Einzelnummer 15 Pfennige
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Franfurt a. M. 1301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt=
Wöchentliche iUnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſebenen Orlainal=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſkattet
Nummer 344
Sonntag, den 11. Dezember 1932. 195. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreite Darmſtadt 23 Reichspfg
finanzAnzelgen 35 Relchspfg. Rellamezelle (92 mm
breit/2 Reichsmarl. Anzeigen von auswärte 35 Reichspfg.
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw erliſcht
ſede Verpfliſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſung von Schadenerſatz. Bei
Kondurt oder gerſchlſcher Beitreſbung fäſl ieder
Rabatl weg. Banſklonto Deuiſche Bani und Darme
ſädter und Nallonalbank.
Noch keine Entſcheidung in Genf.
ſer Kamr” um die Herriol=Formel. — Nach franzöſiſcher Auffaſſung ſoll die Gleichberechkigung erſt das
Endergebnis des Sicherheits= und Abrüſtungsſyſtems ſein. — Für Deutſchland iſt nach wie vor
grundſähliche Anerkennung der Gleichheit des Stakus die unerläßliche
Borbedingung für jede weitere Teilnahme an der Konferenz.
eines Miniſterratsbeſchluſſes telephoniſch unterrichtet worden,
NA Bermttklungsvorſchtag Macdonalds Macdonald zu erklären, daß die franzöſiſche Regierung, der am
Samstag abend in der Fünf=Mächte=Konferenz ausgearbeiteten
ſer
ga !
Die Kabinekie von Berlin, Paris und Rom
ſollen ſich äußem.
Geuf, 10. Dezember.
Bei den Genfer Fünfmächte=Beſprechungen, die am Samstag
end um 8 Uhr auf den Sonntag vertagt wurden, hat man nach
mer Mitteilung des italieniſchen Delegierten Roſſo eine
allge=
vine Vermittlnugsformel gefunden, die in den nächſten Tagen
m Regierungen zur Stellungnahme unterbreitet werden ſoll.
Bei den heutigen Beſprechungen handelte, es ſich wieder
drum, die Gegenſätze zu überbrücken, die durch das Feſthalten
) Franzoſen an der Herriot=Formel einerſeits und die deutſchen
Drſchläge andererſeits entſtanden ſind. In den heutigen
Unter=
hitungen hat ſich Macdonald darum bemüht, eine
Uebereinſtim=
uung zwiſchen den beiden Standpunkten herbeizuführen, von
men der franzöſiſche die Auffaſſung vertritt, daß
de Gleichberechtigung erſt das Endergebnis des
Eicherheits= und Abrüſtungs=Syſtems ſeiniſoll,
wihrend in den deutſchen Auslegungen der
Her=
ſyot=Formulierung die Gleichheit des Status
esGrundlage für das künftige Werk der
Kon=
hrenz, alſo in gewiſſer Hinſicht als
Ausgangs=
unkt der Verhandlungen betrachtet wird.
Nach einer abends von der engliſchen Delegation ausgegebenen
lutlichen Mitteilung führten die Gleichberechtigungsgeſpräche bis
un Abend „zu einem Stand, bei dem beſchloſſen wurde, daß die
hegierungen von Frankreich, Deutſchland und
Ualien über die Vorſchläge befragt werden
ſor=
lnn, die zur Erörterung ſtehen”. Dieſe engliſche
Mit=
telung geht alſo nicht ſo weit, wie die obige Erklärung des Ita=
Einers Roſſo, wonach eine allgemeine Vermittlungsformel
gefun=
ön ſein ſoll. Die Beſprechungen ſind daraufhin am Samstag
end nicht mehr fortgeſetzt worden. Der Abſchluß der
Fünf=
lnchte=Beſprechungen iſt für Sonntag vorgeſehen. Der Vorſitzende
de Konferenz, Macdonald, der ſich zur Aufgabe geſetzt hat, die
Rickkehr Deutſchlands zur Abrüſtungskonferenz zu ermöglichen,
ſt die anderen Teilnehmer der Konferenz für Sonntag zu einem
Fühſtück eingeladen. Reichsaußenminiſter von Neurath hatte
be=
uts am Samstag abend eine telephoniſche Unterredung mit
Ber=
t. Es iſt in Ausſicht genommen, daß der deutſche
Außenmini=
ſe bis Sonntag vormittag über den Standpunkt des Reichs=
mzlers von Schleicher unterrichtet wird.
Der Verlauf der heutigen Beſprechungen.
Am Samstag vormittag hatte unter dem Vorſitz von Mac=
Mald ein Sachverſtändigen=Komitee getagt, das den Verſuch
fänchte, aus den verſchiedenen, in den letzten Tagen vorgebrachten
Etwürfen einen brauchbaren Vorſchlag zu entwickeln. Dabei
kilte ſich aber heraus, daß über die weſentlichſten
hnkte allgemeine Meinungsverſchiedenheiten
ſerſchen.
Eine Klärung brachte dann die
Nachmittags=
litz ung der Fünf=Mächte=Konferenz, die um 2.30 Uhr begann.
Iter den Beratungsgegenſtänden dieſer Konferenz befanden ſich
1 zwei deutſchen Rückfragen über den Umfang der
Gleichberech=
hung und die Sicherheit und,
als neues Moment ein englicher Enkwurf.
die Gleichberechtigung — nach Anſicht der anderen — in einer
F Deutſchland befriedigenden Weiſe regeln ſoll.
Die nun folgenden Auseinanderſetzungen gerieten infolge des
hnzöſiſchen Widerſtandes gegen jede über die Herriot=Formel
hausgehende Präziſierung wiederholt auf den toten Punkt.
Gließlich kriſtalliſierte ſich jedoch eine Formulierung heraus, die
dutſchland die Möglichkeit geben ſoll, unter Zuſicherung der
ſeichberechtigung wieder zur Abrüſtungskonferenz zurückzukehren=
Dieſe neue Formulierung, die die verſchiedenen in der
Dis=
ſion zutage getretenen Geſichtspunkte, insbeſondere auch die
Emon=Erklärung berückſichtigen ſoll, wurde dem Kabinett in
brlin, Paris und Rom zur Stellungnahme unterbreitet. Bis
un Vorliegen der Antworten der Regierungen, die hier für
hnntag vormittag erwartet werden, iſt über den genauen In=
I0t der Formel Stillſchweigen vereinbart worden. Man iſt
hmlich geſpannt, wie die franzöſiſche Regierung auf die jetzt
!gearbeitete Formulierung antworten wird, und die
Ver=
ntung liegt nahe, daß trotz der in ſpäter Nachtſtunde aus Paris
ngegangenen Zuſage doch der Verſuch gemacht werden wird, die
fmze Angelegenheit dilatoriſch zu behandeln.
Der Gleichberechtigungsvorſchlag läßt, wie wir hören, an
Möglichkeiten von Abänderungen zu, ſo daß in dieſem Falle
1ſt einer Fortſetzung der Konferenz um einige Tage gerechnet
hrden könnte. Sollte aber von einer Seite eine negative Ant=
Art erteilt werden, ſo wären damit weitere Verhandlungen
aus=
ſtslos.
Annahme der Simon Formel durch Frankreich.
Der franzöſiſche Vertreter auf der Fünf=Mächte=Konferenz, der
ſinzöſiſche Kriegsminiſter Paul=Boncour, iſt, wie in ſpäter
Nacht=
unde noch bekannt wird, noch in der Nacht vom Samslag auf
huntag vom franzöſiſchen Miniſterpräſidenten Herriot anf Grund
Erklärung über die Wiederkehr Deutſchlands zur
Abrüſtungs=
konferenz zugeſtimmt. Paul=Boncour hat den Auftrag bereits
aus=
geführt.
Keine Nachkſikung des Reichskabinetls.
Berlin, 10. Dezember.
Die im Zuſammenhang mit der Uebermittlung der neuen
eng=
liſchen Formel zur Gleichberechtigung bzw. Abrüſtungsfrage an die
Kabinette Berlin, Paris und Rom aufgetauchten Gerüchte, wonach
das Reichskabinett noch Samstag nacht über die Formel
be=
raten würde, ſind nicht zutreffend. Wie bereits aus unſerem
Gen=
fer Bericht erſichtlich iſt, wird ſich der Reichskanzler am Sonntag
vormittag über dieſe Frage entſcheiden. Wie wir hören, wird dieſe
erſt nach einer weiteren telephoniſchen Fühlungnahme mit dem in
Genf weilenden Reisaußenminiſter Freiherr v. Neurath erfolgen.
Der letke deutſche Vorſchlag.
Der deutſche Außenminiſter beharrt auf dem
deutſchen Standpunkt in der
Gleichberechtig=
ungsfrage, wie er in dem Memorandum der deutſchen
Regie=
rung an die franzöſiſche Regierung vom 29. Auguſt dargelegt
wor=
den iſt. Dieſer Standpunkt iſt kurz der, daß Deutſchland auf
der möraliſchen juriſtiſchen und qualitatziven
Gleichberechtigung beſteht, daß unſere Vertreter aber
bereit ſind, über die Anerkennung dieſer
Grund=
ſätze in quantitativer Beziehung zu verhandeln.
Herr v. Neurath hat Macdonald eine Aufzeichnung übergeben;
er hat für den Abſchluß, der Fünf=Mächte=
Kon=
ferenz ein offizielles Communiaué
vorgeſchla=
gen. Darin wird als maßgebend für die künftige Haltung der
Mächte auf der Abrüſtungskonferenz ſowohl die bekannte
Herriot=Formel, wie auch die Auslegung, die ihr
von deutſcher Seite gegeben wird,
vorgeſchla=
gen. Der deutſche Entwurf dieſer Erklärung hat
folgenden Wortlaut:
Die Vertreter Deutſchlands, Großbritanniens, Frankreichs,
Italiens und der Vereinigten Staaten haben vom 6. bis rten
Dezember in Genf inoffizielle Beſprechungen abgehalten. Der
franzöſiſche Miniſterpräſident hat folgende Erklärung abgegeben:
Frankreich erkennt an, daß es eines der Ziele der
Abrüſtungs=
konferenz iſt. Deutſchland und den anderen abgerüſteten Mächten
Gleichberechtigung zu gewähren in einem Syſtem, das allen
Staa=
ten Sicherheit verſchafft.
Der deutſche Außenminiſter hat von dieſer Erklärung
Kennt=
nis genommen und ſeinerſeits erklärt, daß die Rückkehr
Deutſchlands zur Abrüſtungskonferenz nur in
Ausſicht genommen werden könne, wenn die bei
den gegenwärtigen Beſprechungen vertretenen
Regierungen ſich während der künftigen
Konfe=
nenzarbeiten von folgenden Geſichtspunkten
leiten laſſen:
1. Die Gleichheit der Rechtslage ſoll in der künftigen
Konven=
tion in jeder Hinſicht praktiſche Wirkung erhalten und ſoll
dem=
entſprechend die Grundlage für die künftige Arbeit der
Konfe=
renz, ſoweit die abgerüſteten Staaten in Betracht kommen, bilden.
2. Der Begriff „Syſtem, das allen Staaten Sicherheit
ver=
ſchafft”, umfaßt das Element der Sicherheit, das, wie von der
Verſammlung anerkannt worden iſt, in der allgemeinen
Abrü=
ſtung liegt.
Die an dieſen Beſprechungen teilnehmenden Mächtevertreter
ſind ſich darüber einig, daß dieſe Punkte künftig für die Haltung
ihrer Regierung auf der Konferenz maßgebend ſein werden.
Ein japaniſcher Flotkenabrüſtungs=Borſchlag.
Der Generalſekretär des Völkerbundes unterbreitete den an
der Abrüſtungskonferenz teilnehmenden Mächten einen japaniſchen
Vorſchlag in der Flotten=Abrüſtung, der die Höchſttonnage für die
einzelnen Schiffsklaſſen und ihre Beſtückung ſowie die Verteilung
der Tonnage auf die fünf Seemächte Amerika, England, Frankreich,
Italien und Japan feſtſetzt. Das hervorſtechendſte Merkmal des
japaniſchen Planes iſt, die Höchſt=Tonnage der Linienſchiffe auf
25 000 Tonnen pro Schiff zu begrenzen und die Flugzeug=
Mutter=
ſchiffe abzuſchaffen.
2as akademiſche Werkjahr.
* Berlin, 10. Dez. (Priv.=Tel.)
Die Bemühungen um das akademiſche Werkjahr ſind trotz der
Schwierigkeiten, die ſich ſeiner Durchführung entgegenſtellen, im
Reichsinnenminiſterium noch nicht aufgegeben. Es iſt ſogar
neuer=
dings in Ausſicht geſtellt, für den 19. Dezember eine Konferenz
der Länderminiſter nach Berlin einzuberufen, die dann zu einem
endgültigen Ergebnis kommen ſoll. Dazu ſind auch bereits neue,
allerdings wohl mehr unverbindliche Vorſchläge gemacht worden,
die darauf hinauslaufen, das Werkjahr auf ein Semeſter
abzu=
kürzen und dafür dann den Eltern die Finanzierung zu überlaſſen.
Ein der praktiſchen Durchführung wahrſcheinlich ebenſo
unmög=
licher Ausweg, ſchon weil damit das Problem, wie und wo die
Studenten untergebracht werden ſollen, noch in keiner Weiſe
ge=
löſt iſt.
Die Woche.
Die kurze Tagung des Reichstags, die ſchließlich mit einer
Vertagung auf unbeſtimmte Zeit endete, hat innerpolitiſch eine
ganz neue Lage geſchaffen. Herr v. Schleicher ſeit einer Woche
Kanzler des Deutſchen Reiches, hat ſeinen erſten großen Erfolg
dabongetragen. Wenn man die Dinge nüchtern anſah, mußte
man dem Zuſammentritt des Reichstags am 6. Dezember mit
allergrößter Skepſis entgegenſehen. Auch wenn der neu ernannte
Kanzler unſtreitig bei den Parteien des Reichstags nicht auf ſo
ſtarken Widerſtand ſtieß wie ſein Vorgänger, ſo war die
par=
lamentariſche Lage ſchließlich doch nicht viel anders als etwa
die nach der Wahl im Juli d. J. Auch Herr v. Schleicher
ver=
trat eine autoritäre Regierung, eine Regierung, die ſich allein
auf den Reichspräſidenten ſtützt, eine Regierung, die zudem
entſchloſſen ſein mußte, nötigenfalls auch den Kampf mit dem
Parlament aufzunehmen. Auf der anderen Seite aber mußte
die Ausſicht auf eine durchgreifende Selbſtbeſinnung der
Par=
teien außerordentlich gering erſcheinen, beſonders nach der
Ent=
wicklung der Dinge während der letzten Regierungskriſis. Immer
wieder hatte insbeſondere die Nationalſozialiſtiſche Partei jeder
nicht von Hitler geführten Reichsregierung ſchärfſten Kampf
an=
geſagt, immer wieder war erklärt worden, daß die
National=
ſozialiſtiſche Partei nicht daran denke, die neue Regierung
Schleicher auch nur zu tolerieren. Selbſt wenn man alſo
an=
nehmen wollte, daß die Parteien zwiſchen Sozialdemokratie und
Nationalſozialismus einſchließlich des Zentrums der
Aeichs=
regierung keine Schwierigkeiten machen würden, mußte man
damit rechnen, daß ſich ſchon bei der erſten Gelegenheit
National=
ſozialiſten, Sozialdemokraten und Kommuniſten, die im
Reichs=
tag ja über mehr wie eine Zweidrittelmehrheit verfügen, zum
Sturz der Regierung zuſammenfinden würden. Man mußte mit
dem offenen Ausbruch des Konfliktes auch dann rechnen, wenn
ſich die Nationalſozialiſten nur der Stimme enthielten, da i9
einem ſolchen Falle Sozialdemokraten und Kommuniſten die
Mehrheit gehabt hätten. Es hätte unter dieſen Umſtänden ein
außerordentlicher Optimismus dazu gehört, an eine Möglichkeit
zu glauben, den abermaligen Ausbruch des offenen Konfliktes
zwiſchen Regierung und Parlament zu vermeiden, und man
kann wohl verſtehen, daß nur ſehr wenige Menſchen einen ſo
weitgehenden Optimismus aufzubringen vermochten. Aber
dieſe wenigen Optimiſten, zu denen wir nicht gehört
haben, haben Recht behalten, und darüber wollen wir
uns im Intereſſe des deutſchen Volkes, im Intereſſe einer
ruhigen Weiterentwicklung von ganzem Herzen freuen.
Die Regierung wünſchte eine Vertagung des Parlainents
über Weihnachten hinaus, bis mindeſtens in den Januar hinein,
mit der Begründung, daß ſie erſt in Ruhe ihr Programm
aus=
arbeiten wolle. Selbftverſtändlich, daß dabei auch ſehr ſtark
der Gedanke mitgeſprochen hat, zunächſt einmal durch die
Ein=
ſchaltung einer Ruhepauſe Zeit zu gewinnen, Zeit zu gewinnen
insbeſondere zu notwendiger praktiſcher Arbeit. Daß die
Par=
teien der Oppoſition, insbeſondere die Kommuniſten, das ſchwere
Geſchütz des parlamentariſchen Mißtrauensvotums möglichſt
ſofort auffahren würden, ſtand von vornherein feſt. Die
Nationalſozialiſtiſche Partei aber iſt trotz ihrer vorherigen
Erklärungen alsbald aus der Front der unbedingten Oppoſition
ausgebrochen. Als die Kommuniſten vor Beginn der
Verhand=
lungen über die Aufhebung der ſozialpolitiſchen Beſtimmungen
der letzten Notverordnung die Herbeirufung des Reichskanzlers
beantragten, und als die Sozialdemokraten dieſen Antrag
unter=
ſtützten, fand ſich zum erſten Mal eine Art von neuer Regi= zuſammen: die Nationalſozialiſten ſtimmten ei.
ein=
ſam mit allen übrigen Parteien den ſich gegen die Regierung
geſchichtliche Bedeutung behalten, weil er den erſten Verſuch der
lamentariſche Arbeit einzugliedern. Man war ganz
offenſicht=
lich in der Fraktion des Herrn Dr. Frick bemüht, unter allen
Umſtänden jeden Konflikt zu vermeiden. Man verzichtete
des=
wegen ſogar darauf, den eigenen Antrag zu begründen, der die
Frage der Stellvertretung des Reichspräſidenten im
Ver=
hinderungsfall grundſätzlich regeln ſollte, und der ja dann
ſchließlich auch mit Zweidrittelmehrheit angenommen wurde.
Welche Gründe die Nationalſozialiſtiſche Partei veranlaßt haben,
ihre Haltung der Reichsregierung gegenüber ſo gründlich
um=
zuſtellen, ob die Entſchloſſenheit der Regierung, den Reichstag
im Konfliktsfall ſofort aufzulöſen und möglichſt ſofort
Neu=
wahlen auszuſchreiben, in Anbetracht der Thüringer
Wahl=
ergebniſſe vom letzten Sonntag dabei eine vielleicht nicht
unbe=
trächtliche Rolle geſpielt hat, das alles iſt nicht ſo wichtig wie
die Tatſache, daß durch die Schwenkung der Nationalſozialiſten
der faſt unvermeidbar ſcheinende Konflikt zwiſchen Regierung
und Parlament vermieden worden iſt.
Kein Wunder, daß an dieſem Mittwoch=Abend, nachdem an
der Annahme des Vertagungsbeſchluſſes, der dann am Freitag
erfolgt iſt, kein Zweifel mehr beſtand, in der Wandelhalle des
Reichstags roſenroter Optimismus herrſchte. Selbſt die
Hoff=
nung, daß auch bei einem Wiederzuſammentritt des Reichstags
im Januar ein Konflikt vermieden werden kann, erſchien nicht
mehr völlig utopiſch. Auf alle Fälle aber war ja nunmehr eine
politiſche Ruhepauſe von mindeſtens einigen Wochen geſichert,
die politiſche Ruhepauſe, auf welche die deutſche Wirtſchaft ſo
lange vergeblich hoffte.
Wenn man von deutlichen Anzeichen einer wirtſchaftlichen
Beſſerung ſpricht, ſo iſt das ja keine Phantaſie, ſondern es handelt
ſich dabei um die höchſt nüchterne Sprache der Zahlen. Wenn
die deutſche Stahlerzeugung in letzter Zeit um annähernd
30 Prozent geſteigert werden konnte, wenn in allerjüngſter Zeit
Millionenaufträge aus überſeeiſchen Ländern hereingefloſſen, die
in den letzten Jahren als Käufer deutſcher Waren gar nicht
mehr in Frage kamen, ſo ſind das doch ebenſo wie vieles andere
Tatſachen, die beweiſen, daß wir den Tiefpunkt unſerer
Wirt=
ſchaftskriſis überwunden haben. Aber unter dem Alpdruck
unſerer ſchweren innerpolitiſchen Sorgen, konnte ſich
verſtänd=
licherweiſe deutſche Unternehmungsluſt bisher nicht entfalten.
Lähmend lag über allem die Sorge um unſere künftige
inner=
politiſche Entwicklung. Dieſe Sorge kann jetzt, zum mindeſten
für die nächſte Zeit, in den Hintergrund treten. Mit friſchem
Mut kann die deutſche Wirtſchaft an die Arbeit gehen. Freilich,
noch iſt das Geſpenſt der Not nicht gebannt, noch warten Mil=
Seite 2 — Nr. 944
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
lionen deutſcher Menſchen auf den Tag, der ſie wieder geregelter
Arbeit zuführen, der ihnen wieder eine geſicherte Exiſtenz ſchaffen
ſoll. Aber die Hoffnung auf dieſen Tag iſt nicht mehr eine
Chimäre, ſie iſt Gott ſei Dank begründet, wenn das deutſche
Volk endlich den Wert oder vielmehr den Unwert ſeiner
partei=
politiſchen Streitereien erkannt. Parteien ſind nun einmal
niemals Selbſtzweck, ſondern ſtets nur Mittel zum Zweck. Nicht
um die Exiſtenz der Parteien handelt es ſich, ſondern um die
Exiftenz der deutſchen Nation.
Wir vermögen deswegen auch nicht zu glauben, daß den
Auseinanderſetzungen, die ſich jetzt innerhalb der
National=
ſozialiſtiſchen Partei ergeben haben, die Bedeutung zukommt,
die ihnen in einem Teil der öffentlichen Meinung beigelegt
wird. Die Briefe Straſſers und Feders an die Parteiführung
bedeuten für den nüchternen Beobachter der Dinge gar keine
Ueberraſchung. Daß innerhalb der nationalſozialiſtiſchen
Füh=
rung ſehr ernſthafte Meinungsderſchiedenheiten beſtehen, war ja
ſeit langem bekannt, und die Taktik der Parteipreſſe,
grund=
ſätzlich alles abzuleugnen, war ſicherlich nicht beſonders geſchickt.
Daß die Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen der Richtung, die
Herr Goebbels in Berlin und bis zu einem Grade auch Herr
Gvering vertritt, einerſeits, und den Leuten um Straſſer und
Frick andrerſeits, auch bei der Löſung der letzten
Regierungs=
kriſis eine nicht unerhebliche Rolle geſpielt haben, war kein
Geheimnis. In der nationalſozialiſtiſchen Preſſe tut man ſo,
als ob dieſe ganze Angelegenheit nur von böswilligen Gegnern
künſtlich aufgebauſcht ſei. Möglich, daß bei ausgeſprochen
partei=
politiſch eingeſtellten Gegnern eine gewiſſe Schadenfreude
vor=
handen iſt. Aber wenn man nicht in parteipolitiſchen
Gedanken=
gängen befangen iſt, wenn man die Parteien nicht als
Selbſt=
zweck, ſondern nur als Mittel zum Zweck anſieht, hat man
wahrlich keinen Grund, ſich über die Auseinanderſetzungen, die
jetzt innerhalb der NSDAP. ſtattfinden, irgendwie zu freuen.
Dazu wäre nur Anlaß, wenn man überzeugt ſein könnte, daß
durch die jetzigen Auseinanderſetzungen eine endgültige Klärung
über den Kurs der Nationalſozialiſtiſchen Partei herbeigeführt
werden könnte. Gegen eine ſolche Möglichkeit aber ſpricht
außer=
ordentlich viel. Schließlich muß man ſich ja auch eines ſagen:
Man mag zu den Gedankengängen Herrn Straſſers ſtehen wie
man will, man mag ſie noch ſo ſcharf ablehnen, es wäre für
unſere innerpolitiſche Entwicklung ganz gewiß kein Gewinn,
wenn ein Mann von den menſchlichen Qualitäten Herrn
Straſſers das Feld Herrn Goebbels und ſeinen Freunden
über=
laſſen würde. Richtungskämpfe innerhalb der Parteien hat es
in Deutſchland ſchon oft gegeben. Man ſollte ihre Bedeutung
nicht überſchätzen. Ob mit oder ohne Herrn Straſſer und ſeine
Freunde, die Nationalſozialiſtiſche Partei, die ſich in
beiſpiel=
los kurzer Zeit zu ihrer jetzigen ziffernmäßigen Stärke entwickelt
hat, wird ſehr bald, aller Vorausſicht nach ſchon im Januar,
ſich vor ernſte politiſche Entſcheidungen geſtellt ſehen, und ihr
weiteres Schickſal wird davon abhängen, ob dann die Führung
der Partei den an ſie herantretenden Aufgaben gewachſen
ſein wird.
Für das deutſche Volk in ſeiner Geſamtheit iſt die
National=
ſozialiſtiſche Partei nur ein Faktor in der politiſchen Rechnung.
Wichtiger als parteipolitiſche Richtungsſtreitigkeiten muß ihm
unſere geſamtpolitiſche Entwicklung ſein. Wir hoffen, daß dieſe
Entwicklung aufwärts geht, und glauben, daß dieſe Hoffnung
begründet iſt. Wir glauben auch berechtigt zu ſein zu der
Hoffnung, daß der derzeitige Reichskanzler die Fähigkeiten
be=
ſitzt, das deutſche Volk mit ſtarker Hand zu führen. Der erſte
große Erfolg, den Herr v. Schleicher in dieſer Woche
davon=
getragen, iſt mehr wert als irgendwelche gefühlsmäßigen Ein=
M.
ftellungen.
Frankreich muß bezahlen.
Waſhington, 10. Dezember.
Die amerikaniſche Antwortnote auf die zweite franzöſiſche
Schuldennote iſt im weſentlichen mit der Antwort an England
identiſch. In ihrem zweiten Teil wird ſie jedoch ſehr deutlich
in der Feſtſtellung, daß nach Anſicht der amerikaniſchen
Regierungskreiſe die Zahlung der franzöſiſchen
Dezemberrate weder Frankreichs wirtſchaftliche
Erholung noch die franzöſiſche Währung
irgend=
wie ungünſtig beeinflaſſe. Frankreich habe ſehr
reich=
liche Goldvorräte, und es ſei für die Frage des Transfers
gleich=
gültig, ob ſie in öffentlichem oder privatem Eigentum ſtänden. Der
Transfer mache jedenfalls keine Schwierigkeiten. Die Noie ſchließt
mit der ernſten Mahnung, die Zahlung am 15.
Dezem=
ber ſei wichtig, wenn man einer ſpäteren
Diskuſ=
ſion des Schuldenproblems den Wegebnen wolle,
Sowohl der Inhalt als auch der Ton, in dem die Note
gehal=
ten iſt, ſpiegelt die ſcharfe Verſtimmung wieder, die die Haltung
Frankreichs in der Schulden= und Abrüſtungsfrage ſowohl im
Kongreß als auch in der amerikaniſchen Preſſe hervorgerufen hat.
Geheimrat Prof. Fiſchers wichtige Entdeckung.
Der Kampf gegen die Gasvergiftungen. — Tomaten als „
Detek=
tive‟. — Licht und Wärme durch Sumpfgas.
Von Dir. Dr. Popofſky.
Leuchtgas beſteht bis zu einem Fünftel aus dem brennbaren
und äußerſt giftigen, vollkommen farb= und geruchloſen
Kohlen=
oxydgas. Gerade die beiden letztgenannten Eigenſchaften hindern
uns, das Gas irgendwie wahrzunehmen. Beſonders empfindlich
für das Kohlenoxydgas ſind viele Pflanzen. Es iſt dem
Bio=
logen bekannt, daß in ſeinem Laboratorium Pflanzenzuchten
ſchlecht aufgehen und ſpäter verkümmern, wenn
Leuchtgasleitun=
gen vorhanden und Gasbrenner dauernd in Tätigkeit ſind.
So zeigen Tomaten jede Spur von Giftgaſen, beſonders
von Leuchtgas an. Sie können als Detektiv für undichte
Gasleitungen benutzt werden, da ſelbſt Gasverdünnungen
von einem Teil Giftgas auf 200 600 Teile Luft ihren
Lebensbetrieb ſo empfindlich ſchädigen, daß deutliches
Welken erfolgt.
Die Vergiftung tritt beim Menſchen ſchon ein, wenn auf
tauſend Raumteile Luft zwei bis drei Teile Kohlenoxyd kommen,
und verläuft bei fünf von tauſend Teilen Luft ſehr ſchnell
töd=
lich. Die ſchnelle Wirkung, ſelbſt in ſo großer Verdünung, beruht
darauf, daß das Kohlenoxydgas mit dem roten Blutfarbſtoff, dem
Hämoglobin, begierig eine ſehr feſte Verbindung eingeht. Das
Kohlenoxyd beſetzt ferner die Plätze im Blut, an denen
normaler=
weiſe der Sauerſtoff ſitzen und in das Körpergetriebe
abbeför=
dert werden ſoll. Der vergiftete Menſchenleib leidet daher an
Sauerſtoffmangel und Atemnot, das zeigt ſich auch durch die
ſcharlachrote Geſichtsfarbe. Weiterhin tritt auch eine Vergiftung
der Nervenzentren ein, die ſich in einer Lähmung der Nerven
bemerkbar macht. Die bei Gasvergiftungen üblichen
Rettungs=
mittel, das Zuführen von friſcher Luft und Sauerſtoff, ſowie die
künſtliche Atmung, verſagen hier faſt völlig. Meiſt muß bei
ſtar=
ker Vergiftung das zur Atmung unbrauchbare Blut zu einem
großen Teil durch einen Aderlaß aus dem Körper entfernt und
durch phſiologiſche Kochſalzlöſung erſetzt werden, bis ſich der
Kör=
per durch Bildung neuer atmungs=, alſo
ſauerſtoffaufnahmefähi=
ger Blutkörperchen ſelbſt hilft.
Die Kohlenoxydvergiftung hat im Laufe der Zeiten
unzäh=
lige Opfer gefordert. Durch die Vorſchriften der
Arbeiterſchutz=
geſetzgebung iſt die Zahl der in techniſchen Betrieben Vergifteten
beträchtlich geringer geworden. Weniger iſt das der Fall bei den
Vergiftungen durch Leuchtgas, die auf nichts anderes als auf den
Gehalt an dem giftigen Kohlenoxydgas zurückzuführen ſind.
Un=
dichte Gasbadeöfen. Gashähne und =leitungen, unrichtig
behan=
delte (zu früh geſchloſſene, „nicht durchgebrannte”) Oefen
verur=
ſachen immer noch reichlich Vergiftungen mit Kohlenoxydgas,
ganz abgeſehen von den Selbſtmordfällen, die auf ſeine Rechnung
kommen.
Um die Vergiftungen mit Leuchtgas, gewollte oder
unge=
wollte, zu beſeitigen, brauchte man nur das giftige Kohlenoxyd
in der Gasfabrik entfernen. Dagegen ſträubt ſich aber mit Recht
Vom Tage.
Der bayeriſche Miniſterpräſident Dr. Held hatte am Samstag
cine Unterredung mit dem Reichskanzler.
Mit der Leitung der Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung iſt
an Stelle des zum Reichsarbeitsminiſter ernannten Dr. Syrup der
Präſident des Laudesarbeitsamts Stuttgart, Källin, kommiſſariſch
beauftragt worden.
Der Fahnenjunker=Unteroffizier Karl Eberhardt, der unter
ſeinen Kameraden auf der Dresdener Infanterieſchule
kommuni=
ſtiſche Propaganda getrieben haben ſoll, wurde vom Reichsgericht
mangels Beweiſes freigeſprochen.
Gegen den Gaſtwirt Franke in Kynau iſt wegen dringenden
Verdachtes der Begünſtigung, gegen den Paſtor Fuchs in
Ditt=
mannsdorf wegen dringenden Verdachts der Beihilfe zum
Spreng=
ſtoffdiebſtahl in Kynau und wegen Verdunkelungsgefahr vom
Amtsgericht in Waldenburg Haftbefehl erlaſſen worden. Das
evangeliſche Konſiſtorium hat die vorlaufige Dienſtenthebung des
Paſtors Fuchs verfügt.
Der 14. Bezirkparteitag der Kommuniſtiſchen Partei, der am
Samstag vormittag in der Dortmunder Weſtfalenhalle eröffnet
wurde, iſt auf Anordnung des Polizeipräſidenten wegen
dringen=
den Verdachtes der Vorbereitung illegaler Maßnahmen aufgelöſt
worden.
Der polniſche Botſchafter überreichte Stimſon die neue vol=
niſche Schuldennote, in der — ähnlich wie in der franzöſiſchen Note
— Zahlungsaufſchub gefordert wird. Polen erklärt als beſondere
Warnung in der Note weiter, daß im Falle der Ablehnung, die
Dezember=Rate zu ſtunden, Polen nicht in der Lage ſei, für ſeine
Privatanleihen aufzukommen.
Die volniſche politiſche Polizei in Kattowitz verhaftete am
Freitag zwei junge Leute, die Brüder Neumann, die in Kattowitz
anſäſſig ſind. Ueber die Gründe der Verhaftung verweigert die
Polizei zurzeit nähere Angaben. Die Feſtnahme ſoll jedoch wegen
des Verdachts der Zugehörigkeit zur NSDAP. erfolgt ſein. Die
verhafteten Deutſchen ſind polniſche Staatsbürger.
Der Auswärtige Ausſchuß des Seims hat der Ratifizierung
des deutſch=polniſchen Abkommens über den Kleinen
Grenzver=
kehr und dem deutſch=polniſchen Vertrag über die Einſtellung der
Tätigkeit des Gemiſchten Schiedsgerichts zugeſtimmt.
Umgruppierung bei der NSDAB.
Adolf Hikler übernimmt ſelbſt die Leikung
der polikiſchen Organiſakion.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Adolf Hitler hat den Konflikt mit Gregor Straſſer dazu
benutzt, um eine Umorganiſation in die Wege zu leiten. Er
will in den nächſten Tagen neue Richtlinien für die politiſchen
Arbeiten der Partei herausgeben. Inzwiſchen hat er ſelbſt die
Leitung der geſamten Reichsorganiſation übernommen, die
bis=
her in den Händen Straſſers lag. Auf den Poſten Straſſers
hat er aber — gewiſſermaßen als ſeinen Stabsleiter für die
politiſche Organiſation — den Reichstagsabgeordneten Ley
ge=
ſetzt. Ley unterſtand bisher unmittelbar Gregor Straſſer. Er
wird in Zukunft die praktiſche Organifationsarbeit leiſten,
während Adolf Hitler ſelbſt die letzten Entſcheidungen trifft
Eine ähnliche Regelung iſt ſeinerzeit nach dem Ausſcheiden
Pfeffers in der Führung der Sturmabteilungen vorgenommen
worden. Pfeffers war bekanntlich der frühere Leiter der SA.
Die direkte Führung iſt dann auf Adolf Hitler ſelbſt
über=
gegangen, während für die techniſche Leitung der Stabschef.
Hauptmann Röhm, an die Stelle des Hauptmanns Pfeffers
trat.
Ley und Straſſer ſind miteinander eng befreundet, Ley,
einer der älteſten Nationalſozialiſten, gehört zu den
unbeding=
teſten Anhängern Straſſers. Aus ſeiner Ernennung darf wohl
geſchloſſen werden, daß Adolf Hitler ein ſogenanntes
Auf=
räumen in der Parteiorganiſation nicht wünſcht. Die Ernennung
Leys läßt ſich vollkommen als einen Verſuch zur
Ver=
ſöhnung anſprechen, wie auch umgekehrt Gottfried
Feder plötzlich wieder zurückgeſchwenkt iſt,
während Gregor Straſſer ſeine Freunde und
Anhänger verpflichtet hat, von ſich aus nicht
das geringſte zu tun, was zu einer Sprengung
der Parteiorganiſation führen könnte.
In=
zwiſchen hat auch eine Sitzung der Reichstagsfraktion
der NSDAP. ſtattgefunden, die ſich zu einer wie es in dem
parteiamtlichen Bericht heißt, „überaus eindrucksvollen
Treue=
kundgebung der geſamten Fraktion für den
Führer geſtaltete” Auch die Landesinſpekteure und
Gauleiter der NSDAP. haben ihr „Gelöbnis nie
zu erſchütternder Treue” im „Völkiſchen Beobachter”
publiziert. Aber dieſe Treuekundgebungen vermögen doch nicht
den Eindruck zu verwiſchen, den die Ereigniſſe des 8. und
9. Dezember hervorgerufen haben.
Von unſerem F=Korreſpondenten.
Rom, 10. Dezember.
Muſſolini hat in dieſen Tagen wieder den berühmten Aus
ſpruch vom „Colpo di spugna”, vom „Schwamm drüber” g.
braucht, der ſeine Auffaſſung von der „Befriedung”
Europw=
ſeinerzeit kennzeichnete. Aber er hat jetzt nicht erwähnt, do
dieſes „Schwamm drüber” auch für eine kurze Epiſode gilt,
d=
ebenfalls zur Befriedung Europas, im engeren Sinne zur B;
friedung Italiens und Frankreichs, nutzen würde. Es
war=
in letzter Zeit wieder einmal Verſuche bekannt geworden, w. Frankreich bereit ſei, ſeinen Ausgleichsfrieden mit
Italig=
zu machen, bei dem alle jene alten Konten beglichen werder
ſollten, die noch aus der Kriegs= und Friedensrechnung übr
geblieben waren.
Man hatte im Anſchluß an die politiſche Amneſtie, die d—
Duce auch auf Verfehlungen ehemaliger Antifasciſten und a
trünniger Fasciſten ausgedehnt hatte, davon geſprochen den
Frankreich dieſe günſtige Gelegenheit, ſeinerſeits in der Fraug
der „Fuorusciti” der antifasciſtiſchen Emigranten, eine de
Wünſchen Muſſolinis entgegenkommende Haltung einzunehm=
und durch eine „Beobachtung” dieſer außerhalb Italiens
Frankreich agitierenden Italiener den Boden für weitere A
machungen zwiſchen Paris und Rom zur endgültigen
Glättum=
alter Reibungsflächen zu ebenen. Es war von Verſuchen
g=
ſprochen worden, die wichtigſte koloniale Streitfrage zwiſchei
beiden Ländern, den afrikaniſchen Komplex, durch Verſchiebur=
von Weſt nach Oſt zu mildern, und es wurde bereits va
Möglichkeiten für eine Löſung orakelt, die an der Küſte de
Roten Meeres zwiſchen der italieniſchen Kolonie Eritrea und
dem franzöſiſchen Dſchibuti liegen.
Auch hier wurde auf dieſes Thema hingewieſen, aber gleä.
darauf aufmerkſam gemacht, daß ein derartiger Verſuch derl
Verſchiebung des Schwerpunktes dieſer ganzen Streitfrage wen=
Ausſicht auf Erfolg habe. Jetzt hat ſich bereits herausgeſtell,
daß der geſamte angebliche Plan, das franzöſiſch=italieniſce
Problem von dieſem Ende aufzurollen, als geſcheitert gelt ml
muß, und daß alle neuen Sondierungen für einen Ausgle50
wieder einmal zu nichts geführt haben. Der alte Ton zwiſch n
beiden Ländern in der Preſſe iſt ſchon wieder da, und dr
Ausgleich
„Schwamm drüber”!
Um was aber handelt es ſich eigentlich bei dieſen Frage,
die man mit dem naſſen Schwamm behandeln müßte, wem
zwiſchen Paris und Rom endlich wirkliches Einverſtändnis Ei
zielt werden ſoll? Ein Teil davon reſultiert noch aus den
Vei=
ſprechungen der Entente an Italien für deſſen KriegseintrEt,
ein Teil ſind indirekte Friedensfolgen, und ein Teil iſt da
Ergebnis des erhöhten Geltungsdranges Italiens.
Das Weſentliche und Nächſtliegende iſt Italiens Intere ſt
an der Begrenzung des ſüdlybiſchen Kolonialbeſitzes in Duſſt
Sahara, wo die italieniſchen Aſpirationen mit der franzöſiſch aſl
Kolonialzone in Konflikt geraten könnten. Dazu kommen unmi
huter d
telbar an Tripolis angrenzend und am Mittelmeer ſelbſt LeM erſelbe
ungelöſten Probleme in Tunis, das offiziell nur Schutzſtäuſnvier und meh
Frankreichs, nicht ſchon Kolonie iſt. Hier verlangen die Italien=eſſinders bed
die unter den europäiſchen Einwohnern Tuneſiens weitaus E/0
br400b
Mehrzahl bilden, daß die Kinder der dortigen Italiener
ni=
amuniſti
ohne weiteres nach franzöſiſchem Geſetz zu Franzoſen werd Mung 700 M
und damit dem italieniſchen Vaterlande verloren gehen, ſonde mſeuährung von
rechte, echte Italiener bleiben. Neben andern Streitfragen iMe Koſten,
ſig verurſa
Tunis blieb dieſe nicht unberechtigte Forderung Roms imm=
Werſehen, da
noch unerfüllt. Bei der nationalen Einſtellung des heutig Mtiierung mi
Italieners und der demographiſchen Doktrin des Fascismucichten Wü
liegt hier einer der bedenklichſten Punkte aller Mißverſtändntſchlligungsm
Girſtützt die Re
zwiſchen Rom und Paris.
Frankreich will nicht entgegenkommen, weil es fürchtet, d M0 wmlung d
die ganze Angelegenheit ſeiner nordafrikaniſchen Politik miß
dem Menſchenreſervoir in Marokko und ſeinem NachHargebe
aufgerollt wird, und weil nach der Pariſer Meinung dieſſ Noch län
Mittelmeerfrage bei einer genaueren Erörterung nur zu erhöht e ſich aus de
Spannungen zwiſchen Rom und Paris führen könnte.
en Antrag er
Die weiteren Schwierigkeiten, die ſich zwiſchen beide Die Reich
Ländern türmen, ſind noch komplizierter. Denn man müßte alſthe
Maßn=
den Komplex eingehen, der durch die Namen Jugoſlawien u eiden
Donauſtaaten, einſchließlich Albanien, umriſſen wird, man müfiſuäts= und
ferner die italieniſchen Wünſche zwiſchen Taurus und
Libanaſſenkreis=
beleuchten und ſchließlich das aufs innerpolitiſche Gebiet hieſſigern 5if
übergreifende Problem der in Frankreich lebenden italieniſche, wie Arb==
Emigranten, jener Fuorusciti, beſprechen. Das aber iſt eio
Kurzar=
weites Feld, wie ſchon Theodor Fontane ſagte.
die Technik, weil der bis auf ein Fünftel anſteigende Gehalt des
Leuchtgaſes an Kohlenoxyd einen wertvollen Brennſtoff darſtellt,
den man nicht gerne mißt. Ganz abgeſehen davon, daß die
Kohlenoxydabſonderung aus dem Leuchtgas wohl durchführbar,
aber mit großen Koſten verknüpft wäre, die zu einer erheblichen
Verteuerung führen müßte.
