Ginzelmmmer 10 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart:, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſeheuen Original=Aufſätze und eigenev Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 284
Mittwoch, den 12. Oktober 1932.
195. Jahrgang
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtiſcher Beireſbung jäll jeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bani und
Darm=
ſtädter und Nationalbane.
Der Verfaſſungsſtreit in Leipzig.
Beginn der juriſtiſchen Auseinanderſehungen. — Wann darf das Reich gegen einen Bundesſtaak die Reichs=
Erekukive unkernehmen? — Iſt vorherige Aufforderung zur Mängelbeſeitigung
durch das pflichkwidrig handelnde Land Vorausſehung?
politiſche Verantwortung trage. Daraus könne folgen, daß die
Die Berſanfangsteitler Haven ods WOrt Reichsregierung nicht für jeden einzelnen Akt des Reichskommiſ=
Leipzig, 11. Oktober.
Das Intereſſe der Oeffentlichkeit an dem Streitverfahren
zwiſchen Preußen und dem Deutſchen Reich bekundet ſich auch
heute durch den ſtarken Andrang von Publikum und Preſſe. Auch
ir der heutigen Verhandlung ſah ſich Reichsgerichtspräſident Dr.
Bumke veranlaßt, die Verhandlungsparteien zu bitten,
perſön=
bche Momente aus der Debatte zu laſſen.
Miniſterialdirektor Dr. Brecht gab bei Verhandlungsbeginn
ene Erklärung ab, in der er betonte, die preußiſchen Miniſter
(ußer dem abberufenen Miniſterpräſidenten Braun und
Innen=
miniſter Severing) würden es im Intereſſe des Landes nicht
ab=
gelehnt haben, mit dem Reichskommiſſar, jeder für ſein Reſſort,
epenſo zuſammenzuarbeiten, wie es jetzt die Staatsſekretäre tun,
Ienn auch unter Aufrechterhaltung ihrer Rechtsverwahrung. In
dreſem Sinne hätten ſich mehrere Miniſter bereits in der Frühe
des 20. Juli geäußert. Miniſterialdirektor Dr. Brecht erklärte
namens des Miniſterpräſidenten, daß die Behauptung,
Miniſter=
präſident Dr. Braun habe ſich dadurch befriedigt erklärt, daß ſein
Gehalt voll weitergezahlt würde, unwahr iſt.
Reichsgerichtspräſident Dr. Bumke
h=tonte, er ſei überzeugt, daß es Miniſterialdirektor Gottheiner
firngelegen habe, Andeutungen zu machen, als ſei die
Gehalts=
age für den Miniſterpräſidenten Braun das einzig Weſentliche
ann der ganzen Sache, und daß auch er der Meinung ſei, daß bei
6 ner Perſönlichkeit wie den Miniſterpräſidenten Braun eine
der=
rrtige Unterſtellung nicht am Platz wäre. (Miniſterialdirektor
Gottheiner nickt bejahend.)
Dr. Bumke bemerkte weiter zu den verſchiedenen
Zeugen=
rernehmungen, dem Staatsgerichtshof fehle, auch wenn er noch
b ſouverän ſei, die prozeſſuale Berechtigung, Parteien, wie z. B.
den Miniſter Severing, den Reichskanzler v. Papen als Zeugen
zu vernehmen. Was die Beziehungen zwiſchen der Regierung von
Ympen und den Nationalſozialiſten betreffe, ſcheine es kaum
be=
ſtrreitbar zu ſein, daß Einigkeit zwiſchen der Regierung v. Papen
und den Nationalſozialiſten darin beſtand, daß mit der preußiſchen
Beegierung Schluß gemacht werden müſſe. Er zweifle daran, ob
eme Zeugenvernehmung in dieſem Punkte weiter führen würde.
Täes würde nur dann der Fall ſein, wenn die Behauptungen, über
die die Zeugen vernommen werden ſollen, in ſehr präziſer Form
vergetragen werden.
Miniſterialdirektor Dr. Badt erklärte, daß die Beſeitigung
der preußiſchen Regierung nur der Schlußſtein eines Planes ſei,
der ſeit zehn Jahren in Kreiſen des Reichswehrminiſteriums
be=
ſtrochen worden ſei und der auch Lieblingsplan des Generals von
Echleicher war, nämlich den Dualismus Reich-Preußen mit Hilfe
des Artikels 48 zu beſeitigen.
Kein Abkommen Papen-Hikler.
Mit ausdrücklicher Zuſtimmung des Reichskanzlers gab
Mini=
ſt rialdirektor Gottheiner dazu folgende Erklärung:
„Eine Vereinbarung des Reichskanzlers mit Hitler über ein
Vorgehen gegen Preußen iſt nicht getroffen. Verhandlungen
darüber haben zwiſchen ihnen nicht ſtattgefunden. Auch die
Aufhebung des Uniformverbotes, die Wiederzulaſſung der
S.A.=Truppen und die Wiedergewährung politiſcher
Frei=
heiten waren nicht Gegenſtand von Vereinbarungen zwiſchen
dem Reichskanzler und Hitler, gehörten vielmehr von
vorn=
herein zum Programm der Reichsregierung, die von ſich aus
entſchloſſen war, aus Gründen der Gerechtigkeit
Ausnahme=
beſtimmungen gegen die Nationalſozialiſten zu beſeitigen."
Ich muß mit aller Energie gegen die Unterſtellung
proteſtie=
en, als, ob nicht die Erwägung der Schaffung von Ruhe und
Ord=
ung für die Reichsregierung in entſcheidendem Umfang
maß=
uSend geweſen wäre.
Nach einem Einwurf Dr. Brechts betonte der
Reichsgerichts=
uEiſident, es ſei kein Zweifel, daß Beſprechungen zwiſchen
Natio=
lllſozialiſten und der neuen Reichsregierung naheſtehenden
Per=
ürlichkeiten damals ſtattgefunden hätten, und daß ſich daran
ge=
väſe Erwartungen der Nationalſozialiſten geknüpft hätten.
Profeſſor Heller wendet ſich gegen das Dementi des
Mini=
terigldirektors Gottheiner, wonach der Reichskanzler keine
Ver=
haridlungen mit den Nationalſozialiſten über das Vorgehen gegen
Eyeußen gepflogen habe. In dieſer Form werde auch die Behaup=
9 gar nicht aufgeſtellt. Nicht die Reichsregierung in vorpore,
bahl aber einzelne Reichsminiſter hätten entſprechende
Verhand=
ungen mit Verabredungen geführt.
Damit iſt die Erörterung der tatſächlichen Vorgänge vor dem
und am 20. Juli beendet.
Im Verlauf der Verhandlungen warf der Vorſitzende
Staatsgerichtshofs die Frage nach der
rechllichen Stellung des Reichskanzlers
als Reichskommiſſar
Die Verantwortung für die Verordnung vom 20. Juli
lage zweifellos die Reichsregierung, die Verantwortung für
25, was der Reichskommiſſar auf Grund dieſer Verordnung tue,
rage der Reichskommiſſar ſelbſt. Dieſer ſei ſeinerſeits
verant=
horktlich dem Reichspräſidenten, der wiederum eine allgemeine
ſars verantwortlich ſei. Es müſſe aber die Frage aufgeworfen
werden, ob die allgemeine politiſche Verantwortlichkeit der
Reichsregierung nicht doch auch die Verantwortung für die
Tätigkeit des Reichskommiſſars in ſich ſchließe und ihr
gegebe=
nenfalls das Recht oder die Pflicht auferlegen könne,
gegebenen=
falls dem Reichspräſidenten noch während des Wirkens des
Reichskommiſſars deſſen Abberufung oder Erſetzung vorzuſchlagen.
Reichsgerichtspräſident
Dr. Bumke,
Miniſterialdirektor
Dr. Gottheiner,
Miniſterialdirektor Dr. Gottheiner erklärte:
Ich glaube, daß man die Stellung des Reichskommiſſars ſo ſehen
muß: Durch die Verordnung vom 20. Juli ſind gemäß Artikel 48
beſonders geartete Erſatzorgane für den preußiſchen
Miniſterprä=
ſidenten, die preußiſchen Staatsminiſter und damit auch für das
preußiſche Staatsminiſterium vom Reich auf vorübergehende
Dauer und unter Vorbehalt des Widerrufs zur Ausübung von
Landesſtaatsgewalt beſtellt worden. Daraus, daß dieſe
Erſatz=
organe ihre Befugniſſe aus reichsrechtlicher Grundlage, nämlich
aus Artikel 48, ableiten, ergeben ſich, der Natur der Sache
ent=
ſprechend, einige Modifikationen. Die Erſatzorgane tragen z. B.
keine Verantwortung gegenüber dem
Preußi=
ſchen Landtag. Sie amtieren aber unbedingt im Namen des
Landes. Der Reichskanzler als Reichskommiſſar
iſt verantwortlich gegenüber dem
Reichspräſi=
denten. Das Recht auf Abberufung des
Reichs=
kommiſſars ſteht dem Reichspräſidenten zu.
Der Staatsgerichtshof wendet ſich nunmehr der zweiten
Hauptfrage des Prozeſſes zu:
Was iſt enkſtanden durch die Ausführung
der Berordnung vom 20. 7. 19322
Miniſterialdirektor Dr. Brecht ſchildert zunächſt die
Ab=
ſetzung der Miniſter, die am erſten und zweiten Tage von der
Reichsregierung als vollſtändig und endgültig gedacht geweſen,
ſpäter allerdings als bloße Suspendierung umgedeutet worden
ſei. Dr. Brecht trägt eine Reihe von Tatſachen vor, die nach
Auffaſſung der Kläger dieſe Darſtellung ſtützten. Die
Reichs=
ratsvertretung, die ſchwierigſte Teilfrage des ganzen Prozeſſes, ſei
neu geregelt worden. Auch aus der Verordnungspraxis der
kom=
miſſariſchen Regierung, insbeſondere aus dem Erlaß der
Bade=
verordnung, die mit ſofortiger Wiederherſtellung der öffentlichen
Ordnung und Sicherheit nichts zu tun habe, ſondern erſt im
näch=
ſten Jahre aktuell werde, zieht Dr. Brecht den Schluß, daß der
Reichskommiſſar ſeine Befugniſſe überſchreite. Eine Vorwegnahme
der Entſcheidung des Staatsgerichtshofs ſtellten die letzten
Ver=
änderungen im Verwaltungskörper dar. Es habe offenbar ein
tatſächlicher Zuſtand geſchaffen werden ſollen, aus dem es kein
Zurück mehr gäbe. Der Vorſitzende müſſe durch eine
einſt=
weilige Verfügung oder eine ähnliche Maßnahme
Siche=
rungen gegen weitere Veränderungen in der
Beamtenſchaft während der Dauer des
Prozeſ=
ſes ſchaffen.
Miniſterialdirektor Dr. Gottheiner proteſtiert
entſchie=
den gegen die ſtändig wiederholte Behauptung, als ſei die
Mini=
ſterabſetzung zunächſt endgültig gedacht geweſen. Niemals habe
ſich der Reichskommiſſar und die mit der Leitung der preußiſchen
Miniſterien beauftragten Perſonen als Miniſter bezeichnet. Die
Tatſache, daß die Preſſe derartige Bezeichnungen gebraucht habe,
ſpreche nicht dagegen. Die von Dr. Brecht vorgetragenen Belege
für ſeine Auffaſſung ſtellten Bagatellen und Formalverſehen dar. Die
kommiſſariſche Staatsregierung habe ſich bezüglich der
Beamten=
ernennungen zunächſt einer ſtarken Zurückhaltung befleißigt, weil
ſie angenommen habe, daß das Proviſorium von verhältnismäßig
kurzer Dauer ſein würde. Im übrigen ſei die kommiſſariſche
Re=
gierung, wenn ſie auch nur vorübergehend eingeſetzt worden ſei,
doch durchaus berechtigt, bei der Führung der preußiſchen
Regie=
rungsgeſchäfte auch Maßnahmen von dauernder Wirkung zu
treffen. Mit großer Schärfe weiſt Dr. Gottheiner die
Unterſtel=
lung zurück, als ſeien die letzten Ernennungen ein Ausdruck der
Gleichgültigkeit der Reichsregierung gegenüber dem
Staats=
gerichtshof.
(Fortſetzung auf Seite 2, erſte Spalte.)
Der Skreich des Herrn von Pflügl.
Wann ſäuberk man den Ballhausplaß?
Von unſerem Berichterſtatter.
Si. Wien, 11. Oktober.
In den letzten Tagen hat der öſterreichiſche Vertreter beim
Völkerbund, der Geſandte Pflügl, mehrfach von ſich reden
ge=
macht. Allerdings war das, was man von ihm hörte, in
höchſtem Maße unerfreulich, ſo daß man die öſterreichiſche
Regie=
rung nur bedauern kann, daß ſie ausgerechnet einen ſolchen
Mann auf einem der wichtigſten Auslandspoſten als ihren
Ver=
treter hat. Zuerſt hörte man wieder von Herrn Pflügl vor
mehreren Wochen, als in Lauſanne über das
Verſklavungs=
protokoll für Oeſterreich verhandelt wurde. Damals beſaß
Herr Pflügl die Taktloſigkeit, in einer
offi=
ziellen Sitzung der verſchiedenen Delegationen
in überſchwänglichen Worten Frankreich dafür
zu danken, daß es das öſterreichiſche Anſuchen
um eine Dreihundert=Millionen=Anleihe
unterſtützt habe. Daß Oeſterreich für dieſe Anleihe
ſein=
politiſche Freiheit, ja ſeine Souveränitätsrechte an Frankreich
verkaufen mußte, das ſtörte Herrn Pflügl nicht, der ſich ſchon
damals als ein begeiſterter Franzoſenfreund erwies. Am
Ball=
hausplatz zeigte man allerdings über dieſe Huldigung Herrn
Pflügls an Frankreich keine beſondere Freude. Wenn man aber
geglaubt hatte, daß Bundeskanzler Dr. Dollfuß dieſe
ſchwere Entgleiſung des öſterreichiſchen Vertreters zum
Anlaß nehmen würde Herrn Pflüglin den
dies=
mal in der Tat verdienten Ruheſtand zu
er=
ſetzen, ſo ſah man ſich leider bald in dieſer Erwartung
ge=
täuſcht. Im Gegenteil: Herr Pflüglfiel — wie dies
in der öſterreichiſchen Diplomatie Gewohnheit zu werden
ſcheint — die Treppe hinauf und wurde, wie man vor
einigen Tagen hörte, zum Vertreter Oeſterreichs in Paris
beſtimmt.
Offenbar, um ſich bei der Pariſer Regierung ſchon im
Vor=
hinein beſonders beliebt zu machen, hat nun Herr Pflügl einen
neuen Schwabenſtreich ausgeführt, der nicht nur eine
Unfreund=
lichkeit gegen Deutſchland und das deutſche Volk bedeutet,
ſondern geradezu als ein feindſeliger Akt bezeichnet werden
muß. Genfer Meldungen zufolge hielt es nämlich Herr Pflügl
für angezeigt, dem franzöſiſchen Heeresminiſter Paul=Boncour
in Genf in aller Form zu erklären, daß die öſterreichiſche
Regie=
rung lebhaft beunruhigt ſei durch die Abſicht, eine
Zuſammen=
kunft der Großmächte zur Regelung der Abrüſtungsfrage
außer=
halb Genfs einzuberufen. Damit hat ſich Geſandter
Pflügl in die Front der erbitterten Gegner
Deutſchlands in der Abrüſtungsfrage
einge=
reiht und ſteht nun neben Rumänien, Südflawien, Belgien,
Frankreich und der Tſchechei, die ſich bekanntlich heftig gegen
eine Verlegung der Abrüſtungsbeſprechungen aus Genf ſträuben,
um ſo eine Erörterung der deutſchen
Gleichberechtigungs=
forderung unmöglich zu machen.
Man faßt ſich an den Kopf und fragt ſich, ob dies wirklich
noch ein deutſcher Geſandter iſt oder tatſächlich ſchon ein
inoffi=
zieller Vertreter franzöſiſcher Intereſſen. Und man fragt ſich
mit noch weit größerem Recht, wieſo es möglich iſt, daß ein
ſolcher Geſandter noch immer ſeinen Dienſt verſehen kann, ohne
nicht ſofort desavouiert und abberufen zu werden. Des Rätſels
Löſung iſt nicht allzu ſchwierig. Sie liegt darin, daß Herr
Pflügl, der über ein außerordentlich großes
Privatvermögen verfügt, von der
öſterreichi=
ſchen Regierung keinerlei Gehalt für ſeine
Tätigkeit alsoffizieller Vertreter Oeſterreichs
in Genfbeanſprucht ſondern nur 500 Schilling monatlich
„für Büro=Unkoſten” aus Wien erhält. Da ſich nun aber die
öſterreichiſche Regierung die Dienſte des Herrn Pflügl ſchenken
läßt, muß ſie es ſich offenbar gefallen laſſen, daß Herr Pflügl
dieſe Dienſte ſo wahrnimmt und ausführt, wie es ihm beliebt.
Ja, die Wiener Regierung kann anſcheinend nicht einmal
er=
reichen, daß Herr Pflügl wenigſtens die Grundzüge einer
deutſchen Politik befolgt.
Denn in der Tat ſcheint Geſandter Pflügl keine deutſche,
und erſt recht keine geſamtdeutſche Politik zu kennen, ſondern
nur eine „öſterreichiſche”, lies: habsburgiſche. Dieſe Politik aber
liegt ja ſchon ſeit langem auf der Linie, aus dem Haß
Frank=
reichs gegen Deutſchland politiſches Kapital zu ſchlagen, indem
man ſich nicht nur von Deutſchland diſtanziert, ſondern
dar=
über hinaus eine den deutſchen Intereſſen abträgliche Politik
verfolgt unter gleichzeitiger Liebedienerei Frankreichs gegenüber.
In der Tat trifft dieſe Erklärung auch für die Haltung des
Geſandten Pflügl zu, von dem man hört, daß er in Genf ein
ganz beſtimmtes Ziel verfolgt, nämlich das, für Oeſterreich
gewiſſe Erleichterungen der
Friedensdiktats=
beſtimmungen in den öſterreichiſchen
Wehr=
fragen zu erlangen. Hier ſchwebt dieſem famoſen
Ver=
treter Oeſterreichs vor allem vor, von Frankreich die Erlaubnis
zur Bildung einer Miliz in Oeſterreich zu erlangen. Und zu
dieſem Zweck ſcheint Herr Pflügl bereit, auch die geſamtdeutſche
Zukunft an den deutſchen Erbfeind zu verkaufen.
Geradezu ungeheuerlich und unbegreiflich aber iſt es, daß
die öſterreichiſche Regierung eine ſolche Einſtellung offenbar noch
gutheißt. Wie man hört, hat nämlich erſt vor kurzem Herr
Pflügl ſich von der Wiener Regierung
aus=
bedungen, daß er in allen, das Abrüſtungs=
und Wehrproblem betreffenden Fragen
voll=
kommen freie Hand behält und nach eigenem
Ermeſſen Schritte unternehmen kann. Und in der
Tat ſcheint man am Ballhausplatz auch auf dieſes unerhörte
An=
ſinnen eingegangen zu ſein. So erklärt ſich auch, daß die
öſter=
reichiſche Regierung kaltblütig erklärt, Herr Pflügl habe, als er
ſeinen Schritt bei Paul=Boncour in Genf unternahm, nicht im
Auftrage der Wiener Regierung gehandelt. Gewiß; hier hai
ſich eben zum erſten Mal jenes unglaubliche Abkommen zwiſchen
der Wiener Regierung und Herrn Pflügl unheilvoll ausgewirkt.
Auch ſonſt konnte man ſchon ſeit langem beobachten, daß
die Tätigkeit des Herrn Pflügl in Genf nur von dem einzigen
Wunſche geleitet war, um keinen Preis durch Erörterung
nationaler oder geſamtdeutſcher Fragen das Mißfallen
Frauk=
reichs zu erregen. Niemals hat Herr Pflügl es für nötig
befunden, in Fragen der deutſchen Minderheitenpolitik die
deutſchen Vertreter zu unterſtützen. Herr Pflügl beſchränkte ſich
Seite 2 — Nr. 284
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mittwoch, 12. Oktober 1932
auch darauf, bei allen in Genf erörterten Fragen allein mit den
franzöſiſchen oder engliſchen Vertretern zu verhandeln und alle
auch nur halbwegs unangenehmen und ſchwierigen Aufgaben
den anderen Mitgliedern der jeweiligen öſterreichiſchen
Delega=
tion zu überlaſſen. Herr Pflügl wollte ſich offenbar in den
Augen Frankreichs nicht „verunreinigen” durch Erörterung
heik=
ler Fragen, die die geſamtdeutſchen Intereſſen betreffen.
Das iſt das Bild des öſterreichiſchen Vertreters in Genf!
Das Bild des Mannes, der in Zukunft das deutſche
Oeſter=
reich — trotz Herrn Pflügl und ſeiner erfreulicherweiſe nur
wenig zahlreichen Geſinnungsgenoſſen denkt und fühlt
Oeſter=
reich deutſch — in Paris vertreten ſoll! Es wird, wie man
ſieht, höchſte Zeit, daß man am Ballhausplatz den
Staub und Schutt vergangener Jahrzehnte
aus=
räumt. Das wäre eine weit wichtigere und weit dringendere
Aufgabe als die, verdiente nationale Männer, wie den
öſter=
reichiſchen Geſandten in Berlin, nur aus parteipolitiſcher
Schikane kaltzuſtellen.
Eine Mahnung des Reichsgerichtspräſidenken.
Präſident Bumke erklärt, daß er wiederholt ausdrücklich
gebeten habe, einen Appell an das Rechtsgewiſſen
und an den Mut des Staatsgerichtshofes zu
unterlaſſen, weil ein derartiger Appell in der
Oeffentlich=
keit immer nur ſo verſtanden werde: „Entſcheideſt du zu meinen
Gunſten, ſo ſprichſt du Recht, wenn nicht, ſo zeigt ſich, daß es bei
den deutſchen Gerichten kein Recht mehr gibt.‟ Die tieferen
Gründe dieſer Rechtsnot und die Frage, von welcher Seite und
von welchen Stellen dieſe Rechtsnot nicht nur nicht gemildert,
ſondern noch gefördert worden ſei, wolle er, der Präſident, nicht
erörtern. Die Beſeitigung dieſer Rechtsnot werde aber durch
ſcharfe Erklärungen vor dem Staatsgerichtshof nicht beſeitigt.
Dazu würde es anderer, tiefer wirkender Maßnahmen bedürfen.
In der Nachmittagsfihung
verlieſt Dr. Brecht die Gegenerklärung des Miniſters Severing
gegenüber der Behauptung, daß er, Severing, beim
Reichs=
innenminiſter Freiherrn v. Gayl ſelbſt die Einſetzung eines
Reichskommiſſars für notwendig erklärt habe.
Dr. Gottheiner verlieſt ein Telegramm des
Reichsinnen=
miniſters v. Gayl, in dem der Reichsinnenminiſter an der
Dar=
ſtellung Gottheiners feſthält.
Dr. Gottheiner verlieſt dann Zahlenmaterial zum Nachweis
dafür, daß das Kabinett Braun ſowohl nach der letzten
Land=
tagswahl, wie auch nach ſeiner Rücktrittserklärung als es nur
noch geſchäftsführende Regierung war, eine größere Zahl von
Ernennungen zu höheren Beamtenpoſitionen vom
Regierungs=
rat bis zum Oberpräſidenten vollzogen habe.
Reichsgerichtspräſident Bumke meint, wenn
Severing tatſächlich der Einſetzung eines Reichskommiſſars
zu=
geſtimmt haben ſollte, dann würde nicht erſichtlich ſein, warum
die Reichsſtellen nicht, ehe ſie am 20. Juli die Maßnahmen
durchführten mit Severing Fühlung nahmen, da es ſich ja dann
nur um die Erfüllung eines Wunſches von Severing gehandelt
haben würde.
Bundesſtaakliche Gliederung und Ark. 48.
Es beginnt dann die rechtliche Erörterung mit einer
all=
gemeinen Ausſprache über die Probleme, die ſich auf den
Artikel 48 der Reichsverfaſſung in Verbindung mit der bundes
ſtaatlichen Gliederung des Deutſchen Reiches ergebe,
Staatsrat Jan=Bayern
erhält das Wort zu grundlegenden Darlegungen, wobei er u. a.
erklärt: Bayern hat ſich der preußiſchen Klage angeſchloſſen,
weil es wünſcht, daß die Fragen, über die die bayeriſche
Regie=
rung mit der Reichsregierung im Zuſammenhang mit dem
Vor=
gehen gegen Preußen nicht übereinkommen konnte, von dem
be=
rufenen Organ, dem Staatsgerichtshof, geklärt werde. Nach
ſeiner Auffaſſung ſei eine Reichskommiſſariatsregierung keine
Landesregierung. In einem Lande könne nur eine
Landes=
regierung exiſtieren, nicht aber eine Reichskommiſſariatsregierung.
Dementſprechend könnten auch die Länder im Reichsrat nur
durch Vertreter ihrer Landesregierungen und nicht durch
Ver=
treter von Reichskommiſſaren vertreten werden.
Für die badiſche Regierung
ſchloß ſich Miniſterialdirektor Dr. Fecht im weſentlichen den
Ausführungen des bayeriſchen Vertreters über die
Eigenſtaat=
lichkeit der Länder an, die erhalten werden müſſe.
Der juriſtiſche Vertreter der bayeriſchen Regierung, Profeſſor
Nawiaſky=München, behandelte ſodann eingehend die Rechte
und Pflichten des Reiches und die Rechte und Pflichten der
Länder.
Es wird dann die Frage unterſucht, welche Vorausſetzungen
gegeben ſein müßten, wenn das Reich den Artikel 48 Abſ. 1 der
Reichsverfaſſung anwendet, d. h.
heißt ein Buch von H. R. Knickerbocker (Rowohlt, Berlin
W 50), dem amerikaniſchen Journaliſten und Publiziſten, der im
Auftrag ſeiner Preſſe letzten Winter Deutſchland bereiſte und die
ſozialen, politiſchen und wirtſchaftlichen Verhältniſſe ſtudierte.
Die Ergebniſſe dieſer Studien (von Franz Fein ins Deutſche
übertragen) ſind in bemerkenswerter Klarheit und Beſtimmtheit,
in flott=flüſſigem Stil, der dieſem Amerikaner eignet, zu dem
Buch zuſammengetragen, das ſich wie ein flotter ſpannender
Roman lieſt und doch nur Sachlichkeitsbericht über Tatſachen
der Welt iſt. Echt amerikaniſch bemißt Knickerbocker das Intereſſe
jedes einzelnen amerikaniſchen Bürgers an dem Geſchick der
deutſchen Republik auf rund 35 Dollar! Das macht bei der
Einwohnerzahl der Staaten ein ganz hübſches „Intereſſe” aus,
ſo daß man verſtehen kann, daß Blätter und Verleger von
drüben es ſich was koſten laſſen, das „Intereſſe” möglichſt
inter=
eſſant drucken und belegen, vielleicht auch beliebig „geſtalten” zu
können.
Knickerbocker hat ſich, das muß zugegeben werden, ſeine
Aufgabe nicht leicht gemacht. Er hat wochenlang unerkannt unter
Arbeitern und in Kaſchemmen gelebt, um Deutſchlands Armut
wirklich kennen zu lernen. Er hat viele Städte — Berlin, Jena,
Rüſſelsheim, Merſeburg, Weimar, München, Magdeburg,
Ham=
burg, Eſſen, Frankfurt, Stuttgart uſw. — beſucht und ſtudiert
und ſich ganz beſonders intenſiv mit der deutſchen Innenpolitik,
mit den politiſchen Kämpfen und parteilichen Machtverhältniſſen
beſchäftigt. Er ſchreibt an einer Stelle:
... . „Ich ſtellte einem deutſchen Kommuniſten die Frage:
„Was werdet ihr tun, wenn Hitler die Regierung ergriffen hat?”
„Wir werden”, antwortete er „verſuchen, die
Sozialdemo=
kraten dafür zu gewinnen, daß ſie gemeinſam mit uns einen
Generalſtreik ausrufen und Hitler ſtürzen, ſo, wie wir 1920 mir
dem Generalſtreik Kapp geſtürzt haben.
„Aber” warf ich ein, „Kapp hat die Herrſchaft mit Gewalt
an ſich geriſſen, und damals waren ſich die Sozialdemokraten
im Klaren darüber, daß ſie als Demokraten die Demokratie zu
verteidigen hatten. 1920 erklärte die ſozialdemokratiſche
Regie=
rung ſelbſt den Generalſtreik. Werden die Sozialdemokraten jetzt
mit den Kommuniſten gemeinſame Sache machen und einen
Generalſtreik ausrufen, wenn Hitler legal zur Macht kommt?”
Nicht viel Hoffnung, gab er zu.
„Ihr habt 6 Millionen kommuniſtiſcher Wähler. Zur
ruſſi=
ſchen Revolution haben 50 000 Bolſchewiſten genügt. Ich weiß,
daß die Situation ganz anders iſt. Aber warum können
euere 6 Millionen ſich nicht mit Gewalt gegen Hitler zur Wehr
ſetzen?”
„Wir haben nicht die Gewehre”, war die wohlüberlegte
Antwort. „Die Sowjetunion iſt nicht bereit für eine deutſche
die Reichs=Erekukion gegen ein Land
durchführen wolle. Dazu äußert ſich zuerſt als Mitglied der
preußiſchen Delegation der bekannte Verfaſſungskommentator
Profeſſor Anſchütz=Heidelberg.
Er ſagt u. a.: Die Weimarer Verfaſſung iſt nicht ſo auszulegen,
wie die jeweilige politiſche Situation es fordere, ſondern wie
ſie gemeint iſt. Zu Artikel 48 Abſ. 1 betont Anſchütz,
Voraus=
ſetzung einer Reichsexekution ſei, daß das betreffende Land ſeine
Pflicht gegenüber dem Reiche bzw. den Reichsgeſetzen verletzt
habe. Die bloße Tatſache der Heterogenität der inneren Politik
eines Landes zu der des Reiches könne niemals den Tatbeſtand
der Pflichtverletzung erfüllen.
Prof. Anſchütz betonte, wir ſind nun mal Bundesſtaat und
haben damit das Selbſtbeſtimungsrecht der Länder. Das iſt
von der Reichsverfaſſung ſtillſchweigend gewollt. Wenn ich auch
mit Prof. Bilfinger einig bin, daß der Länderparlamentarismus
häufig zu Mißbräuchen geführt hat, ſo will doch die
Reichs=
verfaſſung nicht nur den Bundesſtaat, ſondern die
parlamen=
tariſche Demokratie. Damit muß ſie auch gewiſſe Schattenſeiten
dieſer Inſtitution wollen. Wenn die Schattenſeiten aktuell
werden, darf man nicht ſagen, daß das eine Widerſetzlichkeit
ſei, die die Reichsexekution erfordere. Anſchütz unterſuchte dann
die Frage, ob die Feſtſtellung der Pflichtverletzung eines Landes
nicht eine Ermeſſungsfrage des Reichspräſidenten ſei, die der
Nachprüfung durch den Staatsgerichtshof entzogen wäre. Sollte
dieſe Frage auftauchen, dann erkläre er: Der Staatsgerichtshof
kann und darf der Entſcheidung und Beantwortung über die
konkrete Frage, ob im vorliegenden Falle das Land Preußen
ſich einer Verletzung der ihm nach der Reichsverfaſſung
ob=
liegenden Pflichten habe zu Schulden kommen laſſen, nicht
aus=
weichen. Aus dem Weſen des Rechtsinſtrumentes der
Reichs=
exekution ergibt ſich jedenfalls die Notwendigkeit, daß in
irgend=
einer Form unter Belaſſung einer, wenn auch noch ſo kurzen
Erklärungsfriſt, dem betreffenden Lande die Mitteilung gemacht
wird, daß die Reichsregierung gegen die Landesregierung
ein=
ſchreiten wolle, und daß das Land Gelegenheit erhalte, zu
er=
klären, ob die behaupteten Verfehlungen richtig ſeien. Die
Exekution ſei eine Zwangsvollſtreckung und Zwangsvollſtreckungen
erforderten den vollſtreckbaren Titel. Der könne aber nur darin
liegen, daß irgendwie feſtgeſtellt wird: Hier liegt eine
Pflicht=
verletzung vor und das betreffende Land weigert ſich, den
Zu=
ſtänden abzuhelfen. In der Tatſache, daß gegen Preußen ohne
vorherige Mitteilung vorgegangen ſei, liege ein ſo erheblicher
Verfahrungsmangel, daß daraus der Gerichtshof zur
Zurück=
weiſung der Verordnung kommen müßte.
Prof. Dr. Carl Schmitt
verbreitete ſich in ſeiner Erwiderung auf die Ausführungen
Anſchütz über den Begriff „Exekution” Exekution und
Aus=
nahmezuſtand könnten kaum unterſchieden werden.
Prof. Heller ſetzte die Vorausſetzungen für eine Ex= auseinander. Die erſte Vorausſetzung ſei, daß die
be=
rufenen vertretungsberechtigten Organe des Landes eine Pflicht
gegenüber dem Reich verletzt haben. Das Reich habe ſich an die
zuſtändigen Zentralbehörden des Landes zu wenden und erſt,
wenn dieſe keine Abhilfe ſchaffe oder ſich weigere, wäre die
Möglichkeit zu einer Exekution gegeben.
Prof. Peters äußerte ſich zu den Pflichten der Länder
gegenüber dem Reich. Prof. Gieſe betonte die Notwendigkeit
des Vorliegens des Verſchuldens aus Tatbeſtandsvorausſetzung.
Der bayeriſche Vertreter, Staatsrat v. Jan, bezeichnet es vom
bundesſtaatlichen Geſichtspunkt aus betrachtet als notwendig,
daß vor einer Exekution ſogar der Staatsgerichtshof angerufen
werden müſſe.
In der nächſten Sitzung, am Mittwoch, werden die
Ver=
treter des Reiches nochmals das Wort zu dieſen Fragen nehmen.
Wegen der Störung und Sprengung von Verſammlungen
An=
dersdenkender durch Natſoz, hat der Berliner Polizeipräſident die
für Mittwoch anberaumte natſoz. Verſammlung im Berliner
Sportpalaſt verboten.
Geſtern abend kam es in einer deutſchnationalen
Wahlver=
ſammlung in Berlin zu lebhaften Störungen durch Natſoz. Die
Polizei mußte eingreifen; ſie nahm einige Feſtſtellungen vor.
