſe wurde fallen gel fr.
Lorſch war zu ſpät angetreten, und ſo wurde
das Spiel unter Vorbehalt ausgetragen. Da= errang der Boxgau Württemberg im
Ar=
durch, daß die Tſch t. das Spiel für ſich entſchieden
hat, gehen die Punkte in Ordnung. Unter
Schiedsrichterobmann Zeunert entwickelte ſich
ein Spiel, das von Anfang bis zum Schluß
äußerſt hart war. Lorſch trug durch dauerndes badener Hachenberger nach Punkten. Sü
unberechtigtes Maulen mit dem Schiedsrichter gab zwei Punkte auf der Waage ab.
und faules Spiel einen harten Charakter in das
Treffen. Lorſch war zu dieſem Maulen nicht
berechtigt, vielmehr wäre es beſſer geweſen,
wenn etliche Spieler von Lorſch das Spiel von
außen angeſehen hätten.
Die Turnerſchaft brachte ſofort Fluß in das
Spiel und konnte ſchon in den erſten 10
Mi=
nuten 3:0 führen. Lorſch war dadurch ſehr
überraſcht und verſtärkte ſeine Hintermann= 14:3 zugunſten der Engländer endete.
ſchaft. Gr. ließ ſich durch die verſtärkte Abwehr
keineswegs überraſchen, ſondern ſpielte flüſſig
weiter, konnte jedoch durch die gute Leiſtung
des Gäſtehüters zu keinem Erfolg mehr gelan= burger=Umbenhauer und bei der „Nacht/
gen. Die Gäſte konnten durch Strafſtoß bis zur Dortmund gingen Schön=Lohmann vor Cha1"
Halbzeit ein Tor aufholen.
Nach der Pauſe ſpielte Gr. rüſtig weiter, doch
es ſollte anders kommen. Lorſch konnte durch
Strafſtöße zum Ausgleich und ſogar zur Führung
gelangen. Gr. konnte nach der Pauſe noch ein
Tor erzielen, und ſo ſtand es 4:3. Jetzt hieß es
für Gr., auf Sieg zu ſpielen. Das mußte auch
bald Lorſch verſpüren. Die Platzelf brachte es einen Mannſchaftskampf gegen Baden aus
durch ſchöne Stürmerleiſtungen fertig, den
Aus=
gleich und bald darauf die Führung wieder an fern.
ſich zu reißen und bis zum Schluſſe zu
behaup=
ten. Gr. ſpielte bis zum Ende noch ſtark
drän=
gend.
04 Arheilgen-Nauheim 3:6 (2:1).
So ſehr ſich die Platzelf auch anſtrengte, die Frankfurter JG.=Sportverein 2:5 und der
im Vorſpiel erlittene Niederlage wettzumachen,
Schußpech verfolgt geweſen, ſo
klappte=
beſſer bei ihnen. Sie drängten die P
etwas zurück, die redlich darum kämpfte, v .
ſtens den Ausgleich 3:3 zu halten. Do ſie
Schußkraft von Vogel, der etliche Straf Fe
verwandelte, gab den Ausſchlag. Beme k.
wert iſt noch, daß der bekannte Nauh ſe,
Hüter Gg. Diehl ſein letztes Spiel abſol= ſte.
da er ſich weit von ſeiner Heimat gut
rIn=
dern kann. Schiedsrichter Semmler=Ben Em
konnte gefallen.
Tgde. Sprendlingen—Tv. Arheilgen 1:2 R).
Ueberraſchenderweiſe hat der Tv. Arh ſen
gegen die unteren Mannſchaften der Tille
einen ſchweren Stand. Diesmal konnte S(=Ot
das Tor wieder hüten, für Götz ſpielte md
erzielte. Nach der Pauſe ſchoß die Platzel
Ehrentreffer infolge Deckungsfehlers vor
kobi. Sprendlingen wehrte ſich ehrlich
Haut. Bei den Gäſten klappte es deshalb
weil die Halbſpieler auf ie Sturmfü
nicht eingingen. Reſerven 0:10 für Arhe
— Die Jugendelf des Tv. Arheilgen ve=
Erwähnung, da ſie bei weiterem Vorn
ſchreiten verſpricht, einſt die Handballtra
in treue Obhut zu übernehmen. Die j
Wunder, da ſie ungeſchlagen an der Spitze en
und erſt geſtern die Polizei=Jugend mit 1:
geſchlagen haben.
Beſſungen—Egelsbach 5:12 (2:5).
Die Beſſunger haben Mannſchaftsſorgen. *s
ſind einige Spieler verhindert, ſo daß ei
it=
liche Arbeit nicht geleiſtet werden kann. 2ſie
Elf einmal vollzählig, dann ſteht ſie en
Mann. Leider kommt es nicht oft vor. as
diesmalige Ergebnis täuſcht. Wohl hatte ſch
die Gäſte bis zur Pauſe einen klaren Vorſing
geſichert. Dann a er kam die Platzelf auf. Ee
wurden geſchoſſen, der Ausgleich lag inſer
Luft nach dem 5:4. Doch er fiel nicht, abe ſie
Elf auseinander, ſo daß der Endſpurt der ke
die, als ſie Oberwaſſer merkten, dies k ig
ausnützten, ihnen einen recht hohen Sieg ſie fe.
Das Langener Lokaltreffen
TSV. Langen-Vorwärts Langen 4:4 (
Faſt 1000 Zuſchauer wollten das Rü el
ſehen. Diesmal ſetzten ſich die Parteien
E=
ſichtslos ein, ſo daß das Treffen etwas r
anmutete als das Vorſpiel. SR. Muth=F
ſ=
heim hatte es jedoch feſt in der Hand und zi e
nicht, auf jeder Seite einen Unverträg E
herauszuſtellen. Im ganzen Treffen fieler E
zwei Feldtore. Vorwärts mußte die 0:1
ſ=
rung abgeben und konnte dann den jeweim
Vorſprung des TSV. von ſtets einem Tor i er
wieder aufholen, ſo daß ſich 4:4 ergab. fe
Platzelf hatte Siegesmöglichkeiten, die u
F=
genützt blieben.
Germania Eberſtadt—Erfelden 7:4 (4:
Die Platzelf verſuchte mit umgeſtellter
Aſ=
ſchaft dieſes ſo wichtige Spiel zu beſtreiten. ks
Vorhaben erwies ſich aber als Verſager, im
die flinken und eifrigen Erfelder machter
P=
hörig Dampf auf und lagen 1:2 in Füh B.
Das gab den Germanen ſehr zu bedenken Fe
beſannen ſich aber noch rechtzeitig, kremp in
um, und ſiehe da — der Laden klappte. Es
kam immer mehr Schwung dahinter, ſo da
E=
felden ſchließlich 7:4 geſchlagen wurde. Oh 5=
Darmſtadt war ein ſehr aufmerkſamer LX,
Hochſchulmeiſter im Handl
wurde bei dem in Breslau ausgetragenen
B=
ſpiel die einheimiſche Univerſität, die über ai
Berlin mit 7:3 (3:0) erfolgreich war.
Günther Kaundinyar, der Ler
Wochen in Schweden tätig ſein, und zwe im
der erſten Hälfte des Monats. Er übt Fe
in Göteborg aus.
Der engliſche Fußball=Verb /0.
hat beſchloſſen, in dieſer Saiſon nur gegen 4
land einen Länderkampf auszutragen. Di *=
Einen knappen Sieg mit 9:7 Pu m
ſchaftskampf gegen den Gau Südweſt. Im
E=
ſten Kampf des Abends beſiegte der de
Mittelgewichtsmeiſter Hans Bernlöhr=Stutt
E=
der ſich in nie geſehener Form befand, den 2*=
Die Regierung von LuxembA
hat 40 000 Franken für die Entſendung
Olympia=Mannſchaft nach Berlin zur Verfü.?
geſtellt. Weitere 40 000 Franken bringer
luxemburgiſchen Sportler ſelbſt auf.
England und Irland trugen
Twickenham einen Rugby=Länderkampf aus
Zwei Radrennen wurden am Wo
ende in Deutſchland ausgefahren. Die Stut
ter „Nacht” gewannen Ehmer=Bulla vor A
Depauw und Zims=Küſter als Sieger durchs
In London mußten die
deutſchen=
tennis =Damen im Kampf um den Corbi
Pokal die erſte Niederlage einſtecken. Sie
loren gegen die Tſchechoſlowakei mit 1:3.
Württembergs Fechter trugen.!
Leitung von Fachamtsleiter Erwin 2d.
gewannen mit 46:18 Siegen und 245:160
Drei badiſche Hockey=Nied
lagen gab es am Sonntag. Der TV. 57 %k
furt=Sachſenhauſen ſchlug die T6. 78 Heidel
3:1, in Mannheim unterlag der VR=
46 dem SC. Frankfurt 1880 mit 2:4.
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Montag, 11. Februar 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 42 — Seite 7
Kreisſchulungsamt.
Schulungsabende finden ſtatt: am Montag, den 18.
Febhruar 1935, in Pfungſtadt; es ſpricht Pg. Friedrich Becker.
Montag, den 18. Februar 1935, in Griesheim; es ſpricht Pg.
Plagge. Montag, den 18. Februar 1935, in Braunshardt;
es ſpricht Pg. Oldigs. Dienstag, den 19. Februar 1935, in
maſchenbach; es ſpricht Pg. Weil=Eberſtadt. Mittwoch,
den 20 Februar 1935, in Roßdorf; es ſpricht Pg. Oldigs.
Mittwoch, den 20. Februar 1935, in Nieder=Beerbach; es
ſpricht Pg. Wimmer. Donnerstag, den 21. Februar 1935, in
Hahn; es ſpricht Pg. Friedrich Becker. Donnerstag, den 21.
Fe=
druar 1935. in Schneppenhauſen; es ſpricht Pg. Emil
Kecker, Freitag, den 22. Februar 1935, in Nieder=Ramſtadt;
gs ſpricht Pg. Plagge. — Beginn der Abende jeweils 20.15 Uhr.
Zrittes Meiſterkonzerk der N5.Kullurgemeinde.
Wir erwarten die Muſikfreunde Darmſtadts heute abend
0.15 Uhr, im großen Saal des ſtädtiſchen Saalbaues. Es ſpielt
as Prisca=Streichquartett und Elſe Hucke=Stoy (Klavier) Werke
von Hugo Wolf, Ludwig Spohr und Robert Schumann. Die
uts lbendkaſſe iſt geöffnet ab 19.30 Uhr.
ig
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Aufie
Auſruf an alle deutſchen Künſkler!
Die NS. Kulturgemeinde hat mit NS.=Gliederungen und
rößeren Verbänden des öffentlichen Lebens Vereinbarungen über
inſtleriſche Zuſammenarbeit getroffen, ſo mit der Reichswehr, der
zolizei, dem Bund NS. Deutſcher Juriſten, dem NS. Lehrerbund,
m Reichsbund der deutſchen Beamten, dem NS. Deutſchen
Front=
impferbund (Stahlhelm), der Deutſchen Studentenſchaft und dem
eichsſtudentenwerk, dem Deutſchen Reichsbund für
Leibes=
bungen, dem Deutſchen Arbeitsdienſt und dem Deutſchen Bund
eimatſchutz. Die hieſigen Ortsverbände dieſer Organiſationen
aben ihre Sachbearbeiter in die hieſige Leitung der NS.
Kultur=
meinde entſandt und damit die Verbindung zum hieſigen
Kreis=
nd Ortsverband aufgenommen. Dadurch hat ſich das
Aufgaben=
biet der NS. Kulturgemeinde zufolge der kulturellen Betreuung
ler dieſer Verbände bedeutend erweitert. Die NS.
Kultur=
mmeinde ſtellt ihre geſamten Einrichtungen den angeſchloſſenen
erbänden zur Verfügung, und ſie hat ſich verpflichtet, den
mit=
beitenden Verbänden nicht nur Gelegenheit zum Beſuch der
Ver=
iſtaltungen der NSKG. zu bieten und zugleich die Miiglieder
r Verbande als Einzelmitglieder in eine ihrer
Veranſtaltungs=
ihen aufzunehmen, ſondern auch den angeſchloſſenen Verbänden
i der Zuſammenſtellung der Darbietungsfolgen für eigene
Ver=
ſtaltungen Rat und Hilfe koſtenlos in Bezua auf künſtleriſche
eſtaltung und techniſche Durchführung zu gewähren, ſo
insbeſon=
re die Vermittlung von Künſtlern, Vortragenden,
Filmporfüh=
ingen uſw.
Alle deutſchen Künſtler (Sänger, Schauſpieler. Muſiker.
Bild=
uer, Maler, Schriftſteller und Vortragende), die in Darmſtadt
id Umgebung anſäſſig ſind, rufen wir zur Mitarbeit auf und
hten an ſie die Bitte, ſich um die Eintragung in unſere
Vermitt=
ngsliſte zu bewerben, damit wir in der Lage ſind, ihnen die
usübung ihres Berufs bei uns und den angeſchloſſenen
Verbän=
nzu ermöglichen. Wir bitten, den Anmeldungen Lichtbild,
Le=
nslauf, mit Angabe der Honoraranſprüche beizufügen.
Anſchrift: Geſchäftsſtelle der NS. Kulturgemeinde,
Orts=
rband Darmſtadt, Abtlg. Mittlerei, im Kleinen Haus des Heſſ.
idestheaters.
Die Kreis= und Ortsverbandsleitung der NSKG.
Haupkverſammlung der Sekkion Darmfladt
28 Deutſchen und Oeſterreichiſchen Alpenvereins.
Die Sektion Darmſtadt des Deutſchen und Oeſterreichiſchen
penvereins hielt ihre Hauptverſammlung im Alpenzimmer der
ſtſtätte Sitte ab.
Der Vorſitzende der Sektion, Herr Dr. Tenner, eröffnete die
rſammlung und begrüßte die erſchienenen Mitglieder. Nach
rleſung des Jahresverichtes für 1934, des Hültenberichtes und
Kaſſenberichts für den gleichen Zeitraum erteilte der
Vor=
ende dem Rechner, Herrn Apotheker Rumpf im Namen der
rſammlung Entlaſtung und dankte ihm für ſeine vielſeitigen
mühungen. Die Ueberprüfung der Rechnungen hatten die Her=
Schroth und Krebs durchgeführt und auch ihnen wurde
ihre Bemühungen der Dank der Sektion übermittelt. Unſer
gjahriger, verdienter Vorſitzender, Herr Dr. Tenner, feierte
31. Mai 1934 ſeinen 60jährigen Geburtstag. Anläßlich dieſer
legenheit überreichte ihm die Sektion mit dem Ausdruck
beſon=
en Dankes für ſeine langjährigen, vielſeitigen Bemühungen die
bunde der Ehrenmitgliedſchaft. Gleichzeitig feierte mit einer
altvollen Anſprache Herr Prof. Dr. Maurer unſer neues
renmitglied.
Unſer langjähriges Mitglied, Herr Prof. Dr. Finger, ſieht
dieſem Jahr auf eine 50jährige Zugehörigkeit zum Alpenverein
uck. Die Sektion nahm Anlaß, ihrem verehrten Mitgliede das
dene Ehrenzeichen für 50 Jahre Mitgliedſchaft und die
Ehren=
gliedſchaft der Sektion zu verleihen. Mit herzlichen und
an=
ennenden Worten vollzog der Vorſitzende im Namen der Mit=
Dder dieſe ſeltene Ehrung und verband damit die beſten Wünſche
die Zubunft des Jubilars. — Das ſilberne Ehrenzeichen für
Jahre Mitgliedſchaft durfte die Sektion Herrn Prof. Dr.
upt verleihen und auch hier für die treue Mitgliedſchaft ihren
zlichen Dank ausſprechen.
Im Feſtſaal des Gymnaſiums veranſtaltete die Sektion in den
ntermonaten ſechs Vorträge. Beſonders für den Hochtouriſten
Eden in Sommer= und Wintertouren die ſchönſten Gebiete der
* und Weſtalpen und der Dauphiné mit pielen Lichtbildern vor=
Uhrt. Der ſtets zahlreiche Beſuch bewies die gute Aufnahme un=
* Vorträge ſeitens der Mitglieder. Die monatlichen Ausflüge
Unſere benachbarten Gegenden fanden ſtets gute Beteiligung.
/r gute Aufnahme fand eine gemeinſame Autofahrt ins Blaue
Juni 1934, die über die Tromm nach Nonrod führte. Unſer
*Schroth führte alle Ausfluge mit viel Hingabe und es
Ede ihm der beſondere Dank der Sektion durch den
Vorſitzen=
ausgeſprochen. Mitglieder der Sektion beteiligten ſich an
ei ſtletterausflug zum Battert bei Baden=Baden und an einer
T9igen Flußreiſe, die von Eiſenach werraabwärts über Hann. und weſerabwärts zur Porta Weſtfalika nach Minden
rte.
Teider verbot die nach Oeſterreich beſtehende Reiſeſperre
un=
n Mitgliedern den Beſuch der Oſtalpen und unſeres
Hütten=
lekes bei St. Anton am Arlberg. Unſer Hüttenwart. Herr
mbruſt, erhielt für kurze Zeit die Einreiſeerlaubnis nach
Al und überprüfte unſere Darmſtädter Hütte und ihre Einrich=
4. Unſer ſchönes Haus wurde in beſter Ordnung angetroffen
Die Hauptverſammlung des vorigen Jahres hatte die Wahl
Zorſitzenden für zwei Jahre vorgenommen. Auch der Beirat
Sektion war für die gleiche Zeit berufen, ſo daß ſich keine
iderung ergab.
Zu erwähnen ſind noch die in dieſem Winterhalbjahr zuſtande
Smmenen wöchentlichen Gymnaſtikſtunden, die in Ueberein=
Sung mit der Verfügung des Reichsſportführers der national=
Liſſtiſchen Sportvereine eingeführt wurden und bei den Mit=
Dern großen Anklang gefunden haben.
Was die Lichlſpiel=Theaker bringen.
205 Union=Theater zeigt den Film „Ihr größter Er=
* mit Martha Eggerth. Leo Slezak. Theo Lingen
Albrecht Schoenhals.
De Helia=Lichtſpiele zeigen die beiden Publikumslieblinge
* Dörbiger und Jenny Jugo in dem Luſtſpiel „Herz
Frump
De Palaſt=Lichtſpiele zeigen den ſpannenden Film „Die
onde Sklavin”
Neſi=Theater zeigt heute letztmalig das populäre Luſtſpiel
dek blonden Kathrein” mit Liane Haid und Rolf von Goth.
orgen „Maskerade” mit Paula Weſſely, Adolf Wohlbrück.
* Turnerbund „Jahn” 1875 Darmſtadt. Geſangsabtei=
* Wir machen alle Sänger darauf aufmerkſam, daß am
eß abend, pünktlich um 8.30 Uhr, die Singſtunde ſtattfindet.
D4Derſucht, daß bei dieſer Uebungsſtunde, wo zum erſtenmale
Aimmermacher jun. die Singſtunde leitet, alles vollzählig
weſend iſt.
p 1. Beſchwerde des Kleingärtnervereins „Senefelder” e. V.
zu Offenbach a. M, gegen den Beſchluß der Schiedſtelle für
Klein=
gartenangelegenheiten bei der Bürgermeiſterei Offenbach.
Es iſt wohl ſelten ſeither geweſen, daß das Gericht mit einer
Beſchwerde befaßt wurde, die ein Rechtsgebiet betrifft, das im
Kleinſiedlungsgeſetz und der Kleingartenordnung vom Juli 1919
geregelt iſt.
Das in Frage kommende Grundſtück iſt auf 15 Jahre
verpach=
tet. Der Eigentümer desſelben iſt mit auf dem Objekt laſtenden
Zinſen im Ruckſtand und die Hypothekargläubigerin droht dem
eingeſetzten Zwangsverwalter mit Einleitung des
Zwangsverſtei=
gerungsverfahrens. Das Pachtverhältnis iſt auf 31. Dezember
1934 gekündigt. Die Schiedsſtelle hat den Antrag des Pächters,
die Kundigung für unwirkſam zu erklären abgelehnt. In Frage
ſteht, ob ein im genanten Geſetz vorgeſehener wichtiger Grund
zur Kündigung der Pacht vorliegt. Gegen die Entſcheidung der
Schiedsſtelle iſt die Beſchwerde gerichtet. Schadenserſatzanſprüche
müſſen bei Gericht geltend gemacht werden; im vorliegenden
Ver=
fahren handelt es ſich nur darum, ob die Kündigung der Pacht zu
Recht beſteht bei Abwägung der beiderſeitigen Intereſſen der
Vertragsteile. Den in Betracht kommenden Kleingärtnern
wur=
den Erſatzgrundſtücke angeboten, die der Verein als Sandböden
bezeichnete und deshalb abgelehnt haben will.
Weiter benannte Zeugen zu vernehmen. lehnt das Gericht ab.
Acht auf dem Grundſtück zu errichteten Häuſer würden,
volks=
wirtſchaftlich geſehen, den Baumarkt beleben; ein ſolches
Inter=
eſſe überwiege wohl das Pachtintereſſe, wie vom
Zwangsverwal=
ter ausgeführt wird.
Das Urteil weiſt die Beſchwerde ab.
2 Beſchwerde des Ludwig Weicker zu Offenbach a. M. gegen
den Beſchluß der Schiedsſtelle für Kleingartenangelegenheiten bei
der Bürgermeiſterei Offenbach.
Auch hier handelt es ſich um eine Kündigung, die die
Schieds=
ſtelle für gerechtfertigt erklärt hat. Dem Beſchwerdeführer wird
vorgeworfen, er habe mit ſeiner Braut in der Gartenhütte öfters
genächtigt, auch ſei letzterer das Betreten des Gartengeländes
verboten worden. Weicker bezeichnet das ganze Vorgehen als
einen Racheakt. Der Verein der Kleingartner, der das Verbot
des Betretens des Geländes ausgeſprochen hat, hält ſein
Vor=
gehen nach der Beweisaufnahme für durchaus angemeſſen und
gerechtfertigt. Der Pächter Weicker hat den Garten ſeit 1919
inne. Sein Vertreter behauptet, der Braut ſei das Betreten
des Geländes ſeitens des Vereinsführers geſtattet und dagegen
keine Beſchwerde erhoben worden. Zum Beweiſe werden zwei
eidesſtattliche Verſicherungen überreicht. Das nötige
Dispens=
geſuch iſt, wie ausgeführt wird. dem Landgerichtspräſidenten
ein=
gereicht worden.
Das Urteil weiſt auch dieſe Beſchwerde ab.
3. Antrag der Bürgermeiſterei Bensheim auf Einleitung des
Dienſtſtrafperfahrens gegen den Stadtkaſſerechner i. R. Roos zu
Bensheim.
Roos iſt durch Urteil vom 12. September 1934 von der
An=
klage der Unterſchlagung freigeſprochen worden. Die
Bürger=
neiſterei hat die Fortſetzung des Diſziplinarverfahrens, dem eine
plötzliche Kaſſenreviſion am 8. September 1932. ein Darlehen
ſei=
tens einer Perſon, von der Entnahme aus der Kirchenkaſſe
ver=
mutet wird, und andere Vorgänge zugrunde gelegt ſind,
bean=
tragt.
Der Vertreter des Roos hat ausgeführt, daß nach der
Frei=
ſprechung und der Penſionierung für ein Dienſtſtrafverfahren kein
Raum mehr ſein dürfte.
Die Begründung des freiſprechenden Urteils wird bei der
Berichterſtattung verleſen. Danach hat der damalige Angeklagte
nur gegen die Beſtimmungen der Geſchäftsordnung verſtoßen, ſich
aber nicht ſtrafbar gemacht. Aus der Beweisaufnahme ergibt ſich,
daß im Jahre 1920 ganz erhebliche Dienſtwidrigkeiten feſtgeſtellt
wurden, die eine andere Dienſteinteilung notwendig machten,
Der Beamte beherrſchte zwar das Rechnungsweſen, aber das
Per=
ſonal hatte nicht den nötigen Reſpekt vor ihm. Erwähnt wird
die Strafe des Verweiſes aus 1928.
Zu erwähnen bleibt, daß die Stadtkaſſe verſchiedentlich das
Objekt diebiſcher Angriffe geweſen iſt.
Dem Antrag wird unter Ablehnung im
übri=
gen dahin ſtattgegeben, daß eine Kürzung des
Ruhegehaltes um ein Fünftel auf die Dauer
eines Jahres erfolgt.
k. Dieburg, 10. Febr. Nat.=Soz. Kriegsopfer=
Ver=
ſorgung. Die Ortsgruppe Dieburg mit ihren Stützpunkten
hielt heute nachmittag im Gaſthaus „Zum grünen Baum”, eine
gutbeſuchte Mitgliederverſammlung ab. Nach der Begrüßung
durch den Ortsgruppenleiter Weber und der Ehrung der im
Weltkrieg gefallenen Kameraden, wobei die Kapelle des Deutſchen
Arbeitsdienſtes das Lied vom guten Kameraden ſpielte, ergriff
Frau Volk eine Kriegerwitwe das Wort. Ihre Ausführungen
gipfelten in der Feſtſtellung, daß im Dritten Reich die Krieger=
Witwen und =Waiſen wieder froh in die Zukunft ſchauen können,
ihre Lebenshaltung und die Erziehung ihrer Kinder, deren
Er=
nährer ihr Leben für das deutſche Volk hingaben, iſt im Dritten
Reich ſichergeſtellt. Unſer Führer Adolf Hitler hat als alter
Frontſoldat dafür Sorge getragen, daß unſere männliche Jugend
wieder in Arbeit kommt und unſere Mädchen nicht mehr als
Kon=
kurrenz die Arbeitsplätze der Männer beſetzen. Stehen wir alle feſt
zuſammen, und das Wort des Führers wird zur Wahrheit werden,
als erſter im Staat iſt der Frontſoldat anzuſehen. Alsdann ſprach
Bezirksobmann Wagner=Frankfurt über den alten
Schützen=
grabengeiſt, der zur Gründung des Dritten Reiches die Grundlage
bildete. Kein Volksgenoſſe, der an führender Stelle ſteht, darf in
überheblicher. Weiſe auf diejenigen blicken, die das braune Hemd,
das Ehrenkleid Adolf Hitlers, nicht tragen, aber im Herzen
Natio=
nalſozialiſt, ehrlicher und vorbildlicher Volksgenoſſe ſind. Wer an
führender Stelle ſteht, muß in jeder Hinſicht eine vorbildliche
Le=
bensweiſe führen, denn unmöglich kann man von andern das
ver=
langen, was man ſelbſt unterläßt. Die treffenden Ausführungen
des hier nicht unbekannten Redners wurden oft von Beifall
unter=
brochen. Von beſonderem Intereſſe waren noch die Mitteilungen
über den bevorſtehenden Zuſammenſchluß aller ſoldatiſchen Vereine
zu einem großen, über ganz Deutſchland verbreiteten Verband.
Ortsgruppenleiter Weber dankte dem Redner für ſeine
intereſ=
ſanten Ausführungen und ſchloß mit einem „Sieg=Heil” auf das
deutſche Volk und ſeinen Führer.
— Michelſtadt, 10. Febr. Die Kreisleitung des NSLB., Kreis
Erbach weiſt nochmals auf die bereits im
Amtsverkündigungs=
blatt Nr. 8 vom 3. 2. angeſagte Ausſtellung von
Schüler=
zeichnungen hin. Dieſe Ausſtellung, eine Sammlung von
Zeichnungen heſſiſcher Schüler, die als Wanderausſtellung
vom Mittwoch, den 13. 2., bis Sonntag den 17. 2.,
in Michelſtadt, „Altdeutſcher Hof”, jedermann koſtenlos
zu=
gänglich iſt, ſoll allen Volksgenoſſen einen Einblick geben, wie
unſere Schule mitarbeitet an der Werbung für das
Winterhilfs=
werk. Es dürfte für alle Volksgenoſſen, beſonders die Eltern, ſehr
intereſſant ſein, das techniſche und künſtleriſche Werden unſerer
Jugend bei einem Gang durch dieſe Sammlung zu beobachten.
Am. Biebesheim, 9. Febr. Luftſchutzverſammlung.
Im Parteilokal von J. D. Wirthwein fand die erſte öffentliche
Verſammlung des RLB. der Ortsgruppe Biebesheim ſtatt. Die
ſeitens des Sprechers Pg. Dr. Seidel=Darmſtadt gemachten
Ausführungen fanden allgemeinen Beifall. Der Redner verſtand
es, gerade den Luftſchutz als Selbſtſchutz des deutſchen Volkes
be=
ſonders herauszuheben, und unterſtrich ſeine Ausführungen durch
entſprechende Lichtbilder. Mit dem Wunſche, jeder Deutſche möge
Mitglied des RLB. werden, ſchloß der Redner ſeine intereſſanten
Ausführungen. — Filmvorführung. Seitens der hieſigen
Turn= und Sportgemeinde fand im Saale von J. D. Wirthwein
eine Filmvorführung ſtatt, und zwar wurden folgende Filme
ge=
zeigt: „Deutſchlands Jugend und „Wir tragen die Treue von
Hand zu Hand”, ein Film von der Saartreueſtaffel. Der Beſuch
der Veranſtaltung war ein recht guter. — Tödlicher
Un=
fall. Der bei dem Rheinbauamt beſchäftigte Karl Pfeiffer
verunglückte beim Schließen, einer Schleuſe in der Nähe von
Stockſtadt, indem er in einen ca. 3 Meter tiefen Schacht ſtürzte.
Er brach dabei das Rückgrat und mußte in ſchwerverletztem
Zu=
ſtand ins Krankenhaus nach Darmſtadt gebracht werden, wo er
ſeinen Verletzungen erlegen iſt. Er hinterläßt eine Frau und zwei
unmündige Kinder.
Ein hübſches Geſchenk für jeden Sammler ſind
A Wohlfahrtsbriefmarken der ſchaffenden Skände!
für die Woche vom 10. bis 16. Februar 1935.
(Mitgeteilt vom Deutſchen Automobil=Club. Gau 15 „Weſtmark”
Bezirk Starkenburg und Rheinheſſen.)
Fernverkehrsſtraßen in Starkenburg und Rheinheſſen:
42 Erbach —Eberbach (zw. Hetzbach und Kailbach) wegen
Stütz=
mauerbruches bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Beerfel=
den—Sensbach—Gaimühle.
Hauptſtraßen in Starkenburg und Rheinheſſen:
Pfungſtadt—Hahn vom 26. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung: Pfungſtadt—Eſchollbrücken-Crumſtadt—Bruchmühle.
Affolterbach—Unter=Waldmichelbach vom 11. 2. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Fürth—Rimbach oder Beerfelden.
Sonſtige Straßen in Starkenburg und Rheinheſſen:
Darmſtadt—Eſchollbrücken vom 28. 11. 1933 bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Eberſtadt-Pjungſtadt.
Bickenbach-Pfungſtadt, Km. 3.8—5,08 vom 29. 11. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Eberſtadt.
Wembach-—Rohrbach vom 10. 12. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung: Hahn.
Biblis—Wattenheim-Nordheim vom 28. 1. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Hofheim.
Bm. Hofheim (Ried), 6. Febr. Aus dem
Gemeinde=
rat. Bei der letzten Gemeinderatsſitzung wurde beſchloſſen: Der
Rat ſtimmte einem Anerbieten des Miniſteriums zu. für die
Not=
ſtandsarbeiten innerhalb der Gemarkung pro Mann einen
wöchentlichen Zuſchuß von 10 Mark zu leiſten. Es ſollen in der
Gemarkung zu den Hauptgräben führende Nebengräben angelegt
werden. — Es wurde beſchloſſen, den Teilnehmern an den
Sitzun=
gen zwecks Feſtſtellung des Einheitswertes ein Tagegeld von
4 Mk. zu gewähren. — Der Verkauf eines untauglichen Faſels
und Erſatzbeſchaffung wurde genehmigt
Be Groß=Gerau, d. Febr. Wanderausſtellung;
Schülerarbeiten über das Winterhilfswerk. Die
Ausſtellung kam jetzt nach Groß=Gerau und wurde in der
Turn=
halle der Realſchule mit einer Kundgebung eröffnet, an der neben
ſämtlichen Erziehern des Kreiſes auch die Vertreter der Partei,
der Gemeinde, des Kreisamtes, des Pfarramtes und die
Kreis=
leitung teilnahmen. Kreisſchulrat Born ſprach eingehend über
die Bedeutung der Ausſtellung, die ein eindrucksvolles Bild vom
neuen Geiſt der deutſchen Jugend vermittelt. Kreisſchulrat Born
ſchloß mit einem Appell an die Erzieherſchaft, auf dem
beſchritte=
nen Wege fortzuſchreiten und unſere Jugend und damit auch unſer
Volk zur wahren Volksgemeinſchaft zu erziehen. —
Molkerei=
genoſſenſchaft. Der Vorſtand und Aufſichtsrat hatte im
Gaſt=
haus „Zum Jägerhof” eine gemeinſame Sitzung. Direktor Lutz
erſtattete den Bericht über den Stand des inneren Umbaues der
Molkerei. Die neue Buttereianlage iſt zur Zeit ſchon im Betrieb
und arbeitet zur vollen Zufriedenheit. Im Verlauf des Monats
Februar wird der neue Plattenerhitzer eingebaut und die
Reini=
gungszentrifuge aufgeſtellt, ſo daß anfangs März die Neuanlage
im Betrieb iſt. Betreffs Bezahlung der Milch wurde beſchloſſen,
die Auszahlung nach Fettprozenten, nach der ſeitherigen Staffelung,
weiterhin vorzunehmen. Außerdem ſoll nach Abſchluß der
Jahres=
bilanz die Möglichkeit geprüft werden, einen höheren Milchpreis
auszuzahlen. Weiterhin wurde beſchloſſen, bei der im Verlauf des
Monats Februar ſtattfindenden Generalverſammlung als
beſon=
dere Gratifikation einen modernen Wattefilter zu einem nahezu
um 50 Prozent verbilligten Preiſe auszuhändigen. Die weitere
Anſchaffung einer Milchwagge mit Kontrolluhr, welche die täglich
angelieferte Milch eines jeden Mitglieds genaueſtens anzeigt, ſoll
der Generalverſammlung anheimgeſtellt werden.
Reichsſender Frankfurt=
Frankfurt: Montag, 11. Februar
6.00: Bauernfun=
3.15 und 6.30: Gymnaſtik. — 6.50: Zeit,
Wetter. — 6.55: Morgenſpruch
Choral: Mir iſt Erbarmung
widerfahren.
7.00: Frühkonzert. Orch. Frank Berufsmuſiker.
Lta.: Diener. — 8.10: Waſſerſtand, Wetter. — 8.15: Stuttgart:
Gymnaſtik. — 9.00: Nur Kaiſerslautern: Werbekonzert.
9.15: Nur Kaiſerslautern: 1. Pfälziſche Städtebilder: Neuſtadt.
2. Pfäler Schüler konzertieren: Helmut Maurer ſpielt. — 3.
Mundart=Allerlei. — 19.00: Nachr. — 10.15: Vom
Deutſch=
landſender: Schulfunk: Bismarck oder das zweite Reich. Hörſpiel.
11.00: Werbekonzert. — 11.30: Meldungen. — 11.40:
So=
zialdienſt.
12.00; Stuttgart: Mittagskonzert des Landesorcheſters Gau
Würt=
temberg=Hohenzollern. — 13.00: Sturtgart: Zeit. Nachr.
13.15: Stuttgart: Mittagskonzert der Kapelle Ilja Lipſchakoff.
14.15: Zeit, Nachr. — 14.30: Wirtſchaftsbericht. — 14.45:
Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. — 14.55: Wetter. — 15.00: Nur
Kaſſel: Nachr. — 15.15: Kinderfunk: Jetzt baſteln wir em
Kartenſpiel zum Wortrad. — 15.30: E. Schulz=Kampfhenkel:
Wir filmen den Kronſchnept: — 15.45: Bruno Sohm: Mir
Nordſeefiſchern beim Krabbenfang.
16.00: Breslau: Nachmittagskonzert. Lta.: E. Topitz. — 18.00:
Bücherfunk: Politiſche Romane des Umbruchs — 18.15: Die
kleine Excellenz. Adolf von Menzel zum 30. Todestag. — 18.35:
Katechismus für Sprachſünder. — 18.45: Meldungen.
19.00: Ein Touren=Auto wird gebaut. — 19.40: Der Zeitfunk
bringt: Tagesſpiegel. — 20.00: Zeit, Nachr. — 20.10:
Kam=
mermuſik. Ausf.: Das Leipziger Streichtrio, — 20.40: Herr
Doktor. Herr Pfarrer, Herr Apotheker. Stammtiſchbericht aus
einer kleinen Stadt. — 21.10: Kaiſerslautern:
Unterhaltungs=
konzert. Ausf.: Orcheſter der Berufsmuſiker Kaiſerslautern Ltg.:
R. Schmidt. — 22.00: Zeit, Nachr. — 22.15: Nachr., Wetter,
Sport. — 22.20: Volksmuſik. — 23.00: Unterhaltungskonzert.
Ausf.: Das Funkorcheſter. Ltg.: Heß, — 24.00: Stuttgart:
Nochtmuſik.
Montag, 11. Februar
Deutſchlandſender: 18.00: Der Geiger Florizel 5.
Reuter ſpielt.
Frankfurt: 20.40: Herr Doktor, Herr Pfarrer, Herr
Apotheker. Stammtiſchbericht aus einer kleinen Stadt.
Hamburg: 20.00: Joh. Brahms. 1. (20.10): Im
Her=
zen des Volkes. 2. (20.35): Brahms in Hamburg.
Hör=
bild von Ernſt Sander. 3. (21.20): Sinfonie Nr. 3 F=Dur;
Werk 90.
Köln: 20.10: Großes Funkrätſel: Es ruft ein Gong.
Königsberg: 20.45: Heute geht’s los! Bunter Abend
aus Hohenſtein.
Leipzig: 20.10: Neubabelsberg. Der Zeitfunk beſucht
die Großſtadt des Tonfilms.
München: 20.40: 9. Symphonie in D=Moll Werk 125
von Beethoven.
Stuttgart: 20.15: Großer bunter Abend: Volldampf
voraus — dem Faſching entgegen!
Budapeſt: 19.30: Carmen. Oper von Bizet.
Stockholm: 20.00: Die Entführung a. d. Serail (von
Mozart).
Toulouſe: 20.45: Militärmuſik.
Beromünſter: 21.10: Klaſſiſch=romant. Muſik.
Wien: 23.45: Jazzkapelle Eröß=Takaes.
Beiterbericht.
Witterungsausſichten für Dienstag: Zunächſt weitere Milderung
wahrſcheinlich, Schneefälle.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Sporr; Karl Böhmann;
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Netie; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. 1. 85. 21 894. Truck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23,
Für unverlangte Beiträge wird Gewähr der Nückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Schriftleitung Vormittags 12—1 Uhr nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 8 Geiten.
