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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſebenen Oriſginal=Auffätze und eigevev Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattst.
Nummer 321
Freitag, den 18. November 1932.
195. Jahrgang
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Konkurs oder gerichtlicher Betreibung äll jeder
Kabatt weg. Banſionto Deutſche Bank und Darme
ſädter und Nationalbant.
Muttit der Meiabkegerang.
ſchspräſidenk von Hindenburg empfängk die Parkeiführer. — Sie ſollen poſikive praktiſche Vorſchläge für ein Programm
der nakionalen Konzenkrakion machen. — Innen= und außenpolikiſche Lage erforderk raſche Enkſcheidung.
Papen bei Hindenburg.
der Reichspräſidenk nimmt die Demiſſion an.
Berlin, 17. November.
v. Papen.
Amtlich wird mitgeteilt:
Der Reichskanzler erſtattete
am Donnerstag dem
Reichs=
präſidenten Bericht über das
Ergebnis der Beſprechungen,
die er im Auftrag des Herrn
Reichspräſidenten mit den
Parteiführern zur Erzielung
einer möglichſt breiten
natio=
nalen Konzentration
gepflo=
gen hat. Während die DNVP.,
die DVP. und die Bayeriſche
Volkspartei auf dem
Stand=
punkt ſtehen, daß ſie jede ſolche
Konzentrationbegrüßen,welche
die Arbeit der Reichsregierung
zu erleichtern in der Lage ſein
würde, hat der Führer der
Zentrumspartei der Anſicht
Ausdruck gegeben, daß ihm
Führung und
Zuſammenſet=
zung des gegenwärtigen
Ka=
binetts nicht geeignet
erſchei=
nen, den Zuſammenſchluß die=
räfte ſicherzuſtellen. Die SPD. hat den Wunſch des Kanzlers
naceudkeiner Unterhaltung über die Mitarbeit in einer nationalen
ſigemeinſchaft ſchroff abgelehnt. Die NSDAP. hat mitgeteilt,
rA ſie nur unter gewiſſen Vorbedingungen zu ſchriftlichen Ver=
IAdlungen bereit ſei, wobei ſie es von vornherein ablehnt, das
berulee der Reichsregierung in Angriff genommene politiſche und
ſitſchaftliche Programm zu unterſtützen.
In dieſer Lage glaubt die Reichsregierung, die unter Einſatz
brihrer Kräfte verſucht hat, den ihr vom Herrn Reichspräſidenten
1. Juni erteilten Auftrag auszuführen, in beſtem vater=
Rdiſchen Intereſſe zu handeln, wenn ſie heute ihr Amt in die
ſuu
„hnde des Reichspräſidenten zurücklegt Sie handelt dabei —
e den Grundſatz autoritärer Staatsführung preiszugeben —
gpdch dem von ihr ſchon vielfach ausgeſprochenen Prinzip, daß
Achſichten auf Perſonen in dieſer ſo ernſten Stunde keinen Raum
Bbben können. Sie wünſcht, dem Reichspräſidenten den Weg
—hlig frei zu machen, damit er als der Führer der Nation, und
ützt auf die hohe Autorität ſeines Amts die Zuſammenfaſſung
er wahrhaft nationalen Kräfte herbeiführen möge, die allein
R Weg der deutſchen Zukunft ſichern kann.
Der Reichspräſident nahm die Demiſſion der Reichsregierung
ſtgegen und beauftragte das Kabinett mit der Weiterführung
Geſchäfte.
Hindenburg empfängk am Freitag und Samskag
Die Mafeliſfer.
Mit der Annahme der Demiſſion des Reichskabinetts von
aven iſt die weitere innerpolitiſche Entwicklung nun in die
and des Reichspräſidenten gelegt. Er wird in Beſprechungen mit
eer Reihe von führenden Politikern verſuchen, ſobald wie mög=
I5 einen Ausweg aus den außerordentlichen Schwierigkeiten der
genwärtigen Lage zu finden. Die erſten Beſprechungen werden
Fuits am Freitag ſtattfinden, und zwar hat der Reichspräſident
r morgen die Abgeordneten Hugenberg, Kaas und Dingeldey
ſich bitten laſſen. Alle drei Herren haben auch bereits zugeſagt.
u Samstag ſind telegraphiſch Adolf Hitler und Dr. Schäffer von
r Bayeriſchen Volkspartei, die ſich noch in München aufhalten,
ngeladen worden. Ihre Antwort kann natürlich noch nicht
ror=
legen, weil die Telegramme an ſie ja erſt heute abend uach ter
ahme des Kabinettsrücktrittes hinausgegangen ſind. Die
o ialdemokraten ſind nicht eingeladen worden. Als Begründung
Müir wird der Ton und der Inhalt der Antwort angegeben, die
e dem Reichskanzler gegeben haben. Gegenſtand der
Beſprechun=
hen mit den Parteiführern wird nicht nur die Perſonenfrage,
Loudern auch das wirtſchaftliche und politiſche Programm einer
Kuftigen Regierungspolitik ſein. Von unterrichteter Seite wird
Heiont, daß der Reichspräſident auch weiter an dem Gedanken und
Vem Prinzip des Präſidialkabinettes feſthält. Auch das neue
ReSinett wird alſo ein Präſidialkabinett ſein.
Die denkſchrift des Zenkrums.
Vom Reichsgeneralſekretariat der Deutſchen Zentrumspartei
ord nachſtehendes „Aide Mémoire” veröffentlicht, das am Bußtag
Mur den Abgeordneten Kaas und Joos dem Reichskanzler über=
Meicht worden iſt:
„Der einzige Ausweg aus der gegenwärtigen unhaltbaren
Maurse iſt die Bildung einer Regierung, die in voller Wahrung der
lichte des Reichspräſidenten und einer zielbewußten ſtarken
Simatsführung die ſeit Monaten unterbrochene Verbindung mit
2r Volksvertretung wiederherſtellt und ſich in einer feſten
Mehr=
dät den unentbehrlichen Rückhalt ſchafft. Nur ſo kann eine fried=
Ee und organiſche Weiterentwicklung im politiſchen Leben der
Antion geſichert werden. Nur ſo kann der deutſchen Wirtſchaft die
Nabe gewährleiſtet werden, die weſentliche Vorausſetzung ihrer
Erholung und ihres Aufſtiegs iſt. Nur ſo kann Deutſchland in
die weltpolitiſchen Auseinanderſetzungen um ſeine
Gleichberechti=
gung und finanzielle Wiedergeſundung mit der Autorität
eintre=
ten, welche die Größe der zu bewältigenden Aufgabe und der
außenpolitiſchen Widerſtände verlangt. Eine nüchterne Prüfung
der Geſamtlage ergibt, daß die Zuſammenfaſſung der politiſchen
Kräfte zu einer ſtarken. Not= und Arbeitsgemeinſchaft, deren
Bil=
dung ſachlich durchaus möglich iſt, unter der gegennwärtigen
poli=
tiſchen Führung und im Rahmen des gegenwärtigen Kabinetts
ausgeſchloſſen bleibt. Hieraus ergibt ſich die zwingende
Notwen=
digkeit, daß die Reichsregierung ohne weiteren Verzug durch einen
freiwilligen Schritt ihrerſeits dem Herrn Reichspräſidenten den
Weg für die Durchführung der großen Sammelaktion freimacht.
Die Deutſche Zentrumspartei ſtellt für das Ziel der Schaffung
einer ſtarken, volksverbundenen Regierung und für die
beſchleu=
nigte Durchführung ihrer Aufgabe jede verfaſſungsmäßig
verant=
wortbare Mitarbeit zur Verfügung”.
Hiklers Ankwork an Papen.
Ueber das Antwortſchreiben Hitlers auf die Einladung des
Reichskanzlers zu einer Beſprechung, erfährt die „Telegraphen=
Union” von unterrichteter Seite, daß es zwar in höflicher Form
gehalten iſt, aber eine ſcharfe Abſage darſtellt. Hitler lehnt jede
Verhandlung mit v. Papen direkt oder indirekt ab. Ganz
aus=
führlich wird der Standpunkt der NSDAP. zu allen politiſchen
Streitfragen dargelegt. Im übrigen wird zu verſtehen gegeben,
deln, vorausgeſetzt, daß der Reichskanzler an den Beſprechungen
nicht teilnimmt.
Der Skandpunk der Bayeriſchen Volksparkei
Uen der Hanferkelnechlnf.
Der Standpunkt, den die Bayeriſche Volkspartei bei der
Be=
ſprechung zwiſchen dem Reichskanzler und dem Staatsrat Schäffer
eingenommen hat, dürfte ſich, wie es heißt, in der Hauptſache mit
der von der Landesparteileitung der Bayeriſchen Volkspartei am
Montag gefaßten Entſchließung decken. Demnach dürfte das
Wirt=
ſchaftsprogramm des Kabinetts Papen ſchon deshalb im Großen
und Ganzen nicht abgelehnt worden ſein, weil es mittlerweile
zur Tatſache geworden iſt. Beſonders was die Steuergutſcheine
angeht. Bei dem Sozialprogramm ſoll eine ſtarke Einſchränkung
der Maßnahmen zur Bedingung gemacht worden ſein. Weitere
Forderungen dürften ſich auf ſparſame Finanzuerwaltung, eine
den Belangen der Länder Rechnung tragende Reichsreform und
vor allen Dingen auf die unbedingte Notwendigkeit der
politi=
ſchen Beruhigung im ganzen Lande erſtreckt haben, Beſonderer
Wert iſt wohl auch auf das verfaſſungsmäßige Zuſammenarbeiten
aller Faktoren gelegt worden. Im übrigen geht die Auffaſſung
der Bayeriſchen Volkspartei dahin, daß die Konzentration (ller
nationalen Kräfte eine Notwendigkeit ſei, wobei Perſonenfrugen
keine Rolle ſpielten.
Die Unkerredung Dingeldens mit dem Reichskanzler.
Ueber die Unterredung des Führers der Deutſchen Volkspartei,
Dingeldey, mit dem Reichskanzler am Mittwoch verlautet, daß die
Beſprechungen naturgemäß vertraulicher Art waren. Immerhin
könne ſoviel geſagt werden: Die Deutſche Volkspartei legt Wert
darauf, daß die Grundlagen des Wirtſchaftsprogramms der
Reichs=
regierung und die außerpolitiſchen Ziele des Kabinetts nicht ver= nationalen Konzentration ſich ſelbſt verbaut haben. Der
Reichs=
laſſen werden. Weiterhin ſteht ſie auf dem Standpunkt, daß an dem
gehalten werden muß. In dieſem Sinne iſt die Deutſche
Volks=
partei bereit, ſich der Regierung für die Bildung einer nationalen Entſcheidung darüber vor, inwieweit er ihr Programm für an=
Konzentration zur Verfügung zu ſtellen.
Schwere Skrafankräge
im Alkonder Sprengſtoffprozeß.
Flucht dreier Angeklagker aus dem Gerichtsgebäude.
Altona, 17. November.
Im Sprengſtoffprozeß wegen der Handgranatenanſchläge in
Schleswig=Holſtein in der Nacht nach der Wahl am 31. Juli bekräftigen, hat der Reichspräſident den Rücktritt des
wurden heute gegen die angeklagten Nationalſozialiſten die
gegen den Zollwachtmeiſter Plähn, der heute vormittag in einer
Sitzungspauſe des Prozeſſes aus dem Gerichtsgebäude floh und
noch nicht gefaßt werden konnte. 6½s Jahre Zuchthaus bean= ein beſtimmter Kanzlerkandidat zunächſt nicht in Frage. Die
Per=
tragt. Gegen Grezeſch und Strathmann lautete der Antrag auf
je fünf Jahre Zuchthaus beantragt. Für acht Angeklagte wurde
Freiſpruch beantragt.
weitere Angeklagte des Altonger Sprengſtoffprozeſſes heute aus
dem hieſigen Gerichtsgebäude entwichen. Außer dem
Zollwacht=
meiſter Plähn ſind, nachdem in der heutigen Verhandlung vom
Gericht die Sicherheitshaft gegen mehrere Angeklagte beſchloſſen
worden war, noch der 35jährige Kaufmann Blaubach und der
32jährige Lageriſt Heinrich Korbarg entflohen.
* Die demiſſion.
Nun iſt die Entſcheidung alſo in dem Sinne gefallen, daß die
Regierung Paven die weitere Entwicklung nicht erſt abwarten
wollte, ſondern ſofort die Bilanz aus dem vergeblichen Verſuch des
Reichskanzlers zog, die Grundlage ſeiner Regierung zu verſtärken.
Nötig war das nicht. Wir halten es auch außenpolitiſch für nicht
unbedenklich, daß Herr v. Neurath gerade in dem Augenblick,
wo er nach Genf geht, um die Verhandlungen über unſere
Gleich=
berechtigung in der Abrüſtung weiter zu ſpinnen, nur noch als
geſchäftsführender Miniſter auftreten kann. Dieſe Formfrage wäre
aber von untergeordneter Bedeutung, wenn nicht durch die Rede
des engliſchen Außenminiſters Simon unſere diplomatiſche Lage
ſich weſentlich verbeſſert hätte. Der Reichspräſident hofft, die Kriſe
insbeſondere aus außenpolitiſchen Gründen ſo raſch zum Abſchluß
bringen zu können, daß Herr v. Neurath am Ende der nächſten
Woche — da er ja wahrſcheinlich als Fachminiſter auch dem
kom=
menden Kabinett angehören wird — wieder voll aktionsfähig in
Genf bei den Abrüſtungsbeſprechungen im Völkerbundsrit
auf=
treten kann.
Den Ausſchlag für den Rücktritt des Kabinetts
v. Papen hat offenbar gegeben, daß die
Nationalſoziali=
ſten und das Zentrum Herrn v. Papen die ſachliche und
perſönliche Qualifikation für Verhandlungen abgeſprochen haben.
Intereſſanterweiſe haben ſich die Bayern in dieſer Frage
erheb=
daß man bereit iſt, mit dem Reichspräſidenten ſelbſt zu verhan= lich vom Zentrum entfernt und ſich auch unter dieſem Kanzler
zu Unterhaltungen bereit erklärt. Imerhin haben wir ja immer
wieder darauf hingewieſen, daß jeder andere Vertrauensmann
des Reichspräſidenten eine ſehr viel leichtere Aufgabe hat als
Herr v. Papen, der nun einmal für das Zentrum das rote Tuch iſt
und auch bei den Nationalſozialiſten auf offene Feinſchaft ſtößt,
Wenn man alſo den ehrlichen Verſuch zur Bildung einer
Regie=
rung der Nationalen Konzentration machen will, ſo lag es
im=
merhin bis zu einem gewiſſen Grade nahe, Herrn v. Papen dabei
auszuſchalten, wobei immer noch die Frage offen bleiben kann,
ob nicht trotzdem das Kabinett v. Papen weiter amtieren konnte
und die Bemühungen zur Neubildung an ihm vorbei liefen.
Reichspräſident v. Hindenburg hat bereits für
Frei=
tag, die in Berlin anweſenden Parteiführer
Kaas, Hugenberg und Dingeldey zu ſich gebeten,
Hitler und Schäffer von den Bayern telegraphiſch
zum Samstag nach Berlin eingeladen und ſämtliche
Herren erſucht, in der nächſten Woche dauernd in Berlin zur
Ver=
fügung zu ſtehen. Wenn wir die Abſicht des Reichspräſidenten
richtig verſtehen, dann will er zunächſt einmal das Terrain
ſon=
dieren, und nicht mit der Betrauung eines neuen Kanzlers
be=
ginnen, ſondern die Verhandlungen unmittelbar führen. Er wird
die Parteiführer fragen, wie ſie die Lage beurteilen, und von
ihnen poſitive praktiſche Vorſchläge für die weitere Entwicklung
erbitten, wobei er offenbar Wert darauf legt, daß die Herren
auch untereinander in Verbindung treten, um unter
Zurückſtel=
lung aller perſönlichen Eitelkeiten ernſthaft den Verſuch zu machen,
ob ſie ſich über gemeinſame Aufbauvorſchläge verſtändigen können.
Die Sozialdemokraten haben eine Einladung
nicht erhalten, werden ſie auch nicht erhalten, weil der
Reichspräſident der Meinung iſt, daß ſie durch die Tonart ihrer
Entſchließung den Weg für ihren Eintritt in ein Kabinett der
präſident wird alſo die einzelnen Parteiführer anhören, und zwar
Grundgedanken der präſidialen Führung der Reichsgeſchäfte feſt= nur in Gegenwart des Staatsſekretärs Meißner, wenn die Herren
Wert darauf legen, wohl auch allein. Er behält ſich aber ſeine
nehmbar hält und will ſich erſt einmal ein Bild über ihre
Mei=
nungen machen. Man wird wohl auch damit rechnen können, daß
die Einſchränkung der Nationalſozialiſten, ſie ſeien nur zu
ſchrift=
lichen Verhandlungen bereit und lehnten eine Unterſtützung des
Regierungsprogrammes von vornherein ab, nur Herrn v. Paven
gegenüber gilt. Es iſt nicht anzunehmen, daß Herr v. Hindenburg
ſich mit Herrn Hitler auf ſchriftliche Verhandlungen einlaſſen
kann und wird. Herr Hitler wird ſelbſt hervortreten müſſen, um
den Beweis erbringen, inwieweit er wirklich der ſtarke Mann
iſt, der die Lage meiſtern kann.
Deshalb iſt es auch falſch, von vornherein von einer unechten
Demiſſion” zu ſprechen. Gerade um den Ernſt ſeiner Abſicht zu
Kabinetts Papen angenommen, allerdings iſt er gleichzeitig ent=
Strafanträge geſtellt. Gegen den Reichstagsabgeordneten und ſchloſſen, die Kriſe nicht ins Unendliche weitergehen zu
Standartenführer Paul Moder wurden acht Jahre Zuchthaus, laſſen und ſpäteſtens am Ende der nächſten Woche
zum Abſchluß zu bringen. Bei der ganzen Art, wie der
Reichspräſident die Verhandlungen zu führen gedenkt, kommt ja
ſönlichkeitsfragen bleiben im Hintergrund, bis die ſachlihen
ge=
je ſechs Jahre Zuchthaus, gegen 17 weitere Angeklagte wurden, klärt ſind. Aufgabe der nächſten Tage wird es alſo ſein, zu
zei=
gen, inwieweit die Nationalſozialiſten imſtande ſind, ein
Pro=
gramm aufzuſtellen, das es politiſch möglich macht, unter Auf=
Wie die Polizeipreſſeſtelle Altona weiter mitteilt, ſind zwei rechterhaltung des Begriffes
Präſidialregie=
rung die Zuſtimmung anderer Parteien zur notwendigen
Mehr=
heit zu gewinnen. Denn der Zweck der Kriſe iſt doch der,
zu verſuchen, die autoritäre Staatsführung
bei=
zubehalten, ihr aber, wenn möglich, eine
Rücken=
deckung durch eine Mehrheit des Reichstages zu
geben.
Seite 2 — Nr. 321
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 18. November 1932
Die neuen Richllinien
für die Hendungen des deutſchen Rundſunks.
Berlin, 17. November.
Die neuen Richtlinien für die Sendungen des deutſchen
Rund=
funks ſind am Donnerstag durch den Reichsinnenminiſter und den
Reichspoſtminiſter in Kraft geſetzt worden. In ihnen heißt es u. a.:
Die Rundfunkgeſellſchaften geſtalten ihre Sendungen
ſelb=
ſtändig und unter eigener Verantwortung. Der deutſche Rundfunk
dient dem deutſchen Volke. Die natürliche Einordnung der
Men=
ſchen in Heimat und Familie, Beruf und Staat iſt durch den
deut=
ſchen Rundfunk zu erhalten und zu feſtigen. Der Rundfunk ſpricht
darum die Hörer nicht nur als Einzelmenſchen, ſondern auch als
Glieder dieſer natürlichen Ordnungen des Volkes an. Der deutſche
Rundfunk wahrt chriſtliche Geſinnung und Geſittung und die
Achtungvor der ehrlichen Ueberzeugung
Anders=
denkender. Was das Chriſtentum entwürdigt
und Sitte und Kultur des deutſchen Volkes
ge=
fährdet, iſt vom Rundfunk ausgeſchloſſen. Der
Rundfunk dient allen Deutſchen innerhalb und außerhalb der
Reichsgrenze. Er nimmt an der großen Aufgabe teil, die
Deutſchen zum Staatsvolk zu bilden und das
ſtaatliche Denken und Wollen der Hörer zu
for=
men und zu ſtärken.
Der Rundfunk achtet bei allen Darbietungen darauf, daß die
deutſche Sprache als unmittelbare
Lebensäuße=
rung des Volkes, als Ausdruck des deutſchen Weſens richtig
und rein, würdig und klar, geſprochen wird. Der Rundfunk iſt
durch ſeine weite Wirkung beſonders berufen, das deutſche Volk
mit ſeinen Dichtern zu verbinden. Gute Muſik und Vorträge ſollen
den Hörern die Teilnahme am Geſamtleben unſeres Volkes
er=
möglichen. Berichte über das geiſtige Leben ſollen keine
volks=
trennende Geiſtigkeit und nicht nur Wiſſen an ſich vermitteln. Bei
allen Darbietungen iſt zu beachten, daß ſie überall im Lande und
auch in der Familie gehört werden. Was im Kreiſe der Familie
als anſtößig empfunden werden muß, iſt zu vermeiden. Der
Rundfunk dient keiner Partei. Politiſche
Gegen=
ſtände ſind ſachlich zu behandeln. Werbung für
Parteien und Bekämpfung von Parteien ſind
nicht zugelaſſen. Beſtrebungen, die den Beſtand des
Staa=
tes gefährden könnten, ſind vom Rundfunk ausgeſchloſſen.
Nachdem die Rundfunkrichtlinien numehr in Kraft geſetzt
wor=
den ſind, iſt, wie von zuſtändiger Stelle erklärt wird, anzunehmen,
daß alle Rundfunkgeſellſchaften bis Ende dieſes Jahres mit ihrer
Umbildung fertig ſein werden.
Einzelheiten zur Neuordnung des Rundfunks.
Die für die Neuordnung des Rundfunks notwendigen
Beſtim=
mungen ſind am Donnerstag von der Reichsregierung den
zu=
ſtändigen Stellen zur Ausführung überſandt worden. Es handelt
ſich dabei um folgende Beſtimmungen:
Satzung der Reichsrundfunkgeſellſchaft, Satzung der
Rund=
funkgeſellſchaften, die Geſchäftsanweiſungen für die
Reichsrund=
funkgeſellſchaft, die Rundfunkgeſellſchaften, ſowie für die
Rund=
funkkommiſſare und Arbeitsausſchüſſe, Beſtimmungen für die
Programmbeiräte und Richtlinien für die Sendungen des
deut=
ſchen Rundfunks.
Aus den Einzelheiten der Neuregelung entnehmen wir u. a.
Folgendes: Die obere Leitung des deutſchen
Rund=
funkweſens in techniſcher und wirtſchaftlicher Hinſicht liegt
bei der Reichsrundfunkgeſellſchaft.
Hierzu gehört vor allem die Finanzierung, die grundſätzliche
Programmfrage und der Programmaustauſch mit dem In= und
Auslande.
Organe der Geſellſchaft ſind die Geſchäftsführer, der
Verwal=
tungsrat und die Geſellſchafterverſammlung. Die Geſchäftsführer
werden auf Vorſchlag des Verwaltungsrates und mit
Ge=
nehmigung des Reichspoſtminiſters und des Reichsminiſters des
Innern von der Geſellſchaftsverſammlung beſtellt und abberufen.
Der Verwaltungsrat beſteht aus 19 Mitgliedern, nämlich aus
den vom Reichspoſtminiſter und vom Reichsminiſter des Innern
ernannten Rundfunkkommiſſaren, ferner aus je vier vom
Reichs=
poſtminiſter und vom Reichsminiſter des Innern und neun von
den Ländern beſtellten Mitgliedern.
Der Betrieb der Sender obliegt den einzelnen
Rund=
funkgeſellſchaften.
Das Stammkapital jeder Geſellſchaft beträgt 50 000
RM., an ihm ſind die Reichsrundfunkgeſellſchaft mit 51 v. H. und
die Länder des Sendebezirks mit insgeſamt 49 v. H. beteiligt.
Für die Geſchäftsführung der
Reichsrundfunkgeſell=
ſchaft und der Rundfunkgeſellſchaften ſind neben den geſetzlichen
Beſtimmungen und der Satzung eine Geſchäftsanweiſung und
eine Haushaltsordnung maßgebend.
Die Haushaltspläne der
Rundfunkgeſell=
ſchaften werden vor Beginn des Geſchäftsjahres durch die
Zweihunderk Inſeln —— unbekannk!
Achtzig „verlorene” Inſeln — Wiſſenſchaft ſucht Multimillionäre
mit Privatjachten.
Von B. M. Vogel.
Das offizielle amerikaniſche „Hydrography Office” hat dieſer
Tage eine Statiſtik veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß auf
der ganzen Welt noch etwa zweihundert Inſeln „unbekannt”
ſind. Einhundertzwanzig davon beſitzen eine „ſchwankende
Poſi=
tion” und von den reſtlichen achtzig weiß man überhaupt nicht
genau, ob ſie exiſtieren. Man ſollte es nicht für möglich halten,
daß in unſerem Jahrhundert die Erforſchung der Erdoberfläche
noch Schwierigkeiten böte.
Zweihundert Inſeln, die unbekannt ſind Natürlich ſind
dieſe geheimnisvollen Inſeln in jenem Teil der Erde zu ſuchen,
der am ſchwierigſten zu durchforſchen iſt. Von der geſamten
Erdoberfläche von etwa 510 Millionen Quadratkilometern
ent=
fallen 144 Millionen Quadratkilometer auf feſtes Land, das
übrige von etwa 366 Millionen Quadratkilometern auf die
ver=
ſchiedenen Meere. Der Stille Ozean umfaßt allein gegen 167
Millionen Quadratkilometer, alſo mehr als die geſamte
Erd=
oberfläche an feſtem Land. Es mag deshalb begreiflich
erſchei=
nen, daß in dem rieſigen Gebiet des Stillen Ozeans, der größer
iſt als Europa, Amerika, Aſien, Afrika und Auſtralien
zuſam=
men, manche Stellen exiſtieren, die ſich der Aufmerkſamkeit der
Gelehrten bis heute entziehen konnten. Die zweihundert „
un=
bekannten Inſeln” liegen ſämtlich im Stillen Ozean.
Die Exiſtenz der zweihundert fraglichen Inſeln war ſchon
deshalb ſchwer feſtzuſtellen, weil der Stille Ozean zu denjenigen
Meeren gehört, die hinſichtlich ihrer Tiefe, Bodengeſtaltung uſw.
am wenigſten bekannt ſind. Im Pazifik gibt es Gebiete von der
Ausdehnung Deutſchlands, in denen noch nie die Meerestiefe
gemeſſen worden iſt. Aus vulkaniſchen Gründen unterliegt die
Bodengeſtaltung in dieſen Gegenden oft ſchwankenden
Ein=
flüſſen. Inſeln ſteigen aus dem Meer empor oder verſchwinden
in den Fluten, ohne daß ein menſchliches Auge als Zeuge dem
Vorgang beiwohnte. Man hat recht, wenn man auch heute noch
den Stillen Ozean als die große unerforſchte „Waſſerwüſte‟
unſeres Planeten anſpricht.
Das moderne Verkehrsweſen zur See hat mit dazu
beige=
tragen, daß, entgegen allen Erwartungen, im Stillen Ozean
weniger Aufklärungsarbeit geleiſtet wurde, als in früheren
Zei=
ten. Die Ozeandampfer fahren in direkter Linie ihrem Ziele zu.
Sie ſchlagen dabei den nächſten Weg ein. Daß ſie einmal von
ihrer gewohnten Route abkommen, ereignet ſich ganz ſelten
Früher, im Zeitalter der Segelſchiffahrt, war das ganz anders.
Vom Tage.
Der Geſetzgebungsausſchuß des Heſſiſchen Landtags erledigte
am Donnerstag zahlreiche Eingaben auf dem Gebiet der
Juſtiz=
verwaltung, die faſt alle im Sinne der Regierungsantwort für
erledigt erklärt wurden.
Der Reichswirtſchaftsminiſter hat angeordnet, daß die
Im=
porteure für den Monat Dezember 1932 den Höchſtbetrag ihrer
all=
gemeinen Genehmigungen — ebenſo wie bereits für die Monate
ab Mar d. J. — nur bis zur Höhe von 50 Prozent in Anſpruch
nehmen dürfen.
Der Reichsrat iſt für Freitag nachmittag, zu ſeiner nächſten
Sitzung einberufen worden. Als wichtigſter Punkt ſteht auf der
Tagesordnung die Beſchlußfaſſung über die von den Vereinigten
Ausſchüſſen zum Streit des Reiches mit der preußiſchen
Staats=
regierung Braun gefaßte Entſchließung.
An der Breslauer Univerſität iſt es geſtern erneut zu
Aus=
ſchreitungen gekommen, als Profeſſor Cohn nach längerer Pauſe
ſeine Vorleſungen wieder aufnehmen wollte. Die Univerſität mußte
durch die Polizei geräumt werden. Sie wurde vom Rektor bis auf
weiteres geſchloſſen.
Der Hauptausſchuß des Danziger Volkstages hat am
Donners=
tag mittag mit den Stimmen der Nationalſozialiſten.
Sozialdemo=
kraten und Kommuniſten auf Antrag der Nationalſozialiſten gegen
die Stimmen der Regierungsparteien die Aufhebung des am
28. Juni 1932 beſchloſſenen Ermächtigungsgeſetzes für die
gegen=
wärtige Regierung, das bis zum Auguſt 1933 Geltung haben ſollte,
beſchloſſen.
Am Donnerstag iſt aus Warſchau ein höherer Beamter des
polniſchen Verkehrsminiſteriums in Danzig eingetroffen, um die
Durchführung der Zloty=Zahlungen an die Danziger
Eiſenbahn=
kaſſen vorzubereiten.
In dem Pariſer Steuerhinterziehungsſkandal, in den etwa
1000, zum Teil ſehr hochſtehende franzöſiſche Perſönlichkeiten
ver=
wickelt ſind, und bei dem die Baſler Handelsbank Vermittlerdienſte
leiſtete, wurden geſtern die erſten Verhaftungen vorgenommen. Die
beiden Leiter der hieſigen Filiale der Baſler Bank, Barthoud und
Remault, ſind nach langem Verhör durch den Unterſuchungsrichter
in das Santé=Gefängnis eingeliefert worden.
Die Bankzuſammenbrüche in den Vereinigten Staaten beliefen
ſich in den erſten zehn Monaten des Jahres auf 1209. In den letzten
Monaten iſt eine Beſſerung der Lage zu erkennen. Im Monat
Ok=
tober z. B. ſchloſſen nur 76 Banken gegenüber 122 im Oktober 1931.
Unter dem Vorſitz des engliſchen Miniſterpräſidenten
Mac=
donald wurde in London die dritte Rundtiſch=Konferenz für
In=
dien eröffnet. Nach einer kurzen Begrüßungs=Anſprache
Mac=
donalds wurde die Debatte über die Tagesordnung der Konferenz
eröffnet.
In Waſhington wird verlautbart, daß ſich das Defizit im
Staatshaushalt für die erſten viereinhalb Monate des laufenden
Steuerjahres, das am 1. Juli begann. auf 709 Millionen Dollar
beläuft.
Geſellſchafterverſammlung der Reichsrundfunkgeſellſchaft
feſt=
geſtellt.
Für die Geſtaltung des Programms ſind die vom
Reichsinnenminiſterium erlaſſenen Richtlinien maßgebend. Im
Rahmen dieſer Richtlinien ſtellen die einzelnen
Rundfunkgeſell=
ſchaften das Programm ſelbſtändig und unter eigener
Verant=
wortung auf. Bei der Reichsrundfunkgeſellſchaft und den
Rund=
funkgeſellſchaften werden Programmbeiräte gebildet. Der Beirat
der Rundfunkgeſellſchaft hat die Geſellſchaft hinſichtlich ihrer
Dar=
bietungen aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Volksbildung im Rahmen
der Richtlinien für die Programmgeſtaltung zu beraten und zu
überwachen. Der politiſche Nachrichtendienſt wird den
Rundfunk=
geſellſchaften durch den Drahtloſen Dienſt, der der
Reichsrund=
funkgeſellſchaft angegliedert iſt, geliefert.
Der Reichsrundfunkgeſellſchaft werden zwei
Rundfunkkommiſſare übergeordnet, von denen einer
vom Reichspoſtminiſter und der andere vom Reichsminiſter des
Innern ernannt werden. Der Rundfunkkommiſſar des
Reichspoſt=
miniſters hat dafür zu ſorgen, daß die Reichsrundfunkgeſellſchaft
und die Rundfunkgeſellſchaften ihren Verpflichtungen gegenüber
der Deutſchen Reichspoſt nachkommen. Der Rundfunkkommiſſar des
Reichsminiſters des Innern überwacht den Programm= und
Nach=
richtendienſt daraufhin, daß er den dafür erlaſſenen Richtlinien
entſpricht und den Intereſſen der Reichspolitik nicht
entgegen=
wirkt. Er darf den Deutſchland=Sender für Darbietungen der
„Regierungsſtunde” und ſonſtige Vorträge, die er ſtaatspolitiſch
als notwendig oder erwünſcht erachtet, nach Bedarf in Anſpruch
nehmen. Der zuſtändige Rundfunkkommiſſar iſt berechtigt, gegen
jede beabſichtigte Maßnahme der Geſchäftsleitung der
Reichsrund=
funkgeſellſchaft Einſpruch zu erheben.
Der Staatskommiſſar überwacht die Darbietungen
ſeiner Rundfunkgeſellſchaft von ſtaatspolitiſchem Standpunkt aus.
Zuſtändig und verantwortlich für die Programmgeſtaltung iſt
jedoch allein der Intendant oder ſein Vertreter. Der
Staats=
kommiſſar iſt berechtigt, aus ſtaatspolitiſchen Gründen einzelne
Programmdarbietungen zu unterſagen oder von Aenderungen
ab=
hängig zu machen. Ihm wird ein Arbeitsausſchuß beigegeben, in
dem die am Sendebezirk beteiligten Länder vertreten ſind.
Damals gab es für ein Segelſchiff keine feſte Seeſtraße, die
unbedingt eingehalten werden konnte. Der Kurs hing völlig vom
Winde ab. Oft waren die Segelſchiffe gezwungen, unterwegs
die Richtung zu ändern, je nachdem es der Wind erforderte. Der
Weg, der von Segelſchiffen zurückgelegt wurde, übertraf den
Weg der modernen Schiffe vielfach um das Doppelte. Das hatte
zur Folge, daß die Segelſchiffe häufig in ganz unbekannte
Gegenden kamen und dabei Entdeckungen machten. Alle großen
Entdeckungen neuer Erdteile und Inſeln ſind der Laune des
Windes, dem Zufall zu verdanken. Ein Seefahrer vor hundert
oder zweihundert Jahren wußte, wenn er von ſeiner
abenteuer=
lichen Reiſe zurückkam, bei weitem mehr zu erzählen als ein
moderner Weltreiſender. In dieſer Tatſache iſt auch der Grund
zu ſuchen, warum ſeit Einführung der Dampfſchiffahrt im
Stil=
len Ozean nur noch wenige Neuentdeckungen gemacht wurden.