Reichskanzler v. Papens Rede „Vertrauen ſchafft Arbeit”
die er Mittwoch vormittag auf der bayeriſchen
Induſtrie=
tagung in München von 11.30 Uhr bis etwa 12.15 Uhr hält, wird
als Reichsſendung des deutſchen Rundfunks über alle
deutſchen Sender verbreitet.
Im Landfriedensbruchprozeß in Rendsburg
wegen des am 10. Januar verübten Ueberfalls auf
Nationalſozia=
liſten, bei dem ein S.A.=Mann den Tod fand, verurteilte das
Son=
dergericht von den 23 Angeklagten, Mitgliedern der SPD. und
KPD. und Angehörigen des Reichsbanners. 16 zu
Gefängnis=
ſtrafen von 1½ Jahren bis herab zu ſechs Monaten. Sieben
An=
geklagte wurden freigeſprochen.
Der frühere ungariſche Kultus= und Unterrichtsminiſter Graf
Kuno Klebelsberg, der an Paratyphus erkrankt war, iſt heute
abend im 52. Lebensjahr geſtorben.
Revolution. Wir glauben, wenn Hitler an der Macht iſt, wird
er das Land ſo raſch herunterwirtſchaften, daß wir im nächſten
Herbſt ans Ruder kommen können.”
„Aber dann wird Hitler alle Gewehre haben.”
„Ja, Hitler wird die Gewehre haben.”
Ich fragte einen Sozialdemokraten: „Was werdet ihr tun,
um Hitler nicht zur Herrſchaft kommen zu laſſen?”
„Was können wir tun, gab er zurück, wenn Hitler die
Mehrheit hat?”
Ich fragte einen Nationalſozialiſten: „Was werdet ihr tun,
wenn ihr die Macht in Händen habt?”
Er hätte eine lange Erörterung des Parteiprogramms
be=
ginnen können, aber er antwortete lediglich: „Feſthalten”!!! —
Von ſtarkem Intereſſe ſeine Beſuchsſchilderungen in großen
Jnduſtriebetrieben und ſein Interview mit Hitler, wenn auch
grundſätzlich nichts Neues bringend. Man wird gewiß nicht alle
Schlußfolgerungen Knickerbockers ohne Widerſpruch hinnehmen.
Brauch und ſoll das nicht. Wird aber doch vieles finden, das
zum Nachdenken zwingt. In einem Schlußwort faßt er das
Reſultat ſeiner Studien etwa dahin zuſammen:
Deutſchland kann jetzt keine Reparationen zahlen. In einer
geſunderen Wirtſchaft könnte es zahlen, aber es wird es nicht
tun, denn in Zukunft wird Deutſchland keinen Teil des
Ver=
ſailler Vertrages erfüllen, zu deſſen Erfüllung es nicht
gezwun=
gen wird, und die Ausſichten, Reparationszahlungen zu
er=
zwingen, ſind geringer als je. Seine Privatſchulden kann und
wird Deutſchland zahlen, vorausgeſetzt, daß die Franzoſen nicht
mit Gewalt gegen das Reich vorgehen. Aber Deutſchland iſt
eutſchloſſen, aufzurüſten, wenn Frankreich nicht abrüſtet. Wenn
und ſobald die Franzoſen gegen die deutſche Aufrüſtung inter
venieren, wird Deutſchland die Zahlung ſeiner Privatſchulden
einſtellen.
Das deutſche Volk hat als Ganzes den Verſailler Vertrag
abgelehnt und verworfen. Frankreich ſieht in ihm ſeine einzige
Lebensgarantie. Die franzöſiſch=deutſchen Differenzen haben ſich
verſchlimmert, und alles ſpricht dafür, daß ſie ſich in Zukunft
noch weiter verſchärfen werden. Ob die Entwicklung zu einem
Krieg innerhalb abſehbarer Zeit führt oder nicht, auf jeden Fall
ſtehen Europa Kampfjahre bevor.
Die amerikaniſchen Inveſtitionen auf dieſem Kontinent ſind
in einem Schlachtfeld angelegt.
Das ſind die nackten Erkenntniſſe nach achtjähriger
Beobach=
tung und etwa zweimonatiger Reiſe durch Deutſchland inmitten
ſeines „ſchwerſten Winters ſeit einem Jahrhundert”, im erſten
Abſchnitt der „Aera Hitler”.
Die Exiſtenz einer direkten amerikaniſchen Kapitalanlage
von rund 3 Milliarden Dollar in Deutſchland ſtärkt die deutſche
Politik des nationalen Widerſtandes gegen Frankreich. Die
britiſche Angſt vor der franzöſiſchen Luftflotte beſtärkt ſie. Auch
die italieniſch=franzöſiſche Eiferſucht beſtärkt ſie.
der ſeanzeſtſche Auraſtangsptan.
Ausgegrabenes Genſer Prokokoll 1924.
Keine effektive Gleichberechkigung für Deutſchland.
TU. Paris, 11. Oktober.
Der Genfer Sonderberichterſtatter des „Petit Pariſien”
macht nähere Ausführungen über den angekündigten
franzö=
ſiſchen Vorſchlag für ein Abrüſtungsabkommen. Der Plan, der
noch Gegenſtand einer genauen Prüfung des Pariſer
Außen=
miniſteriums und des Landesverteidigungsrates ſei, ſieht
fol=
gende fünf Hauptpunkte vor=
1. Ein allgemeines Abrüſtungsabkommen.
2. Ein allgemeines Konſultativabkommen.
3. Ein regionales Abkommen gegenſeitiger Unterſtützung
der Sicherheit und der Kontrolle. (Dieſer Teil des Planes
be=
zieht ſich lediglich auf Europa.)
4. Ein Abkommen über die Schaffung einer internationalen
Streitmacht.
5. Ein Protokoll über die Durchführung des Grundſatzes
der Gleichberechtigung.
Der Sonderberichterſtatter meint, dieſer Plan trage den
Vorſchlägen der vorbereitenden Abrüſtungskonferenz und den
Empfehlungen des amerikaniſchen Staatspräſidenten weitgehend
Rechnung. Das Konſultativabkommen mache es allen
unter=
zeichnenden Mächten zur Pflicht, im Konfliktfall den
ſtreitenden Parteien eine Höchſtfriſt von 48 Stunden
zu ſetzen, um die Streitigkeiten einzuſtellen. Werde dieſer
Aufforderung nicht Folge geleiſtet, ſo würden ſofort alle
Sanktionsmaßnahmen in Kraft treten, die in dem
Ab=
kommen vorgeſehen ſeien. Hierbei handele es ſich für die
europäiſchen Staaten, um die bereits in anderen internationalen
Verträgen vorgeſehenen gegenſeitigen Unterſtützungsmaßnahmen
zu Gunſten des angegriffenen Staates, während Amerika auf
die Vorteile der Neutralität verzichten ſolle. Das Abkommen
ſehe ferner die Verpflichtung vor, niemals ein
an=
deres Land vor eine vollendete Tatſache zu
ſtellen. Was das regionale Abkommen angehe, ſo enthalte
es die gleiche Präambel wie das Locarnoabkommen und werde
außerdem durch eine Nichtangriffsgarantie verſtärkt. Was
ſchließlich die Schaffung einer internationalen Streitmacht
an=
lange, ſo handele es ſich darum, dem
VölkerbundBomben=
flugzeuge zur Verfügung zu ſtellen und den
Unter=
zeichnerſtaaten die Benutzung dieſer Flugzeuge überhaupt zu
verbieten. Parallel hiermit laufe eine ſtrenge Kontrolle
der Handelsluftfahrt. Die Durchführung des
Grund=
ſatzes der Gleichberechtigung ſei gedacht, daß ein diplomatiſches
Schriftſtück zunächſt einmal den gegenwärtigen Rüſtungsſtand
aller Länder einſchließlich Deutſchland feſtſtelle. Auf der
Grundlage des dann feſtgeſetzten
Rüſtungs=
ſtandes, der auf keinen Fall erhöht oder
ver=
mindert werden könne, ſolle Deutſchland dann
der Grundſatz der Gleichberechtigung zuerkannt
heut
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in der Zeit der
deutſchen Volkes.
er, dieſem Gedank.
entbiete ich Ihnen
werden.
Heae Oppomion gegen Hanln.
Ausſchluß von Uglanow, Kamenew und Sinowien.
TU. Moskau, 11. Oktober.
In Moskau erregt zurzeit die Veröffentlichung eines
amt=
lichen Berichts großes Aufſehen, in dem mitgeteilt wird, daß ſichy
innerhalb der Kommuniſtiſchen Partei der Sowjetunion eine auss
19 Mann beſtehende gegenrevolutionäre Gruppe gebildet habe,
Eine Anzahl Parteimitglieder habe einen Sowjetblock
gegrün=
det, der von der Regierung und der Partei die Einführung
privatkapitaliſtiſcher Methoden in der Sowjetunion, ſowie
Maß=
nahmen für die Freigabe der privaten Initiative verlangt,
Dieſe politiſche Gruppe habe die Entfernung der Sowjetführen
einſchließlich Stalins gefordert. Auch habe ſie verſucht, mit Hilfc
gefälſchter Dokumente zu beweiſen, daß die Politik der Parten
zu einem politiſchen= und wirtſchaftlichen Zuſammenbruch des
Landes führen werde. An der Spitze dieſes gegenrevolutionärem
Sowjetblocks ſollen die bekannten Bolſchewiſtenführer Sinowjew.,
Uglanow und Kamenew, der Schwager Trotzkis, geſtanden haben.,
Die Tätigkeit dieſer Gruppe unterſcheide ſich keineswegs von der
Politik Trotzkis und ſtelle die größte Verletzung der
Parteipflich=
ten und einen Verrat an den Sowjets und der kommuniſtiſchem
Diktatur dar.
Der Zentralkontrollausſchuß der Kommuniſtiſchen Partei, vom
dem der amtliche Bericht ausgeht, hat beſchloſſen, alle Mitglieder.
der Sowjetblocks und ſeine Organiſatoren aus der Partei
auszu=
ſchließen.
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Nichts in Deutſchland weiſt darauf hin, daß die Streichung.
der Reparationen von ernſthaftem Einfluß auf das Kernproblem-
Europas ſein könnte: auf die Beziehung zwiſchen Frankreich und=
D
ſe Beziehung beſteht kurz darin, daß ein
Uland.
ſchwächeres Volk ein im Sinne latenter militäriſcher Kraft
ſtär=
keres niederhält.
Deutſchland iſt entſchloſſen, ſeine militäriſche
Gleichberech=
tigung als weſentliche Vorausſetzung ſeiner nationalen
Selbſt=
achtung wiederherzuſtellen. Frankreich iſt entſchloſſen, die
mili=
täriſche Ueberlegenheit, deren es ſich jetzt erfreut, als weſentliche=
Vorausſetzung ſeiner nationalen Exiſtenz aufrecht zu erhalten,
Nicht die Streichung der Reparationen iſt das Ziel der
deutſchen Außenpolitik, ihr Ziel iſt die Streichung des Verſailler
Vertrages.
Wie alle anderen Verträge, die die Jahrhunderte altei
Kriege zwiſchen Frankreich und Deutſchland voneinander
tren=
nen, hat auch der Verſailler Vertrag es nicht vermocht, den
Kampf um die Macht endgültig beizulegen. Nichts, auch nichs
das ſchwächſte Zeichen, deutet darauf hin, daß dieſer Kampf un
die Macht ein Ende finden wird, und ſollte er auch auf IO
lange wieder unterbunden werden, wie es die Zeit der 43 Frie*
densjahre zwiſchen 1871 und 1914 war.
Im Lichte dieſes Kampfes kann man jeden wichtigen Schrit
ſowohl der Außen= wie der Innenpolitik in Deutſchland
beur=
teilen. Die Errichtung der Republik verhalf Deutſchland dazu.
ſich wieder auf die Beine zu ſtellen, wenn es ſich erweiſt, daß
die Republik für Deutſchland der wirkſamere politiſche Unter”
bau in ſeinem Kampf gegen Frankreich iſt, dann wird die Repu
blik wahrſcheinlich erhalten bleiben. Wenn die Republik ſich als
unzureichendes Mittel für die wiedererwachenden nationaler
Kräfte Deutſchlands erweiſt, dann wird vielleicht eine ande!”
Form gewählt.
Hält Brüning ſein Verſprechen, gegen Frankreich nicht udſn
giebiger zu ſein, als Hitler es wäre, ſo kann nur eine fork.
geſetzte Verſchlechterung der Wirtſchaftslage die Stimmen, ii.
Hitler ſo vermehren, daß er die entſcheidenden 50 Proz. erreichle
Kein Menſch erwartet, daß dieſer Kampf zwiſchen Deutſch
land und Frankreich ſofort oder in der nächſten Zukunft *
offenen Krieg übergeht. Aber noch niemand hat mit glaubhaſte*
Argumenten dartun können, daß die Möglichkeit des Krieges, 9'
Kriegsgefahr, ſolange das Verhältnis zwiſchen Deutſchland un.
Frankreich ſo bleibt, wie es heute iſt, nicht wachſen wird.
Mittwoch, 12. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 284 — Seite 3
Kangierdeſcc W Mancfen.
Die Einigkeit zwiſchen Reich und Ländern ſol wieder hergeſtellt werden zum Bau des neuen Reiches.
Engere Fühlung zwiſchen Bayern und Reich.
0. Papen bei Dr. Held.
München, 11. Oktober.
Bei dem heutigen Staatsbeſuch des Reichskanzlers beim
baye=
iſchen Geſamtminiſterium ſtellte Miniſterpräſident Dr. Held im
MMiniſterium des Aeußeren die Miniſter und Staatsräte vor und
entbot dem Reichskanzler herzlichen Willkommensgruß bei ſeinem
Beſuch in München.
Miniſterpräſident Held
führte u. a. aus: „Mit dem Beſuch bei der bayeriſchen
Staats=
regierung verknüpft ſich das Bekenntnis des Reichskanzlers, daß
man in der Reichsregierung unter Ihrer Führung die
Selbſtän=
digkeit der Länder anerkennt und achtet. Nur ſo gemeint, gewinnt
ein ſolcher offizieller Beſuch des Reichskanzlers Sinn und
Bedeu=
tung. Daß wir dafür beſonderen Dank wiſſen, namentlich in den
Stürmen unſerer Tage, die ja vor allem der Selbſtändigkeit der
Länder gegolten haben, iſt eine Selbſtverſtändlichkeit. Wir
er=
blicken in dem Beſuch des Reichskanzlers das Beſtreben, Fühlung
zu nehmen und zu halten mit den einzelnen Länderregierungen
ſin der Zeit der großen geiſtigen und wirtſchaftlichen Not des
deutſchen Volkes. Daß Sie ſelbſt, hochverehrter Herr
Reichskanz=
ler, dieſem Gedanken Ausdruck verleihen möchten, in dieſem Sinne
entbiete ich Ihnen im Namen der bayeriſchen Staatsregierung den
Herzlichen Willkommgruß.”
Reichskanzler von Papen
dankte für die Begrüßung und betonte: „Es freut mich ganz
be=
ſonders, daß ich jetzt der bayeriſchen Regierung und Ihnen, ſehr
geehrter Herr Miniſterpräſident, einen Beſuch machen darf. Er
ſoll ſein ein Symbol dafür, daß in der Tat gerade jetzt, in den
vielleicht ſchwerſten Stunden der Nachkriegszeit, wir nur dann zu
dem großen gemeinſamen Ziele weiterſchreiten, wenn wir die
Einigkeit zwiſchen dem Reich und den Ländern wieder herſtellen,
wie ſie einſtens geweſen iſt. Sie wiſſen, daß es von Anbeginn
rieiner Regierung mein großes Ziel geweſen iſt, mit den Ländern
und durch die Länder, deren außerordentliche Wichtigkeit und
Be=
deutung in kultureller und völkiſcher Beziehung ich nie überſehen
und ſtets hoch anerkannt habe, das neue Reich zu bauen. Ich
danke Ihnen, Herr Miniſterpräſident, und der bayeriſchen
Staats=
tgierung, daß Sie mir Gelegenheit geboten haben, in dieſen zwei
Tagen in Ihrer Mitte zu weilen.”
Anſchließend empfing der Kanzler die bayeriſche Preſſe, der
er erklärte, daß ſein Beſuch in München mehr ſei als ein
Höflich=
keitsbeſuch, er habe einen ſymbolhaften Charakter. Er ſolle
dar=
tun, daß die Reichsregierung ſich bewußt ſei, daß die
löſung der großen und ſchwierigen Aufgaben
nur möglich ſei bei der Zuſammenfaſſung all der
wertvollen Kräfte im deutſchen Volke, die
be=
ſonders aus der alten tauſendjährigen Kultur
ſeiner Länder ſtrömten. Die gegenwärtige
Reichs=
gegierung habe vom erſten Tage an betont, daß ſie bewußt
auf föderaliſtiſchem Standpunkt ſtehe, und daß das
e gene Leben und die Geltung der Länder wieder zur vollen Blüte
gebracht werden ſollen. Er hoffe, von ſeinem Beſuche in München
neue Anregungen durch den perſönlichen Kontakt zu bekommen
Der Kanzler beſuchte anſchließend den Landtagspräſidenten
und die Stadtverwaltung München.
Der Kanzler ſtattete im Laufe des Tages den Oberhäuptern
der chriſtlichen Kirche und dem pävſtlichen Nuntius Beſuche ab.
N achmittags gab Dr. Held ein Frühſtück im engſten Kreiſe.
Abends fand im Palais an der Königinſtraße ein Empfang
ſatt, der dem Kanzler und ſeinen Mitarbeitern Gelegenheit gab,
nit führenden Perſönlichkeiten der bayeriſchen Wirtſchaft,
Poli=
dE. Wiſſenſchaft und Kunſt in perſönliche Fühlung zu treten.
Was iſt mit Dr. Schachk?
Berlin, 11. Oktober.
Wie wir hören ſchweben in Berlin Erwägungen, den
Reichs=
bonkpräſidenten a. D. Dr. Schacht mit der Funktion eines
Reichs=
kernmiſſars für das Bankweſen zu betrauen. Ob dies in der
Vorm geſchehen ſoll, daß Dr. Schacht den Poſten des jetzigen
Reichskommiſſars übernimmt, oder in anderer Form, ſteht noch
nicht feſt. Jedenfalls würden ſeine Zuſtändigkeiten gegenüber
demen des in der Notverordnung vom 21. September 1931
ge=
ſctaffenen Reichskommiſſars eine Erweiterung erfahren. So er=
Vom Eigenwerk der chineſiſchen Kulkur.
Anläßlich der Feier des Chineſiſchen
National=
ges in Frankfurt, zu der ſich (im Carlton=Hotel) viele
Mit=
z eder der chineſiſchen Kolonie und eine Anzahl geladener Gäſte
eingefunden hatte, hielt der Direktor des dortigen China=
Inſtitutes Dr. Erwin Rouſſelle den Feſtvortrag über das
ohäige Thema.
Einleitend wies Dr. Rouſſelle darauf hin, daß das moderne
Cpina genau ſo entfernt ſei von Kungtſe und Laotſe wie wir
um den griechiſchen Philoſophen, daß man aber dort mindeſtens
o ſtark wie in Europa das Einheitliche und Ununterbrochene
ziner Kulturtradition empfinde. In Jahrhunderten zu rechnen,
e” der große Gedanke der chineſiſchen Politik, die von jeher
Riſen der Macht und Kultur nur als Wellentäler im Leben
2S ſchöpferiſchen Genius der Kultur betrachtet habe. Das
Eigentümliche chineſiſcher Kultur ſei, daß ſie alle Volksſchichten
kyrreife und durchdringe, nicht als Bildungsbeſitz im europäiſchen
Smn, ſondern als humanes Weſen, das ſich im Zeitloſen
i er dahinter ſtehenden Weltanſchauung verankert fühle.
Gekennzeichnet ſei dieſe Weltanſchauung durch
außerordent=
ichee Natürverbundenheit, der europäiſche Zwieſpalt
näſchen Geiſt und Natur ſei in China nicht aufgetreten, das
wäſchen dämoniſcher Naturunterworfenheit und hybrider
Geiſtig=
eit- die Mitte gewahrt habe. Solche Naturverbundenheit ſehe in
dem Objekt einen bedeutſamen Sinnträger, in der Natur den
lweſeelten Zuſammenhang. Widernatürlich erſcheine dort die
Komſtellung eines ſinnloſen Kosmos, ſelbſtverſtändlich und
natür=
ſich die Einordnung in den großen kosmiſchen
uſammenhang, in dem der Einzelne ſich ſelbſt und die
0 ürlichen Ordnungen der Familie, des Staates uſw. auf=
Goben fühle. Daraus folge eine ſakrale Staatsauffaſſung und
ene beſondere chineſiſche Ethik mit ihrem ſtoiſchen Stolz und
ner Weltüberlegenheit. Dieſe Ethik beſage nicht, daß man ſich
weckmäßig in die Zeitverhältniſſe, ſondern daß man ſich ſinnvoll
idas Weltganze einzufügen habe, auch wenn man dadurch in
degenſatz zu ſeiner ganzen Zeit trete. Stolzeſter Ausdruck
ſſcher Geſinung das Wort „Gefahr! Aber kein Makel!”
Der Vortragende ſkizzierte ſodann einige Hauptzüge
ineſiſcher Wiſſenſchaft und Kunſt, aus denen das
ei che Weltgefühl ſpreche. In der Geſchichtswiſſenſchaft, für die
hina eine beſondere Anlage habe (Ahnenkult) ſtehe die
Sinn=
elltung im Vordergrund, Geſchichte werde ſtets erfaßt als
uSdruck eines Sinnes und als geſchautes Ganze.
Sinn=
urtung ſei auch das Weſentliche in der chineſiſchen Kunſt,
e in höchſter Klarheit und Gegenſtändlichkeit das geiſtige
Leſſen des Objektes, ſeine Beziehung zum Weltſinn ausdrücke.
ei: Zug ins Unendliche, der den rahmenloſen chineſiſchen
wägt man u. a. auch eine ſtärkere Einflußnahme des durch Dr.
Schacht zu übernehmenden Auftrags auf das in der genannten
Notverordnung geſchaffene Kuratorium für das Bankgewerbe.
Die Reichsregierung hüllt ſich zwar noch in Schweigen. Man
geht aber nicht fehl in der Annahme, daß Herr Schacht an die
Regierung Papen, der er zunächſt mit gewiſſer Reſerve
gegen=
überſtand, jetzt Anſchluß gefunden hat. Sie hatte ihn eben erſt
in halbamtlicher Miſſion nach London geſchickt, um mit der
Lon=
doner Gläubiger=Gruppe über eine Zins= oder gar
Kapitalreduk=
tion für ihre deutſchen Schuldner zu verhandeln. Daraus läßt
ſich auch die Vermutung herleiten, daß er auserſehen ſei, das
Amt als „Schuldenkommiſſar” zu übernehmen und gleichzeitig
die unter dem Einfluß des Reiches ſtehenden Banken zu
kontrollie=
ren und einzuſchalten. Schacht verfügt über die nötigen
Be=
ziehungen und beſitzt im Ausland einen recht guten Namen. Es
läßt ſich noch nicht ſagen, wann die Regierung die Ernennung
durch die Errichtung eines Reichskommiſſariats vollzieht, da
ſchließlich auch auf den Reichsbankpräſidenten Dr. Luther eine
gewiſſe Rückſicht genommen werden muß, wie überhaupt ein
har=
moniſches Zuſammenarbeiten der beiden Stellen von
ausſchlag=
gebender Bedeutung ſein wird.
Eine nakionalſozialiſtiſche Aufforderung
an den Kronprinzen.
Potsdam, 11. Oktober.
Der Amtswalter der NSDAP., Ortsgruppenleiter Albert
Wilde, richtete am Montag in der „Potsdamer Tageszeitung”
einen dringlichen Aufruf an den Kronprinzen. Wilde ſagt, daß
er als ehemaliges Stahlhelmmitglied und Amtswalter der
NSDAP. die Verhältniſſe in den beiden großen Lagern genau
kenne und deshalb dazu beitragen wolle, das Feuer zu löſchen,
bevor es zu ſpät ſei. Durch die Art der Reichstagsauflöſung ſei
unter den nationalen Verbänden und Parteien ein Kampf
ent=
brannt, der die deutſchgeſinnte Bevölkerung zerſetze und dem
deut=
ſchen Anſehen im Auslande Schaden von unabſehbarer Tragweite
zufüge. Es heißt dann wörtlich: „Dem muß ſofort Halt geboten
werden von einem Manne, der außerhalb des Parlaments über
den Parteien ſteht und der unſer gemeinſames Vertrauen in
höchſtem Maße genießt: das kann in der gegenwärtigen Lage nur
unſer Kronprinz ſein. Darum rufe ich ihm zu: Uebernimm du
die Führung. Das deutſche Volk iſt in größter Not!”
Das Gaupreſſeamt des Gaues Berlin der NSDAP. erklärt
zu dem Aufruf Wildes, daß er als „die private Stellungnahme
eines aus der NSDAP. ausgeſchloſſenen Mitgliedes zu
betrach=
ten” iſt
Wilde teilt heute mit, daß ihm bis zum Dienstag vormittag
„weder von ſeinem Ausſchluß aus der Partei, noch von der
Ent=
hebung vom Amt eines Ortsgruppenführers etwas bekannt
ge=
worden” ſei.
Eine Wahlbombe.
Zur Einleitung des Wahlkampfes bringt der
ſozialdemokra=
tiſche „Vorwärts” eine Alarmnachricht über angebliche Umtriebe
des früheren Kronprinzen. Das Blatt will unter Beweis ſtellen,
daß der Kronprinz ſich wiederholt in Geſprächen darauf berufen
habe, er ſei mit dem Kanzler, dem Militärminiſter und dem
Reichspräſidenten einig darüber zu einem gewiſſen Zeitpunkt
würde Hindenburg ihn zum Reichsverweſer beſtimmen und dann
zurücktreten. Er ſelbſt werde ſich auf Reichswehr, die auf das
Reich übergegangene Schutzpolizei und 400 000 bewaffnete
Stahl=
helmer ſtützen. Einen 9. November werde es nicht wieder geben.
Die Träger dieſes Planes ſeien entſchloſſen, für dieſe Sache zu
kämpfen und, wenn es ſein müſſe, zu ſierben. Der Kronprinz
von Bayern ſei mit dieſem Plan einverſtanden und werde an
demſelben Tage, an dem der Kronprinz Reichsverweſer werde,
an die Spitze eines Donaukönigreiches treten.
Man ſieht, ein fanatiſches Durcheinander von
Kammerdiener=
weisheiten. Der Einfältigſte merkt den Widerſpruch, daß der
Kronprinz Reichsverweſer werden und gleichzeitig ein
Donau=
königreich entſtehen ſolle, das doch den Zerfall des Reiches durch
das Ausſcheiden Bayerns bedeuten müßte. Das Phantaſieprodukt
endet mit der Aufforderung an den Oberreichsanwalt,
einzu=
greifen, weil „das Treiben des Kronprinzen den Tatbeſtand des
Hochverrats erfülle‟. Wir nehmen an, daß der Oberreichsanwalt
einſtweilen noch wichtigere Dinge zu tun hat, als ſich um
der=
artige Hintertreppenromantik zu kümmern.
Bildern anhafte, die Unabhängigkeit vom realiſtiſchen
Stand=
punkt, die dem Beſchauer die Wanderung durch das Bild
er=
laube, und die Abſtraktion von der Farbe als Weggehen vom
Einzelnen, Aeußeren auf das Tiefe und Eine ſeien hier
be=
deutungsreiche Symptome.
Zum Schluß entwarf Dr. Rouſſelle ein Bild des vornehmen,
grandſeigneuralen Menſchen, den die chineſiſche Kultur immer
wieder hervorgebracht und mit dem ſie Typen von
Ewigkeits=
wert geſchaffen habe: den fürſtlichen Menſchen von ſtoiſcher
Moral, hoher Gelehrſamkeit, feinſter geſthetiſcher Bildung und
reichſter Menſchlichkeit — „im Innern ein Heiliger, nach außen
ein König”.
Die Begrüßungsanſprache zu Beginn der Feier hielt Herr
Geſandter z. D. v. Borch; im Namen der Chineſen ſprach
Herr Ting, der eine kurze Ueberſicht über die kulturellen
Beziehungen zwiſchen Deutſchland und China gab. Daran
ſchloſſen ſich Vorträge von chineſiſchem Geſang und Inſtrumental=
Dr. N.
muſik.
Werner Krauß in „Menſch ohne Namen”.
Auf den Namen des Schauſpielers Werner Krauß, einer
der Größten der lebenden Schauſpielergeneration, iſt in der
Beſprechung dieſes Films, der leider reichlich ſpät nach
Darm=
ſtadt kommt, der größere Nachdruck zu legen. Damit ſoll nicht
geſagt ſein, daß der Film als ſolcher, nicht allerbeſte Beurteilung
Wert iſt. Er iſt es. Aber die ſchauſpieleriſche Leiſtung Werner
Krauß” gibt ihm erſt die ganz ſtarke künſtleriſche Note, das
überragende Niveau.
Werner Krauß ſpielt nicht Theater in dieſem Film. Er
iſt der Mann ohne Namen. Iſt der Menſch, dem eine Tücke
des Schickſals — es iſt in Wahrheit vielen ſo gegangen — für
die Welt das Leben und den Namen nahm. Das Leben verlor
er nur der Welt gegenüber. Er wurde fälſchlich für tot erklärt.
Da in einem durch Geſetzgebung geordneten Staat dieſe
Tot=
erklärung Wirklichkeit iſt, und ein Menſch, der juriſtiſch tot iſt,
eben zu den Toten zählt, auch wenn er noch ſo lebendig iſt, gilt
der Kampf dieſes Mannes ſeinem Namen. Jeder lebende
Menſch muß in unſerem Rechtsſtaat einen Namen haben. Der
Automobilfabrikant Heinrich Mann aber iſt, nach den Akten, tot.
Der einzige Umſtand, daß Heinrich Martin, der lebende
Namen=
loſe einen Beamten beleidigt und dieſerhalb beſtraft werden
muß, gibt ihm die Möglichkeit, ſich wieder einen Namen zu
erwerben, denn in unſerem Rechtsſtaat kann ein Namenloſer
nicht beſtraft werden.
Es ſind der komplizierteſten Rechtsfragen viele, die
auf=
geworfen werden und die Löſung der Komplikationen erfolgt
Eine böſe Enkgleiſung
des Reichskags=Ausſchuſſes für Auswärtige
Angelegenheiken.
* Berlin, 11. Okt. (Priv.=Tel.)
Der Auswärtige Ausſchuß des Reichstages trat am Dienstag
zuſammen. Die Reichsregierung hatte es abgelehnt zu kommen,
bis die Parteien ihren grundſätzlichen Standpunkt zur
Reichstags=
auflöſung revidiert hätten. Die Deutſchnationalen waren
ab=
weſend, und auch das Zentrum wollte zunächſt nur einen „
Beob=
achter” entſenden. Das Ganze war als Demonſtration gedacht,
Die Mehrheitsparteien, baben aber daraus eine Senſation
ge=
macht — freilich eine Senſation höchſt unerfreulicher Art.
Zen=
trum und Sozialdemokraten wollten zunächſt nur Beobachter der
Natſoz. und Kommuniſten ſpielen, haben ſich aber dann wieder
eingeſchaltet. Das Zentrum hat mit Natſoz. und Bayeriſcher
Volkspartei unter Zuſtimmung der Sozialdemokraten einem
An=
trag zur Annahme verholfen, der in ſeinen Formulierungen ſo
ſcharf iſt, daß ſeine Wiedergabe wegen der letzten
Preſſenotver=
ordnung ſehr bedenklich iſt. Er begnügt ſich nicht damit, der
Re=
gierung wiederholten Verfaſſungsbruch nachzuſagen, da ſie der
Aufforderung des Ausſchuſſes zu erſcheinen nicht gefolgt iſt, er
wirft ihr eine ſchwere Schädigung der außenpolitiſchen Stellung
des Reiches vor, weil die Regierung vor aller Welt beweiſe, daß
ſie nicht den Mut finde, „für ihre von ſchweren Mißerfolgen, in
Lauſanne und Genf begleitete Außenpolitik einzuſtehen”. Ihre
außenpolitiſche Aktion entbehre infolgedeſſen von vornherein des
nötigen Gewichtes. — Das iſt ſo ziemlich das tollſte, was wir an
nationaler Diſziplinloſigkeit im Laufe der letzten Jahre erlebt
haben. Wenn die Mehrheitsparteien ihren Prinzipienkampf gegen
das Kabinett Papen ausfechteni wollen, dann kann man das
ver=
ſtehen, und inwieweit ſie dabei recht haben, mögen die Wähler
entſcheiden. Es iſt aber ein Skandal, wenn Parteien in ihrer
par=
teipolitiſchen Verblendung jeden Sinn für die Grenzen des
inner=
politiſchen Kampfes verlieren und bedenkenlos die Gegenſätze auf
aüßenpolitiſches Gebiet hinüberſpielen, obwohl ſie genau wiſſen,
daß hier das ganze Volk vielleicht auf Jahre hinaus die Koſten
bezahlen muß. Jedenfalls werden Herr Herriot und ſeine
Auf=
rüſtungsfreunde ſich bei der Ausſchußmehrheit bedanken können,
da ſie ihnen ſo gute Karten in die Hände ſpielt und Möglichkeiten
geben, jeder Verhandlung mit der Reichsregierung aus dem Wege
zu gehen. Gerade Zentrum und Nationalſozialiſten haben
wieder=
holt betont, daß ſie außenpolitiſch die Regierung ſtützten, was ja
eigentlich eine Selbſtverſtändlichkeit iſt. Mit dieſer Entſchließung
des Auswärtigen Ausſchuſſes haben ſie das Gegenteil erreicht, und
wenn nicht die Regierung, aber die Intereſſen des deurſchen
Vol=
kes ſchwer geſchädigt. Dabei wird es beinahe zur Nebenſache, wenn
u. a. in dieſer Entſchließung der Reichsregierung eine Anklage
wegen Verfaſſungsbruches von dem neuen Reichstag angekündigt
wird.
Angarn für Gleichberechtigung.
2as Programm des neuen Miniſterpräſidenken
Gömbös.
TU. Budapeſt, 11. Oktober.
