Einzelnummer 15 Pfennige
44
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 119
Sonntag, den 30. April 1933.
196. Jahrgang
27 mm breſie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspfg.
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(1 Dollar — 4.20 Markl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Sireit uſw., erliſcht
ſede Verpſichtung auf Erfüllung der
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träge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei Konkurs
oder gerichtlicher Beſtreibung fällt ſeder Rabatt weg.
Bankkonto Deutſche Bank und Darmſtädter und
Nationalbank.
Luftſchutz tut not!
Deufſchlands Sicherheik zur Luff durch die Lufkrüſtungen ſeiner Nachbarn aufs ſchärfſte bedrohl.
Lufkſchuk eine Lebensfrage für unſer Volk. — Verſtändnisvolle Mithilfe der
geſamten Bevölkerung Vorausſehung für den Erfolg.
Der Reichsluftſchukbund gegründel.
Berlin, 29. April.
Auf Veranlaſſung des Reichsminiſters für die Luftfahrt,
Göring, fand heute vormittag die Gründungsverſammlung des
Reichsluftſchutzbundes des EV. ſtatt. Der neue Bund wird auf
nationaler Grundlage dem deutſchen Volk die lebenswichtige
Be=
deutung des zivilen Luftſchutzes vor Augen führen und ſtreben,
jeden Deutſchen zu tätiger Mitarbeit zu gewinnen. Neben der
Aufklärnng und Werbung für den Luftſchutz hat der Bund die
Vorbereitung und Durchführung des Selbſtſchutzes der
Zivilbe=
völkerung und die perſonelle Ergänzung des behördlichen
Luft=
ſchutzes zur Aufgabe.
Die Leitung des Reichsluftſchutzbundes liegt in den Händen
des Präſidenten Generalleutnant a. D. Grimme und des
Vize=
präſidenten Major a. D. Waldſchmidt.
Aufruf des Reichsminiſters Göring.
Der Reichsminiſter für die Luftfahrt erläßt folgenden
Aufruf:
Deutſche Männer! Deutſche Frauen!
Seit dem Kriegsende verheißt man dem deutſchen Volk die
allgemeine Abrüſtung. Die Warheit aber iſt, daß die Welt heute
mehr denn je in Waffen ſtarrt.
Tauſende von Kriegsflugzeugen ſtehen rings um
Deutſch=
land jederzeit einſatzbereit, während wir ſelbſt in der Luft völlig
webrlos ſind.
Sogar die Abwehr von der Erde aus hat man uns faſt völlig
genommen.
Dabei iſt Deutſchland durch die Luftwaffe ſtärker bedroht als
irgendein anderes Land. Jede deutſche Stadt iſt für
Bomben=
flieger erreichbar. Unſere wichtigſten Induſtrien liegen im nahen
Wirkungsbereich fremder Fliegerkampfkräfte.
Der Luftſchutz iſt daher zu einer Lebensfrage für
unſer Volk geworden.
Er verlangt einen jahrlangen zielbewußten Aufbau unter
fachmänniſcher Leitung und ſtraffer Führung.
In der Eigenart der Luftſchutzmaßnahmen iſt es aber auch
begründet, daß die Arbeit der Behörden allein nicht genügt.
Die verſtändnisvolle Mithilfe der geſamten Bevölkerung iſt
Vorausſetzung für den Erfolg.
Dieſe Mithilfe ſoll nunmehr, um jede Zerſplitterung der
Ar=
beit zu vermeiden, der neugegründete „Reichsluftſchutzbund EV.”
als allein dafür in Frage kommender Verband auf nationaler
Grundlage herbeiführen.
Er ſoll das deutſche Volk von der lebenswichtigen Bedeutung
des Luftſchutzes überzeugen und zu tätiger Mitarbeit gewinnen.
Er ſoll der Bevölkerung die Mittel und Wege für einen
wirkſamen Selbſtſchutz zeigen, ohne ſich jedoch in farbloſen
Theo=
rien zu erſchöpfen.
Er ſoll in den breiten Maſſen die ſittlichen Kräfte wecken,
die zu ſelbſtloſer Arbeit und zu Opfern begeiſtern.
Er ſoll in allererſter Linie die moraliſchen Vorausſetzungen
ſchaffen, ohne die ein Volk nicht fähig iſt, einen modernen
Luft=
angriff zu ertragen.
Denn nur eine feſtgeſchloſſene, von unbeugſamem
Lebens=
willen beſeelte Nation wird dieſen Gefahren widerſtehen können.
Daher fordere ich alle vaterlandsliebenden Männer und
Frauen auf, den Reichsluftſchutzbund nach Kräften zu
unter=
ſtützen.
Wer dieſem Bund beitritt, wer tätig mitarbeitet oder ihn
durch Geldſpenden fördert, trägt damit bei zum eigenen Schutze,
zum Schutze ſeiner Familie, ſeines Grundſtückes oder Betriebes.
Er erfüllt aber auch gleichzeitig eine hohe nationale Pflicht.
Ein Volk, das ſich untätig und willenlos feindlicher Willkür
preisgibt, hat ſeine Exiſtenz verwirkt.
Ein Volk aber, das den eiſernen Willen zur Selbſterhaltung
in ſich trägt, wird auch den Gefahren aus der Luft erfolgreich
trotzen!
(gez.) Göring.
*
Siauseagtädfe m geigeinof.
„9. 2500" heißk in Zukunft „Generalfeldmarſchall
von Hindenburg”.
Im Beiſein des Reichspräſidenten, Generalfeldmarſchalls
von Hindenburg, fand am Samstag vormittag im Flughafen
Tempelhof die Taufe des Eroßflugzeuges D 2500 ſtatt. Schon
lange vor Beginn der Feierlichkeiten waren die Zufahrtsſtraßen
bon einer großen Menſchenmenge dicht beſetzt. Die Tribüne des
Flughafen=Reſtaurants und der Garten vor dem Rollfeld zeigten
keinen freien Platz mehr.
Um 12 Uhr rückte die Wachtkompagnie mit klingendem Spiel
an. Bald darauf drei Bereitſchaften der Schutzpolizei und SS.=
Hilfspolizei. Vor dem Empfangsgebäude waren etwa 20
Flug=
zeuge in Paradeaufſtellung aufgebaut. In der Mitte die
D 2500, deren Bug mit weißem Segelleinen verhüllt war. Auf
der rieſenhaften Tragfläche wehte in der Mitte das blaue
Banner der Lufthanſa, links und und rechts eingerahmt von
den Farben ſchwarz=weiß=rot und der Hakenkreuzflagge.
Unmit=
telbar vor der Maſchine war das Rednerpult errichtet. Links
und rechts von den Maſchinen hatten in einem offenen Viereck
die Schutzpolizei, die Reichswehr, die Standarte der SA. und
ſämtliche Angeſtellten der Lufthanſa in ihren ſchmucken
Uni=
formen Aufſtellung genommen.
Schlag 12,30 Uhr — der feſtgeſetzte Beginn des Taufaktes —
betrat der Reichspräſident in Begleitung ſeines Staatsſekretärs
und des Reichsminiſters Göring durch das öſtliche Tor den
Flughafen und ſchritt unter den Klängen des Präſentiermarſches
die Fronten der Reichswehr und der Schutzpolizei ab.
In=
zwiſchen hatten gegenüber der D 2500 Mitglieder der
Reichs=
regierung und die Ehrengäſte ſich aufgeſtellt. Man bemerkte den
Vizekanzler von Papen, den Reichswehrminiſter von Blomberg,
den Chef der Heeresleitung, General von Hammerſtein
Reichs=
außenminiſter Freiherrn von Neurath, den Reichsarbeitsminiſter
Seldte, den Berliner Oberbürgermeiſter Dr. Sahm und noch
viele andere Perſönlichkeiten der Reichsregierung, der preußiſchen
Regierung und der Miniſterien.
Reichslufffahrkminiſter Göring
betrat ſofort die Taufkanzel und taufte das Flugzeug auf den
Namen des Generalfeldmarſchalls. Reichsminiſter Göring
be=
tonte in ſeiner Taufrede, daß zum erſten Male ſeit dem
Welt=
kriege die deutſche Fliegerei die hohe Ehre und Auszeichnung
habe, das Staatsoberhaupt zu einem Taufakt bei ſich zu ſehen.
Obgleich die ſchweren Feſſeln über ein Jahrzehnt die deutſche
Fliegerei zu Boden gehalten haben, fuhr der Miniſter fort,
ob=
wohl jede Betätigung deutſchen Willens unterdrückt geweſen
war, hat man doch nicht vermocht, auch den Geiſt zu zerſchlagen.
Deutſcher Fleiß, deutſche Arbeit, deutſche Erfindung und deutſche
Organiſation haben hier nur der Welt einen neuen Beweis
ihrer einzigartigen Kraft und Stärke gegeben. Mit äußerſter
Sicherheit und fahrplanmäßiger Pünktlichkeit gehen heute die
deutſchen Verkehrsflugzeuge von Flughafen zu Flughafen, von
Stadt zu Stadt, von Land zu Land. Ueber das Meer, über
die Kontinente umſpannen ſie heute die ganze Erde.
Herr Generalfeldmarſchall, Ihnen dankt heute durch mich
die ganze deutſche Fliegerei, daß Sie uns die Ehre geben, dem
Taufakte dieſes Flugzeuges beizuwohnen, darüber hinaus aber
uns die Ehre gegeben haben, daß dieſes erſte gewaltige deutſche
Verkehrsflugzeug Ihren Namen tragen darf. Sie bringen uns,
Herr Generalfeldmarſchall, koſtbare Güter einer heiligen
Tradi=
tion aus der Vergangenheit. Sie geben uns aber auch, Herr
Generalfeldmarſchall, troſtreichen und hoffnungsfreudigen
Aus=
blick in die Zukunft, und ſo darf ich am heutigen Tage bitten,
dieſes Flugzeug als das anzuſehen, das mit Ihrem Namen
auch ihre großen und ruhmreichen Eigenſchaften der Welt
kund=
tut, ſoweit dieſes Flugzeug über alle Häfen der Welt gehen ſoll.
Und ich darf mich jetzt auch an dieſes Flugzeug ſelbſt wenden:
Du ſtolzes Flugzeug ſollft für deutſche Arbeit und
Schaffens=
kraft, ſollſt auf deinen Flügen durch fremdes Land Ehre
ein=
legen für das deutſche Vaterland und die deutſche Nation. Auf
deinen Reiſen wirſt du künftig nun den Namen tragen, den
jeder Deutſche voll Ehrfurcht und Liebe nennt, der für immer
verbunden iſt mit der deutſchen Geſchichte unſerer Zeit und mit
den großen die Heimat ſchützenden Taten unſeres deutſchen
Heeres und unſerer deutſchen Fliegerei.
So taufe ich dich denn auf den Namen „Generalfeldmarfchall
v. Hindenburg”.
Herr Generalfeldmarſchall, die deutſche Luftfahrt dankt
Ihnen für dieſen Tag, der der ganzen Welt zeigt, daß die
deutſche Luftfahrt mit in erſter Reihe der Kräfte für den
Wieder=
aufbau Deutſchlands ſteht. Der Herr Reichspräſident
General=
feldmarſchall von Hindenburg, unſer liebes deutſches Vaterland
Hurra, Hurra!
Hell zerſprang das Glas an dem Metall des Flugzeugs.
Auf das Hoch des Miniſters auf den Reichspräſidenten und das
deutſche Vaterland folgten das Deutſchland=Lied und das Horſt=
Weſſel=Lied, in das die Menge begeiſtert einſtimmte. Der
Reichspräſident antwortete mit einem „Glückliche
Fahrtallezeit!‟ Dann beſichtigte er die Maſchine, während
die Kunſtflieger Achgeles und Udet in der Luft die gewagteſten
Kunſtflüge vorführten. Achgeles landete auf dem Rollfeld vor
der Taufkanzel und wurde dem Herrn Reichspräſidenten
vor=
geſtellt. Nach dem Taufakt marſchierten die Wachtkompagnie und
die Schutzpolizei im Paradeſchritt an dem Reichspräſidenten
vorbei.
Nachdem der Reichspräſident den Flughafen verlaſſen hatte,
nahm Reichsminiſter Göring noch eine Fahnenweihe der SA.=
Standarte vor.
Staalsgerichtshof verfolgt die Preußenklage
nichk weiter.
Reichsgerichtspräſident Dr. Bumke hat in ſeiner Eigenſchaft
als Präſident des Staatsgerichtshofes verfügt, daß die Klage
der ehemaligen preußiſchen Regierung Braun gegen die
Ver=
ordnung des Herrn Reichspräſidenten vom 6. Februar d. J. nun
nicht weiter verfolgt werde. Das damalige Kabinett Braun
hatte gegen die Verordnung beim Staatsgerichtshof Klage
ein=
geleitet, weil den Miniſtern dieſes Kabinetts durch die
Ver=
ordnung ſämtliche Funktionen bis auf weiteres entzogen worden
waren.
Kein Erlaß von Steuerrückſkänden.
Das Reichsfinanzminiſterium teilt mit: In einigen
Be=
zirken ſind Gerüchte verbreitet worden, daß beabſichtigt ſei
ſämtliche Rückſtände an Steuern zu erlaſſen. Dieſe Gerüchte
entbehren jeder Grundlage. Die Finanzämter ſind angewieſen,
derartigen Gerüchten tatkräftig entgegenzutreten und für Sorge
zu tragen, daß die Steuerrückſtände überall gleich näßig und
nachdrücklichſt beigetrieben werden. Die Lage der Reichsfinanzen
erlaubt einen Verzicht auf die rückſtändigen Steuern nicht.
*Die Woche.
Ueberall wird heute noch fieberhaft gearbeitet an den letzten
Vorbereitungen für den 1. Mai, der nach dem Willen der
Regie=
rung als Tag der nationalen Arbeit vom ganzen deutſchen Volk
feſtlich begangen werden ſoll. Wir ſehen in dieſer Feier, die
in noch nie dageweſenem Ausmaße ſtattfinden ſoll, die
Be=
kundung des einmütigen nationalen Willens zum Wiederaufbau
des deutſchen Staates, der deutſchen Wirtſchaft, wir ſehen in
ihr die Bekundung des feſten Willens zur Ueberbrückung der
aus der wirtſchaftlichen Entwicklung des vergangenen
Jahr=
hunderts geborenen ſozialen Gegenſätze, die in den letzten
Jahr=
zehnten ſo oft verhängnisvolle Wirkungen für Volk und Staat
ausgelöſt haben."
Daß man den 1. Mai dafür gewählt hat, gibt der ganzen
Feier eine beſondere Note. Es iſt der Tag, an dem der
Marxis=
mus früher bei uns demonſtrierte für Internationale und
Klaſſenkampf, dieſe unſelige gedankliche Erbſchaft, an der die
deutſche Sozialdemokratie ſchließlich zu Grunde gegangen iſt.
Gegen die Unſinnigkeit dieſer beiden Grundgedanken der
marxiſtiſchen Lehre haben wir uns an dieſer Stelle im Laufe
der Jahre immer und immer wieder ſcharf gewandt. „Das
Wirtſchaftsproblem” ſo ſchrieben wir am 6. Januar 1924, „kann
nicht dadurch gelöſt werden, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer
ſich im offenen oder latenten Kampf gegenüberſtehen, wobei es
von der jeweiligen Konjunktur abhängt, welche Partei
zeit=
weilig den Sieg davonträgt. Das iſt die dürre Idee des
Klaſſen=
kampfes! Wir aber fordern von beiden Seiten das Gefühl der
unlöslichen Verbundenheit, das Durchdrungenſein von der
Not=
wendigkeit gemeinſamer freudiger Zuſammenarbeit, das Gefühl
ſozialer Verantwortung.” Und ein Jahr ſpäter, am 25. Januar
1925: „Eines hat die wirtſchaftliche Not der letzten Jahre
wiederum erwieſen, daß nämlich das Wohl des Einzelnen in
unlöslichem Zuſammenhang ſteht mit dem Wohl des Ganzen.
Eine Binſenwahrheit vielleicht, in ihrer prägnanteſten Form
ſchon vor faſt 2½ Jahrtauſenden von dem Athener Perikles
ausgeſprochen, eine Wahrheit aber, vor welcher der Marxismus
des letzten halben Jahrhunderts grundſätzlich die Augen
ver=
ſchloß. Auch heute noch gehört in dieſem Lager das Dogma vom
Klaſſenkampf zum unerläßlichen Rüſtzeug. Durch eine
unüber=
brückbare Kluft ſind Arbeitgeber und Arbeitnehmer getrennt
und nur im ſchärfſtem Kampf können die Gegenſätze ausgetragen
werden. Die Arbeitnehmer aller Länder haben das gleiche
Intereſſe gegenüber den Arbeitgebern, und die logiſche
Fol=
gerung, die man daraus zieht, iſt die Notwendigkeit der
Ver=
einigung der „Proletarier aller Länder‟. Ein merkwürdiges
Dogma, welches ſich nur dadurch erklärt, daß es aus einer Zeit
ſtammt, in der man den großen ſozialen Problemen, die aus der
Umſtellung der wirtſchaftlichen Erzeugung erwuchſen, ziemlich
ratlos gegenüberſtand. Die harte Schule der letzten Jahre dürfte
inzwiſchen aber auch dem verrannteſten Doktrinär die Augen
darüber geöffnet haben, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer eines
jeden Landes ein ſtarkes gemeinſames Intereſſe haben an
dem Beſtand der nationalen Wirtſchaft.”
Iſt die nationale bürgerliche Preſſe in Deutſchland wirklich
ſo wenig für den nationalen Gedanken eingetreten, wie das ein
nationalſozialiſtiſcher Kollege in einer auch auf den Rundfunk
übertragenen Rede letzhin behauptete? Unſere Leſer kennen die
Haltung des Darmſtädter Tagblattes, wiſſen, daß wir immer
und immer wieder für die Verbreitung und Vertiefung des
nationalen Gedankens in Deutſchland eingetreten ſind. Wir
haben die Entwicklung der Dinge, wie wir glauben, frühzeitig
richtig erkannt und haben unſere nationale Pflicht getan, auch
als es kaum noch eine nationalſozialiſtiſche Preſſe gab. „Der
Marxismus”, ſo ſchrieben wir am 11. November 1923, „hat
ab=
gewirtſchaftet, eine Tatſache, die auch in den weiteſten Kreiſen
der intelligenten deutſchen Arbeiterſchaft längſt erkannt iſt. Die
Seele des deutſchen Arbeiters ringt mit neuen Gedanken. Die
Größe des nationalen Bewußtſeins hat er längſt erfaßt.
Der=
ſelbe deutſche Arbeiter, der in Flandern und Oſtpreußen, in
Serbien und in der Champagne freudig ſein Leben hingegeben
hat für ſein Vaterland er bringt auch heute unter der Knute
fremder Eroberer an Rhein und Ruhr tagtäglich ſchwerſte Opfer
für ſein Volk. Man kann die Seele des deutſchen Arbeiters
wohl kaum mehr verkennen, als es jener marxiſtiſche Theoretiker
letzhin tat, als er erklärte, der „deutſche Arbeiter kennt kein
Vaterland‟. Die furchtbare Not lehrt uns mehr und mehr
er=
kennen, daß das Schickſal des Einzelnen unlöslich verbunden
iſt mit dem der Volksgeſamtheit, und daß nur wahrhaft
natio=
nale Einſtellung, die wahrlich keine Parteiſache iſt, die Rettung
aus der Not bringen kann."
Klaſſenkampf und Internationale, ſcharf haben wir dieſe
Irrlehren ſtets bekämpft, und um ſo freudiger begrüßen wir es,
wenn jetzt unter einer neuen nationalen Regierung der 1. Mai
im Zeichen der Ueberbrückung der Klaſſengegenſätze, im Zeichen
der Volksgemeinſchaft, ſteht. Wir wollen uns nicht täuſchen.
Noch iſt die Volksgemeinſchaft eine Forderung. Eine
For=
derung der Regierung, eine Forderung aller, die ihr Volk und
ihr Vaterland lieben. Noch ſind die ſcharfen ſozialen
Gegen=
ſätze vorhanden, auch wenn ſie nach außen hin nicht ſo in die
Erſcheinung treten. Die Not faſt zweier Jahrzehnte hat auch
Charakter und Seele des deutſchen Volkes nicht unberührt
ge=
laſſen. Aber der nationale Gedanke hat geſiegt, hat alle
Wider=
ſtände überrannt, und da nationaler Gedanke und
Volksgemein=
ſchaft ſich gegenſeitig bedingen, wird ſich auch eine wahrhafte
Volksgemeinſchaft unter ſtarker Führung endlich bei uns
durch=
ſetzen. Vor mehr als einem Jahrzehnt ſchrieben wir an dieſer
Stelle, daß das Volk, dem es als erſten gelingen werde, die
brennenden ſozialen Probleme durch Ueberbrückung der
Klaſſen=
gegenſätze zu löſen, in Wahrheit der Sieger des Weltkrieges ſein
werde. Wir wiſſen, daß der Kanzler des Reichs, den Hindenburg
vor nunmehr drei Monaten berufen, ſeine ganze gewaltige
Tat=
kraft einzuſetzen entſchloſſen iſt, um dieſes Ziel zu erreichen und
dem deutſchen Volke dadurch den Weg in eine beſſere Zukunft
zu bahnen. Heißen Herzens wünſchen wir, daß er dieſes Ziel
erreichen möge. Es geht um große Dinge, es geht um die
Zu=
kunft der deutſchen Nation. Möge man das überall im deutſchen
Volk recht verſtehen. Daran wollen wir alle denken, wenn wir
am 1. Mai das Bekenntnis zur Volksgemeinſchaft ablegen. Dann
wird auch dieſer 1. Mai ein Markſtein und Wegweiſer ſein auf
dem ſteinigen Weg, der das deutſche Volk herausführen ſoll
aus dem Abgrund, in den es der Zuſammenbruch des Jahres
1918 geſtürzt hat.
A.
Seite 2 — Nr. 119
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 30. April 1933
Polizeidebatte in Genf.
Völlig kendenziöſe Auffaſſengen der franzöſiſchen
Stagkengruppe über die deutſche Schuhpolizei.
Genf, 29. April.
Die kriegsmäßige Verwendbarkeit der deutſchen Schutzpolizei
und damit ihre Einbeziehung in die effektiven Truppenbeſtände
Deutſchlands war im Effektivausſchuß Gegenſtand einer ſehr
be=
wegten Ausſprache. Dem Vorſchlag Frankreichs, die deutſchen
Polizeibereitſchaften und Polizeiſchulen als rein militäriſche
Ver=
bände von kriegsmäßiger Bedeutung zu bezeichnen, ſchloſſen ſich
England, Schweiz, Tſchechoſlowakei, Polen und Belgien an. Polen
verlangte darüber hinaus auch die Einbeziehung der
Gemeinde=
polizei. Nach Auffaſſung dieſer Mächte müſſen die beiden Gruppen
der deutſchen Polizei mit 40 000 Mann bei der Feſtſetzung des
künftigen deutſchen Heeres voll mit einberechnet werden. Der
Ver=
treter Frankreichs begründete die Forderung mit der militäriſchen
Ausbildung, Bewaffnung und Organiſation ſowie dem Material
der deutſchen Polizei.
Zur Beweisführung wurden Auszüge aus der deutſchen Preſſe
herangezogen, ja ſogar Bildmaterial.
General von Schönheinz bemühte ſich, im einzelnen dieſe
Re=
porterberichte richtigzuſtellen, namentlich auch ein Bild aus der
bekannten franzöſiſchen illuſtrierten Zeitung „Vue”, die eine
Luft=
ſchutzübung der Schupo wiedergibt. Man könne doch nicht gut
dar=
aus auf den militäriſchen Charakter der Polizei ſchließen, wenn
das feindlichen Luftangriffen wehrlos, ausgelieferte Deutſchland
Luftſchutzübungen veranſtalte.
Nachdem der belgiſche Vertreter General Galles der deutſchen
Schupo militäriſchen Charakter zuerkannt wiſſen wollte,
wieder=
holte General von Schönheinz, daß die deutſche Schupo nicht der
Befehlsgewalt des Reichsinnenminiſteriums unterſtehe, ſondern
den einzelnen Ländern. Eine Verwendung der Polizei eines
Lan=
des auf dem Gebiete eines anderen ſei geſetzmäßig nicht zuläſſig.
Ausnahmsweiſe könne das nur bei gegenſeitiger Vereinbarung
gemacht werden, was ſeit der Organiſierung der Schupo bis jetzt
nur zweimal der Fall geweſen ſei. Weiter könne man die Piſtole
doch unmöglich als Kollektiwwaffe anſehen, ein Standpunkt, den
auch der italieniſche Delegierte teilte. Zu einer Entſcheidung iſt
es vormittags noch nicht gekommen.
Am Samstag nachmittag wurde die Prüfung der
deut=
ſchen Polizeiverhältniſſe vom Sachverſtändigen=
Aus=
ſchuß für Heeresfragen fortgeſetzt. Zur Debatte ſtand die Frage
desEinzeldienſtes. Franzoſen, Polen und Tſchechen ſuchten
wiederum mit allen Mitteln deſſen militäriſchen Charakter
nach=
zuweiſen, wieder unter Anführung deutſcher Preſſeauszüge.
Gegen=
teiliger Anſicht waren die Italiener, Amerikaner, Japaner, Ungarn
und Schweden. Letztere verlangten kategoriſch, daß an alle
Staa=
ten gleiche Maßſtäbe gelegt werden müßten. — Als General von
Schönheinz im Verlauf ſeiner Entgegnung einmal auch auf die
Hilfspolizei zu ſprechen kam, erklärten die Franzoſen, daß hiervon
in einem anderen Rahmen die Rede ſein werde.
Man nimmt an, daß am Montag abgeſtimmt werden wird,
und zwar über die drei Kategorien der deutſchen
Sicherheits=
polizei: Polizeiſchule, Bereitſchaftsdienſt und Einzeldienſt.
Ein angebliches polniſches Angebok.
* Berlin, 29. April. (Priv.=Tel.)
In einem nach Deutſchland gelangten Warſchauer Telegramm
iſt die Behauptung aufgeſtellt, daß Polen in der Vergangenheit
zweimal ſchon verſchiedenen deutſchen Regierungen das Angebot
eines Nichtangriffspaktes gemacht habe, daß aber beide Angebote
von deutſcher Seite unbeantwortet geblieben ſeien.
Dieſe Behauptung iſt geeignet, einiges Aufſehen zu erregen,
weil die polniſche Außenpolitik ſich bisher in anderen Bahnen als
denen eines Ausgleichs mit Deutſchland bewegten. Im
Auswär=
tigen Amt in Berlin hat ſie einiges Erſtaunen ausgelöſt, weil
man ſich nicht darauf beſinnen konnte, daß Polen jemals mit einem
derartigen Angebot an uns herangetreten ſei. Man hat zur
Sicher=
heit noch einmal ſämtliche Akten über Polen gewälzt und auf
Grund dieſer Aktenunterſuchung feſtgeſtellt, daß Polen in Genf
ganz allgemein einen derartigen Vorſchlag gemacht hat, der in
ſeiner damaligen Faſſung — es wurde auch die Garantierung der
derzeitigen Grenzen von uns verlangt — in der deutſchen
Oeffent=
lichkeit keine Gegenliebe fand. Jedenfalls ſind auf dem Umweg
über den polniſchen Vertreter in Berlin oder eine andere
diplo=
matiſche Stelle irgend welche Anregungen, wie ſie im Warſchauer
Telegramm verzeichnet ſind, niemals an irgend eine deutſche
Re=
gierung gelangt.
Zum 60. Geburtkskag Dr. Franz Dülbergs
Am 2. Mai begeht der bekannte, in Berlin lebende
Schrift=
ſteller Franz Dülberg auf der Höhe ſeines Wirkens und
Schaffens ſeinen 60. Geburtstag. Viele werden an dieſem Tage
ſeiner gedenken und ihm mit herzlichem Dank für ſeine warmen
Schilderungen Hollands, des niederländiſchen Menſchen und
der niederländiſchen Kunſt ihre Glückwünſche entgegenbringen.
1873 in Berlin geboren, iſt er doch eigentlich ein Weſtfale,
da die Familien ſeiner beiden Eltern aus Arnsberg ſtammen.
Schon früh meldete ſich bei dem talentierten Knaben der Sinn
für literariſche Formung und als 15jähriger konnte er ſein
erſtes Drama „König Schrei” in den Hauptzügen niederſchreiben,
das 1905 im Druck erſchien. Schon während ſeines Studiums
in Bonn führte ihn eine Erholungsreiſe nach Holland, die
ſür ſeine Studien, ja für ſein ganzes ſpäteres Leben
ausſchlag=
gebend war, legte ſie in ihm doch den Keim zu der ſpäteren
großen Liebe zu den Niederlanden und zu der niederländiſchen
Malerei. Dieſe Liebe wurde auch durch ſpätere Reiſen nach
Florenz, Mailand und Venedig niemals in den Schatten
ge=
ſtellt. Selbſt zwei in Rom, Sizilien, Südfrankreich und Paris
verbrachte Wanderjahre, reich an Eindrücken und Erleben, ließen
ihn nicht abtrünnig werden. Nach Deutſchland zurückgekehrt,
warf er ſich mit erhöhtem Eifer auf das Studium von Sitte,
Sprache und Kunſt der Niederlande. Er ließ ſich in München
nieder, wo der damals ſich um Stefan George
zuſammen=
ſchließende Kreis mit der Verheißung einer einzigartigen
geiſtigen Geſelligkeit lockte. Hier lernte er auch Max Halbe,
Frank Wedekind und den Grafen Eduard von Keyſerling
kennen. Dieſe Münchener Zeit brachte verſchiedene
bemerkens=
wverte Dramen hervor, von denen „Korallenkettlin” den Namen
Dülbergs zum erſten Male einem größeren Kreiſe bekannt
machte. Viele dieſer Dramen wurden in den Jahren 1907 bis
1916 in Berlin, München und Frankfurt a. M. wiederholt mit
großem Erfolge aufgeführt. Da Dülberg neben der Dramatiker=
Tätigkeit ſtets die Kunſtforſchung und noch mehr die
Dar=
ſtellung kunſtgeſchichtlicher Zuſammenhänge gepflegt und hierbei
außer der deutſchen Kunſt vor allem ſein altes Arbeitsgebiet,
die Anfänge der niederländiſchen Malerei, weiter betreut hatte,
ergab es ſich nach Ausbruch des Weltkrieges von ſelbſt, daß
er ſeine ſtets rege unterhaltenen holländiſchen Beziehungen
in den Dienſt des Vaterlandes ſtellte. Nach dem Krieg
ver=
legte er ſeinen Wohnſitz nach Berlin und wandte ſich der
Publi=
ziſtik zu. Außer verſchiedenen Broſchüren, wie „Ein Bekenntnis
zu Zeit und Volk”, „Drama und Reichsgedanke” und „Die ſoziale
Frage des Schriftſtellers” ſchrieb er kunſtgeſchichtliche
Darſtel=
lungen, von denen hauptſächlich das Buch „Deutſche Malerei”
Aufſehen erregte. Zwei anſehnliche Bände, die in Brinckmanns
Handbuch der Kunſtwiſſenſchaft aufgenommene „Niederländiſche
Malcrei der Spät=Gotik und Renaiſſance” und das bei Paul
Neff erſchienene Franz=Hals=Buch ſind hierunter ſeine wiſſen=
Vom Tage.
Reichskanzler Adolf Hitler iſt am Samstag vormittag vom
Tempelhofer Flughafen nach München abgeflogen.
Reichsminiſter Hugenberg erläßt eine neue Erklärung,
wo=
nach im Einvernehmen mit dem Reichskanzler feſtgeſtellt wird,
daß kein Beamter wegen ſeiner Zugehörigkeit zur
deutſchnationa=
en Bewegung eine Benachteiligung in ſeiner Stellung zu
beſor=
gen brauche.
Der frühere Reichsjuſtizminiſter Prof. Dr. Radbruch, Mit
glied der juriſtiſchen Fakultät der Uniperſität Heidelberg, iſt auf
Grund des neuen Beamtengeſetzes (Beanſtandung der politiſchen
Betätigung) von der kommiſſariſchen Regierung aus dem
Lehr=
amt entlaſſen worden.
Der preußiſche Finanzminiſter Popitz gab am Freitag abend
Erläuterungen zum preußiſchen Staatshaushalt für 1933. Er
er=
klärte, daß der Staatshaushalt formell und materiell zwar
aus=
geglichen ſei, daß in Preußen aber eine ſchwierige Kaſſenlage
be=
ſtehe.
Ab 1. Mai 1933 führen alle deutſchen Kauffahrteiſchiffe neben
der am Heck zu ſetzenden ſchwarz=weiß=roten Flagge die
Haken=
kreuzflagge am Signalſteg oder an der Steuerbord=Signalraa. Die
Hakenkreuzflagge hat die Größe der Kontorflagge.
Der volksparteiliche Reichstagsabgeordnete Dr. Hugo hat um
ſeine Aufnahme in die Reichstagsfraktion der NSDAP.
nachge=
ſucht. Er iſt ſeinem Wunſche entſprechend in die Fraktion
aufge=
vommen worden.
Prinz Chriſtoph von Heſſen iſt als Regierungsrat und
verſön=
licher Referent des Staatsſekretärs Körner in das Preußiſche
Staatsminiſterium eingetreten.
Die politiſche Polizei Bulgariens, die in Erfahrung gebracht
hatte, daß die Kommuniſtiſche Arbeitervartei und die
Gewerkſchaf=
ten trotz des Maifeierverbotes Demonſtrationen vorbereite, hat
ſämtliche Führer und Funktionäre der Kommuniſtiſchen Partei
und der Gewerkſchaften im ganzen Lande feſtgenommen.
Richkerausleſe in Preußen
nach dem Geſichtspunkk der Bolksverbundenheit.
Berlin, 29. April.
Der preußiſche Juſtizminiſter hat eine Verfügung erlaſſen,
nach der unter den Anwärtern auch das Amt eines Richters,
Staatsanwalts, Rechtsanwalts und Notars künftig im Rahmen
der Reichsgeſetze eine Ausleſe nicht nur unter dem Geſichtspunkt
intellektueller Befähigung und techniſcher Schulung, ſondern auch
auf Grund einer Beurteilung der Perſönlichkeit als bewußten
Gliedes des Volksganzen getroffen werden ſoll. Der Anwärter
wird in einem beſonderen Termin nachzuweiſen haben, daß
Volksverbundenheit ſoziales Einfühlungsvermögen, Verſtändnis
für die geſamte völkiſche Entwicklung und für die
Notwendig=
keit der Entwicklungsrichtung des Volkes in Gegenwart und
Zu=
kunft die Grundlage ſeiner Perſönlichkeit iſt. Demgemäß hat der
preußiſche Juſtizminiſter mit Wirkung ab 1. Mai 1933 beſtimmt,
daß Referendare, die nach beſtandener großer Staatsprüfung zu
Gerichtsaſſeſſoren ernannt, oder unmittelbar zur
Rechtsanwalt=
ſchaft zugelaſſen zu wünſchen werden, ſich auf Stellung des
An=
trages auf Ernennung, bzw Zulaſſung in einem, von dem
Juſtizminiſter anzuberaumenden Termin einer Nachprüfung zu
unterziehen haben, deren Zweck es iſt, dem Juſtizminiſter ein
Bild von der Volksverbundenheit des Bewerbers zu vermitteln.
Hindenburg an Düſterberg.
Berlin, 29. April.
Der Reichspräſident hat an den aus der Bundesleitung des
Stahlhelms ausgeſchiedenen Oberſtleutnant a. D. Düſterberg
nach=
folgendes Handſchreiben gerichtet:
„Sehr geehrter Herr Oberſtleutnant!
Ihr Ausſcheiden aus der Bundesführung des Stahlhelm,
Bund der Frontſoldaten, gibt mir Anlaß, in Dankbarkeit der
großen Verdienſte zu gedenken, die Sie ſich während ſchwerer 14
Jahre um den Ausbau des Stahlhelm und damit die Erhaltung
vaterländiſchen und ſoldatiſchen Geiſtes in Deutſchland erworben
haben. Ihre hingebende nationale Arbeit für die im Stahlhelm
zuſammengeſchloſſenen alten Frontſoldaten ſchließt ſich würdig an
Ihre militäriſche Laufbahn in Krieg und Frieden, als Front= und
Generalſtabsoffizier an, deren ich ſtets dankbar gedenke. Für alles
dies Ihnen meine Anerkennung und meinen Dank zum Ausdruck
zu bringen, iſt mir ein aufrichtiges Bedürfnis.
Als äußeres Zeichen dieſer meiner Geſinnung bitte ich Sie,
mein anliegendes Militärbild entgegenzunehmen.
Mit den beſten Wünſchen für Ihr Wohlergehen und Ihre
weitere Arbeit bin ich mit kameradſchaftlichen Grüßen Ihr
(gez.) von Hindenburg.”
ſchaftlich arbeitsvollften Leiſtungen, während ſeine
Eigen=
ſchaften als Darſteller ſich beſonders in den intereſſanten, von
der Reichsdruckerei herausgebrachten „Deutſchen Kunſtbüchern”
Dürer Rembrandt und Deutſche Bildniſſe erweiſen konnten.
Von ſeinen nach dem Kriege geſchriebenen Dramen gelangte
nur „Der Tyrannenmörder” 1923 zur Aufführung. Es wurde
jetzt eine andere Kunſt verlangt und andere Künſtler wurden
gefördert, ſo daß den „Alten” die Bühnen verſchloſſen blieben.
Doch immer dichter ſpannen ſich in den Nachkriegsjahren trotz
räumlicher Entfernung Dülbergs geiſtige Beziehungen zu den
Niederlanden. Im Auftrage des holländiſchen
Fremdenverkehrs=
vereins entſtand das Buch „Holland, ein Land das lohnt”
ſowie zahlreicher Ueberſetzungen verſchiedener namhafter
hol=
ländiſcher Werke, und ſchließlich ſchenkte er durch ſeine
wunder=
vollen Ueberſetzungen von Jo van Ammers=Küllers Werken
der deutſchen Frauenwelt ein Buch nach ihrem Herzen.
Möchte es dem Geburtstagskinde vergönnt ſein, noch viele
Jahre der deutſchen Kunſt und der deutſchen Literatur zu
Graf Hardenberg, Darmſtadt.
dienen wie bisher.
Wilhelm Pekerſen. Große Meſſe 9p. 27.
Aufführung in Ludwigshafen. — Freitag, den 28. April.
In dem feſtlichen großen Saal des Vereinshauſes der
JG. Farbeninduſtrie brachte der in Darmſtadt durch ſeine
Arnold=Mendelsſohn=Aufführungen rühmlichſt bekannte
Beet=
hovenchor Ludwigshafen die Meſſe von Wilhelm Peterſen zu
Gehör, die vor drei Jahren in Darmſtadt unter Dr. Karl Böhm
durch den Muſikverein ihre erfolgreiche und ausgezeichnete
Uraufführung erlebte. Der Eindruck, den das überaus
ge=
ſchloſſene, tiefernſte und würdige Werk wieder in
Ludwigs=
hafen hinterließ, bewies aufs neue, das Peterſen hier eines
der glücklichſten, von Zeitſtil und Mode unberührten modernen
Chorwerke geſchaffen hat, eine Meſſe neuzeitlicher muſikaliſcher
Prägung, die aus ähnlich tiefer Religioſität und edler
Menſch=
lichkeit heraus entſtanden iſt, wie einſt die hohe Meſſe
Beet=
hovens. Der neue Eindruck vertiefte den alten noch bedeutend,
man durfte noch mehr von dem inneren Reichtum empfinden
und ahnen, der in der Meſſe niedergelegt iſt.
Die Aufführung war von der Darmſtädter ſehr verſchieden.
Der große Beethovenchor beſteht aus faſt ausnahmslos jungen
Stimmen, die Friſche und Schönheit des Sopranklanges iſt
darum außergewöhnlich wohltuend. Außerdem iſt er ſehr ans
a Gappella=Singen gewöhnt, und ſo geraten alle Stellen, an
denen der Chorklang über den Orcheſterklang ragt, beſonders
ſchön, und ebenſo werden alle ausdrucksvollen Soloſtellen einer
Chorſtimme mit beſonderer Hingebung und geradezu
perſön=
lichem Ausdruck vorgetragen. Andrerſeits iſt Profeſſor Fritz
Schmidt ſo an den Stil des a Cappella=Singens gewöhnt, daß er
je nach dem Ausdruck die Tempi ſo frei, faſt von Takt zu Takt
wechſelnd nimmt, daß das Zuſammenwirken von Chor und
Welkwirtſchaftskonferenz am 12. Juni.
Amerika kündigt Zollwaffenſtillftand an.
London, 29. April.
Der Organiſations=Ausſchuß der Weltwirtſchafts=Konferenz,
in dem England, Frankreich, Deutſchland, Italien, die
Vereinig=
ten Staaten, Japan, Norwegen und Belgien meiſt durch ihre
Botſchafter und Geſandten vertreten waren, hielt am Samstag
nachmittag im Foreign Office unter dem Vorſitz des
Außen=
miniſters Sir John Simon eine Sitzung ab, in der beſchloſſen
wurde, die Weltwirtſchaftskonferenz auf den 12. Juni nach
Lon=
don einzuberufen. Die Tagung der Konferenz wird in dem neuen
Geologiſchen Muſeum ſtattfinden. Sir John Simon teilte dem
Ausſchuß mit, daß König Georg perſönlich die Konferenztagung
eröffnen werde.
Der außerordentliche Botſchafter der Vereinigten Staaten,
Norman Davis, kündigte an, daß die amerikaniſche Delegation
beabſichtige, bei Beginn der Konferenz einen Zollfrieden
vorzu=
ſchlagen. Der Ausſchuß beſchloß, den Text dieſes Vorſchlages den
verſchiedenen Regierungen zuſammen mit der Einladung zur
Weltwirtſchafts=Konferenz zu übermitteln.
Schwenkung Amerikas?
Die Franzoſen haben es verſtanden, durch eine geſchickte
Preſſepolitik, an der Herriot und der Quai dOrſay mitgewirkt
haben, einen gewiſſen Schleier über die Ergebniſſe der
Waſhing=
toner Beſprechungen zu legen. Um ſo ſtärkeren Eindruck muß
in=
folgedeſſen eine Information des „New York Herald Tribune‟
machen, wonach Amerika erklärt haben ſoll, daß in der
Abrü=
ſtung eine Zuſtimmung Frankreichs zur deutſchen
Rüſtungsgleich=
heit nur dann zu erreichen ſei, wenn man auf die franzöſiſche
Sicherheitstheſe einginge und ſich entſchließe, beſtimmte
Zuſiche=
rungen über die Verhütung von Kriegen zu machen, ſich
außer=
dem aber auch an wirtſchaftlichen Maßnahmen gegen einen
etwaigen Angreifer zu beteiligen.
Wenn dieſe Information richtig iſt, dann bedeutet ſie, daß
die Vereinigten Staaten eine grundſätzliche Wendung in ihrer
Außenpolitik vorgenommen haben. Bisher haben ſie ſich auf den
Standpunkt geſtellt, daß Europa ſeine Angelegenheiten unter ſich
ausmachen müßte. Nach dieſer amerikaniſchen Preſſenotiz iſt
Amerika jetzt offenbar bereit, an der Klärung der europäiſchen
Verhältniſſe mitzuwirken. Auf den erſten Blick ſtellen ſich die
Dinge alſo nun ſo dar, daß Amerika den Franzoſen ſehr
bedeu=
tende Zugeſtändniſſe auf dem Gebiet der Sicherheit gemacht hat.
Zugeſtändniſſe, die geeignet ſind, der Abrüſtungskonferenz einen
neuen Auftrieb zu geben, die aber, wenn das Prinzip der
Gleich=
berechtigung gelten ſoll, auch im Intereſſe unſerer nationalen
Sicherheit ausgelegt werden müſſen. Was allerdings Frankreich
dabei auf dem Gebiet der Abrüſtung geboten hat, das verrät der
„New York Herald Tribune” nicht, wie auch die Franzoſen ſich
bisher darüber ausgeſchwiegen haben, was ſie als Kaufpreis für
die amerikaniſche Sicherheitsgarantie zahlen wollen. Die
Infor=
mation des „New York Herald Tribune” iſt jedenfalls geeignet,
das allergrößte Aufſehen zu erregen. Sie hat auch in der
Wil=
helmſtraße in Berlin einen ſtarken Eindruck hinterlaſſen. Die
Amerikaner würden aber gut daran tun, von ſich aus einmal klar
zu erkennen zu geben, was an den Behauptungen des
amerikani=
ſchen Blattes wahres iſt und welche tatſächlichen Vereinbarungen
zwiſchen Rooſevelt und Herriot zuſtande gekommen ſind.
Das ruſſiſch=japaniſche Verhältnis.
London, 29. April.
Nach hier vorliegenden Berichten aus Tokio wird die ernſte
Beurteilung der Spannung zwiſchen Japan und Sowjetrußland
in verantwortlichen japaniſchen Kreiſen nicht geteilt. Die Anſicht,
daß Japans Rückzug ſüdlich der Großen Mauer dazu beſtimmt
ſei, Truppenverſchiebungen nach der Nordmandſchurei zu
ermög=
lichen, werden als unzutreffend bezeichnet. Man weiſt darauf
hin, daß die japaniſchen Truppen in der Nordmandſchurei ſeit
Februar um die Hälfte herabgeſetzt worden ſeien, da ſeitdem zwei
Infanterie= und eine Kavallerie=Brigade zu den Operationen in
der Provinz Jehol abtransportiert worden ſeien.
Aus Charbin kommt die Meldung, daß die ruſſiſchen
Trup=
pen begonnen haben, an der mandſchuriſchen Grenze befeſtigte
Stellungen auszuheben. Die Sowjetregierung habe der
mandſchu=
riſchen Regierung nochmals kategoriſch erklärt, daß Rußland
al=
leiniger Beſitzer der Oſtchineſiſchen Eiſenbahn ſei, und daß die
mandſchuriſchen Anſprüche auf gemeinſamen Beſitz der Bahn dem
Abkommen vom Jahre 1924 widerſprechen.
Orcheſter häufig rhythmiſchen Schwankungen unterlag, die der
Klarheit der Wiedergabe nicht zuträglich waren. Dies wurde
wohl auch dadurch verurſacht, daß durch die Breite des Podiums
und des Rieſenſaales die weit auseinanderſtehenden
Chor=
ſtimmen wenig unmittelbare Klangfühlung, ſondern nur den
Zuſammenhalt durch die Stabführung des Dirigenten hatten.