Geheimrat Prof Fiſcher vom Kohleforſchungsinſtitut in
Mülheim hat die Entgiftung des Leuchtgaſes auf eine genial
einfache Weiſe gelöſt. Man iſt jetzt dabei, ſein Verfahren auf
ſeine Durchführbar im Goßbetrieb zu prüfen.
Seit langem kennt man gewiſſe Bakterien, die, im
Erd=
boden lebend, eine beſonders ſchwache Seite gerade für
unſer Giftgas haben. Sie verwandeln es im Lebensprozeß
ihrer eigenen Leiber in eine andere Kohlenſtoffverbindung,
in das bekannte Sumpfgas oder Methan, dasſelbe Gas, das,
mit Luft gemiſcht, in Kohlenbergwerken Anlaß zu
Schlag=
wetterexploſionen geben kann. Dieſes Sumpfgas iſt
un=
giftig und hat wie das Kohlenoxydgas einen hohen
Heiz=
wert, da es aus Kohlenſtoff und Waſſerſtoff beſteht.
Der Abwaſſerſchlamm der Waſſerwerke enthält nun dieſe
ſon=
derbaren Bakterien in gewaltigen Mengen. Prof. Fiſcher
berech=
net, daß mit einer Anlage, die 5000 Kubikmeter Abwaſſerſchlamm
faßt, täglich etwa 150 000 Kubikmeter Leuchtgas frei von
Kohlen=
oxyd gemacht werden können. Ohne Verminderung des Heizwertes
wäre ſo mit techniſch einfachen und billigen Mitteln eine
Entgif=
tung des Leuchtgaſes durchzuführen.
Wie haben die alfen Germanen ihr Bier hergeftellk?
Bei Skudſtarp, Kirchſpiel Schottburg, Kr. Hadersleben,
wur=
den Juli 1890 zwei altgermaniſche Trinkhörner aus dem 1.
Jahr=
hundert n. Chr. 2½ Meter unter der Moordecke aufgefunden. Sie
ſtammten vom Wiſent, ſind 40 und 42 Zentimeter lang, mit den
Mündungsdurchmeſſern 7,5 und 8 Zentimeter. Dieſe lagen
unbe=
achtet in einem Winkel des Staatl. Muſeums für Vor= und
Früh=
geſchichte und wurden nun von Prof. Dr. Johannes Grüß,
Ber=
lin=Friedrichshagen, wie er im laufenden Jahrgang der „
Forſchun=
gen und Fortſchritte‟ Nr. 23/4, S. 289 ff. berichtet, näher
unter=
ſucht. Durch einen Glücksumſtand bei der ſogenannten „Reinigung”
ließ ſich genau ermitteln, welchen Inhalt die beiden Trinkhörner
hatten: Der Finder hat nicht die aus dem Stirnzapfen der Tiere
abgeſonderte Fettſchicht entfernen können, mit welcher die ſich auf
der Innenſeite befindlichen Furchen und Vorſprünge überzogen
hatten: Das eine Horn mit einer Bronzeſpitze war ſtets mit Bier
angefüllt geweſen. Unter der Fettſchicht fanden ſich noch gut
er=
halten alle unlöslichen Reſtteile einer Biermaiſche aus
Emmer=
kornweizen, dazu auch die damals gebräuchliche Hefe. Nach dieſem
Funde und den Angaben, die Tacitus in ſeiner Germania machte
hat ſich das Brauverfahren der alten Germanen genau ermitteln
laſſen: Das angekeimte Emmerkorn wurde getrocknet und
zer=
ſtampft, dann mit Waſſer durchknetet, wodurch man eine Maiſche
erhielt, die ſchwach — auf etwa 60 Grad — erwärmt wurde.
Da=
durch kam der Verzuckerungsprozeß in Gang. Mitunter wurde
auch Honig zugeſetzt, um alkoholreichere Biere zu erzeugen. Di
ſer Maiſche wurde die gebräuchliche Hefe hinzugefügt, die ein E
menge mehrerer wilder Arten war und als Sauerteig oder
altem Bier kultiviert wurde. Ohne zu klären, wurde das Bier
die Trinkhörner oder Becher übergefüllt. Das zweite Trinkhon
enthielt immer nur Met, weil an der Wandung reichlich Pollen
körner (Blütenſtäubchen) aufgefunden wurden, darunter ſolche de
wilden Roſe und des Leinkrauts, außerdem noch Blumenhefen
Dieſe und die meiſten übrigen kommen heute noch im käufliche
Honig vor. Man verdünnte den eingeſammelten Honig mit Waſſe
und überließ ihn der Selbſtgärung; denn Hefe brauchte man
dieſem Falle nicht beizumengen, da das Gärmaterial ſtets aus
reichende Gärungsorganismen von den Blüten her durch die Bel
nen zugetragen enthält. — Noch eine Mahnung ſei hier ausge
ſprochen: Alte Funde aus grauer Vorzeit ſollten nie durch unde
rufene Hände „gereinigt” werden.
* Deutſcher Spork in Bild und Work.
Der deutſche Pferdeſportkalender 1933, herausgegeben vN
Hofphotograph E. Zinſel, Darmſtadt, iſt wiederum in der drud
techniſch und illuſtrativ vorzüglichen Ausſtattung ſo rechtzeitig er
ſchienen, daß er allen Freunden des immer noch ſchönſten Sport
als Weihnachtsgabe Freude bereiten kann. Wie der Rundfunl
Berichterſtatter, ſo leſen wir im Vorwort, bedacht ſein muß, ſeine
Hörern das Weſentliche in kurzen und treffenden Worten anſchau
lich zu ſchildern, ſo muß es ſich der Kalendermann angelegen ſe‟
laſſen, das, was im Verlauf des Sportjahres an Bedeutendenn
vor ſich ging, in Bild und Wort zu bringen. Sicher kann das nun
ein Auszug ſein, denn es ſoll von Rennen, vom Turnierſport, von
Reiten, Fahren und Springen, von Zucht und Geſtüt auf dem in
merhin engen Raum berichtet werden. Der Pferdeſportkalende
aber gibt dieſen Auszug doch ſo erſchöpfend und in einer ſo ſchönd
Form, daß jeder daran ſeine Freude haben dürfte. Neben den
Kalendarium und den ausgezeichneten Bildern — Zinſels Phofl
graphien auf dieſem Gebiet genießen Weltruf — ſind ſämtliche
Bildern des Kalenders Textbeiträge aus fachmänniſcher Fede
beigegeben, die nicht nur über beſondere Ereigniſſe im Renn= un
Reitſport und der Pferdezucht unterrichten, ſondern die auch
Biol=
graphien und ſonſt Wiſſenswertes über alle bekannten Größen den
Rennſportes bringen. — Die vorzügliche drucktechniſche Ausſtol
tung iſt Verdienſt der L. C. Wittich’ſchen Hofbuchdrucker”
Darmſtadt.
Köhlers Deutſcher Kalender für 1933 (Wilhelm Köhler Verloß
Minden i. W.) — Der neue Jahrgang, 224 Seiten ſtark. me
über 100 Abbildungen und einem farbigen Kunſtblatt gel
ſchmückt, mit einem Wandkalender als Beilage, bietet ſich in einn
Ausſtattung und Vielſeitigkeit des Inhalts dar, daß man kaun
verſteht, wie es möglich war, für nur 70 Pfennige ſo unendlic
viel zu bieten. Er enthält eine Fülle intereſſanter Aufſätze u
Plaudereien und eine Reihe ſpannender, reich illuſtrierter E
zählungen bekannter Schriftſteller.
[ ← ][ ][ → ]Sonntag, 11. Dezember 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
eine Tehnäcise und Tmerdeihife.
Perſonenkreis erſtreckt ſich auf alle Arken von Empfängern öffenklicher Unkerſtühungen und Renken.
die Winkerhilfe foll in unenkgeltlicher Belieferung mit Nakuralien, Kleidungsſkücken uſw. beſtehen
und darf nichk zu einer Verminderung der Geldunkerſkükung führen.
ner, Kriegsbeſchädigte uſw. Von einer Subſtantiierung
Beſchlüſſe
der Unterſtützungsmittel wurde in dem Beſchluß abgeſehen. Es
wurde geſagt, daß die Winterhilfe in unentgeltlicher
Belieferung von Naturalien, Kleidungsſtücken
des ſozialpolikiſchen Ausſchufſes.
uſw. je nach den örtlichen Verhältniſſen beſtehen ſoll. Sie darf
aber nicht zueiner Verminderung der
Geldunter=
ſtützung führen. Die Mittel für die Durchführung der
leber das Ausmaß der Regierungsbekeiligung Winterhilfe ſtellt das Reich den Gemeinden und
Gemeinde=
verbänden zur Verfügung. Dieſe Reichsmittel ſollen nicht
will ſich die Regierung noch mit dem
für andere Zwecke der Wohlfahrtspflege weder vom Reich
verrech=
net, noch von den Gemeinden verwendet werden dürfen. Von die=
Haushaltsausſchuß unkerhalten.
Berlin, 10. Dezember.
Der Sozialpolitiſche Ausſchuß des Reichstages beriet am
Emstag die Anträge über die Winterhilfe. Den Vorſitz führte
e frühere Reichsarbeitsminiſter Dr. Brauns (3.). Zunächſt
be=
uindeten die Parteien ihre Anträge. Die Kommuniſten
verlan=
a Gewährung von Winterhilfen an alle, auch die nicht
unter=
itzten Arbeitsloſen, und an die Sozialrentner. Die
Sozialdemo=
aten forderten eine Winterhilfe für alle
Unterſtützungsempfän=
e, die in unentgeltlicher Belieferung mit Brot und Kohle und
verbilligter Abgabe von Fleiſch beſteht. Auch die
National=
ſaliſten wünſchten eine angemeſſene Weihnachts= und
Winter=
ſhilfe durch Lieferung von Gegenſtänden des täglichen Bedarfs.
eſe ſollen von Bauern und dem gewerblichen Mittelſtand
gelie=
ſat werden, denen der Gegenwert auf ihre Steuern angerechnet
nden ſoll.
Die Auffaſſung der Regierung.
Miniſterialdirektor Krohn vom Reichsarbeitsminiſterium
nlärte, daß die Reichsregierung unter Benutzung der
Erfahrun=
g des Vorjahres auch in dieſem Winter dafür geſorgt habe, daß
ue Hilfsaktion für die Erwerbsloſen durchgeführt werde durch
jürbilligung von Lebens= und Bedarfsmitteln. Die Reichsbahn
½ eine Frachtverbilligung für Kohle zugeſagt, die
ilhhlenſyndikate und der Kohlenhandel werden
ſde Kohlenpreiſe zugunſten der Hilfsaktion
her=
ſaſetzen. In welchem Ausmaß die Reichsregierung
ſubſt ſich an der Hilfsaktion beteiligen wird, wird noch
m dem Haushaltsausſchuß feſtzuſetzen ſein. Schon jetzt hat
ſis Reich den Ländern und Fürſorgeverbänden
ſAittel zur Verfügung geſtellt zur Verbilligung
Mun Fleiſch, deſſen Preis pro Pfund 20 Pfennig
ſuter dem normalen Preis liegt. Der Perſonenkreis
ütderſelbe wie im Vorjahre. Die Hauptunterſtützungsempfänger
üm vier und mehr Zuſchlagsempfängern werden wie im Vorjahre
ſſte ders bedacht. Der ſozialdemokratiſche Antrag
ſo Gewährung einer Winterhilfe würde eine Ausgabe
ſun 400 bis 500 Millionen Mark verurſachen, der
ice muniſtiſche Antrag auf Gewährung einer
Barunter=
zſitzung 7 00 Millionen RM., der kommuniſtiſche Antrag auf
MGvährung von Naturalunterſtützungen 170 Millionen RM.
lce Koſten, die der nationalſozialiſtiſche
An=
ng verurſachen würde, laſſen ſich noch nicht
iſchterſehen, da er keine Einzelheiten enthält. Die
Reichs=
iagierung wird an Hand der im Ausſchuß
vorge=
hſachten;Wünſche prüfen, welche weiteren
Ver=
öüligungsmaßnahmen möglich ſind. Schließlich
Yurerſtützt die Reichsregierung auch in dieſem Jahr die Winter=
AEsſammlung der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege.
fſide Maßnahmen zu treffen, durch die den großen Maſſen der
Ffgleidenden Bevölkerung eine angemeſſene
Weih=
mmkſichts= und Winterbeihilfe gewährt wird. Der
Per=
inenkreis erſtreckt ſich auf alle Arten von Emp=
Ffingern öffentlicher Unterſtützungen und
Ren=
bke, wie Arbeitsloſe, Sozialrentner, Empfänger
fhn Kurzarbeiter=Unterſtützungen, Kleinrent=
Das Ergebnis der Ausſprache.
* Nach längerer Ausſprache faßte der Ausſchuß einſtimmig fol=
Rde ſich aus dem nationalſozialiſtiſchen und dem
ſozialdemokra=
ſhen Antrag ergebenden Beſchlüſſe:
Die Reichsregierung wird aufgefordert, alsbald durchgrei=
ſer Winterhilfe ſollen Alleinſtehende nicht ausgenommen werden.
Dieſer Beſchluß wird mit Bezug auf ſeine finanziellen
Aus=
wirkungen im Haushaltsausſchuß behandelt werden, der
zu dieſem Zwecke bereits am Montag zuſammentritt.
Gegen die Stimmen der Kommuniſten und Sozialdemokraten
wurde dem Vorſitzenden die Ermächtigung gegeben, den Zeitpunkt
des Wiederzuſammentritts des Sozialpolitiſchen Ausſchuſſes zu
beſtimmen.
Amneſtie an Donnerskag im Reichsrat.
Der Reichsrat hält ſeine nächſte Vollſitzung am
Don=
nerstag ab. Der Reichsrat wird in dieſer Sitzung auch ſchon zu
den letzten Reichstagsbeſchlüſſen über Amneſtie,
Stellvertreter=
geſetz für den Reichspräſidenten und Aufhebung des
ſozialpoliti=
ſchen Teiles der Wirtſchafts=Notverordnung Stellung nehmen.
Wie die Entſcheidung des Reichsrats, namentlich zur Amneſtie,
ausfallen wird, iſt noch nicht zu überſehen, da die Kabinette der
Länder zu der Frage noch nicht Stellung genommen haben.
Wenn der Reichsrat Einſpruch beſchließen ſollte, müßte das
Amneſtiegeſetz dem Reichstag nochmals zur Beſchlußfaſſung
vor=
gelegt werden. Der Reichstag müßte alſo das Geſetz erneut mit
Zweidrittelmehrheit beſtätigen. Auch damit erlangt es aber noch
nicht endgültige Geſetzeskraft, Artikel 76 der Verfaſſung beſtimmt,
daß der Reichspräſident, wenn der Reichstag entgegen dem
Ein=
ſpruch des Reichsrats eine Verfaſſungsänderung beſchloſſen hat,
dieſes Geſetz nicht verkünden darf, wenn der Reichsrat binnen
zwei Wochen den Volksentſcheid verlangt.
Geſamkeinnahmen und -ausgaben
der reichsgeſehlichen Krankenkaſſen.
Nach einer Schätzung werden ſich die Geſamteinnahmen der
reichsgeſetzlichen Krankenkaſſen im Jahre 1932 auf etwa 1208
Millionen Reichsmark gegen 2109 Millionen Reichsmark im
Jahre 1929 belaufen, von denen 1150 Millionen Reichsmark auf
die Beiträge entfallen. Die Geſamtausgaben können auf rund
1200 Millionen Reichsmark geſchätzt werden. Hiernach werden
ſich alſo die Geſamteinnahmen und Geſamtausgaben im Jahre
1932 etwa die Waage halten.
Eine Erklärung der deutſchnahonalen
Reichstags=
frakkon.
Zur Vertagung des Reichstags hat die deutſchnationale
Reichs=
tagsfraktion eine Erklärung erlaſſen, in der ſcharfe Kritik
an der Tätigkeit des Reichstags geübt wird, der
er=
neut „ſeine Arbeitsunfähigkeit und die Hilfloſigkeit des
parla=
mentariſchen Syſtems” bewieſen habe. Das Spiel, das dort
ge=
trieben worden ſei, habe offenbar von den Kuliſſenverhandlungen
ablenken wollen, die Reich und Preußen wieder in die
Abhängig=
keit des parlamentariſchen Handels liefern ſollen. „Wir haben”,
ſo heißt es am Schluß, „Wert darauf gelegt, uns von dieſem
Treiben zu diſtanzieren, und haben uns infolgedeſſen, unſeren
ſonſtigen Gepflogenheiten entgegen” mehrfach zur
Stimmenthal=
tung entſchloſſen.” In Anbetracht der Vorgänge im Reichstag
wird weiter die Notwendigkeit betont, den Kurs
der autoritären Staatsführung nicht
abſchwä=
chen zu laſſen. Eine ſtarke Staatsführung müſſe
die Aufgabe übernehmen, zu deren Löſung ſich
der Parlamentarismus als unfähig erwieſen
habe. Die DNVP. nehme den ihr durch die Parteien des
Par=
lamentarismus aufgezwungenen Kampf auf.
Nr. 344 — Seite 3
Keine Kürzung der Beamkengehälker!
Wie wir hören, herrſcht in heſſiſchen Beamtenkreiſen lebhafte
Beunruhigung über angebliche Pläne der heſſiſchen Regierung, die
Gehälter der Beamten zum 1. Januar abermals zu kürzen. Nach
Erkundigungen an zuſtändiger Stelle können wir
erfreulicher=
weiſe mitteilen, daß dieſe Gerüchte keineswegs begründet ſind,
und daß Gehaltskürzungen zum 1. Januar nicht in Frage
kom=
men. Die Gerüchte ſind offenbar zurückzuführen auf
Verhandlun=
gen, die jüngſt im Reichsrat ſtattgefunden haben. Es dürfte ja
aber auch bekannt ſein, daß der Reichsfinanzminiſter ein
unbe=
dingter Gegner derartiger Maßnahmen iſt.
Schleichers Ankrikksrede
nächſte Woche im Rundfunk.
Auflockerung der Sondergeſehgebung in Ausſichk.
* Berlin, 10. Dez. (Priv.=Tel.)
Nachdem die Reichstagstagung den von der Reichsregierung
gewünſchten Verlauf genommen hat — vorausſichtlich wird der
Reichstag nicht vor dem 15. Januar wieder zuſammenkommen —,
hat die Reichsregierung zunächſt bis Mitte Januar Zeit, in
aller Ruhe zu arbeiten. Der Reichskanzler wird nun die
Regierungserklärung, die er im Reichstag nicht halten
konnte und wollte, am Donnerstag abend vor dem
Nundfunk über alle deutſchen Sender abgeben. Im
Anfang der Woche werden alſo eine Reihe von Kabinettsſitzungen
ſtattfinden, in denen der Inhalt und die Formulierung der
Er=
klärung feſtgelegt werden ſollen.
Ueber einen Teil der Regierungserklärung beſteht allerdings
jetzt bereits volles Einverſtändnis. Im weſentlichen denkt
Reichskanzler von Schleicher daran, die Linie der politiſchen
Beruhigung fortzuführen. Dieſem Zweck gilt vor allem
eine ſtarke Auflockerung der Sondergeſetzgebung.
Dabei iſt nicht nur an eine faſt vollſtändige
Auf=
hebung der Preſſenotverordnung gedacht, ſondern
auch die Notverordnung gegen den Terror wird
als entbehrlich bezeichnet, womit dann im
Zuſammen=
hang auch die Sondergerichte wieder beſeitigt werden ſollen.
Die Reichsregierung hält dieſen Weg für gangbar, weil die
Verhältniſſe ſich bereits erheblich in der Richtung einer
inner=
politiſchen Beruhigung entwickelt haben, und
Sonderbeſtim=
mungen ihrem ganzen Charakter nach niemals für die Dauer
ſein können. Ganz zweifellos kann man am Ende einer
Ent=
wicklung feſtſtellen, daß durch dieſen Rechtsausnahmezuſtand der
tägliche Straßenkrieg beendet worden iſt. Ob aber dieſe
ver=
hängnisvolle Bewegung nicht doch wieder aufflackert, wenn erſt
die drakoniſchen Beſtimmungen der Antiterrornotverordnung
gefallen ſind, das wird ſich erſt zeigen müſſen.
Mit dem Jahresende läuft auch das Geſetz zum
Schutze der Republik ab, das im Laufe der Jahre
wieder=
holt umgeſtaltet worden iſt, auf das aber nach Anſicht der
Reichsregierung auch jetzt noch nicht vollſtändig verzichtet werden
kann. Man überlegt ſich aber im Augenblick noch in den
Aemtern, ob es in etwas veränderter Form durch
eine Notverordnung verlängert werden ſoll, oder ob auch hier
nur unter ſtarken Abſtrichen das Prinzip aufrechterhalten werden
kann. Auf jeden Fall wird dieſe Politik der inneren Beruhigung
allſeits lebhaft begrüßt — nicht zuletzt in Wirtſchaftskreiſen,
weil dadurch die Anſätze einer Wirtſchaftsbeſſerung nicht geſtört
werden.
2as Reichstagspräſidium beim Reichspräſidenken.
„Das Präſidium des neuen Reichstages hat am Samstag
vor=
mittag beim Reichspräſidenten ſeinen üblichen Antrittsbeſuch
ge=
macht. Der zweite Vizepräſident, Dr. Rauch von der Bayeriſchen
Volkspartei, konnte daran wegen Erkrankung nicht teilnehmen.
Auffällig, daß auch diesmal wieder Reichstagspräſident Goering
der gemeinſamen Anfahrt mit den übrigen Präſidenten aus dem
Wege ging und in ſeinem Priavatwagen bei der Reichskanzlei
vorfuhr, deren einen Flügel der Reichspräſident vorübergehend
bewohnt, bis die zurzeit im Gang befindlichen
Inſtandſetzungs=
arbeiten am Reichspräſidentenpalais beendet ſind.
Herr von Hindenburg hat bei der Unterhaltung die
Beſpre=
chung politiſcher Angelegenheiten vermieden. Er hat ſich damit
begnügt, den Wunſch auszuſprechen, daß die Parteien des
Reichs=
tags ſich zu ſachlicher Arbeit zuſammenfinden mögen, und er hat
dabei auch ein Wort von der Würde des Reichstags fallen laſſen,
die durch Prügeleien, wie man ſie dieſer Tage erſt wieder im
Wallotbau erleben konnte, nicht gerade gefördert würde.
Wohlerworbene Rechke.
Revue-Uraufführung im Mozarkverein.
Pie Darmſtädter Jahresſchau in 26 Bildern mit Geſang und Tanz
von Arno Egelaſa.
Arno Egelaſa hat gelacht! Vom liſtigen Lächeln, ſprühend
” krähenfüßigen Augenfältchen über leichtes Schelmenlachen
zum ironiſchen Verziehen der lachenden Lippen und faſt
i zum mephiſtoliſchen Lachen ob gutgelungenem biſſigen
eGenwitz, und endlich zum dröhnenden Lachen des ſchaden=
Eſthens Spießers, das jäh abbricht, als der merkt, er ſelbſt iſt
Pkeieint, hat Egelafa alle Skalen ſeines Lachens erklingen und
btllen laſſen, das alle mitgeriſſen, die geſtern den Saalbau faſt
9 auf das letzte Plätzchen füllten.
Egelaſa beobachtet ſcharf, und mit feinem Humor, mit Fronie
M Satire ſieht er die Dinge, die das Alltagsleben füllen. Sonde==
M in der Vaterſtadt, darüber hinaus aber auch in der großen
Alt der Politik und der Wirtſchaft. Und verſteht es ſie geiſt=
4” und luſtig, liebenswürdig zu geißeln. Immer ſcharf das
kahtige treffend, nie verletzend, aber auch nicht ſchreckend vor
EAtik. Und in dichteriſche Form gießt er ſeine
Beob=
bſtungen und ſchwingt über alles die Geißel mit den klingen=
E Schellen, die nicht verletzend trifft, aber Laune löſt. Und
Rte Freude zu Muſik und Geſang und zum Tanz eint dann
Ganze zu einem Kunſtwerk. Das widmet er ſeit Jahren
Im Mozartverein, der es ſeinen Mitgliedern und
ſunden als Feſt ſerviert, und damit ſeit langem den
vereins=
ſellſchaftlichen Veranſtaltungen Darmſtadts eine ganz eigene
1Me gibt, ſie weit über das gewohnte „Niveau” (Trotzdem,
Relafa!!) erhebt. So auch geſtern wieder.
Der Soötter beobachtet das Darmſtädter Leben, wie es ſich
Wielt auf dem Raum zwiſchen Verkehrshäuschen und Weißem
m. In das Geſpräch des Verkehrsfräuleins mit dem unbe=
Wftigten Chauffeur miſcht ſich als Warner und Mahner der
liße Turm, der für ſeine wohlerworbenen Rechte eintritt
gegen=
ur den dreiſten Plänen undankbarer Enkel. Schmerzbewegt ſetzt
Alte auseinander, wie man heute überall wohlerworbene Rechte
Füßen tritt. Dann hebt das Kommen und Gehen aller mög=
Nen Geſtalten an, die ſich am Schalter oder beim Chauffeur Rat
ſen. Der Generalmuſikdirektor von Lützelhauſen kommt in Kon=
1mit dem Chauffeur, weil er nach altem Recht der Fahrer mit
Avorderſten Wagen fahren ſoll, während er mit dem hinterſten
ſken will. Die Wandermaid betont das Recht des Wanderns,
aufgelöſte Papen=Reichstagsabgeordnete beklagt, verlorene
hte. Die Privatſekretärin, die ſich im Verkehrshäuschen
Pro=
ſte holt, weil eine weite Reiſe mit dem Chef=Freund bevor=
9 wird von dem Weißen Turm auf die wohlerworbenen Rechte
der Ehefrau aufmerkſam gemacht. Der Arme, der ſich keine Zeitung
halten kann und als Stehabonnent von einem Aushang zum
an=
dern geht, betont das Recht auf Bildung, der Zauberer vom Harz
baut auf ſeine alten Rezepte, deren Wunderkraft er mit einem
Böckchen und einer Darmſtädter Jungfrau auf dem Melibokus
aus=
probieren will. Der Theaterfreund hört von überraſchenden
Neu=
inſzenierungen, wobei der Weiße Turm auf die wohlerworbenen
Rechte der Dichter und Komponiſten aufmerkſam macht. Bei den
hohen Tönen vom „Kulturtheater” wagt der Weiße Turm einen
Schuhplattler, und in einer köſtlichen Tanzparodie wird gezeigt,
welche Rechte ſich das „Weiße Rößl” erworben hat. Die
Tierfreun=
din erfährt, daß wir hier wirklich keinen Zoo brauchen. Wir hören
auch von dem wohlerworbenen Recht der Darmſtädter, Goethe zu
feiern, weil „erſt Merck und Darmſtadt etwas aus ihm gemacht
haben‟. Der braune Jüngling ſingt von dem Recht auf Licht und
Sonne, und die kleinen Mädchen zetern um ihr Recht, bei
Früh=
lingseinzug in Söckchen mit der Wade Parade zu machen. Das
Mädel, das ſich nach einem Geſchäft erkundigt, um ſich einen
regie=
rungstreuen Badeanzug zu kaufen, läßt nicht von ſeinem Recht ab,
trotz Bracht ſeine Pracht zu zeigen. Als es aber den Woog
verächt=
lich einen Tümpel nennt, muß es erfahren, daß die Darmſtädter
ein Recht haben, auf den Woog ſtolz zu ſein. „Es wird auch in
dem Rhein, weil vieles fließt hinein, ſo rein nicht ſein.‟ Der
Zecher, der blau aus der Blauen ausſteigt, hat auf dem
Bens=
heimer Winzerfeſt von dem Recht Gebrauch gemacht, ſich in
ſorgen=
vollen Tagen einmal die Naſe zu begießen. Die vermeintlichen
Rechte der Tanztollen und des „intimen Gaſtes” werden begehrlich
vorgetragen. Der Geſchäftsmann, der dauernd zur Beerdigung
ſeiner Kunden auf den Waldfriedhof muß, hat ein wohlerworbenes
Recht auf Rückſicht, das er denen gegenüber in Anſpruch nimmt,
die mit ihren Dauertrauerreden nicht fertig werden. Der
Ent=
täuſchten, die beim Rendezvous am Verkehrshäuschen immer
ver=
ſetzt wird, wird das Recht zugeſtanden, weidlich auf die Männer
zu ſchimpfen. Der Hiſtoriker, der die wohlerworbenen Rechte des
alten Volksliedes wahren will, erfährt zu ſeinem Entſetzen, daß die
Darmſtädter nur ein Lied ſingen können, das ihnen Werner
Hinz beigebracht hat: „Ich lade Sie ein, Fräulein!‟ Die
Oden=
wälder Reiter, die zu Schörkes Geburtstag nach Darmſtadt
kom=
men, verfechten unſer Recht auf eine ſtolze Garniſon. Die luſtige
Jahresſchau ſchließt mit der von „Alt=Darmſtadt”, veranlaßten
Volksabſtimmung, die zu dem Ergebnis kommt:
Es hat noch immer der Weiße Turm
Getrotzet Wetter und Sturm.
Er ſteht ſchon manches Jahrhundert,
Von Heinern geliebt und bewundert.
Wir drücken gern uns um ihn herum.
Das Stadtbild ziert er nicht ſchlecht.
Es ſtöre keiner dem Alten
Sein wohlerworbenes Recht!
Die Aufführung der Revue ging vorbildlich pünktlich und
flott, pauſenlos vonſtatten. Der Erfolg überſtieg alle
vorange=
gangenen Revuen. Der Beifall ſteigerte ſich am Schluß zu
ſpon=
tanen Ovationen, in deren Mittelpunkt die große Schar der
Mit=
wirkenden von ſelbſt den geiſtigen Schöpfer der Revue ſtellte:
Arno Egelaſa—Dr. Eugen Köſer!—
Der Mozartverein verfügt über eine erfreulich große Anzahl
künſtleriſch geſchulter Mitglieder, die es ihm ermöglicht, ſich auch
an große Aufgaben zu wagen. Die zur Mitwirkung verpflichteten
Kunſtkräfte fügten ſich unauffällig dem Rahmen ein.
Entzückend waren die Tänze. Vor allem die der Kinderz
gruppen des Vereins, die Aenne Reiß vom Landestheater
un=
ter erneutem Beweis ihres pädagogiſchen Könnens einſtudiert
hatte. Etwa zwei Dutzend kleine und kleinſte Buben und Mädels
zu Girl=Tänzen und =Märſchen ſtraff zuſammenzuhalten im
Rhyth=
mus der Schlagermuſik, iſt eine Leiſtung! Der Erfolg war
über=
raſchend gut.
Dazu kam ein Talent von ſo urwüchſiger Komik, wie es ſelten
eine Grotesk=Tänzerin entfaltet: Aenne Kneib vom
Stadt=
theater Mainz. Eine Tanzkünſtlerin von ſo fein abgeſtimmter
Komik, die auch in betonter Groteske äſthetiſch bleibt und ſonnige
Heiterkeit tanzt.
Aus dem Solo=Geſanglichen ragte als Ueberraſchung hervor
eine ausgezeichnete Comedian=Harmoniſts=Parodie, die ſchon
kaum noch Parodie war: die Datoka (Darmſtädter
Tonkava=
liere), die Herren Ernſt Wagner, Karl Hauck, Walter May,
Rolf Simon und Werner Schlippe ſind wirklich
ausge=
zeichnet. Aus dieſem Quintett kann Großes werden. —
Ernſt Köffler vom Neuen Operettentheater in Leipzig
und Hanne Graebener (ehedem Landestheater Darmſtadt)
waren als Gäſte gewonnen. Gute Sanges= und Vortragskünſtler,
die einige der vielen neuen Schlager, die Egelaſa nach
be=
kannten Melodien gedichtet hat, zu beſter Wirkung brachten. —
Tilly Amelung, oft gehört, hat ſich zur ausgezeichneten
Sängerin entfaltet, und Heinrich Gutkäſe iſt immer noch
der zurzeit beſte Salonhumoriſt Darmſtadts. Auch der „kleine
Caruſo”, Rudolf Fey, war wieder einmal zu hören.
Her=
bert Görner hörten wir u. W. zum erſten Male. Gut und
vielverſprechend. — Guter Sprecher war Ernſt Ludwig
Grün, der den Weißen Turm in Schattenſpiel und im Dialekt
gut zum Reden brachte.
Um das Zuſtandekommen der Revue und ihre treffliche
Auf=
führung haben beſondere Verdienſte noch Siegfried May,
der die muſikaliſche Leitung ausgezeichnet meiſterte, die
ver=
ſtärkte Mozart=Hauskapelle, Herbert Görner, der
das Bühnenbild ſchuf, und andere mehr, die ſich, gleichwie die
vielen ſonſtigen Mitwirkenden, mit einem Geſamtlob begnügen
müſſen. Alle waren am Platze. — Die Ballmuſik ſtellte das
Stadtorcheſter unter Willy Schlupp.
Der Mozartverein darf wiederum einen vollen Erfolg
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Seite 4 — Nr. 344
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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seine kluge Geschäftsauffassung. Er weiß zur Genüge,
daß sich heute jede Hausfrau anhand der Zeitung
über günstige Einkaufsgelegenheiten informiert.
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geprägt gewesen — wie in dieser Zeit.
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werbung ist der sicherste Weg zu Erfolgen.
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Sonntag, 11. Dezember 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 344 — Seite 5
Aus der Landeshaupkftadk.
Darmſiadt, den 11. Dezember 1932.
— Ruheſtandsverſetzungen. Am 5. Dezember 1932 wurde der
eiriſterialamtsobergehilfe Georg Kalbfleiſch zu Darmſtadt
u Grund des § 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der
Staats=
ſannten vom 2. Juli bzw. 19. Dezember 1923 in Verbindung
ſit Artikel 2 des Geſetzes über die Einſtellung des
Perſonal=
ſtaues in Heſſen und zur Aenderung des Heſſiſchen
Perſonal=
ſtaugeſetzes vom 8. Oktober 1925 vom 1. Januar 1933 ab in
m Ruheſtand verſetzt. — Am 6. Dezember 1932 wurde der
ſirodirektor Philipp Meſſinger zu Mainz auf Grund des
eſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli
w. 19. Dezember 1923 in der Faſſung des Geſetzes über die
ſnſtellung des Perſonalabbaues in Heſſen und zur Aenderung
s Heſſiſchen Perſonalabbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925, vom
Januar 1933 an in den Ruheſtand verſetzt.
— Reichsfinanzverwaltung — Landesfinanzamt Darmſtadt.
erichtsaſſeſſor Dr. Krauß wurde zum Regierungsaſſeſſor
er=
unt,
Die Heſſiſche Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt
ilt= uns mit daß die Mitteleuropäiſche
Verlags=
eſellſchaft m. b. H., Berlin, an viele Firmen ein
Rund=
reiben verſendet, worin ein Angebot auf Fettdruckeintragung
einem Branchenadreßbuch gemacht wird. Dieſem Schreiben iſt
ge Rechnung beigefügt. Bei Nichtbeantwortung folgen weitere
ahlungsaufforderungen und Nachnahmen. Hierdurch wird in
anchen Fällen der Eindruck erweckt, daß ein Auftrag erteilt
uden ſei. Zur Aufklärung ſei daher ausdrücklich empfohlen,
den Fällen, in denen bei den Firmen kein Intereſſe an einer
ſtrdruckausführung beſteht, entweder ſofort einen ablehnenden
eſcheid zu geben oder ſich auf keinerlei Verhandlungen
einzu=
ſen damit der Verlag keine Rechtsanſprüche aus ſeinem
Werbe=
rjahren ableiten kann. Auch bei anderen unbekannten
Adreß=
tchverlagen iſt zuweilen Vorſicht am Platze. In Zweifelsfällen
die Handelskammer gerne bereit, nähere Auskunft zu erteilen.
— Gemäldeausſtellung von Profeſſor Adolf Beyer. Wie im
ptjahre, veranſtaltet Profeſſor Beyer in dem geräumigen
Ober=
ſhtſaal ſeines Werkſtattgebäudes eine Gemäldeausſtellung, die
ihlreiche neue Werke dieſes Jahres enthält. Sie iſt von
Sonn=
ig, dem 11. bis Freitag, den 23. Dezember, von 11—1 und 2.30
5 5 Uhr täglich geöffnet. Eintritt frei.
— Photo=Ausſtellung. Auf die in der Höheren
Landesbau=
hule, Neckarſtraße 3, zurzeit geöffnete Photo=
Ausſtel=
ung „Natur= und Heimatkunde” wird nochmals
hin=
wieſen. (Siehe Freitags=Nummer unſerer Zeitung.) Die
Aus=
fllung bleibt die ganze Woche geöffnet.
— Gedok. Vom 11. bis 18. Dezember, täglich von 11 bis 1 Ubr,
ndet im Rahmen der Gedok=Veranſtaltungen eine
kunſthandwerk=
he Ausſtellung, Wilhelminenſtraße 42, ſtatt. Künſtleriſche
Ar=
liten werden die Damen Ilſe Pfaff, Irm Getroſt, Margarete v.
ünſtermann, Frl. Lauf (Miniaturmalereien), E. Plenk=Helferich
bilder, Graphik) zeigen und zum Verkauf ausſtellen.
— Erfolgreich im Wettbewerb war Herr Joſef Brückl,
äichenchef im Brauereiausſchank Heß”. Vom
Preis=
gricht des Deutſchen Reichs=Seefiſch=Ausſchuſſes über ein
Preis=
sſchreiben „Die Förderung des Seefiſchverbrauchs im
gaſtrono=
tſchen Gewerbe” erhielt Herr Brückl unter einer großen Zahl von
ewerbern für ſeine Arbeiten den 4. Preis.
Heſſiſches Landestheater.
15—17 Uhr. Uraufführung
Fans Wunderhündchen. Preiſe 0.40—2.00 Mk.
Atwoch,
14, Dezember / 19.30—22 Uhr. Zuſ.=Miete V6.
Die Entführung aus dem Serail, Pr. 0.80—4.50
— Heſſiſches Landestheater. Wiederaufnahme in der
ſſper. Am Donnerstag, dem 15. Dezember, werden die beiden
ern „Cgvalleria ruſticana” von Mascagni und „Der
Bajazzo” von Leoncapallo wieder in den Spielplan
aufge=
hmmen. Auch Verdis „Troubadour” der einen ſelten
ſtar=
m Beifall fand, wird am Sonntag, dem 18. Dezember, wieder=
Ht. — Das Schauſpiel bringt eine Wiederholung von
Haupt=
zunns, „Roſe Bernd” und von Zuckmayers „Katharina
ſinie”. Am Donnerstag und Sonntag wird das Luſtſpiel „Der
Auſtergatte” von Hopwood aufgeführt, das bei der
Pre=
ere ſtärkſten Beifall fand — Die 30. Aufführung der
Revue=
högrette. Im weißen Rößl” von Benatzky findet Samstag,
d 17. Dezember, ſtatt. — Uraufführung von „Jans
Kunderhündchen” im Kleinen Haus. „Jans
Wun=
trhündchen” von Erika Mann und Richard Hallgarten wird am
littwoch, dem 14. Dezember, nachmittags 15 Uhr, zum erſten
Vale im Kleinen Haus uraufgeführt. Alle Kinder werden es
anſehen müſſen, wie der Knabe Jan, eigentlich ein Junge
be alle Jungens, auszieht, das Wunderhündchen zu ſuchen, das
F ſeinen Eltern zu Weihnachten ſchenken will. Der gute Onkel
Bomas und der kleine, aber komiſche Vaduz helfen ihm dabei,
Id aus manchem Abenteuer kommt er nur mit Hilfe dieſer
ſei=
hr beiden beſten Freunde heraus. Zauberkreiſe und
verwun=
ſſene Tiere Luftballons und Autowerkſtatt und vieles andere
ehr iſt auf der Bühne zu ſehen. Alles das hat Elli Büttner
K aufgebaut, die auch die hübſchen Zeichnungen zu dem
Weih=
ſchtsheft gemacht hat, das die Kinder vor der Vorſtellung
krie=
en können. Natürlich iſt auch wieder, wie in vergangenen
Jah=
n, ein Nikolaus da, der den Kindern in den Pauſen etwas
enkt. Der Vorverkauf beginnt ſchon heute.
— Weihnachts=Mieten. Ein willkommenes
Weih=
ſachtsgeſchenk, das jedem Freude bereitet, bietet das
Heſ=
hiſche Landestheater auch in dieſem Jahre wieder in
korm von Weihnachts=Schecks und Weihnachts=Mieten, die in der
leit vom 20. Dezember 1932 bis 20. März 1933 gelten.
Weih=
achts=Schecks werden im Nennwert von 5.— RM. aufwärts
Fit 10 Prozent Ermäßigung ausgeſtellt. Der Inhaber beſtimmt
Its Werk, den Tag, die Platzart und die Zahl der Karten, die er
einer Aufführung abnehmen will. Weihnachtsmieten
niaſſen 6 Karten der gleichen Platzart. Die niedrigen Preiſe
Ind in zwei Raten zahlbar. Der Inhaber beſtimmt Werk. Tag
Ind Zahl der Karten, die er bei einer Aufführung einlöſen will.
Die Geſchichte vom deutſchen, Jo=Jo
Eine Erfindung, die auch in Deutſchland gemacht wurde, aber erft vom Ausland kommend
volkskümlich werden konnke.
Kleidung der Frau vervollſtändigen, ein Luxus Platz griff, der
in alle Kreiſe eindrang, und als ſie eines Tages ein beſonders
10-J0.
ſchön gearbeitetes — Puderdöschen in der Hand hielt, kam ihr
plötzlich ein Wort, das jahrelang geſchlafen hatte, in den Sinn.
Ein wahres „Marchen vom neueſten Modeſpiel. und ſie ſagte vor ſich hin: „Joujou”. Und ihr Hirn arbeitete
11. Dezember Anf. 18, Ende vor 22 Uhr. Heſſenl.=Miete IV 4
Don Carlos.
Preiſe 0.70—5.50 Mk. kenstag.
13. Dezember 19.30—22 Uhr. Dſt. Vb. M, Gr. 1—4, T, Gr. 1—6
Katharina Knie.
Preiſe 0.50—4.50 Mk FAt eh
14. Dezember Anf. 19.30 Ende vor 22.45 Uhr. Außer Miete.
Roſe Bernd.
Preiſe 0.50—4.50 Mk. R Gß bnntag.
11 .Dezember Anf. 19.30, Ende 21.30 Uhr.
Preiſe 0.60 u. 0.90 Mk.
Der tolle Hund.
Es war einmal — ſo können wir trotzdem beginnen — ein
kleines Mädchen von 9 Jahren, und das hatte, wie das
Rotkäpp=
chen, eine Großmutter, und gar eine ſchwäbiſche Großmutter, die
ihm alles zuliebe tat. Beſonders erfinderiſch war ſie in neuem
Spielzeug und ſo nahm ſie eines Tages ihr Enkelkind an der
Hand, ging mit ihm in die nahe Werkſtatt eines Drehers und
zeichnete dem etwas Rundes auf ein Stück Papier. „Die Axe‟.
hörte das kleine Mädchen ſagen, „muß durchbohrt ſein und da geht
die Kordel durch.” Gut. Am anderen Abend konnte man das
Spiel=
zeug ſchon abholen, das heißt, es waren zwei. Das eine größer,
mit flachen, dünnen Scheiben, das andere kleiner, mit gewölbten
Scheiben, ſchön poliert, auch war dieſes ſchwerer, aber um ſo
leich=
ter fiel es, damit zu ſpielen, es an der „Kordel” auf und ab laufen
zu laſſen. Die Großmutter nannte es Joujou” und erzählte, wie
ſie und all ihre Kameradinnen es, etwa im Jahre 1825. gehabt,
geliebt und mit großer Kunſtfertigkeit geſpielt hätten.
