Einzelummmer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Kemuich zmaligem Erſcheinen vom 1. September
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Franfurt a. M. 4301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 253
Sonntag, den 11. Geptember 1932. 195. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reiſchspfg.
Finanz=Anzeigen 35 Reſchspfg. Reilamezelle (92 mm
breit)2 Reichsmark.Anzelgen von auswärte 38 Reiſchepfg.
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der
Anzeiſgen=
auffräge und Teſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtiſcher Beltreibung fäll ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Vank und Darme
ſtädter und Nationalbank.
MleicPAmwort mäch serint merwegg
rende Halkung Englands gegenüber den franzöſiſchen Bemühungen. England in die deutſch=franzö=
Auseinanderſehzung um die milikäriſche Gleichberechkigung hineinzuziehen. — Deutſchlands Forderung
Au gliſcher Auffaſſung eine rein deutſch=franzöſiſche Angelegenheik. — Muſſolini anerkeunt die
Berech=
kigung der deutſchen Borderung nach Rüſtungsgleichheik.
ſtützung und Garantie Englands und Italiens erhielten. Dieſe
arcel Rays Londoner Mifſion
Garantie — die für den Fall eines franzöſiſchen Angriffs auf
Deutſchland bzw. eines deutſchen Angriffs auf Frankreich wirkſam
werden ſoll — bedeute offenbar, daß Deutſchland und Frankreich
geſcheikerk.
auf dieſelbe Stufe geſtellt werden, daß ſie alſo beide dieſelbe
Ver=
pflichtung haben, nicht anzugreifen, und dasſelbe Recht auf Ver=
Mireich findet in London keine Unkerſtühung. tidigungsſchutz bei einem Angriff des anderen. Dennoch iſt
Deutſchland trotz ſeiner Aufnahme in den Völkerbund, trotz
England halt ſich abſeits.
des Locarno= und ſogar trotz des Kellogg=Paktes noch im=
EP. Paris, 10. Sept.
AtiEterpräſident Herriot hatte für Samstag 10 Uhr
vor=
ten Miniſterrat einberufen, der den endgültigen Text der
baen Antwort auf den deutſchen Schritt über die militä=
Aechberechtigung feſtlegte.
MAFirklichkeit wurde an dem Text wie er am vergangenen
Ry im Kabinettsrat redigiert und vor zwei Tagen der
eng=
ſingierung zur Information überreicht worden iſt, nichts
händert werden, und zwar vor allem deswegen nicht, weil
iche Regierung entgegen den urſprünglichen franzöſiſchen
ſngen ſich jeder Stellungahme in ideſer nach engliſcher
Auf=
eehnſihrin deutſch=franzöſiſchen Angelegenheit enthält. Kaum
Breätag abend der franzöſiſche Botſchafter in London das
endafüx dem Außenminiſter Sir John Simon überreicht, da
NAcktion der franzöſiſchen Regierung auch ſchon beendet, und
Neandte Herriots, Marcel Ray, konnte ſeinem Chef drah=
„Noyn ſiner Einberufung des Miniſterrates für Samstag früh
Beſr im Wege ſtehe, da man von London außer einer ver=
Pn Dankeserklärung für die Ueberreichung des
Schrift=
wer ein Antwort noch eine Meinungsäußerung zu
er=
mihisbe.
chetkurier überbringk die franzöſiſche Ankwort.
Veröffenklichung am Monkag.
hlheute im Elyſée=Palaſt abgehaltenen Miniſterrat, zu
Präſident der Republik, Lebrun, eigens von ſeinem
EſB von Rambouillet nach Paris gekommen war, legte
tyräſident Herriot den endgültigen Wortlaut der Anr=
Afwie deutſche Aufzeichnung in der Frage der Rüſtungs=
Fſtechtigung vor. Dieſer Text wurde von ſämtlichen
Mini=
rA tzeheißen.
Aote wird vorausſichtlich am Montag in Berlin durch
Azſiſchen Botſchafter Frangvis Poncet dem Reichsaußen=
W I. Neurath überreicht werden. Ein Sonder=Kurier der
agn Regierung iſt am Samstag nachmittag mit der
IRA. Berlin abgereiſt. Die Veröffentlichung der Note wird
Montag abend angekündigt.
Ummung in Paris über die engliſche Halkung.
ſhle ablehnende Haltung der engliſchen Regierung
FZE
wer den franzöſiſchen Bemühungen England in die
irgorzöſiſche Auseinanderſetzung um die militäriſche Gleich=
Rung hineinzuziehen, hat in Paris eine merkliche Ver=
WRgrausgelöſt. Beſonders bitter verzeichnet die Preſſe, daß
Fiſcthe Außenminiſter Sir John Simon den eigens mit
inzöſiſchen Note nach London entſandten Kabinettschef
Marcel Ray, überhaupt nicht empfangen hat, ſondern
Mte auf dem üblichen diplomatiſchen Wege durch den
Fchen Botſchafter in London, de Fleuriau, zur Kenntnis
ließ. Man ſchließt daraus, die engliſche Regierung habe
en in Berlin klar zu verſtehen geben wollen, daß ſie in
Linanderſetzung nicht eingreifen werde und an der
Aus=
ſaDes franzöſiſchen Textes in keiner Weiſe beteiligt ſein
zwffen findet die Verſtimmung heute abend im „Paris
um Niederſchlag, Frankreich, ſo ſchreibt das Blatt, habe
rng genährt, daß Großbritannien ſich wenigftens bis
m gewiſſen Grad an der Antwort auf den deutſchen
vereiligen werde. Dieſe Hoffnung ſei vollkommen
ent=
urden. Die engliſche Regierung enthalte ſich oſtentativ
hrtte und laſſe Frankreich allein mit Berlin.
iberté” geſteht offen, es ſcheint nicht, daß der
Ver=
kaſt einen günſtigen Einfluß auf die Haltung Englands
7ider deutſchen Forderung gehabt habe.
„ournal des Debats” dagegen möchte das Scheitern
A iſchen Beſtrebungen damit bemänteln, daß es ſchreibt.
an Irrtum, aus dem Verhalten Englands den Schluß
„ Idaß die Engländer ſich an dem deutſchen Schritt
des=
tien oder die deutſche Forderung gar unterſtützten.
Neutſchland iſt im Recht”, ſagt Mufſolini.
Berlin, 10. September.
„Berliner Börſen=Courier” veröffentlicht in ſeiner
Sonn=
er unter der Ueberſchrift „Deutſchland iſt im Recht”
ickel Muſſolinis, in dem der italieniſche Regierungschef
Auitſchen Gleichberechtigungsforderung Stellung nimmt.
ſtellt u. a. feſt, daß mit dem Tage, da Deutſchland als
Des Völkerbundes aufgenommen wurde und — wie das
De der Bedeutung Deutſchlands nur logiſch war — ſo=
Lauernden Sitz im Völkerbundsrat erhielt, eine neue
Nand. Im ſelben Augenblick wurde für Deutſchland die
Sleichheit anerkannt, nämlich die Gleichheit der Rechte
ickten mit den anderen Mächten. Dann kam, fährt der
I Loearno, wo Deutſchland und Frankreich die Unter=
mer in der Verfaſſung eines Staates zweiten Ranges. Es
wurde durch die Beſtimmungen des Verſailler Vertrages
praktiſch entwaffnet. Aber in demſelben Verſailler Vertrag
war die Abrüſtung Deutſchlands nur als Einleitung zu
einer allgemeinen Senkung des Rüſtungsſtandards auf die
Ebene des deutſchen gedacht. Das war eine feierliche
Ver=
pflichtung, die bisher nicht eingehalten worden iſt.
Die Signakarmächte ſtehen nichk mehr zum
Verſailler Vertrag.
Man muß notwendigerweiſe zu der Erkenntnis gelangen, daß
die Abrüſtungskonferenz in ihrer erſten und wichtigſten Phaſe
ſchließlich Schiffbruch erlitten hat. Die Enttäuſchung iſt
allge=
mein, beſonder in Deutſchland, wo man ſich bewußt geworden iſt,
daß die Signatarmächte des Verſailler Vertrags — mit
Aus=
nahme Italiens — keinen Verſuch gemacht haben, eine wirkliche
Abrüſtungspolitik zu treiben, und daß ſie daher nicht mehr zum
Vertrag ſtehen.
Urſprung und Rechtfertigung der deutſchen Forderung liegen
in dem Verſagen der Genfer Konferenz, die darauf hinzielt, das
Beſtehen zweierlei Rechtes zu einem Dauerzuſtand zwiſchen
Deutſchland und den anderen Staaten zu machen.
Deutſchlands Ausſcheiden würde den endgültigen Zerfall
oder die unbefriſtete Vertagung der Abrüſtungskonferenz zur
Folge haben. Es würde auch dem Völkerbund den Todesſtreich
verſetzen, nachdem dieſer ohnehin durch die Haltung Japans und
durch die Vorbehalte Italiens ernſtlich kompromittiert iſt.
Wir ſehen uns unausweichlich der Alternative gegenüber.
Die allgemeine Sicherheit aller Staaten iſt aufs engſte verknüpft
mit einem Maximalſtand ihrer Rüſtungen, beſſer geſagt, mit einem
Minimalſtand, wie ich es im Juni 1928 in meiner Rede vor dem
italieniſchen Senat ausgedrückt habe. Eine wirkliche Abrüſtung iſt
nur auf der Baſis des Minimalſtandards möglich, nicht durch die
umgekehrte Methode.
Folgerichkig iſt Deutſchland, wenn der Räſtungsſtand
nichk ermäßigt wird, in ſeinem Recht,
wenn es aufrüſtel.
Dieſem Recht auf die Gleichheit kann nicht widerſprochen werden.
Sonſt würde Deutſchland unter den Völkern deklaſſiert werden,
d. h., es würde unter die Staaten eingereiht werden, die ſich nicht
voller politiſcher und militäriſcher Souveränität erfreuen. Um
Deutſchlands Ausſcheiden aus der Abrüſtungskonferenz zu
ver=
hüten, iſt es unvermeidlich, daß ſein Recht auf Gleichheit in der
Rüſtungsfrage anerkannt wird.
Gleichzeitig muß feſtgeſtellt werden, daß es im ureigenſten
Intereſſe Deutſchlands liegt, wenn es Auge in Auge mit allen
Staaten Europas, mit Amerika und der Weltmeinung einen
maß=
vollen Gebrauch von ſeinem Recht auf Gleichheit macht und dieſes
erſt zur Geltung bringt, wenn die Abrüſtungskonferenz — ſo oder
ſo — ihre Arbeiten endgültig abgeſchloſſen hat. Wenn aber die
Abrüſtungskonferenz mit einem Mißerfolg endet, muß die neue
Organiſation der militäriſchen Streitkräfte Deutſchlands dieſem
Fehlſchlag angepaßt werden. In dem Falle muß das Ergebnis
einer Uebereinkunft zwiſchen allen beteiligten Staaten ſo ſein,
wie es Deutſchland ſelbſt zu wünſchen nicht abgeneigt iſt.
Sich vorzuſtellen, daß der Lauf der Geſchichte aufgehalten
werden könnte, zu glauben, daß es möglich wäre, ein hoch
zivili=
ſiertes Volk wie die Deutſchen, die nach Rußland die größte
Be=
völkerungsziffer in Europa aufweiſen, für ewig zu knebeln, iſt
nur eine verderbliche Illuſion. Man kann nicht den Weg in die
Zukunft ebnen, wenn man ſich ſtändig an das Geſtrige klammert.
Kein amerikaniſcher Schrikk in der deutſchen
Gleichberechligungsfrage.
Waſhington, 10. September.
Staatsſekretär Stimſon dementierte heute Preſſemeldungen
aus Paris, die wiſſen wollten, daß das Staatsdepartement
Bot=
ſchafter Edge ermächtigt habe, die Frage der deutſchen
Gleich=
berechtigungsforderung mit Herriot zu beſprechen. Auch
Preſſe=
meldungen aus London werden von Stimſon dementiert, in denen
es heißt, daß die ehemaligen Alliierten eine ſtillſchweigende
Ueber=
einkunft mit der Regierung der Vereinigten Staaten geſchloſſen
hätten, die Schuldenfrage bis nach den amerikaniſchen
Präſiden=
tenwahlen zu verſchieben.
Die Woche.
„Um die Einleitung einer allgemeinen Rüſtungsbeſchränkung
aller Nationen zu ermöglichen, verpflichtet ſich Deutſchland, die
im folgenden niedergelegten Beſtimmungen über das Landheer,
die Seemacht und die Luftfahrt genau innezuhalten.” Mit dieſem
Satz leitet der Verſailler Vertrag den Abſchnitt über all die
Rüſtungsbeſchränkungen ein, die dem deutſchen Reich damals
auferlegt wurden. „Um die Einleitung einer allgemeinen
Rüſtungsbeſchränkung aller Nationen zu ermöglichen”, klar und
deutlich iſt damit geſagt, daß die damals erzwungene deutſche
Abrüſtung nur der Beginn einer allgemeinen Abrüſtung auch der
anderen Völker ſein ſollte. Unbeſtreitbar die Verpflichtung, welche
die Diktatoren von Verſailles auf ſich nahmen. Sie ſind dieſer
Verpflichtung nicht nachgekommen. Mit den von Deutſchland
er=
preßten Milliarden iſt Frankreichs Militärmacht zur ſtärkſten der
Erde ausgebaut worden. Hunderte von Millionen ſind an die
Trabantenſtaaten Frankreichs ausgeliehen worden, um auch
ihnen die ſtärkſte militäriſche Aufrüſtung zu ermöglichen, und
ſo ſtarrt heute Europa in Waffen. Stärker gerüſtet ſind heute
alle Völker als jemals vor dem Weltkrieg — mit alleiniger
Ausnahme Deutſchlands, das man damals in jenen Tagen des
Zuſammenbruchs entwaffnet. Nicht Deutſchland zu Liebe,
ſon=
dern weil das allgemeine Wettrüſten die Staatshaushalte
all=
mählich bis zur Unerträglichkeit belaſtet hat, weil es zur immer
bedrohlicheren Gefahr für den europäiſchen Frieden ſich
aus=
wuchs, hat man na chendloſem Hin und Her jene
Abrüſtungs=
konferenz einberufen, die in monatelanger Arbeit ſachlich auch
nicht um einen Schritt weiterkam, ſondern lediglich durch ihr
Verſagen der Welt den Nachweis erbrachte, daß der Wille,
jene Verpflichtung des Verſailler Vertrages einzulöſen, kaum
irgendwo ernſthaft vorhanden iſt. Schon ſeit geraumer Zeit
haben deutſche Regierungen auf die Unerträglichkeit des
gegen=
wärtigen Zuſtandes hingewieſen. Mit unmißverſtändlicher
Deut=
lichkeit hat man ſchon vor Monaten erklärt, daß ein Verſagen der
Abrüſtungskonferenz dem deutſchen Reich die Freiheit des
Han=
delns auf dem Rüſtungsgebiet wieder geben müſſe. Klar liegt
unſer Recht in dieſer Frage zu Tage, und es war daher nur
richtig, daß der gegenwärtige Reichswehrminiſter durch ſeine
verſchiedenen Verlautbarungen der letzten Zeit jeden Zweifel
an den Abſichten der deutſchen Regierung unmöglich machte.
Die deutſche Regierung hält den Augenblick für gekommen, dem
bisherigen unerträglichen Zuſtand ein Ende zu machen, und hat
in dem Memorandum, das ſie dem franzöſiſchen Botſchafter zu
Berlin überreichen ließ, den deutſchen Standpunkt auch formell
zum Ausdruck gebracht. Das ganze deutſche Volk ſteht oder
ſollte vielmehr hinter dieſem Schritt ſtehen. Was wir
ver=
langen, was die deutſche Regierung verlangt, iſt die
Gleichberech=
tigung mit den anderen Völkern. Das Sechzig=Millionen=Volk
der Deutſchen verlangt dasſelbe Recht, wie es Belgien oder die
Tſchechoſlowakei beſitzen. Wer ſollte dieſes deutſche Recht
be=
ſtreiten? Auch der überzeugteſte Pazifiſt, dürfte kaum etwas
gegen das Vorgehen der deutſchen Regierung in der
Abrüſtungs=
frage einzuwenden haben. Wenn wir nach Ablehnung einer
all=
gemeinen Abrüſtung die Befreiung von den militäriſchen
Be=
ſchränkungen des Verſailler Diktates verlangen, ſo wollen wir
nicht neuen Krieg vorbereiten, ſondern wir wollen die ſtändig
drohende Kriegsgefahr beſeitigen, die dadurch gegeben iſt, daß
die deutſche Wehrloſigkeit weniger friedliebende Nachbarn zu
gewaltſamen Vorgehen verleiten könnte. Auch außerhalb
Deutfch=
lands dürfte es nicht unbekannt ſein, welchen Gefahren der
Friede Europas z. B. im vergangenen Frühjahr ausgeſetzt war.
Daß man in Paris das deutſche Vorgehen nicht gerade
freudig begrüßt, iſt ohne weiteres verſtändlich.*) Umſo
bedeu=
tungsvoller iſt es, daß man in London und Rom wenigſtens
bisher dem deutſchen Verlangen durchaus Verſtändnis
entgegen=
bringt. Man hat ja wohl in Lauſanne Gelegenheit gehabt, ſich
auch über dieſe Fragen zu unterhalten. Die Aufgabe der
deut=
ſchen Diplomatie iſt es, darüber zu wachen, daß ſich die Lage
nicht zu unſeren Ungunſten verſchiebt. Die deutſchen
Forderun=
gen ſind angemeldet, die deutſche Reichsregierung hat damit vor
dem deutſchen Volk die Verpflichtung übernommen, ſie auch
gegen alle Widerſtände durchzuſetzen. Dem deutſchen Volk aber
erwächſt damit die Verpflichtung, ſeine Regierung in dieſem
Kampf um die Lebensnotwendigkeiten der Nation mit allem nur
möglichen Nachdruck zu unterſtützen. Das deutſche Volk ſollte
endlich verſtehen, daß auf außenpolitiſchem Gebiet die
Entſchei=
dungen über ſeine Zukunft fallen, und daß ein Beharren in
dem Parteigezänk Selbſtaufgabe bedeutet.
Umſo erſchütternder iſt das Bild, das eine nüchterne
Be=
trachtung unſerer innerpolitiſchen Lage bietet. Parteiintereſſen
und Parteitaktik regieren die Stunde, und man hat den
beſchä=
menden Eindruck, daß man allmählich vollſtändig vergeſſen hat,
daß es ſich bei all dem ſchließlich doch um das Leben
der Nation handelt. Kommen wir an der abermaligen
Auf=
löſung des Reichstags vorbei? Das iſt die ſehr ernſte Frage,
die aller Vorausſicht nach in der kommenden Woche noch
ent=
ſchieden werden wird. Wir haben im Laufe der letzten Monate
an einzelnen Maßnahmen der gegenwärtigen Reichsregierung
geglaubt, ſcharfe Kritik üben zu müſſen. Daß die letzten
Maß=
nahmen, insbeſondere auch die Notverordnung vom 5.
Septem=
ber, von dem ernſten Willen zeugen, eine Beſſerung unſerer
Zuſtände herbeizuführen, muß ebenſo offen und rückhaltslos
ausgeſprochen werden. Zwei in der Notverordnung vorgeſehene
Maßnahmen ſind von beſonders einſchneidender Bedeutung.
Durch die Steuergutſcheine ſollen unſerer notleidenden und
kapitalarmen Wirtſchaft neue flüſſige Mittel zugeführt werden,
und durch die Prämien für Einſtellung von neuen
Arbeits=
kräften ſoll der Arbeitsmarkt entlaſtet werden. Wie beide
Maß=
nahmen, wie die Notverordnung überhaupt von der deutſchen
Wirtſchaft gewertet wird, beweiſt am beſten die Börſe, die eine
Hauſſe=Bewegung erlebte wie ſeit Jahren nicht. Es iſt richtig:
Dieſe neue Notverordnung iſt ein Verſuch, die Wiederbelebung
der deutſchen Wirtſchaft zu fördern und hat nur dann einen
Sinn, wenn die Vorausſetzung richtig iſt, von der
die Reichsregierung ausgeht, die Vorausſetzung, daß der
Tiefſtand der Weltwirtſchaftskriſis erreichi,
überwunden iſt. Dafür, daß dies der Fall iſt, ſprechen
mancherlei Anzeichen, und man kann der Reichsregierung nur
*) Wir nehmen Bezug auf die Ausführungen unſeres Pariſer
Korreſpondenten auf Seite 3,
Seite 2 — Nr. 253
danken für den Mut und die Entſchloſſenheit, mit der ſie
als=
bald die Folgerungen zog.
Die Schaffung der Steuergutſcheine, die praktiſch nichts
anderes bedeutet als eine für die Wirtſchaft ſofort in Kraft
tretende, für das Reich aber erſt im Jahre 1934 ſpürbare
40prozentige Steuerſenkung, wird unſtreitig eine weſentliche
Enr=
laſtung der Wirtſchaft bringen.
Sehr viel umſtrittener wie dieſe Maßnahme ſind die
Maß=
nahmen auf ſozialpolitiſchem Gebiet, die Beſeitigung der
Tarif=
ſtarre, die mit der Gewährung der Einſtellungsprämien
ver=
koppelt iſt. Wir haben einen ſolchen Einbruch in die ſogenannte
Unabdingbarkeit der Tarife ſeit Jahren für notwendig gehalten,
weil wir der Auffaſſung waren, daß das Tarifweſen in ſeiner
bisherigen Geſtalt in immer ſtärker werdendem Widerſpruch zu
den Intereſſen der Arbeitnehmerſchaft ſtand. Der notwendige
Eingriff von oben her iſt nunmehr erfolgt, aber man ſollte ſi.
gerade auch in Wirtſchaftskreiſen darüber klar ſein, daß mit
dieſem Einbruch in das Tarifweſen auch gleichzeitig die
Schickſalsfrage für das deutſche
Unternehmer=
tum, die Schickſalsfrage für unſere
Wirtſchafts=
form überhaupt geſtellt iſt. Zeigt ſich das deutſche
Unter=
nehmertum in ſeiner Geſamtheit den moraliſchen Anforderungen,
die nunmehr an es herantreten, gewachſen, ſo wird nicht nur
der Zweck der Papen’ſchen Notverordnung, die Entlaſtung des
Arbeitsmarktes, erreicht werden, ſondern es wird auch das
Ver=
trauen der breiten Maſſen zu unſerer Wirtſchaftsordnung wieder
zurückkehren. Verkennt man dagegen den Ernſt der Stunde,
würde man verſuchen, die Möglichkeiten der Notverordnung nur
als Mittel zum Lohndruck auszunutzen, dann würde der Glaube
an unſere Wirtſchaftsordnung endgültig zerſtört, dann würden
ſozialiſtiſche Experimente größten Stils nicht mehr aufzuhalten
ein. Wir glauben, daß das deutſche Unternehmertum trotz aller
wirtſchaftlichen Nöte der Gegenwart ſich der Stunde gewachſen
zeigen wird, und daß die Möglichkeiten der Notverordnung nur
in den Fällen ausgeſchöpft werden, in denen es ſich um die
Erhaltung notleidender Betriebe handelt, die ſonſt nicht zu retten
wären, in den Fällen alſo, in denen auch bisher ſchon immer
die Arbeiterſchaft bereit war, Opfer zu bringen, wenn es
die Gewerkſchaften und der Tarif erlaubt hätten. Wir glauben
alſo nicht, daß die von gewerkſchaftlicher Seite vorgebrachten
Befürchtungen berechtigt ſind, daß die neue Notverordnung die
Lebensmöglichkeiten des deutſchen Arbeitnehmers noch weiter
einengen werde, ſondern wir ſehen in ihr vielmehr einen
groß=
zügigen Verſuch, erträgliche wirtſchaftliche Verhältniſſe
wieder=
herzuſtellen. Ob er gelingt, hängt davon ab, ob alle Beteiligten
in Erkenntnis des Ernſtes der Lage zu vertrauensvoller
Mit=
arbeit bereit ſind.
So liegen die Dinge, während man in Berlin über das
Schickſal des deutſchen Reichstages verhandelt. Der
Reichspräſi=
dent hat keinen Zweifel darüber gelaſſen, daß er unter keinen
Umſtänden die Hand dazu bieten wird, die von der
Reichsregie=
rung begonnene Arbeit durch eine neue Regierungskriſe zu
unterbrechen, daß er feſt entſchloſſen iſt, den Reichstag nach
Hauſe zu ſchicken, wenn er ſich verſagt. Es iſt eine immerhin
bemerkenswerte Tatſache, daß die Regierung Papen, die ſich
unſtrei=
tig durch ihre letzten Maßnahmen das Vertrauen ſehr weiter
Volks=
kreiſe errungen hat, in dem vor noch nicht 6 Wochen gewählten
deutſchen Reichstag ſo gut wie keine Unterſtützung hat. NSDAP.
und Zentrum, die ſich in langen Koalitionsverhandlungen
nun=
mehr zuſammengefunden haben, beſitzen ſomit ohne weiteres
die Möglichkeit, den Reichstag gegen die Regierung mobil zu
machen und dadurch ſeine Auflöſung zu erzwingen. Ob ſie von
dieſer Möglichkeit allerdings Gebrauch machen werden, iſt eine
andere Frage. Soweit man nicht völlig in parteipolitiſchen
Gedankengängen befangen iſt, wird man ſich ſagen müſſen, daß
eine abermalige Reichstagsauflöſung in dieſem Augenblick nicht
nur eine unheilvolle Schwächung unſerer außenpolitiſchen Lage
zur Folge haben würde, ſondern daß durch die Erregungen und
Unerfreulichkeiten eines neuen Wahlkampfes eine Wiederkehr des
Vertrauens der breiten Maſſen, eine Wiederbelebung der
Wirt=
ſchaft völlig illuſoriſch gemacht würde. Wir haben die
Ent=
wicklung unſeres Parteiweſens ſeit Jahren mit Sorge verfolgt.
Wie berechtigt dieſe Sorgen waren, erweiſt ſich leider jetzt in
dieſem ernſten Augenblick unſerer Geſchichte.
M.
Außerordenkliche Sihung des franzöſiſchen
Parlamenks.
Auf Vorſchlag des Finanzminiſters Germain Martin und des
Budgetminiſters Palmade beſchloß der heutige Miniſterrat, das
Parlament auf Freitag, den 16. September, zu einer
außerordent=
lichen Sitzung einberufen, in der der Geſetzentwurf über die
Kon=
vertierungen durchberaten werden wird. Das Einberufungs=
Dekret wurde ſofort dem Präſidenten zur Unterzeichnung vorgelegt.
Von der Konvertierung wird ein Betrag von etwa 85
Mil=
liarden Franken betroffen werden. Davon befinden ſich ungefähr
67 Milliarden Franken in den Staatskaſſen, ſo daß kaum für mehr
als 18 Milliarden Franken Rückzahlungsmöglichkeiten in Bargeld
beſtehen. Für dieſen Zweck ſtehen der Regierung 14 Milliarden
zur Verfügung. Es iſt aber ganz unwahrſcheinlich, daß ſie dieſe
Reſerven vollſtändig wird erſchöpfen müſſen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Vom Tage.
Die Pläne wegen der Einfuhrkontingentierung für
Agrar=
erzeugniſſe ſind, wie wir erfahren, noch nicht fertiggeſtellt;
endgül=
tige Entſcheidungen werden vorausſichtlich erſt in einer
Kabinetts=
ſitzung gegen Mitte der nachſten Woche fallen; erſt dann ſollen die
Verhandlungen mit den beteiligten Handelsvertragsländern
auf=
genommen werden.
Nun hat auch Oeſterreich nach dem Beiſpiel anderer Schuldner
ſtaaten mit den Vereinigten Staaten ein Abkommen über die
Rück=
zahlung der im Hooverjahr aufgeſchobenen Schuldannuität
unter=
zeichnet. Oeſterreich wird genau wie die anderen Staaten dieſe
An=
nuität in zehn Jahresraten, verzinsbar zu vier Prozent,
zurück=
zahlen können.
Die Landesregierung von Steiermark hat mit Rückſicht auf die
letzten Zuſammenſtöße zwiſchen Sozialdemokraten und
National=
ſozialiſten in Graz und Leoben. bei denen zwei Nationalſozialiſten
getötet wurden, für die Zeit bis zum 2. Oktober ein allgemeines
Verbot für Verſammlungen unter freiem Himmel und alle
Auf=
züge erlaſſen.
Das Präſidium der Abrüſtungskonferenz iſt vom Präſidenten
Henderſon auf den 21. September einberufen worden.
Die Begnadigungskommiſſion des franzöſiſchen
Juſtizmini=
ſteriums hat ſich gegen das Begnadigungsgeſuch Gorguloffs
ausge=
ſprochen. Der Präſident der Republik wird am Montagnachmittag
die Verteidiger Gorguloffs in Audienz empfangen.
Das engliſche Schatzamt hat in Paris die Anleihe von
zwei=
einhalb Milliarden Francs zurückgezahlt, die es am 10. September
1931 aufgenommen hatte.
Die Regierung von Paraguay teilt mit, daß ſie ſich mit
Boli=
vien als im Kriegszuſtand befindlich betrachte, obwohl der Krieg
noch nicht erklärt ſei. Es haben bereits heftige Kämpfe
ſtattge=
funden.
Behrfporriut errnchrigang eer Ingene.
Einrichkung von Führerlagern zur Ausbildung
von Jugendführern.
* Berlin, 10. September. (Priv.=Tel.)
Im Reichsinnenminiſterium ſind die Beſtimmungen über die
Förderung und Neugeſtaltung des Wehrſports nahezu fertiggeſtellt.
Es handelt ſich hierbei um die von der Reichsregierung angeſtrebte
körperliche, geiſtige und ſittliche Ertüchtigung
der heranwachſenden Jugend, um die ſich bereits ſeit
Jahren die verſchiedenſten Verbände bemühen. Leider hat ſich
her=
ausgeſtellt, daß die Methoden der Verbände nicht immer geeignet
waren, eine Ertüchtigung ſicherzuſtellen, die den
Bedürfniſ=
ſen der Nation entſpricht. Schon Reichswehrminiſter
Groener war nach dem Verbot der nationalſozialiſtiſchen
Sturmab=
teilungen dem Gedanken der Pflege und Ueberwachung des
Wehr=
ſports durch das Reich nähergetreten. Damals ſollte eine Art
Dach=
organiſation geſchaffen werden.
Wie man jetzt im einzelnen vorgehen will, iſt noch das
Ge=
heimnis des Reichsinnenminiſteriums, das allerdings nach allen
Seiten mit den intereſſierten Organiſationen verhandelt. Soweit
wir unterrichtet ſind, will das Reich zunächſt dafür ſorgen, daß ein
einwandfreies Führermaterial herangebildet wird.
Im Etat ſind für die Pflege des Wehrſports 1½ Millionen
RM. vorgeſehen. Wahrſcheinlich wird man in
denverſchiede=
nen Teilen des Reiches Führerlager anlegen, in die
die Verbände ihre Unterführer hineinſchicken. Sie werden hier
ent=
ſprechend ausgebildet. Gleichzeitig findet bei dieſer
Gelegen=
heit eine Ausleſe ſtatt. Was nicht die
erforder=
lichenQualitäten mitbringt, wird aus dem Kreis
der Jugendführer ausſcheiden. Wahrſcheinlich wird es
möglich ſein, zuerſt etwa 20000 Unterführer auszubilden,
die dann in die Wehrverbände zurückkehren und
nun hier nach einheitlichen Richtlinien
weiter=
arbeiten. Gelingt es, das geſteckte Ziel zu erreichen, dann wird
die heranwachſende Jugend allmählich in vernünftige nationale
Bahnen gelenkt. Sie wird aber auch im Rahmen des Wehrſports
ſoweit vorgebildet, daß ſie im Ernſtfall dem Volksganzen gute
Dienſte leiſten kann.
Die Berufung des Legakionsrakes Frhrn. v. Lersner.
Karlsruhe, 10. September.
Zur Berufung des Legationsrates Freiherr v. Lersner zum
Vertrauensmann der Reichsregierung in München teilt die
Preſſeſtelle des badiſchen Staatsminiſteriums mit.
Freiherr v. Lersner hat die gleiche Aufgabe
wie in München auch gegenüber den
Regierun=
gen in Sachſen, Württemberg Baden und
Heſſen übertragen erhalten. Er ſoll eine beſondere
Verbindung zwiſchen den Länderregierungen und der
Reichs=
regierung herſtellen, insbeſondere in Fällen, in welchen eine
eilige vertrauliche Ausſprache nötig iſt.
*
Volksgenoſſen in der Bereinſamung.
Zum 100. Geburtstag des Guſtav=Adolf=Bereins.
Von Staatsminiſter a. D. Dr. Boelitz,
Mitglied des Zentral=Vorſtandes des Guſtav=Adolf=Vereins.
Der große Gedanke, aus dem im Jahre 1832, dem 200. Erin
nerungsjahr der Schlacht bei Lützen, der Guſtav=Adolf=Verein be
gründet wurde, hat ein ganzes Jahrhundert hindurch ſeine ſies
hafte Kraft behauptet. Wie damals gilt es auch heute: größe
wertvoller, bleibender als ein „Denkmal der Baukunſt” an de
Stelle, wo der große Schwedenkönig am 6. November 1632 be
Lützen ſein Leben für die Sache des Proteſtantismus dahingab
iſt das „Lebendige Denkmal”, das heute als Guſtar
Adolf=Stiftung „zur brüderlichen Unterſtützung bedrängter Glau
bensgenoſſen” zu einem Quell des Segens für Tauſende und Aber
tauſende evangeliſcher Brüder und Schweſtern innerhalb un
außerhalb der Grenzen unſeres ſtaatlichen Lebens geworden iſt
Das evangeliſche Deutſchland begeht den 300. Todestag de
großen Schwedenkönigs, des „Löwen aus Mitternacht”, und zu
gleich den 100. Gedenktag der Begründung des Guſtav=Adol
Vereins in den Tagen vom 17. bis 20. September i
Leipzig, dem Sitz der Guſtav=Adolf=Stiftung. Die Feier wir
ſich im Rahmen einer Hauptverſammlung in gewohnter Wei
vollziehen, durch Gottesdienſte in den Kirchen Leipzigs und de
weiteren Umgebung, durch die Abgeordnetenverſammlung und di
Hauptverſammlungen, durch eine Gedächtnisfeier in Lützen, durd
eine öffentliche Kundgebung am Völkerſchlachtdenkmal, durch ein
Fahrt zu den Lutherſtätten in Wittenberg. Ihre beſondere
Wei=
aber erhält die diesjährige Jahresverſammlung durch die
Rechenſchaft, die über ein Jahrhundert ſegensvoller Arbeit abge
legt werden wird, und durch das Bekenntnis des ganzen evang
liſchen Deutſchlands zu einer Aufgabe, die heute größer als je in
den hinter uns liegenden hundert Jahren vor uns ſteht, wo e
gilt, unter den furchtbaren Folgen der erbarmungsloſen Frieden
diktate des Weltkrieges Handreichungen zu leiſten den viele
Millionen Deutſchen, die von uns getrennt in fremden Staate
in bitterſter materieller und ſeeliſcher Not leben,
Dankbar wird da das evangeliſche Deutſchland die
ausgezeich=
nete Geſchichte des Guſtav=Adolf=Vereins zur Hand nehmen, die
der Profeſſor der Kirchengeſchichte H. W. Beyer in dieſen Tagen
vollendet hat. Sie gibt ein lichtvolles Bild ſeiner umfaſſenden
Organiſation, die ſich ganz gründet auf kirchlichem
Verantwor=
tungsbewußtſein und die in ihrem vorbildlichen Aufbau und in
der Reichweite ihrer Wirkung einzigartig daſteht. Daneben zeigt
ie Feſtgabe feinſinnig den Zuſammenhang der Geſchichte des
Guſtav=Adolf=Vereins mit dem großen politiſchen Geſchehen, vor
allem aber mit den geiſtes= und kirchengeſchichtlichen Strömungen
ſeiner Zeit, von denen er vielfach beſtimmt worden iſt, die er aber
anderſeits durch die Männer, die ſeine Führer und Berater waren,
oft in nachhaltigſter Weiſe beeinflußt hat. Immer in dem Sinn
wahrer evangeliſcher Frömmigkeit und Freiheit.
Hundert Jahre lang iſt der Guſtav=Adolf=Verein der
Mittel=
punkt und der Sammelpunkt evangeliſchen Bewußtſeins in
Deutſchland geweſen; hundert Jahre lang hat er ſtets das hohe
Ziel der Stärkung der evangeliſchen Kirche vor Augen gehabt.
„Die Kirche iſt das Ziel!”, ſo hieß es vor hundert Jahren; „der
Kirche wollen wir dienen!”, das iſt heute ſeine Loſung. Dadurch,
daß der Guſtav=Adolf=Verein immer wieder den Blick auf die
Glaubensgenoſſen in der Zerſtreuung gerichtet hat, hat er die
Ver=
antwortung für die Notwendigkeit der Stärkung der Kirche der
Heimat geſchärft; und aus der Stärkung der Glaubenskraft
da=
heim floſſen dann Ströme des Segens über durſtende Gefilde, wo
immer in der Welt evangeliſche Glaubensgenoſſen in Not und
Anfechtung ſtanden, wo Splitter deutſchen Volkstums in der
Fremde Gefahr liefen, deutſchem Volkstum verloren zu gehen.
Wer die Diaſpora kennt, wer im Ausland deutſches
Volks=
tum im ſchweren Kampfe geſehen hat, der weiß, wie viele Kirchen,
Betſäle und Schulen der Guſtav=Adolf=Verein in hundert Jahren
erbaut hat, die heute Zeugen einer geſegneten Arbeit in der
ganzen Welt ſind. Und wer den Kampf derer, die in der
Ver=
einzelung leben, um Glauben und Volkstum ganz miterlebt hat,
wer mit ihnen ſelbſt mitgerungen hat gegen die Anfechtungen der
Seele, gegen die Gefahr des kulturloſen Abgleitens in fremdes
Volkstum, gegen die Widrigkeiten des Tages, der weiß, daß der
Guſtav=Adolf=Verein in hundert Jahren viel mehr getan hat, als
Gelder zu ſammeln für Kirchen, Pfarrhäuſer und Schulen aus
Stein. Er hat da, wo keine Gemeinſchaft des Glaubens mehr
be=
ſteht, weil ſolche Gemeinſchaft ſich nicht aus eigener Kraft tragen
kann, die Menſchen gleichen Glaubens wieder zuſammengeſchloſſen
und ſie mit der Mutterkirche aufs engſte verbunden. Er hat da,
wo in fremden Ländern deutſche Volksgenoſſen in der
Verein=
ſamung abzuſterben drohen, den Strom lebenſpendenden
Blu=
tes vom Herzen des Volkstums, aus der Heimat, ihnen
zugeleitet, ihnen Kraft geſchenkt, daß ſie leben und aufs neue
er=
ſtarken. Er hat nicht nur Kirchen gebaut, ſondern trägt Sorge,
daß auf den Kanzeln dieſer Kirchen Männer ſtehen, die von ihrer
Sendung aufs tiefſte durchdrungen ſind und als Diaſporapfarrer
die Vorausſetzungen erfüllen, welche ihr ſchweres Amt an ſie ſtellt.
