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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Alufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Sonntag, den 12. Juni 1932.
Nummer 162
195. Jahrgang
von Papen im Kreuzteuer.
ſchskanzler von Papen und Reichsernährungsminiſker von Braun vor dem Landwiekſchaftsrak. — Die Landwirtſchaft
rundlage wirkſchaftlicher und völkiſcher Geſundung. — Berückſichkigung der Aukarkie=Strömung
der Welk bei der deutſchen Agrarpolikik. — Der Kanzler vor dem Reichsral.
Geſunde Landwirkſchaft
als nakionales Erfordernis.
Berlin, 11. Juni.
die 62. Vollverſammlung des Deutſchen
Landwirtſchafts=
iſt heute vormittag im Sitzungsſaal des ehemaligen
nhauſes von dem Präſidenten des Deutſchen Landwirt=
Srates, Brandes, eröffnet worden. Die Verſammlung war
Auus ſtark beſucht. Mit dem Reichskanzler waren die meiſten
lieder des neuen Reichskabinetts erſchienen, u. a.
Reichs=
ſrungsminiſter Freiherr von Braun, Reichsinnenminiſter
ſerr von Gayl und Reichswirtſchaftsminiſter Warmbold.
der frühere Reichsernährungsminiſter Schiele war an=
7d. Ferner ſah man Staatsſekretär Zarden vom
Reichs=
zminiſterium, ſonſtige Vertreter von Reichs= und
Staats=
den ſowie zahlreicher wirtſchaftlicher Organiſationen.
dent Brandes begrüßte die erſchienenen Miniſter und die
en Gäſte, insbeſondere auch den früheren
Reichsernäh=
zminiſter Schiele, dem er für ſeine langjährige aufopfernde
it zu Gunſten der Landwirtſchaft dankte.
Reichskanzlet von Paven
darauf folgende Anſprache:
Ich bin dankbar, daß es mir vergönnt iſt, in dieſer Stunde
Vort der Begrüßung an den Deutſchen Landwirtſchaftsrat zu
n. In einer der entſcheidungsvollſten Stunden der
Nach=
zentwicklung hat der Herr Reichspräſident mich zu dem neuen
gerufen und ich lege Wert darauf, zu betonen, daß
e Bildung der neuen Regierung wenig zu tun hat mit
m gewohnten üblichen Wechſel parlamentariſcher
Kabi=
tte, ſondern daß es ſich hier um die Dokumentierung einer
undſätzlich neuen Richtung der Staatsführung,
ſelbſtver=
ſtändlich im Rahmen der Reichsverfaſſung, handelt.
inerhörte geiſtige und materielle Lage des deutſchen Volkes
ngt eine Loslöſung der Regierungsführung aus den Feſſeln
ipolitiſchen Denkens und parteipolitiſcher Doktrinen. Sie
ngt eine Zuſammenfaſſung aller Kräfte zur Wiedergeburt
ſchlands.
ie Geſamtlage, welche die Regierung vorfindet — das iſt,
ſtelle es ausdrücklich feſt, nicht die Schuld der letzten
Re=
erung, die bemüht geweſen iſt, eine klare Bilanz zu
ziehen —, iſt auf allen Gebieten faſt verzweifelt.
rivate Wirtſchaft jeder Art, Landwirtſchaft, Induſtrie, Hand=
Handel, iſt in einem Ausmaß zerſtört, deſſen Furchtbarkeit
nicht entfernt erkannt iſt. Die Wiederherſtellung aber der
chaftlich, finanziellen und nicht zuletzt der politiſchen
Ord=
erfordert von der neuen Regierung ein ſofortiges Anfaſſen
rundlegenden Probleme, deren
ing allen Volkskreiſen zugleich ſchwere perſönliche
Dier Eiſdangen und Eeielrngen”
auferlegen wird.
dieſe Opfer ſind nicht vertretbar und ſie können pſychologiſch
gefordert werden, wenn es nicht gelingt, die dem deutſchen
* innewohnende ungeheure moraliſche Kraft offenkundig auf
eine große gemeinſame Ziel zu lenken:
ie Wiedergewinnung der inneren und äußeren Freiheit
und die Lebensmöglichkeit von Volk und Land.
Demgemäß muß und wird das Ziel dieſer Regierung ſein,
eneue einheitliche Willensbildung der Nation
izuführen. Zu dieſem Ende hat die Regierung zunächſt von
Herrn Reichspräſidenten die Auflöſung des Deutſchen
Reichs=
erbeten und erhalten. Sie iſt der Anſicht, daß der neue
Istag eine eindeutige Mehrheit für die Politik geiſtig ſitt=
Geſundung, wirtſchaftlicher Neuordnung auf chriſtlicher,
enaler und ſozialer Grundlage erbringen muß.
Laſſen Sie mich in dieſem Zuſammenhang ein Wort über die
aſſung der neuen Reichsregierung von ihren
ſozialen Pflichken
7: Eine der unerfreulichſten Arten, das Ziel der neuen
Re=
ung zu verfälſchen, iſt die Unterſtellung, daß ihre Haltung
dial ſei. Wir ſind der Anſicht, daß es verſäumt worden iſt,
Aufbau eines rein ſtaatlichen Verſicherungsſchutzes ſeinem
ange nach den wirtſchaftlichen Möglichkeiten anzupaſſen, wie
d verarmtes, wirtſchaftlich daniederliegendes Land im
Augen=
noch hat. Es iſt aber auch ein grundlegender Irrtum, daß
omnipotente unperſönliche Staat an die Stelle der
perſön=
n Verpflichtung des Arbeitgebers treten könne.
e Verantwortlichkeiten, die aus der gottgewollten
orga=
iſchen Regelung der Dinge erwachſen, müſſen wieder
auf=
lerichtet, die Verbundenheit von Arbeitgeber und
Arbeit=
nehmer wieder hergeſtellt werden:
Gewiß hat angeſichts der Größe und des Umfanges der Notlage
unſeres Volkes auch der Staat klare Verpflichtungen zu ſozialer
Hilfe und die Regierung wird es als ihre vornehmſte und ernſteſte
Pflicht betrachten, die dahingehenden Einrichtungen den
notlei=
denden Volksgenoſſen auch über dieſe Kriſe hinweg zu erhalten.
Darüber hinaus aber ſieht ſie den beſten Weg ſozialer Fürſorge
in dem Beſtreben, alles zu tun, um durch einen
organiſchen Umbau der Wirtſchaft die Fehler des
kapitaliſti=
ſchen Syſtems auszumerzen
und den Volksgenoſſen Arbeit und Brot zu verſchaffen.
Der Deutſche Landwirtſchaftsrat iſt die Stelle, die aus den
Erfahrungen bewährter landwirtſchaftlicher Führer immer
er=
neute Impulſe für eine
zielbewußte Agrarpolikik
gegeben hat. Wir ſind einig mit ihm in der Auffaſſung, daß
eine geſunde Landwirtſchaft und die Liebe zur Scholle, mit der
der deutſche Bauer ſo eng verwachſen iſt, die Vorbedingung
nicht nur der materiellen Ernährung, ſondern mehr noch der
geiſtigen Erneuerung des Landes ſind, weil nur aus
dieſem Urquell der Verbundenheit mit Gott und ſeiner
Schöpfung die neuen Kräfte wachſen können, deren die Nation
heute bedarf. Eine geſunde Landwirtſchaft aber iſt auch ein
dringendes nationales Erfordernis. Einmal gilt es das Letzte
herzugeben, um Deutſchlands heimiſche Ernährungsbaſis zu
erhalten. Darüber hinaus verlangt aber die Lage in den
Grenz=
gebieten Maßnahmen, die der Stärkung des nationalen
Selbſt=
behauptungswillens dienen.
Eine ſtarke zielbewußte Agrarpolitik iſt das Fundament
jeder geſunden Entwicklung, die in ſorgſamer Abwägung der
Intereſſen auch der anderen Berufsſtände, der Geſamtheit der
deutſchen Wirtſchaft gerecht wird.
Ich bitte Sie, in dieſer Hinſicht den Kampf der Regierung
für den ſeeliſchen und materiellen Aufbruch der Nation weiter
zu unterſtützen.”
Die Rede des Kanzlers wurde am Schluß mit
langanhalten=
dem Händeklatſchen aufgenommen. Nach dem Kanzler ſprach das
geſchäftsführende Vorſtandsmitglied Dr. Kutſcher über das
Thema „60 Jahre Deutſcher Landwirtſchaftsrat‟. Er ſchilderte
die Arbeit des Landwirtſchaftsrats unter den jeweiligen
poli=
tiſchen Verhältniſſen. Die Unabhängigkeit der Ernährung vom
Auslande die Nahrungsfreiheit bilde die Vorausſetzung für
den Erfolg der deutſchen Arbeit und für die Freiheit des
deut=
ſchen Volkes. Der deutſche Landwirt habe im letzten Jahrzehnt
eine wirtſchaftliche Großtat vollbracht. Deutſchland ſtehe heute
100 Schritte vor dem Ziele der Nahrungsfreiheit. Der deutſche
Landwirt habe ſeine Pflicht erfüllt, obgleich er immer wieder
um den Ertrag ſeiner Arbeit gebracht worden ſei. An der
geſamten Auslandsverſchuldung, die im vergangenen Jahre
auf 24—30 Milliarden beziffert worden ſei, ſei die deutſche
Landwirtſchaft mit ganzen 600 Millionen beteiligt. Das Ziel
unſerer Arbeit ſei, dem deutſchen Vaterlande durch die
Nah=
rungsfreiheit wieder den Weg zur Freiheit zu bahnen.
Reichsernährungsminiſter
Freiherr von Braun
entwickelte die Grundzüge der künftigen Agrarpolitik der
Reichs=
regierung. Einleitend betonte er, daß die ganze Schwere der
Verantwortung ſeines Amtes ihm durch das Bewußtſein
er=
leichtert werde, das ſämtliche Mitglieder des Reichskabinetts
mit ihm die gleiche Einſtellung der deutſchen Landwirtſchaft
gegenüber hätten. Die Notlage in der Landwirtſchaft ſei
all=
gemein. Seit zwei Jahren ſei zu beobachten, daß in
Weſt=
deutſchland, wo die bäuerliche Struktur durchweg vorherrſche.
die Verſchuldung ſchneller zunehme, als im Oſten. Nach den
neueſten Buchführungsergebniſſen des Deutſchen
Landwirtſchafts=
rates ſei nur noch etwa ein Drittel aller landwirtſchaftlichen
Betriebe in der Lage, die Zinſen aus den Reinerträgen zu
be=
zahlen. In allen anderen Fällen würden die Zinszahlungen
auf Koſten der Subſtanz vorgenommen.
Weſentlich für die Urſachen der Verluſtwirtſchaft in der
ganzen Nachkriegszeit ſei die klaffende Preisſchere, das
Mißverhältnis zwiſchen den Produktionskoſten und den
Einnahmen.
Eines der Ziele der Agrarpolitik müſſe demnach die
Schließung dieſer Preisſchere ſein. Mit ſpeziellen
Agrarmaß=
nahmen allein ſei das nicht möglich. Auf den Märkten für die
landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe mache ſich durchweg die
Ver=
armung unſerer Bevölkerung bemerkbar. Somit werde das
Arbeitsloſen=Problem in hohem Maße auch ein Agrariſches
Problem — eine Abſatzfrage, Städtiſcher Konſument und
land=
wirtſchaftlicher Produzent bildeten eine Intereſſengemeinſchaft
auf Gedeih und Verderben.
Der Miniſter ging dann auf das
Problem der Aukarkie
ein und erklärte, daß ſelbſtverſtändlich keine Rede davon ſein
könne, uns völlig von der Welt loszulöſen. Die Verhältniſſe
(Fortſetzung auf Seite 2, zweite Spalte.)
* Die Woche.
Von rund 31 Milliarden Mark im Jahre 1929 iſt nach dem
Bericht des Generalwirtſchaftskomitees der Welthandel bis
zum Jahre 1931 auf etwa 18 Milliarden Mark zurückgegangen
und wird aller Vorausſicht nach für das Jahr 1932 noch
weiter=
hin auf etwa 15 Milliarden abſinken. Innerhalb von drei
Jahren iſt das Volumen der Weltwirtſchaft ungefähr halbiert
worden. Das iſt das Fazit dieſer ungeheuerlichſten aller
Wirt=
ſchaftskriſen, die je die Welt erſchüttert haben. An der Bahre
des Patienten ſtehen die Aerzte und bemühen ſich ſcheinbar
noch immer um eine richtige Diagnoſe. Dabei iſt man ſich in
der ganzen Welt ſchon ſeit geraumer Zeit über die eigentlichen
Urſachen des Uebels durchaus im klaren. Die Diagnoſe iſt
geſtellt, aber die Aerzte können ſich nicht zu dem Entſchluß
auf=
raffen, die notwendigen operativen Eingriffe zu vollziehen,
Man berät und berät, kuriert wohl auch gelegentlich an den
Symptomen herum und überſieht ſcheinbar ganz die Gefahr,
daß der Patient darüber eines Tages ſterben könnte. Mit
allem Nachdruck hat das bekannte Gutachten der Weltbankiers
darauf hingewieſen, daß eine endgültige Löſung der
Repara=
tionsfrage unbedingt angeſtrebt werden müſſe, damit das
Ver=
trauen der Welt, der Weltkredit, wieder hergeſtellt werden könne.
Der deutliche Hinweis auf die Reparationsfrage als die Wurzel
des Uebels hat damals einigen Eindruck auf die Völker
ge=
macht, dem ſich auch die führenden Staatsmänner nicht ganz
entziehen konnten. Aber ſeitdem gingen wiederum viele
Mo=
nate ins Land und je näher der Zuſammentritt der Lauſanner
Konferenz heranrückte, um ſo geringer wurden die Ausſichten
auf ein praktiſch irgendwie brauchbares Ergebnis.
In wenigen Tagen verſammeln ſich die Staatsmänner dieſer
Erde an den Ufern des blauen Genfer Sees. Diesmal nicht
in Genf, wo noch immer die Abrüſtungskonferenz ntagt”
ſon=
dern in Ouchy bei Lauſanne. Wieviele Reparationskönferenzen
haben wir in dieſer unſeligen Nachkriegszeit nicht ſchon erlebt,
ohne daß man das Problem jemals hätte löſen können! Steht
die kommende Lauſanner Konferenz unter günſtigeren Sternen?
Nur unverbeſſerliche Optimiſten vermögen es zu glauben. Die
franzöſiſche Politik hat ſich ſeit den Tagen von Spa und
Genua nicht geändert. Kein Unterſchied, ob die Rolle Shylocks
von Lyons Bürgermeiſter oder dem Gehilfen des „Tigers”
geſpielt wird. Trotzdem — die Stimme Old Englands iſt auch
heute noch von ausſchlaggebender Bedeutung. Von beſonderer
Bedeutung daher auch das Weekend Macdonalds und ſeines
Außenminiſters in Paris. Von beſonderer Bedeutung daher
auch für uns die perſönlichen Beziehungen, die der neue deutſche
Außenminiſter als Botſchafter in London anknüpfen konnte.
Man darf auch eines nicht überſehen: Während man ſich in
Luchy an den grünen Tiſch ſetzt, ballen ſich über Oſtaſien die
Gewitterwolken zuſammen. Die großen Probleme der
Welt=
politik ſind aufgerollt, die Not, die immer größere Ausmaße
annimmt, drängt zu entſcheidenden Schritten. Wir glauben
nicht, daß man zu Lauſanne dieſe entſcheidenden Schritte tun
wird. Und daß dieſe Skepſis nicht nur in Deutſchland
vor=
handen iſt, geht am deutlichſten daraus hervor, daß man noch
bevor die Lauſanner Konferenz zuſammengetreten, bereits eine
weitere Konferenz, eine Weltwirtſchaftskonferenz plant, die in
London tagen ſoll und an der ſich auch die Amerikaner
be=
teiligen wollen, und es iſt beſonders charakteriſtiſch, daß auf
dieſer kommenden Weltwirtſchaftskonferenz über Reparationen
und Kriegsſchulden nicht geſprochen werden darf!. Hier handelt
es ſich nicht etwa um einen ſchlechten Witz, ſondern um ſehr
beſtimmte amerikaniſche Wünſche, die Herr Stimſon dem
eng=
liſchen Premierminiſter gegenüber ſchon vor geraumer Zeit zum
Ausdruck gebracht hat.
Das iſt der außenpolitiſche Hintergrund, vor dem ſich jetzt
die deutſche Kriſis abſpielt. Ueberflüſſig zu ſagen, daß unter
dieſen Umſtänden nur Toren eine Erleichterung von außen her
erwarten können. Wir müſſen verſuchen, unſerer Nöte aus
eigener Kraft Herr zu werden, ſo gut wir es vermögen.
Nur bei Zuſammenfaſſung aller Kräfte kann das gelingen.
Nur eine wirklich nationale Konzentration vermag den
Ge=
fahren der Gegenwart und Zukunft wirkſam zu begegnen.
Be=
finden wir uns zurzeit auf dem rechten Weg? Das iſt die
ernſte Frage, die uns heute alle bewegt. Daß das neue
Reichs=
kabinett in perſönlicher Beziehung außerordentlich ſtark, daß es
Perſönlichkeiten aufweiſt, die mit Recht das Vertrauen weiter
Kreiſe für ſich in Anſpruch nehmen dürfen, haben wir ſchon
mehrfach ausgeſprochen. Ob wir aber innerpolitiſch ſchon
ſo=
weit ſind, daß ein ſolches Kabinett die großen
Wirkungsmöglich=
keiten hat, die es unbedingt braucht, iſt leider einigermaßen
fraglich. Denn dieſe Wirkungsmöglichkeiten werden nur dann
im vollen Umfang vorhanden ſein, wenn das deutſche Volk ſich
von der parteipolitiſchen Verhetzung freizumachen vermag, in
der es zurzeit befangen iſt. Wir ſprechen von Volksgemeinſchaft
und ſehen dabei mit einer geradezu abgrundtiefen Verachtung
auf jeden andersdenkenden Volksgenoſſen herab, wir ſprechen von
nationaler Geſinnung und verſtehen darunter nur die eigene
Auffaſſung. Wir haben ſcheinbar ganz vergeſſen, daß
inner=
politiſche Auseinanderſetzungen niemals Selbſtzweck ſind,
ſon=
dern daß ſie lediglich dazu dienen ſollen, den nötigen
Spannungs=
ausgleich zu finden. Für Millionen deutſcher Volksgenoſſen
nt heute zuerſt die Partei. Ihre Intereſſen, ihr
Agitations=
bedürfnis ſtehen unbedingt im Vordergrund, und daß es im
Seite 2 — Nr. 162
deutſchen Volke weite Kreiſe gibt, die politiſch anders denken,
wird als eine höchſt überflüſſige Peinlichkeit angeſehen. Höchſt
läſtige Mahner aber ſind alle diejenigen, die ſich gelegentlich
darauf hinzuweifen erkühnen, daß dieſer ganze Parteiklimbim
in dieſer Ueberſpannung höchſt unerfreulich und überflüſſig iſt,
und daß große Aufmärſche, die heute dieſe, morgen jene Partei
veranſtaltet, die innere Geſundung unſeres Staatsweſens
wirk=
lich nicht zu fördern vermögen.
Unter dieſen Umſtänden haben wir in Deutſchland weiß
Gott keine Veranlaſſung, die nun abermals über uns
ver=
hängten Reichstagswahlen beſonders freudig zu begrüßen. Daß
durch dieſe Wahlen praktiſch kaum etwas geandert werden wird,
haben wir ſchon früher einmal erörtert. Daß kein irgendwie
denkbares Wahlergebnis die Not der Gegenwart von uns
nimmt, ſollten gerade die Ereigniſſe der letzten Tage jedem
Einſichtigen klar gemacht haben. Auch die neue Regierung ſteht
vor der gleichen Zwangslage, wie die alte. Wenn man die
Nachrichten der letzten Tage verfolgt, muß man doch ſagen,
daß die von der Regierung Papen geplante Notverordnung
ſich kaum ſehr viel unterſcheidet von der, über welche die
Re=
gierung Brüning ſtürzte. Da Wahlen unſere leeren
Staats=
kaſſen leider nicht füllen, wird auch nach dem 31. Juli jede
deutſche Regierung vor den gleichen gewaltigen Schwierigkeiten
ſtehen, die ſich heute vor uns auftürmen. Um ſo weniger aber
hätten wir heute Veranlaſſung, in einem neuen Wahlkampf
möglicherweiſe auch das letzte noch heil gebliebene Porzellan
zu zerſchlagen. Für das deutſche Schickſal iſt es nicht
ent=
ſcheidend, ob dieſe oder jene Partei ein Dutzend Mandate mehr
oder weniger bekommt, ſondern daß ſich alle Parteien, daß ſich
alle Deutſchen zuſammenfinden in dem ehrlichen Willen,
im Kampfe des deutſchen Volkes um ſeine Exiſtenz unter
Hintanſetzung des inneren Haders zuſammenzuſtehen gegen die
Not von außen und von innen.
M.
die neuen Aornssnäheten,
nuf die der Reichskanzler in ſeiner Rede vor der Landwirtſchaft
hingewieſen hat, bildeten im Reichsrat den Gegenſtand der
ſach=
lichen Beratungen. Der Entwurf der neuen Notverordnung war
den Ländern zur Information bereits zugegangen. Danach ſcheint
ſich das Kabinett davon überzeugt zu haben, daß unter allen
Umſtänden zunächſt neue Mittel beſchafft werden müſſen, um die
Finanzgebarung von Reich, Ländern und Gemeinden nicht ins
Stocken zu bringen. Wie wir hören, hat das Kabinett die
drin=
gendſten Fragen in ein Sofortprogramm gegoſſen, während die
anderen Probleme erſt nach Lauſanne in Angriff genommen
wer=
den ſollen. Am Montag bereits will der Reichskanzler zum
Reichspräſidenten gehen und ihn um die Unterſchrift zur neuen
Notverordnung bitten, die dann am Dienstag vor der Abreiſe des
Kanzlers und der intereſſierten Reparationsminiſter nach
Lau=
ſanne veröffentlicht werden ſoll. Beſondere Ueberraſchungen
ſchei=
nen nach den Informationen, die wir bereits in den letzten Tagen
veröffentlicht haben, nicht mehr zu erwarten. Bei der
Beſchäf=
tigtenſteuer ſcheint eine Aenderung dahin vorgenommen
worden zu ſein, daß der urſprüngliche Satz von
gene=
rell 1½ Prozent geſtaffelt werden ſoll, daß er alſo
bei den höheren Einkommen erheblich darüber hinausgeht und
wahrſcheinlich mit der bisherigen Kriſenſteuer zu einer
einheit=
lichen Abgabe zuſammenfallen wird. Während der zweite Teil
der Notverordnung die Maßnahmen zur Sicherung von Ruhe und
Ordnung betrifft, wird die große Reform der geſamten
Sozial=
geſetzgebung wohl einſtweilen noch zurückgeſtellt werden. Nur die
bekannten Abſtriche an den Leiſtungen werden in der
bevorſtehen=
den Notverordnung enthalten ſein.
Wie aus kommunalen Kreiſen verlautet, rechnen die
Ge=
meinden mit einer Reichshilfe von etwa 700
Mil=
lionen Mark.
Reichsaußenminiſter Freiherr v. Neurath hat ſeine
Amts=
geſchäfte wieder übernommen.
Tardieu hat mit Unterſtützung perſönlicher Freunde (Jean
Fabry, Paul Reynaud. Petſche) eine neue Fraktion
gegrün=
det, die ſich das republikaniſche Zentrum, Fraktion für ſoziale,
kom=
merzielle und landwirtſchaftliche Aktion, nennt. Dieſe Partei
be=
ſteht aus 26 ehemaligen Linksrepublikanern.
Zum Nachfolger des aus Geſundheitsrückſichten
zurückgetre=
tenen Generalſekretärs der Regierungskommiſſion Pierotet iſt der
Miniſterialrat Lorand, der gleichfalls Franzoſe iſt, ernannt
worden.
Zum Präſid enten der Republik Syrien iſt vom
ſyriſchen Parlament der ehemalige Finanzminiſter Mohammed
Ali Abeid gewählt worden, der einer alten Familie von
Da=
maskus entſtammt.
Unter den Parteiführern, die zur Teilnahme an der
republi=
kaniſchen Parteikonvention bereits in Chikago eingetroffen ſind,
verſtärkt ſich die Tendenz, den früheren Präſidenten Coolidge
als Kandidaten, für die Vizepräſidentenſchaft wieder
aufzuſtellen.
Der braſilianiſche Staat Sao Paolo hat ein Mora
to=
rium für einen Teil ſeines ausländiſchen
Schulden=
dienſtes erklärt.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
(Fortſetzung von Seite 1, zweite Spalte.)
hätten ſich aber gegenüber der Vorkriegszeit grundlegend
ver=
ſchoben. Früher ſei der deutſche Export, der unſeren Import
finanzieren mußte, gern und billig in allen Ländern der Welt
aufgenommen worden. Stattdeſſen fänden wir heute überall
Autarkietendenzen, die Betonung des eigenen Innenmarktes.
Dieſer Entwicklung könne ſich auch Deutſchland nicht entziehen.
Die Autarkie in dieſem Sinne iſt kein Ziel, ſie iſt Schickſal,
aber ſie iſt nicht ein Schickſal, das wir ſtill und gefaßt
hin=
nehmen müſſen, ſondern das wir zu meiſtern haben. Für die
Landwirtſchaft bedeute dieſe Entwicklung die Verpflichtung,
das Ihre zu tun, um die Ernährung des deutſchen Volkes
aus ihren eigenen Leiſtungen zu ermöglichen, da die immer
knapper werdenden Deviſen in erſter Linie für die Einfuhr von
Rohſtoffen gebraucht würden. Die alten Methoden der
Handels=
politik, die eine ausgeglichene Weltwirtſchaft zur
Voraus=
ſetzung gehabt hätten, mit dem Syſtem der allgemeinen
Meiſt=
begünſtigung würden in den heutigen Zeiten bei der völlig
ver=
änderten Struktur der Weltwirtſchaft unſeren Intereſſen nicht
mehr gerecht.
Der Miniſter ging nun im einzelnen auf die Fragen
ein, die beſonders vordringlich behandelt werden mußten. Auf
dem Getreidegebiet müſſe für eine auskömmliche
Ver=
wertung der kommenden Getreideernte durch das
Zuſammen=
wirken von handelspolitiſchen und finanzpolitiſchen Maßnahmen
geſorgt werden. In aller Kürze werde er auf dieſem Gebiet
die nötige Klarheit ſchaffen. Auf den Märkten der
Ver=
edelungsprodukte ſei die Lage kataſtrophal. Hierauf
beruhe in erſter Linie das Uebergreifen der Kriſe auf die
bäuerlichen Wirtſchaften. Der geſamten Veredelungsproduktion
als einer Exiſtenzfrage für den deutſchen Bauer werde die
Reichsregierung ihr beſonderes Augenmerk ſchenken. Auf dem
Gebiet des Gemüſe= Obſt= und Weinbaues ſei eine
Verbeſſerung der Lage nur durch Aenderung der bisherigen
Handelsvertragspolitik und von der Einſicht der Verbraucher
zu erwarten, die endlich einmal deutſchen Erzeugniſſen den
Vor=
zug geben ſollten. Hinſichtlich der Forſt= und
Holzwirt=
ſchaft würden zollpolitiſche Maßnahmen in den allernächſten
Tagen getroffen werden. Hinſichtlich der Regelung der
Ab=
ſatzfragen bezeichnete der Miniſter in Zuſammenhang mit der
Standardiſierung der Anpaſſung an die Veränderungen des
ſtädtiſchen Konſums Maßnahmen für denkbar, die den Abſatz
landwirtſchaftlicher Produkte ſtärker zuſammenfaßten. Die
Zinsfrage halte er für gleichberechtigt mit der Frage der
Preiſe für landwirtſchaftliche Erzeugniſſe. Mit der Löſung
nur einer dieſer beiden Probleme ſei der Landwirtſchaft nicht
geholfen. Im Rahmen der hier zu ergreifenden allgemeinen
Maßnahmen werde die Hilfsaktion für den Oſten im
beſchleunigten Tempo fortgeſetzt werden. Die Anſiedlung
deut=
ſcher Bauern im Oſten ſähe er aus nationalpolitiſchen,
wirt=
ſchaftlichen und menſchlichen Gründen als eine der dringendſten
Aufgaben von Reich und Staat an.
Abſchließend bemerkte der Miniſter, daß Agrarfragen nicht
allein mit dem Verſtande bearbeitet werden könnten. Sie ſind,
ſo erklärte er, eine Waffe der gefühlsmäßigen Einſtellung des
Menſchen zum Grund und Boden. Dieſes Gefühl kann man
nicht lernen. Man kann es auch nicht beſchreiben. Man kann
es nur haben oder nicht haben. Ich gehöre zu denen, die in
der Muttererde den Urgrund allen Werdens erblicken, den der
Menſch zu verehren hat.
Präſidenk Dr. Brandes
behandelte Gegenwartsaufgaben deutſcher Lan
d=
wirtſchaftspolitik. Entwicklung des Innenmarktes ſei
heute das beſte Arbeitsbeſchaffungsprogramm. Die Schrumpfung
des Binnenmarktes infolge des Zuſammenbruchs der nicht an
der Ausfuhr beteiligten Wirtſchaft ſei eine der entſcheidenden
Urſachen für das unermeßliche Anſchwellen der
Arbeitsloſen=
ziffern. Durch Erzeugung von Nahrungsmitteln könnten
Ein=
fuhren im Werte von 1,1 Milliarden erſetzt werden. Durch
Ver=
meidung der Einfuhr von im Inlande herſtellbaren
Induſtrie=
rzeugniſſen ließen ſich weitere 1,4 Milliarden machen. Dazu
kämen Erſparnismöglichkeiten in Höhe von 860 Millionen durch
Eigenerzeugung bei Genußmitteln, Faſerpflanzen uſw.
Ins=
geſamt könnten alſo etwa 3,3 Milliarden erſpart werden. Auch
wenn durch dieſe Maßnahmen unſere Ausfuhr um eine
Mil=
liarde zurückgehen würde, würde immerhin für zwei Milliarden
Mark mehr Arbeitsgelegenheit in Deutſchland vorhanden ſein.
Er, Brandes, kenne kein Arbeitsbeſchaffungsprogramm, das auch
nur annähernd mit ſolchen Zahlen rechnen könne. Dieſes
Pro=
gramm erfordere keine nennenswerten Kapitalaufwendungen
und Feſtlegungen. Hinſichtlich der Siedlung müſſe vor der
Annahme gewarnt werden als ob bei den jetzigen
Rentabilitäts=
verhältniſſen große Menſchenmaſſen auf dem Lande mit der
er=
forderlichen Lebensmöglichkeit untergebracht werden könnten.
Das platte Land und der Oſten brauchten nicht ſo ſehr die
Menſchen, als zunächſt die Rentabilität, um die Menſchen
be=
ſchäftigen und den Bauer auf der Scholle erhalten zu können.
Abſchließend forderte der Redner, daß nun endlich einmal der
als richtig erkannte Weg auch dauernd innegehalten werden
müſſe.
Sonntag, 12. Juni 19
Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Appel=
Ber=
ſprach über den „Schutz des deutſchen Kartoft
baues gegen die Koloradokäfer=Gefahr”.
Das Thema „Vereinheitlichung und Reform
Erwerbsloſenfürſorge” beſprach, Regierungspräſi
zur. Dispoſition Graf von Baudiſſin. Er legte
Gründe dar, die eine Vereinheitlichung der geſamten Erwe
loſenfürſorge als dringend notwendig erſcheinen ließen
erörterte im einzelnen Reformmaßnahmen.
Nach einer Ausſprache nahm die Vollverſammlung des
ſchen Landwirtſchaftsrats eine Entſchließung des Präſ
ten Franzke=Oppeln an, die vor allem Beſchleunigung
Finanzierung der Umſchuldungsaktion und Bereitſtellung
Kreditmitteln für die in Schwierigkeit geratenen Genoſſenſch
fordert. Ferner wurde eine Entſchließung angenommen, die
umfangreichere Vertilgung des Kartoffelkäfers fordert. Eine
tere Entſchließung, die gleichfalls Annahme fand, fordert
die Erſetzung des Syſtems der Dreigliederung der Erwerbsl
fürſorge in Verſicherungs=, Kriſen= und Wohlfahrtsfürſorge
ein einheitliches Fürſorgeſyſtem. Zu dieſem Zweck ſollen
beitsloſenverſicherung und Kriſenfürſorge abgebaut und
eine einheitliche Erwerbsloſenfürſorge mit allgemeiner Pri
der Bedürftigkeit eingeführt werden. Im Zuſammenhang d
müſſe eine planmäßige Verminderung der Arbeitsloſenzahl
Einbeziehung insbeſondere jugendlicher Arbeitsloſer in eine
zu ſchaffende Arbeitspflichtorganiſation erfolgen.
v. Oldenburg=Januſchau bezeichnet es als drir
notwendig, eine Notverordnung folgenden Inhalts zu erle
„Jeder Deutſche hat das Recht, ſeine Arbeitskraft zu verwe
wie und wo er will.‟ Er erklärte, daß die Bonzokratie zum
den der Geſamtwirtſchaft noch vorhandene Arbeitmöglicht
lediglich aus tariflichen Gründen verhindere. Den hohen 5
kenkaſſenbeiträgen ſtänden zudem völlig unzulängliche Leiſtu
der Kaſſen gegenüber.
Präſident Brandes ſchloß darauf die Tagung mit
Wunſch, daß man in den nächſten Wochen etwas hoffnungsft
ger werde in die Zukunft blicken können.
Aus Heſſen iſt. Ernſt Jakob Moſſel=Marienborn
das ausgeſchiedene Mitglied Oekonomierat Hahn=Haßloch ir
Landwirtſchaftsrat eingetreten.
Papens Kampf im Reichsrak.
Süddeutſche Inkerpellakionen.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Der Reichskanzler von Papen hat am Samstag ſeinen k
ſchwierigſten Tag gehabt. Er hat zunächſt vor der Vollverſe
lung des Deutſchen Landwirtſchaftsrates in einer Ausſprach
allgemeine Programm, das er ſchon in der Regierungserkli
niedergelegt hatte, ergänzt und ſeine Aufgabe wieder auf die
mel gebracht, daß es um die Wiedergewinnung der inneren
äußeren Freiheit und Lebensmöglichkeit von Volk und Vate
gehe.
Dann iſt er in den Reichsrat gegangen, wo er ſich den
einigten Ausſchüſſen vorſtellen wollte, um ſpäter die bereit.
gekündigten Sonderbeſprechungen mit den ſüddeutſchen Min
präſidenten abzuwickeln. Die Dinge ſind aber ganz ander
laufen, als ſich Herr v. Papen das gedacht hatte. Die Süd
ſchen haben offenbar den Wunſch gehabt, nicht unter vier 2
mit dem Reichskanzer allein zu verhandeln, ſondern ihre B
ken in größerem Kreiſe vor dem Geſamtkabinett entwicke!
können. Sie haben daher die Bemerkung des Kanzlers, daß e
bei dem Kabinettswechſel um die Dokumentierung einer g
ſätzlich neuen Richtung der Staatsführung, ſelbſtverſtändlie
Rahmen der Reichsverfaſſung, handle, benutzt, um eine U
brechung der Verhandlungen herbeizuführen. Dieſer von B
geſtellte Antrag fand Annahme. An die Stelle der Aus
trat nun eine interne Beſprechung zwiſchen dem Reichskal
und den Präſidenten der Länder unter Ausſchluß der preuß
Provinzialvertreter des Reichsrates, ſowie der Sachrefere
Dieſe Konferenz hat über 2½ Stunden gedauert. Sie iſt für
traulich erklärt worden. Ueber ihre Grundtendenz iſt in
doch allerlei durchgeſickert in der Richtung, daß der bayeriſche
niſterpräſident Held ſich zum Wortführer einer ſcharfen Beſcht
gemacht hat, die ſich gegen die angebliche Tendenz der R
regierung nach Eingriffen in die Rechte der Länder richtete.
der Erklärungen des Reichsinnenminiſters v. Gayl verlangte
ſüddeutſchen Länder doch die ausdrückliche Erklärung, daß ar
noch beſtehenden Rechten der Länder, nach keiner Richtung
etwas geändert werde. Die Ausſprache ſcheint vorübergehent
lebhaft geweſen zu ſein, muß aber ſchließlich doch wohl zu
Verſtändigung geführt haben. Jedenfalls nahmen im Lauf=
Nachmittags die Vereinigten Ausſchüſſe des Reichsrates ihre
lichen Beratungen wieder auf. Man wird daraus den E
ziehen dürfen, daß es dem Kanzler gelungen iſt, die Bed
der ſüddeutſchen Staaten auszuräumen und die Grundlage
eine gemeinſame Arbeit zu gewinnen. Den Abſchluß der Dem
der ſüddeutſchen Miniſterpräſidenten dürfte die Ausſprache
Reichspräſidenten am Sonntag mittag bilden.
Die Gidsthateteienikder Hamertnce
des Heiſiſchen Landesmufeums.
Der Romantik, ihrer Hingabe an das Mittelalter, an das
ideale Zeitalter der chriſtlichen Weltkultur, verdanken wir die
Rettung ſo mancher in der kunſtfeindlichen Zeit der
Säkulari=
ſation aus ihrem architektoniſchen Zuſammenhang geriſſener und
der Zerſtörung preisgegebener mittelalterlicher Glasmalereien.
Die Brüder Boiſſerée, die Kölner Kenner mittelalterlicher Kunſt,
erweckten in dem großen Staatsmann Freiherrn vom Stein eine
echte Liebe zu den aus aufgehobenen Kirchen und Klöſtern auf
den Trödelmarkt geworfenen mittelalterlichen Kunſtſchätzen. Mit
der vom Freiherrn vom Stein angelegten reichen Sammlung
mittelalterlicher Glasmalereien, bekannt unter dem Namen
„Kappenberger Scheiben”, kann ſich nur der Schatz gleicher
Kunſt=
werke im Heſſiſchen Landesmuſeum meſſen. Ja, der dorthin
ge=
rettete Fenſterſchmuck der Ritterſtiftskirche in Wimpfen übertrifft
in ſeiner zykliſchen Geſchloſſenheit alle Beſtände unſerer Muſeen.
