Darmstädter Tagblatt 1932


21. Februar 1932

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Einzelnummer 15 Pfennige

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27. Februar 2. Reichsmart und 20 Pfennig
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwarte, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſtantet.
Nummer 52
Sonntag, den 21. Februar 1932.
195. Jahrgang

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Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung ſäll jeder
Raka weg. Bankkonto Deutſche Bani und Darm=
ſtädter
und Nationalbank.

Me Memelfrage lommt ode den guuget Gerichtshof!
Memel ein Gefahrenpunkk in Europa. Kein Verkrauen in den Völkerbund.
Deutſchland fordert von den Signakarftaaken des Memel=Abkommens Achkung der Beriräge.
Likauen muß zur Rechenſchaft gezogen werden.

* Die Ohnmacht des Rakes.
Lwerden das Memelgebief nicht aus den Angen
verlieren.
Der Völkerbundsrat hat die vorläufige Erledigung des
An l=Konflikts nur mit ſeiner eigenen Ohnmacht ermög=
ſi
.! Wir durften gerechterweiſe erwarten, daß jetzt mit den
Zuern energiſch ins Gericht gegangen und ihnen in ultimati=
3wrm die Verpflichtung auferlegt werden würde, ſofort wie=
öig
ſetzliche Zuſtände im Memelgebiet zu ſchaffen und alle unter
/43 der Memelkonvention und des Memelſtatuts vorgenomme=
Maßnahmen wieder aufzuheben. So ſcharf iſt die Entſchei=
1ſt des Völkerbundsrats leider nicht ausgefallen. Er hat es
rigewagt, Litauen gegenüber jedes Entgegenkommen abzu=
ter
. Infolgedeſſen geht ſeine Entſcheidung dahin, daß
uriſtiſche Seite des Verhaltens Litauens
Saager Schiedsgericht beſchäftigen ſoll, wäh=
ᛋᛋder Kownoer Regierung auferlegt wird, keine
ryiſere Verſchärung der Lage mehr eintreten
Unſſen und ſämtliche internationalen Ver=
ſichtungen
gewiſſenhaft einzuhalten.
Nach dem Verhalten des litauiſchen Außenminiſters, der durch
1Kownoer Regierung voll gedeckt wird, ſehen wir nicht gerade
u hoffnungsvoll wegen der Erfüllung der Vorſchläge des
½s in die Zukunft. Litauen wird ſeine Verzögerungstaktik
ſe en und ſich alle Mühe geben, die durch den Putſch geſchaf=
Situation unverändert beizubehalten, wenn nicht gar noch
t: der Hand im Sinne der Kownoer Politik zu verbeſſern.
ſue deswegen werden wir aber das Memelgebiet nicht aus
Augen verlieren. Sobald ſich herausſtellt, daß der ſchlechte
17 der Kownoer Regierung anhält, werden wir erneut die
En glocke in Bewegung ſetzen und den Völkerbundsrat mobil
er.
dnn empfiehlk Einholang eines Rechtsgukachkens
Genf, 20. Februar.
Ter Völkerbundsrat, iſt am Samstag unerwarteterweiſe zur
Zandlung der Memelfrage einberufen worden, da der Ratsprä=
Uhnt Paul Boncour ſich noch heute nachmittag nach Paris zu den
(hmdlungen über die Bildung der neuen Regierung begibt.
* rat nahm den Bericht des norwegiſchen Delegierten Colban
Fhen Rechtsbruch Litauens im Memelgebiet entgegen.
In ſeinem Bericht verlangt der Berichterſtatter Colban in ſei=
Worſchlag an den Rat Feſtſtellung der jetzigen anormalen
*e im Memelgebiet und dringende Maßnahmen, um
weitere Verſchärfung der Lage zu verhindern und ſofor=
e
Bildung eines verfaſſungsmäßigen Direk=
iams
auf der Grundlage des Vertrauens des Landtages.
Les Direktorium müſſe ſich unverzüglich dem Landtag vorſtellen.
Rat müſſe darauf dringen, daß endlich der geſetzliche
ſtand im Memelgebiet wieder hergeſtellt werde,
Diechend den Beſtimmungen des Memelabkommens. Zur Klä=
Der Rechtsfrage ſchlug der Berichterſtatter vor, ein Gut=
endes
Haager Gerichtshofes einzuholen.
Litauen lehnk den Berichk ab
und droht mit Auflöſung des Landkags.
Der litauiſche Außenminiſter Zaunius lehnte den Bericht ab.
gchauptete, die gegenwärtige Mehrheit im Landtag ſtände
* fremdem Einfluß. Zaunius deutete an, daß die litauiſche
Zer ung die Auflöſung des Memellandtags in Erwägung ziehe,
I er erklärte, daß angeſichts der Haltung gewiſſer Elemente
landtags, die unter ausländiſchem Einfluß die Bemühungen
Arldung eines neuen Direktoriums zu vereiteln ſuchten, einen
a an das Land gemäß den Beſtimmungen des Memelſtatuts
Neächt notwendig ſein werde.
WBarſe Erklärung Staaksſekrekärs von Bülow.
S=gatsſekretär von Bülow gab dann in ungewöhnlich ſcharfem
aune längere Erklärung ab, in der er zunächſt betonte, daß
Memelfrage ein Gefahrenpunkt in Europa
Nen ſei. Seit 1926 ſei Litauen ein faſt ſtändiger Gaſt am
aRch. Deutichland habe an der Frage deshalb ein beſonderes
aI Ne, weil das Memelgebiet an der deutſchen Grenze liege und
Sevelkerung 700 Jahre lang zu Deutſchland gehört habe.
Mber den deutſchen Charakter der Bevölkerung ſei kein Zwei=
Nin 2 nicht olne Grund hätten die allierten Mächte dem Memel=
* Im Jahre 1924 beſondere Garantien für die Erhaltung
Aeltur gegeben. Die deutſche Bevölkerung diesſeits der
Ne Verfolge geſpannt die Entwicklung in dem Gebiet, mit dem
Durnge ine Einheit gebildet habe. Seit 1927 ſtehe das Memel=
Juter Kriegsrecht. In unerhörter Weiſe werde die Be=
Sindhnß an der Ausübung ihrer Grundrechte gehindert. Es ſei
Midt mäglich geweſen, Berichte über die Verhandlungen des
S fin der Memelfrage zu bringen. Das Verſamnlungsrecht
*t rüchſichtsles beſchkänkt. Die Autonomie ſei durch alle dieſe
Dnshiwen im weſentlichen eine Illſion geworden. Die Lage
Mac perſchärft ſeit dem Amtsantritt des früheren Kriegs=
wers
Merkas als Goyverneur. Die Ausübung des Betorechts
Hnſcdher Lem Landtag habe zu einer Lähmung der geſetzgebe=
der
Arbeiten geführt.

Einen weiteren Mißſtand bildet die Verſchleppung des Finanz=
ausgleichs
zwiſchen Litauen und dem Memelgebiet. Das Direk=
torium
ſei, da es ausſchließlich aus Mitgliedern der Mehrheits=
parteien
beſtanden habe, dem Gouverneur von Anfang an ein
Dorn im Auge geweſen. Der Fall, der den Rat beſchäftige, ſei
nur ein Glied in der Kette der Maßnahmen, die auf die Beein=
trächtigung
und Beſeitigung der Autonomie abzielten. Staats=
ſekretär
v. Bülow erwähnte ſchließlich die Bildung einer Schützen=
organiſation
aus großlitauiſchen Elementen, unter Führung
litauiſcher Ofiziere und unter Teilnahme zahlreicher Beamter.
Dieſe Organiſation übe jetzt im Memelgebiet Polizeifunktionen
aus.
Unter Verletzung des Statuts habe die litauiſche Regierung
die memelländiſchen Abgeordneten mit Gewalt von einer Reiſe
nach Genf zurückgehalten, wohl in berechtigter Befürchtung vor
einer ungeſchminkten Darſtellung der wahren Lage im Memel=
gebiet
. Staatsſekretär v. Bülow proteſtierte dagegen und wandte
ſich ſodann dem Bericht Colbans zu, wozu er u. a. erklärte: Der
Bericht erkennt den Ernſt der Situation im Memelgebiet und die
Dringlichkeit der Abhilfe an.
Ueber die Rechtsfrage hätte, wie der Bericht ſagt, ein Gut=
achten
des Haager Gerichtshofes eingeholt werden ſollen.
Die litauiſche Regierung hat jetzt ihre Zuſtimmung hierzu
verweigert. Dieſe Weigerung Litauens ſteht mit jedem
Rechtsempfinden in Widerſpruch. Staatsſekretär v. Bülow
appellierte in dieſem Zuſammenhang an die Verantwortung
des Völkerbundes. Sollte, ſo fragte der deutſche Vertreter,
infolge wirklicher oder vermeintlicher Mängel des Statuts
der Rat außerſtande ſein, die Aufgaben zu erfüllen, die ihm
das Statut zuweiſt? Mehr noch, ſollte er außerſtande ſein,
eine Aufgabe zu erfüllen, die die Weltöffentlichkeit von ihm
erwartet?
Es hak keinen Zweck, daß wir uns über den Ernſt
der Lage käuſchen.
Es iſt dem Berichterſtatter, unterſtützt von den hervorra=
gendſten
Juriſten der Signatarmächte, offenſichtlich nicht gelungen,
der Sache Herr zu werden, und das iſt nicht ſeine Schuld. Ich
warne dringend davor, ſich mit einem ſolchen Verſagen des Völ=
kerbundsmechanismus
und des Memelſtatuts abzufinden. Es wäre
für den Völkerbund faſt ebenſo niederſchmetternd, wie für die Be=
völkerung
, die durch das Memelſtatut geſchützt werden ſoll. Es
würde bedeuten, daß die Memelländer ſo gut wie rechtlos der
Willkür einer ihnen nicht wohlgeſinnten Obrigkeit ausgeſetzt wer=
den
. Die vier alliierten Hauptmächte, deren Unterſchriften dieſes
unzulängliche Memelſtatut decken, haben eine ſchwere Verantwor=
tung
auf ſich geladen. Im Intereſſe des Friedens und des guten
Einvernehmens zwiſchen den Völkern, im Intereſſe von Recht und
Gerechtigkeit richte ich daher einen Appell an ſie, an dieſe vier
Mächte. Ich wende mich jetzt und hier an ſie mit der Bitte, daß
ſie der Verantwortung Rechnung tragen, die ſie übernommen
haben, und daß ſie von den Rechten gegenüber Litauen Gebrauch
machen, die ſie ſich in Artikel 17, Abſatz 2 vorbehalten haben. Sie
haben die Möglichkeit, den Fall alsbald vor den Internationalen
Gerichtshof im Haag zu ziehen. Von dieſer Möglichkeit bitte ich
Sie, Gebrauch zu machen. Auf dieſem Wege iſt eine Entſcheidung
der Rechts= und Tatfrage möglich, und Litauen wird nicht umhin
können, ſich dem Spruch des höchſten internationalen Gerichtshofes
der Welt zu fügen.
Befremdende Erwiderung des likauiſchen
Außenminiſters.
Auf die in der Form abgewogenen, ſachlich aber ſehr
ſcharfe Rede des deutſchen Vertreters erwiderte der litauiſche
Miniſter Zaunius mit einigen Ausführungen, die ſeine völlige
Unſicherheit klar erkennen ließen. Dies ging auch daraus hervor,
daß er zum größten Befremden der Verſammlung die bei ſolchen
Auseinanderſetzungen übliche Form verletzte und dem deutſchen
Vertreter in einer Weiſe entgegentrat, die die einfachſten Geboxe
der internationalen Höflichkeit außer Acht ließ, indem er die
Ausführungen des deutſchen Vertreters als demagogiſch be=
zeichnete
. Auf die Ausführungen des Staatsſekretär v. Bülow
werde er im einzelnen nicht eingehen, da er ſeinen Ausfüh=
rungen
, die er vor acht Tagen im Rate gemacht habe, nichts
hinzuzufügen habe. Zaunius proteſtierte dagegen, daß der
Vertreter Deutſchlands ſich im Rate für die memelländiſche Be=
völkerung
einſetzte. Die Behauptung des deutſchen Vertreters,
daß Litauen nicht das Vertrauen rechtfertige, das der Rat
ausgeſprochen habe, greife die Ehre Litauens an.
Der peinliche Eindruck, den die Ausführungen des litauiſchen
Außenminiſters machten, fand ſeinen Widerhall in den darauf
folgenden Ausführungen der Vertreter der Signatarmächte der
Memelkonvention.

Die Borſchläge des Berichkerſtakkers angenommen.
Im weiteren Verlauf der Sitzung erklärte der Vertreter der
engliſchen Regierung, daß die gegenwärtige Lage im Memel=
gebiet
zweifellos unnormal ſei. Die erſte Aufgabe ſei jetzt, ein
neues Direktorium zu ſchaffen, das das Vertrauen des Landtags
habe. Er bedauere, daß Litauen die Einholung eines Gut=
achtens
des Internationalen Gerichtshofes verweigere. Der

(Fortſetzung auf Seite 2 erſte Spalte.)

* Die Woche.
In der Frage einer zweiten Kandidatur Hindenburgs für
die Reichspräſidentſchaftswahlen iſt die Entſcheidung gefallen,
und ſie iſt gefallen im Sinne einer ſicherlich großen Mehrheit
des deutſchen Volkes. Hindenburg hat ſich dem an ihn er=
gangenen
Ruf nicht verſagt. Er bringt ſeinem Volk auch dieſes
große Opfer. Das wollen wir ihm danken ſoweit nicht partei=
politiſche
Verbohrtheit die Gehirne bereits allzuſehr verwirrt hat.
Was iſt über dieſe Kandidatur nicht ſchon alles geſchrieben
und geredet worden, ohne daß man ſich allerdings die Mühe
gemacht hätte, die Frage einmal ſachlich und nüchtern zu über=
denken
. Wir haben in Deutſchland ſeit dem Jahre 1918 das ſo=
genannte
parlamentariſche Regierungsſyſtem, das grundſätzlich
eine parteipolitiſch gebundene Regierung bedingt. Daß das
unter Umſtänden nicht unbedenklich iſt, haben die Völker, die
ſchon länger mit dieſem Regierungsſyſtem arbeiten, von vorn=
herein
erkannt und infolgedeſſen verfaſſungsmäßig ſtarke Gegen=
gewichte
geſchaffen. Wir haben es in dieſen Tagen ja erſt er=
lebt
, daß z. B. der franzöſiſche Senat die von der Kammer
geſtützte Regierung Laval ſtürzen konnte. Mit dem Mottv:
Alle Gewalt geht vom Volke aus hat man es zu unſerem
Unglück in Weimar verſäumt, genügend ſtarke Gegengewichte
gegen den Reichstag zu ſchaffen. Die einzige von dem partei=
politiſchen
Getriebe des Parlaments wirklich unabhängige In=
ſtanz
iſt der Reichspräſident, der über allen Parteien ſtehen ſoll,
und deswegen auch nicht vom Parlament, ſondern vom ganzen
Volk gewählt wird. Wie wichtig das iſt hat man gerade auf
der Rechten ſchon zu Eberts Zeiten klar erkannt, nachdem ſich
bei mehr wie einer Gelegenheit ergab, daß der erſte Reichs=
präſident
bei aller Ehrenhaftigkeit der Geſinnung und trotz
ſicherlich beſten Wollens ſich nicht immer von parteipolitiſchen
Bindungen frei machen konnte. Man zog aus dieſer Erkenntnis
bei der erſten Volkswahl eines Reichspräſidenten auch die ent=
ſprechenden
Folgerungen. Man ſtellte im erſten Wahlgang nicht
den ausgeſprochenen Exponenten einer Partei, ſondern Herrn
Jarres auf und wandte ſich dann vor dem zweiten Wahlgang
an den einzigen Mann, der, hoch über allem Parteigetriebe
ſtehend, doch in ganz Deutſchland und darüber hinaus in der
genzen Welt das große Maß von Anſehen beſaß, das wir uns
für den Repräſentanten des deutſchen Volkes wünſchen müſſen,
an den Sieger von Tannenberg, an den Führer des deutſchen
Volkes in Waffen im größten aller Kriege. Was Hindenburg
in dieſen ſieben Jahren für die Feſtigung unſerer Verhältniſſe
getan, wird erſt eine ſpätere Geſchichtsſchreibung objektiv er=
weiſen
. Eines aber ſteht doch heute ſchon feſt, daß er, hoch über
allem Parteigetriebe ſtehend, unbeirrt zum Wohle des deutſchen
Volkes alles das getan hat, was ihm in dem engen Rahmen
der Verfaſſung möglich war. Die oberſte Spitze des Reiches
ſtand während der Präſidentſchaft Hindenburgs wirklich über
den Parteien. Das will man ihm jetzt auf der Rechten, die
ihn einſt gewählt, verübeln und will an ſeiner Stelle aus=
geſprochene
Parteikandidaturen aufſtellen. Es iſt ein Zeichen für
die maßloſe parteipolitiſche Verhetzung des deutſchen Volkes, daß
ſie ſelbſt vor der ehrwürdigen Geſtalt des Siegers von Tannen=
berg
nicht halt macht. Wir glauben und hoffen trotzdem, daß
das deutſche Volk in ſeiner großen Mehrheit ſich noch einen
Reſt geſunden Sinns bewahrt hat, und daß es trotz aller Parolen
von Parteien und Verbänden weiß, wem es ſeine Stimme am
Wahltag zu geben hat. Wir werden in dieſem kommenden Wahl=
kampf
vorausſichtlich alles Mögliche erleben. Um ſo notwen=
diger
erſcheint es, ſchon jetzt zu Beginn die Forderung nach
Ehrlichkeit und Anſtand nachdrücklichſt zu ſtellen. Wir haben
für den Stahlhelm trotz aller Meinungsverſchiedenheiten im
einzelnen ſtets eine ſtarke Sympathie gehabt. Wir haben auch
Verſtändnis für die peinliche Lage, in die ſich dieſe Organiſa=
tion
jetzt hineinmanövriert hat, und die ſchließlich dazu führte,
daß ſie zu wählen hatte zwiſchen ihrer Zugehörigkeit zur ſo=
genannten
Harzburger Front, auf die ſie ſich nun einmal feſt=
gelegt
hatte, oder ihrem Ehrenvorſitzenden, dem Feldmarſchall
von Hindenburg. Aber man ſollte doch eine Entſcheidung dann
nicht ſo zu verklauſulieren verſuchen wie das geſchehen. Tat=
ſächlich
liegen doch die Dinge ſo, daß man verſuchte, Hinden=
burg
für die weitere Gefolgſchaft Bedingungen zu ſtellen, und
zwar Bedingungen, deren Befolgung ihn in Konflikt gebracht
hätte mit den Pflichten, die er als Reichspräſident hat. Wäre
es etwa mit den Ehrbegriffen der Stahlhelmführung vereinbar
geweſen, wenn Hindenburg in dieſem Augenblick einen Wechſel
in der Führung der Reichsregierung zugeſagt hätte, um ſich
dadurch die Stimmen des Stahlhelms und der Rechten über=
haupt
für ſeine Wiederwahl zu erkaufen? Wir ſind überzeugt
davon, daß die Mehrheit der Mitglieder des Stahlhelms eine
ſolche Handlungsweiſe niemals verſtanden haben würde. Dann
darf man ſie aber auch dem eigenen Ehrenvorſitzenden niemals
zumuten. Darüber helfen doch alle Verſicherungen der Ehr=
furcht
und des ritterlichen Kampfes nicht hinweg.
Wie weit die Begriffsverwirrung geht, dafür nur ein Bei=
ſpiel
. Eine zwiſchen nationalſozialiſtiſcher und deutſchnationaler
Partei ſchwankende Provinzzeitung verſah dieſer Tage die Er=
klärung
des Reichslandbundes gegen Hindenburg mit der
Balkenüberſchrift Das Landvolk wählt national, d. h. alſo doch
in ſchlichtes Deutſch übertragen nichts anderes wie: Hindenburg
iſt nicht national, alſo wählt das Land einen anderen wirk=
lich
nationalen Kandidaten. Dem alten Generalfeldmarſchall
des kaiſerlichen Heeres, dem Sieger von Tannenberg, will man
die nationale Geſinnung abſprechen! Das iſt doch man
verüble uns nicht, daß wir einen anderen parlamentariſcheren
Ausdruck nicht finden eine geradezu bodenloſe Unverſchämt=
heit
. Es iſt ja allmählich zu üblem Brauch geworden, daß
einzelne Parteien oder Organiſationen das wahre National=
bewußtſein
in Erbpacht genommen haben, und daß man jeden,
der ſich über irgendeine Frage anderer Meinung zu ſein erlaubt.
als nicht national zu diffamieren verſucht. Aber wenn das
jetzt ſoweit getrieben werden ſoll, daß man auch vor der ehr=
würdigen
Geſtalt Hindenburgs nicht halt macht, dann hört doch
wirklich alles auf. Aber derartige Methoden beweiſen ja letzten
Endes nur, daß man auf der Rechten ſelbſt ſehr wohl die Pein=
lichkeit
der Lage empfindet, in die man ſich durch taktiſche Un=
klugheit
ſchließlich ſelbſt hineinmanövriert hat. Die Geſchichte
ſcheint ja leider dazu da zu ſein, daß man nichts aus ihr lern:,
Sonſt hätter ſich wohl insbeſondere die Kreiſe um Hugenberg
einmal daran erinnert, daß nichts ſo ſehr dem konſervativen
Gedanken Abbruch getan hat als die Tatſache, daß einſt durch

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Seite 2 Nr. 52
die ſture Haltung der konſervativen Partei Bismarck, der doch
ſelbſt aus ihr hervorgegangen war, dazu gezwungen wurde,
jahrelang gegen ſie zu regieren.
Die Lage des deutſchen Volkes iſt ſo ernſt, daß ein ſtarkes
nationales Bewußtſein in allen Kreiſen und Schichten der
Bevölkerung geradezu Vorausſetzung für unſere Weiterexiſten;
als Volk iſt. Und daß dieſes nationale Bewußtſein dauernd
im Wachſen iſt trotz des ſtändigen Mißbrauchs, den man in
letzter Zeit mit dem Worte treibt, das ſollten doch alle, die wir
um eine glücklichere Zukunft unſeres Volkes mit heißem Be=
mühen
ringen, mit Freuden feſtſtellen. Man ſollte endlich
Schluß machen damit, in dem politiſch Andersdenkenden einen
geiſtig oder moraliſch Minderwertigen zu ſehen, und man ſollte
doch endlich verſuchen, über die ungeheuer ernſten Probleme, die
uns alle in gleicher Weiſe berühren, zu einer ſachlichen und ver=
nünftigen
Auseinanderſetzung zu kommen , die nicht von per=
ſönlichem
Haß getragen iſt.
Die Regierung des Deutſchen Reichs iſt nach der Weimarer
Verfaſſung inſofern parteimäßig gebunden, als die Mitglieder
der Regierung im allgemeinen gleichzeilig Abgeordnete irgend=
einer
Partei ſind. Keine Regierung aber kann ihre Pflichten
der geſamten Nation gegenüber erfüllen, wenn ſie ſich nur
leiten läßt von Intereſſen der eigenen Paxtei oder der Parteie,
die hinter ihr ſtehen. Keine Regierung kann und darf der Auf=
faſſung
irgendeiner Partei hundertprozentig entſprechen. Es iſt
doch eine immerhin intereſſante Erſcheinung, daß alle wirklichen
Staatsmänner allmählich der Partei, aus der ſie hervorgegangen,
mehr und mehr entwachſen. Sie lernen im Kampfe mit der
Wirklichkeit Parteiprogramme als das erkennen, was ſie wirk=
lich
ſind. Sie lernen, daß in der Politik nicht das Entſcheidende
iſt, Höchſtforderungen aufzuſtellen, daß es nicht möglich iſt, der
Auffaſſung eines Teils der Nation hundertprozentig Rechnung
zu tragen, daß es gilt die Jutereſſen der geſamten
Nation zu erkennen, und daß Politik auch heute wie immer
die Kunſt des Möglichen iſt.
Das deutſche Volk ſollte für all das in ſeinem eigenſten
Intereſſe etwas mehr Verſtändnis zeigen, dann würde die
demagogiſche Verhetzung der Parteien gegeneinander ſehr bald
in ſich zuſammenfallen. Die Welt gleicht einem Vulkan, der
jeden Augenblick ausbrechen kann. Niemals, ſelbſt in den
Sommertagen des Jahres 1914 nicht, hatte das deutſche Volk
innere Geſchloſſenheit und Entſchloſſenheit nötiger wie heute,
niemals aber hatte unſere innere Zerriſſenheit derartige Aus=
maße
wie heute. Niemand weiß, welche Folgen ſich noch aus
der Genfer Abrüſtungskonferenz ergeben können, niemand weiß,
welche Rückwirkungen der oſtaſiatiſche Konflikt noch zeitigen
wird. Unmittelbar bedroht ſind wir von Oſten und Weſtei,
Wir aber ſtreiten uns haßerfüllt, ob dieſe oder jene Partei die
Macht im Staate ausüben ſoll,
A.

Die Vorſchläge des Berichkerſtatters angenommen.
(Fortſetzung von Seite 1 zweite Spalte.)
Appell des Berichterſtatters und der deutſchen Regierung an
die vier Unterzeichnermächte ſei ſehr richtig. Er werde dieſen
Appell ſeiner Regierung übermitteln, und zweifle nicht, daß dieſe
ihm die ernſteſte Aufmerkſamkeit ſchenken werde. Die Vertreter
der drei übrigen Unterzeichnerſtaaten des Memelabkommens,
Frankreich, Italien und Japan, ſchloſſen ſich den Erklärungen
des engliſchen Vertreters an.
Die Vorſchläge des Berichterſtatters Colban
wurden ſodann unter ausdrücklichem Vorbehalt des
litauiſchen Außenminiſters angenommen. Sie
beſtehen aus folgenden vier Punkten:
1. Gewiſſenhafte Einhaltung ſämtlicher internationaler Ver=
pflichtungen
der für das Memelgebiet in Frage kommenden Be=
ſtimmungen
.
2. Die Lage im Memelgebiet iſt außerordentlich ernſt.
Dringende Maßnahmen zur Vermeidung jeder Verſchärfung der
Lage müſſen ſofort ergriffen werden.
3. Sofortige Bildung eines rechtmäßigen Direktoriums, das
ſich dem Landtag vorſtellen und ſein Vertrauen haben muß.
4. Klärung der Rechtsfrage, ob die Abberufung des Präſi=
denten
Böttcher rechtmäßig war oder nicht, durch den Haager
Gerichtshof.
Der Haager Gerichtshof würde alſo folgende zwei Fragen
zu behandeln haben:
1. Haben die litauiſchen Behörden das Recht und unter wel=
chen
Umſtänden, das Direktorium des Memelgebietes abzu=
berufen
?
2. Im bejahenden Falle: Haben die litauiſchen Behörden in
dem vorliegenden Fall der Abberufung des Präſidenten Böttcher
und der übrigen Mitglieder des Direktoriums entſprechend
dieſem Recht gehandelt?
Nach der Annahme der Vorſchläge Colbans wurde die
Sitzung geſchloſſen.

Was ſie uns heuke zu ſagen hätken...
Dem Gedächtnis der Frühvollendeten.

Von E. W. Leonhard.
Wir können dem Volkstrauertag kaum einen
ſchöneren und tieferen Sinn geben, als wenn wir
derer gedenken, die im Weltkrieg fielen: die mit
ihrem Leben und ihrem Sterben, mit ihrem voll=
endeten
und unvollendeten Werk heute wieder
mehr denn je zu uns ſprechen wenn wir nur
hören wollen.
Manche von den blühenden Menſchen, die in dem großen
Krieg den Idealismus ihrer Jugend mit ihrem Blut beſiegelten,
haben uns nicht nur die Künſtler unter ihnen! in Zeug=
niſſen
privater Art einiges hinterlaſſen, was, leſen wir es heute,
vie auf unſere Zeit gemünzt ſcheint. Auf unſere ſchwere Zeit, die
in ihrer Not nur ertragen, nur über ſich ſelbſt hinausgeführt
werden kann durch Selbſtbeſinnung und Ernſt, durch Verant=
wortungsgefühl
eines jeden gegen alle ähnlich dem, wie es
in den Briefen und Dokumenten der Gefallenen zutage tritt.

So klingt es wie eine prophetiſche Mahnung an uns,
wenn wir bedenken, daß die folgenden Worte von Bernhard
von der Marwitz vor 18 Jahren, in einem Feldopſtbrief aus
den Vogeſen, geſchrieben wurden:
Iſt dieſe Zeit ſchwer, ſo iſt es unſere Pflicht, ſie zu lieben,
mit einem Ernſt und einer Liebe ſie zu durchdringen, die auch
manches liebgewohnte Wahrzeichen unſeres Herzens zerbricht,
aber um ſo größer und ſchöner das Echte und Geſtaltungsfähige
in ihr zur Geſtalt ruft.
Bernhard von der Marwitz war 23 Jahre, als er in den
Krieg zog. Nach drei Jahren furchtbaren Erlebens, als ihm ſein
Bruder Gebhard von einer Koſakenkugel hinweggerafft worden
iſt, ſchreibt er, er hätte erſt nicht geglaubt, daß er ihn noch über=
leben
dürfe. Auch nicht, daß er es wünſche. Aber dann fährt er
fort, allen Peſſimismus, alle aus der Not geborene Trübſal
ſtandhaft von ſich weiſend:
Heute iſt mir klar, daß das Geſchenk dieſes Lebens für
jeden, dem es zuteil geworden iſt, nur Verantwortung
beveuten kann, die zu rechtfertigen jeder freilich nur dem tiefſten
Gebot ſeines Iunern folgen muß.
Er ſollte das Geſchenk des Lebens nicht mehr lange behalten:
Ein Jahr ſpäter, am 8. September 1918 erlag er im Lazgrett
von Valenciennes ſeiner Verwundung.
Doch ſpäter iſt in Stein und Lied zu leſen,
Die im Kampfe fielen, ſind unſere Beſten geweſen.

Darmſtädter Tagblatt Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 21. Februar 1932

Vom Tage.
Im Reichstag hat die kommuniſtiſche Fraktion einen Antrag
eingebracht, worin die Auflöſung des Reichstages gefordert wird.
Die Geſamtzahl der von den preußiſchen Fürſorgeverbänden
laufend unterſtützten Wohlfahrtserwerbsloſen iſt im Januar auf
1 240 000 angewachſen.
Der Adelsmarſchall von Berg=Markienen iſt als Vorſitzender
der Deutſchen Adelsgeſellſchaft zurückgetreten.
Unter Hinweis auf gewiſſe Vorkommniſſe in Danzig bei einer
Feier polniſcher Studenten am 2. Februar und die wegen der be=
kannten
Memelvorgänge außerordentlich beſorgte Stimmung in
der ganzen Provinz Oſtpreußen hat der Provinzialausſchuß eine
Entſchließung gefaßt, in der er die Reichsregierung darum bittet,
alle nur denkbaren Maßnahmen zum Schutze des bedrohten Oſtens
zu treffen.
Die Vorführung des Königin=Luiſe=Films iſt vom litauiſchen
Kommandanten für das ganze Memelgebiet verboten worden mit
der Begründung, daß die gegenwärtige Lage eine derartige Film=
vorführung
nicht zulaſſe.
Anfang März wird ſich der volniſche Marſchall Pilſudſki nach
Suczawa in Rumänien begeben, um dem rumäniſchen Regiment,
deſſen Ehrenkommandant er iſt einen Beſuch abzuſtatten. Bei
dieſer Gelegenheit wird er auch nach Bukareſt kommen, wo er
Gaſt des Königs Karol ſein wird.
Der belgiſche Finanzminiſter Houtart iſt am Samstag zurück=
getreten
. Man macht ihn im allgemeinen für die augenblicklichen
Finanzſchwierigkeiten verantwortlich. Die Leitung des Finanz=
miniſteriums
hat der Miniſterpräſident Renkin ſelbſt übernommen,
wobei das von ihm mitbetreute Innenminiſterium von dem katho=
liſchen
walloniſchen Abgeordneten Carton vorläufig verwaltet
wird.
Die geſamten Schulden der Stadt London betragen, wie offi=
ziell
mitgeteilt wird. 149 Mill. Pfund. Gegenüber bem Vorjahre
zeigt ſich eine Zunahme um rund 4 Millionen Pfund.
Der Stand der iriſchen Wahlen war am Samstag nachmittag:
Repuhlikaner 66. Regierungspartei 50. Unabhängige einſchließlich
vier Farmer 15. Arbeiter einſchließlich Unabhängige Arbeiter 9.
Der Führer der Arbeiterpartei O'Connell iſt geſchlagen worden.
Das endgültige Ergebnis wird nicht vor Montag bekannt werden.
Der amerikaniſche Senat hat den Geſetzentwurf Glaß, das
ſogenannte Kreditausweitungsgeſetz des Federal=Reſerve=Syſtems,
mit großer Mehrheit angenommen.
Der ehemalige argentiniſche Miniſterpräſident Irigoyen iſt
durch einen Erlaß der Regierung begnadigt worden. Irigoyen
iſt erlaubt worden, in die Hauptſtadt zurückzukehren.

teilt uns die Kriegerkameradſchaft Haſſia (der
Heſſiſche Landesverband des Deutſchen Reichskriegerbundes Kyff=
häuſer
) folgendes mit:
Wenn unſerem Verbande der Vorwurf gemacht wird, daß
wir für unſeren Ehrenpräſidenten, den Generalfeldmarſchall, in
der Oeffentlichkeit eingetreten ſind, ſo wird dabei meiſtens über=
ſehen
, daß wir hierbei getreu den Grundſätzen des Kyffhäuſer=
bundes
lediglich Kameradſchaft üben und nichts weniger als
Parteipolitik treiben. Unſer Feldmarſchall iſt in der letzten Zeit
der politiſchen Erregung von allen Seiten perſönlich derart an=
gegriffen
worden, daß es direkt erſchütternd für einen alten
Soldaten wirken muß. Für uns gab es trotz vieler Bedenken
ſchließlich keinen anderen Entſchluß mehr, als dem Generalfeld=
marſchall
das perſönliche Vertrauen ſeiner alten Soldaten in
dieſer für ihn ſo ſchweren Zeit auszuſprechen, um ſo mehr, als
er es von uns, als unſer Ehrenpräſident, erwartete.
Das Eintreten des Kyffhäuſerbundes für den Herrn Geuerai=
feldmarſchall
geſchah ohne Abſicht, irgendeinen Zwang auf die
Kameraden auszuüben betreffend die Wahl des neuen Reichs=
präſidenten
. Jeder kann den Kandidaten wählen, den er für
den richtigen hält.
Der Reichskriegerbund Kyffhäuſer konnte aber nicht länger
mit anſehen, daß die Perſon des Generalfeldmarſchalls dauerno
verunglimpft wurde in einer Weiſe, die eines alten Soldaten
unwürdig iſt. Für uns gab es auch in dieſem Falle keine
Parteipolitik. Der Generalfeldmarſchall mußte mit uns rechnen
in einem Augenblick, da er Gefahr lief, von faſt allen verlaſſen
zu werden, die ihm ſonſt zujubelten. Es iſt das für uns kein
Akt der Politik, ſondern ein Akt der Kameradſchaft, den wir
dem Geringſten unter uns nicht verweigern.
Dieſer Gedanke war für uns ausſchlaggebend. Politiſch iſt
keiner von uns gebunden.
Darmſtadt, den 18. Februar 1932.
(gez.) von Oidtman.
*
Anmerkung der Schriftleitung: Wir können eine bittere
Bemerkung zu dieſer Kundgebung nicht unterdrücken. Der Vor=
ſtand
der maßgebenden Organiſation der alten deutſchen Krieger
hat offenbar leider Veranlaſſung, die Tatſache, daß der Ver=
band
dem alten Führer in Krieg und Frieden nicht die Treue
gebrochen hat, nochmals beſonders ſeinen Mitgliedern gegen=
über
zu begründen. Wir haben es weit gebracht in Deutſchland!

So heißt es in einem Gedicht des im Jahre 1915 bei Soiſſons
gefallenen Dichters Walther Heymann. Sein Wort iſt
wahr geworden, und zu dieſen Beſten rechnen wir auch Wal
ter Flex, ihn, der in ſeinem ſittlichen Wollen einer Unzahl
junger Menſchen vor allem der Jugendbewegung Führer
und Wegweiſer geworden iſt. In dem letzten Brief ſeines
Lebens, kurz bevor er am 15. Oktober 1917 bei einem Sturm=
angriff
auf Oeſel den Tod fand, erklärt er ſein Kriegsfreiwil=
ligentum
: Nicht, wie viele meinen, aus nationalem, ſondern
aus ſittlichem Fanatismus. Nicht nationale, ſondern ſitt=
liche
Forderungen ſind’s, die ich aufſtelle und vertrete. Was

*

im Harzburger Lager.

