Einzelnummer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Oriainal=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 155
195. Jahrgang
Sonntag, den 5. Juni 1932.
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ſede Verpfſchtung auf Erfülung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtiſcher Beſtrelbung fäll ſeder
Nabatt weg. Bankonto Deuiſche Bank und Darme
ſädter und Naiſonalbank.
Beadtaus, z
Oas Programm der Reaerung Pagen.
benpolikiſches Ziel: Volle Gleichberechtigung, politiſche Breiheit, Möglichkeiken wirkſchaftlicher Geſundung.
in feiedlichem Zuſammenwirken mit den anderen Nakionen.
nenpolikiſcher Aufbau: Gegen Skaaksſozialismus, gemeinſchaftsfeindlichen Klaſſenkampf und Kulkurbolſchewismus.
Nolmaßnahmen zur Sicherung des ſtaaklichen Apparakes.
Die Nation iſt zur Enkſcheidung über die Zukunft aufgerufen.
Fradk
9. Gim
In aftens k
ſtraße 1
nstag
Die Regierungserklärung.
Berlin, 4. Juni.
e Regierungserklärung des Kabinetts v. Papen hat
folgen=
ortlaut:
einer der ſchwerſten Stunden der vaterländiſchen Geſchichte
mmt die neue Regierung ihr Amt.
deutſche Volk ſteht in einer ſeeliſchen und materiellen
ſe ohne Vorgaug. Die Opfer, die von ihm verlangt
wer=
wenn der dornige Weg zur inneren und äußeren
Frei=
mit Ausſicht auf Erfolg gegangen werden ſoll, ſind
un=
geheuer.
inen nur ertragen werden, wenn es gelingt, die ſeeliſchen
ſetzungen durch eine Zuſammenfaſſung aller aufbauwilligen
atserhaltenden, kurzum aller nationalen Kräfte zu finden.
ihskanzler Dr. Brüning hat als erſter den Mut gehabt,
tre Bilanz der Lage zu fordern, in die uns in erſter Linie
erſailler Vertrag und die Auswirkungen der
wirtſchaftskriſe wie auch die Mißwirtſchaft
arlamentsdemokratie gebracht haben.
eſe Bilanz, die die heutige Regierung vorfindet, ſoll das
Volk kennen:
finanziellen Grundlagen des Reiches, Preu=
5 und der Mehrzahl aller anderen Länder und
Gemein=
den ſind erſchüttert.
ne der notwendigen grundlegenden Reformen,
Vorausſetzung jeder Geſundung — Verwaltungsreform,
anzreform, Anpaſſung unſeres ſtaatlichen Lebens an die
ut der Nation — iſt über ſchwache Anſätze
hinausge=
kommen.
Sozialverſicherungen ſtehen vor dem
Ban=
tt. Die ſtändig gewachſene Arbeitsloſigkeit zehrt trotz
n Arbeitswillens der beſten Kräfte am Mark des
deut=
ſchen Volkes.
e Nachkriegsregierungen haben geglaubt, durch einen ſich
ſteigernden Staatsſozialismus die materiellen
dem Arbeitnehmer wie dem Arbeitgeber in weitem Maße
nen zu können.
haben den Staat zu einer Art Wohlfahrtsz
ſtalt zu machen verſucht und damit die moraliſchen
Kräfte der Nation geſchwächt.
ben ihm Aufgaben zuerteilt, die er ſeinem Weſen nach
nie=
rfüllen kann. Gerade hierdurch iſt die Arbeitsloſigkeit noch
ert worden. Der hierauf zwangsläufig folgenden morali=
Zermürbung des deutſchen Volkes, verſchärft durch den
en gemeinſchaftsfeindlichen Klaſſenkampf
rgrößert durch den Kulturbolſchewismus, der wie
ſendes Gift die beſten ſitlichen Grundlagen der Nation zu
ten droht, muß in letzter Stunde Einhalt geboten werden.
iſt ſchon
alle kulturellen Gebiete des öffentlichen Lebens die
Zer=
ung atheiſtiſch=marxiſtiſchen Denkens eingedrungen, weil
Ghriſtlichen Kräfte des Staates zu leicht zu Kompromiſſen
bereit waren.
einheit des öffentlichen Lebens kann nicht auf dem Wege
ympromiſſe um der Parität willen gewahrt oder
wiederher=
werden. Es muß eine klare Entſcheidung darüber
welche Kräfte gewillt ſind, das neue Deutſchland auf der
lage der unveränderlichen Grundſätze der chriſtlichen
Welt=
nung aufbauen zu helfen.
Regierung, die in dieſer Stunde, erfüllt von ihrer ſchweren
twortung vor Gott und der Nation, die Leitung der
Ge=
des Landes übernimmt, iſt tief durchdrungen von dem
Be=
in der Pflichten, die auf ihr liegen Sie wird nicht
rn, den Kampf um die Erhaltung der
Lebens=
dlagen des Volkes, insbeſondere auch der
tätigen Bevölkerung in Stadt und Land,
rzüglich aufzunehmen.
mit die Zahlungen der nächſten Tage und Wochen zur
frechterhaltung des ſtaatlichen Apparates geleiſtet werden
Inen, iſt die Regierung gezwungen, einen Teil der von
alten Regierung geplanten Notmaßnahmen zu
er=
laſſen.
brigen macht die Regierung in dieſer Stunde keine
Verſpre=
en. Sie wird handeln, und man ſoll ſie nach ihren Taten
ilen.
Auf außenpolitiſchem Gebiet
en ſich die nächſten und wichtigſten Aufgaben der
Reichsregie=
aus den im Gange befindlichen oder bevorſtehenden inter=
Talen Verhandlungen über die großen Weltprobleme der Ab=
19. der Reparationen und der allgemeinen Wirtſchaftskriſe,
Bei allen dieſen Problemen ſtehen höchſte deutſche
Lebensintereſ=
ſen auf dem Spiel. Unſer Ziel iſt, in friedlichem Zuſammenwirken
mit den anderen Nationen unſerem Vaterland endlich volle
Gleichberechtigung, politiſche Freiheit und die Möglichkeit
wirt=
ſchaftlicher Geſundung zu verſchaffen. Nur ein gleichberechtigtes,
freies und wirtſchaftlich geſundes Deutſchland kann zur Geſundung
der Welt beitragen. — Freilich können alle Bemühungen um die
Wohlfahrt der Völker ſich nur dann auswirken, wenn es gelingt,
gleichzeitig die wirtſchaftlichen Störungen auf dem Gebiet des
Geld= und Kapitalverkehrs und des Warenaustauſches, die
gegen=
wärtig die Welt in Unruhe verſetzen, zu beſeitigen. — Die
Reichs=
regierung wird an allen Beſtrebungen mitzuwirken bereit ſein, die
dieſem Ziele dienen.
Die Grundlage und Vorausſetzung aber jeder wirke
ſamen außenpolitiſchen Vertretung
unſe=
rer nationalen Intereſſen, über die es
Meinungsverſchiedenheiten unter
Deut=
ſchen nicht gibt, iſt die Herbeiführung der
innerpolitiſchen Klarheit.
Aus allen dieſen Gründen hat der Herr Reichspräſident ſich
entſchloſſen, dem Antrag der Reichsregierung ſtattzugeben, den
Reichstag aufzulöſen.
Die Nation wird vor die klare und eindeutige
Entſchei=
dung geſtellt, mit welchen Kräften ſie den Weg der
Zukunft zu gehen gewillt iſt. Die Regierung
wird=
unabhängig von Parteien, den Kampf für
die ſeeliſche und wirtſchaftliche Geſundung
der Nation, für die Wiedergeburt des neuen Deutſchland
führen.
* Die Reichsregierung hat ihr Regierungsprogramm am
Samstag in einer kurzen Sitzung fertiggeſtellt und es dann
ſofort der Oeffentlichkeit übergeben. Es ſpricht eine ſehr
deut=
liche Sprache, vor allem in der Kennzeichnung der Urſachen,
die zur heutigen kataſtrophalen Lage führten. Ebenſo ſtark klingt
das Bekenntnis zu den chriſtlichen Aufbaukräften des Staates
und zur Reinheit und Reform des öffentlichen Lebens.
Aller=
dings, welche Wege das Kabinett im einzelnen gehen will,
darüber erfährt man vorläufig nur wenig. Der Hinweis, daß
ein Teil der geplanten Notmaßnahmen der vorhergehenden
Regierung durchgeführt werden müſſe, iſt ein Beweis für den
Ernſt der Lage. Nicht ganz befriedigen die Formulierungen, die
über die Außenpolitik gefunden ſind. Wir hätten es dankbar
begrüßt, wenn die neue Regierung bei dieſer erſten Gelegenheit
vor Lauſanne das Nein, das Reichskanzler Brüning vor einem
halben Jahr zum erſten Mal und ſeitdem des öfteren
ausge=
ſprochen hat, ausdrücklich auch für ſich übernommen hätte.
Mög=
lich, daß dies aus diplomatiſchen Gründen vermieden wurde.
Der neue Außenminiſter Dr. v. Neurath fährt jetzt nach London
zurück, offiziell, um ſich aus ſeinem ſeitherigen Wirkungskreis
zu verabſchieden, tatſächlich aber auch, um bei Maedonald zu
ſondieren, welche Möglichkeiten für Lauſanne und darüber
hinaus beſtehen. Wenn vielleicht mit Rückſicht auf dieſe
Unter=
haltungen das offizielle Nein unterblieb, ſo kann doch der
Sache nach kein Zweifel beſtehen, daß das Kabinett Papen
Brünings Politik uneingeſchränkt übernimmt.
Adolf Hiller
über die kommenden Aufgaben.
UNB. Schwerin, 4. Juni.
In einer nationalſozialiſtiſchen Wahlkundgebung, an der
auch der mecklenburg=ſchwerinſche Miniſterpräſident Eſchenburg
teilnahm, ſprach geſtern abend Adolf Hitler. Er betonte, der
Reichskanzler Brüning ſei das Opfer eines in Deutſchland
ver=
breiteten Trugſchluſſes geworden. Dr. Brüning habe geglaubt,
die nationale Bewegung niederſchlagen und gleichzeitig eine
nationale Außenpolitik machen zu können. Es beſtehe aber ein
unlösbarer Zuſammenhang zwiſchen der Außenpolitik und der
Verfaſſung, der Nation im Innern. In den nächſten Tagen
werde eine Bilanz vorgelegt werden, die ſchonungslos enthülle,
wie es tatſächlich in Deutſchland ausſehe. Es würden
Maß=
nahmen durchgeführt werden müſſen von einer ſolchen Größe,
daß ſie nur dann in die Tat umgeſetzt werden könnten, wenn
hinter ihnen die Zuverſicht des ganzen deutſchen Volkes ſtehe.
Keine Regierung könne das Wunder vollbringen, plötzlich
Deutſchland zur Größe zurückzuführen, bevor nicht erſt im
Junern Ordnung geſchaffen ſei. 75 Prozent unſerer ſtädtiſchen
Bevölkerung müßten begreifen lernen, daß die Lebensbaſis
unſeres Volkes die deutſche Landwirtſchaft ſei. Aber
Deutſch=
land könne nicht geholfen werden, wenn nicht die
Millionen=
kraft deutſcher Arbeiter mitwirke.
* Die Woche.
Eine Woche lang haben ſich bei uns wieder einmal die
Er=
eigniſſe überſtürzt. Dem zum mindeſten in dieſem Augenblick
und in dieſen Formen überraſchenden Rücktritt Dr. Brünings
folgte die Berufung Herrn v. Papens, die Neubildung ſeines
Kabinetts, die Abſage des Zentrums und der Baheriſchen
Volks=
partei und ſchließlich die Reichstagsauflöſung, ohne daß das
neue Kabinett überhaupt vor den Reichstag getreten wäre. Sind
wir damit dem einen großen unverrückbaren Ziel, der
Konſoli=
dierung unferer äußeren und inneren politiſchen Verhältniſſe
einen Schritt näher gekommen? Das iſt die ernſte Frage, die
wir Deutſche uns jetzt zu beantworten haben. Daß man über
das neue Kabinett vorerſt noch wenig fagen kann, verſteht ſich
von ſelbſt. Vorſchußlorbeeren haben ebenſo wenig Sinn wie
eine grundſätzliche Ablehnung von vornherein. Daß die neue
Regierung, die neuen Männer, ebenſo wie jede andere
Regie=
rung von dem Willen beſeelt ſind, alle Kräfte einzuſetzen zum
Wohle, des deutſchen Volkes bedarf keiner Erörterung. Es
braucht auch kaum wiederholt zu werden, was an dieſer Stelle
ſchon vor einigen Tagen ausgeſprochen wurde, daß in der
neuen Regierung eine Reihe von Männern zu finden iſt, die
ſich auch in ſchwierigen Lagen bereits bewährt und die daher
einen Anſpruch darauf erheben können, daß man ihnen
Ver=
trauen ſchenkt. Wir denken dabei in erſter Linie an den neuen
Reichsaußenminiſter, der als Botſchafter in Rom ſowohl wie in
London ſich zum mindeſten als einen unſerer fähigſten
Diplo=
maten erwieſen hat. Aber auch die neue Regierung wird man
noch ihren Taten beurteilen müſſen. Sie iſt berufen worden,
um einen neuen Kurs einzuſchlagen. Sie konnte dieſe Berufung
ſelbſtverſtändlich nur annehmen, wenn ſie überzeugt war, dieſen
neuen Kurs mit Erfolg ſteuern zu können. Ob dies gelingt bei
unſerer parteipolitiſchen Zerfahrenheit und bei einer Verfaſſung,
die den Parteien des Parlaments außerordentlich weitgehende
Nechte einräumt, das iſt die Schickſalsfrage nicht nur für dieſe
neue Regierung, ſondern auch in einem ſehr erheblichen Grade
eine Schickſalsfrage für das deutſche Volk.
Der größte Nachteil dieſes neuen Kabinetts und der
Vor=
geſchichte ſeiner Berufung iſt der, daß die notwendige Klärung
unſerer parteipolitiſchen Verhältniſſe dadurch in keiner Weiſe
gefördert wird. Daß unſer parlamentariſches Regierungsſyſtem,
ſo wie es uns die Weimarer Verfaſſung beſchert und insbeſondere
wie es ſich in den erſten Nachkriegsjahren weiter herausgebildet hat,
viel zu ſchwerfällig für ſchnelle Entſchlüſſe erheiſchende Notzeiten iſt,
hat man mit vollem Recht ſchon oft genug feſtgeſtellt. Herr Dr.
Brüning hat infolgedeſſen den Reichstag ſo gut wie
ausgeſchal=
tet und das Regieren mit dem Art, 48 der Reichsverfaſſung zu
einem Dauerzuſtand gemacht. Das völlige Verſagen des
Parla=
ments ſchien auch ein ſolches Vorgehen zum mindeſten für
geraume Zeit vollauf zu rechtfertigen, aber es ergab ſich doch
auch auf der anderen Seite, daß durch dieſe Art von kalter
Diktatur gewaltige Spannungen erzeugt wurden, die letzten
Endes alles zu zerſprengen drohten. Der Radikalismus der
Gegner der Regierung wuchs ins Unermeſſene und übte immer
ſtärkere Anziehungskraft auf die großen Maſſen aus. Das
par=
lamentariſche Sicherheitsventil, dieſer wirklich große Vorzug
des parlamentariſchen Syſtems, war eben verſtopft.
Beſtehen irgendwelche Ausſichten, daß ſich an dieſen Dingen
unter der neuen Regierung irgend etwas ändert? Durch die
Blätter ging dieſer Tage eine Meldung, daß der Neichspräſident
dem neuen Kabinett die Aufgabe geſtellt habe, parlamentariſch
zu regieren, da er den Weg der Notverordnungen nicht
weiter=
gehen wolle. Parlamentariſch aber iſt die Grundlage der neuen
Regierung noch weſentlich ſchmäler als die der alten. Es iſt
denn auch bezeichnend, daß die erſte tatſächliche
Regierungs=
handlung Herrn v. Papens die Auflöſung des Reichstages war.
Dabei iſt doch eigentlich damit zu rechnen, daß das Ergebnis der
Neuwahlen praktiſch kaum etwas ändern dürfte. Der
National=
ſozialismus wird ſich ſelbſtverſtändlich weſentlich verſtärken auf
Koſten der gemäßigten Rechten und der Mitte, Zentrum und
Sozialdemokratie werden ſich auch bei Neichstagswahlen ebenſo
halten wie in Preußen. Der einzige Unterſchied gegenüber dem
bisherigen Zuſtand wird darin beſtehen, daß innerhalb der
Gruppen, die für die Stützung einer Rechtsregierung in Frage
kommen, eine Verſchiebung des Schwergewichts nach dem
Natio=
nalſozialismus hin eintritt. Wenn alſo eine ſonſt ſehr angeſehene
Berliner Zeitung die Reichstagsauflöſung als eine „Erlöſung”
begrüßt, ſo iſt das eigentlich kaum zu verſtehen. Gewiß, man
erſüllt damit einen Wunſch der Nationalſozialiſten, aber die
Gründe für dieſen Wunſch können doch kaum politiſcher, ſondern
eigentlich nur agitatoriſcher Natur ſein. Niemand in Deutſchland
wird dieſem Reichstag eine Träne nachweinen. Aber können
wir denn in Deutſchland wirklich nicht mehr ohne den Trubel
des Wahlkampfes auskommen? Müſſen wir wirklich alljährlich
Millionen und Millionen verpulvern für Verſammlungen,
Flug=
blätter, Lautſprecherwagen, Aufzüge und ähnliche ſchöne Dinge,
94
K.
Seite 2 — Nr. 155
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 5. Juni
um am Ende feſtzuſtellen, daß nichts ſich ändert, daß der
Wahl=
rauſch zwar verflogen, und daß geblieben iſt nur das eine —
die Not des deutſchen Volkes in ſeinem Exiſtenzkampf! Wie
lange glaubt man denn noch den deutſchen Wähler in dieſem
Wahltaumel erhalten zu können?. Auf alle Fälle dürfte es in
der Weltgeſchichte noch nicht dageweſen ſein, daß ein Volk im
Innern einen erbitterten Wahlkampf führt, während draußen
die Vertreter dieſes Volkes im Kampf um die Lebensintereſſen
der Nation ſtehen. Die Lauſanner Konferenz iſt für das
deutſche Volk ſcheinbar eine Bagatell=Angelegenheit geworden.
Wir können nur von ganzem Herzen wünſchen, daß uns nicht
eines Tages das Geſchick mit eiſerner Fauſt die ganze Bedeutung
dieſer Konferenz einhämmert.
Auch in Berlin ſcheint man der Auffaſſnug zu ſein, daß die
Reichstagsneuwahlen eine politiſche Kräfteverſchiebung über das
ſchon angedeutete Maß hinaus nicht bringen werden. Das
geht insbeſondere daraus hervor, daß ſich die neue Regierung
keineswegs als ein Uebergangskabinett anſieht. Der Kampf, den
die Regierungserklärung dem Staatsſozialismus, dem
Kultur=
bolſchewismus mit erfreulicher Schärfe anſagt, ſetzt voraus, daß
man wenigſtens einige Zeit zu haben glaubt, ihn durchzuführen.
Praktiſch heißt das, man rechnet damit, daß nach den
Reichstags=
wahlen die Nationalſozialiſten der neuen Regierung gegenüber
etwa die gleiche Stellung beziehen werden wie die
Sozialdemo=
kratie gegenüber dem Kabinett Brüning. Auf dieſem Wege aber
kommen wir ſicherlich nicht zu der im Intereſſe unſerer
Zu=
kunft unbedingt notwendigen innerpolitiſchen Klärung. Mit
einem Regierungswechſel allein iſt gar nichts getan. Vor der
neuen Regierung, vor jeder neuen Regierung türmen ſich die
ungeheuren Schwierigkeiten auf, denen ſchon die alte Regierung
gegenüberſtand. „Damit die Zahlungen der nächſten Tage und
Wochen zur Aufrechterhaltung des ſtaatlichen Apparates geleiſtet
werden können, iſt die Regierung gezwungen, einen Teil der
von der alten Regierung geplanten Notmaßnahmen zu erlaſſen.”
Dieſer eine Satz aus der geſtrigen Regierungserklärung des
Herrn v. Papen ſpricht doch deutlich genug. Wir haben wahrlich
nicht die geringſte Veranlaſſung, die Regierung Brüning gegen
die Regierung v. Papen in Schutz zu nehmen, aber weswegen
wurde denn das Kabinett Brüning ſchließlich geſtürzt? Weil
es durch eine neue Notverordnung dem deutſchen Volke neue
Laſten auferlegen wollte, von denen man mit vollem Recht
ſagte, daß ſie untragbar ſeien. Daß ſie untragbar ſind, trifft
aber doch heute ebenſo zu wie vor acht Tagen.
Selbſtverſtänd=
lich muß man der Regierung v. Papen die Zwangslage zugute
halten, in der ſie ſich befindet. Man wird ja auch abwarten
müſſen, wie dieſe neuen Belaſtungen ausſehen ſollen. Aber
etwas könnte man vielleicht gerade aus dieſer Einzelheit lernen,
und es wäre gut für das deutſche Volk, wenn es das lernte:
daß nämlich das Schlagwort zwar in der Politik eine leider
recht erhebliche Rolle ſpielt, daß aber in der ſachlichen Arbeit
nur ſehr wenig mit ihm anzufangen iſt, und daß keine Regierung
frei in ihrem Handeln iſt.
M.
Im Spiegel der Berliner Abendpreſſe.
Berlin, 4. Juni.
Ein Teil der Berliner Abendpreſſe nimmt bereits zu der
Re=
gierungserklärung des neuen Kabinetts von Papen Stellung.
Dem nationalſozialiſtiſchen „Angriff”, der ſehr zeitig erſcheint,
lag ſie noch nicht vor.
Der „Lokal=Anzeiger” hebt den Satz der Erklärung
un=
eingeſchränkt hervor, daß die neue Regierung allein nach ihren
Taten beurteilt werden würde. An Poſitivem über die Abſichten
der Regierung erfahre man ſowohl innen= wie außenpolitiſch nur
ſehr wenig. Wenn ſchon ein Teil der von Brüning geplanten
Notverordnung nicht zu umgehen ſei, ſo werde hoffentlich nicht die
Beſchäftigungsſteuer wieder erſcheinen. Gewählt wolle lieber am
3. als am 31. Juli werden, denn ein neuer, ſich lang
hinſchleppen=
der Wahlfeldzug diene niemanden.
Die „Tägliche Rundſchau”, das Blatt des
Chriſtlich=
ſozialen Volksdienſtes, meint, die Regierungserklärung enthälte
eine ganze Reihe erfreulicher Verſicherungen, bedauerlich ſei, daß
ſie kein Programm enthalte. Es laſſe ſich nicht leugnen, daß
maß=
gebende Männer des Kabinetts rein verwaltungsmäßigen
Ge=
dankengängen des Luther=Bundes zur Erneuerung des Reiches
nicht fernſtünden; für eine landſchaftlich orientierte Einſtellung
ſei von dem Kabinett wenig Erfreuliches zu erwarten. Das Blatt
bedauert den ſozialpolitiſchen Kurs der Regierung und vermißt
Ausführungen über die Siedlung.
„Die Voſſiſche Zeitung” vermißt außenpolitiſch in der
Regierungserklärung den von Brüning geſprochenen Satz, daß
Deutſchland weder jetzt noch in Zukunft Tributzahlungen zu leiſten
vermöge. In kraſſem Gegenſatz zu der außenpolitiſch behutſamen
Sprache finde man im innerpolitiſchen Kapitel nur abgelagerte
Schlagworte. Eine Revue ſchärfſter Aktionen kündige ſich darin an.
Die agrariſche „Deutſche Tageszeitung” meint, noch
nie in den letzten zwölf Jahren ſei ſo unmißverſtändlich ein durch=
Getrennte Heſſen= und Reichstagswahl
Verbindung verfaſſungsrechtlich
nar oib 3. Jart Mögnig.
Durch Urteil des Heſſiſchen Staatsgerichtshofs vom 9. Mai
iſt der Landtag, durch Verordnung des Reichspräſidenten von
geſtern der Reichstag aufgelöſt worden. Für Heſſen beſteht alſo
die Notwendigkeit, zu beiden Parlamenten zu wählen. Nicht zu
beſtreiten, daß eine Verbindung der beiden Wahltage angebracht
wäre. In einer Unterredung mit dem WTB.=Korreſpondenten
nimmt Staatspräſident Dr. Adelung zu der Frage wie folgt
Stellung:
„In die Wahlbewegung zum Heſſiſchen Landtag iſt plötzlich
die Auflöſung des Reichstags gefallen. Man iſt nun an die
heſ=
ſiſche Regierung herangetreten mit der Anregung, den
Ter=
min der Heſſenwahlen mit dem der Reichstagswahl
zu vereinen. Das wäre nur möglich, wenn die
Reichstagswahlen vor dem 3. Juli ſtattfänden,
da nach Auflöſung des Landtags
verfaſſungs=
mäßig die Neuwahl innerhalb von 60 Tagen
er=
folgt ſein muß. Die Reichstagswahl iſt aber für die zweite
Hälfte des Juli feſtgelegt worden. So muß es alſo ſchon aus
dieſem Grunde bei dem 19. Juni für die Heſſenwahl bleiben,
Wenn es auch nicht gerade erfreulich iſt, daß die Heſſen
be=
reits einige Wochen nach der Wahl erneut zur Urne gehen müſſen,
um zum Reichstag zu wählen, ſo trägt es doch auch ſicherlich zur
Klarheit bei. Die nur ſechsmonatige Exiſtenz des verfloſſenen
Landtags hat den Wählern ſehr viel Aufſchluß über die
Fähig=
keit, den Verantwortungswillen und die Redlichkeit ſeiner
Er=
wählten verſchafft, ſo daß für den einigermaßen politiſch
Denk=
fähigen ſehr leicht ein Vergleich über Wahlverſprechungen und
Taten gezogen werden kann. Man wird nicht wieder mo,
dürfen, daß ſich Parteien in der Wahlpropaganda hinter Ko,
unbeſtimmbaren Verſprechungen verſtecken, ohne den Wil „,
die Kraft aufzubringen, dieſe auch wahr zu machen. D Sei
ſiſche Landtagsmaterial iſt eindeutig und fordert klare (
dung. Wenn auch bei der Landtagspropaganda die über (d,
Bedeutung der demnächſtigen Reichstagswahlen, nicht ar ne=
Auge verloren werden darf, ſo darf doch das Tun und (Fſen
der heſſiſchen Landboten nicht dahinter verſchwinden. E
am 19. Juni heſſiſch gewählt werden. Es
lingen, eine Volksvertretung zu ſchaffen, die getragen
Verantwortungsbewußtſein, politiſcher Ehrlichkeit und per ſcher
Sauberkeit. So kann die Heſſenwahl dazu beitragen, auch
fahrdrohende Situation im Reich zu klären und zu entſp
Erleichkerungen für den Landtag
Wahltämpr.
Um den Wünſchen der Parteien nach Erleichterungen
Propaganda während des Landtagswahlkampfes ſoweit w /öo
lich entgegenzukommen, hat ſich der Miniſter des Inne
ſchloſſen, das allgemeine Demonſtrationsverbot inſowei
ſchränken, daß währen der Dauer des Landtags
kampfes für alle Parteien Kundgebunge
Verſammlungen unter freiem Himmel er
werden, desgleichen alle damit zuſammenhä
den An= und Abmärſche der
Teilnehmer=
ſchloſſenen Gruppen. Aus den gleichen Gründe
auch das bisher beſtehende Verbot der Propagan)
Parteifahnen aufgehoben.
greifender Kurswechſel angekündigt worden. Der Großteil der
Kritik, die die Regierungserklärung übe, ſtimme mit den
Ge=
dankengängen des Blattes durchaus überein.
Der ſozialdemokratiſche „Abend” ſpricht von „Papens
Kriegserklärung‟. Die Regierungserklärung ſei weiter nichts, als
eine einzige Klaſſenerklärung von oben, dem die SPD. die
Klaſſen=
kampf=Erklärung von unten entgegenſetze. Der Kampf zwiſchen
den Baronen und dem Volk müſſe ausgefochten werden. Erſt wenn
das hochmütige Herrentum endgültig beſiegt ſei, werde eine
wirk=
liche Volksgemeinſchaft möglich ſein.
Die kommuniſtiſche „Welt am Abend” ſpricht in
ähn=
licher Weiſe vom Regierungsprogramm der „Induſtrie=Barone
und Junker” und ſpricht in einer Betrachtung über die deutſche
Induſtrie und das Sowjetgeſchäft die Forderung aus, daß
Deutſch=
land nicht in den weſtlichen und fernöſtlichen Antiſowjetblock
ein=
gegliedert werde, vielmehr die Wirtſchaftsbeziehungen mit der
Sowjetunion erweitere und befeſtige.
Die Bayeriſche Volkspartei=Korreſpondenz ſchreibt in einem
Artikel unter der Ueberſchrift „Das Auflöſungskabinett” u. a.:
Die Erklärung, mit der ſich die Reichsregierung der
Oeffentlich=
keit vorſtellt, und den Auflöſungsbeſchluß begründet, enthält
wohl eine Anzahl ſchöner Worte und guter Abſichten und
rich=
tiger Diagnoſen, aber ſie kann keineswegs die Beruhigung laſſen,
daß nun wieder geſchicktere und erfolgreichere Aerzte am Werke
ſeien, den deutſchen Patienten zu behandeln. Wir grüßen die
neue Regierung mit dem Ruf: Bayern, und mit ihm der deutſche
Süden, werden auf der Hut ſein, daß Deutſchland keinen
Scha=
den erleidet, von dem es ſich nicht wieder erholen kann.
Um die frühere Täkigkeit des Reichskanzlers in USA.
Berlin, 4. Juni.
Amtlich wird mitgeteilt: In einem Teil der deutſchen Preſſe
ſind Nachrichten verbreitet, die ſich mit der früheren
außenpoli=
tiſchen Tätigkeit des Reichskanzlers in den Vereinigten
Staa=
ten von Amerika befaſſen. Dieſe Nachrichten ſtützen ſich zum
größten Teil auf die Wahrheit völlig entſtellendes
Propaganda=
material unſerer früheren Gegner aus dem Weltkriege. Nach
Auffaſſung der Reichsregierung iſt es ein vom Standpunkt jedes
vaterländiſch denkenden Menſchen unverſtändliches Verhalten,
wenn derartiges Material dazu mißbraucht wird, um das
An=
ſehen des Reichskanzlers vor dem In= und Auslande
herabzu=
ſetzen. Die Reichsregierung iſt entſchloſſen, einer
derartigen Brunnenvergiftung mit allen ihr
zur Verfügung ſtehenden Mitteln
entgegenzu=
treten.
Der Reichskag aufgelöft!
Berlin, 4.
Amtlich wird folgende Verordnung des Reichsprä
über die Auflöſung des Reichstages vom 4. Juni gemeldet:
Auf Grund des Artikels 25 der Reichsverfaſſung löſe
ſofortiger Wirkung den Reichstag auf, da er nach dem Eſy
der in den letzten Monaten ſtattgehabten Wahlen zu den
tagen der deutſchen Länder dem politiſchen Willen des d
Volkes nicht mehr entſpricht.
Berlin, 4. Juni 1932.
Der Reichspräſident:
gez.: v. Hindenburg.
Der Reichskanzler:
Der Reichsminiſter d.
gez.: von Papen.
gez.: Frhr. v. Ga
*
* Die Auflöſungsorder des Reichspräſidenten iſt
rechtzeitig gekommen, daß die Sitzung des Aelteſtenra
Samstag nachmittag nicht mehr ſtattfand. Das intere
der Auflöſungserklärung iſt die Begründung. Man braue
kombinationswütig zu ſein, um darin Abſicht zu ſeher
Artikel 25 der Reichsverfaſſung kann der Reichspräſ
den Reichstag auflöſen, jedoch nur einma
dem gleichen Grund. Wenn alſo jetzt die Uebera
den Anlaß zur Auflöſung gab, dann könnte im neuen Re
falls es dazu kommen ſollte, die Annahme eines Mißt
antrages gegen das neue Kabinett Anlaß zu einer weiter
löſung geben, ohne daß damit der Reichspräſident in
ſpruch mit dem Artikel 25 der Verfaſſung geriete. Jeden
nicht ohne Abſicht das Motiv der Ueberalterung ſo
betont.
Wann die Wahlen ſtattfinden, darüber iſt noch kein
ſcheidung getroffen. Der Reichsinnenminiſter hat Verhand
mit den Ländern aufgenommen, um feſtzuſtellen, zu
früheſten Zeitpunkt unter Beachtung der Friſten des
wahlgeſetzes Wahlen möglich ſind. Der Miniſter ſelbſt
jetzt darauf zu drängen, daß möglichſt früh gewählt wi
Innenminiſterium ſpricht man vom 3. Juli, aber dennod
vorläufig noch alle Sonntage im Juli zur Auswahl. D
teien beſchleunigen denn auch ihre Wahlvorbereitungen.
lich wie in Heſſen zur Landtagswahl, ſind auch im Rei
ſtrebungen nach einer bürgerlichen Zuſammenfaſſung im
ſo daß vorausſichtlich die Auswahl unter den Parteier
klein” ſein wird.
Amerikaniſche Sonnkagsfahrk.
Von Max R. Kaufmann=New York.
Ein Vorfrühlingstag. Die Sonne ſcheint in die
Häuſerſchluch=
ten Manhattans. Ein Sonntag, deſſen Ruhe beinahe erdrückend
iſt. Alſo: hinaus ins Freie .. . Ich ſtarte möglichſt früh. Das heißt,
nachdem der Kaffee gekocht iſt. Die Ausfahrt aus der Stadt ſoll
möglichſt ungehindert vor ſich gehen, die Staatsſtraße erreicht
werden, bevor die Landſchaft Gaſolin atmet. Natürlich kommen
auch andere Autler auf denſelben Gedanken. Das zeigt ſich beim
Hollandtunnel, bei der Fähre, auf dem Queens Boulevard. Aber
immerhin: man kommt vorwärts. Nicht allzu raſch. Aber es beſteht
eine Möglichkeit, irgend ein Ziel, wenn auch nicht eben das
ge=
ſteckte, zu irgend einer Stunde, wenn auch nicht zu der in
Aus=
ſicht genommenen, zu erreichen. Das gilt beſonders dann, wenn
der Queens Boulevard benutzt wird, der nach Long Island führt.
In dieſer Richtung liegt der Ozean am nächſten, iſt friſche Luft
am eheſten zu genießen, und wenn auch die zu durchfahrende
Land=
ſchaft wenig reizvoll iſt, ſo bleibt man. in dieſer Gegend
wenig=
ſtens einigermaßen vom durchdringenden Geruch heißer Würſtchen
verſchont, der gemiſcht mit Auspuffgaſen appetitverderbend wirkt.
Aber — ſo angenehm — ſagen wir relativ angenehm — auch
eine ſonntägliche Ausfahrt ſein mag: ſo teuer wird der Genuß
letzten Endes doch bezahlt. Es hilft nichts. Die Rückfahrt muß
an=
getreten werden. Alſo: Mut — Ausdauer — und womöglich das
Abendbrot mit in den Wagen! Es iſt, ſagen wir, gegen ſechs Uhr
abends. Wir haben am Strand geſeſſen, bis es kühl wurde. Da
verſchiedene Straßen nach der Merrick Road führen, kommen wir
auch ganz hübſch vorwärts. Nicht mit 45 Kilometern, aber wir
kommen weiter. Aus er Ferne vernehmen wir ein merkwürdiges
Geräuſch. Haben ſich die Bienen Long Islands verſpätet, oder iſt
ein Heuſchreckenſchwarm über das Land gezogen? Aber: ſeit wann
kreiſchen Bienen oder Heuſchrecken wie Motorſchaltungen und
Gänge? Warum tuten tauſend Hupen in der Ferne? Jetzt ſind
wir auf der Straße, die wir benutzen müſſen. Einen andern Weg
gibt es nicht. Merrick Road. Dieſen Namen vergißt der nie, der
einmal in Long Beach geweſen iſt.
Und ſchon ſtecken wir mitten im Wagengewühl. Im Kreiſchen
der Gänge, im Brüllen der Hupen, im wehlleidigen Geächze der
Bremſen. Vor einer Viertelſtunde noch in der ſalzigen Luft des
Meeres und jetzt in einer würzigen Briſe, die zu zwei Teilen
mit Gaſolinduft und zu einem Teil mit dem brenzlichen Geruch
angebrannter Bremſen, beziehungsweiſe verbranntem Gummi,
ge=
laden iſt. Dazu noch etwas friſcher Teer.
Wir haben reichlich Zeit, dieſe wunderbare Luft einzuatmen.
Denn wir ſtehen bereits ſeit einigen Minuten ſtill. Ich ſchaue
vorwärts und rückwärts. Eine endloſe Polonaiſe. Da: es geht
vorwärts. Aber ich brauche gar nicht erſt in den zweiten Gang
zu gehen. Mehr als eine halbe Wagenlänge Weges konnte nicht
gewonnen werden. Was hinter mir vor ſich geht, kümmert mich
ſchon gar nicht mehr. Vor mir ſteht ein Wagen, mit ſechs
Per=
ſonen beladen. Eine kleine Hängematte hängt unter dem
Limou=
ſinendach. Darin ſchaukelt ein Baby. Ueber dem Reſerverad iſt
ein zuſammenlegbarer Kinderwagen aufgeſchnallt, und zwar ſo,
daß er ſchön über die Stoßſtange hervorragt. Eine ſehr zweckmäßige
Einrichtung. Auf dem linken Laufbrett ein Schaukelſtuhl. Die
Leute ſcheinen umzuziehen. Denn zwiſchen Haube und
Schutz=
blechen türmen ſich, ſoweit ich das entziffern kann, Bündel auf
Bündel. Ich habe reichlich Zeit, Betrachtungen anzuſtellen, ſoweit
das dauernde Anfahren und Bremſen nicht meine ganze
Aufmerk=
ſamkeit in Anſpruch nimmt. Manchmal wage ich einen ſcheuen
Blick nach links. Vielleicht kann ich gelegentlich, ohne den
Schau=
kelſtuhl zu rammen, dieſen furchtbaren Wagen überholen, der mir
nachgerade auf die Nerven fällt. Seine Nummer kenne ich ſchon
auswendig. Ich habe ſchon ausgerechnet, wie oft er angefahren
worden ſein muß, nach den Schrammen zu ſchätzen, die er
aufzu=
weiſen hat . . . Aha, da ſauſt ein Motorradfahrer heran. Blaue
Uniform, gelbe Knöpfe. Nun, einen Strafzettel wegen Uebertretung
der Fahrgeſchwindigkeit wird er wohl hier nicht ausſtellen. Aber,
vielleicht regelt er den Verkehr.,Immer ſchön in der Linie bleiben.”
ruft er im Vorbeifahren, und: „Vorwärts, vorwärts —
weiter=
fahren! Nicht den Verkehr aufhalten!” ſagt er auch ſo nebenbei.
Wir ſtehen nun — Gott ſei Dank — ſchon über eine Viertelſtunde.
„Immer ſchön in der Linie bleiben!” Wieder bewegt ſich die
Schlange einige Zentimeter vorwärts! Wie oft das grüne Licht,
das da zehn Wagen vor mir mich zum Narren hält, zähle ich ſchon
gar nicht mehr. Ich bin in die Polſter zurückgeſunken und fühle
einen Schmerz im Rücken. Ich will mir eine Zigarette anſtecken.
Und ſchon ſchlägt der Wagen hinter mir einen furchtbaren Radau.
Zwiſchen mir und dem Wagen mit der Umzugsfamilie, die vom
Wochenende kommt, iſt eine Lücke entſtanden. Man ſtelle ſich vor:
eine Lücke! Unerhört einfach! Eine Lücke, die in einer halben
Sekunde aufgefüllt werden kann — ſobald ich das Streichholz aus
dem Wagen geworfen haben werde. So etwas iſt unerhört, tutet
die Hupe hinter mir: Kein Wunder, daß man nicht vorwärts
kommt. Und ſchon berührt meine Stoßſtange den Kinderwagen.
Ganz ſacht nur. Aber die Inſaſſen des Vorderwagens ſtecken ſchon
die Köpfe zuſammen und rechnen ſich die Schadenerſatzforderung
aus. Dabei iſt gar nichts paſſiert. Ein Glück nur, daß ſie nicht
ausſteigen können. So unbeliebt gemacht hätten ſie ſich noch nie
in ihrem Leben.
Immerhin: gelegentlich kommen wir auch etwas weiter.
Mer=
rick Road iſt ein paar Meilen lang. Ich kenne dieſe Straße ſeit
drei Jahren. Sie wird noch immer ausgebeſſert, und von Belag
iſt noch nie die Rede geweſen. Aber, wie geſagt, ſchließlich haben
wir ſogar den Bahnübergang genommen und bewegen
Richtung auf Jamaica. Hillſtret iſt etwas luftiger. Hie
hole ich den Kinderwagen und bin ordentlich ſtolz auf mei
ſtung. In eineinhalb Stunden habe ich am Vormittag Lon
erreicht. Jetzt bin ich ſchon faſt drei Stunden auf dem
und bin noch nicht einmal auf dem Queens Boulevard.
Noch eine Biegung, und dann kann es losgehen
dieſer Boulevard iſt eine ſehr tückiſche Verkehrsſtraße, wei
ihr, ſektionsweiſe, eine Untergrundbahn gebaut wird.
heißt erſtens, daß der Boulevard voller Löcher, weſentli
engt, teilweiſe zu einer Einbahnſtraße degradiert wurde
lich abgeſperrt iſt und den Verkehr über eine Geröllhal
die Fahrbahn überleitet, die eigentlich für den in andere
tung ſich bewegenden Verkehr beſtimmt iſt. Normalern
dieſe Straße in zwanzig Minuten zu bewältigen.
Um halb neun Uhr abends fahren wir wieder Pol
Ich habe die Geduld verloren und ſpiele va banaue.
was kommen mag. Bis zur nächſten Querſtraße ſehe ich
Poliziſten und keinen mir entgegenkommenden Wagen
die iſt eben eine Fahrbahn freigeblieben, weil der Verke
New York um dieſe Zeit ſehr viel ſchwächer iſt als der
gekehrter Richtung. Ich breche aus der unüberſehbarei
aus und lege los. Ich weiß: wenn mir das Schickſal nie
geſinnt iſt, wird mich dort oben an der Kreuzung ein
mann anhalten, und wenn er mir keinen Strafzettel gib
kann er doch tückiſch genug ſein, mich feſtzuhalten, b
Verkehr abgeebbt iſt — und das heißt ſtundenlang —
beſtehet darauf, daß ich zurückfahre und zuſehe, wo
Lücke finde, in die ich mich hineinquetſchen kann. Hupeng
begleitet meinen Ausbruch. Ein paar hundert Menſchen
mir ihren nicht allzugut gemeinten Segen mit auf der
Wenn jetzt kein Wagen von der andern Seite kommt
habe ich eine Stunde gewonnen. Die Frage iſt nur n
ich mich, wenn alles glückt, irgendwo hineinquetſchen kan
iſt jetzt meine einzige Sorge. Ich werde nochmals die
der Mitmenſchen auf mich laden. Aber ich nehme auch d
in den Kauf..."
* Weltbrand 1950, ein utopiſcher Roman von A. Ste
ger. (Verlag d. Zeitromane, Berlin.) Eine ganz phan
Angelegenheit. Eine Phantaſie, die heuer Unmögliches träut
der man im Zeitalter techniſcher Weltumwälzungen nich
wie lange ſie Utopie träumend bleibt und wann ſie Wir!
wird. Sind wir zu einer Zeit, da „Graf Zeppelin” fal
mäßig um die Erde kreiſt, weit davon entfernt, Stahlfiſche
den Aether ſauſen zu ſehen, wie heute D=Züge auf Schienen
Und liegt es nicht nahe, dieſe deutſche Erfindung romanh
ſammenklingen zu laſſen mit der Rettung Deutſchland
Schmachbanden, mit der Anbahnung wirklichen Weltf”
wenn auch auf Koſten nochmaligen Auslöſchens einer Men)
generation? — —,
intag, 5. Juni 1932
Meit
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und zu fnfr R
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 155 — Seite 3
Deutſchland muß handeln!
Dr. Schacht über die Repatakionsfrage.
leichter
des ſGowelt I
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bot inſa
LandtaPe
gebun
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mmen
nehm=
ſchen Gr
rapaia
Berlin
5 Reichsut
uni gemellte
rfaſſung M
nach den
Jahlen u
Willen dis
jedet
* Berlin, 4. Juni (Priv.=Tel.)
er frühere Reichsbankpräſident Dr. Schacht iſt von dem
Reichskabinett, wie wir ſchon ſagten, als Vertreter
blands auf der Lauſanner Konferenz in Ausſicht
genom=
inter dieſen Umſtänden verdient ein Artikel Dr. Schachts
Zeitſchrift „Volk und Reich” — übrigens der erſte
Schachts nach ſeinem Rücktritt — beſondere Beachtung,
wenn die Ausführungen, oder vielleicht gerade weil ſie
ehen wurden, ehe die Frage einer aktiven Beteiligung
chachts in den kommenden Reparationsverhandlungen akut
Er geht davon aus, daß die verſchiedenen politiſchen
virtſchaftlichen Anſatzpunkte für die praktiſche
Inangriff=
des Reparationsproblems von deutſcher Seite aus
propa=
tiſch nicht bis zum äußerſten ausgewertet wurden, alſo
h: daß der Verſailler Vertrag ein kraſſer Bruch des
Vor=
s war, daß man ein Volk nicht über zwei Generationen
flichtig halten kann, wirtſchaftlich: daß die einſeitigen
leiſtungen den ganzen internationalen Warenaustauſch
ordnung gebracht haben und daß das deutſche Volk die
laſten weder aufbringen noch transferieren kann, ohne
größte materielle und ſoziale Elend geriſſen zu werden.
kritiſiert, daß die früheren deutſchen Regierungen die
mehr oder weniger treiben ließen oder ſogar an einer
eierung der wahren Verhältniſſe mitarbeiteten. Er
es charakteriſtiſch, daß von deutſcher Seite nicht eine offene
tegelung herbeigeführt worden iſt, ſondern daß man den
diſchen Rat und die ausländiſche Initiative im
Verhand=
vege ſelbſt erbitte, wo man aus bitterer Kenntnis der
en Verhältniſſe die ſinnvollen Maßnahmen von ſich aus
könnte. Er kommt deshalb für die weitere Taktik
ſchlands zu dem Ergebnis:
Zer ſich ſelbſt keinen Rat und keine Hilfe weiß, verliert
Achtung der anderen und wird zum Objekt der Geſetz=
Wer das Geſetz des Handelns aus der Hand gibt,
nicht wundern, wenn das Handeln gegen ihn aus=
Weder in England noch Amerika, ja nicht einmal in
eich wiſſen die Politiker, was ſie in der Reparationsfrage
len. Der ſichtbare Ausdruck dieſer Unſicherheit ſind die
ungswünſche für die Lauſanner Konferenz, wie ſie aus
niannten Ländern laut werden. Man braucht kein Unglück
zu ſehen, wenn dieſe Wünſche durch den Verzicht auf die
ge Konferenz erfüllt würden, ſofern man alsdann nur
die Schaffung von Tatſachen für etwaige ſpätere
Kon=
ermine eine klare Plattform herbeiführt.”
