Einzelnummer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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1. Ottober 2.— Reichsmark und 20 Pfennig
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Franffurt a. M. 4301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit / verſehenen Original=Aufſätze und eigenev Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 295
Sonntag, den 23. Oktober 1932. 195. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reſchspfg.
Finanz=Anzeigen 35 Reichspfg. Reilamezelle (92 mm
breit)2 Reichsmart. Anzeigen von auswärts 35 Reichspfg.
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
jede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtiung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beltrelbung ſällt ſeder
Rabatt weg. Banlkonto Deutſche Bank und Darme
ſtädier und Nationalbank.
„Druſche Dentagenefſenſcaftgräffe
Reorganiſakion der Preußiſchen Zenkralgenoſſenſchaftskaſſe. — Skellung unker Reichsaufſichk.
Ziel der Akkion: Erhaltung der lebensfähigen Genoſſenſchaften.
Eine Vierkelmilliarde
Gerüchke um Papen und Schleicher.
* Berlin, 22. Oktober. (Priv.=Tel.)
zur Rakionaliſierung des landwirtſchafklichen
Die Gerüchte über allerhand Quertreibereien gegen das
Kabi=
nett und im Kabinett haben die Regierung veranlaßt, „mit
Genoſſenſchaftsweſens.
allem Nachdruck” zu erklären, daß „innerhalb des Kabinettes völ=
Berlin, 22. Oktober.
2ie Verluſte, die bei den Genoſſenſchaften, insbeſondere auch
eiden landwirtſchaftlichen, infolge der allgemeinen Wirtſchafts=
Mlaufgetreten ſind, haben es mit ſich gebracht, im
Einver=
ehen mit der preußiſchen Staatsregierung der Reorganiſation
7d APreußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe, des bedeutendſten
ge=
nönſchaftlichen Zentralkreditinſtituts, näherzutreten. Reich und
Aßen werden für die Durchführung des notwendigen
Abſchrei=
bmsbedarfes erhebliche Mittel zur Verfügung ſtellen. Die
„Außiſche Zentralgenoſſenſchaftskaſſe wird der Aufſicht des Reichs
umiſtellt werden und in Zukunft die Bezeichnung „Deutſche
3 ra lgenoſſenſchaftskaſſe” führen. Ihr Kapital wird rund
1MMillionen RM. betragen, zu denen noch 20 Millionen an
Reſiven hinzutreten. Das Reich und Preußen werden an dieſem
„Kmtal mit je 42,5 Millionen RM. beteiligt ſein. Es iſt
vor=
goher, daß hiervon je 2,5 Millionen RM. an die Deutſche
Ren=
mte munkkreditanſtalt übertragen werden. Die über die neuen
m Kmtalbeteiligungen des Reiches und Preußens hinausgehenden
PEeige der bisherigen Stammeinlagen bei der Preußiſchen
Zen=
tunenoſſenſchaftskaſſe werden zur Deckung von Verluſten im
Hdzwrtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſen und von Verluſten an
lezortſchaftlichen Außenſtänden ſolcher gewerblichen
Genoſſen=
ſoluen verwendet, die mit der Deutſchen
Zentralgenoſſenſchafts=
kelNinr Geſchäftsverkehr ſtehen; ſie belaufen ſich auf rund 40
Mil=
liim RM. Zu dem gleichen Zweck werden 10 Millionen RM.
Rven von der Deutſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe zur
Ver=
fülmg geſtellt. Außerdem werden Reich und Preußen für Zwecke
dagſerluſtbereinigung und der Rationaliſierung des landwirt=
Yaulichen Genoſſenſchaftsweſens Beträge bis zur Höhe von
ins=
geht 200 Millionen RM. zur Verfügung ſtellen. Die
Be=
ße ſind für das geſamte Reichsgebiet
be=
ſtſhm t. Ziel der Aktion iſt, die lebensfähigen Genoſſenſchaften
zu5 ehalten. Auf das Reich entfallen rund 127 Millionen RM.,
diten den Reichshaushaltsplänen der Jahre 1936 bis 1938
be=
reiſteſſellt und für die zunächſt Schatzanweiſungen zur Verfügung
gaitt werden.
Die Deutſche Zentralgenoſſenſchaftskaſſe wird in Zukunft der
ſicht des Reichsminiſters der Finanzen un=
Piehen. Neben dem Direktorium werden ein Ausſchuß und
hauptverſammlung gebildet.
Die Reichsregierung wird ermächtigt, in Aenderung und
gaiuung des Genoſſenſchaftsgeſetzes gewiſſe näher umriſſene
ſimmungen über Reviſion, Bilanzen und
Merſtatut der Genoeſſenſchaften zu erlaſſen,
unhm. Intereſſe der Geſunderhaltung des Genoſſenſchaftsweſens
eigſey irkſame Reviſion und eine ſachgemäße Aufſtellung
dei ſahresabſchluſſes der Genoſſenſchaften ſicherzuſtellen.
VSchließlich wird das Reich zur Stützung von
ge=
wAblichen Kreditgenoſſenſchaften und
Bauge=
nühſemſchaften bis zum Geſamtbetrage von rund
MMillionen Reichsmark Garantien
überneh=
michund jeweils bis zur Höhe von einem Drittel dieſes Betrags
Mst! in den Rechnungsjahren 1932, 1933 und 1934 zur
Ver=
füing ſtellen.
dweike Oſthilfe-Enkſchuldungs=Berordnung.
Berlin, 22. Oktober.
Oe heute unterzeichnete Zweite Entſchuldungsverordnung,
W dicer beſchleunigten Durchführung der Entſchuldungsverfahren
innſſchilfegebiet dient und die Vorausſetzungen für eine erhöhte
Bahindung der Gläubiger ſchafft, enthält außerdem noch eine
Büſmnung zur Erleichterung von Schwierigkeiten der
nicht=
garſerſchaftlichen Gläubiger aus Warenlieferungen gegenüber
Uſieentſchuldungsbetrieben. Die Verordnung ſieht die Eintra=
W50 von Uebergangshypotheken vor, die zunächſt weder verzinſt,
nacg tilgt werden. Nach drei Jahren wird je nach der Lage der
LtAnf rtſchaft über ihren Fortbeſtand entſchieden.
Braktiſche kommungle Arbeitsbeſchaffung.
UNB. Berlin, 22. Oktober.
e Preſſeſtelle des Deutſchen Städtetages teilt mit, daß der
Ene „Vorſtand des Deutſchen Städtetages ſich ſoeben nach ein=
Be2er praktiſcher Vorbereitung abſchließend mit der Frage
*2 kommunalen Arbeitsbeſchaffungsprogramms beſchäftigt hat.
De us ſetzung des kommunalen Arbeitsbeſchaffungsprogramms
Oen Städtetag daß die Finanzierung auf einem
volkswirt=
i ich einwandfreien Wege durchgeführt wird, der alle Experi=
S auf währungspolitiſchem Gebiete vermeidet. Die Hergabe
ingedeckten zinsloſen Krediten größten Ausmaßes, wie ſie
DAneerer Seite vorgeſchlagen worden iſt, kann deshalb nicht in
Sye kommen. Es wäre auch mit den Regeln einer geſunden
Sllzwirtſchaft unvereinbar, die laufenden durch die
Erwerbs=
ü, entſtandenen Laſten durch eine Kreditausweitung ſchein=
Ntweſeitigen und damit die wirkliche Lage nur zu verſchleiern,
Trt ſie gründlich zu bereinigen. Der Städtetag hat der
Mſregierung gegenüber ſeine bereits früher erhobene Forde=
DAwiederholt, daß für die kommunalen Betriebe und für die
Duu-ale Arbeitsfürſorge im Rahmen des Regierungsprogramms
SFautſcheine zur Verfügung geſtellt werden.
lige Einigkeit über die für die nächſte Zukunft beabſichtigten
Maßnahmen beſtehe und daß niemand im Kabinett daran denke,
an dem jetzigen Kurs etwas zu ändern.” Eine Abwehr, die
aller=
dings von den üblichen Schattenſeiten aller Dementis nicht ganz
frei iſt, denn von einer „vollſtändigen Einheit” im Kabinett zu
ſprechen, iſt doch wohl eine kleine Uebertreibung. Es iſt ja
nach=
gerade ein öffentliches Geheimnis, daß wegen der Kontingente,
um nur ein Beiſpiel zu nennen, zwiſchen dem
Ernährungsminiſte=
rium und dem Wirtſchaftsminiſterium ſehr lebhafte
Meinungs=
verſchiedenheiten beſtehen oder mindeſtens beſtanden haben, und
daß es auch ſonſt nicht immer ganz leicht geweſen iſt, die
einheit=
liche Linie zu finden.
Was mit dieſer Erklärung aber geſagt werden ſoll, iſt wohl
vor allem, daß irgendwelche
Perſonalveränderun=
gen, vor den Wahlen nicht zu erwarten ſind. Es iſt
anzunehmen, daß General v. Schleicher, der ſich augenblicklich in
Badenweiler aufhält, von ſich aus das Berliner Dementi noch
unterſtützen wird. Denn er hat auch diesmal bei den Gerüchten
wieder eine beſondere Rolle geſpielt. Schon am Tage vor der
Auf=
löſung des Reichstages wurde ihm nachgeſagt, daß er mit Natſoz.
und Zentrum getechtelmechtelt hätte, und er war gezwungen, die
politiſchen Schlußfolgerungen, die daraus gezogen wurden,
öffent=
lich in Abrede zu ſtellen. Auch diesmal haben die Gerüchte, ſoweit
ſie rein politiſcher Art ſind, ſich hauptſächlich um ihn gelagert
und andeuten wollen, daß er in der Beurteilung der Lage von
dem Kanzler weſentlich abweiche, indem er auch jetzt noch die
Brücken zu den Natſoz, und die Querverbindungen zu den
Ge=
werkſchaften aufrechterhalten wolle, Herr v. Schleicher iſt dadurch
in den Mittelpunkt des Geredes gerückt, daß dieſe Behauptungen
von einer Berliner Zeitung ausgingen, die, wie allgemein
an=
genommen wird, von ihm geſtützt worden iſt. Wenn alſo gerade
von dieſer Seite jetzt in einer beſtimmten Richtung gearbeitet
wurde, dann lag der Verdacht nahe, daß Herr v. Schleicher
da=
hinter ſtehe, womit ihm aber wohl Unrecht getan wird. Denn auch
Herr v. Schleicher wird ſich darüber klar ſein, daß, nachdem
ein=
mal die Wahlen ausgeſchrieben ſind, jede Ueberlegung über die
Entwicklung der Zukunft erſt von dem Ergebnis der Wahlen ihren
Ausgangspunkt nehmen kann.
Eine Erklärung des Reichswehrminiſters.
Freiburg i. Br., 22. Oktober.
Von dem in Badenweiler weilenden Reichswehrminiſter von
Schleicher geht dem WTB.=Freiburg folgende Erklärung zu: In
Berlin wird die Nachricht verbreitet, daß ich meinen Aufenthalt
in Badenweiler zu politiſchen Beſprechungen benutze, die den
Beſtand des jetzigen Kabinetts gefährden könnten. Eine geradezu
abſurde Idee! Abgeſehen davon, daß ich mit dem mir
befreunde=
ten Reichskanzler von Papen ſachlich und politiſch völlig
über=
einſtimme, habe ich während meines Aufenthaltes in Badenweiler
noch keine politiſche Perſönlichkeit größeren oder kleineren
For=
mats geſehen oder geſprochen und gedenke das auch in Zukunft
nicht zu tun. (gez.) v. Schleicher.
Francois-Poncei krikt nicht zurück.
UNB. Berlin, 22. Oktober.
Der franzöſiſche Botſchafter in Berlin, Fransois=Poncet, hat
geſtern nach ſeiner Rückkehr aus Paris einen Vertreter des
Bör=
ſenkuriers empfangen, dem er erklärte, daß er nicht daran denke,
zu demiſſionieren. Der Botſchafter wandte ſich gegen die Gerüchte,
daß er durch de Herbette aus Madrid erſetzt werden ſolle. Er
habe bei ſeinem Beſuch in Paris mit dem Präſidenten geſprochen.
Auf eine weitere Frage, daß man den Botſchafter als zu
deutſch=
freundlich bezeichnet habe, erklärte Frangois=Poncet: „davon
weiß ich auch nichts, gar nichts! Die diplomatiſchen
Gepflogen=
heiten auf der ganzen Welt gipfeln in dem oberſten Grundſatz,
ſtets ein freundſchaftliches Verhältnis mit der Regierung aufrecht
zu erhalten, bei der man eben akkreditiert iſt. Wenn man dieſes
Land beſonders liebt, oder wenigſtens ſehr viel für es übrig hat,
dann iſt es nur gut für beide Teile!”.
Nolverordnung gegen Aukodiebſtähle.
Das Reichsgeſetzblatt veröffentlicht heute eine Verordnung
des Reichspräſidenten gegen unbefugten Gebrauch von
Kraftfahr=
zeugen und=Fahrrädern vom 20. Oktober 1932.
Auf Grund des Artikels 48 Abſatz 2 der Reichsverfaſſung wird
verordnet:
8 1.
Wer ein Kraftfahrzeug oder ein =Fahrrad gegen den Willen
des Berechtigten in Gebrauch nimmt, wird, ſofern die Tat nicht
nach anderen Vorſchriften mit ſchwererer Strafe bedroht iſt, mit
Gefängnis bis zu drei Jahren beſtraft. Der Verſuch
iſt ſtrafbar. Die Verfolgung tritt nur auf Antrag ein. Die
Zu=
rücknahme des Antrags iſt zuläſſig. Wer die Tat gegen ſeinen
Ehegatten oder gegen einen Verwandten abſteigender Linie
be=
geht, iſt ſtraffrei. Kraftfahrzeuge im Sinne dieſer Verordnung
ſind die Fahrzeuge, die durch Maſchinenkraft bewegt werden,
Landkraftfahrzeuge nur inſoweit, als ſie nicht an Bahngleiſe
ge=
bunden ſind.
F 2.
Dieſe Verordnung tritt am 1. November 1932 in Kraft.
Außenpolikiſche Umſchau.
Von
Prof. Dr. Otto Hoetzſch.
Sang= und klanglos iſt die (13.)
Völkerbundsver=
ſammlung zu Ende gegangen. Weſentliches konnte überhaupt
nicht zuſtande kommen, weil ja die drei großen
Völkerbunds=
themen: Abrüſtung, Weltwirtſchaftskriſe, fernöſtlicher Konflikt
von der Erörterung ausgeſchloſſen waren. Daß die Exiſtenzfrage
des Bundes geſtellt iſt, haben wir oft geſagt. Sie wird beſtimmt
nach dem weiteren. Monate in Anſpruch nehmenden Ablauf
jener drei großen Probleme. Inzwiſchen ſind wir noch im
Völ=
kerbund, haben dort mitzuarbeiten und es iſt daher auch für uns
wichtig, worum jetzt in Genf geſtritten worden iſt, zumal an
der Frage, an der Deutſchland ſeit je ein lebhaftes Intereſſe
genommen hat, der Frage nämlich nach der
Reorgani=
ſation des Sekretariats und der Verteilung der Macht,
die durch dieſes ausgeübt wird.
Zunächſt: auch der Völkerbund iſt finanziell in übler
Lage. Sein Haushalt iſt mit 33,4 Millionen Goldfranken für
das neue Jahr feſtgeſetzt, davon nicht weniger als die Hälfte für
das Völkerbundsſekretariat. Aber nur 11 von 65 Mitgliedern
haben voll bezahlt. Frankreich, das den meiſten Vorteil vom
Bunde hat, iſt im Rückſtande, desgleichen Italien, Japan,
ſämt=
liche Südamerikaner, engliſche Kolonien, die Schweiz ſogar,
die Balkanſtaaten, Polen, China. Deutſchland hat mit Recht noch
keinen Pfennig bezahlt: in ſeiner Deviſenlage iſt es nicht im
Stande, zwei Millionen Goldfranken zu transferieren und ſein
Angebot, in Mark zu bezahlen, iſt nicht angenommen worden.
Daher bleibt ſein Beitrag in der Schwebe.
Vor allem aber handelte es ſich um die ſog.
Reorgani=
ſation des Völkerbundsſekretariats. Der Rücktritt
Sir Erie Drummonds ſpäteſtens zum 30. Juni nächſten Jahres
war nur äußerer Anlaß zur Behandlung eines Problems, das
längſt wichtig und ſchwierig war: die Beherrſchung des
Sekre=
tariats durch Engländer und Franzoſen, neben denen die
ande=
ren Nationen, vor allem Deutſchland und die kleinen Staaten
nicht aufkamen, hat längſt Anlaß zu lebhaften Erörterungen
gegeben. Die Löſung jetzt iſt im deutſchen Sinn nicht voll
be=
friedigend. Der Nachfolger Drummonds iſt der Franzoſe Avenol.
Der Wunſch des Sekretariats iſt alſo durchgeſetzt, daß, nachdem
in der Leitung des internationalen Arbeitsamts auf den
ver=
ſtorbenen Thomas der Engländer gefolgt war, dafür der
Nach=
folger Drummonds ein Franzoſe werden müſſe. Generalſekretär
und Vertreter, alſo bisher Drummond und Avenol, haben die
Untergeneralſekretäre, unter denen ein Deutſcher iſt, nicht recht
aufkommen laſſen. Deutſchlands Wunſch, die Vertretung des
neuen Generalſekretärs unter den Untergeneralſekretären
wech=
ſeln zu laſſen, konnte nicht durchgeſetzt werden, und den Streit
zwiſchen Groß= und Kleinſtaaten hat man ſo geregelt, daß zwei
ſtellvertretende Generalſekretäre beſtimmt wurden, einer ein
Italiener, der andere der Vertreter eines Kleinſtaates ein
Nor=
weger. Das iſt die oberſte Leitung des Sekretariats. Mithin ſind
die Untergeneralſekretäre wiederum einen Schritt zurückgedrängt.
Das ſind vier, unter denen Deutſchland jetzt den Poſten für die
Wirtſchaft ſtatt der kulturellen Fragen erhält. Er ſoll von dem
bisherigen Staatsſekretär Tendelenburg eingenommen werden.
Dagegen iſt Deutſchlands Vorſchlag durchgedrungen, daß keine
Macht mehr als zwei hohe Beamte im Generalſekretariat haben:
dürfe, was übrigens auch noch Schwierigkeiten beim Ablauf der
Verträge machen wird. Der Generalſekretär wird auf zehn
Jahre, die Stellvertreter auf acht, die Untergeneralſekretäre auf
ſieben Jahre gewählt. Es handelt ſich alſo um eine
Entſchei=
dung auf weite Friſt — für uns nicht gleichgültig, weil zunächſt
der Völkerbund noch beſteht, Deutſchland darin iſt und allen
Anlaß hat, ſehr entſchieden dort mitzuarbeiten.
Der ausſcheidende Generalſekretär der erſte und
bis=
her einzige des Völkerbundes, war ein Engländer. Er hat das
Sekretariat mit den Erfahrungen der engliſchen
Kriegsorgani=
ſation vorzüglich organiſiert, aber ſo den Völkerbund, ohne es
zu wollen, zu einem Inſtrument Frankreichs gemacht. Das
hat jeder gemerkt, der in dieſen Jahren nach Genf kam. Ebenſo
war jedermann zweifelhaft, ob Drummond innerlich an der Idee
des Völkerbundes hing oder ob er ſeine Aufgabe rein
geſchäft=
lich=diplomatiſch faßte. So hat er ſie ſicherlich ausgezeichnet
er=
füllt, damit allerdings auch ein großes Teil der Schuld auf ſich
gezogen, daß der Völkerbund in den letzten Jahren nie zu
Ent=
ſcheidungen kam, immer nur manöverierte und daß bis zum
Ueberdruß und Widerwillen die ganze Geſchäftsführung im rein
Formalen aufging, d. h. die Vertagung in irgendeiner Form bei
allem die Hauptſache wurde. Der Nachfolger iſt ein Franzoſe.
Das ſagt genug und vielleicht iſt es ſo gut, weil die Lage nu
für die deutſchen Vertreter im Völkerbunde damit ganz klar
wird. Ihre Aufgabe iſt, ſo wenig das der ferner Stehende weiß,
ebenſo ſchwer, wie für Deutſchland unbedingt notwendig. Es
ſei nur an die Verbindung erinnert, die von ihnen abhängt für
die ganze Abrüſtungsfrage, für die Einſtellung Deutſchlands
überhaupt zu der Kriſe, in der der Völkerbund ſteht, die aber
noch eine ganze Weile dauern wird.
Unter ſeine Aufgaben fällt die
Weltwirtſchaftskon=
ferenz: Für ſie ſchafft eine begründete Tatſache Ottawa.
Dieſer Name bedeutet heute ein großes Vertragswerk innerhalb
des Britiſchen Weltreiches, 12 Einzelabkommen, davon ſieben
zwiſchen dem Mutterland und den Kolonien, und fünf unter
den Kolonien ſelbſt, die im ganzen Tauſende von Zollpoſitionen
enthalten und verändern. Was bedeutet das für die
Handels=
politik der Welt, für die Kunden Englands, darunter auch
Deutſchland! Die Kolonien haben es ſchon zumeiſt in Kraft
geſetzt, das engliſche Unterhaus, das in dieſer Woche am 18.
ſeine Sitzungen wieder begann, hat das Vertragswerk ratifiziert.
Damit iſt für die Weltwirtſchaftskonferenz eine vollendete
Tat=
ſache geſchaffen: ein großer Schritt vorwärts in dem Beſtreben
des Weltreichs, ſich wirtſchaftlich zuſammenzuſchließen, die
Binnenzölle in ihm abzubauen auf der Grundlage der
Zuge=
ſtändniſſe des Mutterlandes auf dem Lebensmittelgebiet unter
Zugeſtändniſſen der Kolonien auf dem Induſtriegebiet. Es iſt
ein erſter Schritt. Vielen in England geht er noch nicht weit
genug, vielen iſt er ſehr bedenklich, und jedermann weiß, daß
einmal die Kolonien — ſchon ſehr weit in der Entwicklung ihrer
Induſtrie — ſich auch gegen das Mutterland abſchließen möchten
und zum andern, daß das Mutterland gar nicht in ſo hohem Maße
am Induſtrieaustauſch mit den Kolonien intereſſiert iſt, daß
in der übrigen Welt ſehr wichtige Kunden für England leben.
Aber ein erſter Schritt und eine vollendete Tatſache iſt da —
wie will demgegenüber, bei dem Abſchluß Rußlands und dem
Seite 2 — Nr. 295
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Hochſchutzzoll Amerikas, die Weltwirtſchaftskonferenz die
Er=
ſtarrung der Handelspolitik löſen, in die Europa verfallen iſt?
Auch unter dieſem Geſichtspunkt iſt die heute in Deutſchland ſo
leidenſchaftlich umſtrittene Frage der Autarkie zu betrachten!
Wir kümmern uns um viel Gebiete der Welt draußen gar
nicht und mit einem Mal wird ihre Bedeutung überraſchend,
vielleicht unangenehm klar! So iſt jetzt Spanien. Ein Jahr
iſt es Republik. Es hat ſich ſeine Verfaſſung unter dem 9.
Dezember 1931 gegeben. Es hat eben, am 9. September, eine ſehr
weitgehende Agrarreform, d. h. Landenteignung des großen
Be=
ſitzes durchgeführt. Es hat die kataloniſche Frage, den Gegenſatz
der beiden Teile Spaniens gelöſt in einem bundesſtaatlichen
Statut. Es kämpft wirtſchaftlich, aber es hat ſich politiſch
un=
zweifelhaft befeſtigt. Es war völlig auf ſich bezogen. In Genf
oder an anderen Stellen der großen Politik hörte man von
ihm nichts. Dabei iſt es ein Staat von zwanzig Millionen
Einwohnern, der außerdem die rund 100 Millionen ſpaniſch
ſprechenden Menſchen auf der Erde mindeſtens geiſtig führt. Und
nun fährt, am 31. Oktober, — Herriot nach Madrid!
Eine engliſche Zeitung berichtete, er wolle Spanien mit dem
Vorſchlag locken, das Land für das internationale
Völkerbund=
depot von ſchweren Waffen zu werden, das Frankreich
vor=
ſchlägt, weil es — ſo weit von Deutſchland entfernt ſei. Der
Beſuch hat ernſtere Zwecke. Nämlich — abgeſehen von
nord=
afrikaniſchen und Mittelmeerfragen, die zwiſchen Frankreich und
Spanien von Wichtigkeit ſind —: Spanien jetzt
einzube=
ziehen, in den franzöſiſchen Sicherheitsplan
überhaupt, Italien aus ſeinem Bündnis mit dem Spanien des
König Alfons und Primos herauszudrängen und es in die
Reihe der franzöſiſchen Trabanten in Genf einzufügen. Damit
würde Spanien aus ſeiner Neutralität herausgelockt, die es
während des Krieges und nach dem Kriege immer aufrichtig
bewahrt hat. Herriot rechnet natürlich darauf, daß im
Gegen=
ſatz zu einer Monarchie, der man deutſchfreundliche Neigungen
zuſchrieb, eine parlamentariſch=demokratiſche Republik Spanien
viel leichter Frankreich mit dem Herzen zufallen wird. Daneben
vergeſſe man nicht, daß auch längſt ſchon vorhanden iſt: der
Einfluß Frankreichs auf die Vertretung der
ſüdamerikani=
ſchen Staaten in Genf, weil ja dieſe Vertreter alle zugleich die
Geſandten ihrer Staaten in Paris ſind. Wieder ein Zeichen für
die Konſequenz, die Unermüdlichkeit der franzöſiſchen Politik,
auch Herriots ſelbſt und die Frage; hat wohl die deutſche
aus=
wärtige Politik und Vertretung in Spanien in der
zurückliegen=
den Zeit alles getan, um dieſen Gefahren begegnen zu können?
Die Erfahrungen bei der Abrüſtungskonferenz haben das nicht
bewieſen!
Nun die Abrüſtung ſelbſt. Herriot war in London,
ver=
abredet wurde die von Macdonald geplante Konferenz der vier
Mächte nicht in London, ſondern in Genf, weiter nichts. Eine
Verſtändigung zwiſchen Macdonald und Herriot über
Frank=
reichs „konſtruktiven Plan”, d. h. Frankreichs Garantie= und
Sicherheitswünſche ſind in keiner Weiſe zuſtande gekommen.
Macdonald hat ſich bemüht, Deutſchland nun nach Genf zu
be=
kommen. Dieſes hat abgelehnt. Darüber iſt Macdonald
ver=
ſtimmt, hat das auch auffällig ſcharf am Tag vor dem
Wieder=
zuſammentritt des Parlaments ausgeſprochen. Er arbeitet weiter
um eine ſolche Konferenz, die nun aber, ſoweit Deutſchland in
Frage kommt, vor den deutſchen Reichstagswahlen nicht mehr
möglich ſein wird. Der Hauptausſchuß der Abrüſtungskonferenz,
der eine Art Konferenz im kleinen darſtellt, hat Henderſon
nun=
mehr erſt auf die Woche nach dem 21. November einberufen.
Das die Lage. Dazu noch zwei Striche: Italien hat
je=
weils ſofort dem engliſch=franzöſiſchen Wunſche zugeſtimmt, und
Polen fordert mit zunehmender Schärfe, zur Erörterung
herangezogen zu werden, zieht dazu Artikel 164 des Verſailler
Vertrages heran, ſucht Frankreich klar zu machen, daß es ſich,
wenn es ſeine Verbündeten neben ſich hätte, in viel günſtigerer
Lage befände. Das dürfte auch Frankreichs Meinung und
weiterhin Abſicht ſein.
Deutſchlands grundſätzlicher Standpunkt iſt klar,
unbeſtreit=
bar und hat große moraliſche Kraft. Aber der deutſche
Außen=
miniſter weiß ſicher noch beſſer als wir, daß Grundſatz und
Taktik nicht ein und dasſelbe ſind, daß die deutſche
Außen=
politik in dieſer Lebensfrage, in der ſie alle Deutſchen hinter ſich
hat, auf einem ſehr ſchmalen Pfad zu gehen hat, bei der Stellung
Frankreichs und ſeiner Verbündeten, England, Italien, und daß
es ohne irgendwelche Verbündete iſt, auf die man ſich wirklich
verlaſſen kann. Er weiß noch beſſer als wir, daß man auf die
Dauer lediglich mit dem Nein, mit der Ablehnung, ſo gut ſie
begründet iſt, nicht weiter kommt, daß poſitivem Vorſchlag der
andern Seite ein ſolcher von unſerer Seite entgegengeſtellt
wer=
den muß. Stärkſte diplomatiſche Kunſt iſt nötig, damit in dieſem
Kampfe unſer Schiff zum Ziele geſteuert werde!
Am Dienskag Urkeil in Leipzig.
Vom Hauptbüro des Reichsgerichts wird amtlich mitgeteilt:
In den Klageſachen zwiſchen Preußen, Bayern ſowie Baden und
dem Reich iſt Termin zur Verkündung der Entſcheidung auf
Dienstag, den 25. Oktober, 12 Uhr mittags anberaumt. Die
Sitzung findet wiederum im Hauptſaale des Reichsgerichts ſtatt.
Jena, 22. Oktober.
Zur Eröffnung der diesjährigen Wirtſchaftstagung des
Deut=
ſchen Studentenwerks und aller deutſchen Hochſchul=
Wirtſchafts=
körper waren am Freitag abend in Jena über zweihundert
Do=
zenten und Studenten aus dem ganzen Reich verſammelt. Der
Vorſitzende Profeſſor Dr. Tellmann konnte ſchon zu Anfang der
Arbeitsbeſprechungen Vertreter des Reiches und der Länder und
eine Reihe bekannter Rektoren, unter ihnen den neuen Rektor
der Univerſität Berlin, Profeſſor Dr. Kohlrauſch, begrüßen. Er
verband damit den ganz beſonderen Dank an das Reich für das in
den Etatsmitteln zum Ausdruck gebrachte Verſtändnis der
aka=
demiſchen Not und für das Vertrauen zum Deutſchen
Studenten=
werk. Die Grüße der Reichsregierung enthielten die mit ganz
be=
ſonderem Beifall aufgenommene Verſicherung, daß der Arbeit
in der akademiſchen Jugend weiterhin die beſondere Betreuung
der Reichsſtellen gehört. — Der Tagung, die erſt nach dreijähriger
Pauſe wieder ſtattfinden konnte, kommt durch den Druck der
Hoch=
ſchulüberfüllung und der Erſchwerung der Wirtſchafts= und
Für=
ſorgearbeit erhöhte Bedeutung zu. — In den Beratungen wurde
gleich zu Anfang die ſchpierige Frage der Studentenheime und
=Speiſungen, die einen Monatsumſatz von 600 000 Mark haben
und täglich 30 000 Eſſen an Studenten ausgeben, beſprochen. Ueber
die Werksarbeit und erwerbsſchaffenden Studentenbetriebe wurde
aus der großſtädtiſchen Arbeit heraus ein ſehr lehrreicher
Ber=
liner Bericht gegeben. Beſondere Teilnahme galt den
Beſprechun=
gen über die akademiſche Mitarbeit an den Wirtſchaftskörpern.
Das Ergebnis läßt ſich auf den Nenner bringen, daß die
Wirt=
ſchafts= und Fürſorgearbeit unter verantwortlicher Einſchaltung
ſtudentiſcher Kräfte gemeinſam mit den Dozenten weiter verfolgt
werden ſoll.
Verlegung der bolſchewiſtiſchen Propagandazenkral
TU. Stockholm, 22. Oktober!
Wie „Svenſka Tagbladet” erfährt, ſoll die Zentrale der
ſchewiſtiſchen Auslandspropaganda, die bisher in Berlin lag,
Stockholm verlegt werden. In Moskau ſei man zu der Sch
folgerung gekommen, daß die Zentrale nach einem ſicherer
ſcheinenden Ort verlegt werden müſſe, wie z. B. Stockholm.
Umſtand, der auch dafür ſpricht, iſt, daß die rüſſiſche Hande
abordnung, die bei der Geſandtſchaft untergebracht iſt, in Schr
den Exterritorialität genießt. Um Einreiſerlaubnis für ruſſiſ
Handelsvertreter nach Stockholm iſt in der letzten Zeit viel m
geſucht worden. Man hat verſucht, dies damit zu begründen.
die Einwanderer „Angeſtellte” des Naphtha=Syndikats ſeien.
letzter Zeit iſt eine große Anzahl „Inſpektoren” und „Kont
leure” dieſer Oelgeſellſchaft nach Schweden gekommen.
Vom Tage.
Die Deutſchnationalen haben für den Wahlkreis Heſſen=
Darmſtadt u. a. aufgeſtellt: Dr. Alfred Hugenberg, Landwirt
Lahr, Ober=Hilbersheim; Dr. Meesmann=Gießen,
Schneidermei=
ſter L. Bauer, Darmſtadt: Landwirt J. P. Arras, Ober=Oſtern;
Pfarrer O. Schell, Pfiffligheim: Hausfrau Theodore Lejeune,
Bad=Nauheim, Feuerwehrmann H. Hoffmann, Worms; Landwirt
G. Knecht, Mittel=Gründau; Amtsgerichtsrat. A. Böhm, Bad=
Nauheim.
Die Volksrechtspartei hat für Heſſen=Darmſtadt u. a.
aufge=
ſtellt: Oberſchulrat Bauer, Stuttgart; Bankbeamter H. Lorenz.
Gießen; Frau Weſtphal, Offenbach; Juſtizrat A. Lindt,
Darm=
ſtadt.
Die Liſte der Staatspartei für Heſſen=Darmſtadt enthält
an=
fangs folgende Namen: Dr. Weiner. Offenbach; Kaufmann
Chriſt, Mainz; Gewerkſchaftsbeamter Meſchkat, Worms;
Bank=
beamter Gabriel, Offenbach; Fabrikant Heyl. Butzbach.
Das Heſſiſche Geſamtminiſterium hat in einem Rundſchreiben
an ſämtliche Behörden den Staatsbeamten verboten, außerhalb
der Ausübung ihres Dienſtes in Dienſtkleidung an politiſchen
Veranſtaltungen jeder Art teilzunehmen. Falls Zweifel darüber
beſtehen, ob eine Veranſtaltung politiſch iſt, ſo iſt eine
Entſchei=
dung der vorgeſetzten Dienſtſtelle einzuholen.
Der Zentralverband deutſcher Haus= und
Grundbeſitzerver=
eine hat ſich erneut an die Reichsregierung mit dem Appell
ge=
wandt, die im Gang befindlichen neuen Prüfungen beſchleunigt in
poſitivem Sinne für die Einbeziehung der Hauszinsſteuer in das
Syſtem der Steuergutſcheine zum Abſchluß zu bringen.
In Caſtrop wurden am Samstag abend etwa 50
National=
ſozialiſten von zirka 80 bis 100 Kommuniſten mit
Repolverſchüſ=
ſen und Steinwürfen überfallen, worauf die Angreifer
flüchte=
ten. Vier Nationalſozialiſten wurden ſchwer verletzt.
Angehörige der S.P.D. überfielen im Südoſten Berlins einen
Trupp Nationalſozialiſten. Es entwickelte ſich eine Schlägerei,
bei der zwei Nationalſozialiſten durch Meſſerſtiche verletzt
wur=
den. Fünf S.P.D.=Leute und ſieben Nationalſozialiſten wurden
zwangsgeſtellt. In Berlin=Lichtenberg kam es zwiſchen zwei
Klebekolonnen zu einer Schießerei, bei der jedoch niemand
ver=
letzt wurde.
Das Schwurgericht Hamburg verurteilte mehrere
Kommu=
niſten wegen der ſchweren politiſchen Zuſammenſtöße am Tage der
Reichspräſidentenwahl, bei denen zwei Nationalſozialiſten getötet
worden waren. Der Hauptangeklagte Fricke erhielt wegen
voll=
endeten Totſchlags neun Jahre Zuchthaus. Gegen zwei weitere
Angeklagte wurde auf 5 und 2½ Jahre Zuchthaus erkannt. Die
übrigen Strafen bewegen ſich zwiſchen drei Monaten und drei
Jahren Gefängnis.
Eine der erſten Amtshandlungen des neuen deutſchen
Bot=
ſchafters in London, v. Hoeſch, wird die Ueberreichung der
Goethe=Medaille an den engliſchen Miniſterpräſidenten
Macdo=
nald ſein.
Wahlaufruf der Skaatsparkei.
„Berlin, 22. Oktobe
Die Leitung der Deutſchen Staatspartei wendet ſich mit ein
längeren Aufruf an die Wählerſchaft, in dem es u. a. he
Wir wenden uns gegen die undeutſchen Diktaturgelüſte
gegen die rückſchrittlichen Pläne auf Ausſchaltung des Volkes
der Volksvertretung. Eine wirkliche Reichsreform, die den Dual
mus zwiſchen Preußen und Reich beſeitigt, die Reichsrat
Reichswirtſchaftsrat zu organiſcher Einheit und Mitbeſtimmt
in der Geſetzgebung verbindet, und eine Wahlreform, die den an
nymen Schemetismus der Liſten durch die klare Verantwort
der Perſönlichkeit erſetzt, und die das Wahlalter heraufſetzt, wur
ſtets von uns angeſtrebt. Wir bekennen uns zum Privateigent
zum Leiſtungsgedanken und zur freiſchaffenden Unternehmern
ſönlichkeit. Die Wirtſchaft braucht Ruhe vor der Politik. Soll
deutſche Unternehmer wieder zu Kräften kommen, ſoll die
lebung der Wirtſchaft die Not der Arbeitsloſen überwinden, ſo
eine fühlbare Laſtenſenkung erforderlich. Die Kontingentspolit
und alle Autarkiebeſtrebungen ſabotieren das
Regierungs=
gramm zur Ankurbelung der Wirtſchaft in gleichem Maße
politiſche Experimente. Wir treten für eine Lohn= und Sos/
politik ein, die den Reallohn erhöht, dem Schwachen Schutz
und dem Frieden der Wirtſchaft dient.
Auskrikt des Präſidenken der Bremer Bürgerſche
aus der NSDAP.
Der nationalſozialiſtiſche Präſident der Bremer Bürgerſcht
Rechtsanwalt Dr. Backhaus, hat ſein Amt als Präſident niede
gelegt, auf ſein Bürgerſchaftsmandat verzichtet und gleichze
ſeine Parteimitgliedſchaft aufgegeben. In einem Brief an A
Hitler begründet er dieſen Schritt mit der einſeitigen Einſtell
der NSDAP., ihrem Haß gegen Andersdenkende und ihrer
kämpfung der um die Errettung des Vaterlandes bemühten Reid
regierung.
Terrorakie im Landgerichtsbezirk Görlikz aufgekläßa:
hiler
19 Perſonen verhaftet.
Ne
Breslau, 22. Oktobe
In der Nacht vom 9. zum 10. Auguſt ſind in verſchiede
Orten des Landgerichtsbezirks Görlitz Terrorakte verübt Iv
den, die zum Teil mit Sprengſtoff und Schußwaffen ausgefüm
wurden. In einzelnen Fällen händelt es ſich um Gewalt AAo einne
ſchwererer Natur. Lediglich beſonders glücklichen Umſtänden Wmde gehe
es zuzuſchreiben, daß nur in einem einzigen Falle ein Me ſſ” xn Wunſck
ums Leben gekommen iſt. Bisher ſind 17 Fälle aufgeklärt mott der Bouern
den, darunter zwei Anſchläge mit Handgranaten auf ei eMengsloſer
Reichsbannerführer und auf das Büro der SPD. in Pen ic Politik nort
Revolveranſchläge auf das Verkehrslokal der NSDAP. Flverw
Sohra, der Piſtolenanſchlag auf den Gärtnereibeſitzer Becker 19 tiſchen A
Sohra, der Revolveranſchlag auf das Verkehrslokal der NSD2
Pſh=
in Tiefenfurt, ein zweiter mißglückter Anſchlag in Tiefenhms
gegen den Sägewerkbeſitzer Halbhaus und ſchließlich der ScM cn Minde
in das Fenſter des SA.=Mannes Heines. Ferner wurden 700
verſchiedenen Wohnungen und Geſchäften in Alt=Kohlf En,
Rauſcha, Kieslingwalde und Sohrneuendorf die Fenſterſchei ei
eingeſchlagen. Die Betroffenen gehören zum Teil den Lir
parteien an, einer dem Chriſtlich=Sozialen Volksdienſt, eirng.
ſind Mitglieder der SPD. Die Ermittlungen über die weite=
Anſchläge ſind im Gange. Wie die Juſtizpreſſeſtelle mitte
hat es den Anſchein, als ob die an SA=Heimen und Angeh3
gen der NSDAP. verübten Terrorakten der Ablenkung dienn eien.
ſollten. Insgeſamt ſind 19 Angehörige der SA. in Haft genr!”
men worden.
der Zluger in der Gradtammet.
Berühmke Inſtrumenke und ihre Schickſale.
Von Dr. Herbert Schmidt=Lamberg.
16mal „Original”=Mozart=Spinett.