Von unſerer Berliner Schriftleitung
Die Parteien der nationalen Oppoſition kommen mit ihron
Bemühungen, einen Einheitskandidaten zu finden, nicht vom
Fleck. Allmählich fangen ihre Verhandlungen an, einen iu
miſchen Beigeſchmack zu erhalten. Von einem Tag zum anderen
werden die Entſcheidungen hinausgezogen oder als unmittelbon
bevorſtehend hingeſtellt. Zwiſchendurch läßt dann wieder d
Harzburger Front erklären, daß alle Mitteilungen über ihl
Verhandlungen müßige Kombinationen wären, und daß 8
Nennung gewiſſer Namen nur der Senfationsluſt gewiſſer Zuſ.
tungen entſpränge. Dabei weiß allmählich jedes Kind, wie
Dinge im Harzburger Lager liegen. Deutſchnalionale und Stalu=
helm
ſind ſich einig, einen gemeinſamen Kandidaten aufs
ſtellen, wenn es nicht gelingt, mit den Nationalſozialiſten Au
Einvernehmen zu erzielen. Dieſes Einvernehmen liegt gblir
in weiter Ferne. Daher auch die unter der Hand verbreitel=
Feſtſtellung der Deutſchnationalen, daß ſie noch bis zum
25. Februar, dem Tag des Reichstagszuſammentritts, Zeit hätttm
und ſich nicht zu beeilen brauchten. Mit derartigen Bemeſ=
kungen
läßt ſich aber die Uneinigkeit der Harzburger Front nitſt
verſchleiern, erſt recht nicht die endloſen Streitereien zwiſchäu
den Nationalſozialiſten und den anderen Gruppen. Die Na=
onalſozialiſten
verſteifen ſich darauf, daß ein Mann aus ihrnn
Reihen vorgeſchickt werden muß, während die anderen Partefm
täglich mit neuen Bedenken kommen, und umgekehrt die Nationen=
ſozialiſten
Vorſchläge der anderen Parteien als unannehmbür
ablehnen. Der Name Düſterberg ſteht noch immer im Vordo=
grund
, doch kommt der zweite Bundesvorſitzende des Stahlheln=
für
die geſamte Harzburger Front nicht in Frage. Man m
auf ihn wohl auch nur zurückgreifen, wenn endgültig feſtſten
daß mit den Nationalſozialiſten doch kein Geſchäft zu machen i
Am Samstag iſt wieder verhandelt worden. Am Sonntag miü
Herr Hitler dabei ſein. Wir glauben, daß auch am Montelt
noch kein poſitives Verhändlungsergebnis vorliegt.

Im Hindenburg=Lager

entwickelni ſich dagegen die Dinge viel raſcher und reibungsloſi.
Jedenfalls läßt ſich das Tempo hier mit dem der Harzburge
Front überhaupt nicht vergleichen. Der neue Hindenburl
ausſchuß ſteht. Er ſetzt ſich aus Perſönlichkeiten aller deutſchnu
Stämme und aller deutſchen Berufsſtände zuſammen, die au
kommenden Montag ihren geſchäftsführenden Ausſchuß urh
ihren Vorſitzenden wählen ſollen. Es werden bereits ve=
ſchiedene
Namen herumgereicht. Doch wird man erſt einnr!
abwarten müſſen, wie ſich der Ausſchuß entſcheidet. Es ſiel/
aber ſo aus, als ob man den Grafen Weſtarp an die Sprie
ſtellen will, deſſen Name doch in weiten Kreiſen der Bevölkerur=
einen
guten Klang hat. Vom Montag ab werden dann re
eigentlichen Wahlarbeiten des Hindenburgausſchuſſes beginnzu,
da es notwendig iſt, noch eine ganze Reihe von Unterar=
ſchüſſen
und Ortsgruppen zu bilden.

Pginlevés Miſſion geſcheiterk.
Von Rechls her keine Unkerſtühung.
Paris, 20. Februar.1
Am Samstag morgen um 4 Uhr ſah ſich Painlevé gezwunge
auf die Kabinettsbildung zu verzichten. Die Verhandlungen, die
im Laufe des geſtrigen Abends und während der Nacht zur 95
dung eines Kabinetts, das im großen und ganzen links geriſtch
ſein ſollte, fortgeſetzt hatte, ſchienen ſich günſtig anzulaſſen, ſo )4
man einen Augenblick bereits glaubte, eine propiſoriſche Kalu
nettsliſte aufſetzen zu können. Die Verteilung der einzelm
Portefeuilles führte aber ſchließlich zu den größten Schwiern
keiten. Painlevö hat vor allem die Kontinuität der franzöſiſchtd
Vertretung in Genf wahren wollen, und deshalb Tardieu gebet:!
die Führung der franzöſiſchen Delegation beizubehalten. Tarde‟
hat jedoch unter Hinweis auf ſeine Solidarität mit Laval ahef
lehnt, der ſeinerſeits nur das Außenminiſterium übernehmen
können glaubte, das inzwiſchen Paul Boncour angeboten worc
war.
Tardieu mit der Kabinektsbildung beauftragl.
Der Präſident der Republik. Doumer, empfing um 17 Uhr H
bisherigen Kriegsminiſter Tardieu. Beim Verlaſſen des Elyſe3,
um 17.25 Uhr Pariſer Zeit, teilte Tardieu mit, daß er den iI!
übertragenen Auftrag zur Kabinettsbildung angenommen har
Er werde ſich nunmehr mit ſeinen politiſchen Freunden in Ve
bindung ſetzen und die Verhandlungen mit den maßgebenden ?e
ſönlichkeiten aufnehmen.

ich von der Ewigkeit des deutſchen Volkes und von der we2
eilöſenden Sendung des Deutſchtums geſchrieben habe, hat nichkt.
mit nationalem Egoismus zu tun, ſondern iſt ein ſittlichk
Glaube, der ſich ſelbſt in der Niederlage eines Volkes verwi!e
lichen kann. Der Dichter des Wanderer zwiſchen beidel
Welten wußte auch, daß man dem Volk in Not nur heſi!
kann, wenn man ihm nahe iſt, ja daß man eine volknahe P0?
tik nur dann betreiben kann, wenn man bereit iſt, die Leide
und die Freuden des Volkes zu teilen. Und ſo würde er Ae
wohl heute, wenn er noch lebte, wieder dieſelben Worte ſags0
die er einſt aus dem Schützengraben in die Heimat ſchrieb, urd

Links: Gedenkſtein für die deutſchen Gefallenen auf dem Soldaten=Friedhof in Montdidier (Frankreich),
Rechts: Der Leuchtturm an der Stelle des einſt ſo heiß umſtrittenen Forts Douaumont, deſſen Licht an die 500 000 deltſs"
und franzöſiſchen Gefallenen erinnern ſoll, die im Kampf um Verdun den Tod für ihr Vaterland fanden=

[ ][  ][ ]

Eronntag, 21. Februar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Die Finanzlage Heſſens.
Ein Inkerview mit Finanzminiſter Kirnberger. Keine Sonderbelaſtung der heſſiſchen Beamken
Die Schulden des heſſiſchen Skaakes.

Nr. 52 Seite 3

Der heſſiſche Finanzminiſter hatte die Freund=
lichkeit
, dem Chefredakteur des Darmſtädter
Tagblatts gelegentlich einer Unterredung eine
Reihe von Fragen zu beantworten, die ſich auf die
Finanzlage Heſſens beziehen. Wir geben den In=
halt
der Unterredung nachſtehend wieder.
Es wird behauptet, in Heſſen herrſche eine verſchwenderiſche
Finanzgebarung.
Eine ſolche Behauptung kann nur der aufſtellen, der unter
fer Umſtänden die gegenwärtige Regierung anprangern will,
der keine Ahnung davon hat, welche Anſtrengungen in den
tten Jahren gemacht wurden, um die heſſiſchen Finanzen der
ſawächten Wirtſchaftskraft des Landes anzupaſſen. Ich
Mube, behaupten zu können, daß es kaum einen
trat gibt, der in der Zeit, in der ich das
anzminiſterium führe, ſo durchgreifende
rmaßnahmen getroffen hat, wie Heſſen.
DDie ſachlichen Ausgaben ſind ſeit Jahren ſo gedroſſelt
wen, daß die Grenze des Möglichen erreicht iſt. Ja, es kann
br die Frage aufgeworfen werden, ob ſich dieſe Senkung noch
der Pflicht vereinbaren läßt, die Vermögensſubſtanz nicht
nſimmern zu laſſen. So entſprechen die Bauunterhaltungs=
ſim
kaum noch der Hälfte des Satzes, wie er erfahrungsgemäß
eine ordnungsmäßige Unterhaltung der Bauwerke erforder=
wäre
. Auch die Amtskoſten werden nur noch ſoweit zur
gpügung geſtellt, um die Verwaltung notdürftig weiterführen
nnen. Die Beſchwerden, die fortgeſetzt von vielen Geſchäfts=
futen
einlaufen, beweiſen, wie leider auch die Wirtſchaft von
eſim Einſchränkungsmaßnahmen betroffen werden mußte.
DDie perſönlichen Ausgaben ſind bedingt durch die
ſuol der Beamten und durch die Höhe ihrer Bezüge. Wir
bin bis zum letzten Jahre 2700 Stellen der verſchieden=
m
Art zum Wegfall gebracht. Damit iſt aber die Ver=
werung
noch nicht abgeſchloſſen. Es iſt aber ebenſo klar, daß
ſu weitere Verminderung nur allmählich durchgeführt werden
ti-
Iſt auch im Voranſchlag für 1932 ein Stellenabbau
vorgeſehen?
Ja, auch im neuen Voranſchlag werden eine größere An=
141 Stellen wegfallen. Nachdem aber die Arbeitsloſigkeit immer
bütere Schichten ergriffen hat, wird die Regierung bei ihren
hfnahmen ſo vorgehen, daß vor allem ſolche Stellen wegfallen,
ſurch Penſionierung oder Tod frei werden.

Erſtreckt ſich dieſer Abbau auch auf die Zentralbehörden?

CGewiß, auch dort wird die bisherige Verminderung des Per=
ſobeſtandes
verſtärkt weitergeführt werden. Der neue Vor=
ſchlag
wird zeigen, daß auch hier ein Maß erreicht iſt, das die
ſchäftsführung in den Miniſterien faſt ſchon gefährdet. Man
ri dabei nicht überſehen, daß der Umfang der Arbeiten in den
mäſterien von Jahr zu Jahr anſchwillt. Mit herbeigeführt iſt
ſir Zuſtand auch gerade dadurch, daß ſich die Parteien im
imtag mit Anträgen, großen und kleinen Anfragen über=
ſrien
. Ihre Erledigung erfordert einen Arbeitsaufwand, der
h dem Kenner der Verhältniſſe nicht gering veranſchlagt wird.

fn Beamtenkreiſen herrſcht eine gewiſſe Beunruhigung,
weil man befürchtet, daß die heiſiſche Regierung im neuen
Etat bei den Beamtenbezügen noch weitere Einſparungen
wornehmen würde. Sind dieſe Befürchtungen begründet?

Die Regelung der Beſoldungsbezüge, der Ruhegehalte und
uerbliebenenverſorgung erfolgt in Heſſen nach den Vorſchrif=
Der Reichsgeſetzgebung.
Es ſcheint mir auch nicht angängig zu ſein, die
ſſiſchen Beamten ſchlechter zu ſtellen wie die
ſeamten des Reichs, der übrigen Länder und
1Gemeinden. Das würde ohne Zweifel das Anſehen und
Leiſtungskraft unſerer Verwaltung herabdrücken.
läßt aber nicht der Fehlbetrag im wirklichen Rechnungs=
eSſchluß
gegenüber dem ausgeglichenen Voranſchlag darauf
ſcließen, daß der Voranſchlag eben doch nicht mit der nöti=
gen
Sorgfalt aufgeſtellt war?

Dieſe Auffaſſung wird ohne weiteres dadurch entkräftet, daß
1 Teil des Haushalts, der in erſter Linie vom Willen der

icrrung abhängig iſt eben die Ausgaben , hinter
t) vorgeſehenen Beträgen zurückgeblieben iſt.

mun wieder wenn auch in anderer Weiſe aktuell ſind:
iue wer beherzt und beſcheiden die ganze Not und Arm=

Aeit der Vielen, ihre Freuden und Gefahren mitträgt, Hunger
* Durſt, Froſt und Schlafloſigkeit, Gefahr und Krankheit
Die, nur dem erſchließt das Volk ſeine heimlichen Kammern,
ſie Rumpelkammern und ſeine Schatzkammern. Wer mit
hen und gütigen Augen durch dieſe Kammern hindurch=
langen
iſt, der iſt wohl berufen, unter die Führer des Volkes
weten.

cte ihm, wie er ſelbſt ausſagte, das Fortgehen leicht.
Sruſt Stadler lebte als Dozent für deutſche Sprache
Literatur in Straßburg. Er war einer der erſten und
chieu, die in der kurz vor dem Kriege einſetzenden literariſchen
Strömung wirklich Weſentliches und im Ausdruck Neues

Elus ganz anderem Milien als Walter Flex, der, bevor er
den Krieg zog, jahrelang Hauslehrer geweſen war, ſtammte
trit Engelke, der junge Dichter, der neben dieſem Be=
och
den eines Tünchers hatte: auf ſchwindelnden Gerüſten
ſchen Wolken und Großſtadtrauch, wie er von ſich ſelbſt ſagt.
ic von ihm, dem Arbeiter und Dichter, der den Frieden
8 langen Lebens erhoffte, der ihm nicht vergönnt ſein
*e er zog hinaus und ſtarb drei Tage vor Waffenſtill=
ſ
0 klingt eine bedeutſame Mahnung zu uns. Sie iſt in
lem: Brief enthalten, den er an einen Freund ſchrieb, auch
wvieder in einem letzten, kurz vorm Tode:
Der in den letzten Jahrzehnten in allen Ländern Europas
emhaft aufgeſtandene Materialismus wütet in blinder Tier=
Segen ſich und zertrümmert ſich ſelbſt. Möge dieſer Selbſt=
D: bollkommen ſein, damit der reinen Vernunft zum Siege
helfen werde.
Seutſchland ruft er zu: Das Schickſal prüft und ſchlägt uns
wirft uns in unſer eigentliches Zentrum, durch das wir
er Weltbeherrſcher ſein werden, in unſere Geiſtigkeit
fützk! Ueber alles triumphiert der Geiſt!
And ähnliches hat Franz Mare geſprochen, der herrliche
Nr, der 1916 vor Verdun fiel, von dem wir die ſchönſten
wilder beſitzen: Wie ſchön, wie einzig tröſtlich zu wiſſen,

Ider Geiſt nicht ſterben kann, unter keinen Qualen, durch
Verleugnungen, in keinen Wüſten. Dies zu wiſſen,

ſgen hatten. Eines ſeiner ſchönſten, leider viel zu wenig

lannnten, Gedichte lautet:
in einem alten Buche ſteht ein Wort,
1s traf mich wie ein Schlag und brennt durch meine Tage fort,
Id wenn ich mich an trübe Luſt vergebe,
Schein, Lug und Spiel zu mir anſtatt des Weſens hebe,
ſch gefällig mich mit raſchem Siny beluge,

Der Fehlbetrag iſt ausſchließlich auf die Minderung in den
Einnahmen zurückzuführen. Die Einnahmen aber waren
veranſchlagt nach denſelben zahlenmäßigen Unterlagen, die auch
die Reichsregierung für die Entwicklung des Reichshaushalts in
1931 angenommen hatte. Keine Regierung hätte im Spätjahr
1930 bei Aufſtellung des Voranſchlags bereits erkennen können,
daß im Juli des nächſten Jahres eine Kriſe von dieſem bisher
nie erlebten Ausmaß einſetzen würde. Darum iſt es auch unge=
recht
, der Regierung deswegen Vorwürfe zu machen, ſo wenig,
wie man von ihr verlangen kann, daß ſie unerwartete Kata=
ſtrophen
in ihrem Voranſchlag berückſichtigt. Da die Schätzung
der Einnahmen ſich durchaus mit denen des Reiches deckt, ſo iſt
es auch nicht berechtigt, mir deswegen Optimismus vorzuwerfen.
Ich habe einen ſolchen nie vertreten. Aber wenn ich nicht die
Hoffnung gehabt hätte, daß auch die ſchwierige finanzielle Lage
Heſſens mit der Zeit gemeiſtert werden kann, ſo hätte ich das
Amt eines Finanzminiſters nie übernommen. Mit einer ande=
ren
Auffaſſung würde ich auch nur meine Beamten in ihrer Ar=
beit
lähmen.
Sind aber nicht die derzeitigen Schulden Heſſens zu hoch für
ein ſo kleines Land?
Heſſen hat Ende des Jahres 1931 nicht 80 Millionen Schul=
den
, ſondern nur wenig über 70 Millionen gehabt. Nach
dem Stand vom 1. Februar 1932 betragen die Staatsſchul=
den
in ihrer Geſamtheit 70,5 Millionen. Es iſt doch nicht an=
gängig
, aus dieſer Summe allein Folgerungen zu ziehen, ohne
zugleich zu prüfen, welchen Zwecken die auf dem Wege der
Anleihe beſchafften Mittel gedient haben. Nahezu 44 Millio=
nen
davon wurden für Vermögenszwecke verwendet, d. h.
in dieſer Höhe ſind in irgendeiner Form Werte dafür geſchaffen
worden. Vom volkswirtſchaftlichen Standpunkt aus wird ſich da=
gegen
kaum etwas einwenden laſſen.
Im übrigen kann Heſſen in bezug auf ſeine Schuldenlaſt einen
Vergleich mit den meiſten anderen Ländern ſehr wohl aushalten.
Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen

Halten Sie es auf die Daner für möglich, daß ein Geſchäfts=
miniſterium
gegen den Willen der Mehrheit des Landtags
regiert?
Dieſe Frage iſt ohne weiteres mit Nein zu beantworten.
Das Gedeihen des Landes und ſeiner Bevölkerung verlangt ein
vertrauensvolles Zuſammenarbeiten zwiſchen Regierung und
Volksvertretung.

in Heſſen 53,37 RM. in Bayern 61,73 n in Sachſen 59,90 in Baden 61,43 in Thüringen 80,43 in Braunſchweig 122,88 in Anhalt 74,71

Schulden.
Welchen Zwecken haben vor allem dieſe Schulden gedient?

20,7 Millionen wurden als Darlehen gegeben; darunter als
Darlehen an die produktive Erwerbsloſenfürſorge 6,8 Millio=
nen
, als Darlehen an die Kirchen auf Beſchluß des Landtags
3,9 Millionen und als Darlehen für den Wohnungsbau 1,7
Millionen, ferner 7,3 Millionen für Finanzierung des Wohnungs=
baues
. Für den Bau von Beamtenn (et= und =dienſtwohnungen
wurden 11,9 Millionen, für Neubau und Ausbau von Inſtituten,
ſtaatlichen Einrichtungen desgleichen 11,9 Millionen verausgabt.
Der Reſt von 27,5 Millionen hat dazu gedient, die Fehlbeträge
der letzten Jahre zu decken.

Entſpricht aber eine ſolche Deckung den Grundſätzen einer
geordneten Finanzverwaltung?

Laufende Ausgaben mit außerordentlichen Mitteln abzu=
decken
, entſpricht allerdings nicht den auch von der Heſſiſchen
Finanzverwaltung anerkannten Grundſätzen, und bei normalem
Verlauf der Dinge wäre auch die Heſſiſche Regierung nicht von
dieſem Grundſatz abgewichen. Sie iſt aber ebenſo wie andere
Länder durch die Not der Zeit dazu gezwungen worden. Bis
1928 waren dieſe Fehlbeträge durch Reichsvor=
ſchüſſe
gedeckt worden, weil anerkannt werden
mußte, daß die heſſiſche Wirtſchaft und mit ihr
die heſſiſchen Finanzen durch die lange Be=
ſatzungsdauer
ganz weſentlich gelitten hat. Vom
Jahre 1929 ab fielen dieſe Vorſchüſſe weg. Die dann getroffenen
Sparmaßnahmen konnten aber nicht in einem Jahre die Fehl=
beträge
beſeitigen, ohne zugleich den Verwaltungsapparat zu zer=
ſtören
und die heſſiſche Wirtſchaft noch empfindlicher zu treffen.
Es wird die vordringlichſte Aufgabe ſein, bei Beſſerung der wirt=
ſchaftlichen
Verhältniſſerdieſen Teil der Schuld abzudecken.

Glauben Sie, daß dennoch eine Koalition zuſtande kommt,
und ſind Sie bereit, in einer ſolchen Koalitionsregierung
mitzuwirken?
Die erſte Frage vermag ich nicht zu beantworten. Die Be=
antwortung
der zweiten Frage hängt in erſter Linie nicht von
mir ab. Aber auch meine Entſchließung müßte ich mir vorbe=
halten
. Der politiſche Kampf hat Formen angenommen, daß
auch die ſtärkſte Nervenkraft ſich raſch verbraucht. Auch ich ſtehe
auf dem heute vielleicht veralteten Standpunkt, daß die Ehre
des Menſchen heilig ſein ſollte und daß jede ehrliche politiſche
Ueberzeugung zu achten iſt, auch wenn man ſie ſachlich bekämpfen
muß. Da dieſe Grundſätze im öffentlichen Leben immer mehr
ſchwinden, ſo wird die Mitarbeit im politiſchen Leben für mich
immer ſchwerer.
Was mich immer wieder aufrecht erhält und was mir meine
Arbeit erleichtert, das iſt die ausgezeichnete und vortreffliche Zu=
ſammenarbeit
der höheren, mittleren und un=
teren
Beamten in meinem Miniſterium. Um die politiſche
Ueberzeugung der Einzelnen kümmere ich mich nicht. Ich habe
auch nie beobachtet, daß ſie ſich irgendwie in der dienſtlichen Arbeit
geltend gemacht hätte, und darf ſagen, daß die vorbildliche und
unermüdliche Arbeit der Beamten ausſchließlich dem Dienſte des
Landes Heſſen und ſeiner Finanzen gilt. An der Spitze meiner
Beamtenſchaft ſteht Miniſterialdirektor Dr. Schäfer,
der trotz ſeiner labilen Geſundheit eine ungeheure Arbeit bewäl=
tigt
und der die ſchwierigen Verhältniſſe immer wieder durch
ſeine reichen Erfahrungen, ſeine große Gewiſſenhaftigkeit, ſeine
unbeirrbare Sachlichkeit und ſeine ſchöpferiſche Begabung zu mei=
ſtern
verſteht. Sein Vorbild wirkt aneifernd, und ich bin über=
zeugt
, daß man mit dieſer hervorragenden Beamtenſchaft auch zu=
verſichtlich
in die Zukunft blicken darf.

Zuſammenſtoß zwiſchen Kommuniſten und Nakional=
ſozialiſten
in Offenbach.

Offenbach, 20. Februar.
Ueber die Zuſammenſtöße zwiſchen Kommuniſten und Natio=
nalſozialiſten
hören wir von zuſtändiger Stelle: In der natſoz.
Verſammlung im Stadtgarten waren etwa 800 Perſonen an=
weſend
, darunter auch zahlreiche Kommuniſten. Nach dem Haupt=
redner
, Gauleiter Mayer=Mittelfranken, verlangten die Kommu=
niſten
, in der Diskuſſion gehört zu werden. Als das abgelehnt
wurde, entſtand Lärm, doch kam es nicht zu Tätlichkeiten. Eine
Stunde nach Schluß der Verſammlung entſtanden zwiſchen Kommu=
niſten
und Nationalſozialiſten auf der Straße Zuſammenſtöße, in
deren Verlauf drei Nationalſozialiſten durch Schnittwunden er=
heblich
, aber nicht lebensgefährlich verletzt wurden. Einer der
Verletzten hat eine 15 Zentimeter tiefe Wunde im Rücken, einem
iſt die rechte Geſichtshälfte durchſchnitten, der dritte hat eine
Schnittwunde am Hals. Ein Täter wurde verhaftet und drei
Kommuniſten in Gewahrſam genommen.

Die Realſteuerſenkung für 1932.
Forderungen des Reichsſtädkebundes.

Berlin, 20. Februar.
Der Reichsſtädtebund hat unter der Vorausſetzung, daß
Sperre und Senkung der Realſteuern für das Rechnungsjahr
1932 ebenſo aufrechterhalten bleiben wie für 1931, beim Reichs=
finanzminiſter
beantragt, von Reichswegen zu beſtimmen, daß
die Länder den Gemeinden den gleichen Betrag für die Senkung
der Realſteuern im nächſten Rechnungsjahr zu erſetzen haben,
wie im Rechnungsjahr 1931. Weiter hat der Reichsſtädtebund
gefordert, daß in allen Ländern, in denen für 1931 ein Aus=
gleichsfonds
für die Senkung der Realſteuern aus der Haus=
zinsſteuer
gebildet war, dieſer auch für 1932 reichsrechtlich mie=
deſtens
in der gleichen Höhe vorgeſchrieben werde, und daß
die Mittel aus dieſem Fonds vorzugsweiſe ſolchen Gemeinden
zuzuweiſen ſind, die durch Wohlfahrtslaſten bzw. Rückgang des
Realſteueraufkommens finanziell beſonders eingeengt ſind.

Als wäre Dunkles klär, als wenn nicht Leben tauſend wild
verſchloſſene Tore trüge,
Und Worte wieder ſpreche, deren Weite nie ich ausgefühlt,
Und Dinge, deren Sein mich niemals aufgewühlt,
Wenn mich willkommener Traum mit Sammethänden ſtreicht,
Und Tag und Wirklichkeit von mir entweicht,
Der Welt entfremdet, fremd dem tiefſten Ich,
Dann ſteht das Wort mir auf: Menſch werde
ſweſentlich!"
Stadler fiel gleich in den erſten Kriegstagen. Der uns
dieſes Menſch werde weſentlich! vor 18 Jahren zurief, daß
es heute wie damals Geltung beſitzt, was hätte er Deutſchland
und der deutſchen Dichtung noch ſagen und ſchenken können,
wäre er uns nicht ſo früh entriſſen worden!

Und wenn wir heute der Toten gedenken und deſſen, was
ſie uns ſagen könnten, ſo wollen wir auch einen Spruch nicht
vergeſſen, der von einem dieſer Beſten, dieſer Frühvollendeten
ſtammt, dem 36jährigen, in der Seeſchlacht am Skagerrack ge=
bliebenen
, Gorch Fock, der da lautet:
Legt einen Kranz auf Eures Toten Heldenhügel,
aber ſchmückt mit den ſchönſten Roſen die Stirn
des Lebendigen in Eurem Herzen!

Elf Mädchen laden zum Tee.

Hertha Thiele und 10 ihrer Mitarbei=
terinnen
, die zurzeit in Darmſtadt weilen,
den Triumph ihrer Filmſchöpfung Mäd=
chen
in Uniform perſönlich auszukoſten,
hatten zum Tee ins Foyer der Traube‟
geladen. Die Preſſe und einige wenige
Herren, die in mehr oder weniger loſen
Beziehungen zu ihr oder zum Film ſtehen.
Elf entzückende junge Mädchen, eine
liebenswürdiger, ſchöner und ſchlanker wie
die andere, alle aber zum mindeſten nicht
ohne Geiſt in der Unterhaltung. Allei=
eniho
lhieſes dings dreht ſich die Unterhaltung in
erſter Linie um den Film. Ueberhaupt
und ſpeziell um Mädchen in Uniform. Hertha Thiele wohl die
Führerin, in Schlankheit, Jugend und mädchenhafter Freudig=
keit
, kaum unterſchieden von all den anderen. Blitzenden Auges,
immer bereit, ein Scherzwort in die Debatte zu werfen, die
Jüngſte, das Baby, das ſich ſelbſt allerdings kleiner Veteran
nennt. Sie hat nämlich ſchon im 4. Lebensjahr gefilmt und
nach zehnjähriger Pauſe wieder angefangen.

Von Gemeinſchaftsarbeit, von Kollektivismus iſt die Rede.
Dieſe Mädchen, vielleicht muß man dieſe jungen Damen ſagen,
die zu 90 Prozent ſicher keine Ahnung haben von dem Be=
griff
Kollektiv= oder Gemeinſchaftsarbeit, haben eine wunder=
volle
, vielleicht richtunggebende Gemeinſchaftsarbeit geleiſtet. Sie
ſind ſtolz darauf und können es. Es wird nur davon geſprochen.
Aber es kommt in der Unterhaltung durchaus kein klares Bild
heraus, was dieſe Gemeinſchaftsarbeit bedeutete, wie ſie zu=
ſtande
kam und welches ihre Ziele ſind. Beweis für die Richtig=
keit
der Behauptung, daß ſie ſelbſt nicht wußten, was ſie Großes
und Schönes taten. Schließlich kam es dieſen 100 jungen Mäd=
chen
auch garnicht darauf an, ſondern darauf, zu filmen. Was
ſie filmten und auf welcher ſozialen Grundlage, intereſſiert die
filmbegeiſterte Jugend nicht. Und doch ſchufen ſie ſo etwas
wunderbar Schönes.
Iſt es nicht vielleicht immer ſo, daß das Schönſte unbewußt
oder noch faſt unbewußt getan wird!
Wirtſchaftliches und Künſtleriſches über dieſen erſten Ge=
meinſchaftsfilm
und über die deutſche Filmgemeinſchaft zu er=
fahren
war doch notwendig, einen Mann (!) zu befragen.
Regiſſeur und (Mädchenbewahrer) Julius Meery.
Wir erfahren etwa: Den Grundſtock der Deutſchen Film=
gemeinſchaft
bildet neben Regiſſeur Carl Froelich eine Atelier=
filma
, eine Rohfilmfirma ein Kapitalgeber, die Tobis. Dazu
kommen die Darſteller. Sie treten in die Gemeinſchaft ſo ein,
daß ſie von ihrem Filmhonorar nichts oder nur ſo viel erhalten,
als ſie während der Dreharbeit zum Leben brauchen, alles übrige
ſtehen laſſen, bzw. zum Gemeinſchaftskapital beitragen. Je nach
der Höhe dieſes Kapitalbeitrages richtet ſich der evtl. Verdienſt.
Es handelt ſich alſo hier darum, Startum zu bekämpfen und
alle Mitwirkende am Gewinn zu beteiligen. Darüber hinaus=
gehend
Ziele, die mit künſtleriſchen Dingen, mit Arbeitsloſen=
fürſorge
zu tun haben, und die vielleicht in abſehbarer Zeit
zu ſehr bedeutſamen Problemen der Filmproduktion gehören.
Das ſind ſo die Dinge, um die ſich die Unterhaltung dreht,
wenn man zum Tee geladen iſt, zu 11 jungen Mädchen. Es
iſt nicht das Wichtigſte an dieſem intereſſanten Preſſeempfang.
Wichtiger vielleicht, ſicher aber feſſelnder iſt es, die liebens=
würdigen
jungen Damen zu beobachten, vielleicht auch mit ihnen
über andere Dinge als dieſen Film zu ſprechen. Die verſchie=
denſten
Intereſſen tauchen da auf. Von der lebhaften Freude,
in Darmſtadt die berühmte Madonna ſehen zu können, bis zn
der, die Ruinen der Bergſtraße kennen zu lernen. Sie ſtammen
ja meiſt aus Norddeutſchland. Aus all den blitzenden Augen
aber ſprüht Lebensfreude, tapfere Lebensbejahung und Freude
an der Arbeit, am Erfolg. Hertha Thiele ſcheint auf dem
Gebiet dieſer Gemeinſchaftsarbeit eine geradezu ideale Führerin
zu ſein, eine Führerin, die nichts anderes als das ſein will, die
im übrigen all ihre Mitarbeiterinnen als ihresgleichen anſieht
M. St.
uud behandelt.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Die japaniſche Offenſive.

Einſah der modernſten Kampfmittel: Bombenſlugzeuge, Tanks und ſchwere Arkillerie.
Erbikkerke Nahkämpfe. Die Japaner erobern Kiangwan.

Die Schlacht um Schanghai.

Erbikkerke Kämpfe um Wuſung und Kiangwan.

Schanghai, 20. Februar.
Da die Chineſen das japaniſche Ultimatum eine halbe Stunde
nach Ablauf der Friſt unbeantwortet gelaſſen hatten, gab der ja=
paniſche
Oberbefehlshaber um 7.30 Uhr (0.20 Uhr MEZ.) den Be=
fehl
, die Offenſive zu eröffnen. Punkt 7.30 Uhr eröffneten die
Japaner das Feuer, und vom Hongkju=Fort aus ſetzten ſich fünfzehn
Tanks gegen den Nordbahnhof in Bewegung. Zehn japaniſche
Bombenflugzeuge ſtiegen auf und bombardierten Schapei, wäh=
rend
andere ſtartberit waren. Um 8.15 Uhr Ortszeit begann das
Feuer der japaniſchen Artillerie mit 60 Feldgeſchützen und zwölf
ſchweren Haubitzen, und kurz darauf antworteten auch die chine=
ſiſchen
Geſchütze.
Die Japaner beabſichtigen, erſt nach mehrſtündiger Artillerie=
beſchießung
den Sturm auf die chineſiſchen Schützengräben zu er=
öffnen
. Die beiderſeitige Frontlinie reicht von der Nordgrenze der
internationalen Niederlaſſung bis Wuſung. Die ſchärfſten Kämpfe
werden ſich zwiſchen Wuſung und Kiangwan entwickeln. Die ja=
japaniſchen
Fronttruppen ſind etwa 13 000 Mann ſtark. In den rück=
wärtigen
Stellungen ſind Seeleute bereitgeſtellt worden.
Die Chineſen haben ſtarke Verteidigungsſtellungen errichtet,
die bis Kiangwan, etwa 7 Klm. nördlich von Schapei, reichen.
Auch heißt es, daß erhebliche chineſiſche Verſtärkungen eintrafen.
Zurzeit iſt der Artilleriekampf in vollem Gange.
Schapei wird fluchtartig von der einheimiſchen Bevölkerung
geräumt. Viele Tauſende haben ſich auf Dſchunken geflüchtet, da
alle Wege ſtromaufwärts mitten durch den Kriegsſchauplatz führen.

Wechſelndes Kriegsglück.

Die große Schlacht um Schanghai iſt in vollem Gange. Die
Chineſen ſetzen den japaniſchen Angriffen ſtärkſten Widerſtand ent=
gegen
.
Die japaniſchen Angriffe begannen um 9 Uhr (Ortszeit) mit
dem Einſatz von Flugzeugen. Bald darauf verſuchten japaniſche
Truppen zwiſchen Wuſung und Kiangwan vorzuſtoßen, während
bei Schapei und bei der Nord=Schanghai=Eiſenbahnſtrecke das
Feuer nur ſchwach war. Gegen 10 Uhr wurden japaniſche Stoß=
trupps
zum Angriff gegen Weſten außerhalb von Schapei und aus
dem Hongkiu=Bezirk heraus mit der Richtung auf Kiangwan ein=
geſetzt
. Ihr Ziel iſt die Wuſung=Eiſenbahn. Japaniſche Flugzeuge
eröffneten das Bombardement auf Kiangwan. Auf chineſiſcher
Seite iſt die 87. und 88. Diviſion, die Truppe des Marſchalls
Dſchiangkaiſchek, ins Gefecht gekommen, während die Japaner bis=
her
immer nur gegen die 19. kantoneſiſche Diviſion gefochten hatten
und während der Verhandlungen auch immer deren Rückzug for=
derten
.
Es gelang den Japanern, in Kiangwan einzudringen. Durch
energiſchen Gegenſtoß eroberten die Chineſen jedoch dieſen wich=

tigen ſtrategiſchen Punkt zurück. Die japaniſchen Liuien wurden
wieder zurückgedrängt. Verſteckt aufgeſtellte 10,5 Zentimeter= Ge=
ſchütze
ſetzten die von den Japanern eingeſetzten Tanks teilweiſe
außer Gefecht oder zwangen ſie zum Rückzug. Aber die Japaner
ſetzten ihre Angriffe fort und gegen 11 Uhr vormittags (Ortszeit)
war es ihnen gelungen, das Gebäude des Sportklubs wieder zu
beſetzen, das im äußeren Weichbilde von Kiangwan liegt.

Die Japaner rücken langſam vor.

Im weiteren Verlaufe der Kämpfe um Kiangwan gelang es
den Chineſen, eine japaniſche Brigade durch teilweiſe Umgehung
in eine gefährliche Lage zu bringen. Die Vorhut der Kanazawa=
Brigade war gegen 14 Uhr wieder in Kiangwan eingedrungen,
wo ſie in ſchwerem Handgemenge mit den Chineſen ſteht. Bei
dieſen Angriffen benutzten ſie Nebeltöpfe. Die japaniſchen Tanks
konnten wegen des energiſchen chineſiſchen Widerſtandes nichts er=
reichen
. Japaniſche Flugzeuge bombardieren die Wuſung=Forts,
die auch von Artilleriegranaten belegt werden. Die Japaner
haben die Stellung längs des Wuſung=Kanals
beſetzt. Inzwiſchen haben ſich die Kämpfe bei Tſchapei be=
lebt
, wo japaniſche Artillerie ein heftiges Feuer eröffnet hat.
Durch eine japaniſche Granate wurde ein chineſiſches Munitions=
lager
mit lautem Krach in die Luft geſprengt.

Erſkürmung von Kiangwan.

Nach engliſchen Meldungen aus Schanghai haben die Java=
ner
nach einem von zwei Regimentern unternommenen Sturm=
angriff
Kiangwan eingenommen. Die Erſtürmung von Kiang=
wan
durch die Japaner erfolgte um 17.30 Uhr chineſiſcher Zeit.
Durch Einſatz einer neuen Brigade konnten die japaniſchen Trup=
penteile
, die ſich in der Gefahr der Umzingelung befanden, befreit
werden. Der Sturm auf Kiangwan wurde von dem 35. und 37.
Regiment der 9. japaniſchen Diviſion erfolgreich durchgeführt.
Die Chineſen zogen ſich kämpfend zurück. Hierbei kam es an meh=
reren
Stellen zu Nahkämpfen. Die Verluſte auf beiden Seiten
ſind angeblich ſchwer. Um 19.30 Uhr Ortszeit war Kiangwan
einſchließlich des Bahnhofs in der Hand der Japaner. Der japa=
niſche
Oberbefehlshaber Uyeda hat ſein Hauptquartier in die
Futan=Univerſität am Oſtrande von Kiangwan verlegt. Nach
chineſiſchen Berichten haben die chineſiſchen Truppen vier japa=
niſche
Tanks zerſtört und zwei japaniſche Flugzeuge durch Erd=
bwehr
abgeſchoſſen.
Gleichzeitig mit dem Sturm auf Kiangwan ſetzten die Ja=
paner
ihre Bewegungen gegen Wuſung fort. Das Dorf Wuſung

ſteht in hellen Flammen, während die Wukſung=Forts noch immer
in der Hand der Chineſen ſind, obgleich ſie während des ganzen
Tages von den Japanern unter ſchwerem Geſchützfeuer liegen.