In neueren Zeiten iſt darum die Erforſchung des Stillen
Ozeans beinahe ausſchließlich den wiſſenſchaftlichen Expeditionen
und den abenteuerluſtigen Beſitzern von Privatjachten überlaſſen
geblieben, beides Unternehmen, die überaus koſtſpielig ſind.
Einer der letzten großen Seefahrer und Entdecker war der
Fürſt von Monaco, der Ende vorigen Jahrhunderts häufig
auch den Stillen Ozean aufſuchte, um Karten aufzuſtellen. Der
Fürſt von Monaco, der Beſitzer der Spielhölle von Monte=Carlo
war, konnte ſich dieſen Luxus leiſten. Er hat der Wiſſenſchaft
große Dienſte geleiſtet. Auch der Prinz von Monaco hat ſchon
vor fünfzig Jahren die Behauptung aufgeſtellt, daß es gegen
zweihundert unbekannte Inſeln gäbe. Dieſe Feſtſtellung wurde
jetzt durch das amerikaniſche „Hydrography Office” beſtätigt.
Da die Inſeln unbekannt ſind, kann man natürlich nichts
über ſie ſagen. Die hundertzwanzig unter ihnen, die eine
„ſchwankende Poſition” beſitzen, ſind wahrſcheinlich von den
zweihundert „unbekannten” Inſeln.
Achtzig Inſeln, von denen man überhaupt nichts weiß, ob
ſie exiſtieren, wurden von irgendeinem Seefahrer einmal auf der
Karte vermerkt. Als man aber ſpäter an Ort und Stelle kam,
waren ſie nicht zu finden. Da glaubwürdige Zeugen jedoch das
Vorhandenſein der Inſeln erwieſen, bleibt nur möglich,
anzu=
nehmen, daß ein Irrtum in der Karteneinzeichnung vorlag.
Vielleicht lag die betreffende Inſel in der Nähe. Die
Entfernun=
gen im Stillen Ozean ſind aber ſo groß, die Zahl der kleinen
Inſeln ſo rieſig, daß ſich das Problem erſt in jahrzehntelanger
Beobachtung erforſchen läßt.
Kapitalkräftigen Abenteurern wäre ein ſchönes Ziel geboten.
Zweihundert umbekannte Inſeln ſind zu entdecken! Das
ameri=
kaniſche „Hydrography Office” fordert die Multimillionäre der
Welt, die Privatjachten und viel Zeit beſitzen, auf, ſich ſofort
an dieſe lohnende Aufgabe zu machen und der Wiſſenſchaft
be=
hilflich zu ſein.
Reichsverwaltung nach Verbilligung und Vereinfachung. Do
darf man aber die Dinge nicht überſtürzen. Der oberſte Grund
bei allen Deutſchen muß der bleiben, daß das Reich das ha)
muß, was im Intereſſe des ganzen Volkes liegt, und daß das
heitlich geregelt wird. Entſcheidung und Verantwortung müſ
vieder dort liegen, wo die Kenntnis der Menſchen und Verhu
niſſe vorhanden iſt. Sehr wichtig iſt, daß das Reich und Preuß
wieder in eine organiſche Verbindung kommen. Alle Vorſchl i
die verfaſſungsändernd wirken, müſſen zunächſt zurückgeſtellt —
den. Nicht theoretiſieren, ſondern handeln, muß die zukünfi
Parole ſein.
Der Reichsinnenminiſter
dder die beeibänangsteform.
Aenderung der Erzberger’ſchen Finanzreforn.
Abbau der Reichszenkralbehörden.
Berlin, 17. November.
Der Vierte Zeitungsfachliche Fortbildungskurſus wurde hex”
nachmittag im Deutſchen Inſtitut für Zeitungskunde durch O=
Reichsminiſter des Innern Freiherrn v. Gayl mit Darlegungn
über die beabſichtigte Reform der Reichsverwaltung eröffnet.
Der Miniſter wies einleitend auf die Notwendigkeit eime
Reichsreform hin und fuhr dann fort: Daß die Verwaltung, —ie
es heißt, „aufgebläht” iſt, bedarf keines Beweiſes, und da ſcheirn
mir zwei Wurzeln des Uebels vorhanden zu ſein. Man muß 1
Zuſtändigkeit zwiſchen Reich, Ländern und Gemeinden regeln —
die Erzbergerſche Reichsfinanzreform ändern. Ich bin der Uebn
zeugung, daß z. B. das Reichsminiſterium des Innern mit zrue
Dritteln ſeines Apparates auskommen könnte, wenn das Hine-n
arbeiten in die Angelegenheiten der Länder aufhören würde.
Folge dieſer ungeheuren Aufblähung des
Verwaltungsappar-
iſt naturgemäß die Koſtenſteigerung, die weit über die Kräfte
deutſchen Wirtſchaft hinausgeht. Heute ſtehen wir vor einer E
wicklung, in der ſich nur mühſam der Haushalt für Reich, Län.)
und Gemeinden aufrechterhalten läßt. Um einen Ausweg zu 5e
den, halte ich die Verwaltungsreform — jedoch ohne Aenderan
der Verfaſſung — für dringend notwendig. Es kommt daxauf
daß von Grund auf Ordnung geſchaffen und das Steuer
heru=
gelegt wird. Damit eine doppelte Bearbeitung vieler Dinge v
mieden wird, haben dieſe Aufgaben wieder die Länder und G
meinden zu übernehmen. Dazu gehören die Arbeitsloſenver!
gung und ein Teil der Finanzverwaltung. Ein geſunder Fincn
ausgleich muß wieder Platz greifen. Dringend notwendig ſind au
der Abbau der Reichszentralbehörden ſowie eine Durchprüfung
Kühle Aufnahme des franzöſiſchen Abrüſtungsplau
in Amerika.
Waſhington, 16. Novembe=
Der franzöſiſche Abrüſtungsplan wird in den hieſigen Mi 10der Verſa
ſterien zur Zeit geprüft. Ein amtlicher Kommentar liegt /ᛋ1M Verträg
nicht vor, jedoch wurde von maßgebender Stelle der erſte Einn
dahin zuſammengefaßt, daß der Plan „ſehr kompliziert un // Nug geän
manchen Punkten bedenklich” erſcheine. Während alſo die
einigen Wochen bekannt gewordenen Grundlinien, des Heris)
ſchen Planes hier durchaus begrüßt wurden, hält man die
mitgeteilten Einzelheiten für kaum durchführbar. Nach wie ver
man gewillt, auf eine Konſultation im Falle der Kriegsgeſt
einzugehen; ein Punkt, für den ſich bekanntlich beide
Partew=
gramme einſetzen, und man ſteht nach wie vor auf dem
Sti=
punkte, daß politiſche Aenderungen, die unter Verletzung
Kellogg=Paktes gewaltſam erreicht würden, international i4
anerkannt werden ſollten. Bedenken hat man jedoch gegi
die Verpflichtung zu Boykottmaßnahmen,
waz=
denfalls von der republikaniſchen Regierung bisher ſtets abgelet
wurde und auch bei den Demokraten auf ſtarken Widerſtand ſto
dürfte. Für kompliziert hält man ferner die Amm
allerdings nicht direkt berührende Schaffung einer Vi
kerbundstruppe zur Erzwingung des Friede
in Europa. Trotz dieſer Bedenken wird man aber auch din
franzöſiſchen Vorſchlag ſorgfältig erwägen und man hofft auf
allmähliche Entſtehung eines praktiſchen Planes, wenn man c
den Enthuſiasmus, der nach Zeitungsmeldungen bei der amer
niſchen Delegation angeblich herrſchen ſoll, diesmal nicht te!
Der role Robinſon.
Prekär iſt die Lage der Sowjetpubliziſtik zwiſchen I9
politiſchen Notwendigkeiten und den belletriſtiſchen Anſpric
ihrer Leſerſchaft. Die Redaktion der Zeitſchrift „Das Abentu.
beſtellte bei dem Schriftſteller Moldawanzew eine echte und 70
Sowjetrobinſonade, ſo etwas ganz Beſonderes mit einem Wt.
nur im Sowjetland Erdichtetes und Mögliches. Gut, IE
dawanzew ſchrieb alſo auf Teufel komm raus. Ein Son‟
jüngling wird auf eine verlaſſene Inſel verſchlagen. Abyel
iſt mutig und erfinderiſch. Baut Gemüſe an, baut ein
Sis=
chen, züchtet Kaninchen und lernt ſogar einen Papagei an.
morgens zur Gymnaſtik zu wecken. Kurz: Robinſon, dann
Robinſon.
Jedoch der Redaktion gefiel das nicht. Sehr gut, ſagt”e
das mit den Kaninchen, ſehr aktuell ſogar. Aber die Grundik”
Ach, erwidert der Schriftſteller, nun, die Grundidee iſt des Me
ſchen Kampf mit der Natur. Ja, aber, ſagt die Redaktion”
iſt nichts Sowjetiſches darin. Zum Beiſpiel müßte do
Fabrikkomitee ſein. Zum Beiſpiel braucht dieſes Komitee
Rednertiſch mit einer Karaffe Trinkwaſſer. Und auch
Gewerkſchaft iſt erforderlich. Und ferner eine Kaſſiererin,
Mitgliedsbeiträge einſammelt. Und dann: ohne einen
ſicheren Geldſchrank geht es ſchon gar nicht. Ruft aber enh
der Schriftſteller Moldawanzew aus: Aber das alles give
doch gar nicht auf einer verlaſſenen Inſel! Nun, nun
ſchwichtigt die Redaktion, dann müſſen eben die noch
wendigen Dinge und Menſchen auch noch ſtranden. Kann 9
nicht etwa ein Tiſchtuch auch ſtranden? Sehr wohl,
Moldawanzew, ein Tiſchtuch kann auch ſtranden, und
andere Menſchen können ſtranden, aber ein feuerſicherer e
ſchrank kann doch nicht von den Wellen ans Ufer ge
werden! Kleinigkeit! erwidert aber die Redaktion, dann
man eben aus der Inſel eine Halbinſel, und auf die karm
Geldſchrank ſchon noch irgendwie gebracht werden. Und bii”
Gelegenheit wird dann auch das andere viel einfacher.
Moldawanzew iſt hartnäckig und fragt: Aber Robinſon”
bleibt dann überhaupt Robinſon? Das iſt dann ja doch
Robinſonade mehr! Doch die Redaktion weiß auch hie
ſcheid: Wiſſen Sie, ſagt ſie, Robinſon iſt überhaupt
nötig Robinſon ſtört dabei nur. Unnötiges Geklöne
dieſer Robinſon. Werfen Sie ihn raus!
Dies der Inhalt einer ſatiriſchen Sowjeterzählung,
der „Prawda” als Muſterbeiſpiel veröffentlicht wird. Alſol
jeden Preis Bolſchewismus! Robinſon ſelbſt iſt nicht
„Unnötiges Geklöne‟. Ein ſo kaltſchnäuziger Sowje‟”
kratismus war aber dem Kreml etwas zuviel des Gutel
ſteitag, 18. November 1932.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 321 — Seite 3
England und die deutſche Sleichberechtigung
LuEſchlands Rechk auf Gleichberechligung unbeſtreilbar. — Anetkennung der deulſchen Forderung — aber
jur auf dem Papier. — Deutſchland ſoll ſich verpflichken, von der Gleichberechligung praktiſch keinen
Gebrauch zu machen. — England begrüßt die Schaffung einer ſtändigen Völkerbundskonkrolle.
der Welt noch nicht gegenſeitigen bindenden
ſerr ors engliſchen Außenminiſters Verpflichtungen zur Begrenzung und
Herab=
ſetzung ihrer Rüſtungen unterſtehen, abgeſehen von
den Flottenverträgen in Waſhington und London. Eine weitere
in Genſ.
Tatſache ſei, daß andere Nationen ſich noch diejenigen Waffen er=
Genf, 17. November.
Der engliſche Außenminiſter, Sir John Simon, hielt am
ſoinerstag im Büro der Abrüſtungskonferenz die angekündigte
pe über den Standpunkt der engliſchen Regierung zur
Ab=
ſuunigsfrage. Sir John Simon gab ſeine Erklärungen
aus=
ſacklich im Namen der engliſchen Regierung ab. Eingangs
ſei=
in Ausführungen erwähnte er kurz den franzöſiſchen
ſtan. Die franzöſiſchen Vorſchläge, ſo führte er aus, ſtellten
ſuie ſo eingehend ausgearbeitete Behandlung der
Abrüſtungs=
uze dar, daß es nicht nur unvorſichtig, ſondern unmöglich
ſphierzu in Kürze Stellung zu nehmen. Die
Vor=
ſſtäge verdienten von jedem Standpunkt aus eine genaueſte
tifung. Die engliſche Regierung habe jedoch im Gegenſatz zu
ſt ranzöſiſchen Vorſchlägen nicht die Abſicht, einen neuen Plan
zalegen, der mit dem franzöſiſchen Plan konkurrieren könnte.
ſe engliſche Regierung ſuche vielmehr zu einer internationalen
einbarung in der Abrüſtungsfrage zu gelangen.
In dem gegenwärtigen Augenblick beſchäftige die engliſche
Regierung eine Vorfrage, die nach ihrer Auffaſſung in
einer endgültigen Weiſe gelöſt werden müſſe, bevor man zu
der Ausarbeitung eines ins einzelne gehenden
Abrüſtungs=
uanes ſchreite. Die engliſche Regierung ſuche jetzt die
Grundlagen für eine Löſung der
Gleichberech=
tigungsfrage zu finden. Dieſe Frage halte die
Arbei=
ten der Abrüſtungskonferenz auf. Die Erklärung, die er im
Namen der engliſchen Regierung hierzu abgebe, werde
„ene Beſeitigung dieſer Schwierigkeiten ermöglichen und
die Lage in der Weiſe wiederherſtellen, daß ſämtliche
Mit=
glieder der Abrüſtungskonferenz gemeinſam an der
Aus=
arbeitung des konkreten internationalen Abrüſtungsplanes
und Pnk auf einer gemeinſamen befriedigenden Grundlage
mit=
arbeiten könnten.
Simon betonte ſodann, daß er ſich der Einfachheit halber
der Behandlung der Gleichberechtigungsfrage nur mit dem
ſü Deutſchland befaſſen werde, obwohl auch die gleichen
Er=
ſtguungen für Oeſterreich, Ungarn und Bulgarien gelten. Er
it dann den
Skandpunkt der engliſchen Regierung
der Gleichberechtigungsfrage in folgenden vier Punkten dar:
1. Der Verſailler Vertrag ſei ein bindendes Dokument. Gleich
deren Verträgen könne er nicht durch einſeitige Handlungen
ein e
ſeite geſchoben werden. Er könne nur mit gegenſeitiger
Zu=
iziert uᛋ umung geändert werden. Auf die Abrüſtungsbeſtimmungen des
alſo zie rſailler Vertrags hinweiſend, erklärte der engliſche
Außen=
des her Yſter, daß eine Veränderung dieſer Beſtimmungen nur durch
man de i ßenſeitigen guten Willen und allgemeine Zuſtimmung erreicht
ſach wie rrlirden könnte. Der franzöſiſche Plan, den er heute nicht
Kriegepf flutieren wolle, enthalte in der Tat einen Vorſchlag
ſide Pamp)k die Rekrutierungsmethode der Kontinentalarmee, der eine
; dem Erfinderung der Beſtimmungen des V. Teils des Verſailler Ver=
Verletzun Aiges mit ſich bringe und der auf eine Anwendung des
national tſinzips der Gleichberechtigung hinziele.
jedoch ge N 2. Aus der Präambel zum Teil V des Vertrages und
Clemen=
men, Mi aus gleichzeitiger Erklärung im Namen der Alliierten ergebe ſich
ſtets chnelm Zweifel, daß die Deutſchland auferlegte
Ab=
derſtand hikung zu dem Zweck beabſichtigt und ausgeſprochen
r die M=Unge, um ein weſentliches Maß der allgemeinen
iner Ibrüſtung einzuleiten.
3. Ohne gewiſſe Abrüſtungsmaßnahmen anderer Staaten
Yſtirſchätzen zu wollen, bleibe die Tatſache beſtehen, daß,
hihrend Deutſchland denBeſchränkungen des Frie=
Hsvertrages unterworfen iſt, andere Nationen
Lieder- und Sonaken=Abend
Suſanne Horn-Skoll, Willy Horn.
üotiſcher Saalbau, Gartenſaal. — Donnerstag, 17. November.
Ein großer Verehrerkreis hatte ſich zu dem Liederabend
eſe rer ausgezeichneten Darmſtädter Sopraniſtin Suſanne
Horn=
te u Ehtll zuſammengefunden. Ihre ſchöne Stimme, deren Umfang,
eineh 2beichmäßige Ausbildung und große Schattierungsfähigkeit man
leis bewundern muß, war heute ganz frei von den kleinen
Ryrvankungen, die ſonſt bei ihr früher zuweilen vorkamen, der
Von gelangte in vielen Werken zu prachtvoller Wärme, Klarheit
Ju Kraft. Ganz beſonders beſtrickt die Künſtlerin durch ihre
use Muſikalität, ihr ſtarkes Stilgefühl und den liebenswür=
K9n Vortrag, der auch wenig bekannte Kompoſitionen dem
üuer raſch näher bringt.
Zuerſt erklangen zwei italieniſche Arien von Arioſti und
haßérlatti, bei denen Singſtimmen und obligate Viola d'amour
Mur Cembalobegleitung konzertieren. Ihren zierlichen,
kammer=
uhikaliſchen Stil traf die Sängerin ebenſogut wie ihr Gatte,
ſer auf ſeiner edlen Viola damour ſehr klangſchön und
dyna=
ſichlſich fein abſtufend begleitete. Am beſten lagen für unſer
ypfinden der Sängerin die Kinderlieder von Max Reger, die
Mu einer begeiſternden Mütterlichkeit geſungen wurden, herrlich
ie Schattierungen des Piano, ausgezeichnet die Ausſprache.
ſtem freute ſich, das entzückende Schwalbenlied nach dem ſtarken
ptWeffall, den gerade dieſe Lieder auslöſten, noch einmal hören
Dürfen. Ueberaſchend gut ſtellte ſich dann die Künſtlerin auf
zile breiten Linien der erſten Lieder von Bodo Wolf um, deren
WA hos ebenſo gut wiedergegeben wurde, wie der Humor des
Ren. Daß Wolf ſehr ſtark den Inhalt der Worte bis ins
oRi zelne malt und ſchildert, wurde durch gute Deklamation noch
gerſtrichen. Zuletzt hörten wir drei chineſiſche Geſänge von
ih Alter Braunfels, lyriſche Rezitationen, deren beide erſten mich
Der Stimmung ſtark an die Art der Tagore=Lieder von de
durn erinnerten. Das bedeutendſte iſt zweifellos das letzte mit
Mehren großen dramatiſchen Akzenten, das auch den ſtärkſten Ein=
NihT hinterließ. Bei den erſten hatten wir die Empfindung als
pgicte man ſie noch ſtärker pointieren können. Auch in den beiden
ſtelſten Liedergruppen mußte die Künſtlerin noch Zugaben
banden.
Zwiſchen dieſen Liedern hörten wir von Willy Horn zwei
uumermuſikwerke. Um ſeine Viola damour in ihrer Eigen=
dür Geltung zu bringen, ſpielte, er eine 5=ſätzige Suite
un Karl Stamitz, dem Sohn des berühmteren Johann, ein
S rk, das bei anſpruchsloſer Haltung gut die ſtiliſtiſche
Situg=
u Zeigt, in die Haydn und Mozart eingriffen. Später kam
D für uns unbekannte Sonate für Bratſche und Klavier Op. 28
D: Wilhelm Rinkens zum Vortrag, ein Werk, das wohl durch
Bratſchenwerke von Hindemith angeregt ſein dürfte, im
lauben, die durch den Friedensvertrag Deutſchland verboten ſind.
4. Inzwiſchen ſei Deutſchland ein vollberechtigtes
Mit=
glied des Völkerbundes geworden, und es habe das
unbe=
ſtreitbare Recht erlangt, eine gleiche Stellung
einzunehmen.
Wenn man ſich noch nicht geeinigt habe, ſo erkläre ſich dieſes
Zögern nicht daraus, daß man Deutſchland in einem
immerwäh=
renden Zuſtande minderen Rechts erhalten wolle, ſondern dieſes
Zögern gehe aus der Sorge hervor, welcher praktiſche Gebrauch
von der neuen Lage gemacht werden könnte, und aus der Furcht
vor Gefahren, die die Ruhe Europas bedrohen könnten. Dieſe
Ueberlegung ſtehe in direkter Beziehung zur Abrüſtungskonferenz,
die in ihrem Hauptzweck darauf abziele, einen dauernden und
ſicheren Frieden zu erreichen.
Der engliſche Löſungsvorſchlag.
Der engliſche Außenminiſter wiederholte ſodann die
Er=
klärungen, die er bereits im Unterhaus abgegeben hat. Dieſe
Er=
klärungen, ſo führte er aus, ſeien die Grundbedingungen, durch
deren Erfüllung die durch die Forderung nach Gleichberechtigung
entſtandene Frage gelöſt werden könne. Die engliſche Regierung
ſchlage vor:
1. Alle europäiſchen Staaten ſollten ſich in einer feierlichen
Erklärung zuſammenfinden, daß ſie unter keinen Umſtänden
ver=
ſuchen werden, irgendwelche gegenwärtigen oder künftigen
Strei=
tigkeiten unter ſich mit Gewalt zu löſen.
2. Die Beſchränkung der deutſchen Rüſtungen ſoll in der
gleichen Abrüſtungskonvention enthalten ſein, die auch die
Rüſtungsbegrenzungen der anderen Staaten beſtimmen wird.
3. Deutſchlands Rüſtungsbegrenzungen ſollten für dieſelbe
Zeit gelten und den gleichen Reviſionsmethoden unterliegen, die
für die anderen Staaten gelten.
4. Was die Waffenliſten angehe, ſo habe Deutſchland erklärt,
daß es nicht die Abſicht habe, aufzurüſten, ſondern gefordert, daß
das Prinzip anerkannt werde, die Rüſtungsſorten, die den anderen
Staaten erlaubt ſind, dürften ihm nicht verboten bleiben.
Es verſtehe ſich von ſelbſt, erklärte Sir John Simon hierzu, daß
es ſich jetzt nur um die Waffenarten und nicht um die Zahlen
handele. Die Frage der Zahlen müſſe ſpäter und getrennt
be=
handelt werden. Wenn die Gleichheit des Status gewährt werden
ſolle, ſo müſſe das Prinzip der qualitativen Gleichheit anerkannt
werden, und die engliſche Regierung erkläre ihre Bereitwilligkeit,
in Zuſammenarbeit mit den anderen Staaten der
Abrüſtungs=
konferenz dieſes Prinzip in die neue Konvention aufzunehmen.
Durch welche Mittel und durch welche Stufen dieſes Prinzip
an=
gewendet werden kann, müſſe der Gegenſtand von beſonderen und
Einzelerörterungen hier in Genf ſein. Es iſt weſentlich, ſo
fuhr Simon fort, daß Deutſchland daran teilnimmt.
Die engliſche Regierung hält es für notwendig, zu
betonen, daß ſie gegen eine vorzeitige Erörterung
dieſer Einzelheiten iſt, die ſie für wichtig hält; denn ſie
iſt der Anſicht, daß dieſe Fragen nur unter Benutzung
des Konferenzmechanismus behandelt werden
können.
Englands Gegenforderungen.
Sir John Simon erklärte ſodann, die engliſche Regierung
lege den Nachdruck auf zwei Punkte:
1. ſei es Aufgabe der Abrüſtungskonferenz, ein Maximum
poſitiver Abrüſtung unter allgemeiner Zuſtimmung zu erreichen,
nicht unter Berufung auf die Gleichheit die Rüſtungen zu
er=
höhen.
2. könne die praktiſche Verwirklichung des Prinzip der
Gleichberechtigung nicht auf einmal erreicht werden. Das
Ver=
trauen in die weitere Anwendung des Prinzips werde
zuneh=
men, wenn ſich ergebe, daß der Frieden der Welt durch einen
erſten Schritt ſtärker geſichert worden ſei, den man unternommen
habe.
erſten Satz romantiſche Erregung wie aus dem Ideenkreis
Schumanns, im zweiten Satz eine breite, verträumte Elegie
von eigenartigem Klangreiz, und im dritten Satz eine Burleske
brachte, die halb Capriccio halb Quodlibet darſtellt und nicht
nur mit Anklängen an „O du lieber Auguſtin”, ſondern auch
mit zahlreichen anderen rhythmiſchen und thematiſchen
Ueber=
raſchungen den Hörer überfällt. Wir fanden den etwas
unver=
mittelt hereinbrechenden Humor etwas gekünſtelt. Herr Willy
Horn gab in beiden Werken Proben ſeiner reifen Künſtlerſchaft
und ſeines bedeutenden Könnens.
Sämtliche Darbietungen wurden von Eliſabeth Klaus
be=
gleitet, und zwar mit ſolcher Beſcheidenheit, Anpaſſungsfähigkeit
und muſikaliſcher Selbſtverſtändlichkeit, daß überall die
Beglei=
tung ſtiliſtiſch im richtigen Verhältnis zum Kunſtwerk ſtand.
V.N.
Wohlkätigkeitskonzerk.
Zum Beſten der Winterhilfe (Erwachſenenſpeiſung) bedürftiger
Gemeindemitglieder veranſtaltete die evangeliſche
Männervereini=
gung der Petrusgemeinde Darmſtadt=Beſſungen am Dienstag abend
im Gemeindehaus ein Wohltätigkeitskonzert, zu dem eine ſtattliche
Anzahl Mitwirkender aufgeboten war. Die Abſicht, viel und
reich=
lich zu bieten, iſt gewiß löblich, aber hier wurde, wir bitten gerade
im Intereſſe ſolcher Veranſtaltungen, unſere Meinung offen
aus=
ſprechen zu dürfen, des Guten zuviel getan. Ein
Wohltätigkeits=
konzert, beſtehend aus acht Orcheſternummern, acht Männerchören,
und acht Sologeſängen, ein Wohltätigkeitskonzert, deſſen Ende nach
dreieinviertelſtündiger Dauer nur dadurch erreicht werden konnte,
daß die letzte Orcheſternummer im letzten Moment geſtrichen
wurde, ein ſolches Wohltätigkeitskonzert iſt in Wirklichkeit kein
Wohltätigkeitskonzert mehr. Dankbar ſei die große Mühe und
Ar=
beit anerkannt, die mit der Vorbereitung eines ſolchen
Rieſen=
programms verbunden war. Aber eine ſolche Häufung bringt auch
ſonſt manches Unangenehme mit ſich. So folgte zum Beiſpiel am
Dienstag auf die Ouvertüre zur Oper „Zampa” der tiefernſte
reli=
ginöſe Chor „Gnädig und barmherzig”, und hätte zum allſeitigen
Bedauern Herr Johannes Biſchoff nicht im letzten Moment
ab=
ſagen müſſen, ſo wären auf die bekannten humoriſtiſchen
Orcheſter=
variationen von S. Ochs über „s kommt a Vogerl geflogen” die
Anſprache des König Heinrich und ſein Gebet aus „Lohengrin”
ge=
kommen. Und da wir nun ſchon einmal das blutige Meſſer
bös=
artiger Kritik zücken, ſo müſſen wir unſerm Erſtaunen darüber
Ausdruck geben, daß ein mitwirkendes Mitglied des
Landes=
theaters auf 2en „Doppelgänger” von Schubert, das Auftrittslied
des „Stierkämpfers” aus der Oper Carmen folgen ließ! So! Nun
habe iſt mein Herz erleichtert, und ich hoffe, daß man mir meine
Offenheit nicht verübeln wird. Die künſtleriſchen Darbietungen der
Petrusgemeinde zeichneten ſich bisher durch künſtleriſch
zuſammen=
geſtellte Vortragsfolgen ſo erfreu ich aus, daß es ſchade wäre, wenn
nun Qualität durch Quantität erdrückt würde.
Ueber die Darbietunger ſelbſt iſt nur Lobenswertes und Gutes
zu berichten. Man kennt längſt und würdigte die gediegenen und
temperamentvollen Leiſtungen des Orcheſters vom Bunde ebemali=
Ekappenweiſe Abrüſtung.
2as engliſche Programm der erſten Ekappe.
Die engliſche Regierung halte ein etappenweiſes Programm
praktiſcher Maßnahmen für notwendig. Zum Schluß legte der
engliſche Außenminiſter dem Büro der Abrüſtungskonferenz
Vorſchläge der engliſchen Regierung vor. Dieſe Vorſchläge ſollen”
nach Anſicht der engliſchen Regierung in der erſten Etappe
ver=
wirklicht werden. Der Inhalt iſt folgender:
1. Flotkenrüſtungen.
a) Die engliſche Regierung verhandelt gegenwärtig mit den
Hauptflottenmächten über eine weſentliche Herabſetzung der
Flottenrüſtungen. Der Grundſatz der Gleichberechtigung
ver=
langt, daß Deutſchland in Zukunft ermöglicht wird,
Kriegs=
ſchiffe von dem gleichen Typus zu bauen, wie er endgültig von
den großen Flottenmächten angenommen werden wird. Die
10 000=Tonnen=Grenze für Linienſchiffe hat bisher nicht die
all=
gemeine Zuſtimmung gefunden, dennoch muß der Wiederaufbau
der deutſchen Kampfkräfte in der Weiſe durchgeführt werden,
daß jeder Neubau Deutſchlands unter dem Vorbehalt leichter
Abänderungen nicht die Geſamtonnage der einzelnen Kategorien.
in dem bisher erlaubten Rahmen überſteigt.
b) Die engliſche Regierung erklärt ſich bereit, die Kreuzer in
Zukunft auf einen Typus von 7000 Tonnen mit 6=Zollgeſchützen
zu begrenzen, der den gegenwärtig Deutſchland erlaubten
Kreu=
zern entſpricht.
() Die engliſche Begierung beſteht auf Abſchaffung der
Unterſeeboote als dem beſten Mittel zur Sicherung der
Ab=
rüſtung und des Friedens.
2. Landrüſlungen.
a) Die ſchweren Tanks müſſen noch bis zu einer genau
feſt=
zuſetzenden Grenze verboten werden, dagegen ſind leichte. Tanks., da dieſe zum Schutze gegen Maſchinengewehrangriffe
unerläßlich ſind. Auf dem Grundfatz der Gleichberechtigung wird
es unmöglich ſein, Deutſchland das Necht zum Beſitze einer
be=
ſchränkten Anzahl dieſer Waffenkategorien zu verweigern. Die
endgültige Zahl muß jedoch bei jedem Lande von dem
Charak=
ter der einzelnen Armeen abhängig gemacht werden. Die
Frei=
heit der Deutſchland erlaubten Tanks muß in direkten
Verhand=
lungen mit Deutſchland feſtgeſetzt werden.
b) Der Vertrag von Verſailles verbietet Deutſchland,
Ge=
ſchütze über ein Höchſtkaliber von 105 mm. Die engliſche
Ne=
gierung ſchlägt daher vor, daß die Geſchütze ſämtlicher Mächte
auf einen derart einheitlichen Typus zurückgeführt werden.
3. Lufkrüſtungen.
Die Luftwaffen haben, wie keine anderen Waffen, einen
aus=
ſchließlich internationalen Charakter. Auf dem Wege eines
inter=
nationalen Abkommens könnten ſämtliche Militär= und
Luftfahr=
zeuge ſowie der Bombenabwurf aus der Luft aufgehoben werden.
Gleichzeitig mit der Schaffung einer wirkſam internationalen
Kontrolle der Zivilluftfahrt jedoch ſtößt ein derartiges Programm
auf die größten Schwierigkeiten. Die engliſche Regierung wünſcht
jedoch die Durchführung eines ſolchen Programms mit den
übri=
gen Regierungen zu prüfen. Die engliſche Regierung macht hierzu
folgende drei Vorſchläge:
1. Sofortige Herabſetzung der Luftrüſtungen der Großmächte
auf dem Stand der Luftrüſtungen Englands.
2. Herabſetzung um 33 v. H. der Luftrüſtungen ſämtlicher
Mächte einſchließlich Großbritanniens.
3. Beſchränkung des Leergewichtes der Militärflugzeuge auf
eine noch feſtzuſetzende Mindeſtzahl.
Die engliſche Regierung ſchlägt ferner vor, daß zu einem
ſpäteren Zeitpunkt eine weitere Herabſetzung der Luftrüſtungen
vorgenommen wird. In Erwartung der Prüfung dieſer Vorſchläge,
an denen
Deukſchland keilnehmen muß,
hält es die engliſche Regierung für vernünftig, daß Deutſchland
bis dahin ſich der Forderung einer militäriſchen und Flottenluft=”
fahrt enthält. Der engliſche Außenminiſter behandelte ſodann zum
Schluß die Frage der quantitativen Abrüſtung, die nach ſeiner
Auffaſſung außerordentlich langjährige und eingehende
Verhand=
lungen notwendig machen würde.
Der Grundſatz der Gleichberechtigung auf dem Gebiete der
quantitativen Abrüſtung müſſe Deutſchland jedoch an die
Bedin=
gung binden, daß die Anpaſſung der deutſchen quantitativen
Rüſtungen an die neue Lage nicht im Gegenſatz zu dem Grundſatz
der Beſchränkung und Herabſetzung der Rüſtungen ſtehe. Mit
an=
deren Worten: Wenn Deutſchland z. B. von dem Verbot der
all=
gemeinen Dienſtpflicht befreit zu werden wünſcht, ſo muß die Zahl
ger Militärmuſiker unter Leitung von Herrn Kapellmeiſter
Grei=
lich, und man bewunderte die künſtleriſche Diſziplin und die ſchönen
Stimmen vom „Ortſchen Männerchor”, den Herr Muſikdirektor
Herber ſo glänzend führt. Die Sängerin des Abends, Frl. Gertrud
Walz, iſt unſerer Meinung nach vollkommen bühnenreif geworden,
wir glauben aber, daß ſie keine Altiſtin iſt, ſondern hochdramatiſche
Sängerin. Zum mindeſten wird ſie in kürzeſter Zeit in dieſes Fach
hineingewachſen ſein. Schönheit und der Umfang ihrer Stimme,
der dramatiſche Ausdruck in ihren Darbietungen berechtigen, Frl.