Höhepunkt war unſtreitig der erſte Teil des Sanatus, denn
hier ſang der Chor unbeſchreiblich ſchön und ausdrucksvoll,
auch der Schluß des Agnus war ſehr klangſchön, während
vor=
her im gleichen Satz eine gewiſſe Unruhe unſicher machte. Ein
Vorteil gegenüber der Darmſtädter Aufführung im
Landes=
theater war ferner die herrliche Orgel in dem Ludwigshafener
Konzertſaal, die den Höhepunkten überaus viel Kraft und
Glanz verlieh und das geiſtig Beethovennähe atmende
Inter=
ludium zwiſchen Sanatus und Benedictus zu wundervoller
Wirkung erhob, das Peterſen wegen der Theaterorgel für die
Darmſtädter Aufführung gekürzt hatte. Erheblich ſtand jedoch
Klang und Leiſtung des Pfalzorcheſters zurück gegenüber unſerem
Landestheaterorcheſter, und ſelbſt wenn man berückſichtigt, daß
der typiſche Chordirigent meiſt eine dem Orcheſter etwas fremde
Zeichengebung hat, kamen doch reichlich viel rhythmiſche
Unge=
nauigkeiten, Uneinheitlichkeit zwiſchen Streichern und Bläſern
vor. Die Einſtudierung des Chores durch Fritz Schmidt war
vorbildlich. Alles war aufs gründlichſte vorbereitet, das ganze
Werk wurde zu drei Vierteln auswendig geſungen, viele der
großen rhythmiſchen und harmoniſchen Schwierigkeiten glückten
ausgezeichnet, nur Weniges blieb unklar oder verſagte. Als
Soliſten wirkten mit Suſanne Horn=Stoll, die ſchon bei der
Uraufführung geſungen hatte, und die auch heute wieder in
dieſer Partie ihr Allerbeſtes gab und künſtleriſch über ſich ſelbſt
hinauswuchs. Weniger günſtig war der Eindruck der Altiſtin
Toni Bollenbach, die im Soloquartett ſehr tonſchön, ſicher
und muſikaliſch ſang, an Soloſtellen aber ſtets eine gewiſſe
Unſicherheit und klangliche Unausgeglichenheit zeigte. Auch der
Tenor Willi Kehné vermochte nur ſtreckenweiſe
zufrieden=
zuſtellen, während wir in dem Baſſiſten Guſtav Adolf Knörzer=
Breslau einen ſicheren, muſikaliſchen und ſtimmbegabten Sänger
kennen lernten. Hervorragend war Arno Landmann, der
be=
rühmte Mannheimer Orgelkünſtler, er wußte in wundervoller
Weiſe mild, herb oder gewaltig zu regiſtrieren und rhythmiſch
ſcharf zu akzentuieren. Als Geſamteindruck war die
Auf=
führung ſehr glücklich, da mit großer Begeiſterung und
Hin=
gabe muſiziert wurde, und dadurch ein von Herzen kommender
Eindruck für den Hörer geſchaffen wurde. Der anweſende
Komponiſt wurde nach dem Credo und am Schluß aufs
herz=
lichſte gefeiert. Sehr angenehm berührte die Aeußerlichkeit,
daß die Geſchloſſenheit des Werkes nicht durch eine lange Pauſe
mit geſelligem Treiben gefährdet wurde. Möge auch dieſe
Auf=
führung dazu beitragen, die Bedeutung Peterſens als eines
der ehrlichſten, konzeſſionsloſeſten und ausdruckstiefſten unter
den deutſchen Komponiſten weiteren Kreiſen näher zu bringen.
Sonntag, 30. April 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 119 — Seite 3
af
Trihune
er
Abrü=
ngsgleich
ngsgleich=
ranzöſiſche
Zuſiche=
ich außer=
ſſenotiz iſt
bedeu=
t hat.
tenz einen
der Gleich=
Frankreich
tucland
Zum Tag der nationalen Arbeit.
Das Bekennknis zur Arbeit verpflichtek zu beſonderen Sorgen um das Schickſal der arbeitsloſen Bolksgenoſſen.
Die Lebensfrage des arbeikenden deutſchen Volkes iſt die Bekämpfung der Arbeitslofigkeit.
Geleitworke
des Reichsarbeitsminiſters.
Magdeburg, 29. April.
Zum Feiertag der nationalen Arbeit veröffentlicht
Reichs=
arbeitsminiſter Seldte in der Magdeburgiſchen Zeitung einen
Artikel, in dem er u. a. ausführt:
Alle deutſchen Volksgenoſſen ſollen ſich an dieſem Tage des
Segens und der Notwendigkeit der Arbeit beſonders bewußt
wer=
den. Die Feſtesfreude darf uns nicht vergeſſen laſſen, daß es bei
uns heute Millionen feiernder Hände gibt. Gerade das
Be=
kenntnis zur Arbeit verpflichtet, zu
beſonde=
ren Sorgen um das Schickſal der arbeitsloſen
Volksgenoſſen. Die Lebensfrage des
arbeiten=
den deutſchen Volkes iſt die Bekämpfung der
Ar=
beitsloſigkeit.
Der Reichsarbeitsminiſter wendet ſich dann der
Entwicke=
lung des Arbeitsmarktes zu, die er als nicht
un=
günſtig bezeichnet. Er erblickt darin erfreuliche Anzeichen
da=
für, daß das Vertrauen, das die Reichsregierung in einer
un=
erhört breiten Volksfront gefunden hat, ſich auch in der
Wirt=
ſchaft belebend auswirkt. Wünſchenswert erſcheint mir vor allem,
daß gegenüber der bisherigen Zerſplitterung eine
Zentral=
ſtelle für das ganze Reich die Arbeitsbeſchaffung
nach einheitlichem Plan leitet. Die bisherigen
Arbeits=
beſchaffungsmaßnahmen reichen nicht aus.
Als volkswirtſchaftlich wertvolle Arbeiten
nennt der Miniſter landwirtſchaftliche Siedlung,
Stadtrandſied=
lung und Bau von Eigenheimen in ländlichen Bezirken,
Elektrifi=
zierung und Erneuerung des Oberbaues durch die Reichsbahn,
Erneuerung der Straßen. Weitere Aufgaben liegen auf dem
Ge=
biete des Waſſerbaues, der Flußregulierungen, der Kanaliſation,
der Gas=, Waſſer= und Elektrizitätsverſorgung.
Eine Enlaſtung des Arbeitsmarktes habe vor allem auch die
Senkung der Geſtehungskoſten zur Vorausſetzung. Die
Ermäßigung der Beiträge zur Krankenverſicherung und
knapp=
ſchaftlichen Penſionsverſicherung, die Befreiung der
Hausange=
ſtellten von der Arbeitsloſenverſicherung und Senkung ihrer
Bei=
träge zur Invalidenverſicherung kämen hier vor allem in
Be=
tracht. Die ländliche Sozialverſicherung müſſe den beſonderen
Be=
dürfniſſen der Landwirtſchaft angepaßt werden.
Auch der Erſatz der Bezirksarbeit durch Gemeindearbeit und
die Verſchiebung der Schulzeit um ein Jahr wäre zu erwägen.
In dem Artikel heißt es dann abſchließend: Gewiß kann die
Ar=
beitsloſenfrage nicht allein durch ſtaatliche Maßnahmen gelöſt
werden. Man darf nicht überſehen, daß der Staat nur die
not=
wendigen Vorausſetzungen für die Wiederbelebung der
Wirt=
ſchaft ſchaffen kann. Darüber hinaus aber bleiben die perſönliche
Initiative, die Mitarbeit und die Gefolgſchaft aller, die guten
Willens ſind, unentbehrlich.
Berlin rüſtet zum 1. Mai.
* Berlin, 29. April. (Priv.=Tel.)
Die größte aller Kundgebungen, die die Reichshauptſtadt am
Montag mit der Feier des Tages der nationalen Arbeit erleben
wird, wirft ihre Schatten weit voraus. Die Anregung, mit
fri=
ſchem Grün zu ſchmücken, wird von der Bevölkerung lebhaft
be=
folgt, nachdem die Gebäude der Reichs= und Landesbehörden
ſo=
wie der Stadtverwaltung zum größten Teil bereits geſchmückt
ſind. Immer wieder ſieht man Fuhrwerke und Laſtautos
hochbe=
laden mit Maigrün aus den Außenbezirken in die Stadt fahren.
Ueberall bieten fliegende Händler kleinere und größere Fähnchen
und Feſtabzeichen zum Verkauf an, die vom Publikum ſehr ſtark
gefragt ſind. Die Geſchäftshäuſer, ſoweit ſie ihre Betriebe am
Wochenende ſchon geſchloſſen hatten, hatten bereits in den
Mit=
tagsſtunden mit Schwarz=Weiß=Rot und Hakenkreuz geflaggt.
Viele Privathäuſer zeigen ſchon Flaggenſchmuck. Girlanden
ſind um die Hauseingänge gewunden und vor den Türen ſtehen
junge Maibäume. Ein beſonderes Feſtgepräge zeigten am Sams=
Hunderkjahrfeier
des Hiftoriſchen Vereins für Heſſen.
Feſtabend im Saalbau.
Am 1. Mai ſieht der Hiſtoriſche Verein für Heſſen auf
hundert Jahre Tätigkeit im Dienſte der Geſchichtswiſſenſchaft
zurück. Der Hiſtoriſche Verein begeht dieſen erinnerungsreichen
und bedeutungsvollen Tag in ſtolzer, bewegter Zeit der
vater=
ländiſchen Erneuerung, geſtaltete aber dem Ernſt der Zeit en= die Feſtfolge in ſchlichteſter Weiſe.
Am geſtrigen
Rahmen eine
Samstag abend fand im einfachen, würdigen
Akademiſche Feier
im Großen Saale des Städt. Saalbaues ſtatt. Hier hatten
ſich ihre Königlichen Hoheiten, der Großherzog
und die Großherzogin mit den beiden Prinzen,
der Herr Staatspräſident und zahlreiche Vertreter von
Behörden, Körperſchaften und Vereinen eingefunden, um mit
den Mitgliedern des Hiſtoriſchen Vereins für Heſſen die
Hundert=
jahrfeier feſtlich zu begehen.
Die Madrigalvereinigung unter Leitung von Herrn
Profeſſor Dr. Noack eröffnete den Feſtabend mit einem
alten heſſiſchen Volkslied (um 1540) „An die deutſche
Nation” in der Bearbeitung von Arnold Mendelsſohn, das
wundervoll und innig geſungen wurde, und verſchönte auch den
weiteren Verlauf der Akademiſchen Feier durch den
ausgezeich=
nieten Vortrag ausgeſuchter Lieder.
Den Reigen der Anſprachen eröffnete Herr
Staatsarchiv=
direktor i. R. Univerſitätsprofeſſor Dr. J. R. Dietrich der
1. Vorſitzende des Hiſtoriſchen Vereins für Heſſen, mit herzlichen
Worten der Begrüßung. Der Redner ſtellte mit Stolz feſt, daß
die von dem Hiſtoriſchen Verein ausgeſtreute Saat nun
viel=
fältig aufgegangen ſei und betonte, daß dank der
Wieder=
beſinnung auf die vaterländiſche Geſchichte auch der Ausblick in
die Zukunft günſtig ſei. Der Hiſtoriſche Verein, der als der
älteſte wiſſenſchaftliche Verein in Heſſen zu betrachten iſt, hat ſich
immer der Unterſtützung des Staates erfreuen dürfen. So
be=
grüßte der Redner beſonders herzlich den Herrn
Staatspräſi=
deuten, die Vertreter der Stadt, der Provinz, der
Landes=
uniberſität, der philoſophiſchen Fakultät, der Brudervereine aus
Heſſen, aus Frankfurt, Kaſſel, Wiesbaden und Aſchaffenburg
und der befreundeten Vereine. — Eine neue Zeit erfordere auch
neue Aufgaben, der Hiſtoriſche Verein für Heſſen lege das
Ge=
lobnis ab, nicht zuletzt zu ſtehen unter denen, die am
Wieder=
aufbau des deutſchen Vaterlandes mitarbeiteten. In das
Deutſchlandlied klang die Begrüßungsanſprache aus.
Als erſter Redner überbrachte der Herr Staatspräſi=
Deut Profeſſor Dr. Werner herzlichſte Glückwünſche im
Namen der Heſſiſchen Staatsregierung. Die Arbeit des Hiſtori=
tag ſchon die zehn Sammelplätze, von denen aus ſich am Montag
die großen Marſchkolonnen nach dem Tempelhofer Feld in
Be=
wegung ſetzen werden. Große Fahnenmaſten ſind aufgebaut. Ueber
die Straßen wurden Transparente angebracht. Die meiſten
tra=
gen die Inſchrift: „Ehre die Arbeit und achte den Arbeiter.”
Generalprobe auf dem Tempelhofer Feld
und im Luſtgarken.
Auf dem Tempelhofer Feld wird fieberhaft gearbeitet. Die
Tribünen ſind faſt fertiggeſtellt. Doch wird man die letzten Nächte
noch hinzunehmen müſſen, um alles bis zum Montag fertig zu
bekommen. Die Felder ſind abgeteilt. Die Lautſprecher ſind
be=
reits montiert. Die Scheinwerfer ſtehen auf ihrem Platz. Die
Telephonanlage funktioniert. Es wird alles klappen, ſoweit es
an der Organiſation der Anlage des Feſtplatzes gelegen iſt.
Das war ungefähr der Eindruck, den Reichsminiſters Dr.
Göbbels am Samstag nachmittag von einem Beſuch des
Feſt=
platzes mitnahm. Im Rahmen einer kleinen Generalprobe hatte
er mit ſeinem Stab die Einzelheiten im Luſtgarten und auf dem
Tempelhofer Feld in Augenſchein genommen. An dieſer
Beſich=
tigung nahmen eine Reihe von Offizieren der Reichswehr und der
Schutzpolizei teil ſowie Vertreter der Preſſe. Beſonders genau
wurde der Tambourmajor über ſeine Aufmarſchroute inſtruiert,
muß er doch die vereinigten Muſikkorps anführen und über den
Weg genaueſtens unterrichtet ſein. Im Luſtgarten wurden die
aufgebauten Lautſprecher ausprobiert. Die großen Fahnen an
der Nordfront des Schloſſes und das viele friſche Grün an den
Mauern mit den Girlanden um den Säulen bieten ein feſtliches
Bild. Auch die Kundgebung im Luſtgarten um die
Mitternachts=
ſtunde wird einen gewaltigen Eindruck machen. Dorthin
mar=
ſchieren die geſchloſſenen Formationen mit ihren Fackeln, unter
Vorantritt der Ehrenkompagnie der Reichswehr. So ſteht die
Reichshauptſtadt bereits zwei Tage vorher im Zeichen dieſer
ge=
waltigen Kundgebung, wie ſie in dieſem Ausmaße in Berlin und
vielleicht überhaupt in der ganzen Welt noch nicht geweſen iſt,
im Zeichen des Tages der nationalen Arbeit,
Erlaß des Reichswehrminiſters
an die Reichswehr.
Berlin, 29. April.
Der Reichswehrminiſter gibt folgenden Erlaß an die
Reichs=
wehr bekannt:
„An die Reichswehr!
Der 1 Mai als Tag der Nationialen Arbeit ſoll auch für die
deutſche Wehrmacht ein Tag der Feier und der Beſinnung ſein.
Wie wir Soldaten von jedem Deutſchen Verſtändnis für unſer
ſoldatiſche Arbeit erwarten, die dem ganzen Volke dient, ſo iſt für
uns die hohe Wertung aller nichtſoldatiſchen deutſchen Arbeit
ſelbſtverſtändliche Pflicht.
Ein ſtarkes Deutſchland muß wehrhaft ſein. Ein wehrhaftes
Deutſchland iſt aber nicht zu denken ohne tiefe innere
Verbunden=
heit zwiſchen der Wehrmacht und dem ganzen Volk und ohne tätige
Mithilfe des deutſchen Arbeiters. Was der deutſche Arbeiter ſchafft,
wird der deutſche Soldat ſchützen, und beide ſind einig in ihrem
Ziel: Alles für Deutſchland!
(gez.) v. Blomberg.”
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie
zum 1. Mai.
Berlin, 29. April.
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie veröffentlicht
fol=
gende Erklärung:
„Der 1. Mai war während langer Jahre ein Tag der
natio=
nalen Zwietracht. Die Regierung Hitler hat ihn zu einem Symbol
ſchen Vereins iſt von ſelbſtloſen Idealen getragen möge ſeine
Arbeit auch in Zukunft vom Segen begleitet ſein. Der Weg, den
der Hiſtoriſche Verein zurücklegte, iſt auch der Weg des deutſchen
Volkes, bis zum Aufbruch der Nation, der nun erfolgt iſt. Bei
allem auf und nieder iſt doch die gerade Linie nach aufwärts
nicht zu verkennen. Es bedeutet für mich als Staatspräſidenten
dieſer Tag, an dem ich von dem Heſſenland und ſeiner Art
ſprechen kann, einen beſonderen Glücktag. Im Konzert der
deutſchen Stämme gibtHeſſen einen beſonderen
Ton an, der mit Ruhm genannt werden darf.
Wir ſtehen hier in Heſſen auf einem Boden, der ſeine
Weſen=
haftigkeit nicht verleugnen kann, auf einem Boden, der in die
Zeiten alter und bedeutſamſter deutſcher Sagen hineinreicht, ein
Beweis dafür, was ſich an geſchichtlichem Werden auf dieſem
hiſtoriſchen Boden alles vollzogen hat. Trotz der Not der Zeit
wollen wir die leuchtenden Himmelslichter nicht vergeſſen, die
über uns allen leuchten und die uns das Göttliche verkünden.
In hundert Jahren werden wir alle nicht mehr da ſein, aber
beſtehen bleibt das deutſche Volk, ſeine Geſchichte und ſeine
Hingabe an alles was deutſch heißt! (Lebhafter Beifall.)
Als nächſter Redner hielt Herr Prälat Dr. Diehl eine
kurze, oft humordurchleuchtete Anſprache. Die Kirche könne die
Geſchichte nicht entbehren, ziehe ſie doch aus der Geſchichte die
Kräfte, die ſie brauche. Auch die Kirche ſei geſchichtsbildend,
und wenn ſie nicht auch Geſchichte mache, dann habe ſie ihre
Aufgabe verfehlt. Die Kirche könne daher die geſchichtliche
Forſchung nicht entbehren.
Herr Staatskommiſſar Dr. Barth kommiſſariſcher
Oberbürgermeiſter der Landeshauptſtadt, ſprach kurz und kernig,
und verſicherte, daß die Stadt Darmſtadt die Aufgaben, Ziele
und Verdienſte des Hiſtoriſchen Vereins wohl zu würdigen
wiſſe. Die Stadtverwaltung danke dem Hiſtoriſchen Verein die
Anregung zur Einrichtung des Stadtarchivs und zur
Niederſchrift der Stadtgeſchichte.
Aus der ſtattlichen Reihe der weiteren Glückwünſchenden,
die zum Teil äußerlich beſcheidene, aber innerlich wertvolle
Buch=Gaben dem Hiſtoriſchen Verein auf den Gabentiſch legten,
nennen wir weiter Herrn Baron von Heyl für die
Hiſto=
riſche Kommiſſion für Heſſen, Herr Dipl.=Ing.
Zichner als Vorſitzender der Mittelrheiniſchen
Ge=
ſellſchaft zur Pflege alter und neuer Kunſt,
Herrn Direktor Spokhoff vom Römiſch=Germaniſchen
Zentralmuſeum in Mainz, Herrn Geheimrat v. Hahn
für den Verband der heſſiſchen Geſchichts= und Altertumsvereine,
Vertreter des Heſſ. Philologen=Vereins der
Philo=
ſophiſchen Fakultät der Landesuniverſität in
Gießen, des Vereins für heſſ. Geſchichte und Landeskunde, der
Landesbibliothek ſowie des Landesmuſeums in Kaſſel und
der Altertumsvereine in Aſchaffenburg. Ferner ſprachen
Vertreter der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt und
des Mainzer Altertumsvereins.
Der 1. Vorſitzende des Hiſtoriſchen Vereins dankte für alle
Ehrungen und Gaben mit bewegten Worten, und nahm nach
einem Liedvortrag der Madrigalvereinigung das Wort zu ſeinem
Vortrag über
der Einheit des deutſchen Volkes erhoben. Die Volksgemeinſchaft
aller Schaffenden ſoll im „nationalen Feiertag der Arbeit” ihren
beredten Ausdruck finden. Der Reichsverband der Deutſchen
In=
duſtrie hat ſich ſeit jeher zu dem Gedanken der inneren
Verbun=
denheit aller Träger wirtſchaftlicher Arbeit bekannt. Das
In=
duſtrieunternehmen wird daher mit ganzer Kraft der nationalen
Erhebung und dem ſozialen Frieden dienen. Das Gelöbnis der
Stunde ſei: Mitarbeit am nationalen und ſozialen Wiederaufbau
Deutſchlands!
Stahlhelm und NSDAP.
Eine Bekannkgabe des ſtellverkrekenden Parkeiführers
Berlin, 29. April.
Die Reichsleitung der NSDAP. gibt bekannt:
„Die Erklärung des Stahlhelmführers Seldte, daß er mit
ſei=
nem geſamten Verbande der NSDAP. beitritt, wird als ein
ge=
wiſſermaßen ſymboliſcher Akt begrüßt, durch den ſeitens des
„Bundes der Frontſoldaten” der Erfolg des Führertums Hitlers
anerkannt wird.
Darüber hinaus wird im gegenſeitigen
Einver=
ſtändnis an der bewährten organiſatoriſchen
Scheidung feſtgehalten werden, die ſoweit geht, daß eine
tatſächliche Doppelmitgliedſchaft im einzelnen nach wie vor nicht
zuläſſig ſein ſoll.
Die NSDAP. iſt überzeugt, daß die freundſchaftliche Geſte des
Stahlhelms beiträgt zu weiterem vertrauensvollen
Zuſammen=
wirken zum Nutzen des deutſchen Volkes.
(gez.) Rudolf Heß.”
Die Bekanntmachung iſt, wie die Telegraphen=Union
er=
fährt, dahin aufzufaſſen, daß wie bereits vor der nationalen
Revolution die Mitgliedſchaft beim Stahlhelm eine
Mitglied=
ſchaft bei der NSDAP. ausſchließt und umgekehrt.
Ledig=
lich der Führer, der Arbeitsminiſter Seldte, iſt als
Bundesführer des Stahlhelms zu gleicher Zeit Mitglied
der NSDAP. Er und durch ſeine Perſon der geſamte von ihm
geführte Stahlhelm unterſteht ſomit dem Führer Adolf Hitler.
Durch dieſe Neuordnung iſt die nach dem nationalen Umfchwung
erfolgte Freigabe der Mitgliedſchaft der NSDAP. für
Stahl=
helmer überflüſſig und für das einzelne Stahlhelmmitglied der
frühere Stand wieder hergeſtellt worden.
Stahlhelm=Zührer=Appell am Sonntag.
Berlin, 29. April.
Das Bundesamt des Stahlhelm teilt mit: „Der
Bundes=
führer des Stahlhelm Reichsminiſter Franz Seldte, hat zu
Sonntag, den 30. April 13 Uhr, alle Kreis= und Gauführer des
Stahlhelm aus ganz Deutſchland zu einem Appell im großen
Saal des Arbeitsminiſteriums beſtellt. Wie das Bundesamt des
Stahlhelm erfährt, ſind in einzelnen Teilen Deutſchlands von
unbefugter, anonymer Seite Telegramme verſandt worden des
Inhalts, daß dieſer Appell abgeſagt ſei. Gegenüber dieſer
bol=
ſchewiſtiſchen Methode der Verbreitung falſcher Nachrichten ſtellt
das Bundesamt des Stahlhelm noch einmal ausdrücklich feſt:
Der von dem Führer des Stahlhelm befohlene Appell aller
Kreis= und Gauführer findet ſtatt. Alle gegenteiligen Nachrichten
ſind unrichtig. Die Verbreiter der Falſchmeldung werden zur
Verantwortung gezogen werden.”
Das Bundesamt des Stahlhelm teilt mit: Der heute in
Berlin tagende Bundesvorſtand des Stahlhelm, Bund der
Frontſoldaten, begrüßt den Führer der nationalen Bewegung,
den Reichskanzler Adolf Hitler und gelobt ihm mit ſeinem
Bundesführer Franz Seldte treue Gefolgſchaft.
Der Reichskanzler an Seldte.
Berlin, 29. April.
Reichskanzler Adolf Hitler hat an den Reichsarbeitsminiſter
und Erſten Bundesführer des Stahlhelms Franz Seldte ein
Schreiben gerichtet, in dem es heißt:
Ich möchte Ihnen auf dieſem Wege meinen tiefgefühlten
Dank ſagen für die geſtern erfolgte äußere Bekundung Ihrer
in=
neren loyalen Einſtellung und freundſchaftlichen Geſinnung, die
Sie mir ſo zum Ausdruck bringen. Ich bin überzeugt, daß der
Bund der beiden Verbände für alle Zukunft ein
unerſchütterlicher ſein wird, ein dauernder
Garant für den Beſtand der nationalen
Revo=
lution. Nehmen Sie alſo nochmals meinen aufrichtigen Dank
und meine herzlichſten Grüße entgegen.
„Der Hiſtoriſche Verein, Rückblick und Ausblick”.
Der Vortragende begrüßte zunächſt die Vereinsmitglieder und
bezeichnete es dann als eine beſondere Ehrenpflicht,
ehrfurchts=
voll dem hohen Schutzherrn des Hiſtoriſchen Vereins,
Großherzog Ernſt Ludwig, ſeiner hohen
Ge=
mahlin und den Prinzen des hohen Hauſes den
Gruß darzubringen. Die Herrſcher Heſſens ſeien dem Hiſtoriſchen
Verein immer gütige und verſtändnisvolle Förder geweſen. Der
Verein wünſche dem Stamme Heſſen und dem Haus Brabant
weiteres Blühen und Gedeihen zum Segen des heſſiſchen
Landes. — Der Redner gab nun einen Ueberblick über die
Leiſtungen des Vereins in der Vergangenheit und einen kurzen
Ausblick in die Zukunft, ſowie eine hiſtoriſche Rechtfertigung
dafür, daß gerade der 1. Mai als Gründungstag des Hiſtoriſchen
Vereins anzuſehen ſei. Aus der über die Gründungszeit
gege=
benen Schilderung iſt zu entnehmen, daß der Verein anfangs
bezweckte, römiſche und deutſche Altertümer aufzuſuchen, zu
be=
ſchreiben, zu erhalten und zu pflegen, alſo mehr ein Programm
der Denkmalspflege als eines hiſtoriſchen Vereins, wie deſſen
Aufgabe heute aufgefaßt werde. Bei ſeiner Gründung zählte der
Verein bereits 111 Mitglieder. In der Arbeit trat bald mehr
in den Vordergrund die Forſchung der Geſchichte im Gebiet des
Großherzogtums. Profeſſor Dietrich gab dann bei ſeiner
Grün=
dungsgeſchichte intereſſante Einblicke in die auch damals politiſch
ſehr bewegte Zeit (Hambacher Feſt, Bauernrevolte in Oberheſſen,
Erſtürmung der Hauptwache in Frankfurt a. M.) Die engen
Statuten laſteten auf den Verein bis in das 20. Jahrhundert,
er bildete mehr eine Materialſammlung zur heſſiſchen Geſchichte
in ſeinen Veröffentlichungen pflegte Orts= und
Familien=
geſchichte, weniger Kirchengeſchichte, zwar nicht die politiſche
Geſchichte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand der Verein
durch die Aufnahme bedeutender Männer den Anſchluß an die
Wiſſenſchaft, und gab eine Reihe bedeutſamer Arbeiten heraus.
Der Vortragende ſprach dann über Pläne, die nicht zur
Wirklich=
keit geworden ſeien, und über das in den Zeitſchriften des
Hiſtoriſchen Vereins enthaltene, faſt unüberſehbare Material für
weitere Arbeiten. Alles zuſammen gerechnet Gelungenes und
Mißlungenes, könne der Hiſtoriſche Verein doch mit Befriedigung
in die Vergangenheit zurückblicken, und nachdem nun die alten
Statuten gefallen, ſeien neue Arbeitsgebiete erſchloſſen worden.
Ueber die Arbeiten der Jahre nach 1900 jetzt zu ſprechen, gehe
nicht an, alles lebe noch im Gedächtnis der jetzt Schaffenden
und Lebenden, man müſſe das Urteil über dieſe Leiſtungen der
Nachwelt überlaſſen. Der Hiſtoriſche Verein, der Mitglieder in
allen drei heſſiſchen Provinzen habe, dürfe ſich nach dem Umfang
ſeines Wirkens mit Recht Landes=Verein für das ganze
Heſſen nennen. Er müſſe in noch ſtärkerem Maße die Jugend
gewinnen, erfreuliche Anſätze hierzu ſeien ſchon gemacht. Er
gebe das Gelöbnis treuer Mitarbeit am Volksganzen ab und
dürfe ſo getroſt in das 2. Jahrhundert ſeines Beſtehen blicken.
(Lebhafter Beifall.)
Den Abſchluß der Akademiſchen Feier bildete ein geſelliges
Zuſammenſein der ſehr zahlreich Erſchienenen im Gartenſaal
des Saalbaues. — Heute wird ein Ausflug noch Oppenheim zur
Beſichtigung der Katharinenkirche unternommen.
Seite 4 — Nr. 119
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 30. April 1933
Heſſiſche Polikik.
Weitere Bürgermeiſter-Ernennungen.
Unter dieſer Ueberſchrift brachten wir in unſerer Nr. 110,
vom Freitag, den 21. April 1933, eine Meldung der amtlichen
heſſiſchen Preſſeſtelle, die mit den Worten begann: Folgende
mar=
xiſtiſche Bürgermeiſter wurden abgeſetzt und durch kommiſſariſch
Benannte erſetzt. Unter den Namen war auch der Beigeordnete
des Gemeinde Fahrenbach i. Odenw., der Landwirt und
Wagner=
meiſter Joſeph Wagner in Fahrenbach i. Odenw mit
aufge=
führt. Der Rechtsbeiſtand des Herrn Wagner erſucht uns um
Berichtigung. Sein Auftraggeber verwahre ſich gegen die
Be=
zeichnung „marxiſtiſcher Bürgermeiſter‟ Er laſſe mitteilen, daß
er niemals im marxiſtiſchen Lager geſtanden habe, ſondern
viel=
mehr ſchon ſeit langen Jahren Angehöriger der
Zentrumspar=
tei ſei.
Gleichſchalkung der hefſ. Lehrerverbände
Der Gauobmann des Nationalſozialiſtiſchen Lehrervereins,
Oberſchulrat Ringshauſen, ernannte Pg. Lehrer Wilhelm
Schneider, Bauſchheim, Groß=Gerau, mit Wirkung vom
27. April an zum Ueberführungskommiſſar
ſämt=
licher Lehrervereine in Heſſen in den Nationalſozialiſtiſchen
Lehrerbund (NSLB.)
Weiter ordnete er an: Der Heſſiſche Landes=
Lehrerverein geht in den Nationalſozialiſtiſchen
Lehrerbund über. Er beauftragte den mit der Leitung
der Geſchäfte betrauten Geſchäftsführenden Ausſchuß die
Ueber=
führung bzw. die Liquidation vorzunehmen. Soweit
Be=
ſtimmungen des Vereinsgeſetzes dieſer Regelung entgegenſehen,
übernimmt er die Verantwortung. Die wirtſchaftlichen
Einrichtungen (Feuerverſicherungsverband, Ludwig= und
Aliceſtiftung) werden ebenfalls in den NSLB.
über=
geführt. Durch dieſe Anordnung iſt die Vertreterverſammlung
in Vilbel hinfällig. Der „Schulbote” erſcheint weiter unter
der Bezeichnung: „Nationalſozialiſtiſcher Erzieher” mit dem
Untertitel: Schulbote für Heſſen.
Die alte Leitung des Heſſiſchen Landeslehrervereins empfiehlt
ſeinen Mitgliedern alsbald den Eintritt in den
National=
ſozialiſtiſchen Lehrerbund bei den zuſtändigen Kreisobleuten des
Nationalſozialiſtiſchen Lehrerbundes vorzunehmen. Am 1. Juli
ſoll die Ueberführung vollendet ſein. Für den Eintritt in den
Nationalſozialiſtiſchen Lehrerbund iſt die Mitgliedſchaft zur
Nationalſozialiſtiſchen Deutſchen Arbeiterpartei nicht erforderlich.
Die Bildung von Skudenkenſchafken in Heſſen.
Vom 28. April 1933.
Das Heſſiſche Geſamtminiſterium hat auf Grund des
Reichs=
geſetzes über die Bildung von Studentenſchaften an den
wiſſen=
ſchaftlichen Hochſchulen vom 22. April 1933 (RGBl. I. S. 215)
und des vorläufigen Geſetzes zur Gleichſchaltung der Länder
mit dem Reich vom 31. März 1933 (RGBl. I. S. 153) ein Geſetz
beſchloſſen, das am 1. Mai in Kraft tritt.
§ 1 des Geſetzes lautet: Die bei der Landesuniverſität
Gießen und der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt voll
ein=
geſchriebenen Studenten deutſcher Abſtammung und
Mutter=
ſprache bilden unbeſchadet ihrer Staatsangehörigkeit die
Studentenſchaften ihrer Hochſchulen.
Die Studentenſchaften ſind Körperſchaften des öffentlichen
Rechts.
Bei der Immatrikulation hat jeder Student eine nach beſtem
Wiſſen und Gewiſſen verfaßte ehrenwörtliche Erklärung darüber
abzugeben, ob ſeine Eltern und Großeltern deutſcher
Abſtam=
mung ſind. Auf Grund dieſer Erklärung entſcheidet der Führer
der Studentenſchaft oder ein von ihm mit dieſer Aufgabe
be=
trauter Mitarbeiter über die Zugehörigkeit zur Studentenſchaft.
Gegen dieſe Entſcheidung iſt Berufung an einen Ausſchuß
mög=
lich, der aus dem Rektor, zwei vom Senat zu beſtellenden
Hoch=
ſchullehrern und den beiden Aelteſten der Studentenſchaft beſteht.
S 2.
Die Studentenſchaft ſteht über den Parteien und
Konfeſ=
ſionen. Parteipolitiſche und konfeſſionelle Beſtrebungen ſind
aus=
geſchloſſen.
Die Aufgaben werden in § 3 wie folgt umriſſen:
Die Studentenſchaft hat:
a) mitzuwirken, daß die Studenten ihre Pflichten
gegen Volk Staat und Hochſchule erfüllen;
b) die Geſamtheit der Studenten zu vertreten:
c) die ſtudentiſche Selbſtverwaltung
wahrzuneh=
men;
d) an der Selbſtverwaltung der Hochſchule
mit=
zuwirken insbeſondere
1. durch Teilnahme von Vertretern der Studentenſchaft an
den Verhandlungen des Senats und der Fakultäten mit
beratender Stimme über alle von der Studentenſchaft
ſatzungsgemäß zu betreuenden Angelegenheiten. Die
Ver=
treter der Studentenſchaft ſind an Weiſungen nicht
gebun=
den und zur Verſchwiegenheit nach den beſtehenden
Senats=
ſatzungen verpflichtet;
2. durch Teilnahme an der Diſziplinarkammer der Hochſchule
für Studenten;
e) den Studenten zur Wehrhaftigkeit und zur
Einordnung in die Volksgemeinſchaft durch
Wehr= und Arbeitsdienſt und Leibesübungen
zu erziehen;
k) an der Aufrechterhaltung der akademiſchen
Zucht und Ordnung (beſondere Maßnahmen bedürfen
der Zuſtimmung des Rektors) mitzuwirken;
g) an den ſozialen und wirtſchaftlichen
Einrich=
tungen zur Förderung eines geiſtig und
menſchlich hochſtehenden akademiſchen
Nach=
wuchſes maßgeblich mitzuarbeiten.
In den Uebergangs= und Schlußbeſtimmungen
wird u. a. geſagt:
Die bisherigen Satzungen der beſtehenden Studentenſchaften
gelten bis zur Genehmigung der neuen Satzungen (§ 5) weiter,
ſoweit ſie nicht durch die nachfolgenden Anordnungen zu einem
früheren Zeitpunkt außer Kraft geſetzt werden.
1. Die Beſtimmungen in § 2 dieſes Geſetzes über die
Mit=
gliedſchaft treten ſofort an die Stelle der bisher geltenden
ent=
ſprechenden Satzungsbeſtimmungen mit der Maßgabe in
Wirk=
ſamkeit, daß die bei Erlaß dieſes Geſetzes immatrikulierten
Stu=
denten die in § 1, Abſ. 3 vorgeſehene Erklärung zu Beginn des
Sommerſemeſters 1933 abgeben.
2. Mit Inkrafttreten dieſes Geſetzes gelten die bisherigen
Vorſitzenden der beſtehenden Studentenſchaften als bisherige
Führer ihrer Studentenſchaften im Sinne dieſes Geſetzes mit
den ſich hieraus für ſie ableitenden Rechten und Pflichten.
3. Das Vermögen der bisherigen Studentenſchaften geht auf
die nach dieſem Geſetz gebildeten Studentenſchaften mit
Geneh=
migung ihrer Satzung (8 5) über.
*
Mit ſofortiger Wirkung beurlaubt wurden:
die Lehrer Georg Krämer zu Lorſch; Heinrich Müller zu
Michelſtadt i. O.; Ernſt Schad zu Windhauſen, Kreis Alsfeld.
Beauftragung: Mit der kommiſſariſchen Leitung
der Volkshochſchule in Darmſtadt wurde der
Studienrat Dr. Heldmann beauf tragt.
Einziehung von Schußwaffen.
Das Heſſiſche Geſamtminiſterium hat auf Grund des
vor=
läufigen Geſetzes zur Gleichſchaltung der Länder mit dem Reich
vom 31. März 1933 (RGBl. I, S. 153) ein Geſetz beſchloſſen,
das in § 1 beſagt: Schußwaffen im Sinne des Reichsgeſetzes
über Schußwaffen und Munition vom 12. April 1928 (RGBl. I,
S. 143) könne zugunſten des heſſiſchen Staates ohne
Entſchädi=
gung eingezogen werden, ohne Rückſicht darauf, wem ſie
ge=
hören, wenn ſie ſich im Beſitze von Perſonen befinden oder
be=
funden haben, die nicht zuverläſſig im Sinne des § 16 des
erwähnten Reichsgeſetzes ſind.
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und Seife, Luft und Sonne geht es überall der
winterlichen Dumpfheit zu Leibe.
Auch im menſchlichen Körper hat der Winter
Schlacken angeſammelt. Allerhand. Abfallprodukte
haben ſich gebildet, und Krankheiten finden den
prächtigſien Nährboden. Da heißt es vorbeugen!
Fegen Sie alle Krankheitskeime aus Ihrem Körper
hinaus, ehe ſie wirkſam werden — machen Sie eine
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mit Pflanzen=Rohſäften, die alle Pfianzenhormone,
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der friſchen Pflanzen enthalten. Aus unſerer großen
Auswahl empfehlen wir die untenſtehenden Säfte ganz
beſonders.
Nr. 4 Arterioſkleroſe=Kräuterſaft löſt Kalk= und
Harn=
ſäureablagerungen, reinigt das Blut gründlich, ſetzt den
Blutdruck herab und beugt Schlaganfällen vor.
Nr. 19 Blutentſäuerungs=Kräuterſaft „Radikal”
reinigt die Körperſäfte gründlich, entzieht ihnen alle
an=
geſammelten Gifte und ſchwemmt kranke Stoffe fort.
Nr. 44 Gicht= und Rheuma=Kräuterſaft ſcheidet die
Harnſäure aus, hindert ihre Neubildung und hat viele
Gicht= und Rheumakranke von ihrem Leiden befreit.
Nr. 52 Berzſtärkungs=Kräuterſaft kräftigt das Herz
und die Nerven, fördert die Blutzirkulation, wirkt
beruhigend und regulierend auf die Herztätigkeit.
Nr. 66 Lungen=Nährſal==Kräuterſaft wirkt
ſchleim=
löſend, fördert die Derkapſelung tuberkulöſer
Bazillen=
herde der Lunge und kräftigt den ganzen Organismus.
Kreisärztliche Gutacſten liegen vor.
Nr. 80 Nerven=Kräuterſaft beruhigt die Nerven, förderk
den Schlaf, kräftigt das Nervenſyſtem und verleiht dem
ganzen Organismus neue Energie.
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Sonntag, 30. April 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 119 — Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 30. April 1933.
Sonnkagsgedanken zum 1. Mai!
Schafſende Nakion.
Von Reinhold Braun.
Ein Neues hob an. ein Gewaltiges. Bezwingendes
In einer ganz beſonderen Geſtalt ſoll es nun ſichtbar werden
im Tag der ſchaffenden Nation, dem 1. Mai.
Tag der ſchaffenden Nation!
Sonſt war der 1. Mai ſeit vielen Jahrzehnten in einem
ver=
hängnisvoll ſteigenden Maße ein Tag. an dem der Klaſſenhaß
Millionen beherrſchte, ein Tag, da die Zerklüftung im Volke wie
unter einem ſchmerzenden Scheinwerfer=Lichte lag.
Es war ein Tag, da für viele die Herzen hart und die Augen
gleichſam blind wurden.
Nun ſoll es ein Tag ſein, da die Herzen weit und die Augen
ſehend werden.
Herz und Augen ſind auf die Nation gerichtet. Aus einem
Tage menſchlicher Kleinheit ſoll einer der machtvollen ſchaffenden
Gemeinſchaft werden, voll großer Prägung, ein Tag des Herzens.
Wenn früher am 1. Mai der Materialismus ſeine hämiſchen
Triumphe feierte, ſoll fortan die Liebe zur Volkheit ihm Glanz
und Weihe ſchenken.
Der Tag des Unſegens ſoll ſich in einen des Segens wandeln!
Man kann ihm keinen ſchöneren Namen geben als: Tag des
guten Willens!
Wohl ſtehen Viele grollend beiſeite. Liebe und Einſicht laſſen
ſich nicht kommandieren. Was ſeit Jahrzehnten in
verantwortungs=
loſer Weiſe verhetzt wurde, kann von heute auf morgen nicht zum
brüderlichen Menſchen werden.
Das ſoll es auch beileibe nicht. Es wäre nicht gut.
Wir wollen die Wandlung! Aber ſie ſoll organiſch ſich
voll=
ziehen.
Volkwerdung iſt in erſter Linie Tiefengründung.
Volksgröße kommt nicht aus der Breite, ſondern aus den
grundhaften Werten. Von dort aus beginnt die wahre Einheit zu
wachſen und ihr Gedanke, das Ganze zu durchwirken. Volkwerdung
hat es mit den inneren Quellen zu tun.
Der Sinn des Tages der ſchaffenden Nation iſt zunächſt der,
daß er zu neuer Erkenntnis führe, was eine Nation überhaupt
iſt daß Gotteswille und Menſchenwille in ihr ſich zu einem
ſchöpfe=
riſchen Gebilde zuſammenſchließen, das heiligen, mächtigen
Aus=
druck findet im Lebenswillen des Ganzen.
Dieſer Tag muß zu der Erkenntnis hinleiten, daß eines jeden
Tun im Ringe der Geſamtheit von Wert iſt, daß keiner ſich zu
ge=
ring erachte!
Zu ſolcher Erkenntnis aber muß das Gefühl ſich
ge=
ſellen, zu dieſer Nation von Gottes und Schickſals wegen zu
ge=
hören, mit ihr auf Gedeih und Verderb verbunden zu ſein.
Dieſes Gefühl muß wie eine urgewaltige Woge durch uns alle
hindurchgehen.
Dazu iſt der Tag der ſchaffenden Nation da!
Und mit jedem Jahre, ſo Gott will, ſollen von den heute noch
abſeits Stehenden mehr und mehr von ſelbſt in die Kette aller
ehrlich Wollenden, ehrlich Fühlenden eintreten.
So nach und nach: „Das ganze Deutſchland ſoll es ſein!“
Der erſte Mai des Schickſalsjahres 1933 bedeute ein
verhei=
hungsvoller Anfang!
Kein Groß=Parade=Tag ſoll es werden.
Bei aller Wucht marſchierender Kolonnen, bei allem
unend=
lichen Menſchengewoge, bei dem noch nie bisher erreichten
gigan=
tiſchem Ausmaße an Kundgebungen ſoll der große Herzens=
Auf=
ſchwung grundlegendes Ereignis des Tages ſein!
Was heißt Arbeitgeber Arbeitnehmer?
Im Grunde ſind wir alle Arbeitnehmer, müſſen uns als ſolche
fühlen in eines Höheren Auftrag.
Menſch ſein heißt Schaffer ſein. Die Liebe allein iſt das
Ent=
ſcheidende
Schaffende Nation! Noch zehrt Arbeitsloſigkeit am deutſchen
Marke. Aber den erſten Mai bewußt als Tag des Volkes erleben.
heißt: In der eignen Bruſt den Daſeinswillen ſtärken, ſeine
Men=
ſchenliebe vertiefen, ſich in Glauben und Hoffnung feſtigen!
In ſolchem Weſen laßt uns zueinander finden! Schaffer zu
Schaffer. Menſch zu Menſch!
Was gilt das Kleid! Was die Art des Tuns!
Alles für Deutſchland!
Auf unſerm Aufwärtswege iſt für Schwärmer und
Zufalls=
ſüchtige kein Platz. Wir wollen und müſſen uns ehrlich, zähe und
einig an unſer Stücklein Lebensſonne heran arbeiten.
Das Werk des treuen deutſchen Menſchen iſt alles!
Komm. Bruder Schaffer! Komm. Schweſter Schafferin!
Es lebe die ſchaffende Nation!
— Pfarrer Heinrich Franz Singer †. Gänzlich unerwartet iſt
nach kurzer Gripveerkrankung im St Vinzenzhoſpital Pfarrer
Heinrich Franz Singer im Alter von 60 Jahren verſchieden. Vom
Jahre 1906 bis 1922 war er an St. Martin in Darmſtadt=
Beſſun=
gen Pfarrkurator und zuletzt Pfarrer und 2. Definitor in
Zorn=
heim in Rheinheſſen. Pfarrer Singer wurde bekannter durch ſeine
Geſchichtsmonographien und ſeine Werke über den Humaniſten
Mer=
ſtetter und die Geſchichte des Blauen Montags. R. i. p.