Bei Schapei konnten die Japaner bisher keine Erfolge er=
zielen
. Ein Angriff auf den Nordbahnhof unter Einſatz von
fünf ſchweren Tanks iſt in Vorbereitung.

Die chineſiſchen Behörden erklären, daß die Truppen drin=
gend
Gasmasken benötigten. Bisher konnte aber noch keine Be=
ſtätigung
ür die chineſiſche Behauptung erlangt werden, daß die
Japaner Gasgranaten verwenden.

England verfolgk die Borgänge mit größter
Aufwerkſamkeil.
London, 20. Februar.
Angeſichts der ernſten Kriſe im Fernen Oſten wurde ein be=
ſonderer
Unterausſchuß des Kabinetts für Schanghai eingeſetzt.
Die Mitglieder haben Anweiſung erhalten, ſich jederzeit für
Sitzungen bereitzuhalten und dürfen ſich auch während des

Wochenendes nicht allzuweit von London entfernen. Der Nacht=
dienſt
in der Admiralität und im Kriegsminiſterium iſt ver=
ſtärkt
worden.
Die engliſchen Schiffe vor Schanghai haben Anweiſung et=
halten
, ſich für den Fall einer Räumung von Schanghai zur
Anbordnahme von Frauen und Kindern und nötigenfalls auch
von Männern ſofort zur Verfügung zu ſtellen. Der Schanghaf==
Ausſchuß des engliſchen Kabinetts hat beſchloſſen, an der
ſtrengſten Neutralität Englands feſtzuhalten, aber
alle Maßnahmen zu treffen, um den Schutz der engliſchen
Staatsbürger und des engliſchen Eigentums von Schanghai zu
ſichern. Der Ausſchuß ſteht unter der Leitung von Baldwin.
Ihm gehören außer dem Kriegsminiſter und den maßgebenden
Perſönlichkeiten der Admiralität auch der Schatzkanzler, ſpwie
der Staatsſekretär für die Dominions und der Staatsſekretär
für Indien an.

Abkranspork von Deutſchen aus Schanghai.

* Berlin, 20. Februar. (Priv.=Tel.)
Das Auswärtige Amt hat ſich mit ſämtlichen deutſchen
Schiffahrtslinien, die am Oſtaſienverkehr beteiligt ſind, in Ver=
bindung
geſetzt und ſie gebeten, ſämtliche in den chineſiſchen Ge=
wäſſern
befindlichen Schiffe nach Möglichkeit in Schanghai an=
laufen
zu laſſen, damit ſie dort diejenigen Deutſchen mitnehmen !
können, die wegen der kriegeriſchen Ereigniſſe beunruhigt ſind
und China vorläufig verlaſſen wollen.

die Grundſätze Japans für die Anerkennung
der Ungbhängigkeit der Mandſchurei.

Tokio, 20. Februar,

Die japaniſchen zuſtändigen Stellen heben zwar die Unab=
hängigkeitserklärung
der Mandſchurei bisher noch nicht endgültig
gebilligt; es verlautet aber, daß die allgemeinen Richilinien, die
der Billigung zugrundegelegt werden ſollen, folgende ſind:
Grundſatz der offenen Tür und gleicher Handelsgelegenheit;
Schutz des Lebens und Eigentums der Ausländer und gegen=
ſeitiges
Zuſammenwirken zur Entwicklung der Hilfsquellen ver
Mandſchurei.

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Ueberſ.=Uebung von
Stud. gei Preisof,
unt. S. 97 Geſchſt.

[ ][  ][ ]

Sonntag, 21. Februar 1932

Aus der Landeshauptftadk.
Darmſtadt, den 21. Februar 1932.
Der Tarifvertrag für die Angeſtellten bei Gemeinden,
Sreis= und Provinzialbehörden. Nach langen Verhandlungen iſt
raun ein Bezirkstarifvertrag Rhein/Main entſtanden. Die An=
weſtellten
bei der Stadt Darmſtadt, dem Kreisamt, der Provin=
talbehorde
uſw. werden jetzt nach dieſem Tarifvertrag entlohnt
mſw. Ueber dieſen Tarifvertrag, ſeine Auslegung, die Eintei=
ung
uſw. wird Herr Brauſe,

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 52 Seite 5

elngeſtellten bei den vorgenannten Behörden ſind zu dieſer Ver=
mmmlung
eingeladen. Der Eintritt iſt frei. Gäſte ſind willkom=
men
. Alles nähere in der noch folgenden Anzeige.
Freihalten und Verkauf von Weidenkätzchen. Das Poli=
eiamt
teilt mit: Nach der Polizeiverordnung für den
Kreis Darmſtadt vom 4. März 1918 iſt das Freihalten und der
Verkauf von Weidenkätzchen verboten. Zur Förderung der Bie=
nenzucht
iſt es überaus wichtig, daß die Blütenſtaub ſpendenden
Sträucher, wie Weide, Haſel uſw., geſchont werden. Gegen Zu=
widerhandelnde
wird deshalb unnachſichtlich mit Strafanzeige
vorgegangen.
Vortrag des Ortsgewerbevereins und der Handwerkerver=
inigung
Darmſtadt. Der 4. Wintervortrag des Ortsgewerbe=
vereins
und der Handwerkervereinigung Darmſtadt war der
Bauſparkaſſenbewegung in Amerika England
und Deutſchland gewidmet. Ueber dieſes bedeutſame Thema
wrach im Fürſtenſaal Herr Dipl.=Kaufmann W. Mertes aus
Mainz vor einer zahlreichen und intereſſierten Zuhörerſchaft, die
ver Verſammlungsleiter, Herr Profeſſor Dr. W. Sonne in
verzlicher Weiſe begrüßt hatte. In ſeinen mehr wie einſtündigen
Ausführungen gab Redner zunächſt ein Bild der geſchichtlichen
Entwicklung der engliſchen, amerikaniſchen und deutſchen Bau=
warkaſſen
. Die engliſchen Bauſparkaſſen gehen bis in das Ende
des 18. Jahrhunderts zurück. Eingehend wurden die Vergleiche
twiſchen ihnen und den deutſchen Bauſparkaſſen gezogen. Herr
Mertes zeigte, welch große Vorteile die Bauſparkaſſen, wenn ſie
mtliche Schwierigkeiten, mit denen ſie zum Teil heute noch
kämpfen hätten, überwunden haben, für die ganze Wirtſchaft,
msbeſondere auch für die Handwerkswirtſchaft, bringen könnten.
Ss ſei nicht wunderzunehmen, daß die deutſchen Bauſparkaſſen,
vie in einer Zeit der ſchwerſten Not gegründet worden ſeien.
riit einer Reihe von Anfangsſchwierigkeiten zu kämpfen gehabt
vatten. Wo heute noch in dem Aufbau oder dem Geſchäfts=
vetrieb
von Bauſparkaſſen gewiſſe Nachteile für den einzelnen
Bauſparer enthalten ſeien, würde das neue Geſetz über die Be=
ufſichtigung
der Bauſparkaſſen durch das Reichsaufſichtsamt für
Privatverſicherungen ſich zweifellos recht ſegensreich auswirken.
Einer ganzen Reihe von Bauſparkaſſen ſei ja bekanntlich auch
bereits die Weiterführung ihres Geſchäftsbetriebs unterſagt wor=
en
. Redner kam im einzelnen auf das Syſtem und den Ge=
häftsbetrieb
der verſchiedenſten Bauſparkaſſen zu ſprechen und
chenkte insbeſondere den einzelnen Zuteilungsverfahren beſon=
ere
Erwähnung. Zum Schluſſe gab der Vortragende ſeiner
Hoffnung dahin Ausdruck, daß ſich die deutſchen Bauſparkaſſen
mmer mehr zu einem wertvollen Inſtrument nicht nur für die
eſamte Wirtſchaft, vor allem für das Schlüſſelgewerbe des Bau=
andwerks
, ſondern auch zum Wiederaufbau des deutſchen Vater=
andes
erweiſen möchten. An dieſe beifällig aufgenommenen
usführungen des Redners, dem der Verſammlungsleiter in
warmen Worten dankte, ſchloß ſich eine rege und intereſſante
lusſprache an. Zunächſt behandelte Herr Schriftleiter Süß
Mitglied des Stadtrats, das Thema vom Standpunkt des Prak=
äikers
aus und verwies in dieſem Zuſammenhang auf die Deutſche
Zau= und Siedlungsgemeinſchaften, deren beſondere Vorzüge für
en Bauſparer er beleuchtete. Herr Mertes ſen berichtete in
mtereſſanter Weiſe von Beſtrebungen der handwerklichen Orga=
iſation
in Mainz, aus eigenen Mitteln Baudarlehen für Repa=
aturzwecke
bei Privaten zur Verfü ung zu ſtellen. In dieſem
Kuſammenhang ergriff Herr Dr. Kollbach das Wort und um=
die Möglichkeiten, die hier in dieſer Hinſicht geboten ſeien.
Als Vertreter des Hausbeſitzervereins begrüßte Herr Ziegler
den Vortrag und erklärte, daß ſeine Organiſation den Bauſpar=
maſſen
ſympathiſch gegenüberſtehe. Herr Prof. Dr. W. Sonne
hloß die anregend verlaufene Verſammlung mit dem Hinweis
auf den 5. Wintervortrag am 9. März. wo Herr Stadtarchivar
Or. Müller=Darmſtadt über das Thema Vom Handwerk
us Darmſtadts Vergangenheit ſprechen wird.
Vortrag. Da der letzte Donnerstagvortrag, der die Her=
ellung
von Gerichten für die fleiſchloſe Küche behandelte,
berfüllt war und viele Beſucher keinen Einlaß finde; konnten,
Dird derſelbe Vortrag am Donnerstag, dem 25. Februar, abends
Uhr, im Ausſtellungsraum der Gaswerke. Eliſabethenſtraße
Nr. 25½, nochmals wiederholt. Das Oſterfeſt naht heran, und es
wäre erfreulich, wenn jede Hausfrau am Oſterfeſt den Feiertags=
raten
in einem neuzeitlichen und techniſch vollkommenen Gas=
erd
zubereitet. Die Freude auf ſchöne warme Frühlingstage
wird noch erhoht, wenn die Hausfrau den Küchenherd beiſeite
ellt und mit einem Gasgerät arbeiten kann, das die vielen Un=
Ennehmlichkeiten, die ſich bei Benutzung des Kohlenherdes ein=
Eellen, auf einmal beſeitigt. Kein hoher Anſchaffungspreis, an=
enehme
Zahlungsweiſe in Raten, billigſter Betrieb und erſt=
Uaſſige Kochergebniſſe ſind Vorzüge, die die Volkstümlichkeit und
allgemeine Beliebtheit der Gasgeräte bedingen Beſonderes In=
Sreſſe wird den Kleinwarmwaſſerbereitern von jeder Hausfrau
mtgegengebracht. Warmwaſſerpparate, die zu jeder Zeit heißes
Waſſer liefern, ſind gasbeheizte Apparate, die ſich durch einen
ceringen Anſchaffungspreis und niedrige Betriebskoſten auszeich=
Nen. Im nächſten Vortrag, für den Eintrittskarten im Aus=
bellungsraum
erhältlich ſind, werden ſämtliche Gasgeräte prak=
urſch
vorgeführt. Nach dem Vortrag wird jede gewünſchte Aus=
unft
erteilt. (Siehe heutige Anzeige.)
Beſichtigungsfahrt zu den Opelwerken Rüſſelsheim. Am
Smmenden Mittwoch, den 24 Februar, nachmittags 12.30 Uhr,
ſendet auf vielſeitigen Wunſch ab Heaghaus eine Sonderfahrt zu
en Opelwerken Rüſſelsheim ſtatt. An dieſer Fahrt, die hin und
irück nur 2. RM koſtet, kann ſich jedermann beteiligen. Aus=
nft
und Karten im Heaghaus, Zimmer 6, Telephon 3390.
SSiehe heutige Anzeige.)
Orpheum. Heute Sonntag zwei Vorſtellungen.
Tachmittags gelangt die heitere Bauernkomödie Das Hei=
latsbad
, bei halben Eintrittspreiſen, wobei bei Entnahme
on 2 Karten eine 3. gratis abgegeben wird, zur Aufführung.
bends iſt die vorletzte Wiederholung des Senſationsſtückes der
Meth=Bühne Spiritus oder Finden Sie, daß der Rinde=
eer
Rauer ſich richtig benimmt? bei ebenfalls kleinſten Ein=
wittsbreiſen
(Siehe Anzeige.)
Achtes Akademie=Konzert. Wie zu erwarten war, begegnet
der Klavierabend von Heinz Jolles am Montag, den 22 d. M.,
Im 20 Uhr, im Städt. Saalbau, größtem Intereſſe. Ueber den
lünſtler ſchreibt Dr. Karl Holl in der Frankfurter Zeitung,
belegentlich ſeines Auftretens bei vier Schubertabenden: Ein
Urchſchaffen, wie es nur aus der Vereinigung von Geiſt und
Ilangmaterie entſtehen kann. Karten im Sekretariat der Städt.
Ultademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36. (Tel. 3500, Stadt=
verwaltung
).
Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus. SSonntag, 21 Febr 19. Ende gegen 22 Uhr. E 16. Don Fnan.
Preiſe 0 806.40 Mk. Montag, 22 Febr Keine Vorſtellung Zoienstag, 23 Febr. 2, Ende gegen 22½ Uhr A 15. Rauhnacht.
P eiſe 0.604.80 Mk. Kleines Haus. SSonntag, 21 Febr 11¼, Ende gegen 13 Uhr. Gedächnisfeier zu
Ehren der Toten des Weltkr eges.
15½18 Uhr. Heſſenlandmiete 1I u. III.
Alt Heidelberg.
20, Ende gegen 22 Uhr Abendfeier anläßlich
des Gefallenengedenktages. Preiſe 0.802 Mk MMontag, 22. Febr. Keine Vorſtellung.

Volkstrauertag.

2022 Uhr. Tanzabend Sonja Korty,
Doienstag, 23 Febr / Preiſe 13 Mk.
Heſſiſches Landesthrater. Heute abend findet die erſte
Aufführung des neu einſtudierten. Don Juan im Großen
Daus ſtalt. Im Kleinen Haus findet um 20 Uhr eine Abend=
Er anläßlich des Gefallenen=Gedenktages, veranſtaltet vom
eſſiſchen Landestheater, ſtatt.

Notzeit in Deutſchland! Die Not geht um in unſerem Vater=
land
. In Hütten und Paläſten, in Stadt und Land iſt ſie zu
Gaſte. Wie ein unheimliches Gift dringt die Verzweiflung und
Hoffnungsloſigkeit immer tiefer in unſere Seele.
Gedenket eurer Schweſtern und Brüder, die hungern und
frieren, helft ihre Not zu lindern; gebt, ſoviel ihr noch geben
könnt, ſind die Rufe, die uns ſtündlich an das große Elend und
den bitteren Ernſt unſerer Lage erinnern.
Auf allen Lippen ſchwebt die Frage: Werden wir einen Weg
aus der Verzweiflung finden oder müſſen die letzten Funken
Hoffnung verglimmen, da wir nicht mehr die Kraft aufbringen,
die Glut zu entfachen zur heiligen Flamme glaubensfroher Zu=
verſicht
: Es muß doch wieder Frühling werden!
In eine ſolche Zeit hinein läuten die Glocken vom hohen
Turm: Reminiſcere. Gedenket der Toten des Weltkrieges! So
mancher wird vielleicht ſagen, laßt die Toten ihre Toten be=
graben
, wir haben jetzt keine Zeit, unſer ganzes Denken und
Tun gehort den Lebenden. Jene haben ausgekämpft und aus=
gelitten
und ſchlafen in guter Ruh, dieſe aber ſtehen mitten im
Kampf um das tägliche Brot. An ihrer Seite zu ſtehen, iſt
höhere Pflicht, als Totenfeiern abzuhalten und die müden Seelen
noch mehr zu belaſten mit der Erinnerung an die furchtbare
Stunde der Gewißheit: der, den du liebſt, kehrte nicht heim.
Hätte der Volkstrauertag die Aufgabe, alte, vielleicht erſt
oberflächlich vernarbte Wunden wieder aufzureißen, wollte er,
worauf ſein Name allerdings hindeutet, Trauer in die Herzen
unſeres Volkes, der Eltern und Bräute, der Witwen und Wai=
ſen
, der Kinder und Kindeskinder hineinſenken, dann hätte er
ſeinen Zweck verfehlt. Welche Aufgabe der Volkstrauertag hat,
darauf weiſt ſchon ſeine Feſtlegung auf einen Sonntag im Vor=
frühling
. Damals, nach dem Kriege 1813, als die Begeiſterung
über die Siege der deutſchen Armee und die wieder errungene
Freiheit überſchäumte, damals lag es nahe, daß der preußiſche
König einen Tag der Toten am letzten Sonntag des Kirchen=
jahres
, unſeren heutigen evangeliſchen Totenſonntag, einführte,
der das preußiſche Volk zur Beſinnung mahnen und es an die
Gräber der Gefallenen führen und es erinnern ſollte, ſo wie die
Natur jetzt im Abſterben begriffen iſt, wird auch für dich der=
maleinſt
die Stunde kommen, da du bereit ſein mußt. Das iſt
auch noch heute der Sinn des Totenſonntags.
Es wäre alſo ein Unding, wollte man den Totenſonntag und
den Volkstrauertag zuſammenlegen. Die Erinnerung eines ganzen
Volkes an die zwei Millionen Toten des Weltkrieges kann nicht
verquickt werden mit der Trauer der Familie um den Verluſt
eines Angehörigen, den vielleicht Alter oder Krankheit dahin=
gerafft
hat. Dieſe haben größtenteils ihre Aufgabe erfüllt ge=
habt
, als der Tod ſie abberief, jene zwei Millionen aber waren

faſt alle lebensfriſche Männer, in der Vollkraft ihres Schaffens,
die ihr Leben freiwillig hingaben, damit Deutſchland lebe.
Die Kirche lehnt daher auch eine Zuſammenlegung beider
Tage auf das entſchiedenſte ab. Sie hat erkannt, daß es einfad=
nicht
möglich iſt, beide Gedanken mit einander zu verbinden, denn
entweder würde die Erinnerung an unſere Gefallenen verflachen
oder der Totenſonntag würde ſeiner jetzigen Beſtimmung be=
raubt
und ginge damit der Kirche verloren. Beides wäre nich
wieder gutzumachen.
Die Beſten unſeres Volkes ſind nicht geſtorben, damit die
Lebenden tot ſeien, ſondern daß die Toten lebendig würden!
Nicht iſt daher der Volkstrauertag ein Tag der Trauer, des
Verlierens in Klage und Mutloſigkeit, ſondern ein Tag des Auf=
bruches
, des ernſten Willens, das Vermächtnis dieſer zwei Mil
lionen zu erfüllen. Ueber dem Totenſonntag oder dem Aller=
ſeelentag
ſteht das uralte Philoſophenwort: Die Hoffnung iſ
bei den Lebenden; der Volkstrauertag ſagt uns aber: ſie iſt
auch bei den Toten!
Volistrauertag feiern bedeutet alſo: aus der Vergangenheit
ſchöpfen, um für die Zukunft zu bauen.
Siehe, deine Gefallenen kommen am Volkstrauertag zu dir.
Sie ſind eine Saat, die von Gott in unſere Herzen geſät iſt, um
friſches Leben und neue Kräfte zu treiben, die Kräfte, die ſie
befähigte, in Not und Tod auszuhalten: der Glaube an das
Recht, die Hoffnung auf den Sieg und die Liebe zur Heimat.
Reminiſcere heißt: zielſicheres Vorwärtsſchreiten im Geiſt
und Willen derer, die von uns gegangen ſind.
Das Gedenken an unſere Toten gibt uns den Glauben wie=
der
, jenen unerſchütterlichen Glauben, der ſie beſeelte, als ſie in
den Kampf gingen: Deutſchland. Deutſchland über alles, über
alles in der Welt!
Volkstrauertag, an der Schwelle des Frühlings, bringt uns
die Hofſnung auf die Wiederauferſtehung unſeres Volkes und
Vaterlandes, auf die Sonne, die durch die Wolken bricht, wenn
jetzt auch noch der Sturm durch die deutſchen Gaue fegt und alles
niederzureißen droht.
Und letztens ſoll aus der Erinnerung jene Liebe wieder er=
wachſen
, die auch zum letzten Opfer bereit iſt. Auf dieſe Liebe
weiſt uns auch der Paſſionsſonntag. Jeſus Chriſtus opferte ſich,
um uns Frieden zu geben. So werden wir von der Liebe unſerer
Gefallenen hingeführt zu der ewigen Liebe Gottes.
Volkstrauertag in der Paſſionszeit! Ueber uns leuchtet ver=
ſöhnt
das Kreuz von Golgatha und vor uns ſtehen die zwei
Millionen Kreuze der Gefallenen, von denen es herüberklingt
als Fanal in eine neue deutſche Zukunft:
Als die Sterbenden, und ſiehe, wir leben!

Von dem Verkehrs=Verein Darmſtadt wird uns mitge=
teilt
, daß er am Freitag, dem 26. Februar, abends 20 Uhr, im
großen Saale des Reſtaurant. Zur Krone ſeine öffentliche Mit=
gliederverſammlung
abhält. Die Tagesordnung lautet: 1. Vor=
trag
des Herrn Regierungsrats Dr. Roeſener: Verkehrsförde=
rung
in Kriſenzeiten 2. Jahresbericht des Vorſitzenden des
Verkehrs=Vereins; 3. Jahresbericht über die ſtädtiſche Verkehrs=
werbung
; 4 Rechnungsablage und Voranſchlag für 1932; 5. Be=
richt
der Reviſoren; 6. Entlaſtung des bisherigen Vorſtandes;
7. Neuwahl des Vorſtandes: 8. Verſchiedenes: a) Angelegenheiten
der Heag: Tarifſenkungsanträge der Waldkolonie und des Ver=
eins
Wildnis: b) Veranſtaltungsausgleichſtelle: c) Palaisgarten,
Monumentsbeſteigung: d) Verkehrsgefährdung Ecke Schloßgarten=
und Frankfurter Straße; e) Erhaltung der Baumanlagen in den
Straßen; I) Aufſtellung von Telephon= und Briefmarkenauto=
maten
; g) Wahl einer Werbekommiſſion. In Anbetracht der
Wichtigkeit dieſer Tagesordnung und der zu erwartenden allſeits
intereſſierenden Vorträge rechnet der Verkehrs=Verein mit einem
zahlenmäßig ſehr ſtarken Beſuch ſeiner Verſammlung. Freunde
unſerer Sache und Gäſte ſind auf das herzlichſte eingeladen.
Guſtav=Adolf=Frauenverein. Unſere Mitglieder ſeien noch=
mals
auf das heute abend 8 Uhr im Gemeindehaus der Petrus=
gemeinde
, Eichwieſenſtraße 8, zur Vorführung kommende Weihe=
ſpiel
Gute Geiſter aufmerkſam gemacht. Der Dichterin Frau
Dekan Lehn=Offenbach a. M. iſt es gelungen, in einem ſymboli=
ſchen
Spiele von ſtarker künſtleriſcher Wirkung Motiv und Ziel
der Guſtav=Adolf=Arbeit zur Darſtellung zu bringen. Ein Trio,
Frl. Kropp, Herr Cauer und Herr Dr. Dingeldey, haben ſich
freundlicherweiſe bereit erklärt, mit klaſſiſcher Muſik den Abend
noch zu bereichern. Karten zu 50 Pf. und 1 Mk. ſind bei Kirchen=
diener
Kropp im Gemeindehaus zu haben.
Martinsgemeinde. Am Sonntag Reminiſcere ( Volkstrauer=
trag
) findet in der Martinskirche, abends 6 Uhr, eine Paſſions=
jugendfeier
ſtatt. Mit der Paſſionsfeier iſt auch das Gedächtnis
der Gefallenen verbunden. Außer den Jugendbünden wirkt dabei
H. Willi Hannewald (Violine) mit. Insbeſondere die konfirmierte
Jugend iſt dazu freundlich eingeladen.

Grippezeik! Vorbeugen
Jantiawin=

durch P Pasrizzs

Gartenbauverein Darmſtadt e. V. Die diesjährige Haupt=
verſammlung
wurde mit der erfreulichen Mitteilung eröffnet, daß
der Verein als beſondere Auszeichnung mit der goldenen Ehren=
nadel
des Vereins Deutſcher Roſenfreunde bedacht worden ſei.
Weiter wurde bekannt gegeben, daß geplant ſei, nach längerer
Pauſe den Darmſtädter Obſt= und Kartoffelmarkt wieder auf=
leben
zu laſſen, einerſeits, um den Erzeugern der Provinz Star=
kenburg
Gelegenheit zu bieten, ihre Produkte preiswert abzuſetzen,
andererſeits, um dem kaufenden Publikum die Möglichkeit zu ver=
ſchaffen
, Qualitätsware ohne Zwiſchenhandel direkt vom Züchter
zu beziehen. Der geſchäftliche Teil der Hauptverſammlung wickelte
ſich raſch ab. Die ausſcheidenden Vorſtandsmitglieder wurden
durch Zuruf wiedergewählt, nur Herr Gartenbauinſpektor Keſ=
ſelring
trat neu in den Vorſtand ein. Ueber die umfangreiche
und erſprießliche Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Vereins=
jahr
entrollte Herr Grimm ein geſchloſſenes Bild, während der
Rechner, Herr Dieter, über den guten finanziellen Stand der
Vereinskaſſe berichtete. Ihm wurde für die gewiſſenhafte Ver=
waltung
warmer Dank gezollt und Entlaſtung erteilt. Der von
ihm entworfene Voranſchlag fürs neue Vereinsjahr wurde eben=
falls
genehmigt. Zum belehrenden Teil übergehend, wußte Herr
Miniſterialrat Dr. Heyl an Hand zahlreicher inſtruktiver Licht=
bilder
Hochintereſſantes über verſchiedene wichtigere Kulturpflan=
zen
zu berichten; zunächſt über die verſchiedenartige Weizengewin=
nung
in den hauptſächlichſten Getreideländern der Erde, dann
über die oft wenig appetitliche Herſtellung der Magarine bei den
Italienern, ferner über die Kultur von Reis, Baumwolle, Aloe
und Gummiarabikum. Der Vortrag fand ungeteilten Beifall, und
ie in Ausſicht geſtellte ſpätere Erweiterung des Vortrags auf
andere koloniale Erzeugniſſe wurde lebhaft begrüßt.
Union=Theater. Mädchen in Uniform‟. Der Film ohne
Männer Mädchen in Uniform, nach dem Bühnenſtück Geſtern
und heute von Chriſta Winsloe, einer geborenen Darmſtädte=
rin
, läuft ab heute im Union=Theater. Die Regie führte Leon=
tine
Sagan, in den Hauptrollen ſind beſchäftigt Hertha Thiele,
Dorothea Wieck. Ellen Schwanecke, Emilie Unda, Hedwig Schlich=
ter
, Gertrud Lalſky. Marte Hein. Lene Berdolt, Liſſi Scheerbach,
Morgory Bodker, Erika Mann. Elſe Ehſer, Annemarie v. Roch=
hauſen
. Ilſe Vigdor, Erika=Margot Liebach ſowie weitere 100
Darſtellerinnen. Hertha Thiele iſt mit 10 Darſtellerinnen in
jeder Vorſtellung perſönlich anweſend und erteilt Sonntag vor=
mittag
11.30 Uhr zum Beſten der Winterhilfe Autogramme.
Das Helia=Theater bringt heute und folgende Tage das
neue große Meiſterwerk René Clairs, des Schöpfers von Unter
den Dächern von Paris und Le Million den Großtonfilm
Es lebe die Freiheit‟. Die Darſteller ſind ganz neue Typen, die
der begabte Regiſſeur René Clair entdeckte.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen ab heute ein Stummfilm=
Doppelprogramm. und zwar George Bancroft, den bekannten
Senſationsdarſteller, in dem ungewöhnlich ſpannenden Abenteuer
Volldampf Charly Im zweiten Teil wird eine Geſchichte aus
den Wäldern Kanadas. Großſtadtpflanzen vorgeführt.
Helia=Lichtſpiele Film=Morgenfeier! Morgen Sonn=
tag
, vormittags 11.15 Uhr, läuft in den Helia=Lichtſpielen im
Rahmen einer der beliebten Film=Morgenfeiern der Kultur=
Großfilm von überwältigender Schönheit Im Land der Dolo=
miten‟
. Der Film zeigt die Dolomitenwelt von der Marmolata
bis zum Ortler, vom Gardaſee bis zum Brenner.

* Verauſtaltung des Polizei=Sportvereins
zugunſten der Winker=Rokhilfe.
* Die Winterhilfe ruft immer neue Kräfte auf den Plan.
Tauſende reichen ihren in Not befindlichen Mitmenſchen die hel=
fende
Hand, Stiftungen aller Art ermöglichen überall in Deutſch=
land
eine großzügige Durchführung der Hilfe. Spenden aller Art
gehen von ungenannten Perſonen, Vereinen und Verbänden ein.
Wer wußte beiſpielsweiſe davon, was der Verband der Polizeibeam=
ten
in aller Stille an wertvoller Hilfe leiſtete, und daß er unter
anderem bis jetzt bereits 2200 Zentner Kohlen zur Verteilung an
die Hilfsbedürftigen zur Verfügung geſtellt hat? Und immer noch
konnte die ſchwere Not nicht ganz behoben werden. Erfreulicher=
weiſe
werden daher weiter die Erträge von Veranſtaltungen der
Winterhilfe zugeleitet. Unter dem grünen Rock der Polizei=
beamten
ſchlägt ein warmes Herz für ihre Mitmenſchen, und des=
halb
ließ es ſich auch der Polizei=Sportverein Darmſtadt. e. V.,
nicht nehmen, eine Winterveranſtaltung zugunſten der Winter=
nothilfe
zu veranſtalten, die nebenbei noch der Geſelligkeit und
dem engeren menſchlichen Zuſammenſchluß der Beamten unter
ſich diente.
Die Veranſtaltung, die im großen Saale der Turngemeinde
1846. Darmſtadt, ſtattfand, war außerordentlich gut beſucht. Außer
den aktiven und iwaktiven Mitgliedern des Polizeiſportvereins
nahmen an der Veranſtaltung als Ehrengaſt Miniſter Leuſchner,
das Offizierskorps der Polizei und zahlreiche Polizeibeamte mit
ihren Familienangehörigen teil. Ein ausgewählt gutes Pro=
gramm
war zuſammengeſtellt worden. In einer Feſtanſprache
hieß der Ehrenpräſident des Polizeiſportvereins, Polizei=Oberſt
Schröder die Anweſenden herzlich willkommen, namentlich
Miniſter Leuſchner und die Vertreter der Behörden. Er wies auf
die Bedeutung der Veranſtaltung hin, mit der die Polizei ihrer=
ſeits
ihr Scherflein zur Linderung der Not beitragen wolle. Wei=
ter
habe aber auch die Veranſtaltung den Zweck, den Polizei=
Sportverein bekannt zu machen und unter den Mitgliedern, zwi=
ſchen
Vorgeſetzten und Untergebenen, die Kameradſchaft zu pfle=
gen
. Denn Kameradſchaft und gegenſeitiges Vertrauen ſei nir=
gends
nötiger als bei der Polizei. Er wies ferner auf die Auf=
gaben
des Polizei=Sportvereins hin und zeichnete ſchließlich den
Sinn der heutigen Veranſtaltung: Hilfe den notleidenden Mit=
menſchen
. Für dieſe ſprach er als Vorſitzender des Stadthilfs=
ausſchuſſes
der Darmſtädter Winterhilfe allen herzlichſten Dank
für die Teilnahme an der Winterhilfsveranſtaltung aus. Viel
Not gelte es noch zu lindern, und deshalb werde jede Hilfe dani=
bar
entgegengenommen.
Im Laufe des Abend bot die erſt kürzlich gegründete Polizei=
Kapelle ganz ausgezeichnete, flotte Muſikſtücke, unter Leitung des
Polizeiſekretärs Wohlfahrt. Die Geſangs= und Muſikabtei=
lung
brachte unter Leitung des Oberlehrers Lambert, ſehr
gute Geſangsvorträge zu Gehör. Der unverwüſtliche Herr Gut=
käſe
erfreute mit luſtigen, humoriſtiſchen Vorträgen und Frl.
E. Monty vom Landestheater Koburg, ſang feſche, tempera=
mentvolle
und originelle Lieder. Lebhaften Beifall erntete Herr
Sieber vom Heſſiſchen Landestheater. Eine neckiſche Einlage
war das Spiel des Stummen Trompeters, Beſondere Anerkennung
verdienen die ſportlichen Vorführungen des Polizeinachwuchſes. und
Geräteübungen der jüngeren aktiven Polizeibeamten. In einem
herzlichen Schlußwort dankte der 1. Vorſitzende des Polizei= Sport=
vereins
, Polizei=Hauptnann Kiſſel allen Mitwirkenden und
den Beſuchern der Vevanſtaltung. Der Polizei=Sportverein darf
mit Freude und Genugtuung auf das ſchöne Gelingen des Abends
zurückblicken, und auch die Winterhilfe wird dankbar für dieſe
Veranſtaltung ſein.
Wie Heſſen zu einer Verfaſſung kam, lautet das Thema,
über das Herr Dr. Adolf Müller, der Leiter des Städt. Archivs
und Muſeums, am Mittwoch, den 24. Februar im G.D.A.=Heim,
Riegerplatz 3, ſpricht. Herr Dr. Adolf Müller deſſen Werke: Joh.
Jak. Willemer (ein Freund Goethes), Aus Darmſtadts Vergan=
genheit
, Die Entſtehung der Heſſ. Verfaſſung von 1820 uſw. weit
über Deutſchlands Grenzen hinaus bekannt ſind, wird in ſeinem
Vortrag erſtmalig die Geheimdokumente der Staatsarchive ver=
wenden
, die bisher nicht bekannt wurden. Alles Nähere wird noch=
in
der folgenden Anzeige bekannt gegeben.
Darmſtädter Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 20. Febr.
(alles per Pfund oder Stück in Reichspfennigen): Gemüſe:
Erdkohlraben 810. Gelbe Rüben 810, Rote Rüben 810,
Weiße Rüben 810 Schwarzwurzeln 2030, Spinat 2530
Rotkraut 1215. Weißkraut 812, Wirſing 1020 Grünkohl
1215, Roſenkohl 2530. Zwiebeln 1518, Knoblauch 80, Toma=
ten
6070, Feldſalat, Lattich 80100, Endivienſalat 1525,
Kopfſalat 2030, Blumenkohl 4050. Rettich 510. Meerret=
tich
(i070. Karroffeln: Spätkartoffeln 45. Obſt
Tafeläpfel 1020, Wirtſchaftsäpfel 815, Apfelſinen 512,
Zitronen 58, Bananen 5060 Eßwaren; Süßrahmbutter
140170, Landbutter 110130. Weichkäſe 2530, Handkäſe 512
Eier, friſche 912. Wild und Geflügel; Gänſe 90100,
Hühner 60100 Enten 100, Tauben 4060, Haſen 80120. Reh
90130 Fleich= und Wurſtwaren; Rindfleiſch, friſch
5660, Kalbfleiſch 78. Hammelfleiſch 60, Schweinefleiſch 7030,
Wurſt 60120. Schmalz, ausgelaſſen 7080.
Die ſtädtiſche Berufsfeuerwehr wurde im Monat Januar
1932 11mal alarmiert, und zwar zu einem Mittelfeuer, 4 Klein=
feuern
, 2 Schornſteinbränden, 3 Waſſerrohrbrüchen und einer
Verkehrsſtörung. Der Sanitätsdienſt erſtreckte ſich auf 98 Trans=
porte
. Die hierbei zurückgelegte Fahrtſtrecke betrug 717 Kilo=
meter
. Auf der Wache, Kirchſtraße 13. Fernſprecher. Nr. 600 und
3500, wurde in 3 Fällen erſte Hilfe geleiſtet.