Kabinett Herriot gebildet.
Günſtige Aufnahme der Regierung bei Mikke und Rechke. — Nur äußerſte Rechte unzufrieden.
Das „Sicherheits=Dreigeſtirn” Painlevé-Paul=Boncour-Lengues beruhigk die nakionalen Kreiſe.
Kabinett der Außenpolikik.
bei beantwortet Dr. Schacht allerdings nicht die Frage,
enn am 1. Juli mit dem Ablauf des Hoover=Jahres wer=
II. Man kann jedoch aus der Art ſeiner Darſtellung
n, daß auch er ſelbſtverſtändlich irgendwelche Zahlungen
her Schulden über den 1. Juli hinaus für unmöglich
die Kriegsbeſchädigkenverbände
an die neue Reichsregierung.
Berlin, 4. Juni.
s Anlaß der Bildung der neuen Reichsregierung hat die
gemeinſchaft des Reichsverbandes und Zentralverbandes
er Kriegsbeſchädigten und Krieger=Hinterbliebenen in
Telegramm an die Reichsregierung zu den
Gegenwarts=
der Kriegsopferverſorgung Stellung genommen. In
die=
legramm wird u. a. darauf hingewieſen, daß die
bisheri=
ntenkürzungen und das durch Notverordnungsgeſetz
geſchaf=
ihen von Renten das Maß des Erträglichen bereits
über=
hätte. Weiter iſt hervorgehoben worden, daß die
möglichkeiten der Kriegsopfer durch die mit der vierten
ordnung angeordnete Anrechnung von Kriegsopferenten
durch Beitragsleiſtung erworbenen Rechte auf die Inva=
Angeſtellten= und knappſchaftlichen Renten ſchwerſtens
er=
t worden ſeien. Abſchließend wird der Erwartung
Aus=
jegeben, daß die nunmehrige Reichsregierung ſich die
e des Herrn Reichspräſidenten zu eigen machen und von
n Verſchlechterungen im Kriegsopferrecht Abſtand nehmen,
r die durch die bisherigen Notverordnungen geſchaffenen
und Ungerechtigkeiten wieder beſeitigen werde.
ernichkung von 45 Millionen Likern Wein.
TU. Liſſabon, 4. Juni.
portugieſiſchen Winzer haben die Vernichtung von über
lionen Litern minderwertigen Weines beſchloſſen, um
Abſatzmöglichkeiten für die guten Weinmarken zu erzielen.
EP. Paris, 4. Juni.
Die dritte Regierung Herriot iſt heute in der zweiten
Mor=
genſtunde gebildet worden. Sie lautet:
Miniſterpräſidium und Aeußeres: Herriot (radikal),
Juſtiz: Senator Renault (rad.),
Inneres und Vizepräſidentſchaft: Chautemps (rad.),
Krieg: Senator Paul=Boncvur (parteilos),
Marine: Leygues (linksrep.),
Luftfahrt: Painlevé (rep. Soz.),
Nationale Erziehung: de Monzie (dem. Linke),
Finanzen: Germain Martin (rad. Linke),
Budget: Palmade (rad.),
Oeffentliche Arbeiten: Daladier (rad.),
Arbeit: Dalamier (rad.),
Handel: Durand (rad.),
Ackerbau: Senator Gardey (rad.),
Handelsmarine: Meyer (rad.),
Penſionen: Berthod (rad.),
Oeffentliches Geſundheitsweſen: Senator Godard (rad.),
Poſt: Querille (rad.),
Kolonien: Senator Albert Sarraut (rad.).
Die Unterſtaatsſekretäre ſind folgende:
Miniſterpräſident=
ſchaft: Marchandeau (rad.); Aeußeres: Paganon (rad.); Inneres:
Iſrael (rad.); Schöne Künſte: Miſtler (rad.); Kolonien:
Can=
dace (rad. Linke); Techniſcher Unterricht: Ducos (rad.);
Oeffent=
liche Arbeiten: Margaine (rad.); Luftfahrt: Bernier (rad.);
Sport: Marcombes (rad.); Nationale Wirtſchaft: Patenötre
(links Unabh.); Tourismus: Gourdau (links Unabh.).
Luftfahrtminiſter Painlevé iſt außerdem Vorſitzender eines
Komitees der geſamten nationalen Verteidigung, der
Unter=
ſtaatsſekretär für Luftfahrt, Bernier, Vorſitzender eines
Komi=
tees, das über die zur nationalen Verteidigung nötigen
An=
ſchaffungen zu wachen hat.
Das alte Kabinett Tardieu umfaßte dreizehn Miniſter und
fünf Unterſtaatsſekretäre, die neue Regierung Herriot achtzehn
Miniſter und elf Unterſtaatsſekretäre. Ihrem Beruf nach
ver=
teilen ſich die Mitglieder des Kabinetts folgendermaßen: Elf
Rechtsanwälte, acht Profeſſoren, vier Journaliſten, zwei Aerzte,
ein Kaufmann und drei Ingenieure.
Die dritte Regierung Herriot wird, ſoweit bisher
Preſſe=
ſtimmen vorliegen, im allgemeinen recht günſtig aufgenommen.
Nur die äußerſte Rechte zeigt eine ablehnende Haltung, während
die gemäßigten Rechtskreiſe die Regierung nach ihren Taten
ein=
ſchätzen wollen und daher vorläufig eine abwartende Haltung
einzunehmen gedenken. Die Mittelgruppen, die in der Regierung
vertreten ſind, und die Radikalen zeigen ſich natürlich ſehr
be=
friedigt über den Gang der Dinge. Die Sozialiſten haben ohne
Zweifel Sympathien für das Kabinett Herriot und werden
ihm bis auf weiteres ihre Unterſtützung gewähren. Man kann
alſo im großen und ganzen eine ziemlich maſſive Mehrheit für
die Regierung bei ihrem erſten Kontakt mit der Kammer
vorausſagen.
Die auf Verſöhnung eingeſtellte abwartende Haltung der
gemäßigten Rechtskreiſe iſt vor allem auf die nach hieſiger
An=
ſicht ungeheuer ernſte außenpolitiſche Lage zurückzuführen. Man
will augenſcheinlich der Regierung Herriot keine
Schwierigkei=
ten vor den großen internationalen Konferenzen bereiten, ihr im
Gegenteil durch weitgehende Unterſtützung möglichſt großen
nationalen Schwung verleihen.
Die Blätter betonen denn auch vor allem, daß Herriot vor
einer der ſchwerſten Aufgaben ſtehe, vor die je eine franzöſiſche
Regierung geſtellt worden ſei. Andererſeits wird auch von der
Oppoſition vollauf anerkannt, daß Herriot Männer von
unbe=
ſtreitbarer Autorität und Sachkenntnis um ſich zu vereinigen
wußte. Was von der geſamten Preſſe, die Kommuniſten
aus=
genommen, beſonders aber von der Rechten, begrüßt wird, iſt
das Dreigeſtirn der nationalen Verteidigung: Painlevé, Paul=
Boncour und Leygues. Dieſe drei Männer werden auch von
ausgeſprochenen Rechtsblättern als national abſolut zuverläſſig
bezeichnet. Die extremen Blätter machen allerdings einige
Vor=
behalte bei Paul=Boncour, in deſſen letzter Rede ſie eine leichte
Bereitſchaft zu Konzeſſionen geſehen haben.
Erſte Sihung des memelländiſchen
Ra6c
Landkages.
TU. Memel, 4. Juni.
Der vierte Memelländiſche Landtag wurde heute vormittag
um 10 Uhr durch den litauiſchen Gouverneur Gylys eröffnet.
Es waren ſämtliche 29 Abgeordnete anweſend, darunter auch
Schulrat Meyer. Die Wahl zum Landtagspräſidium ergab
fol=
gendes Reſultat: Präſident Rittergutsbeſitzer von Dreßler
(Landwirtſchaftspartei), mit 19 Stimmen bei 10
Stimmenthal=
tungen, erſter Vizepräſident Stadtſchulrat Meyer (Volkspt.) mit
21 Stimmen bei 8 Stimmenthaltungen, und zweiter
Vizepräſi=
dent Beſitzer Waſchikies (Landwirtſchaftspartei) mit 19 Stimmen
bei 9 Stimmenthaltungen und einer dagegen.
Die Sitzung wurde um 10.30 Uhr geſchloſſen. In die Tagung
wird erſt eingetreten werden, wenn das neue Direktorium ſich
vorſtellt.
Weikeres Vorrücken der Japaner
in der Mandſchurei.
Hailun eingenommen.
TU. Charbin, 3. Juni.
Die japaniſchen Truppen haben zuſammen mit
mandſchu=
riſchen Regierungstruppen in der Nacht zum Freitag die rund
200 Km. nördlich von Charbin gelegene Stadt Hailun
einge=
nommen. Hailun iſt die Endhälteſtelle der wichtigſten
Eiſenbahn=
ſtrecke Charbin=Hailun und ſtrategiſch von großer Bedeutung.
Die Bekeranenmärſche nach Waſhingkon.
TU. New York, 4. Juni.
Noch immer ſind größere Scharen von Veteranen aus allen
Richtungen nach Waſhington unterwegs, um die von ihnen
gefor=
derte Kriegsprämienzahlung zu erzwingen. Die Behörden haben
die Beteiligten vor weiteren Zuſammenrottungen gewarnt, da für
ihre Unterbringung und Verpflegung keinerlei Mittel zur
Ver=
fügung ſtünden. Zahlreiche Städte melden, daß weitere ſtarke
Veteranenkolonnen nach Waſhington in Marſch ſeien. In
Cleve=
land beſetzten 900 Veteranen den Bahnhof, nachdem die
Eiſen=
bahnverwaltung die koſtenloſe Beförderung nach Waſhington
ver=
weigert hatte. Daraufhin wurde der Bahnhof von 600 Poliziſten
geräumt. Die Züge erlitten mehrſtündige Verſpätungen.
Vom Tage.
Wie die Germania berichtet, iſt dem Präſidenten des
Landes=
arbeitsamtes Südweſtdeutſchland, Kalin=Stuttgart, das
Reichs=
arbeitsminiſterium angeboten worden. Kalin, der der
Zentrums=
partei angehört, hat die Uebernahme des
Reichsarbeitsminiſte=
riums abgelehnt.
Der Reichsparteivorſtand der Deutſchen Zentrumspartei iſt
zum Mittwoch, den 8. Juni, nach Berlin einberufen worden, um
zur geſamtpolitiſchen Lage Stellung zu nehmen und die
kommen=
den Reichstagswahlen vorzubereiten.
Wie aus Zentrumskreiſen verlautet, wird Dr. Brüning nach
ſeiner vollſtändigen Geneſung Gelegenheit nehmen, ſich über die
Gründe, die zu ſeiner Verabſchiedung geführt haben, in der
Oef=
fentlichkeit zu äußern und außerdem zu verſchiedenen gegen ihn
erhobenen Vorwürfen Stellung zu nehmen.
Der Parteivorſtand der Sozialdemokratiſchen Partei hat Otto
Hörſing am Freitag aus der Partei ausgeſchloſſen. Der Ausſchluß
Hörſings erfolgte, weil der frühere Bundesführer des
Reichsban=
ners die Abſicht hatte, eine neue Partei unter dem Namen
Sozial=
republikaniſche Partei zu gründen.
Veniſelos hat heute den Auftrag zur Bildung des Kabinetts
angenommen, in dem Michalakopulos das Amt des
Vizepräſiden=
ten und das Außenminiſterium und Warwareſſos das
Finanz=
miniſterium übernehmen werden,
Schallplakkenbeſprechung.
April—Mai=Neuheiten.
iktrola. Von den immer noch fortſchreitenden techniſchen
rungsmöglichkeiten zeugen in erſter Linie zwei
Groß=
llatten: „Herr Gott Abrahams” aus Mendelsſohns
und „Schon eilet froh der Ackersmann” aus
„Jahreszeiten” beide geſungen von dem bewundernswert
gabten Bariton Friedrich Schorr mit dem Londoner
dnie=Orcheſter unter der Stabführung John Barbirollis,
atte von höchſtem Kunſtniveau. Und dann eine ebenſo
aus=
et beſungene „Carmen”=Platte von Margarete
Teſche=
r und Marcel Wittriſch (Duette Micaela=Joſé) mit
cheſter der Staatsoper Berlin unter Generalmuſikdirektor
rthmann. (D.B 1564 und E.H. 732.) — Von den
im=
rkerer Beliebtheit ſich — mit Recht — erfreuenden
Spezial=
liegt wieder eine ſehr hübſche Accordeon=Sololeiſtung
orges Sellars vor, der auf E. G. 2367 einen Valſe „
En=
te” und eine flotte Polka „Dikinette” ſpielt, und dann die
ikzückende Platte E.G. 2348 mit Waldvögel= und
Nach=
anarien, die mit ihrem volltönenden Zwitſchergeſang das
* „Im Prater blühn wieder die Bäume” und „Hawaiian
es) umrahmen. Die gefiederten Sänger, deren Kunſt hier
hwelt erhalten bleibt, ſtammen aus der Zucht Karl Reich=
Auch Schlager aus Operetten und Tonfilmen liegen
Dor. So die ſehr gut beſungene Platte „Der Sieger”
die Comedian Harmoniſts ſingen: „Es führt kein
Veg zur Seligkeit”, und Hans Albers Sieggeſang
* jetzt komm ich!” (E. G. 2516) und die Käthe
Dorſch=
mit „Heimat, hab ich Heimweh nach dir” und „Mein
gan=
will ich dir ſchenken” aus der Operette „Liſelotte‟ (E. G.
Narcel Wittriſch ſingt dann noch auf EG. 2453
dunkle Augen” und „An der alten Kirchhofsmauer”, zwei
Lendige Schlager aus alter Zeit, und Marek Webers
* pielt auf E. G. 2509 einen ſchönen Tango nach „Im Krug
Inen Kranze” und einen weichfließenden Valſe Boſton:
n, ihr ſeid die Sterne des Lebens”
mmophon „Die Stimme ſeines Herrn” bleibt führend mit
ktriſchen Raumtonplatten „Polyfar”, Materiell ſtarke
nſtleriſch wie techniſch höchſtwertige Erzeugniſſe ſind aus
Serie die Tonfilmkompoſitionen. Auf 24 493 ſingen Re=
Müller und Hermann Thiemig, alſo die Origi=
ung: „Ein bißchen Freude können wir alle gebrauchen”
möcht heiraten” aus „Mädchen zum Heiraten”
169 läßt ſich der immer heiter=friſche Fritz Schulz hören
„en Dalles geht über alles” und „Die Mädels von Mont=
aus dem Tonfilm gleichen Titels; Felix Breſſart
1S ſeinem Film „Holzapfel weiß alles” „Meine
blüht alle Jahre aufs Neu” und aus „Der Glücks=
„Das goldblonde Kätchen” auf 24 537; Paul
God=
ia Lioſchakoff ſtellen ihre ausgezeichneten Orcheſter hierzu,
Paul Godwin mit ſeinem glänzend rhythmiſierten
Heſter auf 24 558 aus der Operette „Traum einer
den Engliſh Waltz gleichen Textnamens und den Slow
Fox „Glücklich am Morgen” aus, Liſelott” ſpielt, und Ilja Lioſcha=
koffs Tanzorcheſter den Valſe Boſton „Frauen, ihr ſeid die Sterne‟
und den Tango „Für dich mein Baby” (deutſcher Refraingeſang
von L. Monoſſon) auf 24 557. — Julius Patzak, der brillante
Tenor des Nationaltheaters München ſingt auf 90 182 zum
Or=
cheſter der Staatsoper Berlin aus. Mädchen aus dem goldenen
Weſten” und „La Boheme”, eine der künſtleriſch wertvollſten
Plat=
ten neuerer Erzeugung. — Eine ſehr gute, durch ihre Eigenart
feſſelnde Platte iſt dann noch 24 541, auf der Mills Brothers
Novelty=Quartett zwei neuerdings ſehr beliebte Amerika=Schlager
zur Guitarrenbegleitung ſingt. — Von den wohlfeilen „Braun=
Etikett” bleiben beſonders erwähnenswert. Täglich Muſik” und
„Fünf von der Jazzband” aus dem Tonfilm gleichen Namens
(833) und des Rheiniſchen Volksſängers Auguſt Batzem
Walzerpotpourri „Im Walzertakt” (757). —
Carl Lindſtröm, A. G. Auch die in dieſem Konzern
zuſammengeſchloſſenen diverſen Fabrikate brachten Neuheiten in
reicher Auswahl heraus, wobei ſich „Ueberſchneidungen” nicht
ver=
meiden laſſen. Uebrigens erhöht es das Intereſſe an einer
Plat=
tenbibliothek, die eine oder andere Kompoſition in verſchiedener
künſtleriſcher Auffaſſung zu hören. — „Parlophon” führt in
dieſem Konzern. Zur Goethefeier brachte ſie die beſonders in
Darmſtadt intereſſierende Platte B 48 168 mit Profeſſor Carl
Ebert, der, Meiſter eindringlicher Sprechkunſt, den
Fauſt=
monolog „Nun komm herab, kriſtallne, reine Schale” und den
Schlußmonolog aus „Egmont” ſpricht. Der Chor der Städtiſchen
Oper Berlin und das Berliner Sinfonie=Orcheſter wirken hier
künſtleriſch mit und helfen, dieſe Platte zu einem künſtleriſchen
Dokument von beſonderem Niveau zu geſtalten. Im weiteren
bietet Parlophon reiche Auswahl aus Tonfilmen. Geſchickt ſind
die wirkſamſten Schlager ausgewählt. Willi Forſt ſingt aus
„Der Prinz von Arkadien” auf B 48197. Gitta Alpar, die
Vielgefeierte aus „Gitta entdeckt ihr Herz” ihr ungariſches Lied
und „Was kann ſo ſchön ſein, wie deine Liebe” auf B 48176,
ferner „Mädel ſo biſt du” und „Für dich ſinge ich meine ſchönſten
auf B 48177. — Felix Weingartners Vertonung von
Lieder”
Nikolaus Lenaus „Liebesfeier” und H. v. Koß „Winterlied” von
Glasbrenner werden auf B 48 190 von Herbert Ernſt Groh
mei=
ſterhaft geſungen, und Edith Lorrands Orcheſter ſpielt eine
Fan=
taſie aus Offenbachs „Schöne Helena” in vollſter
Inſtrumental=
wirkung auf B 48 132.
Daß auch Richard Tauber nicht fehlt, bedarf kaum
Er=
wähnung. Die Odeon=Platte 0. 4508 bringt ſeine Arien des
Lilian
Cavaradoſſi aus dem 1. und 3. Akt „Tosca”,
Harvey, iſt ebenfalls auf Odeon zu hören, und zwar mit dem
und „Ja ſo ein Liebespaar” aus
„Chanſon der flotten Lieſe
„Zwei Herzen und ein Schlag” (0. 11630). Hans Albers
endlich mit Schlagern aus. Der Sieger” auf 0. 11614. — Wer
originellen Humor liebt, findet Ohrenſchmaus eigener Art auf
D. WV. 3025 mit einem Drehorgel=Potpourri in zwei Teilen, und
eine ſchneidige Muſik ſpielt das Zitherorcheſter der Landsmann=
4082
ſchaft der Ober=Oeſterreicher und Salzburger auf D. W
(Columbia). Auch die „Gloria”=Platte G. O. 10304 iſt als
Spezialplatte ſehr intereſſant. Sie bringt ein Bänkellied und ein
*
hübſches Foxtrottlied von Irene Ambrus. —
Oskar von Miller.
Aus einer Selbſtbiographie.
Der Name des Schöpfers des Deutſchen Muſeums iſt
zweifellos — außer den politiſchen — einer der im In= und
Ausland meiſtgenannten der deutſchen führenden Männer der
Zeit. Sein 77. Geburtstag am 7. Mai und die Eröffnung des
Bibliothekbaues des Deutſchen Muſeums, das die größte
tech=
niſche und wiſſenſchaftliche Bücherſammlung enthält, gab
Ge=
legenheit, in einem umfaſſenden Buchwerk das Lebensbild und
die Perſönlichkeit des Mannes zu geſtalten, der Mitwelt zu
ver=
mitteln und für die Zukunft zu erhalten, der ſein ganzes Leben
ſeinem Volk gewidmet hat.
Sein Lebenswerk hat durch die Vollendung des gigantiſchen
Bibliotheksbaues einen ſichtbaren Abſchluß gefunden. Walter
von Miller, der Sohn des „Großen”, hat auf Bitten
Inter=
eſſierter nach Aufzeichnungen, Reden und Briefen uns dieſe
eigenartige Biographie geſchaffen *), die immerhin eine Art
Selbſtbiographie iſt, wenn eine ſolche auch unendlich
umfang=
reicher und erſchöpfender ausgefallen wäre.
An Hand ſeiner eigenen Erfahrungen, Aufzeichnungen und
Briefe begleiten wir Oskar von Miller auf ſeinem abwechſlungs=
und erfolgreichen Lebenswege. Wir machen die Bekanntſchaſt
ſeiner berühmten Weggefährten wie Werner von Siemens,
Rathenau, Ediſon und erleben, angefangen von den erſten
telephoniſchen Verſuchen, von der erſten beſtaunten
Wunder=
lampe die Entwicklung der Elektrizität bis zu den
Rieſenprojek=
ten einheitlicher Energieverſorgung von Stadt und Land. Wir
ſehen Miller als Elektrotechniker, als Gründer des Deutſchen
Muſeums, jenes Werkes, das am augenfälligſten Einblick in die
Perſönlichkeit ſeines Geſtalters vermittelt. Wir ſehen ihn aber
auch als Mitglied der Verſailler Friedenskommiſſion in jenen
ſchickſalsſchweren Tagen unſeres Vaterlandes, und im Anſchluß
an Millers Perſönlichkeit im öffentlichen Leben wird der Geiſt
und die Stimmung wiedergegeben, die ſein Heim beſeelt.
Dieſe Aufzählung des Inhalts wird ergänzt durch
zahl=
reiche Abbildungen nach Photographien, die bedeutſame Momente
aus dem Wirken Oskar von Millers feſthalten, die gleichzeitig
bedeutſam für unſere ganze Kultur ſind, und auch ſolche aus
dem privaten Leben Millers, die uns den Menſchen nahe
bringen. — Ein Buch, ebenſo wertvoll als Nachſchlagewerk, wie
allgemein intereſſierend, als Spiegelbild einer Tatkraft, die ſich
gerade, in der ſchwerſten, entſagungsreichſten Zeit deutſchen
*
Volkstums entfaltete.
*) F. Bruckmann A. G. München.
[ ← ][ ][ → ]Seite 4 — Nr. 155
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Brennſtofflieferung.
Die Lieferung von Brennſtoffen (Kohlen, Rinderfett, 500 Kilo Bohnen,
Koks, Briketts u. Anfeuerholz) für den
Heiz=
abſchnitt 1932/33 für das Landesfinanzamt
Darmſtadt und die ihm unterſtellten
örtlichen Dienſtſtellen wird hiermit
öffent=
lich ausgeſchrieben. Die für die einzelnen
Dienſtſtellen erforderlichen Mengen und
Sorten, ſowie die Lieſerungsbedingungen
ſind unter Beifügung von Rückporto und
20 Rpf. für Vordrucke bei der
unter=
zeichneten Stelle bis ſpäteſtens 7. Juni
1932, ſchriftlich zu erfragen. Die Ange=/Kilo Schweizer Käſe, 800 Kil
bote müſſen bei dieſer Stelle bis
ſpä=
teſtens den 10. Juni 1932, vormittags
10 Uhr portofrei und verſchloſſen,
äußer=
lich als Brennſtoffangebot gekennzeichnet
eingegangen ſein. Später eingehende
Anfragen bezw. Angebote können nicht
KAA
mehr berückſichtigt werden.
Finanzamt Darmſtadt—Stadt
(Liegenſchaftsſtelle)
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18 000 Kilo Kornmehl, 4000 K
Tintenv.) Ang. m. zenmehl I, 9500 Kilo Weizenr
B. Verbrauchsgegenſtände
1000 Stück Zigarren, 200
Kil=
tabak (Fein= und Krullſchnitt),
len Kautabak. 250 Kilo Kernſeif
800 Kilo Seifenſchnitzel, 50
Schmierſeife (gelb), 100 Kilo
mit voller Penſion ſierte Soda, 1200 Kilo kalzinier
Angebote mit Preis 1200 Kilo Seifenpulver.
C. Verzehrungsgegenſtänd
750 Kilo Margarine, 300
Kil=
fett. 500 Kilo Mohnöl, 30
Schweineſchmalz (deutſches),
geſchälte geſpaltene Erbſen, 5
Viktoria=Erbſen (ganze, gelbe),
Linſen, 500 Kilo Apfelringe,
Miſchobſt, 2500 Kilo Marmele
Kilo Apfelgelee, 150 Kilo Kaka.
Stück Eier, 2000 Liter Eſſig,
geſchälte Gerſte, 200 Kilo G
125 Kilo Kaffee (geröſtet),
Kaffee=Eſſenz, 1700 Kilo Me
12 500 Stück Handkäſe, 500 Ki
burger Käſe, 30 Kilo Edamer
locken, 300 Kilo Suppennudeln
chen und Faden), Hartgrießwa
Kilo Gemüſenudeln (Hartgri
200 Kilo Maccaroni, 1500 Kir
1000 Kilo Hartweizengrieß, 20
Kriſtallzucker (fein), 100 Kilo
zucker, 10 Kilo Tee.
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vorm. 10 Uhr, einzureichen.
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Muſter angeboten werden.
Die einzureichenden Muſter
getrennt von den Angeboten
mit der Aufſchrift „Muſter zur
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der Landes=Heil= und Pfleg
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ca. 80 cm, letzte Neuheif.
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musterung Uleter 1.99
nntag, 5. Juni 1932
Darmſtadt, den 5. Juni 1932.
Füllk die Sammelbüchſen!
Zum Rotkreuztag am Sonntag, dem 12. Juni.
rinmal im Jahre, zum Rotkreuztage, bittet das Deutſche
Kreuz, deſſen Krankenanſtalten, Heime, Fürſorgeſtellen und
Hilfe bei Unglücksfällen, allen jederzeit bereitſtehen, für
lbſt, und auch nur, um weiterhelfen zu können. Hundert=
„ide haben die Hilfe des Roten Kreuzes bereits erfahren
weiß, wie er ſie einmal brauchen wird. Es iſt Selbſthilfe
zwſtem Sinne, wenn wir jetzt in unſerer bitteren Not das
verk des Roten Kreuzes fördern und aufrecht erhalten.
je Sammlung des Roten Kreuzes zum Rotkreuztage
eNnde.
Ey hördlich genehmigt und kommt infolge ihrer von
freiwilli=
rnmehl, dun as räften unternommenen Durchführung reſtlos den Anſtalten
Rilg g
Einrichtungen des Roten Kreuzes und damit unmittelbar
uchsgegenahe bilfsbedürftigen zugute. Die Geſchäftsſtelle des „
Darm=
tren.
Tagblatt” iſt gerne bereit, Spenden für die Rotkreuz=
Krulſch
ung entgegenzunehmen.
Rila Ren
hnitzel
Die Sitzung des Landeswahlausſchuſſes zur Prüfung und
100
jung der Wahlvorſchläge und Verbindungserklärungen für
Ria zu
indtagswahl am 19. Juni 1932 findet Montag, den 6. Juni
Puver.
mittags 12 Uhr, im Sitzungszimmer des Staatsminiſte=
Ungsgegen k72 in Darmſtadt. Neckarſtraße 7, ſtatt. Die Sitzung iſt öffentlich.
Hohes Alter. Margarete Huth, geb. Schneider, Ww. des
en Großh. Schloßverwalters f Jagdſchloß Kranichſtein,
Mohnt.
hohnhaft Waldſtraße 13. begeht am 6. Juni ihren 82.
Ge=
ag in voller geiſtiger Friſche und Geſundheit.
10 Bohr
ge Erl
Heſſiſches Rotes Kreuz. Im Kindererholungsheim des
Lanze ge
Roten Kreuzes in Bingenheim (Oberh.) ſind fur die am
FFT
I beginnende Knabenkur, zu der Knaben im Alter
I0 Ma
bis 10 Jahren aufgenommen werden können, noch einige
dkä
a 6
äſe, 800
frei. Da die Kurzeit ſich faſt vollſtändig mit den heſſiſchen
erferien deckt, werden manche Eltern gewiß froh ſein, ihrem
einen Erholungsaufenthalt dort gönnen zu konnen.
An=
ngen haben baldigſt bei der Geſchäftsſtelle des
Alice=
nvereins, Dieburgerſtr. 21 (Sprechſtunde vormittags), zu
en, wo auch die erforderlichen Aufnahmeformulare zu
er=
ſind. Die Kurkoſten betragen 2,50 RM. täglich, alſ=
RM. für die 30 Tage dauernde Kur. Im Bedurftig=
lle kann vom Heſſ. Roten Kreuz ein Zuſchuß bis zur Hälfte
Wr
öſten gewährt werden. Entſprechende Anträge ſind bei der
F dung mündlich oder ſchriftlich zu ſtellen.
ein 6.
„Alt=Darmſtadt” Verein für Ortsgeſchichte und
Heimat=
oni, 150
eizt
Nächſte Veranſtaltung Donnerstag abend 8.30 Uhr
rſtenſaal. Zu dem äußerſt beifällig aufgenommenen
Vor=
rI, 100 Hu
ſes Herrn Rechnungsrats W. Jungmann „
Lebens=
ee.
nerungen eines 86jährigen Alt=Darm=
Ingebot
ers
folgt eine Fortſetzung, wobei der geſchätzte Redner
din
Mitteilungen aus ſeinen Lebenserinnerungen macht,
ſind durch Mitglieder einzuführen.
Muſt
Literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft. Am Dienstag
den 10.
Juni, wird Profeſſor Dr. Fritz Wichert im Feſtſaa
nzureich
)ge (Sandſtraße 10) in einem Lichtbildervortrag, über die
iſt ganz
Frage „Der Formwille unſere
ſprechen
n amzubiet
Lartenverkauf bei Buchhandlung Bergſträßer iſt eröffnet.
ttung dea
Anzeige.)
wer
„Muſter
den,
are kön
ſerden.
den 3. Iuf
rektion
=und M
. Junf
rden
Muſikverein. Zum Feſtkonzert aus Anlaß des 90jährigen
ens der Liedertafel am kommenden Dienstag erhalten die
Angebot
eder des Muſikvereins zu ermäßigten Preiſen
Sperrſitzkar=
dem Schatzmeiſter der Liedertafel. Herrn Hofmann, Hugel=
Was haben die Angeſtellten zu erwarten? Der
Gewerk=
bund der Angeſtellten (GDA.), Ortsgruppe Darmſtadt, hat
Krempel, den bekannten Redner von der Bundeszentrale
DA., für eine Angeſtelltenkundgebung am 9. Juni im
Heim gewonnen. Schluß mit der Entrechtung der
Ange=
ſchaft, lautet die Forderung, die der GDA. als
Standes=
tal bei 0x½ſation erhebt, weshalb alle Angeſtellten eingeladen
wer=
dieſer Kundgebung teilzunehmen. Der Eintritt iſt frei,
Nähere wird in der noch folgenden Anzeige bekannt ge=
AudsN
Kinderfeſt in derStadtmiſſion. Am heutigen Sonntag,
ttags um 3 Uhr, findet im großen Saale der Stadtmiſſion,
traße 24, ein Kinderfeſt ſtatt. Die Knaben= und
Mädchen=
itlit
ſar der Stadtmiſſion haben ſeit Monaten die
Vorbereitun=
etroffen, um den Eltern und allen Freunden der Jugend
freudevollen Nachmittag zu bereiten. Der Eintritt zum
ſci k2 rfeſt iſt frei für jedermann. Der Reinertrag desſelben
um Beſten einer Ferienfahrt der Jungſcharen an den Rhein.
ſird die Veranſtaltung, die mit einer Wimpelweihe und
hine,
bibliſchen Anſprache verbunden iſt, zum Beſuch herzlich
chine,
ölen.
Evang. Männervereinigung der Petrusgemeinde. Unſere
r Interiſt
Monatsverſammlung muß wegen Verhinderung des
Red=
fe 22 G
uf Dienstag, 14. Juni, verlegt werden, Herr
Pfar=
öhler wird ſprechen über das zeitgemäße, überaus wich=
Darmſtadle
hema., Der Menſch ohne Gott‟. Der uns wohlbekannte,
zungsie
ſchätzte und berufene Redner wird dieſe Frage nach allen
hin beleuchten und uns viel Ernſtes zu ſagen haben. Wir
deshalb zu recht zahlreichem Beſuche herzlichſt ein.
zeitig möchten wir mitteilen, daß unſer Frühjahrausflug
Kirchen= und Poſaunenchor nebſt Familien) Sonntag, den
uni, nach Seeheim ſtattfindet. Treffpunkt: Beſſunger
alle punkt 12.30 Uhr. Wir bitten um recht zahlreiche
Be=
ng.
Die „12 Blauen Jazz=Ladies” geben heute Sonntag im
eum 2 Vorſtellungen. Nachmittags 4 Uhr einzige
d und Fremdenvorſtellung bei ermäßigten Preiſen, und
5 8.30 Uhr bei kleinſten Preiſen. In beiden Vorſtellungen
ngekürzte Programm. (Siehe Anzeige.)
(12 Vorſt.) Gruppe 1—IV. Die Macht des
Schickſals. Preiſe 0.70—5.60 Mk. g. 6. Junt 19½, Ende nach 22½ Uhr. Außer Miete. Im
weißen Rößl. Ermäßigte Preiſe 0.50—4 Mk. ag, 7. Jun 20 Uhr. 90 Jahre Liedertafel Darmſtadt.
Jubiläums=Konzert. Preiſe 1, 2 und 3 Mk
(6
Heſſiſches Landestheater. Heute Sonntag, Großes Haus,
Macht des
roße Opernerfolg dieſer Spielzeit „Die
als von Verdi. Muſikaliſche Leitung: Karl Maria
— Montag, den
er; Inſzenierung: Rabenalt=Reinking.
„Im weißen Rößl” zu herabgeſetzten Preiſen. Auch
er Vorſtellung werden die den Mietern überſandten
Er=
ungs=Gutſcheine an der Tageskaſſe eingelöſt. — Mittwoch,
Dunk. zum erſten Male wiederholt: „Wetter für mor=
—Donnerstag, den 9. Juni 19 Uhr,
veranderlich
Dalküre” von Richard Wagner unter der muſikaliſchen
ig von Dr. Hans Schmidt=Iſſerſtedt. — Gaſtſpiel „Di
Das
tkombe” im Kleinen Haus am 15. Juni.
ter Kabarett „Die Katakombe”, das am 15. Juni ein Gaſt
in Darmſtadt abſolvieren wird, wurde von Werner Findk
Dei Jahren in Berlin im Künſtlerhauſe gegründet, und
ie einer Reihe meiſt jugendlicher Begabungen der
Klein=
ohe brachte er das Unternehmen auf ein beachtliches
Las es gar bald zum Anziehungspunkt für alle Lieb=
Des aktuellen künſtleriſchen Kabaretts werden ließ.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 155 — Seite 5
undes Deutſcher Baumeiſter über akluelle Skandesftagen.
7. Berbandskagung in Darmſtadk.
Ehrung des 1. Borſikenden Koch
fand geſtern vormittag die Mitglieder des Reichsverbandes
Deut=
ſcher Baumeiſter ſehr zahlreich im großen Saale des Städtiſchen
Saalbaues verſammelt. Wertvolle Referate wurden von
fach=
männiſchen Rednern gehalten. Nach einem von dem Stadtorcheſter
unter der Leitung des Herrn Schlupp vorgetragenen
einleiten=
den Muſikſtück hielt der Reichsverbandsvorſitzende
Oberbauinſpek=
tor Koch=Darmſtadt die Begrüßungsanſprache. Er hieß
insbe=
ſondere die Ehrengäſte herzlich willkommen, u. a. als Vertreter
der Heſſ. Regierung, des Miniſteriums für Kultus, den Direktor
der Höheren Landesbauſchule, Oberſchulrat Schneid; ferner
Mini=
ſterialrat Wagner für die Miniſterialabteilung für Bauweſen,
Oberbürgermeiſter Mueller, Oberpoſtrat Schmidt für die
Reichs=
poſt. Oberbaurat Diefenbach, Stadtbaurat Hoffmann, Baurat
Günther, die Herren Direktoren der Höheren Techn.
Staatslehr=
anſtalten, für die Heſſiſche Handwerkskammer Bauunternehmer
Becker=Gießen und Direktor Schüttler, die Vertreter der
Hand=
werkskammernebenſtelle, das Lehrerkollegium der Höheren,
Lan=
desbauſchule Darmſtadt und weitere Gäſte und Vertreter der
be=
rufsſtändiſchen und befreundeten Verbände. Er wies darauf hin,
daß die 7. Tagung des Reichsverbands gerade in Darmſtadt
ſtatt=
finde, habe inſofern ſeine Bedeutung, als die erſte Anregung zur
Gründung des Verbandes von Darmſtadt ausging. / Es ſei
ſchwie=
rig geweſen, unter den heutigen Wirtſchaftsverhältniſſen die
Tagung vorzubereiten; man ſei aber zu der Ueberzeugung
gekom=
men, daß grundſätzlich zur Klärung der Standesfragen eine
Zu=
ſammenkunft und ſomit die Tagung notwendig ſei. Denn — ſe
fuhr der Redner fort — wer mit dem heutigen Aufbau und
Auf=
gabenkreis der Bauwirtſchaft einigermaßen vertraut iſt, weiß, daß
unter dem Zwang der wirtſchaftlichen Verhältniſſe die techniſchen
Angeſtellten bei Reich, Staat und Gemeinden und in der
Privat=
wirtſchaft zum allergrößten Teil abgebaut ſind, und daß alle Spar
möglichkeiten an unſeren Bauwerken bis zum äußerſten ausgenutz
werden. Wir halten dieſe Maßnahmen, die mit den Niedergang
der Wirtſchaft verurſacht haben, nicht für gegeben, da alle unſere
Bauwerke, zuſammen genommen, den größten Teil unſeres
Volks=
vermögens darſtellen. Dieſes wertbeſtändige Vermögen ſollte
eigentlich beſſer erhalten werden. Es müßten dieſerhalb alle
ver=
fügbaren Mittel dieſer Bauunterhaltung und Bauerneuerung
zu=
gewendet werden, wodurch auch die Beſchäftigungsloſigkeit im
Baugewerbe zum Teil behoben würde.
Wir können heute bei allen Baufragen, ſei es im Reich/Skaatz
und der Gemeinde, in der Privatwirtſchaft, nur die beſten Kräffé
verwenden. Es muß dieſerhalb dafür geſorgt werden, daß die
Ausbildung der Techniker nur die denkbar beſte iſt. Zur Beruts
ausbildung gehört nicht allein eine gute Berufsbildunglondern
auch eine erhöhte Allgemeinbildung. Dafür iſt auch der Techniker
nicht allein in allen Bauwirtſchaftsfragen, ſondern in allen
Fra=
gen der Verwaltung ſtärker zur Mitarbeit heranzuziehen, ſtatt
ihn abzubauen. Mit dem Wunſche, die Tagung möge dem
Volks=
ganzen dienen und der Bauwirtſchaft wieder zum Aufſtieg helfen,
ſchloß der Vorſitzende ſeine Ausführungen.
Es folgten die Anſprachen der Behördenvertreter.
Der Vertreter der Regierung, Oberſchulrat Schneid, ſprach im
Namen des Herrn Staatspräſidenten, der Miniſterien und der
höheren Schulen herzlichen Dank für die Einladung aus. Es ſei
anzuerkennen, daß im Verband ſeit der Tagung viele erſprießliche
Arbeit geleiſtet worden ſei. Er beglückwünſche den Verband zu
dieſem Erfolg. Die heſſiſche Regierung werde berechtigte Wünſche
ſtets berückſichtigen und ihnen entgegenkommen.
Im Anſchluß an den Herrn Regierungsvertreter begrüßte
für die Miniſterialabteilung für Bauweſen Miniſterialrat
Wag=
ner die Verſammlung. Die Tagung möge Anregung und
Be=
fruchtung dem ganzen Bauweſen geben für den ſo notwendigen
Wiederaufbau für Volk und Vaterland.
Oberbürgermeiſter Mueller dankte im Namen der Stadt
aufs herzlichſte für die Einladung. Er wolle beſonders zum
Aus=
druck bringen, wie ſehr er ſich gefreut habe, daß die Tagung in
Darmſtadt ſtattgefunden habe. Das ſei wohl einmal eine
beſon=
dere Anerkennung für die Stadt, zum anderen aber auch für unſere
Baugewerbeſchule. Gerade für Baufachmänner biete Darmſtadts
Bauweſen beſonders intereſſante Anregungen. Oeffentliche und
Privatwohnungsbauten von beſonderer Schönheit beſitze Darm
ſtadt. Da er damit auf die Arbeiten des Hochbauamtes
hingewie=
ſen habe, müſſe er auch die des Tiefbauamtes erwähnen.
Darm=
ſtadt ſei anerkannt eine ſaubere Stadt, die ſich freue, Fremde in
ihren Mauern beherbergen zu können. Zum Schluß propagierte
der Herr Oberbürgermeiſter in feiner humorvoller Weiſe den
Be=
ſuch der mannigfaltigen Darmſtädter Sehenswürdigkeiten. Er
vergaß aber auch nicht, auf die ſchwere Notlage der Zeit
hinzu=
weiſen. Man kämpfe aber den ſchweren Kampf mit Mut und im
Vertrauen, es möge bald wieder beſſer werden. In dieſem Sinne
wünſche er der Tagung guten Verlauf.
Für die Handwerkskammer Darmſtadt ſprach Bauunternehmer
Becker=Gießen, der der Tagung namens der Handwerkskammer
der Handwerkskammer=Nebenſtellen und des Gewerbeverbandes
beſten Erfolg wünſchte. Weiter begrüßte der Vertreter der
Reichs=
poſt, Oberpoſtrat Schmidt, die Tagungsteilnehmer. Die
Deut=
ſche Reichspoſt wünſche ſchon im eigenen Intereſſe, daß der
Bau=
markt wieder belebt werde.
Im Namen des Reichsverbandes Deutſcher Baumeiſter nahm
Baumeiſter und Reichstagsabgeordneter Freidel die
K
Ma
sichert den Füßen
Wohlbehagen und
bringt leichter an’s Ziel!
Sanngſte
Schuhges. m. b. H.
Darmstadt
Rheinstr. 6
Frankfurt a. M.,
Steinweg 8
vor der wegen Arbeitsüberlaſtung von ſeinem
verantwortungs=
vollen Poſten zurücktritt. In warmen, anerkennenden Worten
hob er die ſtete unentwegte Arbeit des Vorſitzenden für den
Reichsverband hervor und zeichnete in großen Zügen das Bild
der Erfolge, die der Verband zu verzeichnen hatte. Auch wenn
Herr Koch den Vorſitz niederlege, werde ſein Geiſt im Verband
weiterleben. Der Verband ernenne ihn in Anerkennung ſeiner
großen Verdienſte zum Ehrenvorſitzenden. Als äußeres Zeichen
wurde dem Geehrten das Bild des Ehrenbaumeiſters des
Reichs=
verbandes, des hochverehrten Herrn Reichspräſidenten, überreicht.
In bewegten ſchlichten Worten dankte der Vorſitzende Kock
für die hohe Ehrung und gelobte, ſein ganzes Leben für die
Inter=
eſſen des Verbandes weiter arbeiten zu wollen.
Es folgte dann eine Reihe Referate, die ſich mit aktuellen
Standesfragen befaßten. Zunächſt ſprach über die
und die hierzu von den Ländern erlaſſenen
Ausführungsbeſtim=
mungen Architekt W. V. D.A. Elling=Hannover in
ausführ=
lichen Darlegungen.
Der Aufbau und Inhalt der Preußiſchen
Ausführungsbeſtim=
mungen, welche den übrigen Ländern als Grundlage dienten,
wurden einer ſachlichen Wurdigung und Kritik unterzogen. Der
Vortragende berichtete über die Mitwirkung des Reichsverbandes
Deutſcher Baumeiſter, hob hervor, daß viele Grundzüge ſeiner
Vorſchläge in den heutigen Beſtimmungen verankert ſeien, daß
jedoch zu weſentlichen Punkten eine ablehnende Stellung
einge=
nommen werden müſſe. Bei der bisherigen Durchführung der
Verleihungen haben ſich dieſe Auffaſſungen als berechtigt bereits
erwieſen.
Die Ausſchaltung der Handwerkskammern, Senkung der
Prü=
fungsgebühren, Aenderung des Vorſchlagsrechts für die
Prü=
fungsausſchüſſe, Erleichterungen für Kriegsbeſchädigte und ältere
Anwärter, ſowie verantwortungsvolle Behandlung der
Ueber=
gangsbeſtimmungen ſeien Vorausſetzungen, wenn der RDB. eine
gerechte und befriedigte Löſung in den heute gültigen
Beſtim=
mungen erblicken ſoll. Die Baumeiſterprüfungen müßten
al=
ſtaatliche Prüfungen durchgeführt werden. Die Abſolventen
Höhe=
rer Techniſcher Lehranſtalten, die im RDB. vereinigt ſind, müſſen
fordern, daß entſprechend ihrer Leiſtungen und ihrer Stellung
m der Bauwirtſchaft ihnen die gebührende Anerkennung gegeben
werde.
In dem folgenden Referat über die
Anſorderungen für dis Aufnahme in die
Höheren Techniſchen Lehranftalten (H. T. 2.)
behandelte Stadtbaumeiſter Siebke=Berlin die zu fordernde
praktiſche und allgemeine Vorbildung. Infolge des ſicher noch
für längere Zeit daniederliegenden Baugewerbes wird die
ord=
nungsmäßige praktiſche Vorbildung nur dann zu erzielen ſein,
wenn die praktiſche Tätigkeit auf der Bauſtelle oder dem
Werk=
platz durch Berufsſchulbeſuch mit Werkſchulunterricht erganzt
wird. Daneben wird die Führung eines Werkbuches als Beweis
für die Tatigkeit des Lernenden nicht zu umgehen ſein.