Er hat nicht nur Gemeinden gegründet, ſondern er trägt täglich
Sorge, daß die Gemeinden der Stütze deutſcher Helfer und
ins=
beſondere deutſcher Diakoniſſen nicht entbehren, daß Lehrer in
ihnen wirken, die wiſſen, daß religiöſes Erleben und Volkstums=
Sonntag, 11. Septembe=
Deutſcher Ankrag
adf Zahlungsaufſchub an Amerig.
Wafhington, 10. Septemi
Botſchaftsrat Dr. Leitner von der hieſigen deutſchers
ſchaft hatte geſtern eine Unterredung mit Schatzſekretär
über die Frage eines Moratoriums für die am 30. S.
fällig werdende Rate aus dem deutſch=amerikaniſchen S
abkommen über die Beſatzungskoſten. Wie Schatzſekretörr
im Anſchluß an die Unterredung mit Dr. Leitner erkläßu
bisher ein offizieller Antrag Deutſchlands zur Verlängeru=
Moratoriums nicht eingegangen. Auch von den anderen 99,
habe er noch keine Mitteilung erhalten, ob ſie ihren in
Dezember fälligen Zahlungsverpflichtungen nachzukommer=
ſichtigen oder nicht.
Die Beſprechungen zwiſchen dem deutſchen Geſchäft
Dr. Leitner und Finanzminiſter Mills über den Aufüſie
der am 30. September d. J. fälligen deuz
Zahlungen für Beſaltzungskoſten und
Krrecm=
s get
ſchäden amerikaniſcher Bürger haben, wie gexu
geleiſtet,
heute begonnen, aber noch nicht zu einer formellen Proklag// Qu/cladse
des deutſchen Moratoriums geführt. Vorher ſind mehrem
gen zu erledigen, damit das Moratorium einſpruchslos Erzlug zu nehmie.
amerikaniſchen Regierung entgegengenommen werden kanm zu vielle Entſchel.
Hierzu gehört die im Schuldenabkommen vorgeſehene /ſzſg abrüſte
richtenfriſt von drei Monaten, die auf deutſſnigen der öſientl:
Seite mit Rückſicht auf die damals ſchwebenden Lauuuserteich, die Deu
Verhandlungen nicht eingehalten worden iſt, ſowy ſtmüberraſchen
Frage der Zahlungen für private Kriegsſſhzie der
Mei=
den, auf die ganz zu verzichten gewiſſe Schwierigkeitmf jetzt bent
ſtehen, da die Anſpruchsberechtigten auf Befriedigung doil; irage 1o531
und laut Freigabegeſetz von 1928 auch die Auszahlun ncmſerenz nicht
amerikaniſchen Entſchädigungen an Deutſche, deren Eigin, ine Waſſer. Und
hier im Weltkrieg konfisziert worden iſt, durch die Nich=BAA overkennt, dan
digung der amerikaniſchen Gläubiger verzögert wird.
Die
Erwäg=
nimmt an, daß ſich angeſichts des beiderſeitigen Wunſche0l” puiſch
baldiger Bereinigung dieſer privaten Anſprüche bald ein
Gen
bromiß finden laſſen wird, umſomehr, als es ſich um u.
nismäßig geringfügige Summen handelt.
it klar,
Von der amerikaniſchen Preſſe wird der Angelegenheillg ßenze da
tes Intereſſe entgegengebracht, weil es ſich um den erſten iſ, Gren
geren Fall ſeit dem Ende des Hoovermoratoriums handelt,1/ üinnte
eine fremde Regierung einen Zahlungsaufſchub erſtrebt, unu md
man hierin einen Präzedenzfall für die Haltung der AIl ”h, beu
ſieht, die ſich bis zum 15. September äußern müſſen, falls 16 virtſchaft
15. Dezember ebenfalls ein Moratorium erklären wollen. Iid zu überblicken
dings laſſen die Meldungen aus Paris und London daraußich 4brü
ßen, daß England und Frankreich mit Rückſicht,
bekannte Einſtellung weiter hieſiger Kongreßkreiſe, auf die 79,
Propaganda der Hearſtpreſſe gegen jede Milde gegenüblieg Natu
Alliierten und auf die kurz bevorſtehende Wahlkampagne /hene
beabſichtigen, von ihrem Vertragsrecht de
klärung eines Moratoriums Gebrauch zu mo
umſoweniger, als dies ihnen nur den Aufſchub des Kapitan)”
ges, nicht aber der erheblich höheren Zinsraten ermeu hen ſchon
würde.
und es
Gront Amerika
Amerikaniſcher Schrikt in Tokio.
in Gemeinpl
Waſhington, 10. SeptenFerſen, wenn mar
Wie Staatsſekretär Stimſon heute mitteilte, hat der ampchl in
L=
niſche Botſchafter in Tokio vom japaniſchen Außenminiſtek ihſtun
fütt man das v.
Auftrag der amerikaniſchen Regierung verlangt, daß die japa nokreich
Regierung alsbald angeſichts der japaniſchen Preſſekam—=Glaube an die
gegen die Filiale der National City Bank in Oſaka, der anuſ hier keineswe
Photoſpionage vorgeworfen wird, eine Unterſuchung einlei M Ri in Zerſey,
Oiplomate
ſodann eine Erklärung veröffentlichte, durch die die amerik ſiilich durchh
Bank von jeglichem Verdacht gereinigt werde. Die Bank halll ein gehalten:
der amerikaniſche Botſchafter erklärte, lediglich zu Reklamen c auf Stimm
Aufnahmen von der Entwicklung Oſakas machen laſſen, mn eitreifen iſt,
der „Tem.
ihre Filiale befindet, und die Preſſehetze, die ſich an dieſers ſien Politik i
laß entzündete, gefährde nicht nur das Preſtige und das G9ad eine Auf
der Bank, ſondern auch das Leben und Eigentum der darfe Lager halte.
ſr Entwicklung der
amerikaniſchen Angeſtellten.
ind dieſer Verg
Außenminiſter Uſhida habe dem Botſchafter erwidert, yuöſiſchen Freund”
Unterſuchung bereits im Gange ſei, und daß er, ſobald dan ſuch wie Engl
gebnis feſtſtehe, die Angelegenheit im Sinne der Ausführyr /9 des Geger
der eine
des amerikaniſchen Botſchafters ſorgfältig prüfen werde.
ion auf de
Die Angelegenheit wird von den Waſhingtoner Blätter!
En will Frankre
ſymptomatiſch für die bedrohlich werdende antiamerikaniſche /9lehen
verweid=
mung im japaniſchen Volk bezeichnet.
Re Müirecht erhal
empfinden aufs innigſte zuſammenhängen; er weiß — im
kämpft unermüdlich für dieſen Gedanken — daß die Kirch
Schule bedarf und die Schule der Kirche,
Auf der Erinnerungstagung in Leipzig wird eine Jubililllein
gabe überreicht werden, die das evangeliſche Deutſchland,
„Groſchenſammlung” im letzten Jahre aufgebracht hat: eine9
lion Mark! Auch dieſe Idee der Groſchenſammlung iſt 100 9 Mſ IeA
alt. Sie gründet ſich auf dem Gedanken der „Sechſerſammlu000 im all
die zuerſt in Leipzig vorgenommen wurde. Man hat ſie hurg=elzeit gepf
Jahre durchgeführt. Viele Millionen ſind ſo in die Diaſpornlgeben, in denen
hinaus ins Ausland gefloſſen; ſie haben zum Ausdruck geng Züuhnenwerken we
was ſtets die Loſung des Guſtav=Adolf=Vereins geweſeml” Alb geſpielt zu
„Laßt uns Gutes tun an jedermann, allermeiſt an des Gic=Pr 00 in der Werti
Genoſſen!“
Eung entrgtet
Und dieſe Hilfe muß weiter fließen. Heute ſtärker dem e Dung inſofern
vor. Ein grauſam verſtümmeltes Vaterland ſieht Million
Minge des
ſcher Brüder, die früher mit uns innerhalb der Grenzen 9
Staates wohnten, in der Fremde; Brüder ſind von Brud
trennt; mitten hindurch durch blühende, lachende deutſche
gehen die Grenzen, die ein wahnwitziges Friedensdiktal
hat. Und draußen, fern von uns über dem Ozean, wohnen?
die heute mehr denn je das Verlangen haben, mit uns e
Glieder eines Volkes zu ſein. Strecken wir die Bruderyal!,
ihnen allen hinüber! Helfen wir ihnen! Mit dem Scherile
wir ihnen als arm gewordenes Volk reichen, um ihnen zu 9
daß auch der Arme noch immer hat, womit er dem gebe, ‟
ärmer iſt als er. Vor allem aber mit inniger Bruderliebe.!
Fernen umfängt, als wäern ſie mitten unter uns. und ihne"
daß wir eins aus einer hundertjährigen Geſchichte des V
Adolf=Vereins gelernt haben: ſie alle gehören de
wir zu ihnen; wir daheim und ſie da draußen müſſen 3u
wachſen zu dem Hundertmillionenvolk des deutſchen Geiſtes,
Nimm Schallplatten ſelber auf! Eine Anleitung zur Se‟
ſtellung von Schallplatten. Von Dr. Eugen Nespe‟
mit 80 Abbildungen. (Franckhſche Verlagshandlunb.
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nicht nur Platten, die jeder kaufen kann, ſpielen laſſen
ſondern auch Aufnahmen, aus Ihrem perſönlichen Lebe
Ihnen als Photoamateur die Bilder Ihrer Kinder köſtliche
nerungen geben, ſo wird es Ihnen viel mehr Freude mäch.
die Stimmen und das Sprechen der Kinder, die Witze, wi
Fritz ſie erzählt, die Reden, die Ihre Perle vom Lande
a=
beliebig vorzuführen. Das Buch von Dr. E. Nesper erklaf.—
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phons und des Radios, das als Verſtärker dient — ſeloſ.
können und was Sie techniſch und akuſtiſch beachten mülle.
Aufnahmen zu erzielen, die Sie immer befriedigen werd."
Nr. 253 — Seite 3
11. September 1932
Abrüſtungsſorgen.
zon unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 8. September 1932.
quu die deutſche Forderung nach der Gleichberechtigung iſt
ine Rüe aufgerollt worden, die in ihrer brutalen Einfachheit
den /Albſen Debatten der Abrüſtungskonferenzen niemals
auf=
ſchtig zwiſchnitten wurde. Die Frage, ob man tatſächlich
abzu=
lſten rgenkt oder nicht. Es mutet wie ein ſchlechter Scherz an,
Nuf behtguen, daß die nicht zu überblickende Arbeit der
verſchie=
enen nAüſtungskonferenzen, in denen ſo manche mutige Rede
4hne 95 verklang, nicht zu dieſer klaren Frageſtellung geführt
Magt Uryennoch ſieht es ſo aus, als ob man in Frankreich und
leſſeickguch in anderen Ländern die Frage der Abrüſtung jetzt
ſiſt gewungen zum erſten Male einer ernſten Prüfung
unter=
ugen Lſie.
Wihr ollen damit gewiß nicht behaupten, daß etwa die
Ueber=
muiſchungg’s deutſchen Memorandums den Quai d’Orſay überraſcht
dftte, 2geheimer diplomatiſcher Vorarbeit und an offener
Er=
aLſterungnangelte es gewiß nicht; ſeit langem wurde in dieſer
nichtumg oviel geleiſtet, wie überhaupt möglich war. Aber der
wang Deutſchlands eindeutiger Forderung nach
Gleichberechti=
gung Sſtelung zu nehmen, bringt auch die Notwendigkeit mit ſich,
ne pmiſ pielle Entſcheidung darüber herbeizuführen, ob man
atſäſchich abrüſten will oder nicht. Darum die
ſchwanrhgen der öffentlichen Meinung und der offiziellen
Poli=
n in A fakreich, die Deutſchland nach der breiten diplomatiſchen
ſorberwütng überraſchen mußten. Er gibt Leute
inFrank=
eich ide der Meinung ſind, man ſolle die
Ge=
gegenſhit jetzt benützen, um von der ganzen
Ab=
üſtumgfrage loszukommen. Wenn Deutſchland an der
zu brüſtunnekonferenz nicht weiter teilnimmt, dann fällt die ganze
onfereymins Waſſer. Und wenn man die deutſche
Gleichberechti=
in dmg nuch anerkennt, dann nimmt Deutſchland an der Konferenz
Bſht tetl. Die Erwägung iſt einfach, und vielleicht iſt ſie nicht
nmal Aſozyniſch, wie ſie ausſieht. Jedenfalls aber nicht zyniſcher
mant taktiſchen Schachzüge auf den bisherigen
Abrüſtungs=
fferenrz.
ſitwe Es züklar, daß Deutſchland gegebenenfalls nur bis zu einer
q un d wiſſerr Erenze das Wettrüſten mitmachen würde, und nur bis
der Grenze der finanziellen Möglichkeit
toriuns
iſtem önnte. Das weiß man in Paris genau, es
cub eihtuand auchine deutſchen Memorandum zu leſen. Wo die Grenze der
Haltum irkunwe einer ernſtgemeinten Abrüſtung liegen würde, das
ein müſn kmag der heute niemand abzuſchätzen. Weder die politiſchen
ch dit wirtſchaftlichen Konſequenzen einer tatſächlichen
Ab=
eillier 1 fung iſtd zu überblicken.
0 Lonk DiſeAbrüſtungskonferenzen haben ihre
Ge=
ich nit hir hre m Zunächſt ſolche diplomatiſcher Natur, denn ſie ſind eine
reßkreiſe nüige Tülle der Reibungen, wenn es gilt, eine Rangordnung
iſchenndn Mächten feſtzuſtellen. Und ſolche politiſcher und wirt=
Pe Mile
aftliche=Natur, denn es gibt einen Punkt, wo die Teilnehmer in
* Wahltlangen einzeen Schlingen gefangen werden können und gezwungen
ragsund taurälich abzurüſten. Hypokriſie verpflichtet ...."
ebranzy Frankeich iſt der Abrüſtungskonferenz gegenüber in ſeiner
ſchuh de gellungralne nicht unabhängig, es muß die angelſächſiſchen
Zinsuuu Richte nRechnung ziehen. Es muß auf Amerika unbedingt
Rück=
ſt nehleun, ſchon wegen der ungelöſten Frage der interalliierten
hulden, Ind es muß auf England Rückſicht nehmen, um die
ge=
ſinſanne Front Amerika gegenüber zu wahren. Denn, es iſt in
ſaukreychein Gemeinplatz geworden: auf Amerika kann man nur
m wauen, wenn man dabei von engliſcher Seite unterſtützt
ſtteillte, Miſtd. SSwhl in London wie auch in Waſhington hält man aber
„der lküſtungskonferenz feſt. Aus verſchiedenen Gründen. In
eis daüt man das volkstümlich ſo aus, daß die angelſächſiſchen
ſchte hunkreich abrüſten möchten.
miſcher 9u Derx Caube an die Feſtigkeit der engliſch=franzöſiſchen Front
in Lſchtdabeg ſier keineswegs übertrieben groß. Trotz
Freundſchafts=
undungn in Jerſey, trotz Vertrauenspakt und all den
Requi=
mn des liplomaten zweifelt man ſtets daran, ob England
ſch die Naich miklich durchhält. Und dieſe Zweifel werden nicht
.de. Di koa ge em gehalten; es genügt, die franzöſiſche Preſſe zu
beob=
ſiglich ugten mauf Stimmen zu ſtoßen, die mit einer Deutlichkeit, die
„ſt zu züertreffen iſt, den Wert der engliſchen Freundſchaft prü=
Sellöſ der „Temps” hat Platz für ſolche Artikel. Man wirft
die ſianYengleſten Politik immer wieder Zwieſpältigkeit vor, es heißt,
eſtige u/ Engund eine Außenpolitik für Frankreich und eine andere für
„ſerikah af Lager halte. Man ſtellt hier gerne den Vergleich
iſchenndr Entwicklung der Seeabrüſtung und der Abrüſtung zu
nde anund dieſer Vergleich zeigt deutlich die Grenzen der
ſchaſter mkgliſch=smzöſiſchen Freundſchaft. Man erkennt unter
an=
uſekemauch, wie England ſyſtematiſch zu der
Ver=
gärfüng des Gegenſatzes zwiſchen Paris und
um uuf der einen und zwiſchen Paris und
prün Raſhünton auf der anderen Seite beitrug.
hingtm” Troh)m wili Frankreich in der Abrüſtungsfrage jedes
iſo=
janyrte Wuehen vermeiden: Der Kontakt mit England wird um
ſen Pi aufrecht erhalten, auf dieſe Weiſe wird eine mora=
Heſſiſches Landeskheaker.
Heines Haus. — Samstag, 10. September.
Die neue Oper ſkellt ſich vor.
Ich ſch im allgemeinen nicht für Wiederholung der in
ſiger Sielzeit gepflogenen Reklame, in Konzerten für die
er zu ſyrben, in denen nicht konzertiert wird, ſondern
Bruch=
ie vor hühnenwerken wahllos und ohne Zuſammenhang halb
gem alb geſpielt zu Gehör kommen. Die Oper iſt zudem
eliebſ nd in der Wertſchätzung des Publikums feſtſtehend, daß
eſen= Verbung entraten kann. Dem heutigen Falle iſt indes
Berstigung inſofern nicht abzuſprechen, als die neuen
zahl=
en =hömmlinge des Opernperſonals Gelegenheit erhielten,
ſozuſſchm in Zivil vorzuſtellen, um Proben ihrer Begabungen
Wegen, Es iſt nicht zu leugnen, daß ſich erfreuliche Ausſichten
ebesk ſie ſchönen Stimmen und ihre vorzügliche Ausbildung
nſr Karen und Heinz Schlüter wiſſen wir von
elſeiher Beſcheid. Die Altiſtin ſang heute die Eboli=Arie
9o//karlos” und die Marſchallin im „Roſenkavalier”=
Ter=
gtizer Form, der Baß die Arien des Baſilio und des
Da=
densmit gutem Gelingen. Auch Fritzi Jokl konnte mit
en gänzid geſungenen Arien der Roſine und Gilda ihren
vor=
eiſlichet zuf beſtätigen.
Ema v. Georgi gewinnen wir ein junges forſches
Went, ſumbegabt, temperamentvoll, muſikaliſch. Perſönlich=
IScharatr und Stimmfarbe verweiſen ſie auf die lyriſche oder
Nſche 9er, ſowie auf die Operette. Sie ſang die Arie der
ſterſlund den Oktavian im Terzett.
Shalfotte Krauß beſitzt gutes dramatiſch gefärbtes
tekal eſſen Sitz und Behandlung freilich noch
unausgegli=
ſr. S ſang die Arie der Tatjana aus Onegin.
4S. Ioenbariton ſtellte ſich Siegfried Urias vor. Er
* Eings)neginarie und die Schlußanſprache des Hans Sachs
Ron Ffülliger Stimme und gutem Ausdruck. ErwinPalm
v. H.
ſ ein ſtuoſer, exakter Begleiter.
Bunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
SElder Univerſität Gießen. An Stelle des nach
Delbeicerufenen ordentl. Profeſſors Dr. Walter Bothe iſt der
oatdokt an der Univerſität Tübingen Dr. Chriſtian
zum ordentlichen Profeſſor für Phyſik ernannt
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
liſche Iſolierung vermieden, die man ſich im Augenblick nicht
er=
lauben kann. Aber das hindert die franzöſiſche Diplomatie nicht,
bis an die äußerſten Grenzen zu gehen und in England den Preis
für die Aufrechterhaltung der Abrüſtungskonferenz einzuhandeln.
Die Haltung der franzöſiſchen Außenpolitik wird in dieſem
Augen=
blick nicht von feſten Prinzipien diktiert; man manövriert und
laviert nach allen Regeln einer diplomatiſchen Kunſt, die ſich in
den letzten Jahrhunderten kaum geändert hat. Aber manchmal
werden dieſe Regeln doch mißachtet und falſch angewandt. Die
Situation iſt politiſch und wirtſchaftlich ſo ernſt, die Nerven der
Maſſen durch die fortwährende Unſicherheit ſo abgenutzt, die
nationalen Leidenſchaften ſo aufgepeitſcht, daß dieſes Spiel mehr
als frivol erſcheint. Darum iſt die Forderung nach einer ſchnellen
Entſcheidung mehr als je am Platze.
Vor der Regierungserklärung.
Aufrollung aller akkuellen Fragen der deutſchen Innen= und Aaßenpolikik. — Im Mikkelpunkk der
Kanzlerrede das deutſche Wehrproblem. — Forkgang der Koglikionsverhandlungen.
Parkeiführer=Empfang beim Reichspräfidenken auf Monkag vorverlegk.
Auf des Meſſers Schneide.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Am Montag nachmittag wird der neugewählte Reichstag zum
zweitenmal zuſammentreten. Er hat die Abſicht, die
Regierungs=
erklärung Papens entgegen zu nehmen, Ueber die Erklärung ſelbſt
brauchen im Voraus nicht allzuviel Worte verloren zu werden.
Wir kennen die Einſtellung des Reichskanzlers aus ſeiner Rede in
Münſter. Wir kennen auch die Einzelheiten ſeines
Wirtſchafts=
programms. Ebenſo iſt uns ſein Standpunkt in dem Streit um die
deutſche Gleichberechtigung längſt nicht mehr unbekannt. Seine
Rede wird alle aktuellen Probleme der Gegenwart
umfaſſen. Sie wird ſich auf die Innenpolitik, auf die
Wirt=
ſchafts=, die Handels= und Finanzpolitik beziehen.
Sie wird ebenſo auf die Ereigniſſe in Lauſanne, auf die
Gen=
fer Abrüſtungskonferenz und die daraus reſultierenden
direkten Verhandlungen mit Frankreich eingehen. Herr von Papen
wird übrigens Gelegenheit haben, ſchon am Montag nachmittag
von der Rednertribüne des Reichstages herab den Franzoſen
eine Antwort auf ihre Note geben zu können.
Nach der Regierungserklärung Verkagung
des Reichskags!
Das vorläufige Programm dieſes Tagungsabſchnittes läßt ſich
eigentlich nur bis zum Dienstag überblicken. Nachdem der
Kanz=
ler am Montag geſprochen hat, ſoll es zu einer Vertagung
kommen. Wir zweifeln daran nicht. Würden Nationalſozialiſten
und Zentrum einem unzweifelhaft von Links kommenden Antrag
auf ſofortige Beratung des vorliegenden Materials, alſo auch der
Mißtrauensanträge, zuſtimmen, dann wäre die Situation reſtlos
geklärt. Wahrſcheinlich wird man aber am Montag dem
Prä=
ſidenten Goering die Vollmacht geben, von ſich aus einen neuen
Termin für den Wiederzuſammentritt des Reichstags
anzube=
raumen, weil ſich Zentrum und Nationalſozialiſten nach dem
Empfang der Parteiführer beim Reichspräſidenten, der nunmehr
für Montag nachmittag 5 Uhr vorgeſehen iſt, noch über ihre
wei=
tere Taktik auf Grund der Antwort, die ihnen Hindenburg zu
er=
teilen gedenkt, ſchlüſſig werden müſſen. Iſt die Situation nach dem
Empfang nach der negativen Seite geklärt, dann wird wohl Herr
Goering den Reichstag zum Mittwoch wieder einberufen. Dann
wickeln ſich die Ereigniſſe eben in der Richtung der
Reichstags=
auflöſung ab. Aber ſo weit ſind wir vorläufig noch nicht.
Zenkrum und Rakionalſozialiſten verhandeln
immer noch.
Es ſteht zwar alles auf des Meſſers Schneide. Doch kann es
zu Ueberraſchungen kommen, die eine Reichstagsauflöſung wieder
hinausſchieben. Vom Zentrum ſteht ſchon heute feſt, daß es
jede Möglichkeit willkommen heißen wird, die
ge=
eignet iſt, eine Reichstagsauflöſung zu umgehen.
Die Nationalſozialiſten dagegen laſſen immer
wie=
der verſichern, daß ſie vor Neuwahlen keine Angſt haben.
Sie tun ſogar ſo, als ob ſie an das Zuſtandekommen der Ausſprache
mit Hindenburg bereits Bedingungen knüpfen wollen. Wir halten
es natürlich nicht für ausgeſchloſſen, daß ſie Herrn v. Hindenburg
gegenüber auf die Zuſammenſetzung der Reichsregierung hinweiſen
und die Abhalfterung Papens verlangen werden. Aber zunächſt
verhandeln ſie noch mit dem Zentrum wegen der Ausarbeitung
eines Wirtſchaftsprogramms, das ſie nun ihrerſeits dem
Reichs=
präſidenten vorſchlagen wollen. Darüber haben die Unterhändler
beider Parteien auch am Samstag verhandelt.
Parkeiführer=Empfang ſchon am Monkag
Vorlegung eines Wirtſchaftsprogramms
durch Nakionalſozialiſten und Zenkrum.
Berlin, 10. Septemper.
Reichstagspräſident Goering hatte bekanntlich bei dem
Emp=
fang des Reichstagspräſidiums durch den Reichspräſidenten dieſen
gebeten, daß eine Unterredung zwiſchen dem Herrn
Reichspräſi=
denten und Vertretern der NSDAP., des Zentrums und der
Bayeriſchen Volkspartei ſtattfinden möchte. Damit hatte ſich der
Reichspräſident einverſtanden erklärt und die Unterredung auf
Dienstag anberaumt. Am Samstag hat nun Reichstagspräſident
Goering den Reichspräſidenten erſucht, die für den Dienstag in
Ausſicht geſtellte Unterredung ſchon am Montag ſtattfinden zu
laſſen. Auch hierzu hat Reichspräſident von Hindenburg ſein
Ein=
verſtändnis erklärt. Der Empfang der Parteiführer beim
Reichs=
präſidenten iſt auf Montag, 5 Uhr nachmittags, feſtgeſetzt worden.
* Bei dieſer Gelegenheit wollen Zentrum und
National=
ſozialiſten dem Reichspräſidenten ihr Programm vorlegen. Man
kann nicht annehmen, daß das Programm auf alle Teile der
Not=
verordnung zugeſchnitten iſt. Man wird vielmehr auf größere
Richtlinien abkommen und feſt umriſſene Vorſchläge machen. Wenn
nun aber mindeſtens die Nationalſozialiſten annehmen, daß Herr
von Hindenburg ſofort ja oder nein ſagen wird, dann gibt man
ſich auf dieſer Seite mindeſtens einer ſtarken Täuſchung hin. Der
Reichspräſident iſt ebenſo wenig wie der Kanzler dazu imſtande,
in einer ein= bis zweiſtündigen Beſprechung das Programm der
beiden Parteien in allen ſeinen Auswirkungen zu überſehen und
ſofort ſeine Meinung zu bilden. Er wird vielmehr den
Partei=
führern auseinanderſetzen, daß er dieſes Programm erſt einmal
prüfen laſſen muß. Auch wird er zu erkennen geben, daß er
ſei=
nem Kanzler empfehlen wird, die an ihn herangetragenen
Ge=
dankengänge, ſoweit ſie wichtig ſind, zu übernehmen. Mehr wird
er vermutlich ſachlich, nicht zugeſtehen. Die Prüfung der
Vor=
ſchläge der Nationalſozialiſten und des Zentrums bedingt aber
nach Auffaſſung der Regierung, daß ihr eine gewiſſe Zeit
gege=
ben werden muß. Lehnen das die Nationalſozialiſten
ab und verlangen ſie gar in ultimativer Form eine befriſtete
Antwort, dann beſiegeln ſie das Schickſal des
Reichs=
tags. Laſſen ſie ſich aber darauf ein, daß ihr Programm einer
ein= bis zweiwöchigen Prüfung unterzogen wird, ſo bedeutet das
praktiſch, da es dann zu weiteren Verhandlungen mit den
Sach=
verſtändigen der Regierung über ſozialpolitiſche Fragen kommen
wird, eigentlich eine vorläufige Tolerierung des Kabinetts
Papen. Ob ſich die Nationalſozialiſten auf Grund ihrer
bisheri=
gen Haltung darauf einlaſſen werden, bleibt abzuwarten. Sie
allein haben darüber zu beſtimmen, was weiter
werden ſoll. Von ihrer Haltung hängt es ab, ob
der Reichstag am Leben bleibt oder ob im
Reichs=
tagsplenum der Kampf gegen das Kabinett
Pa=
pen ſteigt und damit dem Reichspräſidenten die
Feder zur Unterzeichnung des
Auflöſungs=
dekrets in die Hand gedrückt wird.
Eine Erklärung Schleichers zur Innenpolikik.
Amtlich wird bekanntgegeben: Entgegen anderslautenden
Gerüchten, die zurzeit umlaufen, teilt Reichswehrminiſter von
Schleicher mit, daß er nicht bereit iſt, zu einer Verfälfchung des
Gedankens einer unabhängigen Präſidialregierung durch ein
tatſächlich von den Parteien gebildetes Kabinett die Hand zu
bieten. Er betonte, daß er es als eine Untreue gegenüber dem
Herrn Reichspräſidenten anſehen würde, wenn er irgendetwas
tun würde, das den Beſtand des jetzigen Kabinetts gefährden
künne.
* Der Tannenberg=Film.
Der Film „Tannenberg” wurde am Donnerstag, den 8.
Sep=
tember, der Filmprüfſtelle Berlin zur Begutachtung vorgeführt
und in der vorliegenden Faſſung für ganz Deutſchland, auch für
Jugendliche, freigegeben. In der dokumentariſchen Geſtaltung
dieſes Films wird Hindenburg als Lenker der Schlacht bei
Tan=
nenberg gewürdigt.
Viele Kriegsfilme ſind gedreht worden; ſie waren
perſön=
lich und doch unperſönlich, denn immer waren es Geſchehniſſe,
die alle Männer aller Nationen im Feld erlebten. — Um ſo
mehr iſt es zu begrüßen, daß ein Stoff wie „Tannenberg”
ver=
filmt wurde. Hier geht es den Deutſchen und nur den Deutſchen
an, gleich, welcher Partei er angehört. — In Augenblicken
ſol=
chen Bewußtſeins fühlen wir, daß alle Gegenſätze durch die
ge=
meinſame Liebe zum Vaterland überbrückbar ſind, und gerade
hierin fällt dem Film eine wichtige Aufgabe zu, nämlich durch
unverfälſchte Geſchichte das Bewußtſein überparteilicher
Zu=
ſammengehörigkeit zu wecken.
Was dieſen Tannenberg=Film ſo wertvoll macht, iſt ſeine
völlig reine Sachlichkeit. Eine ſaubere, ernſte Arbeit! Ein
leben=
dig gewordener Tatſachenbericht aus dem großen inhaltsſchweren
Buch der Geſchichte.
Ein Kriegsfilm! Gewiß! Und doch unendlich mehr als das.
Ein lebendig gewordenes im Guten wie im Böſen
erſchüttern=
des Stück Geſchichte. Ein Kampf um die Befreiung heiligen
deutſchen Bodens von einem nie erlebten Ausmaß. — Sauber
und anſtändig in der Geſinnung. Man läßt den Ruſſen
Ge=
rechtigkeit widerfahren. In keiner Szene der Ernſt der
Geſamt=
darſtellung irgendwie durch verweichlichende Handlung verkitſcht.
Gänzlich unromantiſch und gerade dadurch von ſtärkſter
dramatiſcher Wucht. —
Knapp und zurückhaltend bis zur äußerſten Grenze in der
sprache. Techniſch meiſterhaft in den Kampfausſchnitt=
Bild=
ſzenen.
Der Tannenbergfilm iſt mehr als ſeine Vorgänger ein
deutſcher Film, denn er ſchildert die Befreiung deutſcher
Heimaterde von fremder Beſetzung. Die deutſchen Behörden in
Oſtpreußen hatten die Räumung großer Bezirke verordnen
müſſen, weil die Heeresleitung zunächſt nur ſchwache deutſche
Truppen dem gewaltigen Einbruch der Ruſſen entgegenſtellen
*) Zur Aufführung im U. T. Darmſtadt.
konnte. Als Hindenburg und Ludendorff am 22. Auguſt nach
Oſtpreußen beordert wurden, ſtanden 800 000 Ruſſen mit 1700
Geſchützen den 210 000 deutſchen Soldaten mit 600 Geſchützen
gegenüber. Kaum zehn Tage ſpäter, nach der Schlacht von
Tan=
nenberg, waren 150 000 Ruſſen gefallen, 93 000 gefangen und
der Reſt befand ſich auf dem Rückzug. Die erſte (Njemen=)
Armee Rennenkampf hatte kein beſſeres Geſchick als die zweite
(Narew=) Armee Samſonows: ſie wurde vom 5. bis 15.
Septem=
ber in der Schlacht an den Maſuriſchen Seen vernichtend
ge=
ſchlagen, und damit war Oſtpreußens Befreiung — die ein paar
Wochen zuvor niemand mehr zu hoffen wagte — vollſtändig
ge=
glückt.
Dem heute lebenden Geſchlecht, insbeſondere unſerer
taten=
luſtigen Jugend, im Tonfilm dieſes gewaltige geſchichtliche
Ereignis nahe zu bringen, unternahmen der Schriftſteller und
Major Paul Oskar Höcker, der im Kriege die Liller
Kriegs=
zeitung leitete, der Regiſſeur Heinz Paul, der ſelbſt früher
Offi=
zier war und den ganzen Weltkrieg mitgemacht hat, und der
Major a. D. Georg von Viehbahn. Im Vordergrund der
Spiel=
handlung ſtehen Käthe Haack und Hans Stüwe, die das
Ehepaar von Arndt auf Rittergut Arndtshof darſtellen, das
nicht nur im Mittelpunkte des Bewegungskrieges liegt, ſondern
durch die Einquartierung des ruſſiſchen Stabes des Generals
Mingin beſonders gefährdet wird, als Hindenburgs Truppen
vorgehen. Mit dem Tode des Rittmeiſters von Arndt, der die
Liebe zur heimatlichen Scholle mit dem Leben bezahlt, und mit
dem Siege Hindenburgs und der Gefangennahme von 93000
Ruſſen endet der Film.
Heinz Pauls Regie iſt eine Meiſterleiſtung. Hindenburg in
ſo wundervoll zurückhaltender und doch beſtimmender Weiſe
gerade in ſeiner Tannenberg=Großtat ſo lebendig der
Ge=
ſchichte erhalten zu haben, iſt ein beſonderes Verdienſt des
deur=
ſchen Films. Es ſoll ihm gedankt ſein.
— „Die Madonna mit der Armbanduhr” Neue Novellen von
Karl Hans Strobl. Verlag „Das Bergland=Buch‟. Deutſche
Vereins=Druckerei A.G. Graz. Ganzleinenband 2,85 RM. — Karl
Hans Strobl iſt als vielſeitiger Schriftſteller bekannt. Kein
Stoff=
gebiet beinahe, das er nicht bearbeitet, keine Seite menſchlichen
Lebens, die er nicht bereits in ſeinen zahlreichen Werken
darge=
ſtellt hätte. Und doch iſt ſeine Schaffenskraft, ſeine
Erfindungs=
gabe, ſein reiches Erzählertalent noch keineswegs erſchöpft. Das
zeigen dieſe neuen Novellen, die aus allen Teilen der Welt, aus
Vergangenheit und Gegenwart zuſammengetragen ſind, und die
vielfach das Daſein mit köſtlichem Humor übergolden.
Seite 4 — Nr. 253
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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des Nürnberger und fränk. Hausbeſitzes, des
wirte=Gewerbes, des ſelbſtändigen Handwert!
Gewerbes wie überhaupt des geſamten Mittelſ.A
Die wöchentlich erſcheinenden Beilagen „Nürn)
Hausbeſitzer=Zeitung”, „Fränk. Gaſtwirte 3e-
und „Süddeutſche Mittelſtands=Zeitung” Al
ſich an Hand ihrer wertvollen redaktionellen A
größter Beachtung, ſtets ſteigender Beliebthe?
ſtempeln die „Nürnberger Bürger=Zeitnn.”
größten deutſchen Mittelſtandszeitung im
der Wirtſchaftspartei.
Das geſteigerte Intereſſe überträgt ſich natit.
auch auf den Anzeigenteil, ſo daß Anzeigen 9."
Verlangen Sie unverbindlich Probenummern !."
fallend guten Erfolgen begleitet ſind. vvfen
angebot, wir ſtehen Ihnen hiermit gerne 34
D
[ ← ][ ][ → ]gtasg, 11. September 1932
Aus der Landeshauptſtadk.
Darmſtadt, den 11. September 1932.
Dahlien.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
roße Dahlienſchau, die von der Gärtnerei Hermann
i ihrem Betrieb Erbacherſtraße ſeit Jahren mit
ſteigen=
ſogg veranſtaltet wird, rechtfertigt eine Würdigung über
qhüftlich” begründeten Rahmen hinaus.
jer gezeigt wird, ſind blumenzüchteriſche Leiſtungen und
bei denen das wirtſchaftliche Moment doch ſtark hinter
Schönheit, Kunſt in der Natur und Liebhaberei
t beſonders erfreulich, daß eine ganze Reihe rein deut=
„iAtungen erzielt werden, die den amerikaniſchen nicht nur
„uanen, ſie vielleicht gar an Schönheit übertreffen.
z über tauſend verſchiedene Arten von Dahlien geben.
) ſind hier ausgeſtellt. Sie variieren in der Größe, in
„uſchöpflichen Reichtum des Farbenſpiels, in der Form der
zeyu=ter und Blumenformung. Wohl kaum eine Blume kennt
engſichtum der Varianten.
Auchs die ſchönſte iſt? Das iſt ſehr ſchwer zu ſagen. Von der
ue kleinen mit ganz ebenmäßig geformten
Blütenröhren=
huusgeſtatteten Pampenblume bis zur ſtrahlenden
Schön=
großer voller Blüten iſt alles vertreten. Vielfältig
i und Farbe ſind ihre Namen. Wenn wir verſuchen, einige
ſchöne und intereſſante hervorzuheben, ſo ſoll damit
jenzWerturteil gegeben ſein.
