Einzelnummer 15 Pfennige
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Beſtiellungen und Abbeſfellungen dure
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Frankfurt a. M. 1301.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 211
Sonntag, den 31. Juli 1932.
195. Jahrgang
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lufruhr, Streit uſw erſiſcht
jede Verpflichtung
Anzelgen=
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ga von Schadenerſatz
z. Bei
onſurs oder gerſchtſcher Beltreſbung ſ
Nabatt weg. Banſtonto Deutſche Bani und Darme
ſtädter und Nationalbant.
Wahlrecht iſt Wahlpflicht.
Ein Aufruf der Reichsregierung. — der Wahlkag ein Schickſalstag für das deutſche Volk.
Spräſidenk und Reichsregierung erwarken, daß alle Deutſchen ihrer Wahlpflicht nachkommen.
Berlin, 30. Juli.
Auf Vorſchlag der Reichsregierung hat der Reichspräſident am 4. Juni den Reichstag aufgelöſt,
da er dem politiſchen Willen des deutſchen Volkes nicht mehr entſprach. Am 31. Juli ſoll das deutſche
Volk einen neuen Reichstag wählen. Die Abgabe der Wahlſtimme iſt das wichtigſte Recht, das die
Verfaſſung den deutſchen Männern und Frauen verleiht. Dieſes Recht iſt zugleich eine Pflicht. Es
gilt, einen Reichstag zu wählen, der ſeine großen Aufgaben zum Beſten des deutſchen Volkes erfüllen
kann. Seit dem 1. Juni 1932 iſt an die Stelle der bisherigen parteipolitiſch zuſammengeſetzten
Reichs=
regierungen eine völlig überparteiliche Staatsführung getreten. In der Not dieſer Zeit braucht
unſer Volk eine durch keine Abhängigkeit von politiſchen Parteien gebundene Regierung. Aber auch
eine ſolche Regierung bedarf der vertrauensvollen Zuſammenarbeit mit dem Reichstag, um den
Wiederaufbau Deutſchlands auf dem Wege ordnungsmäßiger Geſetzgebung weiterführen zu können.
Deutſchland muß daher einen Reichstag haben, der nicht nur die Willensmeinung des Volkes
wider=
ſpiegelt, ſondern der fähig und willig iſt, im Rahmen der ihm durch die Verfaſſung zugewieſenen
Obliegenheiten mit einer ſtarken Regierung Hand in Hand zu arbeiten. Der Wahltag iſt daher ein
Schickſalstag für das deutſche Volk. Der Reichspräſident und die Reichsregierung erwarten, daß alle
Deutſchen ihrer Wahlpflicht nachkommen.
„Wohin gehlt der Weg!”
Heichskanzler v. Papen im Rundfunk.
Berlin, 30. Juli.
ßlanzler v. Papen hielt am Samstag abend im
Rund=
ſiede, in der er u. a. ausführte:
Stunde, in der das deutſche Volk ſeinen Willen
Ulödt uck bringen ſoll, halte ich mich für verpflichtet, auf
per Lage Deutſchlands hinzuweiſen und an die
Ver=
zu appellieren, die jeder Staatsbürger mit der Ab=
Stimme übernimmt.
Nihwerden Sie die Frage an mich richten: Wohin geht
der Zukunft?
Sie mich hierzu einige Worte über die
Grundgedan=
nter die die Regierung ihre weiteren Maßnahmen
Entſcheidung über zwei grundſätzliche
Fra=
die Richtung an:
1Aro man bei der Neuordnung der Wirtſchaft den Mut
vie Ueberwindung reformbedürftiger oder überlebter
S ormen heranzugehen?
Aw man bei der Führung der Wirtſchaftspolitik den
yer Entſcheidung finden, die in den geſchloſſenen Ring
ſtseitenden Intereſſen eine Breſche ſchlägt, und wiro
ſitwon der Kette der kleinen Notmaßnahmen zum
plan=
cerfbau übergehen?
mäſſen uns bei der Beurteilung der Wirtſchaftsformen
urifruchtbaren theoretiſchen Auseinanderſetzung über
Kapitalismus und Sozialismus frei machen. Wir
ſrack zu dem einfachen alten Grundſatz
-Gemeinnuk gehl vor Eigennuß.”
jeſen Grundſatz ſtellt die Regierung den
8 Eigentums. Sie bekennt ſich zum
Ge=
er Privatwirtſchaft. Die perſönliche
wirt=
nitiative und die freie Auswirkung der Rechte und
licheß zuus Eigentum ſind für eine geſunde wirtſchaftliche
ſtwä ng= unentbehrlich. Die freie Wirtſchaft muß aber
m dFillen Rechtsauffaſſung von der perſönlichen Verantwor=
A Nnier ihre Exiſtenzberechtigung — ohne
Inanſpruch=
öff fentlicher Unterſtützungen — durchſetzen.
kalhecht Aufgabe des Staates ſein, die in der
ſin irtſchaft liegenden Riſiken auf den
DMu übernehmen. Wenn aber aus zwingenden,
allge=
intſchaftlichen Intereſſen und nur in Ausnahmefällen
lung von privaten Unternehmungen aus öffentlichen
telhrwlgt iſt, dann dürfte dies nicht geſchehen, um das
Aei Unternehmers, ſondern nur um die Produktions=
Eite wie Arbeitsgelegenheit über eine Kriſenzeit hinweg
ſentſche Volt zu retten. Die Reichsregierung wird
da=
daß in ſolchen ſubventionierten Unternehmen in
Meine Gehälter mehr gezahlt werden, die vielleicht in
Wuicht 7 privatem Niſiko arbeitenden Betrieb berechtigt ſind,
en ſolchen Unternehmen, die mit Hilfe von Steuer=
F m Wohle der Allgemeinheit über Waſſer gehalten
iſt im übrigen die Abſicht der Reichsregierung, alle
MeMbventionierten Unternehmen ſobald als irgendmöglick
a MRit es ohne Verluſte für das Reich tunlich iſt, wieder
* MNumitiative zuzuführen.
Die Aufgabe einer ſyſtematiſchen Belebung der
Ge=
waung ghaft gelöſt werden ſoll, dann muß eine
Entſchei=
jüllt werden, wo
die erſten Maßnahrien
iüwerden müſſen. Die Regierung hat dieſe
eie Eung nach eingehenden Beratungen in den letzten Wochen
Dé inne getroffen, daß es zunächſt entſcheidend
aw ykommt, die Produktion der deutſchen
aIſirtſchaft zu erhalten und ſie bis zur
Ecſgdes heimiſchen Bedarfs zu ſteigern. Das
rrhm der Bauer Geld, ſo hat die ganze Welt” gilt auch
we . Wir dürfen aber nicht vergeſſen, daß der deutſche
anſhſirtin hohem Maße von der Kaufkraft der
ElEh Maſſe der Bevölkerung abhängig iſt.
T2h9 Ahärd die Regierung alle Mittel einſetzen, um die in=
Nrin Wirtſchaft zu beleben. Wir werden dabei vermeiden,
ic e2ekkünſtliche Konſtruktionen die Beweglichkeit der Wirt=
Aait liter zu unterbinden. Im Gegenteil — Bindungen
enk, In ckert werden. Aus dieſen beiden grundſätzlichen Ent=
Weidlhnen ergibt ſich die Richtung, in der
alle übrigen Aufgaben
zu einer Löſung drängen. Die Fragen einer
Verwaltungs=
reform zur Verbilligung und Vereinfachung
des Behördenapparates, die Fragen der Finanz=
und Steuerreform, die der Kreditpolitik mit dem
beſonders wichtigen Zinsproblem, die Notwendigkeit einer
Verſtärkung der Selbſtverwaltungsaufgaben
der Berufsſtände — die neuen Formen
koopera=
tiver Selbſthilfe, wie ſie im Freiwilligen Arbeitsdienſt
begonnen wurden, alle dieſe Fragen, die ich hier nur als
Bei=
ſpiel aufführen möchte, ſind Teile eines Planes, der den
Wirt=
ſchaftsprozeß neu beleben und organiſch unterbauen wird.
Auch die Maßnahmen zur Arbeitsbeſchaffung, die die
Regie=
rung in den letzten Tagen durchberaten hat, haben nur dann einen
Sinn, wenn ſie in den Geſamtplan zum richtigen Zeitpunkt
ein=
geſetzt werden, um der Wirtſchaft über die ſchwierigſte Anfangszeit
einer Neubelebung aus eigener Kraft hinwegzuhelfen. In dieſem
Zuſammenhang noch ein Wort zur
Siedlung.
Der Siedler muß auf ſeinem Lande lebensfähig ſein. Dazu
gehört, daß er nicht von Anfang an eine übermäßige Belaſtung zu
tragen hat, und daß die landwirtſchaftliche Produktion überhaupt
rentabel iſt. Ich möchte die Frage ſtellen, welche Maßnahmen
bis=
her getroffen wurden, um den Siedlern überhaupt eine Lebens=
und Exiſtenzgrundlage auf der neuen Siedlungsſtelle zu geben.
Die Siedlung iſt ein für das geſamte Leben der Nation ſo
wich=
tiges Problem, daß es nicht angeht, dieſer Frage Propaganda
zu machen. Die Reichsregierung hält es für viel
notwen=
diger, ohne Rückſicht auf einen momentanen, aber vergänglichen
Beifall, erſt einmal die Maßnahmen zu treffen, die den Siedlern
eine wirtſchaftliche Lebensexiſtenz ermöglichen. Zu dieſem Ziele
hat ſie bereits eine Reihe von Entſcheidungen getroffen, die dem
Schutze der bäuerlichen Veredlungswirtſchaft dient.
Die Regierung hat durch ihre ernſten Maßnahmen bewieſen,
daß ſie die Kraft zum Entſchluß aus dem Bewußtſein ihrer
Un=
abhängigkeit von irgendeinem Parteiauftrag beſitzt. Sie wird
auch den weiteren Weg in die Zukunft nach dieſem Grundſatz
be=
ſchreiten.
Der morgige Tag wird für die Zukunft unſerer Heimat
ent=
ſcheidend ſein. Wenn dieſe Wahl einen Sinn hat, dann nur den,
das Deutſche Reich — ſo vielgeſtaltig und ſo wertvoll in allen
ſeinen Gliedern — neu und feſter zu zimmern. Zu dieſem Ziel
will die Reichsregierung Führer ſein.
Wenn ihr morgen wählt, ſo wählt für dieſes neue große
Deutſchland, das wir alle mit ſo heißem Herzen lieben.
*
* Es iſt das erſte Mal, daß Reichspräſident und
Reichsregie=
rung vor einer Wahl einen Aufruf erlaſſen haben, der in der
Feſtſtellung gipfelt, daß das Wahlrecht auch eine Wahlpflicht
dar=
ſtellt. Dieſer Aufruf erſcheint inſofern recht intereſſant, weil aus
ihm hervorgeht, daß das Kabinett Papen größten Wert auf die
Schaffung einer arbeitfähigen Mehrheit im Reichstag legt, mit
der es zuſammenarbeiten will, um den Wiederaufbau
Deutſch=
lands auf dem Wege ordnungsmäßiger Geſetzgebung fortzuführen
Man will alſo verſuchen, von dem Syſtem der Notverordnungen
wieder abzukommen. Das gleiche wollte auch Dr. Brüning, der
ſich wiederholt bemüht hat, mit dem Reichstag zuſammen
wich=
tige politiſche Fragen zu löſen. Der Reichstag war dazu aber
nicht imſtande, ſo daß die Regierung Brüning immer wieder
ge=
zwungen war, auf den Artikel 48 zurückzugreifen. Es iſt aber
ſehr die Frage, ob die Regierung Papen am 1. Auguſt einen
Reichstag vorfinden wird, mit dem ſie zuſammen arbeiten kann.
Wir fürchten eher, daß auch dieſe Reichsregierung in Zukunft
noch mehr als einmal auf den Ausnahmeartikel der
Reichsver=
faſſung wird zurückgreifen müſſen. Aus dem Aufruf geht aber
hervor, daß die Reichsregierung geſetzgeberiſche Arbeiten leiſten
will, die offenbar ſo weittragender Natur ſind, daß ſie ohne die
Unterſtützung der Mehrheit, vielleicht ſogar auch einer
Zwei=
drittel=Mehrheit, des neuen Reichstags nicht durchgeführt
wer=
den können. Eine parlamentariſche Mehrheit iſt allein ſchon für
die Ratifizierung des Lauſanner Abkommens erforderlich. Wenn
aber ausdrücklich feſtgeſtellt wird, daß der Wahltag ein
Schick=
ſalstag für das deutſche Volk iſt, dann könnte man daraus
ſchlie=
ßen, daß ſich die Regierung Papen bereits grundſätzlich darin
einig iſt, ein für allemal auf jede parlamentariſche Mitwirkung
zu verzichten, ſofern am 31. Juli ein Reichstag gewählt wird,
der in ſeinem Kräfteverhältnis eine Kopie des
arbeitsunfähi=
gen Preußiſchen Landtags darſtellt.
* Außenpolikiſche Umſchau.
Von
Profeſſor Dr. Otto Hoetzſch.
Nach faſt ſechs Monaten hat die
Abrüſtungskonfe=
renz nicht mehr als ein Arbeitsprogramm zuſtande gebracht.
Man braucht über den Inhalt der Entſchließung nicht viele
Worte zu verlieren. Sie iſt ohne Inhalt, und knüpft auch das,
was etwas wäre, an Vorbehalte und Bedingungen der
Be=
teiligten: nichts über die Wehrpflicht, nichts über direkte
Beſchrän=
kung des Kriegsmaterials, nichts über die Gleichberechtigung.
Mit Recht hat zu dem Punkte: ſtändige Kontrolle der Abrüſtung,
der ruſſiſche Vertreter geſagt, daß dies vollends keinen Zwea
hätte, weil — überhaupt nichts zu kontrollieren iſt. Nach dem
immerhin nicht bedeutungsloſen Anlauf der erſten Phaſe iſt das
ein völliger Fehlſchlag. Die Folgen dieſes Rückſchlags müſſen
pſychologiſch ſehr groß ſein: wer ſoll denn nach dieſem
Aus=
gang für die Abrüſtungskonferenz überhaupt noch mit
Begeiſte=
rung tätig ſein? Henderſon hat ſelbſt erklärt, er werde das
Präſidium nicht wieder übernehmen, wenn nicht bis zum
Wiederzuſammentritt der Konferenz Vorausſetzungen geſchaffen
wären, daß die großen Mächte bereit ſeien, von Worten zu
Taten überzugehen. So wie die Dinge heute ausſehen, iſt es
durchaus nicht wahrſcheinlich, daß Anfang des nächſten Jahres,
bis wohin ſich doch in der Weltpolitik auch allerlei ändern wird,
die Abrüſtungskonferenz wieder zuſammentritt.
Deutſchland hat gegen die Entſchließung geſtimmt.
Dieſes Nein auch in der ultimativen Faſſung war abſolut
rich=
tig, hinter dieſes Nein kann und wird Deutſchland nicht
zurück=
gehen. Und wie die heute maßgebenden Kreiſe der Regierung
das auffaſſen, hat General v. Schleicher in ſeiner Rundfunkrede
ſehr beſtimmt geſagt. So wird ohne weiteres klar, daß dieſer
Ausgang der zweiten Phaſe der Abrüſtungskonferenz einen
neuen, ganz neuen Abſchnitt der Weltpolitik einleitet, was
ſich die Drahtzieher dieſer Reſolution vielleicht ſelbſt nicht ganz
klar gemacht haben.
Wie in Lauſanne hat Deutſchland auch in Genf der Front
von England und Frankreich gemeinſam
gegenüber=
geſtanden. Immer näher ſind die beiden einander gekommen. In
den letzten Wochen wurde die Konferenz ja einfach zu
Geheim=
verhandlungen der Franzoſen und Engländer, zu denen nur der
Amerikaner und der Tſcheche zugezogen wurde, während die
anderen, namentlich die Deutſchen, die Italiener und die Ruſſen
draußen ſtanden. Lauſanne wie Genf haben eine
Wiederherſtel=
lung der engliſch=franzöſiſchen „Entente cordiale” gebracht — das
iſt das Weitere von Bedeutung für die Weltpolitik!
Für die Abrüſtungsentſchließung hat Amerika geſtimmk.
Dieſe amerikaniſche Taktik in Genf iſt unverſtändlich. Hoover
hat keinen Zweifel daran gelaſſen, daß er ein wirkliches
Ergeb=
nis der Konferenz wünſche, und er hat ſchließlich für dieſe
nichtsſagende Entſchließung ſtimmen laſſen, die das Fiasko
be=
ſcheinigt. Er hat ſich damit ſelbſt in eine Sackgaſſe manöveriert.
Man halte das nun mit Lauſanne zuſammen: dort ſchloſſen ſich
die europäiſchen Schuldner Amerikas zu einer Front gegen das
letztere zuſammen, und hier ſtimmte Amerika mit ihnen, ſo daß,
wenn im weiteren Verlauf der Schuldendebatte Amerika mit der
Rüſtungsfrage kommen will, es ſich entgegnen laſſen muß, daß
es in Genf ja ſelber für die Entſchließung geſtimmt habe, daß
alſo zunächſt einmal in der Abrüſtung auch nach ſeiner
Auf=
faſſung das Nötige geſchehen ſei! Dieſe amerikaniſche Politik iſt
in ſich unklar, unverſtändlich geweſen, muß Amerikas Stellung
und die Hoovers im beſonderen ſchwächen und das iſt für das
Ganze in der Weltpolitik nur bedauerlich.
Aber auch die deutſche Taktik haben wir nicht
verſtan=
den. Nach der erſten Phaſe wies ich darauf hin, daß nach dieſem
Start nun alles darauf ankomme, zum Punkt Gleichberechtigung
beſtimmt zu ſagen, was wir damit wollen, und taktiſch den
Boden auf das äußerſte vorzubereiten, indem man zugleich nach
Bundesgenoſſen ſuche. Davon war nichts zu ſehen.
Wochenlang ſchwieg die deutſche Vertretung einfach. Die anderen
verhandelten im geheimen, die deutſche Vertretung tat nichts. Sie
ſchaltete ſich nicht in die Auseinanderſetzung ein. Sie hat gar
nicht recht um die deutſche Gleichberechtigung gekämpft. Sie
hat ſich nicht entſchloſſen und offen neben die Ruſſen geſtellt, die
doch in dieſer Frage durchaus den gleichen Standpunkt vertreten
wie wir. Und ſie hat nicht einmal erreicht, daß auch nur einer
unſerer früheren Kriegsverbündeten, nicht einmal die Türkei,
die am allerwenigſten Rückſicht auf die anderen zu nehmen
braucht, für uns geſtimmt hat. Das Schlußnein war, wie
wieder=
holt ſei, einfach notwendig, aber es hätte eine ganz andere
Wirkung haben können, wenn die Taktik bis dahin eine völlig
andere geweſen wäre!
Drei Großmächte ſtanden alſo für ſich: Deutſchland und
Rußland, die mit nein ſtimmten, Italien, das ſich enthielt. Dazu
paßt es, daß auf der anderen Seite England und Frankreich
in dem ſog. Konſultatippakt ſich feſter
zuſammenge=
ſchloſſen haben.
Dieſer iſt zwiſchen ihnen hinter dem Rücken aller anderen
Teilnehmer in Lauſanne fertiggeſtellt worden. In abſichtlich
ſchwammigen Sätzen legt er die Zuſammenarbeit der beiden
Mächte in den Zentralfragen der nächſten Zeit feſt. Für
Frank=
reich war das ein großer Erfolg, den Herriot auch gleich in die
Welt poſaunte. Das wieder war für England unangenehm, weil
die Wirkung auf Amerika miſerabel war. Aber das ändert nichts
daran, daß auch England wußte, was es tat, als es dieſen Pakt
ſchloß. Er erneuert die „Entente cordiale”. In der
Schulden=
frage, in der Rüſtungsfrage, für die Weltwirtſchaftskonferenz —
und das ſind ja eigentlich alle große Fragen der Weltpolitik —
hält England jetzt, auch auf die Gefahr einer Verſtimmung
Amerikas, ein enges Zuſammengehen mit Frankreich für
nütz=
lich. Die engliſchen Motive begreifen wir. Wer in Lauſanne und
Achtung, Wähler!
Wahlzeit:
von 8 bis 5Uhr.
Seite 2— Nr. 211
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Genf von England viel anderes erwartet hat, verſteht die ganze
Situation des engliſchen Weltreichs von heute nicht.
Der Pakt ſoll harmlos ſein, denn jedermann iſt zum Beitritt
willkommen. Man verhandelt ja auch darüber, und
Deutſch=
land ſcheint dazu bereit zu ſein. An unſerer Beurteilung des
Abkommens ändert das gar nichts. Plante man wirklich eine
Verabredung, in wichtigen Fragen in Fühlung zu treten (wozu
es übrigens gerade genug Gelegenheiten und Möglichkeiten gibt),
ſo mußte der Plan ſchon im Entſtehen vorgeſchlagen und
er=
örtert werden. Den fertigen Bund von zwei Mächten zu
präſentieren zum gefälligen Anſchluß für andere, heißt, indem
man ihn ſcheinbar harmlos geſtaltet, ihn nur noch feſter zu
machen. Das hat die „Times”, für Deutſchlands Beitritt mit
allerlei ſchönen Worten für uns („ein großes Land kann nicht
für ewig niedriger als die anderen Länder ſtehend angeſehen
warden” uſw.), trotzdem ſehr offen geſagt: Der Pakt ſolle
zwang=
loſe Erörterung ſchwieriger Fragen möglich machen, „gleichwohl
hatten England und Frankreich den beſonderen Wunſch gehabi,
daß Vorſtellungen Deutſchlands an die gemeinſame Adreſſe
der beiden Länder gerichtet werden ſollten, in dieſer Hinſicht
be=
deute das Abkommen die Neubildung der „Entente cordiale‟
(Times, Leitartikel 26. Juli). Das Blatt ſagt: „Aber auch nur
in dieſer Hinſicht”. Uns iſt das gerade genug, denn das iſt die
Hauptſache, das Entſcheidende! Darum erſcheint uns der
Bei=
tritt Deutſchlands zu dieſem Pakt mindeſtens überflüſſig und
auch übereilt. Auf wen macht denn die Verſicherung, er enthalte
nichts über die Schuldenfrage, einen Eindruck? Das ſteht
nicht drin, weil es ſelbſtverſtändlich iſt, überhaupt der
Ausgangs=
punkt für die ganze Einigung. Hat man ſich im Auswärtigen
Amt überlegt, wie der Pakt in Waſhington und Moskau
wirken muß? Das Beſte an dem Pakt würde ſein, wenn er ſich
als im ganzen wirkungslos herausſtellt. Wir fürchten, daß das
nicht der Fall ſein wird, ſondern daß die deutſche Politik in
allen weiteren Erörterungen ſehr ernſt mit der Tatſache einer
engliſch=franzöſiſchen Geſchloſſenheit rechnen muß.
Des weiteren iſt am 25. Juli der ruſſiſch=polniſche
Nichtangriffspakt unterzeichnet worden. Damit kommt
eine lange und zielbewußt geführte ruſſiſche Aktion zum Erfolg.
Was ſie will, iſt klar: die Friedenspolitik betonen für
den Fall, daß der fernöſtliche Konflikt ernſtere Formen annimmr,
noch mehr für den Fall, daß die antibolſchewiſtiſche Strömung
in Europa zu der ſog. „Antiſowjetfront” führe. Rußland be= zeitige oldenburgiſche Miniſterpräſident Röver
reinigt mit dieſem Nichtangriffspakt unter Anerkennung der
pol=
niſchen Grenze — was ihm nichts koſtet — ſein politiſches
Ver=
hältnis zu Polen und bahnt ſich den Weg zur Verſtändigung
mit Frankreich, die es längſt erſtrebt. Auf dieſem Wege iſt ſomit
ein großer Erfolg erzielt. Denn wie erinnerlich gingen dem Pakt nationalſozialiſtiſche Wahlverſammlung in Aurich hervorgeht,
mit Polen ja die gleichen Pakte mit Finnland, Eſtland und
Lett=
land voraus. Nur der mit Rumänien fehlt noch, aber das iſt
jetzt lediglich ein Schönheitsfehler.
Polen kam dieſen Abſichten entgegen. Es gewinnt die
Sicherheit ſeiner Oſtgrenze, es beweiſt Frankreich ſeine
Frie=
denspolitik und arbeitet in einer Richtung, die auch in
Frank=
reich gewünſcht wird, nämlich daß Polen und Rußland keine
Fcinde ſeien und daher das polniſch=franzöſiſche Bündnis in
bezug auf die Oſtgrenze Polens keine Spannung erfahre. Die
logiſche Weiterbildung iſt dann, daß Rußland und Frankreich
ebenfalls zu einem ſolchen Pakt kämen, und damit wäre das
Syſtem geſchloſſen.
Mit Deutſchland wie mit Litauen hat ja Rußland ſeit
Jahren, ſeit 1926 bereits einen Nichtangriffspakt — für uns iſt
in Frage kommen, iſt alles gut und in Ordnung. Wir ſehen ren Bedenken Ausdruck zu geben, daß jetzt die in Preußen von
auch darin keine Bedenken, daß, wie die volniſche Preſſe be= Ihnen gehemmte parteipolitiſche Einſeitigkeit der Staatsführung
friedigt feſtſtellt, nach dieſem Pakt Rußland im Falle eines
An=
griffs auf Polen neutral bleiben würde, denn Deutſchland
denkt ja gar nicht daran, Polen anzugreifen. Umgekehrt: würde
ein Angriff Polens erfolgen, ſo gilt dieſer Pakt für Rußland
ebenſowenig, wie z. B. im Fall eines Angriffs Rußlands auf Oppoſition herkommenden Miniſterpräſidenten in beſonders kraſ=
Rumänien, der Nichtangriffspakt für Polen gälte, das dann ſem Maße gezeigt werden. Ich richte deshalb an Sie die Bitte,
automatiſch an Rumäniens Seite ſtehen würde.
Das iſt nicht der ſpringende Punkt, ſondern eine ſozuſagen
friedliche Einkreiſung. Frankreich und Rußland kämen beachtet, daß er als Miniſterpräſident nicht in den Formen
auf=
einander ſo nahe, Das balanziert Deutſchlands Einfluß in Ruß= treten darf, die ihm als parteipolitiſchem Organiſationsleiter
land etwas und das ſchließt in ſich eine Folgerung, auf die offenbar zuläſſig erſcheinen. Die Würde des Staates und die
den iſt. Man ſtelle ſich das ganze Syſtem vor: Rußland und Reichs wegen erforderlich.
Polen in dieſem Verhältnis, Rußland mit den anderen
Rand=
ſtaaten gleichfalls, Polen und Frankreich im bekannten alten
Verhältnis, Rußland und Frankreich ſchließlich auch, dann fehlt
im ganzen Syſtem nach franzöſiſcher Auffaſſung ja weiter nichts
als — das letzte, nämlich das Verhältnis zwiſchen
Deutſch=
land und Polen, noch genauer geſagt: nicht nur der
Nicht=
angriffspakt, den wir mit Polen ja längſt haben (der
deutſch=
polniſche Vertrag von Locarno. Anlage D zu dem ganzen
Ver=
tragswerk vom 16. Oktober 1925), ſondern auch — der ſpringende
Punkt — die Anerkennung der polniſchen Weſtgrenze durch
Deutſchland. Man ſieht die Maſchen des Gewebes und Parteiangehörige erſucht.
man ſieht, daß die deutſche Oſtpolitik wahrhaftig nicht auf den
Verträgen, wie ſie heute ſind, einfach ausruhen darf.
Das Ergebnis im ganzen iſt für Deutſchland wenig
erfreulich: England und Frankreich — der große Erfolg
Herriots — geſchloſſen, die Paſſivität Italiens und die Schwäche
Amerikas, das im Oſten ſich anſpinnende Gewebe: alles das geht
auf eine Iſolierung Deutſchlands zu, wie wir ſie ſeit
langem nicht erlebt haben.
Im Getöſe des Wahlkampfes achten wir wenig darauf. Nach
den Wahlen aber wird es nun höchſte Zeit, an die Folgerungen
daraus zu denken. Denn wirklich, der Ausgang der Lauſanner
und der Genfer Konferenz ſind ein Einſchnitt in der
großen Politik von ſehr großer, dauernder und darum ſehr
folgenſchwerer Bedeutung. In ſehr vieler Beziehung heißt es für
die deutſche Außenpolitik, jetzt mit Ueberlegung und
Entſchloſſen=
heit ein neues Kapitel anfangen!
beim Reichsinnenminiſter über den Oldenburger
nakionalſozialiſtiſchen Miniſterpräſidenken.
Berlin, 30. Juli.
Der Fraktionsführer der deutſchnationalen Fraktion im
letz=
ten Reichstag, Dr. Oberfohren, hat an den Miniſter des Innern,
Freiherrn von Gayl, ein Schreiben gerichtet, in dem er nach dem
Hinweis auf das Eingreifen der Reichsregierung in Preußen
ſagt:
Wir Deutſchnationale lehnen nicht etwa einſeitig den Begriff
eines ſozialdemokratiſch geleiteten Parteiſtaates ab, ſondern den
Begriff des Parteiſtaates ſchlechthin. Deshalb halte ich mich für
berechtigt und verpflichtet, auch in ſolchen Fällen ſchärfſte
Ver=
wahrung einzulegen, in denen nicht der SPD. angehörende
In=
haber höchſter Staatsämter aus hemmungsloſem parteipolitiſchen
Agitationsbedürfnis vergeſſen, was ſie dem Staate und ihrem
Amte ſchuldig ſind. Infolgedeſſen muß ich die Aufmerkſamkeit
der Reichsregierung auf einen Vorgang lenken, in dem der
der=
ohne Rückſicht auf ſein hohes Amt als Parteiagitator alle
gebote=
nen Grenzen überſchritten hat. Miniſterpräſident Röver hat, wie
aus einem ſehr ausführlichen und offenkundig im Sinne der
Ver=
anſtalter gehaltenen Bericht der „Auricher Zeitung” über eine
u. a. folgende Ausführungen gemacht:
„Jeder, der die 25 Theſen Hitlers geleſen hat und ſie nicht
anerkennt, iſt ein Lump, iſt nicht reif für die große
Schick=
ſalsgemeinſchaft. Die Deutſchnationalen ſind auch ſolche
Lumpen, die die roten Farben verſchandeln wollen. Die
Deutſchnationalen löſen jetzt ihre Fratze. In Harzburg
haben ſie ein falſches Spiel getrieben und ſind Verräter
am Volke geworden. Niemals wäre ich ſo hart geworden,
wenn das Geſindel nicht ſo gemein geworden wäre. Gebt
am Sonntag den Lumpen die Quittung.”
Die Form und die Häufung dieſer Beſchimpfungen, ſo fährt
Was bedeutet das für uns? Es ſei daran erinnert, daß Oberfohren fort, iſt offenbar für die Perſönlichkeit des Herrn
wir aus dieſem Paktſyſtem durchaus nicht ausgeſchloſſen ſind. Röver ſo charakteriſtiſch, daß es ſich wohl völlig erübrigt, ſich
da=
gegen irgendwie ſachlich beſonders zu verwahren. Ich halte mich
das der bekannte Berliner Vertrag. Alſo ſoweit Verträge aber für verpflichtet, Ihnen, Herr Miniſter, gegenüber den
ſchwe=
in anderen Ländern wieder auflebt. Ich halte es für untragbar,
daß den Gegnern der Reichsregierung das Argument in die Hand
gegeben wird, daß die an der preußiſchen Regierung mit Recht
beanſtandeten Mißſtände nunmehr von einem von der nationalen
auf den derzeitigen Miniſterpräſidenten von Oldenburg dahin
einzuwirken, daß er in ſeinem künftigen Auftreten den Umſtand
gerade in dieſem Zuſammenhang von uns oft hingewieſen wor= Würde des Beamtentums machen eine ſolche Einwirkung von
Oldenburg zum Berichk über die
Polizei=
angelegenheit aufgeforderk.
Berlin, 30. Juli.
Wie wir erfahren, hat die Reichsregierung ſich an die
olden=
burgiſche Regierung gewandt und um Auskunft über die
Ver=
ſtärkung der oldenburgiſchen Polizei durch nationalſozialiſtiſche
*
Neue Geiſteswende.