Am Abend wurde ein Buch hervorgeholt, auf deſſen Rücken
ſtand: „Juſtinus Kerner: Das Bilderbuch aus meiner
Kuaben=
zeit” und daraus mußte die Mutter des kleinen Mädchens
folgen=
den Abſchnitt laut vorleſen:
„Die Emigranten hatten ein eigenes Spiel mitgebracht,
das bald in ganz Ludwigsburg und Stuttgart zur Mode wurde.
Das waren die ſogenannten Joujous Rädchen, die durch eine
geſchickte Schwingung an einer ſeidenen Schnur auf und ab liefen.
Auf allen Spaziergängen begegnete man Herren und Damen, die
dieſes Spiel trieben, ja, ſelbſt aus den Fenſtern der Häuſer rollten
dieſe Rädchen auf und nieder. Man ſah ſie von Holz. von Elfenbein
und Stahl: und es wurde ſogar zuletzt ein Luxus mit in ſie
ein=
gelegten Steinen und anderen Verzierungen getrieben. Das war
nun auch ein erwünſchtes Spiel für uns Kinder und blieb mir
eine ſo liebe Erinnerung, daß ich noch jetzt im ſechzigſten Jahre
einen Jouiou mit Vergnügen auf und nieder treibe.”
„Siehſt du. Kind” ſagte jetzt die Großmutter, „das iſt unſer
Joujou, das franzöſiſche Wort für Spielzeug” — Das kleine
Mäd=
chen freute ſich lange an dem luſtigen Rädchen, aber es blieb auch
das einzige Kind in der Stadt, das ein ſolches Spielzeug beſaß. —
45 Jahre vergingen. Das kleine Mädchen von damals iſt nun
ſelbſt längſt Großmutter. Sie ſah Moden kommen und gehen, ſie
bemerkte, wie mit der Zeit gerade in jenen Kleinigkeiten, die die
weiter: Das Damentäſchchen, ſo wechſelnd in ſeiner äußeren
Geſtalt, ſo vielfältig in ſeinem eleganten Inhalt — wie wärs,
wenn man das Joujou von damals wieder aufleben ließe als
Spielzeug ins Damentäſchchen. gemacht um ſchöne,
gepflegte, ringgeſchmückte Hände im anmutigen Spiel mit ienem
Rädchen ins rechte Licht zu rücken. Das Rädchen — für das ja
ſchließlich auch eine deutſche Bezeichnung würde gefunden werden
können — wäre anzufertigen aus Metall Glas, Porzellan.
Bale=
lit, Holz. Leder, von Fall zu Fall mit Malerei. Schnitzerei.
Stik=
kerei oder Kunſtſteinen verziert. Es müßte ein Maſſenartikel
wer=
den, ein „Schlager”, und doch, in beſonders erleſener Einzelform
ein Perſönliches, eine kleine Koſtbarkeit .... das Kunſtgewerbe
würde ſich der Sache bemächtigen, kleine Induſtrien würden
be=
ſchäftigt, denn vielleicht könnte man auch eine billige Form. als
Kinderſpielzeug, herſtellen —
So gingen die Pläne der Großmutter wie die Pläne jener
Milchfrau in der Fabel .. Sie ließ am ſelben Tage das
Holz=
modell nach ihrer Zeichnung anfertigen, dann bot ſie ihren
Ge=
danken, unter ausdrücklicher Betonung ſeiner Herkunft, der
deut=
ſchen Induſtrie an, und zwar einem Betrieb. der ſich in ſeinen
Erzeugniſſen faſt ausſchließlich auf jenen „goldenen Ueberfluß”
eingeſtellt hat, der von der Frau und für die Frau bevorzugt iſt.
Nach 48 Stunden erhielt ſie Muſter und Beſchreibung mit kühl
bedauernden Worten zurück. Darauf wandte ſie ſich verſönlich an
ein führendes mitteldeutſches Kunſtgewerbehaus, wo ſie
nur ein Achſelzucken und die Weiſung einheimſte: „Sie können
ja gelegentlich einmal wiederkommen.” — Dabei blieb es, denn
ihr Mut war geſunken.
Nun iſt das Joujou, aber mit einem japaniſch=indianiſch
klingenden Namen, in der Hand eines jeden deutſchen Kindes.
Denn eine Sache muß weit herkommen, wenn ſie dem Deutſchen
ſchmackhaft werden ſoll.
In China, fa ſchon im alten Aegypten ſoll man „Yo=Yo”
ge=
ſpielt haben, Möglich, ſogar wahrſcheinlich, denn kann es ein
pri=
mitiveres Spielzeug geben?
Weit muß es herkommen, wenn es den Deutſchen ſchmackhaft
werden ſoll. Dieſer Satz iſt ſo unbeſtreitbar, wie der andere: Glück
muß der Menſch haben!
F. D.=R.
Jo jo ....."
— Hohes Alter, Sonntag den 11 Dezember, feiert Herr
Georg Roth II., wohnhaft im Beſſunger Forſthaus, in körperlicher
und geiſtiger Friſche ſeinen 88. Geburtstag.
Preisausschreiben
Der Weihnachtslestzug.
Morgen ist der letzte Tag
zur Einsendung der Lösung. Nach.
dem 12. Dezember (abends 6 Uhr)
eingehende „Lösungen • können
nicht mehr berücksichtigt werden
Der Verlag
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt.
Wir verweiſen auf unſere heutige Anzeige, wonach in unſerer
2. Winterverſammlung am kommenden Mittwoch, dem 14.
Dezember, abends 8 Uhr, Herr Kapitän v. Senden=
Darm=
ſtadt im Fürſtenſaal in einem Lichtbildervortrag über „Eiue
Wanderung durch die Rieſenſchnelldampfer
Bremen” und „Europa” während einer Farht von
Bremen nach New York” ſprechen wird. Der Redner iſt
unſeren Mitgliedern durch ſeine früheren Vorträge beſtens
be=
kannt. Eine ſtattliche Anzahl vorzüglichſter Lichtbilder wird die
Ausführungen über das zweifellos alle Mitglieder äußerſt
inter=
eſſierende Vortragsthema wirkſam unterſtützen. Somit ſteht
un=
ſeren Mitgliedern ein genußreicher Unterhaltungsabend bevor,
der zweifellos auch vieles Belehrende bringen dürfte.
Schenkt Bücher zu Weihnachten!
Bücher ſind ſchöne, billige Geſchenke von bleibendem Wert.
Reiche Auswahl und fachmänniſchen Nat bei Ihrem Buchhändler.
— „Die Weihnachtsgans auf Gas gebraten”, das iſt das
Thema eines Vortrags, der am Donnerstag, dem 15. Dezember,
abends 8 Uhr, im Vortragsſaal des Städtiſchen Gaswerks.
Eliſa=
bethenſtraße 25½, ſtattfindet. Immer näher heran rückt das
Weihnachtsfeſt, und es gilt, die letzten Vorbereitungen zu treffen.
Als eine der größten Freuden für die Feiertage wird in weiten
Kreiſen die Weihnachtsgans betrachtet. Aber ſie kann das Herz
erſt dann ganz mit Freude erfüllen, wenn ſie einwandfrei
zube=
reitet iſt und der ihrem Fleiſch innewohnende Saft voll erhalten
bleibt. Dieſe Möglichkeit der Zubereitung bietet der Gasherd
in ganz vorzüglichem Maße, denn durch ſeine feine
Regulierungs=
möglichkeit iſt man in der Lage, jederzeit die gewünſchten
Hitze=
grade einzuſtellen. — Wichtig iſt auch für die kommende
Weih=
nachtszeit, einiges über die praktiſchen Durchlauferhitzer zu
er=
fahren, die ſich vorzüglich als Geſchenk eignen. Der Beſuch des
Vortrages ſei deshalb nochmals beſtens empfohlen. Im übrigen
verweiſen wir auf die heutige Anzeige.
EPTI. Evangeliſcher Bund, Darmſtadt. Am kommenden
Mon=
tagabend veranſtaltet der Evangeliſche Bund, Darmſtadt einen
Vortragsabend im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. Es ſpricht der
Vorſitzende des Zweigvereins. Pfarrer Dr. Bergér über „
For=
derungen des Proteſtantismus an Staat und
Kirche‟. Es kommt dieſer Vortrag einem dringenden Wunſch
und Bedürfnis weiter evangeliſcher Kreiſe entgegen. Bei der
Unſicherheit und Unklarheit evangeliſcher Kreiſe gegenüber den
innerpolitiſchen und kulturpolitiſchen Erſcheinungen der letzten
Zeit iſt eine entſcheidende und klare evangeliſche Haltung
not=
wendig. Der Evangeliſche Bund hat auf ſeiner Kaſſeler
General=
verſammlung vor einigen Wochen nach eingehender Beratung
ſei=
ner Führerſchaft, die auch in dieſem Blatt veröffentlichten
For=
derungen und Richtlinien herausgegeben. Eine nähere
Dar=
legung und Begründung iſt für jeden Evangeliſchen, der Anteil
am öffentlichen Leben nimmt — und das ſollte jeder ſein — von
höchſter Bedeutung. Der Eintritt iſt frei.
— Auf die Weihnachtsbitte der Herberge zur Heimat im
heu=
tigen Anzeigenteil weiſen wir auch hier empfehlend hin und
bit=
ten dieſe alte Wohlfährtseiurichtung, an die bei dem dauernd
ſo=
großen Zuſtrom von Wanderern alltäglich große Anforderungen
geſtellt werden, auch in dieſem Jahre nicht zu vergeſſen.
— Akademie=Chor. Die Probe am Mittwoch den 14. d. M.,
fällt aus. Die nächſte Probe findet nach den Weihnachtsferien am
Mittwoch, den 11. Januar 1933, abends, ſtatt. Die ausgefallenen
Proben werden nachgeholt,
— Hiſtoriſcher Verein. Am nächſten Montag. 12. Dezember,
18 Uhr, ſpricht im Realgymnaſium der Kunſthiſtoriker Pfarrer
Dr. Kunze in Nieder=Modau über. „Neue Forſchungen
über die Dome zu Mainz und Speyer‟ Der Vortrag
wird durch Lichtbilder erläutert werden.
Aa. Kaninchen= und Geflügelſchau im Orangeriehaus. Der
Kreisverband. V im Landesverband heſſiſcher Kaninchenzüchter
er=
öffnete am Samstag im Orangeriehaus eine gut beſchickte
Kreis=
verbandsſchau. In der Ausſtellung ſind die wichtigſten
Kaninchen=
ſorten vertreten. Beſonders zahlreich ſind Weiße Rieſenkaninchen,
Belgiſche Rieſen, Chinchilla, die Wiener Raſſen und andere
vor=
handen. Daneben ſieht man Hühner, Tauben, Faſanen und
an=
deres Geflügel. Da die Ausſtellung in der Hauptſache eine
Kaninchenſchau iſt, iſt mit ihr auch eine Fell= und Pelzſchau
ver=
bunden, wobei man Kaninchenfelle vom Rohfell bis zur
Verarbei=
tung zu Damenpelzen und dergleichen ſehen kann. Die meiſten
der ausgeſtellten Tiere ſtammen aus Darmſtadt. Außerdem haben
noch zahlreiche Geflügelzüchter aus Griesheim, Arheilgen,
Pfung=
ſtadt und anderen Vororten ausgeſtellt. Mit der Ausſtellung war
eine Prämiierung verbunden, deren Ergebnis zeigt, daß die
Preis=
richter bei der Güte des vorhandenen Materials keine leichte
Ar=
beit hatten. Die Durchführung der Ausſtellung, die auch noch am
heutigen Sonntag geöffnet iſt, iſt dem Kaninchenzuchtverein
Darm=
ſtadt=Süd übertragen.
— Heſſen=Skikurſe über Weihnachten. Der Heſſen=
Skikurs=
verlag hat für den kommenden Winter ein erſtklaſſiges Programm
ausgearbeitet, das in Preis und Lage der Plätze das Aeußerſte
bietet. Ueber Weihnachten ſind Kurſe im öſterreichiſchen Gebiet
in Neſſelwängle und Riezlern. In Ausſicht genommen iſt ein
Kurs bei Hannes Schneider in St. Anton am Arlberg. Im
Schwarzwald ſind es zwei Plätze: im nördlichen Teil Kniebis,
im ſüdlichen Teil Schluchſee. Dieſe Kurſe beginnen am 22.
Dezember und am 26. Dezember (2. Feiertag), ſo daß es zeitlich
jedem möglich gemacht wird, für ein paar Tage Winterfreuden
im Gebirge zu genießen. Alle Kurſe ſowie die Frühjahrskurſe
ſind in dem vom Verlag herausgegebenen Heft. Der
Winter=
ſport” eingehend behandelt und durch ſchöne Aufnahmen
illu=
ſtiert. (Wir verweiſen auf unſere heutige Anzeige.)
— Die Omnibuſſe der Reichspoſt Darmſtadt—Seeheim
ver=
kehren von heute ab wieder direkt Darmſtadt—Eberſtadt—
See=
heim, ohne Umſteigen in der Bickenbacher Tanne. Die Straße
iſt ſoweit paſſierbar, auch für Privatwagen.
Rnng
Rff4
R
verAUALITATS-STRUMPRDER
SALAMIALIBLIK A. G.
K
Der Strumpf, der nur in erster Wahl verkauft wird.
Also fehlerfrei, eine Masche wie die andere
besonders haltbar, elastisch und dabei sehr billig!
FniieSst
Heute von 1 —6 Uhr nachmittags geöffnet.
A
B
Darm
Wellenſitkich= und Erotenſchau.
Ob es notwendig war, mögen wir nicht entſcheiden, aber
Tatſache iſt, daß ſich zu den ſchon beſtehenden Geflügelzucht=,
Ka=
narien= und Vogelzuchtvereinigungen ein Spezialverein
gegrün=
det hat, der ſich mit der Zucht von Wellenſittichen und Exoten
befaßt. Wellenſittiche ſind zurzeit noch die große Mode in
Deutſch=
land. Der Wellenſittich hat ſich verhältnismaßig leicht bei uns
eingebürgert und ſeine Zucht in der Gefangenſchaft iſt, bei
eini=
germaßen verſtändnisvoller Behandlung, leicht. Daß das
mun=
tere, ſehr bewegliche und immer verliebte Tierchen ſich als
Haus=
genoſſe Liebe und Freundſchaft erworben hat, iſt begreiflich für
geden, der einmal Wellenſittiche gehabt und ſich liebevoll mit
ihnen beſchäftigt hat. Wenn ein Verein gegründet wird, der es
ſich zur Aufgabe macht, die Zucht der Wellenſittiche in der
Ge=
fangenſchaft zweckmäßig zu betreiben, und die Kenntniſſe darüber
zu verbreiten, ſo iſt dagegen ſelbſtverſtändlich nichts zu ſagen,
im Gegenteil, ein derartiger Verein kann durchaus ſegensreich
wirken und kann durch falſche Behandlung unbewußt erfolgende
Tierquälereien verhindern helfen.
Der Verein Wellenſittiche= und Exotenfreunde Darmſtadt und
Umgebung, der dem Landesverband Heſſen angehört, veranſtaltet
in dieſen Tagen in den Räumen des Bürgerhofs eine Ausſtellung.
die ausſchließlich von ſeinen Mitgliedern beſchickt und für alle
Wellenſittichfreunde ſicher hochintereſſant iſt. Doppelt intereſſant
darum, weil nicht nur Wellenſittiche der verſchiedenſten
Fär=
bung gezeigt werden, ſondern weil in einer Sonderſchau dem
Züchter Hinweiſe gegeben werden, wie er neue Farbenſpiele in
dem Gefieder der Sittiche erzielen kann.
Vor noch nicht langer Zeit kannte man nur grüne und gelbe
Wellenſittiche. Inzwiſchen ſind durch Kreuzungen zahlloſe
Far=
bennüancen erzielt worden: Dunkelblau und hellblau, kobaltblau.
grau, weiß uſw. So wird der Natur ins Handwerk gepfuſcht
was in gutem Sinne gemeint ſein ſoll, denn die durch Zuchtwahl
erzielten Farben im Gefiederkleid ſind auf jeden Fall intereſſant,
wenn ſie auch nicht immer das Urgebilde der Natur verſchönern.
Eins aber hat auch der Züchter noch nicht erreicht: daß nämlich
die erzielten neuen Farbennuancen bei gleicher Paarung ſich
fort=
pflanzen. So kann er immer wieder erleben, daß aus einem
blauen oder weißen oder grauen Wellenſittichpaar wieder das in
ſeiner Art wundervoll reich gefärbte Gefieder des grünen
Wellen=
ſittichs wiederkehrt.
Außer Ergebniſſen der Wellenſittichzucht zeigt die Ausſtellung
eine ganze Anzahl exotiſcher Vögel, die ſich in der
Gefangen=
ſchaft recht gut halten und durch die Pracht ihres Federkleides
erfreuen. Beſonders groß iſt die Zahl der ausgeſtellten Finken
und Webervögel, aber auch andere „Ausländer” ſind ausgeſtellt,
ſo daß das Geſamtbild für den Vogelfreund durchaus
erfreu=
lich iſt.
— Evangeliſcher Beamtenverein Heſſen, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt. Die Vorſtandsſitzung galt im weſentlichen der
Vorberei=
tung der nächſten Mitgliederverſammlung. Im Vordergrund ſtand
die Frage der Werbung neuer Mitglieder, die gemäß einem
früheren Beſchluß nunmehr energiſch in die Wege geleitet und vor
allem durch mündliche Werbung (Vertrauensmänner) gefördert
werden ſoll. Weiter wurde beſchloſſen, das Angebot eines
Ver=
ſicherungsfachmannes anzunehmen, der in Form eines kurzen
Vor=
trags die verſchiedenen Verſicherungsarten und ihre Vorteile
ge=
rade für die Beamtenſchaft darlegen ſoll. Einen weiteren
Vor=
trag wird vorausſichtlich der Landesverbandsvorſitzende, Herr
Pro=
feſſor Wentzel, übernehmen, ſo daß die für Mitte Januar
vor=
geſehene Mitgliederverſammlung recht intereſſant zu werden
ver=
ſpricht. Zum Punkt „Verſchiedenes” wurden allerlei
Feſtſtel=
lungen über die Dienſtbefreiung der evangeliſchen Beamten uſw.
am diesjährigen Reformationstag bekanntgegeben, aus denen
her=
vorging, daß die im Vorjahr erlaſſene Miniſterialverfügung bei
den unterſtellten Behörden uſw. ſo unterſchiedliche Auslegung
er=
fährt, daß der Zweck, allen evangeliſchen Beamten uſw. die Teil
nahme am Reformationsgottesdienſt zu ermöglichen, nicht immer
erreicht werden kann. Der Vorſtand war deshalb einſtimmig der
Anſicht, daß vor allem die Abänderung dieſer von inneren
Wider=
ſprüchen auch nicht freien Verfügung im Intereſſe der Sache
her=
beizuführen ſei. Zum Schluß wurde noch auf den am Montag,
den 12. Dezember, im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, abends 8 Uhr,
ſtattfindenden Vortrag des Herrn Pfarrer Dr. Bergér
hingewie=
ſen und um zahlreiche Beteiligung erſucht.
— Die Ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt jeden
Sonntag zur Beſichtigung von 10—12.30 und 2—5 Uhr geöffnet.
— Die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Joh. Seb.
Bach durch den Muſikverein, am Dienstag, den 13. Dezember,
20 Uhr, in der Stadtkirche, wird auch äußerlich den Stempel einer
künſtleriſchen Weihnachtsfeier tragen. Beim Erklingen der
ſoge=
nanten Hirtexſinfonie wird ein Tannenbaum im Lichterglanz
er=
ſtrahlen. Für die künſtleriſche Höhe der Aufführung bietet die
ſorgfältige Einſtudierung, die Verſtärkung des Muſikvereinchors
durch Mitglieder der „Liedertafel”, die Auswahl vorzüglicher
So=
liſten, ſowie die Mitwirkung des Landestheaterorcheſters Gewähr.
Die Hauptprobe am Montag iſt als Arbeitsprobe” nur den zum
Beſuch der Hauptproben berechtigten Mitgliedern zugänglich.
Vor=
verkauf in der Buchhandlung Bergſträßer, Abendverkauf in der
Einhorn=Apotheke. (Siehe heutige Anzeige.)
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
— Kärnten in Wort und Bild. Zu dieſem Vortrag des Herrn
cand. med. Eberl (Innsbruck) hatten die akademiſche Ortsgruppe
und der Schulgruppenverband des VDA. eingeladen. Vor den
ſehr zahlreich erſchienenen Hörern erſtand durch die hinreißenden
Worte des Redners ein lebendiges Bild vom Bollwerk des
Deutſchtums im Südoſten. Aus der Tatſache, daß ſloweniſche
Minderheiten in das kerndeutſche Land hineingeſprengt ſind,
er=
hoben die Südſlawen nach dem Weltkrieg den Anſpruch auf weite
Strecken Karntens. So folgten auf die ungeheuren Verluſte
während des Krieges für das Land die bitterſten Abwehrkämpfe.
In dreifach wechſelvollem Ringen bewies die Kärntener
Bevöl=
kerung nach außen die Einheit des Landes und nach innen
helden=
mütigen Kampfeswillen. Durch zehnfache Uebermacht des
Fein=
des wurde Kärnten ſchließlich zum Abſtimmungsgebiet gemacht,
wider alles Recht die größere Hälfte des Landes bis zum Tag
der Abſtimmung vom Feind beſetzt. Da leiſteten noch einmal
deutſche Vertrauensmänner geheime ſchwere Arbeit bis zum 10.
Oktober 1920, da ſich trotz des unerhörten Terrors 59 Prozent der
Bevölkerung für Oeſterreich entſchieden. 200 Tote des
Abwehr=
kampfes mahnen uns an die Hingabe, mit der ſich die Kärntener
für ihr Land eingeſetzt haben. Das erhabene Land mit
Schnee=
gipfeln, Schluchten, Seen, Städten, Burgen und Bauernhütten,
wie ſie das Bild uns zeigte, iſt deutſche Erde, von der kein Fuß
breit wieder verloren gehen darf. Kärnten lädt uns ein, zur
Pfingſttagung des VDA. 1933 in ſeine Hauptſtadt Klagenfurt zu
kommen. Deutſche Jugend will dort ihre Verbundenheit mit
dem Deutſchtum Kärntens bezeugen, wie es von der Pflicht
durch=
drungen, zu kämpfen für ein einiges Großdeutſchland. Dr. Nn.
p. 1. Klage des Preußiſchen
Bezirksfürſorge=
verbandes Stadt Frankfurt a. M. gegen den
Heſ=
ſiſchen Bezirksfürſorgeverband Kreis Groß=
Gerau wegen Erſtattung von Fürſorgekoſten fur
F. Walther.
In Frage ſteht, ob ſchon in Rüſſelsheim die
Hilfsbedürftig=
keit für F. Walther eingetreten war, oder erſt in Frankfurt a M.
Tatſächlich war die Tochter des F. Walther ſchon vor ihrem
Weg=
zug nach Frankfurt a. M. bei der Bürgermeiſterei in Rüſſels=
heim, um ſich wegen Unterſtützungsleiſtung zu erkundigen. Das
war im Oktober 1930. Das Urteil gibt der Klage auf
Zahlung ſtatt.
2. Klage des Preußiſchen
Bezirksfürſorge=
verbandes des Untertaunuskreiſes gegen den
Heſſiſchen Bezirksfürſorgeverband Stadt
Darm=
ſtadt wegen Erſatzes von Fürſorgekoſten für die
Elſe Orthaus.
E. Orthaus hat den Wohnſitz nach Bad Schwalbach verlegt,
wo ſie den Haushalt mit der Schweſter teilt. Darmſtadt
beſtrei=
tet daß Hilfsbedurftigkeit vorliege. Das Urteil gibt der
Klage ſtatt.
3. Klage des Karl Held zu Heppenheim gegen
den Beſchluß des Kreisausſchuſſes Heppenheim
vom 16. Juli 1932 wegen Rückerſtattung von
Sozialrentnerunterſtützung.
Held bezog Sozialrente und ſpäter noch 60prozentige
Militär=
rente: auf Einbehaltung einer hierdurch zur Auszahlung
gelang=
ten Doppelrente und Rückerſtattung erkannte der Kreisausſchuß.
Mit der Klage, die der Bund der Kriegsbeſchädigten vertritt,
wird betont, daß die auf 60 Prozent erhöhte Militärente durch
Verſchlimmerung ſeines Leidens bedingt geweſen ſei. Held habe
inzwiſchen keine Vermögensmittel erworben, um eine
Rückerſtat=
tung zu leiſten, deshalb müſſe auch der ihm einbehaltene Betrag
zurückerſtattet werden. Von der Gegenſeite wird ausgeführt, daß
die Richtſätze der gehobenen Fürſorge überſchritten ſeien. Das
Urteil weiſt die Klage ab.
Deutſcher Pferdeſport=Kalender
Pferdefreunde
verwenden als Weihnachtsgabe
Zinſels Pferdeſport=
Abreiß=Kalender 1933
Deutſcher Sport
in Bild und Wort
Preis verbilligt Rm. 3.—
Dieſer Kunſtkalender erſcheint ſeit vielen Jahren und gibt
in ausgewählten Bildern und von bekannten Fachleuten
geſchriebenen Texten einen Aberblick über den derzeitigen
Stand von Zucht und Nennen, Turnierſport
Polo, Jagdreiten uſw.
Zu haben in allen Buchhandlungen, beim Verlag Ed. Zinſel,
Darmſtadt, Riedeſelſtr. 39 und in der Geſchäftsſtelle des
Darmſtädter Tagblattes.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung arztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am
Sonn=
tag, dem 11. Dezember 1932, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung
bereit: Dr. med. Buchhold. Aliceſtraße 19½ Telephon 3208;
Frl. Dr. med. Stieler, Wilhelm=Gläſſing=Straße 25
Tele=
phon 2721; Frl. Dr. med. Vaubel, Heinrichſtraße 100.
Tele=
phon 1645.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 11. bis 18. Dezember:
die Hirſchapotheke, Nieder=Ramſtädter Straße 21, und die
Nordend=
apotheke, Friedrich=Ebert=Platz 17.
Aus den Parkeien.
— Deutſche Volkspartei Ortsgruppe
Darm=
ſtadt. Am kommenden Mittwoch, 14. Dezember, findet abends
8.15 Uhr, in der Krone, Schuſtergaſſe, eine
Mitgliederverſamm=
lung ſtatt. Herr Dr. Merton, Frankfurt a. M.,
Reichstagsabge=
ordneter der Wahlkreiſe Heſſen=Naſſau und Heſſen=Darmſtadt,
ſpricht über die politiſche Lage. Die Mitglieder werden gebeten,
recht zahlreich zu erſcheinen. Gäſte können, ſofern ſie keiner anderen
Partei angehören, eingeführt werden.
Deutſche Volkspartei Frauengruppe. Wie
all=
jährlich, ſo wird auch in dieſem Jahre die Frauengruppe der
D.V. P. eine Adventsfeier veranſtalten, und zwar findet dieſelbe
am nächſten Samstag, den 17. Dezember, nachmittags 4.30 Uhr, im
kleinen Saal des Hoteks Traube ſtatt. Karten für Tee und
Ge=
bäck können ab Dienstag zu 60 Pfg. auf der Geſchäftsſtelle,
Zim=
merſtraße 1, abgeholt werden.
* Helia: „Marſchall Vorwärts”
Paul Wegener und eine ganze Anzahl unſerer beſt=u
Filmſchauſpieler mit ihm ſind in dem neuen vaterländiſchen
To=
film beſchäftigt, der eine der populärſten Geſtalten unter d.i
veerführern der Befreiungskriege verlebendigt. Ueberflüſſig.
ſagen, daß bei dieſer Künſtlerauswahl eine Reihe hervorragendon
Typen auf der Leinwand erſcheinen, die ſich aber dem Geſamtbäu
ſo gut einordnen, daß kaum einer der vielen überragend in dar
Vordergrund tritt. Selbſt nicht Paul Wegener=Blücher, ſow.
ihn nicht die Filmhandlung von ſelbſt in den Vordergrund 2
Geſchehniſſe ſtellt. — Es iſt gut, gerade heute wieder aus
Geſchichte Preußens und Deutſchlands Abſchnitte zu zeigen. Se
Vaterland und Volk in tiefer Erniedrigung, ſeufzend unter rün
ſichtsloſem Bedrückertum Frankreichs zeigen. Gut auch, zu
z=
gen, daß ſelbſt tiefſte Erniedrigung, furchtbarſte Bedrückung
ni=
die Unmöglichkeit des Wiedererhebens zuließen. Nur aus ne
Geſchichte kann man lernen. Filme dieſer Art haben weder
Kriegshetze, noch mit Pazifismus etwas zu tun. Wir wiſſen,
heute andere Zeit iſt als vor 120 Jahren. Wir wiſſen, daß, gemeſ
an den Geſchehniſſen des Weltkriegs, Ausſchnitte aus den
V=
freiungskriegen, ſelbſt bis zu den größten Kämpfen, heute —
Kinderſpiel anmuten, und noch kein Filmregiſſeur hat es fer
gebracht, Kampfſzenen von früher ſo zu geſtalten, daß ſie ein B.
der Wirklichkeit gaben. Auch Heinz Paul in „Marſchall Va
wärts” vermag das nicht. Man kann ſeine Kriegsbilder
als Illuſtrationen der geſchichtlichen Handlung werten. Sie ſ5nu
auch im Grunde nebenſächlich. Was der Film zeigen ſoll,
etwas anderes, iſt das was jeder, der ihn ſieht, ſelbſt fühlt i
fühlen muß, will er Abſicht und Wirkung verſtehen. Nicht
lungen iſt es Heinz Paul, die heroiſche Größe, die gerade in zu
um Blücher und ſeiner Zeit das getretene preußiſche Volk empn
trieb, zu zeichnen. Die Filmhandlung, die mit den tiefſten .
niedrigungen Preußens beginnt, ſetzt zu viel als ſelbſtverſtär
lich voraus, nimmt zu viel als gegebene Tatſache hin. Es feil
dramatiſche Wirkung und es fehlt auch das geiſtige Durchdrins
der Geſamtſphäre, die das damalige Preußen aus der tiefſ
Ohnmacht zum Siege über den Weltherrſcher werden ließ.
Intereſſant aber, daß trotzdem, was wir lange nicht erlebE/
am Schluß der Aufführung lebhaft geklatſcht wurde. A.
— Im Union=Theater läuft nur noch heute und morgen QAlg
urkomiſche Volksſtück „Der Schützenkönig” mit den beiden Kommr)
kern Weiß Ferdl und Max Adalbert in den Hauptrollen. Doß nu
das erſtklaſſige Beiprogramm.
— In den Palaſt=Lichtſpielen ſieht man nur noch heute zn
morgen den ſenſationellſten aller Tonfilme „Tarzan, der Herr.
Urwalds” zu ermäßigten Preiſen.
— Helia=Morgenfeier. Im Rahmen einer der belieb
Film=Morgenfeiern zeigen die Helia=Lichtſpiele heute vormitu
11.15 Uhr unwiderruflich zum letzten Male den ganz hervorrag=i
den Kulturfilm der Ufa „Wunder der Tierwelt unter Waſſe,
Jugendliche haben Zutritt.
Reſi=Theater.
* Der entzückende luſtige Film „Ich will nicht wiſſe
wer du biſt” iſt nicht nur wegen der vielfältigen Situation
komik von beſonderer Wirkung, ſondern vor allem durch ein al
gezeichnetes Künſtlerenſemble getragen. Die entzückende Li
Haid und ihr feſcher Partner Guſtav Fröhlich, die die Harohi
rollen verkörpern, haben einen Kammerdiener Stahall.
c-
in ſeinem betont täppiſchen Auftreten die drolligſten Stücke vühſ im So
führt. Die Autoreiſe nach Italien und das Auftreten als falſcn weiſen und die
Graf geben Stahall immer wieder Gelegenheit, ſeinem na zſen beſtehen,
lichen Humor die Zügel ſchießen zu laſſen, ſo daß ein Lachſtrußuſanden.
dem anderen folgt. Das liebenswürdige Spiel in ausgezeichneſch hung mobil
Regie hat mehrere hübſche Schlager und eine ſehr gut verſtär ndwirtſchafts
liche Vertonung. — Zu dieſem Hauptfilm kommt ein abwech ingen der jung
hlweiſe noch ſe
lungsreiches Beiprogramm.
He Wege gewi
— Reſi=Theater. Frühvorſtellung des großen Expeditionßſugen Unterne
films „Durch Afrika”, ein Tonfilm aus den Urwäldern Afri Pans eines ie
zdunn der G
Mittags Jugendvorſtellung.
Aehverwertung
— Orpheum. Heute Sonntag zwei Vorſtellungen: Nachty/ zungen ei
hrecht draſt
tags 3.30 Uhr Volks= und Fremdenvorſtellung bei ganz klei ,ſe Genoſ
Preiſen ſowie abends 8.15 Uhr der hervorragende Varieté=Sp
Andwirte ei
plan. U. a. der beſtdreſſierte Seelöwe der Gegenwart Aqua,
unerreichten Luft=Trapezkünſtler Malmſtröm, die drei Fernan)d r Intereſ
Asführur
als ſpaniſche Clowns, ferner noch ſechs auserleſene Kräfte
I0 dara
dem Reiche der bunten Bühne. Alles in allem ein Prograr,
das den verwöhnteſten Anſprüchen der Beſucher Rechnung trüche eſchen
Deite
Hierzu noch ganz billige Preiſe. Kartenvorverkauf an den
en die Au
kannten Stellen und an der Orpheumskaſſe ab 11 Uhr unun
Bähm=
brochen. (Siehe Anzeige.)
Kugtio
ichteten.
chner
Lokale Veranſtalkungen.
hbacher
— Der Verein ehem. Landwirtſchaftsſchül/sligs. Der
Darmſtadt, veranſtaltet am kommenden Mittwoch, den 14. d.
* auch in
nachmittags 3 Uhr, im „Fürſtenſaal”, Grafenſtraße, ſeine dichemer
Viebh=
jährige Generalverſammlung mit anſchließender gemeinſanAernſtodt
Weihnachtsfeier wozu alle Mitglieder mit ihren Verwandten iAndwirt
Bekannten herzlich eingeladen ſind.
— Der Wanderklub „Falke 1916” begeht am S
tag, dem 17. Dezember, im großen Saale des „Feierabend” ſig hingig zu
Mit
Weihnachtsfeier, verbunden mit Wandererehrung, die durch 890en. Wen
Ehrenvorſitzenden, Oberreallehrer A. Schaefer vorgenomnp/ental ſich du
wird. Im Mittelpunkt des Abends ſteht das Theaterſtück „MNwollen u=
Radiumquelle”, Luſtſpiel von Herrn Amtsgerichtsrat Bef
Laudeng
(Siehe Anzeige.)
Rüt
Vereinskalender.
eTheat
— Vereinigung ehemal. 116er Darmſtad
Montag, den 12. Dezember, abends 8.15 Uhr: Mitgliederverſang
lung bei Kamerad „Breidert”, Obergaſſe.
Tageskalender für Sonntag, den 11. Dezember 1932.
Helia=Lichtſpiele, 11.15 Uhr: Wunder der Tierwelt unter
ſer.” — Union=Theater: „Der Schützenk!
g‟ — Helia=Lit
ſpiele: „Marſchall Vorwärts”, — Palaſt=Lichtſpiele: „Tarzik
— Reſi=Theater: Früh= u. Jugendvorſtellung: „Durch Afril
nachmittags: „Ich will nicht wiſſen, wer du be
— Orpheum, 15.30 und 20.15 Uhr: Varieté. — Konzerte: Hei
gartencafé, Café Ernſt=Ludwig, Reichshof, Hotel=Reſt. zur P
Bürgerhof, Waldſchlößchen. Heſſiſches Haus. — Städt. Saaln
15 Uhr: Weihnachtsfeier der Freien Turngemeinde. — Konld
diaſaal. 18 Uhr: Weihnachtsfeier des Marinevereins. — R
gymnaſium, 19 Uhr: Lichtbildervortrag: Schweizfahrt.
Santgſa.
Schuhges m. b.H
Darmstadt,
Rheinstraße 6
Sonntag, 11. Dezember 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Aus Heſen.
F. Eberſtadt, 9. Dezbr. Vortragsreihe „Moderne
chnik”. Die gewaltigen Fortſchritte, die in der Technik und
en ihr zugrunde liegenden und ihr dienenden
naturwiſſenſchaft=
ſchen Erkenntniſſen gemacht worden ſind und die der heutigen
ſert den Stempel des „Zeitalters der Technik” aufgeprägt haben,
ſöxt auf das Intereſſe weiteſter Kreiſe und Schichten unſeres
zolkes. Angeſichts deſſen bezweckt die am Dienstag abend (13.
des.) in der Georgſchule beginnende Vortragsreihe des Dipl.=Ing.
rtſtein=Darmſtadt, veranſtaltet von dem Ortsausſchuß für
ſorksbildung und Jugendpflege, den tiefgehenden
kulturfördern=
er Einfluß, den die Technik und die naturwiſſenſchaftliche
For=
hang auf den modernen Menſchen gewonnen hat, in anſchaulicher
nd überzeugender Form an Hand von Beiſpielen klarzulegen.
Ak. Nieder=Ramſtadt. 10. Dez. Winterhilfeantrag
er Erwerbsloſen. In einer ſtark beſuchten
Erwerbsloſen=
erſammlung wurde beſchloſſen, an die Gemeinde einen
Dring=
ſch keitsantrag auf Gewährung von Winterhilfe zu ſtellen. Der
ſerneinderat wird ſich in der nächſten Sitzung mit dieſen Anträgen
u befaſſen haben. Zur Erfüllung all dieſer Forderungen wären
ngezählte Tauſende Mark erforderlich. Da die Gemeinde aber
ber keinerlei Mittel verfügt, werden dieſe Anträge, falls nicht
or Reichswegen etwas geſchieht, wohl nur ein frommer Wunſch
leiben müſſen.
— Reinheim. 8. Dez. In der Woche vom 12. bis 18. Dezember
nden in unſerer hieſigen Kirche zeitgemäße Vorträge über
bren=
ende Gegenwartsfragen ſtatt. Redner iſt der ehemalige
Metall=
rbeiter und jetzige Volksmiſſionar Fritz Witzel. Als Auftakt
r dieſer Evangeliſationswoche wird ſchon am kommenden
Sonn=
ug. den 11. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Gemeindeſaal eine
eſondere Veranſtaltung abgehalten werden, für die Herr Witzel
ſinen Dienſt zugeſagt hat. Außerdem werden auch noch Herr
ſfarrer Dr. Meiſinger und Herr Stadtmiſſionsinſpektor
Bring=
ann=Darmſtadt zu Wort kommen. Die Arbeiterſchaft wird auf
ſieſe Vorträge im Volkston beſonders aufmerkſam gemacht und
erzlich eingeladen. Heſangliche. muſikaliſche und andere
Darbie=
ungen werden dem Nachmittag einen würdigen Rahmen geben.
— Reinheim, 10. Dez. Am 4. Advent, abends, hält der
Turn=
erein Reinheim e. V. (Deutſche Turnerſchaft) ſeine
Weihnachts=
ſier im Saalbau „Zur Spitze” ab. Der Geſamtinhalt des Abends
ſird von den Jugendabteilungegn beſtritten. Sie werden zeigen,
as ſie im verfloſſenen Jahre auf dem Turnboden gelernt haben.
en bunter Folge werden gezeigt Frei =und Geräteübungen, Bo=
Finturnen und Tänze und zum Schluß ein Weihnachtsmärchen von
lax Jungnickel „Fillafalla”.
— Brensbach. 10. Dez. Gemeindeeinnehmer Horn hat wegen
werer Krankheit ſein Amt als Gemeindeeinnehmer
nieder=
elegt. — Sparkaſſenrechner Trinkaus hat ſein Amt als
Ge=
einderat niedergelegt und der Bürgermeiſterei ſeinen Austritt
us demſelben ſchriftlich zugeſtellt.
— Aus dem Gerſprenztal. 10 Dez. Das Heſſiſche
Landwirt=
haftsamt Reichelsheim. die Viehverwertungsgenoſſenſchaft Ger=
Frenztal” und der Verein der ehemaligen Schüler der
Reichels=
rimer Landwirtſchaftlichen Schule hatten die Landwirte des
Be=
rkes bzw. ihre Mitglieder in den letzten Tagen zu zwei größeren
erſammlungen eingeladen und zwar am 2. Dezember nach
Arensbach und am 9. Dezember nach Reichelsheim. Geleitet
wur=
ſin beide Veranſtaltungen von Direktor Wenzel=Reichelsheim.
er die Anweſenden begrüßte und auf den Zweck der
Veranſtal=
ingen hinwies, der darin beſtand, die Landwirte auf die Ziele
r im Sommer gegründeten Viehverwertungsgenoſſenſchaft
hin=
weiſen und die Bedenken zu zerſtreuen, die gegen dieſe Einrich=
Aing beſtehen, haben es doch die Genoſſenſchaftsgegner glänzend
arſtanden, manche Landwirte gegen ihre eigene Selbſthilfeein=
Echtung mobil zu machen. Als erſter Redner behandelte alsdann
andwirtſchaftslehrer Frech=Darmſtadt die bisherigen
Erfah=
ungen der jungen Genoſſenſchaft und zeigte die Gründe für die
Tilweiſe noch ſchwache Erfaſſung von Schlachtvieh. Auch wurden
ie Wege gewieſen für eine weitere günſtige Entwicklung des
ingen Unternehmens. Auf die Schwierigkeiten, wie ſolche in der
raxis eines jeden kaufmänniſchen Unternehmens auftreten. ging
ſisdann der Geſchäftsführer Ehlers von der genoſſenſchaftlichen
bliehverwertung auf dem Frankfurter Viehhof in längeren
Aus=
ihrungen ein. An ungezählten Beiſpielen zeigte er manchesmal
recht draſtiſcher Ausdrucksweiſe, wo der Hebel anzuſetzen iſt. um
te Genoſſenſchaft über die erſte Zeit hinwegzubringen. bis die
undwirte einſehen, daß die Genoſſenſchaft lediglich ihrer Mit=
Aa4 Pieder Intereſſen vertritt. Dankbar nahmen die Zuhörer die
fernct” Ausführungen Ehlers entgegen, und die lebhafte Ausſprache, die
räft Ach daran anſchloß, zeigte, wie Redner es verſtanden hatte, die
Progian ihlreichen Anweſenden" für das genoſſenſchaftliche Zuſammen=
und Iebeiten zu gewinnen. Von den Diskuſſionsreden ſeien vor
de Philem die Ausführungen des Bürgermeiſters Feick=Werſau und
Höhm=Großbieberau in Brensbach erwähnt, die die ganze
Ittuation ſchlaglichtartig, aber in ihrer Art überaus treffend
be=
ſluchteten. Weitere Ausführungen machten die Herren Büchler.
lechner Feick=Werſau. Weidmann=Güttersbach.
