Ginzelnummer 10 Pfennige,
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
swöchenſlich 2maligem Erſcheinen vom 1. Oezember”
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Bl. Dez mber 2.— Reichemart und 20 Pfennig
Linagegeblhr, abgeholt 2.— Reſchemart, durch die
ie zuren 2.20 Reiſchemart frei Haus. Poſbezugspreie
de, ohne Beſſelſgeld monaiſch 280 Meſchemat.
Aiumiwortichkeilt ſür Aufnahme von Anzelgen an
ämmten Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
ſcenen einzelner Nummern infolge böberer Gewaltl
ectigt den Bezleher nſcht zur Kürzung des
mesgepreſſes. Beſtellungen und Abbeſſellungen durch
euuf ohne Verbindlſchkeiſt für uns. Poſiſcheckonio
Franifun a. M. 1304.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſebenen Orlainal=Auffätze und elgenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 343
Samstag, den 10. Dezember 1932. 195. Jahrgang
z7 mm breite Zelie im Kreie Darmſtadt 2 Reichepfg
FinanzAnzelgen 25 Reſchspfg. Rellamezelle (92 mm
breit 2Reichzmark Anzelgen von auewärte 3s Reſchepfg.
FſnanzAmelgen 80 Reſchepſg 9mm breite
Reſſame=
zelle 200 Reſchemart. Alle Preiſe in Reichemart
ſ Doſſar — 420 Markl. — Im Falle höberer
Gewaltl, wie Krieg. Auffuhr. Strel uſw. erliſcht
ede Verpſlſchtung guf Erfüſlung der
Anzelgen=
guſträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konhrt oder gerſchtiſcher Beineſbung (nf ieder
Rabatt weg. Banſlonio Deuiſche Bani und
Damm=
ſtädter und Nationalbank.
Der Rabiadbetädt!
ſellverkrekungsgeſek für den Reichspräſidenken verabſchiedek. — Sozialpolikiſcher Teil der Sepkember=Nokverordnung mit
Zweidrikkelmehrheik aufgehoben. — Reichsregierung kündigt Winkerhilfe an. — Amneſtie für polikiſche Skraftaken
im Einvernehmen mit der Reichsregierung beſchloſſen. — Aufhebung der Nokverordnungen abgelehnk.
Schleicher ſekt ſich durch.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Urſprünglich war geplant, daß der Reichstag am Freitag nur
ſtige Stunden beraten wollte, aber der Redefluß brach alle
imme, und es war ſpät am Abend, als die Tagesordnung
er=
löft und die Vertagung beſchloſſen war.
Zunächſt wurde die Schlußabſtimmung über das Stellvertre=
Ungsgeſetz vorgenommen, dann ſetzten die Fraktionen die
ſozial=
itiſche Ausſprache einige Stunden lang fort. Ebenſo lange
nah=
hin die Abſtimmungen in Anſpruch, da hierbei der Vizepräſident,
e vorher ſchon mit einigen Fraktionsführern Verabredungen
ge=
ſöffen hatte, in einige Verlegenheiten geriet, die man von ihm
it gewöhnt iſt. Die Kommuniſten rückten ihm ſcharf zu Leibe,
er von der alten Ordnung, die weiteſtgehenden Anträge zuerſt
U Abſtimmung zu ſtellen, abwich. Es gab eine lange
Geſchäfts=
onungsdebatte. Zwiſchendurch waren ununterbrochen Natſoßz.,
iytrumsleute und Sozialdemokraten am Präſidentenſtuhl
auſ=
ſutſchiert, um Eſſer gute Ratſchläge zu geben, der aber ſchließlich
Ue zurückwies und an ſeiner Methode feſthielt. Ein Teil der
An=
ige wanderte in den Ausſchuß, der Antrag auf Aufhebung der
bverordnung wurde abgelehnt, da nur Sozialdemokraten und
mmuniſten für die Aufhebung ſtimmten. Annahme fand
ledig=
ſc der Antrag auf Aufhebung des ſozialpolitiſchen Teiles der
tytember=Notverordnung.
Nach einer nochmaligen Debatte über das Premnitzer Unglück
gann am ſpäten Nachmittag die Ausſprache über die
Amneſtie=
irlage. Hier hatte inzwiſchen das Zentrum den Antrag
einge=
ſacht, eine Korrektur der Beſchlüſſe des Rechtsausſchuſſes
vorzu=
hmen. Im Rechtsausſchuß ſind alle Delikte fixiert worden die
in der Amneſtie nicht getroffen werden ſollen. Straffrei ſollte
Iich die Zerſetzungsarbeit bei Reichswehr und Polizei bleiben.
nfür hatten merkwürdigerweiſe auch die Natſoz. geſtimmt, trotz=
Im ſie im Innern die kommuniſtiſche Zerſetzungsarbeit natürlich
rurteilen. Sie begründeten dieſe Haltung damit, daß ſie wegen
leſer Angelegenheit nicht die ganze Amneſtie in Gefahr bringen
ſolten. Die Regierung hatte gedroht, für dieſen Fall durch die
Unze Amneſtie einen Strich zu machen, indem ſie den Reichsrat
einem Einſpruch veranlaßt hätte, um in der Zwiſchenzeit dann
ue Verhandlungen über die Amneſtie mit den Parteien zu füh=
In. Der Druck des Kanzlers hat dann das Zentrum veranlaßt,
ihne9h in Hochverrat von der Amneſtie freizulaſſen. Zunächſt berieten
Fraktionen über den Zentrumsantrag, und dann überboten
40 im Plenum Natſoz, und Kommuniſten mit Ziffern über
an=
blich Verurteilte aus ihren Reihen und über die verhängten
ſtrafen. Hatte man befürchtet, daß die Amneſtiedebatte zu ſchwe=
In Zuſammenſtößen führen würde, ſo ſah man ſich angenehm
ent=
ucht: mit ſchier inglaublicher und vorbildlicher Gelaſſenheit
rte man ſich die bitterſten Gehäſſigkeiten der Gegenſeite an. Erſt
Arz vor 9 Uhr abends verſchwand der letzte Redner von der Tri=
Kine. Die Schlußabſtimmung brachte eine zwei Drittel=Mehrheit
: die Beſchlüſſe des Rechtsausſchuſſes unter Auslaſſung des
Hoch=
rrates. Damit wird die Regierung auch hier zufrieden ſein, und
4 Amneſtie wird keine Rolle mehr ſpielen.
Vizepräſident Eſſer ließ dann noch einmal ſämtliche
Abge=
tdnete zuſammentrommeln, um über die Vertagung Beſchluß
Iſen zu laſſen. Die Winterhilfe, die ſchon im Laufe der Sitzung
„ le Rolle geſpielt hatte, tauchte wieder auf, weil gefordert wurde,
iedern ſe im Ausſchuß liegenden Anträge ſofort durchzuberaten und den
leichstag dann noch einmal einzuberufen. Die Regierung erklärte,
15 ſie — wie wir das bereits geſtern meldeten — von ſich aus
p 0öhn Winterhilfe vorbereite und die Hoffnung hege, mit dem
Aus=
huß über den Rahmen ihrer Hilfsaktion einig zu werden.
Kom=
luniſten und Sozialdemokraten gaben ſich damit nicht zufrieden
u forderten Reichstagsberatung am kommenden Montag. Sie
hiterlagen jedoch gegen Natſoz, und die übrigen Parteien, die ſich
hür entſchieden, dem Präſidenten die Anberaumung der nächſten
litzung zu überlaſſen. Der Reichstag wird alſo wahrſcheinlich erſt
litte Januar zuſammentreten. Reichskanzler v. Schleicher kann
fü ſeinem erſten Erfolg im Reichstag zufrieden ſein.
Aakiongliozigliſten kolerieren
„Auf unbeſtimmke Zeil”
Die Freitag=Sihung des Reichskages.
Berlin, 9. Dezember.
Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden in üblicher Weiſe
Urlaubsbewilligungen in Abgeordnete bekannt gegeben.
r. Torgler (Kom.) rief: „Wie iſt es mit dem Nationalſozialiſten
ktaſſer?‟
Vizepräſident Eſſer erwiderte: „Ein Urlaubsgeſuch des Abg.
Utaſſer iſt noch nicht eingegangen.”
Verſchiedene Anträge auf Einſtellung von Straf= und
Diſzip=
uarverfahren wurden dem Geſchäftsordnungsausſchuß
über=
dieſen.
Dann wurde in dritter Leſung ohne Ausſprache über das von
n. Nationalſozialiſten beantragte
Verkrekungsgeſeh für den Reichspräſidenken
namentlich abgeſtimmt. Das Geſetz beſagt:
„Der Reichspräſident wird im Falle ſeiner Verhinderung durch
den Präſidenten des Reichsgerichts vertreten. Das gleiche gilt
für den Fall einer vorzeitigen Erledigung der Präſidentſchaft bis
zur Durchführung der neuen Wahl.”
Die namentliche Abſtimmung ergab die Anahme des Geſetzes
mit 404 gegen 127 kommuniſtiſche und deutſchnationale Stimmen,
Die für verfaſſungsändernde Geſetze erforderliche qualifizierte
Mehrheit, in dieſem Falle 354 Stimmen, iſt damit überſchritten.
Hierauf wurde die am Mittwoch abgebrochene
ſozialpolikiſche Ausſprache
fortgeſetzt.
Abg. Reißner (Soz.) wandte ſich gegen die Ausführungen des
deutſchnationalen Redners Dr. Schmidt=Eichwalde. In einer
deutſchnationalen Parteibroſchüre habe ſich derſelbe Dr. Schmidt
gegen den ſozialen Gedanken gewandt. Der antiſoziale Papen=
Kurs habe ſich nur auf die DNVP. ſtützen können. Der Redner
begründete dann den von den Sozialdemokraten eingebrachten
Ge=
ſetzentwurf über planmäßige Arbeitsbeſchaffung. Darin werden
Reichszuſchüſſe für öffentliche Arbeiten und Kleinwohnungsbau
ſowie Gemeindearbeiten, kollektive Selbſthilfe der Arbeitsloſen,
Schulung jugendlicher Erwerbsloſen und Hausreparaturen
ge=
fordert.
Abg. Rädel (Kom.) warf den Sozialdemokraten und dem
ADGB. vor, ſie hätten im Verkehrsſtreik die kämpfenden Arbeiter
verraten und zum Streikbruch aufgefordert. Die Paven=
Notver=
ordnung vom 4. September ſei eine Gipfelleiſtung der
Sozial=
reaktion. Wenn Papen ſeine Pläne nicht in vollem Umfange
durch=
ſetzen konnte, ſo ſei das nur auf die zur Abwehr erhobene Fauſt
der Arbeiterſchaft zurückzuführen.
Abg. Tremmel (3.): Die Arbeiter denken heute ſchon
dar=
über nach, wie es kommt, daß es ihnen am ſchlechteſten geht gerade
in der Zeit, in der die Kommuniſten und die NSDAP. zuſammen
die Mehrheit im Reichstage haben. Die Arbeiterſchaft empfindet
es als bitteres Unrecht, daß der Reichspräſident dem Paven=
Kabi=
nett Generalvollmacht zum Abbau, der Sozialpolitik gegeben hat.
Dieſe Generalvollmacht muß aufgehoben werden. Nach weiterer
Kritik an den Papen=Notverordnungen empfahl der Redner die
ſozialpolitiſchen Anträge des Zentrums zur Annahme. Danach ſoll
die für Lohnprämien vorgeſehene und durch Streichung der
Ein=
ſtellungsprämie frei gewordene Summe für Arbeitszwecke
ver=
wendet werden. Die Kürzung der Sozialrenten, ſoll aufgehoben
und die ſozialen Einrichtungen ſollen ohne Gefährdung der
An=
ſprüche und Rechte vereinfacht und verbilligt werden. Die
Finanz=
ämter ſollen angewieſen werden, bei Ausgabe von
Steuergutſchei=
nen für Mehrbeſchäftigung Mißbräuche zu verhindern. In einem
weiter vom Zentrum beantragten Geſetzentwurf wird die
Strei=
chung des ſozialpolitiſchen Teiles der Notverordnung vom 4.
Sep=
tember gefordert.
Abg. Bauſch (Chr.=Soz.) erklärte, ſeine Partei habe
ur=
ſprünglich dem Kabinett ſympathiſch gegenübergeſtanden, aber die
Fehler dieſer Regierung hätten ſich von einer Notverordnung zur
anderen gehäuft. Der amerikaniſche Journaliſt Knickerbocker habe
nach einer Unterredung mit Papen mit Recht feſtgeſtellt, daß
die=
ſes Kabinett die jahrelangen Errungenſchaften der Gewerkſchaften
mit einem Federſtrich beſeitigt und den Weltrekord der
Lohnkür=
zung erreicht habe, weil Paven von einem fanatiſchen Glauben
an den Automatismus des Privatkapitalismus erfüllt ſei. Der
Chriſtlich=Soziale Volksdienſt ſtimme den gegen die Paven=
Not=
verordnungen gerichteten Anträgen zu. Das neue Kabinett
Schlei=
cher werde er nach ſeinen Taten beurteilen.
Abg Dr. Hugo (DVP.): Die Verantwortung, in das Syſtem
der Notverordnungen einzugreifen und grundſätzliche Aenderungen
vorzunehmen, iſt außerordentlich groß. Meine Freunde haben auch
ihrerſeits den Wunſch, manche Korrekturen vorzunehmen, ſie
leh=
nen es aber ab, daß nun im Bauſch und Bogen etwas vernichtet
wird, was vorläufig als Arbeitsgrundlage für unſer Volk dient.
Die Zeit iſt noch nicht gekommen, um die Vollmacht zur
Verbilli=
gung der Sozialverſicherung aufzuheben. Der ſozdem. Entwurf
zur Erhöhung der Sozialrenten wird ſich nicht in der von den
An=
tragſtellern vorgeſchlagenen Weiſe finanzieren laſſen. Der ſozdem.
Entwurf zur Arbeitsbeſchaffung geht an der Tatſache vorbei, daß
in der jetzigen Zeit der Kapitalnot nicht das Kapital in eine
der=
artig zentrale Arbeitsbeſchaffung hineingeſteckt und der Wirtſchaft
entzogen werden kann. Mit der dafür aufgewendeten einen
Mil=
liarde kann man hunderttauſend Menſchen für einige Zeit in
Ar=
beit bringen. Aber dann iſt der alte Zuſtand wiederhergeſtellt und
die Milliarde iſt weg. Der richtigere Weg iſt der, daß man der
Privatinduſtrie die Mittel gibt, damit ſie aus ihrer eigenen
Lei=
ſtung heraus Arbeit ſchaffen kann. Die Leiſtung des Unternehmers
wird vom Sozialismus unterſchätzt, aber ſie iſt zur
Arbeitsbeſchaf=
fung nicht zu entbehren. Wichtig ſei auch, daß durch die
Paven=
ſchen Notverordnungen eine Stärkung des Vertrauens in der
Wirtſchaft eingetreten ſei, und es ſei traurig, daß die Keime einer
wirtſchaftlichen Beſſerung durch politiſche Momente wieder
ver=
nichtet würden. Es ſei zu wünſchen, daß bei der heutigen
Ver=
tagung des Reichstages das deutſche Volk in eine Periode ruhiger
Arbeit hineingeführt werde, die uns allein aufwärtsbringen könne.
Abg. Dr. Schmidt=Eichwalde (Dnl.) erklärt, Hugenberg
habe gegen die Juni=Notverordnung der Papen=Regierung wegen
der Renten= und Unterſtützungskürzung Einſpruch erhoben.
Die=
ſem Einſpruch ſeien die Verbeſſerungen durch die Verordnung vom
19. Oktober zu danken. Die Deutſchnationalen hätten auch ſofort
entſchiedenſten Einſpruch gegen die Lohnkürzungsbeſtimmungen der
Verordnung vom 5. September eingelegt. Wenn man für etwa
700 Millionen Mark Steuergutſcheine eine andere
Verwendungs=
möglichkeit ſuche, ſo ſei dann zu fordern, daß die Hauszinsſteuer
in die Erſtattung durch Steuergutſcheine einbezogen werde, damit
der Hausbeſitz notwendige Ausbeſſerungen vornehmen könne.
An=
träge der Deutſchnationalen verlangten Beſeitigung der
Lohnkür=
zungsbeſtimmungen der September=Verordnung, der ſonſtigen
ſo=
zialen Ungerechtigkeiten und Gerechtigkeit auch für die
Klein=
rentner
Abg. Schumann=Berlin (NS.) kritiſierte ſcharf die
Zu=
ſtände in der Berliner Verkehrsgeſellſchaft. Während dort die
lei=
tenden Direktoren phantaſtiſch hohe Gehälter und Penſionen
be=
ziehen, ſei den kleinen Angeſtellten der Lohn ſo gekürzt worden,
daß der Verkehrsſtreik eine durchaus berechtigte wirtſchaftliche
Ab=
wehraktion geweſen ſei. Die marriſtiſche Gewerkſchaft und ein Teil
der RGO. habe leider Streikbruch getrieben.
Bei dieſen Ausführungen kommt es zu lärmenden Rufen und
Gegenrufen der Kommuniſten und Nationalſozialiſten.
Abg. Dittmann (Soz.) legt ein Plakat auf den Tiſch des
Hauſes. Ein natſotz. Abgeordneter nimmt es vom Tiſch und
zer=
reißt es
Die ſozialpolitiſche Ausſprache war damit beendet, und es
folgten
die Abſtimmungen.
Ein Antrag Torgler, zunächſt den kommuniſtiſchen Antrag auf
Aufhebung der ganzen Notverordnung vom 4. September zur
Ab=
ſtimmung zu bringen, wurde gegen Kommuniſten und
Sozialdemo=
kraten abgelehnt.
Der vom Zentrum eingebrachte Geſetzentwurf auf
Auf=
hebung des zweiten Teiles „Sozialpolitiſche
Maßnahmen der Notverordnung vom 4.
Septem=
ber wurde dann in zweiter und dritter Beratung gegen die
Stimmen der Deutſchnationalen und der
Deut=
ſchen Volkspartei angenommen.
Der durch Annahme des Zentrumsentwurfes aufgehobene
ſozialpolitiſche Teil der Notverordnung vom 4. September
um=
faßt die Ermächtigung an die Regierung zu Aenderungen bei der
Sozialverſicherung.
Nach dieſer Abſtimmung kam es zu einer erregten
Geſchäfts=
ordnungsdebatte über die Forderung der Kommuniſten und
So=
zialdemokraten, nunmehr die Anträge auf Aufhebung der ganzen
Notverordnung vom 4 September vorzunehmen.
Abg. Dr. Frick (NS.): Um dieſen Streit zu beenden,
bean=
tragen wir, alle weiteren Anträge und Entwürfe dem
ſozialpoli=
tiſchen Ausſchuß zu überweiſen.
Dieſer Antrag wurde von der Linken mit großem Lärm
be=
antwortet. Die Kommuniſten riefen: „Die Schleicher=Koalition
iſt fertig” Als Sozialdemokraten und Kommuniſten gegen die
Ausſchußüberweiſung proteſtierten, erwiderte Vizepräſident Eſſer,
die Ausſchußüberweiſung ſei von den Fraktionsführern vereinbart
worden.
Nun erklärten Abg. Torgler (Kom.) und Abg.
Aufhäu=
ſer (Soz.), die kommuniſtiſche und ſoziademokratiſche Fraktion
ſeien nicht gefragt worden. Gegen den Vizepräſidenten Eſſer
wur=
den von Kommuniſten Schimpfrufe gerichtet: „Lügenpräſident,
Nazi=Präſident!”
Abg Dr. Breitſcheid (Soz.) wies darauf hin, daß bei
Annahme des Vorſchlages Dr. Frick auch die Anträge auf
Win=
terhilfe heute nicht zur Annahme kommen würden. Er proteſtierte
gegen eine gemeinſame Abſtimmung und forderte beſondere
Ab=
ſtimmung über den ſozialdemokratiſchen Winterhilfeantrag.
Vizepräſident Eſſer erklärte, nach der neuen
Geſchäftsord=
nung müſſe dieſer Antrag dem Haushaltungsausſchuß überwieſen
werden, weil er finanzielle Mehraufwendungen bringe.
Auf Antrag Dr. Breitſcheids mußte die Abſtimmung über die
Ausſchußübermeiſung des Winterhilfeantrages
namentlich erfolgen. Während der Abſtimmung, ſprach Dr. Frick
wiederholt mit dem Vizepräſidenten Eſſer, und die Kommuniſten
riefen höhniſch: „Herr Eſſer, ſtehen Sie doch auf, wenn Frick
Ihnen Inſtruktionen gibt.”
In der namentlichen Abſtimmung ſtimmten die
So=
zialdemokraten und Kommuniſten gegen die Ausſchußüberweiſung,
die Deutſchnationalen und die Deutſche Volkspt. gaben
Stimment=
haltungskarten ab. und die übrigen Parteien ſtimmten für die
Ueberweiſuing des Winterhilfeantrages an den Haushaltsausſchuß.
Die Ausſchußüberweiſung wurde mit 295 gegen 206 Stimmen
bei 48 Stimmenthaltungen beſchloſſen
Auf ſozialdemokratiſchen Antrag wurde gegen die Stimmen
der Nationalſozialiſten und Deutſchnationalen die
Ausſchußüber=
weiſung auch für den nationalſozialiſtiſchen Winterhilfeantrag
be=
ſchloſſen
Die kommuniſtiſchen Winterhilfeanträge wurden durch
nament=
liche Abſtimmung mit 296 gegen 206 kommuniſtiſche und
ſozial=
demokratiſche Stimmen bei 49 Enthaltungen gleichfalls dem
Haus=
halts= und ſozialnolitiſchen Ausſchuß überwieſen.
In namentlicher Abſtimmung werden dann Anträge auf
Auf=
hebung der Notverordnungen vom 14. Juni 4. und
5. November mit 296 gegen 203 Stimmen der Sozialdemokra=
Seite 2 — Nr. 343
ten und Kommuniſten bei 48 Enthaltungen dem Haushalts= und
ſozialpolitiſchen Ausſchuß überwieſen.
Der nationalſozialiſtiſche Antrag zur
Arbeitsbeſchaf=
fung wird gegen die Stimmen der Nationalſozialiſten dem
Haus=
haltsausſchuß überwieſen.
Alle übrigen Anträge auf Hilfsmaßnahmen für Erwerbsloſe
und Sozialbedürftige uſw. werden den zuſtändigen Ausſchüſſen
überwieſen.
Es folgte die Beratung des kommuniſtiſchen Antrages, der
Maßnahmen für die beim Exploſionsunglück im J.G.=Farbenwerk
Premnitz Betroffenen fordert. In dem Antrag wird gefordert
die Schließung des Betriebes bis zum Abſchluß der Unterſuchung,
Weiterzahlung des Lohnes und eine ſtrenge Beſtrafung aller
Schuldigen an dieſer Kataſtrophe.
Der kommuniſtiſche Antrag wurde mit den Stimmen der
Na=
tionalſozialiſten, Sozialdemokraten und Kommuniſten
angenom=
men, unter Ablehnung der Forderung, daß der Betrieb bis zum
Abſchluß der Unterſuchung geſchloſſen werden ſolle.
Als letzter Punkt ſtand auf der Tagesordnung die zweite und
dritte Beratung der
Amneſtie=Enkwürfe.
Abg. Löbe (Soz.) beantragte Unterbrechung der Sitzung um
eine halbe Stunde, damit die Fraktionen Gelegenheit finden, zu
dem ſehr wichtigen Zentrumsantrag Stellung zu nehmen, der
ge=
wiſſe Hochverratsdelikte von der Amneſtie ausnehmen will.
Nach dieſem Zentrumsantrag, der inzwiſchen verteilt worden
iſt, ſoll die Höchſtgrenze der vollkommen zu erlaſſenden Strafen
von fünf auf zwei Jahre herabgeſetzt werden. Von der Amneſtie
ſollen ausgenommen werden Hochverrat, der bei der Reichswehr
oder Polizei begangen wird, d. h. die „Zerſetzungs=Tätigkeit”,
Meineid und alle Taten, die von Rohheit, niedriger Geſinnung
oder Gewinnſucht zeugen.
Nach Wiedereröffnung der Sitzung führte
Abg. Gok (Dn.) in der Ausſprache aus, mit Amneſtien ſollte
man nur bei beſonders feierlichen Anläſſen vorgehen. (Rufe bei
den Nationalſozialiſten: „Zu Hugenbergs Geburtstag!” —
Heiter=
keit.) Ein ſolcher Anlaß ſei nicht dadurch gegeben, daß die
ſchwarz=
braun=rote Koalition ſich jetzt bemühe um die Galvaniſierung des
hoffnungslos toten Froſches Parlamentarismus. (Große Unruhe
links und bei den Nationalſozialiſten. — Rufe: „Dann verlaſſen
Sie doch das Parlament!”) Im Intereſſe der Berufsfreudigkeit
der deutſchen Richter ſollte man Amneſtien vermeiden und nur
mit Einzelbegnadigungen vorgehen.
Abg. Koska (K.) bezeichnete den Ausſchußentwurf als ein
die Kommuniſten keineswegs befriedigendes Kompromiß.
Abg. Dr. Marum (Soz.) äußerte Bedenken dagegen, daß
die Amneſtie auch auf diejenigen Anwendung finden ſolle, die
durch gemeine Lüge und Verleumdung den Kampf gegen politiſche
Gegner geführt haben. Ein weiteres Bedenken beſtehe darin, daß
häufige Amneſtien die Autorität der Rechtſprechung erſchüttern.
Trotzdem ſei heute eine Amneſtie notwendig mit Rückſicht auf die
Blut= und Schreckensurteile der letzten Zeit. Von vielen Richtern,
vor allem vom Reichsgericht, wird mit zweierlei Maß gemeſſen.
Den Zentrumsantrag lehnen wir ab, nicht weil wir etwa
Hoch=
verräter ſchützen wollen, ſondern weil wir wiſſen, in wie
einſei=
tiger Weiſe Hochverratsurteile gegen links gefällt werden. Wir
verlangen weiter die Aufhebung der Sondergerichte und der
Ter=
rornotverordnung. (Lebhafter Beifall bei den Soz.)
Abg. Dr. Frank II (Natſoz.) wandte ſich zunächſt gegen
Dr. Marum, der mit ſeiner ungeheuerlichen Herabwürdigung
deutſcher Richter geradezu Zerſetzungsarbeit gegen die Juſtiz
ge=
leiſtet habe. Die Nationalſozialiſten, ſo fuhr er fort, wollen die
Amneſtie nicht als ein Geſchenk, ſondern es iſt die Pflicht der
Volksvertretung, die Opfer in Schutz zu nehmen gegen die
Aus=
wirkung der juſtiziellen Enteignung des deutſchen Staatsbürgers.
Das von den Deutſchnationalen gewünſchte und geförderte
auto=
ritäre Regime hat die öffentliche Ruhe und Ordnung mehr
ge=
fährdet als alles andere. (Beifall bei den Nationalſozialiſten.)
Wir richten von dieſer Stelle aus einen leidenſchaftlichen Gruß an
die vielen Opfer der terroriſtiſchen Juſtiz, die aus unſeren Reihen
in dieſer Stunde in den Zuchthäuſern und Gefängniſſen ſchmachten.
Wir verlangen, daß die Zuſage auf Einſtellung der
Sonderge=
richtsverfahren gegen unſere 856 SS= und SA=Leute binnen
kur=
zem wahrgemacht wird. Die Sondergerichtsurteile aus Anlaß
des Verkehrsſtreiks ſind ſo ungeheuerlich, daß ſie ſchleunigſt durch
eine Amneſtie korrigiert werden müſſen. Der
Zerſetzungshochver=
rat darf unter keinen Umſtänden amneſtiert werden. Wir ſagen
der heute leider nicht vertretenen Regierung, daß wir uns nicht
mehr lange den autoritären Standgerichten unterwerfen wollen,
ſondern geſinnt ſind, in Deutſchland ſelbſt das Gericht über die
Volksverderber aufzunehmen. (Stürmiſcher Beifall bei den
Natſoz. — Rufe: Heil Hitler!)
Abg. Dr. Graf (B.V.P.): Die Autorität des Rechts und
des Staates verträgt Amneſtien überhaupt nicht. Wo die
Nach=
prüfung von Sondergerichtsurteilen notwendig iſt, da muß ſie für
jeden einzelnen Fall erfolgen, durch die zuſtändigen
Landesjuſtiz=
verwaltungen. Eine Reichsamneſtie dürfte ſich nur auf
Reichs=
gerichtsurteile erſtrecken. Aus dieſen Erwägungen kommt die
Baye=
riſche Volkspartei zur Ablehnung des Amneſtieentwurfs.
*
Epilog zum van=Gogh=Skandal.
Ein Prozeß, der ein Trümmerfeld hinterließ.
Von Dr. Fritz Nemitz.
Der zweite, ſich wochenlang in der Berufungsinſtanz
hin=
chleppende Prozeß um die gefälſchten Bilder van Goghs hat, wie
wir bereits berichteten, ſein Ende gefunden. Wieder ſtanden im
Mittelpunkt der Verhandlungen die Gutachten der
Sachverſtän=
digen. Wieder wurden alle Mittel aufgeboten: Stilkritik und
Dak=
thloſkopie, exakte Philologie und Röntgenphotographie, Maler und
Hiſtoriker, Reſtauratoren und Chemiker, um zu beweiſen, was
jedem Sehenden klar war, daß es ſich um Fälſchungen handelte,
um Machwerke, die, zuerſt von plumper Roheit, dann immer
raffi=
nierter wurden, in denen aber nichts vom Geiſte und noch weniger
als nichts von den ſeeliſchen Tiefen van Goghs zu ſpüren war.
Auf den Prozeß näher einzugehen, erübrigte ſich, wenn die
Komödie, die ſich in Moabit abſpielte, nicht von ſymptomatiſcher
Bedeutung wäre für beſtimmte Zuſtände im Kunſtbereich der letzten
Jahre. Der Zerfall der alten Wirklichkeit, der ſich in großen und
kleinen Skandalen entlud, bekam innerhalb des Kunſtbetriebs
ſeine Entſprechung in dieſem Fälſcherprozeß.
In voller Deutlichkeit wurde öffentlich ſichtbar, was
bis=
her nur in eingeweihten und Fachkreiſen bekannt war:
die Fragwürdigkeit eines Expertiſenweſens, das allzu
leichtfertig Echtheitsatteſte ausſtellte, deren Gültigkeit
vor Gericht dann durchweg widerrufen werden mußte.
Klar beleuchtet wurde ein Expertiſenbetrieb, deſſen Weſen
darin beſtand, dem Händler wie dem Käufer die Verantwortung
abzunehmen und auch den Experten ſelbſt gerichtlich nicht haftbar
machen zu können. Mißſtände eines Gutachterweſens, deſſen
Haupt=
gefahr in der geiſtigen Rückwirkung lag, die die ſtete Berührung
mit dem Handel mit ſich bringt.
Zutage trat weiter die Sinnloſigkeit der Inflationsanſchauung
vom Kunſtwerk=Sachwert=Spekulationsobjekt. Der im
Wirt=
ſchaftsleben vorherrſchende Geldgeiſt fand auch im Kunſtbetrieb
ſeine Parallele bis zu jener grotesken Verzerrung,
daß Bilder ohne Atteſte überhaupt nicht zu verkaufen
waren, ſo daß ein Muſeumsdirektor einmal den Rat gab,
Die Expertiſen gerahmt an die Wand und die Bilder in
den Safe zu tun.
Alle Mitſpieler, die in der Komödie auftraten, ſtanden im
Zuſammenhang, gehörten mehr oder minder zuſammen. Der junge,
ſo gut wie unbekannte Wacker, bekannter als Tänzer unter dem
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Abg. Dr. Strathmann (Chr.=Soz.): Da die
Amneſtie=
vorlagen immer beſtimmten politiſchen Bedürfniſſen dienſtbar
ge=
macht werden, führen ſie im Volk immer zu einer Minderung der
Autorität der Juſtiz. Trotzdem lehnen wir nicht jede Amneſtie
ohne weiteres ab. Die Auswirkung der Texrornotverordnung
rechtfertigt es, im Wege einer Amneſtie eine Korrektur der
Recht=
ſprechung vorzunehmen und ſo den Uebergang zu ruhigeren
Ver=
hältniſſen zu finden. Wir müſſen aber eine Aenderung des
Aus=
ſchußentwurfs dahin verlangen, daß Zerſetzungshochverrat und
jeder Landesverrat von der Amneſtie ausgeſchloſſen wird.
Damit war die Ausſprache beendet. Bei der
Abſtimmung
über den Abänderungsantrag des Zentrums wurde die
Herab=
ſetzung der Höchſtgrenze für vollſtändig zu erlaſſende Strafen von
5 auf 2 Jahre mit den Stimmen der Nationalſozialiſten,
Sozia=
liſten und Kommuniſten abgelehnt. Auch die übrigen
Aenderungs=
anträge wurden mit der gleichen Mehrheit abgelehnt, mit
Aus=
nahme der Forderung, daß Zerſetzungshochverrat bei
Polizei und Reichswehr nicht unter die Amneſtie
fallen ſoll. Dieſe Abänderung wurde gegen
Sozialdemokra=
ten und Kommuniſten angenommen. Mit dieſer Aenderung wurde
die Entſchließung des Rechtsausſchuſſes angenommen.