Zuen ſchönſten deutſchen Züchtungen möchte ich neben
chilz= vie große lachsroſa gefärbte „Neroberg” zählen. Ohne
gmit ſeri zu wollen, daß andere weniger ſchön ſind. Wie etwa
gw ſchwefelgelbe, zart getönte „Frau Oberbürgermeiſter
rach koder die ſchneeweiße „Ave Maria”, oder etwa die
ent=
enxgſtntfarbige „Faſchingsfee”, oder die dunkelrote „
Linden=
r!ch die eigenartige, im Volksmunde wegen ihrer
Blatt=
ter ion „Hirſchgeweih” genannte, wird viele Freunde finden,
thuben die unzähligen, mit ſtolzen Namen ihres
Heimat=
ſuemformen ſind darunter, die von Seeroſen nicht zu
unter=
ind, und als „Macdonald” erſcheint eine wundervoll
elunote Blüte in ſtolzer Pracht, der nur noch die gleich große
geleh ſtrahlend gefärbte „Elite Glory” ſich zur Seite ſtellen
Ah die „Königstiger” iſt wundervoll in ihrer ſcharf
ge=
raZweifarbigkeit. Und „Zebra” trägt ihren Namen ebenſo
wie die entzückende „Küſſe mich!” Sie iſt wirklich zum
eine ſehr geringe iſt, werden die Eltern herzlich gebeten,
tiver, die das 12. Lebensjahr überſchritten haben, auf dieſe
uſitrng empfehlend hinzuweiſen. Näheres ſiehe in der
Don=
tes Zeitung.
uton Hartmann beginnt mit dem Herbſtkurſus „Zeichnen
Aiken” am 12. und 15. September, 16 Uhr, im Saal 427 der
echn. hch ſchule. (Siehe Anzeige.)
Eiefkaſtenleerung. Zur Anpaſſung an den ſtändig
zurück=
entraBriefverkehr fällt von Montag dem 12. September ab,
u45 Uhr beginnende und 11.15 Uhr endende Leerung der
zniefkaſten weg. In der Leerung der Briefkaſten zu den
gem ſeiten tritt eine Aenderung nicht ein.
Heſſiſches Landestheater.
Ainden=Blumentag. Es ſei noch einmal auf den heutigen
ng, für die heſſiſchen Blinden hingewieſen. Da die Be=
Großes. Haus
jionntan
September
19—22.15 Uhr. B 1. In neuer Einſtudierung
und Inſzenierung: Der Roſenkavalier.
Preiſe 0.70—5 70 Mark.
19.30—22.30 Uhr. A 1. Zum erſten Male:
ſiens rag
„September Juarez und Maximilian. Preiſe 0.50—4.50 Mk.
19.30—22 30 Uhr. C 1. Zum erſten Male wiederh.
inJonnerr g.
145eptember Juarez und Maximilian. Preiſe 0.,50—4,50Mk.
Eröffnung der Spielzeit 1932/33.
AFFröffnungsvorſtellung der Spielzeit 1932/33 wird heute
ſbend= Uhr im Großen Haus in neuer Einſtudierung und In=
Meee geniermn Richard Strauß „Roſenkavalier” (Text von
ſoffmisthal) gegeben. Die muſikaliſche Leitung hat Dr. Hans
nnen un Fichmicttiſſerſtedt. Inſzenierung und Bühnenbild: Hans
Stroh=
ach. 15 den Hauptrollen ſind beſchäftigt die Damen: Erna von
m 9.u0 ZeorgE egina Harre, Fritzi Jokl. Inger Karen. und die Herren:
Aileroth. Johannes Drath, Theo Herrmann Kurt Theo
Mtogchle, Ritzhatg Eugen Vogt, Heinz Schlüter und Karl Walter.
ſeiſiſches Landestheater. Die Generaldirektion macht
m ufnerkſam, daß die 10prozentige Ermäßigung
hupt=, Zuſatz= und Konzertmieten (durch
Legfahl iiner Monatsrate) nur noch heute gewährt werden
. 70, Tageskaſſe und die Abendkaſſe des Großen Hauſes
neh=
en z ſheldungen entgegen.
Vakerzettel 20 Pfg. Die Blätter des Heſſ. Landestheaters
n neuen Spieljahr in gleicher Ausſtattung und in glei=
ang erſcheinen, wie im Vorjahr. Obwohl der bisherige
m 30 Pfg. nach dem Urteil aller Sachverſtändigen im
zu dem Gebotenen ſchon ſehr niedrig war, haben ſich
Arektion und Verlag, zahlreichen Wünſchen aus dem
Pu=
un Lchnung tragend, entſchloſſen, verſuchsweiſe den Preis
zelnen Heftes einſchl. Theaterzettel auf
Piſtzu ermäßigen.
ut Theo Ritzhaupt, Schüler von Fräulein Math. Weber,
6 Bariton an das Landestheater Darmſtadt verpflichtet.
Felſing-Riege der Turngemeinde 1846.
Die Schönheit des Kunſtturnens im Schauturnen.
Die Felſing=Riege der Turngemeinde 1846 Darmſtadt zeigt am
17. September im großen Saal der Woogsplatz=Turnhalle ein
Kunſtturnen in neueſter Aufmachung.
Um dieſe hohe Kunſt des Geräteturnens in voller Höhe
vör=
führen zu können, hat die Felſing=Riege die drei größten und
leiſtungsfähigſten Vereine des Mittelrheinkreiſes, nämlich die
Turngemeinde Eintracht, Frankfurt a. M., die Turnerſchaft
Wies=
baden und den Mainzer Turnverein von 1817, dazu eingeladen.
Dieſe Vereine waren mit Freuden bereit, ihre erſte Turnriege zur
Verfügung zu ſtellen. Da nun die Schönheit des Kunſtturnens im
Schauturnen noch mehr zur Geltung kommt, ſehen wir von einem
eigentlichen Wettkampf ab. Der einzelne Turner hat hierbei
keiner=
lei Hemmungen zu überwinden, die eben allein im Punktekampf
begründet ſind. Er kann frei ſchaffen und ſein ganzes Können
un=
eingeſchränkt zur Geltung bringen. Trunken wird das Auge des
Zuſchauers ob der Schönheit der meiſterlichen Uebungen, und man
ſpürt den überwältigenden Zauber, der vom Turnen an den
Ge=
räten ausgeht. Dieſes Kunſtturner=Schauturnen wird für dieſes
Jahr in Darmſtadts Mauern ein beſonderes Ereignis geben,
zu=
dem die Geräte Reck, Barren, Pferd und Ringe immer Elemente
des Kunſtturnens ſein werden. Die ſchöpferiſche Tätigkeit kann ſich
hier voll auswirken und gerade gegenwärtig hat das
Geräte=
turnen einen Hochſtand zu verzeichnen, wie es zu erreichen eben
nur dadurch möglich war, daß allezeit Sinner der Turnkunſt am
Werke waren, eine reiche Formenwelt zu ſchaffen.
Dadurch, daß nun die einzelnen Riegen ihre Spezialgeräte
turnen, iſt Gewähr gegeben, nur erſtklaſſige Leiſtungen zu ſehen,
zudem die Frankfurter unter Beteiligung von Winter
Pfei=
fer uſw. ganz beſonders auf der Höhe ſind. Hier wird Ernſt
Winter, der ja auch als Mitglied der Deutſchland=Riege in der
Schweiz mitturnte, und bei ſeiner Reckübung eine beſondere
Be=
lobigung erzielte (Abgang Doppelſalto), auffallen. Aber auch
Wiesbaden und Mainz werden mit ihren vorzüglichen
Spitzen=
turnern angenehm verblüffen. Es turnen Frankfurt Hochreck,
Wiesbaden Barren, Mainz Pferd und unſere erſte Riege
Schaukel=
ringe.
Das Kunſtturner=Schauturnen wird durch ein Bühnenſpiel,
das mit dem Gründer der Turngemeinde Darmſtadt,
zuſammen=
hängt. eröffnet. Es war dies Felſing, der Stifter der vier F. Neben
dem Geräteturnen bringt die erſte Riege der Turngemeinde 1846
noch eine Reihe wunderbarer Glanzleiſtungen.
Ganz neu und eigenartig ſind die lebenden Bilder an
hän=
genden Seilen. Schulung des perſönlichen Mutes und Wecken des
Schönheitsgefühls, ſind die erzieheriſchen Werte dieſer Gruppen
Harmoniſches Zuſammenarbeiten von Körper und Geiſt wird der
Bewegungschor „Kampf” zeigen. Neuartig wird auch die „Wurf=
und Bewegungsplaſtik” ſein. Dieſe wird mit zwingender Kraft
beweiſen, daß nur Natürlichkeit in der Schule des Kunſtturners
Geltung hat. Unter dem Namen „Spielende Körper” werden wir
Geſellſchaftsübungen in weiter ausgebauter Vollkommenheit ſehen.
Aehnliches wurde ſchon öfters von uns gezeigt. Da wir aber gerade
hier hervorragende Talente beſitzen, werden wir auf dieſem Gebiet
beſonders Schönes und Wertvolles hervorbringen. Als Einlage
bringen unſere Turnerinnen einen Flammentanz in Geſtalt eines
Bewegungschores.
Sämtliche Darbietungen werden vom Stadtorcheſter unter
ver=
ſönlicher Leitung von Herrn Muſikmeiſter W. Schlupp begleitet.
Da die Preiſe der wirtſchaftlichen Notlage wirklich angepaßt
ſind, wollen ſich die Turnfreunde rechtzeitig mit Karten, die in
unſerem Turnhaus zu haben ſind, verſehen.
B. M. W. Vollschwingachswagen
B. M. W. — D. K. W. Motorräder
Steuerfrei bis 750 ccm, jede Type anzusehen. (12436b
Ausstellung Grafenstr.
J. Donges & Wiest. Ecke Elisabethenstraße
Kraftpoſt Darmſtadk-Jugenheim-Bensheim.
Wegen Inſtandſetzung der alten Bergſtraße zwiſchen
Eber=
ſtadt und Seeheim werden die Kraftpoſten Darmſtadt-Jugenheim
—Bensheim über die neue Bergſtraße geführt. Für den Ort
Mal=
chen iſt eine Erſatzhalteſtelle an der neuen Bergſtraße, nördlich der
Unfallmeldeſtelle des ADAC., eingerichtet. Die Abfahrt— und
An=
kunftzeiten in Seeheim ſind etwa 10 Minuten früher bzw. ſpäter
gelegt. Für Darmſtadt und Jugenheim bleiben die im Fahrplan
angegebenen Zeiten beſtehen. Immerhin iſt aber ab und zu mit
Verſpätungen zu rechnen. Ueber Einzelheiten geben die
Kraft=
wagenführer und die Poſtämter Jugenheim und Seeheim
Aus=
kunft.
— Adolf Bode, Offenbach. Am Sonntag den 11., vormittags
11.45 Uhr, wird in der Bücherſtube Alfred Bodenheimer die ſchon
an dieſer Stelle angekündigte Ausſtellung des Offenbacher
Ma=
lers Adolf Bode (Mitglied der Darmſtädter Gruppe) und Träger
des diesjährigen Georg=Büchner=Preiſes, eröffnet. Die
Ausſtel=
lung hat ihren beſonderen Reiz darin, als von dem künſtleriſchen
Schaffen Bodes in ihren einzelnen Etappen eine beſondere
Aus=
leſe getroffen iſt, aus der die raſche Entwicklung dieſes jungen
Offenbacher Malers klar zu leſen iſt. Bode wird zur Eröffnung
ſelbſt einiges über ſeine Bilder ſprechen.
Mozart=Verein. Der Mozart=Chor nimmt am Mittwoch
ſeine Proben wieder auf (ſiehe Anzeige). Sie ſtehen unter der
bewährten Leitung von Kapellmeiſter Fr. Rehbock. Die Arbeit
gilt den künſtleriſchen Vorbereitungen des 90. Stiftungsfeſtes. Der
Verein, der auch geſellſchaftlich Uberraſchendes bietet, erwartet
von ſeinen Gönnern und Freunden, daß ſie auch in ſchwerer Zeit
ihrem alten „Mozart” die Treue bewahren. Stimmbegabte,
muſika=
liſche Herren werden freundlichſt eingeladen, ſich dem anerkannten
Chor anzuſchließen. Anmeldungen in der Chorprobe oder bei dem
Vorſitzenden, Profeſſor Dr. Köſer,
— „Alt=Darmſtadt”, Verein für Ortsgeſchichte und
Heimat=
kunde. Der nächſte Vereinsabend iſt Donnerstag, abends
8,30 Uhr, im Fürſtenſaal, Grafenſtraße. Vortrag von Herrn
Ober=
ſchulrat Ritſert über: „Gemeinden, Kirchen und Friedhöfe
aller Bekenntniſſe in Darmſtadt und Beſſungen‟. Der Vortrag
bietet ſicher einen wertvollen Beitrag zu unſerer Stadtgeſchichte,
Gäſte ſind durch Mitglieder einzuführen.
Nr. 253 — Seite 5
Im Heag=Großkrafkwagen 14 Tage Oberikalien
und Rom.
Die Heag=Fernfahrten im modernen Großkraftwagen haben
ſich weit und breit eingebürgert, und jeder, der eine
Auslands=
fahrt mitgemacht hat, ſpricht heute noch begeiſtert von den
ge=
waltigen Eindrucken, die der Reiſeteilnehmer mit nach Hauſe
ge=
bracht hat. Nicht nur von Darmſtadt allein kommen die
Teil=
nehmer, ſondern auch aus der Umgebung. Von Mainz, Wiesbaden,
Worms, Heidelberg, Frankfurt und Aſchaffenburg kamen
Inter=
eſſenten herbei, um ſich an den Reiſen der Sonderfahrten=
Abtei=
lung der Heſſ. Eiſenbahn=A. G. zu beteiligen. Vor knapp 3 Tagen
wurde die dritte Venedig=Fahrt beendet. Begeiſtert kamen die
Teilnehmer zurück und von vielen konnten man nur hören,, wir
ſehen uns im kommenden Jahre wieder. Nach jeder Fahrt findet
ein Bilderaustauſchabend ſtatt, der noch einmal alle Teilnehmer
zu einer gemütlichen Stunde zuſammen vereint, um an dieſem
Bilderabend die Annehmlichkeiten und die einzelnen gewonnenen
Eindrücke nochmals gegenſeitig auszutauſchen. Die Teilnehmer der
letzten Venedig=Reiſe finden ſich am Sonntag, den 18. September,
abends 8 Uhr im Nebenraum des Reſtaurant Heß (Hannibal) zum
Bilderaustauſch=Abend ein.
Und wann beginnen die nächſten Veranſtaltungen?
Vom Sonntag, den 25. September, bis einſchließlich Samstag,
den 8. Oktober, führt wiederum der Weg nach der Ferne, aber
eine neue Strecke durch den herrlichen Schwarzwald über
Stutt=
gart nach Schaffhauſen mit ſeinem Rheinfall, durch die Schweiz
mit Vierwaldſtätterſee, St. Gotthard, Lugano, Mailand, und wer
möchte nicht die kommenden Tage an der blauen Riviera
miter=
leben? Rapollo und Spezia werden gewaltige Eindrücke auf das
Auge des Reiſenden machen, und der kommende Tag Rom. Mehr
hierüber zu ſagen, wollen wir jedem einzelnen Teilnehmer ſelbſt
überlaſſen. Auf beſonderen Wunſch kann evtl. die Reiſe auch noch
um einen Tag verlängert werden, wenn dieſe Wünſche innerhalb
der Reiſegeſellſchaft laut werden. Die Rückreiſe führt nach dem
herrlichen Gardaſee weiter nach Bozen, ein Abſtecher zur
Trauben=
leſe nach Meran über den kühnen Jauffenpaß zurück nach
Inns=
bruck. Dies alles wird in 14 Tagen das Ziel der Heag=Reiſe ſein.
Auskunft, Proſpekte über die Fahrt ſelbſt, erteilt der
Reiſe=
leiter bei der Heſſ. Eiſenbahn A.G. im Heaghaus Zimmer 6,
täg=
lich von 10 bis 12 Uhr vormittags und 3 bis 5 Uhr nachmittags.
Die Deutſche Reichspoſt in Arbeitsgemeinſchaft mit dem
Verkehrsverein Darmſtadt als Vertreter des Mitteleuropäiſchen
Reiſebüros beabſichtigt, in der kommenden Woche folgende
Aus=
flugsfahrten auszuführen: Am Mittwoch, 14. September, eine
Nachmittagsfahrt über Eltville. Erbach, nach Schloß
Johan=
nisberg (von der Schloßterraſſe wundervoller Rundblick). Nach
kurzem Aufenthalt weiter nach dem in der Nähe gelegenen
Schloß Hanſenberg. Am Donnerstag. 15. September,
auf vielſeitigen Wunſch abermalige Wiederholung der Fahrt nach
Rohrbrunn, dem „Wirtshaus im Speſſart”. Am Sonntag,
18. September, eine prachtvolle Tagesfahrt durch wundervolles,
ſtilles Waldgebirge in das Herz des Speſſarts. Sie führt zunächſt
über Offenbach, Hanau. Gelnhauſen, nach Bad Orb. Nach
aus=
reichendem Aufenthalt daſelbſt Weiterfahrt über Wegſcheide,
Hin=
denburgweg. Weiler, Villbach, Flörsbacher Höhe Flörsbach,
Kempfenbrunn. Frammersbach, Partenſtein nach Lohr (
Mit=
tagspauſe). Weiterfahrt über Bodenbach, Neuſtadt, Rothenfels,
Hafenlohr, Windheim nach Lichtenau (Kaffeepauſe). Viel
be=
ſuchte Sommerfriſche. Weiter über Weibersbrunn. Heſſenthal
(Abſtecher nach Meſpelbrunn, dem Märchenſchloß im Speſſart),
nach Aſchaffenburg (Aufenthalt). Rückfahrt über
Baben=
hauſen. Dieburg. Die Deutſche Reichspoſt macht gleichzeitig auf
die für die Herbſtferien ſorgfältig zuſammengeſtellten.
mehrtägi=
gen Ausflugsfahrten aufmerkſam. Vormerkungen hierzu und
Aus=
kunft Reiſebüro Luiſenplatz 4, Fernruf 221. (Siehe heutige
An=
zeige!)
Gas=Vortrag. Einfach und mühelos geſtaltet ſich das
Ein=
kochen von Gemüſe und Obſt. wenn man im Beſitze eines
Gas=
backofens iſt. Mit Beginn der Einmachzeit beſchäftigt ſich die
Hausfrau mit der Frage, auf welche Art und Weiſe das
Ein=
kochen vorzunehmen iſt, da die Einkochmethoden ſehr
verſchieden=
artig ſind. Heute werden die Gläſer im Gasbackofen eingekocht.
Große Arbeitserſparnis, geringe Brennſtoffkoſten und die
Mög=
lichkeit, in einem Kochvorgang zwei bis dreimal ſoviel Gläſer
fertigzuſtellen als in einem Einkochapparat, ſind Vorteile, die von
jeder Hausfrau ausgenutzt werden ſollten. Im nächſten
Donners=
tag=Vortrag wird das Einkochen an Hand von praktiſchen
Vor=
führungen gezeigt und erläutert. Gleichzeitig werden die
Klein=
warmwaſſerbereiter praktiſch vorgeführt. Dieſer kleine
gasbeheizte Warmwaſſerapparat beliefert den Haushalt, zu jeder
Zeit mit beliebig viel heißem Waſſer. Anſchaffungs= und
Be=
triebskoſten ſind ſehr gering, ſo daß der Apparat in letzter Zeit
eine ſtarke Ausbreitung gefunden hat. Zu dem nächſten Vortrag,
der am Donnerstag, den 15. September 1932, abends 8 Uhr,
ſtatt=
findet, werden ab Montag Eintrittskarten im Ausſtellungsraum
Eliſabethenſtraße 25½ koſtenlos abgegeben. Nach dem Vortrag
wird jede gewünſchte Auskunft erteilt. (Siehe Anzeige.)
— Was bringt die neue Notverordnung? (oder Deutſchland
und die Weltwirtſchaftskriſe). Ueber dieſes überaus hochwichtige
Thema wird der Wirtſchaftspolitiker Herr Direktor Dr. Zeiger
am Mittwoch, den 14. September 1932, im GDA.=Heim,
Schleier=
macherſtr. (Eingang Wieſenſtr.), ſprechen. Herr Dr. Zeiger wird
dieſe Frage vom reinen wirtſchaftspolitiſchen Standpunkt aus
be=
handeln, ſo daß die Gewähr geboten iſt, daß jeder Intereſſent
Auf=
klärung erhalten kann. Die letzte Notverordnung mit ihren
über=
aus ſchwerwiegenden Eingriffen in unſer Wirtſchaftsleben
be=
deutet eine Schickſalsfrage für Deutſchland. Stehen wir am
Wende=
punkt der Wirtſchaftskriſe, oder muß das Volk neue nutzloſe Opfer
bringen, ſo lautet die bange Frage, die an alle herantritt. Aus
dieſem Grunde hat der GDA. dieſen Vortrag an den Beginn ſeiner
Winterarbeit geſtellt. Eingeleitet und geſchloſſen wird der
Vor=
tragsabend durch Geſangsvorträge der Jugendgruppe. Gäſte ſind
willkommen, der Eintritt iſt frei. (Alles nähere in der noch
fol=
genden Anzeige.)
Die ſtädt. Berufsfeuerwehr wurde im Monat Auguſt 1932
16mal alarmiert, und zwar zu 2 Großfeuern, 2 Kleinfeuern.
1 Kaminbrand, einmal zum Heben eines Großtieres, 2
Auto=
unfällen, 4 Verkehrsſtörungen, 1 Waſſerrohrbruch und 3 ſonſtigen
Hilfeleiſtungen. Der Sanitätsdienſt erſtreckte ſich auf 115
Trans=
porte. Die zurückgelegte Fahrtſtrecke betrug 1256 Kilometer. Auf
der Wache Kirchſtraße 13. Fernſprecher Nr. 600 und 3500, wurde
in 5 Fällen erſte Hilfe geleiſtet.
Eingestellt —
und schon gekvennt!
AA T
De lefunken 343 hat natürlich keinen Rückköpplungs-
Dei mehr. Mit drei Ultra-Kreisen trennt er selbsttätig
WDe ndewellen. Er kostet einschl. Röhren für Wechselstrom
DS 8.—. Für Gleichstrom RM 258,—. Dazu gehört der
Tiament-dynamische TElEFUNKEN-Lautsprecher D 80.
Dmalten den TElEFUNKEN 343 auch als Kombinations-
Im Telefunken 343 ist jede Station durch den
Selbst-Trenners scharf getrennt von den andern. Sie
brauchen nur auf der Aufo-Skalg einzustellen, was
Sie hören wollen - dann macht der Telefunken 343
alles weitere von selbst. In
jedem Radiogeschäft können Sie
ihn zwanglos sehen und hören.
Dau rnit eingebautem dynamischem Lautsprecher.
ALLMOINNAEINT
r m A R F 9
c
[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 253
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 11. September:
Der Prälat der Heſſiſchen Landeskirche an den
Präſi=
denken des Knabenerziehungsheims Hähnlein.
Prälat D. Dr. Dr. Diehl hat an den Präſidenten des
Er=
ziehungsheims folgendes Schreiben geſandt:
Dem Knabenerziehungsheim Hähnlein ſpreche ich zum 81.
Jah=
resfeſt die herzlichſten Glückwünſche der Landeskirche aus. Da
das Knabenerziehungsheim Hähnlein nunmehr die einzige bewußt
evangeliſche Erziehungsanſtalt für ſchulpflichtige Knaben in Heſſen
iſt, ſo liegt mir das Schickſal dieſer Anſtalt, deren an Erfolgen
reiche Geſchichte mir wohl vertraut iſt, beſonders am Herzen. Wie
ſchwer heute allerorten in Deutſchland Erziehungsanſtalten bei
dem mangelnden Opferſinn unſerer Zeit, und bei vielfach aus
Mißverſtändnis kommender Gegnerſchaft zu ringen haben, iſt nur
zu bekannt. Viele ſolcher Anſtalten haben daher, gezwungen durch
wirtſchaftliche Not, ihre Pforten ſchließen müſſen. Daß das
Kna=
benerziehungsheim Hähnlein, bisher den Stürmen der Zeit
ge=
trotzt hat und ſich durchringen konnte, iſt für mich ein Gegenſtand
hoher Genugtuung. Wenn dies gelang, ſo iſt dies insbeſondere
neben dem umſichtigen Vorſtand dieſer Stiftung den beiden
vor=
trefflichen Erziehern zu danken, die jetzt 25 Jahre im Dienſte
Ihrer Stiftung ſtehen. Es drängt mich daher, dieſen beiden
Jubi=
laren, Herrn Hausvater Dacke und Herrn Lehrer Tröger, für ihre
vorbildliche und treue Arbeit auf dem ſchwierigen Gebiete der
Fürſorgeerziehung meine beſondere Anerkennung und meine
Glück=
wünſche auszuſprechen.
Ich wäre dankbar, wenn dieſes Schreiben in der
Jahresver=
ſammlung verleſen würde und wünſche der Veranſtaltung einen
geſegneten Verlauf. gez. D. Dr. Dr. Diehl.
Aukounfall Mar Pallenbergs bei Worms.
Ac. Auf der Frankenthaler Chauſſee ereignete ſich geſtern
zwi=
ſchen Bobenheim und Worms ein Autounfall. Der bekannte
Im=
proviſator der deutſchen Bühne, Max Pallenberg, fuhr mit ſeinem
Perſonenwagen von Ludwigshafen nach Frankfurt. Kurz vor den
letzten Häuſern von Worms verlor das Auto ein Rad, wobei ſich
der Wagen zweimal überſchlug. Wie durch ein Wunder wurde
niemand bei dem Unfall verletzt. Der Fordhilfsdienſt mußte den
beſchädigten Wagen abſchleppen, ſo daß Max Pallenberg ſeine
Fahrt nach etwa zwei Stunden nach Frankfurt fortſetzen konnte.
Gellungsdauer der Sommerurlaubskarken
bis 31. 9kkober 1932 verlängert.
Die Reichsbahn hat die Geltungsdauer der
Sommerurlaubs=
karten bis zum 31. Oktober 1932 verlängert. Da bekanntlich die
Rückreiſe früheſtens am 11. Geltungstage erfolgen darf, werden
nur noch bis zum 21. Oktober 1932 Sommerurlaubskarten von
der Reichsbahn ausgegeben. Die verlängerte Geltungsdauer
gilt auch für die nach dem 15. Auguſt bereits gelöſten
Sommer=
urlaubskarten. Mit der Verlängerung der Geltungsdauer ſoll
auch für den Herbſtverkehr eine verbilligte Reiſemöglichkeit
ge=
ſchaffen werden, zumal die Schulferien nunmehr völlig in die
Geltungsdauer der Sommerurlaubskarten fallen.
— Männervereinigung der Petrusgemeinde. Mit der nächſten
Monatsverſammlung, Dienstag, den 13. September, nach der
hoch=
ſommerlichen Pauſe ſoll unſere Arbeit für das bevorſtehende
Win=
terhalbjahr auf religiös=kirchlichem Gebiete wieder beginnen, und
zwar mit einem Thema, das auch für die Kirche und ihre Belange
grundlegende Bedeutung hat, da der Redner, Herr Studienrat
Dr. Grünewald, uns die Gewähr bietet, Stellung zu den
kirch=
lichen Fragen der Gegenwart zu nehmen. Er wird ſprechen über:
„Die europäiſchen Großmächte in Vergangenheit und Gegenwart
in chriſtlicher Beleuchtung”.
Der Sommerfahrplan der Köln=Düſſeldorfer bleibt bis zum
11. d. M. in Kraft. Vom Montag, 12. d. M., ab bringt der
Fahr=
plan verſchiedene, durch die Jahreszeit bedingte Einſchränkungen,
bietet aber noch immer werktags 4 und Sonntags / Abfahrten
von Mainz zu Tal. Nach wie vor ſind die wettergeſchützten
Dampfer von Einheimiſchen und Fremden gut in Anſpruch
ge=
nommen. Die ſtarke Nachfrage nach billigen Ausflügen
veran=
laßt die Köln=Düſſeldorfer, in der nächſten Woche nochmals zwei
beſonders preiswerte Fahrten einzulegen. Am Dienstag, 13.
Sep=
tember, und Freitag, 16. September, fährt deshalb das
Groß=
motorſchiff „Freiherr vom Stein” um 11.15 Uhr die beliebte Tour
nach Niederheimbach (Märchenhain) und Bacharach, und kommt
um 20.30 Uhr wieder nach Mainz zurück. Auskunft und
Fahr=
ſcheine, auch im Vorverkauf, durch die Mainzer Vertretung G. L.
Kayſer, am Halleplatz, Fernſpr. 31 959. (Siehe Anzeige.)
Stimmen aus dem Leſerkreiſe.
(För die Veröffentlſchungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaltion keinerlei Ven
antwortung; für ſie bleibt auf Grund des 9 21 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantworlich.) — Einſendungen, die nicht verwendet werden, können nicht
zurückgeſandt, die Ablehnung aicht begründet werden.
Jede Jahreszeit hat ihre beſondere Vergnügung. Mit dem
herannahenden Herbſt und der kühleren Witterung ſcheint eine
Unſitte wieder in zunehmendem Maße um ſich zu greifen, die ſich
ſchon zu einem öffentlichen Unfug ausgewachſen hat. Es ſind dies
die in der Kinderwelt ſo beliebten ſogenannten „Roller” Ohne
Berückſichtigung der Schmalheit einzelner Fußſteige jagen da die
Kinder — namentlich wenn ſie aus der Schule kommen,
um=
ſchwärmt von einer lärmenden Schar Altersgenoſſen — rückſichtslos
auf ihrem ſchwer lenkbaren Roller in das vielleicht auf die
elektriſche Bahn wartende Publikum hinein und bringen dadurch
namentlich ältere Leute, die nicht raſch genug ausweichen können,
in die Gefahr des Hinſtürzens. Eltern und Lehrer ſollten ihre
Kinder dementſprechend belehren und den Gebrauch des Rollers
zum mindeſten auf den Straßen mit ſtärkerem Verkehr verbieten.
Aber auch die Schutzpolizei ſollte auf dieſen öffentlichen Unfug
ein wachſames Auge haben.
Briefkaſten.
Abonnent, hier. In 2 Jahren verjähren die Anſprüche der
Rechtsanwälte gegen ihre Auftraggeber auf Zahlung von
Gebühren und Auslagen. Hier aber werden Koſten gefordert,
die auf Grund eines vollſtreckbaren Vergleichs übernommen
wur=
den, der einem rechtskräftigen Urteile geſetzlich gleichgeſtellt iſt,
und wobei nur die dreißigjährige Verjährung in Frage kommt.
Wenn bezüglich der Höhe der geforderten Koſten Zweifel
auf=
kommen ſollten, müßten letztere vom Gericht feſtgeſetzt werden.
Kriminaliſtiſche Fachfragen.
Zur Tagung der Inkernakionalen Kriminaliſtiſchen Vereinigung in Frankfurk a. M.
25. Tagung der deukſchen Landesgruppe
0e9 Ju.b.
Von Oberlandesgerichtsrat Dr. Mayer.
Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
* Palaſt=Lichtſpiele
bringt einen wirklich ausgezeichneten pointereichen
Luſtſpielſchla=
ger, der, abgeſehen von ſeinem trockenen Humor, ſchon dadurch ſo
wirkungsvoll geworden iſt, weil er ſich ganz auf die Eigenheiten
iner geruhſamen Vorkriegszeit einſtellt und eine nette Perſiflage
ohne Schärfen auf Zeitverhältniſſe etwa des Jahres 1910
dar=
ſtellt. Das iſt eine ganz tolle Sache. „Der Stolz der 3.
Kom=
pagnie” und vor allem dieſer Heinz Rühmann als
Mus=
ketier Dieſtelbeck, der die unmöglichſten Militärgrotesken möglich
macht. Der Film iſt eine Kette von witzigen Einfällen, eine
hei=
ter liebenswürdige Verulkung aller ernſten „
Militärhandlun=
gen” auf dem Kaſernenhofe bis einſchließlich zum Empfang des
zukkünftigen Landesherrn. Er wird getragen durch eine ganze
Reihe namhafter Filmkünſtler die das Minenſpiel glänzend
be=
herrſchen. Mehrere gute Beifilme runden ein ſehenswertes
Film=
programm ab.
Helia.
* Der MutzumGlück iſt zweifellos ein ſehr guter
ameri=
kaniſcher Unterweltfilm, aber eben für deutſche Verhältniſſe zu
amerikaniſch. D. h., die Handlung iſt ſprunghaft
auseinanderge=
zogen und zu theatraliſch forciert. Dabei ſtört die
Sprachüber=
ſetzung ins Deutſche. Trotz der tonlich ausgezeichneten Wiedergabe
ſprechen die Perſonen viel zu ſchnell (ganz davon abgeſehen, daß
die Wortformung mit der Mundſtellung der ſpielenden Perſonen
nicht übereinſtimmt), und vieles wird unverſtändlich — nicht aber
der Film ſelbſt. Er iſt in ſeiner Zuſammenſtellung ein regieliches
Meiſterwerk und von Anfang bis Ende ſpannend. Beſonders gut
getroffen und in der Entwicklung menſchlich geradezu ergreifend iſt
die Gerichtsſzene und die Verteidigungsrede eines Väters, der
ſeine Schuld eingeſehen hat und ſeinem Kind zum Glück verhilft.
Intereſſant iſt das New Yorker Unterweltleben, in dem Gangſters
und Alkoholſchmuggler eine große Rolle ſpielen
Als überragende Filmſchauſpielerin zeigt ſich die bildſchöne
Norma Shearer, die die ſchwierige Rolle mit
bewundernswer=
ter Kunſt durchführt und ſich in allen Geſellſchaftsſphären und
Situ=
ationen, in die ſie gerät, glaubhaft zurechtfindet. Eine Reihe
aus=
gezeichneter Partner, vor allem Lionel Barrymore als Vater
und Cl. Gable als Verbrecher wirkten in dieſem deutſchſprachigen
amerikaniſchen Tonfilm mit, der in Erſtaufführung im Helia
läuft. — Ein ſehr reichhaltiges Beiprogramm und die neueſte
Ton=
woche geht dem Hauptfilm voraus.
Der Schleſier=Verein e. V. hält heute abend ab 20,30 Uhr
bei Sitte, Karlsſtr. 15, ſeinen Vereinsabend ab. Die Teilnehmer
an der Tagung des Reichsbundes der Schleſier werden über ihre
Eindrücke in Liegnitz und der Heimat überhaupt berichten.
— Sonderautobusfahrten der Heſſ. Autobus=Verkehrs=
Geſell=
ſchaft Darmſtadt, Rheinſtraße 5, werden auch in der kommenden
Woche ausgeführt. Am Montag zur Kuralpe, Spaziergang zum
Felſenmeer, Einkehr in Balkhauſen zur Kirchweih. Am Dienstag
zum größten Wein= und Wurſtmarkt in Dürkheim. Die große
Schwarzwald= und Bodenſeereiſe findet wegen genügender
Betei=
ligung beſtimmt am Dienstag ſtatt. Außerdem eine Fahrt nach
dem im höchſten Odenwald gelegenen Siedelsbrunn; daſelbſt
Kaffeepauſe. Der Donnerstag bietet Gelegenheit, zur Perle des
Odenwaldes, „Lindenfels”, und der Freitag auf die Neunkircher
Höhe mühelos zu gelangen. Am Sonntag findet das beliebte
Win=
zerfeſt in Bensheim ſtatt. Großer Feſtzug, guter Wein und gutes
Eſſen, dafür bürgen die Benſemer. Auf vielſeitigen Wunſch fährt
der Allwetter=Omnibus nach Wimpfen, dem heſſiſchen Rothenburg
a. Neckar. (Siehe heutiges Inſerat.)
„Alle Bruchleidende‟
werden auf das gestrige Inserat des Spezialbandagisten K. Ruffing
(IP.84
aufmerksam gemacht.
mäßig für Schwangerſchaftsunterbrechung, wie auch Ss
tion kommen im weſentlichen drei Zweckbeſtimmungen
Die Internationale Kriminaliſtiſche Vereinigung” (J. K. V.),
ſeinerzeit mitgegründet von dem deutſchen Strafrechtslehrer Prof.
von Liſzt, iſt heute in Wirklichkeit keine internationale
Geſell=
ſchaft mehr. Die Feindſtaaten haben ſeit dem Weltkriege die
wiſ=
ſenſchaftliche Zuſammenarbeit in dieſer Vereinigung mit uns
nicht mehr aufgenommen, Bemühungen zur Fortſetzung der
früheren gemeinſamen Forſchungstätigkeit haben bisher zu keinem
Ziele geführt. Um ſo eifriger haben die beiden deutſchen
Landes=
gruppen, die reichsdeutſche und die öſterreichiſche, die
traditionel=
len Tagungen fortgeſetzt, ſo 1925 in Innsbruck, 1926 in Bonn,
1927 in Karlsruhe, 1929 in Breslau und 1931 in Eſſen.
Vor=
wiegend beſchäftigten ſich dieſe ſtets ſehr zahlreich beſuchten, auf
hoher wiſſenſchaftlicher Warte ſtehenden Kongreſſe mit dem
Ent=
wurf eines allgemeinen deutſchen Strafgeſetzbuches, aber auch
an=
dere kriminaliſtiſche Themen wurden behandelt. Jetzt eben rüſtet
ſich unſere Nachbarſchaft Frankfurt a. M. zu der vom 11. bis
14. September ſtattfindenden 25. Tagung der deutſchen
Landes=
gruppe der J.K.V. Die auch in dieſer Zeitung bereits
veröffent=
lichte Tagesordnung läßt erkennen, daß Verhandlungsgegenſtände
anſtehen, die für Kriminaliſten, Erbbiologen, Pſychiater und auch
weite Kreiſe der Gebildeten gleichmäßiges Intereſſe bieten. Dies
gilt vor allem für das Hauptthema der Tagung, die
Schwanger=
ſchaftsunterbrechung und Unfruchtbarmachung. Sowohl die
Pro=
bleme, welche die aus verſchiedenen Gründen gebotene
Verhinde=
rung der Geburt betreffen, wie diejenigen, welche die
vorbeu=
gende Maßnahme einer gänzlichen Unfruchtbarmachung einer
Frau bezwecken, ſtehen heute mehr denn je im Brennpunkt
all=
gemeiner Erörterung. Juriſten und Mediziner, Erbbiologen und
Pſchiater haben in zahlreichen wiſſenſchaftlichen Aufſätzen zur
ge=
ſetzlichen Regelung dieſer Fragen Stellung genommen. Gleich=
Ondt
und mehr empfangen Sie mit Mende 138. Jede Station ist ab-:
lesbar, Sie stellen nur den Zeiger auf den gewünschten Sender.:
Mende 138 hat keine Korrekturknöpfe, ist trennscharfwie kein.
anderer seiner Klasse, er besitzt alle Vorteile, wie Tonblende-
Störbeseitiger und als ganz besondere technische Neuerung
zweifach geeichte Stationsskala, ist klangschön u. leicht
bedien-
bar. Der Sieger der großen Deutschen Funkausstellung 1932!