Auch die Kunſtſammlungen des Landesmuſeums gehen in ihren
Anfängen zurück auf die Sammlerluſt des gleichfalls von
vater=
ländiſcher romantiſcher Geſinnung ergriffenen ſpäteren
Groß=
herzogs Ludwig I. Schon als junger Fürſt faßte er den Plan,
„gleichſam ein Weltbild für die Anſchauung” in einem Muſeum
aufzubauen. Von feinſinnigen Kunſtkennern beraten, ließ er im
Jahre 1802 das graphiſche Werk Dürers und Rembrandts
an=
kaufen, 1807 wurden die Wimpfener Scheiben ins Muſeum
über=
tragen, 1819 wurden für den Spottpreis von 500 Fr. die 35
Schweizer und oberrheiniſchen Wappenſcheiben aus dem Rathaus
und den Zunftſtuben Straßburgs erworben, 1820 kamen die für
die mittelrheiniſche Kunſtgeſchichte ſo wichtigen Partenheimer
Scheiben ins Muſeum. Der Grundſtein einer überragenden
Samm=
lung von Glasmalereien war gelegt. Die vorbildliche muſeale
Auswertung und Verteilung dieſer koſtbaren Schätze im
Kirchen=
raum, in den altdeutſchen Stuben und Kammern des Meſſelſchen
Muſeumsbaues muß als weitere Tat in der Geſchichte des
Heſſi=
ſchen Landesmuſeums verzeichnet werden. In der Vermehrung der
Beſtände der Glasmalereien trat dann ein Stillſtand ein. Und im
Hinblick auf die jetzige und zukünftige Notlage hätte man wohl
die Sammeltätigkeit auf dieſem Gebiet für abgeſchloſſen halten
können. Umſomehr überraſcht die Ankündigung einer
Aus=
ſtellung neu erworbener mittelalterlicher Glasmalereien in der
„Unterkirche”; einem mit ſicherem Geſchmack ausgenützten krypten=
artigen Raum des Muſeums. Nicht allein die ſo ſtimmungsvolle
Darbietung der neu erworbenen Scheiben, ihr durch indirekte
Beleuchtung wieder erwecktes myſtiſches Leben, ihr zauberhaftes
Glühen in der ſtillen, weltabgeſchiedenen Dämmerung der „
Unter=
kirche”, auch die mit kunſtgeſchichtlichem Scharfſinn getroffene, die
mittelrheiniſche Kunſtgeſchichte ganz weſentlich bereichernde
Aus=
wahl zwingen zur uneingeſchränkten Feſtſtellung, daß von jetzt ab
das Heſſiſche Landesmuſeum als die Schatzkammer
mittelrheini=
ſcher Glasmalereien zu gelten hat. Und daß dieſe Wunderkammer
deutſcher Kunſt trotz ſchwerſter wirtſchaftlicher Not durch klugen
Tauſch, geſchickte diplomatiſche Verhandlungen mit den Beſitzern
aus dem Landesmuſeum früher abgegebener Scheiben, ohne
nen=
nenswerte Belaſtung der Staatskaſſe, aufgetan werden konnte,
darf als gewichtiger Aktippoſten von denderzeitigen Dixektion in
der Geſchichte der Sammlungen deg Heſſiſchen Landesmuſeums
verbucht werden.
Die Ausſtellung von Glasmalereien in der „Unterkirche” des
Heſſiſchen Landesmuſeums zeigt uns rühe Denkmälex dieſer ſtolzen
mittelalterlichen Kunſt. Das macht hren Beſuch beſonders
loh=
nend. Allem voran ſtehen die „Frankfurter Scheiben”; eine
Wap=
penſcheibe mit dem prachtvoll romaniſch ſtiliſierten Frankfurter
Adler und dem gegengeſparrten Schild der von Eppſtein, das
Scheibenfragment eines Engels und die herrlich erhaltene Scheibe
mit den Heiligen Auguſtinus und Nikolaus. Fraglos gehören dieſe
drei Scheiben zuſammen. Man vergleiche an Ort und Stelle! Die
Scheibe mit den Heiligenfiguren ſteht in ihrem kaleidoſkopartig
flimmernden Gefunkel, in der dichten, reichen Vielgliedrigkeit
ihrer Gläſer ſchon fern dem klaren, großflächigen Rhythmus
hoch=
romaniſcher Malerei. Man fühlt ſich ſtark erinnert an den
leb=
haft bewegten Zackenſtil der durch die Ausſtellung „Mittelrheiniſche
Kunſt” ſo bekannt gewordenen Altarflügel aus der Wormſer St.
Johanniskirche, die der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts angehören.
Die magiſche Glut dieſer in die Rückwand der „Unterkirche”
ein=
gelaſſenen Scheibe zieht den Blick aus weiter Entfernung ſofort
auf ſich, ein Juwel deutſcher Glasmalerei. Vielleicht dürfen wir
in dieſen drei koſtbaren Scheiben, auf deren nunmehrigen Beſitz
das Landesmuſeum ſtolz ſein kann, letzte ehrwürdige Zeugen vom
Fenſterſchmuck des im Jahre 1239 geweihten Neubaues des
Frank=
furter Doms erkennen. — Faſt ein Jahrhundert älter dürfte die
graugrüne Blankglasſcheibe mit der in kräftigem Schwarzlot
ge=
zeichneten Figur des St. Nikolaus ſein, eine Leihgabe. Angeſichts
dieſer hoheitsvollen einfarbigen Scheibe möge man ſich eines
Be=
ſchluſſes des Generalkapitels der Ziſterzienſer vom Jahre 1134
erinnern, der dem Orden mehrfarbige Kirchenfenſter verbietet. —
Ans Ende des 12. Jahrhunderts führen uns die bekannten
Peters=
lahrer Scheiben aus Bonn (Leihgabe); ein von den Evangeliſten=
ſymbolen umrahmter thronender Chriſtus und ein Apoſtel.
vergleiche den noch breitflächigen Stil der Glaszellen, den
holenden Schwung der Schwarzlotzeichnung dieſer roman
Scheiben mit der dicht gedrängten Anlage der jüngeren F
furter Scheibe! — Noch elementarer in der ſtrengen Fügun=
Gläſer iſt das Scheibenfragment mit der Bruſtfigur eines
Viktor, wohl die älteſte, vielleicht der 1. Hälfte des 12.
hunderts noch zugehörige Scheibe der Ausſtellung, leider ſchon
getrübt in der urſprünglichen elementaren Farbenpracht
Gläſer. — In dieſen auserleſenen Kreis früher Scheiben 9
noch das Fragment einer Kreuzigung, wohl noch aus der 2. Q
des 12. Jahrhunderts. Eine ſeltſame Scheibe! Die Arme des
kreuzigten kubiſtiſch ſtiliſiert wie die Gelenke einer Gliederp
auf den Corpus in Schwarzlot eine große Lilie gezeichnet,
Geſicht dank einiger wellenförmig bewegter Schwarzlotpinſe
von hinreißendem Ausdruck. Durch Oxydation ins Glas e
freſſene Poren erhöhen noch den ungewöhnlichen Reiz der
ſierung. — Von der ſchon reich gegliederten Frankfurter Heil
ſcheibe führt ein direkter Weg zu der juwelenhaft flimmet
Pracht des bereits frühgotiſchen Wimpfener Zyklus (um 1
Die Ausſtellung der „Unterkirche” macht einige figürliche Sche
und Roſen dieſes Glanzſtücks deutſcher Glasmalerei nun aud
Nahſicht zugänglich. — Eine Scheibe aus der Erfurter Pre9
kirche mit ſchwarzlotradiertem Blattwerk zwiſchen breiten
Bändern, ein ehemals um die Frankfurter Scheibe verte
Fenſter mit ſchwarzlotradierten Ahornblättern zwiſchen ſich 0.
ſchneidendem, mehrfarbigem Bandwerk, ein Meiſterſtück !
diger Zeichnung, wert vertiefter Betrachtung, der Zwickel
Fenſterroſe mit grünem, aus einer Blattmaske wachſel
Eichenlaub aus dem reichen Glasfenſterſchmuck der Ziſterzie
Abtei Altenberg geben eine hinreichende Vorſtellung von
ornamentalen Phantaſie frühgotiſcher Glasmaler.
14. Jahrhundert iſt vertreten mit einer Anna Selbdritt,
koloriſtiſch lockenden, kompoſitionell nicht alltäglichen Scheibe,
einer Maria mit Kind im köſtlichen Purpurgewand auf
damasziertem Grund. — Aus dem 15. Jahrhundert ſteht
die wieder aus Worms zurückgekehrte Scheibe mit
Stifterfigur aus dem Partenheimer Zyklus (Mitte des 15.
hunderts). Wie ein Symbol ritterlicher Reinheit ſo leuchte
kniende Stifterfigur mit ihrem aus einem blau damasz!
Grund ausgeſparten blankglashellen Gewand, eine der
lichſten Scheiben nicht nur der Ausſtellung, ſondern der
malerei überhaupt. Es gebe nichts Schöneres als Gewa
aus weißem Glas, bekennt ſchon der Benediktiner Theop!
in ſeinem Werkſtattbuch (um 1100), das der Glasmalerel
wichtiges Kapitel widmet. Zwiſchen der „Weißlichtmalerel
Partenheimer Scheiben, die in der Ausſtellung noch durg
itag, 12. Juni 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 162 — Seite 3
Was wir wollen!
Von
Bürgermeiſter Dr. Niepoth, Schlitz.
Die nachſtehenden programmatiſchen Aeußerungen
des Spitzenkandidaten der „Nationalen
Einheits=
liſte” dürften für einen großen Teil unſerer Leſer
von ganz beſonderem Intereſſe ſein.
Die Schriftleitung.
s muß anders werden” das war das Feldgeſchrei
ſiſchen Landtagswahlkampf vom November vorigen
Das Ergebnis entſprach der Parole. Obwohl das
n ſeine Stimmenzahl nicht nur behauptet, ſondern leicht
errut hatte, obwohl die Sozialdemokratie im Großen
ge=
timmen lediglich an die Kommuniſten abgegeben hatte, —
ndatsverluſt der beiden bisherigen Regierungsparteien
r infolge der überaus ſtarken Wahlbeteiligung trotzdem
daß ſie nur noch eine hoffnungsloſe Minderheit bil=
26 Nationalſozialiſten — der 27. iſt niemals im
Land=
hienen — zogen als ſtärkſte Fraktion in den heſſiſchen
ein; die bürgerlichen Parteien, von den
Deutſch=
en bis zur Staatspartei, blieben mehr oder weniger
Strecke. Dabei ſpielte es gar keine Rolle, ob eine
früher einmal verantwortlich in der Regierung geſeſſen
der ob ſie — wie die Deutſche Volkspartei — ſich ſeit
ien in der entſchiedenſten Oppoſition befand und dieſe
1
S
Gaul uf
Erklärung. )
keiner
int vorül
dod
Reichernt
onsſtellung auch im Wahlkampf klar herausgeſtellt hatte.
Folgen des Wahlausgangs für die geſamte
rung, beſonders aber für das Bürgertum, ſollten ſich
als gen: die Nationalſozialiſten, die durchaus in
ſe geweſen wären, zuſammen mit dem Zentrum eine
era örtliche Regierung zu bilden, machten ihre Mitarbeit von
ſea ingen abhängig, die nicht in allen Einzelheiten — es
(mehr Forderungen darin enthalten, die ich ſchon jahre=
Landtag erhoben habe —, wohl aber in ihrer Totalität
Partei unannehmbar geweſen wären, beſonders aber
Zentrum, das als beatus possidens in
acht ſaß. Ich kann auch heute nur wiederholen, was
er behauptet habe, daß man ſich mit der Formulierung
Punkte ſeitens der NSDAP. abſichtlich eine ſo hohe
gebaut hat, aus Angſt, eine niedere müßte man
e der Verhandlungen überſpringen. So kam, was
kom=
ußte. Die Wahl eines Staatspräſidenten
rotz meiner Forderung, nicht einmal verſucht, und die
ng Adelung-Leuſchner-Kirnberger, deren Sturz das
3 Wahlkampfes war, amtiert zwar nicht „luſtig”, aber
8 ungehemmt weiter. Die zahlenmäßige Stärke
aber den Nationalſozialiſten nicht nur
öglichkeit gegeben, die Macht zuergreifen,
ſie bereit geweſen wären,
Verantwor=
zu übernehmen, ſie gab ihnen auch die
ichkeit, ihr Agitationsbedürfnis
weit=
dſt zu befriedigen, — bildeten ſie doch auch
zu=
mit den Kommuniſten eine Mehrheit. Sie, die
nalſozialiſten, ſtellten die Anträge, die
uniſten ſtimmten zu, und ſo konnte dieſe
rbare Einheitsfront Beſchlüſſe erwirken,
ieIls ſie durchgeführt worden wären, auch den
harm=
in Anhängern einer bürgerlichen
Welt=
uung die Augen geöffnet hätten. Soweit
— man könnte faſt ſagen „leider” — nicht gekommen.
ndtag iſt aufgelöſt, wir ſtehen vor Neuwahlen, und es
ich die Frage: Was nun? Soll das Bürgertum —
e dazu alle Bevölkerungskreiſe, die auf dem Boden der
Alirtſchaft und des Privateigentums ſtehen — wiederum
ſtehen, ſoll wiederum eine Mehrheit entſtehen, die
iv zu allem poſitiv zu nichts fähig iſt, oder
ille Kräfte angeſpannt werden, dem Bürgertum
tellung zu erringen, auf die es Anſpruch
Männer und Frauen, die den Aufruf für die
bürger=
ammlung auf der Nationalen Einheitsliſte
chneten, haben den letzteren Weg gewählt. Heute, wo
Sein oder Nichtſein des Staates und damit der
Be=
ig geht, können wir uns nicht den Luxus erlauben,
Geſichtspunkte in den Vordergrund zu ſtellen. Ver=
Auffaſſungen über Einzelfragen müſſen zurücktreten,
3 ums Ganze geht. Dieſes Ziel aber darf nicht
ver=
nen under Weg zum Ziel muß klar und eindeutig ſein.
ht um die bürgerliche Ehre, ja um die
rliche Weltanſchauung ſchlechthin. Klarer
f gegen den Sozialismus der
Sozial=
ratie, klarer Kampf aber auch gegen alle
iſtiſchen Tendenzen in der NSDAP. Wir
kämpfen gegen alle Experimente, wir kämpfen für
Privat=
wirtſchaft und Privateigentum, und damit für einen
arbeits=
fähigen Landtag.
Ich weiß, daß die Zuſammenfaſſung aller auf dem Boden
dieſes Programms ſtehenden Kräfte in der Nationalen
Ein=
heitsliſte nicht alle Hoffnungen erfüllt hat, nicht jeden
Wunſch befriedigen konnte. Ich weiß aber auch, daß es für
ein Land wie Heſſen, in dem nicht regiert, ſondern
ver=
waltet werden ſollte, nur einen Weg gibt, der zum Ziel
führt:
die „Nationale Einheitsliſte” als entſcheidender Faktor
in einem arbeitsfähigen Landtag!
Der Meineidsprozeß Abel.
Forkſehung der Zeugenvernehmung.
München, 11. Juni.
In der Freitag=Nachmittagsverhandlung im Prozeß Werner
Abel beantragte die Verteidigung, den Kapitänleutnant
von Wenig über ein Geſpräch zwiſchen Kahr und dem
engliſchen Politiker Morel zu vernehmen. In dieſem
Ge=
ſpräch ſoll Morel erklärt haben, er wiſſe von ſeinen
Pariſer Freunden, daß franzöſiſches Geld auf
dem Umwege über mehrere Stellen im
Ruhr=
gebiet der Hitlerbewegung zufließe. Von Wenig
wohnte dieſer Unterredung als Dolmetſcher bei. Das
Gericht wies die von der Verteidigung geſtellte Frage als
un=
zuläſſig zurück.
Haupkmann Göring und Leuknank Scheringer
Am Samstag wurde als erſter Zeuge Hauptmann
Gö=
ring vernommen, der wohl von einem Yſenburg gehört hat,
aber Abel nicht kannte. Göring hält es für ausgeſchloſſen, daß
im „Wurzer Hof” ein Italiener mit Hitler geſprochen habe.
Göring habe ſich damals mit allen italieniſchen Angelegenheiten
zu befaſſen gehabt. Wenn ein Italiener da geweſen wäre, hätte
er ſicher davon erfahren. Der Zeuge ſtellte entſchieden
in Abrede, daß irgendwelche Auslandsgelder an
die Partei gegeben worden ſeien, auch nicht von
Italien. Er ſei ſpäter viel in Italien geweſen und habe ſich
bei fasciſtiſchen Organiſationen erkundigt, ob. Gelder an die
NSDAP. gegeben worden ſeien. Man habe dort ſehr gelacht und
geſagt, man könne ſelbſt jede Lira gebrauchen.
Der frühere Reichswehrleutnant Scheringer, der ſich in
Feſtungshaft in Bielefeld befindet, bekundet, er wiſſe nichts von
dem ganzen Fragenkomplex. Er laſſe ſich nicht als Inſtrument
gegen ſeine früheren Kameraden verwenden, auch wenn er in
ſcharfem Kampfe zur NSDAP. ſtehe. Der Zeuge gibt zu, daß er
innerhalb der Reichswehr für die NSDAP. ſich betätigt habe.
Der Vorſitzende bemerkte, daß ſeine Vernehmung feſtſtellen ſolle,
ob vor dem zweiten Ulmer Reichswehrprozeß von der NSDAP.
aus mit ihm verhandelt worden ſei, daß er beſtreiten ſolle, die
Abſicht gehabt zu haben, die Reichswehr zu zerſetzen, und daß
Hitler als Zeuge unter Eid dementſprechend ausſagen werde. Der
Zeuge ſagte hierzu, die Frage ſtimme nicht, und ſchilderte in
län=
geren Ausführungen, daß Hitler tatſächlich erklärt habe, er ſei
mit den revolutionären Beſtrebungen in der Reichswehr nicht
einverſtanden geweſen. Damit war das Verhör Scheringers
ab=
geſchloſſen.
Der nationalſozialiſtiſche Landtagsabgeordnete Rechtsanwalt
Frank 2. betonte, daß Hitler eine Zerſetzung der Reichswehr
nicht notwendig habe, da, wie er bereits in ſeinem Leipziger
Plaidoyer ausgeführt habe, die Reichswehr ohnehin eine einzige
nationalſozialiſtiſche Zelle ſei. U. a. wurde auch ein Brief des
zur Zeit in Ungarn befindlichen angeblichen Gareis=Mörders
Otto Braun verleſen, worin er mitteilt, daß alle Bekundungen
Abels über ihn erlogen ſeien. Er habe Gareis niemals
ge=
ſehen und gar nicht gekannt.
Damit war die Samstagsverhandlung beendet. Am
Mon=
tag kommen noch zwei Zeugen zur Vernehmung, worauf die
Sachverſtändigen das Wort ergreifen.
Berichkigkes Wahlergebnis in Mecklenburg=Schwerin.
Schwerin, 11. Juni.
Der Wahlausſchuß für die Mecklenburg=Schwerinſche
Land=
tagswahl gab heute vormittag das endgültige amtliche
Ergeb=
nis der Wahlen vom 5. Juni bekannt. Danach haben die
Natio=
nalſozialiſten die abſolute Mehrheit im Landtag erhalten, da den
Kommuniſten am fünften Mandat 9 Stimmen fehlen. Die
Na=
tionalſozialiſten haben 76 Stimmen mehr erhalten, als ſie nötig
hatten. 30 nationalſozialiſtiſchen Mandaten ſtehen 29 Mandate
der übrigen Parteien gegenüber.
Ein Tertorbüro der KP9.?
CNB. Berlin, 11. Juni.
Der nationalſozialiſtiſche „Angriff” veröffentlicht in ſeiner
heutigen Ausgabe eine durch Fakſimile belegte Mitteilung,
der=
zufolge ſich im Karl=Liebknecht=Haus eine Zentrale befinden ſoll,
die angeblich Mordtaten, Ueberfälle und Saalſchlachten
ſyſte=
matiſch organiſiert und durchgeführt hat. Die Berliner politiſche
Polizei ſoll vom „Angriff” von den Tatſachen in Kenntnis geſetzt
geworden ſein. Das Blatt fordert von der Reichsregierung das
ſofortige Verbot der KPD., die Feſtnahme ihrer Führer
und die Einleitung einer Unterſuchung.
Eine Erklärung dr. Groeners.
CNB. Berlin, 11. Juni.
Reichsminiſter a. D. Dr. Groener hat an die Preſſe eine
Er=
klärung gerichtet, in der er ſich mit der von einem Teil der
Preſſe erhobenen Behauptung auseinanderſetzt, die vom
Ober=
reichsanwalt feſtgeſtellte Unmöglichkeit, auf Grund der
aufgefun=
denen Befehle der SA. über Grenzverteidigungsmaßnahmen ein
Landesverratsverfahren einzuleiten, habe der
Auflöſungsverord=
nung die Grundlage entzogen. Demgegenüber wird darauf
hin=
gewieſen, daß der Verbotsgrund nicht die Möglichkeit dieſes
Ver=
fahrens, ſondern die Gefahr für die Staatsautorität geweſen ſei,
wie das in der Begründung für die Auflöſung ausdrücklich
an=
gegeben worden war. Die Anzeige wegen Landesverrats ſei
ohne Beteiligung von Regierungsſtellen von den zuſtändigen
Po=
lizeibehörden erſtattet worden. Wenn in dem
Einſtellungs=
beſcheid des Oberreichsanwalts das Fehlen der Vorausſetzungen
des § 89 BGB. feſtgeſtellt werde, der nur während des Krieges
in ſolchen Fällen wirkſam werde, ſo ändere das an der
Beur=
teilung der Handlungsweiſe der Täter nichts, wenn eine
Hand=
lung ſtrafrechtlich nicht erfaßt werden könne.
Macdonald in Paris.
TU. Paris, 11. Juni.
Miniſterpräſident Macdonald iſt Samstag nachmittag in
Be=
gleitung des Außenminiſters Simon in Paris eingetroffen. Zu
ſeinem Empfang hatten ſich u. a. Miniſterpräſident Herriot und
der engliſche Botſchafter eingefunden. Vom Publikum herzlich
be=
grüßt, beſtiegen die britiſchen Gäſte ſofort den Kraftwagen, um
ſich zur engliſchen Botſchaft zu begeben. Am Abend findet ein
Feſteſſen am Quai d’Orſay ſtatt. An das Eſſen ſchließt ſich die
erſte politiſche Ausſprache an.
Der engliſche Außenminiſter hat dem Vertreter des „Temps”
eine kurze Erklärung abgegeben, daß die vorbereitenden
engliſch=
franzöſiſchen Miniſterbeſprechungen ſeiner Meinung nach unter
den günſtigſten Umſtänden aufgenommen würden.
Ausländiſche Bankguthaben in Chile beſchlagnahmk.
Landesuniverſikät geſtürmt.
TU. New York, 11. Juni.
Wie aus Santiago de Chile berichtet wird, hat die Junta
entgegen den Erwartungen begonnen, alle Bankguthaben der
Ausländer zu beſchlagnahmen, gegen Bezahlung von 16½ Chile=
Peſos für einen amerikaniſchen Dollar gegenüber einem
Kurs=
ſtand von 55 Peſos auf der ſchwarzen Börſe. Ferner hat die
Junta alle Goldvorräte der einheimiſchen und fremden Bankea
beſchlagnahmt. Der Finanzminiſter erklärte, daß die
Goldher=
gabe nötigenfalls mit Gewalt erzwungen werden würde.
Kommuniſtiſche Studenten haben die Landesuniverſität
ge=
ſtürmt und verlangen die Teilnahme an der Regierung.
Die Wahlen in Neuſüdwales.
EP. Sidney, 11. Juni.
Die Neuwahlen in Südwales brachten der Arbeiterpartei, die
von dem kürzlich abgeſetzten Miniſterpräſidenten Lang geführt
wird, eine ſchwere Niederlage. Die vereinigten Rechtsparteien
haben bisher 64 Sitze errungen, während es die Arbeiterpartei
bisher nur auf 20 Mandate brachte. Das Reſultat aus ſechs
Wahlkreiſen ſteht noch aus. Die Partei Langs hat nach den
bisherigen Berechnungen 35 Sitze verloren. Lang ſelbſt
wurde zwar wiedergewählt, aber fünf Mitglieder der früheren
ſozialiſtiſchen Regierung haben ihre Sitze verloren.
Aung und eine Anbetung der Könige vertreten iſt, uno
viſionärer Helligkeit aus dunkelfarbigem Grund
auf=
den Geſtalten des Ortenberger Altars mit ihren auf
rund goldfarben laſierten Gewändern — man ſcheue
n kurzen Weg von der „Unterkirche” zu dieſem welt=
An mittelrheiniſchen Altar des Landesmuſeums! —
be=
raglos Zuſammenhänge in der Freude an
wirkungs=
kontraſtierender Technik. Und man darf wohl an Mainz
Mittelpunkt dieſer frohen und hochgeſtimmten Malerei
— Die umfangreiche Gruppe des architektoniſchen Stils
ismalerei lernen wir auch kennen in einer kielbogen=
Aiten farbenprächtigen Madonna aus der Mitte des
rhunderts. — Der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts
ich ein die Scheiben einer Barbara=Katharina und einer
hung mit beachtenswerter radierter Landſchaft. — Mit
eibe eines aus rotem Grund in Blankglas mit
Schwarz=
eei ausgeſparten Biſchofs mit Stifterfigur im violetten
— die Scheibe wurde in begründeter Annahme eines
Wienhangs mit dem Babenhauſener Altar erworben —
wir uns der für die Glasmalerei ſo entſcheidenden
Andertwende.
Epoche der ſpätgotiſchen Glasmalerei gilt allgemein als
rfallszeit. Solche negative Kritik trifft das Richtige vor
rken jener Glasmaler, welche die muſiviſche Technik mit
der Maſſe gefärbten Hüttengläſern aufgeben und
aus=
c zum Pinſel und zur Palette der Emailfarben greifen.
leiſt nüchternen Renaiſſance=Allegorien, ihre ſchon
aka=
gemalten Hiſtorien ſtehen in der Tat im grellen
Wider=
zu der irrationalen Optik des durchſtrahlenden Lichts.
e Glasmalereien eines H. Wild im Ulmer Münſter, der
ler Annäherung an die gleichzeitig realiſtiſche
Tafel=
doch der alten muſiviſchen Technik treu bleibt, gehören
dichten ornamentalen Pracht zu den edelſten Schöpfungen
r Kunſt. Und die Scheibenfragmente von 3 Engeln eines
Gerichts aus der Friedberger Stadtkirche (um 1500)
ſich meſſen mit den Ulmer Scheiben. Der Berichterſtatter
Eichten Herzens die Verantwortung ſolcher Wertung.
Sendboten Gottes, ſtrahlend in der Reinheit weißer
der auf blau=damasziertem, goldbeſterntem Grund
ſchwe=
himmliſchen Licht.
„Wir bringen ein erſtes Grüßen
Durch Finſterniſſe getragen;
Wir haben auf unſeren Federn
Ein erſtes Hauchen von Glück.”
or den Baldung=Grien=Scheiben ſtehen wir diesſeits
leits der Grenze mittelalterlicher Glasmalerei. Die
Stifterbilder eines Ritters und einer Frau auf blau=
damas=
ziertem, von herrlich goldgelben Spruchbändern durchzogenem
Grund ſind in der flächigen Anlage von Farbe und Form noch
eine wahre Augenweide. Doch die große Scheibe des St. Georg
vermag uns als Glasgemälde nicht mehr anzuſprechen. —
End=
lich wollen wir nicht überſehen die Scheibe mit St. Benedikt,
St. Barbara, einem Stifter und dem Wappen von Cleve—Jülich——
Berg, eine gerade in ihrer Beſchränkung auf wenige Farben
koloriſtiſch ſehr reizvolle Glasmalerei, die aus der einſtigen
Sammlung des Rheingauer Freiherrn von Zwierlein, auch
einem Sammler der Romantik, ſtammt.
Der herrliche Baum der kirchlichen Glasmalerei des
Mittel=
alters hat noch einen ſpäten Sproß hervorgetrieben: die
Kabinettglasmalerei, die in der Ausſtellung mit Proben
aller=
erſten Ranges vertreten iſt. Zur intimen Betrachtung verlocken
die drei über den Baldung=Scheiben ſchwebenden Rundſcheiben:
zwei Wappen= und eine Petrusſcheibe, koloriſtiſch ebenbürtig
den kirchlichen Glasmalereien der Blütezeit, zeichneriſch von einer
unübertrefflichen Vollendung, daß ſich einem der Name „Dürer”
auf die Lippen drängt. Zahlreiche Kabinettſcheiben liegen teils
in einer Vitrine der „Unterkirche”, teils zieren ſie die Fenſter
der trauten altdeutſchen Stuben des Obergeſchoſſes. Nicht
über=
ſehen ſollte man im Eppanzimmer die noch rechteckige
mittel=
rheiniſche Scheibe einer Himmelfahrt um 1400, ein ſehr frühes
Beiſpiel einer handwerklich ungewöhnlich feinen Schwarzloi=
und Silbergelbmalerei. Der Feinſchmecker wird ſich aber nicht
ſatt ſehen können an der Farbenglut, der gedrängten
zeich=
neriſchen Fülle jener Schweizer und oberrheiniſcher
Wappen=
ſcheiben, die bereits im Jahre 1819 als koſtbarer Schatz ins
Landesmuſeum kamen.
Mögen denn die Sommermonate verlocken zum
Nieder=
ſteigen in die erquickende Kühle der „Unterkirche” des
Landes=
muſeums und zum beglückenden Schauen ihrer farbigen Pracht.
„adamas und amatiste
diu aventiure uns wizzen lat
thopazie und granat
crisolte und rubbine
sus waren diu Fenster riche."
(Wolfram von Eschenbach.)
Dr. E. Zeh.
Charakkerkundlicher Lehrgang in Stockheim.
EPH. Dekan Schäfer=Michelſtadt und Schulrat Gerbig=
Erbach luden zu einem zweitägigen Kurſus nach Stockheim
bei Michelſtadt ein, der unter ſtarker Beteiligung am 7. und
8. Juni ſtattfand. Lehrer, Pfarrer, Fürſorger und ſonſt
Inter=
eſſierte waren dem Ruf gefolgt. Sprach doch der bekannie
Individualpſychologe Dr. Fritz Künkel über ein praktiſch ſo.
bedeutſames Thema: Die Arbeit am Charakter als Aufgabe der
Gegenwart. — Das Unterthema zu Anfang lautete:
Grund=
begriffe. Dazu gehört vor allem der Begriff „
Wirhaftig=
keit”, Grundfehler unſerer bisherigen Erziehung iſt, daß wir
verſäumen, unſere Kinder zur Gemeinſchaft, zum „Wir” und
zur Hingabe an das Wir zu erziehen. Dadurch geraten die
Kinder ſchon früh — vom 2. bis 5. Jahr ſpielt ſich das ab —
in eine „ichhafte” Haltung. Sie verſchließen ſich dann vor dem
Mitmenſchen, nehmen eine feindliche Haltung gewiſſen
Auf=
gaben des Lebens gegenüber ein, die dann zu einem ſtarren
Geſetz wird und oft das ganze Leben hindurch unbewußt ſie
beherrſcht. Ein ſolcher Menſch iſt dann unfähig, ſeine
Auf=
gaben im Beruf und in der Ehe ſachlich zu erfüllen. Er wiro
anderen und ſich ſelber zur Qual. Iſt er etwa in ſeiner
Kind=
heit verwöhnt worden, ſo daß ihm eine „Tante Pauline” alle
Schwierigkeiten aus dem Weg nahm, ſo wird er auch im ſpäteren”
Leben ſich ſo einſtellen, als ob eine „Tante Pauline” ihm helfen
müßte. Er wird zum Beiſpiel vor dem Examen verſagen;
oder er wird ſein Verlöbnis auflöſen, weil er ja von Kindheit
an trainiert hat, Entſcheidungen aus dem Weg zu gehen. Er
weiß das nicht. Im Gegenteil, er wird behaupten, er ſehne
ſich nach der Ehe, aber . . . und nun folgen allerlei Gründe.
Das wirkliche „aber” iſt, daß er ichhaft daß er nicht zum
„Wir” hin erzogen und darum nicht zur Hingabe imſtande iſt,
wie ſie die Ehe nun einmal fordert. — Der zweite Tag brachte
als erſten Vortrag: Charaktertypen. Anſchaulich wurde
dargeſtellt, wie Verweichlichung und Verhärtung den Menſchen
in die Ichhaftigkeit ſtellt. Daraus entſtehen die verſchiedenen
ſeeliſchen Störungen von der Schrulle an bis zur
Verwahr=
loſung und zur ſchweren Neuroſe. Es kann zwar die
Ichhaftig=
keit in dieſer Zeit nicht vermieden werden. Aber Aufgabe des
Erziehers iſt es, den Uebergang zu ihr möglichſt
hinaus=
zuſchieben und ihn für das Kind möglichſt milde Formen
an=
nehmen zu laſſen. Gar leicht wird ſonſt die Produktivität eines
Kindes gehemmt. Grundprinzip aller Erziehung ſollte darum
heißen: Mut machen! — Der letzte Vortrag behandelte:
Charakterkriſen in Theorie und Praxis! Die
Ichhaftigkeit führt notwendig zum Zuſammenbruch, denn ſie iſt
lebenswidrig. Keiner kann als Robinſon in der Einſamkeit
wohnen. Dieſe Kriſe, dieſe Erſchütterung in die rechten Bahnen
zu lenken, daß ſie nicht zur Vernichtung, ſondern zur
För=
derung der Lebensfähigkeit und =tüchtigkeit führt, iſt Aufgabe
der Seelenführung, die nicht bloß die Fachleute, ſondern jeden
Erzieher, alle Eltern, angeht.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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[ ← ][ ][ → ]ſonntag, 12. Juni 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 162 — Seite 5
Aus der Landeshaupkfkadk.
Darmſtadt, den 12. Juni 1932.
Forderungen des Handwerks an die neue Regierung.
fffnung der Kunſtausſtellung im Gewerbemuſeum
Keine Anſtände an der Finanzgebarung der Kammer. — Klate Skellungnahme der Kammermitglieder
Der Reichsverband Bildender Künſtler. Gau Heſſen, eröffnete
zu ſtatk umſtrikkenen Fragen.
rn morgen in den Räumen des ehemaligen Gewerbemuſeums
33 Wk
vieien 9
Deier RiK
3 er Neckarſtraße, eine Ausſtellung, die von zahlreichen Mitglie=
3 des Verbandes beſchickt worden iſt und über 200 Werke ent=
—Eingangs hielt Herr Dr. Daniel Greiner, Jugenheim,
kurze Anſprache, in der er Herrn Oberregierungsrat Dr.
rich den Dank des Verbandes an das Kultusminiſterium für
z Ueberlaſſung der Ausſtellungsräume ausſprach und dem
Ver=
zr des Landeskirchenamts, Herrn Vizepräſidenten Dr. Dahlem,
ſein Erſcheinen dankte. Ueber die Abſicht der Ausſtellung
te Herr Dr. Greiner dann ungefähr folgendes aus: Im
d nſatz zu der Ausſtellung der Darmſtädter Gruppe auf der
A hildenhöhe habe dieſe Ausſtellung kein beſtimmtes Thema und
3 und ſei — was beſonders betont werden müſſe — keiner Jury
rworfen worden. Der Vorzug einer ſolchen juryfreien Aus=
Hung ſei, daß die Künſtler, ſtatt ſich an Theorien und herrſchende
S nungen zu halten, ganz den Richtlinien ihres eigenen Weſens
Hiinkönnten. Es ſei zu hoffen, daß ſie ſo am eheſten die Verbin=
4y mit dem Leben in ihrem Schaffen herſtellen könnten und.
Lart vour lart zu treiben, ſich mit der Not, aber auch mit
aufſtrebenden Kräften der Zeit auseinanderſetzten. Das große
Alikum draußen würde dann wieder im Künſtler den Sprecher
Allgemeinheit erkennen. Dr. Greiner ſchloß mit dem Wunſch,
die Ausſtellung auf das Publikum und für die Künſtler in
Dr Richtung wirken möge!
Einen Bericht über die Ausſtellung laſſen wir in Kürze
in.
— Starker Beſuch der Merck=Goethe=Ausſtellung. Die
Merck=
he=Ausſtellung gewinnt langſam die Gunſt der Darmſtädter.
der letzten Woche nahm die Beſucherzahl ganz auffällig zu.
erſter Linie iſt dies wohl auf den gediegenen Inhalt der
Atellung und auf den billigen Eintrittspreis zurückzuführen.
In aber wird der Grund wohl auch darin zu ſuchen ſein, daß
tarchivar, Dr. A. Müller in ſelbſtloſer Weiſe jede
ſte Gruppe eingehend durch die Ausſtellung führt. Am
ver=
ſenen Donnerstag fand die erſte öffentliche Führung durch
Müller ſtatt. Annähernd 40 Perſonen waren der
Aufforde=
gefolgt. Dieſer Erfolg hat die Leitung ermutigt, für
Diens=
den 14. Juni, nachmittags 15.30 Uhr, eine weitere Führung
ſetzen.
— Sommer=Ausſtellung Mathildenhöhe 1932. Das diesjäh=
Sommer=Ausſtellungsprogramm der „Darmſtädter Gruppe‟
chte ſchon zu Anfang beim kunſinnigen Darmſtädter Publi=
1 das größte Intereſſe. Die Porträts der „Zwölf Maler malen
Frau” werden ſcharf kritiſiert und löſen lebhafte Debatten
Als beſonders erfreuliches Zeichen unſerer Zeit gilt die
frage, es wurde ſchon am erſten Tag eine Plaſtik verkauft,
zwei weitere Verkäufe. Oelgemälde von Adolf Bode=Offen=
1 ſtehen kurz vor dem Abſchluß. Die Ausſtellung iſt täglich
1 10 bis 18 Uhr geöffnet,
Vortragsgemeinſchaft techniſch=wiſſenſchaftlicher Vereine.
Einladung Seiner Magnifizenz des Herrn Rektors der
Tech=
en Hochſchule werden die Mitglieder zu dem am Montag,
13. Juni, im Saal 326 der Techniſchen Hochſchule
ſtattfin=
en Vortrag des Herrn Reichsbahndirektionspräſidenten
Lochte=Mainz über. „Die gegenwärtige Lage der Reichsbahn”
Lichtbildern eingeladen. (Siehe Anzeige.)
Heſſiſche Kommunale Gasfernverſorgung (Hekoga) Darm=
Am 10. d. M. fand in Darmſtadt eine Aufichtsratsſitzung
die diesjährige ordentliche Generalverſammlung der Hekoga
Der Aufſichtsrat beauftragte den Vorſtand, mit Nachdruck
uf hinzuwirken, daß mit dem Bau der Gasfernleitung
be=
een werden kann. Die Generalverſammlung hat den
Anträ=
des Aufſichtsrats entſprechend die Regularien genehmigt und
bekannten, auf Auflöſung der Hekoga gerichteten Anträge
ab=
mt.
— Die Bauausſtellung der Architekten Markwort u. Seibert
uſer zu feſten Preiſen” hat ſolch ſtarkes Intereſſe und An=
1g bei Bauluſtigen gefunden, daß ſich die Architekten
veran=
ſehen, die Ausſtellung weiterhin in ihren Atelierräumen,
noſtraße 8, den Bauintereſſenten zur Beſichtigung freizu=
9n. Ein Beſuch, der unverbindlich und unentgeltlich iſt, kann
empfohlen werden. (Siehe Anzeige.)