Für dieſe Faſſung ſtimmten dann in 3. Leſung
Nationalſozia=
liſten, Sozialiſten und Kommuniſten, dagegen die Mittelparteien,
nämlich 395:144 Stimmen, bei 4 Enthaltungen. Die
verfaſſungs=
ändernde Mehrheit iſt damit ſichergeſtellt.
Die Tagesordnung war damit erledigt.
Der Staatsſekretär der Reichskanzlei, Dr. Planck, gab dann
folgende
Neurath überreicht den Gegnern
eine Adie.
EP. Genf, 9. Dezember.
Die Genfer Abrüſtungs= und Gleichberechtigungs=Geſpräche,
die heute unter dem Vorſitz Macdonalds zwiſchen den fünf
Großmächte=Vertretern fortgeſetzt wurden haben bisher zu
keinem Fortſchritt geführt. Die Verhandlungen bewegen ſich
immer um den gleichen Punkt, die Frage der Tragweite der
Gleichberechtigung, und gehen in der Form von Gegenfragen vor
ſich, mit denen jede Partei der anderen das entſcheidende Wort
zuſchieben will. Eine Gegenfrage von Paul=Boneour wurde
von Baron von Neurath durch die Ueberreichung eines
ſchriftlichen Aide=Mémoire beantwortet, in dem außer den ſchon
in der deutſchen Note vom 29. Auguſt enthaltenen Anſprüchen
Deutſchlands gewiſſe Beſtandteile des erſten Teils
der engliſchen Regierungserklärung über die
Anerkennung der theoretiſchen
Gleichberech=
tigung zu einer Antwort zuſammengefaßt
wur=
den Macdonald verſucht bei den Beſprechungen,
an=
ſcheinend infolge gewiſſer in Paris zuſtandegekommenen
fran=
zöſiſch=engliſcher Vereinbarungen in der
Kriegs=
ſchuldenfrage, auf den deutſchen Vertreter im Sinne
der franzöſiſchen Haltung einzuwirken. Das
nächſte Wort hat jetzt Frankreich, das ſich über ſeine
Stellung=
nahme zu dem vom Reichsaußenminiſter überreichten Aide=
Mémoire äußern muß. Soweit ſich bis jetzt vorausſehen läßt,
dürften die Geſpräche noch eine Weile weitergehen, weshalb
Reichsaußenminiſter von Neurath über ſeine Abreiſe aus Genf
noch keine Beſchlüſſe gefaßt hat.
Der Völkerbundsrat beſchäftigte ſich heute mit der polniſchen
Agrar=Reform und nahm einen Bericht des eingeſetzten Dreier=
Ausſchuſſes entgegen, der gewiſſe Löſungsmöglichkeiten für den
Konflikt vorſchlägt. Der Bericht ſtellt feſt, daß ein offenbarer
Mißbrauch mit der polniſchen Agrar=Reform getrieben wurde und
die deutſchen Minderheiten imn Polen
einſeitig benachteiligt worden ſind, beſchränkt ſich aber darauf,
lediglich für die Zukunft einige allgemeine Richtlinien
aufzu=
ſtellen, ohne das bereits geſchehene Unrecht wieder gutzumachen.
Reichsaußenminiſter von Neurath wies in einem
aus=
führlichen Expoſé die Mängel dieſes Berichtes nach und betonte,
die früheren Abmachungen ſeien von der polniſchen Regierung
ganz anders ausgelegt worden, als die deutſche Regierung dies
hätte erwarten können. Die jetzt vorgeſchlagene Löſung geſtatte
nicht, den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen und die
Mängel des Minderheitenſchutzverfahrens zu beſeitigen. Neurath
bewies mit umfangreichem Zahlenmaterial, daß die polniſche
Agrar=Reform einen Verſuch darſtelle, die
deutſche Minderheit zu entwurzeln, und erklärte
Namen Olindo Lovael, der plötzlich als „Kunſthändler” auftaucht
und den Neid der Konkurrenz erregt. Die Händler, die ohne
Kennt=
nis mit den von Wacker gelieferten Machwerken Geſchäfte machten;
die Experten, die im gutem Glauben, aber allzu leichtfertig die
Atteſte gaben und die Experten, die zugleich händleriſche Intereſſen
vertraten, wie die holländiſchen Beteiligten; und ſchließlich die
„Kunſtfreunde” ſelber, die ſtolz die Schönheiten „ihres” van Gogh
repräſentierten und ihn entrüſtet in die Ecke ſtellten, als es
heraus=
kam, daß ſie ſich Fälſchungen an die Wand gehängt hatten. Sie alle
ſind Figuren einer Zeitkomödie, die zu ſchreiben ſich lohnen würde.
Nur einer hat mit dieſem Spiele nichts zu tun, der ihm doch
den Namen gab: Vincent van Gogh ſelber. Er würde, lebte er noch,
dieſe Komödie gar nicht begreifen können, die hier unter
Miß=
brauch ſeines Werkes und Namens mit ihm getrieben wurde.
Vincent, deſſen Leben nur Entbehrung und Hunger und heroiſcher
Kampf war, für deſſen Bilder niemand hundert Franken geben
wollte, Vincent, der keinen auch noch ſo beſcheidenen Platz im
Leben fand, weil er Ernſt machte mit ſeiner Kunſt und weil er
Ernſt machte mit ſeiner Menſchenliebe. Vincent, der durch das
Unverſtändnis der Zeit hinaufgetrieben und hinaufgemartert
wurde in immer größere Selbſtverſtrickung, weil er kein Echo fand
und keine verſtehende Liebe. Vincent, der ſich dann eine Kugel in
den Leib ſchoß und dem Freund und Maler Gauguin ſchreibt:
„Mein lieber Meiſter, es iſt würdiger, nachdem ich Sie gekannt
und gekränkt habe, bei voller Geiſtesklarheit, als in einem
ent=
würdigendem Zuſtand zu ſterben.”
Vincent, der heroiſche Menſch, der Schöpfer lodernder
Farben=
ſymbole, der Kierkegaard der neuen Malerei — er hat in dieſer
Komödie, die ſich um ſein Werk abſpielte, keinen Platz. Das gibt
dem Spiel, in dem ein Stück Zeitgeſchichte noch einmal qualmend
aufzuckte, den verſöhnenden Schimmer. Denn der Geiſt des
Schöpfe=
riſchen iſt unantaſtbar und ſein Geheimnis kann auch durch Lärm
und Verzerrungen der Nachwelt nicht berührt werden.
* Ueber Alker und Bedeukung
der altchineſiſchen Bronzen
ſprach am Donnerstag abend auf Einladung des China=
In=
ſtituts in Frankfurt der Direktor des Berliner Völkermuſeums.
Prof. Dr. Otto Kümmel. Prof. Kümmel gilt als der beſte
Kenner dieſes Gebiets, es iſt alſo überflüſſig, die überlegene
Sach=
kenntnis und Stoffbeherrſchung ſeines Vortrags zu rühmen,
zu=
mal derſelbe faſt den Charakter einer fachwiſſenſchaftlichen Er=
„Die Reichsregierung iſt entſchloſſen, Maßnahmen für einn
beſondere Winterhilfe zu treffen, ſoweit die Kaſſenlage es erlaubn
(Unruhe links.) Sie wird ſich bemühen, im Ausſchuß zu eine=
Verſtändigung mit den Parteien über das Ausmaß dieſer Aktion
zu gelangen.”
Vizepräſident Eſſer ſchlägt vor, daß der Reichstagspräſidem
ermächtigt wird, im Einverſtändnis mit dem Aelteſtenrat deu
Termin der nächſten Sitzung zu beſtimmen.
Abg. Löbe (Soz.) erwidert, die Erklärung des
Regierungs=
vertreters über die Winterhilfe ſei ſo unbeſtimmt, daß der
Reichs=
tag ſich dadurch ſein Mitbeſtimmungsrecht nicht nehmen laſſen
ſollte. Er beantragt daher Feſtſetzung der nächſten Sitzung am
kommenden Montag, mit der Tagesordnung: 3. Leſung der
Wiw=
terhilfsgeſetze und Entgegennahme einer Regierungserklärunx=
Nebenbei erſuche er die Regierung, ſich nicht ſo mangelhaft wit
bisher (Zurufe: Gottheiner!) durch einen Herrn vertreten zu loh=; 1De Ab
ſen, der als Vertreter des Reichskanzlers v. Papen beim Staatss/ —de Annahl
gerichtshof in Leipzig eine Rolle geſpielt habe, die ihn zur Verz
eint uns.
tretung der Reichsregierung beim Reichstag nicht
qualifizier=
für abwer
(Lebhafter Befall links.)
Abg. Torgler (K.) beantragte gleichfalls, die nächſſt
Sitzung am Montag abzuhalten und außer der Winterhilfe deufch 65
Mißtrauensvotum zur Abſtimmung zu bringen.
Tatſ
Bei der Abſtimmung wurden die ſozialdemokratiſchen und kom=
nur
muniſtiſchen Anträge auf Abhaltung einer Montagsſitzung abgz.ſe ſelaohhieh.
aten Parte
lehnt und der Vorſchlag des Präſidenten angenommen.
Schluß der Sitzung 20.45 Uhr,
zurückgeſ
ſichten in al
iinechen.
m Kampf.
zum Schluß, er halte es für unmöglich, daß der Rat f,/id
mit der in dem vorliegenden Bericht vorgeſchlagene
Methode begnüge. Er für ſeinen Teil könne de
halb den Bericht nicht annehmen. — Durch
do=
deutſche Ablehnung war der Bericht hinfällig geworden, und der
Völkerbundsrat beſchloß, die Angelegenheit an den Dreier=
Auz=
ſchuß zurückzuverweiſen.
Im Mandſchurei=Konflikt wurde heute der Vö.
kerbundsvollverſammlung ein Entſchließung
entwurf des Büros der Verſammlung zur Abſtimmung
vSi=
gelegt und auch von der Verſammlung einſtimmig an
genommen. Dieſer Entſchließungsentwurf ſieht vor, daß Brßunt
19er Ausſchuß des Völkerbundes beauftragt wird, den Lyttoy=/.
bericht, die Stellungnahme der betroffenen Partei ſowie Be
aus der Verſammlung gemachten Anregungen zu ſtudieren, und
ſtm beſtritten
dieſer B.
Hit!
der Völkerbundsverſammlung raſchmöglichſt Vorſchläge für ei.
friedliche Regelung des Streitfalles zu unterbreiten. Damit ſt
die Behandlung des Mandſchureikonflikts wiesrſ
in die Hände des 19er Ausſchuſſes zurückgeleg
der am Montag nächſter Woche mit ſeinen Beratungen beginnu)
wird.
Enkmilikariſierke Zone
11
TU. Paris, 9. Dezember
ubruch gekomm
äfte nebenein
Die Donnerstagausſprache in Genf und die Antwort, Di Richstag wur
von Neurath auf die von dem franzöſiſchen Vertreter PauſhMa
Bonegur vorgebrachte Frage über die „Auslegung der Glef. Spr
berechtigungsforderung Deutſchlands erteilt hat, findet in ein—ſſrle d
Teil der Pariſer Preſſe eine ſehr unfreundliche Aufnahme. Au
der Haltung des Reichsaußenminiſters, meint der „Matin”, gelihn
hervor, daß Deutſchland die Verhandlungen hinter den Kulieſjügung g
mit der Hoffnung in die Länge ziehen wolle, daß in Frankre”ſie ſo wird
eine politiſche Neuorientierung eintreten werde. Auf der ander ſutungen W.
Seite gehe die deutſche Abordnung aber auch wohl wiſſentll inzweifelb
jeder Aeußerung über die nähere Auslegung der Gleichberehlſick ſchwer
tigungsforderung aus dem Pege. Das Blatt will den Gruiſſoegung ri
dafür aus gewiſſen Indiskretionen der der Wilhelmſtraße na ſſ chon ſeit
ſtehenden Kreiſe ſchöpfen können, wonach die Reichsregt Mic in ſeinem
rung als eine natürlicheFolge derAnerkennu ) dß er von
der Gleichberechtigung die Aufhebung der em /i ſtund gere
militariſierten Zone betrachtet. Die RüſtungFte var daß
gleichheit müſſe nach deutſcher Auffaſſung das Recht ein
W Schwenkun
Landes einſchließen, ſeine Soldaten unmittelbar hinter E.
Landesgrenzen aufzuſtellen. Von Frankreich würde ein diſſſ
artiges Zugeſtändnis ſchwere Opfer fordern. Für die europäify Mlitiſ
Wirtſchaft bedeute es außerdem eine Verſchlechterung der geg al. icen
wärtigen Kriſe und eine Hinausſchiebung der Beſſerung ab/ nach de
unbeſtimmte Zeit. Die entmilitariſierte Rheinlandzone ſtelle M Sſgen
gegenwärtigen Augenblick die einzig kontrollierbare Sicherkd Liiaſſ
Gon de
dar, über die Frankreich gegenüber Deutſchland verfüge.
Alles.
örterung hatte und ſomit einige Vertrautheit mit dem behandel
Gegenſtand vorausſetzte. Andererſeits gehören die altchineſiſche
Bronzen zum Höchſten, was Gerätekunſt und Kunſtgewerbe je
ſchaffen hat, und haben ſomit Anſpruch auf ein allgemeines In
tereſſe der Gebildeten, wenn ſich auch dieſes Intereſſe, nicht ſpIN
cusſchließlich, wie der Vortrag es tat, auf die ſpeziellen Frag=
der Datierung und Echtheit der Stücke beſchränken wird. Immi
hin war es von hohem Reiz, einmal von den archäologiſchen 2n
ſtilkritiſchen Methoden des Forſchers einen Begriff zu bekommo
dazu kamen eine Reihe vorzüglicher Lichtbilder, die eine Ahnru
von der majeſtätiſchen Schönheit dieſer Bronzen und den gr
artigen Leiſtungen chineſiſcher Gerätekunſt vermittelten.
Unter Verzicht auf ein ſtrengeres Referat ſeien hier ein?
Hauptpunkte der Ausführungen Prof. Kümmels wiedergegeben.
iie e
zur Folge
Es iſt trotzd
e inem Strange
euiriedenheit, die
wu der letzten
den
noch heute iſt wenig in öffentlichen Sammlungen zu finden, 2nd
Erſt um 1900 wurden die erſten Stücke altchineſiſcher Bronzen 2ol
Japanern nach Europa, das vorher nur zweifelhafte Exempl a
beſaß, gebracht, ſeit 1910 kamen ſie dann in ganzen Scharen, a.e
das meiſte in Privatbeſitz. Gegen Alter und Echtheit diee
Bronzen, die man anfänglich unbedenklich ins zweite vorchr
liche Jahrtauſend verlegt hatte, ſind eine Reihe von wiſſenſchel
lichen Bedenken erhoben worden. Man hat verſucht, ſie von M
antiken Gorgonenmaske, oder dem Löwenhaupt abzuleiten, won
ſie alſo in die letzten Jahrhunderte vor unſerer Zeitrechnung O
wieſen worden wären. Andere Forſcher beſtritten eine ſo fru
Bronzekultur Chinas und erklärten die angeblich archaiſcke
Bronzen für eine Fälſchung und freie Erfindung für die Su i
Kaiſer oder aus der Zeit um Chriſti Geburt. Nun beſitzen v
aber Tauſende dieſer alter Bronzen, und da ſich nur ein Bruch 1.
erhalten haben kann, müſſen Zehntauſende exiſtiert haben.
dem äußerſt durchgebildeten Staatsweſen, das China damals
ſaß, iſt es aber eine abſurde Annahme, daß dieſe Unzahl 10
Bronzen geheim hätten gegoſſen werden können.
Sind ſomit die jüngſten Angriffe der europäiſchen Wiſſenſchi
gegen die Echtheit dieſer Stücke nicht ſtichhaltig, ſo ſind andrerſei
die alten geſchichtlichen und literariſchen Quellen Chinas nicht vI
beweiskräftig. In dem erſten kunſtgeſchichtlichen Werk aus D‟
6, nachchriſtlichen Jahrhundert werden die Bronzen mit keirn
Wort erwähnt. Ein Werk aus dem 11. Jahrhundert kennt u
Stücke von mäßigem Alter, und erſt im 12. Jahrhundert ſind, II
einmal die alten Bronzen in ihrer ganzen Glorie da. Je weiſ
man alſo von ihnen entfernt iſt, deſto mehr weiß man anged
von ihnen.
Auf ſo unſicherem Grund errichtete der Vortragende dann
wiſſermaßen die Grenzpfähle, zwiſchen denen mit Sicherheik
Entſtehungszeit dieſer Erzeugniſſe liegt. Nach unten zu begrernn
r ſie durch die Han=Zeit (200 v. Chr. bis 200 n. Chr.). Wir ken /
Samstag, 10. Dezember 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Revole un Biel.
Auch Goktfried Zeder gehl in Urlanb. — Der Richkungskampf um die Linie der NSDAP.:
Ales oder nichts”- Skandpunkk oder Verſuch der Berwirklichung des nakionalſozialiſtiſchen Programms.
hikler vor ſchwerwiegenden
Enkſchei=
wungen ain oie eingeit der Purtel.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
* Die Abſage Gregor Straſſers an Adolf Hitler hat bei
vie=
die Annahme ausgelöſt, daß in der nationalſozialiſtiſchen
tganiſation jetzt ernſte Erſchütterungen zutage treten würden.
ſcheint uns, als ob Adolf Hitler noch in letzter Sekunde die
ffahr abwenden konnte. Die Parteileitung der NSDAP.
be=
gigt ſich offiziell mit Dementis, die zur Klärung keinesfalls
bei=
rgen. Es iſt daher nicht leicht, in die Zuſammenhänge
hinein=
pehen.
Die Tatſache, daß Gregor Straſſer an Adolf Hitler
m bekannten Brief geſchrieben hat, worin er ſeine
ge=
ſm ten Parteiämter niederlegt, wird ernſthaft wohl
m beſtritten werden können. Fragt ſich allerdings,
udieſer Brief heute noch beſteht! Man erzählt ſich,
18 Adolf Hitler den Brief poſtwendend an
Straſ=
ſt zurückgeſandt und ihn gebeten habe, nach
Weih=
juchten in aller Ruhe die Gegenſätze mit ihm zu
ſſprechen.
Inzwiſchen hat Straſſer Gefolgſchaft erhalten: Gottfried
tfder, der Vorſitzende des Reichswirtſchaftsrats der NSDAP.
o gleichzeitig der Verfaſſer ihres Wirtſchaftsprogramms — von
m ſtammt das geflügelte Wort von der „Brechung der
Zins=
nchtſchaft” — hat den gleichen Schritt getan: er hat Adolf
otler in einem Brief ebenfalls um einen
mehr=
ſüchigen Urlaub erſucht. Anders wie Straſſer, hat Herr
cer dafür geſorgt, daß der Inhalt ſeines Briefes nicht völlig
wekannt blieb: In dem Brief fragt Feder den Parteiführer,
ludie von Hitler beabſichtige Auflöſung der
ſyuptabteilung I — Wirtſchaft — der NSDAP.
ſud der Ingenieur=Techniſchen Abteilung, deren
ſcter Feder iſt, als endgültige Maßnahme anzuſehen
ſt Feder weiſt darauf hin, daß dieſe Maßnahme als
Ver=
hht der NSDAP. auf ihr wichtigſtes
Gegen=
ſpitsziel „Arbeit und Brot” angeſehen und eine
ugeheure Abwanderung der Wählermaſſen,
ſwie eine Gefährdung der Stoßkraft der
Par=
ſt zur Folge haben werde.
Es iſt trotzdem ſchwer, zu glauben, daß Feder und Straſſer
neinem Strange ziehen. Es ſcheint mehr, daß die allgemeine
ürufriedenheit, die ſich in der Umgebung Adolf Hitlers
wäh=
ſad der letzten Monate entwickelt hat, jetzt plötzlich zum
1Wbruch gekommen iſt, und daß hier verſchiedenartige
fäfte nebeneinander, vielleicht auch gegeneinander wirken.
40 Reichstag wurde noch eine ganze Reihe von anderen bekann=
FNationalſozialiſten genannt, die mit Straſſer ebenfalls auf
In Sprunge ſtehen ſollten. Geſprochen wurde von Oberſt
l5erl; dem Leiter des nationalſozialiſtiſchen Arbeitsdienſtes
n Siedlungsweſens, von Dr. Frick und dem Abg. Stöhr.
ar Frick ſoll Adolf Hitler den Fraktionsvorſitz zur
Härfügung geſtellt haben. Wenn auch ein Dementi vor=
Uft, ſo wird man dennoch abwarten müſſen, was an den
Be=
ſuptungen Wahres iſt oder war.
Inzweifelhaft iſt, daß Adolf Hitler im
Augen=
bick ſchwer um die Einheit ſeiner Partei und
zwegung ringen muß. Es rächt ſich an ihm, daß er
lüſchon ſeit dem Juli d. J. von den verſchiedenen Meinungen,
ſiſich in ſeinem Führerkorps gebildet haben, hin und her zerren
An, daß er, von außen geſehen, nicht immer der Führer,
ſon=
den oft und gerade in den entſcheidenden Augenblicken der
Ge=
fite war, daß er keinen geraden Kurs mehr einhielt, aber auch
Ene Schwenkung vertreten wollte. Dadurch hat ſich um ihn eine
Füe von Spannungen angeſammelt, die aus perſönlichen
hud politiſchen Verſtimmungen verſchiedenſter Art
kutanden ſein mögen, die aber doch letzten Endes auf eine
ſage nach dem Weg zurückzuführen ſind, den die Partei
ſoerfolgen hat.
Straſſer gilt — mit Recht — als Führer jener
ſppe, die ſich von dem Verharren auf dem lange eingenomme=
M„Alles= oder Nichts=Standpunkt” nach den
letzten Wahlen nichts mehr verſprechen. Er iſt
Sozialiſt, aber auch Realpolitiker, und eben weil er Sozialiſt iſt,
will er die Erwartungen der breiten Maſſen erfüllen. Dazu aber
ſieht er nur eine Möglichkeit — wenn ſie nicht dem
Kommunis=
mus in die Arme getrieben werden ſollen —, wenn die Partei
auf das Prinzip der Ausſchließlichkeit verzichtet, wenn ſie in die
Regierung geht und dazu die Unterſtützung anderer Parteien
ſucht, anders herumgeſprochen, iſt es die Auseinanderſetzung
zwi=
ſchen Realpolitik und Ideologie. Hitler ſteht alſo heute vor der
entſcheidenden Frage, ob er den Nationalſozialismus als reine
Bewegung halten will, die ſich damit begnügt, Unzufriedene zu
ſammeln und auf den Augenblick zu warten, bis man die
Mehr=
heit hat, oder ob er aus dem Vertrauen der Millionen, die für
ihn ſtimmten, die Verpflichtung ableitet, ſich in die
Staatsver=
antwortlichkeit einzuſchalten, auch wenn er hundertprozentig nicht
durchkommt.
Hitler ſelbſt ſcheint die Abſicht zu haben, die
Entſcheidung bis ins neue Jahr zu vertagen. Er
wird aber wohl mit Schrecken feſtgeſtellt haben, wie weit die
innere Spannung auch unter ſeinen engſten Mitarbeitern ſchon
gediehen iſt. Wenn ein Feder, der vom erſten Tage an mit ihm
arbeitete, der nach ſeinen eigenen Worten den Katechismus der
Bewegung ſchrieb, ihm untreu zu werden droht, wenn Gregor
Straſſer, willensmäßig einer ſeiner ſtärkſten Mitarbeiter, der als
Organiſationsleiter eigentlich ſeine rechte Hand war, ſich
zurück=
zieht, dann läßt ſich nicht mehr verheimlichen, wie kritiſch die
Lage iſt.
In dieſem Zuſammenhang iſt es nun aber mehr als ein
Symptom, wenn Dr. Goebbels in ſeinem Berliner „Angriff”
mit verächtlicher Handbewegung von „einem Gregor
Straſ=
ſer” ſpricht und ihm nachſagt, daß er „um den Preis von
Miniſterſeſſeln das Programm der Partei an
den Marxismus oder an die Reaktion verraten”
wolle. Der „Angriff” hat zwar dieſe Notiz ſpäter
wie=
der zurückgezogen, wahrſcheinlich auf unmittelbare
Anweiſung Hitlers ſelbſt, aber die, gelinde geſagt,
Un=
freundlichkeit iſt doch einmal öffentlich ausgeſprochen und läßt
über den Grad der Freundſchaft unter den oberſten Führern
er=
kennen, daß die Meinungsverſchiedenheiten die
Grenzen deſſen, was innerhalb einer Partei
überhaupt tragbar iſt, weit überſchritten haben.
Eine unmittelbare Folge der
Führerſtreitig=
keiten iſt es, daß die Dinge in Preußen ins Stocken
ge=
raten ſind. Der Landtag iſt zum 14. Dezember noch einmal
berufen, aber die vorgeſehene Wahl des
Miniſterpräſi=
denten iſt von der Tagesordnung abgeſetzt. Sie
wird früheſtens im nächſten Jahre vom Stapel laufen können.
Gregor Straſſer hat die Verhandlungen mit dem Zentrum
geführt, iſt von Hitler desavouiert worden, offenbar ſo
weit, daß nicht mehr er, ſondern Reichstagspräſident
Goering als Miniſterpräſident für Preußen in
Ausſicht genommen iſt. Damit aber ſteht das Zentrum,
das ſich offenbar als Beauftragter Schleichers fühlt, vor einer
neuen Situation, und muß feſtſtellen, daß die Nationalſozialiſten
beſtenfalls eine Löſung in Preußen ſuchen, ohne irgendwelche
Rückwirkungen auf die Reichspolitik. Dazu will ſich das Zentrum
aber nicht hergeben, was ſich aus den Zentrumsſtimmen ganz
deutlich ergibt.
Handwerkskammer und Unkerſuchungsausſchuß.
Die Handwerkskammer nimmt zu den Verhandlungen im
Unterſuchungsausſchuß des Landtags wie folgt Stellung:
Die Handwerkskammer hat ſich wegen der Art der
Zeugenvernehmung an den Vorſitzenden des
Unter=
ſuchungsausſchuſſes gewandt. Die Ladung weiterer, mit der
geſamten Materie vertrauter Perſonen wurde
gefordert.
Die von einigen Zeugen dargelegten Einzelheiten entſprechen
zudem in weſentlichen Punkten vielfach nicht den Tatſachen So
ſind insbeſondere Darlehen aus der Rhein=Ruhrhilfe nicht an
Beamte oder andere Perſonen im unbeſetzt geweſenen Gebiet
gewährt worden.
Im übrigen behält ſich die Handwerkskammer ihre
Stel=
lung zu den gemachten Ausſagen vor.
Nr. 343 — Seite 3
Auftaf oes Beutſchen Hanolalsereing.
Für Freiheit und Ordnung.
für ſachliche und ſelbftloſe Arbeit!
Aus Anlaß der Bildung der neuen Reichsregierung nimmt
der Deutſche Nationalverein in einem Aufruf an das deutſche
Volk zur politiſchen Lage Stellung.
Durch die Betrauung der neuen Reichsregierung, heißt es
in dem Aufruf, ſei die politiſche Atmoſphäre in Deutſchland
bereinigt worden. Nun ſei es die Aufgabe des
Reichs=
tags, zur Verhütung des drohenden
Verfaſ=
ſungskonflikts und zur gemeinſamen
Ueber=
windung der Wirtſchaftskriſe die dargebotene
Hand zuergreifen undparteipolitiſche Wünſche
zurückzuſtellen.
Wörtlich heißt es dann weiter: „Aufgabe des
deut=
ſchen Volkes und aller verantwortungsbewußten
Volks=
bürger iſt es, eine ſolche Haltung der Volksvertretungen und der
Parteien durch ein entſchloſſenes Bekenntnis zur
Wah=
rung der Staatsautorität und
Verfaſſungs=
wahrheit; zur ſelbſtloſen Einordnung in die
zur Rettung von Staat, Wirtſchaft und Kultur
erforderlichen ſachlichen Maßnahmen,
ins=
beſondere der Arbeitsbeſchaffung zur Idee des
ſozialen Friedens und Fortſchritts zu
erzwin=
gen. Millionen deutſcher Volksbürger und
Volksbürgerinnen, die Ihr enttäuſcht durch den
erfolg=
loſen Hader der Parteien, angewidert durch die Zügelloſigkeit
eines ideenloſen Radikalismus, eingeſchüchtert durch den Terror
brutaler Mächte der Straße. Euch in den Schatten des
öffent=
lichen Lebens geſtellt fühlt, Eure Stunde hat geſchlagen!
Her=
aus aus dem Schatten, an Euch iſt es, durch
Zuſammen=
ſchluß und einmütiges Bekenntnis zur Sache der Freiheit
und Ordnung, der ſachlichen und ſelbſtloſen
Arbeit den Ausſchlag zu geben: gegen Revolution
und Reaktion, gegen Bürgerkrieg und
Partei=
diktatur für eine beſſere Zukunft! Schließt die
Reihen! Tretet an unſere Seite! Mit Hindenburg für
Deutſchlands Rettung!
Kriegsverraksprozeß Jäger vor dem Reichsgerichk.
Leipzig, 9. Dezember.
Nach achttägiger Unterbrechung wurde heute unter ſtarker
Teilnahme ehemaliger Kriegsteilnehmer der am 2. Dezember
unterbrochene Prozeß gegen den Kraftfahrer Auguſt Jäger aus
Erfurt, der den erſten deutſchen Gasangriff bei Langemarck
am 14. April 1915 als Ueberläufer den Franzoſen verraten
haben ſoll, vor dem Vierten Strafſenat des Reichsgerichts
fortgeſetzt. Aus einem an den Reichsanwalt gelangten
Schrei=
ben der Zentralnachweisſtelle Spandau geht hervor, daß Jäger
nach ſeiner Rückkehr aus der Gefangenſchaft den ihm
vor=
gelegten Fragebogen mit falſchem Dienſtgrad ausgefüllt hat.
Ein neuer Verhandlungstermin wurde auf den 16. Dezember
anberaumt.
Japaniſcher Angriff auf Jehol.
TU. Tokio, 9. Dezember.
Wie die Telegraphen=Agentur „Schimbun Rengo” meldet,
hat der Angriff der japaniſchen Truppen auf die Provinz Jehol
begonnen. Japaniſche Flugzeuge bombardierten die Stadt
Tſcha=
nabao, nordweſtlich von Schanhaikwan. Nach Auffaſſung des
japaniſchen Oberkommandos iſt dies ein wichtiger Punkt für die
freiwilligen Truppen, die die Provinz Jehol verteidigen wollen.
Aus Mukden wird gemeldet, daß mit der Einſtellung der
mili=
täriſchen Operationen in der Nordmandſchurei die Kämpfe in
Schanhaikwan begannen. Die japaniſchen Garniſonen in
Schan=
haikwan und Suitſchung haben Vorſtöße gegen die Freiſchärler
unternommen und dieſen an der Grenze der Provinz Jehol eine
Niederlage beigebracht.
Ausreiſeerlaubnis für General Supingwen
nach Europa.
TU. Moskau, 9. Dezember.
Wie die Telegraphen=Union aus gut unterrichteter Quelle
erfährt, hat die Regierung der Sowjetunion dem internierten
Führer der chineſiſchen Freiſchärler, General Supingwen, geſtattet,
das Gebiet der Sowjetunion zu verlaſſen und nach Europa zu
reiſen. Der General äußerte den Wunſch, nach Moskau zu
rei=
ſen und von dort Deutſchland und andere europäiſche Länder,
darunter auch England zu beſuchen. 3000 ſeiner Soldaten
er=
hielten das Recht, ſich in der Sowjetunion anzuſiedeln.
9 Bronzen aus der Han=Zeit genau und können uns bei
auf=
ſakſamer Betrachtung davon überzeugen, daß ſie mit den
ar=
ſſaiſchen Erzeugniſſen nichts zu tun haben. Die Stücke dieſer
ſpä=
en Zeit (Dreifuß=Töpfe. Räuchergefäße, Waſchkannen,
Schmink=
itzen uſw.) weiſen eine Ornamentik auf, die nur fürs Auge da
ſud der keine tiefere Bedeutung mehr innewhnt; der praktiſche
ſeck ſteht im Vordergrund, das Ornament iſt nur mehr
Ver=
ſung. Demgegenüber iſt das Ornament archaiſcher Bronzen voll
tiſchen Ausdrucks, von ſtärkſter ſymboliſcher Ausdruckskraft, und
er Lebendigkeit der Ausſage, die auf überſinnliche Vorſtellungen
ſweiſt.