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 52

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 21. Februar 1932

Apokheken zur Preisſenkung der Arzneiſpezialikäken
Vorſtand und Wirtſchaftsrat des Deutſchen Apotheker= Ver=
eins
haben zur Preisſenkungsfrage wie folgt Stellung genommen:
Die deutſchen Apotheker erheben lebhaften Einſpruch gegen die
Art und Weiſe, wie man glaubt, die Preisbildung der Arznei=
ſpezialitäten
regeln zu ſollen. Insbeſondere verwahren ſie ſich da=
gegen
, daß durch die Unterrichtung der Oeffentlichkeit durch den
Reichskommiſſar für Preisüberwachung der Eindruck erweckt wird,
als würden die Kranken in den Apotheken übervorteilt. Sie ver=
wahren
ſich ferner dagegen, daß die Apotheken lediglich als Klein=
handelsgeſchäfte
betrachtet werden. Sie ſtellen feſt, daß die Ge=
winnſpanne
den Apotheken durch eine amtliche Arzneitaxe vorge=
ſchrieben
iſt und daß ihre Nutzenſätze an den Arzneiſpezialitäten
unter denen der Vorkriegszeit liegen. Sie ſtellen weiter feſt, daß
die Aufhebung der Preisbindung des Großhandels durch die In=
duſtrie
und die ſonſtigen Maßnahmen behördlicher Stellen einen
Preiswirrwarr hervorgerufen haben, der es verhindert, daß
Preisſenkungen, ſoweit ſolche von der Induſtrie überhaupt in nen=
nenswertem
Ausmaß vorgenommen ſind, den Apotheken bekannt
werden, und dem Publikum zugute kommen. Die Preisſenkung bei
den Arzneiſpezialitäten iſt bisher im weſentlichen zu Laſten der
Apotheken gegangen, von denen eine große Anzahl vor dem Zu=
ſammenbruche
ſteht. Von den für die Erhaltung der Apotheken
und für eine geordnete Arzneiverſorgung der Bevölkerung verant=
wortlichen
Behörden, insbeſondere von den Länderregierungen,
muß erwartet werden, daß ſie dafür ſorgen, daß endlich wieder ge=
ordnete
Verhältniſſe auf dem Arzneimittelmarkt geſchaffen wer=
den
, und daß die Apotheken ihrer verantwortungsvollen Arbeit
nachkommen können, ohne dauernd durch Eingriffe amtlicher
Stellen, die für das Geſundheitsweſen nicht verantwortlich ſind,
beunruhigt zu werden.
Städtiſche Akademie für Tonkunſt. Ueber Geo Meyer=
Monthy, hervorgegangen aus der Opernſchule der Städt. Aka=
demie
, Geſangsklaſſe Prof. C. Beines, ſchrieb die Neue
Ulmer Zeitung anläßlich einer Fidelio=Aufführung: Ihr wenig
nach ſtand Geo Monthy als Don Pizzarro. Dieſer aufſtrebende
Künſtler der ſchon ſo oft in dieſem Jahre Proben ſeiner großen
Fähigkeiten gab, wurde auch dieſer ſchwierigen herrſchſüchtigen
und düſteren Rolle in jeder Hinſicht gerecht. Volksbote‟: Geo
Monthy, auch in ausgezeichneter Maske, gab den Pizzaro erfreu=
licherweiſe
nicht als bloßen Theaterteufel; man konnte ſich wieder
an Monthys gewaltiger Stimme erfreuen. Er iſt auf alle Fälle
der beſte Pizzarro, den wir bisher hier hören konnten. Seine
Rache=Arie war eine Glanzleiſtung. Nach einem Wohltätigkeits=
Konzert die Neue Ulmer Zeitung: Geo Monthy iſt auch im
Konzertſaal der Sänger, der das Publikum auf ſeine Seite zwingt.
Seine Kunſt von Begeiſterung durchdrungen, feſſelt, ob er Beet=
hoven
, Schubert oder das ihm eigenſte Gebiet der Oper zu Gehör
bringt. Der Volksbote‟: Neben der anſtrengenden Theaterarbeit
hatte ſich der Heldenbariton unſeres Stadttheaters. Geo Monthy,
zur Verfügung geſtellt, um dem Abend auch in geſanglicher Be=
ziehung
Bedeutung zu geben. Die Qualitäten des Sängers ſind
jedem Theaterbeſucher bekannt, umſomehr war man überraſcht, in
Monthy einen geſchmackvollen Liederſänger zu entdecken. Er ſang
mit viel Wärme und Ausdruck Beethoven und Schubert. Daß er
mit den Arien aus Fauſt und Troubadour ganz ſeinem Ele=
ment
entſprach, bewies der begeiſterte Beifall, dem auch er eine
Dreingabe (Renee=Arie aus Maskenball) folgen laſſen mußte.
Die Darmſtädter Vereinigung zur Veranſtaltung von
Geſellſchafts= Ferien= und Studienreiſen iſt in der wirtſchaftlich
ſchwerſten Zeit geboren worden, in einer Zeit, wo es für viele
ein dringendes Bedürfnis wird, eine Erholungsreiſe zu tätigen.
Der Verein bildet eine Reiſeſparkaſſe, um jedem, ſei es auch nur
eine kleine Reiſe zu ermöglichen. Die Auskunftsſtelle arbeitet un=
entgeltlich
nur durch ehrenamtliches Mitwirken der eigenen Mit=
glieder
, um ſo in keiner Weiſe von ſeiten der Stadt oder ſonſtiger
B=hörden auf finanzielle Unterſtützung angewieſen zu ſein. Mit
beſcheidenen Miiteln ſtrebt er für ſeine geſtellten Ziele und wird
es aber auch verſtehen ſeine Exiſtenzberechtigung zu beweiſen.
Der kleine Verdienſt, der durch Ausgabe von Fahrkarten für
Reiſen jeglicher Art oder durch Nachweis von Unterkünften und
Verpflegung erzielt wird, kommt nur den eigenen Mitgliedern
zugute. Der Monatsbeitrag von 50 Pfg. iſt eine Zwangs= Spar=
kaſſe
, denn in Wirklichkeit wird die Einſparung erzielt ſchon
durch eine Fahrt, erſt recht aber durch die vorteilhaften Ver=
günſtigungen
und Darbietungen, die der Verein ſeinen Mitglie=
dern
bietet. Erfreulich iſt die Zahl der Mitglieds=Meldungen.
Nicht nur Intereſſe ſpricht hieraus, ſondern auch daß der rich=
tige
Weg beſchritten worden iſt: Berater und Ermöglicher in
ernſter Zeit zu ſein. Am Freitag, den 28 Februar 1932, abends
8.20 Uhr, findet im Gartenſaal der Eintracht, Eliſabethen=
ſtraße
12. ein Lichtbildervortrag über Tirol und ſeine ſchöne
Andreas=Hoferſtadt Innsbruck bei freiem Eintritt ſtatt. Die Mit=
glieder
und Intereſſenten werden dazu herzlichſt eingeladen.
Chriſtlicher Verein junger Männer. Darmſtadt, e. V.,
Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſ.). Anläßlich des Volkstrauertages
findet heute, Sonntag, abends, ein Eltern= und Familienabend
ſtatt, bei dem u. a. Herr Pfarrer Köhlex ſprechen wird über das
Thema Alles Leben ruht auf dem Tod.
Berichtigung. Der in der geſtrigen Nummer unſeres
Blattes angezeigte Vortrag von Herrn Dr. J. W. E. Sommer,
Dozent am Prediger=Seminar der Biſchöflichen Methodiſten=
kirche
in Frankfurt und ehemaliger Armenier=Miſſionar, findet
heute Sonntag abend 8 Uhr im Saale der Methodiſten=
Gemeinde, Wendelſtadtſtraße 38, ſtatt. Es ſei nochmals darauf
hingewieſen, daß der Bibliſche Vortrag frei zugänglich für
jedermann iſt. (Siehe auch Anzeige.)
Sonderzüge mit Fahrpreisermäßigung zur Leipziger Früh=
jahrsmeſſe
1932. Anläßlich der Leipziger Frühjahrsmeſſe 1932
werden wieder Sonderzüge mit Fahrpreisermäßigung verkehren.
(Fahrpreisermäßigung wird auch für die Rückfahrt in allen fahr=
planmäßigen
Zügen gewährt, wenn die Rückfahrkarte gleichzeitig
mit der Sonderzugfahrkarte gelöſt wird.) Die Züge werden wie=
derum
aus D=Zug=Wagen zuſammengeſtellt und führen einen
Speiſewagen. Baldige Löſung der Sonderzugfahrkarten ſpäteſtens
bis 1. März iſt dringend zu empfehlen, da die Nachfrage ſtets ſehr
groß iſt. Normale Fahrkarten gelten nicht für die L.M.=Züge.
Wegen aller näheren Auskünfte und Sonderzugfahrkarten wende
man ſich an die im heutigen Inſerat des Leipziger Meßamts ge=
nannten
Stellen.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkran=
kung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 21. Februar 1932, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med. O. Gros., Heinnichſtraße 49, Telephon 201: Dr. med.
Stern, Wendelſtadtſtraße 5. Telephon 1260; Dr. med. B.
Stern. Ludwigsplatz 6, Telephon 2587.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich an=
ſchließenden
Woche den Nachtdienſt von 21. bis 28. Februar die
Hirſchapotheke. Nieder=Ramſtädter Straße 21, und die Nordend=
Aporheke, Friedrich=Ebert=Platz 17.
Skimenen aus dem Leſerkreiſe.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktlen keinerſei Ver=
antwortung
; für ſie bleibt auf Grund des 5 24 Abſ. 2 des Preſſegeſetzes in vollem Umfange
der Einſender verantworiſch.) Cinſendungen, die nicht verwendet werden, lönnen nicht
zurückgeſandt, die Ablehnung nicht begründet werden.
Preisſenkung?
Der Preis für Butter iſt in den letzten Tagen von 1.30 RM.
pro Pfund auf 1,60 RM. geſteigert. Iſt das die verſprochene
Preisſenkung? Und wie läßt ſich dieſer Aufſchlag rechtfertigen? W.
Lokale Veranſtalkungen.
Ludwigshöhe. Sonntag nachmittag 4 Uhr Konzert.

Aus den Gemeindeparlamenten-

Du. Jugenheim, 20. Febr. In der letzten Gemeinderatsſitzung
wurde beraten und beſchloſſen: Die Erklärung, betreffend Fein=
goldklauſel
der Landeskommunalbank Girozentrale für Heſſen,
wird verleſen und genehmigt. Es folgten verſchiedene Anträge
des Ortsgewerbevereins, unter anderem auch die Aufhebung der
Bierſteuer. Hier mußten mehrere Anträge abgelehnt oder zurück=
geſtellt
werden. Die Bierſteuer wird, um den anweſenden Gaſt=
wirten
, die der Meinung ſind, das hier zum Ausſchank kommende
Bier ſei kein Vollbier, einigermaßen und beſtmöglichſt entgegen=
zukommen
, auf 7.50 Mk. pro Hektoliter feſtgeſetzt. Der Bürger=
meiſter
gibt bekannt, daß rückſtändige Steuern, Waſſer= und Holz=
geld
uſw., zum Teil aus früheren Jahren, 1928, 1929 und 1930,
nicht bezahlt werden und der Pfandmeiſter verſchiedene Pfändun=
gen
vornehmen mußte. Der Kürzung der Hausmieten in den Ge=
meindehäuſern
um 10 Prozent ab 1. Januar 1932 wird zugeſtimmt.
Cp. Ober=Roden, 20. Febr. Der Gemeinderat beſchloß,
die ausgeſteuerten Erwerbsloſen in Zukunft bei dem Sanitäts=
verein
zu verſichern, da die Gemeinde nicht mehr in der Lage iſt,
das Geld für die Verſicherung bei der Krankenkaſſe aufzubringen.
Wegen der Baufluchtlinien in der Waldackerſiedlung ſoll demnächſt
eine Beſichtigung ſeitens des Kreisbauamts und des Gemeinde=
rats
ſtattfinden.
D. Biblis. 20. Febr. Aus dem Ortsparlament. Zu der
vorgeſtrigen Sitzung war zwecks Regelung der Jagdpacht für die Mann=
heimer
Jagdgeſellſchaft (Herr Dr. Klemm) Herr Major F. als Vertreter
erſchienen. Die Gemeinde hatte der Jagdgeſellſchaft bereits 10 Prozent
der Pacht erlaſſen; die Pächter möchten aber weitere 20 Prozent erlaſſen
haben. Es konnte letzten Endes auch zu keiner Einigung kommen. Es beſteht
die Möglichkeit, daß nunmehr dieſe Angelegenheit vor dem Jagdeini=
gungsamt
ihre Erledigung finden muß. Bezüglich der Zubilligung
eines Zuſchuſſes für die Verſtärkung und Erhöhung des Lampertheim=
Gernsheimer Dammbauſyſtems (es handelt ſich her um die Verbeſſerung
des Rheindamms bereits vor 20 Jahren) nahm der Gemeinderat, genau
wie vor zwei Jahren bei Vorlage und Beſprechung dieſes Punktes, auch
diesmal eine ablehnende Stellung gegenüber jeglichen Geltungsanſprü=
chen
des Staates ein. Die von einer Kommiſſion des Ortsvorſtandes
ausgearbeiteten Richtlinien für die Gemeindevergnügungsſteuer wurden
einſtimmig angenommen. Ein Antrag der Holzhauer aus der Pfaf=
fenau
auf Unterſtützung für ausgefallene Arbeitstage durch die vor=
wöchige
enorme Kälte wird abgelehnt. Die Abſchaffung eines untaug=
lich
gewordenen Gemeindefaſels wurde beſchloſſen.
Ak. Neu=Iſenburg, 20. Febr. Aus dem Gemeinderat.
Errichtung einer Kleinſiedlung. Ueber das ableh=
nende
Verhalten der Nachbargemeinde Sprendlingen wurde ſchon
berichtet. Nun hat auch der Polizei= und Schutzhundeverein, der
auf dem von der Gemeinde vorgeſchlagenen und dem Staate ge=

hörenden Gelände einen Hundezwinger beſitzt, Proteſt erhoben.
Die Gemeinde beharrt gegen die Stimmen der Kommuniſten auf
ihrem Vorſchlag, iſt aber beſonders hinſichtlich der Verlegung des
Zwingers bereit, zwiſchen Staat und Verein zu vermitteln. Der=
Gemeinderat beſchließt, gegen die weitergehenden Anträge der
Kommuniſten, den Lichtſtrom von 51 auf 46 Pfg., für Unter=
ſtützungsempfänger
auf 41 Pfg. pro Kilowattſtunde zu ſenken und
den Gaspreis von 21 auf 19 Pfg. pro Kubikmeter herabzuſetzen.
Mehrſtellen an der Volksſchule. Die Gemeinde, die
für 28 Stellen je 200 RM. aufbringen muß, ſoll 2500 RM. für eine
Mehrſtelle zahlen. Mit Rückſicht auf die troſtloſe Finanzlage wird
dieſer Zuſchuß abgelehnt, die Beibehaltung der Stelle jedoch drin=
gend
gefordert. Winterhilfe. Erneute Anträge der Kom=
muniſten
werden mit den Stimmen der SPD. angenommen, mit:
dem Zuſatz allerdings, daß eine dreiköpfige Kommiſſion bei Kreis= und Regierung wegen der Aufbringung der vollſtändig feh= Mittel vorſtellig werden ſolle.
2. Offenbach, 20. Febr. Aus dem Stadtrat. Der Stadt= beſchloß, von den 32 Mehrſtellen an der Volksſchule 16 zu=
übernehmen
. Ein Antrag, dem Oberbürgermeiſter das Vertrauen=
des
Stadtrates zu entziehen, wurde abgelehnt. Die Senkung der=
Gebühren öffentlicher Betriebe (Gas, Elektrizität uſw.) iſt hier,
ein bemerkenswerter Fall, von der Zuſtimmung der Regierung
abhängig, da die Stadt die Koſten der Wohlfahrtspflege vom
Reiche über das Land Heſſen erhält. Es iſt deshalb ſehr fraglich.
ob in dieſer wichtigen Angelegenheit hier überhaupt etwas ge=
ſchieht
. Zum Schluſſe verabſchiedete der Oberbürgermeiſter Bürger=
meiſter
Eißnert, der nach Ablauf ſeiner Dienſtzeit in den Ruhe=
ſtand
tritt. Er wurde 1906 zum erſtenmal gewählt und war im
vergangenen Oktober 25 Jahre im Dienſte. Die von ihm verwal=
tete
Stelle wird eingeſpart.
* Vilbel, 20. Febr. In der Gemeinderatsſitzung
wurde der neue Strompreis bekanntgegeben. Er beträgt nun 0.45
RM. Der Kraftſtrompreis iſt je nach dem Verbrauch verſchieden
Der Gaspreis wurde um 0.02 RM. geſenkt. Die Feldjagd wurde=
für
400 RM. verpachtet. Mit der Gemeinde Maſſenheim ſoll ein
Geländetauſch ſtattfinden, wobei die Gemeinde Maſſenheim 1700
Quadratmeter zu je 0,45 RM. übernehmen ſoll. Der Zuſchuf:
zur Omnibuslinie hat ſich durch ſtarke Fahrplaneinſchränkunger
weſentlich ermäßigt. Schon mehrere Jahre pflegte die Gemeindg
Vilbel auf Anregung des Kreisamtes Verhandlungen mit der
Nachbargemeinden zwecks Anſchaffung einer Motorſpritze. Nur
erweiſt ſich der Plan wegen der Koſtenhöhe doch als undurchführ=
bar
. Daher beſchloß die Freiwillige Feuerwehr, kleine, nicht ſelbſt= Motorſpritzen zu beſchaffen. Die eine ſoll auf einem Laſt=
wagen
und die andere auf einem Anhänger gefahren werden.

Aus Heſſen.

Dg. Arheilgen, 20. Febr. Hausſammlung. Bei der hier
durchgeführten Hausſammlung zugunſten des Hilfsvereins für die
Geiſteskranken in Heſſen ging der Betrag von 261,90 RM. ein,
ein ganz ſchöner Erfolg. Allen Gebern ſei herzlicher Dank geſagt.
Der evangeliſche Jünglingsverein hat dem Ortsausſchuß für
Winterhilfe zu Zwecken der Kinderſpeiſung den Reinertrag
aus ſeiner Theateraufführung in Höhe von 70 RM. überwieſen.
Beratungsſtunde. Seitens der Mutter= und Säuglingsfür=
ſorge
findet am Dienstag, den 23. Februar, nachmittags 3 Uhr,
auf dem Rathauſe eine Beratungsſtunde ſtatt. Ein 14jähriger
Burſche von hier entfernte ſich aus dem Elternhauſe unter Mit=
nahme
einer Summe Geldes und begab ſich nach Frankfurt a. M.
Nachdem er dort das Geld verlebt hatte, verſetzte er ſeinen Man=
tel
. Vollſtändig ohne Mittel, nahm er ſich am dritten Tage eine
Autodroſchke und fuhr damit zurück nach Arheilgen. Er ließ den
Wagen vor einem hieſigen Gaſthaus halten, ging in das Gaſt=
haus
hinein und verſchwand ſofort durch einen hinteren Ausgang.
Da er hierbei aber erkannt wurde, konnte dem Wagenführer die
Adreſſe dieſes netten Bürſchchens übermittelt werden.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 20. Febr! Obſt= und Gartenbau=
verein
. Die diesjährige Hauptverſammlung findet am Samstag, den
5. März Ifd. Js., abends 8 Uhr beginnend, im Gartenſaale des Gaſt=
hauſes
Zum Löwen ſtatt. Mit derſelben iſt ein Lichtbildervortrag
über die vielſeitige Verwendungsmöglichkeit des Torfmulles und der
Torfſtreu verbunden ſowie eine Gratisverloſung für die anweſenden
Mitglieder.
G. Ober=Ramſtadt, 20. Febr. Obſt= und Gartenbau=
verein
. Der Verein hält am Dienstag, den 23. d. M., abends
8,30 Uhr, im Gaſthaus Zum Löwen (Schneider) eine Verſamm=
lung
ab. Die Tagesordnung enthält Mitteilungen über Bezug
von Torf, Buſchroſen, Edelflieder und Weinreben, die diesjährige
Schädlingsbekämpfung und Lichtbilder über Obſtbaumſchädlinge
und die richtige Verwendung des Torfmulls im Garten. Zahl=
reicher
Beſuch erwünſcht.

Gewlohfsabnahmen

Mti Vie
Anwaheldune de thek. u.
in Kürze durch Marmanur- Drog.
wdiche Ureuche

Jugendliche Frische

Gloht, Rhomme md W NI.
Cous-Iee Ldeurshilte. 4 1,50

dicht. er ſääil ſie auf 1ud Gertäſfe
Morgenfeier: Im Land der Dolomiten. Orpheum, nach=
mittags
3.45 Uhr: Heiratsbad, abends Spiritus Lud=
wigshöhe
, nachm. 4 Uhr; Konzert. Reſt. Bender, Eliſabethen=
ſtraße
; Künſtlerkonzert Oskar Kleinberg. Hotel u. Reſt. Poſt
ab 8 Uhr: Künſterkonzert. Theater=Reſtaurant: Konzert
mit Tanz Sportplatz=Café am Böllenfalltor: Geſellſchafts=
abend
mit Tanz. Rumelbräu: Künſtlerkonzert. Café
Ganßmann: Konzert und Tanz. Alter Ratskeller; Konzert
und Tanz. Konzerte: Rheingauer Weinſtube. Café Oper,
Ernſt Ludwig, Schloßkeller, Perkeo, Schloßgarten=Reſtaurant
Reſt. Rehberger, Reſt. Bürgerhof. D. R. C. 1919: Zweite
Pflichttour (2 Uhr, Oſtbahnhof).

G. Ober=Ramſtadt, 2. Febr. Genehmigte Verſteigerung.
Die am 15. d8. Mts. im Saale Zum Schützenhof ſtattgefundene Ge=
meindeholzverſteigerung
iſt genehmigt. Ausgabe der Abfuhrſcheine bei
der Gemeindekaſſe ab 22. ds. Mts. an den Zahltagen. Turn=
geſellſchaft
. In dieſem Jahre wird die Turngeſellſchaft e. V Ober=
Ramſtadt das Frühlingsfeſt am 28. und 29. Mai und das Sommerfeſt
am 16. und 17. Juli in der Turnhalle und dem dabeiliegenden Turnplatz
an der Roßdörfer Straße abhalten. Odenwaldwanderung.
Die Ortsgruppe Ober=Ramſtadt des Odenwaldklubs unternimmt am
Sonntag, den 21. ds. Mts., ihre 3. diesjährige Wanderung über Rohr=
bach
Asbach-Kernbacher Hütte nach Groß=Vieberau. Abmarſch vor=
mittags
am Löwen. Zahlreiche Beteiligung erwünſcht.
(f) Roßdorf, 20. Febr. Kriegsgräberfürſorge. Der
Volksbund Deutſcher Kriegsgräberfürſorge e. V., Landesverband
Heſſen, veranſtaltet wiederum wie in früheren Jahren, eine
Sammlung, mit der in unſerem Dorfe Georg Roßmann, Wingert=
ſtraße
beauftragt wurde. Das Gefühl der Dankbarkeit gegen un=
ſere
Gefallenen verlangt von uns, daß wir alles tun, um die Grä=
ber
in Ordnung zu halten und an Gedächtnistagen zu ſchmücken,
ſowie dafür zu ſorgen, daß die Kreuzinſchriften nicht verloren
gehen und durch Steintafeln erſetzt werden.
Le. Groß=Umſtadt, 19 Febr. Berufsberatung. Auf
Einladung der hieſigen Oberreal= und Höheren Landwirtſchafts=
ſchule
waren von der Darmſtädter Berufsberatungsſtelle Amt=
mann
Schörlemer und Fräulein Möſner erſchienen, um vor den
diesjährigen Abiturienten und deren Eltern über die ſchwierige
Frage der Berufswahl zu ſprechen. Da der Berufswahl ſo viele
Hemmniſſe entgegenſtehen, ſind Beſtrebungen im Gange, in Han=
del
, Gewerbe. Handwerk, Induſtrie und Landwirtſchaft Beſchäfti=
gungsmöglichkeiten
für die Abiturienten zu ſchaffen. An die Worte
des Dankes durch Profeſſor Dr. Biedenkopf ſchloß ſich eine Aus=
ſprache
an über die geplante Arbeitsdienſtpflicht.
Ds. Fränkiſch=Crumbach. 19. Febr. Am Dienstag abend wurde
von der Freiwilligen Feuerwehr die erſte Unterrichtsſtunde im
Spritzenhausſaale abgehalten. Der erſte Kommandant Fornoff
unterrichtete eingehend über das Verhalten jedes einzelnen Man=
nes
bei Uebungen und Bränden. Kamerad Waſenmüller erſtattete
Bericht über den Abgeordnetentag in Groß=Umſtadt. In der
Generalverſammlung des hieſigen Kirchengeſangvereins verlas
Herr Pfarrer Fernges den Jahresbericht über die Tätigkeit des
Vereins. Von dem Rechner wurde dann die Rechnung verleſen,
welche keine Beanſtandung fand.
Ci. Erbach, 20. Febr. Zu einer eindrucksvollen Trauer=
kundgebung
geſtaltete ſich das Begräbnis des in unſerer be=
nachbarten
Filialgemeinde Erlenbach ſo unerwartet ſchnell
verſchiedenen Lehrers Joh. Wolf. Am Donnerstag nachmittag
ſammelte ſich eine große Gemeinde im dortigen Schulhofe, wo die
feierliche Einſegnung des Verſtorbenen ſtattfand. Der Predigt
des Pfarrers ſchloſſen ſich Anſprachen der Vertreter des Kreisſchul=
amtes
, der Gemeinde und des Bezirksvereins Erbach=Michelſtadt
mit Kranzniederlegungen an. Der Geſangverein und die Schul=
kinder
brachten in Liedern ihren Dank und Abſchiedsgruß dar.
Die Leiche wurde anſchließend nach Hergershauſen überführt, wo
unter ebenſo großer Teilnahme geſtern nachmittag die Beiſetzung
auf dem dortigen Friedhof ſtattfand. Am Donnerstag abend
fand im Schützenhof eine Kundgebung zur Bildung einer Orts=
gruppe
der Eiſernen Front ſtatt.

Heſſiſcher Schützenbund, Gau Rodau.
Am Sonntag hielt der Gau Rodau im Schützenhof in Münſte=
ſeine
Generalverſammlung ab, welche in Anweſenheit ſämtliche
Gau=Vereins=Vertreter vom 1. Vorſitzenden, Herrn Andreas Wuſc
eröffnet wurde. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung gedenkt de
1. Vorſitzende des vor kurzem verſtorbenen Schützenbruders Ede
aus Eppertshauſen. Unter Punkt 1 gibt der 2. Schriftführer, Her
Hartig=Nieder=Roden. Bericht über ſtattgefundene Gauſitzunger
welcher allgemeine Anerkennung findet. Der Rechner, Herr Haus=
Münſter, erſtattet den Rechnungsbericht und betont, daß ein ſchöne:
Kaſſenüberſchuß zu verzeichnen iſt. Anſchließend kam der Reviſions=
bericht
durch Herrn Kipferl=Ober=Roden, der dem Rechner Hau. ein beſonderes Lob ausſtellte, da er ſeine Arbeiten zu.
beſten Zufriedenheit ausführte. Den Tätigkeitsbericht brachte de=
1. Gau=Vorſitzende, Herr Wüſt=Eppertshauſen. Als 4. Punkt der
Tagesordnung kam die Einteilung der Schießen im Jahre 1932
welche folgende Vereine traf: Anſchießen in Münſter. Gauſchieße
in Nieder=Roden, Abſchießen in Semd. Der folgende Punkt brachtt,
dem geſamten Vorſtande Entlaſtung und man ſchritt zur Neuwah
Es wurde Herr Müller=Semd einſtimmig zum Verſammlungsleite.
gewählt. Schützenbruder Müller brachte dem alten Voxſtande i.
ſinnreichen und wohlgefälligen Worten Dank für ihre geleiſten,
Arbeiten bittet gleichzeitig um Vorſchläge für den neuen. Jesz
zeigte ſich die volle und aufrichtige Zufriednheit der ſtimmbereck.
tigten Vertreter mit ihrem Vorſtand. Es wurden nun folgend
Herren gewählt, beziehungsweiſe wiedergewählt: 1. Vorſitzende=
Andreas Wüſt=Eppertshauſen; 2. Vorſitzender Franz Kreis= Urb=
rach
; 1 Schriftführer Georg Schrodt=Ober=Roden: 2 Schriftführe
Hartig=Nieder=Roden: 1. Kaſſierer Georg Haus=Münſter; 2 Ka.
ſierer Wilhelm Engel=Meſſel: 1. Rechnungsprüfer Adam Kipfer
Ober=Roden; 2. Rechnungsprüfer Heinrich Müller=Semd: 1. Spor
leiter Wilhelm Murmann=Eppertshauſen: 2. Sportleiter Geige-
Münſter; Preſſewart Hermann Ziegler=Urberach. Herr Mülle=
ſpricht
den Neugewählten in echtem Schützengeiſt Mut und Selbſ‟
vertrauen zu, und wünſcht allen Vereinen ein Vorwärtskommen
Unter Punkt Verſchiedenes wurden verſchiedene Anfragen un
neue Einteilung der Gruppen und Klaſſenſchießen geklärt.

Cp. Eppertshauſen, 20. Febr. Einbruchsdiebſtahl. Si
einer der letzten Nächte war in einem hieſigen Schuhwarengeſchä.
eingebrochen worden. Dabei waren Schuhwaren im Werte vo
einigen hundert Mark geſtohlen worden. Der (oder einer den
Täter konnte jetzt bei dem Verſuch, einen Teil der Schuhe auf de
Frankfurter Pfandhaus abzuſetzen, ermittelt werden.
Cd Michelſtadt, 20. Febr. Geſtern abend wurde die hieſis
Bevölkerung durch Feueralarm erſchreckt; in der Lehmkaute wS
in einem der dort für Wohnzwecke aufgeſtellten Eiſenbahnwage‟
Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr brauchte nicht mehr in Täti
keit zu treten, da das Feuer durch raſch herbeigeeilte Leute ar. 4
der Nachbarſchaft ſchnell abgelöſcht werden konnte, doch wird de
Schaden für die Betroffenen immerhin noch hoch genug, denn die
Bewohner der Eiſenbahnwagen ſind mit irdiſchen Gütern wah=
haftig nicht allzu reichlich geſegnet.
Cf. Birkenau, 19. Febr. Auf Grund der NotverorEil
nung aufgehobener Gemeinderatsbeſchluß. D
am 22. Januar 1932 von dem Rat der Gemeinde Birkenau mi
Mehrheit gefaßte Beſchluß, wonach jeder Arbeitsloſe, Ausm
ſteuerte, Sozial= und Kleinrentner ſowie ſonſtige Hilfsbedürfti el
aus dem Gemeindewald je 2 RM. Scheitholz koſtenlos erhaltzil
ſollten, und gegen welchen der Bürgermeiſter unter Hinweis a.ſ
die Undurchführbarkeit, da ſonſt kaum noch Holz zur Verſteigerun
übrigbleiben würde, ſofort Einſpruch erhob, wurde von dem Krei=
amt
Heppenheim auf Grund der Notverordnung zur Sicherun!
von Haushalt und Finanzen aufgehoben. Die Verſteigerun=
wurde
ſofort feſtgeſetzt.
Be. Gadernheim 20. Febr. Gefallenen=Ehrung. Wie
früheren Jahren, ſoll auch in dieſem am Sonntag eine Gefallenen=S
denkfeier ſtattfinden. Sämtliche hieſige Vereine werden ſich an dee
Gottesdienſt wobei Poſaunen= und Kirchenchor mitwirken bete‟.
gen. Im Anſchluß an den Gottesdienſt findet am Kriegerdenkmal en‟
Gedenkfeier ſtatt.
Op. Erfelden, 20. Febr. Die Beigeordnetenwahl fin
am Sonntag, den 28. Februar, ſtatt. Es ſtehen ſich zwei Kandidan
gegenüber, und zwar der ſeitherige Beigeordnete Heinrich Maul 6.
der Kandidat des Gewerkſchaftskartells, Heinrich Reichert 2.
Gernsheim, 20. Febr. Waſſerſtand des Rheins Ol
19. Februar 1,08 Meter, am 20. Februar 1,09 Meter.
Hirſchhorn, 20. Febr. Waſſerſtand des Neckars O
19. Februar 1,62 Meter, am 20. Februar 1,64 Meter.
e. Bad=Wimpfen, 19. Febr. Brand. In der chemiſchen m
teilung der Saline Ludwigshall brach Feuer aus. Die Be’S
ſchaft war bereits außer Dienſt und ſchon auf dem Heimweg. E
Arbeiter, der als letzter ſeine Arbeitsſtätte verließ, kehrte No‟
mals um und bemerkte den Feuerherd. Er ſetzte allein die M
torpumpe in Tätigkeit und konnte ſo das Feuer zum Erlöſch.
bringen. Aus dem Mädchenbund. In dem feſtlich 2
ſchmückten Luthererker verſammelten ſich die Mitglieder des Jul
Mädchenbundes zu einem letzten gemütlichen Beiſammenſein, m.
ihrem Leiter. Herrn Stadtpfarrer Reith. Die Mädchen werc

ihren Dank am beſten dadurch bezeugen, daß ſie, was auch komm

möge treu zur Sache halten, damit der Bund in dem Sinne,
ihn Herr Pfarrer Reith gegründet und bisher geführt hat, e
weiterbeſtehe. In dem benachbarten Duttenberg hai
Brauerei Kühner auf der Jagſt geeiſt. Etliche Knaben tumm.
ten ſich auf dem Eis und kamen dabei an eine Stelle, wo das S
zu ſchwach war. Der 10jährige Sohn des Heinrich Kühner Ne
ſchwand. Man eilte ſofort zu Hilfe. Es gelang aber nicht.
Jungen zu retten. Er ertrank und ſeine Leiche konnte geſuhe
werden.

[ ][  ][ ]

Darmſtadt, 20. Februar 1932.

mtag, 24. Februar 1932

OM

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 52 Seite 7

Statt Karten

St.t Karten.

Karola Gerhard
Joſef Humm
Verlobte.

Marie Ruths
Georg Vierheller
Verlobte.
(2873
Asbach i. Od. 21. Februar 1932. Lichtenberg

Sonntag, den 21. Februar 1932.

Solingen
Bt. Dacmſtad:

Darmſiadt
Wendelſiadtſtr. 31

Statt Karten.

pre Verlobung geben bekann=
Eliſe Liſimann
Heinrich Ruppel
Darmſtadi, 20. Februar 1932.

Todes=Anzeige.
Donnerstag Abend 21 Uhr verſchied nach langem
ſchweren, mt großer Geduld ertragenem Leiden
meine liebe Frau, unſere herzensgute Mutter

Fraucljabety Schonvein

Mein inn gſigeliebter Mann, unſer
derzensguter Vater

geb. Weyrauch
im 40. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Schönbein
Willi und Lotte Schönbein.
Darmſtadt, den 20. Februar 1932. (2868
Die Beerdigung findet Montag, den 22. Februar,
nachmittags 3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.

Dankſagung.

Allen, die unſerer in unſerem Schmerze bei dem
ſchweren Verluſt unſeres teuren Entſchlafenen

Herrn Catt Secket

Adam Göckel

Bankbeamter
aufrichtig gedachten, ſagen wir herzlichen Dank. Be=
ſonderen
Dank Herrn Pfarrer Köhler, für die troſt=
reichen
Woite, der Direktion, den Beamten und An=
geſtellten
der Heſſ. Landesbank und der Landes=
Hypothekenbank für den ehrenden Nachruf, ſowie
Allen für die Kranzſpenden und das Geleit auf dem
Wege zur letzten Ruhe, den Brüdern des Herz=Jeſu=
Hoſpitals für die Pflege.
Die trauernd Hinterbliebenen:
Mariechen Becker, geb. Schmidt
Frau Anna Becker Wwe.
Frieda Becker und Familie Grobe
Frau Marie Schmidt Wwe.
nebſt Angehörige.

* nach kurzer, ſchwerer Krankheit
in Alter von 47 Jahren von uns
gegangen.

Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Ida Göckel
und Kinder.

Karmſtadt, den 20. Februar 1932.
Rheinſtr 9.

Beerdigung Montag nachmittag
4 Uhr auf dem Waldfriedhof.
Ernſegnung um 3½ Uhr im Eli=
ſabethenſtift
.

Anſtelle von Karien.

Unerwartet, nach einem arbeitsreichen, pflichtge=
treuen
Leben, iſt am 19. Februar 1932, 14.45 Uhr,
nach kurzem ſchweren Leiden im Alter von 64 Jahren,
unſere liebe Schweſter, Schwägerin und Tante

fieiw Feuerwehr Darmſtadt

Frau Vtw. Nargarete Heß

den Kamer den die traurige Mittei=
ug
, daß der Berufsfeuerwehrmann

Auguſt Stutz

erſtorben iſt. Die Beerdigung findet
ſienstag, den 23, Febr. d. J., nachm.
Uhr, auf den Waldfriedhof ſtatt.
De Wehr tlitt 2 45 Uhr auf den
8 Infriedhof an).
5)
Das Kommando.

geb. Michel
Garderobe=Inſpektorin am Landestheater
von dieſer Erde geſchieden.
Im Aamen der trauernden Hinterbliebenen:
Ph. Michel, Rb., Oberinſpektor
Anna Oſt, geb Michel.
Darmſtadt u. Siegen, den 20. Februar 1982.

Stait Karten.
Für alle uns erwieſene Liebe und Teil=
nahme
beim Heimgange unſeres lieben
Entſchlafenen danken wir herzlichſi.
Auguſie Schilling, geb. Sutter
Hedwig Schilling.
Darmſtadt, Kranichſteinerſiraße 50
(2871

Bibliſcher Vortrag
am Sonntag, 21. Februar, abends 8 Uhr,
im Saale der Metpodiſten•Gemeinde
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Redner: Dr. J. W. E. Sommer, Dozent
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Die Beerdigung findet am Montag, den 22. Februar
1932, nachmittags 14.30 Uhr, auf dem Friedhof an
der Nied.=Ramſtädterſtraße ſtatt. Trauerfeier vorher
in der Friedhofskapelle
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Dankſagung.
(Statt Karten.)
Für die Liebe und Teilnahme bei dem
Heimgang meines teuren Vaters dankt
herzlich

Margarete Reinke, geb. Weinehl.
Darmſiadt, Düſſeldorf.