Walz eine ſchöne Zukunft zu prophezeien. Das gleiche gilt von dem
in dankenswerter Weiſe in letzter Minute eingeſprungenen Herrn
Ritzhaupt, der mit ſeiner vollſtrömenden und beſonders in der
Höhe ergiebigen Baritonſtimme, mit ſeinem temperamentvollen
Vortrag ſeinen Weg beſtimmt machen wird; beiden Singenden war
Frau Profeſſor Kleinen wie immer eine gewandte und ſich fein
anpaſſende Begleiterin Sämtliche Darbietungen fanden ſolch
dank=
baren Beifall der in beſter Stimmung befindlichen Zuhörer, daß
ich faſt fürchte, bei ihnen für meine Bedenken gegen die
über=
große Länge des Abends kein Verſtändnis zu finden; denn
allent=
halben hörte ich am Schluß des Konzertes: Schade, daß es ſchon
aus iſt!
O.
* Frankfurker Muſikbrieſ.
Konzert des „Welttenors” Benjamino Gigli.
Die einzigartige Stimme E. Caruſos hat allzuleicht die
Mei=
nung entſtehen laſſen, Italien ſei das Land der Tenöre, Italien
iſt das Land der Baritons; Mattia Battiſtini und Titta Ruffo ſind
typiſch italieniſche Stimmen. Und dieſer „Welttenor” B. Gigli, der
im Frankfurter Schumanntheater vor ausverkauftem Haus ein
Konzert gab, iſt weder ein Welttenor noch ein typiſch italieniſcher
Tenor. Herr Gigli verfügt über ein nicht eben voluminöſes, in
ſeinem kantoralen Klangcharakter an H. Jadlowker erinnerndes
Organ, das in italieniſcher Schule gut gebildet iſt. Die Stimme iſt
in der Höhe durch das mit Anſtrengung genommene B (la donna
8 mobile wurde, für einen „Welttenor” bezeichnend, einen halben
Ton tiefer, nämlich in B=Dur, geſungen), in der Tiefe ungefähr
mit dem k begrenzt.
Im Gegenſatz zu den wahren Kündern italieniſcher
Geſangs=
kunſt wie Caruſo und Battiſtini iſt die Stimmbehandlung B. Giglis
nicht frei von Unarten, wie dem Einſchieben des h und ähnlichen
Stilwidrigkeiten. Auch der Vortrag iſt nicht frei von
Manieriert=
heiten. Die Stimme ſelbſt iſt ſchön ohne eigentlich warm zu
ſein; das virtuoſe Können ſteht im Mittelpunkt. Ein künſtleriſches
Geſtalten im weiteren Sinne fehlt. B. Gigli ich in erſter Linie
und faſt ausſchließlich Sänger. — Das Programm war das bei
italieniſchen Tenören übliche: Caro wio ben. Rhadames=Arie,
Feodora, Rigoletto, Marta (vgl. Caruſo=Platte), Manon.
Mat=
tinata uſw. — Der Jubel des Publikums war, da es ſich um einen
Ausländer, der genügend angeprieſen war, handelte und da der
Deutſche ſich in der Beziehung immer gleich bleibt, ungeheuer.
Am Flügel ſaß Herr Vito Carnevali, der in ſeines Nichts
durchbohrenden pianiſtiſchem Gefühle und offenbar wegen ſeines
Namens manchmal faſt ſo komiſch wie das Publikum wirkte.
Dr. W. Kn.
Seite 4 — Nr. 321
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 18. November 193
der Truppen, die in Zukunft einer obligatoriſchen militäriſchen
Ausbildung als Miliz in Deutſchland unterworfen werden, von
der Zahl der Soldaten abgezogen werden, die einer längeren
Dienſtdauer unterworfen bleiben. In gleicher Weiſe muß die
Her=
abſetzung der Dienſtdauer von 12 auf ſechs Jahre der Bedingung
unterworfen werden, daß keine Erhöhung der Zahl der Reſerven
ſtattfindet, die gleichfalls eine längere Dienſtdauer durchmachen.
Die Zahl der Truppen mit längerer Dienſtdauer muß daher von
100 000 auf 50 000 herabgeſetzt werden. Der leitende Grundſatz für
die Reorganiſation des deutſchen Heeres muß immer der ſein, daß
hierdurch keine Erhöhung der Angriffsfähigkeit Deutſchlands
eintritt.
Der engliſche Außenminiſter erklärte zum Schluß, daß die
engliſche Regierung den Vorſchlag einer
ſtän=
digen Kontrollkommiſſion des Völkerbundes
annehme, und daß in Zukunft ſämtliche Staaten
in gleicher Weiſe der Kontrolle der Rüſtungen
unterworfen werden müſſen. Simon ſchloß mit der
Er=
klärung, daß die engliſche Regierung jetzt einen Vorſchlag gemacht
habe, um nunmehr ein neues und ſolides Gebäude der Abrüſtung
errichten zu können.
Ohne Deutſchland geht es nicht.
Die Sitzung des Büros der Abrüſtungskonferenz am
Don=
nerstag ſtand vollkommen unter dem Zeichen der deutſchen
Gleichberechtigungsfrage. Die Vertreter der Vereinigten Staaten,
Italiens, Sowjetrußlands, Frankreichs und zahlreicher kleinerer
Mächte wünſchten übereinſtimmend eine möglichſt baldige Löſung
der Gleichberechtigungsfrage durch Verhandlungen mit
Deutſch=
land und die Rückkehr Deutſchlands in die Abrüſtungskonferenz.
Der Präſident der Konferenz, Henderſon erklärte, die
Konferenz könne unmöglich ohne Deutſchland
zu einem befriedigenden Ergebnis kommen.
Henderſon ſchloß mit einem Appell an Deutſchland, ſeinen Platz
in der Abrüſtungskonferenz wieder einzunehmen.
Der italieniſche Botſchafter Roſſo erklärte, daß die
Ver=
ſuche, ohne Deutſchland weiterzuarbeiten, gefährlich und
vergeb=
lich ſeien.
Maſſigli gab im Namen der franzöſiſchen Regierung
die Erklärung ab, daß der Standpunkt der franzöſiſchen
Regie=
rung zur Gleichberechtigungsfrage bereits in den Erklärungen
vom 10. September und in der franzöſiſchen Denkſchrift vom 14.
November zum Ausdruck gekommen ſeien, daß ſich jedoch die
franzöſiſche Regierung den von Henderſon ausgedrückten
Hoff=
nungen auf die Rückkehr Deutſchlands in die
Abrüſtungskonfe=
renz anſchließe.
Der Amerikaner Norman Davis ſchloß ſich gleichfalls dem
allgemeinen Wunſch auf Rückkehr Deutſchlands an.
Auch die Vertreter der Schweiz, der Tſchechoſlowakei,
Bel=
giens, Oeſterreichs und Sowjetrußlands wünſchten die baldige
Rückkehr Deutſchlands. Nur der Vertreter der polniſchen
Regie=
rung beſchränkte ſich auf die Erklärung, daß die engliſchen
Vor=
ſchläge nur gemeinſam mit der Organiſation des Friedens
ver=
handelt werden könnten und ſich die polniſche Regierung ihre
Stellungnahme zu dieſen Vorſchlägen vorbehalte. Der Vertreter
Polens erwähnte in ſeiner Erklärung, im Gegenſatz zu allen
übrigen Reden, nicht die Rückkehr Deutſchlands in die
Ab=
rüſtungskonferenz.
Die Wilhelmſtraße zur Simon=Rede.
* Berlin, 17. Nov. (Priv.=Tel.)
Die Ausführungen Simons haben in der Wilhelmſtraße einen
weſentlich beſſeren Eindruck hinterlaſſen, als der Sicherheits= und
Abrüſtungsplan Herriots. Das Programm der engliſchen
Regie=
rung unterſcheidet ſich von dem der Franzoſen inſofern
wirkungs=
voll, als die Engländer Vorſchläge einer praktiſchen Abrüſtung
machen, während die Franzoſen mit unzähligen Klauſeln arbei
die eher einer weiteren Aufrüſtung freie Bahn geben, als
ſie geeignet ſind, dem Rüſtungswettlauf ein Ende zu bereit
Die Reichsregierung iſt in eine Prüfung der
führungen Simons eingetreten. Der offizielle Wortlaut
wahrſcheinlich erſt am Freitag in ihrem Beſitz ſein und erſt
wird eine abſchließende Beurteilung möglich ſein. Es läßt
jedoch ſchon ſoviel ſagen, daß ſie die Abrüſtungsvorſch!
der Engländer lebhaft begrüßt, wenn ſie auch
Anregungen durchaus nicht für weitgehend ge
hält. Zu beachten iſt allerdings, daß der engliſche Außenmind
immer wieder von der militäriſchen Lage Deutſchlands ausd
wie ſie durch den Verſailler Vertrag geſchaffen wurde, und
er wiederholt auf die Notwendigkeit hingewieſen hat, jeden Um
ſchied in der Behandlung Deutſchlands und der übrigen Stel
auf dem Gebiet der Abrüſtung zu vermeiden. Simon hat
auch zahlreiche zweideutige Redewendungen gebraucht, ſo daſ
Franzoſen ſicherlich den Verſuch machen werden, dieſe Foy
lierungen ſofort in ihrem Sinne zurecht zu biegen. An der
ſache, daß er die Beſeitigung der Unterſeeboote, der ſchn)
Tanks, aller Geſchütze über 10,5 Zentimeter, und die ſofor
Verminderung der Luftſtreitkräfte gefordert hat, werden ſie
vorübergehen können. Uns mutet er allerdings zu, we
der Zuerkennung der Gleichberechtigung
etwas Geduld an den Tag zu legen, aus
qualitativen Gleichberechtigung keinerlei 9
rüſtungsmöglichkeit herzuleiten und eine
Verpflichtungsſchein zu unterſchreiben, daß
von der Gleichberechtigung, wenn man ſie
zugeſteht, praktiſch keinen Gebrauch machen.!
Ueber alle dieſe Unklarheiten wird man ſich auf der
b=
ſtehenden Ratstagung in Genf zu unterhalten haben, and
Reichsaußenminiſter v. Neurath teilnehmen wird.
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18 Jahren von ihrem ſchweren Leiden durch einen
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Gleichzeitig danken wir allen, die unſern großen Schmerz
lindern halfen, insbeſondere Heirn Dr. Köpke, den
Schweſtern des Alice=Hoſpitals für ihre liebevolle
Pflege, Herrn Dekan Zimmermann für die troſtreichen
Worte, und dem Reichsbund deutſcher Popier= und
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ſreitag, 18. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 321 — Seite 5
Aus der Lunveshauprftaor.
Darmſiadt, den 18. November 1932.
Nikolausfeſt des Heſſiſchen Roken Krenzes.
Wie ſchon ſeit Jahren, findet auch in dieſem Jahre, und zwax
Dezember im Saalbau eine Wohltätigkeitsveranſtaltung
Roten Kreuzes, genannt Nikolausfeſt, ſtatt. Beginn 5 Uhr.
bemittags mit einer Kindervorſtellung, anſchließend abends
rz, ſowie in den oberen Räumen ein Kabarett unter
Mit=
ſtung prominenter Künſtler des Landestheaters. Vorverkauf
Karten im Verkehrshäuschen und bei Leuthner wird balt
hunen. Die Preiſe ſind äußerſt niedrig gehalten. Im Intereſſ
guten Sache hoffen wir auf reichliche Teilnahme der
Darm=
er Bevölkerung.
25jähriges Geſchäfts=Jubiläum. Das Elektro=
Repa=
rwerk Paul Erni, Darmſtadt, kann am 19. November
25 Jahre ſeines Beſtehens zurückblicken. Der Inhaber des
eamehmens. Herr Paul Erni, der, wie er ſelbſt erzählt, das
are Schloſſer= und Mechanikerhandwerk erlernt hat, hat in
ſjährigen Lehr= und Wanderjahren, die ihn bis tief nach
ſatreich hinein führten, ſich die Kenntnis für den zur Zeit der
„hndung des Geſchäftes noch jungen Beruf erworben. Es iſt
gelungen, ſeine Werkſtätte zu einem beachtlichen Ruf weit
die Grenzen unſerer Stadt zu führen, wo er hauptſächlich im
ſywald unter dem Namen „Maſchinendoktor” eine bekannt:
honlichkeit iſt.
Beamtenjubiläum. Der beim hieſigen
Reichsbahnmaſchinen=
beſchäftigte techniſche Reichsbahnoberſekretär Auguſt Engel,
in der hieſigen Sportbewegung als unermüdlicher Förderer
Sportgedankens nicht Unbekannter, konnte am 15. November
25jähriges Beamtenjubiläum bei der Deutſchen Reichsbahn=
„chaft feiern.
Die ſtete Betriebsbereitſchaft, das müheloſe ſaubere Kochen.
heinfache Bedienung, Erhaltung der Nährwerte, beſſere
Schmack=
ſigkeit der Speiſen uſw. ſind die Hauptvorzüge des elektriſchen
bes. Die grundlegenden Eigenſchaften der elektriſchen Behei=
— gute Anpaſſung der Temperatur bei völlig gleichbleiben=
Temperaturverteilung — ergeben weſentliche Rückwirkungen
den Zubereitungsprozeß an ſich. Die Aufgabe des Waſſers als
ſperaturbegrenzer fällt weg, bzw. wird bedeutend eingeſchränkt,
die Hausfrau ſetzt ihre Speiſen mit geringen Wärmemengen
braucht infolgedeſſen auch weniger Wärme zu haben. Ein
wei=
wichtiges Argument iſt die Erſparnis an Fett, welche beim
triſchen Kochen und Braten nicht nur in beträchtlichem
Um=
e möglich, ſondern zwangsläufig iſt. Auch das Backen im
elek=
hen Backofen bedeutet für die Hausfrau, beſonders jetzt vor
ſhrachten, eine große Erleichterung, denn ein Mißlingen iſt ſo
vie ausgeſchloſſen. Der heute nachmittag 4 Uhr
ſtatt=
ſende Vortrag im Heaghaus wird den intereſſierten
fsrauen Gelegenheit geben, ſich von dem Obengeſagten ſelbſt
ſberzeugen. Der Beſuch iſt daher nur zu empfehlen.
— Ueber die Entwicklung und Bedeutung des Hörſpiels als
Kunſtform ſpricht Schriftſteller A. Betzner an zwei Abenden,
Sirſich am Freitag, dem 18. und 25. Nov. Die Vorträge finden
Saal 236 der Techniſchen Hochſchule ſtatt. Karten auch am
keingang.
— Beſucht Oſtafrika! Wir weiſen nochmals auf den
viel=
brechenden Vortrag des Herrn von Roy=Quadendorf
der allerorts überfüllte Säle brachte. Beſonders freuen wir
mitteilen zu können, daß zu dieſem Vortrag die Gattin des
mten Afrikaforſchers Hans Schomburgk gewonnen wurde.
den Vortrag ergänzen wird durch erläuternde Lichtbilder
ihre letzte Afrikareiſe. — Der Vortrag wird muſikaliſch um
ur durch das Stadtorcheſter.
4. Akademie=Konzert. Für das 4. Akademie=Konzert, das
Unlaß des „Tages der deutſchen Hausmuſik” als
Kammer=
fk Abend veranſtaltet wird, wurde vielſeitigen Wünſchen
ent=
hend das Wendling=Quartett. Stuttgart gewonnen,
zu den beſten Kammermuſikvereinigungen zählt. Profeſſor
al Wendling: Direktor der Württ Hochſchule für Muſik
iiner der beſten Schüler Joſeph Joachims, vereinigt ſich mit
ei Quartettkollegen Hermann Hubl. Ludwig
Nat=
ir und Profeſſor Alfred Saal zur Wiedergabe von drei
Tſchönſten Quartette von Brahms, Mozart und Reger. Mit
en Abend wird wohl der „Tag der deutſchen Hausmuſik” in
ſnungsvollſter und ſchönſter Weiſe eingeleitet.
Hefſiſches Landestheater.
Großes Haus ftg,18. Rovember Anf. 19½, Ende geg. 23 Uhr. Bühnen=Voltsb. K4
Pr. 0.70—5.50
2er Roſenkavalier. tag,
19. November 14½—18 Uhr. Außer Miete.
Pr. 0.40—4.00
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20—22½ Uhr. C. Miete Nr. 7.
Pr. 0.50—4.50
Das Konzert. Krag.
20. November Anf. 18½—22½ Uhr. D6.
Pr. 0.70—5.50
Ton Earlos. Kieines Haus furg,
18. November Anf. 19½, Ende geg. 2=½ Uhr. Zuatzmiete IV..
Pr 0.70—3.80
Beriph=rie. ſusztag
19. November Anf 19½, Ende geg. 22½ Uhr. Außer Miete.
Pr. 0.80—4.50.
Die eſardasfürſtin.
11—12½ Uhr Beethoben=Gedenkfeier des
ſo=
zialiſtiſchen Kulturkattells. Pr. 0.30 u. 0.50.
Frag,
2. November Anf 19½—22½ Uhr. Außer Miete.
Pr. 0.70—3.80
Peripherie.
— Heſſiſches Landestheater. Heute abend wird im Großen
* die Oper von Richard Strauß „Der Roſenkavalier”
der erfolgreichen Neuinſzenierung Hans Strohbachs, von dem
Die Bühnenbilder ſtammen, wiederholt. — Im Kleinen Haus
heute und Sonntag das Volksſtück „Peripherie” von
Tanger gegeben, das zuletzt in Berlin und München (an den
mmerſpielen in der Inſzenierung von Otto Falckenberg) ein
Fenerfolg geworden iſt. Inſzenierung: Hermann, Adler;
Menbild: Elli Büttner. — Die für Sonntag, 20. Nov.,
an=
ſiü digte Beethoven=Gedenkfeier des ſozialiſtiſchen
ſturkartells iſt auf nächſten Sonntag, 27. Nov., verſchohen
ſten. — Wiederholungen des „Don Carlos‟. Die
ſylen Wiederholungen der erfolgreichen Neuinſzenierung von
AEs Oper „Don Carlos” finden am Sonntag, dem 20., und
M=erstag, dem 24. Nov., ſtatt. — Nachmittags=
Auf=
hrungen des „Wilhelm Tell”. Die für Samstag,
ov., angekündigte Nachmittags=Aufführung des „Wilhelm
A” iſt völlig ausverkauft, ſo daß weitere Nachmittags=
Vor=
ungen für Sonntag, den 27., Mittwoch, den 30. Nov., und
Stag den 3 Dezember, angeſetzt werden mußten.
— Bevorſtehende Premieren im Schauſpiel. Im Schauſpiel
2 zu Ehren von Gerhart Hauptmanns 70. Geburtstag
We Bernd” vorbereitet. Regie; Kurt Hirſchfeld. Ferner
a-gt demnächſt Zuckmayers Volksſtück „Katharina Knie
Dr Inſzenierung von Arthur Maria Rabenalt zur Aufführung.
hap Hartung bereitet als nächſte Inſzenierung die
Urauf=
uang von Walter von Hollanders Zeitkomödie „Ende des
ſchen Mannes” vor. Zu Weihnachten wird zunächſt Erika
ns Weihnachtsſpiel „Jans Wunderhündchen” als
Ur=
ſürhrung vorbereitet
*Polizei im Stadtrat.
Tumultſzenen und Räumung der Tribünen. — Polizeiliche Enkfernung eines kommnniſtiſchen Skadtraks.
Aus der Tagesordnung: Skeuerfeſtſekzungen; bis auf weikeres unveränderte Hundeffener.
Der Skadkrak prokeſtiert gegen die Verlegung von Reichsbehörden aus Darmſtadt.
Erleichkerung
Unkerbrochene Stadkratsſihung.
Die nach längerer Pauſe geſtern erſtmals wieder einberufene
Stadtratsſitzung hatte einen unliebſamen Auftakt dadurch, daß der
Kommniſt Fröba den Aufforderungen des Herrn
Oberbürger=
meiſters, ſeine „geſchäftlichen”, nicht zuläſſigen Ausführungen
ab=
zubrechen, nicht Folge leiſtete. Nach lebhaftem Tumult, der ſich im
Sitzungsſaal und auf der Galerie erhob, mußte der Sitzungsſaal
geräumt werden, die Sitzung wurde unterbrochen und Stadtrat
Fröba aus dem Saale entfernt.
Der Hitungsverlauf.
Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte Oberbürgermeiſter
Mueller des verſtorbenen Ehrenbürgers der Stadt Darmſtadt
Geheimerat Dr. e. h. L. Hoffmann in ehrenden Worten. Die
Stadtratsmitglieder außer dem Kommuniſten erheben ſich zum
Zeichen des trauernden Gedenkens von ihren Sitzen.
Zu Sitzungsbeginn ſtellte der Kommuniſt Fröba
Winter=
hilfsanträge, die nicht auf der Tagesordnung ſtehen
Oberbürger=
meiſter Mueller macht darauf aufmerkſam, daß dieſe Anträge unter
Punkt Mitteilungen verhandelt werden könnten. Stadtrat Fröba
läßt ſich aber in ſeinem Redeſchwall nicht unterbrechen. Er wird
von Oberbürgermeiſter Mueller dreimal zur Ordnung gerufen.
Eine unbeſchreibliche Erregung bemächtigt ſich der
Stadtrats=
mitglieder, von der Galerie werden lebhafte Rufe laut, ſo daß die
Galerie geräumt werden mußte. Da auch das nichts half und
Stadtrat Fröba ſeine Rede nicht unterbrach, wurde er von drei
weiteren Sitzungen ausgeſchloſſen und die Sitzung unterbrochen.
Die Mehrzahl der Stadträte hatte inzwiſchen den Sitzungsſaal
verlaſſen.
Nach Räumung des Sitzungsſaales wurde Stadtrat Fröba
nochmals aufgefordert, den Saal zu verlaſſen, und wird, als er
nicht freiwillig der Aufforderung nachkommt durch einen
Polizei=
meiſter gewaltſam entfernt. Sofort proteſtiert Stadtrat Abt
(NSDAP.) gegen die gewaltſame Entfernung. Stadtrat
Witt=
kopf (NSDAP.) verläßt in höchſter Erregung den Saal und
er=
klärt, dieſen nicht mehr betreten zu wollen. Inzwiſchen hatte ſich
vor dem Rathaus ein kleiner kommuniſtiſcher Sprechchor gebildet,
in dem gerufen wurde „Wir wollen Winterbeihilfe‟. Die Polizei
konnte aber den Platz vor dem Rathaus bald ſäubern und
frei=
halten. In der faſt einſtündigen Pauſe hielten die einzelnen
Frak=
tionen Beſprechungen über die Vorfälle ab.
Nach Wiedereintritt in die Tagesordnung beantragt
Stadt=
rat Abt, daß die eben erlebten Szenen als erſtes beſprochen
werden ſollten. Oberbürgermeiſter Mueller iſt der gleichen
An=
ſicht. Stadtrat Wieſenecker hält eine Vorbehandlung des
be=
dauerlichen Vorfalles im Aelteſtenausſchuß für gegeben. Auch
Stadtrat Altendorff hält es für zweckmäßig, daß zu der
An=
gelegenheit zunächſt im Aelteſtenrat Stellung genommen und dann
eine Erklärung abgegeben werde. Vieles Reden halte er nicht
für angebracht, aber der Stadtrat müſſe ſich zu den bedauerlichen
Vorkommniſſen äußern. Die Sitzung wurde darauf abermals
unterbrochen, der Aelteſtenrat trat zu einer dreiviertelſtündigen
Beratung zuſammen.
Nach Wiedereröffnung der Sitzung gab Stadtrat
Goſen=
heimer folgende einſtimmig vom Aelteſtenrat gefaßte Erklärung
bekannt: „Stadtrat und Verwaltung bedauern lebhaft das
Vor=
kommnis in der öffentlichen Stadtratsſitzung, das lediglich durch
das Verhalten des Stadtratsmitglieds Fröba verurſacht worden
iſt. Der Stadtrat ſtellt zugleich feſt, daß der Vorſitzende dabei
vollſtändig im Rahmen der ihm durch Geſetz und
Geſchäfts=
ordnung gegebenen Befugniſſe gehandelt hat.‟ Die Erklärung
wurde einſtimmig vom Stadtrat gutgeheißen.
Die eigentliche Tagesordnung wurde dann außerordentlich
raſch und faſt ohne Debatte erledigt. Die Beteiligung der
Stadt an der Milchverſorgungs=G.m. b. H. wurde
abgelehnt. — Der nächſte Punkt, die
Beiträge zu den ſachlichen Koſten der Berufsſchulen für nicht
mehr berufsſchulpflichtige die hieſige Berufsſchulen
frei=
willig beſuchenden Schüler
betreffend, wurde ebenfalls abgelehnt. Es handelt ſich dabei um
folgendes:
Für das Rechnungsjahr 1932 ſoll von den nicht mehr
berufs=
ſchulpflichtigen die hieſigen Berufsſchulen freiwillig
be=
ſuchenden Schülern ein Beitrag zu den ſachlichen Koſten in Höhe
von je 10 RM. erhoben werden. Die Berechtigung der Stadt zur
Erhebung dieſes Beitrags kann nicht in Frage geſtellt werden.
Der dem Stadtrat in ſeiner Sitzung vom 20. Februar 1930
ein=
gereichte. Antrag der Stadtratsmitglieder Dr. Kollbach und
7 Genoſſen will jedoch die nicht mehr berufsſchulpflichten
Lehr=
linge, die ſich in Darmſtädter Lehrſtellen befinden und am
Fach=
ſchulunterricht der Berufsſchulen teilnehmen, von der Zahlung
eines Beitrags befreit wiſſen. Da aber im Hinblick auf die
der=
zeitige Finanzlage der Stadt es nicht verantwortet werden kann.
auf die Erhebung eines Beitrags und damit auf den für 1932 zu
erwartenden Einnahmepoſten von 1500 RM. zu verzichten wird
beantragt, den Antrag Dr. Kollbach und Genoſſen abzulehnen.
Die Verwaltung behält ſich vor, von dem auf Grund des § 2 der
heſſiſchen Verordnung vom 25. September 1931 zur Sicherung des
Haushalts der Stadt dem Herrn Oberbürgermeiſter eingeräumten
Recht auf Erhebung des in Rede ſtehenden Beitrags für alle
frei=
willigen Schüler der Berufsſchulen Gebrauch zu machen.
Feſtſehung der Hundeſteuer für 1933
und folgende Jahre.
Die Verwaltung ſtellte den Antrag, im Steuer= (Kalender=)
Jahr 1933 die gleichen Sätze an Gemeindehundeſteuer zu erheben,
wie im Jahre 1932. Eine Erhöhung dieſer Sätze konnte ſie
keines=
falls in Vorſchlag bringen, da eine ſolche angeſichts der ernſten
wirtſchaftlichen Lage zweifellos zu einem ſehr erheblichen
Rück=
gang in der Zahl der gehaltenen Hunde führen und damit das
Ergebnis zeitigen würde, daß nicht nur keine Erhöhung, ſondern
eine empfindliche Verminderung der Einnahmen aus dieſer Quelle
erwartet werden müßte.
Zuſtimmung wurde erteilt, der Stadtrat erklärte ſich weiter
damit einverſtanden, daß dieſe Sätze auch „bis auf Weiteres”
Geltung behalten. Dieſer Beſchluß gründet ſich auf die Verfügung
des Miniſters des Innern vom 26. November v. J., wonach die
Hundeſteuerſätze von den Gemeinden nicht mehr wie bisher für
1 Jahr, ſondern „bis auf Weiteres” feſtgeſetzt werden können. —
Stundungsgeſuchen bedürftiger Hundebeſitzer ſoll weitgehendſt
Rechnung getragen werden.
Der im Vorſchlag für 1932 für die Merck=Goethe=
Ausſtellung 1932 vorgeſehene Kredit von 2000 RM.
mußte infolge des unerwartet ſchwachen Beſuchs der
Ausſtel=
lung, und der verhältnismäßig hohen Koſten, die für die
Be=
wachung der wertvollen Ausſtellungsgegenſtände aufzuwenden
waren, um 522,99 RM. überſchritten werden. Dieſe
Kreditüberſchreitung wurde nachträglich gutgeheißen.
bei der kommunalen Sondergebäudeſtener.
Der heſſiſche Finanzminiſter hat neue
Ermäßigungsmöglich=
keiten für die ſtaatliche Grund= und Sondergebäudeſteuer
ange=
ordnet. Der heſſiſche Miniſter des Innern empfiehlt den
Gemein=
den die Uebernahme der von dem Finanzminiſter getroffenen
Re=
gelung auch auf die ſtädtiſche Sondergebäudeſteuer. Der Beſchluß
hätte zu lauten:
Auf Grund von Art. 13 Abſ. 3 Satz 3 in Verbindung mit
Art. 12 des Sondergebäudeſteuergeſetzes in der Faſſung der
Be=
kanntmachung vom 13. Dezember 1930 (Reg.=Bl. S. 313) wird für
die Rechnungsjahre 1932 und folgende das Nachſtehende beſchloſſen:
1. Zwingt die gegenwärtige Wirtſchaftslage zur Vermietung von
Gebäuden oder Gebäudeteilen zu einem geringeren
Be=
trag als den, der der geſetzlichen Miete entſpricht,
ſo iſt auf Antrag die hierauf entfallende — auch aus
Rechts=
gründen etwa bereits herabgeſetzte — kommunale
Sonder=
gebäudeſteuer im Verhältnis des Mietunterſchiedsbetrags zur
geſetzlichen Miete zu ermäßigen. Die Ermäßigung iſt zu
gewäh=
ren vom 1. des Monats an, für den die geringere Miete zu
entrichten iſt. Anträge ſind jeweils bis zum Ende des
Rech=
nungsjahres, für das ſie gelten ſollen, bei der Stadtkaſſe zu
ſtellen.
Eine Ermäßigung der kommunalen Sondergebäudeſteuer nach
Ziffer 2 und 3 des Ausſchreibens des Herrn Miniſters des
In=
nern vom 27. April 1931 zu Nr. M. d. J 25883 (Vergl. Beſchluß
vom 24. 6. 1931) gilt nur für das Rechnungsjahr 1931 und
kommt im Rechnungsjahr 1932 nicht mehr in Betracht.
2. Soweit Wohngrundſtücke (z. B. Einfamilienhäuſer
Vil=
len), die bisher eigenbenutzt waren, ganz oder teilweiſe
unverſchuldet leer ſtehen, iſt auf Antrag die — auch aus
Rechts=
gründen etwa bereits herabgeſetzte — kommunale
Sonder=
gebäudeſteuer zu ermäßigen. Die Ermäßigung iſt nach dem
Ver=
hältnis der Friedensmiete des leerſtehenden Teiles des
Grund=
ſtückes zu der geſamten Friedensmiete zu berechnen, und zwar
für die Zeit vom 1. des Monats ab, in dem die Räumung
er=
folgt iſt. Antragſtellung wie bei 1. Im übrigen gelten die
An=
ordnungen in dem Erlaß des Herrn Finanzminiſters vom 14.
Juni 1932 zu Nr. F. M. I. 36803 entſprechend.
3. Wird eine große Wohnung durch weſentliche
Um=
bauarbeiten in zwei, drei vier uſw. ſelbſtändige
Wohnun=
gen geteilt, ſo iſt — ohne Rückſicht auf die erzielten
Miet=
preiſe — die auf die urſprüngliche Wohnungentfallende
kommunale Sondergebäudeſteuer auf Antrag entſprechend zu
er=
mäßigen. Die Ermäßigung tritt ein vom 1. des Monats ab.
in dem die Umbauarbeiten beendet ſind. Antragſtellung wie
bei 1."
Die Erläſſe an ſtädtiſcher Sondergebäudeſteuer hätten als
Billigkeitserläſſe zu gelten. — Zuſtimmung wurde vom Stadtratz
debattelos erteilt.
Feſtſehung der endgülkigen Skenerausſchlagſätze
für das Rechnungsjahr 1932.
Für das Rechnungsjahr 1932 hat die Stadt ihre Steuern als
Vorauszahlungen erhoben in Höhe von je einem Sechſtel der
zu=
letzt feſtgeſtellten Jahresſteuerſchuld 1931. Dabei wurde die
Sondergebäudeſteuer um 20 v. H. geſenkt. Nach den bezüglichen
Anordnungen des Miniſters des Innern iſt nunmehr die
Beſchluß=
faſſung über die endgültigen Steuerausſchlagsſätze 1932
un=
verzüglich herbeizuführen, da die Erhebung der Vorauszahlung
nur bis Ende Dezember 1932 geſtattet iſt. Ab 1. Januar 1933
treten die Vorſchriften des Artikels 6 des
Steuervorauszahlungs=
geſetzes in Wirkſamkeit. Der Miniſter des Innern hat nunmehr
angeordnet, daß die Gemeinden. Kreiſe und Provinzen nach
Artikel 6 Abſatz 7 des Steuervorauszahlungsgeſetzes im
Rech=
nungsjahr 1932 ihre Grundſteuer, Gewerbeſteuer und
Sonder=
gebäudeſteuer endgültig nach den Beſteuerungsgrundlagen
des Vorjahres zu erheben haben. Für das Rechnungsjahr 1932
beſteht die Möglichkeit, die Realſteuern bis zur Höhe der
Landes=
durchſchnittsſätze zu erhöhen. Für die Stadt Darmſtadt käme nur
eine Erhöhung der Steuerausſchlagsſätze für die Gewerbeſteuer im
Frage Von einer Erhöhung dieſer Steuer wird aber in Rückſicht
auf die Zeitverhältniſſe Abſtand genommen. Es wird nunmehr
Feſtſetzung der Steuerausſchlagsſätze in nachſtehender Höhe
bean=
tragt und vom Stadtrat genehmigt:
1. an Grundſteuer von je 100 Mk. Steuerwert: a) der
Gebäude= und Bauplätze 39,5 Rpfg. b) der land= und
forſtwirt=
ſchaftlich oder gärtneriſch genutzten Grundſtücke 56 4 Rpfg.
2. an Gewerbeſteuer: a) von je 100 RM.
Gewerbe=
kapital 52,8 Rpfg. b) von je 100 RM. Gewerbeertrag 246 Rpfg.
3. An Sondergebäudeſteuer von jeder Reichsmark
des für das Rechnungsjahr 1931 feſtgeſtellten ſtaatlichen
Sonder=
gebäudeſteuer=Solls bei einem Steuerwert bis 7000 Mk. 54.35
Rpfg. und bei einem Steuerwert über 7000 Mk. 17.43 Rvfg.
Die Sondergebäudeſteuer wird ab 1. April 1932 in allen Stufen
um 20 v. H. unter Zuarundelegung des vollen Jahresbetrages für
das Rechnungsjahr 1931 geſenkt.
Unter Punkt Mitteilungen wünſcht die ſozialdemokratiſche
Stadtratsfraktion in einem Dringlichkeitsantrag, der Stadtrat
wolle beſchließen: „Der durch die Notverordnung vorgeſehene
Lohnabbau für die bei der Stadt Darmſtadt als auch bei der Heag
beſchäftigten Arbeiter wird nicht durchgeführt.” — Zu der
Lohn=
gebarung gibt Bürgermeiſter Delp Einzelheiten zur Kenntnis.
Insbeſondere erläutert er die Tarifverhandlungen mit dem
Reichsfinanzminiſter, mit dem Geſamtverband der Arbeitnehmer
und mit den Arbeitgebern, die zu einer Einigung geführt haben.