Die allgemeine ſchuliſche Vorbildung muß bei der Aufnahme
in die HTL. mindeſtens auf ſolcher Höhe ſtehen, wie ſie für das
Studium und für die Berufspraxis erforderlich iſt. Zur
Erzie=
lung einer beſten Auswirkung des Unterrichts auf der HTL. muß
eine gleiche Höhe der allgemeinen Vorbildung vorausgeſetzt
wer=
den. Infolge des faſt hemmungsloſen Uebergangs von der
Volks=
ſchule auf die Höhere, allgemein bildende Schule iſt nicht zu
ver=
meiden, daß auch minderbegabte Schüler mit der
Oberſekunda=
ſchule auf die höhere, allgemein bildende Schule iſt nicht zu
ver=
die HTL. zu beſuchen. Um eine Senkung der für die HTL. zu
fordenden Vorbildung zu verhindern, und um unter Beachtung
der verſchiedenen Vorbildungen — (Oberſekundareife, mittlere
Reife und Volksſchule — dieſe gleichmäßige Höhe der
Vorbil=
dungsgrundlage zu ſchaffen, iſt eine Aufnahmeprüfung für alle
verſchiedenen Vorgebildeten nicht zu umgehen. Hierbei wird auf
jeden Fall auch die Gleichwertigkeit der Vorbildung des
Volks=
ſchülers mit der von der höheren, allgemein bildenden Schule
kommenden Oberſekundareifen erzielt,; die ſich für den Eintritt
auch der Volksſchuler in eine Behordenlaufbahn günſtig
auswir=
ken muß.
Die in der Aufnahmeprüfung zu fordernden Kenntniſſe
wur=
den von dem Vortragenden genau umriſſen.
9
Berufsſchuk „urchikekt” und „Bauanwalt”
Aus Architektenkreiſen hat der Reichsverband Deutſcher
Bau=
meiſter eine große Zahl Mitglieder und iſt daher an der Regelung
dieſer Frage lebhaft intereſſiert. Architekt W. V. D. A. Elling,
Han=
nover, behandelte in eingehenden Betrachtungen den Entwurf
des Reichswirtſchaftsminiſteriums, der zurzeit den
Ländern zur Stellungnahme vorliegt. Unter der Vorausſetzung.
daß den Belangen der Abſolventen Höherer Techniſcher
Lehran=
ſtalten in gleichem Umfange Rechnung getragen werde, wie den
Abſolventen der Techniſchen Hochſchulen, ſtellte ſich der R. D.B.
grundſätzlich zum Schutze der Berufsbezeichnungen bejahend ein.
Die Verhandlungen mit den zuſtändigen Behorden laſſen ſie
je=
doch erkennen, daß die grundſätzliche Frage, ob ein Berufsſchutz
notwendig ſei und in welcher Form zweckmäßig eine Regelung
er=
folge, anſcheinend nicht einheitlich von den verſchiedenen
Landes=
regierungen beurteilt werde. Im Verlauf des Vortrages wurde
die Schaffung einer geſchützten Bezeichnung mit
der Reifeprüfung an der H.T.L. als notwendig
ge=
fordert. Dringend notwendig ſei ebenfalls für die planend
beratend und treuhänderiſch tätigen Kräfte der Bauwirtſchaft die
Berufsbezeichnung „Bauanwalt” zu ſchaffen, damit unlautere und
ungeeignete Elemente zur Geſundung der geſamten
Architekten=
ſchaft ausgeſchaltet werden könnten. Die mögliche Rechtsgrundlage
würde bei entſprechender Ueberarbeitung die Gewerbeordnung
geben können, zumal die Chemiker, Aerzte uſw. ebenfalls ihre
rechtliche Grundlage in der Gewerbeordnung haben. Der R. D.B.
werde mit größter Aufmerkſamkeit die weitere Entwicklung der
Frage verfolgen und hieran tatkräftigen Anteil nehmen.
Ueber die Forderungen der deutſchen
Bauwirt=
ſchaft ſprach Zimmermeiſter B. G. Z. Freidel, M. d. R.,
Hannover, und über die Gewerbefreiheit und
ihr=
nachteiligen Folgen für die
Bauwirtſchaft
Bau=
meiſter Hartmann in ausführlichen Referaten, die von tiefer
Sachkenntnis der Materie zeugten. Alle Ausführungen wurden
mit lebhaftem Dank aufgenommen. Mit Worten des Dankes
ſchloß der Vorſitzende Koch die Vormittagsverſammlung.
Am Nachmittag fanden lediglich ſintime Beratungen ſtatt.
des Bundes Alter Herren der Höheren lLandes=Bauſchule
Darm=
ſtadt fand im Städtiſchen Saalbau ſtatt. Außer zahlreichen Alten
Herren mit ihren Damen war auch die Aktivitas in Couleur in
großer Zahl erſchienen. Den Feſtkommers, der mit einem
ſchneidigen Salamander und dem gemeinſamen flotten Studenten.
lied: „Sied wir vereint zur guten Stunde” eingeleitet wurde,
präſidierte Baumeiſter Hartmann A.H.T. V. Arminia, der
zu=
gleich als Vorſitzender des Veranſtaltungs=Ausſchuſſes die Gäſte
herzlich begrüßte. Insbeſondere hieß er die Vertreter der
Bau=
ſchulen, die Vertreter der Schule in Darmſtadt der
Handwerks=
kammer willkommen. Die Tagung geht zu Ende, ſo führte der
Seite 6 — Nr. 155
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Vorſitzende aus, was geſchaffen wurde, möge Vorbild für die
Bau=
meiſter von Deutſchland ſein. Eine beſondere Freude ſei ihm, daß
er die Erfolge hervorheben könne, die von dem Reichsverband
er=
zielt wurden. Als große Baumeiſter=Gemeinde wolle man nun
auch zum Abſchluß noch einige gemütliche Stunden in frohem
Kreiſe verleben.
Nach dem gemeinſamen Lied „Drei Klänge ſinds” hielt als
Sprecher Baumeiſter und Reichstagsabg. Freidel vom AHV.
Hildesheim eine zündende Vaterlandsrede. Er feierte in
flam=
menden Worten die Schönheiten des freien deutſchen Rheins, der
das deutſche Weſen und Fühlen ſymboliſiert. Trotz der ſchweren
Notzeit poche das Herz der Baumeiſter voll Wille, und er hoffe,
daß die Zeit nicht mehr fern ſei, in der die Sklavenketten von
Verſailles abgeſchüttelt werden können. Man wolle nicht
ver=
zagen in ſchwerſter Stunde und dem Ehrenbaumeiſter v.
Hinden=
burg und dem deutſchen Vaterlande die Treue halten. Einem
dreifachen, begeiſtert aufgenommenen Hoch folgte der gemeinſame
Geſang des Liedes der Deutſchen.
Glückwünſche zur Tagung
übermittelten u. a. als Vertreter der Höheren Landesbauſchule
Studienrat Hainz, als Vertreter der Heſſiſchen
Handwerkskam=
mer Direktor Schuttler, Vertreter der Alt=Herren=Verbände
und befreundeter Korporationen. Im Verlaufe des Abends
wur=
den noch einige Ehrungen vorgenommen, und zwar erhielten
das goldene Bundesabzeichen des Bundes Alter
Her=
ren der Höheren Landesbauſchule, Baumeiſter Hartmann.
Rup=
pel, Winkes, Kolb und Deumel. Eine friſche, humordurchwürzte
Damenrede hielt Studienrat Sumpf (BAH.), Darmſtadt. Bei
gemeinſamen Liedern und flotter Muſik verflogen die Stunden
nur allzu ſchnell.
Im anſchließenden unterhaltenden Teil des
Feſt=
abends wirkten Künſtler des Heſſiſchen Landestheaters, und
zwar Johs. Biſchoff und Frl. Wera Korſchan, ſowie vom
Karlstheater Wien Frau Cilly Bauer mit und ernteten
leb=
haften, langanhaltenden Beifall mit ihren Darbietungen. Mit
dieſem geſelligen Abend, der einen ausgezeichnet ſchönen Verlauf
nahm, war die arbeitsreiche Tagung der Baumeiſter abgeſchloſſen.
Heute vormittag wird noch Studienrat Dipl.=Ing. Hainz in
der =Aula der Höheren Landesbauſchule einen Vortrag halten. **
Sonntag, 5. Juni 17
77
* Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Palaſt=Lichtſpiele.
Pat und Patachon ſind gewiß bekannte und beliebte
Luſtſpielgeſtalten und wurden auch diesmal in dem Film „Im
Bankhaus gebührend belacht. Die eigentliche Anziehungskraft
des Programms jedoch bietet der Buffalo=Bill=Film
mit Tone Tyler, wenigſtens für die Jugendlichen, die das Haus
bis faſt auf den letzten Platz beſetzt hatten. Es iſt denn in der
Tat auch allerhand, was ſich an Wildweſtromantik. an tollen
Rit=
ten (warum klappert es nur immer ſo, als wenn die Pferde übers
Parkett galoppierten?) an Indianerkämpfen und
Schützenkunſt=
ſtücken da abſpielt. Wer alſo für die Abenteuerromantik der
Knabenjahre noch empfänglich iſt, hat hier die ſchönſte
Gelegen=
heit, ſie wieder aufzufriſchen.
*
— In den Helia=Lichtſpielen ſieht man nur noch heute und
morgen die amuſante Tonfilm=Operette „Ein Lied, ein Kuß,
ein Mädel‟. Dazu das reichhaltige Beiprogramm. Jugendliche
haben Zutritt.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen heute und folgende Tage ein
ſenſationelles Doppelprogramm, und zwar ſieht man den
Aben=
teuer=Tonfilm „Buffalo Bill, der tollkühne Reiter”, und im
2. Teil Pat und Patachon in dem luſtigen Filmwerk „Im
Bank=
haus. Dazu das gute Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.
— Chriſtlicher Verein junger Männer Darmſtadt E. V.,
Eli=
ſabethenſtraße 17. Heute Sonntag, abends 8,15 Uhr,
Monats=
verſammlung unter dem Thema „Freude die Fülle. Freunde
und Gäſte willkommen. Das Heim iſt ab 7 Uhr abends geöffnet.
Promenaden=Konzert. Sonntag, den 5. Juni, ſpielt das
Stadtorcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp
von 10.30 bis 11.30 Uhr im Herrngarten (Pergola) nach
folgen=
dem Programm: 1. Deutſche Bundestreue. Marſch von
Friede=
mann, 2. Ouvertüre zur Operette „Banditenſtreiche” von Suppé,
3. An der ſchönen blauen Donau, Walzer von Strauß, 4. Walters
Preislied aus der Oper „Die Meiſterſinger von Wagner, 5
Fan=
taſie aus der Oper „Die weiße Dame” von Boieldieu, 6. König=
Karl=Marſch von Unrath.
— Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 4.. Juni 1932 für
ein Pfund bzw. Stück in Reichspf.: Gemüſe: Spargeln,
. Sorte 40—45, 2. Sorte 25—30, Kohlrabi 10—12. Karotten 15
bis 20, rote Rüben 8—10. Spinat 10—15, Römiſchkohl 8—12,
Wirſing 15—20, Stangenbohnen 45 Erbſen 30—35. Zwiebeln 12
bis 15. Knoblauch 80. Rhabarber 8—10, Tomaten 80—90,
Kopf=
ſalat 6—12, Salatgurken 40—60, Blumenkohl 60—80. Rettich 5
bis 12. Kartoffeln: Spätkartoffeln 4—
Obſt: Kirſchen
60, Tafeläpfel 25—40 Wirtſchaftsapfel 10—20, Apfelſinen 5 bis
Eßwaren. Süßrahm=
12. Zitronen 4—10, Bananen 40—50.
butter 160—180. Landbutter 130—140. Weichkäſe 25—30
Hand=
käſe 3—12. Eier, friſche 6-
Wild und Geflügel:
Hüh=
ner 80—120. Enten 120, Tauben 50—180, Ziegenlämmer 60.
Fleiſch= und Wurſtwaren; Rindfleiſch, friſch 56—70
Kalbfleiſch 70. Schweinefleiſch 70—90 Dörrfleiſch 110. Schinken
120, Wurſt 50—140, Wurſtfett 50, Schmalz. ausgelaſſen 70.
— Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 5. Juni 1932, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med. Sachs, Hügelſtraße 41 (Tel. 726); Dr. med. Hof
Gervinusſtr. 46½ (Tel. 48); Dr. med. Th. Schmidt,
Heinrich=
ſtraße 38 (Tel. 3882).
— Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 5. bis 11. Juni: die
Apo=
theke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtraße 9, und die Einhornapotheke,
Kirchſtraße 10½
* Vorkrag dr. Gerkrud Bäumer.
Es iſt nur zu begreiflich, daß der Vortrag, den Frau
Mini=
ſterialrat Dr. Gertrud Bäumer am Samstag abend in dem
Feſtſaal der „Vereinigten Geſellſchaft über das Thema „Der
Lebens= und Berufskampf der Frau in der
Wirt=
chaftskriſe hielt, einem äußerſt ſtarken Intereſſe in der
ge=
ſamten Darmſtädter Frauenwelt begegnete. Fünfzehn Verbände
und Vereinigungen hatten zu der Veranſtaltung eingeladen, wir
nennen u. a. den Heſſiſchen Landeslehrerinnenverband, den
All=
gemeinen Deutſchen Frauen=Verein, den Hausfrauenbund und
den Alice=Frauenverein.
Frau Gertrud Bäumer betonte zunächſt, daß ſie nicht von
einem geſchlechtspolitiſchen Intereſſenſtandpunkt aus ſprechen
wolle. Nach den Ausführungen der Rednerin trifft die
Wirt=
ſchaftskriſis die Frau in einer Zeit, in der ihr Berufsleben noch
im Aufbau begriffen iſt. 11 Millionen Frauen, das ſind 35 v. H.
der weiblichen Bevölkerung überhaupt, ſtehen im Beruf, es
ban=
delt ſich bei ſolchen Zahlen um einen Teil unſerer
Volkswirt=
ſchaft, nicht etwa um einen Erfolg der Frauenbewegung an ſich.
Die Kulturleiſtung unſeres Volkes beſteht darin, daß jeder in
den Beruf geſtellt iſt, in dem er das Beſte leiſten kann. Es
kommt alſo darauf an, in welchen Berufen die Frau am meiſten
gebraucht wird und für welche Berufe ſie ſich am beſten eignet.
Die öffentliche Meinung glaubt, die Frauen könnten in unſerer
Kriſenzeit durch ein großes Opfer die allgemeine Arbeitsloſigkeit
vermindern. Die Vortragende meinte, die Allgemeingültigkeit
dieſer Anſicht aus verſchiedenen Gründen verneinen zu müſſen.
ſchon mit Rückſicht auf die Frauengeneration, die infolge der
Männerverluſte durch den Weltkrieg nicht zum Heiraten kam oder
ſich ſelbſt die Möglichkeit zur Schließung der Ehe wirtſchaftlich
er=
arbeiten mußte. In der heutigen Zeit iſt der Beſtand der
Fa=
milie ohne die wirtſchaftliche Mitarbeit der Frau in vielen
Fällen undenkbar. Das normale Schickſal für die große
Mehr=
zahl der Frauen ſollte der Frauen= und Mutterberuf ſein Frau
Gertrud Bäumer behandelte weiterhin verſchiedene Spezialfragen
und wies an der Hand von Zahlen darauf hin, daß z. B. in den
akademiſchen Berufen, u. a. bei den Juriſten und Lehrkräften
an den höheren Schulen, der Andrang der Frau nur ſehr ſchwach
ſei und kaum in anſteigender Tendenz ſich bemerkbar macht.
Schließlich wandte ſich die Rednerin noch gegen die Ueberbetonung
des Bildungsbegriffes und des Berechtigungsweſens.
Die ſehr zahlreichen Zuhörerinnen folgten dem
aufſchluß=
reichen Vortrage mit lebhafter Aufmerkſamkeit.
— Kurzſchrift und Maſchinenſchreiben. Zur Erlernung
die=
ſer beiden für alle mit Schreibarbeit verbundenen Berufe ſo
wichtigen Fächer bietet der Gabelsberger Stenographenverein
von 1861 erneut Gelegenheit. Er eröffnet morgen abend 8 Uhr
in der Ballonſchule neue Kurſe für Anfänger und für ſolche,
die ihre Kenntniſſe erweitern wollen. Wir bitten um Beachtung
der heutigen Anzeige.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie
(Auſtral=/Kosmos=Linien). Ohne Verbindlichkeit. Aenderungen
vorbehalten. Nach New
ark
D. Hamburg ab Hamburg
3. 6., ab Cuxhaven 9. 6. MS. St. Louis ab Hamburg 12
D. Deutſchland ab Hamburg 15. 6., ab Cuxhaven 16. 6. D. New
York ab Hamburg 22. 6., ab Cuxhaven 23. 6. Nach Kanada
(Gemeinſchaftsdienſt Hapag/Lloyd) ab Hamburg: D. Remſcheid
17. 6. D. Hagen 8. 7. Nach der Weſtküſte
Nordameri=
kas (Gemeinſchaftsdienſt Hapag/Lloyd) ab Hamburg: D.
Schwa=
ben 11. 6. MS. Portland 22. 6. Nach Cuba=Mexiko (in
Gemeinſchaft mit der Ozean=Linie) ab Hamburg: MS. Rio
Pa=
nuco 18. 6. MS. Palatia 2.
Nach Weſtindien (in
Ge=
meinſchaft mit dem Norddeutſchen Lloyd. Bremen, und der
Reede=
ei H. C. Horn, Flensburg) ab Hamburg: MS. Orinoco 11. 5.
Ein Dampfer 18. 6. D. Eupatoria 25. 6. MS. Magdalena 9.
Nach der Weſtküſte Zentral=Amerikas (
Gemein=
chaftsdienſt Hapag/Lloyd) ab Hamburg: D. Schwaben 11. 6.
MS. Orinoco 11. 6. MS. Portland 22. 6. Nach Uruguay
und Argentinien ab Hmbg.. D. Liguria 8. 6. D. General
San Martin 11. 6. MS. General Oſorio 19. 6. Ein Dampfer 23. 6
Nach Mittelbraſilien: D. General San Martin ab
Ham=
burg 11. 6. D. Paraguay ab Antwerpen 14 6. D. Alrich ab
Hamburg 18. 6. Nach der Weſtküſte Südamerikas (in
Gemeinſchaft mit der Roland=Linie. Bremen, und Deutſche
Dampf=
ſchiffahrts=Geſ. Kosmos, Hamburg) ab Hamburg: D. Askania
MS. Oſiris 21. 6. MS. Iſis 1.
D. Adolf von Bayer
7. Nach Oſtaſien (Gemeinſchaftsdienſt Hapag/Lloyd) ab
Hamburg: MS. Sauerland 4. 6
Alſter
Erlangen 8. 6.
11. 6. Ein Dampfer 15 6. Nach Auſtralien (
Gemeinſchafts=
dienſt der Deutſch=Auſtraliſchen Dampfſchiffs=Geſellſchaft,
Ham=
burg, des Norddeutſchen Lloyd. Bremen, und der Reederei Alfred
Holt u. Co., Liverpool) ab Hamburg: D. Aachen 11. 6.
Staß=
urt 25.
Nach Südafrika (Deutſch=Auſtraliſche
Dampf=
ſchiffs=Geſellſchaft, Aktiengeſellſchaft, Hamburg) ab Hamburg: D.
Dortmund 8.
D. Naumburg 16. 7. Hamburg=Rhein=
L inie: Wöchentlich zwei Abfahrten. Hamburg=London=
Linie: Wöchentlich drei Abfahrten. Mitgeteilt durch das
Reiſe=
büro der Hamburg=Amerika=Linie, Luiſenplatz 1. Tel. 1308.
Zum Soayr. Beſiehender Heieveriäſer
Das Feſtkonzert der „Liederkafel”
Von Muſikſchriftſteller und Komponiſt Bernd Zeh.
Die „Liedertafel”, die ſeit vielen Jahren zu den führenden
Geſangvereinen unſerer Stadt zählt und ſich durch die
Gediegen=
heit ihrer Programme und ihr erfreuliches Eintreten für die
zeit=
genöſſiſchen Tonſetzer eines weithin geachteten Namens erfreut,
begeht am 7. Juni d. J. ihr 90jähriges Jubiläum durch ein
Feſt=
konzert im Großen Haus des Heſſiſchen Landestheaters. Die
Vor=
tragsfolge, zu der als Soliſten die Konzertſängerin Suſanne
Horn=Stoll (Sopran), Theodor Heydorn (Baß) und Dr. Heinrich
Allmeroth (Tenor), beide vom Landestheater, ſowie einige
Mit=
glieder des Landestheaterorcheſters herangezogen wurden, weiſt
zwei größere Zyklen für Männer= bzw. gemiſchten Chor mit
In=
ſtrumentalbegleitung auf, zwiſchen denen Theodor Heydorn einige
Schubertlieder ſingen wird. Dem Wunſch des Vereinsvorſtandes,
in Form einer kurzen Einführung das Verſtehen der beiden
Haupt=
werke für den Hörer vorzubereiten, komme ich um ſo lieber nach,
als mir dadurch Gelegenheit gegeben iſt, über mein neueſtes, der
„Liedertafel” zugeeignetes Opus das Weſentliche ſelbſt auszuſagen,
ſoweit es ideelle Grundhaltung, formale Anlage und Wahl der
angewandten Mittel betrifft.
Dem Zyklus „Feldlagerlieder aus dem Dreißigjährigen Krieg”
liegen ſieben Dichtungen von B. v. Münchhauſen zugrunde, die
ich im Einvernehmen mit dem Dichter deſſen „Balladenbuch”
ent=
nahm und durch ſinngemäße Aneinanderreihung zu einer
wir=
kungsvollen Szenenfolge aus dem Dreißigjährigen Krieg — von
deſſen Anfang bis zu ſeinem Ende
zuſammenſchloß. Dieſe
Textwahl war beſtimmt durch die Abſicht, den Männerchor einem
ihm zukommenden Stoff zuzuführen, welcher Abſicht auch die
Hin=
zuziehung eines Soliſten und verſchiedener Blas= und
Schlag=
inſtrumente entſpricht, die nicht „Begleitung” im üblichen Sinne
ſind, ſondern — meiſt ſelbſtändig muſizierend — den Chorklang
ergänzen und ihm neue Farbwerte und Klangergebniſſe
ermög=
in Wahrheit nur
lichen wollen. Auch der ſcheinbar ſchwierige
ungewohnte, nicht herkömmliche — herbe Chorſatz iſt nicht
Zufalls=
produkt und nicht gewollte „Neutönerei” Aus der Vertrautheit
mit dem Choriſchen ergab ſich vielmehr für mich ſchon früher ganz
von ſelbſt der ernſte Verſuch, der Chorſprache neue Wege
gang=
bar zu machen: mein Streben galt einer aufgelockerten,
ſelbſtän=
digen Stimmführung, einer muſikaliſch bedingten inneren
Gebun=
denheit, einem an der frühen Vergangenheit orientierten, aber
nicht archaiſierenden Stil, und einer letztlich doch modernen
Aus=
ſage, die ſich gleichermaßen der Homophonie wie der Polyphonie,
der Tonalität wie der Non=Tonalität, der ſtrengen wie auch einer
aufgelöſten Form zu bedienen weiß. Durch die bereits anderwärts
gehabten Erfolge ermutigt, glaube ich in dieſer Richtung
weiter=
arbeiten zu ſollen, und ſo geſtalteten ſich die „Feldlagerlieder zu
dem nun hier vorliegenden, nicht aus klügelndem Verſtand,
ſon=
dern aus ehrlichſtem Muſikempfinden erwachſenen pauſenloſen
Zyklus. In ihm ſteht der Geſamtheit der Landsknechtheere (Chor)
mit ihrer Begeiſterung, Niedergeſchlagenheit, Verbitterung und
innerem Glaubensringen die Individualität des derben,
unver=
wüſtlichen mitreißenden Offiziers (Baßſolo) gegenüber, wodurch
ich die äußere Gliederung des Werkes leicht und verſtändlich
be=
ſtimmen ließ. Was allerdings den inneren formalen Aufbau
an=
geht, ſo verſage ich mir, hier auf nähere Einzelheiten einzugehen,
da diesbezügliche Erläuterungen ſich naturgemäß faſt ausſchließlich
an den Bexufsmuſiker richten würden, und der wird auch ſo hören.
Der zweite Zyklus „Deutſches Liederſpiel” für gemiſchten
Chok, Solt und Klavierbegleitung zu vier Händen (Text nach
Ateren und neueren Volksliedern) von Heinrich von
Herzogen=
berg (geſt/1900), zeigt als Frühwerk ſchon Spuren einer
unver=
kemnbaxen Neigung und Begabung zu kontrapunktiſcher Setzweiſe,
die ſich erſt in ſeinen ſpäteren kirchlichen Großwerken voll
entfal=
ten konnte. Seiner Zeit und Umwelt entſprechend, iſt ſeine Muſik
melodienſelig, von üppigem klanglichem Wohllaut, und auch da
noch von abſoluter Schönheit und Verbindlichkeit, wo nach
unſe=
rem heutigen Empfinden die Textunterlage eine herbere, feſter
zupackende Ausdeutung verlangte. Aber es iſt ein freudiges
Muſi=
zieren voll lieblicher Anmut, das in jedem Takt den fein
geſtal=
tenden und techniſch überlegenen Künſtler erkennen läßt, als der
Herzogenberg auch heute noch hochgeſchätzt iſt. Die innere
Freund=
ſchaft mit Brahms blieb nicht ganz ohne Einfluß auf ſeine
Ton=
ſprache und verrät ſich in verſchiedenen Merkmalen, ſo z. B. hie
und da im Chor= und Klavierſatz, in harmoniſchen Rückungen,
häufigem Taktwechſel und nicht zuletzt in einem glücklich
ange=
wendeten volksliedhaften Ton, der Herzogenberg faſt volkstümlich
macht. Der zehnteilige Zyklus vom Maien, Lieben, Scheiden und
Vereintſein, in dem Sopran= und Tenorſoli, Duette, Männer=,
Frauen= und gemiſchte Chöre in bunter Folge wechſeln (am
ſchön=
ſten in Stimmung und Anlage wohl der Eingangschor „Wir
ſol=
len hohen Muth empfahn”), bietet dem Hörer faſt keinerlei
Schwierigkeiten, ſo daß dieſe wenigen vorbereitenden Worte
ge=
nügen dürften.
Die „Liedertafel” hat ſich nicht geſcheut, eine große und
ſchwie=
rige Aufgabe unter erheblichen Opfern durchzuführen, um ihr
Jubiläum in würdiger Weiſe zu feiern, ein Unternehmen, das in
dieſer geiſtigen und materiellen Notzeit doppelt
anerkennens=
wert iſt.
Möge nun auch das Darmſtädter muſikliebende Publikum
dieſem Feſtkonzert die gebührende Reſonanz verſchaffen, — zu
ſeiner eigenen, wie zu des feiernden Vereins Ehre!
Ein Erſuchen an das Landesfinanzamk.
Nach den derzeitigen Beſtimmungen richten ſich die Vo
zahlungen auf die Einkommenſteuer nach der für das
jahr veranlagten Steuer. Dies wäre für normale Zeite
träglich. In den letzten Jahren ſinken jedoch die
Einkomme=
gemein von Jahr zu Jahr, ſo daß dieſe Art der Berechnung
chwere Belaſtung und Benachteiligung des
Steuerpflichtige=
ſich bringt.
Zum mindeſten ſetzt dieſe Regelung voraus, daß der S
pflichtige ſeine Veranlagung für das Vorjahr erhalten ha=
Dies iſt in Deutſchland und auch in Darmſtadt in
Fällen noch nicht geſchehen.
Am 10. Juni iſt eine Voraußzahlung auf die Einkon
ſteuer fällig. Nachdem ſich dieſEinkommen ſeit
durchweg erheblich gemingert hiaben, kann
Steuerpflichtigen) nicht zugemußet werden
10. Juni 1932 die Einkommenſteſer nach ei
längſt nicht mehr ſporhandenen (Einkomme
zu bezahlen.
das Landesfinanzamt Kaſſel dr
chen Fällen die Veranlagung zur Einkommenſteuer ſo zu be
nigen, daß die neuen Steuerbeſcheide bis 10.½Juni in den
den der Steuerpflichtigen ſind. Sind die nehen Steuerbe
bis 9. Juni dem SteuFrpflichti
die Frankfurter Handwerkskayimer, die Vorauszahlung a=
Auf eine Eingabe der Frankfurkep=Handwerkskammer
e Finanzämtey angewieſen, i
gen nicht zugegangen, ſo emt
Juni nicht zu leiſten, ſonderp= Stundung bis zur endgü
Veranlagung zu beantragen.
Die wirtſchaftliche Lage iſt für Handel, Induſtrie. Ge
und freie Berufe, ſowie überhaupt in Darmſtadt noc
günſtiger als in Frankfurt. Viele Geſchäftsleute und P
kämpfen zurzeit einen verzweifelten Kampf um ihre Exiſt
Es iſt ein Gebot der Billigkeit, daß dieſen Ve
niſſen auch in Darmſtadt von der Steuerbehörde in weitge
ſtem Maße Rechnung getragen wird, daß alſo insbeſonder
Vorauszahlungen zur Einkommenſteuer, ſoweit die neuen S
beſcheide nicht zugeſtellt ſind, auf Geſuch ohne weitere Schn
keiten geſtundet werden.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Das Bezirksſchöffengericht verurteilte
Freitag einen 20jährigen Schuhmacher zu acht M
ten Gefängnis, weil er an einem 10jährigen Mädchen
züchtige Handlungen vornahm.
Ein oftmals vorbeſtrafter junger Heppen
mer erhält dann wegen Diebſtahls im Rückfall
Jahr Gefängnis. Der junge Mann hatte auf einer 2
fahrt durch den Odenwald aus der Kaſſe in einer Wirtſch
Birkenau 10 Mark geſtohlen. Zwei Monate der Unterſuch
haft werden ihm angerechnet und der Angeklagte ernſtlid
warnt, da er das nachſte Mal ohne Gnade auf Zuchthaus zu
nen habe.
Dann hat ſich ein Arbeiter aus Bürſtadt
Hausfriedensbruchs und Beamtenbeleidi
zu verantworten. Sein Sohn, der ein ganz renitentes Bür
zu ſein ſcheint hatte mit dem Direktor der
Fortbildung=
einen kleinen Zuſammenſtoß. Darauf begab ſich ſein Vater
der Angeklagte, zu dem Rektor, um ihn darüber zu bef
und im Laufe der Verhandlung begann er den Rektor au
unflätigſte zu beſchimpfen, ja, er hieb ſogar auf ihn ein ur
ſtete der Aufforderung des Angegriffenen, unverzüglick
Schulhaus zu verlaſſen, keine Folge. Als er am übern
Tag dem Rektor auf der Straße begegnete beſchimpfte un
drohte er ihn mit Halsabſchneiden. Das Gericht verurtei
Angeklagten zu deſſen größter Empörung wegen Haus
densbruchs und fortggſetzter =Beamtenbel
ung und Bedrohungczu dpeii=Monaten und
Tagen Gefängnis, und ſpricht dem Kreisamt, als de
geſetzten Behörde des Beleidigten* Publikationsbefugnis z
Zum Schluß ſitzt eine 52jährige Witwe aus
fenhauſen auf der Ankkagebank. /Nachdem ſie zweimal 1
ratet und zweimal geſchieden war, nicht ohne eigene C
lebte ſie unverheiratet mit einem Muſiker hier in Darmſta
ſammen. Sie hatte den Mann vor über 10 Jahren bei
Hauswirtin kennen gelernt, bei der ſie beide
wohnte=
darauf klagte ſie ihm eines Tages ihr Leid, ſie lebe in S
mit ihrem Mann und habe außerdem einen großen Erbſ
prozeß durchzufechten, aus dem ſie viel Geld uſw. zu err
habe, jetzt aber ſei ſie vollkommen mittellos und wiſſe nich
von ſie leben ſolle. Der Muſiker, der ein außerordentlich
fremder und gutmütiger Menſch zu ſein ſcheint, gab der
von ſeinem Geld. Er gab ihr in einem fort, er pumpte
und die Welt um Geld an, kein Menſch war vor ihm ſicher, ſo
chließlich ſeine Kollegen beſchwerten und er ſeine Stellun
lor. Auch da brachte er noch Geld auf für die Frau;
ſetzte ſeine Anzüge, ja, ſeine Inſtrumente. Er holte ſich Vo
auf ſeine Penſion, ja, er verſuchte ſogar, dieſe ganz ausk
zu erhalten, nur um der Frau Geld geben zu können. Als
mehr von ihm zu bekommen war, war eines Tages die
ſpurlos verſchwunden, und da kam er erſt dahinter, daß
die ganzen 11 Jahre auf das ſchandlichſte belogen und be
hatte. Man weiß nicht, ſoll man ſich mehr wundern üb
geradezu kindliche Vertrauensſeligkeit dieſes Mannes, oder
die Skrupelloſigkeit und Raffineſſe der Frau, die jeder Be
bung ſpottete. 60—70 000 Mark hat ſie in den 11 Jahrei
Manne abgenommen und es anſcheinend großenteils in Wir
ten, allein oder mit Freunden, verzecht und verjubelt ol
koſtſpieligen Geſchenken an Verwandte und Bekannte an
Das Gericht verurteilte die Frau, die ſchon wegen Betrugs
ſtraft iſt, zu zwei Jahren Gefängnis.
Aus den Parkeien.
— Deutſche Volkspartei, Frauengruppe.
bereits mitgeteilt wurde, werden unſere Freundinnen am
menden Mittwoch, dem 8. Juni, nachmittags, die Merck=C.
Ausſtellung in der Kunſthalle am Rheintor beſichtigen.
Stadtarchivar Dr. A. Müller hat liebenswürdigerweiſe die
rung übernommen. Treffpunkt vor der Kunſthalle am Rhe
— Deutſchnationale Frauengruppe. Es
nochmals an unſere Zuſammenkunft übermorgen Diens
den 7. Juni, nachmittags, im Gartenſaal des Saa.
(nicht Jagdzimmer) Eingang von der Riedeſelſtraße, er!
Unſere Mitglieder ſeien dringendſt gebeten, vollzählig zu
men. Durch Mitglieder eingeführte Gäſte willkommen.
Clara Klingſpor=Offenbach ſpricht über „Die Fre
der Politik beſonders ihre Stellung in den deutſchna
len und nationalſozialiſtiſchen Gruppen.
Lokale Veranſtalkungen.
Die Verznter erſcheinenden Netizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu bel
keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Im Herrngarten=Café von 11—12 Uhr Fr.
zert. Nachmittags und abends Künſtlerkonzert.
Ludwigshöhe. Sonntag nachmittag ab 4 Uhr
zert. (Siehe Anzeige.)
— Orangeriegarten. Heute abend 8 Uhr großes
zert mit Tanz, ausgeführt vom Stadtorcheſter. (Siehe A
Anzeige.)
Tageskalender für Sonntag, den 5. Juni. 1932,
Helia=Lichtſpiele: „Ein Lied, ein Kuß, ein Mädel”; Palaſt
ſpiele: „Buffalo Bill” und „Im Bankhaus”. — Union=2h
der Perſil=Tonfilm. — Orpheum: 12 Blue Jazz=Ladl
Reſi=Theater: „Drei von der Tankſtelle”. — Hotel und 2
rant zur Poſt: Geſellſchaftsabend mit Tanz. — Reſtauran
gerhof: Geſellſchaftsabend mit Tanz. — Orangerie=Haus:
zert mit Tanz=Einlagen. — Städt. Saalbau, vorm. 900
Schäferhundſchau. — Ludwigshöhe, nachm. 4 Uhr: Konz‟
Konzerte: Schuls Felſenkeller (Dieburgerſtr.), Wiener K
bräu=Keller, Rummelbräu, Herrngarten=Café, Frühkonze
Künſtlerkonzert, Reſtaurant Haferkaſten, Reſtaurant OI
Heagfahrten: vorm. 7 Uhr Heaghaus; nach Erfelden,
Al=
vorm. 8 Uhr Heaghaus: nach Michelſtadt.
intag, 5. Juni 1932
Nr. 155 — Seite T.
Wirhauſen, 4. Juni. Schießſport. Die im vorigen
bes gegrundete Schützenabteilung des „Ktieger und
Miltär=
hat ihren neuerbauten Schießſtand in Betrieb genom=
Ei
— Schießübungen finden jeden Sonntag morgen und nach=
„5. ſtatt. An den Schießübungen können auch Nichtmitglieder
en ſich
esimen. Die Platzeinweihung erfolgt am 17. Juli d. J. Der
der
ſes veranſtaltet hierbei ein Preisſchießen.
Eberſtadt, 4. Juni. Aerztlicher Sonntagsdienſt.
”ztlichen Sonntagsdienſt verſieht am Sonntag, den 5. Juni,
Meyer. — Heugrasverſteigerung. Am Mon=
*.
F—3 Juni wird die Heugrasernte von den Gemeinde=
Mühl=
o den Wieſen im Woog und am Weinweg öffentlich
meiſt=
ſie an Ort und Stelle verſteigert.
Nieder=Ramſtadt, 4. Juni. Mietunterſtützungen.
Mſtad, biss träge auf Gewährung von Mietunterſtützung für das
Rech=
rhr 1932 werden in der Zeit von Montag, den 6., bis ein=
*,
„br.ch Mittwoch, den 8. d. M., auf der Bürgermeiſterei
wäh=
r Dienſtſtunden entgegengenommen. Es iſt in jedem Falle
bei
ſo brn Antrag zu ſtellen. Die Vorauszahlungsſteuerbeſcheide für
hr 1932 ſind bei der Antragsſtellung mit vorzulegen.
Deiſihsi hrsunfall In den geſtrigen Abendſtunden ereignete
49
SNiodd
der Bahnhofsſtraße dahier ein Motorradunfall, der noch
ich abging. Im Augenblick, als der Motorradfahrer
Lauten=
r3, von hier mit ſeinem Motorrad am Hauſe des Metzger=
Derkin
Bender vorbeifuhr, kam deſſen vierjähriges Söhnchen aus
rlichen Wohnung und lief direkt in das Rad hinein. Zu
blück iſt der Fahrer ein vernünftiges Tempo gefahren,
ein größeres Unglück verhütet wurde. Das Kind wurde
ht verletzt. Es iſt dies aber eine Mahnung für die Eltern,
If ihre Kinder zu achten und auch für Kraftfahrzeugführer,
en heute viele durch die geſchloſſenen Ortſchaften ein un=
S ür eiul
ſortliches Tempo fahren.
Roßdorf, 4. Juni. Arbeitsjubiläum. Am 6. Juni
Wduſtie
Friedrich Wilhelm Becker von hier ſein 50jähriges
nſtadt
fubiläum bei der Buch= und Steindruckerei Philipp
Rein=
leute in
Darmſtadt. Während ſeiner langjährigen
Berufstätig=
un iſte ß.
Buchdrucker hat er ſtets mit ſeltener Pünktlichkeit und
aß dieſen
thaftigkeit ſeinen Poſten erfüllt.
de in uu
Eppertshauſen, 3. Juni Diebſtahl. In einer der
letz=
ſio insbein
hte wurden aus dem Hühnerſtall eines Anweſens in der
die neun
fſtraße ſieben Hühner geſtohlen. Die Hühner waren an
weitere Eit
Stelle abgeſchlachtet worden. Dabei legten die Täter die
verurteilt
zu acht
rigen Mäck
er Hent
Ruckie
auf ein
iner A
der Und
lggte eil
Bürſta)l
nbele
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ich ſein Dat
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Nimeſt
richt verin
gen
Hau=
mtende
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sbefu
twe aus
je zw
Be
lehe n
oßen
d wiſ
Rei.
tei.
Betilk
1g100
ndint
ih
halle an
197
er Hühner der Reihe nach vor den Huhnerſtall hin. In
nderen Anweſen, ebenfalls in der Friedhofſtraße, wurden
inigen Hühnern zwei Haſen geſtohlen. Die polizeilichen
chungen wurden ſofort aufgenommen. Man iſt den Tätern
Spur. — Durch ein junges Rind wurde die Frau eines
Einwohners im Stalle derart ſchwer verletzt, daß ſie in
burger Hoſpital überliefert werden mußte.
Erbach, 4. Juni. Außerordentliche
Mitglieder=
mmlung. Die hieſige Ortsgruppe des Odenwaldklubs
ſtern abend im Gaſthauſe „Zur Wolfsſchlucht” eine
außer=
che Mitgliederverſammlung ab, die ſich noch einmal
ein=
mit der bevorſtehenden Hauptverſammlung des
Geſamt=
m 11. und 12. Juni beſchäftigte. Der Vorſitzende, Herr
hullehrer Schwamb, und die Vorſteher der einzelnen
ausſchüſſe berichteten über ihre ſeitherige Tätigkeit,
wo=
erſehen war, daß die Vorbereitungen einen reibungsloſen
der Jubelfeier verbürgen. Die Anmeldungen liegen bis
90 Ortsgruppen vor, die nahezu 2100 Teilnehmer melden.
gruppen ſtehen mit ihren Berichten noch aus. Außerdem
jetzt über 300 Jungodenwaldklübler gemeldet, ſo daß das
tungsfeſt zu einer eindrucksvollen Heerſchau des Klubs
a die Jugend zum erſtenmal ihr Jahresfeſt mit dem der
erbindet, ſoll gerade ihr beſondere Sorgfalt werden. Sie
reie Verpflegung auf dem Feſtplatze und für ihre
Orts=
ein beſonderes Erinnerungszeichen. Die geräumigen
ſerbergen von hier und Michelſtadt bieten hinreichend
r billige Nachtlager. Die Anfahrt der Beſucher wird noch
nen von Mainz abgehenden Sonderzug weſentlich
erleich=
e näheren Einzelheiten ſowie die weſentlich ermäßigten
iſe wurden den in Frage kommenden Ortsgruppen
mit=
ind ſind dort zu erfahren. Sämtliche Uebernachtungen
kön=
erfolgen, ſo daß ein Fußmarſch nach dem Ende des
Be=
sabends in einen Nachbarort erſpart bleibt. Nach an=
Ausſprache ſchloß der Verſammlungsleiter um die
achtsſtunde die gut beſuchte Sitzung mit dem Wunſche,
I der Feſtbeſucher möge ein eindrucksvolles Bekenntnis
zum Odenwaldklub und ſeinen hehren Zielen.
Reichelsheim i. O., 4. Juni. Eine geſchickte Idee und ein
Schritt zur Hebung des Fremdenverkehrs iſt es, wenn
kehrs= und Verſchönerungs=Verein Reichelsheim im Juli
rämiierung der bis dahin zu vollſter Blütenpracht
ent=
ſchönſten Blumenfenſter des Ortes veranſtaltet und
ne bisher faſt unbeachtete wirkungsvolle Reklame fördert.
Birkenau, 4. Juni. Schweinezwiſchenzählung.
wie alljährlich am 1. Juni ſtattgefundenen
Schweine=
zählung wurden 293 Schweine gezählt, und zwar genau
che Zahl wie bei der Zählung am 1. Juni 1931. Am
1930 betrug die Zahl der Schweine 244 und am 1. Juni
gar nur 143.
Bensheim, 4. Juni. Hier findet die 9.
Jahresver=
tagung des Heſſiſchen Giroverbandes der
aſſen ſtatt. Die Verſtände der preußiſchen, bayeriſchen,
ibergiſchen, badiſchen und ſächſiſchen Giroverbände ſind
den worden. An der Tagung nehmen mehr als 150
Ver=
eil. Es gelangen Fragen zur Behandlung, die ſich auf
erung und Gewährleiſtung der Intereſſen der Sparer, wie
f innere Organiſation und auf den großen Komplex
wirt=
ſer Belange beziehen.
Hirſchhorn, 4. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
1,68 Meter; am 4. Juni: 1,71 Meter. (Morg. 5,30 Uhr.)
Hirſchhorn, 4. Juni. Unruhen an der Stauſtufe.
Morgen hatten ungefähr 25 Mann aus Moßbrunn und
unn an der hieſigen Stauſtufe die Arbeit aufgenommen.
and dadurch bei der nunmehr ſchon drei Wochen ſtreikenden
rſchaft eine ſtarke Erregung, die nachmittags zu einem An=
If die Arbeitenden auf der Bauſtelle auf dem diesſeitigen
ihrte Die Polizei mußte von dem Gummiknüppel
Ge=
machen. Es wurden dabei auch Schreckſchüſſe abgegeben.
Beteiligte trugen leichte Verletzungen davon. Inzwiſchen
lizeiverſtärkung aus Beerfelden und Eberbach ein, ſo daß
ſe wieder hergeſtellt wurde.
Lorſch, 4. Juni. In feierlicher Weiſe erfolgte am
Don=
abend im Gaſthaus „Zum Lagerhaus” die
Ueberrei=
der Geſellenbriefe an 13 Junggeſellen der dies=
Herbſtprüfung durch den Vorſitzenden der Prüfungskom=
Herrn Architekten Dexler. Glückwünſche überbrachten Herr
neiſter Huba, Herr Rektor Dr. Berlet und der Vorſitzende
igen Ortsgewerbevereins, Herr T. Brunnengräber.
Gernsheim, 4. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
134 Meter, am 4. Juni: 1,21 Meter. (Morg. 5,30 Uhr.)
Zur 50. Jubelſeier des Odenwaldklubs in Erbach i. Odw. am 11. und 12. Juni 1932.
Einer der angeſehenſten Verbände unſerer Gegend, der
Oden=
waldklub, blickt in dieſem Jahre auf das erſte halbe
Jahr=
hundert ſeines Beſtehens zurück. Die Not der Zeit verbietet
rauſchende Feſte, aber trotzdem werden die Ortsgruppen ſich zu
einfacher, würdiger Feier im Geburtsort des Klubs, dem alten
Grafenſtädtchen Erbach i. Odw., zahlreich zuſammenfinden.