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Leidende

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Sonntag 91.
(2920)

Hüte

deute verſchied nach langem Leiden mein lieber
Mann, mein guter Vater, Schwager und Onkel

Tubwig Agenger

Heute ging uns unſere liebe Tochter,
Schweſter, Schwägerin und Tanie, die

f. Herr. u. Dam. w.
gerein, u. nach neu=
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fen
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m 65. Lebensjahr.
In tiefer Trauer:
Lina Arbeilger, geb. Schardt
Heinrich Arheilger.

Lehrerin i. R.
Eiia Herge

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die Beerdigung findet Montag, 2 Uhr auf dem Fried=
hof
an der Nieder=Ramſtädterſtraße ſtatt.

Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.

Heute Nacht um 741 Uhr verſchied nach kurzen
ſhweren Teiden mein geliebter Mann, der
treuſorgende Vater ſeines Kindes und Stief=
linder

Herr Auguſt Siutz

Die Hinterbliebenen:
Familie M. Herge, Leeheim
Familie K. Geher, Teeheim
Familie G. Herge, Darmſtadt.
z Zt. Bad:Wimpfen, den 20. Febr. 1932.

Die Beerdigung findet am Montag, den
22 Februar, nachmittags 2 Uhr. vom Sterbe=
hauſe
in Bad=Wimpten, Salzgaſſe 87 aus
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Berufsfeuerwehrmann
n Alter von 49 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Mathilde Stutz, geb. Bachmann
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ASBeerdigung findet Dienstag, um 3 Uhr nachmittags
auf dem Waldfriedhof ſtatt.

2.len denen, die bei dem Heimgang un=
res
lieben Entſchlafenen uns in liebe=
Dier Weiſe gedachten, von Herzen Dank.

Statt Karten.
Am 19. Februar iſt mein lieber Mann, unſer
guter Vater
Herr Oberregierungsrat i. R.
Hermann Otto
nach längerem Leiden fanft entſchlafen.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Anna Otto, geb. Weis.

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In tiefer Trauer:
Greichen Brücher, geb. Lutz
und Töchter.

Darmſtadt, Stiftsſtraße 21.
Kötzſchenbroda, Sofia, Moritzburg, Kabel, Erlangen,
Gera, partenkirchen, den 20. Februar 1932. (2916
Die Einäſcherung findet am Dienstag, den 23. Februar,
um 11½ Uhr vormittags auf dem Waldfriedhof ſtatt.

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Seite 8 Nr. 52

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

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Sonntag, den 21. Februar

Periodiſche Oepotrebiſionen bei den Banken.
Miederum ſchwankende Kurſe bei den Börſen. Bor der Dividenden=Enkſcheidung der Reichsbank.
unter den in Abſatz 2 aufgeführten Bedingungen veräußert wer=
den
ſollen. In dieſem Falle iſt an Stelle der eigenen Aktien der
Beſchlüſſe des Zenkralverbandes
durch die Veräußerung zu erzielende Gegenwert in die zu geneh=
migende
Bilanz einzuſetzen und ein den Nennbetrag der Aktien
etwa überſteigender Teil des Gegenwertes in die geſetzliche Re=
der
Banken.
ſerve einzuſtellen.

A

aer Vorſtand des Zentralverbandes des Deutſchen Bank= und Ban=
gewerbes
beſchloß, daß in der Folge die Zugehörigkeit von Banken
79 ankfirmen zum Centralverband des Deutſchen Bank= und Bankier=
euwes
davon abhängig ſein ſoll, daß dieſe ſich periodiſchen Depotrevi=
nach
Maßgabe von Richtlinien unterwerfen, die durch den Vor=
eines vom Zentralverband und den übrigen Berufsvertretungen
Arankgewerbes demnächſt zu errichtenden Vereins für Depotprüfung
im werden ſollen.
8r1 Meldungen über die vorausſichtliche Höhe der für 1931 zur Aus=
ſung
gelangenden Dividende auf die Reichsbankanteile es wird
zer Beibehaltung des Vorjahresſatzes von 12 Prozent oder einer
Srmäßigung bis um 2 Prozent geſprochen hören wir von zu=
diner
Seite, daß dieſe Ausführungen lediglich Vermutungen dar=
1n. Entſcheidendes könne vor der wahrſcheinlich am nächſten Diens=
üſſrttfindenden
Direktorialſitzung nicht geſagt werden.
jerliner und Frankfurker Efſekfen=Freiverkehr.
Ychdem ſchon in den vorgeſtrigen Abendſtunden trotz der ſehr feſten
tung der New Yorker Börſe überwiegend Kursabbröckelungen ein=
ken
waren, neigte auch im geſtrigen Telephonverkehr in Berlin die
turrz von Anfang an weiter zur Schwäche. Das Geſchäft ſtagnierte
Idrgs faſt völlig, und die Kurſe wurden meiſt nur niedrig geſprochen.
U wab für dieſe Zurückhaltung der Kuliſſe und auch der Kundſchaft
hedene Gründe an. Einmal will man wohl nicht vor den Banken=
ſtridungen
am Montag Neuengagements eingehen, zum anderen
en, aber auch die aus der Politik vorliegenden Nachrichten nicht dazu
Ften, die Unternehmungsluſt zu ſteigern. Mit Spannung werden
½= und Ausland die Vorgänge im Fernen Oſten beobachtet, wo die
zwuer geſtern eine neue große Offenſive begonnen haben. In Frank=
bit
durch das Scheitern der Kabinettsbildung Painleves ebenfalls ein
Unſicherheitsfaktor entſtanden, und die Frage des Memelkonflikts
lm Völkerbund ſteht für Deutſchland auch nicht gerade günſtig.
axedene Preſſemeldungen über Währungsexperimente in Wien fan=
Senfalls Beachtung, doch ſind Vergleiche mit der Situation in
4chland nicht ganz leicht, zumal ſich die deviſenpolitiſche Lage bei
R2ichsbank in der letzten Zeit offenbar etwas gebeſſert hat und durch
ehnte Durchführungsbeſtimmung noch weiter geſtärkt werden
t. Wie ſchon geſagt, neigten die Kurſe allgemein zur Schwäche.
hetnismäßig gut behauptet lagen die Banken= und Schiffahrtswerte,
die Valutapapiere waren zu vorgeſtrigen Kurſen eher geſucht.
10 konnte man allgemein Rückgänge von 1 bis 1½ Prozent feſt=
4y, ohne daß es jedoch auf dieſer Baſis zu nennenswerten Umſätzen
zumen ſein dürfte. Auffällig war die weiter ſchwache Veranlagung
Frichsbankanteile und der Reichsbahn=Vorzugsaktien. Reichsſchuld=
ſiat
lagen dagegen geſtern widerſtandsfähiger. Auch Induſtrie= Obli=
wueen
und Liquidations=Pfandbriefe hatten ziemlich behauptete Kurſe.
birandbriefe waren weiter vernachläſſigt. Goldkommunglobligatio=
lneben
eher geſucht. Von deutſchen Anleihen neigten Altbeſitz wei=
zus
Schwäche und gaben erneut zirka / Prozent nach.
Unter kleinen Schwankungen blieb die Tendez im weiteren Verlauf
4ages behauptet. Die Kursentwicklung war zwar nicht ganz ein=
tiar
. Per Saldo änderte ſich aber gegen den Anfang wenig. Auch
1randbriefmarkt blieb die Tendenz im allgemeinen freundlich, be=
ss
Kommunal=Obligationen waren weiter gefragt. Am Geldmarkt
eine Veränderung in den Sätzen ein. Am Deviſenmarkt zogen
9orddeviſen um 5 bis 15 Rpfg. an, während Amſterdam 5 Rpfg.
Spanien 10 Npfg. verloren. Der Yen ſetzte ſeine Abwärtsbewe=
zum
4 Rpfg. fort,
Trotz der feſteren Auslandsbörſen verlief der Frankfurter Telephon=
ach Wochenende eher etwas ſchwächer,
Berordnung zur Durchführung der Vorſchriffen
P. die Kapikalherabſehung in erleichkerker Form.
cer erſten Durchführungsverordnung über die Kapitalherab=
nr
in erleichterter Form läßt der Reichsjuſtizminiſter nun=
yr
eine zweite Verordnung folgen, deren einziger Paragraph
Awsſentlichen folgendes beſtimmt:
1. Beſchließt die GV. einer AG. oder einer Kommanditgeſell=
1t auf Aktien eine Kapitalherabſetzung in erleichterter Form,
um ſie von der Einziehung eigener Aktien ſowie von der Her=
tzung
des Nennbetrages und der Zuſammenlegung ſolcher Ak=
Abſehen, ſoweit ſie gleichzeitig beſchließt, daß dieſe Aktien

2. Der Gegenwert muß mindeſtens dem Nennbetrag der
Aktien gleichkommen.: Der Vertrag muß den Erwerber verpflich=
ten
, jeden Aktionär auf Verlangen einen ſeinem Anteil an dem
bisherigen Grundkapital entſprechenden Teil der eigenen Aktien
zu dem vertraglich vereinbarten Entgelt abzüglich einer ange=
meſſenen
Vergütung anzubieten, ſoweit nicht die GV. mit einer
Mehrheit von mindeſtens Dreiviertel des vertretenen Grundkapi=
tals
etwas anderes beſchließt.
3. Die GV. kann den Vertrag nur genehmigen, wenn der Ge=
genwert
, ſoweit er nicht anders als durch Barzahlung zu leiſten
iſt, vor der Beſchlußfaſſung bar eingezahlt iſt und wenn der Vor=
ſtand
zu Protokoll der GV. erklärt hat, daß der Gegenwert end=
gültig
zu ſeiner freien Verfügung ſteht, und daß Gegenforderun=
gen
nicht beſtehen.
Die Anslandsbörſen.
Die Londoner Börſe eröffnete geſtern in unregelmäßiger Hal=
tung
, die Grundſtimmung war im Einklang mit Wallſtreet weniger zu=
verſichtlich
.
Die Erholung, die an der Amſterdamer Börſe nach anfäng=
lichem
Rückgang eingetreten war, erhielt ſich nicht im Verlaufe.
Bei lebhaftem Geſchäft verkehrte die Brüſſeler Börſe in
freundlicher Stimmung, und es ergaben ſich auf faſt nahezu allen Markt=
gebieten
Kursbeſſerungen.
New York zeigte zum Wochenſchluß bei ruhigem Geſchäft ein
unregelmäßiges Ausſehen.
An den internationalen Deviſenmärkten hat ſich am
Nachmittag kaum etwas verändert. Das Pfund blieb den führenden
Deviſen gegenüber faſt ganz unverändert, gegen den Dollar ſtellte es ſich
auf 3,45½, gegen den Gulden auf 8,53½, gegen Zürich auf 17,67, gegen
Paris auf 87,65 und gegen die Reichsmark auf 14,55. Der Dollar war
gut behauptet, auch die Reichsmark war unverändert. In New York
nannte man ſie unverändert zu vorgeſtern 23,75, in Amſterdam notierte
ſie 58,66½ und in Zürich 12,55. Der Yen war nach ſeiner Erholung am
Vormittag wieder eine Kleinigkeit leichter, dagegen tendierte Schanghai
außerordentlich feſt, es zog in London von 1/1175 auf 2030 an. Die
Norddeviſen waren leicht gebeſſert, Mailand war kaum gehalten.
Berliner Deviſen=Feſtſehung vom 20. Februar 1932.

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Schweiz

Geld Brief Geld Brief 6.583 6.597 Spanien . 32.87 32.93 49.95 50.05 Danzig 82.02 82.18 12.465 12.485 Japan 1.409 1.411 56.94 57.06 Rio de Jan. 0.250 0.252 3.057 3.063 Jugoſlawien
Portugal
Athen 7.463 7.477 170.28 170.62 13.19 13.21. 78.82 78.98 79.87 80.03 Iſtambul 80.97 81.13 Kairo 14.86 14.90 14.51 14.55 Kanada 3.,676 3.684 1.028 1.032 Uruguay 1.728 1.732 4.200 4.217 Island 65.43 65.57 58.67 58.79 Tallinn
111.39 111.61 21.88 21.92 Riga. 80.92 81.08 16.58 16.,62 Bukareſt 2.522 2.528 82.12 82.28 Kaunas 41.98 42.06

Wirlſchaftliche Rundſchau.

Die Inderziffer der Großhandelspreiſe vom 17. Februar. Die vom
Statiſtiſchen Reichsamt für den 17. Februar berechnete Großhandels=
indexziffer
iſt mit 100,0 gegenüber der Vorwoche um 0,4 v. H. geſtiegen.
Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarſtoffe 95,1 (plus 1,6
v. H.), Kolonialwaren 90,3 (minus 0,7 v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und
Halbwaren 91,4 (minus 0,1 v. H.) und induſtrielle Fertigwaren 121,2
(minus 0,2 v. H.).
Das Bankgeſchäft L. Krämer verweiſt in ſeiner heutigen An=
zeige
auf die lt. Deviſen=Notverordnung zum Verkauf zugelaſſenen
Auslandswerte.
Devifen=Clearing in Holland. Die holländiſche Regierung brachte
im Parlament einen Geſetzentwurf ein, der einen Deviſenausgleichsver=
kehr
mit denjenigen Ländern vorſieht, deren Maßnahmen zur Regelung
des Deviſenverkehrs eine ſolche Kompenſation wünſchenswert erſcheinen
laſſen. Als Zentralſtelle für dieſes Deviſen=Clearing ſoll die Neder=

landſche Bank dienen.

Die Lage am Geld= und Deviſenmarkk.
Nachdem die Geldmarktlage durch einen längeren Zeitraum recht
flüſſig geweſen war, zeigte ſich in der abgelaufenen Woche erſtmalig wie=
der
eine Verſteifung. Der Medio brachte für Tagesgeld ein Anziehen
des Satzes von 6½ auf 7 Proz., wobei auch die Fälligkeit der Vermögen=
ſteuer
ins Gewicht fällt. Weiterhin machten ſich Geldabziehungen vom
Frankfurter Platze nach Berlin bemerkbar. Von einer leichten Entſpan=
nung
, die um die Mitte der Woche in Berlin eingetreten war, konnte
man in Frankfurt deshalb nichts bemerken. Für Wechſel beſtand zu
Beginn der Woche eher Nachfrage, als aber der Satz für Privatdiskonten
um 1s Prozent auf 6½ bis 62)g Prozent ermäßigt worden war, flaute
das Intereſſe merklich ab. Reichsſchatzwechſel wurden zu 6 Prozent ziem=
lich
flott abgeſetzt, dagegen blieb die Nachfrage für ſprozentige, zum Mai
fällige Reichsſchatzanweiſungen recht mäßig. Auf den deutſchen Geld=
markt
blieben die ausländiſchen Diskontermäßigungen bisher noch voll=
kommen
ohne Nückwirkungen.
Am Deviſenmarkt herrſchte im Berichtsabſchnitt ſehr ruhige Stim=
mung
und es ergaben ſich meiſt nur geringfügige Kursſchwankungen.
Der Dollar fiel durch ſchwache Veranlagung auf und konnte ſich erſt gegen
Ende der Woche etwas erholen, was mit der Beibehaltung des Diskont=
ſatzes
der New Yorker Bundesreſervebank in Zuſammenhang ſtand. Das
engliſche Pfund erzielte trotz der Diskontermäßigung einen leichten
Kursfortſchritt, da ſich die enge Bindung zwiſchen Diskont= und Deviſen=
kurs
infolge der Aenderung der Währungsverhältniſſe gelöſt hat. Die
ſpaniſche Peſeta neigte weiter zur Schwäche; maßgebend hierfür waren
vornehmlich die Meldungen über die Generalſtreikbewegung in Spanien.
Auch der Umſtand, daß der Orangenexport jetzt ſaiſonmäßig zum Still=
ſtand
kommt, dürfte bei der abſteigenden Kursbewegung der ſpaniſchen
Deviſe nicht außer Acht zu laſſen ſein. Die italieniſche Lira zeigte im
weſentlichen Veranlagung zu weiterer Feſtigkeit, doch machten ſich hier
und da leichte Schwankungen bemerkbar. Der holländiſche Gulden, der
franzöſiſche Franken und die Belga verkehrten in ſtetiger Haltung. Der
Yen neigte zur Schwäche, während Schanghai behauptet blieb.

Produkkenberichke.

Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Tendenz feſt. In der Be=
richtswoche
haben die Auslandsmärkte auch die deutſchen Märkte zu
weiteren Preisſteigerungen gezwungen, obwohl der Konſum, nachdem in
den Vortagen das Geſchäft weſentlich beſſer war, wieder ſehr ſchwach
geworden iſt, da er die hohen Preiſe nicht bewilligt und nur das Nötigſte
kauft. Die deutſche Produktion iſt ſehr gering, doch dürſte ſie ihren
tiefſten Stand jetzt bald erreicht haben. Da auch in anderen Ländern,
wie England, Frankreich und Belgien, erheblicher Zuſchußbedarf beſteht,
der vorwiegend von Dänemark befriedigt wird, ſahen ſich die Händler
infolge der hohen Auslandsforderungen veranlaßt, abermals ſtarke
Preiserhöhungen vorzunehmen. Die Tendenz muß daher als weiter feſt
bezeichnet werden. Man nimmt jedoch an, daß die Notierungen ihren
höchſten Stand erreicht haben oder nur noch unweſentliche Preisbeſſe=
rungen
zu verzeichnen ſein werden. Allerdings hängt die Entwicklung
weiterhin faſt durchweg vom Auslande ab. Die Verkaufspreiſe des
Großhandels lauten (in 1=Zentner=Tonnen); holländiſche Butter 162 bis
165, däniſche Butter 160162, eſtniſche Butter 158162, deutſche Butter
169165 RM.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Tendenz ſchwach. Nachdem in
ſer Vorwoche die kalte Witterung ein leichtes Anziehen der Preiſe ver=
urſacht
hatte, gaben die Notierungen in der abgelaufenen Woche teil=
weiſe
nicht unerheblich nach, obwohl die Wetterlage weiterhin für die
Produktion ſehr nachträglich iſt. Da aber trotz der ermäßigten Preiſe
der Konſum ſehr ſchwach war, genügte das vorhandene Angebot voll=
kommen
. Es notierten in Pfg. per Stück ab loco Frankfurt a. M.:
italieniſche nicht am Markt, bulgariſche 6,757,00, jugoſlawiſche 6,50
his 700, rumäniſche 5,506,50, ruſſiſche, polniſche und chineſiſche nicht
um Markt, holländiſche 6008,50 däniſche 6,509,00, flandriſche 700
his 7.50 franzöſiſche nicht am Markt, ſchleſiſche 6,50700 bayeriſche
7,007,50, deutſche Friſcheier 6,508,50, in= und ausländiſche Mittel=
und Schmutzeier 5,506,00.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Wie wir erfahren, wird die Reichsregierung angeſichts der
Verſorgungslage auf dem Weizenmarkt demnächſt Maßnahmen er=
greifen
, die eine Erleichterung in der Verſorgung der Mühlen
mit Weizen herbeiführen.
Die Crédit Commerciale de France, Paris, ſchlägt der GV.
am 17. März für 1931 aus einem Reingewinn von 3108 (38,03)
Mill. Frs. eine Dividende von 50 (60) Frs. vor.
Die Bank von Griechenland hat ihren Diskontſatz von 12 Pro=
zent
auf 11 Prozent herabgeſetzt.
Die Schrumpfung des amerikaniſchen Außenhandels wird
durch die Ziffern für den Monat Januar ſcharf beleuchtet. Die
Ausfuhr belief ſich auf rund 150 Mill. Dollar gegenüber 184 Mill.
im Dezember und 250 Mill. im Januar 1931. Die Einfuhr ſtellte
ſich auf 136 Mill. Dollar gegen 153 Mill. im Dezember und 183
Mill, im Januar 1931. Der Ausfuhrüberſchuß betrug alſo nur
14 Mill. Dollar gegen 31 Mill. im Dezember, und 67 Mill. im
Januar des Vorjahres.

Ca. 14.

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Seite 10 Nr. 52

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Rachrichten

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Zufolge des Beſchluſſes der Kranken=
bausdeputation
vom 8. Februar 1932
wird der Verpflegungskoſtentarif des
Stadtkrankenhauſes mit Wirkung vom
1. Februar d. J. an geſenkt. Die neuen
Sätze können bei der Direktion des
Stadtkrankenhauſes eingeſehen werden.
Darmſtadt, den 19. Februar 1932.
Bürgermeiſterei.
St. 28

Holzverſteigerung.
Montag, den 22. d. Mts., von vorm.
9 Uhr ab, werden in der Turnhalle am
Woogsplatz, hier, aus den ſtädtiſchen
Förſtereien Bürgertanne (Unter dem
Bahnhof 1, Los 678761, nur Kiefer)
und Beſſunger Laubwald ( Franzoſen=
berg
12, Los 11481483) letzte
Verſteigerung verſteigert:
Buchenrundſcheit, 1.55 m lang. 30 rm.
Scheiter, rm: 210 Buche, 91 Eiche,
70 Kiefer. (Stamm=)Knüppel, rm:
83 Buche, 29 Eiche, 21 Kiefer. (St. 2891
Darmſtadt, den 21. Februar 1932,
Städtiſche Güterverwaltung.

Verſteigerungsanzeige.
Nachſtehend aufgeführte Gegenſtände
werden am Dienstag, den 23. Februar,
vormittags 10 Uhr, Zimmer 4 in der
früheren Infanterie=Kaſerne ( Alexan=
derſtraße
22) zwangsweiſe gegen Bar=
zahlung
öffentlich verſteigert:
1 Speiſezimmereinrichtung, beſteh. aus:
1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Standuhr 1
Sofa, 2 Polſterſeſſel. 1 Ausziehtiſch.
2 Lederſeſſel, 4 Stühle mit Leder, 1
Serviertiſchchen. 1 Nähtiſch, 1 Holz=
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Finanzamt Darmſtadt=Stadt,
Vollſtreckungsſtelle.

Außholzverſkeigerung.
Donnerstag, den 25. d. Mts., werden
im Roßdörfer Gemeindewald aus Abt.
10 und 27 folgende Sortimente ver=
ſteigert
:
Kiefern=Stämme Kl. 2b 3 St. 1.29 fm

Kl. 4b 1St.
Kl. 1a 4St. 0,50
Kl. 1b. 6 St. 1.91,
Kl. 1a 54 St. 9.44,
Kl. 1b 44 St. 14,23
Kl. 2a 3 St. 1,94
Derbſtang. Kl. 1. 59 St.
Kl. 2 40 St.
Kl. 3 40 St.
Reisſtang. Kl. 5 30 St.
Kl. 6 6 S
Kl. 7 126
Kl.8 56 St.
Zuſammenkunft um 9 Uhr am Bahnhof
Roßdorf. Auskunft durch die Bürger=
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und Förſter Kirſchner. (2874
Roßdorf, den 19. Februar 1932.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Roßdorf.
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mittags
9 Uhr, werden im Hotel Clau=
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Trieſch (Förſter Ahlheim zu Forſthaus
OcTafzimmetſHarras, Poſt Darmſtadt): Stämme:
Eiche 133 Stück Kl. 26, zuſ. 92 Fm.,
Kiefer, Langholz und Abbſchnitte, 126
Stück Kl. 2a4b, zuſ. 70 Fm. Fichte,
Langholz, 84 St. Kl. 1a2b. zuſ. 27 Fm.
2. aus den Forſtorten Knoblochaue,
(Förſter Schäfer zu Forſthaus Knobloch=
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hmntag, 21. Februar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachvichten

Nr. 52 Seite 11

Die beiden kühnen Ballonfahrer
Der Ballon Ernſt Brandenburg
vor dem Start.
nach dem Aufſtieg bei Bitterfeld.
EBallonführer Schütze und der Berliner Meteorologe Suckſtorff ſtiegen in Bitterfeld zu einer
fuit in die untere Stratoſphäre auf, um dort Meſſungen der kosmiſchen Höhenſtrahlen zu über=
prüfen
. Sie erreichten eine Höhe von 9000 Meter.

Eines der neuen Bomben=Großflugzeuge,
von denen das franzöſiſche Luftfahrtminiſterium jetzt vier Geſchwader in Auftrag gegeben hat.
Dieſe Rieſenflugzeuge ſtellen das Mächtigſte und Modernſte der heutigen Militär=Luftfahrt dar.
Ein jedes kann 2500 Kilogramm Sprengſtoff mit ſich führen, iſt mit neun Maſchinengewehren
ausgerüſtet und hat trotz ſeiner Größe einen Aktionsradius von 1000 Kilometern. Die Bomben=
abwurf
=Vorrichtungen werden von einer unter dem Flugzeugrumpf geſondert angebrachten Gondel
bedient.

Brebſtahl von Giften aus einer Apotheke.
1Frankfurt a. M. In der vorvergangen
ſot drangen Diebe in die Sandweg=Apotheke
ſund entwendeten zahlreiche Heilmittel. Vor
An hatten ſie es auf ſtark wirkende Gifte ab=
en
, unter denen ſie eine fachmämniſche Aus=
A trafen. Auch den Schreibtiſch unterzogen
irer Reviſion, fanden aber nichts Mitneh=
fswertes
.
Strafe für gewiſſenloſe Motorradfahrer.
Frankfurt a. M. Die Polizei geht in
ſtr Zeit immer häufiger dazu über, Motor=
haſrern
und Autoführern, die ſich gegen ihre
bichren, und damit gegen die Sicherheit des
ſuikums vergehen, den Führerſchein zu ent=
hen
, um ſie dadurch unſchädlich zu machen.
9e Strafe wurde jetzt gegen einen Motorrad=
heu
angewandt, der in angetrunkenem Zu=
ſo
mit ſeinem unbeleuchteten Rad in hoher
bwwindigkeit in der Stadt gefahren war und
hüt beleidigender Form den Polizeibeamten,
ihn anhielten, widerſetzt hatte.
Entgleiſter Schlafwagen.
Oresden. In der Nähe von Gaſtorf bei
heritz entgleiſte geſtern, am frühen Morgen,
bShlafwagen des Schnellzugs Prag-Berlin
Age Radreifenbruchs. Perſonen wurden nicht
mit. Auch iſt ſonſt kein weiterer Schaden
Harden. Der Zug, der fahrplanmäßig um
Uhr in Tetſchen eintreffen ſollte, fuhr nach
Lmechſlung des Wagens mit etwa 4½= ſtün=
hr
Verſpätung beſchleunigt weiter. Von
den aus wurde für die auf ihn wartenden
* ihzer Paſſagiere ein Hilfszug eingeſetzt.
ſeraldirektor Guido Hackebeil ins Moabiter
Unterſuchungsgefängnis eingeliefert.
Berlin. Gegen den ehemaligen General=
1 bſtr Guido Hackebeil, von der inzwiſchen in
Murs geratenen Guido Hackebeil A.=G.,
mhc ſchon ſeit Monaten bei der Staatsan=
ſochaft
I Berlin ein Ermittlungsverfahren.
Rtaldirektor Hackebeil wird der Bilanzfäl=
Ag und des Konkursverbrechens beſchuldigt.
Rleil, der im Aufſichtsrat ſaß, wird vorge=
Men, daß er über die Danatbank durch die
Rheil A.=G. betrügeriſche Aktienmanipula=
A) vorgenommen hat. Hackebeil ſoll dadurch
99läubiger der Hackebeil A.=G. um annähernd
il ion geſchädigt haben. Freitag nachmittag
We Generaldirektor Hackebeil, von Kriminal=
Kfen feſtgenommen und der Staatsanwalt=
M vorgeführt, wo er einem eingehenden Ver=
bünterzogen
wurde. Der Verdacht, daß ſich
Ahril ſtrafbare Handlungen zuſchulden kom=
läeß
, hat ſich nun während der Verneh=
am
derart verſtärkt, daß er nicht wieder ent=
werden konnte, ſondern von der Staats=
u
ſchaft ſeine vorläufige Feſtnahme ange=
e
wurde. Darauf wurde er in das Moa=
19 Anterſuchungsgefängnis eingeliefert.
9Bräſidenk der deutſchen Tierſchuß=
vereine
wird 70. Jahre all.

Camillo Schaufuß,
Präſident des Verbandes der deutſchen Tier=
8y=reine und Herausgeber des Deutſchen
ſchutzkalenders, begeht am 22. Februar
ſeinen 70. Geburtstag.

75 Jahre Norddeutſcher Lloyd.

Oben links: Konſul H. H. Meier, der Begründer des Norddeutſchen Lloyd. Daneben;
Das erſte Kontorhaus des Norddeutſchen Lloyd in Bremen. Unten links: Das heutige Ver=
waltungsgebäude
. Daneben: Der jetzige Generaldirektor Gläſſel. Am 20. Februar konnte
der Norddeutſche Lloyd, neben der Hapag das größte deutſche Schiffahrtsunternehmen, auf ein
75jähriges Beſtehen zurückblicken.

Bremen. Anläßlich des 75jährigen Be=
ſtehens
des Norddeutſchen Lloyd wies geſtern
vormittag vor Mitgliedern des Vorſtandes und
vor der geſamten Angeſtelltenſchaft General=
direktor
Glaeſſel in einer Anſprache darauf hin,
daß der Lloyd ſein Jubiläum unter ſchwierigen
Verhältniſſen feiere. Auch in Zukunft werde man
auf äußerſte Sparſamkeit bedacht ſein müſſen.
So, wie die Verhältniſſe in der Schiffahrt heute

lägen, müſſe man an der Verwirklichung des
Gedankens einer Gemeinſchaft in vollſter Ueber=
zeugung
mitarbeiten. Der Redner ſchloß mit
einem Appell an die Angeſtellten, trotz der
ſchwierigen Lage zuverſichtlich zu bleiben und
ſich nicht durch falſche Propheten irre machen
zu laſſen. Zu dem Jubiläum waren zahlreiche
Glückwunſchtelegramme u. a. vom Bremer Senat
und vom Hamburger Senat, eingegangen.

Prinzeſſin Caroline von Schleswig=Holſtein .
Eckernförde. Prinzeſſin Caroline Ma=
thilde
von Schleswig=Holſtein iſt geſtern im Alter
von 72 Jahren auf Schloß Grünholz geſtorben.
Sie war die um zwei Jahre jüngere Schweſter
der verſtorbenen letzten Kaiſerin.
Der Mörder der Frau Valentin verhaftet.
Stettin. Die Stettiner Kriminalpolizei
hat vorgeſtern hier den von der Kriminalpolizei
Berlin wegen des Raubmordes an der 70 jäh=
rigen
Frau Valentin in Basdorf bei Berlin ge=
uchten
Mörder Lange und ſeine Geliebte Güh=
ring
verhaftet. Lange wurde auch von den
Staatsanwaltſchaften von Leipzig, Hannover und
anderen Orten geſucht.
Schwere Exploſion in Auſſig.
Auſſig. In den ſtädtiſchen Steinbrüchen
ereignete ſich geſtern vormitag eine ſchwere Ex=
ploſion
, durch die vier Arbeiter, unter ihnen der
Schießmeiſter Hortig, getötet wurden. Der Ver=
bandsſekretär
Werner und zwei Arbeiter erhiel=
ten
ſchwere Verletzungen. Die Exploſion hatte
eine ungeheure Wucht; Fenſterſcheiben wurden
eingedrückt und die Telephondrähte in der Um=
gebung
zerriſſen. Die Erhebungen ergaben, daß
hier ein Racheakt des Schießmeiſters vorlag. Als
heute der Verbandsſekretär Werner zur Unter=
ſuchung
einer Verfehlung erſchien, ſteckte der
Schießmeiſter in ſelbſtmörderiſcher Abſicht und
aus Rachſucht 10 Kilogramm Dynamon in
Brand.

Spaniſcher Erzbiſchof ermordet.
Berlin. Wie die N.=A. aus Madrid
meldet, wurde der Erzbiſchof von Pamplona,
Mſgr. Seminario, durch mehrere Revolverſchüſſe
getötet. Der Mörder konnte feſtgenommen
werden.
Vereiteltes Eiſenbahnattentat.
Schievelbein (Pommern). Am Freitag
wurde auf der Strecke Schievelbein-Belgard
eine 15 Zentimeter lange Romperit=Patrone
mit einer Zündſchnur, ſorgfältig mit Steinen
verdeckt, aufgefunden. Es wurde feſtgeſtellt, daß
die Patrone zur Entladung fertiggemacht war.
Tod eines Dirigenten am Mikrophon.
Wien. Der Dirigent Dr. Ludwig Kaiſer
iſt geſtern nachmittag, als er am Radio diri=
gierte
, plötzlich tot umgefallen. Das Konzert
wurde ſofort abgebrochen.
Drei Kinder bei einem Schadenfeuer
umgekommen.
Rom. In einer Ortſchaft im Groedner Tal
(Südtirol) fanden drei Kinder den Tod in den
Flammen. Die Mutter hatte ihre Kinder abends
zu Bett gebracht und dann einen Bekannten in
der Nachbarſchaft aufgeſucht. Als ſie ſich nach
einiger Zeit zum Heimgehen anſchickte, ſah ſie
ihr Häuschen in hellen Flammen ſtehen. Man
fand eines der Kinder tot im Bett, und die bei=
den
andern als Leichen im angrenzenden Stall,
wohin ſie vor dem Feuer geflüchtet waren, das
durch einen alten Ofen entſtanden war,

Revolke in der Provinzial= Erziehungs=
anſtalk
Strausberg.
Strausberg. Im brandenburgiſchen
Landerziehungsheim Strausberg kam es in der
letzten Nacht aus noch nicht geklärter Urſache
zu einer Revolte der Inſaſſen eines Schlafſaales.
Die im Gaxtenhaus untergebrachten Zöglinge,
bei denen es ſich um beſonders ſchwer erziehbare
junge Leute handelt, verbarikadierten gegen
Mitternacht die Tür zu ihrem Schlafſaal, demo=
lierten
die Möbel, ſchlitzten die Strohſäcke auf
und ſchichteten das Stroh zu einem Scheiterhau=
fen
. Der Anſtaltsdirektor verſuchte vergeblich,
auf die Zöglinge einzuwirken. Als zwei Poli=
zeibeamte
aus Strausberg erſchienen, zerſchlugen
die Zöglinge die Fenſterſcheiben und machten
Miene, durch die Fenſter die Flucht zu ergrei=
fen
. Es wurde ein Feuerwehrſchlauch herbeige=
holt
und Waſſer gegen die Fenſter gegeben. In=
zwiſchen
war das Ueberfallkommando eingetrof=
fen
, das die Zöglinge einſchüchterte, die Barri=
kaden
beſeitigte, zehn der Rädelsführer verhaftete
und ins Strausberger Polizeigefängnis einlie=
ferte
.
Schnee in Süditalien.
Rom. Die Polarluftwelle iſt bis nach Sizi=
lien
vorgedrungen, wo bereits ſeit einem Monat
wärmſtes Frühlingswetter herrſchte. Die Wärme
ſank auf 5 Grad Kälte. In Palermo, in öſtlichen
Provinzen Syrakus uſw. hat es zwei Tage ge=
ſchneit
. In den ſüditalieniſchen Provinzen Avel=
lino
und Benevento ſind infolge der reichen
Schneefälle, mehrere Bauernhäuſer eingeſtürzt,
und bei Torrioni das Dach der Kirche.
Sturm und Kälte auf dem Balkan.
Stambul. Ein ungeheurer Schneeſturm
wütet in der Umgegend von Adrianopel. Zahl=
reiche
Eiſenbahnlinien, u. a. die Linie des
Orient=Expreß, ſind zugeſchneit. Der Simplon=
Expreß und ſämtliche anderen Züge liegen feſt.
Sofia. Infolge der großen Schneever=
wehungen
in Bulgarien und der Türkei konnte
am Freitag der Orient=Expreß von Sofia ſeine
Fahrt nach Konſtantinopel nicht fortſetzen. Er
mußte in Sofia bleiben und wird am Samstag
nach Paris zurückkehren.
Neuer Ausbruch des Krakatau.
London. Aus Bandung (Java) wird ein
neuer großer Ausbruch des Vulkans Krakatau
gemeldet. Die Lavamaſſen werden bis in eine
Höhe von 400 Metern emporgeſchleudert.
Vor 200 Jahren ſtarb der Barock=
Bildhauer Permoſer.

Zeitgenöſſiſches Porträt Balthaſar Permoſers,
der vor 200 Jahren, am 20. Februar 1732, in
Dresden ſtarb. Balthaſar Permoſer, deſſen
Werke zu den beſten Arbeiten der deutſchen
Barock=Plaſtik gehören, war ſeinerzeit eine
europäiſche Berühmtheit. Am reizvollſten ſind
ſeine plaſtiſchen Schöpfungen für den Zwinger
in Dresden.

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Seite 12 Nr. 52

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrähten

Sonntag, 21. Februar 1932

Sülssbl Aeadt

Rundfunk=Programme.