— Arbeitsjübiläum. Geſtern beging Herr Ludwig
Helf=
mann aus Reinheim ſein 25jähriges Jubiläum als Monteur bei
der Heag.
— Bahnhofsumbenennung Wie wir von der Induſtrie=
und Handelskammer Darmſtadt erfahren, erhält vom
1. Mai d. J an der Bahnhof Dornberg—Groß=Gerau die
Be=
zeichnung Groß=Gerau—Dornberg”, Hierdurch wird
einem dringenden Wunſche der Kreisſtadt Groß=Gerau in
dankens=
werter Weiſe Rechnung getragen.
— Die ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt jeden Tag
zur Beſichtigung von 10—12.30 und von 3—7 Uhr geöffnet.
Der Vertrieb und der Verkauf von Zeitungen iſt am 1. Mai
ſowohl im ſtehenden Gewerbebetrieb als auch im Straßenhandel
während des ganzen Tages geſtattet.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus Sonntag. 30 April Anf. 18, Ende vor 2274 Uhr. 4 20Preiſe 0.70—5.50 Mk.
Lohengrin. Dienstag, Anf 191. Ende 2214 Uhr. B 21
2. Mai Der Widerſpenſtigen Zähmung. Pr. 0.50—4.50 Miich 3. Mai Anf. 19½, Ende 22½ Uhr. B 20
Der Widerſpenſtigen Zähmnug. Pr. 0.50—4.50 Kleines Haus Sonntag. 30. April 0—22 Uhr. Zuſatz=Miete VF,11
Preiſe 0.70—3.80 Mk.
Der 18. Oktober. Dienstag, 2. Mai Preiſe 0.50 bis 2,50 Mk.
20 Uhr.—21.45
Tanzabend von Ilſe Meudtner Mittwoch, 3. Mai Anf. 20. Ende geg. 22½ Uhr. Zuſ.=Miete III,12
König für einen Tag. Preiſe 0.80—4,50 Mr.
— Heſſiſches Landestheater. „Lohengrin” Heute, am
Vor=
tbend des Feiertages der nationalen Arbeit, bringt das
Landes=
heater im Großen Haus eine Wiederholung der romantiſchen
dper „Lohengrin” von Richard Wagner. Die Männerchöre im
Akt ſind verſtärkt durch den Männergeſangverein, Sänserluſt”,
Die muſikaliſche Leitung hat Karl Maria Zwißler. Inſzenierung
Hans Strohbach, Bühnenbild Wilhelm Reinking. Beſetzung:
Lohengrin: Joachim Sattler, König Heinrich: Heinz Schlüter,
Elſa: Charlotte Krauß, Ortrud: Inger Karen, Telramund:
Jo=
hannes Biſchoff, Heerrufer; Johannes Drath. Beginn 18 Uhr.
dauptmiete 4 (20. Vorſtellung) — Im Kleinen Haus wird das
nationale Drama „Der 18. Oktober” wiederholt.
Inſzenie=
rung: Arthur Maria Rabenalt. Bühnenbild: Elli Büttner.
Be=
ginn 20 Uhr. Zuſatzmiete IV (11. Vorſtellung). — Montag den
1. Mai, der Feiertag der nationalen Arbeit, bleiben beide Häuſer
und die Kaſſen geſchloſſen. — Tanzabend Ilſe Meudtner.
Dienstag, den 2. Mai, veranſtaltet die Solotänzerin des
Landes=
theaters. Ilſe Meudtner, zum letzten Male in dieſer Spielzeit
einen Tanzabend, nachdem bereits ſie mit ihrem erſten Tanzabend
den Beweis großen techniſchen Könnens und ſubtilſter Muſikalität
erbrachte. Ilſe Meudtner wird in dieſer 2. Vorſtellung mit einem
großenteils neuen Programm hervortreten.
Der Tag der Arbeit am 1. Mai.
Die Feſtfolge für den 1. Mai in Darmſtadt
Vorm. 6.00 Uhr: Wecken durch die S.A.=Kapellen.
Vorm. 7.30 Uhr: Sammeln der Belegſchaften in den Betrieben.
Vorm. 8.00 Uhr: Anſprache zur Hiſſung der Hakenkreuzfahnen.
Anſchließend Abmarſch nach dem Exerzierplatz.
Für Kleinbetriebe, für jüdiſche Betriebe,
für die Handwerker=Innungen und
Einzelhan=
delsverbände, für Erwerbsloſe, Sozialrentner
und dergleichen findet die Kundgebung
anläß=
lich der Flagenhiſſung auf dem Marktplatz
ſtatt. Es ſpricht der Staatspreſſechef Pg. Falk.
Vorm. 8.15 Uhr: Läuten der Glocken.
Vorm. 9.00 Uhr: Uebertragung der Kundgebung
aus dem Luſtgarten in Berlin auf
dem Darmſtädter Exerzierplatz.
Vorm. 10,45 Uhr: Staatsakt der Hefſiſchen Regietung
auf dem Exerzierplaß.
Es ſprechen: Der Reichskommiſſar
Gau=
leiter Sprenger, Staatspräſident Prof.
Dr. Werner, Staatskommiſſar für
Arbeiter=
fragen, Fritz Kern. M. d. R., Stabsleiter
Heyſe.
Die Darmſtädter Sängerſchaft ſingt unter
Leitung des Gauchormeiſters Etzold das Lied:
„Wo gen Himmel Eichen ragen”.
Gemeinſamer Geſang des „Jungarbeiter=
Liedes”.
Die muſikaliſche Umrahmung übernimmt
die Polizei= und Standartenkapelle 115;
Lei=
tung: „Polizei=Obermuſikmeiſter Buslau.
Der Staatsakt wird auf den Frankfurter
Rund=
funk übertragen. Zur Einführung gibt
Gau=
ſchulungsleiter Trefz eine Rundfunkreportage.
Nachm. 13.00 Uhr:
Verkündung des Skudenkenrechts durch
den Skagispräſidenken Profefſor Dr.
Werner in der Techniſchen Hochſchule.
Nachm. 14.00 Uhr: Antreten der Fachſchaften. Vereine, Innungen.
Feſtwagen auf dem Mercksplatz.
Nachm. 19.30 Uhr: Uebertragung der Kundgebung
auf dem Tempelhoferfeld.
Verkündung des Manifeſtes des
Reichskanzlers Adolf Hitler.
Anſprachen des Stabsleiters Heyſe,
Kreis=
leiters Zürtz.
Unterhaltungsmuſik und
deut=
ſcher Tanz.
Nachm. 24.00 Uhr: Uebertragung des Rede des
Miniſter=
präſidenten Hauptmann Göring.
Die offiziellen Abendveranſtaltungen
fin=
den in der Feſthalle und im Saalbau ſtatt.
Die Redner ſprechen in beiden Sälen perſönlich.
Ein=
tritt frei.
Die Geſamtleitung am 1. Mai liegt in den Händen von
Gauſchulungsleiter Pg. Trefz und Kreispropagandaleiter Pg.
Dr. Schmidt.
Die Durchführung des Staatsaktes unterſteht
Gauſchulungs=
leiter Trefz, des Feſtzuges: Polizeimajor Dr. Ivers, der
Feſt=
hallenverſammlung: Kreisleiter Zürtz, der
Saalbauvexanſtal=
tung: Pg. Dr. Weihl.
Der Feſtzug
bewegt ſich durch folgende Straßen: Mercksplatz, Stiftsſtraße,
Dieburger Straße, Heinheimerſtraße, Liebfrauenſtraße,
Emil=
ſtraße, Frankfurter Straße, Wilhelminenſtraße. Karlsſtraße,
Beſ=
ſunger Straße, Heidelberger Straße, Neckarſtraße, Rheinſtraße,
Rheintor.
gez.: Dr. Schmidt, Trefz.
Durchführungsbeflimmungen und Auweiſungen
des Sonderausſchuſſes für Darmſtadt=Stadk und
Darmſtadt-Land.
6.00 Uhr: Großes Wecken durch die Muſikkapellen der SA.
7.30 Uhr: Die Belegſchaften ſammeln ſich um 7.30 Uhr in den
Betrieben. Anweſenheitskontrolle iſt erforderlich für
die ſpätere Lohnauszahlung. Die Aufſtellung gliedert
ſich: Arbeiter, Angeſtellte, Betriebsrat Direktion.
Jeder Betriebsleiter oder Meiſter ſteht vor ſeiner
Betriebsgemeinſchaft oder Meiſterſchaft.
Die weiblichen Arbeiter und Angeſtellte marſchieren
geſchloſſen in ihren Belegſchaften. Die NSBO.=
Mit=
glieder ſtellen ſich geſchloſſen, je nach der
Betriebszu=
gehörigkeit als Arbeiter und Angeſtellte, vor ihren
Berufsgruppen auf. Die Hakenkreuzbinde iſt
anzu=
legen. Betriebszellenfahnen ſind mitzuführen. (Für
Darmſtadt=Stadt hat die Abholung Samstag, den 29.
April, auf der Kreisbetriebszellenleitung, Hügelſt. 15,
zu erfolgen.)
Falls keine Betriebsfahnen vorhanden ſind, Schilder
in der Größe 90X60 Zentimeter, weiß, mit ſchwarzer,
deutſcher Schrift, mit dem Namen des Betriebes
mit=
zuführen.
Für Muſik haben die Betriebe weiteſtgehend ſelbſt
Sorge zu tragen.
8.00 Uhr: wird in den Betrieben eine Anſprache gehalten, in der
auf die Bedeutung des 1. Mai als Tag der Ehrung der
deutſchen Arbeit hingewieſen wird. Redner hierzu ſind
von den Betrieben ſelbſt zu ſtellen. Als Redner
kom=
men nur Arbeiter und Angeſtellte in Frage.
8.15 Uhr: Die chriſtlichen Kirchen werden in der Zeit von 8.15
bis 8.45 Uhr läuten laſſen.
8.15 Uhr: Die Anſprachen ſind zu Beginn des Läutens der
Kir=
chenglocken zu beenden. Unter Abſingen des Horſt=
Weſſel=Liedes werden die Hakenkreuzfahnen gehißt.
Der Abmarſch erfolgt in der Reihe der Aufſtellung zum
Exerzierplatz. Schwerkriegsbeſchädigte und
Arbeits=
invaliden ſind durch die Betriebe nach Möglichkeit in
Wagen zu befördern.
Für Zwergbetriebe, für jüdiſche Betriebe, für die
Handwerker=Innungen und
Einzelhandelsvereini=
gungen, für Axbeitsloſe
gelten folgende Sonderanweiſungen:
Die Belegſchaften ſammeln ſich um 7.30 Uhr an ihren
Arbeitsſtellen und gehen zwanglos mit ihren
Arbeit=
gebern (jüdiſche Arbeitgeber ausgeſchloſſen) zum
Marktplatz. Dort findet eine beſondere Feier und
Hiſſung um 8 Uhr ſtatt. Redner iſt der
Staatspreſſe=
chef Falk. Innungsfahnen ſind nicht mitzuführen.
9.00 Uhr: Uebertragung der Kundgebungen aus dem Berliner
Luſtgarten auf dem Darmſtädter Exerzierplatz. (Für
Darmſtadt=Land haben, die Propagandaleiter
Laut=
ſprecher für die öffentlichen Plätze zu beſorgen.
10.45 Uhr: Staatsakt der heſſiſchen Regierung. Die
Aufſtellung der Teilnehmer erfolgt nach den
Weiſun=
gen des Herrn Polizeimajors Dr. Ivers und ſeiner
Beauftragten. Für die
Schwerkriegsbeſchä=
digten und Arbeitsinvaliden ſind Sitzplätze
in beſchränktem Rahmen auf Grund der üblichen
Aus=
weiſe bereitgeſtellt.
Nach Beendigung der Uebertragung Abmarſch der
Belegſchaften.
13.00 Uhr: Verkündung des Studentenrechts in der Hochſchule
durch den Herrn Staatspräſidenten. (Nähere
Anwei=
ſungen ergehen durch den NSDStB.)
14.00 Uhr: Antreten der Fachſchaften, Vereine. Innungen mit
Feſtwagen auf dem Mercksplatz zum
Propaganda=
marſch durch die Stadt.
Für Schwerkriegsbeſchädigte und Arbeitsinvaliden ſtehen
Wagenplätze in beſchränkter Anzahl gegen Vorzeigen der
ausgege=
benen Ausweiſe zur Verfügung.
Fachſchafts= und Berufsſtandsſchilder ſind in der Größe von
90X60 Zentimeter, weißer Grund mit ſchwarzer, deutſcher Schrift,
mitzuführen.
Die Innungen werden gebeten, ihre Fahnen neben den
Hakenkreuzfahnen zu führen und ihre Mitglieder in Berufstracht
marſchieren zu laſſen.
Die Feſtwagen ſollen Sinnbilder der deutſchen Arbeit
dar=
ſtellen. Erzeugniſſe der deutſchen Arbeit, allerdings ohne
Miß=
brauch zu Reklamezwecken, können mitgeführt werden.
Die Frauen marſchieren im Feſtzug nicht mit.
Die Schulen beachten die gleichfalls heute abgedruckte
be=
ſondere Anweiſung.
Erwerbsloſe Parteigenoſſen im Dienſtanzug, die NSBO.=
Mitglieder an der Spitze, marſchieren in ihren Fachſchaften.
Die Sport=und Regimentsvereine werden
ge=
beten, ihre Mitgliedertunlichſt in den
Fachſchaf=
tenmarſchieren zulaſſen, da dies mehrdem Sinn
des Feſtes der deutſchen Arbeit entſpricht. Die
Führung der kaufmänniſchen Angeſtellten übernimmt der DHV.
Den Zug beſchließen SA., Hitlerjugend und SS.
(Für Darmſtadt=Land liegt die Leitung des geſamten Zuges
in Händen des Ortsgruppenleiters der NSDAP. und ſeiner
Be=
auftragten.)
Die Durchmarſchſtraßen ſind bekannt gegeben. Es findet ein
Vorbeimarſch an der Gauleitung ſtatt. Auflöſung des Zuges: am
Rheintor. Ergänzende Anweiſungen ergehen nach Bedarf. Die
Feſtabzeichen werden vorausſichtlich Sonntag,
den 30. April, vormittags 12 Uhr, auf der
Kreis=
leitung für den ganzen Kreis ausgegeben.
Der Vorſitzende des Sonderausſchuſſes:
gez. Dr. Sch midt.
Marſchbefehl
für den Feſtzug des Tages der deutſchen Arbeit.
1. Am 1 Mai findet ein Feſtzug zu Ehren des Tages der deutſchen
Arbeit ſtatt.
a) Der Feſtzug iſt untergeteilt in mehrere Gruppen deren
Spitzen durch ein weißes Schild mit roter Schrift
ge=
kennzeichnet ſind. Dieſe Schilder werden auf dem Marſch
nicht mitgeführt.
b) Die teilnehmenden Verbände Firmen und Organiſationen
ſind folgendermaßen auf die Gruppen verteilt:
Aufſtellungsplan für den 1. Mai.
Gruppe I. Berittene Polizei. Heſſiſche Staatsregierung und
Gauleitung der NSDAP. E. Merck, Darmſtadt, Freiwilliger
Ar=
beitsdienſt, Freiwilliger Arbeitsdienſt, Hochſchule; Techniſche
Not=
hilfe
Aufſtellung der Gruppe: Mercksplatz (Oſtſeite).
Gruppe II. Heag, Röhm u. Haas. Induſtriellen=
Verei=
nigung.
Aufſtellung der Gruppe: Mercksplatz (Oſtſeite),
Gruppe III: D. H. V., G. D. A.. Allgemeiner Verband
der heſſiſchen Angeſtellten, Werkmeiſter.
Aufſtellung der Gruppe: Mercksplatz (neben Gruppe 2).
Gruppe TV. N.S. Beamtenſchaft des Kreiſes, Städtiſche
Betriebe, Direktion der ſtädtiſchen Betriebe. Tiefbauamt, Städt.
Beamtenſchaft Staatsbehörden, Juſtizbehörden. Darmſtädter
An=
waltsverein, Strafvollzugsbeamte, Landesverſicherungsanſtalt.
Aufſtellung der Gruppe: Mercksplatz, Mitte.
Gruppe V: Arbeiterſchaft der Schutzpolizei. Metallarbeiter,
Lokomotivführer, Lokomotivwerk Landestheater, Muſikverein,
Auto=Fahrſchulen, Fahrſchule Buſch, Milchhändler,
Milchverſor=
gungsgenoſſenſchaft, Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener.
Aufſtellung der Gruppe: Stiftsſtraße, Roßdörfer Straße,
Rich=
tung Roßdorf.
Gruppe VI. Freiwillige Feuerwehr, Berufsfeuerwehr,
Adolf=Hitler=Bauſchule Ortsgewerbeverein.
Handwerkervereini=
gung, Südweſtdeutſche Verſicherungsanſtalt, Bäckergehilfen,
Schorn=
ſteinfeger.
Aufſtellung: Landgraf=Georgs=Straße, Spitze am Mercksplatz,
Fiedlerweg, Richtung Dieburg.
Gruppe VII. Schulen Darmſtadts.
Aufſtellung: Mercksplatz, neben Gruppe IV.
Gruppe VIII. Darmſtädter Reiterverein, Pol.=
Sportver=
ein, Turn= und Sportvereine, Sportverein 98, Jungflieger
Heſſen=
flieger. Darmſtädter Sängerſchaft Radfahrverein, Velocipedklub.
Aufſtellung der Gruppe: Mercksplatz, neben Gruppe VII.
Gruppe IX. Einzelhandel, Orlemann. Ibel u. Lotz,
E. D. L., Firma Stegmüller. Fuhrbach. Paul Wolf u. Co.,
Ludendorf Dorbach u. Riedel, Scherkamp, Gebhardt, Faktorenbund.
Förſter, Landwirtſchaftliche Zentralgenoſſenſchaft, Verband der
heſſiſchen Landwirtſchaftsgenoſſenſchaft, Landesgenoſſenſchaftsbank.
Gebr. Friedrich, Jungdo, Kirchenchor Cäcilia Kleingartenverein,
Gärtner Verband reiſender Kaufleute, Fachoptiker, Juweliere
und Goldſchmiede. Gutshof Gehaborn.
Aufſtellung der Gruppe: Darmſtraße, Spitze Mercksplatz,
Hein=
rich=Fuhr=Straße, Botaniſcher Garten.
Gruppe K, Auslandsdeutſche Marineverein, 115er,
Leib=
dragoner, Heſſ. Regimentsvereine. Vereinigte Regimentsvereine,
Haſſia.
Aufſtellung der Gruppe: Mercksplatz, neben Gruppe VIII.
Gruppe IX. NS.=Fachſchaft der Gemeindebeamten und des
Arbeitsamtes Aerzte. Apotheker und Zahnärzte. Dentiſten, Café
Waldesruh, Hotel=Angeſtellte, Hofgut Kranichſtein.
Aufſtellung der Gruppe: Soderſtraße, Spitze Stiftsſtraße,
Rich=
tung Gabelsbergerſtraße.
Gruppe XII. Studentenſchaft, Evang. Jugendgemeinſchaft,
Großdeutſcher Bund. Neudeutſchland.
Aufſtellung der Gruppe: Mercksplatz, Weſtſeite.
Gruppe XIII. Jungvolk, Hitler=Jugend, Sturmbann 1/115.
Stahlhelm. Sturmbann IIT/115. SS.
Aufſtellung der Gruppe: Mercksplatz, Weſtſeite.
Die Reihenfolge der Verbände innerhalb der Gruppen
richtet ſich nach deren Eintreffen.
2. Marſchweg des Feſtzuges.
Aufſtellung: Mercksplatz und angrenzende Straßenzüge.
Marſch: Stifts=, Dieburger=, Heinheimer= Liebfrauen=,
Emil= Frankfurter=, Wilhelminen=, Karls=, Beſſunger=,
Heidelberger=, Neckar=, Rheinſtraße.
Auflöſung: Rheintor, nach dem Vorbeimarſch an den
Führern des heſſiſchen Staates und der Gauleitung der
NSDAP.
BeginndesMarſches: 14 Uhr. Es wird in der
Reihen=
folge der Gruppen in Sechſerreihe marſchiert.
Auflöſung unmittelbar hinter dem Rheintor kann wegen der
damit verbundenen Verſtopfung der Straßen nicht ſtattfinden.
Der erſte Teil des Feſtzuges wird deshalb im nördlichen Viertel
der Stadt aufgelöſt.
3. Für Auskünfte uſw. ſind für die einzelnen Gruppen SA.=Führer
bzw. Männer vorhanden.
4. Auf dem Exerzierplatz und am Marſchwege ſind
Sanitäts=
ſtationen eingerichtet. Sie befinden ſich in der
Schwimmbad=
anſtalt, Mercksplatz; Säuglingsheim Heinheimerſtraße;
Alters=
heim. Emilsſtraße: Adolf=Hitler=Platz, Miniſterium;
Herr=
mannsſchule Karlsſtraße; Beſſunger Schule Beſſunger Straße;
Kaſerne, Marienplatz; Vereinigte Geſellſchaft „Rheinſtraß=;
Exerzierplatz. — Die Frauenſchaft der NSDAP., Ortsgruppe
Darmſtadt, wird gebeten, dieſe Sanitätskolonnen mit einigen
Angehörigen der Frauenſchaft zu beſetzen.
5. Die Aufmarſchleitung befindet ſich auf dem Mercksplatz,
Ecke Stiftsſtraße und Landgraf=Georgs=Straße, ſpäter am
Rheintor.
Die Aufmarſchleitung:
(gez.) Dr. Ivers
Seite 6 — Nr. 119
Sonntag, 30. April 1933
Die kirchlichen Feiern am 1. Mai.
EPH. Entſprechend der Vereinbarung des deutſchen,
evange=
liſchen Kirchenausſchuſſes und des Reichspropagandaminiſteriums,
iſt von dem Landeskirchenamt angeordnet worden, daß die
kirch=
lichen Feiern am Sonntag, den 30. April, als Rüſtfeiern für den
Tag der nationalen Arbeit am 1. Mai gehalten werden.
Wenn außerdem für den 1. Mai Sondergottesdienſte, etwa
Feldgottesdienſte, gewünſcht werden, ſo werden ſich die
evangeli=
ſchen Geiſtlichen zur Verfügung ſtellen. Nur müßten dieſe Feiern
in der Frühe ſtattfinden, damit die ſtaatlichen Feiern nicht geſtört
werden.
Außerdem iſt angeordnet, daß der 1. Mai morgens feierlich
eingeläutet wird. Jedoch ſoll dies Geläute auf den Wunſch des
Herrn Staatskommiſſars für den Tag der nationalen Arbeit erſt
von 8.15 bis 8.45 Uhr ſein. Das Landeskirchenamt
ver=
ordnet deshalb in Abänderung ſeines
Ausſchrei=
bens vom 27. d. M. Geläute in der oben
angege=
benen Zeit.
Die Zeſtfolge der Techniſchen Hochſchule Darmſtadk.
Rektorat und Studentenſchaft haben für den 1. Mai
folgen=
des Programm aufgeſtellt:
7.30 Uhr: Verſammeln aller Hochſchulangehörigen in der
Hoch=
ſchulſtraße vor dem Hauptportal. Korporationen im
Hofe der Studentiſchen Wirtſchaftshilfe.
8.00 Uhr: Anſprache.
8.15 Uhr: Hiſſen der Flaggen auf allen Gebäuden. — An:
ſchließend geſchloſſener Marſch zum Exerzierplatz, wo
die Uebertragung aus dem Luſtgarten in Berlin und
anſchließend der Staatsakt ſtattfindet — Hiernach
ge=
ſchloſſener Rückmarſch der ganzen Hochſchule zum Hofe
der Studentiſchen Wirtſchaftshilfe, wo
gegen 13.00 Uhr der Verkündigung des neuen
Studentenrechtes durch den Herrn
Staats=
präſidenten
ſtattfindet.
14.00 Uhr: Sammeln aller Hochſchulangehörigen zur
Teilnahm=
an dem Feſtzuge auf dem Hofe der Studentiſchen
Wirtſchaftshilfe. Anſchließend geſchloſſener Marſch
zum Mercksplatz, Teilnahme am Feſtzuge. — Nach
Auflöſung desſelben geſchloſſener Rückmarſch zur
Hoch=
ſchule, Vorbeimarſch, Auflöſung.
Zum Zeſtzug der Arbeit.
Die Korporakionen, Berbände und Bereine.
— Die heſſiſchen Staatsbeamten und Staatsangeſtellten beim
Feſtzug in Darmſtadt am 1. Mai. Die heſſiſchen Staatsbeamten
und Angeſtellten nehmen an dem Feſtzug im Anſchluß an die NS.=
Beamtenfachſchaft Landesverwaltung in der Gruppe II des Feſtzuges
teil. Sie verſammeln ſich um 13. 45 Uhr auf dem
Schillerplatz. Die Mitglieder der NS.=Beamtenfachſchaft
Landesverwaltung treten um dieſelbe Zeit hinter ihrer Fahne am
Schlachthofplatz an.
Gruppe „Induſtrie” im Feſtzug der Arbeit.
Die Mitglieder der Darmſtädter Induſtriellen=Vereinigung
und die ſich der Gruppe. Induſtrie” anſchließenden Teilnehmer des
Feſtzuges ſammeln ſich ab 13.30 Uhr gegenüber der Knaben=
Ar=
beitsanſtalt. Stiftſtraße. Der Gruppe wird ein weißes Schild mit
ſchwarzer Aufſchrift „Induſtrie” vorangetragen.
Großhandel. Zum Feſtzug der Arbeit. Die Inhaber,
Vorſtandsmitglieder und leitenden Angeſtellten der Firmen des
Darmſtädter Großhandels (auch die der Vereinigung des
Darm=
ſtädter Großhandels nicht angeſchloſſenen Betriebe) nehmen
ge=
ſchloſſen an dem Feſtzug der Arbeit teil. An der Gruppe „
Groß=
handel” können ſich auch Arbeitnehmer, die keiner Fachſchaft
an=
gehören, jedoch in Großhandelsbetrieben beſchäftigt ſind,
beteili=
gen. Aufſtellung 1.45 Uhr pünktlich, in der Wienerſtraße,
begin=
nend an der Darmſtraße, falls von der Leitung des Feſtzuges in
den Tageszeitungen keine gegenteiligen Anordnungen getroffen
werden.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt.
Wir weiſen nochmals ausdrücklich darauf hin, daß die Herren
Kor=
poratiogsführer unſerer ſämtlichen Organiſationen im Beſitze der
genauen Anleitungen betr. Teilnabme am Nationalfeiertag des
1. Mai ſind. In Abänderung früherer Mitteilungen wird
hier=
durch beſtimmt, daß ſich die Geſellen und Lehrlinge des Handwerks
mit ihren Meiſtern bereits um 8.15 Uhr am 1. Mai zur
Kund=
gebung auf dem Marktplatz einzufinden haben, um anſchließend
um 8.30 Uhr zum Darmſtädter Exerzierplatz abzumarſchieren.
An=
treten zum Propagandamarſch in der Luiſenſtraße bereits um
1.45 Uhr pünktlich (alſo nicht erſt um 2 Uhr).
— Evangeliſche Jugendgemeinſchaft. Wir laden unſere
Mit=
glieder hiermit noch einmal herzlich ein zu unſerer
Morgen=
feier, die anläßlich des Tages der nationalen Arbeit am
mor=
gigen Montag, den 1. Mai, vormittags von 6.30 bis 7 Uhr, in
der Johanneskirche ſtattfindet. Zu dieſer Feier ſind alle
evange=
liſchen Jugendlichen Darmſtadts, auch außerhalb unſeren Bünden,
willkommen.
Jugendbünde der Johannesgemeinde. Aus Anlaß des
Ta=
ges der nationalen Arbeit am morgigen Montag fällt der für
den 1. Mai angeſagte Bibelabend aus. Unſere nächſte
Zuſammen=
kunft in dieſem Kreis iſt acht Tage ſpäter, am Montag, den 8. Mai,
abends um 8 Uhr, im Pfarrhaus. Kahlertſtraße 24.
Deutſche Jugendkraft, Darmſtadt. Zur Teilnahme an dem
Feſtzuge am 1. Mai verſammeln ſich die Mitglieder der D. J.K. um
1 Uhr, Schloßgartenplatz Nr. 3. Dort wird um 1.15 Uhr geſchloſſen
nach dem Woogsplatz abmarſchiert. Kleidung: Blaue Sporthoſe,
weißes Trikot mit D.J.K.=Abzeichen für Schüler und Aktive,
Blauer oder dunkler Anzug für Vorſtand. Inaktive und
Altmit=
glieder. Sämtliche Mitglieder, ſoweit ſie nicht in den
Fachgrup=
pen gehen, haben reſtlos zu erſcheinen.
Deutſchnationaler Handlungsgehilfenverband. Die
An=
gehörigen der Fachſchaft der
Kaufmannsgehil=
fen verſammeln ſich am Montag, um 14.15 Uhr, in der
Georgen=
ſtraße—Rheinſtraße, am Haus der Kaufmannsgehilfen (
Reichs=
hof). Von dort wird zum Mercksplatz zur Eingliederung in den
Feſtzug marſchiert. — Die ſtellenloſen
Kaufmannsge=
hilfen und die Kaufmannsgehilfen der Zwergbetriebe treten am
Montag vormittag um 7.45 Uhr, in der Georgenſtraße—
Rhein=
ſtraße zur Flaggenhiſſung am Haus der Kaufmannsgehilfen an.
Anſchließend Marſch zum Exerzierplatz.
Von dem Stadtſchulamt Darmſtadt wird uns geſchrieben:
Anläßlich des am 1. Mai nachmittags, ſtattfindenden feſtlichen
Umzugs wird mitgeteilt, daß die Schulen die Gruppe 7 des
Feſt=
zuges bilden und pünktlich um 14 Uhr in der Mitte des
Mercks=
platzes in 6er=Reihen Aufſtellung nehmen mit der Front nach
Norden. Gleichzeitig geben wir bekannt, daß die Mitteilung der
Kreisleitung, daß nur Schüler über 14 Jahre ſich an dem Zug
be=
teiligen dürfen. auf einem Mißverſtändnis beruht, und alle
Schü=
ler vom 11. Lebensjahr ab — wie wir dies in unſerer Lokalnotiz
bereits bekanntgegeben haben — an dem Zug teilnehmen.
Aus=
kunft erteilt an Ort und Stelle Herr Studienrat Beck.
Alice=Eleonoren=Schule. Die hieſigen Schülerinnen und
Lehrkräfte, verſammeln ſich Montag, 8.30 Uhr, im Schulhaus,
Friedrichſtraße 4.
Verband Heſſiſcher Regimentsvereine ſteht am 1. Mai. um
2 Uhr nachmittags, in Rangliſtenfolge auf dem Mercksplatz bei
Gruppe 10. (Durch Schild bezeichnet.)
Reichs=Offizier=Bund. Die Kameraden der Ortsgruppe
Darmſtadt wollen ſich an dem nationalen Aufmarſch am Montag
ihren Regimentsvereinen oder Fachgruppen anſchließen.
Vereinigte Kriegervereine (Kriegerkameradſchaft Haſſia)
Berichtigung. In dem amtlichen Bericht über die
Feſtlich=
keiten am 1. Mai iſt die Zeit für das Eintreffen der Vereine zur
Aufſtellung des Feſtzuges auf dem Mercksplatz 14.45 Uhr
feſt=
geſetzt. Antreten der Kriegervereine vor dem Muſeum daher ſchon
um 14.15 Uhr.
Verein ehem. 6ier Artilleriſten. Darmſtadt. Zum
National=
feiertag der Arbeit haben alle ehem. 61er, ſoweit ſie nicht in den
Fachſchaften und Berufsorganiſationen marſchieren, um 1.30 Uhr
nachmittags, vor dem Vereinlokal „Sitte”, Karlsſtraße 15,
anzu=
treten. Das Antreten iſt Ehrenpflicht. Fahnenabordnung
er=
ſcheint in Uniform. Orden und Ehrenzeichen ſind anzulegen,
mög=
lichſt dunkler Anzug. Gleichzeitig machen wir die Mitglieder auf
den am Sonntag, den 30. April, ſtattfindenden Lichtbildervortrag
bei der Trainvereinigung 18 aufmerkſam. Wir bitten um
zahl=
reiche Beteiligung, da ſie an dieſem Abend den endgültigen
Be=
ſcheid wegen Teilnahme am Feſtzug erhalten.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Kavallerie=Verein, Darmſtadt. Der Verein nimmt im
Ver=
band der heſſiſchen Regimentsvereine an dem Feſtzug am Tag der
nationalen Arbeit teil. Antreten mit Standarte 14.00 Uhr, am
Woogsplatz. Es wird erwartet, daß ſämtliche Kameraden, die
nicht den nationalen Fachſchaften angehören, zur Stelle ſind.
Vereinigung ehem. 116er, Darmſtadt. Sämtliche
ehemali=
gen 116er und deren Kriegsformationen treten zum Feſtzug am
1. Mai, nachmittags an dem von dem Verband heſſiſcher
Regi=
mentsvereine angegebenen Sammelpunkt an. Beteiligung
Ehren=
pflicht. Dunkler Anzug. Orden und Ehrenzeichen ſind anzulegen.
— Vereinigung früherer Leibgardiſten. Am Montag, den 1. Mai.
beteiligen wir uns nachmittags beim Feſtzug. Antreten der
Kame=
raden um 2 Uhr am Landestheater (Kleines Haus). Der
Spiel=
mannszug ſowie die Kapelle der ehem. Militärmuſiker finden ſich
ebenfalls dort ein. Anſchließend erfolgt der Abmarſch zu dem von
der Kreisleitung beſtimmten Sammelplatz. Es iſt Pflicht der
Kameraden, ſich zu beteiligen. Dunkler Anzug erwünſcht, kein
Zy=
linder. Orden und Ehrenzeichen ſind anzulegen. (Siehe Anzeige.)
Marine=Verein, Darmſtadt, beteiligt ſich geſchloſſen mit
ſeiner Jungmannſchaft an dem Zug der Arbeit am 1. Mai. Anzug:
blaue Mütze. Jungmannſchaft in Uniform. Treffpunkt 13.30 Uhr,
Vereinslokal Rehberger.
Verein ehemaliger Angehöriger des Großherzöglichen
Ar=
tilleriekorps. Wir nehmen an dem Propagandamarſch durch die
Stadt am Montag nachmittag 2 Uhr mit Standarte teil.
Stan=
dartenabordnung in Uniform. Die Kameraden verſammeln ſich
um 1.40 Uhr Ecke Kirch= und Schulſtraße zum Abmarſch an die
Sammelſtelle der Regimentsvereine. Das Nähere wird vom
Ver=
band der Regimentsvereine in den Zeitungen bekanntgegeben.
Vollzähliges Erſcheinen iſt Ehrenpflicht.
Reichsbund ehem. Militärmuſiker e. V. — O.V. Darmſtadt.
Die für die Kriegsbeſchädigtenfahrt bereits beſtellten Kollegen
ſammeln ſich am Sonntag, den 30. April, mittags 12.30 Uhr, auf
dem Marktplatz. Da das Feſtprogramm für den 1. Mai ſehr
um=
fangreich iſt, fällt das vorgeſehene Platzkonzert wegen
Zeit=
mangel aus. Zur Mitwirkung beim Feſtzug ſammeln ſich die
Kollegen am 1. Mai um 1.45 Uhr am Kleinen Haus des
Landestheaters, Hochſchulſtraße, und zwar mit Inſtrument. Anzug
dunkel, hoher Hut. Erſcheinen iſt für jeden Kollegen Ehrenpflicht.
— Der Muſikverein nimmt am 1. Mai am Feſtzug teil. Alle
aktiven und inaktiven Herren, die nicht unbedingt mit einer
Be=
rufsgruppe marſchieren müſſen, werden dringend gebeten, ſich dem
Verein anzuſchließen. (Näheres ſtehe heutige Anzeige.)
— Bund Königin Luiſe, Ortsgruppe Darmſtadt. Zur
Feſtver=
anſtaltung am 1. Mai Treffpunkt der Kameradinnen im
Dienſt=
leid mit Mantel pünktlich 8,15 Uhr Rheintor, um geſchloſſen nach
dem Feſtplatz zu gehen. Erſcheinen iſt Pflicht. Pflichtverſammlung
Mittwoch, den 3. Mai, Verpflichtung. Gäſte herzlich willkommen.
Turngeſellſchaft 1875. Es wird nochmals darauf
hingewie=
ſen, daß der Treffpunkt für die Teilnahme am „Tag der
nationa=
len Arbeit” auf 13 Uhr, am Turnhaus, Dieburgerſtraße, oder
13.30 Uhr, an der Turnhalle am Woogsplatz, feſtgelegt iſt. Anzug
wie bekannt. Es iſt Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erſcheinen.
— Turngemeinde Beſſungen 1865 e. V. Am 1 Mai. dem
Feier=
tage der nationalen Arbeit, beteiligt ſich die Turngemeinde
ge=
ſchloſſen an dem großen Feſtzuge, ſoweit ihre Mitglieder nicht bei
den Berufsorganiſationen oder den Formationen der NSDAP.
verpflichtet ſind. Alle übrigen Mitglieder verſammeln ſich ſo
früh=
zeitig vor dem Turnhauſe, daß pünktlich um 1 Uhr nachmittags
nach dem Woogsplatz abmarſchiert werden kann. Für den Anzug
gilt allgemein folgendes lange, weiße Hoſe, weißes Hemd,
ſchwar=
zer Selbſtbinder, blauer Rock und blaue Mütze, oder blauer Anzug.
ſchwarze Binde, blaue Müxze, Orden und Ehrenzeichen ſowie
Ver=
eins= und D.T.=Nadeln ſind anzulegen.
— FC. Eintracht. Im Sinne der nationalen
Be=
wegung wurde am Freitag Herr Georg Rechel vom
Vorſtande, zum kommiſſariſchen Leiter des Vereins
beſtimmt. Gleich dem Aufruf des Bezirksvorſitzenden, Herrn
Zim=
mer, beteiligen ſich unſere Mitglieder in Zivil an den
Feierlich=
keiten des 1. Mai. Erſcheinen iſt Pflicht. Nähere Bekanntgabe
nach den Spielen gegen Guſtavsburg heute.
— Freie Turngemeinde Darmſtadt e. V. (Maifeier). Wir
machen unſere Mitglieder darauf aufmerkſam, daß wir uns an der
Maifeier beteiligen. Da es unſeren Mitgliedern wohl in den
mei=
ſten Fällen geboten iſt, bei ihren Fachſchaften mitzumachen, ſo ſehen
wir von einer geſchloſſenen Beteiligung ab. empfehlen aber unſeren
Mitgliedern, reſtlos an der Maifeier teilzunehmen.
Wanderklub „Falke 1916‟ Darmſtadt. Am Feſttag der
natio=
nalen Arbeit. Montag. 1. Mai, treffen ſich alle Klubkameraden
mittags 13.15 Uhr im Klublokal zur gemeinſamen Beteiligung am
Feſtzug. Es iſt Ehrenpflicht eines jeden Mitgliedes, ſich am
Feſt=
zug zu beteiligen.
— Die Fachſchaft der Gärtner tritt am Montag, den 1. Mai,
um 14.15 Uhr. am Kapellplatz an. Alle Berufsangehörigen, welche
keinem der beſtehenden Verbände angehören oder arbeitslos ſind.
finden ſich dort ein, um in der Fachſchaft mitzumarſchieren.
Schulen und 1. Mai.
Von dem Stadtſchulamt und den Direktionen ſämtlicher
höhe=
ren Schulen wird uns anläßlich der feierlichen Ausgeſtaltung des
1. Mai durch die Schulen geſchrieben:
Am Montag, den 1. Mai. verſammeln ſich um 8.30 Uhr
ſämt=
liche Darmſtädter Lehrer, Lehrerinnen, Schüler und Schülerinnen
in ihren Schulen. Auswärtige Schüler und Schülerinnen der
hie=
ſigen Lehranſtalten nehmen an den Feiern in ihren Heimatorten
teil. Im Anſchluſſe an die Feier wird alsdann um 9 Uhr der
Feſt=
akt im Luſtgarten zu Berlin durch den Rundfunk zu Gehör der
Schüler und der Schülerinnen gebracht. Um 14.30 Uhr
verſam=
meln ſich alle Schüler und Schülerinnen in dem Schulhof ihrer
Schule. Die Schüler vom 11. Lebensjahr aufwärts beteiligen ſich
alsdann unter Leitung ihrer Klaſſenlehrer an dem feſtlichen
Um=
zuge; alle übrigen Schüler und alle Schülerinnen nehmen unter
Aufſicht ihrer Klaſſenlehrer(innen) als Zuſchauer an dem Zuge
teil. Die übrigen Lehrer haben ſich an dem Zuge zu beteiligen.
Soweit die Schüler und Schülerinnen im Beſitze von Fahnen ſind
ſind dieſelben mitzubringen.
ſch führe unter anderem handgedruckte modische
Stoffe, auch solche in Ihrem Geschmack
Das bunte Lädchen, Wilhelminenstr. 10
Wanderklub „Falke 1916‟ Darmſtadt. An den Herrn
Staatspräſidenten wurde am 28. d. Mts folgendes Schreiben
ab=
geſandt: Anläßlich der nationalen Erhebung geſtattet ſich der
Wanderklub „Falke 1916” die verehrte heſſiſche Regierung
er=
gebens darauf hinzuweiſen, daß er im § 2 ſeiner Satzungen
ver=
ankert hat, ſeine Mitglieder mit Land und Leuten, Sitten und
Gebräuchen ſeines engeren und weiteren Heimatgebietes vertraut
zu machen, Heimatliebe zu pflegen, Sinn für alles Schöne und
Gute zu wecken, und ſie zu ehrenfeſten wanderfrohen Menſchen zu
erziehen. Aus einem ſtarken Gefühl, der über alles geſtellten
Vaterlandsliebe heraus, verſichern wir unſre unerſchütterliche
Treue zu Volk und Vaterland. Geſchloſſen ſtehen wir mit unſerer
Jugendabteilung hinter der nationalen Regierung. Der
Ehren=
vorſitzende: A. Schäfer, der 1. Vorſitzende: Heinz Dauven, der
2. Vorſitzende: Walter Vorwerk. Rechner: Gerh. Brunner,
Ju=
gendwart: Franz Bingel, Wanderwart: Adolf Friedrich,
Schrift=
führer: Hch. Eymann.
— Hausfrauenbund. Am Mittwoch, den 3. Mai, nachmittags
4 Uhr, und abends 8 Uhr, finden im Vortragsſaal des Gaswerks,
Eliſabethenſtraße 17½ Vorträge mit praktiſchen Vorführungen
ſtatt über: Allerlei köſtliches aus Quark”, Frau Johanna
Kalb=
fleiſch. Vorſitzende der Hausfrauenberatungsſtelle in Gießen, wird
die vielſeitigen Verwendungsmöglichkeiten von Quark zeigen.
Be=
ſonders in der jetzigen, obſtarmen Jahreszeit wird die Hausfrau
an den Muſterbeiſpielen eine willkommene Anregung finden, wie
ſie aus einem deutſchen Erzeugnis, das außerordentlich nahrhaft
und billig iſt, ihren Küchenzettel bereichern kann. Die
Zuberei=
tung von verſchiedenen Käſeſorten, Blätterteig, Quarkpudding
und Aufläufen, kalter Quarkſpeiſen, belegter Brote wird gezeigt.
Koſtproben und Rezeptabgabe. Wir bitten unſere Mitglieder, ſich
rechtzeitig Karten zu ſichern, die ab Dienstag im Gaswerk
erhält=
lich ſind. (Vgl. auch heutige Anzeige.)
Ausſtakkung der Schulräume mit Bildern.
Ausgehend von der Grundwahrheit, daß ein Volk ſich ſelbſt
ehrt, wenn es ſeine Führer ehrt, ordnet der Miniſter für Kultus
und Bildungsweſen an:
In ſämtlichen Lehr= und Hörſälen ſind möglichſt an der
Kopfſeite in würdiger Größe und Einfaſſung die Bilder unſeres
allverehrten Reichspräſidenten von Hindenburg und unſeres
gro=
ßen Volkskanzlers Adolf Hitler anzubringen.
Bei dieſer Gelegenheit wird auf die Bedeutung der beiden
großen Männer für unſer Volk und ſeine Zukunft hingewieſen.
Der Händedruck der beiden Männer in der Potsdamer
Garniſon=
kirche iſt der ſymboliſche Ausdruck für die Verbindung des Guten
und Wertvollen aus der deutſchen Vergangenheit mit dem
kraft=
vollen Wollen einer erneuerten jugendfriſchen Nation.
Die Direktionen, Leiter und Schulräte haben die
Durch=
führung zu überwachen.
J. V. Ringshauſen.
Ab 1. Mai Luftverkehr in vollem Bekrieb.
Ab 1. Mai iſt der europäiſche Luftverkehr wieder in vollen
Betrieb. Der Sommerflugplan der Deutſchen Luft=Hanſa zeigt
eine große Zahl neuer internationaler und innerdeutſcher Linien.
Insgeſamt 53 Strecken mit Perſonenbeförderung ſowie 7 Linien
für den Poſt= und Expreßgüterverkehr dienen der Verbindung
Deutſchlands mit allen europäiſchen Wirtſchaftszentren.
Gegen=
über dem Vorjahre erfährt die tägliche Flugleiſtung der
Luft=
hanſa=Flugzeuge eine Zunahme um etwa 5 Prozent (von ca. 44 000
Klm. auf 46 000 Klm.) Die Zahl der planmäßig angeflogenen
ausländiſchen Häfen erhöht ſich von 29 auf 31: neu hinzu kommen
Rotterdam und Brüſſel. Innerhalb Deutſchlands ſind 52 Städte
an das Lufthanſa=Streckennetz angeſchloſſen.
Der neue Sommerflugplan weiſt ſowohl hinſichtlich der
Linien=
führung wie der Flugzeiten erhebliche Verbeſſerungen gegenüber
dem Vorjahre auf. Er bringt für eine große Zahl von
Verbin=
dungen eine bemerkenswerte Verkürzung der Flugzeiten. Neue
Anſchlüſſe und Verkehrsmöglichkeiten werden gewonnen. An der
durch die Verkürzung der Flugdauer erzielten
Verkehrsverbeſſe=
rungen haben faſt alle deutſchen Städte teil. Z. B. beträgt die
Reiſezeit inkl. Zwiſchenlandungen in Stunden von Darmſtadt nach:
Amſterdam 4.20. Baden=Baden 1,30. Baſel 1.50. Berlin 3,30.