Deutſcher Rentnerbund, Ortsgruppe Darmſtadt Dienstag,
14. Juni, nachmittags, findet im Kaiſerſaal, Grafenſtraße,
re Monats=Verſammlung ſtatt. Alle Mitglieder und Freunde
eingeladen. Es finden wichtige Beſprechungen wegen der
orge ſtatt. Eintritt frei. (Vergleiche Anzeige.)
Die Auszahlung der laufenden Zuſatzrenten für nicht im
erbsleben ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte, Kriegshinterblie=
Altrentner und Altrentnerinnen erfolgt am Mittwoch, den
3. M., vormittags von 8 bis 12 Uhr, durch die Stadtkaſſe.
Orpheum. Joachim Ringelnatz, der urkomiſche, der König
Bohemiens verabſchiedet ſich heute als Hans Pepper in ſei=
Seemannsballade „Die Flaſche” vom Darmſtädter Publikum.
gelten die kleinen Preiſe. (Siehe Anzeige.)
Heſſiſches Landestheater.
Ermäßigte Preiſe 0.50—4 Mk. itag, 13. Juni 19½. Ende gegen 2234 Uhr. Außer Miete.
Im weißen Nößl. Ermäßigte Pr. 0.50—4 Mk. istag, 14. Junt
20, Ende gegen 22½ Uhr. 4 24 u. Dſt. Volks=
bühne M. (6. Vſt.) Gr. 1 bis IV. Wetter für
morgen: veränderlich! Preiſe 0.60—4. 80 Mk.
Sonntag, 12. Juni: Bad=Nauheim „Fphigenie anf Tauris”.
Heſſiſches Landestheater. Heute, Sonntag, zum letzten Male
ie luſtige Witwe” von Franz Lehar. Die Preiſe ſind
bgeſetzt. Leitung: Fritz Bohne. — Das „Weiße Rößl”
d wiederholt: Montag, den 13. Juni, Donnerstag, den 16. Juni,
Samstag, den 18. Juni. Inſzenierung: Hans Strohbach,
menbilder und Koſtüme: F. K. Delavilla. Tänze: Hans Macke.
Dienstag, den 14 und Freitag, den 17. Juni; Wiederholungen
großen Komödienerfolges. Wetter für morgen:
Haenel—
wpel. Die Katalonbe celil. Die Belien Breſe
eibt über die Darbietungen dieſes berühmten Kabaretts
Ber=
r Bühnenkünſtler: „Großer Erfolg in der Katakombe. Dieſer
nd war ein Feſt. Ein Feſt, von dem alle Freunde des
Ka=
etts ſeit langem träumen. Auf einmal war es da und alle riß
mit” (Börſenzeitung). Leitung und Anſage: „Werner Fink.
ine Eintrittspreiſe.
41. Vollverſammlung
der Hefſiſchen Handwerkskammer.
Am Freitag, dem 10. Juni 1932. fand unter Leitung des
ſtellv. Vorſitzenden, Bauunternehmer Becker=Gießen, die 41.
Vollverſammlung der Heſſiſchen Handwerkskammer zu Darmſtadt
ſtatt. Der Verſammlung lagen, wie alljährlich, der umfangreiche
Verwaltungsbericht der Kammer, die Tätigkeitsberichte der
Nebenſtellen, der Gewerbeförderungs= und
Betriebsberatungs=
ſtelle, ſowie des Beauftragten vor. Außerdem war eine große
Zahl von Anträgen ſeitens der Kammermitglieder eingegangen.
Im erſten Teil der Tagesordnung gelangten die mit dem
Geſellenausſchuß gemeinſchaftlich zu behandelnden
Angelegenhei=
ten — u. a Lehrlingsſachen — zur Beratung und Beſchlußfaſſung.
Darauf wurden die Verwaltungsangelegenheiten erledigt
und auch der Voranſchlag feſtgeſtellt. Herr Direktor Schüttler
deſſen Amtsperiode abgelaufen war, wurde einſtimmig auf
Lebenszeit wiedergewählt und ihm das Vertrauen und der Dank
der Kammer ausgeſprochen.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen ſtand ein Bericht den
Kammermitglied Becker=Offenbach im Auftrag des Ausſchuſſes
zur Nachprüfung der Kreditwirtſchaft der
Kam=
mer erſtattete. Eingehend referierte er über die geſamte
Tätig=
keit der Kammer auf dem Gebiete der Kreditvermittlung an das
Handwerk, u. a. auch über die Behandlung der „Weſthilfe” und
den Rhein=Ruhr=Fonds”, die bekanntlich in letzter Zeit zu
ſtärk=
ſten Angriffen gegen die Kammer geführt haben. Der
Bericht=
erſtatter gab ein klares Bild von den eingehenden Feſtſtellungen
über die wirkliche Sachlage und wies darauf hin, daß die
um=
fangreichen Kreditaktionen, vermittels derer dem heſſiſchen
Hand=
werk mehrere Millionen Reichsmark Kredit zugeführt wurden,
nur aus der damals herrſchenden Auffaſſung (1924—1928) heraus
beurteilt werden dürfen. Der ſehr ſachliche Bericht ſchaffte
reſt=
loſe Klarheit, u. a. auch darüber, daß Fahrläſſigkeiten
oder dergleichen in der Behandlung der Dinge
nicht vorgekommen ſind. Vorliegende Anträge auf
noch=
malige Einſetzung einer unparteiiſchen Unterſuchungskommiſſion
wurden damit hinfällig. Anträge, wonach die Beziehungen mit
dem Bezirksverband Groß=Gerau ſofort wieder aufgenommen
werden ſollen, verfielen der Ablehnung, bzw. wurden
zurückge=
nommen. Im Zuſammenhang hiermit wurde auch über einige
in der letzten Zeit erſchienene Artikel geſprochen. Die von einer
Seite verbreitete Behauptung, wonach die Handwerker=
Zentral=
genoſſenſchaft Wechſel „platzen” laſſe, konnte an Hand von
ſchrift=
lichen Erklärungen der beteiligten Banken als unwahr feſtgeſtellt
werden. Nachdrücklich wurde der Wille zur vertrauenswürdigen
und einmütigen Zuſammenarbeit bekundet.
Aquarien- und Terrarien=Ausſtellung.
Die von dem Verein für Aquarien= und
Terra=
rienausſtellung „Hottonia” e. V. Darmſtadt
beab=
ſichtigte 14tägige Aquarien= und Terrarienausſtellung wird
nun=
mehr am Sonntag, dem 19. Juni 1932, beginnen. Wie bereits
mitgeteilt, wird die Ausſtellung, die auf der Freilandanlage des
Vereins nächſt dem Botaniſchen Garten gegenüber dem
Juden=
teich ſtattfindet, eine Ueberſicht über den heutigen Stand der
immer weitere Kreiſe erfaſſenden Aquarien= und
Terrarienlieb=
haberei bieten. Alligatoren und Rieſenfröſche elegante
Segel=
floſſer und farbenprächtige Schwertträger, fremdländiſche
Eidech=
ſen und Schildkröten, die zarte Seenelke und der vielſtachelige
Seeigel, dies iſt die Welt des Aquarianers oder Terrarianers,
die mit ihren Amphibien, Rentilien und Lurchen vor den Augen
des Beſuchers erſtehen ſoll. Auf die Ausſtellung wird auch noch
durch beſondere Anzeige, ſowie Plakate hingewieſen werden.
Spendet heute am
=Rotkreuziag:
für die Kriegsbeſchädigten und =Hinterbliebenen.
— Petruskirche. Mit Ausnahme der Abendmahlsſonntage
wird der Beſſunger Praecgentor jetzt wieder regelmäßig die
be=
liebten Pianiſſimo poſſibila=Vorträge von 9.15 bis 9.40 Uhr
ab=
halten. Heute, am 12. Juni, kommt zum Vortrag: 1. Trio (
ur=
ſprünglich für 3 4=Klarinetten) zum Choral „Ein reines Herz,
Gott ſchaff in mir” (Geſangbuch Nr. 249), komp. v. S.
Raun=
beimer, 2. Cis=Moll=Tripelfuge aus dem 1. Teil des wohltemp.
Klaviers von Bach, bearbeitet von Reger.
— Findigkeitsprüfung im Speſſart. Der Bayeriſche
Auto=
mobil=Club. Ortsgruppe Aſchaffenburg, hatte am Sonntag zu
einer Findigkeitsprüfung in den Speſſart aufgefordert. In aller
Frühe. Sonntagsruhe lag noch über Aſchaffenburg, verſammelten
ſich die Teilnehmer mit ihern 46 Fahrzeugen, unter ihnen die
14 Wagen des Heſſiſchen Automobil=Clubs, Darmſtadt, der als
einziger Darmſtädter Automobil=Club an der Fahrt teilnahm.
Einen guten Tag hatte der Heſſiſche Automobil=Club. Darmſtadt,
denn es war ihm nicht nur gelungen, den Clubpreis mit faſt der
doppelten Anzahl von Gutpunkten (516) vor dem nächſtfolgenden
(264) zu gewinnen, ſondern es fielen auch an ſeine einzelnen
teilnehmenden Mitlieder von 12 Preiſen nicht weniger als acht
Stück. Es iſt nur zu wünſchen, daß dieſer Club, der ſchon ſeit
faſt drei Jahrzehnten den Darmſtädter Automobilſport vertritt,
weiterhin Lorbeeren erringen wird. Das äußere Zeichen des
Sieges, eine kriſtallene Bowle, iſt auf wenige Tage im
Schau=
fenſter des Herrn Juweliers Robert Müller, Wilhelminenſtraße
(Ecke Luiſenplatz) ausgeſtellt.
— Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der
Haus=
arzt zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am
Sonntag, dem 12. Juni 1932, folgende Aerzte zu deſſen
Vertre=
tung bereit; Herr Dr. med. Buchhold, Alicenſtraße 19½,
Telephon 3208; Herr Dr. med. Hammer, Karlsſtraße 95,
Tele=
phon 632; Herr Dr. med. Schiffer Theaterplatz 2, Tel. 1403,
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 12. bis 18. Juni: die
Merckſche Apotheke, Rheinſtraße 9, und die Beſſunger Apotheke,
Wittmannſtraße 1.
Nach Erledigung weitere Anträge die insbeſondere
Wirt=
ſchafts=, Steuer= und Berufsfragen betrafen, konnte der
Vor=
ſitzende die Verſammlung ſchließen, die eine klare Stellungnahme
der Kammermitglieder zu den verſchiedenen in letzter Zeit ſtark
umſtrittenen Fragen erbrachte. Im Laufe der Verhandlungen
fand folgende.
Entſchließung
Annahme: Die Vollverſammlung der Heſſiſchen Handwerkskammer
zu Darmſtadt, in ſchickſalsſchwerer Stunde verſammelt, erhebt an
alle verantwortlichen Stellen in Reich und Land den dringenden
Mahnruf, der außerordentlichen phyſiſchen und ſeeliſchen Not des
Handwerks an Stelle mannigfaltiger wohlwollender Erklärungen
endlich durch Taten abzuhelfen.
Grundlegende Vorausſetzung einer wirklichen Beſſerung der
wirtſchaftlichen Lage des Handwerks iſt aber die Abkehr von der
Wirtſchaftspolitik der letzten Jahrzehnte, die in dem Beſtreben,
privatwirtſchaftliche Freiheit mit weitgehender ſtaatsſozialiſtiſcher
Betätigung und ſtaatlicher Fürſorge zu vereinen, die
Lebens=
intereſſen des gewerblichen Mittelſtandes übergangen hat. Trotz
aller wiederholten dringenden Vorſtellungen ſind die berechtigten
beſonderen Forderungen des Handwerks noch kaum berückſichtigt;
noch immer wartet der Berufsſtand, daß durchgreifende
Maßnahmen gegen die Schwarzarbeit ergriffen
wer=
den, bei der öffentlichen Vergebung das ungeſunde
Submiſſions=
weſen ausgeſchaltet und der Unternehmer als ebenbürtiger
Ver=
tragspartner gewürdigt und behandelt wird. Abbau der
öffent=
lichen Regiebetriebe und durchgreifende Unterbindung der
gewerbeſchädlichen Auswüchſe einer heute ungeſunden,
ſchranken=
loſen Gewerbefreiheit weniger Großunternehmen, wie
Waren=
häuſer. Einheitspreisgeſchäfte und Konſumpereine, iſt ein Gebot
der Stunde. In der ſich anbahnenden Umbildung der deutſchen
Wirtſchaft gebührt dem Handwerk aus ſtaats= und
wirtſchafts=
politiſchen Gründen beſondere Förderung auch in der
Kreditver=
ſorgung. Berufsſtändiſche Selbſtverantwortung und
Selbſtver=
waltung ſind durch eine umfaſſende Geſetzgebung beſchleunigt
ſicherzuſtellen. Sofort notwendig iſt eine Erleichterung der
drückenden ſozialen und ſteuerlichen Laſten und die Schaffung
eines umfaſſenden öffentlichen Arbeitsbeſchaffungsprogramms, in
dem das Handwerk entſprechend der beſonderen Bedeutung, die
ihm als kriſenfeſter und menſchenbeſchäftigender Stand zukommt,
gebührend berückſichtigt wird. Dazu iſt aber auch endlich eine
Vertretung des Handwerks im Reichskabinett erforderlich. Umn
der Schwarzarbeit endlich erfolgreich Einhalt bieten zu können,
iſt der große Befähigungsnachweis geſetzlich einzuführen.
Nicht Unterſtützung, ſondern Arbeit will das Handwerk.
Er=
folgt nicht ſehr raſch eine grundlegende Wandlung der deutſchen
Wirtſchaftspolitik in ihrem Verhältnis zum Handwerk und
Ge=
werbe, ſo wird es zu ſpät ſein, um den Untergang des Handwerks
noch aufhalten zu können.
* 60. Skiflungsfeſt des Corps „Rhenanig”.
Das Corps Rhenania, eine mit Darmſtadt eng verbundene
ſtudentiſche Korporation, feiert ſein 60. Stiftungsfeſt. Der
offi=
zielle Feſtkommers in der Loge (Sandſtraße) hatte zahlreiche
In=
aktive und Aktive zu frohem Tun zuſammengeführt. Der
Erſt=
chargierte Simons hieß alle Gäſte, insbeſondere S.
Magni=
fizenz den Rektor der Techniſchen Hochſchule, die Vertreter der
be=
freundeten Korporationen des Weinheimer und Cöſener S.C.,
herzlich willkommen.
Regierungsbaumeiſter Dr.=Ing. e. h. Bulenſky hielt eine
markige Rede auf unſer Vaterland. Er gedachte der im Weltkrieg
gefallenen Corpsbrüder und ſtreifte dann die heutige Lage. Unſere
Jugend wirke heute in zu weitem Maße mitbeſtimmend in der
Politik. Die Corpserziehung ſtehe allein im Dienſte des
Vater=
landes, durch ſie ſollen Perſönlichkeiten herangebildet werden, die
mithelfen zum Wiederaufſtieg, denn Deutſchland ſei und bleibe das
Höchſte, Mit Begeiſterung wurde das Lied der Deutſchen geſungen.
S. Magnifizenz Prof. Reuleaux knüpfte an die
Ausfüh=
rungen ſeines Vorredners an. Er betonte die Schwierigkeiten, die
ein Student gerade heute zu überwinden hat. Niemals werde
ſich aber ein echter deutſcher Student unterkriegen laſſen.
Das Corps Rhenania das heute ſein 60. Jubiläum feiere,
werde auch in der Zukunft immer fortbeſtehen in Darmſtadt.
Mit der übermäßigen Anbetung der Jugend könne man nicht
ein=
verſtanden ſein. Es gelte, tüchtige, brauchbare Männer, für
Deutſchland zu erziehen, und das ſei das oberſte Ziel der
Corps=
erziehung.
Oberregierungsrat Arzt hielt eine Anſprache auf das Corps
im Anſchluß an das Rhenanenlied und im Namen der Alten
Herren. Er gedachte ſchöner, im Corps verlebter Stunden und
gab ſeiner Freude über das Wachſen, Blühen und Gedeihen ſeiner
geliebten Korporation Ausdruck.
Nach weiteren Anſprachen von Vertretern befreundeter
Korpo=
rationen wurde mit dem „Landesvater” der offizielle Feſtkommers
abgeſchloſſen. — Obermuſikmeiſter. Weber hatte mit ſeiner
Kapelle den muſikaliſchen Teil und die Begleitung der
Studenten=
lieder übernommen.
Heute finden interne Feſtveranſtaltungen, am Montag, als
Abſchluß, ein Ausflug nach Weinheim ſtatt.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Der junge Darmſtädter
Geiger Cyrill Kopatſchka konnte mit zwei Konzerten in
Berlin und Hannover neue Anerkennung und Erfolg ernten. Der
„Berliner Weſten‟: Der Geiger Cyrill Kopatſchka zeigte
ſich als Geiger von Format, ſeiner Zukunft ſicher. — „Deutſche
Allgem. Zeitung”: ... Sein Spiel zeichnet ſich vor allem
durch Lebendigkeit, Schwung und Exaktheit aus. — „Signale”=
Berlin: C. K., ein echtes Geigentalent von hoher Muſikalität,
Griff= und Bogentechnik ſind in beſter Ordnung. Eine große
Spielfreudigkeit beſtimmt den temperament= und ſchwungvollen,
von einem geſunden muſikaliſchen Inſtinkt gelenkten, darum jeder
Maßloſigkeit aus dem Wege gehenden Vortrag. — „Das
Or=
cheſter”, Berlin: Die Selbſicherheit ſeines Auftretens wird
durch ſeine Leiſtungen vollauf gerechtfertigt. Sein Spiel zeugt
von techniſcher Zuverläſſigkeit und geiſtiger Durchdringung der
Werke. Ueber ſeine künſtleriſche Zukunft beſtehen angeſichts ſeiner
ernſten Kunſtauffaſſung keine Zweifel. — „Tageblatt”,
Hannover: C. K. zeigte eine glänzende, vollendete Virtuoſität.
einen blühenden, warmen Ton, ſowie eine äußerſt elegante,
ge=
ſchmeidige Bogenführung.
— Evang. Männervereinigung der Petrusgemeinde
Darm=
ſtadt=Beſſungen. Wir möchten nochmals herzlich auf unſere
bei=
den bevorſtehenden Veranſtaltungen hinweiſen und herzlichſt dazu
einladen: Dienstag, 14 Juni, Monatsverſammlung mit dem
Vortrag von Pfarrer Köhler: Der Menſch ohne Gott” und
Sonntag, 19. Juni, Familienausflug mit Kirchen= und
Poſaunen=
chor nach Seeheim a. d. B. zum freundnachbarlichen Beſuch der
dortigen Gemeinde.
Barmstädter Flugturnier 12. Jaumi 15.30 Uhr
Flugplatz Mieder-Ramstädter Str
Eintritt: 25 Pfennige für Kinder und Erwerbslose
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Fesselballons — Fallschirmabsprünge — Bombenzielabwurf —
Ge-
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[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 162
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 12. Juni 1938
Kus
Zur Aufdeckung der Falſchgeldzenkrale
he
ſchen Wahlkampf.
in Huing.
Aus der Bahlkäkigkeit der Nakionalen Einheitsliſte.
Hofheim, 11. Juni. Geſtern abend hielt die Nationale
Ein=
heitsliſte eine gut beſuchte Wahlverſammlung ab, in der als
Red=
ner die Herren Greb=Mainz=Weiſenau und
Landesgeſchäfts=
führer Welkow=Darmſtadt ſprachen. Der erſtere
charakteri=
ſierte treffend die enttäuſchende Haltung der Nationalſozialiſten
im Heſſiſchen Landtag und überzeugte die Anweſenden davon, daß
dieſe Partei auch nicht im entfernteſten, trotz ihrer zahlenmäßigen
Stärke, das gehalten habe, was ihre Wähler, insbeſondere die
aus dem Bürgertum, von ihn erhofft hatten.
Landesgeſchäfts=
führer Welkow ſprach alsdann über die Notwendigkeit des
Zu=
ſammenſchluſſes und die Gefahr, die der neue Sozialismus von
rechts für Heſſen bedeutet. Er ſtreifte außerdem die Probleme
der Arbeitsloſigkeit als Weltkriſenerſcheinung. — In der
Diskuſ=
ſion ſprach ein Vertreter des Landvolkes, der den Zuſammenſchluß
begrüßte und darauf hinwies, daß die Männer, die in der
Ein=
heitsliſte zuſammengeſchloſſen ſind, ſchon national und gegen den
Marxismus waren, als ein großer Teil der jetzigen Nazis noch
Sozialdemokraten und Kommuniſten wählten. Die ſehr
befriedi=
gend verlaufene Verſammlung wurde mit einem eingehenden
Schlußwort des Herrn Welkow beendet.
Neu=Iſenburg, 11. Juni. Obwohl die NSDAP am gleichen
Abend einen Aufmarſch veranſtaltete war der Beſuch der
Ver=
ſammlung der Nationalen Einheitsliſte ſehr gut. Als Redner
waren gewonnen die Herren Schmiedemeiſter Nothnagel=
Griesheim und Pfarrer Veidt=Frankfurt a. M. Herr
Noth=
nagel ſprach über Zweck und Ziel der Einheitsliſte, die Art ihres
Zuſammenkommens, und beleuchtete vor allem auch die
Kandi=
daten dieſer Liſte, die durchweg als Perſönlichkeiten anzuſprechen
ſeien und damit von vornherein als ſelbſtändig denkende Männer
ihre Eignung als Kandidat für den Heſſ. Landtag bewieſen. Er
un=
terſtrich die Notwendigkeit der Rückkehr zu einer beſonders
natio=
nalen Politik, ſprach ſich gegen Sozialiſierungstendenzen und für
Erhaltung der Privatwirtſchaft aus. Pfarrer Veidt betrachtete
in ſeinen Ausführungen die heſſiſchen Wahlen unter dem
Geſichts=
punkt der Reichspolitik und ſieht in ihnen einen wertvollen
Grad=
meſſer für die gegenwärtige Stimmung im deutſchen Volk. Er
ſieht in der immer mehr zunehmenden Radikaliſierung ungeheure
Gefahren für das geſamte Volk voraus und fordert, daß das
deutſche bzw. das heſſiſche Bürgertum in dieſer Zeit, wo alles zu
verſinken droht, die Nerven behalten und zuſammenrücken müſſe.
F Eberſtadt, 11 Juni. Wählerverſammlung der
Nationalen Einheftsliſte. In der am kommenden
Montag, dem 13. Juni, im Saale des Gaſthauſes „Zum
Darm=
ſtädter Hof” (Laun) ſtattfindenden Wählerverſammlung ſprechen
zur Heſſiſchen Landtagswahl/Oberſtudiendirektor Dr. Karl
Wei=
ner =Offenbach (Staatspartei) und Schmiedemeiſter Wilbelm
Nothnagel=Griesheim (Volkspartei), Eintritt frei.
Chriſtlich=Sozialer Volksdienſt.
Wir machen noch einmal auf die am Montag abend im
Feier=
abend ſtattfindende Verſammlung aufmerkſam und verweiſen auf
die heutige Anzeige.
Deutſchnationale Volkspartei Darmſtadt.
Profeſſor v. Freytagh=Loringhoven, der bekannte
Rechtsgelehrte und Außenpolitiker der Deutſchnationalen
Volks=
partei, ſpricht heute Sonntag abend im Saalbau über „Nationale
Außenpolitik”, ein Thema, das am Vorabend der Lauſanner
Kon=
ferenz ſicher für jeden Deutſchen, dem die Belange unſeres
Vol=
kes über alles gehen, von höchſtem Intereſſe iſt. — Am gleichen
Abend ſpricht der Landtagskandidat der Partei, Herr Pfarrer
Schell=Worms über die Heſſenwahl unter Berückſichtigeng
der für unſer Volk unbedingt nötigen chriſtlichen Grundlagen
aller Zweige des Staates. — Näheres ſiehe die Anzeige im
Samstagsblatt.
Die Eiſerne Front
veranſtaltete geſtern abend in Darmſtadt, nach einem Umzug
durch verſchiedene Straßen, eine große Kundgebung auf dem
Paradeplatz, wo der Reichsbannerführer Höltermann ſprach.
Außer kleineren Reibereien, die ſich am Monument mit
National=
ſozialiſten ergaben, verlief die Demonſtration, an der etwa 7000
Perſonen teilnahmen, ohne erhebliche Zwiſchenfälle. — Am
Nach=
mittag hatten ſich zu der kommuniſtiſchen Kundgebung am kleinen
Marktplatz nur einige hundert Perſonen eingefunden. Hier
be=
ſchränkte ſich die Polizei aufs Zuhören.
* Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Union
„Prinz von Arkadien” — ein ſommerlich leichter Film von
einem abgedankten Fürſten — Willy Forſt — der nach vie=
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsquittung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechisverbindlichkeit.
M. in D. Wir halten die Berechnung für ſachlich richtig,
die in der „Neuen Heſſ. Haus= und Grundbeſitzer=Zeitung” Nr. 2
vom 15. Januar 1931 aufgemacht iſt. Im übrigen möchten wir
empfehlen, beim Städtiſchen Mieteinigungsamt darüber
Erkun=
digungen einzuziehen, ob dort eine grundſätzliche Entſcheidung
in der Frage der Berechnung ergangen iſt.
Abonnent hier. Unter den derzeitigen Verhältniſſen möchten
wir den genannten Betragt nicht für zu hoch halten.
267 K. Für laufende Inſtandſetzungskoſten 17 Prozent, für
große Inſtandſetzungskoſten 8 Prozent der Friedensmiete. .
R. C. 99. 1. Da eine Dienſtleiſtung gegen Entgelt nicht in
Frage ſteht, beſteht keine Verſicherungspflicht. 2. Sie finden über
alle dieſe Fragen Belehrung im Handwörterbuch der
Rechtswiſſen=
ſchaften von Stier=Somlo u. Elſter, 2. Band, unter „Geld= und
Währungsrecht”, S. 654 flgg. und in dem am Schluſſe
angezoge=
nen Schrifttum. Das Handwörterbuch können Sie bei der
Lan=
desbibliothek einſehen
L. hier. Die Kündigungsfriſt iſt ohne rechtliche Wirkung;
ſie konnte nur auf den Schluß des Monats Juni
ausge=
ſprochen werden.
Lofale Beranſtalkungen.
Aus Heſſen.
len Schwierigkeiten die geliebte Schauſpielerin — Liane Haid
— endlich doch zur Frau kriegt. Dieſe nicht mehr ganz neue
Ge=
ſchichte wird, von einigen Längen abgeſehen. mit recht witzigen,
netten und amüſanten Einfällen ausgeführt. Forſt iſt weniger
Fürſt als vielmehr glänzender Chanſonnier, worauf es ja auch
mehr ankommt, und Liane Haid iſt ihm eine pikante, reizvolle
Partnerin, ſo daß ein ebenſo ſpannendes wie vergnügliches
Zu=
ſammenſpiel zuſtande kommt. Sehr gut iſt die muſikaliſche
Unter=
malung, die an manchen Stellen über das Operettengenre
hinausgeht. — Dazu Micky=Maus zur Einleitung und die neue
+
Wochenſchau.
In den Helia=Lichtſpielen läuft nur noch heute und morgen
Leni Riefenſtahls, der bekannten Alpiniſtin, erſte Film=
Inſzenie=
rung „Das blaue Licht”, eine Filmlegende aus den Dolomiten.
Intereſſante Beifilme und die neueſte Emelka=Tonwoche.
Jugend=
liche haben Zutritt.
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen heute und folgende Tage in
einem Senſationsdoppelprogramm den zweiten und Schlußteil des
mit Spannung erwarteten Wildweſt=Tonfilms „Buffalo Bill, die
brennende Prärie‟. Vorher ſieht man den Senſationsfilm „Hilfe!
Polizei!” und das gute Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.
— Evangeliſche Stadtmiſſion Darmſtadt, Mühlſtraße 24. Am
Dienstag, dem 14. Juni, findet nachmittags um 4 Uhr eine
grö=
ßere Frauenverſammlung ſtatt, die von einer eingeborenen 2.
Liſ=
ſionarin der Evang. Mohammedanermiſſion aus Wiesbaden
ge=
halten wird. Die kleine, aber ſehr rührige Miſſionsgeſellſchaft,
die ſich früher Sudan=Pioniermiſſion nannte, verdient das
Inter=
eſſe und die Liebe aller Miſſionsfreunde. Die Rednerin dieſes
Nachmittags, Frl. Farradſch, wird aus ihrer Arbeit in
Nubien (Ober=Aegypten), wo die Suda=Pioniermiſſion eine Reihe
von Miſſionsſtationen unterhält berichten. Alle
Miſſionsfreun=
dinnen ſind herzlich eingeladen, der Eintritt iſt frei.
Verkehrsunfall. Geſtern früh, gegen 9 Uhr, wurde ein
ſtel=
lungsloſer Arbeiter vom Anhänger eines Lieferwagens angefahren
und eine Strecke geſchleift. Der Radfahrer trug außer inneren
Verletzungen ſolche an Kopf und Beinen davon, ſo daß er von
der Städt. Rettungswache nach dem Stadtkrankenhaus verbracht
werden mußte.
J. Griesheim, 11. Juni. Am Sonntag, den 12. Juni,
nach=
mittags, findet im „Rheingauer Hof” hier auf Veranlaſſung des
Obſt= und Gartenbau=Vereins ein Vortrag des Gartenbau=
Inſpek=
tors Dermer über Dünguggsfragen im Frühgartenbau ſtatt. Dem
Vortrag geht eine Beſichnigung eines Düngerverſuchs im Garten
des 1. Vorſitzenden, Herrn Lautenſchläger, in der Hofmannſtraße
voraus. — Die evanggliſche Kirchenregierung hat den
Pfarraſſi=
tenten Nies zum Pfarraſſiſtenten der Gemeinden Griesheim und
Arheilgen ernannt. Der neue Geiſtliche wird am Sonntag im
Vormittagsgottesdienſt durch Dekan Zimmermann ordiniert.
Seinen 80. Geburtstag begeht am Montag, den 13. Juni,
Herr Heinrich Fiſcher 4., Jahnſtraße 8, in ſeltener körperlicher
Friſche und Geſundheit.
Cp. Pfungſtadt, 11. Juni. Wieſenöffnung. Die
Wie=
ſen ſind in der hieſigen Gemarkung vom kommenden Montag ab
wieder geöffnet. — Heute SSamstag konnte der ehemalige
Zigar=
renmacher Chriſtoph CrHßmann ſeinen 75. Geburtstag
be=
gehen. — Der Kreisverband Darmſtadt des Verbandes
evange=
liſch=kirchlicher Frauenvereine veranſtaltet hier am Sonntag, den
26. Juni, ein Kreistreffen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 11. Juni. Rotkreuztag. Die
Frei=
willige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz führt am Sonntag aus
Anlaß des allgemeinen Rotkreuztages eine Straßen= und
Haus=
ſammlung durch, deren Extrag für die allgemeine
Wohlfahrts=
pflege beſtimmt iſt. Die Rotziſt bitter groß und Hilfe tut
drin=
gend not. Gebe ein jeber nach Vermögen, die kleinſte Gabe iſt
willkommen. — Straßenrkinigung. Bei vielen
Hausbe=
ſitzern ſcheint in Vergeſſenheitz geraten zu ſein, daß die
Straßen=
reinigung nicht nur Samstags, ſondern auch an Mittwochen
vor=
zunehmen iſt. Zur Verhütung der Staubbildung mit ihren
Un=
annehmlichkeiten für die davon betroffenen Bewohner der Häuſer
muß darauf geſehen werden, daß dieſe polizeiliche Maßnahme
auch durchgeführt wird. Säumige haben Strafanzeige zu
gewär=
tigen.
Dſe hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betrachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechun; oder Kritit.
— Deutſcher Frauenorden. Es wird nochmals auf
den morgen Montag ſtattfindenden Spaziergang nach
Traut=
heim aufmerkſam gemacht. Treffpunkt Böllenfalltor. Wer den
Omnibus benutzen will, wird gebeten, um 16.30 Uhr in
Traut=
beim zu ſein.
— Orangeriehaus, Beſſunger Herrngarten.
Heute Sonntag abend großer Geſellſchaftsabend mit Tanz.
Ver=
ſtärktes Jazz=Orcheſter. (Siehe heutige Anzeige.)
— Städt. Saalbau=Garten. Heute abend: Künſtler=
Konzert und Preis=Verteilung des Motor=Flugſport=Clubs. (Siehe
heutige Anzeige.)
— Ludwigshöhe. Sonntag nachmittag Konzert. (Siehe
Anzeige.)
Vereinskalender.
Vereinigung ehem 116er. Montag, 13. Juni,
Mitgliederverſammlung bei Kam. Chriſt, Fürſtenſaal, abends.
Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten.
Tageskalender für Sonntag, den 12. Juni 1932.
Union=Theater: „Der Prinz von Arkadien”. — Helia=Lichtſpiele:
„Das blaue Licht”. — Palaſt=Lichtſpiele: „Buffalo Bill” und
Hilfe, Polizei!” — Orpheum: Gaſtſpiel Joachim Ringelnatz.
Reſidenz=Theater: Peter Voß, der Millionendieb‟. — Café=
Reſt. Oper: Konzert. — Herrngartenkaffee: Konzert. —
Rum=
melbräu: Konzert. — Ludwigshöhe 16 Uhr: Konzert. — Hotel
zur Poſt: Geſellſchaftsabend mit Tanz. — Bürgexhof:
Geſell=
ſchaftsabend mit Tanz. — Orangeriehaus: Geſellſchaftsabend
mit Tanz. — Wiener Kronenbräukeller: Gartenkonzert. — Zum
Roſengarten: Gartenkonzert. — Saclbau=Reſtauration: Konzert.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 11. Juni. Neue
Polizeiverord=
nung. Das Kreisamt Darmſtadt hat für den
Kraftfahrzeug=
verkehr in der hieſigen Gemarkung eine neue Polizeiverordnung
erlaſſen. Nach dieſer iſt die Höchſtgeſchwindigkeit für
Kraftfahr=
zeuge ohne Luftbereifung fowie mit Anhänger auf 12 Kilometer
die Stunde für den geſchlöſſenen Ortsteil feſtgeſetzt. Ferner ſind
für den Kraftfahrzeugverkehr jeder Art geſperrt die
Schloßgarten=
ſtraße, die Bach= und Pfaffengaſſe. Weiterhin iſt noch der
Ver=
kehr auf der belebten Provinzialſtraße Eberſtadt-Nieder=
Ram=
ſtadt (Mühltal) an Sonn= und Feiertagen auf eine
Höchſtgeſchwin=
digkeit von 30 Kilometern begrenzt.
G. Ober=Ramſtadt, 11. Juni. Verſchiedenes. Die
Turn=
geſellſchaft e. V. 1900 hält nunmehr das kürzlich wegen
ungün=
ſtigen Wetters verlegte Frühlingsfeſt am Sonntag, den 12. d. M.,
auf ihrem Turnplatz an der Roßdörfer Straße ab. Turneriſche
und ſportliche Darbietungen der verſchiedenſten Art werden die
Beſucher angenehm unterhalten.
f. Roßdorf, 11. Juni. Kind vom Auto getötet. Heute
abend gegen 6.30 Uhr ereignete ſich in der Darmſtädter Straße
kurz vor der Einmündung der Ober=Ramſtädter Straße ein
be=
dauerlicher Unglücksfall. Der Ajährige Junge des Einwohners
Wilhelm Hellweg, der ſichein Begleitung ſeiner Großmutter
befand, wollte dort die Stkaße überqueren, wurde jedoch im
glei=
chen Augenblick von dem iefexwagen der hieſigen Firma
Stein=
metz erfaßt und zu Boden geſchleudert. Das Hinterrad des
Wagens ging dem Kind über den Oberkörper, ſo daß der Tod
auf der Stelle eintrat. Die Schuldfrage iſt noch nicht
einwand=
frei geklärt. Vor vier Wochen wurde faſt an der gleichen Stelle
ebenfalls ein Kind vom Auto getötet.
Bf. Brensbach i. Odw., 14.Juni. Das Kind einer hieſigen
Familie wurde unter ſchweren Vergiftungserſcheinungen ins
Krankenhaus nach Darmſtadt verbracht, wo es noch ſchwer krank
daniederliegt. Man vermutet, daß es in einem unbewachten
Augen=
blick von einer gifthaltigen Flüſſigkeit getrunken hat.
Ag. Lindenfels, 10. Juni. Am Sonntag abend ſpricht hier
Reichstagsabgeordneter Münchmeyer, Pfarrer a. D. — Die
Füllung des neuen Schwimmbades, das nur Gäſte und
Stammgäſte des „Darmſtädter Hofes” benützen dürfen, hat
begon=
nen. Die umgebenden Raſenplätze inmitten landſchaftlicher
Reize werden für Luft= und Sonnenbäder jetzt ſchon benützt. Die
geſamte Anlage wird in Kürze noch durch einen modernen
Ten=
nisſportplatz vervollſtändigt.
Ee. Gadernheim. 8. Juni. Beſchmutzungöffentlicher
Ruheanlagen für politiſche=Zwecke. Auf die in den
letzten zwei Jahren mühevoßk von=dem hieſigen Verkehrs= und
Verſchönerungsverein in den nahen Waldungen aufgeſtellten
Bänke wurden in der Nacht vom Samstag auf Sonntag durch
Bubenhände mit Oelfarbe bokitiſche Schmähungen in übermäßig
großen Buchſtaben geſchrieben. Die Beſchmierung bekundet deshalb
eine maßloſe Flegelei, weil erſt vor wenigen Wochen ſämtliche
Bänke neu lackiert wurden. Den Tätern, deren Ermittlung nicht
ſchwer ſein dürfte, müßte eine exemplariſche Strafe zuteil werden.
Von den Salſchmünzern zu den Rauſchgiftſchmuggler
und Zigarekkendieben.
Durch das geſchickte Verhalten der Mainzer Kriminalpolize
iſt es möglich geweſen, die Bande, die das Rhein=Maingebiet m.
falſchem Silbergeld überſchwemmte, auf einen Schlag matt z
ſetzen, einen ausgedehnten Rauſchgiftſchmuggel aufzudecken un
eine Diebesbande unſchädlich zu machen. Es wurde beobachtet, de
insbeſondere das Arbeitsamt zum Vertrieb des Falſchgeldes h.
nutzt wurde. Die Falſchſtücke wurden zur Hälfte des Nennwerte
umgetauſcht. Für ein falſches Fünf=Markſtück wurden
2.50 RM. echtes Geld verlangt. Nach einiger Zeit ſtellte die Kr
minalpolizei den Verkäufern eine Falle. Die Zahl der Verhaftete
iſt inzwiſchen auf 16 geſtiegen. Es wurden gleichzeitig drei Falſo
münzerwerkſtätten ausgehoben.