HAAHLOA
O
tracht, die dieſe Eingriffe rechtfertigen ſollen: Die „medo=
Indication”, wenn die Maßnahme erfolgen ſoll zu Heillly
weil zu befürchten iſt, daß eine beſtehende Schwangerſchog
zukünftige Geburt für die Geſundheit der Mutter lebenn
lich iſt. Die „ſoziale Indication”, wenn wirtſchaftliche Be
niſſe der Mutter oder ihrer Familie die Verhütung
weitgs=
burten erforderlich machen. Die „eugeniſche Indication:
aus erbbiologiſchen Gründen eine geiſtig oder körperlich
Nachkommenſchaft vermieden werden ſoll. Die Notwendicnd
mediziniſchen Indication iſt ziemlich allgemein anerkanny
auch hier iſt die geſetzliche Regelung noch keineswegs fer
wenn auch der Entwurf des Strafgeſetzbuches gegenüber Ky
tenden Recht und der Rechtſprechung des Reichsgericht:
weſentliche Fortſchritte verzeichnet. Ungemein ſchwierig,
umſtrittener ſind aber die ſozialen und eugeniſchen Indicne
gerade bei ihnen wird ſorgfältig zu prüfen ſein, ob üll
und gegebenenfalls in welchem Umfange ſie anzuerkenne
welcher Weiſe ſie geſetzlich feſtzulegen ſind, unter welchen
ſetzungen ſie eine Schwangerſchaftsunterbrechung und
ſation rechtfertigen können. Insbeſondere mit den hier.”
tauchenden, ebenſo einſchneidenden wie intereſſanten Strex.
beſchäftigen ſich die Referate, welche in der nächſten Wäll
der Frankfurter Tagung von hervorragenden Gelehrten
werden: von dem Strafrechtlehrer Graf zu Dohna=Boon
Pſychiatern Rüdin=München und Maier=Zürich und dem
logen Walthard=Zürich. Außer dieſem wichtigen Thernu
ſicher im Anſchluß an die Vorträge der Berichterſtatter
ausführlichen und vielſeitigen Ausſprache führen wirde
noch auf der Tagesordnung der J.K.V ein Bericht vo
Delaquis=Hamburg über internationale Zuſammenarbeit
Gebiete des Strafrechts und die Referate von Prof. Ko=
Berlin und Prof. Graf Gleispach=Wien über die Fortführn
Strafrechtsreform.
Es iſt zu hoffen und zu wünſchen, daß auch aus Heſſſ.
beſonders aus Darmſtadt, eine möglichſt zahlreiche Bettui
an dieſen wiſſenſchaftlich bedeutſamen Verhandlungen
wird!
Motoren,
ande reſtlos
ung unge
Der 2
uſti
9. Sept.
le eingerie
— Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der 2ſ
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am
tag, den 11. September 1932, folgende Aerzte
Vertretung bereit: Dr. med. Grode. Hoffmannſtr
1419; Dr. med. Hof, Gervinusſtr. 46½, Telephon 48; 73
med. Dörr=Aſal, Heinrichſtr. 62. Telephon 3448.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran:
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 11. bis 17. Septem)
Löwenapotheke, Ballonplatz 11, und die Adlerapotheke,
minenplatz, 17.
Kunſtnokizen.
Ueber Werke, Künſiler oder künfileriſche Veranſfaltungen, deren im Nachſtehenden
geſchieht, behält ſich die Redakion ihr Urtell vor.
— Klavier=Abend. Am Montag, den 19 September
8 Uhr, ſpielt Erna Mann, eine Darmſtädter Künſtlerin, i
Saalbau. Das Programm bringt „Chaconne in G von 19
Bach, Engliſche Suite in d. Beethoven, Sonate Opus 1-0
Brahms Variationen und Fuge über ein Thema von Häu)
ſchließlich von Chopin, Ballade Nr. 3 in As, Opus 47. Dialf=
Pianiſtin, die an dieſem Abend zum erſten Male in einenne
Konzert vor die Oeffentlichkeit tritt, ſtudierte bei den Her—
bock, Alfred Hoehn Hutter, und war zuletzt Schülerin v
Leonid Kreutzer, Berlin. — Kein Freund edler Muſik
verſäumen, dieſes Konzert zu beſuchen. Karten bei Chriß”
nold, Muſikhaus am weißen Turm.
Angliederut
FLaſtauto fu
Fe Felskeſche
hue einer der 2
-bei ſich derſell
ues ſehr erheblie
Frollſtändig demo
um
Krankenhau=
tn Verletzungen
Hienen Wol
Mu=Ramſtadt,
ltann der Fabrike
interbr
Lokale Veranftalkungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeig
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritl.
miW
— Im Herrngarten=Café: Früh=, Nachmit
Abend=Konzert.
— Im Wiener=Kronenbräukeller Konzu=/
ab 5 Uhr nachmittags: die Kapelle Breitwieſer in b.
Trachtenuniform, bei freiem Eintritt.
— Der Clou von Darmſtadt ſind die Geſellſ
abende im Städt. Saalbau. Konzert und Tang
heutige Anzeige.)
— Heute Sonntag, nachmittags 5 Uhr, findet auf
Felſenkeller ein großes Streichkonzert ſtatt. Dasſe5
ausgeführt von einem Enſemble des Stadtorcheſters. Di.
menſtellung des Programms verſpricht genußreiche
Stun=
tritt frei.
Vereinskalender.
— Der Verein ehem. Heſſ. Leibdragone.”
ſtadt bittet ſeine Mitglieder, morgen, Montag, zur Ber
ſeines Mitgliedes Herrn Wittich, Rittmeiſter a. D., teilzu
Zuſammenkunft 10,45 Uhr am Toreingang alter Friedhof
— Vereinigung ehem 116er Darmſtadt.
den 12. September, abends 8,15 Uhr, Mitglieder=Verſamm!
Fürſtenſaal, Grafenſtr., bei Kamerad Chriſt.
— Verein ehem. Kaufmannsſchüler 2
Am kommenden Sonntag, den 18. September wird Herr
ſtudiendirektor Dr. H. Diehl eine Führung durch den M.
von Eberſtadt übernehmen.
urder
n Einb.
Tageskalender für Sonntag, den 11. September 1B/
Union=Theater: „Tannenberg”; Helia=Lichtſpiele: „Der
Glück”; Palaſt=Lichtſpiele: „Der Stolz der 3. Kompa.!
Städt. Saalbau, 20 Uhr: Geſellſchaftsabend mit Tanz.
zerte: Herrngarten=Café, Schuls Felſenkeller, Bockshaul
zur Poſt, Bürgerhof. Reſtaurant Rehberger, Perkeo.
ſchen Flotte, zum roten Löwen, Wiener Kronenbräuke=
Rau. — Perkeo: Herbſtblumen= und Pflanzenſchau dess!
vereins Feronia. — Hotel Hufnagel Seeheim: Tanz.
Löwen Arheilgen: Tanz.
Mende 138....
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dynamisch. Leufspre
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[ ← ][ ][ → ]11. September 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 253 — Seite 7
Aus Heſſen.
Großfeuer im Odenwald.
Dk. Waldmichelbach, 9. September.
Anweſen des Landwirts Leonhard. Jöſt= Gadern
rrachmittag 2 Uhr auf bis jetzt noch ungeklärte Weiſe
mirs. Der Landwirt lud Ohmet ab, als plötzlich
Flam=
ſGetreideſcheune emporſchlugen. Das Feuer fand in
Ernte= und Heuvorräten reiche Nahrung und griff
Schnelligkeit um ſich. Bald war die
Waldmichel=
wehr zur Stelle und bekämpfte mit zwei Schläuchen
uemrd. Nur durch das entſchloſſene Eingreifen der
Feuer=
aaiger Männer wurde ein Ueberſpringen des Feuers
ümhaus und auf benachbarte Gebäude verhindert. Die
igen nur unter Lebensgefahr vor dem Erſtickungstode
ie en. Die Scheune, die geſamte Getreideernte mit ca.
die geſamte Heu= und Ohmeternte, ſämtliche
land=
ſhr Maſchinen — darunter eine neue Dreſchmaſchine —
aeen Motoren, ſowie die Stallungen und Holzſchuppen
Brande reſtlos zum Opfer. Der Schaden beträgt nach
Schätzung ungefähr 40 000 RM., welcher durch
Ver=
ſdackt iſt. Der Brand war weithin ſichtbar und löckte
3uhl Schauluſtiger herbei.
efradt, 9. Sept. Schulbad. Die im Jahre 1927 in
merſchule eingerichtete öffentliche Badeanſtalt iſt
neuer=
hu ie Angliederung einer elektriſchen
Lichtbad=
eeitert worden. Nunmehr können außer den
eigent=
mim= und Brauſebädern ſowie den Sol= Kohlenſäure=,
lund Fichtennadelbädern auch elektriſche Glüh=
(mit und ohne Maſſage) abgegeben werden. Der
ſn elektriſches Lichtbad beträgt 2,50 RM., mit Maſſage
ſach einer aufgeſtellten Statiſtik wurden während des
Beſtehens des Schulbades rund 120 000 Bäder,
dar=
zr00 Heilbäder, verabreicht. Dieſe Tatſache dürfte der
für die bei der Einrichtung umſtrittene
Notwendig=
ſy=anſtalt ſein. — Die Provinzialſtraße Eber=
Rir:-Jugenheim—Zwingenberg, ſog. Alte Bergſtraße,
nbauarbeiten für Kraftfahrzeuge und Fuhrwerke jeder
weiteres polizeilich geſperrt. Die Umleitung erfolgt
Eer Tanne und Bickenbach. Die aufgeſtellten Schilder
srgang ſind zu beachten. Zuwiderhandlungen werden
gebracht. — Aerztlicher Sonntagsdienſt.
er Sonntagsdienſt verſieht am Sonntag, den 11.
Sep=
red. Blum.
derem imn Neccht
ir Uindl m
Edir=Ramſtadt, 10. Sept. Treuer Arbeiter. Am
ain der Fabrikarbeiter Peter Ritſert dahier auf
Egt ununterbrochene Tätigkeit im Betrieb der Firma
rnſtadt zurückblicken. Durch entſprechende Ehrungen
Bt: Firma und Belegſchaft wurde dieſes Treueverhält=
Küln) gelohnt.
Dſaig, 8. Sept. Standesamtliche Nachrichten
Mülar Auguſt. Geburten 8, Heiraten 2, Sterbefälle 7,
r91 beiden Studenten Schwab und Sauer, welche am
etn Bahnübergang der Nebenbahn Offenbach-Rein=
Wbehyren wurden, und der Kraftfahrer Müller von
Epperts=
d5worn einem Einbrecher niedergeſchoſſen wurde. Die drei
im ſicem im hieſigen St. Rochusſpital.
ſng, 10. Sept Feuerwehrübungen. Am
Sonn=
rgchnSet eine Uebung der Freiwilligen Feuerwehr ſtatt.
mctzinſtt am Spritzenhaus. Ferner iſt beabſichtigt, wie die
amzurei bekannt gibt, in der Zeit vom 10. bis 30.
Sep=
eimhNachtübung abzuhalten. — Aerztlicher
Sonn=
dkeſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung ärztliche Hilfe
erlttſ iſt zunächſt der Hausarzt zu rufen, wenn dieſer
errleigr iſt, dann iſt am 11. September Dr. med. Felldin=
Mſtchliu deſſen Vertretung bereit.
Unü=Moſſau, 8. Sept. Mannſchaftskämpfe. Unſer
der4s0—T, war am Sonntag in Ernsbach, um dort mit den
m Ernsbach und Stockheim einen Mannſchaftskampf
* Diesmal traf man ſich zum dritten Male, und zwar
das bei gutem Wetter und zirka 200 Zuſchauern einen
hatte. Angetreten waren ſechs Mannſchaften zu je
ma unter ihren Turnwarten Becker, Grenz, Nebeling.
nde in gemiſchter Aufſtellung an Pferd, Barren und
licht= und Kürübung. Kampfrichter waren: Feder=
Sek Beerfelden, F. und W. Iffland=Hetzbach. Die Sani=
Mürzberg verſah den Unfalldienſt. Anſchließend fand
tlicher Dreikampf mit denſelben Teilnehmern ſtatt:
100=Meterlauf, Kugelſtoßen für Turner; Hochſprung,
Ballwurf für Turnerinnen. Die Leiſtungen waren
Ergebnis: Turner: Geräte: 1. Tv. Stockheim
2. Ernsbach (357), 3. und 4. Moſſau (344, 285 P.).
1. Moſſau (197), 2. Ernsbach (170), 3. Stockheim
ſau II (112). Tui; beide Male: 1. Moſſau
btockheim (391,86). Am Schluß turnte der Tunverein
Beerfelden Kür.
Erielden, 9. Sept. Aus dem Gewerbeverein.
Beuerein hält im Monat Okteber ſeine diesjährige
ng. Lehrlinge, deren Lehrzeit bis zu dieſem
Zeit=
iſck und für deren Handwerk im Bezirk keine Innung
u ſich bis zum 18. d. M. einſchließlich bei dem Vor=
WGewerbevereins.
arn, 10. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
Meter, am 10. Sept.: 1.50 Meter.
heim. 10. Sept. Waſſerſtand des Rheins am
M. Meter, am 10. Sept.: —0,21 Meter.
Aus den Gemeinderatssitzungen-
guxſtadt, 10. Sept. Goldene Hochzeit. Die im 73.
Eehenden Eheleute Wilhelm Sinner 1. und Frau
e1. Weingärtner, begehen morgen, Sonntag, das Feſt
int Hochzeit.
iheim, 10. Sept. Autounfall. Am Donnerstag
vor=
uete ſich auf der Provinzialſtraße Griesheim—Darm=
/ Pandhauskolonie, ein Zuſammenſtoß zwiſchen einem
u einem Radfahrer. Der Radfahrer, ein Bewohner der
slorie, wollte die Straße überqueren, weshalb der
nach links ausbiegen wollte, was ihm jedoch in der
tet, in der ſich der Vorgang abſpielte, nicht mehr mög=
½Laſtauto fuhr mit großer Gewalt auf die
Einfriedi=
udes Felskeſchen Landhauſes auf. Durch den
gewalti=
uwe einer der Autoinſaſſen durch die Schutzſcheibe ge=
Bobei ſich derſelbe mehrere ſtarke Schnittwunden zuzog.
ies ſehr erhebliche Beſchädigungen auf, wogegen das
vollſtändig demoliert wurde. Der verletzte Autoinſaſſe
üern Krankenhaus verbracht werden, während ſich der
en Verletzungen davongekommene Radfahrer nach
ſei=
igenen Wohnung begeben konnte.
J. Griesheim, 10. Sept. Gemeinderatsbericht. Die
ſich in letzter Zeit geradezu häufenden Waſſerrohrbrüche bildeten
vor Beginn der Sitzung den Gegenſtand einer Anfrage aus der
Mitte des Gemeinderates. Der Vorſitzende wies in ſeiner
Erwide=
rung darauf hin, daß ſich die Garantiezeit der Francke=Werke, die
die hieſige Waſſerleitung ſeierzeit ausgeführt hat, nur auf drei
Jahre erſtreckt habe und deshalb längſt abgelaufen ſei. — Der
Waldwirtſchaftsplan für 1932 wurde in der vom Forſtamt
vor=
gelegten Faſſung gutgeheißen. Der Hiebſatz beträgt 600
Kubik=
meter Kiefernholz. — In der Baulandumlegung „Poſch” iſt ein
freier Platz vorgeſehen. Der Gemeinderat erklärte ſich zur
käuf=
lichen Erwerbung desſelben bereit. Der Ankaufspreis wurde auf
50 Pfg. pro Quadratmeter feſtgeſetzt. — Die Bauvorhaben
meh=
rerer hieſiger Einwohner wurden vor einigen Jahren durch die
Wohnungsfürſorgegeſellſchaft zur Ausführung gebracht. Bei der
Abrechnung haben ſich verſchiedene Differenzen ergeben, weshalb
die Intereſſenten die Gemeinden zur Wahrung ihrer Intereſſen
angerufen haben. Der von den Intereſſenten eingereichte Schriftſatz
ſoll zunächſt ohne eine gemeindliche Stellungnahme an die
Woh=
nungsfürſorgegeſellſchaft zur Aufklärung weitergeleitet werden. —
Die Landeskommunalbank=Girozentrale und die Heſſiſche
Landes=
bank (Staatsbank) haben wiederholt um Neuausfertigung der
Feingoldklauſel bei den Darlehensverträgen über kurzfriſtige
An=
leihen nachgeſucht. Dieſe Anträge wurden wiederholt abſchlägig
beſchieden. Auf wiederholten Antrag der beiden Banken wurde
nunmehr eine Kommiſſion beſtellt, die mit den Banken in eine
mündliche Erörterung der Angelegenheit eintreten ſoll. Als
Kom=
miſſionsmitglieder wurden die Herren Bürgermeiſter Feldmann,
Beigeordneter Dickhardt und Gemeinderat Nothnagel 1. beſtimmt.
— Die Pächter des erſten Jagdbezirks haben um Entſchädigung
aus Anlaß des Eingehens von Wild infolge des diesjährigen
Hochwaſſers nachgeſucht. Auf Grund eines vom zuſtändigen
Forſt=
amt Eberſtadt abgegebenen Gutachtens wurde der geſtellte
Ent=
ſchädigungsanſpruch abgelehnt. — Die Freiwillige Feuerwehr hat
die Errichtung von zwei Telephon=Nebenanſchlüſſen in den
Geräte=
häuſern und die Anſchaffung von drei Gasmasken beantragt. Die
erforderlichen Mittel wurden bewilligt. — Die Gewerbe= und
Handwerker=Vereinigung hat zur Bekämpfung des Bettelunweſens
die Eitführung von Gutſcheinheftchen beantragt. Dem Antrag
wurde ſtattgegeben. Es ſollen für die Folge Gutſcheinheftchen zum
Preiſe von 20 und 40 Pfg., die Gutſcheine für 1 und 2 Pfg.
ent=
halten, zur Ausgabe kommen, die bei der Bürgermeiſterei
erhält=
lich ſind.
* Sandbach, 10 Sept Ratsſitzung. Einem Antrag auf
Beſeitigung eines alten Birnbaumes, der die Abfahrt von Frucht
beeinträchtigt, kann nichr entſprochen werden, da der Birnbaum
ſchon über 60 Jahre ſteht und die Abfuhr von Frucht ebenſolange,
wenn auch mit Hinderniſſen erfolgt iſt. — Ein Teil der
Siedlungs=
grundſtücke unterhalb des Fürſtenweges ſoll inſofern entwäſſert
werden, indem ein Entwäſſerungsgraben auf den
Privatgrund=
ſtücken längs des Weges bis in die Entwäſſerungsgräben am
Bahndamm geführt werden. Die zur Errichtung von Brücken auf
die angrenzenden Grundſtücke erforderlichen Zementrohre, werden
von der Gemeinde beſchafft. Die Koſten hierfür haben die
Grund=
ſtückseigentümer der Gemeinde bis ſpäteſtens 31. 12. 1932 zu
er=
ſetzen, oder vom 1. 1. 33 ab mit 8 Prozent zu verzinſen. — Zur
Teerung der Ortsdurchfahrt, die wohl allgemein begrüßt wird, iſt
die Geneinde nicht in der Lage, die angeforderten Koſten, die ſich
für die Gemeinde auf 2000 RM. belaufen, aufzubringen. — Einem
Antrag von einigen hieſigen Landwirten um Beſtellung von
Ehrenfeldſchützen ſoll entſprochen werden, indem von der
Bürger=
meiſterei eine Aufforderung zur Meldung von Ehrenfeldſchützen,
die ihren Dienſt koſtenlos verrichten ergehen ſoll. Auch foll die im
Vorjahre eingerichtete Sperre der Gemarkung zur Nachtzeit, auch
in dieſem Jahre durchgeführt werden. Nach dieſer Sperre iſt das
Betreten der Gemarkung zur Nachtzeit wie folgt verboten: Vom
1. Mai bis 31. Juli von 9 Uhr abends bis 5 Uhr morgens; vom
1. Auguſt bis 30. September, von 9 Uhr abends bis 6 Uhr
mor=
gens; vom 1. Oktober bis 30. November, von 8 Uhr abends bis
7 Uhr morgens. Zuwiderhandlungen werden ohne Nachſicht zur
Anzeige gebracht und gemäß Art. 36 des Feldſtrafgeſetzes beſtraft.
— Die Erbauung eines vom Forſtamt empfohlenen Waldweges
ſoll durchgeführt werden. Jedoch kann ſich der Rat, beſonders die
Mitglieder der SPD. und KPD. nicht zur Ausführung dieſer
Arbeiten im freiwilligen Arbeitsdienſt entſchließen, da die Löhne
außerordentlich gering ſind und nicht den zu leiſtenden Arbeiten
entſprechen.
Cr. Fürth i. O., 10. Sept. Aus der
Gemeindever=
waltung. In der letzten Ratsſitzung wurde die Verſteigerung
des gemeindlichen Obſtes und des Grummetgraſes genehmigt.
Kleine Anträge von Mietern wurden genehmigt. Dem
Neu=
abſchluß einer Haftpflichtverſicherung mit der Frankfurter Allg.
Verſicherungs=A.=G. wurde zugeſtimmt. Dem Antrag des Freiw.
Sanitätszuges vom Roten Kreuz in Fürth auf Abgabe von zwei
Ausrüſtungen von Feuerwehrſanitätern wird zugeſtimmt, jedoch
ſoll die Freiwillige Feuerwehr über die Abgabe gehört werden.
Der Karuſſellplatz ſoll an den Meiſtbietenden abgegeben werden.
Die Reparaturarbeiten an der Straßenbeleuchtung erhält ein
hie=
ſiger Inſtallateur. Die Anlieferung von 400 Zentner Kohlen für
die Schulen auf dem Submiſſionswege, wurde beſchloſſen. Der
Wirtſchaftsplan, über den Wald für das Wirtſchaftsjahr 1933
wird genehmigt. Die Nutzholzfällung ſoll jedoch nur inſoweit
vorgenommen werden, als die Nachfrage dies erfordert. Dem
An=
trag auf Abgabe von Bauholz zur Erbauung einer abgebrannten
Scheuer wird zugeſprochen. Das hieſige Kino hat für die
Kino=
vorſtellungen für die Folge eine Vergnügungsſteuer von 5 RM.
pro Monat zu entrichten. Die von der Gemeinde ausgeliehenen
Darlehen auf Hypotheken werden an die Landeskommunalbank
— Girozentrale — in Darmſtadt abgetreten. Einer
Vorrangs=
einräumung zugunſten der Deutſchen Bau= u.
Siedlungsgemein=
ſchaft Darmſtadt wird zugeſtimmt. Die Feldgemarkung wird aus
Anlaß der vielen Felddiebſtähle von abends 8 Uhr bis morgens
6 Uhr bis auf weiteres geſchloſſen. Die Unterhaltungsarbeiten
in der Anlage des Ehrenhaines für die im Weltkrieg Gefallenen
werden für das Jahr 1932 vergeben. Nach Genehmigung
verſchie=
dener Rechnungen wird in eine geheime Sitzung eingetreten.
Ce. Seeheim, 10. Sept. Gemeinderatsbericht. 1. Ein
Antrag der Saalbeſitzer auf Ermäßigung der Vergnügungsſteuer
wird abgelehnt. 2 Ebenſo verfällt ein Antrag auf Erleichterung
der kommunalen Sondergebäudeſteuer der Ablehnung. 3. Durch
den Brotpreisabſchlag haben die Bäcker einen Verluſt, da ſie
teue=
reres Mehl verbacken müßten. Ihr Antrag, den entſtandenen
Schaden zu erſetzen, wird abgelehnt. 4. Auf Anregung des
Krie=
gervereins hin, am Totenſonntag eine ſchlichte Gefallenenehrung
am Kriegerdenkmal zu veranſtalten, wird der Bürgermeiſter
be=
auftragt, die Vorſitzenden der Vereine zu einer gemeinſamen
Be=
ſprechung der Feier zuſammenzubitten. 5. Ein Antrag der
Be=
zirksſparkaſſe Zwingenberg, ihr einen Grundſchuldbrief als
Sicher=
heit für geliehene Darlehen und für rückſtändige Zinſen zu geben,
lehnt der Rat einſtimmig ab. 6. Die Pacht der gemeindlichen
Grundſtücke wird für das Rechnungsjahr 1932 mit 20 Prozent ge=
ſenkt, doch iſt die laut Notverordnung bereits vorgeſchriebene
Sen=
kung um 10 Prozent hierin enthalten. Die Pacht der
Spargel=
grundſtücke wird für das Rj. 1932 um 30 Prozent, einſchließlich der
vorgeſchriebenen 10 Prozent, erniedrigt. 7. Die Höhe des
Waſſer=
geldes wird ſo geändert, daß ab 1. Oktober für die erſten 10
Kubik=
meter Waſſer RM. 2.— erhoben werden, für den Mehrverbrauch
30 Pfg. je Kubikmeter.
Ck. Erfelden, 9. Sept. Gemeinderatsſitzung. Der Rat
ſchließt ſich der kreisamtlichen Verfügung betr. Erleichterung der
kommunalen Sondergebäudeſteuer an. Ein alter Faſel ſoll ab=
und ein neuer angeſchafft werden. Hinſichtlich der
Gemeindefinanz=
lage, wobei es zu einer regen Ausſprache kam, wurden nähere
Be=
ſchlüſſe gefaßt. Die freigewordene Lehrerſtelle wird Herrn Lehrer
Daum=Darmſtadt zur Neubeſetzung übertragen. Die Pachtſätze der
Gemeindegrundſtücke wurden auf Wunſch mehrerer Pächter um 20
Prozent geſenkt. Den hieſigen Wohlfahrtserwerbsloſen, die
gegen=
wärtig bei den Feldbereinigungsarbeiten beſchäftigt werden, ward
ein Zuſatzbetrag von 3 RM. bewilligt. Geſuche und Anträge
wur=
den in nichtöffentlicher Sitzung behandelt.
Die Apoſtelfiſcher zu Bad Wimpfen im Tal.
e. In Bad Wimpfen im Tal hat ſich bis auf den
heuft=
gen Tag eine Zunft erhalten, deren Gründung bis ins 13.
Jahr=
hundert zurückgeht. Es iſt die Vereinigung der ſogen.
Apoſtel=
fiſcher, eine Berufsgruppe, die auch heute noch im Leben der Stadt
eine gewiſſe Rolle ſpielt, und die es verſtanden hat, die alten
Tra=
ditionen treu zu bewahren. Es iſt daher intereſſant, aus der
Vergangenheit dieſer Zunft, die alle politiſchen Wechſel
über=
dauerte, und deren Rechte auch der Nachfolger des früheren
Lehns=
herrn, des Stiftes, der nunmehrige, nämlich der heſſiſche Staat,
anerkennen mußte, Näheres zu hören. Auf Grund der noch
vor=
handenen Urkunden wurde feſtgeſtellt, daß die
Fiſchereigerechtig=
keit im Neckar hinter Wimpfen im Tal urſprünglich im Beſitz der
Grafen von Herbolzheim geweſen iſt und im Jahre 1281 durch
Kauf an das Ritterſtift St. Peter überging. Dieſes verlieh ſie
neben anderen Nutzungen 1287 an die zu dieſem Zweck gegründete
Fiſchergeſellſchaft, wogegen ſich dieſelben zu gewiſſen Leiſtungen —
wie Verſorgung des Stiftes mit Fiſchen, Lieferung von Wachs.
unentgeltliche Perſonenbeförderung bei Hochwaſſer u. a. —
ver=
pflichteten. Eine eingehende Fiſchereiordnung im Jahre 1458, der
noch weitere folgten, regelte den ganzen Fiſchereibetrieb, ſowie
das Dienſtverhältnis der Fiſcher und etwaige Streitfälle. Alle
für ſie wichtigen Urkunden bewahrt die Zunft der Apoſtelfiſcher in
einer überkommenen Zunftlade auf, die als koſtbares Vermächtnis
hoch in Ehren gehalten wird. Auch das traditionelle Fiſcheſſen
findet noch alljährlich ſtatt. Die Bezeichnung „Apoſtelfiſcher”
dürfte wohl erſt in neuerer Zeit aufgekommen ſein, denn erſt im
Jahre 1753 wird zum erſten Male eine Zahl von 12 Mitgliedern
urkundlich genannt, während ſie früher nicht genau beſtimmt war.
Nach dem Tode eines Zunftgenoſſen wurde durch die Aufnahme
eines neuen Mitgliedes die Vollzähligkeit des Kreiſes jeweils
gewahrt.
Rheinheſſen.
Ac. Worms, 10. Sept. Ein gräßlicher Unglücksfall.
Geſtern abend gegen 18 Uhr ereignete ſich in Wies=Oppenheim
(Rheinheſſen) ein furchtbarer Unglücksfall. Der 13jährige Sohn
des Polizeidieners Keller, tummelte ſich auf dem Wies=
Oppen=
heimer Sportplatz, als er im Uebermut den Hochſpannungsmaſt
hinaufkletterte, und, um ſeinen Mut zu beweiſen, in die Drähte
der Hochſpannungsleitung griff. Im Nu brannte der Unglückliche
lichterloh und ſtürzte von dem Gittermaſt aus 9 bis 10 Meter
Höhe ab. Mit ſchweren Verletzungen und furchtbaren
Brandwun=
den blieb der Junge am Boden, gräßlich zugerichtet, liegen.
Her=
bei geeilte Leute riſſen dem Verunglückten ſofort die brennenden
Kleider vom Leib, von dem die Haut in Fetzen herabhing. Der
Verunglückte wurde ſofort zum nächſten Arzt verbracht, der die
ſofortige Ueberführung in das Städtiſche Krankenhaus veranlaßte.
Heute vormittag iſt der Junge ſeinen ſchweren Verletzungen
er=
legen.
Oberheſſen.
— Gießen, 10. Sept. 3 00 Hühner verbrannt. Auf dem
Gelände der Hühnerfarm von Schmellenkamp bei Gießen brannte
in der letzten Nacht in größeres Gebäude nieder, in dem etwa 300
Hühner untergebracht waren. Mit dem Gebäude wurden auch die
300 Hühner ein Opfer der Flammen. Wodurch das Feuer
ent=
ſtanden iſt, ſteht noch nicht feſt.
Geſchäftliches.
Intereſſante Herbſtneuheiten zur Ausſtattung der Wohnung
zeigt die Firma Leonhard Tietz A.=G. in einer Reihe ihrer
Schaufenſter. Jeder der jetzt oder ſpäter an eine
Neuanſchaf=
fung oder Auffriſchung ſeiner Gardinen denkt, ſollte ſich einmal
dieſe Fenſter anſehen. Soviel Schönes iſt ausgeſtellt zu wirklich
zeitgemäßen Preiſen.
Entzückende duftige Gardinenſtoffe, farbige Voiles, Kunſtſeide
und Kettdruck (der hochaparte neue Dekorationsſtoff) und vieles
andere überbieten ſich in Farbenpracht und Muſterſchönheit.
Jeder ſollte ſich das ſelbſt einmal anſehen, oder ſich ſogar in
der Abteilung zeigen und beraten laſſen — die es ohne jeden
Kaufzwang tut!
Aus der Radio=Induſtrie.
Auf der Berliner Funkausſtellung bewies ſich die große Klaſſe,
die die neuen Lumophon=Erzeugniſſe darſtellen. Dies trifft in
gleichem. Maße auf Lumophon=Empänger und =Lautſprecher zu.
Aus dem Empfängerprogramm verdient Lumophon 23, der
über=
ragende Zweikreis=Dreiröhren=Empfänger hervorgehoben zu
wer=
den, der zu einem mäßigen Preis in Leiſtung und Trennſchärfe
das bietet, was man eigentlich erſt von einem großen Empfänger
erwartet. In der Konkurrenz der Superhets auf der Ausſtellung
placierte ſich Lumophon 76 mit 6 Röhren beſonders glücklich. Neben
ſeinem techniſchen Wert, unter anderem dem Fadigausgleich, der
hier ohne Mehrröhre durchgeführt wurde iſt der Preis
weſent=
lich, der Lumophon 76 zu dem billigſten Groß=Superhet auf dem
Markt macht. (Siehe Anzeige.)
Hauptſchriffileitung: Rudolf Mauve
Veramwortſich für Politik und Wiriſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrſchten: Max Streeſe: für Sport: Karl Böhmann;
(i. V. Dr. C. 6. Queiſch); für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſt:
Andreas Bauer; für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herberi
Nette; für den Inſeratentell und geſchäftliche Mtteilungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämtlſch in Darmſtfadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen,
Das ist die Salem Fabrik
BOlM TOMOMIS
gewinnt man nicht durch Zufall, nur durch Verdienst.
Salem hat den Vorrang aller deutschen Zigaretten.
Die meistgerauchte Zigarette kann eben nur die
mil-
deste sein. Das ist
AelOOOr TAALL Oon
Seite 8 — Nr. 253
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 11. Septeml.k
O
A
Die glückliche Geburt einer ge=
ſunden Tochter zeigen
hoch=
erfreut an
Frau Ilfe Fenſch, geb. Lauteſchläger
Dr. Ludwig Fenſch, Rechtsanwalt
und Notar
Hagenow (Meckl.).
(12638
Käthe Maurer
Albert Schmidt
grüßen als Verlobte
Hohlerweg 7
Kiesstr. 56
Ihre Vermählung geben bekannt
Georg Schwebel
und Frau Sofie, geb. Lorz
Darmſiadt, den 410. Sept. 1932
Karl Keller, Metzgermeiſter
Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
Suſanna Keller, geb. Gahdoul
Vermählie
Wembach 8. Sept. 1932 Hahn
Todes=Anzeige.
Donnerstag, 8. September,
ent=
ſchlief nach langem, mit großer
Ge=
duld ertragenem Leiden mein
ge=
liebter Mann, unſer guter Vater,
Schwiegervater, Großvater,
Schwa=
ger und Onkel
philipp Klinger
Wagenbauer.
In tiefer Trauer:
Margarete Klinger, geb. Eckhardt
und Sohn.
Darmſtadt, den 11. Sept. 1932.
Kirchſtr. 1.
Die Beerdigung fſndet Montag,
den 12. Sept., nachm. ½2 Uhr, auf
dem Waldfriedhof ſtatt.
Zur Beerdigung
unſeres
Ehren=
mitgliedes
PhilippKlinger
ſwollen ſich die
Mitglieder,
Mon=
tag, den 12. Sept.
um 13½ Uhr,
am Portale des
Be.
Waldfriedhofes
(12628
zahlreich einfinden.
Der Borſtand.
91. Benlkerdecker
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hat seine Tätigkeit wieder
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nommen. Sprechst.: v. 8½—1½ Uhr.
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Am 9. ds. Mis. iſt unſer Mitglied
Herr Rittmeiſter a. D.
Wittich
JoheaibrRiser
geſtorben. Die Beerdigung findet Montag vormittag
11 Uhr auf dem alten Friedhof an der Nieder=
Ramſtädter Straße ſtatt.
Die Kameraden werden gebeten, in großer Zahl
dieſem tüchtigen und leutſeligen Offizier, die letzte
Ehre zu erweiſen.
(12685
Der Vorſtand.
bis ins höchſte Alter durch unſeren
aus bulgariſchen Knoblauchzwieb.
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„ERKS‟ HNOBLAUCHSHET
Er verjüngt den ganzen Körper,
reinigt Blut und Darm, ſchafft
ge=
ſunde Säfte, ſcheidet Harnſäure u.
Darmgifte aus, beſeitigt Fäulnis
und Gärungen im Darm, ſetzt den
Blutdruck herunter und iſt bei
Kriegerverein
Darmſtadt.
Geſtern verſchied unſer Kamerad
und langjähriges treues Mitglied
Herk D. N. Billich.
Die Beerdigung findet am Montag,
den 12. d. Mis., vormittags 11 Uhr,
auf dem Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche
Be=
teiligung.
Der Vorſtand.
12664)
Alle Stoffe werden
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Leber=, Blaſen= und Nierenleiden,
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krankheit ein ſtets bewährtes
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und weiſen Sie Erſatz zurück.
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Darmstadt, Ernst-Ludwigstraße 14
Hölgesſtr. 11, Lad.
(12316a)
V
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen ſagen wir Allen
unſeren herzlichſten Dank; beſonders danken wir den
Miſſionaren der Kirche Jeſu Chriſti der Heiligen der
letzten Tage, die uns während ſeiner ſchweren Krankheit
und beim Ableben, ſo troſtreich zur Seite ſianden, der
Firma E. Merck, ſeinen früheren Vorgeſetzten und den
Arbeitern, ſowie für die vielen Kranz= und
Blumen=
ſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Philippine Sommerkorn Wwe.
nebſi Kindern.
Arbeilgen, den 10. September 1932.
(12666
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Brief abhol. D. 61.
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hältn. lebt, ſehnt ſich
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(12656 Wzog.
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tin. Wirtſch. tücht
Dam. v. 34—40 J.
die es m. einer Ehe
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ſchreiben. (TV. 12524
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Neigungsehe
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ſehe ich in erſter
Linie auf den
Men=
ſchen. Wer es offen
u. ehrl. meint (
Zu=
ſchrift. v.
Erwerbs=
loſen jedoch
uner=
wünſcht!) ſchreibe
mir u. F. 66 Gſchſt.
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Reelle Heiraten
ſow. Einheirat. ſtets
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F. 92 a. d. Geſch. (*
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ser ist das richtige Maß.
Das gibt eine prachtvoll
schäumende,
wasch-
kräftige Lauge.
Natür-
lich wäscht man zarte
Sachen behutscm und
ohne Reiben. Gleich
nach dem Waschen in
kaltem Wasser (mit
etwas Essigzusatz)
nachspülen und sehr
sorgfältig trocknen
durch wiederholtes
Ein-
rollen in weiße Tücher.
APA
PLHARRRRE
Sonntag, 11. Sepft.
Seite 10 — Nr. 253
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Auftorderung.
Die Wilhelm Schramm-Stiftung zu
Offenbach a. M. beabsichtigt, ihr
Altersheim. Buchrainweg No. 135,
direkt am Walde gelegen, am 15. Nor.
ds. Js. wieder zu eröffnen.
Es besteht Aufnahmemöglichkeit für
etwa 18 Pfründner (in Einzelzimmern).
Der Zinsüberschnß der Stiftung ist
so gering, daß ein monatlicher
Ver=
pfegungssatz von RM. 100.—
ge-
tordert werden muß.
Aufgenommen werden Personen
bei-
derlei Geschlechts, ohne Unterschied
des Bekenntnisses.
Bewerber um eine Pfründnerstelle
werden gebeten, baldigst ein
schrift-
liches Aufnahmegesuch unter
Darle-
gung ihrer Verhältnisse bei dem
Vorsitzenden des Kuratoriums, Herrn
August Hecht, Offenbach z. M.,
Tulpenhofstr. No. 13, einzureichen.
(u26co
Das Kuraforium der
Wilh. Sehramm-Stittung, Offenbach z. I.
Geſund und nahrhaft iſt
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bei Drog. Secker Nachf., Lndwigshöhſtr. 1
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1932 nötigen Unterhaltungsmaterials
für die Provinzialſtraßen der Provinz
Starkenburg in nachfolgend
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ten Bezirken ſoll im öffentlichen
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Angebotsvordrucke und Bedingungen
liegen vom 12. bis 19. September 1932,
mit Ausnahme des Sonntags, auf dem
Amtszimmer der Bezirksbeamten an den
Werktagen von 4 bis 6 Uhr nachmittags
zur Einſicht offen. Erſtere werden dort
zum Selbſtkoſtenpreis abgegeben.