Brüſ=
ſel 4.50. Dortmund 1,50. Düſſeldorf 1.55. Freiburg 2.25 Hamburg
3.35. Hannover 2.20. Köln 1.30. Konſtanz 3.20, Kopenhagen 6.00,
Paris 4,50, London 7.25, Halle=Leipzig 2.20. Zürich 2.40.
Nach vielen deutſchen Gebirgs und See=Erholungsplätzen wird
während der Hauptreiſezeit ein beſonderer Bäderflugdienſt
einge=
richtet. Erſtmalig wird eine Wochenendſtrecke von Berlin nach dem
Harz beflogen.
Dem ſehr regen Verkehr zwiſchen Frankfurt und Köln dient
der Aerobusdienſt, der neben den internationalen
Durchgangs=
linien dreimal täglich eingerichtet wird.
Im übrigen verweiſen wir auf die heutige Anzeige, aus der
die täglichen Flugverbindungen ab Darmſtadt hervorgehen.
Tegernſeer Bauerntheater: „Der Suſi ihr Gſpuſi”.
Mit dieſem luſtigen Spiel von braven Soldaten und böſen
Mägdelein haben die Tegernſeer ſchlagend bewieſen, daß die gute,
alte Militärhumoreske noch lebt und daß ſie an Zugkraft noch
gar nichts eingebüßt hat. Das war aber nicht das Stück von
Richard Manz allein, das ſolche Lachſtürme entfeſſeln konnte,
dazu mußte noch ein Enſemble kommen, mit Typen wie ſie ſich
hier unter der hervorragenden Spielleitung Bartl Ingerls
zuſammengetan hatten. Wir brauchen hier nichts von der
un=
komplizierten Handlung zu erzählen, von der „Strategeria”, die
ein forſcher „Feldwebel” (Oskar Wüchner) anwendet, um
ſei=
nem grantigen Mädchen, der „Suſi” (Lori Ingerl) Vernunft
und „Subordination” beizubringen. Es genügt zu ſagen, daß ihm
das mit Unterſtützung des ſchlauen Schürzenjägers aus Ungarn,
dieſes „Mausfallenkrämers Peter Baron. (Bartl Ingerl) zum
großen Spaß des Publikums aufs glänzendſte gelingt. Und dann
muß noch erwähnt werden, daß um dieſe drei Hauptperſonen ſich
eine Gruppe von Schauſpielern ſchart, die aus ihren Rollen aber
auch das letzte herausholt. Da iſt die etwas ältliche „Margret”
(Frieda Oswald) genau ſo gut an ihrem Platz wie die patzige
„Zenzi” (Agnes Oswald); da reizt die ſelbſtzufriedene
Beſchau=
lichkeit des „Wirts zum roten Ochſen (Georg Kurz) ebenſo die
Lachmuskeln wie die draſtiſche Komik des „Infanteriſten Kaſpar
Achmüller” (Oskar Köhler). Es iſt derbe aber friſche Koſt, die die
Tegernſeer bieten, und jeder, der mitlachen durfte, wird ſagen,
daß ſie ihm gut bekommen iſt.
— Orpheum. Gaſtſpielder Tegernſeer. Heute
Sonn=
tag, zwei Vorſtellungen, nachmittags 3.30 Uhr, bei kleinen Preiſen:
Kinder=Märchenvorſtellung: „Rotkäppchen und der böſe
Wolf”: abends 8.15 Uhr geht zum letzten Male der große
Lach=
ſchlager: „Suſi ihr Gſpuſi” eine Militär=Humoreske aus
vergan=
genen Tagen. in Szene. Karten: Kiosk am Verk.=Büro von 9—1
Uhr. Kiosk Paradeplatz 1—7 Uhr, telephoniſch unter 389,
Or=
pheumskaſſe ab 11 Uhr. (Siehe Anzeige.)
— Zeitweiſe Einſtellung des Straßenbahnverkehrs. Wie aus
dem Anzeigenteil erſichtlich, iſt am 1. Mai d. J., dem Tag der
nationalen Arbeit, der geſamte Straßenbahn= und
Vorortverkehr, ſowie der Omnibusbetrieb der
Heſſ. Eiſenbahn=AG. von vormittags 7 Uhr bis
nach=
mittags 18,30 Uhr eingeſtellt. Von dieſem Zeitpunkt ab ſetzt
alsdann der volle Verkehr wieder ein. Es iſt zu begrüßen, daß die
Heag der Belegſchaft der Straßenbahn dadurch die Möglichkeit
zur Teilnahme an den Feierlichkeiten des Tages der nationalen
Arbeit gegeben hat. (Siehe Anzeige.)
— Die warme Jahreszeit naht heran. Auch die Hausfrauen,
die ſeither ihre Speiſen noch auf dem Kohlenherd zubereitet
haben, geben nun dem Gasherd den Vorzug, denn in einer
ge=
heizten Küche iſt jetzt das Arbeiten unerträglich. Wenn der
Gas=
herd ſchon deshalb den Vorzug verdient, ſo beſitzt er aber
außer=
dem eine ganze Reihe von weiteren Vorteilen. Die unbedingte
Wirtſchaftlichkeit gegenüber anderen Energiearten, das raſche
ſowie ſaubere und hygieniſch einwandfreie Arbeiten laſſen ihn
neben ſeiner ungewöhnlich feinen Regulierungsmöglichkeit zum
Stolz der modernen Hausfrau werden. Um ihr für die praktiſche
Handhabung der neueſten Gasgeräte vorteilhafte Fingerzeige zu
geben, hält das ſtädtiſche Gaswerk am Donnerstag, den 4. Mai,
abends 8 Uhr, einen Vortrag in ſeinem Vortragsſaal,
Eliſa=
bethenſtraße 25½, über das Thema: „Verſchiedene Fleiſchgerichte
in der Gasküche‟. Der Beſuch ſei ſchon deshalb beſtens empfohlen,
weil neben anderen Gasgeräten die billigen Durchlauferhitzer, die
neuen ſogenannten kleinen Heißwaſſerſpender erläutert werden,
die heute in keinem Haushalt mehr fehlen ſollten. (Siehe auch
heutige Anzeige. — Eintrittskarten koſtenlos.)
— Evangeliſche Männervereinigung der Petrusgemeinde. Wir
laden nochmals herzlich ein zu dem am Dienstag, 2. Mai,
ſtatt=
findenden Poſaunenchor=Konzert im Gemeindehaus,
Eichwieſen=
ſtraße 8, abends 8 Uhr. Eintrittskarten und Programme an der
Abendkaſſe erhältlich.
Zur Feier des 100. Geburtstages von Johannes Brahms
veranſtalten das Landestheater und der Muſikverein am
Diens=
tag, den 9. Mai, ein gemeinſames Konzert, an dem das Deutſche
Requiem” von Brahms zur Aufführung kommt. Das Werk iſt
gründlich neu einſtudiert, ſo daß eine würdige Wiedergabe
ge=
währleiſtet iſt. Näheres wird noch bekanntgegeben. — In dieſer
Woche finden am Dienstag und Freitag Geſamtproben ſtatt.
Die Fa. „Blumen und Kunſt” Inhaber Erich Schulenburg,
Ecke Wilhelminen= und Hügelſtraße, hat in einem der
Schaufen=
ſter ein Relief unſeres Kanzlers, umrahmt von einer
geſchmack=
vollen Dekoration, ausgeſtellt. Das Relief iſt von Herrn
Fried=
rich Scheich=Darmſtadt für die Geburtstagsfeier Adolf Hitlers in
der Heſſ. Höheren Landesbauſchule, jetzt „Adolf=Hitler=Bauſchule‟,
angefertigt worden.
— Polizeiſtunde für Speiſeeiswirtſchaften. Auf Grund der
88 14 und 25 des Gaſtſtättengeſetzes vom 28. April 1930 (RGBl. I,
S 146) wird für Speiſeeiswirtſchaften und ſogenannte Eisdielen
die Polizeiſtunde auf 7 Uhr feſtgeſetzt.
— Sonntagsrückfahrkarten. Am 13. und 14. Mai 1933 findet
in Vilbel die Haupt= und Vertreterverſammlung des Heſſiſchen
Landeslehrervereins ſtatt. Aus dieſem Anlaß werden von allen
heſſiſchen Bahnhöfen im Umkreiſe (Tarifentfernung) von 75 Klm.
um Vilbel Sonntagsrückfahrkarten (auch Blanko=
Sonntagsrück=
fahrkarten) nach Vilbel Nord oder Süd ausgegeben. Die Karten
gelten: Zur Hinfahrt am 13. Mai von 0 Uhr ab und am 14. Mai,
zur Rückfahrt am 13. Mai von 12 Uhr ab am 14. und 15. Mar
bis k2 Uhr (ſpäteſter Antritt der Rückfahrt).
Sonntag, 30. April 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 119 — Seite 7
Union=Theater.
Eine amüſante Miſchung aus Operette und Luſtſpiel, ein
hei=
teres Durcheinander ſentimentaler und komiſcher Motive bringt
der neue Ufafilm „Ich und die Kaiſerin”. Die Handlung im Grunde
lyriſch, faſt romanzenhaft, aber ausgekleidet mit mancherlei
luſti=
gem Detail. Der Marquis. dem Konrad Veidt ſeine elegante
Erſcheinung und ſeine vornehme Raſſigkeit verleiht, ſtürzt auf der
Jagd vom Pferde, liegt längere Zeit beſinnungslos und wird,
nach=
dem er wieder geneſen iſt, von der Melodie eines Liedes verfolgt.
das ihm in ſeinen Fieberphantaſien eine Frau geſungen hat. Er
ſucht nach dem Lied und der Frau und glaubt ſie in der Kaiſerin
zu finden, bis er am Schluß in der Friſeuſe der Kaiſerin die kleine
oder große Unbekannte entdeckt. Und zwar in der Perſon Lilian
Harveys, die auch in dieſem Film ihr hübſches Lärpchen auf
die neckiſchſte Art zu verziehen verſteht. — Dazu eine Regie mit
manch originellen Einfällen und eine leichte und einſchmeichelnde
Muſik, ſo daß eine Stunde beiterſter Unterhaltung vermittelt
wird.
— Helia=Lichtſpiele. Heute und folgende Tage läuft der auf
Wunſch der Reichsregierung zum Tage der Arbeit
herausgekom=
mene Tonfilm „Schwarzhemden”, der als das hiſtoriſche
Film=
dokument des neuen Italien bezeichnet wird. Im Beiprogramm
ſieht man einen aktuellen Lehrfilm, der einen ausführlichen
Be=
richt von der Arbeitsdienſtpflicht bringt, ſowie einen Kurztonfilm
„Der Waffenſchmied” nach Lortzing. Jugendliche haben Zutritt.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute und morgen
zu bedeutend ermäßigten Preiſen den ſpannenden Tonfilm in
deutſcher Sprache „Vollblut” mit Clark Gable in der Hauptrolle.
Dazu das bekannt gute Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.
Verkehrsunfälle. In der Pankratiusſtraße rutſchte ein
Motor=
radfahrer auf der glatten Fahrbahn aus und ſtieß auf dem
Bür=
gerſteig mit einem Kinderwagen zuſammen. Ein vierzehn
Mo=
nate altes Kind und eine Frau erlitten Hautabſchürfungen.
Son=
derliche Schäden ſind nicht entſtanden. — Ecke Rhein= und
Gra=
fenſtraße ſtieß ein Radfahrer mit einem Perſonenkraftwagen
zu=
ſammen und verletzte ſich an der rechten Hand durch Einſchlagen
der Windſchutzſcheibe. Nach ambulanter Behandlung konnte der
Verletzte den Heimweg antreten. Sachſchaden iſt nicht entſtanden.
Feſtnahme Feſtgenommen und dem Richter vorgeführt wurde
ein hieſiger 38jähriger Uhrmacher. Er war in die Wohnung eines
ihm bekannten Mädchens, das ihm öfter mit Geld ausgeholfen
hatte, mit deren Einwilligung gekommen, um einen Koffer
ab=
zuholen. Hierbei nahm er die Barſchaft des jungen Mädchens in
Höhe von 300 RM. an ſich und ſuchte das Weite. In Frankfurt,
wo er ſich unter falſchem Namen aufhielt, wurde er aufgegriffen.
Diebſtähle. Am 28. April 1933 wurden Perſonen wegen
Ein=
bruchsdiebſtahls in Haft genommen. Während zwei von ihnen
nach Aufklärung des Tatbeſtandes wieder auf freien Fuß geſetzt
wurden, wurde ein 30 Jahre alter Schneider, deſſen Frau ſich
auswärts in Haft befindet, der Unterſuchungshaft zugeführt.
Seine minderjährigen Kinder wurden der Fürſorge übergeben.
Fahrradmarder am Werk. Trotz täglicher Warnung der
Poli=
zeibehörden finden ſich immer noch leichtfertige Fahrradbeſitzer,
die ihre Räder ungeſichert auf offener Straße ſtehen laſſen. Auch
mußte feſtgeſtellt werden, daß die Fahrradbeſitzer trotz
Bekannt=
machungen nicht in der Lage waren, die Fabriknummer
anzu=
geben. Auch am 29. April wurden zwei Metzgerburſchen auf
gleiche Art geſchädigt.
Betrüger. In Darmſtadt wurde ein angeblicher Tanzlehrer
aus Bielefeld wegen Unterſtützungs= und Einmietebetrugs
feſt=
genommen, der auch von auswärtigen Behörden geſucht wird.
Einbruch. Geſtohlen wurden mittelſt Einbruchs in der Nacht
vom 27. zum 28. April 1933 in der Holzhofallee Nr. 13: 1
Motor=
rad=Lichtmaſchine Boſch mit eingebautem Motor, ein Magnet, eine
Motorradbatterie und eine lederne braune Aktentaſche.
Feſtgenommen wurde der beurlaubte Oberſchulrat
Haſſin=
ger. Die polizeilichen Ermitteluggen erſtrecken ſich auf dienſtliche
Verfehlungen während ſeiner Amtstätigkeit.
Promenaden=Konzert. Heute, Sonntag, den 30. April, ſpielt
das Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W.
Schlupp von 11—12 Uhr am Manfred=v.=Richthofen=Platz (
The=
aterplatz) nach folgendem Programm: 1. In Treue feſt Marſch,
Teike 2. Ouvertüre zur Oper „Das Glöckchen des Eremiten”
Maillart, 3. Morgenblätter, Walzer, Strauß. 4. Fackeltanz Nr. 1,
B=Dur, Meyerbeer. 5. Fantaſie aus der Oper „Troubadour”,
Verdi. 6. An die Gewehre, Marſch, Lehnhardt.
— Bei der Köln=Düſſeldorfer Rheindampfſchiffahrt iſt ebenſo
wie bei der Reichsbahn am 1. Mai der Sonntagsfahrplan in
Gültigkeit. Es fährt alſo außer dem täglichen Schnelldampfer
10 Uhr ab Mainz noch um 11 Uhr ein Perſonendampfer bis
Köln. und um 14 Uhr ein Lokalſchiff nach Rüdesheim und wieder
zurück. Die am Samstag und Sonntag gelöſten „Billigen
Tages=
karten” können ausnahmsweiſe auch am Montag zur Rückfahrt
benutzt werden. Ab Sonntag, 7. Mai, wird bekanntlich der jetzige
Fahrplan erweitert. Auskunft durch die Mainzer Vertretung
G. L. Kayſer (Fernſprecher 31959). (Siehe Anzeige.)
— Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind folgende
Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Am Sonntag, den 30 April:
Dr. med. Gallus, Bismarckſtraße 23, Telephon 3148; Dr. med.
Bönning, Erbacher Straße 8, Telephon 2020; Frau Dr. med.
Dörr=Aſal. Heinrichſtraße 62, Telephon 3448. Am Montag,
den 1. Mai: Dr. med. Gallus, Bismarckſtr. 23, Telephon 3148:
Dr. med. Nauheim. Landwehrſtraße 14, Telephon 4200; Frl.
Dr. med. Vaubel, Heinrichſtraße 100, Telephon 1645.
Sonntags= und Nachtdienſt in den Apotheken Darmſtadts von
Samstag, den 29. April 1933. abends, bis Samstag den 6. Mai
1933 früh: die Merckſche Apotheke, Rheinſtraße 9, und die
Beſſunger Apotheke, Wittmannſtraße 1.
Lokale Veranſtalkungen.
Die Merunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritf.
— Odenwälder Heimatdichter Georg Löffler,
Roßdorf. Erfreulicherweiſe hat ſich für den kommenden
Oden=
wälder=Heimatabend am 6. Mai im Orpheum der bekannte
Hei=
matdichter Georg Löffler von Roßdorf bereit erklärt, an dieſem
Abend perſönlich mitzuwirken. Er wird dabei Gelegenheit
neh=
men, in einer ſeiner neueſten Dichtung „Erntekranz” ſich dem
Darmſtädter Publikum vorzuſtellen. Der Kartenverkauf hat
be=
reits gut eingeſetzt, ein Beweis dafür, daß dieſer Abend ſeine
Anziehungskraft auf das Publikum nicht verfehlt hat. Ermäßigte
Preiſe. (Vgl. Anzeige.)
— Die Tennisabteilung der TGD 46 weiſt
noch=
mals auf die am 2. Mai, 20 Uhr, im Turnhauſe ſtattfindende
Mitgliederverſammlung hin. Tagesordnung: Die neuen
Richt=
linien in der DT. (Wehrturnen)). Das Erſcheinen der
Tennis=
ſpieler iſt Ehrenpflicht. Der Anfängerkurſus für Tennis beginnt
am 8. Mai, 18 Uhr. Anmeldungen nimmt der Platzmeiſter noch
entgegen.
— Konzert im Reſtaurant Rehberger. Ecke Kies=
und Nieder=Ramſtädter Straße, am Sonntag abend. Am Montag
abend große Maifeier mit Tanz. (Vgl. Anzeige.)
Tageskalender für Sonntag, den 30. April 1933.
Union: „Ich und die Kaiſerin”. — Helia: „Schwarzhemden”
Palaſt: „Vollblut”. — Orpheum, 15.30 Uhr: Sonder=
Märchen=
vorſtellung des Darmſtädter Tagblatts”: „Rotkäppchen”;
20.15 Uhr: „Der Suſi ihr Gſpuſi” — Konzerte: Reſt. Bender,
Hotel zur Poſt, Alte Poſt, Schillereck, Bismarckeck. Hanauer Hof,
Reſt. Relberger, Gaſtſtätte Knauf, Waldſchlößchen. — Konkor=
Ligſaal, 15.30 Uhr: Frühlingsfeſt des Bayernvereins.
G
m
Aus Heſſen.
Dg Arheilgen, 29. April. Dienſtjubiläen. Herr
Adam Boßler, Ludwig=Jahn=Straße 27 wohnhaft, konnte heute
als Angeſtellter ſein 25jähriges Dienſtjubiläum bei der Firma
E. Merck=Darmſtadt begehen. Gleichfalls ſein 25jähriges
Dienſt=
jubiläum bei dem Eiſenbahn=Ausbeſſerungswerk 1, Darmſtadt,
feierte heute. Herr Karl Grimm, Frankfurter Straße.
Beſitzwechſel. Die Druckerei und der Verlag des „Arheilger
Anzeiger”, ſeitherigen Inhaber A. Reinhardt, gingen in den Beſitz
des Herrn Georg Büttner von hier über. — Zum Tag der
nationalen Arbeit” wurde auch hier, ein umfangreiches
Programm zuſammengeſtellt, das im weſentlichen die gleichen
Ver=
anſtaltungen wie anderwärts vorſieht. — Die
Gewerbe=
ſcheine für 1933 können innerhalb der nächſten Tage bei der
hieſigen Untererhebſtelle eingelöſt werden.
J. Griesheim, 29. April. Die Feier des Tages der
nationalen Arbeit geht in hieſiger Gemeinde in folgender
Weiſe vor ſich: 6 Uhr: Wecken durch die Kapelle der SA.; 8.15 bis
8.30 Uhr: Läuten der Glocken; 9 Uhr: Beginn der Schulfeier in
der Turnhalle; von 9 Uhr ab: Uebertragung des Staatsaktes in
Berlin auf alle Sender; von 10—11 Uhr: Platzkonzert im Schulhof
der alten Schule: 1 Uhr: Aufſtellung des Feſtzuges in der
Oben=
dorferſtraße; 1.15 Uhr pünktlich: Abmarſch des Feſtzuges durch
verſchiedene Ortsſtraßen zum Turn= und Sportplatz der D. T. Auf
dem Feſtplatz: a) Kundgebung, b) Darbietungen der Vereine;
7 Uhr: Geſchloſſener Rückmarſch und Auflöſung des Zuges an der
Bürgermeiſterei; 8 Uhr: Uebertragung der Veranſtaltung auf dem
Tempelhofer Feld bei Berlin und Bekanntgabe des
Vierjahres=
planes; 8.30 Uhr: Konzert und deutſcher Tanz in den Sälen
„Zum grünen Laub” und im „Rheingauer Hof”.
Cp. Pfungſtadt, 29. April. Hohes Alter. Einer der
älte=
ſten hieſigen Einwohner, Philipp Gehrunger, wohnhaft
Sand=
ſtraße, kann am Sonntag ſeinen 83. Geburtstag begehen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 29. April. Hitler=Spende. Die
aus Anlaß des Geburtstages des Herrn Reichskanzlers Hitler in
hieſiger Gemeinde nachträglich durchgeführte Ortsſammlung hatte
ein außerordentlich gutes Ergebnis zu verzeichnen. Die Verteilung
an die notleidende Bevölkerung geſchieht am 1. Mai. — Diebe.
Aus einem Neubau im Villenviertel wurden Maurerwerkzeuge
ge=
ſtohlen. Der Verdacht richtet ſich gegen zwei junge Leute, die ſich
in den Abendſtunden in der Nähe der Bauſtelle herumtrieben.
Zweckdienliche Mitteilungen erbittet die Gendarmerieſtation Ober=
Ramſtadt oder die hieſige Bürgermeiſterei — Unfall. Ein
Arbeiter aus Waſchenbach erlitt auf dem Wege zur Arbeitsſtelle
einen Unfall dadurch, daß er auf ſeinem Fahrrad ſitzend, an einer
mit Schlamm überzogenen Stelle der Untergaſſe ausrutſchte, zu
Fall kam und ſich dabei erhebliche Verletzungen zuzog. Das
Fahr=
rad iſt demoliert. — Das Programm für die
Feierlichkei=
ten am 1. Mai in hieſiger Gemeinde ſteht nunmehr endgültig
feſt. Von vormittags 6—7 Uhr iſt Wecken durch den
Poſaunen=
chor der evang. Gemeinſchaft. Ab 8 Uhr erfolgt das Hiſſen der
Hakenkreuzfahnen in den einzelnen Betrieben. Um 8.30 Uhr
vor=
mittags ſchließt ſich ein Feldgottesdienſt an, der auf dem
Spiel=
platz im „Lohwäldchen” unter Aſſiſtenz des Poſaunenchors
ſtattfin=
det. Ab 9 Uhr Uebertragung durch Rundfunklautſprecher der
Ver=
anſtaltungen aus Darmſtadt und Berlin. Nachmittags ab 1.30 Uhr
vorausſichtlich Platzkonzert der Kapelle Gruß am alten
Krieger=
denkmal. Um 6.30 Uhr abends Antreten der Zugteilnehmer am
Gaſthaus. Zur Poſt”. Pünktlich um 7 Uhr abends Kundgebung
auf dem Marktplatz unter Mitwirkung der hieſigen Geſangvereine
mit anſchließender Uebertragung der Kundgebungen aus Berlin.
Den Abſchluß der Feier bildet ein Fackelzug durch die Ortsſtraßen.
G. Ober=Ramſtadt, 29. April. Die Feier des 1. Mai des
Tages der nationalen Arbeit, wird hier in ganz großem Rahmen
erfolgen. Die Hauptfeſtlichkeiten ſpielen ſich auf dem Sportplatz
in der Aue ab, wo morgens um 9 Uhr ein feierlicher
Feldgottes=
dienſt unter Teilnahme der Belegſchaften und der Bevölkerung
ſtattfindet. Dorthin wird auch der feierliche Staatsakt in
Darm=
ſtadt durch Lautſprecher übertragen. Ein großer Feſtzug ſtellt ſich
nachmittags 1 Uhr an der „Linde” auf und bewegt ſich durch
meh=
rere Ortsſtraßen nach dem Feſtplatz. Hier folgen Begrüßung
An=
ſprachen. Feſtrede des Herrn Landtagsabgeordneten Pg. Abt,
Weihe einer NSBO.=Fahne. Maſſenchöre, geſangliche und turneriſche
Darbietungen und Kinderbeluſtigungen. Abends 8 Uhr wird die
Reichsfeier vom Tempelhofer Feld in Berlin mit der Botſchaft
des Herrn Reichskanzlers durch Radio in die beiden Säle.
Eliſen=
bad” und „Schützenhof” übertragen. Tanzvernügen in dieſen
bei=
den Sälen bilden den Abſchluß. — Dienſtſtunden. Vom
2. Mai ab iſt das Bürgermeiſtereibüro für den Verkehr mit dem
Publikum nur noch wie folgt geöffnet: von Montags bis
Frei=
tags nachmittags von 2—6 Uhr, Samstags vormittags von 8 bis
1 Uhr. Die Zahlſtunden bei der Gemeindekaſſe werden vom
glei=
chen Tage ab feſtgeſetzt auf Montags bis Freitags, täglich von
2—5 Uhr nachmittags.
An. Groß=Zimmern, 29. April. Der Tag der
natio=
nalen Arbeit wird auch in hieſiger Gemeinde feſtlich
began=
gen und auch hier ein Tag des unerſchütterlichen Bekenntniſſes zu
Volk und Staat werden. Die Bevölkerung rüſtet fieberhaft.
Nir=
gends iſt mehr eine Fahne aufzutreiben. Friſches Tannengrün
wanderte vom Wald zum Dorf. „Eröffnet wird die hieſige Feier
mit einem Kirchgang beider Konfeſſionen. Anſchließend findet
die Uebertragung der Feierlichkeiten im Berliner Luſtgarten auf
dem Bahnhofsplatz ſtatt. Nachmittags iſt Aufmarſch ſämtlicher
Organiſationen Vereine, Körperſchaften und Schulen nach dem
Weiher, woſelbſt unter Mitwirkung der Vereine die eigentliche
Feier mit Feſtanſprache abgewickelt wird. Um 7.30 Uhr iſt die
Uebertragung der Rede des Volkskanzlers wieder auf dem
Bahn=
hofsplatz. Am Abend findet Konzert und Tanz in den Sälen
der Pg. K. Pullmann und Bernhard Pullmann ſtatt.
Ci. Erbach, 29 April. Erfolgreiche Züchter. Bei den
diesjährigen Prüfungen der jungen Jagdgebrauchshunde in
Lörz=
weiler und Hähnlein erzieltedergräfl. Förſter Albr. Dick 2. im
Forſt=
haus Sylvan mit. Uto von der Kreuzeiche” einen 1. und zwei
2. Preiſe. Der gräfliche Hofjäger Albrecht Dick 1. von hier
er=
hielt bei den gleichen Prüfungen mit den erſt 10 Monate alten
Wurfgeſchwiſtern „Vasco” und Vilja” von der Kreuzeiche drei
) und drei 3. Preiſe, mit Bella von der Lauenburg”, Züchter
Richard Mickel=Ober=Mockſtadt einen 3. Preis. Dem gräflichen
Förſter Rudolf Michelin Roßbach bei Erbach wurde für ſeine
vorzüglichen Griffonrüden. Urian von der Kreuzeiche” der Ula=
Preis zugeſprochen. — Odenwaldklub. Die hieſige
Orts=
gruppe des Odenwaldklubs unternimmt kommenden Sonntag ihre
erſte diesjährige Ganztageswanderung. Sie führt über Eulbach—
Grubach und Vielbrunn nach König. Führer ſind die Herren
Kolmer und Fehr; der Abmarſch erfolgt um 8 Uhr am „
Schützen=
hof”.
Allertshofen, 29. April. Am. 1. Mai, dem Tage der deutſchen
Arbeit”, findet im „Schützenhof” zu Allertshofen unter
Mitwir=
kung der SA.=Kapelle Rettig=Kolmbach abends Tanzmuſik ſtatt.
Dp. Zwingenberg, 29. April. Der
Stenographenver=
ein Gabelsberger” hielt ſeine, diesjährige
Generalver=
ſammlung ab. Der 1. Vorſitzende, Herr Schuch, gab der
Verſamm=
lung Kenntnis von der Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen
Jahr. Die wirtſchaftliche Notlage hat ſich auch im Vereinsleben
bemerkbar gemacht, doch hat der Verein noch ſchöne Erfolge zu
verzeichnen. Der Rechner verlas den Kaſſenbericht. Die
Kaſſen=
verhältniſſe ſind geordnet. Zur Abhaltung größerer
Veranſtal=
tungen iſt der Verein nicht in der Lage. Am Sonntag werden ſich
die Stenographenvereine der Umgebung mit dem Bezirk
Darm=
ſtadt und Vereinen aus Mainz und Wiesbaden in Zwingenberg
ein Stelldichein geben. Am Ehrenmal des Heſſ.=Naſſ
Kurzſchrift=
verbandes im Orbistal bei Zwingenberg wird um 4 Uhr
nachmit=
tags eine Gedenkfeier, mit Kranzniederlegung ſtattfinden. Der
hieſige Verein wird die Gedenkſtätte ausſchmücken und ein hieſiger
Geſangverein ein Lied vortragen. Ueber den Beſuch des
Bezirks=
tages in Biblis wird ſich der Verein in der nächſten Uebungsſtunde
entſchließen. Zu der Veranſtaltung am Sonntag iſt die geſamte
Einwohnerſchaft eingeladen.
Bm. Hofheim (Ried), 29. April. Der 1. Mai. Zwiſchen der
hieſigen Ortsgruppenleitung der NSDAP. und den Vertretern
der Ortsvereine und Schulen fand im „Löwen” eine Beſprechung
zwecks Feier am 1: Mai ſtatt. Propagandaleiter Reinhardt gah
das von der Parteileitung feſtgeſetzte Programm bekannt, das
all=
ſeits anerkannt wurde. Die Vereinsvertreter empfingen die
ein=
zelnen Richtlinien und ſicherten ihre Teilnahme zu.
Ec
für die Woche vom 30. April bis 6. Mai 1933.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
9 Mainz — Bingen (Ortsdurchfahrt, Mainzer Straße in Nieder=
Ingelheim vom Kleinen Markt bis zum Maxktplatz) vom 3. 4.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Im Ort Nieder=
Ingelheim.
45 Heldenbergen—Windecken bis auf weiteres für allen Verkehr
geſperrt. Umleitung für den Durchgangsverkehr: Friedberg,
Vilbel, Bergen, Mainkur, Hanau; für den Lokalverkehr:
Eichen, Oſtheim, Windecken.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Schlitz—Fulda (zwiſchen Hemmen und Landesgrenze) vom 20. 3.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Salzſchlirf.
Geinsheim—Oppenheim, Km. 23,687 bis 26 829, vom 18. 4. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung für den Durchgangsverkehr nach
Rheinheſſen geht über die Rheinbrücken bei Mainz und Worms=
Bleichenbach—Büches vom 24. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Stockheim, Lindheim, Düdelsheim, Büches.
Gedern—Merkenfritz vom 24 4. und Merkenfritz—Hirzenhain vom
1. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung Ortenberg—Gedern
über Wenings, Gelnhaar, Uſenborn. Der über den
Vogels=
berg führende Fernverkehr wird, auf die Straßen Selters,
Nidda, Schotten, Ulrichſtein, Lauterbach verwieſen.
Ortenberg—Lißberg vom Abzweig nach Eckartsborn vom 24. 4. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eckartsborn, Lißberg oder
Uſenborn Hirzenhain.
Worms—Horchheim vom 19. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung: Weinsheim.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Alsbach-Zwingenberg (alte Bergſtraße) vom 8. 9. bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung: Bickenbach.
Langgöns—Holzheim vom Abzweig Grüningen bis Holzheim vom
22. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Grüningen.
Bad=Nauheim—Ockſtadt vom 20. März bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Friedberg.
Ortsdurchfahrt Büdingen (Hammerſtraße) vom 1. 5. bis auf
weite=
res geſperrt. Umleitung nach Rinderbügen über Bindſachſen,
Kefenrod.
Schotten—Rudingshain vom 19. 4. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung Götzen.
j. Hüttenfeld, 28. April. Brand. Geſtern abend gegen 11.
Uhr brach im Anweſen des Landwirts und Metzgermeiſters Ph.
Wiegand in Hüttenfeld Feuer aus, das ſehr ſchnell um ſich griff.
Am Brandherd erſchien ſofort die Ortsfeuerwehr, die Viernheimer
Feuerwehr und die SA. aus Viernheim und Hemsbach. Die
Löſchmaßnahmen konnten ſich durch die große und ſchnelle
Aus=
dehnung des Brandes nur darauf beſchränken, das Wohnhaus zu
retten. Die große Scheune mit Stall und angebautem
Geräte=
ſchuppen wurde ein Opfer der Flammen. Lediglich das Vieh
konnte gerettet werden. Die Löſcharbeiten geſtalteten ſich infolge
des Waſſermangels außerordentlich ſchwierig. Da nach Annahme
der Gendarmerie Brandſtiftung vorliegt, hatte die SA. die
Auf=
gabe, das ganze Gelände abzuriegeln. Das Anweſen war noch
ziemlich neu, und der Schaden iſt infolgedeſſen ganz beträchtlich. —
Die Gendarmerie hat die Unterſuchung ſofort aufgenommen.
—Gernsheim. 29 Avril. Waſſerſtanddes Rheins am
Peel am 28. April 1,04 Meter, am 29. April 0,92 Meter, morgens
5.30 Uhr.
— Hirſchhorn, 29. April. Waſſerſtand des Neckars am
Pegel am 28. April 1,52 Meter, am 29. April 1,49 Meter,
mor=
gens 5.30 Uhr.
Ca. Lorſch. 29. April. Noch nie wurden zu einer Feſtlichkeit
derartige Vorbereitungen getroffen wie zum Tag der nationalen
Arbeit. Alle Vereine und Korporationen haben ihre Beteiligung
zugeſagt. Das Programm lehnt ſich an die Veranſtaltungen in
der Reichs= und Landeshauptſtadt im weſentlichen an. In der
großen Kundgebung am Sonntag abend ſpricht der Polizeidirektor
von Worms, Rechtsanwalt Heinz Joſt. — Baumanlage.
Die Gemeinde hat durch den Freiwilligen Arbeitsdienſt am
Lagerhaus eine großartige Obſtbaum= und Gartenanlage
geſchaf=
fen und dieſe in 30 Stücke eingeteilt, die an Liebhaber verpachtet
werden ſollten. Da ſich aber über 70 Bewerber dafür intereſſiert
haben, konnten die meiſten nicht berückſichtigt werden und müſſen
ſich jetzt gedulden. Die Gemeinde beabſichtiat, jedenfalls im Laufe
des Jahres weitere derartige Obiekte zur Durchführung zu
brin=
gen, woraus vorausſichtlich die Möglichkeit beſteht, jedem
Bewer=
ber ein Gartengrundſtück zu überlaſſen.
Neugründung.
Neben der SA. der hieſigen Ortsgruppe der NSDAP. beſteht ſeit
einigen Tagen hier auch eine SS., die bereits 20 Mann ſtark iſt.
P. Kelſterbach, 28. April. Hier wurde eine Ortsgruppe des
Kampfbundes für den gewerblichen Mittelſtand
gegründet. Ortsgruppenleiter: Eduard Gildmann, Kaſſenwart:
Johann Moſchke.
Be Mainz, 29. April. Das Tragen von Uniformen
und Abzeichen der nationalen Verbände. Es
be=
ſteht Veranlaſſung, erneut darauf hinzuweiſen, daß mit Gefängnis
bis zu 2 Jahren beſtraft wird, wer eine Uniform eines Verbandes,
der hinter der Regierung der nationalen Erhebung ſteht, in Beſitz
hat, ohne dazu als Mitglied des Verbandes oder ſonſtwie befugt
zu ſein. Wer die Uniform oder ein die Mitgliedſchaft
kennzeich=
nendes Abzeichen eines Verbandes der vorbezeichneten Art, ohne
Mitglied des Verbandes zu ſein, trägt, wird mit Gefängnis nicht
unter einem Monat beſtraft.
Wochenſpielplan des Mainzer Stadttheaters
für die Woche vom 29. April bis 7. Mai 1933.
Samstag, den 29. April. Anfang 18.30 Uhr, Ende etwa 23.30 Uhr.
„Götterdämmerung”
Sonntag, den 30. April. Anfang 19 Uhr, Ende etwa 22.15 Uhr.
„Die Zirkusprinzeſſin”.
Montag, den 1. Mai. Aus Anlaß des Feiertages der nationalen
Arbeit geſchloſſen.
Dienstag, den 2. Mai. Anfang 19.30 Uhr, Ende etwa 22.30 Uhr.
Zum 47. Male: „Im weißen Rößl”.
Mittwoch, den 3, Mai. Anfang 20 Uhr, Ende geen 22.30 Uhr.
„Tartuffe‟ — „Der Geizige‟
Donnerstag, den 4. Mai. Anfang 19.30 Uhr, Enge gegen 22.30
Uhr. „Im weißen Röß!”
Freitag, den 5. Mai. Anfang 19.30 Uhr, Ende etwa 22.45 Uhr.
„Die Zirkusprinzeſſin”
Samstag, den 6 Mai. Anfang 20 Uhr, Ende etwa 22.45 Uhr.
„Der Waffenſchmied”.
Sonntag, den 7. Mai. Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr.
„Im weißen Rößl”.
Oberheſſen.
Beigeordneter legte Geheimrat Windecker ſein
Amt nieder „Geheimrat Windecker wurde anläßlich ſeines 25
jäh=
rigen Jubiläums mit Rückſicht auf ſeine hohen Verdienſte um die
Stadt zum Ehrenbürger ernannt.
Bad Nauheim, 29. April. Amtsgerichtsdirektor i. R.
Dr. K. Fuhr, der Ehrenvorſitzende des Deutſchen
Kolonialver=
eins, iſt im Alter von 72 Jahren geſtorben. Er war lange Jahre
als Richter am hieſigen Amtsgericht tätig, er leitete als
Vorſitzen=
der den Verein Landſturm=Infanterie Friedberg, dem er während
des Krieges als Kompagnieführer angehörte.
Gießen, 29 April. Die nationalen Führer durch
die Univerſitätsſtadt geehrt. In der erſten Sitzung
des neuen Stadtparlaments wurden die nationalen Führer durch
Verleihung des Ehrenbürgerrechts und die Benennung der
ſchön=
ſten Straßen nach ihren Namen geehrt. Von heute ab heißt die
Oſtanlage Hitler=Wall die Südanlage Hindenburg=Wall. die
Weſt=
anlage Horſt=Weſſel=Wall, die Nordanlage Werner=Wall. Die
zahlreiche Zuhörerſchaft nahm den Beſchluß des Sradtrats und
das Sieg=Heil auf den Reichskanzler mit Begeiſterung auf.
An=
ſchließend wurden das Horſt=Weſſel=Lied und das Deutſchlandlied
geſungen.
Meif M Nes Mei Mei Mie RLne
war Bullrich-Salz. lch bin in kurzer Zeit wieder derart auf
nicht W
Ar
Alad MbtdLe dem Posten, als hätte Bullrich-Salz geuirkt uie ein Munder.
lch werde es in meinem Bekanntenkreise emplehlen. Wilhelm Fischer, Düsseldorf-Itter. — Ein Teelöffel Bullrich-Salz oder 1 bis 2 Bullrich-Tabletten
Bertie
nach jeder Mahlzeit verhindern Verdauungsstörungen, beseitigen Magenbeschwerden und Sodbrennen. Bullrich-Salz bleibt selbst bei jahrelangem,
00
regelmäßigem Cebrauch stets von gleich guter Wirkung und hat nie irgendwelche schädlichen Folgen.
Tabletten
Seite 8 — Nr. 119
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
StoerTer Tad Saeliene
„Das Große Turnen.”
Turngemeinde Beſſungen 1865 — Turngemeinde Darmſtadt 1846—
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875.
Es wurde an dieſer Stelle ſchon mitgeteilt, daß am 6. Mai
1933 im großen Saal der Turngemeinde Darmſtadt 1846 am
Woogsplatz in größerem Umfang ein Turnen der drei Darmſtädter
Turnvereine ſtattfindet.
Es iſt ein ſchönes Zeichen der Zuſammengehörigkeit der
Deut=
ſchen Turnerſchaft, auch nach außen hin geſchloſſen die idealen Ziele
in körperlicher und geiſtiger Hinſicht zu zeigen und als ein dem
Volkswohl dienendes Glied des Vaterlandes aufzutreten. Es
wurde ſchon angedeutet, daß dieſe Veranſtaltung die Pflege der
turneriſchen Kultur zeigen wird. Die Turneringen und Turner
der T.G.B. 1865 bringen außer gut geſchulten Barren= und
Stab=
übungen einleitend eine gemeinſchaftliche muſikaliſch umrahmte
Vorführung, die eine harmoniſche Zuſammenſtellung zwiſchen
rhyth=
miſchen Bewegungen der Turnerinnen und den Spannungs= und
Lockerungsübungen der Turner iſt. Die Turner der T. G.D. 1846
bringen Uebungen an den Ringen und Frejübungen, die eine gute
Ertüchtigung des Körpers und insbeſondere des Mutes erfordern.
Die Turnerinnen werden durch einen Tanz übungsvollendete
Be=
wegungen zeigen. Die Turngeſ. D. 1875 wird ebenfalls mit ihren
Turnern Darbietungen am Pferd und Stuhlgruppen bringen, die
nur durch regelmäßiges Ueben erzielt werden können und von
Wagemut eine beſondere Spannung erfordern. Auch die
Turne=
rianen zeigen eine Tanzvorführung, wobei nicht nur ein
Schwin=
gen des Körpers, ſondern auch ein Schwingen der Seele verlangt
wird. Als Abſchluß des Turnens wird ein gemeinſchaftliches
Reck=
turnen der Turner Uebungen bis zu Gipfelleiſtungen zeigen.
An=
ſchließend ſoll auch dem geſellſchaftlichen Teil gedacht werden,
wo=
bei Herr Kapellmeiſter Schlupp für den muſikaliſchen Teil ſorgen
wird
Da die Eintrittspreiſe ſehr niedrig gehalten ſind und der
Vorverkauf der Karten ſchon rege eingeſetzt hat, ſei darauf
hinge=
wieſen, daß man ſich rechtzeitig an die Verkaufsſtellen in den
Ver=
einshäuſern wendet.
Fußball.
Polizei Darmſtadt — Alemannia Olympia Worms.
Dieſes heutige Zuſammentreffen um 16 Uhr auf dem
Polizei=
ſportplatz dürfte in Darmſtadt und Umgebung das größte
In=
tereſſe finden. Erſt am letzten Sonntag vollbrachte die
Polizei=
mannſchaft in Offenbach eine würdige Meiſterleiſtung. Sie ſchlug
nach einem harten Spiel die Kickers überraſchend. Den Gäſten
aus Worms geht techniſch und taktiſch ein ſehr guter Ruf voraus.
Al.=Ol. hat in den Verbandsſpielen in der Gruppe Heſſen den
dritten Tabellenplatz hinter Mainz 05 und Wormatia Worms
eingenommen. Lange Zeit gehörten ſie zur Spitze, doch verloren
ſie im Rückſpiel durch Eigentor gegen Wormatia 2:1. In den
diesjährigen Pokalſpielen wurden ſie am Bezirk Main=Heſſen
un=
geſchlagener Pokalmeiſter. Bei 11 Spielen gewannen ſie 10 mit
einem Torverhältnis von 37:17 und 21 Punkten. Das
Vorent=
ſcheidungsſpiel um den Verbandspokal verloren ſie gegen VfB. in
Stuttgart 1:0. Seit 5 Monaten war dies die erſte Niederlage.
In den letzten Privatſpielen wurden folgende Ergebniſſe
er=
zielt: Oſterreiſe gegen Eiſenach 2:0, Germania Fulda 3:1, Heſſen
Hersfeld 5:0. In Mannheim gegen VfR. 1:1 und in
Wies=
baden 1:0. 5 Spiele innerhalb 9 Tagen mit einem Torverhältnis
von 13:2.
Das heutige Spiel wird Aufſchluß geben über die Ausſichten
der hieſigen Polizei in den kommenden Aufſtiegſpielen. Jeder
Fußballer fogte ſich daher dieſe Probevorſtellung anſehen. Der Gaſt
tritt mit folgender Aufſtellung an: Hautz: Diel, Kienel; Wolf
Dörſam, Leewald; Hoerl, Pohle, P. Enders, K. Enders, Stoll
oder Thalmeier.
* Kreisliga Südheſſen.
Komplikationen . . .!
Nun hat man geglaubt, die ewig lange Verbandsſpielſerie
ſei endlich endgültig abgetan, da beginnt die ganze Geſchichte
auf einmal in bezug auf die Meiſterſchaft ſcheinbar ganz
ver=
zwickt zu werden. Laut Urteil des Gruppengerichts wurde beim
bedeutungsvollen Spiel Horchheim — Heppenheim der
Horch=
heimer Tormann beſtochen, und wurde derſelbe deshalb jetzt drei
Monate disqualifiziert. Olympia Lampertheim hat natürlich das
größte Intereſſe an der weiteren Entwicklung dieſes Falles und
hat als Kläger Berufung gegen das Urteil des GG. eingelegt,
weil Heppenheim nur mit einer Geldſtrafe belegt wurde. Wie ſich
die Sache weiter entwickeln wird bleibt abzuwarten. Vorläufig
beginnen die Aufſtiegsſpiele zur Bezirksliga noch nicht, denn auch
im Falle Haſſia Bingen — Bad Kreuznach iſt das letzte Wort noch
nicht geſprochen. Jedenfalls hat Bingen weitere Schritte zu
un=
ternehmen, ebenſo Kreuznach (das vorläufig mit 4 Monaten
Sperre belegt iſt!), damit endlich die Sache geregelt wird und die
Aufſtiegsſpiele zur Bezirksliga auch in unſerer Gruppe beginnen
können.
Das Vorſchlußſpiel um den Bezirkspokal ſteigt in
Hof=
heim zwiſchen
FV. Verein Hofheim — Olympia Biebesheim.
Man rechnet, daß ſich die Hofheimer bei ihrer derzeitig guten
Form durchſetzen und mit VfL. Lampertheim das Endſpiel
aus=
tragen.