[ ← ][ ][ → ]Seite 8 — Nr. 42
1
KOMAN VoN z. 1NSTERBERG-
16)
Nachdruck verboten.
„Urſula von Herm dürfte bereits vergeben ſein”, ſagte
Thorſen langſam mit düſter gekrauſter Stirne.
„Woher weißt du es ſchon?” platzte Jenny heraus. —
Auf=
merkſam blickte Thorſen ſie an. — „Da muß ich wohl noch
über=
raſchter zurückfragen: Wieſo weißt du es denn?“
„Na, hör mal, ich habe doch die Bekanntſchaft vermittelt!”
„Das iſt ja lächerlich.”
„Aber entſchuldige!”
„Wann ſoll den das geweſen ſein?“
„Geſtern, mein Lieber, und was du daran lächerlich findeſt,
iſt nicht ohne weiteres erſichtlich.”
„Geſtern?” Thorſen lachte. Verzeih, Jenny, aber das iſt
unmöglich. Erſtens iſt Giano gar nicht in Innsbruck und
zwei=
tens kennt er Urſula ſchon ſeit ungefähr zwei Jahren.”
„Giano? Wer iſt Giano? Von wem ſprichſt du denn?” Frau
Mahrholm wurde immer erſtaunter. Sie begriff überhaupt nichts
mehr von dem, was Thorſen ſprach.
„Vielleicht liegt hier ein Mißverſtändnis vor. Natürlich!”
Thorſen ſchlug ſich mit der flachen Hand am die Stirne. „
Ver=
zeih, ich bin wirklich ein Hornochſe. Du meinteſt natürlich nicht
Giano. Ober wen meinteſt du dann?”
„Doktor Alf Eckmann.”
„Die deutſche Schwalbe?”
„Ja. Sie lernten ſich geſtern kennen. Er brennt ſchon
lichter=
loh, ſoweit ich was davon verſtehe
Nachdenklich nagte Thorſen an ſeiner Unterlippe. „Und ſie?"
„Tja”, Jenny ſchnippte mit den Fingern, „ich weiß nicht
recht, man kann bei dieſen unentwickelten Naturen nicht ſo ohne
weiteres ſagen, wie ſie empfinden. Aber ich vermute, ich
kalku=
liere, daß ſie Feuer gefangen hat. Es wäre kein Wunder.”
„Weiß der Geheimrat davon?”
„Woher denn? Geſtern ſprachen die beiden das erſtemal
miteinander, und da hatte er keine Zeit, ſie zu beobachten, weil
er mit mir beſchäftigt war.”
„Ich glaube nicht, daß er einverſtanden ſein wird.”
„Warum? Doktor Eckmann iſt ſchließlich eine abſolut
ein=
wandfreie Perſönlichkeit, zwar arm, aber ein Geheimrat v. Herm
braucht für ſeine Tochter keinen vermögenden Mann.”
„Gewiß. Aber da exiſtiert noch ſo eine kleine Abmachung
mit eben dieſem Giano, von dem ich Ihnen ſprach .. ."
„Oh, ein Mädchenhandel . . .!"
„Man kann es ſo nennen.”
„Weiß Urſula davon?”
„Ich glaube nicht. Kommt es darauf an? Sie ſieht nicht ſehr
Sehrhaft aus.”
„Vielleicht irren Sie ſich in dieſer Beziehung.” — „Möglich.”
„Man möchte ſie warnen. Dieſes junge Blut
„Tun Sie das nicht” wandte Thorſen ſchnell ein. „Nein,
kaſſen Sie Ihre Hände davon, Jenny, das rate ich Ihnen in
Ihrem eigenen Intereſſe. Mit Giano iſt nicht zu ſpaßen. Eher
ſollte man den Geheimrat warnen, aber das fällt ja nun kaum
in Ihr Reſſort.”
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
„Ich bin auch an Urſula unintereſſiert”, erklärte Frau
Mahrholm.
„Um ſo beſſer. Laſſen Sie alſo die Hände von dieſer
Ge=
ſchichte. Ich meine” fuhr Thorſen weiter, „vergeſſen Sie was
wir jetzt ſprachen. Das wird ſehr gut ſein. In Liebeshändel
einzugreifen, bringt faſt immer nur Unannehmlichkeiten. Und
in unſerem Falle handelt es ſich um eine ſehr aggreſſive und
ſehr einflußreiche Perſönlichkeit.”
„Gut, laſſen wir das. — Nun Thorſen, bleibt es bei unſerer
Verabredung?”
„Nach Geſchäftsſchluß?”
„Ja. Inoffizielle Hochzeitsreiſe. Vielleicht nach Heluan.”
„Ach nein. Ich haſſe Afrika. Ich habe Sehnſucht wach dem
Nor=
den, nach kühler Friſche, ſtillen Menſchen, nach Ruhe, Sand,
Meer. Ich liebe die Mitternachtsſonne und den Zauber der
Schären ..
„Alſo. Doktor: Auf Wiederſehen!” Sie bot ihm noch einmal
den Mund. Stumm küßte er ſie und blieb unbeweglich ſtehen,
bis ſie gegangen war.
Langſam, nachdenklich ſchritt er zum Telephon. „
Geheim=
rat v. Herm, bitte.”
Fünf Minuten ſpäter trat der Geheimrat ein. Beide maßen
ſich mit kühlen, keineswegs freundlichen Mienen. Der Geheimrat
nahm auf die einladende Handbewegung Thorſens hin etwas
ſteif Platz.
„Verzeihen Sie die Unordnung, Herr Geheimrat, aber im
Hotel ...
Mit einer Handbewegung ſchmitt Herr v. Herm den Satz ab.
„Warum meldeten Sie ſich nicht früher?” „Unſere Unterredung
war doch heute fällig, nicht? Ich arbeite nicht ausſchließlich für
Sie, Herr Geheimrat, ich habe auch andere Geſchäfte.” —
Spöt=
tiſch lächelnd nickte der Geheimrat mit dem Kopfe. „Das ſieht
Ihnen natürlich ähnlich.” — Thorſen beherrſchte ſich, obwohl
ſein Geſicht glührot wurde vor Zorn. „Ich verbitte mir Ihre
Anſpielungen.”
Herr v. Herms Geſicht lag unter einem gefrorenen Lächeln
begraben. „Laſſen wir die perſönlichen Auseinanderſetzungen.
Haben Sie die Dokumente . ."
„Ja.” Thorſen ging zu ſeinem Koffer, öffnete ihn und
ent=
nahm ihm eine kleine Stahlkaſſette, die er mit einem Schlüſſel,
den er in ſeinem Geldbeutel verwahrt hatte, aufſchloß. Er griff
nach einem Paket Papieren und reichte ſie dem Geheimrat über
den Tiſch. — Der Geheimrat riß ſofort den Umſchlag auf und
begann mit neugierig funkelnden Augen zu leſen. Seine Hand
zitterte leiſe. „Das ſind die Originale?”
Thorſen zeigte mit brutalem Grinſen ſeine Zähne und ftrich
ſich die Haare aus der feuchten Sürne. Auch ſeine Hände
zitterten.
„Originale? Sind Sie denn von Gott verlaſſen?” Er lachte
heiſer. „Was würden Sie denn mit den Originalen beginnen?
Man würde doch den Verluſt bald bemerken, — wahrſcheinlich.
Und dann haben die Papiere verzweifelt wenig Wert mehr.
Das ſind alles Photographien. — Kein Menſch außer Gigno und
mir weiß von der Exiſtenz dieſer Kopien. Sie jetzt natürlich
auch.” — Thorſen griff ſich mit nervöſer Haſt an den Kragen
des Sporthemdes und lockerte ihn.
„Die Tabellen ſind vollſtändig?”
„Die Dokumente ſind komplett.”
Beide ſchwiegen.
„Ahnen Sie denn” fragte Thorſen nach kurzer Weile mit
dem wilden Blick eines gefangenen Tieres „ahnen Sie denn,
was das für Arbeit, für Vorbereitungen, für Mut und Wag=
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Montag, 11. Februar
halſigkeit verlangt? Was für eine entſetzliche Konzent
Können Sie ſich das vorſtellen?”
Der Geheimrat ſah ihn atemlos und neugierig m
kniffenen, halbgeſchloſſenen Augen an.
„Ich ſage Ihnen, ich verſichere Ihnen”, fuhr Thorſe
„daß man ſo etwas nicht bloß aus Geſchäftsgeiſt voll.
kann, kapieren Sie denn das auch, daß da noch etwas
dazu kommen muß, damit man nicht zuſammenſackt
ſcheidenden Moment, wenn die vielen ſchlafloſen Nächte
durch die Nacht der Tat abgelöſt werden und man mit
den Kinnladen und bebenden Nerven irgendwo im Dunke
Parkes ſteht, im betäubenden Blütenduft der Oranger
und auf den Pfiff wartet, der zum Handeln zwingt . . . !
man etwas im Nacken ſpüren, verſtehen Sie, iſt Ihn
klar . . .? Sonſt.." Thorſen machte eine Bewegung ?
ſammenklappens und blickte wie verſtört vor ſich hin.
„Vaterlandsliebe”, ſagte der Geheimrat feierlich,
der Born ..
„Sie haben nicht ganz unrecht”, unterbrach ihn 2
„Bei Giano iſt es ſicher das. Vaterlandsliebe. Ja, es
grotesk, daß es bei Giano gerade dies ſein ſoll, aber Sie
mir glauben, daß es ſo iſt, ich kenne ihn. Sie kennen
übrigens auch gut genug .."
Unbehaglich rückte Herr v. Herm auf ſeinem Stuhl
und knurrte etwas Unverſtändliches.
„Und . . ." fragte der Geheimrat lauernd, „das let
dem Sie ſprachen, das über das Geſchäftliche
Hinaus=
was iſt das?"
„Sie werden überraſcht ſein”, antwortete Thorſen,
mal ganz kühl, mit verſtecktem Spott in der Stimme.
nichts anderes als ſportlicher Ehrgeiz.” — Gähnend leb; ſich
der Geheimrat zurück. „Nun, wir leben in einer Zeit,
vielfach das Leben ſportlich aufgefaßt wird. Auch ſport
wältigt. Aber die Gefühlswerte leiden darunter. Ich hatte trade
geſtern ein intereſſantes Geſpräch mit Frau Mahrholm
— apropos, weil wir gerade von Frau Mahrholm ſ chen;
woher kennen Sie ſie?”
„Das hat wohl nichts mit unſerem Geſchäft zu tun!
das Geſchäftliche hinaus lege ich keinen Wert auf Konſe ation
mit Ihnen” erklärte Thorſen plötzlich bockig, „wenn ur
geſellſchaftlicher Zwang zuſammenführt.”
„Nun werden Sie ungemein ſtachlig, mein lieber
Das auf einmal freundlich gewordene Geſicht des Geh
reizte Thorſen. „Unter Gentlemen kann man doch eine
indiskrete Frage ausſprechen, nicht?”
Thorſen ſprang auf. „Zuerſt ſchlagen Sie mir 1
Peitſche ins Geſicht und dann nennen Sie mich einen Ger
weil Sie etwas von mir wollen. Das ſind die Method
denen Sie arbeiten. Uebrigens iſt es gerade unter Kat
nicht üblich, indiskrete Fragen auszuſprechen.”
Mit ſchmalen Augen ſah der Geheimrat unbewegl
ſich hin. „Geſtatten Sie, daß ich mir eine Zigarre anzün
„Bitte.” — Umſtändlich entnahm Herr v. Herm.
er vergeblich Thorſen angeboten hatte, ſeinem Etui ein
hellbraune Zigarre, ſchnitt ſie ſorgfältig und brannte ſie d
Währenddem ſtand Thorſen ruhig vor ihm, an die Ti
gelehnt und ſah ihm zu. — „Sobald ich die Papiere
habe, erhalten Sie den Scheck. Sie trauen mir doch ſowe
ſteckte die Papiere ſorgfältig verpackt in die Bruſttaſche.
(Fortſetzung folgt.)
oni
Ser=
rſen.
lingt
nnn
Erig
frum
von
ein=
8 iſt
der
be=
üüber
Teber
micht
tor.”
trats
tvas
der
men,
mit
eren
vor
Dem
Peier Kredel, prakt. Tierarzt
Aenne Kredel, geb. Roßmann
Vermählte
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Rubel), 3. Damenſchirme,
rrenſchirm, 2 Fuchspelze, 1
=Markſchein, 3 wollene Mützen,
Reichsmark, 2 Autokurbel, 6
nzelne Handſchuhe, 1 Gipsfigur,
Bund Schlüſſel, 1 Vorſtecknadel,
Luftpumpe, 1 Fahrradrahmen,
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appen, 1 Hornbrille, 2
Markt=
tze, 4 Wirtſchaftsſtühle, 1
Rohr=
nge, 1 Roſt (Fußeiſen), 1
Geld=
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Ledermäpp=
en mit Schlüſſel, 1.
Damen=
ndtaſche, 1 leeres
Portemon=
ie, 1 kleines Album. 1
Damen=
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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Dienstag, den 12. Februar 1935.
Nummer 43
197. Jahrgang
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Manenſche Kriegssorverrnrängen gegen Abeſmen.
fallende Zuſpihung des italieniſch=abefſiniſchen Berhälkniſſes. — Zuſammenſtellung eines ikalieniſchen
Expedikionskorps.
Italieniſche Mobilmachung.
Einberuſung von Reſerviſten.
DNB. Rom, 11. Februar.
Nach einer amtlichen Mitteilung der „Agenzia Stefani” ſind
der Zeit zwiſchen dem 5. und 11. Februar drei italieniſche
Divi=
en mobiliſiert worden. Die als Vorſichtsmaßnahme bezeichnete
berufung dieſer Kontingente aus der Jahresklaſſe 1911 habe
wie das Kommunique hinzufügt, in größter Ordnung
voll=
m.
Die Mobiliſierung von zwei italieniſchen Diviſionen wird in
errichteten italieniſchen Kreiſen als eine Vorſichtsmaßnahme
be=
ſnet, die ausſchließlich wegen der ſich häufenden Zwiſchenfälle
abeſſiniſchen Grenzgebiet erfolgt iſt. Wie man weiter
zuverläſ=
erfährt, wird eine Verſchiffung der italieniſchen Diviſionen
rſt nicht vorgenommen. Die italieniſche Regierung will aber
den Fall weiterer abeſſiniſcher Angriffe ſofort über zur
Ver=
ſung bereitſtehende Truppenverbände verfügen können.
Das italieniſch=abeſſiniſche Verhältnis hat über Nacht eine
fallende Zuſpitzung erfahren. Italien hat einen
i Zwiſchenfall in der Gegend von Ualual benutzt, um meh=
Jahrgänge einzuberufen. Ungefähr drei Diviſionen, etwa
00 Mann, ſtehen in den italieniſchen Garniſonen bereit,
nach Oſtafrika abtransportiert zu werden.
warf nur eines Winkes des Generals de Bono, dem das
oſt=
hniſche Kolonialgebiet zur Verwaltung übertragen worden
In der Grenze Abeſſiniens ſtehen allerdings ſchon ſeit länge=
Zeit größere Truppenmaſſen. Franzöſiſche Kaufleute haben
die Jahreswende zu berichten gewußt, daß ſie überall
ichten konnten, wie italieniſche Dampfer Kriegsmaterial in
in Mengen entluden und italieniſche Truppen an Land
ge=
twurden. Die Italiener haben dieſen Meldungen, die in der
öſiſchen Preſſe erſchienen, nicht widerſprochen. Ihr Auftreten
Abeſſiniern gegenüber läßt auch den Schluß zu, daß ſie ſich
äriſch außerordentlich ſtark fühlen.
Venn ſie jetzt dazu übergegangen ſind, namhafte Streitkräfte
zu machen und vor allem die Reſerviſten einzuberufen, die
lugwaffe und zu den Kampfwagenabteilungen gehören, dann
mit geſagt, daß
Talien ein Expedikionskorps zuſammenſtelll.
der beſondere Hinweis darauf, daß man vornehmlich tech=
Truppen mobilgemacht habe, läßt erkennen, daß die ſchnell=
Klichen Waffen auserſehen ſind, die Aufgabe zu erfüllen, die
e entfallen, ſobald es an der italieniſch=abeſſiniſchen Grenze
werden ſollte.
der neue große Zuſammenſtoß, bei dem es wiederum viele
und Verwundete gegeben hat, läßt allerdings die
Ver=
ig zu, daß ein militäriſcher Konflikt unvermeidlich iſt.
Be=
ngen haben zwar inzwiſchen eingeſetzt, um beide Teile dahin
ingen, ſich einem Spruch des Völkerbundes zu beugen und
eder Selbſthilfe Abſtand zu nehmen. Die
Verhand=
en in Genf haben ein recht mageres Ergebnis gehabt.
nicht viel mehr übrig geblieben, als ein reger
Noten=
el, an dem ſich die Abeſſinier und Italiener beteiligt haben
er mit gegenſeitigen Vorwürfen durchſetzt war. Im
Ja=
traten die Italiener jedoch mit der Forderung
her=
aß Abeſſinien aus dem Völkerbund
ausge=
ſen werden ſolle. Sie begründeten dieſe Forderung
ingehend und ſtellten ſich dabei auf den Standpunkt, daß
eſſinien die Vorausſetzungen nicht erfüllt ſeien, die an jede
jedſchaft geknüpft wären. Daraufhin iſt dann weiter nichts
I. Lediglich die Abeſſinier haben eine
neueProteſt=
nach Genf geſchickt. Man hörte dann noch einmal
chten Reibereien in dem umſtrittenen Gebiet, das nach
ita=
der Darſtellung zum italieniſchen Beſitz gehört, nach der
* liſchen Behauptung aber 100 Kilometer von der Grenze
nt auf abeſſiniſchem Hoheitsgebiet liegt.
ntereſſant iſt es natürlich, zu wiſſen, ob Abeſſinien über=
In der Lage ſein wird, ſich bei dem Zuſammenſtoß
län=
ſeit halten zu können. Vergleiche mit Adua ſind heute fehl
Ge, weil die Italiener ganz anders ausgeruſtet ſind als
22 und auch ganz anders vorgehen werden. Sie haben aus
Weren Niederlage gelernt. Sie werden ſich alſo nicht auf
Landpunkt ſtellen, daß ſie es nur mit Wilden zu tun haben,
(bonlaufen, ſobald ein paar Fliegerbomben explodieren.
iien verfügt über eine durch eine belgiſche Militärmiſſion
TAidete Armee von etwa 500 000 Mann. Hinzu kommen
2 000 Mann, die die Leibwache des Kaiſers bilden. Man
Lavon, daß die Armee mit 300 Maſchinengewehren und
Eſchützen ausgerüſtet ſein ſoll, und daß im Lande große
Jonsdepots vorhanden ſeien. Richtig iſt unzweifelhaft,
einien ſeik langem auf eine milikäriſche
Aus=
eiderſehung mit ſeinem Nachbarn vorbereiket
Ader die Ausbildung durch die belgiſchen Offiziere erſtreckt
Deſentlichen nur auf einen kleinen Prozentſatz der wehr=
T Bevölkerung. Die Stärke Abeſſiniens liegt allerdings
nen geographiſchen Verhältniſſen. Das Land iſt ſehr ge=
Ss wird von tiefen Schluchten zerriſſen. Die Wege
* moderne Verkehrsmittel unpaſſierbar. Vielfach ſind ſie
Negenzeiten überhaupt nicht zu benutzen.
Ialieniſche Mobilmachung bedeutet natürlich keineswegs,
2en in den nächſten acht Tagen der Kriegszuſtand eintritt.
Asländiſche Zeitungen ſprechen zwar von einem
geplan=
leniſchen Ultimatum. Damit wird vorerſt nicht
zu rechnen ſein. Denn Italien denkt nicht daran, von heute auf
morgen zu marſchieren. Es will zunächſt die Abeſſinier
ein=
ſchüchtern und ſeine Forderung nach voller
Genug=
tuung wirkſam unterſtreichen. Dabei kommt es ihm natürlich
darauf an, taktiſch ſo zu manövrieren, daß die Abeſſinier ins
Un=
recht kommen. Würden aber die Ereigniſſe eintreten, mit denen
man vielfach rechnet, dann werden ſich die Dinge wahrſcheinlich
ſo abſpielen, daß ein Expeditionskorps die Gebiete beſetzt, auf die
Italien Anſpruch erhebt, und daß man genau ſo wie die Japaner
in der Mandſchurei verfährt, alſo etwaige Auseinanderſetzungen
als lokale Ereigniſſe verbucht.
Ein neuer ikalieniſch=abeſſiniſcher Zwiſchenfall.
Nach der „Agenzia Stefani” hat der durch die ſtändige
Zu=
ſammenziehung von bewaffneten abeſſiniſchen Gruppen
hervorge=
rufene Druck im Gebiet von Ualual und in der Umgebung einen
neuen Zwiſchenfall hervorgerufen. In der Frühe des 29. Januar
überfielen bewaffnete Abeſſinier den bewaffneten italieniſchen
Poſten Afdub, ſüdlich von Ualual. Es entſtand ein Gefecht, in
deſſen Verlauf fünf Italiener getötet und ſechs verwundet
wur=
den. Die Verluſte der Abeſſinier ſtehen nicht feſt, ſollen aber
größer ſein. Die italieniſche Geſandtſchaft in Abeba hat
Anwei=
ſung erhalten, wegen dieſes neuen Zwiſchenfalles bei der
Regie=
rung von Abeſſinien formellen Proteſt zu erheben.
Nach Meldungen aus Addis Abeba, die hier auf indirektem
Weg eingetroffen ſind, iſt bei den italieniſch=abeſſiniſchen
Ver=
handlungen über die Beilegung des erſten Zwiſchenfalls von
Ualual die Errichtung einer neutralen Zone zwiſchen dem
italie=
niſchen Kolonialgebiet und Abeſſinien vorgeſchlagen worden.
Dieſe Meldung weiſt u. a. auf die Konzentration ſtarker
abeſſi=
niſcher Truppenabteilungen in Gerlogubi hin; dort ſei eine
Funk=
ſtation errichtet worden. Eine ununterbrochene Reihe von
Mili=
tärpoſten ſei an der Grenze mit dem italieniſchen Somaliland
längs des Mebi Schebel und des Fluſſes Tug=Fafan bis nach
Harrar gezogen worden, das 400 Kilometer von Addis Abeba
entfernt liegt. Die Linie erſtrecke ſich außerdem bis zur Hochebene
von Bali, wo ſich weitere Truppenanſammlungen von 50 bis
80 000 Mann befinden ſollen, die mit modernen Gewehren und
einer gewiſſen Anzahl Maſchinengewehren ausgeſtattet ſeien.
Die Hallung der abeſſiniſchen Kreiſe.
EP. Rom, 11. Februar.
Alle italieniſchen Blätter bringen eine Meldung des
Son=
derkorreſpondenten der „Morning Poſt” in Abeſſinien aus
Harrar, wonach zehn Meilen von Addis Abeba entfernt der
Zwiſchenfall mit Italien kaum beachtet wird. Die arabiſchen
Händler übertrieben zwar jedes Gerücht und hätten die
Nach=
richt verbreitet, daß Italien ſich zur Grenzüberſchreitung rüſte.
In höheren abeſſiniſchen Kreiſen werde jedoch die Anſicht
ver=
treten, daß die Zwiſchenfälle in freundſchaftlicher Weiſe beigelegt
werden könnten, und daß der Kaiſer umgehend alles
erforder=
liche veranlaſſen werde. Der Beſchluß des Völkerbundes den
Zwiſchenfall zwiſchen Abeſſinien und Italien zunächſt durch
direkte Verhandlungen regeln zu laſſen, habe das Vertrauen in
den Völkerbund erſchüttert, da man wenig Hoffnung auf eine
befriedigende Beilegung der Angelegenheit mit Italien habe.
Zudem zeigten ſich einige Stellen im Grenzgebiet immer
un=
ruhiger.
*
Die erſten Schwierigkeiten.
Muſſolini hat durch eine amtliche Kundgebung über die
Auf=
faſſung verantwortlicher italieniſcher Kreiſe — eine Form, die er
oft wählt — ſeine Stellung zu dem Londoner Protokoll feſtgelegt.
Im weſentlichen zuſtimmend — nur mit dem einen Vorbehalt, daß
bei dem Luftpakt die beſondere Lage Italiens und Englands noch
zu etörtern ſei. Das war ja auch nach engliſcher Auslegung von
vornherein vorgeſehen. Es ſcheint nun, daß Italien, eine etwas
andere Konſtruktion des Paktes wünſcht. England hatte mit
Rück=
ſicht auf die geographiſche Lage, die ja eine gegenſeitige
Unter=
ſtützung zwiſchen England und Italien zur Luft ſchwierig macht,
angeregt, einen Doppelpakt abzuſchließen und Verpflichtungen
Eng=
lands und Italiens dabei von den Verpflichtungen der übrigen
Länder abzuſetzen, während Muſſolini ſich die Regelung offenbar
in enger Anlehnung an den Locarnovertrag als einen
einheit=
lichen Pakt denkt, der lediglich das engliſch=italieniſche Verhältnis
in einem eigenen Paragraphen beſonders feſtlegt. Das iſt ja
ſchließlich eine Formſache, die kaum große Veränderungen bewirkt.
Dagegen kommen jetzt von anderer Seite Bedenken, die ſich
aus der Ueberorganiſation der franzöſiſchen
Bündnisverpflichtungen ergeben.
Sowjetruß=
land iſt mit der ganzen Art der Behandlung nicht recht
einver=
ſtanden, weil dadurch der Oſtpakt, der den Angelpunkt der
franzöſiſch=ruſſiſchen Beziehungen bildet und Litwinow als Anſatz
für eine Verſtärkung ſeiner europäiſchen Stellung gelten ſoll,
ſtark in den Hintergrund gedrückt wird.
Wahrſchein=
lich auch, weil England zu verſtehen gegeben hat, daß es die
ge=
genſeitige militäriſche Unterſtützung nicht für eine unbedingt
not=
wendiges Beiwerk des Oſtvertrages anſieht. Die Kleine
En=
tente wieder hat Sorgen, daß darüber der Donaupakt zur kurz
kommt, und hier zeichnet ſich ein Gegenſtoß ab, der von
Sow=
jetrußland über die Türkei zur Kleinen Entente weitergeleitet
wird mit der Zielſetzung, den Franzoſen begreiflich zu machen, daß
ſie ihre Beziehungen zu den öſtlichen Freunden gefährden, wenn
ſie ſich allzuſehr nach Weſten und Süden engagieren. Wir hatten
alſo ſchon recht, wenn wir vermuteten, daß die Formulierungen
Flandins und Simons in Paris, ihr Programm habe keine Spitze
gegen irgendeine dritte Macht, ſich nicht nur an die Adreſſe
Deutſch=
lands richtete.
Gerechtigkeit für Deukſchland
eine Vorausſekung für den Frieden!
Von
Viscount Snowden,
früherem britiſchen Finanzminiſter.
Cophright by Nordeuropa=Preſſedienſt, Lübeck.
Nachdruck, auch auszugsweiſe, erboten.
Niemals war die Sehnſucht nach Frieden unter den Völkern
ſtärker und lebendiger, als gerade heute. Aber keine Nation
ver=
traut den friedlichen Abſichten des Nachbarn. Völkerbund,
Kel=
loggpakt Locarno, regionale Abkommen, alle dieſe Abmachungen
haben offenbar zur Schaffung des Gefühles nationaler
Sicher=
heit überhaupt nichts beigetragen. Jedes Land iſt fieberhaft mit
der Steigerung der Rüſtungen beſchäftigt. Das Verſagen der
Abrüſtungskonferenz, die Tatſache, daß ſie unfähig war, auch
nur irgendeine Herabſetzung der Rüſtungen herbeizuführen, folgt
daraus, daß alle Nationen von dem Gedanken beſeſſen ſind, ihre
Sicherheit hänge von der Stärke ihrer Rüſtungen ab.
Die Tatſache der gewaltigen Rüſtungen iſt weniger eine
Garantie des Friedens, als eine Herausforderung zum Krieg.
Es iſt eine Fronie der gegenwärtigen internationalen Lage, daß
gewiſſe Nationen die brennende Sehnſucht nach Frieden
ver=
künden, während ihre Beſtrebungen eher der Vorbereitung des
Krieges dienen, als dem Beſtreben, einen Ausweg zu finden
und das Rad, das die Dinge zum Krieg treibt oder den Krieg
wahrſcheinlich macht, zurückzudrehen.
Indem dieſe Nationen die Politik der Kriegsvorbereitung
betreiben, haben ſie Militärbündniſſe geſchaffen, durch die die
Kriegsgefahr noch mehr geſteigert wird.
Der verſtorbene franzöſiſche Außenminiſter M. Barthou
war bis zu ſeinem Tode damit beſchäftigt, eine machtvolle
Verbindung europäiſcher Mächte gegen
Deutſch=
land zuſammenzubringen. Er hatte den Erfolg
Ruß=
land in dieſes Bündnis hereinzubringen, obgleich ſicher
nie=
mals eine ſo ſeltſame Allianz entſtanden iſt, als dieſe zwiſchen
dem kapitaliſtiſchen Frankreich und dem bolſchewiſtiſchen
Ruß=
land. Rußlands Ziel iſt die Weltrevolution, um den
Weltkom=
munismus durchführen zu können, und dieſen Gedanken ſtellt es
nur aus taktiſchen Rückſichten in den Hintergrund. Der Sinn
der franzöſiſch=ruſſiſchen Allianz wurde ebenſo offen wie treffend
von M. Archambault, dem Referenten des Militärbudgets,
gekennzeichnet, indem er ſagte: „Rußland hat eine gee
ſunde und gut ausgerüſtete Armee die die
Sow=
jet=Union Frankreich im Falle eines
Konflik=
tes zwiſchen Frankreich und Deutſchland zur
Verfügung ſteklt.”
Dieſe überraſchende Indiskretion wurde offiziell natürlich
dementiert. Aber niemand, der Kenntnis von dem hat, was
zwiſchen M. Barthou und Rußland vorgegangen iſt, kann durch
dieſes Dementi irregeführt werden. M. Herriot, der Führer
der franzöſiſchen Radikalſozialiſten, hat ſich aktiv daran beteiligt,
dieſe franzöſiſch=ruſſiſche Verſtändigung herbeizuführen.
Die franzöſiſche Politik ſtrebt auch eine ſchwer gerüſtete,
eng=
liſch=franzöſiſche militäriſche Allianz an. Tatſächlich wird in den
Reden der franzöſiſchen Miniſter bereits angenommen, daß eine
ſolche Verſtändigung ſchon beſteht und daß Frankreich im Falle
eines Krieges mit Deutſchland auf die britiſche Unterſtützung
rechnen kann. Wenn dieſe Politik weiter Erfolg hau, könnte,
England in einen Krieg verwickelt werden, der mit engliſchen
Intereſſen gar nichts zu tun hat.
Soll aber eine ſolche Kataſtrophe vermieden
werden, ſo iſt es notwendig, daß Englands offizielle
Hal=
tung gegenüber Deutſchland eine radikale
Aen=
derung erfährt. Denn ſeit dem Kriege wurde
Deutſch=
land von England unfreundlich behandelt und England hat
gleichzeitig die engſten Beziehungen zu Frankreich gepflegn.
Nach dem Kriege beſtanden viele Möglichkeiten, die
engliſch=
deutſchen Beziehungen freundſchaftlicher zu geſtalten. Engländer,
die in den Nachkriegsjahren Deutſchland beſuchten, konnten
bezeugen, daß im deutſchen Volke freundſchaftliche Gefühle für
England vorhanden ſind. Deutſchland blickte auf England, weil
es glaubte, daß England bei der Beſeitigung der
Ungerechtigkeiten, die dem deutſchen Volke in
den Friedensverträgen zugefügt worden ſind,
eine Sendung zu erfüllen habe.
Die Jahre vergingen und dieſe Hoffnungen wurden
ent=
täuſcht. In das Herz des deutſchen Volkes zog Bitterkeit ein.
Die Generation, die in Deutſchland jetzt aufwächſt, hat aus
eigener Erfahrung keine Kenntnis vom Kriege. In ihr wühlt
das Gefühl der nationalen Erniedrigung Deutſchlands, weil es
als ein Paria unter den Nationen behandelt wurde.
Die Appelle gemäßigter deutſcher Staatsmänner wurden
zurückgewieſen. Die Beſtrebungen Streſemanns brachten
Deutſch=
land in den Völkerbund, wo es hoffte, Gerechtigkeit zu finden.
Es wurde ſchwer enttäuſcht!
Die allerletzte Illuſion wurde durch den Verlauf der
Ab=
rüſtungskonferenz zerſtört Nach ſechs Monaten vergeblicher
Be=
mühungen, die darauf abzielten, die Konferenz zur Annahme der
deutſchen Forderung auf Gleichberechtigung zu bewegen und nach
wiederholten vergeblichen Erklärungen, ſich jeder Begrenzung
der Rüſtungen, welche von den übrigen Mächten angenommen
wird, zu unterwerfen, erklärte Deutſchland ſeine Abſicht, ſich von
der Konferenz zurückzuziehen.
Nach einigen Monaten der Verzögerung unterzeichneten die
Hauptmächte ein Abkommen, in dem das Prinzip der „
Gleich=
heit der Rechte für die Nationen, welche durch den Vertrag
ab=
gerüſtet worden ſind”, ausgeſprochen wurde
Auf dieſer Grundlage kehrte Deutſchland in die Konferenz,
zurück, um wieder einmal erfahren zu müſſen, daß.
die übrigen Mächte die Erfüllung ihrer
Ver=
ſprechen ablehnten. Deutſchland akzeptierte den britiſchen
Abrüſtungsplan, aber im Oktober 1933 meldete Sir John Simon
in einer überaus unglücklichen Rede eine Abänderung des
Planes, die, „durch gewiſſe Mächte” gefordert wird, eine Ab=
Seite 2 — Nr. 43
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
änderung, durch die die praktiſche Durchführung der
Gleichſtel=
lung Deutſchlands von fünf auf acht Jahre zurückgeſtellt wurde.
Das war der letzte Hieb, und die deutſche
Re=
gierung tat, was jede Regierung, die
Selbſt=
uchtung beſitzt, getan hätte: ſie zog ſich von der
Konferenz zurück und erklärte auch ihre Abſicht,
ſich aus dem Völkerbund zurückzuziehen.
Indem Deutſchland ſeinen Rückzug aus der Konferenz
be=
kundete wiederholte es ſeine Erklärung, „bis zur letzten Kanone
und bis zur Entlaſſung des letzten Soldaten abzurüſten”, wenn
die übrigen Nationen das gleiche tun.
Der Wunſch, der von anderen Nationen
aus=
geſprochen wurde, daß Deutſchland in die
Ab=
rüſtungskonferenz zurückkehren und ſeinen
Platz im Völkerbunde wieder einnehmen möchte,
ohne eine Sicherheit dafür zu bekommen, daß
es anders behandelt würde hat nach alledem,
was das deutſche Volk in der Vergangenheit
er=
fahren mußte, den Geruch einer
Herausforde=
rung an ſich.
Vorüber ſechzehn Jahren wurde Deutſchland
als unterworfene Nation behandelt. Die übrigen
Nationen bewieſen alle, daß ſie Deutſchland in ſeiner
Er=
niedrigung weiter belaſſen wollten.
Deutſchland iſt von allen Seiten von mächtig
aufgerüſteten Staaten umgeben. Ihre Kanonen
ſind auf Deutſchland gerichtet. Dieſe Staaten
ſteigern ihre Rüſtungen und verletzen dabei
ihre vertragsmäßige Verpflichtung nach der ſie
abrüſten müſſen. Deutſchland ſieht, wie ſich die
alte Politik der Einkreiſung fortſetzt.
Verſetzen wir uns doch nur ſelbſt in die Lage Deutſchlands.
Deutſchland rüſtet auf. Wenn die anderen Mächte ihm die
Gleichberechtigung verweigern, wird es ſich dieſe durch eigene
Tat verſchaffen.
Deutſchland will nicht den Krieg. Wenn aber der
Krieg der einzige Weg iſt, der es zu ſeinem gerechten Platz
in=
mitten der Nationen führen kann, iſt der Friede in Gefahr.
Im letzten Krieg hat Deutſchland’ſeine Macht als große
militäriſche Nation bekundet. Länger als vier Jahre kämpfte es
tatſächlich gegen die ganze Welt und auch dann wurde es nur
durch die wirtſchaftliche Erſchöpfung beſiegt. England hält
den Schlüſſel der Situation in ſeiner Hand. Es
muß ſeine Politik ändern. Es muß Deutſchland die Hand zur
Freundſchaft reichen. England muß den guten Willen zeigen,
die Anläſſe der Beſchwerden Deutſchlands zu beſeitigen. Wenn
England eine ſympathiſche Haltung gegenüber Deutſchland
be=
kunden wird, wenn es ſich loslöſt von jener deutſchfeindlichen
Politik, die heute die europäiſchen Angelegenheiten beherrſcht, iſt
der Friede geſichert.
Japan gegen General Smuks.
„Rein Krieg, wenn die Forderungen Tokios
anerkannk werden.
DNB. Tokio, 11. Februar.
Die geſamte japaniſche Preſſe bringt die Erklärungen des
ſüdafrikaniſchen Miniſterpräſidenten General Smuts über die
Lage im Stillen Ozean in großer Aufmachung. Seine
Ausfüh=
rungen über die Notwendigkeit eines politiſchen Zuſammengehens
zwiſchen England und den Vereinigten Staaten gegen Japan
werden in japaniſchen Kreiſen einer heftigen Kritik unterzogen.
Die neu eingeleitete Offenſive in gewiſſen Ländern gegen die
Gleichberechtigung Japans auf der See könne, nach Auffaſſung
der japaniſchen Kreiſe, zu keinen kriegeriſchen Konflikten führen,
weil die japaniſche Regierung mehrere Male öffentlich erklärt
habe, daß ſie zu einer friedlichen Zuſammenarbeit auf dem Pazifik
mit allen Großmächten bereit ſei. Die japaniſche Regierung habe
nicht die Abſicht, ein Wettrüſten im Stillen Ozean durchzuführen,
wenn die Intereſſen des japaniſchen Volkes nicht verletzt würden.
der Skand der engliſchen Luftrüſtungen.
EP. London, 11. Februar.
Im Unterhaus gab der Staatsſekretär im
Luftfahrtminiſte=
rium, Sir Philipp Saſſoon, heute eine Erklärung über den Stand
der engliſchen Luftſtreitkräfte ab. Danach betrug die Zahl der
ſofort verfügbaren Maſchinen, die ſogenannte erſte Linie, am
1. Februar 1935 580 gegenüber 252 am 1. Januar vorigen
Jah=
res. Hierzu kommen die der Flotte in den Heimatgewäſſern
zu=
geteilten Flugzeuge, deren Zahl im laufenden Jahre 108
be=
trägt gegen 86 im Vorjahr. Ueber die Zahl der in England
be=
findlichen Reſerveflugzeuge machte der Staatsſekretär keine
An=
gaben, ebenſowenig gab er Einzelheiten über die in Ueberſee
ſtationierten engliſchen Luftſtreitkräfte bekannt, die ein
Mehr=
faches der in England verfügbaren Flugzeuge ausmachen dürften.