Böhm=
ſohlbacher Mühle. Tierarzt Dr. Helbig und Bürgermeiſter
Prras. Den Rednern antwortete ſowohl Geſchäftsführer Ehlers
14 IIps auch in Brensbach Geſchäftsführer Scheeder vom
Mann=
ſeine ü” timer Viehhof, und in Reichelsheim Geſchäftsführer
Meyer=
geimnkarmſtadt. Ueberaus befriedigt über das Gehörte, haben die
indteunPundwirte deshalb den Eindruck mit nach Hauſe genommen, daß
Vie genoſſenſchaftliche Viehverwertung nichts anderes will als
„Pire Mitglieder nach Möglichkeit im Abſatz von Schlachtvieh
un=
iFöhängig zu machen, und ihnen den jeweiligen Marktpreis zu
hern. Wenn auch langſam, ſo wird die Genoſſenſchaft im
Ger=
ſrenztal ſich durchzuſetzen verſtehen, wenn nur die Landwirte ſelbſt
wollen und danach handeln.
— Laudenau, 10. Dez. Sonntag, den 11. Dezember, hält der
ſehützenverein Laudenau in der Wirtſchaft von Heinrich Knöll
ſeien Theaterabend ab.
Ax. Neuſtadt i. O. mit Burg Breuberg (D.J.H.), 9. Dez.
reiwilliger Arbeitsdienſt. Den im Freiwilligen
beitsdienſt beſchäftigten jungen Leuten — es hat ſich eine ganz
„ttliche Zahl dazu bekannt, trotz früher verſuchter
Abwendig=
hachung — wurde in der verlängerten Friſt bis Weihnachten
uch eine kleine Freude bereitet. Sie ſollten dafür den
verant=
nbuitlichen Stellen recht dankbar ſein. —
Beigeordneten=
ahl. Die Wahl eines neuen Beigeordneten iſt für den 8.
Ja=
ar 1933 feſtgeſetzt. — Freizeit auf der Burg. Mitte
Gnuar 1933 beginnen die auf der Bergfeſte beliebten und weit
er die Grenzen Heſſens hinaus beachteten Freizeiten unter der
efflichen Leitung des Landesjugendpfarrers Lic. v. d. Au. Wir
utten auch in dieſen Fällen wieder um die bekannt vorbildliche
Rithilfe der evang. Kreiſe des Breuberger Landes.
Br. Seckmauern. 10. Dez. Gemeinderatsſitzung. Auf
R Tagesordnung ſtand die Erhöhung der Bürgerſteuer, des Waſ=
Möinſes und Sprunggeldes. Da jedoch der Gemeinderat nicht be=
Mußfähig war, wurde die Sitzung aufgehoben. Der
Bürgermei=
erſuchte nur noch die anweſenden Erwerbsloſen und Wohl=
Urtsempfänger, das gegenſeitige anonyme Denunzieren beim
Weisamt zu unterlaſſen, um Streitereien zu vermeiden.
Cd. Michelſtadt. 9. Dez. Aus dem Kriegerverein. In
Generalverſammlung gab der Vorſitzende. Herr F. C Schiffer,
Ven Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr, in dem
Veranſtal=
bligen infolge der politiſchen Wirrniſſe nicht erfolgen konnten,
Mür ſoll aber die Weihnachtsfeier beſſer ausgeſtaltet werden.
Nich über die Abhaltung des Jahresfeſtes das für den 28 Ja=
War geplant iſt, wurde geſprochen. Eine größere Debatte entſpann
über den Punkt K. K. S.=Abteilung. Dieſe Abteilung muß laut
Lſchluß des Verbandes ab 1. 1. 33 der Haſſia angeſchloſſen ſein
N0 kann dann auch eher eine Unterſtützung in finanzieller Hinſicht
No. durch Verein und Verband erfolgen. Auch der Errichtung
Iges Schießſtandes könnte dann evtl. nähergetreten werden. Zum
1Aluſſe erfolgten noch drei Neuaufnahmen.
Ci. Erbach. 10. Dez. Vom Landbund. Der Landbund hält
Nh kommende Woche wieder zwei Sprechtage hier ab, und zwar
Dienstag und Freitag, jedesmal von 9—12 Uhr, im Gaſthaus
um Eck”, — Kurſus über die Alkoholfrage. Der
ſüng. Wohlfahrtsdienſt im Kreiſe Erbach veranſtaltet kommenden
enstag, den 13. Dezember. nachmittags 1.30 Uhr. im Gemeinde=
(his zu Michelſtadt einen Kurſus über die Alkoholfrage. Es
Nechen Herr Dr. med. Georgi, Nieder=Ramſtadt, über „Weſen
10 Behandlung der Trunkſucht”, und Herr Wohlfahrtspfleger
Yort=Darmſtadt über „Stehen Zwangsmaßnahmen in der
Be=
ndlung Trunkſüchtiger zur Verfügung?‟
Sk. Crumſtadt, 9. Dez. In der Mitgliederverſammlung der
iegerkameradſchaft Haſſia wurde beſchloſſen, die Fertigſtellung
angefangenen Schießſtandes bald in Angriff zu nehmen. Es
ide eine Kommiſſion beſtimmt, die eine angebotene Halle be=
Aüigen und evtl. ankaufen ſoll. Im kommenden Jahre ſoll ein
eaterabend veranſtaltet werden.
Skraßenberichk
für die Woche vom 11. bis 17. Dezember 1932.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
40 Alzey—Mainz (zwiſchen Wörrſtadt und Ensheim. Km. 22,5
bis 23,75) vom 9. 12. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Rommersheim.
45 Heldenbergen—Windecken bis auf weiteres für allen Verkehr
geſperrt. Umleitung für den Durchgangsverkehr: Friedberg,
Vilbel, Bergen, Mainkur, Hanau; für den Lokalverkehr:
Eichen, Oſtheim, Windecken.
49 Gießen—Fulda (zwiſchen Alsfeld und Renzendorf) bis auf
weiteres geſperrt.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Hersfeld—Selters (zwiſchen Hartmannshain und Gedern) vom
8. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Richtung
Hart=
mannshain—Gedern über Volkartshain, Ober=Seemen;
Rich=
tung Schotten über Eichelſachſen—Glashütten bzw. Burkhards
—Sichenhauſen.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Eberſtadt—Seeheim-Jugenheim-Zwingenbera (alte Bergſtraße)
vom 8. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Seeheimer
Tanne, Bickenbach.
Langgöns—Holzheim vom Abzweig Grüningen bis Holzheim vom
22. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Grüningen.
Nieder=Weiſel—Oſtheim vom 24 10 bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Butzbach, Hoch=Weiſel.
Kirchgöns—Bahnhof vom 7. 11. bis auf weiteres geſperrt.
Oert=
liche Umleitung.
— Auerbach. 10. Dez. Am Nikolaustag feierte die junge
Orts=
gruppe Auerbach Bund Königin Luiſe einen ſehr ſtimmungsvollen
Nachmittag mit ihrem Kinderſpielkreis Erſtaunlich waren, die
Leiſtungen der Kleinen und Kleinſten, ſie haben unter der Ohhut
von Fräulein Maager, der Gaufugendführerin vom Gau
Süd=
heſſen. ganz reizende Sachen zur Aufführung gebracht. Der
Niko=
laus brachte große Heiterkeit unter die junge Schar, und jedes
Kind der Ortsgruppe wurde mit einer kleinen Gabe bedacht. Ein
lebendes Bild. ganz allerliebſt geſtellt, die Krippe in Bethlehem.
bildete den Schluß. Fräulein Maager ſprach einige Schlußworte.
dankte, daß ſo viele der Aufforderung gefolgt waren und ſprach
die Hoffnung aus, durch das ſchöne Gelingen des Nachmittags
bald den Spielkreis noch vergrößern zu können. Am Abend war
eine Feier in der Ortsgruppe mit einer großen Zahl Gäſte Ernſte
und heitere Darbietungen erfreuten die Anweſenden. Möchte auch
dieſer Abend der Ortsgruppe manche neue Kameradin zuführen.
e. Bad Wimnfen. 10 Dez. Der Verein Alt=Wimpfen, unter
ſeinem rührigen Vorſitzenden Herrn Studienrat Dr. Betzendörfer.
hat im Saale „Zum Hirſch” einen Lichtbildervortrag veranſtaltet.
Herr Oberreallehrer Volz verſtand es in hervorragender Weiſe,
die auf der Leinwand vorüberziehenden Teil= und Geſamtanſichten
von Wimpfen zu erklären und die kunſtgeſchichtlichen
Baudenk=
mäler beſonders hervorzuhehen. Man erkennt aus den noch
vor=
handenen kunſtgeſchichtlich bedeutſamen Reſten, wie reich und
blühend, darum auch kunſtſinnig die Stadt und ihre Einwohner
einſt waren. Der dreißigjährige Krieg hat ſie furchtbar in ihrer
Schönheit zerſtört und ihr tiefe Wunden geſchlagen, die noch uicht
vernarbt ſind. Das überall aber erwachte Intereſſe für die
kunſt=
geſchichtlich bedeutſame Vergangenheit der Stadt nun ſehr
reich=
lich und tatkräftig durch den Verein Alt=Wimpfen, die jetzige
Stadtverwaltung und die Behörden ans Licht gebracht, hat
be=
wirkt daß alljährlich eine große Anzahl von Fremden ſich
einfin=
den, die neben den Kunſtwerken der Vergangenheit auch ihre
Er=
holung in der guten Luft und in dem neuerbauten modernen
Kur=
mittelhaus finden, Anſchließend an die Lichtbilder kamen im Film
noch das ſchöne Neckar=, Main= und Taubertal. wo Wimpfen im
Kranze der Städte Heidelberg, Würzburg und Rothenburg
er=
ſchien.
— Gernsheim. 10. Dez. Waſſerſtand des Rheins am
9. Dezember 0,26 Meter. am 10. Dezember —0,37 Meter.
Nr. 344 — Seite 7
Erſt überfahren, dann verprügelt.
Schotten. 10. Dezembec.
Auf der Landſtraße nach Ulrichſtein rannte ein
Motorradfah=
rer gegen ein Fuhrwerk, das auf der falſchen Straßenſeite fuhr
und trotz der Dunkelheit nicht beleuchtet war. Der Fahrer erlitt
erhebliche Verletzungen. Anſtatt nun ihrem Opfer zu helfen, fielen
die Fuhrleute über den Motorradfahrer her und verprügelten ihn.
als dieſer ſie wegen ihrer Fahrläſſigkeit zur Rede ſtellte. Es blieb
dem verunglückten Fahrer nichts anderes übrig, als ſein Heil in
der Flucht zu ſuchen und die Polizei zu verſtändigen, die dann die
Perſonalien der Rohlinge feſtſtellte.
Aa Leeheim. 10. Dez. Der älteſte Ortseinwohner.
Landwirt Jakob Wieſenecker 3., der jahrelang Mitglied des
Kir=
chenvorſtandes und des Gemeinderates war, konnte heute ſeinen
90. Geburtstag begehen. Wieſenecker iſt noch der einzige am Leben
befindliche Gründer des hieſigen Männergeſangvereins.
By. Langen, 10. Dez. Gemeinderatsbericht. Den
Holzkäufern ſoll bei Barzahlung ein Rabatt von 4 Prozent
ge=
währt werden. — Die Hundeſteuer ſoll auch im nächſten Jahre in
der gleichen Höhe wie ſeither erhoben werden. — Der Antrag der
kommuniſtiſchen Fraktion auf Auszahlung einer
Weihnachtsbei=
hilfe an die Erwerbsloſen ſoll mit der Bitte um Beihilfe an
Kreisamt und Miniſterium weitergeleitet werden, da die
Ge=
meinde den Betrag, der ungefähr 20 000 RM. ausmacht, nicht
auf=
bringen kann. denn 42 Prozent der hieſigen Bevölkerung ſind
er=
werbslos. — Bei der Zuteilung von unentgeltlichem Stockholz
können 145 Bewerber berückſichtigt werden.
Aus Mainz und Rheinheſſen.
Be. Mainz. 10. Dez. Verein für das Deutſchtum im
Ausland. Die neugegründete AkademiſcheOrtsgruppe
des VDA. am Pädagog. Inſtitut Mainz veranſtaltet
am Montag, den 12. Dezember. abends 8 15 Uhr, im großen
Hör=
ſaale des Pädagog. Inſtitutes (Holztorſtraße) einen
Lichtbilder=
vortrag des Stud. Irmfried Eberl aus Innsbruck über „Kärnten.
ein deutſches Schickſalsland”
4e Worms. 10 Dz. Erſter Abend der geiſtigen
Winternothilfe. Wie im Vorjahre, ſo werden auch in
die=
ſem Jahre die Arbeitsloſen unſerer Stadt mit der geiſtigen
Win=
ternothilfe bedacht. Die erſte Veranſtaltung war ein „Luſtiger
bayeriſcher Abend” im Leſeſaal der hieſigen Stadtbibliothek. Die
Teilnahme war überaus zahlreich, ſo daß man zu der Hoffnung
berechtigt iſt, daß auch in dieſem Jahre die geiſtige
Winternot=
hilfe einen vollen Erfolg zu buchen hat.
Wochenſpielplan des Mainzer Stadkiheakers.
für die Zeit vom 11. bis 18. Dezember 1932.
Sonntag, den 11. Dezember. Anfang 15 Uhr. „Die endloſe
Straße‟
Sonntag, den 11. Dezember. Anfang 18.30 Uhr. „Triſtan und
Jſolde‟
Montag, den 12. Dezember. Anfang 19.30 Uhr. 7. Vorſtellung
für den Bühnenvolksbund. „Die endloſe Straße”.
Dienstag, den 13. Dezember. Anfang 20 Uhr. „Hoffmann in
Bamberg” oder „Loge 23‟. Vorher: „Der Tor und der
Tod”
Mittwoch, den 14. Dezember. Anfang 20 Uhr. 3. Symphonie=
Konzert.
Donnerstag, den 15. Dezember. Anfang 20 Uhr. Katte‟,
Freitag, den 16. Dezember. Anfang 19.30 Uhr. „Die Blume
von Hawai
Samstag, den 17. Dezember. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Zur
Feier des 100. Geburtstages von Björnſterne Björnſon.
Ein=
maliges Gaſtſpiel Friedrich Kayßler und Helene
Fehd=
mer mit Enſemble. „Ueber unſere Kraft”.
Sonntag, den 18. Dezember. Anfang 15 Uhr. „Dornröschen”.
Sonntag, den 18. Dezember. Anfang 19.30 Uhr. „Martha”
oder „Der Markt zu Richmond”.
Die schönste
Weihnachts-Überraschung
für Ihre Familie, wenn im Lichte des Christbaums
aus einem
ZSABA-SUPERHETR
festlich die Weihnachtsglocken läuten.
Machen Sie Ihren Lieben diese Freude — der
Fachmann wird Ihnen gerne behilflich sein,
den Saba-Apparat heimlich im
Weihnachts-
zimmer aufzustellen.
DerSaba-Zuperhet
ist in Trennschärfe, Ionreinheik und
Preiswuraigkeit nion zu uverfretten.
n
R
Bezugsguellen-Nachwels durch die General-Vertretung
VIKTOR RUTTIGER-FRANKFURTa. M. Kronvrinzenstr. 10
Seite 8 — Nr. 344
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 11. Dezember 195)
Gur Ssatotellsct.
Carl Egger „Die Eroberung des Kaukaſus” 311 Seiten mit
25 Abbildungen und 5 Kartenſkizzen. Verlag Benno Schwabe
u. Co., Baſel. In Leinen gebunden 10.— RM.
Der Verf. veröffentlicht eine Beſchreibung dieſes
wunder=
vollen Gebirges und ergänzt ſie durch die Schilderung der
Erſt=
beſteigungen ſeiner Hauptgipfel, wie ſie in 40 Jahrgängen der
Alpenvereinszeitſchriften verſchiedener Länder dargeſtellt wurde.
Die Berichte aus den Federn weltbekannter Alpiniſten gehören zu
dem Beſten, was alpine Literatur zu bieten vermag, und es muß
als beſonderes Verdienſt des Verf. genannt werden, daß er uns
einen Teil der alpinen Literatur wieder zugänglich gemacht hat,
der für immer in den Zeitſchriſten verſchwunden zu ſein ſchien.
Da der Kaukaſus das höchſte Gebirge Europas iſt (mehrere ſeiner
Berge überſteigen die Fünftauſend=Meter=Grenze, die Zahl ſeiner
Viertauſender beträgt weit über 100), iſt leicht verſtändlich, daß
er ſchon frühzeitig auf den zünftigen Hochalpiniſten allergrößten
Reiz ausübte. Seine Durchforſchung begann in den 80er Jahren
des vorigen Jahrhunderts. Der Kaukaſus muß in vielen Teilen
den Alpen an Schönheit überlegen ſein. Sein Vorland, das
viel=
beſungene Swanetien, iſt durch die ſüdlichere Lage viel üppiger
und fruchtbarer, die Gipfel ſteigen wilder und ſteiler zu großer
Höhe hinauf: die Vergletſcherung iſt weit ſtärker als in den Alpen.
Seine mächtigſten Berge, der Elbrus, der Uſchba und der Kaſbjek,
bieten, da ſie ſeitlich vom Hauptkamm des Gebirgszuges ſtehen,
einen umfaſſenden, großartigen Rundblick. Das Buch wird jedem
Alpiniſten und Hochgebirgsfreund genußreiche Stunden zu
ſchaf=
fen vermögen. Beigegeben ſind in vorzüglicher Wiedergabe eine
Anzahl ganz wundervoller Hochgebirgsaufnahmen des bekannten
Dr. W.
Alpenphotographen V. Sella.
— Johann B. Homet: Mit Frankreich gegen die „Barbaren”
Tagebuch eines Argentiniers im Weltkrieg. Aus dem
Spani=
ſchen überſetzt von G. Schott. Kart. 1 RM. (Bergſtadtverlag.
Breslau.)
Wenn man dieſes Büchlein geleſen hat, tauchen vor dem
geiſti=
gen Auge die Greuelbilder auf, die von der verlogenen
Feind=
preſſe zu Beginn und während des Krieges der ganzen Welt
vor=
geſetzt wurden und womit ſie zum Teil auch den Krieg gewonnen
hat. Wieviele Deutſche aber, die ſolcher Gemeinheit und Lüge gar
nicht fähig ſind, können dieſe Tatſächlichkeiten nicht glauben und
halten ſie für Wahnſinn und Uebertreibung. An und für ſich
könnte man ja dieſe ganze häßliche Vergangenheit begraben ſein
laſſen, wenn, ja wenn heute nicht wieder gerade in Frankreich
der Deutſchenhaß Orgien feierte, wie die „Abrüſtungsworte” der
offiziellen Behörden und die Tagespreſſe beweiſen, von der die
„Liberté” ſogar ſchrieb, der Miniſterpräſident enthülle die
deut=
ſchen Rüſtungen, welche den Weltfrieden gefährden. Die
Kata=
ſtrophe würde nicht kommen, wenn die Völker die Angreifer (alſo
die Deutſchen) außerhalb aller Geſetze der Kulturwelt ſtellen, ſie
ohne Erbarmen vernichten würden, wie räudige Beſtien
In dem kurzen nüchternen Tagebuch, das den Titel „Mit
Frank=
reich gegen die Barbaren” trägt, ſchreibt der Argentinier, wie er
in das franzöſiſche Heer geht, weil er der Lügenpropaganda von
den „deutſchen Barbaren” und deren Greuel, ſowie der Rettung
der Ziviliſation durch Frankreich glaubt. Stück um Stück wird er
durch bittere Erlebniſſe der Wahrheit näher gebracht, und wir
ſchauen nicht nur ein abſtoßendes Bild der franzöſiſchen Haß= und
Lügenpreſſe, ſondern auch ein Bild der Unmenſchlichkeiten
fran=
zöſiſcher Kriegsführung, das jedem das Blut erſtarren läßt.
Außer der vom Verlag mitgeteilten eidlichen Erklärung des
Autors von der Richtigkeit aller ſeiner Angaben, ſowie der
Er=
kundigung des Verlages in einzelnen Fällen, ſpricht die ganze
Art des durchaus nicht kunſtvoll geſchriebenen Berichtes für die
Echtheit des Erlebten.
Antipolitik. (Die Welt ohne Grenzen.) Von Max Ottopal.
Paul Liſt, Verlag, Leipzig. 171 Seiten. Kart. 4.50 RM.
Ein merkwürdiges Buch, das aber von der erſten Seite an
feſſelt. Dem üblichen Vorwort iſt ein Vorwort des Verlages
vor=
ausgeſchickt, der nicht ohne Bedenken an die Herausgabe der
Ar=
beit heranging. Dies iſt zu verſtehen, läuft die Quinteſſenz des
Buches doch darauf hinaus, den Staat in eine A.=G., alſo in eine
Aktiengeſellſchaft zu verwandeln! Ein zunächſt grotesk
anmuten=
der Vorſchlag, der dann aber, wenn man das Werk durcharbeitet,
viel von dem Paradoxon verliert, als welches man den Vorſchlag
des Autors vorerſt anſehen muß. Mit der Kritik als „
wirtſchaft=
liche Geiſtreichelei” iſt das Buch nicht abzutun, es enthält ſtreng
ſachlicheVorſchläge, wie entſprechend den wirtſchaftlichen
Sach=
lichkeiten unſerer Zeit, wenn man ſie bis zur letzten Konſequenz
gewähren läßt, in einer geſunden Selbſtregulation eine Art
Aktiengeſellſchaft zur realen Exiſtenzform der menſchlichen
Geſell=
ſchaft überhaupt wird. Man mag den Deduktionen des
Verfaſ=
ſers nicht überall folgen, ja man mag ſeine Einſtellung, ſeine
Schlüſſe und ſeine Methode ablehnen, der Kreis derer, die ſich mit
dem Buch auseinanderſetzen werden, wird ſicherlich nicht klein
ſein.
Ap. Die Welt aus der Fuge. Amerika in der Kriſe. Von Richard
Lewinſohn (Worms). Carl Reißner=Verlag, Dresden.
Neu und überraſchend iſt die Tatſache, daß das „Fordſyſtem”
im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten verſagt hat. Auch
Ame=
rika, von dem man hätte annehmen können, daß es unter den
denkbar günſtigſten materiellen und pſychiſchen Bedingungen
gelungen wäre, die Kriſe zu vermeiden oder auch nur wirkſam
zu bekämpfen, iſt heute in der „Kriſe‟. Nur mit dem
Unter=
ſchied, daß die amerikaniſche Wirtſchaftskriſe kein Sozialproblem
im europäiſchen Sinn, ſondern ein Geſchäftsproblem iſt, mit dem
man ſich ſeit Jahren beſchäftigt hat. In dieſem Sinne bildet das
Buch von Lewinſohn einen wertvollen Beitrag zum Verſtändnis
des „homo Americanus und des Keyſerlingſchen Begriffs der
„Gleichgeſinntheit”. Aber nicht nur dies: Dieſes bedeutende Buch,
das die Eindrücke einer tiefſchürfenden Reiſe in lebendigen,
bun=
ten Bildern und vielen Erkenntniſſen zuſammenfaßt, bewahrt
gleichzeitig vor einer Ueberſchätzung und Ueberwertung eines
Landes denn die Tatſache, daß es trotz aller Caritas und
Or=
ganiſation noch nicht möglich geweſen iſt, irgend etwas
Durch=
greifendes zur Bekämpfung der Kriſe zu erreichen, bleibt
be=
ſtehen. Die Idee Hoovers, mit einer kapitaliſtiſchen
Planwirt=
ſchaft die Gefahren des „freien, planloſen Kapitals auszumerzen,
hat ſich nicht verwirklichen laſſen, und ſein Plan iſt geſcheitert.
Erſtaunlich und wiederum charakteriſtiſch für den Amerikaner iſt,
daß trotz einer Jahresbilanz von 2342 Bankkrachen und einer
bei=
ſpielloſen und mit beiſpielloſen Mitteln durchgeführten, aber
ge=
ſcheiterten Reſtriktion viele der Hoffnung ſind, der neue
Auf=
ſchwung werde ausgehen von Wall Street. Wall Street iſt der
„Herzſchlag Amerikas”, es führt eine gerade Linie von
Colum=
bus und Jſabella nach Wall Street und wieder zurück.
* Stiin Streuvels: Das Chriſtkind. (Albert Langen Verlag.)
Das iſt wirklich eine warmherzige und ſtimmungsvolle
Weih=
nachtsgeſchichte, an der alt und jung Freude haben können. Sie iſt
groß in ihrer tiefen Schlichtheit. Der flamiſche Dichter iſt
gottes=
fürchtig und fromm, ohne jemals zu „frömmeln” oder dogmatiſch
zu werden. Wilhelm Schulz ſtattete das Büchlein mit gar köſtlichen
* X
Bildern aus.
— Ernſt Eimer: „Jakobs Abenteuer”. (Verlag von A. Anton
u. Co.. Leipzig.)
Der Jugend gute Bücher zu ſchreiben, iſt bekanntlich eine Kunſt.
die nicht viele verſtehen. Gute Jugendbücher mit guten
ſelbſt=
gemalten Bildergaben herauszubringen verſteht zurzeit nur Ernſt
Eimer, der Malerpoet, der früher in Darmſtadt und jetzt in
Frankfurt ſeinen Wohnſitz hat. Als Ernſt Eimer nur der Malerei
lebte, war er ſchon ein luſtiger Bildner für märchenfrohe Gemüter,
ganz abgeſehen davon, daß er ein Schilderer ſeiner oberheſſiſchen
Heimat iſt, den man wegen ſeiner Schollennähe, ſeiner innigen
Verbundenheit mit dem heſſiſchen Bauernvolke lieben muß. Wenn
er ſich im heimiſchen Walde umtat, dann begannen ihm Pfkanzen
und Tiere, Gnome und Wichtelmännchen ihre Geheimniſſe zu
ver=
raten. Saß er dann abends im Schimmer der traulichen
Familien=
lampe, dann pflegte er ſeine Erlebniſſe in luſtigen Zeichnungen
und Aquarellen mit nie ermüdendem Stift niederzulegen. Da war
es nur noch ein Schritt, das Fabulierte mit einem luſtigen Text
zu verbinden. Und dieſer Schritt wurde getan. So entſtand zuerſt
das prächtige Jugendbuch „Konrads Ferientage”, das ſich ſchnell
zahlloſe Herzen in der Kinderwelt eroberte und Eimers Ruf als
Jugendſchriftſteller begründete „Jakohs Abenteuer” iſt ſeinen
Vor=
gängern ebenbürtig. In anmutiger Weiſe erleben wir in ihm die
harmloſen Freuden und Leiden eines Bauernbuben und ſeiner
Geſpielen. Alltagserlebniſſe wechſeln mit geheimnisvollem
Märchen=
ſpiel und ziehen den kleinen Leſer in ihren Bann, Bunte Bilder,
die den Tierfreund Muſenland oder den Zwerg Zumbo in ſeiner
Gänſekutſche, oder die luſtigen Heupferdreiter darſtellen, und viele
in den Text eingeſtreute kernige Schwarzweiß=Zeichnungen, die die
Handlung der liebevoll geſtalteten Erzählung begleiten, machen
das Buch für die kleinen Leute beiderlei Geſchlechts beſonders
an=
ziehend. Für unſere naturferne Großſtadtjugend iſt das Buch
ge=
radezu ein Schatz, der ihr allen Zauber des Landlebens und alle
Poeſie in Wald und Feld nahebringt. Grafv. Hardenberg.
Sigurd Hoel: Ein Tag im Oktober. Ehe=Roman aus dem
Nor=
wegiſchen. Deutſch von Konſtantin Reichardt. Umfang
364 Seiten. Gebunden 5,50 RM. Carl Schünemann. Verlag.
Bremen.
Sigurd Hoel iſt auch in Deutſchland kein Unbekannter mehr.
„Sünder am Meer” wurde mit einer Begeiſterung aufgenommen,
wie ſie lange kein ſkandinaviſcher Roman erlebt hat. Nun liegt
auch das zweite große Romanwerk vor, das in der großen
ſkandi=
naviſchen Preiskonkurrenz ausgezeichnet wurde. Man weiß nicht.
was man mehr bewundern ſoll, die kühne Wahrheit, mit der hier
moderne Seelenkonflikte wiedergegeben ſind, die dichteriſche Tiefe,
die jeden ans Herz greifen muß. Der ganze inhaltsſchwere Roman
ſpielt an einem Tag. Dieſer Tag iſt wie ein Schnittpunkt. von dem
aus ein Bündel Großſtadtſchickſale aufgerollt werden: Beamte.
Ge=
lehrte. Rentner, Kleinbürger. Typen, wie ſie der Zufall des
Zu=
ſammenwohnens in einem Mietshaus zuſammenführt. Das
er=
regende Moment, das die Handlung in Bewegung ſetzt, iſt der
Schrei einer Frau „Ich will nach Hauſe”. Alle erkennen plötzlich
ihr eigenes Schickſal, fühlen ihre Einſamkeit, ihre Verlorenheit.
die Fremdheit in ihren Ehen. Sigurd Hoel zeigt die Problematik
der modernen Ehe, aber er geſtaltet nicht nur das Leben, wie es
iſt. Er iſt auch ein Denker, der ſeiner Zeit das Ideal einer neuen
Menſchlichkeit entgegenſtellt.
Paul Ernſt: „Das Glück von Lautenthal”. Roman. 241
Sei=
ten Geheftet 3.50 RM., in Leinen gebunden 4.50 RM. (Verlag
Albert Langen / Georg Müller, Munchen.)
Wenn man ſich einmal wieder ſo recht von Herzen freuen
will an einem Buch, dann leſe man dieſen neuen Roman von
Paul Ernſt! Immer wird man dieſes Buch liebhaben, man wird
es neben die „Wahlverwandtſchaften” den „Lichtenſtein”, den
„Abu Telfan” ſtellen und in trüben Stunden danach greifen, ſich
an den tiefen Gedanken eines großen Dichters und dem Zauber
einer ſchlichten Fabel zu entzücken. Erzählt wird vom
braunſchwei=
giſchen Bergmannsort Lautenthal am Harz, in dem vor ein paar
hundert Jahren Not und Armut einkehrten, weil die Silberader
verſchwunden, die Laute verſiegt war, weil Pochwerk und Mühle
ſtillſtehen mußten. Aber dann kommt das Fräulein von Glück”,
ein engelhaftes Menſchenkind, das vom herzöglichen Hofe
fortge=
ritten iſt, um das Leben des Volkes kennenzulernen. Sie hat die
Fähigkeit, mit der Rute zu gehen hat ein Weſen, das Licht und
Segen an allen Wegen verbreitet. Sie bringt das Glück nach
Lautenthal heim: das Erz wird gefunden, die Laute fließt wieder,
der Pochhammer dröhnt, und die Mühle klappert aufs neue
Lie=
bende finden einander in einer hellen, reinen, befreiten Welt,
und alles wendet ſich zum Guten. Wieviel Herzlichkeit, wieviel
deutſches Empfinden und welch eine wunderbare Kunſt, dieſen
volkstümlichen Stoff ſo ſchimmernd vor unſerer Seele
auszubrei=
ten, daß wir alle Härte und Trübe der Gegenwart vergeſſen!
Ein Buch ohne Probleme und Pſychologie, getragen von einer
natürlichen, ſchönen Spannung und erfüllt von einer freundlichen
Liebe zu den Menſchen einer noch im Handwerklichen ruhenden
Welt.
* Paul Ilg: „Das Mädchen der Baſtille”, Roman einer
Kindes=
liebe. (Raſcher u. Co.. Leipzig.)
Dieſer Roman ſpielt im Frankreich des Sonnenkönigs. Das
Intereſſanteſte darin iſt die Milieuſchilderung. Des damaligen
Paris vor allem. aber auch zum Teil des ſonſtigen Frankreich bis
zum blutigen Ende, bzw. Anfang einer neuen Zeit. Unter
Be=
nutzung geſchichtlicher Quellen iſt die Handlung, — der Kampf der
jungen Tochter Anne Louiſe des Chevalier von Targues um die
Befreiung des Vaters aus der Baſtille und ſchließlich von der
F.*
Guillotine —, frei geſtaltet und gut erzählt.
Ap. Golgatha. Novelle von Lya Eſch (Verlag von Ernſt
Ewert, Kaſſel). Es ſind fünf ſchöne und feſſelnd geſchriebene
No=
vellen mit tragiſchem Ausgang, in denen „des Lebens Pulſe
friſch lebendig ſchlagen‟. Die Schickſale der einem tragiſchen Tode
verfallenden Perſonen, die mit packender Charakteriſtik. Wahrheit
und Tiefe der Empfindung geſchildert werden, ſind gleich
ergrei=
fend, ſei es die Tragödie des jungen Mannes, den die
Leiden=
ſchaft für die große Schriftſtellerin Ricarda (Huch) in den Tod
treibt, der jungen Renate, die ihren Vormund und
Be=
ſchützer ſeeliſch zugrunde richtet, von Stufe zu Stufe ſinkt und
unter den Rädern des Eiſenbahnzuges den Tod ſucht, oder des
Majors von überſpanntem Ehrgefühl, der den brutalen Gatten
der von ihm gewollten und in ſein Haus aufgenommenen Frau
Ingeborg in der Notwehr durch ſeine Hunde zerreißen läßt, ſich
als Mörder beſchuldigt und erſchießt, des Liebhabers der Frau
Irene, der den durch ihren verkommenen Mann herbeigeführten
Tod rächt, indem er ihn niederſchießt. Die bedeutendſte Novelle
iſt die letzte, die an der Nordſee ſpielt, wo der Baumeiſter Stadié
ein Kurhaus baut, das die Hochflut hinwegreißt, die alles
zer=
ſtört. Seine Tochter Thora, heldenmütig und todesverachtend,
bleibt, als alle vor der Hochflut fliehen, bei ihrem geliebten
Vater, um mit ihm gemeinſam in den Tod zu gehen. Die
No=
vellen ſind nicht, wie man nach dem Inhalt vermuten könnte, auf
Senſation eingeſtellt und halten durch ihren geſchickten Aufbau.
Kunſt der Schilderung und dramatiſche Handlung den Leſer bis
zum Schluß in Spannung.
30 neue Erzähler des neuen Deutſchland. Eine Sammlung juro
deutſcher Proſa. Herausgegeben und eingeleitet von Wiexy
Herzfelde. (Malik=Verlag. Berlin.) Leinenband 3,75 RM.
Die Literatur der Gegenwart bleibt nicht unberührt von
gewaltigen ſozialen und weltanſchaulichen Auseinanderſetzun.g
in deren Zeichen wir leben. Der Schriftſteller bemüht ſich — ſoce
er nicht Unterhaltungsware ohne kulturelles Ziel
produzier=
jenen Platz einzunehmen, der ſeinen Erkenntniſſen und Erfah-m
gen entſpricht. Eine Zuſammenfaſſung von Arbeiten jung
Schriftſteller hat nur einen Sinn. wenn ſie nicht mechaniſch erfal
wenn Gemeinſames, verwandtes Denken und Fühlen, ſie bird
Der vorliegend Band iſt nicht eine Zuſammenfaſſung von Autoie
die ſich nur durch ihre Geburtsdaten legitimieren, ſondern ſie
eint der Wille, die Gegenwart durch Kritik und Kampf zu üſ
winden, und die Hoffnung auf menſchenwürdigere Lebensforn
der Zukunft. Das Werk ſoll Zeugnis ablegen vom Beſtand en
neuen. lebensnahen Schriftſtellergeneration.
Freunde bibliophiler Druckſchriften werden gern Kenntnis
men von zwei neuen Schriften der Gebr. Klingſpor=Offenbach,
anſpruchslos, aber mit beſtem Geſchmack von deutſcher Schrift=
Druckkunſt zeugen: Gedanken über das Buch von Dr. Hans Bo
witz und Dr. Julius Zeitler, und Goethe über Buch und Schr
in dem viele Ausſprüche des Olympiers über das Buch zuſaman
getragen wurden, die ewig neu und wahr bleiben werden.
— Ein Schulſchiff ging unter. Erzählung. Von Dr. Hans D 7n
mer. (Verlag von Hermann Böhlaus Nachfolger, Weim
Ganzleinen 2,85 RM.)
Der Untergang der „Niobe” gab den Ausgangspunkt d
ernſten Jugendromans. Der Verfaſſer geſtaltet hier das S
ſal eines der jungen Menſchen unſerer Tage. Er ſchildert
Not und Ratloſigkeit — ihr Suchen nach Lebensinhalt und
in der uns Deutſchen überall verſperrten Welt. — Im Erle
eines deutſchen Linienſchiffes findet der Abiturient Hans Wäch
zum erſtenmal einen großen Gedanken verſinnbildlicht: den „Je,
ſcher Weltgeltung nach außen und geſchloſſenen Wollens
innen. Er findet ſeinen Weg aus der Gärung der Jugend und
Wirrnis unſerer Tage und aus der binnendeutſchen Enge her
in einem Leben des Einſatzes für den deutſchen Wehrgedanken,
Gehorſam, Einordnung und Pflichterfüllung im Dienſte des gru
Ganzen. Und wenn ein tragiſches Schickſal ſein junges Le
auch jäh endet, ſo hat es doch bewußt in dem Einſatz für den groß
deutſchen Gedanken Sinn und Erfüllung gefunden. — Ein in
der Wirrnis unſerer Zeit poſitives, aufrichtendes männliches B
das dem Empfinden und den Hoffnungen zahlloſer deutſcher
M=
ſchen Ausdruck verleiht.
„Waldweben‟. Die Lebensgemeinſchaft des deutſchen Waldes
Bildern, von K. Gerhard und G. Wolff. 150 eigene 9
turaufnahmen aus dem Tier= und Pflanzenleben des
heim=
lichen Waldes. In Ganzleinen gebunden 4.80 RM. (Hugo
B=
mühler, Verlag. Berlin=Lichterfelde.)
In unſerer Zeit der Tierliebe und der Sehnſucht nach
Natur fehlt es gewiß nicht an guten Büchern über Wald und F
und alles, was da kreucht und fleucht. Wenige Bücher aber ge
es, die, unterſtützt von ſo wunderbaren photographiſchen
Aufn=
men, ein ſo abgerundetes Bild von der Lebensgemeinſchaft
heimatlichen deutſchen Waldes geben wie dieſes. Wir kennen e
den Wald, aber vielfach ſehen wir ihn nicht vor lauter Bäum.
Das vorliegende Buch wird dazu beitragen, die Kenntnis des
üb=
reichen Waldlebens und Waldwebens zu erweitern und zu
v=
tiefen. Freude am heimatlichen Wald und allen ſeinen Weſen:
wecken und zu fördern und damit zum Schutze des Waldes y
ſeiner vielgeſtaltigen Geſchöpfe anzuregen.
B. K. von Bronſart: „Die Herrin”. Ein Landroman 5
harter Zeit. In Leinen geb. 4.80 RM. Albert Langen / Gey
Müller, Verlag, München.
Dieſes Buch, dem man es ſchon auf den erſten Seiten
fühlt, daß es ſich hier um einen „erlebten” Roman von
ungewö=
licher Ehrlichkeit und Wirklichkeitstreue handelt, zeigt uns, u
es während des Weltkrieges auf einem großen Gutshofe
zu=
gangen iſt. Die Mobilmachung entreißt deſſen Beſitzer für ür
vier Jahre ſeinem ländlichen Pflichtenkreis. Seine noch jur
Frau, ein Adelsmenſch im höchſten Sinn, der weiß, daß Adel a
allem verpflichtet, nimmt tapfer und geſtärkt von felſenfeſtem L.
trauen auf den deutſchen Sieg die Zügel der Wirtſchaft in FM ine zunehr
Hand, ſo ſchwer es ihr auch fällt als „Herrin ihres Maſs/KmAbſchlüſſe
Stelle auszufüllen, zumal bürokratiſche Verordnungen vom grum/“ ung nicht bede
Tiſch her ihr das Werk von Jahr zu Jahr ſtets mehr erſchweu,/ 4üſ on, da die
Aber dieſe Frau zwingt es, ob ſie auch manchmal ſchon am R0))ühtte.
M=
der Verzweiflung ſteht, mit ihrer Treue ſchließlich doch und un
zum Schluß den nur durch ihre Kraft erhaltenen Beſitz dem her
gekehrten Manne wieder in die Hände geben. Man lieſt dis
Buch mit hoher Freude und als eine lebendige
Erinnerung=
vergangene Notzeiten, als eine ſtolze Verheißung für künſt
Prüfungszeiten.
A
en au
der 0
veiſ
Jo van Ammers=Küller: Der Apfel und Eva. Roman aus iu
Holländiſchen. Deutſch von Eva Schumann. Umfang
Seiten. Geb. 5,50 RM. (Carl Schünemann, Verlag, Breme)
Man folgt einem Roman der Jo van Ammers=Küller wie /
ſpannenden, erregenden Plauderei einer eleganten Frau, und gern
das neue in der Gegenwart ſpielende Buch ſcheint dieſen Vergl3
beſonders zu rechtfertigen. Wohl hat die Verfaſſerin Blick i.
alles, was der großen Welt ihren Glanz gibt, für Kleider, Flt,
geſellſchaftliche Veranſtaltungen, und reizt es ſie, den Reichtn
dieſer Bühne mit allen Hintergründen feſtzuhalten. Aber 9
Eigentliche, was ihre Kunſt geben will, liegt tiefer. Worum?
in „Der Apfel und Eva" geht, ſind die Leiden, die Kämpfe
das wahre Glück der Frau. Sie zeigt hier die moderne Frau,” eigenes Leben führen, ſelbſtändig als geiſtiges und
geſt=
ſchaftliches Weſen ſein will, und die doch als Frau gebunden bl0/
an die Inſtinkte des Weibes und der Mutter. Sie zeigt
Schwierigkeiten, denen die moderne Frau in der Ehe begegt,
und läßt ihre Helden zum Schluß den Weg finden, der jede Fu
zu allen Zeiten zum Glück führt. So ſchließt der Roman, der gu
artig, mit faſzinierender Pracht begann, ſtill und einfach
dem Zuſammenklingen zweier Herzen, und der Leſer legt ed
dieſes neue Buch ergriffen und in tiefer Dankbarkeit gegen?
Dichterin aus der Hand.
* Abfahrten, die man gemacht haben muß. (Bergverlag Ruſtl.
Rother. München.)
Das iſt ein köſtliches Bilderbuch für die Freunde des Skiſpos
und der märchenſchönen Winterlandſchaft. Hans Fiſcher hat d*
100 ſchönen Abfahrtbilder aus den Oſt= und Weſtalpen zuſamme
geſtellt; und eine große Reihe von bekannten Skimeiſtern
Künſtlern und Kennern der Schneealpenlandſchaft haben ihmſ
der Auswahl zur Seite geſtanden Sachgemäß geſchriebener 77
mit wertvollen Hinweiſen und Ratſchlägen techniſcher Art ſind!
Bildern vorangeſtellt, die vornehmlich aus allen Skigauen
Schweiz ſtammen, aber auch aus dem Allgäu. Oberbayern,
Sellrainer=, Stubaier= und Oetztaler=Alven. Tirol. Salzkamm
gut, den Tauern, Kärnten uſw. Kartenſkizzen erhöhen den A‟.
*
des trefflichen Bildwerkes.
— Das Geheimnis von Konnersreuth. Ein Augenzeuge berikt
und deutet die rätſelhaften Vorgänge. Von Prof. Dr. J. M.
weyen (Univerſität Bonn). Preis 1.50 Mk. Süddeutſches V
lagshaus. G. m. b. H.. Stuttgart, Birkenwaldſtraße 44.
in den verg
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Nummer 344
Sonntag, 11. Dezember
Zu den Auswirkungen des Wirtſchaftsprogramms.