Der bekannte Muſikmäzen Friedrich Schallinger in Wien
erzählte uns einmal, daß ihm in ſeinem Leben nicht weniger als
16 verſchiedene Spinette angeboten worden ſeien zum Kauf,
jedes=
mal mit dem Hinweis, daß es ſich in dieſem Falle beſtimmt um
das Originalinſtrument Mozarts handele. Dabei
wurden recht hohe Preiſe verlangt, denn eben Friedrich
Schallin=
ger ſollte für die ſechzehn Inſtrumente zuſammen nicht weniger als
435 000 Mark bezahlen. Als er nach Ablehnung eines beſonders
eifrigen Händlers, der ihm ſogar ſchon zwei verſchiedene „
Origi=
nal”=Inſtrumente Mozarts verkaufen wollte, dieſen fragte, was er
nun mit ſeiner „Ware” gemacht habe, lächelte ihn dieſer überlegen
an und ſagte, daß er die Inſtrumente ſelbſtverſtändlich an
kunſt=
begeiſterte Amerikaner zu einem Ueberpreis abgegeben habe.
Der Rajah auf der Geigenjagd.
In der Tat gehen viele ſolcher antiquierten Inſtrumente nach
Ueberſee, wo jetzt auch Südafrikaner, Chineſen und Japaner in
den Ring der Käufer dieſer Gebiete eingetreten ſind. So iſt eine
Paganini=Geige, auf der der Künſtler kurz vor ſeinem
Tode noch ein paar Bogenſtriche machte, in London neulich für
einen Preis vno 6300 Pfund Sterling nach Schanghai an einen
Privatmann verkauft worden. Obwohl die Angehörigen der
Gel=
ben Raſſe von europäiſcher Muſik ſo gut wie gar nichts verſtehen,
iſt doch der Sinn ihrer gebildeten Schichten und des guten Bürgers
darauf gerichtet, durch den Erwerb berühmter Inſtrumente ſich
einen guten Namen zu machen. Intereſſant iſt, daß ein Exot, ein
indiſcher Rajah, Kjardaman v. Pujnaſtansk, faſt drei Jahre Jagd
auf eine Geige von — — Bach machte, allerdings nicht des großen
Johann Sebaſtian Bach, ſondern ſeines unglücklichen Sohnes
Friedemann. Der Rajah hatte eine Ueberſetzung des Buches
„Friedemann Bach” geleſen und dabei eine Fußnote gefunden,
daß die Geige dieſes Unglücklichen in Wien bei einer
Privatſamm=
lung zu finden ſei. Er kam deswegen nach Wien, wo er aber fand,
daß die Geige bereits ins Ausland verkauft war. Kjardaman war
ſelbſt faſt 20 Monate auf der Jagd durch 14 Länder, ſchließlich
er=
ſtand er ausgerechnet in Kairo eine Geige, von der er ſelbſt zum
mindeſten überzeugt iſt, daß ſie die Geige des Friedemann Bach
ſei. Sie koſtete ihm etwas mehr als 90 000 Mark
Anſchaffungs=
preis und faſt 200 000 Mark für die dreijährige Jagd zu Waſſer
und zu Lande.
Puccinis Meiſterinſtrument.
Ein merkwürdiges, einziges Schickſal hat bekanntlich der
Flü=
gel gefunden, an dem Puccini ſeine Meiſterwerke komponierte. Auf
ſeinen Wunſch wurde der Meiſter nämlich in einem Gewölbe ſeiner
Villa beigeſetzt, und dieſes Gewölbe wird auf der einen Seite
durch den Flügel zum Teil als Wand abgeſchloſſen. So iſt auch
der Verſtorbene für immer in der unmittelbaren Nähe ſeines
ge=
liebten Inſtruments, und kein noch ſo großer Geldbetrag der Erde
kann dieſen Flügel von ſeinem Platze wegbewegen. Das
Inſtru=
ment wird alle vier Wochen genau geſtimmt und
durch=
geſpielt, ſo daß der Stimmer in das Gewölbe gehen und dort
ſeine Arbeit verrichten muß. Man kann ſich denken, daß eine
Reihe von Beauftragten vor dieſer Verrichtung im letzten
Augen=
blick zurückkehrten, und es iſt außerdem ein eigenartiges, von
Seltſamkeit und Schauer nicht freies Gefühl, wenn man den
Flü=
gel erklingen hört, der von der Grabſtätte des großen Komponiſten
aus in Töne verſetzt wird.
Wo blieb das Klavier Ludwigs II.?
Wir wiſſen, daß der unglückliche König Ludwig II. von
Bayern ein guter und phantaſievoller Klaviervirtuoſe war, deſſen
Spielſtärke beſonders in der Melodramatiſierung beruhte, ohne
daß er aber eigentliche Kompoſitionen herausgebracht hat. Sein
Lieblingsinſtrument war ein altes, italieniſches Inſtrument, das
er noch am Abend vor ſeinem Gang ins Waſſer ſpielte. Und es
war um ſo ſonderbarer, daß der Reſonanzboden dieſes Inſtruments
am ſelben Abend, als der König geſtorben war vollkommen
zer=
platzte, ſo daß das Inſtrument nicht mehr brauchbar war. Noch
merkwürdiger berührt es, daß aus dem verlaſſenen Schloſſe, vor
deſſen Beſuch die Nachfolger des Toten ſcheinbar zurückſchreckten,
gerade dieſes Inſtrument eines Tages geſtohlen
wurde. Niemand hatte den Diebſtahl beobachtet, niemand konnte
auch nur entfernt angeben, wer etwa an dieſem Inſtrument
In=
tereſſe hätte haben können da es doch ziemlich wertlos geworden
war durch die Beſchädigung. Erſt als ſich Freunde des Toten
daran erinnerten, wie merkwürdig doch das Zuſammentreffen der
Zerſtörung des Inſtrumentes mit dem Tode des Königs eigentlich
geweſen war, erſt dann fanden ſich zahlreiche Intereſſenten, die
gerne erfahren wollten, wo das Inſtrument geblieben war.
Ob=
wohl von der königlichen Familie niemand an den
Nachforſchun=
gen ſich beteiligte, wurde bald ganz Europa und ſpäter die halbe
Welt abgeſucht nach einem alten, ſpielunfähigen Klavier, das ſich
im übrigen niemals wieder gefunden hat.
Der Raub der Stradivari.
Aus einer Sammlung in die andere ging eine
Stradi=
vari=Geige aus dem Jahre 1782, an der eine beſondere
Lei=
mung und Zuſammenfügung von Boden und Geigendeckel zum
erſten Male ausprobiert worden war. Dieſe Geige wurde a7
einem Kunſthändler Antonini aus Milano geſtohlen, der da
einen ähnlichen Trick aufwendete, wie der Dieb der „Mona=2500Im
im Pariſer Louvre. Er erſchien in der Tracht eines Zimmerm g70les
nes und gab an, in der Wohnung der Eſtralla Stradivari, S0t ien
dieſe Geige beſaß, Ausbeſſerungen vornehmen zu müſſen. K-8hu,f
darauf war er mit dem koſtbaren Fund unbeobachtet verſchw F50 ksſ
den. Als die Polizei ihn verhaftete, ſaß er gerade vor ei 7200, M
Sammlung von etwa 80 Geigen, Gitarren,
Breſ=
ſchen uſw., die alle in der Geſchichte der alten italieniſchen —ſ0
ſtrumente eine gewiſſe Rolle geſpielt hatten. Antonini hatte /beohM
320 000 Goldlire, die er von ſeinem wohlhabenden Vater gee2 hſcin
hatte, für ſeine Leidenſchaft als Inſtrumentenſammler aufgewpil Mlich
det, und da er jetzt kein Geld mehr beſaß, um die Inſtrumente, F.80dams
fen zu können, ſo ſtahl er ſie einfach unter Anwendung aller m.Rehie
Bt in
lichen Tricks.
Die Glücksgeige des Blinden.
0
Es muß auch daran erinnert werden, daß die zweitälte Fauhiein
Amati=Geige in einem Pariſer Vorort bei einem blins ſheiie
Geigenſpieler gefunden wurde, der damit von Hof zu Hof zog 1—20n
durch Geigenſpiel und dünnen Geſang ſein Brot zu erwerben D7—
ſuchte. Er hatte die Geige von einem jungen Muſikanten aus w.
Kaffeehaus für billiges Geld erworben, und er war der einzn.
der im Laufe von faſt 200 Jahren dahinter kam, daß es mit dien
Inſtrument etwas Beſonderes auf ſich haben müßte. Einem
kannten Kunſthändler vertraute er ſich an; und der Erfolg w.
daß er eine Stunde ſpäter um faſt 100 000 Goldfrank,
reicher den Laden des Kunſthändlers verließ. Das feine Ohr ½
Blinden hatte die Augenkraft und das Erkenntnisvermögen vie"
Muſiker übertroffen, die nach dem Auftauchen dieſer Amati=Ge.”.
dieſe ſchon geſpielt und beſeſſen hatten. Es ſetzte natürlich alshe
eine Hochflut von Angeboten alter Geigen in ganz Europa.”.)
denn das merkwürdige Schickſal berühmter Inſtrumente feu.=”
=G4
ſtets die Beſitzer von Inſtrumenten, die nur die Eigenſchall
ſitzen, alt zu ſein, an, ihren Inſtrumenten irgendeine Geſchie I
anzudichten.
Zwiſchen Südſee und Eismeer — Maleriſche Naturaufnahl.
mit Geſchichten von Jack London. Heſſe & Becker Verlaß,
zig. 4,80 RM.
Die Erzählerkunſt Jack Londons iſt, ſo bekannt, daß ie
ſie wirklich nicht hervorheben muß. Seine zahlreichen Einzelval
wurden faſt alle hier beſprochen. Die ſchönſten Erzählungen De
ſen nun zu einem Sammelband vereinigt und mit Aufna9l.
aus allen Weltgegenden illuſtriert. Das Meer und die Sie.‟
der paradieſiſche Strand der Südſee und die Gletſcher ie
Eine
ſchä-
lands werden in Bildern und Text feſtgehalten.
Neuerſcheinung.
Dr. W.
[ ← ][ ][ → ] Ein großſlawiſcher Balkankraum.
Won unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
In dieſen Tagen beginnt in Bukareſt die dritte
Konferenz der Balkanſtaaten, an der Bulgarien
nicht mehr teilnimmt. Aus dieſem Grunde dürften
die nachſtehenden Ausführungen ein beſonderes
In=
tereſſe beanſpruchen.
Die Schriftleitg.
W.E.B. Sofia, Ende Oktober 1932.
Sinige bulgariſche Politiker, von denen man weiß, daß ſie,
ßegenſatz zur vorherrſchenden Meinung ihrer Landsleute, eine
Mächerung an Belgrad ſuchen, haben vor kurzem literariſche
Ver=
ſisb allons aufſteigen laſſen, die alsbald durch heftiges
Schrap=
häeter der Sofioter Preſſe vom politiſchen Himmel herunter=
Ai- und zerfetzt wurden. Die Gedankengänge dieſer Politiker
zwſen an die Einigung der ſüdſlawiſchen Raſſen im Königreich
füllewien an und ſind der Anſicht, daß dieſe Einigung auch auf
)ulgariſche Volk ausgedehnt werden ſoll, um ſo zu einem
„ſen Slawenreich des Südens, alſo Jugoſlawien, zu
uingen. Ein Staat alſo, der etwa 20 Millionen Einwohner und
ſomntag, 23. Oktober 1932
Fmiiellos hat ſtets bei den Slawen der Traum des Zuſammen=
Aiſſes eine Rolle geſpielt. Trotzdem haben Polen, Tſchechen,
Ser=
wKroaten und Slowenen 1918 nicht daran gedacht, einen Block
Filden und hüten auch heute eiferſüchtig ihre volle Unabhängig=
ADaß Serben, Kroaten und Slowenen unter Schwierigkeiten,
r Ende nicht abzuſehen iſt, ſich in einem Staat vereinigt haben,
zum großen Teil darauf zurück, daß das harte Herrenvolk der
keren den beiden anderen Partnern ſeinen Willen aufzwang.
bweil man den Werdegang des benachbarten ſüdſlawiſchen
hſigreiches in Sofia genau kennt, ſo iſt man überzeugt, daß ein
Firgrales Jugoſlawien”, von Laibach bis zum Schwarzen Meere
giend, in Belgrad nur in der Form einer ſerbiſchen Hegemonie
„cdie übrigen Slawenſtämme gedacht iſt. Im Herzen der
Bul=
han aber lebt der Traum des Großbulgarien, das vor dem Frie=
„Aavon San Stefano 1878 auf dem Papiere beſtand, weiter: die
Zeie rumäniſche Dobrudſcha, die türkiſchen und griechiſchen Teile
rzkens, ganz Makedonien und das Gebiet vom Pirot bis Niſch
heren dazu. Vielleicht wird Bulgarien im Laufe der Zeit und
Umr dem Druck politiſcher Notwendigkeiten ſich mit gewiſſen
Ge=
fieverluſten abfinden. Keinesfallsaber wird das bul=
„eiſche Volk auf Makedonien verzichten. Dafür
ſchon die Propaganda des Wortes und der Tat der 700 000
ey ſtarken makedoniſchen Emigranten in Bulgarien, die ver=
„üe ihres weitgehenden Einfluſſes auf die Politik des Landes
weals zulaſſen wird, daß Bulgarien ſich mit Belgrad ohne
vor=
eit Löſung der makedoniſchen Frage einigt.
Der Vorſtoß zugunſten des „integralen Jugoſlawien” hat,
en der faſt einſtimmigen Ablehnung in der Preſſe, noch eine
ufanartet kalte Beurteilung in der heute ſehr ſtarken Bauern=
„win=; gefunden, die bis vor kurzem noch als die Trägerin der
ſüd=
iſtm’ſchen Verſtändigung galt. Seitdem der Bauernbund in der
Aaeungskoalition ſitzt, hat dieſe Verſtändigungspolitik, die man
mügewiſſem Recht oft als eine viel zu weitgehende Abhängigkeit
vmBelgrad empfand, eine entſchiedene Schwenkung durchgemacht.
ſrBauernminiſter, die als Oppoſitionäre im Geruche fanatiſcher
AlAehTablikaner ſtanden, ſind Royaliſten geworden, die
Slawenver=
btſetung hat einem Nationalismus Platz gemacht, der den der
Ugrannten nationaliſtiſchen Parteien übertrifft.
Bei dem Gegenſatz, der zwiſchen Belgrad-Paris und Rom
erſchits udem Balkan herrſcht, iſt es nur natürlich, daß Italien den
verüh ümungsumſchwung, der im Bauernbund eingetreten iſt,
be=
auzuchr ½. Hier ſei an die Rundreiſe des italieniſchen Ackerbauminiſters
Gem2s gbo erinnert, der ausdrücklich dem bäuerlichen Bulgarien galt,
mſtänn u=anr die geheim gehaltene Reiſe Dimoffs nach Rom, die
offen=
em sbudem Wunſch entſprang, die Italiener davon zu überzeugen,
ſigellin de wder Bauernbund nicht mehr das iſt, was er früher war:
be=
uf d ſtungsloſer Anhänger der Verbrüderung der Balkanſlawen.
in /2 Politik normaler, wenn nicht gar guter Beziehungen zu dem
S2AEhverwandten Jugoſlawien iſt von Stamboliſky an von allen
ber Bab Untiſchen Außenminiſtern betrieben worden. Lorbeeren hat
er92/ ur dafür geerntet, dagegen hat Bulgarien manchen Fußtritt
n Tſd’ Sregers einſtecken müſſen, von einer Beſſerſtellung der
bul=
chdi zahen Minderheiten in Südſlawien gar nicht zu reden. Es muß
wu m Beſtreben der neuen Machthaber in Bulgarien, der Demo=
Alt=R=Erun und des Bauernbundes, liegen, einen außenpolitiſchen
iſtenſeR zu ſuchen, der etwas mehr Erfolgsausſichten bietet als der
den PIA nach Belgrad. Man wird gewiß nicht mit fliegenden Fahnen
ſienſt 6usrörniſche Lager rücken, dafür ſind die Bulgaren zu vorſichtig
die Bhuywirtſchaftlich nicht unabhängig genug. Belgrad die kalte
NSüter zu zeigen, die Rechte der Minderheiten nachhaltiger zu
Achemeten, ſich dabei auf die Reviſionsſtaaten zu ſtützen, die
Ket=
ſteyer Reparationen und Diktate zwar nicht zu ſprengen, aber
Bi5 ſeilen — auf dieſem Wege darf die bulgariſche Regierung
Cöffnungsfeier der Volkshochſchule Darmſtadk.
Mit einem intereſſanten Kammermuſikabend begann die
wWeozhochſchule Darmſtadt ihre Winterarbeit. Nach einleitenden
div Weiten des Vorſitzenden, der über die Bedeutung der
Volkshoch=
ſchſt ſprach und ſeiner Freude darüber Ausdruck gab, daß die
W=ußhochſchularbeit trotz der Schwere der Zeit gleich hoch geſchätzt
wwaich daß die Teilnehmerzahl nicht abgenommen hat, ſpielten
EM Mann und Oskar Kleinberg drei wertvolle
Witn onaten. Erna Mann ſtellte ſich kürzlich in einem
ausge=
zcſtee verlaufenen, eigenen Konzert dem Publikum als Pia=
mit wor und zeigte auch jetzt die gleichen Vorzüge eines
tech=
mMausgezeichneten Spiels, großer Muſikalität und
bedeut=
aw Feinfühligkeit. Oskar Kleinberg trat in früheren Jahren
mrmals an die Oeffentlichkeit und zeigte ſich ſtets als Geiger
vach großem Können und feiner Empfindung. Beide jungen
Küſtier hatten ihre Aufgabe ſehr ernſt genommen und die
Sona=
tanucht nur techniſch vorzüglich ſtudiert, ſondern auch ſich ſo
apſhunder eingeſpielt, daß man das Empfinden hatte, daß die
Deke wie von einem Willen beſeelt waren. Vor allem fanden
wandie dynamiſche Ausarbeitung ſehr ſorgfältig und gut
abge=
waitt.
Iöuerſt erklang eine Sonate des alten Salzburger Geigers
DM J. Biber, der in der Generation vor Bach wohl der
glän=
jShle Vertreter deutſcher Violinkunſt war, und der ſogar für
leintnſtleriſches Wirken vom Kaiſer in Wien geadelt wurde.
D/Sonate vertritt den Typus der alten feierlichen
Kirchen=
ſwe und in den langſamen Sätzen zeigt Biber viel warmes
Smin den, er ſchwelgt in Doppelgriffen und liebt es, in den
roſin Teilen ernſthaft zu fugieren, wobei der Violine auch
me ſ ach zweiſtimmiges Spiel zufällt. Fühlte man auch am
An=
ſchAbei Herrn Kleinberg eine gewiſſe Aufregung, die ſich in der
De ſchſ tät der Bogenführung kund tat, ſo war dies ſehr bald
uewunden, ſo daß die Kompoſition ausgezeichnet wiedergege=
Dee har, wobei Erna Mann mit ſtilſicherer Zurückhaltung den
DeE tenden Charakter der Klavierſtimme beobachtete. Ueber ein
Dellumdert ſpäter iſt Beethovens 4=Moll=Violinſonate, Opus 23,
EhAusen, bei der Violine und Klavier gleichberechtigt neben=
SAder ſtehen, ſich oftmals die Themen und Motive zuſpielen
Wmz der Form der klaſſiſchen Sonate folgen. Hier glückten
DeEDens die Eckſätze vorzüglich, während uns Herr Kleinberg
DeT ungſamen Mittelſatz nicht ganz ſeinem Gehalt nach
auszu=
ſacen ſchien. Zuletzt hörten wir die große Sonate in F=Dur
Dohin ton Dvorak, ein Werk, das ſichtlich von dem Ueberſchwang
De imsſcher Kammermuſik beeinflußt iſt und auch deren
orche=
ſthuin Klang teilt. Hier fühlte ſich Herr Kleinberg ganz
be=
ſoſſurs in ſeinem Element und ſpielte mit großem Temperament
UAp achtvollem Klang. Daß Erna Mann ſich überall dem
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
mit Erfolgen rechnen und mit der Zuſtimmung des ganzen
Vol=
kes. Auch die Intereſſen des monarchiſchen Bulgariens verlangen
es, eine Außenpolitik zu führen, die einen großſerbiſchen Kurs auf
dem ſlawiſchen Balkan nicht fördert. Ein integrales Jugoſlawien
iſt nicht denkbar als Monarchie — entweder muß der Belgrader
Thron oder der in Sofia verſchwinden, oder, was wahrſcheinlicher
iſt, alle beide. Wie die Dinge liegen, wird das bulgariſche Volk
niemals auf ſeine Dynaſtie verzichten, um dafür die ſerbiſche
Hege=
monie in einem „Bundesſtaat” einzutauſchen. Es iſt bezeichnend,
daß der Sofioter Hof mit ſeinem Mißfallen über die unzeitgemäßen
Erörterungen des Anſchlußproblems nicht hinter dem Berg
gehal=
ten hat, denn die bulgariſchen Politiker, die für dieſen Anſchluß
eintreten, müſſen ſich darüber klar ſein, daß die
Verwirk=
lichungihrer Pläne am Ende auf die Beſeitigung
zweier Balkandynaſtien, mindeſtens aber der
bulgariſchen hinausläuft. Allein das Anwachſen der
kommuniſtiſchen Bewegung, die im September der Reſidenzſtadt
Bulgariens einen Gemeinderat mit ſtarker kommuniſtiſcher
Mehr=
heit gebracht hat, verbietet politiſche Experimente, die eine
Aen=
derung der Staatsform nach ſich ziehen können.
Nr. 295 — Seite 3
Boliſcher Mard in Hoſſt.
Am Donnerstag wurde in Sofia der aus Südſlawien
ein=
gereiſte Bulgare Mitoff erſchoſſen. Der Mörder Todor Petroff
hat ſich der Polizei ſelbſt geſtellt. Er erklärt ſeine Mordtat
da=
mit, daß Mitoff in der ſerbiſchen Grenzſtation Zaribrod
Spio=
nage gegen Bulgarien betrieben und die dort lebenden
bulgari=
ſchen Minderheiten verfolgt habe.
Todor Petroff ſtand vor einigen Monaten in Sofia im
Mittelpunkt der Affäre des ſüdſlawiſchen Militärattaches Oberſt
Schkekitſch, weil er angeblich von ſüdſlawiſchen Stellen
gezwun=
gen worden ſein ſoll, nach Bulgarien zu fahren, um angeſehene
Perſonen der weſtbulgariſchen Minderheitenorganiſation zu
er=
morden. Bei ſeiner damaligen Selbſtgeſtellung verriet Petroff
ſeinen Auftrag und gab an, daß er Waffen und Geld zur
Aus=
führung der Morde vom ſüdflawiſchen Oberſt Schkekitſch
er=
halten habe, der kurz nachher aus Sofia abberufen wurde. Den
Mord an Mitoff ſtellt Petroff als Rache für die ihm
zuteil=
gewordene Behandlung durch Südſlawen und abtrünnige
Landsleute jenſeits der Grenze hin.
Abrüſtungsberatungen verſanden.
Unkerausſchüſſe auf unbeſkimmke Zeik
verkagl.
EP. Genf, 22. Oktober.
Die techniſchen Beratungen über einzelne Abrüſtungsfragen,
wie die Heeresausgaben der verſchiedenen
Län=
der, die Kontrolle der Rüſtungsinduſtrie und des
Waffenhandels, die ſeit dem 19. September in Genf vor
ſich gingen, ſind faſt unbemerkt eingeſchlafen. Die Unterausſchüſſe
des Büros der Abrüſtungskonferenz, die ſich mit dieſen Fragen
beſchäftigten und den Boden für weitere Verhandlungen im
All=
gemeinen Ausſchuß der Konferenz vorbereiten ſollten, ſind in
keiner einzigen Frage zu einem Ergebnis gekommen.
Der Ausſchuß für die Heeresausgaben, der nur von der
Hälfte der Teilnehmerſtaaten der Konferenz
Angaben erhalten hatte, beſchloß, die Prüfung der ihm
vorliegenden, in vielen Fällen durchaus unzureichenden Angaben
zum Ende des Jahres mit einem Bericht an das Büro
ab=
zuſchließen.
Der Ausſchuß für die Kontrolle der Rüſtungsinduſtrie iſt nur
zu dem Beſchluß gelangt, einen Bericht anzufertigen, der die
ſämt=
lichen, ſehr weit auseinandergehenden Anſichten der verſchiedenen
Staaten darlegen ſoll. Beide Ausſchüſſe haben ſich mit dieſem
äußerſt mageren Ergebnis auf unbeſtimmte Zeit vertagt.
Ange=
ſichts dieſes Fehlſchlages, durch techniſche Beratungen die
Konfe=
renz wieder flott zu machen, fragt man ſich in Genf, ob es
zweck=
mäßig ſei, das Büro der Konferenz auf den 3. November
einzu=
berufen, da noch nicht eine einzige der in der Entſchließung vom
24. Juli aufgeſtellten Forderungen bisher auch nur im geringſten
gefördert worden iſt.
Franzöſiſche Sorgen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
* Paris, 21. Oktober.
Die Frage des Budgetgleichgewichts drückt immer mehr und
mehr auf die Innenpolitik. Die Regierung muß ſich mit der
Finanzkommiſſion über das Budgetprojekt und über die
Aus=
gleichung des Defizits einigen. All das, was man bisher über ihre
Pläne hören konnte, war nicht dazu geignet, einen guten Eindruck
hervorzurufen. Weder die Kammer, noch die Privatwirtſchaft
ſind zufrieden, die Stimmung in den Wandelgängen der Kammer
iſt ausgeſprochen ſchlecht.
Man hat ſich ſcheinbar ſchon damit abgegeben, daß alle nicht
permanenten Ausgaben, alſo das Inveſtitionsprogramm — der
Plan der nationalen Ausrüſtung — nicht in dem Budget
figu=
rieren wird. Dazu muß die Kammer allerdings noch eine Anleihe
von vorerſt vier Milliarden votieren; dieſe Anleihe iſt für den
Staatshaushalt — ein Teil davon iſt bereits verbraucht — für
das Beſtehen der Induſtrie und auch für die Politik der
Regie=
rung eine „conditio sine qua non‟. Die Tatſache des Defizits
bleibt aber noch immer. Man hat ſich nicht entſchließen können,
die Kriegspenſionen anzutaſten, was ein ſchwerer Fehler war; ſo
unpopulär dieſe Maßnahme auch geweſen wäre. Die Erſpärungen
ſind ungenügend, ſelbſt wenn man die optimiſtiſche
Darſtellungs=
weiſe der Regierung als Baſis voll akzeptiert. Es bleibt die
Tat=
ſache, daß man aus dem Steuerzahler noch mehr herauspreſſen
muß. Man erläßt zwar keine neuen Steuern, aber die alten wer=
den ſo arrangiert, daß ſie — wenigſtens auf dem Papier — mehr
Ertrag bringen ſollen. Es wird die Anwendung der Umſatzſteuer
auf das Transportweſen erwähnt, damit wären mit einem Schlage
zwei Fliegen getroffen. Denn neben dem direkten Nutzen für den
Fiskus wäre auch den Eiſenbahnen geholfen. Bedenklich iſt nur,
daß jede Transportſteuer die Teuerung automatiſch erhöht. Eine
ähnlich ſchlechte Wirkung iſt auch von der Umgeſtaltung der
Ein=
kommenſteuer zu erwarten, nur in einer anderen Richtung.
Es iſt unleugbar, daß die Regierung eine äußerſt ſchwere
Lage vorfand, dennoch iſt die Kammer von ihrer bisherigen
Finanzpolitik ſehr wenig erbaut. Es iſt kein Geheimnis, daß auch
innerhalb des Kabinetts Meinungsverſchiedenheiten vorhanden
waren.
Die ſchlechte Stimmung in den Wirtſchaftskreiſen iſt aber nicht
allein auf die finanzpolitiſche Unſicherheit zurückzuführen, ſondern
auch auf die Schwankungen der engliſchen Währung. Der Glaube
iſt allgemein, daß eine wirkliche Geſundung der Weltwirtſchaft nur
durch die Stabiliſierung der engliſchen Währung möglich ſei. In
dieſer Richtung war für Paris die neuerliche Baiſſe des Pfundes
eine bittere Enttäuſchung.
Was will Herriok in Madrid?
Ein Schachzug gegen Ikalien.
TU. Paris, 22. Oktober.
Sichere Informationen beſagen, daß bei dem bevorſtehenden
Beſuch Herriots in Madrid von franzöſiſcher Seite vor allem zwei
Fragen behandelt werden ſollen. Die erſte iſt die erneute Bitte
Frankreichs um das Durchfahrtsrecht ſeiner Truppen im
Kriegs=
falle aus Nordafrika durch Spanien nach Frankreich, da die
Mit=
telmeerlinie Marſeille—Algier durch Italien ſtändig bedroht ſei
und der engliſche Schutz im Mittelmeer als fraglich angeſehen
wird. Im Zuſammenhang damit ſteht die zweite, die
Tanger=
bzw. Gibraltarfrage. Praktiſch beherrſcht heute nicht mehr
Eng=
land, ſondern Spanien die Gibraltarpoſition. Frankreich verlegt
ſeine Einſchiffungsbaſis jetzt nach Caſablanca, wo
Hafenerweite=
rungen vorgenommen worden ſind. Auch die Bahn von Algier
um Oran nach Caſablanca iſt jetzt als Vollbahn ausgebaut.
Frankreich verlangt, daß Spanien die Straße von Gibraltar im
Kriegsfalle vor italieniſchem Zugriff unbedingt neutral hält,
da=
mit die franzöſiſche Transport=Verbindung Caſablanca—
Mutter=
land aufrechterhalten bleiben kann.
Das belgiſche Kabinekk gebildek.
Neuwahlen im November.
TU. Brüſſel, 22. Oktober.
Nach langwierigen Verhandlungen iſt am Samstag
nachmit=
tag ein belgiſches Uebergangskabinett zuſtande gekommen. Die
Miniſterſitze verteilen ſich wie folgt: Miniſterpräſident und
Landwirtſchaft: Graf de Broqueville (Katholik), Aeußeres:
Hymans (Liberal); Inneres: Poullot (Chriſtlicher Demokrat),
Finanzen: Jaſpar (Katholik), nationale Verteidigung: Theunis
(Katholik). Montag oder Dienstag findet der erſte
Kabinetts=
rat ſtatt, in dem ſofort der Beſchluß zur Auflöſung von Kammer
und Senat gefaßt werden wird. Die Neuwahlen ſollen
am 20. und 27. November ſtattfinden.
Charakter der Kompoſitionen aufs beſte anzupaſſen verſtand,
braucht kaum erwähnt zu werden; an manchen Stellen, auch im
Beethoven kam das gelegentlich vor, gab ſie zu viel Ton und
ver=
deckte faſt die Geige. Auch würden wir ihr empfehlen, ſich beim
Kammermuſikſpielen die Seiten umblättern zu laſſen, es könnte
zu leicht ſonſt ein Verſehen vorkommen. Dies wurde ja ſehr
glücklich vermieden, aber manchmal ſchwebt der Hörer in Angſt,
ob auch das Umblättern tadellos funktioniert. Im
Geſamtein=
druck war das Konzert ſehr gelungen, ſehr friſch und ſehr
ſorg=
fältig vorbereitet, und die zahlreichen Zuhörer, die den Mozart=
Saal füllten, hielten nicht mit dem wohlverdienten und herzlichen
P.N.
Beifall zurück.
Neue Schallplakten.
Aus der Elektrola=Produktion liegen vier Platten weit
über den Durchſchnitt. Fritzi Maſſary, die ewig Junge, ſingt
zum Orcheſter Hans Schindler aus der Oskar=Straus=Operette
„Eine Frau, die weiß, was ſie will” das Chanſon gleichen Titels
in bewundernswerter temperamentvoller Friſche, und aus
der=
ſelben Operette den Slowfox „Jede Frau hat irgend eine
Sehn=
ſucht” (E. G. 2605). Und die „Comedian=Harmoniſts”,
die ja immer noch unerreicht ſind, vermehren den Schatz ihrer
ein=
zigartigen Geſangsplatten um eine mit Schlagern aus dem neuen
Tonfilm „Derblonde Traum” (2607). In künſtleriſcher
Hin=
ſicht aber weit höher noch bewerte ich die beiden großen Platten
mit klaſſiſcher Muſik. Wundervoll rein und voll mit feinſter
Nuancierung ſingen die beiden Margareten Teſchemacher und
Kloſe mit Willy Domgraf=Faßbender (Begleitung
Or=
cheſter der Staatsoper Berlin) das Terzett aus „Hoffmanns
Erzählungen” „Antonia, Himmel, ſo höre!” und die beiden
genannten Künſtlerinnen die Bacarole „Schöne Nacht du.
Liebes=
nacht‟ (D. B. 4410) Auf D. B. 4408 ſingt Marcel Wittriſch
aus Carmen. Hier an dem Herzen treu geborgen” und aus
Die Boheme” „Wie eiskalt iſt dein Händchen”. Auch hierzu
ſpielt das Orcheſter der Staatsoper unter Generalmuſikdirektor
Orthmann. Die beiden Platten ſind von einer Klangſchönheit,
die kaum zu übertreffen iſt.
Unter den Neuerſcheinungen der „Grammophon”
(„Die Stimme ſeines Herrn”) iſt bemerkenswert das
umfangreiche Repertoire an Künſtlerplatten. Das Philharmoniſche
Orcheſter Berlin ſpielt unter Leitung von Franz Schreker die
„Peer Gynt”=Suite Nr. 1 auf 2 doppelſeitigen Platten auf
Nr. 24 627 und 24 628. Schreker erſcheint auch hier wieder als ein
feinfühliger Ausdeuter der unvergänglichen Schönheit dieſer
Par=
titur. — Das gleiche Orcheſter ſpielt unter Leitung von Alois
Melichar die Suite, Ballett” von Popy ungekürzt auf 2
Platten=
ſeiten, 27 288. — Adele Kern hat mit ihrer ſelten ſchönen Stimme
den unvergänglichen Strauß=Walzer. An der ſchönen blauen
Do=
nau” und „Valſe Caprice” von Rubinſtein auf die Platte gebannt.
(Nr. 27 287.) — Auch Alfred Piccaver, der große Tenor der
Wiener Staatsoper, erſcheint mit 2 italieniſch geſungenen Arien
„André Chenier”. Gleich einem Frühlingsabend” und „Requiem”
„Schuldvoll tönt dir meine Klage‟ (Nr. 27 289), während Heinrich
Rehkemper, der gewaltige Bariton des Konzertſaales mit
beſonders gefühlvollem Ausdruck 2 Wolfſche Lieder „Der
Ratten=
fänger” und „Auftrag” zu Gehör bringt. (23 149.) — Unter den
Original=Tonfilm=Aufnahmen erſcheinen verſchiedene Tonfilm=
Größen wie Dolly Haas und Paul Hörbiger zum erſten
Male auf dieſer Weltmarke. — Dolly Haas ſingt aus dem
Ton=
film „Scampolo” den Schlager „Ach, wie iſt das Leben ſchön” ſo
nett und reizend, daß man ihr auch wirklich glaubt, daß das
Leben ſchön iſt. (24 764.) — Paul Hörbiger, der mit ſeiner
draſtiſchen Komik immer erfolgreiche Filmſtar, ſingt aus dem
Ton=
film „Der blonde Traum”. Alles verſtehen heißt alles verzeihen”,
und „Wir zahlen keine Miete mehr”. (24 748.) — Auch Fritz
Schulz iſt wieder da mit den beiden Hauptſchlagern aus dem
Tonfilm „Sehnſucht 202” dem „Parfümlied” und dem „Wiener
Lied” die er auch hier wieder in ganz reizender Art auf die Platte
bringt (24 662.) — Paul Hörbiger erſcheint übrigens noch
einmal mit Lee Parry auf einer Platte, und zwar ſingt er aus
dem Johann Strauß=Tonfilm das ihm beſonders liegende, wie
auf den Leib geſchriebene Lied „Wenn der Menſch verliebt iſt”
während Lee Parry ihren Walzer „Die Fenſter auf, der Lenz
iſt da” entzückend zum Vortrag bringt. (24 765.) — Curt Bois,
der lebhafte queckſilbrige Vortragskünſtler, ſingt aus Holländers
Revue „Höchſte Eiſenbahn” den Foxtrott „Reizend” (24 762)
Und dann erſcheint noch Richard Fritz Wolf, der vom
Mittel=
deutſchen Rundfunk her bekannte Tenor mit 2 italieniſchen
Volks=
liedern „Maria, Mari” und. Meine Sonne” (24 760), eine Platte,
die ſicherlich allen gefallen wird. — Ein intereſſantes Stimmungs=
Potpourri mit Geſang, Jodler, Schuhplattler, Zither und anderen
Inſtrumental=Effekten, das ſich „Ein Sommertag in den Alpen”
nennt, iſt auf Nr. 24 742 erſchienen. — Ilja Livſchakoff mit
ſeinem Tanz=Orcheſter hat unter Mitwirkung von Leo Monoſſon
das Potpourri „Katharina” auf die Platte gebracht (24 761) und
außerdem noch 2 Marſchlieder „Die Potsdamer Linde” und Die
Wache kommt”, 2 beſonders ſchwungvolle Kompoſitionen (24 753).
— Auch Jack Hylton iſt wieder mit internationalen
Tanzſchla=
gern vertreten. Beſonders hervorzuheben das Potpourri „Jetzt
hört mal zu” (24 750). — Erſtmalig reiht ſich zu den prominenten
Tanzkapellen das Orcheſter Hermann von Stachow. Vier
aus=
gezeichnete Schlager ſind es, die auf 2 doppelſeitigen Platten
er=
ſcheinen: der Tango „Warum” (Conchita) und der Foxtrott „
Klei=
nes Girl” Nr. 24 752 und der Foxtrott Du. du. Dufl du, du” und
der Slowfor „Kleine Frau, was nun” Nr. 24 763. — Die populäre
Serie „Grammophon”=Braun=Etikett, alſo die Platte zu 1,50 RM.,
iſt in reichhaltiger Weiſe durch das neuerſcheinende Oktober=
Ver=
zeichnis ergänzt. — Zum Schluß ſei noch auf einige internationale
Tanzſchlager aus dem „Brunswick”=Repertoire hingewieſen.
— Das Duke Ellington=Tanzorcheſter wartet wieder mit
2 großen Schlagern auf, und zwar mit „Swampy River” und „Faſt
And Burious” „Brunswick” A. 9282. Das Guy=Lombardo=Tanz=
Orcheſter ſpielt „Meine Liebe zu dir” und „Immer noch nicht
ver=
liebt” auf „Brunswick” A. 9275 in gewohnter Weiſe.
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N7989
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ſucht ſich Frl. in d.
20er J., tücht.
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Barvermög. zu
ver=
ehelich. Poſtlag.
Zu=
ſchrift. unerwünſcht.
Off. u. M. 133 Gſch.
(IV14679)
Reelle Heiraten,
ſow. Einheirat ſtets
vorgemerkt Bureau
Frau G. Schuchmann
Darmſtadt.
Stifts=
ſtraße Nr. 46. (*
Dame, kfm. tät., 26
J.. nette Erſch.,
tüch=
tig i. Haush. m. ſch.
kpl. Ausſt. u. ſpat.
Verm. w. Herrn b.
40 J (a. Witwer)
zw. Heir kenn. z. I.
Zuſchr. u. M. 122Gſt. *
Herr, 30 J.. ev..
Ld m. 7000 RM.
Erſp. u. ſpät Verm.
w. einf. geſ. Mädch
zw. Heir. kenn. z. I.
Off. mit Bild unt
M. 128 Geſchſt
Junggeſelle, 47 J..
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wünſcht mit Mädel
oder Witwe ohne
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J. zwecks Heirat
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Biberette-Rollkragen,
der braune Modepelz, große
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Nal. Amerik,Opossum
Rollkragen, schöne,
kleidsame Form
Sonntag, 23. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 295 — Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 23. Oktober 1932.
Ernkedank und Opferkag.
Ein rieſiger Erntekranz von vollen Ahren, durchwirkt von
leuch=
msen Sommerfeldblumen, grüßt heute alle die, die im
Städti=
dern Saalbau ſich zur Feier einfinden. Und aus der Fülle der
uieen, blühenden Gabe, die Aufforderung zum Lobpreis Gottes!
e: Bauer weiß, warum er nach einem Jahr der mühevollen
ſrieit vom Morgen bis zur ſinkenden Nacht, im Kampf mit
öckter und Unſaat, ſchließlich ſtill die Hände faltet und ſein
hnnk ſei Dir” ſpricht. Wir, was wiſſen wir von Säen, Wachſen
n). Reifen in unſerem Leben? Wir ſind zu ehrfurchtlos
gewor=
r, es zu ſehen; wir ſind zu materiell geworden, es auch bei
zrs zu empfinden! Und weil wir es ſind, ſind wir ſo
undank=
ſt und ſo unzufrieden! Der Erntedankſonntag möchte uns
uvnen: „Vergiß nicht, was er dir Gutes getan!“
Erntedank und Opfergabe gehören zuſammen. Aus der
Dank=
uEeit entſpringt die hilfsbereite Liebe. Der Bauer
ingt ſein Opfer! Notgemeinſchaft und nachbarliches Mittragen
), ihm Selbſtverſtändlichkeiten! Was wir haben, iſt oft nicht
eir als ein beſcheidener, oft erzwungener Reſt ſolcher
Gemein=
ſärtlicheit und ſolchen Opferſinnes. Wir hören heute den Ruf
½ Tages! Er geht an alle Evangeliſchen unſerer Stadt! Die
b= iſt groß, ſehr groß! Wir müſſen helfen, wir, die wir auch
men durften, müſſen von dem, was Gott uns reichlicher gab.
