Darmstädter Tagblatt 1932


03. September 1932

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Einzelngmmer 10 Pfennige

gember 2. Reichsmark und 20 Pfennig
chi, abgeholt 2. Reiſchemark, durch die
Fap Reichsmark frei Haus. Poſtbezugspreis
nt Beſtellgeld monatlich 2,60 Reſchsmark.
mckeit für Aufnahme von Anzelgen an
Tugen wird nicht übernommen. Nicht=
ener Nummern infolge höherer Gewalt
Bezieher nicht zur Kürzung des
Beſſellungen und Abbeſſellungen durch
Verbindlichkeit für uns. Poſſcheckonto
Frankfurt a. M. 1301.

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Tarter Tat
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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ch 2mallgem Erſcheinen vom 1. September

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſebenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſiattet.
Nummer 245
Samstag, den 3. September 1932. 195. Jahrgang

21 mm breiie Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspfg.
FinanzAnzelgen 35 Reſchepfg. Rellamezelle (92 mm
brei)2 Reſchsmarl. Anzelgen von auswärts 35 Reichspfg.
FinanzAnzeigen 30 Reſchepfg. 92 mm breite Rellamee
zelle 3,00 Reſchsmark. Alle preſe in Reſchsmark
(1 Dolſar 4.20 Markl. Im Falle höberer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strelk uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzelgen=
auffräge
und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beltreibung fällt ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deuiſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nationalbank.

ſe preußiſcheVerwaltungsreform
huadsherung der Sonderverwalkung in die allgemeine Landesverwalkung. Skärkung der Skellung
Mzureußiſchen Landraks. Verlegung des Schwergewichts der allgemeinen Landesverwalkung
in die Regierungspräſidien. Oberpräſidenken erhalten die Vollmachken eines Skaaks=
kommifſars
. Ansban der Oberpräſidien zu Reichsoberpräſidien geplank.

ſorläufer der Reichsreform.
4In unſerer Berliner Schriftleitung.
Dalzpreußiſche kommiſſariſche Kabinett hat
eſiig weitgehende Reformmaßnahmen auf
Gſeliete der Verwaltung beſchloſſen. Sie ſind
brorperlich einſchneidender Natur und als Vorläufer der
ichshyform zu werten. Die Beſchlußfaſſung des kommiſſa=
en
Hginetts iſt übrigens ein Zeichen dafür, wie ſicher ſich der
chskakmiſſar von Papen in ſeiner Stellung gegenüber dem
ſamuy fühlt und wie wenig er von dem Zuſammenſpiel zwi=
Nctnalſozialiſten und Zentrum hält.
Die 1Bchlüſſe des kommiſſariſchen Kabinetts ſollen am Sams=
der
=Offentlichkeit übergeben werden. Die Verordnung be=
aun
2 Paragraphen und iſt untergeteilt in zwei Kapitel,
blich ſundas über die Staatsverwaltung und das über die Ge=
ndevanaltung
. Die Reformmaßnahmen, die mit der Ge=
ndevenaltung
zuſammenhängen, werden nach Maßgabe der
zu uüſſenden Durchführungsbeſtimmungen in Kraft treten,
nud die Inkraftſetzung des Kapitels Staatsverwaltung
nylpril 1933 hinausgeſchoben. In dieſem Zuſammenhang
emeitswert, daß die in der Preſſe bereits behandelte Zu=
nenlugng
von kleineren rheiniſchen und weſtfäliſchen Aemtern
Teordnung noch nicht enthalten iſt, ſondern erſt im An=
amp
jetzigen Reformen in Angriff genommen werden ſoll,
uM Durchführung auch erſt nach dem 1. April 1933 in
de koint.
Die neuen Maßnahmen.
Die ihichlüſſe des kommiſſariſchen Kabinetts ſehen eine Ein=
deſeing
der Sonderverwaltungen in die all=
reineLänderverwaltung
vor, um die geſamte Ver=
ung
ſieiheitlicher und überſichtlicher zu geſtalten. Der preu=
ge
Lindrat wird in Zukunft beſondere Voll=
ätel
thalten. Er kann unter eigener Verantwortung,
d Güehren im Verzuge ſind, polizeiliche Anordnungen tref=
Früh, mußte er erſt die Genehmigung des Regierungspräſi=
ſten
ſeſholen. In den Kreiſen ſollen verſchiedene Behörden
Beaan zuſammengefaßt werden, ſo der Schulrat, der Kreis=
die
sGwerbeaufſichtsbeamten, das Kulturamt, das Kataſter=
dast
ſchbauamt, das Waſſerbauamt, die Kreiskaſſe und das
mamt. 1 6 iſt geplant, ein beſonderes Kreisſchulamt in jedem
is zun rrichten, um dadurch die Einrichtungen des Schulrats
des MRisarztes überflüſſig zu machen.
In 1eRegierungspräſidien erfolgen ebenfalls weitgehende
iminenifiſungen. Der Oberpräſident, der an der Spitze
Provayſteht, wird von jeder überflüſſigen Verwaltungsarbeit
zukunktbefreit ſein. Er wird die Funktion eines po=
ſchufBeauftragten
der preußiſchen Regie=
9 amsben und mit beſonderen Vollmachten ausgerüſtet wer=
ſo
dyman in ihm ſchon einen Staatskommiſſar er=
kelmn
Auch er iſt berechtigt, polizeiliche Maßnahmen im
al z rreffen, ohne ſich von Berlin aus entſprechende Anwei=
gün
zu laſſen. Wichtig iſt, daß die Regierungspräſidien
Rukumft ſirekt von den Miniſterien beaufſichtigt werden. Das
kpujidium wird als Aufſichtsinſtanz ausgeſchaltet, d. h.
ſid c in Zukunft allgemeine Anweiſungen geben, wie die
altun geführt werden ſoll, ſoll ſich aber nicht in die laufen=
beſchhift
einmiſchen, damit ſeine Aufſichtsſtellung als Beauf=
disStaatsminiſteriums
nicht beeinträchtigt wird. Daraus

ſicht hon, daß das Schwergewicht der allgemeinen Landes=
tum
in die Regierungspräſidien, verlegt wird. Dieſe
ſüng der Oberpräſidenten hat auch den
ihen die Möglichkeit offen zu halten, daß
iner ſpäteren Reichsreform auch als
Syerpräſidenten fungieren können, alſo auf=
ſähä
genug ſind, die daraus entſtehende Mehrarbeit zu
Me Hand an der Wirkſchaftsverordnung.
Berlin, 2. September.
iNchskabinett wird am Samstag vormittag zu der ſchon
Tagen in Ausſicht genommenen Sitzung zuſammen=
en
Zweck hat, die große Verordnung über die Wirt=
aſchumen
zu verabſchieden. Die Veröffentlichung wird
ſcht ſchon am Samstag, ſondern erſt am Dienstag er=
Adie Rückkehr des Reichspräſidenten nach Berlin erſt
we Hälfte der nächſten Woche in Ausſicht genommen
Ader Veröffentlichung ſelbſtverſtändlich ein Vertreter
cha=hie rung nach Neudeck fahren, um die Verordnung dem
brädnt en vorzulegen, der über ſie in großen Zügen be=
uden
Vortrag des Reichskanzlers unterrichtet wor=
Näemeine Deutſche Gewerkſchaftsbund
Richafisprogramm der Reichsregierung.
Andesvorſtand des ADGB. beſchäftigte ſich mit den in
Nedeu ß Reichskanzlers v. Papen vom 28. Auguſt angekün=
DAha ftspolitiſchen Plänen der / eichsregierung. Ueber
Sred Arahme der Gewerkſchaften 4 rd erklärt, daß wei=
*eihfenkungen eine unerträgliche Ver=
der
ſozialen Bedrängnis der arbei=

tenden Bevölkerung, ſowie eine weitere
Schrumpfung der Kaufkraft der breiten Kon=
ſumentenmaſſen
und neue geſteigerte Arbeits=
loſigkeit
zur Folge haben würden.
Ueberdies ſei der Bundesvorſtand der Anſicht, daß das von
der Regierung verfolgte Ziel, einen Anreiz zu Neueinſtellungen
von Arbeitskräften zu geben, auch erreicht werden würde, wenn
es bei der im Plan der Reichsregierung vorgeſehenen Zahlung der
Prämie von 400 RM. für jeden neu eingeſtellten Arbeiter ſein
Bewenden hätte. Im Rahmen des Geſamtplanes der Regierung
könne auf die Kürzung der Löhne verzichtet werden, ohne den von
der Regierung erwarteten Effekt des Planes zu ſchmälern.
Der Zweck, Arbeitsloſe in Arbeit zu bringen, würde wir=
kungsvoll
gefördert werden, wenn die in Ausſicht genommene
Steuerrückerſtattung ausſchließlich auf ſolche Betriebe beſchränkt
bliebe, die durch Neueinſtellungen von Arbeitskräften bei der
Ueberwindung der Arbeitsloſigkeit mitwirken. Durch eine ſolche
Aenderung des Planes der Reichsregierung würden von der
Summe von 1,5 Milliarden aus Steuermitteln, die nach dem Pro=
gramm
des Kabinetts in vollem Umfange bedingungslos ange=
rechnet
werden ſoll, erhebliche Beträge frei werden, die zur In=
gangſetzung
und Förderung von öffentlichen Arbeiten, alſo zu
echter Arbeitsbeſchaffung im Sinne der bekannten Forderungen
der Gewerkſchaften Verwendung finden müßten.
Amwandlung der Beukhener Todes=
urkeile

in lebenslängliche Zuchthausſtraſen.
Berlin, 2. September.
Durch Entſchließung des preußiſchen Staatsminiſteriums vom
2. September ſind die Todesſtrafen, die durch das rechtskräftige
Urteil des Sondergerichts in Beuthen gegen
1. den Elektriker Reinhold Kottiſch,
2. den Grubenarbeiter Rufin Wolnitza,
3. den Häuer Auguſt Gräupner,
4. den Markenkontrolleur Helmuth Joſef Müller,
wegen Totſchlages begangen aus politiſchen Beweggründen, und
5. den Gaſtwirt Paul Lachmann
wegen Anſtiftung zu dieſem Verbrechen verhängt worden ſind, im
Gnadenwege in lebenslängliche Zuchthausſtrafen umgewandelt
worden.
Für die Entſchließung war maßgebend, daß die Verurteilten
zurzeit der Tat noch keine Kenntnis der Verordnung des Reichs=
präſidenten
gegen politiſchen Terror vom 9. Auguſt 1932 und ihren
ſchweren Strafandrohungen gehabt haben.
Wiederaufnahmeverfahren gegen die Beuthener
Verurkeilten.
Wie wir von unterrichteter Seite hören, iſt damit zu rechnen,
daß dem Antrage auf Wiederaufnahme des Verfahrens im Beu=
thener
Prozeß, der bekanntlich von der Verteidigung eingereicht
worden iſt, ſtattgegeben werden wird. In dem Antrag ſind nach
Auffaſſung der zuſtändigen Stellen neue Tatſachen enthalten, die
die Wiederaufnahme rechtfertigen.
Die Berliner Preſſe über die Begnadigung.
Berlin, 2. September.
Die Berliner Abendpreſſe veröffentlicht größten Teils an
leitender Stelle den Beſchluß des preußiſchen Staatsminiſteriums
auf Begnadigung der Beuthener Verurteilten.
Die D. A. Z. begrüßt aus Gründen der Menſchlichkeit die
Begnadigung und aus Gründen der Staatsautorität ihre Moti=
vierung
.
Der Lokalanzeiger glaubt, daß das preußiſche
Staatsminiſterium mit Rückſicht auf die politiſche Seite der
ganzen Angelegenheit die Entſcheidung beſchleunigt hat.
Das Berliner Tageblatt ſchreibt, von dem grund=
ſätzlichen
Standpunkt aus, den wir zur Frage der Vollſtreckung
dieſes Todesurteils wie jedes anderen Todesurteils ein=
nehmen
, haben wir keinen Anlaß, die Entſcheidung der kom=
miſſariſchen
Regierung zu kritiſieren.
In der Voſſiſchen Zeitung heißt es: Die Vollſtreckung
der Todesſtrafe, die das Beuthener Gericht dem Verordnungs=
paragraphen
entſprechend verhängen mußte, iſt nirgends in der
deutſchen Oeffentlichkeit verlangt worden; es wird ſich auch kein
Widerſpruch gegen die Begnadigung regen. Niemand wird das
Recht haben, den Begnadigungsbeſchluß als Schwäche auszulegen.
Die Berliner Börſenzeitung bezeichnet die Be=
gnadigung
als ebenſo notwendig wie das Urteil und ſagt: Nichts
anderes kann der unvoreingenommen Urteilende ſagen, als daß
die Entſcheidung des preußiſchen Staatsminiſteriums einfach die
logiſche Schlußfolgerung aus der Sachlage iſt: Vom rechtlichen,
vom menſchlichen und damit auch vom politiſchen Standpunkt aus,

Geheimniſſe der Macht des roken Zares
Aus der Geſchichte einer Staakskriſe.
Von unſerem Berichterſtatter.
N. Moskau, Ende Auguſt 1932.
* Es war auf dem XI. Kongreß der WKP., der allruſſiſchen
Partei der Kommuniſten=Bolſchewiſten. Lenin war ſoeben ge=
ſtorben
, und die Partei, des Führers beraubt, tappte im Dunkel
der Generallinie war in Panikſtimmung verfallen, rang um
die Idee und um die Perſon des Nachfolgers und bereitete ſich
zum Kampf der Diadochen um die Macht vor, deren zwei her=
vorragendſte
Trotzki und Stalin vom toten Führer in
ſeinem politiſchen Teſtament, wenn auch aus verſchiedenen Grün=
den
, ſo doch als gleich ungeeignet für die alleinige Führung be=
zeichnet
wurden. Ratloſigkeit herrſchte allgemach und eine
dumpfe Vorahnung von der großen Bedeutung der kommenden
Entwicklung für das ganze Schickſal der Partei. Da ſtand der
anerkannte Parteitheoretiker Rjaſanow auf, der die Zerfahren=
heit
mit den Worten zu bannen ſuchte: Unſere Parteileitung
iſt eine eigenartige Inſtitution. Man ſagt dem engliſchen
Parlament nach, daß es alles kann, daß es nur einen Mann
in eine Frau noch nicht zu verwandeln vermöge. Iſt unſere
Parteileitung nicht aber ſogar ſtärker als das engliſche Unter=
haus
? Sie hat ſchon manchen guten Revolutionär in ein Weib
verwandelt, und die Zahl dieſer Weiber nimmt immer
mehr zu ..
Nach dieſer bemerkenswerten Szene ſind Jahre vergangen.
Lieſt man heute die Sowjetpreſſe ſei es ein Leitartikel in der
Isweſtija, der Bericht einer Lokalkontrollkommiſſion der Prawda,
der Beſchluß eines der unzähligen Anſchlüſſe, eine Rede oder
ſonſt eine Meinungsäußerung ſo fällt eine eigenartige Er=
ſcheinung
auf: wichtiger als Lenin und ſelbſt Marx
iſt der Name des Genoſſen Stalin wichtiger
als die zehn Gebote Moſes ſind ſeine ſechs
Bedingungen, die er zur Erfüllung des Fünfjahresplanes
aufgeſtellt hat. Wie früher jedes Urteil mit den Worten Im
Namen Seiner Majeſtät des Zaren begann, ſo gibt es jetzt
keinen Beſchluß, keine Verordnung, keinen auch noch ſo belang=
loſen
öffentlichen Akt, der nicht Bezug auf den Namen Stalins
und auf ſeine Bedingungen hätte. Zu beſonderen Anläſſen
wird noch Lenin erwähnt, aber an gewöhnlichen Werktagen ſo=
zuſagen
beginnt und endet jede halbwegs bedeutende öffentliche
Aeußerung mit dem Hinweis auf den Genoſſen Stalin und
ſein Werk. Jene Erklärung Rjaſanows von dem weibiſchen
Kleinmut der Revolutionäre iſt von Einem beherzigt worden
Riaſanow ſelbſt, der heute wegen ſeiner Ketzerei bereits aus
der Partei ausgeſchloſſen iſt, hat es zu ſeinem Schaden er=
fahren
. Der Kult, der mit dem Genoſſen Stalin in der Preſſe
und überall getrieben wird, und der wahrſcheinlich vom
Zentrum vorgeſchrieben worden iſt, beweiſt, daß dieſer Eine
ſich heute auf der Höhe einer Machtvollkommenheit befindet, die
vor ihm keiner beſaß weder Lenin noch je ſein größter Rivale,
ſich die Zukunft der Partei und das künftige
Schickſal Rußlands ohne Stalin vorſtellen. Der
abſolutiſtiſche Begriff hat weder zu den Zeiten der großen
Perſönlichkeiten auf dem ruſſiſchen Thron Peters und der
Katharina noch in den Jahren des reaktionärſten Zaren,
Alexanders III., eine ſtärkere Ueberſteigerung erfahren.
Welches ſind die Geheimniſſe der Macht
dieſes Georgiers? Es wird oft überſehen, daß er kein
Diktator iſt. Wohl übt die Partei als Ganzes die Diktatur
des Proletariats aus (politiſche Zyniker nennen es eher eine
Diktatur über das Proletariat), aber innerhalb der Partei hat
Stalin den Boden der Legalität nie verlaſſen. In den
Staaten der weſtlichen Demokratie, wo die außerordentlich labi=
len
politiſchen und parlamentariſchen Verhältniſſe zu einem
Gegeneinander der Gewalten im Staat geführt haben und wo
Regierungskriſen an der Tagesordnung ſind, iſt man geneigt,
das Rätſel der Stalinſchen Macht mit dem Wort Diktatur
abzutun. Die neue ruſſiſche Staatslehre ſagt aber nicht Diktatur
und nicht Demokratie, ſondern Diktatur und Demokratie gleich=
zeitig
. Mit dem erſten iſt das Machtmonopol der gegenwärtig
herrſchenden Klaſſe, mit dem zweiten die Führerauswahl, d. h.
jene Demokratie gemeint, die dieſe herrſchende Klaſſe ſich ſelbſt
gewährt.
Denn Stalin iſt obwohl der Begriff des allgemeinen
und gleichen Wahlrechts abgeſchafft iſt wählbar und
wenigſtens theoretiſch, alſo abſetzbar. Das
Wahlrecht iſt ein Dreiklaſſenwahlrecht, in deſſen
Aufbau allerdings alle Vorſorge getroffen iſt, den Kongreſſen,
d. h. alſo den Spitzen und Keimzellen des Staatsapparates,
die erwünſchte Einſeitigkeit zu ſichern. Schon die Oeffentlichkeit
und die Mittelbarkeit des Wahlverfahrens und des Wahlvor=
gangs
ſind die beſte Gewährleiſtung eines Sieges der Diktatur
der Partei, d. h. ihres Führers innerhalb derſelben. Die
ſowjetruſſiſche demokratiſche Diktatur iſt alſo nach weſentlichen
Begriffen kein ſelbſtändiges und unabhängiges Poſtulat und
ſchafft keine ſelbſtändigen und unabhängigen Gewalten. Sie iſt
im Verhältnis zum Staat geſehen lediglich eine Methode der
Diktatur. Im Verhältnis zur Partei jedoch iſt es eine Zweck=
einrichtung
, die den pyramidenartigen Aufbau der Gewalten ge=
währleiſtet
, mit dem Loſungswort: Alle Macht der Spitze.
Iſt alſo Stalins Macht abſolut legal begründet, ſo hat
er es allerdings verſtanden, durch die vollſtändige Beherrſchung
des allmächtigen Parteiapparats dieſe Macht für abſehbare Zeit
feſt zu verankern. Schon 1925 führte er die Partei; als Jahr
ſeiner endgültigen Behauptung muß aber erſt 1928 angeſehen
werden. Von da ab hat er ſich von Jahr zu Jahr wieder=
wählen
laſſen von dieſem Apparat, der in erſter Linie aus
Zentralkomitee, Kontrollkommiſſion und Politbüro beſteht, und
der in allem Stalin, dem Schöpfer des neuen kommuniſtiſchen
Glaubensbekenntniſſes verpflichtet iſt. Man macht ſich gemein=
hin
kaum eine Vorſtellung von der Weitverzweigtheit und dem
gewaltigen Einfluß dieſes bürokratiſchen Parteiapparats, von
dem alle Zweige des öffentlichen Lebens durchſetzt ſind, deſſen
Auge in jeden Winkel reicht und von deſſen Wohlwollen u. a.
auch die geſamte Staatsführung abhängt. Da Stalin in allen
Aemtern zuverläſſige Anhänger hat, die nach der Praxis der
Abhalfterung Trotzkis, Kamenews, Sinowjews und anderer ſchon

Trotzki und wie ſie in Europa kaum denkbar erſcheint. Wenn
man heute in Moskau Marxismus ſagt, fügt man hinzu wie
ihn Stalin auslegt, wenn man von Leninismus ſpricht,
meint man Stalinismus und kein Kommuniſt kann

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Seite 2 Nr. 245

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 3. Septembes

aus Furcht nicht zu muckſen wagen, deren Schickſal vollkommen
in ſeiner Hand liegt und die durch ihn nur zu gewinnen haben,
bleiben ſie ſtets auch ſeine ideenmäßigen Stützen ungeachtei
aller Schwankungen der Parteilinie. Man rechnet heute, daß
einige Dutzend der führenden Parteimitglieder, die ſich unter
ſeiner ſtändigen Kontrolle befinden und von ihm ſeine Richt=
linien
empfangen, über etwa 200 000 Apparatiſten herrſchen,
die die Befehle und Verordnungen der Spitze dann an das
Gros der Parteimitglieder, die Träger der Gewalt vom Weißen
Meer bis Turkeſtan und von der Oſtſee bis zum Pazifiſchen
Ozean weitergeben. Dieſe Spitze aber iſt Stalin, der den
oberſten Willen einer Weltmacht verkörpert, der der Papſt der
kommuniſtiſchen Religion, der Rot Zar des neuen Rußland und
der Generaldirektor der gewaltigen, einheit=
lich
zuſammengefaßten und zentral geleiteten,
d. h. der größten Wirtſchaftsmacht der Welt iſt.
Die Inſtrumente ſeines Machtregiments aber, die zugleich
den Staat und die Diktatur ſchützen, ſind die Rote Armee und
die GPU. Um die Seele der Roten Armee hat Stalin einen
mehrjährigen bitteren Kampf geführt. Nach der Niederzwingung
ihres Organiſators Trotzki ſagte man ihr Sympathien für die
Linksoppoſition nach, während ihr Beſtand aus Bauernſöhnen
eine Zeit lang eine ernſte Drohung gegen Stalins Landwirt=
ſchaftspolitik
darſtellte. Aber in den letzten Jahren iſt es ihm
ohne Zweifel gelungen, ſich ihrer vollen Ergebenheit zu ver=
ſichern
, und zwar nicht nur dadurch, daß ſie immer mehr mit
zuverläſſigen Vertretern der kommuniſtiſchen Jugend durchſetzt
wurde, ſondern auch durch die immer eindeutigere Hervorkehrung
der Staats= und der nationalen ruſſiſchen Außenpolitik, die in
der Armee die ſtärkſte Stütze finden. Wenn dem Kriegs=
miniſter
Woroſchilow früher einmal Oppoſitionsneigungen an=
hafteten
, ſo dürfte die Freundſchaft zwiſchen dieſen beiden
Männern vom Blickpunkt des Staates aus heute feſtbegründer
ſein. Welches zuverläſſige und treu ergebene Inſtrument
der Rote Zar aber in der GPU. beſitzt, und zwar in erſter
Linie vom Geſichtspunkt der Partei aus, iſt auch für jeden
Außenſtehenden zu offenkundig, als daß es noch beſonders unter=
ſtrichen
zu werden brauchte. Sie iſt die eigentliche Willens=
vollſtreckerin
des Regimes, deren Zielbewußtheit bis zur Grau=
ſamkeit
geht, deren Knute heute im Volk jeden Schatten eines
Ungehorſams gegen den Willen der Diktatur im Keime erſtickt.

drentfoiodienag Luor.
Der Stahlhelm fordert Wiedereinführung
der allgemeinen Dienſtpflicht.
Berlin, 2. September.
Bei der am Freitag abend im Sportpalaſt veranſtalteten
Stahlhelmkundgebung ſprach der erſte Bundesführer des Stahl=
helms
Franz Seldte über die Ziele des Bundes.
Er führte u. a. aus: Soldatiſches Denken gehört jetzt nach Ber=
lin
. Die Herrſchaft der Minderwertigen iſt ge=
brochen
und vorbei. Jetzt iſt es ſo weit, daß von der Füh=
rung
des Deutſchen Reiches das erkannt und ausgeſprochen und
zum Regierungsprinzip gemacht werden ſoll, was die Frontgene=
ration
der Männer aus dem Schützengraben bereits im Winter
des Jahres 1918 mitbrachte, was ſie durch den Stahlhelm formu=
lierten
, was längſt Tat und Wirklichkeit hätte werden können in
Deutſchland, wenn man dieſe opferbereite und opferwillige Män=
nerſchicht
der Frontgeneration herangelaſſen hätte.
Wenn wir uns fragen, ob wir auf dem von Anfang gezeigten
Wege des Stahlhelms unſere Ziele ſchon erreicht haben, ſo
antworte ich klar: Nein, das haben wir noch nicht. Das konn=
ten
wir auch noch nicht in einem Volke, das noch in einer gei=
ſtigen
Revolution, einer Umſtellung, in einer Gärung begriffen
iſt. Eine Stufe jedoch, und eine der wichtigſten, haben wir
durch die Arbeit des Stahlhelms erreicht. Es iſt keinem
inneren und äußeren Feinde gelungen, in dem
deutſchen Volke den Wehrgedanken und den ſol=
datiſchen
Gedanke zu unterdrücken oder auszu=
rotten
. Wir können uns mit dem Erreichten noch nicht zufrie=
den
geben, ſondern gerade, wenn wir ſtarke nationale Regie=
rungen
fordern, ſo wollen wir weiter bereit ſein, in unſerem
Stahlhelmſinne weiterzuarbeiten, bis das deutſche
Volk die ihm ſo notwendige allgemeine Dienſt=
pflicht
, dieſe große Volksſchule, wieder ein=
geführt
hat.
Aber auch wenn dieſe zweite Stufe unſeres Programms er=
reicht
iſt, kann der Stahlhelm noch nicht abtreten; denn dann geht
es um die dritte Stufe um die Erreichung der
höchſten geiſtigen Werte in Deutſchland. Dann
geht es darum, daß eine bewußte nationale Führer=

Vom Tage.
Im Organ des Reichserbands der landwirtſchaftlichen Ge=
noſſenſchaften
wird ausdrücklich eine allgemeine Löſung des Zins=
problems
verlangt.
An Stelle des Abg. Wilhelm Kube, der auf ſein Reichstags=
Mandat verzichtet hat, tritt der Landwirt Erich von dem Bach=
Zelewſki, Dühringshof, Kreis Landsberg a. d. W. (NSDAP.), in
den Reichstag ein.
Durch den Eſſener Katholikentag iſt zunächſt eine Pauſe in
den Verhandlungen zwiſchen den Nationalſozialiſten und dem
Zentrum eingetreten.
Der Eſſener Katholikentag wurde feierlich eröffnet. Der
ſtellvertretende Reichskommiſſar und Eſſener Oberbürgermeiſter
Dr. Bracht hielt eine Begrüßungsanſprache.
Das Dortmunder Sondergericht II verurteilte den Schloſſer
Friedrich Seibel aus Dortmund wegen Totſchlags und verſuchten
Totſchlags zu 6 Jahren Zuchthaus. Seibel hatte bei einem poli=
tiſchen
Zuſammenſtoß in der Nacht zum 3. Juni d. J. den Natio=
nalſozialiſten
Fröſe erſchoſſen.
Auf die deutſchen Bemühungen um Wiederherſtellung der
Rüſtungsgleichheit in Europa reagiert die polniſche ,Boulevard
und Senſationspreſſe mit Ueberſchriften von ausgeſprochener Ge=
häſſigkeit
. Dagegen zeigen ſich die ernſteren Blätter aller Rich=
tungen
ſehr zurückhaltend.
Von engliſcher zuſtändiger Stelle wird mitgeteilt, daß eine
Abſchrift der an den franzöſiſchen Botſchafter in Berlin übergebe=
nen
Denkſchrift über die deutſchen Rüſtungsforderungen dem
Foreign Office zugeſtellt worden iſt. Im Anſchluß an dieſe Mit=
teilung
wird erklärt, daß England an den gegenwärtigen Be=
ſprechungen
noch nicht teilnehme und daß ſeine Haltung gegenüber
den deutſch=franzöſiſchen Verhandlungen unverändert ſei. England
habe ſich bisher noch in keiner Weiſe für oder wider die deutſche
Auffaſſung feſtgelegt.
Der Vorſitzender der Streſaer Konferenz, der Abg. Bonnet,
wurde am Freitag nachmittag von Herriot empfangen. Er hatte
außerdem eine längere Beſprechung mit dem franzöſiſchen Finanz=
miniſter
und dem italieniſchen Finanzminiſter in Paris. Miniſter=
präſident
Herriot hat außerdem den polniſchen Botſchafter in Paris
empfangen.
Die paraguayiſche Regierung hat den Vorſchlag der Neutralen,
einen 30tägigen Waffenſtillſtand abzuſchließen, nicht angenommen,
mit der Begründung, daß Bolivien ihn dazu benutzen würde, ſeine
militäriſche Lage zu verbeſſern.
Die chineſiſchen irregulären Truppen, die ſeither die Haupt=
ſtadt
Mukden beunruhigten, richten nunmehr ihre Angriffe auch
auf die mandſchuriſche Stadt Charbin. Infolge, der bedrohlichen
Lage wurde in Charbin das Kriegsrecht verhängt.
Nach amtlichen japaniſchen Meldungen iſt ein Defenſivbünd=
nis
zwiſchen der Mandſchurei und der japaniſchen Regierung be=
reits
abgeſchloſſen worden.
Wie das japaniſche Außenminiſterium mitteilt, wird das Ab=
kommen
mit der Mandſchurei gegen Mitte September unterzeich=
net
werden. Es wird zwar ſofort in Kraft treten. Eine Abſchrift
des Abkommens wird jedoch vorher den Mächten übermittelt. In
dem Abkommen wird der Mandſchureiſtaat Japan das Recht ein=
räumen
, als einzige ausländiſche Macht Truppen in der Man=
dſchurei
zu unterhalten.
Das mandſchuriſche Außenminiſterium hat am Freitag der
Nankinger Regierung telegraphiſch die Warnung des mandſchu=
riſchen
Staates zum Ausdruck gebracht, die Tätigkeit irregulärer
chineſiſcher Truppen in der Mandſchurei ja nicht zu unterſtützen.
Eine gleiche energiſche Warnung iſt an die Adreſſe Tſchang= ſhu=
liangs
gegangen.

ſchicht vorhanden iſt, die Bismarcks Werk fortſetzt und erfüllt.
Die es erreicht, daß das von Bismarck geſchaffene, ſtaatlich ge=
einte
Deutſche Reich auch von ſeeliſch geeinten Deutſchen, von
einem deutſchen Volke, von einer wahren deutſchen Nation be=
wohnt
wird. Wir wollen die Eigenſchaften der Frontſoldaten:
Fähigkeit, Tapferkeit und Durchhaltenkönnen nicht in einem
Krieg anwenden denn wir kennen die Schrecken des Krieges
und erwähnen ihn darum nicht , ſondern wir wollen dieſe
Eigenſchaften anſetzen in freier, friedlicher Arbeit, zum Aufbau
der Nation.
Mit dem Syſtem von Weimar oder mit den
Möglichkeiten von Verſailles oder mit einer
Kombination von beiden iſt nichts zu erreichen.
Im Gegenteil, wir müſſen dieſe beiden Syſteme auflockern,
ſprengen, wenn wir zur inneren und äußeren Freiheit kommen
wollen. Die deutſche Zukunft ſteht nicht bei den Parteien. Die
deutſche Zukunft ſteht nicht bei der Mechanik irgendeiner Wirt=
ſchaftstheorie
. Die deutſche Zukunft ſteht nicht allein bei den ſtar=
ken
Bataillonen, ſondern die deutſche Zukunft ſteht da, wo jener
deutſche Geiſt ſein Panier erhebt, für das ich keine ſtärkere Aus=
drucksform
bisher in Deutſchland kenne, als den Geiſt der alten
Frontſoldaten, als den Geiſt des Stahlhelms.

Sulbleriger Bey Jamn Benengmn.
Aus Edvard Griegs Leben.
Zum 25. Todestag am 4. September.