Für den
Bezirk Darmſtadt I bei Herrn O.=B.=S.
Franz, Darmſtadt, Neckarſtr. 3, 3. 30.
Bezirk Darmſtadt II bei Herrn Techn.
Bleibtreu. Darmſtadt. Neckarſtr. 3.
Zimmer 30.
Bezirk Darmſtadt III bei Herrn O.=B.=J.
Weber, Darmſtadt, Neckarſtr. 3, Z. 30.
Bezirk Groß=Umſtadt
bei Herrn B.=J. Dietrich, Dieburg.
Bezirk Groß=Gerau
b. Herrn B.=J. Gerlach, Groß=Gerau.
Bezirk Erbach
bei Herrn B.=J. Fleckenſtein, Höchſt.
Bezirk Reichelsheim
bei Herrn B.=Pr. Herbert,
Reichels=
heim.
Bezirk Rimbach
bei Herrn B.=J. Knaup, Birkenau.
Bezirk Beerfelden
bei Herrn Ob.=S. Degen, Beerfelden.
Die Angebote ſind verſchloſſen,
porto=
frei und mit entſprechender Aufſchrift
verſehen bis Dienstag, den 20.
Septem=
ber 1932, vormittags 11 Uhr, bei den
obengenannten Bezirksbeamten
einzu=
reichen.
(12640
Darmſtadt, den 8. September 1932.
Provinzialdirektion Starkenburg
Tiefbau.
Vergebung
Voil Beißomnverüroenen.
Auf Grund der
Reichsverdingungsord=
nung ſollen die Weißbinderarbeiten für die
Herſtellung der Räume im ehem. pädagog.
Inſtitut (früher Lazarettgebäude) dahier,
in zwei Loſen öffentlich vergeben werden.
Einſichtnahme der Bedingungen und
Abgabe der Leiſtungsverzeichniſſe auf
Zimmer 7 unſeres Amtes, Paradeplatz 3.
Eröffnungstermin der Angebote im
Bei=
ſein etwa erſchienener Bewerber am
Montag den 18. September ds. Js., 10 Uhr
Darmſtadt, den 10. September 1932.
Heſſ. Hochbauamt Darmſtadt. aup. 128et
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hältlich und evtl. Angebote bis
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tag, den 17. September 1932,
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mittags 10 Uhr, daſelbſt einzureichen.
Darmſtadt, den 10. September 1932.
Provinzialdirektion Starkenburg.
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Am Dienstag, den 11. Oktober 1932,
vorm. 11 Uhr, findet bei der
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bahndirektion Mainz, Rhabanusſtr. 1,
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Termin mit der Aufſchrift „Angebot auf
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Präſidial=
büro der Reichsbahndirektion Mainz
gebührenfrei einzuſenden. Ende der
Zu=
ſchlagsfriſt 25. Oktober 1932. Die
Über=
nahme des Altpapiers muß bis
ſpäte=
ſtens 30. November 1932 erfolgt ſein.
12642) Reichsbahndirektion Mainz.
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Eeſteigeru
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Reich und Ausland.
u Mark für eine neue „Miobe‟
aſcurg. Der Flottenbund. Deutſcher
ahselt hier ſeine 15. ordentliche Mitglie=
Lmmnlung ab, der zahlreiche Ehrengäſte
Ptnn. Mit großem Beifall wurde der Be=
Vorſtandes aufgenommen, aus den
ſoes Flottenbundes Deutſcher Frauen
Gc. dem Volksſpendefonds der „Niobe‟
auues Schulſchiff zu überweiſen.
uchängnisvoller jugendlicher Eifer.
1. Der achtjährige Sohn des
Land=
ſuu Eke in Weimar bei Kaſſel wurde durch
hagraden veranlaßt, ſeine Kletterkünſte
u ENaſt der Hochſpannungsleitung zu zei=
Kinder verſprachen ihm 50 Pfg., wenn
n die Spitze käme. Der Knabe kletterte
ſch bis nach oben und kam dort mit der
rleitung in Berührung, ſo daß er
Weörrbrennungen erlitt und abſtürzte. Ihm
di—rch eine Operation beide Arme
abge=
werden.
usjähriger Junge erſchießt ſich.
ubrücken. In Bildſtock hat ſich ein
Junge erſchoſſen. Er wurde mit einem
ſchwer verletzt aufgefunden. Wenige
wor der Tat ſagte er zu ſeinem
Spiel=
u:: „Wenn ihr dort hinter der Hecke
ghuß hört, kommt ihr hin.” Bald darauf
Gei Schuß, und als die Spielkameraden
uEsbüſch eilten, fanden ſie den Jungen
letzt am Boden liegend vor. Die Piſtole
unoch in der Hand. In der vergangenen
ver Junge im Krankenhaus geſtorben.
t70 zur Tat iſt noch unbekannt.
Der Duisburger Mörder
, auch den Halleſchen Arzt Dr. Boeß.
Gsburg. Der Mörder des Duisburger
4Aiides Buchholz, der 35jährige Kaufmann
A9 ecker aus Halle hat ein Geſtändnis ab=
Auch den Arzt Dr. Boeß in Halle erſchoſ=
Sen. Der Täter gibt zur Halleſchen
u den gleichen Grund an, der ihn auch zu
tr”, an dem Duisburger Goldſchmied ver=
Baoe, nämlich die Vermutung, daß auch
4ß zu ſeiner Frau Beziehungen
unter=
thurge. In beiden Fällen will er aus Eifer=
,/d Rache ſeinen Nebenbuhler getötet
ſiell ittäter oder Mitwiſſer will er nicht
ge=
ſtlſter.. Die Polizei hat feſtgeſtellt, daß Becker
Agie won 25 Patronen war. Davon hatte er
teen Goldſchmied Buchholz in Duisburg
blr. 17 Patronen waren bei der Ver=
Awch in ſeinem Beſitz. Es fehlten alſo
Atrnen. Auf wiederholte Vorhaltungen
ullizeilichen Vernehmung geſtand Becker
daß er auch den Halleſchen Arzt Dr.
hoſſen habe.
üermter von einem Perſonenkraftwagen
zu Tode geſchleift.
den 14. Ec, Wſldm bei Gütersloh. Zwei Polizeibeamte
riham Samstag früh gegen 3,30 Uhr von
dreier Gmub kümz eleuchteten Perſonenkraftwagen
ange=
mörerbei wurde der
Polizeihauptwacht=
yk5r afhorſt getötet, während der Polizei=
Amchtmeiſter Hökenhaus Verletzungen
er=
asmöbel alls *k Imſaſſen des Wagens waren Einbrecher,
Fülmgebung durch Diebſtähle heimgeſucht
ades Auto — eine große Limouſine —
ſieſzern früh in der Nähe von Rheda
her=
ungefunden. Der getötete Polizeibeamte
worm Wagen eine Strecke von etwa 60
Mn tgeſchleift worden.
hA omdſtiftung und Handgranatenanſchlag,
nondern Verſicherungsbetrug.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 253 — Seſte 11
Mußburg (Oberſchleſ.). In der Nacht
1Auuguſt brannte in Jamm. Kreis Roſen=
Aslſtrohgedeckte. Haus des Häuslers
Ba=
icDer. Da außerdem eine Handgranate
Koonung des Barowſki geworfen worden
mutete man urſprünglich einen
politi=
ſtolag, zumal die Söhne des Barowſki
6, angehören, bzw. ihr naheſtehen. Die
ngen der Polizei führten nun zu der
ug des alten Barowſki und ſeiner
bei=
eny= da ſie dringend verdächtig ſind, die
Uftung und den Handgranatenanſchlag
üot zu haben, um in den Beſitz der
Ver=
sſumme zu gelangen.
Mer Profeſſor an das
Konjunkkur=
hichungsinſtikuk der Havard=
Univerſikät berufen.
Prof. Dr. Joſef Schumpeter,
nt te Nationalökonom der Bonner Uni=
Vorübergehend öſterreichiſcher Finanz=
Neurde an das Konjunktur=Forſchungs=
Havard=Univerſität berufen, das als
Leloendſte wirtſchaftswiſſenſchaftliche
In=
iüt der Vereinigten Staaten gilt.
Was iſt Wahrheit? — Was iſt Dichtnng?
Echte Geſchichte.
Geſchichte im Film.
Ein verblüffendes Beiſpiel von Masken=Echtheit, dieſe Szene aus dem Film „Tannenberg”, das von einem Original=Foto aus der Kriegszeit auch beim
genauen Betrachten kaum zu unterſcheiden iſt. Links iſt eine echte Aufnahme, rechts eine Szene aus dieſem neuen, dokumentariſchen Film über die
Schlacht von Tannenberg (von Heinz Paul und Paul Oskar Höcker), der dieſe Woche am Gedenktage von Tannenberg in Darmſtadt zur
Erſtauffüh=
rung gelangt. Der Darſteller des Feldmarſchalls von Hindenburg iſt Karl Koerner, Generalmajor Ludendorff wird von Henry Ploß verkörpert, und
den damaligen Oberſtleutnant Hoffmann ſpielt Hans Mühlhofer, der kürzlich verſtorben iſt.
Vom „Zeſt der deukſchen Schule” in Berlin.
Zur Exploſions=Kakaſtrophe
im New Yorker Hafen.
New York. Das ſchwere Unglück im
hieſi=
gen Hafen iſt die größte Schiffskataſtrophe, die
ſich ſeit Jahren in den New Yorker Gewäſſern
ereignet hat. Bisher ſind 42 Tote feſtgeſtellt
wor=
den; ungefähr 90 Arbeiter werden noch vermißt,
von denen der größte Teil ebenfalls ums Leben
gekommen ſein dürfte. 37 Paſſagiere ſind
lebens=
gefährlich verletzt worden. Auf der Fähre, einem
alten Kaſten, der vor 44 Jahren gebaut wurde,
befanden ſich insgeſamt 165 Arbeiter, die in
Hickers Island an dem Bau eines Gefängniſſes
arbeiteten.
Die Kataſtrophe iſt durch eine Keſſelexploſion
verurſacht worden. Die Gewalt der Exploſion
war ſo ſtark, daß zahlreiche Leichen bis zu 30
Meter hoch in die Luft geſchleudert wurden. Eine
Leiche fiel 35 Meter von dem ſofort geſunkenen
Schiff entfernt ins Waſſer; eine andere wurde
gegen ein 50 Meter vom Kataſtrophen=Ort
ent=
fernt liegendes Gebäude geſchleudert.
Fröhliche Tänze der Mädchen. (Aufnahme von der Hauptprobe des Feſtes.)
Der Verein für das Deutſchtum im Ausland veranſtaltete im Berliner Stadion ein Feſt der
deut=
ſchen Schule, an deſſen Maſſenchören, Tanzgruppen und Turnvorführungen nicht weniger als
12 000 Jugendliche teilnahmen. Das Feſt diente dem Zweck, Jugend und Eltern zu gemeinſamer
Arbeit am Volkstum zu gewinnen.
Furchkbare Rache eines eben
Begnadigken.
Nach langjähriger Gefängnishaft den Nebenbuhler
erſchoſſen.
Duisburg. Eine furchtbare Rache verübte
der 35jährige Kaufmann Heinrich Becker aus
Halle (Saale) an dem Goldſchmied Heinz
Buch=
holz aus Duisburg, von dem er vermutete, daß
dieſer mit ſeiner Frau ein Liebesverhältnis
un=
terhalten hatte. Becker hatte am 16. Auguſt
1927 ſeine Ehefrau aus Eiferſucht auf der Straße
in Halle wegen dieſes Verhältniſſes erſchoſſen.
Auch die langjährige Kerkerhaft, die er für dieſe
Tat verbüßen mußte, konnte ſeiner Rache keinen
Abbruch tun. Becker hat ſich im Gefängnis zwar
gut geführt und war aus dieſem Grunde jetzt
begnadigt worden. Er begab ſich unverzüglich
nach Duisburg, wo er ſofort die Adreſſe ſeines
Nebenbuhlers ausfindig machte. Nach einem
kur=
zen Wortwechſel in der Wohnung des
Gold=
ſchmiedes zog Becker eine Mauſerpiſtole aus der
Taſche und ſchoß Buchholz durch mehrere Schüſſe
nieder. Der Mann war auf der Stelle tot. Der
Täter konnte kurz danach feſtgenommen werden.
Ein Amerikaner ohne Beine
durchſchwimmk den Kanal.
Dover. Der Amerikaner Zibelmann, ein
Mann ohne Beine, hat geſtern abend bei St.
Margaret in der Nähe von Dover die
Durch=
ſchwimmung der Calais=Meerenge begonnen.
Dieſer Mann hat die Eigentümlichkeit, beim
Schwimmen unaufhörlich zu rauchen. Er hat
alſo einen guten Vorrat Zigarken mitgenommen.
Er wird von einem Schlepper und einem
Ruder=
boot begleitet.
Der beinloſe amerikaniſche Schwimmer Zimmy
gab den Verſuch, den engl. Kanal zu
durchſchwim=
men, Samstag um 11.25 Uhr infolge
ungünſti=
ger Wetterbedingungen auf, nachdem er 18
Stun=
den lang im Waſſer geweſen war. Er hatte
48 Kilometer zurückgelegt und befand ſich etwa
13 Kilometer von der franzöſiſchen Küſte
ent=
fernt. Zimmy hatte beabſichtigt, den Kaaal in
beiden Richtungen zu überqueren.
Großfeuer in der Steinbachſchen Papierfabrik.
Aachen. Im früheren deutſchen Malmedy
brach am Freitag nachmittag in der
Steinbach=
ſchen Papierfabrik ein Großfeuer aus, das ſich
ſchnell über die Fabrikanlage, in der mehrere
tau=
ſend Arbeiter beſchäftigt wurden, ausdehnte. Die
Feuerwehren von Malmedy, Eupen, Verviers
und Lüttich bekämpften das Feuer, mußten ſich
aber auf die Sicherung der benachbarten
Stra=
enzüge beſchränken. Ein Feuerwehrmann wurde
bei den Löſcharbeiten ſchwer verletzt. Der
Sach=
ſchaden iſt noch nicht zu überſehen, dürfte aber
mehrere Millionen Franken betragen.
Eine folgenſchwere Reifenpanne.
Zwei Schwerverletzte.
Stolp. Auf der Straße Budow—Muttrin
hatte am Freitag ein Schnell=Laſtlieferwagen
eines Bütower Spediteurs eine Reifenpanne und
fuhr auf der abſchüſſigen Straße gegen einen
Baum. Der Benzintank explodierte und der
Kraftwagen ſtand ſofort in hellen Flammen.
Der Fahrer, der ſich durch Abſpringen rettete,
erlitt nur eine leichte Gehirnerſchütterung. Zwei
Mitfahrer, ein junges Mädchen und ein junger
Mann aus Bütow, deren Namen noch nicht
feſt=
geſtellt werden konnten, ſtürzten brennend aus
dem Wagen. Ein vorbeifahrender Radfahrer
er=
ſtickte die Flammen. Die Verletzten wurden ins
Stolper Krankenhaus gebracht.
Rieſenſeuer in einer Almüher Fabrik.
Troppau. Aus bisher unbekannter Urſache
brach in den Lagerräumen der Firma Pollak in
Olmütz ein Feuer aus, das in den großen
Ben=
zin= und Oelvorräten reiche Nahrung fand. Von
dem Feuer wurden auch die Lagerräume zweier
in dem gleichen Gebäude befindlicher weiterer
Firmen erfaßt. Das Fabrikgebäude brannte
bin=
nen kurzer Zeit vollſtändig nieder. Dem
Ein=
greifen der am Brandort erſchienenen acht
Feuer=
wehren iſt es zu verdanken, daß die Flammen
nicht auch auf die Nachbargebäude übergriffen.
Trotzdem beträgt der angerichtete Sachſchaden
etwa drei Millionen Kronen (faſt 400 000 RM.).
Orkan auf den Bahama=Inſeln.
Elf Todesopfer.
Naſſau (Bahamg=Inſeln). Bei einem
Or=
kan, der am 5. September, wie erſt jetzt bekannt
wird, die Inſel Nord=Abaco heimſuchte, wurden
ſechs Anſiedlungen vollkommen zerſtört. Elf
Men=
ſchenleben, fielen dem Unwetter zum Opfer.
Deutſcher Artiſt in Budapeſt lebensgefährlich
verunglückt.
Budapeſt. Der 22jährige deutſche Artiſt
Karl Koppelkam, der unter dem Namen Rocket
auftrat und ſich aus einer Kanone 30 Meter
weit und 20 Meter hoch ſchießen ließ, ſtürzte
hier=
bei einer Vorführung ſeines Kunſtſtückes auf den
Rand des Fangnetzes und von dort auf den
Erd=
boden. Er wurde lebensgefährlich verletzt.
Der neue Stadkkommandank
von München.
Oberſtleutnant Döderlein
wurde zum neuen Stadtkommandanten
von München ernannt.
Seite 12 — Nr. 253
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 11. Septemkäu
Sodos Sardia Saesleit
Vereinsſporkfeſt der Tade. Beſſungen 1865 e. V.
am 11. Hepkember 1934.
Im Anſchluß an die Werbewoche hält die Turngemeinde
Beſſungen ihr diesjähriges Vereinsſportfeſt am Sonntag, den 11.
September, auf dem Turn= und Sportplatz an der Heidelberger
Straße ab.
Die neu hergerichtete Platzanlage bietet den Intereſſenten
auf allen Kampfbahnen eine gute Ueberſicht.
Bereits vormittags um 8.15 Uhr beginnen die Kämpfe.
Be=
ſonderes Intereſſe werden ſicher die volkstümlichen Mehrkämpfe,
insbeſondere der Siebenkampf der Oberſtufe, erwecken, da ſich hier
eine Anzahl im Gau und Kreis bekannte Bewerber um die
Sie=
gespalme ſtreiten werden. Neben den Einzelkämpfen (
Vorent=
ſcheidungen) werden die Ausſcheidungsſpiele im Tennis
ſtatt=
finden. Auch hier liegen die Konkurrenten ſtark aufeinander, ſo
daß auch nicht annähernd geſagt werden kann, wem die
Vereins=
meiſterſchaften im Einzel= und Doppelſpiel zufallen werden.
Nachmittags um 14 Uhr gehen die Wettkämpfe weiter. Hier
wird beſonders auf die Einzelkämpfe (Entſcheidungen), Tennis=
ſchlußſpiele, Staffelläufe (auch gemiſchte Staffeln) auf die Spiele
der Schüler und Schülerinnen, auf den Aufmarſch der
Teilneh=
mer, Fauſtballſpiele und auf das Handballſpiel der
neugegrün=
deten Sondermannſchaft hingewieſen. Als Gegner im Fauſtball
wurde eine Mannſchaft des J. G.=Sportvereins Frankfurt
ge=
wonnen. Weiterhin finden Maſſenfrejübungen ſtatt, die noch nie
ihre Anziehungskraft auf die Zuſchauer verfehlt haben. Beſonders
erwähnenswert iſt noch das große Schauturnen der Turner
und Turnerinnen am Barren und Pferd. Gleichfalls hat ſich die
Darmſtädter Rhönrad=Sportgeſellſchaft, unter Leitung
ihres bewährten 1. Vorſitzenden Herrn Fritz Andre, in
liebens=
würdiger Weiſe bereit erklärt, mit einer Muſterriege von zehn
Fahrern anzutreten.
Trotz der Fülle des Gebotenen ſind die Kämpfe ſo eingeteilt,
daß ſie ſpäteſtens um 18 Uhr ihr Ende finden, ſo daß alſo
jeder=
mann Gelegenheit geboten iſt, ſich noch rechtzeitig zu der auf
20 Uhr feſtgeſetzten Siegerehrung einzufinden. Die
Sie=
gerehrung findet im großen Saal des Turnhauſes in der
Heidel=
berger Straße ſtatt; anſchließend für die jüngere und reifere
Ju=
gend gemütliches Zuſammenſein mit Tanz.
Handball.
T. S. V. Braunshardt — Rot=Weiß Darmſtadt.
Am heutigen Sonntag, nachmittags 2 Uhr, tragen die
Liga=
mannſchaften obiger Vereine das fällige Verbandsſpiel in
Brauns=
hardt aus. Beide Mannſchaften lieferten ſich ſtets ſpannende
Kämpfe.
Merck 1. — SV. 98 Liga=Reſerve.
Zum fälligen Verbandsſpiel empfängt die Sportabteilung
Merck die Reſerve vom SV. 98 Darmſtadt. Da beide
Mannſchaf=
ten über ſehr gutes Spielmaterial verfügen, ſo iſt mit einem
ſpan=
nenden Spiel zu rechnen. Spielbeginn 11 Uhr auf dem Platz an
der Maulbeerallee. Vor dem Spiel der 1 Mannſch. ſpielt die
2. Mannſch, gegen die 3. Mannſch. von 98 Darmſtadt, 10 Uhr.
Kreisliga Südheſſen.
Der Kampf um die Tabellenführung.
In keiner Saiſon ſeither war der erſte Platz der Tabelle ſo
heiß umſtritten, wie diesmal. Dies iſt in erſter Linie darauf
zu=
rückzuführen, daß mindeſtens ſechs der teilnehmenden 12 Vereine
bei ziemlich gleichmäßig guter Spielweiſe eine gewiſſe Chance auf
den erſten Platz haben, der von den bis jetzt ohne Punktverluſt
ge=
bliebenen Heppenheimern beſetzt wird. Der fünfte Spielſonntag
bringt nun wieder 5 prickelnde Kämpfe bei folgenden Paarungen;
Concordia Gernsheim—Starkenburgia Heppenheim;
FV. Biblis — 07 Bensheim;
V. f L. Lampertheim — Sportverein Horchheim;
SpV. Hochheim — Viktoria Neuhauſen;
Normannia Pfiffligheim—SpV. Weinsheim.
Der Tabellenführer hat eines ſeiner ſchwerſten Spiele
auszutra=
gen. Die Gernsheimer haben ſich endlich von ihrer Pechſträhne
los=
reißen können, und ihre aufſteigende Form ſollte eigentlich für
einen knappen Sieg bürgen. Natürlich wird Heppenheim mit allen
Mitteln ſeine gute Poſition zu halten verſuchen, ſo daß ein
raſſi=
ger Kampf bevorſteht. In Biblis iſt man keineswegs geſonnen,
nach der Niederlage in Heppenheim „die Flinte ins Korn zu
wer=
fen”, das heißt, den Kampf um den erſten Platz ſchon jetzt
aufzu=
geben. Der Gegner iſt faſt genau ſo gefährlich wie am letzten
Sonntag, doch ſollte auf eigenem Platze normalerweiſe diesmal ein
beſſeres Ende für die Riedleute herauskommen. Die
Begegnun=
gen in Lampertheim. Hochheim und Pfiffligheim ähneln den
aus=
giebig behandelten Schilderungen der erſten beiden Spiele ſehr.
In der Gruppe 3 Ried treffen ſich diesmal:
Alem. Groß=Rohrheim — Olympia Biebesheim;
Vorwärts Bobſtadt—Kleinhauſen;
Sporkkalender.
Sonntag, den 11. September 1932.
Handball.
11,00 Uhr:Maulbeerallee: Merck 1. — Spv. 98 Liga Reſ.
15,30 Uhr: Woogswieſe: T.G. Darmſt. 46 — T.V. Wolfskehlen.
16,00 Uhr: Müllersteich: Fr. T. G. Darmſt. 1. — Hechtsheim 1.
Fußball.
15,00 Uhr: Stadion: Sp.V. Darmſtadt 98 — Pol. Sp.V. Dſtdt.
17.30 Uhr: Arheilg. Mühlchen: Sp.V. Arheilgen A. H. — Union
Wixhauſen A. H.
Leichtathletik.
9,00 Uhr: Jug.=Leichtxathleten der 98er und Jug. des Pol. Sp.V.
Hugo Mantel, der bekannte internationale Läufer der
Frankfurter Eintracht geht nicht, wie weſtdeutſche Blätter
melde=
ten, nach Eſſen, ſondern bleibt in Frankfurt.
Leinberger, der Mittelläufer unſerer Nationalmannſchaft,
zog ſich beim Training durch den Nagelſchuh eines anderen
Spie=
lers einen Sehnenriß zu.
Berlin — Frankfurt, der traditionelle Hockeykampf,
wird in dieſem Jahre am 9. Oktober in Berlin ausgetragen.
Finnland hat für den am 9. Oktober in Paris
ſtattfinden=
den Leichtathletik=Länderkampf gegen Frankreich trotz der Haltung
des internationalen Verbandes ſeinen ſuspendierten
Weltrekord=
mann Paovo Nurmi aufgeſtellt.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 39. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
28. Ziehungstag
9. September 1932
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 10000 M. 59205
18 Gewinne zu 6000 M. 24486 80284 113980 174311 178698 199271
210977 300294 379714
12 Gewinne zu 3000 M. 158585 158660 169947 175070 192088
209528
54 Gewinne zu 2000 M. 18411 20136 41985 42098 44911 71880
106561 107406 119635 137005 151713 152065 168348 168489 170607
182119 217166 237679 2484 19 255683 295482 302341 345871 853460
358905 373445 378830
112 Gewinne zu 1000 M. 5986 7203 44642 46616 50677 52307 53562
79602 82299 86820 97848 102172 110800 112385 116954 138503
142832 143455 154904 160095 162290 171680 173702 176619 187416
191586 006043 011034 213119 223006 223562 236056 739379 940444
281020 285367 287889 591161 582636 589551 303904 306183 314166
321403 323658 334923 339774 340571 340896 348156 356401 361162
365097 374151 385665 397317
188 Gewinne zu 500 M. 11630 15173 16790 17133 26968 27015
27041 36898 45754 46492 49575 53048 68330 60931 63144 66368
68960 69064 75623 77420 88595 100147 100488 100558 107769
112856 119068 140840 141857 145727 148556 162748 159643 169895
160528 163145 170876 173890 174009 188024 188032 190844 199504
205223 205492 209884 210386 2i9245 219488 226664 227157 228116
240388 242180 243876 248403 252689 257720 260284 260954 268107
268039 279871 280810 306111 315783 323062 324806 331184 332074
333739 335685 336324 338608 338981 339673 341 108 344144 345574
346731 346749 348249 349963 354876 357798 382966 383663 388793
389651 389662 395642 396896 397746
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 75000 M. 276761
2 Gewinne zu 10000 M. 33678
8 Gewinne zu 6000 M. 70427 184801 314673 344203
10 Gewinne zu 3000 a. 45226 90188 150578 321231 321365
48 Gewinne zu 2000 M. 4084 14996 24133 65812 86402 95753
101134 106773 117803 131650 161093 176862 189628 006519 211704
221180 234532 238626 268474 272346 285986 331794 342678 374923
88 Gewinne zu 1000 a. 24887 26756 38690 56148 60988 68762
69632 109244 109667 120433 137275 144771 147640 189266 194013
201367 213069 214433 223084 228809 230362 256369 260624 258743
284390 285790 306774 322507 326441 328007 337263 539968 348123
353165 363986 359902 368612 371773 372411 374026 374731 386962
387227 397714
150 Gewinne zu 500 M. 192868 30967 33394 34700 38222 470
47037 54043 57733 71224 71692 75408 78671 88712 86378 83219
93494 98325 88933 121008 122767 130681 134093 194682 148020
149398 150841 167587 170649 171749 178068 193515 197089 207789
211964 221205 227680 229863 232774 238917 045658 2504 17 669660
260886 265746 266678 271263 076071 277547 278463 278260 581136
293165 296337 301460 303977 319450 313306 317389 322466 324170
338975 342665 844878 348141 365426 364076 378118 981658 382420
382828 385692 390887 391 123 391657
Tv. Biebesheim — Tgde. Stockſtadt;
FV. Hüttenfeld — V.f.R. Fehlheim.
Am intereſſanteſten iſt hier wohl die Begegnung der bis jetzt noch
ungeſchlagenen Favoriten in Groß=Rohrheim, deren Ausgang
offen iſt. Bei den übrigen Spielen iſt mit knappen Siegen der
Platzbeſitzer zu rechnen.
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu 500000, 100
Schlußprämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 50000, 2 zu je
10000, 18 zu je 5000, 42 zu je 3000, 66 zu je 2000. 138
zu je 1000, 238 zu je 500, 664 zu je 400 M.
Die heutige Nummer hat 20 Geiten.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge. 6: Wetter, Gym=
6.30: Gymnaſtik. 7: Wetter, Nachrichten. — anſchl.,
8: Waſſerſtand. 11.45: Zeit, Programm, Wirtſchaftsmu
Wetter. O 12: Konzert. 13.15: Nachrichten. Wetter.
Konzert. O 14: Nachrichten. O 14.10: Werbekonzert (Sag
O 15: Gießener Wetterbericht (Do. 14.55, Sa. 15.20). ℳ
Zeit, Wirtſchaftsmeldungen (Do. 16.00, Sa. 15.25). o 16.55
Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. O 19.15: Zeit, Programm.
Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 11. September
6.15: Hamburger Hafenkonzert.
8.15: Kaſſel: Morgenfeier der Ev. Freiheiter=Gemeinde,
9.15: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.:
Sängervereinigun=
nia Liederkranz 1864.
10.00: Kufſtein: Konzert auf der Heldenorgel. Prof. Ramn
10.30: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: MGV. Alsfaſſem=
MGV. Cäcilia, Güdesweiler (Saar).
11.30: Leipzig: Bachkantate: Liebſter Gott, wann werd ich5
12.00: Koblenz: Deutſche Kundgebung für das abgetrennn
und Pfalzgebiet am Deutſchen Eck.
14.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wie
14.10: Was ſoll meine Tochter werden? Geſpräch zwiſche=
Wrangel und einer Landfrau. — Direktor Hoffmam=
für den Abſatz und die Verwertung der Kartoffel.
15.00: Stunde der Jugend: Der Froſchkönig. Hörſpiel.
6.00: Mannheim: Unterhaltungsmuſik des Philharm. Orchsu
Hockey=Länderkampf
chland—Indien. 2. Halbx
18.00: F. T. Gubler: Die Rembrandt=Ausſtellung in A.n
18.25: Dreißig bunte Minuten.
18.55: Dr. Waas: Wilhelm Holzamer in ſeiner Heimat,
Todestag des Dichters.
19.20: Wetter für die Landwirtſchaft.
Anſchl. Sportnachrichten
19.30: Chanſons von Pamela Wedekind.
20,00: Altweiberſommer. Ein Spätſommerflug durch die=
Landſchaft. Hörſpiel von Friedrich Bieber.
20.40: Deutſche Reden. Frank Thieß ſpricht.
21.00: Konzert des Funkorcheſters. Leitung: H. Rosbauto
22.30: Zeit, Nachrichten, Wetter, Sport.
22.45: München: Nachtmuſik. Neues Symphonie=Orcheſter.
Königswuſterhaufen.
Deutſche Welle. Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolg;
Wetter für die Landwirtſchaft. O 6: Gymnaſtik. o 6.153,
für die Landwirtſchaft. — anſchl.: Frühkonzert. IG.
Nachrichten. o 12: Wetter für den Landwirt. — anſchl.=;
— Wiederholung des Wetterberichts. O 12.55: Nauenen
13.35: Nachrichten. o 14: Konzert. O 15.30: Wetter,
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
Deutſche Welle: Sonntag, 11. September
6.00: Funkgymnaſtik.
6.20: Hamburger Hafenkonzert,
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landru
Anſchl. Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.20: Suſanne o. Beckerath: Die Anpaſſung der
Landfr=
abſatzwirtſchaftlichen Beſtrebungen des deutſchen h
Gemüſebaues.
8.55: Morgenfeier.
Anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Friedrich Schreyvoget lieſt aus eigenem Schaffen.
11.30: Leipzig: Bachkantate: Liebſter Gott, wann werd’ ic
12.00: Koblenz: Militärkonzert.
12.30: Koblenz: Große deutſche Kundgebung für das au
Saar= und Pfalzgebiet am Deutſchen Eck.
3.40: Koblenz: Fortſetzung des Militärkonzertes.
14.00: Geh. Reg.=Rat, Finkelnburg: Jugendliche werden
Erfahrungen des Jugendrichters.
14.30: Darbietungen der Kärntner Spielſchar.
15.05: Straßen der Welt. Arno Schirokauer: Landſtraßen.
P. Schmidt=Born (Rezitation).
15.30: Aus dem Stadion: Feſt der deutſchen Schule.
16.30: J. Fehling u. J. Klepper: Was will das Theate.
für ſein Geld?
17.00: München: Hockey Deutſchland—Indien. 2. Halbz /i
17.15: Königsberg: Nachmittagskonzert.
18.00: Die Glücksritter. Eine Eichendorff=Stunde.
19.00: Deutſche Charaktere. H. Kyſer: Friedrich Ludwig
19.25: Deutſche Inſtrumentälmuſik.
19.50: Sportnachrichten
20.00: Wiener Blut. Operette von Joh. Strauß.
a. 22.00: Tages= und Sportnachrichten.
ca. 23.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Otto Kermbach.
Wekterbericht.
Das neue Tief iſt mit ſeinem Kern bis zum Nor=0u
gerückt und hat über den Britiſchen Inſeln ſowie auch
dinavien verbreitete Niederſchläge bewirkt. Obwohl d:
ihren Weg mehr in nordöſtlicher Richtung fortzuſetzen
werden ſich doch Ausläufer an ihrer Südſeite auch Ee
merkbar machen. Durch den Vorſchub ozeaniſcher Luft
ſelhafte Bewölkung auf, die vorübergehend auch gemtt
Regenſchauer mit ſich bringt.
Ausſichten für Sonntag, den 11. September: Wechſehlt
mit Aufheiterung, ziemlich warm, vereinzelte gem=
Regenſchauer.
Ausſichten für Montag, den 12. September: Weiter
wechſelhaftes Wetter mit Neigung zu leichters
ſchlägen.
Mathemat., reine u.
angew., d. akad. geb.
Lehrer. Vorber,a alle
Ziele Nachh.
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SEIRT ROLAND
af f44
720
Schildwachen der eiſernen Straßen
90 Kilometer Eisenbahnstrecke werden
Helliert.
Urt wenn irgendwo ein Eiſenbahnattentat verübt wurde
eEiſenbahnunglück paſſierte, das die Polizei und die
Muitkeit wochenlang in Aufregung hielt, erklingt von
lien die beſorgte Frage: Was tut die Neichsbahn, um
Eherheit ihrer Fahrgäſte zu gewährleiſten? Der Laie
mur an den Dienſt auf den Bahnhöfen und in den
Allen und hat keine Ahnung davon, daß noch ganz andere
un. Werk ſind, die mit größter Sorgfalt über die
Sicher=
ku Eeib und Leben der Reiſenden wachen.
igroße Organiſation der Neichsbahnpolizei hat die
Auf=
n=Streifendienſt auf der endloſen Strocke zu
ver=
ia Rcht weniger als 1600 Beamte verſehen bei der
deut=
eirhsbahn, die bekanntlich das größte Unternehmen der
Tag und Nacht dieſen Dienſt, der dazu beiträgt, daß
her Strecke von 54 000 Kilometern, auf der täglich mehr
Rtilionen Wagen verkehren, verhältnismäßig wenig
Un=
ille vorkommen. Die Reichsbahnpolizei arbeitet in den
nelen Angelegenheiten im engſten Einvernehmen mit der
Für ei. Was den Streifendienſt anbelangt,ſo verſieht die
cafmpolizei die ungeheure Arbeit der
Streckenüber=
ullein. Su den 1600 Beamten kommen noch 105
Aungsbeamte und 350 Wächter.
ig oßer Helfer der Beamten bei dem Ueberwachen der
Rif der Dienſthund, der für die Berliner Bahn=
f6
tember: 9
pereint
anderes, ob ein ſolches Cier etwa die Fährte eines Verbrechers
im Walde, auf der Landſtraße, in einem Hauſe aufzufinden hat,
wofür ihm Spuren, Stoffetzen uſw. den Anhaltspunkt liefern,
oder ob es dem ſtählernen Schienengewirr, zwiſchen den
lärmen=
den Eiſenbahnzügen, auf der Schotterunterlage des Gleiskörpers
eine Aufgabe verfolgen muß. Hier handelt es ſich freilich nicht
Da die Beamten der Bahnpolizei auch kechniſch geſchult ſind,
iſt es ihnen möglich, auch an der Lolomotive vorkommende
Un=
ſtimmigkeiten feſtzuſtellen und den Führer darauf aufmerkſam
zu machen.
um die Verbrecher= oder Vermißtenſuche wie bei den
gewöhn=
lichen Polizeiaufgaben; die perſönliche Sicherheit der
Bahn=
polizeibeamten iſt die eine, und das Verbellen Unbefugter auf
dem Bahngelände iſt die andere große Aufgabe, die dieſen
Cieren zugeſtellt wird. Unſere Bilder zeigen einige Fälle,
wo der Hund von entſcheidender Bedeutung iſt. Einmal wird
ein Drahtdieb feſtgehalten, der verſucht, von den
Celegraphen=
leitungen den früher wertvollen, jetzt freilich nur ſchwer
abzu=
ſetzenden Kupferdraht zu ſtehlen; andere Aufnahmen zeigen den
Streifendienſt und die beſonders markanten Stellen, auf die der
Beamte ſeine Aufmerkſamkeit zu richten hat: Weichen= und
Signalſtellung, Suſtand und Funktionieren von Lokomotiven und
Waggons uſw.
Es iſt ein Ueberbleibſel aus Kriegstagen, daß die
Verwen=
dung von Hunden in den verſchiedenſten Sweigen des
Sicher=
heitsweſens einen ſo großen Umfang angenommen hat. Denn
der Hund als Melder, beim Aufſuchen Verwundeter, als Füh=
aus der Dreſſuranſtalt der Deutſchen Reichsbahn in
ithkall=Berlin. Ein Beamter markiert den Dieb und iſt
auf eine Celegraphenſtange geklettert.
Röntgental ausgebildet wird. In der Neichsbahn=
Mſtalt erhalten die Ciere eine gründliche Abrichtung für
eren Aufgaben. Seinen Dienſtweg macht der Beamte
hit dem Hund, zu Euß, in den Wagen ſelbſt und auch im
zuweilen die Strocke abfährt. Auf der Strecke
kon=
ie Beamten und Wächter auch die Signale und
Wei=
eeer Kontrolle iſt zu verdanken, daß auf der ungeheu=
Ache auch Irrtümer, die hier und da vorkommen, ſofort
Mund behoben werden, bevor es noch zu einem Unglück
Bann. Das Publikum kennt ja nur immer die vollendete
uner Kataſtrophe, es kennt aber nicht die durch ſorg=
Acleinarbeit vermiedenen Unfälle.