6wir es verdient, denen geben, zu einem menſchenwürdigen
ben verhelfen, die hart am Rande eines ſolchen ſtehen! Tue
dirr, wozu ihn ſein Gewiſſen treibt! Tue jeder, was er
verant=
uken kann vor Gott! Nicht um menſchlicher Verpflichtungen
illen, ſondern um des Gehorſams gegen Gottes Gebot willen
ſiem wir zum Opfertag!
Wir beginnen um 4 Uhr, was nochmals, wegen
anfäng=
anderer Zeitfeſtſetzung deutlich betont ſei. Das
Märchen=
d beginnt um 8 Uhr. Der größte Teil der Karten iſt bereits
rlauft. Da aber noch erhebliche Nachfrage beſteht, haben wir
entſchloſſen, den Zutritt zu den Nebenräumen, in denen
Verkauf ſtattfindet, ohne Recht auf einen Platz im
ſaal gegen 1 Mark zu geſtatten. Dazu werden keine
Kar=
ausgegeben. — Alle diejenigen, die nicht teilnehmen können
nochmals um eine Gabe auf Poſtſcheckkonto Frankfurt
M. 62 228 „Evangeliſcher Bund. Darmſtadt”, mit der
Bezeich=
ms „Opfertag” gebeten. Der großen Zahl der Darmſtädter
(ſchäftsleute aber, die in hingebender Weiſe uns unterſtützt,
hr, als wir es hoffen konnten, ſei auch hier aufs
allerherz=
hie gedankt. Dieſer Opfertag wird ein Ruhmesblatt des
neu=
währten evangeliſchen Gemeinſinnes in unſerer Satdt ſein. Der
eha der Treue aber ſei die Dankbarkeit der vielen, denen wir
hfen wöllen.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde am 13. Oktober 1932 die
chrerin an der Volksſchule zu Klein=Auheim (Kreis Offenbach)
Aria Rehling auf ihr Nachſuchen vom 1. Nov. 1932 an.
— Hohes Alter. Herr Rendant Gg. Karl Weber, hier,
fimannſtraße 38, begeht am 25. Oktober in körperlicher und
gſie ger Friſche ſeinen 90. Geburtstag.
w. Rechnungsrat Adam Bernauer †. Mit dem am 18. Okto=
— im Ruheſtand ſeit 1. April 1927 — verſtorbenen Beamten
eän Mann von uns gegangen, der im Dienſte des heſſiſchen
Hetes und heſſiſcher Gemeinden, in welch letzteren er ſchon nach
Güllung ſeiner Schulpflicht eingetreten war, lange Jahre
über=
g werdienſtlich gewirkt hat. Die, die ihn näher kannten, können
das beſtätigen was die Verwaltungsbehörde über ihn zum
4sdruck brachte: Bernauer iſt ein außerordentlich fleißiger,
ge=
yſſenhafter und zuverläſſiger Beamter der große
Geſchäfts=
ſytniſſe und reiche Erfahrung beſitzt. Wir fügen bei, daß er in
nim perſönlichen Auftreten ein ungemein beſcheidenes Weſen
aden Tag zu legen pflegte, was ſeine Perſönlichkeit im
Ver=
ſr nur noch ſympathiſcher erſcheinen ließ. Er ruhe in Frieden!
— Die Städtiſche Gewerbeſchule Darmſtadt beginnt das
Win=
thalbjahr am 1. November. Die bewährte Schule bietet den
Auhadwerkern (Maurer, Zimmerer, Bauſchreiner, Dachdecker,
Zurnaler u. a.) wieder Gelegenheit, ſich im Tagesunterricht und
Eonderkurſen fachtheoretiſches Wiſſen anzueignen und im
hand=
wrilichen Können zu vervollkommnen. Anmeldungen ſind baldigſt
dewirken bei, der Direktion der Schule, Landgraf=Philipps=
Ange 6.
Hefſiſches Landeztheater.
23. Ortober Anf. 18.30, Ende geg. 22 Uhr. Heſſenlandm ete 1V1
Inneuet Inſzenier. Wilhelm Tell Pr. 0.60—5 Mk MEag
21. Oktober Anl . 20 Ende ge g. *2 Uhr. Ertes Volkskonzert.
Mierk. f. 3 Volkskonferte 30-4. 50, E z.=Pr. 0 50-2. anstag.
25. Oktober 19 30—22.45 Uhr E 6.
Preiſe 0.60—5 Mk.
Wilhelm Tell: Kleines Haus Ettag.
23. Oktober Anf. 20—22 30 Uhr. Volksvorſt zu kleinen Preiſen
Der Waffenſchmied von Worms. Pr. 0.50—2.50.
Mtoch.
Anf. 20, Ende nach 22.15 Uhr.
26. Oktober /Jphigenie auf Tauris Preiſe 0 60—3.50 Mk.
— Heute abend „Wilhelm Tell” in der Neuinſzenierung
Eitav Hartungs. Im Großen Haus findet heute abend 18.30 Uhr
erſte Aufführung der von Guſtav Hartung beſorgten
Neu=
ſienierung von Schillers „Wilhelm Tell”, mit Bühnenbildern
M Sigfrid Sebba, ſtatt. Die Titelrolle ſpielt Erwin Faber,
WEch nach einer Tätigkeit am Staatstheater München, Staats=
Iuter Berlin und am Deutſchen Künſtler=Theater, Berlin, dem
ligen Publikum in einer tragenden Rolle vorſtellen wird.
4tungs komiſche Oper „Der Waffenſchmied von
wems” wird heute abend im Kleinen Haus als Volksvor=
Aung zu kleinen Preiſen wiederholt. In den Hauptrollen ſind
Ahi-ftigt: Theo Herrmann, Regina Harre. Johannes Drath,
Ayeich Kuhn und Eugen Vogt. Die muſikaliſche Leitung hat
(tz Bohne.
„Ddie drei Konzerte zu Preiſen von 1.50 bis 450 RM.
auch Einzelkarten zum 1. Konzert (Preiſe 0.50 bis
RM.) ausgegeben. Das Programm der Konzerte iſt auch
iſem Jahr ſehr abwechſlungsreich und volkstümlich geſtaltet.
Ey’legt die kleinen muſikaliſchen Formen und ergänzt auf dieſe
I, wirkſam die Vortragsfolge der neun großen Sinfoniekon=
Fe des Landesthegters, die in erſter Linie den großen
muſika=
en Formen, der Sinfonie und — unter Mitwirkung von
So=
an erſten Ranges — dem Inſtrumentalkonzert, gewidmet ſind.
Berſte Volkskonzert am Montag, 24 Oktober.
dem Inger Karen erſtmalig im Konzertſaal erſcheint,
Fi Dr. Schmidt=Iſſerſtedt. Die beiden weiteren Abende
gert Karl Maria Zwißler. Er bringt Ende
Novem=
line Folge der ſchönſten nationalen Tänze und Ende
Junr, zum Gedächtnis Richard Wagners, deſſen
Fauſt=
eistüre und Siegfried=Idyll, ſowie die fünf Weſendoncklieder;
letzte Programm wird ergänzt durch Webers Quvertüre zum
Zei chütz” und Pfitzners Muſik zum „Kätchen von Heilbronn”,
Vom Leben und Schaffen Karl Hepps.
378. Veranſtaltung des „Alk=Darmſtadk”. Verein für Orksgeſchichke und Heimakkunde.
Einem Dichker und Künſtler
zur Erinnerung.
Vor einem zahlreichen, ſehr ſtark intereſſierten Zuhörerkreis
ſprach Herr Rechnungsrat W. Jungmann, über das Leben und
Schaffen unſeres verſtorbenen Mitbürgers, des Schriftſtellers
Karl Hepp, der 20 Jahre in unſerer Vaterſtadt wohnte und
wirkte.
Karl Hepp war kein Dichter der Lebensfreude, er hatte mehr
einen Zug zum Schwermütigen, aber durch all ſeine Werke geht
ein Zug von ſtarkem Gerechtigkeitsgefühl und Menſchenliebe. Eine
Perſönlichkeit, die neben der Literatur auch ſtark der Kunſt als
Maler lebte und auch auf dieſem Gebiete Bedeutendes ſchuf.
1841 als älteſter Sohn des Rektors Hepp in Koblenz geboren,
widmete er ſich dem Kaufmannsſtande und war dann langjähriger
Prokuriſt der Verlagsfirma Meyer in Leipzig, die durch ihre
Lexika weltbekannt geworden iſt.
1888 zog ſich Karl Hepp in das Privatleben zurück, wohnte
zuerſt in Aſchaffenburg und zog dann nach Darmſtadt, wo er 20
Jahre von der beſten Zeit ſeines Lebens verbrachte. Mit dem 71.
Lebensjahre wurde er abgerufen und fand auf unſerem
Waldfried=
hof ſeine letzte Ruheſtatt.
Von ſeinen Werken erſchienen im Druck: „Weißdorn”, ein
Band Gedichte. Mit dem Titel dieſes Buches vergleicht er das
Los des Dichters und ſchreibt als Leitwort darüber:
„Verkrüppeln und verknorren. / Und aller Hulden blos,
Doch blühen und doch fruchten. / Das iſt das Los des Dichters,
Im neuen deutſchen Reich. / Drum ſei des Dichters Wappen,
Der Weißdornblütenzweig.”
Weiter erſchienen von ihm im Druck: „Salomo der König”;
„Renate‟: „Die Federiche‟: „Der Dämon des Kaiſers”: „Der
Prior von St Marco”; „Irrgang des Herzens”: „Gerald der
Krä=
henhöfer”: „Ein= und Ausfälle‟: „Ein Band erzählender
Dichtun=
gen”: „Das Leben Schillers”
Sein letztes Werk war: „Paracelſus”. „Der Irrgang des
Her=
zens” ein Schauſpiel in 5 Aufzügen, wurde auf unſerer Bühne des
damaligen Hoftheaters aufgeführt. „Das Leben Schillers” im
hie=
ſigen Saalbau. „Der Prior von St. Marco” ging zweimal über
unſere Bühne.
Für ein Preſſefeſt in Darmſtadt, wo man eine Hilfskaſſe zum
Beſten verarmter Journaliſten gründete, dichtete Karl Hepp einen
Prolog, der damals von Frau Enders=Kuhlmann
geſpro=
chen wurde.
Ein Schauſpiel in einem Aufzug: „Goethe in Darmſtadt”, ſpielt
am Herrgottsberg, um 1772. Perſonen darin ſind: Goethe, Joh.
Heinr. Merck Hofrat Leuchſenring, Karoline Flachsland, Frl. von
Ziegler und Frl. von Rouſillon.
An der „Teufelsklaus” auf dem Herrgottsberg läßt der
Dich=
ter Goethe ſprechen:
„Der Fels ward mir um Edelſtein, — Drum grub ich meinen
Namen jüngſt hinein. — Hier häb ich Euch gewonnen und
gefun=
den, — Hier ward ich Euch aufs herzlichſte verbunden, — Und hier
in manchen Tages ſchönen Lauf. — Ging mir der Freundſchaft
hellſte Sonne auf.”
Anſchließend an die feine Zeichnung von dem Schaffen und
Leben des Dichters las Herr Jungmann aus dem „Mantel des
Kalifen” einer Dichtung, die ein orientaliſches Märchen als
Hand=
lung hat, einige Partien vor, die ſich ſtark an unſere heutige Zeit
anlehnen, und denen das Publikum mit geſpannter
Aufmerkſam=
keit folgte.
Starker Beifall wurde dem Redner für ſeine feinen
Dar=
bietungen von der Verſammlung zuteil, die Herr Jungmann, wie
er ſo fein ſagte, als Dank für den Dichter Karl Hepp
entgegen=
nahm.
Da Herr Schauſpieler Eduard Göbel leider durch Proben
ver=
hindert war, weiteres von den Dichtungen Karl Hepps zu leſen,
was aber nachgeholt werden ſoll, las Herr Jungmann im zweiten
Teil des Abends eine Reihe Dichtungen von Auguſt
Wiede=
mann, auch eine Perſönlichkeit, die eng mit dem Darmſtädter
Kunſt= und Theaterleben verbunden iſt, da er 20 Jahre an
unſe=
rem Hoftheater als Harfeniſt tätig war, aber auch durch ſeine
Dichtungen weit über unſere Stadt einen Ruf genoß.
Von Wiedemann wurden geleſen: „Zwei kleine Gedichte‟
„Das amerikaniſche Duell”; „Bernkaſtler Doktor”: „Das Gelübde‟
und „Das muſikaliſche Talent”. Auch dieſen Darbietungen folgte
lebhafter Beifall.
In ſeinen Schluß= und Dankesworten an den Redner betonte
der Vorſitzende Herr Ph. Weber, das es immer wieder unſere
vornehmſte Aufgabe bleiben müſſe, unſere Künſtler und Dichter
nicht zu vergeſſen, ſondern ſolche, die aus dem Gedächtnis der
Mit=
welt zu ſchwinden drohten, immer wieder aus der Verſenkung
her=
aufſteigen zu laſſen und lebendig zu machen, und der beſte Dank
ſei immer wieder der, ihre Werke zu leſen und andere daran
teilhaben zu laſſen.
Nächſter Vereinsabend am 3. November, wo Herr
Oberſtudien=
rat Pikert über „Die Bedeutung der
Familien=
namen der Alt=Darmſtadt=Mitglieder” ſpricht.
„die Vogelwelt und ihr Schuk.”
Ausſtellung der Vereinigung für Vogelſchutz und =liebhaberei
Darmſtadt und Umgebung.
Die Ausſtellung der Vereinigung für Vogelſchutz und =
lieb=
haberei ſoll vor allen Dingen die Natur= und Heimatfreunde mit
den wichtigſten Vertretern der Kleinvogelwelt, bekannt machen,
denn praktiſchen und wirklich wirkſamen Vogelſchutz kann nur der
mit Erfolg betreiben, der mit den Lebensbedingungen und
Ge=
wohnheiten der Vögel vertraut iſt.
Vogelſchutz iſt keine Liebhaberei weltfremder Träumer, die ſich
den Forderungen der Kultur entgegenſtemmen wollen, ſondern ein
Zweig der Volkswirtſchaft. Hier ſind nicht nur die Erwägungen
der Nützlichkeit der Vögel durch ihre Tätigkeit für die Land= und
Forſtwirtſchaft maßgebend, ſondern auch Dinge, die über dem
Materialismus ſtehen. Wie der ſchrankenloſen Ausbeutung der
Menſchenkräfte durch Arbeiterſchutzgeſetze Grenzen gezogen werden,
ſo muß auch die egoiſtiſche Ausheutung der Naturſchätze
einge=
ſchränkt werden. Es kann ſich ſelbſtverſtändlich nicht darum
han=
deln, bei der Bewirtſchaftung des Landes nur ideale Zwecke zu
berückſichtigen. Es muß ein Einklang zwiſchen Natur und
Men=
ſchenwerk herbeigeführt werden, um die Natur in einem Zuſtand
zu erhalten, aus dem unſer Volk Freude und Erholung ſchöpfen
kann. Hier gangbare Wege zu zeigen, iſt die Aufgabe der
Ausſtel=
lung auf der Künſtlerkolonie „Die Vogelwelt und ihr Schutz” in
der Zeit vom 29. Oktober bis 1. November d. J. Eine Reihe
bil=
dender Künſtler unſerer Heimat haben Bildwerke zur Verfügung
geſtellt, um den Beſuchern der Ausſtellung die Naturſchönheiten
der Umgebung vor Augen zu führen. Achten Sie auf die weiteren
Hinweiſe und Anzeigen in dieſer Zeitung.
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Die Jugendbünde der Johannes=Gemeinde veranſtalten heute
abend 8 Uhr im Gemeindehaus, Kahlertſtraße 26, anläßlich des
alljährlich ſtattfindenden Bundeswerbetages des BDJ. einen
Ge=
meindeabend, der ein Bild von der Arbeit der verſchiedenen
Grup=
pen geben ſoll. An dieſem Abend wird die Spielſchar das Spiel
„Pechvogel und Glückskind” von G. A. Treutler zur Aufführung
bringen.
— Dr. Max Wauer hält in dieſem Semeſter an der
Volks=
hochſchule zwei Kurſe, und zwar ſpricht er am Dienstag jeder
Woche, von 20.15 bis 20.45 Uhr, über „Deutſche Dichtung
von der Romantik bis zur Gegenwart” und am
Freitag über „Shakeſpeare”. An beiden Abenden ſchließen
ſich Worten über Dichter und Werk Rezitationen an.
Anmel=
dungen für dieſe beiden Kurſe, die je acht Abende umfaſſen,
ſind an die Volkshochſchule, Neckarſtraße 3. Zimmer 25, zu richten.
Städt. Ratskeller und 8aalbau Caststätte
Besonders auserwählte Speisenfolge, Wlld und Geflügel
Fertige Platten von 80 Pfennig an
Im Ausschank das Bayerische Exportbier Slechen.
Süßer Traubenmost! (14770) ff. Aussckankweine.
— Evangeliſcher Beamtenverein Heſſen. Unſere Mitglieder
werden auch an dieſer Stelle noch einmal auf den am Sonntag,
23. Oktober, ſtattfindenden, vom Evangeliſchen Bund veranſtalteten
Opfertag mit der Bitte um zahlreichen Beſuch aufmerkſam
gemacht.
Modeſchau und Ausſtellung der Darmſtädter
Reiſevereinigung.
Wie bereits bekannt, veranſtaltet die D.R.V. am kommenden
Samstag, den 29. Oktober 1932, nachmittags 3 Uhr, in der
Ver=
einigten Geſellſchaft, Neckarſtraße, eine Ausſtellung, an der ſich
eine Anzahl bekannter Firmen, Städte und Verkehrsvereine
be=
teiligen. Bereits um 15 Uhr beginnen eine Reihe Lichtbilder=
Vor=
träge von bekannten Rednern; Bad Kreuznach wird durch die
Kurverwaltung ſelbſt vertreten. Das Hapag=Reiſebüro des
Speſſart=
bundes Aſchaffenburg lädt ebenfalls zu ſeinem intereſſanten
Licht=
bildervortrag ein. Herr Sanitätsrat Hönlein aus Aſchaffenburg
wurde als Redner beſtellt. Auch dem ſchönen Tirol mit der
Andreas=Hofer=Stadt Innsbruck ein Gedenken: Bozen, Riva,
Tor=
bole und das geſamte Gardaſana=Gebiet werden in der Ausſtellung
vertreten ſein. Der Nachmittag wird für alle diejenigen Beſucher
intereſſant, die die beſtimmten Reiſegebiete ſchon befahren haben.
Und der Abend: Pünktlich 20,15 Uhr beginnt, die bekannte
Tanz=Kapelle Zahn. 2 Anſager ſorgen für die richtige Stimmung.
Seppl Sieber wird alles daran ſetzen, die Stimmung auf dem
Laufenden zu halten. „Bolli”, der muſikliſche Clown, wird das
Publikum beſonders intereſſieren.
Und die große Modeſchau für Damen: Schürmann, Schuhhaus
Speier, Taſchen=Hufnagel und Parfümerie Tillmann: für Herren:
die Firma Deuſter, Konfektionshaus, und Hut=Titze, in
Sport=
ausrüſtungen die Firma Sport=Kolb zeigen praktiſche Kleidung
für Reiſen und Wandern. Herr und Frau Glock zeigen die neueſten
Tanzſchöpfungen. Die Firma Bümmler bringt modernen Schmuck,
und eine beſondere Ueberraſchung bietet allen Beſuchern die Firma
Parfümerie=Tillmann. Selbſt die guten Leckerbiſſen der Konditorei
Schwarz werden beſondere Beachtung finden. Die geſamte
Aus=
ſchmückung des Saales hat in liebenswürdiger Weiſe die
Gärt=
nerei Hermann Schulz in Darmſtadt übernommen. Zahns
Synco=
vators ſpielen zum Tanz. Mehr wollen wir heute nicht ſagen, als
daß der Voverkauf bereits begonnen hat. Karten in der
Geſchäfts=
ſtelle D. R.V. bei Sport=Kolb, Wilhelminenſtraße, außerdem bei der
Firma Deuſter am Markt und Parfümerie=Tillmann in der
Eliſa=
bethenſtraße 21. Näheres im heutigen Inſerat erſichtlich.
Weileres Hinken
des Erirages der Kraftfahrzeugſtensr.
— Die abnorm große Zahl der Abmeldungen von
Kraft=
fahrzeugen hat ein ſtändiges Sinken des Ertrages der
Pauſchal=
ſteuer zur Folge. Die Mindererträge haben 1930 eingeſetzt,
nach=
dem die Regierung die Treibſtoffzölle erhöht und den
Spritbei=
miſchungszwang eingeführt hat. Im einzelnen entwickelte ſich
das Aufkommen folgendermaßen:
1931
19
16.14
im Monat Auguſt
Januar bis Auguſt 120.42 143.52
Der ſteuerlichen Ueberlaſtung ſucht der Kraftverkehr durch
Abwanderung zu kleineren Fahrzeugen auszuweichen. Die
Steuer=
erhöhungen haben infolgedeſſen in dieſem Jahre keinen
Mehr=
ertrag ergeben, ſondern im Gegenteil infolge der durch ſie
ver=
urſachten Schwächung des Kraftverkehrs auch ein Sinken der
fiskaliſchen Einnahmen zur Folge gehabt.
Der Freiſtaat Danzig hat die Kraftfahrſteuer auf die Hälfte
herabgeſetzt. Der Erfolg war überraſchend gut. Nicht nur, daß
am 1. September die Zahl der Meldungen der Fahrzeuge nicht
herunterging, ſie hat ſich vielmehr bis heute verdoppelt und iſt
weiter im Steigen.
Wie ſieht es in Heſſen aus? Beim Kreisamt Worms
kamen von 2300 Wagen 1931 zum Winter 220 zur Abmeldung.
1932 bis heute bereits 245; in den letzten Tagen wurden
durch=
ſchnittlich täglich 12 bis 15 Wagen abgemeldet.
Beim Kreisamt Mainz von 3585 Kraftfahrzeugen im
Jahre 1931 zum Winter 1036; bis heute, im Jahre 1932, bereits
420; in den letzten Tagen durchſchnittlich 20 Fahrzeuge täglich.
Beim Kreisamt Darmſtadt von 4000 Fahrzeugen 1931
zum Winter 956, im Jahre 1932 bis heute bereits 530, in den
letzten Tagen durchſchnittlich 18 Fahrzeuge täglich.
Eine ernſte Warnung für die Regierung und die
verantwort=
lichen Wirtſchaftsführer.
do, Ketet MENDE 1A8 2
Mehr als Sie von einem Gerät dieser Preislage erwarten können. Er ist mit allen Neuerungen
der Funktechnik ausgestattet, spielend leicht empfängt er alle maßgebenden Stationen Europas
— also kein Ortsempfänger —, und der eingebaute Selektionskreis ermöglicht die absolute
Ausschaltung des Ortssenders. Geeichte Skala. Alle diese Vorzüge und nicht zuletzt die
fabel-
hafte Tonfülle und Klangschönheit des dynamischen Lautsprechers begeistern seine Besitzer.
Sein Preis? Sie werden es kaum glauben-erkostet einschließl. Röhren und dynam. Lautsprecher
nur RM. 148.-, für Gleichstrom RM. 155.- Mende, die führenden Radiowerke. Belegschaft mehr als 2000 Personen
NIAIN
[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 205
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 23. Oktober 193
* Orpheum.
Eröffnungs=Varieté=Gaſtſpiel.
Der Winterſpielplan des „Orpheums” begann mit einem
ab=
wechſlungsreichen, unterhaltenden Varieté=Gaſtſpiel, das mehrere
ſehr amüſante Schlagernummern aufweiſt. Zahlreiche Beſucher
hatten ſich zu der Eröffnungsvorſtellung eingefunden und
ſpen=
deten lebhaften, dankbaren Beifall.
Eine Hauptattraktion war zweifellos der gymnaſtiſche
Kraft=
akt der „Vier Manjas bzw. die Leiſtung der Zahn=
Equilibriſten der Vier Lindners. Die Akrobaten
ver=
fügen über Bärenkräfte und ſetzen die Zuſchauer mit ihren
viel=
fältigen Kraftvorführungen geradezu in Erſtaunen. — Der
Bauchredner Paul Rochelli. mit ſeinem kleinen Liftboy, führt
ein originelles Eigenzwiegeſpräch, das Stürme der Heiterkeit
auslöſt. Man kann wirklich manchmal im Zweifel ſein, ob bei
der Puppe eine Sprechmaſchine eingebaut iſt, muß ſich aber dann
von dem echten Vorhandenſein des doppelſprachigen Menſchen
überzeugen laſſen — Der Clown Maximilian iſt ein
viel=
ſeitiger Muſikkünſtler, der über gute Technik verfügt und
zahl=
reiche Inſtrumente beherrſcht. — Hübſche Lieder (aus Wien und
Tonfilm=Schlager) bringt Lilly Kühn zu Gehör, und die
Spitzentänzerin Hedy Tolmay (vormals vom Neuen
Operet=
ten=Theater, Frankfurt a. M.) zeigte graziöſe Tanzleiſtungen, die
ein ſehr gutes Können verrieten.
Alles in allem iſt das Eröffnungsprogramm ſehr
abwechſ=
lungsreich und flott und beſchert einige angenehme und
unter=
haltende Stunden.
Ueber die Zubereitung und Herrichtung neuzeitlicher
Fiſch=
gerichte auf dem Gasherd hält das Städt. Gaswerk am
Don=
nerstag, den 27 d. M., abends, in ſeinem Vortragsſaal
Eliſa=
bethenſtraße 25½, einen ausführlichen Vortrag mit praktiſchen
Erlauterungen der verſchiedenartigſten Fiſchgerichte. Kein Herd
iſt hierfür ſo geeignet, wie der Gasherd. Die raſche, ſaubere und
vor allen Dingen billige Arbeitsweiſe des Herdes macht ihn zum
Stolz einer jeden Hausfrau. Nur der Gasherd läßt ſich ſo fein
auf jeden gewünſchten Hitzegrad einſtellen. Das offene
Flammen=
bild bietet hierzu die beſte Möglichkeit, denn nur dadurch kann
man die Regulierung ſo vornehmen, daß keine Energie
ver=
ſchwendet wird. Vor allem aber zeigt das offene Flammenbild
ſtets ſofort an, wenn durch irgendwelche widrige Momente die
Energiequelle verſagen ſollte. Die offene Flamme bietet alſo der
Hausfrau unbedingte Gewähr für die einwandfreie Herſtellung
ihrer Gerichte. Der Vortrag iſt deshalb unbedingt
empfehlens=
wert, und wir verweiſen auch auf die heutige Anzeige.
Paoli Schwartz, der letzte deutſche Kriegsgefangene, ſpricht
am kommenden Mittwochabend, in der Turnhalle am Woogsplatz.
Der Vorverkauf hat bereits ſehr lebhaft eingeſetzt. Alles Nähere
ſiehe heutige Anzeige.
— Dr. Daniel Greiner=Ausſtellung. Das Intereſſe für die
Daniel Greiner=Ausſtellung im ehemaligen Gewerbemuſeum,
Neckarſtraße 3, zeigt ſich beſonders in der überaus großen
Be=
ſucherzahl von mehr als 500 Beſuchern, die die Greiner=Ausſtellung
während der erſten Woche, in der ſie der Oeffentlichkeit zugängig
geworden iſt, aufzuweiſen hat. Auch der ſehr umfangreiche Katalog,
mit Intereſſantem von und über Dr. Greiner zu leſen, erfährt
eine ſehr rege Nachfrage. Die Ausſtellung iſt bei freiem Eintritt
geöffnet, täglich von 11 bis 1 Uhr vormittags und von 2 bis 5 Uhr
nachmittags, Sonntags von 10 bis 1 Uhr vormittags und von
2 bis 4 Uhr nachmittags.
— Die Herbſtausſtellung der Freien Vereinigung Darmſtädter
Künſtler, in der Kunſthalle am Rheintor, hat ſeit ihrer
Eröff=
nung einen ſehr regen Beſuch. Die ausgeſtellten Werke finden
allgemeines Intereſſe; ſehr ſtark intereſſiert die Kollektion von
Paſtellbildniſſen von Prof. Hoelſcher, welcher Werke dieſer Art
in größerem Umfang in dieſer Schau zeigt. Heute, Sonntag, iſt
die Ausſtellung geöffnet von 10—1 Uhr. Auf den Führer durch
die Ausſtellung, in welchem auch die Preiſe der ausgeſtellten
Werke enthalten ſind, ſei nochmals hingewieſen.
— Volksbühne. Die komiſche Oper „Der Waffenſchmied” von
Lortzing und das Schauſpiel „Iphigenie auf Tauris” von Goethe
werden in dieſer Spielzeit in keiner der Vorſtellungsreihen der
Volksbühne gegeben. Den Mitgliedern der Volksbühne wird
daher empfohlen, die grünen Gutſcheine für folgende
Vorſtel=
lungen einzulöſen: „Der Waffenſchmied”, heute, Sonntag, den
23. Oktober, und „Iphigenie auf Tauris”, Mittwoch, den 26. Okt.
Die Gutſcheine werden an der Tages= und Abendkaſſe
entgegen=
genommen. Auch die gelben und roten Gutſcheine haben für
dieſe Vorſtellungen Gültigkeit. — Anmeldungen zur Volksbühne
können auch jetzt noch erfolgen.
— Frauenortsgruppe des V. D. A. Die große
Wohltätigkeits=
veranſtaltung „Fur Deutſche drinnen und draußen”
die am Sonntag, den 30. Oktober, nachmittags 5 Uhr, beginnt,
genießt, wie immer die Mithilfe hervorragender Künſtlerinnen
und Künſtler, Lieblinge der Bühne und des Konzertſaals
be=
ſtreiten den erſten Teil. Die anſchließende Modeſchau, gewürzt
durch humorvolle Anſage, zeigt die hohen Leiſtungen eines erſten
Modehauſes. Der Meiſtertänzer Valenci aus München führt mit
ſeiner Partnerin in Vollendung alte und neue Tänze vor und
leitet den allgemeinen Tanz, bei dem das Stadtorcheſters unter
W. Schlupp die Ballmuſik ſtellt. Ueberraſchungen anderer Art
bleiben Geheimnis. (Siehe Anzeige.)
— Frl. Ingeborg v. Selzam. Schülerin ihres Vaters, die ſchon
einige Male mit Erfolg bei muſikaliſchen Feiern des R. Wagner=
Verbandes deutſcher Frauen und in Wohltätigkeitskonzerten
mit=
gewirkt hat, wird am Montag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr,
im Städtiſchen Saalbau (Gartenſaal) einen Liederabend
veran=
ſtalten, bei dem ſie Lieder von Schubert, Schumann. H. Wolf,
Pfitzner, R. Strauß zu Gehör bringen wird. Kapellmeiſter Karl
Hauf wird die Begleitung am Flügel übernehmen. (Siehe Anz.)
— Varieté im Orpheum! Der geſtern abend mit großem
Bei=
fall aufgenommene Varieté=Spielplan wird heute. Sonntag,
und morgen, Montag, abends 8,15 Uhr, wiederholt. — Heute
nachmittag 3.30 Uhr gelangt das Märchen Dornröschen” in
neuer Ausſtattung und Einſtudierung zur Aufführung. (Näheres
ſiehe Anzeige.) Karten: Kiosk gegenüber Verkehrsbüro 9—1 Uhr;
Kiosk Paradeplatz von 1—7 Uhr; Orpheumskaſſe ab 11 Uhr
vor=
mittags. Telephon 389.
— Bibelwoche der Stadtmiſſion. Mit dem geſtrigen
Abend=
vortrag fand der Bibelkurs des Herrn Paſtor Simſa in der
Stadtmiſſion ſeinen Abſchluß. Unter ſtarker Beteiligung und
großer Aufmerkſamkeit verlief dieſe Veranſtaltung in erfreulicher
Weiſe. Es war für die Zuhörer ein beſonderes Erlebnis, daß
das einfache, ſchlichte Evangelium von Chriſtus auch in der
Ge=
genwart an Kraft und Wirkung nicht verloren hat. Es war
dankenswert, daß der Redner beſonders die Grundwahrheiten der
Heiligen Schrift ſo ſtark ins Licht zu ſtellen vermochte. Mit
dankbarem Herzen ſchieden die Teilnehmer des Kurſes von der
ihnen liebgewordenen Stätte. Die Schlußverſammlungen der
Bibelwoche ſind am Sonntag, den 23. Oktober, nachmittags, durch
Herrn Stadtmiſſionsinſpektor Bringmann und abends durch
Herrn Pfarrer Köhler=Darmſtadt. Alle Teilnehmer der
Bibelwoche und ſonſtigen Freunde ſeien hierauf nochmals
hin=
gewieſen. Sonntag morgen iſt in gewohnter Weiſe Gebetsſtunde.
Auch die Schlußverſammlungen ſind frei für jedermann.
— Der vom Kneipp=Verein Darmſtadt veranſtaltete Vortrag
des bekannten Arztes Dr. Bottenberg, Frankfurt, a. M., über
„Ernährungskrankheiten und Ernäbrungskuren” war bei ſehr
gutem Beſuch ein Beweis der Aktivität des jungen Vereins. Dr.
Bottenberg gab einen intereſſanten Ueberblick über die moderne
Ernährungslehre, warnte eindringlich vor den einſeitigen
Ueber=
treibungen mancher religiös oder weltanſchaulich fundierten
Le=
bensreform=Bewegungen, und verſtand es durch glücklich geformte
Nutzanwendungen und Ratſchläge die Zuhörer zu feſſeln. Wen die
Beſtrebungen des Kneipp=Vereins intereſſieren, der erhält auf der
Geſchäftsſtelle des Vereins bei Dipl.=Ing. E. P. Walk,
Am Herrenacker 14, II., bereitwillig Auskunft.
er preußiſche
p. Friſche Brötchen ab ½7 Uhr früh.
Miniſter für Handel und Gewerbe hat am 7. Oktober d. J.
ver=
fügt, daß offene Verkaufsſtellen ſchon von 6.15 Uhr morgens mit
Backwaren beliefert werden dürfen. Die Abgabe von Backwaren
an den Verbraucher unmittelbar iſt von 6.30 Uhr früh geſtattet.
Es iſt hierzu ortspolizeiliche Genehmigung erforderlich. (Und
Heſſen?
Die Deutſche Reichspoſt, in Arbeitsgemeinſchaft mit dem
Verkehrsverein Darmſtadt, als Vertreter des Mitteleuropäiſchen
Reiſebüros, hat für die kommende Woche einige hübſche
Geſell=
ſchaftsfahrten vorgeſehen. Sie gibt ihren Fahrgäſten
Gelegen=
heit, an den vorausſichtlich noch ſchönen Herbſttagen einige
Stun=
den die Pracht unſeres herrlichen Herbſtwaldes zu bewundern.
Für die heutige Fahrt nach dem Feldberg findet der
Kartenver=
kauf von 11 bis 13 Uhr, im Reiſebüro, Luiſenplatz 4, ſtatt. Alles
Nähere ſiebe heutige Anzeige.
Provinzialausſchuß.
p. 1. Klage des Heſſiſchen Bezirksfürſorgeverbands Stadt
Worms gegen den Bezirksfürſorgeverband Kreis
Bens=
heim, wegen Erſtattung von Fürſorgeaufwendungen für die
Familie Otto Engel und deren Uebernahme in eigene Fürſorge.
In Frage ſteht, ob die Hilfsbedürftigkeit der Familie E. in
Worms oder Auerbach hervorgetreten iſt. E. will an letztere
Ge=
meinde wegen Unterſtützung herangetreten ſein. In Worms hat
er Unterſtutzung bezogen, die mit Klage in Höhe von 583 RM.
begehrt wird. Der klägeriſche Verteter hält eine Abſchiebung
durch Auerbach für erwieſen was Bensheim beſtreitet. Das
Er=
kenntnis verurteilt Bensheim zur Zahlung, während es im
üb=
rigen die Klage abweiſt.
2. Klage des Bezirksfürſorgeverbands Stadt,
Worm=
gegen: 1. Bezirksfürſorgeverband Kreis Groß=Gerau und
2 den Landesfürſorgeverband Volksſtaat Heſſen, wegen
Erſatzes von Fürſorgeaufwendungen für die Familie Friedrich
Hetzel.
Stadt Worms behauptet fortgeſetzte Hilfsbedürftigkeit der
Familie, die von Leiſelheim nach Herrnsheim gezogen war, wo
der Ehemann eine Wirtſchaft übernehmen wollte, zu der die
Ger=
maniabrauerei in Wiesbaden das Bier liefern ſollte. Die
end=
gültige Konzeſſion wurde nicht erteilt. Nach Verlauf von 2½
Monaten meldete ſich der Ehemann als hilfsbedürftig; ſpäter
zog er nach Worms und von da nach Germersheim, weil er in
Worms keine Wohnung finden konnte. Nach kurzem Aufenthalt
in der Pfalz kam H. wieder nach Worms zurück. Der
Bürger=
meiſtereiſekretär von Gernsheim betont, H. habe dort über viel
Geld verfügt und unwirtſchaftlich verbraucht: in die Pfalz habe
H. eine Spritztour unternommen. Das Urteil weiſt die
Klage ab.
Die Berufung von fünf Einwohnern von Wattenheim wegen
Anforderung von Entwäſſerungskoſten war kurz vor der Sitzung
zurückgenommen worden.
Darmſtädter Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 22. Okt.,
alles per Pfund oder Stück, in Rpfg.: Gemüſe: Erdkohlraben
8—10. Gelbe Rüben 6—8, Rote Rüben 8—10. Weiße Rüben
8—10. Schwarzwurzeln 25—30. Spinat 8—12. Römiſchkohl 8—10,
Rotkraut 8—10. Weißkraut 4—5, Wirſing 6—8, Roſenkohl 20—25,
Stangenbohnen 35—40. Erbſen 35—40. Zwiebeln 8—10,
Knob=
lauch 60—80, Tomaten 25—40, Kaſtanien 30. Feldſalat, Lattich
50—70. Endivienſalat 8—10 Kopfſalat 8—10. Salatgurken 25
bis 40. Blumenkohl 25—70, Rettich 8—12. Meerrettich 60—80.—
Kartoffeln; Frühkartoffeln 3—4. — Obſt: Tafeläpfel 15
bis 25, Wirtſchaftsäpfel 10—20. Tafelbirnen 15—25,
Wirtſchafts=
birnen 10—20, Zwetſchen 30, Quitten 15—18, Trauben 25—35.
Nüſſe 20—35, Zitronen 5—10. Bananen 30—40. — Eßwaren;
Süßrahmbutter 160—180 Landbutter 120—130, Weichkäſe 25—30,
Handkäſe 6—12. Eier, friſche 10—12. — Wild und
Geflü=
gel: Gänſe 100. Hühner 60—80. Enten 100, Tauben 50—70,
Ziegenlämmer 90—100. — Fleiſch= und Wurſtwaren:
Rindfleiſch, friſch 56—70, Kalbfleiſch 70. Schweinefleiſch 70—90,
Dörrfleiſch 110. Schinken 120. Wurſt 55—140, Wurſtfett 50,
Schmalz. ausgelaſſen 70.
— Die Heſſ. Autobus=Verkehrs=Geſellſchaft, Darmſtadt.
Rhein=
ſtraße 5, Tel. 844, hat in Anbetracht der ſchönen Herbſttage noch
eine Reihe billiger Ausflugsfahrten für die kommende Woche
ge=
wählt. Vor Beginn der Winterfahrten bietet die Heſſ. Autobus=
Verkehrs=Geſellſchaft auf dem Gebiete des Rundfahrtweſens etwas
Neues, und zwar: mit dem Autobus eine Fahrt ins Blaue.
Ueber=
raſchungen ſind überall vorgeſehen, ſo daß jeder angenehm berührt
ſein wird, Kartenvorverkauf auch Sonntag von 11—13 Uhr. (Siehe
heutiges Inſerat.)
— Verkehrsunfall. Geſtern nachmittag, gegen 4 Uhr, ſtießen
in der Rheinſtraße ein Radfahrer und eine Radfahrerin zuſam=
men. Der Radfahrer wurde mit Verletzungen ins Städt.
Kran=
kenhaus gebracht.
3
(I. Dr.4007
Straßenbericht
für die Woche vom 23. bis 29. Oktober 1932.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
(5 Heldenbergen—Windecken bis auf weiteres für allen Verkehr
geſperrt. Umleitung für den Durchgangsverkehr: Friedberg,
Vilbel, Bergen, Mainkur, Hanau; für den Lokalverkehr: Eichen,
Oſtheim, Windecken.
45 Ortsdurchfahrt Heldenbergen vom Abzweig nach Büdesheim
bis Abzweig nach Groß=Karben vom 26. Sept. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Ilbenſtadt — Erbſtadt — Eichen für den
Lokalverkehr; für den Durchgangsverkehr ſiehe vorſtehende
Sperre.
49 Gießen—Fulda (zwiſchen Alsfeld und Renzendorf) vom 19. 9.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eifa. Reinrod.
49 Gießen—Fulda (zwiſchen Alsfeld und Romrod) vom 11. 10.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Zell, Angerod.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Hersfeld—Selters (zwiſchen Hartmannshain und Gedern) vom 8.