Als Grieg 12 Jahre alt war, verfaßte er ſeine erſte Kompo=
ſition
, die er Variationen über eine deutſche Melodie für das
Klavier nannte. Als ſie durch Zufall ſeinem Lehrer in der
Schule in die Hand fiel, mahnte ihn dieſer in recht barſchem
Tone das blöde Zeug lieber zu Haus zu laſſen‟. Der junge
Muſiker mußte ſich damit begnügen, ſeine Kompoſition einem
befreundeten Leutnant vorzuſpielen, in dem er einen wohlwollen=
den
Beurteiler ſeines jugendlichen Verſuches fand. Grieg dachte
damals gar nicht daran, berufsmäßiger Komponiſt zu werden
und trug ſich vielmehr mit dem Gedanken, als Paſtor Karriére
zu machen!

Später ſtudierte Grieg im Leipziger Konſervatorium. E
bezeichnet ſich ſeibſt als außerordentlich faulen Schüler und ve
allem als einen ſehr ſchlechten Pianiſten. Eines Tages wa
Griegs Klavierlehrer Louis Plaidy über das Spiel ſeine
Schülers ſo empört, daß er die Noten einer Clementi=Sonat
an der der Jüngling erbärmlich herumpfuſchte, plötzlich vor
Pult fortriß und das Buch in einer großen Kurve in den en
fernteſten Winkel des großen Klaſſenzimmers ſchleuderte. E
donnerte ſeinen Schüler mit den Worten an: Gehen Sie nae
Hauſe und üben Sie. Grieg gibt ſelbſt zu, daß der Lehre
obwohl er ihm ſehr unſympathiſch war, dennoch Recht hat=
zumal
er merkte, daß ſein Zögling die Etüden von Zcernt
Kuhlau und Clementi wie die Peſt haßte.
Als Grieg um die Hand der Tochter des bekannten däniſche=
Schauſpieldirektors Werligh warb, waren die Eltern über di
Verlobung ihrer Tochter nicht ſehr erfreut. Dein Bräutiga
iſt nichts, ſagte die Mutter zu der jungen Nina, der ſpätere
Gattin des Komponiſten. Er hat nichts und komponiert ein
Muſik, die niemand hören will. In der Tat, von Griegs erſte
Liedern wurden nur zwei Exemplare verkauft! Bei der Hoc
zeit am 11. Juni 1867 herrſchte recht trübe Stimmun
Griegs Freund, der Sänger Steenberg tröſtete die junge Fra=
zuverſichtlich
: Seien Sie nur ruhig, der junge Mann wir
noch weltberühmt‟ Er ſollte recht behalten; denn der Weltruhr
ließ dann auch nicht lange auf ſich warten.

Franz Liſzt hat, nachdem er einige Kompoſitionen Griegs
zu ſehen bekam, ſeinen Wert als erſter feſtgeſtellt. Grieg be=
fuchte
den Meiſter in Bonn. Er war vom Spiele Liſzt über=
wältigt
. Grieg hatte das Manuſkript ſeines Klavierkonzertes
mitgebracht. Liſzt bat Grieg, es ihm vorzuſpielen, worauf der
Komponiſt erwiderte: Das kann ich nicht. Liſzt nahm das
Manuſkript und ſagte lächelnd: Nun, dann werde ich Ihnen
zeigen, daß ich es auch nicht kann, Grieg fand freilich, daß der
größte Pianiſt der Welt den erſten Teil des Konzerts zu ſchnell
nahm. Dennoch bezeichnete er ſein Spiel als unbezahlbar. Er
ſpielt, ſo ſchreibt Grieg, das ganze mit Haut und Haar.

Zum 50. Geburkskag des Dichkers Leonhard Frank.

Leonhard Frank,
der vielgeleſene Schriftſteller, begeht am 4. September ſeinen 50.
Geburtstag. Am bekannteſten wurden von Franks Werken ſeine
Romane Die Räuberbande‟. Die Urſache, Karl und Anna
ſowie die Novellenſammlung Der Menſch iſt gut.

Liſzt ſpielt dann noch Griegs Sonate für Klavier und Geige,
wobei die Geige in der Klavierſtimme zur vollen Geltung kam.
Liſzt war buchſtäblich gleichzeitig überall, erzählte Grieg,
ohne eine Note auszulaſſen.
Dr. T.

* Hans Albers auf der Fluchk vor ... Ftauen.
Dieſer Tage ſpielte ſich vor dem Berliner Zoo eine ſpaßige
Szene ab. Hier hatte ein Wohltätigkeitsfeſt ſtattgefunden, bei dem
Gitta Alpar, Guſtav Fröhlich und zahlreiche andere mitgewirkt
hatten Auch Hans Albers hatte ſich eingefunden, um den Ertrag
des Wohltätigkeitsfeſtes zu ſteigern. Gegen Abend verließ er die
feſtlichen Hallen durch die Tür des Marmorſaales, vor der die be=
geiſterten
jungen und alten Backfiſche warteten, um ihre Künſt=
ler
begrüßen zu können. Lange vor Schluß erſchien ein kräftiger
Mann, den Hut tief im Geſicht, und wollte unbemerkt verſchwinden
Plötzlich ertönte eine quietſchende Stimme: Hans Albers . Und
ſchon war der Filmliebling von ungefähr 100 jüngeren, aber auch
älteren Frauen umringt. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als
die Flicht zu ergreifen. Und nun entwickelte ſich ein lächerliches
Schauſpiel. Während Albers über die Straße rannte, als ob er ein
verfolgter Dieb ſei, und das nichtsahnende Straßenpublikum ſtehen
blieb, um den Ausgang dieſer Diebsjagd zu ſehen, rannten
hinter ihm ungefähr 5060 Frauen atemlos und keuchend her,

Berlin, 2. Septt
In einer Maſſenkundgebung der NSDAP. im Berling=
palaſt
legte Adolf Hitler ausführlich dar, daß alle Verſt
Rad der Zeit zurückzudrehen, unmöglich ſeien. Die Auffan
Volkes ſei heute eine völlig andere als vor 13 Jahren. D=
müſſe
ſein Antlitz auch nach dem Willen des Volkes
Hugenberg ſage, das deutſche Volk lehne die Diktatur abe
wolle keine Diktatur, aber eines Tages werde ſich der Stt=
tifizieren
mit der Nationalſozialiſtiſchen Partei, die dan
geworden ſei und die dann die Regeneration des Staate=
griff
nehme. Der Selbſterhaltungstrieb der bürgerlichen
ſei ja verſtändlich, aber das Volk ſei wie ein wilder
Wer ihn zähmen könne, könne ihn auch reiten, jedenn
aber werfe er ab. Selbſt wenn man Herrn von Papem
nationalſozialiſtiſchen Maſſen ſtellen wolle, um die nati.
liſtiſchen Maſſen zu kommandieren, würden dieſe in der
blick, in dem er, Hitler, ſich umdrehe, mit ihm geben un
von Papen allein ſtehen laſſen.
Wenn die Regierung ſage: Wir ſind bereit, euch
Regierung teilnehmen zu laſſen, ſo könne er nur erwit,
verkennt uns alle vollkommen.. Wir wollen keine Gnade
Wir nehmen nichts als Gnade, was wir als Recht forde
ſage, nur 37 Prozent ſtänden hinter ihm, und zum

brauche man doch 51 Prozent. Sei es denn Demokratie=
15 Prozent, die ihm fehlten, nun die Regierung beſtimrs
ten? Wie kommen die kleinen Gruppen dazu, ſo fuhr H=
uns
das Regiment ſtreitig machen zu wollen? Wenn das
uns Nationalſozialiſten die Macht in die Hand drückt, we
in keiner Sekunde dieſe Macht erhalten und bewahr=
durch
das deutſche Volksheer. Wir bekennen feierlichſt.
uns das Reichsheer nicht zum Schutze einer Regierung de
dern zum Schutze des Reiches. Wir verſichern feierlichſt.
für dieſes Heer ſorgen werden, wie es niemals zuvor
iſt. Nicht nur materiell, ſondern auch geiſtig. Daß wim
auch heraushalten werden von jeder inneren Belaſtung.
dieſes Heer auf eine Plattform heben, an der jeder:
unbekümmert und unbeſchränkt emporſehen kann.
Man wird nicht ſagen können, daß wir ein Regimer,
das ſich ſtützt auf die Macht. Wir werden es ſtützen du=
eigenen
Anhänger und ſind überzeugt, daß in kurzer
ganze deutſche Volk hinter uns ſtehen wird. Ich prots=
gegen
, daß man nun plötzlich unſer geiſtiges Gut uns=
will
in der Meinung, damit vielleicht ſich ſelbſt erhalte:
nen. Ich bin entſchloſſen, dagegen den Widerſtand alle
digen Menſchen zu entfachen, ganz gleich, wie ſie heije
haſſen nicht die anderen, wir reichen einem jeden die Hin
überall her ſind die Anhänger ja zu uns gekommen,
Lebensberufen, aus allen Konfeſſionen, und ſie werden ur=
zuſtrömen
. Bei uns liegt die Berechtigung in den Millr
wir für uns gewonnen haben, und wir werden alles tru
aus den 14 Millionen ſobald wie möglich 60 Millionen
Ich habe gewiſſe Beſorgniſſe gehört, wir könnten uns imu
Weſen ändern, wenn wir an die Regierung kämen. Oro
Sie ſich, das wird nicht eintreten! Denn ich gehöre zu 4 //=
wegung
, die Fleiſch von mir und Blut von mir iſt, und eſs
zu mir. Und ich gehe mit ihr. Uns kommt es nur du/ksute
Deutſchland zu retten. Ich will das Ende des Blutvergiaig nun eine
das Ende des Haders, aber niemals gebe ich die Idee p:cls vor
hat man doch ſchon am 13. Auguſt merken können, daß ichtm inver
die Rolle, die man mir zugedacht hatte, nicht eigne. Au

durch Drohungen laſſe ich mich dazu beſtimmen. Wenn

Kanzler ſagt: Dann löſen wir auf! unſeretwegen hu-38(0
Nug auf
Wir werden Sieger ſein, Sie aber nicht.
Sarg Bo
Die Nalionalſozialiſtiſche parkeikorreipen /kt Iar
MFiston
zur Begnadigung.
mi
München, 2. Sepr.

Die Umwandlung der Beuthener Todesurteile wirdte
Nationalſozialiſtiſchen Parteikorreſpondenz dahin kommem/
dieſe Begnadigung als neuer Schlag für das deutſche En
bezeichnet wird. Die NSK. erklärt weiter, man ſei ſich u. 0s
herein darüber klar geweſen, daß dieſe Todesurteile niericnſtiſch
ſtreckt worden wären. Wenn die Regierung glaube, daß)
tige Spruch zur Beruhigung der Bevölkerung beitrage= in
ſei ſie falſch unterrichtet. Die Korreſpondenz fährt dar Müen
Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die 5 SA.=Leute m 4ühn
nach dem Zuchthaus Groß=Strehlitz überführt werden. Micht beiz
der Gefangenen ſeien von der Begnadigung ſofort unnsh /ximend
worden und unter der neuen Erſchütterung zuſammengihe
Es gelte nun, ſo ſchließt die NSK., mit aller Kraft das9/hoft
aufnahmeverfahren zu betreiben.
wen wirt
M ewerden
ohne auf die Gefahren zu achten, die in der ſehr belebteg! heine

von den Autos drohten. Die Aengſtlichſten, die ſonſt nur mm
und Zaudern eine Straße überquerten, liefen mit Todesve‟
hurtig hinter dem Filmſtar her, um ein Autogramm vor
erjagen. Der ſportgeſtählte Albers aber war ſchneller;
Frauen und verſchwand in einem Auto vor der Meute.
jagte. Filmruhm iſt aber bekanntlich vergänglich. Brunool
der ſich jüngſt das Leben nahm, weil er vergeſſen war, nu
auch häufig vor dem Anſturm ſeiner Verehrerinnen fluchtic
Auto retten. Er erhielt täglich mehrere Hundert begeiſtes‟
besbriefe. Das Alles hinderte aber nicht, daß er ebenſo ſchhe
geſſen wurde, wie er vorher verehrt und gefeiert worden

Schallplatken=Beſprechung.

September=Neuerſcheinungen.
Die in der Carl Lindſtröm A.G. vereinigten
beſonders der wohlfeilen Platten, verdienen ob ihrer
wiederum hohe Anerkennung. Gloria legt die elektr!
nommenen Platten G. O. 10 331 und 10 342 vor. Auk
ſpielt das Friedrich=Elsberg=Tanz=Orcherſter mi
Bernauers Refraingeſang den ſchönen Tango"
Frühlingstag im ſonnigen Sorrent und den leicht=
dabei
raſſigen Boſton Einmal von Fr. Rotter und u
Auf letzterer ſpielt Erica von Hausmann mit ihreſſt.
Walzer=Orcheſter ſchmiſſig und rhythmiſch Joh. Strauß
Zitronen blühn und Bei uns z'Haus Gitta Alk
vielgeprieſene, ſingt mit Herbert Ernſt Groh Duette
Bajadere und Der Graf von Luxemburg mit Orcheſll
tung auf Odeon Nr. 11672 temperamentvoll und ia
Columbia läßt Eddi Saxon mit ſeinem Oral.
dem Tonfilm Das Lied einer Nacht und aus Quic!
reichſte Schlager auf D. W. 2134 und den entzückende
Was ich von dir weiß, kleine Eliſabeth (Refraingeſanak
Donath) und den Tango Warum eine Neuſchöpfung v0
lerio=E. Walter auf D. W. 2124 ſpielen. Parlopy/‟,
auf B. 48207 ein Wiener Liederpotpourri Servns
von Nico Doſtal, ausgezeichnet geſpielt von Edith Lok
ihrem Orcheſter und die künſtleriſch hochwertige Plaue
auf der Mitglieder der Staatskapelle Berlin Joh. Bran
demiſche Feſtouvertüre unter der feinſinnigen Leitung
Fritz Stiedry ſpielen. Eine Platte, die zu den deutſchen
leiſtungen zählt.
Erſtmalig legt auch der Schallplatten=Volksverbang
Schallplatten zur Beſprechung vor. Beſonders ſtarke,
brechliche, große Platten (30=Zentimeter=Platte *
25 Zentimeter 1,60 RM.). Wir mochten auf einige diele.
Clangor=Platten beſonders aufmerkſam machen, da ſie."
wiedergabe vollendet ſchön ſind. Auf MD 9153 erlebe

ewig ſchöne Preislied Am ſtillen Herd aus den Meilte
mit Appels Tenor. Den 1. und 2. Teil des Roſenkavalle.
(MD 1041) ſpielt meiſterhaft Bruno Seidler=Winkler

großen Sinfonie=Orcheſter unter Mitwirkung von Mitgl.

Orcheſters der Städtiſchen Oper, Berlin, Hermann Scheden
wunderbarer Modulation Loewes unvergängliche Doub.
(MD 9155). Auch hier bieten ſich dem Freund edler 2
Spitzenleiſtungen tonvollendeter Schallplatten zu erſtht.
ligen Preiſen.

[ ][  ][ ]

3. September 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Silomattfce Trnonat.
ſiche Denkſchrift. Frankreich will nichts ohne England unkernehmen. Genkleman Agreemenk
M Paris und London? Am Vorabend der Konferenz von Skreſa. Gerüchke um Monkagu Norman.
mächte die nötige Handlungsfreiheit beſitzen. Dieſe Kon=
Franzöſiſche Perſpekkiven.
ferenz bildet das Vorſpiel für die große Welt=

n unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 2. September.
ſuer wenigen Wochen hat man in Paris die Lage in
ſy einigermaßen ruhig beurteilt. Man hat die deutſchen
icht von der finanziellen oder wirtſchaftlichen, ſon=
uicer
Linie von der politiſchen Seite betrachtet, und
ſtillſchweigend angenommen, daß die Außenpolitik
ſarrieren würde, bis in Deutſchland eine Klärung ein=
ſöäre
. Dieſe Atempauſe wäre Frankreich ſehr will=
weſen. Deswegen hatte man auch in Paris die Be=
ſer
Ereigniſſe in Deutſchland, wenigſtens hinſichtlich
holitik gerne übertrieben. Man ließ jedoch die fran=
ſſeffentlichkeit
im Unklaren darüber, daß trotz aller
ſchen Kämpfe in Deutſchland die deutſche öffent=
ſaung
über die Grundzüge der Außenpolitik ſich im
ganzen einig iſt. Nach der Rede Papens in
ſie, wenn man von den üblichen Angriffen der äußer=
öſiſchen
Rechten gegen die deutſche Politik abſieht,
mickhaltend kommentiert wurde, ſieht man der inner=
Entwicklung in Deutſchland mit größter Spannung
Die Prognoſen lauten gar nicht einheitlich. Man
ſiſeine Rede als kühn und beurteilt ſein Wirtſchafts=
mgüinſtig
. Die Gerüchte, die man hier konſequent über
hanz= und wirtſchaftspolitiſche Experimente in Deutſch=
ſereitet
hat, verurſachen jetzt weniger Beunruhigung.
ſvurgrund des öffentlichen Intereſſes ſteht vor allem
ſe Vorſtoß in der Frage der Gleichberechtigung. Die
ben ders die Rechtspreſſe, hat ſelbſtverſtändlich ſchon bei
un Schleichers heftige Angriffe gegen den deutſchen
Munternommen. Le Temps tat ſich dabei beſonders
ie Aufregung in der öffentlichen Meinung iſt aber
ſo groß, wie man es auf Grund der Preſſeſtimmen
fante.
Tat, die deutſche Note kam nicht unerwartet be=
ſchder
ganze Vorgang auf einer Verabredung der deut=
Delierten mit Herriot, die in Lauſanne ſogar auch in
hu den Zeitpunkt, zu dem die Beſprechungen weiter=
uttmden
ſollten, zu dem gleichen Thema erfolgt iſt, und
ge Aiqum fehl in der Annahme, daß Herriot bei ſeinen
anvingen in Jerſey mit Sir Herbert Samuel die Frage
eiftz lt. Man glaubt übrigens, daß die deutſche Denk=
oſn
Kinleitung von detaillierten diplomatiſchen Verhand=
heutet
. Für ſolche ſoll ſo ſagt man hier trotz=
*8 iſtum eine prinzipielle Frage handelt, der nötige Spiel=
diaus
vorhanden ſein. Jedenfalls ſoll Frankreich
m inverſtändnis mit England vorgehen.
u. Dask (nverſtändnis mit England wird jetzt ganz beſonders
innhug auf die Weltwirtſchaftskonferenz betont. Schon
Rei te heorg Bonnets, des Präſidenten der Konferenz, von
ha zſu London wird in dieſem Sinne ausgelegt. Es heißt
t daſt ingland und Frankreich auf der Welt=
ſtſhhftskonferenz
in London auf eine gegen=
igueſuſammenarbeit
beſonders großes Ge=
htügen
würden. Die Meldung des Daily Herald von
m ſßatleman Agreement am Vorabend der Kon=
uz
, ljahrt nichtsdeſtoweniger etwas ſonderbar, es iſt ſchwer
ſlaupu daß die engliſche Politik ſich ſoweit in voraus bin=
wende
Von franzöſiſcher Seite beeilt man ſich allerdings
dis Gerücht zu dementieren. Im übrigen iſt die
ſtorytiſche Aktibvität in finanz= und wirt=
uftöflitiſchen
Fragen ſehr groß. Schon die
tiebei ſe Herriot nach Jerſey hat Anlaß zu aller=
polethen
Kommentaren gegeben. Auf jeden Fall iſt
enbltdchen engliſch=franzöſiſchen Verhandlungen ein ſehr
des /Boicht beizulegen, ein größeres jedenfalls, als der am
htägt hginnenden Konferenz von Streſa. Im all=
eineſ
rwartet man nicht ſehr viel von den Konferenzen.
ſchwc) hofft man, daß es in Streſa zu raſchen Entſchei=
gen
nlnmen wird. Allerdings ſind die Probleme, die dort
handalwerden ſollen, ziemlich heterogen und kompliziert.
müe gerne wiſſen, inwieweit die Vertreter der Groß=

wirtſchaftskonferenz. Aber erſt nach Streſa wird man
auf ſie Schlüſſe ziehen können. Es iſt mehr als berechtigt, wenn
man der Weltwirtſchaftskonferenz mit hohen Anſprüchen gegen=
übertritt
, ſchon wegen der vielen akuten Fragen, deren Löſung
mit Berufung auf dieſe Konferenz verſchoben wurde.
Trotz aller namentlich von Paris bewußt und mit
Nachdruck betonten Zuſammenarbeit zwiſchen Paris und Lonvon,
ſcheint man aber doch der engliſchen Politik nach wie vor zu
mißtrauen. Auf jeden Fall hat die Reiſe Montagu
Normans nach Amerika am Quai dOrſay eine be=
trächtliche
Nervoſität ausgelöſt. Die Perſon des Gouverneurs
der Bank von England iſt hier ohnedies ſehr wenig ſympathiſch.
Unkontrollierbare Nachrichten über den Zweck ſeiner Verhand=
lungen
ſind im Umlauf; das Gerücht will nicht verſtummen,
daß es ſich um die Stabiliſierung der engliſchen
Währung handelt. Ueber die Londoner Dementis
ſetzt man ſich dabei einfach hinweg. Die Stabiliſierung des
Sterlings läge ſehr im Intereſſe Frankreichs, man glaubt hier
im allgemeinen auch, daß ſie eine Vorbedingung der Stabili=
ſierung
der mitteleuropäiſchen, baltiſchen und ſüdamerikaniſchen
Währungen bedeutet. Das würde für die franzöſiſche Wirtſchaft
das Aufhören von ungeheuren Verluſten bedeuten. Da nun
aber Sie Herbert Samuels Verhandlungen und die Propaganda
für die Beibehaltung des gegenwärtigen Zuſtandes nicht mit der
Amerikareiſe Montagu Normans und den Beſtrebungen für die
ſchnelle Rückkehr zur Goldwährung nicht übereinſtimmen, will
man in Paris jetzt plötzlich eine gewiſſe Zwieſpältigkeit in der
engliſchen Politik entdeckt haben.
*
Die ruſſiſch=japaniſche Spannung wird recht
unruhig verfolgt. Die franzöſiſche Rechtspreſſe wirft jetzt Ruß=
land
eine Schaukelpolitik zwiſchen Tokio und
Waſhington vor. Gegenwärtig ſoll Moskau die japaniſche
Politik durch Ausſtreuung von Gerüchten über eine Einigung
mit Amerika die ganz problematiſch ſein ſoll abſichtlich
beunruhigen.
Die Rede des Finanzminiſters Germain Martin auf einem
Bankett in Le Puy hat in den politiſchen Kreiſen einiges Auf=
ſehen
erregt. Der Finanzminiſter hat ſich zwar ſo ziemlich in
Allgemeinheiten bewegt, und die Abſicht der Regierung, an
einer klaſſiſch=konſervativen Finanzpolitik feſt=
zuhalten
betont. Aber der Ton, den er anſchlug, verriet den
Ernſt der Stunde. Es iſt mehr als wahrſcheinlich, daß bei
dem Zuſammentritt der Kammer die Regierung ge=
zwungen
ſein wird, einige unvolkstümliche Maß=
nahmen
zu ergreifen, welche die Kammer nicht leichten
Herzens bewilligen kann. Auf dem Lande, beſonders in den
Agrarkreiſen, greift eine ſtarke oppoſitionelle Stimmung um ſich.
Das Kabinett befindet ſich zwiſchen zwei Feuern, denn einer=
ſeits
iſt es ihm unmöglich die Politik der künſtlichen Stützung
der Landwirtſchaft und der wahlloſen ſtaatlichen Eingriffe, wie
ſie vor den Wahlen üblich geworden war fortzuſetzen; anderer=
ſeits
mangelt es ihr an Unterſtützung von Links. Die Jung=
radikalen
beklagen ſich darüber daß die Politik Tardieus trotz
der Wahlergebniſſe weiter fortgeſetzt wird. Die Preſſe, die nichts
ſo ſehr befürchtet wie eine Rückkehr des Linkskartells, ſieht den
Ausweg nur in der Bildung einer Konzentrationsregierung, in
einer Schwenkung nach Rechts. Aber es iſt mehr als fraglich,
ob ſich das parteipolitiſch durchführen läßt. Jedenfalls müßte
eine ſolche Regierung mit einer ſehr ſtarken und ſehr entſchie=
denen
Oppoſition rechnen,
Herriok wendet ſich an die Allierken.
Paris, 2. September.
Intranſigeant glaubt zu wiſſen, daß Miniſterpräſident
Herriot wegen des deutſchen Schrittes in der Frage der militäri=
ſchen
Gleichberechtigung mit den ehemals alliierten Ländern Füh=
lung
genommen habe. In Paris, ſo ſchreibt das Blatt weiter,
frage man ſich, ob das von Deutſchland aufgeworfene Problem
eine diplomatiſche Verhandlung erheiſche, oder ob die Ueberwei=

Veneral-Inkendank Harkung
über ſein Programm.
Aſiſche Programm. Das deutſche Drama.
Aubehend von Georg Büchner, wird erneuk
zur Diskufſion geſtell.
Uttzt em Vorſitz des Herrn Dr. Merck fand geſtern abend
beitſhe Mitgliederverfammlung des Vereins der Freunde
eſſicihn Landestheaters ſtatt. Geſchäftsbericht (Dr. Merck) und
enbeltut (Direktor Kredel) wurden debattelos genehmigt.
Vonſſa dswahl ergab nach einem Antrag des Herrn Trier
vermAl des Geſamtvorſtandes in der bisherigen Zuſammen=
19f Antrag des Vorſtandes wird der Mitglieder=
kalſherabgeſetzt
von 10 auf 6 RM., für Familien
ſchue) von 20 auf 12 RM. Vorgeſehen ſind im kommen=
Eine Studio=Aufführung, Vorträge, u. a. durch Paul
L3kouſſionsabende uſw.
Werledigung des geſchäftlichen Teils hielt General=
ſt
6 uſtav Hartung einen Vortrag über ſeine und
Aheaters Arbeit imkommenden Spieljahr.
Rde Einleitung gab dem General=Intendanten Ge=
eſtzuſtellen
, daß innere Anteilnahme an ſeiner und
Aters Arbeit, an den Problemen, die jede neue Aera
Uſläßlich ſei, wenn erſprießliche Arbeit geleiſtet werden
Weloft ſchon, wurden Forderungen an das Theater ge=
DE5 unter Berückſichtigung der derzeitigen Finanzlage
erbün kann. So bedauerlich das an ſich iſt. Es kann
dan uch nicht verlangt werden, daß die Quantität
Lon tlungen der Qualität vorangeſtellt wird. Sein

rEniger aber reſtlos durchgearbeitete Vorſtellungen.
Ian in einer anderen Stadt werden an die Qualität
ſtellungen ſo hohe Anforderungen geſtellt wie in
Darmſtadt!
EChneuten Inſzenierung wird eingehend geprüft, ob die
and künſtleriſchen Kräfte höchſt qualifizierte Vorſtel=
Mytieren. Wo dieſer Grundſatz verlaſſen wurde, waren
er Vorwurf, bzw. die
Ulfch

Talents erleben. Oft aber iſt es auch für die Künſtler not=
wendig
, zu wechſeln, damit ſie ſich ganz entfalten können.
Wie ich, ſagte der Intendant weiter, ſchon im Vorjahr aus=
geführt
und des öfteren wiederholt habe, iſt das klaſſiſche
Programm Forderung und Aufgabe des Theaters. Die
letzte Saiſon hat das allenthalben erwieſen. Man muß wieder
experimentieren in dem Ziel, das Publikum wieder für die
Schaubühne zu gewinnen. Allerdings mit der Notwendig=
keit
, daß jeder Akteur fühlt und weiß, daß das Geiſtige
hinter dem ſinnlich zu Schauenden ſtehen muß. Im Gegenſatz
zur Schaubühne der Vergangenheit.
Auf das
Programm der neuen Spielzeit
eingehend legte der General=Intendant zunächſt dar, daß dem
Schauſpiel die ſtärkere kulturelle Aufgabe zukommt, daß darum
die Schauſpielregiſſeure die Oper immer mehr
durchdringen. Im Schauſpiel wird das deutſche Drama
erneut zur Diskuſſion geſtellt. Es wird ein Büchner=Zyklus ge=
bracht
werden unter Berückſichtigung der Tatſache, daß das
neue deutſche Drama ſich von Georg Büchner
herleitet. Wozzeck, Leonce und Lena und Dantons Tod
ſind in Ausſicht genommen. Das Büchner=Erbe iſt noch nicht
ausgewertet. Weitergeführt wird dieſe Linie mit Hebbel
(Agnes Bernauer), dann mit dem nordiſchen Drama, in dem
Ibſen (Peer Gynt und Klein=Egolf), Strindberg ( Fräu=
lein
Julie und ein Geſchichtsdrama) zu Worte kommen ſollen,
dann wieder im deutſchen Drama mit Wedekind und
Bracht, der beſonders dramentechniſch von Büchner beeinflußt
iſt. Dann ſoll die Konfrontation der Antike mit Strömungen
der Gegenwart fortgeſetzt werden mit einer Euripides= Nach=
dichtung
von Hoffmannsthal einem neuen Werk
Barlachs. In der Oper führt dieſe Linie dann zu dem in
der Welt der Antike fußenden Gluck mit Orpheus und
Eurydike, neben einer Wiederaufnahme der Iphigenie in
Aulis‟. Dann ſoll Strawinfkis Oedypus Rex über=
führen
zum modernen Muſikdrama. Aus der deutſche Komödie
wird Kleiſt’s Der zerbrochene Krug zu einem öſterreichiſchen
Ausläufer der deutſchen Komödie, zu Raimond führen, und
von hier zum bürgerlichen Luſtſpiel mit Hermann Bahrs
Konzert und zur geſellſchaftskritiſchen Komödie Tabula rasa‟
von Sternheim und Das Ende des reichen Mannes von
Walter von Hollander. Im klaſſiſchen Drama ſoll der
Verſuch gemacht werden, Goethes Fauſt zweiter Teil
nach neuen Geſichtspunkten zu erfaſſen, dann Schiller mit
Maria Stuart und wahrſcheinlich auch Die Räuber zu
Worte kommen, Shakeſpeare mit mehreren Werken und
Calderon.
Die Oper ſoll den Beginn des deutſchen Muſikdramas mit
Glucks Orpheus fortſetzen mit Mozarts Entführung aus
dem Serail und Zauberflöte‟. Die romantiſche Oper wird mit
Webers Freiſchütz einſetzen, und zur Feier des 50. Todes=
tages
Wagners ſoll vorerſt Das Rheingold neu inſzeniert