Slehen wir vorm Ende der Kulkurkriſe?
Von Wilhelm Michel.
Abermals wendet ſich in der gegenwärtigen Stunde unſre
geiſtige Lage. Im Wirtſchaftlichen, im Politiſchen iſt noch
ſchwere Verwirrung. Aber im Bereich des Geiſtes keimt etwas
Neues an Zuverſicht. Es melden ſich Anzeichen von Befeſtigung,
von größerer Klarheit der Frageſtellungen. Die Kämpfe um
das künftige wiſſenſchaftliche Weltbild, um den wirtſchäftlichen
Aufbau, um die ethiſche und ſoziale Neugeſtaltung ſind noch
keineswegs ausgekämpft. Aber es iſt wie ein Uebergang aus
einem verknäuelten Nachtgefecht in eine Tagſchlacht. Das Auge
hat plötzlich mehr Feld. Die Probleme werden deutlicher
ge=
fehen. Es gibt
einen neuen Mut zu geiſtiger Verarbeitung.
Woher dieſes Neue an „Stimmung” kommt, iſt ſchwer zu
ſagen. Wir haben 1910 jene prophetiſchen Zuckungen in den
Geiſtern gehabt, verlautbart in der Malerei und Dichtung, zu
denen ſich die dann kommenden Ereigniſſe fügten wie das
aus=
brechende Gewitter zu der Nervenſpannung vorher. Was ſich
heute an Stimmungsumſchwung ereignet, hängt ganz ähnlich
„in der Luft” wie die Erregungen damals. Aber es wird uns,
deren Seelen bis zum Zerreißen geſpannt waren unter einem
apokalyptiſchen Druck von Zweifel und Verzagtheit, als eine
große Entlaſtung fühlbar.
Es ſoll verſucht werden, deutlicher von dieſem Undeutlichen
an Gefühls= und Geiſteswende zu ſprechen.
Es begibt ſich gegenwärtig ein Heraustreten aus der leeren
Qual der Wertzweifel, in die eine doppelzüngige,
undurch=
leuchtete Zeit uns geſtürzt hatte. Es begibt ſich eine
Entgiftung des Relativismus
in denkeriſcher wie in ethiſcher Hinſicht. Die ordnende,
zu=
ſammenfaſſende, wertende Tätigkeit des Geiſtes wird von neuem
möglich, d. h. zeitfaſſend, wirklichkeitordnend. Vor kurzem noch
war das ernſtlich zeitgebundene Denken in der Lage, daß es
auf die Frage. Was iſt wahr? Richtig? Gut?” nur noch mit
gequältem Verſtummen antworten konnte. Heute wagt es
wieder zu ſprechen. Die Grunderkenntnis des Relativismus
daß vieles Verſchiedene an ſeinem Platze Geltung haben
kann, iſt unſrem Denken einverleibt; aber nur als eine
zuſätz=
liche Beſtimmung des Urteils, nicht als eine Aufhebung der
Urteilsmöglichkeit. Wir ſtehen in allen Wertfragen vor einer
Vermehrung der Kriterien, doch die finſtere
Ver=
ſuchung, daß Treue zur Wirklichkeit den Verzicht auf Urteil
juud Eutſcheidung fordere, ſchwindet aus unſrer Welt mehr
und mehr.
Wenn wir den Geltungsbereich der euklidiſchen Geometrie
ſich einſchränken ſehen; wenn in der Pſychologie die Anſprüche
des Unbewußten ſich anmelden; wenn ſich auf vielen
Forſchungs=
gebieten das Feld des Menſchen als eine Mittelwelt (ein
„Midgard”) gegen die Sternwelt und die Welt des Winzigen
abgrenzt, dergeſtalt, daß hier gefundene „Geſetze” nicht ohne
weiteres dieſe Grenzen überſchreiten können — ſo begreifen wir
heute, daß daran nichts iſt, was die menſchliche Situation
ent=
ſcheidend ins Wanken bringt.
Grenzen, die die Vernunft findet
und die ſie ausdrücklich anerkennt, beweiſen nichts gegen die
Vernunft, ſondern alles für ſie. Müſſen wir zugeben, daß die
ſogenannten Naturgeſetze nur Beſchreibungen ideeller
Zuſammen=
hänge ſind, die in der Wirklichkeit nie ſtreng realiſiert ſind;
müſſen wir von dem Wahrheitsbegriff der alten Modellphyſik
zu dem Wahrſcheinlichkeitsbegriff einer erkenntniskritiſchen
Phyſik übergehen — ſo wiſſen wir das nun als eine Reinigung,
nicht Minderung der Vernunftanſprüche zu verſtehen.
Es iſt wahr, daß der biologiſche Wert der
Lebens=
entſprechung” (auch in ihren Einſtweiligkeiten) der Wert der
Echtheit und der lebensrichtigen Zuordnung ſich überall in unſre
Urteilsbildung eingeſchoben hat. Er hat, um eine Einzelheit zu
erwähnen, auf den Miſſionskonferenzen der letzten Jahre eine
bedeutende Rolle geſpielt. Aber wir ſehen heute, daß dieſes
Eintreten des biologiſchen Wertes keine echte Wahrheit umſtößt.
Er führt der Wahrheit im Gegenteil nur eine Fülle neuer
Be=
ſtätigungen zu. Auch die Erziehungs= und Bildungs=Arbeit iſt
im Anfang durch das Eintreten des biologiſchen Wertes ſchwer
beirrt worden, bis zum völligen Verzagen. Heute zeigt ſich
fchon klar, daß er zu einer Neubeſtimmung des pädagogiſchen
Feldes führen wird, die allen Segen verſpricht.
Man kann es als Inhalt der jetzigen Geiſteswende
be=
zeichnen, daß ſie eine Reihe Geſpenſter vertreibt, die
uns in dieſen Jahren geiſtig geſchreckt haben. Vor kurzem
drohte die Technik noch über das Menſchenland hin als ein
unabwendbares Schickſal fortſchreitender Selbſtausſchaltung des
Menſchen aus ſeiner eigenen Welt. Heute hat ſich unſre
Stel=
lung zur Technik weitgehend entſpannt. Wir begreifen, daß mit
ihren ſegensvollen Kräften Falſches getan und erſtrebt worden
iſt. Wir faſſen es als unſre Aufgabe, ſie fortan mit mehr
Weis=
heit in den Dienſt des lebendigen Menſchen zu ſtellen. Das
bedeutet Heimholung einer Menſchenkraft aus ihrer unzuläſſigen
Verſelbſtändigung;
ein Stück Entgötzung unſrer Welt,
die ja nur deshalb ſo mit Fetiſchen, mit tyranniſchen „Sachen”
übervölkert iſt, weil der Menſch ſeine eignen Kräfte nicht im
biologiſch gerechten Verband zu halten wußte. Nur die
unge=
bändigte Maſchine, ja, man kann ſagen: nur die vom Menſchen
„verſtoßene” Maſchine iſt der Moloch, als den man die Maſchine
häufig verleumdet hat.
* Berlin im Zeichen der Wahl.
Die geſamke Berliner Polizei in höchſte
Alarmbereitſchaft.
Von unſerer Berliner Schriftleitun=
In der Reichshauptſtadt iſt es in der Nacht zum Sam/
verhältnismäßig wenig Zuſammenſtößen gekommen. Die
war an allen Stellen der Stadt rechtzeitig da, wenn ſich
welche Schlägerei zwiſchen den radikalen Parteien ans
ſchienen. Es gab allerdings zahlreiche Leichtverletzte. Do
ſonſt größeres Blutvergießen vermieden werden. Zur
von Ruhe und Ordnung hat die Polizei für den Vora.
Wahl und für den Wahltag ſelbſt umfaſſende Vorkehrun
troffen. Die geſamten Mannſchaften der Schn
minal= und politiſchen Polizei befinden ſich vom Samssn
mittag ab in höchſter Alarmbereitſchaft.
Für=
ſamte Berliner Stadtgebiet wurde ein beſonders ſtarker 6
dienſt eingerichtet, zu dem auch berittene Polizei herarg
wurde. Ein beſonderes Augenmerk hat die Polizei nati
die Verkehrslokale der Parteien gerichtet. Die Streifen,
Tätigkeitsfeld ſich ein Wahlokal befindet, ſind angewieſen,
Möglichkeit in der Nähe der Wahllokale aufzuhalten, um
forderung der Wahlvorſteher gegebenenfalls gegen gemt
auftretende Wähler vorgehen zu können.
Während in der ganzen letzten Woche vor dem 31.
Berlin die Propaganda für die einzelnen
teien nur durch teilweiſes Beflaggen der Häuſer au
wurde, ſteht die Reichshauptſtadt am Vorabend der Wod
ſtändig im Zeichen der Fahnen. Zehntauſende von Fahns=,
von den Dächern und aus den Fenſtern.
Kennzeichnend für die Ruhe und Ordnung iſt aber, df
dieſer Fahnenkrieg ruhig verlaufen iſt. Trotzdem hat die
Po=
beſondere Sicherung des Regierungsviertels, des Polizeipräu
für die Polizeiunterkünfte, die Parteihäuſer und die
Stemm=
vorgeſehen. Gleichzeitig beſteht auch ein Branntweinverrg
bis zur Polizeiſtunde am Sonntag Gültigkeit hat. Wie Iſt
den letzten Wahlen iſt auch diesmal die Bekanntgabe vom
ergebniſſen durch Lichtreklame, Lautſprecher oder Aushärn
boten. Die Polizei wird auf alle Fälle jede Anſammlurn
auflöſen.
Wahlprognoſe.
Am heutigen Sonntag haben nicht weniger als 44 Unk
Staatsbürger das Recht, ſich an den Reichstagswahlen beern
zu dürfen. Wir haben noch niemals eine ſo hohe Zahl von :ſ4t0
berechtigten gehabt wie bei dieſer Wahl.
Für die Nationalverſammlung waren 36,7, für dem hee
Reichstag 35,9, für den zweiten 38,3, für den dritten S9M
den vierten 41,2 und für den fünften Reichstag 42.9 Wil ſr
Stimmberechtigte. Im erſten Wahlgang für die Reichsxrig
tenwahl ſtanden in den Wahlliſten 43,9 Millionen und ity Hen
zweiten Wahlgang etwas mehr als 44 Millionen Perſorry
zeichnet. Die geringſte Wahlbeteiligung hatten wir im Jahr=hczmn d
die höchſte von 86,2 Prozent beim erſten Wahlgang zur 94/0
präſidentenwahl am 13. März 1932. Würden ſich nur ſchötan
weiſe 80 Prozent der Wähler beteiligen, dann würden annce
tag 35 Millionen Srimmen zu zählen ſein. Das ergäbe
ur=
net rund 580 Reichstagsſitze. Es iſt aber gar nicht ſo aus=/
ſen, daß es zu einer weſentlich beſſeren Wahlbeteiligung
und daß der neue Reichstag vielleicht 600
Abgeordnete=
wird.
Die Sommerferien dürften wohl kaum weſentlich ins
fallen. Einmal hat ſich herausgeſtellt, daß die Sommeri
ſich vielfach ihre Stimmſcheine haben nachſchicken laſſen. D:10r
München hat nicht weniger als 50 000 Scheine ausgegeben, af
hervorgeht, daß am Wahlſonntag ungefähr jeder vierte.
berechtigter Münchener Bürger außerhalb der Stadt ſeir, ke
Würde der Reichstag 600 Abgeordnete zählen, dann gehör=nA
als 300 Abgeordnete dazu, eine arbeitsfähige Regierungsm!
zuſtande zu bringen. Es ſieht aber nicht ſo aus, als ob diem
mehr als die Hälfte aller Stimmen auf ſich vereinigen w5
wenn die Deutſchnationalen, was zu erwarten iſt, noch
Stimmenzuwachs erhalten, und wenn es den übrigen kR1
Nechtsgruppen gelingt, einen Teil ihres alten
Beſitzſtandesſ=
ten. Das Zünglein an der Wage wird auch in Zukunft de
trum darſtellen.
Im Augenblick intereſſiert uns das vorausſichtliche
mungsergebnis viel mehr. Es wird namentlich inſofern E
tereſſe ſein, als man feſtzuſtellen haben wird, ob es den N
ſozialiſten gegenüber den letzten Länderwahlen am 31.
lungen ſein wird, in den einzelnen Wahlbezirken noch Scy
zu gewinnen oder ob ſie ihren Höhepunkt erreicht haben, uu
und dort vielleicht wieder an andere Gruppen Stimmen an0
HAnn
4Mick
fMüin
Mu Rn
Nar
iden
4 Gut.
Auch das Geſpenſt „Zerfall der Werte” iſt im .4
weichen. Wir haben am Anfang viele der uns zugers
Veränderungen und Umdenkungen in ihrer Tragweite 7.
los überſchätzt. Die Erneuerungskraft der Jugendbewegug
Möglichkeiten der Sportbewegung, die geiſtige Tragwe*
ſoziologiſchen Veränderungen, die Wertminderung viele‟
ſchengeſtaltiger Bindekräfte (in der Ehe in der prau
Lebensethik) — all das iſt zu hoch angeſetzt, zu apola u
geſehen worden. Wir ſehen heute, daß vielfach nur
Aenderungen eingetreten ſind, wo wir an eine Aufzehrum,
Subſtanz geglaubt haben.
Man horche in die jüngſten Erörterungen hinein.
wird keine Vertretung der geſchlechtlichen
Ungebundenhein=
finden; keine Schwachheit mehr vor den Torheite‟
Amerikanismus; keine Starkgeiſterei mehr gegenüber der
keine Parteinahme mehr für die Schrecken der „Wohnmaſſt”
kein Zurückweichen mehr vor der Wertblindheit der
analyſe oder vor der Religionsblindheit bürgerlicher und 1
wiſtiſcher Flachköpfe.
Man wird viel fruchtloſes Sprechen finden,
namentlich da, wo das neue anthropologiſche Intenl=
Vordergrund ſteht. Aber dieſe Furchtloſigkeit iſt nicht zm.
Art. Das „regierungsfähige‟ Denken iſt im Vordringen!
das „oppoſitionelle‟ Denken. Es begibt ſich ein Durchbl
neuer Bewußtſeins=Einheit nach den Qualen der Spalte3
keit. Eine neue Luſt zum denkeriſchen Angriff wagt ſich:
Vielleicht — aber das iſt ſchon ein ſehr gewagtes Wol
leben wir den Anfang vom Ende der Kulturkraſſe
Denn die Kulturkriſe war im Weſen etwas Empfum.e
ein empfundenes Unſicherwerden des Geiſtes in den ihm
Tätigkeiten des Faſſens, des Verarbeitens und Formenss
plötzlich hereingebrochenes Minderwertigkeitsgefühl des"
ſchen, faſt ein „Moratorium des Geiſtes‟. Das Woher
Erſcheinungsganzen „Kulturkriſe” wird nie völlig zu klate.
Wurde unſre Bewußtſeins=Einheit zerſprengt, weil /
Neues, widerſprüchliches auf uns eindrang? Oder
außen das in ſich Widerſprechende hoch, weil der Geiſ
Einheit und damit ſeine Herrſchaft über das Außen niche
feſthalten konnte? Spaltete ſich unſre Seele, weil die
draußen zerriß, oder zerriß die Welt, weil die Menſct.
ins Klaffen kam?
Wir werden auf das letzte Warum nicht kommen. L., wie die moderne Phyſik, auch die Geiſtesgeſchichte Ne
lernen, daß es bei tieferem Eindringen in die Vorgänge
eindeutigen Urſachenreihen mehr gibt, nur Gnaden un
bannungen, die ſich gleichſinnig im Geiſt wie in der Tot
welt geltend machen.
So iſt auch jetzt dieſer neue Mut da, wie ein Ir.”
ins Land gekommen, als eine Gunſt der Stunde, aus den”
und gehandelt werden kann, zur neuen Befeſtigung.
engeren Sinne menſchlichen Welt.
Crhe
31. Juli 1932
je käglichen Zuſammenftöße.
Sprengſtoffdiebſtahl in Gleiwik.
Waffenfunde in Koburg.
7 Zettelverteilern der Nationalſozialiſten und
Eiſer=
kam es am Samstag im Norden Berlins zu
iserei, in deren Verlauf die Nationalſozialiſten
meh=
auf ihre Gegner abgaben. 3 Arbeiter wurden ſchwer,
verletzt.
vergangenen Nacht hat die Berliner Polizei in Neu=
Privatauto angehalten, das fortgeſetzt in der
Ge=
ſonillierte. Bei der Durchſuchung des Wagens wurden
ene Piſtolen und 19 Schuß Munition gefunden.
Sämt=
ſen wurden zwangsgeſtellt.
ide (Holſtein) kam es anläßlich der Beiſetzung des
Tagen bei einem politiſchen Zuſammenſtoß in
Fried=
töteten Reichsbannermannes, zu Zwiſchenfällen, bei
Sanze Azahl Perſonen verletzt wurde.
denburg wurden Schutzpolizeibeamte von Kommu=
1ü allen, wobei drei Beamte verletzt wurden. Die
Be=
geyi ſeni w derten das Feuer; dabei wurde der
Kommuniſten=
lten renztzuk, der mit erhobener Piſtole dazu kam, von einem
gegen umtatüdlich verletzt. Beim Abſuchen der Häuſer und Höfe
sSeſamt 7 Verletzte gefunden.
leiwitz wurde ein umfangreicher Sprengſtoffdiebſtahl
Insgeſamt hat man 59 Ammonitpatronen und 95
te ln geſtohlen.
hveren politiſchen Zuſammenſtößen in Roſenberg
von ſieſtrmiz n) wurden zwei Reichsbannerleute durch Schüſſe
ſto, BlKirer Schlägerei zwiſchen Kommuniſten und
National=
atnk
m Königsberg erhielt ein Nationalſozialiſt einen
ſen den Hals.
ſſeldorf wurde bei einem Zuſammenſtoß zwiſchen
aliſten und Kommuniſten der Kommuniſtenführer
H einen Kopfſchuß lebensgefährlich verletzt. Anläßlich
ſchenfalles nahm die Polizei eine Durchſuchung des
vor und beſchlagnahmte eine Flobertbüchſe mehrere
Seitengewehre und Totſchläger, ſowie Munition. 3 feſtgenommen; gegen ſie iſt ein
Schnellver=
geleitet worden.
Jitſt burg wurden in der Wohnung einer Witwe 18
Ge=
sahlreiche Munition beſchlagnahmt.
u lda wurden am Samstag abend bei einer ſchweren
derſetzung zwiſchen Natſoz. und Kommuniſten, die am
einen mit Hakenkreuz gezierten Ochſen durch die
Stra=
hatten, der Kommuniſt Fröhlich von dem natſoz. SS. Maier erſchoſſen. Maier wurde feſtgenommen.
der Schlägerei in Frankfurt a. M. zwiſchen Natſoz.
mn niſten, wobei auch geſchoſſen worden ſein ſoll, wurden
ſirſonen ſchwer verletzt.
Näteimer Wahlkundgebung der Eiſernen Front kam es in
g zu blutigen Schlägereien mit Rechtsradikalen, wobei
durch Schüſſe und 3 durch Meſſerſtiche verletzt wurden.
„Polizeipatrouille in Zivil wurde in Eßlingen von
hreutzPerſonen tätlich beleidigt. Zwei Beamte wurden durch
it einem Schuſtermeſſer, ſchwer verletzt. Die Beamten
chtezmoh ihrer Waffe Gebrauch und erſchoſſen zwei Angreifer.
ſeridarmerie in Monsheim rief nachts das Wormſer
glommando um Unterſtützung an. In Monsheim ſtanden
etmwi). Nationalſozialiſten aus dem Ort und 150
Reichsban=
ſeurn /ls Worms uend Umgebung kampfbereit gegenüber. Den
armen gelang es gerade noch, weiteren Kampf zu
ver=
brichdem vorher ſchon die Parteien aneinander geraten
latrenis ſerbei war geſchoſſen und geſtochen worden. Sechs Natio=
US9Mſozkältem und drei Reichsbannerleute wurden verletzt, drei
der von
ſchwer, daß ſie in das Krankenhaus gebracht werden
Anᛋſhrmſer Bahnhof nahm die Polizei eine Klebekolonne
, diRm Auto durch die Straßen von Worms gefahren war.
us6 derallagen fand man eine Selbſtladepiſtole mit Munition,
ſieie Gſwiktole und verſchiedene Schlagwerkzeuge. Die
Auto=
aſſem ſurden verhaftet, der Wagen ſichergeſtellt.
A.-Lenke als Schuhpoliziſken in Eukin.
ßitiner Regierungsbehörde hat geſtern eine größere
Senzaht or SA.=Leuten als Hilfspolizeibeamte eingeſtellt,
ein=
kleid=u d bewaffnet. Heute morgen ſieht man die neuen Be=
Ltens rääts im Straßenbild. Sie tragen eine der
Sommer=
ifovinder Schutzpolizei ähnliche Uniform mit einer Armbinde,
ten Pe di Aufſchrift „Schutzpolizei” trägt und ſind mit Revolver
104
riknüppel ausgerüſtet. Kommandeur dieſer neuen
wolize /4y pe iſt der SA.=Stabschef.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 211 — Seite 3
Weder Zeit noch Ort der Konferenz bisher feſtgeſekt. — Reparakionen, Kriegsſchulden und Zollſähe
von der Tagesordnung ausgeſchloſſen.
Die engliſche Einladung.
Amerika nimmk unker Vorbehalt an.
Waſhington, 30. Juli.
Die Regierung der Vereinigten Staaten erhielt am Freitag
die offizielle Einladung der engliſchen Regierung zur
Weltwirt=
ſchaftskonferenz.
Die Note hat folgenden Wortlaut:
„Ich beehre mich, Ihnen anliegend zwei Mitteilungen über
die Weltwirtſchaftskonferenz zugehen zu laſſen. Dieſe Mitteilungen
enthalten die Einladung an die Regierung der Vereinigten
Staa=
ten, ſich in dem Komitee des Völkerbundsrates, das mit der
Ein=
berufung der Konferenz betraut iſt, vertreten zu laſſen und zwei
Sachverſtändige zu ernennen, die dem Komitee zur Vorprüfung
der in der Schlußakte der Lauſanner Konferenz erwähnten
finan=
ziellen und wirtſchaftlichen Fragen angehören ſollen. Ich beehre
mich ferner, Ihnen mitzuteilen, daß dieſe Einladungen mit der
Maßgabe ergehen, daß Fragen der Reparationen, der Schulden
und einzelner Zollſätze im Unterſchied von der Zollpolitik aus dem
Aufgabengebiet der Konferenz ausgeſchloſſen ſind und daß
anderer=
ſeits zu den in ihr Aufgabengebiet fallenden
Währungsangelegen=
heiten auch die Silberfrage gehört.”
Zu dieſer Einladung erklärt das Staatsdepartement, daß
weder Zeit noch Ort bisher feſtgeſetzt ſeien, daß Amerika jedoch
bereit ſei, entſprechend dem in der Einladung enthaltenen Wunſch
Vertreter zu ernennen. Entſprechend dem ſeinerzeit von der
ameri=
kaniſchen Regierung gemachten Vorbehalt ſind Reparationen,
Kriegsſchulden und Zollſätze von der Tagesordnung
ausgeſchloſ=
ſen. Wenigſtens beſagt die Einladung ausdrücklich, daß man
die=
ſen Vorbehalten zuſtimme. Es fragt ſich jedoch, ob man ſpäter im
Vorbereitenden Ausſchuß ſich nicht doch entſchließt, die inzwiſchen
von Senator Borah in ſeiner Rundfunkrede vom 23. Juli
erwähn=
ten Punkte hineinzunehmen. Hierüber wurde jede amtliche
Stel=
lungnahme mit dem Bemerken abgelehnt, daß die Einladung
ſo=
eben erſt eingetroffen und Stimſon verreiſt ſei. Stimſon hatte in
die letzten Woche längere Beſprechungen mit Borah, und es
ver=
lautet, daß entweder London oder Waſhington als Konferenzort
in Betracht kommen.
* Zehn Monake „nakionale Regierung
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
London, 30. Juli.
Während Deutſchland mitten in einem mit großer
Erbitte=
rung geführten Wahlkampf ſteht und noch niemand mit Sicherheit
vorausſagen kann, wie die zukünftige deutſche Regierung ausſehen
wird, blickt England in dieſen Tagen auf das Experiment einer
nun mehr als zehn Monate währenden „Nationalen Regierung”
zurück und ſtellt mit Genugtuung feſt, daß der Erfolg derſelben
bisher alle Erwartungen weit übertroffen habe. Den
unmittel=
baren Anlaß zu dieſem Rückblick bietet das Ende der
zwei=
ten Seſſion des Parlaments, das vorige Woche in die
Sommerferien gegangen iſt. Das „nationale” Parlament hat ſich
allerdings als keine beſonders aktive und intereſſante
Volksver=
tretung erwieſen. Kaum ein einziger der zahlreichen neuen
Ab=
geordneten hatte Gelegenheit, ſich irgendwie hervorzutun. Und
was die parlamentariſchen Debatten anbelangt, ſo kann das letzte
Jahr in England als ein recht unbedeutendes und ereignisloſes
genannt werden. Doch um ſo wichtiger und intenſiver war die
Arbeit, die außerhalb des Parlaments vorgenommen wurde. Vor
allem erwies ſich die wirtſchaftliche Konſolidierungsarbeit, die
dringend geleiſtet werden mußte, von ſolch ſchwierger und
allum=
faſſender Art, daß ſie bloß von einer „Nationalen”, von keiner
Partei=Regierung in Angriff genommen werden konnte. Denn
allein die Zuſammenarbeit von erfahrenen Staatsmännern der
verſchiedenſten Parteizugehörigkeit hat es zuwege gebracht, daß
die gigantiſche Arbeit der wirtſchaftlichen Konſolidierung
Eng=
lands in kurzer Zeit ſo erſtaunlich weit vorwärts gebracht
wer=
den konnte, wie das zurzeit ohne Zweifel der Fall iſt.
Eine Probe aufs Exempel ſtellte in erſter Linie die Schaffung
des allgemeinen Zolltarifs dar, der unter einer rein
konſervativen Regierung ſicherlich ein viel protektioniſtiſcheres
Antlitz aufgewieſen hätte, der aber von der Nationalen Regierung
ſchließlich in ſo gemäßigter und elaſtiſcher Form konſtruiert
wor=
den iſt, daß er das unvermeidliche Unheil auf ein Minimum
redu=
ziert hat. Die zweite große Maßnahme, bei der der Zweck der
Nationalen Regierung ſich in beſonders deutlicher Weiſe
offen=
barte, war die Vornahme der großen
Konvertierungs=
operation der Kriegsanleihen. Mit Recht ſtellen die „Times”
bei dieſem Anlaß die Frage: „Welch eine Partei=Regierung hätte
es mit Ausſicht auf Erfolg verſuchen können, eine 5prozentige
An=
leihe von nahezu 42 Milliarden Mark in eine 3½prozentige
um=
zuwandeln — kaum zehn Monate, nachdem der Kredit des
briti=
ſchen Reiches in all ſeinen Grundfeſten zu ſchwanken ſchien?‟ Es
kann auch kaum gezweifelt werden, daß die hervorragende Rolle,
die England in den letzten Monaten in der internationalen
Poli=
tik und vor allem in Lauſanne geſpielt hat, nicht zuletzt der
Tatſache zugeſchrieben werden muß, daß England auf all dieſen
Konferenzen von einer Regierung vertreten war, von der die
Welt ſehr wohl wußte, daß ſie in der Tat die Meinung der
ge=
ſamten britiſchen Nation hinter ſich hatte. „Bei all ſeinen
poli=
tiſchen Talenten und Vorzügen”, meint der „Spectator” treffend,
„hätte ſelbſt Macdonald nie das erreichen können, was er erreicht
hat, wenn er nicht die Möglichkeit gehabt hätte, im Auslande
ſtets als Sprecher der geſamten Nation aufzutreten.”
Es iſt wahr, in Fragen der Abrüſtung, Indiens
und Irlands liegt weit weniger Grund zur Befriedigung vor,
als in anderen Dingen. Doch ſelbſt bei Behandlung dieſer
heikel=
ſten und ſchwierigſten Probleme iſt die Nationale Regierung ſtets
weſentlich energiſcher und geradliniger vorgegangen, als ſämtliche
früheren Regierungen, ob Konſervativ oder Labour, es vor ihr
je getan hatten. In Ottawa und auf der kommenden
Weltwirt=
ſchaftskonferenz beabſichtigt die britiſche Regierung reſolut das
Problem der Geſundung der Weltfinanzen anzupacken.
Der Erfolg ihrer Bemühungen wird in weiteſtem Maße von
ſol=
chen Umſtänden abhängen, wie von den Ergebniſſen der
Ab=
rüſtungskonferenz, von der Regelung der Kriegsſchuldenfrage, vom
endgültigen Gelingen der Konvertierungsoperation und von
manch anderen wirtſchaftlichen Vorausſetzungen. Vieles iſt noch
in der Schwebe. Vieles muß noch geleiſtet werden. Doch die
Re=
gierung ruht keineswegs auf ihren Lorbeeren aus. Sie arbeitet
am Werk der wirtſchaftlichen Geſundung Großbritanniens und der
Welt rüſtig weiter. Und mit echt engliſchem Optimismus iſt ſie
voller Zuverſicht, daß dieſes Ziel ihr trotz aller gegenwärtigen
Schwierigkeiten letzten Endes dennoch gelingen werde.
Englands Außenhandel darf nicht gefährdet werden.
Erklärung an die Konferenz von Okkawa.
Ottawa, 30. Juli.
Der Ottawaer Konferenz wurde vom Führer der engliſchen
Abordnung eine längere Erklärung über den engliſchen
Außen=
handel mit den Dominions überreicht. In der Erklärung wird
u. a. feſtgeſtellt, daß ſich England in einer Lage befinde, in der
nichts erlaubt werden dürfe, was den engliſchen Außenhandel
mit anderen nicht dem Weltreich angehörenden Staaten
gefähr=
den könnte.
Die Erklärung gibt dann bemerkenswerte ſtatiſtiſche Zahlen
über den Handelsaustauſch zwiſchen den Dominions und England
wieder. Im Jahre 1930 hätten die Weltreichsſtaaten nahezu
130 Millionen Pfund mehr für den Handel mit dem Ausland
als für den Handel mit dem Mutterlande ausgegeben, während
England um faſt 100 Millionen Pfund Waren mehr von den
Dominions abgenommen habe, als vom Ausland. Die Waren
der Dominions würden gegenwärtig zu 90 v. H. zollfrei in
Eng=
land eingeführt, während 70 v. H. der ausländiſchen Waren
ver=
zollt werden müßten. Andererſeits gebe es für engliſche Waren
ſo gut wie keine Zollfreiheit in den Dominions. England habe
für die Förderung des Handels der Dominions ungeheuer viel
getan. Es habe viele Waren abgenommen, für die ſonſt kaum
ein Markt in der Welt zu finden ſei. Vor dem Kriege ſei etwa
die Hälfte des in Ueberſee befindlichen engliſchen Kapitals im
Weltreich angelegt geweſen. In den Jahren 1919 bis 1931 habe
ſich die Kapitalanlage im Weltreich auf etwa zwei Drittel der
Geſamtſumme erhöht. Zum Schluß wird erklärt, daß England
von den Dominions einen vernünftigen niedrigen Zollſatz für
ſeine Waren fordere, damit dieſe zu guten Bedingungen
konkur=
rieren könnten.
u* Aſt wieder: Der Pharaonen letzte Fahrk!
ſt Sſturden ſich um und umdrehen in ihrem Grabe
Zeun iſens hätten, die Pharaonen, Aegyptens große Könige.