9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Richtung
Hartmanns=
hain—Gedern über Volkartshain—Ober=Seemen. Richtung
Schotten über Eichelſachſen—Glashütten bzw. Burkhards—
Sichenhauſen.
Altenſtadt-Lindheim vom 6. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Rodenbach-Heegheim.
Selters—Ortenberg vom 19. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Bleichenbach-Bergheim.
Ober=Ramſtadt—Ernſthofen bis Klm. 21.0 vom 26. Sept. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Rodau; ab 4. Oktober
Rohr=
bach, Asbach.
Ober=Ingelheim nach dem Bahnhof vom 10. 10. bis auf weiteres
geſperrt. Umleitung: Grundſtraße in Ober= und Nieder=
Ingel=
heim.
Ortenberg—Lißberg bis zum Abzweig nach Eckartsborn vom 7.
10. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Bleichenbach-
Berg=
heim—Uſenborn-Hirzenhain.
Lauterbach—Selters (Ortsdurchfahrt Herbſtein) vom 6. 10. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Rixfeld—Stockhauſen—
Alten=
ſchlirf bzw. Engelrod-Lanzenhain—Ilbeshauſen—Altenſchlirf.
Hirſchhorn-Langenthal Klm. 0,00—4,75 vom 17. Okt. bis auf
wei=
teres nur Werktags geſperrt. Umleitung: Finkenbach, Falken=
Geſäß, Olfen, Affolterbach.
Bingen—Wörrſtadt von der Kreuzung der Straße Wolfsheim—
Partenheim bis zum Abzweig nach Jugenheim vom 18. bis 27
Oktober geſperrt. Umleitung über Partenheim und Jugenheim.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Genſingen—Sprendlingen (Rheinheſſen) Hohe Straße vom 5. 9.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Planig, Boſenheim.
Eberſtadt—Seeheim-Jugenheim-Zwingenberg (alte Bergſtraße)
vom 8. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Seeheimer
Tanne Bickenbach.
Mainz—Harxheim, Km. 4.0—8,2, vom 30. 8. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Mainz, Weiſenau. Laubenheim.
Boden=
heim. Nackenheim, Lörzweiler.
Langgöns—Holzheim vom Abzweig Grüningen bis Holzheim vom
22. Sept. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Grüningen.
Nieder=Weiſel—Oſtheim vom 24. Okt. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Butzbach, Hoch=Weiſel.
Briefkaſten.
Jeder Anfroge iſt die letzte Dezugégulttung beizufügen. Anonnme Anfragen warden
nicht beantwortet, Die Deantwortung eriplgt ohne Rechteverbindlichkeit.
G. F. C 1. Das für Sie zuſtändige Arbeitsgericht Darmſtadt
wird zu prüfen haben, ob die unter dieſen Umſtänden betätigte
Kündigung als rechtlich zuläſſig zu gelten hat. — 2. Ver=
neint das Gericht die Zuläſſigkeit der Kündigung, dann haben
Sie wohl einen Anſpruch auf Wiedereinſtellung. Wir erſuchen, die
Entſcheidung des Arbeitsgerichts, abgedruckt im Stadtblatt der
„Frkf. Ztg.” vom 11. d. M., nachzuleſen. — 3. Doch wohl nur,
wenn ſich aus Ihrem Verhalten in ſchlüſſiger Weiſe erkennen
ließe, daß Sie auf Wiedereinſtellung keinen Wert legen. Es dürfte
ſich empfehlen, daß Sie die zu erhebende Klage bei der
Ge=
ſchäftsſtelle des Arbeitsgerichtes perſönlich anbringen.
Sch., hier. Sprechen Sie doch beim Referenten für
Verkehrs=
weſen im Heſſiſchen Innenminiſterium vor.
Bezirksjugendtagung des Jugendbundes
im Gewerkſchaftsbund der Angeſtellten (GDA.)
Der Bezirk Darmſtadt des GDA., der die Ortsgruppen
ſüdlichen Teil Heſſens umfaßt, hatte die Jugendbundmitg!
zur Bezirkstagung nach Grünſtadt in der Pfalz eingeladen.
reits wochenlang vorher wurde für dieſe Tagung gerüſtet
Vorbereitungen getroffen. Mit hellem Jubel wurde nun der
erſehnte Tag begrüßt. Auf großen Wagen ging es in Darn
ab. Unterwegs wurden noch die Ortsgruppen Auerbach. Bensh
Heppenheim, Worms, Oſthofen, Pfeddersheim uſw. hinzugen
men. Fröhliche Lieder verkürzten die Fahrt, ſo daß die kühle 2
terung nicht den geringſten Abbruch tun konnte. Die Aufnahn
Grünſtadt war überaus herzlich, da ſich die Jugend durch
ſtraffe Diſziplin bald alle Herzen eroberte.
Die Tagung ſelbſt nahm einen glänzenden Verlauf. Mit
lichen Worten begrüßte die Ortsgruppe Grünſtadt durch
Vertreter Herrn Höffner die Jugend aus Heſſen. Der
dungsobmann der Ortsgruppe Darmſtadt, Herr Ed. Götz,
dann über das Thema: „Jugend im Gewerkſchaftsbund der An
ſtellten‟. Herr Götz wies darauf hin, daß die Jugend im C
bereit iſt, ihre ganze Kraft in den Dienſt des deutſchen Volke
ſtellen. Beſonders die Jugend müſſe ſich immer wieder auf
Worte beſinnen: Einigkeit macht ſtark, Uneinigkeit aber zerſtö
Echter Kameradſchaftsgeiſt müſſe gepflegt werden.
Dann berichtete Bezirksjugendobmann L. Schneid
Darmſtadt über die bisher geleiſtete und kommende Arbein
Winter 1932/33. Nicht rückwärts, ſondern vorwärts müſſe un
Arbeit geben. Mag auch die Kriſe noch ſo groß ſein, wir du
deshalb nicht ſtille ſtehen.
Die Ausſprache, die überaus lebhaft war, zeigte, daß die
Geiſt überall in der GDA.=Jugend den beſten Anklang fand.
Lied ſchloß die glänzend verlaufene Tagung, Anſchließend wu
Grünſtadt beſichtigt. Dann ging es an Weinbergen vorbei,
die ſchöne Pfalz nach Dürkheim. Dann ging es heimwärts.
Begeiſterung leuchtete aus allen Augen, und jeder Teilnehmer
kannte ſich erneut zu dem Willen des Bundes (GDA.), der
folgt lautet:
Wir wollen mithelfen, daß unſer Volk und unſere Jugend
der Wirrnis der Niederlage, der Bedrückung und Selbſtzer
ſchung wieder emporkomme. Wir wollen daran mitarbeiten in
wir unſeren Beruf als erſte und wichtigſte Lebensaufgabe
trachten, die unſer ganzes Leben erfüllen ſoll. Wir wollen
höchſten Leitſatz unſerer Berufsarbeit das Wohl der Geſamu
betrachten.
Wir wollen rein und geſund bleiben, geiſtig und körpei
um zu dieſer Arbeit fähig zu ſein
Wir wollen wurzeln im deutſchen Geiſt und Leben. Ve
nung und Vertrauen zu allen Volksteilen faſſen und erneuer
Wir wollen uns gegenſeitig fördern und aneifern daß
gebende Arbeit und reine Freuden uns über unſere Jugenn
hinweg, zu einem rechten Lebensziele führen.
— Autoliſte Nr. 97. Soeben erſchienen, verzeichnet Auto
Nr. 97 alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von Kraftfahrzet
jeder Art in den 18 Kreiſen des Volksſtaates Heſſen (Kennze
VS, VR, VO) für die Zeit vom 1. bis 15. Oktober, und zwa
folgender Reihenfolge: Name, Beruf. Wohnort des Krafti
zeugbeſitzers; Fahrzeugart, Hubraum in cem und PS (bei Laſtän
wagen: Eigengewicht in kg und PS); Fabrikat und Motor
mer. Fabrikneue Fahrzeuge ſind durch + kenntlick
macht. Die Meldungen ſind geordnet nach den drei Prov;
(VS. VR. VO) und Kreiſen, und innerhalb dieſer nach Fal
zeugarten. Abgemeldete Fahrzeuge werden beſonders
führt. — Dieſe Meldungen ſind nur durch den Ver
L. C. Wittich in Darmſtadt erhältlich. Sie ſind
unentbeh=
weil ſie laufend neueſtes Adreſſenmaterial liefern. Die Au
liſten erſcheinen alle 14 Tage, alſo monatlich 2 Liſten. Die ſpäte:
am 8. eines jeden Monats ausgegebene Liſte enthält die
dungen vom 16.—30. (31.) des voraufgegangenen Monats,
die ſpäteſtens am 23. eines Monats ausgegebene Liſte die 9
dungen vom 1. bis 15. des gleichen Monats. Bezugspxi
ſiehe Anzeige!
100 000=Mark=Gewinn gezogen. In der erſten Klaſſe
Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie fiel am Samstag frü
das Los Nr. 331 354 der Gewinn von 100 000 RM. Das
wird in der erſten Abteilung in Achteln in Württemberg
der zweiten Abteilung, ebenfalls in Achteln, in Berlin geſx
Das Union=Theater bringt bis auf Weiteres Greta Gu
als „Mata Hari”. Ihr Partner iſt Ramon Noparro, in weit
Hauptrollen ſind Lionel Barrymore und Lewis Stone beſchäf=
Regie führt George Fitzmaurice.
— Die Helia=Lichtſpiele zeigen nur noch heute und mon
Paul Wegener in dem ſpannungsreichen, phantaſtiſchen Filmme
„Unheimliche Geſchichten” der unter Richard Oswalds Regie
Novellen von Edgar Allan Poe und Louis Stevenſon
ſtanden iſt.
— In den Palaſt=Lichtſpielen ſieht man heute und folgen
Tage einen ſenſationellen Kriminaltonfilm aus der Unterm
einer amerikaniſchen Großſtadt „Straßen der Weltſtadt‟. Dazu
erſtklaſſiges Beiprogramm.
— Helia=Lichtſpiele. Im Rahmen einer der beliebten Fin
Morgenfeiern wird heute, Sonntag, vorm. 11, 15 Uhr, der ime
eſſante Kultur=Tonfilm „Auf Tigerjagd in Indien” wiederbl
Jugendliche haben Zutritt. Kleine Preiſe.
— Reſi=Theater. Die entzückende Ufa=Tonfilm=Oper!
Ronny” mit unſeren beiden großen Publikumslieblingen A=
Fritſch und Käthe von Nagy, läuft mit großem Erfolg im „Ra
Dazu ein gutes Beiprogramm.
— Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
krankung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der
He=
arzt zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind 1
Sonntag, den 23. Oktober, folgende Aerzte zu deſſen Vertrern
bereit: Dr. med. Draudt, Heinrichsſtr. 17. Telephon 25
Dr. med. Riemenſchneider. Otto=Wolfskehl=Straße
Telephon 2955: Dr. med. Schefers. Zimmerſtr. 8. Tel. 2u
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 23. bis 29. Oktober
Apotheke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtr. 9. und die Einhorne
tbeke, Kirchſtraße 10½.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten). Maw
ſtraße 17. Gottesdienſt am Sonntag, den 23. Oktober: vorm.,
Uhr: Gebets=Andacht; vorm. 10 Uhr: Predigt; abends 8,15 M
Evangeliſation (nicht Erntefeſt, wie geſtern gemeldet).
Aus den Parkeien.
— Die Deutſche Volkspartei macht auf die morgen abend
Saalbau ſtattfindende Vaterländiſche Kundgebu
aufmerkſam, in der der Parteiführer der Deutſchen Volkspar”
Reichstagsabgeordneter Dingeldey, über das Thema „
denburg oder Hitler” ſprechen wird. Eine Kapelle ehemalſ*
Militärmuſiker unter Leitung von Obermuſikmeiſter Mickley —‟
zertiert. Saalöffnung 7.30 Uhr, Beginn 8.15 Uhr. Nichim
glieder zahlen 30 Pfg. Eintritt, Karten ſind auf der Geſcha.”
ſtelle der D.V.P., Zimmerſtraße 1 (Fernſprecher 3540), und,
der Abendkaſſe erhältlich. Auf die heutige Anzeige wird B
gewieſen.
Lokale Veranſtalkungen.
Das Sport=Café am Böllenfalltor, herrlich
Walde gelegen, weiſt auf ſeine Konzert=Veranſtaltungen, ſon
auf die jeden Mittwoch. Samstag und Sonntag ſtattfinden-
Heſellſchaftstanzabende hin, bei denen eine erſtklaſſige Kſye
mitwirkt.
Vereinskalender.
Vereinigung ehemal. 116er Darmſta‟
Montag, 24. Oktober, abends 815 Uhr, bei Kamerad 0he-
„Fürſtenſaal”, außerordentliche Mitglieder=Verſammlung,
Tageskalender für Sonntag, den 23. Oktober 1932.
belia=Lichtſpiele, vorm. 11.15 Uhr: „Auf Tigerjagd in Indien
Union=Theater: „Mata Hari”; Helia=Lichtſpiele: „Unheimiſe
Geſchichten”; Palaſt=Lichtſpiele: „Straßen der Weltſtadt
Reſi= Theater: „Ronny” — Orpheum: Varieté=Spielplaſ=
Konzerte: Café Ernſt=Ludwig, Herrngarten=Café Bahnche
hotel, Bockshaut, Maintor, Alte Poſt, Hotel=Reſt. zur Pe
Sportplatzreſtaurant, Waldſchlößchen, Schillereck. Maxim,
bildenhöhſaal=Reſt. Reſt. Rebberger, Perkeo, Weinſtube Mc
ter Krauß. Cafs Jöſt. Schweizerhaus Eberſtadt. Ludwigshl.”
Sportcafé am Böllenfalltor — Fürſtenſaal, 16 Uhr: Lichiyt.”
Vortrag „Raſſe und Menſchenkenntnis”.
Sonntag, 23. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 295 — Seite 7
Ans Heiſen.
Tödlicher Mokorradunfall.
An. Groß=Zimmern, 22. Okt. Heute mittag gegen 2,30 Uhr
tsignete ſich auf der Groß=Umſtädter Straße, an dem ſogenannten
forſter=Eck, ein ſchwerer Motorradunfall, der ein Todesopfer
for=
urrte. Der von Groß=Zimmern gebürtige 27jährige Wilhelm
u üſtenberger, verheiratet in Klein=Auheim, war mit ſeinem
otorrad unterwegs nach Groß=Zimmern. Beim Fahren verlor
ſeine Mütze. Als er ſein Motorrad abgeſtellt hatte, und ſeine
ütze holen wollte, lief er in ein des Weges kommendes Auto.
f= wurde ſchrecklich verſtümmelt und war auf der Stelle tot. Er
amiterläßt eine Frau und zwei Kinder. Wen die Schuld trifft,
n iſſen die polizeilichen Erhebungen ergeben.
Arheilgen, 22. Okt. Die auf den 30. und 31. Oktober
vorver=
lente Kirchweihe rückt in greifbare Nähe. Das aus der gan=
Ner Umgebung gern beſuchte Feſt wollte man trotz der Nöte der
1zit nicht miſſen, da auch das einheimiſche Gewerbe etwas
Be=
erung durch den ſtarken Zuſtrom von Kirchweihgäſten voraus=
St.
. Gräfenhauſen, 21. Okt. Bachſchau. Auf Veranlaſſung
es Kreisamtes Darmſtadt fand hier und in der Gemarkung
leoneppenhauſen eine Bachſchau ſtatt, die ſich in der Hauptſache
ur den Apfelbach und den Mühlbach erſtreckte. An der Bachſchau
acmen außer den Vertretern des Kreisamtes Darmſtadt
Ver=
ünter des Kulturbauamtes und der Gemeinden teil. Die
Bach=
hru wurde auch auf den Ohlebach ausgedehnt.
J. Griesheim, 22 Okt. Main=Rhein=Gau D. T. Die
Mirnerjugend des Main=Rhein=Gaues veranſtaltet am Sonntag.
ex 23. Oktober, in der Jugendherberge auf dem Sportplatz der
ᛋſirnerſchaft Griesheim ihr 4. Singtreffen. Die einzelnen Gruppen
kaffen ſchon am Samstag ein und übernachteten in der
Jugend=
eberge. — Scharfſchießen. In der Zeit vom 7. bis 19.
No=
ember d. J. findet auf dem Gelände des ehemaligen Truppen=
Ahungsplatzes ein Scharfſchießen der Heſſiſchen Bereitſchaftspolizei
ſart. Die Schießübungen entfallen täglich auf die Zeit von
vor=
uicktags 8 Uhr bis nachmittags 3 Uhr. Für die an das
Abſper=
ungsgelände angrenzenden Grundſtücksbeſitzer empfiehlt ſich des=
Falb eine rechtzeitige Aberntung bzw. Beſtellung ihrer Grundſtücke.
Weiterſtadt, 22. Okt. Aus Anlaß der Silberhochzeit
häres Mitgliedes Heinrich Bretſch, der ſowohl dem Vorſtand
ingehört, als auch Stabführer des Spielmannszuges iſt, ehrte
Iße Turngemeinde, e. V. das Jubelpaar durch Ueberreichung
nes Geſchenkes und muſikaliſche Darbietungen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 22. Okt. Geſangverein „
Ein=
ſieacht=Freundſchaft”. Wie alljährlich, ſo auch in dieſem
aare wieder, veranſtaltet der Verein ein Herbſtkonzert.
zls Termin iſt Sonntag. 13. November, in Ausſicht genommen.
er Verein wartet diesmal mit einer Reihe neu einſtudierter
höre, in der Hauptſache Volkslieder auf. Als Soliſten ſind
ſiu onnen: der aus dem vorjährigen Konzert bekannte Baritoniſt
Ritzhaupt. Mitglied des Heſſiſchen Landestheaters
ſo=
ſtie Herr Wilk=Darmſtadt (Flöte). Die nächſte Probe findet
ſtumenden Dienstag abend ſtatt — Gewerbeſchau. Die
atzten Sonntag hierorts veranſtaltete Gewerbeſchau hat auch ihr
ut es gehabt inſofern, als in manchen Artikeln ganz anſehnliche
arfabſchlüſſe getätigt wurden. Man hat erſehen, daß der
hie=
öfe Handwerker= und Gewerbeſtand in der Lage iſt, allen
An=
fderungen gerecht zu werden. Hoffentlich hält die Kaufluſt
er. Der Beweis iſt aber erbracht, daß mit der Gewerbeſchau
agh eine Ankurbelung der Wirtſchaft erreicht wurde.
G. Ober=Ramſtadt. 22. Oktober. Bautätigkeit. Trotz der
o. der Zeit hat ſich hier die Bautätigkeit in dieſem Jahre doch noch
hältnismäßig gut entwickelt. Es wurden 6 Wohnhäuſer und
Scheuer neu erbaut, dazu kommen noch zahlreiche An=, Auf= und
Anbauten.
f. Roßdorf, 20 Okt. Billiges Fleiſch für
Arbeits=
o e Wiederum ſind Mittel zur Verfügung geſtellt, durch die der
Usbedürftigen Bevölkerung für die nächſten Wochen der Bezug
friſchem Rind= oder Schweinefleiſch ermöglicht wird. Die
Ver=
ligung wird auf Grund eines von der Reichsregierung
heraus=
gebenen Bezugsſcheines gewährt und beträgt 20 Pfg. pro Pfd.
f. Meſſel, 22. Oktober. Goldene Hochzeit. Am Mon=
1ig. 24. d. M., begehen der Maurermeiſter i. R. Wilhelm Hick=
1. und ſeine Ehefrau Marie, geb. Wenchel in geiſtiger und
aperlicher Friſche das ſeltene Feſt der „Goldenen Hochzeit”.
r. Babenhauſen, 21, Oktober. Erſter
heimatkund=
oer Vortragsabend. Da in den verſchiedenſten
Krei=
unſerer Bevölkerung ein ausgeſprochen lebendiges Intereſſe
die ehrwürdige Geſchichte unſeres alten Städtchens beſteht,
Heabſichtigt, während des Winters in mehreren wiſſenſchaft=
Uhen Vorträgen Aufklärung über die geſchichtliche
Bedeu=
linx Babenhauſens zu geben. Den 1. Vortrag hat in
liebens=
ſüdiger Weiſe Herr Prof, Dr. W. M. Becker vom Heſſiſchen
haatsarchiv in Darmſtadt übernommen. Er ſpricht dieſen
amstag abend über das Thema „Aus der Geſchichte von
Baben=
üuen”.
Ax. Reichelsheim i. O., 22. Okt. Hohes Alter. Am
enstag, 25. Oktober, vollendet die Witwe Katharina Reeg,
Ghoxene Weis, ihr 80. Lebensjahr.
4s. Erbach. 22. Okt. Winterhilfe. Auch im Kreiſe Er=
IIa ſind nun überall Ortsausſchüſſe für die Winterhilfe gebildet,
daß in den nächſten Tagen mit den Hausſammlungen begonnen
leiden kann. Neben Geldſpenden werden vor allem Kleidungs=
Iae und Lebensmittel dringend benötigt. Die organiſatoriſchen
Aaxnahmen ſollen es ermöglichen, daß insbeſondere Lebensmittel
Nnell erfaßt und den Bedarfsorten rechtzeitig zugeführt
wer=
ſr können.
—Kreidach i. Odw., 22. Okt. Hohes Alter. Am Montag,
N 24. Oktober, feiert Herr Peter Frei ſeinen 80. Geburtstag
breiſtiger und körperlicher Friſche.
Birkenau, 22. Okt. Unglücksfall. Im nahen
Nieder=
ie ersbach ereignete ſich ein ſchwerer Unfall. Ein Landwirt war
Init beſchäftigt, Dickrühen vom Felde abzufahren. Auf dem
ab=
enden Wege verſagte die Bremſe des Pferdefuhrwerks und der
n geriet durch das plötzliche Anrollen des Wagens unter
den=
ben, da die Pferde den Wagen nicht anhalten konnten. Der
nſdwirt trug erhelliche Verletzungen, insbeſondere verſchiedene
nuchenbrüche dauon und mußte mittels Sanitätsauto ſofort in
S Krankenhaus Weinheim überführt werden. Der Verunglückte
9 füber eine Stunde hilflos an der Unfallſtelle, bis er von eben=
: vom Felde heimkehrenden Angehörigen gefunden wurde.
O Reichenbach i. Odw., 22 Okt. Ernennung. Herr Lehrer
„th von hier wurde vom Kultusminiſterium zum Rektor der
gen Volksſchule ernannt. Herr Rektor Orth iſt ſchon über zwei
Urzehnte in unſerer Gemeinde als Erzieher tätig. —
Hinden=
gfeier. Dieſer Tage begingen die einzelnen Klaſſen der
hie=
ten Volksſchule im Lichtbildſaal des neuen Schulhauſes die Feier
85. Geburtstages des Reichspräſidenten — Schneegänſe
te große Schar Schneegänſe überflog unſer Dorf „Sie gelten
tauntlich als die Vorboten eines frühen Winters. — Im
Rah=
der Arbeitsloſenbeſchäftigung durch die Gemeinde wird
zur=
im Oberdorf durch eine neue Floßanlage der Bürgerſteig
Fgerichtet.
Aus den Gemeinderatssitzungen-
J Griesheim, 22. Okt. Gemeinderatsbericht Die
iſraelitiſche Religionsgemeinde hatte gegen den Erlaß einer
Orts=
ſatzung über die Verbringung ſämtlicher Leichen in die
Leichen=
halle aus religiöſen Gründen Einſpruch erhoben. Die
Angelegen=
heit wurde nochmals an die Finanzkommiſſion zurückverwieſen. —
Für die Neufeſtſetzung der Ortslöhne wurden folgende Vorſchläge
gemacht: a) für männliche Verſicherte über 21 Jahre 4.15 Mk., von
16 bis 21 Jahr 3,40 Mk., unter 16 Jahre 1,85 Mk., b) für weibliche
Verſicherte über 21 Jahre 2,90 Mk. von 16 bis 21 Jahre 2,30 Mk.,
unter 16 Jahre 1.40 Mk. — Der jährliche Pachtpreis für den
ver=
vachteten Auguſt=Bebel=Platz wurde auf 17 Mk. herabgeſetzt.
Eben=
ſo wurden die Pachtpreiſe für mehrere Gemeindegrundſtücke den
Zeitverhältniſſen entſprechend ermäßigt — Der Verein der
Kinder=
freunde hat um Ueberlaſſung eines Schulſaales nachgeſucht. Der
Gemeinderat, der der Ueberlaſſung zuſtimmt, beſchloß, den Antrag
dem Schulvorſtand mit Befürwortung zuzuleiten — Nach einer
Verfügung des Kreisamtes Darmſtadt ſollte die Bürgerſteuer für
das Rechnungsjahr 1933 auf 500 v. H. des Landesſatzes erhöht
werden. Die angeregte Erhöhung wurde einſtimmig abgelehnt. —
Mit der Abänderung von „RM.” in „GM.” in der nachträglichen
Vereinbarung vom 14. Dezember 1931 bezüglich des der Gemeinde
gewährten Meliorationskredites erklärte ſich der Gemeinderat
ein=
verſtanden. — Die Empfänger von Gemeinde=Baudarlehen haben
um Erlaß der einprozentigen Tilgungsquoten nachgeſucht. Der
Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, mit der
Landes=
kommunalbank in Darmſtadt Verhandlungen aufzunehmen, die die
Ausſetzung der eigenen Tilgungsverpflichtungen bezweckt.
Cp. Eſchollbrücken, 22. Okt. Der Gemeinderat hat
be=
ſchloſſen, die Bierſteuer in der ſeitherigen Weiſe weiter zu erheben.
Dagegen wurde die beantragte Erhöhung der Bürgerſteuer für
1933 auf 500 Prozent abgelehnt. Die Rechnung der
Gemeinde=
ſparkaſſe vom Rechnungsjahr 1931 wurde genehmigt. Bekanntlich
geht die Kaſſe in die Bezirksſparkaſſe Zwingenberg über — Im
Einvernehmen mit dem Kirchenvorſtand werden die
Ausbeſſe=
rungsarbeiten am Turm und Dach der Kirche dem
Dachdecker=
meiſter Becker in Traiſa übertragen, Ausbeſſerungsarbeiten am
Rathaus und am Spritzenhaus ſowie in einer Lehrerwohnung
ſollen an hieſige Geſchäftsleute zur Vergebung gelangen.
* Traiſa, 23 Okt. Ratsbericht. Bevor der Rat in die
Be=
ratung über Erhebung der Bürgerſteuer eintritt, verlieſt
Bürger=
meiſter Scheerer eine Zuſammenſtellung der Rückſtände aller
Ge=
meindegefälle, aus dem Jahre 1931. Der Rat nimmt davon
Kenntnis und beauftragt den Bürgermeiſter, gemeinſam mit der
Finanzkommiſſion Stellung hierzu zu nehmen. Der Rat lehnt
entgegen der Verfügung des Kreisamtes die Erhebung der
Bür=
gerſteuer von 500 Prozent des Landesſteuerſatzes mit 7 gegen 5
Stimmen ab. Der ortsübliche Tagelohn, der auf Vorſchlag des
Oberverſicherungsamtes um 12 Prozent geſenkt werden ſoll, wird
um 10 Prozent herabgeſetzt. Als Wahlvorſtand hei der kommenden
Reichstagswahl wurden beſtimmt: Bürgermeiſter Scheerer.
Bei=
geordneter Brehm, die Räte Spieß 2., Spieß 3., Fr. Fiſcher, H.
Fiſcher und V. Mahr.
42. Neuſtadt i. O. m. Burg Breuberg (DJH.), 22. Okt.
Rats=
ſitzung. Der für das Jahr 1932/33 vorgelegte
Gemeindevoran=
ſchlag wurde genehmigt. — Die Kreisſtraßenbaubehörde, hat in
vorbildlicher Weiſe das Kalken der Obſtbäume von Höchſt bis zur
Landesgrenze vorgenommen. Nun iſt die Zeit für den
Obſtbaum=
züchter gekommen, Klebringe anzulegen, um den Froſtſpanner zu
bekämpfen. — Obſtbauverein Am nächſten Sonntag abend
findet im Gaſthauſe „Zum Ochſen” eine Verſammlung ſtatt,
wo=
bei ein intereſſanter Vortrag gehalten wird.
Ck Biebesheim, 22 Okt. Gemeinderatsſitzung. Die
Bürgerſteuer für das Rechnungsjahr 1933 wird nach dem
Landes=
durchſchnittsſatz von 500 Prozent abgelehnt — Dem Beitritt der
Gemeinde in die hieſige Spar= und Darlehnskaſſe ſtimmt der
Rat zu.
4f. Neu Iſenburg. 22. Okt. Ausdem Gemeinderat. Der
Antrag der kommuniſtiſchen Fraktion, den Ausſchluß, der beiden
Kommuniſten Knös und Euler aufzuheben, wird abgelehnt. —
Die Erhebung der Bürgerſteuer, in Höhe von 500 Prozent des
Landesſatzes lehnt der Gemeinderat ab. — Die Gewerkſchaft
heſſi=
ſcher Gemeindebeamten hat vorgeſchlagen, die bei der Klage vor
dem Kreisausſchuß entſtandenen Koſten im Verhältnis 9:5 zwiſchen
ſich und der Gemeinde zu teilen; der Gemeinderat hat hiergegen
nichts einzwenden. — Der Bürgermeiſter wird ermächtigt,
wei=
tere 4400 Quadratmeter Waldgelände am Schwimmbad zur
An=
lage eines Autoparkrlatzes zu erwerben. — Gegen die Beſetzung
der Rektorſtelle an der Berufsſchule durch den Berufsſchullehrer
Hill beſtehen ſeitens des Gemeinderats keine Bedenken.
Limesforſchung bei Neuſtadl.
43. Neuſtadt mit Burg, Breuberg. D. J. H. 21. Oktober.
Seit Jahrzehnten ſchon bemüht man ſich um die Feſtſtellung des
Standortes des römiſchen Kaſtells Arnheiten. Erſt kürzlich machte
Dr. Bingemer=Frankfurt a. M. im Auftrage der Reichs=
Limes=Forſchungsſtelle Verſuche in dieſer Art. Nicht weit von
Roſenbach, dort, wo der Weg nach dem Wolfenhof einbiegt, ſuchte
man Spuren des römiſchen Kaſtells (mit Bad). Dieſe Arbeit ſoll
im Laufe des November bei günſtiger Witterung, fortgeſetzt
werden. Ohne Zweifel ſteht feſt, daß die Römer großes
In=
tereſſe hatten, den Breuberg als ſtrategiſche Poſition auszunützen.
Daß das fragliche Kaſtell auf dem Breuberg geſtanden haben ſoll,
dürfte nach dem neuen Stande der Forſchungswiſſenſchaft
ver=
neint werden. Ebenſo dürfte man in der Hauptſache davon
ab=
gekommen ſein, das Kaſtell rechts der Mümling, bei dem
Arnhei=
terhofgebiet, zu ſuchen. Trotzdem wird man auch weiterhin dort
nicht untätig bleiben dürfen. Der weiteren Forſchung wird es
vorbehalten bleiben, die Richtigkeit der Annahme, daß das Kaſtell
an der „Wurzel” des Breuberges, alſo links der Mümling, in
der Gegend bei Roſenbach gelegen haben ſoll, durch fleißige
Grabarbeit zu beweiſen. Hoffentlich gelingt es einem glücklichen
Zufall, das Rätſel um das Kaſtell Arnheiten zu löſen.
42. Jugenheim a. d. B., 21. Oktbr. Bürgermeiſter P.
Burkhardt tritt am 1. Dezember in den Ruheſtand. Damit
ſcheidet ein Bürgermeiſter aus dem Dienſt, der ſich um Jugenheim
als Luftkurort beſonders große Verdienſte erworben hat.
Burk=
hardt kann auf eine 22jährige Amtszeit als Ortsoberhaupt
zurück=
blicken. Bereits in jungen Jahren wurde er in den Gemeinderat
gewählt. Im Jahre 1904 wurde er Beigeordneter. 1910 wurde er
dann als Nachfolger des Bürgermeiſters Rindfuß zum Leiter der
Geſchicke Jugenheims gewählt, auf welchem Poſten er beſonders in
der Kriegs= und Nachkriegszeit keinen leichten Stand hatte. Aber
unbeirrt trat er für die Belange Jugenheims ein. Sein letztes
größeres Verdienſt iſt unſtreitig der Bau eines
Gemeindeſchwimm=
bades, wie ſich überhaupt Bürgermeiſter Burkhardt ſtets für die
Intereſſen der ſporttreibenden Bevölkerung und Kurgäſte einſetzte.
Außerdem war er nicht nur Mitbegründer, ſondern ſogar 27 Jahre
lang Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Jugenheims. Auch
gehörte Bürgermeiſter Burkhardt lange Jahre mehreren
Verwal=
tungskörperſchaften an. Wenn er jetzt, im 72. Lebensjahr, aus
dem Dienſt ſcheidet, kann er es in dem Bewußtſein tun, ſtets im
Intereſſe ſeines Heimatortes tätig geweſen zu ſein, zumal er ſich
auch als Menſch größter Wertſchätzung erfreuen darf.
Bd. Hähnlein, 19. Oktober. In letzter Zeit macht ſich an der
Halteſtelle Hähnlein das Fehlen eines
Telephonappara=
tes recht unliebſam bemerkbar. Bis vor einiger Zeit konnten noch
mit der Bahn kommende Reiſende im Gaſthaus „Zur Eiſenbahn”
telephonieren; „letzteres iſt aber jetzt geſchloſſen. Oft kommt es
vor, daß hauptſächlich nach Alsbach kommende Kurfremde gerne
per Auto in den etwas von der Bahn entfernt liegenden Ort
fah=
ren würden, wenn ſie ein Auto telephoniſch beſtellen könnten. Es
wäre deshalb ſehr angebracht, wenn die Poſtverwaltung in dem
Warteſaal einen Fernſprechautomaten aufſtellen würde, wogegen
die Bahnverwaltung ſicher nichts einzuwenden hat. Ganz ebenſo
verhält es ſich mit dem fehlenden Briefmarkenautomaten. Täglich
ſteigen zirka 250 Perſonen an der Halteſtelle ein oder aus, und
täglich werden die Bahnbeamten wegen Briefmarken angegangen.
— Gernsheim, 22. Oktober. Waſſerſtand des Rheins
(Pegel) am 21. d. M.: —0,43 Meter, am 22. d. M.: —0,50 Meter,
jeweils morgens 5.30 Uhr.
e Bad=Wimpfen, 22. Okt. Ein frecher
Einbruchsdieb=
ſtahl. Im Laufe des vorgeſtrigen Nachmittags wurde in der
Wirtſchaft des Emil Wacker in Bad=Wimpfen am Berg
eingebro=
chen. Der bis jetzt noch unbekannte Täter muß mit den örtlichen
Verhältniſſen im Wackerſchen Hauſe vertraut geweſen ſein und auch
gewußt haben, daß die Frau Wacker allein zu Hauſe war. Wie die
Spuren anzeigen, drang der Täter vom Hinterhaus über einen
Lattenzaun in das Vorderhaus ein ſchlich ſich in das Wohnzimmer
des Wacker, das im erſten Stock gelegen iſt, erbrach hier zuerſt das
Vertikow, und als er kein Geld vorfand, den Kleiderſchrank, in dem
er die Celdkaſſette, in der der Schlüſſel ſteckte, vorfand. Der Täter
hat mit einer ziemlichen Sicherheit gearbeitet, und alle Türen
und Fächer wieder zugemacht. Damit der Diebſtahl nicht gleich
entdeckt werden ſollte, ließ er die im oberen Fach der Kaſſette
be=
findlichen 60 RM. in Silbergeld liegen und nahm im unteren
Teil den weit größeren Betrag in Höhe von 320 RM. Wacker
hatte den Betrag noch nicht lange in der Wohnung aufbewahrt=
und wollte damit Wein ankaufen. Der Diebſtahl wurde erſt gegen
10 Uhr abends bemerkt. Die Polizei, die ſofort an dem Tatort
eintraf nahm die Ermittelungen nach dem Täter auf. Der
ange=
ſetzte Polizeihund der hieſigen Gendarmerieſtation verfolgte eine
gewiſſe Spur, ſo daß mit der Feſtſtellung des Täters gerechnet
werden kann.
Aus Mainz und Rheinheſſen.
* Main= 22 Okt Wahlverſammlung der D. N. V. P.
In einer Wahlkundgebung der Deutſchnationalen Volkspartei,
unter der Leitung von Rechtsanwalt Dr. Bodesheim, ſprach
Reichstagsabgeordneter Gok=Altona. Zum erſten Male ſeit
14 Jahren ſei der Verſuch unternommen worden, von dem
par=
lamentariſch=demokratiſchen Syſtem endgültig loszukommen. Jede
nationale Regierung brauche aber Rückhalt im Volke, der
Ge=
meinſchaft aller nationalen Kräfte. Der Sozialismus jeglicher
Schattierung könne dieſe Gemeinſchaft nicht ſchaffen, da er nur
Schichten kenne. Mit dem Aufruf, auf dem tragfähigen
Funda=
ment des alten Bismarckreiches ein neues Deutſchland in
Bis=
marcks Geiſt aufzubauen, beſchloß der Redner ſeine Ausführungen.
— Selbſtmordverſuch im
Unterſuchungsgefäng=
nis. Der 32jährige Arbeiter A. Lochmann aus
Met=
tenheim, der wegen wiſſentlichen Meineids zu
drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, unternahm vor
ſeinem Abtransport in das Zuchthaus Marienſchloß einen
Selbſt=
mordverſuch. Er wurde ins Krankenhaus verbracht, wo die
Wunden vernäht wurden. — Am Donnerstag, kurz nach 2 Uhr,
ſprang in Mainz=Koſtheim eine Frau vom Mainufer aus in das
Waſſer und ertrank. Sie wurde kurz darauf von dem Beſitzer
eines Motorbootes an der Maaraue geländet und auf den Städt.
Friedhof gebracht. Die Geländete wurde jetzt als die 44jährige
Frau eines Schreiners aus der Langgaſſe von ihren Angehörigen
anerkannt, die infolge Schwermuts in den Tod gegangen iſt.
Schwerer Unfall. Auf der Pariſer Straße wurde ein
42jähriger Fuhrmann aus Mainz=Koſtheim von einem
Perſonen=
auto von hinten angefahren und gegen ſeinen Wagen gedrückt.
Er erlitt ſchwere Kopf= und innere Verletzungen und mußte
dem Krankenhaus zugeführt werden.
Oberheſſen.
Gießen, 22. Okt. Oberforſtmeiſter Dr. Schütz hier
tritt auf Grund des Altersdienſtgeſetzes am 1. Dezember Ifd. Js.
in den Ruheſtand. Er ſtudierte an der Landesuniverſität Gießen
und beſtand im Herbſt 1889 die Fakultätsprüfung. Nach
Able=
gung der Staatsprüfung war er 6 Jahre Aſſiſtent bei der
forſt=
lichen Verſuchsanſtalt für Heſſen. Nach weiterer Verwendung als
Forſtaſſeſſor bei der Oberförſterei Beerfelden wurde er im Mai
1900 zum Oberförſter der Oberförſterei Ulrichſtein ernannt. Im
April 1913 wurde ihm die Oberförſterei Nidda und im Mai 1921
die Oberförſterei (jetzt Forſtamt) Gießen übertragen und er damit
zum Leiter des Lehrreviers des akademiſchen Forſtinſtituts
be=
ſtellt. Seine allſeits anerkannte, erfolgreiche forſtliche Tätigkeit
iſt der Ausfluß ſeiner wiſſenſchaftlichen Erkenntniſſe und ſeiner
langjährigen Erfahrungen. Dabei verſtand er es, ſich die
Hoch=
ſchätzung und Zuneigung ſowohl bei allen Kollegen wie auch bei
den Untergebenen und der Bevölkerung zu erwerben. Neben
ſei=
nen umfangreichen dienſtlichen Arbeiten fand er noch Zeit, auch
auf anderen Gebieten ſich zu betätigen. So gehörte er dem
Vor=
ſtande des Hubertus, des Vereins weidgerechter Jäger in Gießen
und Umgebung, an dem Vorſtande des Verkehrs= und
Verſchöne=
rungsvereins zu Gießen, der land= und forſtwirtſchaftlichen
Depu=
tation der Stadt Gießen u. a. Die Mitglieder der
Forſtbezirks=
gruppe Gießen und zahlreiche Gäſte, u. a. Landforſtmeiſter Dr.
Heſſe, die Profeſſoren der Landesuniverſität Dr. Vanſelow, Dr.
Baader, Dr. Reinhold und Dr. Köttgen veranſtalteten am
Sams=
tag, 15. Okt., eine ſchlichte Abſchiedsfeier im „Heſſiſchen Hof” in
Gießen.
I. Friedberg, 22. Okt. In der großen Kaiſerſtraße verkündet
reicher Flaggenſchmuck die Eröffnung des Friedberger
Herbſtpferdemarktes und der Deutſchen Woche‟.