Ein weiter Weg der Arbeit und des Aufſtiegs führt von jener
vorbereitenden Sitzung, die auf Einladung des Kreisrates
Hall=
wachs von Dieburg am 8. Januar 1882 auf dem Zipfen bei
Leng=
feld die Gründung eines Touriſtenklubs unter dem Namen „
Oden=
waldklub” beſchloſſen hat. Die konſtituierende Verſammlung ſelbſt
fand am 10. April 1882 zu Erbach i. Odw. ſtatt. Der gräfliche
Forſtmeiſter Ihrig wurde zum 1. Vorſitzenden beſtimmt und
als=
bald mit der Gründung der erſten „Sektionen” begonnen. Am
Schluß des Jahres 1882 umfaßte der Klub bereits 24 Sektionen
mit 924 Mitgliedern. Immer weiter dehnte er im Laufe der Jahre
ſein Arbeitsgebiet aus. Heute wird das Netz der 117
Orts=
gruppen mit rund 13000 Mitgliedern (einſchließlich der
Jugendlichen) begrenzt vom Main von Wertheim bis Mainz und
vom Rhein bis zu einem Punkte weſtlich Bruchſal. Von dieſer
alten Biſchofsſtadt zieht die Grenzlinie des Arbeitsbereiches
öſt=
lich bis Wimpfen, um von dort in nordöſtlicher Richtung wieder
Wertheim zu erreichen. Schirmherr des Klubs war bis zum
Jahre 1918 Großherzog Ernſt Ludwig von Heſſen. — Der
Oden=
waldklub hat, wie alle Vereine, die nicht rein auf materielle
Beſſerſtellung ihrer Mitglieder hinarbeiten, auch unter den
Zeit=
verhältniſſen zu leiden. Eine der vielen traurigen Folgen der
wirtſchaftlichen Notlage iſt ja die Tatſache, daß ſo manche
Kultur=
arbeit, die von Vereinen und Verbänden ſeither im Stillen für
die Allgemeinheit geleiſtet wurde, heute durch eine allgemeine
Vereinsflucht gefährdet wird. Und zwar eine Vereinsflucht ſehr
oft von ſeiten von Leuten, die durch ihre ſoziale Stellung in erſter
Linie berufen wären, die Notwendigkeit ſolcher Arbeit
anzuerken=
nen und durch ihre Mitgliedſchaft zu unterſtützen, gerade wegen
und trotz der allgemeinen wirtſchaftlichen Not.
So hat auch der Odenwaldklub zeitweiſe ſchon über 15 000
Mitglieder unter ſeinem Banner vereinigt (1926) Und trotzdem
verdiente gerade ein ſolcher Verein, der ohne Rückſicht auf Stand,
Partei und Konfeſſion Freunde der Natur und des Wanderns
vereinigt, erſt recht die Unterſtützung weiteſter Kreiſe. Eine
Rück=
ſchau auf das, was der Odenwaldklub ſeit 50 Jahren geleiſtet
hat, erhärtet dieſe Behauptung: 110 Ortsgruppen von 117
unter=
nehmen heute regelmäßig Wanderungen. 1352 Wanderungen mit
einer Durchſchnittsbeteiligung von 28 Teilnehmern haben 1931
etwa 38 000 Menſchen hinausgeführt aus den dumpfen Mauern
der Städte, eine beachtliche Mitarbeit an der Erhaltung der
Volksgeſundheit. 3051 treue Wanderer erhielten das „goldene‟
Abzeichen, der Spitzenwanderer zum 28 Male. — Die
Wander=
feſte, Sternwanderungen, Gauverſammlungen
und die jährliche Hauptverſammlung dienen der Pflege einfacher
echter deutſcher Geſelligkeit. Daneben galt und gilt die Arbeit des
Klubs der Erſchließung des Odenwalds für den
Wan=
derer und Verkehr: Eine farbige Wegbezeichnung iſt in
3600 Kilometer Länge in 24 Haupt= und 63 Nebenlinien über das
ganze Klubgebiet gezogen. Geheimrat Seibert=Höchſt i. Odw.
und Rudi Wünzer=Darmſtadt haben ſie mit ihren
unermüd=
lichen Wegbezeichnern geſchaffen. Wieviele ſind ihr ſchon
nachge=
gangen ohne ihre Dankbarkeit durch Mitgliedſchaft im Klub zu
bezeigen! Eine Wegbezeichnungskarte mit
Erläuterun=
gen erſchien bereits 1890, ſie hat im Klubverlag 14 Auflagen
er=
lebt, heute erſcheint ſie im Verlag von Ravenſtein unter
Beteili=
gung des Klubs am Erlös Kartenblätter 1:25 000 oder 1:50 000
wurden herausgegeben. Windhaus—Anthes—
Morne=
weg ſchufen im Auftrage des Klubs einen muſtergültigen
Oden=
waldführer (zuletzt 14. Auflage 1926). Ein beſonderes Augenmerk
richtet der Klub auf Verbeſſerung der
Verkehrsmög=
lichkeiten durch Eingaben an die Reichsbahn= und
Oberpoſt=
direktion, Zuſammenſtellung von Wanderungen,
Auskunftsertei=
lung über Sommerfriſchen, Verſand von Proſpekten, Beſchickung
von Ausſtellungen, Abhaltung von Lichtbildervorträgen und dgl.,
einträchtig arbeitet er dabei mit den Verkehrsverbänden
zuſam=
men. Große Summen hat der Klub, Geſamtklub und
Ortsgrup=
pen, ferner im Laufe der Jahre für ſeine Bauten ausgegeben.
Lockendes Ziel der Wanderer ſind die ragenden Türme auf
wind=
umbrauſter Bergeshöhe, 9 insgeſamt: Wer kennt nicht den
trotzi=
gen Kaiſerturm auf der Neunkircher Höhe, den Ohlyturm
auf dem Felsberg, den Ireneturm auf der Tromm, den
Ih=
rigturm auf dem Lärmfeuer, den Turm auf dem Weißer
Stein, den Bismarckturm auf dem Hemsberg bei
Bens=
heim, die Bismarckwarte bei Lindenfels, den Turm auf dem
Bieberer Berg bei Offenbach und den
Dreimärker=
turm bei Vielbrunn? Eine Anzahl Türme, ſo der eiſerne Turm
B Hofheim (Ried), 1. Juni. Zeichen der Zeit. Wie
pietätlos viele Menſchen doch ſchon geworden ſind, beweiſt, daß
man nachts in den Friedhof einſteigt und Blumen ſtiehlt. So
wurde in einer der letzten Rächte auf dem hieſigen Friedhof eine
Anzahl junger Schneeballbäumchen gänzlich ihrer Blüten beraubt.
Schonungslos wurden die ſchönen Blüten abgeſchnitten, ſtärkere
Zweige in roher Weiſé einfach abgebrochen und abgeriſſen.
Rotes Kreuz. Bei der hieſigen Ortsgruppe vom Roten Kreuz
traf am Sonntag die Nachbarkolonne Herrnsheim ein, welche mit
dieſem Beſuch eine Uebung verband. Beim hieſigen
Kolonnen=
führer Scherer (Bahnhofsreſtaurant) war man dann gemütlich
beiſammen und tauſchte gegenſeitig Meinungen aus.
Cp. Crumſtadt, 1. Juni. Bettlerfrechheit. Ein
Bett=
ler ſprach hier bei einem Landwirt um ein Mittageſſen vor. Da
die Eſſenszeit aber ſchon vorbei war, wurde ihm eine kleine Geld=
gabe verabreicht. Da dieſ=Aben dem Bettler zu gering war,
be=
gehrte er auf. Es kam zu eiſiev Adseinanderſetzung mit dem einen
Sohn des Landwirts, in deren Perlauf der Fremde eine Schippe
ergriff und den Landwixksſohnkdamit am Kopfe verletzte. Ein
Bruder des Angegriffenen und Nachbarsleute kamen ſchließlich zu
Hilfe. Als der rabiate Bettler der Gendarmerie übergeben wurde,
leiſtete er auch dieſer Widerſtand. Er wurde in das
Amtsgerichts=
gefängnis Gernsheim eingeliefert.
4a Wolfskehlen, 4. Juſ5)Der Gemeinderat hat in
nichtöffentlicher Sitzung beſchldſſen, die ſchon oft zurückgeſtellte
Rathaus=Renovierung noch im=Laufe des Sommers durchzuführen.
P. Leeheim (Ried), 2. Juni Hier wurde im Alter von 86
Jahren der letzte hieſige VeteraX des deutſch=franzöſiſchen Krieges
1870/71, Michael Schaffner, bu Grabe getragen. Der
Krieger=
verein erwies ihm die üblichep’ militäriſchen Ehren und gab am
Grabe drei Ehrenſalven ab.
auf dem Knoden und der Wünzerturm auf dem Schimmelberg
ſind leider der Witterung im Laufe der Jahre zum Opfer gefallen.
Gaſtliche Aufnahme vermitteln die Klubhäuſer, die die
größte Ortsgruppe, Mannheim=Ludwigshafen, auf dem
Eichelberg bei Oberflockenbach und am Biſchofswald bei
Neckarſteinach erſtellt hat. 38 Schutzhütten und
Tem=
pel, 13 Ruheplätze und Anlagen, 16 Quellen und
Brunnen und weit über 1000 Ruhebänke laden den
Wanderer zur erfriſchenden Raſt. 3 Ehrenmale, darunter das
herrliche des Geſamtklubs am Teufelsberg bei Reichenbach,
erin=
nern an die Toten des Weltkrieges. Eine
Heimatzeit=
ſchrift, die unter dem Namen „Unter der Dorflinde
ſeit 1913 erſcheint, erhält jedes Mitglied. Die Mannheimer
Orts=
gruppe gibt noch eine beſondere Zeitſchrift das „Friſchauf”
heraus. In den erſten Klubjahren dienten der „Zentralanzeiger
für den Odenwald” (Erbach i. Odw.) und dann die
Verbandszeit=
ſchrift der deutſchen Wandervereine, „Der Touriſt” zur
Veröffent=
lichung der Klubnachrichten. Stets wurde auf die Pflege
hei=
matkundlicher Beſtrebungen beſonderer Wert gelegt.
Erhaltung der Volkstrachten, Volkslied, Volkstanz, Schaffung von
Heimatmuſeen, Unterſtützung des Druckes von Heimatbüchern,
Wiedererweckung alter Sitten, wie Sonnwendfeier, Faſtnachtsrat,
Sommertagszug, Spinnſtube — alle dieſe Aufgaben wurden nicht
vernachläſſigt.
Die Volksliederſammlung „Odenwälder
Spinnſtube” (1929 in 3. Auflage von Meiſinger
heraus=
gegeben) iſt als muſtergültig anerkannt, ein Klubliederbuch
enthält frohe Wanderlieder, Zahlreiche
Geſangsabteilun=
gen und Klampforcheſter beleben Wanderung und
Zu=
ſammenkünfte. Ein Naturſchutzausſchuß und die
Berg=
wacht Odenwald, in der der Odenwaldklub führt, wirken
zur Erhaltung der Naturſchönheiten und Schutz der Pflanzen=
und Tierwelt vor Unvernunft und Kinderei. — Schon um 1905 der Odenwaldklub begonnen, dem Jugendwandern ſein
Augenmerk zuzuwenden: Schülerwanderungen, auch der
Volksſchulen wurden von ihm angeregt, Jugendherbergen
geſchaffen. Seit 1924 beſteht ein Jungodenwaldklub, der
heute in 30 Jugendgruppen etwa 800 Jugendliche zu deutſchen
Wanderern erzieht. Die im Klub liegenden Gaue des
Jugendher=
bergsverbandes erhalten Unterſtützung und Förderung. — Die
Leitung des Klubs erfolgt durch einen Hauptausſchuß von
30 Mitgliedern aus den verſchiedenſten Teilen des Klubgebietes,
ein geſchäftsführender Vorſtand von 9 Mitgliedern
führt die Geſchäfte. An ſeiner Spitze ſteht als erſter Vorſitzender
ſeit 1929 Oberbürgermeiſter Mueller=Darmſtadt, neben und
mit ihm arbeiten Rektor Weißert=Mannheim (2. Vorſitzender)
Dr. Götz=Darmſtadt (geſchäftsführender Vorſitzender),
Oberinſpek=
tor Kammer=Darmſtadt (Schatzmeiſter), Bürgermeiſter Daub=
Darmſtadt (Verkehrsfragen), Miniſterialrat Guntrum=
Darm=
ſtadt (Wegbezeichnung), Direktor Kiſſinger=Darmſtadt (
Dorf=
linde), Oberforſtrat Krutina=Heidelberg und Paul Teickner=
Mannheim. In treuer Erinnerung gedenkt der Klub bei ſeinem
50. Beſtehen der ſchon verſtorbenen Führer, der 1.
Vorſitzenden
Forſtmeiſter Ihrig=Erbach, Oberbürgermeiſter Ohly,
Ortsge=
richtsvorſteher Müller, Bürgermeiſter Köhler, Miniſter
Braun und Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing=Darmſtadt
ſo=
wie der unvergeßlichen Freunde Friedrich Loewe= und Rudi
Wünzer=Darmſtadt. Dankbarkeit und Anerkennung verdient
auch die Jahrzehnte währende und immer gleichbleibende
Führer=
arbeit von Männern wie Bürgermeiſter Daub=Darmſtadt
(Schriftführer, Verkehrsfragen), Prof. Kiſſinger (
Jugend=
arbeit und Dorflinde), Prof. Dr. Köſer (Schriftführer,
Heimat=
dichtung), Prof. Dr. Meiſinger=Heidelberg, Apotheker
Scriba=Reinheim. Direktor Dr. Hinrichs=Offenbach
(Schriftführer), Beigeordneter Krenkel=Bensheim Prof. Dr.
Horn=Heppenheim. Direktor Schott=Worms, Direktor Voigt=
Mannheim, und vieler, vieler anderer treuer Klubgenoſſen
Un=
gefähr 40 hervorragende Führer der Klubarbeit haben ſeit
Be=
ſtehen des Verbandes die Ehrenmitgliedſchaft erhalten.
In großen Umriſſen iſt dies die Arbeit, die der Odenwaldklub
in 50 Jahren für die Allgemeinheit geleiſtet hat, ſtill und ohne
viel Aufhebens, aber unermüdlch und freudig, ohne Anſpruch au=
Lohn und Anerkennung. Der Wunſch aller Klubführer geht heute
aber dahin: Möge die Allgemeinheit dieſer Tätigkeit auch
ihre Anerkennung nicht verſagen und durch ihre
Mitglied=
ſchaft ihr Scherflein dazu beitragen, daß der Klub auch in der
Zukunft ſeine gemeinnützige Tätigkeit uneingeſchränkt ausüben
kann zum Wohle der Heimat, für Volk und Vaterland. In dieſem
Sinne wünſchen wir der Jubelfeier, die Erbach am 11. und
12. Juni mit frohem Leben erfüllen wird, ein herzliches
„Friſch auf!“
Dr. Götz.
Rheinheſſen.
* Wolkenbruch und Hagelſchlag in Rheinheſſen. Am Freitag
nachmittag ging über Rheinheſſen ein wolkenbruchartiges
Gewit=
ter mit Hagelſchlag über dem mittleren und nördlichen
Rhein=
heſſen nieder, wodurch beträchtliche Schäden verurſacht wurden.
Beſonders zu leiden hatte die Ingelheimer Gemarkung, wo in den
Spargel= und Obſtfeldern große Verwüſtungen angerichtet
wur=
den. Auch in Oppenheim verurſachte der Wolkenbruch großen
Schaden, ſo in den wertvollen Oppenheimer Weinbergsanlagen
und in den Kellereien an der Bädergaſſe. Die von der Höhe
gieß=
bachartig herabſchießenden Waſſermaſſen drangen zum Teil in die
Häuſer ein und richteten an Wohnungseinrichtungen große
Ver=
wüſtungen an. Auch in der Nierſteiner Gemarkung gab es
eini=
gen Schaden in den Weinbergen.
Ae Worms, 4. Juni. Selbſtmordverſuch. Ein 45
jäh=
riger Arbeiter, der in Oſthofen zuletzt wohnhaft war, verſuchte ſich
unter die Eiſenbahn zu werfen, um überfahren zu werden. Er
konnte von Polizeibeamten noch rechtzeitig von ſeinem Vorhaben
abgebracht und gehindert werden. —
Autozuſammenſtoß.
Auf der Landſtraße nach Wörrſtadt ſtießen an einer ſcharfen
Kurve kurz vor Wörrſtadt zwei Perſonenkraftwagen zuſammen.
Beide Autos wurden ſchwer demoliert. Wie durch ein Wunder
entſtand kein Perſonenſchaden.
Ah. Gundersheim (Rhh.), 2. Juni. Die
Bürgermeiſter=
wahl. Für die am 12. Juni d. J. ſtattfindende
Bürgermeiſter=
wahl war bis zu der feſtgeſetzten Friſt zur Einreichung der
Wahl=
vorſchläge nur ein Wahlvorſchlag eingegangen, und zwar auf den
Namen des ſeitherigen Bürgermeiſters Mathias Hahn 8. Durch
dieſe Einigkeit der Gemeinde hat ſich die Wahl erübrigt und der
bisherige Bürgermeiſter iſt einſtimmig auf die Dauer von neun
Jahren wiedergewählt.
Seite 6 — Nr. 155
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Vorſitzende aus, was geſchaffen wurde, möge Vorbild für die
Bau=
meiſter von Deutſchland ſein. Eine beſondere Freude ſei ihm daß
er die Erfolge hervorheben könne, die von dem Reichsverband
er=
zielt wurden. Als große Baumeiſter=Gemeinde wolle man nun
auch zum Abſchluß noch einige gemütliche Stunden in frohem
Kreiſe verleben
Nach dem gemeinſamen Lied „Drei Klänge ſinds” hielt als
Sprecher Baumeiſter und Reichstagsabg. Freidel vom AHV.
Hildesheim eine zündende Vaterlandsrede. Er feierte in
flam=
menden Worten die Schönheiten des freien deutſchen Rheins, der
das deutſche Weſen und Fühlen ſymboliſiert. Trotz der ſchweren
Notzeit poche das Herz der Baumeiſter voll Wille, und er hoffe,
daß die Zeit nicht mehr fern ſei, in der die Sklavenketten von
Verſailles abgeſchüttelt werden können. Man wolle nicht
ver=
zagen in ſchwerſter Stunde, und dem Ehrenbaumeiſter v.
Hinden=
burg und dem deutſchen Vaterlande die Treue halten. Einem
dreifachen, begeiſtert aufgenommenen Hoch folgte der gemeinſame
Geſang des Liedes der Deutſchen.
— Glückwünſche zur Tagung
übermittelten u. a. als Vertreter der Höheren Landesbauſchule
Studienrat Hainz., als Vertreter der Heſſiſchen
Handwerkskam=
mer Direktor Schüttler, Vertreter der Alt=Herren=Verbände
und befreundeter Korporationen. Im Verlaufe des Abends
wur=
den noch einige Ehrungen vorgenommen, und zwar erhielten
das goldene Bundesabzeichen des Bundes Alter
Her=
ren der Höheren Landesbauſchule Baumeiſter Hartmann.
Rup=
pel, Winkes, Kolb und Deumel. Eine friſche humordurchwürzte
Damenrede hielt Studienrat Sumpf (BAH.), Darmſtadt. Bei
gemeinſamen Liedern und flotter Muſik verflogen die Stunden
nur allzu ſchnell.
Im anſchließenden unterhaltenden Teil des
Feſt=
abends wirkten Künſtler des Heſſiſchen Landestheaters, und
zwar Johs. Biſchoff und Frl. Wera Korſchan, ſowie vom
Karlstheater Wien Frau Cilly Bauer mit und ernteten
leb=
haften, langanhaltenden Beifall mit ihren Darbietungen. Mit
dieſem geſelligen Abend, der einen ausgezeichnet ſchönen Verlauf
nahm, war die arbeitsreiche Tagung der Baumeiſter abgeſchloſſen.
— Heute vormittag wird noch Studienrat Dipl.=Ing. Hainz i
der =Aula der Höheren Landesbauſchule einen Vortrag halten. **
7f
* Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Palaſt=Lichtſpiele.
Pat und Patachon ſind gewiß bekannte und beliebte
Luſtſpielgeſtalten und wurden auch diesmal in dem Film „Im
Bankhaus gebührend belacht. Die eigentliche Anziehungskraft
des Programms jedoch bietet der Buffalo=Bill=Film
mit Tone Tyler, wenigſtens für die Jugendlichen, die das Haus
bis faſt auf den letzten Platz beſetzt hatten. Es iſt denn in der
Tat auch allerhand, was ſich an Wildweſtromantik. an tollen
Rit=
ten (warum klappert es nur immer ſo, als wenn die Pferde übers
Parkett galoppierten?), an Indianerkämpfen und
Schützenkunſt=
ſtücken da abſpielt. Wer alſo für die Abenteuerromantik der
Knabenjahre noch empfänglich iſt, hat hier die ſchönſte
Gelegen=
heit, ſie wieder aufzufriſchen.
*
— In den Helia=Lichtſpielen ſieht man nur noch heute und
morgen die amüſante Tonfilm=Operette „Ein Lied, ein Kuß,
ein Mädel‟. Dazu das reichhaltige Beiprogramm. Jugendliche
haben Zutritt.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen heute und folgende Tage ein
ſenſationelles Doppelprogramm, und zwar ſieht man den
Aben=
teuer=Tonfilm „Buffalo Bill, der tollkühne Reiter”, und im
2. Teil Pat und Patachon in dem luſtigen Filmwerk „Im
Bank=
haus. Dazu das gute Beiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.
Sonntag, 5. Juni 193:
* Vorkrag dr. Gerkrud Bäumer.
Es iſt nur zu begreiflich, daß der Vortrag, den Frau
Mini=
ſterialrat Dr. Gertrud Bäumer am Samstag abend in dem
Feſtſaal der „Vereinigten Geſellſchaft” über das Thema „Der
Lebens= und Berufskampf der Frau in der
Wirt=
ſchaftskriſe” hielt, einem äußerſt ſtarken Intereſſe in der
ge=
ſamten Darmſtädter Frauenwelt begegnete. Fünfzehn Verbände
und Vereinigungen hatten zu der Veranſtaltung eingeladen, wir
nennen u. a. den Heſſiſchen Landeslehrerinnenverband den
All=
gemeinen Deutſchen Frauen=Verein, den Hausfrauenbund und
den Alice=Frauenverein.
Frau Gertrud Bäumer betonte zunächſt, daß ſie nicht von
einem geſchlechtspolitiſchen Intereſſenſtandpunkt aus ſprechen
wolle. Nach den Ausführungen der Rednerin trifft die
Wirt=
ſchaftskriſis die Frau in einer Zeit, in der ihr Berufsleben noch
im Aufbau begriffen iſt. 11 Millionen Frauen, das ſind 35 v. H.
der weiblichen Bevölkerung überhaupt, ſtehen im Beruf, es
ban=
delt ſich bei ſolchen Zahlen um einen Teil unſerer
Volkswirt=
ſchaft, nicht etwa um einen Erfolg der Frauenbewegung an ſich.
Die Kulturleiſtung unſeres Volkes beſteht darin, daß jeder in
den Beruf geſtellt iſt, in dem er das Beſte leiſten kann. Es
kommt alſo darauf an, in welchen Berufen die Frau am meißen
gebraucht wird und für welche Berufe ſie ſich am beſten eignet
Die öffentliche Meinung glaubt, die Frauen könnten in unſerer
Kriſenzeit durch ein großes Opfer die allgemeine Arbeitsloſigkeit
vermindern. Die Vortragende meinte, die Allgemeingültigkeit
dieſer Anſicht aus verſchiedenen Gründen verneinen zu müſſen.
ſchon mit Rückſicht auf die Frauengeneration, die infolge der
Männerverluſte durch den Weltkrieg nicht zum Heiraten kam oder
ſich ſelbſt die Möglichkeit zur Schließung der Ehe wirtſchaftlich
er=
arbeiten mußte. In der heutigen Zeit iſt der Beſtand der
Fa=
milie ohne die wirtſchaftliche Mitarbeit der Frau in vielen
Fällen undenkbar. Das normale Schickſal für die große
Mehr=
zahl der Frauen ſollte der Frauen= und Mutterberuf ſein Frau
Gertrud Bäumer behandelte weiterhin verſchiedene Spezialfragen
und wies an der Hand von Zahlen darauf hin, daß z. B. in den
akademiſchen Berufen, u. a. bei den Juriſten und Lehrkräften
an den höheren Schulen, der Andrang der Frau nur ſehr ſchwach
ſei und kaum in anſteigender Tendenz ſich bemerkbar macht
Schließlich wandte ſich die Rednerin noch gegen die Ueberbetonung
des Bildungsbegriffes und des Berechtigungsweſens
Die ſehr zahlreichen Zuhörerinnen folgten dem
aufſchluß=
reichen Vortrage mit lebhafter Aufmerkſamkeit.
= Chriſtlicher Verein junger Männer Darmſtadt E. V.,
Eli=
ſabethenſtraße 17. Heute Sonntag, abends 8,15 Uhr,
Monats=
verſammlung unter dem Thema „Freude die Fülle”, Freunde
und Gäſte willkommen. Das Heim iſt ab 7 Uhr abends geöffnet,
Promenaden=Konzert. Sonntag, den 5. Juni, ſpielt das
Stadtorcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W. Schlupr
von 10.30 bis 11.30 Uhr im Herrngarten (Pergola) nach
folgen=
dem Programm: 1. Deutſche Bundestreue, Marſch von
Friede=
mann, 2. Ouvertüre zur Operette „Banditenſtreiche” von Suppé
3. An der ſchönen blauen Donau, Walzer von Strauß, 4. Walters
Preislied aus der Oper „Die Meiſterſinger von Wagner, 5
Fan=
taſie aus der Oper „Die weiße Dame von Boieldieu, 6. König=
Karl=Marſch von Unrath.
Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 4. Juni 1932 für
ein Pfund bzw. Stück in Reichspf.
Gemüſe: Spargeln,
1. Sorte 40—45, 2. Sorte 25—30, Kohlrabi 10—12. Karotten 15
bis 20, rote Rüben 8—10, Spinat 10—15, Römiſchkohl 8—12
Wirſing 15—20, Stangenbohnen 45 Erbſen 30—35. Zwiebeln 12
bis 15, Knoblauch 80. Rhabarber 8—10, Tomaten 80—90,
Kopf=
ſalat 6—12, Salatgurken 40—60, Blumenkohl 60—80, Rettich 5
bis 12. Kartoffeln: Spätkartoffeln 4—5. Obſt: Kirſchen
60, Tafeläpfel 25—40 Wirtſchaftsäpfel 10—20, Apfelſinen 5 bis
12. Zitronen 4—10, Bananen 40—50. Eßwaren:
Süßrahm=
butter 160—180. Landbutter 130—140. Weichkäſe 25—30
Hand=
käſe 3—12. Eier, friſche 6-
3. Wild und Geflügel:
Hüh=
ner 80—120. Enten 120, Tauben 50—180. Ziegenlämmer 60.
Fleiſch= und Wurſtwaren; Rindfleiſch, friſch 56—70,
Kalbfleiſch 70. Schweinefleiſch 70—90 Dörrfleiſch 110. Schinken
120, Wurſt 50—140, Wurſtfett 50, Schmalz. ausgelaſſen 70.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 5. Juni 1932, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med. Sachs. Hügelſtraße 41 (Tel. 726); Dr. med. Hof
Gervinusſtr. 46½ (Tel. 48); Dr. med. Th. Schmidt,
Heinrich=
ſtraße 38 (Tel. 3882).
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 5. bis 11. Juni: die
Apo=
theke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtraße 9, und die Einhornapotheke,
Kirchſtraße 10½
— Kurzſchrift und Maſchinenſchreiben. Zur Erlernung
die=
ſer beiden für alle mit Schreibarbeit verbundenen Berufe
ſ=
wichtigen Fächer bietet der Gabelsberger Stenographenverein
von 1861 erneut Gelegenheit. Er eröffnet morgen abend 8 Uhr
in der Ballonſchule neue Kurſe für Anfänger und für ſolche
die ihre Kenntniſſe erweitern wollen. Wir bitten um Beachtung
der heutigen Anzeige.
— Nächſte Dampferabfahrten der Hamburg=Amerika=Linie
(Auſtral=/Kosmos=Linien)
Ohne Verbindlichkeit. Aenderungen
vorbehalten. Nach New York
D. Hamburg ab Hamburg
8. 6., ab Cuxhaven 9. 6. MS. St. Louis ab Hamburg 12
D. Deutſchland ab Hamburg 15. 6., ab Cuxhaven 16 6. D. New
York ab Hamburg 22. 6., ab Cuxhaven 23.
Nach Kanad
(Gemeinſchaftsdienſt Hapag/Lloyd) ab Hamburg: D. Remſcheid
17. 6. D. Hagen 8. 7. Nach der Weſtküſte
Nordameri=
kas (Gemeinſchaftsdienſt Hapag/Lloyd) ab Hamburg: D.
Schwa=
ben 11. 6.
MS. Portland 22. 6. Nach Cuba=Mexiko (in
Gemeinſchaft mit der Ozean=Linie) ab Hamburg: MS. Rio
Pa=
nuco 18. 6. MS. Palatia 2. 7. Nach Weſtindien (in
Ge=
meinſchaft mit dem Norddeutſchen Lloyd. Bremen, und der
Reede=
rei H. C. Horn, Flensburg) ab Hamburg: MS. Orinoco 11.
Ein Dampfer 18. 6. D. Eupatoria 25. 6.
MS. Magdalena 9.
Nach der Weſtküſte Zentral=Amerikas (
Gemein=
ſchaftsdienſt Hapag/Lloyd) ab Hamburg: D. Schwaben 11. 6
MS. Orinoco 11. 6. MS. Portland 22. 6. Nach Uruguay
und Argentinien ab Hmbg.: D. Liguria 8.
D. General
San Martin 11. 6. MS. General Oſorio 19. 6. Ein Dampfer 23.
Nach Mittelbraſilien: D. General San Martin ab
Ham=
burg 11. 6. D. Paraguay ab Antwerpen 14 6. D. Alrich ab
Hamburg 18. 6. Nach der Weſtküſte Südamerikas (in
Gemeinſchaft mit der Roland=Linie, Bremen, und Deutſche
Dampf=
ſchiffahrts=Geſ. Kosmos, Hamburg) ab Hamburg: D. Askanie
7. 6. MS. Oſiris 21. 6.
MS. Iſis 1. 7. D. Adolf von Bayer
5. 7. Nach Oſtaſien (Gemeinſchaftsdienſt Hapag/Lloyd) al
Hamburg: MS. Sauerland 4. 6
Erlangen 8. 6. D. Alſter
11. 6. Ein Dampfer 15 6
Nach Auſtralien (
Gemeinſchafts=
dienſt der Deutſch=Auſtraliſchen Dampfſchiffs=Geſellſchaft.
Ham=
burg, des Norddeutſchen Lloyd, Bremen, und der Reederei Alfrei
Holt u. Co., Liverpool) ab Hamburg: D. Aachen 11. 6
D.
Staß=
furt 25. 6
ich Südafrika (Deutſch=Auſtraliſche
Dampf=
ſchiffs=Geſellſchaft, Aktiengeſellſchaft, Hamburg) ab Hamburg: D
Dortmund 8.
Naumburg 16. 7. Hamburg=Rhein=
Linie: Wöchentlich zwei Abfahrten. Hamburg=London=
Linie: Wöchentlich drei Abfahrten. Mitgeteilt durch das
Reiſe=
büro der Hamburg=Amerika=Linie, Luiſenplatz 1. Tel. 1308.
Jun Scayr. Beſtegen der zieberiäſer
Das Feſtkonzerk der „Liederkafel”
Von Muſikſchriftſteller und Komponiſt Bernd Zeh.
Die „Liedertafel”, die ſeit vielen Jahren zu den führenden
Geſangvereinen unſerer Stadt zählt und ſich durch die
Gediegen=
heit ihrer Programme und ihr erfreuliches Eintreten für die
zeit=
genöſſiſchen Tonſetzer eines weithin geachteten Namens erfreut,
begeht am 7. Juni d. J. ihr 90jähriges Jubiläum durch ein Feſt.
konzert im Großen Haus des Heſſiſchen Landestheaters. Die
Vor=
tragsfolge, zu der als Soliſten die Konzertſängerin Suſanne
Horn=Stoll (Sopran), Theodor Heydorn (Baß) und Dr. Heinrich
Allmeroth (Tenor), beide vom Landestheater, ſowie einige
Mit=
glieder des Landestheaterorcheſters herangezogen wurden, weiſt
zwei größere Zyklen für Männer= bzw. gemiſchten Chor mit
In=
ſtrumentalbegleitung auf, zwiſchen denen Theodor Heydorn einige
Schubertlieder ſingen wird. Dem Wunſch des Vereinsvorſtandes,
in Form einer kurzen Einführung das Verſtehen der beiden
Haupt=
werke für den Hörer vorzubereiten, komme ich um ſo lieber nach
als mir dadurch Gelegenheit gegeben iſt, über mein neueſtes, der
„Liedertafel” zugeeignetes Opus das Weſentliche ſelbſt auszuſagen.
ſoweit es ideelle Grundhaltung, formale Anlage und Wahl der
angewandten Mittel betrifft.
Dem Zyklus „Feldlagerlieder aus dem Dreißigjährigen Krieg”
liegen ſieben Dichtungen von B. v. Münchhauſen zugrunde, die
ich im Einvernehmen mit dem Dichter deſſen „Balladenbuch”
ent=
nahm und durch ſinngemäße Aneinanderreihung zu einer
wir=
kungsvollen Szenenfolge aus dem Dreißigjährigen Krieg — von
zuſammenſchloß. Dieſe
deſſen Anfang bis zu ſeinem Ende
Textwahl war beſtimmt durch die Abſicht, den Männerchor einem
ihm zukommenden Stoff zuzuführen, welcher Abſicht auch die
Hin=
zuziehung eines Soliſten und verſchiedener Blas= und
Schlag=
inſtrumente entſpricht, die nicht „Begleitung” im üblichen Sinne
ſind, ſondern — meiſt ſelbſtändig muſizierend — den Chorklang
ergänzen und ihm neue Farbwerte und Klangergebniſſe
ermög=
lichen wollen. Auch der ſcheinbar ſchwierige — in Wahrheit nur
ungewohnte, nicht herkömmliche — herbe Chorſatz iſt nicht
Zufalls=
produkt und nicht gewollte „Neutönerei” Aus der Vertrautheit
mit dem Choriſchen ergab ſich vielmehr für mich ſchon früher ganz
von ſelbſt der ernſte Verſuch, der Chorſprache neue Wege
gang=
bar zu machen: mein Streben galt einer aufgelockerten,
ſelbſtän=
digen Stimmführung, einer muſikaliſch bedingten inneren
Gebun=
denheit, einem an der frühen Vergangenheit orientierten, aber
nicht archaiſierenden Stil, und einer letztlich doch modernen
Aus=
ſage, die ſich gleichermaßen der Homophonie wie der Polyphonie,
der Tonalität wie der Non=Tonalität, der ſtrengen wie auch einer
aufgelöſten Form zu bedienen weiß. Durch die bereits anderwärts
gehabten Erfolge ermutigt, glaube ich in dieſer Richtung
weiter=
arbeiten zu ſollen, und ſo geſtalteten ſich die „Feldlagerlieder” zu
dem nun hier vorliegenden, nicht aus klügelndem Verſtand,
ſon=
dern aus ehrlichſtem Muſikempfinden erwachſenen pauſenloſen
Zyklus. In ihm ſteht der Geſamtheit der Landsknechtheere (Chor
mit ihrer Begeiſterung, Niedergeſchlagenheit, Verbitterung und
innerem Glaubensringen die Individualität des derben,
unver=
wüſtlichen mitreißenden Offiziers (Baßſolo) gegenüber, wodurch
ſich die äußere Gliederung des Werkes leicht und verſtändlich
be=
ſtimmen ließ. Was allerdings den inneren formalen Aufbau
an=
geht, ſo verſage ich mir, hier auf nähere Einzelheiten einzugehen,
da diesbezügliche Erläuterungen ſich naturgemäß faſt ausſchließlich
an den Bexufsmuſiker richten würden, und der wird auch ſo hören.
Der zweite Zyklus „Deutſches Liederſpiel” für gemiſchten
Chox/ Soli kund Klavierbegleitung zu vier Händen (Text nack
Uteren und neueren Volksliedern) von Heinrich von
Herzogen=
berg (geſt/1900), zeigt als Frühwerk ſchon Spuren einer
unver=
kemnbaxen Neigung und Begabung zu kontrapunktiſcher Setzweiſe
die ſich erſt in ſeinen ſpäteren kirchlichen Großwerken voll
entfal=
ten konnte. Seiner Zeit und Umwelt entſprechend, iſt ſeine Muſik
melodienſelig, von üppigem klanglichem Wohllaut, und auch da
noch von abſoluter Schönheit und Verbindlichkeit, wo nach
unſe=
rem heutigen Empfinden die Textunterlage eine herbere, feſter
zupackende Ausdeutung verlangte. Aber es iſt ein freudiges
Muſi=
zieren voll lieblicher Anmut, das in jedem Takt den fein
geſtal=
tenden und techniſch überlegenen Künſtler erkennen läßt, als der
Herzogenberg auch heute noch hochgeſchätzt iſt. Die innere
Freund=
ſchaft mit Brahms blieb nicht ganz ohne Einfluß auf ſeine
Ton=
ſprache und verrät ſich in verſchiedenen Merkmalen, ſo z. B. hie
und da im Chor= und Klavierſatz, in harmoniſchen Rückungen,
häufigem Taktwechſel und nicht zuletzt in einem glücklich
ange=
wendeten volksliedhaften Ton, der Herzogenberg faſt volkstümlich
macht. Der zehnteilige Zyklus vom Maien, Lieben, Scheiden und
Vereintſein, in dem Sopran= und Tenorſoli, Duette, Männer=
Frauen= und gemiſchte Chöre in bunter Folge wechſeln (am
ſchön=
ſten in Stimmung und Anlage wohl der Eingangschor „Wir
ſol=
len hohen Muth empfahn”), bietet dem Hörer faſt keinerlei
Schwierigkeiten, ſo daß dieſe wenigen vorbereitenden Worte
ge=
nügen dürften.
Die „Liedertafel” hat ſich nicht geſcheut, eine große und
ſchwie=
rige Aufgabe unter erheblichen Opfern durchzuführen, um ihr
Jubiläum in würdiger Weiſe zu feiern, ein Unternehmen, das in
dieſer geiſtigen und materiellen Notzeit doppelt
anerkennens=
wert iſt.
Möge nun auch das Darmſtädter muſikliebende Publikum
dieſem Feſtkonzert die gebührende Reſonanz verſchaffen, — zu
ſeiner eigenen, wie zu des feiernden Vereins Ehre!
9A
Die Boraussahans Mr uimronmen
R
Oo
ſteuer.
zgn
Ein Erſuchen an das Landesftestspskäl.
Nach den derzeitigen Beſtimmungen richten ſich die
Vorg=
zahlungen auf die Einkommenſteuer nach der für das V
jahr veranlagten Steuer. Dies wäre für normale Zeiten
träglich, In den letzten Jahren ſinken jedoch die Einkommen
gemein von Jahr zu Jahr, ſo daß dieſe Art der Berechnung
ſchwere Belaſtung und Benachteiligung des Steuerpflichtigen
ſich bringt.
Zum mindeſten ſetzt dieſe Regelung voraus, daß der Steu
pflichtige ſeine Veranlagung für das Vorjahr erhalten hat.
Dies iſt in Deutſchland und auch in Darmſtadt in vie
Fällen noch nicht geſchehen.
9.
died
Steuerpflichtigen) nicht zu
10. Juni 1932 die Einkom
längſt nicht mehr
ſporhan=
zu bezahlen.
Auf eine Eingabe der
das Landesfinanzamt Kaſſel d
chen Fällen die Veranlagung z.
nigen, daß die neuen
Steuerb=
den der Steuerpflichtigen ſind.
bis 9. Juni dem Steuſpflichtigen nicht zugeg
die Frankfurter Handwerkskammer, die Vorauszahlung am
Am 10. Juni iſt eine Voraußzahlung auf die Einkomn
ſteuer fällig. Nachdem ſich dieſEinkommen ſeit 19
durchweg erhehlib gemingert haben, kann d
zemul
denſte
nen
werden.
er nach ein
nkommenſ
rankfurker=Hat
e Finanzämtey
dr Einkommenſ
cheide bis 10.
Sind die ne
dwerkskammer
angewieſen, in
ſeuer ſo zu beſchl
Juni in den He
den Steuerbeſche
rngen, ſo empfie
Juni nicht zu leiſten, ſotderp Stundung bis zur endgültie Wy zuf
Veranlagung zu beantragen.
Die wirtſchaftliche Lage iſt für Handel, Induſtrie, Gewe=
und freie Berufe, ſowie überhaupt in Darmſtadt noch
günſtiger als in Frankfurt. Viele Geſchäftsleute und Priv
kämpfen zurzeit einen verzweifelten Kampf um ihre Exiſtenz
Es iſt ein Gebot der Billigkeit, daß dieſen Verhä
niſſen auch in Darmſtadt von der Steuerbehörde in weitgeher
ſtem Maße Rechnung getragen wird, daß alſo insbeſondere
Vorauszahlungen zur Einkommenſteuer, ſoweit die neuen Steu
beſcheide nicht zugeſtellt ſind, auf Geſuch ohne weitere Schwier
keiten geſtundet werden.
Aus dem Gerichksſaal.
Aw Das Bezirksſchöffengericht verurteilte
Freitag einen 20jährigen Schuhmacher zu acht Mon
ten Gefängnis, weil er an einem 10jährigen Mädchen u
züchtige Handlungen vornahm.
Ein oftmals vorbeſtrafter junger Heppenbe
mer erhält dann wegen Diebſtahls im Rückfall
Jahr Gefängnis. Der junge Mann hatte auf einer Bet
fahrt durch den Odenwald aus der Kaſſe in einer Wirtſchaft
Birkenau 10 Mark geſtohlen. Zwei Monate der Unterſuchun
haft werden ihm angerechnet und der Angeklagte ernſtlich
warnt, da er das nächſte Mal ohne Gnade auf Zuchthaus zu re
nen habe.
Dienſt
frat
„NrSN
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ſich Au
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hunge
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Kau
Fhach,
nlt
Dann hat ſich ein Arbeiter aus Bürſtadt wesMi
Hausfriedensbruchs und Beamtenbeleidigu
zu verantworten. Sein Sohn, der ein ganz renitentes Bürſche
zu ſein ſcheint hatte mit dem Direktor der Fortbildungsſch
einen kleinen Zuſammenſtoß. Darauf begab ſich ſein Vater, e
der Angeklagte, zu dem Rektor, um ihn darüber zu befra=
und im Laufe der Verhandlung begann er den Rektor auf
unflätigſte zu beſchimpfen, ja, er hieb ſogar auf ihn ein und
ſtete der Aufforderung des Angegriffenen, unverzüglich,
Schulhaus zu verlaſſen, keine Folge. Als er am übernach
Tag dem Rektor auf der Straße begegnete beſchimpfte un
drohte er ihn mit Halsabſchneiden. Das Gericht verurteilt
Angeklagten zu deſſen größter Empörung wegen Hausft
densbruchs und fortggſetzter Beamtenbelei
gung und Bedrohungzu dpei=Monaten und d.
Tagen Gefängnis, und ſpricht dem Kreisamt, als der 1
geſetzten Behörde des Belefdigten* Publikationsbefugnis zu
Zum Schluß ſitzt eine 52jährige Witwe
au=
fenhauſen auf der Ankkagebank. /Nachdem ſie zweimal ve
ratet und zweimal geſchieden)war nicht ohne eigen
lebte ſie unverheiratet mit einem Muſiker hier in Darmſtadt
ſammen. Sie hatte den Mann vor über 10 Jahren bei
Hauswirtin kennen gelernt, bei der ſie beide wohnter
darauf klagte ſie ihm eines Tages ihr Leid, ſie lebe in Scheid
mit ihrem Mann und habe außerdem einen großen Erbſch
prozeß durchzufechten, aus dem ſie viel Geld uſw. zu erwa
habe, jetzt aber ſei ſie vollkommen mittellos und wiſſe nicht,
von ſie leben ſolle. Der Muſiker, der ein außerordentlich
fremder und gutmütiger Menſch zu ſein ſcheint, gab der
von ſeinem Geld. Er gab ihr in einem fort, er pumpte
und die Welt um Geld an, kein Menſch war vor ihm ſicher, ſo da
ſchließlich ſeine Kollegen beſchwerten und er ſeine Stellung
lor. Auch da brachte er noch Geld auf für die Frau; er
ſetzte ſeine Anzüge, ja, ſeine Inſtrumente. Er holte ſich Vorſt
auf ſeine Penſion, ja, er verſuchte ſogar, dieſe ganz ausbeze
zu erhalten, nur um der Frau Geld geben zu können. Als nie
mehr von ihm zu bekommen war, war eines Tages die F
ſpurlos verſchwunden, und da kam er erſt dahinter, daß ſie
die ganzen 11 Jahre auf das ſchandlichſte belogen und betr.
hatte. Man weiß nicht, ſoll man ſich mehr wundern über
geradezu kindliche Vertrauensſeligkeit dieſes Mannes, ode
die Skrupelloſigkeit und Raffineſſe der Frau die jeder Beſc
bung ſpottete. 60—70 000 Mark hat ſie in den 11 Jahren
Manne abgenommen und es anſcheinend großenteils in Wirtſd
ten allein oder mit Freunden, verzecht und verjubelt oder
koſtſpieligen Geſchenken an Verwandte und Bekannte angel
Das Gericht verurteilte die Frau, die ſchon wegen Betrugs vor
ſtraft iſt, zu zwei Jahren Gefängnis.
Aus den Parkeien.
— Deutſche Volkspartei Frauengruppe.
bereits mitgeteilt wurde werden unſere Freundinnen am I0
menden Mittwoch, dem 8. Juni, nachmittags, die Merck=Goer
Ausſtellung in der Kunſthalle am Rheintor beſichtigen. D
Stadtarchivar Dr. A. Müller hat liebenswürdigerweiſe die 0
rung übernommen. Treffpunkt vor der Kunſthalle am Rhein
— Deutſchnationale Frauengruppe. Es w
nochmals an unſere Zuſammenkunft übermorgen Dienska
den 7. Juni, nachmittags, im Gartenſaal des Saalbau
(nicht Jagdzimmer) Eingang von der Riedeſelſtraße, erinn
Unſere Mitglieder ſeien dringendſt gebeten, vollzählig zu Io
men. Durch Mitglieder eingeführte Gäſte willkommen. Fr
Clara Klingſpor=Offenbach ſpricht über „Die Frau
der Politik beſonders ihre Stellung in den deutſchnatio
len und nationalſozialiſtiſchen Gruppen.
Lokale Veranſtaltungen.
Ofe Nernter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beiren
keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritit.
— Im Herrngarten=Café von 11—12 Uhr Frühtl
zert. Nachmittags und abends Künſtlerkonzert.