Stadtrat Richter (Soz.) regt an daß die Ausgabe von
Brennmaterial für den Winter an die Bedürftigen früher
erfol=
gen möge. Er gibt weiter Anregungen zur Verbeſſerung der
Ver=
hältniſſe bei der Auszahlung von Unterſtützungsgeldern in der
Grafenſtraße. — Bürgermeiſter Delp erklärt, daß eine leichtere
Abwicklung ſogleich möglich wäre, wenn alle
Unterſtützungsemp=
fänger pünktlich kämen. Zu den Winterhilfsanträgen betont er.
daß Mitte November die erſte genehmigte Hilfe (
Heizungsmate=
rial) geleiſtet werde. — Stadtrat Rudolph (P.A.G.) fragt.
wann die fällige Altbeſitzanleihe ausgelöſt werde. — Stadtrat
Schneider (Dn.) verlieſt folgende, vom Stadtrat einſtimmig
angenommene
Enkſchließung
in der gegen die Verlegung von Reichsbehörden aus Darmſtadt
Stellung genommen wird:
„Die geplante Verlegung der Oberpoſtdirektion Darmſtadt
und des Landesfinanzamts Darmſtadt würde eine ungeheure
wirt=
ſchaftliche Schädigung der Stadt Darmſtadt bedeuten. Dieſen
Scha=
den kann eine Stadt wie Darmſtadt, die durch den Verluſt der
Reſidenz und der Garniſon und die Verarmung ihres zahlreichen
Rentnerſtandes ſchwerer als jede andere Stadt in Mitleidenſchaft
gezogen worden iſt, nicht ertragen, ohne daß ihre Lebensgrundlage
zerſtört wird. Ebenſowenig kann es als zweckmäßig und berech=
Der Ton lebt. Die Künstler sind
wirklich-
keitsnahe, Lilian Harvey, Willy Fritsch,
Hans Albers, Max Hansen auf ODEON
hören, heisst sie greitbar vor sich haben.
ODEON-Platten und Musikopparate
erhältlich in ieden autag fachgeschäf
Seite 6 — Nr. 321
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 18. November 19328
tigt anerkannt werden, wichtige Reichsoberbehörden nach und nach
in einzelnen bevorzugten Großſtädten zu vereinigen.
Der Stadtrat legt daher gegen eine Verwaltungsreform, die
den überkommenen Beſitz= und Rechtsſtand und damit das
Lebens=
recht einer ſchwer um ihr Daſein ringenden Mittelſtadt mißachtet.
ſchärfſte Verwahrung ein und erwartet von der Reichsregierung,
daß die verheißene Achtung der Eigenſtaatlichkeit der Länder nicht
dadurch illuſoriſch wird, daß man dem Land Heſſen die aus ſeiner
Eigenſtaatlichkeit erwachſenen und mit dieſer organiſch
verbun=
denen Reichsoberbehörden wegnimmt.
Von der Heſſiſchen Beaierung darf erwartet werden, daß ſie
ſich dieſer das ganze Heſſenland ſchwer ſchädigenden Maßnahme
mit aller Entſchiedenheit widerſetzt und ihren ganzen Einfluß
auf=
bietet, um eine der Stadt Darmſtadt abträgliche Entſcheidung
ab=
zuwenden.”
Nach Erledigung einiger weiterer Kleiner Anfragen wurde in
die nichtöffentliche Sitzung eingetreten.
Gegen den Behördenſchab.
In der Verſammlung der vereinigten
Bezirksver=
eine gedachte zunächſt der Vorſitzende, Herr Bürodirektor
We=
ber, in herzlichen Worten der verſtorbenen langjährigen
Mit=
glieder, der Herren Stadtverordneter Saeng und Finger. Nach
ein=
leitenden Ausführungen behandelte er dann die beabſichtigte
Verlegung der Oberpoſtdirektion und des
Lan=
desfinanzamtes. Redner beleuchtet eingehend die für die
Bevölkerung, insbeſondere für das Handwerk und Gewerbe, ſowie
alle Geſchäftskreiſe der Landeshauptſtadt entſtehenden gewaltigen
Schäden.
Nach längerer Diskuſſion, in welcher gegen die Verlegung
die=
ſer Reichsbehörden ſcharf proteſtiert wurde, iſt die nachſtehende
Entſchließung einſtimmig angenommen worden. Dieſe Entſchließung
ſoll dem Herrn Reichskanzler, den verſchiedenen Reichsbehörden
und dem heſſiſchen Geſamtminiſterium, ſowie der heſſiſchen
Vertre=
tung beim Reich in Berlin weitergeleitet werden. Sie lautet:
Der Ausſchuß der Vereinigten Bezirksvereine in Darmſtadt
proteſtiert gegen die beabſichtigte Verlegung von Reichsbehörden
in Heſſen.
Jeder deutſche Bürger und Steuerzahler wird Verſtändnis für
eine Verwaltungsreform haben, die eine Beſſerung der Finanzen
des Reiches und der Länder nach ſich zieht.
Die beabſichtigte Verlegung des Landesfinanzamtes oder der
Oberpoſtdirektion von Darmſtadt nach Frankfurt a. M. würde,
wenn ſie zur Durchführung kommen ſollte, die erwartete Erſparnis
nicht bringen, dagegen aber unſere Landeshauptſtadt in ihrem
Lebensnerv tödlich treffen.
Die Oeffentlichkeit hält eine ſolche Maßnahme nicht für
mög=
lich, zumal Darmſtadt nach dem Weltkriege ſeine 8000 Mann ſtarke
Garniſon und ſein Hofleben eingebüßt hat.
Weiter muß aber bedacht werden, daß der Grundſtücksmarkt,
Handwerk und Gewerbe nicht tragbaren Schaden erleiden, wenn
eine oder gar zwei der genannten Behörden von hier verlegt
wer=
den ſollen. Dieſe unſere Stadt nur ſchädigende Opfer würden
be=
ſtimmt zu keiner wirklichen Geſundung der Reichsfinanzen führen,
vielmehr nur eine Verſchiebung der Beamten von einer mittleren
nach einer Großſtadt bedeuten. Dem Intereſſe einer geſunden
Sied=
lungs= und Bevölkerungspolitik der Großſtädte wäre hiermit nicht
Rechnung getragen.
Unſere Landeshauptſtadt war als Reſidenz von früheren
Zei=
ten her eine Beamtenſtadt mit ſehr wenig Induſtrie. Aus dieſem
Grunde wurde daher eine Menge kultureller Einrichtungen
ge=
ſchaffen, die nach dem Kriege nur mit großen Aufwendungen
er=
halten werden konnten. Hiernach iſt zu befürchten, daß deren
Be=
ſtand durch die beabſichtigte Verſetzung einer größeren Zahl
zah=
lungsfähiger Beamten ernſtlich gefährdet wird.
Die vereinigten Bezirksvereine der Landeshauptſtadt dürfen
daher von den maßgebenden und einſichtigen Regierungsſtellen
er=
warten, daß die beabſichtigte Verlegung einer der genannten
Be=
hörden nicht zur Durchführung kommt.”
Ein Arbeitsbeſchaffungsprogramm ſoll alsbald
von den einzelnen Bezirksvereinen vorbereitet und demnächſt von
den vereinigten Bezirksvereinen fertiggeſtellt und den zuſtändigen
Stellen unterbreitet werden.
— Martinsgemeinde. Wie alljährlich, beging auch dieſes Jahr
wieder die Martinsgemeinde den Martinstag. Im feierlichen
Gottesdienſt des Sonntagmorgens ſprach Pfarrer Dr. Bergér
von Recht und Verantwortung der Gemeinde innerhalb der
Kirche. Wegen der Größe der Gemeinde wurden zwei Nachfeiern
nötig, des Nachmittags und des Abends, die ſich mit ganz gleichem
Programm abwickelten. Der Poſaunenchor der Martinsgemeinde
gab beidemale ſein Beſtes. Mittags begrüßte Landeskirchenrat
D. Waitz, abends Pfarrer Köhler die zahlreich verſammelten
Ge=
meindeglieder. Beide Anſprachen wieſen auf den Mann hin, von
dem die Gemeinde ihren Namen hat und betonten, daß der
Ueber=
ſchuß des Gemeindetages der Winterhilfe der Gemeinde
zufließen ſolle. Mittel dazu wurden durch eine kleine Verloſung
gewonnen. Nach einigen klangſchön vorgetragenen Geſängen von
Frau Braun=Jäger und den Muſikſtücken eines Trios (der Herren
Kadel Delp und Göbel), ſowie eines Guſtav=Adolf=Films wurde
eine Kaffeepauſe eingeſchoben. Darnach folgte ein Guſtav=Adolf=
Spiel, von der Jugend der Gemeinde friſch und flott dargeſtellt.
Nach dem gemeinſam geſungenen Lutherlied ſchloß die ſchöne
Feier, die von neuem den innigen Zuſammenhalt der
Gemeinde=
glieder und ihre Freude an ihrem religiöſen Beſitz dargetan hat.
Zugleich konnte für die Notleidenden der Gemeinde eine hübſche
Summe erübrigt werden.
— Turngemeinde Beſſungen 1865 e. V., Darmſtadt. Am
Sonn=
tag hatte der Veranſtaltungs=Ausſchuß zu einem Bunten Abend,
betitelt „Eine Fahrt in Blaue mit Do K”. eingeladen. Schon
lange vor Beginn war der große Saal vollſtändig beſetzt. Die
Idee ging von Turner Liebig aus, der leider durch eine ſchwere
Erkrankung verhindert war, teilzunehmen. Was L. brachte, war
Muſtergültiges. Er hatte das Programm als Parodie auf die
Operette. Das weiße Röſſel” ausgeſtaltet. Es ginge zu weit, alle
Mitwirkende hier aufzuzählen, denn alle taten das Möglichſte. Allen
Mitwirkenden ſpricht die Turngemeinde ihren Dank aus. Hoffen
wir, daß dieſer Abend noch lange in Erinnerung der Beſucher
bleibt und ein Anſporn iſt, auch bei anderen Veranſtaltungen die
Turngemeinde nicht zu vergeſſen. — Kommenden Samstag, den
19 Nov, findet in dem großen Saal Totengedenkfeier in ſchlichter
Weiſe ſtatt. Aus dieſem Anlaß ſind alle Hinterbliebenen,
Mit=
glieder, ſowie Freunde auf das herzlichſte eingeladen, mit uns
der teueren Verſtorbenen zu gedenken. Die Feier beginnt um
8,30 Uhr.
— Gründungsfeier des GDA. Anläßlich ſeines 12jährigen
Be=
ſtehens hatte der GDA., Ortsgruppe Darmſtadt, ſeine Mitglieder
zu einer ſchlichten Feier in das GDA=Heim geladen. Durch einen
Klariervortrag ron Emmi Zahn wurde die Feler eröffnet.
Hiernuf ſrrach der Geſchäftsführer Hugo Weinberg über die
Bedeutung der GTA.=Arbeit. Mit Stolz kann der GDA. auf das
Geleiſtete zurückblicken. Die jetzige Kriſe mit ihren ungeheuren
Anforderungen zeige mit aller Deutlichkeit, daß die Gewerkſchaften
als feſtes Bollwerk ſich bewähren. Führend in dieſer Arbeit zur
Ueberwindung der Kriſe ſei der Gewerkſchaftsbund der
Angeſtell=
ten (GDA.), der Einheitsverband der deutſchen Angeſtelltenſchaft. An
ſeinem Gründungstage habe der GDA. gelobt, den Dienſt am
deutſchen Volke als höchſtes Ziel zu betrachten, dieſes Bekenntnis
wolle der GDA. heute erneut ablegen. Im Anſchluß nahm dann
der Vorſitzende A. Jayme die Ehrung der Jubilare vor deren
Bekenntnistreue er den jüngeren Mitgliedern als gutes Beiſpiel
vor Augen führte. In dieſem Jahre gehören dem GDA., bzw. den
Vorgängerverbänden: A. Grevemeier, A. Hoffmann, Jgn. Meier,
Th. Ritter und F. Sander, 25 bzw. 40 Jahre an. Es folgten
Kla=
viervorträge von Emmi Zahn und Elfriede Walter, die herzlichen
Beifall fanden. Friedrich Neuroth hatte den Anlaß in hübſche
Verſe gekleidet, die begeiſtert aufgenommen wurden. Dann folgte
noch Hans Winter mit einigen Vorträgen, die ebenfalls dieſer
Feier gewidmet waren.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Ueber Ellen Kiesling
(Oldenburger Landestheater) liegen u. a. folgende Kritiken vor:
„Die Bekanntſchaft mit Ellen Kiesling — einem von Natur
lieb=
lichen Evchen — bereitete ungetrübten Genuß; ihre von ſüßem
Wohllaut erfüllte Stimme iſt in jeder Lage glänzend kultiviert.” —
„Mit Ellen Kiesling hat das Theater eine gute Kraft gewonnen,
die durch ſüßen, weichen und reinen Ton bezaubert und ſo recht
für die Rolle Evchens geeignet iſt.” — „Von Ellen Kieslings
Figur, Darſtellungskunſt und Geſang ging ſoviel natürliche
An=
mut aus, daß ſie, ſowie auch ſchon als Eva in den Meiſterſingern,
den Hörer immer feſſelt. Ihre friſche, unverbrauchte Stimme
ver=
rät eine gute Ausbildung. — „An erſter Stelle, eine Klaſſe für
ſich, iſt Ellen Kiesling als Pamina zu nennen. Der
wunder=
voll ſinnliche Wohllaut ihres Soprans, die Leichtigkeit ihrer
reinen Tonführung, der liebliche natürliche Ausdruck und ihre
rührende Darſtellungsart ſind Eigenſchaften, die nicht nur zu
künſtleriſcher, ſondern zu lebensvoller Teilnahme anregen.”
Das Apoſtolat der Preſſe.
Der Evangeliſche Preßverband für Heſſen (EPH.) hielt in
Frankfurt ſeine Landeshauptverſammlung unter der Leitung
ſei=
nes Vorſitzenden, des Direktors des Heſſiſchen Staatsarchivs,
Lan=
deskirchenrats D. Hermann, ab. Zahlreiche Abgeordnete der
angeſchloſſenen Verbände und Vertrauensleute aus dem ganzen
Lande waren anweſend. Direktor Pfarrer Röhricht=
Darm=
ſtadt erſtattete den Kaſſenbericht. Pfarrer Dr. Bergér=
Darm=
ſtadt den Geſamtjahresbericht, der ein Bild der umfangreichen,
wohl organiſierten Arbeit des EPH bot. Es ſchloſſen ſich die
Be=
richte der drei Provinzialvertrauensleute und des
Gemeindeblatt=
ausſchuſſes an. Am Nachmittag, an dem auch Oberkirchenrat Dr.
Müller an den Verhandlungen teilnahm. folgten zunächſt drei
Kurzreferate von Frau Dr. Pickert über Bilderdienſt in der
Preſſe. Pfarrer Rheinfurt=Brauerſchwend über evangeliſche
Volksbücherarbeit und von Pfarrer Job=Mainz über evang.
Rundfunk= und Filmarbeit. In einer Reſolution wurde gegen
den entſittlichenden Einfluß der überhandnehmenden wilden
Leih=
büchereien energiſch Stellung genommen. Den Hauptvortrag hielt
Pfarrer Hilſinger=Stuttgart, Geſchäftsführer des Württemb.
Preßverbandes, über: „Das Apoſtolat der Preſſe. Aus
reicher Sachkenntnis zeigte er die Schwierigkeiten einer
gewiſſen=
haften, ihrer volksbildenden und erziehenden Aufgabe bewußten
Preſſe, und die Notwendigkeit, die ethiſchen und religiöſen Kräfte
des Chriſtentums zur Mitarbeit zu mobiliſieren. — Die
gefaß=
ten Beſchlüſſe werden der zielbewußt ſich entwickelnden
evange=
liſchen Oeffentlichkeitsarbeit in Heſſen ſehr förderlich ſein.
den herrlichen Main — Herr Bürgermeiſter Zoeller von
Klingenberg empfing die Darmſtädter Gäſte und führte dieſelben
durch die Weinberge nach der alten Burgruine Klingenberg. —
Nach herzlichen Begrüßungsworten an die geſamten Teilnehmer,
wurden die Gäſte durch ein Trompeten=Signal in den inneren
Burghof gerufen. In alter Ritterrüſtung erſchien der letzte Ritter
des edlen Geſchlechtes derer von Bickenbach und begrüßte mit
einem kernigen Prolog die Heſſenfahrer. Anſchließend zog die
Gäſteſchar nach dem Fränkiſchen Hof in Klingenberg, woſelbſt
Herr Stäblein die Teilnehmer mit Kaffee und Kuchen, und auch
mit dem weitgerühmten Klingenberger Roten bewirtete. —
Gegen 6 Uhr nachmittags ging die Fahrt weiter ins Ungewiſſe,
und endigte zum Abendeſſen und gemütlichen Beiſammenſein in
Aſchaffenburg. woſelbſt der 2. Bundesvorſitzende des
Speſſart=
bundes die Mitglieder mit kernigen Worten begrüßte. Herr
v. Oelhafen von der D.R.V. erwiderte mit ebenſo herzlichen
Dankesworten, für den wirklich herzlichen Empfang durch den
Speſſartbund und der Geſtellung der erſtklaſſigen Kapelle. Vor
allem dankte er Herrn Dipl.=Ing. Klug, ſowie Herrn Rauch,
welche es in muſtergültiger Weiſe verſtanden, den Empfang und
den Abend ſo zu geſtalten, daß dieſe Stunden keiner der
Teil=
nehmer bereute. Gleichzeitig bat Herr von Oelhafen um den
baldigen Beſuch des Speſſartbundes in Darmſtadt und betonte zu=
gleich, daß auch der Aufenthalt in Darmſtadt für die
Aſchaffen=
burger Teilnehmer ebenſo unvergeßlich bleiben werde. — Alles
in allem brachte dieſe Fahrt der Darmſtädter Reiſevereinigung
wiederum einen vollen und wohlverdienten Erfolg.
Erhältlich in Apotheken. Drogerien und wo Plakate ſichtbar 2
Jeizt Beutel 35 Pfg., Dose 40 Pfg. und 75 Pfg.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Auf der Anklagebank des Schwurgerichts ſitzt am
Don=
nerstag, der nationalſozialiſtiſche Kaufmann
Hans Benn von hier wegen Körperverletzung mit
tödlichem Erfolg auspolitiſchen Beweggründen.
In der Nacht vom 10. auf den 11. Juli dieſes Jahres befand ſich
der Angeklagte in der Wirtſchaft zum Landſturmeck als ein
hieſiger Bretzelverkäufer in das Lokal kam. Dieſer Mann galt
allgemein als großer Alkoholfreund und ſoll, einer anderen
Par=
teirichtung angehörend, ſtets mit den Nationalſozialiſten Krach
ge=
ſucht haben. So begrüßte er ſie auch an dieſem Abend mit „Heil
Buttler”, was die Nationalſozialiſten veranlaßte ihn möglichſt
ſchnell aus dem Lokal zu entfernen. Dabei ſoll der Angeklagte
ihm einen Tritt ins Geſäß verſetzt haben. Ein anderer National=
ſozialiſt ging mit hinaus und verſetzte ihm noch einige Ohrfeigen.
Nach einiger Zeit ging der Angeklagte auch hinaus und ſchlug
den Mann mit der Hand — etliche Zeugen ſagen mit der Fauſt —
ins Geſicht. Der Bretzelhändler fiel „wie ein gefällter Baum”
um, und mit ſolcher Wucht auf eine Bodenſchwelle, daß er ſchwere
Kopfverletzungen erlitt und am anderen Morgen im Krankenhaus
ſtarb. Von dieſem Umfallen will der Angeklagte nichts gemerkt
haben. Merkwürdig iſt, daß der Mann ſich gegen die Schläge nicht
im Mindeſten gewehrt hatte, was den mediziniſchen Sachverſtän=
digen vermuten läßt, daß er ziemlich betrunken geweſen und
daher auch wohl ſo plötzlich umgefallen ſei. Der Staatsanwalt
beantragt nach ausführlicher Beweisaufnahme — es war am
Nachmittag auch eine Beſichtigung des Tatortes vorgenommen
worden — wegen einer gefährlichen Körperverletzung und wegen
einer Körperverletzung mit Todeserfolg eine Gefängnisſtrafe von
einem Jahre und ſechs Monaten. Der Verteidiger beantragt
Freiſpruch, da der Angeklagte nicht für den Tod des
Bretzel=
verkäufers verantwortlich zu machen ſei. Das Gericht verurteilt
den Angeklagten nach 1½ſtündiger Beratung wegen
Körper=
verletzung mit Todeserfolg unter Freiſpruch im
übrigen zu acht Monaten Gefängnis. Den Tritt hält
das Gericht nicht für erwieſen, auch nicht, daß der Angeklagte
mit der Fauſt zuſchlug. Das Gericht billigt dem Angeklagten
mildernde Umſtände zu, da der Verletzte ihn ganz offenſichtlich
durch ſein vorberiges Benehmen gereizt habe. Die
Unterſuchungs=
haft wird mit vier Wochen angerechnet.
In der Offenbacher
Mieterbaugenoſſenſchafrs=
ſache verurteilt die Große Strafkammer den erſten Angeklagten
zu zwei Monaten und einer Woche Gefängnis
wegen der früher ſchon feſtgeſtellten Delikte. Lediglich die Untreue
hält das Gericht nicht für erwieſen. Gegen die beiden anderen
Angeklagten wird auf die früheren Strafen erkannt. Die
An=
geklagten, wenig zufrieden mit dieſem Urteil, wollen abermals
Reviſion verfolgen.
— Darmſtädter Juriſtiſche Geſellſchaft. Die bekannte
Entſchei=
dung des Staatsgerichtshofs hat auch in rein verfaſſungsrechtlicher
Beziehung derartig grundlegende und wichtige Fragen
aufge=
worfen, daß die Darmſtädter Juriſtiſche Geſellſchaft ihren nächſten
Vortragsabend dieſen Dingen widmet. Es ſpricht Herr Profeſſor
Dr. F. Gieſe von der Univerſität Frankfurt a M., den
Darm=
ſtädter Juriſtenkreiſen wohlbekannt, über „die Bedeutung des
Ar=
tikels 48 der Reichsverfaſſung in der Rechtſprechung des
Staats=
gerichtshofs”.
— Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums.
Wir weiſen noch einmal ausdrücklich darauf hin, daß der heute
abend ſtattfindende Vortrag des Frankfurter Archäologen Prof.
Dr. Schrader über „Neuentdeckte Kopien nach Phidias” im
Feſtſaal des Gymnaſiums, Karlſtraße 2. ſtattfindet. Näheres ſiehe
Anzeige.
— Volkshochſchule, Frau Joſie Jacob erzählt am
Sams=
tag. dem 19. Nov., um 16 Uhr, im Feſtſaal des Realgymnaſiums
Märchen für Kinder und Erwachſene. Der bekannte
Film: „Dr. Dolittle und ſeine Tiere” wird gezeigt. Der Eintritt
iſt frei. — Dr. Max Wauer wird am Samstag, dem 19. Nov.,
20,15 Uhr, im Saal Nr. 48. Neckarſtr. 3, über Gerhart
Haupt=
mann ſprechen, aus Anlaß des 70. Geburtstages des Dichters.
Seinem Vortrage werden ſich Rezitationen aus den Werken des
Dichters anſchließen Karten in der Geſchäftsſtelle der
Volks=
hochſchule und am Saaleingang
CAlice=Hoſpital. Am Sonntag erfreute nachmittags die
Harmonika=Kavelle der Waldkolonie unter Leitung von Herrn
Kaffenberger die Inſaſſen des Alice=Hoſpitals mit muſikaliſchen
Darbietungen. Die ſchönen Melodien, die ausgezeichnet zum
Vor=
trag kamen, wurden mit viel Genuß aufgenommen, und die
Har=
monika=Vereinigung kann der Dankbarkeit aller Hörer
ver=
ſichert ſein.
Suiengevenſeiern.
Anläßlich der auf dem Waldfriedhof ſtattfindenden Tots==Munſwelt
gedenkfeier am Sonntag, dem 20. Nov. (Totenſonntag), wird 7
Straßenbahn einen verſtärkten Betrieb nach dem WaldfriedAl;us Roßdor
von vormittags 930 Uhr bis nachmittags (Eintritt der Dung
fühlt
heit) einrichten „Auch am Samstag, dem 19. Nov., nachmitta=,/00
wird nach dem Waldfriedhof ein vermehrter Wagenverkehr ſta üſſe
zurdad=
finden. Desgleichen wird am Sonntag, dem 20. Nov., ein wmletzter e‟
ſtärkter Betrieb nach dem alten Friedhof (Nieder=Ramſtädter Stt.) einem Beil
Wr
einſetzen.
Methl
— Totengedenkfeier am Dragoner=Denkmal. Wie alljährlifuf ſich gele
wird am Totenſonntag, dem 20. November, 6 Uhr abends eſern und
Feuerſchale des Denkmals der beiden ehem Großh. Heſſ. Drau,freie Menſ
Regt. Nr. 23 und 24 in der Landgraf=Philipp=Anlage entzümg,ion erblick
zum ehrenden Gedenken unſerer gefallenen Kameraden, wie S
aller unſerer Toten. Wir bitten insbeſondere alle Kameranderen 00l
der beiden ehem. Dragoner=Regimenter mit ihren Familiena: ün armes h0
hörigen, ſowie auch die Angehörigen der gefallenen KameraLnuſeptiſchen
ſich zahlreich zu dieſer Feier einzufinden.
Satanstul.
— Vereinigung früherer Leigardiſten Darmſtadt. Sonn , werden
den 20. November, Totengedenkfeier in der Steſl er Satan a
— Sonderfahrt der Darmſtädter=Reiſevereinigung (D.R. V.),
it Heag=Großkraftwagen, ins „Blaue‟. Der Weg führte die drei
kirche. Antreten 7.30 Uhr Kapellplatz, Nordweſtecke. Anſchließn
an den Gottesdienſt Kranzniederlegung an unſerem Denkr.ſgene Ye0t
Nachmittags 3 Uhr Teilnahme an der Weihefeier der Reichs-yſt anderen.
einigung ehem. Kriegsgefangener auf dem Waldfriedhof. Zu was wehrloſe
abends 8 Uhr im Saalbau ſtattfindenden Totengedächtnisfeier mn auszutreib
ehem. Kriegsgefangenen ſind die Kameraden eingeladen.
inen erſchöpſt
findet am Samstag vormittag ſtatt. Die Schüler, mit Ausna
Vorfalles be
der drei unteren Jahrgänge, verſammeln ſich um 9 Uhr mit il
Lehrern in der feſtlich geſchmückten Turnhalle. Lehrer Gils eſtungen i.?
— Kriegerverein Darmſtadt. Wie alljährlich, beteiligen ſoie Staatsann
die vereinigten Kriegervereine am Totenſonntag am Ged
gottesdienſt gemeinſam mit den Regimentsvereinen in der St aben 909.O
kirche. Abmarſch der Vereine um 7.40 Uhr Schloßeingang. NZen bereuls
mittags nehmen die Vereine an der Weihe des Ehrenmals
Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, Ortsgruppe DEym ſarkem W
ſtadt, teil. Mit den teilnehmenden Vereinen Aufſtellung
14.30 Uhr am Portal des Waldfriedhofs. Die Vereine marſchie Nachlſchien
dann geſchloſſen zum Ehrenmal und nehmen auf der rechten Süſtel umterheltlen
in Roßdorf
des Sockels Aufſtellung.
— Marine=Verein Darmſtadt und Umg. Totenſonntag, ſchen von ſei
20. Nov., Beteiligung an der Totengedenkfeier in der Stadtküſahre altes M
vorm 8 Uhr. Antreten 7,50 Uhr mit Flagge vor der Kirche wurde von
Teilnahme an der Einweihung des Denkmals auf dem Wlschlägen
friedhof. 3 Uhr nachm Zuſammenkunft 14.30 Uhr vor dem Seſen Vo
tal. Anzug blau, Mütze, Ehrenzeichen. Marinejugend Unifsy), m
— Die Gefallenen=Gedenkfeier der Schillerſchule, Müllerſtr./ huld
die Gedächtnisrede, die von entſprechenden Geſängen und Mi
ſtücken umrahmt wird. — Nachmittags. zwiſchen 5 und 6 Md. Arheilgen,
iſt den Angehörigen der Gefallenen und Freunden he zur Kenntnt
Schule Gelegenheit geboten, vor den mit Tannengrün geſchmücklrkunde über di
und feierlich beleuchteten Gedenktafeln in ſtiller Aidehauſes über
dacht zu verweilen.
Wung der For
— Paulusgemeinde. Wie alljährlich findet am Totenfeſt nuſes das Kreisa
mittags um 5 Uhr in der Pauluskirche ein liturgiſch=muſikaliſy unzulegen.
Gottesdienſt ſtatt. Die Feier, die vom Kirchenchor unter Mitvſk. Die Gemein
kung der Konzertſängerin Betty Aßmuth und des Organiy. feſtgeſetzt.
A. Simmermacher veranſtaltet wird, bringt u. a. Tonſätze 1auf Antrag
Schütz, Bach und Arnold Mendelsſohn. Insbeſondere ſei wicen werden.
hingewieſen auf das Heldenrequiem von Franziscus Nagler, mde in der Jun
ſeit Jahren zum Gedächtnis der im Weltkrieg Gefallenen aupeheime Sitzun
Nl. ein Erb
führt wird.
IDg. Arheilgen,
— Orpheum. Die Tegernſeer Bauernbühne bringt hdter, Vorarbe
abend als unwiderruflich letzte Aufführung Anzengrubers L auf eine 25
deutendſtes Werk „Der Meineidbauer‟. Dieſes Stück, das bn.-— Volk
20 Jahren Serien=Aufführungen mit beiſpielloſem Erfolg erlehder Verein
iſt beſonders der jüngeren Generation empfehlenswert, die Wücher erfolge
keine Gelegenheit hatte, dieſes Werk zu erleben.
Du
— Union=Theater. Nach Maurice Roſtands bekanntem E
„Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb” ſchuf Ernſt Lubi)
Meiſterhand einen Tonfilm, der heute zum letztenmal im Unzieſ
Ad
Theater läuft.
— Die Helia=Lichtſpiele bringen heute und folgende DMlnſterteil
Franz Lehärs unvergleichliches Meiſterwerk „Friederike” als in genaue
film. Die bezaubernde Mady Chriſtians, die man lange Wume zu
ma=
hindeverein
hindeverein=
mehr im Film geſehen hat, ſpielt die Titelrolle.
dehaus He=
Palaſt=Lichtſpiele. Das Ereignis der Saiſon iſt der Ei deut
und folgende Tage in den Palaſt=Lichtſpielen laufende Tonſ
„Hölzerne Kreuze”, ein ungeheuer erſchütterndes Werk. das / Heeſt
dieſer Tage in Berlin uraufgeführt wurde. Hölzerne Kre
(Jenſeits der deutſchen Gräben) iſt eine Weltkrieg=Epiſode
dem Roman von Roland Dorgelés, und von packender D
ſchlagskraft und Realiſtik. Er übertrifft alles, was bisher
Schilderungen des großen Ringens gezeigt wurde.
— Film=Morgenfeier in den Helia=Lichtſpielen. „Deutſchl
Flotte im Mittelmeer” heißt der Großfilm, der am Son
vormittag, 11.15 Uhr. erſtmalig gezeigt wird. Wir begleitl, Frä
unſere blauen Jungens auf ihren Auslandsreiſen und ſehen Iiw
liche und lehrreiche Bilder von Spanien, Italien und Grieg9 hieltv
land. Jugendliche haben Zutritt. Vorverkauf an der Helia=Koſlie der Ueh
Reſi=Theater. Der herrliche Ufa=Tonfilm „Das Lied eit”. Mämling=
Nacht” mit der ſtrahlend ſieghaften Stimme Jan Kiepuras ſ.
unter dem lachenden Himmel Luganos. Kiepura ſingt außer
kannten Arien und Volksliedern den Tango „Heute Nacht oder MkAlag der Gen
— Volkstheater Chauſſeehaus. Am Sonntag gibt das Wopan Gem
theater. Dir. Eliſabeth Werner, die erſte Abendvorſtellung. / Urhältniſſe
zwar auf vielfachen Wunſch Beſſunger Kunſtfreunde. Zur M Vorſitz übe
führung kommt das dem Totenſonntag angepaßte Volksſtück // Erbach
Geſang „Wenn die welken Blätter fallen” ein U4ſtund M
aus ſpannendes Bühnenwerk von gediegener Handlung und 2ehenen
anmutigen Geſängen. Die Direktion wird alles aufbieten, auck Xmaler
großen Kunſtfreunde zufrieden zu ſtellen. Für das Gelingen Eißilde
wohl der gute Ruf des Enſembles. Die Preiſe ſind ſehr ge
Für unſere Jugend geht nachmittags das reizende und lehrrei
Märchen Goldhärchen in Szene. Die Direktion teilt
daß bei einigermaßen gutem Beſuch weitere Abendvorſtelluf
ſtattfinden.
Slimmen aus dem Leſerkreiſe.
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redattion keinerte!
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umt
der Einſender verantwortlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, lönnen
zurückgeſandt. die Ablebnung nicht begründet werden.
Die Kaſtanienallee.
Die an der nördlichen Peripherie der Stadt, in der
des Ziegelbuſches, ſich hinziehende Kaſtanienallee, zwiſchen Krenß
ſteinerſtraße und dem Elfeicherweg befindet ſich in einem
Fußgänger und Fuhrwerkverkehr recht mangelhaften Zuſtande.
ſind daher von ſeiten der Anwohner Beſchwerden in der Oefch
lichkeit erhoben worden, und zwar gegen die Großherzogl
Haus= und Vermögenverwaltung als der Unterhaltungspflichtg
Dieſe Beſchwerden ſind inſofern unberechtigt, als nichtI
Großherzögliche Haus= und Vermögensverwaltung die Unte!!
tungspflichtige iſt, ſondern der heſſiſche Staat als derzei
Eigentümer Die Kaſtanienallee gehörte früher zu dem
genannten Großherzöglichen Haus= und Familieneigentum. Di
iſt aber nach der Revolution in den Beſitz des heſſiſchen Stod
übergegangen.
Golkesdienſt der Iſraelikiſchen Religionsgemeinl
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, 18. November: Vorabend 4.30 Uhr.
Samstag, 19. November: Morgengottesdienſt 8.45 Uhr. *
digt. Sabbatausgang 5.25 Uhr.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7.15, abends 6.00
Samstag, 19. November: Vorabend 4.10 Uhr. Morgens 8.00
Nachmittags 4.00 Uhr. Abends 5.25 Uhr.
Wochentags: Morgens 6.50 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr.
Tageskalender für Freitag, den 18. November 1932.