Miniſterpräſident Gömbös hielt am Dienstag im
Parla=
ment ſeine Programmrede. Er bezeichnete den Klaſſenkampf als
überholt und erklärte ſich als Anhänger des Gleichgewichts
zwi=
ſchen Arbeit und Kapital, das herzuſtellen er entſchloſſen ſei. Die
Führung der Arbeiterſchaft dürfe nicht weiter ein Monopol der
Sozialdemokraten ſein. Gömbös kam dann auf außenpolitiſche
Fragen zu ſprechen und erklärte, daß die Paneuropa=Idee
undurch=
führbar ſei. Er arbeite für einen oſteuropäiſchen
Staatenzuſammenſchluß. Ungarn müſſe ſich in die
Lebenseigenſchaft der Donauſtaaten einfügen. Die
Friedensver=
träge ſeien ſchwer erniedrigend. In der Zeit von Friedens= und
Abrüſtungskonferenzen könne es nicht weiter geächtete Nationen
geben. Ungarn wünſche keine Aufrüſtung, aber ſeine
Selbſtändig=
keit ſchützen zu können. Ungarn wolle mit ſeinen Nachbarn in
friedlichen Beziehungen leben. Er wünſche, daß ſich die
politi=
ſchen und handelspolitiſchen Beziehungen zu Deutſchland und
Oeſterreich immer beſſer geſtalteten. Im weiteren Verlauf
ſei=
ner Ausführungen erklärte ſich Gömbös für den konfeſſionellen
Frieden im Lande. Notwendig ſei ein allgemeines, geheimes
Wahlrecht, allerdings unter Sicherung der nationalen Intereſſen.
Eine Diktatur ſtrebe er nicht an. Als die Sozialdemokraten
dar=
auf höhniſche Bemerkungen machten, ſagte Gömbös, die Herren
mögen wiſſen, daß er eine geſunde kapitaliſtiſche Politik machen
wolle. Die Sozialdemokraten lebten von den Auswüchſen und
Mißbräuchen des Kapitalismus.
nicht ohne innere und äußere Widerſprüche, ſie iſt auch oft
bar jeder Logik. Aber es ſind Komplikationen, die eben nur der
Rechtsſtaat mit ſeinem geſetzlich miniutiös geregelten Ablauf
hervorbringen kann.
Neben juriſtiſchen Fragen hat aber das Schickſal des
Menſchen ohne Namen eine erſchütternde menſchliche Seite. Der
Reſerveleutnant Heinrich Martin, glücklich verheiratet und Vater
eines Kindes, zog Anfang 1914 ins Feld, zeichnet ſich
ſelbſt=
verſtändlich aus, und wenn er gefallen wäre, lebte er im
Ge=
dächtnis aller, die ihn kannten, als Held. Er fiel aber nicht,
er verlor bei dem Gasangriff vor Dünaburg nur ſein
Gedächt=
nis und ſeine Papiere. Als ein Namenloſer wird er geſund,
tief in Rußland, und nach 16 Jahren erſt wirft ein lächerlicher
Zufall ihm die Erinnerung an ſeinen Namen, an ſein Daſein
vor dem Gasangriff zurück. 16 Jahre verändern einen Menſchen.
Weder ſein beſter Freund, noch zunächſt ſeine Frau, erkennen
ihn wieder. Der, wenn er tot wäre als Held Gefeierte, wird,
weil er lebt, ſtrafrechtlich verfolgt als Betrüger und Erpreſſer.
Zu irgendeiner Zeit, in irgendeiner Phaſe ſeines Kampfes um
den Namen, dämmert der Gattin, die inzwiſchen ſeinen beſten
Freund geheiratet und auch mit dieſem in glücklicher Ehe lebt,
die Wahrheit. Inzwiſchen aber blüht auch dem Namenloſen
ein neues Glück, und die beiden ſeltenen Menſchen trennen ſich
mit dem gegenſeitigen ſtillſchweigenden Entſchluß, dem Glück
des anderen nicht im Wege zu ſtehen. Heinrich Martin, der
lebendige Tote, wird Gottlieb Leberecht Müller und ſeine
Witwe” bleibt glücklich in ihrer neuen Ehe. Auch ſeine
wirt=
ſchaftliche Exiſtenz iſt hervorragend geſichert, ein von ihm als
Heinrich Mann angemeldetes Automobilpatent ſichert ihm
Ver=
mögen. Es wird Gottlieb Leberecht Müller — eine der Lücken
und logiſchen Mängel — nicht ſtreitig gemacht. Der in ſeinem
ganzen Ablauf erſchütternd ernſte Film ſchließt mit einem
lächerlichen „happy end”, weil ſeine Schöpfer Scheu haben
letzte Konſequenzen zu ziehen. — Wie Werner Krauß dieſen
Menſchen ohne Namen lebt, ihn innerlich ſeeliſch durchdringt
und ihm eine ſtarke kämpferiſche Körperlichkeit gibt, das iſt
eine ganz große ſchauſpieleriſche Leiſtung, weil Werner Krauß
ſich in ſeinen Ausdrucksmitteln auf Primitives oft nur
An=
deutendes in Blick, Geſte und Bewegung beſchränkt. Wenn
Werner Krauß mit 2 Fingern. der Linken über die Augen fährt
und dann auf ſeine Gegner blickt, wie er die Fäuſte an die
Schläfen preßt, nach Ausweg ſuchend, das ſagt mehr, wirkt
unendlich tiefer, als ſchauſpieleriſche Leiſtungen, in denen alle
Negiſter gezogen werden. — Ihm zur Seite ſtehen alles gleich
gute Künſtler, in erſter Linie Maria Bard, dann auch Helene
Thimig und Hertha Thiele, die ihre Tochter ſpielt. Sehr
ſympathiſch ſpielt Eduard von Winterſtein den
Amts=
richter. Leiſtungen, angefüllt mit Humor und Satire geben
Fritz Grünbaum und Julius Falkenſtein. M. St.
Seite 4 — Nr. 284
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mittwoch, 12. Oktober 1932
A
A.
Am Freitag, den 14. Oktober feiert der Sattler i. R.
Konrad Friedr. Roth, hier, Parkusſtraße 7,
mit ſeiner Ehefrau Julie, geb. Holler
das ſeltene Feſt der
Goldenen Hochzeit.
Für die vielen Beweiſe wohltuender
Teil=
nahme beim Heimgange unſeres lieben
Entſchlafenen, ſagen wir von Herzen Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Helene Spamer, geb. Schmidt.
Darmſtadt, den 12. Oktober 1932. 14163
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drau Matlane Soennder
geb. Schmidt.
Ludwig Obenauer, Oberkriegsgerichtsrat a. D.
Frau Adi Kolb, geb. Obenauer
Wolfgang Obenauer, Oberleutnant a. D.
Hans Ludwig Obenauer
Frau Hildegard Czibulinski, geb. Obenauer
Dr. Theodor Schmidt, Juſtizrat
Frau Adeline Rott, geb. Schmidt
Dr. Hans Kolb, Geſandtſchaftsrat
Frau Dr. Agnes Obenauer, geb. Blum
Dr. Alfred Czibnlinski, Legationsrat
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Darmſiadt, Tokio, Kehl, Berlin,
den 10. Oktober 1932.
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bezieher werden gebeten, Sonderpreu;
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Lieferung durch das Gaswerk ur)
die Kohlenhandlungen. (St. 141=
Direktion der ſtädt. Betrieb"
Aus den Amtsverkündigungen
des Kreisamts Darmſtadt und den
Bekanntmachungen des Polizeiamts
Darmſtadt.
Gefunden: 3 Herrenfahrräder,
menfahrrad, 1 Rahmenbau, 1 Pork”
nonnaie mit Inhalt, 1 ſilb. Dame
uhr ohne Band, 1 gold. Nadel, 1 HE
renſchirm, 1 Herrenrock, 1 gold. OO‟
ring, ein buntes wollenes Dreiecktu”=
1 Fahrradſattelkiſſen. 1 Kinderporn
monnaie, 1 Paar Motorradhandſchul.
1 bunter Schal, 1 Roſenkranz, 1 Kinde‟
mütze, 1 Doublé=Zwicker, 1 Herre
ſtrumpf. 1 Paar Nappahandſchuhe, ei *
Aktentaſche, 1 Badehaube, 1 Paar D‟
menlederhandſchuhe. 2 Bund Schlüſl”
— Zugelaufen: 1 Schäferhund. 1 Wa.”
telhund. 1 Deutſcher Schäferhund.
Zugeflogen: 1 Kanarienvogel.
Wir machen wiederholt darauf au”
merkſam, daß auch noch
Fundgege=
ſtande vorhanden ſind, die in früher”
Bekanntmachungen verzeichnet ſind. ‟
tereſſenten können die Fundgegenſtänk
während der Büroſtunden auf Zimma‟
Nr. 11 beſichtigen.
Mittwoch, 12. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 284 — Seite 5.
Aus der Landeshaupiniaer.
Darmſtadt, den 12. Oktober 1932.
Epangeliſche Markusgemeinde.
So mannigfaltig wie ein Strauß farbenfroher
Herbſt=
nmen geſtaltete ſich unſer erſter Gemeindeabend vor
u ge und Ohr der zahlreichen Zuhörer. Er galt noch dem
Ge=
enken an das 25jährige Beſtehen unſeres in der Stille eifrig
mkenden Gemeinde=Frauenvereins deſſen Liebestätigkeit
nſer Herr Stadtpfarrer Vogel in ſeiner Vormittagspredigt in
e: Stadtkirche mit feinſinniger Parallele anknüpfend an Römer
6. 1—3 und Matth. 25. 31—46, in herzlicher Würdigung gedacht
ſu te. Hier am Abend war die Ehrung ins Muſikaliſch=
Künſt=
urſche übertragen. Der Vortrag unſeres verehrten Pfarrers
ver „Sommertage am Chiemſee, Geſchichtliches und Erlebtes”,
ard im Mittelpunkt. Vom Flug über das herrliche bayeriſche
and des Chiemgaus mit ſeinem machtvollen Chiemſee hörten
ſir in anmutiger Schilderung, von der ſicheren Steuerung des
bchverdienten Fliegers Braun von Bucheneck hinweg über die
mneln des Sees. vom neuen Königsſchloß und alten einſtigen
loſter auf Herren=Chiemſee, von des letzteren Bedeutung für
ob. von Staupitz, den Freund und Seelſorger des jungen
Mar=
m Luther bei deſſen Aufſtieg und Weltbedeutung für die
Ver=
ſdung des Evangeliums. Die reichen geſchichtlichen
Erinnerun=
ſchloſſen mit dem Gedenken an die Vertreibung der Salzbur=
Proteſtanten, ihre Leiden und ihre Glaubenstreue, und
ſchließ=
an den großen Sohn Salzburgs Mozart. Auf ſchönſte
um=
hloſſen wurde die redneriſche Feſtgabe von den muſikaliſchen und
hanglichen Darbietungen von Frl. Meta Deutſch. (Sopran),
rn Fritz Kugler (Tenor), Herrn Hermann Görner am
gel und Herrn Crößmann (Violine). Der ausgezeichne=
Leiſtung des Herrn Görner in ſeiner feinen Beherrſchung des
nſtruments, auch bei der Begleitung der Geſangsvorträge, ſtellte
die vortreffliche und anmutige Sicherheit von Frl. Deutſch
den Schubertliedern gleichwertig zur Seite. Die virtuoſe
Fer=
teit von Herrn Crößmann zeigte ſich bei der Kreißlerſchen
Kom=
yſition von der beſten Seite, und Herr Kugler wußte bei dem
soen Umfang ſeiner ſchönen Stimme ſtarken Beifall zu
errin=
en beſonders auch bei dem wiederholten Vortrag einer
Lied=
imwoſition von Herrn Pfarrer Vogel ſelbſt, in frohen
Jugend=
tgen entſtanden. Wir ſchließen uns gerne dem Wunſche an, die
2ütwirkenden dieſes Abends möchten dem Markusgemeindeverein
ut Sang und Klang noch öfters ſolche ſchöne Freude bereiten.
Frauenverein aber wird aus dieſer Feierſtunde neben der
ſudigen Erinnerung auch das ernſte Predigtwort der
Sonn=
tgspredigt in den Alltag hinübernehmen daß der Frau aus
ſter Liebestätigkeit höchſte Würde und Aufgabe erwachſt. Die
igabe der Frauenvereine — im Sinnbild geſprochen — der
Star zu ſein, an dem viele Notleidende und Bedurftige Rettung
un den gerade jetzt ſo großen Nöten des Lebens finden.
Unſe=
m Krankenſchweſtern — gleich der bibliſchen Schweſter Phöbe als
gte. Engel — bleibt dabei in ihrem Beruf die Anerkennung,
nt ihrer milden Hand, mit ihrem Zuſpruch in den hundertfachen
huslichen und Krankheitsnöten ihrer Schutzbefohlenen die
Troſt=
btſchaft des Evangeliums von Chriſto Jeſu im täglichen Leben
urktätig werden zu laſſen — Unſer nächſter Gemeindeabend iſt
m Montag, dem 17. d. M., mit dem religiöſen Thema „Der
agſte Text des Vaterunſers”.
Heim im Heylshof. Gegenüber Gerüchten von einer
dem=
näſtigen Schließung des ſchönen Heims teilt die Leiterin
des=
hen mit, daß der Heylshof im Sinne der Beſitzerin nach wie
als Heim weitergeführt wird und demnach eine Auflöſung
9ſelben auf keinen Fall in Ausſicht ſteht. (Siehe Anzeige.)
Lichtbildervortrag: „Aus dem Leben und Treiben in
un=
früheren Kolonie Oſtafrika.” Auf den heute abend, om
Oktober, ſtattfindenden Vortrag des Herrn
Gouvernements=
bretärs a. D. Dietz, im G.D.A.=Heim. Schleiermacherſtraße,
ard nochmals hingewieſen. Herr Dietz, der bekannte
Oſtafrika=
hner, wird eine große Zahl von Bildern zu ſeinem Vortrag
rſeihren laſſen. Der Eintritt iſt frei. Gäſte ſind willkommen.
— Bücherſtube Alfred Bodenheimer. Die Bücherſtube ſtellt
üule zum erſten Male die Arbeiten des jungen Darmſtädters
rwin v. Löw aus. Gezeigt werden Oelbilder, Aquarelle und
eichnungen. Eintritt unentgeltlich.
r. Bruno=Heinz Saccur, der Sohn des am hieſigen Hoftheater
undestheater) ſehr beliebt geweſenen Mitgliedes Alma Saccur,
r bisher an der Frankfurter Oper als Dramaturg und
Hilfs=
tekleiter tätig war, wurde von Herrn Intendanten Loehr an das
eminger Landestheater als Dramaturg, Operettenſänger und
hauſpieler verpflichtet. Bruno Saccur fand ſeine geſangliche
uschildung in der Geſangsſchule ſeiner Mutter.
Der Darmſtädter Pianiſt Guſtav Beck im Kleinen Haus.
bekannte Darmſtädter Pianiſt Guſtav Beck gibt Montag,
N7/. Oktober, ſeinen diesjährigen Klavierabend in Darmſtadt.
r. Künſtler ſpielt im Kleinen Haus des Heſſiſchen
Landes=
tarers klaſſiſche Werke von Bach Haydn. Beethoven und moderne
Aice von Braunfels, Skriabin, Debuſſy und Ravel.
Hefſiſches Landestheater.
Großes Haus
dmerstag,
Anf. 20 Ende gegen 22½ Uhr. C. 4.
Preiſe 0.70—5.50
13. Oktober Eugen Onegin.
19½, Ende gegen 23 Uhr. D3.
Mtrag.
14. Oktober kavalier. Preiſe 0.70—5.50 Mk
De Mſers=
Kleines Haus
Rtwoch,
20—22 Uhr. Zuſatzmiete VI 2.
2 Oktober /Geld ohne Arbeit.
Preiſe 0.70—3.80
erstag,
13. Oktober
Anf. 20 15 Uhr. Paul Brauns Marionettentheater
Münchener Künſtler. Parodiſtiſche Goethefeier.
Goethe im Examen. Vorher: Jery und Bätely.
Preiſe 0.50—2.80
Ritag,
14. Oktober
15½ Uhr. Das Pnppenſpiel vom Dr. Fanſt.
Geſchloſſene Vorſtellung.
20.15 Uhr. Parodiſtiſche Goethefeier. Goethe im
Examen. Vorher: Jery und Bätely. 0.50—2.80.
Heſſiſches Landestheater. Heute abend, 20 Uhr, findet eine
1it re Wiederholung des amüſanten Luſtſpiels von
Colantuoni=
fmmle „Geld ohne Arbeit” ſtatt, das ſich bisher bei den
veleerholungen eines ſteigenden Intereſſes von ſeiten des
Publi=
nis erfreut.
— „Eugen Onegin” im Großen Haus des Landestheaters.
ſierstag, den 13. Oktober, wird in völlig neuer muſikaliſcher
Beniſcher Einſtudierung Tſchaikowſkys in Darmſtadt ſeit 1894
mehr geſpielte Oper „Eugen Onegin” in den
Spiel=
aufgenommen. Die Inzenierung dieſer Oper deren
Hand=
eine Erzählung des ruſſiſchen Dichters Puſchkin zu Grunde
liegt in den Händen von Rabenalt=Reinking. Die muſika=
Leitung hat Karl Maria Zwißler, von dem auch die neue
Fuche und muſikaliſche Bearbeitung ſtammt. Den Eugen
oin ſingt: Siegfried Urias die Tatjana Elſa Kment die
damit dem Darmſtädter Publikum in einer tragenden Rolle
telllen werden, den Lenſki Joachim Sattler, Fürſt Gremin:
Schlüter, Larina: Anna Jacobs, Olga: Grete Bertholdt,
p ewa: Martha Liebel.
„Das Puppenſpiel vom Dr. Fauſt”, im Kleinen Haus.
Branns beruhmtes Marionettentheater Münchener Künſtler
— außer den beiden Parodiſtiſchen Goethefeiern am Don=
Eing, den 13., und Freitag, den 14. Oktober, — am Samstag,
S. Oktober, nachmittags 15.30 Uhr. „Das Puppenſpiel vom
Fauſt” zur Aufführung bringen. Bekanntlich hat Wolfgang
Goethe in ſeiner Kindheit dieſes Puppenſpiel geſehen und von
weſentliche Anregungen für die ſpätere Geſtaltung des „Fauſt”=
Efſees empfangen.
Die Manntei Hauen Sccto.
Kriegsbemalung der Frauen. — Sind barbariſche Sitten in Deutſchland angebracht?
Meverdthelten.
Die Wangen der Frauen werden in dieſem Herbſt nicht ſo
rot getragen,wie im Vorjahr. Dafür aber laſſen ſich überſpannte
Damen die Nägel grün oder violett lackieren, und ſchon melden
geſchäftstüchtige Haarkünſtler, daß im Winter ſilberfarbige
Bubiköpfe getragen werden.
Ganz abgeſehen von den künſtlich gezogenen Augenbrauen, den
goldenen Erſatzwimpern, der gekalkten Stirn und den
ſchwung=
voll gemalten Lippen.
Wir werden alſo märchenhafte Pracht ſchauen, und die armen
Geſchöpfe, die ſich in dieſer neuen Lackierung reizvoll und
an=
ziehend vorkommen, begehen dieſe naturwidrigen Greuel nur in
dem nicht ganz unberechtigten Wahn, den Herren der Schöpfung
beſſer zu gefallen
Wer an dieſer Behauptung zweifeln ſollte, ſehe ſich die
be=
wundernden Blicke der Männer an, mit denen ſie eine auf Bunt
zugerichtete Frau betrachten. Und er ſehe ſich die
Teilnahms=
loſigkeit an, mit der ein natürliches friſches Mädchen der
ſoge=
nannten alten Schule behandelt wird, das weiter nichts
mit=
bringt, als Geſundheit und Schönheit der Seele
Es iſt ſo weit gekommen, daß in der Kantſtraße in
Char=
lottenburg im Schaufenſter eines „Make up=Salons”, wie dieſe
Geſchäfte auf deutſch heißen, ein Schild mit der geradezu tollen
Aufſchrift hängen kann:
Was die Natur verhunzt.
erſetzt die Kunſt!
Wir wiſſen, daß die Bemalung der Geſichter ſo alt iſt, wie
die Menſchen ſelber. Wir wiſſen aber auch, daß die wildeſten
Völkerſtämme die bunteſten Farben aufweiſen. Das Geſicht einer
Häuptlingsfrau in Popokaodka, einer Niederlaſſung im ſüdlichen
belgiſchen Kongogebiet, gleicht einem geblumten Sonnenſchirm,
der nicht ganz farbecht war und aus Verſehen in den Regen kam.
Und wenn wir heute in einem großſtadtiſchen Theater die
Damen betrachten — von Berlin ganz zu ſchweigen, wo ein
be=
ſonderer Amazonenſtamm mit kräftiger Bemalung ſich anſcheinend
auf verewigtem Kriegspfad bewegt — ſo ſehen wir ein
pein=
liches Wachſen dieſer barbariſchen Unſitten.
Selbſt auf den billigen Plätzen ſehen wir Mädchen, die hart
und fleißig im Geſchäft arbeiten, und die ihre mühſam erſparten
Groſchen für ein „Make up” eine farbige Zurichtung, hergeben.
Wenn Goethe behauptet, daß ein edler Mann durch ein gutes
Wort der Frauen weit geführt wird, ſo können wir mit noch
größerer Berechtigung ſagen, daß eine Frau durch ein gutes Wort
des Mannes ſelbſt von der Kriegsbemalung zurückgehalten
wer=
den kann.
Aber dem Durchſchnittsmann flößt es Achtung ein, ſeine Frau
als wandelnden Farbentopf ſpäzieren führen zu können.
Er hält es für notwendig, daß das Mädchen ſeiner Wahl
„neuzeitlich aufgemacht” iſt. Er betrachtet — bei Frauen
wenig=
ſtens — Charakter als Luxus. Gehirn als läſtige Beigabe, aber
Lippenſtift und Silberſchopf als Lebensnotwendigkeit.
Man mag es glauben oder nicht:
Es gibt viele Frauen, die ſchweren Herzens ſich der
Bema=
lung unterziehen um von ihrem Manne nicht als altmodiſche
Tante verlacht und zur Seite geſtellt zu werden.
Und wenn es nicht für die Männer und ihre kindliche Freude
an den Modeſtrömungen ſogenannter Schönheit wäre, die Hälfte
der Nägellackierer und Farbenkünſtler könnte ihre Läden
inner=
halb kurzer Zeit ſchließen.
M. 4.
Saalſportfeſt des Velociped=Clubs Darmftadt.
Nach langer Pauſe tritt der Velociped=Club 1899 E. V.
wie=
der mit einem „Saalſportfeſt” an die Oeffentlichkeit, das am
kommenden Sonntag, dem 16. Oktober, nachmittags 4 Uhr, im
Konkordiaſaal abgehalten wird.
Der Velociped=Club — der ſtets zu den Spitzenvereinen des
BDR. gezählt und deſſen Sport leider durch die wirtſchaftlichen
Verhältniſſe ſtagniert hat — hat in dieſem Jahre unter der
tat=
kraftigen Führung ſeines Vorſitzenden Heinrich Funk in allen
Sparten des Radſports einen erfreulichen Aufſchwung genommen.
Die Rennmannſchaft, welcher ſich jede Woche neue Fahrer
an=
ſchließen hat ihre Kräfte in zahlreichen Rennen um die
Club=
meiſterſchaft gemeſſen, eine gewiſſe Renntechnik erworben, um im
kommenden Frühjahr ſich am Bundesrennen zu beteiligen.
Im Stillen haben die Kunſtfahrer Heini Göttmann und
Willi Rühl aus den Reihen des Clubs 7 Mannſchaften
herange=
bildet, die bei dieſem Saalſportfeſt ihr Können unter Beweis
ſtellen ſollen. Beſonders geſpannt darf man auf das Auftreten
der jüngſten Fahrer, ſowie auf die junge 6er=Kunſtmannſchaft
ſein. Dieſe Kunſtmannſchaft ſetzt ſich aus ehemaligen
Jugendmit=
gliedern zuſammen und iſt dazu befähigt, dem Club die ſolange
innegehabte Süddeutſche Meiſterſchaft im 6er=Kunſtreigen
zurück=
zuholen.
Das Sportprogxamm umfaßt alle Arten des Saalſports wie
Kinder=, Jugend=, Schul=, Schmuck=, Glühlicht= und Kunſtreigen,
ferner Kunſtfahrten und intereſſante Radballſpiele. Der
Ein=
trittspreis iſt äußerſt niedrig, ſo daß jedem Sportfreund
Gele=
genheit geboten iſt, das Sportfeſt zu beſuchen.
Winter-Ausgabe 1932
i st erschienen
Preis 70 Pfennig
Erhältlich in den Buchhandlungen, Kiosken,
Bahnhofs-
buchhandlung und Geschäftsstelle, Rheinstraße 25.
Die Fahrt ins Blaue hinein.
Wer mit „ins Blaue hinein” am 16. Oktober mit dem ſo
be=
zeichneten Sonderzug der Reichsbahndirektion Mainz fährt, wird
auf das angenehmſte bei der Ankunft auf dem Zielbahnhof
ent=
täuſcht ſein. Dort wird ihm ein ausführliches Faltblatt die
Auf=
löſung, ſeiner Erwartung und die Befriedigung ſeines Hoffens
geben. Gut 12 Stunden ſchönſter Sonntagserholung ſind ſo
vor=
geſehen, die ſich kein bisheriger Sonderzugsteilnehmer entgehen
laſſen wird. Selbſt bei nicht ſchönem Wetter kommt der
Mit=
reiſende auf ſeine Koſten. Die Preiſe für Fahrt und
Verpfle=
gung ſind derart feſtgelegt, daß auch ein ſchmaler Geldbeutel
mit=
tun kann. Da allenthalben dieſe „Fahrt ins Blaue hinein” eine
Maſſenbeteiligung gebracht hat, empfiehlt es ſich beizeiten mit
einer Fahrkarte ſich zu verſorgen, denn die Aufnahmefähigkeit
des Ziels läßt nur eine beſtimmt begrenzte Teilnehmerzahl zu.
die nicht überſchriten werden kann.
— Wiederholung des „Märchentores” im Saalbau. Von allen
Seiten wird der Wunſch laut, das reizende Spiel von Frau
Dietert=Maurer „Das Märchentor” noch einmal
aufgeführt zu ſehen. Um ihrem Dank gegen die Verfaſſerin
Aus=
druck zu geben, hat ſich die Eliſabethenſchule entſchloſſen, das
Märchenſpiel am kommenden Sonntag, dem 16. Oktober, in einer
Nachmittagsvorſtellung um 4.30 Uhr zu wiederholen. Numerierte
Karten zu 1 Mark und unnumerierte zu 50 Pf. ſind im
Vor=
verkauf bei Bergſträßer, Wilhelminenſtraße, zu haben, außerdem
Sonntag nachmittag von 3.30 Uhr ab an der Kaſſe im Saalbau.
— Der Bund der techniſchen Angeſtellten und Beamten O. V.
Darmſtadt hielt ſeine Monatsverſammlung ab. in der Herr Dr.
Karl Nau einen Vortrag mit dem Thema: „Zu den höchſten
Gipfeln des Matterhorn und Montblanc” hielt. An Hand ſchöner
Naturaufnahmen verſtand es der Vortragende, die Anweſenden
mit den Schönheiten und Gefahren einer ſolchen Hochgebirgstour
in Schnee und Eis bekannt zu machen. Neben einigen
geſchäft=
lichen Mitteilungen und Hinweis auf die Veranſtaltungen der
nächſten Zeit gab der 1. Vorſitzende den Eingang der
umfang=
reichen Aenderungsvorſchläge des Mantelvertrages der Induſtrie
bekannt, die jedoch der vorgeſchrittenen Zeit halber nicht mehr
be=
handelt werden konnten. Eine beſondere Kommiſſion wurde mit
der Durcharbeitung betraut,
— Sprechbildung und Stimmhygiene. Das der Städtiſchen
Akademie für Tonkunſt angegliederte Heſſiſche Seminar für
Sprecherziehung (Leitung: Prof. F. K. Roedemeyer, Aſſiſt. H. H.
Krumb), dem im Auftrag des Miniſteriums für Kultus und
Bil=
dungsweſen die Sprecherziehung der Lehrer obliegt, bietet in
ſei=
nem dieswinterlichen Arbeitsplan in vielfach erweitertem Maße
durch regelmäßige Uebungen und Seminararbeitsgemeinſchaften
jedermann, für den Sprechen Mittel ſeiner beruflichen Tätigkeit
bedeutet (Verkauf Werbung, Publikumsverkehr, Lehrtätigkeit,
Berufsredner) Gelegenheit zur ökonomiſchen Förderung ſeiner
ſprecheriſchen und redneriſchen Anlagen — damit gleichzeitig eine
Schulung ſeiner geſamt=perſönlichen Werte und eine Steigerung
der beruflichen Qualifikation, die heute mehr denn je für den
einzelnen zur Notwendigkeit wird. Eine durchgreifende und
orga=
niſch aufgebaute Sprecherziehung verbürgt eine Beſeitigung von
Sprechhemmungen und ſtimmlicher Mängel, bewahrt zudem die
Schädigung der Stimme durch Mißbrauch, der in gar nicht ſo
ſel=
tenen Fällen von nicht beachteten Ermüdungserſcheinungen zu
Stimmerkrankungen geführt hat. Auch hier iſt Vorbeugen beſſer
als heilen. Auskunft in der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethenſtraße 36.
Weltwirtſchaft und nationaler Wirtſchaftsraum. In jedem
Aufſatz einer Tageszeitung, der ſich mit wirtſchaftlichen Dingen
befaßt, findet man Schlagworte, wie; Kontingentierung,
Autar=
kie, Deviſenbeſchränkung, Buy britiſh und Open=Door=Politik,
Freihandel, Binnenmarkt. Donaukonföderation, Ottawa= und
Streſakonferenz. Wer aber kennt die Bedeutung der
mannig=
fachen Schlagworte? Klarheit zu ſchaffen über dieſe wichtigen
Begriffe, iſt die Aufgabe eines Vortragsabends, auf dem der
Gauvorſteher des Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=Verbands.
Herr Hch. Auerbach=Frankfurt, über das obige Thema ſpricht.
Alle Kaufmannsgehilfen, auch Nichtmitglieder des Verbandes,
ſind zu dieſer Veranſtaltung eingeladen.
Skädte, Seen und Berge durch die Reichsbahn.
Sonderzug der Reichsbahndirektion Mainz nach München und in
die bayeriſchen Berge.
Die Herbſtſonderfahrt der Reichsbahndirektion Mainz vom
1 bis 8. Oktober war eine Fahrt der faſt unerſchöpflichen
Mög=
lichkeiten. Denn wenn man erſt einmal zum halben Fahrpreis
in München iſt, dann ſteht man wahrhaftig vor einer
verwirren=
den Fülle der lockendſten Dinge. München ſelbſt, das „deutſche
Athen”, wie man es auch nennt die Stadt gepflegten Theaters,
der Muſeen und Galerien, die Stadt aber auch des Oktoberfeſtes,
des guten Bieres und der „großen Portionen”; dann Garmiſch=
Partenkirchen, das Titelblatt zu dem großen Bilderbuch mit
Zug=
ſpitze, Eibſee, Partnachklamm und Wetterſteinkette: oder
Mitten=
wald, das fremdenfreundliche Städtchen zwiſchen Karwendel und
Wetterſtein, mit den Verlockungen von Innsbruck, Brenner,
Jau=
fenpaß und Südtirol mit Bozen und Meran, wo zurzeit gerade
die dicken blauen Trauben geerntet werden; oder auch Kochel am
See mit Herzogſtand und Heimgarten; oder ſchließlich
Brannen=
burg mit dem Wendelſtein, den Paſſionsſpielen in Erl. dem
Ab=
ſtecher nach Tirol und zu den Königsſchlöſſern; es iſt. mehr. als
man aufzählen kann. Aber wenn man ſo bei der Rückfahrt am
letzten Samstag durch den langen Zug der Fünfhundert
bum=
melte und den Unterhaltungen lauſchte dann konnte man
ſeſt=
ſtellen, daß nahezu von allen dieſen Möglichkeiten Gebrauch
ge=
macht worden war. Das gab ſich für die Teilnehmer der
Sonder=
zugsfahrt um ſo leichter und angenehmer, als auch noch die Hin=
und Ruckfahrt in den über München hinausgehenden Zügen nach
Kochel, Mittenwald, Brannenburg und Partenkirchen um 50
Pro=
zent verbilligt war. Auch die Bergbahnen, die Muſeen und die
Penſionen hatten ſich dieſen Verbilligungen angeſchloſſen. Kein
Wunder, daß man im heimkehrenden Zuge nur lobende Stimmen
hörte. Oberinſpektor Beck von der Reichsbahndirektion Mainz
hatte ſich in allem als erprobter und für ſeine Anvertrauten gut
ſorgender Reiſevater bewährt. Daß es am Dienstag etwas
un=
programmäßig regnete und die Wolken im Gebirge bis auf die
Dörfer herniederhingen, darf man ihm nicht zur Laſt legen. Die
anderen Tage waren dafür um ſo ſchöner. Und wenn man
bei=
ſpielsweiſe in Mittenwald war, dann konnte man ſogar dieſem
Regen entweichen, um in Meran und Bozen die Sonne lachen
und die Trauben locken zu ſehen: Sicherem Vernehmen nach
haben einige Darmſtädter ſogar wieder einmal ihre faſt
verſchim=
melten Bergſchuhe hervorgeholt und ſind dem einen oder anderen
knifflichen Berg zu Leibe gerückt. Auch beim Münchener
Oktober=
feſt konnte man Samstags und Sonntags die lieblichen
Heiner=
laute zwiſchen dem „Gſuffa” der Einheimiſchen und dem Sächſiſch
und Berlineriſch der übrigen Ausländer hören.
Zum Ueberfluß hatte Vater Beck noch einen „Münchener
Abend” für ſeine Kinder arrangiert, und wie man hört, ſoll es
dort ſehr unterhaltſam und der Sitte des Landes entſprechend
auch ſehr feucht=fröhlich zugegangen ſein. Aber wer kann von
dem allem erzählen? Jedenfalls die 60 Darmſtädter, die es etwa
waren, dazu die Odenwälder, die Bergſträßer, Wormſer,
Main=
zer, Wiesbadener, Frankfurter, ſie alle werden noch lange von
dem zehren, was ihnen gerade dieſe Fahrt an Schönheiten, an
Erleben, an gewaltigen oder lieblichen Eindrücken bot. Und da
ein jeder von den vielen Möglichkeiten für ſich allein doch nur
die eine oder andere ausnutzen konnte, ſo wird wohl mancher
nach dieſer Sonderfahrt den Vorſatz gefaßt haben, ſo gut es eben
noch geht, für die nächſte Gelegenheit zu ſparen, um auf gleich
wohlfeile Art das diesmal nicht möglich Geweſene möglich zu
machen.