Mar Liebermann †.
Der bekannte Maler Prof. MaxLiebermann,
Dr. phil. h. c. der Univerſität Berlin und früher
Präſident der Preußiſchen Akademie der Künſte, iſt,
wie bereits kurz gemeldet, im 88. Lebensjahr
ge=
ſtorben.
Max Liebermann hat die Augen geſchloſſen als einer, der
ſeine Zeit um ein ganzes Menſchenalter überlebt hat. Längſt iſt
dahin, was ihn weltanſchaulich trug: die impreſſioniſtiſche
Geiſtig=
keit ſamt ihrer Kunſtvergötzung, das „naturwiſſenſchaftliche‟
Welt=
bild, die Lebenshaltung einer beſtimmten, im „Was” des Lebens
dünn gewordenen Ziviliſation. Mit voller Schwere trifft ihn
das, was Goethe als den größten Nachteil des Greiſenalters
be=
zeichnet hat: Er wird am Abſchluß ſeines Lebens nicht mehr von
Gleichſtrebenden, ſondern von einer radikal gewandelten Welt
beurteilt: nicht nur von Jüngeren, ſondern von einem Geſchlecht,
das grundſätzlich Anderes glaubt und vertritt als was
Lieber=
manns Zeit jemals auch nur als Frage, als Möglichkeit hätte
faſſen können.
Denn das muß gerade angeſichts der jüdiſchen
Weſensbeſtimmt=
heit dieſes Künſtlers feſtgehalten werden: Eine „Zeit”, eine
be=
ſtimmte Spanne unſerer Ziviliſation ſpricht ſich künſtleriſch in
ihm aus: eine Zeit, die ganz zweifellos der deutſchen
Menſchen=
form und ihrem Weltbild nicht günſtig war, die aber ihre
Ten=
denzen überall geltend gemacht hat, in der Kunſt wie in der
Wiſſenſchaft, im wirtſchaftlichen wie im ſozialen Denken. Hätte ein
Trübner heute zu ſterben oder ein Corinth, ſie würden die
Ab=
ſage einer gewandelten Zeit mit gleicher Schärfe erfahren wie
Max Liebermann. Und andererſeits: Nähme man Liebermann
aus der Kunſtgeſchichte ſeiner Epoche heraus, ſie würde kein
we=
ſentlich anderes Bild darbieten als mit ihm. Denn ſie ſtand —
mag man es Schwäche des deutſchen Kunſtgeiſtes nennen, wenn
man durchaus Vergangenes mit moraliſchen Urteilen verſehen zu
müſſen glaubt — unter franzöſiſcher Führung, und dieſe hat
frag=
los die ganze Kulturwelt damals beherrſcht. Das Sehen des
fran=
zöſiſchen Augenmenſchen hatte alle Begabungen ergriffen (weil es
innerlich dem Zeitgeiſt entſprach) und es hatte eine ganze Welt
an die Genüſſe einer Palette gewöhnt, die mit „Tafelfreuden des
Auges” um ſo reicher beſetzt war, je weniger ſie vom kernhaften
„Was” des Lebens und von einem echten Lebensdienſte der Kunſt
wußte.
Liebermann der Künſtler hat innerhalb eines ziviliſatoriſchen
Augenblicks, der ſeiner Menſchenart in beſtimmter Weiſe das
Stichwort gab, das ihm aufgetragene Werk mit Treue, mit großer
Zucht und erſtaunlichem Können getan. Kühl, doch unerhört
behend und ſinnenwach, oft geiſtreich, nicht ſelten ſarkaſtiſch (wie
ſeine Redeweiſe) kommt ſein künſtleriſcher Ausdruck einher. Men=
Vom Tage.
Der Führer ſtattete am Montag überraſchend. von München
kommend, Nürnberg einen Beſuch ab, um den Frankenführer
Julius Streicher am Vorabend ſeines 50. Geburtstages perſönlich
zu beglückwünſchen. Da Streicher dieſen Abend mit den hundert
älteſten und ärmſten Parteigenoſſen und Parteigenoſſinnen
ver=
brachte, die er zu einer ſchlichten Feier geladen hatte, ließ es ſich
der Führer nicht nehmen, ſeinen Glückwünſchen gerade in dieſem
Kreis der Treueſten Ausdruck zu geben.
Der Führer und Reichskanzler hat S. H. dem Papſt zum
geſt=
rigen Krönungstage drahtlich herzliche Glückwünſche übermittelt.
Vor dem Oberſten Landesgericht München fand ſeit 15 Tagen
ein Hochverratsprozeß gegen 60 Perſonen ſtatt, die mit Prager
SPD=Emigranten in Verbindung getreten waren und in ihren
Heimatſtädten Nürnberg, Fürth, Regensburg, Schwandorf uſw.,
ins Inland geſchmuggelte Hetzſchriften verbreitet hatten. 52
Per=
ſonen wurden verurteilt. Sie erhielten Strafen von fünfeinhalb
Jahren Zuchthaus bis zu zweieinhalb Jahren Gefängnis.
Im Memelländer=Prozeß dauerte auch am Montag die
Ver=
nehmung der Belaſtungszeugen an. Es ſind nunmehr noch etwa 60
dieſer Zeugen zu vernehmen. Dann erfolgt die Vernehmnng der
etwa 140 Zeugen, die von der Verteidigung geladen ſind. Die
bis=
herigen Vernehmungen der über 200 Belaſtungszeugen hat
keiner=
lei Anhaltspunkte für die Beſchuldigungen der Anklage erbracht.
Die deutſch=franzöſiſchen Handelsvertragsverhandlungen, die
bisher in Berlin geführt wurden, ſind am Montag nachmittag in
Paris fortgeſetzt worden. Die deutſche Abordnung unter Führung
des Miniſterialdirektors Ritter iſt am Morgen in Paris
einge=
troffen. Die erſte Sitzung der beiden Delegationen begann um
16 Uhr.
Drei ſpaniſche marriſtiſche Revolutionäre, die während des
Oktoberaufſtandes den Bürgermeiſter eines andaluſiſchen Dorfes
erſchoſſen haben, ſind vom Schwurgericht in Cordoba zu je 16
Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Die Bermikklerrolle Englands.
Keine Wiederherſtellung der Enkenke cordiale.
EP. Paris, 11. Februar.
Der Londoner Berichterſtatter des „Petit Journal”
beſchäf=
tigt ſich mit der Haltung, die die engliſche Regierung nach der
Londoner Miniſterzuſammenkunft gegenüber Deutſchland und
Frankreich einnimmt. Die Rolle, die London gegenwärtig in
Ber=
lin und Paris ſpiele, ſei vor allem eine Vermittlerrolle. England
glaube durch ſeinen überragenden Einfluß in der Welt eine
gün=
ſtige Stellung einzunehmen, um Frankreich und Deutſchland zu
einem erſten Schritt zur Organiſation des Friedens einzuladen.
Die engliſche Regierung ſei nach Paris gegangen; ſie habe die
franzöſiſchen Miniſter nach London eingeladen. An gewiſſen
An=
zeichen fühle man, daß die öffentliche Meinung in Frankreich
im Begriff ſtehe, umzuſchlagen und das ſchöne Vertrauen zu
ver=
lieren, das ſie unmittelbar nach dem 3. Februar, dem Tag des
Londoner Beſuches, gezeigt habe.
Die Haltung Großbritanniens habe ſich jedoch nicht geändert,
und die Schuld liege in einem unvernünftigen Enthuſiasmus der
Franzoſen, die die franzöſiſch=engliſche Erklärung oder wenigſtens
die Präziſionen, die dieſe Erklärung dem Locarno=Pakt für den
Fall eines Luftangriffes gegeben habe, als eine Wiederherſtellung
der Entente cordiale gedeutet hätten. Es ſei aber heute nicht wie
im Jahre 1914 die Rede von einer Zuſtimmung Englands zu der
franzöſiſchen Sache. In England habe man bald nach 1919 erkannt,
daß der Verſailler Vertrag nicht ewig ſein könne. Man halte zwar
das aus den Friedensverträgen hervorgegangene neue Europa für
unantaſtbar, aber das gelte nicht für die Klauſeln, die Deutſchland
automatiſch zu einer Macht zweiten Ranges herabgedrückt haben,
was in den Augen Englands „ein hiſtoriſcher Fehler” ſei. Die
eng=
liſche Regierung betrachte zwar ein vollſtändiges franzöſiſch=
eng=
liſches Einvernehmen als den Grundſtein der
Friedensorganiſa=
tion in Europa, aber ſie wünſche nicht weniger dringend die
Mit=
arbeit Deutſchlands. In den nächſten Tagen werde man zweifellos
neue engliſche Bemühungen in Berlin erleben, um Deutſchland in
das europäiſche Konzert zurückzuführen. Man müſſe ſich in Paris
davor hüten, dieſe Haltung als einen „Trick des perfiden Albion”
zu interpretieren.
Die Memel=Garanten verhandeln.
EP. London, 11. Februar.
In Beantwortung einer Anfrage im Unterhaus über die Lage
im Memelgebiet erklärte Außenminiſter Sir John Simon heute,
daß ſeit dem 13. Januar an dem er eine Erklärung zu dieſer
Frage abgegeben hatte, keine nennenswerten Veränderungen
ein=
getreten ſeien. Der Außenminiſter fügte hinzu, daß die
eng=
liſche Regierung zurzeit mit der franzöſiſchen und der
italieni=
ſchen Regierung als den Mitunterzeichnern des Memelſtatuts in
einem Meinungsaustauſch über die Memelfrage ſtehe.
zelſche Zucht der Zeichnung und der genauen Wirklichkeitsſchau
blickt oft auf, berliniſche Raſchheit der Bemerkung ſpannt die
Umriſſe von Geſtalten (wie er ja ſchon durch ſeinen erſten Lehrer,
den Krügerſchüler Steffeck, mit Berliner Ueberlieferungen
ver=
bunden iſt). Aber in der Berührung mit den Franzoſen, mit
Iſraels und dem Reichtum der holländiſchen Atmoſphäre, mit
Munkacſy und ſeinem tieftonigen Farbenzauber gewinnt er eine
zuchtvolle Schönheit der Palette, die viele ſeiner Bilder auf alle
Zeiten zu „Leckerbiſſen” machte. Es iſt wahr, daß ſein Schaffen
mit der Achtſamkeit auf das Schwebende, Schimmernde der
Atmo=
ſphäre, auf den vorüberhuſchenden Augenblick der Bewegung den
Menſchen (auf den doch alles ankommt) verſchwinden läßt in
lauter Wie und Weiſe. Keine ideenhafte Bearbeitung der
Wirk=
lichkeit! Keine Anſprache an Wille oder Empfindung! Höchſtens
Anklänge an Frühbahnen des „ſozialen‟ Denkens, die bei ihm
verſchwiegen einherkommen in der Vorliebe für kollektiviſtiſche
Zu=
fallsreihungen von Menſchen im Altmännerhaus, in der
Flachs=
ſcheuer, beim Gänſerupfen, im Waiſenhaus. Aber zur
Entſchädi=
gung eine wache Schüchternheit des Konſtatierens, die ihre Friſche,
ihre Anregungskraft hat, gerade in ihrer Kälte, wobei wir ihm
aber doch die lyriſche Schönheit ſeiner ſommerlichen Roſengärten
und Seeufer nicht vergeſſen wollen.
Wir werden einem Künſtler dieſes Typus und der Zeit, der
er angehört, nur gerecht werden, wenn wir uns, im vollen
Wiſſen um unſer weit hinausgeſtecktes neues Ziel, klarmachen,
in welcher Weiſe ſie der großen Sache der Kunſt gedient haben:
Sie haben geholfen, den künſtleriſchen Ausdruck von
unausge=
gorenen ſchwülen Vermengungen zu reinigen, ſie haben den
Begriff des künſtleriſchen Wie ſcharf herausgeſtellt; ſie haben
zwar vom aufbauenden Lebensdienſt der Kunſt nichts, deſto
mehr aber von Hochzüchtung der Mittel gewußt. Sie haben
damit Erfahrungen und Erkenntniſſe eingebracht, die heute nicht
mehr Strebensziele ſein können, die aber unſerer künftigen,
unendlich verantwortungsſchwereren Aufgabe als Selbſtverſtänd=
Wilhelm Michel.
lichkeiten zugrunde liegen.
André von Kun †. Im Alter von 38 Jahren iſt der
Schrift=
ſteller. Dichter und Komponiſt André von Kun, lange Jahre
Mit=
arbeiter unſeres Blattes, in Budapeſt verſtorben. Die „Deutſche
Preſſe” widmet ihm einen Gedenkaufſatz, in dem es u. a. heißt:
Mit ihm iſt einer der aufrichtigen Freunde Deutſchlands
dahin=
gegangen, der ſeit über fünfzehn Jahren Vorkämpfer einer engen
deutſch=ungariſchen Zuſammenarbeit war. Der Honved=Offizier,
der nach vier Kriegsjahren an der Front mitgeholfen hatte, ſein
Land vom bolſchewiſtiſchen Terror zu befreien, kam bald darauf
nach Berlin, das ihm zur zweiten Heimat wurde. Durch ſeine
gut pointierten Kurzgeſchichten, in den letzten beiden Jahren mehr
noch durch ſeine aus eingehender Kenntnis der Verhältniſſe und
Dienstag, 12. Februa 835
Wieder Krifengefahr in Frankre).
Kabinelkskriſe, Kabinellsumbildung oder Kt
mer=
auflöſung?
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 11. F0
Es wird offen zugegeben — es wäre auch nicht leich ſr
ver=
hüllen — die Lage der Regierung Flandin
ſchüttert. Die letzte Abſtimmung in der Kammer briie nur
eine beſcheidene Mehrheit, und die Entſcheidung
Dekretgeſetze verurſachte beinahe eine Regierungskr/ Die
Rechtspreſſe macht für dieſe ſchwierige Lage das Parlar it
ver=
antwortlich und wettert gegen die Parteiintrigen, wee das
Land wieder den Gefahren einer Regierungskriſe ausſet) Ihre
Entrüſtung klingt aber diesmal nicht ganz echt, denn ſie einer
der Hauptſchuldigen an der ſchwierigen Situation.
Während der Londoner Reiſe Flandi /und
Lavals wurde in Paris das Kabinett nactlle,
Regeln der Kunſt unterminiert. Und d ſechſte
Februar hat Flandin beinahe den Gnadenſtoß gebrad
Entſchluß, an der Trauerfeier im Notre Dame teilz ehmen
war ein äußerſtes Entgegenkommen der rechtsſtehende
Oppo=
ſition gegenüber. Sie dankte ihm dafür mit einer Ir
un=
angenehmen Demonſtration, die ſeinem Preſtige ſehr ſchadet
hat. Die Linksparteien — bis in die Mitte der Re
rungs=
mehrheit — fühlten dies als eine Herausforderung. 2)
Kam=
mer iſt äußerſt verſtimmt und zeigt Neigung, die Geſetzes irlagen
über die Auflöſung der außerparlamentariſchen politiſch /
Orga=
niſationen — es ſind damit die Organiſationen der
Xytspar=
teien gemeint — auf die Tagesordnung zu ſetzen.
Derzurg=
frieden zwiſchen den Parteien iſt dans;
ge=
brochen. Dadurch werden die Pläne Flandins zur gelung
der induſtriellen Produktion — ſie ſtehen ein wenig u r dem
Einfluß der Rooſeveltſchen Ideengänge — zu einer ge rlichen
Klippe für die Regierung. Es ſcheint auch, daß dieſe ſäne in
den Kreiſen der Schwerinduſtrie keine reſtloſe Billigun finden
Die Regierungskriſe droht. Die Radika,/ möch
ten gerne eine ausgeſprochen radikale Regierung. Da
Heran=
nahen der Munizipalwahlen macht ihren Wunſch ve indlich,
Es ſoll auch den Kammerwahlen in 1936 vor irbeitet
werden.
Eine Regierungskriſe iſt aber im Augenblick für 7 (nkreich
rußerſt unerwünſcht. Die außenpolitiſche und wirtſchaft ſe Lag
des Landes würde ſich verſchlechtern. Flandins Schwi gkeiten
haben bereits ihre Wirkungen gezeigt. Es iſt nicht einn? ſiche
daß alles glatt in den üblichen Bahnen gelöſt werde könnte,
Lebrun, der Präſidenn der Republik, iſt ſchärfſter Gegk einer,
neuen Regierungskriſe und der Senat unterſtützt ih reſtlos.
Die Drohung mit der Auflöſung der Kamrir liegt
in der Luft. Man ſpricht alſo viel von einer Umgeſta ng des,
Kabinetts, um dadurch eine eigentliche Kabinettskriſe ſu
ver=
meiden. Im Regierungslager hofft man noch immer da utf, daß.
die Kriſengefahr überhaupt beſeitigt werden kann.
Der 44jährige Pariſer Induſtrielle Auguſte de la pchefor”
diere, der am 6. Februar den Miniſterpräſidenten Fle ſin, als
dieſer ſich in die Notre=Dame=Kirche begab, um der Tenmeſſe v
zum Gedächtnis an die vor einem Jahre getöteten natior iſtiſchen
Kundgeber beizuwohnen, ſchwer beleidigte, iſt vom Pari / Straſil
gericht zu einem Jahr Gefängnis ohne Strafaufſchub rurteil
worden. Das Urteil hat in den nationaliſtiſchen Kreiſ/ größt
Erregung hervorgerufen.
Der Eindruck der ikalieniſchen Borbereih gen
in England.
DNB. London, 11. 7ſruar
Die ultimativen Forderungen Italiens an Abeſſ ſen Au
Folge der jüngſten Zwiſchenfälle bei Ualual, ſowie die Cachri0z
ten über die militäriſchen Vorſichtsmaßnahmen der it eniſch
Regierung erregten in London beträchtliches Aufſehen. Eveni.
Standard”, der die Hauptſeite ſeines Blattes mit de breite
Ueberſchrift „Muſſolinis Kriegsſchritt” verſieht, ſchreibt / ſeine
Leitartikel, daß das Vorgehen Italiens in Oſtafrika Eng. /d nich
angehe. „Star” ſpricht in ſeiner Ueberſchrift von Italie: Krieg.
drohung. In London wird darauf hingewieſen, daß 4/ Kauſe
von Abeſſinien in ſtändiger Fühlung mit dem britiſche Geſan
ten in Addis Abeba ſtehe, der ihm geraten habe, alle ſzu ve
meiden, was zu weiteren Schwierigkeiten führen könnt /Er
dem Kaiſer ferner geraten, ſobald wie möglich unmittel re Ve
handlungen zur Regelung der Grenzſtreitigkeiten aufzun men.
m
mit viel Liebe für das nationalſozialiſtiſche Deutſchlan geſchre
benen kulturpolitiſchen Artikel über Südoſteuropa hatter
als Mitarbeiter zahlreicher deutſcher Tageszeitungen ei ſ geal
teten Namen gemacht. Von ſeinen Büchern ſind der a zbioen
ohiſche Kriegsroman „Praſok,, und ein heiterer Muſiker nan )
annt geworden. Auch als Komponiſt iſt André von Ky
ſhervo=
jetreten.
Volksdeutſcher Schriſklumspreis der Stadt Sikigſl
und des Deutſchen Auslandsinſtikute,
Die Morgenfeier zum Ehrentag der ſchwäbiſchen ſicht
die am Sonntag vormittag in Anweſenheit einer grimn
emeinde im Hauſe des Deutſchtums ſtattfand, erhielt Nor
Zedeutung durch die Verkündung der Stiftung eines lrs
hen Schrifttumspreiſes der Stadt Sturtgart und des eut
uslandsinſtitutes. Oberbürgermeiſter Dr. Strölin, de zu
Forſitzender des Deutſchen Auslandsinſtitutes iſt, verß
ärkſtem Beifall die Stiftungsurkunde. Durch die Scha ng
2s Schrifttumspreiſes will die Stadt Stuttgart, der Piß
deutſchen Auslandsinſtitutes, durch tauſendfache Be Ou
nit allen Volksdeutſchen verbunden, das ſchriftſtellerif
n durch Bearbeitung auslandsdeutſcher Stoffe beſorſs
vern. Der nach dem Urteil des Preisgerichtes beſte Rc ſn
je beſte Erzählung volksdeutſchen Inhaltes wird 1
reis von 2000 RM. ausgezeichnet. Die Verteilung /Id
ährlich am 9. Mai, dem Todestage Friedrich Schillers
ierlichen Akt in Stuttgart erfolgen.
Zugelaſſen zum Wettbewerb iſt jede Erzählung ir eun
ſprache, die auslandsdeutſches Schickſal zum Inhalt
i=
verbungsberechtigt ſind ſämtliche Werke,, die im Lauf
reisverteilung vorhergehenden Jahres erſchienen ſind
Freisverteilung für das zurückliegende Jahr ſoll b/i=
Mai d. J. ſtattfinden. Die deutſchen Dichter, ſo fül
ürgermeiſter Dr. Sirölin in ſeiner Anſprache aus, w *"
rufen, das volksdeutſche Erlebnis dem Volke nahe
je Stadt Stuttgart und das Deutſche Auslandsin
zvon durchdrungen, daß ſie mit dieſer Tat Heimat
ndsdeutſchtum zugleich dienen.
Im Mittelpunkt der Morgenfeier ſtand die Fe
i.
on Profeſſor Dr. Suchenwirth, dem Geſchäftsführer d.
hrifttumskammer, über das Thema „Schwaben, eine
es Deutſchtum”. In ſeinen geiſtvollen Ausführun!
r Redner die allumfaſſende und erobernde Kraft de
hen Geiſtes auf. Er ſchloß mit einem Appell an die
jugend wobei er der Hoffnung auf einen neuen heit
hwäbiſcher Dichtkunſt im neuen Reich Ausdruck gab.
Dienstag, 12. Februar 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Deutſch=franzöſiſches Saarzollabkommen.
zuſanmenlegung der Zollgrenze mit der politiſchen
zum 18.
Unkerzeichnung des Abkommens.
DNB. Rom, 11. Februar.
Das deutſch=franzöſiſche Zollabkommen über die
Zuſammen=
ſaung der Zollgrenze mit der politiſchen Grenze des
Saargebie=
ſs iſt heute mittag im italieniſchen Außenminiſterium von den
ſotſchaftern Deutſchlands und Frankreichs unterzeichnet worden.
ſie Aenderung der Zollhoheit tritt um Mitternacht zum 18.
ehruar in Kraft. Der Wortlaut des Abkommens wird im Saar=
und baldigſt veröffentlicht werden. Zum gleichen Zeitpunkt wird
ſe Währungsverordnung in Kraft treten.
griſt
Die Saar=Bereinbarungen vor der B33.
EP. Baſel, 11. Februar.
Die heutige Verwaltungsrats=Sitzung der B. J.3. ratifizierte
e zwiſchen der B. J. 3., der Reichsbank und der Banque de France
Rahmen der Baſler Saarverhandlungen getroffenen
Verein=
rrungen über die Mitwirkung der B. J.3. bei der Umſtellung
if die deutſche Währung im Saargebiet und bei der Verbuchung
s Kohlenlieferungsgeſchäftes. In Ausführung dieſer
Abmachun=
nwerden bei der B.J.3. eine Anzahl Konten errichtet werden
id zwar
für die Einziehung und den Umtauſch der im Saargebiet
um=
laufenden franzöſiſchen und anderen ausländiſchen
Zahlungs=
mitteln in Reichsmark, der am 18. Februar beginnt;
für das Kohlenlieferungsgeſchäft;
für den Dienſt der ſaarländiſchen Auslandsſchulden, wofür
der B.J.3. bis auf weiteres 5 Prozent des Umwechſelerlöſes
zur Verfügung ſtehen;
für die verbleibenden Verpflichtungen der zurücktretenden
franzöſiſchen Behörden und der Grubenverwaltung (Zahlung
für Bergſchäden, Verſicherungen und Gemeindeſteuern), die
von der Reichsregierung in Reichsmark beglichen werden.
Weiter wurde in der Sitzung der Monatsausweis vom 31.
nuar angenommen, der eine ausnahmsweiſe ſtarke Abnahme der
lanzſumme um 16,7 Millionen auf 637,7 Millionen ſchw.
Fran=
raufweiſt, die auf erhebliche Kündigungen von ſeiten der
Zen=
ilbanken für eigene Rechnung zurückzuführen iſt. Man ſieht
da=
i eine Auswirkung der Entſcheidung des Oberſten Gerichtshofes
„Vereinigten Staaten über die Goldklauſel=Verpflichtungen der
Ularwerte und eine gewiſſe Flucht zum Gold. Wie die Direktion
rvothebt, ſoll aber ſchon im Februar=Ausweis dieſe Abnahme
Bilanzſumme durch die eingehenden Saarbeträge ausgeglichen
rden
Der franzöſiſche Botſchafter in Bern, Graf Clauzel, und der
utſche Geſandte, Freiherr von Weizſäcker, ſind zur
Unterzeich=
g der oben erwähnten Abkommen mit der B.J.3. in der
3. empfangen worden.
eNegelung der Beamlenverhältniſſe im Saargebiet
DNB. Berlin, 11. Februar.
Das Reichsgeſetzblatt veröffentlicht das vom Führer und
ſchskanzler, vom Reichsaußenminiſter Freiherrn von Neurath
vom Reichsfinanzminiſter Graf Schwerin von Kroſigk für
Reichsinnenminiſter unterzeichnete Geſetz über die Abrede
ſchen der deutſchen Regierung und der Regierungskommiſſion
Saargebiets über Beamtenfragen. In dieſem Geſetz wird
am 31. Januar d. J. in Berlin und Saarbrücken von
Ver=
ern der deutſchen Regierung und der Regierungskommiſſion
Saargebietes unterzeichnete Abrede zur Sicherſtellung
Rechte der Beamten der
Regierungskommiſ=
n des Saargebiets zugeſtimmt. Die Abrede tritt am 11.
ruar d. J. in Kraft. Im einzelnen ſieht die Abrede u. a. vor:
Die deutſche Regierung wird die von der
Regierungskommiſ=
des Saargebiets ernannten Beamten deutſcher
Staatsange=
gkeit, ſoweit ſie nicht auf Grund des Baden=Badener Abkom=
S vom 31. Dezember 1925 in den Dienſt ihrer
Heimatver=
kungen zurücktreten, oder ſoweit ſie nicht etwa einen
Pecule=
krag — Penſionsabfindungsvertrag — abgeſchloſſen haben,
idſätzlich übernehmen. Vorbehalten bleibt, Beamte dieſer Art
Einzelfall nicht zu übernehmen. Dies iſt der
Regierungs=
miſſion ſpäteſtens am 23. Februar mitzuteilen. Beamte, die
achtenswerten perſönlichen Gründen bis 23. Februar den
nſch äußern, das Beamtenverhältnis nicht fortzuſetzen, können
2: Rückſicht auf ihre Dienſtfähigkeit ihre Verſetzung in den
Heſſiſches Landeskheaker.
Großes Haus. — Montag, den 7. Februar.
„Markha”
In der geſtrigen Aufführung von „Martha” ſang
Her=
n Schmidt=Berikoven zum erſten Male den Lyonel.
bielen rein lyriſchen liedhaften Partien der Rolle kamen
Charakter ſeiner Stimme durchaus entgegen. Es gibt ja
9 leſer Rolle kaum einmal einen lebhaften, dramatiſchen Aus=
9 9 abgeſehen vom letzten Akt. Der Geſangstext gibt auch
de geringe mimiſche Anhaltspunkte und bietet wenig Gelegen=
beſondere Ausdrucksfähigkeit und Geſtaltungskraft zu be=
El In den ruhig fließenden, ſanglichen und leicht ein=
Aden Kantilenen kamen die ſchönen und gepflegten ſtimm=
* Mittel des Sängers ausgezeichnet zur Geltung. In der
i S hat die Stimme noch nicht immer unbedingte Durchſchlags=
* leyr fein iſt dagegen immer die Behandlung des Piano.
* leichte Abhängigkeit vom Dirigenten machte den Sänger
Dal noch etwas unfrei, merklicher im letzten Akt als z. B.
Deu Enſemblepartien der vorhergehenden, wo der Kontakt
En übrigen Sängern ſchon radellos war. Das
Spinn=
eit gelang — abgeſehen von einigen Tücken des
Spinn=
beſonders hübſch und lebendig.
De Aufführung, von Franz Herburger mit Umſicht
let hatte ein ſehr dankbares, jugendliches Publikum, das
mit Beifall ſparte.
A.HI.
Meiſterkonzerk derns. Kulkurgemeinde
e Adiermuſikabend des Prisca=Skreichquarkekks.
Montag, den 11. Februar 1935.
2 i verhältnismäßig gut beſuchten Saalbau konzertierte das
Leteichnete Quartett, die Herren Walter Schulze=
Sca, der beſonders im Lyriſchen herrlich ſpielende und über=
Spensvoll geſtaltende erſte Geiger, Wilhelm Smit,
L Geige, Karl Eugen Körner, Bratſche, und der mit
L gemTon ſpielende hervorragende Violoncelliſt Prof. Hans
9: Holland. Die Künſtler ſtellten zuerſt das in ſeinem
Ii faſt ſinfoniſche große D=Moll=Quartett von Hugo Wolf
a der Meiſter das Motto gegeben hat: „Entbehren ſollſt
Ait entbehren‟. Dies gilt vor allem als leitender Gedanke
en erſten Stz, der in ſeiner Zeriſſenheit und ſcharfen
Linien=
laſt das für Streichquartett Ausführbare überſchreitet.
L der in Brucknerſcher Breite aus wundervollem Frieden
Grenze. — Aenderung der Zollhoheit in der Nacht
Februar.
Ruheſtand beantragen. Ueber dieſe Anträge entſcheidet eine aus
je drei von der deutſchen Regierung und von der
Regierungs=
kommiſſion entſandten Mitgliedern beſtehende Kommiſſion. Die
deutſche Regierung erkennt die von der Regierungskommiſſion
ausgeſprochenen Beförderungen an. Die Beſoldung erfolgt vom
1 März 1935 an nach den deutſchen Beſoldungsvorſchriften. Die
Regierung wird Beamte nichtdeutſcher Staatsangehörigkeit mit
Wirkung vom 1. März 1935 an in den Ruheſtand verſetzen und
den in Betracht kommenden Heimatländern vorſchlagen, die
Zah=
lung des Ruhegehaltes zu übernehmen.
Die deutſche Regierung übernimmt die Penſionen der von
der Regierungskommiſſion in den Ruheſtand verſetzten Beamten
deutſcher Staatsangehörigkeit, ſowie die Zahlung der
Hinter=
bliebenenbezüge. Die deutſche Regierung wird wegen der von
den Beamten innerhalb und außerhalb des Dienſtes während
des durch den Vertrag von Verſailles für das Saargebiet
geſchaf=
fenen beſonderen Regimes begangenen Handlungen
dienſtſtraf=
rechtliche Maßnahmen nicht treffen, es ſei denn, daß der
Tat=
beſtand des Dienſtvergehens zu einer ſtrafrechtlichen Verurteilung
geführt hat. Ein beſonderer Abſchnitt der Abrede beſchäftigt ſich
dann im einzelnen mit denjenigen Fällen, in denen der bereits
erwähnte Pecule=Vertrag abgeſchloſſen worden iſt. Die
Beam=
ten deutſcher Staatsangehörigkeit, die einen ſolchen Vertrag
abge=
ſchloſſen haben, erhalten das Pecule, d. h. die für ſie vorgeſehene
Penſionsabfindung, bei dem Fall ihrer Uebernahme angerechnet.
Werden ſie nicht übernommen, ſo gelten ſie durch das Pecule
als abgefunden. Zum Schluß wird die entſprechende
Anwen=
dung der Beſtimmungen der Abrede auf die mittelbaren
Beam=
ten der Regierungskommiſſion feſtgelegt,
Gauleiter Bürckel
Reichskommiſſar für die Rückgliederung
des Saarlandes.
Amtlich wird mitgeteilt: Der Führer und Reichskanzler hat
den Gauleiter Joſef Bürckel zum Reichskommiſſar für die
Rück=
gliederung des Saarlandes beſtellt.
Ein Spionagebüro in Marokko ausgehoben.
DNB. Paris, 11. Februar.
In Taza (Marokko) wurde die 36jährige aus Rußland
gebür=
tige Tänzerin Irene de Sirvens, die durch ihre Ehe franzöſiſche
Baronin geworden war, wegen berufsmäßiger Spionage
verhaf=
tet. Beſonders wird ihr vorgeworfen, in Taza ein Büro
unterhal=
ten zu haben, das zu allen Garniſonſtädten Nordafrikas
Beziehun=
gen hatte und den Fremdenlegionären die Möglichkeit zur Flucht
verſchaffte. Die franzöſiſchen Behörden laſſen gegenwärtig in den
meiſten marokkaniſchen Städten Nachforſchungen in dieſer
Ange=
legenheit, die großes Aufſehen erregt haben ſoll, anſtellen.
hervorquellende langſame Satz enthält mancherlei Zeichen der
innigen Verehrung, die Wolf dem Meiſter Richard Wagner
ent=
gegenbrachte. Das Scherzo und der Schlußſatz ſchließen ſich in
Form und Umfang weit mehr dem Herkömmlichen im Quartett
an, wenn auch die Tonſprache durchaus perſönliches Gepräge
auf=
weiſt. Die Ausführung des Quartetts war bewundernswert
durch Klarheit und Freiheit der Geſtaltung.
Als zweites Werk erklang das herrliche H=Moll=Quartett aus
Werk 84 von Louis Spohr, der in ſeiner intereſſanten und
bahn=
brechenden Romantik mit Unrecht ſo ſehr vernachläſſigt wird.
Reiche Chormatik hebt ſeine Kompoſitionen aus denen der
mei=
ſten Frühromantiker hervor, in ſeinem Klang= und Satzideal
knüpft er an die Klaſſiker, beſonders an Mozart, an. Der
her=
vorragende Geiger Spohr verrät ſich dadurch, daß alles überaus
dankbar für die Streichinſtrumente geſchrieben iſt, alle Sätze
durchzieht prächtiger Wohlklang, der durch das wundervoll
ton=
reine und hingebende innige Spiel der vier Künſtler die Hörer
ſchwelgen ließ. Gerade dies Werk iſt in allen Sätzen bedeutend,
die zuweilen bei Spohr auftretende Ungleichwertigkeit der Teile
fehlt. An Mozart lehnt ſich auch der Charakter des letzten Satzes
an, der weder ſteigert, noch an geiſtiger Haltung an den erſten
anknüpft, ſondern einen fröhlichen Ausklang bildet.
Schumanns wundervolles Es=Dur=Quintett, Werk 44, beſchloß
den Abend, der mit den drei großen Werken hohe Anforderungen
an die Hörer ſtellte. Es gehört zu den ſtrahlendſten
Kompoſi=
tionen der Romantik. Wir hörten es in dieſem Winter ſchon
einmal in ſehr guter Wiedergabe durch das Anni=Delp=Quartett.
Die Klangfülle und der Schwung des Quintetts paſſen ſehr gut
in den großen Saal. In dieſem Werk wurden die
hervorragen=
den Künſtler durch eine Darmſtädter Pianiſtin. Elſe Hucke=
Stoy, vortrefflich unterſtützt, die mit vorzüglicher Technik und
Anpaſſungsfähigkeit mitwirkte und die großen Schwierigkeiten,
die in jedem Satz für den Klavierpart vorkommen, ausgezeichnet
überwand. Uns erſtaunte es, daß der erſte Zwiſchenſatz des
romanzenartigen langſamen Satzes das erſte Mal erheblich
lang=
ſamer genommen wurde als ſpäter nach dem leidenſchaftlichen
zweiten Intermezzo, wir fanden darum den Ausklang des Satzes
glücklicher als den Beginn. Scherzo und Schlußſatz wurden mit
ſtärkſtem Temperament geſtaltet. Nach jedem Werk dankte den
Künſtlern begeiſterter Beifall. Was uns trüb ſtimmte, war,
daß nicht einmal die NS.=Kulturgemeinde mit ihrer großen
Ge=
folgſchaft es fertig bringt, ein außergewöhnlich bedeutendes
Kam=
mermuſikkonzert bis auf den letzten Platz zu füllen. Hier liegen
noch ungeheure und weitreichende Aufgaben für den kulturellen
Aufbau, die fanatiſche Arbeit aller an der Kulturförderung
Ar=
beitenden verlangt.
F. N.
Nr. 43 — Seite 3
Zuchkhausſtrafen
im Hamburger Hochverraks= und Sprengſtofſprozeß.
DNB. Hamburg, 11. Februar.
In dem Hochverrats= und Sprengſtoffprozeß vor dem 1.
Senat des Volksgerichtshofes, der fünf Tage in Hamburg tagte,
wurde Montag mittag das Urteil verkünder. Die Anklage
lau=
tete auf Vorbereitung zum Hochverrat, Verbrechen gegen das
Sprengſtoffgeſetz, verſuchten Mord und verſchiedene andere
Delikte. Es werden verurteilt die Angeklagten Grupe und
Bor=
ſtelmann zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverluſt,
der Angeklagte Koß zu 8 Jahren Zuchthaus und 8 Jahren
Ehr=
verluſt, Rathje und Reinhold zu je 6 Jahren Zuchthaus und
5 Jahren Ehrverluſt. Der Angeklagte Fiſcher erhielt 4 Jahre
Zuchthaus und 4 Jahre Ehrverluſt. Die übrigen 16 Angeklagten
wurden zu niedrigeren Zuchthaus= und Gefängnisſtrafen
ver=
urteilt. Gegen die Angeklagten Grupe, Borſtelmann, Koß, Rathje
und Reinhold wurde die Stellung unter Polizeiaufſicht für
zu=
läſſig erklärt. Die erlittene Unterſuchungshaft wurde den
An=
geklagten angerechnet.
Im Mittelpunkt der Verhandlung ſtanden der geplante
An=
ſchlag auf den SA=Aufmarſch in Altona am 19. Februar 1933,
ſowie der Bombenanſchlag auf das SA=Lokal Wucherpfennig in
Hamburg am 1. April 1933, an denen die Angeklagten teilweiſe
beteiligt geweſen waren. Während es im erſteren Falle nicht
zur Ausführung des Planes kam, wurde in letzterem Falle nur
erheblicher Sachſchaden angerichtet. Perſonen kamen hier nicht
zu Schaden.
Mitglieder der illegalen Reichsleitung der RG9.
vor dem Volksgerichtshof.
DNB. Berlin, 11. Februar.
Wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit
ſchwerer Urkundenfälſchung verurteilte der Volksgerichtshof am
Montag den 30jährigen früheren kommuniſtiſchen
Reichstagsabge=
ordneten Wilhelm Agatz zu drei Jahren Zuchthaus und ſeine
Mit=
arbeiterin, Frau Marta Cwalek, zu drei Jahren Gefängnis. Auf
dieſe Strafen wird jeweils ein Jahr Unterſuchungshaft
angerech=
net. Eine dritte Mitangeklagte wurde auf freien Fuß geſetzt, da
die gegen ſie wegen Beihilfe verhängte Strafe von einem Jahr
Gefängnis als durch die Unterſuchungshaft verbüßt gilt.
Die Angeklagte Cwalek iſt die Ehefrau des im Auguſt 1934
zu drei Jahren Zuchthaus verurteilten, früheren
Reichstagsabge=
ordneten und Reichsleiters Cwalek der Revolutionären
Gewerk=
ſchafts=Oppoſition, der berüchtigten gewerkſchaftlichen
Unterorga=
niſation der KPD. Nach der Verhaftung ihres Mannes hatte ſie
die Kaſſengeſchäfte dieſer illegalen Organiſation weitergeführt
und auch Agatz, der ſpäter zum Nachfolger ihres Mannes berufen
wurde, bei ſeinen Beſtrebungen, die verbotene Organiſation
wei=
ter auszubauen, tatkräftig unterſtützt. Agatz war vorher als
poli=
tiſcher Leiter im Bezirk Düſſeldorf der RGO. tätig und hatte ſich
dort ſo „ausgezeichnet”, daß er in das illegale Reichskomitee der
RGO. nach Berlin geholt wurde. Agatz und Frau Cwalek hatten
ſich mit gefälſchten Ausweispapieren polizeilich unter falſchen
Namen angemeldet.
*
Neubau der Schlächtfkeuer!
Der Abteilungsleiter im Reichsfinanzminiſterium,
Miniſte=
rialdirektor Dr. Ernſt, hat vor einiger Zeit in einem Vortrag
die Möglichkeit angedeutet, daß eine Ermäßigung der
Schlacht=
ſteuer nicht ausgeſchloſſen ſei. Er hat darauf hingewieſen, daß
bei der Uebernahme der Schlachtſteuer auf das Reich nicht die
Abſicht beſtanden habe, höhere Gewinne zu erzielen, daß
viel=
mehr ein etwaiger Ueberſchuß des Eingangs über die Schätzungen
hinaus den Beteiligten durch eine Senkung wieder zugute
kom=
men ſoll. Darüber werde das Reichsfinanzminiſterium mit den
Ländern verhandeln, ſobald ſich das Jahresergebnis überſehen
ließe.
Das amtliche Organ des Deutſchen Fleiſcherverbandes teilt
nun mit, daß nach ſeinen Feſtſtellungen das Mehraufkommen
aus der Schlachtſteuer mit rund 20 Millionen geſchätzt werden
könne. Der Fleiſcherverband werde daher zu geeigneter Zeit die
Gelegenheit wahrnehmen, dem Finanzminiſterium ſeine
Vor=
ſchläge zur Herabſetzung des Tarifs zu unterbreiten. Wie wir
hören, wird das Reichsfinanzminiſterium ſeine Entſcheidung aber
erſt dann treffen, wenn ihm als Unterlagen amtliche Zahlen zur
Verfügung ſtehen. Es will ſich dann mit den Ländern in
Ver=
bindung ſetzen, um, wie Miniſterialdirektor Dr. Ernſt ausführte,
ſorgfältig zu erwägen, an welcher Stelle die Senkung des Tarifs
den grötzten Nutzeffekt für den Konſumenten hat.
* Mainzer Liederkafel.
Als 5. Konzert (2. Chorkonzert) brachte die Mainzer
Lieder=
tafel Haydns „Schöpfung”. Wir haben dieſes Werk, das zum
eiſer=
nen Beſtande des Chorvereins gehört, in früheren Jahren ſchon
weſentlich friſcher und geſchloſſener erlebt als diesmal. Es wird
ſchwer ſein, hierfür einwandfreie Begründung zu finden. Ein
Grund neben anderen iſt aber zweifellos die Leitung durch einen
Gaſtdirigenten. Generalmuſikdirektor Walter Stöver, der mit
dem Chor durch ein paar Proben naturgemäß niemals die innere
Fühlung gewinnen kann wie derjenige, der das Oratorium von
Anfang an einſtudiert hat und genau weiß, was er in jedem
Augenblick aus dem Chore und den Stimmen herausholen kann.
Zudem ſcheint Stövers Stärke doch mehr in der Orcheſter= als in
der Chorleitung zu liegen. Der Chor ſang anerkennenswert ſauber
und präzis, und auch ſchwerere Teile wie die Fugenſätze gelangen
tadellos, doch fehlte das Letzte an Schwung. Um ſo ſchöner ſpielte
das Orcheſter, das ſich in die Haydnſche Tonwelt völlig
hineinver=
ſenkte. Unter den Soliſten lernten wir zwei neue Stimmen
ken=
nen. Sophie Hoepfel aus Würzburg hatte die Rollen des
Ga=
briel und der Eva übernommen. Eine kleine, aber überaus
ange=
nehme Stimme mit weichem Glanz, der jedoch ſofort nachläßt, wenn
die Sängerin ſie irgendwie ſtärker anſpannt. Die beiden Baßpartien
hatte Theo Hannappel aus Wiesbaden übernommen. Der
junge Künſtler beſitzt ein bemerkenswertes Organ, weiß es aber
noch wenig ſicher zu handhaben, ſo daß die verſchiedenen Lagen
ganz ungleich klingen. Die erfreulichſte Erſcheinung war Hans
Hoefflin, jetzt Berlin, den Mainzern noch in beſter
Erinne=
rung aus Konzert und Oper. Seine ſchöne Stimmkultur kam der
Partie des Uriel beſtens zuſtatten, wenn das Organ auch infolge
übermäßiger Beanſpruchung in letzter Zeit nicht immer die alte
Leuchtkraft zeigte. Sehr fein und ſtimmungsvoll brachte er das
Rezitativ von der Erſchaffung des Menſchen mit der
anſchließen=
den Arie. Den Cembalopart vertrat Tini Reiſing=Mainz mit
feinem Geſchmack. Joh. Ferd Leven=Wiesbaden hatte die
Ein=
ſtudierung der Chöre durchgeführt. Da die altgewohnte Einrichtung
der öffentlichen Generalprobe erſtmalig in Fortfall kam, war der
Saal gut beſetzt.
Dr. B.
Hygiene der Frau und ihre biologiſchen Grundlagen. Von
Privatdozent Dr. Günter K. F. Schultze. Oberarzt an der
Univerſitätsfrauenklinik Berlin. (1,80 RM. Quelle u. Meyer,
Leipzig.)
Die Geſundheit der Frau iſt durch die Eigenart des weiblichen
Körpers viel größeren Gefahren ausgeſetzt als allgemein bekannt
iſt. Jene Frau hat am meiſten Ausſicht, geſund und jung zu
blei=
ben, die ihren Körper und ſeine Funktionen genau kennt und
durch eigene Ueberlegung zu einer zweckmäßigen Lebensweiſe
kommt. Hierbei kann ihr dieſes Buch wertvolle Hilfe leiſten. In
klarer, allgemeinverſtändlicher Weiſe gibt es der Frau Aufſchluß
über ihren Körper und ſeine verſchiedenen Leiſtungen. Auf
die=
ſen Grundlagen aufbauend, entwickelt es dann die Vorſchriften
für eine allgemeine Körperpflege, die Beſprechung der
Fortpflan=
zungsorgane, des Geſchlechtslebens uſw. Ein dritter Teil befaßt
ſich mit der Berufsarbeit und ihrem Einflus auf die Mutterſchaft.
Seite 4 — Nr. 43
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
HHa tntte
Dienstag, 12. Februar
Todes=Anzeige.
Unſer lieber Freund
Dulenntt 1f
iſi heute nach kurzem Krankenlager
im Alter von 66 Johren verſchieden.
Darmſiadt, den 9. Februar 1935.
Die Beerdigung findet am Diensiag, den
12. Februar, um 2½ Uhr auf dem
Wald=
friedhof ſtatt.
Dankſagung.
Allen, welche bei dem Heimgange unſeres
lieben Entſchlafenen
Hert Seie/ Rndotduc
ihre Anteilnahme bekundet, dem Perſonal
des Eliſabethenſtiftes, für ihre liebevolle
Pflege, Herrn Prediger Kaiſer für ſeine
troſtreichen Worte, ſowie die reichen
Kranz=
fpenden, ſprechen wir hiermit unſeren
auf=
richtigſten Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 12. Februar 1935. (1666
Dankfagung.
Für die vielen Beweiſe inniger Teilnahme
beim Hinſcheiden unſerer lieben Tante
Fräulein Adelheid Streb
dankt herzlichſt
im Namen der Hinterbliebenen:
Adelheid Streb, Frankfurt a. M.
3. Zt. hier, Martinſtr. 11½.
(1670
Statt Karten.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme bei dem Heimgang unſerer
lieben Mutter
Frau Regine Grünfeld
geb. Köchſter
ſagen wir auf dieſem Wege, unſeren innigſten
Dank.
Geſchwiſter Grünfeld.
Darmſtadt, Pöſeneck i. Th., Antwerpen.
(1669
Schloßgaſſe 8.
Mein lieber Mann, unſer guter Vater, Schwiegervater
und Großvater
Rechnungsrat i. R.
Kurt Kainmter
iſt heute, 4 Tage vor ſeinem 77. Geburtstag, ſanft
enf=
ſchlafen.
Intiefer Trauer:
Marie Kammer, geb. Leher
Dr. Friedrich Kammer, Amtsgerichtsrat
Marie Kammer
Murtha Kammer, geb. Held
Hildegard und Wil ried Kammer.
Darmſtadt, Worms, den 11. Februar 1935. (1662
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt.
Kanarienhähne
(2 gut ſingende)
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Benz.
Macken=
ſenſtraße 50.
Schäferhund,
1½ Jahre alt.
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ſehen von 8—10,
4—6 Uhr.
Drahthaar=
Weibchen, drei
Monate, prima
Stammbaum.
umſtändehalber
25.— verkäuflich
Heinrichſtr. 48,p.
MMstter mar Hind
Nach Gottes Ratſchluß wurde uns am 9. Februar unſer
guter Vater, Schwiegervater und Großvater
Sebaſtian Haſenfuß
Bankbeamter i. R.
im 80, Lebensjahre unerwartet entriſſen.
In tiefer Trauer:
Frida Imgram, g b. Haſenfuß
Studienrat Dr. Imgram
Elſelore Imgram.
Darmſtabt, den 11. Februar 1935,
Wilhelmſtraße 20, I.
Die Beerdigung findet am Mittwoch in Jöhlingen bei
Karlsruhe (Baden) ſtatt.
(1655
Dankſagung.
Herzlichen Dank ſagen wir allen, die uns beim Heimgange
unſeres lieben, einzigen, unvergeßlichen Sohnes ſo tröſtend
zur Seite ſtanden. Beſonderen Dank für die liebevolle Pflege
den Schweſtern des Alice=Hoſpitals, Herrn Pfarrer Dr.
Wintermann für ſeine troſtreichen Worte, den treuen
Freun=
den des Entſchlafenen für ihren Beiſtand, für die reichen
Kranzſpenden ſo vieler Freunde, Bekannten und Verwandten,
für die ehrenden Nachrufe und Kranzſpenden der Kameraden
des SV. 98 Darmſtadt, des Polizei=SV. Darmſtadt, des SC.
Hota Darmſtadt, den Lehrern und Schülern der Ballonſchule
Darmſtadt und der Volksſchule Monsheim ſowie des
Turn=
vereins Monsheim. Die warme Anteilnahme ſo vieler lieber
Menſchen iſt uns ein Troſt in unſerem tiefen Leid.
Chr. Orlemann und Frau.
Darmſtadt (Ballonplatz 9), den 11. Februar 1935. (1654
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Frankfurt: Dienstag, 12. Februar
6.00: Bauernfunk. — 6.15 und 6.30: Gymnaſtik.
Zeit, Wetter. — 6.55: Morgenſpruch; Choral: Geht
gläubigen Gedanken. — 7.00: München: Es ſpielt das Wichner
Unterhaltungsorcheſter, Lrg.: Th. Freitag. — 8.10: Waſ ſtand,
Wekter. — B.15: Sruttgart: Gymnaſtik. — 9.00: Nur F burg:
Werbekonzert. — 9.15: Nur Freiburg: 1. Der Weg zur Rolle,
Plauderei von K. Wagner. — 2. Heitere Muſik auf zwei / ſgein.
10.00: Nachr. — 10.15: Schulfunk: Kriemhilds Rache. Ein Fund
dichtung. — 10.50: Praktiſche Ratſchläge für Küche und paus=
11.00: Werbekonzert. — 11.30: Meldungen. — 11.4
/So=
zialdienſt.
12.00: Orcheſter Frankfurter Berutsmuſiker. Ltg.: Schmitt ſecher,
13.00: Stuttgart: Zeit, Nachr. — 13.15: Schallplatten: Fchall
—
und Platt im Antiquitätenladen. — 14.15: Zeit, Na
14.30: Wirtſchaftsbericht. — 14.45: Zeit, Wirtſcha tsme mgen.
14.55: Wetter. — 15.00: Nur Freiburg: Nachr. — 15.]Fü
die Frau: Der Zeitfunk fährt über Land.
16.00: Hamburg: Bunter Nachmittag. Bilder aus Norddeu land
In der Pauſe: Kunſtbericht der Woche. — 18.00: Ital
Sprachunterricht. — 18.15: Aus Wirtſchaft und Arbeit. — B.
Zur Eröffnung der großen internationalen Automobil=AusKrung
am 14. Februar 1935. Eine Vorſchau. — 18.45: Meldun
18.50; Unterhaltungskonzert. Das Funkorcheſter. Ltg.:
19.50: Erzeugungsſchlacht. — 20.00: Nachr., Zeit. — V.
Unterhaltungskonzert. Widmungs=Walzer von Joh. Straul
Dr. Merten. — 21.00: Kindheitsträume — Jugend
Flegeljahre. Eine kleine Stunde vom unbeſchwerten Lebe
A. Arth. Kuhnert. — 22.00: Zeit. Nachr. — 22.15:
Wetter. Sporr. — 22.20: Lieder von Hugo Wolf. —
Dresden: Orcheſterkonzert der Dresdner Philharmonie,
Paul von Kempen. — 24.00: Komponiſten=Portrait:
Rimſky=Korſſakoff (geb. 18. März 1844; geſt. 21. Jun
Anzug,
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her, grau, blau.
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Dienstag, 12. Februar
Berlin: 20.55: Anton Bruckner=Zyklus. Symph
6 A=Dur.
Breslau: 20.10: Reichsmuſikkammer — Schleſiſd
gerbund — Rundfunk, zuſammengekoppelt 3 mal 7
Hamburg: 20.10: Himmel, ein Schlager! Ein
Spiel von A. Merwieck.
Köln: 21.00: Spuk!!! Ein Schwank von Carl
Leipzig: 20.10: Achtung! Aufnahme! Wir dreh
Film mit Senfationen, Lachen und Liebesgeflüſter
München: 21.40: Hölderlins deutſche Geſänge.
tung von H. Rüdiger.
Stuttgart: 20.15: Das Ahnenbuch des Autk
folge zum 50. Geburtstag des Kraftwagens.
Brüſſel: 20.00: Melodien von Strauß und L
Warſchau: 21.00: Buntes Konzert.
Toulouſe: 22.00: Franz Schubert=Abend.
London: 22.00: Beliebte Kapellen ſpielen zu *
Budapeſt: 22.10: Zigeunerkapelle Raes.
Hfit
eh
dienstag, 12. Februar 1935
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadi, den 12. Februar 1935
Der Reichsſtatthalter in Heſſen:
Perſonalnachrichten.
Aus dem heſſiſchen Staatsdienſt wurde auf Nachſuchen entlaſſen:
Am 30. Januar 4935 der Direktor der Heſſiſchen Landesbibliothek
zu Darmſtadt Dr. Rudolf Blank, mit Wirkung vom 1. Jan. 1935.
Der heſſiſche Staaksminiſter.
Bekanntmachungen des Perſonalamts.
Ernannt wurde am 21. Dezember 1934 durch Urkunde des
verrn Staatsminiſters der Juſtiznſpektor beim Amtsgericht Gießen
Karl Derſch geb. 21. Januax 1883, mit Wirkung vom 1. Jan.
935 zum geſchäftsleitenden Juſtizinſpektor beim Amtsgericht
hießen.
Zulaſſung zur Rechtsanwaltſchaft. Dem Referendar Thomas
schreiber in Abenheim wurde am 20. Dezember 1934 die
Zu=
laſſung zur Rechtsanwaltſchaft bei dem Amtsgericht Worms der
Kammer für Handelsſachen in Worms und zugleich bei dem
Land=
gericht für die Provinz Rheinheſſen in Mainz erteilt.
Uebertragen wurde am 1. Februar 1935 dem Lehrer Willy
Jucht, zuletzt an der deutſchen Schule in Montevideo eine
Leh=
rerſtelle an der Volksſchule in Offenbach a. M., mit Wirkung vom
Tage des Dienſtantritts an.
heſſiſche Berwallungsakademie Darmſtadt.
Vorleſungsreihe „Nationalpolitiſche Erziehung”
von Prof. Lacroix=Heidelberg.
Staatspreſſeamt teilt mit: Heute abend, um 20 Uhr,
tzt Herr Prof. Lacroix=Heidelberg ſeine Vorleſung „
Natio=
nalpolitiſche Erziehung” im Rahmen des
Winterſeme=
ſters der Heſſiſchen Verwaltungsakademie im Städt. Saalbau
fort. Die Hörerkarten ſind am Saaleingang vorzuzeigen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 43 — Seite 5
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Es wird darauf
hiugewieſen daß in dieſer Woche
Evangeliſationsvor=
träge in der Evangeliſchen Gemeinſchaft abgehalten werden. Am
Mittwoch und Donnerstag abend wird Prediger Zaiker=
Frankfurt a. M. über die Themen ſprechen: „Wie werden wir
Chriſten?” und „Wie kommt es zu einer Begegnung mit Jeſus
cher Chriſtus?” Nachmittags finden Bibelſtunden ſtatt,
Ludwig=Georgs=Gymnaſium. Wir erinnern nochmals an
er die Wiederholung der erfolgreichen
Philoktetauffüh=
ung am Mittwoch, dem 13. 2.. abends, im Feſtſaal des
Gymnaſiums, und weiſen gleichzeitig darauf hin, daß der
Leſe=
bend der Humaniſtiſchen Vereinigung an dieſem Tage
aus=
ällt.
Heſſiſches Landestheaker Darmſtadt.
12. Febr. Anfang 20,00, Ende 22.30 Uhr. Miete 4, 16. Vorſt.
Preiſe 0.50—4.50 ℳ.
Prinzeſſin Turandot. ſtwg
3. Febr.
nerstag,
14. Febr. Anfang 20.00, Ende 22.00 Uhr. Miete B. 16. Vorſt.
Kinderreiche Mütter Nr. 311—410.
Der Tod des Johannes A Pro. Preiſe 0.70—5.50 ℳ. Aaf. 20.00, Ende geg. 22.30 Uhr. Miete C. 17. Vorſt.
Tosca. Muſikdrama v. Puccini. Preiſe 0.70—5.50 ℳ. KLEINES HAUS MStag,
12. Febr. Anf. 20,00, Ende 22.30 Uhr. — Deutſche Bühne II.
8 Vorſtellung. Zuſatzmiete X.
Die Entführung aus dem Serail. Pr. 0.80—4.50 ℳ. littwoc
3. Febr Anfang 19.30, Ende 21.45 Uhr. — Deutſche Bühne,
Jugendring I (Geſchloſſene Vorſtellung.)
Minna von Barnhelm. Luſtſpiel von Leſſing. nerstag, Außer Miete.
Anfang 20.00, Ende 22.00 Uhr.
Einmaliges Gaſtſpiel: „Die vier Nachrichter” in
4 Fehr. „Die Nervenſäge‟.
Preiſe 0.70—3.80
Vorbereitung:
Triſtan und Jſolde. Muſikdrama von Richard Wagner.
Opfergang. Schauſpiel von Felix Lützkendorf.
Heſſiſches Landestheater. Heute abend kommt im Großen
aus des Heſſiſchen Landestheaters wieder das heitere Spiel
Prinzeſſin Turandot” zur Aufführung, das vom
Publi=
im und von der Kritik ſehr herzlich aufgenommen wurde und in
F vergangenen Woche dreimal vor vollbeſetztem Haus in Szene
ng. Im Rahmen eines „Stegreifſpiels” bringt es Scherz und
kyſt in übermütigem Durcheinander: außer einem großen Teil
leres Schauſpielenſembles wirkt auch das Ballett des
Landes=
ſegters mit. Die Hauptrollen der Prinzeſſin Turandot und des
kinzen Kalaf ſpielen Edith Wien und Albert Lipperr. — Im
leinen Haus geht heute zum zweitenmal Mozarts komiſche Oper
Die Entführung aus dem Serail” in Szene, deren
euinßzenierung durch Prof. Max Hofmüller und Max Fritzſche,
ner der muſikaliſchen Leitung von Generalmuſikdirektor Karl
Eiderich, am Samstag vor ausverkauftem Haus einen großen Er=
19 hatte. Die Hauptpartien ſingen Regina Harre, Lea Piltti,
EInd Aldenhoff, Heinrich Schlüter und Hermann Schmid=Beri=
—Am Donnerstagabend, kommen die berühmten
Pier Nachrichter” zu einem einmaligen Gaſtſpiel ins
eine Haus des Landestheaters. Die vier akademiſchen Brettl=
Dauſpieler bringen mit einem eigenen Enſemble ihr neueſtes
Demeinſchaftswerk”, ein „Kriminalſtück mit Muſik und Tanz”
lier dem Titel „Die Nervenſäge” zur Aufführung. Schon die
M Sahl des Titels und Untertitels wird dem Kenner, der ſich etwa
die Aufführung von „Hier irrt Goethe” erinnert, ſagen, daß
* neue Stück — das übrigens ſchon in vielen großen deutſchen
tchten mit ſtärkſtem Erfolg geſpielt wurde — ein echtes Werk
„Nachrichter”, voller parodiſtiſcher Anzüglichkeiten iſt Der
Otberkauf für dieſes Gaſtſpiel hat an der Tageskaſſe des Kleinen
Hues begonnen. — Auch für die Veranſtaltung Gymnaſtik
9 Tanz”, die am kommenden Montag im Kleinen Haus von
bachſchaft Gymnaſtik und Tanz der Darmſtädter Ortsgruppe
Neichsbundes deutſcher Turn=, Sport= und Gymnaſtiklehrer
Eogeführt wird, wurde der Vorverkauf an der Tageskaſſe des
teinen Hauſes eröffnet.
Muno un den Sanon.
Nur noch wenige Tage trennen uns von dem großen
flugſport=
lichen Ereignis, das am 17. Februar mit dem Aufſtieg von 18
Freiballonen ſeinen Höhepunkt finden wird. Nämlich: Der
Deutſchen Freiballon=Meiſterſchaft 1935. Ein ſo
bedeutſames Ereignis erfordert natürlich unendliche Vorarbeit.
Dieſe im einzelnen zu ſchildern, ſei müßig.
Immerhin ſei auf einige Kleinigkeiten hingewieſen, die zum
Beſtandteil der Geſamtveranſtaltung gehören:
1. Jedermann kann ſich für ſeine
Briefmarkenſamm=
lung eine Rarität verſchaffen, wenn er eine der amtlichen
Poſtkarten, die allein zur Beförderung in den beiden
Poſt=
ballonen zugelaſſen ſind, in den nächſten Tagen kauft und in den
beiden hierfür aufgeſtellten Briefkäſten an der Hauptpaſt oder am
Bahnhof einwirft. Die Karten ſind im Vorverkauf erhältlich nur
im Verkehrsbüro auf dem Ernſt=Ludwigsplatz.
Nimmt man nun gar noch eine Wohlfahrtsbriefmarke oder hat
man ſogar das Glück, eine der ſeltenen Briefmarken bei den grauen
Glücksmännern gewonnen zu haben, ſo ſteigt der Wert dieſer
Rarität bei Benutzung der verſchiedenen Sonderſtempel in das
Ungemeſſene.
2. Auch der abſolute Laie wird von der Bedeutung der
Deut=
ſchen Freiballon=Meiſterſchaft ſofort den richtigen Eindruck
gewin=
nen, wenn er ſich die Preiſe anſieht, die in den Schaufenſtern
der Raumkunſt, Ecke Peter=Gemeinder= und Eliſabethenſtraße,
aus=
geſtellt ſind.
3. Für literariſche Feinſchmecker eröffnet die Leitung der
Lan=
desbibliothek am Samstag, den 16. Februar, vormittags 9 Uhr,
eine höchſt bedeutſame Ausſtellung. Es werden nämlich dort
kolo=
rierte und nichtkolorierte Kupferſtiche aus der Geſchichte des
Freiballonſportes zu Ende des 18. Jahrhunderts gezeigt. Die
Ausſtellung iſt geöffnet Samstags von 9—1 Uhr und 3—5 Uhr,
an den übrigen Wochentagen von 9—18 Uhr.
4. Die Einleitung der Deutſchen Freiballon=Meiſterſchaft
ge=
ſchieht in Form eines Bunten Abends in der ſtädtiſchen
Feſt=
halle. Ein außerordentlich reichhaltiges Programm
bie=
tet die Gewähr für einige genußreiche Stunden, an die ſich für die
tanzluſtige Jugend ein Tanz anſchließt.
Zu dem Begrüßungsabend ſind eine Reihe namhafter
Künſtler engagiert. Selbſtverſtändlich nehmen alle
Ballonfüh=
rer und Mitfahrer und die Vertreter aller ſtaatlichen und
ſtädti=
ſchen Körperſchaften an dem Begrüßungsabend teil, der damit
ein ganz beſonderes Gepräge erhält.
5. Nicht nur die großen Leute ſollen ihre Ballon=Meiſterſchaft
austragen. Auch für unſere Kinder iſt ein Kinderballon=
Wettbewerb vorgeſehen. Die Ballone können am 17. Februar
nachmittags auf dem Startplatz gekauft werden. An Preiſen ſind
vorläufig folgende bereits zur Verfügung geſtellt:
2 Fahrräder, 2 Armbanduhren (je für Bub und Mädchen) ein
Photoapparat, ein Füllfederhalter, ein Reiſeneceſſaire, eine Käte=
Kruſepuppe, eine Schreibmappe. Die Zahl der Preiſe iſt damit
noch nicht abgeſchloſſen. Die Preiſe können ſelbſt ebenfalls in den
Schaufenſtern der Raumkunſt beſichtigt werden.
Samstag, den 16. Februar, 20 Uhr: Begrüßungsabend in der
Feſthalle. — Sonntag, den 17. Februar. 15 Uhr: Start der
Frei=
ballone.
Am Samstag abend 8 Uhr hält Reichsſtatthalter
Spren=
ger anläßlich der Freiballon=Meiſterſchaften im Feſtſaal des
Alten Palais einen Empfang ab.
Deutſche Volksgenoſſen!
Die großen Luftmanöver der hochgerüſteten Staaten haben uns
einerſeits gezeigt, daß der Einſatz von Kampf= und
Bombenflug=
zeugen im Ernſtfalle eine ausſchlaggebende Rolle ſpielen wird,
andererſeits aber klar bewieſen, daß ſelbſt ein Staat bei einer
zahlenmäßigen Ueberlegenheit ſeiner Luftſtreitkräfte ſeine
Zivil=
bevölkerung gegen Angriffe aus der Luft nicht ausreichend zu
ſchützen vermag. Im Laufe des Jahres 1934 hat daher die
Ent=
wicklung des zivilen Luftſchutzes bei den Luftmächten eine
bedeut=
ſame Entwicklung genommen, unbeſchadet der Tatſache, daß eine
aktive Luftabwehr, alſo der Beſitz an Kampf= und
Bombenflug=
zeugen ſowie eine vollkommene Erdabwehr, die Grundlage für die
Sicherheit eines Staates gegen Angriffe aus der Luft iſt. Dem
zivilen Selbſtſchutz der Bevölkerung wird alſo eine erhöhte
Be=
deutung beigelegt, was ſchon durch Luftſchutzgeſetze bei einer Reihe
von hochgerüſteten Staaten zum Ausdruck kommt — Eines aber
muß überraſchen! Hat man Deutſchland durch das Verſailler Diktat
die aktive, d. h. militäriſche Luftabwehr verboten und ihm den
zivilen Selbſtſchutz ſeiner Zivilbevölkerung geſtattet, ſo nehmen ſich
jetzt die Luftmächte ein Muſter an der deutſchen Luftſchutzarbeit.
Von der Aufklärungs= und Erziehungsarbeit des deutſchen
Luft=
ſchutzes hat man im Ausland bereits viel gelernt. Mit größtem
Intereſſe wird die Aufbauarbeit zum Schutze der deutſchen
Zivil=
bevölkerung verfolgt. Die große ſchweizer Luftſchutzausſtellung im
Sommer 1934 hat ſich in hohem Maße des Propagandamaterials
des Reichsluftſchutzbundes bedient und damit in der Schweiz größte
Beachtung gefunden. Belgien, Dänemark und die Tſchechoſlowakei
verfolgen mit größtem Intereſſe die Arbeiten des deutſchen
Reichs=
luftſchutzbundes.
Wenn nun die luftgerüſteten Staaten, trotz tauſender Kampf=
und Bombenflugzeuge, den Schutz ihrer Zivilbevölkerung mit Ernſt
organiſieren, wieviel mehr müſſen wir als wehrloſes deutſches Volk
an den Aufbau des zivilen Selbſtſchutzes unſerer Zivilbevölkerung
denken! Was die hochgerüſteten Staaten als eine zwingende
Not=
wendigkeit erkennen müſſen, iſt für uns Deutſche eine Pflicht!
Darum helft die Beſtrebungen des Reichsluftſchutzbundes fördern,
arbeitet mit und werdet Mitglied im Reichsluftſchutzbund!
Der Monatsbeitrag beträgt nur 10 Pfennig für erwerbsloſe
und unterſtützungsberechtigte Volksgenoſſen. Jeder andere
Volks=
genoſſe ſchätzt ſeinen Monatsbeitrag entſprechend ſeinem Einkommen
ſelbſt ein!
Luftſchutz iſt nationale Pflicht!
Denk bei Deinem käglich Brok
an der Mükker und Kinder No
Spende für das Winterhilfswerk, Kreis Darmſtadt:
Konto Nr. 5000 bei der Städtiſchen Sparkaſſe,
Konto Nr. 3500 bei der Dresdener Bank und
Konto Nr. 16000 bei der Deutſchen Bank.
Vogelbeobachkung im Winker.
Leider ſind nicht alle Vogelfreunde in der glücklichen Lage.
draußen in freier Natur ihre Lieblinge zu beobachten. Für ſie
gibt es jetzt im Winter einen guten Rat: Legt einen Futterplatz
an! Dann könnt ihr damit ſo viel Schönes erleben, daß ſich die
Mühe lohnt. Ihr müßt nur früh genug anfangen, damit die
Vögel ſich dahin gewöhnen, und das Futter richtig auswahlen.
Getrocknete Vogelbeeren locken Amſeln. Dompfaffen und
Rotkehl=
chen herbei. Sonnenblumenſamen und Hanf, den man ſelbſt
zieht, ſind Leckerbiſſen für Kohl=, Blau= und Sumpfmeiſen und
Finkenvögel; Fleiſchabfälle, trockene Brotkrumen und, wenn mans
erſchwingen kann, ein Futterring, vervollſtändigen den Tiſch.
Gewiß, man kann auch Bedenken gegen die Winterfütterung
vorbringen, und die Meiſen mögen wirklich durch die Gewöhnung
an den Futterplatz davon abgehalten werden, die Bäume nach
Schädlingen abzuſuchen. Dieſes Bedenken wiegt aber leicht
gegen=
über der Freude, die das Füttern bereitet. Die Tiere werden
bald ſo zutraulich, daß ſie ſich zur beſtimmten Stunde einfinden
und ſich nicht mehr dadurch ſtören laſſen, daß man dabeiſteht und
zuſieht. Rotkehlchen z. B. laſſen ſich nach kurzer Zeit das Futter
hinſtreuen und kommen bis an die Hand heran. Gelegentlich
taucht wohl auch ein Kleiber auf und räumt mit mächtigen
Schnabelhieben unter dem Futter auf. Vielleicht gelingt es uns
ſogar, einen Gaſt herbeizulocken, den wir im Sommer überhaupt
nicht zu Geſicht bekommen, weil er ſtill für ſich lebt und ſein
Geſang nur ein klägliches Zi Zit iſt: den Kirſchkernbeißer. Das
iſt ein ſo würdiger und eigenartiger Geſelle, daß es ſich lohnt,
auf ſeine Wünſche einzugehen. Neben den oben angeführten
Kör=
nern frißt er Kirſchkerne für ſein Leben gern. Die trocknen wir
alſo zur Kirſchzeit oder im Winter, wenn es eingemachte Kirſchen
gibt, und ſtreuen ſie auf den Futterplatz.
Es kann Wochen dauern, bis der Kernbeißer aufmerkſam
wird. Dann aber wird er ſchnell Stammgaſt. Mit ſeinem
mäch=
tigen, ſtahlblauen Keilſchnabel knackt er jeden Kirſchkern, ja ſogar
kleine Pflaumenkerne auf, wenn er ihn auch oft minutenlang
drehen und wenden muß, bis er die Anſatzſtelle an der Naht
ge=
funden hat. Die übrigen Vögel halten ſich wahrenddeſſen in
ge=
ziemender Entfernung, ſogar die Grünlinge, die ſonſt das Feld
beherrſchen. Der Knall. mit dem der Kern zerſpringt, iſt ſo laut,
daß man ihn im Zimmer durch die geſchloſſenen Fenſter hört.
Kurz, es gibt auf einem richtig angelegten und verſorgten
Futterplatze jeden Tag etwas Neues zu beobachten, und wer
vor=
her noch keinen Vogel recht kannte, der geht in den Frühling mit
einem ſicheren Schatz von Kenntniſſen, auf dem er weiterbauen
kann. Wichtiger aber als das Sammeln von Kenntniſſen iſt die
Liebe zu den Tieren, daß unſer Wille für die
Notwendig=
keit des Vogelſchutzes geweckt wird, und daß wir uns
mitver=
antwortlich fühlen für die Erhaltung des
be=
lebten Naturbildes unſerer deutſchen Heimat.
Reichsbund Volkstum und Heimat.
Fachamt Tierſchutz.
Gymnaſtik und Tanz.
— Die Darmſtädter Gymnaſtiklehrerinnen —
zuſammenge=
ſchloſſen in der Ortsgruppe Darmſtadt des Reichsverbandes
deut=
ſcher Turn=, Sport= und Gymnaſtiklehrer im NSLB. — ſtellen ſich
am 18. Februar im Kleinen Haus mit einem Abend „Gymnaſtik
und Tanz” in den Dienſt des Winterhilfswerks. Während in der
Reichswerbewoche „Geſunde Frau durch Leibesübungen” im
Okto=
ber v. J. ſchon ein Teil der Ortsgruppe mitwirkte, werden
dies=
mal alle — alſo Vertreterinnen der verſchiedenſten Lehrweiſen —
mit ihren Schülerinnen vorführen, ſo daß der Abend ein
leben=
diges Bild von der Vielſeitigkeit gymnaſtiſcher Arbeit zu geben
verſpricht. Darüber hinaus wird auf der Grundlage gediegener
gymnaſtiſcher Durchbildung auch Bewegungsgeſtaltung gezeigt in
volkstümlich feſtlicher und in tänzeriſcher Form.
Einige einleitende Worte werden die beſondere Aufgabe der
Gymnaſtik gegenüber den anderen Leibesübungen kurz umreißen.
Die mit Laien ausgeführte Veranſtaltung möchte beſonders
die=
jenigen gewinnen, die noch immer glauben, Gymnaſtik ſei nur für
beſonders Begabte und nicht für jedermann und jedes
Lebens=
alter.
Auszählung der laufenden Zuſatzrenten. Die Auszahlung
der laufenden Zuſatzrenten für nicht im Erwerbsleben ſtehende
Schwerkriegsbeſchädigte und Altrentner erfolgt am Freitag, dem
15. Februar, vormittags von 8—12 Uhr, durch die Stadtkaſſe,
Gleichzeitig werden die Fettkarten für die Monate Februar und
März ausgegeben.
— Bund ehemaliger Heſſiſcher Leib=Dragoner 24. Am
Sonn=
tag verſammelten ſich die Vorſtände der einzelnen Kreisvereine
der ehemaligen Heſſiſchen Leib=Dragoner Nr. 24 in Frankfurt
a. M. zu einer Bundesausſchußſitzung. Der Bundesführer Dr.
Kranich eröffnete die Sitzung und begrüßte die erſchienenen
Kame=
raden auf das herzlichſte. Insbeſondere begrüßte er auch den
Ver=
treter des Offiziersvereins ehemaliger Heſſiſchen Leibdragoner 24,
Herrn Rittmeiſter d. R. v. Buek. Er erſtattete kurz Bericht über
die Tätigkeit des Bundes im verfloſſenen Jahr und gedachte auch
hierbei der im Jahr 1934 verſtorbenen Kameraden. Alsdann teilte
Dr. Kranich mit, was für das am 1. und 2. Juni 1935 in
Darm=
ſtadt ſtattfindende Jubiläum bzw. für den Heſſiſchen
Drago=
nertag beabſichtigt iſt. Die Ausführungen wurden von den
Kame=
raden mit großem Beifall aufgenommen. Am Schluß ſeiner
Aus=
führungen bat er die Kameraden, auch weiterhin fleißig für
un=
ſere Sache zu werben. Wir Frontſoldaten wollen die
Kamerad=
ſchaft pflegen und ſtellen uns alle geſchloſſen hinter den „
unbe=
kannten Gefreiten” im Kriege, den Führer und Reichskanzler Adolf
Hitler. Mit einem dreifachen Sieg Heil auf den Führer wurde
die Sitzung geſchloſſen. Es waren wieder einige Stunden Erlebnis
in treuer Kameradſchaft. Für den aus Geſundheitsrückſichten
zu=
rückgetretenen Bundesgeſchäftsführer Kamerad Keßler wurde
Ka=
merad A. Trumpfheller zum Bundesgeſchäftsführer ernannt.
— Die Eintopfgerichte der Gaſtſtätten. Der
Reichseinheits=
verband des deutſchen Gaſtſtättengewerbes teilt ſeinen
Mitglie=
dern mit, daß für den kommenden Eintopfſonntag den 17. Febr.