An Freundſchaftsſpielen ſind bis jetzt zu verzeichnen:
VfL. Lampertheim — VfR. Bürſtadt (Samstagsſpiel),
VfR. Bürſtadt — VfL. Neckarau.
FV. 1919 Biblis — Sportvgg. Arheilgen.
Um den Aufſtieg zur Kreisliga ſteigt in Abenheim
ein vorentſcheidendes Spiel zwiſchen
Spv. Abenheim — Spp. Gimbsheim.
Kann Gimbsheim auch in Abenheim keinen Punkt holen, ſo
iſt der Aufſtieg ſchon ſo gut wie entſchieden, denn Abenheim wird
auf eigenem Platze dann wohl 4 Punkte zuſammenbringen.
Da=
mit würden danach Olympia Biebesheim und Abenheim aufrücken.
Handball.
Freie Turngemeinde Darmſtadt.
In Mühlheim bei Offenbach hat die Handballabteilung noch
einer Rückſpielverpflichtung nachzukommen. Mit zwei Mannſchaf.
ten fährt die Abteilung nach dort. Die Auto=Abfahrt 1 Uhr
pünkt=
lich am Landestheater, Großes Haus. Der erſten und zweiten
Mannſchaft raten wir, die Mühlheimer nicht ſo leicht zu nehmen,
denn ſie haben es fertiggebracht, Offenbach, Ober=Roden und
Dietesheim in der Serie das Siegen auf ihrem Platz ſehr ſchwer
zu machen.
Die Fußballſpiele fallen aus, da der Gegner nicht
an=
treten kann.
Sporkkalender.
Fußball.
11.00 Uhr, Feſthalle: Eintracht — Germania Guſtavsburg.
15.00 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß Darmſt. — Viktoria Urberach
16.00 Uhr, Exerzierplatz: Polizei — Alem./Olympia Worms
Handball.
15.00 Uhr, Woogswieſe: Turngemeinde 46 — TV. Worfelden.
Die Herren Berichkerſtakker der Vereine
werden gebeten, ihre möglichſt, kurzen Spielberichte über
die ſonntäglichen Treffen ausnahmsweiſe bis
Sonntag abend 20 Uhr der Redaktion zuzuleiten.
Für ſpäter eingehende Berichte kann eine Veröffentlichung in der
Montag=Ausgabe nicht zugeſichert werden.
v. Tſchammer=Oſten neuer Reichs=Sporkkommiſſar.
Zum Sportkommiſſar, für das Deutſche Reich wurde durch
Reichsinnenminiſter Dr. Frick am Freitag Hauptmann a. D. Hans
von Tſchammer=Oſten ernannt.
Der neue Sportkommiſſar wurde 1887 in Dresden geboren und
war vor dem Kriege in der Militär=Turnanſtalt tätig. Er wurde
im Kriege durch einen Unterarmſchuß verwundet, was eine
dauernde Lähmung der rechten Hand zur Folge hatte. In der
nationalen Bewegung ſteht von Tſchammer=Oſten ſeit 1922. Er
war SA.=Führer in Dresden und wurde 1932 mit der Führung
der Gruppe Mitte in Magdeburg beauftragt.
Kegler=Bereinigung Darmſtadt und Umgebung.
Auch die Keglervereinigung ſteht am 1. Mai 1933
nicht zurück. Antreten der Mitglieder auf dem Woogsplatz
TGD. 46 nachm. 1.30 Uhr. Anzug: Sportdreß oder blauer Anzug
weit weißer Hoſe oder blauer Anzug und Mütze. Evtl. dunkler
Anzug. Abzeichen anlegen.
SV. Darmſtadt 1898.
Unſere Mitglieder treffen ſich zur Teilnahme an dem Feſtzug
des 1. Mai um 13.15 Uhrpünktlich im Hofe des
Real=
gymnaſiums wo Umkleideräume zur Verfügung ſtehen. Die
Teilnehmer marſchieren in Sportkleidung. Alle ſeitherigen
Ver=
öffentlichungen hinſichtlich der Zeit der Aufſtellung gelten hiermit
als aufgehoben.
Deutſches Turn= und Sportabzeichen.
Die nächſte Prüfung zur Erlangung des Deutſchen Turn= und
Sportabzeichens in Gruppe V (Radfahren) findet am
Sonn=
tag vormittag, den 7. Mai d. J., auf der bekannten Rundſtrecke
Kranichſtein ſtatt. Anmeldungen an Herrn Georg Hahn,
Darm=
ſtadt, Schwanenſtraße Nr. 20.
Ehrengabe des Reichskanzlers für die Sieger der Dortmunder
Boxkämpfe.
Reichskanzler Adolf Hitler hat ſein beſonderes Intereſſe
für die deutſche Boxſportbewegung dadurch bekundet, daß er für
die Sieger der acht nationalen Boxkämpfe, die am Sonntag in
der Dortmunder Weſtfalenhalle ſtattfinden, Ehrengaben geſtiftet
hat, beſtehend in acht in ſilbernen Bahmen gefaßten Bildern, die
handſchriftlich mit ſeiner Widmung verſehen ſind.
*
Dr. Bauwens=Köln wird das Länderſpiel Italien—
England am 14. Mai in Rom leiten.
Egon Stief Berlin ſchlug bei den Boxkämpfen in
München im Schwergewicht den öſterreichiſchen Titelanwärter
Kerchitz in der ſechſten Runde entſcheidend.
Ungarns Waſſerball=Nachwuchs ſiegte in
Augs=
burg über den SV. Augsburg mit 9:4 (3:2) und anſchließend über
eine Auswahlmannſchaft von Südbayern mit 10:0 (5:0).
Geſchäfliches.
Jedem Menſchen mit offenen Sinnen macht es immer wieder
Freude, die unzähligen Zuſammenhänge zwiſchen Natur und
menſchlichem Organismus zu beobachten und zu verfolgen.
Des=
halb findet auch die Arbeit des bekannten Herbaria=
Kräuterparadieſes in Philippsburg (Baden) überall im
deutſchen Volke — ja ſelbſt weit über die deutſchen Grenzen
hin=
aus, das lebhafteſte Intereſſe. Eine Anzeige dieſes Inſtitutes
finden Sie in der heutigen Anzeige. Dieſe wird den Leſern,
be=
ſonders denen die um ihre Geſundheit ſorgen, recht wertvolle
Auf=
klärung und Hinweiſe geben.
Aus der Radio=Induſtrie.
Ein neuer Qualitätsempfänger.
In dem zur diesjährigen Frühjahrsmeſſe herausgekommenen
„Körting”=Zweikreiſer mit eingebautem dynamiſchem Lautſprecher
hat die Firma Dr. Dietz u Ritter, Leipzig, wiederum ein
Empfangsgerät von hoher Vollendung geſchaffen. Obwohl dieſer
Empfänger der günſtigen mittleren Preisklaſſe angehört, leiſtet
er hinſichtlich ſeiner Empfindlichkeit und Trennſchärfe das gleiche
Sonntag, 30. April 1933
wie ein Dreikreis=Empfänger, alſo wie ein Spitzengerät der großen
Klaſſe. Die Bedienung iſt äußerſt einfach und bequem und in der
Hauptſache mit nur einem Knopf durchzuführen. Beſonders
her=
vorgehoben ſei auch bei dieſem Gerät die überragende
Klang=
ſchönheit, die das typiſche Kennzeichen aller „Körting”=
Empfänger iſt.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge: 6:00 u. 6.30: Gymnaſtik.
0 7.00: Nachrichten. 7.05: Wetter. o 8.15: Waſſerſtand. 6
11.45: Zeit. Nachrichten, Vortragsanſage, Wirtſchaftsmeldungen. o
13.15: Nachrichten, Wetter. O 14: Nachrichten. o 14.10:
Werbe=
konzert (Sa. 14.40). S 15: Gießener Wetterbericht. — Anſchl.:
Obſervatorium Aachen: Wetter für Eifel= und Moſelgebiet (Sa.
15.20). O 15.10: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen (Sa. 15.25). O 16.25
u. 17.50: Wirtſchaftsmeldungen. O 18.50: Zeit, Programm, Wetter,
Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 30. April
6.35: Hamburg: Hafenkonzert. — Die Glocken vom Großen Michel.
8.15: Waſſerſtand.
8.20: Choralblaſen. Ausf.: Bläſerchor des Wartburavereins E. V.
im Evang. Jungmännerwerk Frankfurt a. M.
8.35: Morgenfeier zum Gedächtnis an die Einführung der
Re=
formation in Frankfurt a. M. im Jahre 1633.
9.40: Ein Wort zum Abſchluß der Frankfurter Winterhilfe.
10.00: Aus der Ludwigskirche, Saarbrücken: Feſtgottesdienſt,
an=
läßlich der Kundgebung deutſcher Chriſten.
11.15: Geh.=Rat Prof. Dr. Georg Wolfram: Das deutſche
Volks=
lied in Lothringen. — Prof. Dr. H. J. Moſer: Die
muſi=
kaliſche Bedeutung der lothringiſchen Volkslieder. — Am
Flügel: Generalmuſikdirektor K. Wolfram.
12.00: Römerberg: 400=Jahrfeier zur Einführung der Reformation
in Frankfurt a. M.
13.00: St. Ingbert: Kundgebung des Saarſängerbundes auf dem
Marktplatz in St. Ingbert.
14.00: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: AGV. „Eintracht” Gießen.
14.30: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.40: Deutſche Geflügelzucht. — Hörbericht aus einem
Leiſtungs=
zuchthof der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden. —
Ar=
beitsteilung in der bäuerlichen Geflügelzucht tut not! (Dr.
Dencker.)
15.30: Stunde der Jugend. Mit dem Mikrophon nach Eßlingen.
16.30: Wiesbaden: Nachmittagskonzert des Städt. Kurorcheſters
18.00: Von unſerer Heimat. Dr. Ehrenhard: Der Weſterwald,
18.25: Vergnügliches Zwiſchenſpiel.
18.50: Sportnachrichten.
19.00: Von der Burg Stahleck am Rhein: Wandern und Bleiben,
Ein Hörbericht aus einer Jugendherberge.
19.30: Berlin: Zum Reichsopfertag, für Jugendherbergen. Wir
wol=
len ins Land ausfahren. Ei bunter Fahrten=Spiegel.
20.00: Die Kiesgrube. Eine Epiſode aus dem Kriege 187671 von
Emil Prinz v. Schönaich=Carolath (zum 25. Todestag).
Vor=
getragen von Dr. Gropp.
20.30: Konzert des Funkorcheſters. Ltg.: Dr. Merten. Soliſt:
J. Gläſer (Tenor).
22.30: Zeit. Nachrichten, Wetter Sport.
23.00: Walpurgisfeier am Hexentanzplatz und im Bodetal.
An=
ſprache des Herrn Reichsjugendführers Baldur von Schirach.
Königswuſterhauſen.
Deutſchlandſender: „Gleichbleibende. Dandwirtſchaft, Wiederholung
der wichtigſten Abendnachrichten Tagesſpruch. — Anſchl.:
Früh=
konzert. o 8.35: Gymnaſtik für die Frau. o 10: Neueſte
Nach=
richten (Mi. 9.45). O 11.15: Deutſcher Seewetterbericht. O 11.30:
Zeitfunk. O 12: Wetter für den Landwirt. — Anſchl.: Konzert. —
Wiederholung des Wetterberichts. O 12.55: Zeitzeichen der deutſchen
Seewarte. 13.45: Nachrichten. o 14: Konzert. 15.30: Wetter,
Börſe. 6 18.50: Wetter für die Landwirtſchaft. — Kurzbericht des
Drahtloſen Dienſtes. O 22.45: Deutſcher Seewetterbericht.
Deutſchlandſender: Sonntag, 30. April
6.15: Berlin: Funkgymnaſtik.
6.35: Hamburger Hafenkonzert.
8.00: Stunde des Landwirts.
8,55: Morgenfeier.
10.05: Berlin: Wettervorherſage.
11.00: Ernſt Bacmeiſter lieſt aus eigenen Werken.
11.15: Deutſcher Seewetterbericht.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Ich bin ein guter Hirk.
12.00: Königsberg: Orcheſter des Kbg. Opernhauſes. Soliſt: G.
Knieſtädt (Violine). Ltg.: L. Leſchetitzky.
12.55: Zeitzeichen der deutſchen Seewarte.
13.10: München: Kundgebung des Saarſängerbundes auf d.
Markt=
platz in St. Ingbert.
14.00; Kinderſtunde, Fröhlicher Sonntag.
15.00: Stunde der Unterhaltung: Die Maibraut.
15.30: Ausſchnitt vom Beſuch der Flotte in Swinemünde. Beſuch
auf dem Flottenflaggſchiff und auf einer
Torpedoboot=
flottille.
16.00: Wiesbaden: Nachmittagskonzert des Kurorcheſters.
16.45: E. Duſchön: Landarbeiter feiern den 1. Mai.
17.00: E. Mielke: 1 000 000 Berliner Arbeiter marſchieren auf.
17.15: Fortſetzung des Nachmittagskonzertes aus Wiesbaden.
17.45: Max Skladanowſki, der 70jährige Erfinder des ſtummen
Films ſpricht.
18.00: Joh. Engel. M.d.L.: Mit neuen Fahnen dem Siege zu.
18.25: Kammermuſik. Sextett für Klavier u. Blasinſtrument, v.
Ludwig Thuille.
19.00: Rich. Schirrmann: Die deutſchen Jugendherbergen.
19.30: Berlin: Zum Reichsopfertag für Jugendherbergen. Wir wollen
ins Land ausfahren. Ein bunter Fahrtenſpiegel.
20.00: Aus d. Städt. Oper, Charlottenburg: Martha.
Romantiſch=
komiſche Oper v. Friedrich v. Flotow. — In d. Pauſe (ca.
21.27): Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
22.55: Deutſcher Seewetterbericht.
23.00: Walpurgisfeier am Hexentanzplatz und im Bodetal mit
Anſprache des Reichsjugendführers Baldur v. Schirach.
Weiterbericht.
Luftdruck und auch Temperaturverteilung ſind ziemlich
aus=
geglichen. Nur flache Störungsausläufer bewegen ſich über
Deutſch=
land, die wohl das Wetter etwas wechſelhaft geſtalten, dabei ſich
aber nicht unfreundlich auswirken. Durch die verſchiedenartige
Luftzufuhr wird der Himmel teilweiſe bewölkt ſein und teilweiſe
ſich auch ſtärker aufheitern. Nur vereinzelt kommt es zu etwas
gewitterartigem Regen, und die Temperaturen nehmen der
Jah=
reszeit entſprechende Werte an.
Ausſichten für Sonntag, den 30. April: Wolkig mit Aufheiterung.
milder, nur vereinzelt etwas Regen.
Ausſichten für Montag, den 1. Mai: Weiterhin teils wolkig, teils
aufheiternd, ſtellenweiſe Gewitterneigung, warm.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Poliiſk und Wiriſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrſchten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdſenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite;
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle;.
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämilſch in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
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1027
Sonntag, 30. April 1933
Eliſabeth Eitenmüller
Hermann Fiſcher
Verlobte
Darmſtadt
Alte Niederſtr. 25
Willi Brähler
und Maria, geb. Hartung
Vermählte
Trauung am Montag, den 1. Mai 1933,
in Bad=Salzſchlirf, Villa Maria. (*
Meine liebe Frau, meine ſtets
treu=
beſorgte Tochter, unſere
unvergeß=
liche Schweſter und Schwägerin
Marie Horning
geb. Eyberger
wurde uns nach kurzer, ſchwerer
Krankheit entriſſen.
Lowis Horning. Natrona /Pa.
Marie Eyberger Bwe.
Ludwig Eyberger, Natrona /Pa.
Anna Benz, geb. Eyberger
Helene Eyberger
Clara Eyberger, geb. Poth,
Natrona /Pa.
Heinrich Benz.
Darmſtadt, im April 1933.
Natrona /Pa.
Von Beileidsbezeugungen bittet
man abſehen zu wollen.
Todes=Anzeige.
Heute Freitag morgen entſchlief
nach langem ſchweren Leiden
unſere gute Mutter, Schweſter,
Schwägerin, Schwiegermutter,
Großmutter und Tante
Frau
Marie Suchland Bwe.
geb. Weitzel
im 74. Lebensjahr.
Die trauernd. Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Lanterbach, Berlin.
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Rhönring 10.
Die Beerdigung findet Dienstag,
den 2. Mai, 3½ Uhr, auf dem
Waldfriedhof ſtatt.
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Geſtern abend entſchlief nach kurzem, ſchwerem Teiden im 83.
Lebens=
jahr unſer geliebter Vater und Großvater
Geheimer Hofrat Dr. Dr. Ing. ehr.
Lebrecht Hennebeig
Ehrenſenator und o. Profeſſor der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt.
In tiefer Trauer:
Oberſtabsarzt Dr. Ernſt Henneberg
Paula Janenſch, geb. Henneberg
Margarete Henneberg, geb. Lau
Profeſſor Dr. Werner Janenſch
Brigitte Henneberg.
Darmſtadt, den 29. April 1933.
Roquetteweg 51.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. Mai, nachmittags 2 Uhr, von der
Friedhofs=
kapelle, Nieder=Ramſtädterſtraße, aus ſtatt.
Nr. 119 — Seite 3
Statt Karten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und die
zahlreichen Blumen= und Kranzſpenden beim Heimgang
unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn Heinrich Momm
Eiſenbahnoberſekretär
ſagen wir unſeren herzlichſten Dank. Beſonders danken
wir für die ehrenden Kranzniederlegungen der Direktion
und der Beamten der Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft,
der Krieger= und Militärvereine Darmſtadt und des
Mieter=
vereins.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Momm, geb. Ott und Kinder.
Darmſtadt, den 29. April 1933.
(5721
Wendelſtadtſtr. 30.
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Nach kurzem Krankſein iſt heute gänzlich unerwartet
im St. Vinzenz=Hoſpital in Mainz unſer guter Bruder,
Schwager, Onkel und Neffe
Herr Pfarrer
im Alter von 60 Jahren wohlverſehen in Gott
ent=
ſchlafen. Die Beiſetzung iſt am Mittwoch, dem 3. Mai,
vormittags 9 Uhr, in Zornheim bei Mainz. Wir
bitten um ein frommes Gedenken, aber von
Beileids=
bezeugungen jeder Art gütigſt abſehen zu wollen!
Darmſtadt, am 29. April 1933.
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Wär Hans von seiner Oual befreit!
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Roßdörferstr. 5, Chr. Schwinn, Inh. W. Reich, Drog.,
Rheinstr, 8, Drog, Ph. Secker Nfl., Ludwigshöhstr 1
Seite 10 — Nr. 119
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 30. April 1933
Aufklärung!
In letzter Zeit wird von
Konkurrenz=
ſeite vielfach behauptet, daß mein
Geſchäfe ein „verkapptes jüdiſches”
Unternehmen ſei. Ich weiſe ſolche
Anſchuldigungen gegen meine Firma
aufs ſchärfſte zurück und werde
Schäd=
linge, die Urheber dieſer oderähnlicher
Gerüchte ſind, gerichtlich belangen.
Zur genauen Information gebe ich
hiermit bekannt, daß ich Chriſt bin,
ſowie daß mein Geſchäft ein rein
deutſches Unternehmeniſt. Als Soldat,
der ſiebenJahrlang demVaterland treu
gedient und am Feldzug 1914—1918
an der Front teilgenommen hat, kann
ich mir meine nationale Geſ nnung
von Verleumdern nicht abſprechen
laſſen. Daß ich ſchon jahrelang den
Standpunkt der national=ſozialiſtiſchen
Re ierung vertrete, können viele
Zeugen beweiſen u. a. die
kamerad=
ſchaftl. Vereinigung ehemaliger heſſ.
Garde=Dragoner Nr. 23, deren
Mit=
glied ich ſchon jahrelang bin. (5726
Darmstadt
„Or10 karisstraße 14
Wer fertigt an:
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Ferner:
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Dem verehrten Publikum, meinen
Freunden und Bekannten zur
Mit=
teilung, daß ich ab 3. Mai d. J. das
Möbelgeſchäft in meinem Hauſe
Saalbauſtraße 22
weiter führe. Sie werden bei mir ſtets
die neueſten Modelle zu
konkurrenz=
loſen Preiſen vorfinden, da ich durch
geringe Geſchäfts=Unkoſten mit dem
leinſten Verdienſt zufrieden bin. Ich
bin beſtrebt, meine werte Kundſchaft
zur größten Zufriedenheit zu bedienen.
Beſichtigung ohne Kaufzwang erbeten.
Heinrich Klein.
()er Plan über die Herſtellung einer
unterirdiſchen Fernſprechlinie in
der Mühlſtraße, Landgraf=Georg=Straße,
Erbacherſtraße Stiftsſtraße,
Roßdörfer=
ſtraße. Am Erlenberg. Im Geiſenſee,
Hölgesſtraße Schützenſtraße, Nd.=
Ram=
ſtädter=Straße, Kiesſtraße in Darmſtadt
liegt bei dem Tel.=Bauamt in
Darm=
ſtadt auf die Dauer von 4 Wochen aus.
Darmſtadt, den 28. April 1933. (5679
Telegraphenbauamt.
Vergebung von Chauſſierungs=
Arbeiten.
Die Ausführnng von Chauſſierungs=
Arbeiten zur Verbreiterung der
Fahr=
bahn an den Provinzialſtraßen
Schön=
berg—Reichenbach und Nieder=Ramſtadt
—Ober=Ramſtadt ſollen vergeben werden.
Angebotsvordrucke werden bei der
Pro=
vinzialſtraßenbauverwaltung in
Darm=
ſtadt. Neckarſtraße 3, Zimmer 34, zum
Selbſtkoſtenpreis abgegeben. Die
Ange=
bote ſind verſchloſſen, portofrei mit
ent=
ſprechender Aufſchrift verſehen, bis
ſpäteſtens Dienstag, den 9. Mai ds.
vormittags 10 Uhr, hierher
einzu=
reichen.
(5714
Darmſtadt, den 28. April 1933.
Provinzialdirektion Starkenburg
Diefbau.
Bekanntmachung.
Am 1. Mai ds. Js., dem Tag der
nationalen Arbeit, wird der geſamte
Betrieb der elektriſchen Straßen= und
Vorortbahnen, ſowie der Omnibusbetrieb,
von 7 Uhr vormittags bis 18.30 Uhr
nachmittags eingeſtellt. Alsdann
ſetzt der volle Betrieb wieder ein. Nach
Be=
endigung des Feſtaktes vormitt. auf dem
Exerzierplatz ſtehen an der Feſthalle
für die Teilnehmer aus den Vororten zum
Abtranspoyt Wagen bereit und zwar nach
Eberſtadt, Arheilgen, Griesheim, Nieder=
und Ober=Ramſtadt.
(5720
Darmſtadt, den 28. April 1933.
Heſſiſche Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft
Darmſtadt.
Auflösung
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20 Mk., 1 Kirſchbaumbettſtelle m. Matr.
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Truhe=
bank 28 Mk., 1 nußbaum pol.
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Haushaltartikels
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ſion geſucht. Angebote unter P. 104 an
die Geſchäftsſtelle dieſes Blattes.
Sonntag, 30. April 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 119 — Seite 11
Wien weihk ein neues Brahms=Muſeum ein.
Einer der Säle des Brahms=Muſeums. An der Wand Bildniſſe von Wagner, Liſzt und mehrere
Porträts von Brahms aus allen Stadien ſeines Lebens.
Der Verein der Muſikfreunde in Wien hat aus Anlaß des 100. Geburtstages des Komponiſten
Brahms ein Muſeum zum Gedächtnis des Meiſters eingerichtet.
Die Aukoſtraße, die Venedig mit dem Feſtland verbindek, wurde eingeweihl.
Blick auf die Autoſtraße, die vom Meſtre her über eine Lagune nach Venedig führt.
Den Endpunkt der Straße, die jetzt feierlich ihrer Beſtimmung übergeben wurde, bildet ein
Park=
platz für 3000 Automobile. Der Siegeszug des Autos hat alſo auch vor der Inſel dieſer „Königin
der Adria” nicht haltgemacht.
Der Reichskommiſſar für das Kraftfahrweſen in Rom.
Der Herzog von Sachſen=Coburg=Gotha (in Stahlhelm=Uniform) und die Stahlhelm=Abordnung
bei der Kranzniederlegung am Grabe des Unbekannten Soldaten.
Herzog Carl Eduard von Sachſen=Coburg=Gotha, Reichskommiſſar für das deutſche Kraftfahrweſen,
traf anläßlich der Südland=Wanderfahrt des Stahlhelm=Automobilkorps in Rom ein, wo er an der
Spitze einer Stahlhelm=Abordnung den Duce beſuchte und am Grabmal des Unbekannten Soldaten
einen Kranz niederlegte.
Reich und Ausland.
Schweres Flugzeugunglück.
Berlin. Aus bisher nicht geklärter
Ur=
ſache ſtürzte geſtern mittag ein von der
deutſch=
hineſiſchen Luftverkehrsgeſellſchaft Euraſia
kürz=
lich angekauftes Flugzeug in der Nähe von
Traunſtein am Chiemſee ab. Das Flugzeug, eine
Junkers=W 34, die noch die deutſche
Zulaſſungs=
nummer W 34, D 4 trug, befand ſich auf einem
Dauererprobungsflug, zu dem es geſtern morgen
in Berlin geſtartet war. Die Beſatzung,
Flug=
kapitän Wende und Flugmaſchiniſt Eichentopf,
ſowie die beiden weiteren Inſaſſen, Direktor
Schmidt von der Euraſia und ein Fräulein
Li=
ſter, kamen bei dem Unfall ums Leben. Das
Flugzeug wurde zertrümmert. Das ſchwere
Flug=
zeugunglück iſt tief bedauerlich und ruft das
auf=
richtige Mitgefühl des ganzen deutſchen Volkes
für die Betroffenen herpor.
„Do.=X‟=Flug.
München. Das Großflugzeug „Do. X”
er=
ſchien geſtern, kurz nach 14 Uhr, über dem
Starnberger See. Nach einer Schleife über der
Stadt und dem Wuermtal erreichte es wenige
Minuten ſpäter München. Das Flugſchiff, das
zum erſten Male der bayeriſchen
Landeshaupt=
ſtadt einen Beſuch abſtattete, kreuzte längere Zeit
über dem Häuſermeer. Es wurde von der
Be=
völkerung mit Begeiſterung begrüßt. — Das
Flugſchiff „Do. X” landete um 2.25 Uhr
unmit=
telbar vor Starnberg. In der durch Flaggen
feſtlich geſchmückten Stadt herrſchte ſchon den
ganzen Tag lebhaftes Treiben.
Zuſammenſtoß zweier Schnellzüge
in der Tſchechoſlowakei.
Prag. Bei dem Zuſammenſtoß zweier
Schnellzüge in Bakov wurden acht Fahrgäſte, ein
Lokomotivführer und ein Heizer ſchwer verletzt.
Von den Schwerverletzten iſt einer im
Kranken=
haus geſtorben. 36 Perſonen wurden leicht
ver=
letzt, darunter Herbert Hartmann aus Berlin,
Wladimir Font aus Nürnberg und Joſeph
Ingi=
riſch aus Leipnitz in Sachſen,
Ein neues Sporkgeräk.
Einer der beiden Pforzheimer Erfinder
mit dem Rollſki.
Solche Rollſkis wurden zuerſt von den Brüdern
Landtſchner, den bekannten Tiroler Skiläufern,
onſtruiert, um auch in den wärmeren Monaten
ein Skitraining zu ermöglichen. Zwei
Pforz=
heimer Winterſportler haben das Gerät
vervoll=
kommnet. Man ſieht ſie in der Umgebung ihrer
Stadt fleißig trainieren. Ihre Rollſkis laufen
auf Vollgummirädern und weiſen eine
Sperr=
vorrichtung auf, die das Rückwärtsgleiten
ver=
hindert.
Rom. Die Teilnehmer der vom
Reichskom=
miſſar für Kraftfahrweſen, Herzog von Coburg=
Gotha, geleiteten Südlandfahrt des Nationalen
Deutſchen Automobilklubs beſichtigten am
Frei=
tag insbeſondere die Sehenswürdigkeiten des
modernen Rom. Ein Beſuch der Fasciſten=
Aus=
ſtellung hinterließ bei allen Teilnehmern den
ſtärkſten Eindruck. Die der SS., SA. und dem
Stahlhelm angehörenden Teilnehmer wurden am
Vormittag vom Oberkommandeur der Miliz,
Teruzzi, empfangen und aufs herzlichſte begrüßt.
Der Herzog von Coburg= Gotha, die beiden
Of=
fiziere der Fahrtleitung, ferner die beiden
Emden. Auf dem Gelände der Emdener
Heringsfiſcherei iſt ein Großfeuer ausgebrochen.
Die Feuerwehren und zahlreiche
Hilfsmannſchaf=
ten der SA. ſind an der Brandſtelle eingetroffen.
Weiter erhalten wir folgende Einzelheiten:
Bei der älteſten Fiſcherei Emdens, der
Em=
dener Heringsfiſcherei, deren Gebäude ſich im
Binnenhafen befinden, entſtand gegen 22 Uhr
Feuer. Wie Augenzeugen berichten, ſoll der
Brand gleichzeitig an mehreren Stellen
ausge=
brochen ſein, ſo daß die Gebäude des
Unterneh=
mens in kurzer Zeit in hellen Flammen
ſtan=
den. Die großen Netzſchuppen und eine
Pack=
kammer waren um 23 Uhr völlig ausgebrannt.
Nur das Bürohaus ſteht noch.
Die in der Nähe der Fiſcherei liegenden
Log=
ger mußten mit Schleppern von den gefährdeten
Stellen weggefahren werden. Das in der Nähe
der Brandſtätte befindliche Oellager war ſehr
gefährdet, ſo daß Abſperrungsmaßnahmen
getrof=
fen werden mußten.
Urſache: Brandſtiflung.
Emden. Um Mitternacht bekämpfte die
Feuerwehr mit allen verfügbaren
Schlauchlei=
tungen den rieſigen Brandherd bei der Emdener
Heringsfiſcherei. Sie wurde tatkräftig von
zahl=
reichen im Hafen liegenden Schleppdampfern
un=
terſtützt, während die nationalen Wehrverbände
(SA. und Stahlhelm) für die Abſperrung des
großen Geländes ſorgten. Da die Saiſon noch
Rangälteſten der SS. und des Stahlhelms,
ſo=
wie der Ortsgruppenführer der NSDAP. in
Rom und der Beauftragte des Stahlhelms für
Italien wurden durch Verleihung des
Offiziers=
dolches der fasciſtiſchen Miliz ausgezeichnet. Bei
dem Beſuch der Ehrenhalle am Sitz der
fasciſti=
ſchen Miliz wurden das Gebet und die 10
Ge=
bore in deutſcher Sprache verleſen und von den
deutſchen Beſuchern entblößten Hauptes
ange=
hört. Am Nachmittag erfolgte ein Beſuch beim
Generalſekretär der Fasciſtiſchen Partei,
Sta=
race. — Am Samstag mittag wurden die
Fahrt=
teilnehmer vom Papſt empfangen.
nicht begonnen hat und ſämtliche Heringslogger
ſich in dem Hafen befinden, waren auch in dem
abgebrannten Schuppen ſämtliche Netze
aufbe=
wahrt, ebenſo das umfangreiche Tau= und
Se=
gelwerk, ſowie leere Fäſſer und Heringsgeräte,
ſo daß bei vorſichtiger Schärtzung ſchon jetzt von
einem Schaden von annähernd 3 Millionen
RM. geſprochen werden kann, Kurz nach 24 Uhr
war die Feuerwehr Herr der Lage. Da beobachtet
wurde, daß der Brand an zwei Stellen zugleich
ausgebrochen iſt, wird Brandſtiftung vermutet,
und ein Vertreter der Staatsanwaltſchaft iſt
be=
reits an der Brandſtelle eingetroffen. Es
han=
delt ſich um den erſten größeren Brand im
Em=
dener Hafen ſeit Juli 1929, wo ein Großfeuer
einen rieſigen Getreideſpeicher vernichtete und
beträchtlichen Sachſchaden anrichtete.
Die Leiche des engliſchen Fliegers
Hinkler aufgefunden?
Florenz. Bei Pratomagno, auf dem
Tos=
kaniſchen Appennin, haben Kohlenbrenner die
Reſte eines Flugzeuges und nicht weit davon
den verkohlten Leichnam des Piloten entdeckt.
Nach den auf dem Flugzeug angegebenen
Buch=
ſtaben vermutet man, daß es ſich um den
ſei=
beinahe zwei Monaten vermißten engliſchen
Flieger Bert Hinkler handelt, der auf dem Lon
don—Auſtralien=Rekordflug verſchollen war.
Einweihung
des Manfred=von=Richthofen=
Gedächtnismuſeums.
Schweidnitz. Die Stadt Schweidnitz ſtand
am Samstag im Zeichen des Gedenkens an den
roten Kampfflieger Manfred v. Richthofen. In
der Villa Richthofens iſt eine Ehrenwache der
Reichswehr am Samstag früh eingezogen.
Zahl=
reiche Kundgebungen aus ganz Deutſchland ſind
bei der Baronin eingetroffen, u. a. ein Brief
des Reichspräſidenten v. Hindenburg, in dem er
gerſichert, daß er an der Weiheſtunde in Treue
und tiefen Gedanken in Schweidnitz weilen
werde. Auch vom preußiſchen
Miniſterpräſiden=
ten Göring, der dienſtlich verhindert iſt, ſeibſt
nach Schweidnitz zu kommen, iſt ein in warmen
Worten gehaltenes Schreiben eingegangen, des
weiteren Zuſchriften vom Kronprinzen, dem Chef
der Heeresleitung, General v. Hammerſtein, dem
Herzog von Sachſen=Coburg=Gotha und dem
be=
kannten Ozeanflieger Hermann Köhl. Unter
den zahlreichen Ehrengäſten, die ſich an den
Fei=
erlichkeiten beteiligten, bemerkte man u. a. dem
Oberpräſidenten Brückner und den
Obergrup=
penführer Polizeipräſident Heines. Beide ſind
mit der Vertretung des preußiſchen
Miniſter=
präſidenten beauftragt.
Vor der Villa Richthofens ſammelte ſich
be=
reits im Laufe des Vormittags eine größere
Menſchenmenge an. Gegen 11 Uhr erfolgte der
Aufmarſch der Wehrverbände auf dem
Marki=
platz. Im weiteren Verlauf der Richthofenfeier
ſprach zu den auf dem Marktplatz verſämmelten
nationalen Wehrverbänden Polizeipräſident
Heiies. Ein Vorbeimarſch ſchloß ſich an. Die
Feier in der Villa wurde durch
Begrüßungs=
worte des jüngſten Bruders des gefallenen
Kampffliegers, Boko v. Richthofen, eingelciret.
Eine Anſprache des Miniſterpräſidenten
Gö=
ring, der dienſtlich am Erſcheinen verhindert
war, wurde von einer Wachsplatte übertragen.
In den Ausführungen heißt es unter anderem:
Kameraden! Heute ſollen Sie das Muſeum
ein=
weihen, das unſerem großen Kameraden und
Meiſter v. Richthofen gewidmet iſt. Vaterland,
Ruhm, Pflicht und Opfer: Das ſind eigentlich
die Worte, die hier an den vier Wänden ſtehen
müſſen. Wenn wir heute aber hier dieſes
Mu=
ſeum ſehen, ſo dürfen wir nicht nur von dieſem
größten Sohn dieſer Mutter ſprechen, ſondern
auch ihres zweiten Sohnes gedenken. Die Rede
Görings klang aus in dem feſten,
unerſchütter=
lichen Glauben an die deutſche Zukunft. Nach
ihm ſprach der Präſident des Deutſchen
Luft=
ſportverbandes, Loerzer. Sodann
über=
brachte Oberpräſident Brückner Grüße an die
Mutter und an die Familie v. Richthofen. Seine
Rede klang aus in ein dreifaches Sieg Heil auf
das Vaterland und den Volkskanzler, dem das
Deutſchland=Lied und das Horſt=Weſſel=Lied
folg=
ten, die beide von der Reichswehrkapelle
be=
gleitet wurden. Es folgte dann ein
Vorbei=
marſch vor der Mutter und der Familie von
Richthofen, ſowie den Ehrengäſten und der
Ehrenformation. Damit war die erhebende
Feier beendet.
Einer der Brüder Barmak verhaftet.
Wie die Berliner Blätter aus Amſterdam
melden, iſt in einem der größten Amſterdamer
Hotels einer der Brüder Barmat verhaftet
wor=
den. Er wurde nach einem kurzen Verhör in
das Gebäude der Staatsanwaltſchaft
überge=
führt. Bei dem in Amſterdam verhafteten
Bar=
mat handelt es ſich um Henry Barmat, deſſem
Auslieferung die ſchweizeriſche Regierung
bean=
tragt hat, weil er durch ungeſetzliche finanzielle
Transaktionen ein großes ſchweizeriſches
Bank=
inſtitut um etwa 600 000 Schweizer Franken
ge=
ſchädigt hat. Bis zum Abſchluß des
Ausliefe=
rungsverfahrens dürfte Henry Barmat ſeine
Zeit im Amſterdamer Unterſuchungsgefängnis
zubringen müſſen. Die Gebrüder Barmat ſollen
vor etwa 14 Tagen aus Belgien ausgewieſen
worden ſein, weil ſie dort große Schulden
ge=
macht haben, die auf rund 50 Millionen Francs
geſchätzt werden.
Großfeuer in Emden.
Die Gebäude der Emdener Heringsfiſcher bis auf das Bürohaus niedergebrannk.
Dreivierkel Millionen RM. Schaden.
Seite 12 — Nr. 119
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 30. April 133:
Root und
Erinnerungsblatk zum 130. Geburkstag
Rouns üu 30. Aben.
Wie der alte Hildebrand, der gewaltige Waffenmeiſter der
altdeutſchen Heldenſage, unzertrennlich verbunden iſt mit der
Per=
ſon des großen Oſtgotenkönigs Dietrich von Bern, ſo ſteht der
ſchlichte, pflichttreue Roon neben dem ehrwürdigen, in drei
Feld=
zügen ſiegreichen Kaiſer „Weißbart”.
Ohne Roons Arbeit kein Düppel. kein Königgrätz, kein Sedan
Er hat aber nicht nur das preußiſche Heer organiſiert, er iſt
nicht nur in ſoldatiſcher Gradheit und Beſcheidenheit ſeines Königs
treueſter Diener geweſen, nein, wir verdanken dem klugen Roon
auch die Berufung unſeres großen Kanzlers, am 22. September
1862. So gehört Albrecht von Roon nicht nur der preußiſchen.
ſon=
dern der deutſchen Geſchichte an.
Der große Kanzler hat ihm das ſchönſte Denkmal in ſeinen
Gedanken und Erinnerungen” geſetzt: „Er war unerreicht in der
Treue. Tapferkeit und Leiſtungsfähigkeit, womit er vor und nach
meinem Eintritt die Kriſis überwinden half, in die der Staat
durch das Experiment der neuen Aera geraten war. Er verſtand
ſein Reſſort und beherrſchte es. war der beſte Redner unter uns
ein Mann von Geiſt und unerſchütterlich in der Geſinnung eines
ehrliebenden preußiſchen Offiziers.” Gewiß. Bismarck und Roon
ſind ſpäterhin bei der Behandlung politiſcher Fragen häufig
ver=
ſchiedener Anſicht geweſen. aber die innere Verbundenheit der
bei=
den Männer iſt geblieben. In dankbarer Erinnerung hat
Bis=
marck ſeinen treuen Kampfgefählrten als ſeinen „beſten Freund und
Kameraden” bezeichnet: als im November 1873 Albrecht von Roon
aus ſeinem Amte ſchied, da ſchrieb ihm Bismarck: „Im Amte wird
es einſam um mich ſein, je länger, je mehr. die alten Freunde
ſter=
ben oder werden Feinde und neue erwirbt man nicht mehr. Wie
Gott will! Im gelben Sitzungszimmer, werde ich die Lücke auf
Ihrem Sopha=Platz nicht ausgefüllt finden, und dabei denken:
„Ich hatt’ einen Kameraden”
Seit dem Jahre 1833 waren der damals 36jährige Roon und
der 18jährige Otto von Bismarck befreundet. In jener Zeit
ar=
beitete der damalige Premier=Leutnant Albrecht von Roon für
die LandesAufnahme in der Gegend von Zimmerhauſen, einem
Gute der Familie von Blanckenburg in Pommern. Roons Neffe.
Moritz von Blanckenburg, war eng befreundet mit dem
gleichalte=
rigen Studioſus Otto von Bismarck. Die beiden jungen Leute
be=
gleiteten den Premier=Leutnant häufig bei ſeinen dienſtlichen
Ver=
meſſungsarbeiten und in ſeinen freien Stunden auf
gemeinſchaft=
lichen Jagdzügen in den benachbarten Revieren. Seit jener Zeit
ſind Bismarck und Roon immer in Verbindung geblieben.
Auch die Beziehungen König Wilhelms zu Roon gehen weit
zurück bis ins Jahr 1849. Damals war der 46jährige Major Chef
des Stabes des 8 Rheiniſchen Armeekorps geweſen, das unter dem
Oberbefehl des „Prinzen von Preußen” mit anderen Truppen zu=
Oisatg.
ſammen den badiſchen Aufſtand niedergeworfen hatte. Die
Be=
ziehungen wurden enger, als Prinz Wilhelm in Koblenz reſidierte.
von wo aus er die Rheinlande als Militär=Gouverneur befehligte.
Im Jahre 1858 wurde Roon mit der Führung der 14. Diviſion
in Düſſeldorf beauftragt. Inzwiſchen wurde der „Prinz von
Preu=
ßen” der ſeitherige Militär=Gouverneur von Rheinland und
Weſt=
falen, der unmittelbare militäriſche Vorgeſetzte Roons, zum erſten
Male auf drei Monate zum Stellvertreter ſeines erkrankten
Bru=
ders, des Königs Friedrich Wilhelms IV ernannt. Am 7 Oktober
1858 wurde er mit der förmlichen Regentſchaft als Prinz=Regent
betraut. Bereits in ſeinem Regierungsprogramm vom 8.
Novem=
ber 1858 erklärte der Prinz=Regent” als eine der wichtigſten
Auf=
gaben eine zeitgemäße Reorganiſation des Heeres: Preußens Heer
muß mächtig und angeſehen ſein, um. wenn es gilt, ein
ſchwer=
wiegendes Gewicht in die Wagſchale werfen zu können.” In die
Kommiſſion zur Reorganiſation des Heeres berief er den
General=
leutnant von Roon, der ihm bereits am 22. Juli 1858 eine
Denk=
ſchrift über die Schäden der Wehrverfaſſung und die notwendigen
Verbeſſerungen vorgelegt hatte.
Nachdem Roon an Stelle des Generals von Bonin am 5.
De=
zember 1859 zum Kriegsminiſter ernannt worden war, legte er
dem Prinz=Regenten am 10 Februar 1860 den Entwurf eines
Ge=
ſetzes. betreffend die Verpflichtung zum Kriegsdienſte. vor.
Zur Durchführung des Geſetzes war die Zuſtimmung des
Land=
tages erforderlich, vor einem Kampfe mit dem Landtage ſchreckte
aber der Prinz=Regent zurück. Als man ihm damals riet, den
Ge=
ſandten beim Bundestage in Frankfurt, Otto von Bismarck. ins
Miniſterium zu berufen, da winkte der Prinz=Regent energiſch ab.
Dieſer Junker von Kniephof, der als alter Corps=Student die
Sit=
ten des Menſurbodens mit Ravier und Säbel, in die Politik zu
übertragen ſchien, war nicht nach ſeinem Geſchmack. Nach Anſicht
des Prinz=Regenten war dieſer Junker überhaupt nicht geeignet.
Preußen beim Bundestage zu vertreten.
„Das fehlte gerade noch, daß ein Mann wie dieſer, der alles
auf den Kopf ſtellen wird, das Miniſterium übernimmt” war ſeine
draſtiſche Antwort. Roon aber blieb mit ſeinem alten Freunde in
enger Verbindung und verlor ſeinen Plan. Bismarck ins
Mini=
ſterium zu bringen, nicht aus dem Auge. Der Landtag verſagte
dem Geſetz ſeine Zuſtimmung
Am 2. Januar 1861 ſtarb König Friedrich Wilhelm II. der
ſeitherige Prinz=Regent beſtieg als König Wilhelm I den Thron.
Aber auch der neue, im Januar 1861 zuſammengetretene Landtag
lehnte alle Forderungen für die Heeres=Reorganiſation ab.
In dieſen Kämpfen ſchrieb Roon am 27. Juni 1861 an
Bis=
marck: Geſtera endlich hat mir der König erlaubt, mich nach
an=
deren Miniſtern umzuſehen.” Noch aber wurde Bismarck entgegen
den Bitten und Vorſtellungen Roons nicht berufen. Am 22. Mai
1862 teilte König Wilhelm auf der Frühjahrs=Parade Bismarck
die Ernennung zum Geſandten in Paris mit. Aber zähe verfolgte
der mutige Roon ſeinen Plan weiter. Am 24. Juli 1862 ſchrieb
er an Bismarck: „Ich ſehe keine Rettung, wenn uns Gott der Herr
nicht hilft. In dem Prozeß der allgemeinen Zerſetzung vermag
ich nur noch einen geſunden Organismus zu erkennen: die Ar=
mee. Sie unverfault zu erhalten, das iſt die Aufgabe, die ich für
lösbar erachte, aber freilich nur noch auf einige Zeit.”
Am 20. September 1862 ſchloß das Abgeordnetenhaus die
Militär=Debatten mit Reden und Abſtimmungen, die an dem
voll=
ſtändigen Sieg der Oppoſition keinen Zweifel ließen.
Auf Schloß Babelsberg hielt der Kriegsminiſter von Roon
dem König Vortrag über das Geſchehene. „Was nun?” fragte der
König. — „Berufen Ew. Majeſtät Bismarck, lautete, wie ſchon
öfter in dieſer Zeit, die Antwort des Miniſters.
Am 22. September ſtand Bismarck — von Roon telegraphiſch
aus Frankreich gerufen — vor ſeinem König auf Schloß
Babels=
berg; die beiden Männer ſchloſſen den Treubund fürs Leben. Am
Morgen des 23. September fand im Abgeordnetenhaus die
Schluß=
abſtimmung ſtatt; ſie ergab die Ablehnung.