Bei den Nachforſchungen ſtieß man überraſchenderweiſe au
auf Rauſchgiftſchmuggler. Die Spuren führten nach
Wiesbade=
wo eine Frau feſtgenommen werden konnte, die insbeſonde
Morphium lieferte. Als die Mainzer Händler von dort zurüe
kamen, wurden ſie unterwegs geſtellt und feſtgenommen. Unte
den Feſtgenommenen befinden ſich zwei Männer, die auch falſche
Silbergeld vertrieben hatten.
Bei der Verfolgung der Falſchmünzer machte die Polizei no
einen dritten guten Fang. Vor einiger Zeit waren in einem Zige
rettengeſchäft 20 000 Zigaretten geſtohlen worden. Als die Poliz
eine der Falſchmünzerwerkätten aushob, fand ſie im gleichen Hau
den Kraftwagen, der zum Abtransport der geſtohlenen Zigarette
gedient hatte. Im Zuſammenhang mit dem Zigarettendiebſtal
wurden ſechs Perſonen verhaftet.
Dp. Zwingenberg, 11. Juni. Am kommenden Montag nad
mittag wird im Adlerſaal hier die Heugrasernte von de
Gemeindewieſen verſteigert. — Während am verfloſſenen Sonz
tag für Frühkirſchen auf dem hieſigen Obſtmarkt noch 40 Pfg. pr
Pfund gelöſt wurden, ſind dieſelben jetzt ſchon für 17 Pfg.
haben. Der Pfundpreis für Erdbeeren von 1.— RM. hat de
zunehmenden Angebot zufolge eine weſentliche Herabſetzung e
fahren.
S. Lampertheim, 11. Juni. Generalverſammlun
der Vereinsbank. Im Kaiſerhofſaale fand die Generalve
ſammlung der Bank ſtatt. Der Vorſitzende des Aufſichtsrate
Herr Ziegler, begrüßte die erſchienenen Genoſſen, außerdem d
Prozeßbevollmächtigten, Rechtsanwalt Schwörer=Darmſtadt un
Rechtsanwalt Löſch von hier. Als Protokollführer wurde Geor
Thomas und zu Urkundsperſonen die Herren Veltmann und Jo
Jakob Thomas beſtimmt. Der Vorſitzende gab bekannt, daß i
verfloſſenen Geſchäftsjahr 12 Mitglieder durch den Tod ausgeſchi
den ſind; die Verſammlung ehrte deren Andenken durch Erhebe
von den Sitzen. Im Verwaltungsbericht ſtreifte der Vorſitzen
kurz die Geſchehniſſe des vergangenen Jahres und den Zuſamme
bruch des Inſtitutes, das bis zur gerichtlichen Durchführung eine
Vergleiches ſeine Schalter ſchließen mußte. Vorſtand Klotz tri
ſodann die Bilanz vor. Dieſer iſt zu entnehmen, daß dieſelbe
Einnahme und Ausgabe mit 1 236 460,43 RM. abſchließt. Eine
beſonders hohen Stand weiſt das Unkoſtenkonto mit 29 635,12 R9
auf, der ſich aus den Koſten für den Vergleich ergibt. Dem Ve
luſt von 269 367,19 RM. per 23. 2. 1931 konnte ein in 1931 erzie
ter Betriebsgewinn von 4283,16 RM. abgeſchrieben werden. A
Mitgliedern zählte die Genoſſenſchaft zu Beginn des Geſchäft
jahres 819 mit 844 Anteilen, wozu 3 Eintritte kamen, ſo daß ſi
der Stand nach Abgang durch Tod auf 810 mit 834 Anteilen b.
läuft. Die Geſamthaftſumme beziffert ſich auf 417 000.— R9
In 1931 wurde der Geſchäftsanteil auf 400.— RM. erhöht: ein
Zwiſchenreviſion fand am 28. und 29. Januar 1932 ſtatt. Ihre
Austritt haben 76 Genoſſen angemeldet. Im Eingang von Auße
ſtänden waren gute Erfolge zu verzeichnen, und an Anteilen gi
gen 5500.— RM. ein. Infolge durchgreifender Sparmaßnahme
konnten die Unkoſten auf das geringſte Maß beſchränkt werde
und die Auszahlung der erſten Quote reibungslos erfolgen. E
großer Teil der Sparer ließ die Quote auf neues Sparkonto b
der Bank ſtehen. Auch die für November ds. Js. zur Auszahlun
kommende Quote iſt bereits ſichergeſtellt. Der Geſchäftsbetrie
hat ſich wieder belebt, und mancher, der dem Inſtitut in erſt
Ueberſtürzung den Rücken kehrte, iſt zu ihm zurückgekehr
ſo daß ein Aufſtieg zu verzeichnen iſt. Die Bilanz wurde einſtin
mig genehmigt. Infolge des eingetretenen Verluſtes werden de
Verluſtkonto 27 120,35 RM. des Reſervekontos, 10 000 RM. d
Effektenreſerve und 10 000 RM. Delkredere abgeſchrieben. Eine
breiten Rahmen nahm dann die Beſchlußfaſſung bezüglich de
Regreßklage gegen die früheren Verwaltungsorgane ein. Na
längerer Ausſprache wird die Regreßkommiſſion ermächtigt, unt
Zugrundelegung des vorgeſchlagenen gerichtlichen Vergleiches ut
Gegenangebote mit den Beklagten einen akzeptablen Verglei
abzuſchließen. Den beiden Herren der Regreßkommiſſion, die
der Angelegenheit ſchon viel Zeit aufgewandt haben, werden fi
ihre Mühe je 50.— RM. bewilligt. — Die aus dem Aufſichtsre
ausſcheidenden Genoſſen wurden wieder und als ſechſtes Mitglie
Gemeinderat Oberfeld neu hinzugewählt. Da unter dem Pun
Verſchiedenes keine Anträge vorlagen, konnte der Vorſitzende de
Aufſichtsrates die Sitzung um 1 Uhr nachts ſchließen.
— Gernsheim, 11. Juni. Waſſerſtand des Rheinsa
Pegel am 10. Juni 1,28 Meter, am 11. Juni 1,24 Meter, jeweil
morgens 5.30 Uhr.
— Hirſchhorn, 11. Juni. Waſſerſtand des Neckars ai
Pegel am 10. Juni 1,65 Meter, am 11. Juni 1,62 Meter, jeweil
morgens 5.30 Uhr.
Rheinheſſen.
Ah. Nieder=Ingelheim, 11. Juni. Schwerer Häuſer
ſchaden durch einen Laſtwagenzug. Einem Laſtaut
mit Anhänger (beide mit Rohtabak beladen) verſagte die Bremſ
weshalb der Führer verſuchte, ein vor ihm herfahrendes Pe
ſonenauto zu überholen, um auf einer anderen Stelle ſeine
Wagen zum Stehen zu bringen. Gleichzeitig kam aber aus de
entgegengeſetzten Richtung ein Auto. Um einen Zuſammenſte
und daher ein größeres Unglück zu vermeiden, riß der Laſtwager
führer das Steuer herum, ſo daß ſein Wagen an die Häuſer kan
Er rechnete, den Wagen doch noch zum Stehen zu bringen. Hierbe
ſtieß der Laſtwagen jedoch gegen die beiden Hoftore und den To.
pfeiler des Anweſens Frl. Benard und Kaſpar Hartkopf, die vol
ſtändig abgeriſſen wurden. Der Anhänger wurde auf die andel
Seite geworfen und zog das Anweſen des Schuhwarenhändler
Otto Schweikhard in Mitleidenſchaft. Die beſchädigten Häuſe
mußten abgeſprießt werden. Menſchenleben kamen nicht zu Sche
den. Das beſchädigte Auto mußte abgeſchleppt werden.
Ad. Guntersblum, 10. Juni. Zurückgekehrt aus de
f ranzöſiſchen Fremdenlegion iſt unerwartet nach 1:
jähriger Dienſtzeit der hier gebürtige Peter Mauquard.
Ad. Nackenheim, 10. Juni. Anläßlich der 75jährige
Jubelfeier des Männergeſangvereins beteiligte
ſich alle Ortsvereine an dieſem Feſte, und verdient hervorgehobe.
zu werden, daß von den den hieſigen Geſangvereinen „Cäcilia” un
„Frohſinn” ſowie von dem befreundeten Bruderverein Harmonle
Bodenheim dem Jubilar beſondere Ehrungen zuteil wurden.
Oberheſſen.
WSN. Lich, 11. Juni. Nach Unterſchlagungen flüch
tig gegangen. Der 25 Jahre alte Stadtkaſſengehilfe Fr!
Jung von hier iſt ſeit vorgeſtern früh verſchwunden, weil er ſie.
Unterſchlagungen bei der Einnahme von Steuergeldern hat zu
ſchulden kommen laſſen. Der junge Mann, der als Angeſtellle
bei der Stadt tätig war, hatte die Vollmacht, unter Verantwol
lichkeit des Stadtrechners in gewiſſem Ausmaße Kaſſengeſchal
auszuführen. Dabei hat er von den eingenommenen Steue‟
beträgen nur einen Teil an die Kaſſe abgeführt, den übrige
Teil aber für ſich verwendet. Bis jetzt konnten 200 RM. 4.
unterſchlagen nachgewieſen werden, jedoch iſt die Unterſuchu!
noch in vollem Gange und erſt in einiger Zeit ein Abſchluß d
erwarten. Da der Stadtrechner für die ſtädtiſchen Finan
geſchäfte allein haftet, wird die Stadt als ſolche nicht geſchädig.
ſondern der Rechner muß für die Unterſchlagungen des unge
treuen Angeſtellten einſtehen. Die Familre des Geflohenen Me
ſich zum Erſatz des Betrages bereit erklärt. Ueber den Verblel
des jungen Mannes iſt noch nichts bekannt.
Aubiläumstagung in Erbach i. B.
Die Feſtſtadt im Fahnenſchmuck, Aannengrün und Birkenlaub.
Tauſende von Teilnehmern.
Glenz eine Ausſprache über die Jugendarbeit ſtatt. Der
erſte Vorſitzende des Jungodenwaldklubs, Hauptlehrer Schuh=
Auftakt zum Feſttag.
mann=Schriesheim, leitete ſie: Endziel der Arbeit ſoll hier
ſeiner Geburtsſtätte, dem alten Grafenſtädtchen im Müm=
Abegeht der Odenwaldklub am 11. und 12. Juni in
ſchlich=
m die Feier ſeines 50jährigen Beſtehens. Der
Wetter=
gott r die ganze Woche über mit Regen und Sturm aufwar=
1.—
ſete) t ein Einſehen gehabt: Ein ſtrahlender Sommerhimmel
de Herabſetz wök1 ich über Schloß und Städtchen, über die in ſattem
Früh=
our1 grün prangende Landſchaft. So ſteht zu erwarten, daß die
lverſann une! che Mühe, die ſich der Erbacher Ausſchuß mit der
Vor=
and die
ig der Tagung gegeben hat, auch durch ſtarken Beſuch
des Auſſän wol dienten Lohn findet. Alle Anzeichen verheißen für den
oſſen, außeile Fef1 tag ſtärkſte Beteiligung: Ueber 100 Ortsgruppen haben
rer=Darmſtal ins gnt 2500 Teilnehmer feſt angemeldet. Der
Jungodenwald=
hrer wurh rluch r gleichzeitig ſeinen Jugendtag abhält, wird 500
Jugend=
m ü liche Erbach vereinen. Rechnet man die hinzu, die ſich durch
feſte imeldung nicht binden wollen, ſo darf für den Sonntag
nit / 0—4000 Teilnehmern gerechnet werden. Die Tore der
Erbr Gaſtlichkeit ſind weit geöffnet: Von Turm und Altan,
i alten Häuſern, auf dem Feſtplatz, überall grüßen
Fah=
mi den Landes= und gräflichen Farben. Birken bekleiden
iſer mit zartem Grün. Das Feſtabzeichen, von
Fach=
hr Frölich geſchaffen, iſt ſchlicht und ſchön. Es wird allen
leilmern ein liebes Erinnerungszeichen ſein. Der
Feſtaus=
cu iter der Leitung von Fachlehrer Schwamb hat
muſter=
i4 gearbeitet, unermüdlich ſtanden ihm die Herren
Steuer=
ur” Kolmer (Finanzen), Lehrer Pfeifer (Feſtſitzungen),
ha (Quartiere und Verpflegung), Rektor Weber (Preſſe),
ſau nn Lang (Empfang), Fachlehrer Frölich (Jugend)/
te.
erſten „Vorſchwalben” trafen bereits am Freitagl
von allen Seiten im Mümlingtal ein: Ein herzliches
iw hütteln und Begrüßen hob an. Der geſchäftsfüh=
Vorſtand unter Oberbürgermeiſter Muellers
Lei=
ſnselt am Abend bereits eine erſte Beſprechung ab,
Vorbereitung der Arbeitsſitzungen des Samstags diente.
Der Feſtſamstag
ad in Erbach ſelbſt die letzten Zurüſtungen zum Empfang
ner zahlreicher eintreffenden Gäſte. Das
Quartier=
im „Adler” trat in Tätigkeit. Da und dort ſchoben ſich
e ahnen aus Fenſter und Luke, Tannengrün und Birken=
ſuB urde zu Girlanden geſchlungen. Feſtlich frohe Wanderer
af in allenthalben auf den Straßen; am Nachmittag
geſell=
zu ihnen friſche Jungen und Mädels: Auch der
Jung=
der ldklub nimmt an der Jubelfeier des Geſamtklubs gebüh=
2 Anteil. Die Jugendherbergen in Michelſtadt und Erbach
M1 ſich mit den Scharen der jugendlichen Wanderer. Der
Whcir im übrigen der ernſten Arbeit gewidmet. Den ganzen
ſr tag tagte der Hauptausſchuß im „Odenwald‟. Eine
en, weil kei! von Baukoſtenzuſchüſſen wurden bewilligt; der Rudi=
Wün=
echſtes Mm auf dem Schimmelberg ſoll neu erſtehen. Kaſſen= und
unter dem S chaftsbericht fanden Zuſtimmung. Eine Reihe von
Ehrun=
der Vorſitzell enl en treuen Mitarbeitern verdienter Dank ſein; im übrigen
zließen. A bei den vierſtündigen, von Einmütigkeit getragenen
Ver=
anl igen noch eine Reihe von internen geſchäftlichen Dingen
des ſeröyt und die beſtehenden Arbeiten des Klubs einer Löſung
Mete”, ſäh gebracht.
* Nachmittag tagte der Wegbezeichnungsausſchuß
* jehlt Miniſterialrat Guntrum im „Ochſen‟. Die
Vorberei=
ſiter neuen Auflage der Wegbezeichnungskarte ſtand hier im
ſi4 zunkt der Beſprechungen. Gleichzeitig fand im Café
möglichſt ſtarker Ausbau der Jugendarbeit im engeren Anſchluß
an die Ortsgruppen des Geſamtklubs ſein. Am Abend aber
füllte ſich die geräumige Feſthalle zum
Begrüßungsabend.
Fahnen und friſcher Waldſchmuck, farbenfrohe Kleidung der
Damen und das ſchlichte Grün der Wanderer — 400 waren etwa
bereits anweſend — vereinigten ſich mit den frohgeſtimmten
Mie=
nen der Teilnehmer zu einem erfreulichen Bild. Die ſchneidigen
Weiſen der Kapelle Kümmel=Darmſtadt leiteten den Abend
ein und teilten ſich mit den Chören des Männergeſangvereins
„Liederkranz” (Chormeiſter Zeh) und „Tugendbund” (Dirigent
Walther) in den muſikaliſchen Teil des Programms. Unter
den Ehrengäſten bemerkte man die Vertreter der Behörden, Graf
Konrad von Erbach=Erbach und die Mitglieder des gräflichen
Hauſes.
Den Kranz der Reden eröffnete Gewerbelehrer Schwamb, der
die Grüße der Ortsgruppe Erbach übermittelte. Der Vertreter des
Vorſtandes des Reichsverbandes der Deutſchen Gebirgs= und
Wandervereine, Lehrer Wiſſenbach, ſtellte die großen
Fort=
ſchritte des Wanderns von heute in Gegenſatz zu früher. Er
wünſchte dem Odenwaldklub gedeihliche Weiterentwicklung,
über=
mittelte die herzlichſten Glückwünſche des Reichsverbands und pries
die übexaus ſegensreiche Tätigkeit des Odenwaldklubs, des
älte=
ſten weutſchen Wandervereins. Worte der Anerkennung für den
Klüh. fanden Kreisdirektor Braun=Erbach und der
Bürger=
meiſter der Feſtſtadt, Dengler, der mit begeiſterten Worten
als geborener Erbacher den Odenwald und ſeine Vaterſtadt
hervorhob. Er wies insbeſondere auf die Bedeutung des Oden=
und der unendlich viel auch zur= Förderung der Geſundheit
ſeiner Mitglieder geleiſtet habe. In allen Reden klang die
Freude durch, daß der Odenwaldklub zum fünften Male Erbach
zum Tagungsort erwählt habe. Oberbürgermeiſter Mueller
wurde von der Verſammlung herzlichſt begrüßt, Er ſprach Dem Vortragenden wurde lebhafter Beifall gezollt.
ſeinen aufrichtigen Dank der Bürgerſchaft aus für den
gaſtlichen Empfang in Erbach, dankte den Vertretern der
Behör=
den und der befreundeten Verbände und Organiſationen, den
Frauen und Mädchen für ihre Anteilnahme an dem Jubelfeſte.
des Klubs. In erhebender Weiſe erkenne man hierin die
Volks=
gemeinſchaft, die ſich in einer kleineren Stadt viel klarer
offen=
bare als in einer größeren. Sein „Friſchauf” auf den
Odenwald=
fall wurde dem Redner geſpendet. Im übrigen ſtand der Abend
unter dem Zeichen der Heimat, das zeigten die Odenwaldlieder
der Sänger, die u. a. das von Kurz=Michelſtadt gedichtete
Lied „Seid mir gegrüßt ihr waldigen Höhen” klangſchön und
tonrein vortrugen. Beſondere Begeiſterung weckte der Klub= durch geholfen werden, daß das Reich ein großzügiſches
Arbeits=
die Verſammelten mitſangen. Die Jugendgruppe Erbach tanzte alte
Odenwälder Volkstänze und führte auch den 2. Akt des
Heimat=
ſpiels „s Müllerſch Lisl” von Schwalbach auf, in dem beſonders
die ſchönen Trachten und die Schilderung des alten Brauches des bringt.”
„Handſtreichs” gefielen. Im gemütlichen Teil des Abends ergab
ſich noch manche Gelegenheit zu froher Zwieſprache, die ſich nach
Schluß des Feſtabends in den einzelnen Gaſthöfen der Stadt
fortſetzte, bis ſich die Ruhe der Nacht über das Städtlein ſenkte.
Der Verlauf des Abends aber bildete einen erfreulichen Auftakt
des Feſtes, das am heutigen Tage ſeinen Höhepunkt und Abſchluß
findet.
. 1
tataſtrophale Lage der Landgemeinden.
derung auf Umgefkalkung der Arbeitsloſenfürſorge. — Hefſiſcher Landgemeindetag in Heidesheim.
U
idesheim, 11. Juni. In dem reich mit Fahnen geſchmückten
heim fand heute vormittag im Saalbau Zum goldenen
die 12. Vertreterverſammlung des Heſſiſchen
Landge=
tags ſtatt, an der ſich mehrere Hundert Gemeidevertreter
nz Heſſen beteiligten. In ſeiner Begrüßungsanſprache
der Vorſitzende, Bürgermeiſter Alexander=
Gonſen=
en Vertreter der heſſiſchen Regierung und des Innenmini=
5 Miniſterialrat Linkenheld die Vertreter der
Pro=
direktion Rheinheſſens, der Kreisämter Bensheim, Bingen,
erg. Gießen, Groß=Gerau, Heppenheim, Oppenheim u. a. m.,
diſchen, bayeriſchen, preußiſchen und württembergiſchen
Ver=
ſowie des Deutſchen und Heſſiſchen Landgemeindetags uſw.
nmen heißen. Bürgermeiſter Heinſtadt=Heidesheim
den Gruß der Gemeinde, Miniſterialrat
Linkenheld=
adt übermittelte die Grüße der heſſiſchen Regierung und
Inenminiſteriums, wobei er zum Ausdruck brachte, daß das
die Sorgen der Arbeitsloſenfürſorge tragen müſſe und nicht
inen Gemeinden. Die heſſiſche Regierung werde alles tun,
der Notlage der Gemeinden anzunehmen. Die
Arbeitsbe=
ig ſei das wichtigſte Mittel, um die im Elend ſtehenden
Er=
oſen von ihren materiellen Sorgen und beſonders ſeeliſchem
zubefreien, denn ein Weiterbeharren in dieſem Zuſtand ſei
olitiſch betrachtet von großen Bedenken.
* Vorſitzende machte auf den gedruckt vorliegenden
Ge=
dericht des vergangenen Jahres aufmerkſam, der in
aus=
her Weiſe den beiſpielos harten und ſchweren Exiſtenzkampf
undgemeinden und deren ſchwierige und beängſtigende Lage
te. Redner führte aus, daß die finanzielle Lage der meiſten
nden derart troſtlos wäre, daß ſie außerſtande ſeien, ihren
ichtungen nachzukommen, da die ſozialen Laſten alle
Ein=
n verſchlingen. Selbſt wenn die Reichsregierung den
An=
des Deutſchen Landgemeindetags folgend, ſich zu der Ein=
Ig einer Reichsarbeitsloſenfürſorge entſchließe, und die
Ge=
en an den geſamten Laſten mit 15 oder auch 20 Prozent
be=
n würde, wäre das Problem der Arbeitsloſigkeit noch
gelöſt. Auch der freiwillige Arbeitsdienſt, ſo zweckmäßig
Durchführung auch in einzelnen Fällen ſein möge, werde
eine nennenswerte Beſſerung auf dem Arbeitsmarkt nicht
brin=
gen. Die Arbeitsbeſchaffung im Wege der ſogenannten
produk=
tiven Erwerbsloſenfürſorge habe ſich als nicht weiter
durchführ=
bar erwieſen, weil es einfach unmöglich ſei, die Mittel für die
Förderung ſolcher im volkswirtſchaftlichen Intereſſe gelegenen
Ar=
beiten aufbringen zu können. Auch die von dem Zentralausſchuß
des vorläufigen Wirtſchaftsrates gezeigten ſachlichen und
finan=
ziellen Möglichkeiten der Arbeitsbeſchaffung zeigten, ſoweit die
Gemeinden davon berührt würden, keinen gangbaren Weg, weil
das dort erörterte Finanzierungsproblem, ſelbſt wenn die noch
beſtehende Kreditſperre aufgehoben würde, für die Gemeinden,
die ja kaum noch kreditwürdig ſeien, nicht durchführbar wäre. Die
in Ausſicht genommene Arbeitszeitverkürzung würde um
des=
willen nicht den erwarteten Erfolg haben, weil die Induſtrie bei
der fortſchreitenden Rationaliſierung immer weniger
Arbeits=
kräfte benötige und auch die Betriebe ohne maſchinelle
Einrich=
tungen aus finanziellen Gründen neue Arbeiter nicht einſtellen
könnten, ſondern die Mehrarbeit durch andere Arbeitsverteilung
ausgleichen müßten. Gelinge es, der Wirtſchaft einen neuen
Auf=
trieb zu gehen, dann kehre auch das Vertrauen in die Kraft des
deutſchen Volkes wieder.
Der geſchäftliche Teil bezüglich der Rechnungsablagen und des
Voranſchlags für 1932 in Höhe von 24 800 Mk. fand durch
ein=
ſtimmige Annahme raſcheſte Erledigung.
Großes Intereſſe wurde dem Vortrag des Referenten,
Mini=
ſterialrat Schellen=Berlin über:
„Die Arbeitsbeſchaffung”
entgegengebracht. Nachdem Redner in einem kurzen Rückblick auf
die Entwicklung der Arbeitsloſigkeit hingewieſen hatte, die vom
Anfang der Notverordnungsperiode von 2,7 Millionen bis auf
6 Millionen geſtiegen ſei, betonte er, daß die bisherigen
Notver=
ordnungen das Arbeitsloſenproblem nicht bewältigen konnte. Die
Frage, wie die Arbeitsloſen wieder in den Gang der Wirtſchaft
eingeſchaltet werden könnten, ſei innerpolitiſch die drängendſte
Frage der Gegenwart, ſowohl vom Standpunkt der unglücklichen
Arbeitsloſen aus, als auch vom finanziellen Standpunkt des
Reichs und der Gemeinden. Als Urſache der Arbeitsloſigkeit
be=
zeichnete Redner die durch den Weltkrieg verurſachte
Kapitalzer=
ſtörung und Kapitalumlagerung, die Fortſchritte der Technik und
die überſteigerte Entwicklung einzelner Produktionen. Dieſer
Ueberſteigerung ſtehe Verarmung und Verſchuldung großer
Pro=
duktionsgebiete, insbeſondere Deutſchland gegenüber. In
Deutſch=
land ſei die Arbeitsloſigkeit verſchärft durch Zerreißung bisher
zuſammenhängender Wirtſchaftsgebiete, künſtliche Hochzüchtung
ſelbſtändiger Induſtrien mit hohem Zollſchutz in den durch die
Friedensverträge neugeſchaffenen Ländern, durch die Reparations=
und Tributzahlungen, die notwendig geweſenen Kredite des
Aus=
lands und die plötzliche Zurückziehung der ausländiſchen
Gut=
haben im vergangenen Jahr. Für ein
Arbeitsbeſchaffungspro=
gramm kämen die Einlegung im großem Umfange vorrätiger
Schienen und Schwellen ſowie durch Reparaturen bei der
Reichs=
bahn, ſchnellere Durchführung der Automatiſierung des
Fern=
ſprechverkehrs, Legung von Kabeln für den Ferndienſt und den
lokalen Schnelldienſt. Verſtärkung des Automobildienſtes auf dem
flachen Lande, Erſtellung notwendig werdender Neubauten bei
der Reichspoſt, Inſtandhaltung und Verbeſſerung des
Straßen=
netzes, Beſeitigung der Mängel des Hochwaſſerſchutzes, Ausbau des
Binnenſchiffahrtnetzes, Erhaltung der Reichswaſſerſtraßen,
Inſtand=
haltung des Altwohnraumes im Baugewerbe, landw. Meliorationen
heim Reichswirtſchaftsrat, alsbaldige Nrbarmachung von 2,5 Mill.
Hektar Moor= und Oedlandflächen, landwirtſchaftliche Siedlungen
in Betracht, wodurch Beſchäftigung für über eine Million
Ar=
beitsloſer geſchaffen ſei. In ſeinen weiteren Ausführungen zeigte
Redner die Wege, in welcher Form dieſe Arbeiten ausgeführt
werden könnten. Große Bedenken hat Redner gegen eine
geſetz=
liche Verkürzung der Arbeitszeit. Dieſelbe bringe Leerlauf mit,
ſich durch fortwährende Ablöſung, Steigerung der
Aus=
gaben der Betriebe für die ſozialen Beiträge und
Vermin=
derung des Einkommens und der Kaufkraft der Arbeiter. Dem
freiwilligen Arbeitsdienſt legt Redner eine große Bedeutung bei,
da dadurch das Abſinken der Arbeitsfähigkeit und
Arbeitsbereit=
ſchaft vermieden, ſeeliſche Geſundung aus dem Hineinſtellen in
eine nützliche Tätigkeit erzielt werde und körperliche Schulung
und Ertüchtigung eintrete. Jedoch werde die Kaufkraft durch
freiwilligen Arbeitsdienſt nicht gehoben und neue Arbeits= und
Abſatzmöglichkeit nicht geſchaffen Bezüglich der
Arbeitsdienſt=
pflicht beſtänden inſofern erbebliche finanzielle Bedenken, als bei
eheblig Schaffung neuer Arbeitsmöglichkeiten könne. I.
durch Unterſtützungen oder ein Taſchengeld beim freiwilligen
Ar=
beitsdienſt oder der Arbeitsdienſtpflicht erreicht werden. Das
Ziel müſſe infolgedeſſen ſein, durch Aufſtellung eines großzügigen
Arbeitsbeſchaffungsprogramms und durch Schaffung möglichſt
waldklubs hin, durch deſſen Arbeit der Verkehr erſchloſſen wurde, weitgehender zuſätzlicher Arbeit möglichſt viel Erwerbsloſe zu
vol=
lem Arbeitslohn zu beſchäftigen. Nachdem Redner noch über die
Finanzierung eines Arbeitsbeſchaffungsprogramms ſich
ausgelaſ=
ſen, ſchloß er ſeinen intereſſanten Vortrag, daß der deutſche
Ar=
beiter, deſſen Fleiß und Tüchtigkeit in der ganzen Welt berühmt
und anerkannt ſei, Anſpruch auf Arbeit habe um leben zu können.
Als nächſter Ort der Tagung des Heſſiſchen Landgemeindetags
wurde Vilbel beſtimmt. Zum Schluſſe der Tagung wurde
einſtim=
mig folgende Entſchließung angenommen:
„Der Heſſiſche Landgemeindetag ſtellt feſt, daß
bedauerlicher=
weiſe die immer wiederholte, erhebliche Erſparniſſe bringende
Forderung des Deutſchen Landgemeindetags auf Umgeſtaltung
der Erwerbsloſenfürſorge noch nicht erfüllt iſt. Er erhebt heute
ereut die Forderung, auf dieſe Umorganiſation der
Erwerbsloſen=
klub und Erbach wurde begeiſtert aufgenommen. Lebhafter Bei= fürſorge. Dabei iſt ſich der Heſſiſche Landgemeindetag darüber
klar, daß die äußere Form der Erwerbsloſenhilfe, gleichgültig wie
dieſelbe geſtaltet ſein mag, das Erwerbsloſenproblem an ſich nicht
zu löſen vermag. Den Erwerbsloſen und den vor dem
Zuſam=
menbruch ſtehenden deutſchen Gemeinden kann engültig nur
da=
marſch, den Oberlehrer Derreth=Miltenberg dem OWK. ge= beſchaffungsprogramm durchführt, welches eine erhebliche Zahl
widmet hat und deſſen Liedtext „Odenwald, ich will dich preiſen”, von Arbeitsloſen durch Beſchäftigung zu vollem Lohne oder durch
landwirtſchaftliche Siedlung dem Erwerbsleben wieder zuführt.
Der Heſſiſche Landgemeindetag erhebt daher die Forderung, daß
die Reichsregierung ein derartiges großzügiſches
Arbeitsheſchaf=
fungsprogramm mit der größten Beſchleunigung zur Durchführung
Aus den Gemeinderaksſihungen.
4l. Höchſt i. Odw., 11. Juni. Gemeinderatsbericht.
Dem Antrag der beiden Sportvereine um Erlaß des Pachtgeldes
für die Benutzung des Sportplatzes wurde inſofern ſtattgegeben,
als die Gemeinde ein Drittel des ausmachenden Betrages auf die
Gemeindekaſſe übernimmt. — Ebenſo wurde dem Michael Färber
auf ſein Erſuchen ein 25prozentiger Pachtnachlaß für ein
Ge=
meindegrundſtück zugebilligt. — Das Kollegium konnte ſich nicht
entſchließen, die Gebühren für die Tätigkeit des Waſenmeiſters
durch die Gemeindekaſſe zu erheben und hat den diesbezüglichen
Antrag des Mich. Färber zunächſt zurückgeſtellt, um Erkundigungen
einzuziehen. — Dem Erwerb eines kleinen Waldgeländes von
Leonh. Wölfelſchneider 1. Wwe. zum Preiſe von 45.— RM. wurde
zugeſtimmt. — Dem Kriegerverein Hetſchbach ſoll anläßlich der
Einweihung ſeines Kriegerdenkmals die Bühne geliehen werden.
— Nach Erledigung einiger kleinerer Angelegenheiten ging man
zur geheimen Sitzung über.
(. Heubach i. O., 8. Juni. Aus dem Gemeinderat.
Zu Punkt 1. Ermäßigung der Gewerbeſteuer, beſchließt der
Ge=
meinderat einſtimmig den landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften die
kommunale Gewerbeſteuer in dem gleichen prozentualen
Verhält=
nis aus Billigkeitsgründen zu ermäßigen wie die ſtaatliche
Ge=
werbeſteuer ermäßigt wird. 2. Einem Antrag des Jagdpächters
Pirazzi auf Herabſetzung des Pachtpreiſes kommt der Gemeinderat
mit einſtimmigem Beſchluß entgegen, indem für das Pachtjahr
1931 ein Nachlaß von 15 Prozent und für 1932 ein ſolcher von
20 Prozent gewährt wird. — Die für den Neubau Seip
vorzu=
nehmenden Waſſerleitungsarbeiten werden dem Schmiedemeiſter=
Ad. Gruber 3. auf dem Submiſſionswege übertragen. 4. Die
An=
gelegenheit des Fleiſchbeſchauers Rödelsperger wegen
Rückfor=
derung der Krankenkaſſenbeiträge wird vertagt. 5. Feſtſetzung der
Gemeinderatsſitzungen. Hierzu wird beſchloſſen dieſe tunlichſt
Dienstags abzuhalten. 6. Ein Antrag auf Auflöſung des
Ge=
meinderats verfällt der Ablehnung. 7. Verſchiedenes. Das
Heu=
grasmähen der Gemeindewieſen ſoll durch die bei der Gemeinde
beſchäftigten Arbeitsloſen ausgeführt werden. — Zur
Wahlkom=
miſſion werden beſtimmt: Als Schriftführer Jak. H. Bundſchuh, als
Beiſitzer: Wilh. Lutz, Gg. Gruber 3., Ad. Grünewald, Gg. Arnold.
Ad. Mühlhäuſer und Mich. Wolf; als Erſatzleute Johs. Appel
und Heinrich Schimpf 1. Ueber die Kokslieferung für die
Ge=
meinde ſollen feſte Angebote eingeholt werden. — Ein Antrag des
Wilh. Appel um Ueberlaſſung eines Stalles im Gemeindehaus
Schulſtraße wird der Wohnungskommiſſion zur Prüfung
übet=
tragen. — Durch Beſchwerde über Vernachläſſigung der
Friedhofs=
anlage wird der Friedhofswärter auf ſchärfſte Einhaltung der
Friedhofsbeſtimmungen angewieſen.
Aa Alsbach a. d. B., 8 Juni.
Milchverwertungs=
genoſſenſchaft. In dem Konkursverfahren über die hieſige
„Mtilchverwertungsgenoſſenſchaft Bergſtraße” iſt anſtelle des
Rechts=
anwaltes Hattemer Rechtsanwalt Dr. Humpoletz in Bensheim zum
Konkursverwalter beſtellt worden.
Seite 8 — Nr. 162
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 12. Juni
A
A
A
Für die uns erwieſenen
Autmerk=
ſamkeiten anläßlich unſerer
Ver=
lobung danken recht herzlich
Mariechen Pfeifer
Peter Buxmann
Lindenfels
Poſiſtr. 3
(8692
Gr.=Bieberau
Bismarckſtr. 47
Für die uns aus Anlaß unſerer ſilbernen
Hochzeit in ſo reichem Maße zuteil
ge=
wordene Aufmerkſamkeit und Geſchenke,
ſowie dem Geſangverein Liederzweig
ſagen hiermit auf dieſem Wege
herz=
lichen Dank
Karl Maher u. Frau, geb. Treu
Heinheimerſtr. 86, III.
Die Eheleute Carl Lipfert u. Frau Anna,
geb. Keim, begehen morgen das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
Darmſtadt, Schuknechtſtr. 63. (
f. Herr. u. Dam. w.
gerein, u. nach
neu=
eſten Form. umgepr.
jetzt 1.50ℳ. Frankf.
Hutlager, Ecke
Gra=
fen= u. Bism.=Str.*
Fußpflege!
Hühneraugen,
Horn=
haut, eingew. und
hochgew. Nägel wd.
ſchmerzlos entfernt.
Bitte genau auf
Straße u. Tel. 1882
zu acht. Zeitentſpr.
Behandlg. billiger.
Auguſt Dreſcher,
Spez. f. Fußpflege,
Bismarckſtraße 56.
Telefon 1882.
Sprechſt. 2.7 nachm.
(4516a)
Schirm=Schlüke
jetztEliſab.=Str. 59,I.
Rep.u. überz.ext. bill.
(5047a)
Ingenieurs=Witwe
34 J., ſ.
Wirkungs=
kreis in gt.
frauen=
loſ. Hauſe, evtl. b.
alleinſt. Hrn. (*
Ang. O. 245 Geſchſt.
Infolge Herzſchlags ſtarb am 2. Juni 1932 mein
lieber Mann und Vater
Sſidor Plaut.
Elſe Plaut, geb. Sternheimer
Aſchaffenburg
Hilde Plaut, Heilbronn a. N.
Die Beerdigung fand in aller Stille ſtatt.
Wilh. Sohmank Erd- und
Schützenstraße 16
Peuerbestattung
Telefon 965
Mie
Kenner bevorzugen
Primeros Lunant
Ueberall ausdrücklich verlangen.
Geſchäftsübernahme u. -Empfehlung
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Mit-
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Nr. 162 — Seite 11
Bodenreformtag in Danzig.
Unter ſtärkſter Beteiligung fand der 34.
Bun=
destag der Deutſchen Bodenreformer in Danzig
ſtatt. Die Fülle der Begrüßungen durch
Vertre=
ter des Senats von Danzig, der Reichsregierung,
der Vertreter der Kirchen, der Beamten=,
Arbei=
ter= und Angeſtelltenverbände, der Kleingärtner,
Mieter, der deutſchen Jugend, zeigte, wie die
Bodenreform zu einer wahren Volksbewegung
geworden iſt.
Der zum Bundesvorſitzenden wiedergewählte
Dr. Damaſchke ſprach über „Arbeit und
Auf=
gaben der Bodenreform”. Prof. Auhagen,
der Leiter des Oſt=Europa=Inſtituts, Breslau,
ſprach über Die ruſſiſche Agrarrevolution und
ihre Lehren für die deutſche Landwirtſchaft‟. Die
Stalinſche Politik bedeute die völlige
Sozialiſie=
rung der Landwirtſchaft. Der Erfolg ſei aber
vollkommen ausgeblieben. Die Stalinſche Politik
mit ihrem Zwangscharakter, ihrem Terror und
dem Verſuch, das Familienleben zu zerſtören, ſei
für Deutſchland untragbar. Der deutſche Bauer
müſſe auf ſeiner Scholle frei ſchalten können. Ein
feſtes, privates Beſitzrecht mit der notwendigen
Umgeſtaltung nach bodenreformeriſchen
Grund=
ſätzen bietet die beſte Gewähr für die
Zukunfts=
entwicklung der deutſchen Landwirtſchaft.