1935, folgende drei Eintopfgerichte für die Gaſtſtätten
vorgeſchrie=
ben ſind: Suppentopf mit Einlage nach Belieben; Wirſingkohl
oder Mohrrüben oder Kohlrüben mit Schweine= oder
Rindfleiſch=
einlage; vegetariſches Gemüſegericht. Die Feſtlegung dieſer
Ein=
topfgerichte gilt für Gaſtſtätten. Den Hausfrauen bleibt die
Aus=
wahl ihrer Eintopfgerichte überlaſſen.
her
Man mag dieſes oder jenes Kaffeegetränk für ſchmackhafter,
anregender oder bekömmlicher halten — man mag ſeinen
Kaffee auf dieſe oder jene Krt kochen —
dar=
über herrſcht Einigkeit, daß Franck Spezial
den Kaffee herzhaft macht und die
Kaffeefarbe kräftig dunkelt. Franck Spezial
ſt als edle Kaffeewürze unentbehrlich.
Preis: 24Pfennig für /skg=Paket.— Sehr wohlfeil!
Seite 6 — Nr. 43
Dritfe Beranſtallung der Borkragsreihe
der Dozenkenſchaft an der Techn. Hochſchule Darmſtadt
* Die Dozentenſchaft an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt
hatte zur dritten und letzten Veranſtaltung der Vortragsreihe im
Winterſemeſter 1934/35 Generalleutnant v. Metzſch=Berlin
ge=
wonnen. Es wurde das Thema „Eine wehrpolitiſche
Prüfung unſerer militäriſchen Lage” behandelt.
Die Otto=Berndt=Halle wies einen außerordentlich ſtarken Beſuch
auf.
Der Führer der Dozentenſchaft. Hochſchulgruppenführer des
NS. Dozentenbundes Lieſer gab in ſeiner Begrüßung ſeiner
Freude Ausdruck, daß die Veranſtaltung ſo ſtark beſucht iſt,
ins=
beſondere freue er ſich über die Anweſenheit des Herrn
Reichs=
ſtatthälters und Gauleiters Sprenger des ſtellvertretenden
Gau=
leiters Regierungsrat Reiner, des Verwaltungsdirektors Löwer
und des Miniſterialrats Ringshauſen. Er begrüßte weiter die
Vertreter der SA., die Formationen und Gliederungen der
Par=
tei, die Studenten und alle Anweſenden.
Generalleutnant v. Metzſch betonte eingangs ſeiner
Aus=
führungen, daß er als Soldat ſpreche, er wolle nicht mit der
Wiſ=
ſenſchaft in Wettbewerb treten. Was er zu ſagen habe, wolle er
möglichſt einfach und unkompliziert vortragen. Ueber militäriſche
Dinge wolle er heute nicht ſprechen. militäriſch ſei etwas anderes
als wehrpolitiſch. Wenn man vom militäriſchen Standpunkt
ſpreche, ſo brauche man nur darauf hinzuweiſen, wie dicht der
militäriſche Ring um uns nach Zahl der Truppen, der Waffen,
der Garniſonen an der Grenze uſw. ſei. Warum dieſes ungeheure
Uebergewicht, das Deutſchland gegenüberſteht? Dieſe Frage dürfe
man 15 Jahre nach Beendigung des Großen Krieges ſtellen. Die
rein militäriſche Lage ſtütze ſich auf das rein fachmänniſche des
Militärs während die wehrpolitiſchen Elemente ſich auf die ganze
Nation ſtützen. Ein weiterer Unterſchied ſei im „militäriſchen”
und im „ſoldatiſchen” zu ſuchen. Soldatiſch iſt ein ethiſcher Begriff,
der zur Wehrpolitik gehört, ſein Gegenſatz iſt feige, während der
Gegenſatz von militäriſch — zivil iſt. Ueber dieſe Unterſchiede
müſſen wir uns vor allem klar ſein. Dieſen ethiſchen Begriff des
Soldatiſchen verſtehe der Ausländer heute noch kaum. Wehrhaft
iſt nicht gleich kriegeriſch zu ſetzen, wie es z. B. eine engliſche
Ueberſetzung in einem Diktionär tut. Die dritte
Begriffsunter=
ſcheidung liege im wehrpolitiſchen Begriff zum miltärſchen,
ähn=
lich wie der Gegenſatz vom politiſchen zum techniſchen Begriff.
Redner definiert dieſe Begriffe an klaren Beiſpielen.
Wehrpolitiſch iſt ein univerſaler Gedanke. Zum Beiſpiel die
Reichsreform, die Erzeugungsſchlacht iſt eine wehrpolitiſche Sache.
Die Entartung einer Wehrpolitik ſehe man z. B. in Rußland wo
Getreide ausgeführt werde, um Deviſen zur Waffenbeſchaffung
hereinzubekommen, während im Innern Rußlands 8 bis 10
Mil=
lionen Menſchen Hungers ſterben. Militäriſche, wirtſchaftliche
und kulturelle Momente gehörten zu einem wehrpolitiſchen
Auf=
bau zuſammen. Wehrpolitiſche Fragen ſind keine Kaſernenfragen.
Redner betonte, daß jede Rüſtung auch des reichſten Landes
ihre wirtſchaftliche Grenze habe. In allen Ländern finde man
Wirtſchaft und Militär eng verkoppelt. Die Aufrichtigkeit der
deutſchen Friedenspolitik muß und wird alle Völker überzeugen.
Wenn man nach außen entſpannen will, muß man nach innen ſeine
Kraft haben. Die Erkenntnis daß die ganze Welt kriegmüde iſt,
darf nicht dazu führen, falſche Schlüſſe zu ziehen. Jedweder
heran=
brandenden Kriſe muß man gewachſen ſein. Deutſchland iſt
immer die gefährdete Mitte Europas. London überſchattet die
ganze Welt. Wir wollen ein Nebeneinander der Volkheit, das
auf Achtung beruht. Der Aufbau der eigenen inneren Kraft, des
einheitlichen Willens der Nation iſt eine Vorausſetzung der
Frie=
denspolitik des Führers. Eine Friedenspolitik, hinter der eine
geſchloſſene Nation ſteht, hat ein anderes Geſicht.
In ſeinen weiteren Ausführungen befaßte ſich der Referent
mit dem in London zur Debatte ſtehenden Luftabkommen und
ſchloß mit einem Bekenntnis zum nationalſozialiſtiſchen Staat.
Der Führer der Dozentenſchaft, Lieſer brachte nach
Wor=
ten des Dankes an Generalleutnant von Metzſch ein dreifaches
Sieg=Heil auf den Führer aus, in das begeiſtert eingeſtimmt wurde.
Die deutſchen Lieder beſchloſſen den Abend.
Einſtellungszuſchüfſe für älkere
Angeſtellke.
Neue Erleichkerungen bei der Einſkellung von
männ=
lichen Angeſkellen über 49 Jahren.
Im Arbeitsamtsbezirk Darmſtadt warten immer noch 429
männliche Angeſtellte im Alter von über 40 Jahren auf ihre
Ein=
gliederung in die Wirtſchaft. Die Unterbringung dieſer
Volks=
genoſſen, die zum größten Teil als Familienväter für Frauen
und Kinder zu ſorgen haben, ſtößt leider immer noch auf
Schwie=
rigkeiten. Die Vermittlungsſtellen des Arbeitsamtes müſſen
ge=
rade in den letzten Jahren immer wieder die Erfahrung machen,
daß die Betriebsinhaber meiſt jüngere Arbeitskräfte bevorzugen,
obgleich die Art des Arbeitsplatzes dies durchaus nicht immer
er=
fordert. Gerade für den älteren Angeſtellten ſprechen neben
ſei=
nen ſozialen Verhältniſſen, die ſeine Einſtellung zur
ſtaatspoli=
tiſchen Pflicht machen, auch ſeine größere Lebens= und
Berufs=
erfahrung!
Der Einwand, daß die Beſchäftigung eines älteren
Angeſtell=
ten finanziell mehr belaſtet, kann heute nicht mehr erhoben
wer=
den. Um die Unterbringung der älteren Angeſtellten zu
erleich=
tern, hat der Präſident der Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung
und Arbeitsloſenverſicherung bekanntlich ſchon im Auguſt vorigen
Jahres einen beſonderen Leiſtungsausgleich eingeführt,
der von den Arbeitsämtern, an die Betriebe gezahlt wird. Er
wurde bisher nur dann bewilligt, wenn der Arbeitsplatz eines
Jugendlichen unter 25 Jahren für einen älteren Angeſtellten
freigemacht wurde. Durch einen neuen Erlaß des Präſidenten
der Reichsanſtalt kann der Leiſtungsausgleich jetzt unter
weſent=
lich erleichterten Bedingungen gewährt werden. Er kommt in
Zukunft, außer beim Arbeitsplatzaustauſch, auch bei
zuſätz=
licher Einſtellung von älteren Angeſtellten in Frage. Ein
Betriebsinhaber erhält demnach den Einſtellungszuſchuß ſchon
dann wenn ſein Betrieb infolge der Neueinſtellung mehr
An=
geſtellte beſchäftigt als im zweiten Kalendervierteljahr 1934 und
mehr als am Ende des Monats, der der Antragsſtellung
vor=
ausgeht. Der Leiſtungsausgleich kann natürlich nur dann
ge=
währt werden, wenn der Neueingeſtellte durch das Arbeitsamt
vermittelt worden iſt. Im übrigen ſind die Bedingungen die
gleichen wie bisher: Der Ausgleich beträgt für einen kinderloſen
Angeſtellten über 40 Jahre bis zu 50.— RM. im Monat. Für
jedes Kind unter 14 Jahren erhöht ſich der Betrag um 5.— RM.
im Monat. Er wird grundſätzlich allen Betrieben gewährt,
aus=
genommen die öffentlichen Verwaltungen und Saiſonbetriebe,
Die Zahlung des Ausgleichs endet nach einem halben Jahr, weil
man erwarten kann, daß der Neueingeſtellte ſich bis dahin
ein=
gearbeitet hat.
Die ſtaatlichen Zuſchüſſe, die einen ſehr weſentlichen Teil des
den Angeſtellten mönatlich auszuzahlenden Gehaltes darſtellen,
bieten einen außerordentlichen Anreiz für die Einſtellung älterer
Angeſtellter Sie ermöglichen dem Unternehmer ohne weiteres
auch die Einarbeitung dieſer Volksgenoſſen. Es wird deshalb
erwartet, daß die Betriebsführer in erheblichem Umfange von
dieſer Einrichtung Gebrauch machen. Das Arbeitsamt iſt gerne
bereit. Auskunft über den Leiſtungsausgleich zu erteilen und die
Betriebe weiteſtgehend zu beraten. Es ſtellt auch die
erforder=
lichen Antragsvordrucke zur Verfügung.
Schwurgerichk.
Aw. Das Schwurgericht verurteilte am Montag die
35jährige Anna H. aus Dieburg wegen verſuchter
gewerbsmäßi=
ger Abtreibung zu einem Jahr und ſechs Monaten Zuchthaus.
Die burgerlichen Ehrenrechte werden ihr auf die Dauer von drei
Jahren aberkannt und die Unterſuchungshaft, da ſie im letzten
Moment noch wenigſtens teilweiſe geſtändig war, mit drei
Mo=
naten angerechnet. Ein junges Mädel aus Altheim, das ohne
dringende Not die Abtreibung von der Angeklagten an ſich
vor=
nehmen ließ, erhält drei Monate Gefängnis und ein junger
Burſche aus Altheim wegen Beihilfe zwei Monate Gefängnis.
Die Strafe wird jedoch beiden erlaſſen, wenn ſie ſich fünf Jahre
einwandfrei führen. Dazu gehöre auch ein moraliſch
einwand=
freier Lebenswandel.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 12. Februar
Die deutſcheArbeitsfront
Wer vermitkelk Arbeit?
Eine Klarſtellung der DA5.
Vom Berufsgruppenamt der Deutſchen Arbeitsfront wird uns
mitgeteilt:
Nach dem Geſetz vom 16. Juli 1927, das auch heute noch
Gel=
tung hat, beſteht neben der Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung
und Arbeitsloſenverſicherung noch die Einrichtung ſogenannter
nichtgewerbsmäßiger Stellenvermittlung. Die Reichsanſtalt hat
das Recht, die Geſchäftsführung der nichtgewerbsmäßigen
Stellen=
vermittlungen zu beaufſichtigen; im übrigen aber führen ſie den
Arbeitseinſatz ſelbſtändig durch.
Seit der Errichtung der Deutſchen Arbeitsfront gibt es
prak=
tiſch nur noch eine nichtgewerbsmäßige Stellenvermittlung, die von
entſcheidender Bedeutung iſt. Das iſt die Stellenvermittlung für
die Reichsberufshauptgruppen in der Deutſchen Arbeitsfront. Sie
iſt laut Anordnung des Reichsorganiſationsleiters der NSDAP.
vom 24. Januar 1935 dem Berufsgruppenamt der Deutſchen
Ar=
beitsfront angegliedert. Sie vermittelt alſo Arbeitskräfte — ebenſo
wie die Arbeitsämter — auf abſolut geſetzlicher Grundlage.
Aus=
geſchloſſen von ihrer Tätigkeit ſind lediglich Funktionen
arbeits=
einſatzpolitiſcher Verwaltung, ſoweit ſie die Reichsanſtalt für
Ar=
beitsvermittlung auf Grund beſtimmter Ermächtigungsgeſetze durch
beſondere Verordnungen den Arbeitsämtern vorbehalten hat.
Trotz der an ſich klaren Rechtslage, die im übrigen
lonal=
ſozialiſtiſcher Erkenntnis entſpricht, wonach zum Kampfe in die
Arbeitsloſigkeit nicht zuletzt die Deutſche Arbeitsfront als räger
der Verantwortung für das wertvollſte Gut der Natior
Arbeitskraft — aufgerufen iſt, treten noch des öfteren Unk Keiten
auf. Aus der Sachlage ergibt ſich klar, daß es keine Ausſ
eßlich=
keit der Arbeitsvermittlung für die Arbeitsämter gibt. ,
Pra=
ſident der Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und Arb
/Loſen=
verſicherung widerſpricht ſelbſt durch ſeine Anordnungen,
rlaut=
barungen und Kommentare zu Geſetzen und Verordnunge
Egend=
welche Abſichten, eine derartige Ausſchließlichkeit zu betor
Wenn der Präſident der Reichsanſtalt in ſeiner Aubdnung
vom 28. Auguſt 1934 über die Verteilung von Arbeitskrä n eine
beſondere Genehmigung für die Einſtellung von unter 2 Fahren
alten Gefolgſchaftsangehörigen verlangt, ſo gilt die Bei ſigung
des Arbeitsamtes nicht für die Perſonen der einzuſtellend KKraft
Das Arbeitsamt erteilt die Genehmigung zur Beſetzung de ſoſtens
mit einer Arbeitskraft unter 25 Jahren für den Arbeitsple /Wenn
das Arbeitsamt drei Tage nach der Aufgabe des offenen ſoſtens
an das Arbeitsamt dieſen nicht mit einer dem Unterne ſer
ge=
eignet erſcheinenden Kraft beſetzen kann, dann ſteht es m
Be=
triebsführer durchaus frei, ſich ſolcher Einrichtungen zu kenen.
die ihm die perſönlich und fachlich geeignete Arbeitskr/? unter
25 Jahren nachweiſen kann. Eine ausreichende Bewegl ſeit in
der Beſchaffung von Arbeitskräften iſt mit eine der u tigſten
Vorausſetzungen für eine gedeihliche Entwicklung der Artſchaft
und damit für eine zuſätzliche Beſchaffung von Arbeitspl m.
Grholungswerk des deutſchen Volkes.
Aus der NSDAB.
Der Hauptamtsleiter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt,
Hilgenfeldt, veröffentlicht folgenden Aufruf:
Wiederum tritt die NS.=Volkswohlfahrt an die Oeffentlichkeit
und ruft Männer und Frauen aller Schichten und Stämme unſeres
Volkes zur Mitarbeit an einem Erholungswerk des deutſchen
Volkes auf. Bereits im Hilfswerk „Mutter und Kind” iſt dieſes
geſchafft worden — ſehr, ſehr viel muß noch geleiſtet werden.
An=
nähernd 200 000 Kinder und rund 40 000 Mütter konnten bisher
in Erholungsheimen Stärkung und Geſundung finden und 393 522
Kinder verlebten eine herrliche Ferienzeit als Pflegekinder bei
unſeren deutſchen Bauern und Siedlern, bei unſeren Volksgenoſſen
auf dem Lande und in der Kleinſtadt.
Eine ſolche Erholungszeit in ländlicher Ruhe, fern der Haſt
und Unraſt der Großſtadt, ſoll in dieſem Jahre aber nicht nur den
Müttern und Kindern, ſondern auch allen übrigen erholungs= und
hilfsbedürftigen Volksgenoſſen möglich gemacht werden. Dabei
werden Gegenſätze überbrückt. Verſtändnis zwiſchen Stadt und
Land, zwiſchen Nord und Süd. geſchaffen werden. Der rheiniſche
Bergarbeiter ſoll die Bodenſtändigkeit des Bauern in Pommern,
Bayern oder einem anderen Teile unſeres Vaterlandes kennen und
achten lernen.
Aus einem ſolchen Kennenlernen erhoffe ich nach den
Erfah=
rungen des vergangenen Jahres, daß ſich die Verbundenheit aller
deutſchen Volksgenoſſen immer mehr vertiefen wird zu einer
be=
geiſterten Bejahung der deutſchen Zukunft. Dann werden alle
guten Kräfte in unſerem Volke wachgerufen und nutzbar gemacht
für den Wiederaufſtieg unſeres Volkes. Auch der letzte Deutſche
wird ſich in dem Gemeinſchaftserlebnis wiederfinden als lebendige
Zelle im Organismus des Volkes und frei werden von allen
egoiſtiſchen Regungen. Daher rufe ich alle deutſchen Volksgenoſſen
auf dem Lande und in den Kleinſtädten auf, einen Ferienplatz für
ein deutſches Kind oder einen hilfsbedürftigen Volksgenoſſen zur
Verfügung zu ſtellen, damit das Erholungswerk des deutſchen
Volkes zu einem überragenden Erfolg geführt wird.
Der Juriſt
ſagt: Das „Darmſtädter Tagblatt” iſt meine Zeitung
und wie ich denken ungezählte Angehörige der akademiſchen
Berufe —, weil es durch alles, was es über die öffentlichen
Vorgänge ſchreibt, zu ſtärkſter Anteilnahme zwingt. Die
Leitartikel des „Darmſtädter Tagblatts” ſind eine Klaſſe für
ſich. So iſt man in allen Tagesfragen ſtets gut geſchult. Wer
das „Darmſtädter Tagblatt” lieſt, iſt auf dem richtigen Wege.
* Bunter Abend im Reichsluftſchutzbund. Die Blockwarte,
Hauswarte und alle deren Stellvertreter haben mit ihren
Aem=
tern beim Luftſchutzbund allerhand Arbeit zu erledigen, ſei es in
abendlichen Sitzungen oder Feſtſtellungen von Haus zu Haus.
Nachdem nun in den meiſten Straßen für alle Häuſer die
Haus=
luftſchutzwarte verpflichtet ſind, veranſtaltet die Untergruppe I5
im Saalbau einen Bunten Abend, um außer den vielen ernſten
Stunden auch einige heitere zu bieten. Farbenprächtig wird der
Saal geſchmückt. gute Darbietungen werden auf der Bühne
ſtei=
gen. Und dann die erſtklaſſige Tanzkapelle, in der nicht nur die
Jugend, ſondern auch die gereifte Jugend ihre Freude haben wird.
Kreisleitung Bensheim.
NSLB., Fachgruppe Muſik.
Mittwoch 13. Febr., 20.30 Uhr, im Kaffee „Ernſt dwig
Bensheim: „Die Singebewegung” (Ebling). Wer bete gt ſich
am Singkreis? Je mehr, deſto beſſer — Orcheſterprobe,
— Männerchor „Frohſinn=Harmonie‟. Darmſtadt 18
Männerchor „Frohſinn=Harmonie” hielt in ſeinem Ver tslokal
Hanauer Hof” ſeine Jahres=Hauptverſammlung ab. d.) einen
recht guten Beſuch aufwies. Mit dem Deutſchen Sc ergruß”
wurde die Verſammlung eingeleitet, worauf der 1. Vitzende,
Herr Eck nach herzlichen Begrüßungsworten der im verngenen/
Jahre verſtorbenen Mitglieder gedachte deren Andenk
Erheben von den Plätzen geehrt wurde. Herr Eck gab de / ein
ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Vereins in ſerge
genen Jahre woraus zu erſehen war, daß für das deu
und ſomit für den kulturellen Aufbau des deutſchen Va lland
Erhebliches geleiſtet wurde. Der Kaſſenführer Herr Gg
mann, berichtete ausführlich über die Kaſſenverhält ſe, di
als zufriedenſtellend angeſehen werden konnten. Für
wiſſenhafte, muſtergültige Kaſſenführung wurde ihm Elaſtung
erteilt. Die Zuſammenſetzung des Vorſtandes für das ime
Jahr bleibt die gleiche wie im vergangenen. Mit Beſch ffa
gen und Erledigungen wichtiger Angelegenheiten. u. wu
auch die Veranſtaltung eines Maskenballs am 23. FeMe
der Turnhalle am Woogsplatz beſchloſſen, fand die in all Teilen
harmoniſch verlaufene Verſammlung ihr Ende.
— Der Richard=Wagner=Verband Deutſcher Fraue be
ſtaltet Samstag. 16. Februar, nachmittags, im Hauſe
Mathilde Merck. Annaſtraße 15 einen Vortrag übe
Weſen und Schaffen Hans Thomas in kulturellet ſpolit!,
ſchen Zuſammenhang mit der bildenden Kunſt ſeines Ifalters
Die Vortragende iſt Frau Bergmann=Kuchler ſie
Hüterin des Hans=Thoma=Archivs in Frankfurt a. M. e be
Kennerin und Deuterin der Kunſt des großen deutſchen Leiſter,
iſt. Sie wird ihren Vortrag mit zahlreichen Lichtbil m ve.
anſchaulichen.
Was die Lichlſpieltheater bringen.
Das Union=Theater zeigt das muſikaliſch beſchwin
werk. Ihr größter Erfolg” (Theres Krones), mi Me
Eggerth, Leo Slezak, Theo Lingen.
Die Helia=Lichtſpiele zeigen den berühmten Teno= Fharle
Kullmann in La Paloma” mit Jeſſie Vihrog und 4
/Sle=
in weiteren Hauptrollen. Der Film bietet eine Anzahl ſunde
voller Lieder.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen den Film voll Humor
Laune: Die FahrtinsBlaue.. In den Hauptrol
Eilers und Charles Starrett.
Reſi=Theater bringt vielen Wünſchen entſprechend in Teuau
führung das große Filmkunſtwerk „Maskerade”, m/Paul.
Weſſely, Adolf Wohlbrück, Olga Tſchechowa.
— Belida zeigt heute zum letzten Male Adele S'dro
als fliegende Ahnfrau in dem Film „Der Herr Seatol
mit Fritz Kampers, Paul Henckels, Betty Bird. Ab norge
„Abſchiedswalzer”, ein Film mit wundervollen Palde
melodien.
Vereins= und lokale Veranſtalungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Hausfrauenbund. Unſere Mitglieder treffen
nachmittag um 4 Uhr im Vortragsſaal des Heaghauſes Lunſe
ſtraße 12, zur Filmvorführung „Lebenskunſt und
freuden” Von Meiſterhand wird auf elektriſchen
Kreppel und anderes Kaffeegebäck zubereitet und elektri
gebraut. Koſtproben werden verabreicht. Zu dem
ſeh=
chen Nachmittag ſind Karten im Heaghaus gegen Vorz
Mitgliedskarte zu haben. Da nur eine beſchränkte Zal
zu haben ſind, empfehlen wir, die Karten ſich recht
ſichern.
Der Verein ehem Heſſ Leibdragoner
ſtadt macht auf den heute Dienstag abend 8.30 Uhr ſte
den Lichtbildervortrag im Fürſtenſaal ſeine Mitglieder
ſam und bittet um vollzähliges Erſcheinen.
Reichsbund ehem. Militärmuſiker e 2
Dienstag Streichprobe zum Stiftungsfeſt im „Motorhau /
Ver
He
K
ehr
Kar
tig
arm
Brieſtaſten.
Jedr Anfrage iſt die letzte Bezugsquittung beizufügen. Anonyme Anfrage
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichk
„P. G. 21.* 1. Nur bei Häuſern, die allgemein le
Wohnzwecken dienen — ohne Unterſcheidung ob
wirtſchaft noch beſteht oder nicht — kann nach Mittei
Präſidenten des Landesfinanzamts Darmſtadt vom 29
1935 dann von Beanſtandung der Deklaration abgeſeher
wenn die von dem Steuerpflichtigen geltend gemacht
bungskoſten, mit Ausnahme der Grundſteuer, der Sonde
ſteuer, der Schuldzinſen und dauernden Laſten, ſowie 1
ßen Inſtandſetzungskoſten 30 Prozent der Mieteinnaht
überſteigen. Dabei beſteht das Einverſtandnis, wenn
Pauſchalberechnung auf Antrag auch der durch voru
des Leerſtehen von Wohnungen entſtandene Mietau
Mieteinnahmen zugerechnet wird. Auf die Anwendung de
ſatzes beſteht kein Rechtsanſpruch, das Finanzamt iſt b.
Einzelfalle den Nachweis der tatſächlichen Werbungst
verlangen. Wir verweiſen im übrigen auf Nr. 3 der
Mainiſchen Hausbeſitzer=Zeitung” vom 1. d. und die a
erſcheinende Nummer der Zeitung.
2. Dieſe Frage möchten wir verneinen, da eine
Buchung eines Verluſtſaldos wohl nur dem Kaufme
Geſchäftsbetriebe zuſtehen dürfte.
R
NVög
[ ← ][ ][ → ]Dienstag, 12. Februar 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 43 — Seite 7
Aus Heſſen.
4e, Gräfenhauſen, 11. Febr. Propagandamarſch der
9. Am letzten Sonntag pünktlich um 1 Uhr trat der
Sturm=
hann 1 der Standarte 390 am Sturmlokal von Sturm 2 im
Gaſt=
haus „Zur Krone” zu einem Propagandamarſch an. Nach
Stärkemeldung der einzelnen Stürme an Sturmbannführer
Becker ging es unter Vorantritt des Spielmannszuges durch die
Ortsſtraßen nach Weiterſtadt. Hier hielt Sturmbannführer
Becker eine kernige Anſpraches. Weiter ging es nach Arheilgen,
woſelbſt eine kurze Raſt im Gaſthaus „Zum Schwanen” folgte,
der ſich nach Wiederantritt und nach Anſchluß von Sturmbann
9390 unter Vorantritt der Standartenkapelle ein
Propaganda=
marſch durch die Straßen Arheilgens anſchloß.
Hierüber ſchreibt uns unſer Arheilgen Dg.=Berichterſtatter:
unter Vorantritt eines Muſik= und Spielmannszuges und
ge=
führt von Standartenführer Dr. Wagner ſowie
Ortsgruppen=
ſeiter Bürgermeiſter Birkenſtock marſchierten die Stürme mit
ihren Fahnen durch verſchiedene Ortsſtraßen zum Gedenkſtein
der nationalen Erhebung vor der Kirche, der
Flaggenſchmuck trug. Hier fand nach dem Aufmarſch der
Ein=
heiten eine kurze Kundgebung ſtatt. Nachdem die Kapelle
das Lied vom guten Kameraden intoniert hatte, wandte ſich der
Führer der Standarte 390, Herr Dr. Wagner, in einer
An=
ſprache an die SA.=Kameraden. Die Kundgebung ſei der
Bewe=
gung und beſonders den im Kampfe für das Dritte Reich gefallenen
Kameraden gewidmet. Der Redner gedachte des großen Kämpfers
Horſt Weſſel, deſſen Todestag ſich in einigen Tagen jährt, und
warf dann einen kurzen Rückblick auf die Zeit ſeiner Verſetzung
nach Arheilgen. Bangen Herzens habe er ſeine Tätigkeit in
Arheilgen angetreten, da unſer Ort als rote Hochburg bekannt
geweſen ſei. Aber heute, nach monatelanger Tätigkeit als
Sturmbann= und Standartenführer, könne er ſagen, daß er außer
der Zeit des Kampfes unter ſeinen Kameraden in Arheilgen die
ſchönſten Stunden ſeines Lebens verbracht habe. Zu verdanken
ſei dies in erſter Linie dem guten Einvernehmen zwiſchen PO.
und SA. Deshalb danke er aus vollem Herzen und grüße mit
dem heutigen Aufmarſch die Einwohnerſchaft und ihren
Bürger=
meiſter. Anſchließend nahm Ortsgruppenleiter Bürgermeiſter
Birkenſtock das Wort. Er warf einen Rückblick auf die Zeit
des Kampfes, in der es die Aufgabe der SA. war, die
Verſamm=
lungen der PO. uſw. zu ſchützen. SA. und PO. ſind auch heute
noch der Granitblock der Bewegung. In ſeinen weiteren
Aus=
führungen zeichnete der Bürgermeiſter ein kurzes Bild über die
bedeutungsvollen Leiſtungen der nationalſozialiſtiſchen Regierung
zum Wohle des geſamten deutſchen Volkes. — Damit war die
ſchlichte Kundgebung beendet.
Dg. Arheilgen, 11. Febr. Turnerball. In ſeinem
Turn=
hauſe veranſtaltete, der Turnverein 1876 ſeinen diesjährigen
Vereinsball. In einer kurzen Anſprache hieß Vereinsführer
Lehrer Frank die Mitglieder ſowie die vielen Gäſte, die die
Turnhalle bis zum letzten Platz füllten, herzlich willkommen. Von
der Kapelle begleitet, tanzten die Turnerinnen des Vereins einige
miu gefällige Reigen, während Herr Gottſchalk aus Offenbach
als Humoriſt in bekannter Eigenart eine Fülle heiterer
Dar=
u bietungen vom Stapel ließ. Bis in die Morgenſtunden ſchwangen
alt und jung fleißig das Tanzbein.
Pr. Wixhauſen, 11. Februar, Freiwillige Feuerwehr.
Am Samstag fand im Saale „Zur Krone” (Phil. Melk) eine
fffentliche Verſammlung der Freiwilligen Feuerwehr ſtatt, in
wel=
her, Kreisfeuerwehrinſpektor Karpfinger zu dem Thema
Freiwillige Feuerwehr, Brandentſtehung und Brandbekämpfung”
prach. Nach der Begrüßung der ſehr zahlreich erſchienenen
Inter=
ſſenten durch Brandmeiſter Dietz ergriff Kreisfeuerwehrinſpektor
Larpfinger das Woxt zu dieſem Thema. Nach einleitenden Worten
ſber die Feuerwehr im neuen Deutſchland, wobei er beſonders das
ſtoße Verſtändnis der Regierung hervorhob, ging der Redner zum
ſigentlichen Thema: „Brandentſtehung und Brandbekampfung”
iet. In ſehr eindringlichen Worten ſchilderte er die verſchiedenen
Machen von Branden und mahnte hierbei die Eltern, ein
beſon=
deuts Augenmerk auf die Kinder zu haben, da viele Brände durch
ſuderhände entfacht wurden Zum Schluß kam Herr Karpfinger
u die Bekämpfung der verſchiedenen Arten von Bränden, wie
Laldbrände, Exploſionsbrände, Autobrände, Scheunenbrände uſw.
ſprechen und erläuterte die einzelnen Löſchgeräte und
Löſch=
ſten. Die große Verſammlung folgte mit ſichtlichem Intereſſe den
u5ſührungen des Redners und dankte mit reichem Beifall. Herr
i0 randneiſter Dietz dankte dem Referenten ſowie den Beſuchern für
n lehrreichen Abend und ſchloß die ſchön verlaufene Verſammlung
it einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer — Zu dem am
12. und 13. Februar in Darmſtadt in den Räumen der
Luft=
utzſchule, Rheinſtraße 75, ſtattfindenden Sonderlehrgang
tſendet die hieſige Feuerwehr vier Mann.
0 Erzhauſen, 11. Febr. Vortrag. Einen äußerſt
lehrrei=
in und aufklärenden Lichtbildervortrag hielt Herr
Gefängnis=
arrer Dörmer aus Rockenberg in der hieſigen Kirche über die
Strafanſtalten. In ſchlichter, aber doch feſſelnder und mit=
Aender Weiſe zeigte er an Hand von etwa 55 Bildern das
Le=
n und Treiben der Gefangenen. Auf Grund langjähriger eigener
fahrung ſprach der Vortragende von deren leiblichen und
ſee=
u chen Nöten und von der Hilfe, die man ihnen angedeihen läßt.
MA iſer Ortspſarrer Herr Dr. Koch eröffnete und ſchloß die
Ver=
ſtaltung mit Worten des Dankes.
*b. Groß=Zimmern, 11. Febr. Reichsbund der
Kin=
rreichen. Im Gaſthaus „Zur Linde” fand eine
Verſamm=
ig ſtatt, an welcher auch Herr Bürgermeiſter Bauer teilnahm.
2dlungsrat Wolf=Dieburg hielt einen längeren Vortrag über
5 Siedlungsweſen. Am 3. März wird in Dieburg die
Grün=
ng einer Gemeinnützigen Baugenoſſenſchaft für den Kreis Die=
I9 vollzogen werden, geſtützt von den Mitgliedern des RdK.
Bodenfrage wird ihre Löſung nach dem Grund=Erbbaugeſetz
den, damit vor allem keine Ueberſchuldung für den Einzelnen
befürchten iſt und keine Bodenſpekulation getrieben werden
In. Die Häuſer werden zum Teil durch Selbſthilfe und zum
deren Teil durch Unternehmer errichtet werden. Weiter führte
Redner aus, daß in Zuſammenarbeit mit der
Gemeindever=
ltung dafür Sorge getragen wird, daß die Siedlung nicht ab=
S errichtet wird, ſondern im Sinne der Volksgemeinſchaft ſich
geeignetem Platze den anderen Häuſern anſchließt.
Bürger=
iſter Bauer ſchloß ſich in dieſem Sinne voll und ganz den
Sführungen des Redners an und ſicherte ſeine Mitarbeit zum
hie der Kinderreichen zu. In der nächſten Zeit wird hier eine
9 tS9ruppe durch den RdK. gegründet werden, und es wäre
Uchenswert, wenn ſich alle in Frage kommenden Volksgenoſſen
19s dieſer Organiſation anſchließen würden.
Groß=Zimmern, 11. Febr. Berichtigung. Der als
Irmführer der SAR. 2 berufene Gemeinderechner i. R. iſt Herr
Sdrich Kopp und nicht Koop wie es in dem Bericht hieß.
Babenhauſen, 11. Febr. Ihren diesjährigen gemeinſamen
4 mit vorausgehendem Konzert hielten, am
ASag abend im Saalbau Heß die beiden Geſangvereine
ängerbund” und „Eintracht”, die ſich zur „Sanger=
*einigung” zuſammengetan haben, ab. Die Kapelle Schorr,
den muſikaliſchen Teil beſtritt, ſpielte prächtige, mit Beifall
Henommene Konzertſtücke und verlieh auch der Tanzmuſik be=
Lingter
Nden verſchiedene Lieder, die eine ſachkundige muſikaliſche
9lung in Ausſprache und Harmonik zeigten. Einen Höhepunkt
Adends bildeten die das Publikum verblüffenden Zauber=
Eſtücke des Herrn Gutmann aus Klein=Krotzenburg, der ſich
as witziger, trefflicher Karikaturen=Schnellzeichner vorſtellte
wit ſeinen im Nu entſtandenen Bildern wahre Lachſalven er=
** Hohes Alter. Sein 79. Lebensjahr vollendete geſtern
Drberlicher und geiſtiger Friſche der Weichenſteller i. R. Jak.
eund von hier.
L Neinheim. 11. Febr. Odenwaldklub. Zum Klub=
* hatten ſich zirka 12 Hetren zuſammengefunden und es wurde
die am nächſten Sonntag ſtattfindende Wanderung, die
Eisdienſt, Lager Reinheim veranſtaltete im Saalbau „Zur
8e‟
iim—Ueberau—Otzberg als Halbtageswanderung umfaßt,
** andere, den OWK. interſſierende Fragen geſprochen
Außer=
ürde ein am Dekorierungstag nicht anweſender Wanderer
Dem 12 Zeichen geſchmückt. — Arbeitsdienſt. Der NS.
acer hielt die Begrüßungsanſprache und gab der Freude
die Zahl der Beſucher Ausdruck. Der Ertrag gelte edlem
em Winterhilfswerk. Frühſvort (Gymnaſtik)
Schunfel=
attenſpiele und eine Theateraufführung: „Bellermann,
ſowie die recht gute Geſangsabteilung erhielten
all. Anſchließend fand dann noch Tanz ſtatt.
Der Stammbaum der Familie Arras.
Auf den Spuren eines alken 9denwälder
Geſchlechks.
Von Profeſſor J. Freſin, Weinheim (Bergſtr.).
Wer ſchon das Weſchnitztal aufwärts und von da zum
Ger=
ſprenztal hinübergewandert iſt, der hat unterwegs viel Schönes
und Bemerkenswertes geſehen. Beſonders haben ſich ihm die
gro=
ßen, ſtolzen Bauernhöfe eingeprägt, deren leuchtendes Weiß von
dem ſchlichten, das Auge erfreuenden dunklen Fachwerk
unterbro=
chen wird. Dieſe Gegend iſt die Heimat eines mannhaften
Oden=
wälder Geſchlechts, deſſen Mitglieder heute ſicher nach Hunderten
zählen und deſſen Vorfahren ſicher das Blut aller Altodenwälder
Familien in ſich aufgenommen haben. Es iſt dies die Familie
Arras; ihr auffallender, klangvoller Name prägt ſich jedem
ein, der ihn hört beſonders den Frontſoldaten erinnert er an die
nordfranzöſiſche Stadt Arras, in deren Nähe die heißumkämpfte
Lorettohöhe liegt.
Ob dieſe Stadt die Heimat dieſes Geſchlechts iſt, wird eine
ſpätere Unterſuchung ergeben. Zwar nimmt die Familientradition
jene franzöſiſche Stadt als Geburtsort desjenigen Auswanderers
an, der in früheren Jahrhunderten im Odenwald eine neue
Hei=
mat gefunden habe.
Jedoch ſtehen dieſer Anſicht zwei Tatſachen entgegen. Erſtens
wird der Name in den älteſten Urkunden der Gemeinden
Neun=
kirchen und Reichelsheim ſtets Areß oder Arreß geſchrieben, und
tatſächlich wird er auch im Volke ſo ausgeſprochen; und zweitens
findet ſich in einem Bauernhof in Mittel=Gerſprenz. der den
volks=
tümlichen Namen Ares=Scholze=Hof führt, auf einem alten
zer=
brochenen Pfeifenkopf die Inſchrift: „Wappen der Familie
Arras, ſtammtaus der Schweiz.” Im ſchwarzen
Wappen=
ſchilde ſelbſt verläuft von links nach rechts ein breites, ſilbernes
Band, und die Helmzier des goldenen, gehörnten Helmes iſt eine
rote Flamme.