Lan
ſte einſt, um ihre Balſamierung und ihre Gewänder
ſicteen, aus der Stille ihrer Pyramiden und
Toten=
füftel rhorgeholt. Der europäiſche Weſten ſtörte die
Toten=
ju he i0 Könige. Man ſchaffte ſie in die Muſeen von Kairo
der M London oder Berlin. Da lagen ſie denn, wenigſtens
as
angeht, in einem würdevollen Frieden, wenn auch
ter ᛋöhnlichem, aber immerhin luftdicht abſchließendem
„las.
nes Tages ein Umzug angeordnet wurde. Sie ſollten
auſoleum, eine Totenhalle, wo man die Großen
E9yRRs aufſtellen wollte. Das Mauſoleum hatte Zaghlul,
Sgyptiſche Nationaliſt, noch in Auftrag gegeben, ehe
MAonaliſten geſtürzt wurden. Ihre Nachfolger ſind nicht
uld Akauf, daß man den Führer der Nationaliſten zum
ſgarkulngen erhebt, was ja zweifellos geſchähe, wenn man
vGohellalein in ſeinem Mauſoleum aufbahrte. Erſt ſollten
We Ien. Männer des zeitgenöſſiſchen Aegyptens hier Platz
MudeemAcer man hat vergeblich nach den großen Männern
eic g is Zaghlul allein übrig blieb. Da entſchloß man
Nch 91Ahargonen zu den Zeitgenoſſen zu rechnen und ſie
DBhauſoleum zu ſchaffen. So geſchah es denn auch.
2das Unheil hat es anders beſtimmt: Das Mauſo=
NEIſ feucht. In wenigen Tagen ſind die Mumien der
ehatwen geſchimmelt und ſchlecht geworden. Nachts faulen
9Aann Tage trocknen ſie aus. Sie zerfallen zuſehends.
WBSenW an die Mumien retten will, die intereſſanteſten Zeugen
* INen ägyptiſchen Vergangenheit, muß man ſie ſchleunigf
DeoſRDe. Aber wohin? Es ſteht ſchon feſt, daß ſie wieder
möia”, die ruheloſen Könige. Hin und her hat man ge=
Snngslwoe ſie untergebracht werden könnten. Man hat keinen
Welatyltunden. Ein alter Fellache hat freilich der Regierung
Werata dies Mumien wieder in die Pyramiden zu ſtellen, die
Lingach uzumauern und Cocks Reiſeverkehr mit
Pyramiden=
enei iaey zu unterbinden: Dieſe Löſung wäre gewiß die
ein=
achſtes 3 auch die würdigſte für die großen Könige einer
gaugſchd ewangenen Zeit. Ob ſie jetzt wirklich ihre letzte
jahrteltn!
imem Londoner Gericht hatte ſich ein Taxenchauffeur zu
ten. Nicht, weil er jemanden über= oder angefahren
t, weil er einen Zuſammenſtoß mit einem anderen
Fuhr=
e geführt hatte, nicht, weil er zu ſchnell oder auf der
eſtte der Straße gefahren war, ſondern einzig und allein
il eig Polizeibeamter in Zivil, der ſeine Droſchke zu
ſaten Fahrt benutzt hatte, feſtgeſtellt hatte, daß der
Wagen keinen — Chauffeurſpiegel beſaß. Und ein ſolcher Spiegel
iſt in einer Lohndroſchke, wie der Richter in der
Urteilsbegrün=
dung erklärte, eine nicht zu umgehende Notwendigkeit angeſichts
der Tatſache, daß in der letzten Zeit auch in England die
Berau=
bung der Taxenchauffeure überhand genommen hat. Das Fehlen
des Spiegels ſei für unlautere und verbrecheriſche Elemente
ge=
radezu ein Anreiz zu einem Raubüberfall, der in den meiſten
Fällen den Behörden nur Mühen und Koſten verurſache, ohne
je=
mals aufgeklärt zu werden. Der Spiegel ſei demnach eine
Not=
wendigkeit auch im Intereſſe des Staates, deſſen Geldmittel nicht
ſo umfaſſend ſeien, daß er ſich den Luxus koſtſpieliger vergeblicher
Kriminalunterſuchungen leiſten könne. Und ſo mußte der
ange=
klagte Chauffeur eine Geldbuße von 10 Schilling entrichten.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Von der Univerſität Gießen Die venia legend
wurde erteilt dem Aſſiſtenten am Phyſiologiſchen Inſtitut unſerer
bei der Mediziniſchen
Univerſität Dr. Martin Behren.
Fakultät für das Fach der phyſiologiſchen Chemie: der Dr.
Eli=
ſabeth Lippert bei der Philoſophiſchen Fakultät, I. Abtl., für
das Fach der Pſychologie und Pädagogik.
Mit der Auguſt=Nummer beenden Weſtermanns
Monats=
hefte ihren 76. Jahrgang, der ſich würdig dem Jubiläums=
Jahr=
gang angeſchloſſen hat. Es iſt erſtaunlich, was in den 12 Heften
eines Jahrgangs alles geboten wird. Kein Gebiet, das
über=
gangen worden iſt. Er bringt eine ſorgfältige Auswahl Romane
und Novellen, kritiſche Beſprechungen von Aufführungen
bedeu=
tender Werke, eine große Anzahl hervorragender Abhandlungen
über alle Wiſſensgebiete, die vollendetſte Wiedergabe der beſten
deutſchen und ausländiſchen Kunſt. Das deutſche Volk darf ſtolz
ſein, eine ſo ſchöne Zeitſchrift, die ein wirkliches Spiegelbild
deut=
ſcher Literatur, Kunſt, Kultur und Wiſſenſchaft iſt, zu beſitzen. Noch
im Auguſt erſcheint die Septembernummer als erſtes Heft des
neuen Jahrgangs, gewiß für viele ein Anlaß, Weſtermanns
Mo=
natshefte zu beſtellen, ſie werden ihnen viel Freude bereiten.
(Verlag Georg Weſtermann in Braunſchweig.)
Flammen über Danzig. Von Lya Eſch. (Verlag Ernſt Ewert=
Kaſſel.)
Das iſt ein gutes und tapferes Buch einer jungen
vielver=
ſprechenden Dichterin, die 1902 geboren, im vorigen Jahre in
Kaſſel infolge eines Unglücksfalles verſtarb. Lya Eſch hatte bisher
nur einige kleine Skizzen veröffentlicht und „Flammen über
Dan=
zig” iſt ihrem ſchriftſtelleriſchen Nachlaß entnommen. Es iſt
intereſ=
ſant, aber unweſentlich, daß die junge Dichterin Danzig, der
Stadt, in der ihr Roman ausſchließlich ſpielt, ſelbſt nie geſehen
hat. Mag dadurch manches örtlich ungenau ſein, die ſtarke
dich=
teriſche Geſtaltung des Stoffes, die reife Charakterzeichnung des
Helden ihres Romans, des Hauptmanns Uphagen, der einen zähen
Kampf gegen das Polentum führt, und geht er ſelbſt auch
zu=
grunde, dem Sieg des Deutſchtums den Weg ehnet, wird dadurch
nicht beeinträchtigt. Ein ſtarkes Buch! In der Tat. Ein
Be=
kenntnisbuch, und ein ſolches, das den Helden nicht glorifiziert,
ſondern mit all ſeinen menſchlichen Schwächen zeichnet. Ein Buch
auch, in dem nicht nur gegen Bedrücker und Feinde opfervoll
ge=
kämpft wird, ſondern auch für, gegen und mit der Liebe! Die
Autorin müßte keine Frau ſein. Aber auch dieſes Thema ernſt
und ſtark behandelt!
* Hans Reitz, Genius Loci. Verlag Hermann Böhlaus Nachf.,
Weimar.
Die Gedichtreihe, die hier als Gabe zum Goethe=Gedenkjahr
vorgelegt wird, iſt auf den Spuren Goethes entſtanden und an den
Orten, wo er einſt geweilt, gekämpft, geſonnen und geliebt hat:
Frankfurt, Elſaß, Schweiz, Weimar, Venedig, Marienbad, um
einige Stätten zu nennen, an denen der Verfaſſer der Umwelt des
Dichters nachgegangen iſt, beſtrebt, noch einen Hauch des
unſterb=
lichen Lebens zu empfangen. Die einfühlende Hingabe an einen
Großen ſpricht aus den Gedichten und verleiht ihnen ihren beſten
Wert.
Georg Freiherr v. Ompteda: „Bergkrieg” mit 18
Kampfaufnah=
men von der Alpen=Front Kartoniert 5 RM. (Verlag
Tradi=
tion, Wilhelm Kolk, Berlin SW. 68.)
Der Verfaſſer führt uns in dieſem ſeinen letzten Werk, das
der Verlag Tradition in einer würdigen Ausſtattung
herausge=
bracht hat, wiederum hinauf in die Welt des ewigen Eiſes.
„Bergkrieg” iſt kein Kriegsbuch ſchlechthin, es iſt ein Werk, bis
zum Berſten gefüllt vom ewigen Kampf um die Eisflanken und
Gletſcher, um die Wände und Kamine der Berge. Hier wird
be=
richtet von den faſt unbekannt geblieben Kämpfen an der Alpen=
Front, die ſich in dieſem Buch in einer endloſen Kette
verwege=
ner Abenteuer entrollen. Ompteda ſchildert die Kaiſerjäger und
Standſchützen der öſterreichifchen Front und ihre Gegner, die
Kerntruppen des italieniſchen Heeres, die Alpinis und
Berſaglie=
ris Um jeden Gipfel, um jede Eiswand wird hier mit einer
grimmigen Luſt am Kampfe mit einer ſelbſtverſtändlichen
Ver=
achtung aller Gefahren, die dieſen Bergſöhnen hüben und drüben
eigen iſt gefochten. Es bricht in dieſem Buch immer wieder als
ſtarker Hintergrund hervor: das Lied von der majeſtätiſchen
Schönheit der ewigen Berge.
* Friedrich Michael: „Die gut empfohlene Frau”, Roman. (
Ver=
lag Rötten u. Loening, Frankfurt.)
Dieſer Roman iſt ebenſo eigenartig erfunden wie feſſelnt
und mit Delikateſſe geſchrieben. Er verbindet pſychologiſche
Ver=
tiefung mit dem leichten Ton eines Erzählers von ſeltener
Grazie. Er berichtet von einer Frau, deren Weſen Neugier
und Senſation iſt die nur die Begehrlichkeit des Kopfes aber
keine leidenſchaftliche Hingabe kennt. Spieleriſch verliebt in
das abenteuerliche Leben eines Don Juan, den ſie zu ihrem
zweiten Gatten auserſehen hat, unwert der großen Neigung ihres
erſten Mannes, der ſie in beſter Abſicht der Liebe ſeines
Nach=
folgers empfiehlt und dadurch aufs neue in ihren Lebenskreis
gezogen wird, führt ſie zwiſchen dieſen beiden Männern ein
ſon=
derbares Liebesdaſein, aus Wunſch und Wirklichkeit gemiſcht. in
Tragik endend. —
Alfred Bier: Die ſchönſten Bepflanzungen für Balkons und
umge=
Lauben. 16.—20. Tauſend, mit 120 Abbildungen, vollſtändi
arbeitet, ſoeben in Neuauflage erſchienen. Preis broſch. 2=RM.
Ge
nen geb. 3 RM., zuzüglich je 30 Pf. Porto. Erfurter
Ni
r im Obſt= und Gartenbau. Verlaa Martin Luther, Erfurt.
Ein Buch, das jedem Blumenfreund ausführliche Anleitung gibt
und ihm die Möglichkeit bietet, viel Freude zu erleben.
Seite 4 — Nr. 211
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Hedi Breuninger
Oarl Happel
Verlobte
Camberg i. Ts.
Taubstummeninstitut
Darmstadt
Holzhofallee 25
Käthe Eymann
eonhard Becker
Verlobte
Jull 1932
Altleiningen (Pfalz) Darmstadt, Geistberg 6
Todes=Anzeige.
Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unſere gute
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter u. Urgroßmutter
Drau Georg Brfroric Sane 1.
im 84. Lebensſahr zu ſich zu rufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Albrecht.
(10832
Groß=Bieberau, den 29. Juli 1932.
Beerdigung Montag, den 1. Auguſt, nachm. 1 Uhr.
Dankſagung.
(Statt Karten.)
Herzlichen Dank für die uns beim Hinſcheiden
unſerer lieben, unvergeßlichen Mutter erwieſene
Teilnahme, für die ſchönen Blumenſpenden und
das ehrenvolle Geleit zur letzten Ruheſtätte.
Beſonderen Dank Herrn Pfarrer Irle für die
troſtreichen Worte.
Adam Darmftädter und Frau
Reinhard Darmſtädter und Frau.
Statt Karten.
Dankſagung.
Für die ſo überaus zahlreichen
Be=
weiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Heimgange unſerer lieben Mutter
Frau Kath. Ph. Weber III. Ww.
ſagen wir hiermit innigſten Dank,
insbeſondere Herrn Pfarrer Erkmann
für die troſtreichen Worte am Grabe
und der Krankenſchweſter Viktoria.
Für die trauernd Hinterbliebenen:
Familie Friedrich Weber, Darmſtadt
Familie Kath. Enz, geb. Weber,
Gräfenhauſen
Familie Ph. Weber, Wixhauſen
Familie Gg. Weber, Wixhauſen.
Wixhauſen, den 31. Juli 1932.
Für das mitfühlende Gedenken
beim Heimgange unſerer lieben,
guten Entſchlafenen ſprechen
wir hierdurch unſeren
herz=
lichſten, tiefempfundenen Dank
aus.
Philipp Herrmann.
Darmſitadt, den 30. Juli 1932.
Ahaſtr. 24.
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Dr. Reup
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Grafen Otto zu Erbach=Fürſtenau
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findet am Dienstag, den 2. Auguſi 1932 ſiatt.
Die Feier beginnt um 2 Uhr nachmittags mit
einem Trauergottesdienſt in der Michelſtädter
Stadtkirche.
Gräflich Erbach=Fürſienauiſche
Rentkammer.
wenn ste auf hygienischem Gebiet mit der Zeit geeu
Der verjungende Einfluß neuzeitlicher Methoden en
leugnet sich nicht: Durch Fortfall der früher üblick,
Beschwerden, verbunden mit Unsicherheit,
Verk-
derung, seelischer Depression etc. gewinnt au
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verschafft die Reform-Damenbinde „Camell /
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kennt, verlangt ausdrücklich „Camella”.
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den in u. auß. d.H.
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J. n. noch Kund. i
u. auß. d. Hſe. an.
Off. u. 3. 94 Gſch.
MTNNLIcR
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der Mode beseitigt ein guter Geschne
Auswüchse an den Zehen
beseitigt aber nur „LEBEWOHL‟"
Gemeint ist natürlich das berühmte von Weieie
emptohlene Hühneraugen-Lebewohl und Lebewohl-"
scheiben, Blechdose (8 Pflaster) 68 Pfg., Lebewohl--"
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dörferstr. 5; Chr. Schwinn Inh. W. Reich, Drog., Rie
Drog: Ph. Secker NH., Ludwisshöhstr. 19 4
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
DOllIHIOT4
UTT
wird eine 3: Pfg.-Zigarette von den Rauchern
be-
geistert aufgendmmngn.
Salem ist also richtig, denn-jahrads, jahrein raucht
Dan überai
LeR
die milde 84
ON
gtrag, 31. Juli 1932
Nr. 211 — Seite 5
Ril
Aus der Landeshaupkſkadt.
Darmſtadt, den 31. Juli 1932.
Darmſtadks „jüngſter” Ehrenbürger.
ewbürgermeiſter Mueller hat an Herrn Geheimrat
wig Hoffmann.
Be
lin, folgendes
Feſttele=
erichtet: „Die Heſſiſche Landeshauptſtadt beglückwünſcht
ſer ühmten Sohn aufs herzlichſte zum 80. Geburtstag und
hm hierdurch in dankbarer Anerkennung ſeiner hervor=
Leiſtungen im Dienſte der Reichshauptſtadt und des
Baterlandes das Ehrenbürgerrecht, gez.: Oberbürger=
Mueller.”
Der Glückwunſch des Staatspräſidenten.
fin 80. Geburtstag entbiete ich dem erfolgreichen und welt=
Baumeiſter im Namen der heſſiſchen Heimat herzliche
„id Segenswünſche.
Dr. Adelung, Staatspräſident.
Seſtrigen Notiz ſei noch bemerkt, daß Geheimrat
Lud=
riann im Hauſe Schützenſtraße 5, das ſeinem Vater, dem
Politiker und Präſidenten der Heſſiſchen
Ständekam=
nul Johann Hoffmann, gehörte, geboren iſt, und daß es
nachträgliches Geburtstagsgeſchenk für den berühm=
Darmſtadts wäre, wenn die Stadtverwaltung an deſſen
hrus eine Gedenktafel anbringen ließ
0äähriges Dienſtjubiläum Verwaltungsoberinſpektor Carl
Delte
ickt am 3. Auguſt d. J. im Alter von 60 Jahren auf
äsrige Dienſtzeit bei dem Städt. Tiefbauamt zurück.
ſSigkeiten im Verein mit unausgeſetzt ſorgſamem
Stre=
nit anerkannter Pflichttreue ließen ihn im Laufe der
jetzige Stellung erreichen. Außer der Anerkennung
ſei=
ſetzten ziert die Amtstätigkeit desſelben überdies die
ßkät und Anhänglichkeit ſeiner Kollegen, ſowie der Ar=
— und die Achtung aller der Geſchäftsleute die mit
ſäüt. Tiefbauamt in Verbindung ſtehen. Neben ſeinem
9unal /
ſarten Dienſt beim Tiefbauamt war ſeine Arbeitskraft
Ril Eert
ſeit Jahr und Tag der privaten Wohltätigkeit in
um=
tgsſtem Maße gewidmet. Mit aufrichtigem, perſönlichem
hat er 18 Jahre lang opferfreudig erſprießliche Ar=
2mei
u— Bewältigung der Aufgaben der Volksküche geleiſtet,
Geſundheitsrückſichten nunmehr aufzugeben gezwungen
—7 opferfreudigen Helfer in Elend und Not von
Pri=
iuw an ſeinem Ehrentage vielerſeits dankbar die Hand
qyerden.
ihk5jäihriges Hebammenjubiläum. Am 1. Auguſt d. J. ſind
hre, daß Frau Anna Vierheller, hier, Holzſtraße 26,
als Hebamme ergriffen hat. Möge es ihr auch
fürder=
ppörnt ſein, ihren Beruf ebenſo pflichtbewußt und mit all
nikeit wie ſeither auszuüben.
Eirekanntgabe der Wahlreſultate durch den Wahldienſt des
miiter Tagblatts” erfolgt durch Anſchlag in nachſtehenden
auike‟
exaurants und Hotels: Ernſt=Ludwig, Herrngarten=Café
eig1 1)
ſon=Café, Bahnhofsreſtaurant, Barths Weinſtube,
Ben=
rant, Hotel), Brauerei Krone, Brauerei Wagner/Anker
Hieiente
WVeinſtube, Knauf (früher Prinz Heinrich), Ratskeller,
Rehberger, Reichshof. Rummelbräu. Schloßkeller,
Ko., Hotel Traube / Scheuerhof.
eſ iſche Landesbibliothek. Wegen des Umzuges der
Ver=
nrrume, der Kataloge und der Ausleihe wird die Lan=
Ein
ttek vom 10. Auguſt ab auf 3—4 Wochen geſchloſſen ſein.
jaeer und Benutzer werden auf die Schließung ſchon jetzt
gemacht damit ſie ſich zeitig mit der für ſie
notwen=
te atur verſehen können. Die neuen Räume der
Landes=
ſollen der Oeffentlichkeit anfangs September
über=
irven.
ſeßiſches Landestheater. Die Mietabteilung gibt außer
6illlietpreiſen auch das Perſonalverzeichnis und den
ar für die Spielzeit 1932/33 koſtenlos ab.
Mietanmel=
en
zewenlingwetngeelbſt werktäglich von 9 bis 13.30 Uhr.
(Ezn erſpielzeit Kleines Haus. Heute, 20 Uhr. Gaſtſpiel von
., kau m/Fraſch=Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger
Lan=
in dem Luſtſpiel „Die fünf Frankfurter” von Carl
Mößlech ſrür die Aufführung des Gießener Stadttheaters iſt
äntereſſant, daß die Hauptdarſteller — Salomon und
nſell
wirklich Frankfurter ſind. Auch das „Lottchen”, die
ſiengsrSachter der Rothſchilds, iſt eine echte Wienerin. Eine
Ite
vollendete Aufführung, die überall den herzlichſten
Leſuunden hat. Spielleitung Karl Volck. Die nächſte
Wie=
mhotzly Findet Dienstag, den 2. Auguſt, ſtatt.
billigen Ferienfahrten der Köln=Düſſeldorſer gehen
git Bira chſten Woche zu Ende. Außer den um 50 Prozent er=
Fahrten mit den fahrplanmäßigen Schiffen um 7 und
Uhſen WWochentagen, werden am Mittwoch, den 3. und Sams=
Auguſt, nochmals ganz billig; Ferienfahrten ausge=
Mittwoch verkehrt ein Sonderſchiff um 9.30 Uhr nach
edetinlbach, Lorch und Bacharach, das um 19 Uhr wieder in
rifft. Zu der feierlichen Enthüllung des im Märchen=
Niederheimbach geſchaffenen Denkmals der Brüder
nktläurt am Samstag, um 13 Uhr, ein Sonderſchiff nach
unlbach und nach Beendigung, der Feier von dort wieder
nach Mainz zu=uck, wo die Ankunit nach 22 Uhr
er=
re. Trotz des wirklich ni=drigen Preiſes wird das große
Avon einer Muſikkapelle begleiter ſein. Um einer
Ueber=
er
Ferienſchiffe vorzuh ugen, empfiehlt es ſich, die
Fahr=
einer; Worverkauf bei der Mainzer Agentur G. L. Kayſer zu
Fräbſen.
w heum: „5 Songs” und Revue=Ballett Raimonda.
A
vel! Nach 14tägiger Pauſe beginnt das Orpheum
enstag, 2. Auguſt, mit einem für die
Sommerſpiel=
ächſt
hen erregenden Doppelgaſtſpiel: die ausgezeichneten und
m Norddeutſchland ſehr bekannten und beliebten Jazz=
—„5 Songs” (vormals Abels), die ihre hinreißende
terrn abend allen Radiohörern von Bad Kreuznach aus
haben, ſtellen ſich ab Dienstag perſönlich dem p. t.
arn
tm Publikum vor. Die geſamte in= und ausländiſche
Frefft
igt den Sängern rückhaltlos, u. a. wie folgt: „
Dres=
ſihenert ua richten”; das Publikum wollte ſie nicht von der
eiei Sührft
g=
ehen laſſen. . . . — „Königsberger Allgemeine Zeitung”:
.
ſit das Höchſte erreicht!“
Kaſſeler Poſt
Stadt=
ureckiſtgluſſtige variantenreiche muſikaliſche Törtchen.
begeiſtern mit ihrem brillanten
nzeißl ffr Wuppertal”
..
iu timlinenra
zu ſtürmiſchen Dacapo=Wünſchen . . . eine
. . Kunſt erſten Ranges! uſw. uſw.
ſiearmiye Spezialität .
die als die beſte
ſie limonda=Ballett=Revue.
dirltruppe gilt bietet in jeder Beziehung das
höckl und Neueſte mit ausgeſucht hübſchen Girls und
pracht=
leßz usſtattung! Alles in allem; ein phänomenaler
Spiſelmn! (Siehe Anzeige.)
In 100 Kilometer=Geſchwindigkeit nach Frankfurt a. M.
Inbekriebnahme des erſten dieſelelekitiſchen Triebwagens in Deutſchland.
Eine angenehme Neuerung.
** Die Welt wird immer kleiner und die Entfernungen
immer kürzer, das heißt, die fortſchreitende Technik überwindet
immer mehr Zeit und Maß.
Den heutigen Anforderungen, dem Grundſatz „Zeit iſt Geld‟
trägt auch die Reichsbahn in weiteſtem Maße, Rechnung.
In
ihrem Fahrplan hat ſie eine möglichſt ſchnelle und bequeme
Be=
förderung der Reiſenden vorgeſehen. Auf der Strecke Frankfurt—
Darmſtadt und FrankfurtMainzWiesbaden iſt von der
Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. im Einvernehmen mit der
Reichsbahndirektion Mainz eine angenehme Neuerung getroffen.
Erſtmalig in ganz Deutſchland verkehrt auf dieſer Strecke, ein
ſchwerer dieſelelektriſcher Triebwagen für den Perſonenverkehr.
welcher von der Eiſenbahn=Verkehrsmittel=AG., Berlin. Werk
Wismar, in Verbindung mit den Maybach=Motorenwerken
Fried=
richshafen erbaut worden iſt.
Schon rein äußerlich bieten die Wagen einen gefälligen
An=
blick, in ihrer weiß=braunen Farbe erinnern ſie unwillkürlich an
die Wagen des Rheingoldzuges. Eine tadelloſe Federung und
geräuſchloſes Fahren macht die Reiſe in den ſchönen Wagen zu
einer reinen Freude. Zweck des Einſatzes dieſes Wagentyps iſt,
die Fahrt (z. B. nach Frankfurt) ſo kurz wie möglich zu
geſtal=
ten, der Triebwagen kann die Strecke Darmſtadt—Frankfurt in
Minuten zurücklegen. Ein Dampfzug kann auf einer ſo
ver=
hältnismäßig kurzen Strecke nicht die volle Geſchwindigkeit aus=
Sommer=Ausſtellung Makhildenhöhe.
Weitere Berichte der auswärtigen Preſſe über die
diesjäh=
rige Sommer=Ausſtellung auf der Mathildenhöhe Die „Kaſſeler
Neueſten Nachrichten” ſchreiben: „Auf der „Akropolis” im
Aus=
ſtellungshaus neben dem monumentalen Hochzeitsturm hält die
„Darmſtädter Gruppe” von Malern und Bildhauern wieder eine
Ausſtellung, deren Kern das Ergebnis einer reizvollen Idee iſt.
Zwölf Maler und ein Bildhauer ſtellen zwölf Porträts einer
Frau aus. „Zwölf Maler malen eine Frau”, Frau Dr. H., eine
überlegene, raſſige Frau, mit herben, geiſtvollen Zügen, die ſchon
in den Photos von Grete Schüler rätſelhaft den Ausdruck
wan=
deln. Wenn ſchon die Frau jedem Maler in jeder Haltung ein
anderes Geſicht bot, ſo brachte die verſchiedene Auffaſſung der
einzelnen Künſtler dieſe einzige Frau in zwölf zauberhafte
Ver=
wandlungen. Eine Metamorphoſe wie aus einer Fabel!”
Die
„Bayeriſche Staatszeitung”, München, ſchreibt unter anderem
Ein bemerkenswertes Experiment hat unter dem Motto „Zwölf
Maler malen eine Frau” die Darmſtädter Gruppe in den
Mittel=
punkt ihrer Ausſtellung auf der Mathildenhöhe geſtellt. Dabei
handelt es ſich nicht ſo ſehr um einen Wettſtreit innerhalb der
Porträtkunſt (wie bei dem Pariſer Vorbild dieſes Wettbewerbs),
als darum, im Rahmen der gleichen Aufgabe die individuellen
Möglichkeiten der beteiligten Künſtler zu veranſchaulichen.
Tat=
ſächlich ſind denn auch die wenigſten der 12 Bildniſſe
porträt=
ähnlich im engeren Sinne, dagegen iſt in allen die ſeeliſche
wie die motiviſtiſche Ausdeutung der Modelle gelungen.
Inter=
eſſant in ihrer ſtarken Gegenſätzlichkeit ihrer
echnik ſind vor
allem zwei Bilder der Gruppe, das des Prof. Plenk=Darmſtadt,
als ein Werk von letzter akademiſcher Akkurateſſe und das in
zarte Lichter getauchte, ſchemenhaft zerfließende Gemälde von
Erich Martin=Offenbach. — Auch ſonſt, außerhalb dieſes
Wett=
bewerbes der Zwölf, iſt die Ausſtellung bedeutend.”
Städt.Ratslelleri, Saalbau Gaststätte
10830
Laufend Bekanntgabe der Wahlresultate.
Bes. auserlesene Mittag- und Abendessen zu billigsten Preisen
Heag=Honderfahrken.
Das neue Monats=Fahrten=Programm für Auguſt iſt bereits
erſchienen, und ſind eine Anzahl ſchöner Nachmittags= und
Tages=
fahrten vorgeſehen. Am Mittwoch, den 3. Auguſt, findet eine
Nachmittagsfahrt über Lindenfels Fürth, durchs Weſchnitztal.
Birkenauer Tal, nach Weinheim und die ſchöne Bergſtraße zurück
nach Darmſtadt ſtatt.
Der Sonntag, den 7. Auguſt, iſt dem ſonnigen Neckar
ge=
widmet. Die Fahrt führt über Michelſtadt, Erbach, durch das
Kailbacher Tal nach Eberbach a. N., aufwärts nach Kochendorf,
mit Gelegenheit zur Einfahrt in das Salzbergwerk und
Beſich=
tigung desſelben. Mittageſſen findet in Kochendorf ſtatt, der
Nach=
mittagskaffee wird in Wimpfen, im Mathildenbad, eingenommen.
Die Rückfahrt über Bad=Wimpfen, Rappenau, Sinsheim,
Neckar=
gemünd, die Bergſtraße zurück nach Darmſtadt.
Beſonders die letzte Fahrt verſpricht ſehr viel Abwechſlung.
Alles Nähere aus der heutigen Anzeige erſichtlich.
Von der Höheren Landesbauſchule. Mit dem geſtrigen Tage
Eine kurze Feier, umrahmt von
ſchloß das Sommerſemeſter 1932.
Geſängen des neu gegründeten Chors unter Leitung von Herrn
Studienrat Röhrich, bildete den Schlußakt. Der Direktor der
Anſtalt. Herr Oberſchulrat S.chneid, ließ in einer Rückſchau die
Ereigniſſe des Semeſters vorüberziehen, deren Höhepunkt die
Stu=
dienausflüge der oberen Klaſſen und die erfolgreiche Ausſtellung
Prüflinge in der
Hochbauabtei=
im Gewerbemuſeum waren. 3
lung und 20 in der Tiefbauabteilung haben, teilweiſe mit
Aus=
zeichnung, die Schlußprüfung beſtanden. Möge ihnen bald ein
Das
Winter=
angemeſſener Wirkungskreis beſchieden, ſein
ſemeſter 1932/33 beginnt am 3. Oktober 1932. Aufnahmen können
noch in alle Klaſſen erfolgen. Das Schulgeld iſt weſentlich
herab=
geſetzt worden. Anmeldungen ſind an das Sekretariat der Höheren
Landesbauſchule, Neckarſtraße 3. Fernruf 1462, zu richten.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 31. Juli 1932 folgende Aerzte zu deſſen Vertretungg bereit:
Dr. med. Draudt., Heinrichsſtraße 17, Telephon 2520; Dr. med.
Hein, Hermannſtraße 25, Telephon 281; Dr. med. J. Stern,
Wendelſtadtſtraße 5, Telephon 1260.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 31. Juli bis 7. Auguſt:
Apotheke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtraße 9, Einhornapotheke,
Kirchſtraße 10½.
nutzen, da er zur Erreichung der Höchſtſchnelligkeit eine gewiſſe
Zeit braucht. Man hat mit dem Verkehr dieſes Eiltriebwagens
der ſeit geſtern täglich, zunächſt allerdings nur 21,32 Uhr ab
Darmſtadt läuft, ſehr gute Erfahrungen gemacht.
Zwei weitere Wagen werden vorausſichtlich in Kürze
fol=
gen.
Dieſe drei ſollen dann den Dienſt der bisherigen
Dampf=
kleineilzuge übernehmen. Sie werden eine Geſchwindigkeit von
95—100 Kilometern entwickeln. Der Fahrbereich beträgt rund
700 Kilometer. Die Wagen laufen mit Anhänger.
Der Triebwagen hat eine Länge von 22,13 Metern. Er
ent=
hält 16 Plätze 2. Klaſſe und 56 Plätze 3. Klaſſe und einen
klei=
nen Gepäckraum. Das Gewicht des Wagens beträgt rund
Tonnen. Die Heizung geſchieht durch das Motor=Kühlwaſſer. Die
Beleuchtung iſt elektriſch.
Der Antrieb beſteht aus einem 12=Zylinder=Maybachmotor
von 410 P8 bei n
1400 Umdrehungen. Der Motor iſt
ge=
kuppelt mit einem Generator, der 2 Fahrmotoren von je 154 Kwh
Leiſtung ſpeiſt.
Die Steuerung des Triebwagenzuges kann ſowohl vom
Trieb=
wagen als vom Anhänger aus erfolgen, ſo daß ein Wenden nicht
notwendig wird.