— Jeſuitenvater Friedrich Muckermann, S. J., wird in
ſei=
nem großangelegten Vortrag über „
Nationalſozialis=
mus und Nation” morgen Donnerstag, abends 8.30 Uhr,
im Städtiſchen Saalbau eines der brennendſten Probleme
unſe=
rer Zeit — vom geiſtigen herkommend — behandeln. Bei der
unbedingten Sicherheit der Information, der Größe der
Gedan=
kenführung, der intenſiven redneriſchen Leiſtung, der Totalität
der Empfindung wird dieſer Vortragsabend Pater Muckermanns
eine große Mahnung an die Zeit, — für die Zeit ſein! Der ſehr
lebhafte Kartenverkauf deutet auf ein allgemeines großes
Inter=
eſſe für dieſe Veranſtaltung hin; es empfiehlt ſich daher den
Vorverkauf (Verkehrsbüro und Buchhandlungen Bergſträßer
und Griesheimer, Wilhelminenſtraße) zu benützen. (Siehe auch
Anzeige.)
—Evangel=kirchlicher Frauenverein der Petrusgemeinde. Der
Frauenabend dieſes Monats ſoll morgen, Donnerstag, abends
8.15 Uhr, im Gemeindehaus, ſtattfinden und wird einen Vortrag
bringen über das Thema: „Der Geburtstag eines
Hundertjäh=
rigen‟ Die tiefen Eindrücke der großen Haupttagung des Guſtav=
Adolf=Vereins in Leipzig, einer der bedeutſamſten kirchlichen
Ta=
gungen des evangeliſchen Deutſchland in dieſem Jahre, werden
weitgehendes Intereſſe erregen.
M‟
[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 234
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mittwoch, 12. Oktober 1932
Die Erntezeit für den Winzer iſt gekommen.
Links: Eine ſchöne Winzerin mit ihrer reichen Ernte. — Rechts oben: Blick in das
Moſeltal bei Cochem, wo einige der beſten deutſchen Weinſorten ihre Heimat haben; unten:
Der neue Wein wird in die Fäſſer gefüllt.
Im Sohlt
me
Ech füt
Einteilung der
neut die Honorarf!
leitung möge mit
den heutigen wirtſch
rurſatz verhandeln.
loſtung der Geſangr
man den Sportverei
während man bei d
wichtigen Kulturfak
anzieht. Der Gau=4i
tracht Babenhauſen
Sierauf dankte der
ſcheinen und die rei
Wunſche auf eine g
den Jahr ſchloß er
Die rheiniſchen Winzer feiern die Einbringung der Weinernte.
Blick auf den Feſtzug am Rheinufer.
Cp. Münſter bei
ent. Der Gemein
150 RM. auf 50 R.
Preisſchießen des Heſſ. Jagdklubs auf Wurftauben.
— Auf dem Neuen Schießhaus fanden ſich eine größere Anzahl
Mitglieder und Freunde des Wurftaubenſchießſports ein, die an
der ausgeſchriebenen Schlußveranſtaltung für die diesjährige
Schießſaiſon teilnahmen.
Dabei wurde von denienigen, die das erſtemal Gelegenheit
hatten, die muſtergültige Wurftaubenanlage des Heſſiſchen
Jagd=
klubs im Betrieb zu ſehen, einmütig anerkannt, daß die
hervor=
ragend techniſche Einrichtung nebſt der landſchaftlichen Schönheit,
die die Darmſtädter Schießſtände umrahmen, ihresgleichen ſuchen.
Wie bei allen Wurftaubenſchießen des Heſſiſchen Jagdklubs,
wurde mit jagdlichem Anſchlag geſchoſſen, d. h. die Schützen
er=
warteten das Erſcheinen der Wurftauben nach dem Abſchnellen
aus den Maſchinen mit der Gewehrhaltung, wie ſie in der Praxis,
z. B. auf der Hühnerjagd, üblich iſt. Ein Unterſchied gegenüber
dem ſogenannten Voranſchlag, wie er bei den großen
Sportkon=
kurrenzen in deutſchen und ausländiſchen Badeorten erlaubt wird,
wo der Schütze vor ſeinem „Los”=Ruf, der das Kommando zum
Abſchnellen der Wurftaube gibt, vollkommen im Anſchlag iſt, d. h.
die Flinte an der Backe hat.
Sympatiſcher für den Zuſchauer die jagdliche Gewehrhaltung
und — ſelbſtverſtändlich auch zweckentſprechender für rein
jagd=
liche Schießveranſtaltungen.
Es wird vielleicht manchen Leſer intereſſieren, daß es das
Verdienſt des Heſſiſchen Jagdklubs bzw. ſeines damaligen
Vor=
ſitzenden Kommerzienrat Hickler iſt, wenn der jagdliche Anſchlag
durch den Verband der Schießvereine deutſcher Jäger ſeit dem
Jahre 1907 eingeführt wurde und ſich ſeine Bedeutung für die
Praxis bis heute erhalten hat. Damals hieß er allgemein der
Darmſtädter Anſchlag” oder der „Hickler=Anſchlag‟. Der
ver=
ſtorbene Ehrenvorſitzende, Prof. Zimmer, hat ſtets darauf
ge=
halten, daß nur der von ſeinem Vorgänger propagierte jagdliche
Anſchlag bei den Uebungs= und Preisſchießen des Heſſiſchen
Jagd=
klubs in Anwendung kommt.
Die Veranſtaltung war arrangiert und geleitet vom
Schieß=
meiſter des Klubs, Herrn Robert Hübner, der mit einem
Eröffnungsſchießen auf 10 Tauben den Anfang machen
ließ. Erſter wurde Major a. D. de la Fontaine. Darmſtadt,
mit 10 Treffern; 2. Gutspächter Peter Kraft, Hof
Gräben=
bruch, 9 Treffer; 3. Albert Faulſtroh, Groß=Gerau, 9 Treffer.
Bei der darauffolgenden Hauptkonkurrenz (20
Tau=
ben) ging als Sieger der Altmeiſter Chriſtoph Müller,
Sprend=
lingen, mit 18 Treffern hervor; 2. Karl Schmitt,
Lauden=
bach, 16; 3. Gutspächter Hch. Kraft, Bensheimer Hof, 14;
4. Fred Silbermann Bad=Homburg 13; 5. Andreas Rupp,
Offenbach, 13: 6. Gg. Schelbert, Offenbach, 13.
Als Ehrenpreis für den Sieger im
Eintauben=
ſchießen, ſtand ein geſtiftetes Opel=Fahrrad zur Verfügung.
Dieſes ging an den beſten Schützen, Karl Schmitt Laudenbach.
Zweitbeſter: Chriſtoph Müller, Sprendlingen; 3. Hch. Kraft,
Bensheimer Hof.
Das Schießen für Anfänger auf 10 Tauben, die etwas
leichter geworfen wurden, gewann Max Rothſchild,
Offen=
bach, der 8 Treffer erzielte; 2. Paul Schöberle, Mainz, mit
6 Treffern; 3. Holzapfel, Frankfurt, mit 4 Treffern.
Zum Schluß gab es zur Unterhaltung nochmals ein Schießen
für Anfänger auf 5 Tauben, das wiederum Max Rothſchild,
Offenbach. an der Spitze ſah.
Dank eines reich gedeckten Gabentiſches konnten bei einzelnen
Konkurrenzen die 12 beſten Schützen mit Ehrenpreiſen bedacht
werden. Der geſchäftsführende Vorſitzende des Heſſiſchen
Jagd=
klubs, Herr Vonderheit, der die Preisverteilung vornahm,
dankte nach derſelben den freundlichen Preisſtiftern, gab der
Hoffnung Ausdruck, daß im kommenden Jahre die Uebungs= und
Preisſchießen wieder in vollem Umfange aufgenommen werden
können und brachte ein Horrido auf die Schießleitung aus.
Namens der Preisträger dankte Herr Major de la Fontaine
dem Vorſtand für die Beſchaffung der prächtigen Ehrengaben.
Sein Horrido galt dem Heſſiſchen Jagdklub, deſſen
Veranſtal=
tungen ſtets einen harmoniſchen Verlauf nahmen, wie das Schluß=
Preisſchießen wiederum gezeigt habe.
6. Baugeldzukeilung der öffenklichen Bauſparkaſſe.
Die ſechſte Baugeldzuteilung der Oeffentlichen
Bau=
ſparkaſſe (Abteilung der Landeskommunalbank=Girozentrale)
für Heſſen in Darmſtadt findet am Montag, dem 14.
No=
vember cr., vormittags 10 Uhr, in Darmſtadt im Sitzungsſaale
der Landeskommunalbank=Girozentrale, Wilhelminenſtr. 14, ſtatt.
Zuteilungsberechtigt ſind ſämtliche Bauſparer, deren Vertrag
ſpä=
teſtens am 1. Auguſt (für Tarif 18 ſpäteſtens am 1. Juli) 1932
begonnen hat, und die mit Einzahlungen nicht im Rückſtand ſind.
— Jeder Bauſparer, der ſich als ſolcher ausweiſt, kann der
Zutei=
lungshandlung beiwohnen.
Alle Oeffentlichen Bauſparkaſſen Deutſchlands haben bis Ende
Auguſt 1932 insgeſamt 48 390 Verträge über 252,9 Millionen
Reichsmark abgeſchloſſen. Davon wurden bisher 5972 Verträge
mit einer Geſamtvertragsſumme von 37,9 Millionen Reichsmark
zugeteilt, ein anſehnlicher Betrag, den die öffentlichen
Bauſpar=
kaſſen in dieſer kapitalarmen Zeit damit bisher dem Bau= und
Hypothekenmarkt zugeführt haben.
— Der Polizeibericht meldet: In den Büroräumen der SA.,
Heidelberger Straße 23 und in den Wohnungen zweier SA.=
Leute, die nach einer bei der Polizei eingegangenen Anzeige
un=
befugt Militärwaffen beſitzen ſollen, wurden am 11. Oktober
1932 von der Kriminalpolizei Durchſuchungen vorgenommen.
Hierbei wurden bei einem SA.=Mann eine Piſtole 08 mit 16
Schuß Munition und im Büro der Standarte 168 20 Patronen
zur Piſtole 08 vorgefunden und beſchlagnahmt.
Briefkaſten.
E. M. in A. Wenden Sie ſich an den Einzelhandel.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw Ein Lampertheimer Arbeiter ſteht am Montag vor
der Kleinen Strafkammer wegen gefährlicher
Körperverletzung, die er im September vorigen Jahres
ſeinem Schwager zufügte. Wegen irgendwelchen Geldgeſchichten
waren die beiden ſich übel geſonnen und eines Tages auf der
Straße in Lampertheim aneinandergeraten. Der eine war dem
Angeklagten nachgegangen, und der hatte in ſeiner Angſt einen in
der Nähe ſtehenden Spaten gepackt und damit ſeinem Schwager
über den Kopf gehauen, daß der blutete wie „ein abgeſtochenes
Schwein”, wie er ſich ſelber ausdrückte, und eine
Gehirnerſchütte=
rung davontrug. Das Amtsgericht hatte den Angeklagten im April
dieſes Jahres zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der
Ange=
klagte verfolgte Berufung mit der Begründung, daß er
außer=
ordentlich nervös ſei und außerdem Angſt vor ſeinem Schwager
gehabt habe. Der begründet ſein Tun mit derſelben Aufgeregtheit.
Das Gericht ſpricht indeſſen heute den
Angeklag=
ten frei, da er infolge ſeiner Nervoſität in ſtraffreier
Ueber=
ſchreitung der Notwehr gehandelt habe. Der liebevolle Schwager
verſpricht als Nebenkläger Reviſion zu verfolgen.
Zwei andere Sachen werden wieder abgeſetzt, ein
Autozuſam=
menſtoß zwecks Augenſcheinseinnahme, und eine
Beamtenbelei=
digung, weil der Angeklagte, ein ſehr wortreicher und gewichtiger
Neu=Iſenburger, bereit iſt, ſeine Worte mit Ausdruck des
Be=
dauerns zurückzunehmen.
Aw. Die Große Strafkammer verhandelte am
Diens=
tag beinahe den ganzen Tag gegen zwei Birkenauer,
einen 68jährigen Korbmacher und ſeinen 19
jähri=
gen Sohn wegen gemeinſchaftlicher gefährlicher
Körperverletzung und wegen
Sittlichkeitsverbre=
chens an dem 11jährigen Mädchen von Mitbewohnern. Die
Angeklagten waren mit den Eltern des Kindes, mit denen ſie
vorher recht gut ſtanden, in Unfrieden geraten. Eines Tages
kam der Vater des Kindes zu dem erſten Angeklagten (Vater)
und behauptete, er ließe ſein Mädchen nicht in Ruhe (der
An=
geklagte iſt wegen Sittlichkeitsverbrechens ſchon zweimal —
ein=
mal mit 10 Jahren Zuchthaus — vorbeſtraft), und darüber
ge=
riet der Alte ſo in Wut, daß er den anderen tätlich angriff.
Kurz darauf. bei einem zweiten Zuſammentreffen, verprügelten
ſie ihn dann beide zuſammen ganz kräftig. Der wehrte ſich
in=
deſſen auch gehörig und trat unter anderem dem Alten ſo gegen
den Fuß, daß der Knöchel brach. Die Körperverletzung geben
die beiden notgedrungen bis zum gewiſſen Grade zu, die
un=
züchtigen Handlungen an dem Kind ſtellen ſie ganz energiſch in
Abrede. Das ſei lediglich ein Racheakt. Das Gericht hält denn
auch, obgleich gegen den Vater nach wie vor ein ſtarker
Ver=
dacht beſtehen bleibe, die unzüchtigen Handlungen, die allein auf
den Ausſagen des Kindes fußen, nicht für einwandfrei erwieſen
und verurteilt ſie nur wegen gemeinſchaftlicher ſchwerer
Körper=
verletzung den Vater zu vier Monaten, den Sohn zu
einem Monat Gefängnis. Dem Sohn wird außerdem
eine dreijährige Bewährungsfriſt zuerkannt. Der Haftbefehl gegen
den Vater wird aufgehoben.
Es wird außerdem gegen einen ſächſiſchen
Kunſtzeich=
ner wegen ſchwerer Urkundenfälſchung in
Tatein=
heit mit Betrug verhandelt. Ueber den Tatbeſtand können
wir hier nicht berichten, da die Verhandlung unter Ausſchluß
der Oeffentlichkeit ſtattfand und den Preſſevertretern im
In=
tereſſe der öffentlichen Sicherheit Schweigepflicht auferlegt wurde.
Der Angeklagte, der bereits einſchlägig ganz erheblich vorbeſtraft
iſt, erhielt ein Jahr und ſechs Monate Zuchthaus
und eine Geldſtrafe von 1000 Mark, hilfsweiſe 100
Tage Zuchthaus. Nur in Anbetracht des glatten Geſtändniſſes
wird von der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte
abge=
ſehen. Die Unterſuchungshaft wurde, da ſelbſt verſchuldet, nicht
angerechnet.
— Abendmuſik. Wir weiſen nochmals auf die
kirchenmuſika=
liſche Feierſtunde in der Johanneskirche heute um 8 Uhr hin.
Fräulein Betty Aßmuth hat freundlicherweiſe den Vortrag
der Lieder übernommen. Die begleitenden Inſtrumente (Violine,
Cello, Klarinette) werden von den Herren Hannewald, Dr.
Kaffenberger, W. Kehr geſpielt. Programme mit der genauen
Ordnung der Feier und dem Text der Lieder ſind am Eingang
für 20 Pf. zu haben. Der Eintritt iſt frei, doch werden beim
Aus=
gang zur Deckung der Unkoſten freiwillige Gaben erbeten.
— Im Union=Theater läuft ab heute eine neue Tonfilm=
Ope=
rete des Meiſterregiſſeurs Ernſt Lubitſch „Eine Stunde mit
dir” in der Maurice Chevalier und Jeanette Macdonald die
Hauptrollen ſpielen und Oskar Straus die Muſik ſchrieb.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute und morgen
den neueſten Harry=Piel=Senſations=Tonfilm „Jonny ſtiehlt
Eu=
ropa‟. Des großen Andranges halber empfiehlt es ſich, möglichſt
die Nachmittagsvorſtellungen zu beſuchen.
— Reſi=Theater. Den erſten Tonfilm mit der bedeutendſten
Sängerin Deutſchlands Gitta Alpar: „Gitta entdeckt ihr Herz”.
läuft ab heute im Reſi=Theater. Ihr Partner iſt Guſtav Fröhlich.
Jugendliche zugelaſſen.
Aus den Parkeien.
— Der Landesparteitag der Deutſchen Staatspartei
tagte am Sonntag, dem 9. d. M., in Frankfurt a. M. Nach einem
Referat des Landesvorſitzenden wurde beſchloſſen die von den
Unterhändlern beider Gruppen vorbereitete Einigung mit den
Radikaldemokraten abzuſchließen und in den nächſten
Tagen eine gemeinſame Kandidatenliſte aufzuſtellen.
Tageskalender für Mittwoch, den 12. Oktober 1932.
Unior=Theater: Eine Stunde mit dir.” — Helia=Lichtſpiele:
„Menſch ohne Namen”, — Palaſt=Lichtſpiele: „Jonny ſtiehlt
Europa”. — Reſi=Theater: „Gitta entdeckt ihr Herz”. — Hotel=
Reſt. Alte Poſt: Künſtler=Konzert. — G.D.A.=Heim,
Schleier=
micherſtraße, 20.30 Uhr: Lichtbildervortrag „Aus dem Leben
und Treiben in Oſtafrika”.
Aus Heſſen.
Dd. Arheilgen, 10. Okt. Feuerwehrübung. Geſtern
vormittag fand im Schulhof eine Schulübung der geſamten
Feuer=
wehr ſtatt. Es war dies die letzte Uebung vor der Inſpektion am
nächſten Sonntag. — Der Turnverein 1876 unternahm am
Sonntag eine Fußwanderung nach Lichtenberg —
Konfir=
mandenunterricht. Jetzt nach den Herbſtferien beginnen
die Konfirmandenſtunden, und zwar für die Mädchen am Dienstag
um 3.30 Uhr und für die Knaben am Mittwoch um 2.30 Uhr. —
Die Nähſchule des Evang. Frauenvereins beginnt am 1. No= im Gemeindehaus. Mitte Oktober beginnen auch wieders nigt. Der Bürger,
die Abendnähkurſe. Anmeldungen hierzu werden im Pfarrhaus= rnd Bleichſteinmühl
entgegengenommen.
Dg. Arheilgen, 11. Okt. Reichszuſchuß zur
Inſtand=
ſetzung von Wohnungen. Nach den neueren Beſtimmun= können Hausbeſitzer zur Inſtandſetzung von Wohngebäuden.
zur Aufteilung von größeren Wohnungen in kleinere Wohnungem
ſowie Herrichtung gewerblicher Räume zu Wohnzwecken Antrags
auf Gewährung von Reichszuſchüſſen ſtellen. Die diesbezüglichen
Beſtimmungen können jederzeit auf Zimmer 8 der hieſigen Bür== Valter,
germeiſterei eingeſehen werden. Für größere Inſtandſetzungs=hl 2. Ra
arbeiten, deren Koſten ſich auf einen Betrag von mindeſtens 250.— tand Wilh.
RM. belaufen, kann ein Zuſchuß von einem Fünftel des Betrages
gewährt werden. Werden durch Aufteilung einer Wohnung oden belnut Stau
durch Umbau ſonſtiger Räume eine oder mehrere Wohnungen ge
ſchaffen, ſo beträgt der Zuſchuß nach den genannten Beſtimmungem
50 Prozent, im Höchſtfalle jedoch 600.— RM. für jede erſtellt=
Teilwohnung
Griesheim, 11. Okt. Schlußübung der Freiwilli
gen Feuerwehr. Zunächſt wurde ein Fuß= und Geräteexer.
zieren durchgeführt, dem dann ein Brandangriff auf die Schrei!
nerei Engel folgte. Beide Uebungen lieferten den Beweis, daß die
Wehr ihrer Aufgabe voll und ganz gewachſen iſt, was auch bei de
Kritik zum Ausdruck kam. Den Uebungen ſchloß ſich im Gaſthau=
„Zum grünen Laub” ein gemütliches Beiſammenſein an, in deſſen
Verlauf mehrere Mitglieder für 20jährige Mitgliedſchaft durck
Ueberreichung von Diplomen geehrt wurden. Die Wehr kann im
nächſten Jahre auf ihr 50jähriges Beſtehen zurückblicken. — Die
Luftreiſe von Paris bis Griesheim haben zwei Kinderluftballonss
die aneinandergebunden waren, gemacht. Sie wurden, wie au
einer angehefteten Karte zu leſen war, am Samstag in Paris”
von einem Pfarrer aufgelaſſen und der Finder gebeten,
dieſelb=
unter Angabe von Ort und Zeit des Niederganges zurückzuſendem
Die Ballons wurden am Sonntag abend gegen 9 Uhr von eine
Frau in der Obendorferſtraße aufgefangen. Die anhängend
Karte wurde von der Finderin weiterbefördert.
F. Eberſtadt, 11. Okt. Reichszuſchüſſe für
Haus=
reparaturen. Hausbeſitzer, die glauben, Anſpruch auf die
Ge=
währung von Reichszuſchüſſen für Ausführung größerer Inſtand
ſetzungen von Wohngebäuden, Teilung von Wohnungen und dern
Umbau gewerblicher Räume zu Wohnzwecken erheben zu könneng
müſſen ihre diesbezüglichen Anträge in der Zeit vom 13. bis 25=
Oktober bei dem Gemeindebauamt ſtellen, woſelbſt auch die
er=
forderlichen Fragebogen erhältlich ſind. — Bürgerſteuer. Die
Gemeinde Eberſtadt erhebt für das letzte Viertel des
Kalender=
jahres 1932 eine Bürgerſteuer in Höhe von 300 v. H. des
Landes=
ſatzes, jedoch nur in Höhe von drei Achtel des für das
Rechnungs=
jahr 1931 erhobenen Satzes. — Neuer Pächter. Das altbes
kannte Gaſthaus „Zum Schwanen”, das einige Zeit hindurch
ge=
ſchloſſen war, iſt in den pachtweiſen Beſitz des Gaſtwirts Chriſtiann
Pfeiffer aus Arheilgen übergegangen
Ak. Nieder=Ramſtadt, 11. Okt. Vielfachen Wünſchen
entſpre=
chend und zur Vermeidung unnötiger Anträge ſei darauf
hinge=
wieſen, daß zur Inſtandhaltung von Wohngebau
den ein Reichszuſchuß nur dann gewährt wird, wenn die
Koſten für die einzelnen Grundſtücke mindeſtens 250 Mark betrau
gen und die Ausführung der Arbeiten nur ſolchen Bauunternehe
mern und Lieferanten übertragen wird, deren Gewerbebetriell
polizeilich angemeldet iſt und die in die Handwerkerrolle
einge=
tragen ſind.
— Nieder=Ramſtadt —Traiſa, 11. Okt. Im Rahmen der DHV.
Veranſtaltungen ſprach Herr Lehrer Brunner=Traiſa
vor einem intereſſierten Hörerkreis über die „Wunder der
Ster=
nenwelt”. In wirklich volkstümlicher Weiſe entwickelte der
Red=
ner das ſchwere Thema und gab ein umfaſſendes Bild von nu
zuverläſſigen und neueſten Forſchungen des Weltalls. Die ſonk
erdrückenden aſtronomiſchen Zahlen wurden an Hand von allge
mein verſtändlichen Vergleichen zur fröhlichen Wiſſenſchaft.
Di=
ſonſt unbekannten und hohen Begriffe der Aſtronomie, das Soſ.
nenſyſtem, die Milchſtraße, die Spiralnebel, ferner Größe, Ge
wicht, Entfernung, Temperatur. Alter und Beſtandteile der
Sterne, ſowie das Werden und Vergehen der Himmelskörper, ei
ſtanden als lebendige Dinge, einen elementaren Eindruck bei )/
dankbaren Zuhörern hinterlaſſend. Dank auch der Hauskavel.
des ev. Jugendbundes, welche feinſinnig den Abend mit ſchöne
Liedern umrahmte. Im Anſchluß an dieſen Abend wird in de
nächſten Zeit ein Lichtbildervortrag von Herrn Lehrer Brunne.
über das gleiche Thema ſtattfinden.
G. Ober=Ramſtadt, 10 Okt. Verſchiedenes. Hochbe
tagte Geburtstagskinder. Am heutigen Tage vollenden
Herr Michael Gaubatz, Bahnhofſtraße 21, ſein 80. und Herr Ha‟g
lehrer i. R. Würtenberger ſein 73. Lebensjahr. Am 11. d. 9.
wird Herr Peter Bickelhaupt, Darmſtädter Straße 51, 72. am 1—
d. M. Herr Ludwig Schneider, Ammerbachſtraße 20, 84 und ſi=
15. Oktober Frau Georg Heinrich Kehr 1. Witwe. Darmſtädte
Straße 25. 80 Jahre alt. Die Genannten erfreuen ſich alle nos
auten Wohlbefindens. — Goldenes Ehejubiläum.
Eheleuten Georg Ackermann 5., hier, welche am 8. d. M.
das=
tene Feſt der Goldenen Hochzeit feiern konnten, ging u. a. ab
dieſem Anlaß auch ein Glückwunſchſchreiben des Herrn Reichspro
ſidenten zu. Auch die Heſſ. Staatsregierung ließ dem Jubilar e
Glückwunſchſchreiben mit einer Ehrengabe überreichen — Le5"
Feuerwehrübung. Am Sonntag, den 16. d. M. nachmi.
tags 2 Uhr, findet eine gemeinſame Uebung der Freiwilligen ſſh
Pflichtfeuerwehr, die letzte für dieſes Jahr, ſtatt. Die Mannſchl.
ten haben hierzu pünktlich und vollzählig anzutreten. Bei diele
Gelegenheit werden langjährige Mitglieder der Freiwillige
Feuerwehr ausgezeichnet.
nlagen an Gemeit
Kreisamt Dieburg
Vereinbarung mit
tauben müſſen bis A
La Groß=Umſte
Oie Lieferung von
Brücher übertragen.
Landwirtſchaftskamr
Die Ortsbauſatzung
den. Zu dieſem 3.
kellt werden. Die
von 155 RM. ergel
Ankauf von Hafer fi
zetreten ſind.
elbe koſtet 166 RM
nen. Nach lebh
Koſt
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Shriftführer
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Eigerſteuer ſol
Sien werden.
[ ← ][ ][ → ]Nr. 284 — Seite 7
Mittwoch, 12. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Gau=Sängertag in Dieburg.
Am Sonntag nachmittag tagte der Sängergau Dieburg im
Hotel „Mainzer Hof” in Dieburg zu ſeinem Herbſt=Gau=
Sänger=
rag. Nach herzlicher Begrüßung durch den Gauvorſitzenden
Stein=
rnetz teilte dieſer der Verſammlung mit, daß alle Anträge auf
Ehrungen durch den Gau gehen und wahrheitsgemäße Angaben
enthalten müſſen. Ausgehend von dem letzten Deutſchen
Bundes=
ſängerfeſt in Frankfurt, das einen gewaltigen Eindruck hinterließ,
wies er darauf hin, daß die Sängerbundesbewegung bereits
All=
gemeingut des geſamten deutſchen Volkes geworden iſt. Damit
eitete der Gauvertreter auf die Beſprechung des letzten
Gauwer=
ungsſingens hinüber. Er verurteilte, daß einige Vereine beim
diesjährigen Gauwertungsſingen ohne genügenden Grund gefehlt
paben, und hält dieſes Fernbleiben, für eine Rückſichtsloſigkeit
negen ſeine Perſon und den Bundesvorſitzenden, der den Gau
dieſes Jahr mit ſeiner Anweſenheit beehrte. Ebenſo bedauerte er
das Verhalten der einzelnen Vereine, die auch nach der
finanziel=
ſen Seite hin nicht ihre Pflicht tun. Die geſanglichen Leiſtungen
waren mit Einſchluß der der kleineren Vereine gut und zeugen
von einer aufwärtsſtrebenden Geſangskultur der Gauvereine. In
der Ausſprache wurden die Vereine, die einen Geſangswettſtreit
über das Gauſingen ſtellen, auf ihre Pflichten gegen ihre
Organi=
ſation, die ſie ſchützt, aufmerkſam gemacht.
Der Gauvorſitzende wurde von der Verſammlung beauftragt,
ſich für eine baldigſte Gaubereinigung und eine zweckentſprechende
Einteilung der Gauliedertage einzuſetzen. Außerdem wurde
er=
neut die Honorarfrage der Dirigenten behandelt. Die
Bundes=
leitung möge mit dem Verband der Chordirigenten über einen
den heutigen wirtſchaftlichen Verhältniſſen entſprechenden
Hono=
tarſatz verhandeln. Viel diskutiert wurde über die ſteuerliche
Be=
laſtung der Geſangvereine. Es iſt geradezu unverſtändlich, daß
man den Sportvereinen überall Steuererleichterung gewährt,
während man bei den Geſangvereinen, die man immer als einen
wichtigen Kulturfaktor rühmt, die Steuerſchraube aufs ſtärkſte
anzieht. Der Gau=Liedertag 1933 wurde dem Geſangverein
Ein=
tracht Babenhauſen übertragen und auf den 21. Mai feſtgeſetzt.
Hierauf dankte der Gauporſitzende den Delegierten für ihr
Er=
ſcheinen und die rege Anteilnahme an der Tagung. Mit dem
Wunſche auf eine gute Weiter= und Zuſammenarbeit im
kommen=
den Jahr ſchloß er den anregend verlaufenen Gau=Sängertag.
Cp. Münſter bei Dieburg, 10. Okt. Ausdem
Gemeinde=
rat. Der Gemeinderat hat das Wartegeld der Hebammen von
150 RM. auf 50 RM. herabgeſetzt. Die Gewährung von
Kinder=
zulagen an Gemeindebeamten wurde im Einverſtändnis mit dem
Kreisamt Dieburg neu geregelt. Die Fiſchereipacht wurde gemäß
Vereinbarung mit den Pächtern zeitgemäß geſenkt. Die
Schlag=
tauben müſſen bis Mitte November eingehalten werden.
Le. Groß=Umſtadt, 10. Okt. Aus dem Gemeinderat
Die Lieferung von Kohlen für ſtädtiſche Gebäude wird dem Auguſt
Brücher übertragen. Der Ankauf eines Faſelochſen von der Heſſ.
Landwirtſchaftskammer zum Preiſe von 430 RM. wird genehmigt.
Die Ortsbauſatzung wird genehmigt und ſoll veröffentlicht
wer=
den Zu dieſem Zwecke ſollen 100 Amtsverkündigungsblätter
be=
ſtellt werden. Die diesjährige Obſtverſteigerung hat die Summe
von 155 RM. ergeben. Die Verſteigerung wird genehmigt. Der
Ankauf von Hafer für 115 RM. von Friedrich Fleck wird
geneh=
migt. Der Bürgermeiſter teilt mit, daß die Beſitzer der Haxen=
und Bleichſteinmühle mit einem Geſuch an die Gemeinde
heran=
getreten ſind, um die Neuerrichtung eines Leitungsmaſtes.
Der=
ſelbe koſtet 166 RM., und die Gemeinde ſoll die Koſten
überneh=
men. Nach lebhafter Ausſprache wurde beſchloſſen, 60 RM. zu den
Koſten beizutragen. Der Maſt bleibt Eigentum der Gemeinde. —
Als Abſtimmungsvorſtand für die demnächſtige Reichstagswahl
wurden folgende Herren beſtimmt: 1. Bezirk: Johann. Ludwig
Walter, Stellvertreter Heinrich Amend: Schriftführer: Joh. Georg
öhl 2. Kaufmann, 2. Schriftführer Karl Hintz, 2. Bezirk:
Vor=
tand Wilh. Reinhard, deſſen Stellvertreter: Johannes Ritzert 3.,
Schriftführer: Richard Kleberger, Landwirt, deſſen Stellvertreter:
helmut Staudt, Kaufmann. — Dem hieſigen Schwimmverein wird
zin Schwebebaum, auf Koſten der Gemeinde zugeſprochen. Die
Bürgerſteuer ſoll nunmehr doch laut kreisamtlicher Verfügung
er=
hoben werden. — Dem Friedrich Lindner wird ein Stück Gelände
zur Errichtung eines Vorführungsraums abgegeben. — Der
Meß=
brief über das dem Metzgermeiſter Holzapfel. abgetretene Gelände
Ein kleines Tierparadies in Neuſtadt i. Odw.
Am Oſtausgang etwa drei Minuten von der unteren
Müm=
lingbrücke in Neuſtadt entfernt, liegt ein kleines Landhaus auf
einer Inſel. Bew. Guſt. Horn.) Umrahmt von Gartenanlagen,
Strauch und Buſchwerk, von großen und kleinen Bäumen der
ver=
ſchiedenſten Art, umſpült von der rauſchenden Mümling, iſt dies
feine Plätzchen ſchon längſt zum romantiſchen Aufenthalt edler
Tierpflege geworden. Tauben und Hühner genießen ſeit Jahren
„Wilde” Faſanen, vom Haushuhn ausgebrütet.
ſchon den Schutz eines Tierfreundes in wahrhaft vorbildlicher
Weiſe. Der freundliche Beſitzer, der nebenbei dem Weidwerk
hul=
digt, aber im beſten Sinne des Wortes, hat ſich dieſes Jahr zur
beſonderen Aufgabe gemacht, die verwaiſten Gelege der
Faſanenhenne unſerer Breuberger Gegend zu
retten und ſie ihrer Beſtimmung gemäß der Natur wieder
zurück=
zugeben. Wer gelegentlich das Glück hat, auf jener grünen Inſel
in die Gebeimniſſe der Tier= und Pflanzenwelt einzudringen,
der wird erſtaunt ſein über die Mannigfaltigkeit derſelben. Heute
gilt unſere Aufmerkſamkeit der kleinen Faſanengeſellſchaft. In
ſicheren, großen, luftigen mit Drahtgitter ausgeſtatteten Wohn=
und Laufräumen hauſen 13 junge, mehrere Wochen alte Tierchen,
die in rührender Liebe von einer großen, ſchwarzen Stiefmutter
betreut werden. Ein merkwürdiger Lockruf etwa bei drohender
Gefahr eines in den Lüften ſchwebenden Habichtes oder Weihes
laſſen ſie inſtinktmäßig blitzſchnell in die ſchützende Wohnung
zu=
rücklaufen. In der Nacht jedoch ſammelt ſich das lichtſcheue
Ge=
ſindel des Tages, das in ſicheren Verſtecken am Ufer ſein Weſen
treibt, zum Angriff. Doch weit gefehlt! Die Wohnung unſerer
Lieblinge iſt nach allen Richtungen geſichert.