Union=Theater: „Der Mann. den ſein Gewiſſen trieb‟; Helia=2
ſpiele: „Friederike” Palaſt=Lichtſpiele: „Die hölzernen Kre‟
— Reſi=Theater: „Lied einer Nacht”. — Orpheum: Der J.
eidbauer”. — Heaghaus, 16 Uhr, Vortrag: Koche, brate,
elektriſch.
18. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 321 — Seite 7
Aus Heſſen.
Heſſimunweſen im Odenwald.— Sakanskulk in Roßdorf.
As Roßdorf erhalten wir folgende Mitteilung:
Man fühlt ſich ins Mittelalter, in die Zeiten der
Hexen=
rozieſt zurückverſetzt, wenn man die Zuſtände betrachtet, die
ich nletzter Zeit hier ereignet haben. Die Zions=Gemeinde, die
ſeboi einem Bethaus auch über ein Erholungsheim modernſten
ßtilis für Seelenkranke verfügt, hat in letzter Zeit durch eine
any ſeue Methode der Krankenheilung das öffentliche
Inter=
ſſe uf ſich gelenkt. Der Glaube, daß nur die umgetauften
ſchyvetern und Brüder der Zionsgemeinde allein reine und
ünüerfreie Menſchen ſeien, läßt ſie in allen anderen Menſchen
en ätan erblicken. Nachſtehender Vorfall beleuchtet neben
vie=
n aderen Fällen die ganzen unſeligen Zuſtände:
En armes hilfloſes Mädchen im Alter von 20 Jahren, das
n pleptiſchen Anfällen leidet und direkte Abneigung gegen
ſefſin Satanskult hegte, ſollte gewaltſam der neuen Lehre
zu=
efüün werden. Um ihre Widerſtände zu beſeitigen, ſollte ihr
wvyrder Satan ausgetrieben werden. Mit Ernteſtricken ſchlug
ſe eſſene Mutter, die zugleich Leiterin dieſer „frommen” Sekte
mſt anderen Sektenmitgliedern in der elterlichen Wohnung
„uffus wehrloſe Geſchöpf blindlings ein, um ſo den böſen
ſazun auszutreiben. Blutend und ſchwer mißhandelt lag das
lächgen erſchöpft am Boden, bis fremde Hilfe kam.
De Staatsanwaltſchaft hat ſich dieſer Angelegenheit
ange=
in dei wmmen und eine Unterſuchung eingeleitet. Die Hauptſchuldigen
9ang zu von bereits in Unterſuchungshaft genommen.
R ſtarkem Widerſpruch zu dieſer Mitteilung ſtehen
aller=
maihaus Nachrichten von anderer Seite, die enge Beziehungen zur
chten puzi unterhalten:
m Roßdorf waren Gerüchte im Umlauf, daß ein junges
ſädgen von ſeinen Angehörigen mißhandelt worden ſei. Ein
lIhre altes Mädchen, das öfter an epileptiſchen Anfällen
ſchhe wurde von ſeinen Angehörigen in etwas ſeltſamer Weiſe
echlägen und Waſſer behandelt. Die Bevölkerung verbindet
indeſen Vorfällen abergläubiſche Vorſtellungen, insbeſondere
u Mutter des Mädchens ſtark den Meinungen der
Geſund=
nerhuldigt. Das Landeskriminalamt iſt mit der Aufklärung
torfalles beſchäftigt. Entgegen anderen Meldungen ſind
rühftungen in der Angelegenheit nicht erfolgt.
und
M. Arheilgen, 17. Nov. Gemeinderatsſitzung. Es
1d zur Kenntnis genommen, daß die kathol. Kirchengemeinde
Alkunde über die von der Gemeinde bei dem Neubau des
Ge=
iiehauſes übernommene Bürgſchaft zurückgegeben hat. Betr.
belung der Forſtverwaltungskoſten für den Privatwaldbeſitz
gtenfel s das Kreisamt für notwendig, dieſe Koſten auf die
Eigen=
ſe umzulegen. Der Gemeinderat ſtellt dieſe Sache vorläufig
Die Gemeindehundeſteuer wird wie im vorigen Jahre auf
A. feſtgeſetzt. Bei der Gewerbeſteuer 1932 ſoll von Fall zu
auf Antrag eine Ermäßigung aus Billigkeitsgründen
ent=
ſon werden. Der Antrag der Phil. Kunz Wwe.,
Straßen=
koe in der Jungfern= und Feldbergſtraße anzukaufen, wird in
gheime Sitzung verwieſen. Dem Erſuchen des Herrn Lehrer
M, ein Erbbegräbnis zurückzukaufen, wird entſprochen.
Ig. Arheilgen, 17. Nov. Arbeitsjubiläum. Herr W.
ſeier, Vorarbeiter, Magdalenenſtraße, kann am Freitag (18.
R auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma E. Merck zurück=
Fe. — Volksbildungsverein. Mit dem heutigen Tag
er Verein ſeine Bücherei wieder eröffnet. Die Ausgabe
Aicher erfolgt Donnerstags von 3.30—4.30 Uhr auf Zimmer 16
ſriedrich=Ebert=Schule. — Obſtbaumzählung. In der
t vom 17.—19. d. M. findet, ebenſo wie in anderen Gemeinden,
ine Zählung der Obſtbäume ſtatt. Dieſe Zählung findet im
ſeſſe eines günſtigen Abſatzes ſtatt und hat nur ſtatiſtiſchen
hin dient alſo nicht ſteuerlichen Zwecken. Da die Pflanzer zur
tnfterteilung geſetzlich verpflichtet ſind, empfiehlt es ſich, den
hürn genaue Angaben über Zahl und Art der angepflanzten
„äume zu machen. — Vortrag. Auf Einladung der evgl.
windevereine ſpricht am Freitag abend (18 d. M.) im
Ge=
enehaus Herr Dr. Dr. Bohn=Berlin über das Thema: „Hat
he deutſches Volk noch eine ſittliche Zukunft?”
Kleeſtadt, 17. Nov. Unſer Gänſehirt Valentin Diehl, der
0 Jahre ſeines Amtes treu waltet, hat für treue Dienſte eine
Eierennung und Belobigung in Geſtalt eines Diploms von der
hwirtſchaftskammer erhalten. Die Gemeinde überreichte ihrem
hun Diener einen Ruheſeſſel.
d. Groß=Bieberau. 17. Nov. Am 18. November feiert Herr
I Gaubatz. Geflügelhändler zu Groß=Bieberau, in körperlicher
Feiſtiger Friſche ſeinen 80. Geburtstag.
Beremnktängient und Sefenlgtent auf dein Lande.
Heimalpflege in den Bereinen. — Muſikaliſch=kirchliche und welkliche Feierſtunden.
Geſangs= und Theakerdarbiekungen.
)s. Fränkiſch=Crumbach, 15. Novbr. Schlußübung der
räwilligen Feuerwehr. Die hieſige Freiw. Feuer=
C. Ober=Ramſtadt. 16. Nov. Kirchenkonzert
zugun=
ſten der Winterhilfe. Um dem Ortsausſchuß für die
Winterhilfe 1932/33 Mittel für Unterſtützung der großen Zahl
von Hilfsbedürftigen zuzuführen, veranſtaltet der Geſangverein
„Germania” e. V. Ober=Ramſtadt mit dem Kirchengeſangverein
und mit gütiger Unterſtützung der Herren Murjahn (Cello)
und Dipl.=Ing. Schrof (Orgel) am Sonntag, den 27. November
d. J., nachmittags um 4.30 Uhr, in unſerer Kirche ein
Wohltätig=
keitskonzert, bei dem auch ein Kinderchor mitwirken wird. Für
dieſe Veranſtaltung, deren Ertrag reſtlos der örtlichen
Winter=
hilfe zugute kommt, werden zurzeit die Programme die zum
Ein=
tritt berechtigen, zum geringen Preis von 30 Pfg. angeboten.
Mögen dieſe unter dem Bekenntnis: „Wir wollen helfen” recht
guten Abſatz finden.
x. Dieburg, 14. Nov. Die Tegernſeer Bauernbühne
gab auf Veranlaſſung des Generaldirektors W. Roemheld=
Darm=
ſtadt ein zweitägiges Gaſtſpiel hier im „Mainzer Hof”, das ſich
aus den hieſigen Kreiſen eines ſehr guten Zuſpruches erfreuen
durfte. Unter der Leitung von Anderl Schultes zeigte ſich das
Enſemble in ſeinem flotten Zuſammenſpiel, ſeiner prächtigen
ur=
wüchſigen Natürlichkeit und ſeinem draufgängeriſchen Schwung
von der beſten Seite. Aufgeführt wurde der dreiaktige Schwank
von Julius Pohl „Der Dorftrottel” mit Anderl Schultes in der
überwältigend komiſchen Titelrolle, und Ludwig Anzengrubers
Volksſtück „Der Gwiſſenswurm”, worin die Spielgemeinſchaft
auch höheren Anforderungen gerecht zu werden wußte.
r. Babenhauſen, 17. Nov. Der zweite heimatkundliche
Abend, der im großen Saalbau „Deutſcher Hof” ſtattfand,
ge=
ſtaltete ſich zu einem großen Erfolg der erſt vor kurzem hier
ein=
ſetzenden heimatkundlichen Beſtrebungen. Der große Saal war von
über 500 Perſonen, die von hier und der ganzen Umgebung
her=
beigekommen waren, dicht beſetzt. Und das an einem
Werktag=
abend und nach einer Reichstagswahl! Alle lauſchten geſpannt den
Ausführungen des für den Abend gewonnenen Redners. Herrn
Prälaten D. Dr. Dr. Diehl. Dieſer ſprach über die
Baben=
häuſer Pfarrer Erasmus Alberus und Johannes Engels”, die
1545 bzw. 1599 hier die Reformation eingeführt und als Prediger
der evangeliſchen Bewegung in der Grafſchaft Lichtenberg=Hanau
gewirkt hatten. Die Rede geſchöpft aus der lebendig
ſprudeln=
den Quelle überreichen geſchichtlichen Wiſſens, war in der
volks=
tümlichen, ſtoffbeherrſchenden Kürze wiſſenſchaftlicher
Forſchungs=
ergebniſſe ein köſtliches Beiſpiel, des jugendfriſchen Weſens und
unverwüſtlichen, herzſtärkenden Humors des Vortragenden.
Rei=
cher Beifall lohnte den geſchätzten Redner. Den Dank der
Ver=
ſammlung erſtattete Herr Oberreallehrer Müller, der nach
einleitenden herzlichen Begrüßungsworten durch Herrn
Bürger=
meiſter Klein den Abend geleitet hatte.
Eiſ hielt vorgeſtern ihre Schlußübung ab. Die Ortsbehörde
pite der Uebung bei.
e. Mümling=Grumbach. 16 Nov. Gründung eines
zeuerbevereins. Veranlaßt durch die wirtſchaftliche Ent=
Ftung des Gewerbes während des letzten Jahres und durch den
Bhlag der Gemeindeſteuern, traten die Gewerbetreibenden der
en Gemeinde zuſammen, um nach eingehender Beſprechung
Verhältniſſe zur Gründung eines Gewerbevereins zu ſchreiten.
Vorſitz übernahm Stahlwarenfabrikant Heinrich Lutz.
i. Erbach. 17. Nov. Odenwälder Vereinigung für
uſt und Wiſſenſchaft. An Stelle des für morgen abend
heſehenen Redners, Profeſſor Dr. Bach aus Bonn, ſpricht Herr
Mmaler Hans Günther Lehmann aus Darmſtadt in einem
ildervortrag über die Inſeln Java und Bali. Er wird uns
nur mit den wirtſchaftlichen und geſchichtlichen Verhältniſſen
Abebiete bekanntmachen, ſondern vor allem auch auf die
Ent=
hlung der indiſchen Kunſt, die hier zu neuer Blüte erwacht,
dr eingehen. — Dirigenten=Jubiläum. Im Frühjahr
Jahres waren 25 Jahre verfloſſen, ſeitdem Herr Rektor
Wer hier die muſikaliſche Leitung des Männergeſangvereins
Werkranz” im benachbarten Stockheim übernahm. Am Sams=
Avend wurde dieſes Jubiläum unter ſtärkſter Beteiligung durch
Liederabend in ſchlichter Weiſe gefeiert. Der hieſige Män=
Wſangverein, Liederkranz”, der hieſige evang.
Kirchengeſang=
an, deſſen Leitung ebenfalls Herrn Weber unterſteht und der
Rnergeſangverein Dorf=Erbach beteiligten ſich geſchloſſen an
Veranſtaltung. Eine Reihe weiterer Vereine war durch Ab=
ENungen vertreten. Als Zeichen der Anerkennung für die in 25
Aen geleiſtete Arbeit für, den deutſchen Männergeſang über=
Aite Herr Schreinermeiſter Lang, der erſte Vorſitzende des „Lie=
Manz” Stockheim, dem Gefeierten mit Worten herzlichen Dankes
MAvertvolles Bild.
Ba. Unter=Moſſau. 16. Nov Jahresfeſt. Die evangeliſche
chengruppe feierte ihr einjähriges Beſtehen mit einem Abend,
Adem ſie zum erſtenmal an die Oeffentlichkeit trat. Im Mittel=
At ſtand eine Anſprache von Stadtpfarrer Hahn=Erbach, ein
eies ernſtes Theaterſtück „Mutterlos” und. Guter Rat für
Fe Frauen”, ein Schwank von Hans Sachs. Beſonders gut
ge=
en alte Volkstänze in Odenwälder Tracht. Umrahmt waren
* Darbietungen von hübſchen Liedern und Gedichten. Der erſte
And war ſomit ein Erfolg.
4. Aus dem Schlierbachtal, 15. Nov. Gründung einer
ideverſicherungsanſtalt. Die pferdebeſitzenden
ſedwirte unſeres Tales hatten ſich, ſoweit ſie Intereſſe an der
Andung einer Pferdeverſicherung haben, in der Gaſtwirtſchaft
uig in Schlierbach zu einer Vorbeſprechung eingefunden. Es
den die Satzungen beſprochen Kommenden Sonntag ſoll noch=
5 eine Verſammlung ſtattfinden, in der die Satzungen
end=
a feſtgelegt werden — Wanderbibliothek. Im Pfarr=
Zu Schlierbach ſtehen allen Einwohnern des Kirchſpieles
der einer Wanderbibliothek unentgeltlich zum Leſen zur Ver=
us wie im vergangenen Winter.
Neue Preise-RM 0.15- 1.002
* Groß=Umſtadt, 16. Nov. Der erſte Vereinsabend der
hieſigen evangeliſchen Männervereinigung für
dieſen Winter war dem Gedächtnis des Schwedenkönigs Guſtav
Adolf gewidmet. Nach herzlichen Begrüßungsworten durch den
Vorſitzenden Rektor Lindner ergriff Pfarrer Hartmann
das Wort. Zunächſt gab er ein quellenmäßiges Charakterbild des
Retters der reformatoriſchen Bewegung, wobei er auch auf die
Angriffe einging, die in neuerer Zeit gegen ihn erhoben worden
ſind. Im zweiten Teil ſeiner Ausführungen ließ er an Hand von
zeitgenöſſiſchen Bilddarſtellungen die Zuhörer den Siegeszug
Guſtav Adolfs durch Deutſchland, beſonders durch unſer
Heſſen=
land, miterleben. Den Abſchluß bildete eine Schilderung der
Arbeit des Guſtav=Adolfvereins und ſeiner Jahrhundertfeier in
Leipzig, an welcher der Vortragende als Vertreter des Heſſiſchen
Hauptvereins teilgenommen hatte. Der von der hieſigen
Volks=
ſchule zur Verfüsung geſtellte Projektionsapparat gab die
photo=
graphiſchen Aufnahmen recht gut wieder, ſo daß die Beſucher jene
gewaltige Kundgebung im Geiſte miterleben konnten. Dem
herz=
lichen Dank der Erſchienenen gab der Vorſitzende in ſeinem
Schluß=
wort Ausdruck.
r. Schaafheim, 16. Nov. Chorkonzert des
Arbeiter=
geſangvereins „Bruderkette‟. Mit einem Programm
von hohem muſikaliſchem Wert und künſtleriſcher Geſchloſſenheit,
das der Muſikalität und dem gediegenen Geſchmack ihres
Dirigen=
ten, Lehrer, Darmſtädter=Babenhauſen, das beſte Zeugnis
ausſtellt, warteten die Sänger auf. Alle Lieder, darunter ſolche
des klaſſiſch=romantiſchen Stils von Schubert, wurden frei, ohne
Notenblatt, vorgetragen, ſo daß der zielweiſende Wille und die
Auffaſſung des Chorleiters wirkſam unterſtützt wurden durch das
techniſche Vermögen der Sänger, allen ſeinen Anregungen mit
ge=
ſpannter Aufmerkſamkeit zu folgen und alle Empfindungen tonlich
zu ſchönem Ausdruck zu bringen. Der Chorkörper iſt gut
diſzipli=
niert und ſteht auf einer beträchtlich hohen Stufe geſanglichen
Könnens. Chor und Dirigent fanden lebhafte Anerkennung. Als
ein Soloquartett von hoher ſtimmlicher Qualität ſtellte ſich den
Sangesfreunden das Bartſche Union=Quartett vor. Die Sänger
gefielen mit ihren kultivierten Stimmen durch ihre ſtets
wirkungs=
volle Geſtaltungskunſt und die feinfühlige Art ihres Vortrages,
beſonders in den ausgeſprochen lyriſchen Stellen mit pianiſſimo.
Ar. König i. Odw. (Stahlbad), 16. Nov. Aus den
Ver=
einen. Der evangeliſche Poſaunenchor König führte das
Volks=
ſtück. De Rodhausreformador” von dem verſtorbenen Pfarrer
Briegleb (Groß=Umſtadt) auf und hatte damit einen vollen
Er=
folg. Der aus den Tiefen menſchlichen Daſeins geſchöpfte Stoff
bot in ſeiner glücklich gewählten Idee eine äußerſt ſinnreiche und
ſpannende Folge echten Bauerntums, das die mit Hingabe
ſpielen=
den Darſteller zu einem lebenswarmen Erlebnis geſtalten
konn=
ten. — Vom Odenwaldklub. Die Ortsgruppe des
Oden=
waldklubs unternahm eine Wanderung an die Limeslinie beim
ehemaligen Römerkaſtell Hainhaus. Wenn auch Witterung und
die verſchwindende Pracht des Waldes ſich nicht gerade einladend
ausnahmen, ſo verfehlt der Gang an die hiſtoriſchen Grenzwälle
der alten Römer nie ſeine Anziehungskraft.
Ed. Stockheim, 14. Nov. Sängerabend. Im vollbeſetzten
Saale „Zum Anker” fand das 49 Stiftungsfeſt des Geſangvereins
Liederkranz ſtatt. Der Verein bot ein abwechſlungsreiches
Pro=
gramm. Er brachte einige wohlgelungene Volkslieder zum
Vor=
trag. Die Kapelle Löb bot ihr Beſtes, um den Abend für alle
An=
weſenden genußreich zu geſtalten. Der Vorſitzende H. Lang
be=
grüßte alle Anweſenden und hieß ganz beſonders die auswärtigen
Gäſte aufs herzlichſte willkommen. Sodann ehrte der Vorſitzende
Herrn Rektor Weber, für ſeine 25jährige Tätigkeit als Leiter
des Vereins. Herr Rektor Weber dankte in ſchlichten Worten für
die Ehrung und brachte in ſeiner Rede zum Ausdruck, daß er auch
weiterhin dem Verein die Treue halten wird.
Bb. Bensheim, 14. Nov. Goethe=Feier des
Geſang=
vereins „Liederkranz‟. Der erſte Teil der anſprechenden
Vortrags=
folge war ausſchließlich dem Gedächtnis des Dichterfürſten und
ſeinen Dichtungen gewidmet. Der Verein brachte mehrere neu
einſtudierte Chöre zu Gehör. Die Konzertſängerin Frl. Johanna
Pfäffle=Mannheim, meiſterlich durch Frau Studienrat Lücke
auf dem Klavier begleitet, bot in anſprechender Weiſe mehrere
Soli. Herr Regierungsaſſeſſor Nachtigall=Bensheim hielt
eine formſchöne und inhaltsreiche Anſprache, in der er das Leben
Goethes als für das deutſche Volk vorbildlich zeichnete, und ſeine
Werke in lyriſcher, ethiſcher und dramatiſcher Einſtellung und
Bedeutung beleuchtete. Im 2. Teil des Abends gelangten
Volks=
weiſen, Chor= und Sologeſänge wirkungsvoll zur Wiedergabe, die
ebenfalls dankbaren wohlverdienten Beifall auslöſten. Im
ge=
mütlichen Beiſammenſein nach Abwicklung des Programms
ge=
langten noch Lieder zur Laute und weitere volkstümliche Chöre
zum Vortrag. Der recht ſtimmungsvoll verlaufene Abend fand
allſeitig uneingeſchränkte und dankbare Anerkennung —
Ge=
ſchäftsjubiläum. Die Firma Haßloch, Manufaktur= und
Modewaren, ſieht auf ein 75jähriges Beſtehen ihres Geſchäfts
zu=
rück, Herr Eduard Haßloch, iſt auch als Lokaldichter im
heimat=
lichen Sinne beſtens bekannt und beliebt. Die Familie Haßloch
blickt auf eine bis in das 16. Jahrhundert zurückliegende
Bens=
heimer Familiengeſchichte zurück. — Hohes Alter Frau
Eliſa=
beth Schader, wohnhaft Hügelſtraße, konnte jüngſt in völliger
Rüſtigkeit auf ein Alter von 80 Jahren zurückblicken.
e. Bad=Wimpfen. 15. Nov. Odenwaldklub. Die
dies=
jährige letzte Wanderung führte von der Hindenburgbrücke aus
über Duttenberg, Obergriesheim nach Gundelsheim zum
Herbſt=
treffen des Schwäbiſch=Albvereins. Die Wanderung über die
im letzten Herbſtſchmuck prangenden Höhen bot reizvolle
Land=
ſchaftsbilder und kurz vor Gundelsheim erfreute ein
überraſchen=
der Ausblick ins Neckartal, und das im Herbſtſchmuck eingehüllte
friedliche Schloß Guttenberg und Horneck, das Auge.
Ck Stockſtadt, 16. Nov. Liedertag. Der Geſangverein
„Frohſinn” veranſtaltete einen Liedertag im Gaſthaus „Zum
deut=
ſchen Haus”. Eingeleitet wurde die Veranſtaltung durch den
Sän=
gergruß des feſtgebenden Vereins, worauf außer den hieſigen
Ver=
einen „Sängerbund” und „Männergeſangverein” noch ſechs
Ge=
ſangvereine aus der näheren und weiteren Umgebung auftraten.
Af. Neu=Iſenburg. 15. Okt. Philharmoniſcher
Ver=
ein und Evangeliſcher Kirchenchor gaben unter der
bewährten Stabführung ihres Leiters H. Leichter in der
Turn=
halle des Turnvereins in der Bahnhofſtraße ein ſehr gut beſuchtes
und glänzend verlaufenes Jubiläums=Konzert, in dem
Frl. Ilſe Zinſſer die Sopranſoli übernommen hatte. Der erſte
Teil des ſchön ausgewählten Programms brachte die Symphonie
in G=Dur ſowie drei Sopranſoli und eine Motette zum
Gedächt=
nis von Joſeph Haydns, geb. 1732. Im zweiten Teil gefielen
be=
ſonders der Hirtenchor aus „Roſamunde” von Schubert, die Arie
der „Mignon” von Thomas, eine Slawiſche Rhapſodie von C.
Friedemann und ein Siegesgeſang für Chor und Orcheſter von Abt.
A-t. Goddelau, 15. Nov. Auszeichnungsfeſt des OWK.
Es war wieder mal ein großes Familienfeſt. Nach dem Prolog von
Fräulein Dina Hammel und der Begrüßung durch den 1.
Vorſitzen=
den, Lehrer König, folgte alsbald die Auszeichnung der 40
Wan=
derer durch den Vertreter des Hauptausſchuſſes, Herrn
Amtsdirek=
tor Schott=Worms, der ſeine Aufgabe in ſehr geſchickter Weiſe
er=
füllte. Er betonte beſonders die Rührigkeit des erſten Vorſitzenden,
der ſeine Ortsgruppe in wirklich meiſterhafter Art leitete, wozu er
die Ortsgruppe beſonders beglückwünſchte. Im zweiten, heiteren
Teil war beſonders das flotte Spiel der munteren 17 Burſchen und
Spinnerinnen in der „Odenwälder Spinnſtub” zu erwähnen. Auch
der teils ernſte teils heitere Vortrag des Herrn Wiemer fand
gro=
ßen Beifall. Schließlich bekam man in dem von einem Mitglied
zuſammengeſtellten Einakter „Am Stammtiſch” ſo manches
Inter=
eſſante aus dem verfloſſenen Wanderjahr zu hören. — Am
Sonn=
tagnachmittag wurden dann, nach alter Sitte, im Goldenen Stern
zu Stockſtadt die 12 Jugendlichen mit dem kleinen Goldenen
be=
dacht, nachdem vorher von etwa 100 Wanderern die 1. Wanderung
für 1933 über den Kühkopf zurückgelegt war. Hier ſorgte die
Haus=
kapelle für die rechte Stimmung
Ae Worms, 16. Nov 100. Bezirkstag und 50
jähri=
ges Beſtehen des Haſſiabezirkes Oſthofen. Die
Kriegerkameradſchaft „Haſſia” beging ihren 100. Bezirkstag in
Verbindung mit dem 50jährigen Beſtehen des Bezirks Oſthofen.
Am Vorabend wurde ein großer Deutſcher Abend veranſtaltet, in
deſſen Mittelpunkt eine Anſprache von Exzellenz v. Oidtmann.
des Präſidenten der Haſſia, ſtand. Danach brachten die Vertreter
der Bezirke Worms, Pfeddersheim. Oppenheim u. a. Glückwünſche
dar. Der Vormittag des Feſtſonntags war von der Bezirkstagung
ausgefüllt. Am Nachmittag bewegte ſich ein großer Feſtzug durch
die Straßen Oſthofens. Anſchließend hieran fand auf dem
Markt=
platz eine eindrucksvolle Totengedenkfeier ſtatt bei der Pfarrer
Weidner die Gedächtnisrede hielt. Am Abend fand in der
Turn=
halle ein großes Feſtkonzert ſtatt, wobei der Präſident der Haſſia
Ehrungen verdienter Mitglieder vornahm. Alles in allem ſtand
die Tagung und die Jubelfeier unter dem Haſſiawahlſpruch: Gott.
Ehre, Vaterland! — Traktor fährt in einen Bach. Ein
Landwirt aus Dorn=Dürkheim war damit beſchäftigt. mit Hilfe
eines Traktors ſeinen Acker zu pflügen. Plötzlich ſauſte der
Trak=
tor durch unvorſichtiges Hantieren mit dem Gashebel in den
angrenzenden Bach und ſtürzte um. Dabei wurde der Traktor
nicht unerheblich beſchädigt. Perſonenſchaden entſtand
glücklicher=
weiſe bei dem Unfall nicht. Nach mühevoller Arbeit konnte der
Traktor wieder aus dem Bach geborgen werden.
Gl. Gernsheim. 15. Nov. Das Erntedankfeſt wurde in
der evangeliſchen Kirche gehalten. Pfarrverwalter Hübſch=
Biebesheim verſtand es. in ſeiner Predigt, ausgehend von dem
Bibelſpruch. Danket dem Herrn denn er iſt gütig”, in
tiefgrün=
diger Weiſe die Bedeutung der Feier darzulegen. Sodann wurden
von den Konfirmanden verſchiedene Dankgedichte vorgetragen.
Der Kirchenchor verſchönte den Gottesdienſt mit einem Danklied.
— Der Familienabend des Geſangvereins „
Lieder=
kranz” am Sonntag abend nahm einen ſehr ſchönen Verlauf.
Der Beſuch war ſehr gut Das abwechſlungsreiche Programm
wurde mit reichem Beifall aufgenommen. Beſonders ſchön und
ſinnreich waren die vier lebenden Bilder „Loreley:. „Ein
rheini=
ſches Mädchen. „Zu Rüdesheim in der Droſſelgaſſ” und „O. du
wunderſchöner deutſcher Rhein”.
— Gernsheim, 17. Novbr. Waſſerſtand des Rheins
(Pegel) am 16. d. M.: —0,21 Meter, am 17. d. M.: —0,28 Meter
—jeweils morgens 5.30 Uhr.
— Hirſchhorn, 17. Novbr. Waſſerſtand des Neckars
(Pegel) am 15. d. M.: 1.52 Meter, am 16. d. M.: 1,50 Meter —
jeweils morgens 5.30 Uhr.
G. Lorſch, 17 Nov. Für23 Markein Jahr
Gefäng=
nis. Vor dem hieſigen Strafrichter ſtand geſtern ein junger
Hand=
werksburſche namens Vogel aus dem Bayeriſchen. Auf ſeiner
Bettelreiſe kam er auch nach Klein=Hauſen. Als er dort in einem
Hauſe niemand antraf, erbrach er einen Behälter und ſtahl daraus
23 Mark: doch konnte er gleich darauf ermittelt und
feſtgenom=
men werden. Da er wegen Einbruchs bereits einmal vorbeſtraft
iſt, mußte auf die vorgenannte Mindeſtſtrafe von 1 Jahr
Gefäng=
nis erkannt werden.
Aus Mainz und Rheinheſſen.
— Mainz. 17. Nov Bärenjagd in Mainz. Ein
Ein=
wohner von Zahlbach hielt ſich ſeit einiger Zeit einen Bären, den
er in einem Zwinger in ſeinem Garten untergebracht hatte. In
Abweſenheit des Tierhalters gelang es dem Bären, aus dem
Zwinger auszubrechen. Die Polizei wurde alarmiert um den
Flüchtling einzufangen, doch mußten die Beamten, als ſie das
Tier in der Dunkelheit mit einem Scheinwerfer in einem fremden
Anweſen gefunden hatten und es Miene machte, zum Angriff
vor=
zugehen, durch einen Karabinerſchuß töten.
Die Zahnpaste von
höchster Qualität
Sparsam im Verbrauch.
Seite 8 — Nr. 321
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 18. November 8 N00
gung hat ſeine Arbeit begonnen.
Rieſendampfer durch Brand zerſtörk.
Ein neu gebildetes Trommler= und Pfeiferkorps,
das vom Reichsverband zur Erziehung deutſcher Jugend jetzt im Rahmen einer größeren ſportlichen
Schau den Vertretern der Marine= und Heeresleitung auf dem Truppenübungsplatz Döberitz
vor=
geführt wurde.
H e
Has et
4 Arbeit
Hwichel De
Bäldler ſch
in dus 501 N
in die Hüch.
Das Paldgebi
giſchen Siedle
Mößten Be
noch wenig e!
Der brennende „P. C. Hooft”,
en Wälder und
ein holländiſcher 15 000 Tonnen großer Ozeandampfer, an deſſen Bord im Hafen von Amſtedrremden beſuch
nach einer Vergaſung gegen die Rattenplage ein Brand ausbrach. Da alle Löſchverſuche verg an Vereine des
waren, wurde das Schiff auf die See hinausgeſchleppt, um es dort ausbrennen zu laſſer,. V, mit Neil.
dverein, mi
Seſuchern zugä
Reich und Ausland.
v. Gronau und ſein Begleiter
beim Reichspräſidenken.
Berlin. Der Weltflieger Wolfgang v.
Gro=
nau und ſeine Begleiter, der Fluglehrer Ghert.
v. Rooth, der Bordwart Franz Hack und der
Funklehrer Fritz Albrecht erſtatteten
Donners=
tag mittag dem Reichspräſidenten einen Bericht
über ihren Weltflug. Der Reichspräſident ſprach
den Herren aufrichtige Anerkennung und ſeine
herzlichen Glückwünſche zu ihrer hervorragenden
Flugleiſtung aus.
v. Gronau und ſeine Mitflieger als Ehrengäſte
im Reichsverkehrsminiſterium.
Berlin. Der Reichsverkehrsminiſter gab
geſtern ein feſtliches Frühſtück zu Ehren des
Welt=
fliegers v. Gronau und ſeiner Flugkameraden
v. Roth, Fritz Albrecht und Franz Hack. In
einem überaus eindrucksvollen Trinkſpruch
be=
grüßte der Reichsverkehrsminiſter Herrn v.
Gro=
nau als den erſten Deutſchen, der den geſamten
Erdball umflogen hat. Der Miniſter ſchloß mit
dem Wunſch, daß die Beſatzung kraft ihrer
Be=
währung auf dem großen Flug und ihrer
rei=
chen Erfahrungen erfolgreich ihres Amtes als
Lehrer des deutſchen Fliegernachwuchſes walten
möge. — Wolfgang v. Gronau dankte dem
Reichsverkehrsminiſter mit herzlichen Worten
für die freundliche Begrüßung und gedachte
ſo=
dann in herzlicher Dankbarkeit der Unterſtützung,
die ſein Plan bei dem jetzigen
Reichsverkehrs=
miniſter und ſeinem Vorgänger, Reichsminiſter
Treviranus, gefunden habe. Dieſer Plan ſei
ge=
weſen, unabhängig von allen finanziellen und
kommerziellen Fragen, die Flagge des deutſchen
Flugweſens einmal auf dem ganzen Erdenrund
zu zeigen. v. Gronau ſchloß mit der Feſtſtellung,
daß im Ausland das Vertrauen zur deutſchen
Tüchtigkeit unvermindert beſtehe, und trank im
Anſchluß an den Trinkſpruch eines engliſchen
Gouverneurs, der auf den König von England
und den Reichspräſidenten v. Hindenburg
aus=
gebracht worden war, auf den allſeits verehrten
Reichspräſidenten.
Schweres Kraftwagenunglück infolge Nebels.
Hagen. In den frühen Morgenſtunden des
Mittwoch ſtürzte ein Kraftwagen mit fünf
In=
ſaſſen von der im Zuge der Enneperſtraße
ge=
legenen Brücke in die Ennepe. Infolge des
Ne=
bels hatte der Führer die Brücke nicht rechtzeitig
genug geſehen. Der Wagen durchbrach das
Brük=
kengeländer und ſtürzte ab. Der Fabrikant Emil
Wolf aus Milſpe war ſofort tot. Drei weitere
Inſaſſen wurden mit ſchweren Verletzungen ins
Schwelmer Krankenhaus gebracht.
Blutiger Zwiſchenfall in einer tſchechoſlowakiſchen
Gemeinde. — Zwei Tote, ein Verletzter.
Preßburg. In der Gemeinde Polomka,
wo vor einigen Tagen eine gerichtliche
Verſtei=
gerung von Immobilien von der Volksmenge
verhindert worden war und im Zuſammenhang
am 14. und 15. November Angriffe gegen die
Gendarmerie erfolgt waren, ſollten geſtern ſechs
Perſonen wegen Teilnahme an dieſen
Ausſchrei=
tungen verhaftet werden. Etwa 1000 mit
Sen=
ſen, Heugabeln, Dreſchflegeln und Steinen
be=
waffnete Perſonen aus der Umgebung zogen
ge=
gen die Gemeinde Polomka, umzingelten dort
die Gendarmen und gingen zu einem
konzen=
triſchen Angriff gegen ſie vor. Der
Gendarmerie=
kommandant forderte die Menge ſechsmal
ver=
geblich zum Auseinandergehen auf und gab
ſchließlich das Kommando zum Waffengebrauch.