Die Anhänger ſind in 2 Typen vorgeſehen und haben
ent=
weder einen Faſſungsraum von 81 Plätzen 3. Klaſſe oder von 48
Plätzen 3. Klaſſe und 23 Plätzen 2. Klaſſe. Das Gewicht
be=
trägt dementſprechend 41,5 oder 43,3 Tonnen. Die Heizung
ge=
ſchieht durch Warmwaſſer. Die Beleuchtung iſt ebenfalls
elek=
triſch.
Die Ausſtattung iſt im übrigen in der Art der
neuzeit=
lichen Eilzugwagen ausgeführt.
Merck-Goethe=Ausſtellung.
Von der Ausſtellungsleitung wird uns geſchrieben: Die
Merck=Goethe=Ausſtellung, findet in der geſamten deutſchen Preſſe.
einen außerordentlich günſtigen Widerhall. Alle Preſſeſtimmen
loben die Einſicht, mit der man ſich darauf beſchränkte, eine
„Darmſtädter Goethe=Ausſtellung und nicht eine „Goethe=
Aus=
ſtellung in Darmſtadt” zu zeigen.
Es war allen Beteiligten klar, daß die Aufmerkſamkeit des
größeren Teils des Publikums heute anderen Dingen
zuge=
wendet iſt als ſolchen, welche eine gewiſſe Beſchaulichkeit, ein
Verſenken in eine zurückliegende und glücklichere Zeit erfordern.
Von dieſem Geſichtspunkt aus iſt der Beſuch der Ausſtellung
durch=
aus gut und zufriedenſtellend. Das aber, was volkommen
fehlt, iſt die größere Maſſe des Darmſtädter
Bür=
gertums. Gerade doch die Kreiſe, die ſtets von einem
ge=
wiſſen und berechtigten Lokalpatriotismus erfüllt ſind. Wo aber
könnte man ſtolzer auf „ſein Darmſtadt” ſein, als in der Merck=
Goethe=Ausſtellung?
Merck fühlte ſich unglücklich weil nur eine dünne
Ober=
ſchicht gebildeter Menſchen ihn begreifen und verſtehen konnte.
Der Reſt lief achtlos neben ihm her — beleidigte d.
rch ſeine
00 Jah=
Trägheit ſeine empfindſame Seele. Nachrund 1
ren wird ſich in der geiſtigen Haltung der Menſchheit doch
ſicher ſo viel geändert haben, daß nicht noch einmal
nur wenige ihn beſuchen ...
Es wird in dieſer Ausſtellung ſo
viel allgemein Gültiges geſagt, abgeſehen vom lokal
Gebunde=
nen, daß man um deswillen ſchon einmal den „weiten: Weg zur
Kunſthalle am Rheintor antreten ſollte. Nun iſt auch ein
gefaß=
ter Führer erſchienen (erhältlich um wenige Pfennige in der
Ausſtellung), der alles Wichtige auf 7 Seiten ſagt.
Daß die Schulen, mit ganz geringen Ausnahmen, bisher
reſtlos verſagt haben, iſt für die Ausſtellungsleitung eine
ſchmerz=
liche Ueberraſchung, zumal gerade die oberſten Schulbehörden ihr
reges Intereſſe an der Ausſtellung und ihrem Beſuch bekundeten!
Hat „Geiſt” und „Bildung” heute wirklich einen ſo geringen
Handelswert?
Die Ausſtellung „Merck=Goethe” hatte bis jetzt zirka 3000
Beſucher, davon war der größte Teil Fremde. Wollen
die
Bei
Darmſtädter in ihrer eigenen Sache beſchämen laſſen?
Dingen, die, wenn die Ausſtellung geſchloſſen wird, wieder in
das Dunkel des Privatbeſitzes zurücktauchen und nie wieder
öffentlich gezeigt werden? Das kann nicht ſein, zumal der
Ein=
trittspreis nur wenige Pfennige beträgt.
„Alt=Darmſtadt”, Verein für Ortsgeſchichte und
Heimat=
kunde. Nächſter Vereinsabend Donnerstag abend 8.30 Uhr im
Fürſtenſaal. Grafenſtraße. Herr Wilhelm Kaminſky
berich=
tet „aus der Vereinsgeſchichte des Alt=Darmſtadt=Vereins einſt
und jetzt”. Gäſte ſind durch Mitglieder einzuführen.
Lokale Veranſtalkungen.
Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Techniſche Nothilfe. Montag, den 1. Auguſt, abends
8.15 Uhr, Monatsverſammlung im Odeon. Vortrag des Herrn
Reuſchling über „Mit deutſchen Lokomotiven auf dem Balkan”.
Im Herrngarten=Café heute von 11—12 Uhr
Frühkonzert. Nachmittags und abends Künſtlerkonzert. Bei
un=
günſtiger Witterung findet das Konzert in der Glasterraſſe ſtatt.
Bekanntgabe der Wahlreſultate.
Schuls Terraſſen=Keller. Heute Sonntag ſpielt
das Stadtorcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters. Willy
Schlupp. Für Bekanntgabe der laufenden Wahlergebniſſe iſt
beſtens geſorgt. (Siehe Anzeige.)
— Im Wiener Kronenbräukeller werden heute
abend laufend dieWahlreſultate durch Großlautſprecher im Garten.
bekannt gegeben. In der Zwiſchenzeit Schallplatten=Konzert.
(Siehe Anzeige.)
Orangeriehaus (Beſſunger Herrngarten). Heute
abend 8 Uhr großes Konzert mit Tanzeinlagen. Eintritt frei.
(Siehe heutige Anzeige.)
— Reſtauxant Sitte, Karlsſtraße 15; unter neuer
Führung (Inh. Franz Beuer): Bekanntgabe der Wahlergebniſſe
durch Lautſprecher
Vereinskalender.
118er=Ehrentag. Am 20 und 21. Auguſt
Ein=
weihung des Ehrenmals in Worms. Am Samstag
Begrüßungs=
abend. Sonntag 12.45 Uhr Antreten im Kaſernenhof. Zug zum
Ehrenmal und Einweihung. Ab 16 Uhr Konzert im
Feſthaus=
garten. Nähere Auskunft wird erteilt am Donnerstag, dem
4. Auguſt, ab 20.30 Uhr, im Kaiſerſaal.
Seite 6 — Nr. 211
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 31. Juli
Aus dem Wahlkampf.
Verſammlung des Chriſtlich=Sozialen Volksdienſtes.
* Am Vorabend der Wahl, am geſtrigen Samstag, fanden ſich
auf Einladung der Ortsgruppe Darmſtadt des Chriſtlich=Sozialen
Volksdienſtes deſſen Freunde im „Feierabend” ein, wo Herr Lehrer
Greb., Mainz=Weiſenau, der Spitzenkandidat des Volksdienſtes,
in einer öffentlichen Wahlverſammlung über das Thema:
„Der Chriſtlich=Soziale Volksdienſt und die Reichstagswahl‟
ſprach. Die Verſammlungsleitung lag in den Händen von Herrn
Dr. Sell.
Herr Greb ſprach zunächſt davon, daß zwar heute, bei dem
Haß und Unfrieden, der überall in Deutſchland herrſche, der
Chriſtlich=Soziale Volksdienſt, der übrigens mit der in Oeſterreich
herrſchenden Chriſtlich=Sozialen Partei (dem öſterreichiſchen
Zen=
trum) nichts zu tun hat, beſonders nötig ſei. Man ſollte heute
nicht mehr glauben, daß wir das Volk der Dichter und
Denke=
ſind. Die Menſchen haben Scheuklappen an, ſie prüfen nicht, was
hinter den Schlagworten ſteht, ſie haben jede Spur von
Sachlich=
keit verloren. Nur mit Gewalt will heute der eine den andern zu
ſeiner politiſchen Ueberzeugung bekehren. Der Chriſtlich=Soziale
Volksdienſt wendet ſich an die Seele in den Menſchen, er will nicht
die Macht haben, wie andere Parteien, ſondern er will dienen,
wie ſchon ſein Name ſagt. Es iſt nur zu verwundern, daß ſich die
Evangeliſchen ſo über den Volksdienſt aufregen, wie ja überhaupt
die Zerriſſenheit typiſch evangeliſch iſt. An dem Chriſtlich=Sozialen
Volksdienſt muß ſchon etwas daran ſein, da er ſo angegriffen
wird. Gerade weil der Volksdienſt ſich an die Seele im Menſchen
wendet, rüttelt er ihn auf. Der Volksdienſt will nicht
eine Partei ſein, ſondern eine Bewegung, er will
Funken hineinwerfen in die Seelen, damit dieſe ſich wieder
ein=
mal auch um andere Dinge kümmern. Die evangeliſchen Chriſten,
die noch wirkliches Chriſtentum in ſich ſpüren, müſſen ſich um die
armen Menſchen kümmern, auch um die Kommuniſten, die ja zum
großen Teil nur irregeleitet ſind und gar keine Kommuniſten
mehr wären, wenn ſie nur Arbeit hätten. Auch die Kommuniſten
ſind für uns Menſchenbrüder, denen man nicht den Schädel
ein=
ſchlagen darf, wenn man ſie überzeugen will. Die Grundlage,
aus der wir ſchöpfen, iſt das Evangelium, ſo brauchen wir
auch keinen Führer auf dieſer Welt, den wir als einen Götzen
an=
ſehen. Unſer Führer, zu dem wir aufſchauen, iſt nicht von un=
Der Volksdienſt iſt nicht ſo bekannt, weil unſere
ſerer Welt.
Preſſe nicht bekannt iſt und in der heutigen Zeit, bei der
wirt=
ſchaftlichen Lage, die Wenigſten ſich mehrere Zeitungen halten
können. Dieſe Einſeitigkeit der Unterrichtung wird ſich einmal
rächen. Unſere evangeliſche Kirche iſt zu ſpät gekommen in
vie=
len Dingen, auch in ihrer Stellung gegenüber dem
Nationalſozia=
lismus zögert ſie — mit Ausnahme der Badiſchen Landeskirche —
während das Zentrum ſofort und entſchieden Stellung genommen
hat. Wir wehren uns mit aller Entſchiedenheit dagegen, daß die
Kirche in Parteiuniform betreten wird, und wir ſind auch
da=
gegen, daß ein Pfarrer ſich öffentlich politiſch betätigt. Der
Pfarrer darf, wie jeder andere Deutſche, ſeine freie politiſche
Ueberzeugung haben, aber ſelbſt darf er nicht politiſch
hervortre=
ten. Das Zentrum, die katholiſche Kirche, ſteht feſt, von unſerer
evangeliſchen Kirche können wir das leider nicht ſagen. Wenn
wir das offen ausſprechen, ſo tun wir das nur in tiefer Sorge
um unſere Kirche. Es gibt leider heute in Deutſchland viel zu
wenig Feſte, bei denen die Politik ausgeſchloſſen iſt, wie z. B. bei
dem Frankfurter Sängerfeſt. Wir ſind der Anſicht, daß es am
mei=
ſten zur Entgiftung der politiſchen Atmoſphäre in Deutſchland
beitragen würde, wenn alle Demonſtrationen, alle
Parteiuniformen und auch alle Parteifahnen
verboten würden. (Lebhafte Zuſtimmung.) Wir ſind
gegen jeden Marxismus auf der rechten und auf der linken Seite.
Zwiſchen dieſen beiden Extremen gibt es viele Berührungspunkte,
ſonſt würde es nicht zu oft vorkommen, daß von der einen auf die
andere Seite hinübergewechſelt wird. Die Stellung zum
Zen=
trum iſt von unſerer Seite aus immer klar dargeſtellt worden.
Vir geſtehen dem katholiſchen Volksteil ohne weiteres zu. ſich
poli=
tiſch vertreten zu laſſen, aber wir verlangen dasſelbe Recht auch
für uns. Den Nationalſozialiſten gegenüber, deren Ziele zum
Teil außerordentlich gut ſind (Auftreten gegen Korruption,
außen=
politiſch endlich einmal „nein ſagen”), haben wir beſondere
Be=
denken auf den Gebieten, auf denen ſie nichts ſagen, oder das,
was wir hören wollen, verſchweigen, ſo z. B. auf dem Gebiet der
Schulfragen.
Der Redner beſchäftigte ſich dann eingehend mit der
Stellungnahme des „Evangeliſchen Bundes” hinſichtlich der
Na=
tionalſozialiſten und betonte, daß das Chriſtentum immer
noch über dem Volkstum ſtehe. Es wird in
Deutſch=
land immer nur von dem Führer geſprochen, nicht aber von
dem Führer, der über allem ſteht. Wir haben einen ganz an=
Wir haben
deren Führergedanken wie die Nationalſozialiſten!
von früher her ſtets der Befreiungspolitik eine beſondere
Auf=
merkſamkeit gewidmet und wichtige Anträge geſtellt, die unſere
nationale Geſinnung dokumentieren. Die heutige Regierung hat
etwas getan, was wir nicht billigen können. Die
Reichsregie=
rung durfte nicht, was ſie in Lauſanne getan hat, den Verſuch
machen, unſere Ehre mit Geld zurückzukaufen. Auch haben wir
nach den verſchiedenen Abkommen, die noch beſtehen, 13,8
Mil=
liarden zu zahlen, nicht nur die 3 Milliarden, von denen die
Regierung v. Papen ſpricht. Wir werden daher auch im
Reichs=
tag gegen den Vertrag von Lauſanne ſtimmen und ſtehen in
Oppoſition zu der Reichsregierung. Wir wollen nicht behaupten.
daß ſie ſachlich ſchon verſagt hat, aber ſie hat in kulturellen
Din=
gen eine Reihe von Verſprechungen gemacht, die ſie noch nicht
eingelöſt hat. Unſer Bedenken geht auch dahin, daß zunächſt
Preußen unter katholiſchem Einfluß ſteht v. Papen und Bracht
waren Zentrumsmänner, die maßgebenden Staatsſekretärpoſten
ſind katholiſch beſetzt — Wir wiſſen daß wir nicht ſo viele
Man=
date im Reichstag haben werden wie bisher, aber wir werden
vertreten ſein und unſere Vertreter werden ſich dort hören laſſen.
Wer mit uns gehen will, der wähle morgen unſere Liſte! (
Leb=
hafter Beifall.)
Herr Dr. Sell ſchloß die Verſammlung, die ruhig verlief
und der eine Ausſprache nicht folgte, mit einem warmen Appell,
dafür am 31. Juli zu ſorgen, daß auch im neuen Reichstag eine
ſtattliche Fraktion des Chriſtlich=Sozialen Volksdienſtes im
wahr=
haft chriſtlichem Sinne arbeiten könne!
Promenaden=Konzert. Sonntag, den 31. Juli, ſpielt das
Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp
von 11 bis 12 Uhr im Herrngarten (Pergola) nach
folgen=
dem Programm: 1. Germania=Marſch, Keil; 2. Ouvertüre zur
Oper Pique Dame, Suppé; 3. Wein. Weib und Geſang, Walzer,
Strauß;
=Dur=Polonaiſe. Chopin; 5. Fantaſie aus der Oper
„Der Freiſchütz”, Weber; 6. Ernſt Auguſt, Marſch. Blankenbuxg.
Tageskalender für Sonntag, den 31. Juli 1932.
Union=Theater: „Einmal möcht ich keine Sorgen haben”
Helia=Lichtſpiele: „Arm wie eine Kirchenmaus”. — Palaſt=
Lichtſpiel: „Hans in allen Gaſſen”. — Konzerte: Schuls
Ter=
raſſenkeller, Zur Krone, Bockshaut, Rummelbräu, Hotel=Reſt.
zur Poſt, Orangeriehaus, Perkeo, Herrngartenkaffee.
Keltengräber bei Eberſtadt (Bergſtraße)
Kulkurgeſchichtlich inkereſſanke Funde. — Gräber aus der jüngeren Bronzezeil.
Zeugen des Alkerkums.
F. Vor etwa 30 Jahren fand man am „Weinweg” auf dem
Rückertſchen Grundſtück hinter einem damals neu errichteten
Wohnhaus die Fundamente eines römiſchen
Gebäu=
des. Es gehörte zu einem römiſchen Bauernhof „villa
rustica‟. Sanft anſteigend zieht ſich fruchtbares Feld und
Wieſen=
land hinan bis zur bewaldeten Höhe. Die ſeitliche Talmulde
lie=
ferte ſchon den Römern für die Tränke ihrer Viehherden
reich=
liches Waſſer.
Erſt dem Mittelalter entſtammt die Benennung des von den
zahlreichen, hochbeladenen Frachtfuhren jahrhundertelang
befah=
renen Weges, auf dem aus dem Rhein= und Weinland die Güter
hier vorbei quer durch den Odenwald dem Maintal zu nach
Nürn=
berg und dem Norden des Deutſchen Reiches zu ziehen pflegten.
Aber lange bevor die Kaufherren des Mittelalters, die Römer
und Germanen, dieſe Verbindungsſtraße zwiſchen dem Rhein und
dem Oſten entland ſchritten war hier ein Volk ſchon anſäſſig, das
auf ziemlich hoher Kulturſtufe ſtand. Dafür zeugen die
hoch=
intereſſanten Gräberfunde, die beim Reſervoir des
Eberſtädter Waſſerwerks (erbaut 1893) auf einem Acker
ausge=
graben worden ſind. Man ſtieß — wie der Beſitzer des Ackers
an=
gab — früher beim Pflügen, ſchon manchmal auf Wackenſteine
(ſog. Kopfſteine), die faſt den Gedanken an eine (freilich ziemlich
rohe) Pflaſterung etwa 50 Zentimeter unter der Ackerkrume
auf=
kommen laſſen konnte. Als nun im Herbſt 1931 ein Stück Feld
(etwa 80 Zentimeter tief) umgerodet wurde, um als
Spargel=
pflanzung für das kommende Frühjahr vorbereitet, zu werden,
raumte man die Steindecke hinweg. Man hackte darunter
Ton=
ſcherben von einer großen bauchigen Urne heraus, in der eine
ganze Anzahl ſchön geformter, kunſtvoll verzierter Näpfe und
Becher, zum Teil ganz unverſehrt, erhalten waren. Dank der
ſo=
fortigen Meldung des Beſitzers und des Vorſitzenden des hieſigen
Verſchönerungs= und Verkehrsvereins, Philipp Eyſenbach, fand
eine alsbaldige Beſichtigung an Ort und Stelle durch einen
Be=
amten der Bodendenkmalpflege und die Ueberführung ſämtlicher
Fundſtücke von Ton und Kupferbronze nach Darmſtadt in die
Werk=
ſtätte des Heſſiſchen Landesmuſeums ſtatt, wo eine
Zuſammen=
ſetzung der Bruchſtücke und gründliche wiſſenſchaftliche Prüfung
des zweifellos kulturgeſchichtlich ſehr intereſſanten
Fundes erfolgen ſoll.
Ohne dem Ergebnis der fachmänniſchen Unterſuchung vo
fen zu wollen, kann doch ſchon wohl folgendes geſagt werdenn
Es handelt ſich um zwei keltiſche Brandgräbe=
der jüngeren Bronzezeit. Außer der Form der Er
Trinkgefäße von Ton und ihre ſchönen Verzierungen ſprecher,
für eine lange Nadel und kleine flache Ringe aus Bronz,//g9
außerordentlich dünnwandigen Gefäße ſind, kunſtvoll
freien Hand geformt. Die Töpferſcheibe kannte man nocs
Einige Becher zeigen ſchöne, ſchwarze Färbung (Graphitſfht
dem Boden der großen Graburnen — die beiden
Brando=
lagen etwa 10 Meter auseinander — war noch die Aſche voiich!
ud
Leiche, und in den Näpfen Speifereſte, die Wegzehrung des 0hs
Geb
für die Reiſe ins Jenſeits, deutlich erkennbar. Die beiden
waren in eine dicke, ſchützende Lehm= oder Lößpackung eingeshwschi
oben ſchützte die ſchon erwähnte Steinabdeckung (Abpflaſttoſo=”
das ganze Grab. Ein großer, dunklerer Fleck Erdreich ina) ½M
des viel helleren übrigen Bodens zeigt die Brandſtelle an, nu
Holzſtoß, auf dem die Leichen verbrannt wurden, aufgeſchichtarye Tiuehal
Waffen fanden ſich nicht. In einem germaniſchenWo,
grab wäre unbedingt das lange Germanenſchwert (kreis”
im Feuer zuſammengebogen) ſowie der metallene Schildbuuge
der Aſchenurne geweſen.
Die Kelten, ein friedliches Ackerbauvolk, wurden von da” =uutel
in den letzten Jahrhunderten vor unſerer chriſtlichen Zeitreeh
bei uns in Süddeutſchland von Norden und Oſten her eni
genden Germanen nach Weſten zurückgeworfen.
Um Chriſti Geburt und während des erſten und zweitemſt
hunderts danach ſtießen die Römer von Süden und Weſtem E
Gallien) aus bis an den Rhein und über deſſen Ufer hinauug 65”
ins Herz Germaniens vor.
Im zweiten Jahrhundert holen die Germanen zum Geg=.
aus, der im dritten Jahrhundert die Römer vollſtändig auu
rechtsrheiniſchen Germanien wieder hinaus und ſoweit übg hc
Rhein hinüber zurückwirft, daß auch auf dem linksrheiniſcher:9;
Germanen dauernd anſäſſig wurden.
1Me
Während die Germanen bekanntlich in Einzelhöfen wei
ſach-
das Land zerſtreut wohnten, lebten die Kelten, die ſchon lam
ihnen in unſerem Land ſaßen, ſchon früh in geſchloſſenen :Ahe
ſiedlungen und ſogar in Städten (Ladenburg u. a.).
Die beiden erwähnten keltiſchen Brandgräber mögen zu 10, 5
etwa 2500—3000 vor der heutigen Zeit zurückliegenden Keltuſſ
gehört haben, und es iſt mehr wie wahrſcheinlich, daß
Mtz
näheren Umgebung der beiden freigelegten Gräber noch mit ſi,
Grabſtätten des uralten Keltendorfes liegen.
* Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Union=Theater.
„Einmal möcht ich keine Sorgen haben” heißt der
harmlos=
luſtige Tonfilm in dem ein arbeitsloſer Friſeur ein paar
Nacht=
ſtunden lang all ſeine Träume verwirklicht ſieht, ein Auto, eine
elegante Etagenwohnung, eine bildhübſche Freundin beſitzt und
wenigſtens im Traum — ſogar ein berühmter Sänger iſt.
Wenn er auch zu dieſem kurzen Glück nicht gerade auf
geſetz=
mäßigem Wege kommt, ſo beweiſt er doch hinreichend ſeine
harm=
los=fröhliche Geſinnung, für die er dann auch in Geſtalt eines
weniger großartigen, aber ſeinen Verhältniſſen angemeſſeneren
Glücks belohnt wird. Das Ganze iſt als Filmhandlung ein
biß=
chen operettenhaft zerfahren, aber im einzelnen mit hübſchen
Einfällen verſehen, ſo daß man ſich daran, zumal die Partnerin
Max Hanſens Urſula Grabley, ſympathiſch und
lie=
benswürdig ausſieht, eine Stunde unterhalten laſſen kann.
In den Helia=Lichtſpielen ſieht man ab heute Grete Mosheim
in dem von dem bekannten Meiſterregiſſeur Richard Oswald
ge=
ſchaffenen Tonfilm. „Arm wie eine Kirchenmaus”. Die
Muſik ſchrieb Ralph Benatzky. Dazu das reichhaltige Beiprogramm
und die neueſte Emelka=Tonwoche.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute und morgen den
neuen Bombenerfolg des beliebten Hans Albers, und zwar den
tempoerfüllten Tonfilm „Hans in allen Gaſſen‟. Dazu
das gute Beiprogramm.
Umlagen in der landwirtſchaftlichen Unfallverſicherung.
Der Vorſtand der Berufsgenoſſenſchaft kann abweichend von der
landesgeſetzlichen Regelung für das Geſchäftsjahr 1932 ſtatt des
wirklichen Bedarfs einen vor dem Jahresabſchluß durch Schätzung
ermittelten Bedarf zugrunde legen. Der Ausgleich zwiſchen
wirk=
lichem und geſchätztem Bedarf iſt bei der Umlage für das nächſte
Geſchäftsjahr vorzunehmen.
Wochenmarkts=Kleinhandelspreiſe vom 30. Juli 1932 für
ein Pfund bzw. Stück in Reichspf.: Gemüſe: Kohlrabi 3—t
Karotten
5. rote Rüben 8—10. Römiſchkohl 8—10. Rotkraut
2—15, Weißkraut 8—10, Wirſing 8—10, Stangenbohnen 20—25,
Buſchbohnen 10—18, Wachsbohnen 15—20. Erbſen 15—20.
Zwie=
beln 10—15, Knoblauch 80 Tomaten 30—35. Endivienſalat 12
bis 15, Kopfſalat 10—12. Salatgurken 10—50 Einmachgurken 1
bis 2½, Blumenkohl 25—70. Rettich 8—15, Meerrettich 80. —
Kartoffeln; Frühkartoffeln 4—5. — Obſt: Pfirſiche 35
bis 45, Aprikoſen 45—55, Kirſchen 35—40. Johannisbeeren 15
bis 18. Stachelbeeren 20—25, Himbeeren 40—45. Heidelbeeren
bis 30. Mirabellen 35—40. Reineclauden 40—50 Tafeläpfel
bis 30. Tafelbirnen 25—30, Zwetſchen 30—35, Pflaumen 25—30,
Eß
Trauben 50—60, Zitronen 4—10.
Bananen 40
waren; Süßrahmbutter 150—170, Landbutter 130—140.
Weich=
käſe 25—30. Handkäſe 3—12. Eier, friſche 8
Wild und
Geflügel
Gänſe 100. Hühner 60—100, Enten 100, Tauben
50—60, Ziegenlämmer 50.
leiſch= und Wurſtwaren
Rindfleiſch, friſch 56—70, Kalbfleiſch 70. Schweinefleiſch 70—90
Dörrfleiſch 110 Schinken 120. Wurſt 50—140. Wurſtfett 50,
Schmalz, ausgelaſſen 70.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsguittung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nichi Seantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
Abonnent K. Rückſprache unter Vorlage der Korreſpondenz
werktags vormittags 8½ Uhr in der Schriftleitung erwünſcht.
W. Sch. Sprechen Sie am Amtstag beim Kreisamt
Bens=
heim vor.
„Noch=Abonnentin” Anonym iſt unanſtändig! Warum
nennen Sie nicht Ihre Adreſſe.
Aus Heſſen.
t
J. Griesheim, 30. Juli. Einer unſerer älteſten Einwmy” i
Herr Johannes Gerhard IIII., hat am Donnerstag, vormmi 1e g
11.30 Uhr, im vollendeten 86. Lebensjahre nach zweitägigem inl ?
kenlager das Zeitliche geſegnet. Der Verſtorbene, der nie in m uhoc
Leben ernſtlich krank war, iſt bis vor einigen Jahren noch
ſeinem landwirtſchaftlichen Berufe nachgegangen und wa
ſeiner letzten Stunde im Vollbeſitz ſeiner geiſtigen Kräſte.:h
treuer Anhänger der Kirche war er 25 Jahre Mitglied desßöicle
chenvorſtandes. Mit ihm iſt ein Mann von echt chriſtlichen
ſinnung dahingeſchieden. — Einem hieſigen Landwirt iſt ezos
94n
Aus den Parkeien.
— Deutſche Volkspartei. Wie immer, ſo ſtehen auch
diesmal für unſere Mitglieder, die nicht zu Fuß zum Wahllokal
gehen können. Autos zur Verfügung. Anmeldung Zimmerſtr. 1.
Fernſprecher 3540.
vormittag das Pferd auf dem Felde durch einen Herzſchlaue trien
gegangen. Für den Landwirt iſt dies ein beſonders ſchwere 00 9
luſt, zumal er durch die letzte Unwetterkataſtrophe ſchwer
TAM
leidenſchaft gezogen wurde und auch ſonſt mit Glücksgüterrund e
geſegnet iſt. — Die Getreideernte. Mit dem Ein
Pinüt
beſſeren Witterung iſt jetzt hier die Getreideernte voll in 10
gekommen. An den Dreſchhallen ſtehen die hochbeladenen Päon”
in langen Reihen und die Dreſchmaſchinen ſurren jetzt vomm ſten
gens früh bis abends ſpät. Die Ernte fällt, wie mitgeteilt wr” md
dieſes Jahr ſehr gut aus und bringen die Körner einen reicktdnlnd
Ertrag. Durch das Darniederliegen des Getreides hat der ikal
mann in dieſem Jahre eine ſchwierigere Arbeit, da er faſtt
Mich
mit der Senſe ſchneiden muß und von der Mähmaſchine nur
Gebrauch machen kann. Wenn das Wetter anhält, dürfte W Ben
Ende der kommenden Woche der Schnitt beendet ſein.
icht
Eberſtadt, 30. Juli. Von der Ernte. In der A0umer
Woche ſind die Erntearbeiten auf dem Felde rüſtig fortgeſchr (i0lie
Drei Dreſchmaſchinen, die im Griesheimerweg und in der
Darmſtädter Straße Aufſtellung gefunden haben, be
M
1is
Dreſcharbeiten. Im großen ganzen konnte die verhäl
gut ausgefallene Körnerfrucht trocken, eingebracht werdenn M2)5
weiteren acht Tagen dürfte vorausſichtlich die geſamte
Geu=
ernte geborgen ſein.
Aerztlicher Sonntagsdienſ.”
Wahlſonntag (31. Juli) verſieht, den ärztlichen Sonntags=
Frl. Dr. Meyer. — Beratungsſtunde. Am Montagu”
Auguſt, nachmittags von 3—4 Uhr, findet in der Gutenn
ſchule wieder eine Beratungsſtunde der Mutter= und Säug.3.
fürſorge ſtatt.
Cp. Pfungſtadt, 30. Juli. Die Sechzigjährigen
in einer unter dem Vorſitz des Alterskameraden Philipp Fei
im „Schwimmbad” abgehaltenen Zuſammenkunft beſchloſſeny
der Ungunſt der Verhältniſſe in einer zeitgemäß einfachen
eine gemeinſame Geburtstagsfeier abzuhalten. Die Feier ſal
21. Auguſt ſtattfinden.
Cp. Pfungſtadt, 30. Juli. Bei der Auszahlung
Wohlfahrtsunterſtützungen kam es geſtern an
haus zu derart unliebſamen Szenen, daß das Ueberfallkomme
Ma9
aus Darmſtadt herbeigerufen werden mußte, um die Ruhe ma
herzuſtellen. Einige Perſonen wurden feſtgenommen, aber M.
tenteils bald wieder freigelaſſen.
C.
Eſchollbrücken, 29. Juli. Die hieſige Schweſti
ſtation wird am 1. Auguſt wieder beſetzt werden, nachde
längere Zeit verwaiſt war. Als Schweſter kommt Lene
mann=Altlußheim (ihr Vater iſt ein geborener Pfungſtädter (es
her. Die Verpflegung der Schweſter hat der hieſige Frauenpol,
übernommen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 30. Juli. Hohes Alter. A
tag, 1. Auguſt, kann der hier wohnhafte Briefträger .N.0.4
Uic
Lücker ſeinen 88. Geburtstag feiern. Trotz des hohen
erfreut er ſich noch verhältnismäßig guter körperlicher und 9.
Felddiebſtä=
ger Friſche. Lücker iſt noch Altveteran.
Die Meldungen über ausgeführte Felddiebſtähle mehren
Gärtner Ad. Pfaff wurden am geſtrigen Tag ein größer!
Wr
voll Pfirſiche geraubt. Auch Kartoffeln werden in größ
maß geholt, wobei nicht davor zurückgeſchreckt wird, dieſt
Hacke auszumachen. Man hört auch von Zwiebel= und
diebſtählen. Im Hinblick auf die ſchlechten wirtſchaftliche
hältniſſe und die damit verbundene Not in manchen Familtennd
damit gerechnet werden, daß dieſe Art Diebſtähle in dieſeſſ
beſonders ſtark auftreten werden. Die Einſetzung eines veiſh
ten Feldſchutzes dürfte angeſichts dieſer Tatſache nicht zu 10
ſein.
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31. Juli 1932
Straßenbericht
zrr die Woche vom 31. Juli bis 6. Auguſt 1932.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 211 — Seite 7
* 13. Rhön=Segelflug=Wettbewerb.