Nr. 245 Seite 3
ſung an den Völkerbund oder nur die Verweiſung an die Abrü=
ſtungskonferenz
angebracht ſei. Bis jetzt habe man hierzu noch
nicht Stellung genommen, ſondern warte die Antworten aus dem
Auslande ab. Alles, was man im Augenblick tun könne, ſei, eine
Empfangsbeſtätigung vorzubereiten.
In Erwarkung der ſranzöſiſchen Ankwork.
* Berlin, 2. September. Priv.=Tel.)
Die franzöſiſche Regierung iſt zurzeit damit beſchäftigt, die
deutſche Denkſchrift, die dem franzöſiſchen Botſchafter Francois
Poncet übrigens in Gegenwart des Reichswehrminiſters von
Schleicher überreicht wurde, zu ſtudieren. Sie hat ihre ein=
ſchlägigen
Sachverſtändigen mobilgemacht, die aber wohl erſt in
den nächſten Tagen ſo weit ſein werden, daß ſie der Reichsregie=
rung
ihre Stellungnahme übermitteln können. Inzwiſchen läßt ſich
die Feſtſtellung machen, daß die franzöſiſche Preſſe anfängt, ſich
vom Thema der Gleichberechtigung etwas loszulöſen. Sie will
offenbar ihr Pulver nicht reſtlos verſchießen, ſondern die nächſte
Phaſe der deutſch=franzöſiſchen Verhandlungen abwarten. Sobald
der franzöſiſche Preſſefeldzug wieder aufflammt, und neue Ge=
dankengänge
in der franzöſiſchen Argumentation zu verzeichnen
ſind, werden die Franzoſen ihre Antwort fertiggeſtellt und viel=
leicht
ſchon überreicht haben. Da ſie mit Indiskretionen fabelhaft
zu arbeiten wiſſen, werden ſie ſich keinen Augenblick beſinnen, ſon=
dern
unverzüglich die weſentlichſten Teile der franzöſiſchen Stel=
lungnahme
, wenn auch in tendenziöſer Form, in die Oeffentlich=
keit
bringen, genau ſo, wie ſie jetzt ihre entſtellten Nachrichten
über die deutſche Denkſchrift und die angeblichen deutſchen Einzel=
wünſche
verbreiten ließen. Im Laufe der nächſten Woche
wird die Reichsregierung wohl im Beſitz der
franzöſiſchen Antwort ſein. Wenn es richtig iſt, was
bereits in einer Pariſer Zeitung zu leſen iſt, dann wollen die
Franzoſen den Völkerbund einſchalten. Aber auf
derartige Manöver kann ſich Deutſchland nicht mehr einlaſſen,
nachdem der Völkerbund mit ſeiner Abrüſtungskonferenz vollkom=
men
verſagt hat. Deutſchland will jetzt endlich klar ſehen und
wiſſen, ob Frankreich bereit iſt, für eine echte und umfaſſende
Abrüſtung einzutreten oder ob es an ſeiner Ueberrüſtung feſthält
und uns dadurch zwingt, aus Gründen der nationalen Sicherheit
die militäriſchen Beſtimmungen des Verſailler Vertrages aus=
zulöſchen
.
Die deutſche Reichsbahn im Juli 1932.
Im Güterverkehr der Deutſchen Reichsbahn hielt der Ver=
kehrsrückgang
im Juli 1932 weiter an. Die Zahl der für den
Geſamtverkehr in arbeitstäglichem Durchſchnitt geſtellten Wagen
betrug im Juli 96 940 gegen 111 511 im Juli 1931.
Im Perſonenverkehr wurden im Juli, dem Monat des ſtärk=
ſten
Sommerurlaubs= und Ferienverkehrs, trotz verringerter Ein=
kommensbaſis
breiterer Volksſchichten, im ganzen höhere Verkehrs=
ziffern
als im Vormonat erreicht, bei weitem aber nicht der Ver=
kehrsumfang
früherer Jahre.
Die Betriebseinnahmen beliefen ſich im Juli auf insgeſamt
253,12 Mill. RM. Die Geſamtausgaben ſtellten ſich auf 266,14
(322,67) Mill. RM. Die Geſamteinnahmen blieben um rund 106
Mill. RM. hinter, dem Juli 1931 zurück.
Die Geſamteinnahmeausfälle in den erſten ſieben Monaten
des Geſchäftsjahres 1932 betragen gegenüber 1931 im Perſonen=
und Gepäckverkehr 157,3, im Güterverkehr 428,1 und bei den
Geſamteinnahmen 635,7 Mill. RM. Die Monatsrechnung ſchließt
mit einer Mehrausgabe von 13 (Juni 77) Mill. RM. ab, womit
ſich für die erſten ſieben Monate die durch Einnahmen nicht ge=
deckten
Ausgaben auf rund 460 Mill. RM. erhöhen.
Schlachtſteuer in Heſſen?
Im Finanzminiſterium fand am Donnerstag morgen eine Be=
ſprechung
mit Vertretern der Handwerkskammer und der Land=
wirtſchaftskammer
über die Schlachtſteuer ſtatt. Wie bekannt, iſt
deren Einführung in Heſſen noch nicht endgültig beſchloſſen, da das
Kabinett noch keine Stellung genommen hat. Gleichwohl ſind an=
geſichts
der Tatſache, daß die Schlachtſteuer in einem Gebiet er=
hoben
wird, das neun Zehntel der Bevölkerung des Reiches um=
faßt
, von den Reſſortſtellen pflichtgemäß die Vorarbeiten geleiſtet
worden.
Das heſſiſche Metzgergewerbe und auch die Landwirtſchaft
hatten gebeten, ihre Wünſche vor einer Einführung der Schlacht=
ſteuer
vorbringen zu dürfen. Bei der Regierung beſteht Geneigt=
heit
, den Vorſchlägen der Intereſſenvertreter nach Möglichkeit bei
der Ausgeſtaltung des Steuerentwurfs Rechnung zu tragen, auch
hinſichtlich der Wünſche nach der Klaſſeneinteilung.
Mit Rückſicht auf die Höhe der Schlachthofgebühren dürften
die Steuerſätze in Heſſen niederer werden als in Preußen und
Bayern. Die Entſchließung des Geſamtminiſteriums über die Ein=
führung
der Schlachtſteuer dürfte in Kürze erfolgen.

werden. Die Aufgabe, den ganzen Ring zu bringen, wird
unlösbar bleiben. Die deutſche Spieloper des 19. Jahrhunderts
ſoll fortgeführt werden mit den Luſtigen Weibern, dann einem
Werk von Goetz und dieſe Linie endend mit dem Roſen=
Kavalier. Der Konfrontation von Pfitzners, Paleſtrina
und Strawinſkis Oedypus Rex wird beſondere Be=
deutung
zukommen. Weiter wird Verdis Don Carlos
Muſorſkis Soratſchintzy, Die ſchuldhafte Witwe von Wolff=
Ferrari, die Uraufführung eines Werkes von Elſe Lasker=
Schüler kommen.
Endlich ſind eine Anzahl Neuerſcheinungen vorgeſehen
worden, und an Operetten ſolche, die aus der Oper kommen.
Der Vortragende ſchloß mit einem Appell, zu werben.
Zu werben nicht nur in materieller Hinſicht und mit materiellen
Zielen, ſondern mehr noch in geiſtiger Beziehung. Nur
eine dahingehende Mieterwerbung wird den kulturellen Beſtand
des Theaters gewährleiſten.
Der Vorſitzende ſagte das mit dem Dank an den Vor=
tragenden
, unter dem Beifall der Verſammlung, zu.
M. St.

* Weifrennen zwiſchen Eiſenbahn und Schaffner.
Idyll auf einer Kleinbahn.
Die Tisnoska iſt eine Kleinbahn in der Tſchechoſlowakei, wie
es auch heute noch im Zeitalter der Schienen=Zeppeline und der
Rieſenflugzeuge zahlreiche gibt. Dieſe Kleinbahn macht ihrem
Namen alle Ehre und rechtfertigt alle Witze, die früher über dieſe
gemütlichen, langſamen, rauchenden und pruſtenden Verkehrswerk=
zeuge
gemacht worden ſind. Sie führt das vorſintblutliche Leben,
das ſie ſeit Jahrzehnten kennt, noch heute fort, ohne ſich um die
techniſchen Fortſchritt der Menſchheit irgendwie zu kümmern.
Dieſes Bähnle verkehrt zwiſchen Tiſchnowitz und Deutſch=Brod. Vor
einigen Tagen fuhr die Kleinbahn nach einem langen Aufenthalt
in Saar plötzlich ab, ohne daß der Schaffner etwas merkte. Er
unterhielt ſich eifrig, und als er aufblickte, war das Bähnle ſchon
50 Meter in Richtung auf Deutſch=Brod unterwegs. Da eine Eiſen=
bahn
nach alter Sitte einen Schaffner aufweiſen muß, ſo ſetzte
ſich der biedere Beamte in Trab, um ſein Zügele zu erwiſchen. Die
Fahrgäſte ſahen ſchadenfroh zu den Fenſtern hinaus, denn ſie hat=
ten
den Schaffner auf dem Eiſenbahnſteig ſtehen geſehen, und woll=
ten
nun wiſſen, wie dieſes ſeltſame Wettrennen zwiſchen Schaffner
und Eiſenbahn ausgehen würde. Wetten wurden abgeſchloſſen, in
denen der Schaffner als Favorit galt, denn die Tisnoska genießt
den Ruf, recht gemächlich ihres Weges zu ziehen. Nach kurzer Zeit
rückte der Schaffner auf, der Abſtand zwiſchen ihm und dem Zügele
wurde immer geringer, und die Wetter, die auf ihn geſetzt hatten,
ſahen ſich ſchon als ſichere Gewinnex. Inzwiſchen hatte aber der
Lokomotivführer das Wettrennen mit angeſehen und etwas
Dampf gegeben, damit nicht ſein bewährter Schnellzug durch
den Schaffner blamiert würde. Der Zug lief etwas ſchneller, und
der Schaffner verlor einige Naſenlängen. In Sazava fuhr der
raſende Tſcheche mit triumphierendem Pfeifengetön ein und
wurde von dem Schaffner erreicht. Er hatte das Wettrennen ge=
wonnen
.

[ ][  ][ ]

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Statt Karten.
Für die uns anläßlich unſerer Vermählung
erwieſenen Aufmerkſamkeiten danken wir ver=
bindlichſt
.
Hans Rohde und Frau Käthe, geb. Heid.
Darmſtadt, Schulſtr. 4, den 3. September 1932.

Statt Karten.
Für alle Liebe, Teilnahme und Hilfe bei der Krank=
heit
und dem Hinſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen
Hermann Eidmann
Oberforſimeiſier i. R.
fagen wir hiermit herzlichſten Dank. Ganz beſonders
danken wir Herrn Pfarrex Kehr für ſeine warmen,
troſtreichen Worte am Grabe, ſeinen Förſtern, die
ihn zur letzten Ruhe trugen, und für die zahlreichen
Kranz= und Blumenſpenden.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Paula Eidmann, geb. Rouge.

Darmſtadt, den 1. September 1932.
Inſelſtraße 22.

(12206

Seite 4 Nr. 245

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4. september 1932

(12208

Die Verlobung unserer
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Landgerichtsrat Dr. Willi
Friedrich beehren wir
uns anzuzeigen.
Hugo Hartkopf
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Heute entſchlief nach kurzem, ſchwerem Leiden, gottergeben unſer=
lieber
treuer Mitarbeiter im Weinberge des Herrn
Hochwürden
Herr Kaplan Hang

im 34. Lebensjahre.

In tiefer Trauer=
Daus, Pfarrer.

Darmſtadt (Liebfrauenkirche), den 2. September 1932.
Samstag, den 3. September, vormittags 9½ Uhr, beginnt das
Chorgebet der Geiſtlichen in der Liebfrauenkirche. Anſchließend
Seelenamt für den Verſtorbenen. (12247
Auf Wunſch des lieben Toten erfolgt die Beerdigung im Eltern=
grab
in Mainz. Die Beiſetzung iſt dortſelbſt am Montag, den
5. September. Das Chorgebet der Geiſtlichen beginnt am Montag /
um 9½ Uhr in St. Bonifaz; anſchließend Seelenamt. Darauf
Überführung der Leiche nach dem Friedhof und Beiſetzung.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 3. Septembi,

Statt beſonderer Anzeige.

Heute vormittag ½10 Uhr erlöſie ein ſanfter Tod meinen geliebten Mann, unſeren
guten Vater, Großvater und Schwager

Seine Exzellenz

den Großh. heſſ. Staatsminiſter a. D.

20 Pfd.

geworden dun.
Mittel, welehaz
gern kostena
Frau Kam=
Brememal
II Hb.

De. he Tartvon deonib

von langem, ſchwerem Leiden in ſeinem 81. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 2. September 1932.
In tiefer Trauer:
Maria von Ewald, geb. Valckenberg,

Umzugsh.
Grune. H1
Polſter=
1 oval., 1:
eingelegt.
Vorh., 2.
derſchrank:
u. Nachttiüt
mor), Bettt
Rahm. Wa=
Wandbreit
(Eiche), B
Noten, gr-

matte, konn
Gasherd 70t

Eliſabeth von Guſtedt, geb. von Ewald,
Gerhardt von Guſtedt, Rittmeiſter a. D.,
Maria von Guſtedt,
Eleonore von Guſtedt,
Eliſabeth Valckenberg,
Nikolaus Valckenberg.

Grill), gr‟
brennerfe‟
1 Dtzd. G61
Karaffen,
ſtellſachen.
Ohlyſtraßes
Sonnt. 10
tags 10-18

Neßeng
4=R.=Schiu
ſehr billigg
Grafenſtr.

Die Einäſcherung findet ſiatt auf dem Waldfriedhof am Montag, den 3. September,
vormittags 11½ Uhr.

1 ſehr guu
(Rieſtern=. Dra=:m
eich. Waſckt.
M.=Pl. u.
vk. Waldſt
G. erh. Krü
20 zu
delſtadtſtr.

Bieder
Vitrine,
billig zu
Soderſtr.

Nach ſchwerem, mit großer Geduld in Gott ertrage=
nem
Leiden, öſters geſtärkt durch die Sakramente
ſeiner heiligen Kirche, iſt heute früh 3 Uhr mein
innigſtgeliebter Gatte, unſer herzensguter und treu=
ſorgender
Vater, Bruder, Schwiegerſohn, Schwager,
Onkel, Neffe und Vetter

Jerr Grunz Borf

Oberſteuerinſpektor i. R.

in die ewige Heimat abgerufen worden.
In tiefer Trauer:

Gertrude Wolf, geb. Gerlach
und Kinder.

Darmſtadt, den 2. September 1932.
Viktoriaſtr. 50½ I.

Die Beerdigung findet Montag nachmittag 2 Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt. Das Requiem für
den Verſtorbenen findet Montag 6½ Uhr in St.
Eliſabeth ſtatt.
(12238

Beileidsbeſuche dankend verbeten.

Kriegerverein
Darmſtadt.

Rasierklinger f.ie!

Gott der Allmächtige über Leben und Tod hat unſeren
lieben, herzensguten, unvergeßlichen und hoffnungs=
vollen
Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffen,

Geſtern verſchied unſer lieber
Kamerad und langjähriges treues
Mitglied
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Herrn Willi Renkel

Wilhelm Becht.

Elisabethenstraße 2..A8

Vertreter der Firma Henkel & Co. A.=G., Düſſeldorf,
Bezirk Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, nach kurzem, aber
ſchwerem Leiden, das er mit heldenmütiger Geduld und
unſterblicher Hoffnung ertragen hat, im blühenden Alter
von 25 Jahren zu ſich in die Ewigkeit genommen. Eine
heimtückiſche Krankheit hat ſeinem jungen, arbeitsfreu=
digen
, hoffnungsvollen Leben und Streben ein jähes Ende
geſetzt.
In tiefer Trauer:
Konrad Renkel und Frau Elſe Kreſſe, geb. Renkel
Heinrich Renkel und Frau Karl Kreſſe (UV.12233
2 Kinder und ſämtliche Verwandten.
Wiesb.=Biebrich, Cronbergerſtr. (Landhaus), den 1. Sept. 1932
Die Beerdigung findet Montag, 5. Sept. 1932, vorm.
11 Uhr, vom Leichenhaus des Mainzer Friedhofs aus ſtatt.

Die Beerdigung findet ſtatt
am Samstag, den 3. September
d8, J8., nachm. 3 Uhr, auf dem
Friedhof an der Nieder=Ram=
(12205
ſtädterſtraße.
Wir bitten um zahlreiche Be=
teiligung
.
Der Vorſtand.

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[ ][  ][ ]

ag, 3. September 1932

Aus ver Lanveshaugintast.
Darmſtadt, den 3. September 1932.

Miniſter d. 2. Carl von Ewald .

ſean vormittag iſt nach längerem Krankſein Se. Exzellenz.
zperzoglich heſſiſche Staatsminiſter a. D. Dr. h. c. Carl
ſſy ald im 81 Lebensjahr verſtorben. Exz. v. Ewald, der
ſrrßherzöglichen Regierung Staats= und Juſtizminiſter und
ſichtigter, war, woran bei ſeinem Hinſcheiden erinnert ſei,
ſrnewöhnlich befähigter und hervorragender Juriſt. Wäh=
e
langen Amtstätigkeit erfreute Carl von Ewald ſich ſo=
Beamter, wegen ſeiner raſtloſen, unermüdlichen Arbeits=
rund
als Menſch, wegen ſeiner hervorragenden menſch=
ſurlitäten
bei allen, die ihn kannten, großer Sympathien.
ſheſſiſchen Staat, unter der letzten Großherzöglichen Regie=
ſich
Exz. v. Ewald unbeſtreitbare Verdienſte erworben,
rufener Stelle ſtets und reſtlos anerkannt wurden. Mit
ſtarz trat Exz v. Ewald in den Ruheſtand und zog ſich

ſzu von der Politik und vom öffentlichen Leben reſtlos

ſt an Wilhelm Karl v. Ewald war am 18. Juni 1852 in
ſbei Erbach als Sohn des Oekonomierats Ewald geboren.
gote das Gymnaſium in Weimar, ſtudierte an den Univer=
eſwzig
, Göttingen, Gießen und beſtand im Jahre 1874
1877 das zweite Staatsexamen. v. Ewald hat einen
uriſtiſchen Aufſtieg genommen. Er wurde 1879 Amts=
un
Mainz, 1880 Amtsrichter in Worms, 1884 Staatsan=
ndarmſtadt
und Mainz (1885) und amtierte ab 26. Juni
Reichsgerichtsrat in Leipzig, der Stätte der höchſten
Sſearkeit im Deutſchen Reich. Im Oktober 1905 wurde
cld als heſſiſcher Juſtizminiſter nach Darmſtadt berufen,
n 4. Februar 1906 zum heſſiſchen Staatsminiſter unter
in der Stelle des Juſtizminiſters ernannt wurde. Der
ihldel wurde ihm durch den Großherzog im Dezember 1912
Die Gattin Exz. v. Ewalds, Tochter des Kom=

uts Falckenberg. Worms, iſt noch heute ſtets in gemein=
rozialer
Weiſe bemüht, die Not der Mitmenſchen zu lin=

ir einzige Sohn Exz. v. Ewalds ſtarb den Tod fürs Vater=
hn
. Intereſſe dürfte ſein, daß Exz. v. Ewalds Großvater
ſer Jugendfreund Goethes war.
Einäſcherung findet am Montag, den 5. September. vor=
uf
dem Waldfriedhof in Darmſtadt ſtatt.

emon und Charlotte Fulda=Stiftung. Aus vorſtehender
wſollen auch dieſes Jahr Unterſtützungen (Geld und
merialien) verteilt werden. Alles Nähere iſt aus der Be=
tmuung
am ſchwarzen Brett in der Torhalle des Stadt=
der
Zeit vom 5. bis 15. September 1932 erſichtlich.

hſiſches Landestheater Heute, Samstag, und morgen,
ufinden noch zwei Aufführungen der erfolgreichen Revue=
Im weißen Rößl in der Inſzenierung von Hans
und der bühnlichen Ausſtattung von Profeſſor Dela=
ſſtu
Rechtzeitige Kartenbeſtellung dürfte ſich empfehlen.
mtreiſe.

TZh. Nothilfe e. V., Ortsgruppe Darmſtadt. Unſere Monats=
umtng
kann aus organiſatoriſchen Gründen nicht am Mon=
ohdn
erſt am Dienstag, den 6 Sept., im Odeon ſtatt=
n
11Rückblick auf die letzte Nothelfer=Uebung; 2. Vortrag:
flenr uftſchutz ; 3. Bericht über die Kölner Ausſtellung.

12r Deutſche Fremdſprachler=Bund e. V. (DFB.) iſt, ſo
ſbtt nn uns, keine Sprachſchule, ſondern eine 1924 gegründete
mntang zur Pflege fremder Sprachen. Sie verfolgt keine
hEſchen Zwecke ſondern alle Ueberſchüſſe kommen dem
des Bundes, ſeiner Lernmittel und Lernmethoden und
am Mitglied zugute. Die Beſtrebungen und Leitſätze des
ſin: Raſche Förderung. Kein trockener Unterricht, ſondern
tAoneinſchaften. Zwangloſes Beiſammenſein. Lebendige
(Hypflege! Das Ausland in der Heimat!
armſtädter Gruppe wurde im vorigen Jahre ins Leben
Weitere Angaben über Mitgliedſchaft Verpflichtungen
Pbule erfährt man in den Uebungsabenden des Sprach=
Bachten Sie bitte auch das Inſerat in unſerer Zeitung.
nſt= und Gewerbe=Schule Mainz. Das Winterhalbjahr
tant am 10. Oktober 1932. Die Anmeldung für neuein=
chüler
findet in der Zeit vom 1. bis 17. September
ſtſn Die Anmeldung für bisherige Schüler muß in der
ſotnl, bis 10. September 1932 erfolgen. Wer Näheres über.
rnürfächer, Unterrichtszeit, Koſten, Examen. Freiſtellen uſw.
ech ill, verlange Druckſachen oder ſpreche in der Direktion
mn ekretariat der Anſtalt, Mainz, Schulſtraße 3, vor. Fern=
ſchert
; ebenſtelle Nr. 892 von Mainz Nr. 40 111. (Siehe Anz.)

Straßenbericht

ür die Woche vom 4. bis 10. September 1932.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.

Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
undä Ortsdurchfahrt Dieburg vom 6. bis 11. 9. während der
Julöſtumswallfahrten geſperrt. Oertliche Umleitung.
HelüevergenWindecken bis auf weiteres für allen Verkehr
eſptn. Umleitung für den Durchgangsverkehr: Friedberg,
VillieBergen, Mainkur, Hanau; für den Lokalverkehr: Eichen,
Oſtkieu, Windecken.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Recu Sperren gemeldet.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
MltikstBernsburgNeuſtadt (Ortsdurchfahrt, Bernsburg)
dopn 9, 8. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Arnshain.
ſinge-Sprendlingen (Rheinheſſen) Hohe Straße vom 5. 9.
bist if weiteres geſperrt. Umleitung: Planig, Boſenheim.

Lokale Beranſtalkungen.
Aherſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritiſk.

Enen Abend im Weißen Rößl veranſtaltet Sams=
* September, ab 8 Uhr bis 3 Uhr, Sonntag, den 4 Sep=
der
,746 Uhr bis 3 Uhr, Hotel und Reſtaurant Zur Poſt
Mahnhof. In allen feſtlich geſchmückten Parterre=Räumen
AStimmung bei Maß=Krug und Weißwurſt Preis= und
* unter Mitwirkung des beliebten Tanzlehrers. (Siehe

Vereinskalender.
Atein der Pioniere und Verk.=Truppen,
Sonntag, den 4. Sept., ab 7.45 Uhr: Betzhold=
ſchießen
und Preisſchießen für alle Mitglieder des
b4 Uhr nachmittags Monatsverſammlung und Sieger=
Kneipſaal der Turnhalle am Woogsplatz.

Gegen die Ueberhandnahme des Hausbekkelns. Die Folgen andauernder Beläſtigungen
durch anmaßende Beiikler.

Sie: Lieber Mann, ich habe einen Wunſch: Möchteſt du mir
vielleicht 6070 Mark geben, oder heute die Hälfte und am 1.
Juli die andere Hälfte?
Er: Aber wofür denn? Haſt du mir nicht geſtern erſt geſagt,
daß unſere Winterkleider und die der Kinder in Ordnung ſind,
daß die Kohlen bezahlt, alle Vorräte eingetan ſind wofür
denn ?
Sie: Für Almoſen, Spenden ich will helfen.
Er: Aber haben wir nicht im letzten Monat für Sammlun=
gen
, Winterhilfe, Kinderhort. Suppenküche warte, hier iſt mein
Buch achtzehn Mark gegeben, nicht zu gedenken des Haus= und
Straßenbettels.
Halt! das iſt es ja eben. Der Haus= und Straßen=
bettel
. Geſtern abend, als du aus warſt, hab ich mir einmal in
Ruhe mein Wirtſchaftsbuch vorgenommen. Seite für Seite den
Poſten Almoſen herausgeſchrieben, und da hat ſich für die zwei
letzten Jahre, nur für die an der Tür und auf der Straße ge=
ſpendeten
Pfennige, ein Betrag von 70 Mark für das Jahr
ergeben.
Das iſt ja gar nicht möglich!
Sehr wohl iſt das möglich, hier haſt du es ſchwarz auf weiß.
Und 56 Bettler am Tag ſind ſelbſt in unſerm ſtillen Stadt=
viertel
die Regel,, auch der Sonntag iſt nicht auszunehmen
ich kann nicht jedem etwas geben.
Du warſt doch ſonſt nicht ſo hartherzig!
Bin’s auch heute nicht, aber ſieh’ einmal; Kupfermünzen hab
ich nur ſelten, auch ſieht der Bettler 2 und 3 Pfennig ſchon ſehr
verächtlich an, da gibt man eben 5 und
Was und?
Seit ich kürzlich ſah, wie der eine, während er die rechte Hand
nach der Gabe ausſtreckte, die linke mit der brennenden Zigarette
auf dem Rücken verbarg, ſeit ich denſelben Mann, dem ich mor=
gens
eine Gabe gereicht, nachmittags ſinnlos betrunken habe im
.. garten liegen ſehen, ein Trüpplein Schulkinder darum herum,
da hab ich mir vorgenommen, in Zukunft
Nun? Nichts mehr zu geben etwa?

Nein, das nicht, aber es iſt in Zukunft anders zu machen.
Haſt du es ſchon einmal mit Wohlfahrtsſcheinen ver=
ſucht
?
Gewiß, aber die hab ich in vielen Fällen auf der Treppe oder
im Briefkaſten wiedergefunden.
Du machſt das nicht richtig, du mußt nicht ſtatt Geld den
Schein hingeben, du mußt erſt fragen, ob der Bettelnde den
Schein wolle.
Gut, ich will künftig aufpaſſen. All das aber, ich meine das
mit dem Fortwerfen denk auch an die beiden geſchmierten But=
terbrote
, die geſtern vor der Haustür lagen wäre das
Schlimmſte nicht
Nun, was für Schauergeſchichten haſt du denn noch im Hinter=
grund
?
Der Hausflur war aufs ärgſte verunreinigt, die Namenſchilder
an der Tür angeſpien, und daß bei uns im Vorjahr ein Bettler,
der Eſſen erhielt, die Eisſchrankdecke, ein anderer die Kleiderbürſte
im Flur mit nahm wird dir wohl noch erinnerlich ſein.
Ja, ja, ich weiß, aber nun wieder zu deiner Bitte. Du wollteſt
halbjährlich 3035 Mark, um damit Gutes zu tun? Wie haſt
du dir das nun vorgeſtellt?
Ich wollte der Familie drüben in der Dachwohnung im kom=
menden
Monat das Brot kaufen. 5 Mark, das ſind 12 Laib Brot
je 40 Pfg. Gut; und weiter?
Im nächſten Monat wollt ich den zwei Buben des Arbeits=
loſen
von nebenan die Stiefel ſohlen laſſen.
Auch gut, aber iſt nicht in unſerm Haus das ältere Ehepaar
auch bedürftig? O du Guter, ſiehſt du, nun hilfſt du ſchon mit!
Freilich, geſtern hab ich, auf dein Entgegenkommen bauend, für
den Mann zwei warme Hemden gekauft, für das nächſte Mal
hatt’ ich an Briketts gedacht, oder Strickwolle, ach da iſt eine ganze
Auswahl von Möglichkeiten.
Und ein halbes Jahr willſt du mit, ſagen wir 35 Mark, genug
haben?
Ja, ich wills nicht mehr in Form von Pfennigen an der Tür
und auf der Straße verzetteln, ich will helfen da, wo ich Not ſehe
oder vermuten kann und ſo vorſichtig, daß es den Empfangenden
nicht kränkt es iſt mir, als habe ich jetzt erſt das Wort not=
wendig
verſtehen gelernt.

Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.

Helia.

Der tolle Bomberg iſt eine, wenn auch nicht überragende,
ſo doch recht gute Regieleiſtung von Georg Aſagaroff. Freilich,
warum Aſagaroff den tollen Bomberg in die heutige Zeit verlegt.
anſtatt, was mit bedeutend ſtärkerer Wirkung hätte geſchehen kön=
nen
, in die Zeit ſeines Wirkens auf Erden, iſt unerfindlich. Ge=
rade
ein Vorwurf wie der, hätte im Film, unter einem geſchickten
Regiſſeur und mit einem mehr draufgängeriſchen Helden in der
Titelrolle unendlich dankbaren Stoff liefern können. Es gibt nichts
außer dem Film. der ein Thema wie dieſes, ſo wirkſam hätte ver=
lebendigen
können. Weder Erzählerkunſt, noch die Bühne kann die
Streiche des tollen Bomberg, die Joſef Winkler, ſo köſtlich derb
erzählt, in Bildern geſtalten. Wie ſo oft, aber geht der Film ge=
rade
an Aufgaben vorbei, die ihm beſonders liegen, weil er allein
die techniſchen Mittel hat, gegebenen Falles mit Hilfe von Photo=
montagen
Unmögliches möglich zu machen. Gewiß, konnten nicht
alle Streiche des tollen Bomberg verlebendigt werden, aber auch
eine nur geringe Ausleſe hätte zu köſtlichem Film werden können.
Aſagaroff und Hans Adalbert Schlettow, der den tollen Bom=
berg
recht friſch, aber viel zu wenig draufgängeriſch ſpielt haben
ſich im weſentlichen auf ſeine Hochzeit, mit dem Entmündigungs=
prozeß
in der Folge und einigen Wirtshausſzenen beſchränkt und
eine Operette daraus gemacht. Das gibt kein Bild des tollen
Bomberg, wie ihn Winkler gezeichnet hat. Das alles ſind Be=
anſtandungen
grundſätzlicher Art, die nicht hindern können, feſt=
zuſtellen
, daß der Film als ſolcher Qualität hat und darſtelleriſch
wie in der Milieuzeichnung recht gut iſt.
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Im Union=Theater ſieht man heute und folgende Tage
Martha Eggerth und Rolf von Goth in Franz Lehars neueſter
Tonfilm=Operette Es war einmal ein Walzer.
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen heute und folgende Tage im
Senſations=Doppelprogramm den allerneueſten TomMix=Film
Goldfieber, in dem man den beliebten Cowboy=Darſteller Tom
Mix in aufregenden Wildweſtabenteurn bewundern kann.

Wanderung nach Hirſchhorn am Neckar.

(Für Sonntag, den 4. September.)

Sonntagskarte Hetzbach. Fahr=
NEBRcn oreis ab Oſtbahnhof 2,90 RM. Fahrt
mit der Odenwaldbahn nach Hetzbach.
Auf der Straße in 1 Stunde Beer=
Beeßvethen felden (420 Meter, Mümlingquelle,
Kirche mit Glasmalereien, Galgen).
Zeichen blau zur Beerfelder Höhe
mit ſchönem Fernblick. An Weg=
weiſer
links ab auf der Hirſchhorner
Höhe, immer durch Wald nach
3 Stunden Rothenberg (420 Meter).
Im Ort links auf, dann rechts,
BSRG
Kortelshütte bleibt rechts, durch Wald
zum Neckarblick, ſteil ab nach 5 Stun=
den
Schloß und Stadt Hirſchhorn
(Ulfen= und Finkenbachtal, Schloß,
EBERBRR Karmeliterkirche, Stadtmauer, Eus=
heimer
Kapelle mit Elendſtein von
1393, Neckarſtauſtufe). Rückfahrt
(NIRSCRRORN
über Eberbach. Einfache Karte bis Hetz=
bach
löſen. Fahrpeis 1,30. RM.
Hirſchhorn ab 17,33 Uhr, Eberbach an 17,/44 Uhr, Eberbach ab
18,42 Uhr, Darmſtadt=Oſt an 21,25 Uhr.

Nachmitkags=Fahrt mit Auko oder Mokorrad
in die Schweiz.
Geſamtſtrecke 53 Kilometer.
Empfohlen vom Starkenburger Automobil=Club (ADAC.).

Darmſtadt Eberſtadt (Vorſicht am Prozeßeck!), vorbei an
der Kirche, Linde mit Brunnen, alte Bergſtraße dem Gleiſe der
elektriſchen Bahn folgend, vorbei am Frankenſtein, Malchen, nach
Seeheim, am althiſtoriſchen Rathaus links vorbei, bergauf durch
ſchönes Tal in die Seeheimer Schweiz.
Weiter bergauf beim Wegweiſer auf der Höhe rechts nach
Ober=Beerbach (Vorſicht bei Ortsdurchfahrt!) rechts halten nach
Schmalbeerbach, Wurzelbach, bei der Straßenkreuzung rechts
abbiegen, bei dem Wegweiſer Richtung Balkhauſen Jugenheim,
leicht bergauf nach dem Staffeler Kreuz mit Kuralp. Hier
kann gejodelt und blühender Enzian gefunden werden.
Ueber grünende Matten, vorbei an weidenden Schwei=
zer
=Kühen und Odenwald=Gemſen, Spaziergang zu den
alten Moränen (Felſenmeer), allerdings ohne Gletſcher und
ewiges Eis. (Letzteres gibt es in der Kuralp.)
Bei Abfahrt Vorſicht Kurve Balkhauſen, hier links ab nach
Hochſtädten, Vorſicht enge Straßen und Kurven! nach Auer=
bach
. Hier entweder links zur Schloßbeleuchtung in Heidelberg
oder rechts nach Zwingenberg (rechts Abzweig nach Jugen=
heim
über ſchlechten ſog. Gebirgsweg, in Jugenheim bei erquicken=
dem
Bergwaſſerfall (Badeanſtalt) Bademöglichkeit und
ſchöner Sonnenuntergang) oder durch Zwingenberg.
Bickenbach Eberſtadt Darmſtadt.