Schwimmen.
Techniſche HochſchuleRot=Weiß Darmſtadt.
Den Anhängern des Schwimmſports iſt wiederum Gelegen=
heit
geboten, am kommenden Donnerstag abend
einem intereſſanten Kampf beiwohnen zu können. Zur Ab=
wechſelung
der Winterrunde im Waſſerball treffen ſich die
Schwimmer der Techniſchen Hochſchule gegen dieſelben von Rot=
Weiß zu einem Zweikampf. Derſelbe beſteht aus einer 6X100=
Meter= und 10X50=Meter=Kraulſtaffel ſowie einem Waſſerball=
ſpiel
. Da in den beiden letzten Jahren der Kampf jedesmal un=
entſchieden
endete, wird man dem Ausgang obigen Treffens mit
Intereſſe entgegenſehen.
der AdAC. ſagk 144-Stunden- und Länderfahrt ab.
Der ADAC. hat für ſeine in dieſem Jahre geplanten großen
Gebrauchsprüfungen nicht die Unterſtützung der In=
duſtrie
gefunden und dieſe Veranſtaltungen aus ſeinem Pro=
gramm
ſtreichen müſſen. Die 144=Stundenfahrt für Kraftwagen
mit internationaler Beteiligung auf dem Nürburgring vom 27.
März bis 2. April und die Länderfahrt für Motorräder vom 21.
bis 30. April kommen daher nicht zur Durchführung.

Sporkkalender.

10.45
14.30

11.00
11.00
14.30
14.30
15.30

Handball.
Uhr, Hochſchulſtadion: A S. C. T.=V. Groß=Umſtadt.
Uhr, Stadion: S.=V. 98 V. f. R. Schwanheim.
Fußball.
Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß S.=V. Geinsheim.
Uhr, Feſthalle: Eintracht Wolfskehlen.
Uhr, Exerzierplatz: Polizei Germania Eberſtadt.
Uhr. Rennbahn: Union Egelsbach.
Uhr, Stadion: S.=V. 98 Opel Rüſſelsheim.

Am Samstag wurden im ſüddeutſchen Verband zwei Po=
kalſpiele
ausgetragen, die folgende Ergebniſſe brachten: Rot=Weiß
Frankfurt Urberach 9:1 (4:1) und Stuttgarter Kickers Biv=
kenfeld
4:1 (3:1).
Mit 9:7 Punkten unterlag in dem Städtekampf der
Amateurboxer Hamburg gegen die Budapeſter Staffel.
Den Langlauf über 18 Km. bei den DHW.= Skimeiſter=
ſchaften
in Joſephstal gewann Otto Wahl-Zella/Mehlis in
1:17:41 Std. vor dem Münchener Motz in 1:17:50 Std.
Die Weltmeiſterſchaft im 5000 Meter=Eisſchnellaufen
gewann in Lake Placid der Norweger Ballangrud in 8:37,6 Min.
vor dem Amerikaner Eddie Schröder mit 8:41,9 und Staksrud=
Norwegen mit 8:43 Min.
Bei den Deutſchen Akademiſchen Winterſpielen in Ober=
wieſenthal
gewann den 16 Klm.=Langlauf der Breslauer Leupold
in 1:17:06 Std. vor Helmuth Lantſcher=Innsbruck mit 1:22:13 Std.
Der Wiener Eislaufverein wurde am Freitag abend
in München von der Kombination SC. Rieſſerſee/Münchener EV.
mit 4:1 (2:0, 1:0, 1:1) geſchlagen.

Geſchäftliches.

Häufig begegnet man in landwirtſchaftlichen Kreiſen noch dem alten
Irrtum, daß das Kali im Auslande billiger verkauft werde als im Inlande.
Es ſei daher ausdrücklich darauf hingewieſen, daß laut Durchführungs=
vorſchriften
zum Kaliwirtſchaftsgeſetz die Preiſe für Verkäufe und Liefe=
rungen
vom Kaliſyndikat nach dem Auslande nicht niedriger ſein dürfen
als die für das Inland durch den Reichskalirat feſtgeſetzten Inlands=
preiſe
, und daß ſich das Kaliſyndikat ſelbſtverſtändlich ſtreng an dieſe
Vorſchriften hält. Gerade die deutſche Kaliinduſtrie iſt eine der wenigen
Induſtrien, die im Auslande nicht billiger verkauft als im Inlande.
Rückkehr zum Batterieempfänger?
In unſerer Zeit überſtürzter Fortſchritte der Technik gilt heute ſchon
als alt, was vor wenigen Jahren das Neueſte war. Aber mitunter wird

nichſcht au iſnre Stäfecheife. wueder arßer hel die Schif einen.
gewaltigen Schritt vorwärts getan und vorzügliche Geräte geſchaffen hat,
die gegenüber den bisherigen Batterie=Empfängern erhebliche Verbeſſe=
rungen
aufweiſen. Die vielen verwirrenden Schnüre und Stecker von
früher ſind verſchwunden, das Anſchließen der Anodenbatterie iſt dadurch
kinderleicht geworden. Und wenn man immer eine wirklich erſtklaſſige
Anodenbatterie verwendet, dann ſind auch die Unterhaltungskoſten nicht
erheblich. Man möge ſich aber nicht durch verblüffende Lockangebote zum
Hauf unbekannter Batterien verleiten laſſen, deren Leiſtung in keinem
richtigen Verhältnis zum angelegten Preis ſteht. Es iſt in weiten Kreiſen
immer mehr anerkannt worden, daß Pertris=Batterien nicht enttäuſchen.
Sie zeichnen ſich beſonders dadurch aus, daß ſie ſich während der Be=
triebspauſen
nicht von ſelbſt verbrauchen, ſondern im Gegenteil immer
wieder erholen und neue Kräfte ſammeln.
Einen guten Eindruck kann man nur in ſauberer, ge=
pflegter
Kleidung machen Für wenig Geld ſind Sie immer
tadellos gekleidet, wenn Sie die Kleidungsſtücke mit Necetin
durchbürſten. Necevin beſeitigt den läſtigen, abgetragenen Glanz,
gibt den Stoffen neue Appretur und friſcht auch die Farben auf.
Nicht nur für Kleidungsſtücke wird es mit beſtem Erfolg ange=
wandt
, ſondern auch für Möbelbezüge. Teppiche uſw. Necetin,
welches durch Deutſches Reichspatent geſchützt iſt, erhalten Sie in
allen Drogerien uſw.
Der billige Kleinwagen für Beruf und Erholung
iſt da. Die Not der Zeit zwingt zu Einſparungen. Der Goliath
Pionier, das ſteuer= und führerſcheinfreie Auto
der Zukunft, iſt in zäher Arbeit geſchaffen. Der Goliath Pionier
war der Clou der vorjährigen Automobilausſtellung in Berlin
und hat ſich bis heute in der Praxis wegen ſeiner unerreichten
Fahreigenſchaften und ſeiner Billigkeit im Betrieb glänzend be=
währt
. Jeder Pionierbeſitzer iſt begeiſtert, da der Pionier alle
Vorzüge eines modernen großen Kraftwagens, insbeſondere
Schwingachſen, elektriſcher Anlaſſer uſw beſitzt.

Das Davispokalſpiel Deutſchland-Britiſch=Indien
ſoll vom 6. bis 8. Mai auf deutſchen Boden ausgetragen werden.
Bei einem Turnier der Amateurringer in der finni=
ſchen
Stadt Eſp wurde der Ludwigshafener Gehring in der
Schwergewichtsklaſſe Endſieger, während der Kreuznacher Braun
im Halbſchwergewicht den zweiten Platz belegte.
Primo Carnera will jetzt in Holland Schaukämpfe aus=
tragen
.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 38. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II
19. Februar 1932
10. Ziehungstag
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
4 Gewinne zu 10000 M. 126876 348255
10 Gewinne zu 5000 M. 37653 40558 197869 237565 381626
16 Gewinne zu 3000 M. 12061 83119 124446 148069 215921 217217
252768 356652
54 Gewinne zu 2000 M. 1370 50344 67194 68119 78062 81258
90536 90824 96944 121313 138117 161488 168184 171096 179217
193691 194421 197183 205957 214772 255296 286804 287136 305916
315384 338348 369136
116 Gewinne zu 1000 M. 1286 5673 8373 13877 24113 35689 37060
59276 68335 74142 83671 90907 94654 102441 110371 128018
134948 146657 153987 160783 161343 181669 161994 172042 204720
212737 216565 217189 222748 232040 239040 24 7804 248434 256168
256852 265635 287401 288043 294272 294942 307216 308936 314436
327024 339436 339534 348709 350431 355205 360457 361508 361577
362856 365645 368963 373737 378438 378819
166 Gewinne zu 500 M. 220 6004 6503 23588 24141 34220 36835
38378 39138 45141 48992 57691 60935 63481 68811 74322 74853
77089 77267 77806 81881 86894 95388 95786 102402 103766 106436
109630 119730 120595 120943 121465 128188 127095 130894 136481
144451 153156 156300 157819 174128 175663 196120 200560 212379
215349 234863 239380 241054 247560 251348 260874 584968 267080
272628 277113 279368 286231 286674 290425 299311 299981 300668
308561 314430 315065 322697 325316 326568 326821 326861 340574
346874 354488 358136 366464 370481 373916 377947 385107 392483
393768 399741
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 10000 m. 197415
14 Gewinne zu 5000 M. 77381 112342 121447 274342 333938 375797
397463
28 Gewinne m 3000 M. 722 12673 19502 37491 44634 71912 125799
173136 259029 275240 287078 309115 328989 348119
58 Gewinne zu 2000 M. 6092 14350 17028 21884 28554 34987 42615
43114 43892 75353 94224 95148 161447 164853 165510 193626
288181 287766 304528 313049 317110 330644 334447 355680 369556
375270 376752 378959 390094
92 Gewinne zu 1000 M. 285 18330 21600 25301 42971 47898 66036
116903 118677 120602 123878 126212 135051 139098 140912 145662
152739 155433 177203 177875 181803 188385 202435 202656 208230
210439 257818 268761 268886 271618 275015 283687 303076 315636
316755 337622 338202 343046 345164 356731 357791 362777 371298
373664 387841 390304
210 Gewinne zu 600 M. 21280 21487 25902 26643 28659 33405 33948
39863 43445 48208 49168 51586 56865 61223 65301 66788 71379
71577 76694 82571 87504 91391 93196 97601 98144 103361 103390
105254 107524 109111 109506 122498 127089 127630 129142 132974
134548 140018 152294 153123 158742 159536 161604 166452 174457
176297 178594 181598 191990 193639 197772 210115 216426 017239
226904 227741 236519 236743 246053 247545 252760 253633 255617
259866 278571 979661 279764 280 108 580282 282254
184656 284815
291001 297670 297752 300624 301146 303482 312182 314625 314779
314803 315481 327836 330143 333973 344059 346228 346661 348104
351840 352276 356881 368941 359827 361701 362255 376167 382680
382813 385650 388638 391 138 399705 389755
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu 500000, 2 Ge=
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zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 2 zu je
100000, 2 zu je 75000, 10 zu je 50000, 20 zu je 25000, 122 zu je
10000, 300 zu je 5000 633 zu je 3000, 19 zu je 2000, 3898 zu
je 1000, 6302 zu je 500, 18874 zu je 400 Mark.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton, Reſch und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann,
für den Handel: dr. E H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite;
für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: C. C. Wittich ſämilich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nich t übernommen.

Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.15: Wetter, Gymnaſtik
6.45: Gymnaſtik. O 7.15: Wetter. anſchl.: Frühkonzert
o 7.55: Waſſerſtand. e 12.00: Zeit und Wirtſchaftsmeloungen
O 12.05: Konzert. O 12.40: Nachrichten, Wetter. 0 12.55: Naueuer
Zeitzeichen. O 13.05: Konzert. O 13.50: Nachrichten. O 14: Werbe=
konzert
. O 14.45: Gießener Wetterbericht. O 15.05: Zeit, Wirt=
ſchaftsmeldungen
. O 16.55, 18.30: Wirtſchaftsmeldungen. o 19.30.
Zeit, Programm, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 21. Februar.
7.00: Hamburg: Hafentonzert. Glocken vom Großen Miche),
8.15: Katholiſche Morgenfeier. Prof. D. Dr. Steinbüchel ( An=
ſprache
). Der Frankfurter A=capella=Chor.
9.15: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: Volkschor Vorwärts
Walldorf (Heſſen). Mitw.: Bettina Feitler (Sopran). Am Klavier;
Henny Roſenſtrauch.
10.00: Prof. Buber, Prof. Dr. Steinbüchel, Prof. Dr. Tilig.
Religion und Gemeinſchaft.
10.45: Vortrag von Prof. Arnold Schönberg zur Uraufführung
ſeiner vier Orcheſterlieder op. 22.
12.00: Berlin: Volkstrauertag. Gedenkfeier des Volksbundes Deut=
ſche
Kriegsgräberfürſorge.
13.00: Konzert.
14.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden,
14.10: Dir. Dr. Schneider: Die fachliche Ausbildung der landwirt=
ſchaftlichen
Jugend. Dipl.=Landwirt Matthes Gutsbeſitzer
Dehlinger: Düngungsmaßnahmen im Frühjahr.
15.00: Stunde der Jugend: Kaſperltheater.
16.00: Freiburg: Altitalieniſche Muſik. Ausf.: Freiburger Konzert=
orcheſter
. Nell Ueter (Solovioline).
17.30: Geiſtliche Geſänge aus dem Elſaß. Ausf.: Madrigalvereini=
gung
Kipp.
18.00: Gefallenen=Gedenkfeier.
19.20: Sportnachrichten.
19.30: Alemanniſche Sendung. Ausf.: Dr. Gießler, Dr. Küntzig,
ein Singchor, J. Weismann, A. Holtz, W. Hausmann. Männer=
geſangverein
Sängerbund, Inſtrumentalſeptett, M. Schreyer.
21.00: Karlsruhe: Der Mann, den ſein Gewiſſen trieb. Schauſpiel
von Maurice Roſtand.
22.25: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.30,=
Gymnaſtik. 6.45: Wetter für die Landwirtſchaft e ca. 6.50:;
Frühkonzert. O 10.35, 13.30: Nachrichten. O 12: Wetter für denn
Landwirt. e 14: Konzert. o 15.30: Wetter, Börſe. 0 18,55:=
Wetter für den Landwirt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Deutſche Welle: Sonntag, 21. Februar.
6.45: Funkgymnaſtik.
7.00: Hamburger Hafenkonzert.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt,
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
3.25: Dipl.=Landwirt Seher: Erfahrungen aus der Vergrößerung!
der Weizenanbaufläche im Jahre 1931.
8.55: Morgenfeier.
Anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Magdeburg: Orgelkonzert. Werke von Bach, Reger, Franck.,
11.30: Erich Ernſt Schwabach lieſt eigene Dichtungen.
12.00: Gedenkfeier des Volksbundes Deutſche Kriegsgräberfürſorge
13.00: Gedichte in Proſa von Iwan Turgenieff.
13 15: Mittagskonzert. Notſtandsorcheſter des Arbeitsamtes Berlin=
Mitte.
14.30: Elternſprechſtunde. Lehrſpiel von Dr. Haiek.
15.00: Gefallenen=Gedächtnisfeier des Kriegerdankbund e. V., Bln.
15.45: Dr. Moſer: Bayriſche Faſtnachtsſpiele und bayriſches Bauerne
theater.
16.10: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Alfred Brox.
18.20: Dr. Bloem: George Waſhington zum 200. Geburtstage.
18.45: Junge Generation ſpricht: Abrüſtung Aufrüſtung? Mehr-
geſpräch.
19.30: Dr. Weismantel: Helft! Helft!
19.50: Sportnachrichten.
20.00: Vollstrauertag. Das Berliner Funkorcheſter ſpielt. Werke vom
Beethoven. Händel, Schubert.
21.00: Leipzig: Kriegs=Requiem, von H. Ambroſius. Dichtung vom
H. Frank. Ausf.: Leipziger Sinfonieorcheſter und Soliſten=Chor
Soliſten: Dorothea Schröder (Alt), R. Gerhardt (Bariton;, 3
Krahé (Sprecher).
22.05: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Königsberg: Orcheſterkonzert des Orcheſters des Kbg. Opern=
hauſes.
23.30: George Waſhington. Ein Lebenslauf, für den Rundfunk be=
arbeitet
von F. Laukiſch.
Welterberichl.
An der Rückſeite der Finnlandſtörung dringt kalte Luft mn
die über ganz Skandinavien bis nach dem deutſchen Küſtengell?
wieder Temperaturrückgang verurſacht, während in Mittel=
Süddeutſchland Reſte wärmerer Luft Froſtabſchwächung gebre9
haben. Die Kaltluft wird ſich weiter durchſetzen, ſo daß auch
uns, namentlich am Tage, erneute Abkühlung eintritt. Einzeuu
leichte Schauer und vorerſt mehr wechſelhaftes Wetter ſtellen
außerdem ein. Bis zur kommenden Woche dürfte der hohe D:
über den Britiſchen Inſeln, der Barometerſtände von über A
Millimeter aufweiſt, auch über Deutſchland, wetterwirkſam mu
den, ſo daß durch Bewölkungsrückgang und Kaltluft eine Zunakkl
des Nachtfroſtes in Ausſicht ſteht.
Ausſichten für Sonntag, den 21. Februar: Tagsüber kühler, nar
Froſt, wechſelnd wolkig mit Aufheiterung, nur verein
leichte Schneeſchauer.
Ausſichten für Montag, den 22. Februar: Zunahme des Nauſl
froſtes, ſtellenweiſe dunſtig, aber tagsüber wieder mehr ail
heiterndes Wetter.

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Beſprechung unver=
bindl
. u. koſtenlos!
(317a)

P

75

Airnn en mn , 3.. 3.a
gen mit anderen Batterlen!

ABER NICHT
DEROSFENT
UEk GaLffal
Billige Batterien gibt es
genug, aber was leisfen
sie? Wenn Sie für Ihr
gutes Geld den richti=
gen
Gegenwert an lel=
pstung
erhalten wollen,
dann verwenden Sie
AAATIZ
eis ichürt vor Venuschselun- die billige Quslitälsballer!e

Suchen Sie Feld?
dann wenfen Sie ſich
zw. ck3 koſtenloſ. Aus=
kunft
an Landwehr=
ſtr
. 2½ 1:St. 29193

Zwecks Ausbeut. ein.
Pate ts 34000
geſucht. Ang. un er
S 120 an die Ge=
ſchäftsſt
, erbeten. (*

Auf erſtklaſſ. Haus.
ſprima im Stand.
48000 Brandverſich.,
werden 3000 M. v. lan ſolv. Perig
Privat z leihen geſ.
Ang. u. S.61 Gich.*
zc
Möchte mich m. Ka= ſi

Darlefen
aus Priva
jed. Standes g11

verefſelifge
flott. Geſchäft betei=
ligen
. Vertrl. Ang.
u. R. 196 Geſchſt. (*

[ ][  ][ ]

Dt Dorrore

Neminiſzere
Kreuze im Oſten Kreuze im Weſten
Von unſerem Volke die Allerbeſten
Nuhen in fremdem Land.
Ernſt und eindringlich ſteht der Name des
Sonntags, an dem wir den Volkstrauertag
Feiern, vor unſerer Seele. Neminiſzere
Hämmern die Glocken der Kirchen an dieſem
Tage in unſer Gewiſſen. Di ch alle Lande, in
alle Gauen, von Stadt zu Stadt, von Dorf zu
Dorf, über die Meere und Ozeane, hinweg
über alle Grenzen hallt es millionenfach:
,Gedenket unſer, die ihr lebt! Wir ſind ge=
ſtorben
für Freiheit und Ehre unſeres über
alles geliebten Vaterlandes. Wir haben Hof
uund Heimat verlaſſen, damit ihr ungefährdet
eure Aecker pflügen und eure Häuſer be=
ſtellen
konntet. Wir gaben unſer Herzblut für
eure Kinder, eine glückhafte deutſche
Bukunft.
Es iſt aber alles ſo anders gekommen,
als unſere Gefallenen es dachten und erſehn=
ſten
. Nicht ein Volk einig in Liebe und Creue
ſteht heute am Volkstrauertage im Geiſte
wor ſeinen Coten, ſondern Parteihader und
kleinlicher Swiſt, Neid und Haß zermürben
uns und unſere Seele von Cag zu Cag mehr.
Not und Elend ſchreit aus allen Winkeln und
Gaſſen, aus Stadt und Land, aus Schloß und
Hütte.
In einer ſolchen Seit liegt die Verzweif=
Ulung näher als der Glaube. Es wühlt in den
Tiefen unſerer Seele ein furchtbares, inhalts=
ſchweres
Wort: Umſonſt! Sweifelnd haben
es ſchon viele ausgeſprochen, wie ein Unkraut
wpuchert es weiter und droht die Saat zu er=
ſſticken
, die unſere zwei Millionen Coten mit
jihrem Blut geſät haben.
Da kommt der Volkstrauertag an der
Schwelle des Frühlings mit ſeiner hoffnungs-
wollen
Botſchaft: Nur nicht verzweifeln,
beder Nacht folgt Cag. Die Frühlingsſonne
leuchtet in unſere Qual, erhellt unſere Seele,
aus dem Cod wird Leben. Alles ſprießt und
leimt, und die neu erſtehende Saat ſchießt in
idie Aehren: zwei Millionen deutſche Brüder
Bringen uns die Frucht ihres Leidens und
Sterbens.
Sie legen ihr Werk in unſere Hände und
überantworten uns ihr Vermächtnis, das wir

vollſtrecken müſſen.
leben.

Sie ſtarben, damit wir

Reminiſzere mahnt daher Klaget nicht,
ſondern ſchafft.
Deutſchland ſteht auf dem Spiel, die Sukunft
unſeres Volkes. Es geht um Großes, es geht
um das Opfer unſerer Coten. Dieſes fordert
eber mehr von uns als äußerliche Ehrungen,
es fordert den Geiſt, den Willen zur Cat.

Gedenket unſerer gefallenen Helden!

Wenn wir den Volkstrauertag in ſeinem
Sinn, ſeiner ganzen tiefen Bedeutung recht
verſtehen, haben wir den Weg, der uns
weiterhilft. An dieſem Cage reden die Coten
eine gewaltige Sprache. Der Wind trägt ſie
zu uns von den geweihten Stätten in Weſt

Deutſches Sammelgrab Andéchy an der Somme.
Das Ehrenmal wurde erbaut vom Volksbund Deutſcher Kriegsgräberfürſorge.

das Inhalt unſeres Lebens, unſeres Simens
ſein muß: Deutſchland!
Die Herzen und Seelen unſeres Volkes
werden von dem erdgebundenen Leid und dem
Opfergang unſerer Brüder hingeführt zu der
ewigen Liebe: Daran haben wir erkannt die
Liebe, daß er ſein Leben für uns gelaſſen hat;
und wir ſollen auch das Leben für die Brüder
laſſen. Neminiſzere!
Pfarrer V. Peters.
Die Frühvollendeten.
Dichter und Künſtler, die zu früh verſtummten.
Auf dem großen deutſchen Soldatenfried=
hof
von Luxembourg, abſeits der Straße
NeimsLaon, ragt auf einem Heldengrab
ein Eichenkreuz mit der Inſchrift: Hier ruht
in Gott Kriegsfreiwilliger Her=
mann
Löns, gefallen auf einer Patrouille
im September 1914 Er war einer der
erſten, der den feindlichen Kugeln zum Opfer
fiel. Man bettete ihn mit Hunderten von
Kameraden in eines der großen Maſſen=
gräber
, um das, was man für ſeine ſterblichen
Reſte hielt, im Oktober 1918 dann im Ein=
zelgrab
auf dem Friedhof von Luxembourg
beizuſetzen. Vielleicht iſt ſein Wunſch doch in
Erfüllung gegangen: Kein Kranz ſoll liegen,

und Oſt, in Nord und Süd: Haltet das
Werk am Leben.
Noch iſt’s Seit! Noch ſtehen wir ar
der Wende unſeres Schickſals. Aber all unſer
Mühen und Hoffen iſt zwecklos, wenn wir
nicht mit feſtem Herzen und eiſernem Willer
ans Werk gehen, wenn wir nicht den Glau=
ben
an unſer Volk wiedergewinnen, wenn
wir nicht wieder lernen, über allee, was une
ſonſt drückt und trennt, das eine zu ſtellen.

Das Grab des Dichters Walter Flex
in Peude auf der eſtländiſchen Inſel Oeſel.
da, wo ich ſtarb, keine Cräne fallen, wo ich
verdarb. Spurlos will ich vergangen ſein!
Das Grab eines anderen, tiefen Dichters,
der ſein Werk nicht vollenden konnte, liegt
auf der Inſel Oeſel im Norden an der Küſte
der Oſtſee. Walter Flex, der vielen
jungen Meaſchen Führer und Wegweiſer
wurde, fand bei einem Sturmangriff auf
Oeſel am 15. Oktober 1917 den Cod. Viele
ſeiner Worte klingen mahnend in unſere
Seit hinüber: Nicht nationale, ſondern ſitt=
liche
Forderungen ſind’s, die ich aufſtelle und
vertrete. Was ich von der Ewigkeit
des deutſchen Volkes und von der
welterlöſenden Sendung des Deutſchtums ge=
ſchrieben
habe, hat nicht mit nationalem
Egoismus zu tun, ſondern iſt ein ſittlicher
Glaube, der ſich ſelbſt in der Niederlage eines
Volkes verwirklichen kann.
Am 8. September 1918 erlag im Lazarett
von Valenciennes der junge Bernhard
vonder Marwitz ſeinen ſchweren Ver=
letzungen
. Wie eine prophetiſche Mahnung
klingen ſeine Worte, die er vor 17 Jahren
ſchrieb: Iſt dieſe Seit ſchwer, ſo iſt es unſere
Pflicht, ſie zu lieben, mit einem Ernſt und
einer Liebe ſie zu durchdringen, die auch
manches liebgewohnte Wahrzeichen unſeres
Herzens zerbricht, aber um ſo größer und
ſchöner das Echte und Geſtaltungsfähige an
ihr zur Geſtalt ruft.
Der junge Dichter Gerrit Engelke
ſchrieb wenige Cage vor ſeinem Code: Der
in den letzten Jahrzehnten in allen Ländern
Europas rieſenhaft aufgeſtandene Induſtrie=
materialismus
ſtürzt ſich in blinder Cierheit
gegenſeitag aufeinander los und zertrümmert
ſich ſelbſt. Möge dieſer Selbſtmord vollkom-
men
ſein, damit der reinen Vernunft zum
Siege verholfen werde und ein neues
Leben der Menſchheit auf den
Nuinen Europas entſtehe!
Der wunderbare Maler Iranz Marc,
der 1916 vor Verdun fiel, ſchrieb: Wie
ſchön, wie einzig tröſtlich, zu wiſſen, daß der
Geiſt nicht ſterben kann, unter keinen
Qualen, durel, keine Verleugnungen, in keinen
Wüſten.
Die Stimmen unſerer Frühvollendeten
ſprechen fort zu uns, wir müſſen ſie nur
hören!

[ ][  ][ ]

In Granada auf dem Embovedado, von dem
aus mon in einem tropiſchen Nahmen arabesker
Häuſer, den glitzernden Schnee des Mulhacen
ſieht, hat ſich ein Waſſerverkäufer inſtalliert.
Das Waſſer in Spanien muß man auf der
Straße kaufen; das Glas koſtet fünf, der Krug
dreißig Centimos. Der Waſſerverkäufer am
Embovedado iſt vornehm; er ſchreit nicht mehr
Hau agual! und ſchleppt auch keinen Conkrug
mehr herum. Er hat auch nicht wie die anderen
nur zwei Släſer, aus denen er abwechſelnd zu
trinken gibt. Er ſitzt in einem Kiosk, auf dem
zu leſen ſteht: Agua de Avellana, Waſſer vom
Haſelnußtor, wo es vermutlich einen Brunnen
mit beſonders renommiertem Waſſer gibt.
Unſer Waſſerverkäufer hat gerade ſein
Mittagsmahl beendet Oliven, Nadieschen

Gewerbe im

Der Caballero / Spaniſche Momentaufnahmen.

Barcelona iſt eine Nieſenſtadt; durch ein
umgekehrtes Fernglas betrachtet, ſieht es aus
wie ein gebirgiges New York. Kein Wunder,
daß da einen die Caxichauffeure neppen, dachte
ich, weil ſie mir immer zwanzig Centimos mehr
abverlangen, als die Uhr zeigte.
Bis ich eines Cages eine Notiz im Wagen
entdeckte: Während der Dauer der Internatio=
nalen
Ausſtellung ſind die Chauffeure berechtigt,
einen Suſchlag von 20 Cts. zu erheben. Da
verfiel ich gerührt in die Berliner Unſitte des
Crinkgeldgebens. Die Chauffeure waren aber
nur verwirrt. Es iſt doch ſchon richtig, Cabal=
lero
, ſagten ſie, den Suſchlag habe ich ſchon
hinzugerechnet. Und reichten das übrige
Geld zurück.
In Barcelona weicht nicht der Sußgänger
dem Auto aus; das Auto weicht dem Sußgänger
aus oder verlangſamt ſeine Fahrt, um die
Peatones, die Sußgänger, vorbeizlaſſen. Es
verlangſamt aber auch ſeine Jahrt, wenn eine
Pfütze am Siraßenrand liegt und Leute in der
Nähe ſind, die vom trüben Waſſer beſpritzt
werden könnten.
Als ich von Barcelona Abſchied nahm, die
Augen ein wenig naß, ſagte der Chauffeur, der
mich zum Bahnhof fuhr: Ihr Aufenthalt iſt
ſchon zu Ende, wie? Ich wünſche recht gute
Reiſe! und reichte mir die Hand.
Ei Caballero!

Die Kellner in Barcelona und Balencia
habe ich immer ſchwer verletzt, weil ich zu wenig
vielleicht das erſte Drittel eines Gedecks.
(Aber es iſt einfach unmöglich, ſich durch ein
leichtes ſpaniſches Mittageſſen von acht bis neun
Gängen hindurchzueſſen.) Sie ſind nicht in
mich gedrungen, ſie haben nicht animiert; aber
ſie haben mich vorwurfsvoll, mit faſt bleichen
Geſichtern angeſchaut. Sie glaubten, das Eſſen
ſchmecke mir nicht; ſie fühlten ihr Haus entehrt.
Sie haben eine hübſche Angewohnheit: Be=
ſtellt
man einen Cee und geht ſich die Hände
waſchen, ſo ſteht der Cee bei der Rückkehr zwar
auf dem Tiſch, aber einſchenken tun ſie ihn erſt,
wenn man ſitzt. (Und das in der kleinſten
Kneipe.) Einſchenken tun ſie ihn mit einem
graziöſen Schwung und ſo viel Liebe, daß der
ganz üble Cee geradezu trinkbar wird.
Fragt man nach der Coilette, ſo gehen ſie
mit, ſtellen ſich direkt links von der Cür mit den
beiden Nullen: Gleich die erſte Tür rechts,
Senor.

Die Frau.
VVon Hans Baumeiſter.
Der Hanſei hockt in der Hüttenkuchel und
kaut an der Pfeife. Alle Führer ſind ſchon
unterwegs; nur er hat ein ungutes Warten. Um
halber drei hat er ſeine Herrſchaft das erſte Mal
geweckt. Dann wieder und wieder. Aber in der
Kammer rührt ſich nichts. Jetzt iſt es halb fünf
Uhr. Schier zu ſpät für eine lange Oletſchertour.
Das Senſter der Küche iſt längſt hell. Der
ſchöne Morgen hat von Hartroſa in blendendes
Weiß gewechſelt. Schnee glitzert herein.
No, Hanſei, Die Deinig laßt ſcheint’s
der Bettzipfel nicht aus? brummt der Hütten=
wart
und ſtochert im Ofen.
Die Deinig’! Jal Wenns die
Seinige wär‟!
Vorgeſtern haben ſie ihn engagiert drunten.
Der Herr, ein ſchwerer Mann, mürriſch und
zuwider. Die zwei Sentuer hätt der Hanſei
ſeinem Seil gern erſpart. Aber ſie! Die
Srau!!-
Herrgott, das war eine! Augen wie die
Kohlen und ſauber beieinand’ das G’ſtell und
luſtig und ſchmiegſam wie ein Eichkatzl.
Auf der Hütten hat der Herr Profeſſor,
gleich wie ſie gekommen ſind, das Bechern an=
gefangen
und deswegen hat geſtern der Hanſei
die Frau allein führen dürfen.
Eine Luſt war das!
Der Cag wie aus Samt und Seide; der
Schnee wie ein Canzboden; und die zwei hat’s
ſchier hinaufgetragen zur Höh’. Und droben auf
dem Sipfel erſt Gelacht und getanzt hat ſie vor

Der Droſchenkutſcher, deſſen Angebot man
ablehnt, weil die Droſchken im Gegenſatz zu den
Autotaxis keine Sähler haben, winkt ein Caxi
heran: Vielleicht darf es ein Auto ſein?
Ein Caballero!
Der Schuhputzer (ja, dieſe Schuhputzer! Aber
das iſt eine Sache für ſich!), dem man mehr gibt,
als er erwartet hat, küßt das Geld. Sibt man
ihm zu wenig, nämlich das, was er verlangt hat,
ſo läßt er im Weggehen, wenn es fürs
Wiedergutmachen zu ſpät iſt die fünf Kupfer=
münzen
in der geſchloſſenen Hand klirren.
Seht, ſo ſchlecht klingt das Geld eines Geiz=
halſes
!
In keinem Hotel bekommt man die Schuhe
geputzt. Dazu ſind die Angeſtellten zu ſtolz. Kein
Kellner, ſei er noch ſo freundlich, hilft einem in
den Mantel; das ſoll jeder alleine machen, das
iſt nicht ſeine Sache.
Lauter Caballeros!
In Granada, weun man die Sigeuner be=
ſucht
, die da gegenüber der Alhambra auf dem
ſonnigſten aller Berghänge in Höhlen hauſen
(ſauberen, weißgetünchten Höhlen übrigens),
ſchließt ſich einem ein Poliziſt an, der dafür zu
ſorgen hat, daß man nicht beläſtigt und nicht
von den Cänzerinnen und Wahrſagerinnen
übervorteilt wird.
Ich machte Aufnahmen von den Cänzen der
Sigeuner zwei Guitareros ſpielten, bier oder
fünf Mädchen in Not, Orange, Weiß, Gelb
tanzten ein Amerikaner filmie das Ganze.
Die Mädchen tanzten wohl zwanzig Minu=
ten
die grellen Sarben, dieſe Blumen, dieſe
dunklen Augen, die rauhen Stimmen vor einem
Hintergrund mannshoher Kakteenl dann
zahlte der Amerikaner 25 Peſeten. Nicht an die
Cänzerinnen, ſondern an die Capitana, die weiß=
haarige
Häuptlingsfrau. Natürlich lärmten ſie
es wäre zu wenig, ſie wären Künſtlerinnen, ſie
nähmen keine Crinkgelder. Ich ſah alſo, daß
25 Peſeten völlig genügend waren und erlegte
denſelben Betrag.
Derſelbe Lärm. Derſelbe beleidigte Einwand.
Der Polizeimann warf ſich dazwiſchen und
jagte die Sigeuner auseinander.
Nicht wahr, 25 Peſeten ſind völlig ge=
nügend
? fragte ich den Wachtmann. Der aber
zuckte nur die Achſeln, und das Achſelzucken
unnachahmlich übrigens hieß: Ich bin da, um
zu verhindern, daß Sie beläſtigt werden, Cabal=
lero
, was Sie aber den Künſtlerinnen geben, das
iſt Ihre Sache, nicht meine.