Nicht ſo beſtimmt läßt ſich die zeitliche Begrenzung gegen die
leit vornehmen, hier bleiben die Grenzen flüſſig und reichen
Rleicht ins zweite Jahrtauſend und in noch größere zeitliche
fine zurück. Mit ziemlicher Sicherheit aber läßt ſich für unſere
unzen die Einordnung in die Spanne von 1000—250 v. Chr.
unehmen.
Die Spannung, mit der die Zuhörer dem Vortrag lauſchten,
* groß; ſei es nun, daß ſie die ſcharfſinnige Beweisführung des
ßen Kenners bewunderten, ſei es, daß ſie von der erſchüttern=
Ausdruckskraft der alten chineſiſchen Bronzen gebannt waren.
Dr. Herbert Nette.
Aroßes Haus. — Freitag, den 9. Dezember.
„Tosc0‟
Muſikdrama von Puccini, Text von Illica und Giacofa.
Die heutige Beſetzung der drei Hauptrollen gab der
Wieder=
ahme dieſer Oper ein weſentlich neues Geſicht. Den Cara=
)oſſi hatte an Stelle des erkrankten Joachim Sattler der
esbadener Tenor Laurenz Hofer übernommen und legte
ge ein. Er hat ein ſchönes, auf baritonaler Grundlage ſicher
gebautes Material, das zwar noch ausbildungsfähig, heute
* viele glänzende Töne beſitzt, und eine glückliche Mitte
zwiſchen lyriſcher und dramatiſcher Farbe. Die Darſtellung
äußerſt temperamentvoll; die Geſamtleiſtung durchaus
be=
d gend und erfolgreich.
Elſa Kment hatte in der Toska ihre ſeither beſte Rolle
An den. Fehlte ihr auch das für eine Toska weſentliche
ment, das ſtarke überſchäumende Temperament, ſo vermochte
ihre Darſtellung mit einer ſo ſchönen Weiblichkeit und
Dmer innerer Teilnahme zu erfüllen, daß auch dieſe Charak=
teriſierung glaubhaft ſchien. Ihre große, in der Höhe in der
Tat ſieghafte Stimme, die ſie einzuſetzen hat, wurde heute durch
manche Schattierung und Farbe belebt. Geſang und Spiel, im
Einklang mit ihrer pompöſen Erſcheinung, hinterließen ſehr
ſympatiſche Eindrücke.
Auch Siegfried Urias hatte heute ſeinen erſten guten Tag.
Er ſcheint in der nicht=deutſchen Oper ein Betätigungsfeld zu
beſitzen. Aber da gibt es nicht viele Rollen für den
Helden=
bariton. Für den Scarpia kam ihm gerade das zugut, das ſonſt
zu tadeln war: Vorherrſchen des Verſtands, kühle Empfindung,
Theatralik der Darſtellung. Sein ſtimmliches Material ſchien
mir heute mehr als ſeither dramatiſch in Klang, Farbe und
Behandlung. Die Darſtellung, unterſtützt durch geeignete
Er=
ſcheinung und Maske, wurde ſtark veriſtiſch durchgeführt und
ging bis hart an die Grenze des an unſerer Bühne Erträglichen.
Sie wurde durch eine ſaubere geſangliche Leiſtung teils
aus=
geglichen, teils vervollſtändigt. Eine Leiſtung von Format. In
kleinen Rollen fügten ſich die Herren Kuhn Schlüter,
Vogt Ritzhaupt, auch die Chöre, wie immer
lobens=
wert, ein.
Dr. Schmidt=Iſſerſtedt iſt dem Werk ein
fein=
fühliger, beſchwingter, zuverläſſiger Leiter. Es läßt ſich denken,
daß die Aufgabe nicht leicht war, vier neue Darſteller, darunter
einer von fremder Bühne, bei wenig oder keiner Probe,
gleich=
zeitig mit einem anſpruchsvollen Orcheſterpart zu überwachen
v. H.
und zu führen. Er hat ſie glänzend gelöſt.
Kleines Haus. — Freitag, den 9. Dezember.
„Der Muſtergalte‟
Schwank von Avery Hopwood.
Nach dem einleitenden Geplauder des erſten Aufzuges
be=
ſchäftigt ſich der zweite Akt damit, zu zeigen, wie man einen
Schwips bekommt, worauf der Dritte die Bekämpfung des
Katers vorführt.
Der Schwips nämlich iſt das Mittel, durch das der
allzu=
brave „Muſtergatte” das Intereſſe und die Liebe ſeiner
Frau erwecken möchte. Damit das Mittel auch tüchtig wirkt,
greift er ſogleich zum Doppel=Schwips; d. h. er verſetzt
ſich den Schwips gemeinſam mit der Muſtergattin ſeines beſten
Freundes, die auf dieſem Wege gleichfalls Intereſſe, Eiferſucht
und Liebe des Ehemannes hervorzurufen trachtet.
Der Schwips wird recht umſtändlich durch einen Coctail
erzeugt, der aus einer planloſen Miſchung ſtärkſter Getränke
zuſammengegoſſen wird. Ich möchte für ſolche Zwecke
Munke=
punkes ausgezeichnetes „Coctail= und Bowlenbuch” empfehlen,
das überhaupt auf keinem coctailbedürftigen Weihnachtstiſch
fehlen ſollte!
Abgeſehen von dieſer fachmänniſchen Ausſtellung, zeigt ſich
der „Muſtergatte” als ein heiterer, wirkungsvoller Schwank,
der die Eigenart hat, daß entgegen der ſonſtigen Regel, der
letzte Aufzug der beſte iſt. Wird in den beiden erſten etwas
viel in der Ebene geplaudert, ſo wirbelt der Schlußakt Menſchen
und Geſchehniſſe ſo toll durcheinander, daß die Stürme der
Heiterkeit nicht nachlaſſen.
Schwips und Kater führte Karl Paryla in allen Stufen
der Entwicklung vor. Der ungewohnte Smoking ſtand ihm nicht
ſchlecht; der revolutionäre Schopf war in geordnete Friſeur=
Bahnen gelegt; kurz, er war ein ſehr amüſanter und luſtiger
Geſellſchaftsmenſch geworden. Als „Muſtergattin” ſekundierte
ihm Lilli Palmer recht nett.
Die der Muſtergatten müden Ehehälften waren Beſſie
Hof=
farth und Hermann Gallinger: erſtere glänzende
Geſell=
ſchaftsdame, ſcharmante Gattin, ſtrahlend in dem großen
Abend=
kleid aus weißer Seide unter dem goldblonden Haar letzterer
eine Quelle ſprudelnder Laune und temperamentvoller Eiferſucht.
Als hoffnungsvolle „Morgenröte” ging die begabte Mine
Corinth dem leidenden Ehegatten wie im Spiel der Bühne
auf.
Das gutunterhaltene Haus dankte den Spielern und dem
Spielleiter A. M. Rabenalt mit lebhaftem Beifall. Z.
* Bengt Berg: „Meine Jagd nach dem Einhorn.” Mit 65
ganz=
ſeitigen Bildern, nach photographiſchen Aufnahmen des
Ver=
faſſers. Verlag Rütten u. Loening, Frankfurt a. M. In Leinen
6,50 RM.
Von Bengt Berg ſind wir ia Ueberraſchungen gewöhnt; das
Buch, das er uns dieſes Jahr zu Weihnachten ſchenkt. iſt ganz
wun=
dervoll und gehört zu ſeinen beſten. Er iſt wieder in Indien
ge=
weſen, aber nicht das Gebirge, ſondern die Dſchungel Bengalens
ſind ſein Jagdrevier, und die Beute iſt das Großwild: Nashörner,
Gaurſtiere, Waſſerbüffel Bär und Tiger. Es iſt ganz unglaublich.
wie Berg dieſe ſcheuen Tiere auf freier Wildbahn auf die Platte
bringt, meiſt ſogar mit Hilfe des Blitzlichtes. Wunderbar ſind die
Bilder von dem ſeltenen Einhorn; es ſollen nur noch 100
Exem=
plare dieſes vorſintflutlichen Tieres exiſtieren. Faſzinierend iſt
der Tiger, der Männermörder, der vier Stiere ſchlug, ehe es
ge=
lang, ſein Bild zu machen. Ich verſtehe Berg vollkommen, daß
er dieſes herrliche männliche Tier nicht ſchießen konnte, trotzdem
er es dicht vor der Büchſe hatte. Auch ſeine zahme Elefanten hat
er geknivſt; unter ihnen war ein zweijähriges Baby ſein
beſon=
derer Freund, ein ganz drolliges Tier. Aus jeder Zeile des im
übrigen humorvollen Tertes ſpricht die Begeiſterung und die Liebe
zu der noch nicht von Menſchenhand verſtümmelten Natur. Die
Pr. W.
Wiedergabe der Bilder iſt ganz ausgezeichnet.
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Silbernen Hochzelt-
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Ebo Rothſchild
Rechtsanwalt.
Darmſiadt, den 9. Dezember 1932.
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Die Beerdigung ſindet am Sonntag, den 11. Dezember
1932, nachmittags 4 Uhr, in Londorf (Oberheſſen, ſtatt.
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Seite 4 — Nr. 343
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 10. Dezember 1932
[ ← ][ ][ → ]Samstag, 10. Dezember 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 343 — Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt. den 10 Dezember 1932.
vergang von der Grundſchule in die höhere Schule
Man ſchreibt uns: Die normale Dauer der Grundſchule
be=
rigt 4 Jahre. Doch können Schüler und Schülerinnen, deren
gei=
ine und körperliche Veranlagung und deren Schulleiſtungen
er=
garten laſſen, daß ſie ohne Ueberſpannung ihrer Kräfte im
Unter=
icht der Sexta mit guten Schülern, die den vierjährigen
Grund=
hullehrgang durchgelaufen haben, auf die Dauer Schritt halten
önnen, ſchon nach dem dritten Grundſchuljahr in die Sexta der
Schulen aufgenommen wer
TDanchlichkeit der Abfki. zunn der GrlſdſchAFfel
Gs=
rruch machen wollen, haben einen entſprechenden Antrag
ſpä=
eſtens im Laufdes Januar ſchriftlich oder mündlich beim
ſektor der Grundſchule zu ſtellen. Das Kreis= oder Stadtſchulamt
n ſcheidet über die Anträge bis ſpäteſtens zum 1. März. Dem
Er=
ehungsberechtigten ſteht das Recht der Beſchwerde gegen dieſe
intſcheidung beim Kultusminiſterium zu.
— Ruheſtandsverſetzungen: Auf Grund des § 1 des Geſetzes
der die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli 1923 —
). Dezember 1923, in der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober
N5 (Reg=Bl. S. 249) tritt am 1. Januar 1933 der Oberſtudienrat
n der Studienanſtalt und Frauenſchule in Mainz Dr. Hans
eis in den Ruheſtand. Am 1. Dezember 1922 wurde der
erwaltungsoberinſpektor Wilhelm Ruppel beim
Oberverſiche=
ungsamt zu Darmſtadt auf Grund des 8 1 des Geſetzes über die
ltersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli / 19. Dezember 1923,
a der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925 (Reg.=Bl. S. 249),
it Wirkung vom 1. Januar 1933 an in den Ruheſtand verſetzt.
— Geſchäftsjubiläum. Am 10. Dezember begeht Herr Alex.
artmann. Inhaber der Fa. Gebrüder Hartmann,
Kohlen=
roßhandlung und Einrichtungshaus für das Bäckerei=,
Kondi=
prei= und Gaſtſtättengewerbe, ſein 25jähriges Geſchäftsjubiläum.
—Im Schloßmuſeum ſind am Sonntaa und an allen
Wochen=
gen um 11 und 11.30 Uhr vormittags Führungen. Dauer einer
ührung etwa 1½ Stunden. Die Madonna des Bürgermeiſters
ſteyer von Baſel kann ſtets geſondert von den Führungen
beſich=
gt werden.
— Volksbühne. Die Mitglieder der Volksbühne werden
grauf aufmerkſam gemacht, daß die gelben Gutſcheine ab
üichſte Woche auch für die Revue=Operette „Im weißen Rößl”
be=
hränkt zugelaſſen werden. Die roten und grünen Gutſcheine
aben hierfür keine Gültigkeit, können aber dafür für die
Cſardasfürſtin” eingelöſt werden.
Heſſiſches Landestheater.
famstag.
10. Dezember
ſontag.
11. Dezember
ienstag,
A. Degnſße
Etwoch,
14. Dezember
zonnerstag,
15. Dezember
Ftag.
18. Dezember
fannstag,
17. Dezember
ſonntag,
18. Dezember
Rittwoch,
14. Dezember
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Im weißen Rößl. Kleine Preiſe 0.50—3 Mr.
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19.30—22 Uhr. Dſt. Vb. M, Gr.1—4, T, Gr. 1—8
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Katharina Knie.
Anf. 19.30‟ Ende vor 22.45 Uhr. Außer Miete.
Preiſe 0.50—4.50 Mk.
Roſe Bernd.
19.30—22.15 Uhr. Dſt. Volksb. W, Gr. 1—4.
Eavalleria ruſtieana. Hierauf: Der Bajazzo.
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Anf. 19.30, Ende nach 23 Uhr. Dſt. Vb. F, Gr. 1—4
Preiſe 0.70—5.50 Mk.
Don Carlos.
19.30—22.30 Uhr. Außer Miete.
Im weißen Rößl. Kl. Preiſe 0.50—3.00 Mk.
19—21.45 Uhr. D.9.
Der Troubadour.
Preiſe 0.70—5.50 Mk.
Neine Daus
Mtace
11 .Dezember
Anf. 19.30, Ende 21.30 Uhr.
Preiſe 0.60 u. 0.90 Mk.
Der tolle Hund.
15—17 Uhr. Uraufführung
Fans Wunderhündchen. Preiſe 0.40—2,00 Mk.
19.30—22 Uhr. Zuſ.=Miete Vé.
Die Entführung aus dem Serail. Pr 0.80—4.50
We
15. Dezember
19.30—22 Uhr. Zuſ.Miete III4
Preiſe 0.70—3.80 Mk.
Der Muſtergatte.
Freitag,
16. Dezember
15—17 Uhr.
Fans Wunderhündchen. Preiſe 0.40—2.00 Mk
19½—22 Uhr. Zuſatzmiete IV.
Preiſe 0.70—3.80 Mk.
Der Muſtergatte.
Namstag.
17. Dezember
15—17 Uhr.
Jans Wunderhündchen.
Preiſe 0.40—2.00 Mk.
bonntag,
18. Dezember
115—17 Uhr.
Jans Wunderhündchen. Preiſe 0.40—2.00 Mk.
19—22, Uhr. Außer Miete.
Preiſe 0.70—3.80 Mk.
Der Muſtergatte.
Sonntag, 11. Dezember: Ii Worms: Noſe Bernd.
— Heſſiſches Landestheater. Morgen Wiederholung
es „Don Carlos”. Sonntag ahend wird im Großen Haus
ie Verdiſche Oper „Don Carlos” in der Premierenbeſetzung
iederholt. Muſikaliſche Leitung: Karl Maria Zwißler.
Inſze=
ierung: Hans Strohbach, Bühnenbild: Wilh. Reinking. — Erika
Nann, die Verfaſſerin des Weihnachtsmärchens „Jans
Wun=
erhündchen”, wird zur Uraufführung ihres Stückes am
Rittwoch, dem 14. Dezember, in Darmſtadt ſein. —
Auswär=
liges Gaſtſpiel. Das Gaſtſpiel gaſtiert am Sonntag mit
auptmanns „Roſe Bernd” in Worms.
Deutſche Küche in England.
Die Sorgen der engliſchen Hausfrauen. — „Wurſtmaxe” im Londoner Straßenleben.
Ueberkragene Sikken.
Der Engländer, den man gewöhnlich auf dem Feſtland
kennen lernt, „on the Sontinont”, wohin die reichen Engländer
ſich namentlich im Winter gern vor den grauen, ewigen
Winter=
nebeln ihres Inſelreiches flüchten, hat die Vorſtellung von dem
Engländer daheim ziemlich undeutlich gemacht. Gewiß, die
Eng=
länder ſind auch heute noch ein reiches Volk, trotz aller
Kriegs=
ſchuldenſorgen gegenüber Amerika! Trotz großer Kapitalverluſte!
Trotz Wirtſchfatskriſe und Rückgang im Welthandel, von dem
England in der Hauptſache lebt . .. Aber es gab und gibt —
obgleich es weuiger geworden ſind — auch heute noch ſo viele
reiſende Engländer, daß man noch immer bei uns nach ihnen
das ganze Volk beurteilt.
Auch der gewöhnliche Sterbliche in London, der wöchentlich
oder monatlich ſein geringes Gehalt, ſeinen kargen Lohn nach
Hauſe bringt oder ſich mit Erwerbsloſenunterſtützung
durch=
ſchlagen muß, muß rechnen, wie wir. Auch bei ihm langt es
hier nicht und dort nicht. Sie ſind keineswegs ſo kühl und
reſerviert wie die Angehörigen der oberen Zehntauſend, die als
reiſende Lords durch die ſchönen Städte des Kontinents
kommen. Sie ſprechen mit einem auf dem Autobus ganz
unver=
hüllt und offen von ihren großen und kleinen Sorgen, von
ihren kleinen und großen Freuden. Von den Freuden und
Leiden des Familienvaters.
Sie wundern ſich beiſpielsweiſe darüber, daß ſo oft in den
Anzeigen der großen Londoner Zeitungen und in den
Ver=
mietungsbüros nach deutſchen Dienſtmädchen verlaugt wird ..
„Wo wir doch ſelbſt ſo viel arbeitsloſe Mädchen haben!” Aber
ſie wundern ſich noch mehr darüber, daß dieſe geſuchten
deut=
ſchen Hausangeſtellten ſo beſonders hohe Löhne beziehen.
„Ja”, ſagt eine Lady auf dem Platz gegenüber, die das
Geſpräch mit angehört hat, „die deutſchen Mädchen kochen ſo
gut!‟ Darum ſind ſie alſo hierzulande ſo begehrt, daß die
Nach=
frage viel größer iſt als das Stellenangebot. Wie auch heute
noch auf dem Balkan die deutſche Lehrerin und Erzieherin, das
deutſche Kindermädchen, beſonders geſchätzt ſind, ſo in England
die deutſche Köchin.
* Work und Tak in der Chriſtenheil.
Theologiſche Konferenz.
EPH. Ueber das Verhältnis von kirchlicher Liebestätigkeit
und Verkündigung des Wort Gottes verhandelte die Frankfurter
Konferenz beſſiſcher Geiſtlicher unter dem Vorſitz von Pfarrer
Guyot=Darmſtadt auf ihrer Herbſttagung Profeſſor Lic.
Dr. Allwohn=Walldorf formulierte das Thema ſeines
ein=
leitenden Vortrags folgendermaßen: „Kann die kirchliche
Liebes=
tätigkeit Verkündigung ſein? Eine grundlegende theologiſche
Be=
ſinnung, die auf das Neue Teſtament und Martin Luther
zurück=
ging, führte zu dem Ergebnis, daß kirchliche Liebestätigkeit immer
den Charakter der Verkündigung haben muß. Wort und Tat
gehören zuſammen. In dem evangeliſchen Chriſtentum iſt eins
ohne das andere nicht möglich. Von hier aus kann die Arbeit
der Inneren Miſſion wie auch der kirchlichen Fürſorgetätigkeit
beurteilt werden. Es handelt ſich daber um ſehr ernſte und für
das praktiſche Wirken des Pfarrers außerordentlich wichtige
Frageſtellungen, wie die dem Vortrag folgende eingehende
Aus=
ſprache bewies. Gerade in unſerer Zeit, die die Theologie vor
neue Aufgaben geſtellt und ihr neue Geſichtspunkte gegeben hat,
erweiſt ſich eine ſolche theologiſche Konferenz wie die „
Frankfur=
ter Konferenz heſſ. Geiſtlichen”, die jetzt ſeit 35 Jahren beſteht
und ohne kirchenpolitiſche und richtungsmäßige Gebundenheit
ar=
beitet, als beſonders wertvoll.
Aber da wir bei den Küchenfragen ſind . . . Neuerdings
ſind nun auch die Köche der Straße, die bei uns ſo beliebten
„Wurſtmaxen”, bekannte Erſcheinungen im Londoner
Straßen=
leben geworden. Vorläufig haben ſie noch keine tragbaren
Kochkeſſel, „Bauchläden”, wie der Berliner ſie nennt, umgehangen.
Denn ſoviele ſind es nun ja noch nicht, daß ſie nun ſchon ihre
feſten Standplätze mit beſtimmten Revieren unter ſich abgrenzen
müßten. Auf Dreirädern fahren ſie durch die Straßen, um
be=
ſonders unter den immer zahlreich in London weilenden
deut=
ſchen Landsleuten ihre Kundſchaft nach Pennies abzugraſen
und dafür mit den „heißen Hunden”, wie der Engländer und
Amerikaner die warmen Würſtchen nennt, zu beliefern. Auch
unter den einheimiſchen Londonern finden dieſe zu Unrecht
mit einem ſo verpönten Spottnamen belegten „hot dogs” ihre
Abnehmer. Ein neuer Einfuhrartikel, in ſeiner Originalmarke.
„made in German,”, hat ſich hier im Dreiradstempo die
Straßen der engliſchen Hauptſtadt erobert.
— Ein kultur=politiſches Programm des deutſchen
Proteſtan=
tismus erſcheint als eine immer dringender werdende Aufgabe
aller derjenigen Kreiſe, die aus dem Grundgedanken der deutſchen
Reformation heraus eine Neugeſtaltung des deutſchen Volks= und
Kulturlebens erſtreben. Verheißungsvolle und richtungweiſende
An=
ſätze hierzu ſtellen die auf der diesjährigen Generalverſammlung
des Evangeliſchen Bundes in Kaſſel aufgeſtellten „Forderungen des
deutſchen Proteſtantismus für Staat und Kirche” dar. Ueber
In=
halt und Bedeutung dieſer Forderung ſpricht am kommenden
Mon=
tag, den 12. Dezember, abends 8 Uhr, im Evangeliſchen
Gemeinde=
haus, Kiesſtraße 17, in einem Vortragsabend des Evangeliſchen
Bundes Darmſtadt der Vorſitzende des Zweigvereins, Pfarrer Dr.
Bergär, Darmſtadt. Zu dieſem Vortrag ſind nicht nur alle
Mit=
glieder des Evangeliſchen Bundes, ſondern alle im öffentlichen
Le=
ben ſtehende Evangeliſche, die ſich ernſthaft mit den Fragen der
Zeit auseinanderſetzen, insbeſondere die ev. Beamten, herzlichſt
eingeladen.
— Auf vielſeitigen Wunſch wird die Vorführung des am
Nikolausfeſt, des Heſſ. Roten Kreuzes von
Darm=
ſtädter Kindern zür Darſtellung gebrachten „Struwwelpeter”
wiederholt, und zwar am Mittwoch, den 14. d. M. um 5 Uhr
nach=
mittags, im Städtiſchen Saalbau. Karten zum Preis von 1 RM.
für Erwachſene und 50 Pfg. für Kinder ſind in beſchränktem
Um=
fang in der Papierhandlung Leuthner zu haben und, ſoweit noch
Vorrat vorhanden an der Tageskaſſe. Die große Mehrzahl der
Karten wird im Rahmen der Darmſtädter Winterhilfe an
Kin=
der von minderbemittelten Darmſtädter Familien abgegeben.
— Kind und Buch. Die vom Jugendſchriftenausſchuß des
Darmſtädter Lehrervereins in der Ohlyſchule (Eingang
Fuchsſtraße) veranſtaltete Jugendbuchausſtellung will
Eltern und Kinderfreunde bei der Auswahl beraten. Sie iſt noch
bis Montag, den 12. Dez., täglich von 3—6 Uhr, bei freiem
Ein=
tritt geöffnet: am Sonntag von 11 bis 6 Uhr.
„Wurſtmaxe” in London.
Im Londoner Straßenbild taucht neuerdings der
Würſtchenhändler auf, der die berühmten „Frankfurter” feilhält.
Verkauf von Obſtbäumen auf Wochenmärkten.
Der zunehmende Verkauf von Obſtbäumen uſw. auf
Wochen=
märkten liegt weder im Intereſſe der Baumſchulen noch der
Käufer. Ein Obſtbaum iſt ein Vertrauensartikel, ſowohl nach
äußerer wie nach innerer Qualität. Aeußerlich muß verlangt
werden, daß der Baum infolge des Transports zum Markt. evtl.
bei mehrmaligem Angebot, nicht Schaden gelitten hat, z. B. durch
Vertrocknen der Wurzeln oder Froſtbeſchädigungen. An inneren
Eigenſchaften muß insbeſondere eine der Baumform angepaßte
Unterlage verlangt werden und die dazu paſſende Sorte. Hat
z. B. ein Apfelhuſchbaum eine ſogenannte Wildlings=Unterlage,
dann gibt der Baum niemals einen Buſch, ſondern einen
Hoch=
ſtamm, wird alſo nur Aerger bringen.
Obſtbäume ſind ihrem Weſen nach keine Marktware, und
es ſteht zu erwarten, daß in nächſter Zeit auch ein dahingehendes
Verbot erlaſſen wird, wie ja auch heute ſchon der Handel mit
Baumſchulerzeugniſſen im Umherziehen verboten iſt
Die Pflanzer von Obſtbäumen ſeien hiermit gewarnt, denn
es geht um ihren Geldbeutel.
— Unſere 2, Sonder=Märchen=Vorſtellung findet heute im
Orpheum, nachmittags 3,30 Uhr beſtimmt ſtatt. „Des braven
Kindes Weihnachtsfeſt” in 4 Bildern, mit Geſang und
Tanz. Erſcheinen des Chriſtkindes des Knechts Ruprecht und den
vielen Engeln iſt ſo recht das Märchen, welches dem kindlichen
Begriffsvermögen ſehr nahe kommt. Die Aufführung wird für
große und kleine Kinder ein Erlebnis ſein, und empfehlen wir den
Eltern, falls ſie ihren Kindern eine große Freude bereiten wollen,
mit dieſen heute nachmittag die Vorſtellung zu beſuchen. Karten
zu den bekannt billigen Preiſen bis 2 Uhr an unſerer
Geſchäfts=
ſtelle, Rheinſtraße 23, und zum gleichen Preis ab 43 Uhr an der
Orpheumskaſſe. (Siehe Anzeige.)
— Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft. Der junge
Dich=
ter Manfred Hausmann, wird am nächſten Dienstag,
den 13. Dezember, aus Worpswede nach Darmſtadt kommen und
im Feſtſaal der Loge, abends 8 Uhr, aus eigenen Werken leſen.
Die reizenden Bücher „Kleine Liebe zu Amerika” und neuerdings
„Abel mit der Mundharmonika” haben Manfred Hausmann in den
Vordergrund des literariſchen Intereſſes gerückt und laſſen die
perſönliche Bekanntſchaft mit dem Dichter äußerſt reizvoll
er=
ſcheinen. Wegen der ſonſtigen Reiſedispoſitionen des
Vortragen=
den ließ ſich die Kolliſion mit dem Muſikverein leider nicht
ver=
meiden. Der Vorverkauf bei Buchhandlung Bergſträßer iſt
er=
öffnet. (Siehe Anzeige.)
— Zu einem Lichtbildervortrag über eine Schweizfahrt ladet
die Freireligiöſe Gemeinde ein. Derſelbe findet am
Sonntag abend im Realgymnaſium ſtatt. Den Vortrag hält
Aſſeſſor Schramm von Offenbach. (Siehe Anzeige.)
— Hausfrauenbund. Unſere Adventsfeier findet Dienstag,
den 13. Dezember, nachmittags 4 Uhr, im Gartenſaal des
Saal=
baues ſtatt.
— Die Weihnachtsfeier der Freien Turngemeinde E. V.
Darmſtadt findet, wie bekannt, morgen Sonntag im Städt.
Saal=
bau ſtatt. Die Programmfolge der Nachmittagsveranſtaltung iſt
ſo zuſammengeſtellt, daß keine Langeweile aufkommen kann. Faſt
alle Abteilungen der Freien Turner ſind bei der Ausgeſtaltung
des Programms behilflich. Abends wird ſich dann der beliebte
Weihnachtsball. zu dem ein Teil des Städtiſchen Orcheſters
auf=
ſpielen wird, anſchließen.
zunkf das
Der Wunsch der Eltern: DAUERHAFT
Die Freude des Sohnes: MANNLICH-DERB
Der Traum der Tochter: ELEGANT
DESHALB VON GROSSE 34 AB NUR:
PMAARILAOAIN
MAOLI OIDMAOUIEM OaONZ
17207
Sonntag, den 11. Dezember, nachmittags von 1—6 Uhr geöffnet.
Darmstadt
Ludwigstraße 13
Ludwigstraße 13
Seite 6. — Nr. 343
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 10. Dezember 1932
Der Schrecken einer eingeſchleppten Krankheit
2as große Sterben im 14. Jahrhundert. — Das Grauen der Beulenpeſt und ihre Folgen.
Der ſchwarze Tod in Deutſchland.
Jene furchtbare Seuche, von den Zeitgenoſſen der ſchwarze Tod
oder das große Sterben genannt, die mit dem Herbſt 1348 in
Deutſchland ihren Einzug hielt, hat von jeher Aerzte wie
Hiſto=
riker in hohem Maße beſchäftigt. Aus dem Morgenland war dieſe
Epidemie nach den Seeſtädten Frankreichs, Italiens und
Dalma=
tiens eingeſchleppt worden und verbreitete ſich von hier aus
weit=
hin in unſerem Vaterland. Sie hat ſich hauptſächlich in der
Rich=
tung der großen Verkehrsſtraßen fortgepflanzt und hauſte, wenn
auch nicht mit ſtändig gleicher Heftigkeit, von 1348 bis 1351 in
deutſchen Landen. Immerhin blieben weite Gebiete Deutſchlands,
wie Oſtfranken und Schleſien, daneben auch Böhmen und Polen
vom ſchwarzen Tod völlig verſchont.
Ueber Art und Verlauf der Krankheit äußert ſich nun eine
zeitgenöſſiſche Quelle, die Limburger Chronik, kurz
folgender=
maßen: „Da man ſchrieb tauſend dreihundert und in dem
neu=
undvierzigſten Jahre, da kam ein groß Sterben in deutſche Lande,
das iſt genannt das große erſte Sterben. Und ſturben ſie an den
Drüſen, und wen das anging, der ſtarb an dem dritten Tage.”
Ueber die Heimat der Krankheit beſteht heute kein Streit, wir
haben ſie in einigen nordweſtlichen Gebieten Hinduſtans zu ſuchen.
Und der „ſchwarze Tod” iſt nichts anderes als eine durch
Lungen=
affektion modifizierte, indiſche Beulenpeſt, die mit Fieber und
heftigen Kopfſchmerzen begann und deren ſichere Kennzeichen
Blut=
huſten, Drüſengeſchwulſte Lungenerkrankung und verpeſtender
Atem waren. In der Regel befreite der Tod ſchon am dritten
Tage von dieſer entſetzlichen Krankheit, die an den einzelnen
Or=
ten vier bis ſieben Monate währte. Wenn die Peſt, ſo wollen wir
den „ſchwarzen Tod” jetzt nennen, damals in unſerem Vaterlande
ſo gewaltig um ſich griff und ſo ſchreckliche Verheerungen
an=
richtete, ſo müſſen wir bedenken, daß im 14. Jahrhundert in
deut=
ſchen Landen, in den Städten, bereits, ein ſtarkes Proletariat
vor=
handen war und große Menſchenmaſſen auf engen Raum
zuſam=
mengepfercht waren, daß außerdem eine Geſundheitspolizei
voll=
ſtändig fehlte. Da verbreiteten Miſthaufen vor den Häuſern und
die wie Schwalbenneſter angebrachten Aborte furchtbare Gerüche,
da lagen bergehoch Schmutz und Kot in den engen winkeligen
Gaſſen, und die Toten innerhalb der Stadtmauern zu begraben,
war zu dieſer Zeit allgemein üblich. Mußte nicht unter ſolchen
Verhältniſſen ſich die Seuche üppig entwickeln?
Wie ſtark nun der Aderlaß war, wie ihn die Seuchenperiode
für die Maſſe der deutſchen Bevölkerung mit ſich brachte, darüber
läßt ſich aus den zeitgenöſſiſchen Berichten ein ſicheres Urteil nicht
gewinnen. Denn die Zahlen, die unſere Quellen über den
Men=
ſchenverluſt in Deutſchland durch die Peſt angeben, ſind ohne
Zwei=
fel ſehr übertrieben. So ſollen z. B. in Wien täglich zwiſchen
480 und 720, in Straßburg im ganzen 16 000 Menſchen der Seuche
erlegen lein. Vertrauen ſcheint die Angabe der Limburger
Chro=
nik zu verdienen, wonach in Limburg, das im Kriegsfalle 2000
Be=
waffnete ſtellte, und wo 8000 Menſchen an einer öſterlichen
Kom=
munion teilnahmen, mehr denn vierundzwanzighundert
Men=
ſchen, ausgenommen Kinder” an der Peſt ſtarben. Glaubwürdig
ſind auch die Angaben aus Bremen. Dort ſind nach amtlichen, vom
Rat der Stadt veranlaßten Aufzeichnungen 6966 namentlich
be=
kannte Perſonen damals ein Opfer der Peſt geworden. Alles in
allem hat man den Menſchenverluſt den Europy durch den
ſchwar=
zen Tod erfahren hat, auf 25 Millionen, faſt auf ein Viertel der
Geſamtzahl. geſchätzt. Allein bei der Lückenhaftigkeit und der
Un=
zuverläſſigkeit der Unterlagen für dieſe Schätzung kann dieſe
An=
gabe keinen Glauben beanſpruchen.