Den weitere Vortrag von Damaſchke über
„Bodenreform und Landwirtſchaft, die
Zins=
knechtſchaft und ihre Ueberwindung” fand mit
Recht ſtärkſte Beachtung. Ohne Geſundung der
Landwirtſchaft ſei ein dauernder Aufſtieg
un=
ſeres Volkes nicht möglich. Die heutige Not,
unter der die Landwirtſchaft leide — betrage
doch die Verſchuldung bereits mehr als 12000
Millionen Mark —, ſei auf Grund des
beſtehen=
den alten Bodenrechtes geworden. Eine
orga=
niſche Ueberwindung ſei nur möglich durch
ehr=
liche Durchführung der in dem
Bodenreform=
artikel 155 der Verfaſſung geforderten
Wirt=
ſchaftsheimſtätte. Dieſe Wirtſchaftsheimſtätten
ſchützen jeden Beſitzer vor der
Zwangsvoll=
ſtreckung. Kein ſchaffender Bauer kann ſo von
ſeiner Scholle vertrieben werden. Die
grund=
legende Reform kommt, weil ſie kommen muß.
Senator Dr. Althoff=Danzig ſprach über
die erfolgreiche Heimſtättenpolitik dieſer
deut=
ſchen Stadt. Freudig begrüßt wurde die
Be=
kanntgabe, daß Danzig bald ein
Reichsheimſtät=
tengeſetz ſchaffen werde. Ueber „Bodenreform
und Steuerreform” ſprach Kataſterdirektor
Blattau=Gelnhauſen.
Ueber die „Ausbauheimſtätte und ihre
Finan=
zierung” ſprachen Johannes Lubahn, Berlin, und
Juſtizrat Dr. Liertz, Düſſeldorf. Dieſer neue
Plan gibt einen bedeutſamen Beitrag zur Frage
dauernder Arbeitsbeſchaffung. Der
Heimſtätten=
garten ſoll wirtſchaftlich einen Erſatz für
aus=
fallende Lohnteile bei Verkürzung der
Arbeits=
zeit bieten. Die ſchnell entſchuldeten
Ausbau=
heimſtätten bewirken eine Befreiung unſeres
Volkes aus der Zinsgebundenheit. Mit einem
Vortrag von Dr. Schmid über „Die Finanz=
und Steuerpolitik des Deutſchritter=Ordens”, im
Eckremter der Marienburg, und einer
Kundge=
bung, mit Beſuchen in Elbing und dem
Natio=
naldenkmal Tannenberg ſchloß die Tagung.
In der Zeit der Arbeitloſigkeit iſt die
Boden=
reform die ſtarke Hoffnung von Millionen
deut=
ſcher Menſchen, ihre Ueberzeugung war, daß
nur deutſche Bodenreform dauernd deutſches
Land deutſchen Menſchen zu erhalten vermag,
und daß ſie die Vorausſetzung für einen
ge=
ſunden Neuaufbau unſeres Volkes iſt.
Senſalioneller Helbſtmord
in der Lindbergh=Angelegenheit.
Englewood (New Jerſey). Die
Haus=
angeſtellte der Familie Morrow, der
Schwieger=
mutter Lindberghs, hat Selbſtmord begangen.
Violet Sharpe hatte bereits in früheren
Ver=
hören zugegeben, in der Entführungsnacht mit
ihrer Schweſter und zwei unbekannten jungen
Männen eine Autofahrt unternommen zu haben.
Nachdem ihr mitgeteilt worden war, daß ſie am
Freitag nachmittag erneut verhört werden ſolle,
begab ſie ſich auf ihr Zimmer, wo ſie Zyankali
zu ſich nahm. Sie erſchien dann wieder und
brach vor den Augen der Familie Morrow tot
zuſammen. Gründe über den Selbſtmord konnte
ſie nicht mehr angeben. Anſcheinend hängt
die=
ſer mit der Lindbergh=Angelegenheit eng
zu=
ſammen. Die Polizei von Jerſey war über den
Selbſtmord ſehr überraſcht. — Die Polizei gab
bekannt, daß Violet Sharpe ſeit dem Raub des
Lindbergh=Babys ſtändig beobachtet wurde. In
einer Vernehmung am Donnerstagmorgen
be=
hauptete ſie, nur den Vornamen Ernie eines der
Männer zu kennen, mit denen ſie die Nacht, in
der das Kind geraubt wurde, verbrachte. Sie
verweigerte den damaligen Aufenthaltsort
an=
zugeben. Wie die Polizei feſtſtellte, hatte ſie an
dem Nachmittag vor dem Raub des Lindbergh=
Babys mit dieſem gewiſſen Ernie telephoniert.
Die Sharpe erkannte in einem ihr vorgelegten
Polizeiphoto dieſen angeblichen Ernie wieder.
Sie war im Laufe des Verhörs überaus nervös,
weshalb zu der Fortſetzung des Verhörs ein Arzt
zugezogen werden ſollte. Das von der Sharpe
wiedererkannte Polizeibild ſtellt einen früheren
Autodroſchkenchauffeur namens Ernie Brinkert,
wohnhaft in New York, dar. Die Sharpe iſt eine
gebürtige Engländerin. Ihr wurde von
Scott=
land Yard das beſte Zeugnis ausgeſtellt. Die
Polizei beſchlagnahmte nach ihrem Selbſtmord
ihr Eigentum. Die Sharpe wußte, daß
Lind=
berghs, entgegen der ſonſtigen Gewohnheit, in
der fraglichen Nacht in Hopewell blieben.
Die neue Wendung in der Lindbergh=
Angelegenheit.
Condon, alias Jackſie, der den angeblichen
Entführern 50 000 Dollars zahlte, iſt nach
White=
plains gebracht worden, um Ernie Brinkert
gegenübergeſtellt zu werden. Brinkert iſt
be=
reits vorbeſtraft. Die Schweſter der Violet
Sharpe, die durch Selbſtmord geendet hat, iſt
vier Tage nach Auszahlung der 50 000 Dollar
in ihre engliſche Heimat abgereiſt.
Der im Zuſammenhang mit dem Raub des
Lindbergh=Babys geſuchte frühere
Kraftwagen=
fahrer Ernie Brinkert iſt in den ſpäten
Abend=
ſtunden des Freitag verhaftet und in das
Ge=
fängnis von Whiteplans, in der Nähe von New
York, zum Verhör eingeliefert worden.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
euz-Woche.
Zur Roke
Piccard (links) vor der neuen Kugelgondel,
mit der er in der nächſten Woche von Zürich aus zu ſeiner diesjährigen Stratoſphärenfahrt
ſtarten wird.
Vor der Hebung des Goldſchaßes
der „Egypke‟.
Paris. Der italieniſche Hilfsdampfer
„Artiglio” hat die Arbeiten zur Hebung des
mit dem engliſchen Dampfer „Egypte”
ver=
ſunkenen Goldſchatzes wieder aufgenommen. Am
Freitag gelang es den Tauchern, bis zur
Schatz=
kammer vorzudringen. Es wurde ein Paket mit
15 000 Rupien in Papier gefunden. Dieſes Geld
iſt ein Teil von 250 Millionen Rupien, die von
der engliſchen Schatzkammer für die indiſche
Re=
gierung beſtimmt waren. Das Gold, das ſich
noch an Bord der „Egypte” befindet, ſollte dazu
dienen, die Ausgabe dieſer 250 Millionen
Pa=
piergeld zu decken. Man hofft, bei
gleichbleiben=
dem Wetter in den nächſten Tagen der
kommen=
den Woche die völlige Hebung des Goldſchatzes
durchführen zu können.
Exploſionen in einer Verſuchsanſtalt für Geſchoſſe
Ein Toter, zehn Schwerverletzte.
Paris. In einer ſtaatlichen Verſuchsanſtalt
für Geſchoſſe explodierte ein 15,5 Zentimeter=
Geſchoß und tötete einen Arbeiter, während drei
andere ſchwer verletzt wurden. Als der
dienſt=
habende Hauptmann und mehrere andere
Ar=
beiter herbeieilten, ereignete ſich aus bisher
un=
bekannten Gründen eine zweite Exploſion,
wo=
durch 7 Arbeiter zum Teil lebensgefährlich
ver=
letzt wurden. Alle Verletzten mußten ſofort in
ein Krankenhaus übergeführt werden. Die
meiſten von ihnen haben ſchwere Brandwunden
davongetragen. Bei einigen iſt der Zuſtand
hoff=
nungslos.
Der Sklavenhandel in Abeſſinien nimmt zu.
London. Lord Buxton, der kürzlich eine
Reiſe nach Abeſſinien unternommen hatte, teilte
dem Vertreter des „Daily Herald” mit, daß dort
der Sklavenhandel im Zunehmen begriffen ſei
und zahlreiche Ueberfälle von Abeſſinien aus auf
das engliſche Sudangebiet ausgeführt würden.
Erſt kürzlich ſeien bei einem Ueberfall 27
Män=
ner getötet und 27 Frauen ſowie 55 Kinder in
die Sklaverei verſchleppt worden. Lord Buxton
vermutet, daß dieſe Unglücklichen bereits in
Arabien eingetroffen ſeien. Er ſchätzt die Zahl
der in den letzten Monaten eingeſchleppten
Ge=
wehre auf 40 000.
Deutſcher Flokkenbeſuch in Stockholm.
Begeiſterter Empfang durch die Bevölkerung.
Stockholm. Der deutſche Flottenbeſuch
in Stockholm hat geſtern begonnen. Die Fahrt
des Kreuzers „Königsberg”, zuſammen mit den
Torpedobooten „Seeadler”, „Albatros”, „Falke‟,
„Kondor” und „Möve” durch die ſchwediſchen
Schären fand bei der ſchwediſchen Bevölkerung
das größte Intereſſe, die die deutſchen Schiffe
herzlichſt begrüßte und den Beſuch der deutſchen
Flottille durch reichen Flaggenſchmuck feierte.
Begünſtigt durch das ſchöne Sommerwetter, ruft
die Anweſenheit der Deutſchen in Stockholm
Feſtesfreude hervor. Im Stockholmer Hafen
waren große Menſchenmengen in Bewegung, um
den Empfangsfeierlichkeiten beizuwohnen, und
ſchon ſeit einigen Tagen lagen die beiden
ſchwe=
diſchen Kreuzer „Guſtav V.” und „Königin
Victoria”, ſowie die Torpedoboote „Ehrenſkjöld”
„Nordenſkjöld” und „Klas Horn” im
Stockhol=
mer Hafen. Als die deutſche Flottille um 10 Uhr
vormittags die beiden ſchwediſchen Kreuzer
paſ=
ſierte, wurde Flaggenſalut gewechſelt. Kurz
darauf ankerte die „Königsberg”, und die
deut=
ſchen und ſchwediſchen Schiffe wechſelten
Salut=
ſchüſſe. Unmittelbar nach der Einfahrt ſtattete
der deutſche Attaché von Rantzau, zuſammen
mit dem den Deutſchen zur Verfügung geſtellten
Hauptmann Veſterling, der „Königsberg” einen
Beſuch ab. Der Geſchwaderchef, Konteradmiral
Albrecht, machte dann offizielle Beſuche beim
deutſchen Geſandten v. Roſenberg, dem
Flotten=
ſtationschef, beim Verteidigungsminiſter und
beim Oberkommandierenden, die darauf
Gegen=
beſuche auf dem deutſchen Admiralsſchiff
ab=
ſtatteten.
Die Schiffbrüchigen des japaniſchen Dampfers
„Gencan Maru” gerettet.
„Tokio. Bei den Rettungsarbeiten zur
Ber=
gung der 340 Schiffbrüchigen des an der Küſte
von Kamtſchatka geſtrandeten japaniſchen
Damp=
fers „Gencan Maru” kam es zu blutigen
Zu=
ſammenſtößen zwiſchen ruſſiſchen Küſtenwachen
und japaniſchen Fiſchern. Die Ruſſen beſchoſſen
von der Küſte aus einen der japaniſchen
Fiſch=
dampfer, der ſich an den Rettungsarbeiten
betei=
ligte. Mehrere Japaner wurden ſchwer verletzt.
Es iſt gelungen, alle 340 Schiffbrüchige zu
retten.
inntag, 12. Juni 1932
T8
Heilg and Ausland.
G eimrak Carl v. Linde 90 Jahre alt
Tünchen. Geheimrat Carl v. Linde, der
m eiſter der Kältetechnik, feierte geſtern ſeinen
o0 beburtstag. Das Deutſche Muſeum in
an hen, das ihn in Anerkennung ſeiner
Ver=
d3e zum Ehrenmitglied ernannt hat, widmet
ay ieſem Anlaß das ſoeben erſchienene Heft 3
„Abhandlungen und Berichte” der Arbeit
fubilars. Er gehörte dem Deutſchen
Mu=
ſeit deſſen Gründung im Jahre 1903 bis
als Vorſtandsmitglied an. — Der Sengt
„echniſchen Hochſchule München ernannte
mrat Dr. v. Linde aus Anlaß ſeines
ſeburtstages zum Ehrenſenator der Hoch=
und der Bayeriſche Induſtriellenverband
ihm in einem Glückwunſchſchreiben die
ennung für ſein großes Lebenswerk und
Dank für die reiche Förderung der In=
1e aus.
ſenbahnunglück bei Mülhauſen.
ſerſonenzug ſtürzt die Böſchung herab.
Düſſeldorf, 11. Juni.
Preſſeſtelle der Reichsbahndirektion
Wup=
teilt mit: Am Samstag nachmittag um
Uhr entgleiſte am Kilometerſtein 194,9 auf
trecke Unna—Bönen an der Blockſtelle
Mül=
i der Perſonenzug 357, der die Strecke
Hamm befuhr, aus bisher unbekannter
e mit ſämtlichen Wagen. Während alle
n umſtürzten und die Böſchung
hinunter=
blieb. die Lokomotive auf den Gleiſen
Die Strecke Unna—Bönen wurde in
bei=
ichtungen geſperrt. Eine Reiſende,
Hellkötter aus Holzwickede, wurde
ge=
t, acht bis zehn Perſonen wurden ſchwer
twa zehn leicht verletzt. Die Verletzten
n den Krankenhäuſern in Unna und
zugeführt.
100=Kilometer=Tempo durch die Großſtadt.
Toter, ein Schwerverletzter.
ortmund. Zu einem ſchweren
Verkehrs=
kam es in der Nacht zum Freitag in der
iſchen Straße in Dortmund. Zwei Männer
1 auf dem Bürgerſteig, als plötzlich ein
nenkraftwagen in raſendem Tempo daher=
Suſt kam. Der Wagen geriet auf den
Bür=
gund erfaßte die beiden Männer, die beide
eter weit mitgeſchleift wurden. Beide
er=
ſchwere Verletzungen und mußten dem
enhaus zugeführt werden. Im Laufe des
ig iſt einer der beiden, der einen ſchweren
elbruch erlitten hatte, ſeinen Verletzungen
n. Nach Zeugenausſagen iſt der Führer des
ienwagens mit einer
Stundengeſchwindig=
on 100 Kilometern durch die Rheiniſche
e gefahren.
as Urteil im Eiſenbahnerbankprozeß.
ünchen. Von der Großen Strafkammer
andgerichts München wurde in dem
Eiſen=
rbankprozeß das Urteil der erſten
In=
verkündet. Die Hauptangeklagten Berg=
und Belkner werden wegen eines
gemein=
ich begangenen fortgeſetzten Vergehens der
rechtlichen Untreue in Tateinheit mit
gemeinſchaftlich begangenen fortgeſetzten
hen der Bilanzverſchleierung ſowie in Tat=
It mit einem Vergehen gegen das
Depot=
verurteilt, und zwar Bergmeier zu einem
Gefängnis und 1000 RM. Geldſtrafe, evtl.
ge Gefängnis, und Belkner zu ſechs Mo=
Gefängnis und 800 RM. Geldſtrafe,
er=
iſe weitere 10 Tage Gefängnis. Von der
1ge eines Vergehens des einfachen
otts und eines Vergehens der
Unterlaſ=
ſer rechtzeitigen Anmeldung des Konkurſes
An beide freigeſprochen. Die
mitangeklag=
lufſichtsräte Link, Steffenelli, Stark und
ſtl werden freigeſprochen.
ſerſäulen liefern Pferdeſtärken.
lieue Waſſerkraftmaſchine von Caneghems
(Porträt oben rechts).
Eue Waſſerkraftmaſchine benötigt zu ihrem
*b nur ganz geringe Mengen Waſſer und
Ur einen geringen Niveau=Unterſchied zwi=
Zu= und Abfluß. Der ſtatiſche Druck wird
ntriebskraft ausgewertet. Die neue
Ma=
wurde unüberſehbare
Wirkungsmöglich=
haben, doch beſtreiten die Fachleute
bis=
her ihre praktiſche Verwendbarkeit.
Gasſchutzübung des Roten Kreuzes: Krankenſchweſtern verſehen ihren Dienſt mit Gasmasken.
In ganz Deutſchland beginnt jetzt die Rote Kreuz=Woche, bei der durch Sammlungen und
Veran=
ſtaltungen für die Unterſtützung und den Gedanken der ſegensreichen Kranken=Hilfe und =Pflege=
Organiſation geworben werden ſoll.
Proſeſſor Piccard ftarkek zu einem neuen Skrakoſphärenflug
[ ← ][ ][ → ]Seite 12 — Nr. 162
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 12. Juni 193
Sdr TaderTid Sadtteit
Deutſchland führk im Davispokal 2:1.
Prenn/v. Cramm gewinnen das Doppel
gegen die Irländer.
Bei wiederum herrlichem Sommerwetter wurde am Samstag
auf den ſchönen Rot=Weiß=Plätzen in Berlin der
Davispokal=
kampf Deutſchland—Irland fortgeſetzt. Das Wetter der ſtarke
Publikumsbeſuch und ſchließlich noch ein deutſcher Sieg ſorgten
für eine Stimmung, wie man ſie ſich beſſer nicht denken konnte.
Nachdem die beiden erſten Einzelſpiele des Freitags ein 1:1=
Er=
gebnis gebracht hatten, ließ der Tennisbund im Doppel
vernünf=
tigerweiſe unſere ſtärkſte Kombination, nämlich Prennſv. Cramm.
gegen die Iren Rogers/Mac Guire antreten. Nur ſo konnte die
Chance eines deutſchen Geſamtſieges gewahrt werden. In einem
Vierſatzkampf, der härter war, als es das Ergebnis beſagt,
konn=
ten denn auch die beiden Deutſchen ihren iriſchen Gegner mit
6:4, 6:3, 3:6, 8:6 ſchlagen und damit Deutſchland 2:1 in Führung
bringen. Da wohl mit Sicherheit anzunehmen iſt, daß am
Sonn=
tag v. Cramm den weſentlich ſchwächeren Mac Guire ſchlagen
wird, ſo ſteht mit einiger Sicherheit ein deutſcher Endſieg, und
da=
mit der Eintritt in die Vorſchlußrunde der Europazone zu
er=
warten. Die nächſte Runde würde dann das ſenſationelle
Zuſam=
mentreffen mit England bringen, das gegen Polen bereits 3:0
führt.
Wie die Deutſchen den Führungspunkt erzielten.
Die Irländer waren beim Doppel nur in einer Beziehung
beſſer: Sie beſetzten ihre Seite beſſer und überwachten auch den
Seitenwechſel aufmerkſamer. Im Geſamtkönnen reichten aber die
Gäſte an die deutſche Kombination nicht heran. Dabei machte
der ſchwächſte Spieler des Quartetts, der Ire Mac Guire, noch
eine recht gute Figur, er ſpielte jedenfalls weit beſſer als am
Freitag im Einzel. Mac Guire war vor allem zeitweiſe am Netz
wirkſamer als v. Cramm. Der junge Hannoveraner ſpielte dafür
aber von der Grundlinie aus die beſſeren Bälle.
Rogers zeigte nicht die Glanzform vom Freitag.
Bewun=
dernswert blieb aber doch der vehemente Aufſchlag und die
enor=
men Schmetterbälle. Als beſter Spieler des Doppels muß Prenn
bezeichnet werden, der einen efektvollen Aufbau und ein ſehr
ſchönes Flugballſpiel zeigte. Wenn die gute Form von Prenn
anhält, dann hat er durchaus Chancen, auch ſeinen Kampf gegen
den iriſchen Rieſen Rogers zu gewinnen.
Weitere Davis=Eegebniſſe: U. S. A. — Braſilien
3:0, England — Polen 3:0 (Hughes/Perry — Hebda/Warminſki
62:, 6:2, 6:0), Japan — Dänemark 5:0.
Sporkkalender.
Kreisliga Südheſſen.
Die Entſcheidung in der Frage des Aufſtiegs zur Bezirksliga
fällt erſt in den beiden letzten Spielen:
V. f. R. Bürſtadt — Polizei Darmſtadt.
03 Mombach — Opel Rüſſelsheim.
Bis jetzt konnte der Südheſſenmeiſter die höchſte Punktzahl auf
ſich vereinigen; allerdings ſind dabei nur zwei Punkte aus den
bis=
herigen Heimſpielen erkämpft worden. Nun haben die
Raſen=
ſpieler ihr letztes Aufſtiegſpiel auf eigenem Platze, wobei ihnen
ein Unentſchieden reicht, um die höchſte Klaſſe zu erringen. Die
Darmſtädter Poliziſten ſtehen momentan auch noch ſehr günſtig.
und ſie werden ſich natürlich gewaltig anſtrengen, um ſchließlich
doch noch das beſſere Ende für ſich zu behalten. Wenn man auch
den Bürſtädtern für dieſes Spiel ein kleines Plus nicht
ab=
ſprechen kann, ſo muß man ſich doch ſagen: der Ausgang iſt
voll=
ſtändig offen. Aehnlich iſt es bei dem Spiel in Mombach, wo die
Gäſte aus Rüſſelsheim ebenfalls nur auf Sieg ſpielen werden, denn
nur ein doppelter Punktgewinn kann den Opelleuten noch helfen.
Die Mombacher werden ſich natürlich vorſehen, zumal ihnen ein
Sieg den Aufſtieg bringt. Bei den letzten Spielen konnten die
Bibliſer durch einen verdienten 4 0=Sieg über Eltville
Pokal=
ſieger des Südheſſenkreiſes werden. Sie kommen nun
im Entſcheidungsſpiel um den Bezirkspokal mit Sprendlingen
zu=
ſammen. Wie verlautet, ſoll das Entſcheidungsſpiel am
über=
nächſten Sonntag in Darmſtadt ausgetragen werden.
Das letzte Wiederholungsſpiel der Lampertheimer in
Gerns=
heim ging 1:3 für die Gäſte verloren. Es ſteht alſo jetzt nur noch
das allerletzte Verbandsſpiel Pfiffligheim-Bürſtadt aus, das
je=
doch bei einem Aufſtieg der Bürſtädter ohne jeglichen Belang iſt.
Jockeykinder als Erben.
Einen ſeltenen Zug von Dankbarkeit ließ Lady Torrington die
unlängſt verſtorbene engliſche Rennſtallbeſitzerin, erkennen. Den
drei Kindern von Steve Donoghue, des einſt populärſten Jockeys
Englands, der für ihre Farben unzählige Rennen gewonnen hat,
ſetzte Lady Torrington in ihrem Teſtament Leibrenten aus.
Fer=
ner erhielten Kathleen Pat und Stevie Donoghue jun. wertvolle
Zuwendungen, ſo Pat Donoghue die Cheſter Vaſe, den wertvollen
Ehrenpreis aus dem gleichbenannten Rennen, das ſein Vater
ſeinerzeit mit Lone Knight für Lady Torrington gewonnen hat.
Auch zwei Stallburſchen erhielten eine Rente von jährlich 100
Pfund ausgeſetzt.
Die Polizei=Sternfahrt in die bayeriſche Pfalz am Rhein iſt
wegen der Wahlen auf den 28. bis 30. Auguſt verlegt worden.
Der Hamburger SV. hat ſeine beiden repräſentativen
Stür=
mer Noack und Dörfel verloren. Beide wollen nach
Weſtdeutſch=
land überſiedeln.
Fußball.
11.00 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß — Egelsbach 03.
15.00 Uhr, Stadion: SV. 98 — Mainz=Mombach.
16.00 Uhr, Müllersteich: Fr. Tgde. — F. T. Arheilgen.
Tennis.
9.00 Uhr, Böllenfalltor: T. E. C. — Forſthausſtraße
Frankfurt a. M.
Schießſport.
9.00 Uhr, Karlshof: K.K. S.=Gaumeiſterſchaften.
Rundfunk=Programme.
Zochſchanporifeft in Harmſtadt.
Wie in den vergangenen Jahren, tritt auch diesmal die
Tech=
niſche Hochſchule Darmſtadt mit einer größeren ſportlichen
Ver=
anſtaltung an die Oeffentlichkeit. In der erſten Juliwoche ſind
es nicht weniger als drei Tage, an denen wahre
Sportkundgebun=
gen auf dem Hochſchulſtadion ſtattfinden
Am Samstag, dem 2. Juli 1932, führt die Techniſche
Hoch=
ſchule die Kreismeiſterſchaften des ſüdweſtdeutſchen Hochſchulkreiſes
in Fauſtball und Waſſerball durch. Ebenfalls findet an
dieſem Tage ein Auswahlſpiel im Handball ſtatt zur
Er=
mittlung einer Kreisauswahlmannſchaft für die „Deutſchen
Stu=
denten=Kampfſpiele” in Freiburg i. B. Am 6. und 9. Juli
un=
den dann die Internen Hochſulmeiſterſchaften ſtatt.
Bei der Fülle der Wettkämpfe war es nötig, die Meiſterſchaften
auf zwei Tage zu verteilen. Mittwoch, den 6. Juli kommen
neben Staffelvorläufen die Einzelmeiſterſchaften ſowie
Mann=
ſchaftskämpfe zum Austrag. Am Samstag, dem 9. Juli, werden
ſämtliche Teilnehmer, zirka 300 Mann. unter Leitung von
Direk=
tor Söllinger Maſſenfreiübungen vorführen. Dann kommen noch
die Endkämpfe der Staffeln, in Leichtathletik und Schwimmen,
ſowie der Geländeſport zur Entſcheidung. Den Ausklang bildet
eine feierliche Siegerverkündung
Wir kommen auf die Veranſtaltung zurück.
Deukſche Sludenken=Kampfſpiele in Freiburg.
Die in dieſem Jahre geplanten und bereits gut
vorbereite=
ten Deutſchen Akademiſchen Kampfſpiele in Innsbruck mußten
wegen der Verſchlechterung der Wirtſchaftslage in Oeſterreich von
ſeiten der Univerſität. Innsbruck abgeſagt werden. Als
Erſatz=
veranſtaltung führt das Turn= und Sportamt der deutſchen
Stu=
denten in einem beſcheideneren Rahmen die „Deutſchen
Studen=
ten=Kampfſpiele” durch, die in Freiburg im Breisgau zum
Aus=
trag gelangen, und zwar am 30./31. Juli im neuen
Univerſitäts=
ſtadion der Univerſität Freiburg. Die Schwimmwettkämpfe
kom=
men in der Anlage des Schwimm=SV. Freiburg zur Abwicklung.
Vom Programm der Innsbrucker Kampfſpiele ſind geſtrichen
wor=
den: Turnen, Fechten, Handball und die Wettkämpfe der
Alt=
akademiker
Geſchäftliches.
Wieder iſt das Abflußrohr verſtopft!
Unange=
nehm, wenn ſich das Waſſer im Ablußrohr ſtaut. Laſſen Sie es
niemals ſo weit kommen. iMi will Ihnen dabei helfen. Hier
hat ſich der große Zauberer wieder ein dankbares Arbeitsfeld
aus=
erkoren. Denn eine heiße iMj=Löſung in das Abflußrohr des
Spülſteins, der Badewanne und der Toilette geſchüttet — nimmt
alle Verunreinigungen raſch mit fort, entfernt jeden Geruch, und
das Rohr hat immer freien Durchlauf.
Im Mitteldeutſchen Braunkohlen=Bergbau
wurden in der letzten Zeit verſchiedene Gruben und Brikettfabriken
wieder in Betrieb genommen. Veranlaßt wurde dieſe Maßnahme
im weſentlichen durch die um dieſe Zeit regelmäßig eintretende
Saiſonbelebung, da ein großer Teil der Kundſchaft die günſtigen
Sommerpreiſe ausnutzt und den Winterbedarf in der
Einheits=
marke „Sonne” ſchon jetzt eindeckt.
Was trotz ſchlechter Zeiten auf dem Gebiet
der Volkshygiene noch möglich iſt. Der kleine Ort
Heroldsberg bei Nürnberg erfreut ſich ſeit kurzem einer Anlage,
um die ihn manche größere Stadt beneiden könnte. In aller Stille
entſtand ein Familien=Schwimmbad mit allen nur denkbaren
neu=
zeitlichen Einrichtungen. Gründer ſind die Angeſtellten und
Ar=
beiter des bekannten Camelia=Werkes. Die Koſten wurden in der
Hauptſache aus Kantinenüberſchüſſen, dann durch Zuwendungen
ſeitens der Direktion und ſonſtiger Gönner aufgebracht.
Ausder Radio=Induſtrie.
Von Baku bis Barcelona . . . Lautlos ſpielt der
große, blitzende Nickelzeiger über die 90 verheißungsvollen
Sta=
tionsnamen der überſichtlichen, geeichten Abſtimmſkala des neuen
Seibt Superhet Typ Roland 5. Im Lautſprecher taucht Station
nach Station auf, kriſtallklar — in bisher nie erlebter Sauberkeit
der Trennung. Ein einziger Abſtimmknopf bedient alle Kreiſe.
Nur der Superhet bietet dieſes Wunder an Trennſchärfe und
kor=
rekturloſer, wirklicher Einknopfbedienung. — Die Dr. Georg Seibt
A.=G., Berlin=Schöneberg, hat nach langen, unermüdlichen
Ver=
ſuchen, den erſten deutſchen 5=Röhren=Superhet herausgebracht.
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Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
finden
wieder Beachtung.
Die Vorgänge im Wertpapierhandel,
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O 12.00: Konzert. O 12.50: Nachrichten, Wetter. O 13.00: Konzer
8 14.00: Nachrichten. O 14.10: Werbekonzert. O 15.00: Gießer
Wetterbericht. O 15.10: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. 0 16.55, 18.1
Wirtſchaftsmeldungen. O 19.15: Zeit, Programm, Wetter, Wir
ſchaftsmeldungen.
Sonntag, 12. Juni
6.15: Bremen: Hafenkonzert. Das gr. Geläute vom Bremer Dor
8.15: Kaſſel: Morgenfeier. Veranſtaltet von der Ev. Landeskire
in Heſſen=Kaſſel. Anſprache: Pfarrer Dr. Preger.
9.30: Stund: des Chorgeſangs. Ausf.: Volkschor Riederwald.
11.00: Ein Gang mit dem Mikrophon durch das neue Goetk
Muſeum.
11.30: Leipzig: Jauchzet Gott in allen Landen.
12.00: Blaskonzert des Frankfurter Konzertorcheſters.
13.00: Konzert.
14.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden,
14.10: Dr. Witte: Wie ſetzen wir unſer Frühobſt ab?
Küpper: Ernte und Abſatz der Frühkartoffel.
15.00: Stunde der Jugend. Wie Stanley, Livingſtone fand. Ei
Folge in Hörſzene und Bericht nach der Erzählung Stanleys.
16.00: Nachmittagskonzert des Philharm. Orcheſters Stuttgart,
Mitw.: L. Schuyer (Violoncello).
18.00: Streifzug durch Alt=Frankſurt. Eine Hörfolge mit Scha
platten.
18.50: Dreißig bunte Minuten.
19.20: Wetter für die Landwirtſchaft.
Anſchl. Sportnachrichten.
19.30: M. Lang: Abenteuer mit fremden Sprachen.
20.15: Unterhaltungskonzert des Funkorcheſters. Werke von Ver
Chopin, Dvorak, Roſſini, Schubert u. a. Soliſt: E. Kloß (Klavie
22.20: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.45: Berlin: Tanzmuſik.
Königswuſterhaufen.
Wetter für die Landwirtſchaft. o 6: Gymnaſtik. 0 6.15: Wetter
die Landwirtſchaft. — anſchl.: Frühkonzert. O 10, 13.35: Nachricht
12: Wetter für den Landwirt. — anſchl.: Konzert u. Wieo
holung des Wetterberichts. O 12.55: Nauener Zeit. O 14: Konz
O 15.30: Wetter. Börſe. O 18.55: Wetter für die Landwirtſche
Deutſche Welle: Sonntag, 12. Juni
6.00: Funkgymnaſtik.
Anſchl. Bremer Hafenkonzert.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Dipl.=Landwirte Deichmann u. T. Tröſcher: Beſuch
Wirtſchaftsberaters auf einem Bauernhof.
8.55: Morgenfeier.
Anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorh =ſage.
11.00: Lilo Rietzſchel erzählt Märchen für die Kinder.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Jauchzet Gott in allen Landen,
12.00: Charlotte Chriſtann lieſt Verſe von Wolfgang Rauch.
12.10: Mittagskonzert des Orcheſters der Deutſchen Muſikbühne.
14.00: Lehrer Schmidt: Großſtadtjungen auf Ferienwanderung.
14.30: Blindenkonzert. Ausf.: Eliſabeth Wulff=Radſkowſky (Sopr=
E. Joſefiak (Bariton), A. Lüer. Adele Meiſchner u. W. Rei
(Flügel).
15.25: Den Nachtregen regnen hören in Karaſaki. Erzählung
Max Dauthendey.
15.55: W. Kleffel: Fünf Jahre Ozeanflüge.
16.10: Walter Bauer lieſt aus eigenen Dichtungen.
16.30: Prof. Banſe: Deutſche Landſchaften.
16.55: Programm der Aktuellen Abteilung (Sport).
17.40: Nachmittagskonzert Muſikkorps der Kommandantur Bei
— Tanzkapelle Willy Groh.
18.00: Frankfurt a M.: Streifzug durch Alt=Frankfurt. — (
Hörfolge mit Schallplatten.
18.50: Junge Generation ſpricht. Maſchine und Kultur (M
geſpräch)
19.20: Prot. Dr. Saitſchick: Die Idee des Fortſchritts.
19.45: Dr. Eddelbüttel: Reiſe in Deutſchland!
20.00: Populäres Orcheſterkonzert. Soliſt: Coſta Milona (Ten
Berliner Funkorcheſter.
ca. 21.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Robert Gaden.
Wekkerberichk.
Aus dem ſich weiter nach Oſten verlagernden Hochdruck
führen ausfließende kontinentale Luftmaſſen zu heiterem
mit fortſchreitendem Temperaturanſtieg. Auch die nächtlich
kühlung iſt nicht mehr ſo ſtark wie ſeither. Allmählich bewe
von Weſten her eine Tieſdruckrinne vor, die einen Kern übe
Nordmeer und einen weſtlich von Irland und England au
Durch den letzteren dürfte unſer Wetter beeinflußt werden,
zunehmende Wärme in Gemeinſchaft mit der Störung zu
tertätigkeit Anlaß gibt.
Ausſichten für Sonntag, den 12. Juni: Weitere Wärmezur
anfangs heiter, dann aufkommende Bewölkung mit Geu
neigung.
Ausſichten für Montag, den 13. Juni: Fortdauer des w
Wetters, teils aufheiternd, teils wolkig, lokale Ger
ſtörungen.
Hauptſchriffleitung: Rudolf Mauve
Veraniwortlich für Polſtik und Wiriſchaff: Rudolf Mauve; für Feuiſſeton, R
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Karl B3h
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdſenſf: Andreas Bau
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nettei
für den Inſeraienteil und geſchäftiſche Mittellungen: Wiliy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſfadt
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12. Zuni 1932
Nummer 24
ine Mücke hat gestochen
Was jeder von der Mückenbekämpfung wissen muß.
inhaber oder der Wochenendſiedler, der einer verſtopften Dachrinne
oder einem Abflußrohr keine Aufmerkſamkeit ſchenkte, nicht zu
wun=
dern, wo eigentlich die vielen Mücken in ſeiner Umgebung herkommen.
Von vornherein ſolche unnötigen Waſſeranſammlungen verhüten
oder bald beſeitigen, das iſt das beſte Vorbeugungsmittel. Der
Erfolg iſt verblüffend.
Wohnungen, die erfahrungsgemäß von Mücken heimgeſucht
werden, ſucht man vor dem läſtigen Ueberfall am beſten inſofern zu
ſchützen, als man an Stelle der zur Lüftung offenen Fenſter entweder
ein Drahtgeflecht anbringt oder aber die Fenſter kurz vor
Son=
nenuntergang ſchließt und ſie erſt dann wieder öffnet, wenn die
Dunkel=
heit eingetreten iſt. Die Dämmerung iſt die Lieblingsatmoſphäre und die
eigentliche Aktionszeit der ſtechluſtigen
Mücken.
Jedenfalls hat die Stechmücke —
wie im Volksglauben immer noch weit
verbreitet iſt — niemals die
Eigentüm-
lichkeit, ſich dem Licht zu nähern, und
die Verſuche, nach denen man mittels
Scheinwerfer Stechmücken anlocken
und ſie ſchwarmweiſe durch beſondere
Saugvorrichtungen
verſchluk-
ken laſſen will, bauen ſich auf falſchen
Vorausſetzungen auf. Ein derartiges
Mittel kann man höchſtens bei den
ſogenannten Suchmücken
anwen=
den, die aber viel harmloſer lind und
kein Blut ſaugen.
hat eine Mücke geſtochen.
Eine Stechmücke fünffach vergrößert.
Unſer zweiteskleines Bild
zeigt eine Stechmücke in fünffacher
Uferränder von Ceichen, die im Schatten von Bäumen
gewöhnlich von Mückenlerven wimmeln.
Mücke hat unſern Peter geſtochen! Setzte ſich einfach auf
s ſeiner kleinen Beine und verurſachte zunächſt einen
z, der ſeinem kindhaften Herumtollen wirkſamer Einhalt
als alle guten, bittenden oder gar ſchimpfenden Worte es
en. Peter hält ein, fängt an ſich zu kratzen und hat damit
zu tun, daß er darüber unter Umſtänden Spieleifer und
vergißt. Die kleinen Quälgeiſter, die wir unter dem
namen Mücken kennen, laſſen ihn nicht in Nuhe.
ſo wie unſerem kleinen Jungen im Bilde, geht es
len während der heißen Sommertage. An Sommer=
½, beſonders in der Seit, in der die Erde das
Selbſtleuch=
nach ſonnigem Cag, in den Dämmerſtunden vor allem,
viele nach des Cages Haſt kurze Stunden der Entſpan=
And Erholung bieten, dann gerade ſtellen ſie ſich ein und
zu einer richtigen Plage.
r in den wenigſten Fällen aber tut man zu ihrer Abhilfe
1s über „die ſchrecklichen Bieſter” zu ſchimpfen. Und doch
en dem Kampf gegen die Mücken weder
da=
noch durch Anwendung allgemeiner Mittel (Rauchen,
wirtſchaftlichen Gegenden wohl auch Nauchentwick=
1 durch Anlegen kleiner Feuerſtellen, die die Mücken des
2s wegen meiden) wirkſame Abwehrmaßnahmen.
r alle, die wir inſtinktiv rach den kleinen Quälgeiſtern
z, wenn ſie uns auf Naſe, Hand, Seidenſtrumpf oder
ſitzen und alſo das Proölem für gelöſt halten, könnten
4yſtematiſcher und aktiver in jenen Kampf
ſen und uns ſelbſt gar manche Stunde damit angenehmer
1n helfen.
kommen dieſe vielen Mücken überhaupt her? Die
Be=
tung dieſer Frage bietet zugleich eine weſentliche
habe dafür, wo die menſchlichen Waffen gegen den
akrieg jener Inſekten einzuſetzen ſind.