Wiederum Höchſtleiſtungen. — Beachkenswerie Hoch= und Langſtreckenflüge. — Die vorläufigen Werkungen.
tseigei Maifntuer Denau. farden?
Oſwf. Windecken.
Hauptſtraßen in Heſſen:
etsh uffahrt Alsfeld (Richtung Eifa) vom 20. 6. bis auf
weite=
eſperrt. Oertliche Umleitung.
m ſdda==otten (Ortsdurchfahrt Ober=Schmitten) vom 14. Juli
Umleitung von Unter=Schmitten reſp. Eichelsdorf
Im Endſpurk.
üblellfa.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
nodhev. d. H.—Köppern vom 23. 5. bis auf weiteres geſperrt.
ſitng: Holzhauſen, Friedrichsdorf und Ober=Rosbach,
r=Rosbach.
rtsdszufahrt Allmenrod vom 18. 7. bis auf weiteres geſperrt.
ſitung: Sickendorf Richtung Friſchborn-Kreuzſtraße
Lau=
teuch—Dirlammen.
G. her=Ramſtadt, 30. Juli. Die Auszahlung der
In=
nlidene=Witwen=, Waiſen= und Unfallrenten für Monat Auguſt
Sfolgyen Montag, 1. Auguſt, vormittags, beim hieſigen
Poſt=
nt. Gie bürgermeiſteramtliche Beglaubigung der
Rentenquit=
ngenu diesmal nicht erforderlich.
Diz Lützelbach=Neunkirchen, 29. Juli.
Bürgermeiſter=
ſtätzung. Geſtern wurde im Beiſein der
Gemeinderatsmit=
jeder or Lützelbach und Neunkirchen der als Bürgermeiſter
wähütLandwirt Heinrich Roßmann 4.=Lützelbach durch
Regie=
ngsusWalter vom Kreisamt Dieburg beſtätigt. —
Oden=
aldiia
Am letzten Sonntag hielt die Ortsgruppe „
Neun=
cherrbhe” des Odenwaldklubs beim „Hannpäirer” in der
Wirt=
aft z.u Freiheit” bei Laudenau eine außerordentliche General=
Harcien Schenſichen Ser Sufn de eien Serſt
hrere erſieht Lehrer Krebs=Brandau und das des zweiten
uſchitert Weißhaar=Lützelbach. Das Amt des Rechners blieb in
n beſuhrten Händen des Gemeinderechners Eiſenhauer=
Neun=
ichene
1) bchſt i. Odw. (Luftkurort), 30. Juli. 40jähriges
Ju=
lämn Herr Oberpoſtſchaffner Mich. Vogt beging am heutigen
ge i n5. Lebensjahre ſein 40jähriges Dienſtjubiläum. Aus die=
Auis wurden ihm bei einer kleinen Feier auf dem Poſtamt
Glfibunſche der Oberpoſtdirektion ausgeſprochen. Gleichzeitig
irde zür eine Ehrenurkunde mit eigenhändiger Unterſchrift des
rrn lichspräſidenten von Hindenburg überreicht, in welcher
hiu und Anerkennung für die treu geleiſteten Dienſte
über=
tteltu uiden. Herr Vogt hat, abgeſehen von vier Jahren
Land=
ſtelltlieſt, dieſe lange Zeit in unſerer Gemeinde Dienſt getan,
d errut ſich hier allgemeiner Beliebtheit.
=Achelſtadt, 30. Juli. Beileid des Staatspräſi=
Zum tragiſchen Ableben des Sohnes des Hauſes
Erbach=
dei einem Flugzeugunglück in England hat auch
Staats=
äſide
dr. Adelung der Familie ſein Beileid übermittelt.
ebach, 30. Juli. Falſches Gerücht. Hier und in
gend wurde in den letzten Tagen das Gerücht verbreitet,
nmarkt müßte der Reichstagswahl wegen am morgigen
intng chon abends 9 Uhr geſchloſſen werden. Wie von
zuſtän=
le mitgeteilt wird, trifft das keineswegs zu.
Zor=
ſommenden Montag abend hält Herr Pfarrer Eckhard
im Gemeindehausſaal unſerem mehrere Hundert
Mit=
iken Frauenverein einen Vortrag über „Guſtav Adolf
Da die Ausführungen durch Lichtbilder ergänzt
wer=
n Schwedenkönig während ſeines Aufenthalts in
enge Freundſchaftsbande mit dem hieſigen gräflichen
ſaknüpften, ſieht man dem Vortrag allſeitig mit größtem
entgegen.
olitiſche Kundgebungen. Die
Eulbacher Markt bedingte Ruhe in der Wahlbewegung
tern abend durch zwei größere Kundgebungen
der
und im „Schützenhof”, veranſtaltet von der NS.
DAP.
und delgln hängern der Eiſernen Front, unterbrochen. Vorſorglich
bar eintarkes Polizeiaufgebot herangezogen worden, das aber
hicht amlich in Tätigkeit zu treten brauchte, weil die
Veranſtal=
ſtuingerr Ruhe verliefen.
ſeerfelden, 28. Juli. Wildernde Hunde. Das
reisam
richtet ein Ausſchreiben an die Ortspolizeibehörden
armerieſtationen des Kreiſes. Es wird darauf
verwie=
ich derjenige ſtrafbar macht, der einen Hund in
frem=
gebiet außerhalb der erlaubten Verbindungswege über
von dieſem frei umherlaufen läßt. Außerdem haben
bächter im Rahmen der 88 228, 229 des Bürgerlichen
das Recht der Selbſthilfe, alſo zur Tötung wildern=
Waſſerkuppe, 29. Juli.
Im Laufe des Vormittags ſind inzwiſchen die geſtern auf
Strecke gegangenen Flugzeuge zurückgekehrt und können heute
wie=
der am Wettbewerb teilnehmen. Die Waſſerkuppe hat wieder
ein=
mal einen hervorragenden Tag gehabt, der durch die
Glanzlei=
ungen Hirths mit 160 Kilom. nach Silbitz und Mayers mit
25 Kilom. nach Apolda und insgeſamt 800 Kilom. Flugſtrecke von
7 Segelfliegern bedingt wurde. Wie die Auswertung von Mayers
Barogramm ergab, hat dieſer eine Höhe von 2180 Meter über
Start erreicht und damit annähernd Kronfelds Weltrekord. Aber
auch der heutige Tag hat ſchon wieder ſeine Senſation gehabt,
als es dem unermüdlichen Stuttgarter Hakenjos gelang, den
Milſeburgpreis der Rhön=Ausſchreibung zu erfüllen, der mit
500 RM. ausgeſchrieben iſt und die Umrundung der 6 Kilom.
entfernten Milſeburg mit Landung wieder auf der Waſſerkuppe
fordert. Hakenjos fällt damit auch der „Nehring=Gedächtnis=
Preis” des Kreiſes Gersfeld zu.
Das Streben unſerer Jungflieger geht nun in dieſen letzten
Tagen darauf hinaus, die inzwiſchen errungenen Plätze zu
hal=
ten. Es iſt ſehr intereſſant, einmal feſtzuſtellen, wie der
augen=
blickliche Stand der verſchiedenen Bewerber iſt, der ſich wohl nur
noch unweſentlich ändern wird.
Im Uebungswettbewerb kommen als Anwärter für
den 1000=RM.=Preis für die größte Geſamtflugdauer, mindeſtens
aber 2 Stunden (nur Flüge über 15 Min.), in Frage: Dittmar
mit 18½ Stunden. Jans mit 1134 Stunden. Renner mit 8½
Stunden.
Für die fortgeſchrittenen Segelflieger ſind
1500 RM. für die größte Geſamtflugdauer, mindeſtens 5 Stun=
den (nur Flüge über 30 Min.), ausgeſchrieben: Hakenjos mit
20½ Stunden, Peters mit 16½ Stunden, Künzer mit 8 Stunden,
Im 1500=RM.=Preis um die größte Geſamthöhe ſtehen
an erſter Stelle: Hakenjos mit 2320 Meter, Lopatniuk mit
1530 Meter, Dittmar mit 1370 Meter.
Mit dem vergangenen Tage iſt auch der Streckenflug=
Uebungspreis in Höhe von 1500 RM. für mindeſtens
20 Kilometer erflogen worden, und zwar: Peters mit 45,9
Kilo=
meter, Dittmar mit 43,5 Kilometer, Hakenjos mit 42,4 Kilometer.
Den Milſeburgpreis von 500 RM. hat ebenfalls
Hakenjos errungen. Dieſer äußerſt eifrige Segelflieger ſtand
be=
reits im vergangenen Jahre im Uebungswettbewerb mit ſeinem
Landsmann Künzer und dem Berliner Teichmann an erſter Stelle
und wird mit größter Wahrſcheinlichkeit auch in dieſem Jahre
mit Dittmar als Sieger abſchließen.
Im Leiſtungswettbewerb ſteht lediglich noch der
Fernzielflugpreis offen, der aber hoffentlich auch noch von einem
der Leiſtungsflieger geholt werden wird.
Den 1500 RM. Streckenflug=
Ermunterungs=
preis für diejenigen Führer, die noch keine 30 Kilometer
ge=
flogen haben, konnten ſich: Deutſchmann mit 66,4 Kilometer und
Pernthaler mit 59,2 Kilometer ſichern.
Der Fernzielflugpreis mit 2500 RM. für die größte
Flugſtrecke, mindeſtens aber 120 Kilometer, fällt an Hirth mit
160 Kilometer und Mayer mit 125 Kilometer.
Die Bedingungen des Höhenforſchungspreiſes
konnte Mayer als einziger erfüllen, der damit erſter Anwärter
auf dieſen 1500=RM.=Preis iſt.
Bei Niederſchrift des Berichts ſetzt erheblicher Flugbetrieb
ein, der im Laufe des Abends wohl noch einige Dauerleiſtungen
bringen wird, über die ſpäter berichtet werden wird. A. K.
Cf. Birkenau, 30. Juli. In Anerkennung beſonderer Verdienſte
auf dem Gebiet des Jagdſchutzes wurde Herrn Gendarmeriemeiſter
Trieſch von hier durch das Heſſ. Forſtamt Birkenau im
Auf=
trag des Heſſ. Jagdklubs eine Ehrenurkunde überreicht. Herrn
Trieſch war es gelungen, vor Jahresfriſt eine Wilderergeſellſchaft
von vier Köpfen der gerechten Strafe zuzuführen.
Bt. Auerbach, 28. Juli. Frühſteinobſt=Lehrſchau.
Der Obſtanbau wird in der hieſigen Gemeinde durch die
Mitglie=
der der Obſtbau= und =Verwertungsgenoſſenſchaft ſehr ſorgfältig
betrieben, und im Sortiment des Frühſteinobſtes lautet der
Grundſatz „Vom Frühen das Früheſte‟. Am kommenden Sonntag,
den 31. Juli, veranſtaltet die Genoſſenſchaft im Gaſthaus „Zur
Sonne” eine Lehrſchau in den zur Zeit reifenden Steinobſtſorten
der Frühzwetſchen, Pflaumen, Mirabellen und Pfirſiche. Daraus
ſollen die Beſucher erkennen, welche Auswahl von Sorten ſie für
ihre weiteren Neuanlagen zu treffen haben, um vor Fehlgriffen
bewahrt zu bleiben. Bei jedem Sortiment wird angegeben ſein,
in welchem Gewann (ſpeziell Bodenart) und aus welchem
Pflanz=
jahr und aus welcher Baumſchule die Bäume ſtammen, von denen
die Früchte ausgeſtellt ſind. Auch hat der Beſucher dadurch die
Möglichkeit, die geeignete Sorte auszuwählen, um Faulenzer aus
ſeinen Baumbeſtänden damit umzupfropfen. In einem Zeitabſtand
von 14 Tagen, alſo am 14. Auguſt, findet im gleichen Lokal, eine
weite Ausſtellung dieſer Art ſtatt, um dabei die ſpäter
rei=
fenden Sorten zu zeigen.
W Heppenheim a. d. B., 27. Juli.
Verwaltungs=
bericht der Stadt Heppenheim. Der
Verwaltungs=
bericht für die Zeit vom 1. Januar 1931 bis 31. Dezember 1931
wurde vom Bürgermeiſter der Stadt erſtattet. Was die
allge=
meinen Verhältniſſe der Stadt angeht, ſo hat auch ſie ſchwer
unter der harten Wirtſchaftsnot zu leiden, was beſonders aus
den ausführlichen Ausführungen der ſozialen und der Finanz=
und Steuerverhältniſſe hervorgeht. Das Stadtbild hat ſich
bau=
lich im Jahre 1931 nur wenig verbeſſert, da Landesbaudarlehen
nicht mehr gewährt wurden und nur Neubauten von
Mitglie=
dern von Bauſparkaſſen und ſonſtigen Privatperſonen erſtellt
werden konnten. Im Berichtsjahre fanden in Heppenheim fünf
größere Tagungen ſtatt. Die auf Grund der Meldekartei
ermit=
telte Einwohnerzahl betrug am Ende des Berichtsjahre 8798 und
iſt demnach ſeit der letzten allgemeinen Volkszählung um 1139
Perſonen geſtiegen.
Ck. Crumſtadt, 26. Juli. Felddiebſtähle. Nachdem die
Felddiebſtähle hier von Tag zu Tag mehr überhand nehmen,
planen die hieſigen Landwirte, demnächſt einen Feldſchutz
aufzu=
ſtellen, um den Dieben ſomit das Handwerk zu legen.
Ck. Stockſtadt, 30. Juli. Fahrradunglück. Ein hieſiger
Arbeiter wurde dieſer Tage von einem Auto angefahren, wobei
er ſich erhebliche Verletzungen zuzog. Die Darmſtädter
Rettungs=
wache brachte den Bedauernswerten nach Anlegen eines
Notver=
bandes in ſeine Wohnung zurück.
Ck. Erfelden, 30. Juli. Gaſtwirteverſammlung. Die
hieſigen Gaſtwirte hatten am Donnerstag abend gemeinſam mit
ihren Kollegen von Stockſtadt und Erfelden eine Zuſammenkunft,
wobei insbeſondere die Bierpreisſenkung und einige Steuerfragen
beſprochen wurden.
Dm. Wolfskehlen, 29. Juli.
Ueberſchwemmungskata=
ſtrophe von Wolfskehlen. Durch die dauernd
anhalten=
den Regengüſſe ſind in der Gemarkung Wolfskehlen ſämtliche
Wieſen und große Teile des Ackerfeldes überſchwemmt worden.
Die Hauptſache des Ueberſchwemmungsgebietes iſt durch die
Ab=
wäſſer der Stadt Darmſtadt, die durch die Landwehr in den
Land=
graben fließen, gekommen. An der Mündung des Landgrabens
iſt das Flußbett desſelben ſo verſandet, daß der Waſſerlauf nicht
mehr nach Dornheim, ſondern zurück auf die Gemarkung
Wolfs=
kehlen fließt. Durch dieſe Urſachen ſtehen heute noch ſämtliche
Wieſen und große Teile des Ackerfeldes unter Waſſer. Die
dar=
auf gepflanzten Feldfrüchte ſind vollſtändig dem Verderben
preis=
gegeben, ſo daß an eine Ernte für dieſes Jahr nicht zu denken iſt.
Vielfach kommt es vor, daß die notleidenden Landwirte
ſteuer=
rückſtändig ſind und nicht in der Lage ſind, den vollen Betrag
dieſes Jahr an die Gemeindeeinehmerei zu entrichten, da im
vori=
rigen Jahre unſere Gemeinde durch eine ähnliche Kataſtrophe
heimgeſucht wurde.
— Hirſchhorn, 30. Juli. Waſſerſtand des Neckars
am 29. d. M.: 1.58 Meter, am 30. d. M.: 1,52 Meter — jeweils
morgens 5.30 Uhr.
Aberheſſen.
Bad=Nauheim, 29. Juli. Bis zum 28. Juli 1932 betrug der
Geſamtbeſuch 15 810 Gäſte darunter 2622 Ausländer, anweſend
am 28. Juli 1932 3450 Gäſte.
— Gießen. 30. Juli. Einer der älteſten Studentenverhindungen
unſerer Univerſität „Wingol
begeht nächſte. Woche ihr
80jährige
Jubiläum. Unter den Mitgliedern de
„Wingolf” befinden ſich ſeit der Zeit ſeiner Gründung zahlreiche
Theologen.
Hungen, 30. Juli Ein oberheſſiſcher Bock= und
Zie=
genmarkt findet nächſten Montag ſeitens des
Kreisziegenzucht=
vereins Gießen hier ſtatt. Für Gemeinden iſt beſte Gelegenheit
zum Ankauf erſtklaſſiger Zuchttiere geboten.
Herrmſzeiderei
iefertrig Anzüge,
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Seite 8 — Nr. 211
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Reich und Ausland.
Trauer um das Schulſchiff „Niobe‟
Schleichers Danktelegramm an den Erſten Lord
der engliſchen Admiralität.
London. Der Reichswehrminiſter
Gene=
ral Schleicher hat das Beileidstelegramm des
Erſten Lords der engliſchen Admiralität zu dem
Verluſt der „Niobe” mit folgendem Telegramm
beantwortet: „Ich möchte Ihnen im Namen der
deutſchen Marine ſowie in meinem eigenen
Na=
men den tiefgefühlteſten und herzlichſten Dank
für das Beileidstelegramm ausſprechen, das Sie
anläßlich des Verluſtes der „Niobe” geſandt
haben.”
Beileid des Präſidenten Hoover
zum Untergang der „Niobe‟.
Berlin. Präſident Hoover hat dem Herrn
Reichspräſidenten ſowie dem deutſchen Volk ſeine
herzliche Anteilnahme anläßlich des Untergangs
des deutſchen Schulſchiffs „Niobe” zum Ausdruck
gebracht. Auch der proviſoriſche Staatspräſident
von Braſilien hat in einem an den Herrn
Reichspräſidenten gerichteten Telegramm das
Beileid der braſilianiſchen Regierung und der
braſilinaniſchen Nation übermittelt.
Nach 13 Jahren die Sprache wiedergefunden.
Mannheim. Ein ſeltenes Glück hatte der
Mannheimer Kriegsteilnehmer Wilhelm
Nicko=
laus, der 1919 Sprache und Gehör verloren hat
und nun binnen 24 Stunden wieder in den
vol=
len Gebrauch von Sprache und Gehör gekommen
iſt. Nickolaus machte am 15. Juli eine
Geſchäfts=
reiſe nach der Pfalz. In Landau übernachtete
er in einer als Gaſtwirtſchaft umgebauten
Ka=
ſerne. Schon den ganzen Tag über fühlte er
ſich von ſeltenen Geräuſchen und Stimmen
ver=
folgt, in der Nacht konnte er kaum ſchlafen und
hatte ſtändig einen ſchmerzhaften Druck im Kopf.
Am andern Morgen erwachte er in Schweiß
ge=
badet und fuhr mit dem Zug nach Annweiler
und Pirmaſens. Plötzlich bemerkte er, daß er
im Zuge die Stimmen der anderen Paſſagiere
vernahm. Wie von Sinnen ſchrie er nun alle
möglichen Sätze hinaus, und die nervöſe
Stö=
rung, die als Folge einer Verſchüttung im Krieg
auftrat, iſt ſeit dieſer Zeit völlig behoben.
Feuer in einer Großgarage.
Kaſſel. In einer Großgarage brach geſtern
abend Feuer aus, das bald das ganze Gebäude
in Flammen ſetzte. Die geſamte Kaſſeler
Feuer=
wehr mußte ausrücken und den Brand mit zwölf
Schlauchleitungen bekämpfen. Während die
un=
tergeſtellten 70 Kraftwagen bis auf einen
ge=
rettet werden konnten, griff das Feuer auf ein
benachbartes Lagerhaus über und vernichtete
über eine Million dort aufgeſtapelter chriſtlicher
Kalender der Druckerei Pillérdy.
Lohngeldraub in Beuthen.
Zwei deutſche Touriſten am Mont Blanc
abgeſtürzt.
Raubüberfall auf einen Forſtbeamten.
Aßmannshauſen. Vorgeſtern mittag,
gegen 12 Uhr, hatte der Domänenaufſeher
Kör=
ber bei der Landesbankſtelle in Aßmannshauſen
einen Betrag vom 900 RM. abgehoben. Auf
dem Heimweg nach Aulhauſen wurde er am
Ausgang von Aßmannshauſen von zwei aus
einem alten Steinbruch herausſpringenden
jungen Männern überfallen und ſeines Geldes
beraubt. Die Räuber verſchwanden dann in der
Richtung nach dem Niederwald.
Beuthen. Am Freitag wurde in einer
Bahnüberführung in Bobreck der Bürobeamte
Biſhin einer Beuthener Firma von vier jungen
Leuten überfallen und mit einer Piſtole auf den
Kopf geſchlagen. Die Räuber entriſſen ihm die
Aktentaſche, in der ſich etwa 1200 RM.
Lohn=
gelder befanden und flüchteten in Richtung auf
die polniſche Grenze. Ein Räuber konnte an
der Grenze verhaftet werden.
Berlin. Zwei deutſche Touriſten ſtürzten
beim Aufſtieg auf den Mont Blanc in eine
80 Meter tiefe Gletſcherſpalte und konnten trotz
der angeſtrengten Rettungsmaßnahmen noch nicht
geborgen werden. Die beiden Deutſchen, deren
Namen und Herkunft noch nicht bekannt ſind,
waren am Freitag morgen mit zwei
öſterreichi=
ſchen Bekannten zur Beſteigung des Mont Blanc
aufgebrochen, als ſie in unmittelbarer Nähe der
ſogenannten „Breche des Drus” in eine 80
Me=
ter tiefe Gletſcherſpalte ſtürzten. Einem der
Oeſterreicher gelang es, zu ihnen hinabzuſteigen,
um den Schwerverletzten die erſte Hilfe zu
bringen. Der andere benachrichtigte ſofort die
Hilfskolonne von Montenvers, die noch im Laufe
des Nachmittags an der Unglücksſtelle eintraf.
Ihre Bemühungen, die beiden Verunglückten zu
retten, waren jedoch bisher erfolglos. Man
be=
fürchtet, daß es ihnen nicht gelingen wird, ſie
lebend zu bergen.
Neuer deutſcher Segelflug=Rekord.
Der Kaſſeler Polizeioberleutnant Hentſchel
ſtellte einen neuen deutſchen Rekord im
Dauer=
ſegelflug auf. Er überbot die Höchſtleiſtung, die
der verſtorbene Segelflieger Ferdinand Schulz
mit 14 Stunden 7 Minuten aufgeſtellt hatte,
um 2 Stunden und 6 Minuten.
Hamburger Polizei ſicherk Maſſenaufmärſche gegen Dachſchüßen.
Polizeipoſten überwachen vom Dach aus eine nationalſozialiſtiſche Kundgebung.
Hamburger Poliziſten bewachen jetzt bei Maſſenveranſtaltungen die Dächer der umliegenden
Ge=
bäude, um zu vermeiden, daß noch einmal durch Dachſchützen ſo furchtbares Unglück angerichtet
werden kann, wie bei dem Schreckensſonntag von Altona.
Der „fliegende Haifiſch”.
Das neueſte amerikaniſche Bombenflugzeug,
das wegen ſeiner ſeltſamen Form der „fliegende Haifiſch” genannt wird. Es handelt ſich um
einen Eindecker, der nach dem Stromlinienprinzip konſtruiert iſt, und eine außerordentlich große
Flügelweite beſitzt.
30 Tage will ſie in der Luft bleiben.
Die Engländerin Mrs. Bruce,
die durch ihren England—Japan=Flug im Jahre
1930 Weltberühmtheit erlangte, iſt jetzt
aufge=
ſtiegen, um mit ihrem Flugzeug 30 Tage
un=
unterbrochen in der Luft zu bleiben, und damit
den Dauerweltrekord, den die Amerikaner
hal=
ten, für England zu gewinnen.
Flugzeug über dem Flughafen Tempelhof
abgeſtürzt. — Ein Toter.
Berlin. Auf dem Flugplatz Tempelhof
ſtürzte am Samstag, gegen 14 Uhr, ein
Doppel=
decker, eine ſogenannte „Engliſche Motte” mit
der Nr. D. 2298 ab. Es handelt ſich um ein
Reklameflugzeug, das gewöhnlich für eine
Ziga=
rettenfirma Werbeflüge ausführte, jetzt aber
Wahlpropaganda machte. Das Unglück ereignete
ſich an der Südoſtecke des Flughafens.
Vermut=
lich iſt das Flugzeug in der Kurve abgerutſcht.
Der Flugzeugführer und der Begleiter wurden
ſchwer verletzt nach dem Urban=Krankenhaus
gebracht. Auf dem Wege dorthin iſt der
Beglei=
ter ſeinen Verletzungen erlegen.
Eine ſenſakionelle Erfindung gegen
Gasvergifkung.
Die neue Apparatur,
die von dem Münchener Konſtruktionsbüro
Kie=
ſel herausgebracht wird, und die Selbſtmorde
und Ungkücksfälle durch Ausſtrömen von Gas
unmöglich machen dürfte. Der
Gasſicherheits=
automat ſperrt ſelbſtändig die Zuführung, wenn
das Gas beim Austritt nicht verbrannt wird.
Beim Beerenſammeln erſchoſſen.
Wieder ein Mord an einem Kraftwagenführer.
Vor einigen Tagen wurde in der
Bärwald=
ſtraße, im Südweſten Berlin, eine herrenloſe
Autodroſchke von der Polizei ſichergeſtellt. Der
Kraftwagenführer Stadie war ſpurlos
ver=
ſchwunden. Blutſpuren im Innern des Wagens
deuteten auf ein Verbrechen hin. Am Freitag,
ſpät abends, iſt nunmehr die Leiche Stadies von
Zivilperſonen im Chauſſeegraben auf der Strecke
Berlin-Zoſſen aufgefunden worden. Stadie iſt
durch einen Rücken= und einen Kopfſchuß
er=
mordet worden. Allem Anſchein nach liegt
Raubmord vor.
Parchim. Am Donnerstag abend ereignete
ſich in dem Forſt des Gutes Severin ein
ent=
ſetzlicher Vorfall. Die beiden ſechs= und
zwölf=
jährigen Söhne des Deputatbeziehers Schön aus
Frauenberg ſammelten im Walde Beeren.
Plötz=
lich krachte ein Schuß und beide Kinder ſanken
aus nächſter Nähe getroffen zu Boden. Der
ſechs=
jährige Knabe hatte einen Kopfſchuß erhalten.
Er war ſofort tot. Durch das gleiche Geſchoß
wurde ſein Bruder ſchwer verletzt. Er mußte mit
einem Bruſtſchuß dem Krankenhaus zugeführt
wer=
den. Als Schütze kommt der Jagdpächter Günther
aus Hamburg in Frage. Die Mordkommiſſion
aus Schwerin hat am Freitag die Ermittlungen
aufgenommen. Wie es zu dem Vorfall gekommen
iſt, iſt noch völlig ungeklärt. Man vermutet,
daß vielleicht fehlerhafte Handhabung des
Ge=
wehrs in Frage kommt.
Sonntag, 31. Jui
Gefängnisurkeile im Devaheim-
Berlin. Im Devaheim=Prozeß m.
Samstag das Urteil verkündet. Paſt=
Müller und der Direktor der Mühlheime
Genoſſenſchaft, Heinrich Kocks, wurden a:
der Staatskaſſe freigeſprochen. Die übn
geklagten wurden unter Freiſprechung
rigen wie folgt verurteilt: Paſtor
Cremer, der Vorſitzende des Aufſichtsra
licher Unternehmungen des Devaheim
wegen teilweiſe fortgeſetzter Untreue
Fällen, gemeinſchaftlicher handelsrechtlfd
treue in zwei Fällen und Anſtiftung
treue zu zwei Jahren Gefängnis um
RM. Geldſtrafe, erſatzweiſe weiteren 1a.
Gefängnis. Wilhelm Jeppe, Generaldir=
Devaheim=Konzerns, wegen fortgeſetzz,
weiſe gemeinſchaftlicher, teilweiſe han:
licher Untreue, wegen fortgeſetzter ſchwn
kundenfälſchung, teilweiſe gemeinſch=
Bilanzverſchleierung und Konkursverg
zwei Jahren ſechs Monaten Gefäng=
20 000 RM. Geldſtrafe, erſatzweiſe weiu
Tagen Gefängnis. Der Kaufmann Clauu
Bevollmächtigter des
Zentralausſchuſſes=
nere Miſſion bei der Auslandsanleiie
wurde wegen fortgeſetzter Untreue, Um
gung, Anſtiftung zur handelsrechtlichen
zu einem Jahr ſechs Monaten Gefäng,
5000 RM. Geldſtrafe, erſatzweiſe
50 Tagen Gefängnis verurteilt.
Weite=
ten der Prokuriſt Ernſt Wilhelm Crem=
Untreue und gemeinſchaftlicher Untreue
nate Gefängnis und der Direktor der
heimer Baugenoſſenſchaft „Paul Jeppel
gemeinſchaftlicher Bilanzverſchleierung 4=
Geldſtrafe.
I
In der Urteilsbegründung
der Vorſitzende u. a. aus, daß die Stra
in der Verhandlung mit poſitiver G6
feſtgeſtellt habe, daß an dem Zuſammenbaufs.
Devaheim=Konzerns mit ſeinen gerade
minderbemittelte Bevölkerung unermeß. 19/
heilvollen Folgen, die Kirche oder eine AM zM S.
lichen Organiſationen keine Schuld trages
Cremer ſei von allen Seiten grenzenlofi;Ee!
trauen entgegengebracht worden, was durgFulo Mie
40jährige Tätigkeit in evangeliſchen Oxf
tionen auch vollkommen begründet ſchiem!y
Cremer habe dieſes Vertrauen, nicht mchfüſn
Das Geld, das die Sparer verloren hätteuſ
ihnen keine Stelle wiedergeben, denn
unſer Vaterland zu arm geworden. De.
ſitzende ging dann näher auf die Verum4 /5ſh
von Wohlfahrtsgeldern durch Paſtor wcn
auf ſeine Autokonten, ſowie auf die Ency
aus den Proviſionskontos durch Paſtor
und Direktor Jeppel ein.
Einbruch in ein Waffengeſchäft.
Königsberg. Samstagnacht wu
ein Königsberger Waffengeſchäft ein En
verübt. Dabei wurden 16 Piſtolen, 70e/
Munition, 30 Dolchmeſſer und Knickem
einige andere Gegenſtände geſtohlen., Es5
her nicht gelungen, die Täter feſtzuſtelle.
Hinrichtung.
Paris. Der 26jährige Arbeiter
Louis, der wegen Ermordung und Ber3 / eberkehrd
eines ihm befreundeten Kaffeehausbeſitzssh0, wärt=
Tode verurteilt worden war, wurde an:30-4 dſe
tag bei Tagesanbruch in St. Mihiel hinge;
Louis hatte ſeinerzeit ein Geſtändnis ard
und ſeine Tat damit begründet, daß er 9
Mittel zu ſeiner Hochzeit mit einem Mäda.1
der Umgebung von Metz habe verſchaffen .
Der Mörder ſchritt gefaßt zum Fallbeil.
Han /e M
Badeunglück in einem franzöſiſchen Sest
Paris. Am Strand von Deauville
Schulkinder, die unter Aufſicht ihrer Leh-w
Lehrerinnen badeten, von einer gewaltige
weit ins Waſſer hinausgetragen. Es gelag
Lehrern, ſämtliche Kinder wieder an Eu.
bringen, doch waren bei zwei Mädchen de A
derbelebungsverſuche ohne Erfolg.
v. Gronau beabſichtigt den Pacifik zu übernß,
New York. Der deutſche AtlantiUh
Wolfgang v. Gronau gibt jetzt ſeine EM
Flugabſichten bekannt. Er will mit ſeine-7 M0
nierwal=Flugboot, mit dem er ſchon dreim hhe
Atlantik überflogen hat, auch den Stillenn-M
überqueren. Am Mittwoch wird der Dorrn
in Milwaukee ſein. Von dort aus geht
kleinen Etappen quer durch den nordarn
niſchen Kontinent bis an die Küſte des 2
Sechs Chineſenkinder von einem japamc,
Blindgänger getötet.