Zwei Angreifer wurden getötet, ein dritter leicht
verletzt. Die Menge wich darauf zurück.
Unwetter über dem Schwarzen Meer.
Bukareſt. Ueber dem Schwarzen Meer
wütet ſeit Tagen ein ſchweres Unwetter. Der
Amſterdamer Handelsdampfer „Zeres”, der den
Hafen von Konſtanza anlaufen wollte, hat ſich im
dichten Nebel verirrt und iſt gekentert. Das
Schiff ſinkt und gibt SOS.=Signale, Auch ein
griechiſches und ein türkiſches Schiff, ſowie zwei
rumäniſche Frachtdampfer haben Schiffbruch
er=
litten.
in die
Furchtbarer Orkan über Nordnorwchſig, dch die 4
Das Rieſenmodell des erſten Windkraftkurms ferkiggeſkellt
Oslo. Ueber Nord=Norwegen iſt wiedim ſchwer iſt, e!
Paldb
bequem angelegt
ein furchtbarer Orkan niedergegangen, der m Wald abzuu
Verheerungen angerichtet hat. In Helnäs mfolge der geb
der Magerö ſind alle Gebäude durch den Sw Handelspolnt
zerſtört worder. 15 Fiſcherboote ſind abam böhmiſchen.
Fid
ben worden und zerſchellt. Von den großen
che Holz billi
bäuden des Ortes ſteht nur noch das Woh=edeſſen ihre H
des Kaufmannes und die Telephonſtation. Endigſtien Arbe
das Poſtamt iſt umgeweht. Noch ſchlimmer ſarbeitern brotl
in dem Hafen Okſevaag ergangen. Die gedeben in völlig
Fiſchereiflotte dieſes Oertchens, die vor Mebiet bedeckt,
lag, iſt zerſchellt. Die meiſten Fiſcherfar/eut aus der 90e
haben alles, was ſie beſaßen dadurch verhüieſer Meniche
den 56 Glashüt
Auch an den Gebäuden iſt großer Schaden Anoch vier und
richtet worden. Die norwegiſche Regierung) Tauſende brot
wahrſcheinlich eine Hilfsaktion für die rch wenigſtens E
dende Bevölkerung in die Wege leiten mü M/Erzeugniſſe ſint
40 japaniſche Fiſcherbooke verm
250 Mann ertrunken?
Das naturgetreue Modell des neuartigen Rieſenkraftwerkes,
das nach den Plänen des Ingenieurs Honnef in Berlin errichtet werden ſoll. Nach dem
ver=
beſſerten Windmühlen=Prinzip wird hier die Kraft des Windes in Elektrizität umgewandelt.
Das Modell ſelbſt wird mitten im Zentrum der Reichshauptſtadt aufgeſtellt werden, um der
Bevölkerung ein anſchauliches Bild, von dem gewaltigen Projekt zu geben.
Die Haupkverſammlung
der Schiffsbaukechniſchen Geſellſchaft.
Berlin. Am Donnerstag vormittag wurde
in der Techniſchen Hochſchule die 33.
Hauptver=
ſammlung der Schiffsbautechniſchen Geſellſchaft
eröffnet. Zu der Eröffnungsſitzung hatten Reich
und Länder eine Reihe von Vertretern entſandt.
Man ſah den Chef der Marineleitung im
Reichs=
wehrminiſterium, Admiral Dr. h. c. Raeder,
Staatsſekretär Dr. König vom
Reichsverkehrs=
miniſterium, Vertreter der übrigen beteiligten
Behörden, der Hochſchulen, der Reedereien und
befreundeter Verbände. Zunächſt erſtattete der
Geſchäftsführer Dr.=Ing. Teubert den
Geſchäfts=
bericht. Darauf gab der Vorſitzende, Geheimer
Regierungsrat Prof. Dr.=Ing. ehrenhalber
Schütte, in ſeiner Eröffnungsanſprache
Kennt=
nis von einem Telegramm des Reichspräſidenten
v. Hindenburg mit folgendem Wortlaut: „Der
Schiffsbautechniſchen Geſellſchaft ſpreche ich für
die freundlichen Grüße von Ihrer diesjährigen
Hauptverſammlung meinen herzlichen Dank aus.
Ich verbinde mit ihm meine beſten Wünſche für
einen erfolgreichen Verlauf Ihrer Tagung.
v. Hindenburg, Reichspräſident.”
Geheimrat Schütte kennzeichnete dann den in
den letzten 30 Jahren fallenden beiſpielloſen
Auf=
ſchwung der Schiffahrt und des Schiffs= und
Ma=
ſchinenbaues. An die Eröffnungsanſprache
ſchloſ=
ſen ſich fachliche Vorträge. Am Freitag findet die
Hauptverſammlung mit einer Reihe weiterer
fachlicher Vorträge ihren Abſchluß.
Amy Johnſon vor dem Ziel.
Ihr Rekordverſuch ſcheint zu gelingen.
Paris. Die engliſche Fliegerin Amy
John=
ſon iſt auf ihrem Flug London-Kapſtadt geſtern
morgen 7.15 Uhr in Benguella (Angola)
ge=
landet. Sie hat ſeit ihrem Start am Montag
7200 Kilometer zurückgelegt und iſt nur noch
2400 Kilometer von ihrem Ziel entfernt. Amy
Johnſon hat die größten Ausſichten, den Rekord
ihres Mannes, des Fliegers Molliſon, zu brechen,
da ſie bereits einen Vorſprung von 18
Stun=
den hat.
Sprachlehrer Harriſon Berlitz geſtorben.
New York. Der weltberühmte Sprachlehrer
Harriſon Berlitz, Generaldirektor der auf der
ganzen Welt verbreiteten Sprachſchulen, iſt im
Alter von 69 Jahren geſtorben."
Schiffszuſammenſtoß auf dem Rhein.
Oberweſel. Am Mittwoch morgen gegen
5,30 Uhr ſtießen unterhalb der Stadt der
Schlepp=
dampfer C. G. Meier IV, der ſich auf der
Tal=
fahrt befand, mit dem zu Berg fahrenden
Güter=
dampfer „Badenia” zuſammen. Infolge der
Dunkelheit waren von dem Schlepper die
Licht=
ſignale von dem Güterdampfer nicht geſehen
worden, ſo daß er dieſem mit voller Wucht in die
Seite fuhr. Die Backbordſeite wurde vollkommen
eingedrückt. Ein Flügel des Radkaſtens wurde
abgeriſſen und überhängende Rettungskähne
vollſtändig zertrümmert. Der Güterdampfer
er=
hielt am Bug ein großes Leck. Die
Beſchädigun=
gen beider Schiffe waren derart ſchwer, daß ſie
ſich im Augenblick mit Waſſer füllten und ſofort
in den hieſigen Hafen abgeſchleppt werden
mußten.
Vier weitere Todesopfer der Grubenkataſtrophe
von Stepps.
London. Vier weitere Verletzte der
geſtri=
gen Grubenkataſtrophe von Stepps ſind ihren
Verwundungen erlegen. Damit erhöht ſich die
Zahl der Todesopfer des Bergwerksunglücks
auf acht.
Eine Großfärberei in Lodz niedergebrannt.
Lodz. Die Großfärberei Cytryn Nachfolger
wurde durch eine Feuersbrunſt vollſtändig
zer=
ſtört. Die Flammen ſchlugen auf die
Nachbar=
häuſer über, die ſofort von den Einwohnern
ge=
räumt wurden. Durch die einſtürzenden Mauern
der Färberei wurden zwei Häuſer zerſtört, die
von 30 Arbeiterfamilien bewohnt wurden. Opfer
an Menſchenleben ſind nicht zu beklagen.
Drei Räuber in Polen hingerichtet.
Wolkowyſk. Drei Räuber, die auf friſcher
Tat beim Plündern und Totſchlag ertappt
wur=
den, ſind im ſummariſchen Gerichtsverfahren zum
Tode verurteilt und nach Ablehnung ihres
Gna=
dengeſuches hingerichtet worden.
Die Urſache des Warſchauer Einſturzunglücks.
Warſchau. Die Verantwortung für das
Einſturzunglück am letzten Sonntag, das 21
Menſchen das Leben koſtete, trifft den techniſchen
Direktor des Brauereibetriebes. Er hatte weit
mehr Hopfenmengen einlagern laſſen, als das
wenig widerſtandsfähige Mauerwerk zuließ.
Tokio Seit dem Wirbelſturm, der di
zifiſche Küſte Japans heimſuche, werde
Fiſcherboote vermißt, die zu einer auf der oenſelben Gru
von Taira arbeitenden Fiſcherflotte gel
Man befürchtet, daß alle 40 Schiffe, von
keine Spur zu ſehen iſt, in dem Sturm ge
und die Beſatzungen von insgeſamt 250
ums Leben gekommen ſind. Ferner ſind 30
troſen des Dampfers „Gentſchu Maru”, di
der Höhe der Halbinſel Jzu in den Stur
riet, ertrunken.
Auch von allen Punkten der Oſtküſte Aoder=Go
Nachrichten ein, wonach viele Fiſcherboot: n
Fiſchdampfer im Sturm gekentert ſind. Nack..3
letzten amtlichen Mitteilungen beläuft ſiohen
Zahl der Toten auf 59, die der VernPla0
auf 62.
Das erſte Bild von der Warſchaf
Einſturz-Kakaſtrophe.
ſen. Sie wurden
Bäldlerk
beits
enn
7
die Woche au
Auf der be
beſſer aus
Es gibt Gem
Rettungsmannſchaften auf der Trümme
In der polniſchen Hauptſtadt ereignete
furchtbares Einſturzunglück. Durch
belaſtung brach ein altes Brauerei=Gebe
ſammen, und begrub unter ſeinen Tru
ein anliegendes Wohnhaus.
Nichft
Exkältung, Halsentzündung, Grippe
Votke
mit.
Dimflaoag=
DASTILLEA
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Fryüg, 18. November 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 321 — Seite 9
*Not überm Böhmerwald!
ſirnſchaftlicher und nakionaler Daſeinskampf der Deutſchböhmen. — Tauſende von Arbeitern durch Hunger
zdu hk wirkſchaftlich unkerhöhlt. — Drohender Generalangriff der Tſchechen gegen das deutſche
Sprach=
gebiek. — Aufgabe eines jeden Deukſchen, das kämpfende Grenzlanddeukſchkum zu ſkärken.
Angft und Nok
ein ſtändiger Gaſt im Böhmerwald.
Von Fritz Heinz Reimeſch.
98 Gebiet des Böhmerwaldes iſt von jeher ein
Notſtands=
bieiſt ſeweſen, denn der gewaltige Wald hat den Menſchen ſtets
wou Arbeit gemacht und nur kargen Verdienſt gegeben. Auf
r ſcmiſchen wie auf der bayeriſchen Seite kämpft der
baju=
riſtch Wäldler ſchwer um ſein Leben, und nur in den Zeiten,
doun das Holz hohe Preiſe erzielte, kehrte beſcheidener
Wohl=
ahln die Hütten der Holzknechte und die Gehöfte der Bauern
Ilas Waldgebiet, das im 12. und 13. Jahrhundert von
ſupriſchen Siedlern erſchloſſen wurde, ſtellt auch heute noch
Figtößten Waldbezirk Mitteleuropas dar, doch
eß noch wenig erſchloſſen, ſo daß die herrlichen Berge die
hlleien Wälder und die märchenhaften ſchönen Seen nur ſelten
Femden beſucht werden. Zwar bemühen ſich die beiden
„ßen Vereine des Landes, der „Deutſche
Böhmerwald=
m2, mit dem Sitz in Budweis, und der „Bayeriſche
iverein” mit dem Sitz in Straubing, eifrig, das Land
ſAſuchern zugängig zu machen. Die Wege, die von beiden
tnin die Waldberge führen, ſind hervorragend gut markiert
4hquem angelegt, die Gaſtwirtſchaften und Sommerfriſchen
Ahllig, doch die Eiſenbahnverbindungen ſind ſchlecht, ſo daß
fu ſchwer iſt, ein Bächlein von dem großen Fremdenſtrom
b Wald abzuleiten.
Hfolge der gegenwärtigen Wirtſchaftskriſe und einer
ver=
en Handelspolitik iſt der widerſinnige Zuſtand eingetreten,
Au böhmiſchen ebenſo wie im bayeriſchen Teil des Waldes,
großartige Fichtenbeſtände gewaltige Werte darſtellen, das
ſſge Holz billiger iſt als das eigene. Die Waldbeſitzer laſſen
Madeſſen ihre Holzbeſtände nicht lichten und nur die
aller=
ſpadigſten Arbeiten ausführen, ſo daß Zehntauſende von
Vrbeitern brotlos ſind. Auf der böhmiſchen Seite des
Wal=
ſileen in völlig geſchloſſenem Sprachgebiet, das das geſamte
sſbebiet bedeckt rund 250 000 Deutſche, von denen etwa 60
het aus der Waldarbeit Brot und Leben hatten. Der größte
deſer Menſchen iſt augenblicklich ohne Verdienſt. Aber auch
Ien 56 Glashütten, die im Waldgebiet beſtanden, arbeiten
u och vier und auch dieſe nur teilweiſe, ſo daß auch hier=
FTauſende brotlos ſind. Die Bauern des Böhmerwaldes
die denwenigſtens Eſſen, doch auch ſie friſten nur ihr Leben, denn
ſten mit erzeugniſſe ſind infolge der Höhenlage nie beſonders gut
ſein. Sie wurden vor allem nicht ausgeführt, ſondern von
Bäldlerbevölkerung ſelbſt verzehrt, die heute jedoch infolge
Arbeitsloſigkeit kaum in der Lage iſt, das Nötigſte zu kau=
MuAsenn die tſchecho=flowakiſche Arbeitsloſenunterſtützung zahlt
Familienvater als Höchſtſatz zehn Kronen, d. ſ. RM. 1,25,
de Woche aus.
der 1e Auf der bayeriſchen Seite des Waldgebietes ſieht es nicht
weur eſſer aus. In den Grenzbezirken iſt die Arbeitsloſigkeit
auf 8 Fenſelben Gründen wie auf der böhmiſchen Seite rieſen=
Es gibt Gemeinden, in denen 85 Prozent aller
Arbeits=
ſan arbeitslos ſind, weil die geſamte Waldarbeit ruht, die
Sägewerke ſtill ſtehen, und die Glashütten ihre Oefen
ausge=
blaſen haben. Verſchiedene Gemeinden ſind ſo arm, daß ſie
nicht mehr in der Lage ſind, die Wohlfahrtsunterſtützungen, die
den Arbeitsloſen geſetzmäßig zuſtehen, auszuzahlen, da ſämtliche
Steuereingänge auf dem Papier ſtehen, denn die wenigen
Kauf=
leute können ihre Waren nicht abſetzen, alſo auch keine Steuern
entrichten, weil die Arbeiter kaum noch etwas bei ihnen
ein=
kaufen können.
Ueber das landſchaftlich ſo herrlich ſchöne Böhmer= und
Bayernwaldgebiet hat ſich eine dunkle Wolke der Not und Angſt
gelegt. Im Sommer haben die Menſchen noch einen kleinen
Ver=
dienſt, da ſie — wenigſtens auf der bayeriſchen Seite — die
Früchte des Waldes, die üppig wachſenden Beeren aller Art,
ernten und verkaufen können. Die aus Weſtdeutſchland
ſtam=
menden Händler zahlten z. B. für das Pfund Heidelberen etwa
8 bis 10 Pfennige, und wenn die ganze Familie ausrückte,
konnten täglich 5, 6 Menſchen 50 bis 60 Pfund Heidelbeeren
ernten, freilich bei ſehr anſtrengender etwa zehnſtündiger Arbeit.
Auf der böhmiſchen Seite und auch in dem öſterreichiſchen Teil
des Dreiſeſſel= und Plöckenſteingebietes lohnt jedoch eine
ge=
werbsmäßige Ernte der Waldfrüchte nicht, denn die Eiſenbahn
iſt ſo weit weg, und außerdem ſo langſam, daß die Früchte nicht
mehr in gutem Zuſtande ankämen. Hoffnung auf Beſſerung
be=
ſteht nicht, denn es wird ja im tſchechiſchen Staate bekanntlich
nichts getan, das der ſudetendeutſchen Bevölkerung zugute
kom=
men könnte.
So iſt ſchon ſeit Jahren die Not ein ſtändiger Gaſt im
Böh=
merwald. Er ſprechen alle Anzeichen dafür, daß im kommenden
Winter der Hunger auf beiden Seiten des Waldes eine
furcht=
bare Ernte halten wird. Schon jetzt ſieht man Hunderte an ſich
geſunde Menſchen mit ganz grauen Geſichtern, den erſchreckenden
Zeichen der Unterernährung. Zu der wirtſchaftlichen Not kommt
auf der böhmiſchen Seite noch die ſchwere nationale Gefahr
hinzu. In den tſchechiſchen nationaliſtiſchen Kreiſen glaubt man,
daß die Wirtſchaftsnot, die ja hauptſächlich in den
ſudetendeut=
ſchen Gebieten herrſcht, während es in den tſchechiſchen Gebieten
kaum eine Arbeitsloſigkeit gibt, die Sudetendeutſchen ſo mürbe
gemacht hat, daß mit einem Generalangriff auf breiter Front
große Erfolge erzielt werden könnten. Die verſchiedenen
ter=
roriſtiſchen Vorfälle der letzten Zeit, die maßloſe Sprache
ge=
legentlich des Sokolkongreſſes, die Schreckensurteile im
Volks=
ſportprozeß laſſen erkennen, daß dieſer Generalangriff bevorſteht.
Im Böhmerwald vermuten die Tſchechen den geringſten
Wider=
ſtand, weil das abgeſchloſſene deutſche Sprachgebiet hier ſehr
ſchmal und, wie wir geſehen haben, wirtſchaftlich ſehr geſchwächt
iſt. Dann wiſſen die Tſchechen auch ganz genau, daß das
Böh=
merwäldler Deutſchtum, obwohl es auf einer Front von faſt
200 Kilometern mit dem Geſamtdeutſchtum geographiſch
zuſam=
menhängt, nur geringe ſeeliſche und organiſatoriſche Verbindung
mit dem geſchloſſenen Sprachgebiet beſitzt.
Wie planmäßig die Tſchechen einem Generalangriff
vorge=
arbeitet haben, kann man beſonders aus dem Netz von
Minder=
heitenſchulen, von tſchechiſchen Vereinshäuſern,
Touriſtenherber=
gen, aus den enteigneten Beſitztümern, die in Händen des
tſchechiſchen Bodenamtes ſind, und aus der ſyſtematiſchen Ein=
Umzug billig
ſtrk.: 1 Ofen,
kan. Dauerbr.,
A1 Roeder=
Gas=
gehmit Back= und
Nallof. 35-ℳ. 1 Bett
rcſorgrahm. 5 ℳ,
„ubebadeofen Jun=
T0ℳ. 1
Gas=
höfchen m. Rohr
kyküller, Frank=
Eſtr. 40. (16028
Bücherſchrank
180 br., da=
. rund. Tiſch,
Durchm., u. 3
Ae zu verkauf.*
enreichſtr. 29, I.
hu. gut erhalt.
ko, Nußb. mit
b. pol., Tiſch
ußb vol. vier
Leſtühle, Nußb.
1 Serviertiſch
Verkauf. Weiter=
Verſtr. 4, pt. r.*
lig abzugeben:
(nsparentrund,
MAurchm., 40 ℳ,
ſ. Schaukaſten,
m hoch, 10 ℳ.
Ehekenaufſatz,
m lang. 10 ℳ.
er, Ernſt=
Lud=
traße 1. (16029
Ver, neu, mittl.
ſtatt 80 f. 35
Knaben=Ulſter
oppe f. 12—13
re zu 18 Mk. *
Un ichſtr. 76, pt.
=Pelze (Nerz)
Nt.. 1 Tigerkatz.. zu verk.
Treuſch,
tenſtr. 9, I. r.*
9ad u. Nähm.
M. D.=Rad bill.
Ung esborngaſſe 3*
NHI. H.=Fahrrad
ig zu verkauf.
Mſbethenſtr. 35.,p.
Eir faſt neuer
ektreiſier=Apparat
ei’s abzugeben.
e f. Geſchäftsſt.*
Zomnmod., 2
Bett=
m mit Matr.,
MAKleiderſchrk., all.
erhalt. Runde=
Mnſitr. 7, H. l.r.
ſterh. Damenrad
preſſung von tſchechiſchen Beamten und Angeſtellten erſehen.
Ob=
wohl es im Böhmerwaldgebiet inmitten der Viertel Million
Deutſcher höchſtens 12 000 bis 15 000 tſchechiſche „Grenzer” gibt,
die mit allen Zwangs= und Werbemitteln des Staates
aus=
geſtattet ſind, verfügt dieſer kleine Hundertſatz über ein
ausge=
zeichnet entwickeltes Schul= und Vereinsweſen. Mit dem Gelde
der deutſchen Steuerzahler errichten die Tſchechen im deutſchen
Böhmerwald entlang der bayeriſchen Grenze eine tſchechiſche
Propagandaſchule nach der anderen. Für die wenigen hundert
tſchechiſchen Kinder, die in dieſem Gebiet leben, gibt es rund
300 tſchechiſche Volksſchulen, 30 Bürgerſchulen
und 160 Kindergärten. An den exponierten Poſten wie in
Eiſenſtein in Neuern in Winterberg, in Prachatitz, Hohenfurth,
Krumau haben die Tſchechen geradezu luxuriöſe Schulpaläſte
er=
richtet, die mit den modernſten hygieniſchen Einrichtungen
aus=
geſtattet ſind, und die jedem großſtädtiſchen Villenvorort
Weſt=
europas zur Zierde dienen könnten. Es fehlt den Tſchechen nur
eines, nämlich die tſchechiſchen Kinder, die in dieſen Schulen
unterrichtet werden ſollen. Um die Daſeinsberechtigung dieſer
Propagandaſchulen zu beweiſen, werden Hunderte von deutſchen
Kindern, deren Eltern vom Staate abhängig ſind, in die
Schulen=
hineingepreßt, und durch Geſchenke und andere Methoden des
Seelenfanges dem deutſchen Volkstum entfremdet.
Der bevorſtehende Generalangriff wird aber nicht mit
der=
gleichen „friedlichen” Mitteln durchgeführt werden, ſondern mit
brutalem Terror. Als am 17. Juli 600 berittene und
ſchwer=
bewaffnete Tſchechen unter Führung des Vizepräſidenten des
Prager Parlaments, Dr. Lugavſki, das 250 deutſche Seelen
zäh=
lende Sprachgrenzdorf Albrechtsried heimſuchten, um dort den
Bau der Kulturverbandsſchule für immer zu verhindern, da hat
dieſer würdige Parlamentarier feierlichſt erklärt, daß von nun
an mit Mafchinengewehren gerabeitet würde. Wenn auch nicht
alles ſo heiß gegeſſen wird, wie es in der Hexenküche der
tſchechi=
ſchen Chauviniſten gekocht wurde, ſo hat die deutſche
Oeffeni=
lichkeit doch alle Veranlaſſung, die außerordentlich gefährliche
Lage im bayeriſch=böhmiſchen Grenzgebiet nicht nur mit
wach=
ſamen Augen zu betrachten, ſondern auch helfend
einzu=
greifen. Noch ſind wir nicht ſo arm, als daß wir nicht auch
die Mittel aufbringen könnten, dieſes Grenzland zu ſtärken. Für
den bayeriſchen Teil des Böhmerwaldes müſſen Mittel der
Oſt=
hilfe ſchleunigſt für einige große Arbeiten, vor allem den
Bau der Zellertalbahn, bereitgeſtellt werden, die
Deutſchtums=
verbände müſſen dem unter der tſchechiſchen Herrſchaft ſtehenden
Böhmerwald=Deutſchen tatkräftige Hilfe gewähren! Und der
reichsdeutſche Wanderer, Reiſende, Winterſportler möge dieſes
an landſchaftlicher Schönheit ſo reiche Bergland aufſuchen.
Wetterberichl.
Der hohe Druck im Nordweſten hat ſich bis über Deutſchland
ausgebreitet, ſo daß eine Hochdruckbrücke in ſüdöſtlicher Richtung
bis nach den Balkanländern entſtanden iſt. In ihrem Bereich
be=
ginnen die Luftmaſſen zuſammenzuſinken, ſo daß wieder mehr
Aufklaren einſetzen wird und die Temperaturen nachts ſtärker
zurückgehen.
Ausſichten für Freitag, den 18. November: Neblig mit Aufklaren,
trocken. Nachtfroſt.
Ausſichten für Samstag, den 19. November: Noch keine weſentliche
Aenderung.
Haupiſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrſchten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette;
für den Inſergientel und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuhle;.
Druck und Verlag: L. C. Wlttſch — ſämilich in Darmſtadi
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
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Seite 10 — Nr. 321
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 18. November
dur Ssaulelllsdr.
* Kaſimir Edſchmids Verleger, Herr v. Zſolnay, erhielt, wie
wir dem Börſenblatt des deutſchen Buchhandels entnehmen, von
dem Herrn Reichsinnenminiſter Frhr v. Gayl das folgende
Schrei=
ben: „Ich habe das Buch „Deutſches Schickſal” mit ſehr
großem Intereſſe geleſen. Seit Jahren habe ich kein Buch in der
Hand gehabt, das mich ſo gefeſſelt hat, und das mich nicht nur
durch die Geſtaltung des Schickſals der Hauptperſonen, ſondern auch
durch ſeine warme und tiefe Liebe zu Deutſchland gefeſſelt hat. Ich
wünſche dem Buch eine weite Verbreitung.”
— Stiefkinder des Schickſals, Helfer der Menſcheu. Krüppel,
Blinde, Taubſtumme, Verſtümmelte. Entſtellte. Epileptiker gelten
in der Welt der Geſunden leicht als Stiefkinder des Schickſals.
Sie ſind faſt immer heitere, ja glückliche Menſchen, die ihr ſchweres
Schickſal überwunden haben. Sie ſind oft ſogar die Lehrer und
Prediger für die Geſunden geworden. Unter dieſem Geſichtspunkt
hat die feinſinnige Stuttgarter Schriftſtellerin, Gertrud
Fundin=
ger, den Lebensgang ſolcher ſcheinbar vom Schickſal Enterbter in
. F. Lehmanns Verlag in München niedergeſchrieben. (Geheftet
3 Mk.. gebunden 4 Mk.) Das Büchlein will all denen Mut machen.
und bei der Bemeiſterung ihres Lebens helfen, die ſelbſt
lörper=
liches Leid zu tragen haben. Es gehört aber auch ebenſo in die
Hande all derer die ſich am Beiſpiel jener tapferen und
aufrech=
ten Menſchen ſelbſt aufrichten wollen, oder als Aerzte, Seelſorger
und Lehrer ihnen zu helfen berufen ſind.
— Johan Bojer. Der Verſtrickte. Erzählungen. Aus dem
Norwegi=
ſchen von J. Sandmeier und S. Angermann. 223 Seiten.
Mün=
chen. C. H. Beck. Geheftet 3.60 Mk. in Leinenband 4.80 Mk.
Die große Leſergemeinde dieſes neben Hamſun bedeutendſten
und meiſtgenannten norwegiſchen Dichters wird es freudig
be=
grüßen, daß neben den zahlreichen Romanen jetzt dieſer
Novellen=
band erſchienen iſt, in dem die beſten und bezeichnendſten
Erzäh=
lungen Johan Bojers vereinigt ſind. Am ſtärkſten ſpricht vielleicht
der Autor der „Lofotfiſcher” zu uns aus den beiden Erzählungen
„Die Fiſcher” und „Weihnachten in der Kajüte‟.Hier wird
wie=
der ſeine eigene Jugend lebendig, jene Zeit, da er ſelbſt als
Halb=
wüchſiger auf den Winterfiſchfang mit all ſeinen Entbehrungen
und Härten ausziehen mußte. Alle Erzählungen ſind von einer
großen, reifen Kunſt, in ihrem Mittelvunkt ſteht der Menſch, der
Charakter und deſſen Begegnung mit dem Schickſal und ſo wird
jeder Leſer, der anſpruchsvollſte wie der einfachſte, von ihnen tief
ergriffen und um unvergeßliche Geſtalten und Erlebniſſe
be=
reichert ſein.
— Die ſchönſten deutſchen Gedichte. Ein Hausbuch deutſcher Lyrik
von den Anfängen bis heute. Geſammelt und geordnet von
Ludwig Goldſcheider und Paul Wiegler. Mit 64 Bildern in
Kupfertiefdruck. Phaidon=Verlag.
Seit Storms wunderbarem „Hausbuch aus deutſchen Dichtern”
iſt keine Anthologie deutſcher Lyrik erſchienen, die durch ebenſolche
Reinheit und Schönheit, durch ebenſo feines Gehör und
eben=
ſolche innere Geſchloſſenheit die Berechtigung gehabt hätte, als
eine Bibel der Nationaldichtung ins Volk zu dringen
Kompila=
toriſche Beiſpielſammlungen, mehr oder minder brauchbare
Hand=
bücher und „Blütenleſen” gab es und gibt es wohl zur Genüge
— aber welche wirklich repräſentative Sammlung ließe ſich
nen=
nen, die den Schatz unſerer Dichtung ſo vereinigt hielte wie etwa
Palgrave den der Engländer? Es genügt eben nicht, ſchöne (oder
auch nur berühmte) Gedichte zu einem bunten Strauß
zuſammen=
zubinden. ausſchlaggebend iſt die innere Geſchloſſenheit, die geiſtige
Rundung, die Kompoſition der Ausleſe. Jetzt erſt, da das Buch
vorhanden iſt. wird man erkennen, wie ſehr es bisher gefehlt hat.
Auch durch die ſchöne Ausſtattung und durch den
Volksausgaben=
preis iſt das Buch geeignet, als Geſchenk= und Hausbuch in alle
Kreiſe zu dringen
—C. F. Ramuz: Farinet oder Das falſche Geld. Roman. Kart.
3,60 RM. Ganzleinen 4,80 RM. (München. R. Piper u. Co.)
Ramuz iſt zweifellos der größte lebende Dichter, den die
Schweiz heute aufzuweiſen hat. Seine Erdnähe und ſein tiefes
Naturempfinden verbinden ihn ſo eng mit deutſcher Art, daß er
auch bei uns die große Gemeinde finden wird, die er verdient.
Ramuz erzählt mit der Wärme erdgeſättigter Liebe. Sein neuer
Roman „Das falſche Geld” ſpielt in einem Bergdorf der Schweizer
Alven Sein Thema iſt das Verlangen nach Selbſtherrlichkeit das
den Helden ſcheitern läßt. Farinet, der die Freiheit der Berge
liebt, hat eine Goldader gefunden und prägt nun ſelbſt Goldſtücke.
Er wird vom Staat als Falſchmünzer verfolgt, und unterliegt
zu=
letzt der Einkreiſung durch die Uebermacht. Die Erzählung iſt,
wie immer bei dieſem Schweizer, knapp, plaſtiſch und zugleich
dra=
matiſch fortreißend. Ramuz führt uns zurück zu den urſprünglichen
und weſentlichen Dingen und Erlebniſſen.
Ap. Eine Frau wie du und ich. Roman der Liebe um George
Sand. Von Victorio T. Wolf (Verlag von Carl Reißner,
Dresden). Der Roman behandelt das Leben und Lieben der
George Sand (geb. Aurore Dupin) von ihrer Kindheit an bis
zu ihrem Tode (1804—1876), wobei ihre Tagebuchaufzeichnungen,
in denen ſie über alle äußeren und inneren Erlebniſſe berichtet,
benützt ſind. Tochter einer Tänzerin von zweifelhaftem Rufe
und des Leutnants Dupin von vornehmer Herkunft, wurde ſie
nach dem Tode ihres Vaters von ihrer Großmutter auf dem
Familiengut Nohont und in einem franzöſiſchen Kloſter erzogen.
Mit 18 Jahren vermählte ſie ſich mit dem Baron Dudevant. Die
Ehe, der zwei Kinder entſtammten, war nicht harmoniſch, er
ver=
ſtand die exaltierte Frau nicht, und ſie fühlte ſich in ihrem
Drang nach Selbſtbetätigung unbefriedigt. Deshalb begab ſie
ſich für die Hälfte des Jahres nach Paris, wo ſie Männerkleidung
anlegte, und womit ihr unſtetes Leben begann. Ihre Erfolge
als Schriftſtellerin, als welche ſie den Namen George Sand
an=
nahm, machten ſie bald bekannt und berühmt. Sie verkehrte
mit den literariſchen Größen, mit Balzac und de Muſſet, zu dem
ſie in Venedig in ein inniges Verhältnis trat. Nach ihrer
Schei=
dung von ihrem Manne lebte ſie wieder in Nohont. In dieſe Zeit
fällt ihre Freundſchaft mit Liſzt und der Gräfin d’Agoult, mit
denen ſie in Männerkleidung in die Schweiz reiſte. Liſzt und
ſeine Begleiterin wurden in dem gaſtfreien Nohont Dauergäſte.
In Paris lernte die 36jährige Frau dann den um 8 Jahre
jun=
geren Chopin kennen, mit dem ſie ſich verband. Ihr Verhältnis
mit Chopin wird in dem Buche in einem idealeren Lichte
ge=
ſchildert. Für die Revolution trat ſie in Wort und Schrift ein
und wurde zur erſten Frauenrechtlerin des Abendlandes. Nach
der Wiedereinführung der Monarchie kehrte ſie nach Nohont
zurück und ſchloß einen neuen Freundſchaftsbund, mit dem
Gra=
vhiker Manceau. George Sand ſtarb im Jahre 1876. In 105 Bänden
iſt geſammelt worden, was ſie in 44 Jahren ihres Lebens
geſchrie=
ben hat. Die Schilderungen des geiſtigen und ſeeliſchen Lebens der
George nehmen den größten Raum des Buches ein. Auch der
„ausgezeichneten Mutter”, wie Balzac ſie genannt hat, wird es
gerecht. George Sand ſo ſagt die Verfaſſerin am Schluß, war
eine Frau, wie du und ich, ein Weib in ihrem Glück und Leid,
ein Teil der Natur in ihren Wundern und ihrer Kraft. Das
Buch, das auf einem gründlichen Studium beruht und mit vieler
Liebe geſchrieben iſt, ſtellt ſich als ein Verſuch einer „Rettung”,
der George Sand dar, die nach der Schilderung der Verfaſſerin
„alles andere war, als der Vampyr und die
Männerverbrauche=
rin, als die wir ſie verkennen”
Das Erlebnis des Hochgebirges. Von Oskar Erich Meyer.