Welche Folgen hat nun die Peſt in unſerem Vaterlande
hin=
terlaſſen? Da können wir denn mit Sicherheit feſtſtellen, daß auf
die politiſchen Geſchicke Deutſchlands die Peſt keinerlei Einfluß
ge=
übt hat. Es iſt ferner keine Frage, daß die Verluſte an
Menſchen=
leben, welche der ſchwarze Tod zeitigte bald durch eine ſchnelle
Volksvermehrung überwunden worden ſind. Von einer
dauern=
den wirtſchaftlichen Schädigung unſeres Vaterlandes als
Nach=
wehen der Peſt kann ebenſowenig die Rede ſein, denn gerade in
der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts nahmen Handel und
Induſtrie in unſerem Vaterland einen gewaltigen Aufſchwung.
Und daß ſchließlich der ſeeliſche Zuſammenbruch und die gräßliche
Todesangſt die beim Wüten der Peſt die Menſchen allerorts in
deutſchen Landen erfaßte, raſch wieder verſchwanden, das bezeugen
die Worte der Limburger Chronik, wie bald nachdem das große
Sterben ein Ende genommen hatte, die Welt wieder anhub, „zu
Dr. I.
leben und fröhlich zu ſein”.
* Hizilien in Wort und Bild.
Zur erſten Veranſtaltung der kürzlich neugegründeten „Gedok”.
waren geſtern zahlreiche Mitglieder im Saale des ehemaligen
Ge=
werbemuſeums (Neckarſtraße 3) zuſammengekommen, um einem
Lichtbilder=Vortrag der erſten Vorſitzenden, Frau Wenzel=
Gottſchalk beizuwohnen. Rednerin wies in ihrer Begrüßung
kurz auf die Ziele der „Gedok” hin, die heute erfreulicherweiſe
be=
reits 80 Mitglieder zähle. Sie ſprach dann über ihre Eindrücke in
Sizilien, ihre Ausführungen wurden durch gute Lichtbilder
unter=
ſtrichen. Es war intereſſant, daß die Referentin ihre Erlebniſſe
und Reiſen in Sizilien nicht in Form einer nüchternen
Reiſe=
keſchreibung gab, ſondern vielmehr auf Hervorhebung der
geſchicht=
lichen, kulturellen und künſtleriſchen Entwicklung dieſes Landes
beſonderen Wert legte. Sie betonte aus der Geſchichte der
Sizilia=
ner, die aus 2 Stämmen, den Sikelern im Oſten und Weſten
hervor=
gingen, die Einflußnahme namentlichderGriechen auf die
Kulturent=
wicklung, ſo daß die Küſtenlandſchaften bald völlig helleniſiert
waren und Spuren der alten Hellenen ſich noch heute allenthalben
zeigen. Auch der Einfluß der Normannen war in Sizilien ſtark.
Auf der Wanderung, die die Zuhörer entlang der Küſte in Wort
und Bild miterlebten, traf man immer wieder auf alte Städte=
und Tempelreſte. Sehr intenſiv behandelte die Referentin auch
die ausgezeichnet erhaltenen uralten erſten chriſtlichen und
farben=
prächtigen Moſaiken und Kunſtwerke in den alten Kirchen Siziliens.
Geſchickt wurden die Naturverhältniſſe und Lebensgewohnheiten
der Bevölkerung eingeflochten, ſo daß der ganze Vortrag ein
ab=
gerundetes Bild von dieſer hiſtoriſch hochbedeutenden Inſel gab.
Lebhafter Beifall dankte der Referentin für ihren faſt
zweiſtün=
digen Vortrag,
— Die deutſche Schulfrage in Polen. Ueber dieſes Thema
ſprach in feſſelnder Weiſe der Jahrzehnte im deutſchen Oſten tätig
geweſene Frankfurter Schulrat Weißenſtein im Rahmen eines
von der Darmſtädter Ortsgruppe des Deutſchen Oſtbundes
ver=
anſtalteten Abends. Der Deutſche Oſtbund ſieht, wie ſchon
viel=
fach bekannt, ſeine Hauptaufgabe darin, die breite
Oeffentlich=
keit für die brennenden Oſtfragen zu intereſſieren und die
gei=
ſtige Verbindung zu unſeren deutſchen Brüdern und Schweſtern
jenſeits der heutigen deutſch=polniſchen Grenzen aufrecht zu
er=
halten. Inſofern berührt ſich das Tätigkeitsfeld mit dem des
VDA., deſſen führende Darmſtädter Mitglieder bei dem Vortrag
gut vertreten waren. Weißenſteins Darlegungen wären der
Wie=
derholung vor einem größeren Kreis, namentlich auch der
Geiſt=
lichkeit und Lehrerſchaft, wert. Schulrat Weißenſtein zeichnete
das Problem der „Schule als Politikum” auch in rückſchauender
Betrachtung der preußiſchen Schulpolitik im gemiſchtſprachigen
Gebiet und verweilte eingehend bei dem neu geſchaffenen
Min=
derheitenrecht. Die Ausführungen des Redners fußten
gleicher=
maßen auf perſönlicher Erfahrung wie auf weitreichendem
Sach=
wiſſen und enthielten auch geſunde Kritik gegenüber dem
Ver=
gangenen. Dieſe unbedingte Sachlichkeit gab der Aufdeckung der
polniſchen Vergewaltigungsmethoden in Weſtpreußen. Poſen und
Oberſchleſien die überzeugende und aufrüttelnde Wirkung. Die
eindrucksvolle Wiedergabe des Gedichtes „Deutſchland und die
Welt” von Ernſt von Wildenbruch durch Walter Lehmann hatte
zu dem Vortrag übergeleitet. In ſeinen begrüßenden und
ab=
ſchließenden Worten wies das Vorſtandsmitglied Otto Lehmann
auf die Verpflichtungen hin, die den Oſtfragen gegenüber für
Geſamtdeutſchland beſtehen.
Das Heſſiſche Rote Kreuz dankt allen Mitbürgern, die
zum Gelingen des Nikolausfeſtes zum Beſten der Armen unſerer
Vaterſtadt durch Spenden, durch perſönliche Arbeit, ſowie durch
Hilfeleiſtungen mannigfaltiger Art, die uns die Durchführung
des Feſtes ermöglichten, beigetragen haben, auf das herzlichſte.
Der erzielte Gewinn wird dazu dienen, wenigſtens einen Teil
der Not zu lindern. Das Gefühl. hierzu geholfen zu haben, iſt
ſicher der beſte Dank für die Spender und Mitarbeiter.
— Orpheum. Heute Samstag morgen Sonntag, abends 8.15
Uhr, und Sonntag, nachmittags 3 30 Uhr, die drei letzten
Vor=
ſtellungen des hervorragenden großſtädtiſchen Varietéprogramms.
u. a. der beſtdreſſierte Seelöwe der Gegenwart Agua, die
uner=
reichten Luft=Trapezkünſtler Malmſtröm, die drei Fernandos als
ſpaniſche Clowns, ferner noch ſechs auserleſene Kräfte aus dem
Reiche der bunten Bühne, Alles in allem ein Programm, das
den verwöhnteſten Anſprüchen der Beſucher Rechnung trägt.
Hierzu noch ganz billige Preiſe von 60 Pf. an. Sonntag
nachmittag 3.30 Uhr Volks= und Fremdenvorſtellung. (Siehe
Anzeige.)
Büchertiſch. Wie in den vergangenen Jahren, veranſtaltet
auch dieſes Jahr die Jugendvereinigung der Petrusgemeinde
einen Weihnachts=Bücherverkauf, und zwar im Jugendzimmer (
An=
bau) des Gemeindehauſes, Eichwieſenſtr. 8, in der Zeit vom 3.
bis einſchließlich 4. Advent. Gute Bücher und Schriften, ſowie
Ka=
lender und Poſtkartenſerien kommen in reicher Auswahl und in
den verſchiedenſten Preislagen zur Auslage. Der Verkauf findet
Sonntags, von 11 bis 18 Uhr, wochentags von 17 bis 21 Uhr ſtatt.
Die Städtiſche Berufsfeuerwehr wurde im Monat
Novem=
ber 18mal alarmiert, und zwar zu einem Großfeuer, einem
Mit=
telfeuer, zwei Kleinfeuern, fünf Kaminbränden, einem
Waſſer=
rohrbruch ſechs Verkehrsſtörungen und zwei ſonſtigen Fällen. Der
Sanitätsdienſt erſtreckte ſich auf 125 Transporte; die hierbei
zu=
rückgelegte Fahrtſtrecke betrug 924 Kilometer. Auf der Wache,
Kirchſtraße 13 (Fernſprecher 600 und 3500) wurde in fünf Fällen
erſte Hilfe geleiſtet.
Jagd im dezember in Heſſen.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Jagdklub.)
Vom 1. d. M. an hat die Schonzeit für männliches und
weib=
liches Rehwild begonnen.
Auch für Feldhühner ſchloß mit dem 30. November die
Schußzeit. Sonſt hat. mit Ausnahme der Jagd auf Muffelwild
und der Waldhühner, alles Wild Schußzeit, die Faſanenhennen
nur bis zum 31. Dezember, die Haſen dagegen bis zum 15. Januar
Die großen Haſentreibjagden haben begonnen. Leider hat ſich
gezeigt, daß wir durch die andauernd naſſe Witterung im
Nach=
ſommer, an der viele Junghaſen zum großen Teil zugrunde
gin=
gen, ein ſchlechtes Haſenjahr haben. Wir empfehlen deshalb, den
Abſchuß ſo zu beſchränken, daß genügend Satzhaſen übrig bleiben.
was ſtets die Hauptſache für Erhaltung eines guten
Wild=
beſtandes iſt.
Das Haar=Raubwild trägt nun ſein fertiges Winterkleid.
Sein Abſchuß und Fang iſt in dieſem Jahre nicht mehr ſo
loh=
nend wie früher, da die Preiſe am Pelzmarkt außerordentlich
ge=
drückt ſind.
Die Futterſtellen ſollten jetzt reichlich beſchickt werden. Salz
iſt für die Verdauung und Geſunderhaltung unſeres Wildes
drin=
gend notwendig.
nervöſen, rheumatiſchen und gichtiſchen
dei Ropſſchmerzen, Schmerzen haben, ſich Togal=Tabletten
hervorragend bewährt. Wenn Tauſende von Aerzten dieſes
Mit=
tel verordnen, können auch Sie es vertrauensvoll kaufen. Togal
iſt ſtark harnſäurelöſend, bakterientötend! Ein Verſuch überzeugt!
12,6 Lith., 0,46 Chin., 74,3 Aeid, deet ialic.
In allen Apotheken ℳ 1.25.
(I. Mch. 42)
— Heſſiſche Spielgemeinſchaft. Auf die Aufführung von
Nieber=
galls Luſtſpiel in der Mundart der Darmſtädter „Der tolle
Hund” am morgigen Sonntag, 7.30 Uhr, im Kleinen
Haus des Landestheaters, für die ſich nach der langen Pauſe
er=
höhtes Intereſſe zeigt, ſei hiermit nochmals hingewieſen. Die
Ein=
heitspreiſe der Spielgemeinſchaft (60 und 90 Pf.) gelten auch für
dieſe Vorſtellung.
— Der evangeliſche Arbeiter= und Handwerkerverein lädt zu
ſeiner Adventsfeier, am Sonntag, 11. Dezember, im
Ver=
einshaus „Feierabend” (Stiftſtraße 51) freundlichſt ein. Ein
gutes Programm iſt für die Feier vorbereitet. Alle Mitglieder
und Freunde des Vereins ſind mit ihren Angehörigen zu
zahl=
reicher Teilnahme herzlich eingeladen
— Evangeliſche Jugendgemeinſchaft. Hiermit ſei nochmals
an den heute abend halb 9 Uhr in der Pauluskirche
ſtatt=
findenden Adventsgottesdienſt der Evangeliſchen
Jugendgemein=
ſchaft Darmſtadt erinnert.
— Die Weihnachtsausſtellung der Heag, Luiſenſtraße 12, iſt
vor Weihnachten auch Samstags und Sonntags
nach=
mittags geöffnet. Ein Beſuch dieſer Ausſtellung iſt ſehr
empfehlenswert, denn man findet dort wirklich praktiſche
Geſchenke, die jedem Geſchmack Rechnung tragen. Man
er=
hält außerdem beim Kauf eines elektriſchen Apparates ein
Freilos zu einer Weihnachtsverloſung, wobei jedes
zehnte Los im Werte des gekauften Gegenſtandes gewinnt.
Dieſe ſeltene Gewinnmöglichkeit ſollte man ſich nicht entgehen
laſſen.
— Züchtererfolg. Kanarienausſtellung
Darm=
ſtadt. Bei der Vorprüfung zur Deutſchen Sportmeiſterſchaft
er=
ſang ſich die Kollektion des Herrn Ph. Bernhardt hier in der
Selbſtzuchtklaſſe vier 1. Preiſe und den 2. Vereinsehrenpreis mit
324 Punkten.
— Beſitzwechſel. Das ſeitherige Reſtaurant Ehrhardt am
Woogsplatz hat ſeinen Beſitzer gewechſelt und iſt von dem neuen
Inhaber, Herrn Heinrich Kraft, als Café=, Bier= und
Weinreſtau=
rant heute in geſchmackvoller Renovierung eröffnet worden.
— In den Helia=Lichtſpielen iſt heute die große Premiere des
hiſtoriſchen Groß=Tonfilms „Marſchall Blücher” mit der
überragen=
den Beſetzung: Paul Wegener (als Blücher), Friedrich Kayßler,
Theodor Loos, Paul Richter, Fritz Alberti, Anton Pointner, Elga
Brink, H. A. v. Schlettow u. a. m. Jugendliche haben Zutritt.
— Im Union=Theater läuft heute und folgende Tage mit
durch=
ſchlagendem Erfolg das urkomiſche Volksſtück „Der Schützenkönig”
mit den beiden Komikern Weiß Ferdl und Max Adalbert in den
Hauptrollen.
— In den Palaſt=Lichtſpielen ſieht man nur noch wenige Tage
den ſenſationellſten aller Tonfilme „Tarzan, der Herr des
Urwal=
des” zu ermäßigten Preiſen.
— Im Rahmen einer Film=Morgenfeier zeigen die Helia=
Lichtſpiele am Sonntag vormittag 11.15 Uhr unwiderruflich zum
letzten Male den ganz hervorragenden Kulturfilm der Ufa „
Wun=
der der Tierwelt unter Waſſer”. Jugendliche haben Zutritt.
Vor=
verkauf an der Heliakaſſe.
— Reſi=Theater. Liane Haid und Guſtav Fröhlich ſpielen
die Hauptrollen in dem originellen und amüſanten Tonfilm „Ich
will nicht wiſſen, wer du biſt”. Sonntag Frühvorſtellung: Durch
Afrika.
Briefkaſten.
Bücherwurm. Wenden Sie ſich an die Direktion der
Landes=
bibliothek oder des Landesmuſeums.
Streitfrage. Selbſtverſtändlich.
Vom Schwurgerichk
wegen Tolſchlagsverſuchs zu 1 Jahr 6 Moncken
Gefängnls verütiei.
Aw. Ein junger, 19jähriger Autoſchloſſer in=
Offenbach kam in der Nacht vom 1. auf den 2. Auguſt gegenr
Mitternacht nach Hauſe, als er plötzlich von einem betrunkenem
jungen Menſchen — wie ſich ſpäter herausſtellte, einem jungem
Theologieſtudenten, der mit ſeinem Freund einem
Oberprimane=
ebenfalls nach Hauſe ging — in wenig ſchöner Weiſe angepöbelt
wurde. Der Angeklagte reagierte weiter nicht darauf, bis dem
andere ihm „Idiot” zurief. Darüber geriet er in ſolche Wut, daßs
er über die Straße ſprang und mit ſeinem Taſchenmeſſer auf dem
jungen Mann einſtach. Vier Stiche verſetzte er ihm, einen Stich
in den Rücken, einen in die Bruſt, einen kleineren Riß in die
Schulter, und erſt als das Meſſer im Kopf ſtecken blieb, ging em
von dannen und in ſeine Wohnung. Der Freund verſuchte
ver=
geblich, mit Ziehen und Rütteln das Meſſer zu entfernen — es
ging nicht. Auch der Pförtner im Krankenhaus verſuchte
ver=
geblich ſein Glück, erſt dem Arzt gelang es dann. Es ſei ein
großes Glück, bekundet am Freitag in der Sitzung vor den
Schwurgericht der behandelnde Arzt, daß der Angeklagte mit den
Leben davongekommen ſei und weder das Herz, noch
empfind=
lichere Stellen des Gehirns verletzt worden ſeien. Der Ange
klagte ſagt aus, er ſei zuerſt von dem Studenten mit der
Akten=
taſche geſchlagen worden, und habe deshalb mit dem Meſſer ge
ſtochen. Er habe ja auch immer einen Angriff von dem Zwei
ten erwartet. Der mediziniſche Sachverſtändige, ein Stadtmedizi
nalrat aus Frankfurt, bekundet in ſeinem Gutachten, daß den
Angeklagte außerordentlich ſtark von Affekten beherrſcht und eim
großer Phantaſt und Projektemacher ſei. Unterentwickelt
da=
gegen ſeien alle hemmenden Funktionen und ſein ſoziales
Ver=
pflichtungsgefühl. 8 51 ſei dem Angeklagten nicht zuzubilligem
aber er habe in ſtarkem Affekt gehandelt Der
Staatsanwal=
beantragt wegen Totſchlagsverſuchs ein Jahr uns
ſechs Monate Gefängnis. Mildernde Umſtände ſeien
ihm zuzubilligen infolge ſeiner Veranlagung und ſeiner Jugend
und da ihn der Student ſehr gereizt habe. Auf vorſätzliche
ge=
fährliche Körperverletzung ſei wohl kaum zu erkennen. Im
übre=
gen müſſe dann wohl eine weſentlich höhere Beſtrafung eintreten
denn dann könne ja von einem die Strafe ermäßigenden
Affek=
nicht die Rede ſein. Das Gericht ſchließt ſich nach kurzer
Beratun=
in allem dem Antrag des Staatsanwalts an und verurteilt der
Angeklagten demgemäß. Drei Monate und vier Wochen
Unter=
ſuchungshaft werden angerechnet
Es wird danach unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit gegen ein
24jähriges Dienſtmädchen aus Offenbach gegen Kindes
tötung verhandelt. Der mediziniſche Sachverſtändige, der di
obduktion der Leiche des Neugeborenen machte, bekundet indeſſer
daß man den gewaltſamen Tod nicht einwandfrei feſtſtellen konnt=
Es könne auch möglich ſein, daß das Kind kurz nach der Gebur
eines natürlichen Todes geſtorben war. Das Mädchen muß im
folgedeſſen, da irgendwelche Tatzeugen nicht vorhanden ſind, maru
gels Beweiſes freigeſprochen werden.
— Verſammlung des Tierſchutzvereins. Im Tierſchutzverei
hielt Herr Dr. Maſer=Darmſtadt einen hochintereſſante
Lichtbildervortrag über Pelztierzucht und Naturſchu=
Der allmächtigen Pelzmode, gegen die anzukämpfen faſt unmös
lich iſt, fallen jährlich ungezählte Mengen der verſchiedenſte
Pelztiere zum Opfer. „Mehrere Arten ſind ſo vollkommen aus
gerottet worden, andere ſind in ihrem Beſtand ſtark gefährde
Dazu iſt das Erbeuten der Pelztiere meiſt mit unmenſchliche
Tierquälereien verbunden. Man fängt die Tiere in Fallen, die
ihnen die Glieder zerſchlagen und in denen ſie oft tagelang hel
ſtrenger Kälte ausharten müſſen, bis ſie endlich der Tod erlö
Hier ſetzt nun die Pelztierzucht ein, die zuerſt in Amerika, neuen
dings aber auch bei uns betrieben wird und die bei uns bereite
zu einem wirtſchaftlich bedeutungsvollen Faktor geworden iſ.
In den Tierfarmen finden die Tiere gute Pflege und werden
ſchließlich ſchmerzlos getötet. Die Zucht der einzelnen Arteig
wurde eingehend behandelt, die Tiere ſelbſt in guten Lich
bildern vorgeführt. Im Anſchluß an den Vortrag zeigte He=
Lehrer Lorz=Arheilgen den ſchönen Scherenſchnittfilm „91
Dolitle und die Tiere”, der in den nächſten Tagen au
einigen Darmſtädter Volksſchulen und höheren Schulen gezeid
werden wird. Die Zuhörer folgten dem Vortrag und der Film
vorführung mit regem Intereſſe.
Sp. M
Warnung vor Mitleid erregenden betrügeriſchen Hauſierern
Die in den Nieder=Ramſtädter Anſtalten, der Epileptiſchen A
ſtalt, des Schwachbegabten=, Krüppel= und Krüppellehrlingsheins
gefertigten Waren werden nicht durch Hauſierer vertrieben. Tro
dem haben in der letzten Zeit wiederholt Hauſierer mit Bin!
waren, für die ſie ſich als Verkäufer der Anſtalten ausgaben un
geſtempelte, aber gefälſchte Ausweiſe vorzeigten dieſe Waren feilgel
boten. Dadurch wird das Publikum über die Herkunft der Waxenl
getäuſcht. Es wird vor dieſen Hauſierern, die in badiſchem Diale
ſprechen und aus Mannheim ſtammen ſollen, gewarnt.
Schwerer Motorradunfall. Geſtern abend gegen ½8 Uhr e
litt der 27jährige Sohn des Sägewerksbeſitzers Münch, Friefl
richsdorf (bei Keilbach) infolge eines Motorradunfalls einen
ſchweren Oberſchenkelbruch. Er fuhr vom Bahnhof Keilbal
kommend, gegen einen unbeleuchteten Wagen. Nach Anlegen ein?
Notverbands wurde der Schwerverletzte in das
Krankenhau=
nach Eberbach verbracht. Die polizeiliche Unterſuchung über de
Schuldfrage iſt noch im Gange.
Lokale Veranſtallungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu b
in keinem Falle irgendwie als Beſprechunz oder Kritſi.
—Der Marine=Verein Darmſtadt u. Umg. mi
Jungmannſchaft, unter Mitwirkung des Mundharmonikaorcheſte?
Darimundia, veranſtaltet am Sonntag, den 11. Dezember, abendsd
im Concordiaſaal, Waldſtraße, ſeine Weihnachtsfeier mit gau
beſonders ſchönem Programm. (Siehe Anzeige.)
— Das Darmſtädter Künſtler=Trio konzertie)ſ
am Samstag und Sonntag im Reſtaurant Bender, Eliſabethe
ſtraße 23. (Siehe Anzeige.)
—Herrngarten=Café. Samstag und Sonntag nach)
geöffnet. Jeden Abend Unterhaltungsmuſik.
— Zwei große Schlagerabende von der Donau bis zur Spr‟
erleben ſie am Samstag und Sonntag im Hotel und Reſta
rant zur Poſt am Hauptbahnhof. (Siehe Anzeige.)
Vereinskalender.
Verein ehem. 6ter Artilleriſten, Darmſtad
Heute abend, im Fürſtenſaal: Weihnachtsfeier mit Kinderbeſck/
rung. Eintritt frei.
— Stahlhelm, B. d. F., Ortsgruppe Darmſtadt: Sonntog
10 Uhr vormittags, Beſichtigung des Schloßmuſeums. Anzug: Ziu/
mit Abzeichen.
Tageskalender für Samstag, den 10. Dezember 1932.
Union=Theater: „Der Schützenkönig”. — Helia=Lichtſpiele: „Mak
ſchall Vorwärts”. — Palaſt=Lichtſpiele: „Tarzan”. — Reſi
Theater: „Ich will nicht wiſſen, wer du biſt”. — Orpheu/
15.30 Uhr: 2. Märchen=Sondervorſtellung d. „Darmſt. Tagblatts
„Des braven Kindes Weihnachtsfeſt” 20.15 Uhr: Varieté.
Konzerte; Herrngartenkaffee, Hotel=Reſt. zur Poſt, Cafs Ern
Ludwig, Brauſtübl Beſſunger Turnhalle. — Städt. Saalbol
20 Uhr: Mozart=Verein: „Wohlerworbene Rechte‟. — Muſt
vereinsſaal, 20.15 Uhr: Nikolausfeier des Muſikvereins.
Gebeiszeiken der Ifraelikiſchen Religionsgeſellſchaf
Samstag, 10. Dez.: Vorabend 4 Uhr. Morgens 8 Uhr. Nachn
4 Uhr. Abends 5.15 Uhr.
Wochentags: Morgens 7.10 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.
TONFILM
COMEDIAN STRICH BURCH
HARMONSTS bie RFcNNüns
Eins, zwei, Immer so weiter.
drei, vier Marsch
SCHLAGERMUSIK
roxrror ranco
Wenn ich ein- Es war
ein-
mal traurig melein Mu=
Sin
sikus
Vorspiel durch die MAuforis. Electrola-Verkaufsstelles:
Kleine
Anschlung
Soringe
Monatsreten
UNTERHALTUNGSMUSIK
MAREK
Grsans
WEBER Drunt” in
Welser von der Lobau
Strauß
Heurigenlied
INSTRUMENTAL
anf. scHMAsEt Avolr zusch
Klavlerkonzert
Nr. 5 von Ludw.
van Beethoven
Rup.SERKiN
Sonate G-dur
v. Joh. Drahms
K. JAGER, DARMSTADI, GEORGENSTRASSEII
[ ← ][ ][ → ]Samstag, 10. Dezember 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 343 — Seite 7.
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Seite 8 — Nr. 343
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 10. Dezember 1932
Aus Heſſen.
F. Eberſtadt, 9. Dez. 2 5.— RM. Belohnung! Es iſt
noch nicht lange her, als wir berichteten, daß eine Anzahl der auf
dem hieſigen Naturpfad angebrachten Schilder, die zur
Erläute=
rung dienen, demoliert worden ſeien, und ſchon wieder waren
frivole Bubenhände am Werke und zerſtörten das große neue tag, den 12. d. M., ſoll im hieſigen Gemeindewald mit der Holz=
Schild auf der alten Modaubrücke (in der Nähe des Felſenkellers).
das den von Dr. Diehl entworfenen Hinweis auf die Modau wohner Einſtellung, die bereit ſind, die Holzhauerlöhne auf
rück=
verein hat eine Belohnung von 25.— RM. ausgeſetzt, die derjenige
erhält, deſſen Angaben zur Ermittlung des Täters führen.
Ueber „Meine Reiſe an die ehemalige Weſtfron.”
ſprach geſtern abend auf Veranlaſſung des Ortsausſchuſſes für
Volksbildung und Jugendpflege vor zahlreich erſchienenen
Zu=
hörern in einem feſſelnden Lichtbildervortrag Berufsſchuldirektor
Germann=Darmſtadt. Die Eindrücke waren von ſo ſtarker
Wirkung, daß man ſagen kann: dieſer Abend war für alle, die
gekommen waren, eine unvergeßliche Feier= und Gedächtnisſtunde
in Erinnerung an die Tauſende und Abertauſende auf dem Felde
der Ehre gefallenen deutſchen Brüder. Rektor Becker dankte am
Schluſſe des Vortrags dem Redner und empfahl das Werk der
Deutſchen Kriegsgräberfürſorge der Unterſtützung weiteſter Kreiſe.
Griesheim, 9. Dez. Wilddiebe ſtellen Schlingen.
Ein hieſiger Jagdpächter jagte letzte Woche mit ſeinem Jagdhund
in ſeinem Jagdrevier in der Nähe der Fürſtenwieſe. Als der
Hund längere Zeit ſeinen Augen entſchwunden war und trotz
Sig=
nals nicht zurückkam, ging der Jäger auf die Suche. Nach
länge=
rer Zeit fand er das Tier in einer von Wilddieben geſtellten
Reh=
ſchlinge, in der es ſich gefangen hatte, verendet vor. Für den
Be=
ſitzer iſt dies ein ſchwerer Verluſt, da es ſich um ein ſehr wertvolles
Tier handelt.
Cp. Pfungſtadt 8. Dez. Winterhilfe. Geſtern
nachmit=
tag fand die erſte Sprechſtunde für die Winterhilfe ſtatt. Weitere
Sprechſtunden werden bis auf weiteres jeden Mittwoch,
nachmit=
tags von 3 bis 5 Uhr. auf dem Rathaus abgehalten. Mit dem
Abholen der Kartoffeln beginnt man Ende der Woche, während
Kleidungsſtücke uſw. vom Beginn der kommenden Woche ab in
Empfang genommen werden. — Friedhofserweiterung.
Gegenwärtig wird der Gemeindefriedhof um ein Drittel ſeines
bisherigen Umfangs erweitert. Der ganze Friedhof wird dann in
drei Abteilungen eingeteilt. Die neue Umfaſſungsmauer, deren
Ausführung den hieſigen vereinigten Maurermeiſtern übertragen
war, iſt bereits fertiggeſtellt.
Cp. Hahn bei Pfungſtadt. 8. Dez. Felddiebſtahl. Einem
hieſigen Landwirt wurden aus ſeiner Miete an der Gernsheimer
Straße Dickwurz geſtohlen. Obwohl man geſehen hatte, wie ein
Fuhrwerk die Dickwurz auflud, konnte man die Täter bis zur
Herbeiholung von Hilfe nicht mehr faſſen.
E. Wixhauſen, 9. Dez. Bezirks=Geflügel=
Ausſtel=
lung. Am 10. und 11. Dezember findet hier im Saale des
Gaſt=
hauſes „Zur Krone” die Bezirks=Ausſtellung des Bezirks 1 ſtatt.
Es ſind über 400 Tiere ausgeſtellt.
Erzhauſen, 8 Dez. Die Ortsgruppe Erzhauſen der
Natio=
nalſozialiſtiſchen Deutſchen Arbeiterpartei hatte zu ihrem „
Deut=
ſchen Abend” eingeladen. Ungefähr 250 Einwohner leiſteten der
Einladung Folge. In feſtlich geſchmücktem Saal lauſchte die Menge
den von der Kapelle Buslau vorgetragenen Militärmärſchen und
Volksliedern, die abwechſelnd, mit heiterem und ernſtem
Pro=
gramm der Spielſchar Hildebrand=Darmſtadt den Abend
aus=
füllten.
v. Erzhauſen, 9. Dez. Ein Elternabend fand im evang.
Gemeindehaus ſtatt. Pfarrer Werner begrüßte die Anweſenden.
Unter der umſichtigen Leitung der Schweſter Eliſabeth wurden
durch die Mädchenjungſchar einige Adventsſpiele in trefflicher
Weiſe aufgeführt. Die Beſucher des vollbeſetzten Saales füllten die
Zwiſchenpauſen durch Geſang von Adventsliedern aus. Von der
Mädchenjungſchar wurden den Anweſenden ſelbſtverfertigte
künſt=
liche Blumen und Sterne überreicht, wobei eine Spende
veranſtal=
tet wurde.
ſtand. Dieſer Tage begann man mit den Ausſchachtungsarbeiten des
Kugelfangs, und hiernach mit den Betonarbeiten. Die Arbeiten
werden durch Selbſthilfe ausgeführt.
4k. Nieder=Ramſtadt, 8. Dez. Evangeliſche
Jugend=
vereinigung. Am kommenden Sonntag abend veranſtaltet
die hieſige Evang. Jugendvereinigung im Saale des Gaſthauſes
„Zum Darmſtädter Hof” einen Eltern= und Unterhaltungsabend, ten, Herrn Rektor Lerch, das höchſte Lob. In meiſterlicher Be=
Ef. Meſſel, 9. Dez. Winterveranſtaltung des Turn=
und Sportvereins e. V. Die für Samstag vorgeſehene diesjährige Kinderchor und zum Engelchor, um dann wieder den Hirten den
Winterveranſtaltung des Turn= und Sportvereins e. V. wurde
mit Rückſicht auf die noch zu vertreibenden Loſe für die mit der
Veranſtaltung verbundene Verloſung auf Sonntag, den 1.
Januar 1933, verlegt.
Reinheim 8. Dez. Am Sonntag, den 11. d. M., findet im
Gemeindeſaal (Kleinkinderſchule) nachmittags um 3 Uhr eine
Verſammlung als Auftakt für die Volksmiſſionswoche ſtatt,
die vom 12. bis 18. Dezember in der Kirche abgehalten wird.
Verbunden mit dieſer beſonderen Veranſtaltung wird das
Jah=
miſſionsinſpektor Bringmann=Darmſtadt. Rezitatoriſche und
andere Darbietungen werden dem Ganzen einen würdigen
Rah=
men geben.