Ludwigshöhe. Sonntag nachmittag ab 4 Uhr K”
zert. (Siehe Anzeige.)
— Orangeriegarten. Heute abend 8 Uhr großes K
zert mit Tanz, ausgeführt vom Stadtorcheſter. (Siehe heut
Anzeige.)
Tageskalender für Sonntag, den 5. Juni. 1932.
Helia=Lichtſpiele: „Ein Lied, ein Kuß, ein Mädel”; Palaſt=Lie
ſpiele: „Buffalo Bill” und „Im Bankhaus” — Union=Theal
Der Perſil=Tonfilm. — Orpheum: 12 Blue Jazz=Ladies.
Reſi=Theater: „Drei von der Tankſtelle‟. — Hotel und Reſt
rant zur Poſt: Geſellſchaftsabend mit Tanz. — Reſtaurant 2
gerhof: Geſellſchaftsabend mit Tanz. — Orangerie=Haus:9
zert mit Tanz=Einlagen. — Städt. Saalbau, vorm. 9,30 4
Schäferhundſchau. — Ludwigshöhe, nachm. 4 Uhr: Konzer”
Konzerte: Schuls Felſenkeller (Dieburgerſtr.), Wiener Kron”
bräu=Keller, Rummelbräu, Herrngarten=Café, Frühkonzer."
Künſtlerkonzert, Reſtaurant Haferkaſten, Reſtaurant Sille=
Heagfahrten: vorm. 7 Uhr Heaghaus; nach Erfelden, Altkhe
vorm. 8 Uhr Heaghaus: nach Michelſtadt.
intag, 5. Juni 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 155 — Seite T.
Aus Heſſen.
Wixhauſen, 4. Juni. Schießſport. Die im vorigen
ga gegründete Schützenabteilung des „Krieger und
Militär=
hat ihren neuerbauten Schießſtand in Betrieb
genom=
ver
Schießübungen finden jeden Sonntag morgen und
nach=
mF= ſtatt. An den Schießübungen können auch Nichtmitglieder
tef) men. Die Platzeinweihung erfolgt am 17. Juli d. J. Der
Ve= veranſtaltet hierbei ein Preisſchießen.
ichthns 1
n, Herrn Architekten Dexler. Glückwünſche überbrachten Herr
rmeiſter Huba, Herr Rektor Dr. Berlet und der Vorſitzende
eſigen Ortsgewerbevereins, Herr T. Brunnengräber.
Gernsheim, 4. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
ti: 1,34 Meter, am 4. Juni: 1,21 Meter. (Morg. 5,30 Uhr.)
9
G0 Tahre Toenbaibtiad
Zur 50. Jubelfeier des Odenwaldklubs in Erbach i. Odw. am 11. und 12. Juni 1932.
Eberſtadt, 4. Juni. Aerztlicher Sonntagsdienſt.
geu ztlichen Sonntagsdienſt verſieht am Sonntag, den 5. Juni,
Frür. Meyer. — Heugrasverſteigerung. Am
Mon=
tag! Juni, wird die Heugrasernte von den Gemeinde=
Mühl=
den Wieſen im Woog und am Weinweg öffentlich
meiſt=
dß da ß bie? an Ort und Stelle verſteigert.
Halten
Nieder=Ramſtadt, 4. Juni. Mietunterſtützungen.
tadtn gie iträge auf Gewährung von Mietunterſtützung für das
Rech=
ahr 1932 werden in der Zeit von Montag, den 6., bis ein=
„ſchk3 ſch Mittwoch, den 8. d. M., auf der Bürgermeiſterei
wäh=
ren?er Dienſtſtunden entgegengenommen. Es iſt in jedem Falle
neu
Antrag zu ſtellen. Die Vorauszahlungsſteuerbeſcheide für
hr 1932 ſind bei der Antragsſtellung mit vorzulegen. —
ehrsunfall. In den geſtrigen Abendſtunden ereignete
ſch der Bahnhofsſtraße dahier ein Motorradunfall, der noch
ich abging. Im Augenblick. als der Motorradfahrer
Lauten=
ſchlä, von hier mit ſeinem Motorrad am Hauſe des Metzger=
Bender vorbeifuhr, kam deſſen vierjähriges Söhnchen aus
erlichen Wohnung und lief direkt in das Rad hinein. Zu
ſe Glück iſt der Fahrer ein vernünftiges Tempo gefahren,
ein größeres Unglück verhütet wurde. Das Kind wurde
cht verletzt. Es iſt dies aber eine Mahnung für die Eltern,
eſfo uf ihre Kinder zu achten und auch für Kraftfahrzeugführer,
von nen heute viele durch die geſchloſſenen Ortſchaften ein
un=
vere vortliches Tempo fahren.
Roßdorf 4. Juni. Arbeitsjubiläum. Am 6. Juni
Eſeie Friedrich Wilhelm Becker von hier ſein 50jähriges
79
ehzjubiläum bei der Buch= und Steindruckerei Philipp
Rein=
in in Darmſtadt. Während ſeiner langjährigen Berufstätig=
Buchdrucker hat er ſtets mit ſeltener Pünktlichkeit und
ew nhaftigkeit ſeinen Poſten erfüllt.
Eppertshauſen, 3. Juni Diebſtahl. In einer der
letz=
ſchte wurden aus dem Hühnerſtall eines Anweſens in der
fſtraße ſieben Hühner geſtohlen. Die Hühner waren an
d Stelle abgeſchlachtet worden. Dabei legten die Täter die
der Hühner der Reihe nach vor den Hühnerſtall hin. In
anderen Anweſen, ebenfalls in der Friedhofſtraße, wurden
einigen Hühnern zwei Haſen geſtohlen. Die polizeilichen
geſchungen wurden ſofort aufgenommen. Man iſt den Tätern
Spur. — Durch ein junges Rind wurde die Frau eines
Einwohners im Stalle derart ſchwer verletzt, daß ſie in
eburger Hoſpital überliefert werden mußte.
Erbach, 4. Juni. Außerordentliche
Mitglieder=
mmlung. Die hieſige Ortsgruppe des Odenwaldklubs
eſtern abend im Gaſthauſe „Zur Wolfsſchlucht” eine
außer=
d/ iche Mitgliederverſammlung ab, die ſich noch einmal
ein=
mit der bevorſtehenden Hauptverſammlung des Geſamt=
Iam 11. und 12. Juni beſchäftigte Der Vorſitzende, Herr
ſchullehrer Schwamb, und die Vorſteher der einzelnen
zausſchüſſe berichteten über ihre ſeitherige Tätigkeit,
wo=
erſehen war, daß die Vorbereitungen einen reibungsloſen
der Jubelfeier verbürgen. Die Anmeldungen liegen bis
s 90 Ortsgruppen vor, die nahezu 2100 Teilnehmer melden.
sgruppen ſtehen mit ihren Berichten noch aus. Außerdem
jetzt über 300 Jungodenwaldklübler gemeldet, ſo daß das
ziu
iftungsfeſt zu einer eindrucksvollen Heerſchau des Klubs
Da die Jugend zum erſtenmal ihr Jahresfeſt mit dem der
u beit
ſit verbindet, ſoll gerade ihr beſondere Sorgfalt werden Sie
freie Verpflegung auf dem Feſtplatze und für ihre
Orts=
ein beſonderes Erinnerungszeichen. Die geräumigen
herbergen von hier und Michelſtadt bieten hinreichend
ür billige Nachtlager. Die Anfahrt der Beſucher wird noch
inen von Mainz abgehenden Sonderzug weſentlich
erleich=
ſie näheren Einzelheiten ſowie die weſentlich ermäßigten
eiſe wurden den in Frage kommenden Ortsgruppen mit=
und ſind dort zu erfahren. Sämtliche Uebernachtungen
kön=
er erfolgen, ſo daß ein Fußmarſch nach dem Ende des
Be=
gsabends in einen Nachbarort erſpart bleibt. Nach
an=
er Ausſprache ſchloß der Verſammlungsleiter um die
nachtsſtunde die gut beſuchte Sitzung mit dem Wunſche,
MW
hl der Feſtbeſucher möge ein eindrucksvolles Bekenntnis
Darmitl
zum Odenwaldklub und ſeinen hehren Zielen.
ahren h4
Reichelsheim i. O., 4. Juni. Eine geſchickte Idee und ein
er Schritt zur Hebung des Fremdenverkehrs iſt es, wenn
erkehrs= und Verſchönerungs=Verein Reichelsheim im Juli
rämiierung der bis dahin zu vollſter Blütenpracht ent=
IIn ſchönſten Blumenfenſter des Ortes veranſtaltet und
meine bisher faſt unbeachtete wirkungsvolle Reklame fördert.
Birkenau, 4. Juni. Schweinezwiſchenzählung.
er wie alljährlich am 1. Juni ſtattgefundenen
Schweine=
nzählung wurden 293 Schweine gezählt, und zwar genau
icher.
eiche Zahl wie bei der Zählung am 1. Juni 1931. Am
Stellnt
i 1930 betrug die Zahl der Schweine 244 und am 1. Juni
frau ,
pgar nur 143.
Bensheim, 4. Juni. Hier findet die 9. Jahresver=
Mda stagung des Heſſiſchen Giroverbandes der
kaſſen ſtatt. Die Verſtände der preußiſchen, bayeriſchen,
mbergiſchen, badiſchen und ſächſiſchen Giroverbände ſind
aden worden. An der Tagung nehmen mehr als 150
Ver=
teil. Es gelangen Fragen zur Behandlung, die ſich auf
die cherung und Gewährleiſtung der Intereſſen der Sparer, wie
tuf innere Organiſation und auf den großen Komplex
wirt=
cher Belange beziehen.
Hirſchhorn, 4. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
i: 1,68 Meter; am 4. Juni: 1,71 Meter. (Morg. 5,30 Uhr.)
Hirſchhorn, 4. Juni. Unruhen an der Stauſtufe.
n Morgen hatten ungefähr 25 Mann aus Moßbrunn und
drunn an der hieſigen Stauſtufe die Arbeit aufgenommen.
iſtand dadurch bei der nunmehr ſchon drei Wochen ſtreikenden
* erſchaft eine ſtarke Erregung, die nachmittags zu einem
An=
ruf die Arbeitenden auf der Bauſtelle auf dem diesſeitigen
führte. Die Polizei mußte von dem Gummiknüppel Ge=
Beteiligte trugen leichte Verletzungen davon. Inzwiſchen
Lolizeiverſtärkung aus Beerfelden und Eberbach ein, ſo daß
uhe wieder hergeſtellt wurde.
Lorſch, 4. Juni. In feierlicher Weiſe erfolgte am
Don=
g abend im Gaſthaus „Zum Lagerhaus” die Ueberrei=
Einer der angeſehenſten Verbände unſerer Gegend, der
Oden=
waldklub, blickt in dieſem Jahre auf das erſte halbe
Jahr=
hundert ſeines Beſtehens zurück. Die Not der Zeit verbietet
rauſchende Feſte, aber trotzdem werden die Ortsgruppen ſich zu
einfacher, würdiger Feier im Geburtsort des Klubs, dem alten
Grafenſtädtchen Erbach i. Odw., zahlreich zuſammenfinden.
Ein weiter Weg der Arbeit und des Aufſtiegs führt von jener
vorbereitenden Sitzung, die auf Einladung des Kreisrates
Hall=
wachs von Dieburg am 8. Januar 1882 auf dem Zipfen bei
Leng=
feld die Gründung eines Touriſtenklubs unter dem Namen „
Oden=
waldklub” beſchloſſen hat. Die konſtituierende Verſammlung ſelbſt
fand am 10. April 1882 zu Erbach i. Odw. ſtatt. Der gräfliche
Forſtmeiſter Ihrig wurde zum 1. Vorſitzenden beſtimmt und
als=
bald mit der Gründung der erſten „Sektionen” begonnen. Am
Schluß des Jahres 1882 umfaßte der Klub bereits 24 Sektionen
mit 924 Mitgliedern. Immer weiter dehnte er im Laufe der Jahre
ſein Arbeitsgebiet aus. Heute wird das Netz der 117
Orts=
gruppen mit rund 13000 Mitgliedern (einſchließlich der
Jugendlichen) begrenzt vom Main von Wertheim bis Mainz und
vom Rhein bis zu einem Punkte weſtlich Bruchſal. Von dieſer
alten Biſchofsſtadt zieht die Grenzlinie des Arbeitsbereiches
öſt=
lich bis Wimpfen, um von dort in nordöſtlicher Richtung wieder
Wertheim zu erreichen. Schirmherr des Klubs war bis zum
Jahre 1918 Großherzog Ernſt Ludwig von Heſſen. — Der
Oden=
waldklub hat, wie alle Vereine, die nicht rein auf materielle
Beſſerſtellung ihrer Mitglieder hinarbeiten, auch unter den
Zeit=
verhältniſſen zu leiden. Eine der vielen traurigen Folgen der
wirtſchaftlichen Notlage iſt ja die Tatſache, daß ſo manche
Kultur=
arbeit, die von Vereinen und Verbänden ſeither im Stillen für
die Allgemeinheit geleiſtet wurde, heute durch eine allgemeine
Vereinsflucht gefährdet wird. Und zwar eine Vereinsflucht ſehr
oft von ſeiten von Leuten, die durch ihre ſoziale Stellung in erſter
Linie berufen wären, die Notwendigkeit ſolcher Arbeit
anzuerken=
nen und durch ihre Mitgliedſchaft zu unterſtützen, gerade wegen
und trotz der allgemeinen wirtſchaftlichen Not.
So hat auch der Odenwaldklub zeitweiſe ſchon über 15 000
Mitglieder unter ſeinem Banner vereinigt (1926) Und trotzdem
verdiente gerade ein ſolcher Verein, der ohne Rückſicht auf Stand,
Partei und Konfeſſion Freunde der Natur und des Wanderns
vereinigt, erſt recht die Unterſtützung weiteſter Kreiſe. Eine
Rück=
ſchau auf das was der Odenwaldklub ſeit 50 Jahren geleiſtet
hat, erhärtet dieſe Behauptung: 110 Ortsgruppen von 117
unter=
nehmen heute regelmäßig Wanderungen. 1352 Wanderungen mit
einer Durchſchnittsbeteiligung von 28 Teilnehmern haben 1931
etwa 38 000 Menſchen hinausgeführt aus den dumpfen Mauern
der Städte, eine beachtliche Mitarbeit an der Erhaltung der
Volksgeſundheit 3051 treue Wanderer erhielten das „goldene‟
Abzeichen der Spitzenwanderer zum 28 Male. — Die
Wander=
feſte, Sternwanderungen, Gauverſammlungen
und die jährliche Hauptverſammlung dienen der Pflege einfacher,
echter deutſcher Geſelligkeit. Daneben galt und gilt die Arbeit des
Klubs der Erſchließung des Odenwalds für den
Wan=
derer und Verkehr: Eine farbige Wegbezeichnung iſt in
3600 Kilometer Länge in 24 Haupt= und 63 Nebenlinien über das
ganze Klubgebiet gezogen. Geheimrat Seibert=Höchſt i. Odw.
und Rudi Wünzer=Darmſtadt haben ſie mit ihren
unermüd=
lichen Wegbezeichnern geſchaffen. Wieviele ſind ihr ſchon
nachge=
gangen ohne ihre Dankbarkeit durch Mitgliedſchaft im Klub zu
bezeigen! Eine Wegbezeichnungskarte mit
Erläuterun=
gen erſchien bereits 1890, ſie hat im Klubverlag 14 Auflagen
er=
lebt, heute erſcheint ſie im Verlag von Ravenſtein unter
Beteili=
gung des Klubs am Erlös. Kartenblätter 1:25 000 oder 1:50 000
wurden herausgegeben. Windhaus—Anthes—
Morne=
weg ſchufen im Auftrage des Klubs einen muſtergültigen
Oden=
waldführer (zuletzt 14. Auflage 1926). Ein beſonderes Augenmerk
richtet der Klub auf Verbeſſerung der
Verkehrsmög=
lichkeiten durch Eingaben an die Reichsbahn= und
Oberpoſt=
direktion, Zuſammenſtellung von Wanderungen,
Auskunftsertei=
lung über Sommerfriſchen, Verſand von Proſpekten, Beſchickung
von Ausſtellungen, Abhaltung von Lichtbildervorträgen und dgl.,
einträchtig arbeitet er dabei mit den Verkehrsverbänden
zuſam=
men. Große Summen hat der Klub, Geſamtklub und
Ortsgrup=
pen, ferner im Laufe der Jahre für ſeine Bauten ausgegeben.
Lockendes Ziel der Wanderer ſind die ragenden Türme auf
wind=
umbrauſter Bergeshöhe, 9 insgeſamt: Wer kennt nicht den
trotzi=
gen Kaiſerturm auf der Neunkircher Höhe, den Ohlyturm
auf dem Felsberg, den Ireneturm auf der Tromm, den
Ih=
rigturm auf dem Lärmfeuer, den Turm auf dem Weißen
Stein, den Bismarckturm auf dem Hemsberg bei
Bens=
heim, die Bismarckwarte bei Lindenfels, den Turm auf dem
Bieberer Berg bei Offenbach und den
Dreimärker=
turm bei Vielbrunn? Eine Anzahl Türme, ſo der eiſerne Turm
B Hofheim (Ried), 1. Juni. Zeichen der Zeit. Wie
pietätlos viele Menſchen doch ſchon geworden ſind, beweiſt, daß
man nachts in den Friedhof einſteigt und Blumen ſtiehlt. So
wurde in einer der letzten Nächte auf dem hieſigen Friedhof eine
Anzahl junger Schneeballbäunchen gänzlich ihrer Blüten beraubt.
Schonungslos wurden die ſchdnen Blüten abgeſchnitten, ſtärkere
Zweige in roher Weiſt einach abgebrochen und abgeriſſen.
Rotes Kreuz. Bei der hieſigen Ortsgruppe vom Roten Kreuz
traf am Sonntag die Nachbarkolonne Herrnsheim ein, welche mit
dieſem Beſuch eine Uebung verband. Beim hieſigen
Kolonnen=
führer Scherer (Bahnhofsreſtaurant) war man dann gemütlich
beiſammen und tauſchte gegenſeitig Meinungen aus.
Cp. Crumſtadt, 1. Juni. Bettlerfrechheit. Ein
Bett=
ler ſprach hier bei einem Landwirt um ein Mittageſſen vor. Da
die Eſſenszeit aber ſchon vorbei war, wurde ihm eine kleine
Geld=
gabe verabreicht. Da dieſsAaber dem Bettler zu gering war,
be=
gehrte er auf. Es kam zu einep Adseinanderſetzung mit dem einen
Sohn des Landwirts, in deren Perlauf der Fremde eine Schippe
ergriff und den Landwixksſohn (damit am Kopfe verletzte. Ein
machen. Es wurden dabei auch Schreckſchüſſe abgegeben. Bruder des Angegriffenen und Nachbarsleute kamen ſchließlich zu
Hilfe. Als der rabiate Bettler der Gendarmerie übergeben wurde,
leiſtete er auch dieſer Widerſtand. Er wurde in das
Amtsgerichts=
gefängnis Gernsheim eingeliefert.
Aa Wolfskehlen, 4. Juf5)Der Gemeinderat hat in
gder Geſellenbriefe an 13 Junggeſellen der dies= nichtöffentlicher Sitzung beſchloſſen, die ſchon oft zurückgeſtellte
en Herbſtprüfung durch den Vorſitzenden der Prüfungskom= Rathaus=Renovierung noch im=Laufe des Sommers durchzuführen.
P. Leeheim (Ried), 2. Juni.Hier wurde im Alter von 86
Jahren der letzte hieſige VetercF des deutſch=franzöſiſchen Krieges
1870/71, Michael Schaffner, zu Grabe getragen. Der
Krieger=
verein erwies ihm die üblichep militäriſchen Ehren und gab am
Grabe drei Ehrenſalven ab.
auf dem Knoden und der Wünzerturm auf dem Schimmelberg
ſind leider der Witterung im Laufe der Jahre zum Opfer gefallen.
Gaſtliche Aufnahme vermitteln die Klubhäuſer, die die
größte Ortsgruppe, Mannheim=Ludwigshafen, auf dem
Eichelberg bei Oberflockenbach und am Biſchofswald bei
Neckarſteinach erſtellt hat. 38 Schutzhütten und
Tem=
pel, 13 Ruheplätze und Anlagen, 16 Quellen und
Brunnen und weit über 1000 Ruhebänke laden den
Wanderer zur erfriſchenden Raſt. 3 Ehrenmale, darunter das
herrliche des Geſamtklubs am Teufelsberg bei Reichenbach,
erin=
nern an die Toten des Weltkrieges. Eine
Heimatzeit=
ſchrift, die unter dem Namen „Unter der Dorflinde‟
ſeit 1913 erſcheint, erhält jedes Mitglied. Die Mannheimer
Orts=
gruppe gibt noch eine beſondere Zeitſchrift das „Friſchauf”
heraus. In den erſten Klubjahren dienten der „Zentralanzeiger
für den Odenwald” (Erbach i. Odw.) und dann die
Verbandszeit=
ſchrift der deutſchen Wandervereine, „Der Touriſt” zur
Veröffent=
lichung der Klubnachrichten. Stets wurde auf die Pflege
hei=
matkundlicher Beſtrebungen beſonderer Wert gelegt.
Erhaltung der Volkstrachten, Volkslied, Volkstanz, Schaffung von
Heimatmuſeen, Unterſtützung des Druckes von Heimatbüchern,
Wiedererweckung alter Sitten, wie Sonnwendfeier, Faſtnachtsrat,
Sommertagszug, Spinnſtube — alle dieſe Aufgaben wurden nicht
vernachläſſigt. „
Die Volksliederſammlung „Odenwälder
Spinnſtube” (1929 in 3. Auflage von Meiſinger
heraus=
gegeben) iſt als muſtergültig anerkannt, ein Klubliederbuch
enthält frohe Wanderlieder Zahlreiche
Geſangsabteilun=
gen und Klampforcheſter beleben Wanderung und
Zu=
ſammenkünfte. Ein Naturſchutzausſchuß und die
Berg=
wacht Odenwald, in der der Odenwaldklub führt wirken
zur Erhaltung der Naturſchönheiten und Schutz der Pflanzen=
und Tierwelt vor Unvernunft und Kinderei. — Schon um 1905 der Odenwaldklub begonnen, dem Jugendwandern ſein
Augenmerk zuzuwenden: Schülerwanderungen, auch der
Volksſchulen, wurden von ihm angeregt, Jugendherbergen
geſchaffen. Seit 1924 beſteht ein Jungodenwaldklub, der
heute in 30 Jugendgruppen etwa 800 Jugendliche zu deutſchen
Wanderern erzieht. Die im Klub liegenden Gaue des
Jugendher=
bergsverbandes erhalten Unterſtützung und Förderung. —
Die
Leitung des Klubs erfolgt durch einen Hauptausſchuß von
30 Mitgliedern aus den verſchiedenſten Teilen des Klubgebietes,
ein geſchäftsführender Vorſtand von 9 Mitgliedern
führt die Geſchäfte. An ſeiner Spitze ſteht als erſter Vorſitzender
ſeit 1929 Oberbürgermeiſter Mueller=Darmſtadt neben und
mit ihm arbeiten Rektor Weißert=Mannheim (2. Vorſitzender),
Dr. Götz=Darmſtadt (geſchäftsführender Vorſitzender),
Oberinſpek=
tor Kammer=Darmſtadt (Schatzmeiſter), Bürgermeiſter Daub=
Darmſtadt (Verkehrsfragen), Miniſterialrat Guntrum=
Darm=
ſtadt (Wegbezeichnung), Direktor Kiſſinger=Darmſtadt (
Dorf=
linde), Oberforſtrat Krutina=Heidelberg und Paul Teickner=
Mannheim. In treuer Erinnerung gedenkt der Klub bei ſeinem
50. Beſtehen der ſchon verſtorbenen Führer, der 1. Vorſitzenden
Forſtmeiſter Ihrig=Erbach, Oberbürgermeiſter Ohly,
Ortsge=
richtsvorſteher Müller, Bürgermeiſter Köhler, Miniſter
Braun und Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing=Darmſtadt
ſo=
wie der unvergeßlichen Freunde Friedrich Loewe= und Rudi
Wünzer=Darmſtadt. Dankbarkeit und Anerkennung verdient
auch die Jahrzehnte währende und immer gleichbleibende
Führer=
arbeit von Männern wie Bürgermeiſter Daub=Darmſtadt
(Schriftführer, Verkehrsfragen), Prof. Kiſſinger (
Jugend=
arbeit und Dorflinde), Prof. Dr. Köſer (Schriftführer,
Heimat=
dichtung), Prof. Dr. Meiſinger=Heidelberg, Apotheker
Scriba=Reinheim. Direktor Dr. Hinrichs=Offenbach
(Schriftführer), Beigeordneter Krenkel=Bensheim Prof. Dr.
Horn=Heppenheim. Direktor Schott=Worms, Direktor Voigt=
Mannheim, und vieler, vieler anderer treuer Klubgenoſſen
Un=
gefähr 40 hervorragende Führer der Klubarbeit haben ſeit
Be=
ſtehen des Verbandes die Ehrenmitgliedſchaft erhalten.
In großen Umriſſen iſt dies die Arbeit, die der Odenwaldklub
in 50 Jahren für die Allgemeinheit geleiſtet hat, ſtill und ohne
viel Aufhebens, aber unermüdlch und freudig, ohne Anſpruch auf
Lohn und Anerkennung. Der Wunſch aller Klubführer geht heute
aber dahin: Möge die Allgemeinheit dieſer Tätigkeit auch
ihre Anerkennung nicht verſagen und durch ihre
Mitglied=
ſchaft ihr Scherflein dazu beitragen, daß der Klub auch in der
Zukunft ſeine gemeinnützige Tätigkeit uneingeſchränkt ausüben
kann zum Wohle der Heimat, für Volk und Vaterland. In dieſem
Sinne wünſchen wir der Jubelfeier, die Erbach am 11. und
12. Juni mit frohem Leben erfüllen wird, ein herzliches
„Friſch auf!“
Dr. Götz.
Rheinheſſen.
* Wolkenbruch und Hagelſchlag in Rheinheſſen. Am Freitag
nachmittag ging über Rheinheſſen ein wolkenbruchartiges
Gewit=
ter mit Hagelſchlag über dem mittleren und nördlichen
Rhein=
heſſen nieder, wodurch beträchtliche Schäden verurſacht wurden.
Beſonders zu leiden hatte die Ingelheimer Gemarkung, wo in den
Spargel= und Obſtfeldern große Verwüſtungen angerichtet
wur=
den. Auch in Oppenheim verurſachte der Wolkenbruch großen
Schaden, ſo in den wertvollen Oppenheimer Weinbergsanlagen
und in den Kellereien an der Bädergaſſe. Die von der Höhe
gieß=
bachartig herabſchießenden Waſſermaſſen drangen zum Teil in die
Häuſer ein und richteten an Wohnungseinrichtungen große
Ver=
wüſtungen an. Auch in der Nierſteiner Gemarkung gab es
eini=
gen Schaden in den Weinbergen.
Ac. Worms, 4. Juni. Selbſtmordverſuch. Ein 45
jäh=
riger Arbeiter, der in Oſthofen zuletzt wohnhaft war, verſuchte ſich
unter die Eiſenbahn zu werfen, um überfahren zu werden. Er
konnte von Polizeibeamten noch rechtzeitig von ſeinem Vorhaben
abgebracht und gehindert werden. —
Autozuſammenſtoß.
Auf der Landſtraße nach Wörrſtadt ſtießen an einer ſcharfen
Kurve kurz vor Wörrſtadt zwei Perſonenkraftwagen zuſammen.
Beide Autos wurden ſchwer demoliert. Wie durch ein Wunder
entſtand kein Perſonenſchaden.
Ah. Gundersheim (Rhh.), 2. Juni. Die
Bürgermeiſter=
wahl. Für die am 12. Juni d. J. ſtattfindende
Bürgermeiſter=
wahl war bis zu der feſtgeſetzten Friſt zur Einreichung der
Wahl=
vorſchläge nur ein Wahlvorſchlag eingegangen, und zwar auf den
Namen des ſeitherigen Bürgermeiſters Mathias Hahn 8. Durch
dieſe Einigkeit der Gemeinde hat ſich die Wahl erübrigt und der
bisherige Bürgermeiſter iſt einſtimmig auf die Dauer von neun
Jahren wiedergewählt.
Seite 8 — Nr. 155
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 5. Juni 1
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Eliſabeth Kiefer
Erich Hinze
Verlobte
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Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen lieben Mann, unſeren guten Vater,
Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
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Mulint Grleorich
im 60. Lebensjahre, durch Herzſchlag zu ſich
zu nehmen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Katharine Friedrich
nebſt Kindern.
C
Darmſtadt, Arheilgerſtr. 48, Gießen, Weitersheim (Krs.
Gießen), Frankfurt a. M., den 4. Juni 1932.
Die Beerdigung ſindet am Montag nachmittag 2 Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Todes=Anzeige.
Am Freitag, den 3. Juni, morgens 9½ Uhr wurde
unſer lieber Sohn, Bruder, Enkel und Neffe
von ſeinem ſchweren Leiden durch einen ſanften Tod
erlöſt.
Es bitten um ſtille Teilnahme
Die trauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Emil Frommann.
(
Darmſtadt, den 4. Juni 1932.
Wienerſtr. 48.
Die Beerdigung findet am Montag, den 6. Juni,
nach=
mittags 3 Uhr, auf dem alten Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße ſtatt.
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ſagen wir hiermit tiefgefühlten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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Darmſtadt, im Juni 1932.
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ſchlafenen ſagen wir auf
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herzlichen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Anton Holler.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme beim Heimgange unſeres lieben
Entſchlafenen
Herrn Ernſt Neumann
ſagen wir allen denen, die ihm das
letzte Geleit gaben und für die vielen
Blumen und Kranzſpenden unſern
herzlichſten Dank. Ganz beſonders
danken wir Herrn Pfarrer D. Waitz
ür ſeine liebevollen, tröſtenden Worte,
ſowie dem Invalidenbund, dem
Gra=
phiſchen Hilfsarbeiterverband und der
Sozialdemokratiſchen Partei.
In tiefem Schmerz
Frau K. Neumann Wwe.
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Seite 10 — Nr. 155
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nkag, 5. Juni 1932
Nr. 155 — Seite 11
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Die Reichswehr beim Spiel.
Der Kampf um die höchſte Trophäe des Rennſporks.
Reichswehr=Vorführungen mit Medizinbällen auf der großen Berliner Sommerſchau
für dieſe ausgezeichnete. Art der Körperertüchtigung, die für alle Bevölkerungsklaſſen ein
Das Finiſh des Derby=Feldes vor den Tribünen.
Auf der klaſſiſchen Bahn von Epſon kam wiederum das engliſche Derby, das Rennen aller
Rennen, zum Austrag. Wie ſo oft, gewann auch diesmal ein Außenſeiter das wertolle Rennen.
Gebot der Stunde iſt.
Der Devaheim=Prozeß.
Berlin. Der Anklagekomplex, der in der
geſtrigen Verhandlung des Devaheim=Prozeſſes
in Angriff genommen wurde, betrifft
aus=
ſchließlich den Generaldirektor des Devaheim=
Konzerns Wilhelm Jeppel. Die Anklage wirft
ihm Wechſelfälſchung in Tateinheit mit ſchwerer
Urkundenfälſchung vor. Als erſter Zeuge wurde
der Geſchäftsführer und gleichzeitige Teilhaber
der Baufirma Stephans=Dachgeſellſchaft
vernom=
men. Die Stephansdach führte die Bauvorhaben
des Devaheim=Konzerns aus. Der Firma
wur=
den Zwiſchenkredite in der Weiſe beſchafft, daß
die Stephan=Dachgeſellſchaft Wechſel ausſtellte,
die vom Devaheim=Konzern akzeptiert und durch
die Dresdner Bank diskontiert wurden.
All=
mählich bildete ſich der Brauch heraus, daß die
Stephans=Dachgeſellſchaft „Blankette ausſtellte,
die von der Devaheim im Einverſtändnis oder
mit nachträglicher Genehmigung ausgefüllt
wur=
den. 1930 ließ Jeppel zwei Blanketts über
249 000 und 301 000 RM. ausſtellen. Der Zeuge
will nur von einem Gefälligkeitswechſel über
249 000 RM. gewußt haben, während Jeppel
den zweiten Wechſel über 301 000 RM
eigen=
mächtig begab. Er habe auch nicht geahnt, daß
die beiden Wechſel von Jeppel prolongiert
wer=
den würden. Erſtmalig habe er ſie zu Geſicht
be=
kommen, als ſie zum zweitenmal prolongiert
werden ſollten. Er habe ſeine Unterſchrift
ver=
weigert, weil ſie ihm vollſtändig unbekannt
er=
ſchienen. Däraufhin habe ihm der
Geſamtvor=
ſtand des Devaheim=Konzerns vorgeworfen, daß
er am Zuſammenbruch des Konzerns ſchuld ſei,
wenn er den Wechſel nicht prolongieren würde.
Den Wechſel über 249 000 RM. habe er
darauf=
hin akzeptiert. Der Angeklagte Jeppel erklärte
dazu, daß der Zeuge über beide Wechſel und
die Prolongationen unterrichtet war.
Rieſenunterſchlagungen eines Buchhalters.
Magdeburg. Der bei der AG. für Hoch=
und Tiefbau B. Wittkopp=Magdeburg beſchäftigte
40 Jahre alte Buchhalter Becher wurde von der
Kriminalpolizei feſtgenommen. Er hat im Laufe
der letzten acht Jahre Unterſchlagungen in Höhe
von weit über 100 000 RM. begangen. Durch
gefälſchte Buchungen hat er es verſtanden,
fort=
geſetzt größere Beträge für ſeine Zwecke
ſicher=
zuſtellen. Er iſt in vollem Umfange geſtändig.
Fliegerabſturz auf dem Olympiafeſt
des Deutſchen Sports.
Berlin. Das Olympia=Feſt des Deutſchen
Reichsausſchuſſes für Leibesübungen im
Grune=
waldſtadion begann am Samstag mit einem
be=
klagenswerten Unfall. Nach der erſten Hälfte
eines Handballſpiels zeigte der Flieger Hans
Werner Krauſe Kunſtflugvorführungen. Nach
einigen Loopings verſuchte der junge Flieger in
beträchtlicher Höhe mit dem Flugzeug zu
tru=
deln, konnte aber dann den Motor nicht mehr
in Gang bekommen und ſtürzte mit dem
Pro=
peller voran außerhalb des Stadions auf dem
Gelände der Pferderennbahn ab. Es dauerte
ge=
raume Zeit, ehe es Reichswehr und Schupo
ge=
lang, den ſchwerverletzten Flieger, der ins
Kran=
kenhaus geſchafft werden mußte, aus dem
Flug=
zeug zu befreien. Krauſe iſt der Sohn des
Vor=
ſitzenden des Verbandes Brandenburgiſcher
Ath=
letikvereine. Er hat ſich beſonders als
Segelflie=
ger hervorgetan, und zwar in Konkurrenz mit
Kronfeld um den Aermelkanal im Segelflugzeug
zu überqueren.
Exploſion auf einem amerikaniſchen Kriegsſchiff.
Moskau (über Kowno). Einer ruſſiſchen
Meldung aus Schanghai zufolge kam es aus
bis=
her noch nicht aufgeklärter Urſache auf einem
vor Schanghai liegenden amerikaniſchen
Kriegs=
ſchiff zu einer Exploſion. Ein Soldat wurde
ge=
tötet und zwölf ſchwer verletzt.
300 Tote bei dem Erdbeben in Mexiko
Mexiko. Nach den letzten Meldungen aus
des Landesinnern ſind durch das vorgeſtrige
Erd=
beben, das große Gebiete heimſuchte, etwa 60
Perſonen getötet worden. In Guadalajara allein
ſtellt ſich die Zahl der Toten auf 300. Aus
Co=
lima wird berichtet, daß 17 Leichen an der
Süd=
weſtküſte geborgen worden ſind. In Zamora
ſtürzte während des Erdbebens die Kaſerne ein,
wobei vier Soldaten ums Leben kamen. Die
Sachſchäden ſind beträchtlich. Mehrere Dörfer in
den am ſtärkſten in Mitleidenſchaft gezogenen
Landſtrichen ſind vollſtändig zerſtört worden.
Eröffnung der Ausſtellung
der Enkwürfe für das Reichsehrenmal.
Berlin. In den Ausſtellungshallen am
Lehrter Bahnhof wurde am Samstag die
Aus=
ſtellung der Entwürfe für das Reichsehrenmal
bei Bad Berka eröffnet. Der Feier wohnten
zahlreiche Vertreter der Reichs= und
Staatsbe=
hörden, der Reichswehr und Reichsmarine, ſowie
ſämtlicher Frontkämpfer=Vereinigungen bei. Der
Vorſitzende der Stiftung Reichsehrenmal,
Staats=
ſekretär Schweigert, führte in ſeiner Anſprache
u. a. aus: Als der Schirmherr, Gründer und
Ehrenvorſitzende der Stiftung, Reichspräſident
von Hindenburg, vor einem Jahre die Stiftung
ins Leben rief, ſei ein Wunſch in Erfüllung
ge=
gangen, der jahrelang die Herzen von vielen
Hunderttauſenden beſeelt habe, den gefallenen
Kameraden in der Heimat ein Mal zu ſchaffen,
in dem die Natur, deutſche Erde, deutſcher Wald
ſelbſt ein Symbol der Heldenehrung würden.
Sämtliche Frontkämpfer=Verbände hätten in
dieſem Streben, trotz aller Verſchiedenheiten
poli=
tiſcher und weltanſchaulicher Auffaſſungen
un=
erſchütterlich zuſammengearbeitet. Das Ergebnis
des Wettbewerbs könne durchaus poſitiv gewertet
werden. Die Oeffentlichkeit habe einen Anſpruch
darauf, das Geſamtergebnis des Wettbewerbs
kennen zu lernen. Darum ſei kein einziger der
eingereichten 1828 Entwürfe ausgeſchloſſen
wor=
den. Wenn das Mal einſt errichtet ſei, möge es,
wie der Reichspräſident es ausgedrückt habe,
da=
ſtehen, als eine immerwährende ernſte Mahnung
zur Einigkeit. Unter Führung des
Reichskunſt=
warts ſchloß ſich eine Beſichtigung der
Ausſtel=
lung an.
Flugkapitän Chriſtianſen beim Reichspräſidenten
Berlin. Der Herr Reichspräſident empfing
geſtern den Konſtrukteur des Flugſchiffes Do. X,
Dr. Dornier, und den Flugkapitän Chriſtianſen
und ließ ſich von ihnen über die Einrichtung und
den Flug des Do. X berichten. Der Herr
Reichs=
präſident ſprach den Herren ſeine Anerkennung
für ihre hervorragenden Leiſtungen aus und
bat ſie, der Beſatzung des Flugſchiffes und der
Belegſchaft der Dornier=Werke ſeine herzlichen
Grüße zu übermitteln.
Chineſiſcher Flieger läßt aus Verſehen
eine Bombe fallen.
22 Tote, 41 Verletzte.
Tokio. Ein chineſiſcher Flieger, der von
einem Flug gegen kommuniſtiſche Banditen in
den Provinzen Kuangshau und Honau
zurück=
kehrte, ließ aus Verſehen über der Stadt Pengpu
eine 35 Pfund ſchwere Bombe fällen, wodurch
22 Perſonen getötet und 41 Perſonen verletzt
wurden. Die erbitterte Menge überfiel darauf
das Hauptquartier der Flugſtreitkräfte, deren
Kommandant gelyncht ſein ſoll.
Der Komponiſt Skrawinſky
50 Jahre alt.
Heiid und Ausland.
Jugendliche Falſchmünzer.
ankfurt a. M. Noch vor einigen Tagen
die Kriminalpolizei das Publikum vor
nünzern, die alle Geldſorten vom 50=Pfg. zum 5=Mark=Stück nachmachen, und
ſchon kann die Polize imitteilen, daß ſie
ugendliche feſtgenommen hat, die beſonders
Herſtellung falſcher 50=Pfg.=Stücke in
Be=
kommen. Es handelt ſich um drei Brüder,
nen de rälteſte Bruder als die treibende
anzuſehen iſt; die beiden jüngeren
Brü=
d von ihm verführt worden, und ſie hatten
tlich für die Verbreitung der Falſchſtücke
ſen. Bezeichnenderweiſe wußten die Eltern
einmal etwas von dem Treiben ihrer
inge. Der Verführer verſuchte auch zwei
tern für ſeine Pläne zu gewinnen, hatte
ei den Mädchen kein Glück. Die Burſchen
geſtern bei dem Verſuch der Ausgabe
50=Pfg.=Stücke feſtgenommen. Die drei
der haben ein umfaſſendes Geſtändnis ab=
aubüberfall auf den Geldbriefträger Mohr
aufgeklärt.
ankfurt a. M. Der Kriminalpolizei
es geſtern, einen jungen Mann
feſtzu=
n, der wahrſcheinlich der Täter des
Raub=
lles auf den Geldbriefträger Mohr ſein
Der Sohn eines anderen
Geldbriefträ=
der heimlich ſeinem Vater gefolgt war, um
vor einem eventuellen Raubüberfall zu
bemerkte einen jungen Mann, der ſich
htig machte und ſcheinbar auch einen
Ueber=
f ſeinen Vater geplant hatte. Er ließ ihn
die Polizei verhaften, die eine
Unter=
eingeleitet hat. Der Verhaftete leugnet
jede Beteiligung an der Tat, konnte aber
ſeinen Alibibeweis noch nicht erbringen.
ird auch von anderen Perſonen als der
erkannt. Dem Geldbriefträger Mohr
er noch nicht gegnübergeſtellt werden, da
Verletzungen doch ſchwererer Natur ſind,
an zuerſt angenommen hatte.
Todesurteil gegen Mädchenmörder.
ankfurt (Oder). Der Poſtaushelfer
e, der ſeine Geliebte Erna Wolff ermordet
durde vom Landgericht Frankfurt (Oder)
Mordes zum Tode verurteilt.
rahtloſer Zeuerwehr=Alarm.
Polizeihauptman a. D. Dr. Riſtow
mit ſeinem Fernmeldeapparat.
die Mitglieder der freiwilligen
Feuerweh=
der Landgemeinden möglichſt raſch
zuſam=
urufen, hat der bekannte Fachmann
Polizei=
kmann a. D. Dr. Riſtow einen intereſſanten
becker geſchaffen, der nur auf zwei
be=
ite, von der Feuerwache ausgeſandte
Ruf=
reagiert. Große Bedeutung gewinnt
drahtloſe Signal=Uebertragung. Der
Funk=
der geringe Betriebskoſten mit großer
ebsſicherheit vereinigt, wird zurzeit vom
„Ner Stadtamt für Feuerlöſchweſen erprobt.
Amerikaniſche Erpreſſer drohen.
das Töchkerchen von Marlene Diekrich
zu enkführen.
Die Schauſpielerin mit ihrem Töchterchen.
Die berühmte deutſche Filmſchauſpielerin
Mar=
lene Dietrich, die jetzt in Hollywood tätig iſt,
erhielt von Erpreſſern einen Brief, in dem ſie
zur Zahlung von 10 000 Dollar aufgefordert
wird, andernfalls würden ſie Marlene Dietrichs
Töchterchen Heidede rauben. Die Polizei von Los
Angeles hat ſofort ſämtliche Angehörigen von
Marlene Dietrich unter Polizeiſchutz geſtellt.
Auch ein Weſterwälder
Kriegs=
gefangener kehrt zurück.
Aber als deutſcher Konſulatsſekretär
geht er wieder nach Sibirien.
Neuwied. Während noch dieſer Tage die
deutſche Preſſe ausführlich die Heimkehr des
Kriegsgefangenen Oskar Daubmann (Endingen)
würdigte, hielt in dem Weſterwalddorf
Fluter=
ſchen bei Altenkirchen, wie die „N. 3.” berichtet,
ein anderer ehemaliger Kriegsgefangener ſeinen
ſtillen Einzug: Wilhelm Krämer, der Sohn des
Lehrers i. R. Krämer, der ebenfalls nach
ſieb=
zehn Jahren erſtmalig ſein Vaterhaus
wieder=
ſehen darf.
Nachdem Wilhelm Krämer 1915 mit ſeinem
Truppenteil an die galiziſche Oſtfront verſetzt
wurde, geriet er hier am 16. Oktober 1916 in
ruſſiſche Kriegsgefangenſchaft. Er war
Garde=
leutnant im Maikäfer=Regiment. In
Offiziers=
gefangenenlager zu Kanſk wurde er mit 600
Ka=
meraden gefangen gehalten. in 2 Kubikmeter
Raum pro Kopf.
In der Eigenſchaft als Lebensmittelaufkäufer
lernte er hier in Kanſk ſeine nachmalige
Ge=
mahlin, die Witwe eines ruſſiſchen Stabsarztes,
Tochter eines Geiſtlichen, kennen. Bei Ausbruch
der großen Revolution geriet er in die Hände der
Bolſchewiſten.
Nach langen Jahren vieler Drangſale im
weiten Sibirien beſſerte ſich dann das Schickſal
W. Krämers. Als Kenner der ruſſiſchen Sprache
bot ſich ihm eine vielſeitige Betätigung. Seit
wenigen Jahren nun iſt er deutſcher
Konſulats=
ſekretär in Nowo=Sibirſk.
Nun traf er mit Gattin und Kindern in
Fluterſchen ein. Die vor dem Elternhaus
ſtehen=
den Dörfler ſtanden in ſtummem Schweigen, als
Wilhelm Krämer dem Wagen entſtieg und ſeine
ſchluchzende Mutter, den Vater und die
Ge=
ſchwiſter umfing.
Wilhelm Krämer wird nach ſeinem
ſechs=
wöchigen Urlaub wieder zurück nach Rußland
gehen.
Jgor Strawinſky,
der bekannte ruſſiſche Komponiſt, begeht am
5. Juni ſeinen 50. Geburtstag. Strawinſky iſt
einer der Vorkämpfer der atonalen Muſik. Von
ſeinen Werken ſind „Petruſchka”, das Melodram
„Geſchichte vom Soldaten” und das Ballett
„Sacce du Printemps” ſowie neuerdings die
„Pſalmenſymphonie” am bekannteſten geworden.
Seite 12 — Nr. 155
irmſtädter
t /Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 5. Juni 19
Sport, Sptel und Jucnen
Borabend Rol=Weiß — 1. Aſchaffenburger BC.