Freud: Hanſeil Lieber Hanſei! Schön iſt die
Herrgottswelt! Und dann iſt ſie ihm um den
Hals gefallen und hat ihm ein Buſſerl hinauf=
gedruckt
, daß ihm Hören und Sehen vergangen
iſt. Und: Ich dank dir auch, Hanſei! Das iſt
mein ſchönſter Cag! Und ganz narriſch vor
Glück!
Dem Hanſei iſt die Pfeifen ausgegangen
beim Sinnieren. Umſtändlich ſetzt er ſie wieder in
Glut.
Herunter vom Sipfel ſind ſie wie zwei ver=
ſpielte
Kinder und er hat grad zu tun gehabt,
daß ſie ihn nicht am Scl aus dem Stand ge=
zupft
hat vor lauter Uebermut. Hanſei!
Lieber Hanſei!
Und war das alles?
O nein! So leicht iſt der Hanſei nicht zu
fangen! Die Weibsleut haben ſeinen vierund=
zwanzig
Jahren noch nicht oft heiß gemacht. Er
iſt zu viel am Berg. Und im Winter bei Ski=
laufen
. Der Führerkurs hat es auch in ſich ge=
habt
. War nicht viel Seit übrig für Dumm=
heiten
.
Der Hanſei iſt auch wähleriſch. So eine
breitgeſtellte barfüßige Dirn mit Kuhſtallparfüm
iſt nichts für ihn. Er will ſchon höher hinaus.
Hoch wie ſeine Berge. Und hat Recht mit ſeinem
blonden Siegfriedsſchopf und den ſinnierlichen
Augen.
Jetzt rumpelt es auf der Stiegen. Grüß
Good, Herr Profeſſorl ’s Good gnä‟ Frau!"
Uebellaunig wie immer hockt der Herr da.
Sie iſt ſchon wieder mit ihren Augen zu Gange,
und dem Hanſei wird ſchwül.
Der Kaffee dampft. Hans darf der Gnädigen
die Samaſchen ſchnüren. Sie drängt die ſtram=

Neue Berufe des einſtigen Mittelſtandes.
Betteln und Hauſieren verboten!
Dieſes Cürſchild der Wohnhäuſer gutbürger=
licher
Provenienz wird heute kaum noch von
Portiers ernſt genommen denn wo iſt die
Grenze zwiſchen dem Bettler und dem Hauſierer,
wo die Scheidung zwiſchen Almoſenempfänger
und Händler mit Seife, Knöpfen, Poſtkarien
geblieben?
Man tritt auf den Slur da liegt, durch
den Briefſchli hineingeworfen, ein kleines
Paket. Man öffnet es, fünf Poſtkarten und ein
vorgedruckter Settel:
P. P.
An Ihre Menſchenliebe appellierend,
offeriere! Ihnen 5 Poſtkarten zum Preiſe
von 25 Pfennige. Ich weiß, daß Sie in jeder
Hinſicht mit allem überlaufen werden. Doch
bitte ich Sie, mir dieſelben abzukaufen, da ich
ſonſt moraliſch vollſtändig verkommen würde.
Perſönlich ſtamme ich aus gutbürgerlichem
Hauſe und bin auch nur durch die ſchlechten
wirtſchaftlichen Verhältniſſe zu dieſem
meinem Lebensunterhalt gezwungen. Ihnen
ſchon jetzt für Ihre Hilfe dankend, zeichne ich,
mit vorzüglicher Hochachtung .
Am nächſten Cage erſcheint der Lieferant,
um ſeine Karten oder das Geld abzuholen, er
macht durchaus nicht den Eindruck eines Bett=
lers
, trägt einen breunen Konfektionsulſter vor=
jähriger
Mode, Kragen und etwas verſchoſſene
Krawatte und hat Seugniſſe: früherer kauf=
männiſcher
Angeſtellter, ſpricht vier Sprachen,
firm in Buchhaltung und Korreſpondenz, ſeit 18
Monaten ohne Beſchäftigung . . . Da hat er von
ſeinem letzten Geld einen Gewerbeſchein geholt,
und verdient, umherlaufend, treppauf, treppab,
wenigſtens 5 Mark am Cag.
*
An den deutſchen Univerſitäten will man den
Werkſtudenten ausſchalten: wer hart ar=
beitet
, kann nicht ohne Schädigung ſeiner Ge=
ſundheit
ſtudieren, oder er muß es oberflächlich
tun. Und was nützt das beſtandene Examen den
abertauſend mittelloſen Akademikern, die bei
den heutigen Verhältniſſen doch keine Praxis
eröffnen oder keine Anſtellung finden können?
Und da ziehen drei junge Männer, friſch,
lebendig, gekleidet in Knickerbocker und warme
Pullover, umher. Einer ſpielt Sitarre, einer
Violine und der dritte das als Accordion jetzt
wieder ſo modern gewordene Schifferklavier:
die neueſten Schlager, Cangos, Engliſh Waltz
und Wiener Walzer klingen plötzlich in den
Nieſenhöfen der großen Neubauten auf. Und
jene drei jungen Männer haben zwei Cricks er=
ſonnen
; ſie gehen nur bei Sonnenſchein und nur

men Waden in ſeine Hand. Beugt ſich dicht
über ihn, ſo daß er ihren Duft atmet. Der
geſtrige Abend kommt ihm plötzlich wieder in
den Sinn.
Da iſt der Herr Profeſſor auch ungut hinter
ſeinem Slaſchel Rötele geſeſſen und hat gemault
und geſoffen. Aber ſonſt! Grad luſtig iſt es ge=
weſen
! Ein paar Couriſten, die Führer, die
Hüttendirn, alles iſt zuſammengehockt wie eine
große, vergnügte Samilie. Und mir nix, dir nis,
war die Klampfen auf dem Tiſch und dann
haben ſie getanzt wie die Lumpen am Stecken.
Und der Hanſei immer mit der Frau! Wie ein=
gegraben
war ſie in ſeinen Körper, daß er ihre
Schenkel und Brüſte geſpürt hat und zum Ver=
gehn
. Und Augen hat ſie ihm hingemacht, glut=
heiße
, und immer gepiſchpert: Lieber Hanſei!
Dummer Hanſei! Kann einen leicht dumm
heißen, wenn man auf glühendem Noſt hängt
wie der Laupenzi ſelig.
Mit eins war die Hüttentür auf. Mit eins
waren ſie draußen. Mond anſchaun! hat ſie
geſagt.
Und dann ſind ſie alle zwei geſtanden in der
heiligen Berglandſchaft und haben hinausgelugt,
ſtumm, in die große ſelige Weite unter dem
dunklen Slitzerbaldachin. Wie Nubinen haben
die Sterne gezittert und die bleichen Gipfel haben
geleuchtet mit ihren Schneekronen, wie wenn die
Saligen droben tanzten; und die Wildbäche
haben feierlich dazu ihr ewiges Lied gerauſcht.
Ganz fromm iſt’s dem Hans geworden; faſt hätt
er vergeſſen auf das junge heiße Menſchenkind
in ſeinem Arm. Aber ſie hat ſich ſchon bemerk=
bar
gemacht. Sanft hat ſie ihm den Kopf
heruntergezogen: Hanſei! Lieber Hanſei!

und Krabben, einen Neis mit Cintenfiſch un
Muſcheln, eine Omelette mit Kartoffeln, ge
Stück Sleiſch in Sherru, das ſchlichte Mittagg=
mahl
eines Waſſerhändlers und ſchält m
unendlicher Liebe eine Apfelſine. Da tritt am
Bettler an ihn heran. Ich habe furchtbarnu
Durſt, Caballero, ſagt er. Schon greift 81
Agua=Mann nach Glas und Waſſerhalt
aber da:
Pardone, Hermano, aber Waſſer kann
dir nicht geben, ſagte er, es ſei denn, du zaſu
die fünf Centimos. Und ſtellt das Glas wo
der hin.
Ich habe keinen Centimo, Caballero, und
furchtbaren Durſt.
Nein, Hermano, Waſſer gibt’s nicht, 50
iſt mein Geſchäft. Aber da Und er bri
die mit unendlicher Liebe geſchälte Apfeln
auseinänder und reicht dem Bettler die Häl1=
Ein Caballero!
(In Spanien darf man einen Bettler nit
anders anreden als Hermano, d. h. Bruder.
W. K. v. Noharag
en.
in die Neubauviertel, dorthin alſo, wo man ih
friſchen, etwas modiſchen Note Verſtändnis es.
gegenbringt. Sie ſingen, Cenor, zwei Barita//
die Refrains wie richtige wandernde Studenn/
glücklicherer Seiten nur ſind ſie nicht zu vo.
nehm, die ihnen in Papier zugeworfenen 66
ſchen und ſonſtigen Gaben zu ſammeln, und weu
dieſe Ernte eingebracht iſt, dann ſchließen In
noch ein humorvolles Abſchiedslied an und ziean
fidel von dannen. Einer ſtudiert Sus, der zw au
Volkswirtſchaft, der dritte Medizin und ur
mand kann ihnen etwas ausſetzen, ſie arbe e
nicht, ſie machen nur ein bißchen Muſik
Umherziehen, Sonnentags im Freien, weau
trüb iſt, in kleinen Gaſthäuſern, wo der Bey P
ein Abendeſſen, die Gäſte einen Obolus ſtiffy Mim

Es iſt überhaupt ein muſikaliſches Seitalle
Kürzlich klingt vom Creppenflur in meine W!)
nung die neueſte Canzplatte eines ganz berükln
ten Jazzſpielers ich ſchaue hinaus. Da iſt 11
Blinder auf die Idee gekommen, ſeinen Nun
gang mit einem Kofferapparat anzutreten.
jedem Haus ſpielt er im Parterre zwei Platz=
ſeiten
, aufgerichtet ſitzt der ſchöne Schäferhrd
daneben und bewacht Herr und Apparat,
die Hilfsbereiten bringen ihre Almoſen hinum:
Der Blinde läutet an keiner Cür und bekorn
doch etwas.
Sein Geſicht erſcheint mir bekannt
habe das doch irgendwo geſehe 2 Ja, au
wortet er, und packt mit geiſterhaft ſichne

Und es war wie ein ſüßes Verſinken
Nichts.
Endlich geht es zum Aufbruch. Hans hat
Gnädigen ihr Gepäck auf dem Buckel.
Profeſſor trägt ſeinen Ruckſack ſelbſt.
Es iſt ſchwül; das Wetter wird baßd u!.
ſchlagen. Am bedenklichſten iſt der Sche
matſchig, wie Schlamm. Da taugen die Brue!
über die Spalten nicht viel. Und ſie haben E
Abſtieg einen böſen Sirnbruch zu paſſieren. 9.
will zur beſſeren Sicherung den Hüttenwark 14.
nehmen. Grob lehnt der Profeſſor ab: Wn‟
ſind Sie denn Führer? Das geht dem 9/
an die Ehre und er läßt das Neden.
Mühevolle Stunden plagen ſio ſich zum Ok!
Aber die Auslicht entſchädigt. Alles iſt ſcholz
am erſten Cag. Der Profeſſor hat ſich brumn.
hinter Buch und Karten zurückgezogcl.
Gnädige iſt um Hanſei. Der fühlt ſich wie ?"
mit Flügeln. Alles iſt heute beziehungsreie
Blick und Wort haben mehr Bedeutung
ſonſt. Sie ſchiebt ihm die beſten Biſſen 70
ihre Hand ſtreicht von ungefähr ſeine Wange
Er muß ihr die Ausſicht erklären. Dichl
gen lie beieinander auf dem ſonndurchgls
Sels. Hanſei reckt ſich. Er iſt ſtolz Anl
Wiſſen. Jeden Gipfel kenut, r im weiten. 2"
Sie fragt ihn, was er im Cal drunten treib! S
Bildſchnitzer! Und Engliſch im Wmill=
will
einmal ins Ausland. Kaukalus, Hinel. N
Alle großen Führer ſind dort geweſen. zD‟‟
ich komm wieder und hol dich! Er Netk
Augen wie Caſſenköpfe ſo groß. Wird?4
Ernſt? Biſt zu ſchad für die Bauem
Sagt ſie. Und oin heißes Schweigen iſt 709

[ ][  ][ ]

hurden ſein Eigentum zuſammen. Ich bin
ſwierſtimmer. Wer läßt heute ſchon ſein
Sier ſtimmen? Meine Kunden haben große
Gogen, da fällt dieſe Ausgabe zuerſt weg.
z Her konnte ich noch abends hin und wieder in
mn Kino ſpielen . . . und die Sirma, die mir
mer ihre neuen Kunden angab, iſt vor einem
ſtren Jahr in Konkurs geraten, weil auch nicht
ihr gekauft wird. Die Häuſer kenne ich, und
Apparat habe ich als Geſchenk bekommen.
Die Leute mit den handgemalten oder
uſtgeſonittenen Wandbildern ſind zwar in
meiſten Jällen keine in Not geratenen
lrftler, ſondern einfach arme Leute, die ſich
auſieren ihr Brot verdienen wollen, und
s Material von einer der großen Kurz=
irenhandlungen
beziehen, die es auf durchaus
ſchräftsmäßigem Wege von einer Heiminduſtrie
ſtlllen dennoch kommen junge Maler
ſie ſchon auf die Sdee, ihre eigenen Gemälde
en Haustüren anzubieten. Billigſt, verſteht
aber wenn ſchon der Kunſthändler mit ſeinen
y. erprobten Verbindungen kaum noch Um=
Ft erzielt, kann man ſich denken, ein wie müh=
es
Brot dies ſein muß.
ESs wirkt faſt grotesk, wenn ſo ein Kunſt=
iger
, begleitet von ſeiner Freundin, von Haus
Haus zieht, beide ſchleppen unter beiden
inen je drei oder vier Gemälde verſchiedenen
miats und müſſen das ganze Warenlager erſt
ottallen, um die Cüren zu öffnen.
Ech möchte doch ehrlich bleiben, iſt ein Satz,
*ſrnan oft heute an den Haustüren vernimmt
von manchen geflüſtert, mit abgewandtem,
bchämten Blick, von anderen mit offenem
4e, von Menſch zu Menſch zu Menſch geſagt
ein, der Bettlertup iſt das nicht, der ge=
uhnheitsmäßige
Faulenzer, der ſelbſt in den
hrte: Seiten lieber ein Geſchenk als Arbeit
hym, iſt leider längſt verdrängt von der Legion
unſtändigen, arbeitswilligen Men=
en
, die keinen anderen Ausweg mehr fin=
können
, als den Nächſten um Hilfe bitten.
11 Hut, Mantel und Kragen kommen Leute,
d Cyp nach Angeſtellte mittleren Alters.
Gr nimmt uns heute noch? ſagen ſie und
ſalen ſchüchtern. Sie ſtehen abſeits vom großen
ſtoreß des Lebens, das ſie kaum noch verſtehen
r ehrlich möchten ſie bleiben .."
Urid zahlreiche Frauen, vor einem Jahr kaum
ſrn eten, erſcheinen an den Cüren. Viele haben
auch das Hauſiergewerbe angenommen,
maen Blumen, Obſt, Nähgarne und was es
bt, andere wieder bitten nur, ſchmalwangig
mnüde, manche geben einen Settel ab: Ich
p1 drei kleine Kinder und man ſieht es
ſer an.

Streiflichter nur aber wer vom vielen
Läuten an ſeiner Haustür nervös gemacht wird,
inerkt auf jeden Fall (wenn er zu den Ausnah=
men
gehört, die es noch nicht ſelbſt ſpüren), daß
es eine ſo böſe Seit noch nicht gab, und es wird
nur möglich ſein, ſie zu überwinden, wenn all=
mählich
die Not jene Kameradſchaft aller

herausbildet, die eigentlich unter Menſchen ganz
ſelbſtverſtändlich ſein ſollte: wer es vermag, hat
die Pflicht, zu helfen und über allem Streit
der Meinungen muß langſam die Brüderlich=
keite
der Einſichtigen auf einen neuen Weg
führen, hinaus in eine neue und beſſere eit.
Walter A. Perſich.

1 UrA PD

Das war Fred Birk, einer der bedeutend=
ſten
Illuſioniſten der fünf Erdteile und der Ant=
arktis
, der vor höchſten und allerhöchſten Herr=
ſchaften
ſeine zauberiſchen Künſte ſpielen ließ.
500 Pfund bekam er für eine verſchwundene
Dame. Es wird natürlich eine Menge Leute
geben, die ein Fragezeichen hinter dieſe ſchöne
Geſchichte ſetz u. Aber das ändert nichts daran,
daß Fred ſie wirklich beim achten Manhattan=
Cocktail ſtartete. Nelli war dabei, man kann bei
ihr nachfragen, ob es nicht dies war, was Fred
erzählte:
Das war gleich bei meinem erſten Auf=
treten
in London. Bringt mir der Portier eine
Karte: Lord Newseager, und der Burſche
lächelt ſchurkiſch vor ſich hin. Der war noch
bei jedem Sauberkünſtler, ſagte er, immer läßt
er ſich ihre Cricks erklären. Und dann gibt er
ein Stückchen Samiliengeſchichte der Newseager
zum beſten. Uraltes Geſchlecht und reich wie
im Silm. Eine Handvoll Entdecker und Gelehr=
ter
wuchs auf ihrem Stammbaum. Noch der
Vater des jetzigen Lords beſtieg als erſter ein
paar Berge. Die höchſten Gipfel hat er abſchla=
gen
und in ſeinen Park ſtellen laſſen, und zeit=
lebens
hat er eine hämiſche Freude daran ge=
habt
, daß nach ihm niemand mehr den oberſten
Punkt der Berge erklimmen könnte. So
ſpleenig war er. Beim Sohn wurde aus For=
ſchungstrieb
und Wiſſensdrang pure Neugierde
der kaprizierte ſich auf die Enthüllung der
Cricks von Sauberkünſtlern. In ſeinem Schloß
hatte er drei Säle mit ihren entzauberten
Illuſionen eingerichtet. Ein verrücktes Stück von
einem Kauz.
Na er kommt herein, ſieht aus wie ein
älteres Kaninchen und legt ohne langes Palaver
los. Wie ich das machte, ouf offener Bühne z
einem Kaſten eine Dame verſchwinden laſſen?
Ich ſage ihm, daß nur noch Mano Aſtri außer
mir dieſes Stückchen fertig brächte, daß es unſer
Geheimnis wäre und wir uns verpflichtet hätten
nichts zu ſagen.
Sehr gut meint er und bietet mir hundert
Pfund für das Geheimnis. Nein, Sir, ſage
ich. 200 Pfund ſagte er. Nein, Sir ſage
ſch. Und ſo geht es weiter bis 500 Pfund.
Nein, Sir, ſage ich. Da kommt er mir mit
Zugeſtändniſſen. Sch dürfte nichts ſagen gut,
ſch brauchte es auch nicht. 500 Pfund für eine
Privatvorſtellung und ſeine Cochter als Aſſiſten=

Seiden jungen Menſchenkindern.
Profeſſor rumpelt dazwiſchen: Auf=
0‟‟ Er hat ſcheint’s Sehnſucht nac ſeinem
Zie le.
deie kommen zum oberen Firnbecken. Der
uee iſt noch ſchlechter geworden. Ein paar
uken brechen ein. Aber es iſt noch gut ge=
Ngen. Hans lauert wie ein Indianer und ſon=
nt
. fleißig mit dem Pickel.
Letzt kommt wieder ſo ein Luder. Cückiſch
ME leitlings die Ciefe. Hans gibt Anweiſung,
iie ſichern ſollen. Nammt den Pickel des
eſlors durch die Seilſchlaufe; damit der
ſicht mitgeriſſen wird, wenn er ſelber
8 iſt ein langſames Schleichen und Caſten.
der Kern der Brücke hält. Nur rechts
Dſinks brechen ein paar Placken ab.
eßt hat Hans wieder feſten Stand. Um=
hüllich
ſichert er; holt die Frau uach. Die
eit leicht wie ein Wielel über don gefähr=
A Paß. Mein Gott, das biſſel Gewicht tragt
Sirn leicht! Aber Aber! Jetzt rucken
Sentner nach!
Neaus läßt die Frau hinter ſich treten. Bohrt
Pickel bis an die Klinge ein, legt die Seil=
=ge drüber. Sol Den Pflack bringt der
we Chriſtophorus ſelbſt nicht heraus! Jetzt,
Gundel, komm! Er kniet mit vorgeſtrecktem
nieder, das freie Seilſtück, das zum Pro=
ſer
hinüberſchwingt, feſt in der Sauſt. Ve
A T ein paar ungeſchickte Schritte. Caſtet un=
N: Hans wil das Seil zum beſſeren Halt
L Die Schulter ziehen, da tippt ihn die Frau
M2u Hans! Ob die Wand dort drüben
h122
Lur eine Sekunde irrt Auge und

Spannung ab; da iſt das Malheur ſchon ge=
ſchehen
.
Der Profeſſor iſt neben die Stufe getappt,
und lautlos ſinkt die ganze weiße Pracht unter
ſeinen Fißen weg. Dem Hans reißt es das Seil
durch die Finger, daß ſie bluten. Dann kann er
die Wucht des Salles abbremſen. Er hält. Hält
mit eiſernen Muskeln, daß die Backenknochen
ganz ſcharf hervortreten und die Halsadern
ſchwellen.
Sechs, ſieben Meter reit hängt der Ge=
ſtürzte
drunten über der grauſigen Ciefe. Etwa
zwei Meter hat der Führer noch zur Verfügung.
Er muß ſie ausgeben. Allein bringt er den
ſchweren Körper niemals hoch. Aber er kann
die Laſt dem eingerammten Pickel vertrauen,
um Bewegungsfreiheit zu gewinnen. Vorſichtig,
Hand über Hand, läßt er den Körper weiter=
gleiten
. Der ſtaut ſich plötzlich gegen etwas. Das
Seil wird leicht. Hans läßt los; kriecht an den
Spaltenrand. lichtig, dort unten ſchwingt ſich
eine zweite Eisbrücke; ein lockeres Gebilde ein=
geklemmter
Schöllen. Der Sufall hat ſie ein=
gebaut
. Oder die Vorſehung. Bewegungslos
liegt der Körper. Ein Choc hat dem Profeſſor
wohl die Beſinnung genommen.
Hans ruft in die Kluft hinunter. Nichts! Er
kriecht zurück, treibt den Pickel der Frau hart
neben ſeinem ein, um die Sicherung zu ver=
ſtärken
. Er iſt ganz Sorge. Seit ihrem Aufſchrei
hat er ihre Anweſenheit faſt vergeſſen.
Aber da fällt ſie ihn an: Hanſeil Lieber
Hanſeit Hilf ihm doch! Ihr Leib drängt ſich
an ihn; die Arme ſchmeicheln um ſeinen Hals.
Er ſchaut in zwei bettelnde, brennende Augen.
Um ihn ſchwinden Berge und Schnee;

tin, als das Fräulein, das in meinem Kaſten
verſchwindet.
Ein ausgekochtes Stück von einem Gauner,
dieſer Lord. Natürlich ſollte ihm das Mädchen
ſpäter alles erzählen. Aber immerhin, 500
Pfund, und ich brauchte nichts zu ſagen. Eure
Hand, Mylord, eine Sondervorſtellung, und
Mabel Newseager als Partnerin.
Dieſe Mabel war das ſchönſte Mädchen, das
mir in England vor Augen kam. Selbſt Madgu,
die damals aber das gehört nicht hierher.
Ich fahre an dem aus allen guten Geſchichten
bekannten ſchönen Cag zu den Newseagers und
ſtelle meinen Kaſten auf. Das alte Kaninchen
beguckt ſich die Sache von allen Seiten und läßt
mich anfangen. Bitte ſehr das Fräulein
Mabel tritt in den Kaſten, zwei, drei, ſage ich,
und ſie iſt verſchwunden. Eine Slanznummer.
Ausgezeichnet; ſagt Newseager, und er be=
taſtet
den Kaſten, beklopft, behorcht, beſchnüf=
felt
, beſchnuppert ihn und kann nichts finden.
Wirklich ausgezeichnet, ſagt er nach einer
halben Stunde. Und nun haben Sie die Güte,
Mabel wieder erſcheinen zu laſſen.
Bitte ſehr zwei, drei rufe ich, aber
wer nicht wieder zum Vorſchein kommt, iſt mein
Fräulein Mabel. Ich ſage dreimal mein Sprüch=
lein
her, viermal, fünfmal, der Apparat funk=
tioniert
wie noch nie, aber keine Mabel iſt
darin, und der Alte grient. Na höhnt er,
es klappt wohl nicht? Ceufel, Ceufel, es
klappt ganz und gar nicht. Ich probiere eine
gute Viertolſtunde. Der Alte grient nicht mehr.
er ſieht aus, als wollte er im nächſten Augen=
blick
einem apoplektiſchen Anfall erliegen. Iſt
aber alles umſonſt, Mabel iſt verſchwunden.
Machen Sie keine Sachen, ſchreit das Kanin=
chen
. Geben Sie auf der Stelle meine Cochter
her! Himmel, wie ſoll ich das? Sie iſt weg, ein=
fach
weg. Der Alte wirft mir Dutzende von
Beleidigungen an den Kopf, und ich ſtehe da
wie Lots Weib, als ſie ſich umſah.
Nach 24 Stunden müſſen ſie mich freilaſſen
ja, ſie hatten mich eingeſperrt, als Mädchen=
händler
oder ſo etwas. Nach 24 Stunden näm=
lich
war ein Celegramm gekommen, an Lord
Newseager: Erbitten telegraphiſchen Segen
zur Vermählung. Mabel und Derrick. Da
hatte doch das Mädchen einen Jungen, den ſie
liebte, und den ſie nicht heiraten ſollte. Das alte
Kaninchen hatte ſie auf Schritt und Critt be=

ſchwindet der Himmel. Alles iſt fort. Nur die
zwei Augen ſind da. In ſeinen Händen zuckt es.
Langſam taſten ſie nach dem ſchmiegſamen,
blühenden Weibskörper, Langſam ſuchen ſeine
Lippen die ihren.
Da fährt ihm ihre Fauſt ins Geſicht.
So einer ſind Sie?
Er kniet wie angewurzelt; und die Augen
vor ihm ſind verwandelt in Haß.
Sie ſind ſchuld! Ich hab’s genau geſehen!
Nicht aufgepaßt haben Sie! Ein ſchöner Führer!
Sch zeig Sie an, wenn Sie ihn nicht holen!
Ausl Die Welt iſt eingeſtürzt!
Langſam wendet ſich der Führer um. Seine
Glieder ſind plötz ich Wachs geworden. Mecha=
niſch
nickt er. Einmal, zweimal. Und ſtarrt
hinaus in die Bergweite. Das alles gehört nun
nicht mehr zu ihm. Die Sonne ſcheint plötzlich
trüb, als ſähe er ſie durch das Nauchglas der
Schneebrille.
Pauſel Drunten im Bruch marſchiert
eine Seilſchaft. Hans bemerkt ſie, ehe ſein Blick
ins Innere abgleiten will. Er ruft heiſer. Sein
Signal wird verſtanden. Die Leute kommen eilig
herauf. Endlos ziehen die Minuten, bis lie da
ſind. Und die beiden kauern ſich reglos gegen=
über
. Stimmen werden laut. Swei Führer ſind
es mit ihren Couriſten. Hilfsbereit.
Jomand muß in die Spalte hinunter, dem
lebloſen Körper ein zweites Seil umzulegen.
Hans ſchlüpft wortlos in die Schlinge. Jetzt iſt
er nur Führer. Der Menſch Hans iſt geſtorben.
Wie lang iſt das herl-
Er ſteht neben dem Geſtürzten auf morſcher
Brücke. Schollen bröckeln ab. Unter ihm geht es
endlos tief in dämmerndes Grün. Bis ein ſchat=

wacht, bis ſie endlich aus meinem Kaſten ent=
wiſchen
konnte. Irgendwo, vieſleicht beim
Schmied von Gretna Green, hatten ſie ſich
zrauen laſſen. Der Alte tobte wie der raſende
Roland, verwünſchte mich und meine Künſte,
und von den 5o0 Pfund war nicht mehr die
Rede. Aber Mabel und Derrick ſchrieben mir
einen netten Brief. Vielen Dank und ſo. Und
500 Pfund lagen bei. Ein prächtiges Stück von
einem Mädchen.
Djunge, Djunge ſagte Nelli, vertell,
vertell, Du riechſt ſo ſchön nach Köhm. Dem
ſie iſt aus der Gegend um Hamburg.
Da tranken wir die neunte Runde Man=
hattan
.
Hans J. Coll.
Schick)al.
Bon Lothar Sachs.
Nach dem Abendeſſen löſte ſich die Geſell=
ſchaft
in plaudernde Gruppen auf. Bald kon=
zentrierte
ſich das allgemeine Intereſſe auf eine
junge, elegante Dame von Welt, die mit beſon=
ders
ſprühendem Cemperament die Unterhaltung
an ſich riß.
Und ich behaupte noch einmal, Frau Dr.
Lehnert unterſtützte ihre Worte durch lebhafte
Geſten, alles im Leben iſt Beſtimmung. Nie=
mand
iſt Herr ſeines Schickſals.
Es gab verſchiedentlichen Widerſpruch. Aber
die Sprecherin ließ ſich nicht beirren.
Ich denke da beſonders an das ganz eigen=
artige
Spiel des Sufalls, das meinen Mann und
mich zuſamnenführte.
Es war in einem Reiſebüro, begann Frau
Dr. Lehnert, uch löſte eine Karte nach Baden=-
Baden. Neben mir ſtand ein Herr, der, man
ſah es auf den erſten Blick, etwas Draufgänge=
riſches
in ſeinem ganzen Weſen hatte. Er löſte
ebenfalls eine Karte nach Baden=Boden. Da
ich mich nach der Adreſſe einer komfortablen
Penſion erkundigte und mir noch eine Platz=
karte
beſorgen mußte, verlor ich ihn aus den
Augen. Aber der Zufall oder das Schickſal, wie
Sie wollen, nahm die Fäden in die Hand und
ſpann ſie weiter. Am nächſte Morgen 10.15
Uhr ſaß ſener Herr im Baſeler Sug, ausgerech=
net
in meinem Coupé, mir gegenüber und ſtieg
in BadenBaden was ſoll ich Ihnen ſagen
ausgerechnet in derſelben Penſion ab."
na .. . und das andere entwickelte ſich dann, da
wir Gefallen aneinander fanden, zwangsläufig.
Heute iſt er mein Gatte. Alles Beſtimmung . . .
Wenige Cage ſpäter kam ein Freund Dr.
Lehnerts auf dieſe merkwürdige Berkettung von
Sufällen zu ſprechen.
Aber es iſt ja alles Unſinn, entgeguete
lachend Dr. Lehnert. Die Sache verhält ſich
ganz anders; daß ich damals Gelegenheit hatte,
meine jetzige Frau kennen zu ſernen, war nicht
Sufall, wie ſie annimmt, ſondern mühevoll aus=
kalkulierte
Berechnung. Sie weiß es nur bis
heute nicht und ſoll es auch nicht erfahren. Sch.
hatte Erika zum erſtenmal in einer Konditorei
geſehen und ſeit der Seit wochenlang vergeblich
überall ihre Spur verfolgt. Endlich entdeckte ich
ſie wieder im Reiſebüro. Was blieb mir
anderes übrig? Kurz entſchloſſen nahm ich auch
eine Karte nach Baden=Baden, und da ich be=
obachtete
, wie ſie ſich die Adreſſe einer Penſion
notierte, beſtellte ich ſofort dort telegraphiſch
ein Simmer. Daß wir im ſelben Coupé die
Reiſe machten, war nach Lage der Dinge eben-
falls
ſelbſtverſtändlich; denn ich nahm unmittel=
bar
nach ihr für den gleichen Sug eine Platz=
karte
und bekam eben die nächſtfolgende Platz=
nummer
. Mir war es, offen geſtanden, damals
nur um ein Abenteuer zu tun, bei dem aber nicht
der Sufall, ſondern, wie du ſiehſt, ſorgfältige
Kalkulation eine Volle ſpielte.
Daß ich ſpäter Erika auch gebeiratet
habe, das lieber Sreund, das war weder
Kalkulation noch Zufall, ſondern mein
Schickſal.

tenhaftes Dunkel draus wird, aus dem der
Gletſcherbach rauſcht.
Sie haben zu wenig Seile. Haus muß ſich in
der Spalte losbinden. Sorgſam knüpft er das
rettende Cau um den ſchweren, regloſen Körper.
Schiebt vorſichtig die Joppe darunter, damif der
Knoten nicht drücke. Auf!! Die Laſt ſchwebt
langſam nach oben. Wird über den Nand go=
zerrt
. Gerettet!
Hans ſteht allein in der Kluft. Müde iſt er;
möchte gern ſchlafen! Von nichts mehr wiſſen!
Aber ihn nimmt keine mehr in den Arm.
Er ſtarrt in das eiſige Dämmer. Für ihn hat
die Ciefe keine Schrecken. Bloß das Licht, das
hoch, hoch droben hereinſchrägt wie ein langer
Blitz, blendet ihn ſo.
Klatſchend fährt neben ihm das Set. herun=
ter
. Unter ſeinen Füßen löſt ſicl, das Sims immer
mehr. Er hat keine Seit, darauf zu achten. Er
muß viel denken. Sein armer Kopf iſt ganz er=
füllt
mit Rätſeln des bunten Lebens.
Und die Ciefe lockt. Dort unten iſt es kühl
und ſtill. Nur der Bach ſingt ſanft ſein Schlum=
merlied
.
Mechaniſch faßt die Hand das Seil. Er weiß
nichts davon. Das dünne Cau führt hinauf ins
Leben! Su ihr!=
Er ſchluckt. Um ſeine grauen Lippen irrt ein
armes, zitterndes Lächeln.
Was iſcht, Hanſei? Dumpf wie aus einer
anderen Welt tönt der Ruf von oben. Er 9e
hört nicht mehr zu der Welt.
Auf!! ſchreit er. Das ledige Seil ſchnellt
hoch.
Das Waſſer der Ciefe rauſcht lauf
einen Herzſchlag lang

[ ][  ][ ]

Volksdrauerdag!
Un drotzdem, noch immer hott ſich die Welt
net beruhicht; bald do, bald dort zingele die
Flamme uffs neie aus Schudd und Aſch, wie
jetzt im färne Oſte, wo ſe’s färdich gebracht
hawwe, ohne Kriegserklärung Krieg zu fiehrn,
drotz Völkerbund un Abriſtungskunnferenz ...
Ach ja: Völkerbund!! Abriſtungs=
Kunferenz!!! s weer zum Lache,
wann’s net gor ſo draurich weer!..."
Awwer grad däßhalb, un grad erſt recht, un
net bloß um, ach, der Vielen Wille, die for uns
ſich verblut, for uns ſin geſtorwe, odder in
Schlamm un Gräwe un Drichter elend verdorwe
naa, aach um unſerer Kinner Wille, därf
un ſoll die Erinnerung an all däs Forchtbare
un Schwere, un an all die Obfer net verblaſſe.
Die Erinnerung, an die ſchreckliche Dage, wo ſich
unſer ſtolzes Heer wie e weidwund Stick Wild,
mied un erſchebbt un abgekembft vum aane
Kambfblatz zum annern hott geſchlebbt. Un wo
noochenanner der gane um de annere hott hie=
ſinke
miſſe, mit=eme letzte un ſchwere Seifzer, den
wo ſei Liewe dehaam net mehr geheert hawwe.
Die Erinnerung därf net ſchwinde an die
forchtbare Nächte, die naßgegreinte Bettkiſſe, uff
dene Mudder un Fraa kaa Ruh hott finne kenne,
immernoch mit=eme Finkche Hoffnung im Härz!
es kann net ſei! es därf net ſei!
bis ſchließlich doch eines Dags e weiblicher Poſt=
bode
den letzte Brief zurickgebracht hott mit dem
ſteriodiewe Vermerk: Gefallen auf dem Felde
der Ehre! Valleicht aach mit de letzte paar
Habſeelichkeide: e Uhr voll Dreck un Schlamm,
epaar Brief, odder e Fodografie, odder e Däſchie
aus=eme Stickche Leinwand geneht, mit=eme
fromme Spruch drinn, odder eme vierblädderiche
Kleblatt, odder ſunſt=eme Ammuleddche, wo de
Dod hott färnhalte ſolle
Jetzt lieje ſe drauß ſchun ſeit viele, viele
Jahr, faſt iwwer en ganze Wälddaal verſtreit.
Un wann die Sunn morjends ihr Wanderung
adräde dhut, dann kißt ihr erſter Strahl im
färne, färne Oſte die viele ſtille Gräwer in Land=
ſtrich
, die wo mer dem Name nooch nor aus de
biweliſche Geſchicht gekennt hawwe. Odder e
weich un warm Schneedeck, gleich eme rieſiche
Dodehemd, bedeckt die zahlloſe Hiechel, unner
dene in Rußland, in Sibierien, in de Karbathe,
un in de Allwe all die liewe un dabfere Kembfer
ruhe, die wo die Heimad netmehr hawwe widder=
ſähe
därfe.
Un wo die Sunn ihrn Wähk enaus macht,
iwwerall: Gräwer an Gräwer; un wann am
Awend ihr Strahle langſam verlöſche, dann ruht
ihr letzter Schei uff all dene viele, viele Holz=
kreiz
, in Flandern und Frankreich, iwwer de
Maſſegräwer un Schitzegräwe, un Stolle, die
unner ſich begrawe hawwe, was die Hoffnung
der Alde, die Gefährte des Läwens, un die Hel=

fer un Erzieher der junge Noochkummenſchaft
hott ſei ſolle
Volksdrauerdag!
Un ſo meche unſer frömmſte un heilichſte Ge=
danke
heit dene geheern, die färn der Heimad
begrawe ſin, damit ihr arm Seel Ruh finne
dhut in fremder Erd; un mir wolle denke, daß
fremde Hend in Menſchelieb ihr Grab heege un
pflege, wie aach mir in unſerm Land dem
fremde Gaſt uff unſere Friedhöf alles dhu wolle,
daß ſei Seel die Ruh finne dhut. Un unſer
frömmſte un innichſte Gedanke ſolle heit dene ge=
heern
, vun dene mer nie wiſſe, un nie erfahrn
wärrn, wo ſe iwwerhaubt die letzt Ruh ge=
funne
hawwe ..."
Volksdrauerdag!
Näwenanner lieje ſe drauß in färnem
Land, Preiße un Bayern, Heſſe un Sachſe, Ba=
denſer
un Schwowe, korzum: die Söh’ aller deut=
ſchen
Stemme, aller Lender un Provintze un
mahne uns, die Einheit von unſerem
deitſchen Vaderland zu ſchitze. Näwe=
nanner
lieje oft aach Freund un Feind, die ſich
gäjeſeidich ins Grab gebracht hawwe, ohne ſich
zu kenne, un ohne ſich zu haſſe, un drotz daß ſe
wußte, daß Driwwe valleicht, wie Hiwwe‟
ſich e Mudderhärz zu dod gremt un greint, un e
Kinnerſchar umſunſt uff die Rickkehr vum Vadder
hott gewort ..
Sollt net die Gleichheit, die der Dod
iwwer unſer Kembfer gebracht hott, uns aach im
Läwe als Richtſchnur diene? Sollt däß grau=
ſiche
Geſchähe uns nix zu ſage hawwe? Ach,
dann weern all die Worde, die mer heit zu Ehrn
vun unſere Dode finne dhut, Schall un Rauch,
wo de Wind verweht; dann weer’s ſchun beſſer,
mer dhete uns net zu=eme gemeinſame
Volksdrauerdag uffraffe, ſundern ließe jeden mit
ſeim Schmärz un ſeine Drauer allaans ...
Awwer noch in kaam Johr hott uns der
Volksdrauerdag ſoviel zu ſage gehatt, wie
dißmol, wann mer ſich ernſthafft iwwerleecht,
was war, was is, un was wärrnſoll. Dann
was nitzt all des Gedenke an die, die näwer=
nanner
gekembft hawwe, wann die, for die
ſe gekembft hawwe, ſich heit in Haß gäjen=
iwwer
ſteh? Hawwe unſer Kembfer
drauß nooch Glauwe, Wäldaſchauung un Stand
gefrogt? Nag, ſie hawwe in dreier Kamerad=
ſchaft
mit ihre Leiwer die Heimat geſchitzt, un
unſer Vaderland vor all dem Schreckliche, wo ſo
der Kriech mit ſich bringt, bewahrt. Hawwe
ſe ſich geobfert, damit verhetzte Gemieder heit
däß beſorche, was unſer weſtlicher Nachbar ſo
gärn beſorcht hett. 2 Wolle mir der Wäld
däß drauriche Schauſpiel gäwwe?
Volksdrauerdag! Däß ſoll en Dag
der Eikehr un Beſinnung ſei. Eikehr un Be=
ſinnung
! Was hett unſre deitſch Volks=