—o— Groß=Bieberau 9. Dezbr. Obſtbauverein. Am
Sonntag, nachmittags 3 Uhr, hält der Obſtbauperein im Gaſthaus
Reinheimer eine Jubiläums=Verſammlung ab, da er
auf eine 40jährige Tätigkeit zurückblicken kann. Zu Ehren von
Oekonomierat Böhm und Lehrer Krapp — leider zu früh
ver=
ſtorben —, die ſeinerzeit den Verein gegründet und ſegensreich
geführt haben, wird eine Gedenktafel eingeweiht.
— Klein=Bieberau i. Odw., 9. Dez. Nächſten Sonntag, den eingebürgert hat.
11 d. M., veranſtaltet der hieſige Schützenverein einen
Den Saal ſtellte Herr Gaſtwirt und Metzger Böhm bereitwilligſt
zur Verfügung.
geht der hieſige Ortsgewerbeverein, die Feier ſeines
30jährigen Beſtehens im Gaſthaus „Zur Poſt‟. Der Notlage des
Handwerks entſprechend iſt das Programm in den beſcheidenſten
Formen gehalten. Bei abwechſelnder muſikaliſcher Begleitung
kommt der Tätigkeitsbericht der Arbeit in dieſer Zeitſpanne, die
und andere Vorträge zu Gehör.
vereins des vorderen Odenwaldes ein Fuchsjagd zu reiten. Die z
Hering und Halali iſt etwa ebendortſelbſt.
Ch. Hainſtadt (Kreis Erbach), 9. Dez.
Falſchgeldver=
ſchäften allerlei geringwertige Gegenſtände gekauft und immer
dies auf, und, nachdem der Käufer bereits verſchwunden war, be= rahmen ein.
merkte er, daß es ein falſches Zweimarkſtück war, welches er
ein=
merie verſtändigt, welche ſich auch gleich mit den Nachbarſtationen 9
in Verbindung ſetzte, ſo daß die erſte aufgenommene Spur nach
konnten zwei Perſonen in Obernburg feſtgenommen werden,
Falſchgeld trägt die Jahreszahl 1931, den Buchſtaben I. iſt ſehr
Wahrnehmungen ſind ſofort der zuſtändigen Polizei zu melden, der Gegend von Mannheim.
ebenſo muß Falſchgeld abgeliefert, nicht aber in den Verkehr
ge=
bracht werden.
Ct. Heubach, 9. Dez. Der älteſte Einwohner unſerer Gemeinde, u
Herr Jakob Zieres, konnte bei voller geiſtiger Friſche ſeinen 90. k
lutheriſchen Kirchengemeinde und der Spar= und Darlehnskaſſe 9
erfreut er ſich allgemeiner Beliebtheit, und ſo hatten ſich zu ſeinem 9
Ehrentage auch Gratulanten aller Berufsſchichten eingefunden. Auch ſonſt gab es noch allerlei Ueberraſchungen.
Aus den Gemeinderatssitzungen.
Ct. Heubach, 9. Dez. Gemeinderatsſitzung. Am
Mon=
hauerei begonnen werden. In erſter Linie finden ſolche Ortsein=
und den Riedberg enthielt. Der Verſchönerungs= und Verkehrs= ſtändige Gemeindegelder zu verrechnen. — Der Firma Gebrüder
Weigel in Höchſt werden zirka 600 Rm. Nutzholz gegen ſofortige
Zahlung verkauft. Dieſe Gelder ſollen zur Löhnung der Holz= Verwendung finden.
G. Steinbach bei Michelſtadt. 8. Dez. Aus dem
Ge=
meindeparlament. Vor Eintritt in die Tagesordnung
be=
gründete Bürgermeiſter Stein die außergewöhnlich ſpäte Beratung
des diesjährigen Voranſchlags, die verurſacht worden ſei, weil bis
jetzt ſeitens der Gemeindekaſſe die Gemeinderechnung für 1930
im=
mer noch nicht fertiggeſtellt und auch die Gemeindekaſſe noch nicht
vollſtändig an den neuen Rechner überliefert worden ſei. Die
bür=
gerliche Fraktion ſtellte nachdem der Bürgermeiſter den
Rech=
nungsreſt aus 1930 mit 33 867 78 RM., der ſich aber durch noch zu
bezahlende Kriſenanteile, rückſtändige Rechnungen uſw. auf
10 893,76 RM. vermindert, bekannt gegeben hatte, den Antrag,
die Beratung zu vertagen und einen Vertreter des Kreisamtes zur
Beratung zuzuziehen. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der
Antragſteller abgelehnt. Die Beratung wurde nunmehr fortgeſetzt
und ergab in ihren einzelnen Poſitionen eine treffliche
Illuſtra=
tion der Finanznot der Gemeinden, wobei Steinbach durch ſeine
vorwiegende Arbeiterbevölkerung und ſeine ſtilliegende
In=
duſtrie beſonders hart betroffen iſt. — Wo nur irgend möglich,
wurde bei den Ausgabepoſitionen geſtrichen, d. h. wo dies durch die
ſpäte Beratung noch möglich war. So hatte man von 7 Uhr bis um
Mitternacht die Hälfte des Voranſchlags durchgearbeitet. Die
Be=
ratung wurde hier abgebrochen und auf Anfang nächſter Woche
vertagt.
S. Lampertheim, 9. Dez. Gemeinderatsſitzung. Einen
Hauptteil der Sitzung nahm die Beratung des Voranſchlags für
1932 ein. In allen Ausgaberubriken ſind nur die dringendſten
Beträge eingeſtellt. Rubrik 42: Wohlfahrtslaſten, iſt in dieſem
Jahre um 227 000 RM. höher als zuvor. Allein für
Wohlfahrts=
erwerbsloſen mußte der Betrag von 522 000 RM. vorgeſehen
wer=
den. Dieſen hohen Betrag kann die Gemeinde aus eigenen
Kräf=
ten nicht aufbringen, und es mußte deshalb zum Ausgleich des
Voranſchlags der Betrag von 420 414 RM. in Einnahme geſtellt
und um Uebernahme desſelben bei Reich und Land nachgeſucht
werden. Bereits von dieſen Seiten eingegangene 151 159 RM.
ſind ſchon in der Einnahme enthalten. Die allgemeine Ausſprache
über den Voranſchlag ließ bei allen Parteien erkennen, daß
der=
ſelbe ſo nicht gutgeheißen werden könne, zumal über die in
Ein=
nahme vorgeſehenen 420 414 RM. bis zum Ablauf des
Rechnungs=
jahrs wohl nochſt nicht verfügt werden kann. Er verfiel daher
der einſtimmigen Ablehnung. — Der Verein für Leibesübungen ten den bedürftigen Familien eine Winterhilfe überwieſen Ed
möchte den Platz, auf dem der Schulhausneubau vorgeſehen war, den könne.
— Michelſtadt, 9. Dez. Krippenſpiel in der
Stadt=
kirche. Wieder war in dieſem Jahre unſere alte Stadtkirche bis
Krippenſpiel zu feiern kam. Das Spiel „Deutſche Weihnacht”,
vor Jahrhunderten entſtanden, wurde von L. Lindenberg für den
Gottesdienſt zuſammengeſtellt. Dem Spielleiter iſt es gelungen,
alles zu vermeiden, was der Kulthandlung theatraliſchen
Charak=
ter geben konnte. Durch die Einſchaltung der Gemeinde ſelbſt in
den Wechſelgeſang der Chöre war in dieſem Jahr aus dem Krip= eines Retters. Die Deutſche Lebensrettungsgeſellſchaft, 1
penſpiel ein Gottesdienſt aller geworden, der in liturgiſcher For= zirk Starkenburg, übermittelte der Bürgermeiſterei, folgerſt
mung zu einem beſonderen Erlebnis der Weihnacht führte. Der Schreiben: „An den Herrn Bürgermeiſter der Gemeinde Ju
Architektur der Kirche fügte ſich der Aufbau einer
hochaufragen=
den lichterbeſäten Tannenpyramide harmoniſch ein, der die hellen
Engel als ſeraphiſcher Chor lichtertragend zuſtrebten Das
diſzipli=
be Büttelborn. 8. Dez. Beginn der Arbeiten an dem Schieß= nierte Spiel vermied in kirchlicher Strenge jede Gebärde, die ein
Zuviel an äußerer Wirkung auf Koſten andachtweckender Würde
bedeutet hätte. Getragen aber war das ganze Spiel von
meiſter=
haft eingeſchulten Chören, die mit den Sprechern, dem wirkſamen
Sprechchor und der ſingenden Gemeinde abwechſelnd aus dem
Krippenſpiel die Gemeinſamkeit einer Kulthandlung werden ließ
von wahrhaft weihnachtlicher Innigkeit. Waren die Chöre in dies betrieb Ihres Bades eine wertvolle Stütze ſein und im Inte
ſem Jahre die Träger der Handlung, ſo gebührt ihrem
Dirigen=
herrſchung wechſelte er in der Leitung vom Kirchenchor zum
Einſatz in richtiger Tonlage zu geben. In der ihm angemeſſenen
ſicheren Art bekannt guter Schulung erfreute der Kirchenchor durch
das Singen des „Tochter Zion freue dich‟ Die Engelchöre ließen Auszeichnungen: zweimal „ſehr gut”, einmal „gut”, einmal
auch ohne mimiſche Andeutung das Erwachen der Hirten zu freu= friedigend”.
digem Erſchrecken glaubhaft werden. Sehr wirkſam fügte ſich das
zunächſt vom Soliſten Ernſt Neff, dann im Duett von Inge
Baumgarten und Fritz Backöfer zur Violine (Max
Roe=
pell) geſungene „Der Mond iſt aufgegangen” in den Reigen der
Chöre. Das Regerſche Marienlied, von Frau Dr. Roloffs
resfeſt der hieſigen kirchlichen Gemeinſchaft gefeiert. Als Redner ſchöner voller Stimme glockenrein geſungen, trug in die Weite des
haben zugeſagt Herr Pfarrer Dr. Meiſinger und Herr Stadt= Gotteshauſes zwingenden Bann der Weihnacht. Wer will in
ſol=
chem Zuſammenklang den Einzelnen beſonders erwähnen können,
ohne das Ganze zu zerreißen? Das meiſterliche Orgelſpiel des Pappeln anzulegen. Auch die Obſtbaumpflanzung an der Fohl
Herrn Lehrer Knecht, die Sicherheit der Engelſprecher (Frl. n
Elfriede Münch, Gerta und Elsbet Arzt), die Pracht der Kö= freiwilligen Arbeitsdienſt durchgeführt werden.
nige, die Schlichtheit der Hirten, die rührende Sicherheit, mit der
das Kind (Lindeline Völker), die jungmütterliche, Maria
(Martha Schäfer) und den guten alten Joſeph (Wolf. Dieter
Moſebach) zum Stalle führt. Der zahlreiche Beſuch am
Sonn=
tag und die Wiederholungsnotwendigkeit am Dienstag zeigten,
wie ſehr ſich das alljährliche Krippenſpiel in unſerer Gemeinde
4s. Erbach, 8. Dez. Elternabend. Herr Rektor Weber,
Theaterabend. Es kommen ſehr ſpannende Stücke zur Dar= der eingangs herzliche Willkommensgrüße entbot, durfte zu ſeiner In der Altmünſterkirche hatte ſich der Philharmoniſche Ve
ſtellung. Die Leitung hat Herr Lehrer Hofmaun übernommen, größten Genugtuung feſtſtellen, daß die Elternſchaft noch immer mit dem Organiſten Hermann Hüther zum Vortrag Händelſtl
treu hinter der Schule ſteht. Mit dem Gruß wurde gleichzeitig der Werke zuſammengefunden. Zwei eongerti grogsi fanden unter
Dank für das überaus zahlreiche Erſcheinen verbunden. Ferner Leitung des Muſikdirektors Stauffer durch den Philharmoniſ
Bf. Brensbach, 9. Dez. Nächſten Sonntag, abends 7 Uhr, be= dankte er dem geſamten Lehrkörper und den Spielern, die in Verein eine recht exakte Wiedergabe. Konzertſängerin W
wochenlanger, mühevoller Arbeit den Abend geſtalten halfen. In Kirſamer=Frankfurt ſang mit kultivierter Stimme zwei Anf
ſeinen weiteren Ausführungen verſtand es der Schulleiter, in ſei= aus dem „Meſſias”, und Hermann Hüther ſpielte mit gewand
ner ſinnigen, feinen und ruhigen Weiſe ſofort in den Herzen der Technik das Orgelkonzert Nr. 10 in D=Moll. Zu gleicher
Zuhörer die richtigen Saiten anzuſchlagen und zum Mitſchwingen fand in der Johanniskirche ein kirchenmuſikaliſcher Abend
zu bringen. Gerade die Advents= und auch die kommende Weih= Beſten des Evang Mädchenvereins ſtatt. „Der Menſch in Nu
Ehrung lebender ſowie verſtorbener reſp. gefallener Mitglieder nachtszeit ſeien doch dazu angetan, die ſtarre Erdgebundenheit un= „Verheißung des Erlöſers” und Geburt des Erlöſers” waren
ter der Menſchheit zu löſen und die Gedanken mehr wie ſonſt auf, drei Teile, die im Wechſel zwiſchen Orgel (Käthe Hackebeil),
Ct Lengfeld, 9. Dez. Hubertus=Jagd. Sonntag, den das gewaltige Geſchehen von Bethlehem zu richten, von dem immer pran (Lina Kaz) und Tenor (Pfarrer Laun) einen weihevoll
11. d. M., nachmittags halb 2 Uhr, treffen ſich die ländlichen Rei= wieder erneut Ströme der Liebe ausgehen. In dieſem Sinne ſoll Eindruck hinterließen — Weihe des Ehrenmals
ter hieſiger Gegend, um unter der Flagge des Reit= und Fahr= auch das ſchlichte Märchenſpiel aufgeführt werden; es will uns Mainz=Mombach. Der Stadtteil Mainz=Mombach riſl
zeigen, wie auch das verſtockteſte Menſchenkind zum Schluß doch ſich, ſeine gefallenen Söhne des Weltkrieges zu ehren. Auf
Jagdſtrecke beginnt in Höhe der Brunnenſtube, an der Straße nach noch Reue empfindet und aus Liebe und Gnade aufgenommen wird, ſtimmungsvollen Waldfriedhof iſt eine würdige Gedächtnisſt7
— Das Märchenſpiel „Marienkind” ſtellte hohe Anforderungen entſtanden, die am Sonntag, den 11. Dezember, ihre feierli
an Spielleitung und Darſteller. Doch dies darf vorweg geſagt Weihe erhalten ſoll. Das Denkmal iſt nach einem Entwurf 9
breiter. Im benachbarten Obernburg und Klingenberg a. M. werden, ſie löſten ihre Aufgabe zur vollſten Zufriedenheit. Die Mainzer Architekten F. Keune geſtaltet. Zwei mächtige guad
haben geſtern zwei Perſonen auffälligerweiſe in verſchiedenen Ge= Bühnenbilder waren wunderbar den einzelnen Szenen angepaßt tiſche Säulen, welche die erforderlichen Flächen zur Aufnahme M
und wurden wirkſam durch die geradezu märchenhafte Beleuchtung 250 Namen der Gefallenen bieten, recken ſich hoch zum Himn
mit 2=Mark=Stücken bezahlt. Einem dieſer Geſchäftsleute fiel ergänzt. Die Reigen und Geſänge fügten ſich gut in den Geſamt= empor und tragen als Abſchluß einen Sarkophag, der die Hau
4r. Rothenberg, 9. Dez Diebſtahl. Vorgeſtern abend lichen ſoll. In den zwiſchen den Säulen entſtandenen Raum 10
genommen hatte. Deshalb wurde ſofort die zuſtändige Gendar= gelang es der Gendarmerie Beerfelden, eine Diebesbande an der ſich in natürlicher Weiſe ein ſchlankes Kreuz ein, das auch drauß
Provinzialſtraße Rothenberg—Beerfelden abzufaſſen. Drei Män= auf den Heldengräbern einfacher Schmuck und letztes Liebeszeich
ner waren damit beſchäftigt in dem an die Straße grenzenden war. So iſt ein wohl einfaches und ſchlichtes, dabei aber 11
Lützel=Wiebelsbach ging. Aber bei den weiteren Ermittlungen Privat= und Staatswald Weihnachtsbäume zu ſchlagen und auf würdiges Denkmal entſtanden, das in Muſchelkalk ausgeführt
ein bereitſtehendes Laſtauto zu laden. Mit Hilfe der ſchnell her= und das insbeſondere durch ſeine ſtimmungsvolle Umgebung 1
welche im Beſitze von viel Wechſelgeld, Zigarren und ſonſtigen Ge= beigeholten Rothenberger Förſter wurden die Diebe ſowie das die ſich dem Waldcharakter anpaſſenden gärtneriſchen Anlas
genſtänden waren. Falſchgeld wurde keins mehr gefunden. Das mit zirka 400 Weihnachtsbäumen beladene Auto nach Rothenberg eine geeignete Stätte der Weihe und des ſtillen Gedenkens bie
transportiert. Der Laſtwagen ſowie die Weihnachtsbäume
wur=
blaß, anſcheinend Legierung mit Zinn und Blei. Irgendwelche den beſchlagnahmt. Die Diebe ſowie der Laſtwagen ſtammen aus zimmer. Geſtern vormittag logierte ſich in einem hieſig
Dk. Waldmichelbach, 6. Dez. Die Ortsgruppe des Odenwald= ertönte in dem Zimmer, das der Unbekannte gemietet hatte,
klubs traf ſich zu einer Nikolaus=Wanderung nach Siedelsbrunn, Schuß. Als dem Hotelier auf ſein Klopfen nicht geöffnet wu‟
um dort der wanderfreudigen Jugend einen frohen Nachmittag zu ließ er die von innen verſchloſſene Türe durch einen herbeiger!
bereiten. Im Saale des Morgenſterns wickelte ſich in kurzer Zeit, nen Schloſſer gewaltſam öffnen. Der Fremde wurde in dem 31
Geburtstag begehen. Als langjähriger treuer Diener der ein unterhaltendes Programm ab, das bei alt und jung großen mer mit einem Schuß im Kopf bewußtlos aufgefunden und ſoi
Anklang fand. Dabei konnten 10 eifrige Wanderkinder von dem ins Städtiſche Krankenhaus gebracht. Dort wurde der Leben
Nikolaus mit dem Goldenen Wanderabzeichen geſchmückt werden, müde als der verheiratete 47jährige Hauptlehrer Friede
im Wege des freiwilligen Arbeitsdienſtes einebnen, da er
Pacht und Steuerlaſten nicht mehr für den Platz an der Bürſtän=
Straße zahlen könne. Dem Anſinnen kann der Gemeinderat nad
zuſtimmen, iſt aber bereit, ihm den dahinterliegenden Platz
genügender Größe zu überlaſſen. Es ſoll aber den Verei
Olympia und V.f.L. empfohlen werden, ſich zu vereinigen.
durch die Platzfrage am beſten gelöſt würde, da ja Olympia zul
zeit einen großen Platz auf gemeindlichem Gelände herrichtet.
Die Kommuniſtiſche Fraktion hatte verſchiedene Anträge eimnn
bracht. Die rege Diskuſſion ſchließt damit, daß man zu dem
gebnis kommt, die Verwaltung zu ermächtigen, in beſondeg
Notfällen helfend einzugreifen. — Je ein Antrag der Kommunng
und der NSDAP. beſchäftigen ſich mit den an der evangeliſ.o
Volksſchule herrſchenden Mißſtänden, da hier zwei Lehrkräfte
len und einige Klaſſen ſchon monatelang zuſammengelegt
überfüllt ſind. Während die Säle Sitzgelegenheit für 78 Kirn
haben, ſind 90 untergebracht. Daß Schädigungen für die Kirl
entſtehen, iſt klar. Obwohl, ſchon Schritte um Abſtellung
Uebelſtandes bei der Behörde unternommen wurden, iſt keine
hilfe geſchaffen worden. Es wird deshalb beſchloſſen, erneut —
ſtellig zu werden.
Ck. Erfelden, 8. Dez. Aus dem Gemeinderat.
Ortsbauſatzung wurde durchgeſprochen und kleine Aenderuru
vorgenommen. — Die Verteilung der Winterhilfe ſoll in der mi
ſten Sitzung erledigt werden. — Die Verpachtung der Gemein
grundſtücke wurde genehmigt.
Dy. Sprendlingen. 8. Dez. Gemeinderatsſitzung.
Hundeſteuer für 1933 wird auf dem vorjährigen Satze belaſſer,
Die von ſeiten des Heſſ. Kreisamts Offenbach vorgeſchlagene
höhung des Faſelviehgeldes wird abgelehnt, da die
Landwirte=
ſeitherigen Sätze kaum tragen können. — Eine Grenzrexu
lierung zwiſchen Gemarkung Buchſchlag und Sprend
gen findet dahin ihre Erledigung, daß die Zahnfahrik und
Gasmeſſerfabrik Dehm u. Zinkeiſen zur Gemarkung
Sprendlir=
in vollem Umfange kommt und dieſe beiden Anweſen die Gr=o
bilden. — Die von ſeiten der Erwerbsloſen eingereichten Antmil
wegen Zuwendung einer Winterhilfe nahm eine ausgedehnte
batte an, da doch die vorgebrachten Wünſche das nette Sümm
von 162000 Mark erfordern. Der Hergabe eines Schulfrühſk
für bedürftige Kinder wurde zugeſtimmt. Man iſt ſich bewi
daß die Gemeinde die Mittel nicht aufbringen kann, aber es wur
dem Erſuchen zugeſtimmt, und dem Bürgermeiſter die Handky
gegeben, bei den maßgebenden Stellen wegen Erlangung der d
forderlichen Mittel geeignete Schritte unternehmen zu könnd
Der Vorſitzende der Winterhilfe. Herr Gemeinderatsmitgil
Diete, gab bei dieſer Gelegenheit bekannt, daß noch vor Weihm
Cb. Gras=Ellenbach, 6. Dez. Odenwaldklub. Eir
Vorſtandsmitglieder hatten ſich mit verſchiedenen Mitgliedern
auf den letzten Platz gefüllt von andächtiger Gemeinde, die das hieſigen Ortsgruppe zur Aufſtellung eines Wanderplans zuſitl zuſc
mengefunden. Der Wanderplan, der ſehr viele intereſſante Anf
derungen für das kommende Jahr durch den ſchönen Odenrol
enthält, wurde in dem Klubabend, der bei Mitglied Rothern
ſtattfand, von allen Anweſenden gutgeheißen.
Du. Jugenheim, 9. Dez. Oeffentliche Belobigi
heim! Ich bin zu meiner großen Freude heute in der angeneh
Lage, Ihnen den Lehrſchein des Herrn Wilh. Dingeldey, Ju
heim, Hauptſtraße 67 wohnhaft, zu überſenden, und ich darf
Bitte an Sie richten, dieſen Lehrſchein Herrn Dingeldey ü
reichen zu wollen und ihm die Glückwünſche des Bezirks auW
ſprechen. Ihnen als Gemeindeoberhaupt darf ich meine beſon g
Anerkennung für die Leiſtungen des Vorgenannten ſagen und
zur wertvollen Bereicherung an tüchtigen Sportlern und zu
läſſigen Rettern beglückwünſchen. Sie wird für den Sicherhel
der Allgemeinheit ſich auswirken. Ich hoffe, daß auch bei
Ausbildung von weiteren Rettern uns Herr Dingeldey ſi
wertvolle Arbeitskraft weiter zur Verfügung ſtellen wird, (gef
Brandſtätter, Hauptmann und Bezirksleiter. — Ausze7
nung. Herr Philipp Metzger II. hier erhielt auf der großl
nationalen Geflügelſchau in Frankfurt für ſeine Tiere folgen
Co, Lorſch, 9. Dez. Urbarmachung Es iſt beabſich
den Wingertsberg, einen faſt unfruchtbaren Sandhügel, urbau
machen und zu einer Obſtbaumanlage herzurichten. Die
entſ=
chenden Vorbereitungen hierzu ſind bereits getroffen. Der N
kus, der in der Hauptſache Eigentümer des betreffenden Gelärd
iſt, wird aller Vorausſicht nach keine Schwierigkeiten bereiten.
mal die Sache vom Forſtamt unterſtützt wird. Ebenſo iſt gepl
die Sandkaute in der Saulache einzuebnen und das Gelände
weide ſoll erweitert werden. Sämtliche Arbeiten ſollen durch
Cm. Wallerſtädten, 8. Dez Hohes Alter. Peter Hind
thür 3. Witwe konnte ihren 84. und Peter Nold 2. ſeinen 82.
burtstag begehen. Beide ſind körperlich und geiſtig rüſtig.
Aus Mainz und Rheinheſſen.
Be. Mainz, 9. Dez. Geiſtliche Konzerte in Main
inſchrift trägt und der den Opfertod der Gefallenen verſinnbil
Be. Mainz, 9. Dez. Selbſtmordverſuch im Hot.‟
Hotel ein unbekannter, gutgekleideter Herr ein. Gegen 9.30 U
Gablenz aus Frankfurt=Oberrad feſtgeſtellt.
Samstag, 10. Dezember 1932
Nachichlen des Hlandesanls Darmſadl.
Geſtorbene. Am 1. Dezember: Mayer, Hermann.
Kauf=
gnn, Georgenſtr. 5. — Am 2. Dezember: Stellwagen,
uruſte, Lehrerin, ledig, 76 J., Traiſa, Kr. Darmſtadt, hier,
otkrankenhaus; Stahn, Lothar, 1 Monat, Hohler Weg 11.
UIm 3. Dezember: Schäfer, Judith, 21 Stunden, Frankfurter
taße 62: Willemann, Barbara, geb. Treber, 57 J..
Ehe=
aur des Schneidermeiſters, Kaupſtraße 35. — Am 4. Dezember:
ſch wanhäuſer, Johann Paul, Kaufmann, 62 J.,
Lands=
orſtraße 69; Spichartz, Roſina, geb. Hänle, 68 J.= Witwe
Dachdeckers, Schützenſtraße 9; Spieß. Gottlob Friedrich
ſi helm. Bankprokuriſt, 60 J., Liebigſtr. 39; Wingert,
ria, geb. Böder, 55 J.. Ehefrau des Formers
Feldberg=
ze 824. — Am 5. Dezember: Süffert, Elſe, geb. Süffert.
J.. Witwe des Geh. Juſtizrats, Pallaswieſenſtr 38;
Wal=
ſſer, Friedrich Karl. Magazinarbeiter, 45 J., Karlsſtr. 103;
ſurpus, Anton Joſef, Obergarteninſpektor i. R., 72 J.
Beck=
ſaße 4: Leiderer, Alois. Färbermeiſter, 69 J., Woogſtr. 4;
ſteuernagel, Karl, 4 Monate, Im tiefen See 46:
Wag=
r Chriſtine Anna, geb. Herting, 28 J. Ehefrau des
Maſchinen=
ſechnikers. Am Herrnacker 15: Stadlmayr, Franz. Chemiler,
ſe. 60 J., ledig, Ohlyſtr. 74 — Am 6. Dezember: Hartung,
mharina, geb. Thierolf, 57 J. Ehefrau des Metzgermeiſters,
ſeheilgen, hier, Eliſabethenſtift; „Straumann, Sebaſtian,
achdecker, 58 J., Steinbergſtr. 4: Jäger, Fritz 1 Minute alt,
rheilger Str. 14; Minnich, Maria, geb. Rauch, 54 J., Witwe
s Amtsrichters i R., Dr., Rheinſtr. 51. — Am 7. Dezember:
örr, Hans, 1 Monat alt, Mörfelden, hier, Heinheimerſtr. 21. —
Nr. 343 — Seite 9
m 8. Dezember: Kühn, Eva, geb. Kühn, 62 J., Ehefrau des
ſchneidermeiſters, Grafenſtr. 13.
Kirchliche Nachrichken.
Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
Samstag (10. Dezember.)
Stadtkirche. Abends 8,30 Uhr: Abendandacht.
Bauluskirche: Abends 8,30 Uhr: Adventsgottesdienſt der evang. Jugendgemeinſchaft
lurnſtadts. Pfarrer Wolf.
Sonntag, 3. Advent (11. Dezember.)
(In allen Kirchen Kollekte für die Gemeinde Flenſungen.)
Stadtkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer, F. Müller. — Vorm.
,15 uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß.— Abends 5 Uhr: Feier des heiligen
Abend=
alls mit Einzelkelch. Pfarrer Lautenſchläger. — Die Stadtkirche iſt wochentags von
dis 4 uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingana Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Lautenſchläger. — Borm,
uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt.
aerer Vogel.
Schloßkirche: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Dr. Bergér. Vorm.
15 Uhr: Akademiſcher Gottesdienſt. Hochſchulpfarrer Lic. Dr. Schlink.
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Landeskirchenrat D. Waitz.
onn. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer Dr. Bergér.
ſuchm. 2 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Köhler. Abends
uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Kapelle des Städt. Altersheims. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Köhler.
Fohanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe. — Vorm.
.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 5 Uhr: Predigtgottesdienſt mit heiligem
Abend=
ſuahl und Vorbereitung. Pfarraſſiſtent Junker.
Die Fohanneskirche iſt wochentags von 7.30 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Baul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
itiesdienſt mit anſchließender Feier des heiligen Abendmahls. Pfarraſſiſtent Junker.
ſonn. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſiſtent Junker.
Beſſunger Kirche (Betrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
be. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt für beide Bezirke. Pfarrer Irle. Abends
ühr: Abendgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung von 5,30 Uhr
in der Sakriſtei. Pfarrer Weiß.
Bauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wolf. Vorm. 11,15 Uhr:
indergottesdienſt. Pfarrer Wolf.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck. Vorm. 11,15 Uhr:
wergottesdienſt.
B
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Betſtunde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Köhler, Wenckſtraße 29. Telephon 2449.
2. Veranſtaltungen.
Stadtgemeinde: Gemeindehaus (Niesſtr. 17). Sonntag, 11. Dez., abends 8 Uhr:
Aoventsfeier der Markusgemeinde. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. —
Montag, 12. Dez., abends 8 Uhr: Fugendbund der Markusgemeinde. — Evangeliſcher
Bund. — Dienstag, 13. Dezember, abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein der
Stadtkirche. — Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. — Mädchenvereinigung der
Reformationsgemeinde. — Frauenverein der Kaplaneigemeinde. — Mittwoch, 14. Dez.,
abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugendbund
der Lukasgemeinde. — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde. —
Donners=
tag, 15. Dez., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Lautenſchläger. —
Reformations=
gemeinde: Abventsfeier. — Freitag, 18. Dez., abends 8 Uhr: Mütterabend der
Stadt=
gemeinde. — Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 13. Dez., abends 8 Uhr:
Mädchen=
vereinigung der Schloßgemeinde. — Donnerstag, 15. Dez., abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde. — Samstag, 17. Dez., abends 8 Uhr:
Jugendver=
einigung der Stadtgemeinde.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6), Dienstag, 13. Dez. abends
8 Uhr: Jugendvereinigung. — Mittwoch, 14. Dez., abends 8 Uhr: Bibelſtunde (Pſalm 51).
— Donnerstag, 15. Dez., abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung (Weſt). — Freitag,
16. Dez., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung, ältere Abtlg.
Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Dienstag, 13. Dez., abends 8 Uhr: Kirchenchor. —
Mittwoch, 14. Dez., abends 8 Uhr: Bibelſtunde (Offenb. Joh. 3, 7—13). — Donnerstag,
15. Dez., abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung (Oſt).
Saal der gleinkinderſchule (Mauerſtr. 5). Samstag 17. Dez., nachm. 8 Uhr:
Weihnachtsfeier der Kleinkinderſchule. — Nachm. 5 Uhr: Weihnachtsfeier der
Hand=
arbeits= und Strickſchule. — Sonntag, 18. Dez., nachm. 3 Uhr: Weihnachtsfeier der
Kleinkinderſchule, Liebfrauenſtr. 6.
Johannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtr. 26). Montag, 12. Dez., abends
8 Uhr: Kirchenchor und Mütterabend. — Mittwoch, 14. Dez., abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtunde. Pfarrer Marx. — Donnerstag, 15. Dez., abends 8 Uhr: Wiederholung des
Adventsſpiels.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Dienstag, 13. Dez., abends
8 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch, 14. Dez., abends 8 Uhr: Gemeindeabend. —
Donners=
tag, 15. Dez., abends 8 Uhr: Mütterabend.
Petrusgemeinde: Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Montag, 12. Dez., abends
8.15 Uhr: Mädchenvereinigung. — Abends 8,15 Uhr: Alterenkreis der
Jugendvereini=
gung. — Dienstag, 18. Dez., abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. Abends 8,15 Uhr:
Poſaunen=
chor. — Mittwoch, 14. Dez., nachm. 3,80 Uhr: Mädchenjungſchar. Abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtunde für den Oſtbezirk über: „Feſaias”. Pfarrer Weiß. — Donnerstag, 15. Dez., abends
8.15 Uhr: Adventsabend des Frauenvereins. — Freitag, 16. Dez., abends 8 Uhr:
Mäd=
chenchor. — Abends 8.15 Uhr: Kirchenchor. — Samstag, 17. Dez., abends 7.30 Uhr:
Singekreis.