Vor ſehr gut beſuchtem Hauſe wurde geſtern Abend der
Box=
kampf Rotweiß gegen 1. Aſchaffenburger BC. abgewickelt. Der
Vereinsvorſitzende von Rotweiß, Herr Graßmann, ſchilderte
ein=
gangs die Entwicklung der Boxabteilung, die auf ein 10jähriges
Beſtehen zurückblickt. Den Gäſten, ſowie dem Rotweiß=Kämpen,
Alf. Kuhn, der zum 25. Male im Ring ſteht, wurde eine
Er=
innerungsgabe zuteil
Rauh 2=A. — Staudt=D. im Jugendfliegengewicht kämpften
ſehr flott. St. ſetzt ſeinem Gegner gleich hart zu und zwingt dieſen
in der 1. Runde zur Aufgabe — Fliegengew.: Armin=A. —
Kuhn=D. Armin beginnt den Kampf ſehr nervös, Kuhn geht durch
ſchöne Geraden und Haken in Führung und zwingt A. in die
Deckung. K. wird verdient Punktſieger. 2:0 für Rw. — Blum=D.
Wiegmann=A. im Bantamgew. beginnen den Kampf ſehr
hart und ungemein raſch. Was Blum an Technik mehr hat, gleicht
W. durch große Kraft aus. In der zweiten Runde wird der Ton
ſehr rauh. Gegen Ende des Kampfes muß W. trotz ſehr faulen
Kämpfens mehreremale zu Boden. Bl. verdienter Punktſieger 4:0.
Eiſenberg=D. — Dahlem=A im Federgew. E. geht leicht in
Führung, muß dieſe aber in der zweiten Runde an D. abtreten.
der verdient, wenn auch ſehr knapp, nach Punkten 4:2 ſiegt
Im
Leichtgew. kämpfen Kreismeiſter Keller=A. — Groß=D.
Erſte=
rer, der über eine ſehr große Ringerfahrung verfügt, erringt durch
beſſer geſetzte Schläge ein kleines Punktplus. In der 2. Runde
muß Groß wegen eines knappen Tiefſchlages den Kampf aufgeben.
4:4. — Wieland=A.
Diehl=D. im Leichtgew. D. geht trotz
ſeiner ſehr geringen Kampferfahrung in Führung. Wieland kämpft
ſehr unſauber und erhält eine Verwarnung. Diehl iſt von dem
Genickſchlag ſehr mitgenommen und muß W. den Sieg überlaſſen.
4:6 — Im Mittelgew.: Rauh=A. — Gaubatz=D. Nach
ausge=
glichenem Anfang fängt G. einen Magenſchlag auf und muß über
die Zeit zu Boden. Sieger R durch k. o. 4:8.
Im
Halbſchwer=
gewicht: Schuck=A"
— Walther=D. Beide liefern einen ſehr
ſchönen Kampf, der hart, jedoch ſauber geführt wird. Sieger Sch.
P
Im Schwergew. Göhler=A — Bauer=D. G. verſucht
die Führung an ſich zu nehmen, was jedoch an der Kampfart des
Rotweißen ſcheitert. Wäre Bauer nicht von dem Erfolg Göhlers
voreingenommen geweſen, ſo hätte er ſicher das Unentſchieden in
einen Sieg verwandelt.
Den letzten Kampf beſtritten im
Schwergew. Günther=A. — Neuber=D. Theo Neuber ſetzt mit
einem fabelhaften Schlagwechſel ein, zwingt Günther zur
dauern=
den Deckung und ſiegt ſehr hoch n. P.
Das Kampfgericht aus den Herren Zilch=A., Sohn und
Weck=
bach=D. arbeitete gut.
*
Die Rhönradvorführungen hat die Rhönradabteilung des
Reichsbahn=TSV. Darmſtadt übernommen, die ſich in
liebenswür=
diger Weiſe in den Dienſt der Sache geſtellt hat.
Zu allen
ſportlichen Veranſtaltungen der Sportwoche haben Schüler bis zu
14 Jahren freien Eintritt.
Der Boxabend Sportvereins 98,
welcher für geſtrigen Samstag abend feſtgeſetzt war, mußte des
ungünſtigen Wetters wegen ausfallen. Die Veranſtaltung wird
jedoch an einem ſpäteren Termin abgehalten. Näheres darüber
folgt in Kürze.
Fußball.
Polizei=SV. Darmſtadt.
Mitglieder und Freunde können in bequemer und billiger
Omnibusfahrt zum heutigen Spiel der Polizei nach Rüſſelsheim
gelangen. Abfahrt 14 Uhr Wache 24. Treffpunkt der
Mann=
ſchaft 1.30 Uhr Wache 24.
isliga Hüdheſſen.
Der vorentſcheidende Sonntag für die Aufſtiegſpiele
zur Bezirksliga bringt zwei ſehr intereſſante Treffen:
03 Mombach-WfR. Bürſtadtg
„Opel” Rüſſeltheim-Polizei Darmſtadt.
Für die Bürſtädter Raſenſpieler giltkes, für die im
Vor=
ſpiel erlittene ſenſationelle Niederlage dadurch einen Ausgleich
zu ſchaffen, daß beide Punkte mit nach Südheſſen gebracht
wer=
den. Natürlich darf man ſich dies keineswegs leicht vorſtellen.
denn auch für Mombach ſteht nunmehr die Aufſtiegfrage auf des
Meſſers Schneide. Man wird ſich mit einem haxten, aber
hoffent=
lich fairen Punktekampf abfinden müſſen.
Die Poliziſten haben es eigentlich verhältnksmäßig leichter,
in Rüſſelsheim die Punkte zu holetz, zumak die Opelleute auch
diesmal wieder auf ihren etatsmäßigen Tormamn Rooſen
ver=
zichten müſſen. Immerhin iſt auch hier Vorſorge am Platze, da
Rüſſelsheim ſicherlich nicht ohne Hergabe ſeines Könnens die
letzte Aufſtiegchance ſchwinden laſſenkwird.
Bei den Aufſtiegſpielen ßzur Kreisliga treffen
Spp. Weinsheim—97 Bensheim
zuſammen, wobei die Bensheimer unbedingt gewinnen müſſen,
um für den Aufſtieg noch in Frage zu kommen. Der Ausgang
dieſer Begegnung iſt vollſtändig offen.
Der Pokalmeiſter Südheſſens, FV. Biblis, hat wieder ein
Heimſpiel bei den Kämpfen um den Bezirkspokal. Es
ſtehen ſich gegenüber
FV. Biblis—Spv. Eltville.
Eltville iſt ein ſehr beachtlicher Gegner, der im Pokalſpiel
Olympia Lampertheim auf eigenem Platze ausſcheiden ließ. Die
Bibliſer ſind alſo gewarnt.
Zum letzten Nachholſpiel der Kreisliga treffen ſich:
Concordia Gernsheim—Olympia Lampertheim.
Sporkkalender.
14,30 Uhr: Rheinallee: Rot=Weiß — Germania 94 Frankfurt;
an=
ſchließend Handball
14.30 Uhr: Müllersteich: Fr. Tgde.
16,30 Uhr: Dornheimerweg: Poſt — Union Darmſtadt Reſ.
Sonntag, 5. Juni 1932.
Fußball.
Tv. Frieſenheim.
Egelsbach.
Fechten.
15,00 Uhr: Heil. Kreuz: Darmſtädter F.C. — Wiesbadener F.C.
Tennis.
9,30 Uhr: Böllenfalltor: T.E.C. Jun.
Rot=Weiß Mainz Jun.
Woogswieſe: Vorrunde des DT.=Mittelrheinkreiſes:
Herren.
Union Darmſtadt.
Im weiteren Verlaufe der Freundſchaftsſpiele tritt obiger
Verein heute mit 3 Mannſchaften auf den Plan: Liga gegen
Germania Eberſtadt in Eberſtadt. Spielbeginn 3.30
Uhr (Treffpunkt 2 Uhr Chauſſeehaus). Ligareſerven—Poſt
Darm=
ſtadt 1. Spielbeginn 4.30 Uhr Reichsbahnplatz (Treffpunkt 3 Uhr
Chauſſeehaus)
vonderm. gegen SV. Groß=Umſtadt 1.
Spiel=
beginn 4.30 Uhr Rennbahn, Heidelberger Straße.
Schwimmen.
Rot=Weiß—Techniſche Hochſchule Darmſtadt.
Im Rahmen der Jubiläumswoche — die Schwimmabteilung
feiert ihr 10jähriges Beſtehen —
ſieht man Dienstag abend
7. 30 Uhr im Woog die erſten Waſſerballſpiele im Freien.
Vor dem Treffen der Ligamannſchaft gegen den aus vielen
Schlachten beſtens bekannten Deutſchen Hochſchulmeiſter meſſen
ſich die Rot=Weiß=Reſerven mit der Turngeſellſchaft 1875. Alle
vier Mannſchaften haben außerordentlich ſchnelle Leute in ihren
Reihen, ſo daß mit flotten Spielen zu rechnen iſt.
Zur Einleitung der Spiele gibt die Hochſchule Rot=Weiß
Ge=
legenheit zur Revanche in der 10X50=Meter=Kraulſtaffel. Trotz
der Umſtellung von der Halle auf das freie Waſſer erwarten
wir einen ſcharfen Kampf vom erſten bis zum zehnten Mann.
Beim Mannheimer Tennisturnier haben ſich für die
Vor=
ſchlußrunde der Herren um die ſüddeutſche Meiſterſchaft Jaenecke=
Berlin, Dr. Fuchs=Karlsruhe, der vorher den jungen Darmſtädter
Mannestreue, Aquilon III, Fugger, Markolf. Caſtor, Sieſta,
Mannheim qualifiziert. Im Damen=Finale ſtehen Frau
Fried=
leben und Frl. Hammer. Die Doppel ſind noch weit zurück.
Die franzöſiſchen Tennismeiſterſchaften wurden am Samstag
durch Regengüſſe unterbrochen.
Bei dem Samstagrennen in Karlshorſt ſiegte im
Ber=
liner Hürdenrennen (5000 Mark, 3500 Meter) K. Beckers
Liberator (Thiel) vor Cyclop, Donatello und St. Robert. Toto:
140: Platz: 26. 32. 16. 33.
—1½. Ferner: Mariza, Araber,
Mannestreue, Aquilon I-I, Fugger, Markolf, Caſtor, Sieſta,
Mißgriff, Aka, Heidekönigin.
Geſchäftliches.
10 Freiflüge über Darmſtadt.
Es war vorauszuſehen, daß der Wunſch, einen Freiflug über
Darmſtadt zu gewinnen, viele veranlaßte, die Strumpfe zu
zäh=
len, die das hübſche junge Mädchen auf den Schaufenſterplakaten
der Firma Handſchuh=Haupkmann trägt. Die rege Beteiligung
an dem Rätſelraten ſoll darin ihren Lohn finden, daß die Zahl
der Freiflüge von 5 auf 10 erhöht wird und außerdem noch 25
Troſtpreiſe hinzukommen. Die Beteiligung an der Preisfrage
ſteht jedermann frei. Originalpreisfragekarten ſind koſtenlos bei
Handſchuh=Hauptmann zu haben. Die Friſt iſt um 3 Tage, bis
einſchließlich Samstag, den 11. Juni, verlängert worden.
Morgenſind Sie ander Reihe —
Frau Nachbarin! Ja, gewaſchen muß ſchon werden. Aber — macht
man’s ſo, wie die Perſilwerke es ſchon immer empfehlen, dann
kann von Anſtrengung wirklich keine Rede mehr ſein. Ueber Nachr
die Wäſche mit Henko=Bleich=Soda kalt eingeweicht und morgens
einmal ein Viertelſtündchen mit Perſil gekocht — damit bleibt
Ihnen jede beſondere Bleiche erſpart.
Eigenheime.
Dem Wunſche einer größeren Anzahl der Bevölkerung
ent=
gegenkommend, hat ſich die Bauhütte Darmſtadt G. m. b. H.,
Darm=
ſtadt, Bismarckſtr. 19, zur Aufgabe gemacht, für möglichſt geringes
Geld in günſtiger Wohnlage Einfamilienwohnhäuſer
ſchlüſſel=
fertig zu erſtellen. Die außerordentlich große Nachfrage auf dem
Büro der Bauhütte beſtätigt die Richtigkeit des
Allgemeinbedürf=
niſſes. (Siehe heutige Anzeige.)
Ein ſiegreiches Prinzip.
Stagnation im Empfängerbau? Jeder, der die immerhin noch
vor=
handenen Unvollkommenheiten bisheriger Empfänger einmal ſelbſt
verſpürte, mußte wünſchen, daß dieſer angebliche Stillſtand in der
Entwicklung möglichſt bald überwunden werden möchte. Jetzt iſt
es ſoweit. Die Dr. Georg Seibt A.=G., Berlin=Schöneberg, hat nach
mühevollſten Vorarbeiten den erſten deutſchen 5=Röhren=Superhet
auf den Markt gebracht, eine ausgereifte Konſtruktion. (Siehe
Anzeige.)
Wekkerbericht.
Der Kaltlufteinbruch an der Rückſeite des Skandinavien
hat beim Zuſammenſtoß mit der kontinentalen Warmluft
ſerem Gebiet bereits zu heftigen Gewitterſtörungen und
giebigen Niederſchlägen geführt. Da der Zuſtrom kühle
noch anhält und auch im Weſten wieder eine neue Stör
erkennen iſt, bleibt das Wetter vorläufig wechſelhaft. A=
Temperaturen ſind gewiſſen Schwankungen unterworfen, de
vorübergehender Aufheiterung werden ſie anſteigen, doch
folge der kühlen Luft bei Aufzug von Bewölkung wieder
lung ein. Es kommt noch zu einzelnen Niederſchlägen, di
mit Gewitterſtörungen verbunden ſind.
Ausſichten für Sonntag, den 5. Juni: Teils aufheiternt
wechſelnd bewölkt, vereinzelte Regenſchauer zum T
Gewitterſtörungen. Temperaturen ſchwankend.
Ausſichten für Montag, den 6. Juni: Weiterhin wechſe
Wetter mit einzelnen gewitterartigen Schauern.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Politik und Wiriſchaff: Rudolf Maupe; für Feuilleion, Re
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhr
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſf: Andreas Bau
„Die Gegenwart
Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nettei
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nich t übernomm
Die heutige Nummer hat 20 Geiten.
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Deutſche Welle. Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge, 5.
Wetter für die Landwirtſchaft. 6: Gymnaſtik. O 6.15: Wette
die Landwirtſchaft. — anſchl.: Frühkonzert. O 10 13.30: Nachrich
O 12: Wetter für den Landwirt. — anſchl.: Konzert u. Wie
holung des Wetterberichts. O 12.55: Nauener Zeit. 14: Kon=
O 15.30: Wetter, Börſe. o 18.55: Wetter für die Landwirtſch
Deutſche Welle: Sonntag, 5. Juni
6.00: Funkgymnaſtik.
Anſchl. Hamburger Hafenkonzert.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: K. Steinmetz: Das Schwärmen der Bienen,
8.55: Morgenfeier.
Anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Wilhelm Kiefer lieſt aus eigenen Werken.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Sei Lob und Ehr dem höchſten
12.15: Leipzig: Prof. Dr. Brandenburg: Guſtav Adolf. Zum
jährigen Jubiläum des Guſtav Adolf=Vereins.
ca. 13.00: Königsberg: Mittagskonzert.
14.15: W. Hochgreve: Heiteres von der Jagd.
14.45: Dr. Margot Melchior: Kindertypen und Jugendbücher.
15.15: Nachmittagskonzert. Ausf.: Muſikkorps der Kommanda
Berlin. — Tanz=Kapelle Willy Groh.
16.15: Prof. Banſe: Deutſche Landſchaften.
16.40: Fortſetzung des Nachmittagskonzertes.
18.00: Junge Generation ſpricht. Geſchäftsmoral. (Mehrgeſpräch)
18.40: Vilma Mönckeberg lieſt Gedichte von Hölderlin.
18.55: Waſſerballſpiel zwiſchen der Deutſchen Nationalmannſe
und Berlin.
19.30: Prof. Dr. Saitſchick: Die Idee der politiſchen Freiheit,
20.00: Die ſizilianiſche Veſper. Oper von Giuſeppe Verdi.
In einer Pauſe: Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Hans Schindler.
Königswuſterhauſen.
Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge. 6: Wetter, Gymne
O 6.30: Gymnaſtik. O 7: Zeit, Wetter. —
anſchl.: Frühkonzert
8.30: Waſſerſtand. O 11.50: Zeit, Programm, Wirtſchafts
dungen. O 12: Konzert. O 12.50: Nachrichten, Wetter. 0 13: 8
zert. O 14: Nachrichten. O 14.10: Werbekonzert. O 15: Gieße
Wetterbericht. O 15.10: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. O..
18.15: Wirtſchaftsmeldungen. O 19.15: Zeit, Programm, We=
Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 5. Juni
6.15: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Michel.
8.15: Morgenfeier. Veranſtaltet von der Evang. Landeskt
Frankfurt a. M.
10.00: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: Geſangverein „Eintra/
Wiesbaden=Biebrich.
11.00: Wird noch bekanntgegeben.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Sei Lob und Ehr dem höchſten
12.10: Saarbrücken: Unterhaltungskonzert des Orcheſters Geo
Boulanger.
13.00: Mittagskonzert des Orcheſters des Weſtdeutſchen Rundfu
Werke von Cornelius. Debuſſy, Haydn. Soliſt: Feldin (Cell
14.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.10: 1. Dr. Buſemann: Was geht in der Welt vor und
geht es mich an? 2. Dr. Kiefer; Warum müſſen wir
heute noch Qualitätsproduktion betreiben?
15.00: Stunde der Jugend. Schnitzeliagd.
16.00: Baden=Baden: Konzert des Städt. Orcheſters.
18.00: Neues Bauernland durch den Freiwilligen Arbeitsdienſt.
bericht vom Weſterwald.
18.50: Erlebte Zeit: Erinnerungen an Wilhelm Buſch, von O
ſchulrat Hentze.
19.20: Wetter für die Landwirtſchaft; anſchl.: Sportnachrichten.
19.30: Große Schauſpielerinnen. Eine Hörfolge von Renato Mu
und Trude Weſſely.
20.00: Frankfurt: Violoncell=Konzert h=moll, op. 104 von Dv=
Ausf.: M. Frank.
Opernmuſik des Funkorcheſters.
Wiener Volksmuſik. Ausf.: Dietrichs Original Wiener Schram
„Kapelle.
22.20: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport,
22.45: Wien: Tanzmuſik.
n Gre
Verdi.
Heſtalten des Sommers
Saiſonberufe und Saiſongeſchäfte
die ſind wieder alle da, die Geſtalten des Sommers, wie jedes
vorher ſind ſie mit einem Schlage aufgetaucht.
Eines Morgens ſtand irgendwo am Wege zur Arbeitsſtelle
Eismann mit ſeinem Wagen, verkaufte oder verkaufte
ſeine roſa und gelben Portionen und prophezeite alſo den
inn eines Klimas, das den Schrei nach Kühle und
Abküh=
erzeugt. Er befriedigt dieſen Schrei aus den Ciefen ſeines
eren kleinen Wagens heraus und verdient damit ein paar
inige. Und deshalb iſt er daz die Wetterprophezeiung
ur eine Begleiterſcheinung.
Aber man glaubt an ſie, eben weil ihr eine
einleuchtendrge=
tliche und nicht eine kompliziert wiſſenſchaftliche Berechnung
unde liegt, und benimmt ſich entſprechend: man geht
ſpazie=
treibt Sport, macht Ausflüge.
Bei dieſer für Körper und Geiſt gleich förderlichen Beſchäf-
1g iſt man ſowohl körperlich wie geiſtig nicht ganz bedürf=
S. Von Ozon, Naturſchönheit und evtl. Liebe allein kann
einen Cag über nicht leben; ein Paar Noſtbratwürſte,
ewürſtchen, Sauerbrunnen, Limonaden, Schokoladetafeln,
ao und Kaffee kalt oder Früchte müſſen über die Strapazen
Cour hinweghelfen, und daher bilden an den Wegen, die
Ausflügler nimmt, alle die Leute ein buntes Spalier, die aus
ideinem häuslichen, ungekannten Daſein heraus, als „
Ge=
en des Sommers” an die Oeffentlichkeit der Landſtraße
men, um ihre Saiſon und die ihrer Waren auszunutzen.
ogar die Jüngſten reihen ſich in das
Negiment der Saiſongeſtalten
Sie bieten ſich den Herrenfahrern als
iher der Wagen und ihres Inhaltes an.
in ſie dann aufgepaßt haben — dieſe Art
chter tritt mindeſtens paarweiſe auf — und
noch beim Einſteigen eine überflüſſige Hilfe
en, ſo ſind ein paar Groſchen ihr eigen.
er tragen ſie dieſen Arbeitsertrag zu ihrem
genheitskollegen, dem Eismann, der auf
Deichſel ſeiner Karre ſitzt, oder zu dem
eren Kollegen, der eine Milchkanne wie
n Nuckſack auf dem Buckel trägt und kal=
Kakao verabfolgt.
in Sammelpunkt faſt aller Saiſongeſtalten
n Burghof am Sommerſonntag. Da tut
erſtens, abgeſehen von den Erfriſchungen
altenden Händlern, der Verkäufer von An=
Skarten, Stocknägeln und Andenken mit
em Gemiſchtwaren=Lager hervor.
Schließ=
geht ja der Ausflügler doch nicht nur auf
erielle Genüſſe aus. Er ſchreibt von der
ine über ſich und der Landſchaft um ſich
Ich und herzlich geſtimmt, ſchöne Grüße an
wandtſchaft und Freundſchaft, er ſchlägt
ſich, als billigſte Erinnerung, auf ſeinen Knotenſtock ſilbern
glän=
zende Plaketten, und er iſt manchmal ſogar geneigt, ſich ſelbſt
oder einem Daheimgebliebenen eine Vaſe oder ein Schreibzeug
mit Bild und „Gruß aus ...” mitzunehmen. Das gute Stück
ſteht dann zu Hauſe als Nippſache und ſchmückt, allmählich
ver=
ſtaubend, das Heim.
*
Dieſer für Poſtkarten und Andenken ſorgende Saiſon=
Ge=
ſchäftsmann hängt häufig blutmäßig mit der Familie des
Burg=
hüters und Fremdenführers zuſammen. Für den iſt mit dem
Mai die Seit des Staubwiſchens und Mottenverjagens vorbei.
Er muß wieder ſeinen bildenden Vortrag halten, durch den ſich
wiſſensdurſtige Beſucher über Entſtehung und Geſchichte des
Ortes und ſeiner vor vielen Jahrhunderten verſtorbenen
Be=
ſitzer informieren, er macht auf groteske Nitterrüſtungen und
ſchaurige Folterinſtrumente aufmerkſam. Seine Sprache fließt
wie am Schnürchen, und es bekümmert ihn nicht, wenn ſeine
Hörerſchaft es an Aufmerkſamkeit fehlen läßt. Er hat ſeine
ganz beſondere ſtoiſche „Fremdenführerweiſe” er drängt ſich
nicht auf, weil auf ihn ſelbſt ſeine zum tauſendſtenmal erzählte
Geſchichte ermüdend wirkt und weil die Leute ja den Eintritt
vorher bezahlt haben. Wenn ſie nicht zuhören — ſein Schaden
iſt es nicht. Und ein Crinkgeld geben, aus Schuldbewußtſein,
vielleicht gerade die Serſtreuten, die ihm nicht zugehört haben.
Da muß ſich der ebenfalls in Burghöfen und
Denkmals=
gemäuern, vor allem aber in Badeanſtalten und am Strand
herumſpukende Photograph ganz anders bemühen, ſoll ſich ſein
ſommerliches Nebengeſchäft lohnen. Immer wieder muß er den
Vorübergehenden überzeugend bedeuten, daß das heroiſche
Milieu trotzender Mauern und Sinnen der einzig ſtilvolle Hin=
tergrund für ein ſchönes Porträt iſt. Er muß ſeine Ware
ſchmackhaft machen. Er iſt als Freiberufler das Gegenteil des
beamteten Fremdenführers. Er zieht die Aufmerkſamkeit der
erhofften Kurden durch ein liebenswürdiges Cheater auf ſich, er
iſt ausnehmend höflich und mit Sorgfalt etwas künſtleriſch
ge=
kleidet. Er findet in nicht verletzenden Wendungen die
vor=
übergehenden Damen ausnahmslos jung, ſchlank und hübſch, und
die mit „Doktor” oder „Profeſſor” angeredeten Herren immer
intereſſant.
Er erweckt den Elternſtolz eines mit fünf Kindern
vorüber=
defilierenden Ehepaares und bringt es mit gewinnender Geſte
zu einer familiären Gruppenaufnahme. Er weiß, er kann das
Geſchäft beeinfluſſen und holt wirklich zuweilen ein
Paar=
zuerſt meiſt ein Paar — vor die Linſe. Damit hat er viel
ge=
wonnen, denn das Beiſpiel beſeitigt Bedenken.
*
Das Sentrum der Ausflügler und Sportsleute iſt natürlich
auch der Mittelpunkt des ſpeziell ſommerlichen
Geſchäftsver=
kehrs, aber nicht weniger richtig als ſeine zentral ſtationierten
Kollegen kalkuliert der kleine Saiſon=Kaufmann, der mit den
Außenſeitern und Betriebsgegnern unter den aufs Land
kom=
menden Städtern rechnet und ſeine Selte mitten in Feld= und
Waldeinſamkeit, weit entfernt von jedem „herrlichen
Kaffee=
garten”, aufſchlägt. Er rechnet zwar mit einem zahlenmäßig
geringeren Publikum, aber er kann beinahe ſicher ſein, daß viele
Vorüberkommende ſeine Kunden werden. Keine Konkurrenz
kann ihm die Käufer wegſchnappen, dieſem Mann im Walde,
und außerdem wirken Schokolade, Obſt, Milch
und Selterswaſſer, die er auf ſeinem Ciſch ſtehen
hat, nach ſtundenlangem, die Kehle
austrock=
nendem Spaziergang ſelbſt auf ſpartaniſch
ge=
ſonnene Gemüter faſt unwiderſtehlich.
*
Der Sweck jedes Saiſonberufes iſt ja
ſchließ=
hören: die Kremſer= und Droſchkenführer, die
hören: der Kremſer= und Droſchkenführer, die
am Suße der Berge auf Gäſte warten, die
Nundfahrtleiter und Blumenfrauen, die
Boots=
verleiher und Bademeiſter, die
Leierkaſten=
männer und die Balljungen beim Cennis. Aber
Saiſongeſtalten ſind ja auch wir, die wir dieſe
Gelegenheitsgeſchäfte durch unſere Nachfrage
ermöglichen, die wir als hungrige und durſtige
und auch ſonſt anſpruchsvolle Ausflügler die
Landſtraße auf Nädern oder Beinen bevölkern.
Und dieſes Geſchäft iſt nur auf ein paar kurze
Monate befriſtet. Nach ihrem Ablauf müſſen
alle Saiſonberufler ſich nach einem anderen
Verdienſt umſehen, mit dem ſie in der
winter=
lichen Eiszeit wieder völlig in ein ungekanntes,
nicht ſtraßenöffentliches Daſein untertauchen.
Aber dieſes Chema iſt nicht aktuell, eben erſt
begann die ſomnerliche „Ciszeit” — die „
or=
tion zu 10 und 20 Pfennigen!
Von Geo Bayer.
Ja, das widerfährt einem immer wieder: im
Eiſenbahnabteil, im Gaſthaus, überall dort, wo
fremde Menſchen für kurze Seit Bekanntſchaft
ſchließen. Kaum weiß das Gegenüber, daß man
in der Cſchechoſlowakei „daheim” iſt, kommt
die unvermeidliche, mit verwunderter Neugier
geäußerte Frage: „Ach, Sie ſind Cſcheche?
und wenn man über ein wenig
Menſchenkennt=
nis verfügt, bemerkt man, daß von dieſem
Punkt des Geſprächs an der neue Bekannte
der Unterhaltung ein erhöhtes Intereſſe
ent=
gegenbringt, ſo, wie es uns häufig ſelbſt ergeht,
wenn wir etwa die Bekanntſchaft eines Exoten,
eines Arabers, eines Chineſen, machen, mit dem
wir uns leidlich zu verſtändigen vermögen.
„Ach, Sie ſind Cſcheche?” Sind einmal dieſe
Worte gefallen, ſo folgt ihnen automatiſch der
Ausdruck der Verwunderung: „Ihrer
Aus=
ſprache nach hätte ich Sie für einen Deutſchen
gehalten!” Wenn man darauf, zum hundertſten
Male, erwidert: „Ja, weil ich ein Deutſcher
bin!” — da guckt das Gegenüber ſo
verwun=
dert und verſtändnislos, daß man, gleichfalls
zum hundertſten Male, zu einem kleinen
geopoli=
tiſchen Vortrag anſetzt, obwohl man dem
Su=
hörer nichts anderes zu ſagen vermag als das,
was er (auch als Halbintelligenzler) wiſſen
müßte, wenn er ſeine Seitung aufmerkſam leſen
würde. Denn an Aufklärungsarbeit von ſeiten
des Deutſchtums in der Cſchechoſlowakei hat es
bisher nicht gefehlt; wie ſich immer noch zeigt,
mit keinem beſonderen Erfolg . ..
Gewiß, liebe Freunde jenſeits der Grenzen, im
ſchönen Sachſen, im idulliſchen Chüringen, im
Schwarzwald, im Heſſenland, in Preußen und
Bauern, wir, denen Sie verſichern, daß Sie lie,
der Ausſprache wegen, für Deutſche halten, ſind
Cſchechoſlowaken, Angehörige des
tſchechoflo=
wakiſchen Staates — aber „Cſchechen” in dem
Sinne, daß wir zur tſchechiſchen Nationalität
gehören würden, ſind wir trotzdem nicht.
Wiſ=
en Sie, lieber reichsdeutſcher Freund nicht.
noch immer nicht, daß in der
Cſchechoſlo=
wakei dreieinhalb Millionen Deutſche leben, die
über das ganze Staatsgebiet verſtreut ſind und
in den Nandgebieten der „tſchechoſlowakiſchen”
Republik häufig die abſolute Mehrheit
der Einwohnerſchaft in den Städten
und Gemeinden haben?
Wiſſen Sie, Verehrter,
nichts von den nationalen
Kämpfen in Böhmen,
Mähren und Schleſien,
nichts von den
Blut=
opfern der
deutſchböhmi=
ſchen Bevölkerung in den
Märztagen des Jahres
1919, da dieſe Deutſchen
Böhmens für ihr
Selbſt=
beſtimmungsrecht in dem
Staate
tſchechiſchen
manifeſtiert haben?
Wiſ=
ſen Sie nichts von dem
deutſchen Kulturleben in
der Cſchechoſlowakei, von
namhaften deutſchen
Männern der
Wiſſen=
der Künſte
eimat ſeit 1918
echoſlowakiſche
ſorden iſt? Iſt
unbekannt, daß
e tſchechiſche Hauptſtadt
R
9
bei deutſche
Cheater aufweiſt, daß in
Prag ſieben deutſche
10
Cageszeitungen
erſchei=
ee
nen und zahlreiche deutſche
Wochenblätter und
Fach=
ſchriften, haben Sie
wirk=
lich noch nie davon
ge=
hört oder geleſen, daß
nicht nur im Prager
Parlament die deutſchen
Volksvertreter einen
zähen Kampf um die
Nechte des
Sudeten=
deutſchtums führen,
ſon=
dern daß auch in der
Prager Stadtvertretung ſelbſt deutſche
Mit=
glieder dem argen tſchechiſchen Chauvinismus
die Spitze zu bieten beſtrebt ſind? Sollten Sie
aus der Geſchichte nicht die deutſche Stadt Eger
an der Grenze Böhmen=Sachſen=Bayern
ken=
nen, haben Sie noch nie die herrlich gelegenen
Elbeſtädte Tetſchen=Bodenbach oder auch
Auſſig beſucht und dort im Kreiſe aufrechter
deutſcher Menſchen vergeſſen, daß Sie ſich auf
„tſchechiſchem” Cerritorium befinden? Sollten
Sie in der Cat noch immer nicht wiſſen, daß die
deutſche Minderheit im tſchechiſchen Staate an
dem politiſchen Geſchehen im Reich mit jener
tiefen Anteilnahme intereſſiert iſt, die der
un=
wandelbaren volklichen Verbundenheit in einer
Form Ausdruck gibt, die die Cſchechen oft genug
veranlaßt, gegen die deutſchen Staatsbürger mit
dem ſchwerſten Geſchütz aufzufahren und ihnen
immer wieder zu empfehlen, doch „ins deutſche
Vaterland”, auszuwandern? Es iſt für die
Deutſchen der tſchechoſlowakiſchen Nepublik
kaum faßbar, daß weiteſte Kreiſe der
reichs=
deutſchen Oeffentlichkeit noch immer nicht um
dieſes ringende Deutſchtum im benachbarten
tſchechiſchen Staate wiſſen, daß ſich auch die
In=
telligenz jenſeits der Grenzen nur ſehr
mangel=
haft über die wirklichen Verhältniſſe
unterrich=
tet zeigt und daß im Reiche die nicht zu
unter=
ſchätzende Arbeit der Sudetendeutſchen für den
geſamtdeutſchen Gedanken ſo wenig gewürdigt
wird!
Aber an dem Geſagten, liebe Freunde im
Reiche, iſt’s noch nicht genug! Viele von euch
aſſen es ſich nicht daran genugen, uns
Deutſch=
der Cſchechoſlowakei einfach als „Cſchechen” zu
bezeichnen! Das Schlimmſte iſt, daß diejenigen,
von denen jetzt die Rede ſein ſoll, genau
Be=
ſcheid wiſſen, aber aus Nenommierſucht oder
aus ſonſt einer unbegreiflichen Einſtellung
her=
aus den ſudetendeutſchen Volksgenoſſen
gerade=
zu in den Rücken fallen. Es ſind dies jene
bra=
ven Sachſen, Bayern und Preußen, die, wenn
ſie über die tſchechoſlowakiſche Grenze kommen,
nichts Eiligeres zu tun haben, als an ihre
An=
gehörigen und Freunde im Reiche Grüße
aus der Cſchechoſlowakei grundſätzlich auf
Anſichtskarten mit tſchechiſchem
Cext zu ſenden, und zwar — und das iſt
das Beſchämende — aus den
deut=
ſchen Gegenden der tſchechiſchen Nepublik,
alſo aus Orten, in denen es nur deutſche
Einwohner gibt. Aber man will offenbar
vor ſeinem Bekanntenkreis glänzen, und daher
ſchickt man nicht etwa „Herzliche Grüße aus
Herrnskretſchen” oder aus Karlsbad, ſondern
„Srdecny pozdrav z Hrenska” (oder „3z
lovych Var”), weil Herrnskretſchen und 6
bad für den Reichsdeutſchen zu ſehr be
ſind, um noch als außergewöhnliche Neiſez
gelten, während „Hrenska” und „R
Vary” auf den braven Leipziger, Be
Münchener oder Frankfurter Grußempt
ſchon mehr Eindruck machen und den
Ab=
gewiſſermaßen als verfluchten Kerl erſo
laſſen, der ſich da in einem Land mit
unverſtändlichen Umgangsſprache umtut ..
dadurch im Auslande der Eindruck,
Cſchechoſlowakei gebe es nur tſchechiſche
wohner, immer mehr verſtärkt und dam
tſchechiſchen Propaganda die Arbeit weſ
erleichtert wird, liegt ſo offen auf der
daß darüber Worte nicht verloren n
müſſen.
Soll das ſo bleiben? Soll alle Aufklär
arbeit der Preſſe vergeblich geweſen ſein.
die Deutſchen der Cſchechoſlowakei fi
Reichsdeutſchen weiterhin „Cſchechen”
und ſoll ſich das Intereſſe der reichsder
Oeffentlichkeit gegenüber den Vorgäng
tſchechiſchen Staate nur in der Seſtſtellur
ſchränken, daß hier das „Pilſner Bier
braut wird und daß der Prager Schinke
begehrte Delikateſſe iſt?
Nein, all dieſes Beſchämende, Craurige
gewiß nicht ſein! Und es dürfte nicht ſei
geſichts der ungeheuren nationalen Not
dreieinhalb Millionen aufrechten Deutſch
ſtolz ſein dürfen auf ihr nationales Beke
auf heißem ſlawiſchen Boden und die ein 2
darauf haben, daß man ſie im Veich
Volksgenoſſen anerkennt, ſtatt in ihnen"
chen” zu ſehen, nur deshalb, weil unſelige
densverträge ſie zu Hwangsbür
eines fremden Staates gemacht haben!
Cheatraliſche Sweideutigker
Die Dramaturgen ſind nicht immer hun
So ſchrieb einer: „Das Drama ,Bergſa
iſt ſo langweilig, daß ſelbſt der Abgrund g.
„Dieſes Stück „K iſt ein ſtarkes Sti
Zumutung.” — „Jedes Stückchen dieſes S
ſt — Stückwerk.
Der Komiker ſchlüpft in ein arg zerſch!
Koſtüm, dazu bemerkt er: „Das iſt eine
liche Angelegenheit‟ Der Garderobie
den Schaden durch einen friſchen Beſatz
rieren. „Ja, ja, entgegnete er, „ich w
Kleider werden wie Nollen — beſetzt.”
wir füttern einfach die Joppe”, ſchlug de
wandmeiſter vor. Darauf der Komiker:
ſie denn Hunger?‟
Im Lande Andreas Hofers.
Von Walter Schweter.
Mit unendlich ſcheinendem Regen begann die
Fahrt. Aber ſie wurde mir lieb durch meine
Nachbarin im Wagen, die eine Münchner
Muſik=
ſtudentin aus dem Schwarzwald war, fröhlich
und zutraulich plauderte, und bald noch ihrer
Mutter Reiſebrote mit mir teilte. Dafür biß
dann das Mädel herzhaft in meine Aepfel.
Nachher hatten wir Luſt auf einen guten
Kaffee, meine neue Freundin aber nur ganz
großes Geld. Da half ich mit meinem ſehr
kleinen und bat, als ſie Miene machte, deshalb
zu verzichten, die paar Groſchen in ihren
näch=
ſten Serien zu meinem ihrer Heimatſtadt nahen
Freund zu tragen und ihm zu ſagen, daß die mir
gehörten und er ſie mir in meinen nächſten
Ferien übergeben möge. Jetzt bat ſie, ich möchte
doch den ganzen Satz noch einmal wiederholen,
jah mich dann aber immer noch ein wenig
un=
begreiflich an und ſprach dann endlich ſeufzend
es komme ihr doch weniger umſtändlich vor, das
nötige Kleingeld in ihrem großen Gepäck zu
ſuchen.
Nach einer Viertelſtunde neuer Fahrt hatte
ſie es wirklich. So verging uns die große Reiſe
wie im Flug, und wir wurden bald ſo befreundet,
daß das leichtſinnige Kind im Münchner
Bahn=
hof nicht zögerte, mir ſeinen ganz teuren
Gepäck=
kram, der, weil man in München immer für alle
Jahreszeiten gerüſtet ſein müſſe, allein vier
Staatsmäntel mit und ohne Pelz einſchloß, ſo
lange anzuvertrauen, bis es vom
Bahnhofs=
vorſteher zurück ſei. Su dem müſſe es noch
wegen der Verbilligung der Studentinnenfahrt.
„Ja, und da haben Sie keine Angſt, der
bei=
nahe Unbekannte gehe derweil mit dem vielen
wertvollen Seug durch?” frage ich ſchier ein
wenig vorwurfsvoll, weil ich jetzt an meine vier
Mädel dachte.
Sie ſah mich daraufhin genauer an und ſchien
auf einmal ein wenig nachdenklich und ernſt.
Doch dann gab ſie ſich einen Nuck, lachte
wie=
der fröhlich, winkte und rief im Fortſpringen:
„Nein, nein, ich hab keine Angſt!”
Du lieber Gott, das ſagte ſie mit einem
Ge=
ſichtlein, daß ganz gewiß ein Schwerverbrecher
eine geſchlagene Woche wie angenagelt ſtehen
geblieben wäre — — und ich? Ich verkroch
mich, als ich ihr braunes Pagenköpfchen wieder
auftauchen ſah, in der Menge. Einen langer
Augenblick laſſe ich es ſuchen. Dann winke ich
eifrig mit allen Händen und werde, wie ich mirs
gedacht, mit einem ſo ſtrahlenden und dankbaren
Blick belohnt, daß ich dem lieblichen Kind noch
das Seug bis an die Straßenbahn ſchleppen helfe
und ſehr bedauernd das wehende Cüchlein im
Crubel der Großſtadt verſchwinden ſehe.
Dann war ich bald am Starnberger See, und
ein neues Mägdlein wartet meiner. Und als
ich von den vielen guten Broten der Studentin
und ihrem großen Neiſegepäck berichtet hatte,
da bot es mir zum guten Nachtiſch das rote
Mündlein, hing ſich als ſüße neue Reiſebürde
an meinen Arm und führte mich an ſeinen
Lieb=
ingsplatz über dem See, der unter trüben
Ne=
genwolken, aber auch unter der hellen Wärme
der Mädchenaugen lag.
Am andern Morgen regnete es wieder. Doch
auf dem Brenner lachte die Sonne. Da lachte
ich auch und wanderte raſch in den lockenden
Süden hinein, vorüber an ſteilen Felswänden,
an Lärchen und Cannen, an grünen Blumen=
matten, an tief eingeriſſenen Schluchten und
freundlichen Bauernhäuſern, an freundlichen
Cirolern und unfreundlichen Welſchen. Meinen
Ruckſack hatten die Grenzer nicht beachtet, beim
Paſſe aber ſtutzten ſie und ſuchten meinen
ehr=
lichen Namen in ihrem unehrlichen Buche, das
ſo dick war, daß er gewiß tauſendmal hätte drin
erſcheinen können. Doch den Gefallen tat er
ihnen nicht, und ſo durfte ich wieder ins Freie
der ſchönen Bergwelt.
In Franzensfeſte erwarteten mich wieder zwei
Wachtpoſten und erſchreckten mich faſt mit ihrer
Forderung, meinen Reiſepaß zu zeigen, weil ſie
ganz plötzlich aus einer Feſtungsecke auf mick
zu traten und ich, mich ſo weit hinter dem
Bren=
ner vor ſolchen Plagegeiſtern längſt ſicher
glau=
dend, den amtlichen Papierkram in die unterſte
Ruckſacktiefe geworfen hatte. Nun mußte ich
ihn hervorzerren. Er ward in Ordnung
befun=
den, man dankte, grüßte und zog ſich wieder auf
die Faulenzerbank zurück.
Jetzt öffnete ſich mir ein Cal, das zwiſchen
hohen Steinwänden und unter eiſigen Sipfelr
ſchon die Neize des ſonnigen Südens zeigte.
Immer wärmer und üppiger wurde es um mich.
Bald ging ich durch Brixen und ſeinen ſchönen
Dom, und jetzt ſtehe ich vor dem Wirtshaus in
der Mahr mit dem Gedenkſtein für den
tapfe=
ren Peter Maur, der ſein Leben nicht mit einer
Lüge erkaufen wollte und im Jahre 1810 in
Bozen von den Franzoſen erſchoſſen ward. Ich
war überraſcht, zu ſehen, wie gern die Italiener
überall die Gedenkſteine und ihre deutſchen
Worte, die ſie ſonſt in Cirol ausgetilgt haben,
wo es nur ging, dort ſtehen ließen, wo es ſich
um das Gedenken an Niederlagen der Franzoſen
handelt
Dann wandre ich durch Klauſen, das alte, von
einem Felſenſchloß gekrönte Malerſtädtchen, das
wie Sterzing ſo viele enge, bunte Sträſich
mit fein gearbeiteten alten Wirtshausſch
ſchönen Wandmalereien, Fenſterblumen,
bengängen, rieſelnden Brunnen und Erker
Nachtigallenſchlag ziehe ich in Bozen ei
bin in der nächſten Morgenfrühe beim
Walther von der Vogelweide auf dem
platz und dann im Dome; Mittagsraſt
halte ich hoch oben am Berghang mitten i!
benlauben und Obſtbaumhainen, die hier
dem warmen, fruchtbaren Calgrund hoch
aufſteigen. Da hatte ich die ganze ſchöne
das weite herrliche Cal und die Seite
Eiſack, Etſch und Calfer, mit den Höhe
Schlehrns und des Noſengartens vor,
neb=
unter mir, und über mir die warme Sonl
Südens, in der Falter ihr Gaukelſpiel t
und die Vögel ſangen.
Am Nachmittag wanderte ich mit den
dern Bozens zu einem Jugendfeſt am O
Nunkelſtein und in der Abenddämmerung
lange hin und her auf dem ſchönſten Wege
zens, dem der Waſſermauer am Calfer,
oft die Berghäupter des Noſengartens in
ter Glut zeigt. Lange ſehe ich dort dem 7
Vogelweider zu, der mit ſeinen Brotkrume
Lockpfiffen die Vögel ſcharenweiſe zu ſie
auf ſeine Arme und Schultern rief; dann
ich wieder meine Herberge.
Am nächſten Morgen gehe ich durch 2
übernachte im Paſſeiertal und komme dal
St. Martin zum Sandhof, dem Geburts=
Wohnhaus Andreas Hofers. Die Sennhütt
oben in den Bergen, in der ſie den treue
derl durch Verrat gefangennehmen konnt.
vor zehn Jahren niedergebrannt. Om
blutgetränkten St. Leonhard iſt auch das
der ſtarkmütigen Sandhoferin, des 4
unſeres Freiheitsheldens. Dicht an der
Seihe
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Mein lieber Kurt!
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arkes
Zu Deiner beſorgten Frage, ob man in
r Zeit heiraten ſoll oder nicht, möchte ich
— ſtatt zu raten — meine Gedanken in
ener Sache klarlegen; vielleicht kannſt
meinen analogen Sall möglichſt objektiv auf
je eigene Angelegenheit übertragen . ."
Die Frage der Eheſchließung iſt auch bei mir
as Stadium der Entſcheidung getreten. Sch
nicht nur eine moraliſche Pflicht, es iſt
mein größter Wunſch, die Labilität des
löbniſſes in die Stabilität der Eheſchließung
„wandeln.