Mit einem Bildnis des Verfaſſers. In Ganzleinen 6,80 RM.
Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft Zweigniederlaſſung Berlin
SW. 19.
Profeſſor Dr. Oskar Erich Meyer iſt kein Unbekannter mehr.
Schon ſein Buch „Tat und Traum” wurde von den „Mitteilungen
des Deutſchen und Oeſterreichiſchen Alpenvereins” als das beſte
alpine Buch der letzten 20 Jahre bezeichnet. Dies neue Bergbuch
ähnelt zwar dem Weſen nach dieſem Buche, vertieft aber —
lite=
rariſch=ſtiliſtiſch und gedanklich fortentwickelt — das Erlebnis der
Berge vom Standpunkte des innerlich freien großen Bergſteigers,
des Skiläufers und des Fliegers zu noch ſtärkerer Bildkraft. Es
iſt wohl die vorbildlichſte Verinnerlichung alpinen Erlebens und
ſteht turmhoch über dem vielfach ſelbſtgefälligen alpinen
Schrift=
tum der „Zuſpätgeborenen”, das meiſt nichts weſentlich Neues zu
geben hat. Oskar Erich Meyers „Erlebnis des Hochgebirges”
trägt uns — insbeſondere in der unübertrefflichen Schilde,
ſeiner Lyskammbeſteigung — aus der Niederung des
Alltag=
den ſturmumtobten ſchmalen Königspfad des alpinen Klaſſ”i,
Tendenz=Literatur „Jedes gute Buch darf und ſoll irseN
wie „Tendenz haben. Weil es „fuhren” ſoll. Selbſt im Ra=ſ
leichter Unterhaltung. Will man aber ringen um Le=t
anſchauungen, um politiſche und ſozialpolitiſche Dinge, die :)
zehnte im Brennpunkt des Kampfes ſtehen, dann darf man ſi.
Arbeit nicht ſo leicht machen, wie es die Autoren der nachſtt.
den, nach Form und Inhalt ſehr verſchiedenen, im ganzen
ſeelenverwandten Bücher taten:
Schickſal und Maſchine” heißt ein Roman von S.
Pollatſchek (Saturn Verlag, Wien). Zu gleichen Teilen
ſellſchafts=, Induſtrie= und ſozialer Roman, der ſich an große
gaben mit unzulänglichen Mitteln wagt. Abgeſehen von den
ſache, daß gewiſſe geſellſchaftliche Dinge als feſtſtehend und Su
tigt hingenommen werden, die dann doch noch lange= in den
kuſſion ſtehen werden, geht der Autor mit allzu kühnen Schi
in und über die Wandlung ſeiner Menſchen und damit ſchr
ſozialpolitiſcher Probleme hinweg, logiſche Entwicklung zwing
zu ſeiner Zielweiſung einfach ſchuldig bleibend.
Das geht ebenſowenig an wie die leichte Schaffung
kommuniſtiſch=ſozialen Staates, in dem alles muſterhaft wi
Schnürchen geht, wenn Hans O. Wendt dieſen Staat irn
wald Braſiliens, erreichbar nur durch eine Luftflotte, errichte/
ihn durch den „Blauen Flieger”, ſo heißt der Romay,
bei Erich Welk, Berlin NO. 55, erſchien, ſchaffen läßt. So
ſind dieſe Probleme denn doch nicht zu löſen, wennwohl 2u
wenigſtens den Verſuch macht, ſeinen Theorien praktiſche
Be=
dung zu geben. Von dieſer durchſichtigen Tendenz, die mam
ſehr eigenwillig betont wird, abgeſehen, iſt das ein ganz 10
werter Roman eines deutſchen Fliegers und Forſchers, den
Zufall — oder ſein Schickſal — zum Teſtamentsvollſtrecker
Abenteurers macht und damit zum Beſitzer und Ausbeuter
wirtſchaftserſchütternder Erzlager im braſilianiſchen Urwa).-ſiters Stu
„Leutnant Geßner” heißt das dritte Werk. G
Jenny ſchrieb unter dieſem Titel ein dreiaktiges Schauſpiel, ſuppe Dic
bei Raſcher u. Co. als Buch erſchien. Ein Antikriegsſchau=)G0p 0t
ohne bühnenwirkſamen Aufbau und die Tendenz „Antikrieg
fach dokumentierend, ohne in ſeeliſcher Vertiefung und looif
Entwicklung den Nachweis des „So und nicht anders” zu
ſuchen.
Südbayeri
Stuttg
Der „Deutſche Lied=Kalender 1933” ein prächtiger Wochen=Abt
kalender des Wilhelm Limpert=Verlags, Dresden=A. 1.
eben wieder erſcheinen und grüßt mit ſeinen herrlichen B
und ſeinem tiefgründigen textlichen Inhalt den großen Tun4
deskreis ſeiner jährlichen Abnehmer. Alles, was das deutſche
beſingt, insbeſondere Heimat, Volk und Vaterland, iſt in
wirklich feinen Kalender in Bild und Wort vereinigt und
beſtimmt, ein ganzes Jahr lang allen liederfrohen Menſchen zn
zu ſchenken. Das Titelbild ſchmückt ein mehrfarbiges, p
wirkendes Denkmal des Minneſängers Walter von der
weide. Dann öffnen ſich dem Beſchauer die künſtleriſchen S=0
des Jahrweiſers. In Bild und Wort ſtreut er ſeine eroſe=
Schätze von den hohen Liedertagen in Frankfurt a. M. ins deuche
Sängerland. Zweier Fürſten im Reiche der Töne iſt beſoenAMe Borſchlut
huldigend gedacht worden: Richard Wagners, zur 50. Wieden10 hannode!
ſeines Todestages, und Johs. Brahms', zur 100. Jährung ſug /
Geburtstages.
Atlantis=Kalender 1933. 24 Blatt mit Kalendarium und
druckpoſtkarten. Merkblätter für jeden Monat mit aſtrorni
ſchen Daten. Wetterregeln, Sprüchen und wirkungsv
Deckblatt. Als Abreißkalender eingerichtet. Preis 1,80
Atlantis=Verlag, Berlin=Leipzig.
Der Atlantis=Kalender rechtfertigt ſein erſtmaliges Erſchn
durch ſeine hervorragende Ausſtattung. Auf 24 Kartontel
deren Bilder man auch als Poſtkarten abtrennen kann, beff
ſich das Kalendarium und herrliche, zum größten Teil unbeiat
Aufnahmen Dr Martin Hürlimanns von den Schönheitend
weiten Welt. Außerdem findet man auf 12 beſonderen Mon
blättern aſtronomiſche Angaben, Bauernſprüche, Gedichtchenud
inderes. Feierlich prangt auf dem Umſchlag des Kalenderd
Apollo von Olympia als Symbol der Schönheit und Biltnd
während im Innern ein höchſt ergötzlicher Neujahrsſprucd
alten Mathias Claudius das Geleite gibt.
dir
A begegner
ermitteln.
Män=
bei dem
Berlin
hann
Te,
Ss
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Japan. Hummer
Dose nur noch 1.25
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der Zeit mit geſtaltendem Geſchick geſchrieben,
ſchildert es farbenfroh und voll Spannung den
Kampf eines Einzelnen gegen die Mächte jener
Zeit. Mit kräftigen, ſicheren Strichen iſt in dieſer
heimatnahen Heſſenchronik der Gang durch die
Kreuzesſchule des Lebens geſtaltet; zugleich als
ſiarker und helfender Zuſpruch für jeden
ringen=
den Menſchen unſerer Tage, der bereit iſt, das
Bekenntnis, das hinter dem Buch ſieht, auf ſich
wirken zu laſſen: „Ich faſſemein Leben im Licht der
Ewigkeit auf. Ich halte es für einen
fundamen=
talen Glaubensartikel, daß Gott uns im Leben .
führt und auch mit dem Schwerſien im Leben,
gegen das wir nichts können, große Dinge vor hat.”
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haben die Verbandsbehörden meiſtens veranlaßt, von ſich aus
ieſem Tage keine Spiele anzuſetzen. Im Raſenſport herrſcht
beſchränktes Programm, in den übrigen Sportarten ſpielen
ſtie wenigen angeſetzten Veranſtaltungen meiſtens im Ausland
Im
Fußball
nur in fünf ſüddeutſchen Gruppen geſpielt. In den
ſoven Heſſen und Rhein ruht der Spielbetrieb völlig, in der
ſppe Baden kommt nur ein Spiel zum Austrag, und nur in
beiden bayeriſchen Gruppen, in Württemberg und an der Saar
der Spielbetrieb weiter. Im einzelnen hat das Programm
indes Ausſehen: Gruppe Nordbayern: Germania Nürnberg—
Nürnberg. SpVgg. Fürth—VfR. Fürth. 1. FC. Bayreuth
m ASV. Nürnberg. Würzburger Kickers—FC. Schweinfurt: —
hove Südbayern: Teutonia München—Bayern München. Wak=
Nünchen—1860 München. SSV. Ulm—DSV. München. Jahn
ensburg—Ulmer FV. 94; Gruppe Württemberg: VfB.
Stutt=
b-Kickers Stuttgart, Sportfr. Eßlingen—SV. Feuerbach. FC.
enfeld—Stuttgarter SC.. Normannia Gmünd—Union Böckin=
Gruppe Baden: Svielvereinigung Schramberg-Karlsruher
Gruppe Saar: 1. FC. Idar—1. FC. Kaiſerslautern. Eintracht
ſe—Sportfreunde Saarbrücken, FV. Saarbrücken—Saar=
Saar=
ben, SV. 05 Saarbrücken—SV. Völklingen; FK. Pirmaſens—
ſuſſia Neunkirchen. — Eintracht Frankfurt gaſtiert in
Weſt=
chland und trägt gegen Preußen Münſter ein Privatſpiel aus.
Vemerkenswert iſt noch, daß der Kölner SC. 99 den Schwedi=
Meiſter A. J. K. Stockholm zu Gaſt hat.
Handbal l.
Auch hier gibt es nur in wenigen Gruppen Spielbetrieb. Es
hen: Gruppe Saar, Südbayern, Nordbayern, Württemberg.
iſt in fi.
Rugby.
tigt und
Im ſüddeutſchen Rugbyſport gibt es nur zwei Verbandsſpiele
Mainkreis. SC. 1880 trifft auf Eintracht Frankfurt,
ſrend ſich die beiden Offenbacher Vereine, Ruderverein und
99, begegnen.
Hockey.
der Vorſchlußrunde um den Silberſchild des DHB.
in Hannover der Bezwinger des Südens, Norddeutſchland,
Mitteldeutſchland, um den Endſpielgegner für die Berliner
zu ermitteln.
Radſport.
m un 1
mit aſturh Frankfurt eröffnet am Samstag abend ſeine Winterbahn mit
ſwirkungv hmn 100=Klm.=Mannſchaftsrennen mit erſtklaſſiger
internatio=
ſeis 19 Mr Beſetzung. In Dortmund ſteigt am Sonntag ein
Amateur=
ßen, bei dem ſich der holländiſche Olympiaſieger van Egmond
Scart befindet. Die Pariſer Winterbahn iſt Schauplatz eines
Kartutterkampfes zwiſchen Deutſchland und Frankreich für Flieger,
der und Straßenfahrer, wobei Weltmeiſter Richter erſtmals in
eil unbetd: neuen Würde in Paris an den Start geht. Mit zwei deut=
Mannſchaften (Rauſch=Hürtgen und Schorn=Göbel) läuft das
Umſterdamer Sechstagerennen.
ieren Na4
Schwimmen.
Kü
und Bil)I Berlin wird ein Gefallenen=Gedenkſchwimmen abgewickelt
in Hannover ſteigt ein Waſſerballturnier.
Pferdeſport.
Der Terminkalender verzeichnet ein Galopprennen in Kre=
Das franzöſiſche Galopprennen des Tages geht in Auteuil
ſich.
Tennis.
Am Samstag gibt Tilden mit ſeinem Landsmann Barnes und
beiden Deutſchen Najuch und Nüßlein ein Gaſtſpiel in Köln.
bwden und Dänemark liefern ſich in Stockholm einen
Hallen=
wiskampf, der im Hinblick auf den bevorſtehenden Hallenkampf
hen Dänemark und Deutſchland für uns beſondere Bedeutung
Fmt.
Verſchiedenes.
Der Stuttgarter Langſtreckenläufer Helber beteiligt, ſich in
zſiI an einem Croß=Country=Laufen. Italieniſche
Amateur=
r unternehmen eine Nordlandreiſe und ſtarten in Schweden.
Biſſel veranſtaltet ein internationales Boxturnier für Berufs=
2y. In Wangen geht ein internationales Kunſtturnen mit
wizer Beteiligung in Szene.
Fußball im Kreis Skarkenburg.
Keine Verbandsſpiele am Totenſonntag.
Am kommenden Sonntag ruhen in Kreisliga und A=Klaſſe
bunktkämpfe auf der ganzen Linie. Obwohl nicht überall
werigkeiten für die Durchführung der Spiele beſtehen, hat die
ſisleitung dieſe doch durchweg abgeſetzt und es den Vereinen
gelaſſen, ob ſie Privatſpiele austragen oder ausſetzen wollen.
eichei die Kreisliga iſt jedenfalls heute nichts zu berichten.
Die A=Klaſſe des Kreiſes
urn vergangenen Senntag in zwei Gruppen die Rückrunde be=
Müum. Die hierbei erzielten Ergebniſſe waren folgende:
Gruppe Odenwald. FSV. Groß=Zimmern — VfR. Erbach 2:1,
ſelwgg. Groß=Umſtadt — VfL. Michelſtadt 2:4 (1:1): SC. Ob. — VfR. Beerfelden, kampflos für Ober=Ramſtadt, da
lelden zurzeit disqualifiziert iſt.
Gruppe Dreieich. Tgde. Sprendlingen — T.u. SV. Meſſel 5:2.
o. Wixhauſen — Sportperein Erzhauſen 0:0 (!). FC. Langen
eoe — FC. 02 Dreieichenhain. Das noch auf der Liſte ſtehende
sBe Offenthal — Dietzenbach war abgeſetzt worden, da Offen=
Hereits ein Privatſpiel mit Viktoria Griesheim vereinbart
* Griesheim gewann dieſes Treffen mit 5:3 (2:2).
DarDoe ſür kommenden Sonntag iſt ein Privatſpiel bekannt gewor=
—nd zwar empfängt Viktoria Griesheim den FSV.
Groß=
hm ern. Der Ausgang dieſes Spieles läßt intereſſante Schlüſſe
Ue im Frühjahr beginnenden Aufſtiegskämpfe der 4=Meiſter
Aa beide Mannſchaften in ihren Gruppen als Favoriten zu
1 =rachten ſind
N
Aus der Arbeiksgemeinſchaft
94.—95b.—95b.
Wichtige Beſchlüſſe.
Der Vorſtand der Arbeitsgemeinſchaft DT.=DSB.=DFB. faßte
in einer Sitzung eine Reihe wichtiger Beſchluſſe, die den
gegenſei=
tigen Spielverkehr, gemeinſame Veranſtaltungen,
Verbandswech=
ſel, Disqualifikationen uſw. betreffen. Die Beſchlüſſe haben
fol=
genden Wortlaut:
1. Die drei Verbände: Deutſche Turnerſchaft, Deutſcher
Fuß=
ball=Bund und Deutſche Sportbehörde für Leichtathletik machen
ihren Unterverbänden die genaue Innehaltung und Beachtung des
Vertrages, insbeſondere der Beſtimmungen über die Sperrfriſt,
zur Pflicht.
r Verwaltungsausſchuß der Arbeitsgemeinſchaft DT.=
DSB.=DFB. hält es für notwendig, für eine einheitliche
Aus=
legung der Spielregeln im Fußball und in den Sommerſpielen
Sorge zu tragen. Dort, wo in den Verwaltungs=Unterausſchüſſen
die Frage der Ausbildung und Prüfung der Kampfrichter bereits
geregelt iſt, bleibt es bei der bisherigen Regelung.
Im übrigen hat die DT. auch das Recht, die Kampfrichter für
Fußball auszubilden. Sie übernimmt auch die Prüfung dieſer
Kampfrichter. Die DT. hat die Pflicht, zu dieſen Prüfungen ein
Mitglied des DFB. hinzuzuziehen. Dieſes Mitglied hat ein
Ein=
ſpruchsrecht,
Der DFB. iſt bereit, ein oder zwei von der DT. beſtimmte
Ob=
leute für Fußball zu ſeinen allgemeinen Ausbildungs=Lehrgängen
auf Koſten der DT. zuzulaſſen. Die gleiche Regelung gilt
ſinn=
gemäß für Sommerſpiele.
3. Iſt ein Mitglied von den Veranſtaltungen ſeines Verbandes
zeitweiſe ausgeſchloſſen oder disquilifiziert (oder geſchwärzt), dann
beginnt die Sperrfriſt bei Uebertritt zu einem anderen Verband
erſt mit der Beendigung dieſer verhängten Strafe.
4. In den Unterausſchüſſen iſt die Frage des Turnerpaſſes
für Gaſtmannſchaften bei Fußball und Sommerſpielen bereits
ge=
regelt. Für die Sommerſpiele wird ſeitens der DT. der
Spieler=
ausweis der DSB. als ausreichend anerkannt. Ebenſo hat der
Fußballpaß der DT. in den Gebieten der DT.=Kreiſe, wo er zur
Einführung gelangt iſt, ausreichende Gültigkeit. Bezüglich der
Eintragung in die DT.=Päſſe ſoll es bei der durch die
Unteraus=
ſchüſſe getroffenen Regelung verbleiben.
5. Im nächſten Jahre finden, mit Rückſicht auf das Deutſche
Turnfeſt, die Deutſchen Volksturn=(Leichtahtletik=)Meiſterſchaften
ausnahmsweiſe nicht am 30. Juli ſtatt, ſondern am 13. Auguſt,
und zwar für Männer in Köln oder Berlin und für Frauen am
20. Auguſt in Erfurt.
6. Die Deutſchen Waldlauf=Meiſterſchaften werden am 23.
April 1933 in Berlin ausgetragen.
7. Wenn Stadtverbände für Leibesübungen oder andere
ört=
liche Gemeinſchaften Veranſtaltungen durchführen wollen, an
denen auch Mitglieder der in der Arbeitsgemeinſchaft DT.=DFB.=
DSB. zuſammengeſchloſſenen drei Verbände teilnehmen ſollen, iſt
die Teilnahme nur geſtattet, wenn die betreffende Veranſtaltung
vorher von der Arbeitsgemeinſchaft genehmigt worden iſt.
An=
träge auf Genehmigung müſſen bis zum 1. April jeden Jahres,
in beſonderen Fällen 8 Wochen vor der geplanten Veranſtaltung,
bei der Geſchäftsſtelle der Arbeitsgemeinſchaft eingereicht werden.
Ausſicht auf Erteilung der Genehmigung haben nur ſolche
Veran=
ſtaltungen, die einen rein örtlichen Charakter haben, die alſo nicht
als nationale oder internationale Veranſtaltungen anzuſehen ſind.
Auf keinen Fall werden aber Veranſtaltungen genehmigt werden,
in denen örtliche Meiſterſchaften zum Austrag kommen ſollen.
Wird bei der Arbeitsgemeinſchaft DT.=DSB=DFB. die
Ge=
nehmigung nicht eingeholt oder nicht erteilt, ſo ſpricht dieſe ein
Startverbot für alle Mitglieder der drei Vertragsverbände aus.
8. Der Verwaltungsausſchuß ſtellt feſt, daß es dem Sinn des
Vertrages widerſprechen würde, wenn einzelne Turnkreiſe oder
Landesverbände beſchließen würden, grundſätzlich jede Verkürzung
der Sperrfriſt von 6 Monaten für den Uebertritt eines
Einzelmit=
gliedes von einem Verband abzulehnen. Jeder Antrag iſt zu
prüfen.
Für die Arbeitsgemeinſchaft DT.=DSB.=DFB.
gez. Dominicus. gez. Linnemann. gez. v. Halt.
9.R.A. verlangt Turn= und Sporkpflicht-Geſek.
Der neue Vereins=Neunkampf.
Der Deutſche Reichsausſchuß für Leibesübungen hielt am
Samstag im Landeshaus der Provinz Brandenburg, zu Berlin
ſeine fällige Mitgliederverſammlung unter dem Vorſitz von Exz.
Lewald ab. Nach dem von Dr. Diem erſtatteten Jahresbericht
ſprach Exz. Lewald über die Schritte, die der D.R.A. beim
Reichs=
kuratorium unternommen hat. Der Redner betonte, daß die
bis=
herige Vertretung des D. R.A. im Kuratorium bei weitem nicht
genüge, da eine Durchführung der Kuratoriumspläne nur möglich
ſei, wenn die großen Verbände mitmachen. Das anſchließende
Referat des Generalmajors Vogt über das Thema „
Jugendertüch=
tigung — Wehrſport” rief eine Reihe von Vertretern der großen
Verbände auf den Plan. Alle warin ſich darin einig, daß das was
das Kuratorium anſtrebt, von den Turn= und Sportverbänden
ſchon ſeit Jahren geleiſtet wird, und daß die Turn= und
Sportver=
bände noch ganz anderes leiſten könnten, wenn man ihnen die
Summen bewilligt, die dem Kuratorium zur Verfügung ſtehen.
Schließlich wurde folgende Reſolution angenommen: „Der D. R.A.
bittet die Reichsregierung, eine Vertretung der Schulen in das
Kuratorium zu berufen, die tägliche Turnſtunde
einzufüh=
ren und das Turn= und Sportpflichtgeſetz für die ſchulentlaſſene
Jugend bis zur Volljährigkeit einzuführen.
Die vorliegende Ausſchreibung für die Schaffung eines
Ver=
eins=Neunkampfes um den Preis des Vaterlandes, in welchem
Ordnungsübungen, Körperſchule, Springen, Stoßen, Laufen,
Tur=
nen, Hindernislauf, Schießen und Schwimmen vorgeſehen iſt,
wurde zwar im Prinzip von den Verbandsvertretern begrüßt,
je=
doch ſollen die Einzelheiten dieſer Ausſchreibung nach
Stellung=
nahme der Verbände erſt noch einmal genau überprüft werden.
Auf den 11. Dezember verlegt wurde der
Fünf=
länderkampf der ſüddeutſchen Schwimmergaue Baden, Heſſen.
Württemberg Nord= und Südbayern, der urſprünglich für den
4. Dezember in Stuttgart vorgeſehen war.
Schwimmſporkliche Veranſtalkung
des Ausſchuſſes für Leibesübungen Darmſtadt.
Die am Sonntag, den 27. November, nachmittags 4 Uhr. im
ſtädtiſchen Hallenſchwimmbad ſtattfindende
Schwimmveran=
taltung wird unter Beteiligung aller in Darmſtadt
Schwimm=
ſport treibenden Vereine in dieſem Jahre erſtmalig durchgeführt.
Die einzelnen Kämpfe werden in drei Wertungsklaſſen
ausge=
tragen, ſo daß es jedem an der Veranſtaltung teilnehmenden
Verein möglich iſt, ſich mit Erfolg beteiligen zu können. Es
kom=
men nur Staffel=Wettkämpfe zum Austrag. Dieſe Art
der Wettkämpfe wurde gewählt, um den Schwimmſport in
Darm=
ſtadt künftig auf breitere Grundlage zu ſtellen. Zweifellos ſtellt
dieſe Art der Wettkämpfe erheblich mehr Anforderungen an die
einzelnen Vereine, Anderenteils bieten Staffel=Wettkämpfe für
den Zuſchauer mehr Anreiz.
Klaſſe I iſt offen für alle Schwimmſport treibenden Vereine.
Sie beſteht aus einer 20X 50 Meter Kraul= 20 X 50 Meter Bruſt=
und einer 100. 200, 100 Meter Lagenſtaffel., Klaſſe II iſt nur
offen für kleinere Vereine und Schwimmabteilungen kleinerer
Vereine. Sie beſteht aus einer 10 X50 Meter Kraul=, 10 X50
Meter Bruſt=, und einer 100. 200. 100 Meter Lagenſtaffel.
Klaſſe III iſt offen für Schwimmerinnen aus allen Vereinen. Sie
beſteht wie die Klaſſen I und II aus einer 6 X 50 Meter Kraul=,
6 X50 Meter Bruſt= und einer 50. 100. 50 Meter Lagenſtaffel.
Um die Jugendarbeit der Vereine beſonders zu fördern, ſind als
Rahmenkämpfe vorgeſehen: 4 X50 Meter Knabenbruſt=, 3 X50
Meter Knabenlagen=, 4 X50 Meter Mädchenbruſt=, und 4X50
Meter Knabenkraulſtaffel. Die Klaſſen I, II und III (
Damen=
klaſſe) haben für ſämtliche Staffeln in ihrer Klaſſe eine
Geſamt=
wertung. Sieger in einer Klaſſe kann nur der Verein werden der
ſämtliche Staffeln mitgeſchwommen hat. Ueber Sieg und Platz
entſcheidet die Höhe der erzielten Punktzahl. Die beteiligten
Ver=
eine können noch bis zum 20. November 1932 Meldungen zur
Teilnahme einreichen. Nachmeldungen werden nicht angenommen.
Tiſchkennis.
Die am 9. November begonnenen Tiſch=Tennis=Wettkämpfe
brachten bei den Turner=Mannſchaften bis jetzt die
fol=
genden Ergebniſſe: Tgde. D. 1846 — Tgſ. 1875 4:11: Reichsbahn
— Tv. Arheilgen 13:2: Tv. Arheilgen — Tgde. Beſſungen 1865
13:2: Reichsbahn — Tv. Jugenheim 13:2: Tv. Bensheim — Tſchft.
Griesheim 1:14.
Tgde. 1846 Darmſtadt — Tſch. Griesheim.
Im 2. Gauwettkampf ſtehen ſich heute abend um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz die obigen Turnvereine gegenüber. Die
Griesheimer Turner haben durch ihren 14:1 Sieg über den Tv.
Bensheim einen beträchtlichen Punktvorſprung vor der Tgde.
1846, die im erſten Wettſpiele gegen Tgſ. 1875 nur vier Punkte
gewinnen konnte. Eintritt frei.
Reichsbahn Damen — Tgde. 46 D. Damen 0:10.
Mit obigem Reſultat konnten die Damen der Tgde. 46 D
ihre bekannte Spielſtärke unter Beweis ſtellen, doch dürften auch
die Damen der Reichsbahn bei häufigerem Training bald ein
ern=
ſteres Wort mitreden, da gute Anlagen vorhanden ſind.
Die offizielle engliſche Tennisrangliſte wird
bei den Herren von Perry und Auſtin, bei den Damen von M.
Heeley und D. E. Round angeführt.
Sporklikerakur.
Der Beginn des Winters gibt dem Kraftfahrer zu denken.
Er muß ſich zunächſt einmal darüber klar werden, ob er ſein
Kraftfahrzeug einwintern oder den Winter hindurch in Betrieb
halten will. In beiden Fällen ſind eine Menge Vorbereitungen
notwendig, die der Kraftfahrer nicht ohne den Rat eines
erfah=
renen Fachmannes ausführen ſoll. Die Fachzeitſchrift „Motor und
Sport” das Motorblatt für alle kommt dem Kraftfahrer zu Hilfe.
indem ſie ihm alterprobte Ratſchläge langjähriger Fahrer
vermit=
telt. Das neueſte Heft Nr. 47 ſorgt für den Kraftfahrer, der ſein
Rad einwintern will, durch einen Aufſatz „Das Motorrad wird
eingemottet” und gibt zugleich dem Fährer, der auch den Winter
hindurch ſein Kraftfahrzeug, in Betrieb halten will, wertvolle
Ratſchläge in dem Aufſatz „Geſunde Reifen — gute Fahrt‟. Eine
ganze Anzahl weiterer reichbebilderter Aufſätze behandelt noch
andere intereſſante Probleme techniſcher und wirtſchaftlicher
Natur oder aber ſorgt für Unterhaltung des Kraftfahrers. Heft
50 Rpfa, in der nächſten Buchhandlung oder direkt vom Vogel=
Ver=
lag. Pößneck/Thür.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 18. November
17.00: Mkünchen: Nachmittagskonzert. Werke von Reger, Schumann,
Leoncavallo u a
18.25: Dr. Wolimer: Wmzerfreuden und Winzerleiden.
18.50: Aerzte=Vortrag: Anſteckende Krankheiten.
19.30: Bei uns zu Lande Volkstümliche Lieder. Gedichte und
Ge=
ſchichten um den Martinstag.
20.00: Tübingen: Schubert=Konzert. Geſpielt vom Philharmoniſchen
Orcheſter Stuttgart, Mitw.: J. Patzak (Tenor), Ellen Winter
(Sopran).
22.20: Zeit. Nachrichten. Wetter, Sport.
22.45: Berlin: Nachtmuſik
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag. 18. November
10.10: Schulfunk: Die Wunder der Magelhaes=Straße.
11.30: Lehrgang für praktiſche Landwirte.
15.00: Jungmädchenſtunde: Jugend hilft der Jugend.
15.45: Jugendſtunde: Techniſche Plaudereien.
16.00: Pädagogiſcher Funk
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.36: Dr. Morsbach: Deutſche Kulturpolitik im Ausland.
18.00: Prot, Dr. Beckmann: Die Ueberwindung der Kriſe und die
Landwirtſchaft.
18.30: Dr. Hagemann: Puppentheater.
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Aerzte.
19.30: Dr. Hermanns: Freiwilliger Arbeitsdienſt.
19.40: Zeitdienſt
20.00: Vera Schwarz und Joſeph Schmidt ſingen aus Klaſſiſchen
Operetten. Mitw.: Berliner Funkorcheſter.
Tages= und Sportnachrichten
A.X
21.25: Ausſchnitt aus dem Konzert der Comedian Harmomiſts zu
Gunſten der Berliner Winterhilfe.
22.00: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Abendunterhaltung Berliner Kammer=Saxophon=Orcheſter.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 321
Freitag, 18. Novery
Bblatte
Die deutſche Maſchineninduſtrie im Oktober.
Zunahme der Anfragen. — Leichte Erhöhung der Inlandsaufkräge. — Rückgang der Auslandsaufträge und
der Beſchäfkigung infolge der Konkingenkierungspläne.
Prokeſt der Inkernakionalen Handelskammer gegen
Kritik an der deutſchen Handelspolikik.
die Erhöhung des Tarifs für Code-Telegramme.
Vom Verein Deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten,
Amkliche Obſtbaumzählung
und Obſterkragsermitklung.
dem Spitzenverband der deutſchen Maſchineninduſtrie, wird uns
geſchrieben:
Die im September feſtgeſtellte lebhaftere Anfragetätigkeit der
in= und ausländiſchen Abnehmer nahm im Oktober noch etwas zu.
Im Inlandsgeſchäft war darüber hinaus auch eine kleine
Er=
höhung des Auftragseinganges zu verzeichnen. Der Eingang von
Auslandsaufträgen dagegen war merklich geringer als im
Sep=
tember. — Der im September erreichte Durchſchnitt der
Wochen=
arbeitszeit von 40 Stunden ſank im Oktober um etwa eine halbe
Stunde. Trotzdem im Sinne des Wirtſchaftsprogramms der
Reichsregierung ein Teil dieſes Ausfalles von Arbeitsſtunden
durch Neueinſtellungen ausgeglichen wurde, ging infolge der
un=
günſtigen Entwicklung des Auslandsgeſchäfts der
Beſchäftigungs=
grad von 32 auf 31 Prozent der Normalbeſchäftigung zurück.
Die höchſt auffällige Gegenläufigkeit von ſteigenden Anfragen
und ſinkenden Beſtellungen der Auslandskundſchaft zeigt, daß auf
dem Weltmarkt zwar eine ſteigende Aufnahmefähigkeit für
Ma=
ſchinen vorhanden iſt, daß die Ausnutzung dieſer günſtigen
Abſatz=
möglichkeit für Deutſchland aber durch die derzeitige deutſche
Handelspolitik und insbeſondere durch die
Kontingentierungs=
pläne verhindert wird. Immer häufiger trat der Fall ein, daß
die aufgenommenen, oft ſchon unmittelbar vor dem Abſchluß
ſtehenden Verhandlungen durch die ausländiſchen Kunden unter
Hinweis auf die deutſchen Kontingentierungsabſichten
abgebro=
chen wurden. Mehrfach wurde ſogar mit derſelben Begründung
verſucht, bereits feſt erteilte Aufträge zurückzuziehen.
Dieſe auch für andere deutſche Exportinduſtrien typiſche Lage
beweiſt, daß die gemäß den Abſichten des Wirtſchaftsprogramms
der Reichsregierung bereits einſetzende Belebung des
Inlands=
marktes durch die handelspolitiſche Beeinträchtigung der Ausfuhr
mehr als wieder aufgehoben wird. Es muß deshalb im Intereſſe
des Gelingens des Wirtſchaftsprogramms, und alſo im
Geſamt=
intereſſe der deutſchen Wirtſchaft, mit Nachdruck gefordert werden,
daß die Reichsregierung nicht nur von einer Durchführung der
Kontingentierungspläne endgültig abſieht, ſondern überhaupt
grundſätzlich bei ihrer Wirtſchafts= und Handelspolitik die
erfor=
derliche Rückſicht auf die ſchwierige Lage der deutſchen Induſtrie
in ihrem Kampf um Deutſchlands Stellung auf dem Weltmarkt
nimmt. Es wird immer wieder verkannt, daß Export= und
Binnenmarkt keine Gegenſätze ſind, ſondern, daß ohne
Aufrecht=
erhaltung und Förderung der Ausfuhr die wünſchenswerte
Stär=
kung des Binnenmarktes, deſſen Kaufkraft weitgehend auf der
in=
duſtriellen Arbeiterſchaft beruht, und die Wiederherſtellung der
Rentabilität der Landwirtſchaft nicht möglich ſind.
Betliver und Frankfurker Efſekkenbörſe.