Die mitkelrheiniſche Induſtrie gegen die Ankurbelung der Wirtſchaft durch die öffenkliche Hand.
Amfage zur Aochannterbeieoang.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Auf der Mitgliederverſammlung des Mittelrheiniſchen
Fabri=
hnten=Vereins in Mainz ſprach Dr. Meesmann über die
bis=
h rigen Wirkungen des Papen=Programms. Die Finanzierung
er Hausinſtandſetzungsarbeiten mittels eines Reichszuſchuſſes von
5 Mill. RM. habe dem Handwerk Aufträge von rund 250 Mill.
75M. zugeführt. Es ſei deshalb der Vorſchlag des
Reichsverban=
des des Deutſchen Handwerks und der Hausbeſitzerverbände, auf
deſem Wege fortzuſchreiten, zu befürworten. Die Steuergutſcheine
ſicken zweifellos ein wertvolles Kreditinſtrument zur Belebung der
Wirtſchaft. Auch die öffentlichen Arbeiten ſeien erſt zum Teil in
Angriff genommen. Die Anſätze zu einer Konniunkturbelebung
ſicen deutlich in dem Abſatz der Grundſtoffe der Wirtſchaft, Kohle
urd Eiſen, erkennbar. Leider ſei der Mainzer Bezirk von der
Be=
ſibung noch nicht erfaßt worden. Das liege, an den beſonderen
Verhältniſſen und dem Umſtand, daß faſt nur die verarbeitende
Induſtrie vertreten iſt, bei der die Wirkung der Belebung erſt
ſhäter fühlbar werden könne. Immerhin ſeien von 29 Firmen
710 Neueinſtellungen gemeldet worden. Der Freiwillige
Arbeits=
dienſt habe erhebliche Fortſchritte gemacht, während über die Ar=
Gitsdienſtpflicht die Anſichten nach wie vor auseinandergingen.
„ſär die weitere Entwicklung ſei das Verhalten der neuen
Regie=
rung von Schleicher von weſentlicher Bedeutung, insbeſondere
in=
ſwreweit den auf ſtarke Kreditausweitung und Vermehrung der
Aufgaben der öffentlichen Hand, gerichteten Beſtrebungen
nach=
gigeben werde. Man vergeſſe vielfach, daß die „Ankurbelung” der
Mirtſchaft durch die öffentliche Hand in den Jahren 1925—1930 in
iößtem Maßſtab verſucht worden ſei, es wurden jährlich 7.1
Mil=
iarden RM. für ſachliche Ausgaben verbraucht und 22.4
Milliar=
ſen von der öffentlichen Wirtſchaft inveſtiert mit dem Erfolg einer
umehmenden Verſchuldung und einer ungeheuren Steigerung der
Arbeitloſigkeit. Im erſten Halbjahr 1932 mußten in Deutſchland
iſer 13 Millionen Menſchen unterſtützt werden. Dabei zeigten die
Reichsfinanzen eine Ueberdrehung der Steuerſchraube durch ſtarkes
S nken der Eingänge (von 1929— 1932 um 27 Prozent) trotz ſtark
ihöhter Steuerſätze — Geh. Rat Haeuſer (JG. Farben=Induſtrie)
betonte, daß diejenigen Maßnahmen der Regierung Papen, die
m
durch Unterſtützung der Unternehmerinitjative bereits in kurzer
Zeit zu einer fühlbaren Hebung des Vertrauens geführt haben,
Halten bleiben müßten. Nicht ein Abwarten auf die Löſung der
Meltwirtſchaftskriſe könne die Wirtſchaftsnot beheben, vielmehr
jelte es, bei aller Würdigung der Exportnotwendigkeiten auf dem
ſeutſchen Binnenmarkt erträgliche Verhältniſſe herbeizuführen und
ſus Induſtrieprogramm mit den Erforderniſſen der Landwirtſchaft
Einklang zu bringen. Es ſei durchaus möglich, die
auseinander=
tiebenden Intereſſen von Landwirtſchaft und Exportinduſtrie im
Seiten Yörtereſſe des Ganzen zu vereinigen.
Im Gegenſatz zu der feſteren Grundſtimmung des geſtrigen
Vormittagsverkehrs eröffnete die geſtrige Berliner Börſe zwar
in nicht unfreundlicher, aber doch nicht ganz einheitlicher Haltung.
Daß das Geſchäft ſehr klein war, lag aber mehr an dem frühen
Samstagsbeginn als an etwa vorliegenden retardierenden
Mo=
menten. Die Vertagung des Reichstages, der feſtere Verlauf der
vorgeſtrigen New Yorker Börſe und die eingetretene
Pfund=
erholung mußten günſtig wirken; da jedoch die Spekulation
ver=
ſtimmt über das Fehlen neuer Aufträge, auf manchen Gebieten
als Abgeber auftrat, erklärten ſich die enttäuſchenden Anfangskurſe.
Relativ gut gehalten lag der Montanmarkt. Auch für
Kunſtſeiden=
werte beſtand einiges Kaufintereſſe, ebenſo zogen Leopoldsgrube,
Rheag, Polyphon und Feldmühle bis zu 1½ Prozent an, während
andererſeits Oberkoks bei größeren Umſätzen 1½ Prozent und
Siemens und Salzdetfurth bei Mindeſtabſchlüſſen 1½ bis 2
Pro=
zent verloren. Schwächere Metallpreiſe hatten bei Stollberger
Zink einen Kursverluſt von 13 Prozent zur Folge. Ein etwas
größerer Verluſt von 1½ Prozent bei Reichsbankanteilen war
ebenfalls zufälliger Natur. Daß aber das Publikum weiter
In=
tereſſe für Anlagepapiere hat, war auch geſtern an der Tendenz
des feſtverzinslichen Marktes zu erkennen. Bei lebhafterem
Ge=
ſchäft zogen Reichsſchuldbuchforderungen um ½ bis ½ Prozent
an, und auch die Reichsbahnvorzugsaktien und die Deutſchen
An=
leihen konnten ihren Kursſtand beſſern. Große Umſatztätigkeit
herrſchte auch wieder am Markt der Induſtrieobligationen, an dem
Stahlvereinsbonds weiter die Führung hatten und 1½ Prozent
gewannen. Ausländer lagen vernachläſſigt, Anatolier und
Bos=
nier neigten etwas zur Schwäche. Auch im Verlaufe blieb es im
Gegenſatz zum Rentenmarkt in den Aktienwerten ſehr ſtill. Einige
anfangs ſtärker gedrückte Papiere lagen etwas erholt, die meiſten
Werte bröckelten aber unter dem Einfluß der Geſchäftsſtille bis zu
½ Prozent ab. Leopoldsgrube büßten ihren Anfangsgewinn
wie=
der ein. Ziemlich lebhaft blieb das Geſchäft am Kunſtſeidemarkt.
Chadeaktien gewannen 3 RM. Am Berliner Geldmarkt blieb der
Steuertermin völlig ohne Einfluß, und Tagesgeld war mit 4½
bzw. 4½ Prozent an der unteren Grenze leicht erhältlich.
Monats=
geld blieb unverändert 5 bis 7 Prozent.
Die freundliche Grundſtimmung der Frankfurter Börſe
Vom ſüddeutſchen Eiſenmarkt.
In den vergangenen Wochen iſt die Lage am Süddeutſchen
Eſſenmarkt, im ganzen genommen, ziemlich unverändert geblieben.
aß W yr Stab= und Formeiſen konnte das Geſchäft verhältnismäßig
be=
nieſten A tiedigen und erreichte annähernd den Stand des Vorjahres. Es
zuſt i brr eine zunehmende Neigung beſonders von Händlerſeite
feſtzu=
ſes Ml tellen, Abſchlüſſe zu tätigen. Dagegen war der
Spezifikations=
vom guü ſingang nicht bedeutend. Ebenfalls ſchlechter ließ ſich das
Blech=
erſchve fe chäft an, da die blechverarbeitende Induſtrie nur geringen
Be=
n an Rkfrf hatte. Moniereiſen und Träger für Bauzwecke wurden nur
z und iün kleinſtem Umfange benötigt, da Neubauten nur verzeinzelt
vor=
dem hek genommen wurden. In Bandeiſen iſt eine unerhebliche Nachfrage
lieſt dih üirgetreten, wobei zu berückſichtigen iſt, daß die Faßfabriken das
mnerug!’4iſongeſchäft bereits hinter ſich haben. Im weſentlichen bot der
hufl si ddeutſche Eiſenmarkt ein durchaus uneinheitliches Bild. Die
jächſten Wochen dürften keine weitere Belebung bringen. Doch
echnet man damit, daß doch zum Zwecke der Lagerergänzung im
a ömblick auf das Frühjahr beſonders, von den Provinzhändlern
miaß / ſtößere Spezifikationen eingehen.
Produkkenmärkke.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. In der abgelaufenen
Noche war das Geſchäft etwas beſſer, doch beſchränkte ſich der
Ein=
auf ſowohl des Publikums als auch der Großabnehmer nur auf
üillige Sorten, vor allem auf Kühlhauseier. Die Zufuhren blieben
Abe Anſolge der einſetzenden Kälte gering, die Preiſe zeigten
verſchie=
zun” ientlich leichte Erhöhungen. Es notierten in Pfg. per Stück loco
Fiankfurt a. M.: bulgariſche 9—9,50. jugoſlawiſche 9—9.50,
rumä=
iſche 8,75—9, polniſche 8,50—9, holländiſche 8—12,50, flandriſche
0—10,50, deutſche Friſcheier 10—13.50 In Kühlhauseiern
oar das Angebot ſehr knapp, und der Preis hierfür ſtellte ſich
all=
emein auf 7—9 Pfg. In= und ausländiſche Mittel= und
Schmutz=
ier notierten 7—7,50 Pfg. per Stück.
jege 9 Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Der Butterabſatz blieb
der g
Avährend des ganzen Wochenverlaufs ſchwach, und ſelbſt die knapp
ewordenen Zufuhren konnten nicht geräumt werden. Für das
Veihnachtsbackwerk werden vor allem die weit billigeren
Pflanzen=
leice herangezogen. Die Preiſe für holländiſche Butter blieben mit
12—130 RM. unverändert, während deutſche Butter infolge des
nappen Angebots um etwa 3—5 RM. anzog und ſich auf 125—130
MM. je Zentner=Tonne ſtellte.
Getreide=, Butter=, Käſe= und Eiereinfuhr im November 1932.
bMlach den Ermittlungen des Statiſtiſchen Reichsamtes betrug die
Feinfuhr von Getreide Butter, Käſe und Eiern in das deutſche
Zoll=
obſeb iet (Spezialhandel) im November (1. Ziffer Menge in
Doppel=
iſentnern 2. Ziffer Wert in 1000 RM.): Roggen 265 645 — 1864;
eizen 682 416 — 6432: Roggenmehl 171 — 3: Weizenmehl 1056
36: Gerſte zur Viehfütterung 33 709 — 269; andere Gerſte
0305 — 436: Hafer 2678 — 30: Milchbutter, Butterſchmalz
e2184 — 8912: Käſe (Hart= und Weichkäſe) 34 215 — 2880: Eier
on Federvieh und Federwild 97 241 — 10 260.
Be Mainzer Produktenbericht. Großhandelspreiſe per 100 Kilo
(0to Mainz: Weizen (76 Kilo Hektolitergewicht) 19.75—20, Roggen
„hinheſſ. 16—16,50, Hafer 13—14 Braugerſte 18.50—19, Induſtrie=
Veiste 17—17,50, Futtergerſte 15,75—16, Malzkeime 10—11. Südd.
We izenmehl Spezial 0 29,40—29,55, Roggenmehl (60 Prozent) 23
S 24, feine Weizenkleie 8,25—8.40. grobe Weizenkleie 9,25—9,50,
ongenkleie 9—9,50, Biertreber 10,75—11. Erdnußkuchen 12,50 bis
25, Kokoskuchen 11.75—15, Palmkuchen 8.50—8,75, Ravskuchen
M75—9. Soyaſchrot 10,75—11, Trockenſchnitzel 8—8,25, loſes
Klee=
eu 3,80. geb. Kleeheu 4,30, Maſchinenſtroh 2,50, Drahtpreßſtroh
W0. Tendenz ſchwach.
Biehmärkke.
i. Weinheimer Schweinemarkt vom 10. Dezember. Zugeführt
Duren 340 Stück, verkauft wurden 258 Tiere, und zwar Milch=
Dweine das Stück zu 4—8 RM., Läufer das Stück zu 10—30 RM.
Nrrktverlauf mittel.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die Umlage beim Rheiniſch=Weſtfäliſchen Kohlenſyndikt für
er Monat November wird mit 3,87 (im Vormonat 3,87) RM. je
Momne umlagepflichtigen Abſatzes erhoben. Unter Berückſichtigung
es umlagefreien Teiles der Verbrauchsbeteiligung ſtellt ſich die
lage je Tonne Abſatz auf Verbrauchsbeteiligung auf 1.80 RM.
Uktober 1,91 RM.).
Bei einer unveränderten offiziellen Elektrolytkupfer=Notierung
urden zurzeit Spezialpreiſe des Kartells von 5,00 Dollar=Cents
p lb genannt.
Die erſte große Goldſendung nach den Vereinigten Staaten,
infolge Ueberſchreitung des Goldausfuhrpunktes des Dollars
Pariſer Notiz) möglich geworden iſt, erfolgte geſtern. An Bord
er: „Bremen” wurden 19 Goldfäſchen im Werte von 300
Millio=
en Franken verladen, die von einer Pariſer Bank nach New York
erſchickt werden.
Laund Die Werkairen des Recheſchen wuirde ni Beitſelunf
aufgenommen. Zum Börſenbeginn eröffneten Farben 7 Prozent
niedriger, doch wurde dieſer Kursrückgang wieder ausgeglichen.
Später ſchwankte der Kurs bei 97½. Scheideanſtalt auf das
Be=
kanntwerden von nur 1 Prozent Dividendenermäßigung weiter
freundlich und 1½ Prozent befeſtigt. Kunſtſeidewerte im
Zuſam=
menhang mit der internationalen Kunſtſeideverſtändigung bis 1
Prozent befeſtigt. Zellſtoffwerte bis ½ Prozent höher.
Schiff=
fahrtsaktien waren zu behaupteten Kurſen angeboten. Kaliwerte
nannte man faſt unverändert. Am Elektromarkte gewannen AEG.
¼, Bekula ½, Licht u. Kraft, Siemens, Schuckert je ½ Prozent,
Gesfürel waren zu behaupteten Kurſen geſucht. Montanaktien
waren etwas ruhiger im Vergleiche zu den letzten Börſentagen.
Die Kurſe waren gut behauptet, nur Rheinſtahl noch ½ Prozent
feſter. Der Markt für Einzelwerte zeigte überwiegend
Kursbefe=
ſtigung. Metallgeſellſchaft jedoch ½ Prozent niedriger. Am
Ren=
tenmarkt war das Geſchäft im Vergleich zu den Aktienmärkten
etwas lebhafter bei ausgeſprochen freundlicher Tendenz, ſo
ge=
wannen Altbeſitzanleihe und ſpäte Schuldbuchforderungen je 3
Prozent. Etwas geſucht waren wieder Induſtrieobligationen, von
denen Stahlverein=Obligationen erneut 1½ Prozent anzogen.
Pfandbriefe eingangs gut behauptet. Tagesgeld 3½ Prozent. Im
ſpäteren Verlaufe der Börſe blieben die Kurſe zunächſt behauptet
bei größter Geſchäftsſtille. Zum Börſenſchluß waren Aktienwerte
gut behauvtet. Starkes Intereſſe auch von Publikumsſeite beſtand
dagegen für Pfandbriefe, ſo waren Frankfurter Hypothekenhank
Goldpfandbriefe plus angeſchrieben, wie auch Meininger Hyp. Gold
(plus 2 Prozent) geſtrichen Brief notierten. Frankfurter
Pfand=
briefbank Gold=Pfdhr. lagen 1½ Prozent höher. Rhein. Hyp.
waren feſt. Auch Liquidationspfandbriefe über ½ Prozent
be=
feſtigt. Für Induſtrieobligationen hielt das Intereſſe weiter an.
Stahlverein=Obligationen waren bei 65 Prozent geſucht.
Die Lage am Geld= und Deviſenmarkke.
Die leichte Lage am Tagesgeldmarkte ſetzte ſich am Anfang
der Berichtswoche fort. Gegen Ende machte ſich jedoch eine kleinere
Verknappung bemerkbar, die wohl in der Hauptſache auf den
Steuertermin zurückzuführen iſt. Außerdem kann man wohl ſagen,
daß das Weihnachtsgeſchäft ziemlich viel Geld beanſprucht und
des=
halb die Flüſſigkeit des Tagesgeldmarktes vermindert worden iſt.
— Vor allem iſt auch Monatsgeld gefragt, das im Hinblick auf den
Jahresultimo benötigt wird. Um Prolongationen über
Jahres=
ende zu erzielen, werden höhere Sätze als bisher gezahlt; der
Min=
deſtſatz beträgt gegenwärtig etwa 4½ Prozent. — Infolge der
Ver=
knappung auf dem Geldmarkte liegt ſehr ſtarkes Angebot in
Wech=
ſeln vor, ohne daß weſentliches Kaufintereſſe beſtünde. Der
Um=
ſatz war demzufolge hier, wie übrigens auch in Reichsſchatzwechſeln
und Reichsſchatzanweiſungen, minimal. — Nach wie vor geſucht
ſind Warenwechſel, der effektive Umſatz beſchränkt ſich jedoch nur
auf ganz kleine Beträge, der Satz erhöhte ſich von 3½ auf 4
Pro=
zent. — Am Deviſenmarkt konnte der Dollar noch immer ſeine
Feſtigkeit gegen faſt ſämtliche Deviſen behaupten, wenn es auch bis
jetzt von Paris aus noch nicht zu Goldverſchickungen nach New York
gekommen iſt. Das Pfund war wiederum ſehr großen
Wertſchwan=
kungen ausgeſetzt. Nachdem es ſich in der vorigen Woche gut
er=
holen konnte, ſetzte in dieſer Berichtszeit erneut eine
Abwärts=
bewegung ein, die faſt wieder bis zum Rekordtiefſtand führte. Die
engliſche Währung konnte ſich jedoch ſpäter, anſcheinend auf
Inter=
ventionen hin und im Zuſammenhang mit der wachſenden Klarheit
in der Frage der Schuldenzahlung am 15 12., wieder erholen und
dürfte bei einem Stande von ca. 13,60 RM. pro Pfund ihre
Be=
wegung vorläufig abgeſchloſſen haben. Die Norddeviſen wurden
durch die Bewegung des Pfundes mitgezogen, ihre Schwankungen
wirken ſich jedoch weder nach oben noch nach unten im ſelben Maße
aus. Der Schweizer Franken lagg noch immer unerholt, nach wie
vor mußte die Schweizeriſche Nationalbank einen, wenn auch
ver=
hältnismäßig geringen, Deviſenhedarf decken. Der holländiſche
Gulden tendierte bei geringem Geſchäft etwas ſchwächer, während
ſich die Lira von der Kurseinhuße der letzten Zeit ſtark erholen
konnte. Bei den übrigen Deviſen waren diesmal keine größeren
Veränderungen zu bemerken. Für die Reichsmark beſteht im
Aus=
lande nach wie vor große Nachfrage, die aus unſerer aktiven
Han=
delsbilanz zu erklären iſt. Unſere Währung liegt demzufolge
er=
heblich über dem Inlandspreiſe.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Inderziffer der Großhandelspreiſe vom 7. Dezember. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 7. Dezember berechnete
Groß=
handelsindexziffer iſt mit 92,7 gegenüber der Vorwoche (93,3) um
66 v. H. geſunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten:
Agrarſtoffe 85,1 (minus 1,6 v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und
Halb=
waren 87,3 (minus 0,3 v. H.) und induſtrielle Fertigwaren 113,7
(minus 0.1 p. H.).
Weitere Dividendenkürzung bei Brauerei Schwarzſtorchen
A.=G., Speyer. Der Generalverſammlung am 19. Januar wird
eine Dividende von 4 (6) Prozent vorgeſchlagen. Nach 121 466
(109 883) RM. Abſchreibungen verbleibt einſchließlich des
Vor=
trages ein Reingewinn von 159 095 (198 323) RM. Vorgetragen
werden 62 745 RM. Letzter Börſenkurs in Frankfurt 52 Prozent.
Portland=Zementwerke Dyckerhoff=Wicking A.=G., Mainz. Wie
wir zuverläſſig erfahren, wird der bekannte Leiter des Deutſchen
Zement=Bundes, Baurat Dr. Riepert, Präſidialmitglied des
Reichsverbandes der Deutſchen Induſtrie, dem an ihn ergangenen
Ruf folgen und vom 1. Januar 1933 ab den Vorſitz im Vorſtand
der Portland=Zementwerke Dyckerhoff=Wicking A.=G. übernehmen.
Dieſes Ausſcheiden von Dr. Riepert aus der Leitung des Deutſchen
Zement=Bundes, das in freundſchaftlichſtem Einvernehmen mit
deſſen zuſtändigen Organen erfolgt, iſt wohl auf die gegenwärtig
beſonders ſchwierige Lage des Dyckerhoff=Wicking=Konzerns
zurück=
zuführen.
Zuſammenbruch der Kupfer=Konferenz. Die ſeit 28.
Novem=
ber in New York geführten Verhandlungen der internationalen
Kupferproduzenten ſind am Freitag ergebnislos abgebrochen
wor=
den, nachdem ſich keine Möglichkeit zu einer Verſtändigung infolge
des Widerſtandes beſonders der Rhodeſiſchen Gruppe bot. Es iſt
anzunehmen, daß vorläufig auch keine Verſtändigung erzielt wird,
da die britiſchen Erzeugniſſe, unterſtützt von der Katanga=
Geſell=
ſchaft, weiter auf ihrem Standpunkt beharren und eine Erhöhung
ihrer Quoten fordern. Bisher wurde die Erzeugung bis auf 20
Prozent der Standard=Produktion von 1929 gedroſſelt. An den
Kupfermärkten hat ſich durch den Einfluß der ungünſtigen
ameri=
kaniſchen Meldungen die Depreſſion weſentlich verſchärft und zu
einem ſtarken Druck auf das ganze Preisniveau bei Elektrolyt und
bei
ndardkupfer geführt.
Berliner Kursbericht
vom 10. Dezember 1932
Deviſenmarkt
vom 10. Dezember 1932
Berl. Handels=Geſ
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban1
Hapag
Hanſa Damp ie
Nordd. Lloyzd”
A. E. 6.
Bahr. Motorenn.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
derl. Maſch.=Bau
Conti=Gummt
Deutſche Cont. Gas
Met
75.—
61.75
18.—
19.—
33.25
62.75
63.25
20.75
35.—
118.625
99.—
Meue
Elektr. Lieferung
7. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Goeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben ſ.
glöchnerwerie
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
Rafe
73.50
97.375
46.50
71.75
83.125
47.75
57.875
106.—
44.875
60.—
44.25
40.50
36.855
Bolnphonwerk.
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ko
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerie
Weſteregeln Akkalt =
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Lin
Berl. Karlör. Ind
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Wer
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr. Draht
Wanderer=Werte
Wefe
42.—
169.—
41.—
29.875
111.125
38.
16.—
27.75
12.125
21.—
71.—
29.375
30.—
Helline
Vien
Prag
Budap=
Sofia
Hollan!
Sslo.
Kopenhagen
Stocholm
London
Währung
100 finn. M.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Pengö
100 Leva.
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen t
100 Kronen 74.58
1 2.Stg.
Buenos=Aires 1 Pap. Peiv
New Yor). 1 Dollar
100 Belgo
Belgien.
100 Lire
Italien
Baris
100 Franes
Gel
12.465
3.05,
1i89. 23
70.43
70.93
0.858
4.209
658.28
gu.55
16.43
Brief
5. 394/ 6.006
151.g5 52.05
12.485
2.0ß
169.5:
70.57
71.05
74.72
13.68 13.72
0.889
7.271
59.40
2u.59
16.47 I5
Schwerz
Spanien
Danzua
Japan
Rio de Janetrolt Milrer
Fugoſlawien.
Portugal.
Athen
Fſtambu
Kairo
Kanado
1
Uruquah
Rit
Tallinn Eſtl.)
Niag.
Zurmfädter und Kartanatonnt Barafftadt, Mindte dr Srtscher Banz
Frankfurter Kursbericht vom 10. Oezember 1932.
Mendſe
jällig 1. 4. 34...
„ 1. 4. 35...
1. 4. 86 ...
1. 4.37...
1. 4. 38...
6% Dtſch. Reichsanll
v. 27
6½% Intern.,
62Baden .....
6% Bahern ....."
6% Heſſen ...v. 2.
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen v. 27
6% Thüringen v. 2
Dtſch. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4½),Ab=
(öſungsanl. . . . .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ...
6% Baden=Baden
6%Berlin ...v 24
6% Darmſtadt.
6% Dresden. .v. 26
6% Frankfurt a. M.
Schätze v. 29
v. 20
6% Mainz.
6% Mannheimv. 27
39 München „p. 29
6% Wiesbaden v.28
6% Heſſ. Landesbt.
6% „ Goldoblig.
5½% Heſſ. Landes.
Hyp.=Bk.=Liquid.
434% „ Kom.=Obl.
90-1,
85
80
75.25
71
91.25
76
74.5
59
69.25
101.5
na
66
58.5
6.5
s.725
56
55.5
68.75
57.5
557,
(7
74.5
83.25
ee
Pfd.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig.
6% Landeskomm..
Br. Girozentr. für
Heff. Goldobl. R.11
R.12
6%0
82 Käſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
62 Naſſ. Landesbk.
5½% Liau. Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.Anl.
4AuslSer.
„ Ser.II
Dt. Komm. Samm.=
Abl.(Neubeſitz)..
6% Berl. Hyp. Bt.
1 5½% „ Ligu.=Pfbr.
16% Frkf. Hyp.=Bt.
5½% Licg. Pfbr.
Goldoblig.
Frkf. Pfbr.=Bi
Lig.=Pfbr
83 Mein,Hyp.=Bi.
5½% — Lig. Pfbr.
16% Pfälz. Hyp.=Bi.
15½% Lig. Pfbr.
6% Rhein. Hyp. B
5½% Lig. Pfbr..
16% Goldoblig.
6% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ..
5½% Lig. Pfbr.
6% Württ. Hhp. B.
6% Daimler=Benz
% Dt. Linol. Werke
2a Mainkrw. v. 261
78.5
70
63.5
78.5
82
84.05
54
72
6.75
3
85
68.5
81
87.75
84.5
83
87.25
85
85.5
8
7771.
Mitteld Staht.!
623 Ber. Stahlwerkel
6% Boigt& Häffne=
3. G. Farben Bonds
5% Bosn. L. E. B.
2. Inveſt.
5% Bulg. Tab. v. 02
2 Oſt. Schätze
425 Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%
2a Türk. Admin
1. Bagdad
Bellanl.
1% Ungarm 1918
1914
Goldr.
1910
4½Budp. Stadtan!)
426 Liſſabon
420 Stockholm
Aktien
Aia. Kunſtztide Unie
A. E. G.
.
AndregeNoris BZahn
Aſchaffbg Brauerei
Zellſtof!
Bemberg, J. P....
Berl. Kraft u. Licht!:
Buderus Eiſen..
Eement Heibelbergl 46
Karlſtadt.
7 G. Chemie, Baſell126.5
Chem.Werke Alber
Chade.
...
Contin. Gummiw. 117.7
69
95
2.5
8.25
4e5
3.25
5.8
32.5
7
56.75
33.7
28
63
110
44.75
35
Hanien Mee
64.75 Daimler=Benz
Dt. Atl. Telegr. „
Erdl.
Dt. Gold= u.
Eilber=
ſcheide=Anſtalt
Linolwert Berl
Dortm. Ritterbräu
Onckerhof & Widm
Sichbaum=Werger:
Elettr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwer: 1
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleiche
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Gut leaume
Frantfurter Hof.
Geſſen: Berawer.
Geſ.f.elettr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kaher.
Grün gBilfinger.
Dafenmühle Frift.
Hammerſen, Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergbauſ. 84
Henninger Kempf.
HilvertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Girſch Kupfer.
Kochtief Eſſen
Kolzmann. Phil
Zlſe Bergb. Stamm/127
Genüffel!
Junghans
Kali Chemie
18.9
147.5
45.5
17.25
43
927.
190
18.5
8.
a6.25
72.25
28.5
30
165
94
38
72
38
42.
11.5
57.ns
100.5
16.5
MRlein. Schanzlin .
Klöcknerwerke ..
104.25 Knorr C. H.....
81.5 Lahmeher & Co. ..
Saurahütte
Sech, Augsburg:
Löwenbr. Münch.
85 Lutz, Gebr. Darmſt
Mainkr.=W. Höchſt.
Maunz.Akt.:Br.
Mannesm.=Röhrer
Mansfeld. Bergb
Metallge). Frankf”.
Miag. Mühlenbau.
MontecatiniMattd.
Motoren Darmſtadt
Sberbedar
Bhönix Bergbau ..
22.25 MNeiniger. Gebbert.
Rh Braunkohlen..
Elektr. Stamm
Stahlwerke 74
Riebed Montan.
Roede: Gebr
Rütgerswerfe.
Salzdetfurtk Ka
Salzw. Heilbronn 1180
Schöfferhof=Bind..
Schramm Lackfbr.
Schriftg. Stempel. / 53.55
Schucker:, Eleſtr.
Schwarz=Storchen. 54
Siem. Glasinduſtr.
Siemene & Halske.
Stidd. Bucker=A. G.).
Tellus Bergbau..
Thür. Liefer.=Geſ..
Tietz Leonhard.
lunterfranken.
Aſchersleben 107.5 Ber. Stahlwer
f
ie
266
5s
60.5
24.5
2
11
50.5
177.,5
82.5
37.75
41.75
143
75.25
121
147
40.5
84
30
Ver. Ultramarin. ,1
Boigt & Ggeffner.
Wanß & Freytag.
Weſteregeln Kali.,
Zellſtoff Waldho).
Memel.
Aulg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank.
Br. f. Brauinduſtr.
Bayer. Hyp. u. W
Berl. Handelsge.
Sypotherbi.
Comm. . Privatb.
Dt. Ban und Dise.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Ban
Frankf. Bant. ..
Hyp.=Bank.
Mem. Hyp.=Ban
Pfälz. Hyp.=Ban
Reichsbank=Anz ..
Rhein, Hyp.=Ban!
Südd. Bod.=Cr. Bl.
Bürtth Notenban!
A..G. „Ver ehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw
72, Dt. Reichsb.Bze
Hapag
Nordd. Llohzd. ...
Südd Eiſenb.=Geſ.
Alllanz u. Stuttc.
Verſicherung ...!"
„ Verein. Verſ./185.75
Frankona Rück=u. M
Mannheim Verſich.
V
uus
45
63
72.75
645
89
53.5
69
61.75
53.75
62.25
64
13021
67.5
63.5
80
46
65.75
92.25
18.9
19.3
32
178
Otavi Minen....
SchantungHandels
Seite 10 — Nr. 344
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 11. Dezember 1932
OM
Stat Karten.
Für die erwieſene Aufmerkſamkeit
anläßlich unſeres
Ooppel=Silber=Zubiläums
ſagen wir Allen, die unſer gedacht
haben, herzlichen Dank.
Friedrich Rummel u. Frau.
Darmſtadt, Dezember 1932. (17241
Todes Anzeige.
(Statt Karten.)
Unſer Sonnenſchein, unſer liebes einziges Kind
Horſt
iſt von uns gegangen.
In tiefer Trauer:
Apotheker paul Schilling und Frau
Maria, geb. Schuchmann. (*
Die Beerdigung fand in der Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man Abſtand zu nehmen
MeinHerzenswunſch
zu Weihnacht!
Einem lieb., ſol, u.
ſtrebſ. Mann möchte
ich verſt. Gattin u.
Kameradin werd.
Stamme a. ſ. angeſ.
kath. Fam. (Diaſp.),
bin 20 J. alt, 1,65m
gr., dunkelbld. Im
Haush. beſt.
bewan=
dert; auch in
Büro=
arbeit erfahren u.
lebensfroh. Schöne
Ausſteuer u.
ſpäte=
res Barvermögen.
Anonym zwecklos.
Streng vertraulich.
Ernſtgem. Off. unt.
T. 203 Geſchſt. (*gg
Weihnachts-Rabatg
auf unsere stadtbekannt niedrigen Preise für
Mäntel und Woll-Rleider,
Mäntel
Kleider
Dankſagung.
Katholische
anbahr ung
eriolgreich
LiU seitiejahr.
Für die liebevolle Anteilnahme an unſerem ſchmerzlichen Verluſie, den wir
durch den Heimgang unſeres lieben, herzensguten Bruders
Dr. Franz Stadlmanr
Kirchllche Gutheidung.
Einhetralen.
Neuland-Bund 16
Franklurt a. M. I. /
II Mch. 14264)
Mod. Webarten, wie Crewl. Bouelé
und Diagonal, mit reichlich
Pelz-
besatz. in schöner Verarbeitung,
auch für ganz starke Damen
59.00 49.00 29.00 dd75
29.00 19.75 Ic-
in ganz aparten Formen nmi
geschmackvoller Verarbeitum,
neueste Modestoffe
39.00 29.50 24.50 —D)
16.50
9.50
2
Prokuriſten der Firma E. Merck
erlitten haben, bitten wir, unſeren tiefgefühlten Dank entgegennehmen zu wollen.
Beſonderer Dank gilt dem Herrn Pfarrer Wolf, der die ſierbliche Hülle des
teuren Verblichenen ſegnete.
Unſeren innigſten Dank ſagen wir den hochverehrten Herren Inhabern der
Fa. E. Merck, für den ehrenden Nachruf, der zeigte, welch hoher
Wert=
ſchätzung ſich der Entſchlafene in der Firma ertreuen durfte.
Wir danken auch allen Freunden des Dahingegangenen, die durch die warmen
Worte des Gedenkens und durch ihre Blumengrüße den teuren Toten ehrten.
Reelle Heiraten.
ſowie Einheir, ſtets
vorgemerkt. Büro
FrauG. Schuchmann
Darmſtadt.
Stifts=
ſtraße Nr. 46.
Morgenröcke
das beliebte Geschenk
Besondere delegenher!
Ein Posten Blusen
11.50 9.50
5.50
2.50
95
Ia Marocaine mit kleinen Schst
heitsfehlern.
7.50 6.50 5.75 O
Sopntag von 1—6 Uhr geöffne;
Darmſiadt, im Dezember 1932.
Geſchwiſier Stadlmayr
Luiſe Miſchler. u7307
Alleinſtehd. Frau,
Ende 40, mit
ge=
ſunder, fortſchrittl.
Lebensauffaſſung u.
ehrlich. Charakter,
ſehr häuslich und
ſparſam, erſehnt (*
Neigungsehe
mit herzensgebild.,
in geordneten
Ver=
hältniſſen lebenden
Herrn entſprechend.
Alters. Gemütl. 3=
Zim.=Wohg= vorhd.
Frdl. Zuſchrift. unt.
T. 186 an d. Gſchſt.
Darmstadt
Ecke Ludwigsplad
Die
Dankſagung.
Allen, die uns zu unſerm ſchmerzlichen Verluſte ihr Beileid ausdrückten
und denen, die unſerer lieben Entſchlafenen
Frau Maria Wingert
die letzte Ehre erwieſen, ſagen wir auf dieſem Wege unſern herzlichſten
Dank. Beſonders danken wir dem Hochw. Herrn Kaplan von St. Fidelis
für das letzte Geleite und den ehrwürdigen (Franzi) Schweſtern von
St. Fidelis und dem Marienhoſpital für ihren troſtreichen Beiſtand.
Im Namen der Trauernden:
Friedrich Wingert
Willi Wingert
Jakob Wingert.
(17292
Darmſtadt, den 10. Dezember 1932.
Frl. aus gut. Fam.,
m. vollſt. Ausſt. u
Wohng., ſp. eig.
Ei=
genheim i. ſch. Lage
Darmſt., ſucht, da
e=
ihr an jegl.
Herren=
bek. fehlt, mit anſt.
Herrn in ſich. Stell
(Beamt. bvzgt.), n.
unt. 30 J., zw. ſp
Heirat bek. z. werd.
Zuſchr. u. T. 211 Gſch.
Anonym zwecklos.*
Heiratsgeſuch.
Alleinſtehend. penſ
Staatsbeamter
(Ende 60), kathol.,
ſucht zw. alsbaldig
Heirat alleinſtehd.
Fräul., 32 J. alt,
chöne Erſchg., mit
ſollſt. Ausſtattung.
wünſcht Hrn. i. ſich.
Poſ. zw. Heir. ken.
zu lern. Zuſchr. u
(*
T. 134 Geſchſt.
Fräul., Ende 30er,
gut. Erſ m. ſchön.
Ausſt wünſcht mit
beſſ. Herrn i. geſi=
Stellg. bekannt zu
w. zw. ſp. Heirat
Wttw. m. Kind
an=
genehm. Off. unt.
M. W. 123 Worms
poſtlagernd.
Höherer
Staaksbeamker
penſionsberechtigt,
Ende 30, erſehnt
bald. Neig.=Heirat
Offerten u. T. 235
a. d. Geſchäftsſtelle.
(II. Bln. 17266)
Geb. Dame, 42 J
ev., alleinſteh., mi
Verm. u. ſch. Heim.
häusl., w. gebildet.
Herrn in ſich. Poſ.
zw. Heirat, k. z.
Zuſchr. unter U.
Innerl. vereinſamt
ſucht Magiſtratsrat,
höh. akad. Beamt.,
Ende40, Ww., allſt.,
ſchön. idyll. Einfam.=
Haus, auf d. Wege
neues Eheglück m.
feingeb., geſund. u.
lebensfr. Kamerad.
unt. beiderf.
Aus=
ſchluß mater.
Inter=
eſſen. Zuſchr. unt.
T. 207 Geſchäftsſt.
(17211)
an die Geſchſt.
kath. Dame (älter./Heirat. Suche für
Fräulein o. kinder= Verw., Ende 20, ſehr
oſe Witwe) kenn.
zu lern. Gefl.
Zu=
ſchriften, evtl. mit
Bild unter T. 164
an d. Gſchſt. erb.
Als Schwiegertochter des kürzlich
dahingeſchiedenen
Herrn
Ludwig Behrmann
Darmſtadt, Schützenſtr. 10
teile ich mit, daß ich in tiefer Trauer
ſein Andenken in Ehren halten
werde und innigſtes Beileid für
die trauernden Verwandten ſende.
Antoinette Behrmann
Gattin des Sohnes George
Behrmann
Deiroit, Michigan (U. S. A.).
(17309)
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Nr. 344 — Seite 13
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wird. Es liegt auf der Hand, daß dieſe Erfindung für landwirtſchaftliche Bauten, wie
Scheunen und ſtrohgedeckte Bauernhäuſer vor größter Wichtigkeit ſein kann.
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Berlin. Der Reichspräſident hat Dr.
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uig Klages aus Anlaß ſeines 60. Geburtstages,
Anerkennung ſeiner Verdienſte um die
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he Wiſſenſchaft die Goethemedaille verliehen.
Die Slockholmer Feier
für die Nobelpreiskräger.
Stockholm. Die Feier für die
Nobelpreis=
läger fand Samstag nachmittag im
Konzert=
ſalais ſtatt. Der Präſident der Nobel=Stiftung
kſoiverneur Hammarſkjöld, hielt die
Be=
hrißungsrede. Der Präſident des Nobelkomitees
ü Chemie, Prof. Söderbaum, begrüßte in einer
yprache den Preisträger für Chemie Dr
Ir=
lng Langmuir, aus den Vereinigten Staaten.
Vangmuir empfing ſeinen Preis aus der Hand
Königs. Hiernach folgte die Aushändigung
es Preiſes für Phyſiologie und Medizin, der
ſen engliſchen Profeſſoren Charles Sherrington.
m der Univerſität Oxford, und E. D. Adrian,
hon der Univerſität Cambridge, zuerkannt wor=
Nen iſt. An ſie hielt im Namen der
Nobelſtif=
ung Prof. Liljeſtrand eine Anſprache. Sodann
ierte der ſchwediſche Dichter M. Anders
Oeſter=
ing den engliſchen Schriftſteller Galsworthy, der
zen Preis für Literatur erhielt. Die
Verſamm=
ung ſang alsdann die ſchwediſche
National=
mne.
Zwölf Todesopfer der Premnitzer Exploſion.
Rathenow. Die Verwaltung der
Kunſt=
idefabrik Premnitz bei Rathenow teilt mit, daß
vu den Schwerverletzten der Arbeiter Hinz
inen Verletzungen erlegen iſt.
Kein modernes Kunſtwerk.
andern eine 2000 Jahre alte Büſte
der Kaiſerin Livia.
2,5 Millionen Boll Spannung
zur Zerkrümmerung eines Akoms.
eröffnel.
Dieſe ſeltſamen Gefährte ſtehen vor dem Bahnhof der Hauptſtadt des mittelamerikaniſchen Staates
Portorico. Statt der Räder beſitzen die Fuhrwerke Schlitten=Kufen, die von den Ochſen leichter
gezogen werden können als ein Räderwagen.
Die größte Auto=Hochſtraße der Welk Dr. Schnee über Deutſch=Oſtafrika.
London. Der ehemalige Gouverneur von
Deutſch=Oſtafrika, Dr. Schnee, wendet ſich in einer
Zuſchrift an den Spektator gegen Vorwürfe der
Sklaverei und angeblicher Duldung körperlicher
Züchtigungen während der deutſchen
Verwal=
tung. Die Sklaverei habe in Deutſch=Oſtafrika
ein ſchweres Problem bedeutet, da von der
ara=
biſchen Herrſchaft her 185 000 Sklaven, im
Ver=
gleich zu nur 10000 in Britiſch=Oſtafrika
vor=
handen geweſen ſeien. Der Reichstag habe im
Jahre 1912 beſchloſſen, daß die allmählich
ver=
ſchwindende Sklaverei bis zum 1. Januar 1920
endgültig abgeſchafft ſein müſſe. Wenn vor dem
Kriege nur einige Tauſend Deutſche in Oſtafrika
gewohnt hätten, ſo ſei das aus der Entwicklung
der Induſtrie und des Handels vor dem Kriege
heraus zu erklären. Jedenfalls biete das
Hoch=
land von Oſtafrika Raum für viel mehr
Sied=
ler, als gegenwärtig dort wohnen, und unter
den gegenwärtigen Umſtänden wäre die
Aus=
wanderung von Deutſchland dorthin weit größer,
als vor 1914, wenn das Mandat an Deutſchland
übertragen würde. Die Siedlerfrage ſei nicht
die einzige, die Notwendigkeit, Rohmaterialien
und Lebensmittel in den deutſchen Kolonien
zu prodüzieren, ſei für Deutſchland von gleicher
Bedeutung und — last not least — brenne der
Gedanke an die Ungerechtigkeit in der Bruſt des
deutſchen Volkes, daß es von ſeinem Anteil an
der Koloniſierung Afrikas ausgeſchloſſen ſei.
Die Hochſpannungsanlage
auf dem Transformatorenwerk der A. E.G.
in Berlin=Oberſchöneweide.