Dieſem Ergebnis folgte am Nachmittag dieſes denkwürdigen
Tages um 5 Uhr die Bekanntmachung des Staats=Anzeigers: Der
bisherige Geſandte von Bismarck=Schönhauſen iſt zum
Staats=
miniſter und einſtweiligen Vorſitzenden des Staatsminiſteriums
ernannt worden.” Roon hatte ſein jahrelang verfolgtes Ziel
er=
reicht.
Der Krieg um Schleswig=Holſtein, der Feldzug des Jahres
1866 brachten vollen Erfolg. Am 3 September 1866 kam auch der
Friede mit dem Landtag, der mit überwältigender Mehrheit. mit
230 gegen 75 Stimmen, das Indemnitäts=Geſetz annahm. Roon
und Bismarck waren glänzend gerechtfertigt. Auf den
Schlacht=
feldern Frankreichs fand ihr Werk im vollſten Sinne des Wortes
die Krönung durch die Kaiſer=Proklamation, der aber der in
Ver=
ſailles erkrankte Roon nicht ſelbſt anwohnen konnte.
Noch drei Jahre blieb Albrecht von Roon im Dienſte am
9 November 1873 nahm der 70jährige (geb. am 30. April 1803 zu
Pleushagen bei Kolberg) ſeinen Abſchied. Deutſchlands erſter
Kaiſer aber ſchrieb an dieſem Tage ſeinem treuen Kriegsminiſter:
Ich danke Ihnen nochmals von ganzem Herzen für alles, was
Sie in Ihrer langen Dienſtzeit in allen Ihren Stellungen für
meine Armee getan haben. Vor allem nehmen Sie nochmals
mei=
nen königlichen Dank entgegen für Ihre Leiſtungen für mich und
meine Armee, ſeitdem ich Sie zum Kriegsminiſter ernannte. Drei
glorreiche Kriege haben unſere Heeres=Verfaſſung bewährt und
bei der nunmehr wieder erfolgten Vergrößerung des Heeres iſt es
wiederum Ihr Werk geweſen, dieſelbe in kürzeſter Zeit ins Leben
zu rufen. Mögen Sie ſich nach Ihrer treuen Arbeit der
wohlver=
dienten Ruhe noch lange erfreuen, und mögen Sie verſichert ſein.
daß ich niemals aufhören werde, meinen, in ſchwerer Zeit immer
bewährten Kriegsminiſter in dankbarer und ehrender Erinnerung
zu behalten."
Nicht ganz ſechs Jahre ſpäter, am 23. Februar 1879 ſchloſſen
ſich die Augen des treuen Roon für immer. Noch einmal beſuchte.
wenige Stunden vor dem Tode, der greiſe Kaiſer ſeinen treuen
Roon, um thränenden Auges von ihm Abſchied zu nebmen.
„Ich habe Ihnen viel, ſehr viel zu danken. Grüßen Sie die
alten Kriegskameraden! Sie finden viele. Ich komme auch bald
waren die letzten Worte des ehrwürdigen Kaiſers an ſeinen
ſter=
benden großen Kriegsminiſter Albrecht von Roon.
An ſeinem 130. Geburtstage aber wollen wir daran gedenken.
daß Roon der zähe Bahnbrecher und Entdecker Bismarcks geweſen:
er war Deutſchlands großer Kriegsminiſter in ſeinen
Einigungs=
kriegen; er, wie Bismarck. ein treuer deutſcher Diener Kögig
Wil=
helms I., des ehrwürdigen Hohenzollern=Kaiſers!
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[ ← ][ ][ → ]I9 Wort
Aummer 18
er weiß ganz genau, welche Stücke
er dem König der Ciere anbieten
darf und mit welchen ſich die Hyänen
begnügen. Gut 12 Pfund pro Cag
für den Ciger, 8—10 für die Löwen
ſind immerhin reſpektable Portionen.
Eine gaſtronomiſche Welt für ſich iſt
der Frühſtückstiſch im
Vo=
gelhaus. Der große Ciſch des
Wärters iſt mit unzähligen kleinen
Näpfen bedeckt. Mit unendlicher Liebe
und Sorgfalt macht hier der
Vogel=
vater unter dem unaufhörlichen
Ge=
zwitſcher und Gepiepe ſeiner
Schütz=
linge die Nationen zurecht. Er weiß
ganz genau, was die Eule gern hat
und was der Sittich nicht mag. Hier
muß er etwas Grünes zutun, da
ſchadet ein bißchen geſchabtes Sleiſch
nichts, und der Dritte pickt für ſein
Leben gern an rohen Comaten. Das
Entzückendſte aber, was man hier im
Vogelhaus ſieht, iſt doch Alfred,
ſei=
nes Seichens ein winzig kleiner
Koli=
bri. Stolz ſtellt ihn ſein Betreuer
vor: Unſer jüngſtes Flaſchenkind!
Gehorſam hüpft der drei Gramm
ſchwere Alfred auf den hingehaltenen
Singer, ſteckt ſein Schnäbelchen in die
Milchflaſche (man hat ſie für ihn nach
„Hat der Elefant den Eimer ſchon
abgeholt?”
„Nein, bis jetzt waren überhaupt
erſt die Seehunde und das Walroß da.‟
„Die Eulen können auch nie die
Seit einhalten, und das Nilpferd
meldet ſich ſtets ½ Stunde zu ſpät.”
bereits das Schnaufen der Söhne der
Prärie, das wie eine Warnung anmutet.
Aber — gemächlich kommen jetzt zwei
Männer in der Soowärter=Uniform
durch das Cor.
„Hier die Elche! Dort die Biſons!”
ruft die Küchenfrau.
Die beiden nehmen die bezeichneten
Eimer auf, laden ſie auf den mit
gebrach=
ten Handkarren und ziehen wieder ab.
Und jetzt fällt einem wahrhaftig ein
Stein vom Herzen. Wenn man alſo hier
ſagt: Die Biſons oder die Eulen oder
die Breitſchwanzlämmer kommen, dann
meint man nicht die Cräger dieſer mehr
oder weniger furchterweckenden Namen,
ſondern nur ihre beſorgten Wärter.
Man kann ja ſchließlich auch nicht
jedes-
mal ſagen: „Jetzt kommt Herr Schulze,
der Wärter des auſtraliſchen
Gürtel=
tieres, und holt einen Eimer Mais” Man
ſagt einfach: „Hier kommt das
Gürtel=
tier”, und ſofort weiß man, wer es iſt
und was er will.
Es iſt ein außerordentlich intereſſanter
Betrieb, dieſe Cierküche im Soo,
und es lohnt ſich ſchon, einmal ein paar
Frau Elefank
iſt nicht gerade genügſam. Su ihren
täglichen Futterbergen bettelt ſie den
Cag über ganz beachtenswerte Mengen
zuſammen.
Die Futkermenge, die hier zuſammenſteht, iſt die
Cages=
ration eines Elefanten. Dazu frißt der Koloß noch einen
halben Sentner Heu.
„Da kommen ja die Kakadus und die Biſamratten.”
„Weg da!” ruft Frau Knöppke und ſchwenkt energiſch
ihren langen Kochlöffel als Seichen ihrer Würde durch die
Luft. „Dieſe Cöpfe ſind für die Pelikane, die für die
Breit=
ſchwanzlämmer, die vegetariſche Platte für die Affen, der
Crog für die Kalifa, der Bottich für den Mucho, der Korb
für ...
Wenn man bis jetzt vorſichtig über den Wirtſchaftshof des
Berliner Soo zwiſchen Eimern, Cöpfen, Körben und
Fleiſch=
wagen hindurchgeſtelzt iſt, dann machen ſolche Nedensarten
einen direkt niederſchmetternden Eindruck auf einen. Iſt man
deshalb ſchon um ſieben Uhr früh hier erſchienen mit der
Ab=
ſicht, den modernen Sooküchenbetrieb kennenzulernen, um in
ſolch eine fragwürdig=honorige Geſellſchaft zu geraten? Wer
garantiert einem dafür, daß jetzt nicht ein rieſiges Walroß
mit einer Eskorte Schleiereulen hier durch das Cor kommt?
„Frau Knöppke, der nordiſche Elch und die Biſonbüffel
kommen! Alles in Ordnung?‟
Ein kühner Sprung über den gekochten Neis und die
ge=
quellten Maiskörner, und man hat die rettende Cür erreicht.
Schließlich weiß man ja zur Genüge aus Indianerbüchern, daß
ein Biſon kein Palaſthündchen iſt, und im Geiſt hört man
Der Liebling des ganzen Bogelhauſes iſt der drei Sramm
ſchwere Kolibri. Er iſt vollſtändig zahm. Er nimmt täglich
6 Gr. Nahrung zu ſich, alſo doppelt ſoviel, als er wiegt.
Frühmorgens um 7 Uhr iſt in der Sooküche Hochbetrieb.
Eimer um Eimer wird mit Futter gefüllt, denn gleich
kommen die Wärter und holen die eingeteilten Rationen.
Das
Glußpferd
meldet ſich
Stunden zuzuſchauen. Drei Köchinnen walten hier ihres Amtes
und kochen auf den großen Herden mit größter Sorgfalt die
vielerlei Arten von Futter. Ciermagen ſind ja ſehr empfindlich,
beſonders wenn die Ciere in der Gefangenſchaft leben. Jede
Kochvorſchrift muß deshalb genau eingehalten und jede Doſis
Salz und Gewürz genau abgemeſſen werden. Eimer um Eimer
verläßt ſo die Küche. An erſter Stelle rangieren die
Hafer=
flocken, von der dünnflüſſigen Suppe bis zum Brei. Dann
kommen Mais, Hirſe, Weizen, Erbſen, Bohnen, Gerſte, Reis,
Grieß, gehackte Eier für die Babies; kurz, eine Speiſekarte,
die ſich im erſten Hotel ſehen laſſen kann. Nicht zu vergeſſen
natürlich die vegetariſchen Platten für die Publikumslieblinge,
die Affen. Ein feines Sortiment von Friſchgemüſe und Obſt
wird hier zuſammengeſtellt, und für die ſüßen, überreifen
Ba=
nanen ſchießen die poſſierlichen Cierchen die tollſten Kapriolen.
Hochintereſſant iſt natürlich auch das Schlachthaus
für die Herrſchaften von der Naubtierfakultät. Jeden Morgen
wird hier ein ganzes Pferd aufgeteilt, und die einzelnen Stücke,
die den gefährlichen Katzen zugedacht werden, ſind recht
reſpeſc=
tabel. Hier waltet ein Schlachthausmeiſter ſeines Amtes, und
Maß anfertigen laſſen) und beginnt zu trinken und läßt ſich
dabei ſeelenruhig photographieren.
Die Wärter, die den Cieren das Futter verabreichen, haben
neben ihrer eigentlichen Aufgabe, ſozuſagen „Tierkellner” zu
ein, noch anderes zu berückſichtigen. In einem beſonderen
Raum ſtehen da Käfige mit Vogelarten bunt durcheinander, die
der Oeffentlichkeit vorenthalten werden. „Das ſind Kranke,
die einer beſonderen Pflege bedürfen,” erklärt der Vogelvater.
„Hier dieſer Papagei hat ſo etwas ähnliches wie Gicht und
kann kaum auf der Stange ſitzen. Er wird beſonders behandelt,
wie ſich das eben für einen Kranken gehört. Dort dieſem
Para=
diesvogel fehlt zwar nichts ernſtliches, aber wir befürchten, daß
er in ſeiner ſonſtigen Behauſung, die ein großes Waſſerbecken
enthält, erſäuft. Er iſt nämlich gerade in der Mauſerzeit. Sie
ſehen ja, der ſchöne Schweif fehlt faſt vollſtändig.
Bei der täglichen Fütterung hat man einen Blick dafür
bekommen, ob ſich unſere Inſaſſen auch wirklich wohl fühlen,
und — es iſt wie beim Menſchen — am geſunden oder
fehlen=
den Appotit merk
fort, wenn irgend etwas nicht in
Ordnung iſt
Auch
dieſer Rachen
will geſtopft ſein
Carl Benz
EINDEUTSCHER ERFINDER
Am Oſterſonntag wurde in Mannheim, an
bemerſenswert ſchöner Stelle der Stadt, dem
Pionier des Kraftwagenbaus, Carl Benz,
ein Denkmal enthüllt. Die Feierlichkeiten, die
in Anweſenheit des Neichsverkehrsminiſters,
von Vertretern des Reichskanzlers, der
inländiſchen und ausländiſchen Automobilklubs
und unter Anteilnahme der geſamten
Oeffent=
lichkeit vor ſich gingen, haben in Preſſe und
Nundfunk ein lebhaftes Echo gefunden. Sie —
und das Denkmal überhaupt waren nichts
an=
deres als eine Dankesſchuld, die beſonders wir
Deutſche — und alle Kraftfahrer der Welt dem
Andenken eines Mannes ſchulden, dem es als
erſtem in zielbewußter, unermüdlicher und
raſtloſer Arbeit gelang, das erſte jener ſo ſehr
geliebten oder ſo heiß erſehnten Vehikel
her=
zuſtellen, deren größere, urſprünglich nicht
vor=
ausgeahnte Aufgabe es werden ſollte — wie
Reichskanzler Hitler es bei der Eröffnung der
Internationalen Automobil=Ausſtellung ſagte —,
den Verkehr aus den kollektiven
Bindun=
gen zu befreien. Carl Benz ſelbſt hat wohl nicht
vorausſehen können, welch einſchneidende
Be=
deutung je die Weiterentwicklung ſeiner erſten,
als Luxusſpielerei für ſehr reiche Leute
gebau=
ten Motorwagen für unſer modernes Leben
gewinnen würden. Er konnte es nicht
voraus=
ahnen, denn Carl Benz war wohl nie ein
Cräumer; er war trotz des höheren
Bildungs=
weges, den er in ſeiner Jugend einſchlagen
durfte, in erſter Linie Arbeiter, Arbeiter, der
eine Aufgabe, eine techniſche Aufgabe ſah, die
er mit bewunderungswerter Beharrlichkeit und
Genie löſte, — Arbeiter wie ſeine Väter, wie
ſein Vater Hans Georg Benz, der als
Loko=
motivführer den erſten Eiſenbahnzug von
Karls=
ruhe nach Heidelberg führte; wie ſein
Groß=
vater Michael Benz, der ein einfacher Schmied
im Schwarzwalddorf Pfaffenroth war.
Vielleicht hätte es dieſes Denkmals in der
Auguſta=Anlage Mannheims gar nicht bedurft,
den Pionier des Kraftwagenbaus Carl Benz
zu ehren, denn jedes Automobil in den Straßen
unſerer Städte, auf den Ueberlandchauſſeen,
überall in der Welt iſt ja ein gegenwärtiges, ich
möchte ſagen: lebendiges Denkmal für den
Cechniker Carl Benz — ſie alle, auch wenn
ihre Fabrikmarke am Kühler nicht mehr den
Namen Benz aufweiſen. Aber es war gut und
wertvoll, daß ein äußerer Anlaß gegeben wurde,
der uns auch den Menſchen Carl Benz
nahebrachte. Einen wertvollen Menſchen und
einen Menſchen zugleich, eine ſeltene
Ver=
körperung des deutſchen Menſchen in ſeiner
beſten Form. Es iſt der Cypus des deutſchen
Menſchen, dem Deutſchland ſeinen grandioſen
Aufſtieg nach der Neichsgründung 1871
ver=
dankte, jenem beſcheidenen, einfachen,
phraſen=
loſen, unermüdlich arbeitenden Menſchentypus,
wie Carl Benz einer war. Benz hat keine
Lorbeeren auf Vorſchuß genommen, Benz hat
nicht erſt den Palaſt gebaut und dann ſein
Werk begonnen; Benz hat ſeinen Erfolg nicht
„organiſiert”, ſondern erarbeitet. Und er iſt
Der Celloſpieler.
Von Wilhelm Schäfer.
Er war in den guten Jahren ein Soliſt
ge=
weſen, der Cauſende von Herzen rührte mit
ſeinem bräunlichen Celloſpiel und den die Blicke
der Bewunderung ſchon rühmten, bevor ſein
Bogen an die Saiten rührte. Doch hatte ihn
der Nuhm und alle Süßigkeit der Cöne nicht
behütet, aus einem ſchwarzen ein ergrauter
Mann zu werden. Er ſtand im erſten
Greiſen=
alter, als ſein Gehör nachließ, ſo daß die Cöne
wohl noch aus den Saiten, doch nicht mehr aus
der Seele kamen, die wie mit einer
Caucher=
glocke aus dem Gerieſel ſonniger Wellen immer
hoffnungsloſer in die Ciefen der Stille hinunter
ſank; bis er ganz taub war.
Da mußte er, von dem Erſparten lebend,
der ſein Leben lang im Lichterglanz und Jubel
großer Säle geweſen war, mit ſeiner Frau
allein in ſtiller Stube das Cagewerk der alten
Leute tun, die ſich von Schlaf zu Schlaf durch
Müdigkeiten und Beſchwerden, auch
Schmer=
zen und böſe Hoffnungsloſigkeiten ſchleppen.
Er trug es, wie ein altes Neitpferd ſeinen
Milchwagen zieht, nicht in Geduld. Als er
darüber ein Siebziger und ein gebücktes
Männ=
chen geworden war, das ſich an ſeinem Stocke
aufſtützen mußte, um nach den Vögeln oder
ein beſcheidener, einfacher Menſch geblieben.
Noch heute nennt man ihn in Mannheim den
„Papa Benz”, und noch heute erzählen ſeine
erſten Angeſtellten und Arbeiter, wie er ihnen
freundſchaftlich väterlich auf die Schulter
klopfte und ſie im vertraulich=patriarchaliſchen
Du zu gleich unermüdlicher, raſtloſer Arbeit
anſpornte.
Die Verſuchung liegt nahe, Benz den
Er=
finder des Automobils zu nennen. Aber es
hieße durch eine Ueberheblichkeit ſein wahres
Verdienſt ſchmälern, wollte man das tun. Benz
iſt nicht der Erfinder, ſondern der Pionier
des Kraftwagenbaus. Ohne den
Mecklenbur=
ger Markus als Vorgänger, ohne Gottlieb
Daimler, der die techniſche Löſung des
ſchnell=
laufenden, leichten Motors fand, hätte Benz
ſein Werk nicht vollenden können. Aber
ge=
hörte nicht ein ungleich größeres Maß an
genialem Geiſt dazu, beſtehenden Erfindungen
eigene hinzuzufügen und damit erſt den erſten,
auch wirklich brauchbaren Motorwagen zu
konſtruieren? Es gibt tauſende wundervolle
Erfindungen, deren Geiſtesblitz ungenützt
ver=
glimmen muß, weil ſich ihnen nicht das Genie
des Konſtrukteurs beigeſellt, das der Idee die
praktiſche Form verleiht. Benz beſaß das Genie
des Konſtrukteurs in hohem Maß, und darum
danken wir Benz und nicht den anderen, die
das gleiche wollten, ohne es vollenden zu
können.
Benz Leben verlief nicht ſenſationell, wie das
Leben vieler amerikaniſcher Induſtrie= und
Bankenkönige erſcheint. Ebenſowenig wie
Edi=
ſon vom einfachen Seitungsjungen zum großen
Erfinder werden konnte, ſondern ſehr wohl eine
ausgezeichnete techniſche Vorbildung genoſſen
hatte, ſo hat auch Benz nicht den Sprung von
der großväterlichen Schmiede zur Autofabrik
gemacht. — Noch ehe er als kleiner Junge in
die Volksſchule kam, hat Carl Benz gezeichnet
und gebaſtelt. Als Gymnaſiaſt in Karlsruhe
war es ſeine Lieblingsbeſchäftigung, ſich in
ſei=
nem kleinen Laboratorium, das er ſich
einge=
richtet hatte, mit techniſchen, phuyſikaliſchen und
chemiſchen Verſuchen zu beſchäftigen. Mit 17
Jahren bezog Benz das Karlsruher
Polytech=
nikum, wurde Schüler von Redtenbacher und
Grashof. Praktiſche Arbeitsjahre in einer
Lokomotivfabrik folgten dem Studium; 1867
trat Benz als junger Konſtrukteur ins
Cech=
niſche Büro Johann Schweizer in Mannheim
ein. Bereits im Jahre 1871 richtete ſich Benz
eine eigene mechaniſche Werkſtätte in
Mann=
heim ein, um ſich von nun an ganz ſeinem
Le=
bensziel zu widmen. 1878 gelang ihm die
Kon=
ſtruktion des erſten Sweitakt=Gasmotors, deſſen
Herſtellung und Verbeſſerung für die nächſten
Jahre Hauptzweck ſeines wachſenden
Unter=
nehmens bleiben ſollte. Aber erſt nach
jahre=
langen Verſuchen, Grübeleien, Erfindungen,
nach Arbeit und nochmals Arbeit ſtand im
Frühjahr 1885 der erſte, noch dreirädrige Mo=
torwagen auf dem Hof der Werkſtätte C 6,11
in Mannheim. Beſtaunt, belächelt, angefeindet.
Fachleute kritiſierten, man gab der neuen
Er=
findung keine Chance. Heute lächeln wir über
die Kurzſichtigkeit der damaligen Fachwelt und
ſtaunen über die geniale Größe dieſes erſten
Entwurfes, der ſchon alle lebenswichtigen Ceile
des heutigen Kraftwagens enthält: die
Kraft=
übertragung, Kühler, elektriſche Sündung,
Vergaſer.
Am 29. Januar 1886 wurde Carl Benz
Konſtruktion das Patent D.N.P. 57 435
er=
teilt. Swei Jahre ſpäter, im Jahrgang 1888=
1889 des „Jahrbuchs der Naturwiſſenſchaften”
ſchrieb Dr. van Muyden, der Bibliothekar des
Kaiſerlichen Patentamts Berlin: „Auch hat
Benz einen Benzinwagen gebaut, der auf der
Münchener, Ausſtellung Aufſehen erregte.
Dieſe Anwendung der Benzin=Maſchine dürfte
indeſſen ebenſowenig zukunftsreich ſein wie die
des Dampfes auf die Fortbewegung von
Stra=
ßenfahrzeugen.” An Urteilen gleicher
Ableh=
nung und ſpöttiſcher Kritik fehlte es nicht. Benz
ließ ſich dadurch nicht beirren. Mit
unermüd=
licher Schaffenskraft ging er daran, ſeine
Konſtruktion eines Motorwagens auszubauen,
zu verbeſſern, gebrauchsfähig zu machen.
Be=
reits wurden ſeine Motorwagen nach England
und Amerika verkauft, als ſich in Deutſchland
W21Y2
Der Engländer der etwas auf ſich hält,
be=
hauptet ſtets, daß er „eigentlich ganz auf dem
Lande, in einem 500 Jahre alten Hauſe lebe”;
in London, ſagt er, weile er „nur vorübergehend,
nur in Geſchäften”; wolle man „das
wirk=
liche England” kennenlernen, ſo ſolle man
ihn doch einmal zum Weekend auf dem Lande
beſuchen Nach einiger Seit folgt auch
wirklich eine formelle Einladung. Und vor dem
Eingeladenen erſteht dann ſtets die gleiche
Frage: „Abendanzug oder Nicht= Abendanzug
mitnehmen?‟ Der alte Herr, der mich nach
ſeinem Landhaus in Suffolk eingeladen hat und
den ich der Einfachheit halber „Sir John”
nennen will, hatte ſeinem Schreiben in
zuvor=
kommender Weiſe ein Poſtſkriptum
hinzuge=
fügt: „Am Abend — dress oder nicht dress,
ganz wie’s meinen Gäſten behagt. Jedenfalls
kein Frack, höchſtens Smoking. Wir leben hier
einfach, über alle Maßen einfach . . . ." Cief
beeindruckt von dieſem Nieſenmaß von
Ein=
fachheit, werfe ich alſo knurrend und brummend
Smoking, ſteifes Hemd und all die
dazugehöri=
gen Folterinſtrumente in den Koffer und fahre
los.
Es iſt Samstag=Nachmittag. Das
Wochend=Billett dritter Klaſſe koſtet 14
Schilling 9 Dence. Dafür kann man von
Lon=
don—Yarmouth und zurück fahren. Der
Wa=
gen, der mich von der kleinen Station abholen
noch niemand traute, eines der ratternden,
ſtin=
kenden, hochbeinigen Vehikel zu beſteigen. 1892
entſtand der erſte vierrädrige Benz=
Motoren=
wagen, 1896 bereits ein Wagen mit
Swei=
zulindermotor und 1898 der „Benz=
Comfor=
table”, der als erſtes Automobil mit Pneumatik
ausgerüſtet wurde, ſtatt der hohen,
eiſenbe-
ſchlagenen Näder, die das Fahren auf den
da=
maligen Landſtraßen nicht eben zur
Annehm=
lichkeit machen konnten. Von nun an aber ging
die Entwicklungskurve raſch aufwärts. Die
Kaleſchenform der Karoſſerien verſchwand,
unermüdlich wurde an der Ausgeſtaltung der
Motoren, der Antriebsform, der Probleme der
Sündung und Vergaſung gearbeitet, — ſchon
am 8. November 1909, wenige Jahre nach der
Konſtruktion des erſten brauchbaren
Automo=
bils, gewann Hémery auf einem 200=PS=Benz=
Wagen, der nun ſchon nach der Cochter Carl
Benz den Namen „Mercedes” trug, den
Welt=
rekord mit einer für damalige Begriffe
unge=
heuren, unfaßbaren Geſchwindigkeit von 205
Stundenkilometern.
Carl Benz hat, als er 1929 in ſeinem
Beſitz=
tum in Ladenburg am Neckar für immer die
Augen ſchloß, noch die Anfänge des
ungeheu=
ren Aufſchwunges erleben können, den der
Automobilismus nahm. Auch heute ſind es
noch Anfänge —denn immer noch ſteht
Deutſch=
land hinſichtlich ſeines Autobeſtandes pro Kopf
der Bevölkerung um
etwa 30 Proz. hinter
Frankreich und
Eng=
land, von den
Ver=
einigten Staaten ganz
zu ſchweigen. Und es
ſcheint mir nicht die
geringſte Ehrung für
den großen Coten
geweſen zu ſein, wenn
der
Neichsverkehrs=
miniſter unſerer neuen
deutſchen Negierung
bei der Denkmals=
Enthüllung in
Mann=
heim das Verſprechen
des Neichskanzlers
anläßlich der
Eröff=
nung der
Internatio=
nalen
Automobilaus=
ſtellung in Berlin
wie=
derholte,
Kraftver=
kehr und Kraftſport,
Kraftfahrzeuginduſtrie
C. O. Windecker.
im englischen Landhaus
ſoll, iſt etwas unpünktlich. Ich frage den
Sta=
tionschef, ob ich nach Butleu Prioru
telepho=
nieren könne? Der Stationschef ſchüttelt aber
lächelnd den Kopf: „In Butleu Priory gibt es
kein Celephon; Sir John will hiervon nichts
wiſſen; ſein Haus iſt von all dieſen Neuheiten
noch völlig unberührt . . . Da iſt auch ſchon
der Wagen. Ein alter Kutſcher verſtaut mein
Gepäck. Wir fahren durch ſtilles, liebliches
Land. Nechts und links des Weges ſchwirren
Faſanen und Schnepfen auf. Nach kurzer Fahrt
halten wir vor Butley Priory, dem Landſitz
meines Gaſtherrn.
Ein Ruf der Ueberraſchung und des
Entzük=
kens entfährt meinen Lippen. Butley
Priory entpuppt ſich als ein wahres Juwel
früh=engliſcher Architektur. Das Haus iſt nicht
im üblichen Cudor=Stil erbaut, ſondern noch
viel altertümlicher. Es iſt Ceil eines ehemaligen
halbzerſtörten Kloſters und ſieht ganz wie eine
gotiſche Kirche aus. Die Fenſter ſind hoch
und ſpitzbogenförmig. Die Wände weiſen
goti=
ſche Muſter in ſchwarzem und weißem Stein auf.
Und die ganze Front iſt mit zahlreichen in Stein
gemeißelten Wappenſchildern der chriſtlichen
Staaten Europas und der engliſchen
Geſchlech=
ter des 14. Jahrhunderts ausgefüllt.
Der Anblick des ſchönen Hauſes nimmt mich
derart gefangen, daß ich faſt vergeſſe, dem
Ein äußerſt ſeltenes Bild aus den früheſten Anfängen des Automobils: Eine Reihe von Benzautos auf ihrer erſten zu fördern!
Fahrt von Ladenburg a. A. nach Heidelberg. Am Stener des zweiten Wagens Carl Benz, neben ihm ſeine Frau.
Wolken hinauf zu ſehen, ſtarb ihm die Frau.
Sie war ihm in den Jahren ſeiner
Konzert=
fahrten wenig geweſen und wurde alles mit
der Gebrechlichkeit; ſie hörte für ihn mit, wenn
Menſchen zu ihm kamen, und ſprach zu ihm,
wenn in den Stunden verhockter Einſamkeit
die unbefriedigten Gedanken Wolfsſprünge
machten.
Nun war ſie fort; und als er eine Woche
lang, der doch ſeit Jahren keinen Kirchhof
mehr betreten hatte, täglich zu ihrem Grab
hinaus gegangen war, wo ihr die gelben
Ahorn=
blätter ſchon einen Ceppich auf die friſche Erde
geregnet hatten, und als er nicht begreifen
konnte, daß ſie darunter in einer Holzkiſte
lie=
gen und verweſen ſollte, die ſeinen ruheloſen
Alterswünſchen näher als ſein eigener Körper
geweſen war, indeſſen ſich die fremden
Men=
ſchen mit plumper Sorgfalt in ſeine Stuben
drängten: da ging er eines Abends ſelber zum
Cod hinaus, weil der nicht zu ihm kommen
wollte.
Er ſuchte ihn nicht draußen, wo die Opfer in
engen Neihen auf ein neues Leben warketen,
das ihre unverlierbaren Säfte, jedoch ſie ſelber
nicht mehr gebrauchen konnte. Es war aus
ſeinen guten Seiten noch ein verſchollener
Cello=
klang in ihm, als er im flatternden
Kragen=
mantel durch den naſſen Novemberwind auf die
Eiſenbahnbrücke hinaufging, die mit drei hohen
Bögen den Rheinſtroen überſpannte. Da war
der Sturm auch für die Augen gleichſam: zu
hören: wie ſich die hohen Bäume in den
Rhein=
anlagen auf und nieder bogen, wie das Waſſer
mit weißen Kämmen ſtromaufwärts ſchäumte,
und wie die ſtachligen Lichter an der
Schiff=
brücke tanzten. Er hatte ſtets die Kühnheit
geliebt, bevor das Alter ihn ſchwach in den
Beinen machte; doch nur, wie ein Muſiker im
Konzertſaal mit Cönen kühn ſein kann. Auch
verließ ihn die Ordnung ſeines auskömmlichen
Lebens nicht; bevor er auf einen der
dickver=
nieteten Nücken hinaufging, womit die
Eiſen=
bögen ſich bis zur doppelten Manneshöhe aus
dem Geländer hoben, legte er die ſchwere Uhr,
den goldenen Kneifer und die Krawattennadel
mit einem flachgeſchliffenen Nubin ſorgfältig in
eine windgeſchützte Ecke. Wie eine prachtvoll
aufſteigende Melodie dachte er danach zur
Höhe ſeines ſelbſtgewählten Codes auf dem
Eiſenbogen hinaukzuſchreiten; doch gelang es
nicht, „weil ihm ein Windſtoß ſeinen Mantel
über den Kopf aufjagte. Seine zitternden
Grei=
ſenhände konnten ſich nicht halten an dem naſſen
Eiſen. Er glitt gleich aus und ſtürzte durch den
leeren Naum hinunter in den guirlenden Strom.
Es war noch in der letzten Dämmerung; ſo
ſahen verſpätete Spaziergänger aus den
Rhein=
anlagen das Bündel von der hohen Brücke
herunterfallen und auf dem Strom, kaum
unterſinkend, abwärts treiben. Sie liefen und
riefen nach der Schiffbrücke hinunter, und weil
der ſtarke Gegenwind am Mantel noch immer
aufgebauſchte Sipfel fand, trieb er ſo langſam,
daß ſie ihn wirklich noch auffiſchten. Er hatte
nicht mehr als zehn Minuten im Rhein
getrie=
ben und war mehr durch den Sturz als durch
geſchlucktes Waſſer vom Bewußtſein. Sie
brachten ihn in eine von den Kafüten auf der
Schiffbrücke und brauchten nicht lange an ihm zu
reiben, da ſchlug er ſchon die welken Augen
auf. Er mochte meinen, in einer anderen Welt
zu ſein; als er die naſſen Kleider fühlte, beſann
er ſich und wollte zornig werden. Seine
Schwäche hinderte ihn daran, ſo fing er an zu
weinen; und wenn die Netter etwas von ſeinem
erſten angſtvollen Blick verſtanden, war es die
Frage: Warum habt ihr mich nicht treiben
laſſen in dem Waſſer, das ſchon eins mit mir
geworden war?
Es gelang den Aerzten, denen ſo viel junges
Leben unter den Händen ſtirbt, ihn wieder auf
die alten Beine und in ein Altersheim zu
brin=
gen, darin der Cod ſoviel Auswahl unter ſtillen
und verglimmten Greiſen hatte, daß er ihn noch
ein Halbjahr leben ließ. Es lag abſeits der
Stadt in einem Birkenwäldchen dicht am Rhein
und war für Leute ſeines Standes ſonſt nicht
eingerichtet. Da begann ſein altes Holzwerk
noch einen Wurzelſchoß zu treiben. Sein Un=
Hausherrn meinen Gruß zu entbieten. Er
kommt mir zuvor. Im Augenblick meiner
An=
kunft hatte Sir John mit einigen ſeiner Gäſte
auf der weiten Naſenfläche vor dem Hauſe
Ball geſpielt. Nun ſchreitet er gemeſſen und
würdevoll auf mich zu, heißt mich herzlich
will=
kommen und freut ſich darüber, daß ſein
herr=
licher Beſitz auf mich einen ſo großen Eindruck
ausgeübt hat. Während ein Diener ſich meines
Koffers bemächtigt, führt der Hausherr mich in
Haus und Park ſpäzieren und erzählt mir
einiges aus der Geſchichteſeines
Land=
ſitzes. Butleu Priory, ein Auguſtiner=
Kloſter, erfahre ich, iſt bereits anno 1171
ge=
gründet worden. Der Gründer war Nanulph
de Glanville, Lord=Oberrichter von England
und einer der Begleiter Nichard Löwenherz”
ins Gelobte Land. Butleu Priory war im Laufe
vieler Jahrhunderte eines der reichſten und
prächtigſten Klöſter Englands. Hier reſidierten
die Grafen von Suffolk; hier jagten die
Her=
zöge von Norfolk; hier raſtete Heinrich VIII.
Dann verfiel das Kloſter allmählich und war
faſt 100 Jahre lang nur noch Nuine.
Sir John ſchweigt einige Minuten,
wäh=
rend er glücklich und ſtolz ſein ſchönes Haus
betrachtet. Wir ſtehen im Park, inmitten
einer Noſenalle, die geradesweges aufs
Haus zuführt. Einige der Noſenſträucher ſind
noch in Blüte. „Noſen im November . .." ſagt
Sir John nachdenklich und mit einem weichen
Schmelz in ſeiner tiefen Männerſtimme. Faſt
liebevoll ſtreichelt er eine der prächtig erblühten
Blumen. Dann wendet er ſich mit einem plötz=
lichen Auck um, klopft mir herzhaft auf die
Schulter und ſagt munter: „Nun gehen Sie,
lieber Freund, kleiden Sie ſich zum Dinner um.
Wir leben hier ſehr einfach und beſcheiden.
Wir ſind von all dieſen Fineſſen der Neuzeit,
gottlob, noch völlig unberührt. Doch nach dem
Eſſen gibt’s einen Portwein, der iſt faſt ebenſo
alt wie Butley Pirory, und der wird Ihnen
hoffentlich gut munden ..
Das mir angewieſene Schlafzimmer
iſt groß und geräumig, wie ein Saal. Das
Fen=
ſter iſt ein veritables Kirchenfenſter. Das große
Bett aus geſchnitztem Eichenholz iſt mit einem
Baldachin überdeckt und ſieht aus wie das
Sterbebett eines ſpaniſchen Königs. Den ganzen
Raum erfüllt ein köſtlicher Geruch von
Weih=
rauch. Von all dem etwas verwirrt, beginne
ich mit meiner Toilette. Der Butler hat
bereits vorgeſorgt: all meine Sachen ſind
aus=
gepackt, der Schuhlöffel liegt im Schuh, der
Naſierpinſel ſteckt in einer dicken Schaummaſſe,
ſogar auf die Sahnbürſte iſt bereits Sahnpaſta
gepreßt. Man braucht bloß noch den kleineren
Reſt zu erledigen, und fertig zum Dinner iſt
man.
Der Hausherr und die übrigen Gäſte
kom=
men, und laute, fröhliche Stimmen erfüllen den
Naum. Sir John ſagt: „Have a Sherry!”
und niemand ſagt: „Nemn . Jeder trinkt ein
Glas Sherru zum Anregen des Appetits, der in
dieſer kräftigen Landluft auch ob edies
vor=
trefflich iſt. Wir gehen zu Ciſch. Der Hausherr
ſpricht ein kurzes Ciſchgebet auf Lateiniſch.
Dann beginnt das Cafeln: ein
förm=
liches Bankett, doch auf engliſch zubereitet. Auf
meinem Wege hierher ſah ich draußen viele
Faſanen herumhüpfen. Nun verzehren wir
einige von ihnen. Doch all die herrlichen Dinge,
an denen England ſo reich iſt, werden von den
engliſchen Köchen unweigerlich verdorben. Das
gehört ſchon mal zu England, und dagegen zu
revoltieren wäre unfreundlich. Im übrigen iſt
der Portwein, der nach Ciſch ſerviert wird in
der Cat ganz vorzüglich und produziert die
üßeſte und angenehmſte Bettſchwere, die ſich
denken läßt . . . .
Am nächſten Morgen begeben wir uns alle
indie Kirche, zur Sonntagsandacht.
Die Kirche, Butleu Church iſt winzig, aber
ebenſo alt und „unberührt” wie Butleu Priory.
Das Dach iſt mit Stroh gedeckt und neigt ſich
zur Seite. Im Inneren ſieht man viel altes,
von der Seit geſchwärztes Schnitzwerk. An der
Decke und an den Wänden hängen herrlich
primitive Petroleumlampen. Die Orgel iſt
eben=
falls ein altmodiſches Ding. Neben dem alten,
kurzſichtigen Organiſten ſteht ein wie ein
Naphaelſcher Engel anzuſchauender Chorknabe
und tritt emſig die Bälge. Unſer Hausherr iſt
anſcheinend das hervorragendſte Mitglied der
kleinen Gemeinde: bevor noch der Paſtor zu
bredigen beginnt, erhebt er ſich von ſeiner
Bank, begibt ſich zur Kanzel und lieſt mit
feierlicher Stimme ein Bibelkapitel vor. Der
Pfarrer iſt, ebenſo wie die Mehrzahl der
Ge=
meindemitglieder, ein einfacher Mann aus dem
Volke und ſpricht mit ſtark bäuerlichem Akzent.
Heute iſt Allerheiligentag. Der Prediger,
ganz erfüllt von dem beſten britiſchen common
sense, ermahnt die Gemeinde daran, daß die
Heiligen keineswegs übernatürliche Weſen
waren; ſie waren vielmehr ebenſolche Menſchen
wie wir alle; ſie waren bloß beſonders gute und
fromme Chriſten; und deshalb ſollen wir ſie
achten und ehren Die Leute hören voller
Andacht zu. Dann ſingen ſie mit kräftigen,
ge=
ſunden Stimmen die bekannten lutheriſchen
Lieder, in engliſcher Sprache. Ich habe das
Geſangbuch vor mir verfolge aufmerkſam jede
Eingang allerhand Auszüge aus dem engliſchen
Worte im Singen ausgeſprochen werden. Beim
Verlaſſen der Kirche gewahre ich, daß vor dem
Eingang allerhand Auszüge aus dem engliſchen
Prayer Book angeſchlagen ſind, zr
Ermah=
nung der Dörfler. Und mein Blick erhaſcht den
erſten, fett gedruckten Satz, der da loutet: „Ein
Mann ſoll nicht ſeine Großmutter heiraten
*
Hauptvergnügen eines engliſchen
Wochen=
endes ſind ländliche Spaziergänge. In
der Nähe von Butley Priory gibt es einen
Wald, an den ſicher Shakeſpeare gedacht hat
als er ſeinen „Sommernachtstraum” ſchrieb.
Der Wald beſteht vorwiegend aus
jahr=
hundertealten, unbeſchreiblich knorrigen Eichen;
doch zwiſchendurch wachſen auch Wacholder,
Miſteln, Stechpalmen und anderes engliſches
Weihnachtslaub, und alles in ſolchen Mengen
und ſo dicht, daß man Mühe hat,
hindurchzu=
kommen. Gelbrotes Herbſtlaub liegt wie ein
weicher, goldiger Ceppich auf der Erde, und
während wir gehen, raſchelt es unter unſeren
Füßen. Sir John ſtampft mit ſeinen ſoliden
Schuhen und ſeinem noch ſolideren Krückſtock
voran. Von Seit zu Seit bleibt er ſtehen,
be=
ſchreibt mit ſeinem Stock eine alles umfaſſende,
unendlich großzügige Bewegung und ruft
be=
geiſtert aus: „Welch ein Wald! Welch ein
Land! Wo anders gibt es ſo etwas, als nur
in unſerem lieben, unberührten Suffolk ..."
Den Neſt des Cages werden Spiele
ge=
ſpielt. Ein Ceil der Gäſte lieſt Bücher. Ein
anderer langweilt ſich offenſichtlich zu Code und
zieht ſich in die inneren Gemächer zurück, der
Nuhe zu genießen. Jeder ſeiner Gäſte, ſagt der
Hausherr, ſoll tun und laſſen, was er will. Nur
kein Swang! Doch am Abend ſitzen alle
wieder beiſammen vor dem lodernden Kamin
und plaudern. Jetzt dreht Sir John auch das
Nadio an. Es iſt das einzige Zugeſtändnis, das
er der modernen Seit gemacht hat; er hat das
Ding jedoch ſorgfältig camoufliert: der
Appa=
rat iſt hinter einer jahrhundertalten
Holz=
tür mit ziſelierten Eiſenbeſchlägen verborgen,
und um die kaum ſichtbare Oeffnung des
Laut=
ſprechers iſt in alt=griechiſchen Lettern in Holz
geſchnitzt: LT0MA AIOEP0T der Mund des
Aethers.
Die Stimme der Luft meldet uns
hier, in der Einſamkeit dieſes ſtillen engliſchen
Landhauſes, was in der großen, lauten Welt
da draußen vor ſich gegangen iſt. Ich möchte
gerne wiſſen, was ſich heute in Berlin, in Genf,
in Budapeſt Aufregendes zugetragen hat. Doch
die übrigen Gäſte, alles Engländer, haben
hier=
für nicht das geringſte Intereſſe. Sie
intereſſie=
ren ſich nur für den in dieſem Augenblick in
Adelaide ſtattfindenden Cricket=Match zwiſchen
England und Auſtralien. Und als ZTOMA
AI8EPOT ihnen verkündet, daß der Engländer
Larwood in 42 Minuten ganze 81 „runs”
ge=
macht hat, da freuen ſie ſich wie die Kinder und
ſind glücklich und zufrieden ..."
George Popoff.
Das Liebesgedicht ſpricht...
Vn Kurt Hegnicke.
Gnädige Frau, — — Sie haben mich jüngſt
in einer Geſellſchaft im Geſprach totgeſagt. Ich
erhebe Einſpruch.
Freilich iſt Ihr Irrtum verzeihlich. Ich weiß:
man ſpricht nicht mehr von mir, noch läßt man
mich ſprechen. Man ſagt es vielleicht noch
durch Blumen. Aber keinesfalls mehr durch
ein Liebesgedicht.
Wenn einſt der Geliebte Sehnſucht nach der
Geliebten fühlte, bediente er ſich meiner als
Dolmetſch ſeiner Empfindungen. Heute aber
heißt Sehnſucht ein Komplex; wer einen
Kom=
plex hat, ſchämt ſich ſeiner. Außerdem haben
wir dafür die Pſychoanalyſe.
Su meiner Seit, ach: Beziehungen keimten
zart wie ein Frühlingsblatt, die Liebe hieß
da=
mals noch Liebe und nicht Flirt, und ſie ging
durch eine lange und verworrene Dämmerung,
bevor ſie ſich dem zündenden Sonnenſtrahl
der erſten Erklärung ausſetzte; jener
Erklä=
rung, die nie ohne meine Mitwirkung
ge=
ſchah. Denn früher gehörte ich zur Liebe wie
heute Bridge zu Ihnen, gnädige Frau. Heute
iſt das Wörterbuch der Liebe geſchrumpft. Es
heißt „Ja oder „Nein”. Man nennt das mit
dem Pathos der Sachlichkeit: „illuſionslos”.
Ich nenne es verkümmert.
Das Lied des Croubadours von heute iſt der
Schrei der Autohupe. Und ich bildete mir in
meinen beſſeren Seiten ein, ich ſei das
unent=
behrliche Salz — — der Liebe! Jawohl: ich
war die Urkunde der Vorverhandlungen. Vom
erſten ſchmachtenden Blick bis zu jener
Um=
armung, die in der Sprache der Poeſie die letzte
Gunſt genannt wird, war ein gehöriger
Swi=
ſchenraum, in dem ich mich weidlich tummeln
konnte.
Ich erinnere mich noch ſehr gut der Seit, in
der ein Kuß der Gipfelpunkt war, der erſt nach
Ueberwindung vieler Schwierigkeiten
erklom=
men wurde; heute iſt der Kuß der erſte Cakt
des letzten Schrittes, und ihm gehen keine
Prä=
liminarien vorauf, in deren Schutz ich meine
ſchönſten Reime entfalten könnte.
Freilich: ganz konnte man auf mich nicht
verzichten. Deshalb hat man einen Baſtard
gezüchtet: den Schlager. Der Schlager ſchießt
die weiblichen Verſchanzungen mit Granaten
des Hohns und Spottes zuſammen, er macht
die Hemmungen lächerlich. Was aber tat ich?