Auf die Frage des Neugierigen, wie man die kleinen
Wild=
linge zu erhalten ſucht, wird in beſcheidener Weiſe Auskunſt
er=
teilt. Iſt es nicht rührend, dabei feſtſtellen zu müſſen, daß man ſich
früher wie ſonſt vom Schlaf erhebt, um die vielen Naturtinder
(inzwiſchen ſind wieder acht neue Gäſte hinzugekommen!) alle zu
ſättigen und ihnen die nötige Bewegungsfreiheit zu geben. In
den erſten Tagen natürlich war beſondere Sorgfalt bei der
Fütte=
rung geboten. Mit feingeſchnittenen, gekochten Eiern ſuchte man
ihre erſten Kindheitstage froher zu geſtalten. Später untermiſcht
mit Schafgarbenſalat. Tage vergehen, da wird von bekannter
Seite vom Walde her ganz natürliche Koſt verabreicht. Dieſer
Verſuch war nicht umſonſt. Ameiſeneier bringen Leben unter die
flinken Geſellen. Sie zicken, ſie ſcharren, ſie laufen, ſie leſen auf
mit einer Behendigkeit, daß es eine Luſt iſt, zuzuſchauen. Ja, hier
an dieſem ſtillen Plätzchen können die kleinen Kurgäſte die Tage
der Tugend, wenn ſie ſich auch gewiſſe Freiheitsbeſchränkung
gefal=
len laſſen müſſen, im Schutze ihres gütigen Herrn ſorgenlos
zubrin=
gen. Dafür winkt ihnen ſpäter wieder, wenn ſie größer geworden
ſind, das alte Naturlos im Kampfe ums Daſein. Ja, wir glauben
annehmen zu dürfen, daß ſie zur kalten Winterszeit gerne wieder
an den Ort ihrer Geburt zurückehren werden, wo ihnen ſo viel
Liebe bezeugt worden iſt. Und unſer edler Tierfreund wird in
alter Freundſchaft ſeine Naturkinder grüßen und ihnen mit
freu=
digen Augen Liebesgaben mancherlei Art ſtreuen. Wahrlich, das
iſt edles Menſchentum, das iſt wahre Tierfreundſchaft und großer
Opferſinn. Und während vielleicht dieſe Zeilen geleſen werden,
meldet eine dritte und vierte Bruthenne neues Glück und bittet
um Nachſicht und ſchonende Behandlung.
TaOTELAIIOTCOAOlAABOIA
(G RM.
pro Quadratmeter) wird genehmigt.
r Babenhauſen, 10. Okt. Die Realſchule feierte am
Mon=
tag Hindenburgs 85. Geburtstag. Im Mittelpunkt der von
Vater=
landsliedern umrahmten ſchlichten Feier ſtand ein Vortrag der
Oberreallehrerin, Frl. Boehme, über Leben und Bedeutung
des Menſchen, Heerführers und Reichspräſidenen von Hindenburg.
Nach der Feier war ſchulfrei. — Mit dem Unterricht an der
Real=
ſchule wurde am Dienstag, an der Volksſchule wird erſt
kommen=
den Montäg begonnen. — Das Beamten=Ortskartell
hielt am Samstag im Gaſthaus zum Löwen eine von Beamten
faſt aller Fachgruppen beſuchte Verſammlung ab. Nach Erledigung
der Tagesordnung, die ſich mit Vorträgen, wie „Kurze
Beamten=
rundſchau”. „Das Neueſte vom Kreis= und Landeskartell‟ (Herr
W. Müller) und „Gemeindepolitiſche Tagesfragen‟ (Herr Val.
Willand) befaßte, wurde eine Entſchließung gefaßt, die an den
Vorſtand des Landeskartells gerichtet wurde.
R. Kirch=Beerfurth i. Odw., 11. Okt. Im Schulhaus fand das
Erntedankfeſt ſtatt. Der Saal war mit den ſchönſten Früchten der
Felder und Gärten geziert. Herr Pfarrer Fernges aus Fränkiſch=
Crumbach hielt die Feſtpredigt, in der er das Wort heiliger
Schrift aus dem Matthäus=Evangelium Kap. 6. Vers 11 zugrunde
legte. Der Jungfrauenbund Pfaffen=Beerfurth, unter Leitung der
Schweſter Götz, verſchönerte die Feier durch einzelne Chöre.
Cd. Michelſtadt, 10 Okt. Freiwillige Feuerwehr.
Die vorgeſtrige Monatsverſammlung wurde von dem Vorſitzenden
Hch. Pfaff eröffnet. Brandmeiſter Burger, gab einen ſehr
ausführlichen und intereſſanten Bericht über den Deutſchen
Feuer=
wehrtag in Karlsruhe. Vorſitzender Pfaff berichtete über die
Ver=
handlungen, die bei dieſer Gelegenheit mit der Lieferfirma der
Motorſpritze ſtattfanden. Weiter wurde darauf hingewieſen, daß
am 23. Oktober die diejährige Schlußübung ſtattfinden wird. Auch
der Jahresball, der am 29. Oktober abgehalten werden ſoll, wurde
beſprochen und das vom Vorſtand hierzu vorgeſehene Programm
zur Kenntnis genommen. Neben Theateraufführungen uſw. wird
die 24 Mann ſtarke Kapelle unter Leitung ihres Kapellmeiſters
Reubold mit ſchneidigen Märſchen und auserwählten
Konzert=
ſtücken für die muſikaliſche Ausgeſtaltung des Programms Sorge
tragen.
Michelſtadt, 11. Okt. Der Pfarrer Hofmeier von Michelſtadt
wird ſeit einigen Tagen vermißt. Er hatte ſich, wie wir erfahren,
Urlaub genommen, um nach Wildbad zu fahren. Dort iſt er aber
nicht eingetroffen, auch hat er keinerlei Lebenszeichen von ſich
ge=
geben. Die Polizei iſt eifrig bemüht, das myſteriöſe Verſchwinden
des Pfarrers zu klären.
Ci. Erbach, 11. Okt. Todesfall. Hier verſtarb im Alter
von nahezu 82 Jahren Herr Auguſt Lamberth. der Beſitzer des in
unmittelbarer Nähe des Marktplatzes gelegenen bekannten
Gaſt=
hauſes „Zum Adler”.
gibt es in Hülle und Fülle.
Do braucht man nicht Fragen
aufzuwerfen, die bereits
be-
antwortet sind.
Das Zigaretten-Problem ist
seit 50 Jahren in
Deutsch-
land gelöst.
Die führende Zigarette dreien
Generationen war immer
die milde
mit Gold-Filmbildern in natürlicher Farbwiedergabe.
TV 11492
[ ← ][ ][ → ]Seite 8 — Nr. 284
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mittwoch, 12. Oktober 193
* Das deufſche voksbildungsweſen.
Eröffnung einer neuen Abteilung im Inſtitut für Völkerpädagogik.
Das im Aufbau begriffene Inſtitut für Völkerpädagogik auf
der ehemaligen Mainzer Zitadelle hat ſeinen weitverzweigten
Einrichtungen nunmehr eine neue Abteilung „Das deutſche
Volksbildungsweſen” angegliedert, mit deren Ausbau
und Leitung Studienrat Dr. Kaliſchek=Wiesbaden betraut
wurde. In drei Sälen wird eine lebensvolle Schau von all den
umfangreichen Auſgaben und Arbeiten des weitverzweigten
deut=
ſchen Volksbildungsweſens geboten. Darüber hinaus will aber
das Inſtitut mit der neuen Abteilung jedermann, insbeſondere
jedem Volksbildner und Pädagogen, unter Bereitſtellung aller
Einrichtungen des Inſtitutes die Möglichkeit zu eigenem Forſchen
und Studium und reiche Gelegenheit zum Gedankenaustauſch
ge=
währen an einer Stätte, die ſchon jetzt die verſchiedenſten Kreiſe
der Bevölkerung von nah und fern zu Arbeitsgemeinſchaften und
Tagungen zuſammenführt. Zu dieſem Zwecke ſtellt das Inſtitut
einen beſonderen Studierraum zur Verfügung. In dieſem ſollen
alle weſentlichen Zeitſchriften der Volksbildungsarbeit aufliegen,
außerdem wird eine Handbücherei dem Beſucher einen Einblick
gewähren in das Schrifttum des deutſchen Volksbildungsweſens.
Die Eröffnung der Abteilung geſchah durch den Direktor
des völkerpädagogiſchen Inſtituts mit Worten des Dankes an
Stu=
dienrat Dr. Kaliſchek. Die Feſtrede hielt der Vorſitzende der
Geſellſchaft für Volksbildung, Dr. J. Tews=Verlin, der die
Be=
deutung der Dauerausſtellung für Volksbildung, Volkstum und
Menſchentum hervorhob und die Hoffnung ausſprach, daß niemals
rohe Kräfte das ſchöne Friedenswerk vernichten möchten. Die
beſten Wünſche des Heſſiſchen Kultusminiſteriums überbrachte
Oberſchulrat Haſſinger=Darmſtadt, der betonte, daß die
Volksbildner dazu berufen ſeien, die weltanſchaulichen Gegenſätze
in gemeinſamer Arbeit zu überbrücken und ſo geiſtige und ſittliche
Kräfte freizumachen für den Wiederaufſtieg und die Zukunft der
Nation. An die feierliche Eröffnung ſchloß ſich ein Rundgang
durch die Ausſtellung an.
Zu der großen deutſchen Kolonial=Tagung.
Ci. Erbach, 10. Okt. Vertretung im
Kreisgeſund=
heitsamt. Herr Medizinalrat Dr. Hofmann iſt vom 10. bis
22. d. M. beurlaubt; die Vertretung in dieſer Zeit übernimmt
Herr Medizinalrat Dr. Fix in Dieburg. — Goethe=Abend.
Kommenden Mittwoch wird im „Anker” zu Stockheim zugunſten
der geiſtigen Arbeit im Freiwilligen Arbeitsdienſt ein Goethe=
Abend veranſtaltet, zu dem jedermann Zutritt hat. Heinz Lange=
Seth aus Hannover wird aus Goethes Werken vortragen und
Inger Karen, die neue erſte Altiſtin des Heſſiſchen Landestheaters,
eine Reihe der ſchönſten Goethe=Lieder ſingen. Die
Klavierbeglei=
tung hat in dankenswerter Weiſe Frau Oberforſtmeiſter Heyer=
Michelſtadt übernommen. Die Beſucher werden, alſo nicht nur
einen geldlichen Beitrag zu einem guten Zweck leiſten, ſondern
auch hohe künſtleriſche Darbietungen genießen. Die
Eintritts=
preiſe ſind ſo niedrig gehalten, daß jedem der Beſuch möglich iſt.
Arbeitsfreiwillige werden ſchon vorher in den Häuſern
Eintritts=
karten anbieten.
Br. Sandbach, 10. Okt. Autounglück. Auf dem
Bahn=
übergang zwiſchen Sandbach und Höchſt, nächſt dem Bahnhof
Sand=
bach, wurde heute mittag 12.45 Uhr ein Laſtauto, das in der
glei=
chen Richtung mit der Bahn Höchſt=Aſchaffenburg fuhr, an dem
Bahnübergang von dem Zuge erfaßt, herumgeſchleudert und etwa
40 Meter mitgeſchleift. Das Laſtauto gehört der Firma J. A.
Klais Nachf, in Hanau a. M. und war mit Futtermitteln
be=
laden. Das Auto iſt vollſtändig zertrümmert, der Motor iſt jedoch
unverſehrt geblieben. Die Fahrer ſind leicht verletzt. Es iſt ein
Wunder, daß dieſe überhaupt noch om Leben ſind. Die Lokomotive
iſt entgleiſt. Der Chauffeur will den Zug, der in gleicher Richtung
mit dem Auto gefahren iſt, erſt im letzten Augenblick bemerkt haben
und hatte dann ſofort die Bremſe gezogen. Vielleicht wäre er,
wenn er nicht gebremſt hätte, noch heil davongekommen. Die
Un=
terſuchung iſt zurzeit im Gange.
— Heppenheim a. d. B., 11. Okt. Winzerfeſt. Wie
mit=
geteilt, findet das Winzerfeſt des Parkhotels „Halber Mond” am
Samstag, den 15., und Sonntag den 16. Oktober, ſtatt. Auch in
dieſem Jahre ſoll es ein Werbefeſt für ſeine Eigenbauweine ſein:
es werden nur gute Qualitätsweine zu billigem Preis verabreicht.
Nach all den Vorbereitungen dürfte das diesjährige Winzerfeſt
dem letztjährigen an Gemütlichkeit, nicht nachſtehen, gemütliche
Weinlauben, ein echtes Wingertshaus mit Rebanlage und riele
andere Ueberraſchungen werden für gute Stimmung ſorgen. Die
Kapelle Schmidt=Bensheim, als gute Kapelle bekannt, ſpielt an
beiden Tagen.
g. Gernsheim a. Rh., 11. Okt. Seinen ſchweren Verletzungen
erlegen iſt Herr Kaufmann Georg Weik. Infolge eines erlittenen
Autounfalls wurde Weik in das Stadtkrankenhaus Darmſtadt
eingeliefert.
— Gernsheim, 11. Okt. Waſſerſtand des Rheins am
Pegel am 10. Oktober 0.58 Meter, am 11. Oktober 0,58 Meter.
— Hirſchhorn, 10. Okt. Waſſerſtand des Neckars am
9. Oktober 1,50 Meter, am 10. Oktober 1,46 Meter.
Mainz und Rheinheſſen.
Spinale Kinderlähmung in Mainz. Die hier auftauchende
ſpinale Kinderlähmung ſcheint weiter um ſich zu greifen.
Nach=
dem erſt vor einigen Tagen zwei Kinder an ſpinaler
Kinderläh=
mung ins Städtiſche Krankenhaus eingeliefert werden, mußten,
wurde am Sonntag vormittag auf Anordnung eines Arztes ein
13jähriger Schüler aus Amöneburg wegen derſelben Krankheit
dem Städtiſchen Krankenhaus überwieſen.
Feierliche Ueberreichung der Geſellenbriefe. In der üblichen
feierlichen Weiſe wurden in der Mainzer Liedertafel die
Geſellen=
briefe an die Junggeſellen verteilt. Damit verbunden war eine
Kundgebung für das deutſche Handwerk.
* Folgenſchwerer Zuſammenſtoß. In Mainz=Biſchofsheim
ſtießen das Auto eines Kaufmannes aus Köln und ein
radfahren=
der Techniker aus Groß=Gerau in voller Fahrt zuſammen.
Da=
bei wurde der Techniker mit einer Gehirnerſchütterung und
er=
heblichen Kopfverletzungen auf die Straße geſchleudert. Der
Köl=
ner Kaufmann zog ſich Handverletzungen und einen Bruch des
rechten Unterarms zu. Seine Begleiterin erlitt einen
Nerven=
ſchock und Schnittwunden. Sämtliche Verletzte wurden ins
Städ=
tiſche Krankenhaus eingeliefert
Vom Mainzer Schwurgericht. Vor dem Schwurgericht hatte
ſich am Dienstag der Reichsbannermann, der 22jährige
Lackierer W. H. Dauer aus Mainz=Mombach, wegen
Tor=
ſchlagsverſuchs zu verantworten. Am Nachmittag der
Heſ=
ſiſchen Landtagswahlen unternahmen etwa 40 Reichsbannerleute
der Ortsgruppe Mombach einen Fahrradausflug nach
Gonſen=
heim. Auf der Rückfahrt wurden ſie in der Nähe der
Waggon=
fabrik von einem Motorrad mit Beiwagen, beſetzt mit mehreren
uniformierten Nationalſozialiſten überholt. Plötzlich fielen drei
Schüſſe. Der im Beiwagen ſitzende Nationalſozialiſt Artur Fuehr
aus Gonſenheim erhielt einen Schuß in die rechte Kieferſeite.
Wegen dieſer Tat hatte ſich Dauer zu verantworten, gegen den
der Staatsanwalt wegen Totſchlagsverſuchs 3 Jahre Gefängnis
beantragte. Das Gericht hielt Totſchlagsverſuch für nicht
gege=
ben. Mildernde Umſtände wurden verſagt und Dauer in eine
Gefängnisſtrafe von 1 Jahr 3 Monaten genommen.
3 Monate Unterſuchungshaft werden angerechnet.
Ac. Worms, 10. Okt. Großer Werbeabend des
Stahlhelm”, B. d. F. Die hieſige Ortsgruppe veranſtaltete
einen großzügigen Werbeabend, der ſeine Anziehungskraft nicht
verfehlte. Schon eine halbe Stunde vor Beginn mußte der große
obere Saal der „12 Apoſtel” polizeilich geſperrt werden. Nach
dem Einmarſch der Fahnen begrüßte der Ortsgruppenführer Dr.
Müller die Erſchienenen und übergab Herrn Dr. Pick (
Kai=
ſerslautern) das Wort zu einer mehrſtündigen Anſprache. In
ſei=
ven Ausführungen legte er das Verhältnis des „Stahlhelm” zur
NSDAP. dar. Die Rede klang aus in die Worte: „Der
Stahl=
helm ſtellt einen Männerbund qualitativer Leiſtungen dar, deſſen
vornehmſte Aufgabe Ertüchtigung der Jugend. Rückführung der
Millionen Arbeitsloſer in die Induſtrie und Rückführung der
Volksgenoſſen zur Landwirtſchaft durch Siedlung ſei.” Mit
unge=
heurem Beifall wurden die Worte des Gauführers der Rheinpfalz
aufgenommen. Der Werbeabend war umrahmt von Darbietungen
der Wormſer Stahlhelmkapelle.
Oben:
General von Lettow=Vorbeck,
der heldenhafte Verteidiger von
Deutſch=Oſtafrika.
Unten;
Gouverneur a. D. Dr. Schnee,
der unermüdliche Vorkämpfer für
den deutſchen Kolonialgedanken.
Bom deutſchen Kolonialſchaffen in Afrika.
Oben: Blick auf das Miſſionshaus in Duala (Kamerun).
Unten: Blick auf Lüderitzbucht (Deutſch=Südweſtafrika).
Vom 13. bis 17. Oktober findet in Berlin die Große deutſche
Kolonial=Tagung ſtatt, die auf die Notwendigkeit eines
Kolo=
nialbeſitzes für Deutſchland hinweiſen ſoll. Angeſichts der
bevorſtehenden Mandatsverhandlungen des Völkerbundes
kommt der Tagung erhöhte Bedeutung zu.
Oben: Karl Peters (1856—1918),
Gründer der deutſchen Kolonie
Oſtafrika und der Geſellſchaft für
deutſche Koloniſation.
Unten: Hermann von Wißmann
(1853 — 1905), der erfolgreiche
Afrikareiſende, der den
Sanſibar=
ſtreifen für Deutſchland in Beſitz
nahm und erſter Gouverneur von
Deutſch=Oſtafrika wurde.
Internationaler Hotelierkongreß in Luxemburg.
Am 4. Oktober begann in Luxemburg die
diesjährige internationale Tagung des 1869
ge=
gründeten Internationalen Hotelbeſitzer=Vereins
(Köln), der ungefähr 2000 Mitglieder in 39
Län=
dern der Welt umfaßt. Am Kongreß nahmen
etwa 210 Mitglieder aus 18 Ländern teil.
Die den Kongreß einleitende Tagung des
Geſchäftsführen=
den Ausſchuſſes und des Aufſichtsrats befaßte ſich vornehmlich
mit einer Enquete zur Unterſuchung über die
Durchführungs=
möglichkeit der Verringerung der Unkoſten in Großhotelbetrieben
und mit der Frage der Preisſchleuderei und des unlauteren
Wettbewerbs. Ferner erörterte man die vielerorts unerträgliche
Tarifgeſtaltung für Gas, Waſſer und Elektrizität, für die in
faſt allen Ländern die Gemeindeverwaltungen die
Monopol=
lieferung in Händen haben. Endlich berichtete der
General=
ſekretär Syndikus Dr. Bloemers über die Beſtrebungen zur
Schaffung eines Reiſeſcheckverkehrs mit dem Ziele, die durch
die Deviſenzwangsbewirtſchaftung verſchiedener europäiſcher
Reiſeländer für den Fremdenverkehr entſtandenen großen
Hinder=
niſſe zu überwinden, und den Verkehr ſelbſt wieder anzukurbeln.
In der Generalverſammlung, die am folgenden
Tage ſtattfand, wurden alle in der Aufſichtsratsſitzung berührten
Fragen noch einmal in Einzelreferaten ausführlich behandelt
und zur Diskuſſion geſtellt. Das Hauptthema der
Verhand=
lungen, die in engliſcher, franzöſiſcher und deutſcher Sprache
geführt wurden, war die Forderung zur Wiedererlangung der
Freiheit des Reiſeverkehrs und der internationalen
Freizügig=
keit. Den Vortrag hielt der Direktor des Berliner
Forſchungs=
inſtituts für den Fremdenverkehr, Prof. Dr. Robert
Glücks=
mann. Er ging davon aus, daß der Fremdenverkehr zu ſeiner
Entwicklung eine gute Wirtſchaftslage braucht. Seit 1929 habe
ſich die Wirtſchaft dauernd verſchlechtert und der Fremdenverkehr
Deutſchlands habe gegen dieſes Jahr um faſt 50 Prozent
ab=
genommen. Beſonders ſtark ſind Eiſenbahn und Hotelgewerbe
betroffen worden. In den Schweizer Hotels iſt ſeit 1929 die
Bettenbeſetzung von 80,2 Prozent auf 44,1. Prozent gefallen, in
den Vereinigten Staaten iſt der Beſchäftigungsgrad 45 Prozent,
die deutſchen Hotels weiſen ähnliche Verhältniſſe auf. Der
Vor=
tragende wies darauf hin, daß man zwiſchen nationalem und
internationalem Reiſeverkehr unterſcheiden müſſe. Er betonte
die Notwendigkeit des nationalen Reiſeverkehrs, und anerkannte
das Recht einer jeden Nation, ihn beſonders zu pflegen. Der
internationale Reiſeverkehr habe ſich ſeine Aufnahmetypen
ge=
ſchaffen und verfolge kulturelle und wirtſchaftliche Ziele. Er ſei
geeignet, der Völkerbefriedung zu dienen und wirtſchaftlich von
größter Bedeutung für die Zahlungsbilanz eines Landes. Zum
Beweiſe der letzteren Funktion führte Prof. Glücksmann an,
daß Italien 1924 den Paſſivſaldo ſeiner Handelsbilanz zu
88 Prozent aus dem Fremdenverkehr decken konnte. Das
Hotel=
gewerbe nimmt an dieſen Prozentſätzen ſehr ſtarken Anteil. Der
Vortragende wies das an dem über 80 Millionen Franken
ſtarken Lebensmittelkonſum der Schweizer Hotels und deren
Anteil an der Einfuhr nach.
Der Ausländerverkehr iſt ganz kataſtrophal zurückgegangen.
Die Ausreiſeerſchwernis iſt zweifellos als eines der Mittel zur
Stärkung der Valuta eines Landes gedacht und angewender
worden. Dennoch ſei ihr Schaden größer als ihr Nutzen. Sie
führe nicht nur zur politiſchen Verärgerung, ſondern ruiniere
die auf Freizügigkeit des internationalen Reiſeverkehrs
ein=
geſtellten Hotels und Verkehrsunternehmungen. Zum Schluß
berief ſich der Redner auf ein Wort des deutſchen
Reichs=
verkehrsminiſters Eltz von Rübenach, der es als die große
Auf=
gabe der deutſchen Politik bezeichnete, das Nationale mit dem
Internationalen in Harmonie zu bringen.
Die Ausführungen ergaben einen guten Ueberblick über den
internationalen Stand der Verkehrsſchwierigkeiten, zeigten aber
auch, wie notwendig es iſt, ſchnellſtens mit dem Abbau der
Verkehrshemmniſſe, beſonders der Deviſenzwangswirtſchaft zu
beginnen. Die Generalverſammlung nahm daher eine
Ent=
ſchließung an, die Freiheit des Verkehrs und Freizügigkeit für
die Hotelfachwelt fordert, vor allem aber den Abbau der
Deviſenſperren, der Zoll= und Paßformalitäten.
Der Reichsverband der deutſchen Hotels erkennt die
Be=
deutung des Wirtſchaftsprogramms der Reichsregierung als
großangelegte Maßnahme an, die Konjunkturwende durch
Wiederentfachung der privatlichen Initiative herbeizuführen und
ſo das Erwerbsloſenproblem einer praktiſchen Löſung
entgegen=
zubringen. Das Gewerbe iſt deshalb auch bereit, mit allen ihm
zu Gebote ſtehenden Mitteln an der erfolgreichen Durchführung
mitzuwirken. Deshalb mitzuwirken, weil die Herbeiführung
einer Konjunkturwende für das Gewerbe um ſo dringender iſt,
als ſeine Lage ſich im letzten Jahr über die ſonſt zu
beobachten=
den Kriſenauswirkungen hinaus verhängnisvoll verſchlechtert
hat. Einem völligen Preisverfall und ſtärkſten Konſumrückgang
ſtehen ſtarre, gleichgebliebene Fixkoſten in einem Umfange
gegen=
über, wie ſie kaum in einem anderen Gewerbe anzutreffen ſind.
In dem Hilfsprogramm, das von dem Reichsverband der
deut=
ſchen Hotels aufgeſtellt worden iſt, wird eine grundlegende
Aenderung der Steuern für die Gaſtwirtsbetriebe geforderi,
unter dem Motto: „Steuergerechtigkeit für alle!‟ Es hat ſich
z. B. gezeigt, daß Baden und Sachſen mit guten Grundſätzen
vorangegangen ſind und erreicht haben, daß dem Gewerbe in
dieſen Ländern wenigſtens etwas Hilfe ſchon zuteil geworden
iſt. Sollte das Reich jetzt nicht helfend einſpringen — ohne
irgendwie von Subventionen zu ſprechen — ſo iſt zu erwarten,
daß die meiſten Hotelbetriebe binnen kurzem zuſammenzubrechen
drohen.
*
Sowiekiſtiſches.
Oberbürgermeiſter Dr. Keller Ehrenbürgervon Gießen / Ein Hilfsprogramm für die deutſche Hokelwirkſchaft.
Gießen, 10 Okt. Der Leiter der Gießener Stadtverwaltung,
Oberbürgermeiſter Dr. Keller, wurde anläßlich ſeines heutigen
25jährigen Dienſtjubiläums im Dienſte der Stadt Gießen vom
Gießener Stadtrat in dankbarer Anerkennung der
hervorragen=
den Dienſte des Jubilars um das Wohl der Stadt Gießen zum
Ehrenbürger von Gießen ernannt. Die Ernennung zum
Ehren=
bürger erfolgte in einer beſonderen Stadtratsſitzung auf Antrag
der drei großen Stadtratsfraktionen (Arbeitsgemeinſchaft der
Mitte, Sozialdemokratiſche Partei und Wirtſchaftliche
Ver=
einigung),
In einer von den Vertretern aller deutſchen Landesteile ſtark
beſuchten Tagung hat ſich der Reichsverband der deutſchen Hotels
am Donnerstag in Berlin eingehend mit der kataſtrophalen Lage
der deutſchen Hotelwirtſchaft beſchäftigt und die Richtlinien eines
Hilfsprogramms für die deutſche Hotelwirtſchaft aufgeſtellt.
Gleichzeitig ſind dem Reichsfinanzminiſter die Lage und die
Wünſche der Hotelwirtſchaft übermittelt worden. Dem gleichen
Zweck diente ein Empfang der Herren Nolte=Haunover und
Gabler=Heidelberg bei dem Reichskanzler.
Korn und Klaſſe.
Mit großer Mühe und knapper Not iſt die Ernte eingebracht,
und die bäuerlichen Kollektivwirtſchaften ſchreiten zur Verteilung
des Ertrages unter ſich und an den Staat. Wieviel alſo erhält
nun jeder? fragt man ſich neugierig. Und es zeigt ſich, daß bei
den kapitaliſtiſchen Wirtſchaftsmethoden der Unterſchied auch nicht
größer ſein kann. Das Beiſpiel eines vorbildlichen Kolchos
be=
lehrt darüber einwandfrei. Ueber zwei große Seiten hinweg
ſchildert ein Regierungsblatt das Leben und Treiben in dem
Kol=
chos des Dorfes Priwoloki an, der mittleren Wolga. Und zum
Schluß wird mit Ertragsziffern aufgewartet. Die Ernte fiel gu
aus. Alles iſt in beſter Ordnung, auch politiſch. Und trotzdem
er=
hält die eine Familie für ihre Arbeit je Kopf nur 8 Rubel und
82 Kopeken, eine andere je Kopf 50 Rubel und 6 Kopeken, eine
dritte ſogar je Kopf 233 Rubel und 90 Kopeken. Das gleiche Bild
beim Naturallohn. Die erſte Familie erhält nur 60 Kilogramm
Getreide, 27 Kilo Kartoffeln, 6 Kilo Hülſenfrüchte. Die zweite
bekommt ſchon 680 Kilo Getreide, 306 Kilo Kartoffeln und 68 Kilo
Hülſenfrüchte. Und der dritten werden ausgehändigt 201 Zentner
80 Kilo Getreide 9 Zentner 8 Kilo Kartoffeln 2 Zentner 1 Kilo
Hülſenfrüchte. Fragt man nun, nach welcher Norm dieſer
Unter=
ſchied zwiſchen reich und arm entſteht, ſo erweiſt ſich: die erſte
Familie hat bei drei Familienmitgliedern nur 15 Arbeitstage
an=
gerechnet bekommen. Die zweite bei 6 Mitgliedern ſchon 170. Und
die dritte bei nur vier Mitgliedern ganze 545 Arbeitstage. „Wer
ſchlecht gearbeitet hat, erhält auch wenig. Wer viel gearbeitet
hat, erhält auch viel”, ſo lautet die amtliche Erklärung hierzu.
Aber wo bleibt da die kommuniſtiſche Loſung: Allen zu gleichen
Teilen?
Der wahre Sinn dieſer Arbeitsberechnung iſt der Vorteil des
Staates. Denn ihm fallen von den Geldeinnahmen des genannten
Kolchos in Höhe von insgeſamt 430 000 Rubel im vorweg 256 000
Rubel zu. Der Reſt von 174 000 Rubel wird unter den Bauern
als Lohn aufgeteilt. Das heißt: nur 43 Prozent ſeines
Arbeits=
ertrages erhält der Sowjetbauer auch wirklich in die Hand. Aber
57 Prozent verſchlingt die bolſchewiſtiſche Partei= und
Staatsdok=
trin. Und dennoch hat ſie den Unterſchied zwiſchen reich und a.n
nicht aufgehoben. Ja, ſie lebt ſogar von ihm. Denn jene
Entlöh=
nung iſt drakoniſcher Zwang, differiert nach Fleiß und — Parteie
gunſt
Daker Zwan macht nicht mil.
Dreihundertſechsundſiebzig Bauernhöfe eines großen
Wolga=
dorfes ſind im Kollektiv, „nur der Hof des Vaters Iwan nicht;
Vater Iwan macht nicht mit. Er iſt Konterrevolutionär. Aber
niemand tut ihm etwas zu leid. Denn Vater Iwan iſt 110 Jahre
es
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Mr Interbrechuf
* den Alar=
gelernt hat, iſt: Eigene Verantwortung für meinen Acker iſt mein
Himmelreich! „Laß das!”, riefen und rufen ihm die
Kollektiv=
bauern zu, „magſt ja recht haben, aber das Kollektiv iſt nun doch
einmal Geſetz. Unterm Zaren haſt du ia auch ſo getan, wie e8
damals befohlen war. Alſo los, Vater Iwan, komm in das
Kol=
lektiv!” Jedoch der Alte hört nicht darauf, und in dieſem Jahre
ſäen die Kollektivbauern ſeinen Acker mit „Biſt ja doch zu alt
dafür. Wir machen es gleich für dich mit” ſagten ſie. Was aber
tat Vater Iwan? Er beſäte ſeinen Acker noch einmal. „Was vom
Satan kommt, gedeiht nicht”, trotzte er. So konterrevolutionär
handelt Vater Iwan. Und die anderen Bauern neiden ihm den
Mrt
Nuummer 10
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DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
12. Oktober 1932.
Ein idealer Raumschutz.
Von Dipl.-Ing. H Schwan, Berlin.
Wir kennen die verſchiedenartigſten elektriſchen Sicherungs=
Pſnrichtungen, um große Werte vor dem Zugriff Unbefugter zu
ſützen. Der Satz, daß das Einfachſte immer das Beſte darſtellt,
urd aber wiederum unter Beweis geſtellt durch eine Anordnung,
de kürzlich von Siemens u. Halske entwickelt wurde, und die mit
eem maſſeloſen, unſichtbaren Lichtſtrahl arbeitet. Zerlegt man
ds Sonnenlicht durch ein Prisma, ſo ſind in dem entſtehenden
Gektrum die Farben von Rot über Gelb und Blau zum Violett
ethalten. Jenſeits des Violett und des Rot iſt für unſer Auge
ihts mehr wahrnehmbar. In Wirklichkeit geht aber das
Spek=
um nach beiden Seiten weiter in Geſtalt der ultravioletten und
urraroten Strahlen. Dieſe für unſer Auge nicht mehr ſichtbaren
erahlen üben verſchiedene Wirkungen aus, und hierauf beruht
daß man ſie mit Hilfe von lichtelektriſchen Zellen beſonderer
Sender
Empfänger.
RRRc
Verstäckerk
Die Anwendungsgebiete dieſes optiſchen Raumſchutzes ſind
außerordentlich vielgeſtaltig. Vor allem muß betont werden, daß
die Montage ſehr einfach iſt, da ja eine ganze Reihe von
Einzel=
kontakten, beiſpielsweiſe an jedem Schaufenſter einer langen
Warenhausfront, durch eine einzige Anlage erſetzt werden kann.
Mit dem neuen Raumſchutz können unſichtbare Sperren in
Durch=
gänge gelegt werden, man kann eine unſichtbare
Dauerüber=
wachung in Muſeen, Warenhäuſern, Banken, bei Juwelieren uſw.
durchführen, Gefängnismauern können geſichert werden unter
Ein=
ſparung von Perſonal, die verſchiedenſten Vorgänge, wie Beſuch
von Veranſtaltungen uſw., können automatiſch zahlenmäßig
er=
faßt werden, man kann Flußläufe, Kanäle, Häfen uſw. bei Tag
und bei Nacht ſichern, um nur ein paar der vielgeſtaltigen
An=
wendungsmöglichkeiten zu erwähnen.
Gleichrichter
Bild 1: Das Siemens-Gerät für optischen Raumschutz.
kuart genau ſo feſtſtellen kann wie ſichtbare Strahlen. Trifft ein
uraroter Strahl auf eine ſolche Zelle, ſo tritt in deren
Strom=
is eine Stromänderung auf, die man zum Ein= bzw.