Saal der neuen Trainkaſerne (Eſchollbrücker Str. 44). Mittwoch, 14. Dez.,
abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde für den Weſtbezirk über: „Die großen Propheten”. Pfarrer
Frle. — Donnerstag, 15. Dez., abends 8,.15 Uhr: Chriſtliche Pfadfinderſchaft.
Paulusgemeinde: Gemeindeſaalunterder Kirche. Sonnt., 11. Dez., abbs. 8 Uhr:
Jugendvereinig.: Heimabend. Vorbereitungen für die Weihnachtsfeier. — Montag,
12. Dez., abends 8 Uhr: Jugendbund. — Dienstag, 13. Dez., abends 8 Uhr: Kirchenchor.
— Mittwoch, 14. Dez., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer A. Müller. — Donnerstag,
15. Dez., abends 8 Uhr: Mütterabend (Weihnachtsfeier). — Samstag, 17. Dez nachm.
4,80 Uhr: Jungſchar. — Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung: Heimabend. Rüſtſtunde
für Weihnachten.
Eliſabethenſtift (Erbacher Str. 25): Ev. Sonntagsverein. Sonntag, 11. Dez.,
nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt. Nachm. 3,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Neuber. — Montag, nachm.
4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. — Abends 8,30 Uhr: Männerabend. Herr Bringmann.
— Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends 8,30 Uhr: Blaukreuz=
Bibel=
ſtunde. Herr Bringmann. — Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Gemiſchter Chor. —
Donners=
tag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann. — Freitag, abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtunde in der Beſſunger Mädchenſchule (Werkunterrichtsraum). Herr Bringmann.
Samstag, abends 6 Uhr: Eiſenbahner=Vereinigung.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2,30 Uhr: Jugendbundſtunde
für junge Männer. Abends 8,30 Uhr: Weiheſtunde; Fugendbundſtunde für junge
Mäd=
chen. — Dienstag, abends 8,30 Uhr: Freundeskreis für junge Mädchen. — Mittwoch,
nachm. 3 Uhr: Kinderbund und E. C.=Jungſchar für Mädchen. — Abenbs 8,80 Uhr:
Freundeskreis für junge Männer. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge
Männer. — Freitag, abends 8,30 Uhr: Freundeskreis für junge Mädchen. — Samstag,
nachm. 3 Uhr: Kinderbund und E. C.=Jungſchar für Knaben.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. B. (Eliſabethenſtr. 17, I. Ecke Wilhelminenſtr.).
Sonntag, 11. Dez., abends 8 Uhr: Heimabend. — Dienstag, 13. Dez., abends 8,30 Uhr:
Bibelſtunde. — Mittwoch, 14. Dez., abends 8,15 Uhr: Jungvolkabend. — Donnerstag, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr
15. Dez., abends 8,30 Uhr; Heimabend. — Jeden Mittwoch und Samstag, nachm. 5 Uhr:
Jungſcharſtunde.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24.
Jeden Donnerstag, abends 8,15—10 Uhr: Zuſammenkunft. — Donnerstag, 15. Dez.:
Adventsfeier.
Bund deutſcher Bibelkreiſe. Jungenſchaft Darmſtadt (Eliſabethenſtr. 17, I).
Sams=
tag, 10. Dez., nachm. 4 Uhr: B.=K. im Heim. — Freitag, 16. Dez., abends 8,15 Uhr:
Bibelbeſprechung mit Pfr. Köhler. — Samstag, 17. Dez., nachm. 4 Uhr: B.=R. im
Heim. — Sonntag, 18. Dez.: Weihnachtsfeier.
Deutſcher Bund der Mädchen=Bibelkreiſe, Stiftsſtr. 9. Samstag, 10. Dez. abends
4,30—6 Uhr: Chor. — Dienstag, 13. Dez., abends 6,30—7 Uhr: Kreis II. 8,30 Uhr:
Arbeitskreis. — Mittwoch, 14. Dez., abends 8 Uhr: Kreis I. — Freitag, 16. Dez., nachm.
5—6 Uhr: Kreis III.
Evangeliſcher Arbeiter= und Handwerkerverein: Feierabend (Stiftsſtr. 51).
Sonntag, 11. Dez., abends 7.30 Uhr: Abventsfeier.
3. Gemeindeämter.
Ev. Bohlfahrtsdienſt: Gemeinbehaus, Kiesſtr. 17, Vorderh., 1 Treppe,
Sprech=
ſtunden vorm. v. 10—12 Uhr u. nachm. (außer Samstags) v. 6—6 Uhr. Fernſprecher4584.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21. Fernſprecher
zagö.
Diakoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17; Martinsſtift, Müllerſtr. 28;
Gemeindehaus, Liebfrauenſtr. 6; Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Gemeindehaus,
Eich=
wieſenſtr. 8: neben der Pauluskirche, Ohlyſtr.
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Hinterhaus, Saal 8. Geſchäftsſtunden vorm von 8—12 Uhr und nachm. von 3—5,40 Uhr,
außer Dienstag= und Freitagnachmittag. Fernſprecher 2379.
Zahlſtelle für das Lirchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Hinterhaus, Zimmer4.
Zahltage: Montag, Mittwoch und Donnerstag vorm. von 9—12 ühr.
Evangeliſches Arbeiterſekretariat, (Feierabend, Stiftsſtr. 51):
Rechtsauskunfts=
ſtelle: Sprechſtunden vorm. von 10—1 Uhr. Fernſprecher 2288.
Die Chriſtengemeinſchaft (Heibelberger Str. 14 (nächſt Heinrichſtr.). 3.
Advents=
ſonntag, 11. Dez., vorm. 10 Uhr: Menſchenweihehandlung mit Predigt. — Mittwoch,
14. Dez., abends 7,45 Uhr: Menſchenweihehandlung. — Donnerstag, 15. Dez., abends
10,30 Uhr: Menſchenweihehandlung.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Kirche zu Griesheim. Vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdienſt unter
Mit=
wirkung des Poſaunenchors. Ordination des Pfarraſſiſtenten Kern durch Dekan
Zimmer=
mann. Kollekte für die evang. Gemeinde Flenſungen. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Abends 8 Uhr: Gemeindeabend.
Friedenskirche. Vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarrer Göbel=Darmſtadt. Um
11 Uhr: Kindergottesdienſt.
Evangeliſche Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 11. Dez., vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Nachm. 5 Uhr: Adventsandacht. — Dienstag: Jugenbvereinigung. —
Mittwoch; Kirchenchor. — Freitag: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Kirche zu Traiſa. Sonntag, 3. Advent, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt der Gr. — 15,30 Uhr: Chriſtfeier der Kleinſten im
Heſſiſchen Hof. 20 Uhr: Adventsfeier des Frauenvereins mit Lichtbildern im Heſſiſchen
Hof. — Montag: Jungvolk. — Dienstag: Jungſchar. — Mittwoch: Singkreis der E. J. G.
Evangeliſche Kirche zu Ober=Ramſtadt. Sonntag, 11. Dez., 3. Advn., vorm. 10 Uhr:
Gottesdienſt. Volksmiſſionar Witzel. Kollekte 1,80 Uhr: Kindergottesdienſt. 8 Uhr:
Abſchluß der Evangeliſation. — Montag: 6 Uhr: Bubenjungſchar, 8.30 Uhr:
Jugend=
verein. — Dienstag: 8 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch, 5 Uhr: Mädchenjungſchar.
8,30 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag, 5,30 Uhr: Weihnachtsfeier der Jungſcharen.
8 Uhr: Weihnachtsfeier des Mütterabends. — Freitag, 8 Uhr: Weihnachtsfeier der
Jugendvereine.
Evangeliſche Lirche zu Roßdorf. Sonntag, 11. Dez., vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Jahresfeſt des Frauenvereins. Feier des hl. Abendmahles. Kollekte für den
Frauenverein. Nachm. 1.30 Uhr: Dankgottesdienſt. Abends 7.30 Uhr in der Kirche:
Bethelſilm: „In Vater Bodelſchwinghs Spuren”. — Montag, 5 Uhr: Jungſchar
Mäd=
chen ält. Gruppe. 8 Uhr; Frauenverein. — Dienstag: Kirchengeſangverein. — Mittwoch,
nachm. 3 Uhr: Jungſchar Mädchen jüng. Gruppe. 5 Uhr: Jungſchar Buben, 8,30 Uhr:
Jugendbund Wartburg. — Freitag: Mädchenverein.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Predigtgottes”
dienſt: Prediger Veihelmann. Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abds.: Predigt. Prediger
Veihelmann. — Mittwoch, nachm. 5 Uhr: Katech. Unterricht. — Donnerstag, abends
8 uhr: Bibelſtunde.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Sonntag, 11. Dez.,
vorm. 10 Uhr: Predigt. Um 11 Uhr: Kindergottesbienſt. Nachm. um 4,30 Uhr: Tauffeſt.
— Montag, 12. Dez., Dienstag, 13., Mittwoch, 14., abends 8,15 Uhr:
Evangeliſations=
vorträge.
Methodiſten=Gemeinde (Evgl, Freikirche), Wendelſtadtſtr. 38. Sonntag, vorm.
11 Uhr: Sonntagsſchule. — Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibelſtunde.
Ehriſtlich=wiſſenſchaftliche Bereinigung (Christian Seienge Soclety) in Darmſtadt,
und jeden Mittwoch, abends 8,15 Uhr. Thema am 11. Dezember: Gott der Erhalter des
Menſchen. Goldener Text: Pſalm 125:2.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag, 11. Dez., vorm. 9,30
Uhr: Andacht. Vorm. 11,15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3,30 Uhr: Jugendbundſtunde.
Abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. — Dienstag, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde.
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u. T. 180 Geſchſt. * Ang.u. T. 183 Geſch.*
Seite 10 — Nr. 343
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 10. Dezember 1932
Reich und Ausland.
Ankunfk des Auſtralienfliegers
Klausmann in Bremen.
Bremen. Am Freitag, gegen 15.30 Uhr,
traf der Dampfer „Neckar” des Nordd. Lloyd,
von Sydney (Auſtralien) kommend, nach 36 Ueberfahrt in Bremen ein. An Bord
be=
fand ſich unter den wenigen Paſſagieren der
Be=
gleiter des Auſtralienfliegers Bertram,
Klaus=
mann, der infolge Krankheit längere Zeit in
Auſtralien im Hoſpital lag. Entgegen der
An=
nahme, Klausmann habe die ungeheuren
körper=
lichen Entbehrungen und Strapazen noch nicht
ganz überſtanden, ſah man eine gut erholte,
kräftige Fliegergeſtalt vor ſich. Zu ſeinem
Emp=
fang hatten ſich der engſte Kreis ſeiner
Ange=
hörigen, ſeine Braut und ſeine Freunde
einge=
funden. Klausmann plauderte friſch und guter
Laune über ſeine Erlebniſſe in Auſtralien.
Spä=
ter hatten die Preſſevertreter Gelegenheit, den
Klausmann begleitenden Freund von Bertram,
Dr. Köſterlitz, der auf Anraten Bertrams
Klausmann während der Ueberfahrt begleitet
hatte, zu ſprechen. Dr. Köſterlitz betonte, daß
nach den urſprünglichen böſen Folgen der
unge=
heuren Anſtrengungen die religiöſen
Wahnvor=
ſtellungen, unter denen Klausmann bisher litt,
ſich inzwiſchen gelegt hätten und er zurzei: völlig
geſund ſei. In bemerkenswerter Weiſe äußerte
ſich Dr. Köſterlitz über die weiteren Pläne
Bert=
rams, der bekanntlich am Montag zum Rückflug
ſtarten will. Bertram will dieſen Flug zu einem
Rekordunternehmen auf der Strecke Auſtralien
—England machen. Er will von Derby in Nord=
Auſtralien, über Sumatra, Madras, Belgrad,
Köln direkt nach London fliegen, um einen niuen
Rekord aufzuſtellen. Auf ſeinem Dankesflug durch
Auſtralien habe Bertram in über 102 Vorträgen
dem auſtraliſchen Volk ſeinen Dank abgeſtattet.
Der Erfolg ſei der geweſen, daß eine Welle der
Deutſchfreundlichkeit durch ganz Auſtralien
ge=
gangen ſei.
Eine Senſakion: Bücher aus Glas!
Es gibt Ueberraſchungen, Senſationen und
Umwälzungen von weittragender Bedeutung auf
allen Gebieten. So iſt es gar nicht verwunderlich,
daß auch der Buchhandel ſich einmal eine kleine
Senſation leiſten kann. Es heißt wenigſtens nach
einer Meldung aus Genf, daß irgendein Menſch
das Buch aus farbigem Glas erfunden haben ſoll.
Es ſoll ſich keineswegs um eine gefährlich
ſplit=
ternde Angelegenheit, handeln, im Gegenteil,
ſplitterfrei und elaſtiſch. Auf dem Prachteinband
aus einer farbigen Glasſchicht ſind Autor und
Titel eingeprägt. Man ſchlägt das Buch auf, um
die eigentliche Neuheit zu erblicken: die einzelnen
Seiten beſtehen aus leicht gefärbten Glasſcheiben,
deren Rückſeiten aber nicht durchſchimmern. Der
Text wird mit ſchwarzem Lack gedruckt. Wie es
heißt, ſoll ein ſolches Luxusbüchlein 80.— RM.
koſten. Das Luſtſpiel eines neuen Schriftſtellers
ſoll dennoch bereits eine „Glasauflage” von
mehreren tauſend Exemplaren erreicht haben."
Giftmörder Juſt viermal zum Tode verurteilt.
Görlitz. Das Schwurgericht verurteilte den
des Giftmordes angeklagten Schuhmacher Juſt
wegen Ermordung ſeiner zweiten Ehefrau und
der dreiköpfigen Familie Groba viermal zum
Tode und im Falle ſeines Schwiegervaters
Türke zu lebenslänglichem Zuchthaus.
Urteil im Bauhüttenprozeß.
Stettin. Im Deviſenſchiebungsprozeß
Lück und Genoſſen wurden von der Stettiner
Großen Strafkammer der Angeklagte Lück
we=
gen fortgeſetzten Deviſenverbrechens zu vier
Mo=
naten Gefängnis und 50000 RM. Geldſtrafe
ver=
urteilt, der Angeklagte Dr. Schönherr zu vier
Monaten Gefängnis und 10 000 RM. Geldſtrafe,
der Angeklagte Beye wird freigeſprochen.
Verſteigerung der Sammlung Blumenthal.
Erlös faſt 2 Millionen RM.
Paris. Der Verkauf der Sammlung
Blu=
menthal, der in dieſen Tagen in Paris
ſtatt=
gefunden hat, hat den überraſchend hohen
Be=
trag von über 12 Millionen Franken (faſt
2 Millionen RM.) ergeben. Den höchſten Preis
erzielten 24 Stiche von Moreau mit 360 000 Fr.
70jähriger Afrikaforſcher unkernimmt
eine neue Skudien=Erpedikion.
Oberſt=Leutnant a. D. Hans von Ramſay,
der bekannte Afrikaforſcher, der in dieſem Jahre
ſeinen 70. Gebürtstag feierte, hat ſoeben eine
neue Expedition angetreten, die 8 Monate
dauern ſoll.
Eangen m Loittd.
Das erſte Bild von den Taif
Der verheerende Taifun, der kürzlich über das japaniſche Inſelreich dahinbrauſte, hat auch in der
Hauptſtadt Tokio ſchwere Verwüſtungen angerichtet. Der Sturm trieb das Meerwaſſer ſo ſtark
gegen das Land, daß die Schutzwehre überflutet wurden und alle tiefer gelegenen Straßen
knietief unter Waſſer ſtanden.
Kreuzer „Köln” zur erſten Welkreiſe ausgelaufen.
Der deutſche Kreuzer „Köln”.
hat jetzt Wilhelmshaven zu ſeiner erſten Weltreiſe verlaſſen. An dieſer Fahrt, die bis nach
Auſtralien führen wird, nehmen eine Reihe von Offiziersanwärtern teil, die ſeinerzeit bei der
„Niobe”=Kataſtrophe gerettet worden waren.
Verheerende Großfeuer.
Schloß Marloffſtein bei Erlangen
eingeäſcherk.
Erlangen. Im Oſtflügel des Schloſſes
Marloffſtein bei Erlangen entſtand geſtern früh
6 Uhr ein Brand, der das geſamte Schloß in
kurzer Zeit bis auf die Umfaſſungsmauern
ein=
äſcherte. Die Flammen ſchlugen zuerſt aus dem
Dachſtuhl und verbreiteten ſich von dort aus über
das ganze Schloß. Alsbald ſtürzte der ganze
Dachſtuhl ein, der erſt vor etwa zwei Jahren
völlig neu ausgebaut worden war. Die
Feuer=
wehren, die zurzeit noch am Brandplatz ſind,
arbeiten fieberhaft. Das Schloß war früher von
den Biſchöfen von Bamberg als Jagdſchloß
be=
nutzt worden. Später ging es auf den Staat
über, der es ſeinerſeits wieder in Privatbeſitz
veräußerte. In dem Schloß wurde von dem
neuen Beſitzer eine Gaſtſtätte errichtet. In einem
der Flügel befand ſich eine Tiſchlerei, in der
das Feuer wahrſcheinlich zum Ausbruch
gekom=
men war.
Brand auf dem Hamburger Dom.
Hamburg. Auf dem Hamburger Dom
ent=
ſtand geſtern früh, gegen 341 Uhr, in einer der
Hauptreihen der Vergnügungsſtadt aus noch
nicht aufgeklärter Urſache ein Schadenfeuer, zu
deſſen Bekämpfung drei Züge der Hamburger
Feuerwehr aufgeboten werden mußten. Der
Brand kam zum Ausbruch, als der eigentliche
Dombetrieb, der um Mitternacht beendet iſt,
be=
reits abgeklungen war, und die Reihen zwiſchen
den großen Schaubuden waren bereits ziemlich
menſchenleer, als plötzlich aus einer großen
Schaubude Flammen emporſchlugen. Den
Flam=
men fiel eine große Waffelbäckerei zum Opfer.
außerdem ſind bei den zwei angrenzenden
Sporthallen die Zeltplanen verbrannt, ſo daß
insgeſamt 50 Meter Budenfront zerſtört
wur=
den. Ferner wurden zwei Wohnwagen u:d die
Rückwand der Buden ſtark in Mitleidenſchaft
gezogen. Der Beſitzer einer Schaubude erlitt
Brandwunden und mußte ins Krankenhaus
ge=
bracht werden. Der Schaden iſt beträchtlich.
Nach etwa einſtündiger Tätigkeit gelang es der
Feuerwehr, den Brand auf ſeinen Herd zu
be=
ſchränken.
Wilderer=Drama bei Berlin.
Der Abſchluß der Björnſon=Feiern
in 9slo.
Dus Karmi in Meing.
Die Urſache der furchkbaren Exploſia
noch nicht feſtgeſtellt. — Eine weitem
amtliche Darſtellung.
Berlin. Im Hennigsdorfer Wald bei
Ber=
lin wurden am Donnerstag früh zwei Wilderer
auf friſcher Tat überraſcht und nach
aufregen=
dem Kampf überwältigt. Der eine der
Wild=
diebe, ein Erwerbsloſer aus Hennigsdorf, wurde
dabei ſchwer verletzt. Schon ſeit längerer Zeit
hatte man im Hennigsdorfer Wald die Arbeit
der Wilddiebe bemerkt, die aber nie bei ihrer
verderblichen Tätigkeit überraſcht werden
konn=
ten. Am Mittwoch hatte der Förſter Schulz auf
einem Kontrollgang wieder friſch geſtellie
Schlingen entdeckt. Er legte ſich deshalb mit
einem Kriminalbeamten auf die Lauer. Bei
Tagesanbruch bemerkten auch tatſächlich die
Be=
amten, wie ſich zwei Männer vorſichtig den
Schlingen näherten und einen Haſen, der ſich
darin gefangen hatte, herausnehmen wollten.
In dieſem Augenblick ſprangen der Förſter und
der Poliziſt mit dem Ruf: „Hände hoch!”
her=
vor. Der eine der Wilderer kam auch der
Auf=
forderung nach, während der Erwerbsloſe aus
Hennigsdorf auf den Förſter zuſprang und ihn
mit einer Piſtole bedrohte. Der Beamte kam
ihm jedoch zuvor, ſchoß und traf den Wilddieb
mitten in die Bruſt. Der Komplize ließ ſich
widerſtandslos feſtnehmen und ins Poliz
prä=
ſidium überführen. Der Schwerverletzte
Fallen=
ſteller wurde ſofort als Polizeigefangener in
das Hennigsdorfer Gefängnis gebracht) er
mußte hier umgehend operiert werden.
Oslo. Die Osloer Feiern zum 100.
Ge=
burtstag des Dichters Björniſterne Björnſon
fan=
den vorgeſtern in einem lyriſch=muſikaliſchen
Abend im vollbeſetzten Nationaltheater einen
großartigen Abſchluß. Der Veranſtaltung
wohn=
ten auch der König, der Kronprinz und die
Kronprinzeſſin bei. Die hervorragendſten
Künſt=
ler trugen Björnſon=Gedichte und =Lieder vor.
Inzwiſchen hatte ſich vor dem Nationaltheater
eine mehrtauſendköpfige Volksmenge
verſam=
melt, um einem zum Schluß der Vorſtellung von
Studenten veranſtalteten Fackelzug zuzuſchauen.
Am ſpäten Abend gab die norwegiſche
Regie=
rung einen Feſtempfang.
Rathenow. Eine weitere amtliche De
ſtellung zu dem entſetzlichen Exploſions ingläuu
in der Kunſtſeidenfabrik in Premnitz beſang,
daß eine ſichere Urſache der Exploſion währe n
der bisherigen Ermittlungen noch nicht feſts
ſtellt werden konnte. So gut wie ausgeſchloſſin
ſcheint es aber, daß die Exxloſion etwa du—h
Azetylengas=Flaſchen verurſacht worden ſei,
ſich ſämtliche Flaſchen in unverſehrtem Zuſta
befinden. Lediglich an drei Flaſchen ſeien Ee
Armaturen und Verſchläge beſchädigt. Die
Gc=
flaſchen ſeien aber nicht von innen heraus au.
einandergeſprengt worden. Man hat auch Oe
Möglichkeit erwogen, ob etwa die in dem
Fxi=
gel befindliche Zentrifuge, die durch die Exp
ſion völlig zerſchlagen worden iſt, Schießbau
n=
wolle enthalten haben könne. Auch dieſe MS) ſchaltet nahezu aus, da die übrigen Zer
trifugen in unverſehrtem Zuſtande
vorhand=
ſind. Es ſind auch keine derartigen Exploſn
ſtoffe gefunden. Ferner hat man in Erwägu
gezogen, ob ſich in der auseinandergeriſſen=
Zentrifuge hochexploſive Gaſe entwickelt hättei
Auch dies iſt ſchwer möglich, weil ſich eine ſo:
Menge des betreffenden Gaſes nicht hätte
enſ=
wickeln können, um eine derartig entſetzli=
Exploſion herbeizuführen. Allerdings werdn
unter dieſem Geſichtspunkt die Unterſuchungs
noch fortgeführt. Außer den bisherigen Sch
verſtändigen Prof. Brüning und Dr. Witt
noch ein dritter Sachverſtändiger für
Sprei=
wirkung, der Oberregierungsrat Ritter, von O
Techniſchen Reichsanſtalt für Schußwaffen un
Munition, herangezogen worden. Die
Sachv=
ſtändigen ſind mit der ganzen chemiſchen Untarl
ſuchung der Leichenteile und des ſonſtigen Y3u
terials beſchäftigt. Die Leichen ſind zur Beerd
gung von der Staatsanwaltſchaft noch nicht fr
gegeben worden.
Ein ſparſamer Wahlkandidak.
London. Mr. George Howitt, ein 75jct
riger Kandidat in einer Stichwahl in
Wand=
worth (England), hat verkündet, daß ſeine Ars
gaben für den Wahlkampf zwei Pence betrag,
hätten (etwas über 10 Pfg. nach deutſchem Geld
1½ Pence hätte er für die Briefmarke ausgeb ßtg
müſſen, die er für den Brief brauchte, in dem imh
um ein Formular zur Nominierung erſuchte, u 98.4
½ Pence hätte die Rückgabe des
Formula=
gekoſtet. Aber, ſo erklärte er weiter, bei di
nächſten Wahl werde er die Koſten ſeines Waklru
kampfes bedeutend herabmindern und ſich dil
Formular ſelbſt abholen und wieder hintragenſt, ihn
In Schottland wäre die Wahl des Kandidat=Kuslt
wohl ſchon jetzt als geſichert anzuſehen.
Bergwerksunglück in der Grafſchaft York. Hen un
London. Ein Bergwerksunglück ereignepiſche
ſich in dem Bergwerk Cortonweed, im Bezirk v/
Rotherham (York). Durch eine Exploſion wrr
den vier Arbeiter auf der Stelle getötet. Fünf
weitere Bergleute erlitten ſchwere Verletzungen
Einer von ihnen iſt kurz darauf im Krankenha)
geſtorben. Die Urſache der Exploſion iſt nug
unbekannt. — Seit Beginn des Jahres haben
England 76 Perſonen infolge von Bergwers
kataſtrophen ihr Leben eingebüßt.
rſucht nun,
Ffal
Wirbelſturmkataſtrophe in Queensland.
Melbourne. Ein heftiger Wirbelſtun
wütet ſeit Donnerstag im Gebiet von Rol
hampton in Queensland. Ein Perſonenzu
wurde von dem Zyklon zur Entgleiſung gebrachn
wobei mehrere Eiſenbahnwagen umſtürzten
15 Perſonen erlitten mehr oder wenigel
ſchwere Verletzungen.
Ein Profeſſor und ſieben Studenten ertrunken
New York. Wie aus Guayaquil (Ecug
dor) gemeldet wird, ſind auf einer Vergni
gungsfahrt mit einem Motorboot ein Profeſſo
und ſieben Studenten vom San Gabrial Co
lege ertrunken. Acht Studenten konnten geret!
werden.
Die italieniſche Sporkfliegerin
Angelini ködlich abgeſtürzl.
Gaby Angelini,
die bekannte italieniſche Sportfliegerin, die al
am Europarundflug 1932 teilgenomimen hatl
iſt bei einem Afrika=Flug zwiſchen Bengaſi un
Tobruck in der Kyrenaika tödlich abgeſtürzt.
Aäddte TäAZ
I.2415
O
hnell und
A
zuverlässig
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 343 — Seite 11
Rätſelhafter Mord auf der Luxus=Jacht.
Wer iſt Kapikän Vanderwell? — Der größte Abenkeuter im Welkkriege.
Wie Banderwell ſeine Millionen erwarb ..."
Long Beach, der Mittelpunkt der amerikaniſchen oberen Hundert,
Der angebliche Spion Banderwell
iſt gerade um dieſe Jahreszeit das Ziel zahlreicher Abenteurer, die
hier einen guten Fang zu machen hoffen, da ſich hier die
Mitglie=
der der amerikaniſchen Geldariſtokratie während des Wochenendes
aus dem Welkkriege ermordek.
aufhalten. Die idylliſche Ruhe dieſes Badeortes der Milliardäre
Nach einer telegraphiſchen Meldung wurde
der Abenteurerkapitän Vanderwell auf ſeiner
Luxus=Jacht in Long Beach ermordet.
In Long Beach wurde der Abenteurerkapitän Vanderwell auf
ur Luxus=Jacht „Carma” ermordet aufgefunden. Niemand
w den Täter, niemand kennt die Motive. Unter den
Verhafte=
ſ die des Mordes verdächtig ſind, befindet ſich nach einer
tele=
ſchiſchen Meldung auch der engliſche Lord Montagu, der Sohn
ſeverzogs von Mancheſter, der ſich augenblicklich in dem Luxus=
Long Beach aufhält. Die Montagus gehören zu den
hervor=
ſadſten engliſchen Adelsfamilien und leiten ihre Herkunft von
aGrafen von Montacunto ab, der mit Wilhelm dem Eroberer
eer Normandie kam. Ihr unmittelbarer Stammpater iſt Sir
hurd Montagu. Lord William Montagu, der 9. Herzog von
peheſter, hat ſich im Jahre 1900 mit Helena Zimmermann, der
Her des Millionärs Eugen Zimmermann aus Cincinatti,
ver=
klitet. Dieſe Ehe erregte ſeiner Zeit ungeheures Aufſehen, da
ſiiin Sproß dieſer berühmten Familie mit einer
Dollarprinzeſ=
ſſihus Amerika vermählte. Es iſt zum erſten Mal der Fall, daß
lrd Montagu unter einem ſo ſchweren Verdacht verhaftet
hen iſt. Dadurch iſt das Rätſel um dieſen Mord noch viel
grö=
awworden. Der ermordete Kapitän Walter Vanderwell ſoll
lirklichkeit Perozinſki heißen. Er ſtammt angeblich aus Polen
Ayut in Amerika ſeinen Namen umgeändert, um hier den
Voll=
hmerikaner zu ſpielen. Im Kriege gehörte er zu den Aller=
Wabenteurern, die überall in neutralen und kriegsführenden
ſeten auftauchten und an dem furchtbaren Völkerringen ihre
ſläfte machen wollten. Er betätigte ſich in Kriegsgeſchäften aller
hund ſoll ſchließlich auch angeblich als deutſcher Spion gearbei=
Aaben. Seine Verhaftung erregte im Jahre 1916 großes
Auf=
obwohl ihm nichts nachgewieſen werden konnte. Da er aber
hin unruhigen Geiſtern gehörte, die von den Regierungen ge=
Fret wurden, ſo wurde er ohne Beweis für ſein Verbrechen ver=
M und zwei Jahre im Gefängnis von Atlanta feſtgehalten.
hKriegsende wurde er befreit. Er hat ſtets behauptet, daß er
ſals für Deutſchland Spionage getrieben hat, was ihm auch
aben iſt, denn er war lediglich ein Glücksjäger und
Aben=
ſr, der gefährliche Beſchäftigungen ſcheute. Nach dem Kriege
and er es, das Vermögen, das er ſich durch Geſchäfte aller
ſrworben hatte, durch ſehr glückliche Spiele zu vergrößern. Er
ch ein ſehr reicher Mann. Von ſeiner Frau lebte er getrennt.
Ft als Filmſchauſpielerin in Hollywood tätig. Es ſcheint, als
½ ſeinen mehrwöchentlichen Aufenthalt in Long Beach dazu
ſizt hat, um auch hier dem Glücksſpiele zu huldigen. Vielleicht
FE Vorkommniſſen während des Spieles die Urſache für ſeine
Pprdung zu ſuchen. Vor einigen Tagen ließ er ſeine Luxus=Jacht
Fſertis machen, um mit ihr eine größere Fahrt nach der Süd=
Fezutreten Seine Feinde haben offenbar ein Intereſſe daran
het ihn nicht entwiſchen zu laſſen, denn ſie haben rechtzeitig
luslaufen der Jacht ihn geſtellt und ihn ermordet. Die
Poli=
erſucht nun, die Motive für dieſes Verbrechen zu erkunden.
Mfalls gehört dieſer Mord auf der Luxus=Jacht zu den rätſel=
Aten und aufſehenerregendſten Verbrechen, von denen die ame=
„ſhtiſche Geſellſchaft in der letzten Zeit beunruhigt worden iſt.
iſt durch das Verbrechen erheblich geſtört worden, da unter den
Verhafteten zahlreiche Verwandte der beſten amerikaniſchen
Fami=
lien ſich befinden.
Das Heiraksſchiff der Sulkansköchker.
15 Prinzeſſinnen ſuchen Ehemänner . . .
Die Vaterſorgen des Großſultans. — Großſultan und
Groß=
könig. — Der ärmſte und der reichſte Fürſt.
Die „Hohe Pforte” und das Sultanat in der Türkei wurden
am 2. November 1922 von der Nationalverſammlung nach
jahrhundertelangem Beſtehen für abgeſchafft erklärt, und am
17. November verließ der letzte Großſultan Mohamed
Wahi=
end din Khan VI. fluchtartig das Land ſeiner Väter. Er konnte
kaum ſein naktes Leben retten. Seine ungeheuren Schätze
mußte er in der Türkei zurücklaſſen. Hier wurden die von ſeinen
Ahnen durch Krieg und Steuern aufgeſammelten ſogenhaften
Reichtümer von Fachleuten geſchätzt und zu Gunſten des Volkes
verwertet. Mit Abfindungen hat ſich das türkiſche Volk nicht
beſchäftigt. Der Sultan und ſeine Familie erhielten keine Mittel.