Hier befindet ſich das Laboratorium der
deut=
ſchen Phyſiker Braſch und Lange, denen es als
Erſten gelang, mit der ungeheuren Energie von
2.5 Millionen Volt Atome verſchiedener
Ele=
mente, wie Aluminium, Lythium und Natrium
zu zertrümmern.
Rächkliches Drama in Paſſau.
Paſſau. In der vorvergangenen Nacht
ſpielten ſich in Paſſau aufregende Szenen ab, die
mit dem Tode zweier Menſchen endeten. Die
Kaſſiererin Marie Seibold hatte nach
Mitter=
nacht mit mehreren Männern ſcharfe
Auseinan=
derſetzungen. Sie entfernte ſich kurz danach und
eilte zum nahegelegenen Inn. Ein Mann, der
den Streit mitangehört hatte, lief ihr nach und
konnte ſie im letzten Augenblick zurückreißen. Er
brachte dann die erſt 21jährige ans Haus zurück.
Kurz vor der Eingangstür riß dieſe ſich wieder
los, rannte zurück und ſprang in den Fluß. Auf
die Hilferufe des Mannes ſprang der Oberg= des Paſſauer Reichswehrbataillons HII/20
in die Fluten, um das Mädchen zu retten, doch
gingen beide nach kurzer Zeit unter.
ieſe Büſte die zu den Meiſterwerken der
Uniſchen Plaſtik gezählt werden darf, wurde vor wirts geht. Dieſer iſt Braunſchweiger, ſein
Hem bei Ausgrabungen in Pompeji gefunden. Wohnraum ſteht auch auf braunſchweigiſchem
S handelt ſich um eine Porträtbüſte der Kai= Boden, aber der Schweineſtall auf preußiſchem
Ein Livia, Gattin des Auguſtus und Mutter Gebiet. Der Bauer wurde freigeſprochen, da nach
5 Tiberius, von der die Geſchichte berichtet, Anſicht des Richters der braunſchweigiſche Ge=
9 ſie eine der gefährlichſten Giftmiſcherinnen richtsvollzieher in einem preußiſchen
Schweine=
aller Zeiten geweſen ſei.
Die Schweine und der unzuſtändige
Gerichts=
vollzieher.
Helmſtedt. Im Offleben (Kreis
Helm=
ſtedt) ereignete ſich ein intereſſanter Fall, der
ein treffendes Licht auf die Zuſtände wirft, die
die Grenzziehung zuweilen auf dem Gewiſſen
hat. Einem Landwirt in Offleben ſollten zwei
Schweine gepfändet werden. Der
Gerichtsvoll=
zieher hatte auch bereits den Kuckuck an den
Schweineſtall geklebt. Als aber die Gläubiger
die Schweine zur Verſteigerung abholen
woll=
ten, waren dieſe nicht mehr da. Der Landwirt
hatte die Schweine bereits ſchlachten und beiſeite
räumen laſſen. Die Sache kam vor den Richter,
und bei dem abgehaltenen Lokaltermin wurde
iun feſtgeſtellt, daß die braunſchweigiſch=
preu=
ßiſche Grenze mitten durch Offleben und auch
mitten durch das Gehöft des betreffenden
Land=
ſtall nichts zu ſuchen hat.
Blick auf die neue Nur=Autoſtraße,
die die Städte Jerſey=City und Newark (Staat
New Jerſey, U. S.A.), verbindet. Dieſe Straße,
die als Viadukt über den Paſſaic=Fluß geführt
iſt, hat nicht weniger als 84 Millionen RM.
gekoſtet, bringt aber den beiden Städten, die in
der Nähe New Yorks liegen, eine außerordentlich
ſchnelle Verbindungsmöglichkeit.
Der Rückflug des denlſchen Fliegers
Berkram.
Port Darwin. Der deutſche Flieger H.
Bertram, der auf ſeinem Auſtralienflug vor
einigen Monaten im auſtraliſchen Buſch mehrere
Wochen lang verſchollen war, iſt auf ſeinem
Rück=
flug nach Europa geſtern hier eingetroffen. Er
hat die Strecke Melbourne-Port Darwin in der
Rekordzeit von zwei Tagen zurückgelegt. Bertram
beabſichtigt bekanntlich, den Rekord für die
Flug=
ſtrecke Auſtralien-London zu brechen.
Dr. Eckener reiſt nach Niederländiſch=Indien.
Amſterdam. Wie von gut unterrichteter
Seite verlautet, ſollen Pläne für die Errichtung
einer Luftſchiffverbindung zwiſchen Holland und
Niederländiſch=Indien dadurch in ein neues
Sta=
dium der Vorbereitugg getreten ſein, daß Dr.
Eckener um die Jahreswende eine Studienreiſe
nach Niederländiſch=Indien antritt. Er wird
während der Reiſe und an Ort und Stelle die
meteorologiſchen Verhältniſſe eingehend
er=
kunden.
Schlagwekker=Exploſion•
in einem amerikaniſchen Bergwerk.
New York. Eine Schlawetterxeploſion
er=
eignete ſich in einem Kohlenbergwerk in Yankey
(Kentucky). Die in dem Schacht arbeitenden
25 Bergleute werden als verloren betrachtet.
— Die Rettungsarbeiten in dem
Kohlenberg=
werk der Harlan=Fuel=Company bei Yankey, im
Staat Kentucky, wo 25 Bergleute durch eine
Exploſion verſchüttet wurden, geſtalten ſich
äußerſt ſchwierig. Trotz eifrigſter Arbeit konnten
bisher erſt 19 Bergleute als Leichen geborgen
werden. Man glaubt auch nicht, daß die übrigen
ſechs Verſchütteten lebend geborgen werden
können.
Ein neuer Akkumulalor erfunden.
Paris. Ein Mitarbeiter des „Petit
Pari=
ſien” berichtet ausführlich über die Erfindung
eines neuen Akkumulators, die dem franzöſiſchen
Chemiker Ciro gelungen ſei. Der Akkumulitor
beruhe auf der Verbindung von Jod, Zink und
Kohle und ſei außerordentlich handlich, völlig
ungefährlich und ganz leicht zu laden und zu
ent=
laden. Dieſer Erfindung könnte nach Anſicht des
Berichterſtatters ungeheure Bedeutung öeſchieden
ſein.
Amerikas „Sweekheark” radelt.
Mary Pickford.
die in Amerika beliebteſte Filmſchauſpielerin,
Gattin des romantiſchen Filmhelden Douglas
Fairbanks, radelt allmorgendlich von ihrem
Heim zum Filmatelier. Bei dem
amerikani=
ſchen Publikum heißt Mary Pickford ſeit
Jahren nicht anders als „Sweetheart”. (Dieſes
Wort iſt in deutſch kaum wiederzugeben, am
naheſten kommt ihm die Ueberſetzung „Liebchen”.)
Blick auf die verſchneite Endſtation der Zugſpitzbahn.
In den Alpen iſt das weiße Schweigen eingezogen. Bis auf 1000 Meter herunter liegt eine dichte
Schneedecke, und ſchon bald werden ſich in großen Scharen die Winterſportler einfinden und in die
noch unberührten Schneeflächen ihre Spuren ziehen.
at al.
Blick auf das Hebewerk Niederfinow,
das im nächſten Jahre in Betrieb genommen werden dürfte. Die Anlage, die 88 Meter lang und
16 Meter breit iſt, dient dazu, Schiffe bis zu 1000 Tonnen vom Hohenzollernkanal auf das Oder=
Niveau zu heben. Dabei wird ein Höhenunterſchied von 36 Metern überwunden.
Mich
gde
des
welt und
fienſchaften. w
bienskraft überh
„Aber die Au
Levegungsgeleg
ſüteit.
Hranrain Roofeeent in deurſchland.
Seit Woodrow Wilſon als „Friedensſtiſter” uns Deutſche ſo
bitter enttäuſcht hat, iſt ein gewiſſes Mißtrauen auch gegen ſeine
Nachfolger auf dem amerikaniſchen Präſidentenſtuhl in
Deutſch=
land geblieben, wenn auch Herbert Hoover manches getan hat,
was Verſtändnis für unſere deutſchen Nöte erkennen läßt. Wie
wird ſich nun der neugewählte Präſident Franklin D. Rooſevelt
Deutſchland gegenüber ſtellen?
Unter den Vorfahren Rooſevelts finden wir zwar deutſche
Namen wie Hoffmann und andere, doch iſt die Abſtammung
väterlicherſeits ausgeſprochen holländiſch und die von der Mutter
Delano her flämiſch. Sehr ſrüh jedoch lernt der junge Franklin
deutſch ſprechen, da die wohlhabenden und auf den einzigen,
ſehr begabten Sohn nicht wenig ſtolzen Eltern ihm frühzeitig
eine deutſche Gouvernante halten; allerdings auch eine
frau=
zöſiſche. Schon mit ſechs Jahren kommt der Junge zum erſten
Male nach Deutſchland, zuſammen mit ſeinem Vater, der in
Bad Nauheim eine Kur gebraucht. Dieſer Beſuch wird dann in
den nächſten Jahren wiederholt, und ſo lernt der junge
Ameri=
kaner das Deutſche fließend ſprechen. Er hat dann auch wenig
Schwierigkeiten, als er zwei Sommer hintereinander in Nauheim
die deutſche Schule beſucht. Was ihn dort am meiſten intereſſiert,
ſind die angeblich von dem gerade zur Regierung gekommenen
Kaiſer Wilhelm II. eingeführten neuen Methoden des Leſens
und Zeichnens von geographiſchen Karten, worin ſich offenbar
ſchon Rooſevelts Vorliebe für militäriſche Dinge kundgibt.
In den folgenden beiden Sommern unternimmt der nun
Elfjährige mit ſeinem jungen Hauslehrer zuſammen große
Rad=
touren durch Deutſchland und die Schweiz. Jeder der beiden hat
einen Dollar täglich zu verzehren, und der Junge ſetzt ſeinen Stolz
darein, hiervon möglichſt viel zu erſparen, dadurch, daß er meiſt
von Brot und Käſe lebt. An kleinen Reiſeabenteuern fehlt es
auf dieſen Radtouren, die damals noch etwas neues waren,
nicht. So brachten es die beiden fertig, an einem einzigen Tage
dreimal polizeilich protokolliert und einmal verhaftet zu werden.
Erſteres für eine überfahrene Gans, geklaute Kirſchen und noch
irgendein ähnliches Vergehen; letzteres wegen Befahrens eines
verbotenen Weges im Feſtungsgelände Straßburg: das
hochnot=
peinliche Verhör endet damit, daß der Wachoffizier ihyen ein
Glas Wein und Kuchen gibt und einen Weg zeigt, auf dem ſie
in legitimer Weiſe in die wunderſchöne Stadt gelangen können.
Gerade dieſe kleine Epiſode hat ſich Rooſevelt beſonders
einge=
prägt, weil ſie typiſch für gewiſſe, dem Ausländer beſonders
auffällige Erſcheinungen des deutſchen Lebens zu ſein ſcheint:
amtliche Schärfe und Strammheit — perſönliche Gutmütigkeit
und Hilfsbereitſchaft.
Weil er ſo von früh auf Deutſchland mehr als oberflächlich
kennen und ſchätzen gelernt hat, iſt Franklin Rooſevelt auch
nie=
mals einer von den Allzuvielen geweſen, die — in der
Ver=
hetzung und Verblendung der Kriegsjahre — ſich in würdeloſen
Worten gegen uns Deutſche vergangen haben. Selbſt in ſeiner
Stellung als Marineſekretär, wo er Hand in Hand mit der
eng=
liſchen Flotte die Abwehrpläne gegen den verhaßten deutſchen
U=Bootkrieg ausarbeitete, auch da blieb Rooſevelt ſtets ſachlich
und hielt ſich fern von der damals üblichen Deutſchenhetze und
Deutſchenfreſſerei.
Als er dann den deutſchen Rhein wieder beſuchte, war es
unter ganz veränderten Verhältniſſen als damals in der
Frie=
denszeit: Die amerikaniſche Marinebrigade hatte gerade das
Sternenbanner auf der Feſte Ehrenbreitenſtein über Koblenz
gehißt zum Zeichen der Beſetzung des Rheinlandes, und die
Juvaſion wütete im verarmten Reiche. Das waren die fetten
Jahre für die Fremden, und auch Rooſevelt läßt ſich die
Ge=
legenheit nicht entgehen und kehrt mit ein paar Kiſten wertvoller
deutſcher Bücher nach Hauſe zurück.
Gar nicht lange nach dem Kriege wird der ſtets Geſunde
und ſportlich ungewöhnlich Leiſtungsfähige plötzlich von der
ſpinalen Kinderlähmung befallen, — im Alter von beinahe 40!
uche der Kon
Von heute auf morgen iſt die untere Hälfte des kräftigen Kör== ſyn. Es iſt leide
pers gelähmt. Jahre lang dauert dieſer Zuſtand, von Rooſeveltz udt nur im
mit bewundernswerter Geduld und Heiterkeit getragen, obſchon: zushal
damit der glänzenden Laufbahn des ehrgeizigen Politikers ein: 9
ſtude
Ende geboten ſchien. Alle Heilmethoden werden verſucht, alle: ſüwerbe
ſind vergeblich. Da eines Tages hört Rooſevelt, der ſeine Krank— ſüſent ſich jedes
heit rein ſachlich betrachtet, von einem Falle, wo ein Kranker= neſche nicht
im gleichen Zuſtande durch Baden bzw. Schwimmen in natür= puurch dem
lichen warmen Quellen Beſſerung gefunden habe. Sofort läßtt nu Kräfte für
er ſich zu dieſem Orte — Warm Springs im Staate Georgia — wig ſetzt
ſchaffen, weiß er doch von Deutſchland her, welche Heilkräfte= eiche durch den
gewiſſen Quellen innewohnen. Und wirklich, es hilft. Und dies M. 40
ungen
Kunde von der „Wunderheilung” des Senſationsfalles Rooſeveltz
verbreitet ſich, und aus dem kleinen, halbverfallenen Quellen= —s letzte
orte wird bald ein bekannter, vielbeſuchter Badeplatz. Und anu vichl
der Spitze des wohltätigen Unternehmens, dem auch ein Kiſſin= nund kann ab.
ger Badearzt als Beirat zugehört, ſteht der Gouverneur Rooſe— Adauernder Zu
velt ſelbſt, der dieſem Wunderquell ſeine faſt völlige Heilung Epnwart, ohn
verdankt und damit jetzt auch die Wahl zum Präſidenten! — M. Zen
hüer in der Be
Th. Engelmann. mman mit der
Hſtend dasſe
n leiſten wä
zvere des Körpe
Weſterbericht.
Min die Bewe
Das Hochdruckgebiet über dem Nordmeer hat ſich zum Teill we weit es
noch ſtärker über Deutſchland ausgedehnt und ſich ſogar oſtwärts ſelen
gebra=
nach Polen weiter entwickelt. Wenn auch der Froſt fortdauert. Usgabe
ſo ſind leichte Schwankungen doch nicht ausgeſchloſſen, denn vonc zeigie deſtreite
Mitteländiſchen Meer und den Donauländern her iſt das Eins ze bei jedem
miſchen wärmerer Luft zu erkennen. Gleichzeitig hält der mari= ici mehr zu
time Luftzuſtrom der ſkandinaviſchen Störung nach Suden zu
an=
lomme
Infolgedeſſen iſt zeitweiſe mit ſtärkerer Bewölkungsbildung zu Ac die geiſt
rechnen. Außerdem beſteht die Möglichkeit zu Schneefällen.
Uebermaß
Ausſichten für Sonntag, den 11. Dezember: Froſtwetter, wolkig int. Daher
bühr muskulär
mit kurzem Aufklaren, einzelne Schneefälle.
Ausſichten für Montag, den 12. Dezember: Fortdauer des Winter= Ainden Kräftei
n kan,
wetters mit einzelnen Schneefällen.
Auu ſalſcher Ber
Ergeudung von
Me Diedergew
Auf, Sprung,
M wiedergewi
Sonntag, 11. Dezember 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 344 — Seite 15
SAsGTaAbt
Gymnaſtik und Geſundheit.
Von Dr. Rudolf Bode.
Gymnaſtik iſt in erſter Linie Bewegung des menſchlichen
Kör=
us und hat als ſolche die größte Bedeutung für alle, deren
täg=
ſhe Berufsarbeit ſich unter weitgehender Ausſchaltung der
Be=
rgung abſpielt. Dazu gehören nicht nur die geiſtigen Berufe.
ndern auch ein großer Teil der körperlichen Berufe hat überall
drt, wo z. B. die Maſchine einen Teil der Arbeit leiſten muß,
iht mehr den Grad von Bewegungsintenſität, die früher mit
gen nicht geiſtigen Berufstätigkeiten verbunden war. Der
ruſchliche Organismus verlangt aber tagtäglich nach einem
be=
inmten Maß von Bewegungsaufwand. Verwehrt man ihm dieſe
biſtung oder geben die Umſtände nicht mehr den natürlichen
An=
ß dazu her, ſo mindert ſich die körperliche Spannkraft zur
Be=
ngungsleiſtung und wird unmerkbar bei dem Betreffenden
ab=
paut, wie jedes Organ, das nicht gebraucht wird, langſam
ver=
inmert. Die Herabminderung des Stoffwechſels iſt eine
ver=
ungnisvolle Folge, eine weitere die zu große Ablagerung von
(müdungsſtoffen in den Geweben und die Folge davon eine
Her=
zminderung der Lebensluſt, eine ſchwarzſeheriſche Haltung allen
feigniſſen des Lebens gegenüber. Wenn auch die Folgen eines
ſwegungsſchwachen Lebens individuell verſchieden ſind, ſo
bedeu=
eine Steigerung der Muskeltätigkeit doch zugleich eine
Steige=
mg des geſamten Nervenlebens und damit eine Steigerung der
ſtbereitſchaft zum Handeln, der Sinnestätigkeit zum Erfaſſen
z Umwelt und des Mitteilungsbedürfniſſes zum anderen, alles
fgenſchaften, welche in ihrer Geſamtheit eine Steigerung der
übenskraft überhaupt bedeuten.
Aber die Aufgabe der Gymnaſtik iſt mit dem Schaffen von
4wegungsgelegenheiten noch nicht erſchöpft. Ein geſchwächtes
4wegungsleben iſt oft nicht die Folge fehlender Gelegenheiten,
dern in vielen Fällen, eine Folge der verloren gegangenen
ähigkeit, ſich richtig zu bewegen, d. h. die Kraftquellen, über
olche der Körper verfügt, im richtigen Zuſammenſpiel
einzu=
ſeen. Es iſt leider eine fatale Tatſache, daß der menſchliche Wille
oht nur im Haushalt eines ganzen Volkes, ſondern auch im
hushalt des eigenen Körpers den größten Unfug anrichten kann.
De alte Weisheit, dadß jedes Uebermaß ſchädlich iſt, gilt ganz
be=
ſaders für das Uebermaß an Willensanſtrengungen. Da unſere
Arperbewegungen weitgehend vom Willen, abhängig ſind, ſo
ätzert ſich jedes Zuviel in einer Anhäufung von Spannungen,
vlche nicht mehr in der gehörigen Weiſe abklingen können und
dourch dem Muskel bzw. den Nerven wieder Gelegenheit geben,
uue Kräfte für neue Anſpannungen zu ſammeln. Jede
Anſpan=
ug ſetzt ein Reſervoir bereits vorhandener Kräfte voraus,
viche durch den Willen neu zu ſichtbarer Wirkung gebracht
wer=
m. Abgeſpannte Menſchen kann man nicht durch neue
Span=
ungen wieder leiſtungsfähig machen; mutet man dieſe dem
Be=
liuaffenden doch zu, ſo tritt ein Krampfzuſtand ein, welcher vielleicht
u Letzte noch an vorhandener Kraft, herausholt, dann aber
mehlbar zum Erliegen jeder Leiſtung führt. Dieſer
Krampf=
mand kann aber, falls nicht zu große Leiſtungen verlangt werden,
eu dauernder Zuſtand werden und iſt es bei vielen Menſchen der
Gzenwart, ohne daß dieſe es wiſſen. Erſt die Unfähigkeit,
ge=
vſe Bewegungen überhaupt noch auszuführen, offenbart die
öhler in der Bewegung. Der häufigſte Fehler zeigt ſich darin,
in man mit den Muskeln der Gliemaßen allein alles leiſten will,
yhrend dasſelbe viel leichter und mit viel weniger Anſtrengung
Aleiſten wäre, wenn man die beiden anderen Kraftquellen: die
Swere des Körpers und die in der Schwingung liegenden Kräfte
m in die Bewegung hineinfließen läßt. Es iſt kaum glaublich,
w weit es viele Menſchen in der Ausſchaltung dieſer
Kraft=
mllen gebracht haben. Sie arbeiten daher dauernd mit zuviel
Usgabe an Nervenenergie, da ſie jede Leiſtung nur mit
Nerven=
eirgie beſtreiten wollen, und die Ruhepauſen für die Erholung
ſohn bei jedem einzelnen Bewegungsvorgang ſo einengen, daß es
niht mehr zur Entſtehung einer genügenden Menge von
Nerven=
laft kommen kann, welche für größere Leiſtungen erforderlich iſt.
lch die geiſtige Aufmerkſamkeit iſt eine Willensleiſtung, welche
v Uebermaß zu Entartungserſcheinungen im Bewegungsleben
ürt. Daher ſind Angehörige des Lehrerſtandes beſonders der
Hahr muskulärer Verkrampfung ausgeſetzt und den Folgen des
ſelenden Kräfteüberſchuſſes.
Man kann ſagen: Aufgabe der Gymnaſtik iſt, durch
Beſeiti=
ug falſcher Bewegungshemmungen und der damit verbundenen
Drgeudung von Nervenkraft die Lebensenergie ſo zu ſteigern, daß
w wiedergewonnene Schwingende der Bewegung, ſei es Gang,
Nauf. Sprung, Arbeitsbewegung oder Tanz, Ausdruck wird für
z wiedergewonnene Schwungkraft der Seele. Eine Gymnaſtik
erillt nur dann ihren Sinn, wenn ſie nicht zur vorhandenen
Er=
indung neue hinzufügt, ſondern durch richtige Bewegung Kräfte
Wirkung ſetzt, deren Quelle bislang durch mangelnde oder
ſiche Bewegung verſchüttet oder gelähmt war.
Wir leben heute in einer Zeit des Abbaues. Der Ruf nach
Sarſamkeit ertönt auf allen Gaſſen. Das Wichtigſte wird
ver=
ſuen: die Forderung nach größter Sparſamkeit im Gebrauch der
hevenkraft. Dieſer Weg allein führt zu einer ſeeliſchen
Geſund=
bet, welche nicht gleich in Kopfhängerei umſchlägt, wenn nicht alles
Mäuft, wie man es gerne möchte. Viele Dinge behandelt man
beer mit einer guten Portion Humor, und man wird mit
man=
zn leichter fertig, wenn man ſich leichter darüber hinausſetzen
ſan. Aber das Hinwegſetzen verlangt gute Haltung und geſunde
Mrven. Und den meiſten Humor haben immer noch die in ſich
iuenden Menſchen, d. h. die Menſchen, deren Reſervoir an
Ner=
ekraft jederzeit gefüllt iſt, und daher gab es früher mehr Humor
lu heute, wo alles zappelt und nicht merkt, daß das Zappelnde
lon dem übertriebenen Getue kommt, das dem Innern nicht mehr
”ü heilige Pauſe der Ruhe gönnt, ſondern es dauernd zur
Ent=
ſgung in verkrampften Bewegungen zwingt. Und es gibt auch
leie Ruhe in der Schwingung! Daher die Gymnaſtik ein
dauern=
w Spiel von Ruhe und Bewegung, von Spannung und
Entſpan=
ung ſein muß.
Leichkakhletik.
SV. 98 Sieger im Waldlauf=Klubkampf gegen ASC.
mit 4:6 Punkten.
36 Läufer ſtellten ſich dem Starter, um ſich gemeinſam auf
, 5 Kilometer langen, immerhin einige Anforderungen ſtellen=
Strecke, im friedlichen Wettkampf miteinander zu meſſen.
Je=
ſaels 5 Mann bildeten eine Maunſchaft, die geſchloſſen das Ziel
upaſſieren hatte. Leider war der ASC. diesmal. entgegen ſei=
W Beteiligung bei früheren Veranſtaltungen, nur mit 2
Mann=
ſuften vertreten, während SV. 98 mit 5 Mannſchaften antrat.
Achſtehend die Ergebniſſe: 1. SV. 98 1 Mſch., 2. ASC. 1. Mſch.,
3 WV. 98 2. Mſch., 4. SV. 98 3. Mſch., 5. ASC. 2 Mſch., 6. SV. 98
4Mſch.
34 Länderſpiele hat der Deutſche Hockeybund ſeit
Be=
ſtzen ausgetragen. Von ihnen wurden 22 gewonnen und 7
ver=
en, während 5 Kämpfe unentſchieden endeten. Die meiſten
Affen, nämlich acht, trug Deutſchland gegen Holland aus.
Um den Spengler=Pokal, der an Weihnachten in
Yos wieder ausgeſpielt wird, haben ſich acht
Eishockeymann=
ſtften beworben, darunter der Verteidiger, Univerſität Oxford,
U deutſcherſeits der SC. Rieſſerſee.
Sporkkalender.
Fußball.
11.00 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß — Sportverein 98.
14.30 Uhr, Exerzierplatz: Polizei — Germania Pfungſtadt.
Handball.
14.30 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß — Polizei Darmſtadt.
15.00 Uhr, Rennbahn: Tgde. Beſſungen — TV. Egelsbach.
Schwerathletik.
10.00 Uhr, Eſchollbrücker Straße: Pol., Liga — Athl.=Kl.
Mainz=Biſchofsheim.
Handball.
Das Handballſpiel, Polizei 2.—
Eppertshau=
ſen 1. findet nicht um 14.30, ſondern um 13.15 Uhr ſtatt.
Tgde. Beſſungen—Tv. Egelsbach.
Heute nachmittag 3 Uhr ſtehen ſich die oben genannten
Ver=
eine auf dem Sportplatz an der Heidelberger Straße zum
fälli=
gen Rückſpiel gegenüber. Bei dem Vorſpiel in Egelsbach mußten
ſich die Beſſunger eine 5:2=Niederlage gefallen laſſen, allerdings
hatten ſie das Pech, durch Hinausſtellung einen Spieler zu
ver=
lieren und ſo die ganze zweite Spielhälfte nur mit 10 Mann
ſpielen zu müſſen. Ueberhaupt ſind die Platzbeſitzer in der
dies=
jährigen Verbandsſpielreihe ſtark vom Pech verfolgt. Nach
an=
fänglicher Tabellenführung verlor die Mannſchaft zahlreiche
Spiele immer ganz knapp mit nur einem Tor Unterſchied nicht
zuletzt bedingt dadurch, daß ſie immer ſtark erſatzgeſchwächt
an=
treten mußte. Da die Beſſunger am heutigen Sonntag erſtmals
in ihrer zurzeit beſtmöglichen Aufſtellung treten, hoffen wir, daß
ſie ſich, des Ernſtes der Lage bewußt, durch einen Sieg aus der
Abſtiegsgefahr befreien werden. Allerdings dürfte dies der
Mannſchaft bei einem Gegner wie Egelsbach, der in der letzten
Zeit eine ganz gewaltige Formverbeſſerung an den Tag legte,
nur dann gelingen, wenn ſie endlich wieder einmal eine
abge=
rundete, einheitliche Leiſtung vollbringt.
Kreisliga Südheſſen.
Rückgängig gemachte Platzſperre!
Wie eine Bombe ſchlug dieſer Tage in Gernsheim die
Nach=
richt ein, daß der Sportplatz des FV. Konkordia Gernsheim
vorläufig geſperrt ſei. Eine durch Gernsheims Veranlaſſung
ſo=
fort angeſetzte Verhandlung in bezug auf das Spiel Gernsheim—
Horchheim, wovon die Platzſperre herrührte, brachte die ſofortige
Aufhebung der Platzſperre, ſo daß alſo Gernsheim kein Spiel
auswärts auszutragen braucht.
Die Spiele des heutigen Sonntags bringen verſchiedene
inter=
eſſante Paarungen, wobei es ſich namentlich auch darum handelt.
ob Heppenheim noch einen ernſthaften Konkurrenten (Biblis oder
Olympia Lampertheim) für die Meiſterſchaft behält. Es
tref=
fen ſich:
Starkbg. Heppenheim—Spv. Weinsheim.
Olympia Lampertheim—FV. Biblis.
FV. Hofheim—Spv. Horchheim.
Konk. Gernsheim—VfL. Lampertheim,
Spv. Hochheim-Norm. Pfiffligheim.
Während im erſten Treffen mit einem klaren Sieg des
un=
geſchlagenen Tabellenführers zu rechnen iſt, bleibt der Ausgang
der vier übrigen Begegnungen vollkommen offen. Wohl kann
man gefühlsmäßig den Platzbeſitzern Siegeschancen einräumen,
doch ſind die Gaſtmannſchaften ſehr ſpielſtark und könnten unter
Umſtänden ein Unentſchieden, wenn nicht gar einen Sieg
er=
ringen.
In der Gruppe 3 Ried ſind folgende Spiele vorgeſehen:
Bobſtadt—Tgde. Stockſtadt,
Alem. Groß=Rohrheim—Klein=Hauſen,
Zwingenberg—Olympia Biebesheim.
In Bobſtadt und Groß=Rohrheim werden die Platzbeſitzer
keine allzu große Mühe haben, durch glatte Siege weitere Punkte
zu ergattern. Der Tabellenerſte mag ſich in Zwingenberg
vor=
ſehen, dann wird er vor einem mißlichen Punktverluſt verſchont
bleiben.
Geſchäfliches.
Keiner braucht diesmal zurückzuſtehen auch
wenn das Geld knapp iſt. Der praktiſche Küchen=Wandhalter für
Perſil, Ata, 1My macht es jedem möglich, am Weihnachtsabend
heimliche Wünſche zu erfüllen! Da gibt es keine Mutter in
deut=
ſchen Landen, die nicht froh und beglückt ſein wird! Der Halter
iſt in allen beſſeren Fachgeſchäften in erſtklaſſiger Emaillequalität
zu haben.
Adler auf dem Brüſſeler Automobil=Salon.
Die Reihe der diesjährigen Automobil=Ausſtellungen findet
mit dem Brüſſeler Automobil=Salon ihr Ende. Auch hier haben
ſich wiederum die bedeutendſten europäiſchen und amerikaniſchen
Automobilfabriken ein Stelldichein gegeben. Von den Ständen
der dort vertretenen deutſchen Firmen findet der Adlerſtand ein
ganz beſonderes. Intereſſe bei Publikum und Fachleuten. Die
Adlerwerke zeigen ihren 1,5 Liter=Typ Trumpf als Limouſine und
Kabriolett, ſowie den Primus als viertürige Limouſine. Adler
Primus und Trumpf haben in kurzer Zeit den deutſchen Markt
erobert — nach den letzten amtlichen Zulaſſungsliſten ſind zirka
35 Prozent der neu zugelaſſenen Wagen der Klaſſe über 5—8 PS
Adler Primus und Trumpf.
Auf zur Weihnachtsſchau!
Jeden drängt es hinaus zu den feſtlich geſchmückten
Geſchäf=
ten. Alle Wünſche begegnen ſich diesmal im Praktiſch=Nützlichen.
Nach Chaſalla=Schuhen iſt die Nachfrage beſonders groß. Neue
Ausführungen mit Fußſtütze! Die eleganten, fußgerechten
Cha=
ſalla=Schuhe vereinigen Mode und Naturform. Nur mit ſo
zweck=
mäßigen Schuhen bewahrt man ſich gefunde, leiſtungsfähige Füße.
Umwälzung im Dreiradlieferwagenbau.
Die Goliath=Werke in Bremen bringen einen ſteuer= und
führerſcheinfreien, 10 Zentner tragenden Dreiradlieferwagen mit
gedecktem Führerhaus. Automobillenkung großer Ladefläche
hin=
ter dem Führerſitz heraus, der außer elektriſchem, geräuſchloſen
Boſchanlaſſer, Schwingachſen uſw. ſämtliche Vorzüge eines großen
Laſtwagens hat. Dieſer Wagen iſt auch mit einem 2=Zylinder=
400=ccm=Motor als 74=Tonner lieferbar. Fordern Sie
unverbind=
lichen Beſuch des Generalvertreters: Karl Oberndorf, Darmſtadt,
Am Herrenacker 15, Tel. 2343.
Aus der Radio=Induſtrie.
Iſt Radiohören ein Sport?
Nein, der Radioapparat iſt im letzten Jahr geſellſchaftsfähig
geworden, er hat gelernt, ſich zu benehmen und gehorcht heute
freundlich, ohne alle Mucken, ſelbſt dem Wink einer zarten
Frauen=
hand. Wenn man z. B. glücklicher Beſitzer eines Telefunken=
Super iſt, ſo hat man nichts weiter nötig, als einen Zeiger auf
den erleuchteten Stationsnamen einzuſtellen; alles andere beſorgt
dieſer Empfangsapparat vollkommen ſelbſttätig; er trennt
voll=
kommen ſelbſttätig die gewünſchte Station von den
Nachbarſen=
dern. Ja, man braucht nicht einmal bei jeder Station die
Laut=
ſtärke wieder nachzuregulieren; auch das macht der Telefunken=
Super durch ſeine automatiſche Lautſtärkeregelung ganz allein.
Mit einem ſolchen Rundfunkempfänger iſt es tatſächlich möglich,
Programme ferner Sender, aus London, aus Mailand, aus Wien,
aus Hilverſum und wie ſie alle beißen mögen, ſo zu empfangen,
daß man einen ganzen Abend über ein Programm einwandfrei
mit Freude genießen kann. Es kommt hinzu, daß auch rein
muſi=
kaliſch für verwöhnteſte Ohren ein ſolcher Apparat alle Wünſche
erfüllt. (Siehe Anzeige.)
Die ſchönſte Weihnachtsüberraſchung.
Gibt es wohl etwas, das mehr Freude bereiten kann, als ein
Saba=Radio=Gerät? Wie wird ſich Ihre Gattin freuen über
die=
ſen längſt erſehnten Apparat, wie Ihre Kinder, und welche
Ab=
wechflung wird der Empfänger erſt Ihnen ſelbſt bringen. — Der
Kauf eines Radio=Apparates iſt Vertrauensſache, überzeugen Sie
ſich daher genau von der Preiswürdigkeit und der
Leiſtungsfähig=
keit des Apparates. Denken Sie daran, daß gerade die
Schwarz=
wälder Feinmechanik hundertjährige Erfahrungen beſitzt, die auch
Ihnen durch den Saba=Radio=Apparat zugute kommen ſollen.
(Siehe Anzeige.)
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Zwiſchenſender: Kaſſel (219)
Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge. 6.15: Weiter, Gymnaſtik.
O 6.45: Gymnaſtik. 7.15: Wetter, Nachrichten. — anſchl=
Konzert. 8.00: Waſſerſtand. O 11.45: Zeit, Programm.
Nach=
richten. Wirtſchaftsmeldungen, Wetter. o 12: Konzert. O 13.15:
Nachrichten. Wetter. O 13.20: Mittagskonzert. o 1400:
Nachrichten. O 14.10: Werbekonzert. Sa. 14.40). o 15: Gießener
Wetterbericht (Sa. 15.20). O 15.10: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen.
(Sa. 15.25). O 16.50 und 18.15: Wirtſchaftsmeldungen. o 19.15:
Zeit, Programm, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag. 11. Dezember
6.35: Bremer Hafenkonzert. Das gr. Geläute vom Dom.
8.15: Choralblaſen, Bläſerchor des Wartburgvereins E. V.
8.30: Morgenfeier der Evangeliſchen Landeskirche.
9.30: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: Männer=Quartett=Verein
Helſa E. V.
11.00: Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern, von Hans
Chriſtian Anderſen.
11.15: Gedichte von Friedrich=Karl Roedemeyer.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Herz und Mund und Tat und Leben.
12.10: Kaiſerslautern: Mittagskonzert des Konzertorcheſters.
13.00: Köln: Mittagskonzert.
14.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.10: Ein Morgen auf dem Schlachtviehhof in Frankfurt.
Hör=
bericht. — Dr. Beer: Bücher fürs Land.
15.00: Stunde der Jugend: Weihnachtsgebräuche.
16.00: Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters. Aus
Ope=
retten von Joh. Strauß bis Lehar.
18.00: Weihnachtslegende vom Peitſchchen, drei Kindern erzählt.
Von R. G. Binding.
18.25: Vergnügliches Zwiſchenſpiel.
18.55: Zeitfunk.
19.15: Heitere Koloratur=Arien. Geſungen von Martha Schub=
Körner. Am Flügel: A. Haagen.
19.45: Sportnachrichten.
20.00: Karlsruhe: Aus unſerer Muſikſtube. Erlauſchte Heimatklänge.
Mitw.: Ada u. K. H. Kögele (Laute), Eliſabeth Bertram
(Rezitation).
21.00: Das klagende Lied, für Sopran=, Alt=, Tenor=Solo, gem,
Chor und großes Orcheſter von Guſtav Mahler=
22.00: Abſchied vom Lederſtrumpf. Von Paul Laven.
22.20: Zeit. Nachrichten, Wetter. Sport.
22.45: Köln: Nachtmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge: 6.15:
Gymnaſtik. o 6.30: Wetter für die Landwirtſchaft. — anſchl.=
Frühkonzert. o 10: Neueſte Nachrichten o 11: Deutſcher See=
Wetterbericht. o 12: Wetter für den Landwirt. — anſchl.:
Kon=
zert. — Wiederholung des Wetterberichts. O 12.55: Nauener Zeit.
o 13.35: Nachrichten. O 14: Konzert. o 15.30: Wetter, Börſe.
O 18.55: Wetter für die Landwirtſchaft. — Kurzbericht des
Draht=
loſen Dienſtes. O 22.45: Deutſcher See=Wetterbericht,
Deutſche Welle: Sonntag, 11. Dezember
6.15: Funkgymnaſtik.
6.35: Bremer Hafenkonzert.
8.00: Für den Landwirt.
8.10: Wie liegt abſatzwirtſchaftlich mein Betrieb, Geſpräch.
8.35: K. H Kickhöfel: Rückblick der Woche.
8.55: Morgenfeier.
Anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage
11.00: Deutſcher See=Wetterbericht.
11.10: Ina Seidel lieſt aus eigenen Werken.
11.30: Leipzig: Bach=Nantate: Herz. und Mund und Tat und Leben.
12.15: Wagner=Matinee Sinfonieorcheſter der Schutzpolizei Berlin.
14.00: Elternſtunde: Wik feiern mit unſeren Kindern.
14.30: F K Hoefert: Gedichte von Richard Billinger.
14.45: Dr. Feinberg: Muſiker=Studien
15.30: Populäres Orcheſterkonzert des Verliner Konzert=Vereins.
16.15: Im Rahmen der Veranſtaltungen: Weihnachtsmarkt der
Berliner Künſtler: Bunter Kabarett=Nachmittag.
18.00: Prof., Dr. Dietrich: Das Reich und der deutſche Geiſt.
18.30: Maria und das Kind Eine Hörfolge. Teil 1: Verkündigung.
19.00: Stunde des Landes.
20.05: Konzert des Berliner Philharm. Orcheſters. Soliſtin: Alice
Mertens (Alt).
ca. 20.55: Tages= und Sportnachrichten.
22.00: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
ca. 22.20: Hörbericht vom Eishockeykampf Wiener Eislaufverein
gegen Berliner Schlittſchuh=Club.
22.45: Deutſcher Seewetterbericht.
Anſchl.
Tanzmuſik der Kapelle Marek Weber.
Haupiſchriftleltung: RudolfMauve
Verantwortlich für Politiſk und Wiriſchafft: Rudolf Maupe; für, Feullleton, Reſch und
Ausland und Heſſiſche Nachrſchten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. HerbertNette;
für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuhle;.
Druck und Verlag: C. C. Wittich—— ſämilich in Darmſtiadt
Für unverlangte Manuſkrlpte wird Garaniſe der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 24 Geiten
MAAIOHIA HHSAEMSAAAA
Koagenasts aick.
elyzerinhaltige Kaloderma-
Rasierschaum legt sich als
feine Gleitschicht zwischen
Klinge und Haut und
verhin-
dert jede mechanische
Rei-
zung: Die Klinge schabt nicht
— sie gleitet. Ein
unvergleich-
lich leichtes, müheloses und
sclinelles Rasieren, auch des
härtesten Bartes. Uberall
er-
hältlich. Das Stück 60 Pfennig.
F. WOLFF&SOHN
K ARLSFUHE
Seite: 16 — Nr. 344
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 11. Dezember 1938
ein Suoner Schinfat.
Auf Grund eines Berichtes der Rettungsſtation Pillau der
Deut=
ſchen Geſellſchaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Drüben im Pillauer Hafen zerrt der „Konſul Kleyenſtüber”
der neue Retter in Seenot, unwillig an ſeinen Leinen. Da ſchrillt
das Telephon beim Vormann der Rettungsſtation: Schoner „Adele‟
auf Legerwall vor Tenkitten in Seenot! Der Lotſenkommandeur
gibt Order, mit dem Doppelſchrauben=Motorrettungsboot ſofort
auszulaufen. In Minuten ſind die 6 Mann Beſatzung an Bord
Schon tönt der Gleichtakt der Dieſelmaſchinen aus dem
Maſchinen=
raum. Weſtſturm zerreißt die dünne Wolke des Auspuffs am
Maſttopp. Schottüren und Niedergänge werden dichtgelegt. Im
ſchwarzen Oelzeug und angelegten Korkweſten ſteht die
Rettungs=
mannſchaft achtern hinter dem Schutz der Stahlhaube des
Führer=
ſtandes.
Mit voller Kraft läuft das Boot bis in den Bereich der
Mo=
len. Dann nimmt es mit leicht gedroſſelter Fahrt den Kampf
gegen Sturm und See auf. Steil brechende See läuft gegen das
Boot an. Beim „Konſul=Kleyenſtüber” fruchten aber die ſchwerſten
Brecher nicht. Das gute Boot hält ganz und gar, was es auf den
Probefahrten verſprach. Mühelos ſteigt der leicht ausfallende Bug
über die heranſtürmenden Waſſerberge. Als Giſcht zerflattern ſie
ſeitwärts. Freude blitzt in den Augen des Vormannes. So hatte
er ſich die Belaſtungsprobe ſtets gedacht.
Als die Pillauer Anſeglungstonne paſſiert iſt, wird die See
etwas länger. Die Motore gehen auf höhere Touren. Mit 600
Umgängen hält das Boot jetzt in ſcharfer Fahrt auf die
Unfall=
ſtelle zu. Im Chaos von Giſcht und Waſſerdampf iſt der Schoner
nicht auszumachen. Beim Abdrehen auf N20 Kurs kommt „
Ras=
mus” zum erſtenmal mit ſchwerem Brecher über. Das flache Kokvit
iſt für Augenblicke geſtrichen voll, aber die Lenzeinrichtung läßt
das Waſſer ebenſo ſchnell verſchwinden. Knapp 10 Minuten Fahrt.
Die Maſten des Havariſten ſind klar zu erkennen. Er reitet noch
vor beiden Bugankern und mit voll laufendem Motor, die Ketten
zu entlaſten.
Längsſeits geht der „Konſul Kleyenſtüber”. Aber der
Auffor=
derung, von Bord zu gehen, will drüben keiner folgen. Sie hoffen
und verlangen Schlepperhilfe. Funken kniſtern im Antennendraht.