Den ſchwierigſten Umſtänden arbeiten die Beamten
Dhe bahnpolizei. Sie haben einen gewaltigen Verkehr zu
derpäderr, denn nicht weniger als 6 Millionen Menſchen be=
Letech g ich die Bahnhöfe und Wagen der Reichsbahn. Die
Wurtt Ind ſo dreſſiert, daß ſie im Lärm und Getöſe des gan=
Driebes immer mit geſpannteſter Aufmerkſamkeit auf
Re A Gbhung achten. Mit ihrer untrüglichen Naſe finden ſie
i. Iſer, auch unter den vielen Gerüchen der Güterwagen und
ggeslicher die angegebene Spur heraus und ſind auf jede
Seisren Beamten bei ſeiner verantwortungsvollen Aufgabe
in Ukuſeslicher Helfer.
bei der Polizei, werden auch beim Streifendienſt der
LeigDslrmpolizei vorwiegend deutſche Schäferhunde oder
Dpiiton nbunde verwendet, ſchöne, ſtarke und treue Ciere von
eprbit. Klugheit und Capferkeit. Aber es iſt noch etwas
Mit ſeinem kreuen Helfer, dem Dienſthund, geht der
Bahn=
poliziſt die Strecke ab und kontrollierk hier die richtige Stellung
der Signale.
rer Erblindeter uſw. hat in und ſeit dem Kriege ſeine
Unent=
behrlichkeit bewieſen, und die Vervollkommnung von Sucht und
Dreſſur hat beſonders in Deutſchland außerordentlich erfreuliche
Ergebniſſe erzielt. Deshalb wird auch im Ausland der deutſche
Hund, beſonders der Schäferhund, in immer ſteigendem Maße
für ähnliche Swecke verwendet. Als Kurioſum mag verzeichnet
werden, daß man den deutſchen Schäferhund in England und
Amerika als „Alſatian”, d. h. als Elſäſſer, bezeichnet, weil man
nach dem Kriege, als man die großen Vorzüge dieſer Naſſe
er=
kannte und nutzbar machen wollte, ſich nicht getraute, die
deutſche Herkunft offen bekanntzugeben. Heute hat ſich
nun der damals improviſierte Name allgemein eingeführt, und
man findet die Erzeugniſſe deutſcher Sucht und Oreſſur gerade
auch bei Behörden in faſt allen Ländern.
Die beſondere Eignung des deutſchen Schäferhundes für die
verſchiedenſten Gebrauchsdreſſuren beruht nicht nur auf den
natürlichen Veranlagungen dieſer bevorzugten Hunderaſſe,
ſon=
dern iſt zugleich die Folge einer Vererbung der erworbenen
Fähigkeiten durch Generationen hindurch, Jähigkeiten, die
durch die Dreſſur neu erweckt und zu immer bedeutenderen
Lei=
ſtungen geſteigert werden. Man leſe nur einmal den
Stamm=
baum eines ſolchen Schäferhundes durch, lauter adlige Namen,
die dann beſagen, daß von den Urahnen her nur echtes
Polizei=
hundeblut in ſeinen Adern rollt.
Aber auch der urſprünglichſte Gebrauch des deutſchen
Schä=
ferhundes eben als Schäferhund, wie es ſchon der Name beſagt,
ſtellt an den Hund bedeutend höhere Anſprüche, als der Laie
ſchlechthin glaubt. Die Deutſche Landwirtſchafts=Geſellſchaft
veranſtaltet alljährlich bei ihren großen Wander=Ausſtellungen
auch ein Preishüten der Schäferhunde, bei dem man ſehen
kann, daß ein richtiger Schäferhund nicht nur dazu da iſt, einem
Schaf, das ausreißen will, ins Bein zu beißen. Im Gegenteil,
ein Schäferhund, der beißt, iſt am wenigſten zu gebrauchen,
aber mit einer geradezu muſtergültigen Exaktheit umkreiſt er
ſtändig die Herde, hält ſie beiſammen, damit die Hütung nicht
zu ſchnell und oberflächlich abgegraſt wird, paßt auf, daß das
Ueber die Gleiſe führt der Weg zu den Güterwagen.
Hütegebiet nicht überſchritten wird und die Schafe etwa
Flur=
ſchaden anrichten. Er verſteht es, die Schafe an einem
Feld=
rain entlang zu dirigieren. Das Hüten einer Stoppel, eines
Obſthanges oder im Wald verlangt eine ganz verſchiedene
Ar=
beit des Hundes.
Wir erkennen hieraus ſchon, daß in der Hütearbeit des
Schäferhundes bereits alle Grundkenntniſſe für ſeine ſonſtige
vielſeitige Verwendungsfähigkeit vorhanden ſind. Crotz dieſer
hohen Oreſſur, trotz der bewundernswerten
Intelligenzleiſtun=
gen des Schäferhundes, hat man es aber wiederholt ſchon
er=
lebt, daß die Urinſtinkte ſeiner Wolfsnatur durchgebrochen ſind.
Dann allerdings wehe der Schafherde, die in die Gewalt eines
ſolchen Hundes fällt. In ſeiner blinden Blutgier reißt dann
ein einziger Schäferhund oft Hunderte von Schafen nieder, bis
ſein Blutdurſt geſtillt iſt.
Wir aber wollen es nicht vergeſſen, daß der Schäferhund
als Polizeihund, als Meldehund, als Sanitätshund, als
Blin=
denhund und als Wächter über unſere Sicherheit im
Eiſenbahn=
überwachungsdienſt zu einem der treueſten Helfer und Genoſſen
des Menſchen wurde, immer willig, immer dienſtbereit und dank
ſeiner hervorragenden Inſtinktſicherheit oftmals in ſeiner
Ar=
beit weniger Irrtümern ausgeſetzt als der wiſſende Menſch
ſelbſt. Der Schäferhund verdient es wahrlich, daß man ihm
wegen ſeiner Verdienſte ein Denkmal ſetzt.
Die außerordentlich günſtigen Erfahrungen mit dem
deut=
ſchen Schäferhund auf allen Gebieten waren es, die auch
die deutſche Reichsbahnverwaltung veranlaßten, bei ihrem
Sicherheitsdienſt ſich in erſter Linie der Hilfe dieſes Hundes zu
bedienen. Der Hund war das erſte Haustier der Menſchen und
hat ſeit jenen Uranfängen, wo er als Jagdgenoſſe mit ſeinem
Herrn die Urwälder durchſtreifte, in gewiſſem Sinne mit den
Leiſtungen der Menſchheit auch ſein Können fortentwickelt.
Wollen Sie Warenhaus=Detektiuin werden?
Ein neues Betätigungsfeld für intelligente Frauen.
Die Frau von heute iſt immer auf der Jagd
nach neuen Berufsmöglichkeiten, denn das
Leben ſtellt ernſte Anſprüche an ſie. Oft muß
ſie Mann und Kinder erhalten. Mit Freuden
begrüßt ſie ein neues Cätigkeitsfeld. Wollen
Sie Warenhaus=Detektivin werden? wurde
neulich eine Frau von einer Berufsberaterin
gefragt. „Aber gern!” war die Antwort, „wie
macht man denn das?” — „Am beſten iſt, Sie
hören einmal als Hoſpitantin beim
Ausbil=
dungskurſus zu, dann wiſſen Sie gleich, ob Sie
ſich für den Beruf eignen oder nicht!”
Die junge Frau ſtellte uns ihre Eindrücke von
dem Cag beim Ausbildungskurſus der
Waren=
haus=Detektivinnen zur Verfügung. In ihrem
Bericht las man folgendes:
„Ein wenig Herzklopfen hatte ich doch, als
ich mich eines Vormittags in der Sentrale
des Ueberwachungsdienſtes in
Ber=
lin melden mußte. Es war ſo ungefähr das
gleiche Gefühl, wie man es wohl vor Prüfungen
hat in der Schule, man iſt neugierig und wagt
doch nicht recht den erſten Schritt ins
unbe=
kannte Land zu tun. Um 9 Uhr morgens ſtand
ich mit meinem Empfehlungsſchreiben vor dem
Leiter der Ausbildungskurſe für Warenhaus=
Detektivinnen.
Der Kriminalkommiſſar muſterte mich ſcharf,
dann fragte er liebenswürdig: „Wollen Sie ſich
als Schülerin anmelden?”
„Noch nicht — ich möchte erſt einmal ſehen,
ob ich mich überhaupt zu dieſem Beruf eigne.
Suvor noch eine Srage: Muß ich das Abitur
haben?"
„Aber nein, auf die Schulbildung kommt es
hier nicht an, nur auf den Inſtinkt und die
Be=
gabung — aber das werden Sie am beſten ja
ſehen!”
Im Unterrichtsraum ſitzen ungefähr dreißig
Frauen und Mädchen artig wie Schulkinder auf
ihren Plätzen. Eifrig kritzelt der
Süllfederhal=
ter über das Papier. Manſieht Frauen
der verſchiedenſten Berufskreiſe.
Da iſt eine abgebaute Buchhalterin, die eine
neue Exiſtenzmöglichkeit ſucht, eine geſchiedene
Frau, die zwei Kinder ernähren muß, der Mann
iſt im Ausland und zahlt nicht, eine
Direk=
trice, die den Warenhausbetrieb ſchon von der
anderen Seite her kennt —, da ſind auch ganz
junge, eben ſchulentlaſſene Mädchen, die ſich mit
Begeiſterung dieſem neuen Beruf zugewandt
haben. Freilich haben ſie nicht geahnt, daß
De=
tektivin werden in Wirklichkeit ſehr ſchwer iſt,
ſie haben die Nomantik zu Hauſe laſſen müſſen,
nüchtern iſt die Cheorie und grau die Praxis.
Ein Kriminalbeamter ſtellt Fragen, die das
logiſche Denken ſchulen ſollen. Dann wird das
Gedächtnis geprüft: eine willkürlich geſtellte
Sahlenreihe, deren optiſches Bild man eine
Minute lang in ſich aufnehmen darf, muß
aus dem Kopf wiederholt werden. Hier
ver=
ſagen ſchon einige Schülerinnen gänzlich, ebenſo
beim Wiedererkennen von Farben und Stoffen.
„Melden ſich immer viele Schülerinnen zu
den Ausbildungskurſen?”
„Ja, durchſchnittlich hundert bis
hundert=
zwanzig, von denen beſtehen aber meiſtens nur
„Wie muß ich mich denn als Detektivin
be=
nehmen?” fragte ich ſchüchtern.
„Sie fragen, wie man ſich benehmen muß?”
lächelte der Kriminalkommiſſar amüſiert, „nun,
eigentlich muß man ſich gar nicht beſonders
be=
nehmen, je unauffälliger ein Detektiv auftritt,
deſto beſſer. Einen Sherlock Holmes mit einer
Shagpfeife und einem Monokel, den gibt es nur
in Nomanen und Silmen, im praktiſchen Leben
käme der nicht weit. Wir ſind hier alles
ein=
fache, unauffällige Leute, die erſt ihr Handwerk
gründlich lernen müſſen, ehe ſie in die Praxis
gelaſſen werden. Es melden ſich immer eine
Menge Damen, die das Seug in ſich ſpüren,
Detektivin zu werden, aber die Prüfungen
be=
ſtehen nur wenige. Aber bitte, hören Sie einen
Vormittag zu, der augenblickliche Kurſus ſteht
kurz vor der Abſchlußprüfung, wir machen ſchon
ziemlich ſchwierige, pſychotechniſche
Experi=
mente.”
fünfzehn bis zwanzig die Abſchlußprüfung. Die
meiſten müſſen ſchon bei der Aufnahmeprüfung,
die einige Intelligenzfragen zu beantworten
auf=
gibt, ihren ſchönen Wunſch, Detektivin zu
wer=
den, aufgeben! Dafür haben dann aber die
an=
deren, die Calent haben, beſſere Chancen, weil
die Konkurrenz nicht ſo groß iſt!“
„Wie lind die Ausſichten nach
beſtandenem Examen ?”
„Für die heutige Seit im Vergleich zu
an=
deren Berufen noch verhältnismäßig gut. Die
großen Warenhäuſer fordern immer wieder
ge=
prüfte Detektivinnen an, die Gehälter bewegen
ſich zwiſchen 150—200 Mark!”
Die Unterrichtsſtunde nahm ihren Fortgang.
Die Cür öffnete ſich, ein Herr trat ein und ſetzte
ſich auf einen Stuhl, ſo daß alle Schülerinnen
ihn genau ſehen konnten.
„Aha, unſer Caſchendieb!” lachte der
Krimi=
nalkommiſſar, „natürlich nur theoretiſch! Meine
Rotſiegel.
Von Eugen Gürſter.
Als wir uns am Morgen von Floriano Salles
verabſchiedeten, der uns drei Negentage auf
ſeiner Nanch beherbergt hatte, marſchierte ein
Crupp Landarbeiter auf die Maisfelder hinaus.
Unter den dunkelfarbigen Köpfen der Indios
fiel uns das hellere Geſicht eines bärtigen
Arbeiters auf, der am Ende des Suges
mar=
ſchierte und deſſen rechte Hand, die muhſam den
Griff der Spitzhacke umſchloß, eine ſchwere
Verſtümmelung ſehen ließ. Floriano Salles
er=
riet unſer Intereſſe: „Ein Oeſterreicher, meine
Herren, der einzige Europäer unter meinen
Arbeitern!” Als jemand aus unſerer
Jagd=
geſellſchaft Sweifel äußerte, ob ein Mann mit
einer verkrüppelten Hand zur Feldarbeit tauge,
kniff Salles die rotgeränderten Augen noch
kleiner zuſammen und ſteckte ſeine ausgegangene
Pfeife ſchnaufend in Brand: „Sie haben Necht”,
kaute er hervor, „Notſiegel nützt mir nicht das
Geringſte. Wenn einer ſchon mit der linken
Hand arbeiten muß, du lieber Himmel! Aber
der Mann hat ſein Eſſen bei mir und mehr
Lohn im Monat, als er mir im Jahr
ein=
bringt!”
Floriano Salles war in der Umgegend als
Geizhals und Leuteſchinder verſchrien. Und
ausgerechnet er fütterte einen unnützen Eſſer
auf ſeiner Nanch, einen Krüppel, einen
Aus=
länder? Wie kam der Oeſterreicher nach Boa
Viſta? Da Salles gerade von ſeinem
Inſpek=
tor, einem kurzbeinigen Meſtizen, in das
Guts=
haus gerufen wurde, konnte ich unbeobachtet
dem Crupp der Seldarbeiter folgen, die bereits
einige hundert Meter Vorſprung hatten.
End=
lich hielt ich neben dem weißen Arbeiter; daß
ich ſchwer atmend mit ihm Schritt zu halten
verſuchte, ſchien er nicht zu ſpüren. „Wir ſind
Landsleute”, ſtieß ich ungeſchickt hervor. Der
Mann wandte nicht einmal den Kopf. „
Viel=
leicht kann ich drüben einen Gruß für Sie
be=
ſtellen, Herr Notſiegel?‟ Der Arbeiter ſchüttelte
unwillig den Kopf. „Nein, nein.‟ Das ſtieß er
beinahe zornig hervor. Beſtürzt blieb ich ſtehen.
Haſtig marſchierte der Arbeitertrupp den
Mais=
feldern entgegen. Was war los mit dem Mann?
Jetzt ſchlugen die Stimmen meiner Freunde
an mein Ohr, es war Seit, weiterzureiten; vor
Einbruch der Dunkelheit mußten wir in
Coriti=
banos ſein.
Am nächſten Cage kam ich in der Kneipe
Eſtrella in Coritibanos mit dem Landmeſſer
Laiſo ins Geſpräch, der auf Salles” Nanch als
eine Art Inſpektor gearbeitet hatte. Als ich
merkte, daß der Landmeſſer den Oeſterreicher
in Boa Viſta kannte, beſtellte ich Wein, viel
Wein; Laiſo war ein Crinker, und ſo bekam ich
Notſiegels Geſchichte zu hören. Laiſo ſtürzte
ein Glas nach dem anderen hinunter, ſeine
Backen liefen an, er berichtete ohne Ordnung,
nahm plötzlich den Schluß der Geſchichte
vor=
aus, ſprang unvermittelt an den Anfang zurück
und ließ am Ende ſeines Berichtes den
wein=
ſchweren Kopf auf die Ciſchplatte krachen.
Franz Notſiegel, Regierungsrat im K. u.
K. Eiſenbahnminiſterium, kam zwar mit einer
in Fetzen geſchoſſenen Hand aus dem Welkrieg
nach Hauſe, aber ſeine Lebensgläubigkeit war
heil geblieben, und eine tolle Menge neuer
Pläne kreiſte in ſeinem Kopf. Seine Frau mußte
immer nur abwehren; das unſinnige Projekt
„Werden die ertappten Diebe immau
der Staatsanwaltſchaft übergeben?”
„Nein, in jedem Warenhaus iſt eine
thek, in der „Namen und Signalem.
Warenhausdiebe verzeichnet ſind.
Befi=
der Name der Feſtgeſtellten noch niche
Kartothek, und iſt nur eine Kleinigkeitt
len worden, ſo läßt man die Leute meili
laufen, ſie müſſen aber einen Neverst 176h
ſchreiben, daß ſie nie wieder in ihrem 2
Damen, ich laſſe Ihnen zehn Minuten Seit, ſich
den Mann genau zu betrachten, Notizen aber
dürfen nicht gemacht werden. In zehn Minuten
wird ſich der 2ulann in das große Warenhaus
von W. begeben. Er wird im Erfriſchungsraum
eine Caſſe Kaffee trinken, Sie haben nun die
Aufgabe, den Mann aus dem Publikum
her=
auszufinden, ihm einen Brief zu überreichen und
ſich wieder hier einzufinden. Die Hauptſache iſt,
daß das Ueberreichen des Briefes völlig
un=
auffällig geſchieht, das Publikum darf nichts
von dem Vorgang bemerken. Länger als eine
Stunde Seit wird nicht gegeben!”
„Bitte, Herr M., entfernen Sie ſich jetzt!”
Der Mann verließ den Naum. Kaum hatte er
die Cüre hinter ſich geſchloſſen, da fragte der
prüfende Kommiſſar: „Was hat der Mann
eigentlich für eine Krawatte getragen, trug er
einen ſteifen oder einen weichen Kragen?”
Aus=
gerechnet mich mußte der Kommiſſar fragen.
Was für eine Krawatte? Darauf hatte ich
natürlich nicht geachtet. Ich hatte mir das
Ge=
ſicht des Mannes zwar ganz genau angeſehen,
ich wußte auch, daß er dunkle und keine
blon-
den Haare hatte, auch daß er keinen
Schnurr=
bart trug, das wußte ich noch genau — aber die
Farbe der Krawatte wußte ich nicht mehr, ich
hatte nicht die leiſeſte Ahnung.
Beſchämt geſtand ich dies ein. „Ja, ſo etwas
iſt ſehr wichtig! Vor allen Dingen muß man
die Geſichter der Menſchen behalten können,
wen man einmal geſehen hat, den muß man
ein=
regiſtrieren können. Ein Dieb, der öfter in
dasſelbe Warenhaus kommt, zieht ſich immer
anders an, da muß man ſich ſchon das Geſicht
einprägen oder ſonſtige Eigentümlichkeiten.”
„Warum werden im Warenhaus gerade
Frauen für den Poſten eines Oetektivs
be=
vorzugt?”
Weil in Warenhäuſern meiſt Diebinnen
ar=
beiten, und eine Frau weniger auffällt als ein
Mann. Grade an den Ständen, wo Strumpfe,
Kleiderſtoffe, Reſte uſw. verkauft werden, blüht
das Gewerbe der Diebe und Caſchendiebe, und
hier iſt es vorteilhafter, eine Dame arbeiten zu
laſſen. Meiſtens machen die Detektivinnen es
folgendermaßen: ſie miſchen ſich als
Käuferin=
nen unter das Publikum, kaufen auch oft zum
Schein etwas und beobachten dabei ihre
Um=
gebung. Haben ſie eine Diebin entdeckt, ſo
bit=
ten ſie ſie unauffällig, ihr zu folgen. Meiſt mer=
Warenhaus betreten werden. Faßt mo.
zweitesmal, ſo erſtattet das Geſchäft Bu
Inzwiſchen waren die erſten Damen mi
Patrouille zurückgekommen. Nur acht
gelungen, den Mann im Erfriſchungsrr.
Warenhauſes wiederzuerkennen und
Settel zu überreichen. Vier Damen
errötend, ſie hätten einen fremden B)
angeſprochen, das ſei ſehr peinlich gern
Als ich wenige Minuten ſpäter das
der Potsdamer Straße in Berlin vesi
wußte ich, daß ſich hier eine neue ErN no zu entg
quelle für die intelligente Frau erſchlog
— Der Weg iſt weit, der zu ihr führt,
ant ireh
Siel lohnt ſich.
ſie ſeit
Die Ausrede. alf Bieieh
ingelt,
Von E. van Lidth de Jeude.
inen Stoß Bri
Daß Frau Brinkmann endlich böſe adſter Cagen verhei
nen Freund Erich geworden iſt, iſt ſo Amun an ihren M‟
men:
wir hat denn de
Erich Frommer iſt ein ſehr netter jungar fü loch gar nicht
von noch nicht 30 Jahren. Er hät es.
Stellung, etwas Geld, von einer Canteig./
das er mit Umſicht verwaltet, ein angen
Aeußere und eine unzerſtörbare gute 201
Frau Brinkmann hat drei heira/
Nichten, und darum iſt ſie andauernd
Jagd nach Männern für die jungen Pn‟
So wie ein Jäger auszieht mit dem Plo
Faſan oder einen Haſen zu erlegen, ſo0
die gute Cante jeden neuen Cag mit der
Vorſatz, einen Mann für eine der drei
in ihren Netzen einzufangen.
e
Erich Frommer geht ziemlich viel ar
A
ſo war er oft auf den Cees und Bridga/4
den zu ſehen, die Frau Brinkmann reel
arrangierte.
Bis er bemerkte, was für Neben.
die menſchenfreundliche. Dame hatte, der
war nichts für ihn. Er fand die Nich /
nett, aber vom „Nettfinden” dis zum 2
iſt ein weiter Schritt. Erich dachte nm)
Heiraten, er gehörte zu den ſchlechtem
nern, die die Anſicht des Engländers te
geſagt hat: „Solange ein Mann ledig iſt/
ein angenehmes Leben, und ſobald er
ratet iſt, beginnen die Schwierigkeiten.
„Er wollte nicht heiraten, und vor all E
gen wollte er nicht auf ſo geriſſene W‟
der Cante gekapert werden.
Alſo lehnte er fortan alle Einladunn
Frau Brinkmann ihm zukommen
liel=
kend ab.
Solange ſie ihn ſchriftlich einlud, n7
Ablehnung natürlich eine einfache
Saa=
brauchte dann nur höflich zurückzuſen
„f ü, vorſätich
daß er zu ſeinem größten. Bedauern
ve=
nr.) mit Geldſtr
lei, der liebenswürdigen Einladung E ſiynis dis u
leiſten. Schwieriger wurde es erſt, alt
Mift gug tritt i.
Brinkmann ihn telephoniſch bedrohte-
Erich iſt ein braver, ehrlicher Jung ” Mieſt a
ſo ſind die Verkäuferinnen oder die
Neſſort=
herren verpflichtet, Beiſtand zu leiſten. Doch
die meiſten laſſen ſich ruhig abführen, denn
ent=
wiſchen können ſie ja nicht mehr.”
ken die anderen Käufer gar nichts von dem
Vorfall. Leiſtet die Ertappte aber Widerſtand,
durchaus nicht gewandt in der Handhab aullehel” fragte
Aus fömte ich
ſogenannten Geſellſchaftslügen.
Ich bin ein paarmal Seuge geweſen, 19. ae hohe Straf
von Frau Brinkmann angerufen wur 7., Migen gebe
er war dann wirklich zu bedauern, wieae) Bie z Ofnen,
am Celephon wand, um den Schlingern! 4,befugterwei
Verführerin zu entgehen. „Wie, ſage
Möu als Ehemann
gnädige Frau, nächſten Donnerstag!
mir ſchrecklich leid, aber da bin ich ver aAMer” heite an
Sehen Sie, es kommt ein Onkel von ruuct L0her
Indien. Sie wußten gar nicht, daß ien
eines Ozeanfluges, den er mit einem
Kriegs=
kameraden unternehmen wollte, hatte ſie ihm
glücklich aus dem Kopfe geredet, aber daß das
kleine Nachkriegsöſterreich einem Manne von
ſeinem Lebensdrang keine Chancen mehr biete
. . . den Gedanken hätte ihm Gott ſelbſt nicht
aus dem Kopfe reden können. Wie um ſeinen
Bedenken und Hoffnungen neue Nahrung zu
geben, kam in dieſer Woche ein Erlaß der
Ne=
gierung heraus, in dem allen Beamten, welche
freiwillig aus dem Negierungsdienſt ſcheiden
wollten, eine einmalige Abfindung von
be=
trächtlicher Höhe in Ausſicht geſtellt war. Vor
Notſiegels Augen flimmerte die in der Seitung
angegebene Sahl; zum Ceufel, mit einer ſolchen
Summe mußte draußen in der Welt etwas
an=
zufangen ſein! Nicht in Oeſterreich, wo man
ringsherum an dumme Grenzen ſtößt . . .. wo
einem nichts als feindſelige und grämliche
Men=
ſchen über alle Gaſſen laufen! Aber war für
40 000 Schilling nicht drüben, über dem Meer,
in den weiten Näumen von Südamerika,
Land=
zu bekommen, Land, das nur auf den wartete,
der es mit ſeiner Arbeit bewältigte?
Natür=
lich mußte man ſicher gehen, der Frau und des
Kindes wegen ſchon; und Notſiegel, dem die
dunkelgrüne, trächtige Nacht der
ſüdamerika=
niſchen Urwälder vor den Augen geiſferte,
rannte treppauf, treppab bei Konſulaten und
Auswanderungs=Beratungsſtellen. In Braſilien,
verſicherte man ihm, ſei fruchtbares Land billig
zu erſtehen. Mit Geld in der Caſche könne man
die Ueberfahrt ruhig riskieren; man gab ihm
ſogar die Anſchrift eines Grundſtückmaklers
in Rio de Janairo mit.
Als ſeine Frau, von einer plötzlichen,
pani=
ſchen Angſt geſchüttelt, einmal ſpät in der Nacht
aufſtand und in das Arbeitszimmer ihress 7, Ales gut
nes ging, fand ſie ihn über Karten und 1 .8 in der
gebeugt; er bemerkte ihr Eintreten zuerl:0. Ntregen
ann ergriff er die Spezialkarte von Sütl”. M0 ein An
lien, die vor ihm lag, und ſprudelte ihr2 /h-Mpricht: ein
ſtert etwas von Eiſenbahnlinien und Vr1 Lrande d
läufen vor, die er bereits auswendig imn / — Suckerr
hatte. Als die Frau ſich beklommen u
los entfernte, hörte ſie, wie er im 2ul 79 ggricht
Abgehen portugieſiſche Vokabeln o
lernte. Jetzt hätte man eher ein Veniſl
vollen Lauf aufhalten, als Franz vol
Nückkehr in ſein Bureau im Eiſendi,
ſterium ſprechen können. Am nächſten 27
ſuchte er ſeine ängſtliche Frau mit he‟.
Worten zu beruhigen; zunächſt wird ſe
mit dem Kind in Wien bleiben müſſenn
ſpürt, es iſt ihm ſelbſt leid, er hängt al
aber er wird ſie bald nachkommen 1a,0
freut ſich jetzt ſchon darauf. Natürlich Mi.
Herrenhaus fertig ſein und die Stallunge
gebaut, und farbige Diener muß ſie ſel‟
ſtändlich auch haben; ſo eng, wie hier i !
wird es drüben nicht mehr zugehen. 2i0
mal ein Mädchen kann man ſich hier
bitte, kommt ſie hier in Wien überh90l!
aus der Küche heraus? Die Frau la0
weint über ihren tollen Mann; vielleicht
Necht, tüchtig iſt er, und Geld hat er Ae
kommen. Hier in Wien wird es je9e
grauer — darf ſie ihn zurückhalten?
Als ſie lich am Weſtbahnhof verabl
weint auch Franz. Nur etwas Geduld.
ihr zu. Sie ſoll ſich einen Moment v9l
wie es ſein wird, wenn er ſie drüben 0l
abholt? Gott ſei Dank, jetzt lacht ſe
und jetzt iſt der Sug auch ſchon weg.
onfz! Indien hatte? . . . Sch auch nicht,
ich 19 ich pußte nicht, daß er auf der
Heinae war.”
Syuuste der arme Erich immer nach neuen
Ausicten ſuchen, die meiſt nicht ſehr
über=
ſzeugug waren. Aber die Bombe kam erſt
zum /usen, als Erich von einer anderen
Famncl z um Abendeſſen eingeladen war, und
ſch Aweusſtellte, daß auch Srau Brinkmann zu
den räiet gehörte.
Koh atte ſie Erich entdeckt, als ſie auf ihn
tzuſtelsge und ſagte: „Guten Cag, Herr
From=
mer. „9lt.ſchön, daß man Sie auch mal
wie=
der Irit
Errüverbeugte ſich und murmelte ein paar
amversſtil liche Worte.
„E31 ja ſchrecklich lange her, daß ich das
im Verg zuon hatte, Sie bei mir zu ſehen”, fuhr
Fraug!fakmann fort, und Erich ſah die
Ge=
ſehr hafkommen.
„Aünun mache ich auch gleich von dieſer
hünſtäg Gelegenheit Gebrauch, Sie
einzu=
aden 99. nun entgehen Sie mir nicht mehr”.
Lpgten rnit ihrem einnehmendſten Lächeln.
Erich erkannte, daß es tatſächlich Mühe koſten
würde, aber er beſchloß, ſein Leben ſo teuer wie Die einſamſte Frau der 4well
möglich zu verkaufen.
„Dienstag haben wir unſeren Bridge=
Es iſt ſehr ſchwer, einen Beſuch bei Fernande
Von Senta Neckel:
Abend, und ich brauche noch ein paar Herren.”
„Dienstag abend gehe ich ins Cheater”,
un=
terbrach Erich ſchnell.
„Das iſt ſchade. Aber dann Samstagabend.
Ich rechne beſtimmt auf Sie für Samstagabend.
Es wird ein bißchen getanzt.”
„Es tut mir leid, gnädige Frau,” ſtotterte
Erich, „aber Samstag habe ich ein Diner .
bei der Familie . . . nein, Samstag kann ich
unmöglich.”
„Dann lege ich Beſchlag auf Sie für die
Cocktailpartie am Montag in 14 Cagen.”
Der arme Erich ſtand blaß und nervös in
einer Ecke, als er mit höflichem Lächeln
ſtam=
melte:
„Das trifft ſich ſehr ſchlecht, gnädige Frau,
aber auch an dieſem Cage kann ich nicht ...
da muß ich beſtimmt . . . zu einem
Be=
gräbnis.."
Und da iſt ſie endlich böſe weggegangen.
Dauf ſie ſeine Briefe leſen?
der Srfatz des Briefgeheimniſſes. — Wenn die Ehefrau die Briefe an ihren Maun öffnet.
Esü)t geklingelt, der Briefträger kommt
nd g.heirten Stoß Briefe ab. Frau Hilde, ſeit
ſerzer) Cagen verheiratet, betrachtet
neu=
ſerigü ven an ihren Mann adreſſierten Brief.
Nanuver hat denn da geſchrieben, die Schrift
euneri ſoch gar nicht!”
Eims mei, drei iſt der Brief geöffnet. Dann
in heilte Aluflachen! Mit dem geöffneten Brief
eht ſier ihrem Mann. „Du, Karl, denk” mal,
Aſchkut dir dein Freund Peter ..
Deu hemann Karl iſt ſtarr: „Haſt du
viel=
ſcht de Brief, der an mich adreſſiert war,
ſigermat?"
Frau Ylde ſchüttelt verwundert den Kopf:
Abern jurum denn nicht, ich bin ja ſchließlich
ine UFrul”
„Dclstlb darfſt du noch längſt nicht Briefe
ſinenn ie nicht an dich adreſſiert ſind. Haſt du
ich zu etwas vom Briefgeheimnis
Mörtn4
,BRizeheimnis gibt es aber doch zwiſchen
heleute nicht!”
„Dc iſt du im Irrtum, mein Kind! Das
trafckelzbuch lautet im § 299: Wer einen
eſchſtlnen Brief oder eine andere
verſchloſ-
ne U tnde, die nicht zu ſeiner Kenntnisnahme
eſtimmt iſt, vorſätzlich und unbefugterweiſe
ffnet ird mit Geldſtrafe bis zu 300 Mark
der 4 beingnis bis zu drei Monaten beſtraft;
ſe Vünlgung tritt nur auf Antrag ein”.
„Di0 bnnteſt alſo jetzt beantragen, daß ich
eſtratt erde?” fragte Frau Hilde erſchreckt.
„aß 4s könnte ich — allerdings würde wohl
ür di/ hceine hohe Strafe dabei
herausſprin=
en. mübrigen gebe ich dir die Erlaubnis,
heine Aiefe zu öffnen, hiermit offiziell. Du
annſt F (o „befugterweiſe” jetzt meine Briefe
ufmauta!”
„Abhaduu als Ehemann kannſt doch wohl
hne Iieres meine an mich adreſſierten Briefe
ſineng Nänner werden vom Geſetz doch
im=
ſer biprzugt!”
Orüße geht alles gut. Land iſt zu haben,
Wd büMliſt es in der Cat. Die Auskünfte
ſoben Eiht getrogen. Schon nach acht Cagen
gte 1im ihm ein Angebot vor, das ſeinen
Wünſuuhe entſpricht: ein größeres Gebiet im
Naatae Jio Grande do Sul, der Aubiennufluß
mehn veit, Suckerrohr und Cabakbau ſind
9ath das noch unbehauene Waldgebiet in
Ach verſpricht bei einiger Mühe
Piaſſa=
ern a 10 Kautſchuk; eine Eiſenbahnlinie in
G0en, ſoll in anderthalb Jahren fertig
othſßel legte dem Makler 25 000 Schilling
beeiſch; es bleibt noch Geld, um zu
en.5 Die Indios ſtaunen, wie der weiße
U der verkrüppelten Hand arbeiten
benn der Herr ſo mitſchafft, kann man
er3 julenzen. Nach einem Jahre iſt ein
WerisStück Wald mit der Axt umgeſchla=
Q2merkwürdige geſchweifte Sichel der
geb men hat mit dem wuchernden Unter=
W Urwaldgeſtrüpp, aufgeräumt; was
W CAuroden iſt, wird niedergebrannt, das
Wr ei½ jruchtbaren Boden; jetzt kann auf
Nen wust Feldern, die ihm gehören, die erſte
NeScn eingebracht werden. An ſeine Frau
oreibkt überglücklich von den erſten Erfolgen
Nuer Abeit; nächſtes Jahr, wenn der Hof ſteht
ind Ziletaile, wird er ſie zu ſich holen.. Für
Ein San reicht das Geld ja noch, das er ihr
Mrück Eseien hat. Im Kalender ſtreicht er jetzt
Don ihCage an und ſchuftet härter und aus=
Nauerny, als ſein letzter Cagelöhner.
SarA iem Jahr ſind die Stallungen gebaut,
De3i Polen freſſen an der Raufe; jetzt
Nacht T A das Herbeiſchaffen der Laſten keine
Schwigke iten mehr, er hat bereits 15 Maul=
Doch der Ehemann ſchüttelte lächelnd den
Kopf: „Vor dieſem Paragraphen ſind Mann
und Frau gleich, — wenn du mir nicht ebenfalls
offiziell die Erlaubnis erteilſt, das
Briefgeheim=
nis zwiſchen uns aufzuheben, dann dürfte ich
deine Briefe nicht anrühren. Allerdings gibt
es da eine Ausnahme . .
„Wo iſt die Hintertür?”
„Das iſt keine Hintertür — ſondern dieſe
Ausnahme iſt im Sinne eines geordneten
Fami=
lienlebens nur gerecht: wenn ich nämlich den
begründeten Verdacht hätte, daß du einen
Briefwechſel führſt, der mit deinen Pflichten
als Ehefrau nicht in Einklang zu bringen iſt,
und wenn ich meinte, daß die an dich gerichteten
Briefe mir darüber Aufklärung geben könnten,
ſo habe ich das Necht — du im gleichen Falle
natürlich auch! — deine Briefe zu öffnen!”
„Nun, das wird wohl zwiſchen uns beiden
nicht nötig ſein. Uebrigens kann ich mich
er=
innern, daß meine Mutter alle meine Briefe
las, die an mich kamen. Das war mir
manch=
mal gar nicht recht. Du weißt ja, daß man als
Backfiſch öfter mal einen Brief bekam, in dem
man angeſchwärmt wurde — es war mir immer
peinlich, wenn Mutter ſolche Briefe las. War
das eigentlich auch eine Verletzung des
Brief=
geheimniſſes?”
„Nein, die Eltern haben das Necht, die
ſämtlichen Briefe, die an ihre Kinder kommen,
zu leſen — wenigſtens bis zur Großjährigkeit
ihrer Kinder; das iſt Erziehungsrecht. Es gibt
ſogar Jälle, wo Eltern noch über das 21.
Le=
bensjahr der Kinder hinaus das Necht haben,
den Briefwechſel zu kontrollieren.”
„Aha”, lachte Frau Hilde, „daher kommen
die vielen poſtlagernden Briefe der
Back=
fiſche!"
„Wahrſcheinlich !"
Der Briefträger war während dieſer
Unter=
redung bis zum vierten Stock geſtiegen, wo er
einen Brief an Herrn Schulze abliefern wollte.
Dieſer Herr Schulze aber war nicht
aufzufin=
den, und deshalb mußte der Briefträger dieſen
Brief als „unbeſtellbar” wieder mitnehmen. Da
aber auf dem Kuvert kein Abſender ſtand,
mußte die Poſt den Brief öffnen, um ſo den
Abſender ermitteln zu können. Die Reichspoſt
jedoch kann man nicht wegen Verletzung des
Briefgeheimniſſes belangen — denn die Poſt
hat jederzeit das Necht, unbeſtellbare
Sendun=
gen zu öffnen.
Doch die Ehefrau darf nicht ſo ohne weiteres
die Briefe ihres Mannes aufmachen — denn
jeder Menſch hat das Necht auf ein
Eigen=
leben, ſelbſt in der allerglücklichſten Ehe
eſel im Schuppen ſtehen. Am Vorabend des
Feſtes Maria Himmelfahrt ſteht er hoch oben
im Gebälk des Gutshauſes und hilft mit, den
letzten Balken in den Dachſtuhl einzufügen. Als
er einmal während der Arbeit links und rechts
die fruchtſchweren Felder mit dem Blick
um=
ſpannt, die er dem Urwald abgetrotzt hat, wirft
er ſeine verſchoſſene Hand mit einer mächtigen
Gebärde trotzigen Criumphes gegen den
Him=
mel. Wenn das Dach eingedeckt iſt, geht der
Brief an die Frau in Wien ab, der ſie als
Herrin des Hofes auf ſeine Nanch herrufen
wird!