Ausſchal=
n eines Relais benutzen kann.
Von dieſem Grundprinzip macht die neue
Raumſchutzanord=
ung Gebrauch. Sie erſchließt vollkommen neue
Anwendungsmög=
ſieiten, die den bisher üblichen mechaniſch=elektriſchen Anlagen
rſchloſſen war. Den prinzipiellen Aufbau des Siemensgerätes
enehmen wir dem Bild 1. Der Lichtſtrahl geht beim Sender von
eer Lampe aus und wird durch eigen Hohlſpiegel reflektiert.
Enn fällt er durch ein Filter, bei welchem alle ſichtbaren
Strah=
a zurückgehalten werden. Der nunmehr unſichtbare Strahl wird
af der Empfangsſeite ebenfalls durch einen Hohlſpiegel in deſſen
Aennpunkt gebracht. Dort befindet ſich die lichtelektriſche Zelle,
drn einem Metallkaſten eingebaut iſt. Er hat eine kleine
Oeff=
us, die ſo angebracht iſt, daß gerade nur der direkt vom Sender
mnende Strahl auf die Zelle fallen kann. Man hat bei dieſem
uſSau alſo gewiſſermaßen das Ruheſtromprinzip benutzt, bei dem
ie Unterbrechung einer Leitung, in unſerem Falle des
Licht=
ſaples, den Alarm veranlaßt.
In ähnlicher Form ſind uns lichtelektriſche Sicherungen
be=
ſuts bekannt. Das grundſätzlich Neue gegenüber derartigen
An=
ordnungen beſteht nun darin,
daß die Anlage mit Wechſellicht
arbeitet. Um die kleine Glühlampe
des Senders rotiert, angetrieben
durch einen Aſynchronmotor, eine
Blende, die den Lichtſtrahl in
ſchneller Folge abblendet. Dadurch
entſteht ein Wechſellicht
beſtimm=
ter Frequenz, das auf der
Emp=
fangsſeite einen Wechſelſtrom der
gleichen Frequenz erzeugt. Dieſer
Wechſelſtrom wird durch einen
aus dem Wechſelſtromnetz geſpeiſten
zweiſtufigen Verſtärker mit zwei
RRN 904 verſtärkt, durch einen
d2: Emptänger des Gerätes Trockengleichrichter in Gleichſtrom
Iir optischen Raumschufz, umgewandelt und ſchließlich auf
Relais übertragen.
E Einrichtung iſt dabei ſo getroffen, daß der oder die Anker
ſo=
ſige angezogen bleiben, als ſie den vom Wechſellicht
hervorge=
heren verſtärkten und gleichgerichteten Strom erhalten. Wird
9 unſichtbare Strahl unterbrochen oder tritt die geringſte
Suung in der Anlage ein, dann ſchaltet ſich ſofort ſelbſttätig die
humvorrichtung, eine Klingel, ein Signallicht uſw. ein. So
At die Benutzung des Wechſellichts eine bedeutſame Neuerung
E.Denn es wird dadurch verhindert, daß jemand durch Benutzung
Be: Erſatzlichtquelle das Anſprechen der Anlage vereitelt.
Empfänger= und Sende=Einrichtung ſind vollkommen gekapſelt,
* uns Bild 2 zeigt. Den geſamten Betriebsſtrom liefert das
Aäſſelſtromnetz. Dies iſt vollkommen unbedenklich, denn ein
plötz=
bes: Ausbleiben der Stromlieferung führt ja ebenfalls zu
ſo=
ſtigem Anſprechen der Apparatur. Die Lampen, alſo die
Glüh=
aie des Senders und die Verſtärkerröhren des Empfängers, ſind
ſem Jahr, bei den Verſtärkerröhren mit etwa 8 Monaten Be= benutzt. Es kann wohl als bekannt vorausgeſetzt werden, daß man
Hinuelle abhängigen Grenzen der Reichweite mehrfach umzulen= beſonders hergeſtellter Betonwürfel in einer Maſchine unter Druck
ſp=elsweiſe in Säulen, wie dies in Bild 3 bei der Sicherung von ſen werden, wievielfache Sicherheit ein Bauwerk aus der gleichen
yer Anordnung der Spiegel durch Anbringung nicht benutzter und weiter kann im Vergleich mit anderen Druckproben auf die
exel bewußt eine Irreführung anſtreben.
* Von der Reichsbahn-
Fahrkarte.
Das kleine Stückchen Pappe, das der Reiſende bei Beginn der
Fahrt gegen ein mehr oder minder großes Entgelt ausgehändigt
bekommt, hat wohl ſchon manchmal auf langweiliger Fahrt den
Geſprächsſtoff abgegeben, ohne daß die Aeußerungen der
Reiſen=
den durch große Sachkenntnis beeinflußt waren. Ohne
Unter=
lagen der Statiſtik kann auch nicht erfaßt werden, welche Arbeit
die Bereitſtellung dieſer kleinen, als Fahrtausweis dienenden
Karten und deren Aufdruck erfordert. Durch kleine Handgriffe
kann jeder feſtſtellen, daß die Karte 30 Millimeter breit, 53
Milli=
meter lang und etwa 1 Millimeter dick iſt. Das Gewicht beträgt
1.2 Gramm; die Fläche einer Karte 16,5 gcm. Wenn uns
nun weiter bekannt wird, daß die Deutſche Reichsbahn im Jahre
eine Milliarde Fahrkarten ausgibt, dann können wir
allerhand Berechnungen über den Verbrauch anſtellen, die wir hier
zwar nicht einzeln vornehmen wollen, deren Ergebnis aber doch
inſofern intereſſant iſt, als es an einem kleinen Beiſpiel zeigt, zu
welch ungeheuren Mengen ſo kleine Dinge in einem Rieſenbetrieb
wie der Deutſchen Reichsbahn führen können. Es ſei hier
einge=
ſchaltet, daß die Deutſche Reichsbahn bis vor kurzem der größte
wirtſchaftliche Betrieb. der Erde war. Sie iſt allerdings von
die=
ſem Höhepunkt dadurch verdrängt worden, daß ſich unter dem
Zwang der Zeitumſtände zwei große amerikaniſche
Bahngeſell=
ſchaften zuſammengeſchloſſen haben.
Alle Fahrkarten zuſammen erfordern zur Herſtellung eine
Pappmenge von 1200 Tonnen, die in einem Güterzuge von
80 Waggons von je 15 Tonnen Ladegewicht zu befördern wäre.
Dieſer Zug hätte eine Länge von beinahe 1000 Metern. Wäre die
jährlich erforderliche Pappe auf einen Haufen geſchichtet, ſo würde
ſich ein Würfel von 15 Meter Kantenlänge ergeben, der alſo ſchon
die Größe eines ſtattlichen Landhauſes haben würde. Die
Mil=
liarde Fahrkarten nebeneinander gelegt, bedecken eine Fläche von
1,65 Quadratkilometer, was mehr iſt als die Waſſerfläche aller
Teiche (1,60 Quadratkilometer) in der Umgebung von Darmſtadt.
Die Fahrkarten müſſen nun aber auch gedruckt, verausgabt und
verrechnet werden. Mit dem Druck werden gegenwärtig 17
Fahr=
kartendruckereien bei den Reichsbahndirektionen beſchäftigt.
Gleich=
zeitig arbeiten aber auch noch 1600 Fahrkartendrucker an den
Aus=
gabenſtellen, die jeweils die verlangte Karte im Bedarfsfalle
her=
ſtellen; weitere derartige Drucker werden noch eingeſtellt, da ſich
die verſchiedenen Typen bewährt haben und der
Verwaltungs=
betrieb durch ſie entlaſtet wird. Die große Zahl der
jährlich ausgegebenen Karten bedingt naturgemäß auch einen
großen Beamtenſtab. Mit 365 Tagen im Jahr gerechnet, da ja die
Bahnen auch an Sonntagen verkehren, ergibt ſich eine
durchſchnitt=
liche Tagesausgabe von 2,73 Millionen Stück. Sollte es ein ſehr
gewandter Beamte fertigbringen, in einer Acht=Stunden=Schicht
1000 Karten zu verkaufen, was möglich iſt, wenn er in einer
Minute zwei Karten ausgibt, dann müßten ſtändig mindeſtens
2650 Beamte am Schalter ſtehen. Tatſächlich werden es aber, wie
aus unſerer Ueberlegung hervorgeht, noch viel mehr ſein.
Be=
denkt man weiter, daß ſtoßweiſe Belaſtung kurz vor Abgang des
Zuges auftreten muß, daß der Schalterbeamte für den Eingang
des Geldes verantwortlich iſt, daß nicht nur mit jeder
Ausgabe=
ſtelle abgerechnet werden muß, ſondern daß auch mit den
Privat=
bahnen verrechnet werden muß, für die ja auch die Reichsbahn
gleich die durchgehende Fahrkarte verkauft, ſo wird beim Anblick
der kleinen Pappſcheibe klar, daß hier eine ungeheure
Organiſa=
tionsarbeit geleiſtet wird. Es wird aber weiter auch verſtändlich,
daß von dem Schalterbeamten viel geleiſtet werden muß, und daß
der Reiſende nicht gleich ungeduldig werden ſollte, wenn einmal
alles nicht ſo glatt geht, wie er es wünſcht. Sicher iſt es auch
erwünſcht, wenn die Reichsbahn ſich bemüht, den Dienſt durch das
Aufſtellen weiterer und verbeſſerter Maſchinen zu erleichtern. Die
Fahrkartendruckmaſchinen z. B. beſorgen zugleich die Abrechnung,
wodurch neben manchem Fehler, der vermieden wird, auch viel
Arbeit und Zeit erſpart wird.
Bild 3: Die unsichtbaren Strahlen des neuen Raumschutzes wachen!
*
Material-
prüfungsmaschinen.
In den Materialprüfungsanſtalten werden zur Erzeugung der
gei heizt und zeigen daher eine große Lebensdauer. Bei etwa 100 nötigen Druck=, Zug=, Biegungs=, Schlag= und ſonſtiger Kräfte,
41 ebsſtunden pro Woche kann man bei der Glühlampe mit etwa Maſchinen der mannigfaltigſten Art und ſtark wechſelnder Größe
41Szeit rechnen. Da die unſichtbaren Strahlen genau wie ſicht= die Eigenſchaften von Werkſtoffen dadurch zu ergründen ſucht, daß
Ne Lichtſtrahlen von einem Spiegel reflektiert werden, beſteht man ſie Belaſtungen ausſetzt, die ein Vielfaches der ſpäteren Be=
Möglichkeit, den Strahl innerhalb der von der Optik und der anſpruchung darſtellt. Beiſpielsweiſe wird ein zu dieſem Zweck
alſo den Schutzbereich weitgehend zu erweitern. Man wird geſetzt und hierbei beobachtet, bei welchem Druck eine Zertrümme=
Nei natürlich nach Möglichkeit die Spiegel verſteckt einbauen, rung des Würfels eintritt. Aus dieſer Zahl kann einmal
geſchloſ=
mälden in einer Galerie durchgeführt iſt. Oder man wird bei Betonmaſſe hat, wenn es mit einem geringeren Druck belaſtet iſt
Güte des Werkſtückes geſchloſſen werden. Aehnlich werden z. B.
Probeſtäbe, die man aus dem Blech eines
Dampfkeſſels hergeſtellt hat, in andersartigen
Maſchinen gezogen, wobei ſich ähnliche
Schluß=
folgerungen wie oben ziehen laſſen.
Wie auch ſonſt in der Technik intereſſieren
hier Spitzenleiſtungen, die die größten
Mate=
rialprüfungsmaſchinen der Welt hergeben
kön=
nen. Nicht nur die aufzuwendenden Kräfte,
ſondern auch die Größe der Probeſtücke ſtellen
/Spitzenleiſtungen dar. Die größte liegende
Zug= und Druckmaſchine wurde ſchon im Jahre
1912 im Materialprüfungamt Berlin=Dahlem
aufgeſtellt. Hier können Probeſtäbe von 15
Meter Länge mit einem Druck von 300 Tonnen
zuſammengepreßt und mit einer Kraft von 1500
Tonnen gezogen werden. Die gewaltigen
Ab=
meſſungen ſolcher Maſchinen haben wohl vor
20 Jahren Veranlaſſung dazu gegeben, die Maſchine ſo zu
bauen, daß die Probekörper horizontal liegen, wenn man ſich
auch darüber klar war, daß bei liegender Bauart zuſätzliche
Beanſpruchungen durch Biegung entſtanden. Neuerdings hat
nun die Univerſität von Kalifornien eine ſtehende Maſchine
auf=
ſtellen laſſen, bei der Prüfſtücke bis zu 10,2 Meter Höhe
einge=
ſpannt werden können. Die Maſchine iſt in der Lage, dieſe mit
einer Laſt von 1360 Tonnen auf Zug und mit 1800 Tonnen auf
Druck zu beanſpruchen. Dieſe letztere Kraft dürfte wohl die größte,
bis jetzt überhaupt in Anwendung gebrachte, darſtellen.
Hochherzige Stifter haben es ermöglicht, daß in der
Material=
prüfungsanſtalt der Techniſchen Hochſchule Stuttgart kürzlich eine
Maſchine aufgeſtellt wurde, die zwar, was die Einzelleiſtung
an=
betrifft, hinter den oben erwähnten Giganten zurückſtehen muß,
die aber dagegen einen anderen ſehr weſentlichen Faktor in der
Unterſuchung ermöglicht. Während die erſt erwähnten Maſchinen
nur entweder Zug= oder Druckkräfte wirken laſſen können, iſt
dieſe Maſchine in der Lage, abwechſelnd Zug= und Druckkräfte
wirken zu laſſen. Dabei iſt beſonders zu beachten, daß bis zu 20
Belaſtungswechſel in einer Minute möglich ſind. Bei reinen
Zug=
oder Druckwechſeln iſt eine noch öftere Aenderung möglich. Die
Ver=
ſuchskörper können eine größte Länge von 5,5 Meter haben.
Be=
ſonders im Eiſenhochbau (z. B. Funktürme, Kran=Anlagen,
Ab=
raumförderbrücken uſw.) kommen häufig Konſtruktionsteile vor,
die wechſelnden Belaſtungen ausgeſetzt ſind. Ihr Verhalten ſoll
in dieſer Maſchine geprüft werden. Die geſamte Maſchine hat
über der Grundplatte eine Höhe von 9,8 Metern. Vier gewaltige
Spindeln ſtützen das Oberhaupt gegen das Fundament ab. Die
Belaſtung wird durch eine mit Drucköl betriebene
Doppelkolben=
anlage vom Fundament der Maſchine aus bewirkt. Der eine
Kol=
ben bewirkt den Zug, der andere den Druck. Beſondere
Steuer=
anlagen und Kraftmeſſer ermöglichen eine bequeme Benutzung.
Die Maſchine wurde von Ingenieuren der Materialprüfungsanſtalt
entworfen und in Zuſammenarbeit mit einer deutſchen Firma
gebaut.
KURZE MITTEILUNGEN
* Die Deutſche Verſuchsanſtalt für Luftfahrt in Berlin=
Adlers=
hof wird im kommenden Jahre neben kleineren Windkanälen einen
ſehr großen Windkanal mit einer Düſenöffnung von 5 X7 Meter
erhalten. Die Anblaſegeſchwindigkeit in dieſem Windkanal wird
bis zu 58,7 Meter in der Sekunde betragen können. In dieſem
neuen Kanal, der ja in Amerika ſchon Vorgänger ähnlicher
Ab=
meſſungen hat, ſollen gerodynamiſche und thermiſche Meſſungen an
großen Modellen, natürlichen Muſtern und auch an ganzen
Flug=
motoren nebſt Einbau vorgenommen werden. Es ſteht zu hoffen,
daß dieſes neue Forſchungsgerät für die Deutſche Flugtechnik
wert=
volle Ergebniſſe zeitigen wird.
* Ein neuartiger Autorückblickſpiegel für Kraftwagen iſt
kürz=
lich auf den Markt gekommen. Obwohl der Spiegel an der
glei=
chen Stelle wie ſeither nämlich an dem oberen Rand der
Wind=
ſchutzſcheibe in Augenhöhe des Fahrzeuglenkers angebracht iſt,
er=
möglicht er wegen ſeiner gewölbten Form bei einer Länge von
etwa 20 bis 30 Zentimeter nicht nur einen vollkommenen Blick
nach rückwärts, ſondern auch, was das weſentliche iſt, einen
um=
faſſenden Blick nach der Seite. Ohne irgendwelche ſtörende
Ver=
zerrung oder ungleichmäßige Verkleinerung des Spiegelbildes
kann der Fahrer, bei Blickrichtung nach geradeaus, doch einen auf
gleicher Höhe mit ihm fahrenden Wagen vollkommen im Auge
be=
halten.
* Radium. Alles auf der Erde bis jetzt gewonnene Radium
ſchätzt man auf 250 bis 300 Gramm. Allein dieſe Zahl
charakte=
riſiert, den hohen Wert dieſes koſtbarſten Elementes, das wir
kennen. Wohl kein ſonſtiges Element iſt in ſo geringen Mengen
erzeugt worden, wenn man nicht ſolche Elemente in Vergleich
zieht, die nur wiſſenſchaftliches, aber zunächſt noch kein praktiſches
Intereſſe haben. Das Intereſſe am Radium iſt außerordentlich.
groß, da dieſes ſeltenſte Element bekanntlich auch ganz
hervor=
ragende Eigenſchaften hat. Von dem bis jetzt vorhandenen Radium
werden etwa 85 Prozent zu mediziniſchen Zwecken verwendet.
Zehn Prozent ſind zur Herſtellung von Leuchtfarben verwendet
worden, der Reſt von 5 Prozent dient der Forſchung.
* Im Shannon=Kraftwerk ſoll ein vierter Maſchinenſatz zur
Aufſtellung kommen. Diesmal wurde keine Francis=Turbine,
ſondern eine Kaplan=Turbine gewählt, die bei einem jetzt
ver=
fügbaren Gefälle von 25,5 Meter eine Leiſtung von 30 000 P8
ſpäter bei höherem Stau von 32,5 Meter eine Leiſtung von
33 000 PS leiſten wird. Bei den erſten Maſchinenlieferungen hatte
man ſich noch nicht an den Bau von Kaplan=Turbinen für ſo hohe
Gefälle herangewagt. Inzwiſchen haben die anderwärts
erreich=
ten Fortſchritte auch die Ausnutzung höherer Gefälle ermöglicht.
Das Laufrad erhält einen Durchmeſſer von 4 Meter und 6
Schau=
feln. Es wird aus roſtfreiem Stahlguß, der einen hohen
Chrom=
gehalt hat, hergeſtellt.
* Meſſer aus roſtfreiem Stahl ſind immer ſtumpf Woher kommt
das? Sie wären mindeſtens ebenſo ſcharf, wie Meſſer aus
ge=
wöhnlichem Stahl, wenn ſie wie dieſe behandelt würden. Der
Um=
ſtand, daß die roſtfreien Meſſer nicht nach jedem Gebrauch in einer
Poliermaſchine oder mit ſonſt einem reinigenden Mittel gerieben
werden, verhindert, daß ſie wie jene durch ſtändiges Schleifen
ſcharf gehalten werden. Um roſtfreie Meſſer ſtändig ſcharf zu
haben, muß man ſie von Zeit zu Zeit mit einem guten Oelſtein
oder einer ſonſtigen guten Schleifvorrichtung abziehen. Die
roſt=
freien Meſſer halten, wenn ſie ſo behandelt werden, ihre
Schnitt=
fähigkeit länger als gewöhnliche Stahlmeſſer, da die geringen
Zu=
ſätze von Chrom und anderen Metallen dem Stahl eine große
Härte und Zähigkeit verleihen.
MEUE BÜCHER UND ZEITSCHRIETEN
* Werkſtattpraxis für den Bau von Gleit= und Segelflugzeugen
von H. Jacobs, techn. Aſſiſtent der Rhön=Roſſitten=
Geſell=
ſchaft, mit einem Geleitwort von Profeſſor Dr. Georgii, 133
Seiten mit über 150 Photographien und Zeichnungen. Preis
kartoniert 2,75 RM., gebunden 3,25 RM. Verlag Otto Maier,
Ravensburg
Zwiſchen Praxis und Bücherwiſſenſchaft klafft meiſt ein tiefer
Spalt. Praktiker halten ſich nur ungern an Bücher und ſchreiben
meiſt auch nur ungern ihre Erfahrungen nieder. Das iſt
bedauer=
lich, weil ſo die einmal geſammelten Erfahrungen ungewertet
ver=
loren gehen und immer wieder neu erworben werden müſſen. Um
ſo freudiger begrüßen wir das vorliegende Bändchen, das in
ge=
radezu muſtergültiger Form praktiſche Kenntniſſe und
Erfahrun=
gen feſthält und weitergibt. Es iſt wirklich aus der Praxis für
die Praxis geſchrieben. Dem angehenden Flugzeugbauer ſei das
Studium wärmſtens empfohlen, die aufgewandte Zeit und die
geringen Koſten ſtehen in gar keinem Verhältnis zu dem, was er
ſpäter an beidem in der Werkſtatt erſpart.
* „Richtig rechnen!” Herausgegeben von Fittings Verband,
Düſ=
ſeldorf, Königsallee 2—4.
Das vorliegende kleine Heftchen iſt zwar eine Streitſchrift in
dem Kampf zwiſchen den Fittings Werken und den
Schweißver=
bänden, es enthält aber neben einer ſehr geſchickten äußeren
Auf=
machung ſoviel intereſſante Darſtellungen, daß ſie den
Inſtallateu=
ren zur Beachtung zu empfehlen iſt. Mit dem Schweißbrenner
wird zwar heute in der Metalltechnik ganz Hervorragendes
gelei=
ſtet, er kann aber auch zu Nachteilen führen. Es wird ohne
Vor=
eingenommenheit immer zu prüfen ſein, welches Arbeitsverfahren
am Platze iſt.
* „Störſchutz am Rundfunkempfänger in der Praxis” von
Hein=
rich Ike. 2 erweiterte und verbeſſerte Auflage. 1932 40
Sei=
ten mit 40 Abbildungen. Verlag Rothgießer u. Dieſing A.=G.,
Berlin N 24. Broſchiert 1.— RM.
Schon das Vorliegen einer zweiten Auflage beweiſt, daß das
vorliegende Heftchen einen großen Leſerkreis gefunden hat. Im
Dezember vorigen Jahres hatten wir die Veröffentlichung
ein=
gehend gewürdigt. Die vorliegende neue Ausgabe iſt in
weſent=
lichen Punkten erweitert.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mittwoch, 12. Oktober 1932
Seite 10 — Nr. M
Prinz Guſtav Adolf von Schweden= beſichkigt ſein Flikkerwochenheim.
Links: Prinz Guſtav Adolf von Schweden, in der Mitte ſeine Schweſter, Prinzeſſin Ingrid,
die ſich in nächſter Zeit mit dem Prinzen Georg von England verloben ſoll.
Der ſchwediſche Königsenkel, Prinz Guſtav Adolf, der ſich Ende dieſes Monats mit der Prinzeſſin
Sybille von Sachſen=Coburg=Gotha verheiraten wird, inſpiziert jetzt eingehend das Haga=Schloß in
Schweden, wo er nach der Trauung mit ſeiner jungen Frau wohnen wird.
Sonja Henie kriumphierke in Berlin.
her
SV. Mannheit
Wiesbaden. Favt
ihn den Sieg 92
fel wird zweifello=
Drei der anmutigſten Poſen der großen Eislaufkünſtlerin Sonja Henie,
die bei ihrem erſten Auftreten im Berliner Sportpalaſt in der diesjährigen Saiſon
Tauſende von Zuſchauern mit ihrem unvergleichlichen Können begeiſterte.
die
100 Meter. Vier
eEngen 94. Neptun Ka
m Rennen erſcheiner
ſem E. F. S. C. Wi
KLeier und 1500 Mete
Swimmer Wunſch und
Nückenſchwimmen
ucenmeiſter 1931 J
eindmann Neitzel,
Reich und Ausland.
Daubmann ein Schwindler?”
enb. Karlsruhe. In der Angelegenheit
des Oskar Daubmann aus Endingen ſcheint
eine ſenſationelle Wendung eingetreten zu ſein.
Im Verlauf der letzten Zeit haben ſich mehrere
Perſönlichkeiten bei behördlichen Stellen
gemel=
det, darunter ein ehemaliger Fremdenlegionär
aus Eſſen, dem Daubmann am Montag abend
in Endingen gegenübergeſtellt wurde. Im
Ver=
laufe der weiteren Feſtſtellungen wurde
Daub=
mann geſtern vom Landespolizeiamt Karlsruhe
geſucht, da ſich Daubmann auf einer
Vortrags=
reiſe befand. Er konnte ermittelt und auf die
Polizeidirektion Freiburg gebracht werden.
Ueber dieſe Vernehmung durch Beamte des
Landespolizeiamts Karlsruhe iſt amtlich noch
nichts mitgeteilt worden. Dieſe Weigerung
amtlicher Stellen beruht darauf, daß die
Proto=
kolle über die geſtern abend erfolgte
Verneh=
mung Daubmanns noch nicht in Karlsruhe
vor=
liegen. Die Freiburger Stellen lehnen eine
Mitteilung ohne Genehmigung aus
Karls=
ruhe ab.
Jedenfalls dürfte mit größter Sicherheit
feſt=
ſtehen, daß die Vernehmung die Unrichtigkeit
der Angaben Daubmanns ergeben hat. Es wird
ſogar angedeutet, daß Oskar Daubmann gar
nicht der wirkliche Oskar iſt, ſondern ein
Schwindler, der es verſtanden hat, viele zu
täu=
ſchen. Das Gerücht, daß Daubmann in
Polizei=
gewahrſam genommen wurde, iſt gleichfalls nicht
amtlich beſtätigt, dürfte aber zutreffen.
Jeden=
falls haben die verſchiedenen Gegenüberſtellungen
Daubmanns mit anderen Perſönlichkeiten ihn
außerordentlich ſchwer belaſtet.
*Gronaus erſte Panne.
Der deutſche Flieger von Gronau, der ſchon
zwei Ozeanflüge hinter ſich hat und ſich jetzt auf
einem Weltflug befindet, hat zum erſten Male
eine ernſtere Panne erlitten. Als er ſich mit
ſeinem Dornier=Wal eingangs des Bengaliſchen
Meerbuſens befand, mußte er infolge
Motor=
defekts notwaſſern und S.O.S.=Rufe ausſenden.
Bald darauf ſandte er ein ausführliches
Tele=
gramm, in dem er mitteilte, daß die
Repara=
tur faſt behoben ſei und er verſuchen will, mit
einem Motor das Ziel Mergui zu erreichen.
Lei=
der konnte er dieſe Abſicht nicht ausführen, denn
der Defekt war doch ernſterer Natur als die
Führer des Flugzeuges zunächſt angenommen
hatten. Dazu kam denn noch eine Störung an
der Kühlwaſſerpumpe, die ein Laufenlaſſen der
Motoren unmöglich machte. Zufällig war der
Dampfer „Caragola” in der Nähe, der ſofort
betracht, des bisher ſo glänzend verlaufenen
Fluges nur zu begrüßen wäre.
Es iſt bezeichnend für die fliegeriſchen
Qua=
litäten unſerer Leute, daß ſie dieſe ſchwere
Havarie ſo glänzend überſtanden haben, die leicht
eine Kataſtrophe hätte werden können, wenn
Gronau nicht ſolche Erfahrung haben würde.
Der deutſche Ozeanbezwinger hat auf zwei
Flü=
gen ſchon bewieſen, daß er ſowohl in der
Vor=
bereitung derartige Expeditionen, als auch in
der Ausführung einer der ſicherſten und
erfah=
renſten Piloten Deutſchlands iſt. Er hat immer
wieder lieber darauf verzichtet, einen beſtimmten
Starttermin ſchon vorher anzugeben, den er
nenten
dann vielleicht doch nicht innehalten konntoe
Langſam und genau hat er ſeine Flüge
vorbe=
reitet, alles ſyſtematiſch durchgearbeitet und i Ene
dann, nachdem er noch die Wetterſtationen um/
Rat gefragt hatte, losgeflogen. Das hat er auss Figr
auf allen ſeinen Etappen des jetzigen
Weltfluge=
ſo gehalten. Der bisherige Verlauf des Fluges
zeigt, daß Gronau damit Recht hatte und hot in des
fentlich weiter Recht haben wird, wenn er ſchoo iwitliche
in nächſter Zeit ſeinen einmal angefangene= rauf dei L. B.
Weltflug von Mergui aus fortſetzt.
v. Gronau wohlbehalten.
Die „Caragola”, mit dem Dornier=Wal i
*
Schlepptau, iſt Dienstag, früh im Hafen vc. Von den verſpä
Rangoon eingelaufen. v. Gronau teilt in eine n 4s Zuſammentreffen
Funkſpruch mit, daß der Dornier=Wal unb Bürk Oberſtein
ſchädigt, die Beſatzung wohlauf ſei.
Salzſäure ſtatt Wein getrunken.
Düſſeldorf. In Büderich (Kreis Moers)
kamen auf tragiſche Weiſe zwei junge Männer
im Alter von 20 und 22 Jahren ums Leben. Die
beiden, die zu der benachbarten Kirmes gehen
wollten, wollten vorher im Keller Wein trinken.
Im Dunkel nahmen ſie anſtatt der Weinflaſche
eine Salzſäureflaſche und tranken davon.
Ob=
wohl ſie ſofort den fürchterlichen Irrtum
be=
merkten, war es jedoch ſchon zu ſpät. Sie liefen,
nachdem ſie zunächſt Waſſer getrunken hatten,
zum nahegelegenen Krankenhaus. Einer von
ihnen brach auf dieſem Wege bereits tot
zu=
ſammen, während der andere kurze Zeit nachher
im Krankenhaus ſtarb.
Flugzeugunglück in Köln.
Köln. Zum Abſturz einer Sportmaſchine
des Kölner Klubs für Luftfahrt wird berichtet,
daß ſich in der Maſchine außer dem tödlich
ver=
unglückten Fluglehrer der Redakteur Feinhals
von der „Kölner Illuſtrierten”, ein Sohn des
bekannten Münchener Kammerſängers, befand.
Er mußte mit lebensgefährlichen Verletzungen
dem Krankenhaus zugeführt werden.
Der Präſidenk der bayeriſchen
Akademie F.
Kasfor
rHanoi
Kalkutte
INDIEN
Al-
NAN
Geräch
ANBAMANEN
SüocHiN.-
MEER
(NDISCHEK
indepore
DTEAN
Gronaus letzte Position
Zeppelin oder „Oo. X‟
Aufſchläſſe über die vorausſichtliche Weiterenkwicklung des Flugſchiffbaues.
Lagekarte der durch Funkſpruch gemeldeten
Notlandungsſtelle.
das Flugboot in Schlepptau nahm und die
deut=
ſchen Weltreiſenden nach Mergui brachte. Nach
den erſten Meldungen hieß es zwar, daß Gronau
ſeinen vorgeſchriebenen Weltflug jetzt wohl
auf=
geben müſſe, doch hat ſich dieſe Nachricht
glück=
licherweiſe nicht beſtätigt. Vielmehr ſcheint nach
neueren Telegrammen aus Mergui der deutſche
Pilot doch weiterfliegen zu wollen, was in An=
Frankfurt a. M. Der Frankfurter
Ver=
ein für Luftſchiffahrt hatte geſtern abend die
Beſatzung des Flugſchiffes „Do. X” zu einer
kleinen Begrüßungsfeier nach dem Hotel Briſtol
eingeladen, bei der Stadtrat Dr. Lingnau die
Grüße und Glückwünſche der Stadt Frankfurt
g. M. überbrachte.
Kapitän Chriſtianſen gab in einer launigen
Erwiderung ſeiner Freude Ausdruck, im Kreiſe
ſeiner alten Kriegskameraden einige Stunden
verweilen zu dürfen. Der Zeppelinluftſchiffbau
habe faſt alle Stadien der Entwicklung hinter
ſich, während der „Do. X” noch in ſeinem
An=
fangsſtadium ſtecke.
Der erſte Navigationsoffizier des
Flugſchif=
fes, Niemann, gab einige intereſſante Aufſchlüſſe
über die vorausſichtliche Weiterentwicklung des
Flugſchiffbaues. Die Konſtruktion des
Flug=
ſchiffes iſt nach ſeiner Anſicht im Prinzip
abge=
ſchloſſen, während die Entwicklung der
Kraft=
quellen noch weiter fortdauert. Im jetzigen
Stadium betrage die Krafteinheit nur 650 PS.
während ſie auf 3000 PS pro Motor gebracht
werden müßte. Man werde wahrſcheinlich zum
Dieſelmotor oder zur Hochdruckturbine übergehen
müſſen, um dieſe Leiſtung zu erzeugen.
Gegen=
über dem „Graf Zeppelin”, der jetzt eine
Ge=
ſchwindigkeit von 70 Seemeilen erreiche und
dieſe Geſchwindigkeit in abſehbarer Zeit
vor=
ausſichtlich noch um 30 Seemeilen ſteigern könne,
ſei auf die Leiſtungen beim Schneider=Cup heit
zuweiſen, wo 360 bis 380 Seemeilen
erzi=
worden ſeien. Es ſei daher nur eine Frage Li
Zeit, daß man mit einem Flugſchiff vom TN
der „Do. X” die Ueberfahrt nach Amerika n/
quem in einem Tage zurücklegen könne. Trc. würden aber beide Verkehrsmittel, Zept „S nach der Zeit
nerſtein mit 9:8 g
uhm den erwarteter
Aantam wurde Sie
Luchberger, Weider,
ſchweikhart teilten
Der Sonntag
Elte im Kampf.
it großem Elan 1
ſelie und erſatzgeſch
a0 noch dazu und
ür war da. Aſch
Lauß=Zimmer
lant des Kampfes
Umd ein Reſultat kn
M war auf dieſen
M1aVerfügbare zur
MR Käſte, die bis
DuE uch gelang. V
„Aiedend, während
lin wie Flugſchiff, auch ferner nebeneinankn Erdend. Wiſſe
beſtehen bleiben, genau wie auch das Damn? 1 Rirk: Eiche
ſchiff durch die Entwicklung des Luftſchiffs ni WMHörſtein 1
verdrängt werden würde.