Promenaden=Konzert. Samstag, den 3. September 1932
ſpielt das Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſter. W.
Schlupp von 56 Uhr am Johannesplatz nach folgendem Pro=
gramm
: 1. Ben Hur Marſch, Fucick: 2. Ouvertüre z. Op. Martha.
Flotow; 3. Schatz=Walzer a. d Operette. Der Zigeunerbaron,
Strauß; 4. Introduction a. d. Oper Der Schwur Mercadante;
Phantaſie a. d. Op. Die weiße Dame Boieldieu; 6. Altpreu=
ßiſche
Leibgrenadiere, Marſch, Lebede.

SoLIS!

Dieber vitte ſoiſce Doerft

auch ohne Mundstück.

38
HLDORFASTORIA G. M.B.H.3

als eine teure Zigarette, die überlagert iſt. Friſche
Zigaretten ſchmecken am beſten und ſind vor allen
Dingen bekömmlich. Oberſt wird infolge der
1K6 10790
ſtarken Rachfrage nirgends alt!

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 245

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 3. Septemba

Hribelnta, diei und die eiſte Kalnſche Keraiint.

Wie Friedrich der Große einer Frau das Skudium geſtatkete. Frauenemanzipalion in Preußen
vor 200 Jahren.

Eine unbekannke Anekdoke.

Von Dr. med. Robert Fließ.
Es iſt allgemein bekannt, daß Fridericus Rex kurze Zeit nach
Antritt ſeiner Regierung einer Frau zum ärztlichen Studium ver=
half
, obwohl damals der Gedanke, an eine Emanzipation der
Frauen noch nicht einmal ſeine erſten Schwingungen zu regen
wagte. Der große König war wohl auch kein Freund der Gleich=
berechtigungen
der Frauen, aber er war ſtets für hervorragende
Tüchtigkeit eingenommen, und ſo ergab es ſich, wie Dr. Horwitz in
der Münchener Mediziniſchen Wochenſchrift mitteilt, daß der
alte Fritz tatſächlich der erſte preußiſche König war, der einer Frau
den Weg zum Studium ebnete. Von Bedenken bürgerlicher Art,
wie ſie ſich kurze Zeit darauf von ſeiten der Männer bemerkbar
machten, war er völlig frei und ließ ſich dadurch nicht in ſeinen
Plänen beirren.
Die hübſche Geſchichte iſt faſt 200 Jahre alt, aber ſie klingt ſo
modern, als hätte ſie ſich heute oder beſſer noch vor zwei Jahr=
zehnten
ereignet. Sie ſpielt teils in Quedlingburg, teils in Halle,
und was den König anlangt, ſpielt ſie in Berlin. In Quedlinburg
wurde dem dortigen Arzt Dr. Chriſtian Polykarp Leporin eine
Tochter geboren, die etwas ſchwächlich war und erſt, mit ihrem
jüngeren Bruder privatim Unterricht haben konnte. Dabei zeigte
ſie für das Lateiniſche ein Intereſſe und gelangte dazu, es in Wort
und Schrift zu beherrſchen. Wer Latein konnte, konnte auch medi=
ziniſche
Bücher leſen, und Dorothea begann in der Bibliothek
ihres Vaters ernſthaft und ausdauernd zu ſtudieren. Sie ver=
folgte
zugleich, was der Vater mit ſeinen Kranken anſtellte und
erregte Aufſehen durch das Verſtändnis, mit dem ſie dies tat. Als

Deutſches Ei, friſches Ei!

In den langjährigen Bemühungen um Qualitätsſteigerung
und Abſatzbeſſerung auf dem Gebiet der Geflügel= und Eierwirt=
ſchaft
iſt jetzt ein gewiſſer Abſchluß erreicht. Die Eierverordnung
vom 17. März 1932 will Ordnung ſchaffen auf dem deutſchen
Eiermarkt. Sämtliche aus dem Ausland nach Deutſchland einge=
führten
Eier müſſen den Stempel des Herkunftslandes tragen,
d. h. jeder Käufer, insbeſondere die Hausfrauen, denen an der
Friſche des Eies am meiſten gelegen iſt, können jetzt erkennen,
woher das einzelne Ei ſtammt, welchen Weg es bereits zurück=
gelegt
hat. Es ſtempeln beiſpielsweiſe:
Land:
Kennzeichnung:
Land:
Kennzeichnung:
Belgica
Belgien
Holland
Holland
Bulgaria
Bulgarien
Italien
Italia
Daniſh
Dänemark
Litauen
Lithuania
Eſtonia
Eſtland
Rußland USSR‟
Finlande
Finnland
Spanien
Eſpania

Frankreich
Griechenland

France.
Grece.

Schweiz
Uruguay

Suiſſe
Uruguay.

Darüber hinaus müſſen Eier, die im In= oder Ausland im
Kühlhaus lagen, beſonders, gekennzeichnet ſein mit einem Dreiek.
das in der Mitte ein K zeigt. Konſervierte Eier müſſen den
Aufdruck Konſerviert tragen. Die damit erreichte Ueberſichtlich=
keit
wird noch verſtärkt durch die Schaffung der deutſchen
Eierhandelsklaſſen. Die Handelsklaſſen (Standards)
der Eierverordnung ordnen die Ware in zwei Gütegruppen zu
je fünf Gewichtsgruppen. Die Gütegruppe 1 Vollfriſche Eier
(C 1) und die Gütegruppe 2 Friſche Eier (( 2) iſt kenntlich
an dem runden Stempel Deutſch der außerdem das Ge=
wicht
des einzelnen Eies enthält, nämlich 8 Sonderklaſſe,
A. Große Eier, B Mittelgroße Eier, 0 Gewöhnliche Eier
und D Kleine Eier. Bei dieſer Ware hat der Käufer die Ge=
währ
. Qualitätseier zu erhalten, die ſeinen Bedürfniſſen und den
Anforderungen der geſetzlichen Vorſchriften entſprechen denn jeder
an dem Verkauf und dem Vertrieb dieſer Eier Beteiligte ob
Landwirt, Sammelſtelle. Groß= oder Kleinhändler iſt aufs
ſtrengſte verpflichtet, laufend darüber zu wachen, daß die Ware im
Zeitpunkt des Verkaufs und der Weitergabe den vorgeſchriebenen
Bedingungen entſpricht. Die bei den Landwirtſchaftskammern ge=
bildeten
Ueberwachungsſtellen ſorgen laufend für die Innehaltung
der Beſtimmungen.
Die deutſchen Käufer haben es nunmehr in der Hand, bei
jedem Kauf die Entſcheidung zugunſten des deutſchen Erzeugniſſes
und der deutſchen Handelsbilanz zu treffen.

Immer wieder Diebereien.
Aus dem Gerichtsſaal.

Aw. Wieder hatte das Bezirksſchöffengericht am
Freitag wegen gemeinſchaftlichen, teils ſchwe=
ren
, teils einfachen Diebſtahls zu verhandeln, und
zwar diesmal gegen neun Angeklagte aus Egelsbach.
Der eine hatte mal über einen Einbruch in einer Jagdhütte ge=
leſen
und kam daher plötzlich mit dem Vorſchlag, das wäre doch
eigentlich eine ganz gute Gelegenheit, ſich mit Schuhen, und Klei=
dern
, vielleicht auch mit Lebensmitteln zu verſehen arme Teu=
fel
, die ſie alle miteinander waren. Der Gedanke ſchlug ein und
man machte ſich nun daran, ſämtliche Gartenhütten, Jagdhütten,
Wochenendhäuſer und Vereinshäuſer in der Umgegend zu beſuchen.
Die fünf erſten Angeklagten taten ſich dabei ganz beſonders her=
vor
Sie arbeiteten dabei manchmal mit Nachſchlüſſeln oder
ſelbſtangefertigten Dietrichen, vielfach drückten ſie auch die Türen
oder Fenſter ein. Sie nahmen dann mit, was ihnen zweckdien=
lich
erſchien, Werkzeuge, Kleider, Radioapparate, Wein, Lebens=
mittel
. Die fünf letzten Angeklagten machten weniger mit. Teil=
weiſe
ſtahlen die Angeklagten auch allein, ſo zum Beiſpiel Fahr=
räder
. Der eine verwahrt ſich aber ſehr energiſch, er habe das
eine Fahrrad nur gegen ſein altes umgetauſcht, allerdings, wie
der Vorſitzende feſtſtellt, ohne vorherige Einwilligung des Be=
ſitzers
. Das Gericht verurteilt den erſten Angeklagten,
als den Anführer und Hauptbeteiligten, zu einem Jahr und
drei Monaten Gefängnis, drei zu je einem Jahr,
die übrigen zu acht, drei und fünf Monaten und
zu 14 Tagen Gefängnis. Dem letzten wird eine drei=
jährige
Bewährungsfriſt zugebilligt. Ein Angeklagter wird
mangels Beweiſes freigeſprochen. Allen werden mildernde
Umſtände zugebilligt, da ſie in einer gewiſſen Notlage handelten
und heute durchaus geſtändig ſind.
Es ſtehen dann noch zwei junge Leute, ein Schloſſer
aus Wixhauſen und ein Polſterer aus Darmſtadt,
ebenfalls wegen gemeinſchaftlichen ſchweren Dieb=
ſtahls
vor dem Richter. Sie waren beide nacheinander in einem

hieſigen Käſegeſchäft angeſtellt und benutzten ihre Kenntniſſe, um
durchs Kellerfenſter einzuſteigen und ſich Butter und Käſe heraus=

zuholen, um ſich, wie ſie ſagten, zu einem Feſt Kuchen zu backen.
Der eine war vorher ſchon zweimal drin geweſen, und hatte ſich
ein bißchen geholt. Er erhält insgeſamt fünf Monate
Gefängnis, der zweite drei Monate Gefängnis.
Beide erhalten eine fünfjährige Bewährungsfriſt zugebilligt.
Die Große Strafkammer verhandelte am Donners=
tag
in der Berufungsinſtanz gegen einen Angeklagten
aus,den Mörfelder Aufruhrtagen. Der junge Mann,
Gärtner von Beruf, hatte in der erſten Inſtanz ſechs Monate
Gefängnis erhalten, weil er bei dem Aufruhr im April d. J.
im Mörfelder Rathaus geſehen worden war. Der Angeklagte
hatte Berufung verfolgt, mt der Begründung, er ſei wohl kurz zu=
vor
, geſchickt von ſeinem Vater, im Rathaus geweſen, ſei aber zu
der fraglichen Zeit ſchon wieder fort geweſen. Die Zeugen be=
kunden
jedoch das Gegenteil, und die Berufung des Ange=
klagten
wird infolgedeſſen zurückgewieſen.

Tageskalender für Samstag, den 3. September 1932.
Union=Theater: Es war einmal ein Walzer Helia=Lichtſpiele:
Der tolle Bomberg. Palaſt=Lichtſpiele: Goldfieber und
Geheimpoliziſten. Städt. Saalbau. 20 Uhr: Ruſſ Balglaika=
Konzert. Konzerte: Herrn
Reſt. zur Poſt, Bockshaut.

Aus Heſſen.

Dg. Arheilgen, 1 Sept. Ausder Freiwilligen Sani=
tätskolonne
. Die hieſige Freiwillige Sanitätskolonne vom
Roten Kreuz, die ihre Tüchtigkeit in zahlreichen Fällen bewieſen
hat, wurde durch die Sammlungen an, den beiden letzten Rot=
Kreuz=Tagen in die Lage verſetzt, eine neue Räder=Tragbahre, die
notwendig geworden war, da die alte Bahre ſchon mehr als 20
Jahre in Gebrauch war, anzuſchaffen. Nach jeder Benutzung vor=
ſchriftsmäßig
desinfiziert, ſteht dieſe moderne Bahre der geſamten
Einwohnerſchaft im Bedarfsfalle zu einwandfreien und billigen
Krankentransporten zur Verfügung, und ſeien beſonders diejeni=
gen
, die einer Krankenkaſſe nicht angehören, hierauf hingewieſen.
Volksbühne. Die Darmſtädter Volksbühne, die alljähr=
lich
auch in unſerer Gemeinde eine zahlreiche Mitgliedſchaft hat,
nimmt ab 5. September bei ihrer hieſigen Zahlſtelle Anmeldungen
zu ihren Theatergemeinden (je 6 12 und 18 Vorſtellungen ſowie
Jugendgemeinde) am Heſſiſchen Landestheater in Darmſtadt ent=
gegen
. Entſprechende Werbedruckſachen werden demnächſt an die
bisherigen Mitglieder verteilt.

SUNLICHT SEIFR

GUT WAR SIE IMMER SCHON-
ABER IETZT AUCH SO BILLIG!

Dg. Arheilgen, 2. Sept. Kirchengeſangverein und
Poſaunenchor. Beide Vereine unternehmen am kommenden
Sonntag ((4. September) gemeinſam einen Ausflug nach Drei=
eichenhain
woſelbſt unter Führung von Herrn Pfarrer Creter
eine Beſichtigung des dortigen Heimatmuſeums vorgenommen
werden ſoll. Turnverein Arheilgen (D. T.). Am
kommenden Sonntag, den 4. September, abends, veranſtaltet der
Verein im Jahnzimmer der Turnhalle ein Konzert.
Cp. Pfungſtadt, 2. Sept. Rektor Neff geſtorben. Im
Alter von 68 Jahren iſt in Darmſtadt, wo er zuletzt im Ruheſtand
lebte, der langjährige frühere Lehrer und ſpätere Leiter unſerer
Volksſchule, Rektor Adam Neff, einem ſchweren Leiden erlegen.
Rektor Neff, der einſt zu ſeiner Ausbildung das Lehrerſeminar zu
Bensheim beſucht hatte, ſtand von Oſtern 1883 bis zum Herbſt
1927 im heſſiſchen Schuldienſt und war während dieſer 44jährigen
Dienſtzeit nur in Pfungſtadt als Lehrer tätig. Er erwarb ſich
aber nicht nur als Lehrer und Erzieher große Verdienſte, ſondern
tat ſich auch auf dem Gebiete des Männergeſanges, und zwar nicht
nur als Chordirigent, ſondern auch als Komponiſt mehrerer Män=
nerchöre
hervor. Viele ſeiner Chöre, die durchweg im ſchlichten
Volkston gehalten ſind, waren früher beliebte Preischöre bei Ge=
ſangswettſtreiten
. Zwei ſeiner ſchönſten und wirkungsvollſten
Chöre ſind ſein Trinklied und ſein Begrüßungschor. Auch hat
er einige Kompoſitionen für J=ſtrumentalmuſik geſchrieben. Von
dieſen ſind ſeine ſeinerzeit auch vom heſſiſchen Großherzog aus=
gezeichneten
Klänge aus dem Odenwald und der Marſch Darm=
ſtadtia
am bekannteſten geworden.
J. Griesheim, 2. Sept. Waſſerrohrbrüche. Dieſer
Tage entſtand in der Hintergaſſe am Café Sander und in der Lud=
wigſtraße
am Rheingauer Hof je ein Waſſerrohrbruch. Beide
wurden rechtzeitig bemerkt, und durch ſofortiges Abſtellen des
Rohrſtranges konnte größerer Schaden verhütet werden. Das in
die Keller eingedrungene Waſſer wurde mit der Feuerwehrſpritze
herausgepumpt. Nachkirchweihe. Am nächſten Sonntag
findet hier die Nachkirchweihe ſtatt.
G. Ober=Ramſtadt, 2. Sept. Odenwaldklub. Die Orts=
gruppe
Ober=Ramſtadt unternimmt am Sonntag, den 4. d. M., eine
Herbſtwanderung nach Groß=Bieberau. Abmarſch 1 Uhr am =
wen
. Zahlreiche Beteiligung erwünſcht.
Nieder=Beerbach, 2. Sept. Am Sonntag den 4 September
wird hier ein Kindertreffen des Main=Rhein=Gaues veran=
ſtaltet
, wozu die Vereine des Oſtbezirks, einſchließlich der Darm=
ſtädter
Vereine, ihre Jugendabteilungen zum friedlichen Wett=
kampfe
hierher ſchicken. Nahezu 500 Kinder, die ſchon morgens
hier eintreffen und hier den ganzen Tag verbringen, auch privat
verpflegt werden, nehmen an dem Jugendturnen teil, das mit
einer Morgenfeier um 9 Uhr ſeinen Anfang nimmt. Die Einzel=
wettkämpfe
, die ſich alle auf dem geräumigen Turnplatze und in
der ſchönen neuen Turnhalle des Turnvereins abſpielen, füllen
den ganzen Vormittag aus. Am Nachmittag wird ſich die Schar
der jugendlichen Turnerinnen und Turner in Reih’ und Glied
durch die Ortsſtraßen bewegen und anſchließend Sondervorfüh=
rungen
und Spiele auf dem Platze zeigen. Es iſt jedermann Ge=
legenheit
gegeben, dieſem Treiben unſerer jungen Turnerſchar
gegen geringes Eintrittsgeld zuzuſehen. Da am gleichen Tage die
Schmuck=Wanderung des Main=Rhein=Gaues auf den Frankenſtein
ſtattfindet, werden von dort wohl viele Gauangehörige auch nach
Nieder=Beerbach kommen, um ſich mit ihrer Jugend hier zuſam=
menzufinden
und in echt turneriſcher Weiſe ein paar Stunden zu
erfreuen. Der Turnverein Nieder=Beerbach wird alles aufbieten,
um ſeine Gäſte zufrieden zu ſtellen, ſei es im Hinblick auf Vor=
bereitung
und Anlage des Jugendwetturnens ſelbſt, als auch hin=
ſichtlich
der Sorge für geiſtige und leibliche Bedürfniſſe derer, die
an dieſer Gauveranſtaltung teilnehmen.
Harreshauſen, 2. Sept. Am kommenden Sonntag, den 4.
September, wird dahier das Jahresfeſt des Umſtadt=Babenhäuſer
Zweigverins der Guſtav=Adolf=Stiftung abgehalten. Der Feſtgot=
tesdienſt
beginnt um 2 Uhr, die Nachverſammlung um 4.15 Uhr
in der Turnhalle. Hier wird Pfarrer Wolf aus Braſilien einen
Vortrag halten über das Leben unſerer evangeliſchen Volksgenoſ=
ſen
in Baſilien. Der Kirchenchor von Babenhauſen und der Män=
ngverein
von Harreshauſen haben ihre Mitwirkung zu=

Gedanken zur Herbſtbeſtellung.

die Regierungskommiſſare nach Quedlinburg kamen, um die Hul=
digungen
für den neuen König entgegenzunehmen, war Dorothea
25 Jahre. Man machte die Herren auf das Mädchen aufmerkſam,
ſie berichteten an den König und dieſer verfügte alsbald, daß er
die ihm zu Gnaden empfohlene Leporin der mediziniſchen Fakul=
tät
in Halle wegen vorhandener Promotion rekommandieren
wollte, ſobald ſie ſich deshalb weiter melden würde‟
Was die Leporin aber nicht tat. Sie wurde vielmehr eine
Erxleben, bekam fünf Kinder und vergaß die Promotion. Erſt als
ihr Mann, der Herr Pfarrer, krank wurde und ſich von niemand
anderen behandeln laſſen wollte als von ſeiner Gattin, da machte
ſie ihn dann in Gottes Namen geſund. Und nun kamen die anderen
um Hilfe, in Sorgfalt, Uneigennützigkeit, Menſchenliebe, nahm
Frau Dorothea ſich ihrer an, ganz beſonders der Armen. Jetzt iſt
der Moment für den Aufrtitt des Chores der Quedlinburgiſchen
Aerzte. Dieſen Chor hört man klagen. Und zwar beim Stifts=
hauptmannsgericht
wegen Kurpfuſcherei auf Entziehung der
Praxis. Jetzt holte die Pfarrerin aber ihr königliches Dekret aus
der Taſche und erklärte ihre Bereitſchaft, ein Doktor zu werden.
Was nun auch geſchah. Zwei Stunden lang beantwortete Frau Erx=
leben
alle Fragen der Profeſſoren mit einer bewundernswürdigen
Beſcheidenheit und Fertigkeit in ſo ſchönem, zierlichem Latein, daß
die Prüfenden glaubten, eine alte Römerin in ihrer Mutterſprache
reden zu hören und erhielt solemne ritu den Gradus Doctoris
medieinae, Sie praktizierte ausgiebig und ſchrieb eine Gründ=
liche
Unterſuchung der Urſachen, die das weibliche Geſchlecht vom
Studieren abhalten‟. Ein Thema, deſſen ,Bearbeitung ſchon ſeit
längerem eingeſtellt worden iſt. Wegen Mangels an Material.
Offenbar war es den erſten praktiſchen Aerztinnen in Preußen
nicht leicht gemacht worden, ohne die kraftvolle Hilfe des großen
Königs hätte ſie kaum ein Staatsexamen ablegen dürfen.

Die Senkung der Produktionskoſten als wichtigſſe
hilfemaßnahme des Landwirts iſt in der heutigen Zeit=
vor
eine Frage von ganz beſonderer Bedeutung. Wenn
dem Kriege die Verwendung von Stickſtoffdüngemitteln
fruchtbau eine befriedigende Rente, abgeworfen hat,
Wirtſchaftlichkeit der Stickſtoffdüngung bei dem heuts
hältnis von Getreide= zu Stickſtoffpreiſen unter allen An
geſichert. Bekanntlich haben ſich ja die Getreidepreiſ
Vorkriegshöhe gehalten, während die Preiſe für Stickß=
mittel
ſeit dieſer Zeit um etwa 45 Prozent geſunken
wird die Tatſache verſtändlich, daß ſich die Stickſtoffd7
zurzeit von allen Produktionsmitteln am höchſten verzi.n
Unter Berückſichtigung ſeines hohen Gehaltes vor
Prozent ſchnellwirkendem Kalk (Ca0) iſt der Kalkſti,
der billigſte zurzeit auf dem Markt befindliche StickſtoffSie
zuſprechen. Kalkſtickſtoff hat ſich für die Herbſtdüngurgl
bewährt, da er der Auswaſchung nicht unterliegt. Er k.
Kulturen, erhöht damit ihre Winterfeſtigkeit und ſtellt Oe
zen bereits bei Erwachen der Vegetation im Frühjahr de
freudiges Wachstum erforderlichen Stickſtoff zur Verfüg u
geſchieht zu einem Zeitpunkt, in dem die Felder ohne S./
Ausführung einer Frühjahrsdüngung vielfach noch nich
werden können. Hierdurch wird eine harmoniſche Entwät
Kulturen gewährleiſtet, die ſich in der Verminderung Di
gefahr und Verbeſſerung der Qualität äußert. Man
zur Düngung der Herbſtſaaten den Kalkſtickſtoff zirka
vor der Saat.
Von ganz beſonderer Wichtigkeit iſt die Tatſache
läſtigen Unkräuter des Wintergetreides, wie Windhaln
blume, Vogelmiere, Kornrade, Klatſchmohn u. a. m. Sil
Herbſtkopfdüngung mit Kalkſtickſtoff vernichtet werde=
ohne
daß die Stickſtoffwirkung dadurch beeinträchtigt w
bringt zu dieſem Zwecke 150200 Kilogramm ungeöltem
ſtoff/ha 37 Wochen nach dem Auflaufen der Winterſie
die trockenen Kulturen aus.
Die gleichzeitige Verwendung des Kalkſtickſtoffs als
bekämpfungs= und Düngemittel ermöglicht die Durchführun
Betriebsmaßnahmen in einem Arbeitsgang und dami=
hebliche
Senkung der Produktionskoſten.

Babenhauſen, 2. Sept. Seinen Gautag hält an
den Sonntag der Kurzſchriftgau Darmſtadt=
den
Mauern unſerer Stadt ab. Den Auftakt bildet da
ſchreiben, an dem vormittags in den Sälen der Real
der Spitalſchule etwa 120 Schriftfreundinnen und Schrf
im friedlichen Wettkampfe teilnehmen. Geſchrieben win
Abteilungen von 60 Silben aufwärts bis 240 Silben im
nute. Nachmittags iſt Gauvertreterſitzung und ein 2
durch die Stadt mit Beſichtigung der Sehenswürdigke
gemütliches Zuſammenſein bei Konzert und Tanz im Ge
Löwen wird dem Gautag einen ſchönen Abſchluß gebem.
hieſige Verein der Kurzſchriftler alle Vorbereitungen
licher Sorgfalt getroffen hat, iſt ein würdiger Verlauf der
gewährleiſtet.
Ce. Reinheim, 2. Sept. Odenwaldklub. Am 8ſuhallen
beteiligt ſich die Gruppe an der Sternwanderung nchll: ungsfra

Bieberau. Die Wanderung führt über ReinheimRMzuſt verder

Rodau, NiedernhauſenHaßlochwald, Groß=Bieberau.
alarm der Feuerwehr. Am vorgeſtrigen Abend
Probealarm der hieſigen Feuerwehr ſtatt. Das Anweſerrſu, den

nauer, von dieſem die Fruchthalle, war als Brandziel a.=Aut

wobei ſich die gute Bereitſchaft der Wehr beſtens zeigte ſnn
Cs. Ueberau, 2. Sept. Geſellenprüfung. Die
prüfung für das Schreinerhandwerk im Kreiſe Dieburg
dieſes Jahr bis Ende September durchgeführt. Anr=
hierzu
ſind bis ſpäteſtens 17. September an Schreinermei.
Seip in Ueberau zu richten. Die erforderlichen Anmell

und nähere Auskunft werden daſelbſt erteilt Kirc=

Teariu mit di
Müunr ür da

Am kommenden Sonntag findet die hieſige Kirchweihe ſt.t
Ea. Stockheim, 2. Sept. Hohes Alter. Herr Weme
ner feiert am Sonntag, den 4. September, als älteſter A
ſeres Ortes ſeinen 82. Geburtstag.
Wald=Michelbach, 2. Sept. Wie in Imkerkreiſen be
findet hier am Sonntag, den 4. September, im Gaſthau
ſtädter Hof eine äußerſt bedeutungsvolle Verſammlung
Dr. Freudenſtein=Marburg ſpricht in zwei Vorträgen üb
krankheiten unſerer Biene und Krankheiten erwachſener
Da die Teilnahme unentgeltlich iſt, die Vorträge ledigliche
klärung dienen, ſollte ſich kein Imker den Beſuch entgehr
Dp. Bickenbach, 1. Sept. Eine hieſige Familie wu:
ſchwer vom Unglück heimgeſucht. Der Familienvater we.
Frau, welche leidend iſt, auf ſeinem Fahrrad zu Herrn Z. nach Zwingenberg bringen. Hierbei ſtieß er auf der A
bergerſtraße mit einem Autobus zuſammen. Während die
in den Chauſſeegraben geſchleudert wurde und mit leichte
letzungen davonkam, kam die Frau unter ein Hintexrad.
EDuing me
gens zu liegen, welches ihr über das Bein ging. In ſa 2 In au=
letztem
Zuſtande wurde die Frau in das Bensheimer Kraukſt aue,, d
We.-M
eingeliefert.
Bd. Alsbach a. d. B., 1. Sept. Unfall. Ein hier
ter 25jähriger Knecht ſtürzte beim Obſtpflücken von einert
und fiel in einen Wingertspfahl, wobei er ſich ſolch ſchruu
letzungen zuzog, daß ſeine Ueberführung ins Krankenhan=
wurde
. Der Pfahl drang ihm in den Leib. Blitz
Bei dem vorgeſtern nachmittag niedergegangenen Gewit:
der Blitz in die Scheuer des Schmiedemeiſters Schneide‟
glücklicherweiſe ohne zu zünden. Lediglich eine Anzahl 3/
gen vom Dach, und ein Sparren wurde vom Blitz aufger.
A-t. Goddelau, 1. Sept. Am Montag abend fand im 2h
hoſpital eine Abſchiedsfeier ſtatt zu Ehren des Direktors 24
der, der mit dem 1. September die Direktorſtelle, an
chiatriſchen Anſtalt in Gießen antritt. Obermedizinalrat El
war jahrzehntelang an der hieſigen Anſtalt als Arzt
1915 an als Direktor tätig. In dieſer Zeit verſtand er es
Liebe und das Zutrauen aller Untergebenen und Beamts
vinnen. Ihm verdankt die Anſtalt alle modernen Einriſ
der Neuzeit, für die leider in der Nachkriegszeit nicht in
Mittel bereit ſtanden wie ehedem. Neu entſtanden auch di
ſtern= und Pflegerſchule, die Unterrichtsklaſſe für die
Patienten im ſchul= und fortbildungsſchulpflichtigen AN.

eine einklaſſige Volksſchule, die von den Kindern der Bearn
Angeſtellten beſucht wird. Dieſe mußten zuvor zum Sc4
richt nach Crumſtadt oder Goddelau. Auch die Gärtnerei.
terverwaltung wurde ausgebaut. So hat er in jeder *
ſegensreich für unſere Anſtalt und die Kranken gewirkt,
alles dankte ihm am Abſchiedsabend der Sprecher des
in kurzen Worten. Herr Schneider ſprach hierfür ſeinen Au
und gab dem Wunſche Ausdruck, alle mögen ſeinem Nad
Herrn Direktor Amrein, dasſelbe Vertrauen und dieſel.
entgegenbringen.
Bm. Hofheim (Ried), 1. Sept. Zu Grabe get-
Unter zahlreicher Beteiligung der Einwohnerſchaft wur=
der
im Alter von 84 Jahren verſtorbene Landwirt und
Johann Schader 1., Altveteran von 1870/71, zu Grabe S
Der Verſtorbene diente im damaligen Krieg beim 2. Heſ.
bataillon. Unter Vorantritt der hieſigen Kapelle gab der
und Soldatenverein ſeinem toten Kameraden das letzick
Mit warmem Nachruf legte der Vereinsvorſitzende eine
nieder, und eine Ehrenſavle folgte als letzter militäriſch
Ck Crumſtadt. 2. Sept. Kirchweihe. Die die
Kirchweihe findet am kommenden Sonntag und Montag
Hohes Alter, Seinen 77. Geburtstag feierte heute i=
Rüſtigkeit Herr Peter Schäfer von hier.
Gernsheim, 2. Sept. Waſſerſtand des Rh
Pegel am 1. September 0.19 Meter, am 2. September 91
Hirſchhorn, 2. Sept. Waſſerſtand des Nec
Pegel am 1. September 1,54 Meter, am 2. September 102
Do. Urberach, 2. Sept. Kirchweihe. Sonntag und.
tag, den 4. und 5 September, wird hier das Kirchweihfeſt.
In der näheren Umgebung erfreut ſich die Urberacher Ke
derer Beliebtheit.
Bad Nauheim, 2. Sept. Bis zum 1. September 19
der Geſamtbeſuch 20 258 Gäſte, darunter 3397 Auslände
weſend waren am 1. September 1932: 2720 Gäſte.
Nidda, 2. Sept. In der Möbelfabrik Ringshauſen 9.
Feuer aus, das das drei Stock hohe Lagerhaus bis auf die
mauern vernichtete. Sehr erhebliche Lagerbeſtände, dar
Schlafzimmereinrichtungen und 700 Radiokäſten, wurden.
der Flammen. Die Feuerwehren von Nidda und Umgebul
ten die Flammen nur deshalb auf ihren Herd beſchränte
es völlig windſtill war.

[ ][  ][ ]

3. September 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 245 Seite 7

iemeindevokanſchlag 1932 im Plenum. Zehlbetrag 413 000 RM., davon über 300 000 RM.
Wohlfahrkslaſten. Deckengsrätſel in nächſter Sihung.