Wenn auch heute die Heimat der Familie und die Bedeutung
ihres Namens noch nicht bekannt ſind, ſo iſt doch erwieſen, daß die
Familie ſchon um das Jahr 1620. alſo zu Beginn des
Dreißigjäh=
rigen Krieges, in ſechs Zweigen in der Reichelsheimer Gegend
beheimatet war, und zwar in Reichelsheim ſelbſt, in
Oberklein=
gumpen, Bockenrod, Rohrbach, Unter= und Ober=Oſtern. Es iſt
anzunehmen, daß alle dieſe Zweige blutsverwandt ſind und auf
einen gemeinſamen Stammpater zurückgehen, der vielleicht um das
Jahr 1500 in jene Gegend eingewandert iſt. Hoffentlich geben die
ſtaatlichen Archive über ihn und ſeine Heimat nähere Auskunft.
Beſonders bemerkenswert iſt der Oberklein=Gumpener Zweig
der Familie. Ein blitzblanker, freundlicher Hof. der „Ares=
Hanams=Hof” iſt ſein Stammhaus. Schon im Jahre 1620 ſaß
auf ihm Hans Areß, deſſen Geburtsjahr noch in die Zeit vor 1595
fallen muß. Ihn erwähnt Herr Pfarrer von der Au=Reichelsheim
in ſeinem wertvollen Büchlein über die Geſchichte Reichelsheim
im Dreißigjährigen Krieg. Auf Hans Areß verweiſt auch der
älteſte Neunkirchener Kirchenbucheintrag von 1639, in welchem
Fe. Reichelsheim, 11. Febr. Die Kapelle der
Stan=
darte 433 hatte im Saale „Zum Adler”, Reichelsheim.
Probe=
ſtunde. Alle Neugierigen, die ungerufen kamen und ebenfalls Platz
nahmen im Saal, haben ſich ſehr lobenswert ausgeſprochen. Die
Standarte 433 hat in dem Kapellmeiſter Kollbacher einen ſehr
tüchtigen Muſikzugführer gefunden. — Die
Generalver=
ſammlung des hieſigen Militär= und
Veteranen=
vereins im Gaſthaus „Zum Adler” war von zirka 60 Perſonen
beſucht. Der Vereinsführer Fröhlich begrüßte alle Anweſenden
und gab einen kurzen Bericht über die Tätigkeit des Vereins im
verfloſſenen Jahr. Es wurden ſieben Vorſtandsſitzungen
abgehal=
ten und zwei Beſprechungen, die nicht zu Protokoll genommen
wurden. Einem Kameraden konnte das Abzeichen für 50jährige
und drei bzw. vier Kameraden das Abzeichen für 40jährige und
einem Kameraden für 25jährige Mitgliedſchaft ausgehändigt
werden. Kamerad, Bauinſpektor Böhm, dankte im Namen aller
Jubilare dem Vereinsführer und lobte die große Kameradſchaft
und Geſelligkeit aller Kameraden. Als Ehrenmitglieder wurden
ernamnt: J. Trautmann und Ph. Krämer für ihre dem
Verein zu jeder Zeit geleiſteten Dienſte, beſonders während des
großen Krieges, wo die meiſten Kameraden im Felde ſtanden.
Sonſt iſt noch weſentlich, daß der Bezirk Reinheim=Reichelsheim
aufgelöſt wurde und der Verein Reichelsheim zu dem Bezirk
Bens=
heim kam. Erwähnt ſei noch die Jungſchützenabteilung, die auf
dem Bezirksſchießen den erſten Preis erhielt. Mit einem Sieg=
Heil auf den Führer ſchloß der Vereinsführer die Verſammlung,
nachdem er vorher noch zu dem am nächſten Sonntag im Gaſthaus
Weimar ſtattfindenden geſchloſſenen Ball eingeladen hatte.
„Frühling‟
in jeder Hahreszeit!
Ob Frühling, Sommer, Herbſt oder Winter:
Auf die wundervolle Knorr Frühling=
Suppe brauchen Sie nie zu verzichten!
Die=
ſer Knorr=Suppe mit den vielerlei Gemüſen
merken Sie im Ausſehen und Geſchmack ſo*
recht die „hausfrauliche Zubereitungsart” 8
an; ſie wird ſchon nach dem erſten
Ver=
ſuch auch Ihre Lieblingsſuppe werben!
1 Würfel — 2 reichliche Teller — 10 Pfg.
Schon ſeit 50 Hahren:
Nokz Suppen=gute Suppen!
Cd. Michelſtadt, 11. Febr. Deutſcher Abend beim
Arbeitsdienſt. Daß der Arbeitsdienſt von ſeinem Sportfeſt
im vergangenen Jahre hier noch in beſter Erinnerung ſteht
be=
wies der überfüllte Saal des Schmerkers Garten beim Deutſchen
Abend der Abteilung 6/256 Beerfelden. Nach einleitenden
ſchnei=
digen Märſchen, geſpielt durch die Kapelle der Gruppe 256
Die=
durg marſchierte unter den Klängen des Badenweiler Marſches
die Fahnenabordnung ein. Der Leiter des Abends begrüßte die
Häſte und Kameraden. Nach einem Theaterſtück: „Trutz, Tod und
Teufel”, ein Spiel von Freiheit und Geſetz, zeigte dann die
Sport=
abteilung, daß auch die körperliche Ertüchtigung nicht
vernachläſ=
ſigt wird. In Kugelgymnaſtik und Bodenturnen zeigten die jungen
Arbeitsſoldaten des Dritten Reiches ihre körperliche Gewandtheit.
Drei lebende Bilder verſinnbildlichten: Knechtſchaft. Kampf und
Sieg des deutſchen Volkes. Einen kurzen, aber eindrucksvollen
Ausſchnitt aus den letzten 15 Jahren gab „Das junge Deutſchland
narſchiert‟ Die ganze Veranſtaltung wurde umrahmt und
aus=
geſchmückt durch die flotten Marſchweiſen der Kapelle. Den
Ab=
chluß des offiziellen Teiles bildete ein feierliches Treuegelöbnis
einer Abteilung des Arbeitsdienſtes, das dann ausklang in das
Horſt=Weſſel=Lied, worin die Zuhörer begeiſtert einſtimmten.
An=
ſchließend kamen dann auch noch die Tanzluſtigen ausgiebig zu
ihrem Recht.
As. Erbach, 11 Febr. Heimatabend. Die Stelle für
Volksbildung und Volkserziehung innerhalb der NSDAP der
Ortsgruppe Erbach trat zum erſtenmal gemeinſam mit dem
Orts=
ring Erbach des Reichsbundes für Volkstum und Heimat mit
einem wohlgelungenen Heimatabend an die Oeffentlichkeit.
Sämtliche Darbietungen waren auf die Begriffe Volkstum und
Heimat abgeſtimmt. Die drei hieſigen Geſangvereine, die
Tanz=
gruppe der NS. Gemeinſchaft „Kraft durch Freude” und eine
Hauskapelle hatten ihre Mitwirkung zugeſagt. Nach einem
ge=
meinſamen Lied und nach Vorführung zweier Tänze durch die
Tanzgruppe in ihrer ſchmucken Odenwälder Tracht ſprach der
Ortsringleiter, Herr Rektor Weber, über die Aufgaben des
Jahre ſein Sohn Balthaſar, ſich mit Helena Weinmayr vermählt.
Heute wohnt die Familie Arras nachweisbar, ſchon in der
elften Generation auf dieſem Hof, der in ſchweren Zeiten, als es
noch kein Erbhofgeſetz gab, ſtets ein Erbhof geblieben iſt. V
Freude und berechtigtem Selbſtvertrauen zeigt uns der heutige
Erbhofbauer, Nikolaus Arras, ſein Wohnhaus, über deſſen
Ein=
gang eine Inſchrift auf einem eichenen Balken den Namen des
Erbauers trägt. Johann Adam Arras und ſeine Frau Anna
Mar=
garethe Hoffarth. Er iſt, wie uns das Neunkirchener Kirchenbuch
verrät, im Jahre 1759 geboren und baute im Alter von 42 Jahren
dieſes neue Wohnhaus. Er war der Ur=Ur=Großvater des heutigen
Erbhofbauern. Er war es auch, der dem Hof und ſeinen Inſaſſen
den Namen gab, bei’s Ares=Hanam’s, das heißt bei Arras. Johann
Adam.
Im rechten Winkel zum Wohnhaus ſteht heute noch wie vor
zweihundert Jahren die alte Scheune, deren Balken auch eine
be=
merkenswerte Inſchrift trägt: „Die Schein hat erbauet Adam
Ares im Jahre Anno 1729.‟ Dies war der Großvater des vorhin
genannten Johann Adam und der Urenkel des uns bekannten
Stammpaters Hans deſſen Geburtsjahr in die Zeit vor
1595 zurückreicht. Auch die Stallſcheune trägt die Inſchrift
eines Hofbauern, des Johann Adam Arras, der ſie im Jahre
1857 erbaute.
Ueber dreihundert Jahre lang ſitzt ſo die Familie auf dieſem
Hof und hat auf ihm Freude und Leid erlebt. Von dieſem Zweig
ſtammen nachweisbar die Angehörigen der Familie ab, die heute
in Laudenau, Mittel=Gerſprenz. Reichelsheim, Erzbach Hemsbach
und anderwärts wohnen. Es wird zwar ein großes Stück Arbeit
ſein, bis alle Familienmitglieder ermittelt und einem
gemein=
ſamen Stammbaum eingefügt werden können. Damit dieſe
Ar=
beit erleichtert werde, empfiehlt es ſich, daß alle Angehörige, die
alte Familienurkunden oder bemerkenswerte Familienſtücke ihr
eigen nennen, dies Hermann Arras, in Hemsbach a. d. B.
mit=
teilen, denn auf dieſe Weiſe, kann manche Unklarheit beſeitigt
werden. Man bewahre aber dieſe Familienſtücke gut auf. ebenſo
wie alle erreichbaren Aufſätze in Zeitſchriften, Zeitungen und
Büchern, in denen die Familie oder ihr Name erwähnt ſind. Denn
ſie ſollen dazu beitragen, den Familienſinn und Familienſtolz zu
heben!
Strahlend vor Glück und Begeiſterung vernehmen die Inſaſſen
des ſchönen Hofes in Oberkleingumpen den Bericht, der ihnen aus
den Kirchenbüchern gegeben werden kann.
Damit aber dieſes ſchöne Gefühl geweckt werde und auch wach
bleibe, iſt beabſichtigt, jährlich einmal in der Frühlingszeit einen
Familientag zu veranſtalten, einen ſogenannten „Arras=Tag”.
auf dem ſich alle Mitglieder der Familien Arras in
Neunkir=
chen treffen mögen, zu deſſen Kirchſpiel das Ober=Klein=
Gum=
pener Stammhaus bis zu dieſem Jahre gehört hat. Am zweiten
Pfingſtfeiertag 1935 ſoll zum erſtenmal dieſe
Familienzuſammen=
kunft ſtattfinden, die dann Tradition und das ſchönſte Feſt der
Familie werden möge.
Es wird darauf aufmerkſam gemacht, daß am Sonntag, den
5. Mai, in Reichelsheim im Gaſthaus „Zum Schwanen” nochmals
eine Zuſammenkunft der Familien Arras ſtattfindet.
Reichsbundes wie ſie in ihren fünf Sachgebieten zuſammengefaßt
ſind. Das Gedicht „Moi Erbach” von Greta Bickelhaupt leitete
über zu dem intereſſanten Vortrag des Ortsringleiters über die
Frühgeſchichte unſerer Heimat. In einem
geſchicht=
lichen Längsſchnitt wurden wir bis in die Zeit geführt, in der
Erbach zum erſten Male in der Geſchichte genannt wird. Reicher
Beifall lohnte die intereſſanten Ausführungen. Mit verſchiedenen
Chören der beiden Männergeſangvereine und einem gemeinſamen
Lied fand der erſte Teil des Programms ſeinen Abſchluß. Im
Mittelpunkt des zweiten Teils, der ebenfalls von Darbietungen
der Geſangvereine und der Tanzgruppe umrahmt war, ſtand die
Aufführung des Odenwälder Volksſtückes „Der
Krichdern=
chesbam” verfaßt von dem Odenwalddichter Buxbaum.
Büh=
nenbild und Spiel waren erſtklaſſig. Der Kirchenchor wartete
an=
ſchließend mit zwei Heimatliedern auf. Bereits in vorgerückter
Stunde ließen zwei Nachtwächter in „ihrem Wächterruf ihre
Stimmen ertönen. Das Schlußwort ſprach Ortsgruppenleiter
Heim, der den Beſtrebungen der beiden Organiſationen die
größte Unterſtützung ſeitens der Partei zuſicherte. Auf das
drei=
fache Sieg=Heil auf Volk, Vaterland und Führer folgte der Geſang
des Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Liedes. — Die
Jahres=
hauptverſammlung der NS. Frauenſchaft fand im
Kaffee Glenz ſtatt. Nach einem gemeinſamen Lied nahm Frau
Nodnagel die Vereidigung der neuen Mitglieder vor.
An=
ſchließend erſtattete die Führerin einen ausführlichen Jahres=
und Kaſſenbericht. Nach Erledigung des offiziellen Teiles ſand
ein gemütliches Beiſammenſein bei Kaffee und Kuchen ſtatt, bei
dem Geſangs= und Muſikvorträge miteinander abwechſelten.
Reichsſtatthalter Sprenger in Erbach. Am
Sams=
tag nachmittag ſtattete Reichsſtatthalter Sprenger unſerem
Kreis=
ſtädtchen einen Beſuch ab. In ſeiner Begleitung befanden ſich der
ſtellvertretende Gauleiter, Regierungsrat Reiner, ferner der
Chef des Perſonalamtes, Direktor Löwer. Nach dem Beſuch
der Elfenbeinwerkſtätte des Künſtlers Otto Glenz brachte das
Jungvolk den Gäſten ein Ständchen. Als Anerkennung überreichte
Herr Sprenger den drei Jungvolkzügen zur Ausſchmückung ihrer
Heime je ein Bild eigenhändiger Unterſchrift und eine
Geld=
ſpende.
Reichelsheim i. Odw., 9. Febr. Familientag. Als
Auf=
takt eines großen, auf den 2. Pfingſtfeiertag feſtgeſetzten
Familien=
tages der geſamten Odenwälder Familie Arras fand am letzten
Sonntag hier im „Schwanen” eine vorbereitende Sitzung von
An=
gehörigen dieſer Familie ſtatt. Nicht weniger als 30 Männer
die=
ſes alteingeſeſſenen Geſchlechts, die aus den verſchiedenſten
Ort=
ſchaften unſerer Umgebung ſtammen, hatten ſich dazu eingefunden,
um den rieſigen Stammbaum der Familie in Augenſchein zu
neh=
men. Profeſſor Freſin aus Weinheim begrüßte die Anweſenden
und kam in einer kurzen Anſprache auf die Geſchichte und
mut=
maßliche Heimat der Familie zu ſprechen und wies auf den
Fa=
milientag an Pfingſten hin, zu dem alles was Arras heißt,
männ=
lichen und weiblichen Geſchlechts, ſich in Neunkirchen im Odenwald
einfinden wird. Zwar ſind einige Zweige der Familie noch nicht
in den bis jetzt gefundenen Stammbaum eingefügt, aber bis zum
Familientag hofft man, auch dieſe Arbeit fertigzuſtellen. Eine
ganze Reihe Männer arbeitet auf dieſes Ziel hin. Neben dem
Redner und den Bürgermeiſtern von Erzbach. Rohrbach und
Ober=
bſtern ſind beſonders Verlagsleiter Hermann Arras aus
Hems=
bach und Schriftleiter Hugo Diesbach=Arras aus Weinheim
in dieſem Sinne tätig. Sie waren am Sonntag mittag ſtändig
damit beſchäftigt, den Stammbaum zu ergänzen.
m. Beerfelden, 10. Nov. Beamtentagung. Die NS.
Be=
amtenſchaft von hier und Umgebung war einer Einladung in den
Grabſchen Saal ſehr zahlreich gefolgt und hörte nach der
Eröff=
nung durch den Hauptvertrauensmann Schmehl=Beerfelden
einen Vortrag des ſtellvertretenden Kreisleiters der
Beamten=
ſchaft. Michel=Erbach, über die Bedeutung des 30. Januar 1933.
Nach einer kurzen Pauſe ſprach Pg. Falter=Darmſtadt über das
Preſſeweſen. Redner verfolgte die Entwicklung derſelben bis in
ſeine erſten Anfänge und wußte dem geſchichtlichen Werden
aller=
lei intereſſante Erklärungen beizufügen. Als dritter Redner ſprach
Pg. Krämer=Beerfelden über die Entwicklung der NS.=Preſſe.
Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer fand der
intereſ=
ſante Abend ſeinen Abſchluß.
Lampertheim. 11. Febr. In der Badewanne
ertrun=
ken. Der 23jährige Adam Schneller war von der Grippe
be=
fallen und wollte deshalb ein Schwitzbad nehmen wozu er ſich
ins Badezimmer begab. Nachdem er längere Zeit nicht
zurück=
kam. riefen die Angehörigen nach ihm. ohne jedoch Antwort zu
erhalten. Als man daraufhin die verſchloſſene Tür eindrückte,
fand man den jungen Mann leblos in der Badewanne. Der
Un=
lückliche hatte in der Wanne einen Ohnmachtsanfall erlitten
und war ertrunken.
Aus Oberheſſen.
Gießen, 11. Febr. Von ſeinem Zug überfahren.
Der Zugführer Heinrich Spengel aus Hungen ſtürzte Montag früh
gegen 6.15 Uhr auf der Eiſenbahnhalteſtelle Erdkauterweg in
Gießen von dem Perſonenzug ab, den er nach Gießen führen ſollte.
Der Beamte kam dahei ſo unglücklich unter die Räder der Wagen,
daß ihm das rechte Bein faſt ganz abgefahren und das linke Bein
gebrochen wurde. In der Chirurgiſchen Klinik mußte dem Ver
unglückten das rechte Bein amputiert werden. Sein Befinden
iſt ernſt.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite — Nr. 43
Dienstag, 12. Februar 1
Reich und Ausland.
Augenzeugenberichk.
Aachen. Zu dem Grubenunglück bei
Kohl=
ſcheid erfahren wir noch folgende Einzelheiten:
Der gerettete Bergmann Franz Simons, dem
es im letzten Augenblick gelang, ſich vor den
her=
einbrechenden Waſſermaſſen in Sicherheit zu
bringen, erzählte über den Hergang des Unglücks
folgendes: „Ich hatte gegen 19.15 Uhr mein
But=
terbrot gegeſſen und war dann wieder an die
Ar=
beit gegangen. Beim Hauen der Kohle hörte ich
plötzlich — es mag 19.45 Uhr geweſen ſein — ein
knallähnliches Geräuſch. Kurz hinterher bemerkte
ich, daß irgendwo Geröll herunterfiel. Nachdem
ich meinen Arbeitskameraden zugerufen hatte, daß
oben etwas nicht ſtimme, ſchnappte ich meine
Lampe und ſehe, als ich nach oben komme, das
Waſſer die Rutſche herunterlaufen Ich rief noch
ſchnell: „Waſſer!” nahm mir meine Stempel und
ſahn im gleichen Augenblick, wie zwei Bergleute
im Waſſer herunterfielen. Als der erſte
Waſſer=
ſturz etwas nachgelaſſen hatte, bin ich über das
Luftrohr geſprungen und habe mich auf einen
Blindort gerettet. Auf einem Waſſerrohr bin ich
dann an den Ort Nummer 2 heraufgeſtiegen. Bis
gegen 21.30 Uhr habe ich auf dem Rohr geſeſſen
und Klopfzeigen gegeben. Als das Waſſer etwas
nachließ, erreichten mich die
Rettungsmannſchaf=
ten. Nachdem mich meine Retter in Sicherheit
ge=
bracht hatten, drangen ſie weiter vor."
Der gerettete Bergmann hat eine leichte
Quetſchung in der rechten Hüfte davongetragen.
Ein Hauer Mertinelli, der ſich ebenfalls retten
konnte, wurde am Kopf verletzt.
Die Aufbruchſtelle ſelbſt iſt vorläufig mit
Stempeln und anderem Material abgedichtet.
Weiter ſind an verſchiedenen benachbarten Stellen
Dämme aus Brechbergen. aufgerichtet.
Die beiden Fahrjungen, die auf einer Kiſte
ſaßen und ihr Butterbrot verzehrten, bemerkten
einen kalten Luftzug und ſahen wenige
Sekun=
den ſpäter das Waſſer kommen. Der gerettete
Hauer Mertinelli war von dem Waſſer
wegge=
ſpült worden und im Schlamm ſtecken geblieben.
Als die beiden Fahrjungen ihn bemerkten, eilten
ſie zu Hilfe und vermochten mit vereinten Kräften
den Hauer aus ſeiner gefährlichen Lage zu
be=
freien.
Das Waſſer an der Bruchſtelle iſt bis morgens
2.30 Uhr in einem fort ausgelaufen. Der
natür=
liche Zuſtrom ließ dann, nachdem ihm von den
Rettungsmannſchaften entgegengearbeitet worden
war, nach. Was bis dahin in den Sumpf
abge=
laufen war, konnte von den Pumpen bewältigt
werden.
4000 Reichsmark für die Hinkerbliebenen
des Aachener Unglücks aus der Skiftung
Apſer der Arbeit”.
Berlin. Die Stiftung für die Opfer der
Arbeit hat den Hinterbliebenen des
Grubenun=
glücks bei Aachen einen Betrag von 4000 RM.
zur Linderung der erſten Not überwieſen.
Bekanntlich iſt die Stiftung „Opfer der
Ar=
beit” vom Führer ſelbſt am 1. Mai 1933 ins
Le=
ben gerufen worden. Sie dient der Steuerung der
Not von Opfern der Arbeit und ihrer
Hinter=
bliebenen. Die Stiftung wird vom
Reichsmini=
ſterium für Volksaufklärung und Propaganda
verwaltet. Spenden für die Stiftung können an
das Poſtſcheckkonto Nr. 120 der Reichskreditanſtalt
Berlin unter der Bezeichnung: „Für Stiftung
Opfer der Arbeit” eingezahlt werden.
Eines der ſchönſten deutſchen
Bau=
denkmäler der Golik 700 Jahre alt.
ſtein für General von
Auf dem Invaliden=Friedhof in der Scharnhorſtſtraße in Berlin wurde am Samstag ein
Gedenk=
ſtein für den vor einem Jahr geſtorbenen Präſidenten des Kyffhäuſerbundes, General der Artillerie
von Horn, feierlich eingeweiht. Die Weiherede ſprach, wie unſer Bild zeigt, der Führer des
Kyff=
häuſerbundes, Oberſt a. D. Reinhard.
Todesſtrafe gegen Hauplm in
beankragl.
Flemington. Wie zu erwarten
wa=
dierte der Staatsanwalt im Hauptmann
auf die Todesſtrafe durch den Elektriſchen ihl
Das Plädoyer beſtand ausſchließlich aus mer
logiſchen Zuſammenreihung der gegen Haup ann
zuſammengetragenen Indizien, die, wie Der
Staatsanwalt behauptete, einwandfrei die huld
Hauptmanns erwieſen. Der Angeklagte Tgte
den Ausführungen des Staatsanwalts mit
rö=
tetem Geſicht und ineinandergeſchlagener
Alr=
men, wobei er ſeinen Blick fortgeſetzt auf d
Ge=
ſchworenenbank richtete, um zu beobachter ie
die Geſchworenen auf die Rede des Sta
walts reagieren.
Nach der Rede des Staatsanwalts plie
der Verteidiger Hauptmanns auf Freiſpru ſan
betonte, daß die Beweisführung gegen ſtpt
mann vollſtändig mißglückt ſei. Der Vert iger
zitierte hierbei lange Abſchnitte aus der fbe
und der amerikaniſchen Verfaſſung.
Erſtes Bild von der Lawinenkataſtrophe in Graubünden.
Das Schweizer Dorf St. Antönien im Prättigau (Graubünden) wurde von einer ſchweren
Lawinen=
kataſtrophe heimgeſucht. Mehrere Viehſtälle und Heuſchober wurden umgeriſſen, außerdem die
An=
weſen der Familien Flütſch=Fauſch und Thöny=Flütſch, wodurch ſieben Perſonen getötet wurden.
Auf unſerem Bild ſieht man die Rettungsmannſchaften bei der Bergung der Toten aus den
Trüm=
mern der zerſtörten Häuſer.
Neben der Liebfrauenkirche zu Trier iſt die
Eliſa=
bethkirche in Marburg der früheſte Bau
Deutſch=
lands, in dem die Gotik zu einem einheitlichen
und abgeklärten Ausdruck kam. In dieſem Jahre
kann die Eliſabethkirche ihr 700=Jahr=Jubiläum
feiern. Sie wurde am 14. Auguſt 1235 von der
Deutſch=Ordens=Niederlaſſung gegründet und war
als Wallfahrtskirche dem Gedenken der vier Jahre
) geweiht.
vorher verſtorbenen Heiligen (
Raubmord an einer Sechzigjährigen.
Riedlingen (Oberſchwaben). Im
benach=
barten Erisdorf wurde am Sonntag die etwa
60 Jahre alte, ledige, allein in ihrem Hauſe
woh=
nende Kreſzentia König erſchlagen im Bett tot
aufgefunden. Die Haustür ſtand offen. Das
Fen=
ſter war eingedrückt und alle Behältniſſe in der
Wohnung waren durchwühlt, ebenſo der kleine
Kramladen, den die Frau inne hatte. Der
Mör=
der konnte durch einen Förſter in einem Walde
in der Umgebung feſtgenommen und der
Staats=
anwaltſchaft übergeben werden. Es handelt ſich
um den mehrmals vorbeſtraften Bruno
Weiß=
haupt aus Erisdorf; Weißhaupt hat die Tat
be=
reits geſtanden.
Goethe=Medaille
für Oberbaurat Stübben, Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M. Der Führer und
Reichs=
kanzler hat durch Urkunde vom 10. Februar 1935
dem Geheimen Oberbaurat Dr.=Ing. h. c.
Her=
mann Joſef Stübben in Frankfurt a. M.
anläß=
lich ſeines 90. Geburtstages am 10. d. M., in
An=
erkennung ſeiner Verdienſte auf dem Gebiet der
Städtebaukunſt im In= und Ausland die von dem
Herrn Reichspräſidenten v. Hindenburg geſtiftete
Goethe=Medaille für Wiſſenſchaft und Kunſt
ver=
liehen.
Wertvolle Stiche geſtohlen.
Frankfurt a. M. Aus einer hieſigen
Kunſt=
handlung ſind zwei wertvolle Stiche entwendet
worden. Es handelt ſich um einen Stich mit dem
Kopf Napoleons I., der andere ſtellt die
Enthaup=
tung des Königs von England aus dem Jahre
1634 dar. An der unteren Stelle des letzteren
Stichs ſind annähernd 30 Namen in engliſcher
Sprache eingezeichnet. Von dem „Kunſtfreund”
hat man noch keine Spur.
Zwei Knaben ertrunken.
Hadersleben. Der zehnjährige Fred
Niel=
ſen brach am Sonntag auf dem „Damm” durch
das Eis. Ein zwölfjähriger Schulfreund
ver=
ſuchte ihn zu retten, verſank aber ebenfalls in den
Fluten. Die Leichen beider Kinder ſind geborgen
worden.
Skrenge Kälke in Schleſien.
Breslau. In der Nacht zum Sonntag hat
ſich im Bereich abſinkender kontinental=arktiſcher
Kaltluft der Froſt in Schleſien allgemein weiter
verſchärft. Auch im Flachlande wurden vielfach
minus 20 Grad als Tiefſttemperatur erreicht.
Schweidnitz meldet minus 23 Grad, Görbersdorf
minus 24 Grad, Bad Kudowa minus 25 Grad,
Groß=Iſer ſogar minus 27 Grad.
Die Jagd nach dem enkflohenen Gfken
Zeitvertreib der Aſtors.
Auf der Jagd nach ihrem Gatten, dem
mi=
ſchen Boxer E. Fiermonte, iſt die amerit äſche
Millionärin Magdalene Aſtor in Neapel
inge=
troffen. Die beiden hatten ſich vor einige
Fah=
ren am Strande von Florida kennen geler und
ſich ſo ineinander verliebt, daß Fiermon der
mit einer Tochter des Fakirs Manetti verlJate
war, ſich ſcheiden ließ, um die Millionäᛋ= zu
heiraten. Frau Aſtor hatte ihn in die vo ſhme
Geſellſchaft New Yorks eingeführt, wo er
doch nicht wohlfühlte. Das Heimweh naſden
alten Freunden und der Boxwelt gewan
Oberhand, und Ende Januar brannte er midem
Dampfer „Roma” durch. Er dachte berei der
Millionärin entflohen zu ſein, als ſie miſhrer
Sekretärin auf dem gleichen Dampfer auf ichte.
Die Vermittlung des Kapitäns brachte mach
einer Woche eine Verſöhnung der Gat
ſtande, die nicht von langer Dauer war, dm in
Algier verließ Fiermonte heimlich das Sch und
fuhr mit einem holländiſchen Dampfer nad enua
weiter. In Rom erwartete ihn ſehnſüchti ſeine
erſte Frau mit ihrem Sohn. Frau Aſtor / da
gegen nervenkrank in Neapel eingetroffen" ſ hat
die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den
ſider=
ſpenſtigen Boxer für ſich zurückzugewinnen
Schwere Sporkunfälle in Oeſter ch.
Wien. Der vorgeſtrige Sonntag hat ſeder
ſchwere Opfer des Winterſports gefordert lund
300 Wiener Sportleute ſind bei der Au bung
des weißen Sports verletzt worden, davor inige
ſchwer. Tauſende waren trotz des eiſigen indes
und der Vereiſung des Skigeländes in die ſihere
und weitere Umgebung von Wien hinaus ſogen.
Die Wiener Freiwillige Rettungsgeſellſch hatte
am Sonntag einen wahren Großkampfta=
Hikewelle am Kaſpiſchen me*
Moskau. Nach einer Meldung au Baku/
herrſcht dort ſtarke Hitze. Am Kaſpiſchen Der
er=
reichte das Thermometer vorgeſtern 25 G= Celſ,
In verſchiedenen Teilen Aſerbeidſchans ſit /Obſt
und Gemüſe, beſonders Erdbeeren, zur
langt.
Der Flieger Jgnatow aufgefunden.
Moskau. Der ruſſiſche Flieger I
der am Freitag zur Suche nach dem ve
denen Flugzeug des Piloten Golubew a
gen iſt und von dem weither ebenfalls
Nachricht fehlte, wurde am Samstag am
Fluß im Archangelſk=Gebiet aufgefunden.
Brennſtoffmangels hatte er notlanden
Die Maſchine blieb dabei nach ruſſiſchen a
Mitteilungen unbeſchädigt. Ueber das
des verſchollenen Fliegers liegen auch j
keine Nachrichten vor. Alle Nachforſchung
Flieger und Skiläufer blieben, bisher e
Auf Anordnung der Regierung wird di
aber fortgeſetzt.
Fünf Schulkinder von Wölfen verſchlu
Moskau. In der Nähe von Irkutſk
fünf auf dem Heimweg von der Schule be
Kinder von Wölfen überfallen und verſe
Der Hunger der Beſtien war ſo groß, da
gar das Lederzeug der Schultaſchen auf
katow,
ſwun=
geſtie
geſtie=
dwede
ſorna=
Vege
üüiſſet
liche,
bickſal
noch
durch
Hglo=
Suche
eu.
urde
dlich
Unge
ſie
ßei
Der erſte dreiachſige Laftwagen mit Dampfbekrieb=
Die Bemühungen zur Unabhängigmachung des deutſchen Kraftverkehrs von den ausländiſche
ſtoffen haben zu einem ſchönen Erfolg geführt. Soeben wurde in Hamburg der erſte d.
Dampflaſtwagen in Betrieb genommen. Die Dampferzeugung wird mit Braun=Teeröl vorge
alſo einem deutſchen Erzeugnis. Der Dampfkeſſel befindet ſich hinter dem Fahrerſik
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 43 — Seite g
In dem weit über ein Jahrtauſend dauernden Kampfe um
den geſamten deutſchen Oſten iſt das Deutſchordensland — das
zeutige Oſtpreußen — einer der hellſten Steine in der Krone
geutſcher Kultur. Es iſt deshalb erklärlich, daß bei näherer
Be=
rachtung faſt jede Deutſchordensburg und jede Deutſchordensſtadt
uns geſchichtlich intereſſante und oft hochbedeutende Begebenheiten
rzählen kann.
In herrlicher Umgebung, von gärtneriſchen Anlagen
einge=
apmt, liegt die heute achttauſend Einwohner zählende Kreisſtadt
Zartenſtein an der Alle. Der Deutſche Orden hatte ſeine
Erobe=
ungszüge zunächſt längs der Waſſerſtraßen der Weichſel und
Togat, dann der Küſte des Friſchen Haffs entlang gemacht; als
r dann zum erſten Male einen weiteren Vorſtoß ins Binnenland
nternahm und daſelbſt Burgen errichtete, wurde auch die Burg
zartenſtein an einer Flußſchlinge des Alle=Fluſſes im Jahre 1241
rbgut, Hatte auch Dietrich von Altenburg, der Komtur von Balga,
hon um das Schloß Bartenſtein eine Stadt gegründet, ſo kann
ls eigentliches Gründungsjahr dieſer Stadt — der Hauptſtadt des
lten Bartenlandes — doch erſt das Jahr 1332 angenommen
wer=
en, denn vom 17. Februar 1332 iſt das Privileg oder die Stadt=
1ö rkunde Bartenſteins datiert. Damals mehr Marktplatz als Stadt,
rſant aben viele Verkaufsbuden, zwei über die Alle führende Brücken
eit nd der Marktplatz, auf den Straßen einmündeten, ein Bild von
Ter unter dem Schutze des Ordensſchloſſes ſtehenden Stadt
Barten=
ein, in der Jahrmärkte abgehalten wurden. Im Jahre 1354
ſurde die Stadt mit einer Mauer umgeben. Die in der Mitte des
veiheſt 1. Jahrhunderts erbaute Hauptkirche war urſprünglich als
Ba=
ſrſt lika gedacht, ihre dreiſchiffige Anlage mit dem ſehr
beachtens=
wne erten mehrſeitigen Chorſchluß iſt noch erhalten. Außer dem
e ſich oſpital gab es in Bartenſtein noch ein Beguinenhaus, das bei
ſuch er Reformation aufgehoben nud der Stadtkirche geſchenkt wurde,
nuit e es im Jahre 1570 verkauft hat, weil die Unterhaltungskoſten
ſit hoch waren. Die Beguinen waren eigentlich nicht Nonnen, da
us jederzeit aus dem Orden austreten und heiraten konnten; für
galt auch das Gelübde der Armut nicht, ſondern nur das Ge=
Mict ibde des Gehorſams gegen die erwählte Meiſterin; die
Beguinen=
jufer waren Verſorgungsſtätten für alleinſtehende Frauen, die
ſteſſ h durch Einkaufsgeld ein Anrecht auf Wohnung und Heizung
warben.
Das „Leunenburger Tor” bildete für Bartenſtein den
Aus=
ing nach Litauen, das noch heute im höchſten Maße impoſant
irkende, um 1411 erbaute und von der Energie des Deutſchen
rdens als Städtegründer zeugende „Heilsberger Tor” öffnete
rStadt Bartenſtein einerſeits den Weg ins Ermeland und weiter
ich Polen und andererſeits nach Elbing und Danzig; das dritte,
ts „Königsberger Tor”, wies den Weg nach Norden.
Es iſt nicht überliefert, want und von wem die Burg
Barten=
ein zerſtört worden iſt; nach ihrer Zerſtörung wurde das Amt
ſres Pflegers von Preußiſch=Eylau aus verwaltet.
In Bartenſtein wurden wiederholt Konferenzen zwiſchen
Ver=
gelern des Deutſchen Ordens und Vertretern des Biſchofs von
Eimeland abgehalten, und da der Hochmeiſter im Jahre 1501 in
buienſtein einen Landtag abhielt, ſo iſt darauf zu ſchließen, daß
Stadt Bartenſtein eine vergleichsweiſe angeſehene Stellung
nnahm; bezeichnend hierfür iſt, daß nach der Einführung der
eſormation der Rat der Stadt Bartenſtein in einer Eingabe
irtenſtein als „das Hauptſtädtlein des Hinterlandes” nennt.
KOMAM VoN z. NSTERBERG:
Nachdruck verboten.
„Gewiß. Ich halte Herrn Geheimrat in Geldangelegenheiten
durchaus zuverläſſig.”
„Sehr ſchön.” — Eine Minute lang paffte der Geheimrat an
acl ner Zigarre mit einem Eifer, als gäbe es für ihn auf der
elt kein wichtigeres Problem als dies, ſeine Zigarre in Brand
halten. — Plötzlich aber wandte er blitzſchnell den Kopf und
Thorſen ſcharf an. „Sie haben mich geſtern betrunken ge=
A ſcht, nicht wahr?” — „Ich?” Thorſen lächelte ſarkaſtiſch. „Ein
ich iner Irrtum, Herr v. Herm. Als ich an Ihren Tiſch trat,
be=
iden Sie ſich bereits in jenem Zuſtand, den Sie ſelbſt ſehr
e6 Teffend als Trunkenheit qualifizierten. Ihr Benehmen war
chentſprechend.”
Grübelnd und forſchend blinzelte der Geheimrat nach Thor=
* „Ja, ſagte er langſam, ſchwerfällig, „ich weiß, ich habe
bas über den Strang geſchlagen".
„Sie hatten ſtrenge Ordre ausgegeben, daß wir uns in
Geſell=
aſt als Fremde begegnen müßten, und Sie ſelbſt waren es
Sder, der die Ordre nicht befolgt hat. Es war nur gut, daß
au Mahrholm ſelbſt nicht mehr aufmerkſam genug war, um
iüt re Witze zu verſtehen.”
Entſetzt fuhr der Geheimrat auf. „Ich habe ſchlechte Witze
in Nacht?” — „Unpaſſende zumindeſt.”
„Aber Sie, Thorſen, was haben Sie denn gemacht? Sie
den den Zuſtand Frau Mahrholms ausgenützt und haben ſie
29r Zimmer geſchleppt.” Aus nunmehr ganz ſchmalen
Lid=
een blickte der Geheimrat nach oben — Thorſen war blaß
worden.
„Was iſt eine Lüge,” ſagte er hart, etwas zu ſchnell und zu
ruhig, wie ihm nachher ſchien.
Sie haben Frau Mahrholm nicht bei ſich beherbergt?”
„Nein!” Thorſen kniff den Mund ein.
„Ad haben Sie dann Frau Mahrholm nachts hingebracht?”