.I: 5 Kämpfen
Hunn Weiteren in
Während in der Frage der Schnelligkeit m7 ßeinde Dieburg
Zukunft noch viele Entwicklungsmöglichkeit. Ehüt die durch Ei
biete, ſei die Frage der Sicherheit ſchon als 27 wohmnen hat
löſt zu bezeichnen. Selbſt bei dem Verſagen v.u F0ſeier und G. Ne
vier Motoren könne das Flugſchiff ruhig w./ Wcoen irer Man
terarbeiten. Bei dem praktiſch wohl ausgeſchl. 2hg uen Heerdt
ſenen Verſagen aller ſechs Motoren könne d00e
Schiff noch eine große Strecke im Gleitflug 2
rücklegen, und zwar im Verhältnis von 1:—
d. h. bei einer Flughöhe von 1000 Metern karn
das Flugſchiff noch 10 Kilometer im
Gleitfl-
zurücklegen.
„Graf Zeppelin” über den Kanariſchen Inſell
Friedrichshafen. Nach einem Fund
ſpruch von Bord des „Graf Zeppelin” hat de
Luftſchiff geſtern, um 10 Uhr M. E.3., die K2
nariſchen Inſeln paſſiert. Die Geſchwindigſes
beträgt etwa 120 Stundenkilometer.
Diefiodert
ie Baihe giecten
R. Heilbron
Bieber
Geheimrat Karl von Göbel,
Iltmeiſter der deutſchen Pflanzenforſchung und
räſident der bayeriſchen Akademie der
Wiſſen=
ſchaften, verſtarb im Alter von 77 Jahren.
Aufo gegen das Geländer der
Rhein=
uferſtraße gerannk.
Eine Tote, zwei Schwerverletzte.
Boppard. Montag nachmittag, gegen
17 Uhr, ereignete ſich auf der Straße zwiſchen
Boppard und Oberſpay ein ſchwerer
Kraft=
wagenunfall, dem ein Menſchenleben zum Opfer
gefallen iſt, während zwei weitere Perſonen
ſchwer verletzt wurden. Von einer Anzahl von
Kraftfahrern, die die Strecke Boppard=Oberſpay
befuhren, wurde aus der Ferne beobachtet, wie
ein in ſchneller Fahrt befindlicher
Perſonen=
kraftwagen, plötzlich ins Schleudern geriet und
gegen das dem Rhein zu liegende eiſerne
Straßengländer fuhr. Das Auto rannte gegen
das Geländer und riß es auf eine Strecke von
etwa 25 Meter vollkommen um. Bei dem
Zu=
ſammenprall überſchlug ſich der Wagen und
ſtürzte die Böſchung auf das Rheinufer hinab.
Der Beſitzer des Wagens ſtand, als verſchiedene
Kraftfahrer an der Unfallſtelle ankamen,
blut=
überſtrömt neben ſeinem Wagen und bemühte
ſich um die am Boden liegende, ſchwer verletzte
Gattin und um ſeine in den letzten Zügen
lie=
gende, etwa 16jährige Tochter. Kurz nach
Ein=
treffen der erſten Hilfe ſtarb das Mädchen. Die
Mutter ſowie der Vater wurden ſchwer verletzt
und in bedenklichem Zuſtand ins Bopparder
Krankenhaus eingeliefert. Die Aerzte hoffen, die
beiden Schwerverletzten am Leben zu erhalten.
Es handelt ſich bei den Verunglückten um einen
aus Köln ſtammenden Syndikus.
Motorrad fährt in eine Gruppe Taubſtummer.
Aſchaffenburg. Auf der Straße
zwi=
ſchen Hösbach und Goldbach ereignete ſich in
der Nacht zum Montag ein ſchweres
Motor=
radunglück. Der ledige Bauarbeiter Oskar
Geis aus Rottenberg befand ſich mit ſeinem
Arbeitskollegen von Waldaſchaff mit einem
geliehenen Motorrad auf dem Wege zur
Ar=
beitsſtelle nach Freudenberg. Unweit des
Hös=
bacher Ortsausganges fuhr Geis in eine
Gruppe von ſieben taubſtummen Fußgängern,
die das Motorrad trotz Hupens natürlich nicht
hören konnten. Dabei wurden einige Perſonen
überrannt, während die beiden Fahrer mit
voller Wucht in den Straßengraben ſtürzten.
Geis erlitt einen ſchweren Schädelbruch und
andere Verletzungen, ſein Beifahrer kam mit
einem Beinbruch und Stauchungen am ganzen
Körper davon. Einer der Fußgänger erlitt
lebensgefährliche Verletzungen. Geis wurde in
hoffnungsloſem Zuſtand in ſeine Wohnung
ge=
bracht, wo er inzwiſchen geſtorben iſt. Auch der
Zuſtand des anderen Schwerverletzten iſt als
äußerſt ernſt zu bezeichnen.
Hundert Perſonen in die Tiefe geſtürzt.
41 Verletzte.
Rom. Während einer Fußballpartie in
Meſſina hatten ſich Hunderte von
Sportbegei=
ſterten auf die Dächer der den Spielplatz
um=
ſäumenden Häuſer begeben. Auf dem
Blech=
dach eines ehemaligen Schlachthauſes hatten
ſich allein etwa 250 Perſonen jeden Alters
an=
geſammelt. Da die Balken, die das Blech
tru=
gen, morſch waren, brach das Dach während des
Spieles zuſammen. Etwa 100 Perſonen ſtürzten,
zum Glück aus nicht allzu großer Höhe, in die
Tiefe. Es wurden 41 Verletzte gezählt, von
denen ſechs in ſo üblem Zuſtande waren, daß ſie
ins Krankenhaus gebracht werden mußten.
Gruben=Unglück in Transvagl.
57 Tote.
Johannesburg. Bei einem Grubel
brand wurden 12 weiße und 45 eingebore?
Bergarbeiter infolge Gasentwicklung getöll
Die Rettungsmannſchaft hätte faſt das glei-
Schickſal erlitten. Sie konnte jedoch noch tee‟
zeitig geretiet werden.
Schnellzug Baſel—Paris entgleiſt.
Paris. Der Schnellzug Paris—Baſel, 2.
um 7 Uhr vom Pariſer Oſtbahnhof abgeht,
aus bisher noch nicht feſtgeſtellten Gründen
Villepatour bei Gretz entgleiſt. Nach den
bis-
vorliegenden Meldungen ſind fünf Perſor-”
verletzt worden. Die Züge mußten umgelen
werden.
Chikagoer Bankier nebſt Frau entführt.
New York. Nach einer Meldung
Chikago wurde dort der Bankier Norman
Collins mit ſeiner Frau von einer Räuberbat
überfallen und entführt. Die beiden wurden
den Boden des Autos der Räuber gelegt, n.
Wolldecken zugedeckt und mit Revolvern bedre."
Die Räuber verlangten ein Löſegeld von
nächſt 100 000 Dollar. Collins erklärte, daß
Summe für ihn unerſchwinglich ſei und hande
ſchließlich das Löſegeld während einer mehe-
Stunden währenden Schreckensfahrt auf 2
Dollar herunter. Daraufhin ſetzten die Rau.-*
Frau Collin aus, damit ſie das Löſegeld
reitſtellen könne und verſchwanden dann uſ.
Mitnahme ihres Gatten als Geiſel.
Mittwoch, 12. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 284 — Seite 11
SüüsStüs desgat
Jubiläums=Schwimmfeſt von Jung=Deutſchland
am kommenden Sonntag, 15.30 Uhr.
In der letzten Vorſchau iſt über das Schwimmfeſt im
allge=
u inen berichtet worden. Klaſſe 1 wird eröffnet mit der
Kraul=
ſteFfel 48100 Meter. Um den Wanderpreis der Induſtriellen=
18 reinigung bewerben ſich Offenbach 96 und SV. Göppingen 04.
3 ide Mannſchaften ſind jetzt nach dem Abgang von Zonge,
Göp=
iegen 04, als gleichwertig anzuſprechen. Daher wird die
einlei=
ſeir de Staffel ein äußerſt ſpannendes Rennen werden. Da bei dem
P lſtaulſchwimmen 100 Meter, Klaſſe 1a. nur Diebold. SSV.
Ber=
früher Nikar Heidelberg, gemeldet iſt, ſo ſchwimmt dieſer in
züddeutſchland ſehr bekannte Schwimmer bei dem
Kraulſchwim=
ſnen der Klaſſe 1b mit. „Bei dieſem Rennen haben 13 Leute
ge=
mldet. Die bekannteſten unter ihnen ſind Wolf. Poſeidon
ſſchaffenburg ein früheres Mitglied Jung=Deutſchlands, Frank,
ſüddeutſcher Rückenmeiſter 1932, und Vogt, ehemaliger
ſüddeut=
her 100=Meter=Meiſter, beide von Nikar Heidelberg; Lorenz,
enbach 96; Ott, Schwimmklub Wiesbaden; Woltersdorf, E. F.
C.; Göth und Wolfsholz, beide Jung=Deutſchland. Während
der Klaſſe 1a in Diebold der Sieger feſtſteht, wird bei der
laſſe 1b der erſte Platz hart umkämpft werden. Drei Springer
ſellen ſich beim Herrenkunſtſpringen Klaſſe 1 den Sprungrichtern:
Laſſo. SV. Mannheim; Zapp, Nikar Heidelberg, und Roßgarſki,
C. Wiesbaden. Favorit iſt Boſſo, aber Zapp und Roßgarſki
wer=
en ihm den Sieg gewiß nicht leicht machen. Die intereſſanteſte
ſtaffel wird zweitellos die Herrenlagenſtaffel 100 Meter, 200
Me=
ſer. 100 Meter. Vier Meldungen liegen vor: E. F. S. C.,
Göp=
uin gen 04. Neptun Karlsruhe und Karlsruher SV. 1899. In
die=
m Rennen erſcheinen Süddeutſchlands beſte Schwimmer. Von
enr E. F. S. C. Witthauer, der ſüddeutſche Meiſter über 400
Leter und 1500 Meter Kraul; von Neptun der bekannte
Bruſt=
hwimmer Wunſch und der deutſche Studentenmeiſter im 100
Me=
er Rückenſchwimmen Diehl; von Karlsruhe 99 der ſüddeutſche
ſückenmeiſter 1931 Fuchs und von Göppingen 04 der ehemalige
ſekordmann Neitzel, und Schwarz, der deutſche Rekordmann im
ſruſtſchwimmen über 200 Meter und 400 Meter. Eine Staffel der
ſrominenten alſo! Wer wird Sieger? Jede Mannſchaft iſt in der
age, Sieger zu ſein. Aber ſicher wird Schwarz das Rennen für
inen Verein entſcheiden, und deshalb dürfen wir den Göppingern
ue größere Siegesausſicht zuſprechen. Gleichzeitig erhält hier der
ſieger den Wanderpreis der Stadt Darmſtadt der in der
Lagen=
fel, wie auch in der Kraulſtaffel ohne den Verteidiger, Sparta
öln, ausgeſchwommen wird. Jeder Beſucher des Feſtes wird
ewiß Zeuge ſpannender Wettſchwimmen ſein. Das Jubiläums=
ſiſt des D. S. C. Jung=Deutſchland iſt die einzige große
ſchwimm=
ortliche Veranſtaltung dieſes Winters 1932/33. Karten im
Vor=
eikauf bei L. B. Müller, Schulſtraße, erhältlich.
Schwerakhlekik.
Aus dem 2. Kreis des DASV. 1891.
Von den verſpätet eingegangenen Berichten iſt vor allem
Zuſammentreffen der beiden Nachbarvereine in der Oberliga.
Bezirk. Oberſtein und Hammerſtein von Intereſſe, das
Ham=
terſtein mit 9:8 gewann. Der Kampf Eckenheim—Arheilgen
ahm den erwarteten 13:4=Ausgang für Eckenheim. „Schunk im
antam wurde Sieger nach 1½ Min. Eckenheims Sieger waren
ſuchberger. Weider, Gemmrich. Kerber und Rau. Rückerich und
ſchweikhart teilten ſich die Punkte.
Der Sonntag ſah wieder die Vereine der Oberliga beider
Be=
sle im Kampf 88 MainzHammerſtein endete 6:13.
lit großem Elan kämpfte Hammerſtein gegen die völlig
umge=
ellte und erſatzgeſchächte Sieben von 88 Mainz. Etwas Pech
uch noch dazu und die Niederlage gegen den Neuling in dieſer
öhe war da. Aſchaffenburg=Damm—Hösbach 11:8,
toß=Zimmern-Hanau 12:5. Unerwartet war der
Aus=
ung des Kampfes Groß=Zimmern—Hanau. Hier erwartete man
ohl ein Reſultat knapp hinüber oder knapp herüber. Groß=
Zim=
ern war auf dieſen Kampf auf das beſte vorbereitet und hatte
Us Verfügbare zur Stelle und richtig eingeſtellt. Galt es doch,
ſe Gäſte, die bis jetzt ohne Niederlage waren, niederzuringen,
as auch gelang. Von Groß=Zimmern ſiegten H. Ohl und Danz
litſcheidend, während Herbert, Weidner, Reinhard und Frölich
ieger nach der Zeit wurden. Von Hanau ſiegte Schultheiß ent=
Kreisliga.
heidend Wiſſel und H. Nelde unentſchieden.
Bezirk: Eiche Hanau 2—Jugendkraft Waſſerlos 3:18.
Die=
ug—Hörſtein 13:3, 86 Frankfurt—Neu=Iſenburg KSV. 938.
In 5 Kämpfen über die Zeit und einem Kampf in 11 und
nem weiteren in 1½ Min. ſtritten ſich 1912 Hörſtein und
Turn=
em einde Dieburg um ihre erſten Punkte. Die Dieburger
Mann=
maft, die durch Einſtellen guter Kräfte erheblich an Stärke
zu=
benommen hat, gab ihrem Gaſt mit 13:3 das Nachſehen. Jak.
eumeier und G. Neumeier brachten durch Punktſieg und
Unent=
hieden ihrer Mannſchaft die 3 Punkte. Die Sieger von
Die=
uig waren Heerdt. Dotter, Dries, Wick und Lunkenheimer.
Wol=
mntädter unentſchieden.
Vier ſüddeutſche Spieler haben die Freigabe für
bel=
ſſche Vereine gefordert. Es handelt ſich um die Spieler Broſe
räher VfR. Heilbronn), Reiber (PfB. Stuttgart), Herbert
6ermania Bieber) und Willi Heß (Offenbacher Kickers).
Schöbel und Cartonnet, die beiden franzöſiſchen
Iympia=Schwimmer, wurden von ihrem Verband wegen
unſport=
chen Verhaltens auf drei Monate disqualifiziert.
Handball im Odenwaldgau der 9.T.
Die Ergebniſſe vom 9. Oktober:
Kreisklaſſe: Groß=Zimmern — Groß=Umſtadt 6:4, König
Kirch=Brombach 7:2. — Meiſterklaſſe: Gundernhauſen —
Reinheim 5:8, Momart — N.=Klingen 11:7. — 4=Klaſſe=Süd:
Michelſtadt — K.=Brombach 2. 12:1 (Freundſchaftsſp.), Zell 1. —
König 2. 3:4, Steinbach — Steinbuch 5:5. — A.=Klaſſe=Nord:
Altheim — Klein=Zimmern 3:1, Groß=Umſtadt 2. — Groß=
Zim=
mern 2. (Freundſchaftsſp.). Spachbrücken 1. — Semd 1. 11:7. —
A=Klaſſe=Nord II: Richen — Schaafheim 5:5,
Hergershau=
ſen — Klein=Umſtadt 5:2. — B=Klaſſe=Süd: Hainſtadt —
M.=Grumbach 2:5, Beerfelden — Böllſtein 9:3. — B=Klaſſe=
Nord: Gundernhauſen 2. — Reinheim 2. 2:10, Momart 2. —
N. Klingen 2. 9:4. — C=Klaſſe: Spachbrücken 2. — Reinheim 3.
4:2. — Freundſchaftsſpiel: Gr.=Bieberau 2. — Reichelsheim 1. 5:2.
Ueber die Kreisklaſſe iſt berichtet. Aus Gundernhauſen
wer=
den Begleiterſcheinungen zum Spiel gemeldet, die ein Eingreifen
der Behörde nach ſich ziehen werden. Lieber einige Spieler
weni=
ger im Gau, als derart unbeherrſchte Turner! Das Spiel ſelbſt
litt unter der Glätte des Bodens, verlief zunächſt ruhig, bis dann
die böſen Formen durch einzelne Gundernhäuſer Spieler
hinein=
getragen wurden. Die Begegnung in Momart wurde ſehr
anſtän=
dig durchgeführt. Der Platzverein zeigte die beſſere
Stürmer=
leiſtung. Bei den Gäſten glänzte der Mittelläufer. In
Michel=
ſtadt erſchienen nur 7 Kirch=Brombacher. Man ſtellte noch ein
paar Michelſtädter hinzu und trug ein Freundſchaftsſpiel aus.
Königs 2. überragte im Zuſammenſpiel den Gegner, der im
Fan=
gen auch noch unſicher war. Naſſer Boden und vieles Feſthalten
verhinderten ein fluſſiges Spiel. Mit aller Verbiſſenheit kämpfte
man in Steinbach um die Punkte. Die Gäſte führten bis kurz vor
Schluß mit 5:3, konnten aber dem Endſpurt der Steinbacher nicht
ſtandhalten. Der Ausgang iſt dem Spielverlauf nach gerecht.
Alt=
heim körperlich ſtärker als ſein Gegner, iſt im Sturm
durchſchlags=
kräftiger. Eine Spielregel lautet: Erſt der Ball, dann der Mann.
Beachtet man dies nicht, ſetzt es Strafwürfe, die leicht zum
Ver=
hängnis werden. Klein=Zimmern ſollte ſein Handeln danach
ein=
richten und es unterlaſſen, dem Schiri Bemerkungen an den Kopf
zu werfen, die ins Politiſche hinüberſpielen. Die 6 Gr.=Umſtädter
Spieler, verſtärkt durch einige Zimmerer, trugen ein
Freund=
ſchaftsſpiel aus. Die Sache in Spachbrücken begann hüben und
drüben mit guten Angriffen, die beiderſeits zu 2 Toren führten.
Allmählich bekam der Gaſtgeber die Oberhand, und ſtellte bis
Halbzeit das Ergebnis auf 6:2. Nach dem Wechſel wurde das
Treffen wieder ausgeglichen, ſchließlich kam ſogar Semd etwas
auf. Daß man auch ritterlich kämpfen kann, bewies nun auch
Semd! Zwei gleichſtarke Gegner rangen in Richen um den Sieg.
Nur ſollten beide Mannſchaften das laute unſchöne Zurufen laſſen.
Nach einer ruhigen erſten Halbzeit ſetzte in Hergershauſen ein
hartes Kämpfen um die Punkte ein. Wäre Klein=Umſtadt im
Sturm mehr auf der Höhe geweſen, hätte ein Unentſchieden erzielt
werden können. Auf eine feine, ausgeglichene erſte Spielhälfte
folgte in Hainſtadt eine rauhe zweite. Die robuſte Note kam von
ſeiten des Platzvereins. Hinzu geſellte ſich noch ein unnötiges
Beſſerwiſſen bei allen Schiri=Entſcheidungen. Beerfelden hat vor
der Pauſe eine leichte Ueberlegenheit, Halbzeitſtand 6:1. Nach
dem Wechſel war das Treffen gleichmäßig. Gundernhauſens 2.
verſtand nicht zu fangen, daher die hohe Niederlage. Mit 8 bzw.
9 Spielern trugen Spachbrücken 2. — Reinheim 3. ihren Kampf
aus. Reichelsheim brachte ſeine Angriffe ſelten bis zum
Tor=
wurf, meiſtens wurden ſie vorher zerſtört. Groß=Bieberau
ver=
dankte ſeinen Erfolg dem Innenſturm, der durch Peter eine
weſent=
liche Verſtärkung erfahren hatte.
Sportabt. Singer. Darmſtadt.
Am nächſten Sonntag fährt die Handballmannſchaft nach
Fränkiſch=Crumbach i. Odw., um gegen den dortigen Turnverein
das Rückſpiel auszutragen. Das Vorſpiel endete 4:0 für Singer.
Die Turner, die nach ihren zuletzt gezeigten Leiſtungen inzwiſchen
viel gelernt haben, werden verſuchen, Revanche zu nehmen.
Ab=
fahrt mit Auto 2 Uhr am Paradeplatz. Fahrpreis für Anhänger
und Freunde ſehr niedrig. Meldungen erbeten bis Freitag abend
Bismarckſtraße 107.
Fußball.
SC. 1928 Ober=Ramſtadt — SV. Roßdorf 1:1 (0:1).
Die Ober=Ramſtädter waren in dieſem Treffen die weitaus
beſſere Mannſchaft, nur durch reichliches Pech der Gaſtgeber kam
Roßdorf zu dieſem ſchmeichelhaften Unentſchieden. Ober=Ramſtadt
war während des ganzen Spiels derart überlegen daß das
End=
ergebnis wenigſtens 5:1 hätte lauten müſſen. Die Gäſte
vertei=
digten zeitweiſe mit der ganzen Mannſchaft und hielten ſo das
Unentſchieden. Beinahe wären ſie noch zum Siege gekommen,
wenn nicht Ober=Ramſtadts Torwart einen Handelfmeter
gehal=
ten hätte. Roßdorf ſtellt eine körperlich ſehr ſtarke Mannſchaft,
die von ihrer Körperkraft reichlich Gebrauch macht. Der ſonſt ſo
gefürchtete Sturm ließ manchen Wunſch offen, nur der Linksaußen
zeigte ein gutes Spiel. Die Läuferreihe befriedigte nur in der
Abwehr. Beſter Mannſchaftsteil der Gäſte war die
Hintermann=
ſchaft, die durch Eifer und gutes Können ihren Verein vor einer
hohen Niederlage bewahrten. Die Ober=Ramſtädter zeigten ein
beſtechendes Spiel und waren mit Ausnahme des Linksaußen auf
allen Poſten ſehr gut; hervorgehoben ſei der kleine Geyer. Vor
500 Zuſchauern leitete Speith=Mainz 05 gut. — 2. Mannſch. 3:3.
Rot=Weiß Darmſtadt—FV. Sprendlingen.
Am kommenden Sonntag findet auf dem Rot=Weiß=Platz
nachmittags 3 Uhr das Verbandsſpiel obiger Ligamannſchaften
ſtatt. Das Treffen bringt wiederum den Tabellenletzten mit
einem Spitzenverein zuſammen. Nach den Leiſtungen der Rot=
Weißen in den beiden letzten Spielen wird Sprendlingen (das
zwar an Papierform noch in dieſem Treffen als Favorit gilt)
nicht ohne Anſtrengung zu den Punkten kommen, zumal den Rok=
Weißen Gelegenheit geboten iſt, mit einem evtl. Erfolg den
letz=
ten Platz einem anderen zu überlaſſen. Die Mannſchaft wird
genau in derſelben Aufſtellung wie in Pfungſtadt antreten. Vor
dem Spiel Ligaerſatz—Poſt Darmſtadt.
Geſchäftliches.
Für Schwerhörende. Die Deutſche Akuſtik=Geſellſchaft,
Berlin, hat anläßlich ihres 25jährigen Geſchäftsbeſtehens einen
ganz neuartigen Hörapparat für Schwerhörende herausgebracht,
welcher die läſtigen Nebengeräuſche nicht mehr beſitzt und ſo klar
und rein arbeitet, daß auch nervösſchwerhörige Perſonen die
Be=
nutzung des Apparates als große Wohltat empfinden. Vorführung
und Ausprobe dieſer neuen Type am Freitag, den 14. Oktober, von
10 bis 1 und 3 bis 5 Uhr. (Siehe Anzeige.)
Schulnachrichten.
Die jüngſte Entwicklung des Luft= und
Kraftfahr=
zeugbaues läßt deutlich erkennen, daß auf dieſem Gebiet trotz
der Ungunſt und Schwere der augenblicklichen Wirtſchaftslage dem
zukünftigen Ingenieur noch ein weites Gebiet der Entwicklung und
Vervollkommnung offenſteht. Deshalb hat ſchon frühzeitig als
erſte techniſche Lehranſtalt Deutſchlands das
Kyffhäuſer=Technikum in Bad Frankenhauſen dieſe
Ge=
biete in ſeinen Lehrplan aufgenommen und durch einen
muſter=
gültigen Ausbau ſeiner Verſuchs= und Laboratoriumsanlagen
immer wieder unter Beweis geſtellt, daß es als eine der
bedeu=
tendſten Anſtalten für eine zweckmäßige Ingenieurausbildung
an=
zuſprechen iſt. Daneben wird auch weitgehend der praktiſche
Flugbetrieb gepflegt, zu welchem Zweck eigene Motor= und
Segelflugzeuge auf einem eigenen Flugplatz zur Verfügung ſtehen.
Gelegenheit zur Erwerbung des Führerſcheines für
Kraftfahr=
zeuge gibt eine beſondere Fahrſchule, die gleichfalls der Anſtalt
angegliedert iſt.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 12. Oktober
15.15: Stunde der Jugend. Eine denkwürdige Fahrt auf einem
deutſchen Frachtdampfer. — Singeſang. Märchen.
17.00: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Werke von Suppé.
18.25: Dr. Lange: Wie die Elemente lieben und haſſen.
18.50: N. Schwarzkopf: Tierſchutz.
19.30: Erlebte Zeit. Bismarck. Geſpräch zwiſchen Dr. v. Rath und
Prof. Küntzel.
20.00: Opern=Konzert des Funkorcheſters. Soliſten: H. Allmeroth
(Tenor), Joh. Draht (Bariton).
21.00: Miß Sara Sampſon. Ein Trauerſpiel von Leſſing.
22.20: Zeit. Nachrichten, Wetter, Sport.
22.45: München: Nachtmuſik der Kapelle Hugo Weis.
Königswuſterhauſen.
Dentſche Welle: Mittwoch, 12. Oktober
15.00: Jugendſtunde: Mein Briefwechſel mit einem amerikaniſchen
Jungen.
15.45: Aenne Graßhoff: Rechtsfragen des häuslichen Lebens.
16.00: Dr. Münſter: Schule und Zeitung.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: L. v. Kohl: Nordiſches Chriſtentum als Wegweiſer.
18.00: Dr. Krammer u. Adda Heynſſen: Alt=Berliner
Geſellſchafts=
kultur um 1800.
18.30: Prof. Dr. Hoetzſch: Der Weltkrieg Auguſt 1914 — Apru
1915 (Eintritt Italiens in den Krieg).
18.55: Engliſch.
19.30: Undine. Romantiſche Zauberoper von Albert Lortzing.
ca. 21.15: Tages= und Sportnachrichten.
ca. 22.30: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tamzmuſik der Kapelle Willi Schönfeld.
Wekkerbericht.
Unſere Wetterlage bleibt weiter unter dem Einfluß tiefen
Druckes. Nur langſam bewegt ſich die über der Nordſee gelegene
Störugn fort und verurſacht unter Heranholung ozeaniſcher Luft
verbreitete Niederſchläge. Eine Ausſicht auf beſſeres Wetter
be=
ſteht vorerſt nicht, zumal auch über Island bereits ein neues Tief
erſchienen iſt.
Ausſichten für Mittwoch, den 12. Oktober: Noch unbeſtändig,
be=
wölkt mit vorübergehendem Aufklaren, weiterhin Regenfälle,
verhältnismäßig mild.
Ausſichten für Donnerstag, den 13. Oktober: Fortdauer des
reg=
neriſchen Wetters.
Hauptſchriſtleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdſenſt: 1. V. Karl Böhmann;
ſär „Die Gegenwart”,„ Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette;
ſür den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuble:
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämtlich in Darmſfad!
Für uverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten
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Rheinstr. 24. Fernruf: 100,1010,3000,3001
3334a
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Latein) ganze
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ſchul., Ueberwach. d.
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nimmt.
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rin(Dr.phil.). Mäß.
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Schwanenſtraße 72.
(2999a)
Gründlicher
Klavierunterricht
auf konſervatoriſch.
Grundl. Hon. mäß.
(Auch ohne Noten.
Erprobt. Weltſyſt.)
Saalbauſtr. 42II.
Nummer 284
Mittwoch, den 12. Oktober
Aus den deutſchen Weinbaugebieten.
Unbefriedigender Mengenerkrag. — Die Preisgeſtaltung der neuen Sorken.
Der 1932er.
Die allgemeine Weinleſe iſt in verſchiedenen
Be=
zirken der deutſchen Weinbaugebiete im Gange und wird
inner=
halb der kommenden 14 Tage überall einſetzen. Am meiſten
vor=
aus ſind Rheinpfalz und Obermoſel. Der Mengenertrag
wechſelt zwiſchen einer vollſtändigen Fehl= und Mißernte und
einem faſt vollen Ertrag. Die Mitte liegt etwa bei einem
Drit=
telherbſt gegenüber dem mengenmäßig befriedigenden Ergebnis
von 1931. Weſentlich iſt im Hinblick auf die ſtärke Fäulnis eine
ſorgfältige Ausleſe, denn ſchließlich muß der Jahrgang reintönig
ſein. Wenn alles berückſichtigt wird, und es noch gelingt, bei
trockenem Wetter Trauben ſolange als möglich hängen zu laſſen,
darf mit mancher Spitze, mancher feinen Qualität gerechnet
wer=
den, im übrigen liefert das Jahr 1932 einen mittleren Wein.
Merkwürdigerweiſe hat das Herbſtgeſchäft bei den weißen Trauben
in der Rheinpfalz durchaus nicht im gleichen Maße ſich lebhft
geſtaltet wie das Geſchäft in Portugieſertrauben und Rotmoſt.
Die Winzer wollen mehr, und der Handel erklärt, über beſtimmte
Taxen nicht hinausgehen zu können. Es iſt ja ſchließlich auch
wichtig, daß der Konſum im Reich erhalten bleibt. Es gibt in
der Pfalz, mehr Weißtrauben, als es Portugieſer gegeben hat.
Verkauft wurde das Logel (40 Liter) im allgemeinen zu 12.,50 bis
15.— RM., und gekelterter Weißmoſt wurde zu 430—450 RM. das
Fuder (1000 Liter) abgeſetzt. In Deidesheim wurden je Logel 18
und 19 RM. geboten, was einem Fuderpreis von 650 RM. etwa
entſpricht, aber es kam kein Geſchäft zuſtande. In Wachenheim
wurden 16,50, Dürkheim 16.—, Gimmeldingen. Neuſtadt a. d. H.
15.— und 16.— RM. je Logel bezahlt. Es wird geklagt, daß für
das Fuder mehr Trauben erforderlich ſind als 1931. An der
Ober=
moſel betrugen die amtlich ermittelten Moſtgewichte 48—56 Grad
Oechsle, in Ausnahmen 60 und 73 Grad bei 12,5—17,8 pro Mille
Säure, im Einzelfall 9,4 und 10,8. Bei der Verſteigerung der
Rebenveredlungsanſtalt in Nittel wurden für den Zentner
Trau=
ben 15—16 RM., in Wincheringen 13 RM. erlöſt. An der Saar
und Ruwer koſtete das Fuder 1931er 500—700, ſonſt an der Moſel
500—900 RM., Naturwein in Uerzig 1100—1500, in Wehlen bis
1600 RM. (das Fuder gleich 960 Liter). Im Rheingau findet
die Leſe der berühmten Spätburgundertrauben in
Aßmannshau=
ſen und Nachbarſchaft in dieſen Tagen ſtatt. Mit der allgemeinen
Leſe wartet man noch. Bei Verkäufen von 1931er wurden für das
Halbſtück (600 Liter) 230—350 RM., 1930er ebenfalls bis 350
RM. bezahlt. In Rheinheſſen koſtete der Zentner
Weiß=
trauben in Laubenheim 18,50 RM., von anderen Orten ſind noch
keine Preiſe bekannt. Portugieſer=Rottrauben wurden noch
ver=
kauft zu 14—15 RM. der Zentner, das Stück gekelt. Rotmoſt zu
500 und 560 RM. Das Stück (1200 Liter) 1931er ſtellte ſich bei
weiter reger Nachfrage auf 550—700, 1930er 650—800, 1929er 750
und 1000 RM. An der Nahe wurden bei vereinzelten Rotmoſten
Moſtgewichte bis 90 Grad gewogen, während der Zentner
Portu=
gieſertrauben 16—17 RM. koſtete. 1931er ſtellte ſich auf 550 bis
700 RM. und mehr das Stück (1200 Liter). Am Mittelrhein
gibt es vereinzelt Vorleſen wegen der Rohfäule. Das Fuder
(1000 Liter) 1931er brachte bis 600 RM. ungefähr. An der Ahr
hat vereinzelt die Leſe eingeſetzt, ſo in den Gemarkungen
Ahrwei=
ler und Bad Neuenahr. Die Moſtgewichte erreichten bis 80 Grad
Oechsle. Verkäufe ſind noch nicht bekannt geworden. In Baden
hat in den drei Hauptbezirken Kaiſerſtuhl, Markgrafſchaft und
Ortenau Hagelſchlag ganz außerordentlich geſchadet, am
Kaiſer=
ſtuhl ſo, daß das badiſche Staatsminiſterium die Reichsregierung
erſucht hat, für dieſes Gebiet zur Herſtellung von Haustrunk den
Winzern den Zucker ſteuerfrei abzugeben. Treſtern ſollen dieſen
Winzern aus den anderen badiſchen Weinbaubezirken frei
abge=
geben werden. Vereinzelt nimmt man Vorleſen vor, aber die
Hauptleſe wird hinausgeſchoben. Es wurden Moſtgewichte
zwi=
ſchen 65 und 75 Grad ermittelt. 1931er wurde abgeſetzt die Ohm
(150 Liter) zu 43 und 50 RM. In Hügelheim gingegn 50 Zentner
Tafeltrauben zu je 20 RM. ab. In Württemberg
erſchei=
nen nun die Bekanntgaben der weinbautreibenden Gemeinden,
mit denen ſie zum „Herbſt” einladen und die Schätzung der Menge
mitteilen. Bei der Frühtraubenleſe (Portugieſer
Schwarzries=
ling) wurden für den Eimer (300 Liter) 130—160 RM. erzielt.
In Botenheim brachte der Eimer Weißmoſt 150—160 RM. In
Franken wieſen bei Vorleſen Moſte 68—75 Grad Oechsle aus.
A.