F. Eberſtadt, 2. September.
geſtrigen Ratsſitzung, die ihre Bedeutung durch die
urng des Gemeindevoranſchlags für das Rechnungsjahr
ſt lag zunächſt eine Anfrage der ſozialdemokratiſchen
un vor, die darüber Auskunft forderte, was der Bürger=
Durchführung des Ratsbeſchluſſes unternommen habe,
ihr die durch die Notverordnung vom 14. Juni 1932
Unterſtützungsſätze, ſondern die Richtſätze, die vor
Aotverordnung giltig waren, an die hieſigen Unter=
wänger
zur Auszahlung gelangen ſollten. Der Bür=
hontwortete
, daß nach einer Mitteilung der vorgeſetz=
e
dieſer Beſchluß rechtsunwirkſam ſei und
ar dennoch auf der Durchführung beſtehe eine Ent=
ir
Verwaltungsſtreitverfahren herbeigeführt werden
der Rat es ablehute, den in Rede ſtehenden Beſchluß
ſs aufzuheben, wird das Verwaltungsſtreitverfahren
Ein Antrag der gleichen Fraktion, in Fällen, in
Mriete eines Unterſtützungsempfängers nachweislich
5 Prozent der geſetzlichen Fürſorgeſätze beträgt, den
ersſatz um den Mehr=Mietbetrag zu erhöhen, wird mit
uaxenommen, ebenſo auch der weitere Antrag, durch den
Ausſchuß nachprüfen zu laſſen, ob durch Abzüge von
ſchuldigkeiten an Unterſtützungen untragbare Härten
nd bis zur Nachprüfung ſolche Abzüge einzuſtellen.
trat der Rat in die Beratung des Gemeindevoran=
ſdas
Rechnungsjahr 1932 ein. Hierzu lagen mehr als
Eommuniſtiſcher Anträge, deren Tendenz kommuniſti=
ig
früherer Jahre entſprach, vor, die mit Ausnahme
Untrag, für Kinderſchulſpeiſungen 2500 RM. einzu=
Die Stimme des Antragſtellers abgelehnt wur=
Antrag des Rats Meidinger zu Rubrik 33 ( Ge=
ſdHöfe
) zu beſchließen, künftig von der Erhebung einer
as Abholen von Leichen auswärts verſtorbener hie=
huhner
abzuſehen, ſtimmt der Rat zu, ebenſo dem An=
ars
Dächert, den unter Rubrik 41 (Flüſſe, Bäche,
Reinigung der Modau eingeſtellten Betrag von 500
M. zu erhöhen und dieſen Betrag ausſchließlich für die
hung des Bachbettes innerhalb des Or=
ßzwenden
. Im übrigen ſtimmte der Rat den Beſchlüſſen
hutsſchuſſes zum Voranſchlag zu. Einzelne Anſätze er=
ſaich
geringfügige Aenderungen. Nach dem dann im
nnommenen Voranſchlag ergibt ſich folgender Abſchluß:
ſade für den Betrieb".
819 809,49 RM.
lme für den Betrieb.
406 755,66 RM.

ſi ungedeckter Fehlbetrag 413 053,83 RM.
ſertfallen auf Wohlfahrtslaſten allein weit über 300 000
ſtöcckungsfrage wird erſt in der nächſten Sitzung des
gollt werden.
ſhitg mit dem Gemeindevoranſchlag wurde der Wald=
ſtan
für das Wirtſchaftsjahr 1933 verabſchiedet. Hierzu
Rat, den Umfang des Hiebſatzes endgültig erſt im
tſetzen. Im übrigen ſoll wie früher auf größeren
tſchen der landwirtſchaftliche Zwiſchenbau fortgeſetzt und
Arſebsfläche in Abt. 35 Streifenrigolung durchgeführt

im Schulbad neu eingerichteten Heilbäder
at folgende Preiſe feſt: Elektr. Lichtbad oder Kohlen=
50 RM., Sauerſtoffbad: 2,80 RM., Fichtennadelbad:
öhrd: 1,50 RM.
tie beiden Konzeſſionsgeſuche: a) Theodor Schmitt für
der bisherigen Gaſtwirtſchaft Zur Eiſenbahn und
samann für den Betrieb der bisherigen Gaſtwirtſchaft
Oſevald erhebt der Rat keine Bedenken.
ſegfried Dahlerbruch wird die widerrufliche Er=
eilt
, auf ſeinem Grundſtück Ecke Neue Darmſtädterſtraße
imerweg einen Zeitungskiosk zu errichten.
in hieſigen Aerzten hat die Gemeinde ein Abkommen
½s die ärztliche Verſorgung aller Unterſtützungsempfän=
0sarmen zu einer Pauſchale zum Gegenſtand hat. Der
Wdierzu ſeine Zuſtimmung.

en bei Pfungſtadt, 2. Sept. Der Gemeinderat hat
der Gemeinde zum Land= und Fanggrabenverband
Neu in den Gemeinderat iſt Heinrich Caſpari 7. ein=
zYder
=Ramſtadt, 2. Sept. Ratsbericht. Erſter Punkt
sonung war die Feſtſetzung der Steuerausſchlagſätze für
12. In ausführlichen Darlegungen ſetzte die Verwal=
ſaubander
, daß eine Erhöhung der Steuerausſchlagſätze
zu Amehen ſei, weil einmal die Steuerwerte, namentlich bei
dew getreibenden, weſentlich zurückgegangen ſeien und auch
ſewilung von Zuſchüſſen zu den Wohlfahrtslaſten davon
igich macht wird, daß zur Verminderung des Defizits im
Eushalt die Steuerſätze auf den Landesdurchſchnittsſatz
Anden. Allſeits wurde die Härte einer Steuererhöhung
gen Zeit anerkannt, letzten Endes hielt man es aber
hereſſe der Gemeinde liegend, die Steuerſätze in Höhe
ſglurchſchnittsſatzes feſtzuſetzen. Sie betragen für je 100
Wvert a) von Gebäuden und Bauplätzen 34 Pfg., b) vom
Lurſtwirtſchaftlich genutzten Grundbeſitz 47 Pfg. c) vom
PAtal 63 Pfg.. d) vom Gewerbeertrag 286 Pfg. Die Son=
teu
erſätze bleiben gegenüber dem Vorjahre unver=
45 iſt an dieſen die geſetzlich vorgeſchriebene Senkung
zent vorzunehmen. Gleichzeitig wird die Erhebung
herſteuer in Höhe des dreifachen Betrages des Landes=
ſſen
. Ein Antrag der Bewohner der Gemeindemiet=
uf
Senkung der Mieten um 10 Prozent ab 1. Januar
nit 7 gegen 6 Stimmen abgelehnt, dagegen aber ein
½s Rats Krautwurſt auf eine 5prozentige Senkung mit
on 1. April 1 J. an angenommen. Ein Antrag des
r auf Ueberlaſſung von 3 Meter Rohr zum Zwechke
wening ſeines von der Gemeinde gekauften Wohnhauſes
igt,
boß=Zimmern, 2. Sept. Gemeinderatsſitzung.
räffnung brachte die KPD. zwei Dringlichkeitsanträge
gen Sätze der Wohlfahrtsunterſtützung ſollen am kom=
tag
wieder ausbezahlt werden, was gegen die Stimme
eiſters abgelehnt wird, da die Verwaltung eine ent=
sſchwerde
bereits ſchon an die zuſtändigen Stellen ge=
Der zweite Antrag iſt ein Proteſt gegen das Wirt=
dmm
Papen; er wird von den 8 anweſenden Räten
Angenommen. Unter Mitteilungen nimmt der Rat
Ihn einer miniſteriellen Verfügung betr. Aufwertung
hernutzens. Danach muß die Aufwertung bezahlt wer=

* Lehrer, die ſich ſchon 1921 eingekauft haben, gehen
aide verluſtig, falls ſie bis 1. November keine in dieſem

Sinne liegende Entſcheidung treffen. Längere Zeit beanſpruchte
die Beratung des Waldwirtſchaftsplanes. Der Wald, der einen
Kapitalwert von 650 000 RM. darſtellt, iſt unrentabel. Trotz
ſparſamſtem Wirtſchaftsplan bleibt ein Defizit beſtehen. Die An=
pflanzung
der Douglasfichte, für die der Groß=Zimmerner Wald
ſehr geeignete Stellen hat, wird von der Forſtbehörde empfohlen.
Dann ſtanden die Gehälter der Gemeindebeamten zur Ausſprache.
Im Laufe der Debatte läßt ſich Rat Angermeier zu einer beleidigen=
den
Aeußerung gegen die KPD.=Fraktion hinreißen, worauf ein
großer Tumult entſteht, der zu Tätlichkeiten auszuarten ſchien. Die
Sitzung war ſelſtverſtändlich damit aufgehoben.
Le. Groß=Umſtadt, 1. Sept. Ausdem Gemeinderat. Als
Punkt 1 ſteht wiederum die Beratung des Gemeindevoranſchlags
für das Rechnungsjahr 1932 auf der Tagesordnung. Heute ſoll
über die Beſoldung der Gemeindebeamten und =bedienſteten be=
raten
werden. Auf Antrag einiger Gemeinderatsmitglieder wurdg
der Punkt zur nichtöffentlichen Beratung zurückgeſtellt. Zu Punkt 2
Die Umlagen und die Sondergebäudeſteuer der Gemeinde Groß=
Umſtadt für das Rechnungsjahr 1932 beſchließt der Gemeinderat
die vom Kreisamt Dieburg vorgeſchlagenen Ausſchlagsſätze infolge
der großen Notlage der Steuerzahler um weitere 20 Prozent zu
ſenken. Die kreisamtlich vorgeſchlagenen Steuerſätze ſind bereits
gegenüber den urſprünglichen Sätzen bei der Grundſteuer um
6 Prozent und bei der Gewerbeſteuer um 12 Prozent geſenkt. Bei
der Sondergebäudeſteuer ſoll eine 20prozentige Senkung nicht ein=
treten
, da die Steuerſätze bereits durch Geſetz um 20 Prozent ge=
ſenkt
wurden. Das geſamte Steuereinkommen für 1932 beträgt
bei den vorgenannten vom Gemeinderat feſtgeſetzten Sätzen 114 303
RM. Der Rat nimmt Kenntnis von einer Verfügung des Kreis=
amts
Dieburg bezüglich der Neubeſetzung der Gemeinderechner=
ſtelle
. Er beſchließt die vom Kreisamt vorgeſchlagene Uebertragung
der Rechnerſtelle an einen Verſorgungsanwärter abzulehnen, da
die Stelle nach der getroffenen Regelung (Regbl. Nr. 9 vom
15. 6. 26) einem Verſorgungsanwärter nicht vorbehalten iſt
Mit 8 gegen 7 Stimmen bei 2 Enthaltungen beſchließt der Rat,
daß die Weißbinderarbeiten im Faſelſtall von 2. Wohlfahrts=
erwerbsloſen
ausgeführt werden ſollen. Ein vorliegendes Bau=
geſuch
des Adam Wunderlich um Erbauung eines Wohnhauſes im
Mühlweg wird genehmigt.
r. Babenhauſen, 1. Sept. Zu Beginn der öffentlichen
Gemeinderatsſitzung erſtattet Herr Bürgermeiſter Klein
Bericht über die ſeither von der Gemeindeverwaltung durch ihren
Anwalt unternommenen Schritte betr. Mietangelegenheit
der Kaſerne Eine vermutlich auf Veranlaſſung des Heſſ.
Miniſteriums erſchienene Erklärung, in der die Rechtsauffaſſung
der Gemeinde als unzutreffend und gegen Recht und Glauben
verſtoßen bezeichnet wird, wird vom Gemeinderat ganz entſchieden
zurückgewieſen. Die Submiſſion der Arbeiten für die
Einrichtung der Stadtkaſſe im Rathaus iſt erfolgt. Da
die Genehmigung für die Herſtellung der Ohlebachufer im Frei=
willigen
Arbeitsdienſt nun erteilt iſt, finden 43 Arbeitsdienſt=
willige
. Erwerbsloſe unter 25 Jahren. auf 20 Wochen Beſchäfti=
gung
. Sie erhalten 160 RM. täglich. Aus Reichsmitteln ſind hier=
für
8160 RM. bewilligt. Die für die Gemeinde entſtehenden Koſten
für Verſicherung uſw. werden genehmigt. Für die Stadtkaſſe
wird Gg. Mohrhardt II unter 20 Bewerbern als Schreib=
gehilfe
beſtimmt. Für die Freiw. Feuerwehr ſoll ein neuer aus=
ziehbarer
Leiter= und Schlauchwagen beſchafft werden. Dem
hieſigen Verein der Reichskurzſchriftler wird anläßlich ſeines Gau=
wettſchreibens
am kommenden Sonntag eine Ehrengabe von
15 RM. bewilligt. Abgelehnt wird ein Geſuch des Sportvereins
Germania 1912 um Errichtung einer Halle auf dem Sportplatz.
Ch. Hainſtadt, Kreis Erbach, 2. Sept. Gemeinderats=
ſitzung
. An erſter Stelle wurde über die Verwertung von ge=
meinheitlichen
Grundſtücken beraten. Da ein Verkauf der Grund=
ſtücke
, der für dieſes Jahr beabſichtigt war, vom Heſſ. Amtsgericht
Höchſt i. Odw. nicht geſtattet weiden kann, beſchließt der Rat, daß
die Ackergrundſtücke auf die Dauer eines Jahres verpachtet werden
ſollen. Zu Mitgliedern des Verwaltungsausſchuſſes, dem künf=
tig
die Prüfung über die Hilfsbedürftigkeit, der in der Arbeits=
loſenverſicherung
, Kriſen= und Wohlfahrtsunterſtützung ſtehenden
Perſonen übertragen wird, werden Georg Löw und Johannes
Lutz beſtellt, als deren Stellvertreter werden die Ratsmitglieder
Adam Horn und Auguſt Marquard 3 berufen Die im Vor=
jahre
feſtgelegten Bedingungen über die Verpachtung der Winter=
ſchafweide
bleiben auch für die kommende Pachtperiode beſtehen,
die Weidezeit beginnt hiernach am 1. November 1932 und endigt
am 15. März 1933.
Prokeſt gegen die Auflöſung des Kreiſes Ufingen.
WSN. Uſingen, 1. Sept. Die Bürgermeiſter des Kreiſes Uſin=
gen
hielten am Dienstag hier eine Verſammlung ab, um zu der
Verordnung des preußiſchen Staatsminiſteriums über die Neu=
gliederung
von Landkreiſen Stellung zu nehmen. Das Ergebnis
der Ausſprache wurde in der folgenden einſtimmig angenommenen
Entſchließung niedergelegt: Die Bürgermeiſter des Kreiſes Uſin=
gen
erheben gegen die von der Regierung verfügte Aufteilung des
Kreiſes Uſingen ſchärfſten Proteſt. Nach den früher gegebenen be=
ſtimmten
Zuſagen der Staatsregierung hätte die Bevölkerung er=
warten
dürfen, daß eine Neugliederung nicht ohne Anhörung ihrer
berufenen Vertreter erfolgte. Das Uſinger Land iſt wirtſchaftlich,
kulturell und geographiſch eine Einheit. Die Zerſchlagung dieſer
Einheit wird für das Wirtſchaftsleben des Kreiſes und der Stadt
Uſingen von unabſehbaren Folgen ſein. Der Kreis hat während
ſeines Beſtehens ſeit einem halben Jahrhundert ſeine Lebensfähig=
keit
bewieſen. Auch in Zeiten wirtſchaftlicher Not hat die Kreis=
bevölkerung
jedes Opfer auf ſich genommen, um die Aufgaben des
Kreiſes erfüllen zu helfen und um ſeine Einheit zu erhalten. Durch
die Aufteilung des Kreiſes iſt eine Erſparnis beſtimmt nicht zu
erwarten, der wirtſchaftliche und kulturelle Schaden dagegen iſt
unabſehbar. Die geſamte Bevölkerung fordert einmütig in letzter
Stunde nochmals dringend die Erhaltung des Kreiſes Uſingen.
Zum Schluſſe der Verſammlung teilte der ſtellvertretende Landrat
Dr. Wonſchik mit, daß der Landrat des Obertaunuskreiſes in Bad
Homburg den Bewohnern des Uſinger Landes im Falle einer Ver=
einigung
mit dem Obertaunuskreis Entgegenkommen verſprochen
habe. Er werde Sprechtage in Uſingen abhalten, beſonders in
Wohlfahrtsangelegenheiten, und eine Kreisfürſorgerin werde in
Uſingen ſtationiert werden. Ein großer Teil der Beamten der
Kreisverwaltung, die mit den Verhältniſſen im Uſinger Land ver=
traut
ſeien, würde übernommen werden. Auch Bürgermeiſterver=
ſammlungen
würdenn in Uſingen abgehalten werden. Der vom
Kreistag beſchloſſene Etat würde im Falle einer Vereinigung der
Kreiſe bis zum Ablauf des Rechnungsjahres in Geltung bleiben,
ebenſo, für den ehemaligen Obertaunuskreis der vom dortigen
Kreistag beſchloſſene.

* Der Bogelsberg ehrk ſeinen Heimaldichter.
Schotten (Vogelsberg), 1. September,
In dem benachbarten Wohnfeld wurde dem bekannten
heſſiſchen und Vogelsberger Heimatdichter Peter Fuchs an
ſeinem Stammhauſe eine Gedenktafel errichtet. Die Tafel zeigt
das Eichhörnchen und das Huhn, die beiden Hauptgeſtalten ſeiner
Dialektdichtung. Vor der Enthüllung der Tafel fand eine kleine
Feier am ſchlichten Grabmale auf dem ſtillen Dorffriedhofe ſtatt.
Zur Enthüllung der Tafel, die von einem Büdinger Künſtler aus=
geführt
wurde, fand der Vorſitzende des Vogelberger Höhenklubs
(V. H. C.), Herr Dr. Bruchhäuſer=Ulrichſtein, herrliche Worte für
den treuen Sohn ſeiner Vogelsberger Heimat. Eine Blütenleſe
aus den Mundartdichtungen des Dahingegangenen fand begeiſterte
Aufnahme. Herr Rektor Dern=Offenbach, der Vorſitzende des dor=
tigen
V.H.C., würdigte in treffenden Worten das Lebenswerk des
Dichters. Durch unerſchütterliche Pflichttreue und Zuverläſſigkeit
arbeitete ſich aus eigener Kraft der einfache Bauernbub bis zum
ſtellvertretenden Direktor des Offenbacher Poſtamts empor. Die
Errichtung der Peter=Fuchs=Tafel, an der die Vogelberger Höhen=
klubs
von Offenbach, Frankfurt, Schotten, Grünberg, Laubach,
Ulrichſtein, Mücke und der geſamten Umgebung teilnahmen, war
für den ganzen deutſchen Vogelsberg ein Ereignis.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 39. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verbofen

Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne",
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II

21. Ziehungstag
1. September 1932
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
4 Gewinne zu 10000 c. 47208 343283
6 Gewinne zu 5000 M. 146788 176741 187294
18 Gewinne zu 3000 M. 2476 7182 28666 166698 178283 218690
225387 274864 294678
62 Gewinne zu 2000 M. 68488 69372 84108 106342 113344 118463
133606 165416 211359 212738 219545 DE067 258444 260240 26 1699
262446 274660 275377 286821 306802 330142 949404 351204 354981
360306 388478
112 Gewinne zu 1000 M. 12672 33661 35793 43032 46400 52698
69443 60140 63006 63609 65439 66429 75783 97399 97972 104814
106748 111034 113263 129906 130681 148426 150784 151318 168617
170435 177702 183339 202490 245376 246344 267209 264076 264326
267823 268026 271794 273076 281627 290419 300079 311933 320516
330891 339499 342818 343858 347380 347616 349395 350958 381403
372020 383889 390637 392859
170 Bewinne m 500 M. 6779 8812 20341 20849 21242 22628 35282
35491 36203 43432 47872 78323 84506 86845 91817 104846 116206
112688 114887 118072 118408 122718 136936 143722 182706 162840
163786 164960 167127 168628 172708 177104 183710 184512 185480
199756 212126 217668 226727 326379 232608 236644 239785 247556
258865 269188 269368 262826 265424 267180 269107 271867 577324
279456 279663 285696 286783 298195 304813 310811 313948 314634
319636 326648 327696 332960 336200 338794 339644 944017 346233
348699 356372 359104 360281 363236 363300 371620 375386 375812
30465f7 304656 367 107 394161 388188
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden:Gewinne über 400 M.
gezogen
Gewinne m 200000 M. 219030
10 Gewinne zu 10000 M. 17649 164709 204764 332666 386531
4 Gewinne zu 5000 M. 32521 387567
18 Gewinne zu 3000 M. 58904 105209 134144 174472 198188 219678
242790 244 104 386 108
50 Gewinne zu 2000 q. 21119 61965 74116 82991 112218 121870
134862 138573 139673 143825 188370 188798 218101 236481 238684
246238 250411 284443 291012 319896 324106 376328 379628 383178
394670
76 Gewinne zu 1000 m. 765 16520 31811 38707 72944 80439 81118
82898 98697 108350 111702 142453 147509 177668 199911 201698
206000 225632 228672 240678 247621 253739 270760 270973 273621
284176 286053 286634 308496 329757 344348 344667 345168 366768
376226 377621 388762 389478
180 Gewinne zu 500 M. 8419 9596 21467 23689 30242 33993 34236
36797 42570 43783 46081 62867 74018 76528 86798 92904 93520
98641 100407 100813 106832 113169 113762 115063 118191 131204
133629 147867 153621 160696 169179 178102 182214 182564 199748
201436 202677 203080 205409 206816 224238 227634 237192 242169
242246 242328 247888 252753 254446 260987 262466 269024 269849
271422 272424 278156 301424 304022 304444 305564 306896 307620
307962 308829 309774 314178 315437 317044 320308 324643 337384
339613 344518 348361 351108 353043 357212 359351 363624 365616
365630 368933 371243 376251 376469 379792 384449 387606 387960
390973
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu 500000, 100
Schlußprämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 75000, 2 zu je
50000, 10 zu je 25000, 38 zu je 10000, 136 zu je 5000, 260
zu je 3000, 752 zu je 2000, 1544 zu je 1000, 2676 zu je 500,
8094 zu je 400 M.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 3. September
10.10: Schulfunk: Bilder vom deutſchen Binnenhandel.
15.30: Stunde der Jugend.
17.00: Mannheim: Unterhaltungsmuſik.
18.25: Dr. Haag: John Locke (zum 300. Geburtstag),
18.50: Prof. Sittig: Der Himmel im September und Oktober.
Unſeres kleinen Mondes großartige Gebirgswelt.
19.30: Lerne. Dich bewegen, aber wie? Geſpräch über die ver=
ſchiedenen
Gymnaſtik=Syſteme.
20.00: Großer Operetten=Abend.
22.20: Zeit, Nachrichten. Wetter, Sport.
22.45: Miltenberg: Militärkonzert.
Königswuſterhaufen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 3. September
10.10: Frankfurt: Schulfunk: Bilder vom deutſchen Binnenhandel.
11.00: Stunde der Unterhaltung.
12.05: Schulfunk: Erntefeierſtunde. Eine Hörfolge.
15.00: Kinderbaſtelſtunde.
15.45: Frauenſtunde: Küchenplaudereien.
16.00: Prof. Viereck: Aegyptiſche Papyri erzählen.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Baader: Gewerbekrankheiten und ihre Verhütung.
17.50: Dr. Meyer: Das ſchöne Mecklenburg.
18.05: A. Schlee: Deutſcher Tanz im Ausland
18.30: Dr. Günther: Der ewige Harlekin (mit hörßzeniſchen Bei=
ſpielen
).
19.00: Engliſch für Anfänger.
19.25: O. Krönke: Das deutſche Dorf im Mittelalter.
19.45: Stille Stunde: Abglanz des Lebens.
20.10: Leipzig: Podium der Heiterkeit, von Mozart, Mit Anek=
doten
und launigen Berichten.
ca. 21.30: Tages= und Sportnachrichten.
22.55: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Vincent Douglas.

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Seite 8 Nr. 245

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 3. Septem:

Nächrichten des Hlandesamts darmſtadt.

Geſtorbene. Am 26. Auguſt: Anna Chriſtine Säng, geb.
Berſch, 80 J., Witwe des Waffelbäckers, Heinheimerſtr. 6; Johann
Karl Scherer, Rentner, 71 J., Mosbach, Kreis Dieburg, hier,
Hermannsſtr. 6 Am 27. Auguſt: Walter Knies, Beſſunger
Straße 105; Eliſabeth Kleppinger, geb. Hofmann, 24 J.,
Ehefrau des Lackierers, Ober=Ramſtadt, hier, Eliſabethenſtift;
Georg Kaſpar Hanſel Privatier, 80 J., hier, Neugaſſe 5;
Adam Lutz 2., Landwirt, 57 J., Oberklingen, hier. Stadtkranken=
haus
; Johann Heinrich Koch, Fabrikarbeiter, 61 J., Barkhaus=
ſtraße
15. Am 28. Auguſt: Margarete Büdinger, geb. Elin,
48 J., Ehefrau des Packers, Kleine Kaplaneigaſſe 3; Hildegard
Alma Grünewald, 2 J., Zwingenberg, Kreis Bensheim, hier,
Heinheimerſtr. 21. Am 29. Auguſt: Johann Friedrich Hermann
Eidmann, Oberforſtmeiſter i. R., 70 J., Inſelſtr. 22: Heinrich
Wagner, 2 J., Pfungſtadt, hier, Eliſabethenſtift: Margarethe
Bletſch, geb. Opermann. 85 J., Witwe des Schloſſers, Land=
wehrſtrße
61. Am 30. Auguſt: Hedwig Happel geb. Bader=
mann
, 81 J., Witwe des Kaufmanns Heinrichsſtr 76; Ludwig
Geiß, Maurer 41 Jahre, Mörfelden hier, Stadtkrankenhaus;
Eliſabeth Franziska Bering. geb. Meyer, 62 J., Ehefrau des
Penſionärs, Seitersweg 150. Am 31. Auguſt: Marie Frick,
geb. Liebig, 63 J.. Witwe des Bauinſpektors, Roßdörfer Straße
51½: Eliſabeth Grimm geb. Seliger, 48 J., Ehefrau des
Landwirts Heinrich Nikolaus Grimm, Hergershauſen, hier, Eli=
ſabethenſtift
: Johann Adam Neff, Rektor i. R., 68 J.. Hein=
richsſtraße
80: Georg Thomas Heim, Kranfahrer i. R., 69 J.,
Sandbergſtr. 37. Am 1. September: Wilhelm Becht, Land=
geſtütsoberaufſeher
i. R., 77 J., Bleichſtr. 5: Georg Bender 2.,
Bäckermeiſter, 56 J.. Groß=Gerau, Stadtkrankenhaus; Margarete
Eliſabethe Mager, geb. Reitz, 67 J.. Ehefrau des Landwirts.
Gräfenhauſen, hier, Stadtkrankenhaus. Am 2. September:
Georg Franz Wolf. Oberſteuerinſpektor i. R., 57 J., Viktoria=
ſtraße
50½; Karl Friedrich Wilhelm Chriſtian v. Ewald
Staatsminiſter a. D., Dr.. 80 J., Heidelberger Str. 24.

Kirchliche Nachrichken.

Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
Samstag (3. September).
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Abends/8 UhrChriſtenlehre,
15. Sonntag nach Trinitatis (4. September).
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wagner. Vorm. 11,30 Uhr
Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß. Abends 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Junker. Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8,30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Wagner. Vorm. 9 Uhr:
Chriſtenlehre für die Kaplaneigemeinde. Pfarrer Heß. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Heß. Vorm. 11,15 Uhr: Kinder=
gottesdienſt
. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Nachm. 2,30 Uhr: Taubſtummengottesdienſt. Pfarrer
Heß. Wegen Fahrtausweis wende man ſich an Pfarrer Heß, Hügelſtraße 6.
Martinskirche. Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt, anſchließend: Chriſtenlehre für beide
Abteilungen der Martinsgemeinde (Oſt). Pfarrer Beringer. Vorm. 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Beringer. Anmeldung von 9.30
Uhr an in der Sakriſtei. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsge=
meinde
(Weſt). Pfarrer Dr. Berger.
Pfründnerhauskapelle. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Dr. Berger.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx. Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt. Die Johanneskirche iſt wochentags von 7 bis 7 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. Pfarraſſiſtent Junker. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarr=
aſſiſtent
Junker
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre für den Oſt=
bezirk
. Pfarrer Weiß. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abend=
mahls
. Anmeldung von 9,30 Uhr an in der Sakriſtei. Pfarrer Weiß. Vorm. 11,45 Uhr:
Kindergottesdienſt für beide Bezirke. Pfarrer Weiß.
Pauluskirche. Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer A. Müller. Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer A. Müller. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
A. Müller
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesbienſt. Pfarrer Waldeck. Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt.
Walderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus, Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt.
Diakon Bochmann.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer F. Müller.

Mittwoch (7. September).
Feierabend (Stiftsſtr. 51). Abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfr. Köhler.
Donnerstag (8. September).
Stiftskirche. Abends 8 Uhr: Betſtunde.
2. Veranſtaltungen.
Stadtgemeinde. Gemeindehaus (Kiesſtr. 17), Sonntag, 4. Sept., abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. Montag, 5. Sept., abends 8 Uhr: Männer=
vereinigung
der Lukasgemeinde: Monatsverſammlung. Jugendbund der Lukas=
gemeinde
. Dienstag, 6. Sept., abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein der Stadtkirche.
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. Mädchenvereinigung der Reformations=
gemeinde
. Mittwoch, 7. Sept., abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein der Stadtkapelle
und Schloßkirche. Jugendbund der Markusgemeinde. Mädchenvereinigung der
Reformationsgemeinde. Freitag, 9. Sept., abends 8 Uhr: Jugendbund der Kaplanei=
gemeinde
.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 6. Sept., abends 8 Uhr: Mädchen=
vereinigung
der Schloßgemeinde. Mittwoch, 7. Sept., nachm. 2 bis 4 Uhr: Hand=
arbeitsſchule
der Stadtgemeinde. Donnerstag, 8. Sept., abends 8 Uhr: Jugend=
vereinigung
der Stadtgemeinde. Samstag, 10. Sept., nachm. 2 bis 4 Uhr: Hand=
arbeitsſchule
der Stadtgemeinde. Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadt=
gemeinde
; Poſaunenchor.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtraße 6). Dienstag, 6. Sept.,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung. Mittwoch, 7. Sept., nachm. 2 Uhr: Handarbeits=
und Strickſchule. Donnerstag, 8. Sept., abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung (Weſt).
Freitag, 9. Sept., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung, ältere Abtlg. Samstag, 10. Sept.
nachm. 2 Uhr: Handarbeits= und Strickſchule.
Martinsſtift (Müllerſtraße 28). Donnerstag, 8. Sept., abends 8 Uhr: Mädchen=
vereinigung
(Oſt).
Konfirmandenſaal (Mauerſtr. 5). Donnerstag, 8. Sept., abends 8 Uhr: Po=
ſaunenchor
.
Johannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtraße 26). Montag, 5. Sept.,
abends 8 Uhr: Kirchenchor und Mütterabend. Mittwoch, 7. Sept., nachm. 2 Uhr
Strickſchule.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie), Sonntag, 4. Sept., nachm.
3 Uhr: Handarbeitsausſtellung der Strickſchule. Donnerstag, 8. Sept., abends 8 Uhr
Mütterabend.
Petrusgemeinde: Gemeindehaus (Eichwieſenſtraße 8). Montag, 5. Sept., nachm.
3 Uhr: Vorſtandsſitzung des Frauenvereins. Abends 8,15 Uhr: Mädchenvereinigung:
Alterenkreis und Jüngerenkreis gemeinſam. Alterenkreis der Jugendvereinigung.
Dienstag, 6. Sept., abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. Poſaunenchor. Mittwoch,
7. Sept., abends 8,15 Uhr: Jugendbibelſtunde. Pfarrer Irle. Donnerstag, 8. Sept.,
abends 8,15 Uhr: Frauenabend mit Ausſprache über: Die evangeliſche Frau und ihre
Kirche. Poſaunenchor. Mädchenvereinigung: Jüngerenkreis. Freitag, 9. Sept.
abends 8 Uhr: Mädchenchor. 8,15 Uhr: Kirchenchor. Samstag, 10. Sept., abends
7,30 Uhr: Singekreis.
Saal der neuen Trainkaſerne. Mittwoch, 7. Sept., nachm. 3,30 Uhr: Mäd=
chenjungſchar
. Donnerstag, 8. Sept., abends 8,15 Uhr: Chriſtliche Pfadpfinderſchaft.
Paulusgemeinde: Gemeindeſaal (Ohlyſtraße), Sonntag, 4. Sept., abends 8 Uhr;
Jugendvereinigung. Montag, 5. Sept., abends 8 Uhr: Jugendbund. Dienstag,
6. Sept., vorm. 10 Uhr: Vorſtandsſitzung des Frauenvereins. Abends 8 Uhr: Kirchen=
chor
. Freitag, 9. Sept., abends 8 Uhr: Kirchenchor.
Eliſabethenſtift (Erbacher Straße 25): Ev. Sonntagsverein. Sonntag, 4. Sept.:
Teilnahme am Verbandstreffen in Heppenheim. Abfahrt vorm. 8.53 Uhr vom Hauptbhf.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Der Kinder=
gottesdienſt
fällt aus. Nachm. 3,30 Uhr: Bibelſtunde. Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſionsarbeitsſtunde. Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends
8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Gemiſchter Chor.
Donnerstag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde. Freitag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde
in der Beſſunger Mädchenſchule (Werkunterrichtsraum). Samstag, abends 8 Uhr:
Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag fällt die Jugendbundſtunde für
junge Mädchen aus. Nachm. 4,45 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen.
Abends 8,30 Uhr: Gebetsſtunde und Spielkreis für junge Mädchen. Dienstag,
abends 8,30 Uhr: Freundeskreis für junge Mädchen. (Vortrag: Was lieblich iſt und
wohllautet.) Freundeskreis für junge Männer. (Heimabend mit Bewirtung.)
Mittwoch, nachm. 4 Uhr: Kinderbund und E. C.=Jungſchar für Mädchen. Abends
8,30 Uhr: Freundeskreis für junge Männer, (Vortrag: Wie lerne ich reden?) Herr
Bringmann. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer. Sams=
tag
, nachm. 3 Uhr: Kinderbund und E. C.=Jungſchar für Knaben.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Eliſabethenſtraße 17 I, Ecke Wilhelminen=
ſtraße
). Sonntag, abends 8,15 Uhr: Monatsverſammlung. Thema: Der Mitarbeiter.
Montag abend auf dem Sportplatz. Dienstag, abends 8,30 Uhr: Familien= Bibel=
ſtunde
mit Herrn Studienrat Knöpp. Donnerstag: Heimabend. Jungvolk
(1417 Jahre): Sonntag: Nachmittagswanderung. Treffen 2,30 Uhr am Böllenfalltor.
Montagabend auf dem Sportpkatz. Dienstag, abends 8 Uhr: Jungvolkſtunde:
Jagderlebniſſe und =abenteuer Hagenbecks, Jungſchar (Jungen bis 14 Jahre):
Sonntag, nachm. 2,30 Uhr: Treffen am Böllenfalltor. Mittwoch, nachm. 4,30 Uhr:
im Heim: Singen, Spielen, Geſchichte und Andacht. Freitag, nachm., auf dem Sport=
platz
. Samstag, nachm. Baden oder im Heim.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtraße 24.
Jeden Donnerstag, abends 8,15 bis 10 Uhr: Zuſammenkunft. Jeden zweiten und
vierten Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden. Donnerstag, 1. Sept., abends
8,30 Uhr im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17: Hauptverſammlung der Berufsgemein=
ſchaft
evang. Hausangeſtellten: Vortrag von Fr. Prof. Heräus=Offenbach: Die deutſche
Frau und die deutſche Wirtſchaft. Gäſte willkommen. Donnerstag, 8. Sept.,: Probe.
Sonntag, 11. Sept.: Ausflug nach dem Beſſunger Landheim. Näheres an den Abend.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt (Eliſabethenſtraße 17, I), Ecke
Wilhelminenſtraße). Samstag, 3. Sept., nachm. 4 Uhr: B.=K. im Heim. Dienstag,
6. Sept., abends 8,15 Uhr: Alterer Kreis. Donnerstag, 8. Sept., nachm. 4 Uhr:
Tierbrunnen: Spielen. Abends 8 Uhr: Heimabend für Heliand. Samstag,
10., und Sonntag, 11. Sept.: Fahrt.