Bereits Samstag mittag wird die feierliche Eröffnung vollzogen
durch Hiſſen der Marktfahne am Rathaus, Vorſpruch des
Markt=
meiſters, Eröffnungsrede des Bürgermeiſters, des Präſidenten der
Landwirtſchaftskammer und des Präſidenten der Induſtrie= und
Handelskammer. Die Aufführung des Marktſpiels ſchließt
ſich an. Im alten Polytechnikum wird die Gewerbeausſtellung
er=
öffnet. In der Bürgerſchaft, beſonders in der Geſchäftswelt, ſieht
man der Marktwoche mit großen Hoffnungen entgegen, man
er=
wartet aus der geſamten Wetterau und dem benachbarten
Tau=
nusgebiet einen ſtarken Beſuch. Den Glanzpunkt der Veranſtaltung
dürfte am nächſten Dienstag der Wetterauer Reitertag
unter Mitwirkung der 4. Kompagnie des Gießener
Reichswehr=
bataillons bilden.
h. Lich. 20. Okt. Die älteſte Frau unſerer Stadt,
die Prinzeſſin Marie zu Solms=Hohenſolms=Lich, blickt auf ein
Alter von 95 Jahren zurück. — Die 300 Jahre alte
Wet=
terfahne unſeres Stadtturmes wurde in den letzten Tagen
ab=
genommen und erneuert. Man fand in dem Knopf ein
Bleikäſt=
chen mit geſchichtlichen Urkunden. Danach iſt die Wetterfahne in
den Jahren 1704, 1723, 1787 1850 1875 und 1892 renoviert
wor=
den. Ein weiteres Schriftſtück mit Zeugen der jetzigen Notzeit
wurde den Dokumenten beigefügt.
Czeriakabhe: Die Klinge schabt nicht — sie vleitet!
(IV. 14617
W.
E. 2
E
E F & S O H N K A R 4 S R U H
O.L
Seite 8 — Nr. 295
Sofi Götz.
Max Mayer
Verlobte
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Nieder-Ramstadt
Oktober 1932.
geb. Hoffmann.
Für die trauernden Hinterbliebenen.
Ludwig Scheuring, Lehrer i. R.
Darmſtadi, München, Tangen, den 21. Oktober 1932.
Soderſtr. 5.
Die Beerdigung findet Montag, den 24. Oktober, nachmittags 3 Uhr,
auf dem Waldfriedhofe ſtatt.
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Am 19. Oktober entſchlief nach längerem
Teiden im 71. Lebensjahr mein lieber
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Großvater, Schwager und Onkel
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Dienstag Abend verſchied nach
längerem Leiden mein lieber
Mann, Sohn, Bruder, Schwager
und Onkel
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Dankſagung.
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Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſiadt, den 19. Oktober 1932.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen
Die Beerdigung fand auf Wunſch des
Ver=
ſtorbenen in der Stille ſiatt.
Emma Grünig
geb. Fiſcher.
Dörnigheim b. Frankfurt, Darmſtadt,
den 18. Oktober 1932.
Die Beerdigung fand am
Frei=
tag auf dem Friedhof Nieder=
Ramſtadt ſtatt.
Philipp Brill und Frau
Emh. geb. Laudenheimer
Ludwig Ballin und Frau
Elſe, geb. Laudenheimer
Soſef Laudenheimer u. Frau
Steſan Trier.
Darmſtadt, Pforzheim,
Oktober 1932.
(14748
(14639a
Oualitäts-Strumpfwolle. RAetestt.,
MEur: 5330m
Todes=Anzeige.
Unfer lieber, guter Vater, Großvater, Schwiegervater und Onkel
Heli Kart Munsgennel
iſi geſiern nach kurzem Teiden nach vollendetem 84. Lebensjahre,
un=
erwartet ſanft entſchlafen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Groß=Gerau, Leipzig, den 22. Oktober 1932.
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Die Beerdigung findet am Montag, den 24. Oktober, nachmittags 2 Uhr, von
der Friedhofskapelle, Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſiatt.
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W15604
[ ← ][ ][ → ] Ein wichtiger Fund
im Schloßmuſeum zu Darmſtadt.
* Das Darmſtädtiſche
Geſangbuchlein von 16X7
im Landgräfinnenzimmer. Die unſtillbare Wißbegier der Eva
verlangte die Vitrine geöffnet; es könnten doch wichtige
Geſang=
bicher für meine Forſchung darunter ſein. Der Führer konnte
nicht öffnen; er hatte keinen Schlüſſel. Graf Hardenberg ſelbſt
war verreiſt. So kam ich damals nicht an das Buch; aber das
Format hatte mich ſtutzig gemacht. Ein paar Wochen ſpäter
machte es ſich, daß ich die Schätze der Vitrine unterſuchen konnte,
Mit 3 Abbildungen.1)
und groß war die Ueberraſchung; denn nun hielt ich
das Geſuchte in der Hand.
Von Dr. H. Bräuning=Oktavio.
Schon äußerlich betrachtet iſt das Geſangbuch von
Um die Jahrhundertwende entdeckte Prälat Diehl, damals 1677 ein Schmuckſtück unter den deutſchen Andachtsbüchern,
noch Pfarrer in Hirſchhorn, in der heſſiſchen Landesbibliothek, auf deſſen Beſitz das Schloßmuſeum mit Recht ſtolz ſein kann.”)
in Darmſtadt eine Reihe von Geſangbüchern, denen man den
bei. Ferner übernimmt er altes Gut aus einigen dieſer
gaben vor 1668, (größtenteils auch in einer von mir jetzt afchaf‟
fundenen Ausgabe von 1657 enthalten), nämlich 88 Lie
ſo daß von den insgeſamt 331 Liedern ſeines Geſangbi
255 Lieder (—3) altem heſſiſchen Gut angeht
Neu, d. h. erſtmalig im Darmſtädtiſchen Geſang
meit
Titeln nach ihre Bedeutung für die Geſchichte des heſſiſchen
Geſangbuchs nicht anſah. Diehl verglich in mühevoller Arbeit die
HRRRRR.
Neuveriniehrtes
Zeſan
Büchlein
RGeiſtlicher und
bißhe=
gro in denen Evangeliſchenig
Kirchen gebräuchlicher
Kirchen Lieder.
KAufs neue überſehen und:
R mit vielen geiſireichen Ge.
ſängen vermehret!
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munion= Büchleinf
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D. Joh. Habermanns.s
8. Mit Fürkl. Heſ. Lands=Befrepung.
Darmſtatt!
Bev Henning Müllern/Annoisrr.
N im m 0
FRRRRRRRRS
1. Titelſeite. Originalgröße.
neun Büchlein miteinander und ſtellte feſt, daß ſie alle (1625
bis 1668) auf das im Jahre 1633, in Frankfurt gedruckte und
in Darmſtadt verlegte „Geſangbuch Chriſtlicher Pſalmen und
Kirchen Lieder... für die Heſſiſche Kirchen der obern Graffſchafft
Catzen=Elnbogen ..." zurückgehen. Das früheſte heſſen=darm=
ſtädtiſche Geſangbuch, das man vor Diehls Fund
kannte, ſtammt aus dem Jahre 1724; als Diehl noch
die Geſangbücher von 1716 (in Gießen) und 1699 (in
Privatbeſitz; verſchollen) ausfindig machte, war die
Brücke zur Gegenwart geſchlagen; aber es klaffte
immer noch eine wichtige Lücke von 1668 bis
1699.
Obwohl es mir in den letzten Jahren glückte,
einige weitere Geſangbücher, deren Exiſtenz bisher
un=
bekannt war?), nachzuweiſen und Exemplare davon
aufzutreiben, nämlich ſolchen von 1687, 1698 (1699)
und 1701, wurde die Lücke zwar weſentlich verringert,
aber es fehlte noch immer ein wichtiges
Geſangbuch das von 1677. Baur hat es 1852 in
ſeinem „Kirchenlied” erwähnt und die Vorrede daraus
mitgeteilt. Nach ſeiner Angabe war es von dem
Darm=
ſtädter Superintendenten Balthaſar Mentzer
heraus=
gegeben. Seitdem blieb es verſchollen, obwohl ihm
wegen ſeiner Bedeutung für die Geſchichte des
heſſi=
ſchen Geſangbuchs immer wieder eifrig nachgeforſchr
wurde. Auch mir gelang es bis zum Jahre 1931 nicht,
ein Exemplar dieſer geſuchten Ausgabe
aufzutrei=
ben; weder war es in Baurs nachgelaſſener Bibliothet
in Lindenfels, die mir Herr Oberſtleutnant Baur de
Bétaz liebenswürdiger Weiſe zugänglich machte, noch
in den vielen großen und kleinen Bibliotheken
Deutſch=
lands, in denen ich an Ort und Stelle nachforſchte.
Jetzt endlich hat ſich das einzige
Exem=
plar dieſer Ausgabe gefunden; es ging
dabei merkwürdig genug zu.
Der Beſucher des 1924 eröffneten
Schloß=
muſeums in Darmſtadt wird in den Zimmern
der großen Landgräfin eine Vitrine mit einigen
Gebet= und Geſangbüchern bemerken. Bei wiederholten
Beſuchen, die mehr den Silhouetten der Landgräfin
galten, hatte ich die unter Glas wohlverwahrten
Ge=
ſangbücher als handwerkliche Schmuckſtücke bewundert;
aber bei der Prominenz von Forſchern, in nächſter
Nähe dieſer Schätze, kam mir gar nicht der Gedanke,
daß ſich das für die Forſchung wichtige und geſuchte
Geſangbuch von 1677 unter einer vielbewunderten
ſilbergetriebenen Hülle verbergen könnte.
Als ich dann im Herbſt 1931 zuſammen mit meiner
Frau das Muſeum in einer eingehenden
Nachmittags=
führung durchwanderte, kamen wir auch an die Vitrine
Daß Herr Prälat Diehl die Auffindung des Geſangbuches
mi=
lebhafteſter Freude und Anerkennung begrüßte, bedarf kaum
einer beſonderen Erwähnung.
Es ſtammt aus dem Beſitz der Töchter des Landgrafen
Georg III. von Vöhl und enthält beſtes Gut an deutſchen
Kirchenliedern in wundervoller Schale gefaßt. Mit einer Liebe
und Hingabe hat der Buchbinder Niklas Sparſchneider
aus Naumburg, der 1667 in Darmſtadt ſein Handwerk zu treiben
anfing, ein Meiſterſtück (Abb. 2 und 3) wie eine
Selbſt=
verſtändlichkeit in ſo ſorgfältiger Arbeit geliefert, daß wir es
nicht genug bewundern können. Die Zeichnung des ziſelierten
Goldſchnitts iſt ebenſo präzis und im einzelnen ſauber
durchgeführt, wie es die Arbeit des Silberſchmiedes,
wahrſchein=
lich Heidelberger Herkunft, iſt. Alles iſt in Bewegtheit und
Rhythmus der Form aufeinander abgeſtimmt und beweiſt für
die Zeit von 1677, alſo die Zeit eines erklärten „
Tief=
ſtands und Niedergangs”, eine handwerkliche Kultur
und Hingabe an das Werk, wie ſie uns nach unſerer
Schulweis=
heit kaum glaublich erſcheinen.
Der Silberſchmied hat feinſte Filigranarbeit im Stil des
Le Gascon, ins Metalliſche übertragen, geliefert. Verſchlungenes
Bandwerk aus 0,7 bis 1 Millimeter ſtarkem Vierkant=
Silber=
ſtab hält Ornamente (Spiralranken) aus zweifädigem gedrehtem
Silberdraht von 0,25 Millimeter Stärke zuſammen.
Aber auch der Drucker hat Ebenbürtiges geleiſtet! Es war
kein Unbekannter; denn Henning Müller, der von 1670
bis 1684 in Darmſtadt druckte und dann nach Gießen abzog,
gehört zu den Darmſtädter Druckern des 17. Jahrhunderts, die
ihre Kunſt verſtanden. Iſt doch auch das große Kantional,
gedruckt in zwei Farben, jenes geſuchte Prachtwerk in Groß=
Folio, das wir noch in einigen unſerer Kirchen finden, aus
ſeiner Offizin hervorgegangen! Das Geſangbüchlein in ſauberem,
gut lesbarem Druck, iſt faſt ohne Fehler gedruckt; das Regiſter
verzeichnet alle Lieder des Geſangbuchs und läßt nicht, wie das
ſonſt häufig genug vorkommt, manche aus. Es enthält auf 613
Seiten 331 Lieder.
Der Inhalt eines ſo alten Geſangbuches der
vor allem die Forſchung intereſſiert, iſt wichtig und
inter=
eſſaut genug, daß ich hier wenigſtens kurz darauf eingehe.”)
Wilhelm Diehl hat für die ihm aus der Zeit von 1633
bis 1668 bekannt gewordenen neun heſſiſchen Geſangbücher
ein gemeinſames Gut von 185 alten Liedern (
eut=
halten in der Ausgabe von 1633) nachgewieſen. Von dieſem
alten gemeinſamen Gut behält Mentzer 167 Lieder
ſtehen 76 Lieder. Von ihnen verſchwinden bei der näu/0 v0,
Geſangbuchredaktion von 1687 18 Lieder, die bis 1779 nicht ti
auftauchen (darunter zwei von Ludwig Oeler 1525, eins
Andreas Knöpken 1530, eins von Ludwig Helmbold 1594,
von Heinrich Mehzfart 1640, zwei von Joh. Riſt 1652).
Von den verbleibenden 58 neuen Liedern erhalten/efoll
15 bis 1698 1699, 1701 und 1717, während 43. Lieder (alſo
die Hälfte der von Mentzer neu aufgenommenen Lieder
1779, nämlich bis zum Erſcheinen des Landesgeſangbuchs
ſichertes Gut bleiben. Unter dieſen 58 neuen Lie
berückſichtigt Mentzer von den Dichtern der Notzeit Geſe
mit 1 Lied, Heermann mit 3 Liedern, Held mit 1 Lied,
burg mit 2 Liedern, Rinckhart mit 1 Lied, Riſt mit 6 Liedt
von den Dichtern der Blütezeit Joh. Frank mit 9 und PAAEH
Gerhard mit 11 Liedern. An altem Gut ſind daruſ eigeſehe
3. Buch von vorn mit geöffneten Schließen. Goldſchnit,
Mattheſius und Knöpken mit je 1 Lied. Auffällig iſt, daß
orthodoxe Mentzer ſogar ein Lied des Hauptvertreters fnöm a. M
älteren Pietismus, Phil. Jakob Speners (Nun iſt auferſtayf
vereinnimmt; es hielt ſich bis 1701 im Darmſtädtiſchen Geid
buch. Tat er es als feiner Diplomat im Darmſtädter Pietſt
ſtreit, als ihm die Heißſporne Winckler und Krd
mann das Leben ſauer machten?
heilalladrt
Das große Verdienſt der Ausg
Mentzers liegt darin, daß er getreu dem Charn
unſeres Heſſenvolkes altes Gut (255 Lieder vor
ſeines Geſangbuches) beibehielt (reſp. z. T. we
hereinnahm: 27 von 255 Liedern) und vorſichtig in
Auswahl von Neuem war. So kam es, daß
Ausgabe den Sturm der pietiſtiſchen Ausgaben
1698, 1699 und 1701 gut überſtand. Noch in
Darmſtädtiſchen Geſangbuch von 1768 (mit 350
dern), das bis 1779 im Brauch war, gehen über
d. h. zweidrittel aller Lieder auf die Mentze)”
Redaktion zurück. Zur Kenntnis des Kirchenlied//
Heſſen von 1677—1779 iſt ſie, insbeſondere zur BA
wortung der Frage, ob ein Lied zum lebendi
Gut jener Zeit gehört oder nicht, unerläßlic,
Darüber hinaus vermittelt uns der Druck
Geſangbuchs von 1677 noch ein wichtiges Neu
Angebunden iſt nämlich eine Ausgabe des k en
nen Darmſtädtiſchen Catechismus
Jahr 16 71 (Darmſtadt, gedruckt von Henning Mü cug
Mit dieſem Catechismusdruck iſt neben den biſß
bekannten Ausgaben von 1626 und 1661 die drittä/
Ausgabe unſeres Catechismus gefunden. Sie n
einander zu vergleichen, müßte den zunächſt Beruf!
Pflicht und Freude zugleich ſein.
Der Laie aber wird es ſich nicht entgehen loſ
im Schloßmuſeum das wertvolle Büchlein zu
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für dle Zeit vom 1.—15. Oktober 1932. Diese Meldungen sind sonst
nicht zugängllch, also nur durch uns erhältlich.
Die Auto-Listen enthalten die Angaben in folgender
Reihen-
folge: Name, Beruf, Wohnort des Kraftfahrzeugbesitzers,
Fahr-
zeugart, Hubraum in ccm und PS (bei Lastkraftwagen:
Eigen-
gewicht in kg und PS), Fabrikat und Motornummer, Fabrikneue
Fahrzeugs sind durch + kenntlich gemacht. Die Meldungen sind
geordnet nach den drei Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen,
und innerhalb dieser nach Fahrzeugarten. Abgemeldete
Fahrzeuge werden besonders geführt.
Die Autolisten sind unentbehrlich, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
liefern. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die spätestens am 8. eines Monats ausgegebene Liste enthält die
Meldungen vom 16.—30. (31.) des voraufgegangenen Monats und
die spätestens am 23. eines Monats ausgegebene Liste die
Mel-
dungen vom 1.— 15. des gleichen Monats.
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Sonntag, 23. Oktober
Seite 12 — Nr. 295
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Ein Wagen aus dem Feſtzug mit einer rieſigen Attrappe des „Graf Zeppelin”,
Die Trümmer des völlig zerſtörten Perſonenwagens.
Die mexikaniſche Stadt Dorrean beging ihr 25jähriges Beſtehen jetzt mit einem großen Feſtzug,
bei dem auch das Luftſchiff „Graf Zeppelin” wenigſtens in einer Nachbildung nicht fehlen durfte.
Das Luftſchiff, das nun bereits zum 30. Male den Atlantiſchen Ozean überquerte, gehört auf den
amerikaniſchen Kontinenten zu den am meiſten bewunderten Symbolen des menſchlichen Fortſchritts.
Heiuf alld Ausland.
Schwerer Verkehrsunfall in Idſtein.
Mehrere Häuſer beſchädigt.
Idſtein (Taunus). Donnerstag nachmittag
geriet auf der Obergaſſe ein ſchwer mit Mehl
und Frucht beladener Laſtkraftwagen mit
An=
hänger ins Schleudern und rannte gegen die
Hausecke des Guſtav Rübſamenſchen Hauſes.
Zu=
vor hatte er auf der linken Torſeite am Hauſe
Nold Steinbrocken aus der Mauer geriſſen. Der
Anhänger blieb auf der anderen Straßenſeite
und grub tiefe Furchen in das Haus
Grand=
pierre, ebenſo der hintere Teil des
Motor=
wagens. An der Innenſeite der Küche des
Rüb=
ſamenſchen Hauſes ſind ſtarke Riſſe in der Wand.
Vom Fußboden wurden die Steinplatten
hoch=
gehoben, aus dem Küchenſchrank flogen Töpfe
heraus zur Erde, im Keller wurden Gefäße
um=
geworfen und zwei Frauen, die in der Küche
ſaßen, fielen durch die Wucht des Anpralls zu
Boden. Dadurch, daß zwei Mitfahrer des
Laſt=
wagenzuges kurz vor dem Unfall abſprangen,
hatte der Chauffeur auf ſeinem Sitz
Bewegungs=
freiheit und konnte ſich ſo zur Seite werfen, als
das Steuerrad gegen die Rückwand des
Führer=
ſitzes gedrückt wurde; er wäre ſonſt unweigerlich
totgedrückt worden. Raſch konnte er aus
ſeiner=
etwas eingeklemmten Lage befreit werden und
hat nur eine geringfügige Verletzung an der
einen Hand und am Bein davongetragen. Zur
Zeit des Unfalls kam der Glaſer Hack mit ſeinem
Fahrrad die Obergaſſe herunter, konnte es jedoch
wegen Verſagens der Bremſe nicht zum Stehen
bringen und rannte mit voller Wucht gegen den
Motorwagen. Mit einer ſchweren
Gehirnerſchüt=
terung mußte er vom Platz getragen werden.
Ein kleines Kind wurde bei dieſem zweiten
Un=
fall unter den Laſtwagen geſchleudert, ohne
je=
doch Schaden zu nehmen. Erſt nach vierſtündiger
Arbeit konnte die Obergaſſe wieder für den
Ver=
kehr freigemacht werden. Der Laſtkraftwagen
ge=
hörte der Firma Ludwig Stark in Frankfurt
a. M.=Griesheim.
Prof. Porger=Hannover geſtorben.
Hannover. In der Nacht zum Samstag
iſt der Senator und Stadtſchulrat Prof. Porger
geſtorben. Prof. Porger war viele Jahre Lehrer
und Erzieher der Prinzen Adalbert, Auguſt=
Wil=
helm, Oskar und Joachim von Preußen ſowie der
Prinzeſſin Viktoria Luiſe. Seit 1912 war er
Direktor der Städtiſchen Höheren Mädchenſchule
in Hannover und wurde im März 1926 zum
Se=
nator und Stadtſchulrat gewählt.
Raubmord im Berliner Weſten.
Berlin. Die Händlerin Auguſte Könicke
wurde geſtern mittag in ihrer Wohnung in der
Lutherſtraße im Bett gefeſſelt und erwürgt
auf=
gefunden. Nach den bisherigen Ermittlungen
der Mordkommiſſion der Kriminalpolizei ſcheint
es ſich um einen Raubmord zu handeln. Man
vermutet, daß der Ermordeten gehörige
Gold=
pfandbriefe geraubt worden ſind.
Tränengasbomben im Wuppertaler Theater.
Wuppertal. Bei der vorgeſtrigen
Erſt=
aufführung der Streitſchen Oper „Salome” im
Elberfelder Haus der Wuppertaler Bühne
ver=
übten unbekannte Täter einen Tränengasanſchlag
auf das bis auf den letzten Platz gefüllte
The=
ater. Kurz vor der Vorſtellung verbreitete ſich
eine Wolke von Tränengas im ganzen
Zuſchauer=
raum, die das Publikum zum fluchtartigen
Ver=
laſſen des Theaters zwang. Feuerwehr und
Poli=
zei wurden ſofort alarmiert, und es bedurfte
an=
geſtrengter Arbeit, um den Raum von den Gaſen
zu befreien. Die Vorſtellung konnte erſt mit
1½ſtündiger Verſpätung begonnen werden.
Einbruch beim Lordmayor von London.
London. Ein verwegener
Einbruchsdieb=
ſtahl wurde geſtern im Hauſe des neugewählten
Lordmayors von London, Sir Percy
Greena=
way, verübt. Während des Mittageſſens
kletter=
ten Diebe unbemerkt an einer Leitung in das
erſte Stockwerk und drangen in das
Schlafzim=
mer der Gattin des Lordmayors ein, wo ſie
Wertgegenſtände im Betrag von etwa 700 Pfund
mitnahmen. Erſt nachdem die Einbrecher
be=
reits längſt das Weite geſucht hatten, wurde der
Diebſtahl bemerkt.
Die 50. Rundreiſe
Bremen-New York-Bremen
des Llond=Schnelldampfers „Europ4”
Schnelldampfer „Europa” des Norddeutſh
Lloyd, der am 18. Oktober in Bremerhaven
traf, hat mit Beendigung dieſer Reiſe ſe
50. Rundreiſe Bremen-New York-Brei
vollendet. Genau ein halbes Jahr vorher koſ
ten wir die Vollendung der 50. Rundreiſe ſen
Schweſterſchiffes „Bremen” verzeichnen, die /r
16. Juli 1929 ihre Jungfernreiſe über den N
atlantik angetreten hatte. Nun hat alſo auch
„Europa” ihre erſten 50 Reiſen hinter ſich
bracht. Am 19. März 1930 in Dienſt geſtellt,
ſie ſeitdem, in der kurzen Zeit von etwas 1M Me
½ Jahren, 366 000 Seemeilen zurückgelegt. Guine in der
einer Kilometerzahl von 677 832 Kilometern U5on
einer rund 17maligen Umquerung des Erd nSule der
fanges entſpricht, und in dieſer Zeit 116 465 Aom
ſagiere über den Ozean befördert. Gleich=
„Bremen” gewann auch die „Europa” auf ih/
erſten Reiſe über den Atlantik das „Bl.
Band”, indem ſie mit einer Geſchwindigkeit =
27,91 Seemeilen die Meßſtrecke Bishop Rol
Ambroſe Channel Feuerſchiff in 4 Tagen=
Stunden 6 Minuten zurücklegte.
Tom Mir verunglückk.
Hollywood. Tom Mix iſt bei einer Fi.
aufnahme verunglückt. Sein Lieblingspferd Tuß
kam zu Fall und warf dabei den Reiter ſo n/.
glücklich aus dem Sattel, daß er unter das PFfuz
geriet und ſchwere Verletzungen erlitt. Er- erſt nach ſieben Stunden das Bewußtſyn
wieder.
Zuſammenſtoß zweier polniſcher Segelflugzel/M/5
Die Führer tot.
Warſchau. Vorgeſtern mittag ſind in W.
telpolen in der Nähe von Kielce zwei Segelfu4
ger in etwa 50 Meter Höhe von einer Windk/
erfaßt und gegeneinandergeſchleudert wordn”
Die Segelflugzeuge ſtürzten zu Boden. Bef;
Flugzeugführer waren auf der Stelle tot.
Der Einbruch
in das Zikkauer Stadkmuſeum.
Der ausgeplünderte Glasſchrank (vorn linksL
in dem ſich die hiſtoriſchen Uhren befande!‟
In dem Stadtmuſeum von Zittau gelang bis!"
unermittelten Tätern die Entwendung ei
großen Anzahl kulturhiſtoriſch überaus bedei
ſamer Ausſtellungsgegenſtände, darunter He
wertvolle Sammlung von Uhren aus dem *
und 19. Jahrhundert.
Bei Temesvar (Weſtrumänien) ſprangen beim Paſſieren einer Weiche zwei Wagen eines Arbei
zuges aus den Schienen. Der Poſtwagen des Zuges rannte in einen Perſonenwagen hinein, deſ
Paſſagiere er geradezu räderte. 30 Arbeiter wurden getötet, zahlreiche weitere ſchwer verl
Der Unglückswagen war bereits über 70 Jahre alt!
Der Trauakt in der Si. Moritz=Kirche,
zu dem ſich 67 Fürſtlichkeiten aus ganz Europa eingefunden hatten.
Schwere Gefängnis= und Geldſtrafen
Zweibrücken. Das Amtsgericht
Zwei=
brücken verurteilte einen Fabrikarbeiter wegen
Schmuggels von Zigaretten und Tabak zu acht
Monaten Gefängnis und 96 000 Mark Geldſtrafe,
evtl. 92 Tagen Gefängnis, ferner zu 4288 und
290 Mark Werterſatz. In der gleichen Sache
wurde ein Kontrolleur zu 30 000 Mark
Geld=
ſtrafe evtl. 60 Tagen Gefängnis, ferner zu 4288
Mark Werterſatz evtl. 42 Tagen Gefängnis
ver=
urteilt, ferner ein Maurer zu fünf Monaten
Ge=
fängnis, 61000 Mark Geldſtrafe evtl. 122 Tagen
Gefängnis und weiter zu 4288, 192 und 783
Mark Werterſatz. Ein Reiſender, der die Ware
aus dem Saargebiet nach der Pfalz geſchmuggelt
hatte, erhielt vier Monate Gefängnis, 15 000
Mark Geldſtrafe und 783 Mark Werterſatz=
Strafe.
Zuſammenſtöße mit Schmugglerbanden.
Ein Toter, ein Schwerverletzter.
Aachen. In der Nacht zum Freitag wurde,
wie erſt jetzt bekannt wird, in der Nähe von
Ophoven eine achtköpfige Schmugglerbande von
Zollbeamten geſtellt, deren Haltrufe und
War=
nungsſchüſſe keine Beachtung fanden. Als die
Beamten ſcharf ſchoſſen, trafen ſie einen 16jähr.
Jungen aus Scharfenberg ins Herz, ſo daß er auf
der Stelle tot war. Man fand bei ihm 12 Pfund
Kaffee und kleine Mengen Tabak. Zwei weitere
Mitglieder der Bande wurden feſtgenommen.
Insgeſamt haben die Beamten etwa 80 Pfund
Kaffee und etwa 30 Pfund Tabak beſchlagnahmt.
Auf dem Gymnicher Weg konnten Zollbeamte
Freitag abend ebenfalls eine Schmugglerbande
von 30 Mann ſtellen, von denen die meiſten trotz
zahlreicher Warnungsſchüſſe die Flucht ergriffen.
Einer der Schmuggler, ein 30jähriger Mann,
wurde durch einen Schuß an der Schulter ſchwer
verletzt. Man fand bei ihm 1400 Zigaretten und
kleine Mengen anderer Waren. In Sief wurde
ein Berufsſchmuggler geſtellt. Man fand in ſeinem
Torniſter 600 Buch Zigarettenpapier und 1500
Zigaretten.
Bombenanſchlag auf Deutſche
in Spanien.
Wetzlar. Auf die Wohnung des aus
Wetz=
lar ſtammenden Direktors der Erzgruben der
Vereinigten Stahlwerke in Monforte de Lemos
in Spanien, Fritz Cloos, der zugleich auch das
Amt des Vizekonſuls bekleidet, wurde in der
Nacht zum 16. Oktober ein Bombenanſchlag
ver=
übt. Eine Bombe durchſchlug das Dach der
Ga=
rage und zerſtörte das Auto, eine zweite Bombe
explodierte über dem Fenſter einer Schlafſtube,
eine weitere Bombe fand man neben dem Haus.
Sie wog zwei Kilogramm und hätte, wenn ſie
zur Exploſion gekommen wäre, zweifellos einen
Teil des Hauſes in die Luft geriſſen. Perſonen
kamen glücklicherweiſe nicht zu ſchaden.
Schwere Zuchthausrevolte in New York.
Mit Maſchinengewehren und Tränengas
gegen Häftlinge.
New York. Im New Yorker Zuchthaus
in Walfare Island iſt es zu ſchweren Revolten
gekommen. Die Inſaſſen unternahmen mehrere
Ausbruchsverſuche, wobei bisher ein
Zuchthäus=
ler von Polizeibeamten getötet wurde. Die
Zuchthausdirektion wandte ſich mit der Bitte
um Hilfe, an das Polizeihauptquartier, von wo
ein größeres Polizeiaufgebot mit 50 Detektiven
hinbeordert wurde, um die Aufrührer mit
Trä=
nengas und Maſchinengewehren zu bekämpfen.
Es iſt zu weiteren ſchweren Kämpfen gekommen,
ſo daß noch größere Verſtärkungen angefordert
werden mußten. Die übrigen New Yorker
Ge=
fängniſſe werden ſcharf bewacht, da man vielfach
weitere Ausbruchsverſüche befürchtet.
Neue Goldlager in Südafrika?
Johannesburg. Im Anſchluß an die vor
drei Jahren am weſtlichen Rande des
Goldge=
bietes von Witwatersrand von dem deutſchen
Geologen Prof. Krahmann vorgenommenen
geo=
phyſikaliſchen Unterſuchungen haben ſich, wie die
Blätter melden, nunmehr die Vermutungen ſtark
verdichtet, daß ein größeres Goldlager im
Zu=
ſammenhang mit den bereits im Abbau
befind=
lichen Feldern vorhanden iſt.
Die Koburger Fürfkenhochzeik.
[ ← ][ ][ → ]Sonntag, 22. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 295 — Seite 13
Spoct, Ohiel und Jucnen
Heuke 15 Uhr
Handball=Pokalkampf Süd-Weſt
auf dem Polizei=Platz.
Wie ſchon geſagt, treffen ſich obige Mannſchaften im
Zwi=
errundenſpiel um den D.S.B.=Pokal am heutigen Sonntag,
elhr, in Darmſtadt, auf dem Platz des Polizeiſportvereins.
h Vorrundenſpiel ſiegte Süddeutſchland in Hannover
über=
err gegen Norddeutſchland während Weſtdeutſchland ſpielfrei
.. Wenn auch Süddeutſchland in den letzten beiden Spielen
nn Weſtdeutſchland unterlag, ſo liegt diesmal doch ein Sieg
Süddeutſchen im Bereich der Möglichkeit, da das Spiel
ge=
ermaßen auf heimiſchem Platz ſtattfindet. Immerhin werden
Süddeutſchen ihr ganzes Können einſetzen müſſen, wenn ſie
gut eingeſpielte weſtdeutſche Elf niederringen wollen.
Je=
gfalls wird es zu einem ſelten großen Kampf kommen.
Die Mannſchaften ſtehen:
Leſt.:
Kreuzberg.
(Düren 03)
Biehl,
Koenen.
(Spfr. Siegen)
(V. f. L. Aachen)
Heinz,
Witte,
Korte,
(Spfr. Siegen) (Pol. Münſter) (Schw.=W. Barmen)
Tſchbach, Voſſenkeul. Siewers, Ortmanns, Klein.
ſigen 05) (Al.Aachen) (Pol.Dortm.) (Al.Aachen) (VfL. Aachen)
4eick.
Freund. Werner. Zacherl.
Pabsdorf.
(Sportverein 98, Darmſtadt) (Fürth) (Schwanheim)
Dittmar. Gebhardt,
Delp.
(98 D.)
(Fürth)
(98 D.)
Pfeiffer.
Walter.
(Polizei Darmſtadt)
Fürther,
(Sppg. Fürth).
Reichsbahn — TV. Heppenheim.
Wir machen darauf aufmerkſam, daß das Handballſpiel
osbahn — Heppenheim nicht um 10.30 Uhr, ſondern bereits
ſi 10 Uhr ſtattfindet.
Tifelennis-Inkereſſengemeinſchaft Darmſtadt
und Umgebung.
ger näheren Umgebung derart viel Anklang gefunden, ſo daß
ſtoſeſem Winter neben den im vorigen Jahre ſchon eifrig
Tiſch=
enis ſpielenden Vereinen Tennis= und Eisklub, SV 98 und TC.
98=Blau 7 weitere Vereine Aufnahme in der „Intereſſen=
Ge=
ſyn chaft der Tiſchtennisvereine von Darmſtadt und Umgebung”
r den lien konnten. Während in den vorigen Jahren ſämtliche Vereine
Nch welcher Spielſtärke, in einer Klaſſe ſpielten, iſt man dieſes
ſißſhr dazu übergegangen, die qualifizierteſten Mannſchaften des
eitks in einer beſonderen Klaſſe zuſammenzufaſſen. SV. 98
0 TC. Weiß=Blau ſpielen in dieſer 1. Klaſſe gegen die beſten
eine aus Frankfurt und Wiesbaden, während alle übrigen
eine in der 2. Klaſſe eine Verbandsrunde austragen, deren
ſppenbeſter im nächſten Jahre in die 1. Klaſſe aufſteigt. Die
es Elfgele der 2. Klaſſe beginnen bereits in dieſer Woche, und
16/zfma iſt geſpannt, wer ſich aus dem Gros der vielen gleichwertigen
Amſchaften als Beſter herausſchält. Nachſtehend die Terminliſte,
9 der ſich die Vereine zu richten haben.
3.—29. Oktober; Ping=Pong — Dieburg, Blau=Weiß — TEC.,
Aukoidbällchen — Polizei, Jüngl=V. Arheilgen — Weiß=Blau ?.
7 98 2. — Singer, Jung=Heſſen — SV. 98 3. — 30. Oktober bis
Kövember: Dieburg — Blau=Weiß, TEC. — Celluloid Pol.
rheilgen, Weiß=Blau — SV. 98 2. Singer — Jung=Heſſen,
298 3. — Ping=Pong. — 6.—12. November: Ping=Pong
E, Blau=Weiß — Pol. Celluloid — Weiß=Blau, Arheilgen —
zger. SV. 98 2. — SV. 98 3., Jung=Heſſen — Dieburg.
19. November: TEC. — Arheilgen Pol. — SV. 98 2., Weiß=
— Jung=Heſſen, Singer — Ping=Pong, SV. 98 3. — Blau=
Dieburg — Celluloid. — 20.—26. November: Arheilgen —
98 3. SV 98 2 — Dieburg, Jung=Heſſen — TEC. Ping=
— Pol., Blau=Weiß — Weiß=Blau, Celluloid — Singer.
ſovember bis 3. Dezember: SV. 98 3. — Celluloid Dieburg
eilgen, TEC. — SV. 98 2., Pol. — Jung=Heſſen, Weiß=Blau
Em— SV. 98 3. TEC. — Pol., Weiß=Blau — Singer, Celluloid
heilgen, SV. 98 2., — Jung=Heſſen, Blau=Weiß — Ping=
9a— 11.—17. Dezember: SV. 98 3 — TEC., Pol. — Singer,
F=Blau — Dieburg, Celluloid — SV. 98 2., Jung=Heſſen
Ma=Weiß, Arheilgen — Ping=Pong. — 18.—27. Dezember: TEC.
Riß=Blau Dieburg — Pol, Singer — SV. 98 3., SV. 98 2
1Acülgen, Blau=Weiß — Celluloid, Ping=Pong — Jung=Heſſen.
o1., Singer — Dieburg, TEC. — Singer, Celluloid — Jung=
Nn. Arheilgen — Blau=Weiß, SV. 98 2. — Ping=Pong
74. Januar 1933 Dieburg — TEC., SV 98 3. — Weiß=Blau,
f0 Auloid — Ping=Pong, Jung=Heſſen — Arheilgen, Blau=Weiß
nN5. 98 2.
Landgerichtsrat Dr. Mickel 50 Jahre.
Arn heutigen Sonntag begeht Landgerichtsrat Dr. Mickel=
Thntadt ſeinen 50. Geburtstag. Herr Dr. Mickel iſt einer der
näßtigen Männer, die nach dem Kriege das Sportleben in
Antadt zu neuem Leben erweckten. Aus Straßburg vertrieben,
Eer bald hier wieder in vorderſter Sportlinie. Im Jahre 1922
U 9mrhm er den Vorſitz des SV. 98, den er durch Gründung
zahl=
hei Abteilungen aus dem „Schlafe” weckte. Was Dr. Mickel in
echs Jahren ſeiner Amtsführung aus den 98ern gemacht hat,
Lemnnt; 1928 lehnte er aus geſundheitlichen Gründen eine
Rorwahl ab. Dem Verbandsgericht des Süddeutſchen Fuß=
Aund Leichtathletik=Verbandes gehört der Jubilar ſeit der 1924
ANuren Gründung bis heute an, im Bundesgericht des D.F.B.
Abe t er ſeit 1928.
M öge das Geburtstagskind noch lange ſeinen Freunden und
ſt hin geliebten Sport leben.
Ato von Porath ſchlug am Freitag abend in Berlin den ſchläge zu erwarten.
ſeihen Runde entſcheidend.
ſe runglückt iſt das „come=Back” Ludwig Haymanns, der am
Gias in Stuttgart durch den Berliner Walter eine
Punktnie=
disige einſtecken mußte.
dur Revanche herausgefordert hat der kanadiſche Neger
Liln Gains ſeinen Bezwinger Walter Neuſel=Bochum.
ſu ch Schweden hat jetzt ſeine Teilnahme bei den
Interna=
tikhilem F. J.S.=Meiſterſchaften in Junsbruck zugeſagt.
Sporkkalender.
Sonntag, den 23. Oktober 1932.
Handball.
15,00 Uhr, Polizei=Platz: Pokal=Zwiſchenrunde Süddeutſchland
Weſtdeutſchland.
10,00 Uhr, Dornheimer Weg: Reichsbahn — TV. Heppenheim.
11,00 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß — TSV. Braunshardt.
15,00 Uhr, Kranichſteinerſtraße: Tgeſ. 75 — Tgde. Beſſungen.
Fußball.
11,00 Uhr, Polizeiplatz: Polizei — Germania Oberroden.
11,00 Uhr, Dornheimer Weg: Reichsbahn — SV. Groß=Gerau.
Hockey.
11,00 Uhr, Stadion: SV. 98 — Tgde. 46 Worms.
Kraftſport.
10,00 Uhr, Eſchollbr. Str. 24: Polizei — Aſchaffenburg=Damm.
Empfang der deutſchen
Olympia=
keilnehmer beim Reichspräſidenken.
Berlin, 22. Oktober.
Reichspräſident v. Hindenburg empfing am Samstag, in
Gegenwart des Reichsminiſters des Innern, des Vorſitzenden des
Reichsausſchuſſes für Leibesübungen, Staatsſekretär a. D. Dr.
Lewald, und des Generalſekretärs Dr. Diem, die bei den
Olym=
piſchen Spielen in Los Angeles beſonders ausgezeichneten
Sportsleute: Brendel (1. Sieger im Ringen — Bantamgewicht),
Ismayer (1. Sieger im Gewichtsheben — Mittelgewicht), Eller
(Schlagmann der ſiegreichen deutſchen Rudermannſchaft),
Sper=
ling (2. Sieger im Ringen — Leichtgewicht), Campe (2. Sieger
im Boxen), Buhtz (2. Sieger im Doppelſkuller und 1. Sieger bei
der Henley=Regatta), Jonath (beſter Sprinter der weißen Raſſen),
Eberle (3. Sieger im Zehnkampf) und Schmid, dem das
Olym=
piakomitee eine goldene Medaille für ſeine beſonderen Verdienſte
im Bergſteigen zugeſprochen hat.
Der Herr Reichspräſident ſprach den Olympiaſiegern ſeine
Anerkennung und ſeine Glückwünſche aus und überreichte ihnen
Das Tiſchtennisſpiel hat im Laufe der Zeit in Darmſtadt und die von der Reichsregierung geſtiftete Ehrenplakette. An die
Anweſenden, als die Vertreter des ganzen deutſchen Sports
rich=
tete der Herr Reichspräſident die Mahnung, alle Kräfte
anzu=
ſpannen, damit bei den Olympiſchen Spielen in Berlin 1936,
denen er ſein Intereſſe und ſeine Förderung zuſagte, Deutſchland
mit Ehren beſtehen könne.