Die allgemeine Leſe beginnt ſpäter.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Elektrizitäts A.=G. vorm. Schuckert u. Co., Nürnberg. Wie
bekannt, hat die Firma Elektrizitäts A.=G. vorm. Schuckert u. Co.,
Nürnberg, gegen einen in der Generalverſammlung des
Großkraft=
werkes Franken A.=G.. Nürnberg, am 30. 5. ds. Js. gefaßten
Be=
ſchluß Widerſpruch zu Protokoll gegeben. Es handelte ſich damals
um die Streichung eines der Elektrizitäts A.=G eingeräumten
Sonderrechts, nach dem dieſer das Amt eines beratenden
In=
genieurs mit entſprechenden Kontrollrechten und =pflichten ſowie
ein Präſentationsrecht für freiwerdende Vorſtandsſtellen
einge=
räumt war. In der genannten Generalverſammlung wurde die
Streichung dieſer Sonderrechte beſchloſſen. Die Elektrizitäts A.=G.
machte geltend, daß die für einen ſolchen Beſchluß erforderliche
4=Fünftel=Mehrheit des vertretenen Aktienkapitals nicht erreicht
worden ſei und daher der Beſchluß ſchon formell nicht
rechtswirk=
ſam zuſtande gekommen ſei. Ferner wies ſie darauf hin, daß die
ihr ſtatutengemäß eingeräumten Sonderrechte ihr nicht ohne ihre
Zuſtimmung genommen werden könnten. Sie hat deshalb Klage
gegen die Großkraftwerk Franken A.=G. erhoben. In dieſer
Pro=
zeßſache fand geſtern der erſte Termin ſtatt, in dem die Beifügung
der einſchlägigen Regiſterakten beſchloſſen und im übrigen die
Verhandlung vertagt wurde.
Die engliſche Schatzanleihe überzeichnet. Die Liſten der geſtern
aufgelegten 2prozentigen Schatzanleihe wurden innerhalb einer
Stunde ſtark überzeichnet. Die großen Banken und
Verſicherungs=
geſellſchaften, die gegenwärtig über rieſige ſtilliegende Geldmittel
verfügen, zeichneten ſofort große Beträge, obwohl der Zinsertrag
ſehr niedrig iſt. Der Erfolg der neuen Anleihe hat auch den
Markt der anderen engliſchen Staatspapiere angeregt, ſo daß der
ſinkende Zinsertrag dieſer Werte eine dauernde Verbeſſerung des
engliſchen Staatskredites ankündigt.
Viehmärkte.
Mannheimere Viehmarkt vom 10. Oktober. Zufuhr: 236
Ochſen, 206 Bullen, 238 Kühe, 335 Färſen zuſammen 1015 Stück
Großvieh, ferner 769 Kälber, 41 Schafe, 2893 Schweine 95
Ar=
beitspferde, 35 Schlachtpferde, 6 Ziegen, zuſammen 4854 Stück.
Preis für 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochſen a1) 32
bis 34, a2) 26—29, b1) 26—29 Bullen a) 25—27, b) 21—23,
c) 19—21: Kühe a) 24—26, b) 20—22. c) 14—17, d) 10—13:
Färſen a) 33—35, b) 28—30, c) 25—27: Kälber b) 41—45, c) 35
bis 39, d) 31—35. e) 28—32: Schafe b) 22—28: Schweine a) 50
bis 51, b) 49—51, c) 47—38, d) 45—47 e) 42—44, f) 40—42,
g) 36—41. Preis pro Stück in RM.: Arbeitspferde 400—1100,
Schlachtpferde 40—150 (ruhig) Marktverlauf: Großvieh mittel,
langſam geräumt; Kälber ruhig; Schweine mittel, geräumt.
Frankfurter Viehmarkt vom 11. Oktober. Auftrieb: Rinder
1505 (gegen 1393 am letzten Hauptmarkt), darunter 398 Ochſen, 162
Bullen, 488 Kühe und 394 Färſen, Kälber 502 (490) Schafe 181
(51). Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochſen
a1) 29—32. a2) 25—28, b1) 20—24; Bullen a) 26—28, b) 21—25:
Kühe a) 25—27, b) 21—24. c) 16—20; Färſen a) 31—33, b) 27
bis 30, c) 22—26: Kälber b) 41—44, c) 37—40, d) 33—36. Schafe
nicht notiert. Gegen die Preiſe vom letzten Hauptmarkt gaben
Rinder durchweg 1—2 RM. nach, Kälber waren von etwa 1—4
RM. höher. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberſtand; Kälber
und Schafe rege ausverkauft. Fleiſchgroßmarkt Preis
für 1. Zentner friſches Fleiſch in RM.: Ochſen= und Rindfleiſch 1
55—60, 2 50—55: Bullenfleiſch 48—52: Kuhfleiſch 2 40—45, 3 30
bis 40; Kalbfleiſch 2 60—68; Hammelfleiſch 55—65:
Schweine=
fleiſch 1 62—64. Geſchäftsgang des Fleiſchgroßmarktes; ruhig.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Zu Beginn des geſtrigen Berliner Börſenverkehrs hatte es
den Anſchein, als ob es wieder eine ſo außergewöhnlich
geſchäfts=
loſe Börſe geben ſollte, wie es am Vortage der Fall war. Den
Erwartungen des Vormittags entſprechend und leicht verſtimmt
durch die anhaltenden Kursrückgänge in New York lagen die
An=
fangsnotierungen dann in der Regel bis zu 1 Prozent, bei
Spe=
zialwerten bis zu 2 Prozent niedriger. Rheag waren ſogar
3 Prozent gedrückt. Die Zurückhaltung des Publikums und der
Spekulation dürfte in der Hauptſache auf die Unſicherheit
hin=
ſichtlich der Weiterentwicklung in der Innen= und Außenpolitik
zurückzuführen ſein. Hier und da waren auch kleine Gewinne bis
zu 1 Prozent feſtzuſtellen, woraus ſich die Zufälligkeit der
Kurs=
geſtaltung erhellt. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe zunächſt eher
leicht ab. Das Rheinland bekundete hier etwas ſtärkeres
Inter=
eſſe für Montane, von denen Harpener 2. Prozent, Gelſenkirchen
und Rheinſtahl je 1½ Prozent anziehen konnten. Die übrigen
Werte dieſes Marktgebiets ſowie andere Standardpapiere
ver=
mochten daraufhin gleichfalls bis zu 1 Prozent zu gewinnen.
Größere Nachfrage beſtand auch für Stahlverein und JG. Farben
ſowie Mannesmann. Klöckner lagen nach der vorgeſtrigen
Stei=
gerung etwas vernachläſſigt. Die Geſamtſtimmung wurde durch
die Belebung des Geſchäfts ſofort günſtig beeinflußt. Man ſah
der Papen=Rede in München mit gewiſſen Hoffnungen entgegen,
beachtete die günſtigeren Berichte aus der Eiſeninduſtrie, beſprach
den bevorſtehenden Quartalsbericht des Stahlvereins, deſſen
Zif=
fern teilweiſe ſchon bekannt ſind, und glaubte vor allen Dingen
eine innerpolitiſche Beruhigung feſtſtellen zu können.
Feſtver=
zinsliche Werte lagen lebhafter und feſter.
*
Die Frankfurter Börſe ſetzte ziemlich ruhig und bis auf
wenige Spezialwerte nur knapp gehalten ein. Es fehlte an
jeg=
licher Anregung, vor allem blieben die Publikumsorders aus.
Die ſchwache New Yorker Börſe ſowie der Rückſchlag am
Metall=
markte veranlaßten die Spekulation anfangs zu einigen Abgaben,
ſo daß überwiegend das Kursbild abgeſchwächt war. Im Verlaufe
ſetzte ſich, vom Montanmarkte ausgehend, eine gute Erholung
durch, wobei die Kursgewinne über den Ausgleich der
Anfangs=
verluſte um 1 Prozent hinausgingen. Die Erholung war
unge=
fähr gleichmäßig auf ſämtlichen Märkten, da die Spekulation
in=
folge der Marktleere zu Eindeckungen überging. Eine beſondere
Begründung für die Kurserholung lag nicht vor Zu Beginn
er=
öffneten JG. Farben ½ Prozent, Rütgers 1 Prozent ſchwächer.
Dagegen Scheideanſtalt, wo man wieder die Anſammlung eines
Aktienpaketes vermutet, gut behauptet. Von Zellſtoffwerten
Waldhof 1½ Prozent feſter auf die günſtiger lautende
Beſchäfti=
gungslage. Auch Aſchaffenburger Zellſtoff eine Kleinigkeit
an=
ziehend. Kunſtſeidewerte waren eine Kleinigkeit niedriger
ge=
nannt. Von Schiffahrtsaktien Nordlloyd ½8 Prozent abgeſchwächt.
Am Elektromarkt waren Laymeyer und Bekula unverändert,
da=
gegen AEG. ½, Siemens ½, Gesfürel 5 Prozent niedriger. Der
Montanmarkt lag zu Beginn durchweg gut behauptet.
Nach dem erholten Verlauf der Mittagsbörſe ſetzte die
Abend=
börſe weiter freundlich ein. Das Geſchäft iſt zwar etwas
lebhaf=
ter, doch immer noch nicht umfangreich. Anregend wirkte die feſtere
New Yorker Börſe. Daneben hofft man, daß die Münchener
Ver=
handlungen der Reichsregierung erfolgreich ſein werden.
Bevor=
zugt waren Elektroaktien, die bis 1 Prozent anzogen. Auch
Mon=
tanwerte etwas freundlicher. Am Chemiemarkt JG. Farben ½,
Deutſche Erdöl 1 Prozent feſter. Der Rentenmarkt lag ruhig,
Altbeſitz und ſpäte Schuldbücher leicht erhöht.
Metallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 11. Oktober ſtellten ſich
für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 54.50 RM. — Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium 98= bis
99proz,, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 160 RM.
des=
gleichen in Walz= oder Drahtbarren 99proz. 164 RM., Reinnickel,
98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 37—39 RM.,
Fein=
ſilber (1 Kilogr. fein) 38.25—41.50 RM.
Gekreide- und Kartoffelvorräke in Deutſchland.
Beſtände der erſten Hand.
Die Preisberichtsſtelle beim Deutſchen Landwirtſchaftsrat hat
gemeinſam mit allen Landwirtſchaftskammern bei ihren
Bericht=
erſtattern eine Erhebung über die in den Händen der
Landwirt=
ſchaft befindlichen und noch zum Verkauf ſtehenden Vorräte in
Ackerbauerzeugniſſen durchgeführt.
Die Brotgetreidevorräte ſind ſchon prozentual durchweg höher
als im Vorjahr. Da außerdem die Erntemengen, nach denen dieſe
Prozentſätze berechnet ſind, bedeutend größer ſind als im Vorjahr,
ſind die tatſächlichen Beſtände umfangreicher. Das gleiche gilt für
Hafer und Kartoffeln, während bei Gerſte der prozentuale
A=
durch den höheren Ertrag ausgeglichen wird. In dieſer
Entwick=
lung der Beſtände kommt zum Ausdruck, daß in dieſem Jahr die
ſtaatliche Hilfeleiſtung bei der Ernteverwertung nicht ſo
durchgrei=
fend iſt wie im Vorjahr. Der Deutſche Landwirtſchaftsrat weiſt
die Landwirte erneut auf die Notwendigkeit ſtärkerer
Roggenver=
fütterung hin.
Berliner Produktenbericht vom 11. Oktober. An der
Produk=
tenbörſe machte die Abſchwächung heute, auf faſt allen
Markt=
gebieten weiter Fortſchritte. Die Statiſtik des Deutſchen
Land=
wirtſchaftsrates veranlaßte die Käufer zur Zurückhaltung,
außer=
dem iſt der Mehlabſatz nach wie vor ſchleppend, und auch vom
Ex=
port lagen kaum Anregungen vor. Die Gebote für Brotgetreide
lauteten am Promptmarkt etwa 2 RM. niedriger, jedoch kamen
auf dieſer Baſis zunächſt wenig Abſchlüſſe zuſtande, obwohl ſich das
Inlandsangebot verſtärkt hat. Die erſthändigen Abgeber waren
aber nur zögernd zu Preiskonzeſſionen bereit. Am
Lieferungs=
markt eröffnete Weizen bis 2,50 RM., Roggen bis 2,60 RM.
ſchwä=
cher, da aus der Provinz verſchiedentlich Verkaufsorders
vor=
lagen. Auf dem ermäßigten Niveau zeigte ſich allerdings
verein=
zelt Deckungsnachfrage, Weizen= und Roggenmehle hatten ruhiges
Geſchäft, das Preisniveau war wenig verändert, da die vorherige
Aufwärtsbewegung der Rohſtoffpreiſe auch keine Befeſtigung
aus=
gelöſt hatte. Hafer lag bei reichlicherem Angebot im Einklang
mit der Allgemeintendenz ſchwächer, auch für Gerſte zeigt ſich mehr
Verkaufsneigung, allerdings ſind die Forderungen kaum
entgegen=
kommender.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
In einer in Hamburg ſtattgefundenen Verſammlung der
Kar=
ſtadt=Dollarbonds=Inhaber wurde deren Lage als nicht ungünſtig
bezeichnet. Die Bondsgläubiger werden keinerlei Zugeſtändniſſe
machen, die den Bankgläubigern zugute kommen.
In der deutſchen Herrenkonfektion iſt es nach langen
Ver=
handlungen gelungen, eine Einigung im Reichstarif zu erzielen,
und zwar ab 1. November. Der Lohnabbau beträgt für die
Ar=
beiter 5 und für Zuſchneider 8 v. H. Der Lohn der Lodenarbeiter
wird ebenfalls um 5 v. H. gekürzt.
Bei der Tucher=Brauerei A.=G. Nürnberg, verurſachte der im
Rahmen des Reichsdurchſchnitts liegende Abſatzrückgang und die
vorſichtige Bewertung der Außenſtände einen Einnahmeausfall,
der die Verteilung einer Dividende nicht ermöglicht. Nach 231 787
RM. Abſchreibungen und nach Abbuchungen von 93 529 RM. auf
Aufwertungsausgleichskonto ergibt ſich ein Reingewinn von 2311
RM.
Die däniſche Nationalbank hat den Diskontſatz mit Wirkung
ab 12. Oktober von 4 auf 3½ Prozent herabgeſetzt. Der Satz von
4 Prozent war ſeit dem 30. Mai ds. Js. in Kraft.
Aus dem jetzt vorliegenden Rechenſchaftsbericht über den Konst
kurs des privaten Nachlaſſes Kreugers geht hervor, daß die Aktivar
dieſes Nachlaſſes in der Zeit vom Juli bis September von etwa 2,8/
Millionen Kronen auf 4,01 Millionen Kronen geſtiegen ſind.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 11. Oktober 1932 für
eine Unze Feingold 119/6 s — 86.,9363 RM., für ein Gramm
Fein=
gold demnach 46,1041 d — 2,79506 RM. Zu dieſem Preiſe
wurden=
bei der heutigen Verſteigerung der ſüdafrikaniſchen Goldankünfte.
345 000 Pfund Sterling Gold nach dem Kontinent verkauft.
Eine ſehr bedeutende landwirtſchaftliche Organiſation
Mittel=
frankreichs iſt in gerichtliche Liquidation getreten. 7000 kleine
Landwirte werden geſchädigt. Die Paſſiven belaufen ſich auf 25
Millionen Franken.
Einer Statiſtik des Handelsminiſteriums zufolge beträgt die
Zahl der Arbeitsloſen in den Vereinigten Staaten
gegenwär=
tig 11,4 Millionen, das ſind 9,5 Prozent der amerikaniſchen
Bevöl=
kerung. Für Europa errechnet das Handelsminiſterium eine
Ar=
beitsloſenzahl von 11,378 Millionen, das ſind gegenüber den
Ver=
einigten Staaten „nur” 3,6 Prozent. Deutſchland ſteht unter den
europäiſchen Ländern mit 8,7 Prozent Arbeitsloſen im Vergleich
zu ſeiner Geſamtbevölkerungszahl an der Spitze, England mit 64
Prozent an zweiter Stelle.
Der doch. Eine 200
„Welſch Glück, dal
Ein melodiſche
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„Ludwig!”
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vohin mit der Hand.
Das Auto fuhr
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ſinen. Er kannte da
Berliner Kursbericht
vom 11. Oktober 1932
Deviſenmarkt
vom 11. Oktober 1932
Berl.,Handels= Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyzd
A.E.G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Ne
75.—
61.75
16.625
26.—
17.125
30.875
59.75
51.—
20.75
27.25
101.25
89.625
Mſe
Eleitr. Lieſerung
3. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern
Sarpener Bergbau
Goeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppe
6925
64.25
93.25
37.875
67.625
72.5
35.75
54.—
100.—
33.—
50.75
33.75
35.375
33.25
Maee
Rütgerswerte
Salzdetfurth Kalt
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerte
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupſer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
Vogel Teleor. Draht
Wanderer. Werle
38.125
38.75
159.25
46.
21.25
105.25
35.—
18.—
43.—
67.—
68.—
27.—
25.125
Helſinatons
Wien.
Prag
Budapeſt
Sofig.
Hollant
Oslo.
Kopenhagen
Stocholm
London.
Buenos=Aires
New Yorl.
Belgien
Italien
Poris
Währung
100 finn. Mk.
1o0 Schillinglsi. 95
100 Tſch. Kr.
100 Bengöd
100 Leva
100 Gulden
100 gronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2.Sta.
1 Pav. Peio
Dollar 4.209
100 Belgo 5s.48 5
100 Lire 21.56
100 Francs
ſGeld
6.274
12.485
3.057
169.63
73.18
75.32
74.58
14.53
0.590
16.53
Krieſ
6.286
52.05
12.485
3.063
169.27
73.32
75.48
74.72
14.57
9.894
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58.60
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Schweiz
Spanien
Tanzig
Japan
Rio de Janeir=
Zugoſlawien
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Kanada
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Lautes
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Wohnungen
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Zurmſtadter und Kartonatoune Burmftadt, olliute bet Aresoher Bund
Frankfurter Kursbericht vom 11. Oktober 1932.
P
v.27
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6% Preuß. St. v. 28
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6% Berlin. . . . b. 24
6% Darmſtadt . . . .
6%0 Dresden . .v.26
620 Frankfurt a. M.
Schätze, v. 29
v. 26
82 Mainz
6% Mannheim v. 27
6% München. v. 29
6% Wiesbaden v. 28
225 Heſl. Landesbt.
6% Goldoblig.
5½% beſi. Landes=
Hyp.=Bk.=Liquid 77.25
43,% „Nom.=Obl.
6% Preu ß. Landes=
Pf.-Anſt G. Pf.
6% Geldoblig.
Br. Girozentr. für
HeſſGldobl. R.11 18%o Voigtckbäffner en Mn e W — 72.5
65.75 55.5 J. G. Farben Bondsl 92.75 „ Erdöl.
Dt Gold= u. Silber= 70 Knorr C. H.
Lahmener & Co. 58 Wan!. e Treptag
Weſteregeln Kali= 69 „ R.12
6% Kaſſeler Land. 58.75 5% BBosn. 2. E.B. ſcheide=Anſtalt. 137.75 Laurahütte ... 15 Zellſtoff Waldhot, 72 2.Inveſt.! „ Linolweri.Beri. 44 Lech, Augsburg 65 Memel 61.5 kredit Goldpfbr. 52 Bulg. Tab. v. 02 11.25 Dortm, Ritterbräu 84.5 Löwenbr. Münch. 167.5 82 6% Naſſ.Landesbk. 76.75 4:/.%0 Oſt. Schätze Dyckerhoffu. Widml 19 Lutz Gebr. Darmſt. Allg. Dt. Creditanſt. 65.5 5½% Liqu. Obl. 78.75 4% Oſt. Goldrente 10.25 Eichbaum=Werger.
Eleitr. Lieferg.=Geſ. Mainkr.=W. Höchſt. 54 Badiſche Bant. 62 — 5% vereinh. Rumän 4.75 — Mainz. Akt.=Br. .. 59 Bt. f. Braundnſtr. 47 Dt. Komm. Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
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Mansſeld Bergb.
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33.5 Baher. Hyp. u. W.
Berl Handelsgeſ.
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J. G. Farbeninduſtr.
arn 1913 6.3 Feinmech. Jetter) 39.5 Miag. Mühlenbau= 2871, Somm. u. Privatb. 6eI, „Samm.). ! 6 —
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Lig. Pfbr. 79.3 14 Stadtanl. 30 Rh. Braur
68.5
Elettr.
251" 6% Frkf. 6
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680 61.5 4½Liſſabon . 21.6 Stahlwerke 53.25 6% Frkf. Pfbr.=Bk. 74.5 420 Stockholm. 8. Riebeck Montan. g „ Lig. Pfbr.
82 Mein.Hyp.=Bi.
68.5 5½%0 „ Lig. Pſbr., 81.25 Aktien Roeder Gebr. 74 Rig. Kunſtzidellniel 53.5 Hafenmühle Frkft.
Hammerſen Osn. 50.25 Rütgerswerke ....
Salzoetfurth Kalt 55 6%0 Pfälz. Hyp.=Bk. 78 A. E. G.
..." 31.75 Hanauer Hofbrauh. Salzw. Seilbronn 15 A.-G. „Vertehrsw. 51 ½%0 „ Lig. Pfbr. 82.25 AndregeNoris Zahn Hanfwerke Füſſen. Schäfferhof=Bind.
Schramm. Lackfbr. 132 Allg. Lokalb. Kraftw 55 6% Rhein. Hyp. Bl. 345), Aſchaffbg. Brauereil Harpener Bergbau 7% Dt. Rei 59 5½% Lig. Pfbr. Zellſteff 28.5 benninger, Kempf. Schriftg. Stempel. Hapag .."
53 8"
Golboblig 63.5 Bemberg, 3. P... HilpertArmaturfrb. 38 Schucker: Elektr. 68.5 Nordd. Llohd. 73.5 6% Südd. Bod.=
Cred.=Banl .. 78.5 Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen. 112.5
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer 9.5 Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinouſtr. Südd. Eiſenb.=Gei 60 5½% Lig. Pſbr.
62 Bürtt. Hyp.=B. Cement Heidelberg 50.25 Hochtief Eſen 67
54
125 Siemens & Halste. 114 Allianz. u. Stuttg.) 78 Karlſtadt.
7. G.Chemie, Baſell 52.25
131 Holzmann, Phil.
Zlſe Bergb. Stamm Südd. Zucker=A. G.
Tellus Bergbau Verſicherung ...
„. Verein. Verſ.= 67.25 Daimler=Benz 562, Chem.Werke Abert 33 Genüſſe 98 Thür. Liefer.=Geſ. 53 FrankonaRück= u.M 72.5 6 Tt. Linol. Werkel 75 Chade ........." Junghans 14.5 Tieß Zeonhard Mannheim. Verſich. 62 Mainkrw. v. 26 75 Contin. Gummiw. 101,5 Kali Chemie. 72.5 Unterfranken. — 62.5 82 Mitteld. Stahl. 62 „: Linoleum! Aſchersleben. Ber. Stahlwerke Otavi Minen 6%Ver. Stahlwerke 56.25 Daimler=Benz....! 192, glein, Schanzlin. — Ultramarin .. — Schantung Handels
4n5
1047
435
22.5
86.5
67),
Mittwoch, 12. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sottdee deeld lnd diele Seattehr.
Nr. 284 — Seite 13
Roman von Karl Lütge. Copyright by Verlagpreſſe=Tagesdienſt, Berlin W3s
Geld und Kleidung ließen ſich retten. Er war mit dem
Glindel in die bewachſenen Dünen gekrochen; dort ſchlief er bis
unn hereinbrechenden Abend vor Erſchöpfung. In der Sonne
nocknete er tagsüber die Kleidung. Am Abend fuhr er nach
ſotterdam, ganz durch Zufall durch einen Glücksumſtand: In
der kleinen Station lief gerade ein Zug ein, als er ſie erreicht
ſatte. Er las Rotterdam und glaubte an Rettung. Das Billet
öite er im Zug.
Viel Hoffnung war auf der Fahrt nach Notterdam in ihm.
fühlte ſich gehoben, geſtärkt und zuverſichtlicher. Seine
Un=
chuild mußte ſich über kurz oder lang erweiſen. Er würde dann
rreut an den Kaual herangehen. Nach dem furchtbaren,
ſtunden=
urgen Kampf vor der Scheldemündung bangte ihm vor dem
ingeheuer Kanal nicht—
Die hoffnungsvolle Stimmung war jäh verloren, jetzt, am
bend, in der fremden großen Stadt, im Strom der ſatten
Nenſchen. Man fah im Schein der Laternen behäbige, frohe,
ſürckliche oder nur zufriedene Geſichter. — Er ſelbſt war gehetzt.
eden Augenblick konnte jemand an ihn herantreten und ſagen:
Bitte folgen Sie mir, man ſucht Sie ſchon lange!”
Nein, bisher war nichts geſchehen. Niemand beachtete ihn.
der doch. Eine Dame. Er blickte weg. Da ſagte ſie:
„Welch Glück, daß wir uns hier treffen.”
Ein melodiſche Stimme. Ludwig Mühlinghaus fuhr
er=
hrocken aus dem Brüten auf.
Eine ſchmale behandſchuhte Hand reichte ſich ihm. Er nahm
ſe verwundert, ohne Eile und ohne Freude. Dann raffte er ſich
af. Dieſe Frau! Natürlich war ſie nicht zufällig hier auf der
ichtlichen, nebligen Straße.
„Gnädige Frau”, ſtammelte er und machte vor Verwirrung
ene linkiſche Verbeugung.
„Ludwig!”
„Verzeih”, ſagte er.
„Ich bin ſo froh, daß ich —
Sie brach ab und nahm ſeinen Arm. Er ſagte nichts. Sie
jef ein Mietauto und ſtieg ein. Mühlinghaus folgte ihr willen=
18, verwundert und erfchrocken.
Als ſich der Chauffeur wandte, wies die Frau irgend=
9 ohin mit der Hand.
Das Auto fuhr durch Straßen, in Parkanlagen, wieder in
ſtraßen, bis es am unſcheinbaren, düſteren Bahnhof um
Mitter=
ucht hielt. Wenig war während der Fahrt geſprochen worden.
„Ich habe alles geleſen, Ludwig — nichts geglaubt!” ſagte
te Baronin. Warum ſagte ſie das? Ihr Geſicht war nahe dem
ſinen. Er kannte das Parfüm. Wohlig umfing es ihn. Die
Frau! Die Frau! Wie kam ſie ſo plötzlich in die Straßen dieſer
Stadt?
Er fragte faſt brüsk:
„Kommſt du nach Rotterdam, um mir das zu ſagen?”
Mit geſenkten Lidern antwortete die Frau:
„Dieſe Frage war unnötig.”
Mühlinghaus zuckte in verhaltenem Trotz mit den
Schul=
tern. Sein Geſicht war grau und voll Falten. Er ſuchte ſich dem
Zwang, den die Frau auf ihn ausübte, zu entziehen. Allein
die Frau hielt ihn feſt mit ihrem Blick und ihrem Weſen. Er
ballte in ohnmächtigem Zorn die Fäuſte. Nie war ihm dieſe
Frau, die ſich an ihn klammerte, ſeit er ihr Kind gerettet hatte,
haſſenswerter erſchienen, als jetzt.
Dachte er an Miß Macy, die junge, ſelbſtändige,
kamerad=
ſchaftliche Amerikanerin, die zurückhaltender war und nichts gab,
nichts begehrte — nein, er dachte an nichts als an ſeine
Ver=
zweiflung. Vielleicht war er ungerecht. Ja, die Frau hatte viel
für ihn getan. Und doch empfand er ſtarke Abneigung. Er war
machtlos gegen das Gefühl.
Die Frau mußte es ſpüren. Sie war ſehr bleich. Um ihre
Mundwinkel zuckte es. In den Augen glomm unnatürliche Glut.
„Die Polizei hat vorhin Plakate mit deinem Bild an
einigen Stellen ankleben laſſen.”
Es klang härter, als es die Baronin beabſichtigt hatte. Sie
ſaß lauernd vorgebeugt. Was war zu tun? Warum dieſe
ab=
weiſende Kälte und Schroffheit?
Sie dachte angeſtrengt über eine Hilfe nach. Was jene andere
Frau gekonnt hatte, das mußte auch ihr gelingen. Sie wollte
nicht zurückſtehen. Nur erſt die apathiſche Ablehnung überwinden.
Vielleicht war das phyſiſche Schwäche. Der Kampf im Waſſer!
„Das Hotel, wo ich wohne, iſt mir zu gefährlich”, fuhr die
Baronin fort.
Hört er zu?
„Uebrigens, hier iſt ein notwendiges Mittel. Nimm es
gleich. Du biſt viel zu kenntlich!”
Ein Haarfärbemittel. Darauf ſchien ſich die Frau zu
ver=
ſtehen. Ja, ſie gab Winke und Ratſchläge. Das blonde Haar
verriet ihn. Mit dunklen Haaren würde man ihn nicht auf den
erſten Blick erkennen. Sie hatte überdies eine dunkle Brille für
ihn beſorgt.
Sieh nur die Frau, dachte Mühlinghaus. Hoffnung ſtieg in
ihm auf. Eine Welle der Dankbarkeit ging über ſein Herz. Er
war nicht verloren?
Als er danken wollte, wehrte ihm die Frau.
„Ich gehöre an deine Seite.”
Mühlinghaus ſtreckte beide Hände aus.
Er hatte das dumpfe Gefühl dabei, daß er in einen
Ab=
grund taumelte und nun ganz verloren war. Allein, als er den
feſten Griff der heißen Hände der Frau ſpürte, da wich das
Gefühl der Beklemmung und heißaufſteigende Angſt, und er
lächelte wie unter einem Schleier.
Unmittelbar auf das Dementi von Viktor Brandſtetter folgte
in dieſen Tagen die beſtimmte Mitteilung, daß der deutſche
Meiſter im Bruſtſchwimmen dennoch an die Kanaldurchquerung
denke und alles Notwendige bereits in die Wege geleitet habe.
Durch die veränderte Sachlage ſei eine völlig neue Situation
geſchaffen. Jetzt ſchien es rätlich, daß ein Deutſcher die
Kanal=
durchquerung verſuche; die ganze Welt wartete auf dieſe Tat. —
So die Verlautbarungen, die man in dieſem Stil und Sinn
leſen konnte.
In der Eifelſtraße ſprach man darüber ſo erregt wie im
Hauſe Dr. von Lachmanns und in vielen anderen intereſſierten
Sportkreiſen. Es ſchien feſtzuſtehen, daß Brandſtetter noch in
dieſen Tagen den Kampf aufnehmen würde. Das intereſſierte
jetzt beinahe mehr als die „Affäre Mühlinghaus”. Ueberdies
lenkte es ab von der ärgerlichen Angelegenheit, von der man
nichts Näheres erfuhr. Man konnte ſogar ſagen, es ſei ein guter
Gedanke! Nur eben fiel ihm ein tüchtiger Menſch zum Opfer.
Wenn es Brandſtetter gelingen ſollte, dann war Ludwig
Müh=
linghaus, ſollte ſich ſeine Unſchuld in der Affäre auch
heraus=
ſtellen, zunächſt abgetan —
Die Nachrichten lauteten immer beſtimmter. Man konnte
nun nicht länger daran zweifeln, daß ein neuer deutſcher
Kanal=
ſchwimmer zum Kap Gris Nez oder in deſſen Nähe reiſte und
dort den Kampf aufnahm —
Das ſchroffe Feſthalten der franzöſiſchen Behörden an der
urſprünglichen Verſion: „Raubmord Täter: Ludwig
Mühling=
haus”, konnte man verſtehen. Die Flucht! Der vorangegangene
Streit! Die Ausnutzung des Flirts mit Miß Macy! — Die
junge Amerikanerin entführte den Schwimmer, ſagte nichts über
ihn aus, gab ſich als ſeine Verlobte aus. Die Wirtin des
„Leuchtturm” ſchien beeinflußt zu ſein und ſagte über einen
wich=
tigen Punkt falſch aus und verſchwieg ein wichtiges Moment,
ganz augenſcheinlich, damit der Flüchtige gedeckt wurde.
Bei der neuen Vernehmung der plämiſchen Wirtsleute
ent=
gegnete zungengewandt die junge Wirtin:
„Ja, ein kurzer Beſuch nur, das war mir entfallen. Ich
er=
innere mich nun, wo Sie es ſagen, Herr Kommiſſar!“
Der Mann ſchüttelte den Kopf. Er habe es nicht bemerkt.
Vielleicht ſei er im Keller geweſen, bei den Weinfäſſern.
„Was hatte der eilige Beſuch zu bedeuten?”
„O nichts. Es ging ganz raſch. Ein Sprung die Treppe
hinauf, ins Zimmer, und dann raſch wieder herunter.”
(Fortſetzung folgt.)
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Städt. Akademie
für Tonkunst
Elisabethenstraße 36 Darmstadt
Telefon: 3500 (Stadtverwaltung).
Hess. Seminar für
Sprecherziehung
Leiter: Univ. Lektor Professor F. K.
Zoedemeyer, Assistent: H H. Krumb.
A. Sprechbildung (Technik des
Sprechens und mundartfreie
Aus-
sprache, stimmliche Hygiene),
B. Rhetorik (Rede und Vortrag),
C. Sprechtechnik und mundartfreie
Aussprache für Opern- und
Konzert-
sänger und Gesangschüler, D.
Ge-
sprochene Dichtung (nur für
Absolventen d. UebungA ), E.
Fach-
klasse für Sprecherzieher,
F. Wiederholungen, ständige
Uebekontrolle einzeln und
gruppen-
weise.
Monatlich fndet ein unentgeltlicher
Vortrag des Seminarleiters statt.
Es werden — mit anschl.
Aus-
sprache — Fragen aus dem
ge-
samten Gebiet der Sprechbildung
behandelt.
Anmeldungen zu den einzelnen
Uebungen rechtzeitig in der Städt.
Akademie für Tonkunst,
Elisabethen-
straße 36.
Sprechstunden und nähere Auskunft
ab Mittwoch, den 12. ds. Mts., von
17½—18½Uhrin d. Städt. Akademie.
Beginn des Winter-Semesters
Mittwoch, den 19. Oktober.
Donnertag, 15. Oktober, 20 ¼ Uhr
Freitag 14. Oktober, 20½ Uhr
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Goethe im Examen
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Figuren von Gulbransson
Vorher: Bery und Bätely
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Samstag, 15. Oktober, 15½ Uhr
Das PuppenspielvomDoctor Faust
Preise 0.50, 080, 1.00 Mk.
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Morgen spricht
abends 8½, Uhr, im Ctädt. Saalbau, großer Saal,
der rühmlichst bekannte und bedeutenste
Re-
präsentant katholischer Literaturkritik
Jesuiten-Pater
Friedr. Muckermann
S. J.
über das hochaktuelle Thema
Nationalsozialismus u. Nation
Zines der brennendsten Probleme unserer Zeit.
Vom Geistigen herkommend, auf Grund
sicher-
ster Information, intensiver rednerischer
Lei-
stung und der Totalität der Empfindung, wird
dieser Vortrag eine große Mahnung an die Zeit.
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für die Zeit sein!
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