Du weißt, daß meine Braut mit Leib und
e bei ihrem Beruf iſt, Du weißt auch, daß
ſor einigen Jahren noch in vollſter
Ueber=
ung wähnte, daß ihr Leben ohne den Beruf
völlig ausgefüllt wäre. Die Auffaſſung
ſich geandert. Mag die Härte des heutigen
ſtenzkampfes weſentlich hierzu beigetragen
en, das treibende Moment iſt die — trotz
geiſtigen Umſtellung der heutigen Frauen
bei ihnen noch vorhandene naturgegebene
tterſchafts= und Kindesſucht. Das
Frauen=
das von dem jungen Mädchen noch nicht
empfunden wird, bricht mit der Reife um ſo
eſtümer durch und kann von keinem noch
nregenden, geiſtig und körperlich ausfüllen=
Beruf — außer dem der Hausfrau und
tter erſetzt werden. Dies alles wiſſen.
t die ausgeſprochenen und unausgeſprochen
jebenen Wünſche achten und allein im
Inter=
des ſeeliſchen und körperlichen Sriedens
einer Löſung ſuchen, die hier nur die Ehe
Auch ich fühle — wir ſprachen ſchon
wieder=
darüber — nach dem Landsknechtstum des
ges, nach den Wirren der letzten 10 Jahre
Ihrer Inanſpruchnahme nach außen eine
ze Sehnſucht nach Nuhe, nach einem
geren Aufgabenkreis, nach einem Weg,
die Vertiefung der eigenen Menſchlichkeit
gt. Dieſer Trieb unterſtützt auf das
Leb=
eſte den Wunſch nach dem Aufbau einer
nilie.
Wenn ich trotz dieſer guten Vernunfts=
Gefühlsgründe mich bis heute — übrigens
ich betonen muß, mit durchaus freiwilliger,
tändnisvoller Suſtimmung von Lotte
) nicht entſchließen konnte, zu ehelichen, ſo
hier faſt ausſchließlich wirtſchaftliche
inde und — böſe Erfahrungen die Urſache.
Du kennſt mein Los, das des heutigen
Ver=
ers. Die Einnahmen gehen dauernd zurück
Speſen bleiben die gleichen, dazu kommt die
ahr, eines Cages völlig ohne Einnahme zu
Die Lage iſt alles anders als roſig, und
) bin ich überzeugt, daß ſie noch ungünſtiger
ze, wenn wir heiraten würden. Du weißt
9 noch, daß ich die Vertretung erhalten
e, weil ich unverheiratet war, und daß mir
UKRIEFE ZWEIER UNGGESELLEN
alle Möglichkeiten, die die Freizügigkeit in ſich
trägt, zur Verfügung ſtanden. Es beſteht für
mich kein Sweifel, daß in dieſem harten
Er=
werbskampf der Jugendliche und Ungebundene
vor allem die Chancen hat.
Dagegen höre ich Deinen Einwand, daß
Lotte doch ebenfalls verdient, und daß unſer
beider Einnahmen, die jetzt für jeden allein kaum
zum erträglichen Leben reichen —
zuſammen=
getan einen Betrag darſtellen, der für einen
gemeinſamen Haushalt ein Fundament abgeben
könnte, zumal die gemeinſame Lebensführung,
pro Kopf gerechnet, billiger iſt.
Dem muß ich entgegenhalten: die
unverhei=
ratete Frau iſt zwar heute, weil ſie billiger
arbeitet als der Mann, eine gern geſehene
Arbeitskraft. Für die verheiratete Frau aber
liegen die Dinge doch weſentlich anders. Ganz
abgeſehen von der Cätigkeit, die Lotte zurzeit
ausüot — die Firma baut alle die Frauen ab,
deren Ehemänner im Erwerbsleben ſtehen
ſind doch die Chancen der Ehefrauen erheblich
geringer, als die des jungen Mädchens, ſchon
weil man ſtets mit der Möglichkeit der
Mutter=
ſchaft rechnen muß. Und wir rechnen beſtimmt
damit, was hätte die Ehe ſonſt für einen Sinn?
Aber ſelbſt wenn die Seit der Mutterſchaft
durch Beurlaubung oder Stellungswechſel
über=
wunden werden könnte, wie iſt dann die Frage
der Kindererziehung zu löſen. Lotte wird
wie auch ich — ſich nie dazu bereit finden, die
Erziehung des Kleinkindes völlig in fremde
Hände zu legen. Wie hoch iſt alſo die
Wahr=
ſcheinlichkeit, daß Lotte nach der Ehe, ſelbſt
noch für abſehbare Seit, im Erwerbsleben
bleibt?
Alſo bleibt wirklich nur mit meiner
Ein=
nahme zu rechnen, wie ich es übrigens — trotz
aller Reformpläne — für allein richtig halte.
Von meiner Einnahme bzw. deren
Unzulänglich=
keit ſchrieb ich bereits. Nun bliebe aber noch
ein Weg: Ein der Baſis meiner ſchmalen
Ein=
künfte angepaßtes beſcheidenes Daſein zu
friſten. Vielleicht möbliert zu wohnen uſw.
Ich kann nicht umhin, aber wir haben für
dieſen Weg zuviele Beiſpiele eines recht böſen
Endes. Anſtelle der freien Bindung tritt dann
zwar der ſehr heilſame und im Letzten
durch=
aus, wie ich hoffe, beglückende Swang .."
aber die Enge der Verhältniſſe und die
Unzu=
länglichkeit der Wohnung führen, müſſen zu
einer Verſchärfung der Dinge und der
Gegen=
ſätzlichkeit führen und werden — da man kaum
die Möglichkeit hat, ſich einſam und ruhig
zu=
rückziehen — die Konfliktsſtoffe häufen und
vergrößern. Die allgemeine Nervoſität, von
der heute niemand verſchont bleibt, tut ein
übriges. Die Entwicklung unzähliger Ehen in
ſolchen engen, dem Stand und der früheren
Lebensform nicht angemeſſenen Verhältniſſen
beweiſen immer wieder dieſe Beobachtung. Es
mag nicht beſonders edel und hochſchätzend
klingen, wenn ich ſage: vorübergehende Not
ſchweißt oft eine Lieb inniger und ſtärker
zu=
ſammen, als es jede andere Einwirkung
ver=
möchte, aber langdauernde Not und
Ein=
ſchränkung, dazu ein allzu enges
Aufeinander=
angewieſenſein zerfrißt ebenſo ſicher die ſtärkſte
kleinen Bergneſtes, am Suße des Jaufens,
ſie ihre Nuhe gefunden.
ſetzt ſteige ich rüſtig bergan, dem Paſſe zu,
lit ich noch vor der Nacht über ſeinen Schnee
ime, der in dieſen erſten Maitagen in einer
he von mehr als zweitauſend Metern ſich ſo
nnoch behauptet. Noch einmal kehre ich am
kürzpfad in einem Bauernhaus ein, um mir
Stück Brot und Butter und Milch zu kau=
Sie haben nur Brot und Milch und geben
gern, aber es iſt das eiſenharte, nur
ein=
r zweimal im Jahr gebackene, hier überall
ſche ſchwarze Kornbrot in Platzform, das ich.
in nicht zuviel Ehrfurcht vor dem Brot in
geweſen wäre, ſpäter oben auf dem viele
iter hohen Schnee als Fußbretter gebraucht
ke, denn ich war dort nahe am Verſinken
aber wird das eine das Opfer meines Ge=
28 hoch oben in der Einöde. Im dicken
Lehm=
n, um den die behaglichſte Bank und das
dckengeſtell läuft, iſt noch ſtarkes Feuer,
hrend draußen in den üppigen Wieſen
Mil=
ten Blumen blühen, die Schmetterlinge tan=
und die Nachmittagsſonne glüht.
dmmer höher geht’s hinauf, aber auch immer
kler wird’s, und jetzt fängt’s mächtig zu
eien an, und ich bin noch lange nicht auf der
ßhöhe. Der letzte Menſch vor dem Ueber=
19 iſt der Wegwart, und der ſagt zu meinem
Nrecken, daß der Paßweg wegen der Lawinen
Uhr nicht beſchritten werden dürfe. Ich müſſe
ller den ſteilen Abkürzpfad gehen, der nur
! die Celegraphenſtangen noch erkennbar
ke und unter gewaltigem Schnee läge. Und
lei jetzt zur Mittagszeit noch nicht tragfähig.
Unden brauche ich dann zu einem Weg, den
ine Süße ſonſt in Minuten gehen. Faſt bei
Em Schritt breche ich bis unter die Achſeln
Die Celegraphendrähte könnte ich mit den
Händen greifen, ſo tief ſtechken die Stangen im
Schnee. Ich denke ſchon an eine Umkehr, doch
dann müßte ich ja wieder nach Meran, wieder
nach Bozen und die ganze Brennerſtraße wieder
laufen, und wäre erſt in zwei Cagen dort, wo
ich heute abend ſein will. Und weiter geht das
Stampfen, und ſpät iſt’s, bis ich endlich ins
falle; ja, falle, denn das lieg=
Paßhaus
in einer tiefen Schneegrube, und Müdigkeit und
Freude ließen mich einfach in die gerade offen=
Hintertür rollen.
Wie ein Wundertier werde ich angeſtaunt
vom Bergwirt und ſeinem mitleidigen Mädel,
wie ein Schiffbrüchiger gelabt und nicht einma
vom Weitermarſch zurückgehalten, trotz aller
Verſchneitheit um uns her und trotz der Nähe
der Nacht, denn es beginnt wieder, heftiger zu
ſchneien, und am Bodenſee werde ich erwartet.
Das Schlimmſte ſteht mir noch bevor, ſagt
der Bergwirt. Ich müſſe eilen und dürfe keinen
Schritt von den Schneebrettſpuren abgehen, die
er geſtern hinterlaſſen und noch ſchwach zu ſehen
ſeien. Und nun breche ich auf, ein Stück von
dem freundlichen Ciroler begleitet. Es geht nun
wohl abwärts, aber noch häufiger als bei dem
Aufſtieg verſchwinde ich im Schnee, weil mein
müder Critt jetzt ungewollt noch feſter wird und
die Nordſeite des Berges noch mehr Schnee
hat als die beſonntere des Paſſeiertales. Und
als ich bei neuem Einbrechen den Wipfel einer
Canne in der Fauſt habe, alſo ſehe, daß ich über
Baumwipfel ſchreite, da werfe ich mich todmüde
und faſt mutlos auf die gefährliche Schneedecke
und ruhe. Hier in der Bergeshöhe ſind ja die
Cannon nicht gerade turmhoch. Aber ihre fünf
und ſechs Meter werden ſie wohl haben, und der
Schnee war hoch genug, um mich bis zu ſeiner
Schmelze ſpurlos verſchwinden zu laſſen.
Suneigung, das weitgehendſte Verſtändnis.
Auch dafür habe ich Beweiſe.. . . Unſere Liebe
iſt uns zu teuer, als daß wir ſie dieſer — wie
es uns ſcheint — unſinnigen Belaſtungsprobe
ausſetzen möchten; deshalb haben wir uns
ſchweren Herzens entſchloſſen, die Entwicklung
der Wirtſchaftslage noch ein wenig
abzuwar=
ten und in der Hoffnung auf eine beſſere
Su=
kunft unſere letzten Wünſche zurückzuſtellen.
Mein lieber Kurt, ich hoffe, mit meinen
Ausführungen Deinem Wunſche entſprochen zu
haben, und es würde mich freuen, wenn ich Dir
mit der Schilderung unſerer Lage zur Klärung
Deiner eigenen ein wenig geholfen hätte.
Mit den beſten Grüßen — auch an Inge
Dein Gerhard.
Mein lieber Gerhard!
Hab” vielen Dank für Deinen eingehenden
offenherzigen Brief! Deine Beweisführung iſt
durchaus richtig, nicht nur verſtandes=, auch
gefühlsmäßig kann ich Dich völlig verſtehen!
Wenn ich trotzdem zu dem gegenteiligen Ent
ſchluß — zu heiraten — gekommen bin, ſo ſollſt
Du darin keine Leichtfertigkeit ſehen, ſondern
nur den ſtarken Willen, einen Kampf
aufzu=
nehmen, deſſen Niederlage mir nicht weniger
ſchlimm erſcheint, als dieſer Suſtand des
War=
tens auf beſſere Seiten, der m. E. im letzten
ebenſo zermürbend ſich auswirkt, wie eine Ehe
unter ſchwierigen wirtſchaftlichen
Verhält=
niſſen.
Drei Jahre ſind vielleicht keine jange
Ver=
lobungszeit, wenn man ſie in dem Bewußtſein
verlebt, danach die Erfüllung zu finden; drei
Jahre lang aber auf beſſere Seiten warten und
täglich ſehen müſſen, daß es immer nur
ſchlechter wird, das nimmt alle Schwungkraft
alle Freude, allen Glauben. — Meine
wirt=
ſchaftliche Lage iſt — als kaufmänniſcher
An=
geſtellter — heute nicht beſſer als die Deine
Du weißt, daß ich ſeit meiner früheren
Ju=
gend auf mich allein angewieſen war. Und ich
habe die Erfahrung gemacht, daß nur aus dem
eigenen Willen Erfolg und Glück zu
erwar=
ten ſind. Aus dem Glauben an ſich ſelbſt wächſt
Arbeitsfreude und Unternehmungsgeiſt.
Beides erhoffe ich von der Ehe. Ich hoffe,
daß die Verantwortung, der Swang, für je=
manden ſorgen zu müſſen, mich anfeuert zu
größerer Sparſamkeit. Ehe kann hindern,
zweifellos, aber ſie kann auch vorwärtsführen
Wir ſprachen oft davon, daß wir — an
un=
ſeren Eltern gemeſſen — heute alle über
un=
ſere Verhältniſſe leben — oder doch bis vor
kurzem gelebt haben. Wenn wir ein Siel
haben, wenn wir wiſſen, wofür wir arbeiten
und ſparen — werden wir es wieder lernen
In dieſer Seit und in dem ungewiſſen Zuſtand,
in dem wir nicht wiſſen, wann wir
zuſammen=
kommen (und die Frage: „ob denn überhaupt?”
kommt ſie einem nicht auch manchmal?) iſt das
Sparen für zwei ungebundene Menſchen
außer=
ordentlich ſchwer. Man lebt, um überhaupt die
Spannkraft zu behalten, nur dem Heute, gönnt
ſich die kleinen Freuden des Cages, das Glas
Bier, das Kino, die modiſchen Kleinigkeiten.
Wenn wir uns ſtatt deſſen ein Stück für die
Wohnung kaufen, ſo iſt das Geld nicht nur
allein für uns, ſondern auch im Sinne der
Wirt=
ſchaft beſſer, produktiver angelegt. Glaubſt Du
nicht, daß in dem geringen Aufbauwillen
un=
ſeres Volkes ein Ceil der Schuld der heutigen
Ro” zu ſuchen iſt?
Allgemein=Geſichtspunkte können vielleicht
keine Ehe rechtfertigen, aber ſie können
Nebengründe ſein — ſie ſind’s — für das
ein=
zige große Argument: Wir wiſſen nicht,
wie=
lange wir ſonſt noch warten ſollen! Ehrlich
ge=
ſagt: wir haben die Hoffnung auf eine baldige,
beſſere Sukunft nicht mehr. Wir glauben an
keine Hilfe von außen, wir glauben nur noch
an uns ſelbſt. Wir wollen mit dem wenigen,
was wir haben, mit unſeren geſunden Gliedern
und unſerem Willen den Kampf aufnehmen.
Das Niſiko iſt groß — alle Deine Gründe
gegen eine Ehe unter ſo ſchwierigen
Verhält=
niſſen ſind wichtig — wir wiſſen es, aber wir
wiſſen auch, daß, wer nicht wagt, nicht
ge=
winnen kann.
Wir werden — ſo Gott will — beide
be=
rufstätig bleiben. Unſer Gehälter
zuſammen=
gelegt, ermöglichen einen Hausſtand, von den
Erſparniſſen, die bei einem Zuſammenleben
ge=
macht werden, können die notwendigen
An=
ſchaffungen gemacht, kann vielleicht auch —
bei größter Einſchränkung — ein Kind ernährt
werden.
Die heutigen Heime ſind ſo vorzüglich, daß
man unbeſorgt ſein Kind in die Hände der
ge=
ſchulten Pflegerinnen geben kann. Wenn wir
mit der Arbeit fertig ſind, holen wir unſer
Kind. So machen es Cauſende.
Auch den Haushalt machen wir gemeinſam.
Wenn wir mit der Berufsarbeit fertig ſind.
Schändet Hausarbeit den Mann? Ich finde es
nicht. Wir faſſen dieſe Arbeit als eine
ſport=
liche Betätigung auf, als den Ausgleich für
die Bürotätigkeit.
Wenn trotzdem eine Doppelbelaſtung der
Frau zu gewiſſen Seiten eintritt, ſo glaube ich,
daß eine Frau, die ein Siel hat, die für die,
die ſie liebt, ſorgen muß, auch doppelt
lei=
ſtungsfähig iſt.
Mit ſeiner Aufgabe wächſt der Menſch, wir
hoffen und glauben, daß wir mit der Aufgabe
„Ehe” und „Familie” wachſen, die vielleicht
ohne uns „Leichtfertige” noch mehr gefährdet
wird, als ſie es heute ſchon iſt.
Dein, Kurt.
Von Herzen!
Seiten!
Liebenreich kommt in eine Buchhandlung:
„Haben Sie das Buch: „Wie werde ich ſchnell
reich?‟ — „Nein,” erwiderte der Verkäufer,
„leider nicht. Aber darf ich das neuerſchienene
Strafgeſetzbuch mit leichtverſtändlichem
Kom=
mentar empfehlen?” — Danke, nein! Aber
Sie haben vielleicht ein Buch auf Lager, aus
dem man lernen kann, wie man ein
Laden=
geſchäft eröffnet und einrichtet?” — „Leider
auch nicht. Intereſſiert Sie vielleicht das neue
Konkursgeſetz?
Su Schniefke kommt ſein Sohn: „Papa, was
iſt denn ein Wechſel?” — Vater Schniefke zieht
ein Wechſelformular aus dem Schreibtiſch.
„Du, Papa, was iſt denn ein Wechſel wert?”
Schniefke hält das Formular ſeinem
Spröß=
ling hin: „Dieſes Blatt koſtet zehn Pfennige.
Wenn ich nun meinen Namen darunter ſchreibe,
ſo iſt es wertlos!”
Wie atme ich auf, als ich nach dem
ſtunden=
langen tiefen Codesſchweigen ringsum endlick
wieder ein Vogelſtimmchen höre. Es iſt das
feine eines Goldhähnchens, das die Menſchen ſo
ungewohnt iſt, daß es mich bis auf Handlänge
zu ſich läßt und mich mitpfeifen läßt, ohne
da=
vonzufliegen.
„a, iſt’s möglich?” ſcheint es halb im Craum
zu fragen, „ſo was kommt hier herauf?”
Ich lehne mich müde an den Aſt, auf dem das
Cierchen ſitzt, und in der Erſchöpftheit und der
Freude, wieder einmal feſtzuſtehen, ſo ungeſchickt
und heftig, daß er in lebhafte Bewegung gerät
Aber das zierliche Dinglein vor mir fliegt nicht
davon, trotzdem jetzt mein braunrotes Geſicht
ſo nahe bei ihm iſt, daß es mir ohne einen
Flü=
gelſchlag in den Mund hüpfen könnte.
Arglos und neugierig ſchaut es mich an mit
ſeinen klaren Augen, faſt ein wenig überlegen,
als wenn es wüßte, daß es mir hier über ſei.
Ich frage, ob es denn hier in der Einöde
immer genug zu eſſen habe, ob die kleinen Käfer
und Schmetterlinge und Mücken nicht alle
er=
froren ſeien im Winter, und ob es immer Sonne
genug habe, und dann noch, ob es mich, der den
Ruckſack ſo voll und daheim noch mehr und die
Stube voll Kinder und tauſend andere Dinge
habe, nicht beneide.
Da wiegt das Vöglein das feine, goldbeſtreift
Köpfchen wie zweifelnd hin und her und lacht ſo
fröhlich und unbekümmert, als wolle es ſagen:
„Jetzt weiß ich, was du für einer biſt! Ja, iſ
das denn ein Glück, ſo viel im Ruckſack zu
haben und tauſend Dinge daheim, die einen doch
nur beſchweren? Die Kinder laſſe ich mir ſchon
gefallen. Ich habe davon auch genug. Aber das
andere? Geh mir weg! Was ſoll’s damit? Ich
brauche nur den Wald und die Sonne und bin
in Sekunden über dem Schnee, den du mit
deinem dicken Nuckſachk erſt in einer Stunde
bezwungen haſt. Ich brauche nicht einmal einen
Bergſtock, kein Schneebrett, nichts, als das,
was mir angewachſen iſt, und bin doch viel beſſer
dran als ihr Menſchen.
Da möchte ich das frohe, zierliche Vöglein,
das ſo genügſam und ſchön und zutraulich iſt,
und ſo viel beſcheidener als wir, noch näher
haben, und ſchiebe ihm, wie dem großen Falter,
meine Hand hin mit der freundlichen Bitte, ſich
drauf zu ſetzen. Ich wolle doch auch wiſſen, ob
das ſtimme mit meinem Naturgeſchichtsbuche,
das ihm nur ein Gewicht von fünf Gramm
zu=
traue. „Sieh, ſieh, wie dumm du biſt!”
ſchleu=
dert es mir jetzt entgegen. „Meinſt du, wir
ließen uns auch noch fangen, damit ihr genau
wißt, wieviel wir wiegen? Oder willſt du mich
gar mit heim nehmen zu deinen tauſend unnützen
Dingen, in die Nähe eurer Katzen?
Noch ein Pfiff, der wohl heißen ſollte: „Du
kannſt mir geſtohlen bleiben!” und fort war das
Wintergoldhähnchen, und ich wende mich
ge=
ſchlagen wieder dem Abſtieg zu.
Doch zu frohem Empfang des Ermüdeten und
Durchnäßten zeigen ſich mir gleich darauf
Cau=
ſende von weißen und violetten Crocusblüten,
dicht hinter dem ſchneeverſchütteten Wald, und
ſchneller geht’s nun auf feſtem, ſteinigem Pfad
zu Cal und in die hereinbrechende Dunkelheit.
Immer höher wird der Wald, und dann iſt’s
ſchwarz um mich, und die Lichter Sterzings
tau=
chen auf. Ich ſuche ſchnell meine Herberge,
ſchlüpfe nach dem Waſchen in trockenes Gewand
und freue mich, jetzt nicht mehr auf den faulen
italieniſchen Herrn Poſthalter warten zu
müſ=
ſen, denn die nächſten Poſtſachen erwarten mich
in Innsbruck.
Am andern Morgen wandre ich wieder auf
der Brennerſtraße dahin, aber der Heimat zu,
Ja, un äwe der Verein. Odder Klub. Odder
Verband. Odder was waaß ich. Uff’s Wort
kimmt’s jo ſchließlich net a, un mir geht’s in
dem Fall ungefehr, wie dem Herr Dockter
Hein=
rich Brüning — halt: Fauſt wollt ich ſage:
„Ich kann das Wort ſo hoch unmeechlich ſchätzen,
ich muß es anders jeberſetzen!” — Un ſo mißt’s
alſo meim Gefiehl nooch net haaße: „Im Afang
war das Wort”, ſundern: „Im Afang war
der Verein.”....
No, un mit de Zeit, un uff aamol warn’s
zwaa Vereine; en feinerere un en wenicher
feinerere. Un jeder wollt dem annere de Rang
ablagfe. Un weil ſe halt gornet mitnanner
iwweraans kumme ſin, hott noch en dritter
Verein ebei gemißt, nemlich mer hott die zwaa
Vereine zu=eme Verband zuſammegeſchloſſe, un
ſchun war der „Reichsverbandder
Ver=
einsverbend geborn.
7.
Awwer wie’s nu halt bei ſo Vereine is,
nem=
lich es gibt leider nor aan erſte Vorſitzende,
aan zwadde Vorſitzende, valleicht aach noch en
„geſchäftsfiehrende” Vorſitzende; es gibt en erſte
Schriftfiehrer, un en zwadde Schriftfiehrer, es
gibt en Kaſſewart, un ſchließlich aach e paar
Bei=
ſitzer — awwer die meiſte ſin doch halt „bloß”
Vereinsmitglieder, ganz gewehnliche
Vereinsmit=
glieder, ohne Diddel un Rang; ſie hawwe nir zu
mäckern, ſundern hawwe nor zu bezahle.
Näwebei bemärkt, die meiſte vun dene
ge=
wehnliche Vereinsmitglieder ſin zum Iwwerfluß
aach noch verheirat. No un wann ſe dehaam
im=
mer heern miſſe: „Du biſt e ſcheener Schläächter.
bezehlſt dein Beitrag ſchun johrlang, un wärſt
drotzdem nis; un wann die annern
Vorſtands=
dame Buggädder krieje, do ſitzt unſeraaner
hin=
nedro . . .", alſo wann ſe däß dehaam immer
heern miſſe, ſo kann mer’s verſteh, daß ſo e
gewehnlich Vereinsmitglied ſchließlich de Wunſch
un des Ziel hott, aach emol was zu wärrn im
Verein, un e Roll zu ſpiele, un mit vornedra zu
ſitze, an de Vereins=Fuddergribb. ..
Un, wie geſagt: viele fiehle ſich zum
Ver=
einsvorſtand beruffe, awwer meiſtens wärd’s e
annerer. Däß iſt nu emol ſo, un mer kann
do mitunner die ſchennſte Enddeiſchunge
erläwe; ’s is beinoh ſo, wie bei de Miniſter. .
No, un die ewiche Enddeiſchunge krickt
ſchließ=
lich mit de Zeit aach des beſte
Vereinsmit=
glied ſatt. Ja, es gibt ſolchene, die läwe ſchun
e gud Dutzend vun Johrn bloß vun
Enddei=
ſchunge; ſie kumme ſozuſage aus de
Enddei=
ſchunge gornet mehr eraus. . .
Un was dhun ſe in ihre Verbidderung? —
Jano, ſie dhun, was mer in dem Fall dhut,
nemlich mer dridd aus dem aane Verein aus,
un geht in en annern. Un ſo gibt’s welche, die
ſin beiſpielsmeßig in de letzte zwelf Johr
min=
deſtens in zwelf, wann net mehr Vereine
ei=
un widder ausgedräde. Die ganz Schlaue, die
dräde iwwerhaabt kaam Verein mehr bei,
ſun=
dern dhun ſo gewiſſermaaße „hosbidiern”. Wo
ſe die meiſte Ausſichte hawwe, laafe ſe hie.
Sie wärrn dodevo zwar an Enddeiſchunge net
ärmer, awwer ſchließlich: es geht nix iwwer die
Abwexlung, die is geſund un fördert die
Ver=
dauung. . . . .
Un iwwrichens, was e richdicher Verein is,
der wo äbbes uff ſich hellt, der hott heit aach e
Obboſitzion.
Geweehnlich geht däß ſo zu. Nemlich wann
ſo en dorchgefallener, odder abgeklittſchter
Ver=
einsmeier nix wärd, dann ſucht er ſich e paar,
die wo aus dem gleiche Grund verkrummbelt
ſin, un bei nechſter Geläjenheit gehn ſe dann zur
„Obboſitzion” iwwer, däß haaßt, ſie fange a zu
ſtenkern.
No, un wann mer an de Hund will, hott=er
Lädder gefräſſe. Däß is aach bei
Vereinsvor=
ſitzende ſo. Un da nun die „Obboſitzion” kag
Verantwordung zu drage hott, kann ſe bei jeder
baſſende, un vor allem bei jeder unbaſſende
Geläjenheit, friſch un freehlich drufflos
obbo=
ſitzioniern.
Am liebſte reide ſe uff de Geſchäftsordnung
erum. Es kimmt dodebei meiſtens nir
Vernimf=
diches eraus, awwer es gibt doch en ſtundelange
Stoff zu Debadde. Dann de „Vereinsfiehrung”
kann ſozuſage jeder was am Zeich flicke, do
ge=
heert net viel Gribbs dezu. Die Haubtſach is
jedenfalls, daß Läwe in die Bud kimmt.
Wann der Vorſtand „Hü” will, dann will die
Obboſitzion „Hott”. Wann e Summerfeſt
abge=
halte wärre ſoll, wolle ſe en Ausflug mache,
korzum, die Oboſitzion is aus Grundſatz
grund=
ſätzlich immer dagäje” un bringt mit ihre
biſſiche Zwiſcheruf aach den gutmiedichſte
Ver=
einsvorſitzende dermaße in die Raaſch, daß er
kaum noch waaß, was er dhu un loſſe ſoll, un
dann nadierlich, zur Fraad vun de Obboſitzion,
des Verkehrteſte dhut, was er hedd dhu
loſſe ſolle ...
Geht er net druff ei, der Vorſitzende, dann
fahrn, die Obboſitzionsbrieder ſchwerer Geſchitz
uff un ſchmeiße dem ganze Vorſtand
Korrumb=
zion vor, bezweifle dem Rechner ſei
Kaſſefieh=
rung, odder wolle die Vereinsſatzunge
abgeen=
nert hawwe, aach baßt en der Vereinsname net
mehr, diddo desgleichen die Vereinsfahne, un des
Vereinsabzeiche. Korzum wos ſo e richdich
Obboſitzion is, die kann ſchun en ganze Verein
in Schwullidede bringe.
Jedenfalls, die Obboſitzion is ſozuſage noch
emol en Verein im Verein, un hott ihr
Ahen=
ger. Un do nu der Vorſitzende mit dem Ahang
rächne muß, wann er ſei Mitglieder net
ver=
liern will, un der Verein net ausenanner falle
ſoll, ſo ſucht er äwe baade Daale, de Obboſitzion
un de Majoridhet, äwenfalls Rächnung zu
drage, mit dem Erfolch, daß mit de Zeit der
Vereinskarrn eme zwaaſpenniche Zicheunerwage
ehnlich ſieht, wo der aane Gaul nooch links,
un der annere nooch rechts zieht, anſtatts
gradaus ihres Wähks zu dabbe. Die
Ge=
ſchicht end dann meiſtens im Schoſſeegrawe. . . . .
Odder awwer, die Obboſitzion macht ihrn
eichene Lade uff, wehlt ſich widder en erſte,
en zwadde, un en geſchäftsfiehrende Vorſitzende,
en erſte un zwadde Schriftfiehrer un en
Kaſſe=
wadd, diddo die neediche „Beiſitzer”, un leecht
los.
Awwer es Märkwärdiche is, nemlich ſolang
mer bloß „Obboſitzion” war, war mer ſich
aanich. Awwer ſchun bei de erſte
Vereins=
ſitzung finne ſich widder Mitglieder, die gäje den
neie Vorſtand abboniern. Sie hawwe äwe
was gelärnt, un wiſſe, wie’s gemacht wärd—
No un ſo zieht bei nechſtbeſter Geläjenheit die
neie Obboſitzion gäje die alde Obboſitzion in’s
Feld. Un es bild ſich bei der neie Obboſitzion
ſehr bald widder en linke, un en rechte
Fliegel; un beim aane, un beim annern Fliegel
widder en radikahle Fliegel, unſoweider
ätzäddera pehpeh. Un däß is alſo der
vielgebrie=
ſene Idealzuſtand vun unſerm deitſche
Vereins=
läwe.. . .."
Mit de bollidiſche Baddeie hott däß nadierlich
ſo gut wie nix zu dhu, do kimmt ſowas faſt nie
vor. — Noja, die deitſche Rebublik is ſchließl
aach kaan Verein —
Womit ich awwer nix geſagt hawwe mei
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Näwebei
märkt, ſo ernſt wie die Siddewatzion aach ä1
is, awwer die Woch mußt ich doch emol
Stille ſo for mich hie lächle. Nemlich wie
mer die verdutzte Geſichter ausgemolt hab
Ja, ja, der Hindenborch, der kennt ſei
Papenheimer! — Un hinner dem hawwe
ſchun manche grindlich gediſche. Beiſpiel
meßich domols, anno fimfunzwanzich,
mern des erſtemol gewehlt hawwe; un did
desgleichen anno zwagundreißich, wie
me=
zum zwaddemol gewehlt hawwe, 8 is ne
lich allemol annerſter kumme, als mer ſia
gedenkt hott. Un däß is grad däß Gelunge
Nemlich gewehlt hawwen jedesmol die a
nern, während die annern dann reſchie
mußte. Un däß laaft — drotz dem ſcheinbe
Widderſpruch — ungefehr uff däß enaus w
emol de alde Friedrich Naumann geſagt h
„Die Rechierungsform iſt die beſt, wo in=
Monarchie demogradiſch, un in=ere R
bublik monarchiſch reſchiert wärd”. 9
halb ſtellt de Hindenburg jedesmol dene,
en net gewehlt hawwe, die Uffgab, ſo
reſchiern, daß die zufridde ſin, die en gewe
hawwe. Alſo ſeidher hawwe die Rebbuk
kaner ſo reſchiern ſolle, daß die Monarch
zufridde warn. Un jetzt ſolle mol die Mon
chiſte eweil ſo reſchiern, daß die Rebbublikau
zufridde ſin. Wenichſtens denk ich mir däß
in meine kindliche Unſchuld — —
Däßhalb hawwe mer alſo jetzt e Rech
reſchierung, un die kann ſich mit allem R
„von” ſchreiwe. Sie ſchreibt ſich allerdir
beſcheidenerweis bloß „Kawinädd der natz
nalen Konnzendratzion”. —
Meinswäje,
mir ſoll’s recht ſei, wann däß Kawinädd
Wolle un Könne dodruff konnzendri
daß mer als Natzion widder in die H
kumme. Wie ſe däß mache, is ihr Sach, e
wer es is de Schwaaß der Edlen ſchun we
un wann ſes hiebringe, ſoll’s en an me
Aerkennung un Rekummedatzion net fehle—
Dann däß leßt ſich net leichne, mir han
uns in Deitſchland ſo langſam auseng
ner konnzendriert. Un däßhalb is mer
Heſſe wohl aach uff den Gedanke kumme.
ſich des Bircherdum widder zuſamme ko
zendriern muß, wann’s net ganz an die We
gedrickt wärrn will. Un zwar nooch däre e
Felddienſt=Ordnung: „Getrennt maſchiern
vereint ſchlage!
No, ſowas ſchwebt mir ſchun lang
un ich hab’s en jo aach oft genuch geſe
Endlich ſähe ſes ei. — Dann es is doch
in Deitſchland is alles organiſiert, bloß
deitſche Bircherdum net, wenichſtens net
evangeliſche. Un wann mer jetzt
Zeiche der Zeit net verſteht, dann — ja de
wärd des Verhengnis halt ſein Laaf nemm
Küchenzettel vom 6. bis 12. Juni 1932.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Apfelwein=Kaltſchale, Spaghetti=
Auflauf mit Salat.
Dienstag: Fleiſchbrühe mit Einlauf,
Koch=
fleiſch mit Peterſilien=Kartoffeln und
Ret=
tichſalat.
Mittwoch: Sauerampfer=Suppe,
Haferbrät=
linge mit Salat.
Donnerstag: Spargelſuppe; gedämpfte
Zwiebeln und Kartoffeln.*)
Freitag: Ger. Grießſuppe; Fiſch in
Dill=
tunke gegart, Kartoffeln mit Salat.
Samstag: Gemüſeſuppe; Grießpudding mit
Rhabarberkompott.
Sonntag: Spinatſuppe; gefüllte Kalsbruſt,
Spargelſalat, Kartoffeln. Saure Milchſpeiſe.
D Gedämpfte Zwiebeln und
Kar=
toffeln. Zwei Pfund recht große Zwiebeln
werden in 50 Gramm würfelig geſchnittenem,
goldgelb geröſtetem Speck von allen Seiten
an=
gebraten, geſalzen, mit 100 Gramm geriebenem
Schweizerkäſe überſtreut und fertig gebacken.
Aus vier Pfund Kartoffeln macht man einen
Kartoffelbrei, in den man die Zwiebeln
hinein=
bettet und ſchließlich die Soße der Zwiebeln
über das Ganze gibt.
Sind Ihre Einmachgefäße
vor=
bereitet? Sie werden beim Leſen dieſer
Zeilen denken: „Nun, damit hat es ja noch
Zeit!” — Aber liebe Hausfrau, auch hier hat
das Sprichwort Geltung: „Vorſehen iſt beſſer
als nachſehen”. Von der letzten Einmache=
Campagne her, wird ſicher manches
zer=
ſprungene Einmacheglas, defekte Gummiringe
oder Spannklammern zu erſetzen ſein, Schäden,
die dann bei Bedarf nur unnötige Zeitverluſte
verurſachen, wenn ſie in letzter Minute
be=
ſchafft werden müſſen. Ganz abgeſehen davon,
daß der Hausfrau bei ihrem mehr oder weniger
abgebautem Wirtſchaftsgeld die Ausgabe für
Neuanſchaffung dieſer und jener Stücke „auf
einmal” ſehr fühlbar wird, wenn nicht gar
unmöglich werden kann, während ſie dieſe, nach
und nach gekauft, weniger ſpürt. Gläſer mit
Sprung oder defekten Rändern laſſen ſich aber
noch ſehr gut als Behälter in der Speiſekammer
verwenden und iſt der Steriliſiertopf durch
jahrelangen Gebrauch im Innern ſchadhaft oder
gar roſtig, ſo lohnt es, ihn neu verzinnen zu
L.
laſſen.
Nummer 470.
Partie Nr. 89.
Aus der Meiſtergruppe 7 des Internationalen
Fern=Schach=Bundes (J.F.S.B.).
Damen=Indiſche=Verteidigung.
Schwarz:
Weiß:
E. Anglarés, Paris
A. Takzes, Brecht.
Bso 1e
1. 8g1—13
2.43-44
b7—b8
ei-e6
3. g2—g3
Ti8—e
4. 69—84
ef—g.
5. Lt1.g9
Dieſe barocke Spielweiſe zur Einſchränkung des Lg2 hat
Nimzowitſch in Kopenhagen 1923 gegen Sämiſch mit Erfolg
durchgeführt. Hier wird ſie geiſtreich widerlegt.
d7—45
6. Sb1—3
7. Skz—e5l Um e9—e4 folgen zu laſſen.
8t6—47
7.....
So ein häßlicher Zug kann unmöglich gut ſein.
8. a43AH
e6xaß
Schlecht wäre 8.. .9Xe5 geweſen wegen 9. dxeb oxd5
10. Xd5lekd5 11. Bxd5.
9. 692—e41
8d7—76
Traurige Notwendigkeit! Auf 9.:u. 9Xe5 wäre jetzt 10.
exd5 gefolgt.
10. D41—44
Keg—t8
Feder andere Zug verliert mindeſtens einen Bauern.
11. 0—0
Les—b5
12. 12—141
8iéxe4
13. 14—15! Weiß ſpielt die ganze Partie mit prachtvoller
Energie.
13...."
e6X1b
15—16
14. Tklsts
49ro4
15. Ig23e4
16. D24—b31 Stärker als das näherliegende 16. De4, da
auf 18.:. D5944t 1u. Ns3 eät. 19. Ih3 Bes 19 517,
Kd8 20. I.4e3 Weiß ſofort gewinnen würde. Eine kühne
Va=
riante!
Dd8—8
16...."
8bé—8
17. 803—45
Hätte Weiß im 16. Zuge De4 ſtatt Db3 geſpielt, ſo wäre
etzt die gute Verteidigung des Bunktes k6 mit 17.. . 9a71
möglich geweſen, da auf 18. Se7 einfach 8xes) folgen kann.
Leixks.
18. 8d5Xk6
19. Le1—h61! und Schwarz gab die Partie mit Necht
auf, wie folgende Fortſetzungen zeigen:
19. .. . g?Xh6 20. MXk6t. Ke7 21. Poßt Fd8 22.
PZeSt NSe8 23. Dk7Pe7 24. D184 To8 25. Da84*
und gewinnt.
b) 19.. De7 20.T4t64 D416 21. Tt1Dxt14 22. Kxi1
und gewinnt.
0 19. .. .. Ke7 20, I.48 71 I.887 2. T174 Kd8 22.
Txg7 und gewinnt.
Eine Partie in großem Stil!
(Anmerkungen nach Anglares im „Fernſchach”,
Organ des JF. S.B.).
Schachliteratur: „Schachmeiſter, wie ſie
kämpfen und ſiegen”. Streiflichter auf die
Schachgegenwart und ihre hervorragendſten
Mei=
ſter Aljechin, Capablanca, Bogoljubow,
Nimzo=
witſch, Rubinſtein, Spielmann, Tartakower und
die neue Schachgeneration. Mit charakteriſtiſchen
Partien und zahlreichen Diagrammen. Von
Al=
fred Brinckmann. Preis 2— RM.
Das empfehlenswerte Büchlein hat, ſich eine
mehrfache Aufgabe geſtellt, wie Meiſter
Brinck=
mann im Vorwort u. a. angibt: Es iſt der
Ver=
ſuch unternommen worden, im Rahmen einer
Charakteriſtik unſerer großen Meiſter das
kampf=
pſychologiſche Problem im Schach herauszuſtellen
und zu beleuchten. Daneben ſteht das Bemühen,
eine Anzahl von Begriffsbeſtimmungen zu geben,
wie etwa die der Kombination, der Entwicklung
uſw. Die Auswahl der Partien iſt unter einem
entſprechenden Geſichtspunkte erfolgt. Sie ſind
im großen Zuge dargeſtellt worden, ohne dabei
ein genaues Eingehen auf analytiſche Details
aus dem Auge zu laſſen. Gerade in dieſem
Be=
trachten hoffe ich, einiges Neue gebracht zu haben.
Außerdem ſind einige aktuelle Tagesfragen
be=
handelt worden.
Das Büchlein iſt im Schachverlag Hans
Hede=
wigs Nachf. Curt Ronniger, Leipzig C 1.
Per=
thesſtraße 10, erſchienen.
Wozu raucht man Zigaretten?
3
5
4
2
a ban bel che chi ei hei na ne ra ſä
ſter ur zeb
Obige Silben ſetze man buchſtabenweiſe in die
Quadrate, ſo daß die ſenkrechten Reihen Wörter
von folgender Bedeutung enthalten: 1 Einhufer,
2 Männername, 3 Blume, 4 Waffe, 5. fernes
Reich, 6 deutſcher Dichter, 7 Baum. — Die
An=
fangsbuchſtaben beantworten obige Frage.
Carl Deubel.
Ein Sprichwort.
Anger Keile, Bluſe, Lauer, Birne, Lilie, Hauer,
Stock, Weile, Alter, Bruſt, Mütze, Organ, Stirn,
Froſt, Eifer, Mitte. Heine Kabel, Pfund, Hebel,
„Minne Norne.
In obigen Wörtern ſind die Mittelbuchſtaben
durch andere zu erſetzen, ſo daß wieder bekannte
Hauptwörter entſtehen, deren Mittelbuchſtaben
ein Sprichwort nennen. Zwei a, fünf e, ein
zwei g, ein i, zwei k, drei l, ein m. fünf n. ein ü.
Carl Deubel.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 22.
Wer weiß?
ETVSLKNTSE
MIACAAET
DERHUT
EPECEUTZ
PSNANKLHEE
„Der Hut”.
Magiſche Quadrate.
I.: Navo, 2 Arad 3 Pali, 4 Odin;
II.: 1 Leon, 2 Eibe, 3 Obſt, 4 Netz.
„Napoleon”.
Zwei gern Gemiedene.
1 Aufſatz, 2. Pola, 3 Offenbach, 4 Thüringen,
5 Europa, 6 Kilometer, 7 Eiſenerz, 8 Rückert.
„Apotheker — Zahnarzt”.
Re
Ahnungslos.
Hier ſind verſchiedene Nadio=Apar
wollen Sie einen für lange oder für k.
Wellen?”
„Ganz kurze, ſo kurz wie möglich, ich h
nur ein ganz kleines Zimmer.”
Beſte Quelle. „Wieſo wiſſen Sie denn
den intimſten Vorgängen bei Schmidts ſo
„Wir hatten dieſen Som
nau Beſcheid?"
während ihrer Ferienreiſe den Papagei
uns
Training. „Wiſſen Sie auch, was ein F
ſchauſpieler alles machen muß?” fragte der
giſſeur. „In dieſem Beruf iſt es gar nicht,
gewöhnlich, daß man eine Treppe mit 30
fen in ein Faß mit Waſſer hinuntergewo
wird.”.
„O, da bin ich ganz der Richti
erwiderte der Bewerber. „Ich war vier,
lang Kaſſier für ein Abzahlungsgeſchäft.
Zwiſchenzuſtand. „Warum hat denn
Mädchen den Hut auf dem Kopf.
iſt heute früh angetreten, und ſie iſt ſich
nicht ſchlüſſig, ob ſie bleibt.”
Lächerlich. Frau Kulicke kam vom Land
die Stadt, um hier eine alte Bekannte zu
ſuchen, die in einem großen Hotel abgeſti
war. Sie war noch niemals in einem ſo
ganten Gaſthof geweſen und fragte ſich n
ſam nach der Zimmernummer durch. Sehr
geregt ſtand ſie ſchließlich vor dem Lift, vor
ein kleiner Boy ſtand, der zu ihr ſagte: „We
„Jawohl”, ſagte
Sie hinauffahren?”
„aber nicht mit ſo einem kleinen Kerl wie
du biſt ſicher nicht imſtande, mich in ſo ei
Dina vier Treppen hinaufzuziehen!“
Seine Definition. „Kannſt du mir eFfl0
was Nichts iſt?” fragte der Lehrer. — „Nick
Ein Luftballon ohne ſeine Hülle.”
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verbe
[ ← ][ ][ → ] den Sergen.
kur jene, die Hochtouren unternehmen wollen,
hen eine ausgeſprochen „ſchwerſportliche
jachung, die man früher einmal für alle
gsausflüge beſitzen zu müſſen glaubte.
erade in den letzten Jahren haben ſich
ich die Verhältniſſe inſofern weſentlich
ge=
t, als einerſeits die höher gelegenen
Aus=
orte durch den Bau von Straßen und Wegen
loſſen und andererſeits durch die Einfüh=
für den Bergſport darſtellen. Wie ſich dieſe
neu=
modiſche Idee in der Praxis ausnimmt, zeigt
unſer erſtes Bild. Man ſieht hier den
leicht=
glockigen Rock aus waſſerdichtem Leinen und
dazu die ſchmalgegürtete, höchverſchließbare Jacke
aus demſelben Materiale. Eine
Pullmann=
kappe aus dem gleichen Gewebe ſichert den „
ge=
ſchloſſenen” ſportlichen Eindruck. Meiſt ſind dieſe
Koſtüme grau=grün oder khaki=farben und
wer=
den — um monotone Wirkungen zu vermeiden
mit einem grell=ſchattierten Sportſchal
kombi=
niert.
glockigen Rock und eine kurze Jacke, ſo daß man
ſie an warmen Tagen einfach um die
Schul=
tern hängen kann und kaum als Ballaſt
emp=
findet. (Letzte Skizze.) Die kurzärmelige
Hemd=
bluſe (ſelbſtverſtändliche Ergänzung jedes
Sport=
koſtüms!) iſt aus einem gut waſchbaren
Mate=
rial hergeſtellt und läßt ſich in kürzeſter Zeit
reinigen, was bei Gebirgsreiſen oft inſofern
ſehr wichtig iſt, als es hier häufig vorzukommen
pflegt, daß die Touriſtin mit der
Inſtandhal=
tung der Garderobe abſolut auf ſich ſelbſt
an=
gewieſen iſt.