Leiter vermißte man bei dem Empfang den Olympiaſieger
Ismayr, die Berliner Ruderer Meyer, Hoeck, Spremberg und
Neu=
mann, die Münchener Boxer Schleinkofer und Ziglarſki und die
beiden Leichtathletinnen Tilly Fleiſcher und Ellen Braumüller.
Neun Wochen nach Beendigung der Olympiſchen Spiele in
Los Angeles und gut ſechs Wochen nach Rückkehr der deutſchen
Olympiakämpfer in die Heimat iſt nun alſo doch noch ein
Emp=
fang beim Reichspräſidenten zuſtande gekommen. Nachdem die
Heimkehr der Los Angeles=Fahrer ſich recht geräuſchlos vollzogen
hatte, dachte man an einen Empfang in der Wilhelmſtraße,
wo=
zurzeit der Reichspräſident reſidiert, kaum noch. Wir wiſſen nicht,
worauf die Verſpätung dieſes Empfanges zurückzuführen iſt, ſie
könnte aber ein Ausdruck der Zurückhaltung ſein, die das mäßige
Abſchneiden unſerer Expedition in Los Angeles auferlegen mußte.
Der kleinen Gruppe von Olympiakämpfern, die am Samstag
mittag bei Hindenburg war, iſt die Ehre des Empfanges durch
den Reichspräſidenten zu gönnen, denn ſie kann ja nichts dazu,
daß der Erfolg der Geſamtexpedition dermaßen ſchwach war.
Man bedauert es aber gleichzeitig, daß von den Gewinnern einer
Goldmedaille nur einer anweſend war, nämlich der Ringer
Bren=
del. Es fehlten u. a. die Berliner Ruderer vom ſiegreichen Vierer
öing=Pong, Singer — Blau=Weiß. — 4—10. Dezember: Die= und der Olympiaſieger Ismayr. Von Ismayr, der ſich am gleichen
Tage in Frankfurt aufhielt, hörten wir, daß ihn die Einladung
zu ſpät erreicht habe. Augenſcheinlich lagen alſo auch noch
Regie=
fehler vor.
Erfreulich bleibt an dieſem Ereignis, daß der Herr
Reichs=
präſident die Bedeutung der Olympiſchen Spiele 1936 in Berlin
anerkannte und daß er verſprach, dieſen Spielen ſeine Förderung
Dezember bis 7. Januar 1933: Pol. — SV. 98 3., Weiß=Blau zu geben. Dieſe Feſtſtellung Hindenburgs und ſein Verſprechen
werden hoffentlich auch bei anderen Behörden ihre Wirkung nicht
verfehlen.
Aſton Villa führt nach den Spielen des Samstags immer
noch ungeſchlagen in der erſten Liga der engliſchen Berufs=
Fuß=
ballſpieler vor Arſenal.
Geſichert iſt die Durchführung des Fußball=Länderſpieles
zwi=
ſchen der Tſchechoſlowakei und Italien am 28. Oktober in Prag.
Erheblich verletzt wurde der mitteldeutſche Repräſentative
Helmchen, ſo daß er für einige Wochen außer Gefecht geſetzt iſt.
Der erſte Schnee wird vom Zugſpitzplatt gemeldet.
Wekkerberichk.
Ueber den Britiſchen Inſeln hat ſich der Luftdruck weiter
ver=
tieft und dort einen Wirbelkern entwickelt. Gleichzeitig erfolgte
über den Donauländern kräftiger Barometeranſtieg der ſeinen
Einfluß bis nach Süddeutſchland ausdehnte. Der Wirbel führt an
ſeiner Vorderſeite eine Staffel ſehr warmer Luft vor. Die
Wech=
ſelhaftigkeit der Witterung bleibt ſomit erhalten, außer
Bewöl=
kung tritt zeitweiſe Aufklaren ein, ferner ſind weitere Nieder=
SAzuopameiſter im Halbſchwergewicht Hein Müller=Köln in der Ausſichten für Sonntag, den 23. Oktober: Neblig=wolkig mit
Aufheiterung, anfänglich ſehr mild, dann kühler, zeitweiſe
Nie=
derſchläge.
Ausſichten für Montag, den 24. Oktober: Anhalten des
wechſel=
haften Wetters, mit Ausſichten auf weitere Niederſchläge.
Die heutige Nummer hat 22 Geiten.
Gewinnauszug
1. Klaſſe 40. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
21. Oktober 1932
1. Ziehungstag
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M.
gezogen
2 Gewinne zu 50000 M. 392208
2 Gewinne zu 10000 M. 133992
4 Gewinne zu 6000 M. 339295 379313
8 Gewinne zu 3000 M. 261440 257004 346573 380928
6 Gewinne zu 2000 M. 202377 361273 387824
22 Gewinne zu 1000 M. 35896 67247 77887, 95461 113765 141129
230686 342060 354463 373905 884616
32 Gewinne zu 800 M. 7440 11846 23465 53367 72829 78153
126478 137433 161586 267907 278561 322182 331760 350062 374078
374217
62 Gewinne zu 600 M. 39288 51282 51513 62777 85650 100425
113999 131963 134012-135343 127481 165782 186778 181589 189478
201230 218058 223311 038184 241788 D5B577 267227 271587 280395
281494 302204 321505 323563 326637 347493 361763
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M.
gezogen
2 Gewinne zu 10000 M. 389113
4 Gewinne zu 5000 M. 217127 318377
6 Gewinne zu 2000 M. 115814 237085 341420
36 Gewinne zu 1000 M. 7923 20902 50548 63994 91617 160943
250017 264978 078892 283109 283989 286825 307740 345202 346236
392798 394452 898463
48 Gewinne zu 800 M. 6169 19245 27340 31966 46185 51489 98646
106346 105774 123330 138048. 167617 187966 196306 243156 264878
277045 287988 320204 332845 346436 387986 389481 395854
44 Gewinne zu 500 M. 15173 18749 19626 54239 55443 56800
60735 96984 107463 154817 157740 162480 200883 211888 228914
253027 266567 279483 292320 320666 347651 391495
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge. 6: Wetter. Gymnaſtik.
6.30: Gymnaſtik. o 7: Wetter, Nachrichten. — anſchl.: Konzert,
8: Waſſerſtand. o 11.45: Zeit, Programm, Nachrichten,
Wirt=
ſchaftsmeldungen, Wetter. o 12: Konzert. 13.15: Nachrichten,
Wetter. o 13.30: Konzert. o 14: Nachrichten. 14.10:
Werbe=
konzert, (Sa. 14.40). o 15: Gießener Wetterbericht (Sa. 15.20)
o 15.10: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen (Sa. 15.25). o 16.50 u.
18.15 (Sa 18.20): Wirtſchaftsmeldungen. o 19.15: Zeit, Programm,
Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 23. Ottober
6.15: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Michel.
8.15: Kaſſel: Evangeliſche Morgenfeier.
9.30: Stunde des Chorgeſangs. Männergeſangverein Rheinland
1864, Koblenz und ſein Knabenchor.
10.30: Das Inſtitut für Klimaforſchung in Trier. Hörbericht.
10.50: Dr. Schmidt: Warum ich Marineoffizier werden will.
11.30: Leipzig: Bachkantate: Was ſoll ich aus dir machen, Ephraim.
12.00: Bamberg: Der Dom zu Bamberg. Hörbericht.
12.35: Bamberg: Platzkonzert.
13.05: Schallplattenkonzert.
14.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.10: Dipl.=Landwirt Trinkaus: Die Bekämpfung der Tuberkuloſe
beim Rindviel im freiwilligen Tuberkuloſe=
Bekämpfungs=
verfahren.
Anſchl. Schulrat a. D. Fauſt: Der bäuerliche Lebensraum.
15.00: Stunde der Jugend: Kaſperltheater.
16.00: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters.
18.00: Dr. Gebhardt: Graf Gobineau als Forſcher und Dichter —
Zu ſeinem 50. Geburtstag.
18.25: Dreißig bunte Minuten.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
Anſchl. Sportnächrichten.
19.16: Bei uns zu Lande auf dem Lande. Gewonnenes Land im
Ried.
20.00: Langenberg: Untekhaltungskonzert des Funkorcheſters. Werte
von Humperdinck, Lißt, Tſchaikowſtky, Wagner u. a.
22.00: Wird noch bekanntgegeben.
22.20: Zeit, Nachrichten, Wetter, Sport.
22.45: München: Nachtkonzert. Leitung: E. Kloß.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge: 6.15:
Gymnaſtik. o 6.30: Wetter für die Landwirtſchaft. — anſchl.:
Frühkonzert. 10: Neueſte Nachrichten. o 12: Wetter für den
Landwirt. — anſchl.: Konzert. — Wiederholung des Wetterberichts.
12.55: Nauener Zeit. 6 13.35: Nachrichten. 8 14: Konzert.
0 15.30: Wetter, Börſe. 2 18,55: Wetter für die Landwirtſchaft.
6.15:
6.35:
8.00,
Anſchl.
8.20:
8.55:
Anſchl.
10.05:
11.00:
11.30:
12.05:
12.35:
12.55:
14.00:
14.30:
15.00:
15.30:
15.50:
16.05:
17.30:
18.00:
18.30,
19.00:
19.50:
20.30:
22.15:
Anſchl.
Deutſche Welle; Sonntag, 23. Oktober
Funkaymnaſtik.
Hamburger Hafenkonzert.
Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
Wochenrückblick auf die Marktlage.
Dr. Matſchenz: Zeitgemäße Anſpannung im büuerlichen
Betriebe.
Morgenfeier.
Glockengeläut des Berliner Doms.
Wettervorherſage.
Karl Heinrich Waggerl lieſt aus ſeinem: Wieſen=Buch.
Leipzig: Bachkantate: Was ſoll ich aus dir machen, Ephraim.
Bamberg: Der Dom zu Bamberg. Ein Hörbericht.
Königsberg: Mittagskonzert des Opernhaus=Orcheſteis.
Nauener Zeitzeichen.
Dr. Kindt: Das Elternrecht in der Gegenwart.
Dr. Voigt: Die Lyrik der Gegenwart.
Dr. Wyneken: Jacob Böhme.
Orcheſterkonzert des Notſtandsorcheſters Berlin=Mitte.
Köln: Hockeyſpiel Brandenburg — Weſtdeutſchland.
Fortſetzung des Orcheſterkonzertes.
H. Kyſer: Der Lebenskampf der Oſtmark.
Deutſche Volkslieder, zur Laute geſungen von Helga Thorn
und O. Beſemfelder.
H. v. Gleichen: Vom Reich der Deutſchen.
Königsberg: Schloßkonzert. Aus Königsbergs italieniſcher
Zeit. Einführende u. verbindende Worte: Prof. Dr. Müller=
Blattau.
Stunde des Landes.
Leipzig: Die Freunde von Salamanka. Singſpiel von Franz
Schubert. Einführende Worte: E. Gottlieb=Helmesberger.
Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Tanzmuſik der Kapelle Egon Kaiſer.
Hauptſchriffleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wiriſchaff: Rudolf Mauve; für Feuilleion, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport; Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. 5. Queiſch; ſür den Schlußdienſt: 1. V. Karl Böhmann;
ſür „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Netie;
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuhle:
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtad”
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung n icht übernommen.
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Nummer 293
Att
AatgbltA
Sonntag, den 23. Oktob.
Die Lage der engliſchen Stahl=Induſtrie.
Zweijährige Verlängerung der engliſchen Eiſen= und Stahlzölle.
zu verzeichnen waren. Nachdem ſich anfangs die Kurſe knapp
behaupten konnten, machte ſich nach den erſten Notierungen eine
Schukmaßnahmen für die Induſtrie.
Abſchwächung geltend, die ſich jedoch im Rahmen von etwa 0,5—
1 Prozent hielt und nur auf wenige Spezialwerte übergriff. JG.
Farben eröffneten ½ Prozent niedriger und gingen dann um
Begründung der engliſchen Eiſenzoll=Verlängerung.
weitere 88 Proz. zurück. Auch Deutſche Erdöl verloren 0,5 Proz.,
Eine geſtern abend erſchienene Verfügung des engliſchen
Schatzamtes gibt die Verlängerung, der beſtehenden Eiſen= und
Stahlzölle auf weitere zwei Jahre ab 25. Oktober bekannt.
Dieſe Verlängerung iſt, wie in einem gleichzeitig
veröffent=
lichten Bericht des beratenden Einfuhrzollausſchuſſes betont wird,
nur an die Inkraftſetzung und den befriedigenden Fortſchritt
eines Reorganiſationsplanes der Induſtrie gebunden. Der
Aus=
ſchuß hebt in dem Bericht weiter hervor, daß die Einſtellung des
Dumpings in Eiſen und Stahl eine unerläßliche Vorbedingung
ſei und daß er weitere Schutzmaßnahmen erörtern würde, wenn
bei Fertigſtellung eines befriedigenden Reorganiſationsplans die
Verlängerung der Zölle nicht die gewünſchte Wirkung haben
ſollte. Schließlich wird der erſte Bericht des im Juli eingeſetzten
Landesausſchuſſes für die Reorganiſation der Induſtrie
ver=
öffentlicht, der die gegenwärtige Lage ſchildert und in großen
Zügen die zu erſtrebenden Maßnahmen darlegt. Der Bericht
er=
wähnt die erſten Wirkungen der Weltddepreſſion auf die Eiſen=
und Stahlinduſtrie in England und in der ganzen Welt und die
dei die Preiſe hrer Erportwerkäu Schitzöle hee die engliſche
Induſtrie infolge ihrer verhältnismäßig hohen Lohn= und
Ar=
beitsſtandards in außerordentlichem Grade durch den
unwirt=
ſchaftlichen Wettbewerb gelitten, der nicht nur eine
Verminde=
rung ihres Handels, eine Erhöhung der Produktionskoſten durch
Verringerung der Produktion, ſondern auch eine Erſchöpfung
ihrer Reſerven und den Auffchub notwendiger Verbeſſerungen
verurſachte. Die Maßnahmen der britiſchen Regierung hätten
den „Circulus vitioſus” umgekehrt, aber es würden noch große
anhaltende Anſtrengungen notwendig ſein, um die Induſtrie in
ihre alte Stellung zurückzubringen.
Der Ausſchuß führte drei Hauptziele an: 1. Der Bedarf der
Nation an Eiſen= und Stahlfabrikaten ſoll ſo weit als möglich
von der heimiſchen Induſtrie gedeckt werden. — 2. Reorganiſation
der Induſtrie, um dieſes Ziel billigſter Koſten und gleichzeitiger
Ausdehnung des Handels zu erreichen. — 3. Einſtellung des
ſchädlichen Wettbewerbs unter den heimiſchen Fabrikanten. Der
Ausſchuß iſt der Anſicht, daß bereits einiger Fortſchritt erzielt
worden ſei und daß guter Wille und Zuſammenarbeit in der
In=
duſtrie Ausſicht auf einen endgültigen Erfolg böten. — Die
Er=
höhung der Produktion und die Verminderung der Betriebskoſten
iſt nach Anſicht des Ausſchuſſes wichtiger als die Erholung des
Preisniveaus, während die Abhängigkeit der Induſtrie von der
Ausfuhr eine genügende Garantie dafür biete, daß die
Preispoli=
tik nicht zum Schaden der Verbraucher von Rohmaterial
durch=
geführt werden könne.
Der Bericht verzeichnet mit Befriedigung, daß die Einfuhr
von Eiſen und Stahl im dritten Quartal des Jahres unter der
entſprechenden Ziffer des Vorjahrs liege.
Die Lage am Geld= und deviſenmarkk.
Während der ganzen vergangenen Woche lag am Geldmarkt
Tagesgeld ſehr leicht. Der Satz hielt ſich unverändert auf 3,5
Prozent. An einigen Tagen der Woche ergab ſich Ueberſtand,
ob=
wohl bereits am Vormittag der betreffenden Tage
Ueberweiſun=
gen nach Berlin ſtattgefunden hatten. — Am Wechſelmarkt war
eine beſondere Nachfrage nach Privatdiskonten nicht feſtzuſtellen,
täglich war etwas Material angeboten. Der Umſatz in
Reichs=
ſchatzwechſeln und Reichsſchatzanweiſungen war recht mäßig.
Reichsſchatzwechſel per Januar 1933, deren Satz unverändert
blieb, ſind nunmehr ausverkauft. Eher Nachfrage herrſchte nach
Warenwechſeln, in denen kleine Umſätze bei etwa 4 Prozent ge=
tätigt wurden. — Termingeld wurde größtenteils prolongiert, der
Satz belief ſich auf 4½—4½ Prozent.
Am Deviſenmarkt war das wichtigſte Ereignis der
Berichts=
woche die plötzliche Abſchwächung des engliſchen Pfundes, die
da=
durch zu erklären iſt, daß die Interventionen mit Hilfe des
Va=
lutaausgleichsfonds zeitweilig eingeſtellt waren. Da die
Ab=
ſchwächung ziemlich kraſſe Formen annahm — das Pfund erreichte
faſt ſeinen Rekord=Tiefſtand —, ſetzten alsbald die Interventionen
wieder ein, und anſcheinend ſoll die engliſche Währung vorläufig
auf einem Stande von 3.40 Döllar gehalten werden. Die
Ab=
wärtsbewegung des Pfundes wurde von den Norddeviſen, wenn
auch nicht im ſelben Ausmaße, mitgemacht. Der franzöſiſche Fr.
befeſtigte ſich gegen Wochenende ſehr ſtark, die Gründe hierfür
ſind vorläufig nicht klar erkennbar. Der Dollar blieb ziemlich
ohne Bewegung. Eine noch immer ſehr feſte Tendenz zeigte die
Auslandsbewertung der Reichsmark; die Ueberbewertung über
die Inlandsparität erhöhte ſich in der abgelaufenen Woche von
1ſoo auf 2loo. In der ſchweizeriſchen und holländiſchen
Wäh=
rung ſind kaum Veränderungen eingetreten; ſie zeigten leicht
ſtei=
gende Tendenz. Infolge der Beilegung des Konfliktes mit
Ita=
lien wurden Lire wieder voll zugeteilt; der Kurs war
unver=
ändert. Jugoſlawiſche Dinare ſchwächten ſich, wahrſcheinlich im
Zuſammenhang mit den mazedoniſchen Unruhen, weiterhin
merk=
lich ab. In den übrigen Deviſen waren keine nennenswerten
Be=
wegungen feſtzuſtellen.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Das Geſchäft an der geſtrigen Berliner, Samstagsbörſe
war noch geringer, als an den Vortagen. Die Spekulation hielt
ſich außerordentlich ſtark zurück, und war eher geneigt, angeſichts
verſchiedener wenig günſtiger Momente kleine Glattſtellungen
vorzunehmen, während vom Publikum überhaupt nichts zu
be=
obachten war. Vor allem verſtimmte der ſchwache Verlauf der
vorgeſtrigen New Yorker Börſe, der als Beweis dafür angeſehen
wurde, daß die Situation dort auch noch nicht ſo optimiſtiſch
be=
urteilt werden darf. Im allgemeinen ergaben ſich Verluſte um
Bruchteile eines Prozentes, Deutſche Erdöl. Eintracht,
Braun=
kohle, Schuckert, B.E.W., Junghans Feldmühle und Muig waren
bis zirka 1,25 gedrückt, Siemens ſogar um 2 Prozent. Allgem.
Lokal= und Kraft, ſowie Hotelbetrieh büßten 25 Prozent ein.
Dagegen konnten ſich Akkumulatoren kräftig befeſtigen und zogen
um 3½ Proz. an A.E G. R.W.E., Rh. Braunkohlen und
Chade=
aktien konnten ſich leicht befeſtigen. Vereinigte Stahl lagen trotz
der Mitteilungen über die Beſſerung der Beſchäftigungslage und
Neueinſtellungen doch etwas ſchwächer. Deutſche Anleihen
be=
haupteten ſich gut, Altheſitz war ſogar 0.,5 Proz. höher,
Reichs=
huldbuchforderungen beſonders ſpäte Sichten, konnten ebenfalls
leicht anziehen. Der Pfandbriefmarkt war im großen und ganzen
gut gehalten, doch hielten ſich die Umſätze in allerengſtem
Rah=
men. Im Verlauf ſchrumpfte das Geſchäft noch ſtärker zuſammen,
und infolgedeſſen ergaben ſich kleine Rückgänge, während das
Gros der Papiere unverändert zum Anfang blieb. Am Berliner
Geldmarkt war Tagesgeld zwar in ſich weiter etwas leichter, doch
blieben die Sätze unverändert zum Vortag, alſo Tagesgeld 4,25
hzw. 4½ Proz. Monatsgeld 5—7 Proz. Die Vorſorge für den
Ultimo macht ſich weiter durch allmähliches Angebot von
Privat=
diskonten bemerkbar, während Reichswechſel und
Reichsſchatz=
anweiſungen ſo gut wie umſatzlos blieben.
*
Die Frankfurter Wochenſchlußbörſe ſtand überwiegend
unter dem Eindruck wenig befriedigender Momente, wie der
Ab=
ſchwächung an der vorgeſtrigen NewYorker Börſe, die weitgehend
durch die Norman=Rede hervorgerufen wurde. Weiter wirkte in
dieſer Richtung die Meldung über die neueſte Entwicklung der
Arbeitsloſigkeit in Deutſchland. Dieſe Einflüſſe beeinträchtigten
weitgehend die Unternehmungsluſt, ſo daß nur geringe Umſätze
während Scheideanſtalt 0.25 Proz. gewannen. Am Elektromarkt
ſchwächten ſich A.E.G. allmählich um bis zu 0,5 Proz. ab, auch
Bekula, gingen um 0.5 Prozent zurück, dagegen blieben Geſfürel
behauptet. Von den Montanwerten lagen Stahlverein und
Man=
nesmann je 0,5. Proz. niedriger. Gelſenkirchen gaben ſpäter um
1,5 Prozent nach. An den übrigen Marktgebieten herrſchte
voll=
kommene Stagnation. Im Verlaufe fanden kaum noch Umſätze
ſtatt und die Kurſe erfuhren keine nennenswerten
Veränderun=
gen. Lahmeyer lagen unter Berückſichtigung des
Dividenden=
abſchlages zunächſt 0.5 Proz, höher, verloren aber dann 1,5 Proz.
Die Börſe ſchloß in ſehr ſtiller Haltung. Am Rentenmarkt lagen
Goldpfandbriefe und Kommunal=Obligationen, etwas niedriger,
Liquidationspfandbriefe tendierten uneinheitlich. Größeres
In=
tereſſe zeigte ſich für Altbeſitzanleihe, die, angeblich auf
Tauſch=
operationen gegen Reichsſchuldbuchforderungen, 0,5 Prozent
ge=
wannen, dagegen ſcwächten ſich Neubeſitz und Schutzgebiete um
½ Proz. ab. Reichsbahn=Vorzugsaktien waren behauptet.
Tages=
geld unverändert 3,5 Prozent.
Die Arbeitsmarktlage in Heſſen
und Heſſen=Naſſau.
Ueber die Arbeitsmarktlage in Heſſen und Heſſen=Naſſau
richtet das Landesarbeitsamt Heſſen, Frankfurt am Main:
Die Zahl der Arbeitſuchenden ſtieg in der erſten Oktoberhälf
um 3531 auf 311 626. In der gleichen Zeit des Vorjahres ſetz
die jahreszeitliche Verſchlechterung des Arbeitsmarktes beren
ſtärker ein, die Zunahme betrug damals 5156, der Beſtand alle
dings nur 276 812. Das Arbeitsbeſchaffungsprogramm der Reichzu=h0ſ
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 19. Oktober. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 19. Oktober 32 berechnete
Großhandelsindexziffer iſt mit 94,5 gegenüber der Vorwoche (94,6)
leicht zurückgegangen. Die Indexziffern der Hauptgrupven
lau=
ten: Agrarſtoffe 88 2 (minus 0,2 v. H.) Kolonialwaren 83 0 (min.
0,7 v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 88,4 (minus 0.1
v. H.), induſtrielle Fertigwaren 114,6 (min. 0,2 v. H.). Der Index
für Produktionsmittel beläuft ſich auf 116,9 (unverändert), der
für Konſumgüter auf 112,9 (min. 0.2 v. H.).
Kartoffeleinkäufe für Stärkefabriken, Die führenden
gewerb=
lichen Stärkefabriken haben ſich bereit erklärt, über den 20. Okt.
hinaus, zunächſt bis zum 31. Okt. d. J., für Kartoffeln, die zur
regierung und die Verordnung zur Belebung der Wirtſch aſt iſzülle
haben alſo anſcheinend bereits einen günſtigen Einfluß auf dör ſand
Entwicklung des Arbeitsmarktes ausgeübt inſofern, als ſie eſcheaſſt, einem
ſchnelles Steigen der Arbeitſuchendenziffer bis jetzt verhind eldeautüu
haben. Durch die Maßnahmen der Reichsregierung fanden n
den Schätzungen der Arbeitsämter in der Zeit vom 1.—14. O
rund 2700 Perſonen zum Teil bei Notſtandsarbeiten (Straße
bauten), zum Teil in verſchiedenen Wirtſchaftszweigen, u. a.
Herſtellung von Kartoffelſtärkemehl für Backzwecke eingekauft
werden 9 Rpfg. je Stärkeprozent frei Fabrik einſchließlich Provi=
ſion bei neuen Käufen zu zahlen, ſofern ihnen die Kartoffeln zur
Lieferung November, Dezember, Januar angeboten werden und
ſoweit die Fabriken noch aufnahmefähig ſind.
Bießmärkke.
i. Weinheimer Schweinemarkt vom 22. Oktober. Zugeführt
waren 486 Tiere, verkauft wurden 374 Tiere, und zwar
Milch=
ſchweine das Stück zu 5—9 Mark, Läufer das Stück zu 13—27 Mk.
Marktverlauf: gut.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Der Zentralverband der deutſchen Metallwalzwerks= und
Hütteninduſtrie teilt folgende Aenderung ſeiner Verkaufspreiſe
ab 21. Oktober mit: Kupfer: Bleche 83 (zuletzt 84), Rohre 112,25
(112,75), Drähte und Stangen 78,90 (79,40).
Die erſt vor kurzem gegründete Süddeutſche
Herrenkleider=
fabrik A. G., Frankfurt a. M., hat ihren Namen in „Joſtra
Herren=
kleiderfabrik AG.” abgeändert und ihren Sitz nach Aſchaffenburg
verlegt.
Nachdem die Mehlpreiſe der ſüddeutſchen Großmühlen
bis=
her an jedem Tage dieſer Woche um jedesmal 0.10 RM. pro Sack
ermäßigt wurde, iſt ſoeben nochmals eine Preisermäßigung um
denſelben Betrag eingetreten. Hiernach ſtellen ſich die Mehlpreiſe
der ſüddeutſchen Großmühlen für 100 Kilo ſüddeutſches
Weizen=
mehl Spezial Null auf 30,70 RM. und für Sondermahlung auf
31,70 RM. ab Mühlenſtation.
Die neu eingeführte Pariſer Nachbörſe wird ab 2. 11. 32.
mit Ausnahme der Samstage und Sonntage täglich von 14.45
bis 15.30 Uhr franzöſiſcher Zeit abgehalten. Gehandelt werden
lediglich folgende fünf Wertpapiere: „Metropolitain. Canadian
Pacific, Central Mining, Rio Tinto und Royal Dutch 10er
An=
teile.
Die ſpaniſche Regierung hat beſchloſſen, den Diskontſatz von
6,5 auf 6 Prozent zu ermäßigen.
der Induſtrie der Steine und Erden, in der Tabakinduſtrie uſu
Beſchäftigung. Die Verſchlechterung des Geſamtarbeitsmarkusm
wurde verurſacht durch Entlaſſungen in den Saiſon=Außenberufyn
(Landwirtſchaft, Baugewerebe und Lohnarbeit wechſelnder
Ar=
dun
auch die Zahl der arbeitſuchenden Angeſtellten ſtieg nicht
un=
bauswand
heblich an, ferner wurden aus den meiſten Handwerkerberufn
ndrant
zahlreiche jugendliche Arbeitskräfte nach Beendigung der
Lek=
zeit entlaſſen. — Die Induſtrie der Steine und Erden mit Arg
nahme der Ziegelinduſtrie, die Chemiſche Induſtrie, das Spindſ , ud die
ſtoffgewerbe, die Lederinduſtrie, das Nahrungs= und Genußm/Meichens hol
mitel= und das Bekleidungsgewerbe hatten zum Teil namha uech=uisſten Te
Abgänge zu verzeichnen. — In der Arbeitsloſenverſicherung wu, g Muerwett
den Mitte Oktober 31 001 Perſonen unterſtützt, d. ſ. 1491 wenisihend, mochten
als. am 30. September 1932. Die Kriſenfürſorge zählte 60 Eſ reüuhum 3
Hauptunterſtützungsempfänger — 2923 weniger als am Sticht/uie Erde
vorher. Die Zahl der Notſtandsarbeiter iſt in der Zeit vom
bis 30. September ganz erheblich geſtiegen, und zwar um 25
hier, durch
gleich rund 60 Prozent, auf 6671, einſchließlich 317 Wohlfahr=
Micten Einbru
erwerbsloſen.
m-dem Aſeha
Produkkenmärkke.
„ Ver iſt der
* Mainzer Produktenbericht vom Freitag, 21. Oktober. Grys/ Suogie da b
handelspreiſe per 100 Kilo loco Mainz in RM.: Weizen, 76 Ki giſt negzugehen,
Hektolitergewicht, 20,75, Roggen 16. Hafer 14—15, Braugerſte Anäun zucken
bis 19,50. Induſtriegerſte 17,25—17,50, Futtergerſte 16—16.54 Bite, was
Malzkeime 10—11, ſüdd. Weizenmehl Spezial Null 32,10, Roggc/, Ein Rieſe,
mehl 60proz. 23—24, feine Weizenkleie 8,25, grobe Weizenkl
Ar ſelbſt über
9,25, Roggenkleie 8—8,50 Weizenfuttermehl 10.25, Biertreke
11,25, Erdnußkuchen 12,75—13. Kokoskuchen 11,75—15,50, Pal i groſchurt
kuchen 8,75—9 Rapskuchen 8,75—9, Soyaſchrot 10,75—11 Tr.44 Humes, abe
kenſchnitzel 8,50—8,75 loſes Kleeheu 5. geb. Kleeheu 5,40. lo 94 h hin Mit
Wieſenheu 4 geb. Wieſenheu 4,20, Maſchinenſtroh 2,30, Dra=eat zund doch
preßſtroh 2,20. Tendenz: ſchwach.
eſtris ein, „ich
jiedes
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Trotz fortgeſetzter Pre
erhöhungen war das Geſchäft in der abgelaufenen Woche ret—
lebhaft, ſo daß die nur knapp vorhandenen Mengen glatt vos
kauft wurden. Es notierten in Pfg. pro Stück ab loco Frankfutz
a. M: Bulgaren 8,75—9. Jugoſlawen 8,75—9, Rumänen 775-
8,5, Polen 7,5—8,5, Holländer 9—13, Flandern 10,75—11, deu Asuk mk
ſche Friſcheier 11,5—14, in= und ausländ. Mittel= und Schmuu Mährend;
eier 6,5—7.5. Kühlhauseier 7,5—9 Kalkeier 7—7,5 Pfg.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Das Buttergeſchar
verlief auch in dieſer Woche unbefriedigend, da eine Belebu.
des Geſchäfts an der geringen Kaufkraft des Konſums ſcheiten,
Trotz großer Produktion hielten ſich die Forderungen für Aru
landsbutter auf unveränderter Höhe. Die Preiſe für deutſ
Butter blieben infolge der verhältnismäßig knappen Zufuhr Ue
hauptet. Die Verkaufspreiſe des Großhandels lauten (in 1 31
Tonnen); holländiſche Butter 124—128, deutſche Butter 120—1)
Reichsmark.
1. Obſtmarktbericht des Weinheimer Obſt= und Gemüſegro
marktes vom 21. Oktober. Es wurden pro Pfund folgende Pre
bezahlt: Nüſſe 25—39, Kaſtanien 11, Quitten 7—11. Pfirſiche
bis 11. Aepfel 8—17, Birnen 6—19, Zwetſchen 16— 18. Anfr
gut, Nachfrage gut.
Schließung des Berliner Produkkenmarkkes?
Berliner Kursbericht
vom 22. Okiober 1932
Eine für den 24. Oktober 1932 anberaumte Sitzung des Bö.‟
ſenvorſtandes in Berlin, Abteilung Produktenbörſe, ſoll, wie w
erfahren, u. a. zu den in den letzten Tagen gegen den Berlin=
Produktenmarkt gerichteten Preſſeangriffen Stellung nehme=
und in dieſem Zuſammenhang die Frage der Schließung des 9u Ang
ſamten Produktenverkehrs erörtern.
Oeviſenmarkt
oconto Gefeafchüft vom 22. Oktober 1932
Mte
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bant
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
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75.—
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16.50
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17.—
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59.75
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Italien
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100 Schiling
00 Tſch.Kr.
1o0 Bengs
100 Leva.
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2. Sta.
1 Bav. Peio
Dollar
100 Belgo
00 Lire
100 Franes
Radde
6. 1941
51.95 s
12.465
3.057
169.73
71.98 I7
74.08
73,63
14.27
0.913
4.209
58.54
21.55
16.56
Rai
6.206
52.05
12.485
3.o6s
70.07
72.12
74.32
13.77
14.31
2.91
4.217
58.66
21.59
16.60
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Fanerrolt
Jugoſlawien 1
Bortugal
Athen.
1
Iſtambu
Katro.
Kanada
Uruguan
Jsland.
Tallinn (Eſtl.)
Riao
Dürmnftädter ang Karionatonne Sürmfraut, umicte bei Aressker Bünz
Frankfurter Kursbericht vom 22. Oktober 1932.
Me
b2
5½%Intern.,
6%0 Baden....
6% Bayern...
6% Heſſen ...v. 29
6% Preuß. St. v. 28
69, Sachſen . v.27
6%0 Thüringen v. 27
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4=
Ab=
löſungsanl..
Ltſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
hietsanleihe
6% Baden=Baden
6% Berlin. . . . v. 24
6% Darmſtadt . . .
68 Dresden ..v. 26
62 Frankfurt a. M.
Schätze. v. 29
v. 26
68 Mainz ......
62 Mannheim v.27
6% München. v. 2‟
6% Wiesbaden v. 28
6% Heſt. Landesbl.
600
Golboblig.
5 ½% Heſi. Landes=
Hhp.=Bk.=Liquid.
4¾%. „Kom.=Obl.
6 %0 Preuß. Landes=
Pfl.=Anſt. G. Pf.
65 Gelboblig.
69.5
75.75
63
101
68.25
62
48.5
6.2
5.1
69
56.5
53.75
58
60.5
55.5
73
79.7
72.5
63.5
5½ Landeskomm.=
Bk. Girozentr. fürl
HeſſGldobl. R.11
R.12
62 Kaſſeler Land. Goldpfbr.
6%0 Naſſ. Landesbk.
5½% - Liqu. Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
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„ „ Ser. 11
Dt. Nomm. Samm.,
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6% Berl. Eyp. Bl.
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6% Frlf. Hyp.=Bk.
5½% — Lig. Pfbr.
Goldoblig
6%
62 Frkf. Pfbr.=Bk.
5½% „ Lig. Pfbr.
25 Mein. Hyp.=Bl.
5½%0 „ Lig. Pſbr.
6% Pfälz. Hyp.=Bt.
5½% „ Lig. Pfbr
6% Rhein. Hhzp. Bk.
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*
6% Südd. Bod.=
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6% Mainkrw. b. 26
68 Mitteld. Stahl.
6%Ver. Stahlwerk
57.5
62.25
79.95
45.75
63
80.5
75.75
79.75
62.5
76.25
81.25
75
78.
78.5
83.5
75.5
80.25
65.25
80.25
82.75
79
57
n6
64
51
620 VoigtéHäfner
3. G. Farben Bonds
5% Bosn. L. 6.B.
2.Inveſt.
52 Bulg. Tab. v. 02
41/.% Sſt. Schätze
420 Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4½%
4%
4% Türk. Admin.
4% „ 1. Bagdad
47o Zollanl.
4½% Ungarn 1913
1914
4½%
Goldr.
1910
42,
4½Budp Stadtanl.
4%Liſſabon
42 Stockholm,
Aßtien
Aig. Kunſtzideunie
A. E. G.
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AndregeNoris Zahn
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94.25
10
1.5
11.5
19
4.2
2.5
Si.
33
s0
55
32.1
54.5
1112.75
38.75
48.5
50
134.5
101
35.5
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44‟
18.25
65
85
187
18
36
93:,
33
168
50.25
7
54
125
98
58
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115
(
181
Rus
3
3
161.5
71.5
64
39
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38
53.5
69.75
115.75
ss
80.25
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5unntag, 23. Oktober 1932
Darmſtädt
gblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 295 — Seite 15
„Außerordentlich”, ſagte der eine offenbar extra aus Leipzig
hageeilte Inſpizient zum andern den eine
Polizeihaupt=
mi suniform ſchmückte, „uff jäden Fall wärde ich ſofort
ver=
wſſen . . ." — „Danke gehorſamſt, Herr Stadtbaurat!” der
Hyamann klappte die Hacken zuſammen, und beide entfernten
tmit größem,Nachdruck, ohne von den jungen Leuten Notiz
Ehmen.
Sehr zufrieden ſtrolchte Spoor durch den Keller. Das konnte
Sugenſchein nennen. Da war der Koksraum, wo die
aus=
hichtete Erde unter den Kohlenhaufen verborgen worden
= da ein ominöſer leere Keller, der zu unvermieteten
Ge=
gtsräumen an der Klingerſtraße gehörte, da die Gefahrzone,
üſtſchmale gangartige Platz unter dem Haupteingang des
aſes, einem Maſchinenraum ähnlich, mit Dutzenden von
brleitungen an Decke und Wänden, mit Meßuhren, Röhren,
8 Hein und einer großen Schalttafel, Strom=, Gas= und
Waſſer=
zenale einer beſſeren Mietskaſerne, eng von allem Material
umſo niedrig, daß man kaum aufrecht darin ſtehen konnte.
ünigehindert ging der junge Mann hinein. Die Arbeiter
hmn in dieſen Stunden ſo viele Kenntnis nehmende Herren
zuwHornbrillen und Pelzkragen an ſich vorbeiſtreifen laſſen,
ogſe kaum auffahen, als ſchon wieder einer an das Loch in
nbauswand herantrat, das ein Kiſtendeckel knapp verſchloß.
2woben drangen Licht und die Geräuſche der Straße, Scharren
mStimmen der Paſſanten, unter denen man ſich eben noch
b ud, und die nicht kühn genug waren, an den Startplatz des
wrechens vorzudringen. Denn hier hatten die Kerls den
ſühherigſten Teil ihres Weges begonnen, Leitungskabel, durch
rMauerwerk zu den Sammelrohren unter den Bürgerſteig
füchend, mochten ihnen den Weg gewieſen haben, hier hatten
ſür ehutſam Ziegel um Ziegel ausgebrochen, vorſichtig eine
Säufel Erde nach der anderen hereingeholt, hier hatten ſie
hhſam jedes kleinſte Dreck= und Mörtelklümpchen beſeitigt,
ſ humhier, durch dieſes unſcheinbare Loch hatten ſie ihre
fan=
ſaſchen Einbruchswerkzeuge hinausgeſchafft, in den Schacht
ſun: dem Aſphalt —
„Wer iſt der Herr da?‟
Fragte da vielleicht jemand? — Es iſt noch viel zu früh,
hiu wegzugehen, oſtentativ wird die Mauer betrachtet. Die
Aunier zucken die Achſeln.
,Bitte, was ſuchen Sie hier?”
Ein Rieſe, den weder Pelzkragen noch Brille beeindrucken,
dſcr ſelbſt über einen viel gewichtigeren ſchokoladenbraunen
„Awaroſſabart verfügt, nähert ſich, gebückt ob der Niedrigkeit
disRaumes, aber energiſch.
„Ich bin Mitarbeiter des Neuen Journals”, erklärt Philipp
begrigend, doch nicht ganz ſicher, es fällt ihm gerade nichts
Beſres ein, „ich wollte gerne einen kleinen Artikel ſchreiben..."
„Bitte, bemühen Sie ſich hinaus!‟ Der bärtige Bankbeamte,
gewöhnt, mit Leuten und Summen von ehrfurchtgebietender
Bedeutung umzuſpringen, und durch den welterſchütternden
Eklat heute keineswegs aus der äußeren Faſſung gebracht,
wendet ſich ſcharf zu ſeinem Begleiter. „Ich habe Ihnen doch
befohlen, niemanden herunterzulaſſen! — Was auch immer die
Leute erzählen — niemand darf hinunter!‟ Dann zu dem
an=
geblichen Mitarbeiter des Neuen Journals, der nochmals etwas
von ſeinem kleinen Artikel ſtottert, mit eiſigem Blick: „Bitte,
bemühen Sie ſich hinauf!“
Phil Spoor, ein wenig verlegen und ärgerlich über die
un=
freundliche Störung, begibt ſich gehorſam zur Treppe, Abſchied
nehmend von klotzigen Geheimniſſen und gefolgt von dem
bär=
tigen Erzengel, deſſen große Hand entſchieden hinausweiſt.