Schanghai. Im Stadtteil Tſchapei!”
eine nicht krepierte japaniſche Granate varſt
lenden Kindern aus einem Teich gefiſcht.
ſie an Land gezogen war, explodierte,
zerriß ſechs der Kinder, während zwei
ſchwer verletzt wurden.
Deutſcher Triumph beim AMls
Rundflug.
Der Lufthanſa=Pilot Willi Pollte”
der kürzlich eine Geſamtflugſtrecke von 1—
Flugkilometer für ſich buchen konnte, erl
dem Schweizer Alpenrundflug für Verkell”
zeuge auf ſeiner dreimotorigen Junkers)
„Ju 52” den erſten Platz. Auch del
Platz belegte eine deutſche Maſchine,
das Dornier=Flugzeug „Do K=
te Nachrichten
er feierliche Eröffnungsakk.
6derdienſt des „Darmſtädter Tagblatt”.)
Los Angeles, 30. Juli. (Kabel.)
dieſe Zeilen, die wir eben im Preſſe=Camp des
Olym=
ſorkes nach der deutſchen Heimat kabeln, im Druck
er=
dann haben auf den ſommerlichen Feldern Kaliforniens
olympiſchen Wettkämpfe begonnen. Dann ſtehen die
ſostsleute von 49 Nationen in einem Kampf, der ſich ſeit
ſter erweckung der Olympiſchen Spiele nur alle vier Jahre
und der Siegerehren zu vergeben hat, wie ſie die
Welt ſonſt nicht wieder kennt. Noch vor einem Jahre
erglich, ob angeſichts der ſchweren Wirtſchaftskriſe, die
„chöes Fieber die ganze Welt ſchüttelt, die X. Olympiſchen
eltze Los Angeles wirklich würden ſtattfinden können. Aber
te ſind Optimiſten und Tatmenſchen. Sie laſſen ſich ſo
telkl ihr entmutigen, ſie wiſſen auch für ihre Idee Opfer zu
„Mancher Olympiakämpfer hat ſchwere Entbehrungen auf
nuehen müſſen, um Los Angeles zu erreichen. Faſt alle
Na=
neitken bei der Zuſammenſtellung und Entſendung ihrer
bedtzün ſchwere Sorgen. Manche Mannſchaft ließ auch bei der
ſi it Land hinter ſich, von dem ſie nicht wußte, in welcher
rſchürg ſie es bei der Heimkehr wieder antreffen würde. Auch
idas gaſtgebende Land der X. Olympiade, iſt nicht mehr
ſliche Land, als welches wir es noch vor wenigen Jahren
urd . ."
beneideten. Geſtern noch mußten die Blätter
men in langen Spalten von den ſchweren Straßenkämpfen
ſugton berichten, von jenen Kämpfen mit den „
Vete=
nie ein grelles Schlaglicht auf die Situation warfen, in
der
170
dſe Staaten ſtecken.
Amille dieſe Sorgen und Nöte der Menſchen werden heute
W
sigeles, dem Zentrum Kaliforniens, von einem Ereignis
Ai und vergeſſen gemacht: von der Eröffnung der großen
Eyält ſchwer, ein Bild von der feſtlichen Stimmung zu
ge=
iſteeit geſtern abend, als zum erſten Male die Stadt in der
Feſtbeleuchtung erſtrahlte, in Los Angeles
einge=
genn”
Die Stadt der Spiele ..."
wei ch der Ehre, Schauplatz, der olympiſchen Kämpfe zu ſein,
Sie hat ſich ein äußeres Feſtgewand zugelegt, wie
ch blühender und farbiger nicht denken kann. Die weiter
aß edir Stadt ſchwimmen in einem Meer von Fahnen und
nuck. Der letzte Bürger der 2½=Millionenſtadt nimmt
dieſem Ereignis. Es ſind aber auch ſchon jetzt
Hunder=
ſenonn Fremden in der Stadt. Seit geſtern abend liefen in
A
chtey blge die Sonderzüge aus allen großen Zentren des
ame=
kannum Weſtens ein. Eine Flut froher und erwartungsvoller
ugen)raoß ſich in die lebendige Metropole. Auch zur Stunde
ſuſrom noch nicht zum Stehen gekommen. In den
Vor=
tagpurden treffen die Autokarawanen aus der näheren und
ſtem Umgebung ein. Zahlloſe Vereine haben moderne
Om=
buſſüue
ietet, und an den leuchtenden Aufſchriften erfährt man
En Aſſenicksort. Aus San Franzisko, Oakland, San Diego
geramt liegen ſie ſeit Tagen auf den Landſtraßen, herrliche
monzſei, aber auch viele altersſchwache Vehikel ſind darunter:
Arkaupmſze bleibt: man fährt.
MAſVerkehrsſtraßen waren ſo überfüllt, daß man ſich nur im
ſiſchritX owärtsbewegen konnte. Schon in den frühen Mittags
unds y— die Eröffnung war auf 14.30 Uhr Ortszeit (23.30 Uhr
lihi jitteſhwowäiſcher Zeit) angeſetzt — begann der
arzüder Hunderkkauſend zum Olympiſchen Stadion.
veiſt as Brimge der Verkehrsvehikel aller Art iſt trotz umfaſſender
laßrunem und trotz der denkbar beſten Verkehrsregelung ſo
un=
heurerch, daß man zu Fuß ſchneller als mit dem Wagen
drau=
öſſchen ihk Alle Parkplätze ſind überfüllt. Man paſſiert zahlreiche
Deontmu), und dann ſteht man plötzlich vor einem
ſhtrn
unvergeßlichen Anblick.
Eſteilſchen nach allen Richtungen die Ränge des rieſigen
Zement=
aues mor. Eine Stunde vor Beginn ſind die 30 Sektoren
märicht ſlitz. Unaufhörlich ſpeien die Verkehrsmittel neue Maſſen
us. 1s Stadion trägt ringsum die Fahnen der 58 J.O.C.. Das Hauptportal und die laubenartigen Umgänge
iſt end Inlden olympiſchen Wahrzeichen und friſchem Grün geziert
Lom) rm des Haupteinganges flattern Sternenbanner und
lympnſe Fahnen. Der Innenraum mit den unüberſehbaren
Nenſſechmmſſen, dem ſaftigen Grün des Raſens und dem dunklen
lot ſeLnufbahnen bieten ein überwältigendes Bild. Der war
endeinſimge wird die Zeit durch flotte Weiſen der olympiſchen
Capealvertrieben, zum Teil beluſtigt ſie ſich auf eigene Art durch
emerütme Geſänge und Pfeifkonzerte.
Geſte Gaſt auf der Ehrentribüne, mit herzlichem Beifall
egrütz iſe kurz nach 2 Uhr der Vizepräſident der Vereinigten
paa12 Mr. Curtiß, den das Organiſationskomitee der Olym=
Diſche Fiycele mit Präſident Garland an der Spitze begrüßt.
Gar=
andAilt ihm die Herren des Internationalen Olympiſchen
Lomtaß wor. Die olympiſche Kapelle und ein tauſend Mann
kartes hor intonieren die amerikaniſche Hymne, die von der
Nen ketevend mitgeſungen wird. Dann verkünden ſchmetternde
Fanf=
vom Turm über dem Haupteingang unter grenzenloſem
Pubellr. Hunderttauſend den
Einmarſch der olympiſchen Teilnehmer.
der Spitze marſchieren die Epigonen der Begründer der
Oyzohm Spiele, das kleine Häuflein der Griechen. Durch
WeM tketen angeführt, der auf ſeidenem Band den Namen
line andes trägt, hinter ihm der Fahnenträger, folgen die
telimwen den Nationen. Unter den erſten Gruppen fällt die ſehr
arrt bieilung Argentiniens und Braſiliens auf. Mit beſon,
DEEylaEo werden die Träger des Ahornblattes, die Kanadier
empulhen.
Daß ſich unter den weit über hunderttauſend
Zu=
wae miele tauſend Deutſchamerikaner befinden, wird ſofort
augsMeinlich, als am Eingang
gtEhwrden, angeführt von dem Generalſekretär des Deutſchen
eiw Eschuſſes Dr. Karl Diehm und dem Bannerträger Georg
Dohr21 Neſſen Athletengeſtalt allgemeine Bewunderung findet.
Lſchen Teilnehmer machen in ihrer ſchmucken
Olympia=
üchT vein ausgezeichneten Eindruck. Hinter unſeren 7 Frauen
r Mel=, nach Sportarten getrennt, die Männer. Auf dem
RSc 2Rundgang werden die Deutſchen von toſendem Beifall
begrig;
emem Sonderapplaus begrüßt werden die in lichtes Blau
eHeren Italiener. Auch die Japaner werden freundlich
emp=
auße 2 Als dann nach faſt dreiviertelſtündigem Marſch endlich
2 Sanenbanner, das den Schluß bildet, ſichtbar ward, raſt das
SnD R vor Begeiſterung. Mit markerſchütterndem „Rah, rah.
I, die endloſe Gruppe der Vereinigten Staaten empfan
½ Iyeerttauſend Zuſchauer ſtehen auf den Bänken, die Muſik
Lt Nu Amehr zu hören, und erſt als alle Nationen im Mittelfeld
aufmmhſ ert ſind, löſt ſich der Taumel
m 1OS-ANGELES USA
Wi
Ein wundervolles Bild
bietet ſich dem Auge. In allen Farben des Regenbogens ſchillern
die Banner der teilnehmenden Nationen und die Toiletten der
Damen, die einen anſehnlichen Teil der rund 105 000 Beſuchet
ausmachen. Strahlende Sonne übergießt aus lichtblauem Himmel
alles mit hellem Glanz. Ueber dem Stadion kreuzen Flugzeuge
und Ballons. Zehntauſende von Fähnchen der verſchiedenen
Nationen geben neben den bunten Papierſchirmen gegen die heiße
Sonne dem ganzen eine beſonders feſtliche Note.
Exzellenz v. Lewald und Ritter v. Halt hatten im Gefolge
des Vizepräſidenten auf der Ehrentribüne Platz genommen, vor
der nunmehr die rund 2000 Aktiven Aufſtellung nahmen. In
Halbkreis gruppierten ſich vor der Ehrentribüne die
Banner=
träger. Der Chor ſang die Olympiahymne, eine Botſchaft des
Wiedererweckers der Olympiſchen Spiele, des Barons Coubertin
an die Teilnehmer wird verleſen, in der er ſie ermahnt, die
heili=
gen Ideale der Olympiſchen Spiele alle Zeit in Ehren zu halten.
Im Mittelfeld, unmittelbar vor der deutſchen Delegation, die
als 18. Nation genau die Mitte hält, iſt die Rednertribüne
auf=
gebaut. Nach Anſprache des Präſidenten des amerikaniſchen
Ko=
nitees Garland und des Präſidenten der California=Univerſität
betritt der
amerikaniſche Vizepräſident Curtiß
die Tribüne und erklärt unter atemloſer Stille die Spiele für
eröffnet. Kanonenſchläge donnern, Tauſende von Brieftauben
flattern auf, auf dem Turm des Hauptportals flammt in
gewal=
tiger Schale das Olympiſche Feuer empor. Entblößten Hauptes
hören die Hunderttauſend die Olympiſche Hymne, langſam ſteigt
in der Mitte des Koloſſeums die weiße Fahne mit den fünf
Rin=
gen empor. Wieder ſingt der Olympiſche Chor, dann leiſtet der
Mannſchaftsführer der amerikaniſchen Fechter, Marineleutnant
Calman, den Olympiſchen Schwur. Er ſchwört im Namen der
2000 Teilnehmer, daß ſie ſich als ehrenhafte Mitbewerber zeigen
und die für die Spiele geltenden Beſtimmungen, achten wollen,
„Unſere Teilnahme ſoll in ritterlichem Geiſte zu Ehren unſeres
Vaterlandes und zum Ruhm des Sportes erfolgen.
Nach einem neuen Lied des Chors klingen Marſchweiſen auf,
die 385 Amerikaner ſetzen ſich unter erneutem Jubelſturm der
Maſſen in Bewegung, die übrigen Nationen folgen.
Die Spiele haben begonnen!
Die Athleten treten in Aktion!
Olympiamannſchaft bei Marlene Dietrich.
Eine beſondere Freude hatte die deutſche Olympiamannſchaft
am
ſonnerstag, als ſie von der bekannten deutſchen
Filmſchau=
ſpielerin Marlene Dietricht eingeladen wurde. Marlene Dietrick
fügte bei dieſer Gelegenheit ihrem großen Rufe als Künſtlerin
auch noch den einer ſcharmanten Gaſtgeberin bei. Die
Künſtle=
rin war ſichtlich ſehr erfreut, im Kreiſe von Landsleuten zu
ſein, zudem noch von Landsleuten, die ſo friſch und fröhlich
waren wie die Olympiakämpfer. Die Honneurs machte das
rei=
zende Töchterchen „Heidede, das bald der Liebling der deutſchen
Aktiven wurde.
Schmitt=München erhält die Coubertin=Plakette.
Bei einer neuen Zuſammenkunft des Internationalen
Olym=
piſchen Komitees kam es zu einer ſchönen Ehrung für einen
deut=
ſchen Sportsmann. Der Wiedererwecker der modernen Olympiſchen
Spiele, Baron Pierre de Coubertin, hat eine Medaille geſchaffen,
die für außerordentliche Leiſtungen verliehen wird. Auf Antrag
von Dr. Lewald wurde nun beſchloſſen, dem Ueberlebenden der
beiden Brüder Schmitt=München die Medaille für die erſtmalige
Bezwingung der Matterhorn=Nordwand zu überreichen.
Brand, Diebſtahl und Disqualifikation.
Zuweilen gibt es auf der olympiſchen Stätte in
Kalifor=
nien auch böſe Aufregungen. Die Finnen wurden in den beiden
letzten Tagen gleich dreimal davon getroffen. Zunächſt wies mar
ihre Köchin, die ſie ſich mitgebracht hatten, aus dem olympiſchen
Dorf, da Frauen der Zutritt zum Dorf prinzipiell verwehrt iſt.
Dann verurſachten die Söhne Suomis bei der Zubereitung ihr
finniſchen Dampfbades einen Brand, dem gleich zwei Häuscher
ſum Opfer fielen. Und ſchließlich brach auch noch die
Ausſchlie=
ßung Nurmis über ſie herein.
Die vierte Aufregung aber wurde von einem amerikaniſchen
ſournaliſten verurſacht. Das Komitee für die olympiſchen
Wett=
bewerbe hatte am Donnerstag die Vorläufe eingeteilt, behielt
aber die Einteilung geheim und verwahrte die Liſten in einem
Schrank des Internationalen Leichtathletik=Verbandes. Dem
Yan=
kee=Reporter gefiel dieſe Heimlichtuerei ſo wenig, daß er
hin=
ging, den Schrank erbrach und die Liſten mitnahm.
Die Amerikaner kommen auf.
Davispokalkampf Frankreich—USA. am zweiten Tage 2:1.
Nachdem die Franzoſen am erſten Tage der Davispokal=
Herausforderungsrunde in Paris eine 2:0=Führung erzielt
hat=
ten, hofften ſie, ſchon am zweiten Tage durch den Gewinn des
Doppels die Entſcheidung zu erzwingen. Aber in einem faſt
drei=
ſtündigen Kampf, der außerordentlich ſpannend war und ein
Ten=
nis brachte, wie man es im Doppel ſelten ſieht, beſiegten die
Amerikaner Alliſonſvan Ryn die Franzoſen Cochet/Brugnon mit
6:3. 11:13, 7:5, 4:6. 6:3. Nun wird die Entſcheidung erſt am
Sonntag fallen
Das Wetter war am Samstag in Paris etwas trübe hin
und wieder fielen ſogar einige Regentropfen. Auch der Beſuck
erreichte nicht ganz die Freitagsziffer, immerhin waren es aber
doch 10 000 Perſonen, die dieſen mitreißenden Kampf er
lebten. Natürlich gab es auch wieder viele Ehrengäſte zu ſehen,
der intereſſanteſte von ihnen war zweifelsohne der alte Herr,
der neben dem Stuhl des Schiedsrichters Platz nahm: James
ohn Davis, der amerikaniſche Arbeitsminiſter, der im Jahre
J
1900 als Student den Davis=Pokal geſtiftet hat.
Tv. Arheilgen — Tv. Mainz=Kaſtel.
Am heutigen Sonntag mittag herrſcht Hochbetrieb auf dem
Sportplatz Hammelstrift, da Arheilgen mit drei Mannſchaften
an=
ritt. Die 2. und Jugendmannſchaft ſpielen gegen die gleichen von
Weiterſtadt. Die 1. Mſch. trägt um 16 Uhr ihr Rückſpiel gegen
Mainz=Kaſtel aus. Das Vorſpiel endete unentſchieden, der
heu=
tige Ausgang iſt ungewiß, jedoch wird ſich Arheilgen auf dem
eigenen Platz anſtrengen, um gegen die gut in der Kreisklaſſe
ſpie=
lenden Mainzer zu gewinnen.
Radſpork.
Arb.=Radf.=Verein Waldesgrün Darmſtadt — Dynamo Frankfurt
Heute nachmittag 3 Uhr findet auf dem Sportplatz des Arb.=
Radf.=Vereins Waldesgrün Darmſtadt=Süd (Platz hinter der
Keramiſchen Fabrik, Heidelberger Straße), ein Sechſer=Radpolo=
Spiel und anſchließend ein Sechſer=Radballſpiel gegen Dynamo
Frankfurt a. M. ſtatt. Eintritt ſehr niedrig.
Fußball.
Reichsbahn Darmſtadt—TSV. Meſſel.
Reichsbahn eröffnet heute die neue Spielzeit mit Rückſpielen
gegen TSV. Meſſel. Die Vorſpiele in Meſſel endeten bei den
Mannſchaften mit 3:3 und bei den 1. Mannſchaften mit
Toren unentſchieden. Unvorhergeſehene dienſtliche Verhältniſſe
geſtatteten damals leider nicht ein komplettes Antreten, ſo daß
nunmehr bei den Rückſpielen wohl angenommen werden darf,
daß der Sieg in Darmſtadt bleibt. Die Spiele beginnen um 9.30
und 11 Uhr.
Kraftſpork.
Kraftſportverein Darmſtadt 1910.
Vorgeſtern wurde unſerem Mitglied Willi Klöß, Heidelberger
Straße 47, vom Deutſchen Reichsausſchuß für Leibesübungen das
Sportabzeichen in Gold verliehen. Der Ausgezeichnete, der
beſon=
ders auf organiſatoriſchem Gebiet in hieſigen und auswärtigen
Sportkreiſen kein Unbekannter iſt, iſt langjähriges
Verbandsmit=
glied des K.S.V. und des Odenwaldgaues im Deutſchen Athletik=
Sportverband 1891, e. V. Bereits im Vorjahre wurde er „für
hervorragende Verdienſte um den deutſchen Sport” mit der
Ueber=
reichung der Verbandsehrennadel und der des Vereins geehrt.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge. 6: Wetter, Gymnaſtik. a
6.30: Gymnaſtik. 7: Wetter. — anſchl.: Frühkonzert. O 8:
Waſſer=
ſtand. O 11.50: Zeit, Programm, Wirtſchaftsmeldungen, Wetter. 4
12: Konzert. O 13.15: Nachrichten, Wetter. O 13.30: Konzert.
14: Nachrichten. O 14.10: Werbekonzert. 15: Gießener
Wetter=
bericht. O 15.10: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. O 16.55, 18.15:
Wirt=
ſchaftsmeldungen. O 19.15: Zeit, Programm, Wetter,
Witterungs=
vorherſage für 10 Tage (nur Mo. u. Do.), Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 31. Juli
6.15: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Michel.
8.15: Katholiſche Morgenfeier.
9.15: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: Sängerluſt 1849 Darmſtadt.
10.00: Kufſtein: Orgelkonzert auf der Heldenorgel.
10.-
Dr. Sternberger: Bericht von einer neuen Wiſſenſchaf
11.00: A. S. Oko: George Satayana, der amerikaniſche Dichter=
Philoſoph.
): Bettina=Briefe.
11
12.00: München: Mittagskonzert. Leitung: E. Kloß. Werke von
ſöcker, Weber, Waldteufel, Delibes, Lincke u. a.
13.00: Köln: Konzert.
14.00
Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.10
Stunde des Landes.
Stunde der Jugend: Kaſperletheater.
15.0
16.00: Baden=Baden: Konzert des Städt. Orcheſters. Dirigent:
t. Aßmus. Werke von Marſchner, Humperdinck, Puccini, Komzak,
obrecht, Moſzkowſky u. a.
18.00: Internationales Flugmeeting in Zürich. Hörbericht von Paul
(Schallplatten.
Laven.
18.25: Dreißig bunte Minuten. Leitung: Falke=Leonhardt.
3.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
2
Sportnachrichten.
Anſch
19.00: Berlin: Orcheſterkonzert des Notſtandsorcheſters Berlin=Mitte
Dirigent: Eugen Sonntag.
Werke von Schubert, Humperdinck,
Lortzmg, Wagner u. a.
— Dazwiſchen: Wahlergebniſſe.
22.00:
Zeit, Nachrichten, Wetter, Sport.
Anſchl. Berlin: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Gebr. Steiner.
Königswuſterhaufen.
Deutſche Welle: Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge: 5.45:
Wetter ſür die Landwirtſchaft. 6: Gymnaſtik. 6.15: Wetter
für die Landwirtſchaft.
inſchl.: Frühkonzert. 10: Neueſte
Nachrichten. O 12: Wetter für den Landwirt. — anſchl.: Konzert.
— Wiederholung des Wetterberichts. O 12.55:
auener Zeit.
O 13.35: Nachrichten. O 14: Konzert. O 15.30: Wetter, Börſe.
O 18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
6.00: Funkgymnaſtik.
Hamburger Hafenkonzert.
6.20
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
e.
Anſchl. Wochenrückblick auf die Marktla
8.20.
Dipl.=Landwirte Deichmann und Tröſcher: Beſuch des
Wirt=
ſchaftsberaters auf einem Bauernhof.
Morgenfeier.
8.5
Anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
Kufſtein: Konzert auf der Heldenorgel. Prof. Bachem.
10.0
Deutſche Opernſänger. (Schallplatten)
11.0
Franz Lüdtke lieſt aus eigenen Werken.
11.3
12.00: Leipzig: Mittagskonzert des Sinfonieorcheſters. Leitung: Th.
Keller (Flügel)
Blumer. Soliſt: O
Hertha Siemering: Weibliche Jugend in unſerer Zeit.
14.00
Jugendſtunde: Montezumas Schale.
14.30
Margarete Jokl: Altdeutſche und neudeutſche Tanzlyrik.
A
Heidkamp: Kunſt und Mythos.
15.2
15.50: Blasorcheſterkonzert. Dirigent: H. Müller=Endenthum. Ausf.=
Blasorcheſter vom Arbeitsamt Berlin=Mitte.
17.45: H. Kyſer: Große Männer.
18.00: Lic. Holtz: Gedanken zur Ernte.
18.30: Frankfurt: Hörbericht vom Internationalen Flugmeeting in
Zürich. (Schallplatten)
19.00: Orcheſterkonzert. Dirigent: Eugen Sonntag. Ausf.: Not=
Dazwiſchen: Bekanntgabe der
ſtandsorcheſter Berlin=Mitte.
Wahlergebniſſe bis zur Feſtſtellung des vorläufigen
Endergeb=
niſſes.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Unterhaltungsmuſik der Kapelle Gebrüder Steiner.
Wekkerbericht.
Die Grenzbereich=Wetterlage hat ſich über Deutſchland weitet
ausgeprägt. Während bei uns und im Süden der hohe Druck
Beſſerung brachte, regnete es heute morgen wieder im
Küſten=
gebiet. Ein neues Tief über dem Atlantik hat ſeine Warmluft bis
nach den Britiſchen Inſeln vorgeſchoben, unter gleichzeitiger
Wet=
terverſchlechterung. Wohl wird ſich der hohe Druck noch
aus=
wirken, aber trotzdem iſt es beim Vordringen der Warmluftwelle
nicht ausgeſchloſſen, daß auch unſer Bezirk vorübergehend
berühr=
wird. Dabei beſteht die Möglichkeit von ſpäteren
Störungsbil=
dungen, welche bei der zunehmenden Erwärmung ſich mehr in
Form von Gewitterſtörungen äußern dürften.
Ausſichten für Sonntag, den 31. Juli: Weitere Erwärmung, mehr
aufheiternd und nur leicht wolkig, trocken, ſüdweſtliche Winde.
Ausſichten für Montag, den 1. Auguſt: Warmes und
aufheitern=
des Wetter, mit Neigung zu Gewitterſtörungen.
Deutſche Welle: Sonntag, 31. Juli
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf:
de; für Feullleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für
Sport: Karl Bohmann;
für den Handel: Dr. C
„Die Gegenwons. . ..SO . D
Tagesſpiegel in Btld und Wort: Dr. Herbert Neitei
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung n ich t übernommen
Die heutige Nummer hat 18 Geiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 211
Sonntag, den 3u
DarmſtädeerCagblatte
GeſſNeueſte.
Die Lage am Geld= und Deviſenmarkk.
Wenig Veränderung gegen die Vorwoche.
Auch in dieſer Woche lag Tagesgeld wieder ſehr leicht,
abge=
ſehen von einer ganz geringen Verknappung, die ſich gegen den
Wochenſchluß hin bemerkbar machte und die teils auf
Ultimoliqui=
dationen, teils auf den Einfluß der bevorſtehenden
Reichstags=
wahlen zurückgeführt wird. Um den Ultimo zu finanzieren, hatte
eine lebhafte Diskontierungstätigkeit eingeſetzt, und es wurden
ſo erhebliche Mengen an Material, angeboten, daß ab und zu
Ueberſtände verblieben. Die Notiz für Tagesgeld betrug Anfang
und Mitte der Woche 4 Proz., ſtieg aber an den beiden letzten
Wochentagen auf 4,25 und 4,50 Prozent. Am Terminmarkt wurden
für erſte Adreſſen 5 und 5,25 Proz. gezahlt. Warenwechſel waren
zu einem Satze von 4½ Prozent eher geſucht; es wurden jedoch
kaum Geſchäfte getätigt. Die Nachfrage nach Reichsſchatzwechſeln
von denen jetzt die im November fälligen Stücke ausgegeben
werden — wurden ſehr wenig gefragt.
Der internationale Deviſenmarkt wurde in dieſer Woche durch
die ſchwache Haltung des engliſchen Pfundes gegenüber dem
Dol=
lar gekennzeichnet. Erklärt wurde dieſe Erſcheinung durch den
Verzicht ausländiſcher Kriegsanleihegläubiger auf die Konverſion
und durch die ſomit in Ausſicht ſtehenden Barzahlungen der
eng=
liſchen Regierung an das Ausland. Andererſeits hat die
Befeſti=
gung des Vertrauens zum Dollar dieſen auch im Kurs gegenüber
dem franzöſiſchen Franken, Schweizer Franken und holländiſchen
Gulden anſteigen laſſen. Die Auslandsparität der Reichsmark
wich bei geringen Schwankungen kaum von der Inlandsparität
ab; gegenwärtig iſt die Reichsmark im Ausland eher etwas feſter.
Nachdem die Abwärtsbewegung der Peſeta in der Vorwoche zum
K.
tillſtand gekommen war, konnte in der Berichtswoche eine leichte
Erholung dieſer Deviſe feſtgeſtellt werden.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Am Vorabend des politiſch bedeutſamen Wahltages wirkt es
überraſchend, daß die Berliner Börſe in ausgeſprochen
freund=
licher und ſogar etwas lebhafterer Haltung als ſonſt verkehrt. Die
Verkündung des Burgfriedens ſcheint bei der Kundſchaft des In=
und Auslandes neue, wenn auch nicht ſehr erhebliche und nur auf
Spezialwerte ſich erſtreckende Kaufaufträge ausgelöſt zu haben,
denen ſich die Spekulation in dem Bedürfnis, vor den Wahlen
glatt zu ſein, mit Deckungen anſchloß. Die Zwangsverkäufe für
Seligmann=Köln, die ſpeziell den Montanmarkt in den letzten
Tagen belaſtet hatten, wurden geſtern nicht mehr beobachtet,
da=
gegen ſprach man wieder davon, daß das Ausland Gelder aus
Stillhaltekonten anlegt, was übrigens nur der Tendenz zum
Kau=
fen, ebenſo wie an den internationalen Börſenplätzen, entſprechen
dürfe. Das Kaufintereſſe ſtieß beſonders bei Nebenwerten auf
ziemlich leere Märkte, ſo daß hier die Gewinne relativ größer
waren als bei den Hauptſpekulationspapieren, während im
all=
gemeinen nämlich die Kurſe nur bis 1 Prozent gebeſſert lagen,
zogen AG. für Verkehrsweſen, Allg. Lokal u. Kraft, Bemberg und
Phil. Holzmann bis zu 2,5 Prozent an. Salzdetfurth ſogar 3
Pro=
zent höher. Im Gegenſatz zu der Allgemeintendenz eröffneten
Harpener und Siemens 0,5—0,75 Prozent ſchwächer, holten aber
im Verlaufe ihre Anfangsverluſte wieder ein. Ueberhaupt wurde
eine Schwächeperiode nach den erſten Kurſen ſehr ſchnell wieder
überwunden und unter Bevorzugung von Spezialwerten blieb die
Tendenz auch im Verlaufe ſehr zuverſichtlich. Deutſche Renten
lagen etwas uneinheitlich. Anleihen und
Reichsſchuldbuchforde=
rungen waren eher bis zu 0,25 Proz. gebeſſert. Der Markt der
Auslandsrenten hatte kaum Umſätze zu verzeichnen.
Die freundliche Haltung der letzten Tage blieb auch an der
Frankfurter Wochenſchlußbörſe beſtehen, wenngleich im
Hin=
blick auf die heutige Wahl bei Beginn eine gewiſſe Zurückhaltung
unverkennbar war. Die Spekulation ſchritt zu kleinen Deckungen
und Meinungskäufen, wofür in der Hauptſache die Hoffnung, daß
die jetzige Regierung auch nach der Wahl weiter beſtehen bleiben
werde, maßgebend war. Dazu kam die feſte Haltung Wallſtreets
und auch das Aufhören der Zwangsverkäufe für Seligmann
be=
friedigte. Gegen die Abendbörſe ergaben ſich durchſchnittliche
Be=
feſtigungen von zirka 1 Prozent. Am Montanmarkt zogen
Rhein=
ſtahl um 18 Proz. und Stahlverein um 0,75 Proz. an. JG. Farben,
Rütgerswerke, Reichsbankanteile und die Mehrzahl der
Elektro=
aktien lagen bis zu 1 Proz. höher. Für Schiffahrtsaktien erhielt
ſich ebenfalls das letzttägige Intereſſe. Hapag und Nordd. Lloyd
zogen um je 8 Prozent an. Im Gegenſatz zur Allgemeintendenz
ſtanden Zellſtoff Aſchaffenburg, die 1,25 Proz. einbüßten. Im
Verlaufe blieb die Börſe feſt und die Kurſe einiger Spezialwerte
lagen erneut 0,5—1 Proz. höher. Eine nach den erſten
Notierun=
gen ſich bemerkbar machende Schwächeneigung wurde ſchnell
über=
wunden. Die Umſatztätigkeit war für einen Samstag
verhältnis=
mäßig lebhaft. Der Rentenmarkt lag ebenfalls ziemlich feſt.
Be=
ſonders Altbeſitz waren gefragt und über 1 Prozent höher.
Nen=
beſitz blieben dagegen nur behauptet. Am Pfandbriefmarkt
be=
ſtand nach anfänglicher Zurückhaltung ſpäter Nachfrage, ſo daß
Goldpfandbriefe von 0,5—1 Proz. höher lagen.
Liquidations=
pfandbriefe lagen ebenfalls etwas erhöht, nur Frankfurter Hyp.=
Bank=Liquidationen büßten 1 Prozent ein, während Kommunal=
Obligationen 0,5—1 Prozent gewinnen konnten.
Schuldbuchforde=
rungen 0,25—0,50 Proz. Tagesgeld war zum Ultimo noch geſucht;
Satz 4,5 nach 4,25 Proz.
E
Produkkenmärkte.