Deutſcher Bund der Mädchen=Bibelkreiſe, Stiftsſtraße 9. Donners
abends 8 bis 10 Uhr: Kreis I. Freitag, 9. Sept., nachm. 4,15 bis 5,15 Uw
Abends 5,30 bis 6,30 Uhr: Kreis IV. Dienstag, 13. Sept., nachm. 5
Kreis III. Abends 8 Uhr: Leiterinnenkreis. Mittwoch, 14. Sept., m
5,30 Uhr: Kleine Lichter. Donnerstag, 15. Sept., abends 8 bis 10
3. Gemeindeämter.
Ev. Bohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, Vorderha
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Diakoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17: Martinsſtift, AT
Gemeindehaus, Liebfrauenſtraße 6; Gemeindehaus, Kahlertſtraße 26;
Eichwieſenſtraße 8; neben der Pauluskirche, Ohlyſtraße.
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeindehau
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Zahlſtelle für das Kirchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, Hinte
Zahltage: Montag, Mittwoch und Donnerstag vorm. von 9 bis 12 Uhr.
Evangeliſches Arbeiterſekretariat (Feierabend, Stiftsſtraße 51): Rc=
ſtelle
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Die Chriſtengemeinſchaft. Im Raum: Alexanderſtraße 22: Sonm
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Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm. 9,30
gottesdienſt. Prediger Veihelmann. Um 10,30 Uhr: Sonntagsſchule. Ab
Predigt. Prediger A. Schmid, Eßlingen. Montag, abends 8 Uhr=
9 Uhr: Singſtunde. Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Katech. Unterricht. 4 Ubo
Abends 8 Uhr: Streichorch. Donnertstag, Abends 8 Uhr: Bibelſtun
arrenchor. Freitag, abends 7 Uhr: Jugendabteilung.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtraße 40. Sonntag, A
9,30 Uhr: Andacht. Prediger Kruſt. Vorm. 11,15 Uhr: Sonntagsſchule:
ſtunde und Abendverſammelung fallen aus. Dienstag, abends 8 Uh
Prediger Kruſt.
Methodiſten=Gemeinde (Evangl. Freikirche), Wendelſtadtſtraße
vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigtgottesdienſt, T

Gedanken und der Menſchen Gedanken. Prediger K. Hirtz.) Dienstag=
Bibel= und Gebetſtunde. Freitag, abends 8 Uhr: Frauen=Miſſionsveres,
iſt herzlich eingeladen!
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Bereinigung, (Christian Science Societr)
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3. Gottesdienſte jeden Sonntag
und jeden Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Thema am 4. September: Der Mes=
Text: Jeſaja:64:7 (8)
Chriſtliche Gemeinſchaft Zionsgemeinde‟, Darmſtadt, Nieder=Ram
Sonntag, 4. Sept., vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule; abends 8 Uhr: Worty
Dienstag, 6. Sept., abends 8 Uhr: Wortbetrachtung; Freitag, 9. Sept.,
Gebetſtunde.
Die Heilsarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag, den 4. September rn
Gruner aus Heidelberg morgens 10 Uhr und abends 8 Uhr eine grm=
lung
halten. Jedermann iſt herzlich eingeladen.

Schloßkapelle Kranichſtein. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Dekan 5i
Darmſtadt.
Evangeliſche Kirche zu Griesheim. Vorm. 9,30 Uhr: Prebigtgottes=
Mangold. Vorm. 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt. 2. Gottesdienſt zur
Konfirmandenſtunde.
Friedenskirche. Vorm. 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarraſſiſten 19
10,30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, 4. Sept., vorm. 8,45 Uhr
Vorm. 9,30 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt deGM-üßig,

Bu Hand

Süurm die

Kindergottesdienſt der Kleinen fällt aus. Nachm. 14 Uhr: Eröffnungsgg
Konfirmandenunterrichts. Montag: Jungvolk. Mittwoch: Mädc-M. i0
Donnerstag: Frauenabend.
Evangeliſche Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 4. Sept., vor n./0 glarmier
Hauptgottesdienſt. Um 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. Nachm. 2 Uhr: Gottesdie=
bach
. Dienstag: Jugendvereinigung. Mittwoch: Kirchenchor. g M.4
mädchenverein.
Evangeliſche Lirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 4. Sept., (Kircäcysnck zwiſ
vorm. 9,30 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 10,30 Uhr: Chriſtenlehre. Die/s), dem wur
6 bis 7 Uhr: Bücherausgabe, 8,30 Uhr: Bibelſtunde. Mittwoch, abend!
chenjungſchar. 8,30 Uhr: Kirchenchor. Donnerstag, vorm. 6 Uhr: B uMfchemirimm
8,30 Uhr: Mütterabend. Poſaunenchor im Schulſaal. Helferinnen im Iicl n mitſch
Freitag, nachm. 4 bis 6 Uhr: Sprechſtunde d. evgl. Wohlfahrtsdienſtes. Abr:)
Mädchenverein. Samstag: Abfahrt des Jugendvereins zum Bundesfefiy y die Ti
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 9,30 Uhr: Hau-/
Vorm. 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 1,30 Uhr: Jungſchar Zonundies ſt:
8 Uhr: Bibelſtunde. Montag: Frauenverein. Dienstag, abends 6 71)4 auf wei=
ſteuerſprechſtunde
. Abends 8,30 Uhr: Kirchengeſangverein. Mittwoch,
Jungſchar Mädchen jüng. Gruppe. Donnerstag, 8,30 Uhr: Jugendbuas) Pcerſ.
Freitag: Jungmädchenverein.
Ehriſtliche Gemeinſchaft Zionsgemeinde, Roßdorf. Sonntag, 4.
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Donnerstag, 8. Sept., abends 8,30 Uhr: Wortbetrachtung.
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3. September 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 245 Seike 9

Aaudie eines Aaswandererlclſſes vor 20 Jahren.
iT oſer Kampf gegen die enkfeſſelke Wut der Elemenke. Der naſſe Tod. Nur ein Ueberlebender!
Mannſchaft damit beſchäftigt war, die Havarie zu beſeitigen, und
Bie orr HArufnoes fant.
es tatſächlich innerhalb der kürzeſten Zeit gelang, den Schaden

m Berichte des einzigen Geretteten aufgezeichnet.
Von Dr. Johann Frey.
uft 1912 verließ der griechiſche Dampfer Ariſtides
von Piräus, um mit einer größeren Ladung und
Auswanderern einen nordamerikaniſchen Hafen an=
Die Fahrt durch das Mittelmeer verlief ruhig und
Das Wetter war ſonnig und klar, der Wind ſanft
Es gab wohl keinen unter den Auswanderern, der
gagen nicht an Deck geſtanden hätte, um auf die
ſtn, auf die Höhenzüge der fernen Küſte zu ſchauen.
ſom das Schiff die Meerenge von Gibralta paſſiert
mt voller Kraft in den leichtbewegten Ozean hinaus=
gann
das Barometer zu fallen. Bald erhob ſich ein
allmählich an Kraft zunahm.
iftides kämpfte mutig gegen die entfeſſelte Wut
der Elemente an.
ns hoch, die Wogen, lang wie eine Häuſerreihe und
brauſten heran wie in Bewegung verſetzte Höhen
Pracht. Da dieſe Waſſermaſſen unaufhörlich von
Berge gegen Bug des Dampfers aufwallten, ſo
denſelben ſehr auf. Ueberdies wurde der Ariſtides
ſam ſeigem an den Azoren vorüberführenden Kurs ab=
uar
Süden zu. Tage vergingen, der Himmel blieb
Wolkenflören bedeckt, der Sturm heulte Tag und
ild nachlaſſender, bald verſtärkender Wut.
ſechs Tage dauerte dieſes Unwetter, als die Führer=
einen
nicht ungefährlichen Schaden am Schiff feſt=
HSteuerkette, welche dem Kapitän oder ſeinem Stell=
a
die Macht gibt, das Fahrzeug von der Brücke aus
eng idem man eben das Steuer des Schiffes am Heck in
m Lage hält, dieſe Steuerkette war etwa gegen neun
zus plötzlich geriſſen. Die nächſte Folge hiervon war,
üruhigen Hafen ſo groß anzuſchauende Dampfer ſich
ueniger Minuten quer legte, d. h. die Wellen drückten
frmpf aus einer bisher immer eingenommenden
in die führerloſe Richtung, welche die Sturzſeen
n ſieben die verantwortlichen Männer an Bord keinen
nbl=ümüßig, um den ſie alle aufs höchſte gefährdenden
nbr=u zu reparieren. Der Kapitän ſchrie ſeinen Leuten
deſn zuurm die Befehle zu, er ſelbſt fand ſeinen Weg zu
derueſt alarmierten Obermaſchiniſten, und trotz des furcht=
Eſſtes der Wellen arbeiteten faſt in derſelben Minute
Hankn Hand, um ein neues, in der Eile herbeigeholtes
undymsſtück zwiſchen den abgeriſſenen beiden Enden ein=
ᛋudem wurde der Tod des jungen, aus Chios ſtam=
hn
, tſhlentrimmers Anjoulopoulos gemeldet, der, im Be=
hutz
em mitſchiffs gelegenen Kohlenbunker heraufzuſteigen,
y die Tiefe ſtürzte und das Genick brach.
part verdies ſtreng verboten worden, die Luken dieſes
hest½ auf weiteres zu öffnen, um das Eindringen der
zu ſründern. Während nun ein beträchtlicher Teil der

notdürftig zu beſeitigen brauſten die Waſſermaſſen in den ge=
öffneten
Bunkerraum, ſo daß innerhalb weniger Minuten die
Feuer ausgelöſcht wurden. Das Schiff, tief geladen
es hatte fünftauſend Tonnen Wein, Oliven, Korinthen und
anderes mitgeführt
ſank in kürzeſter Zeit tiefer und tiefer hinab.
Der Kapitän, im Südweſter und Oelrock war bereits zur Stelle.
Ein Matroſe, der ſofort verſucht hatte, die geöffnete Luke
zuzudecken, war über Bord geriſſen worden. Der
Kapitän vermochte gar nichts zu tun, denn der Ariſtides legte
ſich auf die Seite, er mußte ſich vorſehen, um nicht ſelbſt über
Bord geſchwemmt zu werden. So eilte er denn auf die nahe
Brücke, in der Hoffnung, daß nicht alle Feuer gelöſcht und
das Schiff noch manövrierfähig war, doch erkannte er im ſelben
Augenblick ſeine Ohnmacht.
Der Auswanderer, ja auch einiger der Mannſchaft, hatte ſich
eine wahrhafte Panik bemächtigt. Die Leute ſtürzten auf das
von Waſſermaſſen überwaſchene Deck, um dem Untergang zu
entgehen. Die Boote wurden nun herabgelaſſen. Sie haben bei
einem derartigen Wetter einen nur ſehr zweifelhaften Wert.
Kaum war das bedeckende Segel von dem Boot entfernt und
letzteres zu Waſſer gelaſſen, als es auch vollſtändig zerſchellte.
Einem zweiten Boot ging es nicht anders.
Dazwiſchen gellten die Verzweiflungsrufe der
Schiffbrüchigen
durch das Toſen des Meeres und das Brauſen des Sturmes.
Endlich gelang es einem Boot, an der Seeſeite mit zwanzig
Inſaſſen vom Schiff abzukommen.
Dann verſank der faſt zehntauſend Tonnen große
Dampfer bei hochaufſpritzender Flut in die Tiefe. Von den
in dem Boot Befindlichen iſt nie wieder gehört worden.
Gerettet wurde nur ein bald danach durch einen vorüber=
kommenden
engliſchen Dampfer aufgefiſchter Bauer aus
Teſkalien, der zu ſeinen Kindern nach Sea Gate bei
New York reiſte, und der mir dieſen Untergang einige Monate
ſpäter erzählte.
Bombenſchlepper geſucht ..."
. . . in Amerika.
2000 Mark im Monat aber keiner will ſie haben.
Spekulation auf Tod und Leben.
In allen Erwerbszweigen herrſcht gegenwärtig ein tauſend=
faches
Ueberangebot von Arbeitskräften auch in Amerika.
Nur in einem nicht. Spediteur von Exploſivſtoffen möchte
niemand gerne werden, ſo hoch auch dieſer gefährlichſte aller
gefährlichen Berufe bezahlt wird. Gerade jetzt halten die
amerikaniſchen Oelgeſellſchaften Ausſchau nach verwegenen
Burſchen, die ſich vor dem Tod nicht fürchten. Aber der Erfolg
iſt ſehr gering. Es haben ſich nur wenige gemeldet.
Die Dynamit=Männer, wie man ſie drüben nennt, werden
nur in jenen Gegenden benötigt, in denen es Petroleumquellen

gibt, alſo in Texas in Oklahama und in Pennſylvanien. Bis=
her
war es beinahe unmöglich, Oelbrände zu löſchen. Oder
man brauchte wochenlange Vorbereitungen dazu. Ein Ingenieur
hatte die Entdeckung gemacht, daß, wenn man eine geballte.
Ladung Dynamit in den brennenden Oelſchlund wirft, der
Brand durch die heftige Exploſion im gleichen Augenblick er=
ſtickt
wird. Seit einiger Zeit arbeitet darum die amerikaniſche
Feuerwehr der Petroleumgegenden mit Nitroglyzerin.
Man löſcht Brände buchſtäblich mit Dynamit.
Oelbrände ſind an der Tagesordnung in Texas, Oklahama
und in Pennſylvanien. Seit einigen Monaten wird der tägliche
Bedarf dieſer Gegenden an Dynamit auf zwei= bis vierhundert,
Tonnen geſchätzt. Den Exploſivſtoff muß man weither holen.
Dazu hat man rote Laſtwagen gebaut, deren Anblick einen
paniſchen Schrecken unter allen amerikaniſchen Autofahrern ver=
breitet
. So weit es geht, weicht man dieſen berüchtigten Wagen
aus. Sie dürfen auch nur bei Nacht fahren und Städte nicht
berühren. Außerdem iſt eine Höchſtgeſchwindigkeit für die
Dynamit=Autos vorgeſchrieben. Dieſe darf das normale Fuß=
gänger
=Tempo nicht überſchreiten.
Die Dynamit=Männer werden hoch bezahlt. Sie müſſen
auch jede Sekunde ihr Leben auf das Spiel ſetzen. Sie erhalten
einen Dollar pro Meile, die ſie fahren. Einer der tüchtigſten
dieſer Chauffeure bringt es täglich bis auf fünfundzwanzig
Meilen, alſo fünfundzwanzig Dollar. Das iſt viel Geld gegen=
wärtig
in Amerika. Ein Monatsverdienſt von etwa zwei=
tauſend
Mark iſt der Durchſchnitt für einen Dynamit=Mann.
Wer einen ſolchen Beruf ausübt, muß ſein Teſtament in
der Taſche tragen. Es wird von dem Chauffeur der roten
Wagen auch verlangt, daß er vorher einen Revers unterſchreibt,
in dem er auf jeden Schadenerſatz verzichtet. Dazu finden ſich
ſelbſtverſtändlich nur Leute bereit, die nichts mehr zu verlieren
haben. Und ſelbſt die ſind jetzt ſelten in USA.
Die Dynamit=Männer haben aber noch eine andere Aufgabe
zu erfüllen, die vielleicht noch gefährlicher iſt. Sie müſſen die
Bomben in die brennenden Quellen werfen. Für jeden Wurf
werden hundert Dollar bezahlt.
Der Dynamit=Mann bekommt die fertige Bombe, die zehn
bis zwanzig Kilo wiegt, in die Hand gedrückt. Alle übrigen
Leute verſchwinden nun von der Bildfläche. Nur der Dynamit=
Mann iſt noch allein auf weiter Flur. Er ſchleicht ſich an die
brennende Quelle heran. Das heißt, ſoweit es wegen der
glühenden Hitze geht. Jeder Fehltritt kann den Tod mit ſich
bringen. Dicht vor dem brennenden Schlund wirft der Dynamit=
Mann die Bombe ab. Mancher gäbe was drum, wenn er jetzt
fliegen könnte. In raſendem Tempo ſtürzt der Mann zurück
und nimmt in einem Unterſtand Deckung. Glück muß man
haben, wenn erſt jetzt die Exploſion erfolgt. Oft explodiert die
Bombe vorzeitig, und der Dynamit=Mann hat nicht mehr viel
von den hundert Dollar, die er verdienen wollte. Er hat nicht
einmal die Chance, ſich einen Sarg davon machen zu laſſen.
Erwerbsloſe, die dieſes Riſiko auf ſich nehmen, ſind rar in
den Vereinigten Staaten. Man ſucht Bewerber durch hohe
Löhne anzulocken. Ueberall in den Oelgegenden prangen
Plakate, die in ſchmeichelhaften Worten die Vorzüge eines Ver=
dienſtes
von zweitauſend Mark und mehr im Monat preiſen.
Aber auch in Amerika findet die Spekulation auf Leben und
Tod wenig Anklang.
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Samstag, 3. Septem

Darmſtädter Tagblatt ? Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Seite 10 Nr. 245

Vom Reichs=Fronkſoldakenkag in Berlin.

Skark zum inkernakionalen Flieger=Wochenende.

Vor dem Abflug von Berlin.
Im Flugzeug vorn Elli Beinhorn und hinten Hertha Mirow, vor dem Flugzeug die Europa=
flieger
Seidemann und Witt (rechts). Von Berlin=Tempelhof ſtarteten mehrere der deutſchen
Teilnehmer am Europaflug, ſowie die Sportfliegerinnen Elli Beinhorn und Hertha Mirow nach
London=Heſton, wo ſie, einer Einladung der engliſchen Flieger folgend, das Wochenende verbrin=
gen
werden. Insgeſamt verſammeln ſich in Heſton rund 100 Flieger der verſchiedenſten Nationen
zu dem Freundſchaftstreffen.

Links: Das mit Stahlhelmflaggen geſchmückte Hotel Kaiſerhof, in dem die Bundesi
Stahlhelms ihr Hauptquartier aufſchlug. Rechts: Der Stahlhelm=Ehrenpoſten
des Hotels.

In Berlin begann der diesjährige Reichs=Frontſoldatentag des Stahlhelms, der mit
marſch der Hunderttauſende vor der Bundesleitung ſeinen Höhepunkt finden mit

Reich und Ausland.

Hedwig von Bredow F.

Berlin. Der Kolonialkriegerdank teilt
mit: Am 29. Auguſt 1932 ſtarb nach langem
ſchwerem Leiden, fern von der Heimat, auf
einer Afrikareiſe in Tſumeb (Südweſtafrika)
die Vorſitzende des Frauenbundes der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft, Frau Hedwig v. Bredow,
geb. v. Stechow, in faſt vollendetem 79. Lebens=
jahr
. Monatelang den Tod vor Augen, galten
noch alle ihre Gedanken der Arbeit, für die ſie
ſich jahrzehntelang eingeſetzt hat. Bis zum letzten
Atemzuge wirkte ſie für das Deutſchtum in un=
ſeren
alten Kolonien. Nun ruht ſie in der afri=
kaniſchen
Erde, geſtorben in dem feſten Glauben
an eine Wiedervereinigung der uns entriſſenen
deutſchen Gebiete mit dem deutſchen Mutter=
lande
..

Zugabſturz von der Ems=Brücke.

Noch Glück im Unglück.
Münſter. Auf der Strecke zwiſchen Ems
und Weſtbevern ereignete ſich am Donnerstag,
kurz nach 18 Uhr, ein ſchweres Eiſenbahnunglück.
Der von Münſter kommende Eilgüterzug Rich=
tung
Bremen-Hamburg paſſierte die neue
Brücke über die Ems in der Nähe von Ringe=
mann
. Kaum hatten die Lokomotive, der Pack=
wagen
und zwei andere Wagen die Brücke paſ=
ſiert
, als der folgende Wagen plötzlich aus den
Schienen ſprang. Er riß ſich von den Vorder=
wagen
los und riß die drei nächſten Wagen mit
ſich. Der erſte Wagen ſtürzte durch das Eiſen=
geländer
der Brücke etwa 6 Meter tief in das
leichte Flußbett der Ems, die drei weiteren Wa=
gen
wurden mitgeriſſen und blieben am Ufer
der Ems, einer der letzten der abgeſtürzten Wa=
gen
an der Böſchung unter der Brücke hängen.
Glücklicherweiſe befanden ſich in dieſen Wagen
keine Perſonen, ſo daß Menſchenleben nicht zu
beklagen ſind. Durch die abſtürzenden Wagen
wurden die Telephon= und Telegraphen= Lei=
tungen
längs der einen Seite des Bahndamms
zerſtört. Die Unterſuchung über die Urſache des
Unglücks iſt noch nicht abgeſchloſſen.

Eröffnung der Strecke BentheimSpringbiel
der Verkehrsſtraße Amſterdam-Berlin.
Bentheim (Hannover). Die 8 Kilometer
lange Teilſtrecke BentheimSpringbiel der
Verkehrsſtraße AmſterdamOsnabrück- Hanno=
verBerlin
wurde vorgeſtern dem Verkehr
übergeben. Als Vertreter der Provinz Han=
norer
war u. a. Oberpräſident Noske erſchienen.
Nach den verſchiedenen Reden durchſchnitt Ge=
heimrat
Kleine, vom Provinzialausſchuß Han=
nover
, das Band und übergab damit offiziell die
Straße dem Verkehr. Anſchließend fand eine
Befahrung der Straße ſtatt, die bis nach Olden=
zaal
führte. Dort wurden die deutſchen Gäſte
vom Bürgermeiſter begrüßt, wobei dieſer in
einer Rede auf das gute Einvernehmen zwiſchen
Deutſchland und Holland hinwies.

Die deutſche Himalaya=Expedition
rüſtet zu der Beſteigung des Nanga=Parbat.
Bombay. Entgegen Gerüchten über eine
angebliche Umkehr der deutſchen Himalaya= Expe=
dition
wird aus Aſtor in Kaſchmir folgendes
gemeldet: Infolge der unerwarteten und anhal=
tenden
Schlechtwetierperiode waren ſämtliche
Teilnehmer der Himalaya=Expedition 20. Tage
im Lager feſtgehalten worden. Während dieſer
Zeit wurde bei kurzem Aufklaren von Merkl.
Wießner und Herron die zweite Beſteigung des
Chongra Peaks (6400 Meter) durchgeführt. Lei=
der
mußten drei Teilnehmer wegen Erkran=
kungen
und zwei weitere wegen Ablaufs der
verfügbaren Urlaubszeit ausſcheiden und die
Heimreiſe antreten. Nach Wiederherſtellung der
Schönwetterlage ſtiegen die reſtlichen Teilnehmer
am 21. Auguſt zum Hauptlager ab, um dort
Vorbereitungen zum Endangriff auf den Nanga=
Parbat zu treffen. Herron, Merkl und Wießner
hoffen, mit zehn guten Kulis von dem bereits
in 7000 Meter Höhe eingerichteten Lager 7 er=
folgreich
zum Gipfel vorſtoßen zu können.

Die Mecklenburger Herbſkmanöver der Reichswehr.

Oben: Eine Batterie in Fliegerdeckung.
Unten: Marſchraſt in einer mecklenburgiſchen Dorfſtraße.
Unter Beteiligung von Waffengattungen aller Art faſt ſämtlicher norddeutſcher Reichswehrgarni=
ſonen
begannen in Mecklenburg und Vorpommern die diesjährigen Diviſions=Manöver unter
Leitung von General der Infanterie Haſſe, Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos I (Berlin).

Gral Zeppelin
fährt bis Rio de Janz

Jede wichtigere ſüdamerikaniſch=
in
ſechs Tagen zu erreiche

Die regelmäßigen Südamerika=C
Luftſchiffs Graf Zeppelin endete
Pernambuco. Auf ſeiner nächſten, u
in Friedrichshafen beginnenden Rei.
das Luftſchiff, wie die HamburgArn
mitteilt, nach einer kurzen Zwiſchen
Pernambuco zum erſten Male ſein:
Rio de Janeiro ausdehnen und Zu
weiteren beachtenswerten Schritt im
nes Schnellverkehrs nach Südameri=
men
. Die Neuerung ermöglicht ihn=
über
den bisherigen Verbindungen
liche Zeiterſparnis. Von Rio aus Eſ
Flugzeug= und Schiffsanſchlüſſe nach
Buenos Aires und nach den Plätzemi
des Landes, ſo daß man nunmehr:

ſechs Tagen jede wichtigere ſüdarn

Stadt von Europa aus zu erreichern
Dem bereits bekannten Herbſt=Fa
Luftſchiffes wird, wie jetzt feſtſteht,
Fahrt angegliedert werden, die am
1932 in Friedrichshafen ihren Anäiu

Der zweite Teil der Großglochn
dem Verkehr übergeben..
Salzburg. Am Donnerstag
zweite Teilſtrecke der Salzburger
neuen Großglockner=Hochalpen=Stra
In Hochmais, in 1900 Meter Höhe, un
Berggipfeln und Gletſchern, hatten ſiſt.
der Behörden und zahlreiche Gäſte 1
befahrung eingefunden.

Jimmy Walker zurückgen

New York. Oberbürgermeiſte-
am
Donnerstag abend zurückgetret u
gründet dieſen Schritt mit der ar7
fairen Art und Weiſe, mit der
Rooſevelt das Diſziplinarverfahren
handhabe. Er kündigte ſeine Wied=
für
November an.

Tobierr.

70-80 Eiſenbahnwagen voll Artilleriemnnikion in die Luftk geflgoen. Urſache
ſoll Selbſtenkzündung ſein. Die 16 Mann ſtarke Lagerwache ſpurlosverſchwunden

Bukareſt, 2. Sept.
Das in der Umgebung der Hauptſtadt Ru=
mäniens
, in unmittelbarer Nähe der Station
Chitila befindliche militäriſche Artilleriemuni=
tionslager
Ceaſna iſt geſtern nachmittag um
6-Uhr in Brand geraten. Erſt hörte man klei=
nere
Detonationen, dann erſchütterte um 9.20
Uhr eine mächtige Detonation die Luft, die in
der ganzen Hauptſtadt hörbar war. Das in
dem Gebäude untergebrachte Granatenlager war
in die Luft geflogen.
In den umliegenden Häuſern haben die
Exploſionen großen Schaden angerichtet. Auch
das Bahnhofsgebäude in Chitila wurde arg be=
ſchädigt
. Das gefährdete Gebiet wurde durch
einen Militärkordon abgeſperrt.
Nach einer Meldung der Donaupoſt aus
Bukareſt weichen die Berichte über den Umfang
der Explöſionskataſtrophe in dem rumäniſchen
Fort Ceaſna beträchtlich voneinander ab. Nach
dem amtlichen Bericht ſind keine Menſchenver=
luſte
zu beklagen. Es wird allerdings zugege=
ben
, daß 70 bis 80 Eiſenbahnwagen voll Artil=
leriemunitionn
vernichtet worden ſind, doch ſei
nur eine Perſon lebensgefährlich verletzt wor=
den
. Als Urſache wird Selbſtentzündung an=
geben
. Nach privaten Meldungen hingegen ſind

die Verluſte viel größer. Der Schaden dürfte
etwa 60 Millionen Lei betragen.
Die Exploſionen im Artillerielager von
Ceaſna haben, wie wir erfahren, mehr Opfer ge=
fordert
, als man urſprünglich angenommen hatte.
Die 16köpfige Lagerwache iſt zuſammen mit dem
Kommandanten ſpurlos verſchwunden; es konnte
noch nicht feſtgeſtellt werden, was mit ihnen ge=
ſchehen
iſt. Die in der Nähe der Unglücksſtätte
gelegenen Ortſchaften Rudeni und Chiajna ſind
von der Bevölkerung geräumt worden. Viele

Bewohner dieſer Ortſchaften wurden durch
Sprengſtücke verletzt. Die Unterſuchung hat
feſtgeſtellt, daß von den acht Depots bisher ſechs
in die Luft geflogen ſind; man befürchtet, daß
auch die übrigen zwei Lager im Laufe des heu=
tigen
Tages in die Luft fliegen werden. Nach
Anſicht der Sachverſtändigen iſt die Kataſtrophe
durch die große Hitze verurſacht worden, die die
Granaten zur Exploſion brachte.
Zu der Exploſion des Munitionslagers
Ceaſna werden noch folgende Einzelheiten be=
kannt
: In dem früheren Fort Rudent, das bei
der Ortſchaft Chitilla in der Nähe von Bukareſt
gelegen iſt, ging geſtern, am Spätnachmittag,
ein Teildepot mit Munitionsbeſtänden in die
Luft. Der ausbrechende Brand konnte nicht loka=
liſiert
werden. Er griff auf andere Teildepots
über und verbreitete ſich ſchließlich über die
ganze Feſtung. Die Feſtungsanlgee war bereits

vor einigen Jahren von einem ſchun
heimgeſucht worden und ſeither als
lager verwendet worden. Trotz,
ſtrengungen des Militärs und der F71
folgte eine Reihe Exploſionen, die
kerung der Gegend in die größte A1
ten. Die ſtärkſte Exploſion erfolgte
abends, als ein Depot mit Seerr
ſtärkſter Detonation in die Luft gin
ſterſcheiben vieler Häuſer im weite
gingen in Trümmer. In der nächſte=
der
Feſtung ſtürzten die leichter ge=
ſer
ein. Die Exploſionen dauerten
nacht an, ohne daß es gelungen ware!
Einhalt zu tun. Bisher wurden mehe
und Leichtverletzte geborgen. Die
hatten anfangs auch in Bukareſt einu
vorgerufen. Die Urſache der Explc
nicht feſtgeſtellt, ſie dürfte, wie E
einen Brand infolge der großen 9
führen ſein.