Ich beſeligte die Hemmungen und
legiti=
mierte ſie ſozuſagen, denn ich ſtreute Noſen
meiner Verſe zwiſchen die Barrikaden. Und
wenn zu meiner Seit die Verſchanzungen
genommen waren und die Eroberung durch
einen erſten Kuß beſiegelt wurde, dann war
es eine Eroberung für die Ewigkeit. Ach,
gnä=
dige Frau, ich bin Neaktionär. Mein
Baſtard=
verwandter, der Schlager, hat ſchon recht,
wenn er die moderne Liebe einleitet mit den
Worten: „Auch Du wirſt mich einmal
betrü=
gen, auch Du .. .” oder können Sie ſich
den=
ken, daß heute noch jemand mit Goethe
auf=
ſchreien würde: „Crocknet nicht, Cränen
un=
glücklicher Liebe 1‟2? Das Hohngelächter
dieſer poeſieloſen Seit umbrandete ihn wie
Höllenfeuer.
Ich bin abgeſchweift, gnädige Frau. Das
liegt ſonſt nicht in meiner Natur. Eigentlich
wollte ich Ihnen nur ſagen: zwar bin ich nicht
tot, aber ich werde auch nicht mehr geboren.
Leben Sie wohl, gnädige Frau, und erzählen
Sie Ihren Kindern manchmal von mir. Sagen
Sie ihnen, ich ruhte wie ein Veilchen unter
rauhem Geſtrüpp einer gemütloſen Seit. Dort
wartete ich geduldig auf ein Geſchlecht, das
eines Cages mich und damit die Muſik in der
Liebe wieder entdeckt. Mit Muſik meine ich
nicht das ſaxophonäre Gewinſel, das aus allen
Senſterſcheiben einer lauten Seit platzt, ſondern
jene heitere Schwebung der Herzen, die für eine
kurze Seit das kleine Märchen vom
ewi=
gen Glück ſpendet. Auch ich gnädige Frau,
bin nicht ewig, ich habe es ſtets verſtanden,
abzutreten, wenn meine Seit vorbei war, —
um mich doch immer wieder von neuem finden
zu laſſen, jedermann dienſtbar bis in ſein hohes
Alter, ich,
das Liebesgedicht.
glück war geweſen, daß er mit dem Gehör auch
inwendig die Muſik und ſo den Sinn von ſeinem
Leben verloren hatte. Nun kam ſie wie ein
Echo aus ſeinem Innern wieder. Er hatte ſchon
in den erſten Fieberträumen damit begonnen.
daß er wie einſt ein Celloſolo ſpielte; immer
wieder kam da eine Wendung vor, die er
nie=
mals geübt und auch von anderen nicht gehört
hatte; ſie durchbrach den Strom von einer
tie=
fen Melodie mit gurrlenden Klängen, wie wenn
aus einem fließenden Waſſer ein Strahl
auf=
bräche, der immer wieder von der Strömung
fortgenommen würde und doch nicht ruhen
konnte. Mit ſeiner mählichen Geſundung
ver=
ſchwanden ſolche Klänge nicht; und als er in
der Winterſonne ſchon wieder um das
Bir=
kenwäldchen herumſpazierte, ſtand er oft ſtill
an ſeinem Stock und ſah ſich ſtaunend um, weil
er die Cöne eines Klaviers in klarer Schönheit
perlen hörte. Wenn Wolken auf den Hügeln
laſteten, kamen Orcheſterklänge; er brauchte
nur am Strom hinaufzugehen, wo er den
Wel=
lenwind an ſeinen Händen ſpürte, und ſchon
warfen ſich die Geigentöne in den
Crompeten=
klang. Wenn er ſich dann auf eine Bank
hin=
ſetzte, die unter einer hohen Pappel auf einer
Art Baſtei ſtand, und vor der Helligkeit des
„Waſſers die Augen ſchloß: zog die Muſik in
eilaſſen zu ganzen Sinfonien auf. Manchmal
war er ſelber der Dirigent davon; und wenn es
ihn ganz überſchüttet hatte, kam er in einer
Glückſeligkeit nach Hauſe, die ſeine Pfleger
erſt kopfſchüttelnd, und ſchließlich ſchmunzelnd
bemerkten. Am meiſten lächelten ſie, als er
mit Eigenſinn darauf beharrte, ſein Cello zu
haben; denn nichts war wunderlicher, als das
Gekrächze der aufgeregten Saiten anzuhören
und das glückstrunkene Geſicht dazu zu ſehen.
Er hatte es nicht ungern, wenn jemand zugegen
war, und keiner brachte übers Herz, dem
tau=
ben Greis nicht zu verſichern, daß ſein Spiel
herrlich geweſen wäre.
So machte ein verwehtes Echo die alten
Stunden dieſes Virtuoſen hell, der wieder jung
und feurig trotz ſeinen alten Knochen dabei zu
werden ſchien und zuletzt in einer
Selbſtbeglük=
bung die Seele bis in die vertrockneten Winkel
mit Glanz erfüllte.
Er war an einem Märzabend, als es
Voll=
mond werden wollte und der ungeſtüme Wind
die Wolkenſchatten von Ufer zu Ufer warf,
noch zu der alten Baſtei hinaus gewandert.
Man ließ ihn gehen, weil man die
Harmloſig=
keit von ſolchen Gängen kannte, obwohl der
Rhein Hochwaſſer führte. Es war ſo hell, daß
vom anderen Ufer die Bäume deutlich zu
er=
kennen waren, dahinter weithin die dunklen
Windungen der Cäler in blaſſen Bergen. Der
Wind kam vom Gebirge und jagte die
bläulich=
weißen Wolkenlappen im Mondlicht ſo vor
dem dunklen Himmel hin, wie wenn Eisſchollen
raſchbewegt auf einem ſchwarzen Waſſer
trie=
ben. Wie da der alte Mann, von Klängen
an=
gefüllt, ſelig in der bewegten traumhaften
Hel=
ligkeit der Frühlingsnacht daſaß und landwärts
ſah, wo eine Kette hoher Bäume in die
Unend=
lichkeit zu ragen ſchien: wurden in der Kälte
der hohen Luft die Wolken kleiner und kamen
ihm wie Schneetreiben vor, das in die Sweige
dieſer Bäume wehte und immer wieder darin
verging. Darüber merkte er zum erſten Male,
wie das, was er in dieſen Monaten nur für
Erinnerungen fremder Muſik gehalten hatte,
eigene Muſik und gleichſam ein geheimnisvoller
Widerklang aus der in Wind und Licht
beweg=
ten Natur in ſeiner Seele war; denn wie die
Schneewolkenflocken da oben die Sweige
über=
wehten und dennoch unwirklich darin
ver=
ſchwanden, ſo überſchütteten ihn die Cöne, nicht
in unwirklicher Ferne, ſondern greiſbar nahe.
Wie er das erkannte und immer wieder das
Chema wiederkehren hörte, das aus dem Baß
durch alle Stimmen rief und ſich zum Geflecht
einer klaren Suge feſt verrankte; da ſtand der
Greis mit flehenden und abwehrenden Händen
auf, weil er nicht faſſen konnte, daß es Muſik
aus eigener Schöpfung war, daß er ſie
auf=
ſchreiben konnte, daß er, der immer nur ein
Diener fremder Kunſt geweſen war, nun in
ſeinen alten Cagen noch begnadet würde,
ſelber ein Meiſter herrlicher Muſik zu ſein.
Da trieb es ihn wie einen Jüngling in der
zitternden Angſt nach Hauſe, daß er die Cöne
in der Rührung verlieren und verſäumen
könnte, die Noten davon aufzuſchreiben. Selig
belaſtet trat er den Heimweg an, den er auf
einem Kribbenweg abkürzen wollte. Er war
ihn nie gegangen, weil er bisher mit ſeinen
Stunden nicht ſparſam geweſen war; nun ging
er ihn, obwohl das Hochwaſſer nur noch den
Nand von ſeinem Damm freiließ. Er ging ihn
raſch und ließ den Mantel flattern; er ging ihn
kühn mit ſeiner ſchönſten Melodie; er ging ihn
glücklich mit ſeinen alten Beinen, wie wenn ein
Kind von ſeinen Büchern endlich zum Spiel
hinlaufen darf. Daß er dem Cod ſo nahe mit
ſeinen Schätzen kaum noch zum Auspacken
kom-
men könnte, bedachte er nicht mehr. Der aber
wußte zum andernmal, was ihm zum Beſten
diente, und legte ihm behutſam eine alte
Anker=
kette in den Weg, darin der Stiefel des
Ver=
zückten ſich verfing, ſo daß er ſtolperte, und
zwar noch auf die Kribbenſteine zu liegen kam,
dann aber ſeitwärts umfiel auf Knie und Hände
— ſo wird ein Hund im Spiel von Kindern
um=
geworfen — und mit dem Rücken in den Strom
hinunterrutſchte, der ihn damals grauſam wie
einen leeren Sack getragen hatte und ihn mit
leiner vollen Fracht nun gütig zum Kontrapunkt
der Weltmuſik hinunterſinken ließ.
„Alſo” — ſagt ich die Woch zu meige
Freun=
din, als was bekanntlich mei Endebärzelſen in
de Wäldgeſchicht erum dorzzele dhut, un wohl
aach dermaleinſt in die Unſtärblichkeid eigeh
wärd — „alſo, ſagt ich, hab ich geſagt, un hab=er
die Hand hiegehalte, „alſo, vun heit ab gibts kaa
Brifadſache mehr., verſtanne?!”
„Wa=wa=wa=was?!” hott ſe dadruffhie ganz
vergaſtert geſtoddert, —— wi=wi=wi=wiſſo, kag
Brifadſache mehr?!— Wä=wä=wä=wä=wärrn mer
am End gar endeichent?
„Ach, du Druſchel, du dumm”, ſag ich, hab ich
geſagt, „wer ſchwätzt dann vun endeichne?!”
„Eijano”, ſeegt=ſe, hott=ſe geſagt, un is
kees=
weis worrn debei, „eijaao, ſeegt=ſe, „wann’s kaa
Brifadſache mer gibt un gäwwe ſoll, däß haaßt
doch jedenfalls ungefehr iwwerhaubtunſo quaſie.
daß mer effennduwäll ſei Sach, wo aam noch
brifad geheert, daß mer däß hergäwwe muß; alſo
daß mer ſozuſage räſchbäckdiefe endeichent
wärd!”
No, do is mer erſt en Saafeſieder uffgange,
do wußt ich erſt, wo ſe enaus wollt mit dem
„Endeichne”, un gemaant hott, wo ich enaus
wollt, mit dene Brifadſache. — Un doch hab ich ſe
gedreeſt, un hab=er geſagt, daß ſe inſofärn kaa
Angſt net zu hawwe braicht, dann an ihrm bische
Brifadſach wollt ſich niemand vergreife. Sundern
vielmehr, hab ich geſagt, daß ſichs in dem Fall
gor net um des Brifadeichedumm drehe dhet,
ganz im Gäjedaal, bloß um die Brifada ſichte,
die Brifad indräſſe, die Brifad
mag=
nunge, un ſo.
No un do war ſe dann einichermaße beruhicht,
un hott bloß gemaant, ich ſollt=er däß emol des
Neeheren ausenannerklaviern.
Däß hab ich dann aach gedho, un hab
ge=
ſagt: „Siehſte‟ — (nemlich mer ſin neierdings
widder per du)) — „Alſo, ſiehſte, ſagt ich, die
Sach is die, un der Umſtand der, daß mer all die
Johrn her, ſozuſage näwwernannerher geläbt
hawwe. Jeder, un jedes im Klaane wie im
Große, hawwe mer immer bloß an uns gedenkt,
an unſer Indräſſe odder an unſer „
Be=
lange”, un ſin mit kalde Ribbeſtöß anenanner
vabei gange. Unſer Brifadaſichte unſer
Brifad=
maanunge, unſer Brifadläwe, all däß is uns
iw=
mer alles gange. Jeder un jedes hott gedho un
geloſſe was er wollt. Jeder war ſich immer un
immer ſälbſt der Neechſte. Was er gemacht un
gedenkt hott, däß war, ſeiner Aſicht nooch, ſei
Brifadſach”, die wo niemand was agange is.
Kabbiertſte däß?” ſagt=ich
„E bische ſchun”, ſeegt=ſe, „awwer mach emol
weider!”
„Gut,” ſagt ich, „do wärſte nu aach eiſähe, daß
mer uns net zu wunnern brauche, wann’s do
emol en Schlag ins Konndohr gäwwe hott. Dann
däß konnt kaa gut dhu! — Hotts aach net
gedho, wie Fiſchura zeicht. — Odder gibts do en
Zweifel?”
Sie hott bloß gottergäwwe mit=em Kobb
ge=
ſchiddelt, was ſoviel bedidde hott, daß ſe kaan
hatt. Alſo konnt ich weider mache un hab geſagt:
„Siehſte”, ſagt=ich, „wannſte unſer
Baddeiwärt=
ſchafterei vun de letzte Johrn heit ſo aguckſt,
konnt mer do net en Ekel dro krieje? Warn mer
net bald ſoweit, daß jeder ſei Baddei for ſich
war? — Un is es däßhalb net begreiflich, daß es
zuletzt in unſere Ballamender hergange is, wie
bei ſo=ere babilohniſche Sprachverwärrung; daß
alſo kaaner mehr de annere verſtanne hott?
Un daß mer ſchließlich, anſtatt mit=ere
ſchlagkräf=
diche Geſinnung, mit geſinnungsdichdiche
Schlag=
kräfte uffenanner losgange is2 — Un daß mer
domit de Wäld e jammerbar Schauſpiel
geliw=
wert hawwe?"
Däß ſtimmt”, ſeegtſe, mei Endebärzelſen,
däß ſtimmt, un däß kann ich jederzeit
be=
ſchweern!“
„Net needich” ſagt=ich, „s glaabt ders jeder
aach unbeſchworn. A=a=a=wer,” ſagt ich,
„ganz ſo unſchuldich ſin mir verſeenlich an all
dem net. Dann warum? — Weil mer immer un
immer nor an uns ſälwer gedenkt hawwe; an
unſer klaane Brifadindräſſe, anſtatt ans
groß, allgemeine Ganze! — Weil jeder in däre
große Baddeikich ſei Brifadſippche koche
wollt, un weil ſomit jeder die ganz Bolledick als
Geſchäft bedracht hott.
„Do hoſt=de recht”, ſeegt=ſe, „ſenk= un
waage=
recht ſogar.”
„Awwer, däß is jetzt vabei” ſagt=ich, „heit
gibts alſo, wie geſagt, kaa Brifadindräſſe mehr.
Zwar gibts noch allerlaa Leit, un Perſone un
Kreiſe, die poche noch uff ihr Recht, uff ihr
Eigerecht, un maane, ſie hette nooch niemand
was zu froge: odder kreechte gar e Exdraworſcht
gebrode. Awwer mir machts de Eidruck”
ſagt=
ich, „daß es mit däre Ark „Freiheite” a=for=
alle=
mol vabei is. Ob ſe mol widderkumme, un ob’s
gut weer, wann ſe widder kemte, die Art „
Frei=
heite” däß wärd ſich erſt noch zeige
„Worte mer ab” ſeegt=ſe, hott=ſe geſagt.
„Alſo wie geſagt”, ſagt=ich, for’s Erſte gibts
alſo emol kag „Brifadſache” mehr, aanerlag, was
es aach for welche ſin. Heit is kaaner mehr
„Privatmann” in dem Sinn. Jeder un jedes
ge=
heert dem Ganze; jeder un jedes dreegt mit an
der Verantwortung! — s därf kaans mehr
glaawe, s kennt dhu un loſſe was es wollt, odder
aach denke un net denke, was es wollt, dann all
däß geht all die annern edwas, un heit unner
Umſtende ſogar ſehr viel a.”
„Alſo, ſagtich, „je ſchneller mer in däre
Be=
ziehung umlärne, däſto beſſer for uns, un
alles um uns erum. Korzum alſo: „Brifadſache‟
gibts nu amol net mehr! — Es muß alles
unner aan Hut!— Däß haaßt awwer net
edwa, unner a Baddei, ſundern unner a
Ge=
ſinnung! — S därf net mehr dauſend
Mag=
nunge un Aſichte, ſundern es muß nor a „
Ge=
ſinnung” gäwwe! — Dodro leihts! —
Archend=
wie miſſe mer uns ärchendwo uff=eme Punkt
ei=
niche, damit mer unner dea Hut” baſſe!”
Mei Endebärzelſen hott dodruffhie allerdings
gemaant, for den ächte deitſche Dickkobb ließ ſich
wohl ſchwer ſo en baſſende Hut finne. — Awwer
dodruff hab ich ihr nor ſage kenne, daß der
deitſche Michel vun jeher vor fremde Hiet ſei
Refferenz gemacht hett, ſälbſt vor ſogenannte
„Geßlerhiet”. — Annerlaa, ob ſe in Baries,
odder Rom, Moßgau, odder London gehenkt
hette. Archendeme Hut ſin e paar Deitſche immer
noochgelaafe, wann er nor „Drei Ecke” hatt, un
e bische annerſter war. — un hinnenooch hawwe
ſe ſich dann widder mit de Zibbelkabb beholfe
Dodruffhie hott allerdings mei Endebärzelſen
zudräffenderweis ſehr richdich gemaant, warum
s dann unner alle ſiwwenunzwanzich Umſtend
allemol e fremder Hut ſei mißt, was gingte
uns dann die engliſche, ruſſiſche, idalljeniſche un
franzöſiſche Hiet a; en deitſche Hut muß es
ſei!”
„Richdich”, ſagt=ich, „en deitſche Hut,
nooch=
ere ganze neie Faſſong; un weder vun der
demo=
gradiſchen Schlabbheit, noch der
konnſerwaddie=
fen Steifheit, noch der liwweralen Halbheit, noch
der zotzſialiſtiſchen Uffgebloſenheit, ſundern afach
en Hut, wo mer uns all drunner fiege miſſe.
Wann’s not dhut, aach en Helm! — Awwer
um Goddesheilicherwille kaa Zibbelkabb
mehr!"
Un do is uff amol meine Endelbärzelſen e
Erleichdung kumme: „Waaßte was?” — ſeegt
ſe, „ich glaab, morje, am erſte Mai, ſoll ſich
des deitſche Volk zum erſtemol unner dem
neie Hut zuſammenfinne, un ſich der ganze Wäld
zeiche. — Däßhalb, ſeegt=ſe, wolle aach mir
zwag am „Tag der Arweit” net die Hand in de
Schooß leche, un net abſeits ſteh; un wann mer
aach kaaner Baddei, kaaner Fachgruppe, kaam
Verein, kaam Sportklub, un kaaner Innung
a=
geheern, mitmache kenne mer drotzalldem un
daalnemme, wann aach net aißerlich, weil
däß uns net ſo liggt, ſo awwer doch
inner=
lich! — Un es mißt mit=em Deiwel zugeh.
wann mir zwaa net aach unner den neie Hut
baſſe dhete, unner dem ſich morie alles in
Eindracht zuſammefinne dhut!“ — hott mei
Freundin geſagt.
No, un ſo mache mer’s dann aach.
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Däß gude,
aldei=
geſäſſene Darmſtädter Härz hott ſich e bische dra
geſtoße, nemlich vun wäjem „Luiſeblatz”.
Sälbſtredend war mer mit dere Ehrung vun
un=
ſerm Volkskanzler an ſich eiverſtanne, in jeder
Beziehung! — Bloß, daß es grad de „Luiſeblatz”
hott ſei miſſe, däß wollt en net gleich in de
Kobb, unſere gude Darmſtädter
Dabei kennt’s awwer aach ſei, daß viele, wo
an dem Luiſeblatz henke, am End valleicht gornet
wiſſe, um welch vun unſere große „Luiſe” es ſich
in dem Fall hannelt. — Ich will=ſen ſage.
Nem=
lich es hannelt ſich do um die hochhärziche Fraa
Gemahlin vun unſerm Großherzog Ludwig de
Erſte, dem wo ſei Denkmal uff dem Blatz ſteht,
s „Mullement”, wie die Darmſtädter Heiner
ſage.
„Ich ſälbſt fin” gäje die Umbenennung nir
ei=
zuwenne. Ganz im Gäjedaal, die Umbenennung
is ſogar e gißerſt dräffende Vereinichung vun
zwaa große geſchichtliche Ereichniſſe. Nemlich:
Ludwig de Erſte hott dem heſſiche Volk e
„Verfaſſung” gäwwe, un der Adolf Hitler dem
deitſche Volkl — Alſo ergo: des „Ludwigs=
Monnument”, un de „Adolf=Hitler=Platz”, die
baſſe ſchun ganz gut zuenanner, denk ich. — Un
der ehrwürdiche Name vun unſerer
Großherzo=
gin Luiſe, der bleibt jo der Noochwäld noch in
de „Luiſenſtroß” erhalte; dann aach die is zu
ihrer Ehrn ſo benamſt.
Däß hott awwer nix demit zu dhu, daß ich
annererſeiz unſerm Herr Reichskanzler ſein
Er=
laß, bedräffs Umbenennung vun Straße un
Blätz, voll un ganz unnerſchreib. Dann im
allge=
meine war ich immer degäje, daß mer ſozuſage
neie Wei in alde Schlaich fillt. Aach bei
Stroße=
benennunge. Jed Zeit ſoll ſich ſällwer ehrn, dorch
ihr Dade, un des annere de Noochwäld
iwwer=
loſſe.
Un in dem Sinn mecht ich noch an en annere
große Darmſtädter erinnern, nemlich an unſern
Liebig, Darmſtadts beriehmdeſter Sohn!
Wann ers erlebt hett, hett er am 18. April ſein
ſechzigſte Dodestag feiern kenne.
Märkwär=
dicherweis hawwe unſer ald=darmſtädter „
Sach=
walter”, Archivdireckter, un ſunſtiche Perſone
mit hiſtoriſchem Eiſchlag, den Dag iwwerſähe —
— — Un was hett ſich do mancher ſcheene
Addig=
gel ſchreiwe loſſe! — Grad vum Liebig, der wo
doch an ſeim Klaa=Darmſtadt ſo aſch gehenkt
hott ..
Annerſeiz mecht ich in Bezugnahm vun eme
weidere beriehmte Darmſtädter feſtſtelle, nemlich
bedräffs dem Niebergall ſeim Grab uffm alde
Friedhof, indem daß der do gornet begrawe is.
Sundern däß is ſo e Art „Ehrung” vun unſere
friehere Stadtverwaldung, wo mer bekanntlich
vor e paar Johr hergange is, un hott uff e
ge=
braucht, awwer noch gut erhalte Erbbegräbnis,
en gedragene, awwer äwenfalls noch
guderhal=
tene Grabſtaa vun=eme dode Abbedheker druff
geſtellt, un hott uff die Hinner= (jetzt Vorder=)
ſeit em Niewergall ſein Nome druffgeſchriwwe.
Alſo es hannelt ſich do beſtenfalls um e „
Gedächt=
nisſtätte‟. Wo er dadſächlich begrawwe is,
der Niebergall, da is lengſt Gras driwwer
ge=
waxe
No, was mich bedrifft, mich wärd mer jo
wohl ſpeederhie net zu de „beriehmte”, awwer
immerhie zu de — „berichdichte‟
Darm=
ſtädter Perſeenlichkeide zehle. Un um e
nooch=
kummende Stadtverwaldung, nooch meim Dod.
in kaa Schwullidhede mehr zu bringe, hab ich
mer vorgenumme: „Wann ichs erläb, do loß ich
mich verbrenne” — — noochher ſieht mer jo
weider ..
Küchenzettel vom 1. bis 7. Mai 1933.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Zwiebelſuppe Hammelfleiſch (vom
Sonntag) in pikanter Tunke m. Gurken,
Reis=
gemüſe.
Dienstag: Sauerampferſuppe, Pfannkuchen
mit Salat.
Mittwoch: Ger. Grießſuppe, Kalbsgoulaſch,
Spätzle, Salat.
Donnerstag: Fleiſchbrühe mit Einlage,
Kochfleiſch mit grüner Tunke.
Freitag: Kartoffelſuppe, geb. Fiſch mit
Re=
mouladentunke, Kartoffeln.
Samstag: Ganze Grünkernſuppe*),
Rhabar=
ber=Grütze mit Milch.
Sonntag: Ochſenſchwanzſuppe II, gepökelte
Rinderzunge mit Spargelgemüſe, Kartoffeln,
Schokoladen=Creme.
*) Ganze Grünkernſuppe. 24 Pfund
ganzen Grünkern waſchen und am Abend
ein=
weichen. Am nächſten Tag mit dem
Einweich=
waſſer reichlich Suppengrün, 2 Eßlöffel
Hafer=
flocken und etwa 1 Pfund fettes Suppenfleiſch
oder ½ Pfund Dörrfleiſch aufgeſetzt und 3—4
Stunden gekocht. Das Fleiſch muß volſtändig
mit der Suppe verkochen. (Nicht Durchſchlagen.)
Einfache Küchentabelle zum
Ab=
meſſen ohne Wagge. In jeder Küche über
dem Tiſche oder der Anrichte, ſollte eine
über=
ſichtliche, alſo recht deutlich geſchriebene Tabelle
vorhanden ſein, nach der ſich die Hausfrau beim
Abmeſſen mit raſchem Blick richten kann. Sie
ſollte auf nachfolgende Weiſe hergeſtellt werden:
1Liter Flüſſigkeit braucht im Sommer 12 bis
14 Blatt Gelatine, im Winter 10—12 Blatt.
1 Liter Suppe 30—40 Gramm Suppeneinlage,
alſo Nudeln, Reis uſw.
1 Liter Suppe: 4 Eßlöffel Grieß oder
Hafer=
flocken.
1 Liter Suppe: 5 Eßlöffel Reis oder Graupen.
3 Liter Flüſſigkeit: 200—225 Gramm Reis
zu Reisbrei.
½ Liter ergeben 6 Eßlöffel Flüſſigkeit
50—60 Gram wiegt ein friſches Hühnerei.
70 Gramm ergibt ein eigroßes Stück Butter.
30 Gramm ergibt ein Eimeiß.
20 Gramm ergibt ein Eßlöffel Fett oder
Butter.
10 Gramm wiegt ein Eßlöffel Grieß, Mehl,
Salz oder Zucker.
½4 Liter Soße verdickt 1 Teelöffel
Kartoffel=
mehl.
E. T.
Selleriekartoffeln. 1½ Pfd. geſchälte,
in Würfel geſchnittene Kartoffeln ſetze man mit
Waſſer bedeckt zum Kochen auf. ebenſo eine
rohgeſchälte, kleingeſchnittene Sellerieknolle. Iſt
beides weich, gebe man den Sellerie zu den
Kartoffeln, ſchmecke mit Salz und etwas
Pfef=
fer ab und füge 1 große, in reichlich Speck
ge=
bratene Zwiebel bei. Mit gebratenen
Fleiſch=
klößchen, Brat= oder Kochwurſt oder gekochtem
Schwarzfleiſch ergeben dieſe würzigen
Sellerie=
kartoffeln ein ſättigendes Mittag= oder
Abend=
gericht.
Stempelfarbe ausweißer Wäſche
zu entfernen. Wenn weiße Wäſche durch
Unvorſichtigkeit Flecke von Stempelfarbe
er=
halten hat, ſo betupfe man dieſe öfter mit
ver=
dünnter Salzſäure, um dann die ausgezogenen
Stellen in klarem Waſſer längere Zeit liegen
zu laſſen. Auch das Betupfen mit einer
Miſchung von Waſſerſtoffſuperoxyd und
Sal=
miakgeiſt hilft. Eine Miſchung von gleichen
Teilen Zinnſalz und Weingeiſt führt zum
glei=
chen Ziele.
N.
Schach=Nummer 517.
Endſpielſtudie 68.
Henri Rinck in Barcelona.
(Deutſche Schachzeitung, 1902.)
a b d g h
Weiß zieht und macht unentſchieden.
Prüfſtellung: Kr2 Te6 Se8 Ba2, e2, h2, Kd4 1d8 B45,
45, et, e5, k6.h.4.
Löſung der Endſpielſtudie 67.
A. Troitzkhy Kg1 Te5 Bh5; Kd8 Ta2 Be5, g4. Beiß
gewint.
1. Bh5—h6! Ta3 2.Na5 T:a5 3. Bh7 K- 4.Bh8D
und gewinnt. — 2. Th3 3. Bh7 K.. 4. Ta8 uſp.
2. .Ta3+ 3. Kf21 Nk3+ 4. Ke2Nk8 5. Na7bg3 6. Bh.7
B82 7.N87 uſw. —1... .Na7 3 Na5Nh7 3. Na941
1....Na6 2 Bh7 Uh6 3. Na5 KT 4. Pa8 uſw. — 1.
B83 2. Bh7Uh2 3. Na5 Bet 4. BhsDt. Aihs 5. Na8
Ka 6. Nh81 — 1... . Kd7 2. Ta8 Kia8 3. Bh7 K—
4. Bh8D u. gew.—
Verſchlungene Pfade.
4a. 2b. 1 c. 18 e, 1 g.3 h. 6 i, 4I. 1m. 4n.
1o, 3 p, 7 r. 3 ſ. 4 t, 2 u, 1 z.
Obige Buchſtaben ſetze man in die Quadrate
der Figur, ſo daß 16 Wörter erſcheinen, die je
5 Buchſtaben zählen; der Endbuchſtabe des einen
Wortes iſt zugleich der Anfangsbuchſtabe des
nächſtfolgenden Wortes. Die an Stelle der Zahlen
tretenden Buchſtaben nennen ein gutes Gericht.
2 Kanton der Schweiz, 2. 3 Geſichtsteil,
3—4 Muſe. 4—5 Kopfteile 5—6 Menſchenraſſe,
6—7 Märchengeſtalt. 7—8 berühmter deutſcher
Mathematiker, 8—9 Teil mancher Gebäude,
9—10 Frauenname, 10—11 ſind viele Menſchen.
11—12 Organ im menſchlichen Körper, 12—13
läſtiger Patron, 13—14 geſteigerte Wärme.
14—15 Schwimmvögel, 15—16 Organ im
menſch=
lichen Körper, 16—17 werden erwieſen.
Carl Deubel.
Zwei Rätſel auf einen Schlag.
Bitte ſage mir geſchwind.
Was hier, K” und „R” wohl ſind:
Und dann ſollſt du noch entſcheiden,
Was ſie werden, dieſe beiden.
Carl Deubel.
Silbenrätſel.
Aus den Silben al, bee bel. brom, but che,
fa, fi. fla. ga, ge, gen, go, jor, ka, kar, kra, ler,
lin, ma, mam. mar, min, mon, mor, mor, mus,
na, ne, ner, nich, nis, ol, re, re, rog, rot, ſpach,
ſta, ta. te, tel, ter, win, zent, zeug, zie ſind
20 Wörter zu bilden, deren dritte Buchſtaben.
von oben nach unten geleſen, eine Bauernregel
für Januar ergeben. Die Wörter bedeuten:
1. Offizier, 2. einheimiſcher Sumpfvogel, 3.
Ge=
wichtseinheit, 4. Befähigungsnachweis, 5.
Werk=
zeug des Malers 6. Singvogel, 7. männlicher
Vorname, 8. ruſſiſcher Staatsmann, 9.
Halbedel=
ſtein. 10. einer der ſagenhaften Gründer Roms.
11. Getreide, 12. Beerenfrucht 13. Milchprodukt,
14. Luftſpiegelung, 15. Haustier, 16. Mohrrübe,
17. Leſebuch für Kinder, 18. Storchvogel, 19.
Ge=
ſtein, 20. der Götze Geld.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 17.
Rebus.
Eingemachtes.
Anſtaltsdirektor: „Warum ſind Sie denr
hier?”
Gefangener: „Wegen meinem Schnupfen.”
Anſtaltsdirektor: „Nanu, wie iſt denn das
möglich3”
Gefangener: „Gerade als ich einem kleinen.
dicken Herrn im Zuge die Brieftaſche
heraus=
holen wollte, mußte ich nieſen, und da haben ſie
mich gefaßt.”
Ueberflüſſig. „Warum ſchicken Sie denn Ihren
Jungen nicht in die Schule?” fragte der
Schul=
inſpektor. „Er muß doch leſen lernen.” — Ach,
das iſt jetzt nicht mehr ſo nötig, da wir den
Ton=
film haben”, lehnte der Vater ab.
Doppelte Freude. Erike Kätzchen hat ſeinen
Kanarienvogel gefreſſen. Seitdem liebte er das
Tierchen noch viel mehr, und als man ihn fragt,
warum er mit „Muſchi” ſo beſonders zärtlich iſt,
ſagt er gerührt: „Jetzt habe ich doch meine beiden
Lieblinge in einem.”
Nötige Rückſicht. „Schon 14mal ſind Sie
vor=
beſtraft wegen Diebſtahl, Hochſtapelei,
Körper=
verletzung. Münzverbrechen.
„Sprechen
Sie bitte nicht ſo laut. Herr Richter” unterbrach
hier der Angeklagte. „Ich bitte zu berückſichtigen,
daß ſich mein künftiger Schwiegervater im Saal
befindet.”
Immer logiſch. „Wann wurde Rom erbaut?"
fragte der Lehrer — „Bei Nacht” antwortete
Karlchen ohne Zögern. — Wer hat dir denn
das erzählt?” — „Sie ſelbſt Herr Lehrer. Sie
ſagten doch. Rom ſei nicht an einem Tage
erbaut.”
Treffende Antwort. „Meyer”, ſagt der
Pro=
feſſor zu ſeinem herzlich unbegabten und faulen
Schüler. „Sie ſcheinen ja reichlich beſchränkt zu
ſein. Als Alexander der Große in Ihrem Alter
war, ha hatte er ſchon die Welt erobert!“
„Gewiß,” erwidert Meyer ungerührt, „er hatte
ja auch einen Ariſtoteles zum Lehrer!”
Druck. Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. 5. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboten,
[ ← ][ ][ → ], dorch
„Die neue Sregoli=Mode‟,
„Fregoli” als Bezeichnung der
Verwandlungs=
fähigkeit einer Mode iſt ein Ausdruck, der ſich
derart eingebürgert hat, daß man ſich über
ſei=
nen Urſprung kaum mehr Rechenſchaft gibt.
Unſere Generation hat ſicherlich daran
ver=
geſſen (oder es auch kaum gewußt), daß dieſen
Namen einer der berühmteſten Artiſten ſeines
Jahrhunderts trug, ein Verwandlungskünſtler,
den ſeiner unglaublichen Behendigkeit und
Mas=
kenkunſt wegen eine Welt bewunderte, und der
Abend für Abend das Publikum in ſeinen Bann
zu zwingen verſtand.
Die neue Mode ſcheint es dieſem Fregoli
nach=
machen zu wollen, indem ſie auf
Verwandlungs=
möglichkeit der einzelnen Entwürfe noch
größe=
ren Wert legt, als dies jemals der Fall war, was
allerdings inſoferne ſehr begreiflich erſcheint,
als die Erfahrung lehrt, daß die elegante Frau
für ſolche Schöpfungen jetzt viel übrig hat, da ſie
vielfach gezwungen iſt, ein Garderobeſtück länger
zu tragen, als dies früher einmal der Fall
ge=
weſen wäre, und doch den immer
gleichbleiben=
den Eindruck vermeiden möchte, ſo daß ſich die
Fregoli=Mode hier als wahrer „Retter in der
Not” erweiſt.
Jedes Kleid ſoll alſo für vielerlei
Gelegen=
heiten tragbar ſein, muß mehreren Zwecken
die=
nen können, was ohne die gewiſſe
Variations=
fähigkeit natürlich kaum möglich wäre. Sehr
be=
greiflich, wenn ſich die Modeſalons unter dieſen
Umſtänden bemühen, die Fregoli=Mode immer
weiter auszubauen; die Reſultate ſind denn oft
auch ganz erſtaunliche, da es möglich wurde, ein
Kleid mit einem einzigen Handgriff derart zu
derwandeln, daß der neue Eindruck von dem
ur=
ſprünglichen grundverſchieden iſt.
Zur Unterſtützung der Idee führt man hier
noch allerlei Kontraſtwirkungen ins Treffen, die
der Fregolimode ſicherlich auch neuen Zuzug
bringen werden.
Es gibt hier keine beſtimmten Richtlinien, da
Art und Ausführung dieſer Modelle ganz dem
Geſchmack und Talent des betreffenden
Künſt=
lers überlaſſen bleiben.
Immerhin kann man verraten, daß ſich durch
die Idee der „Doppelſeitigkeit” manche Vorteile
ergeben und ſehr ſchicke Wirkungen zu erreichen
ſind.
Vollkommene Klarheit über dieſe neue
Rich=
kung wird man jedoch nur an Hand einiger
Ent=
wurfe gewinnen, die wir in unſerer Gruppe als
beſondere modiſche Ueberraſchung feſtgehalten
haben.
Sicherlich ſchätzt jede Dame ein ſchlichtes,
ſchwarzes, die gerade Silhouette betonendes und
erſt ganz unten glockig aufſpringendes Kleid;
man vereinigt damit ein kleines, ſchwarzes Cape,
deſſen weiße Blende mittels einer
Stäbchenajour=
bahn angearbeitet erſcheint (Figur 1). Dieſes
Lape nun hat man ſich doppelſeitig
vorzu=
ſtellen, und zwar ſo, daß innen nicht nur die
Nand=Blende, ſondern auch die Hauptpartie des
Lapes mit weißem Materiale ausgelegt iſt, ſo
daß durch Umkehrung des kleinen Umhanges im
Augenblick eine vollkommen veränderte, „
aufge=
hellte”, Wirkung zu erreichen iſt. Wenn man
übergies noch einen weißen, mit einer Paſſe
ge=
arbeiteten, ſeitlich gebundenen „Tunik=Ueber=
Tock” vorſieht, der um mehr als eine Spaane
traſtreiche Zuſammenſtellungen ins Treffen zu
führen, etwa Gobelinblau mit Dunkelblau,
Hell=
roſa mit Braun, Beige mit Havanna, Hellgrü.
mit dunklem Efeugrün, Grau mit Schwarz uff.
Sehr eigenartig ſind auch die Fregoli=
Ent=
würfe, die aus heller, buntgemuſterter Seide
und dunklem, einfarbigem Materiale entſtehen.
Wie man ſich ſolche Schöpfungen vorzuſtellen
hat, ſoll unſere letzte Gruppe andeuten, die ein
und dasſelbe Kleid in ſeinen drei
Verwand=
lungsphaſen zeigt.
Bild 1: Ein Buntſeidenkleid mit einer aus
einfarbig=dunklem Materiale verfertigten,
ſeit=
lich feſtgeknöpften Vorderpartie, die loſe im
Armloch hält, alſo nicht fix eingearbeitet iſt.
Kelchartig geſchnittene Halbärmel aus dem
dunklen Gewebe vervollſtändigen die einheitliche
Wirkung. Mit einem Handgriff kann nun die
eben beſprochene (und — was ausdrücklich
feſtzu=
halten wäre — innen mit Buntſeide
ausgeſchla=
gene) Vorderpartie losgeknöpft, nach rückwärts
geſchlagen und auf die im Rücken vorgeſehene
Knopfreihe angeknöpft werden, ſo daß nun ein
vollkommen buntſeidenes Kleid entſteht, dem
durch die dunklen Halbärmel markante Akzente
gegeben werden. (Bild 3.) Wie dieſes Kleid aber
in der gleichen Phaſe in ſeiner Vorderanſicht
wirkt, erkennt man aus der Mittelſkizze.
Gerade in dieſem Modell erreicht der modiſche
Fregoli=Gedanke jenen Höhepunkt, der ſicherlich
Anerkennung finden wird.
Daß die Verwandlungsmode unſere Damen
nicht nur anregen, ſondern auch in hohem Maße
anziehen wird, iſt kaum zu bezweifeln, und ſchon
jetzt begegnet man dieſen Schöpfungen mit jenem
Intereſſe, die ſie wirklich verdienen.
Willy Ungar.
kürzer ſein müßte als das Grundkleid, ſo
ent=
ſteht eine neue Weiß=Schwarz=Schöpfung von
vollendetſtem Geſchmack (Bild 2).
Die erprobte Boleroform macht ſich der erſte
Entwurf unſerer zweiten Gruppe zunutze; es
handelt ſich hier um eine weiße Bluſe, deren
dreiviertellange Bauſchärmel ſehr flott ausſehen
und die mit einem kleinen Rollkragen eng zum
Halſe abgeſchloſſen wird. Darüber wäre ein
ſchwarzes Bolero mit kurzen Trichterärmeln zu
tragen, die in Verbindung mit den weiten
Bauernhemdärmeln der Bluſe eine beſonders
ſchicke Geſamtwirkung ſichern. Der in der Mitte
durchgeknöpfte Wickelrock iſt — wie man ſieht —
auf ſeiner Oberſeite ſchwarz. Dreht man den
Rock aber um (die Knöpfe müſſen natürlich
dop=
pelſeitig und mit einem kurzen „Steg”
verbun=
den ſein, ſo daß man ſie alſo nicht annäht,
ſon=
dern jeweils wie einen Manſchettenknopf durch
die doppelte Knopfreihe einzieht), ſo wird die
weiße Innenſeite ſichtbar; aber auch das Bolero
iſt wendbar und an ſeiner hellen Innenſeite mit
aparter, dunkler Blendenkantung verſehen. Es
kann alſo im Augenblick eine vollkommen
verän=
derte, ganz neuen Zwecken dienende Aufmachung
entſtehen, denn während dieſes Modell auf
ſei=
ner dunklen Seite für die Stadt in Frage kommt.
wird man das Kleid auf ſeiner hellen Seite nur
für den Kurort, fürs Seebad, oder für ähnliche
Zwecke beſtimmen. Gewiß iſt es möglich, hier
nicht nur Schwarz=Weiß, ſondern auch andere kon=
Das angeſetzte Kleid
iſt immer gerne geſehen, da es mancherlei
Kom=
binationsmöglichkeiten bietet und daher die
Moderniſierung eines Garderobeſtücks der
ver=
gangenen Saiſon weſentlich erleichtert.
Natürlich muß man es verſtehen, richtig zu
kombinieren, alſo einerſeits gut
zuſammenpaſ=
ſende Gewebe, andererſeits geſchmackvoll
abge=
tönte Farben zu vereinigen.
Kraſſe Effekte ſind nämlich nicht gerne
ge=
ſehen, da ſie „hart” wirken und nicht ſonderlich
kleidſam ſind.
Hingegen ſind kultivierte Farbabſtimmungen
immer beliebt: vor allen Dingen Beige=Braun,
helles mit dunklem Grün, Grau mit dem neuen
Rot, Hellblau mit Tiefblau und — als beſonders
vornehme Zuſammenſtellung: Grau mit Schwarz.
Wie ein modern=kombiniertes Kleid ausſehen
ſoll, zeigt unſere Skizze.
Ein weſtenartiger Schnitt iſt vorteilhaft und
geſchmackvoll und findet mit ſeinem Schalkragen
und den kurzen Raglanärmeln unbedingt eine
große Anhängerſchaft!
Willy Ungar.
Weiße Backfiſch=Kleider.
Dieſe reizvollen, noch vorwiegend im
kindlich=
jugendlichen Stil gehaltenen Kleider ſcheinen
von der Mode mit ganz beſonders liebevoller
Sorgfalt geſchafſen worden zu ſein. Drei bis
fünf Volants verſchiedener Breite, rings um den
mäßig faltenreichen Rock, ebenſolche von kaum
Zweifingerbreit um ein Fichu geſetzt, das auf
der Bruſt ſich kreuzend, mit ſeinen langen
En=
den im Rücken zu weicher Schleife gebunden iſt,
ein Puffärmelchen bis zum Ellbogen reichend,
mit einem aufknöpfbaren Unterärmel der um
das Handgelenk wieder mit Fälbelchen
ab=
ſchließt, ſo zeigt ſich ein beſonders anſprechendes
Modell dieſer Art. An anderem, nicht minder
anmutigen, iſt die Sattelpaſſe aus Spitzengrund
gefertigt, und dieſer vielfach gleich ebenſolche
Aermel eingearbeitet. Dann wieder kann man
das ganze Kleid in Prinzeßform mit
durchgehen=
der Vorderbahn aus Spitze bewundern, während
der einer gebogenen Sattelpaſſe angeſetzte
Reih=
rock mit drei bis fünf 2 cm breiten
Stüf=
chen ausgeſtattet iſt. Dieſelben Stüfchen in
hal=
ber Breite, ſchmücken dann auch das bluſige
Leibchen, quer über die Bruſt, ſowie über den
Rücken gehend. Der Aermel iſt in dieſem Falle
glatt anliegend als Ellbogenärmel gehalten, an
der Schulter durch einen kurzen Pelerinenteil
gedeckt, kann aber im Sommer ebenfalls
darun=
ter abgeknöpft werden. Ein anderes Modell
zeigt ſogenannte Schlitz=Puffärmel. am Ellbogen
mit einer ſehr jugendlich wirkenden Puffe
aus=
geſtattet, die in kleinen Abſtänden von ſehr fein
gemuſtertem Spitzenſtoff unterbrochen wird. Ein
Fichu aus Spitzenſtoff, zwanglos leicht gefaltet
um den Halsausſchnitt geordnet, wird am kleinen
Spitzenausſchnitt zur Schleife gebunden und hier
mit ſchmalem Straßpfeil ſcheinbar feſtgehalten.
Leichte Waſchſtoffe, ja ſelbſt der wieder moderne,
grobmaſchige Tüll, ſind das bevorzugte Material
für dieſe Art jugendlicher Backfiſchkleider.
S. v. Stetten.
Die Lockenfriſur kommt wieder,
aber nur keine unnötige Aufregung, bitte! Sie
erſcheint nämlich in keineswegs aufdringlicher
Form, ſondern anmutig und beſcheiden,
jugend=
lich und ſchick!
Der ganz beſondere Reiz mag wohl darin
liegen, daß die Haare ganz glatt nach
rück=
wärts gekämmt, eventuell auch ſchlicht
geſchei=
telt werden und daß die Locken ſomit nur
rückwärts erſcheinen.
Den Auftakt zu dieſer neuen Friſur mag wohl
die Hutmode gegeben haben, die ihre neuen
Schöpfungen „ſtark ins Geſicht gerückt”
vor=
ſchreibt, ſo daß der Hinterkopf ziemlich frei
bleibt und eine Lockenfriſur faſt zur
zwingen=
den Notwendigkeit wird, wenn man einen
wirklich ſtilvollen, aparten und vor allen
Din=
gen „harmoniſchen” Eindruck erreichen will,
(Bild.)
Willy Ungar.
Sport= und Leibesübungen der deutſchen Frau.
Welche Sportarten ſind ihrer Eigenart entſprechend?