* Mainzer Produktenbericht vom 30. Juli. Großhandelspreiſe
per 100 Kilo loko Mainz: Hafer 15,50—17,50, Weizen, Roggen und
Braugerſte —, Induſtriegerſte 17.50—17,75, Futtergerſte 16,50—
16,75, Malzkeime 11—12, ſüdd. Weizenmehl Spezial Null 38,95,
Roggenmehl 70proz. 28—28,50, feine Weizenkleie 9,50—9,75, grobe
Weizenkleie 10,50—10,75, Roggenkleie 10,75—11,50,
Weizenfutter=
mehl — Biertreber 10,75, Erdnußkuchen 13—13,50 Kokoskuchen
2—16,25, Palmkuchen 9—9,25, Rapskuchen 9,25—9,50, Soyaſchrot
11—11,25, Trockenſchnitzel 9,25—9,50, loſes Kleeheu 5,50, gebund.
Kleeheu 6,00, loſes Wieſenheu 4,00, gebund. Wieſenheu 4.20,
Ma=
ſchinenſtroh. —, Drahtpreßſtroh 3,00. Tendenz: abwartend.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Das Geſchäft war in der
abgelaufenen Woche ſehr klein, wobei auch die Nähe des Ultimos
ungünſtig auf den Abſatz einwirkte. Die Läger konnten daher
nicht geräumt werden, obwohl die Zufuhren infolge des
Produk=
tionsrückganges an und für ſich recht klein waren. Die leicht
er=
höhten Preiſe der Vorwoche blieben unverändert. Es notierten
Pfg. das Stück ab loko Frankfurt a. M.: Ruſſen 5,5—6,
Hol=
länder 6,25—7,75. Dänen 6—7,75, Flandern 7—7,25, deutſche
Landeier 7—7,5, deutſche Friſcheier je nach Größe 6,5—8,5.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Der Abſatz hat ſich in
der laufenden Woche, trotz rückgängiger Anlieferungen, weiter Diſche. Anl.
Ablö=
verſchlechtert, wozu noch die verſtärkten Auslandsangebote kamen.
Die Notierungen der Vorwoche blieben daher nur knapp behauptet.
Eine gewiſſe Verſtimmung herrſcht in Handelskreiſen darüber, daß
bei deutſcher Butter ſehr viel ſaure Ware angeliefert würde, was
den Abſatz erheblich erſchwere. Die Umſätze erſtreckten ſich daher
in der Hauptſache auf Auslandsbutter, die ihren Preis auch voll
behauptete. Die Verkaufspreiſe des Großhandels lauten (in ein=
Zentner=To.): Holländiſche Butter 128—130, deutſche Butter beſte 89
Qualitäten 122—126 RM.; geringe Ware kam nicht zur Notiz.
Berliner Produktenbericht vom 30. Juli. In Erwartung des
Ausganges der Wahlen war die Unternehmungsluſt an der
Wo=
chenſchlußbörſe recht gering und das Geſchäft beſchränkte ſich
zu=
meiſt auf die Glattſtellung der laufenden Verbindlichkeiten für den
heute ſchließenden Monat. Am Lieferungsmarkt ſind in Weizen
noch beträchtliche Andienungen erfolgt, ſo daß der Preis für Juli=
Weizen unverändert blieb.
Weinheimen Schweinemarkt. Zugeſührt waren 441 Stück;
verkauft wurden 293 Tiere, und zwar Michſchweine das Stück zu
6—11 Mk. Läufer das Stück zu 12—32 Mk. Marktverlauf: mäßig.
Die Kriſe der deutſchen Eiſenwirtſchaft.
Skarke Schwankungen in der Beſchäftigung der Eiſeninduftrie.
Nach dem Hochſtand der Jahre 1927 bis 1929, der nur im
Unbegründeker Peſſimismus
November 1928 durch die große Ausſperrung im weſtdeutſchen
Ge=
biet unterbrochen wurde, ſetzt in der deutſchen Eiſeninduſtrie in
der zweiten Hälfte des Jahres 1929 ein Rückgang ein, der in faſt
bei der Beurkeilung des Roggenmarkkes.
unverminderter Schärfe bis zur Gegenwart die Eiſengewinnung
immer weiter zuſammenſchrumpfen ließ. In der erſten Hälfte des
vorigen Jahres ſchien ſich eine gewiſſe Beſſerung anzubahnen. Die
Kurven der Roheiſengewinnung und namentlich die der Rohſtahl=
und Walzeiſenherſtellung verminderten ihr Abgleiten, doch hatte
dieſe Beſſerung keinen Beſtand, und die Geſamtrichtung der drei
Kurvenzüge nahm bald wieder die vorhergehende Richtung ein.
Das laufende Jahr hat eine gewiſſe Beſſerung der
Beſchäfti=
gung in der Eiſeninduſtrie gebracht. Bekanntlich ſind große
Liefe=
rungsverträge mit Rußland abgeſchloſſen worden, die den
deut=
ſchen Werken eine ſehr wertvolle zuſätzliche Arbeitsmenge gaben.
Die Produktionskurven haben ſich deshalb in, allen drei Gebieten
beträchtlich gehoben, doch muß mit einem erneuten Rückfall
gerech=
net werden, wenn die Ruſſenaufträge erledigt ſind.
Die Ausfuhr an Eiſen und Eiſenwaren war im Jahre 29
ſtark in die Höhe gedrückt worden. Sie war dann auf einen
ziem=
lich gleichbleibenden Stand geſunken, konnte aber in der zweiten
Hälfte des vorigen Jahres noch einmal etwas geſteigert werden.
Seither iſt auch hier ein ſtarker Rückſchlag eingetreten, der erſt
all=
mählich durch das Einſetzen der Ruſſenlieferungen wieder
aus=
geglichen wird. Die an ſich nicht bedeutende Eiſeneinfuhr iſt im
Laufe der Jahre immer weiter gedroſſelt worden.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 27. Juli 1932. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 27. Juli berechnete
Groß=
handelsindexziffer iſt mit 95,9 gegenüber der Vorwoche (95.8) nur
wenig verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten:
Agrarſtoffe 92,9 (plus 07 v. H.), Kolonialwaren 838 (minus 1,1
v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 86,5 (minus 0,1 v.H.)
und induſtrielle Fertigwaren 116,7 (minus 0,3 v. H.).
Die Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskoſten im Juli. Die
Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskoſten (Ernährung,
Woh=
nung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „ſonſtiger Bedarf”
iſt im Durchſchnitt des Monats Juli 1932 in 121,5 gegenüber 121,4
im Vormonat kaum verändert.
Aufhebung des holländiſchen zentralen Befrachtungskontors.
Die fünf in der Rheinſchiffahrt zuſammenarbeitenden
holländi=
ſchen Schifferverbände haben beſchloſſen, das erſt vor einem halben
Jahre gegründete zentrale Befrachtungskontor zu Rotterdam von
geſtern ab wieder aufzuheben. Die enge Fühlungnahme zwiſchen
den fünf Organiſationen ſoll jedoch aufrechterhalten bleiben. Die
Aufhebung des Befrachtungskontors, das in den erſten 5 Monaten
des Beſtehens zur vollen Zufriedenheit gearbeitet habe, wird auf
Differenzen mit den Befrachtern zurückgeführt.
Berliner Kursbericht
vom 30. Juli 1932
Von unterrichteter Seite wird geſchrieben: Vereinzelt
in der Oeffentlichkeit ein gewiſſer Peſſimismus bei der
lung des Roggenmarktes. Dieſer iſt unberechtigt und finds
falls in der wahren Marktlage keine Begründung. Im
Jahre mußten aus dem alten Erntejahr noch etwa 500 000
zwei Jahren ſogar etwa 800 000 To. Roggen in das neue
E=
übernommen werden. In dieſem Jahr verfügen weder
noch Mühlen, noch Landwirtſchaft über irgendwie nenne”
Vorräte aus alter Ernte. Infolgedeſſen ſind Mühlen un
zur Deckung ihres Bedarfs in nächſter Zeit ausſchließlich
heimiſchen Roggen neuer Ernte angewieſen. Die durch di
rung verurſachte Verzögerung der Ernte um 10 bis 12
Tag=
weiterhin die Dringlichkeit der Mühlennachfrage. Bemühum
Mühlen, von der Deutſchen Getreidehandelsgeſellſchaft
An=
roggen zu erwerben, beweiſen dies. Zu beachten iſt ferner,
Witterungsverhältniſſe zu einer ſtarken Zuſammendräng:
Erntearbeiten geführt haben und infolgedeſſen der
Landw=
zu Druſcharbeiten und zur Verladung von Getreide kaum
Verfügung bleibt. Auch Meldungen oder verfrühte Sch
über einen angeblich ſehr günſtigen Ausfall der Roggener.
nen nicht als Begründung für irgendwelchen Preisdruck
a=
werden. Dieſe Nachrichten laſſen auch ungünſtigere Ernt:
und Unwetterſchäden in den verſchiedenſten Teilen des
Refi=
berückſichtigt. Die deutſche Getreideeinfuhr betrug im abger!
Erntejahr 2,5 Mill. To. Auch bei einer reichen Ernte im
1932 ſind demnach die Möglichkeiten der Unterbringung in
land noch genügend. Die Getreidepolitik der Reichsregierr)
unter keinen Umſtänden eine höhere Getreideeinfuhr zulae
mit den deutſchen Marktverhältniſſen vereinbar iſt. Die B
Futtergetreideeinfuhr wird unter dieſem Geſichtswinkel
genaueſte kontrolliert. Sollte trotz dieſer — auf das gamek
geſehen —
geſunden Lage am Roggenmarkt ein ſaiſom”
Preisdruck in den nächſten Wochen entſtehen, ſo wird die
regierung, ähnlich wie gegenwärtig für Inlandsgerſte, au
Roggen zuſätzliche Unterbringungsmöglichkeiten (Foſiniey
Verkoppelungs=Aktion) ſchaffen.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Wie wir erfahren, haben die Landesfinanzämter die
ſchiedenen Banken erteilte allgemeine Genehmigung zum
in Dollarbonds mit Wirkung vom 30. Juli wieder
zurück=
e
Dieſe Maßnahme hängt ofſenbar mit den in den nächſte
zu erwartenden neuen Richtlinien für den Handel in
Dolll=
zuſammen.
Von den Arbeitgeberverbänden der Schuhinduſtrie iſt
tende Reichstarifvertrag zum 30. September 1932 gekünd
den. Die Kündigungserklärung bezweckt nicht, das A.
hältnis mit den Gewerkſchaften aufzulöſen, ſondern an
geltenden Tarifvertrags einen ſolchen auf veränderter
G=
unter Anpaſſung an die veränderten Verhältniſſe abzuſ
Die belgiſche und die holländiſche Regierung haben
gierungen der verſchiedenen europäiſchen. Länder den wiſ
gen Text der in Lauſanne unterzeichneten Handelsverträ
ſchen der belgiſch=luxemburgiſchen Zollunion und Hollam
mittelt. In dem Begleitſchreiben laden ſie die europäiſch:
der ein, dieſem Handelsvertrag beizutreten.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 30. Juli für efi=
Feingold 117,5 Schill. gleich 86,5948 RM., für ein Gram.
gold demnach 45,3004 Schill. gleich 2,78 409 RM. Zu dieſen
wurden 100 000 Pfund Gold nach dem Kontinent verkau=
Auf einer Sitzung des Währungsausſchuſſes der Q
Konferenz gab der engliſche Schatzkanzler Chamberlain un
klärung über die Lage des engliſchen Schatzamtes ab. Er
unter anderem, daß er die möglichſt baldige Rückkehr. Er
zum Goldſtandard begünſtige, doch ſei er außerſtande,
de=
ſcheinlichen Zeitpunkt dafür vorauszuſagen.
Die für den 6. Auguſt d. Is nach Zürich einberufene
jetzt zur ſchweizeriſchen Scotoni=Gruppe gehörenden Terraf!
(Berlin) iſt auf einen noch feſtzuſetzenden Termin im Seth
verſchoben worden.
Oeviſenmarn
vom 30. Juli W
Berl. Handels=Geſ=
Danatbank. ...
Deutſche Bank u.
Dsconto=Geſ.
Dresdner Bant.
Hapag.
Hanſa Dampfſch
FG."
.
Bahr. Motorenw.
T. P. Bemberg
Vergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
89.875
18.50
75.—
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Frankfurter Kursbericht vom 30. Juli 1932.
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geg, 31. Juli 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
a.da Sie verhetratet sind.
Roman von Alfred Carl.
mend des kurzen Weges ſchweigt Lutz Ott. In der mäßig
walle wählt er Plätze, die von allen Seiten gut zu
ſind.
ſer Tiſch iſt Ihnen doch recht, gnädiges Fräulein?”
zeemlich betont. Er will ſich auf keinen Fall ins
Hinter=
ſei weiſen laſſen
gnckt kühl und ſetzt ſich ſo, daß der Tiſch zwiſchen ihnen
reite, bequeme Seſſel bedeutet eine ungeahnte Erho=
Lutz. Er fühlt ſeine Beine — aber der Kopf iſt
wie=
ford jetzt mit hundertprozentiger Aufrichtigkeit berichten.
ſe mit dieſem Bericht überrennen und ſie vorerſt nicht
1wmmen laſſen, um ihren Widerſpruch hinauszuſchieben
beſſer dagegen gewappnet zu ſein.
ſua reicht er ihr noch einmal ſeine Karte hinüber. Jetzt
ſie auch und legt ſie neben ihre Taſche.
chrer Antwort verſteht er nur den Vornamen.
lrid beugt er ſich ein wenig vor. „Verzeihung, gnädiges
ich habe nicht genau verſtanden . . ."
Name iſt Beate Greven. Darf ich nun bitten, Herr
ſehr, gnädiges Fräulein, ku .. .‟ Er ſtockt noch einmal,
einem geeigneten Anfang, nach einer Art Einleitung
arſchließt ſich dann doch für den ungeſchminkten Bericht.
win alſo augenblicklich beim „Sportkurier” und
be=
bost zweihundert Mark im Monat. Ich habe Ausſicht,
ſtſnl Vollmar=Ihlenfeldt als Leiter ſeines großen
Renn=
yfſtellt zu werden. Mein Gehalt würde dann das
Zehn=
tri gen. Herr Ihlenfeldt wünſcht unbedingt einen ver=
Herrn. Ich bin ledig und .. . wollte das nicht zugeben,
Fräulein.
uc ſoll abgeſchloſſen werden — und beim Abſchied lädt
Ihlenfeldt heute mit meiner Frau für morgen zum
Ein! Ich habe zugeſagt — mir liegt natürlich viel an
ung. In der erſten Verwirrung habe ich mir die Folgen
gemacht — jetzt bin ich natürlich in größter Verlegen=
Konſul iſt herzleidend — er iſt nur vorübergehend in
45 inen ſtändigen Wohnſitz hat er in Nauheim. Er reiſt
vieder ab.
ßiſcheint ſo intereſſiert gefolgt zu ſein, daß Lutz Ott es
cier ſchon zu unterbrechen.
fahren Sie doch fort!“
füurkt mit etwas hilfloſem Lächeln die Achſeln. „Ich habe
weven nicht überlegt — es war im Augenblick geſchehen.
ſurteilen Sie mich nicht falſch, gnädiges Fräulein: Es
im Glückszufall für mich, wie er zum zweitenmal
viel=
wieder kommt! Der „Sport=Kurier” ſteht ſowieſo au
erbeetat. Und Herr Ihlenfeldt reiſt in den nächſten
ieder ab — das Frühſtück würde vielleicht eine Stunde
(Nachdruck verboten.)
„Sie können ja hingehen und dem Herrn die Wahrheit
ſagen!“
„Dann bekomme ich die Stellung nie! Mein Vorgänger
iſt geflogen, weil er mit der Tochter geflirtet hat!”
„Hm.. ."
Fräulein Beate Greven faltet nachdenklich die
Stirn — Lutz beobachtet es und gewinnt langſam ſeine
Sicher=
heit wieder.
„Ihre Frau mußte eben plötzlich verreiſen.”
„Das ſoll ich heute nicht ſchon gewußt haben?”
„Dann iſt ſie krank geworden!“
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sollten Sie benutzen und die Vorteile unseres
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„Ich trage keinen Ring und ſehe ſehr jung aus — meinen
Sie, daß er mir eine Frau überhaupt glauben würde?”
„Sie ſcheinen ja gewaltigen Reſpekt vor dieſem Herrn
Hilgenfeldt zu haben
„Ihlenfeldt, gnädiges Fräulein. Vollmar=Ihlenfeldt.
Re=
ſpekt? Ja, den habe ich auch — das gebe ich ganz offen zu.”
„Ja — aber eins verſtehe ich da nicht, Herr Ott. Sie
ſprechen abends um zehn am Potsdamer Platz eine wildfremde
Dame an ...
„:.ich habe ſeit Stunden geſucht, gnädiges Fräulein!”
„Sie haben ſeit Stunden geſucht — haben Sie denn keine
Verwandten keinen Bekanntenkreis? Eine Kuſine vielleicht, oder
irgendeine Dame, die bei Ihren Eltern verkehrt?
„Meine Eltern ſind tot — ich ſtehe allein. Und
Bekannten=
kreis — gnädiges Fräulein, ich bin ganz aufrichtig: Es muß
in jeder Hinſicht eine Dame ſein — der Konſul Vollmar=Ihlen=
Nr. 211 — Seite 11
feldt iſt nicht der erſte beſte. Stundenlang bin ich vergeblich un:!
Beate ſieht ihn mit teilnehmendem Ernſt an — wenigſtens
glaubt er ihren Augenausdruck ſo deuten zu können. Leicht zu
enträtſeln iſt dies Geſicht trotz ſeiner Jugend nicht — aber nein,
es iſt wohl nicht möglich, daß ſie ſich wegen ſeiner Ehrlichkeit
über ihn luſtig macht.
„Ja... da wird Ihnen wohl ſehr ſchwer zu helfen ſein,
Herr Ott..."
Lutz beugt ſich weit über den Tiſch. „Es handelt ſich doch
nur um eine einzige Stunde. Faſſen Sie es als amüſantes
Zwiſchenſpiel auf, wenn Sie wollen — oder als
kameradſchaft=
liche Hilfeleiſtung, wenn Ihnen das lieber iſt..."
„Sie haben mich vorhin gehindert, mit dem Autobus zu
fahren — Sie ſcheinen weder ſchüchtern noch beſcheiden zu ſein
Finden Sie nicht ſelbſt, daß Sie recht viel von mir verlangen?”
„Weniger kann ich doch . . ." ſetzt Lutz zur Antwort an —
bricht plötzlich ab, reckt den Hals und ſtarrt nach dem Eingang
zum Reſtaurant. Seine Augen weiten ſich — er iſt mit einem
Schlag ſo weiß geworden, daß Beate erſchrickt. „Was haben Sie
denn?” Alarmiert folgt ſie der Richtung ſeines Blickes ..."
Vom Reſtaurant her kommt ein ungewöhnlich großer älterer
Herr gerade auf ſie zu. Er hat faſt weißes Haar und ſieht
blaß und leidend aus. Die Stufen, die in die Halle
herunter=
führen, nimmt er mit Vorſicht.
Jetzt fällt ſein Blick auf Lutz — er muß ihn kennen, ein
Lächeln fliegt über das faltige, ſympathiſche Geſicht...
Lutz iſt ſchon unwillkürlich aufgeſprungen. In ſeinem
Kopf tanzt alles wild durcheinander, und eine Sekunde wird
ihm ſchwarz vor Augen — die erleuchtete Halle verſinkt im
Dunkel ...
Ein zu drei Vierteln engagierter „verheirateter”
Rennſtall=
leiter mit einer anderen Frau? In derart anmutiger, reizender
Geſellſchaft — einfach unmöglich! Glatt ausgeſchloſſen!
Dann alſo: Frechheit, hilf! Die Halle taucht wieder mit allen
Einzelheiten aus dem Dunkel empor — aber Lutz hütet ſich
wohl, jetzt Beates Blick zu kreuzen ..
„Ach, mein lieber Herr Ott — welcher Zufall ..."
Inſtinktiv iſt Lutz einen Schritt vorgetreten und klappt zur
Verbeugung zuſammen.
Um Himmels willen jetzt keine Unſicherheit: Es glückt —
oder alles iſt aus!
„Darf ich Sie mit meiner Frau bekannt machen . . .? Lutz
tritt einen Schritt zur Seite — auch jetzt verſteht er es, Beates
Blick zu meiden. „Herr Konſul Vollmar=Ihlenfeldt!“
Bei aller Verwirrung und Hochſpannung beobachtet Lutz
Beate jetzt aufs ſchärfſte. Der abenteuerliche Augenblick iſt der
beſte Prüfſtein für ihre Auffaſſungsgabe — und ihren Takt.
Springt ſie befliſſen auf, iſt es natürlich verkehrt — ſtockſtei
ſitzen zu bleiben, wäre in dieſem beſonderen Falle genau ſo
falſch
Aber ſie tut keins von beiden: Sie erhebt ſich langſam und
reicht Ihlenfeldt die Hand. Ihr Lächeln iſt zurückhaltend und
liebenswürdig zugleich — das ſchmale Geſicht zeigt nicht die
leiſeſte Spur von Beſtürzung. Lutz iſt begeiſtert und ſofort
wie=
der auf der Höhe: Von Frauen kann man doch nur lernen —
und die drohende Gefahr iſt gebannt!
(Fortſetzung folgt.)
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Nummer 31
Hunderttauſend ſiedeln
Der Mörtel wird zurechtgemacht.
Während die Söhne Sement rühren, muß die Mutter
tüchtig Waſſer gießen.
ſation mit 11 bis 12 Mark im Monat, Backſteinen und Kunſtſteinen entſtehen die neuen Häuſer. Neue
gut tragen kann.
Landſtraßen werden angelegt, Wege werden ausgetreten, die
Wie raſch eine ſolche Siedlung ent= Straßen wimmeln von Leben. Männer, Frauen und Kinder
ſteht, bewieſen die Vorgänge in der ſchieben ihre kleinen Handkarren mit ihrem Hab und Gut.
Umgebung von Brandenburg. Kaum Hier und da ſieht man auch einen Pferdewagen, der
Woh=
noch lag das Land brach, und faſt über nungseinrichtungen in die neue Siedlung befördert. Es iſt ein
Nacht hatten tauſend fleißige Hände reges Leben und Creiben, alles iſt beſchäftigt. Die Männer
eine kleine Stadt hervorgezau= verrichten die ſchwere Arbeit, die Frauen helfen überall, wo.
bert. Aus Balken, Brettern, Sement, ihre Kräfte ausreichen. Sie mauern, ſtreichen und pinſeln,
und ſogar die Kinder helfen mit, wo es geht. Jeder ſteht
mit Eifer und Begeiſterung an ſeiner Stelle, denn hier wird ja
das neue Heim gezimmert, hier wird an der Gukunft gearbeitet.
Wenn man zum Schluß rückſchauend feſtſtellen will, inwieweit
der Siedlungsgedanke praktiſche Ergebniſſe gezeitigt
hat, ſo geben darüber einige ſtatiſtiſche Angaben wertvolle
Aus=
kunft. Es wurden demnach verteilt im Jahre 1929 rund 5545
Siedlerſtellen mit einer Geſamtfläche von 61 215 Hektar. Zu
dieſen Sahlen kommt eine Vergrößerung der
Anleger=
flächen in 6592 Fällen, und dieſe hinwiederum brachten eine
Vergrößerung des Siedlungslandes von 10 531
Hektar. Dieſe Sahlen von 1929 haben ſich im Laufe der Seit
langſam, aber ſtetig nach oben entwickelt, im Jahre 1931 ſogar
recht weſentlich. Vergleicht man, wie aus den folgenden Sahlen
hervorgeht, die Sahl der Siedlerſtellen von 1929 mit der von 1931,
o ſtellt man, rund gerechnet, ſogar eine Verdoppelung feſt. Die
entſprechenden Sahlen ſind:
1930.
8 008 Siedlerſtellen,
85 955 Hektar Siedlungsland,
7 578 Fälle von Vergrößerung,
15 862 Hektar vergrößertes Siedlungsland.
1931.
9 046 Siedlerſtellen,
Es geht auch ohne Pferdekräfte.
96 000 Hektar Siedlungsland,
Den Kindern macht es großen Spaß, den kleinen Karren
10 231 Fälle von Vergrößerung,
durch die zukünftige Straße zu ziehen. Jeder fühlt die
Wichtigkeit des Augenblicks.
20 946 Hektar vergrößertes Siedlungsland.
Ber
Heim im Rohbau.
ach wird zuerſt aufgeſetzt, damit die Familie, die mit ihrem Hab und Gut herauskommt,
einen Platz zum Unterſtellen hat.
große Problem der Arbeitsloſigkeit hat den alten Craum
in zumkleffen gebracht: Siedlung, Land, eigenes Heim,
zurzftirr Scholle.
Auſ chland verſucht die Not der Seit dadurch zu lindern, daß
züverttauſend Arbeitsloſe zurück aufs Land holt,
Mie ſich dort ein neues Heim und eine neue Exiſtenz ſchaffen
1e4 en
den vielen Millionen, die unter dem Druck der
furcht=
geſtbar Wk iſe ohne Arbeit daſtehen, gibt es jetzt für Hunderttauſend
zü die 1/Bglichkeit, ſich zu betätigen, und vielleicht noch für einige
Seßlſugend mehr, denn die Städte und Länder folgen dem
Bei=
ſpisAdIſtellen Land, Baumaterial und Kapital der großen
Bewe=
iſgut Verfügung.
tigge ſind ſogar vorausgeeilt, noch bevor das große Projekt
einen Einzelheiten feſtgelegt war, und in verhältnismäßig
kun// 6 eit ſind unter Aufbietung aller Kräfte neue Sied=
*0
entſtanden.
einen der großzügigſten Pläne, Arbeitsloſen Wohnung
e und ſomit Möglichkeiten für eine beſſere
y.ft zu geben, muß man den anſprechen, der in der
Um=
non Brandenburg a. d. H. bereits Verwirklichung fand.
Onſetburg an der Havel, einige Kilometer von Berlin
ent=
feruſſtst an der Spitze der allererſten in der großen
Sied=
u1)ewegung. Die Stadt hat Arbeitsloſen und ihren
Sauhln einige hundert Morgen für Siedlungszwecke zur
Ver=
geſtellt. Für jede zu errichtende Heimſtätte gewährt der
Zugrrrat ein Darlehen von 1000 Mark, das mit 8 Prozent ver=
NANr4 und mit 2 Prozent abzutragen iſt. Weitere 1000 Mark
DeyM aus Hauszinsſteuermitteln zur Verfügung geſtellt, und
Die erſte Straße der Arbeitsloſenſiedlung.
un Cagen iſt ſie angelegt worden. Die Vorgärten der Häuſer ſind noch nicht ein=
Manchmal haben die Häuſer noch keine Cüren und Fenſter. Die alten vertrauten
Möbel kommen in der neuen Heimat an.
Vorſicht! Friſch geſtrichen!
Die Frauen haben noch Seit, die Säune zu ſtreichen. Die Junge
nſterrahmen.
[ ← ][ ][ → ]Sunndags=Noochmiddags=Bedrachdunge.
„No,” ſagt ich die Woch zu meine
Endebärzel=
ſen, „no,” ſagt ich, „do wärrn ſich awwer emol
die Ameriganer ſchee gebauchbinzelt fiehle, wann
ſe erfahrn, was en do for=e große Ehrung
wid=
derfahrn is.”
„Inwiſſo: große Ehrung?” — ſeegt dodruff
mei Endebärzelſen ganz verduzt.
„Eino,” ſagt ich, „wann ſich Darmſtadt „die
vornehme” äxdra erableßt, un ehrt den greeßte
Ameriganer vun Ameriga domit, daß ſe en Blatz
uff den Name „Waſſingdohn” daaft . . ."
„Achſo,” ſeegt ſe, „dodruff geht’s enaus.” No
was däß bedrifft, hott ſe dann gemaant, do wollt
ſe mer ſage, erſtensmal, daß däß kaan Blatz
weer, ſundern ginſtichſtenfalls — e Blätzje;
zwaddensmol weer in dem Fall die Ehr ganz
unſererſeiz, wann ſo e großer Mann ſein Nome
defor hergebt, und driddesmol dhet däß net
„Waſſingdohn” haaße, ſundern — „
Wo=
ſchingt n”
No, mer kennt ſe jo, mei Endebärzelſen, die
will nadierlich bloß Brullies mache mit ihre
beſſere Bildung, un dhut bei jeder Geläjenheit,
als wann, ſe in ihre Jugend alle Dag uff de
Dräbb vun de Vickdoriaſchul geſäſſe hett. Awwer
ich hab net weiders druff reaſchiert, ſundern hab
bloß geſagt, däß mißt dann dene Leit, die wo
dort wohne, awwer aſch peinlich ſei, wann ſe
uff=
eme Blatz wohne dhete, der wo ganz annerſter
geſchriwwe wärrn dhet, als mer’s ſchwäzzt; un
die Briefdreeger kemde jo dann in die greeßte
Schwullidhäde.
No, un do hott ſe gemaant, aach dodriwwer
braicht ich mer kaa graue Hoorn waxe zu loſſe,
dann uff dem „Woſchingt’n=Blatz” dhet jo
nie=
mand wohne, un menſchlicher Vorausſicht nooch
aach niemand hieziehe, indem jo dort kaa Haiſer
ſtinde, wenichſtens net mit=em Eigang nooch
dem Blatz zu; ſundern die dortiche Awohner
dhete heechſtens uff den „Woſchingtn=Blatz”
gucke, — wohne dohärngäje dhete ſe awwer
end= oder weder im „Aißere”= odder im „
Späſ=
ſardring”, odder im „Hohle Wähk‟
No, ſagt ich, do miſſe mer jo widder unſerm
Owwerowwer vun Härze dankbar ſei, indem er
uns bei däre ameriganiſche Ehrung net weiders
in ſprachliche Verläjenheide gebrocht hott; dann
däß is doch widder en glewender Gedanke, eme
Blatz en Nome zu gäwwe, den wo mer net zu
ſchreiwe und zu ſchwätze brauch, ſundern wo mer,
bei einichermaße ſcheenem Wedder, bloß
driw=
wergeh kann —
Freilich, wann ich mer däß Wädder bedracht,
do macht aam ſchließlich de ſchennſte „Blatz”
kaan Spaß, aanerlaa, wie mer’n ſchreibt odder
ſchwätzt. Annererſeiz nimmt mich’s zum
Bei=
ſpiel awwer aach dorchaus net Wunner, daß mir
in de letzte Woche vor de Reichsdagswahl faſt
dorchwäck e dauerhaft bewölktes Wedder, nir wie
lauder ſchwere Wolke vun verſchiedener Kuller
iwwer uns hawwe laſte ſehe. Wie geſagt, däß is
nemlich gorkaa Wunner, ſundern vielmehr e
vollkummene un fackdiſche Sälbſtverſtendlichkeid,
indem daß däß wolkiche Dreiwe weider’s gornix
annerſter is, als ganz afach e Wahlerſcheinung,
e Wahlbroduckt un en Wahlerfolg
Dann nemlich es wärd vun de Gelehrte, wie
aach vun de Unbelehrbare ſchun lang
grundſätz=
lich nemmehr beſtridde, ſundern gradezu als
Lehrſatz un Erfahrungsdadſach, un ſozuſage als
Grundelement vun jeglicher Wahlbedreiwung
die Formel aufgeſtellt un bewieſe, daß vor jeder
Wahl maſſenhaft, un ſchließlich un endlich ganz
dodal — es Blaue vum Himmel
runner=
geſchwätzt un runnerverſproche wärd;
un wann je noch e klaa bische devo
iwwrich=
bleibt, dann wärd däß bische Blaue im Wahl=
—
druwwel noch vollichſter erunner geloge
Daß unner ſolchene Umſtend bloß noch driewe
Wolke, un heechſtens einicher blauer Dunſt un
Raach iwwrich bleibt, däß därft aach dem
be=
ſchrenkteſte, freiheitlich uffgezogene
Unnertane=
verſtand zimmlich erkleerlich ſei un eileichte. Un
dodegäje leßt ſich aach nix mache, dann mir ſin
ſchließlich mehr odder wenicher allzumal Sinder
und mangeln des Rums; beſunners heit am
Wahldag, dann däß is e kriddiſcher Dag erſter
Ordnung. Schun um däß Wille, weil heit weder
Rum, noch Schnabbs, noch Konnjack odder
Kärſchewaſſer, un dergleiche klaane
Uffmun=
derungsazzeneie verabfolgt wärrn därfe. Wer
alſo des Gefiehl hatt, un ſo e bange Vorahnung,
indem er ſo e engſtliches Gewisber vun=ere
innere Stimm verſpiert hott, es mecht=em
val=
leicht heit im Mage, un im Gedärm net recht
wohliwwel wärrn, der wärd hoffentlich zur
Vor=
beichung ganz profilacklidiſch gäſtern ſchun ſo
aans odder zwaa Gläscher Schnabus zu ſich
ge=
numme hawwe; odder ſich haamlich un
ver=
ſchwieche en klaane Vorrat zugelegt hawwe,
falls=en heit äbbes adräde dhut, daß er denooch
greife un ſich ſtärke un dra uffrichte kann...