Der Vormann funkt den Wunſch an den Lotſenkommandeur, denn
das Rettungsboot leiſtet keine Bergungsdienſte, rettet nur
Men=
ſchenleben. Unverrichteter Sache dreht das Boot zurück auf Kurs
nach dem Hafen. Da. als man ½ Seemeile entfernt iſt, treibt der
Schoner plötzlich dwars See. Anker gebrochen. Motor ausgeſetzt.
die Kataſtrophe iſt unvermeidbar. Schnell haben es die Retter
erkannt. Schon preſcht der „Konſul Kleyenſtüber” wieder gegen
Sturm und See zurück nach der Unfallſtelle.
Schwer rollt die „Adele” ſchöpft ſich beiderſeits ſatt voll
Waſſer und treibt eilends ihre Todesfahrt auf den Strand zu.
Korkweſten haben ſie an Bord angelegt und ſtehen bereit zu
jum=
pen. Luvwards geht das Rettungsboot bis auf 10—12 Meter
heran, dann ziſcht die Verbindungsleine aus der Piſtole. Aber
der Sturm weht ſie übers Heck des Havariſten hinweg. Drei An=
läufe fährt das brave Boot mit dem Kopf auf die See. Der zweite=
Schuß ſitzt gut, aber erſt als der wackere Vormann den „Konſur
Kleyenſtüber” mit dem Heck in die See legt und die Maſchinen das
Manöver unterſtützen, gelingt es in kurzer Diſtanz von 8—1S
Meter, die Poſition beim Wrack zu halten und am ſtraffen Joll.
tau zuerſt die beiden Jungs und den Steuermann, ſpäter, nach
neuer Herſtellung der Verbindung, auch den jungen Kapitan, der
immer noch nicht das Schiff des Vaters aufgeben will. unverſehr=
und faſt frei von Waſſer überzuholen. Inzwiſchen war die „Adele:;
kaum noch 34 Seemeilen vom Strand frei Kurze Zeit ſpäte
ſtrandete ſie. Eine ſchwere Rettungstat war gelungen, 4 Menſchew
dem ſicheren Wellengrab entriſſen. Das neue Rettungsboot de
Station Pillau hatte eine harte Sturmprobe glänzend beſtanden
und damit erneuten Beweis erbracht, daß nur mit modernen
Mitteln in ſchwierigen Strandungsfällen das Rettungswerk am
den deutſchen Küſten ſeine Aufgabe erfüllen kann.
Voller Einſatz des Lebens der Rettungsmannſchaften forder
auch leiſtungsfähiges Rettungsmaterial. Im freiwilligen Dienßf
der Nächſtenliebe braucht die Geſellſchaft zur Rettung Schiffbrüchi
ger die Unterſtützung Aller. Die Ehre des deutſchen Volkes
for=
dert den vollen zuverläſſigen Schutz des durch Seenot gefährdeten
Menſchenlebens im Bereich deutſcher Küſten. Georg Büchmann.
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Nummer 5o
Nohhölzer, aus denen Schneeſchuhe hergeſtellt werden
u, wiegt der Schneeſchuhtiſchler zuerſt auf gleiches
dicht genau ab. Die fertigen Breiter müſſen abſolut
h ſchwer ſein.
VomWeſen und Werden des Schneeſchuhs
Wer bei Meiſterſchaftskämpfen im Schneeſchuhlaufen oder
gar bei internationalen Wettbewerben einmal Gelegenheit
ge=
habt hat, die phantaſtiſchen Leiſtungen der Ski=Elite
kennen=
zulernen, der wird ſich nicht nur der Bewunderung der
Su=
ſchauermenge anſchließen, ſondern er wird wie die meiſten von
ihnen kopfſchüttelnd einen Satz zitieren, der jene Leiſtungen am
beſten würdigt: Die müſſen mit den Brettern auf die Welt
gekommen ſein! In den meiſten Fällen enthält dieſer
Aus=
ſpruch ein gutes Stück Wahrheit, denn unſere beſten
Ski=
ſpringer und =läufer ſtammen aus Gebieten, wo der
Winter=
ſport ſo recht zuhauſe iſt und wo die Knirpſe, kaum, nachdem
ſie einigermaßen laufen lernten, auf den „Brettern” die erſten
Verſuche wagen.
Dieſe Verſuche gehen wahrhaftig auf einfachen
Bret=
tern vor ſich, die man ſich ſelbſt zurecht gezimmert hat. Mit
ein paar Lederriemen, oft gar mit einfachen Stricken, werden
die Füße auf ihnen feſtgebunden. Die erſten
Schnee=
ſchuhe ſind fertig!, Fortgeſchrittener ſchon muten die Skier
an, die als Gleithölzer ein paar Faßdauben, benutzen,
und immer iſt es für den Winterbeſucher der deutſchen
Mittel=
gebirge und der deutſchen Gebirgsorte überhaupt erſtaunlich,
was ſchon auf dieſen primitiven „Schneeſchuhen” geleiſtet wird.
Wenn auch der Großſtädter, der vielfach mit ein paar
funkelnagelneuen, in Fabriken hergeſtellten Schneeſchuhen zum
Winterſport fährt, ein wenig abfällig und im Bewußtſein des
Beſitzes von hochwertigen „Hölzern” nicht ſelten auch überlegen
urteilt, ſo fühlt er doch gar bald — beſonders, wenn er ſich
auf den neuen Brettern nicht auskennt —, was ihm „die mit
den Brettern auf die Welt Gekommenen” voraus haben. Inn
Grunde genommen hat er mittelbar oder unmittelbar ſogar den
Beſitz ſeiner Schneeſchuhe ihnen zu verdanken, denn die
Her=
ſtellung von Schneeſchuhen baſiert auf Erfahrung.
Sie kam und kommt noch heute aus den Gebieten, die einen
„richtigen Winter” haben.
Die kleinen und größeren Orte der deutſchen Mittelgebirge
und der Alpen ſind trotz der fabrikmäßigen Herſtellung die
wichtigſten Sentren der Skiherſtellung. Der Beruf des
Schneeſchuhtiſchlers, der nicht ſelten nur eine kleine
Werkſtatt hat, iſt dort beheimatet. Der Meiſter ſeines
Hand=
werks kennt den Sweck und die Bedingungen, unter
denen aus dem Nohholz die ſchlanken Skihölzer entſtehen
müſ=
ſen; er hat — weil er oft ſelbſt ein Meiſter auf den Brettern
iſt — leine Erfahrungen, und als Helfer „Leute vom Bau”.
Die Werkſtatt des Schneeſchuhtiſchlers iſt
ein Ort, wo man der Saiſon zuvorkommt: Hier wird ſchon im
Frühherbſt Winter gemacht, deshalb dauert der Winter hier
auch nicht drei, ſondern ſechs Monate. Seitdem das Skilaufen
ein internationaler Sport geworden iſt, iſt dieſes Sportgerät
zu einem der begehrteſten geworden. In Deutſchland allein gibt
s weit über 100 000 Skiläufer, die in einer Menge von
Ver=
einen und Verbänden organiſiert ſind. Jaſt 5000
Vereins=
zeitungen ſtehen im Dienſte der Skibegeiſterten. Crotzdem ſo
ein Paar Schneeſchuhe ſehr dauerhaft iſt und jahrelang hält,
iſt die Induſtrie dank der immer neu hinzukommenden Scharen
von Ski= und Alitläufern ſtets voll beſchäftigt. Es iſt keine
einfache Ciſchlerarbeit, man muß genaue Fachkenntniſſe beſitzen,
um die Leiſtungsfähigkeit eines jeden Paars Skier genau zu
berechnen, denn Länge, Breite, Biegung und Schwere ſind hier
von größter Bedeutung.
Entſprechend der zukünftigen Verwendung knobelt man die
günſtigſte Form und Gewichtsverteilung aus. So gibt es
Spe=
zialiſten für die Herſtellung von Langlaufhölzern und ſolche für
Sprung=Skier. Man prüft genau die Auswahl des Holzes,
ſeine Seſtigkeit und Elaſtizität, ſeine Maſerung und ſein
Ge=
wicht. Das Holz, das für Schneeſchuhe am meiſten bevorzugt
wird, iſt immer noch das der guten deutſchen Eſche. Daneben
wird das des amerikaniſchen Weißnußbaumes verwandt und
vielfach auch das norwegiſche Hickoryholz.
Am wichtigſten für gute Skier iſt die Bindung, die Stelle,
wo die Schuhe auf die Bretter angeſchnallt werden. Die
Bin=
dungen, zu deren Herſtellung ſelbſtverſtändlich beſondere
Leder=
facharbeiter notwendig ſind, werden dem Schneeſchuhtiſchler
von anderen Fachkollegen geliefert. Dort, wo die Anfertigung
von Skiern als Heimarbeit vor ſich geht, entwickelt ſich zwiſchen
Bindung= und Bretterfachleuten ein enges Suſammenarbeiten,
das für die Qualität der Skier (Hölzer plus Bindungen)
außer=
ordentlich wichtig iſt. Eher ſoll man nicht ſo gutes Holz
neh=
men, als ſich mit einer ſchlechten Bindung begnügen, die unter
Umſtänden alle Sportfreude verderben kann. Durch die
Bin=
dung hat ja der Läufer die Bretter erſt in der Gewalt und kann
nur ſo Sprünge, Wendungen uſw. vorſchriftsmäßig ausführen.
Die durchſchnittliche Länge der Schneeſchuhe bewegt ſich
zwiſchen 2,00 bis 2,40 Metern; die Bretter halten eine
Be=
laſtung von 80 bis 100 Kilogramm aus.
Die fabrikmäßige Herſtellung von Schneeſchuhen hat,
ent=
ſprechend der Ausdehnung des Skilaufens und leiner
Ent=
wicklung zum Volksſport, zweifellos einen gewaltix
gen Aufſchwung genommen. Wenn hier auch, wie auf allen
Gebieten, wo die Serienherſtellung Platz gegriffen und den
Markt überſchwemmt hat, ein eigener Berufszweig gefährdet.
worden iſt, ſo hat ſich die Exiſtenz der handwerklichen
Herſtel=
lung dennoch erfolgreich behauptet. Das liegt nicht nur an der
Güte der angefertigten Sportgeräte, ſondern vor allem auch
an der Spezialiſierung der Schneeſchuhherſtellung. Neben den
für rein ſportliche Zwecke hergeſtellten Skiern werden ſolche
als Heimarbeit in ſchneereichen Gegenden für Berufszwecke
geliefert.
Der winterliche Weg zur Schule wird auf Schneeſchuhen
zurückgelegt. Jäger und Jorſtbeamte, Holzarbeiter brauchen
und benutzen die langen Bretter. Und hier kommt es nicht
darauf an, ob und was für eine Seichnung das Aeußere der
Skier verziert. Hier entſcheidet die abſolute Suverläſſigkeit
des Materials; denn ſchließlich ſtellen die oft ſchwierig zu paſ=.
ſierenden Hinderniſſe, enge Wege, Durchquerung von
abgeholz=
tem Gebiet mit den für bequeme Skiläufer nicht gerade
will=
kommenen Baumſtümpfen ihre eigenen Bedingungen. Nicht
zuletzt entſcheidet aber hier die Billigkeit. Der
Schneeſchuh=
macher muß für einen beſtimmten Preis ſeine Ware liefern,
und im allgemeinen ſtellt er ſich weit niedriger als der für
fabrik-
mäßig hergeſtellte Schneeſchuhe.
In heißen Dämpfen werden die Hölzer vor dem Biegen
geſchmeidig gemacht.
Die fertigen Skier werden einer Belaſtungsprobe
ans=
geſetzt, um dadurch noch Fehler im Holz feſtzuſtellen oder
die Biegung zu korrigieren.
Auf Schneeſchuhen in die neue Saiſon:
Eine prächtige Aufnahme von einer in raſender Eile talwärts ſchießenden Skiläufergruppe im winterlichen Hochgebirge.
Wußten Sie, daß der Rhein auch ſeine Tücken
hat? — Der Lotſendienſt von St. Soar bis
Bingen. — Jedes Schiff mit einem Lokſen.
Heute noch 114 Lotſen in St. Soar und Caub
.. . . aber es ſind die letzten — eine alte
Cradition erliſcht.
Von J. V. Schmidt=Köln=Sollſtock.
Jedes Schiff, das auf der Bergfahrt nach
St. Soar kommt und weiter rheinaufwärts
will, nimmt in St. Goar einen Lotſen an Bord,
der bis Caub mitfährt, wo er von einem
Cau=
ber Lotſen abgelöſt wird, der das Schiff bis
Bingen bringt. Auf der Calfahrt iſt es genau
dasſelbe. Die Cauber Lotſen gehen auf der
Nückreiſe in Bingen an Bord und bringen
das Schiff bis St. Goar. Auf dieſer Strecke
zwiſchen St. Goar und Bingen hat der Rhein
eben ſeine Cücken. Es ſind keine wilden
Stürme, die den Schiffer hier bedrohen. Die
Gefahren ſchlummern unter der Oberfläche:
die Niffe, wenn dieſer Name vielleicht auch
etwas anſpruchsvoll klingt, weil wir nicht
ge=
rade an der Goldküſte oder ſonſtwo in der
Ferne ſind. Bei tiefem Waſſerſtand heben ſich
dieſe Felsbänke und Selsköpfe auch für den
ahnungsloſen Vergnügungsreiſenden deutlich
erkennbar über den Waſſerſpiegel. Jedenfalls
hat dieſe Strecke auch heute noch ihre ganz
ernſt zu nehmenden Gefahren für das Schiff,
das die Route nicht kennt. Der Volksmund
ſingt nicht umſonſt „das uralte Märchen”, das
Lied von der Loreley. Die Fahrrinne iſt
ſtellen-
weiſe ſo ſchmal, daß ein Abweichen um nur
einige Meter den ſicheren Nuin für das Schiff
bedeutet, ſo daß außer dem Lotſendienſt noch
eine andere Sicherheitsmaßnahme getroffen iſt.
In den engen und unüberſichtlichen Kehren
ſtehen kleine Wachttürme am Ufer, die mit den
ſogenannten Warſchauern beſetzt ſind, von
denen den zu Berg fahrenden Schiffen die zu
Cal kommenden, ſignaliſiert werden und
um=
gekehrt.
Der Lotſendienſt auf dem Rhein iſt
Gene=
rationen alt. Er iſt ſo alt wie die Schiffahrt,
die auf dem Vhein betrieben wird. Das
Lot=
ſenamt ſelbſt iſt Samilientraditon. Es wird
vom Vater auf den Sohn vererbt; d. h. alſo,
daß der Rhein nicht mehr die geringſten
Ge=
heimniſſe vor dieſen Lotſen hat. Jede
Hand=
breit des Stromes iſt ihnen vertraut. Ueber
Ausbruch in die Freiheit
Von Eugen Gürſter.
dieſes mehr theoretiſche
Ver=
mächtnis hinaus, das die
folgende Generation von der
vorhergehenden mitbekommt,
müſſen die angehenden
Lot=
ſen eine ſtrenge Ausbildung
durchmachen. Sie können vor
Erreichung des 25.
Lebens-
jahres überhaupt nicht in
Dienſt treten. Bis dahin
müſſen ſie mindeſtens drei
Jahre als Matroſe auf einem
Schiff gefahren ſein und
da-
nach 1 Jahr als
Lotſenaſpi=
rant. Dann erſt erwerben ſie
die Lotſendienſtberechtigung.
Phat. Pauser
Ein wetterfestes Geschlecht
wächst auf den Rheinschiffen heran.
Am Steuerrad.
Die Durchfahrt bei Caub.
Cag für Cag ſaß der Blinde auf den
ab=
getretenen Stufen, die zur Nebentür des
großen Warenhauſes führten. Auf ſeinen
Knien hielt er einen Kaſten mit
Streichholz=
ſchachteln; alle paar Minuten warf er in die
vorüberhaſtende lenge eine beſchwörende
Aufforderung, ihm etwas abzukaufen. In der
Cat kam es vor, daß gelegentlich einer aus
dem Strom der Paſſanten wie aus böſem
Gewiſſen plötzlich den Schritt anhielt und dem
Krüppel eine Münze in den ſpeckigen Hut
ſchmiß.
Cag für Cag lag neben dem Blinden ein
Wolfshund, der ihm einen Weg durch die
Menſchenmenge bahnen half, wenn er in der
Frühe an ſeinen Bettelplatz heranſchlurfte oder
ſich abends in ſeine Kammer heimſchleppte. Da
ich ſeit Jahren täglich an dem Warenhaus
vor=
überkam, vor dem der Blinde bettelte, kannte
ich den Hund genau. Es war ein ſehr munteres
Cier, das der Kriegskrüppel ſeinerzeit aus der
Dreſſuranſtalt zugewieſen bekam; keinen
Mo=
ment durfte er damals die Hand vom
Hals=
band wegnehmen, ſchnell wäre ihm ſonſt der
junge Hund weggeſprungen. Da der Blinde
aber ſeine Streichhölzer verkaufen wollte,
mußte er das Cier vom Morgen bis zum Abend
an einem kurzen Niemen feſthängen; nach ein
paar Monaten zweckloſen Serrens war dem
Hund die Unmöglichkeit deutlich geworden, je
wieder von den ſchmierigen Creppenſtufen
los=
zukommen; jetzt hielt er bereits ſtundenlang an
leinem Liegeplatz aus. Schwer wie ein Stein
lag ſein edler Kopf zwiſchen den zottigen
Vor=
derpfoten. Einige Wochen ſpäter konnte der
Blinde ſchon darauf verzichten, den Hund
feſt=
zubinden; nur manchmal brach noch ein
grund=
loſes, heftig ſtoßendes Stöhnen aus dem Cier,
dann ſtrich ihm der Blinde wie in einem
dump=
fen Verſtehen mit zitternden Händen über das
Fell, das trotz gewiſſenhafter Pflege täglich
rauher und ſtruppiger wurde.
Durch alle Jahreszeiten hindurch ſaß der
Blinde auf den Stufen, lag der Hund geduldig
neben ihm. Sogar im hohen Sommer, wenn
die Hitzeglut die meiſten Paſſanten nach der
Schattenſeite der Straße hinübertrieb, wich der
Kriegsblinde und ſein Begleiter nicht von der
gewohnten Creppe und hielt die gelben
Streich=
holzſchächtelchen in die leere Luft, die in der
Juliſonne giftig aufglänzten; dem Hund hing
die Sunge wie ein ſchlaffer Lappen aus dem
bebenden Maule.
Schrecklich war es anzuſehen, wenn das Cier
im ſtrengen Winter, eingerollt in eine
zerſchliſ=
ſene Decke, trotzdem jämmerlich vor Kälte bebte
und von der Hand des Blinden immer wieder
auf den Steinboden niedergebogen wurde.
Man konnte beinahe täglich beobachten, wie
ſich das Licht in den Augen des Hundes
ab=
ſtumpfte, wie ſein Fell ſtrohiger und endlich
ganz grau färbte; wie ſeine zarten Glieder
von dem fetter werdenden Leib eingedrückt
wurden, bis endlich der Bauch als eine plumpe
Walze über viel zu dünnen Füßen hing. Wenn
ſie jetzt in der Frühe anſchlichen, der Bettler
und ſein Hund, hatte ſich das Cier längſt
er=
geben auf ſeinen gewohnten Platz eingerollt.
wenn der Krüppel noch immer beſorgt ſein
Sitzkiſſen auf dem geeignetſten Platz zurecht=.
Eines Cages, als der Blinde eben in der
Abendſtunde das Cier in die Höhe riß, um
unter ſeiner Führung in eine dunkle Seitengaſſe
ſich heimzufinden, ſah ich mit Beſtürzung, wie
ſich der alternde Hund mit einer ungewohnten
Heftigkeit dem Griff ſeines Herrn entwand und
dann ohne Beſinnen in einer unangemeſſenen
Munterkeit die Straße hinunterrannte. — Wie
die dünnen Beine flogen! Wie ſich der Leib
ſtraffte auf der plötzlichen Flucht! Sum erſten
Male ſeit langer Seit hob er an der nächſten
Straßenkreuzung ſtolz die Ohren. Dann
ſchüt=
telte er ſich ungeſtüm, als wollte er den Schmutz
von Jahren aus ſeinem Fell werfen. Eine
Se=
kunde lang muſterte er mit helleren Augen und
prüfender Naſe das Cerrain, dann ſprengte er
entſchloſſen in eine der Straßen hinein.
Ich beobachtete das in die Freiheit fliehende
Cier zunächſt mit unbeſchreiblichem Entzücken;
es ſtand mit einem Male ſo aufgereckt und edel
in der klaren Luft des Sommerabends da, daß
ich unwillkürlich in körperlicher Mitfreude
meinen Schritt beſchleunigte!
Später erſt ſah ich dann den Blinden; der
wiſchte zunächſt mit den Händen ſuchend über
die Stufen hin; allmählich wurde ihm klar, daß
ihm der Hund endgültig ausgeriſſen war, wie
ein Mondſüchtiger tappte er einige ungeſchickte
Schritte in die Straße hinein . . . . aber es
war ja zwecklos; wie ſollte ein Mann ohne
Augen in der Nacht einen durchgebrannten
Hund ſuchen? Und jetzt hob der Krüppel die
Hände ſinnlos zum Himmel empor und ſchlug
ſie auf ſein Geſicht zurück. Und dann kam ein
leiſes, aber durchdringendes Wimmern aus
ſeinem Munde, er ſank am Nandſtein
zuſam=
men. Die Straße war beinahe menſchenleer.
Die wenigen Paſſanten hielten das Gewimmer
des Blinden für einen taktloſen Crick in
ge=
ſchäftsſchwachen Seit und haſteten unbewegt
vorüber.
Immer mehrverſchmolz die in gelbliche Fetzen
gehüllte Geſtalt des Krüppels mit den grauen
Farben des ſtärker einfallenden Abends. Man
Gleichzeitig mit ſeinem Amt vererbt der
Va=
ter auf ſeinen Sohn auch die Schiffe und die
Geſellſchaften, für die er ſelbſt im Lotſendienſt
geſtanden hat. Denn der Beruf unterliegt dem
freien Wettbewerb. Kommt ein unbekanntes
Schiff, ſo ſteuert der Lotſe es, der zuerſt an
Bord iſt. Und ſo kommt es mitunter vielleicht
einmal zu einem kleinen Wettrudern, zu einem
kleinen Sturm auf das neue Schiff. Aber dieſe
Fälle ſind ſelten. Die Lotſen kennen alle Schiffe
auf dem Rhein und auch wohl alle Schiffer.
Und jeder weiß, zu welchem Schiffe er gehört.
Und umgekehrt halten ſich die Schiffer immer
vieder an ihre Lotſen, mit deren Bätern auch
ſchon ihre Väter gefahren ſind. Darüber
hin=
aus melden die großen Schiffahrtsgeſellſchaften
im Nuhrgebiet den ihrem Hauſe verpflichteten
Lotſen die Abfahrt ihrer Schiffe an, ſo daß
ſene gerüſtet ſind und meiſtens genau
unter=
richtet, was für ſie unterwegs iſt. Mit den
Gründern dieſer großen und mächtigen
Neede=
reien, mit denen die Lotſen heute nur noch
ge=
ſchäftliche Beziehungen unterhalten, waren ihre
Hroßväter noch perſönlich befreundet und
be=
fuhren perſönlich mit ihnen den Rhein. Sie
haben den Aufſtieg und das Wachſen aller
Nee=
dereien am Rhein aus den kleinſten Anfängen
herauf miterlebt und ſind mit ihren Herzen an
hren Erfolgen beteiligt geweſen.
Heute ſind wir in einem modernen Seitalter.
Craditionen haben nicht viel Geltung mehr.
Heute wird der ehemals geachtete Lotſenſtand
auf dem Rhein nur noch geduldet. Das heißt,
er bekommt das Gnadenbrot. Man iſt bei 1
Schiffahrt nicht ganz ſo reſpektlos, um eine Si
Einrichtung von heute auf morgen abzubreckn
Aber die letzte Generation iſt am Werk. J
Söhne müſſen ſich nach einem anderen Be.
umſchauen. Wenn die Lotſen in Caub, gr a
und breitſchultrige Geſtalten mit ſcharf gepray
ten Geſichtern, die den Schiffer und auch etrr
von der ſtraffen Samilientradition, die in ih.
Kreiſen gehütet wird, nur unſchwer
verra-
wvenn ſie einem das ſelbſt ſagen, dann klingt.
ſehr bitter und ſchmerzlich. Denn es iſt ja rth
nur, daß ein Maun in abſehbarer Seit
Nuhe geſetzt wird, viel mehr gilt das,
etwas erliſcht, was ſehr ſchön, ſehr alt, I
notwendig war, etwas, was zum Rhein ebei
gehört wie ſeine Burgen, ſein Wein und ſo
Felſen. Das etwa, daß dieſe Letzten nichts ml
zu vererben haben. Daber liegt äußerlich keu
ein zwingender Grund zu dieſer Maßnahme r/ Sſch
Der Rhein hat ſich nicht geändert. Er )) en St. 6
immer noch ſeine Cücken. Die Sahrrinne Xonts neiger
kaum weſentlich verbeſſert worden. Und Ee Enfur
Kapitäne haben immer noch Sorge, ſich alek zu beirt
auf die Strecke hinauszuwagen. Aber viellec, en heute
iſt es das, daß wir eben ſo modern gewor) So ſehr m
ſind und die Einrichtungen nicht mehr braucheß auern muß, d
die unſere Väter noch für notwendig / iton erliſct
achteten.
Fch, das etwas
Es gibt heute noch in Caub 82 Lotſen un/ 4ie vir heute ſo
St. Goar noch 52. Wer einmal in Caub // necht rheiniſ
beifuhr, erinnert ſich der großen Anzahl leiclik ai die Angele
Kähne, die auf dem ſeichten Ufer beieinar/k imus noch ein
jegen. Sie ſind hell und bunt geſtrichen. Mus Städichen
dieſen Kähnen rudern die Lotſen an die vor linen 2400 Ei
commenden Schiffe heran und verteilen ſich en Weinbau
den Schlepper und die anhängenden KäMder ſchwierige
denn auch dieſe werden jeder mit einem Lo)lieſt. Der C.
bemannt. Sie wechſeln bei leicht geſtopMFichif
Jahrt aus ihrem Kahn auf das Schiff,
während ſie auf die Kommandobrücke hmaßl
konnte ſich nicht vorſtellen, daß dieſer regl
Block ſich noch einmal erheben könnte. Hin
ihm auf den Stufen lagen die gelben Stre'
holzſchächtelchen jämmerlich verſtreut. Mehr
Male ging ich ſcheu an ihm vorüber. In
weißes Geſicht zeichneten die fünf ſchwaf
Striche die Brauen, die Wimpern und
Mundes einen tückiſchen Ausdruck von lei
Verzweiflung; dieſes weiße augenloſe An
drohte wie ein Nichts, das noch ſchrecklit
war als die Entwürdigung des gefung
Hundes.
Und plötzlich ertappte ich mich, daß ich o
Beſinnen, ſo raſch mich die Füße tragen "
ten, in jene Seitenſtraße rannte, in die
einer Viertelſtunde der befreite Hund geſtül
war. Siebernd ſchlich ich mich an den Häuſt
entlang, ſpähte in allen Winkeln, umſonſt! A
gends war das Cier zu ſehen. Schon wollte
das Suchen aufgeben, als ich mit einem 20
den Hund zwiſchen den Gitterſtäben e
Brückengeländers ſchnuppernd ſtehen ſah.
gierig ſo er die friſche Luft ein, die vom
heraufwehte. Als er mich kommen ſpün
ſtellte er mißtrauiſch die Ohren in die He
Kannte er mich vom Warenhaus her? Ich
genötigt, mich zu erniedrigen und das Cier
falſchen und ſchmeichleriſchen Worten an
heranzulocken; es ſtutzte immer noch . .."
jetzt kam es prüfend näher; mit raſchem
packen faßte ich es beim Halsband
es meinen Griff im Nacken ſpürte, ſenkte
ergeben und hoffnungslos das Haupt.
Ich führte den Hund dem Blinden zu;
weiße Geſichtsſcheibe belebte ſich raſch, die
Striche des Antlitzes drückten unſagbares
plötzliches Glück aus. Haſtig taftete er i
den Nücken des eingefangenen Cieres und 9
gaß zu danken. Ich war froh darüber. Ein
Minuten zwang ich mich dann, nach der an
treigen, ihre Papiere vorweiſen, den Kapitän
tegrüßen und ſich dann ans Steuerrad ſtellen,
kändet ein Matroſe ihren Kahn am Heck feſt.
Kuf dieſen leichten Kähnen ſieht man ſie ſpäter,
wenn kein Schiff in Bingen zur Nückreiſe liegt,
den Strom bis Caub wieder hinuntertreiben.
Die Vergütung, die ihnen für ihren Dienſt
zu=
ſeht, beträgt für die Strecke von St. Goar bis
Caub 3,15 und von Caub bis Bingen 6,75 Mk.
Bor dem Kriege waren die Sätze für die
glei=
oen Strecken 5 und 9 Mk. Dieſer Abbau des
Carifs mag eine rein wirtſchaftliche
Maß=
nahme ſein, denn auch die Rheinſchiffahrt ringt
ſchwer um ihre Exiſtenz. Aber er enthält doch
geichzeitig auch jenes mehr perſönliche Urteil,
über das ſich die Lotſen ſelbſt nicht im geringſten
im Unklaren ſind: daß ſie überflüſſig zu werden
beginnen, daß die Cendenz, mit dieſer
Gene-
ration Schluß zu machen, nicht mehr
abzu=
leugnen iſt. Eine große
Perſonendampfſchiff-
fahrtsgeſellſchaft har nur noch vier Lotſen in
Caub, die nicht mehr erſetzt werden, ſobald ſie
ſich einmal zur Nuhe geſetzt haben.
Es war einmal anders, in den 7oer Jahren,
als die Verſicherungsgeſellſchaften den
Kapi=
tänen zur Vorſchrift machten, einen Lotſen
mit-
zunehmen. Aber dann entſtanden langſam die
großen Reedereien, die meiſtens
Selbſtver=
ſicherer wurden, und auch dieſe Beſtimmung fiel.
Von dort bis zu der heutigen Auffaſſung iſt
dann die Entwicklung langſam abwärts
ge=
ſchritten und erreichte ihren tiefſten Punkt nach
dem Friedensvertrag, als ein großer Ceil der
Rheinflotte an Frankreich abgeliefert werden
nußt:. Dieſe Schiffe ſind auch heute noch für
die deutſchen Lotſen verloren. Denn die
fran=
öſiſchen Geſellſchaften haben ihre eigenen
Lot=
en in St. Goar ſtationiert. Bei all dieſen
ab=
tvärts neigenden Cendenzen, der franzöſiſchen
Konkurrenz und der ſchwierigen
Wirtſchafts=
age beträgt der Wochenverdienſt eines Lotſen
oon heute im höchſten Falle nur noch 30 Mk.
So ſehr man perſönlich die Entwicklung
be=
auern muß, daß eine Jahrhunderte alte Cra=
Fition erliſcht und damit ein Geſchlecht eigent=
Kich, das etwas von der alten, guten Nomantik,
ie wir heute ſo vermiſſen, etwas von der alten
Fund echt rheiniſchen Auffaſſung bewahrt hat, ſo
at die Angelegenheit über dieſes Perſönliche
inaus noch eine wirtſchaftliche Seite, die auch
as Städtchen Caub ſelbſt betrifft, das mit
einen 2400 Einwohnern nur vom Rhein und
em Weinbau lebt. Caub hat als Mittelpunkt
der ſchwierigen Strecke immer eine Nolle
ge=
pielt. Der Cauber Pegel iſt für die ganze
öchiffahrt immer maßgebend geweſen. Und ſo
Merliert auch die Stadt viel von ihrer
Bedeu=
ung mit dem Cage, wo die Schiffe vorbeifahren
End die leichten, bunten Lotſenboote vom Ufer
Herſchwunden ſind.
Geit iſt Geld.
Seit iſt Geld. Eine Gleichung, die erfunden
ſurde, als in beiden Werten der Kapitalismus
en Beginn ſeiner Kriſe erlebte.
Seit iſt Geid. Aber es gibt Sekunden, die
ir eine Million nicht zu erkaufen ſind. Wer
ie Sekunde nicht ehrt, iſt die Stunde nicht
dert.
Seit iſt Geld. Es ſind aber mehr Leute an
iner fehlenden Sekunde, als an einem
fehlen=
en Pfennig zugrunde gegangen.
Seit iſt Geld. Ihre Inflation bringt die
angeweile, ihre Deflation die Nervoſität —
ir Leute, die ihr Leben nach dieſer Gleichung
ingerichtet haben.
Seit iſt Geld. Welche Verheerungen
ent=
ringen dem Mangel ſowohl, wie dem Ueber=
Auß! Und der Kapitalismus iſt in beiden
Wer=
ſen eine Frage der Perſönlichkeit.
Seit iſt Geld. Die Gleichung ſtimmt nie
anz. Geben Sie mir den Ueberſchuß!
verſorgt. Auch dieſe müſſen zum größten Ceil
zum Beruf greifen. Hinzu kommt noch die
größere Sterblichkeit der Männer im
vorge=
ſchrittenen Alter, die dahin führt, daß die
Hälfte der alleinſtehenden Frauen über fünfzig
Jahre verwitwet ſind.
Auch dieſen über 50 Jahre alten Witwen
bleibt oft nichts anderes übrig, als mit ihrer
Hände. Arbeit ihren Unterhalt zu verdienen.
So ſtieg die Berufstätigkeit der Srau und
änderte das Geſicht des heutigen Lebens, der
heutigen Frauen von Grund auf. Sahlen
wur=
den zur — Schickſalswende.
Jetzt aber, da ſelbſt der größte Arbeitswille
keine Arbeitsmöglichkeit zu ſchaffen vermag,
was wird nun aus den überzähligen Frauen?
Die jungen Mädchen, die Väter und
Müt=
ter von Cöchtern müßten eigentlich ſchon
ver=
zweifeln über die Ausſichtsloſigkeit ihrer
ZSu-
kunft . . . Da aber bringt die Statiſtik ſo
überraſchende Sahlen, daß wieder eine völlige
Umſtellung augenblicklicher Verhältniſſe folgen
kann und wird: aus den Berufsfrauen nämlich
wieder — — Hausfrauen machen.
Es iſt wahr, auch heute noch haben wir
den erſchreckenden Frauenüberſchuß von über
2 Millionen. Aber nur in den älteren
Jahr=
gängen; faſt dreiviertel Millionen — alſo 30
Prozent — dieſer 2 Millionen überſchüſſigen
Frauen fallen auf die über 50jährigen und 1,2
Millionen auf die „Kriegsjahrgänge” zwiſchen
30 und 50 Jahren.
Damit aber iſt dieſer erſchreckende
Ueber=
ſchuß beinahe aufgebraucht. Und ein neues
Seitalter, in dem die Frauen ihre Ueberzahl
von Jahr zu Jahr verlieren, und damit
zu=
gleich an — Wert gewinnen werden, bricht an.
Schon für die heutigen 28=Jährigen iſt der
Frauenüberſchuß nur noch ſehr gering; die
Kriegsverluſte fallen fort und die Bekämpfung
der Kinderſterblichkeit von Anfang dieſes
Jahrhunderts an beginnt ſich — vor allem für
die mehrgeborenen Knaben — auszuwirken.
Den heutigen 25jährigen ſtehen bereits
3000 mehr gleichaltriger Männer gegenüber
und den heutigen 18jährigen Mädchen bereits
ein Ueberſchuß von 10 000 Männern.
Die Steigerung geht dann ſo ſchnell weiter,
daß ſchon für die heutigen 12jährigen das Plus
auf männlicher Seite 22000 beträgt; 22000
Männer alſo werden dann das Los der
er=
zwungenen Junggeſellenſchaft, kennen lernen!!
Da normalerweiſe der Mann eine an fünf
Jahren füngere Frau heiratet — in letzter Seit
iſt die Altersangleichung der Eheleute allerdings
immer häufiger —, ſo brauchen bereits die
heutigen 21jährigen Mädchen keine Sorge
mehr um die Sukunft zu haben. Sie finden —
auch wenn ſie keine Schönheitsköniginnen ſind
— nach Adam Nieſe wieder einen Mann. Der
Beruf der Hausfrau ſteigt, alſo wieder im
Kurſe, und wer ſich am eheſten von den
heuti=
gen jungen Mädchen auf ihn einſtellt, wird die
Chancen für die beſten Partien haben!
Aber auch die Frauen der älteren Jahrgänge
dürfen wieder hoffen. Da bereits in 10 Jahren
die Sahlengleichheit zwiſchen Frauen und
Män=
nern — durchweg gerechnet — erreicht iſt und
es dann alſo ebenſoviel Männer wie Frauen
gibt, ſo können die heutigen 30jährigen, deren
Ehechancen im Augenblick noch ſchlecht ſtehen,
hoffen, als 40jährige noch das Glück der Ehe
Kennenzulernen.
Und im Jahre 1960 endlich wird „das
gol=
dene Seitalter” für die Frau — immer nach
der Statiſtik — endgültig erreicht ſein; dann
werden eine Million Frauen weniger, als
gleichaltrige Männer ihre Stimme abgeben,
da-
für aber werden 924 Frauen unter 1000
Män=
nern „wählen” können . . . . und das iſt ihnen
gewiß lieber als jede „Stimmenſtärke‟!
Irma Siebig.
Wirkt es nicht paradox, wenn in einer Seit,
die Maſſe und Sahl zum Gott erhoben hat,
der Einfluß einer Menſchengruppe wächſt, je
geringer ihre zahlenmäßige Stärke iſt?
Ueberall dort, wo die Frauen in der
Min=
derzahl ſind, ſteigt ihr Anſehen. Das
bekann=
teſte Beiſpiel iſt USA., wo aus dem
Frauen=
mangel — der auch heute noch 2 Millionen
ausmacht — ein Frauenkult entſtanden iſt, wie
er in Europa unverſtändlich wäre.
Dort aber, wo die Männer in der
Minder=
heit ſind, werden ſie verwöhnt, doppelt
be=
gehrt. Dieſer Suſtand des Frauenüberſchuſſes
iſt in Deutſchland gleichſam ſchon Cradition.
In den letzten fünfzig Jahren haben immer
zehn heiratsfähige Männer durchſchnittlich elf
Frauen im gleichen Alter gegenübergeſtanden.
Dieſe „Diſſonanz” ließ — vor allem in den
Städten — „die Jagd nach dem Mann” oft
recht peinliche und entwürdigende Sormen
annehmen. Das „Unter=die=Haube=bringen”
geſtalteten wohlmeinende Eltern und
Anver=
wandte nicht ſelten zu einem ſolchen Problem.
daß dem jungen Menſchenkind die Fröhlichkeit
und Harmloſigkeit der Jugend und damit die
ſchönſten Jungmädcbenjahre zerſtört wurden.
Dann kam der Krieg und über 2 Millionen
deutſche Männer im beſten Alter blieben auf
dem Felde der Ehre. Die abwärts neigende
Kurve des Frauen=Ueberſchuſſes, die von 1890
bis 1910 von 1119 auf 1072 Frauen gegenüber
1000 Männern bereits geſunken war, ſchnellte
wieder empor und zeigte 1925 die Sahl 1171
alſo 100 Frauen mehr als vor dem Kriege!
2,5 „lillionen Frauen mehr als Männer
allein in den heiratsfähigen Altersſtufen von
18—48 Jahren bei den Männern bzw. 15 bis
45 Jahren bei den Frauen — zeigt die Statiſtik
von 1925, und fünf Jahre ſpäter, 1930, ſind es
immer noch 2 Millionen!
Dazu die Wirtſchaftsnot, die nicht zuletzt
dazu beigetragen hat, daß allein in den letzten
5 Jahren 200 000 Ehen in Deutſchland weniger
geſchloſſen wurden als normalerweiſe —
ent=
ſprechend der Sahl der heiratsfähigen Männer
und Srauen.
Von 1000 Frauen im heiratsfähigen Alter
bleiben nach alledem 200—250 unverheiratet.
Der Beruf wurde für die jungen Mädchen
bei dieſen furchtbaren Eheausſichten zu einer
Selbſtverſtändlichkeit. Was ſollte auch aus den
Unverheirateten werden, da Erſparniſſe und
Nenten, die früher die „alten Jungfern”
er=
nährten, der Inflation zum Opfer gefallen ſind?
Und ſelbſt die Ehe iſt keine
Verſorgungsan=
ſtalt” mehr, da die Serſetzungserſcheinungen
immer tiefer in das Volk dringen, ſo daß die
Sahl der Scheidungen in Preußen allein im
Jahre 1931 auf 25 600, das ſind 3,04 auf 1000.
geſtiegen iſt. Swei Ehepaare davon haben
übrigens bis zur goldenen Hochzeit miteinander
gelebt, um d nn noch auseinanderzugehen.
3000 von dieſen 25 600 Ehen waren bereits
in der Vorkriegszeit geſchloſſen.
Wenn nun auch von den „allein ſchuldigen”
Geſchiedenen nur 39 Prozent Frauen waren,
ſo bleiben doch die wenigſten der geſchiedenen
Frauen nach der Crennung noch ausreichend
en Straßenſeite zu ſehen. Später, als ich mich
Imdrehte, erblickte ich den Krüppel, der ſich
ereits hundert Meter weiter unten an den
Däuſern entlang drückte; vor ihm kroch der
ſund über das Pflaſter. Eine böſe Wut kam
ber mich; ich mußte an mich halten, um dem
ölinden nicht nachzulaufen und ihm das Cier
ieder wegzureißen. Dieſes hoffnungsloſe
aar: der Menſch und der Hund! Immer,
(ner ſah ich die beiden noch, wie ſie ſich
tor=
eind und ſchleichend nach Hauſe ſchleppten.
Parum war die Straße auch ſo entſetzlich
ang?
WWürde geht über Liebe.
Eine altjap aniſche Heldenlegende.
eutſch von B. Helperin.
In jenen Zeiten, als die Feindſchaft zwiſchen
em Geſchlecht der Caira und dem der Mina=
Aooto die Weißen Inſeln mit Blut befleckte,
Nar der ſchöne und ſtattliche Krieger Naſuno
er Capferſte unter den Ainamoto; von ſeinem
Dfeil wurde gemeldet, daß er noch nie ſein Sie
Verfehlt habe.
Eines Cages ritt Naſuno durchs Land, als
Din Ohr die Klänge einer Koto einer dreizehn=
Wiſtigen Sither, und die ſüßen Cöne einer hohen
lädchenſtimme ſtreiften. In einem Hain von
ſoſen und Chryſanthemen luſtwandelte eine
Verückend ſchöne Wusme und ſang für ſich
e(lein. Naſuno hielt wie verzaubert das Noß
I9 und verfolgte das ſchöne Mädchen mit ſeinen
Büicken.
Bald aber drehte ſich die Musme um und
Audeckte den unvorſichtigen Jüngling. Ein
ühDrmiger Blick zuckte in ihren ſchwarzen Augen
AI und durchdrang den innehaltenden Neiter
„O himmliſche Schönheit!” rief faſt
unwill=
kürlich Naſuno.
„Du wagſt es, die Prinzeſſin Sotoriſhima
anzuſprechen!” rief die Musme mit hochmütiger
Verachtung. „Wer biſt du eigentlich?‟
„Ich heiße Naſuno!” antwortete ſtolz der
Jüngling.