Phil beginnt, die Kellertreppe zu erſteigen, und in dieſem
Augenblick hätte ſich die kleine ſpitzbübiſche Unterbrechung des
Alltages mit Stellungsmarkt und ungeheiztem Zimmer von
ſelbſt erledigt, wäre nicht der Bankbeamte, den naſeweiſen
Ein=
dringling ſozuſagen ſchon außer Haus wähnend, an den Tatort
zurückgekehrt. Verſucht, nach Jungenart hinter ihm die Zunge
herauszuſtrecken, blickt Phil Spoor ſich noch einmal um — in
dieſem Augenblick entſchied ſich, ohne daß er es merkte, ſein
Geſchick.
In der Ecke, links vom eigentlichen Kellerzugang, lag ein
Häuflein Erde, das die Verbrecher aus unbekannten Gründen
nicht im Koksraum untergeſtreut hatten, ſelbſtverſtändlich war
es von den Kriminalbeamten protokolliert worden, Phil hatte
ſogar in der Zeitung davon geleſen und auch beim Betreten des
Kellers darauf geachtet — vielleicht war es doch noch nicht oder
nur flüchtig durchſucht worden, vielleicht auch rieſelten durch
Erſchütterungen von der Straße ſtändig Erdkörnchen von oben
nach unten, emſig und unmerklich wie die eines Stundenglaſes,
und gerade jetzt, unter dem oberflächlichen Blick eines
Unbe=
fugten, war der Moment erreicht, da der Erdhaufen ſein kleines
Geheimnis enthüllte.
Im Grau der Erde ſieht Phil etwas Helles
Gelbſchimmern=
des. Er ſtutzt. Ein wertloſes Papier? oder ſollte da ein
Reſt=
chen von der Beſcherung übriggeblieben ſein? — Ohne Zaudern
flitzt er die Treppe hinunter, holt den auffallenden Gegenſtand
— es iſt tatſächlich ein auffallender Gegenſtand — mit ſpitzen
Fingern aus dem Dreckhaufen — Schritte nähern ſich, keine
Zeit zum Anſchauen, zum Ueberlegen, impulſiv läßt er das
Dings in ſeine Manteltaſche gleiten, iſt auch ſchon wieder mit
drei Sätzen auf der Treppe, im Hof und durch den Keller des
Vorderhauſes auf dem Waterlooplatz, von kindiſchem Triumph
erfüllt und nicht im geringſten von der Erwägung, welche
Wich=
tigkeit für die Polizei und welche Folgen für ihn dieſer Fund
haben konnte.
Wenn man zuviel Kriminalromane lieſt
Da lag nun auf dem Antikmilieu von Frau Grebens
rot=
plüſchener Tiſchdecke der Fund aus dem Erdreich des
ver=
brecheriſchen Kellers, eingehend betrachtet von einem jungen
Mann, der mit Vorliebe Kriminalromane las, lag auf vier
flächig gemuſterten Tüchern, die ihn ſeltſam gefaltet umhüllt
hatten, gelben Stoffquadraten, hauchdünn und ſeidenartig, aver
feſt und kühl anzufühlen wie Leder. Ein Metallplättchen,
ſatt=
gelb, mattem Gold ähnlich, genau gemeſſen anderthalb
Zenti=
meter dick, vier breit und ſechs lang, bedeckt mit feinen
ziſe=
lierten, ineinander verſchlungenen Linien, Zeichen und
Zeich=
nungen, kurios geformt, wellig, uneben, aber doch nach einem
beſtimmten Rhythmus am Rande gekerbt, in der Mitte ein
einziger, von winzigen Krallen gehaltener Stein,
dunkelſchim=
mernd in ſeltſamem lebenerfüllten Blau, maſſiv das Ganze,
allein nicht vollſtändig, ſondern beſchädigt. Etwas war
abge=
brochen, die Hälfte oder ein Viertel, das plötzliche unvollſtändige
Ende alles Dargeſtellten deutete darauf hin. Die ſchräge
Bruch=
ſtelle war unregelmäßig gezackt und hatte haarſcharfe Spitzen,
an denen man die Haut blutig reißen konnte.
Phil, der ſich wer weiß was verſprochen hatte, war beinahe
enttäuſcht. Irgendein altmodiſcher Talisman mochte es ſein,
ein Amulett von nicht übermäßigem Wert, dem Safe einer
alten Privatiere entſtammend und beim Abtransport den
Die=
ben aus den übervollen Taſchen gerutſcht. Ueber die Zeichen
zerbrach er ſich nicht lange den Kopf. Vielleicht waren es
Hiero=
glyphen oder chineſiſche Buchſtaben, japaniſche, ruſſiſche, er
glaubte, ein lateiniſches e zu erkennen, mehrere Male e, oder
war es ein 1, hier ein th, es konnte auch etwas ganz anderes
ſein. Er hatte gute Augen, aber das Gewirr war zu groß,
Linien liefen hindurch, verſchlungen, gekreuzt, geknotet. Lange
konnte man nicht darauf hinſehen, und der blaue Stein, ſtrahlend
wie ein lebendiges Auge, irritierte auf die Dauer und
ver=
urſachte Unbehagen.
Immerhin eine verdammt intereſſante Sache! Wenn er das
Barba erzählen würde oder Johan oder dem dicken Spiro,
der niemals Romane las und ſich über Phils Phantaſtereien
luſtig zu machen pflegte! Bitte, würde er ſagen, ich bin nicht
an dem blöden Loch ſtehen geblieben, ich bin ins Haus
ge=
gangen, ein Stadtbaurat war noch da und ein
Polizeihaupt=
mann, und ein dicker Bankbeamter mit Förſterbart hat uns alles
erklärt, und als ich dann endlich hinaufging, fand ich dieſes
Dings da, das ſind kabaliſtiſche Linien, und der Stein iſt
wahn=
ſinnig wertvoll.
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Eine schwimmende Siedlung — Wohnungen und Wohnungsmöglichkeiten mitten auf dem
Ri, das klingt beinahe phantastisch, zumindest aber abenteuerlich und romantisch. Doch
wer das eine noch das andere trifft zu: Das Neue und Ungewöhnliche, das den
direisenden hier begegnet und in Erstaunen versetzt und das unsere Bilder vermitteln, ist
uts weiter als das Resultat kalter, klarer Ueberlegung. Vielleicht kann man sogar noch einen
ſdritt weitergehen und behaupten: nichts weiter als eine aus der Not geborene Erfindung.
Genau so, wie man ausrangierte
Omnibusse, alte Eisenbahnwagen
und dergl. Wohnungzwecken
nutz-
bar machte, genau so hat man nach
anderen und noch billigeren
Woh-
nungsmöglichkeiten gesucht. Man
hat gesucht und gefunden, weil man
mußte, weil die Zeit es verlangte.
Die Verhältnisse unserer Zeit
haben auch zur Schaffung dieser
einzigartigen Siedelung
bei Bingen am Rhein
Veranlas-
sung gegeben. Trotzdem ihre
Be-
wohner schwer unter der Not der
Gegenwart leiden und ihre
Behau-
sung im wahrsten Sinne des Wortes
eben den Namen Notwohnung
ver-
dient, hat diese Wassersiedlung
einen rührend freundlichen und
hei-
teren Charakter.
Auch in früheren Zeiten waren
Wohnhäuser am Rhein zu finden,
aber sie dienten entweder der
Er-
holung wasserfreudiger
Stadtbewoh-
ner oder als Behausung der
schwim-
menden Händler des Rheins, die die
rheinischen Schiffer mit
Lebensmit-
teln usw. versorgten. Jetzt aber
wurde der Rhein als
billig-
stesGrundstückentdeckt. Bei
Bingen entstand eine ziemlich
aus-
gedehnte Wassersiedlung, in der
viele Familien, die die teuren Mieten
nicht bezahlen können und nicht
über genügende Kapitalien verfügen,
um sich auf dem Lande ein eigenes
Heim zu schaffen, eine, wenn auch
bescheidene, doch außerordentlich
Rlint kehr von der Landpartie.
DisFedervieh hat sich sehr rasch an die neuen Verhält- gesunde Wohnung fanden.
nitz gewöhnt.
Die ersten Häuser dieser Art
wur-
den auf Pontons erbaut, die von
den Besatzungstruppen
zurückgelas-
sen wurden. Dabei stellte sich gar
bald heraus, daß die zu entrichtende
Hafengebühr weitaus niedriger war
als die durch Hauszinssteuer, Pacht
usw. verursachten Spesen. Die
Sied-
lung dehnte ihre ursprünglichen
Grenzen aus und hat sich in kurzer
Zeit so vergrößert, daß man sie
be-
reits mit etwas Uebertreibung das
schwimmende
Villenvier-
tel nennt. Villen im üblichen Sinne
sind selbstverständlich diese
Wohn-
schiffe nicht, doch sie besitzen
einen der größten
Vor-
teile (und in dieser Beziehung
kann mit ihr keine andere Siedlung
konkurrieren); die denkbar beste
und gesündeste Luft.
Die schwimmende Siedlung hat
selbstverständlich ihre
besonde-
ren Lebensformen und
Be-
dingungen. Man fischt sich das
Essen meistens selber aus dem
Was-
ser, doch man begnügt sich nicht
mit der Fischnahrung, sondern hält
auch eine kleine Geflügelfarm. Es
ist ein reizendes Bild, wenn das
Kleintierzeug von seinem
Landaus-
flug in das Wasserheim
zurückspa-
ziert. Eine Brücke verbindet die
Häuser der schwimmenden Siedlung
mit dem Festland, und wenn einem
das Wohnen an einer Stelle nicht
mehr behagt, wird die Brücke
ein-
fach hochgezogen, und die
Woh-
nungsveränderung vollzieht sich in
einigen Minuten, man schwimmt
einfach weiter.
Garten oder Balkon —
gleich, wie man es nennen mag, jedenfalls hat man hier immer gesunde Luft und —
ständige Angelgelegenheit. Der Sprößling des Hauses ist hier gerade dabei, für das
nächste Mittagessen zu sorgen. Mama schält dazu schon die Kartoffeln.
Gesamtansicht einer Wassersiedlung.
Das Leben dieser einzigartigen Siedler spielt sich ganz auf solchen Wohnschiffen ab.
Auch Kleintiere, besonders Hühner, Gänse und Kaninchen, finden noch Unterkunft. Die
schwimmende Plattform vor dem Hauseingang, die ohne große Mühe je nach dem
Raumbedürfnis erweitert werden kann, dient ihnen als „Hof‟,
Die Straße am Wasser-Villen-Viertel.
Von ihr führen selbstgezimmerte Brücken in die Wohnungen. Durch Wegnehmen oder
Hochziehen kann man sogar unerwünschtenBesuch fernhalten.
gibt es nicht.
Was aus dem Fenster fällt, muß man — fischen.
aber gerade darin eine besondere Routine ent-
und außerdem zweckentsprechende Stangen
be-
der Schaden sehr schnell behoben.
Land der Magie und Mysck
Von Georg Güntſche.
Schon in Alexandria, kaum daß ich den
Boden Aeguptens betreten hatte, begann es.
Im Häuſerſchatten der Anfouchi=Bucht kauerte
ein alter Nammal, ein Wahrſager, der mir für
2 Piaſter aus feinem Wüſtenſande die Sukunft
leſen wollte. Dreimal ſchrieb er waagrechte
und ſenkrechte Doppellinien in den Sand, dann
ließ er mir ſagen: ich ſei einer beſtimmten
Per=
ſon wegen nach Aegypten gekommen — meine
Arbeiten würden erhofften Erfolg haben — ich
täte beſſer, die Neiſe, die ich vorhabe, zu
ver=
ſchieben — trotz Schwierigkeiten würde ich
un=
verſehrt zu meinen Angehörigen zurückkehren!
Das waren nicht nur präziſe Antworten auf
meine gedachten Fragen, ſondern ſie trafen
auch zu und ein. Meine Reiſe galt
hauptſäch=
lich Tut=ench=Amun, jenem zuletzt entdeckten
und vielgenannten Pharao — der Erfolg
mei=
ner Arbeiten war ſehr befriedigend — ich
ver=
ſchob damals meine Weiterreiſe nach Kairo
nicht und wurde auf dem Wege zum Bahnhof
von einem Auto überfahren (nicht ernſtlich,
aber für 8 Cage ausreichend) — und auf der
Heimreiſe war unmittelbar hinter mir in
Aegypten Aufruhr, in der Adria
Schiffszu=
ſammenſtoß, in Italien Erdbeben.
Die koptiſchen Chriſten gelten als reine
Nachkommen der intellektuellen Oberſchicht
Altägyptens, Schrift und Sprache ſind die der
letzten Aegypter 300 n. Chr., ihren Prieſtern
ſagt man nach, daß ſie die alten magiſchen
Ge=
heimlehren bis auf den heutigen Cag bewahrt
haben. Der koptiſche Profeſſor Banoub
Ab=
dou von der Schule Näs=el-Cin in
Alexan=
dria, mein Freund, führte mich zu dieſen
Prie=
ſtern, ungemein feinen, ſtillen und
liebenswür=
digen Menſchen; er ſtellte mich auch dem
grei=
ſen Patriarchen Amba Joannes vor, einer
Er=
ſcheinung, wie wohl die Prieſterkönige
vor=
geſchichtlicher Hirtenvölke: ausſahen. Doch
wurde ich enttäuſcht, wenn ich irgendwelche
Funde in Magie und Myſtik bei ihnen erhofft
hatte — es ſei denn, daß man tiefe Güte,
all=
umfaſſende Liebe und beinahe erſchütterndes
Verſtändnis und Verzeihen für alles
Menſch=
liche, was alles in tiefſchürfenden Geſprächen
von jenen asketiſchen Erlcheinungen im dunklen
Calar und ſchwarzen Curban ausſtrahlte, als
magiſche Offenbarungen nimmt — was an ſich
richtig wäre. Sprach ich von magiſchen
Din=
gen, ſo ſchwiegen und lächelten ſie. Später
lernte ich bei dem deutſchen Konſularagenten in
Luxor, Mohareb Todrous, ſelbſt Kopte, einen
anderen hochgebildeten Kopten kennen. Wir
ſprachen über Cut=ench=Amun, wobei ich mit
keptiſchen Aeußerungen über ſchwarzmagiſche
Wirkungen nicht zurückhielt, auch entſchieden
die 20 geheimnisvollen Codesfälle, die den
Ent=
deckern und Beſuchern des Grabes angedichtet
wurden, in Abrede ſtellte. Darauf ſagte der
Kopte ſehr ernſt: „Es ſtirbt immer nur bald der
erſte, der ein unentweihtes Pharaonengrab
betritt”. Nur auf dringliches Bitten nannte
er einen koptiſchen Prieſter in Kairo als Quelle
ſeines Wiſſens; den Namen verſchwieg er.
Wenn Gerüchte über magiſche Wirkungen
von Mumien — oft ins Groteske
verzerrt-
ſich in weiteſten Kreiſen verbreiten und ſogar
auf Aeguptologen von Ruf wirken konnten, ſo
iſt da wohl die Ueberlieferung ſchuld, daß das
Leben nicht mit dem Code endigte, ſondern der
Cote wie auf Erden weiterlebte im Jenſeits,
wenn man ihm nur die Bedingungen dazu ge=
währte. Das waren die Erhaltung des
Kör=
pers, indem man ihn mumifizierte, die
Unantaſt=
barkeit der Grabesruhe und ſchließlich — ein
ſchönes Symbol, dem ſogar der
Vollblutratio=
naliſt beipflichten wird — die Erhaltung des
Namens. (Auch wir ſprechen gern von uns
lieben Verſtorbenen, und ſolange ihr Namen
unvergeſſen bleibt, leben ſie im edleren oder
auch magiſchen Sinne unter uns fort.) Dann
erſt begannen Dinge und Körper zu leben, wenn
ein Name dafür geprägt war; wer dieſen
Na=
men wußte, erhielt damit Macht über bisher
Dunkles und Unbekanntes. (Crifft das nicht
auch für den Wiſſenſchaftler, den Arzt, für
alles Forſchen und Wiſſen heutigen Cages zu?)
Löſchte man aber ſteingemeißelte Namen, wie
das manche Pharaonen bei ihren Vorgängern
taten, ſo bedeutete das größten Schimpf und
unheilige Cat, die einer Verfluchung gleichkam
und den endgültigen (Jenſeits=) Cod des
Be=
troffenen zur Folge hatte.
Wenn ſchon Skeptiker, muß ich doch zugeben,
daß ich wiederholt unter Einwirkungen ſtand,
die ich nicht anders als „magiſche” bezeichnen
kann. Das war, als ich bei tötender Mittags=
ſonnenglut allein durch die Cotenſtadt der
Giſeh=Pyramiden ſtreifte, als ich das Steinbild
unter Glas des uralten Pharao Djoſer (2780
v. Chr.) im Muſeum zu Kairo photographierte
(der alte Aegypter ſah in der Statue den
eigen=
lebenden Erſatzkörper des Coten, eine
Per=
ſonifikation des Charakters. Alſo
wieder Symbol, denn erſtrebt der moderne
Bildhauer nicht dasſelbe?); weiter beim
Durch=
reiten des jeden Grüns und ſonſtigen Lebens
baren Bibän=el=Muläk, des Codestals der
Pharaonen bei Luxor, und ſchließlich im
pracht=
vollen Felſentempel von Abu Simbel in
Unter=
nubien, dieſem herrlichſten Werke
altägypti=
ſcher Wunderbauten, als ich ſtundenlang, wie
verzaubert, vor Nofretete, der
jungfräulich=
liebreizenden Gattin des Pharao Namſes II.,
ſtand und mich an ihrem rätſelhaft lebendigen
Lächeln nicht ſattſehen konnte.
Eine bedeutende Nolle ſpielte und ſpielt noch
im Leben des Aegupters der „Ka”, jenes
ge=
heimnisvolle, vielumſtrittene und in ſeiner
We=
ſenheit heute noch nicht einwandfrei ergründete
Weſen, für das man wohl die Erklärungen:
Schutzgeiſt, Genius, Doppelgänger, Aſtralleib,
Lebenskraft hat, die alle aber oft bei neuen
wichtigen Deutungen verſagen. Der „Ka‟
wurde mit dem Menſchen geboren, er lebte nach
deſſen Code aber weiter, hatte die Mumie zu
ſchützen und ſie gegebenenfalls zu rächen. Wie
die Beduinen Aegyptens heute noch uralten
Sternendienſt üben, bei den ackerbautreibenden
Fellachen heute noch die Sonne als heilig gilt
— wenn auch mehr, wieder Sumbol, im Sinne
der alles befruchtenden und ſchaffenden Kraft —
Koptiſche Mönche.
ſo läßt auch der moderne Aegypter, ag er
immerhin katholiſcher Chriſt ſein und in Europa
ſtudiert haben, heute noch ſein „Ka” gelten.
Beweis dafür: das Nationaldenkmal „Das
Erwachende Aegypten” vor dem
Hauptbahn=
hofe in Kairo, wo neben der ſich aufrichtenden
Sphinx der „Ka” allerdings als ſumboliſierter
Engel, ſteht. Wir lachen darüber, aber glauben
wir nicht ſelbſt an eine undefinierbare Kraft in
uns, die wir gemeinhin mit „Es” umſchreiben?
Behaupten wir nicht oft überzeugt zu einem
Bekannten: „Ich habe dich geſehen!” und der
Betreffende war beſtimmt nicht an jenem Ort?
Sprechen auch wir nicht von einem
Doppel=
gänger und ſtutzt man dabei nicht unwillkürlich
und hat ein unbehagliches Gefühl? Woher
ſtammt der Glaube, daß man innerhalb
Jahres=
friſt ſtirbt, wenn man den eigenen Doppelgänger
ſieht? Etwa nur von Phantaſten? Wo ſogar
ein Mann wie Stanley überzeugt bekannte:
„Ich glaube, daß jeder Menſchen ſeinen zu ihm
gehörenden Begleiter hat, ein blitzſchnelles,
ſelt=
ſames Weſen, das ſich dem Gemüt nur auf
ge=
heimnisvolle Weiſe, durch Eingebungen im
Wachen oder Schlafe, mitteilt. Wir ſind zu
plump organiſiert, um die wahre Bedeutung
des Cräumens, eines Craumes oder Viſion oder
Vorherſehung verſtehen zu können und die
vahre Quelle einer Seelenwanderung und ihren
tiefen Sinn zu erraten.”
Selbſtverſtändlich betätigt ſich auch der
Er=
werbsſinn beſonders Geſchäftstüchtiger auf
Koptiſches Kloſter in der Wüſte,
Der Hofbauer.
Von Ludwig Choma.
„Wenn Sie ein beliebter Anwalt werden
wollen, ſo müſſen Sie vor allem beſtrebt ſein,
aus den umſtändlichen Erzählungen der kleinen
Leute das Weſentliche herauszufinden; dies
werden Sie am beſten durch ruhiges Suhören
erreichen. Ich habe nie begriffen, wie ein
An=
walt es über ſich bringen kann, grob zu ſein..."
Dieſe ſchönen Grundſätze ſtehen in dem
Briefe meines Freundes, der es nicht
unter=
laſſen kann, mir gute Lehren zu geben.
Sehr gut geſagt, mein Beſter! Wollen wir
weiter leſen. „.. . Der Beruf des Anwaltes
hat noch etwas an ſich von dem edlen
Verhält=
niſſe des römiſchen Patronus zum
hilfsbedürf-
tigen Klienten..."
In dieſem Augenblick haut jemand mit dem
Stecken an meine Gangtüre und poltert mit den
Stiefeln dagegen. Die Haushälterin kennt ſich
gleich aus; das iſt wieder einer aus der
Moos=
gegend, wo ſie die elektriſchen Klingeln noch
nicht kennen.
Sie öffnet alſo. Ein paar unartikulierte
Laute, dann erſcheint im Cürrahmen ein Bauer,
der ausſieht wie alle und nach feuchtem Leder
riecht, ebenfalls wie alle. Suerſt wickelt er ſich
vom Halſe ein drei Meter langes wollenes
Cuch, legt es auf ein paar friſch beſchriebene
Bogen Papier, ſucht für ſeinen Gehſtock eine
paſſende Simmerecke und entfernt dann von
ſeinem Hut allen Schnee, welcher darauf lag,
indem er ihn heftig gegen meinen Schreibtiſch
hin ſchwingt.
„6 Good, Herr Doktal. Ich hätt” a Frag.”
„So? Setzen Sie ſich nieder und ſagen S‟
mir einmal zuerſt, wer Sie ſind.”
„Ja, der Hofbauer war i.”
„Waren Sie? Und wer ſind S‟ denn jetzt?”
„Ja, i war’s noc)?"
Nach einigem Frage= und Antwortſpiel ſind
wir ſo weit, daß ich weiß: er heißt Pius Neidl,
iſt der Hofbauer in Seidlfing, verheiratet und
katholiſch.
„So, Hofbauer, was für einen Schmerz
haben wir denn?”
Ja, indem daß er wegen Körperverletzung
angeklagt iſt, unſchuldig und von lauter
mein=
eidigen Seugen.
„Hm! Sind S' ſchon einmal beſtraft
wor=
den?"
„Nal., dös hoaßt bloß dreimal, aber auch
unſchuldig .. . Wie’s halt oft geht; die Leut”
ſind ſchon einmal ſo ſchlecht heutzutag.”
„Hm! Hm! Nun erzählen S‟ mir einmal
kurz, was Ihnen paſſiert iſt.”
Kurz! Ja freilich! Das geht nicht ſo
ge=
ſchwind.
Das geht alles der Reihe nach, Ordnung muß
ſein, und für was is denn der Advokat da?
Und ſo fängt er denn an. Wie er in der
Früh aufgeſtanden iſt und an nichts gedacht hat;
wie er dann ſchön langſam zum Wirt
hinunter-
gegangen iſt; wer ihm begegnet iſt und was ſie
geredet haben; wer beim Wirt ſchon da war,
und wie er eine Maß getrunken hat, und dann
noch eine und hernach wieder eine. Und wie er
immer noch an nichts gedacht hat. Daß dann
am anderen Ciſche der Pfeifergütler von
Hugl=
fing geſeſſen iſt, der miſerabelſte Menſch,
ſeit=
dem das Schlechtſein erfunden worden iſt. Mit
dem er ſchon vor fünf Jahren einen Prozeß
gehabt hat; wiſſen S', wegen dem Kirchenweg,
der eigentlich kein Kirchenweg gar nicht war,
weil er über ſeinen Grund geführt hat.
a
kan für gre
3 Oder ka
krit zu ichen
c der ko
wems
in vieri!
In hab vie
Straße in Kairo.
magiſchem Gebiete, wenn auch nur, um Oiil jpt ſolte md
Gläubigkeit derer, die ſich magiſchen Kräftel ihrwien Lümn
unterwerfen oder ſie ſuchen, auszubeuten. D
Agypter wiſſen wohl um die angeblich m
Cut=ench-Amun verbundene Magie, und ſie be
tätigen dieſes Wiſſen oft durch unverſchän-
Backſchiſchforderungen bei allen Dingen, 2
mit dem Pharao zuſammenhängen. Und n
Alexandria, 15. Nue Chérif Pacha,
befind=
ſich das Antiquitätengeſchäft von B. und 2
Cawa, die im Beſitz der Mumie einer
Iſis=
prieſterin ſind, richtiger: eines hölzernen, aller”
dings echten Mumienſchreins. Daß die
Mumie magiſche Kräfte beſitze und elektriſck-
Schläge austeile, die einen Erwachſenen um
werfen, verſichern nicht nur das „Journal 2
Geneve” vom 30. Dezember 1929 und die
Pa=
riſer „L’Olluſtration” vom 15. März 1939
ſondern auch die beiden Griechen behauptete.
es, als ich mich nach ausſichtsloſem Kaufhandu”
um eine Schmuckkette aus ihrem Laden
wie=
der entfernen wollte. Ich war begeiſter
wurde zu dem Mumienſarkophag im hintere.
Halbdunkel des Gewölbes geführt und mußt
nachdem meiner Kühnheit nochmals Verwar:
nung zuteil geworden war, ich aber auf dü
perſönliche Probe beſtand, der Mumie du
Hände auf die Hüften legen.
Monſieur Cawa mit der Uhr in der Hand
„Denken Sie immer an die geheimnisvolll
Kraft der Mumie! Ehe eine Minute um iſ/
fallen Sie wie vom Blitz getroffen um."
Mir war nicht ganz geheuer zumute,
dor-
machte der Gedanke mich lächeln, daß ausge
Luden
rechnet in dieſem der Fremdenausbeutung die
nenden Verkaufslokal eine magiſche Wunde:
äußernde Mumie ſein ſollte.
Mr. Cawa: „Eine halbe Minute u.n.
Spü-
ren Sie ſchon, wie es Sie in den Händer”
kribbelt?”
„Nol”
Pauſe. Dreiviertel Minuten um.
„Noch nichts?”
„Nichts!”
„Allright!‟ Er ſteckte die Uhr ein unc
ſtreifte meine Hände von den Hüften der /Allol
Mumie. „Ihr eigenes Fluidum iſt ſtärker alss 2000
das der Mumie, da wirkt ſie nicht.” (Dagegenu Mkile
ließ ſich nichts einwenden, ich lächelte höflichk! 2:5
„Geſtern waren Lord und Lady X. da. Sieg /4
hätten ſehen ſollen, wie ſie gelähmt umfielchl- ſie nur die Mumie berührten! Das Se.
nitätsauto . . .—” und er ſchenkte mir zM1 uch
Photographien der Iſisprieſterin. „Bitte.*
ſchreiben Sie in deutſchen Seitungen darüber!
bat er dabei mit dem frömmelnden Augenbline
zeln des Auguren.
Gern verſprach ich’s.
Jetzt kommt der alte Prozeß in die
Erzäh-
lung.
„Hofbauer, geht es gar nicht ein biſſel kure
zer?”
„Nal 5 muaß ’s Eana gnau verzählen, d0
mit’s Eana auskennan . . ."
Alſo hül Ja, der alte Prozeß, und wie eAI
ihn verloren hat durch den Meineid vom Pfeie
fer. Wie er ihm das am kritiſchen Cage hel”
nach hingerieben hat und wie ſie in das Streiteſk.
gekommen ſind.
Dann iſt der Pfeifer aufgeſtanden und hadl
geſagt: Hofbauer, hat er geſagt, jetzt kann iohe
nimmer anders, und dabei hat er ihm zwei 200l
den rechten Backen hingehauen.
„So hat er’s gemacht” — die Erzählunce
bringt der Hofbauer jetzt hochdeutſch und
ſeNe-
dramatiſch — „ſo hat er’s gemacht."
Er wiſcht ſich mit der Hand über das
Geſichle=
um mir ſeine Watſchen recht zu veranſch0l”
lichen.
Und dann hat ihm der Pfeifer links zpe‟
hingehauen — ſo .."
Und dann hat er ihm unter das Kinn dreimtalt
geſtoßen — der Hofbauer macht es ſo deutliche
4u
[ ← ][ ][ → ] leiner
wviſchenfall im Herbſt.
br Cilly Berber.
„Trwarte Sie heute vier Uhr pünktlich am
nenſchlag, Kreuzweg zur Jagdhütte!” Keine
tede, keine Unterſchrift — ſo eine Frechheit!
eine abgrundtiefe Frechheit!
Saſt du was, Kind?” fragt die Mutter bei
p freundlich.
„Ich? Wieſo?” antwortet Cilde patzig und
irt die Kompottſchüſſel ſo energiſch hin, daß
paar Spritzer auf das Ciſchtuch fliegen.
Vaters erſtauntes Kopfſchütteln und das
be=
tigte Lächeln der Herren Verwalter und
benen bemerkt Cilde nicht. Ein Brief, einfach
der Poſt. Wenn Vater ihn in die Hände
ſommen hätte! Und überhaupt ſo eine
Su=
ntang!
Natürlich Hans. Eben als friſchgebackener
Lplomlandwirt aus der Hauptſtadt gekommen,
pnun als Erbherr von Haindorff große
No=
ſen im Kopf. Kam gleich per „Du” an, wegen
ſachbarskindern” und „Jugendfreundſchaft!”
ſchts zu machen, mein Lieber, bei Cilde Cimm,
uder nicht! Ob er noch nicht genug hatte von
Zurückweiſung, die Cilde für höflich, die
cern für grenzenlos unerzogen gehalten
hat-
u2. Oder kam der etwa, um ſie zur
Nechen=
bift zu ziehen?
Nä, der konnte ja warten. Warten konnte
4— wenn’s ihm Spaß machte, dis Weihnach=
. In vierzig kleine Schnipſel zerriſſen fliegt
6 Aufforderung zum Stelldichein in den
Pa=
pirkorb.
Um halb vier hat Cilde einen Einfall.
Viel=
ſteyt ſollte man hingehen, um dieſem
unver=
ſchiten Lümmel noch ein bißchen gründlicher
gMeimung zu ſagen! Vielleicht — ja ſogar
ſtrl Cilde ſtülpt den Silzhut auf die Locken,
ceit einen Gruß in Vaters Arbeitszimmer
ſtin und iſt ſchon verſchwunden.
ſie muß einen Umweg machen. Wenn die
1’ne auf dem Kartoffelacker erſt den Hans und
d un ſie vorbei hinauf zum Wald gehen ſehen
— na, danke ſehr, da hätten wir ja das
Aute Geſchwätz. Nein, Verehrteſter, den
beillen tue ich Ihnen nicht!
s ſchlägt vom Kirchturm unten, als Cilde
anBaldrand ankommt. Sieben Minuten noch
EFum Dohnenſchlag. Cilde kommt ein bißchen
1FTennen. Unpünktlichkeit ſoll er ihr nicht
nuſagen.
Ja alſo, da wären wir jal Niemand zu ſehen!
„Allo!” ruft Cilde durch die hohle Hand.
Alla!” macht ſpöttiſch und langgezogen die
9 uſe Cannenwand. Das iſt denn doch wohl
ſder hat ſie ſich geirrt? Hieß das etwa nicht
menſchlag? Hat er geſchrieben am
Eichen=
h*. Nein, da ſtand doch was von Kreuzweg
Pagdhütte. Aber es gibt viele Jagdhütten
ieſſem Nevier. Zu dumm, daß der Brief
Ien iſt! Man könnte ja ſchnell bis zum
ei bruch rennen — Cilde rennt. Am
Eichen=
wäſt auch niemand. Cilde rennt zurück.
dicfi m die Sähne klappern — ja, und dann
9Mer ihn bei den Haaren genommen und hat
lLuden Kopf an die Cüre hingedruckt und iſt
DM Und abgefahren damit, nämlich mit dem
KMi-
1h2 Merkwürdig! Und das hat ſich der
Geauer alles ruhig gefallen laſſen?”
re ilich! Was willſt denn machen mit ſol=
Cl wüſte Leut?‟
9arin möcht’ ich aber doch ſchon wiſſen,
Deblal er, warum Sie wegen Körperverletzung
aullagt worden ſind? Da ſollten Sie doch
elAReirie Extrabelobigung kriegen wegen Ohrer
SAfertigkeit?‟
9,, das iſt aber die Schlechtigkeit! Der
Aſfa behaupt” jetzt, daß ihm der Hofbauer
eigle MNaßkrug am Schädel zerſchlagen hat,
UnMar drei elendige Lumpen gefunden, die es
Deſwo ren wollen. Es iſt kein Wort davon
Dueh er hat bloß einen Maßkrug in der Hand
9e=½ der iſt aber ſelber zerbrochen; es wird
ehMwer daran hingekommen ſein.”
Hofbauer kennt vier Leute, die beſtäti=
9alunden, daß Sie nichts geſehen haben...
Elaubte nun, annehmen zu dürfen, daß er
meemer Erzählung fertig ſei, und erklärte
Plötzlich fällt ein Schuß. Du lieber Gott, wer
ſchießt denn jetzt? Ob der Hans ſich vielleicht
ihretwegen erſchoſſen hat? Doch am
Eichen=
bruch?
Cilde ſpringt mit wilden Sätzen am
Wald=
rand hin und zurück. Lieber Hans, ach, lieber
Hans — bloß nicht — komm doch — ſei doch
nicht mehr böſe — ich bin ja ſo dumm —
komm doch bloß! Cilde heult große, dicke
Cränen. Iſt ſeit vielen Jahren nicht dageweſen!
Als es fünf m Dorf ſchlägt, iſt Cilde ganz
ſicher, daß Hans tot iſt. Abgrundtief traurig iſt
ihr zumut. Neue iſt das Entſetzlichſte, was es
gibt, denkt Cilde.
Als ſie hinauf in ihr Simmerchen ſchleichen
will, klingen aus Vaters Simmer vergnügte
Stimmen. „Komm herein, Cöchterchen”, ruft
der alte Herr.
„Snädiges Fräulein”, ſagt einer mit
todern-
ſtem Geſicht. Und iſt der Hans. Hat in der
Swiſchenzeit ſchnell mal um ihre Hand
angehal=
ten.
Erſt viel zu ſpät, als ſie ſchon längſt verlobt
ſind, kommt die Cilde drauf, daß das denn doch
wohl die allergrößte Frechheit war —
Der Kolonalgedanke lebt!
Ein Gang durch die Deutſche Kolonialſchule Witzenhauſen.
Die Deutſche Kolonialſchule in Witzenhauſen (Werra).
Das Hauptgebäude der Schule liegt direkt an der Werra. In ihm befindet ſich auch das
kolonialkundliche Archiv.
In dieſen Cagen feiert die Deutſche
Kolonial=
geſellſchaft den Gedenktag ihres 50jährigen
Beſtehens. Sie weckt damit die Erinnerung an
die Gründerzeit der deutſchen Kolonien und ruft
all die Hoffnungen ins Gedächtnis zurück, die
man damals an eine neue
Kolonial=
epoche knüpfte. Wenn wir dieſen
Jubiläums=
tag als Anlaß nehmen, uns rück= und auss4
ſchauend mit der kolonialen Frage und dem
kolonialen Gedanken im allgemeinen zu
beſchäf-
tigen, ſo können wir das nicht tun, ohne dabei
einer Anſtalt zu gedenken, die zu der Erreichung
des großen Sieles, kelonialen Lebensraum zu
ſchaffen, ſeit Jahren ſtill und intenſiv ihren Ceil
beigetragen hat. Das iſt die Deutſche
Kolonialſchule in Witzenhauſen
an der Werra.
Witzenhauſen iſt ein friedliches Landſtädtchen
mit einigen tauſend Einwohnern im
Negierungs=
bezirk Kaſſel. Es liegt am linken Ufer der
Werra, die nicht weit hinter Witzenhauſen —
bei Hann.=Münden — mit der Fulda
zuſam=
men die Weſer bildet. Seit dem Jahre 1899,
dem Gründerjahr der Kolonialſchule, die
damals noch „Wilhelmshof” hieß, iſt es ein
Auswandererziele der Kolonialſchule Witzenhauſen.
Dieſe Karte veranſchaulicht die Wanderungsziele und ziffern nach dem Kriege. Die
Aus=
wanderungsziffer nach Nord= und Südamerika iſt die gleiche geblieben, die nach Afrika hat ſich
etwas vermindert; dafür iſt als neues Zielland Holländiſch=Indien dazugekommen.
Begriff geworden: Witzenhauſen und die
Deutſche Kolonialſchule, das wurden Namen,
die die Nunde bald in Deutſchland machten,
und — was noch wichtiger und dem eigentlichen
Siel der Anſtalt verbunden war — von hier aus
traten ſchon in den neunziger Jahren die erſten
Abſolventen der Schule wohlvorbereitet den
Weg nach Ueberſee an.
Als Deutſchland noch Kolonien hatte, war
dieſe Kolonialſchule in Witzenhauſen ein
wich=
tiger Ausgangspunkt von geſchulten deutſchen
Koloniallandwirten, Pflanzern und Farmern.
Aber auch heute noch, wo Deutſchland keine
überſeeiſchen Beſitzungen mehr hat, erfüllt dieſe
Anſtalt genau noch ſo ihre große Aufgabe wie
in der Blütezeit des deutſchen Kolonialweſens.
Mehr noch, heute fällt ihr eine um ſo wichtigere
Miſſion zu. Sie entſendet tüchtige und
zuver=
läſſige junge Leute ins Ausland und gewinnt
für deutſchen Fleiß und deutſches Können den
alten Nuf wieder. Das Siel iſt ein
zwei=
faches: die Entlaſtung des
deut=
ſchen Arbeitsmarktes und die
Wer=
bung in fernen Erdteilen für die
deutſche Sache. Genau wie vor dem Kriege, ſo
ziehen auch heute noch die Schüler der Deutſchen
Kolonialſchule in der Hauptſache in die
ehe=
maligen deutſchen Kolonien, nach Südweſtafrika,
Kamerun und Cogo, aber auch nach Aſien,
Auſtralien, der Südſee, den Vereinigten
Staa=
ten und Südamerika, wo ſie Pioniere der
über=
legenen weißen Cechnik und Siviliſation ſind.
Ein Blick auf die Ueberſichtskarte zeigt uns
die wichtigſten und bevorzugteſten Sielgebiete.
Nach dem Kriege, in der Seit von 1919 bis
1931, verließen nicht weniger als 476 ehemalige
Studierende die Kolonialſchule. 476 Leute
ver=
ſtreuten ſich nach allen Ceilen der Welt, nicht,
wie es ſo oft geſchieht, aus Abenteuerei,
ſon=
dern ſich der zukünftigen Schwierigkeiten voll
bewußt und ausgerüſtet mit theoretiſchen und
praktiſchen Kenntniſſen zu ihrer Ueberwindung.
*
Der Beruf des kolonialen Landwirts ſtellt
in jeder Beziehung hohe Anforderungen an das
praktiſche und theoretiſche Können und auch an
den Charakter. Die Aufgabe der Deutſchen
Kolonialſchule iſt deshalb weiter geſteckt als
die anderer landwirtſchaftlicher Hochſchulen.
Sie legt beſonderen Wert auf die Aneignung
von praktiſchem Verſtändnis und Können. Crotz
der beſonderen Betonung der Jachkenntniſſe
wird aber auch die Allgemeinbildung nicht
ver=
nachläſſigt, die für einen Siedler ungeheuer
wichtig iſt. Die Hochſchule umfaßt einen großen
Komplex von landwirtſchaftlichen Gebäuden.
Ein Gutshof von etwa 1000 Morgen mit
erſt=
klaſſigen Milchvieh= und Schafherden, ein großer
Waldbeſtand, Baumſchulen, Obſtanlagen,
Ge=
wächshäuſer mit tropiſchen und ſubtropiſchen
Kulturplanzen, eine Molkerei mit Eisfabrik und
eine Curbinenmühle mit Elektrizitätserzeugung
ſtehen zu Studienzwecken zur Verfügung. Auch
in allen Handwerkerarbeiten werden die
Sög=
linge hier ausgebildet. Die Schule hat eine
eigene Schmiede, Stellmacherei, Ciſchlerei,
Maurerei und Sattlerei.
In der Schule werden junge Männer im
Alter von 17 bis 24 Jahren aufgenommen. Die
verlangte Vorbildung iſt mindeſtens die
Ober=
ſekundareife und eine ausreichende
landwirt=
ſchaftliche Lehrzeit. Junge Leute, die noch keine
landwirtſchaftliche Ausbildung genoſſen haben,
können auch ein Jahr als Praktikanten
auf=
genommen werden.