Dreifacher Mord.
Herborn (Kr. Lüdinghauſen).
wirt Römer, genannt Sudhoff, in
in der vorvergangenen Nacht zu
ſeiner Frau und einer Hausange
bisher unbekannten Tätern ermor
Offenbar hat an Ort und Stelle
ſtattgefunden. Römer wurde vor
eine Frau auf einer kleinen Vort. 9
nem Schlafzimmer und die H0

ebenfalls in ihrem Bett tot aufgeh
Täter ſind nach der Tat anſcheinen.
flüchtet.

Der Sachſchaden
ſechs Todesopfer

[ ][  ][ ]

ass, 3. September 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 245 Seite 11

Moct, Sptel und Junnen

Handball.
üddeutſchland Mitkeldeutſchland.
geſtrigen Vorſchau zum Repräſentativkampf Süd=
Mitteldeutſchland, der am morgigen Sonntag, nach=
Uhr, auf dem Platze des Sportvereins 1898 am
ar zum Austrag kommt, wurde ſchon erwähnt, daß der
ſche Verband ſich im Darmſtädter Spiel im weſentlichen
ſoiche Elf ſtützt, die ihn in den Bundespokalſpielen derart
Sertreten hat, daß in der Spielzeit 1932 zum erſten
r undespokalmeiſterſchaft nach Mitteldeutſchland fiel. An
es merkwürdig= daß in dieſer Elf die Spieler der
heiſterelf (Polizei Weißenfels) nicht berückſichtigt ſind.
Dies darauf zurückzuführen ſein, daß man die einge=
tandself
, die ſich in zahlreichen und ſchweren Kämpfen
fee bewährt hat, nicht auseinanderreißen will. Mittel=
tellt
folgende Mannſchaft:
Fiſcher
(Dresden)
Mordhorſt
Knobbe
(Magdeburg)
(Halle)
Waßault
Rockmann
Hudaſch
Eeipzig)
(Magdeburg)
(Halle)
Berthold
Oßwald
Klingler
Böttcher
(Leipzig) (Leipzig)
(Burg)
(Burg)
füM annſchaft kann ohne weiteres als ſo ſpielſtark ange=
daß
den Süddeutſchen die Abſicht, für die hohe Nie=
letzten
Spielzeit durch einen Sieg auszugleichen nur
ſigen kann, wenn ſie mit vollem Einſatz für den Erfolg
ir wollen hoffen, daß die aus 10 Darmſtädter Spielern
Einder dem Schwanheimer Pabſtdorf beſtehende
Verbandself vor eigenem Publikum ſich zu einer Lei=
hwingt
, die die bisherigen Mißerfolge in den Spielen
ſtedeutſchland vergeſſen läßt.
*
i teldeutſchen treffen heute abend 6 Uhr, unter Füh=
Verbandsſpielwartes Dr. Kayſer in Darmſtadt ein
n im Bahnhofshotel Quartier. Von Frankfurt ab wird
der Süddeutſche Verbandsſpielwart, die Mitteldeut=
örrmſtadt
begleiten.
erräſentativkampf beginnt pünktlich 3.30 Uhr. Vorher
Handball=Jugend des Platzvereins gegen die 1. Jgd.
and Sportvereins Braunshardt antreten. In der
Länderkampfes bringen die 98er ein 1500 Meter Vor=
uſch
aftslaufen zur Durchführung.
ernzeichnung der Spielſtärke der Mitteldeutſchen Elf
ſgendes ausgeführt: Fiſcher von Gut=Muts Dresden iſt
ider beſte mitteldeutſche: Handballtorwart und der
Fattorwächter der Verbandself. Zuſammen mit den
Mziſten Mordhorſt und Knobbe bildet er ein gonz aus=
Abwehrtrio. (Beide Verteidiger ſind ja in Darmſtadt
Mordhorſt, der mehrfache Internationale, durch ſeine
m Länderſpiel Deutſchland=Oeſterreich Knobbe durch
iſeines Vereins des Hallenſer Polizeiſportvereins in
deſſen langjährige Hauptſtütze er iſt. Die beiden
wi Waßault und Hudaſch verdanken ihre Aufſtellung den
ſtaten Leiſtungen in ihren Vereinsmannſchaften wäh=
Rohtunn ſchon ſeit längerer Zeit den Mittelläuferpoſten in
Koself innehat. Bei den Stürmern handelt es ſich ins=
a
langjährige Repräſentative, die ſich glänzend unter=
ir
tehen, obwohl ſie vier Vereinen entnommen ſind.
ilägel wird von den flinken und durchſchlagskräftigen
Miüſten Böttcher und Klingler gebildet, auf dem Mittel=
uin
ſteht Oßwald (Spielvereinigung Leipzig), der ebenſo
Meid (Sportfreunde Leipzig) und Buriſch (Halle 96)
ſt fträftig iſt.
EV. Braunshardt Sp.Vgg. 04 Arheilgen
ſwteren Verlauf der Verbandsſpiele empfängt der TSV.
ſut am Sonntag die Ligamannſchaft der Sportvereini=
Veilgen. Das Spiel findet wegen des am Nachmittag
midr zum Austrag kommenden Repräſentativ=Spieles
and gegen Mitteldeutſchland ſchon vormittags um
gr ſtatt. Bekanntlich iſt es den Braunshardtern auf
Laßze noch nie gelungen, einen Sieg über die flinken
n auten Arheilger zu erzielen. Sie mußten ſich vielmehr
gem Unentſchieden begnügen. Braunshardts 1. Jgd.. 2.30 Uhr im Privatſpiel gegen die 1. Jugend=
der
98er im Stadion vor dem Spiel Süddeutſchland
Aiteldeutſchland.
Handball in der 2.T.
eiklaſſe: Arheilgen-Vorwärts Langen; Pfungſtadt
Sh; SprendlingenWorfelden.
An der Herbſtwanderung herrſcht im Gau Spielverbot.
e Kreisklaſſe macht eine Ausnahme. Der Odenwald
unfalls und der Main=Speſſart hat ſeine erſten Spiele
Venig=UmſtadtTv. Obernburg, Klein=WallſtadtTv.
ug und Tgſ. ObernburgDamm. Wenn wir uns der
Runde erinnern, wo der Tv. Aſchaffenburg, Damm.
den Obernburger Vereine die beſſeren waren, ſo darf
ſprechende Ergebniſſe erwarten. In unſerer engeren
ſich die Arheilger Elf als weit ſtärker entpuppt, als
s auf Grund der Privatſpiele annehmen durfte. Wir
ſoweit, daß wir Arheilgen als den erſten Konkurven=
Euchs anſprechen. Den Vorwärtsleuten Langens wird
drgehen, wie den Pfungſtädtern. Bensheim trägt be=
iertes
Spiel aus und iſt noch ohne Punkte, ſo daß
ſauf der Hut ſein darf. Beſonders das Eingeſtändnis
hiſt zu beachten, wonach Bensheim am letzten Sonntag
ſelegenheiten gehabt haben ſoll. In Sprendlingen
hie Neulinge.
Tv. Langen Tv. Arheilgen.
m Sportplatz Hammelstrifft treffen ſich am Sonntag
Gegner, die in den Verbandsſpielen immer hart
an kann den Sieger rechneriſch nicht ermitteln. Arheil=
bes
jetzt in 2 Spielen gut durchgeſetzt, während Lan=
plindliche
Niederlage von Bickenbach einſtecken mußte
Arheilgen den Vorteil des eigenen Platzes hat Vor
treffen ſich die 2. Garnituren, woſelbſt die Platz=
ſſchon
ihre beiden Spiele gewonnen hat. Anfang
Schieß=Spork.
Schießſtänden des Polizei=Sportvereins Wiesbaden
Sonntag die Meiſterſchaften des Landesverbandes
im deutſchen Kartell für Jagd= und Sportſchießen
Im Mannſchaftsſchießen ſtarteten 26 Vierermann=
der
Schütze hatte 15 Schuß abzugeben (je 5 liegend,
ſehend freihändig). Landesmeiſter wurde Polizei
Met 451 Ringen. Ferner folgten: in Klaſſe 4: Klee=
ſtabt
, das leider mit 2 Erſatzleuten ſtarten mußte, mit
in. Klaſſe B: 1. Weidmannsheil‟ Darmſtadt 427 Rg.,
* Darmſtadt 419,65 Rg.; Klaſſe C: 1. Polizei Frank=
A 90 Rg., 2. Polizei Wiesbaden 430 Rg.; in Klaſſe D:
eiesbaden 382 Rg. 2. Polizei Frankfurt a. M 355 Rg.
Aurs klaſſe: 1. K.K.S. Wiesbaden=Dotzheim 377 Rg., 2.
Heil Darmſtadt 312,40 Rg.
Slſchießen Präziſſionsſchießen ſtarteten 120
Relagsarten und Schußzahl waren wie beim Mann=
Hier wurde Landesmeiſter Schütze Kleeblatt
23,55 Rg. Ferner folgten: in Klaſſe 4: 1. Grimm.
amnſtadt 121,25 Rg. 2 Henk. Polizei Wiesbaden 121,10
Krock J. G. Spv. Frankfurt 117,8 Rg. 2. Wetz=

ieshaden 122 Rg. 2. K. Lattermann 119 Rg. in
Stadtler J. G. Spp. Frankfurt a. M. 114,35 Ra.
latt Darmſtadt 107 Rg., in der Alterklaſſe: 1. Hohl,
Saden 110 Rg. 2. Müller K.K.S. Wiesbaden=Dotz=

Spiele gew.
Sportverein Roßdorf
Sportklub Ober=Ramſtadt
Germania Babenhauſen
Spielvgg. Groß=Umſtadt
Sportverein Höchſt
V. f. L. Michelſtadt
R. Erbach
S. V. Groß=Zimmern
Viktoria Kleeſtadt
Sportverein Lengfeld
Viktoria Schaafheim
V. f. R. Beerfelden

un. verl.

Tore
28:3
5:2
6:3
12:8
10:11
67
6:21
4:19

Punkte
6

Die A=Klaſſe, BergſtraßeRied
brachte am Sonntag durchweg ſpannende Kämpfe und knappe Er=
gebniſſe
, die darauf ſchließen laſſen, daß das Ringen um die Mei=
ſterſchaft
in dieſem Jahr doch hartnäckiger als gedacht werden
dürfte. Die Ergebniſſe: Viktoria Griesheim Reichsbahn Darm=
ſtadt
3:2 (2:2), Spv. Groß=Gerau Spv. Weiterſtadt 2:1 (0:1),
Spv. Geinsheim Eintracht Darmſtadt 2:2 (1:1), Germania
Leeheim Boruſſia Dornheim 2:5 (1:0). Alle Spiele laſſen auf
eine gewiſſe Gleichmäßigkeit der Gegner ſchließen bzw. auf offen=
ſichtliches
Erſtarken einiger im Vorjahre recht ſchwacher Mann=
ſchaften
. Eine Tabelle folgt in der nächſten Woche.
Aus der A=Klaſſe, Gruppe Dreieich, wurden die Ergebniſſe
des letzten Sonntags noch nicht gemeldet; ſie folgen ſpäter.
Die A=Klaſſe am kommenden Sonntag.
BergſtraßeRied: Eintracht Poſt=Spp. Darmſtadt (11 Uhr);
Viktoria Griesheim Germania Leeheim, Boruſſia Dorn=
heim
Spv. Geinsheim, FSV. Jugenheim Spp. Weiter=
ſtadt
(Spielbeginn 3 Uhr).
Odenwald: Spp. Roßdorf V.f.R. Erbach, Viktoria Kleeſtadt
Germania Babenhauſen, Viktoria Schaafheim V.f.R Beer=
felden
, Ober=Ramſtadt V.f.L. Michelſtadt, Spv. Höchſt
Spvg. Groß=Umſtadt, FSV. Groß=Zimmern Spp. Lengfeld.
(Spielbeginn 3 Uhr.)
Dreieich: Spv. Erzhauſen Union Wixhauſen, FC. Langen, Reſ.
Spv. Offenthal. (Spielbeginn 3 Uhr.)
Eintracht Darmſtadt Poſt Darmſtadt.
Nachdem Eintracht ſeine erſten zwei Verbandsſpiele auswärts
zum Austrag brachte, empfängt, ſie am Sonntag, vormittags
11 Uhr obigen Gegner auf ihrem Platz hinter der Feſthalle. Dieſer
Kampf gewinnt um ſo mehr an Interſſe, da Eintracht ſtark dar=
nach
ſtrebt, ihren günſtigen Tabellenplatz weiter zu feſtigen und
ihr in Poſt eine Mannſchaft gegenüberſteht, die keinesfalls zu
unterſchätzen iſt. Mannſchaftsaufſtellung von Eintracht: Langen=
bach
, Vollhardt, Mühlbach, Hübner. Zahn, Schäfer, Hofmann,
Straub, Ganß. Heilig, Daab. Eintracht 2. Roßdorf 2. ſtehen
ſich um 9.30 Uhr gegenüber.
Polizei Darmſtadt FV. 22 Eppertshauſen.
Der kommende Sonntag bringt eine Reihe von Begegnungen
in denen Spitzenvereine aufeinander treffen. Gerade das Spiel
dieſer beiden Mannſchaften zählt hierzu und verſpricht äußerſt
intereſſant zu werden. Das Spiel wird uns einen Aufſchluß
darüber geben, ob die Eppertshäuſer Erfolge ihrem Können zuzu=
ſchreiben
ſind, oder ob man ſie nur als Zufallserfolge anſprechen
kann. Die Eppertshäuſer ſind als eine ausgeſprochene Ueber=
raſchungsmannſchaft
zu bewerten. Man wird ſie in Zukunft fer=
nerhin
als vollwertig und nicht als Neuling behandeln müſſen,
wenn man vor ähnlichen Enttäuſchungen (ſiehe Mörfelden. Eber=
ſtadt
) bewahrt bleiben will. Die Polizeimannſchaft, die bisher
nur einen Punkt abtreten mußte, wird ihre ganze Kraft auf=
wenden
müſſen, um des Neulings Herr zu werden. Ob ſich der
Spielerausfall nachteilig für die Mannſchaft auswirkt. wird uns
der Sonntag lehren. Die Elf muß am Sonntag in beſter Ver=
faſſung
ſein, wenn ſie das Spiel gewinnen will. Die Ausſichten
ſtehen für beide Teile ungefähr gleich. Spielbeginn 11 Uhr vor=
mittags
, Polizeiſportplatz.
SpV. 1898 (Jugend).
1 Jgd.1. Jgd. Arheilgen, hier, 8.45 Uhr. 1b. Jgd.1. Jgd.
Polizei, dort, 9.30 Uhr. 1c. Jgd 1. Jgd. Roßdorf, hier, 9.45
Uhr. 2. Jgd. und 2. Schüler ſpielfrei. 1. Schüler1. Schüler
Polizei, dort, am Samstag, 4.45 Uhr.
SVgg. 04 Arheilgen SV. Münſter.
Als zweiten Gegner in den diesjährigen Verbandsſpielen
empfängt die Sportvergg, am kommenden Sonntag, nachmittags
3 Uhr, am Arheilger Mühlchen obigen Verein. Ueber die Spiel=
ſtärke
beider Mannſchaften, ebenſo über den Ausgang des Spiels
iſt ſchwer etwas zu ſagen. Münſter konnte auf eigenem Platz gegen
Polizei Darmſtadt ein Remis halten. Arheilgen mußte beide
Punkte abgeben. Gemeſſen an dem Ausgang beider Spiele müßte
Münſter am Sonntag der erſten Elf Arheilgens einen gleichwer=
tigen
Gegner abgeben. Es wird nochmals darauf aufmerkſam ge=
macht
, daß die Spiele ſchon um 3 Uhr beginnen,

Zußbalt im Rreis Startenburg.
Die Kreisliga am Sonntag, den 4. September 1932.
Polizei=Sportv. Darmſtadt FV. Epperthauſen (11 Uhr)
Union Darmſtadt Germania 03 Pfungſtadt (11 Uhr)
Germania Eberſtadt Sportverein 1898 Darmſtadt
Sportverein Mörfelden Viktoria Walldorf
Fußballverein Sprendlingen Germania Oberroden
FC. 03 Egelsbach Haſſia Dieburg
Sportvereinigung 04 Arheilgen Sportverein Münſter.
Auch der kommende Sonntag ſieht die Starkenburger Kreis=
liga
wieder vollzählig im Kampf, wobei es aber auffällt, daß
die beiden in Darmſtadt angeſetzten Spiele bereits vormittags um
11 Uhr ſtattfinden. Dieſe Maßnahme hängt mit dem am gleichen
Nachmittag in Darmſtadt ſtattfindenden Handball= Repräſentativ=
kampf
zuſammen, wegen welchem nachmittags Spielverbot über
Darmſtadt verhängt worden iſt. Im übrigen beginnen die an=
deren
Spiele ſämtlich jetzt bereits um 3 Uhr nachmittags.
In Darmſtadt wird man geſpannt ſein, wie ſich der Neuling
Eppertshauſen gegen die Polizei halten wird. Die Rodgauer ha=
ben
ſich recht brav geſchlagen, deshalb darf man ſie nicht außer acht
laſſen; trotzdem rechnen wir mit einem Sieg der Ordnungshüter.
Auch das Antreten der Pfungſtädter in Beſſungen wird viel Be=
achtung
finden. Die bisherigen Ergebniſſe der Germanen laſſen
den Schluß zu, daß die Elf nicht mehr ſo ſehr Stimmungen wie
im Vorjahre unterworfen iſt; die zwei Niederlagen in Sprend=
lingen
und Dieburg waren durchaus normal. Alſo haben die
Beſſunger einen harten Strauß zu erwarten, deſſen Ausgang ab=
ſolut
offen iſt. Recht intereſſant verſpricht auch das Nachmittags=
ſpiel
in Eberſtadt zu werden, wo der Sportverein 98 antritt. Der
Papierform nach hat Eberſtadt die größeren Gewinnchancen aber
wir würden uns gar nicht wundern, wenn die 98er einen Punkt
mit nach Hauſe nehmen würden, da ſich beide Mannſchaften in
ihrer Spielweiſe ſtark ähneln. In Mörfelden ſteigt das Derby
der dortigen Kante. Wenn ſich Walldorf bis jetzt auch faſt ſou=
verän
behauptet hat, ſo iſt damit noch lange nicht unterſchrieben,
daß es auch in Mörfelden gewinnt. Ausgang offen! Sprendlingen
erwartet Oberroden. Dieſe Begegnung hat ſtets ſpannende
Kämpfe ergeben, und ſo wird es auch diesmal werden: ein knapper
Erfolg der Einheimiſchen liegt am nächſten. Auch Egelsbach hat
ſeinen Großkampf, und zwar ſind es die ſtarken Dieburger, welche
daſelbſt antreten. Hier iſt der Ausgang des Spiels auch nicht ab=
zuſehen
, doch könnte ſich Dieburg einen Punkt holen. Am Arheilger
Mühlchen erwartet man den Spv. Münſter, der vor acht Tagen
erſt der Polizei einen Punkt abknöpfte. Gegen Arheilgen wird
es dazu aber kaum langen. Oder ſollte hier wieder einmal eine
Ueberraſchung fällig ſein? Spielfrei iſt Rot=Weiß Darmſtadt.
Die A=Klaſſe, Gruppe Odenwald
meldet vom letzten Sonntag folgende Ergebniſſe: Viktoria Klee=
ſtadt
Spv. Roßdorf 1:13 (0:10), V.f.R. Beerfelden Germa=
nia
Babenhauſen 1:3 (0:0), Spv. Lengfeld Viktoria Schaafheim
2.:5
(1:0), V.f.R. Erbach Sportklub Ober=Ramſtadt 1:1 (0:1),
V.f. L. Michelſtadt Spv. Höchſt 3:0 (3:0). Ins Auge fällt hier
der hohe Sieg Roßdorfs, dagegen überraſcht das 2:2 in Lengfeld,
da man die Einheimiſchen für ſtärker gehalten hätte. Erbach muß
hingegen doch beſſer als gedacht ſein, wie das Remis gegen Ober=
Ramſtadt annehmen läßt.
Der Tabellenſtand nach dem 28. Auguſt:

F. C. Union Germania Pfungſtadt.
Im dritten Spiel auf eigenem Gelände empfängt Union am
kommenden Sonntag, 11 Uhr, die ſpielſtarke 1. Mannſchaft von
Germania Pfungſtadt. Es dürfte inſofern ein ſpannender Kampf
zu erwarten ſein, als beide Gegner zurzeit punktgleich die Tabelle
zieren, und jeder bemüht ſein wird, ſein Beſtes zu geben, um ſich
evt. beſſer zu placieren. Traditionsgemäß müßte Pfungſtadt
wenigſtens einen Punkt mit nach Hauſe nehmen, lieferte es doch
auf der Rennbahn bis jetzt immer ſeine glücklichſten Spiele. Auch
Pfungſtadts 8:1=Sieg über die beſtimmt nicht ſchlechten Egels=
bacher
läßt auf eine gewiſſe Stärke ſchließen. Union tritt am
Sonntag wieder komplett auf den Plan, und wird nicht gewillt
ſein, den Vorſtädtern den Sieg zu überlaſſen, müſſen ſie doch durch
ein beſtechendes Spiel ihre zahlreichen Anhänger davon über=
zeugen
, daß die in Walldorf erlittene Niederlage nur eine
vorübergehende Schwäche war.
Die Reſerven beider Vereine meſſen vorher 9.30 Uhr ihre
Kräfte. Hier würden wir die Beſſunger auch gerne einmal ſiegen
ſehen. 1. Jgd. Union 1. Jgd. Pfungſtadt, dort.
SpV. 1922 Roßdorf V.f. R. Erbach i. O.
Am kommenden Sonntag empfängt Roßdorf auf eigenem
Platze ſeinen früheren Rivalen aus Erbach. Es wird zu einem
ſpannenden Spiel kommen, konnte doch Erbach am letzten Sonn=
tag
gegen den vorjährigen Meiſter Ober=Ramſtadt ein Unent=
ſchieden
erzielen, Spielbeginn 3 Uhr. Die 1 Jgd. tritt vor=
mittags
am Böllenfalltor einer Jugend=Mannſchaft des SV. 98
Darmſtadt gegenüber.
SC. Hota Sportverein Roßdorf e. V. 1922 (2. Mſchft.) 6:2 (3:0)
Donnerstag nachm. 5 Uhr, trafen ſich auf dem Platze am
Böllenfalltor obige Mannſchaften zu einem Freundſchaftsſpiel,
welches bis zum Schlußpfiff fair ausgetragen wurde. Die Hota=
mannſchaft
hat verdient gewonnen. Der erfolgreichſte Stürmer
bei der Hota war der Rechtsaußen Bethke, welcher durch gutes
Innenſpiel allein 5 Tore einſchoß. Der Roßdörfer Mannſchaft ein
Geſamtlob für ihre anſtändige Spielweiſe. Schiedsrichter Herr
Göckel, Darmſtadt, ſehr gut.
Offenthal 1. Erzhauſen 1.
Erzhauſen mußte zum 2. Verbandsſpiel in Offenthal antre=
ten
und konnte ſich wertvolle Punkte holen. Bis zur Pauſe führ=
ten
die Gäſte 2:0. Ein Strafſtoß, welcher über die Verteidigung
des Gaſtgebers ging wurde von dem lauernden Mittelſtürmer
verwandelt. Erzhauſen ſpielt überlegen, kann aber nichts beſon=
deres
erreichen. Nach Halbzeit geht Offenthal mächtig aus ſich
heraus, um dem Spiel eine andere Wendung zu geben. Offenthal
kommt ſchön durch, ein hoher Ball geht vor das Gäſtetor und
ſchon ſieht man den=Ball leicht ins Tor rollen, Freund und Feind
ſtehen wie ſteinern, denn ein abprallender Ball fand den Weg ins
Tor, Offenthal iſt durch dieſen Erfolg angeſpannt und kämpft
mächtig um den Ausgleich. Erzhauſen läßt ſich durch dieſen Miß=
erfolg
nicht entmutigen und kämpft, um den knappen Vorſprung
zu halten. Eine Ueberlegenheit der Gäſte iſt jetzt unverkennbar.
Das Spiel geht ſeinem Ende entgegen, und Erzhauſen will ſeinen
Vorſprung vergrößern. In der 88. Minute ſchießt der Halbrechte
aus 20 Meter Entfernung zum 3:1 ein. Itzt iſt das Spiel ent=
ſchieden
und mit dem Schlußpfiff verlaſſen die Gäſte als ver=
dient
Sieger den Platz. Als Schiri amtierte der frühere Gau=
vorſitzende
, Herr Zeeg aus Egelsbach, zur vollſten Zufriedenheit
beider Parteien.
Freie Turngemeinde Darmſtadt.
Die 1. und 2. Elf iſt am kommenden Sonntag ſpielfrei und
dürfte die Ruhepauſe eine Erholung für die vergangenen ſchwe=
ren
Spiele bedeuten. Die unteren Mannſchaften haben am Mül=
lersteich
folgende Spiele: Die 3. Mannſchaft empfängt die
2. Mannſchaft von Eberſtadt. Anſtoß 12.15 Uhr. Darmſtadt 2,
Schüler Sprendlingen, 2. Schüler, 2 Uhr; Darmſtadt, 1.
Schüler Sprendlingen, 1. Schüler, 3 Uhr: Darmſtadt, Jgd.,
Sprendlingen, Jgd., 4 Uhr. Samstag abend 6 Uhr empfängt
die Alte=Herren=Mannſchaft eine ſpielſtarke Schiedsrichtermann=
ſchaft
am Müllersteich. Sonntag, den 11. September fährt die
hieſige 1. und 2. Elf per Auto nach Erbach. Intereſſenten, die die
Mannſchaften begleiten, wollen ſich beizeiten beim Spielausſchuß
melden.

Hockey.

SC. Rot=Weiß Frankfurt SV. 98 Darmſtadt.
Heute mittag 5 Uhr findet auf dem Stadion des SV. 98 ein
intereſſantes Hockeyſpiel zwiſchen den erſten Mannſchaften der
obigen Vereine ſtatt. Der Eintritt zu dieſem Spiel iſt frei.

Tiſchkennis.

Am 1. September begannen in den Unterrichtsräumen im
ehem. Fürſtenzimmer am Hauptbahnhof die diesjährigen Vereins=
meiſterſchaftskämpfe
der Damen und Herren des Reichsbahn=Turn=
und Sportvereins im Tiſchtennis. Neuanmeldungen werden in
den Uebungsſtunden. Dienstags, Mittwochs, Freitags und Sams=
tags
, abends, entgegengenommen.
Widerhall ſchlägt Hönin
im Zukunftsrennen in Baden=Baden.
Der Große Preis von Baden=Baden brachte den Höhepunkt
der Internationalen Rennwoche in Baden=Baden. Das Rennen
endete mit einer Ueberraſchung, denn mit einem Siege Widerhalls
hatte man nach den letzten Leiſtungen des Schlenderhaners nicht
gerechnet.
Das Reſultat muß verwundern. Widerhall ſchien ſeinen guten
Tag zu haben. Henin lief das erwartet gute Rennen. Pancho und
Tortue hatten mit dem Ausgang des Rennens ebenſo wenig zu
tun wie Osculor.
1. Oppenheim=Gedächtnis=Rennen. Zweijährige. 4200 Mark.
1000 Meter: 1. Hauptgeſt. Graditz Cascade (Raſtenberger), 2. Wie=
ner
Wald, 3. Blitz. Toto: 22. ½10.
2. Preis vom Alten Schloß. 3500 Mk. 1800 Meter: 1. Haupt=
geſtchüt
Graditz Abneigung (Raſtenberger), 2. Majordomus, 3.
Aulos. Toto: 15, Platz: 10, 10 1½7. Ferner: Champagner.
3. Yburg=Rennen. Ausgleich III. 3500 Mk. 1400 Meter: 1.
Butzkes Theſeus (O. Schmidt), 2. Vialta, 3. Silberfuchs. Toto: 13,
Platz: 12, 15. 33. Ferner: Aka, Haudegen.
4. Großer Preis von Baden Ehrenpreis und 28 000 Mk. 2400
Meter: 1. Geſt Schlenderhans Widerhall (Printen), 2. Henin, 3.
Lord Nelſon. Toto: 42. Platz: 11. 10, 10. ½8. Ferner: Wolken=
flug
, Tortue, Panche, Osculor.
5. Waſſerfall=Rennen: Ausgleich II. 4200 Mk. 2100 Meter:
Hptm. Heſſes Ledina (P. Ludwig), 2. Silberſtreif, 3. Geranium.
Toto: 68, Platz: 26, 19, 21; Längen: 1½Kopf; ferner: Orkadier,
Reichswehr. Ma Fortune, Groll, Genio, Gulnare.
6 Favorite=Jagdrennen. Ausgleich III. 3500 Mk. 3600 Meter:
Frl. Weltmanns Charakter (H. Weber), 2. Rhenus, 3. Heruler.
Toto: 123, Platz: 25, 17. 28: Längen; kurzer Kopf½; ferner:
Glühwürmchen, Bergſchüler, Liliput, Patriotin, Flaggenlied, Dog=
matiker
.
Doppelwette: (4. und 5. Rennen). Widerhall Ledina
835 :10.
Die deutſchen Olympiakämvfer haben am Frei=
tag
mittag in Cuxhaven wieder deutſchen Boden betreten.
Bei der Weltmeiſterſchaft der Amateurflieger in
Rom haben ſich die beiden Deutſchen Richter (Köln) und Frach
(Breslau) für die Vorentſcheidung qualifiziert. Dagegen ſchied der
Berliner Daſch aus.
Weltmeiſter Paillard ſchlug in Paris in einer Welt=
meiſterſchaftsrevanche
der Steher Linart, Sawall, Möller, Thol=
lembeck
und Maréchal.

Weſterbericht.
Das umfangreiche Regengebiet an der Vorderſeite des Island=
tiefs
hat ſich ſehr ſchnell oſtwärts ausgedehnt und bereits unſeren
Bezirk erreicht. Die Zufuhr feuchter Ozeanluft bleibt erhalten,
und eine neue Störungswelle macht ſich über Irland bemerkbar.
Die Witterung nimmt daher einen etwas unfreundlichen Charakter
an, wobei die Niederſchlagstätigkeit noch fortdauert. Der anhal=
tende
Regen wird jedoch ſpäter mehr in Schauern übergehen.
Ausſichten für Samstag, den 3. September 1932: Wolkig bis
hedeckt, noch vereinzelte Niederſchläge, mäßig warm.
Ausſichten für Sonntag, den 4. September 1932: Wechſelhaftes
Wetter mit mehr ſchauerartigen Niederſchlägen.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.

[ ][  ][ ]

Nummer 245

Jatt

Ttrrladsgt

Samstag, den

Ruf zu neuer Arbeit.
Steuerung der Arbeitsloſigkeit durch Belebung der produkkiven Wirkſchaft.

Saiſonſchlußverkäufe im Einzelke
Ergebniſſe einer Umfrage.

Zur Ueberwindung der Wirkſchaftskriſe.

Ein Leitgedanke gibt den neuen wirtſchaftspolitiſchen Maß=
nahmen
des Reichs Sinn und Richtung: Neueinſtellung von Ar=
beitskräften
, Linderung der furchtbaren Arbeitsnot kann in grö=
ßerem
Ausmaße nur auf dem Wege einer Belebung der pro=
duktiven
Wirtſchaft erreicht werden. Das Wirtſchaftspro=
gramm
bedeutet demnach einen Verſuch, die bedrohliche Erſtarrung
des Wirtſchaftslebens, zu überwinden, vorhandene, brachliegende
Kräfte zu mobiliſieren und ſie, zielbewußt und bahnbrechend, für
einen neuen Aufſtieg anzuſetzen. Nicht um ein eigentliches Ar=
beitsbeſchaffungsprogramm
im herkömmlichen Sinne, handelt es
ſich alſo, mit anderen Worten; nicht um Notſtandsmaßnahmen, wie
z. B. Inangriffnahme von Land= und Waſſerſtraßenbauten, land=
wirtſchaftlichen
Meliorationen uſw. So nützlich und wichtig ſolche
Maßnahmen an ſich ſind ſie bleiben doch verhältnismäßig be=

D Die Doer alein Langewendet, udureichend bähen. Mar käalfe
ſich nur vor Augen, daß Mitte Auguſt d. J. 5,4 Millionen Er=
werbsloſe
, gezählt wurden, alſo etwa 1,2 Millionen mehr als im
Auguſt 1931 und rund 2,6 Millionen mehr als zur entſprechenden
Zeit des Jahres 1930. In voller Würdigung dieſer Sachlage ver=
ſucht
das Reich nunmehr, neue Wege zu beſchreiten, um das Schick=
ſal
unſeres Volkes zum Beſſeren zu wenden.