Die Prinzeſſin ſchauderte zurück, dann ſprach
ſie entrüſtet:
„Du Naſuno! Du der Feind meines
Ge=
ſchlechts! Und du wagſt es, mit dem unreinen
Hauch deines Mundes die Luft, die eine Caira
atmet, zu verpeſten?”
„Eine Caira?” wiederholte der erblaßte
Krieger. „Du biſt eine Caira?‟
Aber gleich darauf erklärte er mit feſter
Stimme:
„Gleichviell Was liegt mir daran, du
himm=
liſche Schöne? Sotoriſhima, ich liebe dich!“
„Ich aber haſſe dich!” gab ihm die
Prin=
zeſſin zur Antwort.
„Ich liebe dich, Sotoriſhimal” wiederholte
mit leidenſchaftlicher Betonung der Krieger.
„Und wenn ich allen böſen Geiſtern
ent=
gegentreten müßte, ich werde dich erobern!“
Ein rätſelhaftes Lächeln öffnete die
Korallen=
lippen der Prinzeſſin.
„Deine Unverſchämtheit verdient eine ſchwere
Strafe”, ſagte ſie. „Wenn du gar ſo tapfer
biſt, ſo ſuche Cairanomaſa, welcher bei mir den
Vater vertritt, auf; er wird dir den Preis
meiner Liebe nennen.”
„Ich werde deinen Vormund Cairanomaſa
aufſuchen!” ſagte kurz Naſuno, und gab dem
Noß die Sporen.
Am nächſten Cage erſchien wirklich Naſuno
vor dem Daimio Cairanomaſa. Der Daimio
unterdrückte ſeinen Sorn und ſagte gelaſſen zu
Naſuno:
Mir iſt alles bekannt. Hier die Bedingung,
die Sotoriſhima dir durch mich auferlegt. Dein
Ruf als unfehlbarer Bogenſchütze iſt bis zu ihr
gedrungen. Wenn du mit deinem Pfeil das
Smaragdſtiftchen, das die Blätter ihres
Jä=
chers zuſammenhält, triffſt, darfſt du ſie als
deine Gattin heimführen. Wenn du aber das
Siel verfehlſt, mußt du in ihrer Gegenwart
dein Herz durchbohren. Nimmſt du die
Be=
dingung an, ſtolzer Minamoto?‟
„Ich nehme die Bedingung an!” erwiderte
feſt der junge Krieger.
Der Daimio ließ, grauſam lächelnd, die
Prinzeſſin holen, und alle drei begaben ſich zum
Strande. Cairanomaſa beſtieg einen Kahn,
Sotoriſhima einen zweiten, und an dem Maſt
eines dritten Kahnes, der dem ſanften Schau= der Wellen überlaſſen war, hing der Fächer
der Prinzeſſin.
Die ſchone Musme richtete auf den
verlieb=
ten Jüngling einen hochmütigen Blick und
ſagte kühl, mit ihrem zarten Finger
nachein=
ander auf den Fächer und auf das Herz des
Minamoto zeigend: „Jenes oder dieſes!”
Naſuno beſtieg mit einem Sprung ſein Noß,
ſtürzte ſich wie ein Waſſerungeheuer ins Meer
und benutzte einen Augenblick, in dem der Kahn,
der den Fächer trug, auf den Wellen ruhte, um
ſeinen Pfeil abzuſchießen.
Sweiſtimmiges Wutgeheul und ein
Jubel=
ſchrei erſchütterten gleichzeitig die Luft, und
die Prinzeſſin fiel ohnmächtig in ihren Kahn
zurück.
Naſunos Pfeil zerſchlug das
Smaragdſtift=
chen und nagelte den Fächer an den Maſt an.
Aber nun ſagte zu ihm der Daimio
Caira=
nomaſa:
Der Bogen, mit dem du deinen Pfeil
ab=
geſchoſſen haſt, war ſicherlich verzaubert.
An=
ders kann ich mir die Sache nicht vorſtellen.
Darum mußt du, wenn du die Prinzeſſin
Soto=
riſhima erobern willſt, noch eine zweite Prüfung
beſtehen. Du mußt noch ergründen, was auf
ihrem Reisfelde in der Nacht rumort. Willſt
du es wagen, hinzureiten?“
„Ich will hinreiten, Cairanomaſal Aber
wehe dir, wenn du mich auch diesmal zum
Nar=
ren hälſt!” rief der Krieger.
Die Sterne leuchteten hell am Himmel, als
Naſuno ſich in das Reisfeld wagte. Der
Krie=
ger hatte ſchon das Siel ſeiner Reiſe erreicht,
als plötzlich krächzende Störche vom Felde
auf=
flogen. Naſuno ſpannte ſchnell ſeinen Bogen
und ſchoß, einen nach dem anderen, mehrere
Pfeile in die hohen Gräſer, woher die Störche
aufflogen.
Wüſtes Schmerzgeheul erfüllte die Luft, das
Reisfeld begann heftig zu wogen, wie das Meer
beim ſtarken Wind, und ein Nudel gedungener
Mörder ſchlug ſich in die Flucht. Naſuno ſetzte
die Schüſſe fort, und mit jedem Pfeil nagelte
er einen Mörder an dem Boden feſt. Als er
keine Feinde mehr ſah, ritt er zum Sitz des
Daimio. Dort angelangt, kritzelte er auf einen
Pfeil die Worte: „Du haſt mich in das
Reis=
feld geſchickt, dort ein Geheimnis zu
ergrün=
den, nun haſt du deine verdiente Strafe” und
ſchoß den Pfeil ab, der zielſicher das Herz des
heimtückiſchen Cairanomaſa traf.
Am Abend wurde der tapfere Naſuno tot
mit durchbohrtem Herzen im Haine gefunden,
dort, wo er zum erſten Male Noſen und
Chry=
ſanthemen und die hinterliſtige Sotoriſhima
er=
blickt hatte. Die Naben kreiſten bereits über
ſeinem Leichnam.
So ſtarb Naſuno, der Capferſte unter den
Minamoto, und ſo fahren die Seinen und die
Caira fort, ſich zu bekriegen und die Weißon
Siſeln mit Blut zu beflecken.
Wie ein Ei dem andern...
„EZ” und „AZ.” — die Geheimniſſe der Zwillingsgeburten — Schickſalsgleichheit und Abweichung.
Wichtige Forſchungen auf dem Gebiete der menſchlichen Erblehre.
Von Dr. V. Felden, Berlin.
on der Naſenſpitze bis zu den Sehen gleichen ſie ſich vollkommen.
Selbſt das Lachen und die Stimmen ſind die gleichen, von
dem Gang und den Bewegungen gänzlich zu ſchweigen. Nur
an ihren Haarſchleifen kann ich ſie unterſcheiden”, ſagte
ein=
mal die glückliche Mutter eines Swillingspärchens. Beweis für die
Exaktheit, mit der die Natur zuweilen bei dieſem ihrem ſeltſamen
Spiel mit Doppelleben und Lebeweſen vorgeht. Denn dem Auge der
Dieſe „echten Swillinge” hier,
Kaufleute aus Boſton und 68 Jahre alt, können ſich, wie man
ſagt, ſelbſt nicht voneinander unterſcheiden. . . ..
Sum Duell um einen Mann
wäre es faſt zwiſchen dieſen beiden gekommen. Denn
auch die Gefühlswelten der Swillinge ähneln
einander.
Mutter pflegt ſonſt an ihrem Kind, das immer das einzige
auf der Welt iſt in ihren Augen, keine noch ſo verborgene
Eigenart zu überſehen.
Beweis weiterhin, daß es ſich bei dieſem Swillingspärchen
um einen beſonders gelungenen Fall, um ganz „echte
Swillinge”, gehandelt haben muß. Man bezeichnet mit
jenem Ausdruck Kinder, die durch Entwickelung von zwei
Keimen im gleichen Ei entſtanden ſind. Man erkennt ſie oft
bei der Geburt ſchon daran, daß die gleiche Eihülle ſie
um=
gibt. Dieſe Swillinge ſind alſo durch ſymmetriſche Spaltung
des Urkeims im frühen Stadium entſtanden und haben
in=
folgedeſſen die gleiche Erbmaſſe. Daraus erklärt ſich einerſeits
der volkstümliche Aberglaube, daß „echte Swillinge” geiſtig
oder zumindeſt körperlich minderbegabt ſein müſſen, da ja die
Erbmaſſe und die verfügbaren Kräfte, die eigentlich für ein
Kind beſtimmt waren, nun auf zwei kleine Weſen verteilt
wurden. Eine Anſchauung, die heute durch die exakte
Wiſ=
ſenſchäft längſt widerlegt und verurteilt wurde. Es erklärt
ſich jedoch auf der anderen Seite aus eben dieſer gleichen
Erbmaſſe, daß die echten Swillingspaare immer aus Knaben
oder Mädchen beſtehen, alſo ſtets gleichgeſchlechtig ſind.
Und weiterhin, — was für den Wiſſenſchaftler wie für den
Laien wohl am intereſſanteſten iſt — eine erſtaunliche
Ueber=
einſtimmung in Veranlagung und — Schickſall.
Swillingsforſchung und Bererbungslehre.
Die erſtaunliche Catſache, daß homologe Swillinge, ganz
abgeſehen von den ſtark ins Auge fallenden äußeren
Aehn=
lichkeiten, oft erſtaunliche Uebereinſtimmung in Hand= und
Erperiment mit 120 Schulkindern.
Ein Mitglied des Kaiſer=Wilhelm=Inſtituts für
An=
throßologie in Berlin hat ſich der Mühe unterzogen, 1204
Verſetzungsſchulzeugniſſe von echten und 82. Seugniſlt”
von gleichgeſchlechtlichen, unechten Swillingen miteinan= zu vergleichen. Es handelte ſich ſtets um Pärchen
die die gleichen Klaſſen beſuchten. Es zeigte lich nur
überraſchenderweiſe, daß die Seugniſſe der echten
Swil=
linge zum großen Ceil faſt vollkommen miteinander über
einſtimmten und nur in ſeltenen Fällen leichte Abweii
chungen aufwieſen. Die unechten Swillinge zeigten nass
dem Durchſchnitt dieſer Prüfung doppelt ſo große
Unter=
ſchiede in den Seugniſſen wie die echten Swillinge. J.
einigen Fächern, wie Phyſik, Seichnen, Curnen, ſteigern
ſich dieſer Unterſchied bis zum Vierfachen. Das erbrins
den Beweis, daß bei unechten Swillingsgeſchwiltern drit
Erbanlage verſchieden iſt.
Echte Swillinge — Gleiche Schickſale.
Beſonders intereſſant iſt im Nahmen dieſer
Unter=
ſuchung natürlich ein Vergleich der beiden Lebenskurve!
von echten Swillingen. In den meiſten Fällen läßt ſim
auch hier eine überraſchende Uebereinſtimmung feſtſtelle:
Ein Beiſpiel aus der Stadt D. im Pheinland:
Ein Kaufmann wurde Vater eines Swillingspärchen.
Vater zweier Söhne. Es war ſein Wunſch, daß zuminde
einer der beiden die Studienkarriere, einſchlagen mög
die zu verfolgen ihm ſelbſ. aus wirtſchaftlichen Gründa
nicht möglich gewoſen war. Er ſchickte daher ſeinen Sok
auf eine auswärtige höhere Studienanſtalt, indes der
andere in ſeinem Heimatort blieb und dem Vater zu
Seite ſtand, um ſpäter einmal das Geſchäft übernehmr.
zu können.
Die Geſchwiſter ſahen ſich nur in den Ferien, der
Stru=
dent ſchien mit ſeinem Studium einverſtanden. Er lege
alle Examina mit durchſchnittlichem Erfolg ab und beken
eine verhältnismäßig ſehr günſtige Anſtellung. In dieſa
Seit ſtarb der Vater. Der Swilingsbruder daheim gir
nun daran, das väterliche Geſchäft auszubauen, ven
Grund auf neu zu organiſieren und auf eine moderru)
beſſere Grundlage zu ſtellen. Er hatte ſeinem Brud?!
von dieſen Abſichten noch keine Mitteilung gemacht, as
völlig überraſchend von jenem ein Brief eintraf, in der)
er mitteilte, daß er ſeine Stellung aufgegeben habe, zu
Kaufmann zu werden. Er glaube in ſeiner bisherig!
Karriere völlig ſeinen Beruf verfehlt zu haben und unſ
zum Kaufmann geboren zu ſein . . . Catſächlich gelaug
es dom jungen Mann, trotz äußerer Schwierigkeiten,
verhältnismäßig kurzer Seit in dem neuen Beruf gul
Erfolge zu erzielen.
Dieſe beiden kamen faſt ius Gefängnis,
weil ſie im Scherz ein leichtſinniges Spiel mit ihren Bräuten
ſpielten. Die Frauen ſelbſt konnten ſie nicht unterſcheiden.
Sußlinien aufweiſen, die die Wiſſenſchaft allgemein für den
in=
dividuellſten Ausdruck eines jeden Menſchen hält, hat, neben
anderen Erſcheinungen, den Weg gewieſen, an den „echten
Swillingspaaren” das Wiſſen über Vererbung und Anlage
durch Geburt zu erweitern. Denn da, wie wir jahen, die
un=
ochten Swilinge mit einander im Durchſchnitt kaum größere
Aehnlichkeit aufweiſen als Geſchwiſter gemeinhin, erklärt es
ſich von ſelbſt, daß die „echten Zwillinge” die weitaus
inter=
eſſanteren Studienobjekte ſind. Die große Frage iſt: beſtimmt
die gleiche Veranlagung auch gleiche oder ähnliche Entwicklung
oder entwickelt ſich der Menſch unabhängig von ſeinen
urſprüng=
lichen Anlagen doch nach einem eigenen unbekannten Geſetz?
Iin
adr Fil
äünr tein vit
vil
üen nic.
Gewiß wird e
en den Friſure
äden einer ſeht
Iim väfrend de
Ein Paar der wenigen „echten Dolly=Siſters”,
echt auch in unſerem Sinne; es ſind homologe Swillinge.
Küchenzettel vom 12.—18. Dezember.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Wildſuppe (Reſte), Krautrouladen,
Kartoffeln.
Dienstag: Tomatenſuppe, Kartoffelpudding?
mit Salat und Kaperntunke.
Mittwoch; Sellerieſuppe. Leberklöße mit
Sauerkohl und Kartoffelbrei.
Donnerstag: Nudelſuppe, Kochfleiſch mit
Wirſing und Kartoffeln.
Freitag: Gerſtenſuppe, Fiſch gekocht (im
„Dampf), Kartoffeln, Buttertunke.
Samstag: Weiße Bohnen mit Speck.
Sonntag: Helgoländer Suppe C),
Kalbs=
braten, Schwarzwurzeln, Rumpudding.
* Kartoffelpudding. Gut 2 Pfund
Kartoffeln, 60 Gramm Butter, 2—3 Eier, Salz,
Muskat, 2 Löffel geriebenes Brot. — Die in der
Schale gekochten Kartoffeln werden geſchält. noch
warm durchgepreßt. mit 40 Gramm ſchaumig
ge=
rührter Butter, dem Eigelb, Salz, Muskat
ver=
miſcht und zuletzt mit dem Eierſchnee vermengt.
Die Maſſe wird in eine gebutterte, mit Mehl
beſtäubte Puddingform gefüllt und 1 Stunde im
Waſſerbad gekocht. Auf den geſtürzten Pudding
wird das in der übrigen Butter geröſtete Brot
geſtreut. —
Gefüllte Zwiebeln Recht große
Zwie=
beln werden geſchält und das Innere bis auf
zwei Zwiebelwände entfern;, worauf man ſie mit
einer Fülle von ½ Pfund feingewiegtem
Schweine= und Rindfleiſch zu gleichen Teilen,
1 nußgroßen Zwiebel, Salz und Pfeffer nach
Ge=
ſchmack, ½ Teelöffel Kümmel und einer
einge=
weichten, ausgedrückten Semmel füllt. In Mehl
gewendet und von allen Seiten goldbraun
ge=
braten, ſchmore man ſie mit Fleiſchbrühe oder
Waſſer weich und mache die Brühe mit etwas
Kartoffelmehl ſämig.
Klöße behalten Form und kochen
nicht ab, wenn man ſie nicht wie ſonſt üblich,
in Waſſer kocht, ſondern in „Dampf” garziehen
läßt. Dazu fülle man den Topf nur zwei= bis
dreifingerhoch mit Salzwaſſer, ſtelle ein ſogen.
Kartoffelſieb hinein und lege die Klöße darauf.
Zugedeckt, laſſe man ſie 20—25 Minuten bei
kleingeſtellter Flamme garziehen. Sie werden
auch auf dieſe Weiſe locker wie Watte.
Nummer 497.
Aufgabe 694.
O. Stocchi, in Langhirano.
Ehrenpreisträger der „Schwalbe‟
im II. Quartal 1931: Der beſte Zweizüger.
z b d g
Umbruchrätſel.
Guter Rat.
R. 10 Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
Prufſtellung, K/7DelTg4.h3 Lh 2.h78a5. TIBb4, d3
K44Te4 Sel. e7Bc2.05
Aufgabe 695.
Otto Würzburg in Grand Rapids.
(Zlata Praha 1909)
Beiß: Kg8 0v 1es St3, g7 (5).
Schwarz: K 6Tc4. 43 Sa7 d8Bc7. -4. g5, g6 (0).
Matt in drei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 692 und 693.
T)ig*
692. J. Baluzie .Dfs? und .Be 7 6g5
Se6r 3 77- „Kr77 8c5 2. Piasde 3. 77—1. Rh5-h8.
Zugzwang) 8g5 2. Th.3 4Zugzwang!) mit 3 Abypielen 1..
Sigs 2. he Zuſtzwung!) 1. Se tz— Se7. T. Thö4. 1..
305— UO B 044 .. Kieß. Dd74 Sehr fein
693. M. Marble und 8. B. Betimann, 1. Dh8—g8: Bes
Ba6. B b6B 48) Det (Dh3 0bS. Ph 34: Freihen des
chwurzen Bauern Ke5 Nhc
Aus den Silben: ben boh de freu gaſt haus.
hei le li mi ne ne ne ne oh rei ſe ſte te wei
ſind 10 Wörter zu bilden, die aneinandergereiht
einen Spruch von Demokrit ergeben, wenn ſie in
obige Figur ſo eingetragen werden, daß in jedes
Feld ein Buchſtabe kommt. Beim Ableſen des
Spruches fallen die in einem doppeltgerahmten
Feld ſtehenden Buchſtaben weg.
Die Wörter bedeuten: 1 deutſcher Dichter,
2 Gegenſatz von Tod 3 Hülſenfrucht 4
Ge=
genſatz von Leid 5 Verzeichnis 6 unterirdiſcher
Gang. 7 Gleichwort für „ſerne”, 8 auswärtiger
Aufenthalt, 9 Präpoſition, 10 Schank= und
Unter=
kunftsſtätte
Eine Verräterin.
—G‟
— W.
Mo
—g
R...
—B
..
An Stelle der Punkte ſind Buchſtaben zu ſetzen,
ſo daß 14 Teile und Organe des menſchlichen
Körpers erſcheinen. Die auf die ſtarken Punkte
fallenden Buchſtaben nennen eine Verräterin.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 49.
Zeitvertreib.
Geräuſch. Kutſcher Adelheid, Geſehrei, Schaufel.
Richtung — Rätſel — Schach.”
Drei deutſche Flüſſe.
1. Iller, 2 Leine 3. Rhein.
Aber Vati, mit meinem Schlitten ge
das doch viel beſſer!
Um die Ecke.
Er küßte ſie, der Ehemann die angetrau
Gattin. Wie ſehr ich dich liebe
Sie ſah ungläubig drein. „Glaubſt du ni
nicht?
„Ich glaube dir ſchon, aber —‟
„Nun?”
„Ich zweifle an deinem guten Geſchmack!”
„Wieſo?”
„Kann ein ſo eleganter junger Mann einl
Frau lieben, die ſo häßlich angezogen iſt?”
Nette Wirtſchaft.
„Evchen”, ſagt die Mama. „lauf mal ſchn
in die Küche und ſchau im Ofen nach, ob del
Kuchen ſchon durchgebacken iſt. Nimm ein Meſſt
ſtich es hinein, und wenn es ſauber beim He
ausziehen.
„Dann” — ſo unterbricht hier der Vaten
„dann ſteck die andern Meſſer auch hinein!“
Schade.
Nein, liebe Frau Schmidt, es iſt heute d‟
wirklich zu reizend bei Ihnen!”
„Ach, wiſſen Sie, es wäre ja noch viel hübſche”
geworden, wenn nicht gerade die netten Leu
alle abgeſagt hätten!”
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei. Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1. 2389—2392. — Alle Rechte vorbebalten. Nachdr. verbord
[ ← ][ ][ → ] Das ſind die ſchonen,
neuen Sriſuren!
Die originelle Haartracht ſtellt ſicherlich einen
Faktor dar, der für die jeweilige Mode von
aller=
rößter Wichtigkeit iſt, da die Friſur ja niemals
ur Tagesmode im Gegenſatze ſtehen ſoll, ſondern
ich den von führenden Modekünſtlern verfolgten
Ubſichten durchaus anpaſſen muß. Darum ſind
eit einigen Jahren auf dieſem Gebiete wahre
künſtler ihres Faches tätig, deren neue
Schöp=
ungen genau wie die Entwürfe der prominenten
Köpfe der Schneiderkunſt mit geſpannteſtem
In=
ereſſe verfolgt werden.
Für die elegante Frau bedeutet die ſchöne
friſur natürlich eines der wichtigſten modiſchen
Frobleme, da ſich hier „Mode und „
Schönheits=
flege” begegnen Noch ſelten hat man es ſo
aus=
ezeichnet verſtanden, zwiſchen Friſur und
mo=
erner Kleidung eine ſolch” vollendete
Ueber=
inſtimmung zu ſchaffen, wie eben heuer!
All: die Weichheit, die Schmiegſamkeit, das
ntzückend Weibliche, das Kapriziöſe und
Ver=
vielte der neuen Mode drück ſich auch in den
erſchiedenen Friſuren aus, und man muß ſagen,
aß die Frau von heute jene ganz beſondere Note
efunden zu haben ſcheint, die ihrem Geſichte zu
öchſtem Vorteile gereicht.
Das markante Moment liegt vielleicht in der
olkendet ſchönen Wellung der modernen
Haar=
racht, ſo daß unbedingt ein künſtleriſch begabter
achmann am Werke ſein muß, wenn die
indi=
iduelle Note gewahrt bleiben ſoll. Nichts iſt
ämlich unſchöner als eine Friſur, die der
Eigen=
rt der Trägerin widerſpricht, etwa eine
Wel=
ung an unrichtiger Stelle oder eine Locke, die
ſihlangebracht iſt! Solche Geſchmacksirrtümer
ver=
iſchen die perſönliche Note, die aber unter allen
mſtänden betont werden foll, da ja die neue
riſur kein willkürliches Machwerk, ſondern eine
ohldurchdachte künſtleriſche Profilierung
dar=
ellen muß.
Gewiß wird ein Fachmann von Format
zwi=
hen den Friſuren blonder und dunkelhaariger
rauen einen ſehr markanten Unterſchied machen,
enn während der hellhaarige Kopf Weichheit
und ſtilvolle „Gelöſtheit”, alſo Wellen und
Löck=
chen aller Art erfordert, muß für die brünette
Frau — den „raſſigen” Eindruck unterſtreichend
— eine viel anſpruchsloſere Haartracht gewählt
werden, wenn kein „Fehler gegen den Typus”.
begangen werden ſoll, der bekanntlich zu den
ſchlimmſten Irrtümern auf dieſem Gebiete
gehört.
Daß auch zwiſchen Tages= und Abendfriſuren
ein ganz gewaltiger Kontraſt beſteht, iſt
ſelbſt=
verſtändlich, da für den einen Fall Einfachheit
am Platze iſt, während im anderen Falle die
Phantaſie ſich voll entfalten darf.
Wir haben in unſerem Bilde in der
Haupt=
ſache auf abendliche Friſuren Wert gelegt, da ja
dieſe Schöpfungen es ſind, die dem allergrößten
Intereſſe begegnen.
Oben links zeigen wir eine ſchöne Friſur, die
für abendliche Gelegenheiten ſicherlich
Begeiſte=
rung hervorrufen wird; die weiche Ondulierung,
die mit dem rückwärtigen Haaranſatz zu einer
ſchönen Einheit verwächſt, iſt ſicherlich die
vol=
lendete Löſung einer oft erörterten Frage.
Ent=
zückend und neuartig auch die aus der Stirne
gekämmten Haare, die als ſogenannte „Schopf=
Friſur” in Fachkreiſen Aufſehen erregen. Das
Ohrläppchen bleibt hier — wie bei den meiſten
modernen Friſuren — ſichtbar, wodurch die
Mode dekorativer Ohrgehänge außerordentlich
begünſtigt erſcheint.
Als Verbindung der „Windſtoß=Friſur” mit
den jetzt wieder gebräulich gewordenen „
ſpani=
ſchen Sechſer” (oder auch „Conchitas” genannt)
iſt unſer zweites Bild aufzufaſſen und ergibt
eine Haartracht, die — entſprechend fixiert —
für dunkelhaarige Frauen in Frage zu ziehen
wäre.
Im Gegenſatz dazu unſer Mittelbild: eine
Scheitelfriſur mit ſeitlichen Rollen, die bildhafte
Rahmung eines ſchönen Blondkopfes.
Jenen, die das Haar kürzer geſchnitten tragen
und die Friſeur weniger „flaumig” und weniger
ausdrucksvoll in der Waſſerwellung wünſchen,
ſei das erſte Modell der unteren Reihe
empfoh=
en, das bei rötlichem Haar beſonders kapriziös
zur Geltung kommt.
Eine glatte Scheitelfriſur mit großer, weicher
Welle, die die obere Hälfte des Ohres deckt, zeigt
in Verbindung mit der großen Stirnlocke, die
bekanntlich ſchon vor vielen Jahren modern war,
daß man nun auch auf dieſem Gebiete ebenſo wie
in der Tagesmode erfolgreich auf ältere modiſche
Notive zurückgreift. (Letztes Bild.)
Die originellen neuen Friſuren unſerer Damen
verraten, wie man ſieht, höchſte Geſchmackskultür
und eine Fülle von Ideen, die mancherlei
An=
regungen zu geben vermögen.
Die Seit des
Winter=
ſports iſt da!
... Mit den prächtigen Uebungen in Sonne
nd Schnee, die den Körper ſtählen, dem
Sport=
eir neue Lebensfreude geben und jeden für die
age anſtrengender beruflicher Arbeit fürſtlich
atſchädigen.
Monatelang wartet man auf den erſten
chnee, und wenn er ſich verſpätet hat, fährt man
im eben ganz einfach entgegen, nach der alten
heorie, daß der Berg zu Mohammed kommen
tüſſe, wenn Mohammed nicht zum Berge käme!
Ein nicht unwichtiger Faktor des
Winter=
ſortvergnügens iſt natürlich die Vorfreude,
ie darin beſteht, daß man ſich ſchon daheim auf
ie kommenden Tage des Trainings in jeder
inſicht vorbereitet: man turnt und betreibt
wo=
öglich etwas Leichtathletik, um durch die
iebungen im freien Gelände dann im gegebenen
ſugenblick nicht allzuſehr ermüdet zu werden,
nd — was ſicherlich nicht unwichtig iſt: man
be=
ißt ſich eingehend mit der Garderobe und mit
en Neuanſchaffungen, die trotz aller
Beſcheiden=
eit für den Winterſport notwendig ſind.
Daß „Mode” und „Sport” Begriffe ſeien, die
lancherlei Berührungspunkte haben, kann nicht
zweifelt werden, und daß gerade der
winter=
ſche Sport mit dem ununterbrochenen Aufent=
Nalt im Gelände, alſo in Sonne und Feuchtigkeit,
ie beſonders gut „durchdachte” Kleidung
er=
hirderlich mache, iſt faſt ſelbſtverſtändlich.
Natürlich wäre es ein arger Fehler, ſich in
hantaſtiſche Modegedanken zu verlieren, denn
e „Sonntags=Sportlerin” und „Modepuppe‟
ürden urdrollig wirken. Nichtsdeſtoweniger
arf man ſich doch manche Originalität in Farbe
ſend Form geſtatten, ohne dabei aus dem
Rah=
ſen der Sportlichkeit zu treten
Ein flotter Schal, ein lebhaft=ſchattierter
ſürtel und eine ſchicke, wenn auch ſachlich
ge=
mittene Sportdreß gelten als durchaus „
zu=
erläſſige” Effekte.
Selbſtverſtändlich muß aber die praktiſche
eite in allererſter Linie berückſichtigt werden.
Vor allen Dingen ſoll ein für den
Winter=
ſort beſtimmtes Stück ſehr widerſtandsfähig
in Feuchtigkeit und Schnee darf ihm nichts
nhaben; auch darf das Material die
Feuchtig=
it nicht zu ſehr aufſaugen, und was das
Wich=
gſte iſt: der Stoff einer Sportaufmachung darf
uich bei intenſiver Inanſpruchnahme nicht leiden
nd, unter keinen Umſtänden unanſehnlich
wer=
en, alſo niemals zerknüllt und unnett ſein
Vielfach haben ſich um die Frage der Farbe
re Winterſportdreß” intereſſante. Diskuſſionen
geben und allem Anſcheine nach iſt man zu dem
ſchluſſe gekommen, die Aufmachung möglichſt
iroenfroh und heiter zu halten, ohne aber
auf=
ringliche Wirkungen zu bringen!
Noch vor wenigen Jahren galt — beſonders
u den Skiſport — die dunkelblaue
Norweger=
ußmachung als tonangebend, ſeither aber hat
man ſich (für die Trainingsdreß) zu jenen hellen
Mittelfarben entſchloſſen, die die Tönung des
Segelleinens haben. Dieſe Schattierung aber
wäre an ſich gewiß viel zu freudlos und muß
da=
her durch entſprechende bunte Akzente belebt
werden.
Als Beiſpiel dafür zeigen wir in unſerem
vor=
letzten Bilde einen Skianzug in Overall=Form,
aus einem nach neueſter Methode präparierten
Materiale, das die Feuchtigkeit nicht nur nicht
Ueberaus praktiſch ſind die hier angedeuteten
„Reißverſchlüſſe”, die es ermöglichen, den Ski=
Overall raſch anzuziehen und abzulegen.
Für die Rodelbahn wählt man einen
fal=
tigen Rock (der der Bewegung nicht hinderlich
iſt) in Verbindung mit einer ſportlich
ornamen=
tierten, farbenreichen, zum Halſe
hochgeſchloſſe=
nen Kaſak. (Bild 2.)
Um auch uns modiſch ſo arg benachteiligten
Herren der Schöpfung einmal zu berückſichtigen,
ſchlitten vorziehen. Für ſolche Zwecke iſt ein
Koſtüm notwendig, das aus einem winterlichen
Modeſtoff hergeſtellt iſt und mit einem vorne
gebundenen, an ſeinen Enden mit Fell beſetzten
„Bindekragen” verſehen wird. „Kugel=
Manſchet=
ten” aus dem gleichen Pelzwerk ſind überaus
be=
liebt. (Letzte Skizze.)
Man ſieht alſo, daß auch „einer Fahrt in den
Schnee” allerlei Modeſorgen vorausgehen ... !
Wenn „Bubis” Spielanzüge
un=
anſehnlich wurden. Gleichviel, ob ſie
von der Sonne oder in der Wäſche
ver=
blaßten, laſſen ſie ſich auf ſehr einfache nd
ſchnellſte Weiſe wieder auffriſchen. Und zwar
werden ſie nach dem Waſchen, mehrere Mal
gründlich in warmen Waſſer geſpült, worauf
man dem letzten Spülwaſſer Citocol, in 1 Taſſe
heißem Waſſer vollſtändig aufgelöſt, beifügt,
um darin das betreffende Stück mit den
Hän=
den durchzudrücken. Nochmals in klarem
Waſſer und zuletzt in Eſſigwaſſer geſpült und
auf Bügel zum Trocknen aufgehängt, erſcheint
es nach dem Plätten wieder wie neu. L.
Anmutige Pelerinchen
gehören zu den entzückendſten Anregungen der
winterlichen Mode und verraten angeſichts ihrer
Alt=Wiener=Stiliſierung einen ganz erleſenen
Geſchmack.
Der Oberteil wird natürlich aus dem gleichen
Materiale wie das Kleid verfertigt, der Rand
aufſaugt, ſondern „abperlen” läßt, wie der
Fach=
ausdruck lautet.
Die flotten „Schulterflügel” zeigen eine
deut=
liche Anlehnung der neuen Sportdreß an die
Ideen der Tagesmode. In Form eines
bundge=
ſtreiften Gürtels, eines vielfarbigen Schals und
einer lebhaft ſchattierten Mütze ſowie
kunſtge=
werblich gemuſterter Fäuſtlinge und damit
über=
einſtimmender Schneeſtreifen findet das beliebte
koloriſtiſche Moment Eingang in die Sportmode.
will ich ſagen, daß Knickerbockers mit einer
zweireihigen, kameelhaargefütterten Leinenjacke,
einem großgemuſterten Sportſchal und damit
übereinſtimmenden Strümpfen immer gut
aus=
ſehen. (Blid 1.)
Natürlich wäre es ein Fehler, nur jene zu
berückſichtigen, die auf der Ski=Wieſe, auf der
Rodelbahn oder am Eislaufplatze der
Sport=
freude huldigen, da es ja viele gibt, die eine
kleine Fußtour oder eine Fahrt mit dem Pferde=
aber aus reich=eingerüſchtem Tüll in doppelter
Lage gearbeitet.
Die innere Kante wäre mit einer Ranke
zar=
ter Blüten in der gleichen Farbe zu beſetzen,
wo=
mit dem Pelerinchen jenes „gewiſſe Etwas”
ge=
geben wird, das es geradezu unwiderſtehlich
macht.
Sicherlich wird der Gedanke dieſer kleinen
Capes beſonders für Jungmädchenabendkleider
vielfach aufgegriffen werden. (Skizze.)
Die Nacht iſt herum, aber es iſt noch ſehr dunkel.
Phil ſaß mit einem Schädel am Kaffeetiſch, als habe er
ge=
ſtern abend eine viehiſche Kneiperei abſolviert. Sein Kopf
ſchmerzte ihn ſo heftig, daß er gar nicht erſt verſuchte, Ordnung
in den Wirrwarr von Bildern und Eindrücken zu bringen, der
darin herumquirlte — ein einziger Moment ſchob ſich immer
wieder vor, deutlicher als alle anderen, und blieb auch, als er
langſam begann, ſich intenſiv darauf einzuſtellen. Eine fremde
Dame war aufgetaucht im entſcheidenden Augenblick!
Sie bewohnte das Zimmer nebenan, nie hatte er ſie geſehen,
aber ſie kannte ihn, ſie wußte um ſein Komödienſpiel Beſcheid
und auch um die geheimnisvollen Mitteilungen, ſo ſie nicht von
ihr ſelbſt kamen, was zu glauben ſehr nahe lag. Sie hatte ihn
gebeten, auszuhalten, mitzumachen, auf alles einzugehen. „Ich
flehe Sie an!” ſagte ſie, „Menſchenleben ſtehen auf dem Spiel”,
oder ſo ähnlich — und in ihrer ganzen Erſcheinung war etwas
geweſen, etwas Großartiges und Zwingendes, das ſich nicht
vergeſſen ließ, keinen Moment konnte man zögern, zu bleiben,
geſtern und heute und morgen, ſolange, wie es für ſie
not=
wendig war.
Ohne dieſes ſeltſame Zwiſchenſpiel hätte ſich Phil heute
morgen entſchloſſen, Vaugham aufzuklären. Die Situation ſpitzte
ſich immer mehr zu, der Moment, da man von ihm die
Ueber=
gabe des Schmuckſtückes verlangte, war ſchon verflucht nahe
ge=
kommen, faſt erſchien es jetzt bereits unmöglich, die Leute
los=
zuwerden, indem man ihnen die Wahrheit ſagte.
Nun, dagegen entſchied er ſich, auszuhalten, weil eine
fremde, aber hinreißend ſympathiſche Dame darum gebeten hatte,
gefleht ſogar. Wie es ſich im einzelnen entwickeln dürfte
Wollen man lieber nicht darüber nachdenken.
Nach zehn Uhr morgens erſchien Vaugham, tadellos in
Form und hundeſchnauzenkalt wie immer. Mit keinem Wort
ſtreifte er die geſtrigen Erlebniſſe, doch war er bereits von Haas
über das rätſelhafte Intermezzo der Nacht unterrichtet.
„Sie ſcheinen unſere Methoden immer noch nicht ernſt zu
nehmen”, ſagte er.
Phil ſah ihn gleichgültig an. „Wenn Sie wieder bange
machen wollen — das können Sie ſich ſparen. Von ſolchen
Ge=
meinheiten kriegt man höchſtens das Kotzen. Und Kopfſchmerzen.
Was Sie da mit Ihren Kulis anſtellen, werden Sie ſich hüten,
mit einem anſtändigen Europäer zu wiederholen!“
„Der große Gott der anſtändigen Europäer möge Ihre
Zu=
verſicht belohnen. — Wer war hier?”
„Madame.”
„Was wollte ſie?”
„Schießen!“
„Und —?"
„Mir preſſierte es nicht ſo, und Sie waren leider nicht da,
Miſter Vaugham."
Vaugham blickte den jungen Mann faſt erſtaunt an. „Es
iſt begreiflich, daß Sie keine Stellung bekommen können”, meinte
er gelaſſen, „was ſagte ſie?"
„Ach ſo” Phil fiel plötzlich einiges ein, „ich war ja etwas
durcheinander von dem ekelhaften Kaffee, den mir — der mir
vorgeſetzt wurde, aber ſie ſchien auch total plemplem zu ſein.
Vom Eislaufen auf dem Sellinſee ſprach ſie, von
Selbſtmord=
komödie, ich verſtand keine Silbe. Na, und dann wollte ſie
na=
türlich das Medaillon haben, wär es doch auf dem Blocksberg,
das verdammte Ding. Bis heute mittag zwölf Uhr muß ich
es an ſie abliefern, und da ich das Theater leid bin, habe ich
mich faſt dazu entſchloſſen.” Er legte ſich mit der Miene eines
Generaldirektors zurück, der Millionenaufträge zu vergeben hat.
„Nun, mein verehrter Miſter Vaugham, nun machen Sie mir
mal einen vernünftigen Vorſchlag.”
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Vaugham rauchte, ohne Phil anzublicken, langſam ſeine
Zi=
garette zu Ende. Nichts war ihm verhaßter als dieſer Ton bei
anderen. Er beeindruckte ihn zwar nicht, doch er machte ihn
mißtrauiſch. Schon wiederholt hatte ihn der abſurde Verdacht
gepackt, der Burſche führte ihn irgendwie an der Naſe herum.
Daß Buddha, auf deſſen Inſtinkt man ſich verlaſſen konnte,
geſtern von der ganzen Sache weit abgerückt war beunruhigte
ihn mehr, als er zugeben wollte, und der rätſelhafte Alarm im
Schlauch gab natürlich auch allerlei zu denken. Trotzdem dachte
er jetzt, kurz vor dem Ende, nicht mehr daran, ſeinen Plan
um=
zuändern oder gar fallen zu laſſen. Mit dem Erfolg ſtand zu
viel für ihn auf dem Spiel. Und es müßte doch ſeltſam zu=
gehen, wenn Mr. Vaugham mit Herrn Spoor nicht fertig würde.
Er entſchloß ſich, ſeine Taktik wieder zu ändern.
„Sie ſind ein Harlekin, junger Mann” ſagte er fließend
liebenswürdig. „Sie ſollten einen anderen Beruf ergreifen. Eine
ſolche Gewandtheit in gefährlichen Situationen iſt mir noch nicht
untergekommen. Ich bewundere Sie.”
Au weh, dachte Phil, jetzt wird es brenzlig. Liebenswürdi,e
Tour — da heißt es aufpaſſen. Prüfend forſchte er in Vaughannz
Geſicht, aber das war undurchdringlich wie ſtets, und daz
konventionelle Lächeln vermochte nicht ſeine gefährliche Kälte zu
verbergen.
„Einen vernünftigen Vorſchlag wollte ich Ihnen gera e
machen” fuhr Vaugham fort. „Es geht natürlich nicht, daß Se
um zwölf Uhr Madames fragwürdige Geſellſchaft aufſuche
dafür ſind wir doch zu gute Freunde geworden. Wenn ny
nicht irre, ſagten Sie mir, daß Sie das Amulett jederzeit und
ohne jemanden zu beläſtigen oder Aufſehen zu erregen, hol a
können, nicht wahr? — Nun gut, Monſieur Haas, holen Sie es
Phil ſchwieg. Er goß ein Glas Sprudel hinunter, ſein Ko
begann etwas klarer zu werden, aber in gleichem Maße
ve=
finſterte ſich ſeine Stimmung.
„Holen Sie es” wiederholte Vaugham friſch, „— natürl
nicht allein! Wir dürfen Sie keiner Gefahr ausſetzen.
Madau=
wird ſicherliche Spione auf dem Poſten haben. Vor dem
Ho=
ſteht mein Auto, das mögen ſie immerhin beobachten. Wi
ziehen den Ausgang durch das Reſtaurant an der Anhalun
Straße vor. Dort ſteht auch ein hübſcher Wagen, den Sie na
nicht kennen, aber den Chauffeur kennen Sie, freundlich,
Menſch, der nur nicht vertragen kann, wenn man ihn an gewi. e
Dinge erinnert. Fritz heißt er. Fritz wird Sie fahren und
E=
gleiten, wohin Sie wollen. Nun, was ſagen Sie zu dem bai
nünftigen Vorſchlag?”
„Iſt erſt halb” brummte Phil. Seine Zuverſicht ſchwa
immer mehr, allein er bemühte ſich, es nicht zu zeigen.
„Stimmt. Die Hälfte iſt überſchritten, wenn Sie das Amul4
holen — geholt haben. Sie dürfen es Fritz nicht zeigen —
weiß nicht, warum es ſich handelt, hat bloß die Weiſung, ni.o
von Ihrer Seite zu gehen und das Maul zu halten. Sie werd=y
ſich ſchon mit ihm vertragen. Er fährt Sie dann zum Belle=
Alliance=Platz, wo Sie in dem bekannten Schönheitsinſtitut ſi
zu Ihrer eigenen Sicherheit einer neuerlichen kleinen
Vo=
änderung unterziehen, darauf bringt er Sie aus der Stadt fot
Abends werden Sie in Deſſau ſein — Deſſau, ja. Dort werde
Sie übernachten, in einem hübſchen weißen Hauſe vor Eu
Stadt, und . . ."
„.. dort werden Sie mich ſtillſchweigend um die E
bringen — einen hübſchen kleinen Mord begehen, nicht wahr?
Ein reizender Vorſchlag, aber ich werde ihn keineswegs akzen
tieren."
Einen Augenblick verſchleierten ſich Vaughams Augen, aE
er lächelte dabei. „Wenn wir das wollten, mein Lieber, hättn
wir ſchon diverſe Male Gelegenheit dazu gehabt, das müſſſe
Sie zugeben. Bei aller Wertſchätzung verliert Ihre Perſon
dem Moment jedes Intereſſe für uns, da Sie uns das Amul.t
ausgehändigt haben. Sie ſind frei, können gehen, wohin E
wollen, und mein Chef, den Sie geſtern kennen zu lernen 5
Ehre hatten”
— der Buddha”, warf Phil ein.
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Seite 24 — Nr. 344
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