„a wir ſchon davon ſprechen, obwohl mir der verhörende
D Ihrer Fragen eigentümlich erſcheint, will ich Ihnen ſagen,
ich ſie in ihr Zimmer gebracht habe. Mit dieſer Auskunft
*den Sie hoffentlich zufrieden ſein?”
„eider iſt Ihre Auskunft falſch, bewußt falſch, alſo eine
* Frau Mahrholm war dieſe Nacht gar nicht in ihrem Zim=
* Wo war ſie aber, Doktor Thorſen, wenn ſie nicht in ihrem
Amner war?”
„ann müſſen Sie Ihren Gewährsmann fragen, der ſicher
9 )arüber orientiert iſt.”
iein Gewährsmann iſt das Zimmermädchen.”
Dehe, welch vornehmer Ueberwachungsdienſt!“
*orſens Worte troffen von Hohn.
„eie waren zuletzt mit ihr beiſammen, ich verlange
Aus=
aſt vomn Ihnen!”
Dachen Sie ſich doch nicht lächerlich!”
9 habe die Abſicht, Frau Mahrholm zu heiraten!” ſchrie
Leheimrat, die Beherrſchung verlierend und aufſpringend.
Stimme überſchlug ſich vor Erregung. „Ich will wiſſen,
L Sie mit ihr gemacht haben!”
D ſcheinen von der Damenhaftigkeit Ihrer zukünftigen
— in nicht ſehr überzeugt zu ſein.”
DI zu beurteilen, dürften Sie kaum in der Lage ſein.”
tbſichtsſache. Aber nun, da wir ſchon bei dem Thema „hei=
” angelangt ſind und ich das Geſpräch über Frau
Mahr=
ia uis erſchöpft betrachte, möchte ich auch einen Auftrag Gianos
Sichen. Er bat mich, Sie an Ihr Verſprechen zu erinnern
Der „Reiterkrieg” berührt und ſchädigte Bartenſtein mehr als
dies der „Städtekrieg” getan hatte; und doch war Bartenſtein
immer noch eine der bedeutendſten Städte des damals unter der
allgemeinen Wirtſchaftsdepreſſion leidenden Landes, war doch
Bartenſtein die erſte Stadt nach Königsberg, in der Biſchof Georg
von Polenz beſtrebt war, die Reformation einzuführen.
Der Stab und eine Kompagnie des Regiments Alt=Dohna
bildeten von 1698 bis 1704 die erſte Garniſon Bartenſteins; gleich
nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges wurde dem ſpäteren
Grenadier=Regiment Friedrich der Große Bartenſtein als
Garni=
ſon zugewieſen, dann vorübergehend vom Februar 1797 ab das
berühmte Regiment Courbiére, das ſpätere Grenadier=Regiment
König Wilhelm I.
In dieſem Regiment Courbiére ſtand der Major von
Schmet=
tau, dem in Bartenſtein am 26. April 1798 ſeine Tochter
Fer=
dinande geboren wurde: Wer kennt nicht die hochherzige patriotiſche
Tat Ferdinande’s von Schmettau, die — als der König zur
Be=
freiung des Vaterlandes rief und alle, alle kamen — als echtes
deutſches Mädchen ihren einzigen und ſchönſten Schmuck, ihr
wun=
derſchönes Haar, dem Vaterlande zum Opfer brachte! Es iſt nicht
unintereſſant, etwas Näheres über dieſe patriotiſche Tat zu hören.
Als der König von Preußen am 17. März 1813 in Breslau ſeinen
zündenden „Aufruf an mein Volk” erließ, befand ſich der Oberſt
von Schmettau mit ſeiner Familie in Breslau, wo bei der
dama=
ligen Verbreitungsmöglichkeit von Erlaſſen und Geſetzen dieſer
„Aufruf” zuerſt zündete. Die Staatskaſſe war infolge der
ſieben=
jährigen Fremdherrſchaft und der monatelangen Durchmärſche der
napoleoniſchen Truppen leer und in den weiteſten Volkskreiſen war
eine Verarmung eingetreten; aber das preußiſche Volk brachte das
Letzte ſeinem König: Die Bürger gaben Geld und Waffen, die
Bauern ſpannten die Pferde vom Pfluge, beluden die Wagen mit
Korn, das ſie ablieferten, andere ſandten Kleidung und die
ver=
ſchiedenſten Lebensmittel. Der Oberſt von Schmettau bot dem
Könige ſeine Dienſte an, er konnte aber wegen ſeiner durch eine
Verwundung verurſachte Invalidität nicht berückſichtigt werden.
So ſandte der Oberſt von Schmettau Geld und einen Malter Hirſe,
ſeine Frau eine Staatsſchabracke und ſeine drei älteſten Töchter
ihre Schmuckſachen; nur die Jüngſte, die fünfzehnjährige
Fer=
hinande — in der Familie Nanny genannt — beſaß nichts, was
ſie hätte geben können, worüber ſie ſehr betrübt war: da faßte ſie
den Plan, ihr wunderſchönes Haar zu verkaufen und den dafür
erzielten Erlös dem Vaterlande zu ſchenken. „Ich werde euch etwas
geben”, ſagte Ferdinande nach langem, ſtillen Kampfe mit ſich
ſelbſt, ging, ließ ſich ihr langes, ſeidenes Haar abſchneiden,
ver=
kaufte es für zwei Taler, kehrte als Lockenköpfchen wieder in die
Geſellſchaft zurück und legte mit fröhlicher Herzlichkeit den Ertrag
ihres großen Opfers zu den geſammelten Beiträgen. Ueberraſchung
und Bewunderung bemächtigte ſich aller Umſtehenden ob dieſer
wahrhaft edlen deutſchen Tat der fünfzehnjährigen Ferdinande
von Schmettau, deren einziger Schmuck fortan der Purpur der
Unſchuld ihrer Wangen war, während die Tränen in ihren Augen,
die vorher ihr bitteres Gefühl der Armut, nichts geben zu können,
erzeugt hatten, die ſich jetzt aber in Freudentränen verwandelt
hatten, ihre einzigen Perlen waren. Der Erlös von zwei Talern
für Ferdinande von Schmettau’s herrliches Haar wurde aber für
die Staatskaſſe in einen Gewinn von etwa zweihundert Talern
umgewandelt, und zwar in folgender Weiſe: Der Kommiſſions=
und Hofrat Heun kaufte Ferdinande’s Haar dem Käufer desſelben
wieder ab und ließ Uhr=, Arm= und Halsbänder, Ringe, Schnüre
uſw. daraus verfertigen; mit dieſen Arbeiten wurde das Gold
ab=
gelieferter Trauringe verſchmolzen, und ſo ſind Schmuckſachen
ent=
ſtanden, die von gutgeſinnten Menſchen gekauft wurden, zumal
dieſe Schmuckſtücke mit der Jahreszahl 1813 und — zum Schutz
und, da Urſula nun geſund iſt, eine Zuſammenkunft zu
arran=
gieren."
Der Geheimrat ſchoß auf. „Ich denke nicht daran!“
„Giano Ihr Verſprechen zu erfüllen? Das dürfte ſich für Sie
als ſchädlich erweiſen.”
Mit eingezogenem Kopf ſetzte ſich der Geheimrat und
trom=
melte auf den Tiſch. „Ich gebe meine einzige Tochter nicht einem
Abenteurer zur Frau.”
„Nun, erſtens iſt es wohl übertrieben, einen führenden
Ban=
kier Italiens als Abenteurer zu bezeichnen, und zweitens hätten
Sie ſich das eben früher überlegen müſſen .
„An mir wurde eine Erpreſſung begangen,” knurrte Herr
v. Herm.
„Sagen Sie das nicht ſo laut,” warnte Thorſen. „Im
übri=
gen bin ich ſelbſtverſtändlich vollkommen unintereſſiert. Aber
vielleicht ſehe ich mich doch veranlaßt, Giano einen
freundſchaft=
lichen Wink zu geben.”
„Das können Sie unterlaſſen,” ſagte der Geheimrat
ſchleu=
nigſt. „Ich werde mich ſelbſt mit ihm in Verbindung ſetzen.”
„Vielleicht leite ich trotzdem meine Eindrücke weiter.”
Kochend vor Wut erhob ſich Herr v. Herm. „Wie Sie wollen.
Ich kann Sie ja nicht zwingen, zu ſchweigen.”
„Sie machen auch keinen Verſuch dazu,” antwortete Thorſen
kalt. — Der Geheimrat horchte auf. „Ach ſo? Wie viel
verlan=
gen Sie!"
„Sie ſind noch immer kein Menſchenkenner, Herr Geheimrat.”
Er blickte mit ſtarren Augen an Herrn v. Herm vorbei zum
Fen=
ſter hinaus, vor dem leiſe und ſanft große Flocken taumelten.
„Ich hätte geſchwiegen, wenn Sie geſagt hätten: Mein Tochter
hat ein Herz, und das iſt bereits verſchenkt, oder ſo
Ver=
ſtehen Sie, wenn ich Ihre gefühlsmäßige, Ihre Herzensangſt um
Ihr Kind geſpürt hätte
„Sie werden mir doch nicht glauben, daß ich als Vater ...
„Nun iſt es zu ſpät.” ſchnitt Thorſen brüsk die Diskuſſion ab.
„Handel mit Gefühlen iſt mir widerlich.”
Herr v. Herm ſtand unſchlüſſig neben dem Tiſch und rollte
ſeine Zigarre in den Fingern. „Möglicherweiſe habe ich noch
einen Auftrag für Sie,” ſagte er langſam und ſah Thorſen
vor=
ſichtig an.
„Ich weiß.”
„Um Gottes willen! Woher
„Wenn Sie es doch endlich aufgeben würden, Komödie mit
mir zu ſpielen. Sie werfen mir Eitelkeit vor. Und in
Wirk=
lichkeit ſcheint es mir ſo zu ſein, daß Sie ſich aus Eitelkeit
nicht entſchließen können, unſere Beziehungen zu einander auf
eine rein kaufmänniſche Baſis zu ſtellen. Entweder Sie bellen
mich an, wie Ihren Diener, oder, wenn Sie etwas brauchen,
Sie behandeln mich wie einen Freund. Beides iſt mir
unbehag=
lich, ja verhaßt. — Aber, um zur Sache zu kommen: Wann
er=
halten Sie ihre Inſtruktionen?” — „Jedenfalls im Laufe der
nächſten Woche. Und ſind Sie bereit
„Ich glaube, daß ich Ihnen behilflich ſein kann. Aber
dies=
mal wird es teuer.”
Der Geheimrat raffte ſich auf. Verabſchiedete ſich kurz. —
Als er gegangen war, riß Thorſen mit leidenſchaftlicher Geſte
die Fenſter auf und blickte hinaus ſog tief Luſt ein.
Weich und lautlos ſanken die Flocken. Die Berge waren
verhangen. Tief langte der Nebel ins Werdenfelſer Tal.
Die Kämpfe um die deutſche Skimeiſterſchaft mußten
ver=
ſchoben werden. Schon die Wettervorherſagen der abgelaufenen
Woche hatten nichts Gutes erhoffen laſſen. Der Schneefall, der
am Samstagmorgen eingeſetzt haute, dauerte den ganzen Tag
über. Gegen abend war die Wetterlage troſtlos geworden. Am
Hausberg, an dem der Slalom gelaufen werden ſollte, erreichte
der Neuſchnee teilweiſe eine Höhe von 80 Zentimetern auf
glatter, verharſchter Unterlage. Dazu kam ein ſtarker Wind auf,
der Barometerſtand war ſchlecht, der ganze Berg war in Nebel
gegen Verfälſchungen — mit dem preußiſchen Adler geſtempelt
wurden. Zweihundert Taler waren in damaliger Zeit viel Geld,
aber nicht in der Geldſumme, ſondern in der moraliſchen Wirkung
liegt die unvergeßliche Bedeutung von Ferdinande von Schmettau’s
Opfer! Als im Jahre 1863 die fünfzigjährige Jubelfeier von
Preu=
ßens Erhebung ſtattfand, lud der König, der nachmalige Kaiſer
Wilhelm I., die 65jährige Ferdinande von Schmettau zu den
Feierlichkeiten ein und ernannte ſie zur „Ehrenſtiftsdame des
Kloſters Zehdenik”, und die Königin Auguſta überreichte ihr eine
goldene Nadel mit dem Bildnis des Königspaares; in einer
Feſt=
vorſtellung im Königlichen Schauſpielhauſe konnte Ferdinande von
Schmettau ihre eigene Opfertat ihres Haar=Geſchenkes auf der
Bühne ſehen. Ein beſonderes Geſchenk für Ferdinande von
Schmet=
tau hatte ſich der alte Feldmarſchall Graf Wrangel ausgedacht: er
überreichte ihr ein Album mit Photographien und eigenhändigen
Unterſchriften, in dem ſich die königliche Familie, Generale,
Sol=
daten, Landwehrleute, Gelehrte, Dichter, Künſtler und Bauern
zuſammenfanden. Ein einfaches Eiſengitter umſchließt einen
Efeu=
hügel auf dem Kirchhof von Bad Köſen; daß hier die große
Pa=
riotin ruht, kündet eine weiße Marmortafel, auf der die Worte
ſtehen: Ferdinande von Schmettau.
Zwiſchen dem Tage der Geburt Ferdinande von Schmettau’s
in Bartenſtein und dem Tage, an dem ſie ihr wundervolles Haar
auf den Altar des Vaterlandes legte, hat ſich in Bartenſtein ein
Abſchnitt Kriegsgeſchichte von ſehr hoher Bedeutung abgeſpielt.
Am 7. März 1807 verlegte der ruſſiſche Oberkommandierende
Bennigſen ſein Hauptquartier nach Bartenſtein, wo er bis Anfang
Juni blieb. Vom 18. April bis 20. Mai 1807 wohnten Zar
Alexan=
der I. und König Friedrich Wilhelm III. in Bartenſtein; hier
wurden am 20. April der ſchwediſch=preußiſche Vertrag über die
Befreiung Pommerns und am 26. April der ruſſiſch=preußiſche
Ver=
trag über die Neuordnung in Europa abgeſchloſſen, deren praktiſche
Bedeutung allerdings infolge der ruſſiſchen Unzuverläſſigkeit gering
waren. Blücher, aus ſeiner Gefangenſchaft entlaſſen und in
Bar=
tenſtein eingetroffen, unterbreitete ſeinem Könige den Vorſchlag,
mit dreißigtauſend Mann die franzöſiſche Stellung zu ſprengen
und die Franzoſen bis zur Oder zurückzuwerfen, für den Erfolg
bürgte Blücher mit ſeinem Kopf. Hocherfreut nahm der König
ſo=
gleich Blücher mit zum Zaren und zu dem ruſſiſchen Oberkomman=,
dierenden Bennigſen, Letzterer gab aber auf Blüchers Vorſchlag.
die merkwürdige Antwort: „Laſſen Sie ſie nur kommen, das iſt ja
eben, was ich wünſche. Gern will ich mich nach Rußlands Grenze
zurückziehen und dies elende Land hier verlaſſen. Dort werden wir
dann anders ſprechen.” Wie vom Schlage getroffen ſah Blücher mit
großen feuerſpeienden Augen Bennigſen eine Zeitlang an, dann
wandte er ſich verächtlich ab und ſagte: „So? Alſo auf die
Ma=
nier! Kommt Kinder, hier iſt alles verloren, wir ſind verraten
und verkoft!“
Dieſe Manier des ruſſiſchen Oberbefehlshabers Bennigſen;
führte zum Schmachfrieden von Tiſit!
Aber in noch einer Beziehung hat Bartenſtein eine ſymboliſche
Bedeutung: hier faßte König Friedrich Wilhelm III. den
Ent=
ſchluß, den in der Armee bereits einige Monate vorher
abgeſchaff=
ten Zopf auch ſich ſelbſt abzuſchneiden. Die Ehrfucht vor der alten
preußiſchen Armee, die mit ihren Zöpfen unter des großen Königs
Friedrich Führung unzählige Siege an ihre Fahnen geheftet hat,
gebietet, über die Abſchaffung des Zopfes nicht zu lächeln.
Wenn Gott von den Deutſchen dereinſt Rechenſchaft verlangt.
darüber, was ſie — jeder nach ſeinem Können — für ihr deutſches
Vaterland geleiſtet haben, dann werden die Trümmer der alten
Deutſchordensburg Bartenſtein und die zunächſt unter ihrem
Schutze aufgeblühte Stadt gleichen Namens — die Geburtsſtadt
Ferdinande von Schmettau’s — die Prüfung glänzend beſtehen,
denn auch für Burg und Stadt Bartenſtein, gilt das Dichterwort:
„Das deutſche Volk kann niemals untergeh’n!“
Ei.
gehüllt. Deshalb haute auch die Rennleitung ſich entſchloſſen,
die Veranſtaltung auf eine Woche zu verſchieben.
Urſula betrachtete am Sonntagmorgen traurig die hohe, naſſe
Schneeſchicht am Fenſterſims.
Für den Sonntagvormittag hatten ſie eine kleine Tour auf
die Kochelbergwieſe verabredet. Dort wollte ihr Eckmann vor
allem das Hinfallen und das Wiederaufſtehen beibringen. Er
behauptete daß dies eine wichtige und gar nicht ſehr leichte
Uebung ſei. Bei dem naſſen Schnee konnte man jedoch nicht an
Skifahren denken. — Um neun Uhr ſtand Urſula in der Halle.
Eckmann begrüßte ſie mit lautem Hallo und ſchwenkte die
Stummelpfeife, die ſeine ſtändige Begleiterin bei ſchlechtem
Wet=
ter war. Er ſtand neben Lilian Durham, die in einem langen,
ſchweren Fehmantel ſteckte und ein ſchwarzgefärbtes,
entzücken=
des Biberbarett trug. Ihre Stiefel waren ebenfalls mit Biber
verbrämt. Eckmann winkte Urſulg heran.
„Hallo!” ſchrie Alf ſchon von weitem. „Fräulein v. Herm!
Die Meiſterſchaftskämpfe ſind verſchoben, der Sonntag verpatzt,
alſo was macht man an ſo einem hundsföttiſchen Tag in
Garmiſch?"
„Gehn Sie zu Bett” meinte Lilian ſpöttiſch und ſah Urfula
neugierig und ironiſch an. „Fräulein v. Herm, nicht wahr? Ich
bin Lilian Durham”, ſtellte ſie ſich vor, ohne ihren Körper zu
bewegen, und die Hände behielt ſie in den Taſchen. „Sie wollen
alſo auch Skifahren lernen?”
„Ja”, ſagte Urſula, noch immer mit ihrem Unbehagen
kämpfend. „Sie fahren wohl ſchon ſehr gut?”
„Es iſt nicht bemerkenswert. Wenn Alf Sie unter ſeine
Fittiche nimmt, dann werden Sie mich bald einholen.”
„O!” fagte Urſula nur. Sie wurde ohne beſonderen Grund
rot. Der Ton Lilians beunruhigte ſie merklich. Was hatte dieſe
verſteckte Feindſeligkeit denn zu bedeuten?
„Ich ſchlage vor”, ſagte Eckmann, der ſelbſt etwas verlegen
geworden war, weil er Lilians ironiſche Anzüglichkeiten
ver=
ſtanden hatte, „ich ſchlage vor, gnädiges Fräulein, einen kleinen
Bummel durch den Ort zu machen. Sie werden ſehen, daß
Garmiſch einige ganz nette Sehenswürdigkeiten beſitzt.”
„Es gibt da ſo entzückend verſteckte Gäßchen”, warf Lilian
mit verdächtig glitzernden Augen ein, „geradezu geſchaffen für
zärtliche Promenaden. Leider iſt die Beleuchtung in dieſem Ort
feenhaft. Dadurch verlieren die verſchwiegenen Gäßchen ſchon
etwas von ihrem Reiz.”
„Um verſchwiegene Gäßchen kennen zu lernen, iſt Fräulein
v. Herm jedenfalls nicht nach Garmiſch gekommen”, ſagte Akf,
gereizt durch Lilians unverhohlene Anzüglichkeiten.
„Woher wiſſen Sie das, Alf? Sie verſtehen ja nichts von
Frauen. Sie Mann der Tat! Aber tatſächlich”, wandte ſie
ſich an Urſula, „ſolgen Sie ihm! Einmal müſſen Sie ſich doch
das Neſt anſehen. Sie werden feſtſtellen können, daß es eintige
hübſche Winkel gibt.”
„Wirklich?” fragte Urſula, nur um etwas zu ſagen.
„Ja. Und dann haben Sie vermutlich nicht immer
Gelegen=
heit, von einem Eingeborenen geführt zu werden.”
Urſula war ſchon entſchloſſen. „Kommen Sie mit?” fragte
ſie Miß Durham.
„No” antwortete Lilian. „Ich werde eine heiße Limonade
trinken und dann bis mittags ins Bett kriechen, ich bin
ver=
ſchnupft ." Dabei zwinkerte ſie Alf unmißverſtändlich an, als
wollte ſie ſagen: Du verſtehſt doch hoffentlich, daß dies dir gilt?
Eckmann aber war eigentlich froh, ſie losgeworden zu ſein.
Er plänkerte fröhlich mit den Augen und lachte ſpitzbübiſch.
„Tun Sie das, Lilian. Man merkt, daß Sie nicht ganz auf
der Höhe ſind. Eine Schwitzkur tut Ihnen gut.” — Lilian blitzte
ihn böſe an und verabſchiedete ſich brüsk. Zu Urſula ſagte ſie
nur: „Guten Tag.‟ Dann wandte ſie ſich um und verſchwand.
„Ihre Freundin ſcheint verſtimmt zu ſein, Herr Doktor”,
ſagte Urſula v. Herm, als ſie das Hotel verlaſſen hatten.
Seite 10 — Nr. 43
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche
Nachrichten
Dienstag, 12. Februar 19
Erneuker Aufruf
Der im November vorigen Jahres erfolgte Aufruf der
hie=
ſigen Schwimmſport treibenden Vereine an die Nichtſchwimmer
hatte einen ſo großen Zuſtrom von Nichtſchwimmern(innen) zur
Folge, daß er den Leiter des ſtaatlichen Turn= und Sportamtes
veranläßte, die Uebungsmöglichkeiten für die hieſigen
Nichtſchwim=
mer zu vermehren und zu verbeſſern. Es wurden beſondere
Nicht=
ſchwimmerſtunden, bzw. Uebungsſtunden für Nichtſchwimmer im
Hallenbad eingerichtet, bei denen nur Schwimmunterricht erteilt
wurde. Dieſe Stunden finden auch nach wie vor
im Hallenbad ſtatt, und zwar Montags, von 19.30 bis
20.30 Uhr (kleine Schwimmhalle); Freitags, von 20.30 bis
21.30 Uhr (kleine Schwimmhalle).
Der zurzeit laufende Nichtſchwimmerkurſus geht nunmehr zu Ende.
Die Teilnehmer dieſes erſten Kurſus werden hierauf beſonders
auf=
merkſam gemacht. Letzter Abend dieſes erſten Kurſus iſt der
15. Februar.
Ein neuer Anfängerkurſus für Nichtſchwimmer (innen)
beginnt nunmehr am 18. Februar für Männer und Frauen
in der kleinen Halle des hieſigen Schwimmbades, abends 19 30
Uhr. Leiter des Kurſus iſt Herr Ernſt Bingel, Darmſtadt,
Speſ=
ſartring 6, 1., an den die Anmeldungen zu dem neuen Kurſus zu
richten ſind. Die Beſucher dieſes neuen Nichtſchwimmerkurſus
werden aber im Voraus daran erinnert, daß nur Regelmäßigkeit
und Beſtändigkeit im Beſuch dieſer Stunden zur wirklichen
Erler=
nung der Kunſt des Schwimmens führen. Wenn zurzeit auch die
kalte Witterung manchen vom Schwimmen abhält, ſo iſt doch das
bevorſtehende Frühjahr die beſte Gelegenheit, ſich für die kommende
Sommerſchwimmzeit entſprechend vorzubereiten. Die immer noch
große Zahl von Nichtſchwimmern unter unſeren Volksgenoſſen ſoll
mit dieſem neuen Kurſus weiter verringert werden. Es gilt, all
die vielen des Schwimmens noch Unkundigen von neuem
aufzurüt=
teln und ihnen zuzurufen:
Kommt zum Schwimmen, lernt das Schwimmen!
Der Schwimmunterricht iſt für alle Teilnehmer koſtenlos. Die
Teilnehmer an den Kurſen haben nur eine Einlaßgebühr zu
ent=
richten, und zwar Erwachſene 30 Pfg. und Jugendliche 20 Pfg.
Alle Altersklaſſen ſind deshalb zur Teilnahme an dem neuen
Un=
terrichskurſus eingeladen.
SV. 98 Darmſtadt e. V. (Jugendabteilung, Fußball).
A=Jugend—Alsbach 1. 6:0, hier: B=Jugend=Weiterſtadt.
Wei=
terſtadt nicht angetreten; 1. Schüler-Beſſungen 1. 2:1, dort;
2. Schüler—Beſſungen 2. 0:4. dort.
Faſt zwei Millionen Mikglieder.
Beſtandserhebung der Deutſchen Turnerſchaft.
In mühſeliger Kleinarbeit wird in jedem Jahre der
Mit=
gliedsbeſtand der Deutſchen Turnerſchaft feſtgeſtellt. Dieſe
Er=
hebung iſt äußerſt wichtig; ſie ſpiegelt die Größe einer in der Welt
einzigartig daſtehenden Organiſation wider, die Pflege der
Lei=
besübungen und Volkstumspflege auf ihr Banner geſchrieben hat.
Es ſpricht für ſich, daß die Deutſche Turnerſchaft auf dem Wege
zur zweiten Million Mitglieder iſt. 1932 konnten 1574 000 1933
etwa 20000 Mitglieder mehr gezählt werden, und der Stichtag
vom 1. Januar 1934 weiſt einen Beſtand von 1 732 787
Mitglie=
dern auf. An der. Spitze marſchiert der Gau Sachſen mit rund
311000 Mitgliedern. Die meiſten Vereine haben jedoch der Gau
Mitte und der Gau Niederſachſen mit 1832 bzw. 1388 Vereinen.
Im Laufe des Jahres 1934 iſt die Mitgliederzahl der DT. dann
weiter angeſtiegen, ſo daß der 1. Januar 1935 als Stichtag ein
Mehr von 50—60 000 Mitgliedern ausweiſen dürfte.
Die Pokal=Gewinner der Deutſchland=
Arnold, Rührſchneck und Haupkmann Mefſerk.
Nachdem das Eisrennen auf dem Titiſee abgeſagt worden war,
konzentrierte ſich das Intereſſe auf die Rundſtrecken=
Hochleiſtungs=
prüfung bei Neuſtadt, die am Samstag gefahren wurde. Dieſe
Prüfung war kein Rennen, ſondern eine Zuverläſſigkeitsfahrt mit
vorgeſchriebenem Mindeſtdurchſchnitt. Die Prüfung wurde durch
Eis und Schnee überaus ſchwierig, ſo daß von 23 Krafträdern und
18 Kraftwagen jeweils nur acht Fahrzeuge die Aufgabe löſten. In
der kleinen Motorradklaſſe fuhr Fleiſchmann=Nürnberg, ein Bruder
des berühmten Rennfahrers, 55,8 Stundenkilometer und überbot
damit die Sollzeit der beiden ſchweren Klaſſen. In der kleinen
Wagenklaſſe kamen drei von ſechs Fahrzeugen auf die Sollzeit, in
der Klaſſe II keiner. Von den zehn Teilnehmern der Klaſſe I
erreichte nur Schweder=München die vorgeſchriebenen 56,2
Stun=
denkilometer, ſo daß ſich die Leitung entſchloß, die geforderten
Zeiten um 5 Prozent zu ermäßigen. Den Deutſchland=Pokal als
Gewinner der Kombination erhielt bei den Kraftwagen
Haupt=
mann Meffert=Berlin auf Opel mit 637 Punkten. Er erhielt auch
die Ehrenpreiſe der Stadt Neuſtadt und des DDAC.=Präſidenten
Frhr. v. Egloffſtein. Bei den Krafträdern wurde der Pokal
zwei=
mal vergeben, da Arnold=Nürnberg und Rührſchneck= Nürnberg je
195 Punkte aufwieſen. Um den Ehrenpreis des DDAC. wird geloſt.
Ergebniſſe:
Rundſtrecken=Hochleiſtungsprüfung. Krafträder bis
2 50 ccm: Fleiſchmann=Nürnberg auf NEU 1:28.44,2 Std. (55,8
Stdkm.); Arnold=Nürnberg auf Triumph 1:39.25,1 (49,8 Stdkm.)
Brandt=Ludwigshafen auf NSU. 1:40.43,4 (49,3 Stdkm.) Stahl=
Gera auf Viktoria 1:46.28,4 (46,5 Stdkm.); Rührſchneck=Nürnberg
auf Triumph 43,7 Stdkm.; Willig=Gera auf Viktoria 40,6 Stdkm.
Krafträder über 250 ccm: Fallier=Nürnberg auf
Triumph 1:30.28 (54,8 Stdkm.) Luthardt=Nürnberg auf Triumph
1:35.31,2 (51,8 Stdkm.) — Beiwagen: Vogel=Freiburg auf
Harley 1:29.58,4 (55,1 Stdkm.) Kuſſin ſen.=Nürnberg auf Triumph
+:33.17 (53,2 Stdkm.) Rieß=Nürnberg auf Triumph 1:33.56,3
(52,8 Stdkm.) Umbreit=Berlin auf Zündapp 1:36.12,1 (51,5
Stdkm.). — Wagen bis 1100 ccm: Heinle=Paſſau auf Adler
1:35.02 (52,2 Stdkm.) Sonderhoff=Pforzheim auf DKW. 1:36.39,3
(51,5 Stdkm.) Wagner=Freiburg auf DKW. 1:39.06,1 (50 Stdkm.)
— Wagen bis 1500 ccm: Illmann=Schweidnitz auf BMW.
1:31.01,4 (54,4 Stdkm.) Wagenüber 1500 ccm: Schweder=
München auf Adler 1:28.19,4 (56,2 Stdkm.) P v. Guilleaume=
Berlin auf Adler 1:30.33,2 (54,8 Stdkm.); Baecker=Frankfurt auf
Adler 1:31.41,1 (54 Stdkm.); C. v. Guilleaume=München auf Opel
1:35.04 (52,2 Stdkm.)
Kombination Deutſchlandfahrt=Rundſtreckenprüfung.
Kraft=
räder: Gewinner des Deutſchland=Pokals: Arnold=Nürnberg auf
Triumph und Rührſchneck=Nürnberg auf Triumph, beide je 195
Punkte: 2. Brandt=Ludwigshafen auf NSU. 192,2 Punkte; 3.
Um=
breit=Berlin auf Zündapp 150 Punkte; 4. Mentzel=Magdeburg
auf NSU. 115,76 Punkte: 5. Lederle=Mannheim auf NSU. 115 P.
— Wagen: Gewinner des Deutſchlandpokals: Hauptmann
Mef=
fert=Berlin auf Opel 63 Punkte; 2 C. v. Guilleaume=München auf
Opel 551,14 Punkte: 3. Graf Weſterholt=Weſterho auf Adler
540,46 Punkte; 4. Engeſſer=Karlsruhe auf Opel 473,14 Punkte;
5. Niederſtein=Berlin auf DKW. 420,88 Punkte; 6. Illmann=
Schweidnitz auf BMW. 338,96 Punkte.
Nach Köln vergeben hat der Deutſche Fußball=
Bund den erſten Länderkampf gegen Spanien, der am
12. Mai in der Domſtadt ausgetragen wird Bisher war Dresden
als Austragungsort genannt worden, der DFB, hat ſich aber
in=
zwiſchen anders entſchloſſen.
Mikkelgewichtsmeiſter Erwin Bruch verlor
ſeinen Tikel an Beſſelmann.
In einem ſchönen Kampf gewann der frühere deutſche
Mittel=
gewichtsmeiſter Joſef Beſſelmann=Köln gegen den Berliner Erwin
Bruch ſeinen Titel zurück. Der Kölner ſiegte in der 7. Runde
entſcheidend. Im Bild wird Bruch vom Ringrichter ausgezählt.
Befehlsausgabe für Starkenburg.
Das Jahr 1935 wird beſonders im Zeichen der
Mannſchafts=
kämpfe ſtehen. Klubkämpfe der Männer mit dem Programm der
Deutſchen Vereinsmeiſterſchaft, Klubkämpfe der Frauen mit dem
Programm der Olympiade 1936, Repräſentativkämpfe des
Krei=
ſes Starkenburg gegen andere Kreiſe und des Gaues Südweſt
gegen andere Gaue und gegen Luxemburg verlangen eine breite
Grundlage und geben den Spört= und Turnvereinen Gelegenheit,
neben den Spitzenleiſtungen die Breitenarbeit zu unterbauen.
Der Kreisfachamtsleiter rechnet mit der Mitarbeit jedes
Vereinsführers. Er hat die Vereine des Kreiſes in 2 Gruppen
eingeteilt:
Gruppe I: ASC. — SV. 1898 — TSG. 1846 — Polizei —
TB. Jahn 1875 — SV. Merck — Viktoria 06 und Turnerſchaft
Griesheim — TAV Eppertshauſen — SV. 1916 Groß=Gerau
— Germania 03 Pfungſtadt — TV. Erfelden — Sppgg. 04
Arheilgen.
Gruppe II: Alle anderen, hier nicht genannten Vereine.
Von den Vereinen der Gruppe I wird für 1935 eine
regel=
mäßige Betätigung erwartet. Alle anderen Vereine können ohne
weiteres in die Gruppe I aufrücken, wenn ſie im Laufe des
Jah=
res Leichathletik treiben und vor allen Dingen ſich an
Mann=
ſchaftskämpfen beteiligen. Die Wettkampfmannſchaft des
Krei=
ſes, die dieſen im Kampf gegen die Kreiſe Rheinheſſen und
Wies=
baden zu vertreten hat, wird ſich aus den beſten Leichtathleten
der Gruppe I zuſammenſetzen, zu denen noch einige Einzelkönner
aus anderen Vereinen kommen können, wie etwa Ott=Dieburg
und Schneider=Reichsbahn. Das gleiche gilt für die Frauen die
zuſammen mit den Leichtathleten in Wiesbaden am 23. Juni
gegen die beiden anderen Kreiſe antreten.
Um einen Ueberblick über die Leiſtungen möglichſt früh zu
erhalten, müſſen bereits im Mai Klubkämpfe der
Männer und Frauen ausgetragen werden. Die
Kreisbahnmeiſterſchaften werden vom 23. auf den 16. Juni
vor=
verlegt. Bei den Männern ſind neben den bekannten Laufſtrecken
auch Hürdenläufe durchzuführen, ferner Drei= und Stabhochſprung
und Hammerwerfen. Das olympiſche Programm der Frauen
be=
ſteht aus 100 Meter, 800 Meter Hürden. Hochſprung.
Diskuswer=
fen. Speerwerfen und 4X100 Meter. Die abgeſchloſſenen
Klub=
kämpfe ſind ſofort dem Kreisfachamtsleiter zu melden. Nach
Möglichkeit ſoll dabei jeder Verein in den Einzelübungen 2
Teil=
nehmer ſtellen.
Während der Fußballſperre ſollen in dieſem Jahre
Mann=
ſchaftskämpfe mit einfachem Programm im Runenſyſtem
durch=
geführt werden, an denen ſich alle Vereine beteiligen können, und
zwar für Aktive, Jugendliche und Schüler. Darüber hinaus
wer=
den die Vereine der Gruppe I angehalten. Klubkämpfe mit Vor=
und Rückkampf untereinander abzuſchließen. Abſchlüſſe ſind zur
Genehmigung und Wahrung der Termine umgehend dem
Kreis=
fachamtsleiter zu melden. Jeder einſichtsvolle Vereinsführer wird
gern die Gelegenheit der Mannſchaftskämpfe ergreifen, kann er
doch ohne ſonderliche Koſten den Vereinsbetrieb
abwechſelungs=
reicher und freudvoller geſtalten.
Von den amtlichen Veranſtaltungen im Frühjahr ſtehen die
Waldläufe am 17. März und die Orientierungsläufe nach Karten
am 31. März im Vordergrund. Die Ausſchreibung für die
Wald=
läufe wird demnächſt veröffentlicht.
35V. Gr. Zimmern Gruppenmeiſter der Kreisklaſſe
Germania Babenhauſen—FSV. Groß=Zimmern 1:2 (1:1).
Einen äußerſt harten Kampf hatte Groß=Zimmern am
Sonn=
tag in Babenhauſen zu beſtehen, und erſt nach ſtärkſtem Einſatz
eines jeden gelang es den Gäſten, ſich durch dieſen knappen Sieg
die Meiſterſchaft in der Kreisklaſſe I. Gruppe 3, zu ſichern.
Nach=
dem Groß=Zimmern in der 20. Minute in Führung ging, kommt
Babenhauſen kurz vor dem Halbzeitpfiff durch Handelfmeter zum
Ausgleich. Während das Spiel in der erſten Hälfte meiſtens von
den Gaſtgebern diktiert wurde, wendet ſich das Blatt nach dem
Wechſel faſt vollkommen. Groß=Zimmern iſt jederzeit Herr der
Lage, jedoch erſt in den letzten Minuten fällt das Siegestor für
den Meiſter. Der Schiedsrichter leitete dieſes ſchwere Spiel
äußerſt korrekt.
Turnverein 1905 Gundernhauſen
Meiſter der Kreisklaſſe Nord, Odenwaldgau.
8 Spiele. 16 Punkte, Torverhältnis 65:28.
Mit einem 10:7=Sieg am vergangenen Sonntag gegen Klein=
Zimmern holte ſich der TV. 1905 die letzten Punkte und wurde
ohne Punktverluſt mit 4 Punkten Vorſprung — 16 Punkte aus
8 Spielen und 65:28 Toren — vor dem Zweiten. TV. Klein=
Zimmern, Meiſter. Es war ein ſehr ſpannender Kampf. Beide
Mannſchaften traten komplett in ſtärkſter Aufſtellung an. Wir
hoffen und wünſchen, daß ſich die Meiſtermannſchaft bei den
Auf=
ſtiegſpielen gut durchſetzt.