Die Zeiten ſind glücklicherweiſe vorbei, in
denen deutſche Frauen und Mädchen den Sport
nur um ſeiner ſelbſt willen trieben, ohne daß ein
höherer Leitgedanke ſeine ethiſche Seite
berück=
ſichtigte. Leerer Ehrgeiz, flache, äußerliche
Sportswut, die ſo oft zu Uebertreibungen des
Frauenſports führte, ſind bei der deutſchen
Frauenwelt der Einſicht gewichen, daß
körper=
liche Ertüchtigung durch mäßig regelmäßig
be=
triebenen, geeigneten Sport auch die Seele
un=
bedingt beeinflußt, ebenſo Geſundheit des
Kör=
pers und Beherrſchung ſeiner Ausdrucksmittel
für alle Frauen durchaus notwendig iſt, um den
erhöhten Anforderungen, die im Kampf ums
Daſein an ſie geſtellt werden, wie auch der
Auf=
gabe ihres Mutterberufes voll gerecht werden zu
können. Tatkraft, Geiſtesgegenwart und
perſön=
licher Mut, Stählung des Willens zur
Selbſt=
behauptung auf jedem Platze, den das junge
Mädchen im ſpäteren Leben einnehmen will und
ſoll, wird nun einmal durch regelmäßige
Lei=
besübungen und Sport erzielt, und je früher
die heranwachſende Generation den verſchiedenen
Sportarten zugeführt wird, um ſo gleichmäßiger
wird ſie ſich auch körperlich und geiſtig in der
gewünſchten Richtung entwickeln.
Es liegt nun im Weſen der jungen, noch
halt=
loſen, hin= und herſchwankenden Menſchenkinder,
nach dem Verlaſſen der Schule zwar den Wunſch
zur Betätigung nach den verſchiedenen
Rich=
tungen hin zu hegen, aber vielfach noch nicht
fähig zu ſein, ſich ein beſtimmtes Ziel zu ſtecken,
dem ſie unbeeinflußt durch all die ablenkenden
Wünſche anderer Art mit feſtem Willen
zu=
ſtreben. Deshalb wäre es ſehr wünſchenswert,
wenn gerade in der ſchweren Uebergangszeit
vom Kinde zum Erwachſenen der jugendlichen
deutſchen Frauenwelt
verantwortungs=
bewußteRargeber mit dem
erforder=
lichen Weitblick zur Seite ſtänden,
um ihnen wegweiſend Richtung zu
geben. Wer aber wäre dazu geeigneter, wie
der Arzt, die Aerztin? Immer ſollte und müßte
bei der Wahl eines Sportes die körperliche
Kon=
ſtitution der betreffenden Jugendlichen in erſter
Linie berückſichtigt werden, ehe ſie einer
beſtimm=
ten Sportart zugeführt werden. Auf der
Grundlage des Turnens, das in der Schule dem
kindlichen Alter durchaus angepaßt iſt, findet ſich
dann raſch ein Sportzweig, der ſich der dort
er=
langten Fertigkeit aufs beſte anpaßt. Stehen
doch den Mädchen die verſchiedenſten Sportarten,
wie Diskuswerfen, Hoch= und Weitſprung,
Kugelſtoßen, Laufen, Medizinball, Paddeln,
Ru=
dern, Springen und Schwimmen zu Gebote, die
alle mit= oder nacheinander geübt werden
können und bei der notwendigen Mäßigung
den Körper kräftigen und ſtählen. Weiter ſind
Fechten, Golf=, Hockey= und Tennisſpiel, ſowie
Radfahren Sportarten, die ebenfalls zur
körper=
lichen Ertüchtigung junger Mädchen
ausgezeich=
net beitragen und die Geſundheit der ihn
Aus=
übenden zu ſtärken vermögen.
Sind ſie dann ſpäter Frau und Mutter
ge=
worden, dann bleiben ihnen ebenfalls noch eine
ganze Reihe der angegebenen Sportarten offen.
Vor allem Wandern, das ja auch ſchwächlichen
jungen Mädchen bei Verhütung von
Uebertrei=
bungen („Kilometerfreſſen”) ſo außerordentlich
dienlich iſt. Weiter Radfahren und Schwimmen,
beides Sportarten, die namentlich für jene
Frauen, die etwa ſpäter bequemer geworden
ſind, ſehr geſund und dienlich ſind. Gibt es doch
Frauen, die als Sechzigjährige und noch älter.
ſich bei regelmäßig geübtem Schwimmen die
volle Elaſtizität der Jugend zu erhalten
wuß=
ten und einen in allen ſeinen Teilen organiſch
völlig geſunden Körper aufzuweiſen haben.
Wenn alſo heute an die deutſche Mutter die
Tochter mit der Frage herantritt: Kann und ſoll
ich mich irgendeinem Frauenſport widmen?,
dann wird die Einſichtsvolle dieſe Frage nicht
nur bejahen, ſondern auch raſcheſtens mit dem
Arzt oder der Aerztin Rückſprache nehmen, um
nach Feſtſtellung der körperlichen Konſtitution
ihres Kindes, dieſem die Wahl unter den
vor=
geſchlagenen Sportarten ſelbſt zu überlaſſen oder,
beſſer noch, ſich gemeinſam mit ihm, voll echter
Kameradſchaft, in irgendeinem geeigneten Sport
zu betätigen, wie es bereits nicht wenige
Müt=
ter zu beiderſeitigem Beſten tun. Heute gibt es
wohl keinen Ort mehr, in dem nicht auch
weib=
liche Sportverbände beſtänden, die ihre
Uebungs=
ſtunden den Bedürfniſſen der Berufstätigen wie
der Hausfrauen anzupaſſen wiſſen.
Hildegard Förſter.
Nummer 119
Sonntag, 30. April
Die Lage am Geld= und Oeviſenmarkt.
Kaum Beränderung gegen die Borroche an Tagesgeldmarkk. — Kursſchwankungen des Dollars
und des engliſchen Pfundes.
Auswitkangen des Alkigto.
Am Geldmarkte war Tagesgeld anfangs der Woche noch ſehr
leicht, und Ueberſtände wurden täglich nach Berlin verſchickt,
da=
gegen zogen die Sätze in der zweiten Wochenhälfte etwas an
(Samstag 4 Prozent). Der Geldbeſtand blieb jedoch leicht.
Ge=
fördert wurde die Flüſſigkeit noch durch die Bereitſtellung der JG.
Farben=Dividende. Am Wechſelmarkte herrſchte in
Privatdiskon=
ten als Vorbereitung für den Ultimo gegen Wochenende ſtarkes
Angebot, die Aufnahme blieb jedoch zögernd. Die Sätze blieben
unverändert. Bei der Reichsbank, war das Geſchäft flau, es
herrſchte nur wenig Nachfrage Reichsſchatzanweiſungen wurden
per 1934 ausgegeben, fanden aber wenig Intereſſe. Die Sätze für
Termingeldprolongationen blieben unverändert.
Am Deviſenmarkt blieben die Kursſchwankungen des Dollars
relativ gering. Der Kurs bewegte ſich leicht nach oben, lediglich
am Freitag trat ein Rückſchlag ein, deſſen Urſache ſicherlich in dem
vom amerikaniſchen Senat verabſchiedeten Devalvations=Geſetz zu
ſuchen iſt. Das Pfund ſchwächte ſich ſehr ſtark ab, und wiederum
ſcheint es die engliſche Interventionsſtelle zu ſein, die dieſe
Ab=
wärtsbewegung durch große Käufe von franzöſiſchen Franken
wei=
tergetrieben hat. Im Zuſammenhang mit der Dollarabſchwächung
am Freitag trat auch hier ein Umſchwung ein, und das Pfund
be=
feſtigte ſich wieder leicht. Der franzöſiſche Franken liegt
inter=
national feſt. Die Schweizer Nationalbank und die Nederlandſche
Bank mußten verſchiedentlich Gold nach Paris exportieren, damit
ſich die Kurſe für Schweizer Franken und holländiſche Gulden vom
Goldausfuhrpunkt entfernten. Gegen Ende der Berichtszeit lagen
die beiden genannten Deviſen leicht gebeſſert. Die Lira hat ſich
nach anfangs ſehr ſtarker Erhöhung wieder etwas abgeſchwächt.
Die Aufwärtsbewegung des Peſetakurſes iſt zum Stillſtand
ge=
kommen, die Deviſe Spanien blieb aber vorläufig feſt. Die
inter=
nationale Bewertung der Reichsmark konnte ſich leicht beſſern,
liegt zurzeit allerdings noch etwas unter der Inlandsparität.
Senkung der Hypothekenzinſen bei der Sparkaſſe
Darmſtadk.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
In Erwartung näherer Ausführungen über das
Arbeits=
beſchaffungsprogramm der Reichsregierung am kommenden
Mon=
tag, unter dem Eindruck zahlreicher, meiſt günſtiger Nachrichten
aus der Wirtſchaft, etwas angeregt durch das feſtere New York
von vorgeſtern und die eingetretene Dollarſchwäche, eröffnete die
Berliner Wochenſchlußbörſe für Aktien und Renten in
freund=
licher, zum Teil ſogar feſterer Haltung. Das Geſchäft war für
einen Samstag ziemlich lebhaft, da ſeitens der Kundſchaft
Kauf=
aufträge, allerdings hauptſächlich auf Spezialgebieten, zur
Aus=
führung kamen. Während es vormittags ſo ausſah, als ob ſich das
Schwergewicht des geſtrigen Geſchäftes auf den Rentenmarkt legen
würde, brachte die Eröffnung inſofern eine Ueberraſchung, als die
Aktien doch wieder im Vordergrunde des Intereſſes ſtanden. Mit
wenigen Ausnahmen hielten ſich die Kursgewinne aber in
Gren=
zen von 1 bis 2 Prozent. Als feſter ſind nur Ilſe Genüſſe (plus
3 Prozent), Weſteregeln (plus 4 Prozent), Allgemeine Lokal u.
Kraft (plus 3½ Prozent), Engelhardt Brauerei (plus 4½
Pro=
zent), Siemens (plus 3½ Prozent) und Farben (plus 2½ Prozent)
zu nennen. Für letztere wirken die Ausführungen auf der
General=
verſammlung nach während Siemens durch den 5prozentigen
Di=
videndenvorſchlag der Schuckert Nürnberg angeregt werden. Auch
bei der Allgemeinen Lokal u. Kraft ſtimulierte die Dividende von
5 Prozent, ebenſo erwartet man bei Engelhardt ein gutes
Ergeb=
nis. Die Limitierung der Lieferungsaufträge für USA. hatte ein
weiteres Abgleiten des Schultheiß=Kurſes um 2½ Prozent zur
Folge. Ebenſo ſtörte die zu erwartende Dividendenloſigkeit bei
Goldſchmidt und Deutſcher Eiſenhandel und führte zu einem 2
½=
bzw. 2prozentigen Rückgang. Im Verlaufe hatten Farben und
Montanwerte weiter ziemlich lebhaftes Geſchäft, die
Kursentwick=
lung war aber im allgemeinen nicht ganz einheitlich. Es
über=
wogen Beſſerungen bis zu 1 Prozent. Am Rentenmarkt war die
Tendenz dagegen ſchon zu Beginn etwas enttäuſchend. Deutſche
Anleihen bröckelten beſonders im Verlaufe etwas ab, auch
Reichs=
ſchuldbuchforderungen waren nur etwa behauptet.
Induſtrie=
obligationen büßten bis zu ½ Prozent ein.
Reichsbahnvorzugs=
aktien ſetzten ihre Aufwärtsbewegung auf 101 Prozent fort.
Mainzer Produktenbericht vom 29 April. Großhandelspreiſe
per 100 Kilo loco Mainz: Weizen (76 Kilo Hektolitergewicht) 21.,00
bis 21,25, Roggen rheinh. 16,50—17,00 Braugerſte 18,00—18,50
nominell, Induſtriegerſte 17,00—17,25, Futter= und Sortiergerſte
15,50—16,50, Malzkeime 11.00—11,50, Südd. Weizenmehl Spez. 0
30,90—31,40 Roggenmehl (60 Prozent) 23,50—24,00, feine
Weizen=
kleie 7 75—7,85, grobe Weizenkleie 8,25—8,50, Roggenkleie 8,50 bis
9,00, Weizenfuttermehl 10,00, Biertreber 12,00, Erdnußkuchen 12,00
Kokoskuchen 11,50—14,00. Palmkuchen 9.25—9,50, Rapskuchen 8,50
bis 8,75 Soyaſchrot 10,35—10,60, Trockenſchnitzel 7,75—7,85.
Ten=
denz: Ruhigeres Geſchäft gegen die Vorwoche. In Brotgetreide
Angebot weiterhin klein. Weizen zu Eoſinierungszwecken gefragt.
Preiſe für Futtermittel bei kleinem Geſchäft gehalten.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Das Angebot in deutſchen
Eiern hat infolge des Witterungsrückſchlags in den letzten Tagen
eine erhebliche Verknappung erfahren, zumal auch die Beſtände der
Kühlhäuſer reſtlos aufgebracht ſeien, und am Wochenende war
greifbare Ware überhaupt nicht am Markt. Dazu kommt, daß
in=
folge des hohen Zolls nur in ganz geringem Umfange Ware aus
dem Ausland zur Verfügung ſteht. Der Abſatz war, ſoweit Ware
vorhanden, lebhaft, die Preiſe zeigten jedoch keine ſtärkeren
Er=
höhungen. Bayern (53—55 Gramm) 750 Pfg., dito (57—58
Gramm), 8,00. Deutſche Friſcheier Sonderklaſſe 9,50, Klaſſe 4 8,75,
Klaſſe B 8,25, Klaſſe C 7.,50, Klaſſe D 7.00 Pfg.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Die Stimmung, die in
den letzten Wochen ſchon zuverſichtlicher war, war in der
Berichts=
woche ausgeſprochen feſt. Die von der Regierung durchgeführten
Maßnahmen auf dem Gebiete der Fettwirtſchaft haben das
Butter=
geſchäft zweifellos belebt. Neben der beſſeren Nachfrage der
Kon=
ditoreien und verwandter Betriebe hat ſich auch das Konſumgeſchäft
merklich gehoben, und infolge der knappen Zufuhren zogen die
Preiſe kräftig an. Deutſche Butter koſtete genau ſo viel wie
hol=
ländiſche, nämlich 108.— bis 110.— RM.
Berliner Produktenbericht vom 29. April. Das Geſchäft an
der Wochenſchlußbörſe war ſehr ruhig. Im Hinblick auf den
be=
ginnenden Liefermonat machte ſich eine gewiſſe Zurückhaltung
gel=
tend, da bereits größere Mengen zur Andienung vorgeſehen ſind.
Demgegenüber vermochte ſich die Erleichterung des
Hühnerweizen=
abſatzes noch nicht auszuwirken. Das Inlandsangebot war
keines=
wegs dringlich, hielt ſich vielmehr im Rahmen der letzten Tage.
An den außerhalb Berlins gelegenen Stationen waren für Weizen
und Roggen geſtrige Preiſe nicht immer zu erzielen. Am
Liefe=
rungsmarkte eröffnete Weizen kaum behauptet, während
Juli=
roggen bei mäßigem Angebot und einiger Nachfrage um 1.25 RM.
anziehen konnte. Weizen= und Roggenmehle haben kleines
Be=
darfsgeſchäft bei unveränderten Preiſen. Hafer und Gerſte liegen.
wie immer am Wochenſchluß, ruhig.
Veranlaßt durch die wirtſchaftliche Notlage weiter
Volks=
kreiſe und begünſtigt durch die erfreuliche Aufwärtsentwicklung im
Spareinlagenverkehr, hat die Städtiſche Sparkaſſe in
Darmſtadt beſchloſſen, den Zinsfuß für Hypotheken mit Wirkung
vom 1. April 1933 ab um ½ Prozent herabzuſetzen.
Bekanntlich wurde der Hypothekenzinsſatz am 1. Oktober 1932 von
6½ auf 6 Prozent geſenkt, ſo daß nunmehr ab 1 April
1933 der Zinsfuß nur noch 5½ Prozent (einſchließlich
Ver=
waltungskoſtenbeitrag) beträgt. Die ermäßigten Zinſen ſind
erſtmalsam 1. Juli ds. Js. zu bezahlen. Die Ermäßigung
erſtreckt ſich ſowohl auf neue Hypotheken und
Baudar=
lehen wie auf Aufwertungshypotheken und wird zu
Laſten der Zinsſpanne vorgenommen, ſo daß eine Herabſetzung des
Zinsfußes für Spareinlagen nicht eintritt. Vorbehalten bleibt
lediglich, dieſe freiwillige Zinsſenkung auf eine etwaige künftige
geſetzliche Herabſetzung anzurechnen. — Die Sparkaſſe Darmſtadt
war von jeher beſtrebt, ihre Gelder zu möglichſt niedrigen
Zins=
ſätzen auszuleihen und iſt in dieſer Richtung bahnbrechend
vor=
gegangen. Sie hofft auch mit dieſer Maßnahme zur Linderung
der allgemeinen Wirtſchaftsnot beizutragen. Von dieſer
Maß=
nahme werden rd. 22 Millionen an Hypotheken uſw. betroffen, ſo
daß der allgemeinen Wirtſchaft ein Betrag, von jährlich rund
110 000 RM. zugute kommt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Indexziffer der Großhandelspreiſe. Die vom Statiſtiſchen
Reichsamt für den 26. April berechnete Indexziffer der
Großhan=
delspreiſe hat mit 90,9 gegenüber der Vorwoche (90,8) leicht
an=
gezogen (1913 — 100). Die Indexziffern der Hauptgruppen
lau=
ten: Agrarſtoffe 81,9 (minus 0 2 Prozent), induſtrielle Rohſtoffe
und Halbwaren 87,4 (plus 0,6 Prozent) und induſtrielle
Fertig=
waren 111,3 (unverändert) Die Steigerung bei den Rohſtoffen
und Halbwaren iſt hauptſächlich eine Folge der Befeſtigung der
Weltmarktpreiſe für Nichteiſenmetalle und Textilien, die im
Zu=
ſammenhang mit den Währungsvorgängen in den USA.
einge=
treten iſt.
Verband Rheinheſſiſcher Weinhändler. In der
außerordent=
lichen Hauptverſammlung in Mainz führte, da die
Ausſchußmit=
glieder ihre Aemter niedergelegt hatten, Dr. h. c. Meesmann den
Vorſitz. Bei der Neuwahl des Ausſchuſſes wurden die bisherigen
Mitglieder, Fritz Heinrich, J. W. Harth Karl Haſſemer, Jul.
Pennrich, Auguſt Schitter, Karl Erich Schmitz, Karl Sittmann,
Joſef Neus wiedergewählt und Gg Schitt=Nierſtein Joſef Dolles=
Bodenheim, Wilhelm Mahlet=Worms und Adolf Heinrich=Mainz
einſtimmig neugewählt. Der Vorſitzende ſprach ſodann den
aus=
geſchiedenen Ausſchußmitgliedern, insbeſondere aber dem um die
Intereſſen des Verbandes und des geſamten Weinhandels
verdien=
ten langjährigen Vorſitzenden Hermann Sichel, den Dank der
Ver=
ſammlung aus und ſchloß, da niemand weiter das Wort wünſchte,
die Sitzung.
Staatskommiſſar für den Erzbergbau an Sieg, Lahn und Dill.
Vom Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Hugenberg wurde die
Ernen=
nung eines Staatskommiſſars für den Erzbergbau an Sieg, Lahn
und Dill beſchloſſen. Der Staatskommiſſar wird die Aufgabe haben,
die ſtändige Verbindung zwiſchen dem Notſtandsgebiet an Sieg,
Lahn und Dill und dem Miniſter aufrecht zu erhalten und alle die
Aufgaben einer unverzüglichen Löſung zuzuführen, die zur
Ret=
tung des Erzbergbaues in Angriff zu nehmen ſind. Als
Staats=
kommiſſar iſt Bergaſſeſſor Schleifenbaum aus Siegen in Ausſicht
genommen, deſſen Ernennung am Montag erfolgen dürfte.
Generalverſammlung Frankfurter Hof A.=G., Frankfurt a. M.
Die Generalverſammlung genehmigte bei Anweſenheit von RM.
3 042 400 Stamm=Aktienkapital und RM. 28 800 Vorzugs=
Aktien=
kapital den Abſchluß für 1932 mit 478 000 RM. Verluſt, ſowie die
vorgeſchlagene Sanierung. Von den 3,6 Mill. RM. Stammaktien
werden zunächſt 266 000 RM. eigene Aktien eingezogen und das
verbleibende Stammkapital im Verhältnis von 4:3 auf 2,5 Mill.
RM. zuſammengelegt. Das Stimmrecht der unv. verbleibenden
32 000 RM. Vorzugs=Aktien wird vom Fünfzehn= auf das
Drei=
fache zurückgeführt. Einſchließlich der aufzulöſenden
Grunderwerbs=
ſteuerrücklage von 30 000 RM. ergibt ſich ein Buchgewinn, von
866 000 RM., der zur Deckung des Verluſtes, zu
Sonderabſchrei=
bungen auf Anlagen und zur Erhöhung der geſetzlichen Rücklage
von 20 000 auf 84 000 RM. verwandt wird.
Deutſche Centralbodenkredit A.=G., Berlin. In der
General=
verſammlung der Deutſchen Centralbodenkredit A.=G., Berlin, auf
der 51 Aktionäre mit 32 292 900 RM. Aktien vertreten waren, gab
vor Eintritt in die Tagesordnung der Aufſichtsrats=Vorſitzende Dr.
Solmſſen bekannt, daß Dr. Max Fränkel aus dem Vorſtand
aus=
geſchieden und daß gegen Dr. Keup ein Verfahren eröffnet
wor=
den ſei, das auf Gebieten liege, die die Geſellſchaft nicht beträfen.
Die Verwaltung beantrage daher, Dr. Keup zu entlaſten, dagegen
bei Dr. Fränkle die Entlaſtung auszuſetzen. Der Aktionär Schlüter
(NSDAP.) begrüßte die Entfernung der Vorſtandsmitglieder, die
ſich als unwürdig zur Leitung einer Bank erwieſen hätten. Der
Abſchluß mit 6 (7) Prozent Dividende wurde einſtimmig
geneh=
migt, während der Entlaſtung der Verwaltung der Aktionär
Schlü=
ter aus formellen Gründen widerſprach. In den Aufſichtsrat
wur=
den neu gewählt Graf Alvensleben=Neugattersleben. Dr. W.
Boetz=
kes, Geh. Rat Dr. Quaatz, Dr. von Stauß Dr. G. Sachau und
Bankier L. Wirth ſowie Geh. Rat Dr. Krauſe. Zur Geſchäftslage
wurde ausgeführt, daß auch das erſte Vierteljahr 1933 keinen
Wie=
derbeginn des Beleihungsgeſchäftes gebracht hätte. Auf der
an=
deren Seite habe ſich das Ausmaß der Zurückzahlung von
Hypothe=
ken in Pfandbriefen mit bisher 14,0 Mill. RM. gegen 25,0 Mill.
RM. im gleichen Zeitraum des Vorjahres ſtark verringert.
Nachdem im vorbörslichen Frühverkehr das Geſchäft an der
Frankfurter Börſe ruhig war, waren zum amtlichen Beginn
die Kurſe allgemein feſter. Eine Anregung ging von der
unerwar=
teten Meldung aus, daß Schuckert eine 5prozentige Dividende für
das abgelaufene Geſchäftsjahr zur Verteilung bringen wird,
nach=
dem im vergangenen Jahr keine Dividende gezahlt worden war.
Weiter erwartet man mit Spannung am Montag die Rede des
Reichskanzlers Hitler; man verſpricht ſich, daß grundlegende
Fra=
gen für den Wiederaufbau der deutſchen Wirtſchaft erörtert
wer=
den. Beſonders bevorzugt waren aus oben angeführten Gründen
Schuckert, die mit 1½ Prozent, und Buderus, die 1½ Prozent
freundlicher eröffneten. Am Montanmarkt konnte eine freundliche
Stimmung im allgemeinen bemerkt werden. Gelſenkirchen lagen
um ½, Buderus um ³₈, Harpener 58, Klöckner ¼. Mannesmann /,
Mansfeld 1, Phönix 1½, Rheinbraun ½, Stahlverein 3 Prozent
freundlicher. Am Elektromarkt konnte bei Bekula der Kurs um
1 Prozent, Schuckert 1½ und Gesfürel ½ Prozent anſpringen
wäh=
rend Lahmeyer 1½ und AEG. ½ Prozent niedriger eröffneten.
Auch bei Chemiewerten konnte eine Steigerung der Kurſe
feſt=
geſtellt werden, JG. Farben lagen um 1. Rütgers 1, Deutſche Erdöl
½, Scheideanſtalt ½ Prozent freundlicher. Transportaktien
bröckel=
ten bis / Prozent ab, während Kaliwerte bis 1 Prozent
freund=
licher lagen. Der Zellſtoffmarkt lag bis 1½ Kunſtſeidewerte bis
½ Prozent freundlicher. Am großen Markt für Einzelaktien war
ebenfalls ein Anziehen der Kurſe zu vermerken. Andreae Noris
konnten ½, Deutſche Linol. 1½, Junghans ½, Metallgeſellſchaft ½,
Conti Gummi 1½ Prozent gewinnen. Holzmann und Süddeutſche
Zucker konnten ſich auf ihrem geſtrigen Kursniveau behaupten.
Der Rentenmarkt lag ruhiger bei kleinen Umſätzen. Altbeſitz
lagen 2 Prozent niedriger, während Neubeſitz und Schutzgebiete
ſich behaupteten. Im weiteren Verlaufe der Börſe konnten ſich
die Anfangskurſe bei etwas regem Geſchäft behaupten.
Tages=
geld zum Ultimo etwas verſteift bei 4 Prozent. Die Nachbörſe
war feſt. Farben hörte man mit 148 Prozent.
Biehmärkke.
j. Weinheimer Schweinemarkt vom 29. April. Zugeführt
waren 388 Tiere; verkauft wurden 325 Tiere, und zwar
Milch=
ſchweine das Stück zu 11—16 RM. Läufer das Stück zu 17—26
RM., Einleger das Stück 36 RM. Marktverlauf gut.
Kleine Wirlſchaftsnachrichten.
Der Zentralverband der deutſchen Metall= und Walzwerks=
und Hütten=Induſtrie E.V. gibt folgende, ab 28. 4 geltende
neuen Preiſe (in RM. je 100 Kg. für Abſchlüſſe auf 100 Kg.)
be=
kannt: Kupfer: Rohre 110,75 (bisher 111.25). Drähte und
Stan=
gen 77.40 (77.90). Die Preiſe für Kupfer=Bleche und Kupfer=
Scha=
len ſowie Aluminium= und Meſſing=Halbzeug blieben unverändert,
Vor Eintritt in die TO. der GV. der Geſellſchaft für Lindes
Eis=
maſchinen. Wiesbaden=München. gedachte der Vorſitzende in
ehren=
den Worten des verſtorbenen Mitgliedes Geh. Rat Buz=
Augs=
burg. Sodann genehmigte die GV. den Abſchluß mit 4 (5)
Pro=
zent Dividende. An Stelle des verſtorbenen AR.=Mitgliedes Geh.
Rat Buz wurde Dir. Otto Meyer=MAN. gewählt.
Auf Grund des Geſetzes über die vorläufige Anwendung
zwei=
ſeitiger Wirtſchaftsabkommen mit ausländiſchen Staaten vom 4.
April 1933 (Rgbl. 1. S. 162) wird hiermit verordnet, daß das in
Santiago durch Notenwechſel vom 22. April 1933 abgeſchloſſene
Handelsabkommen zwiſchen dem Deutſchen Reich und der Republik
Chile mit Wirkung vom 1. Mai 1933 vorläufig ange endet wird.
Der Londoner Goldpreis betrug am 29. April 1933 für eine
Unze Feingold 122 Sü 9 d — 87,5208 RM. für ein Gramm
Fein=
gold demnach 47,3580 Pence — 2,81386 RM. — Am freien Markte
wurden 50 000 Pfund Sterlin Gold gehandelt, die nach dem
Kon=
tinent gingen. Der Preis betrug 122/9 sh pro Unze fein.
Berliner Kursbericht
vom 29. April 1933
Deviſenmarkt
vom 29. April 1933
Me He
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban 61.25
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
DeutſcheCont. Gas 1
Mif
67.—
19.—
32.50
19.875
29.875
140.—
47.50
17.135
45.50
160.75
116.625
Deutſche Erdöl.
Mifc
Elektr. Lieferun 94.—
F. 6. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
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81.—
57.50
69.50
84.50
79.75
59.375
Werke 1 110.—
Helſingfors
Wien
Prag
Budape
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhager
Stockholm
London.
Buenos=Aire
New Yor
Belgien
Italien.
Paris
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Gelds
Krief
1o0 finn. Mk. 6.314 100 Schillinglt 45.45 100 Tſch. Kr. 12.70 100 Pengö 1o0 Leva 3.047 100 Gulden 169.48 100 Kronen 72,89 ſ1o0 Kronen 63.,64 1o0 Kronen ſ. 73.63 1 2 Stg. 1 4.24 1 Pap. Peſo ſ: Dollar 3.736 100 Belgo 68.79 100 Lire 21.36 100 7 Franes 16.56 6.326
45.55
12.72
3.05
169.89
63.76
73.77
14.28
0.353 0.857
3.744
58.91
21.80
16.60
00 Lais 73.181
Brief
21.53
36.09
92.83
5.205
13.01
2.472
2.e32
14.66
3.283
1.652
64.81
710.81
73.32
Durmſtädter und Haricnalbant Burmftaut, Mindte Mr Attsgger Bant
Frankfurter Kursbericht vom 29. April 1933.
Gee
„ Gr.IIp. 1934
„ 1935
1938
„ 193
1938
Gruppe
6 % Dtſch. Reichsan!
„ v.2
% Intern. v. 30
2 Baden ... v.21
%Bahern .. v,2
6% Heſſen ...v. 2‟
68 Preuß. St. b. 88
6% Sachſen v. 2
6% Thüringen v.2
Dtſch. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4Ü,
Ab=
öſungsanl.. . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....!
6%Baden=Baden
6% Berlin .. .v. 24
6% Darmſtadt .
68 Dresden. v. 36
6% Frankfurt a.M.
Schätze v. 29
b. 2
6%Mainz .......!
3% Mannheimv. 27
6% München v. 29
% Wiesbaden v. 28
6% Heſf. Landesbk.
Goldoblis
51% Heſſ. Landes=
Hhp.=Bk.=Liquid.
95‟
89.55
83.5
59
762,
84.
972
85
81.
85
89
83.75
98.25
84
79.5
72.5
13.8
8.475
71.5
75.5
67.5
69
68.5
*.
s6.75
76
87.75
4½4% Heſſ. Landes,
Hyp. =Bk. Liqu.
Kom. Obl. . . .
6%0 Preuß. Landes=
Pfd.=Anſt. G. Pf.
6% Goldoblig.
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. für
Heſſchldobl. R.11
6% „ „ R.12
6% Kaſſeler Land. Goldpfbr.
6%Naſſ.Landesbk.
5½%0 „Liqu. Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
„AuslSer.
AuslSer.II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
6% Berl. Hyp.Bk
½%0 „Ligu.=Pfbr.
2 Frkf. Hhp.=Bk.
5½%0 „ Lig. Pfbr.
Golboblig.
8%Frkf. Pfbr.=Bk.
5½% Lig.=Pfbr
6% Mein. Hhp.=Bl.
122 7 Lig. Pfbr.
62 Pfälz. Hyp.=Bk.
½ % n Lig. Pfbr.
6%Rhein.Hhp. Bk.
½% „ Lig. Pfbr.
Goldoblig.
Südd. Bod=
Fred.Vank
20 n Lig. Pfbr.
Württ. Hhp.=B.)
79
89
83
88.5
87.5
87.75
69.25
91‟
12.5
86
88.5
88.75
76.5
88
89
85.75
86.75
91.
891).
89.25
88.75
82.75
92
89.25
91
Muee
62Dt. Linol.=Werke
62 Mainkrw. v. 2
16% Mitteld. Stahl.
68 Salzmanncco.
6% Ver. Stahlwerke
6% Voigt & Häffne.
3. 6. Farben Bondsl
5% Bosn. L. E.B.
2 Inveſt.
5%
5 % Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze
42 Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%
% Türk. Abmin.
1. Bagdad
Zollanl.
4½8 Ungarn 1913
4½% „ 1914
Goldr.
48.
1910
4½Budp. Stadtan!
425 Liſſabon
425 Stockholm
Aßtien
Alg. Kunſtzüideunie
A. E. G. ......."
AndregeNoris Bahn
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Zellſtof
Bemberg, J. P..
Berl. Kraft u. Licht/115.5
Buderus Eiſen...
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſell
Vff
Bi.25
89.75
30,
1171.
6.5
14),
131.
5.5
9.75
28.75
104.25
60.25
25
47.5
154
„Chem.Werke Albert
Chade ........
Contin. Gummiw.
Contin. Linoleum.
Daimler=Benz ..../ 341,
Dt. Atl. Telegr. ./128
Erdöl ..... . . 1121
Dt. Goldeu.
Silber=
ſcheide=Anſtalt
Linoleum.
Dortm. Ritterbräu
Oyckerhoffe Widm
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwert /215
Eßling. Maſchinen.
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7.6. Farbeninduſtr. /147.5
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Felt. & Guillegume
Gelſenk. Bergwerk
Geſ.f.elektr. Untern
Goldſchmidt Th.
Grün cBilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hanauer Hofbrauh
Hanfwerke Füſſen
Harpener Bergbau/111
Henninger, Kempf 86
HilpertArmaturfrb./ 431,
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. .
Hochtief Eſſen..
Holzmann, Phil. . 58
Flſe Bergb. Stamm
funghans
58.75
42
175.5
48.5
16.75
73
1108
Frankfurter Ho 1 ../ 32. Reiniger, Gebbert.
99.5
87
33.25
10
96.25
Genüſſel124.5 ietz Leonhard :,
Mie
Aſchersleben
glein, Schanzlin
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Lahmeher
Laurahütt
18.
Löwenbr. Münck
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55
70
185
Af. 5
22.5
JGa
29.5
39"
13
50
97.5
54.25
209.75
169.25
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Südd. Bod.=Cr.Bk.
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796 Dt. Reichsb. Vzol=
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„n Verein. Verf.
Frankona Rück=u.M
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SchantungHandelsl
R25
107
31.75
151
52.25
97
52.5
G
61.25
92.25
88.25
136.75
104
102
52
95
106.75
18.
19
60
19.5
36.5
Sonntag, 30. April 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
der
zogen d
wie
auf den .
haltung g
ſehen ſin
arft
(1933
Nr. 119 — Seite 19
1Mder aleltantttee
Roman von
Georg von der Gabelentz.
Copyright by Verlag L. Staackmann, Leipzig, durch Dr. Präger Preſſedienſt, Wien.
Er ſtößt das Mädchen beiſeite, das eben an den Tiſch treten
will, noch einmal die Kaffeemaſchine zu füllen, und rennt hinaus.
Alles blickt ihm erſtaunt nach.
Die Tür zum Zimmer Grete Kollens findet er nur angelehnt,
hat doch die Fliehende ſie nicht geſchloſſen, um ja kein Geräuſch
zu machen.
Einige Schmuckſtücke, die er ihr geſchenkt, hat ſie auf den Boden
fallen laſſen, als dürfe ihre Hand ſie nicht mehr anrühren.
Virenius tritt auf etwas, ein goldenes Armband blitzt. Er
ſtößt es mit dem Stiefel wütend zur Seite. Ah, ſo achtet ſie ſeine
Geſchenke!
Er ſucht weiter. Etwas raſchelt unter ſeinem Fuße. Ein
llaues Heft. Was iſt das für ein Ding?
Der Profeſſor bückt ſich und hebt das Tagebuch der Ellinor
Remten auf.
Erſtaunt ſchlägt er es auf, blättert, lieſt, lieſt in Haſt Seite
um Seite.
Rote Zeilen cn Schluß? „Ich habe in ihn den Teufel erkannt.”
Die roten Zeilen flammen ihn an, blutgeſchrieben.
Da verzerrt ſich ſein Geſicht. Die Fäuſte ballen ſich. Oh, nun
verſteht er! Der Satan hat die Tänzerin irgendwo das verdammte
Heft finden laſſen, ſie hat erſchrocken, entſetzt dieſe blutfarbenen
Worte geleſen, ein Nebel iſt von ihren Augen gewichen, ſie hat
den Dämon geſehen, die von ihm zu ihr geſponnenen Fäden
zer=
riſſen. Sie iſt entflohen.
Geſprengt das mühſam geknüpfte magiſche Band!
Virenius ſinkt einen Augenblick auf das Bett, das noch in
Unordnung iſt, wie ſie es verlaſſen. Er ſtreicht darüber hin. Ob
wohl ihre Wärme noch darin iſt, Wärme eines jungen Menſchen?
Er braucht Zeit ſich zu ſammeln, ſchließt die Augen und ſtützt
den Kopf in die Rechte, während die Linke unwillkürlich das Heft
der Geſtorbenen zerknüllt.
„Alles umſoaſt,” knirſcht er, „halb ſchon die Höhe erklommen,
und von neuem hinabgeſtürzt!“
Gedanken hocken ihm auf: Ellinor Remten ſtarb, Wera von
Schwarzenfeld, die Verbindung wurde merkwürdig unterbrochen.
Grete Kollen. Diesmal hat er geglaubt, endlich ſeiner Sache
ſicher zu ſein, das Mädchen an ſich gefeſſelt zu haben. Niemand
hatte bis heute ſeinen Plan durchkreuzt. Vor den Gäſten hatte er
mißtrauiſch die Tänzerin verſteckt.
In Not hatte er ſeinerzeit Grete Kollen gefunden, Schulden
drückten ſie, keine Anſtellung, die Mutter krank. Freigebig war er
ihr beigeſprungen, hatte ſie beſchenkt, ihr alle Wünſche erfüllt, ſie
zu ſich geladen, um ihre Neigung geworben und nichts weiter
ver=
langt, als daß ſie ihm etwas von ihrer jugendfriſchen Kraft abgab,
damit er das Leben behielt, die Brücke fände zur Welt des
Außer=
menſchlichen, der Geiſter, das Land der Unſterblichkeit entdecke.
Prometheus raubte der Menſchheit vom Himmel das Feuer,
er wollte ihr ſagen können: Seht hier, ich bringe euch den Beweis
ewigen Lebens!
Prometheus war ein Halbgott, er ein alter Mann. Er
be=
durfte der Hilfe jugendlicher, unverbrauchter Weſen. Ein
ur=
altes Geheimnis: Aſſyrer, Babylonier, Aegypter hatten es ſchon
vor Jahrtauſenden genutzt, um übermenſchlich ſcheinende Taten
zu vollbringen.
Ellinor Remten, er haßte ſie heute. Und nun iſt ihm auch
Grete Kollen entflohen, weil ſie dieſe unſeligen Zeilen geleſen.
Die Flucht der Tänzerin wirft ihm die Laſt von zehn Jahren
auf die Schultern, ſtößt ihn wieder an den Rand ſeines Daſeins.
Er aber bedarf des Lebens, krallt ſich an ſeine Gedanken
Wünſche, Pläne.
Soll er denn wirklich, weil dieſe Geſchöpfe ihm immer wieder
entgleiten, das Ziel ſeines Arbeitens und Forſchens nicht erreichen
dürfen?
Soll er die Erlöſung des Menſchen von der Furcht vor dem
Tode nicht finden können auf ſeinem Wege, indem er die
über=
ſinnlichen Kräfte in ſeinen Dienſt zwingt, indem er zeigt, daß
Leben und Tod eins, Geiſter und Menſchen nur verſchiedene
Zu=
ſtände, Bilder des gleichen Weſens ſind?
Er muß das Ziel gewinnen, mögen ihn auch die Menſchen
einen Narren ſchelten! Jeder große Entdecker hat dies Los geteilt.
Entrann ihm das Mädchen, nun, ſo wird er ein neues Opfer
ſuchen! Ein neues! Noch einmal Wera von Schwarzenfeld?
Virenius erhebt ſich, geſtrafft, entſchloſſen, ſeinem geheimen
Ziel zuzugehen.
Das Papier mit den roten Zeilen kniſterte in ſeiner
ge=
krampften Hand.
Niemand mehr darf die Worte ſehen. Er wird die
Nieder=
ſchrift verbrennen, dort in der Ecke ſteht ja der Ofen.
Als er vor dem Spiegel über dem Waſchtiſch vorüberſchreitet,
faßt ihn etwas an der Bruſt. Trat jemand vor ihn? Er bleibt
ſtehen und ſtarrt in das mattbelichtete Glas, lächelt, ſtaunt.
Aus dem Glaſe grinſt ihn das andere Antlitz an. Höhniſch.
Ueberlegen? Faſt ſcheint es ihm ſo, überlegen.
Oh, er kennt es, das andere Ich, das ſich geſpenſtiſch
von ihm löſt und das er am Ende doch nicht immer zwingen
kann, wie er möchte.
Der Profeſſor wendet ſich ab. Das Bild im Glas
verſchwin=
det. Es iſt nichts geweſen, nichts. Ein Spiegelbild, lebt nur,
wenn man es haben will.
Virenius trippelt zum Ofen, öffnet die Eiſentür und wirft
das Tagebuch hinein. Ein brennendes Streichholz zuckt nach den
Seiten. Sie glimmen, flammen auf, Rauch wölkt. Der Alte ſieht
triumphierend zu.
Mit einmal blättert die Hitze im dunklen Ofenloch Seite um
Seite um, bis Virenius wieder die blutfarbenen Zeilen der
letzten Worte gewahrt. Da bläſt er, faucht er wütend in die
Flammen. Nun frißt die Flamme auch ſie. Die Zeugen des
dunklen Geſchehens werden zu Aſche. Feſt ſchraubt er die
Eiſen=
tür des Ofens zu, erhebt ſich und verläßt das Zimmer.
Als er in den Salon zurückkehrte, ſuchte ihn das Mädchen
auf. Die Herren ſtänden unten in der Halle und ſeien im
Be=
griff, einen Spaziergang zu machen; ob er nicht mitkommen
möchte. Nach dem Verbleib der Tänzerin ſchienen ſie nicht
ge=
fragt zu haben.
Virenius lehnte ab, er müſſe ſich mit ſeinen Studien
beſchäſ=
tigen, hoffe aber, die Herren würden ſich gut unterhalten und
bald wieder da ſein.
Nach einer Stunde kamen die Spaziergänger heim. Sie
fan=
den den Profeſſor vor einem auf Pappe aufgezogenen Stich
ſitzen. Er trug eine Brille, hatte das Bild einer offenen Mappe
entnommen, am Fenſter vor ſich gegen einen Stoß Bücher
ge=
lehnt und betrachtete es, ohne ſich durch das Eintreten ſeiner
Gäſte ſtören zu laſſen.
Erſt als der Münchner auf ihn zuging und ihm eine
An=
ſichtskarte überreichte, die der Profeſſor mit flüchtigem Blick
ſtreifte, um ſie dann in ſeiner Taſche verſchwinden zu laſſen,
legte er mit einem Seufzer das Bild auf die Tiſchplatte zurück.
Wendlow näherte ſich ihm. Seine Augen ſtreiften das Bild.
Holla, durchfuhr es ihn, dies Antlitz ſahſt du ſchon einmal!
Es glich jenem Porträt in Schlehburg, glich Wera.
Das Mädchen im Koſtüm, ſollte dir da der Zufall nicht...
Virenius nahm die Brille ab, und als habe er die Gedanken
Doktor Wendlows erraten, hielt er das Blatt in die Höhe und
rief mit dem Blick die Herren zu ſich.
(Fortſetzung folgt.)
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Seite 20 — Nr. 119
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 30. April 1933
Vereinigung
früherer
Leibgardiſten
Darmſtadt.
Heute und folgende Tage
Montag, 1. Mai
Beteiligung am
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Antreten der Kameraden, ſowie des
Spielmannszugs u. der Kapelle ehem.
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Beteiligung iſt Pflicht. — Kleidung:
Dunkler Anzug, kein Zylinder. Orden
und Ehrenzeigen ſind anzulegen. (5723
Der Vorſtand.
Zum Tag der deutschen Arbeit!
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Montag, 1. Mai (Nationalfeiertag)
Konzert min Land
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(Rundfunkübertragung). (5729
Heute und folgende Tage
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und Bregenzerwald
vom 6. 5. bis 14. 5. 1933,
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Sonntag: 2, 4, 6 und 820 Uhr.
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Montag: 4, 6 und 8.20 Uhr.
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Hierdurch beehre ich mich, einem geehrten Publikum von
der Stadt und Umgebung ergebenst anzuzeigen, daß ich
von heute ab als neuer Inhaber der
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den Ausschank der Kronenbrauerei Wiener eröffnet habe.
Mein eifrigstes Bestreben wird sein, die mich beehrenden
werten Gäste zufrieden zu stellen.
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Darmſtadt, Adolf=Hitler=Platz 4, u. bei
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Diens=
tag, den 2. Mai 1933 der Darmſtädter Bevölkerung zur
Benutzung wieder offen und zwar während der
Semeſter=
monate Mai, Juni und Juli an Wochentagen nur
vor=
nittags von 7—2 Uhr, an Sonn= und Feiertagen vormittags
von 7—1 Uhr; In den Ferienmonaten Auguſt und
Sep=
tember an Wochentagen von 7 Uhr bis zum Einbruch der
Dunkelheit, an Sonntagen nur vormittags von 7—1 Uhr.
Gebühren für den Beſuch des Sportplatzes und
Schwimmbades.
„ .0.50 RM.
Einzelkarte: für Erwachſene . . . .
für Kinder bis 16 Jahre . . 0.20 RM.
(Zutritt nur in Begleitung des
Vaters oder der Mutter).
4.00 RM.
Zehnerkarte: für Erwachſene . .
6.00 RM.
Monatskarten: Hauptkarte . . .
4.00 RM.
Nebenkarte . . .
Kinderkarte für Kinder bis
16 Jahre . . . . . . . . . . 2.00 RM.
(Zutritt nur in Begleitung des
Vaters oder der Mutter).
(5666
Kartenausgabe:
Die Ausgabe der Monatskarten erſolgt wochentags von
9—12 Uhr in den Geſchäftsſtunden des Inſtituts für
Leibes=
übungen bis Samstag, den 13. Mai in der Otto Berndt=
Halle, Zimmer 4, ab Montag, 15. Mai im Hochſchulſtadion.
Einzel= und Zehnerkarten ſind am Platzeingang erhältlich