Der reichſte Fürſt Europas wurde zum armen Manne. Seine
Familie begleitete ihn in das Exil an der Riviera. Vor
mehre=
ren Monaten konnte der Sultan eine Tochter verheiraten, und
zwar an den Thronfolger von Haiderabad, den Sohn des
reich=
ſten der indiſchen Maharadſchahs. Damit ſind aber die
Vater=
ſorgen des ehemaligen „Großſultans” noch nicht beſeitigt, denn
er beſitzt noch 15 Töchter, die gleichfalls verſorgt werden wollen.
Früher, als der Thron der Kalifen noch ſtand, kannten die
türkiſchen Prinzeſſinnen derartige „Sorgen um den Mann”
noch nicht. Sie waren das höchſte Ziel ehrgeiziger und
ſtreb=
ſamer Miniſter und Generäle aus den beſten Familien und
konnten die Männer wählen, die ihnen zuſagten. Das iſt nun
vorüber, und die türkiſchen Prinzeſſinnen lernen die bitteren
Seiten des Lebens und des Kampfes um das Daſein kennen.
Wenn ſie auch nicht darben — denn der Sultan beſitzt Diamanten
und Geldreſerven — ſo ſind doch die Tage der Sorgloſigkeit
und des unbekümmerten Lebens ſchon lange vorüber. Jetzt,
da ſie in das reife Alter gekommen ſind, ſollen ſie unter allen
Umſtänden „unter die Haube” kommen, denn erſtens iſt es in
wirtſchaftlicher Beziehung wichtig, und zweitens entſpricht es
dem Gebote des Propheten. Eheloſigkeit iſt bei den
Moha=
medanern nicht geſtattet. Die türkiſchen Prinzeſſinnen können
aber nicht jeden beliebigen Mann heiraten. Er muß nicht nur
Mohamedaner ſein, ſondern auch Rang und Stand beſitzen.
An der Riviera iſt die Auswahl ſehr gering, denn die Anhänger
Mohammeds ſind hier nur in ſehr geringer Zahl vorhanden und
beſitzen wohl auch meiſt nicht den nötigen Stand. Als ein
Maharadſchaſohn an die Riviera kam war er auch ſchon mit
einer Prinzeſſin verheiratet. Wenn der Berg nicht zu Mohammed
kommt, kommt Mohammed zum Berge. Die Prinzeſſinnen ſollen
jetzt in das Land der guten Partien, nach Indien, fahren, wo
ſie hoffen können, einen Mann zu finden. Der Großkönig von
Udaipur und andere indiſche Maharadſchas und Großkönige
Braunſchweig baut die modernſte Schwimmhalle
Denkſchlands.
Mit einem Koſtenaufwand von 850 000 Mark hat die Stadt
Braunſchweig eine große Schwimmhalle errichten laſſen, die
als das ſchönſte Hallenſchwimmbad Deutſchlands gilt.
haben viele Söhne, ſo daß ſich wohl ſehr ſchnell für die
hoch=
geborenen Töchter des Kalifen gute Partien finden werden.
Der ehemalige Groß=Sultan iſt noch heute für die Fürſten
Indiens eine ehrfurchtgebietende Perſönlichkeit, denn er iſt der
Kalif trotz der Abſchaffung des Kalifats, und es iſt auch, für
die „Großkönige”, wie ſich manche Fürſten mit Stolz nennen,
obwohl ſie gar nicht ſo große Könige ſind, eine hohe Ehre, in
verwandtſchaftliche Beziehungen zu den Kalifen zu treten.
15 Prinzeſſinnen ſuchen Männer, und wenn ſie Glück haben,
werden ſie ſie auch finden. Sie werden dadurch wieder in die
Verhältniſſe kommen, in denen ſie geboren worden ſind, denn
man weiß, daß die indiſchen Maharadſchas ſehr reich ſind, ſo
daß es den künftigen Gemahlinnen der indiſchen Prinzen an
nichts fehlen dürfte. Ein Heiratsſchiff ſoll alle Prinzeſſinnen
nach Indien bringen zum Großangriff auf die Söhne der
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12 — Nr. 343
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sodos Saler Taa Saeſient
Samstag, 10. Dezember 1932=
Sieg und Punkte erhalten zu können, zumal Jugenheim in duan
letzten Spielen ſich ſtark verbeſſert hat. Es iſt ſicherlich mit eingn
ſpannenden Spiel zu rechnen.
Deutſchlands Studentenelf gegen Italien.
Polikiker kreiben Spork.
Zwiſchen Politik und Sport beſteht eine enge Beziehung. Die
Politiker haben fortgeſetzt große Wettkämpfe zu beſtehen, die oft
ſchwerer ſind, als die der Athleten. Sie treten ebenſo in der
Oef=
fenrlichkeit an, nicht ſelten vor einem Publikum von
Internatio=
nalität. Mancher ihrer Kämpfe erzielt, wenn auch nicht immer
die Einnahmen, ſo doch das Intexeſſe eines großen Boxkampfes.
Ein guter Start iſt für den Staatsmann ebenſo wichtig wie
für den Derby=Favoriten. Der erfolgreiche Politiker iſt ein
Schwimmer, der gleichzeitig mit dem Strom und gegen den Strom
ſchwimmt. Ein geſchickter Mann kann mit einem Rekordſprung in
einem Miniſterſeſſel landen, aber nur einem Meiſter der
Akro=
batik, des Seil= und Eiertanzes, gelingt es, dort Jahre ſeinen
Titel zu verteidigen. Der Titel iſt eben in keinem Sport ſo ſchwer
zu verteidigen, wie in der Politik, wo noch dazu, wie böſe Zungen
behaupten, nicht immer der Tüchtigſte Meiſter wird.
Aus allen dieſen verwandtſchaftlichen Zügen läßt ſich
un=
ſchwer die große Liebe der Politiker und Staatsmänner zum Sport
erklären. Mancher von ihnen, auf den das Goethe=Wort zutrifft:
„Es iſt der Geiſt, der ſich den Körper baut”, pflegt in ſeinen
ſel=
tenen Muſeſtunden einen Sport, um in Form zu bleiben für die
hohe Schule der Politik.
General Kurt von Schleicher liebt ganz beſonders den
Reitſport. Neider allerdings behaupten, daß er bei dem
erfolg=
reichen Turnierreiter Leutnant Brand in die Schule gehe. Ob
aber der neue Reichskanzler auch in ſeinen Regierungsgeſchäften
ebenſo ſattelfeſt iſt und ſo ſicher über die Hürden geht wie in
ſei=
nem Sport werden wir ja ſehen. Seinem Vorgänger von
Papen rühmt man nach, daß er, im Kegeln geſchickt, „alle
Neune” träfe. Hitler angelt. Er tut dies mit derſelben ſchier
unerſchöpflichen Geduld, mit der er den Augenblick abwartet, in
welchem die kompakte Majorität angebiſſen haben wird.
Auch Muſſolini iſt ein erſtklaſſiger Reiter. Oft ſieht man
ihn in den frühen Morgenſtunden „eine verwegene Jagd” reiten.
Die Jagd behält er auch in ſeinen Regierungsgeſchäften bei. Der
neue amerikaniſche Präſident Rooſevelt iſt in der
Waſſerball=
mannſchaft ſeiner Familie der Torhüter. Es wird behauptet, daß
er ſich nicht ſo leicht geſchlagen bekennt. Lloyd George hingegen
war ein fanatiſcher Golfſpieler. Als er noch Leiter der engliſchen
Politik war, ſchickten die Staaten, die ein beſonders wichtiges
An=
liegen an ihn hatten, ihre beſten Golfſpiel=Diplomaten. Nur
Briand konnte von Lloyd George niemals für dieſen Sport
gewonnen werden. Er entgegnete ihm: „Schauen Sie, wenn ich
ſchon um jeden Preis Golf ſpielen muß, dann gehe ich auf die
Straße und ſchlage mit einem Stock nach den umherliegenden
Steinen. Es iſt dasſelbe, und ich brauche die Spielregel nicht zu
lernen und zu befolgen. Mein, Sport iſt die Zigarette, Ich halte
den Rekord im Kettenrauchen.”
Aber der Hauptſport der Politiker iſt und bleibt doch die
Politik. Das Bedürfnis nach Abſchaffung der unſtabilen
Verhält=
niſſe auf dieſem Sportgebiet, die den Unwillen des ſteuerzahlenden
Publikums wiederholt erregt haben, führte in den letzten Jahren
zwar noch nicht zur Schaffung einer Einheitsliga”, immerhin
aber zur Schaffung einer „Oberſportbehörde”, mit dem Sitz und
derzeitigen Trainingsquartier in Genf, wohin auch Deutſchland
Rapir.
ſeine „Internationalen” entſendet.
Feiertags=Fußball gab es am Donnerstag in Weſtdeutſchland.
Fortung Düſſeldorf erlitt eine überraſchende 2:1=Niederlage von
Hüſten 09; der VfL. Benrath beſiegte Union Gelſenkirchen 9:5 und
Schalke 04 gewann gegen Bottrop mit 4:3.
Drei Spiele in Süddeutſchland, wird um die Jahreswende
Vienna Wien austragen. Die Wiener wollen am 26. Dezember
gegen die Stadtelf von Saarbrücken, am 31. Dezember gegen
Weſt=
mark Trier und am 6. oder 8. Januar gegen eine Münchener
Städtemannſchaft antreten.
Schalke 04 hat gegen das Urteil des Weſtdeutſchen
Spielver=
bandes, den Ausſchluß ſeines Vorſtandes betreffend, Proteſt
ein=
gelegt.
München 1860 trifft beim Weihnachtsturnier in Rom am 25.
Dezember auf Lenio Rom, während AS. Rom und Lauſanne
Sports am Vortage ſpielen. Am 26. Dezember liefern ſich die
Sieger das Entſcheidungsſpiel.
Toni Unſeld, der in Saarbrücken verſtorbene frühere Fußball=
Internationale, wurde nach einer eindrucksvollen Trauerfeier am
Freitag nach Ulm überführt, wo ſeine Beiſetzung ſtattfindet.
Kanadas Eishockeyſpieler errangen bei ihrem vorletzten Spiel
in England wieder einen Sieg. Sie ſchlugen eine engliſche
Aus=
wahlmannſchaft in London mit 2:0.
Gegen von Porath will man am 7. Januar in Verviers den
Stettiner Jaſpers ſtellen, obwohl dieſer vor einigen Tagen von
Larry Gains bereits in der 3. Runde k.o. geſchlagen wurde.
Drei deutſche Fahrer, und zwar Dülberg, Wiſſel und Petri.
nehmen an dem am Sonntag beginnenden Sechstagerennen in
Philadelphia teil, während Frankenſtein die Heimreiſe
angetre=
ten hat.
Abgeſagt wurde der für Sonntag vorgeſehene Allgäuer Ski=
Staffellauf, der die bäyriſche Winterſportſaiſon einleiten ſollte,
wegen der noch nicht ſicheren Schneeverhältniſſe. Die
Veranſtal=
tung wurde auf den 8. Januar verlegt.
Handball.
SJ. 98 Darmſtadk.
Die Handballabteilung des Sportvereins 1898 bringt am
morgigen Sonntag 3 Spiele zur Durchführung Die Liga fährt
nach Arheilgen, um vormittags 10.30 Uhr gegen die
dor=
tige Sportvereinigung ihr letztes Verbandsſpiel auszutragen. Da
die Lilienträger die Punkte aus dieſem Spiel unter allen
Um=
ſtänden benötigen, werden ſie mit vollem Ernſt bei der Sache
ſein müſſen, damit jede unliebſame Ueberraſchung vermieden wird.
Die Reſerven der 98er haben um 14 30 Uhr zu Hauſe den
Ta=
bellenführer der A=Klaſſe. Merck, zum Gegner. Die 98er werden
beſtrebt ſein, die Vorſpielniederlage wettzumachen. Vorher
(1.30 Uhr) ſpielt die 3. Mſch. gegen Merck 2
Auch die Jugendabteilung hat 3 Spiele auszutragen:
1. Jgd.—1. Jgd. Arheilgen, dort (9.30 Uhr). 2. Jgd.—2. Jgd.
Polizei, Böllenfalltor (3.30 Uhr). 1. Schüler—1 Schüler Polizei,
Böllenfalltor (Samstag. 3,15 Uhr).
Sportabteilung Singer Darmſtadt.
Für den Fußball=Länderkampf der Studenten von Italien u.
Deutſchland, der am 25. Dezember in Catania (Sizilien)
ſtattff=
det, iſt die deutſche Mannſchaft jetzt in großen Zügen aufgeſtel
worden.
Es werden vorausſichtlich ſpielen: im Tor: Wenz (SpV8=
Fürth) oder Fiſcher (Gutsmuts Dresden); Verteidigger
Schmalfeld (Arminia Hannover), Radecke (Berliner SV. 9e
Läufer: Breindel (Bayern München), Kiehl (Dresdener ScK
Oehm (Nürnberg); Stürmer; Ballendat (Berliner SV. (h
Geßler (SC. Freiburg) Ernſt (SV. Feuerbach), Schäfer (Münckk=
1860) Heckmeier (DSV. München).
Allerdings können die Probeſpiele am 17. und 18. Dezemie
in Worms und Saarbrücken noch Umbeſetzungen bringen, und
dieſen Fall ſtehen noch die Spieler Glauß (Dresdener SC.), S
mann (SV. Feuerbach), Knapp (FSV. Frankfurt), Schulz (Ar=n
nia Hannover) und Grebe (Kickers Offenbach) in Reſerve.
Leichtathletik.
Waldlauf SV. 98—ASC. Darmſtadt.
Heute nachmittag 4 Uhr trägt SV. 98 einen Wed
lauf gegen den ASC. aus. Start und Ziel iſt das Stadion
Böllenfalltor. Der Klubkampf wird zu den vorjährigen Bed
gungen über eine Strecke von ca. 5 Kilometern durchgeführt.
Das für Sonntag mit dem TV. Richen vereinbarte Spiel iſt
von Richen abgeſagt worden.
Tgſ. Ober=Ramſtadt.
Zum letzten Spiel begibt ſich Tgſ. Ober=Ramſtadt am
kom=
menden Sonntag nach Urberach. Im Vorſpiel mußten ſich
die Gäſte eine hohe Niederlage gefallen laſſen, ſo daß auch
dies=
mal Ober=Ramſtadt mit einem Sieg rechnen kann.
Fußball.
Polizei Darmſtadt—Germania Pfungſtadt.
Morgen Sonntag, 14.30 Uhr, treffen ſich dieſe beiden alten
Rivalen der Kreisliga auf dem Polizei=Sportplatz. Dieſes Spiel
wird gewiß großen Publikumszuſpruch finden, da die
Pfung=
ſtädter ſtets auf dem Polizeiplatz ihre beſten Spiele lieferten und
den Grünen ſchon manches Rätſel zu löſen gaben. Nach einer
überwundenen Schwächeperiode gelten die Pfungſtädter
Ger=
manen heute wieder als einer der ſtärkſten Vereine im Kreiſe.
Ihre Siege gegen die Pokalmannſchaft der Wormatia und den
derzeitigen Tabellenzweiten Haſſia Dieburg zeugen für das
Kön=
nen der Mannſchaft. Polizei welche ſich einen Vorſprung von
7 Punkten erkämpft hat, ſtellt ſich in ihrem erſten Spiel der
Rück=
runde auf heimiſchem Boden vor. Wenn die Elf in den beiden
letzten Spielen nicht die von ihr gewohnte Leiſtung bot, ſo lag
dies einmal an dem Verhalten des Gegners, zum anderen an
dem Fehlen der beiden Stürmer Seipp und Müller. Aller
Wahr=
ſcheinlichkeit nach wird die Polizei ihren vorjährigen hohen Sieg
nicht wiederholen können, jedoch müßte es zu einem knappen
Siege reichen. — Vorher ſpielt die bis jetzt noch ungeſchlagene
Polizeireſerve gegen die Pfungſtädter Reſ.
FV. Sprendlingen — Germania Eberſtadt.
Zu Beginn der Rückrunde müſſen die Eberſtädter Germanen
dreimal auswärts antreten. Nach ihrem 9:9 in Münſter führt ſie
das zweite Spiel nach Sprendlingen. Dieſer Gang wird weit
ſchwerer ſein, als der nach Münſter. Schon das Vorſpiel ſah den
alten FV. Sprendlingen mit 3:0 erfolgreich. Es wird zwiſchen den
beiden Mannſchaften zu einem erbitterten Kampfe kommen.
Einer=
ſeits weil Sprendlingen erſt am Sonntag in Egelsbach Punkte
laſ=
ſen mußte, andererſeits haben die Germanen in ihren beiden
letz=
ten Spielen eine merkliche Formverbeſſerung gezeigt, ſo daß die
Platzherren wohl erſt nach Kampf zu Punkten kommen können.
Sp.=Cl. 28 Ober=Ramſtadt — V. f. N. Erbach.
Kommenden Sonntag empfängt Ober=Ramſtadt den Verein
für Raſenſpiele Erbach zum Verbandsſpiel. Erbach ſtellt eine
ſpielſtarke Mannſchaft, die mit zu den ſtärkſten der Odenwald=
Gruppe gerechnet werden kann. Es iſt bis jetzt die einzige Elf,
die den Tabellenführer Groß=Zimmern ſchlagen konnte Ober=
Ram=
ſtadt, das in dieſem Jahre von Pech reichlich verfolgt wird, iſt
beſtimmt nicht ſchwächer, ſo daß man am Sonntag wieder mit einem
heißen und ſpannenden Kampfe rechnen kann. Hoffen wir, daß
die Behörde einen guten Schiedsrichter zu dieſem Spiel entſendet.
SV. 1922 Roßdorf — Viktoria Kleeſtadt.
Nach längerer Pauſe ſpielt Roßdorf wieder vor heimiſchen
Zu=
ſchauern, es empfängt am kommenden Sonntag Viktoria Kleeſtadt.
Obwohl Kleeſtadt das Ende der Tabelle ziert, heißt es für die
erſatzgeſchwächten Roßdörfer, den Gegner nicht zu unterſchätzen, da
dieſer ſtets bis zum Schlußpfiff mit allem Eifer bei der Sache iſt.
Zeigt die einheimiſche Mannſchaft die gleiche Diſziplin und
Ge=
ſchloſſenheit wie am letzten Sonntag, ſo iſt ihr ein Erfolg ſicher.
Spielbeginn 2.30 Uhr nachmittags.
SV. 1910 Weiterſtadt—SV. Germania Jugenheim.
Im erſten Rückſpiel empfängt SV. 1910 Weiterſtadt am
kom=
menden Sonntag, 14.30 Uhr, die Germania Jugenheim auf
eige=
nem Platze. Die Spielweiſe der Gäſte dürfte zur Genüge
be=
kannt ſein. Die Einheimiſchen müſſen ſich ſchon anſtrengen, um
Kein Solitude=Rennen mehr?
Wie wir erfahren, trägt ſich der Gau XII des ADAC.
dem Gedanken, das Solitude=Rennen in Zukunft nicht mehr.
zuhalten, da der Gau das geldliche Wagnis von 35 000 Mſt
nicht auf ſich nehmen kann. Da der Gau ſchon Verhandlum=k zunit
zwecks Verkaufs der Renneinrichtungen (Tribünen uſw.) ein=), vie
leitet hat, dürfte ein Solitude=Rennen überhaupt nicht mehr /9 zunch Ber
ſtande kommen.
Auflöſung des Geſtüts Weil.
Die Auflöſung des Geſtüts Weil iſt inzwiſchen zur Tatſi
geworden, da das Geſtüt mit den dazu gehörigen Gütern für
1. Februar 1933 zur Verpachtung ausgeſchrieben wurde. Wie
lautet, wird der Reſtbeſtand der Weiler Vollblutzucht — ei
Stuten ſind bereits verkauft worden — auf die Neuwieder Si
peln des Fürſten Wied überſiedeln, wo ſchon vor einigen
Jalk=
die Traberzucht der Fürſtin zu Wied untergebracht war.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag. 10. Dszember
10.10: Köln: Schulfunk: Szenen aus: Prinz von Homburg, vm
Heinrich v. Kleiſt
15.30: Stunde der Jugend: Rund um die Eiſenbahn. — Die
Diskuswurf.
17.00: München: Konzert der Kapelle Carlo Ranftl.
18.25: Dr. v. Müller: Ich und die Sache.
18.50: H. Kayſer: Wo bleibt der politiſche Ingenieur?
19.30: Erdachte Geſpräche Von Paul Ernſt.
29.00: Hamburg: Blankeneſer Schiffertag.
22.00: Luſtiger Hörbericht vom Fußballwettſpiel Südfunk geg
Landestheater.
Zeit. Nachrichten. Wetter, Sport.
RZ
22.45: Nachtmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 10. Dezember
10.10: Köln: Schulfunk: Szenen aus: Prinz von Homburg, v
Heinrich v. Kleiſt.
11.15: Stunde der Unterhaltung.
15.00: Kinderbaſtelſtunde: Herr Pim lernt ſchnitzen.
15.45: Frauenſtunde: W. Bauer: Marie Hamſun — die ewi
Kindheit.
16.00: Siegfried von der Trenck zum 50. Geburtstage.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Springer: Geſundheitsgefährliche Haustiers.
17.50: Bücherſtunde: Romane der Landſchaft,
18.05: A. Schlee: Muſikaliſche Wochenfchau.
18.30: Dr. Günther: Deutſch für Deutſche. Anfangsgründe,
19.00: Franzöſiſch.
19.40: Muſikaliſche Reiſe durch die deutſchen Gaue. Ein Que
ſchnitt durch die Volksmuſik. Verbindende Worte: D
Roſenwald.
21.00: Das Mikrophon hat Ausgang. Ein beweglicher Abend.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik vom Ball für das Auslandsdeutſchtum. Ausf
Kapelle Bruno Mahnkopf.
ionh
T7514) wa
mtern anet
1iSs Ar
ir
Oto
Wetterbericht.
Die Luftdruckverteilung zeigt wenig Aenderung. Auch Meſſerung der
in der Luftzufuhr noch kein Wechſel ſtattgefunden. Obgleich Faltung war i
durch die nordſkandinaviſche Störung maritime Luft einm!
welche ſüdwärts vordringt, ſo dürfte bei uns noch keine Ae
rung der Wetterlage eintreten.
Ausſichten für Samstag, den 10. Dezember: Froſtwetter, woſ4/ Geſellſchaft
mit Aufklaren und trocken.
Ausſichten für Sonntag, den 11. Dezember: Fortdauer des Wirf”halten
werde=
wetters.
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[ ← ][ ][ → ]ſtummer 343
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Samstag, 10. Oezember
Die Arbeitsmarktlage Heſſens.
Jahl der männlichen Arbeikſuchenden ſaiſonmäßig leichk geſtiegen, die der arbeikſuchenden Frauen geſunken
Arbeiksloſenbewegung
der einzelnen Berufsgruppen.
Die Geſamtzahl der verfügbaren Arbeitſuchenden iſt im
Be=
ſk des Landesarbeitsamtes Heſſen, in der zweiten
November=
älfte im Gegenſatz zur erſten nur leicht, um 1450 auf 319 320
ge=
ſiegen, und zwar haben nur die männlichen Arbeitſuchenden
zu=
frauen um 808 auf 48 232 zurückgegangen iſt. Der Arbeitsmarkt
ſietet aber auch bezirklich und in den Berufsgruppen kein ein= Abnahme der Gold= und Deviſenbeſtände als Folge der Kredit=
Zeſtand. Bei den anderen 12 Aemtern bewegt ſich die abſolute lediglich zur Kenntnis genommen. Das Geſchäft war überhaupt
nd verhältnismäßige Zunahme zwiſchen 22 bis 325 bzw. 0.1 bis allgemein ſehr klein und beſchränkte ſich weiter auf Spezialgebiete.
5 v. H. Die Bewegung innerhalb der Berufsgruppen läßt ſich Die Kursentwicklung war teilweiſe ſogar von Zufallsaufträgen
ur mit dem Stande vom Ende des Monats Oktober vergleichen, abhängig. Die Abweichungen gegen vorgeſtern, nach oben und
ganz einheitlicher Haltung. Das wieder ſchwächere Pfund, die 291 Mill. RM. und die Lombardbeſtände um 105.8 Mill. auf
Zunahme der Arbeitsloſenziffern in der zweiten Novemberhälfte
und die häufig wechſelnde Tendenz an den letzten New Yorker
Bör=
ſen waren nicht dazu angetan, weder beim Publikum, noch bei der
Spekulation die Unternehmungsluſt zu vergrößern. Der
Reichs=
bankausweis für die erſte Dezemberwoche brachte zwar im
allge=
enommen (um 2258), während, die Zahl, der arbeitſuchenden meinen mit rund 153 Millionen eine normale Entſpannung, die 34390 Mill. RM., derienige an Rentenbankſcheinen um 12,6 Mill.
eitliches Bild. 5 Aemter melden eine Abnahme zwiſchen 0.2 und rückzahlung der Reichsbank am 5. ds. Mts, war aber doch größer
v. H., das Arbeitsamt Frankfurt hat einen unveränderten als man erwartet hatte. Die innerpolitiſchen Vorgänge wurden RM. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 352,7 Mill. RM.
a. wie im Vorbericht ſchon erwähnt, Mitte Noyember eine Zäh= unten gingen ſelten über ½ Prozent hinaus. Leopoldsgrube genommen, die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen dagegen um
ung nach Berufsgruppen nicht erfolgt iſt. Von Anfang bis Ende waren um weitere 18 Prozent rückgängig, auch einige
Elektro=
es vergangenen Monats iſt die Arbeitſuchendenzahl um 6361 ge= nebenwerte, wie Elektriſch Lieferungen, Lahmeyer und Schuckert
ſegen. Von dieſer Zunahme entfallen auf die Saiſonaußenberufe waren um 1½—1½ Prozent gedrückt. Sonſt lagen noch Dort=
Landwirtſchaft, Forſtwirtſchaft, Gärtnerei, Induſtrie der Steine munder Union 2½ Prozent ſchwächer. Im Verlaufe blieb es an
end Erden, Baugewerbe, Lohnarbeit wechſelnder Art) rund 4570 den Aktienmärkten weiter ſehr ſtill. In einigen Montanpapieren,
der 70 v. H. Ferner hat die Arbeitſuchendenzahl u. a. noch zu= beſonders in Mansfelder Bergbau, ſetzten ſich bei großen Umſätzen
enommen in der Metallinduſtrie (plus 658) im Holzgewerbe Kursbeſſerungen durch. Süddeutſche Zucker wurden im Verlaufe
olus 440) im Bekleidungsgewerbe (plus 383) im Gaſtwirts= 3½ Prozent über vorgeſtern, zur Notiz gebracht. Zu
Anlage=
ewerbe (plus 417), in der Berufsgruppe Häusliche Dienſte (plus zwecken ſind immer wieder Tarifwerte und Papiere, mit konſtanter
56) und in der Gruppe Maſchiniſten und Heizer (plus 114), Be= Dividendenpolitik geſucht. Hierbei ſpielt; natürlich der
näher=
verkenswerte Abgänge verzeichnen nur die Berufsgruppen
Che=
rückende Jahresultimo als Anlagetermin auch ſchon eine gewiſſe
niſche Induſtrie (minus 187 — 6.7 v. H.), Papierinduſtrie (minus Rolle. Aus dieſem Grunde war wohl auch die Tendenz des Ren=
½8 — 6,5 v. H.) und Vervielfältigungsgewerbe (minus 154 — tenmarktes trotz der geringen Umſatztätigkeit ziemlich freundlich.
v. H.), ſowie die Angeſtelltenberufe mit rund 300 Arbeit= Reichsſchuldbuchforderungen konnten ihren Kursſtand behaupten.
ſchenden.
Das Tempo, in dem die Arbeitsloſigkeit bisher zugenommen
Die Frankfurter Börſe hatte kaum Anregung und
ver=
gt, iſt erfreulicherweiſe erheblich langſamer als im Vorjahr. Im lief infolgedeſſen äußerſt ruhig. Die Kursbewegung war ziemlich
ſovember 1931 ſtieg die Arbeitſuchendenziffer um rund 17400 widerſtandsfähig Bevorzugt waren einige Spezialmärkte, ſo
vom 1. bis 15 um rund 10900. vom 16. bis 30. um rund 6500) Montanaktien, Chemiewerte und auch Kunſtſeide. Der neue
N 301 921. Von den 319 320 Arbeitſuchenden bezogen 32 726 — Reichsbankausweis zeigt eine weitere Entſpannung und wurde
92 v. 5. Arbeitsloſenunterſtützung (am 15. November 30 724), günſtig aufgenommen. Die zahlreichen etwas optimiſtiſcheren
der Kriſenfürſorge befanden ſich 55 622 — 174 v. 5. (am 15. Meldungen aus der Induſtrie ſowie, die durchweg freundlichen
ſovember 57 183) und 130 067 — 407 v. H. ſam 31. Oktober Auslandsbörſen blieben auf eine größere Geſchäftsbelebung ohne
7 514) waren nach der vorläufigen Feſtſtellung von den Arbeits= Einfluß, da eine Betätigung der Bankenkundſchaft nur in
klein=
mtern anerkannte Wohlfahrtserwerbsloſe. Die Zahl, der im ſtem Umfange zu verzeichnen iſt. Auch die Spekulation hält ſich
reiwilligen Arbeitsdienſt beſchäftigten Perſonen, die gleichfalls
wegen der geringen Publikumsbeteiligung zurück. Etwas lebhaf=
* Arbeitſuchende gezählt wurden, wird von den Arbeitsämtern, ter war wieder der Rentenmarkt, beſonders Altbeſitz wurden mit
ir Ende November auf rund 32 000 geſchätzt (endgültige Zahl vom 1 Prozent über Vortageskurs gehandelt. Auch ſpäte Schuldbücher
1. Oktober rund 27 400).
zogen bis ½, Neubeſitz um 0.1 Prozent an. Schutzgebiete ½ Pro=
Wirkſchaftliche Rundſchan.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft, Metallwiſſenſchaft,
Netalltechnik” ſtellte ſich am 7. Dezember 1932 auf 47,8 gegen 48,6
m 30. November 1932 (Durchſchnitt 1909/13 — 100). fiel alſo um
6 Prozent. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem
Preis=
ande vom 7. Dezember 1932 folgende Einzelinderziffern
errech=
et: Kupfer 36,3 (am 30. November 1932: 37,6), Blei 48,4 (50,0),
ink 411 (40,6), Zinn 57,2 (56,2) Aluminium 111.1 (111,.1),
lickel 107,7 (107,7), Antimon 56,8 (56,8).
Eine Erdölkonzeſſion in Rheinheſſen. Der heſſiſche Staat bat
or einiger Zeit dem Diplom=Landwirt Georg Klüſener für ein
ördlich der Kreisſtadt Alzey gelegenes Gebiet von 25
Quadrat=
lometer das Recht zur Aufſuchung von feſten, flüſſigen und
gas=
urmigen Bitumen erteilt. Man erwartet das Hauptvorkommen
r einer Abtäufung von 650 Metern. Finanzkreiſe ſind
einſt=
eilen hinter Klüſener nicht getreten. Der heſſiſche Staat bleibt
in die ganze Sache, deren Erfolg vollkommen abzuwarten iſt,
ein=
ſeſchaltet. Nicht im Zuſammenhang damit ſtehen die Oelſpuren,
ſie man bei Kalimutungen in 750 Meter Tiefe bei Nieder=
Flörs=
eim, das halbwegs zwiſchen Alzey und Worms gelegen iſt, vor
ingerer Zeit angetroffen hat.
Voltohm Seil= und Kabelwerke A.=G., Frankfurt a. M. Die
ursſteigerung in den Aktien der Geſellſchaft in den letzten Tagen
eruht, wie aus Verwaltungskreiſen erklärt wird, nicht in einer
eeſſerung der internen Verhältniſſe des Unternehmens. Die Ver=
Faltung war in der Generalverſammlung von Mitte ds. Js.
be=
anntlich ermächtigt worden. 10 Prozent des Stammkapitals von
W85 Mill. RM. zurückzukaufen, und hat inzwiſchen davon einen
eilhetrag an der Börſe erworben. Das Jahr 1932 verlief bei
er Geſellſchaft nicht gerade gut, aber angeſichts der ungünſtigen
age der allgemeinen Metallinduſtrie durchaus normal. Durch
lechtzeitigen Abbau der Unkoſten konnte der Finanzſtand tragbar
ehalten werden. Zurzeit iſt die Geſellſchaft in einem Spezial=
Urtikel noch gut beſchäftigt
Vergleichsverfahren Kaufhaus Julius Obernzenner,
Frank=
lurt a. M. Dem 30prozentigen Vergleichsvorſchlag haben, wie im
erichtlichen Termin mitgeteilt wird. 95 Prozent der Gläubiger
ugeſtimmt. Seit der Zahlungseinſtellung am 9. Juni 1932 iſt ein
eiterer rechneriſcher Verluſt von 50 000 RM. entſtanden, doch iſt
aran in der Hauptſache die ſtille Saiſon ſchuld. Eine
Rentabili=
ſit ſei infolge der Geſchäftsverkleinerung und Unkoſtenſenkung
eute vorhanden. Die Umſätze 1932 werden auf 2,2 Mill. RM.
leziffert. Mit der Vergleichsbeſtätigung iſt Ende nächſter Woche
ſu rechnen.