Bilder geben uns dazu einige Hinweiſe.
r Schwerpunkt des Mückenfeldzugs liegt
Maßnahmengegen die
Mücken=
ulſo gegen Larven und Puppen.
Allge=
ann man ſagen, daß ſich Stechmückenbrut
bließlich in ſtehendem Waſſer
elt, und zwar iſt in den meiſten Fällen ein
er für die Mückenentwicklung um ſo
er, je kleiner es iſt. Hier wimmelt es meiſt
irven, die an der Waſſeroberfläche
hän=
e Metalſpäne am Magnet. Die kleinen
auen Larven kommen hier nämlich an die
oberfläche, um zu atmen, und damit
ver=
je uns ihren ſchwachen Punkt. Man kann
Entziehung der Atemmöglichkeit ver=
und tut es am einfachſten, indem man
Voſſer mit einer dünnen Oelſchicht von
1 Seit beſpritzt. Meiſt genügt eine
ölhal=
üſſigkeit, die ſich gut verteilt und ſo die
9Srohre der Larven von dem Sauerſtoff
iſt abſchließt.
genwaſſertonnen. Abwäſſergräben und
2 jeglicher Waſſerbehälter in Hof und
2 Deggeworfene Büchſen und Gefäße, in
ſich Negenwaſſer anſammelt, ſind
1che Mückendrutplätze. Gar
Vergrößerung auf der Haut des Menſchen ſitzend. Sie führt
ihren Rüſſel bis in die Blutgefäße und ſaugt ſich ſatt. Der Stich
an ſich iſt ungefährlich und lediglich eine mechaniſche Verwundung
mit der plagenden Begleiterſcheinung des bekannten Juckreizes.
Er veranlaßt dann jenes Kratzen, das durch Uebertragung von
Schmutz leicht zu einer ſekundären Infektion führen und
da=
durch ſehr oft ernſtliche Vergiftungserſcheinungen hervorrufen
kann. Die beſten Abwehrmaßnahmen ſind hier Verwendung von
Salmiakgeiſt oder Einreiben mit einer neutralen
desinfi=
zierenden Seife.
Sehr verſchiedene Anſichten beſtehen im Volksmund über die
Lebensweiſe und Gefährlichkeit der Fiebermücke, die
be=
kanntlich als Malariaübertragerin gilt. Und doch braucht man
ihr Auftreten gar nicht ſo ſenſationell und beſorgniserregend
aufzunehmen, wie es oft geſchieht, denn erſtens iſt bei uns
dieſe Anophelesmücke weit häufiger anzutreffen als man im
all=
gemeinen anzunehmen pflegt, und zweitens iſt ihr Stechen
nicht gefährlicher als das der gewöhnlichen Stechmücken. Eine
Infektion mit Malaria durch den Stich einer
Fieber=
mücke kommt in unſeren Gegenden nicht in Frage, weil dieſe
In=
ſekten des ungünſtigen Klimas wegen keine Krankheitskeime
tragen. In ganz Deutſchland gibt es nur einen Malarjaherd in
Oſtfriesland, der aber außerhalb dieſes Gebietes keinen Anlaß
zur Beſorgnis bietet.
Unſer Bild rechtsoben zeigt den Uferrand eines
Sier=
teiches, wie wir ſie in Kur= und Badeorten, ſtaatlichen und
ſtädtiſchen Anlagen ſehr häufig antreffen. Auch das ſind typiſche
Mückenbrutherde, denen man im Intereſſe der
Erholungs=
ſuchenden (Kurorte) nachgehen muß. Weſentlich iſt auch hier die
Bekämpfung mittels des Spritzverfahrens, empfehlenswert auch
Die Waſſeroberfläche in Regentonnen muß von Seit zu Seit
das Einſetzen von Mückenbrut verzehrenden Siſchen und vor
mit einer ölhaltigen Slüſſigkeit beſpritzt werden.
allem Enten, wenn auch zugegeben werden muß,
daß dieſe letzte ſogenannte biologiſche
Bekämpfungsart eigentlich nur ein
„Auch=Hilfsmittel” darſtellt. Denn es gibt kaum
nennenswerte Mückenfeinde. Die
Vermeh=
rungsziffer der Mücken iſt ſo groß, daß die
Bertilgung durch Vögel, Siſche, Enten uſw.
wirkſam nicht in die Waagſchale fällt. Auch die
letzten Verſuche, Fledermäuſe zur
Mücken=
bekämpfung in Cürmen anzuſiedeln, haben
er=
wähnenswerte praktiſche Neſultate noch nicht
gezeitigt.
Die hier angeführten allgemeinen
Nicht=
linien zur Bekämpfung der Mückenplage
be=
treffen die ſogenannte Sommerbekämpfung. Es
gibt außer ihr noch eine Winterbekämpfung,
die wieder andere Maßnahmen erfordert.
Ueberhaupt iſt es wichtig zu wiſſen, welcher
Stechmückenart der Kampf gilt. Es gibt deren
etwa 36, die in ihrer Lebensweiſe untereinander
oft ſehr abweichen und für deren erfolgreiche
Bekämpfung dieſes Wiſſen zur Anwendung
von ſpeziellen Maßnahmen
notwen=
dig wird. In ſolchen Einzelfällen empfiehlt es
ſich, Nat bei der preußiſchen Landesanſtalt für
Waſſer=, Boden= und Lufthugiene (Berlin=
Vee
Dahlem) zu ſuchen, deren zoologiſche Abteilung
mal braucht ſich, der Schrebergarten= Kleinſte Waſſeranſammlungen in fortgeworfenen Gefäßen bilden typiſche Mückenbrutherde. ſich wirkſamer Inſektenbekämpfung annimmt.
Alch ich einmal in jungen Jahren in einem
Marsroman las, auf dem Mars müßte jeder
Menſch für ſich allein in einem Kämmerlein ſeine
Nahrung zu ſich nehmen, taten mir die
Mars=
bewohner leid. Geſellige Freude an den Gaben
der Natur ſchien mir das wichtigſte an einer
Mahlzeit.
Neuerdings, neige ich immer mehr zu den
Sitten der Marsbewohner. Seitdem das Eſſen
als Krankenkoſt aufgemacht erſcheint und
Ge=
genſtand fortwährender theoretiſcher
Erörte=
rungen iſt, hat man das dringende Bedürfnis
nach einem ſtillen Winkel, um da gefräßig ein
paar Biſſen in ſich hineinzuſchlingen.
Es kann nämlich das gemeinſame Eſſen
nie=
mand mehr recht freuen. Wenn die Dame, die
neben einem ſitzt, mit todesmutiger
Entſchloſſen=
heit nichts als zwei Bananen und eine halbo
Grapefruit zu ſich nimmt, der Herr gegenüber
mit ſchlecht geſpieltem Behagen ſeinen
un=
gezuckerten Kamillentee ſchlürft und der
Ciſch=
nachbar einem die glückliche Botſchaft ins Ohr
flüſtert, es gäbe jetzt ein Oel, welches, ohne die
geringſte Veränderung zu erleiden, den
menſch=
lichen Körper wieder verließe, dann muß einem
der Appetitt vergehen. Wenn ich erſt genau
weiß, wieviel Kalorien und wieviel Vitamine
eine Speiſe hat, dann habe ich die größte Mühe,
ſie zu ſchlucken. Ich bin ganz der Meinung
mei=
nes achtjährigen Freundes Walter: Was
ge=
ſund iſt, ſchmeckt nicht”
Ein Kind hat es nämlich im Inſtinkt: „Was
ſchmeckt, iſt geſund!” Es will ſchwarzes Brot
mit Butter eſſen. Es lechzt nach Obſt. Es reißt
die gelbe Rübe aus dem Boden, wo es ihrer
habhaft werden kann, und verzehrt ſie, wenn es
ſich unbemerkt weiß, mitſamt der Erde. Erbſen
zu ſchälen, fällt keinem Kinde ein. Sur Sitrone
ſteht es in einem geradezu zärtlichen Verhältnis;
um einer Limonade willen hat ſchon manches
Kind Kopfweh ſimuliert.
Die Höhepunkte kindlichen Lebens in meiner
Generation waren: in eine grüne Gurke, in eine
rote Comate, in eine gelbe Aprikoſe
hineinzu=
beißen; dagegen verhielten wir uns durchaus
ablehnend zu eingebranntem Gemüſe. Aber das
half uns nichts, denn die Köchin, die aus der
Catra ſtammte, hatte die Gewohnheit, ſogar
das Kompott mit Mehl einzubrennen.
Gegen=
ſtand zu häuslichem Unfrieden bildete das
täg=
lich auftretende gekochte Nindfleiſch. Nicht
ein=
mal die Drohung: „Wenn du kein Nindfleiſch
ißt, bekommſt du keine Meylſpeiſe” konnte
ver=
fangen. Bis ich endlich ein Mittel fand, mich
dieſer Speiſe zu entziehen: Ich behauptete
näm=
lich, ich bekäme von ihrem Genuß eine rote
Naſe. Man ſieht, alle Kinder von einſt ſtanden
ungefähr dort, wo heute der hygieniſch
infor=
mierte Menſch ſteht. Wenn man uns Kinder
damals nach unſerer Luſt hätte eſſen laſſen, ſo
brauchten wir jetzt nicht alle ſechs Monate zu
einer neuen Djät überzugehen, denn wir wüßten,
wie alle beſſeren Ciere es wiſſen, welche
Nah=
rung uns gut tut.
In voller Erkenntnis der bisher noch recht
unerforſchten ungeheueren Wichtigkeit der
Er=
nährung, ſtehe ich doch mit den wechſelnden
Speiſe=Methoden von früher Jugend an auf
chlechtem Suße. Natürlich nicht ohne Grund:
das alles kommt von der kuhwarmen Milch.
Das war nämlich ſo: Am Oſterſonntag, als
ch mit meinen Eltern behaglich beim
Nachmit=
agskaffee ſaß, kam unverſehens Cante
Emme=
ine dazu und ſagte zu meiner Mutter: „Das
Kind muß kuhwarme Milch trinken. Sie iſt
lächerlich mager, und da gibt es nichts beſſeres
ls kuhwarme Milch, ich habe es ſelbſt in der
Gartenlaube geleſen.” Mit Unluſt hörten meine
dreizehnjährigen Ohren dieſes Diktum. Erſtens
begegnete ich allen Aeußerungen meiner Cante
von früh ab mit Mißtrauen, und zweitens ging
nir das Wort „kuhwarm” irgendwie auf die
Nerven.
Noch mehr aber die Sache ſelbſt. Meine
Mut=
er — jeder neuen Anregung im Intereſſe ihrer
Kinder zugänglich — hatte nämlich leider bald
einen Bauernhof ausfindig gemacht, nur
zwan=
zig Minuten von unſerem Wohnhauſe entfernt.
wo man geneigt war, mir dieſes köſtliche Naß
allmorgendlich vor der Schule direkt von der
Kuh zu kredenzen. Nun begannen ſchlimme
Cage. Es hieß eine ganze Stunde früher
auf=
ſtehen, bei jedem Wetter den ſchlechten Weg
gehen, um dann am Siele das unangenehme
Ge=
tränk mit zugehaltener Naſe einzugießen. Der
Stall roch abſcheulich. Das Kälbchen, dem man
ſeine angeſtammte Nahrung wegſoff, tat einem
leid. Die unerhörte Intimität, in der man
ge=
zwungen war, mit einem anderen Lebeweſen zu
ſtehen, erweckte Abſcheu. Das ganze war eine
Sumutung.
Aber nicht lange. Ein lebensfähiges Kind
weiß jede Sache ſo zu drehen, daß zuletzt ein
Noſenſchimmer von ihr ausgeht. Ich konnte
ſchon ein wenig Latein und wußte, daß es heißt:
Solamen miseris, soclos habuisse malorum.
Solche Genoſſen begann ich anzuwerben. Mit
dem Sanatismus aller Neubekehrten pries ich
meinen Schulkameradinnen das Glück des
Ge=
nuſſes kuhwarmer Milch an. In kurzem war es
in meiner Klaſſe die große Mode, kuhwarme
Milch zu trinken. Bald ſchritt ich fröhlich an
der Spitze einer kleinen, aber tapferen Schar
von Kolleginnen zu der heilbringenden
kuhwar=
men Quelle. Was allein eine Pein und beinahe
eine Schande geweſen war, mit Gleichgeſinnten
zuſammen war es eine Ehre, jedenfalls ein
Ver=
gnügen. Ein ſlaviſches Sprichwort ſagt: Guter
Geſellſchaft zuliebe läßt ſich der Sigeuner ſogar
aufhängen. Genau ſo ſind Kinder.
Gemein=
ſamer Lebertran iſt ihnen lieber als einſamer
Nektar. Bald bildeten „die Kuhwarmen”, ſo
nannten wir uns, eine eigene Gruppe mit
feſt=
ſtehenden Niten, einer Geheimſprache und
klei=
nen Ueberheblichkeiten gegen die Umwelt, von
der wir uns durch ein am Kleide angeſtecktes
grünes Blatt unterſchieden.
Den Höhepunkt aber erreichte unſere
Unter=
nehmung im Mai, als meine Freudin Hermine
ihren Bruder Rudolf mitbrachte. Er war ſchon
liebzehn Jahre alt und ſah, darauf ſchwöre ich
heute noch, ſehr gut aus. Er nannte uns alle
„Fräulein” und übte an uns alle Artigkeiten
ein, die er in der Canzſtunde mit großen
Mäd=
chen gelernt hatte. Ich aber war ihm mehr.
Mir brachte er an einem Cage einen
Mai=
glockenſtrauß, an einem andern ein Büſcherl
Walderdbeeren und eines Cages ſogar — wie
war das atemberaubend ſchön — ein Gedicht,
Er ſagte es nicht, aber es war ganz deutlich: ich
war ſeine Muſe. Denn wenn er durch ſeine
Dichtung ein Mädchen wandeln ließ, welches
permanent „die rote Flamme” genannt wurde,
ſo konnte das nur ich ſein. Kannte doch die
ganze Stadt das hochrote Kleid, das ich
an=
hatte ſeit drei Jahren. Früher hatte ich es
verwaſchen und ausgewachſen gefunden. Jetzt
war ich damit auch des Sonntags feſtlich
an=
getan.
Jede Woche bekam ich ein Gedicht. Nie zuvor
hatte ich geahnt, daß die Natur, unſere kleine
Stadt und meine Perſon ſo viel Stoff bieten
könnten. Leider zog ich mir auf einmal den
Sorn des Dichters zu. Ich war nämlich ohne
beſonderen Anlaß drei Cage dem Milchtrinken
ferngeblieben. Da überreichte er mir, nicht wie
ſonſt, mit einem vielſagenden Blick, ſondern
traurig und abgewandt, ein Gedicht. Es ſtak
ausnahmsweiſe feierlich in einer Enveloppe.
Sechs Strophen waren es, in denen Sehnſucht
nach der Ungetreuen abgewandelt wurde, bei
dem Nefrain: „Oh liebliche Schlange, mir iſt ſo
bange” ſchauerte ich jedesmal zuſammen. Aber
Die Neue
Kindernovelle von Lotte Kornfeld
Durch das große Gartentor kam ſie, an der
Seite ihrer Mutter: im ausgewachſenen Hänger
aus roſa Waſchſamt, mit dem hellen
Cuchmän=
telchen, der ſandfarbenen Baskenmütze. Und
trug auf dem Arm eine große Puppe, ein
Puppenbaby, faſt ſo groß wie ein richtiges,
lebendiges Baby! Ein paar Kinder, die die Neue
kommen ſahen, machten ſich tuſchelnd darauf
aufmerkſam: ſie hat eine Puppe, ſie trägt eine
Puppe auf dem Arm, ſie ſpielt noch mit einer
Puppe. Eilig liefen ſie in den großen Spiel= und
Wohnraum ihrer Mitſchülerinnen, um es ihnen
mitzuteilen: denkt euch bloß, die Neue ſpielt noch
Puppen! Und in einer Viertelſtunde wußten ſie
es alle: von der Jüngſten, der Sechsjährigen, bis
zu den Backfiſchen, den Aelteſten Schülerinnen
des großen Mädchenpenſionats, wußten es und
belächelten es. Und damit war das Schickſal der
cleinen Ina Noſelius unter den künftigen
Kame=
radinnen zunächſt einmal beſiegelt.
Als eine Stunde ſpäter Ina an einem der Ciſche
in dem großen Eßſaal ſaß, zwiſchen ihrer Mutter
und der Vorſteherin des Heims, fühlte ſie, wie
dreißig Augenpaareimmer wieder einen Vorwand,
eine Gelegenheit ſuchten, ſie prüfend zu ſtreifen,
und ſie brauchte alle Energie, um ihre Cränen
herunterzuſchlucken und ſich die Qual dieſer
Prüfung nicht anmerken zu laſſen. Wie ſollte
man ſich nur wehren gegen dieſe Horde von
kleinen und größeren Mädchen, die einen
an=
ſtaunten wie ein ſeltenes Stück — im Muſeum!?
Wie ſich verhalten zu ihnen, die ſich auch nach
dem Eſſen noch im Speiſeſaal und auf den
Gän=
gen herumdrückten, nur, um noch einmal an ihr
vorüberzugehen, um noch einen dieſer kühlen
neugierigen und heimlich beluſtigten Blicke
au=
ſie werfen zu können!
Frau Noſelius brachte ihre kleine Cochter
zuſammen mit der Vorſteheri, in das Simmer.
das ſie mit zwei gleichaltrigen Mädchen teilen
ſollte, und machte Ina mit den beiden anderen
bekannt. „Nelli und Ilſe werden dir alles zeigen,
und dir helfen, dich einzugewöhnen! Ich hoffe,
ihr werdet euch gut verſtehen!”
„In zwei Stunden fährt Mutti fort!” dachte
Ina. „In zwei Stunden bin ich allein hier.”
„Noch zwei Stunden! Noch ein — und eine
halbe!” Und konnte keinen anderen Gedanken
faſſen, bis ſie zuſammen mit einer jüngeren
Lehrerin und Nelli an der Bahn ſtand, die
großen, grauen Augen voller Cränen, und dem
abfahrenden Suge winkte, der Mutter, die noch
immer am Fenſter des Abteils ſtand. Sie würde
ſie lange nicht ſehen, wußte Ina, — viele
Wochen, vielleicht viele Monate — ſie mußte
den Vater auf einer Auslandsreiſe begleiten. . .
Darum ließ man ſie hier!
Frau Noſelius war nach der Kaffeemahlzeit
abgefahren, bis zum Abendbrot ſollte Ina ihre
Sachen einräumen. Neugierig ſtanden Nelli und
Ilſe und ſtaunten über alles, was die Neue
aus=
packte. Ein Tagebuch haſt dul? Verſchließbar!?
Und einen beſonderen kleinen Koffer für die
Puppenſachen!? Ein kleines Schnittmuſterbuch
für Puppenkleider Du ſpielſt wohl ſehr viel
mit deiner Puppe!?‟ Dabei halfen ſie Ina, ihre
Sachen ordnen in der Kommode — zeigte ihr.
wie ſie es halten ſolle: hier die weißen Schürzen
für den Sonntag, die farbigen für die Woche,
die blau=weiß geſtreiften Matroſenkleider mit
den paſſenden Schlüpfern und die weißen. „Dein
roſa Kleid wirſt du hier gar nicht brauchen”
belehrten ſie die Neue, wir tragen immer die
anderen Sachen, auch wenn wir von hier nach
Hauſe zu Beſuch fahren. Am Beſten iſt es, du
ziehſt dich gleich um!” Ina tat alles, was die
Mädchen ihr rieten — ſie fühlte ſich ſo unſicher,
ſo befangen. Sie waren nicht böſe, dieſe beiden,
aber ſie fühlte, daß auch ſie ſich heimlich über ſie
luſtig machten. Es iſt ſchwer, ſich mit 11 Jahren
plötzlich unter vielen anderen Kindern zu finden,
wenn man bisher immer allein oder nur mit ſehr
wenigen Freundinnen war — in einer kleinen
Privatſchule, und zu Hauſe die Einzige! Die
waren ſo anders hier — alle ſahen derb und
geſund aus, aßen große Portionen mit großem
Appetit, ſprachen wie die Jungens und
wunder=
ten ſich über Inas Puppe.
Als ob es etwas beſonderes wäre, daß man
mit 11 Jahren noch gerne Puppen ſpielt!?
Die nächſten Wochen brachten eine
unauf=
hörliche Kette von Kummer und Gram für die
kleine Ina Roſelius. Vom frühen Morgen an,
beim Aufſtehen und Ankleiden, wenn Ina viel,
viel längere Seit als alle anderen zum Bürſten
auch das war Glück. Alle meine Cage
durchſüßt und durchſonnt. Mein Anſe
der Klaſſe aber ſtieg von Stunde zu Stun
Am 29 September, am Michaelist
weiß das Datum deshalb, weil wir „K
men” vorhatten, zur Feier des Cages im
Kartoffeln zu braten, ſtürzte Cante Er
in unſer Speiſezimmer. In der Hand
ſie ein Heft von „Ueber Land und
Denkt euch,” rief ſie aufgeregt, „da dr
das kuhwarme Milch Cuberkelbazillen
und für zarte Kinder Sift iſt. Sag mal,
ſie mich mit jenem Vorwurf, der ihrer
angeboren war, „du trinkſt doch nicht etn
warme Milch?‟ Doch”, antwortete id
„Um Himmelswillen, dann mußt du ſof
mit aufhören”, ſagte ſie in jenem Con,
unſerer Samilie als inappellabel galt.
Der nächſte Cag war ſchwarz verhan
mich. Ich mußte in der Klaſſe bekenn
das mit der kuhwarmen Milch ein Orr
Gartenlaube geweſen ſei. An dieſem Ce
ken meine Aktien ins Bodenloſe und
ſich erſt nach vierzehn Cagen, als ich
„Volksfeind”, der uns verboten war
Schule einſchmuggelte. Ein anderes
aber, das mich aus dieſem Anlaß traf, n
wieder gutzumachen: ich habe meinen
niemals wieder geſehen!
Wer kann mir da übel nehmen, w
nichts von Eß= und Crinkmoden höre
Ich werde kribblig, ſo oft mich einer
„Eſſen Sie ſchon Nohloſt?” Oder mir r.
ſollten morgens nur Kefir und Orange
ſich nehmen”. Oder behauptet: „Ein Lite
Waſſer gleich nach dem Aufſtehen iſt e
bertrank!‟ Die Warnung, der Gemüſe
nicht den Vorzug zu geben, da ſich die
wirtſchaft neuerdings des Kunſtdüngers
findet bei mir taube Ohren. Die Emr
„Eſſen Sie Luftbrot, es riecht nach n
ſchmeckt nach nichts, es iſt ganz neutral”
ich nächſtens mit einem tätlichen Angrif
worten.
Wir haben gelernt: man lebt nicht
eſſen, ſondern man ißt, um zu leben. B
falſch. Wahr iſt vielmehr, daß man lebt
es, da man zu dieſem Swecke eſſen mu
not tut, aus dieſer Notwendigkeit ein
Luſt herauszuholen. Alle unſere Sinne
ſich an der Mahlzeit, zu beteiligen, nu
Verſtand möchte dabei nichts zu tun ha
verlangt, daß der Menſch inſtinktiv a
Schädliche ablehne und nur das verzehr
ihm das Paſſer im Munde zuſamn
Jedenfalls, eill er nicht bei jedem Biſſe
viewt werde.‟
und Flechten der langen Söpfe brauchte,
Abend, wenn ſie auf beſonderen Wu
Mutter im Waſchraum als einzige lar
Waſſer ſtatt kaltes zum Abreiben erh
ſie den Neckereien und Spötteleien ihrei
radinnen ausgeſetzt. Die Neue tut
Neue tut jenes, tuſchelten ſie einande
keiner nannte ſie Ina, keiner rief ſie b
Namen. Selbſt die Lehrerinnen machtel
unwillkürlich zur Gewohnheit, zu frag
ſteckt denn die kleine Neue?‟
„Die Neue‟. Die Neue” — wie fr
häßlich klang das. Cotunglücklich fühlte
und da ſie niemanden anderes hatte,
ihren Kummer hätte anvertrauen könnel
ſie es in ihr kleines Tagebuch, das eil
Cante ihr zum Abſchied geſchenkt hatte
ſelbſt dabei ließ man ihr keine Nuhe, imt
folgten ſie die Quälgeiſter und Störenft
allerhand dummen Fragen, mit ausgedach
ſtellungen einer Lehrerin — nur, um
ſchrecken ..."
Am ſchlimmſten war der erſte
abend, den Ina in dem großen Heim ve
Da wurde getanzt im Eßſaal, alle
Ki=
alle Lehrerinnen blieben beieinander
Uhr. Aber Ina konnte nicht tanzen, mo
tanzen, ſchloß ſich als Einzige aus. L
Vorwand zu haben, der gültig wäre,
ſie, ſie werde ſchwindlig vom Canzen
davon. Als eine Lehrerin ſie zurückholte
zuredete, blieb ſie den ganzen Abend am.
neben ihr ſtehen und drehte die Bia‟
ine deutſche Volkstracht als Goldhort.
n Dr. E. Geh.
In einer Polizeiverordnung der Gräfin Anna „Wie byzantiniſche Kaiſerinnen im Ornat ſtehen
veret‟ Den Schneidern wird ſtreng
unter=
gene Schattung (ohne Steuer) dragen und
ge=
eken.” Man hat ſich an dieſe Kleiderordnung
venig gehalten, wie ſich die Menſchen jemals
her oder nachher um Modeverbote geküm= ſchmuck, wohin auch das Auge blickt!
t haben. Doch dieſer oſtfrieſiſchen Kleider= Ein aus ſchmalen Längsſtreifen pliſſeeartig
nung müſſen wir den höheren Wert einer
igartigen volkskundlichen Ueberlieferung
zu=
erſten Mal im deutſchen Schrifttum
gegen=
rgeſtellt eine deutſche Volkstracht, die
oſt=
ſiſche, und jene allgemeine „dudiſche‟
utſche” Modetracht, wie wir ſie aus den
hnungen Dürers und ſeiner jüngeren
Seit=
oſſen ſo gut kennen. Ja, wir können uns dieſe
rieſiſche Volkstracht bis in alle Einzelheiten
in unſere Erinnerung zurückrufen. Ein
turbild von märchenhaftem Glanz wird vor
ren Augen lebendig.
In der noch erhaltenen „Gräflich
Knyp=
ſenſchen Hauschronik zu Lützburg”, vom
re 1561 hat der oſtfrieſiſche Häuptling
ſico Manninga zu Lützburg und Bergum” die
ſterbende oſtfrieſiſche Volkstracht, wie ſie zu
er Väter Seit, um 1500, noch getragen
de, in ſachgetreuer farbigen Abbildungen
kontrafeiten” laſſen.
Angeſichts der farbenprächtigen oſtfrieſiſchen
ichtenbilder, deren Suverläſſigkeit dank den
ärenden Beiſchriften von Manningas Hand
er allem Sweifel ſteht, verſtehen wir auch die
inde, welche die oſtfrieſiſchen Landgrafen
anlaßten, dieſe Volkstracht dem Lande zu
alten. Nicht ſo ſehr aus Pietät gegen Sitte
Brauch, noch weniger im künſtlich
konſer=
enden Sinn unſerer Crachtenvereine
forder=
die Landesherren das Feſthalten an der
ein=
niſchen Volkstracht. Den Ausſchlag gab der
ergewöhnliche Edelmetallwert dieſer
oſtfrie=
ſen Nationalkleidung. Man kann ohne
ertreibung von eine:: Goldhort ſprechen, den
einſt frieſiſche Frauen auf ihrem Leib trugen.
Oſtfriesland vom Jahre 1545 wird Klage, ſie auf den Bildern der Manningahandſchrift
über geführt, daß durch Einfuhr auslän= vor uns! Nirgends findet man gleiche Pracht
her Seide und durch Annahme der „dudiſchen” unter allen Volkstrachten der europäiſchen
itſchen) Cracht in der oſtfrieſiſchen Bevölke= Völker. Kein Wort in der Frieſenchronik des
g „merklich Geld und Gut uth dem Lande. Worp Tuaerda, Priors des Kloſters Chabor
(F1538), iſt übertrieben: „mulieres festis diebus
. Modekleider von ausländiſchem Schnitt ita auro argentodue fulgentes incedunt, ut
Stoff für die Landbevölkerung anzufertigen. similes in Christiano orbe eiusdem status et
ſas de Frowen averſt up dem Lande an Goldt conditionis vix videris”, „die Frauen gehen an
r anderGeſchmiede laten maken, dat ſcholenſe Seſttagen ſo in Gold und Silber ſchimmernd
um=
her, daß man in der ganzen chriſtlichen Welt
nicht gleiche Kleidung von ſolchem Reichtum und
Ausſehen finden wird.” Strahlender
Gold=
zuſammengenähter Cuchrock aus Leidener
Scharlach iſt über und über mit Goldſchmuck
ennen. Klipp und klar wird in dieſer Urkunde benäht und behangen. Sahlloſe runde oder
vier=
eckige, mehr als eine Hand breite
Schmuck=
plättchen aus vergoldetem Silber fallen bis zu
10 Längsſtreifen angeordnet von der Schulter
und vom Gürtel über das Kleid bis herab zu
den Füßen; ihr ſchimmernder Glanz vermählt
ſich mit dem tiefen Not des Leidener Cuches zur
berauſchenden Farbenpracht. Scherſſoen, afrz.
escharsson — Spalier, Leiſte, nannte man dieſen
teils in einzelnen Plättchen aufgenähten, teils
in Scharnieren zuſammenhängenden,
ſtreifen=
artigen Goldblechſchmuck. Geradezu gepanzert
mit Schmuckplättchen erſchien der Nock der
rei=
chen und vornehmen oſtfrieſiſchen Frauen. In der
Manningahandſchrift leſen wir: „men heft rocke
gehadt de ſo dichte behingen dat ſe ſulueſt (ſelbſt)
ſtan kunden auerende (aufrecht)”. Auch die
Aermel bis vor zu den Händen ſind mit
Gold=
blechen benäht. Glöckchen hängen zum
Ueber=
fluß noch daran, große goldene Schellen zieren
die Schultern. Ein ſchwerer Gürtel aus purem
Gold, ein diademartiger Stirnſchmuck, Pael
ge=
nannt, ſchimmernd im maleriſchen Neichtum von
Gold und bunten Steinen, kommen hinzu. Doch
das Prachtſtück dieſer goldſtrotzenden
Srieſen=
tracht iſt die rieſengroße Bruſtſpange, Span
ge=
nannt, eine edelſteinbeſetzte, nach innen hohle
Goldſchale, ein wahrhaft fürſtlicher Schmuck,
ein wahres Briſinga=men, wie es die Göttin
Freuja ſchmückte. „Ein kroes t’lefe nat”, „ein
Liter liebes Naß” (Bier oder Branntwein) ſoll
der Hohlraum des Spans gefaßt haben. Wie
Planeten ſtellen ſich um dieſe Goldſonne auf der
Bruſt frieſiſcher Frauen noch kleinere, nicht
minder koſtbare Spangen. Hängeketten mit 50
goldenen Kugeln, kurzweg „Vuftigen” genannt,
fallen von den Schultern herab, vom Gürtel
pendeln an Golddrähten zwiſchen den
Plättchen=
reihen des Scherſſoens vergoldete
Silberglöck=
chen. Das ganze Bruſtgeſchmeide hatte den
Namen Esſchart, afrz. escharterie —
Verzie=
rung. Ein reicher goldener Haarſchmuck,
„Stuckel=Band” Ohrringe, „geſtrengede” (aus Bauernfrau. Keine Standesordnung machte
Goldſtreifen ineinandergeſchlungene) Einger=
Strümpfe vervollſtändigen dieſes in der Man= Geſchmeide tragen, ſo viel ſie nur wollten.
ningahandſchrift überlieferte oſtfrieſiſche
Crach=
tenbild des ausgehenden Mittelalters.
Fremden angeſtaunte Cracht ihrer Frauen. Welch und Muſeen werden noch mittelalterliche Gold=
„Amazonen” in ihren goldſchimmernden „Nüſtun= Altardecken gehütet. Mit Verſchwinden dieſer
gen” im feſtlichen Sug einherſchritten, welch ein
Klang fürs Ohr, wenn die Goldbleche aneinander= wurde mehr als nur eine Volkstracht zu Grabe
ſelirrten, Schellen und Glöckchen fröhlich klan=” getragen; eine Epoche aſiatiſch-abendländiſcher
gen! Bis ins bibliſche Altertum reiche dieſe Crachtengeſchichte hatte ihren Abſchluß gefun=
Cracht zurück, rühmt die frieſiſche Hiſtorie. In den. Denn weltenweite Perſpektiven laſſen ſich
der Cat kann die Kunſtforſchung die Urſprünge der ziehen von den oſtfrieſiſchen Trachtenbildern der
Goldblechſtickerei im vorchriſtlichen Orient finden. Manningahandſchrift über die Stationen deut=
Mit Schmerz und Beſorgnis ſehen die frieſiſchen" ſcher mittelalterlicher Frauenklöſter,normänniſch=
Chroniſten ihre Nationaltracht im 16.
Jahr=
bundert dahinſchwinden. Wußten ſie ſich doch bis zu den Kurgans, den in ſüdruſſiſcher
Steppen=
beim herzerfreuenden Anblick ihrer goldſchim= einſamkeit liegenden Grabhügeln /kythiſch=
ſar=
mernden Frauen frei von Not und Sorge um die matiſcher Häuptlinge, deren Kammern geradezu
kenhefts um. Im Saal aber raunten die
der, „nicht einmal tanzen kann ſie. Nichts
Dr ſie mit — die Neue. Lauter Extrawürſte
7 ſie ſich backen. Und eine wachſende
Feind=
gkeit machte ſich ſeit dieſem Abend be=
Kbar.
Die Vorſteherin ſah, was vorging, die
rerinnen ſahen es — es tat ihnen leid, aber
verſtanden nicht einzugreifen, nicht, es zu
hindern. Die Puppe, das warme Waſſer, die
üigerung, mit ihnen zu tanzen, zu ſpielen, Inas
geſchicklichkeit, wenn es hieß, ſein Bett ſelbſt
Hen, das Simmer aufräumen, ihre
Schüch=
heit in den Unterrichtsſtunden, ihre ganze
e, befangene Art — das alles reizte die
idchen, forderte Spott und Ablehnung heraus.
allen Pauſen ſtand Ina abſeite, allein —
1e ſchloß ſich ihr an, keine ging mit ihr, ohne
ondere Ermahnung einer Lehrerin, „die
ue” doch nicht allein zu laſſen. Wie ein Ning
Sremdheit ſchloß es ſich um die blaſſe, zarte
* Noſelius.
Lennis, Kroquet, Hockey — nichts kannte
immer ſtand ſie nur und ſah zu, mit großen,
uen, traurigen Augen. — Sie war ſich wohl
jein!?
Virklich, mit der war nichts anzufancen!
urteilten die Mädchen unter ſich. Die tau te
ſichts! Von der hatte man nichts Gutes zu
Larten! Vielleicht gar noch eine Schmeich=
Ia, eine Petze — man konnte es nie wiſſen
Dieſen Stillen! Und dann, eines Cages, ging
eer den Kindern das Gerücht: es iſt genaſcht,
faſt geſtohlen worden — ein ganzer Kaſten
Pra=
linés iſt leer, den Heti Berent erſt geſtern
nach-
mittag bekommen hat. Das iſt noch niemals
hier vorgekommen. Niemals. Das kann nur die
Neue geweſen ſein!
Keine wußte, wer es zuerſt aufgebracht hatte.
Wer dieſe Behauptung gewagt, wer ſich zu
die=
ſem Verdacht zuerſt berechtigt geglaubt hatte.
Aber er war da, wurde ausgeſprochen und
wei=
tergegeben, und ſchnell kam er auch Ina zu
Ohren. „Ich — naſchen! Einer anderen ihre
Pralinés wegnehmen!” Ohne ſich zu beſinnen,
ging Ina zu Heti Berent. „Glaubſt du, daß ich
deine Schokolade genommen habel?‟ Heti ſtand
unter mehreren Kameradinnen! „Wird wohl
ſtimmen, wenn du dich ſo aufregſt”, erwiderte
die ſchnippiſch, und drehte ihr gleich wieder den
Nücken! „wird wohl ſtimmen . . ."
Alles hatte ſich Ina bis jetzt von den
Kame=
radinnen gefallen laſſen, ohne ſich zu wehren,
ohne ſich zu beklagen. Alles — hatte ſich necken,
quälen, foppen laſſen, ohne den geringſten
Widerſtand. Aber dieſer Verdacht — das war
gemein, das konnte man nicht dulden.
Wenige Minuten nach der kurzen Szene mit
Heti Berent ſtand Ina vor der Vorſteherin, in
deren Arbeitszimmer. „Die Kinder ſagen, ich
hätte genaſcht, geſtohlen. Ich würde das
nie=
mals tun. Ich habe das nicht getan. Ich kann
nicht aushalten, wenn ſie ſo von mir denken. Ich
— dann kann ich nicht hierbleiben!” Blaſſer
noch als ſonſt brachte Ina dieſe Sätze heraus,
mit zuckenden Lippen. Und wußte danach ganz
Freſen Krich und Veyde (Fehde) an awam, ſo
hadden ſie enen goeden Cotroeſt an derGeſmiede, frieſiſcher Volkstracht, aber zu ungezählten
dar kunden ſe tor ſtunt Geld van maken und ſick
ut der Not redden.” Aber jetzt, ſo fährt der
einem Brief v. J. 1545 fort, wolle niemand
Nock Geld leihen; denn man gebe kein Geld
auf Lappen, die „de Worm” zerſtöre, wenn lie
nicht rechtzeitig eingelöſt werden. Man wußte
damals ſchon wie heute, was der durch die
Volkstracht geſicherte Goldſtandard für die
Wohlfahrt des Landes, die Sicherung des
Lebens zu bedeuten hatte, und man bangte um
den Verluſt dieſes Goldhorts, der dann auch
mit dem Einbruch der Seitmode der Nenaiſſance
dahinſchwand.
Iſt dieſe oſtfrieſiſche Goldtracht eine
Volks=
tracht im Sinn unſerer Volkskunde? Fraglos.
In ganz Deutſchland findet ſich nichts Gleiches.