Am Cage nach Maria Himmelfahrt werden
zwei Reiter zwiſchen den Maisfeldern ſichtbar;
ſie reiten immer näher auf das Haus zu, bei
deſſen Bau Notſiegel mithilft. Den einen der
beiden Reiter kennt er, es iſt der Chef des
Diſtricto, zu dem ſein Beſitz gehört. Der
Be=
amte grüßt mürriſch zu ihm herauf und bedeutet
ihm mit einer merkwürdig entſchiedenen
Arm=
bewegung, er möge vom Dachſtuhl zu ihnen
herunterkommen. Der auf dem Schimmel iſt ein
Cariboca, ein Portugieſenmiſchling, der
ſpöt=
tiſch vom Pferd auf Notſiegel herunterſchaut.
Der begreift lange Seit nicht, was die beiden
Reiter von ihm wollen. Bis der Diſtriktschef
ärgerlich wird und dem vom Donner Gerührten
mitteilt, ſein Kaufbrief gelte nicht, und das ganze
Gebiet, an dem er ſeit zwei Jahren arbeitet,
gehöre dem Schimmelreiter. Der Oeſterreicher
ſtürzt mit wankenden Knien in das Haus und
raſt mit ſeinem Kaufbrief zurück. Der
Schimmel=
reiter lacht nur, ſeine Sähne blitzen bösartig
wie zwei Hauer. Er, reißt das ſchmutziggelbe
Hemd auf und zerrt ſeinen eigenen Kaufbrief
hervor, der iſt zwanzig Jahre älter. Notſiegel
Monteros zu machen, denn ſie wohnt abſeits
aller Welt, und ſie will auch gar keine Beſuche
haben. Sie iſt eine Freundin der Einſamkeit,
man darf ſie nicht ſtören, nur durch
Vermitt=
lung eines ſpaniſchen Polizeikommiſſars gelang
es mir, die „einſamſte Frau der Welt” zu
be=
ſuchen.
Fernande Monteros lebt am Cap Noca.
Heiß brennt die Sonne Cag für Cag auf dieſen
kahlen Felſenvorſprung an der Küſte Spaniens,
der Miſtral trägt, die heißen Sandwinde von
Afrika herüber, im Winter regnet es
wochen=
lang. Ganz in der Ferne ſieht man an klaren
Cagen die Schneeberge der Sierra Nevada.
Cap Noca, das iſt wohl die troſtloſeſte
Ge=
gend Südweſt=Europas. Hier lebt Fernande
Monteros ſeit fünfzehn Jahren als Witwe des
Leuchtturmwächters. In dem faſt viereckigen
grauen Curm iſt ſie zu Hauſe, fernab von allen
Menſchen. Abend für Abend bedient ſie die
Lampen des Leuchtturmes mit einer
Regel=
mäßigkeit, die für dieſe Arbeit vorgeſchrieben iſt.
Sie ſpricht nicht viel, ſie hat das Sprechen in
ihrer Einſamkeit verlernt. Früher einmal, da
war ſie eine fröhliche Frau, Südſpanierin aus
der Gegend von Barcelona — aber ſeit dem
Cag, als ihr Sohn nach Nordafrika ging, nach
Marakeſch, der Hölle der Fremdenlegionäre, da
hat ſie das Sprechen verlernt. Sie war froh,
als ihr Mann den Poſten am Cap Noca bekam,
und als er nach einem halben Jahr plötzlich
ſtarb, da blieb ſie dort in der Einſamkeit und
verſorgte die Lampen des Leuchtturms.
Fernande Monteros hat ſchneeweiße Haare,
ſie kann noch gar nicht ſo ſehr alt ſein, aber
man wagt nicht, ſie zu fragen, man darf
über-
haupt dieſe Frau nichts fragen, man muß
war=
ten, ob ſie einem etwas erzählt.
In dem kleinen, runden Curmzimmer mit den
großen Fenſtern, die aufs Meer ſehen, hat ſie
den Ciſch gedeckt: ein rotes, grobes Leinentuch,
Butter, Brot und Kaffee mit Siegenmilch. Sie
deutet ſtumm auf einen Stuhl und ſchenkt den
Kaffee ein.
„Schön haben Sie es hier!. Das Meer und
die friſche Luft — und die Einſamkeit!”
Sie nickt.
„Was iſt da hinten in der Ferne für ein
Ge=
bäude? Ein Kloſter?"
„Ja und nein, eine Lepraſtation!
Nonnen ſind da die Pflegerinnen, früher iſt es
mal ein Kloſter geweſen, aber jetzt ſind nur
Kranke dort! Es ſoll die größte Lepraſtation
in Spanien oder — beſſer geſagt — in ganz
Südweſt=Europa ſein. Ich weiß es nicht, aber es
ſollen viele dort ſein, vielleicht hundert oder
noch viel mehr.”
iſt ſo aufgeregt, daß er das portugieſiſche Idiom
der beiden immer ſchwerer verſteht. Daß er
ſein Land von einem Schwindler gekauft hat,
dem es gar nicht gehört hat, begreift er erſt
allmählich. Der ältere Kaufbrief des Cariboca
hat ältere Nechte an das Land . . . . an ſein
Land. Der Schimmelreiter verſteht keinen
Spaß: „Amanha, amanha”, ſtößt er immer
wieder zwiſchen den Sähnen hervor, das heißt,
morgen muß er alles räumen, ſeine Felder,
ſeine Stallungen, ſein Gutshaus. Nichts, nichts
gehört mehr ihm. Als er in ſeine Kammer
zu=
rückwankt, ſind die beiden Reiter längſt
zwi=
ſchen den endloſen Maisfeldern des Landes
verſchwunden.
„Der arme Ceufel ahnte nicht”, ſchloß
Land=
meſſer Laiſo ſeinen Bericht, „daß es hier in
Braſilien kein Grundbuch gibt. Ich wette mit
Ihnen, mein Herr, Campos Peixoto, dieſes
Schwein von einem Cariboca, wußte ganz
ge=
nau von dem Schwindel, den er mit ihrem
Landsmann getrieben hat. Es hat ihm
viel=
leicht einen teufliſchen Spaß gemacht, zuzuſehen,
wie ſich der fleißige Krüppel Jahr um Jahr in
der Sonnenglut abſchuftete . . . wie die Felder
gediehen und die Häuſer in die Höhe ſchoſſen
.. . Und dann ſtreckte er eines Cages ſeine
Pranke aus und nahm alles, alles für ſich. Er
bekam es ja ganz umſonſt! So ein Hund! Ob
der Oeſterreicher zum Gericht gelaufen iſt?
Natürlich iſt er, aber . . . .‟ Eine verächtliche
Handbewegung Laiſos beendete den Satz, „Acht
Cage nach dem Prozeß kam ich durch
Coriti=
banos; an dieſem Ciſch, an dem wir beide
trin=
ken, ſaß der Mann. Er ſtarrte wie ein
Leb=
loſer auf das Glas Catawbawein, das vor ihm
auf dem Ciſch funkelte. Als ich mich zu ihm
Plötzlich ſieht ſie mich mißtrauiſch an: „Aber,
das müſſen Sie doch wiſſen, da iſt doch neulich
etwas losgeweſen, ſo vor einem Monat unge=.
fähr. Das war eine große Aufregung. Die
Kranken haben einen Aufſtand gemacht, ſind
ausgebrochen aus der Station und haben die
Dörfer überfallen, die da hinten hinter den
Hügeln liegen. Ich glaube, ſie waren mit dem
Eſſen nicht zufrieden, und nun wollten ſie ſich
rächen, indem ſie ihre furchtbare Krankheit
über die Bewohner der umliegenden Dörfer
brachten. Ein großes Unglück für die Leute,
nun werden viele von ihnen krank werden! Das
waren ſchreckliche Cage, viele Leute waren hier,
Militär und auch viele Leute von den Seitungen
und ſo — man hat mir wenigſtens das erzählt.
Geſehen habe ich nichts davon, ich will auch
nichts ſehen. Nun iſt’s wieder ſtilt da drüben,
und das Leben läuft ſo weiter!“
„Fürchteten Sie ſich nicht, daß auch zu Ihnen
Leprakranke kommen könnten?”
„Su mir kommt keiner!” antwortet die Frau
kurz in ihrem harten Spaniſch, „die Menſchen
wiſſen kaum, daß ich hier lebe, ich ſehe ja vier
Monate lang keinen Menſchen. Alle vier
Mo=
nate bekomme ich Lebensmittel und
Medika=
mente, wenn ich welche brauche — aber ichr
brauche ja von allem ſo wenig!”
Wieder ſchweigt ſie, was ſoll ſie erzählen?
Sie weiß nichts von Politik und anderen
Din=
gen, die in der großen Welt vor ſich gehen.. Den
Umſturz in Spanien hat ſie erſt Monate ſpäter
erfahren. Dafür kennt ſie aber jedes Schiff,
das draußen vorbeifährt. Dieſe Schiffe ſind für
ſie der Kalender.
Eben zieht draußen ein großer Dampfer mit
einem machtigen, viereckigen Schornſtein vorbei.
„Ein Holländer — fährt nach Oſtindien!”
ſagt ſie auf meinen fragenden Blick. Man ſieht
das Schiff, eine ſchwimmende Stadt mit allem
Luxus, den man ſich denken kann — eine fremde
Welt für dieſe Frau.
Sie weiß Beſcheid über jedes Schiff, ſie weiß,
woher dieſe ſchwimmenden Städte kommen und
wohin ſie fahren, ſie weiß, ob es ein 20000-
Connen=Dampfer oder ob es eines der kleinen
Küſtenfahrzeuge iſt. Sie weiß, wenn die Schiffe
einmal nicht pünktlich kommen, ob im Golf de
Lyon Nebel und Miſtral war, ſie erkennt an
der Farbe des Waſſers, ob Sturm im Anzug iſt.
Ein kleiner Garten läuft rund um den Curm.
Es wächſt da nicht viel, der Boden iſt zu ſchlecht.
Ein bißchen Kohl und ein paar Swiebeln, ein
bißchen grünes Seug für die Siegen, die frei
rumlaufen, aber abends artig wieder zu ihrem
Stall kommen. Nirgends eine Blume, nirgends
etwas Buntes.
Das iſt das Leben dieſer einſamen Frau —
das Meer, die Lampen, die ſie zu bedienen hat,
und die Siegen. In der Ferne die grauen
Mauern der Lepraſtation! So lebt ein Menſch
ganz ohne Anſprüche — und iſt glücklich!
ſetzte, hatte er ſeine letzten Leis vertrunken.
Mit gurgelnder Stimme bat er mich Um Geld
für eine Briefmarke; er wolle noch einmal der
Frau nach Wien ſchreiben. So wahr ich hier
ſitze, das Geld habe ich ihm gegeben, aber er
hat es auf der Stelle verſoffen! Den Brief an
die Frau . . . an die Herrin des Hofes,
ver=
ſtehen Sie mich, hat er übrigens nie mehr
ge=
ſchrieben! Wiſſen Sie, daß Sloriano Salles,
Ihr Wirt, der Schwager von Campos Peixoto
iſt? Seit einem Vierteljahr macht er ſich bei
den Gäſten damit mauſig, daß er den
Oeſter=
reicher mit der unbrauchbaren Hand, das
un=
nütze Luder, bei ſich auf der Nanch duldet! Aber
ich kenne Floriano ganz genau: wenn der
wie=
der einmal richtig betrunken iſt, ſchmeißt er ihn
beſtimmt heraus!”
„Notſiegel heißt der Mann ..."
„So ungefähr. Genau wiſſen das nur
Pei=
roto und Salles. Er ſelbſt behauptet
neuer=
dings er habe ſeinen Namen vergeſſen, denken
Sie ſich nur! Es ſei gar nicht wahr, daß er
aus Oeſterreich ſtamme; er ſei immer
Land=
arbeiter geweſen. Und doch hat mir der
Dumm=
kopf früher einmal die Photographie ſeiner
Frau und ſeines kleinen Mädchens gezeigt. Und
was ſagen Sie? Als ich vorige Woche in Boa
Viſta Station mache und den Mann nach ſeiner
Frau in Wien frage, behauptet der verrückte
Menſch mir ins Geſicht, eine Frau habe er nie
gehabt. Und die Photographie, Francesco?,
habe ich ihm zugerufen. Aber er hat mich nicht
gehört, und, ſtatt zu arbeiten, immer wieder
ſeine Hacke wie einen Quirl in der Erde
her=
umgedreht. Kein Wunder, wenn Floriano
Salles wütend wird und ihn von ſeiner Nanch
jagt!”
Der Cierkinderzoo, eine der dankenswerkeſten Einrichtungen der modernen
zoologiſchen Gärten.
Im Anfang herrſcht da die große Vorſicht.
Wenn da in einem großen Freigehege die
klei=
nen Vierfüßler mit den kleinen Sweifüßlern
zuſammenkommen. Aber es ſcheint, daß die
größere Vorſicht — man kann es auch „
Vor=
ſicht” nennen — doch auf Seiten der letzteren
iſt. Und das iſt gut ſo.
Aber wenn dann die erſte Scheu überwunden
iſt, dann kann es kaum einen größeren Jubel
geben. Die kleinen Ciere, durch Erziehung und
Siviliſation weniger gehemmt in ihren
natür=
lichen Inſtinkten, ſtellen meiſt ſelbſt die
Ver=
bindung her.
„Sieh mal, ſieh mal, Mutti, der kleine Ceddy
macht ja bitte, bitte!‟. (Er macht das übrigens
virtuos und kennt genau die Wirkung, der
kleine Schlingel!) Und dann bekommt er ſeine
Flaſche!
mit allem Natürlichen
vollkom=
men verlieren.
Kinder und Ciere gehören
zu=
ſammen. Mögen die Hygieniker
Arme Kinder, denen in der großen Stadt
die Natur ſo fremd iſt, daß ſie eine Wieſe ohne
Weg nicht zu betreten wagen, und nach dem
Verdotsſchild ſuchen! Die den Maßſtab für
VVogelſtimmen im Grammophon ſuchen und
den natürlichen, weſensſtarken Suſammenhang
zetern — es iſt doch ſo! Gebt
einem ſchreienden, bockigen Kind
ein Kätzchen auf den Arm
und es hört auf zu jammern.
Und ſollte der Kummer ſo groß
ſein, daß dieſes Allheilmittel
verſagt, und ſollte das
unſchul=
dige Cierchen noch etwas von
der Wut zu ſpüren bekommen,
ſo wird es ſich ſchon mit einem
Kratzer zu wehren wiſſen. Und
auch dieſer Kratzer wird
Wun=
der wirken .."
Iſt es nicht ſeltſam, daß die
meiſten Ciere jene gedankenloſen
Quälereien, denen ſie durch
kleine Kinder ausgeſetzt ſind,
mit beiſpielloſer Geduld
ertra=
gen? Daß ſie ſelbſt immer
wie=
der dem kleinen Peiniger
zu=
laufen? Und gibt es eine innigere
Ein zärtlicher, ſanfter Spielkamerad
iſt dieſes Sebukälbchen.
Härtlichkeit als zwiſchen
kleinen Cieren und
klei=
nen Menſchen? Die
wahre Zärtlichkeit
offen-
bart ſich meiſt nur dem
Gleichgearteten
gegen=
über. Selbſt die Eltern
ſind für dieſe Särtlichkeit
des Kindes — ſeinem
Gefühl nach — ſchon zu
erwachſen.
Betrachtung des Schwanzpuſchels, der heute
noch einer netten, kleinen Sofaquaſte ähnelt.
Swanzig, dreißig
Kin=
der mit zwanzig, dreißig
kleinen Cieren auf einer
Wieſe. Buben und
Mä=
del — Löwenbabis, Nehe,
Kaninchen, Bären und
ſogar ein kleiner Elefant.
Gibt das nicht alle
Augen=
blick ein Unglück?
Nein, denn Kinder und
Ciere vertragen ſich ja
bekanntlich! Wenn auch
der Wärter gelegentlich
mal eines der Cierkinder
vor der übergroßen
Särt=
lichkeit der
Menſchenkin=
der in Sicherheit bringen
muß — in der Negel geht
alles glatt.
Sechs Damen beim
Sünfuhr=Cee.
Von Puck.
Sein Maul iſt noch aus roſigem Samt,
und Stoßzähne hat er auch noch nicht, der kleine Elefant.
Was für ein Glück,
einen richtigen kleinen
Leoparden auf dem Arm
zu haben. Er hat einen
runden Kinderbauch und
mautzt wie ein Kätzchen.
Und wie weich die kleinen
Stirnhaare ſind und wie
roſig das Mäulchen. Swei
Kinder verſenken ſich
an=
dächtig in die eingehende
gehabt. — Das müſſen wir anders mack=,
Ihr zahlt jetzt alle an mich. — Kannſt
2 Mark wechſeln, Magda? — Reiſt
Schade. — Dann kann es der Ober. —
Ober, wechſeln Sie mir bitte mal 2 Mogl
So, danke. — Dann muß ich aber vog
50 Pfennig mehr bekommen. — Haltet
Ich will es aufſchreiben. — Nun hat
aber ſtatt des Kuchens ein Schinkenbn:
geſſen. — Und Mia bekommt von mir 1n
20, die ſie vorgeſtern für mich ausgelegt
Wie machen wir das nun? — Das iſt dim
viel zu umſtändlich. — Herr Ober, ſchreine
doch für jede Dame einzeln auf. — Ich
nehme dann das von Magda, weil ſie
2 Mark im Kino für mich ausgelegt
Den Neſt zahle ich dir dann heraus. —
auch wieder zu umſtändlich! — — Reii
Ober, laſſen Sie alles zuſammen auf einer:9
nung ſtehen. — Und du, Maria, biſt ſo
leihſt mir 5 Mark, dann kann ich
alles=
men bezahlen und ich rechne dann einxu
euch ab . . ."
Der Ober iſt ohnmächtig auf einern
geſunken.
Rheiniſche Geſchichti
Geſammelt von Adolf Uzarſki.
Köbes und Pitter ſtehen am Rheinhafes
Ni
Ellbogen aufgeſtemmt und den Kopf ihn
Hände geſtützt, betrachten ſie ſtumm einn
germaſchine, die in der Mitte des
beckens arbeitet.
Nach vielleicht einer Stunde oder mn)
terbricht Köbes endlich die ſchweigen!
trachtung: „Du, Pitter, wat meinſt!
wieviel Eimer an der Baggermaſchine
„Dreißig — vierunddreißig!” ſchätzt : 9
„Biſte doll! Ich hab bis jetzt ſchon z1
ſendſechshundertachzehn jezählt!”
Die kleinen Bären ſind ziemlich freche
Bur=
ſchen. Keiner gönnt dem anderen einen guten
Biſſen. Alle paar Minuten rollen ſie in
erbit=
tertem Knäuel über die Wieſe, indes der klügere
dritte von den köſtlich friſchen Mohrrüben
profitiert . . ."
Was ſie für Kräfte haben, die kleinen Bären.
Auf den Hintertatzen ſtehend — die ſind aus
grauem Nadiergummi — umklammern ſie mit
den Vordertatzen die Milchflaſche und lutſchen
ſo heftig daran, daß der Sauger abreißt und
die Milch wie ein Springbrunnen ſich über die
ganze Gruppe ergießt. Andachtsvoll lecken ſie
einander die ſüße Flüſſigkeit vom braunen Pelz.
Einer, dem ein paar Cropfen auf der Naſe
glänzen, wird über den ganzen Platz von den
Geſchwiſtern verfolgt. Das gibt einen Jubel.
Man weiß nicht, wer ſich beſſer unterhält.
Die Ciere, die Kinder, oder wir, die wir dieſe
Freude mit anſehen dürfen!
Ein Bauer kauft von einem Pferd.uf
einen Gaul und kommt am Abend sf
über den nach ſeiner Meinung vortri
Handel nach Hauſe. „So, Mutter — wW
zu dem Bläß?‟
„Hm, hm.”
„Der Händler ſagt: Das Pferd la)
der Deuwel, mit dem könnten, wir in
Stund in Weſſeling ſein!”
Fährt des Bauern Frau wütend henn
ſchreit: „Wat hat dat Pferd denn für:
— wat haben wir in Weſſeling zu tum
Swei Bauern ſtehen ſchon eine ganz
und beſtaunen mit tiefſinnigen Geſichte-n
Landſchaftsmaler, der die Gegend „abn.
Fragt endlich der eine den andern: „
hälſte davon?”
Der ſchüttelt den Kopf: „Nä, da tät 1
verdammt lieber arbeiten!”
„Ach, Unſinn, Betty, wir teilen uns in die
Nechnung. — Das haben wir gleich. — 7 Mark
35 durch 6. — Haſt du einen Bleiſtift, Maria?
— Danke. — So. — 73 geht ja ſchon 12mal.
Dann bleiben nur 15 Reſt. — Und das geht
nicht. — Das macht ja aber auch nichts.
Wenn wir jede / Mark und 40 geben, dann iſt
das Crinkgeld aber auch zu hoch. — Und dann
hat Chea ja nur eine Caſſe Cee gehabt. — Da
kann ſie doch nicht das gleiche zahlen, wie wir.
— Und außerdem hat Mia ja zweimal Kuchen
Einer ältlichen Jungfrau iſt ihr 2
entflogen, und nun läuft ſie durch d7
Nachbarſchaft, treppauf und treppab:
Sie nicht meinen Papagei geſehen?”
So kommt ſie auch zu Beſſenichs img
Stock: „Haben Sie nicht meinen Papcl4
lehen?”
„War dat Ihre Papagei?” ſagt Freu
ſenich. „Ja, den haben wir gefangen!”
„Gottſeidank — wo iſt er?"
„Wie wo iſt er?"
„Den haben wir jebraten und jejeſſen.
Das Fräulein ſinkt zerſchmettert al
nächſten Stuhl. „Ge — geſſen? Ogott 9
gott, ſo ein wertvolles Cier,” ſchluchtt
konnte ſprechen!”
„Hat der uns kein Wort von jeſagt!!
Nummer 484.
Endſpielſtudie 59.
Richard Réti.
(1. Preis Schachmaty 1928.)
a b d e gb
Küchenzettel vom 12. bis 18. September.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Blumenkohlſuppe (Reſte), verlorene
Eier in ſaurer Specktunke, Kartoffeln.
Dienstag: Grießſuppe, Bratwurſt mit
baye=
riſch Kraut und Kartoffeln.
Mittwoch: Haferflockenſuppe, Spinat=
Auf=
lauf, Kartoffeln.
Donnerstag: Fleiſchbrühe mit Einlage,
Kochfleiſch, Meerrettichtunke, Kartoffeln.
Freitag: Zwiebelſuppe, Merlanrouladen auf
Wirſing.*)
Samstag: Rheiniſche Suppe T, Frikadellen,
Kohlrabi, Kartoffeln.
Sonntag: Apfelweinſuppe, Roeſtbeef mit
Sellerie und Tomatenſalat, Strohkartoffeln,
gebackene Aepfel.
*) Merlan=Rouladen auf
Wir=
ſing. Die Fiſche werden ausgenommen, lang in
Hälften geſchnitten, gewaſchen, von Haut und
Gräten befreit und etwas flach geklopft. Zwei
hartgekochte Eier werden fein gehackt, mit
But=
ter, Peterſilie, gehackten Sardellen und dem
feh=
lenden Salz gut vermiſcht und auf jeden halben
Fiſch eine Lage davon geſtrichen. Dann rollt man
die Hälften zuſammen, wälzt ſie in Mehl, dann
in Ei und geriebener Semmel, ſticht immer zwei
auf einen kleinen Holzſpieß und backt in heißem,
ſchwimmendem Fett ſchön braun. Die von den
Spießen befreiten Fiſchrollen ſetzt man auf die
angerichtete Wirſingſchüſſel und umgibt das
ganze mit etwas Tomatentunke.
Aus Goethes Fauſt, 1. Teil.
Weiß zieht und gewinnt.
Prüfſtellung: Kh7 Df6 Bb3. 63. e4, g5:
Kes Ar8 Uh2 Bb5. 48, 17.
Löſung der Endſpielſtudie 58.
H. Ninck. Ke2 Le3 Sg4 Bd2: Kc4 Ba2, b5; Weiß zieht
und gewinnt.
1. Bd2—d 3+ Kd5 (am beſten, da auf 1. . . . Kc3 2. Lh6
nebſt Lg7 folgt) 2. Sf6 + Ke5 (verhindert 3. Ld4) 3. 8d7
Kd5 4. Sb6+ Ke5 5. Uh6 Kf6 6. Ld2 Ba 1D 7. Lc3+
Dc3 8. Sd5+ und gewinnt 1. Ld47 K:d4 2. Se3 Ba1 8
macht unentſchieden.
1. Das Vaterland verleiht die allerbeſten Gaben.
2. Gebraucht die Zeit, ſie geht ſo ſchnell von
hinnen.
3. Name iſt Schall und Rauch.
4. Wie ſie kurz angebunden war, das iſt nun zum
Entzücken gar!
5. Am meiſten lieb ich mir die vollen, friſchen
Wangen.
6. Nicht Kunſt und Wiſſenſchaft allein, Geduld
will bei dem Werke ſein.
7. Blut iſt ein ganz beſondrer Saft.
8. Es tut mir lang ſchon weh, daß ich dich in der
Geſellſcheft ſeh!
Jedem der vorſtehenden 8 Zitate aus Goethes
Fauſt, 1. Teil, iſt ein Wort zu entnehmen; dieſe
8 Worte zuſammen nennen wieder ein Zitat aus
Fauſt. 1. Teil (Ausſpruch Mephiſtos).
Streichholz=Rätſel.
Durch Umlegung von fünf Hölzchen erhält
man das, was dem Sieger überreicht wird.
Schachnachrichten. Schachgroßmeiſter
Bogol=
jubow ſpielte am Montag, dem 5. Sept. d. J.,
im Darmſtädter Schachklub (Fürſtenſaal)
ſimul=
tan an 27 Brettern und gewann 18 Partien,
verlor 2 Partien (gegen die Herren Donner vom
Schachklub Auerbach und G. Seeh vom
Schach=
klub Eberſtadt) und remiſierte 7 Partien (mit
den Herren Flander, Sngevarr, Spenſſon vom
Schachklub Darmſtadt, Hofmann II., Meidinger,
Münch vom Schachklub Eberſtadt und Seidel vom
Schachklub Auerbach).
Det nennt ſich nu Trinker=Fürſorge,
mal’n Schnaps jibt’s hier.”
Carl Deubel.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 36.
Trifft Jeder.
1—2 Rubel 2—3 Luchs, 3—4 Speck. 4—5
Kröte, 5—1 Erker. — „Böcke‟,
Beſuchskarten=Rätſel.
Polizeibeamter.
Einleuchtend. „Und dann, meine Her”
ſchworenen,” ſagte der Verteidiger, „mch
Sie noch darauf hinweiſen, daß der
An-
ſehr kurzſichtig iſt und daher die, Folgen
Handlung nicht überſehen konnte.
Paſſend. „Haben Sie noch etwas zu
ſa-
vor Sie verſpeiſt werden?” fragte de7
ſchenfreſſerhäuptling den Gefangenen.
Sie mir geſtatten,” erwiderte dieſer, eins
licher Redner „einige Worte zur Emm
der Pflanzenkoſt zu ſagen?”
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389
—2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. ve
[ ← ][ ][ → ] Wanmm mer ein paar Damen beim Tee, bei
ſem „ſſel Suppe, oder bei einer
Bridge=
ſrtie zummenkommen, bildet die kommende
ode wätlich das wichtigſte Geſprächsthema,
nn guedt, jetzt ſind alle dieſe Fragen ſehr
Peſchſegell, 4) man ja in allerkürzeſter Zeit daran
denoch aben wird, die Garderobebeſtände
ſchzu in und auszuſcheiden, was überhaupt
bt mueh i Frage kommt, inſtandzuſetzen, was
ein Veränderungen noch eine Saiſon
zu brauchen iſt, und natürlich vor allen
ngenw= ſeuanſchaffungen aller Art zu machen,
Pelttie?s Sittle.
Jahrzehnten mehrere Saiſons hindurch größten
Beifall fand; damals mutete allerdings dieſe
Silhouette ſo neu und ſo fremdartig an, daß man
ihr fürs erſte etwas ſkeptiſch gegenüberſtand.
Heute aber erkennt man ihre Möglichkeiten ganz
genau und weiß, daß die ſchlanken, graziöſen,
ſportlichen Figuren unſerer Damen in den
eng=
anliegenden Kleidungsſtücken außerordentlich
vorteilhaft ausſehen werden. Die betonte Prinzeß=
Linie iſt zwar im Grunde genommen eine Mode
der Schlanken, doch wird man zweifellos
mancher=
lei Möglichkeiten finden, um dieſe neue Rich=
würfe vor Augen, der als hervorragend=
intereſ=
ſanter Vorläufer der Herbſtmode zu werten iſt.
Der Prinzeßrock kommt hier mit ſeinen
bogen=
förmig und ſehr hoch anſetzenden, unten
verbrei=
terten Glockenkeilen deutlich zur Geltung. Der
in der Mitte mit einem kleinen Herbſtblüten=
Strauß oder mit einer ſchönen Agraffe
zuſam=
mengehaltene Fiſchükragen kann entweder aus
dem gleichen Gewebe wie das Kleid oder aber
aus einem hell=abſchattierten Materiale
gear=
beitet ſein.
Für die neueſten Beſuchskleider kommen in
der Hauptſache ſatte Herbſttöne, wie Weinrot
Moosgrün, Terracotte, Nebelgrau uſw. in Frage.
Natürlich wird auch die Mantel=Mode an
der Prinzeßlinie nicht nur nicht vorübergehen,
ſehr dem auch die ſchmale Brieftaſche
Verſesiß Schließlich und endlich muß man aber
im ſlimmen wirtſchaftlichen Zeiten eine
Bis der Garderobe ſchaffen, ohne die
Ewdre auf ihr Aeußeres bedacht iſt, un=
½ Auslangen finden kann. Natürlich
utrachten, die Anſprüche ſo weit es
Aterzuſchrauben, wird aber — gerade
peiß, welch großes Opfer die
An=
ſines neuen Garderobeſtücks bedeutet
nur zu guten Geweben greifen, die
ngsgemäß als bedeutend praktiſcher
hils minderwertige Stoffe und
Sei=
abgeſehen davon, daß ſie meiſt
un=
ſtent — auch nach kurzer Zeit
unele=
n und „abgebraucht” ſind.
on der neuen Mode geſprochen wird,
ha vorerſt natürlich nicht ſoſehr ihre
SR% vielmehr die Linie als ſolche ins
We üch iſſert, die ja dazu angetan iſt, das neue
Pdebilsl ieſtimmend zu beeinfluſſen.
Mang unkelt in der modeorientierten Geſell=
M upAn den führenden Salons (die vorerſt
MMrligchoch ängſtlich darauf bedacht ſind, ihre
Rimnn/ wohl zu hüten!) immer wieder von
/er komenden Prinzeß=Mode, und be=
Rich ihen ſich modiſche „Gerüchte” immer
Den mleitet, da es niemals vorkommt, daß
hanza us der Luft gegriffen” ſind.
Sen=uch die verſchiedenen Vorausſagen
”t twonr reſtlos zutreffen, ſo iſt es doch
AeErfahrungsſache, daß letzten Endes
ZenINode durchdringt, die man erwartet
teißslder laut ſchon lange vorher
anzukün=
en w Wie.
Weir A tien ſomit für die kommende Herbſt=
DAmode mit Sicherheit die „Prinzeß=
S I Drſehen, die ja ſchon vor etwa zwei
tung „allgemeingültig” zu machen, d. h. um
je=
der Geſtalt durch entſprechende Abänderungen
und „Milderungen” der Linie Rechnung zu
tragen.
Die Eigenart der „Prinzeß=Richtung” beſteht
darin, daß die einzelnen Kleidungsſtücke ſehr hoch
tailliert ſind und die Hüften eng umſchließen, ſo
daß jede Figur etwas Gemeißeltes,
Statuen=
haftes erhält. Viele Damen werden ſich dieſer
Linie mit Begeiſterung anſchließen, da ja nun
endlich Schlankheit und Beweglichkeit der Geſtalt
ins rechte Licht gerückt wird! Die Folge davon
iſt, daß die großen Modeſalons beſtrebt ſind, die
Prinzeß=Linie auf allen Gebieten durchzuſetzen.
Selbſt das kleine Kleid”, das man ſowohl
für berufliche Zwecke, die auch als „Strapaz=
Modell unter dem Mantel” und letzten Endes
auch für ſportliche Gelegenheiten,
Wochenend=
fahrten, Herbſtausflüge uſw. heranzuziehen
ge=
denkt, verrät ganz deutlich die Tendenzen der
Prinzeßmode und manche dieſer Entwürfe
wir=
ken faſt wie die Zuſammenſetzung eines kurzen
Boleros mit einem Miederrock, trotzdem ſie
natürlich „im Ganzen gearbeitet” ſind. Der
Oberteil bringt einen tiefen, unten verknoteten
Schalkragen, der ſich geradezu „logiſch” der Linie
des Kleides einfügt. Die Rockpartie hat tief
eingelegte Längsfalten, die bekanntlich immer
vorteilhaft wirken (Bild 1).
Bei den neueſten Beſuchskleidern, die aus
Marokko=Krepp (oder ſeiner ſtärkeren Webart,
dem außerordentlich beliebten „Flamiſſol”), aus
Georgette oder neuerdings auch wieder aus
Sa=
tin hergeſtellt werden, wirkt ſich die Prinzeßlinie
am häufigſten aus, denn gerade die
Nachmittags=
modelle ſind es ja, mit denen ſich eine neue Linie
immer am raſchſten populär machen läßt. Unſer
letztes Bild führt einen der allerneueſten Ent=
ſondern aller Vorausſicht nach aus dieſer Note
ſogar ihre allerbeſten Anregungen ſchöpfen. Wir
bringen als Mittelfigur eine ſehr ſchicke, aus
ſchmalen, unten verbreiterten Bahnen
zuſammen=
geſetzte, auf einen Knopf verſchloſſene herbſtliche
Promenadeumhülle, bei der auch die eigenartig
geſchnittenen Aermel zu beachten wären. Viele
der neuen Mäntel haben (für die
Uebergangs=
zeit) nur einen ſchmalen Kragen und ſind
un=
verbrämt, da man damit rechnet, die
intereſſan=
ten neumodiſchen Pelzſtücke (wie etwa die kurze,
aus mhreren Fellen zuſammengeſetzte „Stola
unſeres Bildes) für die Promenade zu tragen.
Man darf allenfalls ſagen, daß die
Prinzeß=
linie ſchon durch ihre Vorboten in modiſchen
Kreiſen eine gewiſſe Senſation erregt und aller
Vorausſicht nach über kurz oder lang im
Mit=
telpunkt des Intereſſes ſtehen wird.
Willy Ungar.
Unbekannte Seinde
der Wäſche.
Wenngleich heute der Inhalt des
Wäſche=
ſchrankes im Umfang ganz erheblich
zurück=
gegangen iſt, wenn man ihn mit jenen unſerer
Mütter und Großmütter vergleichen wollte, ſo
bleibt er doch nach wie vor der Stolz der
Haus=
frau. Ebenſo wie jene, läßt ſie es ſich angelegen
ſein „im ſauber geglätteten Schrein, ihr
ſchneeiges Lein” überſichtlich geordnet zum
Ge=
brauch bereit zu halten. Eine ſorgſame Hausfrau
wird aber niemals defekte Wäſche darin
unter=
bringen, ſondern dieſe zum Ausbeſſern beiſeite
legen und erſt nach vollbrachter Tat wieder im
Schranke bergen. Aber nur zu bald kommt die
Zeit, wo der größte Teil des Inhalts außer dem
Schrank aufbewahrt wird, weil ſchadhafte Stellen
oder gar Riſſe und Löcher daran vorhanden ſind
und zuvor erſt ihrer ordnenden Hand bedürfen.
Naturgemäß wird nun billige Wäſche auch
nur aus billigem Material hergeſtellt und weiſt
zudem oft Webfehler auf, die im Gebrauch, wie
beim Waſchen, ſich auflöſen und
auseinander=
ziehen und bald Löcher entſtehen laſſen. Die
Hausfrau ſollte deshalb ſtets danach trachten,
ihre Wäſche je nach ihren Verhältniſſen, ſo gut
wie möglich einkaufen, um allzu vielem
Schadhaftwerden vorzubeugen und es dafür an
weniger Wichtigem fehlen zu laſſen, deſſen
Be=
ſchaffung oft nur einem eingebildeten Bedürfnis
entſprang.
Aber auch gute Wäſche aus beſtem
Wäſche=
tuch, Halb= oder Reinleinen, will im Gebrauch
ſorgſam und ſchonungsvoll behandelt werden, um
nicht zunächſt noch unſichtbare, ſchadhafte Stellen
zu erhalten. So wird vor allem Tiſchwäſche
außerordentlich beſchädigt, wenn Unterteller=,
Schüſſel= und Taſſenränder zu rauh ſind und im
Laufe der Zeit wie Sandpapier auf das
empfind=
liche Gewebe wirken. Die Hausfrau ſollte
des=
halb jedes Geſchirr auf dieſen Fehler unterſuchen
und durch Ueberreiben mit Sandpapier den
Scha=
den beſeitigen. Unbeaufſichtigte Kinder ſchneiden
auch vielfach beim Spiel oder Eſſen auf dem
Tiſchtuch, ſtatt auf einem Teller oder Brett und
verurſachen ſo ebenfalls mehr oder weniger
ſchwere Schäden. Die Handtücher leiden vielfach
außerordentlich, wenn ſie zum Abputzen des
Mundes nach dem Gurgeln mit
Waſſerſtoffſuper=
oxyd gebraucht und dadurch zerfreſſen werden.
Ferner putzt der Eheherr ſeine gebrauchte
Ra=
ſierklinge ebenfalls oft recht unvorſichtig am
Handtuch ab und zerſchneidet ſo die feinen
Web=
fäden. Nicht ſelten werden auch zum Ausreiben
von Flecken in Kleidern und Anzügen Handtuch=
Zipfel oder =Ecken verwendet, und dieſes dann
ſorglos zum Trocknen beiſeite gehängt, kein
Wun=
der, wenn ſich dann beim Waſchen Löcher darin
zeigen. Daß die Entfernung von Roſtflecken durch
ſcharfe Mittel ſehr vorſichtig geſchehen muß, um
nicht ebenfalls an den früher befleckten Stellen
Löcher hervorzurufen, braucht wohl nicht
beſon=
ders betont zu werden. Es muß auch jeder
Haus=
frau einleuchten, daß die beim Abtrocknen
ge=
brauchten Wiſchtücher jeder Art, durch
abge=
ſtoßene Ränder an Gläſern und Eßgeſchirr oder
beim Abtrocknen von Meſſern und Gabeln
be=
ſchädigt werden können und deshalb vorzeitig
ausgeſchaltet werden müſſen.