Die ſcharfe Zuſpitzung der Regierungskriſe, die ihren
deutlich=
ſten Ausdruck in der Abſage der Kanzlerreiſe gefunden hat, wirkte
ſich auf Beginn des geſtrigen Berliner Effektenverkehrs etwas
ſtärker aus, obwohl ſchon die Rückgänge der letzten Tage mit der
innerpolitiſchen Unſicherheit begründet worden waren. Die
Notie=
rungen lagen ganz allgemein bis zu 1 Proz, in Ausnahmefällen
bis zu 2.,5 Prozent gedrückt. Das Geſchäft war denkbar klein, und
nur in Daimler war auf die vertagte Sanierung etwas ſtärkeres
Angebot vorhanden. Ganz vereinzelt bemerkte man auch
Beſſe=
rungen bis zu 1 Proz. Elektriſch Licht u. Kraft profitierten von
dem 6prozentigen Dividendenvorſchlag, und im Zuſammenhang
damit zogen B.E.W. ſogar um 1,75 Prozent an. Aus der
deut=
ſchen Wirtſchaft lagen in dem Bericht des Inſtituts für
Konjunk=
turforſchung, der geſtrigen zuverſichtlichen Erklärung des
Reichs=
wirtſchaftsminiſters Profeſſor Warmbold und in der gemeldeten
Beſchäftigungszunahme in der Metallwaren= und Textilinduſtrie
günſtigere Momente vor. Das wieder ſchwache New York mußte
dagegen leicht verſtimmen. Schultheiß wurden erſtmalig in
kon=
vertierten Stücken mit 96 Prozent gehandelt und notiert. Im
Ver=
laufe wurde es allgemein etwas freundlicher. Man nimmt in
Börſenkreiſen an, daß auch eine neue Reichsregierung keinen
ent=
ſcheidenden Wechſel der Wirtſchaftspolitik bringen wird und daß
vor allem Profeſſor Warmbold auch einem kommenden Kabinett
als Wirtſchaftsminiſter angehören wird. Die Beſſerungen
belau=
fen ſich bei den Hauptwerten auf 1—1,5 Prozent. Der Anlagemarkt
tendierte durchweg ſchwächer. Die übrigen Werte waren ziemlich
allgemein ſchwächer. Am Berliner Geldmarkt machte ſich geſtern
eine Verſteifung bemerkbar, obwohl der Medio überwunden iſt.
Maßgebend hierfür war die Tatſache, daß der rheiniſche Zahltag
vor der Tür ſteht (am 20. November) und der geſtrige Tag ein
Feiertag war. Tagesgeld ſtellte ſich an der unteren Grenze auf
438 Prozent. Privatdiskonten waren weiter eher angeboten.
Es zeigte ſich auch etwas Aufnahmeneigung. In Reichswechſeln
und Reichsſchatzanweiſungen waren die Umſätze nur gering, da die
Banken ſich langſam auf den Ultimo vorbereiteten.
Nach dem Feiertag verkehrte die Frankfurter Börſe
wie=
der bei außerordentlich kleinem Geſchäft. Die völlig unklare
inner=
politiſche Situation bewirkt ſowohl bei der Spekulation als auch
beim Publikum ſtärkſte Zurückhaltung. Auch die ſchwächere New
Yorker Börſe verſtimmte etwas. Daneben konnten günſtigere
Meldungen, wie die feſte Haltung der Brüſſeler Eiſenwerte und
die gute BTſchäftigung in der Textilinduſtrie die Börſenbewegung
nicht ſonderlich beeinfluſſen, wenn auch beachtet werden muß, daß
das Kursniveau erheblich widerſtandsfähig iſt, ſo daß auch im
Verlaufe größere Abſchwächungen nicht eintraten. Am
Aktien=
markt eröffneten von Chemiewerten JG. Farben 0.5 Proz,
ſchwä=
cher, dagegen waren Scheideanſtalt eine Kleinigkeit gebeſſert.
Elektrowerte lagen ziemlich uneinheitlich, da der unveränderte
Dividendenvorſchlag der Elektriſchen Licht u. Kraft A G. anregte,
wodurch ſich der Kurs dieſer Aktien um 1.25 Proz, beſſern konnte:
auch Geſfürel und Lahmeyer je 0.25 Prozent höher. Andererſeits
gaben jedoch Siemens 1, Schuckert 0,75. AEG. 0,5 Prozent nach.
Bekula nur knapp behauptet. Montanaktien durchweg ſchwächer:
ſo verloren Buderus 1. Gelſenkirchen 0,5, Harpener 0,75, Otavi
0,75 Prozent, Mannesmann, Rheinſtahl und Stahlverein gingen
auf der Baſis der letzten Abendbörſenkurſe um. Kaliaktien etwas
ſtärker gedrückt, ſo verloren Aſchersleben 2.5, Weſteregeln 1.5 Proz.
Von Kunſtſeideaktien waren Bemberg 2 Proz. ſchwächer.
Zellſtoff=
werte lagen ruhig und ohne weſentliche Veränderung. Am
Schiff=
fahrtsmarkte gaben Hapag ½, Nordd Llond 0.25 Prozent nach. Am
Markt für Einzelwerte waren beſonders Daimler gedrückt, welche
1 Proz, verloren infolge des erheblichen Verluſtabſchluſſes.
Da=
gegen waren Badiſche Maſchinen infolge der Dividendenerhöhung
von 8 auf 9 Prozent ſtärker geſucht und plus angeſchrieben. Am
Anleihemarkt waren Altbeſitz ſtark angeboten und über 1 Prozent
ſchwächer, doch konnte der Kurs im Verlaufe wieder um ½ Proz.
anziehen. Auch ſpäte Schuldbuchforderungen waren ſchwächer um
über 0,5 Prozent. Pfandbriefe und Liquidationspfandbriefe zu
Beginn der Börſe noch ruhig. Im ſpäteren Verlauf der Börſe
blieben die Kurſe an den Aktienmärkten bei äußerſt kleinem
Ge=
ſchäft nur knapp gehalten. Tagesgeld 3½ Prozent. An der
Nach=
börſe, die behauntete Tendenz aufwies, hörte man J.G.
Farben=
induſtrie mit 94 Brief.
Die Abendbörſe verlief bei äußerſter Zurückhaltung von
Publikum und Spekulation vollkommen geſchäftslos. Mit
Span=
nung ſieht man den bevorſtehenden innerpolitiſchen
Entſcheidun=
gen entgegen. Die wenigen genannten Kurſe waren meiſt
gehal=
ten Etwas anregend wirkten die feſteren New Yorker
Anfangs=
kurſe. Am Montanmarkt lagen Rheinbraun etwa 2 Prozent über
dem Frankfurter Schlußkurs. Auch Kaliwerte etwas freundlicher.
Der Rentenmarkt lag ſtill und nur wenig verändert. Altbeſitz und
ſpäte Schuldbuchforderungen etwas leichter. Von Pfandbriefen
lagen Frankfurter Hyp.=Gold 0.25 Proz, niedriger.
Der Beſchluß der Madrider Internationalen Telegraphen=
Konferenz, die Tarife für Code=Telegramme ganz beträchtlich zu
erhöhen durch Abſchaffung des Zehnworte=Codes und
Herauf=
ſetzung des Preiſes des Fünfworte=Codes hat in allen
Wirtſchafts=
kreiſen der Welt berechtigtes Aufſehen erregt. Die Internationale
Handelskammer iſt ſeit Wochen bemüht, die öffentliche
Weltmei=
nung gegen dieſe beabſichtigte Tariferhöhung, die das
internatio=
nale Wirtſchaftsleben ſchwer belaſten würde, mobil zu machen. Die
Mehrbelaſtung für die Wirtſchaft würde ſich auf Hunderte von
Millionen Franken belaufen, und am Ende würde das Publikum
die Benutzung des Telephons oder der Luftpoſt vorziehen, was
weder im Intereſſe der Regierungen noch der
Telegraphengeſell=
ſchaften läge. Die Internationale Handelskammer hat alle ihre
Mitglieder in den einzelnen Staaten aufgefordert, auf die
Regie=
rungen einzuwirken, damit dieſe die neue Konvention nicht
unter=
zeichnen.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk
Darm=
ſtadt. Neue Konkurſe. Bad Wimpfen: Schreinermeiſter W.
Schmidt, GlV. 26. 11., Af. 30. 11., Prft. 7. 1. Gießen: Ludwig
Menges 13. Witwe Luiſe geb Sames Großen=Linden. Af. 25 11.,
GlV. und Prft. 2. 12. Offenbach a. M.: Maler=
Einkaufsgenoſſen=
ſchaft e. G m.b.H. i. Lig. Af. 30. 11., GlV. 24 11. Prft. 22. 19
Neue Vergleichsverfahren: Bad Nauheim: Fa. Albert
Spiegel, Inh. Kfm. Albert Spiegel. VerglT. 2. 12. Dieburg:
Bauunternehmer Philipp Gott 1. in Oberroden. VerglT. 6 12.
Reinheim: Schreinermeiſter und Landwirt Friedrich Friedrich in
Brensbach. VerglT. 2. 12.
Die deutſche Hopfenbilanz. Der Deutſche Hopfenbauverband
teilt mit: Nach den Ausweiſen des Statiſtiſchen Reichsamtes
be=
trug im Wirtſchaftsjahr (1. Oktober 1931 bis 30. September 1932)
die Hopfeneinfuhr 11 123 Doppelzentner, die Ausfuhr 29 207 Dz.
Es ſind alſo wiederum 18 084 Dz. gleich 36 168 Zentner Hopfen.
mehr aus= als eingeführt worden. Es zeigt ſich eben daß der
hochwertige deutſche Qualitätshopfen vom Ausland verlangt wird
— trotz der Abſperrungsmaßnahmen, die das Ausland rings um
Deutſchland getroffen hat, durch Kontingentierung und
Hochſchutz=
zoll ſchon lange vorher, ehe Deutſchland daran ging, die gleichen
Schutzmaßnahmen auch für die deutſche Landwirtſchaft
anzuwen=
den. Jedenfalls muß der deutſche Hopfenbau auch weiter auf höchſte
Qualität Wert legen, um ſich am Hopfenmarkt des Inlandes und
des Auslandes führend zu behaupten.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Im Oktober belief ſich die Roheiſenerzeugung im deutſchen
Zollgebiet auf 332 959 To gegen 272893 To im Vormonat.
Ar=
beitstäglich wurden im Oktober durchſchnittlich 10 741 Tonnen
er=
blaſen, d. h. 18,1 Prozent mehr als im September 1932. Von 155
(155) Hochöfen waren 39 in Betrieb (32) und 46 (53) gedämpft.
Die deutſche Rohſtahlerzeugung (ohne Saargebiet) belief ſich
im Oktober 1932 auf 522 222 To gegen 393 4288 To im
Septem=
ber. Arbeitstäglich wurden im Oktober durchſchnittlich 20 085 To.
hergeſtellt gegen 15 132 To. im Vormonat, d. h. 32,7 Proz. mehr.
Die Lage am Kartoffelmarkt hat ſich in letzter Zeit ſo gut
wie gar nicht geändert. Größere Umſätze finden kaum ſtatt, da
der Verbrauch wenig aufnahmefähig iſt. Ein Verſandgeſchäft kam
nicht zuſtande, da das rheiniſch=weſtfäliſche Induſtriegebiet, das
ſtets ein guter Abnehmer für die rhein=mainiſche Produktion war,
von Norddeutſchland günſtiger beliefert wird.
Im Oktober ging der Zementabſatz auf 246 000 Tonnen zurück
gegenüber 283 000 To. im September. Bemerkenswert iſt, daß
dieſe auf ſaiſonmäßige Einwirkungen beruhende Abnahme um rd.
13 Prozent gegenüber dem Oktober des Vorjahres, der eine
Ab=
ſatzminderung um 16,5 Prozent brachte, eine Milderung der
Ab=
ſchwächungstendenz erkennen läßt.
In einem Schreiben an die in der Obſtwirtſchaft maßgeb=
Verbände weiſt der Reichsminiſter für Ernährung und Lan)u
ſchaft darauf hin, daß die Obſternten im Ertrag von einem
zum anderen häufig, ſehr ſtark ſchwanken und damit eine
nachteilige Unſicherheit in die Erzeugung, den Verbrauch und
Abſatz der Erzeugniſſe des Obſt= und Gartenbaues bringen.
halb iſt eine Feſtſtellung der jeweiligen Obſternte durch eine
ertragsermittlung, der eine Obſtbaumzählung vorauszugeben
allſeits als dringlich gefordert worden. Der Reichsernäh
miniſter hat daher die Durchführung einer einmaligen a
meinen Obſtbaumzählung in allen Gemeinden in der Zeit
Dezember 1932 bis April 1933 und eine beſondere Ermittlu
Baumbeſtands im Frühjahr 1933 und der Obſternte in den H0
obſtbaugebieten im September und Oktober 1933, die jährlich
derholt werden ſollen, angeordnet. Die den Obſt= und Gan
bauverbänden angeſchloſſenen Mitglieder ſollen darauf hing
ſen werden, daß die richtige und zuverläſſige Beantwortun
geſtellten Fragen in ihrem eigenſten Intereſſe liegt.
Meiallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 17. November ſtellten
Kupfer: November 42,25 (42,75) Dezember 42,50 (43). Ja
43 (43,25), Februar 43,25 (43,75), März 43,75 (44.25), April
(44,50), Mai 44,75 (45). Juni 45,25 (45,50). Juli 45.75
Auguſt 46 (46,50) September 46,50 (47), Oktober 47 (47,50)
denz: ſchwächer. Für Blei: November 15,75 (17), Dezembei!
(16,50), Januar 16,25 (17) Februar 16,50 (17,50), März
(17,75), April 17 (17,75), Mai 17,25 (18), Juni 17,50 (18)
Auguſt 17,50 (18,50), September 17,75 (18,75) Oktober 18
Tendenz: ſtetig. Für Zink November 20,50 (21) Dezember
(21,50), Januar 20,75 (21,50), Februar 21 (22), März 21.50 (21
April 21,50 (22.50) Mai 21,75 (22,75). Juni Juli 22,25
Auguſt 22,50 (23,50), September 23 (23,25), Oktober 23 (21
Tendenz: luſtlos. — Die erſten Zahlen bedeuten Geld. 9
Klammern Brief.
Produkkenmärkke.
Mannheimer Produktenbericht vom 17. November.
inländiſcher, 76—77 Kilo 21,50; Roggen, inländiſcher, 72—73
17,25: Hafer, inländiſcher 14—14,75; Sommergerſte, inlän
19—20 Futtergerſte 17,75—18: La Plata=Mais 17,50—1
Soyaſchrot 10.75—11: Biertreber 10.75—11; Trockenſchnitzell
8,00; Wieſenheu, loſes 5—5,30, Rotkleeheu 5—5,30, Luzernd
heu 5—5,60; Stroh, Preßſtroh, Roggen=Weizen 2,70—2,90.
Hafer=Gerſte 2,40—2,80 Stroh geb., Roggen=Weizen 2.30M
desgl. Hafer=Gerſte 2—2,20; Weizenmehl Spezial Null Not
Dezbr. 30,00: Roggenmehl 60proz. 22,75—24. 25; Weizenkleil
bis 8,25: Erdnußkuchen 12,25. Tendenz: ſtetig.
emit den p.
Viehmärkke.
* Darmſtädter Schlachtviehmarkt vom 17. November.
heutigen Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 9 Ochſe,
Schweine, 155 Kälber, 12 Schafe. Bezahlt wurde für das
Lebendgewicht: für Kälber a) 31—36, b) 25—30, c) 20—249
Marktverlauf: ſchleppend; Spitzentiere über Notiz.
Frankfurter Kleinviehmarkt vom 17. November.
Aufack=
ben waren: 73 Rinder, 850 Kälber, 536 Schafe und 453 Schril
Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht; „Kälber b) 3—
c) 32—37. d) 26—31: Schafe a) 1. 21—24, b) 17—20, c) 1-1
Schweine nicht notiert. Kälber und Schafe langſam geräun
Fleiſchgroßhandelspreiſe. Ochſenfleiſch 1. 50—56, 3. 45—50:9
lenfleiſch 47—52: Kuhfleiſch 2. 36—42, 3. 25—35; Kalke
1. 55—68: Hammelfleiſch 50—60; Schweinefleiſch 1. 58—62.
ſchäftsgang ruhig. Eingebracht waren 784 Viertel Rindel
Kälber, 54 Hämmel und 429 halbe Schweine.
Mannheimer Kleinviehmarkt vom 17. November. Aufid
99 Kälber, 63 Schafe, 19 Schweine, 1099 Ferkel und Läuf=
Lämmer, insgeſamt 1318 Tiere. — Marktverlauf: Kälber
langſam geräumt; Ferkel und Läufer ruhig. Preis für 7
Lebendgewicht in RM.: Kälber b) 35—38. c) 30—34., d) 2
Schafe b) 22—26: Schweine nicht notiert Ferkel bis vier 9
koſteten pro Stück 6—10 Mk., über vier Wochen 11—13 Mk. 00/
fer 14—17 Mk.
Berliner Kursbericht
vom 12. November 1932
Brurfche Sanr anv Siblomtv-Grfrafcaft
Oeviſenmarkt
vom 17. November
Berl.Handels=Geſ.
Deutſche Bank u. /
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordb. Llohzd
A.E.G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
89.625
75.—
61.75
16.125
26.—
17.125
31.75
57.25
58.25
20.75
29.375
103.75
92.—
Mee
Elektr. Lieferung
F. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben 1
glöckhnerwerke.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Kolsw.
Vafe
68.125
9a.—
37.—
n0.—
73.—
36.125
52.
100.—
35.375
51.805
37.25
39.375
Orenſtein & Koppell 33.50
Minte se
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali 107.—
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke.
38.50
162.—
43.875
23.50
37.50
16.25
46.50
11.25
20.—
71.—
26.75
24.25
Helſingfors
Wien
Brag
Budapeſt
Sofig.
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stocholm
London
Buenos=Aires
New York.
Zelgien.
Stalien
Paris
100 Kronen H2.23
100 Kronen h3.53
1 2. Sta. 13.88
1 Pap. Peſo 0.908
Dollar
4.209
100 Belga 59.37
100 Lire ſai.56
Währung ſGeld
100 finn Mk. 6.0541
100 Schilling’st.95
100 Tſch. Kr. 12.,465l
100 Pengö
100 Leva 3.057
100 Gulden 1189.18
100 Kronen H0.53
Rct
6.066
52.05
12.385
Lacs
169.52
70.67
72.37
73.67
13.32
0.912
4215
58.49
21.60
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janeiro
Jugoſlawien.
Portugal.
Athen.
Iſtambul t
Kairo.
Kanada
Uruguah
Fsland
Tallinn (Eſtl.)
Riga
D
to0 Franken
100 Peſetas
100 Gulden
1 Yen.
r Milrei
100 Dinar
100 Eseudosl:
ſ100 Drachm.
1türk. 2
ſt ägypt. s
tcanad. Doll.
Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats
.aei4
Burmftadter ans Kartodaroant Darakadt, Fillan orr
Frankfurter Kursbericht vom 17. November 1932.
Sresoher Bun
Me
fällig 1. 4. 34...
1. 4. 35 ...
„ 1. 4. 36 ...
1. 4. 37...
1. 4. 38...
6%Dtſch. Reichsanl
„ v.27
6%
5½% Jntern.,/
69Baden .......
6%Bayern ......
6% Heſſen ...v. 29
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen v. 27
6% Thüringen v. 27
Dtſch. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4,
Ab=
löſungsanl. .
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
6% Baden=Baden.
6%Berlin ..b. 24
63 Darmſtadt .
6% Dresden, p. 26
6%o Frankfurt a.M.
Schätze. v. 29
v. 26
82Mainz
6% Mannheimv. 27
62 München b. 29
6% Wiesbaden v. 28
62 Heſſ. Landesbk.
Goldoblig.
2 Heſſ. Landes=
Hyp.=Bk.=Liquid.
4½,% „ Lom.=Obl.
90I,
85
86
75.25
71
88
71.75
74.25
78
66
89.6
65
63
54.5
6.45
6.25
65.25
56.5
59
64.25
m
81.5
70.5
Wee
Pfd.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig.
6% Landeskomm.=
Br. Girozentr. für
Heſſ. Goldobl. R.11
R.12/
6% Kaſſeler Land.,
kredit Goldpfbr.
6% Naſſ. Landesbk.
5½2% „ Liqu. Obl.
—
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
AuslSer. I
„„ Ser.Ik
Dt. Komm. Samm.=
Abl.(Neubeſitz).
6% Berl. Hyp. Bk.
5½% „ Ligu.=Pfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig. Pfbr.
% „ Goldoblig.
6% Frkf. Pfbr.=Bk.
5½%0 7 Lig.=Pfbr.
6% Mein. Hyp.=Bk.
5½%0 7 Lig. Pfbr.
16% Pfälz. Hyp.=Bk.
15½% „ Lig.Pfbr.
6% Rhein. Hhp. Bk.
5½%0 „ Lig. Pfbr.
Goldoblig.
z Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....
5½% Lig. Pfbr.
6% Württ. Hhp.=B.
Daimſer=Benz
Dt. Linol.Werkel
8% Mainkrm. b. 26
57.5
78.25
79.5
82
51.75
76
80.25
66.25
79.75
85
79.5
82.25
81.75
86
82.55
86
81.5
59
Nee
Wi M Ruh
8%Ber. Stahlwerke
6% Voigt& Häffner
F. G. Farben Bonds
5% Bosn. L. E.B
„ L.Inveſt.
2 Bulg. Tab. v.02
4½%0 Oſt. Schätze
4%0 Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4½%
425 Türk. Admin.
4% „ 1. Bagdad
43
„ Bollanl.
4½% Ungarn 19131
%o „ 1914
43
Goldr.
1910
49
4½Budp. Stadtanll
82.25 1425 Liſſabon
4%0 Stockholm.,
Aktien
Alg. Kunſtzüdeunie
A. E. G. .........
AndregeNoris Bahn
38.2s5 Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, F. P...
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen....
Sement Heidelberg
Karlſtadt.
7. 6.Chemie, Baſel
Chem.Werke Abert
Chade ........."
Contin. Summiw.
Ne
56.25
69.5
95.75
10.5
10.25
5.75
8.9‟
4.5
61
54.75
32
28.25
58.25
1041,
39
45.5
s0
135.5
158
103.5
Contin. Linoleum
Daimler=Benz...."
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl.
Dt. Gold= u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt!
Linolwerk. Berl
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoff& Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
. Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
F. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt. & Guillegume
Frankfurter Hof ..
Gelſenk. Bergwerk.
Geſtf.elektr.Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kayſer.
Grün cBilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergbaul
Henninger Kempf
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. ....
Sochtief Eſſen ..
Holzmann, Phil.
3lſe Bergb. Stamm
„ „Genüſſel
Junghans ......"
gali Chemie ...
Aſchersleben
72.75
140
42.5
84
17.5
46
94.25
17.5
34.5
94.5
15.25
Na
Miei H
Klöcknerwerke.....
Knorr C. H.......
Lahmeher & Co. .
Laurahütte .....
Lech, Augsburg ...
Löwenbr. Münch.
Lutz, Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz.Akt.=Br.. .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld. Bergb.
Metallgeſ. Frankf..
Miag. Mühlenbau.
Montecatini Maild.
Motoren Darmſtadt!
Sberbedarf ....
Bhönir Bergbau.
Reiniger, Gebbert.
Rh. Braunkohlen.
„ Elektr. Stamm
Stahlwerke ..
Riebeck Montan.
Roeder, Gebr. . .
Rütgerswerke ....
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbronn ſ=
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert, Elektr.
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halske.
Südd. Zucker=A. G.
Tellus Bergbau...
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ..
Iunterfranken .. .."
Ber. Stahlwerke.
1n8
109.75
69.5
193
76.75
33.5
29
29
*8s
34
38.5
172
16
53.5
70.75
49
134
56
Ver Utramarin:
Boigt & Hgeffner
Bahß & Fretztag.
Weſteregeln Kali.
Zellſtoff Waldhof.
Memel.
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank..
Bk. f. Brauinduſtr.
Baher, Hyp. u. V
Berl. Handelsgeſ. 10
„ Hypotherbk),
Comm. u. Privatb /3
Dt. Bank und Disel
Dt. Eff. u. Wechfelis
Dresdner Bank..
Frankf. Bank....
„ Hyp.=Bank.
Mein. Hyp.=Bank ſ24
Pfälz. Hyp.=Bank
Reichsbank=Ant. .
Rhein. Hyp.=Bank. /0
Südd. Bod.=Gr. B! ſi1
Württb. Notenbanl
A.G. f.Vertehrst. )/eies
Allg. Lokalb. Kraftu
79 Dt. Reichsb. Bzel
Hapag ......"
Nordd. Llohd.
Südd. Eiſenb.=Gei/t
Allianz u. Stutta.
Verſicherung ..
„ „ Verein. Ver!
Frankona Rück u. 2
Mannheim.Verſich
Otavi Minen ...
SchantungHandell”.
gg, 18. November 1932
Darmſt
Neueſte Nachrichten
Nr. 321 — Seite 13
R. O M AN ore
C.• A U MPE
lwar in ein faſt gedankenloſes Sinnen verſunken. Er ſah
bſiglitzernde Straße, erinnerte ſich fern der grimmigen Kälte,
dur zehn Tagen noch als Hauptmontur ſein Dahinvegetieren
ſcht hatte, teilnahmslos ſah er die Lichter des unbekannten
werles vorbeigleiten, Autos, überholend oder zurückbleibend,
lbſtändigen Menſchen, die wußten, was ſie erwartete, und
pußten, was ſie zu leben hatten — plötzlich erkannte ſein
die dunkle Nebenſtraße wieder, von der aus er in dieſes
un=
ſche Leben geſchlüpft war. Aha, Vaugham befürchtete
wie=
erfolgt zu werden! Er rappelte ſich auf, ſprang, als der
ha mit haſtigem Ruck hielt, ohne Vaughams Aufforderung
ab=
ſten. hinaus, der Turnus war nun ſchon geläufig. Er war
t, man mußte ſelbſt etwas, tun, gleichgültig was, ſei es nur
und Ohren offenhalten, verſuchen, auch das zu erfaſſen, was
der Oberfläche gedreht wurde. Vaugham folgte, der
Haus=
mfing ſie, dunkel, mit demſelben Geruch feuchten Kalks, das
eellte weiter, alles wie neulich, auf die hellerleuchtete Rampe
ankſtelle rollte es —, würde ſich der Verfolger diesmal
wie=
us führen laſſen?
ſie Tür zum Garagenhof ſtieß ſich auf, ſeltſam, daß ſo etwas
kak erlebt wurde, ein Auto rollte langſam an, das war die
Limouſine vom erſten Abend, zwei Herren ſprangen hinein,
ſauſte ſie los — fremde Straßenzüge, Phil blickte hinaus
Wieder trat etwas ein, das ſpäter in die Kette der Ereigniſſe
pontanhandlungen einzureihen war, die gieichſam
ſelbſtän=
us ihm heraus geſchahen und ſich auch faſt ohne ſein Zutun
ſentwickelten — er bemerkte in einer Nebenſtraße nahe der
ge mit den praktiſchen Doppelzugängen ein Auto. So ſchnell
bs vorüber, daß er nur ahnen konnte, es ſei ein kleinerer
hn. Scheinwerfer abgeblendet, dunkel im Innern, erhellt für
ſekunde des Paſſierens durch ein kleines ſtahlblaues
Flämm=
blitzſchnell aufleuchtend und erlöſchend, aber in Phil einen
hnen Kontakt auslöſend. Konnte es — mußte es nicht ein
in ſein für ihn?! „Auf blaues Licht achten!“ — faſt
ver=
eer, die klare Stimme zu hören, die trotz Vaughams
raffi=
r* Bewachung verſtanden hatte, Philipp Spoor zu erreichen,
blaue Flamme, hatte ſie geſagt — Donnerwetter, aufgepaßt,
hoar nicht allein! Er fühlte das mit einer Beſtimmtheit, die
ſelbſt lächerlich vorgekommen wäre, wenn er länger darüber
dacht hätte, doch dazu nahm er ſich keine Zeit.
ir wandte ſich ganz zu ſeinem Gefährten, in erſter Linie, um
iniſtatieren, daß das Rückfenſter vollkommen dicht verhängt
war. Vaugham lehnte in gelöſter Ruhe im Polſter, eine ſeiner
opiumduftenden Zigaretten nach der andern rauchend — er hatte
nichts gemerkt. — Blaue Flamme in dunklem Wagen auf fremder
Straße — ah, Hilfe kann von allen Seiten kommen, man muß nur
aufpaſſen, Leute, die ſich ſo ſicher fühlen, werden, am leichteſten
reingelegt.
„Vaugham”, ſagte Phil lebhaft — er mußte für den Fall,
daß die blaue Flamme folgte, den anderen ablenken, „ich habe
es mir überlegt heute, ich bin es leid bis obenhin, ich will Ihnen
ſagen, wo das Ding ſteckt —
— bin ich toll, fragte er ſich
da=
bei, aber er redete weiter, als ſeien zwei Parteien in ihm
ver=
einigt, eine, die faſſungslos zuhörte, was die andere ohne
Riſiko=
prämie herausſprudelte.
Vaugham lauſchte überraſcht.
„Ja, ich werde es Ihnen ſagen”, wiederholte Phil, er kam
ſich wie beſoffen vor, „Sie mögen es ſelbſt holen, oder, wenn Ihnen
das lieber iſt, will ich das auch noch tun, bloß, ich will es vom
Halſe haben, offen geſtanden. Sie möchte ich vom Halſe haben!“
Vaugham lachte trocken, und zum Glück war nicht zu ſehen.
welch übler Ausdruck dieſes Lachen begleitete. „Und das Geld?‟
fragte er.
„Das können Sie halten, wie Sie wollen, Herr! Entweder
Sie tun, wovon Sie ſprachen, oder wir verabſchieden uns mit
warmem Händedruck, ich bin ja ſowieſo ſchon abgefunden, wie man
das nennt, dicke ſogar, mir iſt es gleich, verſtehen Sie,
ſchnurz=
egal, wenn ich bloß mit dem ganzen Klamauk nichts mehr zu tun
habe.”
„Wie kommen Sie zu dem zu abrupten Entſchluß?”
„Gar nicht abrupt, Herr, ich hatte ja über ne Woche lang
Zeit zu überlegen, was ich mir eingebrockt habe” — nur reden,
Philipp, reden, Töne anſchlagen, die intereſſieren, er darf gar
nicht auf andere Gedanken kommen —, „Zeit genug zu
über=
legen, daß möglicherweiſe noch andre Leute mit in die Tinte
geritten werden, die nichts mit der Sache zu tun haben”, er
holte Atem, und Vaugham ſprang ein.
„Alſo doch Fräulein Goering”, ſagte er ruhig.
„Verdammt”, rief Phil beſtürzt, daran hatte er nicht
ge=
dacht, „ich will ein verdammter Schuft ſein, wenn Barba von
der Geſchichte etwas ahnt, ſie wäre viel zu gewiſſenhaft dazu,
nein, Sie ſollen es wiſſen, wer es iſt — —, nun iſt doch alles
gleich, und Sie ſollen es meinethalben wiſſen
„Haben Sie ihn immer noch nicht?” fragte Vaugham
ironiſch.
Copyright be
E N Sodnrssn e
„Irrtum, Herz, was haben Sie ine Ahnung von
Hem=
mungen — der dicke Spiro iſt es, aber er weiß nicht, was ich
ihm da für inen Satansknochen ans Bein gebunden habe, Sie
müſſen mir verſprechen, ihn in Ruhe zu laſſen, hören Sie,
Vaugham —
„Reden Sie nicht ein bißchen viel „Monſieur Haas? Sie
kommen mir ſo exaltiert vor! Wenn Sie Angſt empfinden oder
Reue, ſo beten Sie doch in der Stille zu Ihrem Herrn und
Gott. Wenn Ihre Abſicht tatſächlich beſteht, ſo teilen Sie ſie
gleich meinem Chef mit, er wird ſich nach Gebühr darüber
freuen."
„Ach, Sie mit Ihren ewigen verſteckten Drohungen” Phil
wurde immer lebhafter, „ich ſagte Ihnen ſchon mal, was kann
mir noch paſſieren? — Nächſte Woche hätte ich ſowieſo auf der
Straße geſeſſen! Uebrigens”, er lachte ſpöttiſch, „haben Sie
denn nicht daran gedacht, daß man mich vermiſſen wird, mich
ſuchen? Meine Braut hat beſtimmt ſchon längſt Nachforſchungen
anſtellen laſſen, und heutzutage iſt die Polizei fix, Herr”,
er verſtummte.
Eine Pauſe entſtand. Der Wagen durchſauſte ſcheinbar
plan=
los mit erſchreckender Geſchwindigkeit immer wieder neue, meiſt
unbelebte Straßenzüge, zuweilen flitzte trüber Lichtſchein der
Laternen über die Geſichter der beiden Männer, und in dieſen.
Kaleidoſkop ſuchte Vaughams Blick langſam die Augen des
Jüngeren, bannte ſie mit der ihm eigenen tierhaften
Starr=
heit, ſeine Züge erſchienen leblos und grauſam
„Ich habe daran gedacht”, antwortete er nachläſſig, „man
wird Sie nicht ſuchen!“
Phil fühlte eine eiſige Woge an ſein Herz herandrängen,
er=
ſchluckte mühſam, wollte etwas ſagen — — ſchwieg.
Straßen, Straßen, unbelebt, mal ein Auto, eine
Straßen=
bahn, man ſchien an der Peripherie entlangzugleiten, dunkel die
Häuſer, kaum ein Menſch zu erſpähen — ein rieſiges weißes
Feld tauchte auf, am Horizont begrenzt durch ſpärliche Lichter
eines ſchläfrigen Bahndammes, der Wagen kreuzte eine breite
Fahrbahn, ſauſte am Rande des Feldes entlang, paſſierte große
Schuppen, helle Portale, zwei hohe Türme, die grelles Licht
jegen den froſtklaren Himmel ſtrahlten. Alles verſank in weißer
Oede, erſchien dann wieder, klein und fern, als die Straße eine
jähe Biegung nach rechts machte, um die Einſamkeit der
häuſer=
loſen Fläche auf wenig befahrenem Wege zu durchſchneiden.
(Fortſetzung folgt.)
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Erzeugnis, verwenden. Verteilen Sie diesen klassischen
Schönheits-Creme mit den Fingersbitzen in
leicht kreisender Bewegung auf der Haut, so
wird der Teint in wenigen Augenblicken zart
und ebenmälsig und erhält jenen feinen,
matten Perlenton, der so überaus reizvoll
wirkt. Auch als Puderunterlage hat sich
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in der Woogsturnhalle. Der Vortrag
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Sanen ort
Seite 14 — Nr.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freſtag, 18. Rovember
Helian Lichtspiele
VORANZEIGEI (F. 16001
Film-Morgenfeier
Sonntag vorm. 11.15 Uhr, zum ersten Mal
OM
Hente letzter Tag
Das außergewöhnliche Filmwerk des
Meister-Regisseurs
ERNST LUBITSCH
Der Mann den
sein
Gewissen trieb
mit Lionel Barymore, Nancy Carroll
und Phillips Holmes.
Heute und folgende Tage Heute und folgende Tage Der große Erfolg!
Das Hobelied des einſachen Soldaten.
Die Hölzernen MADY CHRISTIANS
in Franz Lehar’s Welterfolg:
Friederike Kreuze mit der Original-Musik von
Franz Lehar. (V. 16002
Jagendliche haben Zutritt. (Jenseits der deutschen Gräben)
Jugendliche aben Artritt.
Beginn: 3.45, d.0) und A.20 Uhr
Wie begleiten Deutschlands
Porte nach
Spanlen / Itallen
Griechenland
Dieser Film ist ein
Denkmal in der
Ge-
schichte der deutschen
Flotte, Jjeder Deusche
muß diesen Film ge=
M schen haben,
Jugendliche zugelassen. Vorverkanf an der Heliakasse.
VOMKSIhealer Chauueenaus
Dir. Elisabeth Werner.
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