Geſtanzte Goldbleche ſind zwar im ganzen
Mit=
telalter als Aufnähzierate der Kleidung beliebt,
aber nirgends findet man eine ſolche die
Volks=
tracht kennzeichnende Häufung des Goldſchmucks
wie bei der frieſiſchen Frauentracht, die in
direk=
ter Linie eine orientaliſche, das Abendland ſchon
in merovingiſcher Seit ergreifende
Modeſtrö=
mung in volkstümlicher Umbildung feſthält. Die
oſtfrieſiſche Volkstracht war keineswegs eine
Standestracht der adligen Geſchlechter. Es gab
nur Grad=, aber keine Artunterſchiede, wie man
ſich kleidete. Den pliſſeeartig gefalteten Nock
trugen in gleichem Schnitt Edelfrau wie
irgendwelche Vorſchriften über das Maß
er=
ringe, mit goldenen Platten beſchlagene Holz= laubten Goldſchmucks. „Aene Schattung”
durf=
ſchuhe, mit Derlen und Edelſteinen beſetzte, ten die Frauen auf dem Lande an Gold und
Doch kein Span, kein Pael, kein einziges
Goldplättchen dieſer oſtfrieſiſchen Volkstracht
Stolz waren die Frieſen auf ſolche von allen", iſt auf uns gekommen. Aber in Kirchenſchätzen
ein Anblick auch fürs Auge, wenn die frieſiſchen blechſtickereien auf liturgiſchen Gewändern und
im Abendland einzigartig daſtehenden Kleidung
palermitaniſcher, byzantiniſcher Kunſtwerkſtätten
nächſte Sukunft! „Wanneer dan de gemeene überſät ſind mit goldenen Aufnähzieraten. Nichts
feſt die Sähne aufeinander beißen, um nicht zu
weinen, bitterlich zu weinen. Aber es gelang ihr.
Fräulein Auerbach ſah, daß es dieſem Kind ernſt
war. Sie hatte beobachtet, was in den Wochen
vorgegangen war, nur von dem letzten Vorfall,
von dieſem Verdacht, wußte ſie nichts. „Wenn
du willſt, ſage ich es allen Kindern, daß du es
nicht getan haſt! Willſt du!?” Ina nickte ſtumm.
Da ließ Fräulein Auerbach mitten am
Vor=
mittag die große Glocke im Garten läuten, und
dreißig Mädchen ſtrömten zuſammen auf dem
freien PPlatz, an dem ſie ſtand. Fräulein Auerbach
ſtand mitten unter ihnen, und neben ihr Ina
Noſelius, der ſie die Hand gegeben hatte. „Ina
hat mir geſagt, daß ihr ſie beſchuldigt, je hätte
genaſcht und geſtohlen. Sie hat das nicht getan.
Sie würde es niemals tun. Ich weiß, daß Ina
mir die Wahrheit geſagt hat. Und ich ſage euch
das, damit ihr es wißt und euch danach richtet!
Das iſt alles, was ich wollte! Ihr könnt wieder
auseinandergehen!"
Damit ließ ſie die Kinder und Ina zwiſchen
ihnen, ging mit ſchnellen, knappen Schritten ins
Haus, in ihr Arbeitszimmer zurück!
„Die Neue hat gepetzt”. „Die Neue will ſich
bei ihr einſchmeicheln”, wurden ein paar
Stim=
men unter den Kindern laut. Aber da
wider=
ſprachen andere, zum erſtenma! in vier Wochen
zu Ina Noſelius Gunſten. „Ich finde, das iſt
kein Petzen.” „Ich finde das ſehr anſtändig!”
„Ganz richtig, daß ſie ſich wehrt gegen ſolche
Gemeinheit!” Und da war das Eis gebrochen.
An dieſem Vormittag gewann Ina die erſten
iſt zurückgeblieben von dem Goldhört oſfz
Cauſenden, in den mannigfaltigſten Formen
liegen die goldenen Sierplättchen aus den ge=
Autor dieſer Stelle, der Chroniſt Beninga, in hobenen Goldſchätzen ſüdruſſiſcher Kurgans in
der Eremitage Petersburg, der „Scherſſoen”
mehr auf einen nur mit Seidenwerk beſetzten ſkythiſch=ſarmatiſcher Volkstracht der
vorchriſt=
lichen Jahrhunderte.
Es regnet, Gott ſegnet.
Von Paul Eipper.
Früher, als ich noch in der Stadt wohnte,
bin ich mit Vorliebe an regneriſchen Abenden
ſpäzieren gegangen, durch möglichſt langweilige
Straßen. Es beglückte mich, zu erleben, wie der
Aſphalt „lachte”, einen frohen Glanz bekam
durch die Näſſe, Spiegel wurde für jedes kleinſte
Licht.
Nun — es klingt wohl recht abſonderlich —
ſeit ich am Waldrand hauſe, ſage ich mir bei
oft heißen Cagen heimlich, aber zu meiner
wohltuenden Beruhigung: vielleicht regnet es
morgen!
Mit ebenſowenig Bekleidung wie an
ſonni=
gen Vormittagen gehe ich auch dann durch den
Forſt hinüber zum Waſſer, bleibe ſogar eine
Weile länger am Ufer ſtehen, weil die
Negen=
tropfen wie elektriſierend die Haut maſſieren!
Es ſchwimmt ſich ſchön bei Negenwetter.
Wie erquickend jeder Atemzug bei dieſer
wür=
zigen, ſtaubfreien Luft! Und erſt der ſanfte
Schnellmarſch über den Moosteppich des von
Feuchtigkeit dampfenden Waldes!
Su Hauſe wird der Körper trocken gerieben,
bis die Haut ſich dunkel rötet, und dann ſehe
ich mir meinen Garten an. Auch jetzt weiß ich
keinen Ausdruck für die allgemeine
Negen=
beglückung in der Natur als „ein heiteres
Lachen”. Wobei das Lachen ebenſo mit dem
Ohr wahrgenommen wird wie mit dem Auge.
Die Solenhofener Schieferplatten meines
Geh=
wegs glänzen wie Elfenbein, warm und ſauber,
prangen mit ihrer Nunenſchrift, den braunen
Farnabdrucken aus jahrtauſendealter
Vergan=
genheit. Wie Siligran iſt jedes Blättchen, jede
Riſpe eingegraben, uralt und im Negen
plötz=
lich wieder ſtrahlend jung!
Meine Birke, gibt ſich in ihrer geraden
Schlankheit dem Regen hin, läßt das feine Laub
der Krone, dieſes gehauchten Wunders, vom
Regen zu lichtem Grün aufhellen. Dahinter
wuchten die Pyramidenpappeln auf, ſatt und
fleiſchig, und über ihnen ſtehen die Kiefern,
feierlich großartiger Abſchluß. Die Ninde
die=
ſer Kiefernbäume iſt heute ſchwarz vor
ange-
ſaugter Näſſe, und dort, wo das rötliche Holz
vom Specht oder Bohrwurm freigeſchält iſt,
leuchten die Säulenſtämme in fahlem Roſtbraun.
Die Erkenntnis dieſer ſichtbaren Schönheit
wird geſteigert durch den Klang der
Negen=
tropfen. Feſt und körperlich fallen ſie,
ſchlag=
artig auf die breiten Blätter der Primeln;
ſpritzend zerſtäuben ſie im Schwamm der
Moos=
polſter. Mit hellem Klingen, unter dumpfem
Crommelgeräuſch treffen ſie das Glasdach der
Veranda — ſingen eine einlullende Melodie,
die wie durch Koloraturen verziert wird, wenn
das Himmelwaſſer gluckſend durch die
Negen=
rinne läuft.
Ich rieche den Negen, rieche ihn durch den
Balſamduft der Erde und des Graſes; ich fühle
ihn, wenn ich plötzlich heraustrete vor das
Schutzdach, die zarten Frühlingsblüten anfaſſen
muß, weil auch ſie lachen in der glänzenden
Feuchtigkeit.
Schließlich ſchmecke ich den Negen,
ſchmecke ihn, indem ich einen der Sweige der
nachbarlichen Hängebirke vorſichtig hochnehme
und an meine Lippen führe. Jedes dünne
Aeſt=
chen, jedes eben ausſchlüpfende kleinſte Blatt
iſt mit einem diamantenen Waſſertropfen
ge=
ſchmückt, mit einer winzigen Kugel, die „nur
Licht” zu ſein ſcheint. So köſtlich und rein, daß
ich Cropfen um Cropfen aufſchlürfe — und
er=
freut bemerke, daß für jeden weggetrunkenen
ſofort ein neuer vom Himmel fällt.
Freundinnen im Heim. Wollen wir heute
Nach=
mittag zuſammen ins Dorf gehen!” „Soll ich dir
mein neues Buch leihen?” Mit derlei Fragen
näherten ſich ihr einige Kinder. Und plötzlich hieß
ſie nicht mehr „die Neue”, ſondern trug wieder
ihren Namen! „Willſt du mitkommen, Ina?‟
„Soll ich dir helfen Ina!?‟ Biſt du ſchon
fertig, Inal?” und alles wurde leicht. Da kam
es dann ganz von ſelbſt, daß man ſtatt warmem
Waſſer freiwillig ſich zu dem kalten entſchloß,
daß man ſich Cennis, Hockey, Kroquet zeigen
ließ und mitſpielte, und was die Puppe betrifft,
ſo fanden ſich noch drei, vier andere, die „
eigent=
lich” auch noch gerne mit ihr ſpielten — eigentlich,
wenn man ſich vor den Kameradinnen und ihren
Neckereien nicht zu fürchten brauchte. Das
Cagebuch aber, zuerſt der Gegenſtand des
ſchlimmſten Spotts, fand viele kleine, eifrige
Nachahmerinnen, und bald beſaßen ſie alle eines,
nur nicht alle ſolch feines, verſchließbares, wie
Ina Noſelius.
Ina aber hatte gelernt: nur nicht dulden,
nicht leiden, nicht abſeits ſtehen bleiben — es
gilt, ſich zu wehren, wenn man unter Vielen iſt,
auf ſich zu beſtehen und auf die eigene, kleine
Perlönlichkeit! Schreckliche Erinnerung, die
Seit, in der man „die Neue” war, ein armes,
dummes Schäfchen unter jungen, beutegierigen
Wölfen. Aber weil Ina Noſelius wirklich ein
feiner, kleiner Kerl iſt, verſucht ſie es den
ande-
ren noch nachträglich zu erklären, und zu
ver=
hindern, daß ſie es auch mit den neuen „Neuen”
ſo böſe treiben wie zuerſt mit ihr!
Sunndags=Noochmiddags=Bedrachdunge.
No, däß is ſchun ſeit alders ſo, nemlich wann
e Dienſtmädche Knall un Fall fortgeſchickt is
worrn, un es is e neies in ihr Fußdabbe
ge=
dräde, ſo hott däß neie Dienſtmädche noch
woche=
un monatelang däß alde Dienſtmädche for däß
verbrochene Borzzelan un ſo, verandwortlich
ge=
macht; un wo e Eck abgeſtoße, odder en Sprung
eneikumme is, ſo hott’s allemol gehaaße: „Däß
ſtammt vun meine Vorgengern”.
s ſcheint beim Rechierungswäxel ehnlich zu
ſei, wie beim Dienſtmädcherwäxel; bloß mit dem
Unnerſchied, daß ſich e Dienſtmädche, wann’s emol
endlaſſe war, gäje ſolchene Behaubdunge net
mehr wehrn konnt, während bei=eme
Rechie=
rungswäxel mer ſich neierdings ſchun im
vor=
aus gäje derordiche Vorwerf, bedräffs dem
be=
reits kabbuddene, un dem etwa in de Folchezeit
noch kabbuddenere Borzzelan, de Buggel ſauwer
halte mecht.
No, dem ſei ſchließlich, wie=em will, unſer
Dienſtmädcher— Verzeihung, unſer
Rechierungs=
maaſter wärrn halt zeiche miſſe, bei wem des
wenichſte odder des mehrſte Borzzelan „
geliw=
wert” wärd. Nor hab ich des Gefiehl, daß es
unſer deitſcher Haushalt uff die Dauer net mehr
verdregt, wann mer netebische vorſichdicher
mit dem bische Borzzelan umgeht, wo noch ganz
is; neies kenne mer uns vermudlich ſowieſo
kaans mehr a’ſchaffe
Iwwrichens was den Rechierungs= odder
wann mer will: „Syſtem”=wäxel abedrifft, ſo
ſoll, jo jetzt alles annerſter un beſſer
wärrn.
Mir fellt do en Ausſpruch vun unſerm große
Landsmann, dem Schorſch Kriſtoff Lichterbärch
ei, wo bekanntlich e geborener Owwerremſchter
war, un nooch dem unſer Lichtenbärchſtroß ihrn
Nome hott. Nemlich der hott emol vor edwa
hunnertunfuffzig Johr des große Wort gelaſſe
ausgeſproche, wo folchendermaße laute dhut:
„Soviel waaß ich, daß es annerſter wärrn
muß, wanns beſſer wärrn ſoll; awwer ob’s
beſſer wärd, wann’s annerſt wärd, däß waaß
ich freilich net”
Jedenfalls kann mer in däre Bezugnahm, un
uff unſer heidiche Zu=, Um= un Uffſtend a gewend
ehnliches ſage, dann du liewer Gott, es is in
de letzte zehe, fuffzeh Johr ſchun e paarmol
„annerſter” worrn, bloß „beſſer” hotts nie wärrn
wolle. Un mir ſcheints, aach beim neie„Syſtem”
wärds haaße: „Ganz ohne Notverordnunge geht
die Schooſe nicht .
Mer wärds valleicht annerſter haaße, dann
däß Wort „Notverordnunge” hott nu noochgrad
e bische en bittere Beigeſchmack. Un ſo wärd mer
valleicht ſage: „Verordnungsnote‟
Awer: „Notverordnunge” un „
Verordnungs=
note” — däß is hinne wie vorne ſo hoch, un
owwe wie unne ſo braad. — Un ſo wärd ſich halt
aach die nei Rechierung uff die alt Rechierung
beruffe, — wie die Dienſtmädcher beim
kabbud=
dene Geſchärr — un wärd ſage: „Däß ſtammt
noch vun meine Vorgengern ...."
Ich ſag bloß: „Beſchäfdichungsſteier!“
— noochher waaß mer ſchun Beſcheid —
Dann nemlich, uff Steiern kann des neie
Syſtem aach net ganz verzichte, im Gäjedaal,
mer is ſogor gehalte, wenichſtens die
Eikummens=
ſteier im voraus zu bezahle, vermudlich, weil
ſe denke, mer hett hinnedrei am End kaans
mehr —
Un jetzt waaß ich bloß net, ob die
Beſchäfdi=
chung mit=em Finanzamt, däre mer ſich
aſtands=
hallwer doch net ganz endziehe kann, ob alſo die
Beſchäfdichung, wo mer ſich mit dem Finanzamt
macht, aach unner die Beſchäfdichungsſteier
fellt ..
Wann ſchun, ja do bleibt aam jo, hohl mich
de Deiwel, nix annerſter mehr iwwrich, als daß
mer ſei ſemtliche Hend in de Schooß legt, un
Priffadijee wärd, un iwwerhaabt nix mehr
dhut. Dann, wie geſagt, s Steierbezahle
is jo äwe bald iwwerhaabt bloß noch die
aan=
zich Beſchäfdichung, däre mer noochgeh kann.
Odder awwer, wie ſtehts mit uns
wärk=
dädiche Hausfraue? — Fellt beiſpielsmeßich des
Koche aach unner die Beſchäfdichungsſteier? —
Ja in dem Fall mißt ich mich rechtzeidich
um=
ſtelle, un mißt mich ſo langſam mit de Rohkoſt
afreinde, wie der ſeeliche Nebukadnezer, der wo
jo bekanntlich in ſeine alde Däg aach bloß nor
noch vun Gras gelebt hott. — Un wie is es
mit=em Geſchärrſpiele. Fellt däß aach unner die
Beſchäfdichungsſteier? — In dem Fall ſchaff ich
mer e paar Kaffeedaſſe aus Babbedeckel a', un
äß im iwwriche mei Sach vum Babier. —
Fer=
ner: s Abſtaawe, Stuwebutze, Weſche un Flicke?
— Sin däß aach Beſchäfdichunge, for die mer
zur Strof Beſchäfdichungsſteier bezahle muß? —
No un unſer Geſchäftsleit, wann die an de
Ladedier ſteh, un gucke nooch Kundſchaft, is däß
äwenfalls e beſchäfdichungsſteierpflichdiche
Be=
ſchäfdichung? —
Un ferner; unſer baddeibollidiſche
Wander=
bredicher, die wo äwe mit ihrm Bauchlade voll
Sprich uff de Ortſchafte hauſſiern geh, un ſich
mit=em Stimmfang beſchäfdiche, miſſe die aach
Beſchäfdichungsſteier bezahle?
Un wann zwölf Moler uff aan Schlag aa
aanzich Fraa mole, wie’s drowwe uff de
diß=
jehriche Kunſtausſtellung uff de Kinſtlerkolonie
zu ſähe is, wer bezehlt do die
Beſchäfdichungs=
ſteier? — Ich nemm a, die Moler net, dann es
Bildermole is heit kaa ſteierflichdiche
Beſchäfdi=
chung mehr, ſundern däß is mehr uff e bische e
umſtendlich Art die Zeit verdriwwe. Annerſt leg
der Fall, wann a aanzicher Moler uff aam
Schlag zwelf Fraue zu mole hett, däß deht
dann eher in Beſchäfdichung ausorte, wo mer e
Steier druff lege kennt.
Iwwrichens, es kennt aach ſei, daß bei dem
Exbäriment, wo alſo zwelf Moler aa Fraa mole,
un es Bubligumm muß rote, welch die richdich
is,
— alſo es kennt aach ſei, daß mer
ſteier=
tächniſch die Sach ſo faſſe dhet, daß endwedder
die Fraa, wo ſich dene zwelf Moler zur
Ver=
fiechung geſtellt hott, for die Art Beſchäfdichung
Steier bezahle mißt; odder awwer des
Bubb=
ligumm, wo ſich damit beſchäfdicht, eraus zu
kriege, welche vun dene zwelf die richdich is —
Jedenfalls, was die Beſchäfdichungsſteier
be=
drifft, do bin ich uff alles gefaßt. Un ich bin
däßhalb nor froh, daß die zwelf Moler, in ihre
Exbärimendierſucht, ſich net uff mich geſtärzt
hawwe, dann ich weer dene bei dem Exbäriment
unner de Hend gebliwwe, un hett hinnenooch
aach noch Steier defor bezahle därfe ...
E' ganz nei Beſchäfdichung wärd awwer
neechſtens uffkumme, die wo aam e bische an die
gude alde Zeit erinnern dhut, wo’s alſo Leit
gäwwe hott, die wo ſich demit beſchäfdicht hawwe
Kubboh zu ſchneide, bis ſe Schwiele an de
Finger hadde wie en Stadtdaglöhner. Mit de
Kubbohſchneiderei is es allerdings heit nix
mehr, awwer demnechſt wärd mer — „Vierer”
rolle, dann wie ich mer hab ſage loſſe, ſolle die
Vierfennichſticker, for die kaa Menſch e Indräſſe
un e Verlange hatt, zwangs= und millionenweis,
in de Verkehr gekurwelt wärrn, vermudlich um
die Wärtſchaft domit azukurwele. No, wer
waaß, ſo e Roll Vierer gibt aach e Stick, un
wann aaner genuch „Vierer” hott, dann kann er
in die nechſtbeſt Wärtſchaft geh, un kann ſich
ſo=
gar ſo en klaane Rauſch akurwele, däß is aach
e Beſchäfdichung. Vielleicht ſolle die „Vierer”
aach bloß däßhalb zwangsweis in Verkehr geſetzt
wärrn, daß mer ſich dofor en Schnabbs kagfe
kann, indem die Rechierung in Erfahrung
ge=
bracht hott, daß gäjewärdich es ganze Volk
Bauchweh hott, eiſchließlich unſerer
Stadt=
verwaldung, die wo mer jo nodgedrungenerweis
ſchließlich aach noch zum Volk zehlt.
Dann nemlich unſer Stadtverwaldung,
ins=
beſunnere unſer Allerowweröwwerſter,
beſchäf=
dicht ſich äwe mit dem Broblem: „Wie ſag ich’s
meinem Kinde!” — Un do hott er neilich ſeim
gepräßte Härze vor de Darmſtädter Präſſe Luft
gemacht, s war ſo e Art Beicht, nor es „
Abend=
mahl” is ausgebliwwe. Ja, noch net emol en
Schluck Reſchiewei hotts gäwwe, wodemit mer
wenichſtens die owwerborjemaaſterliche
Deffe=
ſidd=Eleſchie ſtandesgemeß hett beweine kenne..."
Un domit kemt ich zum Schluß widder uff
de Afang, dann aach unſer Herr Owwerowwer
kann’s mache, wie die Dienſtmädcher, indem er
ſeegt: „Däß ſtammt noch vun meine
Vor=
genger!
Was dohärngäje die neumol Weiſe uff
Stadhaus dezu zu ſage hawwe, däß wärd mer
nechſtens heern.
Ob die iwwrichens for die nutzloſe Beſchä
dichung a ach Beſchäfdichungsſteier bezah
miſſe? ...."
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Bekanndlich he
ich, außer meim Schnittlaachſtock, un epaar Ger
niumwildling, weiders kaa Blumezucht dehaau
Ich frei mich halt an de Bliede drauß in
Nadur.
Dohärngäje hab ich, ſeidem ich mich ſo
nehernd bald värrzich Johr zu meim Brifa
vergnieje mit Bolledick beſchäfdich, mir e zim
lich ausgedehnt „Stielbliedeſammlun
agelegt, an der ich mich in driewe Stunde e
freie un ergötze kann.
In de letzte Johrn allerdings hott ſich n
Sammlung kaum vermehrt. Dannuffdem Mi
beet vun unſerm deitſche Barlamendarismuß
deije heit kaa „Stielbliede” mehr, heechſte
Kackdiſſer ...."
Noja, wo rohe Kräfte ſinnlos walte, do le
ſich kaa Gebild geſtalte; un zur Pflege der Sti
bliede geheert nu emol Geiſt, die Fa
dhun’s net —
Um ſo erfreilicher is es, wann mer als en
in de Zeidungsſpalte noch ſo e kimmerlich Sti
bliedche endeckt. So zum Beiſpiel, wie ſich
Woch aaner vun meine Kolleeche aus de Wa
ſtroß aans geleiſt hott, wo er en bollidiſ
dumme un rohe Buweſtraach beſchreibt, un
dann im Eifer zu dem Satz verſteicht: „De
Faß ſetzte man die Krone auf, ind
man” — — uſw. Alſo e Faß, dem mer die Kr
uffſetzt?! — Afaach glenzend, däß kennt ſog
vum Pallenberg ſei. — Jedenfalls, dem Sti
bliedche is, in unſere humorloſe Zeit, en Ehre
blatz in meine Sammlung ſicher
Jwwrichens, weil grad die Redd war v
unſere humorloſe Zeit. — Die Woch hawwe
dem Frankforter Dichter Adolf Stoltze ſe
neunzichſte Gebortsdag gefeiert mit Bombe
Gramade. Mir hedde in dem Fall hinner
Fra=
fort net zurickzuſteh brauche, indem aach
Woch e Darmſtädter Dichter un Vol
mann, wann aach net ſein neunzichſte, awn
doch ſein ſibbzichſte Gebortsdag gefeierthe
allerdings: „fern von der Wäld verworren
Gedriewe”, nemlich drowwe uff=em Felsbe
mitte in ſeim geliebte Wald. No un
waa=
aach kaa Menſch hott weiß wärrn ſolle, ſo wi
er mir’s doch net verwehrn, — mei lien
Freund un Bruder in Apoll, unſer Dock
Schorſch Büchner —, wann ich em noc
dräglich graddelier. Un wann er ſich aach noch
aſch dagäje ſtraibt, awwer bei ſeim neu
zichſte Geburtsdag geht die Sach net ſo di
mah ab, dann was die Frankforter kenne,
kenne mir noch lang —
Küchenzettel vom 13. bis 19. Juni 1932.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag, 13. Juni: Haferflockenſuppe,
Kar=
toffel=Auflauf m. Käſe. (Rezept v. 6. 7. 31),
Salat.
Dienstag, 14. Juni: Rahmſuppe,
Schweine=
kotelett m. Karotten und Kartoffeln.
Mittwoch, 15. Juni: Karottenſuppe (Reſte),
Maultaſchen m. Spinat gefüllt, mit brauner
Butter übergoſſen.
Donnerstag, 16. Juni: Frühlingsſuppe,
Reisgemüſe m. geſchnitzelter Leber. Rezept v.
20. 4. 32.
Freitag, 17. Juni: Lauchſuppe, feiner
Fiſch=
auflaufk) m. gemiſchtem Salat.
Samstag, 18. Juni: Sagoſuppe, Kartoffel=
Schichtſpeiſe, Salat.
Sonntag, 19. Juni: Bayreuther Suppe E,
Schmorbraten m. Spargel, Kartoffeln, Salat.
Obſttörtchen.
*) Feiner Fiſchauflauf. Zurechtgeſchnittene
Fiſchfilets bringt man in ½ Liter
Fleiſch=
brühe, die mit 14 Liter Wein abgeſchmeckt iſt,
läßt ſie aber nun in der kochenden Flüſſigkeit
einige Zeit ziehen. Inzwiſchen bereitet man aus
Butter, etwas Mehl, Salz, Pfeffer und dem
Fiſchſud eine weiße Grundſauce, die man mit
zwei Eidottern abzieht, und mit geriebenem
Schweizer= oder Parmaſankäſe vermiſcht. In eine
gut gebutterte Form kommt abwechſelnd Sauce
und Fiſch= bedeckt alles mit Sauce, geriebenem
Käſe, Butterflöckchen und Semmelbröſeln und
hackt es eine halbe Stunde etwa im heißen Ofen.
Ungekochte Kompotte von
Dörr=
obſt. Die meiſten Hausfrauen werden ganz
ſicher bei Verwendung von gedörrten Aprikoſen
und Backpflaumen, dieſe nach vorherigem
Ein=
weichen, immer gekocht haben. Doch das
iſt gar nicht nötig. Man muß nur beide 2—3
Tage vor Genuß mit kaltem Waſſer zum
Wei=
chen hinſtellen. Man erſpart auf dieſe Weiſe
nicht nur die Arbeit des Kochens, ſowie an
Heizkraft, ſondern man kommt auch auf dieſe
Weiſe der Forderung: erhaltet die
lebenswich=
tige Vitaminel in gewünſchter Weiſe nach und
erzielt trotzdem ein wohlſchmeckendes Kompott,
da ſowohl Pflaumen, wie Aprikoſen völlig
weich werden.
E.
Waac
Nummer 471.
Aufgabe 668.
Knud Hannemann in Kopenhagen.
(3. Preis der Klaſſe B: Dreizüger im
Proble=
matikus=Turnier 1925/26 des Chemnitzer
Tage=
blatts.)
z b d g
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Kh6 Dd8 Lc1. d5 8e2, e6 Be3;
Ke5 Ta4, h4 Lg3 8a7, Bf5, f6, 3, h5.
Aufgabe 669.
G. Heathcote.
(1. Preis, Hampſtead und Highate Expreß, 1905.)
Weiß: Kg8 Dh7 Tel e7 La2, b2, Sa4, b7 Bb3. g7 (10);
Schwarz: Kd5 Dh1 Ta5 h5 Ld1, g1 5d4 Ba6, 27, 03,
h2 (11.
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 666—667.
666. M. Bukofzer. 1. Tb7—d41 droht 2. Dxd4F. Das
erſte Problem mit ſieben Verſtellungen ſchwarzer Figuren durch
einen ſchwarzen Springer, wobei der Springer zum ſchwarzen
König in der Diagonale aufgeſtellt iſt.
667. E. Brunner. 1. Da8—b 71 (droht 2. Sb54) T15
2. Dh71 1. Nk7 2. Pe7! Die überliſtung des ſchwarzen
Turmes macht die Aufgabe ſehr ſchwierig.
Krieg.
*
G
Leanfe Wen e n
Carl
Wabenrätſel.
ei
deubel.
Um jedes Nummerfeld gruppiert ſich ein
Wort von ſechs Buchſtaben, das an der
Pfeil=
ſpitze beginnt und in Richtung eines Uhrzeigers
verläuft. Die Wörter bedeuten: 1. deutſche
Stadt, 2. kleines Raubtier, 3. deutſcher
Dra=
matiker, 4. kleines Gewäſſer, 5. ſanfter Wind,
6. Verehelichung, 7. Notizpapier.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 23.
Wozu raucht man Zigaretten?
1 Zebra, 2 Urban, 3 Aſter, 4 Säbel, 5 China,
6 Heine, 7 Eiche. — „Zu Aſche!”
Ein Sprichwort.
Anker, Kelle, Blaſe, Lager, Biene, Linie, Hafer,
Stück, Welle, Aller, Breſt, Münze, Orkan, Stern,
Friſt, Einer, Miete Henne Kamel. Pfand, Hegel,
Miene. Nonne.
„Klagen füllen keinen Magen”.
Erfahrung.
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl., für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—
Er: „Den Hund wirſt du nie ſo weit bring
daß er dir gehorcht!”
Sie: „Ach, da muß man nur Geduld haben.
dir war es anfangs auch ſchwierig.”
Gerechtfertigt. Der Zauberkünſtler ſtand
ſichtlicher Erregung vor ſeiner grimmig dre
blickenden Gattin, und ſuchte fieberhaft in ſeir
Taſchen; er brachte u. a. ein Kaninchen, ein
Geranientopf ſieben Eier, drei Fahnen, ein
Vogel im Käfig, zwei Meerſchweinchen, e
Schale mit Goldfiſchen und ſchließlich eine Tro
mel heraus. Als er alles ausgebreitet haf
richtete er ſich triumphierend auf und ſagte:
habe dir doch geſagt, daß ich den Brief in
Kaſten geworfen habe, den du mir heute f1
mitgegeben haſt.”
Empfehlenswert. „Geſtern bin ich in ein
ſehr billigen Lokal geweſen.” — „So, was k
du denn da bekommen.” — „Ich habe eine T
Kaffee, zwei Stück Kuchen und einen guten Me
tel für 50 Pfennig bekommen.”
Das Beſſere. „Ich weiß nicht: Soll ich
meiner Tochter ein Klavier oder eine Ge
ſchenken?” — „Kaufen Sie ihr eine Geige.
können Sie zum Fenſter herauswerfen, wenn
es gar nicht mehr aushalten.”
Berechtigter Wunſch. „Mammie bekomme
nicht bald ein kleines Schweſterchen?"— „Wart
denn?” — „Ach, es iſt ſo langweilig, immer b.
die Katze zu quälen.”
2392.— Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verbot”
s Cape — im Wandel der Seiten.
immbe
en
Tape vertritt einen ſo individuellen
il, daß es nicht verwunderlich erſcheint
dieſe Motive ſich zu jeder Modeepoche
g verſchaffen konnten, wiewohl man ſich
arüber täuſchen darf, daß ſie nicht jeder=
Sache ſeien und es zwei Gruppen gäbe:
die dem Cape unumſchränkten Beifall
und die änderen, die es rundweg ab=
Modiſche Kompromiſſe aber wurden
licherweiſe auf dem Gebiete der
Cape=
tiemals geſchloſſen.
n darum iſt es abſolut verſtändlich, daß
igenwillige Modeſtil gerade heuer wieder
Geſellſchaftsbilde) kennzeichnen die Mode um
1670, Rüſchen und Volants geben den Kleidern
und Cape=Umhüllen Grazie und Leichtigkeit.
Faſt übermütig in der Linienführung ſind
die Capes der Thereſianiſchen Zeit. Kurze
Faſſons und launige Rüſchchen ſind an der
Tagesordnung und die Wirkung iſt — zu der
ſockigen Perücke — ſicherlich ganz ausgezeichnet!
Wenige Jahre ſpäter ſchon verändert ſich
die Mode in ganz auffälliger Weiſe. Alles
Ueberflüſſige verſchwindet, ein „Neu=
Klaſſizis=
mus” macht ſich geltend: wir halten bei den
modiſchen Vorläufern des Empire=Stils.
If den
hafl
in er ſich aa
n ſich reden macht, denn man weiß, daß
akteriſtiſche und perſönlich=gehaltene
Be=
gskunſt beſonderer Wert gelegt und eine
nelle Auslegung der Tagesmode immer
rt wird.
wir aber von den verſchiedenen
Vari=
der gegenwärtigen Capemode ſprechen,
wir vorerſt mit den Vorläufern dieſes
ertraut werden, da daraus deutlich
her=
daß die Capes nicht etwa eine
will=
modiſche „Konſtruktion” ſind, ſondern
il aufgefaßt werden müſſen, der ſchon
klei Wandlungen mitgemacht hat und
maßen erprobt iſt.
die Mitte des 16. Jahrhunderts iſt —
rs in Deutſchland — eine ausgeſpro=
Lapemode zu verzeichnen, die in erſter
für die prächtigen
Repräſentations=
er in Frage kommt, die die
Ritter=
bei großen Feſten, Bällen und
Tour=
tragen. Das Cape iſt hier nicht etwa
diſche „Koketterie” zu werten, ſondern
en „Abſchluß” darſtellen (Trennung vom
abſichtliches Zurücktreten der
Weiblich=
ſiegung der Eitelkeit uſw.) Faſt
klöſter=
ng ſind mitunter die kleinen Capes, die
5 Jahr 1550 getragen werden.
Menſchenalter ſpäter, alſo etwa um 1580
ie dekorative Wirkung des Capes
in=
geſteigert, als es nun vielfach aus Fell
tet iſt und damit einen „höfiſchen”
An=
hält. Hermelin und Purpur ſind die
ten Materialien, die mit Kronen=
und Krauſe wahrhaft fürſtlich ausſehen.
en die Mitte des 17. Jahrhunderts
er=
as Modebild eine markante Wandlung;
außere Effekte”, nicht maßloſer
ondern ein eigenartigesKolorit
das zu dieſer Zeit bewundert wird.
eginnt auf dieſe Weiſe der Garderobe
lebolle Akzente zu geben, die aber nicht
n der Farbe, ſondern auch im Schnitt
en ſind; ſo zum Beiſpiel werden die
mehrfach gebauſcht, abgebunden, ge=
und farbig unterlegt, die Capes gezackt
doppelt verarbeitet, außen und innen
Eſchiedener Farbe. Kein Zweifel, daß
Labes zu den engen „Wamsformen”
ten Hälfte des 17. Jahrhunderts ſehr
ch ausnehmen.
rlziöſe Formen und eigenartige
Mate=
laftartige Gewebe erſcheinen nun im
Um 1800 haben die Perlerinchen zwar
viel=
fach wieder abgeſtufte Formen, doch iſt die
Wirkung „geſchloſſen”, alſo auf die Silhouette
bedacht und jedem Krimskrams abhold.
Viele Saiſons hindurch, ja faſt ein
Jahr=
zehnt lang hält die Mode an dieſer
eigen=
artigen Richtung feſt; bald aber beginnt man
die Capes mit geſchweiften Kragen (
Vater=
mörder=Form) zu verſehen und es entſteht nun
zum erſten Male die Grundidee des Herren=
Revers.
Es folgen nun ein paar Jahre modiſcher
Gleichförmigkeit, bis endlich die Wiener=
Kongreß=Zeit der Weltmode ein ganz neues
Ge=
präge gibt; man wendet ſich fortan einem
ſpieleriſchen Stil zu und bringt kleine
Pe=
lerinchen, die weder Ergänzung des Kleides,
noch auch wirkliche Umhüllen, ſondern launige
Mode=Improviſationen ſind!
1860 deutet ſchon die rückendrapierten Linien
an, die Silhouette wird trotzdem ſchlanker.
Schultertuch=ähnliche Capes kommen nun in
Mode, ſind aber — da auf Details der
Aus=
arbeitung nicht verzichtet werden ſoll — mit
Rüſchen oder Spitzen, gelegentlich auch mit
Fell gekantet.
Steif, phantaſielos und krampfhaft wirkt
die Mode des zu Ende gehenden 19.
Jahr=
hunderts: wir ſind bei einer ſchlimmen Kitſch=
Epoche, die auch die Modekunſt beherrſcht,
an=
gelangt.
Faſt erheiternd wirken die Cape=Ideen
dieſer Zeit, die wir ja von den Bildern
unſerer Großmütter kennen. Viele Reihen von
Volants ſind ſehr gebräuchlich (dazu die langen
Röcke mit dem Beſen=Börtchen=Abſchluß, der
geradezu die Straßenreinigung beſorgt!) und
das über und über mit Bändern, Blüten uno
Federn beladene Toller=Hütchen, das — wie
vom Winde angefegt — auf der Schopffriſur
ſchaukelt!
*
Und nun zu dem Capes von heute, die —
wie man ſieht — „Tradition” haben!
Sie ſind — im Gegenſatze zu den Motiven
aller anderen Epochen ganz auf ſchlichte
Sach=
lichkeit bedacht, gleichviel ob es ſich um ein
Trotteurkleid handelt, deſſen Cape mit zwei
Einſchnitten verſehen iſt, durch die der Gürtel
gezogen wird (Bild 1) oder um den Mantel,
den man für viele Gelegnheiten tragen will
und der ein kleines Schultercape bringt
(Figur 2) oder um das Nachmittagscomplet aus
heller Seide, deſſen faltiges Cape mit der
Rock=
partie harmoniert und das natürlich
abnehm=
bar iſt (Modell 3) oder ſchließlich um das
abendliche Kleid, für das anſtelle jeder
an=
deren Umhülle ein in der Mitte durch einen
Blütenſtrauß niedergehaltenes Cape gewählt
wird (Figur 4).
Aus alledem geht hervor, daß die neue
Capemode ausgezeichnet „durchgearbeitet” wurde
und künſtleriſch wirklich auf der Höhe iſt.
Willy Ungar.
Verwandlungskleider
waren niemals ſo aktuell wie eben jetzt, zu
einer Zeit nämlich, da jede Dame mit einem
auf das Knappſte eingeſchränkten Budget
rechnen muß und aus dieſem Grunde
ge=
zwungen iſt, ein= und dasſelbe Kleidungsſtück zu
vielerlei Gelegenheiten zu verwenden, ſo daß
der Gedanke der „Verwandlungsfähigkeit”
eines Modeentwurfes ſich einem geradezu
auf=
drängt. Kleider, die durch einen gewiſſen
„Trick” eine abſolute Metamorphoſe erleben,
ſind eigentlich keine Neu=Entdeckung, denn auch
die Mode der früheren Jahre befaßte ſich mit
dieſem Thema ſehr eingehend. Damals, als
Sparmaßnahmen noch nicht notwendig waren,
handelte es ſich allerdings nur um eine
ſpieleriſche Modelaune, während heute der
Fall ganz anders liegt. Die
Wandlungsfähig=
keit des Kleides iſt zur Grundbedingung
ge=
worden und die Geſchicklichkeit der Schneiderin
und der Geſchmack der eleganten Frau wirken
auch an heißen Tagen fürs Büro verwendet.