Es iſt von weiteſttragender Bedeutung, daß ſich der neue Wirt=
ſchaftsplan
nicht lediglich an beſtimmte Wirtſchaftsgruppen wen=
det
, ſondern umfaſſender Natur iſt. Auf breiteſter Baſis ſoll vor=
gegangen
und verſucht werden, zu einer Ankurbelung der
geſamten Volkswirtſchaft zu gelangen. Nicht durch
ſtaatliche Aufträge und Bauprojekte, ſondern nach einem Pro=
gramm
, das ſich organiſch in den geſamten volkswirtſchaftlichen
Prozeß eingliedert und alle Erwerbszweige und Berufsgruppen
gleichermaßen umfaßt. Nicht weniger als insgeſamt 2,2 Milliar=
den
RM. ſollen nach und nach flüſſig gemacht und der produktiven
Wirtſchaft zugeleitet werden. Unmittelbar oder mittelbar können
dadurch günſtige Rückwirkungen auf den Arbeitsmarkt eintreten.
Es ſteht zu hoffen, daß Maſſen von Arbeitern, die bisher monate=
lang
, ſogar jahrelang erzwungenermaßen feiern mußten, zu neuer
Arbeit in die Betriebe gerufen werden

Kein Zufall iſt es, daß dieſes Programm gerade im gegen=
wärtigen
Zeitpunkt in Angriff genommen werden ſoll. Solange
die Wirtſchaftskonjunktur ſcharf abſinkt und noch kein Ende der
Kriſe abzuſehen iſt, wäre aller Aufwand zur Wiederankurbelung
nutzlos vertan. Anders aber, wenn nach menſchlichm Ermeſſen
mit einem Abebben der Kriſe, in abſehbarer Zeit gerechnet wer=
den
kann. So liegen die Dinge heute. Die Auffaſſung gewinnt
auch jenſeits der Grenzen an Boden; der Tiefpunkt der Kriſe ſei
nunmehr ſo gut wie erreicht, man könne auf eine baldige Wen=
dung
zum Beſſeren hoffen. Verwieſen wird dabei insbeſondere
auf die Entwicklung der Verhältniſſe in den Vereinigten Staaten,
auf das Steigen der Börſenkurſe, die Preisentwicklung an ein=
zelnen
Rohſtoffmärkten; auch eine hoffnungsfreudigere Stimmung
in wichtigen Teilen des Auslandes wird viel beachtet. Wie dem
auch im einzelnen ſei manche Anzeichen deuten jedenfalls dar=
auf
hin, daß ein Wendepunkt in der weltwirtſchaftlichen Entwick=
lung
wahrſcheinlich in nicht allzu ferner Zeit in Sicht ſteht. Es
iſt alſo auch, konjunkturpolitiſch geſehen, an der Zeit, un=
ſerer
Volkswirtſchaft, die, kapitalarm und in ihrer Subſtanz durch
die unglückliche Nachkriegsentwicklung geſchwächt, unter den Schlä=
gen
der Kriſe am ſchwerſten gelitten hat und Gefahr laufen könnte,
den Anſchluß an einen kommenden Wirtſchaftsaufſtieg im Ausland
zu verpaſſen, durch wirtſchaftspolitiſche Maßnahmen, ſoweit wie
möglich neue Impulſe zu geben. Auch das iſt der Zweck des
neuen Wirtſchaftsprogramms. Eine letzte große Kraftanſtrengung
ſteht uns bevor. Wenn ſie gemeinſam und in vertrauensvoller,
opferbereiter Zuſammenarbeit von allen Volksſchichten geleiſtet
wird, kann der Erfolg nicht ausbleiben.

Der Ausweis der Reichsbank.

Normale Belaſtung per Ulkimo. Beſſerung
des Deckungsbeſtandes.

Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Auguſt 1932 hat
ſich in der Ultimo=Woche die geſamte Kapitalanlage der Bank in
Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 376,9 Millionen
auf 3618,2 Millionen RM. erhöht. Im einzelnen haben die Be=
ſtände
an Handelswechſeln und =ſchecks um 228,9 Millionen auf
3008,9 Millionen RM., die Beſtände an Reichsſchatzwechſeln um
33,1 Millionen auf 36,9 Millionen RM. und die Lombardbeſtände
um 114,9 Millionen auf 207,4 Millionen RM. zugenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind
218,4 Millionen RM. in den Verkehr abgefloſſen, und zwar hat
ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 200,0 Millionen auf 3816,9
Millionen RM., derjenige an Rentenbankſcheinen um 18,4 Millio=
nen
auf 410,9 Millionen RM. erhöht. Dementſprechend haben ſich
die Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf 16,2 Mil=
lionen
RM. ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 407,6 Mil=
lionen
RM. eine Zunahme um 54,6 Millionen RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich
um 13,4 Millionen auf 925,1 Millionen RM. erhöht. Im ein=
zelnen
haben die Goldbeſtände um 165 000 RM. auf 768,3 Millio=
nen
RM. und die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 13.3
Millionen auf 156,8 Millionen RM. zugenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Deviſen
betrug am Ultimo 24,2 Prozent gegen 25,2 Prozent am 23. Auguſt
dieſes Jahres.

Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.

Goldſchmidt mit minus 2½ Prozent fielen aus dem Geſamtrahmen
heraus. Eine gewiſſe Anregung bei der im Verlaufe eingetrete=
nen
Befeſtigung ging von Gerüchten aus, die von einer Vertagung
des Reichstages auf ein halbes Jahr wiſſen wollten.

Die Frankfurter Börſe eröffnete zwar ſehr widerſtandsfähig,
aber ruhig, da eine gewiſſe Realiſationsneigung auf Grund der
ſtarken Kursſteigerungen in den letzten Wochen beſtand. Es zeigte
ſich aber, daß eine ausgedehnte Nachfrage des Publikums, vor
allem am Rentenmarkte und für Spezialwerte des Aktienmarktes
vorlag, das den Ausſchlag für eine ſtärkere Geſchäftsbelebung der
Börſe und namhafte Kursſteigerungen gab. Die neuerlichen Ver=
handlungen
zwiſchen Nationalſozialiſten und Zentrum geben in=
ſofern
der Börſe eine Beruhigung, als für eine akute Regierungs=
kriſe
nichts zu befürchten ſei. Ohne zunächſt erkennbaren Grund
trat plötzlich eine umfangreiche Nachfrage am Montanmarkt her=
vor
die ſich ſpäter durch ein reges Kuliſſengeſchäft auf die Geſamt=
börſe
, beſonders auch auf den JG. Farbenmarkt, übertrug. JG.
Farben zogen bei beachtlichen Umſätzen von 94½ auf 96½ Prozent
an. Scheideanſtalt konnten ihren Anfangsverluſt von ½ Prozent
wieder ausgleichen. Bemerkenswert ſchwächer um 298 Prozent
lagen Erdöl. Recht feſt waren wieder Kunſtſeideaktien, wo Bem=
berg
2½ Prozent anzogen. Ziemlich freundlich aus den bekannten
Erwägungen der völligen Rückerſtattung der Beförderungsſteuer
lagen wieder Eiſenbahnwerte, wo A.=G. Verkehrswerſen ½, Allg.
Lokalbahn 1½, Reichsbahnvorzüge ½ Prozent anzogen. Am
Elektromarkte wurden erſtmals in Frankfurt Bekula, amtlich
notiert und gegen Berlin 1½ Prozent höher. Von ſonſtigen Elek=
troaktien
gewannen AEG., Schuckert und Rheag, Licht u. Kraft je
½ Prozent, Lahmeyer und Felten je 1 Prozent. Siemens eröff=
neten
unverändert. Am Montanmarkte fällt die ſtarke Steige=
rung
der Phönix=Aktie um 1½ Prozent auf, offenbar in Erwax=
tung
tragbarer Bilanzbeſchlüſſe. Gelſenkirchen um 1, Harpener
2½, Mannesmann 1½ Stahlverein 1½ Prozent gebeſſert. Nur
Rheinbraun lagen ½ Prozent niedriger. Am Nebenmarkte waren
Holzmann bei 55 Prozent auf vorgeſtriger Baſis angeboten, da=
gegen
Metallgeſellſchaft um ¼. Deutſche Linol. 1½, Conti Gummi
½ Prozent höher. Hanfwerke Füſſen wiederum auf höherer Baſis
um 3½ Prozent in Auswirkung des neuen Börſenproſpektes höher
geſucht. Der Rentenmarkt lag lebhaft, beſonders für Reichs=
anleihen
.
Die Abendbörſe verlief im Anſchluß an die mittägliche Bewe=
gung
weiter feſt. Beſonders am Rentenmarkt ſetzte ſich die Kurs=
ſteigerung
in verſtärktem Tempo fort bei lebhaften Umſätzen zu=
mal
auch das Publikum wieder mit größeren Orders am Markt
war. Bevorzugt waren ſpäte Schuldbuchforderungen, die 1 Pro=

Im zweiten Vierteljahr 1932 waren die Umſätze
handels um 21 Prozent niedriger als im Vorjahr.
bei den Saiſonſchlußverkäufen waren dem Werte nach
ſchnitt um rund 30 Prozent geringer als bei den
Ausverkäufen. Dabei ſcheinen die Schlußverkäufe, Si
veranſtaltet wurden, im Vergleich zum Vorjahr etwas
gebniſſe gebracht zu haben als die, die erſt im Auguſt
Bei einem Rückgang des wertmäßigen Umſatzes geg
Vorjahr um rund 30 Prozent iſt die Zahl der Käufer b.
zettel, die bis zu einem gewiſſen Grade ſymptomat
Mengenabſatz angeſehen werden kann, um rund 13
ſunken. Dagegen hatte noch beim Inventurausverkauf
ds. Js. die Zahl der Kaſſenzettel kaum abgenommen (0
Der Teil des Warenlagers, der anläßlich der Saiſonſch
heruntergezeichnet wurde oder auf den Rabatt gewi
war höher als im Vorjahre. 1931 wurden durchſchnittl.
zent des Warenlagers in die Vergünſtigungen des
einbezogen. In dieſem Jahre waren es etwa 75 Pu
Zahl der Betriebe, die das geſamte Warenlager hera
hat gegenüber dem Vorjahre zugenommen. Ebenſo w
fang der Preisermäßigung größer: Die Preisherabſ‟
Saiſonſchlußverkauf betrug in der Damenkonfektion 19
40 Prozent (im Vorjahre 20 bis 35 Prozent), in Ke
30 bis 40 (30) Prozent in Baumwollwaren und Wäſche
(25) Prozent und bei Schuhen 20 (15) Prozent.

125-Millionen-Anleihe für die Schweizen
Bundesbahnen.

Der Bundesrat hat in ſeiner geſtrigen Sitzung beſt
Grund der von den Bankengruppen eingereichten 2
offerte für Rechnung der Schweizeriſchen Bundesbahne
prozentige Anleihe im Betrag von 125 Millionen Schm.
ken aufzunehmen. Das eidgenöſſiſche Finanzdepartenp
hiervon 25 Millionen für die Bundesverwaltung reſer
nur 100 Millionen zur öffentlichen Zeichnung gelarn
Anleihe dient zur Konſolidierung ſchwebender Schuld
Deckung laufender Bedürfniſſe, der Bundesbahnen.
nungspreis beträgt 97 Prozent zuzüglich 0,60 v. H. ei
Titelſtempel. Die Rückzahlung der Anleihe erfolgt
1938 durch 25jährige Ausloſung. Die öffentliche Zei
gegen Mitte September ſtattfinden.

Mekallnokierungen.

Hund fo

zent höher lagen. Altbeſitz 8 Prozent feſter, Neubeſitz gut behaup=
tet
. Auch Stadtanleihen und Pfandbriefe erneut um 1 Prozent
höher. Am Aktienmarkt eröffneten Farben gut behauptet. Mon=
tanwerte
lagen bei lebhafterer Nachfrage bis ½ Prozent freund=
licher
. Von ſonſtigen Werten waren Verkehrsweſen 1 Prozent
gebeſſert. Am Markt für Auto=Aktien waren Daimler 2 Prozent
feſter. Adler Kleyer waren bei 28 Prozent geſucht nach einem
Kurs von 22 Prozent an der vorgeſtrigen Abendbörſe. Im Ver=
lauf
blieb die Börſe feſt, wovon auch Auslandsrenten profitierten.
Farben ſchloſſen 95½ nach 95½ Prozent.

Die Berliner Metallnotierungen vom 2. Septenb
ſich für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prom.4
burg, Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vere
die deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 56 RM.
rungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvort
Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für pron
rung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhütteml

98=bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf
desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz 164. RM..

98 bis 99proz. 350 RM. Antimon Regulus 3739 2

ſilber (1 Kilogr. fein) 4043.25 RM.

Wirtſchaftliche Rundſchau.

Kleine Wirkſchaftsnachrichken.

Gas= und Elektrizitätswerke Griesheim b. Darmſtadt A.=G.,
Bremen. Die Geſellſchaft verzeichnet per 30. April 1932 Ein=
nahmen
von 0.106 Mill. RM. Nach Abzug der Aufwendungen
verbleibt ein Gewinn von 8736 RM., der ſich einſchließlich Vor=
trag
auf 9675 RM. ſtellt. Die Bilanz zeigt in Mill. RM. u. a.
Aktienkapital 0 180, Erneuerungskonto 0,190, Verbindlichkeiten

0,094 andererſeits Anlagen 0,417, Forderungen 0,071 Mill. RM.
Der Streik in der holländiſchen Seeſchiffahrt. Der Streik in

der holländiſchen Seeſchiffahrt dauert unvermindert an. Ver=
ſchiedene
Schiffe in den Häfen von Amſterdam und Rotterdam,

deren Ausreiſe für den Donnerstag vorgeſehen war, konnten nicht
auslaufen, da es einfach unmöglich war, Bemannungen für ſie
anzumuſtern. Wie verlautet wird in der nächſten Woche in New
Caſtle eine Konferenz von Vertretern der holländiſchen und der
engliſchen Arbeitnehmerorganiſationen der Seeſchiffahrt ſtattfin=
den
in der man ſich über die Haltung verſtändigen will, die ge=
genüber
Verkäufen holländiſcher Schiffe an engliſche Reedereien
und an deren nachträgliche Charterung durch holländiſche Ree=
dereien
eingenommen werden ſoll.

Die Süddeutſche Zinkblechhändler=Vereinigung hat.
nit Wirkung ab 2. September um 2 Prozent erhöht,
am 31. Auguſt um 3. Prozent erhöht worden ſind.
Der Verband Schleſiſcher Textilinduſtrieller hau
tarifverträge mit Wirkung zum 30. September ds. Is
Die Maſchinenfabrik Hartmann A.=G., Offenbach
nach Abſchreibungen von 40 073 (56 235) RM. einſchläß
Vorjahresverluſtes von 42 788 RM. im Jahre 1931 ei.d
von 378 682 RM. erlitten. Die am Jahresbeginn 192
minderte Belegſchaft konnte bisher voll beſchäftigt win
Geſellſchaft glaubt, weitere Verluſte vermeiden zu kömch
Laut Agence Economique et Financiere iſt in den
giſchen Eiſeninduſtrie eine fühlbare Beſſerung feſtzuue
man zeigt ſich in Induſtriekreiſen ziemlich optimiſtiſch.
Der in der galiziſchen Erdölinduſtrie angekündig
ſtreik iſt vorläufig nur in den Betrieben des franzöſiſ=
Erdölkonzerns Malopolſka ausgebrochen, der etwa die

ſer Induſtrie kontrolliert.

Berliner Kursbericht
vom 2. September 1932

Deviſenml
vom 2. Sepiem !

Mdſe
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas

Re
75

61.75
16.
23.50
16.625
41.125
58.
55.
21.50
27.125
102.75
92.25

We
Elektr. Lieſerung
F. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
göln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel

77.25
72.25
95.50
40.50
73.875
71.75

36.50
54.625
109.25
35.50
54.25
34.625
41.50
35.

Maeee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb.Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
VBogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

i
38.75
180.
48.50
19.875
115.
36.50
18.25

53.625
10.75
22.
77.50
24.75
37.

Helſingfor.
Wien
Prag
Zudapeſt
Sofia.
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris

Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. gr.
100 Bengö
100 Leva
100 Gulben
109 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2.Sta.
1 Pap. Peio
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs

Ge.ON
6.274
51.95
12.465

3.057
169.63
73.13
75.22
74.92
14.59
0.91.
4.209
58.34
2u.86
16.495


6. 286
52,05
2.485

3.063
169.95
73.27
75.38
75.08
14.63
0.91
4.217
58.46
21.64
18.535

Schweiz
Spanien
Danzig
Japae
Rio de Janeirol
Jugoſlawien
Portugal

Athen
Fſtambu
Kairo

Kanada

Urugnay
Fsland.
Tallinn (Eſtl.) 1
Bigo

Mitn
100 Franker,
100 Peſetas
100 Gulden
Yen
1 Milreis
100 Dinar
100 Eseudos
100 Drachm-
1türk. 4
1ägypt. 4
teanad. Doln
1 Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 eſtl. Pr.
100 Lats

Durmſtäoter und Kariokardane Sariaftaut, Bmiüte der Fresoner
Frankfurter Kursbericht vom 2. September 1932.

Schon zu Beginn der geſtrigen Berliner Börſe konnte man
eine weſentlich beruhigtere Stimmung feſtſtellen. Die deutſchen
Gleichberechtigungsforderungen in der Rüſtungsfrage werden jetzt
auch von der franzöſiſchen Preſſe weſentlich ſachlicher behandelt,
und die Ausſichten für eine Verhandlungsbaſis ſind durchaus ge=
geben
. Die innerpolitiſchen Betrachtungen traten ebenfalls mehr
in den Hintergrund. Da auch rein markttechniſch die Situation
als günſtig zu bezeichnen iſt, zumal die Spekulation in Frankfurt
a. M. vorgeſtern abend weiter realiſiert hatte, genügten zu Be=
ginn
des Verkehrs ſchon relativ wenig neue Kaufaufträge, um das
Kursniveau zu halten. Für Spezialwerte, beſonders für Montan=
papiere
, war regeres Kaufintereſſe zu beobachten. Das Haupt=
augenmerk
hatte die Kundſchaft aber auf den Markt der feſtver=
zinelichen
Werte gelenkt. Hier waren deutſche Anleihen bis zu
½ Prozent gebeſſert, Reichsbahnvorzugsaktien notierten ½ Pro=
zent
höher, Reichsſchuldbuchforderungen waren 1 Prozent und
mehr erhöht und Induſtrieobligationen bis zu 2½ Prozent ge=
beſſert
. Auch am Markte der Auslandsrenten blieb es lebhafter
bosniſche Eiſenbahnen erſchienen mit Plus=Plus=Zeichen. Auch
für kommunale Emiſſionen ſollen bei den Banken neue Kauforders
vorliegen, während das Gebiet der Goldpfandbriefe immer noch
ziemlich vernachläſſigt zu ſein ſcheint. Im Verlaufe wurde es dann
an den Aktienmärkten einheitlich lebhafter und feſter. Am Mon=
tanmarkt
, in Kali= und Maſchinenaktien ſetzten ſich mehrprozentige
Beſſerungen durch. Schubert u. Salzer gelangten ab geſtern nur
noch in konvertierten Stücken zur Notiz, dieſe ſtellten ſich auf 172
nach 137 Prozent vorgeſtern. Bemerkenswert ſchwächer gelangten
verſpätet Süddeutſche Zucker mit minus 2½ Prozent und Deutſche
Eiſenhandel mit minus 278 Prozent zur Notiz. Auch Stollberger
mit minus 3 Prozent, Leopold=Grube mit minus 2 Prozent und

620 Dtſch Reichsanl
69
v.27
5½%Intern.,
62 Baden.. ....
6% Bahern......"
6% Heſſen......"
6% Preuß. Staat.
6% Sachſen.....

Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. 4ſ= Ab=
löſungsanl
..
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)

Deutſche Schutzge
bietsanleihe ...

6% Baden=Baden
6% Berlin. . . . b. 24
68 Darmſtadt . ..
6% Dresden ..v.26
6%0 Frankfurt a. M.
Schätze. v. 29
v. 26
62 Mainz ...f.
6% Mannheimv.27
6% München. v. 2
6% Wiesbaden v. 28

6% Heſſ. Landesbk.
6%
Goldoblig.
5½% Heſſ. Landes=
Hhp.=Bk.=Liquid.
4½% Kom.=Obl.
6% Preuß. Landes
Pfb.=Anſt. G.P
6% Goldoblig.

a

64
62.75
63.75
58.5
21/.
58

52.3
6

48
50
AJ

69.5
50
AJ5

*

67.5
54

65

D
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
6% Kaſſeler Land. Goldpfbr.
6% Naſſ. Landesbk.
5½%0 Ligu. Obl.

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
FAuslSer.
Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl.(Neubeſitz)..

3% Berl. Hyp.Bk.
5½ %Liau.=Pfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk.
5½% Lig. Pfbr.
Goldoblig.
Pfbr.=Bk.
Lig. Pfbr.
% Mein. Hyp.=Bk.
g Lig. Pfbr..
Pfälz. Hhp.=Bk.
5½%0 Lig. Pfbr.
6% Rhein. Hyp. Bk.
5½%0 Lig. Pfbr.,
Goldoblig.
6% Südd. Bod.=
Cred.=Bank
5½% Lig. Pfbr.
6% Württ. Hyp.=B

Daimler=Benz
6%0 Lt. Linol. Werke
62 Mainkrw. v. 26
6% Mitteld. Stahl.
6 % Ver. Stahlwerke

51.25

68.5
R.

ARJ5
64

68

70.5
78
57.5
70.25
79.5
69.5
76.5
70.75
80
70.5
78.5
61

85
73.25

Gn
71.25
60

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12.3
11
6.5

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7.75

51.5
40.5

28.5
55.25

29.5
36.5
53
41
123

103.5

*0
92.5

Md ue
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73
88.75
181
20.5
32.25
95.8
27.5
537.

40
73

19.5

43

74.5
61

Z.
54.25
137.5
94.5
15

110
40
35
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39.5
180.5
163
138
15
52

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[ ][  ][ ]

z. September 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 245 Seite 13

AdaSie verheiratet sind

a6

HAA

Roman von Alfred Carl.

gind Herder ſind gegen drei Uhr in Karlshorſt. Die
ren ſitzen noch immer im Garten. Sie haben ſich ja ſo
gel zu erzählen auch ohne Worte. Noch iſt jeder
jeder Blick des einen für den anderen ein Erlebnis.
ennen Dorrit Ihlenfeldt iſt die ſeltene Gabe geſchenkt,
mühelos ins Schwarze zu treffen.
Clemens bring’ jetzt dein Sprüchlein an. Sag: mei=
hnſch
, ,Herr Vetter' und dann könnt ihr uns auch
Kinder! Und wenn ſie nicht geſtorben ſind, ſo leben
müſſen lachen, ob ſie wollen oder nicht und Dorrit
yerreicht, daß kein Schatten über dieſe nicht gerade all=
eegnung
fällt . .
nird es ernſt. Um vier Uhr wird zum Großen Preis
Ins Räderwerk von Lutz Vorbereitungen beginnt zu
gelbſtverſtändlich nicht ſtreichen laſſen. Sonnenkönig
Unkenntlichkeit in Decken verpackt Karlshorſt hat
ugen und Ohren und von Fritz auf Umwegen zu
geführt. Budig geht mit Lutz: Lizenz bewaffnet zur
mig und gibt als Dispoſition des Stalles Ihlenfeldt an,
u8 Ott im Großen Preis der Reiter von Sonnen=
Dird.
ft ſich im Büro in den hellblau=orange geſtreiften
einen Mantel über, der bis auf die Knöchel reicht,
ten Kragen hoch.
höchleiche mich jetzt zur Waage und bleibe dort, bis es
uen Erdmann werde ich hoffentlich nicht gerade in die
enn nachher Ihr Name aufgezogen wird, Lutz? fragt
täch.
ict es mit neunundneunzig Prozent Wahrſcheinlichkeit
ſon. Er ſelbſt wird kein Revolverattentat oder etwas
tagen, vor allem nicht mehr auf der Bahn. Das hätte
zn Banditen früher vorbereiten müſſen. Keine Angſt
michts mehr! Ja .. ich muß gehen. Alſo, Dorrit:
ier rufen Sie Ihren Vater an!"
o- ich denn bloß ſagen, Lutz . . .?

(Nachdruck verboten.)
Sonnenkönig läuft, Herr Ott reitet, nimm einen Wagen
und komm heraus! Schluß, weiter nichts! Jetzt, unmittelbar vor
der Entſcheidung, hilft es Lutz nichts mehr, daß er die wühlende
Erregung mit aller Gewalt zu meiſtern verſucht.
Alſo, Herrſchaften . .
Drei Hände ſtrecken ſich ihm entgegen, dreimal ſchreit man ihm
durcheinander: Hals= und Beinbruch! nach.
Die anderen drei bleiben noch im Büro zurück. Dorrit wartet
genau bis halb vier. Dann läßt ſie ſich mit ihrem Vater verbin=
den
, ſchreit atemlos in den Apparat, was Lutz ihr aufgetragen,
und läßt den Hörer zurückfallen, als ſei er glühendes Eiſen.
Donnerwetter geht mir die Geſchichte an die Nieren. So,
nun los, auf die Bahn. Natürlich nicht auf die Klubtribüne in
Papas Nähe wird’s jetzt nicht gemütlich ſein. Wir klettern ganz
oben hinauf auf die große Tribüne da können wir am beſten
ſehen.
Sie haſten zur Bahn, als jagte der Teufel hinter ihnen her.
Da, ſeht! ruft Beate. Da ſteht’s ſchon: Sonnenkönig Herr
Ott, 71 Kilo!"
Dorrit packt Herder mit herbem Griff am Arm.
Ich halt’s einfach nicht länger aus du lieber Gott, eine
Viertelſtunde noch! ..
Lutz Berechnung ſtimmt auf die Minute. Als der Konſul
Vollmar=Ihlenfeldt die Klubtribüne betritt, paradieren die acht=
zehn
Starter des Großen Preiſes ſchon tänzelnd auf dem ſonnen=
überglänzten
Geläuf..."
Zwanzig Hände ſtrecken ſich Ihlenfeldt entgegen. Nach allen
Seiten muß er grüßen. Zurufe, erſtaunte Fragen umſchwirren ihn.
Lutz, der an der Spitze reitet Sonnenkönig trägt die glück=
verheißende
Nummer eins kann alles genau verfolgen. Für
einen Augenblick ſetzt ſein Atem aus. Das Blut hämmert in den
Schläfen, und vor den Augen tanzen Funken
Schon einmal, vor drei Jahren, ritt er dieſe Parade auf flag=
gengeſchmückter
Bahn vor überfüllten Tribünen. Auch damals
wollte er ſiegen, auch damals klopfte ſein Herz. Aber an jenem
Tag ging hier ein Mann ins Rennen, den keine andere Sorge be=
ſchwerte
als eben die, ob er den Großen Preis nach Hauſe brin=
gen
würde oder nicht.

Und heute . . .2. Dort, der alte Mann auf der Klubtribüne,
dem er eben ſicher eine böſe halbe Stunde bereitet hat! Beate da
oben, und die beiden anderen, die auch auf ihn ihre Hoffnung
ſetzen er hat ſie längſt entdeckt, Dorrit ſchwenkt in jeder Hand
aus Leibeskräften ein Taſchentuch. Und ſchließlich er ſelbſt, der
hier auf dem Rücken des Pferdes, die Verantwortung für alles
trägt und in eines der ſchwerſten Rennen mitnehmen muß . . ."
Laute Rufe wecken ihn aus ſeiner Verſunkenheit.
Ach richtig er muß zum Aufgalopp anreiten".
Die Zähne zuſammengebiſſen und los! Und keinen anderen
Gedanken mehr als den Willen zum Sieg!
Er klopft dem Fuchs aufmunternd den Hals.
Komm, Sonnenkönig!!"
Er verlegt ſein Gewicht nach vorn, geht in Galopp über und
nimmt als erſter die Probehürde. Gott ſei Dank, Sonnenkönig
hat ſeinen guten Tag, ſpringt willig und ohne Fehler. Da
überall laufen ſie zum Toto zurück. Er nimmt alſo das Vertrauen
der Maſſen mit zum Start ganz vergeſſen iſt er in drei Jahren
noch nicht!
Am Ablauf gibt es endloſen Aufenthalt. Immer wieder bricht
eins der achtzehn Pferde aus der Reihe.
Jetzt . . . jetzt iſt alles ausgerichtet . . . zurück noch ein wenig
.. da, die Flagge fällt, es geht ab!
Die lange Reiſe über fünftauſend Meter beginnt. Lutz hat
Glück gehabt und ſein Pferd beim Abſprung ein wenig verhalten
können. Das Rudel iſt vor ihm nein, meine Herren, ich führe
nicht, wenn ich nicht will.
Aber neben ihm im Hintertreffen liegt Hausmann der
beſte Reiter nach Lee mit Agamemnon auf der Lauer. Der
einzige Konkurrent, den er wirklich zu fürchten hat
Vorn wollen ſie auch nicht führen im Bummeltempo geht
es über das erſte Hindernis und an den Tribünen vorbei.
Jetzt wird es allmählich ernſter. Ein paar Hinderniſſe noch,
dann geht es auf den gefürchteten Karlshorſter Sprung".
Lutz nimmt den Fuchs noch ein wenig zurück, will zum Sprung
anſetzen da, unmittelbar vor ihm gehen zwei kopfüber! Im
letzten Augenblick reißt er Sonnenkönig zur Seite und bezwingt
das gefährliche Hindernis gerade noch mit knapper Not.
Der Rumpler hat ihn fünf Längen gekoſtet. Er liegt jetzt am
Ende des Feldes. Aber zwei Hinderniſſe weiter hat er den An=
ſchluß
wieder hergeſtellt.
Der halbe Weg iſt zurückgelegt. Das Rennen iſt erheblich
ſchärfer geworden. Die ſcharlachrote Jacke liegt ſchon weiter vorn
und jetzt geht Hausmann mit Agamemnon auf Biegen oder
Brechen los, nimmt die Spitze und hat wenig ſpäter zehn Längen
zwiſchen ſich und das Feld gebracht.
(Schluß folgt.)

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Bestreben bleiben, meine Gäste durch Ausschank
nur erstklassiger Ware bestens zu bedienen,
wobei ich nicht unterlasen will, auf meine vor-
züglich
geleitete kalte Küche nach bewährter
Hamburger Art hinzuweisen. Es wird mich freuen,
wenn alle Nachbarn, Freunde und Bekannte durch
Besuch meines Lokals sich von der Güte meiner Ware
überzeugen und hoffe, am Tage der Eröffnung,
Samstag, den 3. September cr., abends 6 Uhr
alle recht zahlreich begrüßen zu können.
Hochachtungsvoll Hermann Lofz.

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Samstag, den 3. September, Sonntag, 4. September 1932
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Pat und Patachon
als Kunstschäfzen
Pat und Patachon die Unübertreffichen in dem neuen
Film voll Laune und Humor, Iustiger als je zuvor.

II. Schlager:

Tom Toler
der tollkühne Reiter, der Weister der Cowboys in dem Film
Die Schuld des Tom Carrigan
Der Roman eines unschuldig Verdächtigten.
Sonntag ½3 Uhr Vorstellung. (12212

[ ][  ]

Seite 14 Nr. 245

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ſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekanntmachungen verzeichnet ſind. In=
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während der Büroſtunden auf Zimmer
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das Stadtkrankenhaus und die dem
ſtädtiſchen Wohlfahrts= und Jugendamt
unterſtehenden Anſtalten für die Zeit
vom 1. Oktober 1932 bis Ende März
1933 ſoll im Wege der Verdingung ver=
geben
werden. Die Art und Mengen
der einzelnen Nahrungsmittel und Be=
darfsgegenſtände
(Kolonialwaren, Fleiſch=
und Wurſtwaren, Brot und Backwaren,
Konſerven, Butter und Eier) ſind aus
dem bei den genannten Dienſtſtellen er=
hältlichen
Angebotsformular erſichtlich.
Dort ſind auch die bei der Angebots=
abgabe
abzuerkennenden Lieferungs=
bedingungen
einzuſehen. Die Angebote, 1
getrennt von den Muſtern ſind bis zum
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in verſchlaſſenem Briefumſchlag und mit
entſprechender Aufſchrift verſehen, bei
dem Stadtkrankenhaus bzw. Wohlfahrts=
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