Apwer wehle muß mer, un muß ſei Kreiz
uffſich nemme, Baddeie ſin jo gottlob widder
genuch do, uff die mer’s ablade, un dene mer’s
hiemole kann.
Un die Wahlſchwenzer, die Laue un
Pflicht=
vergäſſene, die ſollte ſich ſcheeme in ihr
lumme=
rich Seel enei, un die ſollt mer eichendlich
effendlich an die Pranger ſtelle, als
abſchrek=
kende Beiſpieler, un ſollt ſe außerdem mit=ere
kräfdiche Gäldſtrof knaſſe, damit ſe wenichſtens
en Grund hawwe, ſich uffzurege, wann aach erſt
nooch de Wahl, genau wie mir annere, wo
mir uns vor un während de Wahl uffgeregt
hawwe. Schließlich gilt doch gleiches Recht for
alle, alſo aach beim Uffrege.
Annererſeiz is der Wahlzeddel die aanzich
Meechlichkeid, mitredde zu kenne. Un es is
jedenfalls e beſſer Waff, als die „
Iwwerzei=
chungsmiddel”, mit dene ſich die Fanadicker vun
rechts un links die Schädel eiſchlage. Die
Wahlzeddel entſcheide, net die Löcher im
Kobb! un wer net wehlt, dem geht’s noch vieler
zu gut. De Wahlzeddel is bei dem bollidiſche
Schlad unſer heechſter ſtaatsbärjerlicher Drumb.
un den gilt’s im entſcheidende Moment
auszu=
ſpiele!
Gewiß, ſo en Wahlkambf, wie er äwe bei uns
in Deitſchland gefiehrt wärd — (dem ſogenannde
Volk der „Dichter un Denker”) — der mag
manchen abſtoße, un do mag manchem de
Ekel hochkumme, un er mag de Reſpäckt for ſo
ere Art „geiſtiche Waffe” verliern. ..
Poſtſchkribbdumm:
Def
mer uns heit, dann wo des Wohl uaſ
die ganz Zukunft vun unſerm liegg
land uffm Spiel ſteht, do hawwe ur
Schmerze un Bemengelunge zu ſchtr
halb: zum erſten= zum
zwelten=
drittenmol:
W ehlt!
damit mer endlich emol ſieht was
Links un Hinne un Vorne is ...
Nummer 478.
Partie Nr. 91.
Geſpielt in der 7. Runde des internationalen
Meiſterturniers zu Bad Sliac am 9. Juni 1932,
Abgelehntes Damengambit.
Des-el*
Te8—d
1f—181
Küchenzettel vom 1. bis 7. Auguft.
* Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Grüne Erbſenſuppe, Pfifferlinge
in Reisrand.
Dienstag: Gemüſeſuppe, Gulaſch mit
Spätzle.
Mittwoch: Sauerampferſuppe,
Blumen=
kohlpuddingk) mit Pilztunkess).
Donnerstag: Heidelbeerſuppe,
Hammel=
fleiſch mit grünen Bohnen, Kartoffeln.
Freitag: Tomatenſuppe, Fiſchhackbraten mit
Salat und Kartoffeln.
Samstag: Kartoffelſuppe, Grießauflauf mit
Kompott.
Sonntag: Helgoländer Suppe, Rehſchulter
gebr. mit Strohkartoffelns**) und Salat,
rote Grütze mit Vanilletunke.
Weiß:
Bogoljubov.
1. d2—d4
2. 65—c4
3. 8
1s
4.861—e3
e1—g5
ä1-
2—e3
Ta1—9
9.a2
zo.kil-9.
Schwarz:
Spielmann.
d7—d5
ef—e8
8b8—d
8g8—18
(f—g
Lis-
(
26
nis—es
b3
b5
47. D81 zu leiſten.
48. 544—42
49. Dg4—e3
Aufgegeben.
Weiß bei
t ſich in einer Zugzwangſtellung. Auf 5o. D41
o
folgt 5
*41, und auf 60. Dk2, Dg2, Dh2 erobert
50..... be3 4 den Turm.
(Nach den Deutſchen Schachblättern.)
Annererſeiz leßt ſich aach net leich=in
während ſo=eme Wahlkambf mehr 8
als ſunſt ieblich. Ferner wärd mem
miſſe, daß nooch all dene Wahlreit
Hälft vun dene „Mächer” lauder
Gauner ſin, un die annern lauder E
Wann mer zuheert, hott jeder rer
letzt waaß mer iwwerhaubt net me
ſchwaz un weiß, odder grad un krurn
mer e Bub odder e Mädche is.
Un noch ſchwiericher is es, ſiot
Kuddelmuddel vun all dene verſchiee
deie zurecht zu finne. Awwer däßhalc
haubt net wehle?! — Schließlich
jeder, wo=en de Schuh drickt, un do
ganz afach, mer brauch ſich bloß de
ſuche, den mer for de richdiche Hans
un den wehlt mer dann —
Nu wärd valleicht wancher nao
ſcheene Fieß gucke, un wärd ſage,
Illwedrittſcher genau do dricke dheti.
mei Zugſtiwwel aach dricke, un wäi
wiſſe wolle, wen dann beiſpielsmeßiod
— damit er noochher hergeh kennt.,
mir grad zum Boſſe, e gäjeſätz!
vun de meiniche wehle ..
Jawohl, ſo ganer kimmt mir grau
un meechlicherweis dhet mir der korr
ſchluß noch in aller Geſchwindichkeid
verſetze. Awwer in dem Addiggel
lengere Zeit verſorgt, un mei Bedauf
jeder Richdung hie, iwwer un iwrie
däß kann ich ohne Iwwerdreiwungs
mecht jetzt fors Erſt kaa Redde reu
ſundern Tate dhun ſähe; ganz und
däß Renne heit ausgeht ...
Bienche Bimmb
Kreuzworträtſel.
*) Blumenkohlpudding. Ein
mittel=
großer Blumenkohl, 2—3 Eier, 4 Löffel ge=
riebener Käſe, 20 Gr. Butter. Man kocht den
Kohl in Salzwaſſer, wiegt ihn und läßt ihn
erkalten. Dann rührt man die Butter ſchaumig,
gibt Eigelb, Kohl, Käſe und den Schnee der
Eier dazu und kocht die Maſſe 34 Std. in der
vorbereiteten Form.
*) Pilztunke. Man dünſtet gewiegte
Peterſilie und Zwiebel in Butter, gibt die
feingeſchnittenen Pilze hinein, ſalzt und läßt
gar ſchmoren. Dann mit Mehl ſtäuben, mit
Waſſer auffüllen und langſam gar kochen.
*) Strohkartoffeln. Rohe geſchälte
Kartoffeln werden in ſtrohhalmdicke Scheiben
und dann in Stäbchen geſchnitten, läßt ſie in
kaltem Waſſer liegen, trocknet ſie auf einem
Tuche ab und ſchüttet ſie in heißes,
rauchen=
des Fett.
Recht lockere Eierkuchen zu
er=
zielen. Man quirle den Teig zu Eierkuchen
(auch Pfannkuchen genannt) recht ſcharf aus
Eiern Waſſer, wenig Salz, Mehl und auf
½ Pfund Mehl 2 eigroßen, geriebenen
Kar=
toffeln vom Tage zuvor, zuſammen. Dann laſſe
man Pflanzenfett oder Oel, recht heiß werden,
ſo daß ein Tropfen Waſſer hineingeſpritzt, hoch
aufziſcht. Backe die Kuchen nicht zu dick auf
flotter Flamme hellbraun und ſchlage ſie nach
dem Backen raſch von beiden Seiten nach der
Mitte zu übereinander.
Wanzen gründlich zu vertreiben.
Man ſtelle in dem von dieſem Ungeziefer
ver=
ſeuchten Zimmer mehrere Blumenunterſetzer mit
Ammoniak auf, verſchließe Türen und Fenſter und
laſſe die Gaſe auf Wände und Fußboden
ein=
wirken. Meiſt genügt einmalige Anwendung,
einen Raum völlig von dieſen Plagegeiſtern zu
befreien. Notwendig iſt natürlich, in tapezierten
Räumen die alte Tapete von den Wänden zu
reißen, da ſie ſich meiſt hinter dieſer ihre
Schlupf=
winkel ſuchen.
I. e4 —eß. Darauf kommt Schwarz zu dem
Ge=
genſtoß e6-eb.
h7—h6
11...."
12. Lg5—14. Auf 12. Uh4 kann ſofort e6—oß
folgen: 12.
5 13. dxe5 9g4. 1.
FI. xeß
15. h8 8gXe5 18. 8xeß, 8xe5
und je
17. 8205
8xd3 4 18. M 743 Lrf
ſt angängig.
wegen 10. 1...ft
*e5
Le7
*
e6Lel
12. 44Ze5
14.174—g‟
e5-e4
etsrs
15. 143—82
16. g2 X k3 Ein kühner Entſchluß: Bogoljubow
blant Königsangriff auf der g=Linie unter Verzicht auf die eigene
Rochade.
d7—e5
16...
ſt vermeidet Schwarz die Abwicklung 16....
Wohl mit
8r65 17, 5Ta5 eF45 15.0 Feb. g, Kt
17. 13—14
86
18. 7h1—g1
Ve
19. Le2 4 g4
8s4:
0. Dc‟
Sfg—84
21. bi6—h3
22. 14—15. Alles auf die Karte des
Königsan=
lierung ſeine
ßt Weiß. )
s Damenflügels
griffs ſetzend
bietet
gewählte
rtietzung weit beſſere
Ghan=
en als
392.8 Je4
S Sdt zel.
2.,
C3
b2½a3
1g6.—is
Ta1—a4
8is—h7
Ein wichtiger Verteidigungszu
4.
wie die Folge lehrt, nicht viel z
da der
44 nunmehr b.
em Beſtimmu
8
ars (s
ſchnäitt
iſt. Mit 25.
„Sg57 2‟
58.
.Dg2 Peen 38.ng8
tNa
h8 konnte über de
ne regelrechte Bel
erhängt werden. Ve
2A4
jeht da
verhüten) und hat die
. Kd2 (um
„A
im Köcher.
Drohung 1.h.4—g3
Kg8—h8
68—1
28. 5h3—
ei-63
*
*
*
Te4—e
5
gg
32. 7g9—e2. Der weißeAlngriff wrd abgeblaſen
ſchreitet unter Bauernot
und Schwarz
pfer
um Gegenangriff.
d4
33.a35b4
153b
34. Td4 s b4. Hier käme doch wohl 34. 6 xb4 in
ge, denn vor
der ſchwarzen Dame gegen zw
47
22
5.e3Bd4TSe2F 36. Kes)
Türn
braucht ſich Weiß nicht zu fürchten.
Te7 —47
34...
85. Kd2—d:
h7—18
6.114—48
18—d
—a5
7.h4—h5
17—e5
68-e
Zum zweiten
Mal (vgl. Zug 16) zieht der Springer von d7 nach
erſchmähend.
es, das Schlag
483
Df6 Xe5
Na5 3 a5
d.nb4.—44
3.
a5 xe4*
Te2—g2
4.is 1e4
Teß ses4!
Die entſcheidende Abtnuſchkombination.
c6—C5
R.
4.N88.
444
12½
45.
*4.
a8
Auf 45.
Tas verteidigt ſich Weiß mit
Dg1.
46. Ko‟
—43
47. Kd3—e3. Längerer Widerſtand war mit
Die Wörter bedeuten von links nach rechts:
Ma
Von oben nach unten: 1. Großer Raum,
2. verſtorbener Schachſpieler, 4. Sirup. 5.
Schmuck=
ſtück 6. deutſche Stadt, 7. Nebenfluß des Rheins
in Baden 8. Himmelsrichtung, 10. Teil des
Bau=
mes. 11. Monat, 16. weiblicher Vorname, 17.
ſitt=
licher Begriff.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 30.
Kreuzworträtſel.
Von oben nach unten 1 Grad 2 Ulme 3 Golf.
4 Loge, 5 Bol. 7 Beg. 8 Gerok, 9 Ruhla, 10 Notte,
15 Don, 16 Emil. 17 Anis 18 Kid. 20 Plus,
21 Glas.
Von links nach rechts: 3 Groll. 5 Boa, 6 Mob,
Goldregen, 11 Elf. 12 Ego, 13 Uhr 14 Ode,
17 Akt. 19 Kompagnie, 22 Nil. 23 Lid, 24 Lukas.
Die verwandelte Dame.
Gedankenſplitter.
er ſelber ein Hanswurſt iſt”
1 2 3 4 5 Rhein. 6 7 8 9 Blut, 10 11 12 was, im Schlafen mehr Mut haben als in
„Haben Sie noch was zu bemerken
Nen
„Ja. Herr Wachtmeeſta, könnte ick
nicht in Raten abſitzen, ſo vielleicht 1391 ſeite
be=
tag vormittag in paar Stunden?”
die
Leid
Beſſere Zeiten. „Warum ſuchſt da
nicht eine Stellung?” ſagte der zornie
ſeinem Sohn. „Als iſt ſo alt war u.
ich Verkäufer mit 15 Mark die Wockk
fünf Jahren gehörte mir der Laden.
geht das nicht mehr” erwiderte der 2
hat man Regiſtrierkaſſen.”
Zu kleines Maß. Ein Reiſender
land ſeinen Wagen an einem Gaſtk)
um einen Trunk zu nehmen, und 1ud,
führer ein. „Was wollen Sie haben?
„Nun.
„Dasſelbe wie Sie.”
—„A
einen, Chartreuſe zu trinken.”
das?
„Das iſt ein erwärmender
von Mönchen hergeſtellt und zum
— Der Ire
Armen verkauft wird.”
friedigt. Der Chartreuſe kam in kle.
gläſern, und nachdem Pat ſein
Gla=
hagen geleert, hob er die Augen zurd
und ſagte: „Möge „Gott den fromrr!
ſegnen, der dieſen Trank gebraut 41
aber warf er das Glas wütend beiſeit
„Und der Teufel hole den Mann, der
erfunden hat!“
Kein Tierfreund. Sie waren erſi
Tage verheiratet, und als er abends
am, fand er ſeine Frau in Tränerr!
„Was iſt los, Liebling?” fragte e!
„Dieſe ſchrecklichen Mäuſe”, ſchluchss=!
haben den ganzen Pudding aufgefreſſt.
„
Aber=
für heute abend gekocht.”
tröſtete er erleichtert, „wer wird ſich d
das Schickſal von ein paar Mäuſen gr.
Zarter Wink. „Vergangene Nacht-
Ihnen im Traum ein Antrag, Frä=d
Was mag das wohl zu bedeuten hoben.
zeigt nur,” erwiderte ſie ungeduldis.
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachd”
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Mode gibt es bekanntlich niemals
ſondern immer nur ein ſtändiges
zwar löſt eine Neuheit die
an=
doch ſchließt ſich der Kreis endlich
nd man findet zu einer Mode zurück,
lange vorher einmal große Erfolge
uit insbeſondere für die Ledermode,
pman weiß, waren lederne Jacken und
hillen ſchon vor vielen Jahren ſehr
wurden dann aber von den
ver=
waſſerdichten” Garderobeſtücken ab=
beſtimmt iſt. Darum gilt den Dreiviertel=
Paletots, die ganz gerade geſchnitten ſind
breite Revers bringen und durch eine mit
Knöpfen beſetzte, durch die Rückenmitte laufende
Blende garniert werden, größtes Intereſſe.
Unter einem ſolchen Paletot kann man
jed=
wedes ſportliche Kleid tragen und tut übrigens
gut daran, auch die Mütze (der aparten
Uebereinſtimmung wegen) aus dem Leder des
Paletots herzuſtellen.
Ueberaus originell wirken kurze
Leder=
jacken mit Raglanärmeln, hochſtellbarem
Madeira=Lochſtickerei.
Oft ſchon war davon die Rede, daß ſich
unſere neue Mode den Stil vergangener
Epochen zum Vorbild nimmt, was heuer nicht
allein für die Linie, ſondern auch für die zur
Verarbeitung gelangenden Materialien
zu=
trifft; insbeſondere die Hochſommermode liebt
es, Gewebe zu verwenden, die einem durch die
Koſtümbilder der Biedermeierzeit vertraut ſind,
jene entzückend=anmutigen Alt=Wiener
Waſch=
ſtoffe alſo, die trotz ihrer Schlichtheit (oder
vielleicht eben ihrer Einfachheit und
An=
ſpruchsloſigkeit, wegen) immer wieder
gefangen=
nehmen.
Man ſieht darum heuer die verſchiedenſten
Batiſte, Mull=Gewebe, Kretons, Leinen uſw.
einfarbig und deſſiniert (und zwar geſtreift,
kariert oder geblumt), und man geht ſogar —
was die Anpaſſung an die Biedermeierzeit
anbelangt — noch einen Schritt weiter, indem
man auch vielerlei vollkommen durchſtickte
Ge=
webe verwertet, etwa die reizenden Batiſte mit
weißer oder farbiger Pünktchenſtickerei oder
die in gleicher Technik behandelten Organdys.
Das lebhafteſte Intereſſe aber gilt den mit
Lochſtickerei verſehenen Waſchſtoffen.
Hier ſind es in der Hauptſache originelle
Madeira=Stickereiwirkungen, die größten
Beifall finden und immer intereſſant ſind. Die
blattähnlich geformten Lochmotive der
Ma=
deiraſtickerei erſcheinen zu kleineren oder
grö=
ßeren Ornamenten vereinigt, immer aber in
durchlaufendem Muſter, ſo daß dieſe
Arbeit einen durchaus flächenhaften Ein=
Schattierungen, die zu den beliebteſten Tönen
der Paſtellfarbenſkala gehören.
Wiewohl bei dem eben beſprochenen Koſtüm
das beſtickte Material in ſeiner Verarbeitung
für die Bluſe eine mehr oder weniger
unter=
geordnete Rolle ſpielt, ſoll dies nicht heißen,
daß man derartige Gewebe nicht auch für
ganze Kleider verwenden könnte.
Ganz im Gegenteil ſehen ſolche Entwürfe
ſowohl für die Promenade als auch für den
Nachmittag gut aus und kommen gelegentlich
ſogar für die Abendſtunden in Frage, wenn
man den Wunſch hat „auszugehen”, ohne
„große Toilette” zu machen. Dieſe Kleider
werden mit Vorliebe mit Cape=Effekten
ver=
ſehen, wie wir dies in unſerem Mittelbilde
andeuten. Nicht alltäglich ſind hier die
ab=
ſtehenden „Sack=Taſchen”, die ſicherlich ſchon
als Vorläufer der herbſtlichen Linie gewertet
werden dürfen, die ſich in derartigen Details
gefällt und damit ſicherlich den Wünſchen
unſerer Damen entgegenkommen dürfte, die
immer Freude an einer Mode haben, die neue
Anregungen zu bieten vermag. Das Modell
unſeres Mittelbildes wäre am beſten aus
einem weichen, mit Lochſtickerei durchſetzten
Leinen auszuführen, und zwar ebenſogut in
Weiß wie in den verſchiedenen Modetönen,
bei denen aber auf abſolute Farbechtheit zu
ſehen wäre, da die unbarmherzig=grellen
Strahlen der Spätſommerſonne ſonſt argen
Schaden anrichten könnten.
Wie reizvoll die verſchiedenen
madeira=
beſtickten Organdys wirken, die ja immer
bildhafte Effekte gewährleiſten, zeigt unſer
letztes Modell, das auf jedwede Garnierung
gerieten faſt in Vergeſſenheit.
da man zum mindeſten für Aus=
Wochenendfahrten der ſchon allzu
be=
venn auch vielfach variierten)
Stoff=
nde geworden zu ſein ſcheint, wird
Begeiſterung wieder auf die
Leder=
dück gegriffen. Es kann kein Zweifel
eſtehen, daß die Lederſachen nicht nur
odern auch praktiſch ſind, da ſie ja
viel weniger empfindlich ſind, als
yn ierter Stoff und auch viel verläß=
Regen und Wind ſchützen, was
eine Gewähr dafür gibt, daß man
ſſachen von vornherein ſehr
ſym=
egegnen und ſie in die herbſtliche
etobe mit Freude einreihen wird.
dre letzte Zeit brachte auf dieſem
erſt anch beachtenswerte Neuheit, wobei
inlich die Farben ſind, die in den
en Lederſorten ausgezeichnet zur
mmen.
einmal kannte man ja eigentlich nur
braune Leder, das aber viele Damen
genwärtige Mode für allzu
betont=
nd für viel zu phantaſielos halten.
te alſo einer vollkommenen Umſtel=
Ledermode, ehe der große Erfolg
onnte. Sie beſteht nicht allein in
früher erwähnten Vielfalt der
ſidern auch in einer ganz beſonderen
des Leders, die es weich,
ſchmieg=
fällig macht, zum Unterſchiede von
verarbeiteten Arten, die immer ſteif
ſelbſtverſtändlich iſt glattes Leder
aktiſcher und auch dauerhafter als
das heißt: jene Flecken
davonzu=
nur mit Mühe mit Hilfe eines
dens wieder zu entfernen ſind. In
müſſen die Kanten ſolcher
Leder=
geſchont werden, wenn ſie nicht
vor=
eiragen” ausſehen ſollen.
nian ſich früher auf die Herſtellung
* hacken und =mänteln beſchränkte, iſt
Idieſem Gebiete eine ganz gewaltige
entſtanden, die die verſchiedenartig=
We Ahäicke hervorbringt, die ſicherlich
da=
ſind, die volle Aufmerkſamkeit
Kreiſe auf ſich zu lenken.
e Ledermantel, den man ja
Tennt, wird faſt ausſchließlich für
werwendet, während man für den
umig im
Den kann und ſchon für den Herbſt
Kragen und ſchmalem Gürtel. Dieſe Stücke
pflegen in einer der neueſten Modefarben
ge=
halten zu ſein. Unvergleichlichen Schick
ver=
rät das neue Weinrot, das ſich gerade in Leder
ſehr vorteilhaft ausnimmt. Man trägt dazu
gerne ein Kleid und einen Schal aus einem
in der Farbe abgeſtimmten Streif=Materiale
(in dieſem Falle etwa dunkel=beige und
wein=
rot gemuſtert) und eine Kappe aus dem Stoffe
des Kleides (vorletzte Skizze).
Jene Damen, die „Rock und Bluſe”, für
ſportliche Gelegenheiten dem „ganzen
Kleide” vorziehen, werden ſicherlich eine
Lederweſte mit karo=geſteppten
Seiden=
ärmeln gerne tragen. Dieſe Weſten ſind aus
mattem Rauhleder hergeſtellt und werden in
unaufdringlichen Farben, etwa in ſtumpfem
Grün, ſchönem Meſſinggelb und feinem
ſat=
tem Dunkelrot gebracht. Die Seidenärmel
haben entweder die gleiche Farbe oder ſind
heller, ſo daß ſie dann mit der Schattierung
des faltigen Rockes übereingeſtimmt werden
können (letztes Modell)
Als Allerneueſtes gilt ein „Leder=Kleid”
mit dem ein bisher unbekanntes modiſches
Schlagwort entſtanden iſt. Hier dürfen
natür=
lich (genau wie für die Weſten) nur matte
Lederſorten verarbeitet werden, um dem Kleide
jene Schmiegſamkeit zu geben, die für eine
richtige Wirkung entſcheidend iſt. Zu den
ge=
bräuchlichſten Formen gehören die geraden
Röcke mit eingelegten Falten und die in der
Mitte durchgeknöpften, ſchmal=gegürteten Kaſaks.
Eine helle, waſchbare Garnitur iſt der einzige
Aufputz des ledernen Sport= und
Wochenend=
kleides (Figur 1), zu dem ein halbbreiter,
an=
ſpruchsloſer Filzhut getragen werden ſoll.
Ihre Fenſter „ſchillern”. — Warum?
Weil ſie einmal geputzt wurden, als die Sonne
darauf ſchien. Dieſen Schönheitsfehler kann man
jedoch wieder beheben, wenn man 1. die Fenſter
nur im Schatten, alſo wenn keine Sonne
ſcheint, putzt und 2. die Scheiben mit einem
von jungen Brenneſſeln legt, um ſie mit klarem
Waſſer und tadellos ſauberem Leder
nachzu=
waſchen und zu „polieren”.
tuch Schlingen bilden. Durch längeren
Gebrauch ziehen ſich im Kräuſelſtoff des Man
tels oft längere Schlingen, die dieſem ein
un=
ordentliches Ausſehen verleihen. In dieſem
Falle ziehe man die Fäden nicht, wie es vielfach des Koſtüms (das in Seide oder leichtem Stoff
geſchieht, aus dem Gewebe, wodurch nur ſog.
Leerſtellen im Muſter entſtehen, ſondern
ſchneide ſie einfach mit feiner Schere auf, gelb, Heliotrop oder feines Roſa, durchwegs
druck macht und die Lochſtickerei immer
unauf=
dringlich wirkt.
Ein mit maſchineller Madeiraarbeit
ver=
ſehenes Leinen oder ein Batiſt oder endlic
ein derart bearbeiteter Organdy wird ſicherlich
ſeine Wirkung niemals verfehlen und ſo
appetitlich und reizvoll ausſehen, daß man ſehr
gut verſtehen kann, wenn die elegante Frau
von dieſen Geweben begeiſtert iſt und dieſe
Materialien, ſo oft es möglich erſcheint, zu
verwenden trachtet.
Abgeſehen von der elegant=dekorativen
Wir=
kung wäre hier auch noch der beſondere
Vor=
teil der Billigkeit in Betracht zu ziehen, da
ja dieſe Gewebe nicht koſtſpielig ſind und doch
(wenn das betreffende Kleidungsſtück vorſichtig
getragen und tadellos inſtandgehalten wird —
was ja bei Waſchgeweben immer wichtig
er=
ſcheint) ſelbſt den höchſten modiſchen
An=
ſprüchen gerecht werden.
In der Promenade=Garderobe kommen
Lappen abreibt, auf den man die erſten Sproſſen madeira=beſtickte Waſchmaterialien
hauptſäch=
lich für Jackenkleider in Betracht, denn ein
weißes oder paſtellfarbenes Stickereigewebe
eignet ſich vorzüglich für die einfache Bluſe, die
Wenn, ſich am Bademantel und zu einem Koſtüm getragen wird das ſich aus
einem durch Faltenbahnen geteilten Rock und
einem kurzärmeligen Jäckchen (das die langen
Aermel der Stickereiwaſchbluſe ſehen läßt)
zu=
ſammenſetzt (Bild 1). Der Hut hat die Farbe
herzuſtellen wäre), ſein Band aber die helle
Schattierung der Bluſe, und zwar Zitronen=
berzichtet. Sehr anmutig wirken ſeine
halb=
langen Flügelärmel und nicht weniger ſchidk
der breite, ſeitlich zu einer großen Schlupfe
verknotete, in lange Enden auslaufende Gürtel,
der — der erhöhten Wirkung wegen — gerne
mit Fiſchbeinſtützen verſteift wird, womit man
nun ſelbſt in der Technik der Verarbeitung
den Vorbildern der Biedermeierzeit
nahe=
kommt.
Willy Ungar.
Meine kunſtſeidenen Strümpfe
haben den Glanz verloren! Wie oft
kann man dieſe Klage unter Frauen und
Mäd=
chen hören, wenn ſie gleichſam entſchuldigend,
die Anſchaffung von reinſeidenen, glänzenden
Strümpfen erklären wollen. Der Verluſt diefer
ſchönen Eigenſchaft iſt aber nur auf
unzweck=
mäßige Behandlung der Strümpfe
zurückzu=
führen. Dieſe ſollten einmal beim Waſchen
nie=
mals mit Seife direkt eingerieben, ſondern
nur in leichtem Seifenwaſſer, und zwar nur
durchgeſchwenkt und =gedrückt werden wodurch
Verdehnung des Gewebes und Maſchenfall
verhütet wird. Dann ſollten ſie zum
Neu=
erſtehen des Glanzes nach dem Waſchen,
Spülen und Ausdrücken, in einer
Mercereſin=
löſung mindeſtens 5 Minuten bedeckt ſtehen
gelaſſen werden. Aus dieſer herausgedrückt,
am beſten glatt gezogen und in Tücher
ge=
wickelt, mit nur warmen, nicht heißem Eiſen
unter leichtem Tuch von rechts gebügelt,
er=
halten ſie wieder weichen Seidenglanz und
L. B.
farbenfriſches Ausſehen.
Seite 18 — Nr. 211
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 31. M)
Wiener Kronenhräu-Heller
Inhaber: Hans Toz
Dieburgerstraße 97 Telefon 4348
Heute Sonntag
Bokäantgäbe der
Waffresättäte
durch Großlaulsprecheranlage der Eirma
Bossler (im Garten)
Um Störungen zu vermeiden, 1äl1t das
übliche Konzert aus, datür in der
Zwischenzeit Radio-Konzert.
Eintritt frei (10867) Eintritt frei !
Gut bürgerlicher Mittagstisch
in Auswahl zu 90 Z.
Reichh altige Abendkarte.
Im Ausschank das beliebte
0 Wiener-Doppel-Bier. O
Heute und folgende Tage Heute zum erstenmal! Nar noch heute u. morgen
Max Hansen
Ursula Grabley
in dem neuen, Iustigen Tonfilm:
Einmal
Ein Meisterwerk des bekannten
Regisseurs Richard Oswald.
GRETE MOSHEIM
in dem großen deutsch. Tonfilm-Erfolg
Schon wieder ein
Bomben-Erfolg!
der kesse HANS ALBERS
Camilla Horn, und Betty Amann in:
möcht ich keine
Sorgen haben
Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 2, 4, 6 und 8.20 Uhr.
Hans in allen
Gassen
Rummelk
Rheinstr.
Garten
101
gegenüber der Fest
Heute abend ab 2u
KONZR
Eintritt frei
Bekanntgabe der Wahly
g-
Keitee
Im Abonnementi0
Beginn: 2, 4, 6 und 8.20 Uhr.
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Zur gefl. Kenntnis:
daß ich das
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Nach dem gleichnamigen Bühnenstück
von Ladislaus Fodor.
Weitere Darsteller:
Anton Edthofer, Hans Thimig, Panl
Hörbiger, Fritz Grünbaum, Charlotte
Ander u. a. (V.10840
Die leichtflüssige Handlung, die
ge-
sundem, mitreißenden Humor ein
weites Feld einräumt, glänzende
Aus-
stattung, einfallsreiche Regie und nicht
zuletzt das bervorragende Darsteller-
Ensemble sichern diesem Filmwerk
den großen Erfolg, den es bei seiner
Berliner Premiere erlebte.
Im tönenden Beiprogramm:
Die neueste Emelka-Tonwoche.
Beginn: 2, 4, 6 und 8.20 Uhr.
der Hessischen Autobus-Verkehrs-
Gesell-
schaft, Darmstadt, Rheinstr. 5, Tel. 844
Kartenvorverkauf und Abfahrtſtelle nur
Rheinſtraße 5.
Montag, den 1. Auguſt, Abfahrt 13 Uhr
Homburg — Saalburg . RM. 3.00
Dienstag, den 2. Auguſt, Abfahrt 13 Uhr
Lindenfels—Michelſtadt-König=
Höchſt
RM. 3.40
Mittwoch, den 3. Auguſt, Abfahrt 12.30 Uh.
Feldberg—Königſtein RM. 3.50
Mittwoch, 3./4. Auguſt, Abfahrt 8 Uhr
Rothenburg o. d. T. RM. 12.00
Donnerstag, den 4. Auguſt, Abfahrt 13 Uhr
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