Die Arbeitsgemeinſchaft deutſcher Poſtſportvereine h
läßlich ihres achtjährigen Beſtehens in Würzburg,;
jährige Tagung ab zu der 306 Vereine ſtimmberechtigte Ve
entſandt hatten. Als Vertreter des Reichspoſtminiſters n
Sportreferent in dieſem Miniſterium. Oberpoſtrat Lampe==lin
anweſend. Außerdem hatte der Reichsſportführer ſich du den
Sportbeauftragten von Bayern, Oberführer Schneider=M Gen
vertreten laſſen. Schließlich waren die Sachbearbeiter vo twa
40 deutſchen Reichs=Poſtdirektionen erſchienen. Wertvoll un
ber=
aus aufſchlußreich waren die begeiſtert aufgenommenen 2
/füh=
rungen des Sportbeauftragten, Oberführer Schneider, der
wor=
hob, daß die Behördenvereine nie als Konkurrenz der allge inen
Sportvereine betrachtet werden können. Beſorgniſſe auf eiten
der einzelnen Vereine ſeien alſo grundlos. Die Behörder keine
brächten eine große Zahl von Volksgenoſſen zu den Leibesü igen.
die ſonſt fernbleiben würden. Ihre Wirkſamkeit ſei Die am
Volk, Dienſt an der deutſchen Jugend und damit nützlich // des
Vaterlandes Zukunft. In dieſem Zuſammenhang intereſſie auch
die vom Arbeitsgemeinſchafts=Führer Mötz gemachten Delgun
gen, daß der Poſtſportverein nie diejenigen „ziehen we
einem anderen Verein angehören. Ueber die ſportliche Ark/ und
die Aufgabe der Poſtſportvereine unterrichtete eine umfa leich
Tagesordnung und der gegebene Rück= und Ausblick. Danac rfüllt
die Arbeitsgemeinſchaft, die Ende 1934 320 Poſtſportvere mi
1300 Abteilungen umfaßte, das größte Maß an Erziehr
sauf=
gaben auf dem Gebiet der Leibesübungen. Auch in Zuk 4e
ſtrebt der Poſtſportverein Spitzenleiſtungen der Jugend
Ueberführung möglichſt vielr Förderer in den aktiven Sp
Ueberführung möglichſt vieler Förderer in den aktiven Sp.* T
Vereinen, insbeſondere mit der Reichbahn, mit der ſie w Ehaft
lich verſchiedentlich eng verbunden iſt ſowie gute Kame ſchaſt
und wertvolle Unterhaltung.
Die nächſte außerordentliche Tagung findet in Koble
Nach der Abhaltung verſchiedener Kurzvorträge ſprach
Vertreter des Reichspoſtminiſters, Oberpoſtrat Lampe=Ber), d
die Grüße und Wünſche des Miniſters und des Staats etärs
Ohneſorge übermittelte und unter Herausſtellung der Be atung
des Sports dazu aufforderte, allen Hemmniſſen zum Trotzich die
letzten Angehörigen der Poſt zu den Leibesübungen heran, ſehen.
Die gute Entwicklung des Poſtſportes wird im übrigen ch in ans
Jahre 1935 durch das Miniſterium mit Stiftung von Pre=/ noch
beſonders gefördert werden.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 44. Preußiſch=Süddeutſche (270. Preuß.) Klaſſen=Li ſie
Ohne Gewähr
Nachdruck rbten
Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gew
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Num
in den beiden Abteilungen I und II
9. Febru=
2. Ziebungstag
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über
gezogen
2 Gewinne zu 10000 M. 43475
2 Gewinne zu 5000 M. 245401
4 Gewinne zu 3000 M. 277007 399122
22 Gewinne zu 2000 M. 9793 15031 29734 107019 176529
253452 306929 314749 327504 391900
28 Gewinne zu 1000 M. 903 6341 25931 61944 172100
187354 207579 233288 236220 300944 302396 307766
100 Gewinne zu 500 M. 3169 15206 16584 16869 17345
36246 36916 59845 68894 69606 82577 87602 89127 91821
112053 118055 119349 125752 135610 138655 142240 152769
165185 165195 175396 176632 187801 200140 203044 20707
229437 242204 253062 256324 263855 272470 292751 301730 B604
344561 354887 362733 365916 380517 386772 389985
400 Gewinne zu 300 M. 8146 10494 12216 17375 18562 1922 0
23723 24823 27329 27546 28089 29900 30854 34990 3741
40172 41447 42789 43685 44536 45173 45265 49717 4986 064
51190 52003 52350 58170 59240 59586 60535 61324 6566 6376
67788 68940 70838 71880 75269 79001 79137 81028 8295 46
86988 86171 90635 82250 93056 96516 96880 97558 98259 00
105554 106469 108086 108646 110154 111418 113063 113493 40N
118711 119013 122729 125374 125468 127694 128122 128694
134581 135526 135926 137226 140943 142193 144007 144248
145621 148059 150557 151282 153760 156084 157049 16027‟
168471 177033 180469 180543 181849 182256 182270 184288
185876 185877 186081 186444 189025 191053 194444 198184 14
209928 212323 216380 218643 221651 229333 229749 230098
278077 3801 48 984698 290092 294617 399341 309865 30970
320356 322312 325181 326166 327501 328619 330055 33006
330741 332834 333328 335606 337260 339350 340529 34 130
344307 349775 35 1833 354317 356502 360815 361074 363211
364745 365725 367157 367240 367764 371737 372036 37351
377954 378951 379924 380342 382264 384489 387900 38808.
390949 392288 392358 392557 895268 396861 3970 13 39825
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über
gezogen
2 Gewinne zu 30000 M. 297871
2 Gewinne zu 5000 M. 26709
10 Gewinne zu 3000 M. 35295 94412 283239 297545 36674
18 Gewinne zu 2000 M. 1031 7408 182414 186034 22221: 266‟
272009 302394 337863
24 Gewinne zu 1000 M. 39659 68514 92701 164555 21396 8364
267022 282386 288242 292395 321913 365434
94 Gewinne zu 500 M. 10367 18574 21696 28543 4224 194
48079 56844 65372 79169 82323 83617 101590 10402
107760 109428 122163 123668 125547 130885 142445 14937 4
181524 162528 163183 180134 186237 202508 207464 21139
241862 254803 276838 292093 321426 323387 329728 33987 5*
356601 361230 376808 388513 398125
390 Gewinne zu 300 M. 1116 1431 3050 3652 4265 68
13890 20047 21627 22281 24230 28198 28331 31302 320
36701 39059 40411 46346 48251 48394 50640 66514 570
63037 67641 69141 74006 77853 78802 78888 80471 81
84165 86091 86481 88216 89977 90312 90592 90603 921
95338 96651 102388 103162 103353 103850 112373 11374
115471 115995 116030 118854 118988 119258 119677 11996
121427 122388 123544 126471 126812 129895 134196 13481
145087 145317 146934 147455 148290 148958 149777 1515
157640 158169 163540 165350 166759 167698 167912 17103
174027 178079 179367 180830 181869 183929 184279 18647
188120 194914 194971 196163 197081 198764 199079 19941
203973 204961 205410 211016 213892 214108 215007 21880
223455 223579 234537 238012 240360 241679 243031 2440
246809 254728 255825 259493 260276 260631 261703 26377
269171 272974 274055 274659 281819 285919 286049 28730
288365 288603 289174 290997 293628 294924 304114 30705
308362 308418 310479 316283 320519 320810 321810 3219
323692 326944 328241 328925 329101 329720 335677 33642
838956 339306 342960 343046 348101 348238 351063 3519
355687 364481 365575 366122 369636 375429 378062 3806C
391150 393580 396027 396892
20 Tagesprämien.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu je 1I
gefallen, und zwar je eine auf die Loſe gleicher Numme
beiden Abteilungen I und II:
3680 18940 51879 91085 126290 208849 223837
342268 373450
Im Gewinnrade verblieben: 560 Tagesprämien zu je 14
2 Gewinne zu je 100000), 2 zu je 100000, 2 zu je 7590
50000, 6 zu je 30000, 12 zu je 20 00, 46 zu je 100.0,
5000, 372 zu je 3000, 936 zu je 2000, 1886 zu je 1000,
500, 18398 zu je 300 Mark.
Beilerbericht.
Ausſichten für Dienstag: Bewölkt und einzelne 2
teils ſchon als Regen, weiterer Temperaturanſtieß.
Winde, nachts noch Froſt.
Ausſichten für Mittwoch: Bei lebhaften weſtlichen Wi.
weiſe Niederſchläge und weitere Milderung.
Nummer 43
Jauttf
Dienstag, 12. Februar
Aufbau der Hauptabteilung 3 des Reichsnährſtandes.
Zer Müret.
Der Reichsbauernführer hat eine Anordnung vom 4. Februar
Eſt der die Zuſammenlegung der bisherigen Hauptabteilungen 3 und
du und den Aufbau der neuen Hauptabteilung 3 im Reichsnähr=
9 und erlaſſen. Die bisherigen Hauptabteilungen 3 und 4 des
ſi erwaltungsamtes des Reichsbauernführers werden zu einer
0y zuen Hauptabteilung 3e „Der Markt” zuſammengelegt. Die
Sſu zue Hauptabteilung 3 gliedert ſich in die Oberabteilungen 4 und
In der Oberabteilung 4 (Marktordnung) werden die zum
wecke der Marktordnung gebildeten und noch zu bildenden
Zu=
mmenſchlüſſe zuſammengefaßt, in der Oberabteilung B (
Markt=
i rderung) das Reviſionsweſen, das Kreditweſen ſowie die
allge=
ug eine Frage des Genoſſenſchaftsweſens und des Landhandels. Die
eichshauptabteilung 3 umfaßt ferner die allgemeinen
Abtei=
ngen: 2) Verwaltung und b) Recht (einſchließlich Rechts= und
euerfragen der Genoſſenſchaften und des Landhandels). In der
verabteilung A werden zuſammengefaßt: 1. Die
Hauptvereini=
ng der deutſchen Getreidewirtſchaft einſchl. der Wirtſchaftlichen
reinigung der Roggen= und Weizenmühlen. 2. Die Deutſche
e ilchwirtſchaftliche Vereinigung (Hauptvereinigung) einſchl. der
af irtſchaftlichen Vereinigung der Dauermilcherzeuger und der
irtſchaftlichen Vereinigung der Schmelzkäſeherſteller. 3. Die
gs uptvereinigung für Schlachtviehverwertung. 4. Die Hauptver=
Zunſt tigung der deutſchen Eierwirtſchaft. 5. Die Hauptvereinigung
deutſchen Zuckerwirtſchaft. 6. Die Wirtſchaftliche Vereinigung
deutſchen Obſt= und Gemüſeverwertungsinduſtrie. 7. Die
en enn irtſchaftliche Vereinigung deutſcher Stärkeinduſtrien. 8. Die
ſie miſc irtſchaftliche Vereinigung der Kartoffelflockenherſteller 9 Die
mind irtſchaftliche Vereinigung der Margarine= und
Kunſtſpeiſefett=
zuſtrie. 10. Die Wirtſchaftliche Vereinigung der deutſchen
Fiſch=
uſtrie. 11. Die Wirtſchaftliche Vereinigung der
Miſchfutterher=
ler Deutſchlands. Ferner gehören der Oberabteilung A an:
Der Reichsbeauftragte für den Abſatz von
Gartenbauerzeug=
ſen. 2. Der Reichsbeauftragte für den Kartoffelabſatz. 3. Der
Beu ichsbeauftragte für den Abſatz von Hülſenfrüchten. 4. Der Be=
Tr uut ſtragte des Reichsnährſtandes für den Abſatz von
Weinbau=
muzuf eugniſſen. 5. Der Beauftragte des Reichsnährſtandes für die
ue gelung des Hopfenmarktes. 6. Der Beauftragte des
Reichs=
hrſtandes für die Erzeugung und den Abfatz von Grünkern.
Der Treuhänder, für die Rohkakao verarbeitenden Betriebe.
Der Beauftragte des Reichsnährſtandes für den Abſatz von
ille. Außerdem wird bei der Oberabteilung 4 eine Abteilung
ſzwirtſchaft und eine weitere Abteilung für die ſonſtigen
Ge=
te der Marktordnung gebildet.
Die Oberabteilung B gliedert ſich in folgende Abteilungen:
7) Marktreviſion. b) Genoſſenſchaftliche Reviſion. 2. Kredit.
Verſicherung. 4. Allgemeine genoſſenſchaftliche Fragen. 5.
All=
teine Fragen des Landhandels.
Die Sachbearbeiter und Angeſtellten der bisherigen
Reichs=
ptabteilungen 3 und 4 treten mit Wirkung ab 1. Februar
5 zur neuen Reichshauptabteilung 3 bzw. ihren
Untergliede=
ſgen über. Die für den 31. März 1935 ausgeſprochenen
Kün=
ungen bleiben hiervon unberührt.
ſurke Beſchäftigung der Siegetländer
Feinblech=
induſtrie.
Die Siegerländer Feinblechinduſtrie, die ſich in den letzten
ren gut behauptet hat, hat durch die Wirtſchaftsbelebung
n weiteren Antrieb erhalten, ſo daß ſie zurzeit in einer
gün=
n Konjunktur ſteht. Die Produktionsfähigkeit iſt voll in
An=
ch genommen und hat die Hochkonjunktur der Jahre 1927/29
icht, wenn nicht ſogar überſchritten. Beſonders der Bedarf
Qualitätsblechen iſt ſtark. Der Handel hat in den letzten
hen ſtarke Bedarfsdeckungen vorgenommen, und auch von den
brauchern ſind größere Abſchlüſſe auf längere Zeit getätigt
den. Von überragender Bedeutung für den Abſatz in
Karoſ=
blechen iſt der Bedarf der Automobilinduſtrie, die einen ſtar=
Frühjahrsauftrieb der Beſchäftigung zu verzeichnen hat. Auch
Nachfrage nach Feinblechen für die Herſteller verzinnter und
inkter Maſſenartikel ſowie gelochter Bleche für die
Bauwirt=
t iſt erheblich. Die Siegerländer Feinblechinduſtrie ſieht der
eren Entwicklung zuverſichtlich entgegen.
Wirtſchafkliche Rundſchau.
Aufruf des Verbandspräſidenten des Reichsverbandes des
gewerbes. Der Präſident des Reichsverbandes Fuhrgewer=
Fritz von der Brucke, erläßt einen Aufruf an das deutſche
rgewerbe, in dem es u. a. heißt: Unbeſtritten iſt der An=
9 des deutſchen Fuhrhalters auf eine Berufslegitimation,
die Gewähr dafür bietet, daß Schwarzfahrer und Außenſeiter
ich verſchwinden. Dieſer Kampf kann ſchon deswegen nicht
verloren werden, weil es inzwiſchen gelungen iſt, mit dem
ten Konkurrenten, der Landwirtſchaft, eine ausſichtsvolle
ſandlungsbaſis herzuſtellen, die auch dem Fuhrgewerbe gerecht
ende Abmachungen erhoffen läßt. Das Fuhrgewerbe ſtrebt
nach ungerechtfertigten Gewinnen. Es muß aber durch
ge=
e auf Grund von einwandfreien
Lebenshaltungskoſtenberech=
den aufgeſtellte Preiſe in die Lage verſetzt werden, ſeinen
rlichen und ſozialen Verpflichtungen ohne Selbſtaufgabe
kommen zu können.
Erhebungen über Korkholz, Korken und Korkwaren. Im
Itſchen Reichsanzeiger” vom 11 2. 1935 iſt die Anordnung V2
Ueberwachungsſtelle für Waren verſchiedener Art,
Beſtands=
eldung für Korkholz, Korken und Korkwaren” veröffentlicht,
Landelt ſich um die Feſtſtellung der Rohſtoffbeſtände für die
ſce Kork= und Korkwareninduſtrie. Außer den Beſtands=
Eldungen werden Angaben über die Belegſchaft, Umſatz und
uhr der Betriebe verlangt. Firmen, die bis zum 22. 2. 1935
Fragebogen erhalten, haben dieſe bei der Ueberwachungs=
55 Waren verſchiedener Art, Berlin SW. 68, Hedemann=
22, unverzüglich anzufordern.
Preisermäßigung für Superphosphatmiſchungen. Die deutſche
erphosphatinduſtrie hat eine Preisherabſetzung für ſämtliche
„2hosphat=Stickſtoffmiſchungen (Ammoniak=Superphosphat,
Sup=Ka) auf den Stickſtoffanteil dieſer Miſchungen
vorge=
men. Dieſer Abſchlag gilt rückwirkend auch für die
Dezember=
ar=Bezüge unter Beibehaltung der für dieſe Monate gültig
Huen Frühbezugs=Prämie. Dies bedeutet eine Herabſetzung
Miſchungspreiſe auf den Stand vom November 1934
Deithwerke A.=G., Frankfurt a. M. Bei dieſer Fahrrad=
Areifenfabrik iſt das Geſchäftsjahr 1933/34 (30. 9.)
befriedi=
verlaufen. Nach reichlichen Abſchreibungen (im Vorjahre
RM.) und vorſichtiger Bilanzierung wird der
Generalver=
nlung am 23. März eine Dividende von 7 (im Vorjahre 6)
Eent auf die 600 000 RM. Stammaktien und 7 Prozent (wie
uriahre) auf die 60 000 RM. Vorzugsaktien vorgeſchlagen.
kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der Aufſichtsrat der Jute=Spinnerei und Weberei, Bremen,
2 der Hauptverſammlung eine Dividende von 5 Prozent
Sclagen. Im Vorjahre wurde keine Dividende ausgeſchüttet.
Nach Abſchreibungen von 156 415 RM. ſich ergebende
Rein=
inn wurde vorgetragen.
14. Schornſtein des Leunawerks, der in kurzer Bauzeit
Beſtellt wurde, iſt nunmehr in Betrieb genommen worden.
Derriebsführung des Leunawerkes hat ſich im Zuſammenhang
Der landwirtſchaftlichen Erzeugungsſchlacht und mit Rückſicht
Köobere kurzfriſtige Auslandsaufträge veranlaßt geſehen, in
Sinen Wechſelſchicht=Betrieben die 48=Stunden=Woche (ſtatt
er 40 Stunden) wieder einzuführen.
„uer der Firma „Société Conceſſionnair des Machines Ehr=
L E Sehmer” wurde in Paris eine GmbH, begründet die als
Gegenſtand, die Fabrikation, den Ankauf, den Abſatz und
trieb ſämntlicher Maſchinen des Syſtems Ehrhardt u. Seh=
Saarbrücken)” bezeichnet.
Berliner und Rhein=Main=Börſe.
Die Berliner Börſe war nicht ganz einheitlich, jedoch
nicht unfreundlich. Da die Zurückhaltung des Publikums weiter
anhält, betätigte ſich auch die Kuliſſe nur wenig. Die beiden
großen Marktgebiete der Montan= und Elektrowerte waren
über=
wiegend um Bruchteile von Prozenten gedrückt. Nur in einigen
Spezialmärkten war etwas Kaufintereſſe zu beobachten. Hiervon
ausgehend war die Tendenz im Verlaufe weiter freundlich.
Auto=
mobilwerte wurden anſcheinend auf die bevorſtehende Auto=
Aus=
ſtellung 1 Prozent höher bezahlt. Von Kunſtſeidenwerten
konn=
ten Bemberg auf die zuverſichtliche Beurteilung der Lage der
deutſchen Kunſtſeideninduſtrie weitere ¼ Prozent gewinnen. Auch
Schiffahrtsaktien lagen wieder freundlicher. Im einzelnen waren
Montanwerte bis zu ½ und Stolberger Zink anfangs 1½ Prozent
niedriger. Braunkohlenwerte lagen uneinheitlich. Während
Bubiag und Rheiniſche Braunkohlen 1 bis 2½ Prozent gewannen,
waren Ilſe und Leopoldgrube in gleichem Ausmaße gedrückt.
Kaliwerte behaupteten ſich, auch die unnotierten Kaliwerte. „JG.
Farben ſetzten ½ Prozent niedriger ein. Auch an den übrigen
Märkten waren durchweg Beſſerungen zu verzeichnen. Renten
lagen ruhig. In Pfandbriefen lag etwas Nachfrage vor.
Reichs=
ſchuldbuchforderungen behaupteten ſich, ebenſo
Umſchuldungsan=
leihen. Altbeſitz waren ¼ Prozent niedriger, während
Reichs=
bahn=Vorzugsaktien ½ Prozent höher bezahlt wurden. Am
Aus=
landsrentenmarkt lagen Mexikaner etwas feſter. — Im Verlaufe
waren Bayriſche Motorenwerke weitere 1½ Prozent feſter.
Größe=
res Intereſſe entwickelte ſich in Hotelbetrieb. die 2½ Prozent
gewannen. Auch in Weſtd. Kaufhof waren die Umſätze etwas
größer. Schleſiſche Bergbau u. Zink gingen auf 32¾ (34½)
Pro=
zent zurück. Die übrigen Märkte waren wenig verändert. Am
Rentenmarkt konnten ſich Pfandbriefe und Kommunal=
Obligatio=
nen gut behaupten. Berliner waren ½ Prozent höher.
Auch zu Beginn der neuen Woche hielt die allgemeine
Zurück=
haltung an der Rhein=Mainiſchen Börſe an. Die
Grund=
ſtimmung war jedoch weiter freundlich, die Kursgeſtaltung aber
weiterhin uneinheitlich. Nennenswerte Verkäufe lagen nicht vor,
andererſeits zeigte ſich auch nur für wenige Spezialpapiere
wei=
teres Intereſſe. Die Kuliſſe blieb zurückhaltend, das Publikum
hält im großen und ganzen an ſeinem erworbenen Beſitz feſt. Die
Umſatztätigkeit war mangels beſonderer Anregungen weiter klein.
Am Aktienmarkt machte ſich im Hinblick auf die bevorſtehende
Automobil=Ausſtellung für Autowerte etwas Intereſſe bemerkbar.
Die Großwerte des Aktienmarktes lagen ſehr ſtill, insbeſondere
JG. Farben (minus ½ Prozent) und Montanaktien. Das
Ren=
tengeſchäft blieb ohne Anregung. — Im Verlaufe erfuhr das
Geſchäft keine Ausdehnung, auch die Kurſe wieſen gegen den
An=
fang nur unbedeutende Veränderungen auf. Etwas ſchwächer
waren Aku bis 55½ (56½), dagegen Bemberg bis 122 (121½)
Prozent. JG. Farben ſtiegen bis auf 144¾, gaben aber wieder
nach auf 144½ Prozent. Am Rentenmarkt lagen die variablen
Anleihen meiſt unverändert, nur ſpäte Schuldbuchforderungen
waren angeboten und gingen auf 96¾ (97½) Prozent zurück. Am
Pfandbriefmarkt blieben die Kurſe bei kleinem Geſchäft durchweg
gut gehalten. In Stadtanleihen lag weiter kleines Angebot vor,
das die Kurſe um etwa ½—½ Prozent drückte.
Induſtrieobliga=
tionen lagen uneinheitlich.
Im Abendbörſenverkehr entwickelte ſich bei etwa behaupteten
Kurſen nur unbedeutendes Geſchäft. Die Zurückhaltung der
Kuliſſe hielt an, zumal Anregungen und Aufträge fehlten. Unter
leichten Schwankungen ſchwächer lagen JG. Farben mit 144½ bis
1443 bis 144 (1443). Der Rentenmarkt lag bei unveränderten
Kurſen geſchäftslos. Von fremden Werten lagen mexikaniſche
Anleihen auf Baſis des etwas ermäßigten Berliner Schluſſes.
DMM
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft; Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeſe; für den Schlußdienn: Andreas
Bauer: für den Handel: Dr. C. H. Quel ſch; für den Spor:; Karl Böhmann;
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Lr. Herbert Netie; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. 1. 35. 21 894. Truck und Verlag: L. C. Witrich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23,
Für unverlangte Beiträge wird Gewähr der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Schriftleitung Vormittags 12—1 Uhr. nachmittags 6—7 Uhr.
Die Verſicherungsaufſicht im Saargebiet
nach der Rückgliederung.
Die Aufſicht über die im Saargebiet tätigen privaten
Ver=
ſicherungsgeſellſchaften wurde bisher im Rahmen der bisherigen
Verwaltung des Saargebietes von dem Aufſichtsamt für
Privat=
verſicherung für das Saargebiet ausgeübt. Nach der Verordnung
über die vorläufige Verwaltung des Saargebiets nach der
Rück=
gliederung ſoll u. a. auch das Aufſichtsamt für Privatverſicherung
für das Saargebiet aufgehoben werden. Wie wir von
unter=
richteter Seite erfahren, iſt damit zu rechnen, daß das
Reichsauf=
ſichtsamt für Privatverſicherung mit Wirkung vom 1. März ds.
2s. die Aufſicht über die im Saargebiet tätigen privaten
Ver=
ſicherungsgeſellſchaften übernehmen wird, ſo daß alsdann dem
ge=
nannten Reichsaufſichtsamt die Aufſicht über das private
Ver=
ſicherungsgewerbe im geſamten deutſchen Reichsgebiet unterſtehen
wird. Bei den dieſer Tage in Baſel ſtattgefundenen
Saarver=
handlungen iſt auch ein Abkommen über die Bedingungen
abge=
ſchloſſen worden, unter denen die ausländiſchen privaten
Verſiche=
rungsgeſellſchaften, die bisher im Saargebiet tätig waren, dieſe
Tätigkeit auch nach der Rückgliederung ausüben können. Dieſe
Tätigkeit wird ſich einmal auf das Abwicklungsgeſchäft und zum
anderen auf das Neugeſchäft erſtrecken, und die Tätigkeit der
aus=
ländiſchen privaten Verſicherungsgeſellſchaften im Saargebiet
dürfte nach der Rückgliedrung, in gleicher Weiſe wie im übrigen
Reichsgebiet, der Aufſicht durch das Reichsaufſichtsamt für
Privat=
verſicherung unterſtehen:
Produkkenmärkke.
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
Frankfurter Getreidegroßmarkt vom 11. Februar. Die
Ge=
ſchäftstätigkeit im Getreideverkehr blieb gering. Roggen war
an=
geſichts des unverändert ſchwachen Roggenmehlabſatzes ſchwer
ver=
käuflich, zumal die Mühlen im Monat Februar bekanntlich nur
4 Prozent ihres Kontingents vermahlen können. Dagegen fand
das herauskommende Weizenangebot gute Aufnahme, wenngleich
das in der Vorwoche lebhaftere Weizenmehlgeſchäft wieder
weſent=
lich ſtiller geworden iſt. Am Futtergetreidemarkt und für
Futter=
mittel aller Art hielt die ſtarke Nachfrage bei nur ungenügendem
Angebot an. Hafer war nur im Tauſch gegen Kraftfuttermittel
erhältlich. Am Gerſtenmarkt kamen in Erwartung der
Durchfüh=
rungsbeſtimmungen zur neuen Gerſteverordnung für Brau= und
Induſtriegerſte Umſätze kaum zuſtande. Von Rauhfuttermitteln
gab Heu auf 10.50 (11.00) RM. pro 100 Kilogramm nach. Es
notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in
RM.: Weizen W 9 206,50, W 13 210,50 W 16 214,50: Roggen
R 9 166,50, R 13 170,50, R 15 174,50 (alles Großhandelspreiſe
der Mühlen des genannten Preisgebiets); Futtergerſte G 9
168,50, G 11 171,50, G 12 173,50; Hafer H 13 166,50, H 14 168,50
(alles Großhandelspreiſe ab Station, bei Waſſerverladung über
100 Tonnen 3,00 RM. mehr); Sommergerſte für Brauzwecke
200,00: Weizenmehl W 13 27,50, W. 16 27,95; Roggenmehl R 13
23,60, R 15 24,00 (alles plus 0,50 RM. Frachtausgleich);
Weizen=
nachmehl 17,00, Weizenfuttermehl 13,00, Weizenkleie W 13 10,73,
W 16 10.95; Roggenkleie R 13 9,99, R 15 10,23 (alles
Mühlenfeſt=
preiſe ab Mühlenſtation, ſoweit ſie in den Bereich der
Landes=
bauernſchaft Heſſen=Naſſau fallen); Soyaſchrot mit
Monopolzu=
ſchlag 13,00; Palmkuchen m. M. 13,30; Erdnußkuchen 14,50 (alles
Fabrikpreiſe ab ſüdd. Fabrikſtation); Trockenſchnitzel 9,62—10,02,
Heu 10,50; Weizen= und Roggenſtroh drahtgepreßt oder gebündelt
5.00—5,40; Kartoffeln: Induſtrie hieſiger Gegend 2,80—2,00
RM. per 50. Kilogramm bei Waggonbezug.
Viehmärkke.
Darmſtädter Viehmarkt vom 11. Februar. Aufgetrieben
waren 608 Schweine. Die Preiſe ſtellten ſich auf a) 53, b) 50—53,
c) 47—53, d) 46—51 Pfg. pro Pfund. Es wurden verkauft in
der Klaſſe a) 7. b) 76, c) 384 und d) 48 Stück. Marktverlauf:
ſchleppend, Ueberſtand.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 11. Februar. Auftrieb:
Großvieh 1214 (gegen 1083 am 4. Februar), darunter 370 Ochſen,
113 Bullen, 380 Kühe, 351 Färſen; Kälber 456 (509), Schafe 138
(60), Schweine 3636 (3861) Notiert wurden pro 1 Zentner
Lebendgewicht in RM.: Ochſen a) 36—39, b) 31—35, c) 26—30,
d) 22—25; Bullen a) 33—35, b) 29—32, c) 26—28 d) 23—25:
Kühe a) 33—36, b) 27—32, c) 21—26, d) 13—20; Färſen a) 37
bis 40, b) 32—36, c) 26—31, d) 22—25; Kälber a) 46—48 b) 38
bis 45, c) 31—37, d) 23—30; Schweine a1) 50—53, a2) 50—53.
b) 48—53, c) 47—52, d) 45—51, e) —
f) —, g1) 44—47, g2) 37
bis 43.
Berliner Kursbericht
vom 11. Februar 1935
Zeutſche Sunt und Sibrontb Sefrafchaft
Oeviſenmarkt
vom 11. Februar 1935
Me
Deutſche Banl u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
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Nordd. Llohzd
A. E. G.
Bayr. Motore
C. P. Bemberg.
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Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
DeutſcheCont. Gas
Deutſche Erdö=
Ne
85.75
85.75
31.875
34.625
31.125
125 25
120.50
1u0.50
143.375
128.50
102.50
Mee e
F. 6. Farben.
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Geſ.felektr. Untern.
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ie
144.25
72.25
115.50
100.50
88.75
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108.—
87.25
102.50
78.—
70.—
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Vogel Telegr. Draht!=
Wanderer=Werke
84.625
12,75
Nrge
155.—
40.—
27.875
108.25
77.50
17.875
17.25
48.50
114.—
135.—
Aegypten
Argentinien
Belgien.
Braſilien
Bulgarien
Canada.
Dänemart
Danzig.
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland.
Island
D
äaypt. *
1 Pap. Peſo
100 Belga
Milreis
100 Leva
teanab. Doll
100 Kronen
100 Gulden
E=Stg.
100 eſtl. gr.
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden
100 isl. Kr.
Geld Briel
12.49
0.839
58.17
0. 194
3.047
2.496
54.41
si.24
12.185
68,69
5.38
16.415
2.354
188,191 1
55.14
12.52
0.643
38,29
0.198
3.053
2.500
54.51
81.40
12.215
68,82
5.39
16.455
2.35
168.53
55.261
Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland.
Norwegen
Oeſterreich
Portugal.
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowak.
Türkei.
Ungarn
Uruguay
Ver, Staate
Mie
100 Lire
1 Yen
100 Dinar
100 Lats
100 Kronen
100 Schilline
100 Eseudos
100 Kronen
100 Franes
100 Peſetas
100 Tich.=Kr.
1 türk. 2
100 Bengö
1 Goldpeſo
1 Dollar
GeldBrief
21.30 21.:4
0.7111
5.649
80.32 81.78
S1.24
go. 72
34.04
10.39
1.978
1.019
2.497 2.501
0.713
5.661
( 1.36
148.95 42.05
11.06 11.48
62.82 (C2.94
sC. 88
24.10
T.41
1.260
1.621
Surmſtadter and Harlonalbant Burmftadt, Iiliute der Atesoner Bunz
Frankfurter Kursbericht vom 11. Februar 1935.
Geue
Gr. IIp. 1934 103.65
„ 1935 106.5
1936 1067/.
„ 1937 1041.
1938 10321g
Gruppe l .. /105
5% Dtſch. Reichsanl. 992),
96.25
5½20 Intern.n b.30 1 97.5
6%Baden ..v.27/ 95.6
6%Bahern ..v. 27 97.5
6%Heſſen.. . v. 28/ 95.75
6O0 „ „..v.29/ 97.5
6% Preuß. St. v. 28 1087),
6% Sachſen .. b. 27
6%Thüringen b. 27 95.25
6% Dt. Reichsbahn=
Schätze ....... /101
57 Dt. Reichspoſt=
Schätze ....... 100,6
4½%0 „-..... ... 99.5
Dtſch. Anl. Aust.
*iI, Ablöſung: /111.75
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ..../ 10.4
69Baden=Baden. / 90
6%Berlin ... v. 24 95.5
6%Darmſtadt . . .
69Dresden „. b. 26 87
69Frankfurt. v. 26 92
60Heidelberg v. 26 89.5
6%Mainz. . .... 90.5
6%Mannheim v. 27 93
6%München b.29 92.5
6 %Wiesbaden v. 28
6%Heſſ. Landesbk. 95.75
6% „ Goldoblig. 1 94,75
De
hyp.=Bk.=Liquib.
49400
Komm.=Obl.
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
620 Goldoblig.
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f
Heſſ. Glbobl. R.11
„ R.12
628
69 Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr.
6%Naſſ. Landesbk.
5½% Lig.=Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
FAusl. Ser. I
*Ausl. Ser. II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz),
6%Berl. Hyp.=B.
Lig.=Pfbr.
7Frrf.Hyp.=Bk.
5½% „Lig.=Pfbr.
„ Goldoblig.
K9Frkſ.Pfbr.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfr.
6%Mein. Hhp.=Bk.
1.%0 Lig=Pfr
82 Pfälz. Hyp.=Bk.
5½%0 n Lig.=Pfb.
6SRhein. Syp.=Bl.
5½%0 „ Lig=Pfr
Goldobl.
2 Südd. Boben=
Cred.=Bank .
2a „ Lig.=Pfbr
2aWürtt. Hyp.=B.
96
95
5971,
1131.
96
*
99=1,
94.75
88"
100.25
98
160
96.75
8931
96.25
100
95
97.25
100‟
97.75
Ma
6% Dt. Linol. Werke
62Mainkrw. v.20
6%Mitteld. Stahl.
6% SalzmannckCo.
6% Ver. Stahlwerke
6%Voigt & Häffner
F. G. Farben Bonds);
5%Bosn. L. E. B.
59 „ L.Inveſt.
5%Bulg. Tab. v.02
4½% Oſt. Schätze
4%Oſt. Goldrente,
5 %vereinh. Rumän
4½%
42Türk. I. Bagdad
%o „ U.Bagdad
4½%ungarn. 1913
4½% „ 1914
„ Goldr.
*
1910
4½Budp. Stadtanl.
4Liſſabon. ...
4 %Stockholm. „.
Aktien.
Accumulat.=Fabrik
Ag. Kunſtzide Unie
A. E. G. ..
AndregeNoris Zahr
Aſchaffbg.Brauerei
„ Zelſtoff:
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, F.P. ..
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen....
Eement Heidelberg
Karlſtadt!
Mef
99.5
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98.5
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97.25
120.75
6.25
27.5
4.5
4.3
8.25
8.25
7.8
7.75
2,65
51.25
47
91
55.75
30.9
126
76.5
129.5
122
141
92.5
113
123
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Chem.Werke Albert
Chade (A=C) ...
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Silber=
ſcheide=Anſtalt.
„ Linoleum .. . .
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„ Licht u. Kraf
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„ Genüſſe
52.75
125
103
205
127.25
75
9u.5
108‟
126
108.5
260
65
133
144.25
87.25
71.5
115.5
92.75
33”1,
102
129
101½,
108.5
61.5
111.5
148
1221),
Daundch
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R
130
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58
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22.75
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52s
94.5
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181
165
67
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Thir. Liefer.=Geſ. /103.25
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Berl. Handelsgeſ. /114.5
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Dt. Bank u. Disc. / 85.75
Dt. Eff. u. Wechſel. 81.25
Dresdner Bauk .. 85.75
Frankf. Bank..
Hyp.=Baul! 98.25
Mein Hhp.=Bank. 98.5
Pfälz. Hyp.=Ban1.
—
Reichsbank=Anl.
Rhein. Hyp.=Bank. /126.5
Südd. Bod.-Cr. Bk. 69.5
Württ. Notenban1. /140
A.=G.f. Verkehrsw 28.5
Allg. Lokalb. Kraftwl120.5
72 Dt. NeichsbVzg. /118.5
Hapag .."
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Nordd. Llohzd ..
Südd. Eiſenb.=Geſ./ 70
Alltianz= u. Stutte
210
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Frankona Rück=ut.M/134
Mannh. Verſic
Otabi
ande 60
Seite 13 — Nr. 43
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 12. Februar 193
Heute Erstauffüht ung!
Ein Film voll Stimmung u. Fröhlichkeit!
Ab heute in Erstanfführung!
Bis auf weiteres
Ein Film, in dem man
nach Herzenslust lachen
kann!
Das Spitzenwerk des
deutschen Films:
Ihr grösster
Erfolg
(Therese Krones)
mit Martha Eggerth, Leo
Slezak, Theo Lingen.
Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 5.45, 6.00 u. 8.20 Uhr
„Du kleines Mädchen aus Santa Gruz”
In der Hauptrolle erfreut uns der
be-
kannte Sänger v. der BerlinerStaatsoper
CHARLES KULLMANN
Leo Slezak — lessie Vihreg
Fritz
Kampers-
leder kennt das alte schöne Seemanns-
Lied von „La Paloma” der weißen
Taube. Wer es von Charles Kullmann
gehört hat, vergißt es nie wieder.
Dieser Film mit seiner herrlichen Musik
und seinen wundervollen Bildern aus
Spanien wird jedem gefallen.
Dazu das gute Vorprogramm.
Jugendliche haben Zutritt.
In den Hauptrollen:
Sally Eilers und Charles Starrett.
Was gibt es Schöneres als eine Fahrt
ins Blaue? Und eine solche Reise
ins Unbekannte, an Bord eines schönen
großen Ozeandampters hat es immer
in sich.
Dieses große Lustspiel von Format
gestaltet sich zu einer abenteuerlichen
Fahrt voll herrlichster Situationen mit
Hamor und Komik.
Dazu das gute Beiprogramm.
Liedertafel e. V.
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Beginn: 5.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
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umlegung Dieburgerſtraße, Roſenhöhweg, E
weg, Aeußere Ringſtraße beſtellten Umle
Ausſchuſſes ſind, in den für öffentliche B
machungen beſtimmten Aushängekaſten b
gegeben.
Darmſtadt, den 8. Februar 1935.
Der Vorſitzende des Umlegungs=Ausſchu
Kopp, Bürgermeiſter.
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kaufen. Ang. u.
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Geſchäft, zentr.
Lage, an tücht.
Fachleute abzug.
Erf. 2000ℳ. Näh.
Ad. Dingeldein,
Landwehrſtr. 39,
Tel. 2067.
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Das Tagesgespräch
Darmstadt:
Der Riesen-Erf
Adele Sandro
als
Wiegende
Ahukre
in dem Film
Der Herr Sena
mit F. Kampers, P. Hen
Betty Bird.
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AB MORGEN
Ahschieds-Male
ein Film mit wund
vollen Walzermelodie
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