Ein ſolches Kleid mit glockiger Rockpartie und
viereckig ausgeſchnittener Oberteil iſt als letzte
Figur unſeres Bildes feſtgehalten. Ein
brei=
ter, grellfarbiger Gürtel gibt einem ſolchen
Stück das ſommerliche Gepräge. Natürbich
wird nicht jede Dame den Weg ins Amt oder
zum Sportplatze in einem ärmelloſen Kleide
zurücklegen wollen und unter allen Umſtänden
eine Umhülle für notwendig erachten. Nun iſt
aber ein Mantel, der an warmen Tagen auch
viel zu ſchwer wäre, durchaus erläßlich und es
wird ein aus dem Materiale des eben
be=
ſprochenen Kleides hergeſtelltes Jäckchen
vor=
gezogen, das rückwärts verſchloſſen iſt und mit
ſeinem Schößel=Effekt und ſeinen Puffärmeln
ſehr reizend wirkt (vorletztes Bild).
Zu dem ſo entſtandenen Complet werden
halblange Handſchuhe und ein flacher Hut
getragen, ſo daß die Geſamtwirkung ſehr ſchick
iſt und mit geringen materiellen Opfern ein
ſchöner Effekt erreicht wurde.
Das „formelle” Abendkleid iſt — da man
ſo=
viele andere bedeutend dringlichere modiſche
Bedürfniſſe hat, in letzter Zeit ſtark in den
Hintergrund getreten, und zwar zugunſten des
„kleinen” ſommerlichen Geſellſchaftskleides, das
allerdings derart kombiniert ſein muß, daß es
eigentlich auch für nachmittägliche Beſuche, für
die Sommerfriſche uſw. in Frage kommt.
Unſere links ſkizzierte Gruppe zeigt die Löſung
dieſes „Mode=Rätſels”,
Das Abendkleid wird in dieſem Falle nicht
mehr ganz lang gearbeitet, ſondern etwas
kürzer gehalten und aus einem Materiade
her=
geſtellt, das nicht nur für künſtliches Licht, ſon=
nun zuſammen, um Schönes und wirklich
Zweckentſprechendes hervorzubringen.
Unter dieſen Umſtänden iſt es
außerordent=
lich intereſſant zu beobachten, mit welcher
„Leidenſchaft” ſich die führenden Salons dieſes
Themas bemächtigt und es ſich geradezu zur
Aufgabe und Pflicht gemacht haben, der Frau
von heute das zu bieten, was ſie wirklich
braucht: ein für mehrere Zwecke verwendbares
Garderobeſtück.
Auf dieſe Weiſe entſtehen außerordentlich
klugerdachte Modeſchöpfungen: man kombiniert
die leicht=ſportliche Dreß mit dem
Straßen=
kleide, die Trotteuraufmachung mit der
nach=
mittäglichen Garderobe, das Beſuchskleid mit
dem Abendkleid.
Für den erſten Augenblick ſcheint es kaum
glaublich, daß derartige Zuſammenſtellungen
möglich ſeien und gut wirken können, doch lehrt
die Praxis, daß auf dieſe Weiſe nicht nur
ſchöne Erfolge zu erzielen ſind, ſondern auch
den modiſchen Bedürfniſſen der Frau von heute
bis ins letzte Detail Rechnung getragen wird.
Wenn man die Eigenart der „
Verwand=
lungsmode” erfaſſen will, iſt es am beſten, die
neue Richtung an Hand von markanten
Bil=
dern zu ſtudieren, weshalb wir einige aparte
und für die Mode der nächſten Zukunft
rich=
tunggebende Skizzen beſprechen wollen.
Beginnen wir mit der primitivſten
Auf=
machung, mit dem „kleinen Kleide”, das man
einerſeits für ſportliche Zwecke (vor allen
Dingen zum Tennis) braucht, andererſeits aber
dern auch für die Tages=Wirkung beſtimmt iſt.
Am gefälligſten ſehen zweifellos die
verſchie=
denen paſtellfarbenen Seiden aus.
Kombiniert man nun dieſes Abendkleid mit
einem Bolero=Jäckchen, deſſen kurze Aermel
durch einen Streifen von Phantaſiefell in
effekt=
voller Art garniert ſein können, gewinnt man
eine elegante Nachmittagsaufmachung, zu der
ein breitrandiger Hut wunderſchön und
male=
riſch ausſieht.
Das „kleine Promenadekleid” muß
gelegent=
lich auch für den Nachmittag verwendbar ſein,
da auch die elegante Frau in ihren
For=
derungen beſcheidener wurde und zu
Konzeſ=
ſionen bereit iſt.
In unſerem erſten Bilde begegnen wir einem
flotten Leinenkleide (Leinen iſt nämlich in allen
ſeinen Farben und beſonders in grobknotiger
Webart ſehr beliebt) mit glockigem Rockanſatz
und kurzen Cape=Flügeln, die viel beſſer
ge=
fallen als der lange Aermel.
Wenn man nun für den Nachmittag aus
einem buntdeſſinierten Leinen oder aus Kreton
ein vorne geknöpftes größeres Cape arbeitet,
den ſommerlichen Hut innen mit dem gleichen
Materiale beſpannt und auch die Taſche aus
dieſem bunten Gewebe herſtellt (Figur 2),
ent=
ſteht ein nachmittägliches Promenadecomplet,
das manche begeiſterte Anhängerin finden wird.
Man ſieht alſo, daß der „
Verwandlungs=
gedanke” in der Mode zu jenen Anregungen
gehört, die zweifellos große Zukunft haben.
Willy Ungar.
Nummer 162
Darmſta
blatte
Sonntag, den 12.
Die Grundſätze des Reichsbankpräſidenten.
Keine Zufluchk zu ausſichtsloſen Währungsexperimenken. — Skillhalte-Abkommen als Zahlungspauſe.
Warum kein Auslands=Morakorium?
Verſtärkte Pflege des Binnenmarkkes
nolwendig.
Auf der Tagung des Langnamvereins in Hagen hatte
Reichsbankpräſident Dr. Luther einen Vortrag über die
Pro=
bleme der deutſchen Reichsbankpolitik gehalten, deſſen Inhalt der
Oeffentlichkeit nicht bekannt gegeben wurde. Der DHD. iſt in der
Lage, die weſentlichen Punkte des Vortrages wiederzugeben. Dr.
Luther befaßte ſich in ſeiner Rede mit ſämtlichen im Mittelpunkt
der öffentlichen Erörterungen ſtehenden Problemen und
Vorſchlä=
gen zur deutſchen Währungs= und Kreditpolitik. Er führte u. a.
aus: Auch gegenüber Fragen der Kreditausweitung müſſe es
Grundregel der Notenbank bleiben, den Parallelismus der Waren=
und Geldſeite der Wirtſchaft aufrecht zu erhalten. Das
geham=
ſterte Geld müſſe man mitzählen, da es in jedem Augenblick in
den Umlauf zurückkehren könne und bei großen Beträgen Einflüſſe
auf die Warenſeite ausüben könne. Die Reichsbank könne ſich
nicht einſeitig auf beſtimmte Riſiken feſtlegen, und es wäre darum
auch verkehrt, wenn ſie ihrerſeits ein Kreditausweitungsprogramm
aufſtellen würde. Bei der Frage der Deckung der Währung
be=
kämpfte Dr. Luther den Irrtum, daß die Deckung der Währung
der weſentliche Punkt ſei. Luther trat energiſch dafür ein, daß
das Gold der einzige internationale Wertmaßſtab bleiben müſſe.
Ein beſſeres Mittel ſei bisher nicht gefunden worden. Die jetzt
häufig vorkommenden Clearing=Abkommen, bildeten nur einen
ſchlechten Erſatz des bisherigen, mit Hilfe des Goldes
vorgenom=
menen General=Clearings. Die gegenwärtigen Deviſenſperren und
Stillhalteabkommen ſeien nur vorübergehende Notmaßnahmen.
Man werde auch in Zukunft das Gold als Mittel, das
transpor=
table Werte ſchaffe, die international zum Ausgleich verwandt
werden können, nicht entbehren können. Die Goldproduktion habe
ſich im großen und ganzen mit der Entwicklung der
Warenerzeu=
gung im Einklang bewegt. Eine Hypothekenwährung lehnte Dr.
Luther ab, weil ſie beliebig vermehrbar ſei. Eine
Weltindex=
währung ſei wohl theoretiſch denkbar, aber praktiſch
undurchführ=
bar. Die Mittel, die die Vereinigten Staaten von Nordamerika
auf dem Gebiete der Währungs= und Kreditpolitik bisher
ange=
wandt hätten, ſeien nicht in der Lage geweſen, die Wirtſchaft
wie=
der in Bewegung zu bringen. Bei einer Beſprechung der
Dis=
kontpolitik der Reichsbank wies er dann darauf hin, daß zu einer
Ankurbelung der Wirtſchaft die Zinsſenkung in Deutſchland bisher
leider nicht geführt habe.
Zur Moratoriumsfrage führte Dr. Luther aus: Durch die
Schaffung einer Zahlungspauſe habe man davon abſehen können,
ein Moratorium zu verkünden, dem es an einer geiſtigen
Vorberei=
tung des Auslandes gefehlt hätte. Man hätte alſo mit einer viel
größeren Gefahr rechnen müſſen, als wenn man ſpäter zu einem
Moratorium übergehen würde. Man müſſe die Linie des
ehr=
baren Kaufmannes ſolange wie möglich einhalten. Dann würde
auch ein Moratorium, zu dem es ſehr wohl kommen könne, wenn
der Ueberſchuß in der deutſchen Handels= und allgemeinen
Lei=
ſtungsbilanz immer geringer wird, von der ganzen Welt anerkannt
werden und nicht die früher gefürchteten Gegenmaßnahmen
aus=
löſen. Die Einführung einer Binnenwährung lehnte Dr. Luther
ab unter Hinweis auf die Entwicklung in Rußland.
Binnenwäh=
rung ſei identiſch mit Außenhandelsmonopol. Der Außenhandel
ſei zwar zu pflegen, das könne aber nicht vermittels eines
büro=
kratiſch gehandhabten Außenhandelsmonopols geſchehen.
Schließlich ſtreifte Dr. Luther noch das Problem der Autarkie.
Dieſe laufe auf die Frage hinaus, ob man alles auf den
Tauſch=
handel abſtellen könne. Der Tauſchhandel ſei aber geeignet, die
Notlage Deutſchlands noch zu vergrößern. Man müſſe ſich
dar=
über klar ſein, welch große Umſtellungsnotwendigkeiten in der
Induſtrie mit der Autarkie verknüpft ſeien. Mit dem
Inlands=
markt allein könnten wir unſer Volk nicht ſo beſchäftigen wie unter
Einbeziehung der Ausfuhr. Wenn Autarkie die Pflege des
Binnenmarktes bedeuten ſolle, dann ſei man hierin einig. Das
Ziel der Selbſternährung durch die deutſche Landwirtſchaft ſei eine
anerkannte Politik, obwohl ſie zu höheren Nahrungsmittelpreiſen
als zu Weltmarktpreiſen führe.
Die Lage am Geld= und deviſenmarkk.
Am Geldmarkt war in der abgelaufenen Woche die Lage
wie=
der recht flüſſig. Der Tagesgeldſatz blieb während der ganzen
Woche mit 4 Prozent unverändert. Selbſt die etwas verſtärkte
Nachfrage, die ſich gegen Ende der Woche infolge der Fälligkeit der
Einkommenſteuer bemerkbar machte und in einer leichten
Verknap=
pung auswirkte, kam noch nicht in einer Erhöhung des
Tagesgeld=
ſatzes zum Ausdruck. Warenwechſel finden weiter reges Intereſſe,
da ſie eine etwas beſſere Verzinſung als Privatdiskonte gewähren.
Bei äußerſt knappem Angebot wurden hierfür 5 Prozent bezahlt.
Die ſtarke Nachfrage für Wechſel erklärt ſich wohl in der
Haupt=
ſache daraus, daß ſie für Anlagezwecke in der jetzigen Zeit
gegen=
über den Effekten bevorzugt werden, beſonders Warenwechſel, bei
denen die Sicherheit infolge der Warengrundlage beſonders hoch
erſcheint. In Privatdiskonten, die mit 4½ Prozent bezahlt
wur=
den, kam zeitweiſe etwas mehr Angebot heraus.
Am Deviſenmarkt trat der Dollar mit größerer Feſtigkeit
her=
vor, nachdem er in den letzten Wochen andauernd Schwächeneigung
erkennen ließ. Hierbei dürfte in erſter Linie der Umſtand eine
Rolle ſpielen, daß die Etatsdeckungs=Vorſchläge in den
Parlamen=
ten angenommen wurden, ferner die Vermutung, daß die
Gut=
haben der europäiſchen Banken keinen allzu großen Umfang mehr
haben dürften. Auch ſcheinen ſich die großen Goldverſchiffungen
jetzt nach und nach ſtärker auszuwirken. Demgegenüber erfuhr
das engliſche Pfund eine Abſchwächung. Die Reichsmark war
be=
ſonders zu Beginn der Woche im Auslande feſter veranlagt. Der
ſüdſlawiſche Dinar erfuhr eine nicht unbeträchtliche Abſchwächung
des Kurſes, wofür als Hauptgrund angeführt wird, daß die
Ex=
porterlöſe in Südſlawien gegenwärtig kaum verwertet werden
können. Die Umſturzbewegung in Chile war im Deviſenkurſe
kaum zu erkennen, da wegen der angeordneten Bankfeiertage keine
Umſätze erfolgen konnten. Scharfem Kursdruck unterlag auch der
mexikaniſche Silberpeſo, deſſen Kurs auf 1,12 RM. ſank.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Obwohl ſich von vorgeſtern zu geſtern eigentlich nicht viel
er=
eignet hat, iſt die Stimmung für deutſche Effekten an der Berliner
Börſe weſentlich beſſer geworden. Es ſetzten ſich ziemlich allgemein
Kursbefeſtigungen bis zu 1 Prozent durch, darüber hinaus gewan= 6%Berlin. „v.24
nen Papiere wie Buderus, Schuckert, Siemens, Schubert u. Salzer,
Gelſenkirchen uſw. bis zu 2 Prozent, Elektriſch Licht u. Kraft
waren ſogar um 3 Prozent gebeſſert und gewannen im Verlaufe
noch weitere 1½ Prozent. Auch Bekula tendierten im Gegenſatz
zu den letzten Tagen gleichfalls etwas feſter, da man für die nächſte
Zeit eine Zulaſſung zum amtlichen Verkehr erwartet, doch ſchei= 68Mannheimv.27
nen die Tauſchoperationen des Auslandes immer noch nicht ganz 8München b.29
aufgehört zu haben. Es iſt übrigens intereſſant, an dem Geſchäft
im Bekula=Markt zu beobachten, wann der Verkehr an der
Zü=
richer Börſe aufhört, da dann ſofort auch hier die Umſatztätigkeit
auf ein Minimum zuſammenſchrumpft. Am Rentenmarkt war die 5½% Heſſ. 2ds.=
Tendenz ſehr ruhig und kursmäßig nicht ganz einheitlich.
Reichs=
ſchuldbuchforderungen lagen vollkommen unverändert. Deutſche
Anleihen konnten ſich eher etwas befeſtigen. Im Verlaufe blieb
die Stimmung weiter freundlich, die führenden Werte erfuhren
erneut Beſſerungen bis zu ½ Prozent.
Am Wochenſchluß zeigte die Frankfurter Börſe eine durchweg
feſte Tendenz. Beſondere Anregungen gaben die optimiſtiſchen
Betrachtungen über die Lauſanner Konferenz, wie ſie beſonders in
England angeſtellt werden. Auch die befriedigende Aufnahme der
Rede des Reichsinnenminiſters im Ausland ſtützte die Tendenz.
Das Börſengeſchäft iſt etwas lebhafter und ſpielt ſich aber faſt nur
am Farben= und Montanmarkte ab, wobei man noch auf die ſehr
feſte New Yorker Börſe hinweiſt. Trotzdem waren auch geſtern
nennenswerte Publikumsaufträge nicht vorhanden. J.G.
Farben=
induſtrie eröffneten 98 Prozent über dem Schlußkurſe der
vor=
geſtrigen Abendbörſe. Deutſche Erdöl ¼ Prozent höher. Am
Elektromarkt betrugen die Kursbeſſerungen durchſchnittlich bis zu
1½ Prozent. Die Befeſtigung am Montanmarkt vollzog ſich unter
Führung von Gelſenkirchen, die bereits an der vorgeſtrigen
Mit=
tags= und Abendbörſe zu erhöhten Kurſen geſucht waren.
Insge=
ſamt betrug der Kursgewinn hier von Gelſenkirchen erneut 19
Prozent, Mannesmann ½, Phönix, Klöckner je ½ Prozent höher.
Harpener zu behaupteten Kurſen geſucht. Am Kunſtſeidemarkt
be=
trugen die Kurserhöhungen bis zu ¼ Prozent. Zellſtoff= und
Kaliwerte vernachläſſigt und zunächſt behauptet. Von
Frankfur=
ter Werten nannte, man Holzmann ½ Prozent höher,
Scheide=
anſtalt waren auf behaupteter Baſis geſucht. Auch der
Renten=
markt konnte von der Aufwärtsbewegung profitieren, wenn auch
das Geſchäft hier außerordentlich klein blieb. Ueberwiegend lagen
die Kurſe für Schuldbücher und Pfandbriefe per Saldo etwas
höher. Von deutſchen Renten Altbeſitz ½ Prozent befeſtigt. Am
Geldmarkt iſt Tagesgeld unverändert bei 4 Prozent. Von Valuten
waren Pfunde und Dollar etwas feſter. Im Verlaufe konnten ſich
die höchſten Kurſe nicht behaupten. J.G. Farben gaben etwa ¼
Prozent nach. Am Rentenmarkt waren ſpäte Schuldbücher
an=
geboten, die 3 Prozent verloren.
Bekannkmachung der Reichsbank über Verwer
von Forderungen auf das Ausland.
Das Reichsbankdirektorium hat geſtern nachſtehende Be
machung erlaſſen: Infolge der Deviſenzwangswirtſchaft in
reichen Staaten iſt zurzeit ein großer Teil von Forderung
das Ausland ſchwer verwertbar.
Produkkenmärkke.
* Mainzer Produktenbericht. Großhandelspreiſe per 100 Kilo
loco Mainz am Freitag, den 10. Juni 1932: Weizen 27,50—27,75,
Roggen 21—21,50. Hafer 16—18, Futtergerſte 17—17,50,
Malz=
keime 12, Südd. Weizenmehl Spez. 0 40,40, Roggenmehl (70proz.)
28—29, feine Weizenkleie 9,50, grobe 10, Roggenkleie 10,50—11,50,
Weizenfuttermehl 12—12,50, Biertreber 10,50—11, Erdnußkuchen
11,50—12, Kokoskuchen 11,50—15,75, Palmkuchen 9—9,25,
Raps=
kuchen 9—9,25, Soyaſchrot 10,75—11,25, Trockenſchnitzel 8,25—8,50.
Tendenz ſtill.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Infolge des
zurückgegan=
genen Angebots und der feſteren Tendenz an den
Auslandsmärk=
ten konnte ſich die Tendenz am hieſigen Markt leicht befeſtigen.
Die Preiſe zeigen Erhöhungen von ½—½ Pfg., mit Ausnahme der
Oſteier, die unverändert blieben. Das Geſchäft hielt ſich weiter in
engen Grenzen, nur deutſche Eier waren etwas beſſer gefragt. Es
notierten in Pfg. per Stück ab loco Frankfurt a. M.: bulgariſche
5,75—6, jugoſlawiſche 5,75—6, rumäniſche 5,50—6, ruſſiſche 5 bis
5,75, holländiſche 5,75—8, däniſche 5,50—8, flandriſche 6,50—6,75,
deutſche Landeier 6,50—6,75, deutſche Friſcheier 5,75—8.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Die verſtärkten Käufe
Englands in Holland und Dänemark haben zu einer Erhöhung
der Preiſe geführt. In deutſcher Butter blieben die
vorwöchent=
lichen Notierungen behauptet, eine Erhöhung kann ſich infolge der
großen Zufuhren nicht durchſetzen. Bei der außerordentlich
gün=
ſtigen Witterung rechnet man mit einer weiteren Steigerung der
Produktion und evtl. mit einem Rückgang der Preiſe. Das
Ge=
ſchäft war in der abgelaufenen Woche etwas beſſer, ſo daß die
Läger ziemlich geräumt werden konnten. In holländiſcher Butter
ſind die Zufuhren wegen des Deviſenmangels weiterhin nur klein
und finden wegen der guten Qualität auch glatt Unterkunft. Die
Verkaufspreiſe des Großhandels lauten (in 1=Zentner=Tonnen):
holländiſche Butter 134—137, deutſche Butter 125—127 RM.
Um einen Anhalt über die Höhe der infolge von Devi
ſchriften im Ausland feſtliegenden Guthaben zu gewinnen,
hiermit die Firmen oder Perſonen, die in Deutſchland (mi
nahme des Saargebietes) ihren Wohnſitz haben, aufgeforde
zum 1. Juli 1932 ihre Forderungen aus Argentinien, Bre=
Chile, Columbien, Uruguay, Bulgarien, Eſtland. Griech m
Jugoſlawien, Lettland, Oeſterreich, Portugal, Rumänien, 7
ſlowakei, Türkei und Ungarn nach dem Stand vom 15. Jr
zugeben.
Die neue Anmeldung hat den Zweck, eine ſtatiſtiſche Ucf
zu gewinnen und gilt nicht als Angebot an die Reichsbank,
die Guthaben in irgendeiner Form übernehmen möge.
Die Uebernahme iſt vielmehr bei der zuſtändigen Reie
anſtalt beſonders zu beantragen; ſolange eine endgültige
nung der feſtliegenden Warenforderungen nicht möglich i
ein Vorſchuß in Höhe von 50 Prozent des Wertes gewäh=
Bevorſchuſſung erfolgt zum Reichsbankdiskontſatz.
Die angemeldeten Forderungen, namentlich ſoweit
Export ſtammen, werden bei einer Verwertungsmöglichke
zugsweiſe berückſichtigt.
Die Anzeigen ſind der Deviſenabteilung der Reichshaun=
Ablieferungskontrolle, Berlin SW. 111. Breite Straße 8—
oder durch Vermittlung der Zweiganſtalten der Reichsbe
zureichen; Vordrucke ſind daſelbſt erhältlich.
Vom ſüddeukſchen Eiſenmarkk.
Die trotz ſaiſonmäßiger Belebung allgemeine Zurück
hielt an. Man hat ſogar den Eindruck, daß das Geſchäf
nachgelaſſen hat, da die verbrauchende Induſtrie nur in
Maße exportiert und der Inlandsmarkt für
Fertigprod=
noch in geringem Maße aufnahmefähig iſt. Das Hauptko
für Abnehmer für Stab= und Formeiſen bildet weiterhin
vinzhandel, deſſen Spezefikationen laufend an den Markt
Dagegen zeigten Händler und Verbraucher keinerlei Nei
Neuabſchlüſſen auf lange Sicht. Da die Lieferzeiten de Fe
infolge ungenügender Ausnutzung der Walzenſtraßen ſeh.
heitlich ſind, zog man vielfach Bezug von den Händlerlas
trotz des Preiszuſchlages. Auch das Geſchäft in kleineren
n=
ab Lader ließ ſich verhältnismäßig gut an. Preiſe und 7di
gungen blieben unverändert. Beſonders intereſſant iſt dme
Avi=Abkommen, das im Rahmen der bisherigen Regel:
Neuordnung der Rückvergütungsſätze bei indirekter Ausfuh
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Diehmärkke.
i Weinheimer Schweinemarkt vom 11. Juni. Zugeführt waren
733 Stück, verkauft wurden 556 Stück, Milchſchweine das Stück
von 7—12 RM., Läufer das Stück von 14—28 RM. Marktverlauf
gut.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe. Die vom Sta fſo
Reichsamt für den 8. Juni berichtete Großhandelsindex ir
mit 90,4 (plus 0,1 v. H.) gegenüber der Vorwoche kaum viden
Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarſtoffe 9, (p
0,8) Kolonialwaren 85,3 (minus 0,2), induſtrielle Rohſt / u
Halbwaren 87,2 (minus 0,2) und induſtrielle Fertigwar /419
(minus 0,3 v. H.).
Faber u. Schleicher A.=G., Offenbach a. M. Das U rr
men verzeichnet 1931 einen Rohertrag von 438 912 (833 2
gegenüber 352 352 (429 076) RM. Handlungsunkoſten und
(202 164) RM. Steuern. Nach Abſchreibungen von 51 591
RM. verbleibt ein Reingewinn von 1971 RM. (17406
daraus 6 Prozent Dividende auf 1,4 Mill. RM. Aktienkar I.
vorgetragen wird. Der jahrelange Ausgleich für das de
liegende Inlandsgeſchäft durch den Export war ſeit der
1931 durch Erſchwerungen der Abſatzmöglichkeiten beein hti
Betriebseinſchränkungen wurden notwendig, gleichzeitig
Verkaufserlös durch den verſchärften Wettbewerb gedrüd !
torenverluſte ſind nicht zu verzeichnen. Die Bilanz zeigt
Mill. RM.) unverändert Aktienkapital 1,4 und Reſerve 0 P
biger 1,07 (1,34), andererſeits Grundſtücke 0,4 (0,4), Gebe
(0,21) Vorräte 0,57 (0,69) und Schuldner 1,53 (1,83) M
Die Geſamtbezüge von Vorſtand und Aufſichtsrat betruge /40
RM. Im neuen Jahr hat ſich die Kriſe weiter ungün
gewirkt. Die Geſellſchaft vermerkt, daß der überwiegende
Aufträge ius ihrem Spezialgebiet in letzter Zeit auf ſie,
ſa=
ſei, ſo daß ſie bei einer allgemeinen Beſſerung der Lage wir
einem günſtigeren Ergebnis rechnet.
Berliner Kursbericht
vom 11. Juni 1932
Deviſenma
vom 11. Juni 931
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank. . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban:
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
e
18.50
31.50
18.50
11.25
12.125
21.—
32.875
18.25
12.75
8i.—
Mee
Elektr. Lieferung
F. G. Farben
Beli. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein g Koppe
6355
62,75
91.50
43.375
52.25
45.
25.50
32.—
83.50
23.50
40.—
22.375
30.75
22.625
Manee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerkel
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr. Draht
Wanverer=Werke
ee
31.375
145.25
53.75
16.25
91.75
11.375
25.—
14.25
25.25
Helſingfore
Wien
Prag
Budapeſt
Sofig
Holland
Hslo
Kovenhagen
Stockholm.
Ra
Buenos=Aires
New Yorl.
Belgien
Italien
Paris
Bährung
100 finn. Mk.
100 S hilling
100 Tich. gr.
100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
109 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
2. Stg.
1 Pav. Peſo
1 Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Franes
7.143
151.95
12.435 1
3.057
170.,83 1
77.93
84.42
79.07
15.455
0.948
4.203
58,69
21.59
18.59
Brieſt
7.157
52.05
12.4851
3.053
170.91
77.19
84.56
19.23
15.485
0.953
4.217
58.81
21.83
a,82 7
Surmſtädter und Karioharoanr Surmſiaor, Bintdte der Arescher Ae
Frankfurter Kursbericht vom 11. Juni 1932.
6SDtſch. Reichsan
62
„v. 27
6½%Intern.
5%gBaden..
6% Bahern
6% Heſſen..
690 Preuß. Staat,
68 Sachſen:
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4,
Ab=
löſungsanl.. ...
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ..
6% Baden=Baden.
6% Darmſtadt ..
680 Dresden v.26
620 Frankfurt a.M.)
Schätze v.29
v. 26
68Mainz
6%Wiesbaden v.28
6% Heſſ. Landesbk.
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Hyp.=Bk.=Liquid.
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75.5
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nntag, 12. Juni 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 162 — Seite 19
MAIAAOLITA
(Nachdruck verboten.)
ie friſche Kühle der Morgenluft tat den überreizten, mittag an ihrer Seite verbringen konnte. Von dem angeblichen
in des jungen Mannes gut. Er war mit der Eiſenbahn
Novelle
von Adolf Oalgan
*
2
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11.5
Odenwald gefahren und wanderte nun von der
Bahn=
nach dem im Waldesfrieden ſo hübſch gelegenen Glaibach.
man es ſo in der Morgenſonne liegen ſah, das ſtille
zen, dann hätte man meinen können, bis hierhin drängen
orgen und Nöte der Welt nicht. Aber ach, Ernſt wußte
sſſer; da machen ſich erſt recht die Menſchen das Leben
Aſeitig ſo bitter ſchwer, und was mit unſichtbaren Fäden
nd leiſe geſponnen war, das zerreißen rauhe Hände in
her Freude: wenn wir nicht glücklich geworden ſino,
follt auch ihr es nicht werden! Der junge Theologe
„wieviel Bitterkeit und Liebloſigkeit würde er einſt noch
müſſen! — Aber den ſchönen Morgen wollte er ſich nicht
ilchen Betrachtungen vergällen. Er ſah in das leuchtende
des ſtillen Buchwaldes, der verklärte Sonnenglanz, der
en Blättern zitterte, ließ ihn das Leid des vergangenen
faſt vergeſſen, und eine helle Stimme in ſeinem Innern
ingend: Vielleicht ſind es nur Nebel, dicke, ſchwere
Nebel=
r, die vergehen müſſen, wenn ein leuchtender
Sonnen=
je trifft, daß du dein Lieb wieder ſiehſt, wie es wirklich
e du es geſehen haſt in der Stunde, da es dir im Walde
entrat.” Und ein tröſtender Gedanke geſellte ſich hinzu,
gte ihm: „Vielleicht können deine Augen doch beſſer ſehen
ie kurzſichtiger Glaibacher, die immer nur am Erdboden
et haben und nicht in die Sonne blicken können!“
ie Fenſter der Turnhalle in Glaibach waren weit geöffner
ießen flutendes Sonnenlicht ein. Die
Eröffnungsfeierlich=
es Turnfeſtes ſollte beginnen. Ernſts Blicke wanderten
wieder nach der Saaltüre; wollte die Familie Gerner
gar nicht kommen? Endlich ging die Tür auf; da war
ſeth! Mit einer natürlichen Vornehmheit ſchritt ſie an
eite ihrer Mutter durch den Saal, an Ernſt vorüber, der
eiſe von Verwandten ſaß, und mit dem alten
bezaubern=
ächeln begrüßte ſie ihn, den quälende Unruhe faſt ver=
„Wenn ich nun bei ihr ſitzen dürfte!” dachte er. „Jetzt
ſie ſich auch noch ſo ungünſtig geſetzt, daß ich ſie nicht
kann.‟ Er hätte über Stühle und Tiſche ſpringen mögen,
ei ihr zu ſein, ſich an ihrem Lächeln zu berauſchen und
Vergeſſen daraus zu trinken. Aber — o Wunder! — auf
l ſah er des Mädchens Blicke auf ſich gerichtet; ſie hatte
rch eine Seitwärtsbewegung fertiggebracht, zu ihm
her=
zu können, und wirklich, da war auch ihr ſonniges Lächeln
, das ihm galt, ihm ganz allein. Noch ein wenig
zurück=
d, als wolle er ihr grollen, und doch ſchon wieder in
Glückſeligkeit lächelte er zurück. Noch war nicht alles
en!
er Nachmittag brachte den üblichen Feſtzug und hernach
em Feſtplatz frohes Treiben. Da waren einfache Tiſche
Bänke gezimmert, und unter ſchattigen Kaſtanien ſaß es
echt angenehm. Ernſt ließ ſich von der Menge treiben,
Uch zwiſchen den Tiſchreihen durchdrängte. So ſtand er
Die vom Suſlſ ch vor Eliſabeth. Sie wurden bald wieder
auseinander=
n; aber er fand es doch ſo einzurichten, daß er immer
r zu ihr ſtieß, wenn er auch nicht gut den ganzen Nach=
neuen Liebhaber aber ſah er nicht das Geringſte. „Alſo doch
wieder nur leeres Geſchwätz!” ſagte er zu ſich ſelbſt.
Dann aber ſah er Eliſabeth bei einem jungen Bekannten
ſitzen, ſah die beiden ſich lebhaft unterhalten, ſah ihr lachendes
Mädchengeſicht auf den andern gerichtet: — ach, da packte ihn
das verzehrende Fieber der Eiferſucht und ſchüttelte ihn um
und um, er fühlte es wie ein gräßliches Feuer in ſeinem
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Iunern wüten, und er hätte aufſchreien mögen vor Qual. In
dieſem Augenblick meinte er, da drinnen in ſeiner Bruſt müſſe
es jetzt ganz tot und leer werden und immer ſo bleiben.
Wahn=
ſinnig hätte er werden können. Aber zum Glück ſtand das
Mädchen nun auf und verabſchiedete ſich; denn ſie hatte ihre
Eltern den Feſtplatz verlaſſen ſehen. Mit einem jähen Ruck
erhob ſich nun auch Ernſt und ſuchte mit ſchnellen Schritten
den Ausgang zu gewinnen; er mußte ſie noch einmal ſprechen,
ſonſt zehrte ihn die Eiferſucht noch ganz auf. Mit unruhig
flackernden Blicken ſtand er jetzt vor ihr: „Du willſt ſchon fort?”
kam es in qualvoller Erregung von ſeinen Lippen. Verwundert
ſchaute Eliſabeth in ſein von der Leidenſchaft aufgewühltes
Geſicht. Und unter dieſem Blick kam der junge Mann langſam
wieder zu ſich ſelbſt. Leiſe aufſeufzend ſagte er: „Ich begleite
Dich!” Sie ließ es wortlos geſchehen, daß er an ihrer Seite
ging, daß er ſie bis an ihr Elternhaus begleitete. Er war
wieder ganz ruhig geworden und ſchämte ſich wohl ein wenig
ſeiner Eiferſucht, die in dieſem Falle wenigſtens ganz
unbe=
gründet war, wie er allmählich einſah. Freundlich reichte ihm
Eliſabeth die Hand zum Abſchied, doch in ihren Augen lag
etwas, was Ernſt zu denken gab; er ſpürte, daß ſie ihn in
dieſer Stunde nicht ganz verſtehen konnte. „Mit deiner dummen
Eiferſucht!” ſchalt er ſich ſelbſt, als er ſich umwandte. —
Als Ernſt ſpät am Abend nach Hauſe kam, hatte er das
Gefühl, als ob es ſo nicht weiter gehen könne. Immer dies
ſchon faſt unmännliche Schwanken, dieſer Zweifel, ob er an
Eliſabeth glauben, ob er volles, ungeteiltes Vertrauen zu ihr
haben könne, oder ob er nicht doch am Ende ſeiner Liebe
ent=
ſagen müſſe, um ſeines künftigen Standes und ſeiner ſelbſt
willen. Er mußte nun endlich einmal darüber ins Reine kommen,
einen Willensentſchluß faſſen — denn mit dem Gefühl allein
ließ ſich die Sache nicht entſcheiden, das hätte ihn
hemmungs=
los zu Eliſabeth hingetrieben — es mußte einmal Klarheit
ge=
ſchaffen werden, ſonſt kam er aus dem Zwieſpalt ſeiner Seele
nicht heraus, und er brauchte doch alle Kräfte zu dem
kommen=
den Schlußexamen.
Er trat ans Fenſter ſeines Zimmers und ſah in die
nacht=
dunkle Einſamkeit hinaus. „So dunkel iſt es auch in mir!“
dachte er; aber ſiehe da, Sterne über Sterne funkelten ihm
enk=
gegen und ſahen ihn an wie Augen, die ſagen wollen: „Siehſt
du, auch die Nacht iſt nicht ganz ohne Licht!”
Und Ernſt blickte lange in das endlos weite Schweigen um
ihn und über ihm. Es war, als ſuche er vom Sternenmeer
die Antwort auf ſeine Frage zu erlangen. Und der beruhigende
Friede der warmen Sommernacht übte allmählich ſeine
wohl=
tuende Wirkung auch auf den jungen Mann aus. Eine
Gewiß=
heit ging in ſeine Seele ein: über all den flimmernden,
glitzern=
den Sternen wohnt einer, der die Liebe iſt. Und ein
Bibel=
wort ſtand plötzlich vor ſeiner Seele: „Ein neu Gebot gebe ich
euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebt
habe.” Und noch ein anderes Wort des Meiſters leuchtete auf:
„Wer unter euch ohne Sünde iſt, werfe den erſten Stein auf
ſie‟. Wie mit Zaubergewalt fühlte ſich der junge Theologe
plötzlich über ſich ſelbſt hinausgehoben, es war ihm, als ginge
er auf Eliſabeth zu, das Sinnlich=Irdiſche fiel von ihm ab wie
ein leichtes Gewand, er ſtreckte ihr die Hand entgegen und
ſagte zitternd: „Ich will nicht richten; ich bin ja ſelbſt nicht
ohne Sünde!” Und Eliſabeth ſah ihn an, falſchlos und rein,
auf den Lippen das Lächeln, das er ſo ſehr liebte, und ſagte:
„Ich wußte, daß Du zu mir kommen würdeſt. Die andern
rich=
ten und verdammen nach dem bloßen Schein, Du aber glaubſt
an mich!” Wie ein holdes Erwachen kam es nun über Ernſt;
er blickte auf nach den Sternen und ſagte leiſe: „Nicht richten
und nicht verdammen ſollen wir Menſchen, ſondern einander
lieben. Ja, das iſt die Wahrheit!‟ Ein köſtlicher Friede war
in ſein Herz eingekehrt; nun war es ſtark und feſt und ließ
ſich nicht mehr von häßlichem, liebloſem Gerede betören, nun
ſtand er himmelhoch darüber in der ſeligen Gewißheit: Ueber
alles die Liebe!
Nun war alſo in der Seele des jungen Mannes die
Ent=
ſcheidung gefallen. Erleichtert tat er fortan ſein Werk und
zählte dabei die Wochen, die noch vergehen mußten, bis die
Anſtellungsprüfung hinter ihm lag. Dann würde ihm ein Amt
übertragen werden, und er konnte vor Eliſabeth treten mit dem
Bekenntnis ſeiner Liebe.
Es war merkwürdig ruhig um das junge Mädchen
ge=
worden. In Glaibach wußte man nichts mehr über ſie zu
reden; ſie war ſtiller und ernſter geworden und widmete ſich
mit ganzer Kraft der Ausbildung in ihrem ſelbſtgewählten
Berufe. Es war, als habe ſie das Kindlich=Sorgloſe ihres
Weſens abgeſtreift, als reife ſie heran zu einem Menſchen mit
ſtarkem Tatwillen. Ein energiſcher Zug ſpielte nun oft um
ihren Mund, und ihre Augen blickten feſt und gleichſam kühl in
(Fortſetzung folgt.)
das Leben hinaus.
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Seite 20 — Nr. 162
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 12. Juni 1
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Tonkilm gestaltet worden ist.
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miderstehlich fühlt man sich
ge-
fangen von der zauberhaften
Atmosphäre des Films, der für zwei
Standen in eine Welt der Schönheit
und traumhaft spannender
Geschehnisse führt.
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Die brennende Prärie
Vorher zeigen wir:
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Belprosramm
und die neueste Emelka-Tonwoche.
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12. Juni 1932
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