Letzten Endes ſpielt aber auch die
Aufbewah=
rung der Wäſche noch eine wichtige Rolle beim
Verhüten von Schäden daran, inſofern, als die
Hausfrau die verſchiedenen Putztücher, getränkt
mit Säuren und Schärfen aller Art, nicht damit
in Berührung kommen läßt. Kurzum, die
Haus=
frau kann durch Achtſamkeit und ſtändige
Ver=
warnung ihrer Familie ſelbſt ſehr viel dazu
bei=
tragen, daß ihr gehüteter Wäſcheſchatz eine
mög=
ichſt lange Gebrauchsdauer behält.
Hilde Seidl.
„Ein Schuß Marder”
nennt ſich die neueſte Fellumhülle mit
capeähn=
lichem Charakter, die in einem unſerer führenden
Salons gezeigt wird.
Es läßt ſich nicht beſtreiten, daß die Wirkung
eine ganz ungewöhnliche und auch
außerordent=
lich vorteilhafte iſt, und daß ein derartiges
Pelz=
cape unleugbar die originellſte Ergänzung der
Promenadengarderobe für einen ſchönen
Herbſt=
tag darſtellt.
Der einzige Nachteil liegt lediglich in der
Koſtſpieligkeit eines ſolchen Pelzmodells, für das
ſich immerhin faſt ein Dutzend Felle als
not=
wendig erweiſt.
Jenen allerdings, die aus „guter alter Zeit”
noch ein paar Marder=, Iltis= oder Nerzfelle in
Form einer längſt unmodern gewordenen
„Stola” liegen haben, bietet ſich nun die
Mög=
lichkeit einer ausgezeichneten Umarbeitung, die
ſicherlich auch viele Freude bereiten wird. Im
übrigen arbeitet man ähnliche Fellcapes auch
noch aus anderem Pelzwerk, etwa in
Maul=
vurf oder Seal, doch entfällt in dieſem Falle
natürlich die entzückende „Zeichnung”, die ſich
durch Aneinanderreihung ganzer Tiere ergibt,
Nummer 253
DarmſtädterCagblatte
Trragllaggsſofrielsſiekitſtan
Sonntag, den 11.,
Die Lage am Geld= und Oeviſenmarkt.
Erleichterung am Geldmarkk. — Leichte Abſchwächung der Deviſenkurſe der Länder,
jedoch keine größeren Schwankungen.
DerDaponDlan
Bei der Lage am Tagesgeldmarkt machten ſich am Anfang der
Woche noch die bereits vor acht Tagen erwähnten Hoffnungen auf
eine Senkung des Reichsbankdiskonts bemerkbar; der Markt
er=
leichterte ſich jedoch im Verlaufe der Woche mit der zunehmenden
Erkenntnis, daß eine Entſcheidung jener Angelegenheit noch nicht
in nächſter Zeit zu erwarten ſei. Der Satz ermäßigte ſich von
5 Prozent am Montag auf 4 Prozent am Wochenende. — An dem
Privatdiskontmarkt wurde Mitte der Woche etwas Material
ab=
gegeben bei einem Satze von 4,5 Proz. in der Mitte. — Die
Nach=
frage nach Reichsſchatzwechſeln und Reichsſchatzanweiſungen hielt
in dieſem Berichtsabſchnitt an, der Satz blieb unverändert.
Wa=
renwechſel waren zu 4½ Proz., ſtellenweiſe zu 4,75 Proz. geſucht,
ohne daß jedoch nennenswertes Material auf den Markt kam.
Eher geſucht war Monatsgeld, dabei zeigte der Markt nicht die
Flüſſigkeit, die einem Satze von 5—5½ Prozent entſprochen hätte.
Die Entwicklung der Deviſenkurſe wurde, wie man annimmt,
durch die Rückkehr von Kapitalfluchtgeldern beeinflußt.
Anſchei=
nend im Zuſammenhang mit dieſer Bewegung ſchwächten ſich die
Deviſenkurſe der Länder ab, in die während der letzten Jahre
der=
artige Gelder hauptſächlich gefloſſen waren. Franzöſiſcher Franc,
Schweizer Franken und holländiſcher Gulden hatten größere
Ab=
ſchwächungen zu verzeichnen, während Dollar und Reichsmark
weiter feſt lagen. Das Pfund zog nach anfänglicher Schwäche
ſpä=
ter etwas an, was auf kleinere ſpekulative Bewegungen
zurück=
geführt wird. Die Peſeta lag unverändert, und auch die übrigen
Deviſen zeigten keine größeren Schwankungen.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Auch geſtern ging das Rätſelraten über die innerpolitiſche
Entwicklung weiter. Da außerdem noch ſchwächere Meldungen aus
New York und weiter rückgängige Rohſtoffpreiſe vorlagen, konnte
man zunächſt in den Vormittagsſtunden ſtärkere Zurückhaltung in
den Berliner Bankbureaus beobachten. Erſt zu Beginn des
offiziellen Wochenendverkehrs ſtellte es ſich heraus, daß ſeitens der
Kundſchaft keine größere Abgabeneigung beſtand, und daß die
Börſe ſelbſt eher zu Rückkäufen geneigt war. Im allgemeinen
hiel=
ten ſich die Kurſe daher auf geſtrigem Schlußniveau,
verſchiedent=
lich wurde es ſogar noch überſchritten. Nur einige Spezialwerte
eröffneten ſchwach. So büßten AEG. auf die neuerdings in der
Preſſe aufgeworfenen Fragen einer notwendigen
Bilanzbereini=
gung 1,75 Prozent ein, Schubert u. Salzer verloren 3,5 Prozent,
Daimler 1½ Prozent, Charlottenburger Waſſer 1,25 Proz.,
Gold=
ſchmidt 1,5 Proz., Niederlauſitzer Kohle 2 Proz. und Chadeaktien
im Zuſammenhang mit den ſich widerſprechenden Nachrichten über
die Vorgänge in Argentinien 5 Mk. Andererſeits zeichneten ſich
Siemens mit plus 1,5 Proz., Conti Gummi mit plus 2,25 Prozent
und Hanſa Dampf mit Plus=Plus (plus 2,25 Proz.) durch
Feſtig=
keit aus. Reichsbankanteile eröffneten 1 Proz. höher, während
Farben leicht unter geſtern lagen. Tendenzſtützend wirkten
zwei=
fellos Käufer, Auslandsarbitrage, die Pfandbriefe gegen Aktien
zu tauſchen ſcheint. Am Rentenmarkt war es allerdings mit
Aus=
nahme der deutſchen Anleihen weiter ſehr ruhig.
Reichsſchuldbuch=
forderungen lagen etwas behauptet, Reichsbahnvorzugsaktien
und Induſtrieobligationen neigten eher zur Schwäche. Später
wurde es, von Spezialwerten ausgehend, allgemein freundlicher.
Am Wochenſchluß war das Frankfurter Börſengeſchäft
weiter ſtark eingeſchränkt. Die Zurückhaltung des Publikums hält
unter Hinweis auf die bevorſtehenden innerpolitiſchen
Entſchei=
dungen weiter an. Auch der Rückſchlag am Warenmarkt in
Ver=
bindung mit Preisnachläſſen für Kupfer wirkte verſtimmend.
Da=
neben verweiſt man wieder auf die ſchwächere New Yorker Börſe.
Immerhin war jedoch die Zahl der Verkaufsaufträge nicht
ſonder=
lich groß. Es beſtand demgegenüber eine gewiſſe Neigung zu
Neu=
engagements, da man zu der Anſicht neigt, daß die Stellung der
Reichsregierung durch den Reichstagsbeginn nicht gefährdet
wer=
den könne, ſo daß der Durchführung des Wirtſchaftsprogramms
Hinderniſſe nicht im Wege ſtehen. An den geſtern ſtärker
abge=
ſchwächten Märkten ſetzten ſich bei einigen Rückkäufen der
Speku=
lation leichte Kursbefeſtigungen durch. So gewannen J.G.
Far=
ben im Verlaufe ½ Proz. Scheideanſtalt lagen unter
Schwan=
kungen von 0,5 Proz. nach unten und oben ſpäter behauptet.
Stär=
ker gebeſſert waren am Kunſtſeidenmarkt Bemberg, die nach den
letzten ſcharfen Rückgängen wieder 3,5 Prozent gewannen. Aku
0.25 Proz. höher. Am Zellſtoffmarkt Waldhof 0,5 Proz. gebeſſert.
Von Schiffahrtswerten Nordd. Lloyd 1. Proz, höher.
Verkehrs=
werte waren behauptet. Kaliaktien bis 1 Proz. gebeſſert. Am
Elektromarkt gewannen Siemens 1, Bekula 0,5, Schuckert ½ Proz.,
dagegen lagen AEG. ſtärker angeboten und 15 Prozent niedriger.
Auch Montanaktien nicht ganz einheitlich. Buderus 0,5, Phönix u.
Rheinſtahl je 0,75 Proz., Stahlverein 0,25 Proz. gebeſſert.
Da=
gegen Gelſenkirchen nur behauptet Mannesmann ½8 Proz.
niedri=
ger. Von Einzelwerten Deutſche Linoleum und Metallgeſellſchaft
je 0,25 Proz, höher, dagegen Holzmann 1.25 Proz. gedrückt. Am
Rentenmarkt war das Geſchäft ſehr ruhig. Altbeſitz und
Neu=
beſitz eine Kleinigkeit gebeſſert, ſpäte Schuldbücher behauptet. Im
Verlaufe zeigte die Börſe bei kleinſtem Geſchäft behauptete Kurſe.
Tagesgeld iſt weiterhin leicht bei 4 Prozent.
Neue Bauſparkaſſen=Enkſcheidungen
des Senats des Reichsaufſichtsamks.
In der Senatsſitzung des Reichsaufſichtsamtes für
Privat=
verſicherung vom 7. September ſind folgende Entſcheidungen
ge=
troffen worden:
Deutſche Eigenheim=Geſellſchaft, e.G.m.b.H. in Frankfurt a. M.:
Das am 10. September ablaufene Zahlungsverbot wird bis
zum 10. November 1932 verlängert;
Mitteldeutſche Bauſparkaſſe A.G in Hannover: Mit ſofortiger
Wirkung — und zwar bis zum 15. Januar 1933 — werden
alle Arten von Zahlungen, mit Ausnahme von Steuern,
öffentlichen Abgaben und Verwaltungskoſten, verboten.
Nordlicht, Bauſparkaſſe, G.m.b.H. in Liquidation, in Detmold:
Der Antrag auf Erlaubnis des Geſchäftsbetriebes wird als
nicht rechtzeitig geſtellt abgewieſen.
Volksbau A.G. in Berlin: Es iſt der Antrag auf Eröffnung des
Konkurſes zu ſtellen. Ferner iſt der Bauſparkaſſe der
Ge=
ſchäftsbetrieb unterſagt worden.
„Freies Heim”, Bauſpar=A. G. in Köln: Die beſtehenden
Bauſpar=
verträge werden vereinfacht abgewickelt. Ferner wurde bis
auf weiteres ein Zahlungsverbot erlaſſen.
Thuringia A.G in Eiſenach: Die gegenüber der Bauſparkaſſe
durch Senatsentſcheidung vom 29. Juni 1932 angeordnete
Un=
terſagung des Geſchäftsbetriebes wirkt wie ein
Auflöſungs=
beſchluß. Die Liquidation wird einem vom
Reichsaufſichts=
amt noch zu beſtimmenden Liquidator übertragen.
„Mein Vaterland”, e,G.m.b.H., in Gladbach=Rheydt: Der
Bau=
ſparkaſſe wird der Geſchäftsbetrieb unterſagt. Die
beſtehen=
den Bauſparverträge werden vereinfacht abgewickelt. Die
Un=
terſagung des Geſchäftsbetriebes wirkt wie ein
Auflöſungs=
beſchluß; die Liquidation wird einem vom Reichsaufſichtsamt
noch zu beſtimmenden Liquidator übertragen.
Die Entſcheidungen ſind noch nicht rechtskräftig. Eine etwaige
Berufung gegen ſie — ausgenommen die Entſcheidung über die
„Nordlicht” G.m.b.H. — hat keine aufſchiebende Wirkung.
Die Inderziffer der Großhandelspreiſe vom 7. September. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 7. September berechnete
Großhandelsindexziffer iſt mit 95,6 gegenüber der Vorwoche um
0.4 v.H. geſtiegen. Die Inderziffern der Hauptgruppen lauten:
Agrarſtoffe 89,9 (plus 0,2 v. H.), Kolonialwaren 84,0 (plus 0,6
v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 89,2 (plus 0,8 v. H.),
und induſtrielle Fertigwaren 115,3 (minus 0,1 v. H.).
A
ut
13. Deutſcher Maklerkag.
Unſer Schaubild zeigt, wie nach dem Plan des Reichskabinetts
neues Kapital in die Wirtſchaft gepumpt werden ſoll.
Reichseinnahmen und Reichsausgaben im Juli.
Nach Mitteilung des Reichsfinanzminiſteriums betrugen im
Juli 1932 (Angaben in Millionen RM.) im ordentlichen
Haus=
halt die Einnahmen 657,1 (635 im Juni) und die Ausgaben 657,1
(590,5); mithin ſind die Einnahmen und Ausgaben im Juli
aus=
geglichen (Mehreinnahmen 44,5). Da die Einnahmen in den
Mo=
naten April bis Juli d. J. 2553,0 (April bis Juni 1895,9) und die
Ausgaben in dem gleichen Zeitraum 24698 (1812,7) betragen
haben, ergibt ſich für Ende Juli eine Mehreinnahme von 83,2
(83,2). Der aus dem Vorjahr, übernommene Fehlbetrag von
1532,3 vermindert ſich gemäß der Schuldentilgung um 140,0 auf
1392,3. Unter Berückſichtigung dieſes Fehlbetrages ſtellt ſich das
Defizit im ordentlichen Haushalt Ende Juli d. J. auf 1309,1. Im
rußerordentlichen Haushalt wurden im Juli 2,2 (Juni 2,7)
ver=
ausgabt; ſeit Beginn des Rechnungsjahres alſo 9,1, während die
Einnahmen nicht ausgewieſen werden. Der vom letzten
Rech=
nungsjahr verbliebene kaſſenmäßige Beſtand von 58,0 vermindert
ſich daher auf 48,9. Das Geſamtdefizit für beide Haushalte
ein=
ſchließlich der aus dem Vorjahr übernommenen Fehlbeträge
er=
rechnet ſich auf 1260,2. Der Kaſſen=Sollbeſtand betrug am 31. Juli
d. J. 1601,0. Davon ſind 1576,0 verwendet worden; es war daber
am 31. Juli bei der Reichshauptkaſſe und den Außenkaſſen ein
Beſtand von 25,0 vorhanden.
den
iſch im
mneiunand
Unter dem Vorſitz des Handelsgerichtsrats Charlet.
fand am Samstag in Kaſſel der 13. Deutſche Verbands=
Reichsverbands Deutſcher Makler e. V. ſtatt, der mit
Begrn=
worten des Vertreters der Ortsgruppe Kaſſel, des Treuz
Ludwig Ernſtes, eröffnet wurde. Es waren 387
Vertro=
allen Teilen Deutſchlands, Oeſterreichs und der Schweiz err
Im Mittelpunkt der Tagung ſtand der Vortrag des 1 W.
den der Ortsgruppe Berlin des R.d.M., Friedrich Willm
über das Thema „Wirtſchaftskonjunktur und Sanierung dau
Kreditmarktes”, an den ſich das Referat von Rechtsann=
Merzbacher=Stuttgart über „Arbeitsbeſchaffung und Gruu
gten
markt”, ſowie die Ausführungen des Geſchäftsführers vomnil
le board,
Dr. Ahr=Berlin über „Die Konzeſſionierung des
Maklenn=
anſchloſſen. An die drei Vorträge knüpfte ſich eine ſehr
Ausſprache an, die ergab, daß alle Vertreter der verſchte
Ortsgruppen des R.d.M., den Forderungen des erſten
zuſtimmten, worauf im Sinne ſeiner Ausführungen eine
chende Entſchließung gefaßt und einſtimmig angenommemu
ſuenden Tage zei!
Produkkenmärkke.
(3 gub die eiſt
* Mainzer Produktenbericht vom 9. Sept. Großhandoos
über die Well
pro 100 Kilo loko Mainz in RM.: Weizen 21,50—21,75
zig bewegte
17—17,50: Hafer 14—15; Braugerſte 17,50—18,50; Jrchl
zuge ſchritt, oder
gerſte 17,50; Futtergerſte 16,25—16,75: Malzkeime 10—1-1
feſthalten.
Weizenmehl Spezial Null 34,40; Roggenmehl 60prozent.
feine Weizenkleie 8,75; grobe Weizenkleie 9,75: Roggenk1i
linghaus mack
bis 9,50; Weizenfuttermehl 10,75; Biertreber 10,50—1070,
ern, wenn er
nußkuchen 13,25—13,50; Kokoskuchen 11,75—16,50: Palun
9,25—9,50; Rapskuchen 9—9,25; Soyaſchrot 11,50—11,75; hc 0 Bodtfeld erſch
ſchnitzel 9,25—9,50; loſes Kleeheu 5,00; geb. Kleeheu 5.45/ fr0f Ludwig Mu
Wieſenheu 4,00; geb. Wieſenheu 4,20: Maſchinenſtrol /9wſrgt, Bedeutete
Drahtpreßſtroh 2,60. Tendenz: Stetig.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Die Haltung warſdl, Mie S tälhe Oe
rend der ganzen Woche weiter ſehr feſt, da der verhältrns / sſch ging er zu
guten Nachfrage nur wenig Angebot gegenüberſtand. Dieſ 4zn zurd in die 9
ren haben ſich im Vergleich zu denen vor einem Monat UNenpir ſah kaum hin
als die Hälfte verringert. Die Preiſe zogen erneut um ½—
jegen
an. Es notierten in Pfg. pro Stück ab loko Frankfurt am
Bulgaren 8—8,25, Jugoſlawen 8—8,25, Rumänen 7,5—7.7/ Hun hielt hier
7.25—7,75, Memelländer und Litauer je nach Gewicht 7,
Holländer 9—10, Dänen 9—10, Flandern 9—9,5, Bayern ſar
deutſche Friſcheier je nach Gewicht 9—10,5, in= und aussitz
Mittel= und Schmutzeier 6,5—7.
rde ab=
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Das Geſchäft w!
n auft
dieſer Woche weiter recht flott. Die Anlieferungen von zou
Butter ſind weiter ſehr knapp, ſodaß in der Hauptſache Alztnrütſein war ſeltel
butter herangezogen werden mußte, für die aber weſentlio, y-wſer genommen
Preiſe angefordert wurden. Die Preiſe für deutſche Butttzun ſönnen. Die 2
ben unverändert. Die Verkaufspreiſe des Großhandels lant
1 Ztr.=To)” holländiſche Butter 133—135, deutſche Butter M0—u der Klude g
rr=cht einzuſehen. D
Reichsmark.
Diehmärkke.
i. Weinheimer Schweinemarkt vom 10. Sept. Zugeführt waren
499 Tiere; verkauft wurden 348 Stück, und zwar Milchſchweine das
Stück zu 5—8 Mk., Läufer das Stück zu 10—30 Mk. Marktverlauf:
mäßig.
Weinheimer Obſtgroßmarkt vom 9. Sept. Es wurdd,ſi eigfium gefant
pro Pfund folgende Preiſe bezahlt: Pfirſiche 1. Sorte 13—
desgl. 2. Sorte 8—12 Pfg., Zwetſchen 5—8, Reineklauday/
Mirabellen 14—24, Birnen 6—17, Aepfel 4—10, Tomater,
Bohnen 10—14 Pfg. Anfuhr ſehr gut. Nachfrage rege.
Hie züer
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Man
Der Verwaltungsrat des Leipziger Meſſeamtes hat :/g,u.
Sitzung vom 9. September im Zuſammenhang mit den Si44-
Mhens=
gen über die Fahrtkoſtenerſtattung an ausländiſche Einkäxfe) Wgeſch
auch für die Frühjahrsmeſſe 1933 Geltung behält, beſchlonsMl2l
Werbebeitrag um 50 Pfg. für den Quadratmeter alſo „Mr 510
Prozent der Metergebühr, für beide Meſſen des Jahres /44 bet.
Eirine
ſenken.
Der ſtellvertretende Vorſitzende des Verwaltungsrar/ erneh=
Aufſichtsrates der J.G. Farbeninduſtrie AG., Dr.=Ing.e HZſſ, p.
ther vom Rath. Mitbegründer und Ehrenbürger der Urd3M Lugeb.
Frankfurt und Senator und Mitglied der Kaiſer=Wilheln=Moe der
ſchaft zur Förderung der Wiſſenſchaften in Berlin, wird au) / 1. Zim.
Eir), Bre=
75 Jahre alt.
Das Verzeichnis über die Aktiva und Paſſiva des in „A0 e0110,
geſetzten Nachlaſſes von Kreuger wurde geſtern veröffentlug 4-
Schulden betragen 1 170 606 855 Kronen, und die Akt=a=Song,
98 412 834 Kronen.
eift in für
Der Vollzugsausſchuß des Verbandes der Angeſtellten 4.
Miet=
liſchen Textilinduſtrie iſt in Blackburn zuſammengetreten, /010. An=
Brief des Arbeitsminiſters zu beſprechen. Es wurde der 0 ſ. 150
gefaßt, eine eventuelle Einladung zu Verhandlungen Mküötelle
Miniſter anzunehmen.
Berliner Kursbericht
vom 10. September 1932
Deviſenmar?!
vom 10. Septembes1
Berl.Handels. Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Llotzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti= Gummi
Deutſche Cont. Gas
18.375
33.25
19.375
28.50
57.875
67.625
26.50
108.—
93.125
Mee
Elektr. Lieſerung
F. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.felektr. Untern.
Harpener Bergbau
Goeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann.
Kali Aſchersleben
Rlöcknerwerke
Mannesm. Nöhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel
R—
101.75
38.75
74.375
76.50
35.—
51.50
105.,
35.
52.125
31.—
38.25
35.125
eee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali 1
Ugsb.=Nnrb.Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr.Draht
Wanderer=Werke
N
38.25
174.—
48.25
20.125
111.—
36.25
19.—
49.625
11.—
28.—
76.75
24.50
25.50
Helſingfor=
Wien
Prag.
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Lopenhagen
Stockholm
London.
Buenos=Aires
New York.
Belgien,
Italien
Paris
Bährung
100 finn. Mi.
100 Schilling
100 Tſch. Kr.
100 Benyö
100 Leva
100 Gulden
10) Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2.Stg.
1 Pav. Peio
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Franes
Rr
6.304
51.95
12.485
3.057
163.23
73.63
76.02
75.22
14.88
0.923
4.203
58.31
21.81
16.43
Rit
6.316
52.05
12.485
3.063!
189.55
73.77
76.18
75.38
14.72
0.327/
4.217
58.43
21.65
1s.52 1
Schweiz
Spanien
Danzig
Fapan
Rio de Janeir=
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada
Uruguay
Fsland.
Tallinn (Eſtl.)
Rigu
M
Surmſtäster ans Karionatoune Burmktadt, Gihnte drt Bresoher 2
Frankfurter Kursbericht vom 10. September 1932.
We
D25
5½%Intern.,
6% Baden.. .
6% Bahern......
6% Heſſen.......
6% Preuß. Staat.
6% Sachſen..."
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4½.
Ab=
löſungsanl.
Ltſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe
6% Baden=Baden
6% Berlin. . . . v. 24
6% Darmſtadt . . . .
68 Dresden „ „v.26
6% Frankfurt a. M.
Schätze. v. 29
„ v. 26
6% Mainz..."
6% Mannheimv.27
6% München. v. 29
6% Wiesbaden v. 28
6% Heſſ. Landesbk.
6% „ Goldoblig.
5½% Heſſ. Landes=
Hyp.=Bk.=Liquid
434% „Kom.=Obl
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Auſt. G. Pf.
6% „ Golde lig.
Vefe
65.75
65.5
68
57
97.75
61.5
53.5
7.1
4.6
53
54
52.75
73.5
53
56
55
58.5
70.5
56.5
60.2s
71.5
62
5
Br. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
69 Kaſſeler Land. Goldpfbr.
6%o Naiſ. Landesbk.
5½%0 „Ligu. Obl.
—
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer. I
„ „ Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
Berl. Hyp. Bk.
5½%nLiau.=Pfbr.
6% Frkf. Hhp.=Bk.
5½%0 „ Lig. Pfbr.
Goldoblig.
Pfbr.=Bk.
5½% n Lig. Pfbr
6% Mein. Hyp.=Bk.
2a „ Lig. Pſbr.
6% Pfälz. Hhp.=Bk.
½2% — Lig. Pfbr.
6% Rhein. Hhp. Bk.
5½%0 — Lig. Pfbr..
„ Goldoblig.
6% Südd. Bod.
Cred.=Bank".
5½% „ Lig. Pfbr.
6% Württ. Hyp.=B.
59 Daimler=Benz
6%0 Dt. Linol. Werke
½ Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl.
%Ver. Stahlwerkel
3=
50.3
66
73.25
78.9
61
73.25
80.75
72.25
77.75
74
82
72.75
80
62
79.5
52.75
76
74
53.5
Mee
J. 6. Farben Bonds
5% Bosn. L. E. B.
2. Inveſt.
5% Bulg. Tab. v. 02
41/.% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4½%0
4%
4% Türk. Admin.
4% „ 1. Bagdad
4% „ Zollanl.
4½%0 Ungarn 1913
4½% „ 1914
Goldr.
42e
1910
Aktien
Ala. KunſtziideUlnie
A. E. 6.
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſteff
Bemberg, F. P....
Bergm. El.=Werke
BrowvnBoverickCie.
Buderus Eiſen....
Cement Heidelberg
Karlſtadt.
F. G. Chemie, Baſel
Chem.Werke Albert
Chade ..........
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr.
„ Erdöl ....."
D
9421-
12.5
13.5
10.25
111.
55l,
F.
57.75
40.5
79.75
27.75
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37
129
33
106
38.5
19.75
90.75
75.5
„M ue
ſcheide=Anſtalt
„ Linolwerk.Berl.
Eiſenhandel. . .
Dhckerhoffu. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht i. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
Eßling. Maſchinen
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt. & Guilleaume
Frankfurter Hof..
Gelſenk. Bergwerk
Geſ. f.elektr. Untern
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle, Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen.
Holzmann, Phil.
Zlſe Bergb. Slamm
„ Genüſſel
Junghans ..
Kali Chemie..
„ Aſchersleben .
glein, Schanzlin
Klöcknerwerke ...."
Knorr C. H.... .. .!
136.75
49
84
192
21
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1012).
54.25
28
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P=
26
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18
107
42
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Lahmener & Co.
Laurahütte ......
46.75 Lech, Augsburg...
Löwenbr. Münch.
Lutz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt:
Mainz=Akt.=Br.
Mannesm.=Röhren
Mansield Bergb.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau.
Montecatini Maild.
Motoren Darmſtadt
Sberbedarf.......
Phönix Bergbau ..
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm
„ Stahlwerke ..
Niebeck Montan.. .
Roeder Gebr.
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn 1170
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schuckert Elektr.
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halste
Südd. Zucker=A. G. 1
Tellus Bergbau.
Thür. Liefer.=Geſ..
Tietz Leonhard.
Unterfranken ...
Ber. Stahlwerke.
Ultramarin ...
Boigt & Haeffner.
Bahß & Frehtag.
K4
95
14.25) Zellſtoff Waldhu
Memel.
166
Kas
3
11.5
25.75
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72.5
67.5
37.5
176
137.5
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77.75
51
138.5
124
58.5
80
3
5.8
Allg. Dt. Creditanſk
Badiſche Bank.=
Bk. f. Brauindu
BarmerBanwereis
Baher. Hyp. u. R9
Berl. Handelsge
Spelichl
Comm. u. Priva.
Darmſt. u. Nat.=E
Dt. Bank und 9
Dt. Ef.u. Bechſt
Dresdner Banl.
Frankſ. Banl.
Hyp.=Ban!
Mein. Hyp.Banl
Pfälz. Hyp=Boni
Reichsbank=Ant.
Rhein. Ghp. Ba=
Südd. Bod. Cr.g
Bürttb. Notenbar3
A.-G. f. Verkehrite.
Allg. Lokalb. Kraſt *
720 Dt. Reichsb. 8—3
Hapag ..
Nordd. Lloyd.,
Südd. Eiſenh=Ge-
Allianz. u. Stutt *
Verſicherung:
Vereint. Berk.
FrankonaRücku.g
Mannheim. Berſich
Otavi Minen
WGdn
MittAleoßer
1. September 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 253 — Seite 19
A
Fatehr.
Koman von Karl Lütge. Copyright by VerlagPreſſe=Tagesdſenſt, Berlin W3s
ue Mutter, hatte Frau Geheimrat Börſig vor einigen
die Baronin zu Ludwig Mühlinghaus geurteilt.
icel dem Schwimmer ein. Aber er ſchob gereizt die
ran und an die Bemerkungen und Sticheleien der
und Bekannten zurück. Was wußten ſie von dieſer
ebensverlangenden Frau. Was wußte er ſelbſt von
un feſt an ihr. Ein Blick ihrer klaren, tiefen, grauen
er war bereitwillig ihr Sklave. Er erkannte, daß ſie
ſäte, und er ertrug es freudig, da es angenehm
er=
ſich von dieſer entzückenden, zu Zeiten ausgelaſſen
lebendigen, dabei immer ſicheren und formgewandten
ſſchen zu laſſen.
ſutt als die eleganteſte Frau über das Schiff. Be=
Blicke folgten ihr und ihrem Partner, Sie ſpielten
Shuffle board, tanzten zu den Klängen der Bord=
Reiſetag, den ſie gemeinſam fuhren, war ein ſon=
Der Tiſch im Speiſeſaal ſtand günſtig. Und ihre
gen nebeneinander.
Amu ſgenden Tage zeigte ſich die Sonne nicht. Die See war
behyt! Es gab die erſten Seekranken. Das Schiff taumelte
Aülaf über die Wellen, während es bisher unſäglich ſtolz
dinnäßig bewegte Wellenflut gezogen war. Wenn man
dürſärige ſchritt, oder die Treppen hinanſtieg, dann mußte
ſialest feſthalten. Es war nicht ſehr gemütlich. Aber
an ſühlinghaus machte es nicht viel. Er lachte zu ängſt=
Ghchlern, wenn er ſie ſah.
Bar um Bodtfeld erſchien am Mittag nicht im Speiſeſaal.
See anl? Ludwig Mühlinghaus fühlte keine Unruhe und
nichteſorgt. Bedeutete ihm die Frau ſo wenig? Er wußte
ſſt nichwie es kam, daß er ſie nicht vermißte.
Nacſt liſch ging er zu den Liegeſtühlen und ließ ſich durch
Deschward in die Decken hüllen. Der Stuhl neben ihm
„bleunEr ſah kaum hin. Wind pfiff über das Deck, ein ganz
ſer hugyd ünner Regen ſprühte. Er war der einzige Paſſigier
De nd hielt hier unbekümmert aus.
Vielltei dachte er, während er im Sturm, bei näſſenden
ſenſctnerm, im Deckſtuhl ausgeſtreckt, die Arme hinter dem
yf veirſeränkt, lag. Das Geſicht troff bald vor Näſſe. Aber das
ugte ri. Da wurde abgewaſchen.
Gekzuren rannten aufgeſcheucht und doch nicht erregt, das
gher virtſchtbwaſtſein war ſelten rege. Schade, wenn er einen der
ßen zAmpfer genommen hätte, würde er im Deck=
Schwimm=
arkrein können. Die Baronin hatte ein pikfeines Geſicht;
ſig. Abeurn der Klubvorſitzende Holtermann abgeraten hatte,
waricht einzuſehen. Das Kind, das arme Ding, wurde in
Sept. :rem Eigatorium gefangen gehalten, während Mama — — Hm.
— Unverſtändlich, dieſe Tränen bei Elfriede Trautmann;
über=
haupt der ganze Abſchied ergreifend und ſonderbar, garnicht
feſt=
lich und hoffnungsvoll. Die Schweſter war nicht ernſt zu
neh=
men, wenn ſie ſagte: Du verzettelſt dich an eine Frau, für die
du ein Spielzeug ſein ſollſt, nichts weiter! Dabei war die Frau
ſein guter Geiſt, hatte die Idee von der Tournee durch Amerika
und half ihm in jeder Hinſicht: er würde Schliff bekommen, das
Leben kennen lernen —
Ach Gott, ja: Es war famos, wie er lebte, wie ervorwärts
kam. — Und jetzt fuhr er nach Amerika.
„Monſieur?”
Rief da nicht eine Stimme? Ein zweites Mal! — Ludwig
Mühlinghaus wandte ſich auf dem Deckſtuhl.
„Was wollen Sie?"
Ein Mann ſtand geduckt hinter ſeinem Liegeſtuhl. Ein
Menſch, dem man es anſah, daß er indie dritte Klaſſe, da vorn,
zu den Auswanderern, gehörte.
„Ein Wort, mein Herr!”
Na, was denn?“
„Hunger, Herr!”
Das hatte verwunderlich kläglich geklungen.
„Was heißt das?"
„Werden Sie mich nicht verraten?”
„Nein, warum denn?”
Verſprechen Sie es mir! Ehrenwort!”
Mühlinghaus lachte. Kurioſer Kauz. Er gab das Verſprechen
leicht, ſpöttiſch:
„Meinetwegen. Ich verſpreche — feierlich!”
„Blinder Paſſagier!” haupte nun der Mann geheimnisvoll
am Ohr des Schwimmers.
Ludwig Mühlinghaus fuhr auf. Er muſterte den ſchlanken,
kaum mittelgroßen Mann. Er hatte energiſche Geſichtszüge, aber
einen fahrigen Blick. Das mochte die Angſt ſein.
„Sind Sie toll? Sie werden entdeckt und zurückgeſchafft!“
„Wenn Sie mich nicht verraten und mir etwas Eſſen
zu=
ſtecken, dann ſchaffe ich es. Ich muß rüber!“
„Sie kommen drüben nicht von Deck!”
„Ich ſchwimme.”
„Das wird nicht ſo leicht ſein, wie Sie ſich das denken!“
„Ich bin trainierter Schwimmer, Herr das wird die
ge=
ringſte Schwierigkeit für mich ſein. Nur erſt etwas Eſſen
wäh=
rend der Ueberfahrt —
„Was heißt das: Sie ſind Schwimmer? Sportsmann?”
„Ja, Herr. Ich war Trainer eines großen belgiſchen Klubs.
Ich nehme an, daß es Sie intereſſiert.”
„Warum?”
„In der Liſte der Paſſagiere las ich Ihren Namen.”
„Na — und?‟
„Ich kenne ihn gut!”
Ludwig Mühlinghaus ſchob alle Bedenken beiſeite. Sein
Name? Man kannte ihm im Ausland? Dieſer Menſch dieſer
arme Schlucker, der ſich aufs Schiff geflüchtet hatte, um ſich nach
Amerika vor irgendeiner Gefahr zu retten, oder dorthin
hoff=
nungsvoll getrieben wurde, wandte ſich an ihn auf dem großen
Schiff — an ihn als Sportskameraden. Das traf ihn empfindſam.
Er reichte dem Mann die Hand hin. Zu überlegen war
frei=
lich, wie dem Mann geholfen werden konnte. Er deutete auf den
zweiten Liegeſtuhl, der zuſammengeklappt, dicht neben ihm unter
einem Vorbau zuſammengeſchoben lag.
„Danke, ſehr freundlich — ich darf mich leider nicht ſo breit
machen. Es könnte auffallen.”
„Das iſt meine Sorge. Setzen Sie ſich nur! Hier ſind Sie
mein Gaſt. Woher Sie kommen, das weiß ich natürlich nicht —
verſtehen Sie?"
„Gewiß. Das iſt ſelbſtverſtändlich. Uebrigens hat das
Schiffs=
perſonal ſelbſt ein Intereſſe, wenn nichts herauskommt. Ich habe
die Ueberfahrt mit teurem Gelde bezahlt. An einen Steward,
wiſſen Sie; eigentlich an zwei. Meine Papiere ſind nicht ganz
in Ordnung — deshalb! Der Steward iſt anſcheinend krank,
und der ander tut nichts für mich, weil er Angſt hat. Ich habe
ein feines Logis; kein Menſch findetes, außer den Eingeweihten.
Nur eben fehlt mir das Eſſen.”
Der Deckſteward kam mit ſeinem Tablett übers Deck
ge=
ſchwankt. Er pfiff vor ſich hin. Immer war dieſer Menſch fidel.
„Kaffee, Tee gefällig?”
Der Sprühregen hatte völlig aufgehört. Vereinzelt
ſpäzier=
ten wieder Paſſagiere herum. Auf dem Bootsdeck ſpielte ein
Grammophon die neueſten Schlager, und man tanzte unter
Krei=
ſchen und Lachen auf den ſchlüpfrigen Planken.
„Tee und Gebäck, bitte”, verlangte Ludwig Mühlinghaus,
obwohl er ſonſt an Deck nie etwas nahm. Er wandte ſich an den
blinden Paſſagier: „Oder wünſchen Sie Kaffee?”
„Wenn ich bitten darf, dann lieber Kaffee!”
„Aber gern, Verehrter!”
Der ironiſche Tonfall war nötig. Anders konnte man über
die ſonderbare Situation nicht hinwegkommen.
„Dieſer Herr iſt mein Freund und wird mich öfter hier auf
dem Sonnendeck beſuchen, Steward: ich hoffe, Sie haben nichts
dagegen einzuwenden, wie?"
Der Steward zwinkerte mit den Augen.
„Ich ganz gewiß nicht, mein Herr; nur müßte ich auch noch
die übrigen Stewards, die etwas einwenden könnten, davon
wohl in Kenntnis ſetzen?“
„Gut, tun Sie das!“
Bei der Bezahlung der Bordphotos an den Steward ließ
ſich Ludwig Mühlinghaus hernach auf eine größere Dollarnote
nicht herausgeben. So war der Fall erledigt.
„Auf dieſem Liegeſtuhl, mit dem Namen hier oben, finden
Sie öfter ein Paketchen”, ſagte er ſpäter zu dem blinden
Paſſa=
gier, „das iſt für Sie. Kommen Sie immer während der
Mahl=
zeiten, wenn ich nicht hier bin; das iſt mir lieber!“
„Beſten Dank, Herr!”
(Fortſetzung folgt.)
mz Tohng. u.
Lebens=
=Ctyialgeſch.
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uctr F. 177
Gelg erbet.
Praxu=iu me
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z1). Zim.
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Der staatliche Direktor: Prof, Hugo Eberhardt
Fordern Sie Drucksachen!
(l.s675
Wir teilen hierdurch heute mit den Freunden und Bekannten,
Daß unſre liebe „Waldmannslüſt” nun wieder neu erſtanden.
Wie ſchwer hat uns das Unwetter vor Monaten betroffen!
Nun ſtehn zum Eintritt jedermann die Räume wieder offen.
Wir bitten drum das Publikum um güt’gen Zuſpruchs Ehre:
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