Willy Ungar.
öffentlicher Autolinien viel leichter
zu=
lich gemacht wurden.
s wäre ein Irrtum, zu behaupten, daß
da=
der „Salon=Touriſtik” Konzeſſionen gemacht
en ſeien; es iſt vielmehr die Mentalität
andere geworden: man iſt nämlich endlich
er Ueberzeugung gelangt, daß es in
An=
cht der kurzen zu Gebote ſtehenden freien
anſtatt „dauermarſch=ambitioniert” zu
bedeutend vorteilhafter wäre, das
Aus=
ziel ſo raſch als möglich zu erreichen und
in friſcher Höhenluft die wenigen Stunden
und ganz zu genießen. Natürlich entſpricht
geänderten Auffaſſung auch eine konforme
ſche Einſtellung.
e ſchweren Sportkleider ſind (von
Einzel=
abgeſehen) überflüſſig geworden und man
immer wieder eine Aufmachung, die ſich
dituation und den jeweiligen Erforderniſſen
g anpaßt, alſo eine ſchicke, ſtrapazierfähige
lugsgarderobe, die gegebenenfalls ſogar in
Stadt verwendbar ſein muß, da wir — die
die Mode „brauen”, einſehen lernen mußten,
ſelbſt die eleganteſte Frau darauf
ange=
n iſt, „mit Waſſer zu kochen”.
arin liegt aber keineswegs ein Abſtieg
ſcher Schaffenskraft, ſondern ganz in
nteil; ein unerhörter Anſporn, da das
tſtück vollbracht werden muß, bei weitaus
igeren Mitteln die gleichen Wirkungen zu
en.
denn von der Ausflugs= und Gebirgs=
Gar=
e geſprochen wird, ſo müßte man ſich vor
Dingen darüber klar ſein, ob es ſich um
kleinen Spaziergang ins Grüne, alſo in
nächſte Umgebung der Stadt, handelt oder
um einen längeren Ausflug, der einen
icherweiſe auch in größere Höhen führt. In
in Falle nämlich muß auch mit der
Mög=
ell eines Wetterſturzes gerechnet, werden
im Zuſammenhang damit für eine
ent=
hende Dreß geſorgt ſein.
In netter Gedanke ſind die neueſten „
Regen=
ne”, die man natürlich auch in der Stadt
En kann, und die eine „Allwetteraufmachung”
Falls man längere Zeit im Gebirge zu
ver=
bringen gedenkt, iſt natürlich auch eine
Auf=
machung für heiße Tage unerläßlich; für ſolche
Fälle ſind unſtreitig die ſogenannten „Cardy=
Kleider” am praktiſchſten, die aus einem „Trag.
kombiniert
kleide” und einer „Bauernbluſe‟
werden und ſich ganz allerliebſt ausnehmen.
(Figur 2.)
Eine Zuſammenſtellung von buntem, farb=
und lichtechtem Leinen oder Kreton mit weißem
Batiſt wirkt jugendlich und flott.
Für regneriſches Wetter und für kühle
Ge=
birgstage wird man auf eine ſchützende Umhülle
nicht verzichten können.
Die kurze Jacke, die nicht genügend gegen
Wind und Wetter ſchützt, iſt eben in dieſem Falle
oft unzureichend. Ein langer Mantel hingegen
würde beim Ausſchreiten hinderlich ſein, ſo daß
man ein Kompromiß ſchließt und ſich zu dem
dreiviertellangen Paletot bekennt, der aus einem
leichten, imprägnierten Loden oder aus dem
ſo=
genannten „Zeltblattſtoff” verfertigt ſein kann.
Daß die Form ſolcher Umhüllen ſtreng=ſachlich
zu ſein hat, iſt ſelbſtverſtändlich; am beliebteſten
ſind die verſchiedenen, mit einem Sattel und
daraus hervorkommenden langen (oben
feſtge=
ſteppten) Faltenbahnen verſehenen und mit
einem Sämiſchgürtel zuſammengehaltenen
Pale=
tots (vorletztes Bild).
Wenn man die Reiſe=Dreß und die
bergſport=
liche Aufmachung zu einem Stück vereinigen
will (was immer notwendig iſt, wenn
Eiſen=
bahn= und Auto=Fahrten mit größeren
Berg=
touren abwechſeln), alſo in kurzer Zeit ein
großes „Programm” abgewickelt werden ſoll,
wird man ſich zweifellos für ein Koſtüm
entſchei=
den, das allerdings weder in ſeiner Farbe noch
in ſeiner Form auffällig ſein darf, ſondern
jenen zeitloſen „Neutral=Stil” wahren ſoll, der
immer beifällig beurteilt wird. Ein in=ſich=
ge=
muſterter, alſo karierter, geſtreifter oder
ge=
ſprenkelter Stoff iſt immer zweckentſprechend und
eignet ſich ausgezeichnet für einen faltigen oder
Die „Couch”
zweifellos eines der markanteſten Stücke der
modernen Wohnung, verdient ungeteilte
Auf=
merkſamkeit, denn ſie iſt nicht nur Sofa und
Ruhebett, ſondern auch Schlafſtelle; ſie wird —
der originellen Wirkung und der praktiſchen
Einteilung wegen oft mit einem kleinen
Schränkchen in Verbindung gebracht.
Gelegent=
lich begnügt man ſich mit einem „anſchließen=
den” Bücherkäſtchen, das durch eine praktiſche
„Abſtufung” eine Platte freigibt, die als
Tiſch=
chen und Ablage für Bücher, Rauchzeug u. ſ. f.
ausgezeichnet geeignet erſcheint. (Bild 1.)
Manche dieſer Schränkchen, die mit der
„Couch” zu einem geſchloſſenen Ganzen
ver=
einigt werden, ſind in eigenartigſter
Ausfüh=
rung „unterteilt” Sie bergen dann ein Fach
ür das Likör=Service, darunter eine Lade für
kleines Gebäck u. ſ. f., rechts oben ein offenes
Fach für ein paar Bücher und darunter einen
durch eine Türe verſchloſſenen Raum, in dem
man etwa das Rauchzeug unterbringen kann
Die obere Platte dieſes Schränkchens iſt nicht
nur als angenehme Lehne zu betrachten,
ſon=
dern ſtellt auch ein vorzügliches Poſtament für
die moderne Leſelampe dar. (Skizze rechts
Willy Ungar.
unten.)
Das Reiſe=Plaid
Die Mode hat — trotz der Not der Zeit —
(man muß dies zu ihrem Ruhme ſagen!)
keiner=
lei Stillſtand zu verzeichnen und Tag für Tag
entſtehen Neuheiten, die durch die ſcheinbar
ſelbſtverſtändliche Löſung einer beſtimmten
Garderobefrage die Aufmerkſamkeit auf ſich
enken.
So zum Beiſpiel war man bisher gewöhnt,
für eine längere Fahrt (beſonders aber für
Schiffsreiſen) ein Plaid vorzuſehen, das früher
natürlich nur als Decke in Frage kam.
N—4—
Jetzt aber — man ſieht, daß wir in einer
Zeit leben, die ſelbſt in der Mode das
prak=
tiſche Moment betont wiſſen will! — wünſcht
man, daß jedes Stück vielerlei Möglichkeiten
in ſich berge, ſo daß ſogar aus der weichen,
ſchmiegſamen Reiſedecke neue Wirkungen zu
holen verſucht werden.
Man hätte hier nämlich nichts anderes zu
tun, als in die Mitte der Decke einen ſpitzen
Ausſchnitt einzuſchneiden und die Decke über
den Kopf zu nehmen, womit auch ſchon die
ſchottiſche Cape=Umhülle gegeben iſt, die ſich —
wenn ſie ſchick getragen wird, ſehr apart
aus=
nehmen kann (Skizze) und ſicherlich für
Schiffs=
reiſen in ihrer zwiefachen Verwendung (als
Umhülle und als Plaid=Decke!) viele
Anhän=
gerinnen finden wird.
Willy Ungar.
Einfach und doch allerliebſt
ſind die „Hängerkleidchen” die die kleinen
Mäd=
chen tragen. Sie werden aus einem
waſch=
baren, leichten Materiale gearbeitet, etwa aus
paſtellfarbenem Mull (der auch mit kleinen,
ein=
geſtickten Pünktchen verſehen ſein kann), aus
zart=getöntem Batiſt, Etamin u. ſ. f.
Vorherrſchend iſt die übliche „Traghemdchen=
Type” mit doppelter Rüſche um den Ausſchnitt
und dreifacher Abſtufung am unteren Rande.
Dieſe Sommerkleidchen ſehen — da ſie ganz
leicht zu reinigen ſind — immer entzückend und
appetitlich aus. (Skizze.)
Willy Ungar.
Im Kampf gegen die Motten nicht
nachlaſſen! Wenn auch die
Haupt=
ſchwärmezeit ſchon lange vorüber iſt und damit
die Hausfrauen an ihr Vorhandenſein nicht
mehr erinnert werden, ſo ſind dieſe kleinen
„Hausſchmetterlinge” doch nicht müßig. Ihre
Raupen arbeiten in der Stille weiter und
da=
rum ſollte es keine Hausfrau verſäumen, dieſe
an ihrem Zerſtörungswerk zu hindern. Dieſes
erreicht ſie am beſten dadurch, daß ſie
regel=
mäßig wöchentlich einmal den geſamten
Pelzbeſtand ihrer Familie leicht, aber gründlich
durchklopft und den Pelz gegen den „Strich”
durchbürſtet. Das Gleiche gilt von allen
ver=
tauten, überzähligen Federbetten, Matratzen,
von den Polſtermöbeln, verwahrten
Winter=
mänteln, =Hausſchuhen, Fenſtermänteln und
wollenen Sportſachen. Wollte ſie ſich mit der
ſachgemäßen mottenſicheren Aufbewahrung
allein genügen laſſen, ſo würde ſie dann im
Winter bald hier, bald dort ihr „blaues
Wun=
der” erleben und Schäden feſtſtellen, die
oft=
mals nur vom Fachmann behoben werden
kon=
nen, wodurch unnötige Geldkoſten und Aerger
verurſacht werden.
L.
Nummer 155
latte
Tdlglladegf
Sonnfag den5.3
Morgan=Stützungsgeſellſchaft gebildet.
100 Millionen Dollar Anfangskapital der Skühungsgeſellſchaft für den New Yorker Akkienmarkk.
Die Großoanten geifen!
Zeichen der Kriſe in Amerika.
Wie das Bankhaus Morgan mitteilt, iſt für den New Yorker
Aktienmarkt eine Stützungsgeſellſchaft mit einem Anfangskapital
von 100 Millionen Dollar auf Anregung Owen Youngs gebildet
worden. Zum Treuhänder des Inſtituts iſt Morgan beſtimmt
worden. Sämtliche Großbanken beteiligen ſich mit einem gewiſſen
Prozentſatz an der neuen Geſellſchaft. Der Verwaltungsrat ſetzt
ſich aus Vertretern dieſer Banken zuſammen. Die neue
Stützungs=
geſellſchaft ſtellt das größte Mobiliſierungsunternehmen der
Bank=
finanzintereſſen ſeit dem Weltkrieg dar.
Die Lage am Geld= und deviſenmarkk.
Wie zu erwarten war, nahm der Mai=Ultimo am Geldmarkt
einen recht ruhigen Verlauf. Für Tagesgeld trat nur eine geringe
Verſteifung ein, die den Satz auf 55 Prozent anziehen ließ. Sehr
raſch jedoch ſetzte ſich wieder eine Verflüſſigung durch, und gegen
Ende des Berichtsabſchnittes war Tagesgeld bereits wieder ſtark
angeboten, ohne daß die Möglichkeit vorhanden war, alle Mengen
unterzubringen. Der Tagesgeldſatz ermäßigte ſich infolgedeſſen
auf 4,5 Proz. Unmittelbar nach dem Ultimo trat erhebliche
Nach=
frage nach Privatdiskonten in Erſcheinung. Nachdem man zum
Ultimo etwa 4½ Prozent berechnet hatte, ergab ſich ſpäter eine
Erleichterung auf 4,75 Proz.; dieſer Satz blieb nahezu die ganze
Woche in Geltung. Für Warenwechſel beſtand zu 5—5,5 Prozent
eher Nachfrage.
Am Deviſenmarkt war die ſchwache Haltung New Yorks,
be=
ſonders für Termin=Dollars, bemerkenswert, die ſich vor allem
aus Manipulationen der Baiſſe=Spekulation erklären laſſen. Das
engliſche Pfund zeigte dagegen Neigung zur Befeſtigung, ebenſo
auch der japaniſche Yen. Die Reichsmark hatte im Auslande im
allgemeinen feſtere Veranlagung, doch fehlte es an einigen Tagen
nicht an leichten Schwankungen nach unten. Ebenſo wie in der
Vorwoche ergaben ſich bei den übrigen Deviſen keine
bemerkens=
werten Kursveränderungen.
Deviſenverordnung und ausländiſcher Hausbeſik.
Seit der Neufaſſung der Deviſenvorſchriften durch die
Bekannt=
machung vom 23. Mai d. Js. dürfen auch Reichsmark=Zahlungen
an Inländer zugunſten von Ausländern nur mit Genehmigung
der Deviſenbewirtſchaftsſtelle geleiſtet werden. Dieſe Vorſchrift
trifft insbeſondere auch den Zahlungsverkehr, der inländiſchen
Hausverwalter und ſonſtigen Vertreter ausländiſcher Hausbeſitzer.
Um den Verkehr auf dieſem Gebiet nach Möglichkeit von
umſtänd=
lichen Genehmigungen zu entlaſten, iſt den
Deviſenbewirtſchaf=
tungsſtellen geſtattet worden, ſolchen Hausverwaltern eine
allge=
eine Genehmigung zur Entgegennahme von Zahlungen für
Rech=
nung des ausländiſchen Geſchäftsherrn zu erteilen. Auf Grund
dieſer Genehmigung können Mietzahlungen an den
Hausverwal=
ter ſowohl in bar wie auf ein für ihn geführtes Konto geleiſtet
werden. Der Hausverwalter kann auf Grund der allgemeinen
Genehmigung über die eingegangenen Beträge für Rechnung
ſei=
nes ausländiſchen Auftraggebers für Zwecke verfügen, die mit der
Verwaltung des Grundſtückes in Zuſammenhang ſtehen. Zur
Lei=
ſtung von Zahlungen nach dem Ausland bedarf es jedoch einer
beſonderen Genehmigung.
Berliner und Frankfurker Effektenbörſe.
Der Beginn der geſtrigen Berliner Samstagsbörſe brachte
in gewiſſem Sinne eine Enttäuſchung. Die erſten Kurſe lagen
verſchiedentlich 1—2 Proz. feſter, doch war das Geſchäft wenig
um=
fangreich. Auch wurden die höheren Kurstaxen des
Vormittags=
verkehrs, die eine Folge der verſöhnlichen Haltung Frankreichs
der neuen deutſchen Regierung gegenüber und ein Reflekt auf die
geſtrige Hauſſebewegung in New York waren, nicht erreicht. Die
Kundſchaft hatte wieder kleine Kaufaufträge hergelegt, und auch
die Spekulation, die eher noch ſchuldig iſt, nahm Deckungen und
Meinungskäufe vor; die Großbanken bremſten die Bewegung aber
etwas, indem ſie aus ihren Beſtänden abgaben. Die Feſtigkeit der
Auslandsbörſen wirkte ſich natürlich beſonders in den
internatio=
nalen Werten aus, von denen Kunſtſeideaktien bis zu 2 Prozent
höher eröffneten, und Chade mit Plus=Plus erſchienen und 7 Mk.
höher taxiert wurden. Sonſt ſind noch Siemens mit einem Gewinn
von 2,75 Proz und RWE. mit Steigerungen von je 2,5 Prozent
als beſonders feſt zu nennen. Andererſeits verloren Feldmühle
in Nachwirkung des Abſchluſſes 2 Prozent. Auch Spenska waren
mit einem Rückgang um 0,5 Mark bemerkenswert rückgängig. Ein
Zeichen dafür, daß die heutige Feſtigkeit auf anderen Motiven
baſiert als die „Inflationshauſſe” zu Beginn der Woche, iſt die
ebenfalls freundliche Stimmung am Rentenmarkt. Da man ſich
für die New Yorker Stützungsaktion für den New Yorker
Bonds=
markt günſtige Rückwirkungen aauf die internationale Börſe
ver=
ſpricht, blieb die Tendenz an den Aktienmärkten auch im Verlauf
recht zuverſichtlich, und die Aufwärtsbewegung der Kurſe machte
— allerdings nur bei vorübergehend lebhaftem Geſchäft —
wei=
tere Fortſchritte. Die führenden Werte konnten erneut bis zu 1.
Prozent anziehen, Aku gewannen weiter 1,75 Proz. Am
Pfand=
briefmarkt wurden die Kurſe bis zu 0,5 Proz. höher taxiert. Am
Berliner Geldmarkt machte die Erleichterung weitere Fortſchritte.
Tagesgeld war an der unteren Grenze ſchon mit 5,5 Proz.
erhält=
lich, Monatsgeld blieb unverändert nominell 6—8 Prozent.
Die Frankfurter Wochenſchlußbörſe eröffnete im
An=
ſchluß an den Abendbörſenverkehr in weiter feſter Haltung, wobei
in der Hauptſache die hohen Kursmeldungen der Auslandsbörſen
anregend wirkten. Die inzwiſchen erfolgte Reichstagsauflöſung
blieb auf die Börſe ohne Einfluß, wie überhaupt die
innerpoli=
tiſche Lage weſentlich ruhiger als ſeither betrachtet wurde. Von
der Kundſchaft lagen noch einige Orders vor und auch die
Speku=
lation zeigte weiteres Deckungsbedürfnis, ſo daß das Geſchäft für
eine Samstagsbörſe verhältnismäßig lebhaft war. Gegen die
Abendbörſe betrugen die Kurserhöhungen im Durchſchnitt 1
Pro=
zent. Darüber hinaus lagen Papiere mit internationalem
Cha=
rakter, wie Siemens (plus 4,5 Proz.), Aku (plus 4 Proz.) und
Chadeaktien (plus 6 Mk.) beſonders feſt. Von Chemiewerten
er=
öffneten JG. Farben mit 92,5 Proz. nur mäßig höher, dagegen
zogen Scheideanſtalt 1,25 Prozent an. Am Montanmarkt lagen
Mannesmann mit plus 1¾ Proz. feſt, während die übrigen Werte
nur unweſentlich verändert waren. Elektroaktien ſtellten ſich bis
zu 1 Proz. höher, Schiffahrtswerte lagen gut behauptet.
Reichs=
bankanteile eröffneten im Gegenſatz zur Allgemeintendenz mit
120 5 ½ Prozent niedriger und gingen ſpäter weitere ¼ Prozent
zurück, lagen aber dann wieder auf 121,75 Prozent erholt. Von
Nebenwerten gewannen Holzmann, Zement Heidelberg und
Deut=
ſche Linoleum bis zu 1,25 Prozent, Südd. Zucker 2 Proz. — Im
Verlauf trat die übliche Samstagsſtille ein und Umſätze fanden
zunächſt kaum mehr ſtatt. Später unterlag das Kursniveau
ſtär=
keren Schwankungen, vor allem J.G. Farben, doch blieben die
Kurſe gegen den Anfang gut behauptet. Die Tendenz war zwar
nicht einheitlich, die Veränderungen nach beiden Seiten waren
aber nur von geringem Ausmaß.
Der Rentenmarkt zeigte uneinheitliche Kursbildung. Während
deutſche Anleihen, einige Induſtrie=Obligationen ſowie
Auslands=
renten weitere Befeſtigungen aufwieſen, neigten Gold= und
Liqui=
dationspfandbriefe und Reichsſchuldbuchforderungen zur Schwäche.
—Tagesgeld war zu 4,25 Proz. (geſtern 4,5 Proz.) weiter ſehr
leicht:
Gründung eines „Syndikats zur Schaffung
zuſählicher Ausfuhr”.
Führende deutſche Induſtrie=Geſellſchaften haben gemeinſam
mit hamburgiſchen Ueberſeehäuſern ein „Syndikat zur Schaffung
zuſätzlicher Ausfuhr” gegründet. Das Syndikat ſoll verſuchen,
durch Kombination von Export und Import, durch privates
Zah=
lungsclearing uſw. zuſätzliche Ausfuhrmöglichkeiten zu ſchaffen
und Exportausfälle zu verhüten, ſo lange der Handel in
zahlrei=
chen Ländern durch Deviſen=Zwangswirtſchaft, Einfuhr=
Konten=
gierungen und ähnliche Maßnahmen erſchwert wird. Das
Syn=
dikat ſtellt ſich auch Nichtmitgliedern und Verbänden für Beratung
und Mitwirkung bei der Durchführung größerer
Lieferungsge=
ſchäfte nach dem Auslande zur Verfügung. Die Federführung liegt
bei der „Aktiengeſellſchaft für In= und Auslandsunternehmungen,
Hamburg‟. Das Syndikat unterhält eine Geſchäftsſtelle in
Ber=
lin. Die Syndikatsleitung liegt in den Händen eines
Arbeits=
ausſchuſſes, der aus drei Mitgliedern beſteht, in Hamburg: Rudolf
Peterſen in Firma R. Peterſen u. Co., Paul Heumann, Vorſtand
der A.G. für In= und Auslandsunternehmungen; in Berlin:
Lud=
wig Roſenthal, bisher Einzelprokuriſt der Firma M. M. Warburg
u. Co., Hamburg, der, wie wir erfahren, aus ſeiner jetzigen
Stel=
lung ausſcheiden wird, um ſich hauptſächlich den Intereſſen des
Syndikates widmen zu können. Unter anderem haben führende
Konzerne der Elektro= und Schwerinduſtrie ihren Beitritt
zu=
geſagt.
Mi
wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 1. Juni 1932. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 1. Juni berechnete
Großhan=
delsindexziffer iſt mit 96,3 (minus 0,1 v.H.) gegenüber der
Vor=
woche kaum verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten:
Agrarſtoffe 91,9 (plus 0,2 v. H.), Kolonialwaren 85,5 (minus
1,0 v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 87,4 (minus 0,3
v. H. )und induſtrielle Fertigwaren 118,2 (minus 0,2 v. H.).
Annahme der neuen Zinnreſtriktionen. Die Regierung von
Bolivien hat das Britiſche Kolonialamt von der Annahme der
neuen Vorſchläge des internationalen Zinnausſchuſſes verſtändigt.
Dieſe Vorſchläge, zu denen Nigeria und Holländiſch=Indien bereits
ihre Zuſtimmung angekündigt haben, ſehen mit Wirkung vom 1. 7.
ab eine weitere draſtiſche Beſchränkung der internationalen
Pro=
duktion auf 54 056 To. jährlich oder 33½= Prozent der Produktion
von 1929 in Höhe von 162 168 To., ſowie eine Einſtellung der
Aus=
fuhr während zweier Monate vor. Die Zinnſtatiſtik über den
Monat Mai weiſt einen Rückgang der Geſamtvorräte um 1114 To.
auf, doch iſt die Ziffer von 59 433 To. immer noch um 1400 To.
höher als vor einem Jahre. Der Abſatz war im Mai geringer,
als erwartet, ſo daß von den abgelieferten 6587 To. noch 155 To.
übrig blieben. Die malayiſchen Verſchiffungen im Juni werden
auf 4000 To. geſchätzt gegenüber einer Produktion von etwa 3100
To.; man hofft daher, daß es möglich ſein wird, die malayiſchen
unverſchifften Vorräte von 8862 To. gegenüber 6865 To. um 1000
To. zu vermindern und daß eine Beſſerung der Nachfrage auch zu
einer Verringerung der Geſamtvorräte führen wird.
Produktionsregelung in der ſüddeutſchen Baumwöllinduſtrie.
Die deutſche Baumwollinduſtrie nimmt eine einheitliche
Produk=
tionsregulierung zwecks Abſtellung des Mißverhältniſſes zwiſchen
Produktion und Abſatz und um die Preisunterbietungen zu
beſei=
tigen, vor. Wie in der GV. der Württembergiſchen
Baumwoll=
ſpinnerei und =Weberei AG. bei Eßlingen angekündigt, hat ſchon
der Verein ſüddeutſcher Baumwollinduſtrieller in Augsburg
be=
ſchloſſen, eine gleichmäßige Reduzierung der Arbeitszeit der
ſüd=
deutſchen Baumwollſpinnereien und =Webereien durchzuführen.
Mit Wirkung vom 6. Juni erfolgt eine 20prozentige
Einſchrän=
kung, wobei als untere Grenze 60 Prozent der normalen
Produk=
tionskapazität zugrunde gelegt iſt. Da ſatzungsmäß zum
Inkraft=
treten eines Beſchluſſes 80 Prozent der Mitglieder zuſtimmen
müſ=
ſen, ſo wird der Beſchluß nun tatſächlich in Kraf treten, da 87
Prozent der im Verein zuſammengeſchloſſenen Spindeln und 82
Prozent der Webſtühle zugeſtimmt haben. Auch im Verein
nord=
deutſcher Baumwollinduſtrieller werden die gleichen Beſchlüſſe
vorbereitet. Die Fabrikationskreiſe erwarten dadurch eine
weſent=
liche Verbeſſerung der Lage der Baumwollinduſtrie.
Produkkenmärkke.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Der Aufſichtsrat des Mühlheimer Bergwerksvereins. E
hat beſchloſſen, der auf den 28. Juni einzuberufenden Gen
verſammlung die Verteilung einer Dividende von 3 (7) Pro
vorzuſchlagen.
Die Fränkiſche Ueberlandwerke AG., Nürnberg, wird
das Geſchäftsjahr 1931 eine Dividende von 6 (7) Prozent
Verteilung bringen.
In den Aufſichtsrats=Sitzungen der Zſchopauer Motorenw
J. S. Rasmuſſen AG., der Audt=Werke AG. und der Horchn
AG., Zwickau, wurden die endgültige formulierten Vorſchläge
Verwaltungen der drei Firmen für deren Zuſammenſchluß un
die Uebernahme der Automobilabteilung der Wandererwerk
Schönau bei Chemnitz einſtimmig angenommen.
Die däniſchen Trikotagengroſſiſten haben ſoeben die
Ein=
lizenzen für die Monate Juni, Juli, Auguſt erhalten. Die dän
Deviſenzentrale hat dabei nur 4 bis 5 Prozent der im Vorjahr
die entſprechende Zeit zur Verfügung geſtellten Deviſenbet
freigegeben. Von dieſer Summe wurden 75 Prozent für
land und 25 Prozent für Belgien beſtimmt, ſo daß auf die
tageeinfuhr aus Deutſchland überhaupt keine Deviſen entfg
Der Londoner Goldpreis beträgt am 4. Juni 1932 für eine
Feingold 112 sh 2 d — 87,2096 RM., für ein Gramm Fein
demnach 43,2749 Pence — 2,80385 RM.
Die zwölfte Internationale Muſtermeſſe in Ljubljana (J
ſlawien) wird am 4. Juni eröffnet und dauert bis einſchlie
13. Juni. Die Muſtermeſſe in Ljubljana iſt die älteſte und gr
in Jugoſlovien.
Berliner Kursbericht
vom 4. Juni 1932
Oeviſenmarkt
vom 4. Juni 193
R H
Danatbank. . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyzd
A.E.6.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummt
Deutſche Cont. Gas
86.—
18.50
33.25
18.50
12.75
23.
14.1:
22.875
34.50
33.125
18.—
82.50
82.75
Me
Elektr. Lieferung
F. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
glöcknerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppell
Nee
61.50
92.—
Aar4
53.125
44.875
26.75
32.50
92.—
g.
23.50
33.50
23.50
Mee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali /
Agsb.=Nnrb.Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
A
26.—
157.—
54.50
60.—
16.50
102.—
12.75
24.—
64.25
15.875
27.75
Helſingfors
WVien
Prag
Budapeſt
Sofic
Holland
Oslo
Kopenhagen.
Stockholm
london
Buenos=Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. r
100 Peng”
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2.Sta.
1 Pab. Peſo
1 Dollar
1o0 Belga
100 Lire
100 Franes
Geld
7.163
51.95
12.485
3.057
170.
7.37
84.32
79.51
9.94
4309
58,87
21.63
16.61
Brief
7.177
52.05
12.,485
718
7.53
84.98
79
15.57
4.2
58.989
21.67
16.65
Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Funetrolt
fugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada
Urugn
Fsland
Tallinn (Eſtl.)
Riga
„MMifte
1100 Franken
100 Peſetat
100 Gulden
R
ilreis
100 Dinar
100 Escudos
100 Drachm.
*
1 türr
pt. 2
teanad. Dol
1 Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats
jGeld
82.30
347
82
369
13
14.14
2.
2.01
5.94
10939
7979
* Mainzer Produktenbericht vom 4. Juni. Großhandelspr
per 100 Kilo loco Mainz: „Weizen 27,75—28, Roggen 21—21
Hafer 16—18, Futtergerſte 17—17,50, Malzkeime 12—13, ſüdde
ſches Weizenmehl Spezial Null 40,60, Roggenmehl 70proz. 28—
feine Weizenkleie 10, grobe Weizenkleie 10,25, Roggenkleie 1
bis 11,50, Biertreber 11,00, Erdnußkuchen 11,75—12,25, Ko
kuchen 11,25—15,75, Palmkuchen 9,25—9,50, Rapskuchen 9—
Soyaſchrot 10,75—11,25, Trockenſchnitzel 8.25—8,50. — Tende
Ruhig.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Auch in der Woche
dem Ultimo konnte ſich das Geſchäft nicht beleben und ſelbſt
Preiskonzeſſionen, wurden nur kleine Poſten aus dem Markt
nommen. Gegen Ende der Woche zeigte ſich für deutſche (
beſſere Kaufluſt, ſo daß die Preiſe hierfür um einen Viertelp
nig anzogen, während im übrigen die vorwöchentlichen Preiſe
ſtehen blieben. Die Zufuhren in deutſcher Ware ſind weiter g
dagegen kommen infolge der Deviſenknappheit nur wenig 9
landseier auf den Markt. Es notierten in Pfg. pro Stück ab
Frankfurt a.M.: Bulgaren 5.75—6, Jugoſlaven 5,75—6, Rumä
5,5—6, Holländer 5,25—7,5, Dänen 5,25—7,75, Flandern 6,25—
deutſche Landeier 6,5—6,75, deutſche Friſcheier 5.5—7,75
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Das Buttergeſchäft
in dieſer Woche wieder eine leichte Belebung erfahren, ſo daß
Zufuhren, die ſich etwas verringert haben, geräumt wurden.
Preiſe zogen ſowohl für deutſche als auch für holländiſche Bu
etwas an. Bei letzterer bewirkten die Käufe Englands in Holl
und den Randſtaaten eine Preisſteigerung, während nach Deu
land wegen des Deviſenmanges nur wenig Ware eingeführt w
Die Verkaufspreiſe des Großhandels lauten (in Ztr.=Tonne
holländiſche Butter 129—135 deutſche Butter 124—127 RM.
Berliner Produktenbericht vom 4. Juni. Die Getreidemä
lagen heute geſchäftslos und ließen eine eigentliche Tendenz1
erkennen. In Marktkreiſen erwartet man die Regierungser
rung ſowie die weitere Entwicklung auf agrarpolitiſchem Gek
und bekundet aus dieſem Grunde allerſtärkſte Zurückhaltung.
Angebot in alten Weizen iſt an ſich keineswegs als groß zu
zeichnen, genügte aber bei der minimalen Nachfrage der Müh
um die Preiſe um 1—2 Mk. zu drücken. Neu=Weizen war 4
gegenüber nur wenig angeboten und zu Deckungszwecken
et=
gefragt, ſo daß die Preiſe hier 1 Mk. über geſtern lagen. Ros
in märkiſcher Waggonware dürfte wieder von der intervenie
den Stelle aufgenommen werden; die Marktlage iſt im gre
und ganzen unverändert. Am Lieferungsmarkt ſpiegelt ſich
kommen die Situation des Effektivgeſchäftes; „vor allem iſt
zur Tatſache, daß für Roggen keinerlei Notierungen zuſte
kamen, die völlige Marktſtagnation erſichtlich. Weizenmehle
baldigen Liederung ſind 25 Pfg. niedriger, für Herbſtlieferung
gegen 25 Pfg. höher offeriert. Größere Umſätze kamen nicht
ſtande. Das Geſchäft in Roggenmehl beſchränkte ſich auf die
kung des laufenden Bedarfs. Hafer und Gerſte ruhig und
verändert.
1Me
Lid
Fült=
109
1i2
zun
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Ka
ie Diet
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Burmſtädler und Karicnarbant Surmfrast, Ihiate ort Aressher Ou
Frankfurter Kursbericht vom 4. Juni 1932.
We
„b.271
12 %Intern.
%Baden .......
62 Bahern ......
68 Heſſen......
6% Preuß. Staat
% Sachſen ......!
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4½=Ab.
löſungsanl.. . ..
Dtſche. Anl.
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ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
69 Baden=Baden,
6% Berlin. . . b. 24
230 Darmſtadt . . . .
Dresden v.
69 Frankfurt a.M.)
Schätze v.291
6%
v. 26
Mainz ......
32Mannheimp.s7
33München b.29
6% Wiesbaden v. 28
6% Heſſ. Landesbk.
Goldoblig
5½% Heſſ. Ods.=
Hhp.=Bk.=Liquid.
4% „Kom.=Obl.
Preuß. Lds.
pfbr.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig
57.75
49.5
53.5
60
45
74.5
51.25
38‟.
31/=
40
35.75
52
48
70
50.75
74.5
64.75
69.5
Wie Lunn
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
2 Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr..
6% Naſſ. Landesbk.
5½% „ Liqu.Ob
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöf.=Anl.
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Serirk
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)..
628 Berl. Hyp. Bk.
on Liqu.=Pfbr.
% Frkf. Hhp.=Bk.
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Pfbr.=2
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% „ Lig. Pfbr.
12 Bſälz=byp.=Bk
„ Lig. Pfbr.
6% Rhein. Hyp. Bk.
ig. Pfbr..,
%„
„Goldoblig.
6% Südd. Bod.=
Cred.=Bank
5½/a
Lig. Pfbr.
6% Württ. Hhp.=B.
6% Daimler=Benz
690 Dt. Linol. Werke
6%Mainkrw. v. 26
6%Mitteld. Stahl.
6%Ver=Stahlwerke
43
70
5.
34.5
47.5
79.5
70.25
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J. 6. Farben Bonds
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41/.% Oſt. Schätze
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Türk. Admin.
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A. E. G. .......
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Zelſtoff 21
Bemberg.
Bergm. E
BrownBoverickCie. / 20
Buderus Eiſen. . ../ 26.5
Cement Heidelbe
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F. G. Chemie, Baſel137.5
Chem.Werke Albert 28.75
Chade ...
......l48
Contin. Gummiw. 81
Linoleum 30I,
Daimler=Benz ..../ 117,
Dt. Atl. Telegr. ..
Erdöl .......! 62
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917,
41
6.5
g 39.5
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ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
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Dhckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
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F. G. Farbeninduſtr.
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Felt. E Guilleaume
Frankfurter Hof.
Gelſenk. Bergwerk
Geſ f.elektr. Untern
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Oebdieh Maſchinen
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Grün & Bilfinger
Dafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hof
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. . . . .
Hochtief Eſſen ...
Holzmann, Phil.
Flſe Bergb. Stamml
Genüſſe
Junghans ......."
Kali Chemie ....
Aſchersleben
Karſtadt, R... .
Klein, Schanzlin..
Klöchnerwerke ....
Knorr C. 6. . ....
1353
32.5
12.5
40.25
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152.5
40
20
43.71
52
33.25
90.5
45
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Lahmener & Co. —,
Laurahitte ......"
Lech, Angsburg ..
Löwenbr. Münch.
itz Gebr. Darmſt.
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br. ..
Mannesm. Röhren
Mansfeld Bergb.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenban.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Oberbedarf ......
Phönix Bergbau ..
Reiniger. Gebbert
th. Braunlohlen=
Elektr. Stamm
Stahlwerke ...
Riebeck Montan.
Roeder Gebr. ..
Nütgerzwerle.
Salzdetfurth Kal
Salzw. Heilbron
Schöfferhof=Bind./
Schramm, Lackſb.
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ntag, 5. Juni 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 155 — Seite 19
KTall Bennings grober Feind.
Roman von
Rurt Siodmak
(Nachdruck verboten.)
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin 1931
ann ſtand Ralf vor dem Eingang des Lunaparkes. Die
blieſen wieder ſchallend in den Regen hinaus.
m Taxi hielt mit altem, mürriſchem Chauffeur, der einen
igen Seehundsbart ſpäzieren fuhr. Neben ihm ſaß ſein
und blickte mißtrauiſch und böſe.
Inze Avenue Hoche!”
er Wagen ratterte, jetzt war es Nacht. Der Triumphbogen
chte der Finſternis, von Scheinwerfern angeſtrahlt. Der
feur fluchte unermüdlich. Die Polſter rochen nach Näſſe,
n Kleidern.
A—
ann rollte der Wagen in eine ſtille Straße, hohe
Sand=
uſer, ſtumm, verſchloſſen, bildeten unüberſteigbare Mauern.
Jagen hielt, die Uhr klingelte.
tmodiſcher Türklopfer, ein dumpfer Schlag. Ein Diener
Tür. Er trug feierliche Eskarpins, ſein zerfurchtes
Ge=
n9
ar vornehm und abweiſend.
den An
ſch möchte Herrn Thalemann ſprechen”, ſagte Ralf.
ind weit
der Herr iſt für niemanden zu ſprechen!‟ Der Diener
ry.
ſo. die Tür wieder ſchließen.
5agen Sie ihm, ich komme von ſeiner Tochter Viktoria,
90
inem Sohn Frank!”
Das Dienergeſicht wurde blaß,
el=
indern
„Sagen Sie ihm, ich bringe einen Gruß ſeines
Jugend=
ttergeis ſrel es!"
einer dunkler Vorraum. Kerzen brannten. Es roch nach
dren, ſ
und dunklem Holz. Eine ſteile Eichentreppe mit ſchwerem
zurdit.
der führte aufwärts. Ralf wartete, er fühlte den
Revol=
ands in
ſeiner Taſche.
dn
trahlendes Licht fiel herab. Auf dem Treppenende ſtand
eingefül
iner buckliger Mann im weiten, alten Schlafrock. Er hatte
Al
inziges Greiſengeſicht, ſchlohweiße Haare, die Aermel
fie=
eit über ſeine Hände. Er hielt ſich am Geländer feſt,
herab.
Der
Zenning!” rief er dann mit ferner, winziger, erfreuter
We
te. „Da biſt du ja endlich! Komm herauf!”
Sechsunddreißigſtes Kapitel.
ils grof
ge derUf=er Diener half Ralf aus dem Mantel, die Treppenſtufen
hoch, ſteil, ſie knirſchten.
zmct
lrthur Benning!” rief das Greiſengeſicht. Es hatte glatte,
lagen
Wangen, die Naſe trat ſcharf wie ein Schnabel hervor,
r intere
ppen waren ſchmale Striche, die Augen dunkel, groß, mit
iſt
igten Lidern.
piegelt
iktorias Augen!
kalf Benning!” murmelte Ralf.
ſatürlich, Ralf Benning, das war ja Ihr Vater, Arthur
ſtliefen b Ihr Vater, ich habe Sie aber ſofort erkannt — wie
en M
ater vor dreißig Jahren, dreißig Jahren!”
W
gun
Er lief voraus, ein winziges Männlein, er ſchleppte den
linken Fuß ein wenig nach, und Ralf bemerkte, daß ſeine linke
Seite gelähmt war. Die Hand ſteckte kraftlos in dem weiten
Aermel. Wie alt war der Schlafrock, voll Vogelſchmutz, voller
Löcher. Jetzt wurden dicke alte Hausſchuhe ſichtbar, abgetreten,
mit bunten altväterlichen Rändern.
Thalemann öffnete eine Tür, die Fenſter waren mit
dün=
nen engen Gittern verſchloſſen. Es ſummte und ſang in dem
Raum, Vögel zwitſcherten, in der Ecke ſaß ein großer Papagei.
„Jacob!” rief Thalemann. Eine Stimme knarrte. Dort ſaß
ein Rabe mit langem dicken Schnabel, muſterte den Beſuch
miß=
trauiſch, er ſchrie freudig, als Thalemann ihn faßte und auf
ſeine Schulter ſetzte.
„Nehmen Sie Platz”, rief Thalemann eifrig, zog einen Stuhl
heran, wiſchte mit ſeinem langen Aermel darüber, dann beſann
er ſich. „Kommen Sie.”
Er öffnete die Tür des Nebenraumes, ein hohes dunkles
Zimmer tat ſich auf, matt fiel Licht durch bunte Scheiben. Das
Vogelgezwitſcher verſtummte.
„Mein Arbeitszimmer. Ich komme ſelten hierher”, erklärte
Thalemann ſchnell, hinkte durch den Raum, den Raben auf der
Schulter. „Ich bin lieber bei meinen Vögeln. Ich bin ein alter
Mann, und Jacob hier, hat keine Beine. Ich muß mich um ihn
kümmern! Setzen Sie ſich doch, Benning!‟ Der Rabe ſchrie
ſchrill, verſuchte nach Ralf zu hacken, verlor faſt das
Gleichge=
wicht, ſchlug mit den Flügeln. Thalemann hielt ihn feſt.
„Siehſt du, ſiehſt du —
Dann verwandelte er ſich. Er wurde zu einem ernſten,
ehr=
würdigen Greis, ſeine dunklen, großen Augen — Viktorias
Augen — betrachteten Ralf prüfend.
„Ich bin ſehr allein — ſeitdem mich meine Kinder verlaſſen
haben.‟ Er öffnete die rechte Hand, eine kleine weiße
Greiſen=
hand. „Juſt, Viktoria, Frank.
Er überlegte, ſank in ſich zuſammen.
„Juſt hat mit mir noch geſprochen, telephoniſch. Er hat mir
alles erzählt, alles, und jetzt weiß ich, ich habe auch Juſt Unrecht
getan!“
Er blickte Ralf forſchend an, mit fernen, klaren, dunklen
Augen, Augen voll Schmerz und matter Traurigkeit.
Das war der Feind, dieſer gelähmte Greis, inmitten von
Tieren. Hier faßte er ſeine Pläne, Entſchlüſſe, von hier aus
hatten der Schrecken und die Verzweiflung den Anfang
ge=
nommen.
Kratzen, dumpfes Stoßen. Dann öffnete ſich die Tür, ein
mächtiger Leonberger ſchritt würdevoll herein, blieb ſtehen, hob
den großen Kopf, betrachtete Thalemann und Ralf.
„Dick!” rief Thalemann.
Der Hund trat langſam auf Ralf zu, legte den Kopf auf
Ralfs Knie. Ralf ſah in die dunklen, aufmerkſamen, wachſamen
Hundeaugen.
„Dick geht zu Ihnen?” Thalemann wunderte ſich, dann
lächelte er, ſtreichelte ſeinen Raben. „Es iſt ſelten, daß Dick mit
Fremden Freundſchaft ſchließt, aber Sie ſind doch kein Fremder!“
Verſteckte ſich der alte Mann? Was ſchwatzte er zuſammen?
Die freundliche Begrüßung, nachdem er mit Juſt telephoniert
hatte. Juſt, der ihm, bevor er ſtarb, alles erzählt hatte. Er war
gefährlich, der alte Mann! Weshalb aber hatte er Benning
empfangen?
„Ralf Benning, ich will Ihnen etwas ſagen, hören Sie zu?”
Thalemann ſtarrte vor ſich hin, als horche er aufmerkſam in ſich
hinein. Dann nickte er langſam, bejahend.
„Das Schickſal iſt gegen uns, das haben Sie auch gedacht,
nicht wahr, das haben Sie ſich auch einmal geſagt?” Er
ſchüt=
telte traurig den Kopf. Seine geſunde Hand faßte nach Ralfs
Arm, er beugte ſich mühſam vor. Ralf blickte in die großen,
dunklen, Augen des Greiſes.
„Nicht das Schickſal, wir wüten gegen uns, und dann
machen wir feige das Schickſal verantwortlich.” Er zog ſeine
Hand zurück, lehnte ſich ſchwach in ſeinen Sruhl.
„Ich muß mit Ihnen ſprechen, Benning, ich bin ſehr froh,
daß Sie gekommen ſind, ſehr froh! Es iſt ſicherlich das Glück
meines Lebens, daß Sie mir jetzt gegenüberſitzen. Als ich mit
Juſt ſprach, hatte es den Anſchein, daß Sie niemals würden
kommen können, niemals.
Er nickte greiſenhaft, nachdenklich.
„Niemals! Das iſt das bitterſte Wort!
Ralf nahm die Hand aus der Taſche. Sie hatte dort den
Revolver umklammert, ein kühles, dunkles Stück Eiſen mit ſechs
käuflichen Toten darin. Zweckloſes Stück Eiſen! Wenn es tötete,
es war niemals wieder gut zu machen. Niemals, das bitterſte
Wort!
„Ich ein alter Mann mit hartem Herzen”, ſagte Thalemann
leiſe und traurig. „Ich habe immer gegen das Schickſal
ge=
kämpft. Ich habe gegen mich gekämpft. Jetzt ſehe ich klar, ich
habe ſiebzig Jahre gebraucht, um dieſe Weisheit zu begreifen.
Siebzig Jahre! Was iſt mir geblieben?‟ Er blickte auf ſeine
leere weiße Greiſenhand, die ſich haltlos öffnete. „Meine Kinder
ſind tot, ich habe keinen Menſchen, der an mich denkt. Alle haben
mich verflucht”, er ſtreichelte mit zitternden Fingern den Raben,
der den Kopf zum Schlaf in die Federn geſteckt hatte. „Jacob,
die Vögel, Dick geht zu Ihnen, wenn ich ibn rufe, das iſt der
Erfolg meines Lebens.”
Da ſaß der alte Man und bedauerte ſeine Taten. Ralf aber
fühlte kein Mitleid. Er hatte nur die überwältigende,
furcht=
bare Einſicht der Zweckloſigkeit der Rache, dummes, hirnloſes
Wüten von Gewalten, um ziellos zu zerſtören. Sie glaubt zu
ſtrafen, zerſchneidet das eigene Fleiſch des Rächers. Ein
zweck=
loſer Weg, mit Toten beſät.
Zwecklos! Nie! Furchtbare Worte!
(Fortſetzung folgt.)
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Seite 20 — Nr. 153
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