Deutſche Gold= und Silberſcheide=Anſtalt. Der Aufſichtsrat
leſchloß, wie bereits von uns angekündigt, in der geſtrigen
Auf=
chtsratsſitzung, der auf den 10. Januar 1933 einzuberufenden
ſeneralverſammlung die Verteilung einer Dividende von 9 (im
ast.
orjahre 10) Prozent auf die Stammaktien für das am 31. 9.
Srele 4932 abgelaufene Geſchäftsjahr 1931 32 vorzuſchlagen.
Leichte Abſatzbeſſerung beim internationalen
Walzdrahtver=
and. Am 9. Dezember wurde in Düſſeldorf eine Sitzung des
in=
rnationalen Walzdrahtverbandes abgehalten. Das
Mengenpro=
ramm für das vierte Vierteljahr 1932 in Höhe von 270 000
Ton=
en dürfte in Anbetracht der leichten Beſſerung auf den einzelnen
nlandsmärkten und auch im Export überſchritten werden. Für
Ias erſte Vierteljahr 1933, für das der Verkauf freigegeben wurde,
EItdaher das Mengenprogramm auf 300 000 Tonnen feſtgeſetzt
wor=
en. Die Preiſe blieben unverändert. Die nächſte Sitzung des
erbandes iſt für Anfang März 1933 in Brüſſel vorgeſehen.
zent höher. Am Aktienmarkte zeigte der Montanmarkt durchweg
noch Kursbefeſtigungen, ſo lagen Stahlverein ½. Mannesmann ½,
Buderus ½, Mansfeld 1½ Prozent höher. Gelſenkirchen dagegen
½ Prozent ſchwächer. Rheinſtahl und Phönix unverändert. JG.
Farben zogen ½ Prozent an. Die übrigen Chemiewerte ſehr
ruhig, auch Scheideanſtalt auf die 9 (10) Prozent Dividende kaum
verändert. Am Kunſtſeidemarkt waren die Kurſe auf das
Zu=
ſtandekommen der europäiſchen Kunſtſeidekonvention
widerſtands=
kähig, zeigten aber kaum Veränderungen. Die in den letzten
Tagen bevorzugten Schiffahrtswerte lagen ruhiger. Nordlloyd ½
Prozent ſchwächer. Elektrowerte gaben durch Glattſtellungen der
Spekulation nach. So verloren Siemens 1, Lahmeyer ½.
Ges=
fürel 1½, Bekula 4 Prozent. Rheag waren ½ Prozent höher,
AEG. unverändert. Licht u. Kraft wurden abzüglich 5.4 Prozent
Dividende unverändert notiert. Der große Markt der
Neben=
werte lag ſtill, auch hier zeigen ſich kaum Veränderungen. Im
weiteren Börſenverlaufe blieb die freundliche Grundſtimmung am
Rentenmarkt, aber auch bei den bevorzugten Werten des Renten= beiter neu eingeſtellt, die im Automobilbau und in der
Fahrrad=
marktes beſtehen. JG. Farben behaupteten ſich bei 96½ (96½), abteilung Verwendung fanden.
Die Abendbörſe verlief vollkommen geſchäftslos, wofür ſchon
die Tatſache bezeichnend iſt, daß ½ Std. nach Börſenbeginn noch fällig geweſene Reſtbetrag von 7,5 Mill. Dollar (urſprünglich 20
kein JG. Farben=Kurs gemacht war. Die wenigen genannten Mill. Dollar Geſamtbetrag) nochmals vom 11. Dezember ab, dem
Kurſe lagen behauptet. Am Montanmarkt waren Mansfeld
wei=
ter geſucht und um 1½ Prozent befeſtigt. Anregende Momente Jahr verlängert.
lagen ſonſt nicht vor. Trotz der noch andauernden
Parlaments=
ſitzung erwartet man eine Vertagung des Reichstages noch am Woche vom 30. November bis 7. Dezember für 15 975 000 Dollar
Freitag. Etwas ſtimulierend wirkten auch die ſtetigeren New Gold nach USA. eingeführt worden. Davon ſtammen 13 216000
Yorker Kursnotierungen. Am Rentenmarkt, war das Geſchäft Dollar von Großbritannien. Für 5 474000 Dollar wurde Gold
ebenfalls ſtill. Die Kurſe lagen kaum verändert.
Berliner Kursbericht
vom 9 Dezember 1932
der Ausweis der Reichsbank.
Gule Enklaftung kroß erheblicher Goldabgänge.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. Dezember 1932 hat
ſich in der verfloſſenen Bankwoche die geſamte Kapitalanlage der
Bank in Wechſeln und Schecks, Lombands und Effekten um 153.1
Mill auf 3214,5 Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben die
Beiiiner and ranrfälier effellenoutſe. Beſtände an Handelswechſeln und =ſchecks um 43.1 Mill. auf 2688,1
Die Berliner Börſe eröffnete bei ruhigem Geſchäft in nicht Mill. RM., die Beſtände an Reichsſchatzwechſeln um 5.5 Mill. auf
101.1 Mill. RM. abgenommen und die Effektenbeſtände um 1.3
Mill. auf 396,2 Mill. RM. zugenommen.
An Reichshanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind
104,8 Mill. RM. in die Kaſſen der Reichsbank zurückgefloſſen, und
zwar hat ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 92,2 Mill. auf
auf 396,5 Mill. RM. verringert. Dementſprechend haben ſich die
Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf 30,6
Mill=
eine Abnahme um 65.4 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich
um 19,0 Mill auf 918,0 Mill. RM. vermindert. Im einzelnen
haben die Goldbeſtände um 23.2 Mill. auf 804.1 Mill. RM. ab=
4,2 Mill. auf 113.9 Mill. RM. zugenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Deviſen
betrug am 7. Dezember 1939: 26.7 Prozent gegen 26,5 Prozent
am Ultimo November dieſes Jahres.
Produkkenmärkke.
Berliner Produktenbericht vom 9. Dezember. Die Erholung
am Brotgetreidemarkte machte heute weitere Fortſchritte, obwohl
nennenswerte Anregungen vom Konſum nicht vorlagen. Im
An=
ſchluß an die geſtrigen amtlichen Verlautbarungen hat ſich das
An=
gebot von Brotgetreide aber vermindert, und da andererſeits im
Hinblick auf das winterliche Wetter vereinzelt doch einige
Deckungsnachfrage beſteht, wurden am Promptmarkte für Weizen
1 bis 2 RM. höhere Preiſe als geſtern bewilligt. Die
Weizen=
promptnotiz erhält außerdem naturgemäß eine Stütze durch das
Anziehen des Lieferungspreiſes für Dezember. Im Zeithandel
liegen die auch heute wieder recht beachtlichen Andienungen von
Roggen ohne Einfluß auf die Preisgeſtaltung, da faſt ausſchließlich
die Staatliche Geſellſchaft als Empfänger gilt. Weizen eröffnete
1.50 bis 2 RM. feſter. Roggen konnte ſeinen Preisſtand um 1 bis
1.50 RM. beſſern, wobei im Gegenſatz zu Weizen die Revorts ſich
etwas erweitert haben. Weizen= und Roggenmehle blieben zu
unveränderten Preiſen offeriert. Das Offertenmaterial in Hafer
genügt für die vorhandene Nachfrage, und die Tendenz war als
ſtetig zu bezeichnen.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Die Mehlpreiſe in Süddeutſchland zeigen ſeit Aufhebung der
Preiskonvention nach anfänglicher Stabilität eine langſame
Ab=
wärtsentwicklung. Während man zu Anfang November für 100
Kilogramm Weizenmehl Spezial 0 ſüdd. mit Austauſchweizen noch
30—30,50 bzw. 30,25 RM. waggonfrei Mannheim zahlte, ſtellt
ſich der heutige Preis nur noch auf 29—29,25 RM.
Die deutſchen Zellſtoff=Geſellſchaften Aſchaffenburg. Feldmühle
und Waldhof haben kürzlich mit dem lettiſchen Forſtdepartement
größere Lieferverträge abgeſchloſſen. Es iſt, wie verlautet, die
Lieferung von rund 250 000 Kubikmeter Holz vorgeſehen. Die
Lie=
ferungen werden in der Zeit vom 1. Mai bis 31. Oktober 1933
vorgenommen werden.
In den letzten Tagen kann man eine erfreuliche Belebung auf
dem Rhein feſtſtellen. Eine Anzahl von Schiffen ſind wieder auf
die Reiſe geſchickt worden. Verſchiedene Schlepper, die man lange
auf dem Rhein nicht mehr geſehen hat, ſind wieder im Dienſt.
Wie wir hören, hat die Adam Opel A.=G. ſoeben ca. 300 Ar=
Nach einer Münchener Meldung wurde der am 11. Juni 1932
Termin der diesmaligen Verlängerung, um ein weiteres halbes
Nach dem Wochenbericht der Federal Reſervebank ſind in der
ausgeführt.
Deviſenmarkt
vom 9. Dezember 1932
zuranaren
Deutſche Banku.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Damp 1a
Nordd, Lloyd
A.E.G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummt
Deutſche Cont. Gas
fe
75.—
61.75
18.50
19.—
33.25
63.—
62.25
20.55
36.125
118.—
97.75
Meue
Elektr. Lieferung
5. 0. Farben.
Gelſ. Bergw.
Geſtfeletruntern.
Harpener Bergbau
boeſch Giſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann.
Kalit Aſchersleben 1
giöchnerwerte
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=untn.
Sberſchleſ. Kolsw.
Orenſtein & Koppell
30.n5
72.50
95.—
46.125
72.—
83.125
47.—
56.625
1o5.
44.25
59.895
43.50
41.50
35. !.
Polyphonwerke 45.75
(mütgerswerke 41.50
Salzdetfurth ga
Leonh. Tießz
Verein. Stahlwerke
Beſteregeln Alkali/4
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind. 48.125
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Ber *
Lindes Eismaſch.
Bogelselegr. Draht
Wanderer=werie
169.—
42.
30.125
413,25
38.25
16.125
Jaas
31.
Selſing!
Wien.
Prag
Budape
Sofig.
Sollant
Oslo.
Kopenhagen
Stochholm.
London.
Buenos=Aires 1
New Yor).
Belgien.
Stalien
Paris
Währung
ſto0 finn.M.)
ſtoo Schillings
100 Tſch.Kr. ſi
ſ1o0 Pengs
100 Levo.
ſtog Gulden
100 Kronen
ſ100 Kronen
100 Kronen h.
1 T.Stg.
Pap. Bewp
Dollar.
100 Belga ſs.
ſio0 Dire ſa1.52 7
100 Franes ſi
5.ge4
951.g8
ſi2,48sli
*m
3.057
189.22
69.93
5o 43
R4.03
12,58
0.a5o
4.209
59.29
16.43
Brieff
5.o7e
52,05
12.49s
3.06s
169.57
70,07
70.57
74.17
13.60
0.98ol
4.21711
5941
21.58
16.77
Schwez
Spanien
Danzg.
Japan
Rio deJaneiro
Fugoſſawien.
Bortugal..
Athen.
Iſtambu
Kairo.
Kanada
Uruguay
3sland.
Tallinn (Eſtl.)
Rigg.
ſ100 Peſetgs 6 60.50
84.37 ſto0 Gulben ſ. au85 ſt hen. 4.p6o rolt Milre! 0.2741 100 Dinar 2834 100 Eseubosli: 12.78 1to0 Drachm.! 2.30o t türt. 2 2.009 t ägypt. 2 !. 13.94 ſteanao. Doll. 2.608 Goldpeſo. 1.869 100 js1 Kr. ſ S1.19 6 1od eſtl. Ar ſi! iio.ssl! ſto0 Latt 7272
22
81.08
24.43
2u33
0.571
0.276
Segs
12,7s
2.312
2.012
13.98
3.614
1.572
Sl.31
110.81
72.2s
Surmftädter uns Kariakarbant Barmkabt, Blidtt ort Breooner Bunt
Frankfurter Kursbericht vom 9. Dezember 1932.
Melallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 9. Dezember ſtellten
Nch für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt cif Ham=
Kurg. Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für
ie deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 48,50 RM. — Die
Notie=
ungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die
breiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Liefe=
Plung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium,
8= bis 99proz, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 160 RM.,
esgleichen in Walz= oder Drahtharren 99proz. 164 RM. Rein=
Hickel. 98= bis 99proz. 350 RM. Antimon Regulus 37—38 RM.,
Aſeinſilber (1 Kiloar, fein) 35.50— 39 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 9. Dezember ſtellten ſich für
zupfer: Dezember 36 (37. 75), Januar 36,50 (38) Februar
725 (38.25), März 37 (37.50). April 37 25 (38) Mai 37.50
38.50). Juni und Juli 37,75 (38.75), Auguſt 38 (39), September
ind Oktober 38,25 (38.75) November 38 (39). Tendenz: flau. —
für Blei: Dezember 13,75 (15), Januar 14 (15) Februar
4425 (15.25), März 14.25 (1557). April 1450 (16) Mai 14.50
15.25), Juni 14 75 (16.50). Juli 15 (16.75) Auguſt und
Septem=
ſer 15 (17) Oktober und November 15.50 (17.50). Tendenz:
hrpach. — Für Zink: Dezember 19 (19.7). Januar 19 (20).
februar 19 (20.25) März 19 25 (20.50) Anril 19.75 (20.75), Mai
M (21). Juni 20 (21.25). Juli 20.25 (21.75). Auguſt 20.50 (22)
Sptember 20.50 (22.50). Oktober 21.25 (22 75). November 2150
22.75). Tendenz: ſchwächer. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld,
die in Klammern Brief.
Meiendee
fällig 1. 4. 34...
1.4.35...
1.4 36:.:
1. 4.37...
1. 4. 38:..
6% Dtſch. Reichsanll
6 z. z. v.25
5½22 Intern.,,
625 Baben .......
62Bayern ..
68Heſſen. „.v. 29
82, Preuß.St. b. 28
630 Sachſen v. 221
6% Thüringen v.27
Otſch. Anl.
Austo=
ſungsſch. 4ItAb=
Göſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
62 Baden=Baden
69Berlin .. „v.24
6% Darmſtadt ..
60 Dresden,,v. 38
8% Frankfurt a.M.
Schätze, v. 29
v. 28
6% Mainz ...
62 Mannheimv. 27
69 München „v. 29
62o Wiesbaden v.28
82 Heſ. Landesbi.
62o „ Goldoblig.
5½.%0 Heſſ. Landes=
Hyp.=Bk.=Liquid.
43.% : Kom-Obl.
90I,
85
80
75.25
71‟
90.5
567I,
59
68.5
91—
69.5
64.5
58
6.35
6o
56.75
56
66.5
59.55
78
83:
74.25
—5.
Pfb.=Anſt.G. Pf.
6% „ Goldoblig.
82 Landeskomm.
Br.Girozentr. für
Heſſ. Goldobl. R.111
16%
R.1s
18% Kaſſeler
Land=
kredit Goldpfbr.
6%Naſſ. Landesbk.
5½% Liqu. Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
tAuslSer. I
.. Ser.Ik
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
16% Berl. Hyp.Bi.
5½%=Liqu.=Pfbr.
162 Frkf.Hyp.=Bk.
5½% — Lig. Pfbr.
Goldoblig.
2%Frif. Pfbr.Bk.
15½% Lig. Pfbr.
63 Mein, Hyp.=Bk.
1 5½% Lig. Pfbr.
22 Pfälz,=Hyp.=Bi.
5½% Lig. Pfbr
162 Rhein. Hyp. B.
5½% Lig Pfbr.
Goldoblig.
1620
82 Südd. Bod=
Cred.=Bank..
5½% „ Lig. Pfbr.
8%o Württ. Hhp.=B.
. Daimler=Benz
3 Dt. Linol Werkel
33 Mainkrw, v. 38
78.5
69.5
63
63.5
863,
871,
53‟,
74
zo
84.5
86,25
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68.25
80ll,
85.
81
84i,
83‟
86.5
80
842l,
69,5
85
86.5
80.25
61
58.25
77.578
82Ber Stahlwerke
82 Voigt& Häffner
3. G.Farben Bonds
5% Bosn. L.E.B.
O Inveſt
52 Bulg. Tab.v.0s
2 Oſt. Schätze
438 Oſt. Goldrente
5%vereinh. Numän
413%
420 Türk. Admin
1. Bagbadl
48 Zellanl.
4½2 ungarn 1918
1914
4½8
Goldr.
1210
42
4½Budp. Stadtan!
47 Liſſabon.
42 Stockholm
Abtien
Ala. Kunſtziideuntel 54.25
A.E.G. 33.75
AndregeNoris Zahn
Aſchaffba. Brauerei!
Zellſtoft 28
Bemberg, J. P. 62.5
Berl.Kraft u. Licht 109.25
Ruberus Eiſen. . 44.75
Cement Heibelbergl 48
Larlſtadt.
F. G. Chemie, Baſellz26.5
Chem.Werke Abert!
Chade ....."
Contin. Gummiw. 118
63.25
88.55
95”I.
9.75
2.5
8.5
„Contin. Linoleum.
Daimler=Benz
5IOt. Atl. Telegr. .
Erdöl.
Di. Gold= u.
Silber=
ſcheide=Anſtaltl=
Linolwert. Ber!”
Dortm. Ritterbrau
Onckerhof. & Widm
Eichbaum=Verger.
Elektr. Lieferg.=Gef
Licht u. Kraft!
Eſchw. Bergwert
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
5.0. Farbeninduſtr.
Feinmech. Jetter)
Felt. & Gut legume
Frankfurter Hof.
Gelſent. Bergwert.
Geſtfelektr untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kahſer..
Grüng Bilſinger.
dafenmühle Frrft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergbau
benninger Kempf
HilvertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer.
Hochtief Giſen ....!
Holzmann. Phil.
Zlſe Bergb. Stamm
Genüſſelt1or
Junghans ...
wer in
e=
glöchnerwerke
Knorr C. H.
81. LSahmeyer & Co.
Laurahütte
147
Sech, Augsburg.
45
Löwenbr. Münch.
Lutz, Gebr. Darmſt.
INainkr.=W. Höchſt.
43 MainzAkt.=Br.
MMannesm.=Röhren
Mansfeld. Bergb.
93
158 Metallgef, Frankf.
18.5. MMiag. Mühlenbau=
Monteatini Mailb
35 MMotorenDarmſtadt!
ISberbedar
Bhönir Bergbau
31.5 MReiniger, Gebbert.
a6.25 Nh. Brgunkohlen. =I.
Elektr. Stamm
Stahlwerte.
28.5
29.,5 MNiebea Montan..
Roeder Gebr..
Rütgerswerle.
Salzdetfurtk ga 38
Salzw. Heilbronn 1186
94
4
Schöfferhof=Bind. /142,5
83.5 (Schramm Lackfbr.
70.5 lSchriftg, Stempel
38
Schuckert. Elektr.
Schwarz=Storchen.
42
11.5 Siem. Glasinduſtr.
78.25 Siemens & Halske 1121
56.75 Südd. Zucker=A. G./143.5
Fr.
Iu8e
111.5
16.5
547,
e6d
11.5
„nuterfranken ...
KaliC hemie.
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86
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69
61.75
53.75
63.5
63‟
130.,5
83.s
80
44.5
64.55
91.5
18.5
19.5
33
9u
16.1
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Am Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
Steuerkarken 1933.
Bürgerſteuer 1933 in der Stadi
Aumſfahl.
Die Stadt Darmſtadt erhebt für das
Kalenderjahr 1933 die Bürgerſteuer in
Höhe von 500 v. H. des Landesſatzes.
Der Berechnung der Bürgerſteuer wird
nach Maßgabe des 8 8 Abſ. 3, 4 der
Verordnung zur Durchführung der
Bür=
gerſteuer 1933 vom 28. September 1932
das Einkommen des Kalenderjahres
1931 (oder des in dieſem Jahr
enden=
den Steuerabſchnitts) zugrunde gelegt.
Als Landesſatz der Bürgerſteuer 1933
gelten die im 8 3. der
Bürgerſteuer=
verordnung 1933 vom 28. September
1932 beſtimmten Mindeſtſätze.
Die zur Erhebung kommende
Bür=
gerſteuer 1933 beträgt ſonach
z... . . .. 4500 RM. RM.
30.— von 4501— 6000 * 45.— * 6 001— 8000 60.— 8 001— 12000 * 90.— * 12 001 — 16 000 * 120.— 16 001 — 20000 „ 150.— S 20 001 — 25 000 250.— E 25 001 — 50 000 375.— 50 001 — 75 000 750.— * 75 001 — 100 000 1 500.— * 100 001 — 250 000 2 500.— * 250 001 — 500 000 * 5 000.— „ 500 001 und mehr 10 000.—
Ehegatten, die nicht dauernd getrennt
leben, werden zuſammen mit demſelben
Satz wie ein Unverheirateter
herange=
zogen. Die Ehegatten haften als
Ge=
ſamtſchuldner. Mit der Zuſtellung der
Steuerkarten 1933 iſt begonnen worden.
Wir machen darauf aufmerkſam, daß
mit der Zuſtellung der Steuerkarten 1933
gleichzeitig die Anforderung der
Bürger=
ſteuer 1933 erfolgt für diejenigen
Per=
ſonen, die Arbeitslohn erhalten. Die
Steuerkarten ſind daher umgehend den
Arbeitgebern auszuhändigen.
Im Laufe des Monats Dezember 1932
werden auch die Bürgerſteuerbeſcheide
1933 für diejenigen
Bürgerſteuerpflich=
tigen zugeſtellt, für die eine
Einkommen=
ſteuerveranlagung im Steuerabſchnitt
1931 ſtattgefunden hat.
Bezüglich des Umfangs der
Steuer=
pflicht und der Befreiungsmöglichkeiten
verweiſen wir auf die in dem
Nach=
richtenteil enthaltenen näheren
Aus=
führungen.
(St. 17144
Darmſtadt, den 2. Dezember 1932.
Bürgermeiſterei.
Mueller, Oberbürgermeiſter.
Werbung beleht
de Mtsehakt
In desen Wochen hat jeder Kaufmann an die
Not-
wendigkeit zu denken, seine Werbemaßnahmen
zu verstärken.
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fenheit des Holzes werden nicht
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Herr Förſter Leyerer, Beſſunger
Forſt=
haus (Fernruf Darmſtadt 2666) und das
unterzeichnete Forſtamt (Fernruf 2897).
Darmſtadt, den 6. Dezember 1932.
Heſſiſches Forſtamt Darmſtadt.
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Inhaber Oskar Matzelt in Darmſtad:
Schulſtraße 4, iſt am 7. Dezember 1932
mittags 12 Uhr, das Vergleichsverfahre:
zur Abwendung des Konkurſes eröffne
worden. Der Rechtsanwalt H. Klin/
in Darmſtadt, Rheinſtraße 1234 — Tele 0
fon 512 — iſt zur Vertrauensperſot
ernannt. Ein Gläubſger=Ausſchuß iſt nich
beſtellt. Termin zur Verhandlung übe
den Vergleichsvorſchlag iſt auf Mitt
woch, den 21. Dezember 1932, vor
mittags 11 Uhr, vor dem unterzeichnete,
Gericht, Zimmer 118, anberaumt. A./
die Schuldnerin iſt keine
Verfügungs=
beſchränkung erlaſſen. Der Antrag auf
Cröffnung des Verfahrens nebſt ſeinel
Anlagen und das Ergebnis der weiterer hier,
Ermittlungen iſt auf der Geſchäftsſtel.
zur Einſicht der Beteiligten niedergeleg,
Darmſtadt, den 7. Dezember 1932.
zug81 Heſſiſches Amtsgericht)
Aus den Amtsverkündigungen
des Kreisamts Darmſtadt und den
Bekanntmachungen des Polizeiamts
Darmſtadt.
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merkſam, daß auch noch Fundgeger)
ſtände vorhanden ſind, die in früherey
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[ ← ][ ][ → ]5cmstag, 10. Dezember 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 343 — Seite 15
Copyrignt bu
R O M AN dere W RUMPFE W.Sodmein Wec
Ehe er ſich entſchließen konnte, was zu tun war, läutete
Telephon. Er knurrte ein Entſchuldigungswort und ging
m Apparat auf ſeinem Schreibtiſch rückwärts hinter dem
hügen Kirchenbrokat, der wie ein Vorhang den Laden in zwei
Aliten teilte. „Barbaroſſa 5885, Sommerfeld”, ſagte er
ge=
ghrrheitsmäßig und horchte, „Fräulein Goering? Sie? — Was
denn los, Menſchens . . .‟ Er ſtockte, von einer merkwürdigen
gen Berührung an der Schläfe geſtreift, blickte ſich um und
bte, um ein Haar vor Schreck den Hörer fallen laſſen. Neben
in ſtand die Dame, die geräuſchlos herangeſchnellt war, ihr
gſicht war hart und entſchloſſen, nie zuvor hatte Sommerfeld
ſdas Antlitz einer Frau geſehen. Mit einer Hand drückte ſie
m Revolver an ſeine Schläfe, die andere nahm ihm den Hörer
u der Hand. Sommerfeld wurde es ſchwarz vor den Augen,
ge zähe Uebelheit kroch in ihm hoch, zitternd ſank er auf den
euhl.
Die Dame horchte, drehte dann die Sprechmuſchel nach
wen. „Sagen Sie: Moment!” flüſterte ſie befehlend und hielt
i die Muſchel hin.
Sommerfeld ſchluckte. „Moment, einen Moment, Fräulein
gering”, ſprach er in den Apparat, ſeine Stimme kam ihm
ſud und unwahrſcheinlich vor, hilflos ſtarrte er mit erloſchenen
igen die Frau an, ſein Atem ging ſtoßweiſe.
„Fragen Sie: Wo ſind Sie? Bei wem?” befahl ſie.
Beſinnungslos wiederholte er: „Fräulein Goering, wo ſind
Bei wem?"
Die Frau preßte den Hörer ans Ohr, doch die Antwort
ſten ſie nicht zu befriedigen. „Noch mal”, ziſchte ſie.
Sommerfeld begann ſich zu ſammeln. Außer der Uebelkeit
te. Wut in ihm hoch. Was? Kaltſchnauzig drohte da eine
rdächtige Weibsperſon, ihn hier in ſeinem eigenen Geſchäft
nzubringen, wenn er das Mädchen nicht aushorchte? Was
)vorlag — wer konnte es ahnen, faſt ſchien es, als hätte Barba
gering Urſache, dieſe Frau zu fürchten, und er — er ſollte ſich
prauchen laſſen, ſie zu verraten?
Die Dame ſtampfte wütend mit dem Fuß auf — wieder
ſte ungenügende Antwort! „Fragen Sie noch mal! Sie muß
uworten!” rief ſie leiſe, ohne den Revolver von der
ein=
uunkenen Schläfe des alten Mannes zu entfernen.
„Fräulein Goering”, ſagte Sommerfeld, „wo ſind Sie bloß,
us iſt paſſiert? — Werden Sie mir die reine Wahrheit ſagen,
wenn ich Sie frage, wo Sie ſind? Und bei wem? Die reine
Wahrheit, Fräulein Goering!”
Wer konnte ahnen, daß das ein unſchuldiger
Geſchäfts=
kniff war! In Gegenwart von Kunden, die unbedingt mehr
über Herkunft und Geſtehungspreis eines Kaufobjektes wiſſen
wollten, als Sommerfeld für nötig hielt, pflegte er Fräulein
Goering zu bitten, den Leuten die „reine Wahrheit” zu ſagen,
und das hieß: Alles erzählen, bloß nicht, wie es ſich in
Wahr=
heit verhält!
Nach einer kleinen Pauſe antwortete Barba in das Ohr
der gewalttätigen Dame, es klang ſo laut, daß Sommerfeld
erraten konnte, was ſie ſagte. Hatte ſie ihn nun verſtanden
oder nicht verſtanden? — „Bei meiner Tante in Frohnau”, rief
Farba Goering, „ſorgen Sie ſich nicht, Herr Sommerfeld, ich
komme bald wieder.” Sie ſchwieg — ſie hatte eingehängt —, die
Dame merkte es. Der Hörer entglitt ihrer Hand. Ihr Geſicht
war in den paar Minuten ſeltſam verfallen. Geiſtesabweſend
blickte ſie Sommerfeld an, ſteckte den Revolver mechaniſch in die
Taſche, ſie hatte vergeſſen, daß ſie gerade eine Handlung
be=
gangen, die das Geſetz mit nicht wenigen Monaten Gefängnis
ahndet, Nötigung und Lebensbedrohung, ſie wankte nach vorn,
raffte das gelbe Tuch an ſich, zur Türe wankte ſie — hinaus —
kein Blick, kein Wort mehr für Herrn Sommerfeld, den die
eigene Schwäche unfähig machte, etwas zu ſagen oder ſie zu
hindern, was er brennend gerne getan hätte. Die Türe fiel
hinter ihr zu.
Sommerfeld bückte ſich mühſam, um aus dem unteren
Schreibtiſchfach den Boonekamp herauszuholen, der für beſondere
Fälle dort ſtand, zitternd goß er ſich ein, auch ſeine Knie
bebten. Kann mein Tod ſein, dachte er. Nach einer Weile fiel
ſein Blick auf den Telephonhörer, der an der Leitungsſchnur
baumelte. Ueberfallkommando, dachte er, das ſcheint ein
Kapital=
verbrechen zu ſein, plötzlich hörte er etwas, hielt die Muſchel
ans Ohr — —
„Herr Sommerfeld? — Hallo!, Herr Sommerfeld, hören
Sie noch? Sind Sie noch da?‟
„Fräulein Goering”, rief er mit ausgedörrten Lippen,
wei=
nerlich und ärgerlich zugleich, „was machen Sie mir denn für
Geſchichten? — Eine Frau war hier, ſie hat eben das Geſpräch
abgenommen, mir den Revolver an die Stirn geſetzt, ich bin
überhaupt erledigt.”
„Iſt ſie weg?” rief Barba.
„Ja, ja, aber ich — — grade wollte ich die Polizei anrufen!”
„Sie, Herr Sommerfeld, Moment mal — — auf keinen Fall,
hören Sie, auf keinen Fall dürfen Sie die Polizei anrufen,
Ihnen paſſiert ja nichts, aber das könnte für mich — —
ſcheuß=
lich werden, ich bitte Sie —‟
„Ja, um Himmels willen, was iſt denn mit Ihnen
ge=
ſchehen?”
„Mir geht es gut, Herr Sommerfeld, weiter kann ich
einſt=
weilen nichts ſagen. Machen Sie nur keine Anzeige, verſprechen
Sie es mir!”
„Jaja”, ſagte Sommerfeld ratlos, „nun gut ich werde es
laſſen, einſtweilen — und was wird aus Ihnen?”
„Keine Sorge”, erwiderte Barba, zögernd, wie es ſchien,
„ich ruf wieder mal an — halt, Herr Sommerfeld warten Sie
mal — — — ich bitte Sie, gehen Sie doch nach Hauſe für ein
paar Stunden!”
„Was iſt lo8? — Was ſoll ich? — Nach Hauſe? — Warum
denn?”
„Ja, ich — — ich meine, Sie werden — — es wird beſſer
ſein, wenn Sie ſich etwas hinlegen, ausruhen, Sie haben ſich
doch ſicher aufgeregt — denken Sie an Ihr Herz!”
„Da ſoll ein Menſch nicht aufgeregt werden, Fräulein
Goe=
ring, aber nach Hauſe gehen —
„Herr Sommerfeld, ich — — es könnte ſein, daß ich mal
eben zu Ihnen komme, in Ihre Wohnung, meine ich, um Ihnen
alles zu erklären, werden Sie zu Hauſe ſein? — Es iſt
wahr=
haftig furchtbar dringend, wollen Sie es, bitte, Herr
Sommer=
feld?"
Sommerfeld war nicht mehr fähig zum Widerſpruch. „Ja”,
ſchrie er, „in drei Teufels Namen, ja!"
„Danke”, ſagte Barba herzlich, „auf Wiederſehen!‟ Diesmal
hing ſie wirklich ein.
Eine geſchlagene halbe Stunde blieb Sommerfeld
regungs=
los neben dem Apparat ſitzen. Dann hatte ſein Pulsſchlag
wieder eine annähernde normale Tourenzahl erreicht. Er war
froh, daß kein Kunde hereinkam, nach den Strapazen dieſes
Vormittags hätte er ihn nicht bedienen können.
(Fortſetzung folgt.)
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Seite 16 — Nr. 343
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 10. Dezember 1932
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Samstag, den 10., Sonntag, den 11. Dezember 1932
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mit den Schlagern:
„Zum Glück gehören Zwei mein Kind, und das bist
Du und ich. Wenn’s hoch kommt sind es Drei, mein
Kind, der Mond und Du und ich!” usw. usw.
2. Schlager:
Der Schuß im Tonfilm-Atelier
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zückenden Schlagern:
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Einlaß 10.30 Uhr.
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