Es gibt zwei verſchiedene Geſichtspunkte der
Kolonialpolitik. Der ältere, machtpolitiſche,
dem allenfalls ſtrategiſche Bedeutung
beizumeſ=
ſen iſt, zielt auf Stützpunkte und
Herrſchafts-
gebiete bei fremden Völkern. Der zweite
Ge=
ſichtspunkt, der auch in dem Mandatsgedanken
des Völkerbundsſtatutes zum Ausdruck kommt,
bezweckt, zurückgebliebene Völker auf einen
höheren Lebensſtandard zu bringen und die
Steigerung der eigenen Nohſtoffprodukte dem
Mutterlande dienſtbar zu machen.
Dieſer zweite Geſichtspunkt iſt alſo
aus=
ſchließlich wirtſchäftlich orientiert. In ſeinem
Sinne beanſprucht Deutſchland Mitbeteiligung
an den Kolonialfragen der Großmächte und hält
ſeinen Anſpruch auf die von ihm ſelbſt
erſchloſ=
ſenen Gebiete in Ueberſee aufrecht. Man darf
erwarten, daß dieſe Anſprüche das notwendige
Echo finden.
ihm, daß ich ihn verteidigen wolle. Allein er
geht noch nicht. Jedesmal, wenn ich Abſchied
nehmen will und ſagte: „Alſo, iſt ſchon recht,
Hofbauer, jetzt ſind wir fertig” oder: „B’hüt
Gott, Hofbauer, ſchauen S”, daß S‟ gut
heim=
kommen”, fangt er wieder an: Ja, „Eſel
ver=
dächtiger” hat der Pfeifer geſagt, und Du
ganz ſchlechter Kerl”, und dann hat er geſagt:
Hofbauer, hat er geſagt, jetzt kann ich nimmer
anders, und hat ihm zwei hingehauen. Swei
auf den rechten Backen und zwei auf den
lin=
ken. Ob das in Bayern erlaubt iſt?.
Ich bekomme allmählich das Gefühl, als ob
mir einer die Haare einzeln ausriſſe oder Sähne
ausziehe.
„Nein, das iſt in Bayern nicht erlaubt,
Hof=
bauer; aber ich habe jetzt keine Seit mehr,
Ihnen das zu erklären. Kommen Sie vor der
Verhandlung meinetwegen noch einmal her. Für
heute ſind wir fertig. Adieu!”
Das verſteht er en ch und macht ſich zum
Aufbruch fertig.
nd ſolange ge=
Aber es hat noch
braucht, um drei Mele. — n den Hals zu
wickeln, wie der Hofbauer, und noch nie hat
jemand ſeinen Stock ſolange von allen Seiten
betrachtet wie er.
Gott ſei Dank! Jetzt iſt der draußen, und ich
lehne mich erſchöpft i r Lehnſeſſel zurücke.
Aber was iſt denn das? Es klopft jemand?
Richtig! Es iſt der Hofbauer. „Herr Dokta, i
hab no was vergeſſen. Moana S‟ (meinen Sie),
daß mir dös beim Gricht glabt (geglaubt)
werd?"
„Was denn?”
„Ja, dös mit dem Maßkrug? Daß er von
ſelm zbrochen is?"
„Nein, das wird Ihnen nicht geglaubt. Aber
Sie können’s ja probieren.”
„Ja, i wer mir’s überlegen. Adies, Herr
Dokta, i kimm bald wieda.”
Diesmal geht er wirklich, und ich denke zwei
Cage weder an Pius Reidl, noch an Kaſtulus
Pfeifer. Am dritten Cag, ſo in der Frühe
gegen ſechs Uhr, bei ſtockfinſterer Nacht,
läu=
tet es. Ich hööre ſchwere Sußtritte, und dann
klopft es.
„Herr Doktor, Sie möchten aufſtehen, ein
Bauer iſt da, der Sie ſprechen muß.”
„Na, wenn ſchon, dann ſchon!”
Raus aus dem Bette, angekleidet und in die
Kanzlei.
„Himmel, Herr . .. der Pius Neidel aus
Seidlfing!”
„R Good, Herr Dokta, i bin a bißl fruah
dran; aber i hab mir denkt, i muaß Sana glei
aufſucha, daß Eana net umaſonſt plagn. Wiſſen
S' i hab mir dö G’ſchicht überlegt; i laß mi
halt in Gott’s Namenn ſtrafa und tua net lang
rum. Sie brauchen mi net z verteidingen. Die
Bäuerin hat aa gſagt, es koſt g’rad mehra. . ."
„Soo? Pius Reidel!” ſchrei ich, „Pius
Reidel! Wieviel Watſchen hat Ihnen der
Pfeifer hingehauen?”
„Ja, zwoa auf den rechten Backen, und nacha
zwoa auf den linken Backen und nacha . . ."
„Halt! Macht bloß vier. Wenn Sie den
Kaſtulus Pfeifer wieder ſehen, dann ſagen Sie
ihm in meinem Auftrag, er ſei ein Ehrenmann,
aber eine Watſchen auf jeden Backen iſt er
Ihnen noch ſchuldig. Alle guten Dinge ſind
drei. Verſtehen Sie mich? Und jetzt marſch
Sunndags=Noochmiddags=Bedrachdunge.
Nemlich was de dißjehrige neie Wei bedrifft,
alſo do hab ich mir ſage loſſe, daß ſe den uff
den Nome „A kurweler” gedaaft hedde—
Do liggt nadierlich en diefer Sinn drinn,
un däß is net ſo, wie wann e nei Kindche
ge=
daaft wärd. Dann däß kimmt meiſtens zu=eme
Nome, un waaß net wie; un mit dem laaft’s
dann zeit ſeines Läwens erum, mitunner ſogar
zum Geſpött vun de ganze Verwand= un
Be=
kanntſchaft. Dann net wohr, wann
beiſpiels=
meßich ſo e Biebche im erſte Stolz uff den ſcheene
Nome „Siegfried” gedaaft wärd, un hott im
erwaxene Zuſtand dann e Fiſchur wie de „
Schar=
les Schabblien”, odder wann ſo e klaa Bobbelche
in de erſte Fraad uff den Nome „Brinnhilde‟
gedaaft wärd, un im Laaf der Johrn wäxt’s
unner ſich wie e Gäälerieb, un krickt e Fiſchur
wien Korkſtobbe, alſo dann ſtimmts doch net
mit de Eddigeddierung. Dann warum? Weil
mer ſich unner me Nome immer aach äbbes
vor=
ſtellt. Un es is doch net bloß demit gedha, daß
däß Kind en Nome hott, ſundern er muß em
aach ſchee zu Geſicht ſteh..."
Noja, freilich, wann mer ſooo will, do laafe
jo in de heidiche Zeit viel mit eme „Nome‟
erum, unner dem mer ſich aach allerhand
vor=
ſtelle kann, bloß nix Rechts. Un mancher un
manches is aabz heidichen Dags zu=eme „Nome‟
kumme, und mer waaß net wie —
Awwer beim neie Wei, alſo do hawwe ſe
mit dem Nome „Alkurweler” de Daume uff
de Nagel gedroffe!
Un ich kann mir jo aach ſpielend denke, wem
zu Ehrn ſe de Neunzeh
hunnerdzwagundreißi=
cher den ungeheier dräffende Nome „Akurweler”
gäwwe hawwe; „denn ein Begriff muß bei dem
Worte ſein”
Awwer ich behalt emol heit mei Weisheit
vorſichtshallwer for mich; vun wäje warum, un
iwwerhaubt un ſo. No un ſchließlich muß ich jo
aach net alles uff=em Bräſſendierdeller ſärwiern;
un de Brei mit m Leffel eneiſchebbe. Sundern
ich kann vun meine hochverehrliche Läſerſchaft
verlange, daß ſe jetzt, noochdem mer bald zehe
Johr mitenanner verkehrn, daß ſe geiſtich ſo weit
uff de Heeh is, daß ſe waaß, was ich ſage will,
wann ich Dibbelcher hie mach, odder
Gedanke=
ſtrich. Däß hott nemlich allemol ſei
Bewand=
nis ———. Odder glaabt aans valleicht, däß
weer bloß um damit die Seit raſcher voll wärd,
odder um damit’s e bische geiſtreicherer
aus=
ſähe dhet? . . . . . Ohnaa, däß hott ſchun ſei Sach,
un ich kemt ohne die dibblohmadiſche
Hilfsmid=
del heit gornet mehr mit; dann wann ich
alle=
mol mit meine Weisheit grad ſo erausblattſche
wollt, dann ſtind ich mit aam Baa dauernd im
Fättnäbbche, un kemt aus de Schnellrichterei
garnet mehr eraus. Alſo .....
Iwwrichens mecht ich aach jet entſcheide, ob
dem neie Wei, den wo mer alſo „Akurweler”
gedaaft hott, ob dem mit dere Bezeichnung
Un=
recht geſchähe is, odder net, ſundern ich mecht
härngäje bloß däß aane ſage, daß ich neilich
debei war, wie aaner, der woen verſucht hott.
ſei Geſicht zimmlich verzoge hott, un mit
ſchei=
heilicher Freundlichkeit ſeim Nachbar aach en
Schluck agebotte hott. Awwer der ſälle hott
äweſo froundlich abgewunke, un hott geſagt:
„Liewer Herr,” hott=er geſagt, „der neie Wei
hotts in ſich, un wann mer den drinke hilft,
do dhut ſich däß Sprichwort, vun der gedaalte
Fraad, die wo zur dobbelte Fraad wärd, in’s
Gäjedaal verkehrn, un es muß haaße: „Gedaalte
Fraad is dobbeltes Laad!“— Däßhalb drinke ſe
ihrn Akurweler nor allaans, awwer mei
Mit=
gefiehl is ihne ſicher.”
„Ganz uff meiner Seit” hott do der annere
geſagt, un hott geſeiftzt, un bezahlt
Iwwrichens ſoll mer, gleich am Afang vum
Neunzehhunnerdzwagundreißicher, net des
Ver=
draue un die Hoffnung verliern, dann es
gibt immerhie e groß Azahl Weikenner, die wo
ſage, der „Akurweler” kennt, doch noch was
wärrn, mer mißt=em nor Zeit loſſe, un
Zuk=
ker gäwwe —
Jedenfalls, ſo ſchlecht, daß mer glaabt mer
kennt Strimb mit ſtobbe, odder gar des Loch im
Staatsſeckel mit zuziehe, is er dann doch net,
der „Akurweler‟. Dodefor wärd er awwer
deier! — Jedenfalls, de Hallwe zu zwanzich
odder fimfunzwanzich Fennich, däß is aus —
Noja, deß Kältern macht awwer aach diß
Johr mehr Arweit wie ſunſt. Dann es gibt
Lage, do ſin die Drauwe noch ſooo hadd, daß die
Kinner Bickelches mit ſpiele kenne. Mit=ere
ge=
wehnliche Drauwekwetſch bringe ſe ſe gornet
zum Uffblatze; ſundern ſie miſſe ſe deerſt uff em
Ammboß uffknäcke. Dann aam, der wo ſei
Drauwe „ſo” in die Källter geſchmiſſe, un
age=
kurwelt hott, dem is ſogar beim Leiern die
Kur=
wel abgebroche ....."
Aach hab ich mer verzehle loſſe, daß in
ge=
wiſſe Gäjende die bollidiſche Gäjener ſich
gäje=
ſeits mit Drauwe ſogar die Fenſterſcheiwe
ei=
wärfe; un ganer, ſo e raddekahler Hitzeblitz, der
hett ſogar in=ere Wärtſchaft, im bollidiſche
Mag=
nungsausdauſch, eme annere mit=eme Pärkel
Drauwe dermaße uff de Kobb gehaage, daß der
aus fimf Löcher geblut hott, un miteme
Sani=
dhetswage in’s Spidal gefiehrt is worrn—
Ja, un was ſoll ich noch ſage, die Woch, do
kimmt uff aamol uffm Markblatz mei
Endebär=
zelſen doher geſprunge, un weil ich gemaant hab,
ich heer drummele, do hab ich zu=er geſagt: „No,
wohie? — Is ſchun widder en bollidiſche
Um=
zug, weil’s dzummelt!!” — un do ſeegt die:
„Ach naa, ach naa, ich hab äwe zum Friehſtick e
Pund Drauwe gäſſe, un die meiſte hab ich „ſo‟
enunner geſchluckt, weil ich Angſt hatt, vun wäje
meim Gebiß, jetzt rabbelts in meim Bauch bei
jedem Schritt, daß mer dadſächlich glaawe kennt,
s kemt e Säckzion Dammbuhr doher maſchiert.
Un drum will ich raſch zum Doktor, daß mer
äbbes degäje dhut.” — No ich hab=er bloß noch
den gude Rat gäwwe, ſie ſollt’s net widder
mache, wie neilich, ſunſt weer am End der
Dok=
ter im Stand, un dhet=ere im Vabeigeh aach
noch de Blinddarm erauszwicke.
Ja, ſo is däß mit dene hadde Drauwe, un ich
wort bloß druff, daß die Franzoſe, wann=en e
paar in die Hend falle, widder e groß Geſchrei
erhewe, un mache die Wäld verrickt, un ſage, mir
hedde dorch e geheim Erfindung aus Drauwe—
Gewehrkugele gemacht, odder ſozuſage ware
loſſe. Noja, ich will’s net leichne, ſo e hadd
Draub, wann mer die in en alde Vorderlader
lade dhut, un dhut ſe aam uff hunnerd Meder
Abſtand an de Kobb ſchieße, der ſteiht netmehr
uff...."
Awwer ſei dem, wie em ſei, jedenfalls wolle
mer emol dem „Akurweler”, die needich Ruh
gönne, gäje’s Friehjohr naus, do ſieht mer dann
was aus=em worrn is; un wann er ſich jetzt
val=
leicht aach noch abſurd gebärtet, am End gibts
doch en gude Wei
Un in dem Sinn will ich, als Gleichnis, noch
e Stickche aus de ganz gude alde Zeit verzehle.
Nemlich vun damals, wo’s noch kaa Lagerbier
gäwwe hott, un wo die Brauer im Summer
Ebbelwei un Weil verzabbt hawwe. Alſo
do=
mols hott de alde „Hannibal”, — däß haaßt, de
ganz, ganz alde! — der hott im Herbſt, for de
kummende Summer, äwenfalls ſein Ebbelwei
gekältert. Un uff=en Rot vuneme gude Freund
hott ern emol mit Biern gemiſcht. — No un wie
de Summer kumme is, un er hott ſein Ebbelwei
uff de Diſch gebrocht, hawwe ſe all die Nas
ge=
runzelt, un es Maul verzoge; er hott=en net
ge=
ſchmeckt, un mei Hanniball mußt ſchnell. e Faß
Ebbelwei aus Sachſehauſe kumme loſſe, daß er
ſei Gäſt net verlorn hott. — De Summer druff
hott=ern ſeine Leit wid der hiegeſtellt. Awwer
ſie hawwen net gemeecht; er hott=en net
ge=
ſchmeckt. — No un de dritte Summer — do
hotten de Hanniball als — Wei verkaaft, un
do hawwe ſen gedrunke, un hawwen bis iwwer
die Hutſchnur gelobt...
Meechlich, daß es mitem „Akurweler” aach
ſp is. Wie geſagt, mek därf ’s Verdraue un die
Hoffnung net verliern, un muß=em Zeit loſſe,
un Zucker gärzwg un ſo —
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: For die diwerſe
Zuſchrifte vun die Woch beſten Dank allerſeiz;
äweſo for die zwaa Badekoſtiembilder, wovo
ich. nirdeſtodrotz, däß rickefreie” for
min=
denſtens grad ſo a’ſtendich halt, wie däß
vorſchriftsmeßich „zuene‟ .
Awwer mir wolle uns iwwer däß, was
mer unner „Aſtand” verſteht, net weider
ſtreide, dann wer aach nor owwerflächlich in
de ſogenannte Sidde= un Kullturgeſchichte e
bische Beſcheid waaß, der wärd doch zudh
miſſe, daß ſich des „Aſtendiche” nod
kaaner Mode ſo ſehr vun ſelbſt verſtann
wie bei der zimmlich unzimmberliche M
unſerer Dage. — Un ich maan, mir v.
äldere Jahrgeng hedde gorkaan Grun.
dodriwwer zu moggiern, ſundern ſollt
nor an unſer Jugend erinnern, an 3
alder der „Kiddebarrie”, un der alleh
ausgepolſterte „Gäjende”, owwe un
hinne un vorne; an die „Weſpetallje”,
die ſteifgeſtärke Aſtandsunnerröck —
die Mode war ſicher net „aſtend
wie die heidich, dofor awwer erheblic
geſinder.
Iwwrichens, ich waaß jo net, in wo
Alter der Zwickelverordner” ſteht, awm
muß do doch widder an de Herr vun Gu
denke, der wo in ſeine junge Johr, no
licherweis aach gärn gebad hott 0
am Dag „unſchicklich” geweſe weer!); ſe
als geſetzter Mann un Miniſter hott
Baderei dann aach zu de „Verricktheide
Juchend gezehlt . ..
Awwer loſſe mer die „moraliſche‟ Beru
dunge bei Seid, ſundern freie mer un
mer mit dere „Zwickelverordnung” der
widder emol zu=eme herzhafte un befren
Lache verholfe hott, däß is aach
wert! ..
Ach kennt mer doch aach des 40
notverordne! — Un dem, der
ferdich breecht, dem wollte mer Hend und
kiſſe (wann ſe friſch gebad ſin.
Aans awwer hawwe unſer ſittliche
verordner doch iwwerſähe, nemlich
ungehöriche un fraglos unmoraliſche Tec
mechtel, däß wo ſich in aller Oeffe.
keit die Woch zugedrage hott, zwiſche
bekannte Greeße — —. Nemlich zwiſche
namens Jupitter, un einer nad
Venus.. . Un mich wunnerds bloßd
mer gäje die aſtronomiſche Unzucht kaa
zeinotverordnung erloſſe hott . .
Noochſtehend noch e klaa Gedicht, därr
zugange is: dobbelt geneht, helt beſſer:
„Zu San Remo, an de Saubach,
In dem ſeſeene Labbingsland,
Js der Orrangſicherie=Gorte.
Alle Leit gor wohlvekcunt.
Herrlich leßt es ſich dort weile,
Unner Beem aus alter Zeit.
Kaaner wärd vorriwwer eile,
Den die Flora net erfreit.
Awends, wann die Lichter ſtrahle
Märchenhaft die Palme ſtehn,
Un die Deiche ſillwern glenze,
Ja dann is es wunnerſcheen.
Sälbſt im Herbſt do laaft mer ger!
Dorch däß ſcheene Parradies
Statt uff Umwähk in die Ferne,
Weil die Stadt ſo ſparſam is
Liewes Bienche, Dank ſei Dir,
Aus dem Herze ſchriebſte mir!
Aach e Neehdern, awt
e echt.”
Küchenzettel vom 24.—30. Oktober.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Ochſenſchwanzſuppe T,
Haferflocken=
brätlinge, Salat.
Dienstag: ganze Grünkernſuppe, Leberklöße
mit Sauerkraut und Kartoffelbrei.
Mittwoch: Ribeleſuppe, Käſeauflauf, Salat.
Donnerstag: Zwiebelſuppe, geh.
Kalbs=
kotelette, gelbe Rüben, Kartoffeln.
Freitag: Brotſuppe, Fiſch gegrillt mit
Peter=
ſilientunke, Kartoffeln.
Samstag: gebr. Grießſuppe, Suppenfleiſch
mit Meerrettichtunke, Preißelbeeren,
Kar=
toffeln.
Sonntag: klare Brühe mit Eierſtich, Huhn
im Reisrand, Kaperntunke,
Schokoladen=
flammerie mit Vanilletunke.
9. d4 Xe5
G-o
10. Ta4—b34
188, he
11. 8b1—d2
D68—e8
Dieſes Bauernopfer iſt nicht verſtändlich. Warum nicht
11. .. d5, worauf Schwarz, anglog einer Partie Yates=Ajechin,
Haſtings 1922, nach 12. 6 xd6 S Kd8 13. Se4 14. 14. Bge5
8 Ze5 15.8 eh Dg5 Angriffsausſichten erongt hättes
12. 502 ge4
i5 Fe4‟
13. De2 ge4t
d7—45
um Spiel zu bekommen, gbt., Schwarz gleich noch einen
Bauer auf. Der Einſchritt 18. z.06 ließe das einſchnürende
e5—eß zu.
14. Ib3 8d5
Le8—15
15. be4-h4
Leß ges
18.105 3b3
Ta8—bs
17. Sk3 ge5
Tbs267
1z.Nfi. ei.
Ib7—b5
19. Seh—f3
Deß—88
z0, 68odt
Tb5—b?
Der Turm ſoll nach=Aufzug des Be7 die 7. Reihe verteidigen.
21. b2—b3
175—g4
22. Je1-a3
ef—
33 8f3—eh
Tg4—t5
24. 82 3g4
gſ.g5
Eine traurige Notwendigkeit. Offenbar iſt 24. . .Les wegen
25. 7a—dl. 24. loß oder 193 wegen 25. 8s8 t. untunlich.
Stellung nach dem 24. Zuge von Schwarz:
Nummer 490.
Partie Nr. 94.
Geſpielt in dem Turnier zu Paſadena, Auguſt 1932.
Spaniſch.
Weiß:
Schwarz:
Dr. Aljechin
6. Steiner
1.eßeS4.
e7H
2. 9s1—13
8b8—es
aN—gß
3. If1—15
4.1b5—g4
8as. ig
Fft.-*
5.0—0
6. 69—3
Sfs 3e4
7. 02—44
le5—4
.exd4 wäre wegen der Antwort 8. Tel nicht zu
empſehlen.
s. Dd1—e2
f7—f5
Nicht 8. ..05, denn es käme 9. 8 xeh mit der
Doppel=
brohung 8eh Toß und 19. f8.
Silbenrätſel.
Aus den Silben ar, ar, ba, ben, de, dei, deln,
der, des, din, du. e, e, ei, ein, el en. fer, fern,
gin, he, heim, holz, horn, ku, lar, le, li, ling, ly.
ma, mo, na, nas, nik, o. ra, ri. rie ries, rohr,
ſam, ſe, ſe, ſie, ſit, ſter, ſtre ſtrut. täu, tich, til,
til, un, ve, weiß, wie, zi ſind 22 Wörter zu
bil=
den, deren erſte und dritte Buchſtaben beide von
oben nach unten geleſen, ein Wort Goethes
er=
geben. — Die Wörter bedeuten: 1 Frauengeſtalt
aus Shakeſpeares „Othello”, 2. Rattengift,
3. Papagei, 4. Strauchgewächs, 5. Sonntag,
6. Entwicklungszuſtand der Inſekten. 7 Stadt in
der Rheinpfalz, 8. rieſiger Pflanzenfreſſer, 9.
ſpa=
niſche und portugieſiſche Provinz, 10. ſchwediſcher
Forſchungsreiſender, 11. Nutzholz. 12. linker
Nebenfluß der Saale, 13. Feldherr im
Dreißig=
jährigen Kriege, 14. ältere chriſtliche Sekte,
15. italieniſche Inſel im Mittelmeer. 16. Over
von R. Wagner 17. Wallfahrtsort in der
Schweiz, 18. Zauberwort aus „1001 Nacht”,
19. wichtiger Nährſtoff. 20. edelſte deutſche
Wein=
traube, 21. optiſches Inſtrument, 22.
Truppen=
gattung.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 42.
Kreuzworträtſel.
B.ras-bel
Bei Annahme des Damenopfers würde das typiſche
zwei=
gige Matt 26. Srü. 4. 4Kg8 27. Shöct erfolgen.
28. Dh4—h5
Mit 26. D Xg5 4Tg7 könnte Weiß noch ſeinen glatten Sieg
teſährden.
2S.
If5—e6
27. 8e5—471
Aufgegeben.
Nach 27. DTd7 28. D 8g5 4Kf7 29. Df6 4Kg8 genügt
ſchon das einfache 30. D Kc 4, um dem Schwarzen ſede
Hoff=
ſnung zu nehmen.
(Partie und Anmerkungen nach den Deutſchen Schachblättern.)
„Nicht einmal im Traume iſt mir eingei!
dich für ſo dumm zu halten, daß du dein Es
nicht beſtehen könnteſt!”
„Da ſiehſt du wieder mal, Papa, daß
Jungen eurer Generation weit überlegen
Ich habe das z. B. ſchon lange gewußt.”
„Wenn er den Kopf
1 2 3 4 5 6 Froſch,
12 13 14 15 Wade.
durch das Fenſter ſteckt”
7 8 9 10 11 Punkt,
Ihre Definition. „Mama, was iſt MI
eigentlich Sparſamkeit?” fragte der kleine 2
„Sparſamkeit.” erwiderte dieſe, „iſt das
ein Mann predigt und eine Frau ausübt.
Pech. „Na, das iſt noch Glück im Ungli
die Geſchichte wenigſtens vor einem Arsll!
paſſiert iſt” ſagte der Kraftfahrer, der
Paſſanten angefahren hatte. — Kann ich)
finden,” ſtöhnte das Opfer, ich bin der 20
So ein bißchen Bildung. In einem am
niſchen Hotel ſieht der Portier einen Ga
Pyjama im Veſtibül herumſpazieren. In
ſem Aufzug dürfen Sie hier nicht erſche!”
ſagt er zu ihm. — Der andere ſchrickt zuſa.1d
und entſchuldigt ſich: „Ich bin nämlich ſon”
bul.” — „Ganz egal”, erklärt der Pförtner.
dürfen ſo nicht herumgehen, zu welcher Re1!9
Sie auch gehören mögen.”
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich Hafhjzchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl, für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—2392.— Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verl
[ ← ][ ][ → ] Die neuen Modeſchöpfungen: Hochgeſchloſſen!
Längſt weiß man, daß eine Mode nicht will= verſchiedenſten Arten behandelt wird, und
lich geſchaffen wird, ſondern als Reſultat
er durchaus folgerichtigen Gedankenreihe
betrachten, iſt und immer ihre ganz be=
(inimten „Hintergründe” hat.
Wenn man bisher ſelbſt während der kal=
Jahreszeit für eine den Hals freilaſſende
ſode eintrat, ſo geſchah dies zweifellos, um
fportliche Note hervorzukehren und ſeine
12bhärtung” zu beweiſen.
darum ein Kapitel, das ungeteilte
Aufmerk=
ſamkeit verdient.
Mit unſeren Skizzen treten wir als
Bahn=
brecher dieſer Mode hervor, die ſicherlich die
Schönheit und Eigenart der Frau zu
unter=
ſtreichen vermag und darum als abſolut
er=
folgverſprechend betrachtet werden muß.
Allenfalls iſt das hochgeſchloſſene Modell
auch ſchon der Neuheit der Silhouette wegen
brämung eines ſolchen Mantels wird man
gerne eine unmoderne, an ſich ſchon nicht mehr
verwendbare Pelzumhülle „opfern”, die in
dieſer Form neuerſtehen und Beifall ernten
wird (Figur 2). Ein derartiger ſchwarzer
Stoffmantel mit ſchwarzem Pelzwerk wird für
den Nachmittag ſicherlich ebenſo wie für den
Abend gerne getragen werden.
Auch die Abendmode legt auf
Umrah=
mung des Geſichtes größten Wert; ſie ſteht
ab=
ſolut im Zeichen der Straußfeder, die ja ſchon
unſere Mütter und Großmütter gerne trugen
und als koſtbaren Beſitz ſpäterhin jahrelang
Amun aber wendet ſich die Mode für die
hngende Saiſon vom bisher richtunggebend
weſfenen Stil ab und einer phantaſievolleren
ſſte zu, die in jedem kleinſten Detail
be=
mt wird; und da die Dame, die durch die
then Erfolge moderner Kosmetik gerade in
Letzten Jahren zweifellos ſehr „verſchönt”
ſue, nun allergrößten Wert darauf legi,
Glihr Geſicht zur Geltung zu bringen und
Di' wie bisher lediglich die Sportlichkeit und
viliertheit: kurzum die Schlankheit der
ſ alt zu betonen wünſcht, trägt die neue
de dieſem Wunſche abſolut Rechnung!
4 „ſchöne Frau” ſcheint alſo — wenn man
ſagen darf — wieder „Mode” zu werden,
„füße Geſichtchen” gewinnt wieder an
Awrert, während bekanntlich in den letzten
ünen ausſchließlich der „intereſſante Frauen=
1 gerfolgreich war.
Aaas aber könnte das Geſicht beſſer zur
Nung bringen, als ein hochgeſchloſſenes
Aduungsſtück, das den Kopf in
unvergleich=
ſer. Weiſe umrahmt.
Aurf dieſen Umſtand iſt wohl auch die Tat=
ge zurückzuführen, daß alle Kreiſe auf die
e modiſche Anregung mit heller Begeiſte=
2 eingehen, und daß das hochgeſchloſſene
*d das eng zum Halſe abſchließende
unn, der Mantel mit hohem Kragen uſw.
Drordentliche Erfolge zu verzeichnen haben.
Nan bringt die hohen Kragen in den
ver=
danſten Materialien zur Geltung. Einer=
* (für Trotteurkleider) aus Seidenpiqué,
neil und einem etwas haarigen „
Angora=
der ſich für Garnituren vorzüglich
het, andererſeits (für Koſtüme und Mäntel)
ſsell. Für den Abend wird die neue
nit Hilfe von Rüſchen und Halskrauſen
und zwar gibt es hier neben Fell=
— die ſehr ſchick wirken, mancherlei
maleriſche Colliers aus Blüten oder
es hochgeſchloſſene Modell iſt allenfalls
wema, das in den großen Salons auf die
beachtenswert, da es ſich von allen bisherigen
Modeentwürfen ganz auffällig unterſcheidet.
Wir beginnen mit einem entzückenden
„kleinen Stoffkleide”, das auch als „
Trot=
teur unter dem Pelz” (wie das neue
Schlagwort lautet) in Frage kommt. Iſt es
nicht geradezu „keuſch” in ſeiner
Jugendlich=
keit und Abgeſchloſſenheit? Wie unkompliziert
und geſchmackvoll die aus bogenförmig=
anſetzen=
den Glockenkeilen gebildete Rockpartie, wie
an=
ziehend die ſpindelförmige, mit einem
Bänd=
chen unterbrochene Manſchette, wie kapriziös
der hohe, helle Cape=Kragen mit Leiſtchen und
Bandputz! (Vorletztes Bild.)
Nicht weniger anziehend: das Koſtüm=
Kleid, das wir im letzten Bild feſtgehalten
haben. Hier erkennt man deutlich daß die
Verbindung eines ſchlichten Stoffkleides mit
einem kurzen Jäckchen der allerletzten Mode
angehört, wobei die Originalität des Schnittes
in der Hauptſache auf die kleine Umhülle
verlegt wird. Ein derartiges, modernes
Complet kann ebenſogut in Stoff wie in
Samt ausgeführt werden. Ein neuer
Ge=
danke ſind die hier angedeuteten, raſch wieder
populär gewordenen Schinkenärmel und vor
allen Dingen: die mit Stoffbindbändern
ge=
haltene Halsſchleife aus Fell, die abnehmbar
iſt und demzufolge — ſobald die Jacke
ab=
gelegt wird — auch zum Kleide getragen
wer=
den kann und in dieſer Form ganz neue
Möglichkeiten bietet. Allerliebſt auch der Muff,
der ſo klein iſt, daß er gerade den beiden
Händen Raum gewährt.
Hochgeſchloſſen ſind auch die neueſten
Mäntel, und gar manche Dame wird die
kommende Mode nicht nur ihres Schicks wegen
anerkennen, ſondern auch die Tatſache zu
ſchätzen wiſſen, das hier endlich
Garderobe=
ſtücke entſtehen, die wohlig=warm halten! Ein
Pelzrevers, das in einen ſeitlich
durch=
gezogenen, hochverſchließbaren Streifenkragen
übergeht, iſt ſicherlich ſehr neuartig, ebenſo die
pluderigen Oberärmel aus Fell. Für die Ver=
im Schranke verwahrten. Nun kann man
wie=
der einmal feſtſtellen, welche Grazie und
An=
mut ſolche Federn ihrer Trägerin geben und
wie leicht es iſt, durch eine Straußfedernſtola
jedes abendliche Kleid in wirkungsvollſter Art
Willy Ungar.
zu ergänzen (Bild 1).
Stockflecke in der Wäſche und
ihre Behandlung. Sind durch feuchte
Lagerung im Wäſcheſchrank Stockflecke
ent=
ſtanden, ſo müſſen dieſe unverzüglich beſeitigt
werden, ehe ſie älter werden und ſich dadurch
ſo einfreſſen, daß das Gewebe an dieſen
Stel=
len Löcher erhält.
Sobald die Stockflecke noch „blaß” ausſehen,
dann kann man noch mit Erfolg ein ſcharfes
Seifenbad anwenden, lege das betr. Stück
hinein und laſſe es zirka ½ Stunde darin
liegen, um es dann herauszuwaſchen und mit
klarem Waſſer zu ſpülen. Bei ſtärkeren, alſo
dunkelfarbigen Stockflecken dagegen, betupfe
man dieſe mit Formalin oder einer Miſchung
von 1 Teelöffel Kochſalz und ebenſoviel
Salmiakpulver, die man mit Waſſer dickbreiig
anrührt.
Den Wäſcheſchrank dagegen ſpritze man nach
dem Ausräumen ſämtlicher Wäſche entweder
mit Formalin aus, oder aber räuchere ihn mit
Schwefeldämpfen, wodurch etwaige
Pilz=
ſporen (es handelt ſich hierbei um eine Art
Meltaupilze) abgetötet werden. Vor allem achte
man aber darauf, daß zwiſchen Schrank und
Wand immer ein gewiſſer „Spielraum”, alſo
ein Abſtand von zirka Zweifingerſtärke bleibt,
damit die Luft zwiſchen Wand und Schrank
zirkulieren kann. Außerdem verhüte man aber
auch, daß friſchgeplättete Wäſche
unnachgetrock=
net eingeſchichtet wird. Deshalb ſollte man alle
geplätteten Wäſcheſtücke vor dem
Zuſammen=
legen und Verwahren, erſt ausgebreitet, einige
Stunden liegen laſſen, damit nicht die
Plätt=
wärme in der Wäſche ſich im kühlen
Wäſche=
ſchrank in Feuchtigkeit verwandelt, die den
günſtigſten Boden für Stockflecke bildet. HI.
Allerlei Perlarbeiten für den
gutgedeckten Ciſch
haben ſich in allerletzter Zeit verblüffend raſch
eingebürgert. Es handelt ſich hier um aparte
kleine Kränze und Sträußchen, die aus Perlen
gebildet werden, die vielfach die Form von
allerlei Früchten (Birnen, Aepfeln, Pflaumen,
Kirſchen uſw.) haben.
Kleine Tuffs aus ſolchen Perlen, auf
breit=
geflochtene Baſtſtreifen montiert, kommen als
Serviettenringe in Verwendung, während
Girlanden in der gleichen Technik als
„Tropfenfänger” an der Teekanne oder an der
hohen Wein= oder Fruchtſaft=Flaſche verwertet
werden.
In ihrer Buntheit und Grazie ſchmücken
dieſe Arbeiten (die jede Dame leicht ſelbſt
her=
ſtellen kann, ſoferne ſie ſich die richtigen
„Früchte=Perlen” beſchafft) den Tiſch in
reiz=
vollſter Art, bilden das friſch=ſympathiſche
Moment des modernen Gedecks und werden
der Hausfrau und den Gäſten ſicherlich viel
Freude bereiten (Skizze). Willy Ungar.
Kopfkiſſen zum Ausbeſſern
ſchadhafter Bettbezüge.
An den Bettbezügen werden die Oberteile
ſchnell mürbe und ſchadhaft. Da nun der
übrige Bezug noch kräftig im Gewebe iſt, ſo
ſollte man nicht neuen Stoff zum Ausbeſſern
verwenden, ſondern ebenfalls „abgewaſchenen”
Und zwar eignet ſich am beſten dazu ein
gebrauchtes Kopfkiſſen, das man an den
Beit=
bezug nach Entfernen des mürben Stückes
anſteppt. Dann bringt man am neuen Anſatz
neue Knopflöcher an, ſchneidet die vorhandenen
weg und näht den Bezug unten quer herüber
zuſammen. Nun mit dem unteren Teil nach
oben gekehrt, in Gebrauch genommen, fällt die
ſtörende Naht dieſes Anſatzes nicht auf und
es wirkt wie ein neuer Bezug.
II.
Parallelen ..
Für Modebefliſſene gibt es im Augenblick
keinen netteren Zeitvertreib als alte Bilder zu
ſtudieren, bei denen man gar bald eine ſehr
intereſſante Uebereinſtimmung mit der heutigen
Moderichtung finden wird.
Sehen unſere Damen in ihren neueſten
Geſellſchaftskleidern nicht wirklich den
Ritter=
damen vergangener Jahrhunderte ähnlich und
deuten die neuen Kleider mit ihren
eng=
anliegenden Oberteilen, mit ihrem „
Prinzeß=
ſchnitt” (der ganz beſonders deutlich auf längſt
verfloſſene Epochen hindeutet) nicht wirklich
auf einen ganz erſtaunlichen Zuſammenhang
mit den Bildern, die man in den
Ahnen=
galerien unſerer Schlöſſer zu ſehen gewohnt iſt?
Man mag vielleicht gegen die neue Mode
manches einzuwenden haben: eines ſteht
allen=
falls feſt: daß es ſich um einen ganz beſonders
aparten Stil handelt, der — richtig zur
Gel=
tung gebracht — eine elegante Frau
vorzüg=
lich kleidet und bei aller Originalität doch
niemals aufdringlich wirkt (Skizze rechts).
Willy Ungar.
Seite 22 — Nr. 295
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 23. Oktober 1932
Wohin am Sonntag?
Neues Schießhaus
bei Kaffee, Kuchen, Wein und Bier
Gute Unterhaltung. (7691a
Für gute Musik ist gesorgt.
Schweizerhaus
Beſitzer: W. Plank
Eberſtadt.
Angenehmes Familien=Kaffee
Heute Konzert
„Vom Rhein zur Donau. (14804
ELIA Heute Sonntag vorm. 11.15 Uhr — Film-Morgenfeler — In Wiederholung MEL
Auf Tigeriagd in Indien
Nur noch heute u. morgen
Der Film für starke Nerven
PAUL WEGENER
Gretl. Bervd und Eng. Klöpfer in
dem phantastischen Tonfilm
Unheimliche
Geschichten
Hente und folgende Tage / Heute
Tolgende Tage
Der ganz große Erfolg!
Das Schicksal einer Tänzerin
und großen Spionin!
Beginn 2, 4, 6 und 8.20 Uhr.
don Sarfgalte!
der letzte deutſche Kriegsgefangene, ſpricht über ſeine
Erlebniſſe in den franzöſiſchen Strafkolonien. — Ferner
Lichtbildervortrag
über „Kriegsgefangene Deutſche in aller Welt”
von dem ehemaligen Kriegsgefangenenen Ibrügger
am Mittwoch, den 26. Oktober 1932,
abends 8 Uhr, Turnhalle Woogsplatz.
Saalöffnung 7.15 Uhr.
(14759
Karten à 60 ₰ im Vorverkauf bei: Verkehrsverein,
Zigarrengeſchäft Hugo de Waal, Rheinſtr., Papierhandl.
Paul, Wendelſtadtſtr. 20, Gg. Roth, Weißwaren,
Beſſun=
gerſtr. 41, Zigarrengeſchäft Hädrich, Pankratiusſtraße 61,
Jung=Oſefenbach, Feinkoſt, Ecke Grüner Weg u. Herdweg,
ſowie Feinbäckerei Steinmann, Liebfrauenſtr. 103.
Luftkurort
Ludwigshöhe
Telephon 591
Heute nachmittag4 Uhr
KONZERT
ausgeführt vom Stadtorcheſter
Leitung: Konzertmeiſter Reitz
Eintritt frei! (14815) Eintritt frei!
Der Weg nach der Elektriſchen iſt beleuchtet
Frl. Sus. Rose
Tanzlehrerin
Darmstadt, Luisenstr. 10, II.
früh. Schül. v. Marg. Wigmann, d. Dr.
Hochs=Konſerv, und des Opernhauſes in
Frankfurt a. M.
Erteile Unterricht in sämtl. alten und
mod. Gesellschaftstänzen und Gymnastik.
Anmeld. z. d. im Oktober beginn. gut
bärgerl. Kursen u. kleinen Zirkel gef. erb.
Ungenierter Einzelunterricht zu jeder Zeit
Ermäßigte Preige.
Ausflugsfahrten der
Deutſchen Reichspoſt.
in Arbeitsgemeinſchaft mit dem
Verkehrs=
verein Darmſtadt als Vertreter des
Mittel=
europäiſchen Reiſebüros.
Abfahrtſtelle: Reiſebüro, Luiſenplatz 4.
Sonntag, 23. Oktober, Abfahrt 13.15 Uhr —
Königſtein — Großer Feldberg (
Kaffee=
pauſe). Fahrpreis 3.60 ℳ
Mittwoch, 26. Oktober, Abfahri 13.15 Uhr —
Lichtenberg — Lindenfels (Kaffeepauſe! —
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