gemeinſchaft heit needicher?! Un wann die Ei=
kehr
un die Beſinnung, wann der Gedanke der
gäächeſeidiche Hilf un Achdung net widder Ge=
meingut
in unſerm deitſche Volk wärd, dann is
es draurich um uns beſtellt. Wann rauher Eichen=
nutz
, bollidiſche Verbohrtheit, krankhafter Ehr=
geiz
un jugendlicher Unverſtand die Iwwerhand
behellt, dann wärrn wohl mit de Zeit aus dem
Volksdrauerdag Volksdrauerwoche, ja val=
leicht
Volksdrauer johrn! Ob mer dann
iwwerhaubt in Deitſchland noch emol ſeines
Läwens froh wärd ..
No, was mich bedrifft, ich bin e ald Fraa un
hob vum Läwe net mehr viel zu erhoffe, jeden=
falls
awwer kaum noch was zu verliern!
Awwer an eich wend ich mich, ihr Midder,
denkt heit am Volksdrauerdag an die Zeide, wo
ihr im Kriech gehangt un gebangt habt, ſei’s um
de Mann, ſei’s um de Liebſte, ſei’s um en Soh’,
die wo domals enaus gezoge ſin for’s Vaderland
zu ſtreide, un ſeid dankbar, wann ſe eich heil
widder zurickkumme ſin. Halt drum awwer heit
feſt, was eich an’s Härz gewaxe is! Loßt eier
Kinner net vun baddeibollidiſche Geſchäftemacher
mißbrauche; ſie wärrn, wann ſe reif genuch ſin,
ſich ſchun ſälbſt zurecht un dorchfinne, un wärrn
wohl im Laaf der Johrn ihr bollidiſch Aſicht
noch manchmal ennern un korreſchiern miſſe,
wie’s ſchun ſo viele dhu mußte, wann ſe mit de
Johrn zu Verſtand kumme ſin. Wie geſagt, an
eich wend ich mich, ihr Midder, net wie de
Herr Reichsminiſter Gröner, der wo ſich dieſer
Dag an die Baddeifiehrer gewend hott;
dann vun dene is nix zu erwarde, beſunners
vun dene rechts un links net, dann dene ihr
Läwenselement is der Haß, un den ſuche ſe in
die junge Seele zu verflanze, ſoviels nor geht.
Awwer ſeit iwwerzeicht: aus däre Saat
wärd nie was Gudes waxe.
Volksdrauerdag! Was bedeit däß,
Däß bedeit: Schmerze zu lindern, Wunde zu heile,
Dode zu ehrn, Verlorene zu beklage, Obfer zu
bringe mit aam Wort, däß bedeit: Abkehr
vum Haß! Hiekehr zur Liewe!
Un wer is uns do leichdendes Vorbild un
Beiſpiel?! Unſer Hindenborch!
Dann nor die Liewe zu unſerm deitſche Vader=
land
, zur Volksgemeinſchaft, leßt en
aushalte uff ſeim ſchwere Poſte, den wo=em des
Schickſal in ſeine alde Dag uffgehalſt hott; leßt=
en
ſei Pflicht dhu bis zum letzte Aageblick.
Wer kann’s do wage, ſich näwern zu ſtelle?!
Wer wollt=en do im Stich loſſe?! Sei groß
Härz geheert alle Deitſche, däß wolle mer be=
denke
, aach wann er manches mit ſeim Name
deckt, was mir net begreife un net verſtehkenne
Volksdrauerdag! Wie geſagt, däß
ſoll uns diß Johr, mehr wie je, en Dag zur Ei=
kehr
un Beſinnung ſei ....."
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Was unſern heſ=
ſiſche
Landdagdag bedrifft, do kann mer bloß ſage:
Daß Gotterbarm! wann mer ſich net

den Saiſt

grad mit=eme verzwickte Zidad aus de Vers
läächenheit ziehe will, indem mer ſeegt: Schnell
färdich iſt die Jugend mit dem Wort, doch harr
im Raume ſtoßen ſich die Sachen.
Noja, vun wäje ſtoße‟. Ich hatt micht
vor=e Johrers zwag emol ſtack mit de Abſicht ge=
drage
, vorm Landdagsgebeide, am Eigang in
Webviel
de Rheinſtroß, e Bud, odder ſozuſage, en Stan:
aferat
uffzuſchlage. Un zwar während de Blenarſitzunge
wann ſich die Abgeordnete vorm Volk brodu küiſtel, bei
ziern, un a gäblich ihr Wehlerſchaft verdräde‟
zun eniſcheid
Un zwar wollt ich in meim Stand allerhanu müch Geich
Ausdrucksmiddel faalbiede, die wo mer ſo i0 7nder dem
dene Blenarſitzunge braucht, wann mer ſich zuu
Gäldung bringe will, un nix Geſcheides zu ſags
hott. Zum Beiſpiel wollt ich do an unſer Abgs=
ordnete
allerhand verkaafe: Raſſelcher, Peifche-
Zindradeckel, Fratze, Rattſche, Klabbern m
un was ſo däß Kinnerſpielzeich mehr is. Df.
Ausdrucksmiddel hette jedenfalls for die doo
moliche Verhältniſſe volluff geniecht.
Jetzt, wann ich mer ſag, ich hett domols des
Stand uffgemacht, do kennt ich nadierlich hei!
mit dene Schärzaddiggel net mehr kumme, danu
unſer ballamendariſche Umgangsforme hawmu
ſich mittlerweil ſoweit zum Beſſere endwiggel!
daß mer unſere Landdagsabgeordnete ſchun mi.
maſſiefere Ausdrucksmiddel kumme muß, wan1
mer miten ins Geſchäft kumme will, zum Be‟
ſpiel. Schlagring, Revollver, Stahlrute, Fecht;
maske, wann nechſtens net gar Handgranade uu
Maſchienegewehr, Unnerſeeboode un Bombet
fluchzeich
Wie geſagt; wann ich mer den Klammau=
vun
däre Woch ſo a’guck, do kann ich bloß ſage=
Meine Herrn, die Gewehrlage un der,
Mitzenſitz!"
Awwer ganz im Ernſt Ich hab im Owiche:
ſchun dem Herr Gröner ſei Rundſchreiwe an d
Baddeifiehrer erwehnt, vun dem ich mer alle=
dings
net allzuviel verſpräche dhu. Awwet
mir läwe doch im Zeitalder der Notverordnung/
kennt mer do net wenichſtens unſere Rechts= u
Links=Zeidunge ihr bludrinſtiche Schlagzeill
verbiede!! Ich glaab, domit weer ſchun vi=
gedho
, un däß dhet der krankhaffte Fanndaſie da
Waſſer abgrawe. Dann letzten Endes dhut ſii
unſer Jugend an dene uffreitzende Iwwe
ſchrifte doch nor berauſche; un, wann dam
e Unglick geſchähe is, will’s kaaner gewäſe ſei!
Alſo, wie geſagt, uff a Nodverordnung mell
odder wenicher kimmts jetzt aach net mehr
Un e Nodverordnung vun wäje däre uffreitzend
Ausdrucksweis in de Zeidunge, die kennt vis
zur Beruhichung beidrage. Im Landdc
meeche ſe dann mit ſo Kraftbrocke um ſich wär
ſoviel, als wie ſe wolle, daß ſoll uns nis kratz
dann die ſin jo bekanntlich immuhn,
Nor a Bemärkung ſei mer noch geſtatt: M.=
Deitſche verlange im Rat der Völker: Gleich=
berechdichung
, Aerkennung un Ac
tung! alſo genau däß, was mir uns a
Deitſche gäjeſeidich verſage däß begres
wer will

Zucker oder Süßſtofflöſung und 1 Likörgläschen
Rum abgeſchmeckt, iſt dieſes Getränk anregend
und kräftigend zugleich.

Küchenzettel vom 22.28. Februar.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag; Ribele=Suppe T, Grünkernbrät=
linge
, Salat.
Dienstag: Sellerieſuppe, Hakſelk mit Apfel=
brei
.
Mittwoch; Getr. Sauerampfer=Suppe, Him=
mel
und Erde mit Blutwurſt.
Donnerstag: Erbsmehlſuppe, Bayriſch Kraut
mit Kümmelkartoffeln.
Freitag: Tomaten=Reisſuppe . Fiſchhack=
braten
mit Wirſing und Kartoffeln.
Samstag: Linſen mit Würſtchen.
Sonntag: Rahmſuppe. Hammelbraten mit
grünen Bohnen, Kartoffeln, Kompott.
* Hackſel. Fette Fleiſchreſte fein wiegen,
Reis kochen, Butter bräunen: Fleiſch, Reis Nel=
kenpfeffer
, Muskat, Salz gut durchmengen, durch=
ſchmoren
und Apfelbrei dazu geben.
Süddeutſche Faſtenbrezeln. Zu=
taten
: 500 Gr. Weizenmehl, 30 Gr. Hefe, laues
Waſſer, oder halb Milch, halb Waſſer. Von
der Hälfte des Mehles, ſowie der genügenden
Menge Flüſſigkeit, der zerbröckelten Hefe und
1 Eßlöffel Zucker bereite man ein Hefeſtück,
das man zugedeckt gehen läßt. Dann das
übrige Mehl dazu gearbeitet, knete man einen
recht feſten Teig, laſſe ihn gehen, worauf man
ihn nicht zu dünn ausmangelt. Zu kleinen
Brezeln geformt, nochmals gehen gelaſſen,
koche man dieſe in ſiedendem Salzwaſſer. Ab=
getropft
auf ein bemehltes Blech gelegt, be=
ſtreue
man ſie mit Salz und Kümmel und
backe ſie bei ſehr ſtarker Hitze lichtbraun, II.
Warmer Eiertee für Kranke. ½Teei
voll echten Tee überbrühe man mit 14 Liter
kochendem Waſſer, laſſe ihn 5 Minuten ziehen,
entferne das Teei, worauf man unter den Tee
mit dem Schneebeſen unter ſtändigem Schlagen
12 Eigelb und zuletzt den Eiſchnee gibt. Mit

Zum Entziffern.

Nummer 455.
Aufdabe 652.
Walther Eiche in Stutgart.
CChemnitzer Tageblatt, 1925.)
zb z t g

17 13 2 13 15 13 10 10 2 10 15 10 11 12 16 14

für müßiges meiſt den Tatſachen nicht ent=
ſprechendes
Gerede, 8 9 10 11 Bezeichnung für
in entgegengeſetzter Richtung 12 13 14 Be=
zeichnung
für lebhaft 15 16 17 Gebäude.
Die Auflöſung nennt einen Spruch.

Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Ka2 Dc6 Tc3 Ba6, b2, e2, f3, 84, g5;
k44 1b4 Baf. 4. 48, es. ge. gi.
Aufgabe 653
J. J. Rietveld in Keſteren.
G2. Preis, Britiſh Cheß Problem Society, 1920.)
Beiß. Kd8 Df8 Tb4 La1, e4 5dg. 14 (
Schwarz: Keb Db2 Te3, h5 Lt2 Sa8, es Ba7, b6,
s4 (10).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 649651.
649. 6. Weenink. 1. Dg8e 3! Groht 2. Se3c.) Biel=
ſeitige
Verwendung der weißen Dame.
650. H. Weenink. 1. N44d 9i (broht 2. Le7) Bb3
2. Se7: 1.. . Tb8 2. Th5; wechſelſeitige Lähmung des I.
und B. 1. ... 168 2. U:08.4
651. G. Heathevte. 1. Sc3a21 B:a2 2. Dc23. Lf2ct;
1.... R42 2. Kk3 3. Ie 14E/Echo). 1. .. Fa4 2.UiF.
.. Ke2 2, Sb4. 4 hübſche Varianten mit Muſtermatts

Schlüſſelwörter: 1 2 3 4 5 6 7 Bezeichnung
Literariſches.
D ..
G..
N..
F..
S
H.
A.
An Stelle der Punkte ſind Buchſtaben zu
ſetzen, ſo daß 11 geiſtige Erzeugniſſe entſtehen.
Die auf die fetten Punkte fallenden Buchſtaben
nennen geiſtige Erzeugniſſe der Neuzeit.
Carl Deubel.

Auflöſung der Rätſel aus Nr. 7.
Eine Mahnung.
12 Lehne, 23 Eifer, 34 Rieſe, 45 Eloge,
51 Eifel. Hoffe!

Aber Herr Meier, waru mheiraten Sie bl.d
nicht Sie können ja eine ganze Dame
geſellſchaft fabelhaft unterhalten
Ja, meine Gnädigſte, ne Geſellſchaft ſcho=
aber
keine einzelne Dame.
Kommt drauf an. Sag mal, iſt der Her=
der
dir die Zigarre gegeben hat, ein Freund vo
dir? Das weiß ich nicht, ich habe ſie nos
nicht geraucht.
Guten Grund. Er hatte mehr Schulden v‟
Haare auf dem Kopfe und kaufte ſich auf d.
Autoſchau den größten und teuerſten Wagen. dec
er finden konnte. Einer ſeiner vielen Glärr!
biger traf ihn bei dieſem Kauf und fragte ih
was das bedeuten ſolle, daß er ſich einen Wagsk
und dazu noch einen ſolchen Wagen zulege.
er doch nicht ſeine Rechnungen bezahlen konm
Deswegen kaufe ich mir ja eben 18
ſchnellſten Wagen, erwiderte er ſchlicht.
Guter Grund. Warum ſpielſt du denn imm
bloß mit den Rangen?. Spiel doch lieber Nub
den artigen Jungens. Die ſpielen nicht m!
mir, ihre Mütter haben es ihnen verboten.

Druck. Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 23892392. Alle Rechte vorbehalten. Nachdr verboe.

[ ][  ][ ]

4 der Riviera ſieht man die neueſten Hüte!

hisückend ſind ſie alle dieſe kapriziöſen,
lauge n Dingerchen, die keineswegs als Ver=
tywt
einer beſtimmten Moderichtung, ſondern
al föirklichkeit gewordene reizvolle modiſche Ge=
da
m zu werten ſind. Und noch niemals war
ey yſrde ſo vielſeitig, ſo ungebunden und darum
a außerordentlich intereſſant, wie die der
ko merden Saiſon. Da gibt es keine drakoniſchen
Bwhüften, kein ewig=monotones man trägt,
nr entſcheidend iſt einzig und allein nur der
pe gſleche Geſchmack, der Schick, die individuelle
chder denn auch das Material des Hutes,

Eigentümlichkeiten der eben angeführten Faſſons
vereinigen und eine ungemein anmutige Wir=
kung
gewährleiſten. Zweifarbige Kielfeder= Ge=
ſtecke
ſehen auf ſolchen Modellen wie die erſte
Skizze unten zeigt immer ſehr flott aus.
Stroh=Barette und die neuen =Kappen
ſind eine zwangloſe, ſympathiſche Mode, die zu
jedem Garderobeſtück paßt. Der kapriziöſe
Schwung dieſer Schöpfungen verſchafft ihnen all=
gemeine
Anerkennung (letztes Bild)
Die meiſtbeſprochene und vielumſtrittene Sai=
ſonneuheit
aber ſind die entzückenden Hirten=

ſeilſfarbe und ſeine Form untertan gemacht
wihNur auf dieſe Weiſe konnte man ſich von
derräger= und Poſtillon=Hüten losſagen und
enk tig befreien; von jenen Formen, die in
deu eigangenen Saiſon plötzlich auftauchten
zr well os ſehr reizvoll waren) aber in kürzeſter
BZeillerart allgemein wurden, daß ſie nachgerade
dass fraßenbild beherrſchten und zu einem pein=
lickmAnblick
wurden; ſie teilten eben das
Sckyl mancher anderer Moden, die großen
Zeil und bedenkenloſe Anerkennung finden
unshmm Zauberlehrling werden, der nicht mehr
zu Fmen iſt.
Sn in der Wahl der unzähligen Materialien
dermt ſich die neue Mode zu einer Ungezwun=
Rer0, die mit größtem Beifall begrüßt werden
olöſees iſt nämlich ſowohl Seide als auch Stroh
ſegIimell (insbeſondere Stroh iſt heuer ganz
außerdentlich beliebt, was ſeinen Grund darin
hebAmag, daß ſich die Beſchaffung des überſee=
e
MExoten=Materiales ſicherlich ſehr ſchwierig
geſthen wird, wodurch dieſer Mode eine ge=
wilſeEskluſivität
geſichert iſt. An Schwierig=
Eel2Maber hat ſich die Mode noch niemals ge=
EyA ſondern bevorzugt immer gerade das
SEM=Erreichbare!). Außer Stroh und Seide
Mebman auch breites Band gerne verarbeiten
Me2 atürlich auch Filzhüte keineswegs außer
Ad kiſſen.
ſereſſant und erfolgverſprechend ſind auch
De Achiedenen gebundenen und gewickelten,
Mrde aus dem Materiale des Kleidungs=
Rudc zu dem ſie getragen werden, gearbeitet,
MeLichts anderes als ſchiefe Streifen oder
Vſchächer ſind, die ſich die Trägerin in
Ne Acer Weiſe ſelbſt zu drapieren, verſtehen
mu
Hern ſolche Hüte aber nicht aus dem Ma=
eAdes
betreffenden Kleides oder Koſtüms
hew ellt werden trachtet man ſie zum min=
Dekmrt einem Schal in Uebereinſtimmung zu
Tneh und arbeitet dieſe Stücke zwei= oder
Ne irh ig, wobei vielfach auch noch eine Hand=
ie
in, der gleichen Zuſammenſetzung vorge=
ſehlau
werden pflegt.
ſe Wickelhüte ſind da ſie in Farbe
in Iint, durchaus dem Geſchmacke der Trägerin

Kosſtellt ſind als außerordentlich per=
D A Sehaltene Mode zu werten, ernten ſchon
LtBnDer Riviera größten Beifall und durl=
ch
bei uns in abſehbarer Zeit zahlreiche
aINgerinnen finden (einen ſehr ſchicken Ent=
Du Aicſter Art führt die in der Mitte links feſt=
2e Ine Skizze unſeres Bildes vor Augen).
Trotteurzwecke gibt es mancherlei Moß=
da ſowohl einſeitig aufgeſchlagene
S Ain als auch Barette und flache, dem Ca=
ähnliche
Typen gebräuchlich ſind. Außer=
i
ſchick ſehen jene Formen aus, die die

Hütchen (im vorigen Jahrhundert im Originale
Niniche genannt), ſie werden einſeitig tief ins
Geſicht gerückt und rückwärts mit Blüten, Band=
ſchlupfen
und dergleichen garniert (letzte Skizze
oben).
In Verbindung mit einem originellen Nach=
mittagskleide
wird dieſe bezaubernde Idee ſicher=
lich
auf das nötige Verſtändnis ſtoßen und die
elegante Frau für ſich gewinnen.
Viele einſeitig aufgegebene Modelle bringen
wie wir dies im erſten Bilde andeuten
Bandſchlupfen als originellen Aufputz, womit
jene unaufdringliche Note zu erreichen iſt, die
einen derartigen Hut (ſofern er in einer ent=
ſprechenden
Neutralfarbe gehalten iſt) für vieler=
lei
Gelegenheiten verwendbar erſcheinen läßt.
Für wärmere Tage haben die maßgebenden
Salons neuerlich halbbreite vorne geſchwungene
und ins Geſicht gerückte Modelle in Vorbereitung,
bei denen aber mit Ausnahme eines ſchlichten
Bandes von jedem Aufputz Abſtand genommen
wird. (Mitte.)
Die eben beſprochenen Skizzen, die die neue
Hutmode und ihre reichen Möglichkeiten illuſtrie=
ren
ſollen, beweiſen, daß man dieſem Gebiete
nun wieder jene ungeteilte Aufmerkſamkeit
widmet, die für eine erfolgreiche modiſche Ent=
wicklung
ausſchlaggebend iſt.
Bunte Wollſtickereien
ſind für die Aufmachung der Kleinen immer ſehr
luſtig und flott und ſtellen eine Handarbeit dar,
die ſicherlich jeder Mutter große Freude bereiten
wird
Vielfach ſucht man hier nach originellen Gar=
nitureffekten
, die ſich aus der Beſtickung des
Mützenrandes, der Handſchuhſtulpen und der
Schal=Enden ergeben.
Natürlich muß immer darauf Bedacht genom=
men
werden, unbedingt farbechte Wolle zu ver=
wenden
, da durch Feuchtigkeit und Schnee ſonſt
ſehr unſchöne Flecke entſtehen könnten.
Dieſe Wollſtickereien pflegen durchaus kunſt=
gewerblich
gehalten zu ſein, ſo daß man bei der
Ausarbeitung weniger auf die Details als auf
die Geſamtwirkung bedacht iſt.
Grelle Schattierungskombinationen, in denen
Rot, Blau, Grün und ein ſtrahlendes Gelb über=
wiegt
, ſind am beliebteſten.
Wie ſieht die neue Mode aus? Das iſt die
Frage, die jetzt wieder aktuell geworden iſt Man
hört die widerſprechendſten Meinungen und kann
ſich kein rechtes Bild machen. Die erwünſchte
Orientierung bieten Ihnen die reichbebilderten
Modeartikel im ſoeben erſchienenen neueſten Heft
der Eleganten Welt, deren unbedingte Zu=
verläſſigkeit
Sie ſchon ſo oft erprobten. Ueber=
zeugen
Sie ſich auch dieſesmal wieder davon!

Erſte Blüten / erſte Srühjahrsmoden.

Noch liegt der Schleier des tiefſten Geheim=
niſſes
über den neuen Schöpfungen der Früh=
jahrsmode
; umſo begieriger iſt die elegante
Frau, die Entwürfe der prominenten Salons
kennen zu lernen, in denen die maßgebenden
Künſtler Hals über Kopf damit beſchäftigt ſind,
die neueſte Richtung feſtzulegen; wiewohl man
ſich in den führenden Werkſtätten über die grund=
legenden
Details ſchon mehr oder weniger klar
geworden iſt, bleibt man doch ängſtlich bemüht,
die neuen Ideen porderhand noch nicht preis=
zugeben
!
Allem Anſcheine nach dürfte die kommende
Mode inſofern ſehr ſympathiſch wirken, als ſie
zwiſchen dem phantaſievollen Ueberſchwung der
vergangenen Saiſon und der von vielen allzu
nüchtern empfundenen ſachlichen Richtung ein
Kompromiß ſchließt und auf dieſe Weiſe ſicher=
lich
eine Note bringen wird, die des allgemeinen
Beifalls ſicher ſein kann. Allenfalls ſteht feſt, daß
ſoweit man die Neuheiten für die Promenade
in Betracht zieht abſolut Maß gehalten und
keinerlei Uebertreibung zugelaſſen wird; ledig=
lich
die Farben betonen eine beſonders aparte
Note, was ſicherlich jeder eleganten Frau zu=
ſagen
wird.
Sehr bemerkenswert iſt die Beliebtheit der
Material=Kombination, die möglicher=
weiſe
aus dem Bedürfnis entſtanden iſt, ein
Garderobeſtück mit möglichſt geringen Mitteln
herzuſtellen und wenn es angeht ſogar
vorhandenes Material aufzuarbeiten. Daher
kommt es, daß man immer wieder einfarbige
Stoffe und deſſinierte Seiden in Verbindung
bringt, wobei das leichte Seidenmaterial natür=
lich
eine untergeordnete Rolle ſpielt und nur für
Bluſen, Weſten, Plaſtrons, Aermelgarnierungen
uſf. Verwendung finden ſoll.

den, daß nach langer Zeit wieder Blau in den
Vordergrund treten ſoll, und zwar vor allen
Dingen ein ſchönes Nachtblau, das bekanntlich
jede Frau gut kleidet. Dieſe Farbe wird natür=
lich
vielfach auch mit anderen Tönen untermiſcht
ſein und durch eingeſchoſſene graue, weiße,
grünliche, ſandfarbene Fäden immer einen durch=
aus
veränderten Charakter erhalten.
Außer Blau bringt das Frühjahr auch ein
mittleres, ganz unaufdringliches Rot, ein ſchönes
Grau und ein zartes Oliv, das aber mehr ins
Grau als ins Grün ſpielt, und eine ganze Reihe
anderer aparter Schattierungen.
Ueber die allerletzten Entwürfe der Früh=
jahrsmode
geben wir in unſeren Skizzen einen
intereſſanten Ueberblick:
Wie reizvoll ſich einfarbiges und geſtreiftes
Material kombinieren läßt, zeigt unſere erſte
Skizze, ein Koſtüm, das ſich aus einem geraden,
vorne mit einer Quetſchfalte verſehenen Rock und
einer viereckig ausgeſchnittenen kurzärmeligen
Weſten=Jacke aus dem gleichen Materiale zuſam=
menſetzt
. Die aus einem geſtreiften Gewebe her=
geſtellte
Bluſe iſt abſolut ſchlicht, da es angeſichts
des markanten Materials verfehlt wäre, eine pa=
rante
Faſſon zu wählen; ſie erhält allerdings
durch einen vorne gebundenen Schalkragen eine
ſehr flotte Note. Es gilt als beſonders originell,
zu einem ſolchen Koſtüm aus dem gleichen Strei=
fenmateriale
einen Hut ſelbſt zu binden, wo=
mit
der Turban=Gedanke (allerdings in verän=
derter
Form) neuerdings auftaucht.
Aus dunklem Stoff oder ſchwerer Seide, wie
vian ſie in matten Bindungen heuer auch
für die Promenade am Nachmittag verwenden
wird, hat man ſich unſer zweites Modell herge=
ſtellt
zu denken. Der Rock mit ſeinen Sonnen=
pliſſes
iſt ſicherlich nicht alltäglich und die

Ein wichtiger Faktor der neuen Frühjahrs=
aufmachung
iſt das Jäckchen. Man begegnet ihm in
allen erdenklichen Varianten, ſieht kurze Smo=
king
=Typen, die vielfach auch aus Seide gear=
beitet
und in phantaſievollſter Art zum Ausdrucke
gebracht werden, alſo jenen Modellen, die man
früher einmal als Smoking=Koſtüme zu be=
zeichnen
gewohnt war, kaum mehr ähnlich ſind.
Dann gibt es ganz entzückende weſtenartige Jäck=
chen
, die unſtreitig ſehr künſtleriſch erdacht und
auch ſchick ausgeführt ſind. Auch die zahlloſen
Boleros ſollen nicht unerwähnt bleiben; ſie ſind
jugendlich und graziös und werden der eleganten
Frau viel Freude bereiten.
Neben den kurzen Umhüllen wird man aber
immer wieder auch den ſogenannten Drei=
viertelpaletot
bemerken, der nachgerade zur vor=
bildlichen
Trotteur=Aufmachung geworden und in
der Strapazgarderobe eine führende Rolle zu
ſpielen berufen iſt.
Die Materialien der Saiſon ſind nach wie
vor porös. Je unregelmäßiger, je knotiger, nop=
piger
, gröber ein Gewebe iſt, deſto ſympathiſcher
iſt es der modeorientierten Frau. Trotz der an=
ſcheinenden
Derbheit aber ſind dieſe Stoffe kei=
neswegs
plump, ſondern ganz im Gegenteil ſehr
weich und federleicht, ſo daß ſie ſich ſehr gut ver=
arbeiten
laſſen.
Ueber die neueſten Farben konnten ſich die
grominenten Modefaktoren zwar noch nicht ganz
einig werden, doch darf ſchon jetzt verraten wer=

Smokingjacke von hente abſolut neuartig.
Unter einem ſolchen Koſtüm wird entweder eine
Bluſe oder auch nur ein Plaſtron getragen, wo=
bei
man durch verſchiedene Farben den Geſamt=
eindruck
ſtändig zu verändem vermag. Mitunter
werden in die Jacke helle Maſchenmotive in=
kruſtiert
, was zwar ſehr flott wirkt, aber die
Neutralität und vielfache Verwendbarkeit des
Modells unſtreitig beeinträchtigt, da es ja doch
immer als das ſchon geſehee erkannt werden
würde.
Im Mittelbilde führen wir ein Allerwelts=
Complet vor Augen, und zwar ein einfaches
Seidenkleid aus klein=deſſiniertem Materiale und
dazu den Dreiviertelpaletot aus Modeſtoff, mit
der Seide des Kleides eingefüttert.
Ein jugendliches Bolerokoſtüm mit ſeitlich ge=
knöpftem
Rocke und andersfarbiger, gemuſterter
Bluſe bringt unſere vorletzte Skiz e, während das
letzte Bild mit einem Satin=Koſtüm ver=
traut
macht, das in dunklen Farben mit einer
ſchicken, lichten Weſte zweifellos Ausſicht auf Er=
folg
hat, weil es nicht nur als Koſtüm, ſondern
auch als Kleid unter dem Mantel verwendbar,
alſo nicht ſtreng an die Jahreszeit gebunden iſt.
Schon die erſten Skizzen der beginnenden Mode=
ſaiſon
ſcheinen darauf hinzudeuten, daß man An=
laß
hat, der kommenden modiſchen Tendenz ge=
bannt
und erwartungsvoll entgegenzuſehen.
Willy Ungar.

[ ][  ][ ]

Seite 18 Nr. 52

Weißlaok-Höbel

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ſchrank
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Kleiderſchrank, dreitür., 180 breit, 135
Waſchkommode, 1 Mtr., 35., Friſeu=
toileite
, 135 breit, 59., Nachttiſch 16 50,
Nachttiſch mit Glasplatte 19.50, Bettſtelle,
auch elfenbein 29.50.

Matratzen
dreiteilig, mit Kopfkeil, Seegras von 15.
an, Wolle von 19.50 an, Kapok von 45
an, erſtklaſſige Kapof=Matratze Ia, Java
Kapok, Kopfkeil (Wolle oder Seegras)
Jacquard=Drell, Halbleinen, 95 cm breit,
195 cm lang, ſehr hoch gearbeitet, ſchön
feſt geſtopft und muſtergültig verarbeitet,
nur 59. . Schonerdecken 3.95, blau 5.
Patent-Matratzen
nur gute Verarbeitung und Material,
von 10. an, Sonderfertigungen inner=
halb
einiger Stunden.
(2922
Chaiselongue
23. verſtellbar von 25. an, Divan,
Plüſch, nur 85., Kautſch nur 65.

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zuntag, 21. Februar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 52 Seite 19

Mein Zielster ist . . . Prolessionak

M0 oprright by: Carl Duncker Verlag, Berlin W62
Naanu, Herr Schumacher, dachte ſie vergnügt, auf einmal ſo

Roman von Franz Roswalt

Nachdruck verboten

wirgig?! Laut ſagte ſie: Ich muß mir das mal überlegen,
ße Schumacher. Vorläufig möchte ich mich noch nicht äußern.
Bitte, wie Sie denken! antwortete er überaus höflich und
ettte ſie zur Tür. Auf Wiederſehen, Fräulein Gillmann,
cisgen Sie es ſich bitte reiflichſt!
As ſie ſchon im Vorraum war, erſchien er noch einmal in der
Selbſtverſtändlich ſteigt Ihr Gehalt mit der Zeit!

3e nickte anerkennend: Sie hören von mir, Herr Schu=
!0
Sehr erfreut, ſehr erfreut."
3e ging langſam zur nächſten Station. Mit dem Erfolg des
giz war ſie recht zufrieden; ſie konnte Planck einen poſitiven
ge d bringen und Haußner morgen beruhigen. Soweit war
ſchön in Ordnung. Wenn ſie wollte, konnte ſie ſogar Sekre=
ubei
Herrn Schumacher werden. Sie lachte vor ſich hin.
erkwürdig, manche Menſchen riſſen ſich um ſie. Nur der
üfär den ſie ſogar zu Herrn Schumacher gegangen war, ſchien
uwiächbar.
Krahrſcheinlich dachte er überhaupt nicht mehr an ſie oder
0WVielleicht hin und wieder ein wenig. Er hatte ſich doch
püut, als er ſie traf!
Aaf jeden Fall konnte man ſein Bild wieder hervorholen.
Abrächt die Hoffnung verlieren!

Kucht

24.
B=ra legte ſchnell ab. Haußner ſollte nicht wiſſen, daß ſie
6i meu angen war. Sie wollte es mit eigenen Ohren aus ſeinem
hiös hören, daß er ſie betrog. Sie ſetzte ſich und legte eine
ſütg vor ſich hin.
ſiur ein Gedanke brannte in ihr: er betrügt dich!
baußner kam fröhlich herein: Liebes, alles wird gut. Sogar
Abd will mich wieder haben!"
Siee wiederholte nur abweiſend: alles wird gut!
E fühlte ſofort, daß etwas vorgefallen ſein mußte und
ftme beſorgt: Haſt du wieder Kummer gehabt? Denk nicht
hun jetzt wird es beſſer!
s wird nie mehr anders! widerſprach ſie ſchroff.
Ja, was iſt denn geſchehen?!
5e ſprang auf. Ihr Temperament ging mit ihr durch. Du
Aſch5t dich nicht mehr um mich zu kümmern, ich weiß jetzt,
In eigener Werkſtätte

wvoran ich bin. Alles Lüge, alles Heuchelei deine Beſorgnis.
Du biſt ja auch nicht anders als Nicolo, als alle anderen! Sie
ſah ihn feindſelig an. Während du hier den Beſorgten ſpielſt,

triffſt du dich unten mit irgendeiner Perſon mit irgend=
einem
Frauenzimmer
Sie konnte nicht mehr weiterſprechen. Sie liebte ihn ſo, daß
ihr die Eiferſucht jede vernünftige Ueberlegung nahm.
Haußner wurde blaß.
Es war nicht ſeinetwegen, auch nicht einmal, daß ſie Lo
beſchimpfte, konnte ihn treffen, denn Lo ſtand dieſen Dingen ſo
unendlich fern, ſie konnte ihr nichts anhaben. Aber eine graue,
nüchterne Enttäuſchung überkam ihn das war Pera? Das
wwar die Frau, die ihn aus ſeiner Bahn geworfen hatte, die er
zu lieben glaubte mit der er ein ganzes Leben lang leben
wollte war das die Frau, das Iteal, von dem er ge=
ſchwärmt
hatte? Die ihm jetzt vorhielt, daß er ſich unter ihren
Augen mit andern träfe und ſie betrüge und die ihm das
wirklich zutraute?! Er konnte nicht anders, er drehte ſich, ohne
einen Ton zu ſagen, um und ließ ſie allein. Er war von den
dauernden Aufregungen, von der Suche nach Geld, von den Ge=
heimniſſen
, die ſie immer noch umgaben, jetzt ſo zermürbt es
ging nicht mehr! Liebe ich ſie noch? grübelte er verzweifelt, liebe
ich ſie denn wirklich noch! Er konnte ſich keine Antwort geben.
Er lief ziellos weiter, durch Straßen, über Plätze, wieder end=
leſe
Straßen hinunter. Nichts hatte ihn zu erſchüttern vermocht,
nichts gab es, was er um ihretwillen nicht auf ſich genommen
hätte, die Stellung war verloren, er hatte Schulden gemacht, das
Geld, das er ihr gegeben hatte, war in einem Tag verſchwun=
den
, noch heute konnte ſie ihm nicht erklären, wo ſie es verloren
hatte, was intereſſierte ihn das Geld, er hatte neues beſchafft,
alles konnte man erſetzen, alles wieder gut machen. Nur eines
nicht, ſeinen Glauben an ſie. Man kann Liebe kitten, aber dann
iſt es keine Liebe mehr, es bleibt ein Torſo. Dieſe Erkenntnis
kam ſo graufam, ſo klar unabweisbar über ihn, daß er Straße
auf Straße ab weiterlief, bis er nicht mehr konnte, bis er mit
allem fertig war!
Pera erwachte aus ihrer Erſtarrung, ſie lief ihm nach, auf
die Treppe hinaus, ſie rief, ohne ſich um die andern Leute zu
kümmern: Will! Will! Als er nicht zurückkam, verlor ſie den
letzten Reſt von Beſinnung, warf den Mantel über, ſetzte den
Hut auf und begann ihn zu ſuchen. Ueberall ſuchte ſie, in den

Cafés, auf der Straße, in den Bars, ſie fand ihn nicht. In
einem Loral am Kurfürſtendamm traf ſie ganz überraſchend
Broich. Broich bemertte, wdie derſtört ſie war, es war ganz leicht,
ſie zu überreden, ſich mit Nicolo zu treffen. Während Broich
telephonierte, ſaß Pera regungslos und ſtarrte vor ſich hin. Die
Muſik, die Menſchenſtimmen, alles klang von ganz fern heran,
ſie begriff überhaupt nicht, was geſchehen war, wie ſie hierher=
kam
.
Eine halbe Stunde ſpäter erſchien Nicolo Orzini. Sie
ſaßen ſich beide ſtumm gegenüber und ſahen ſich an. Alſo du
lebſt noch? meinte Nicolo in ſeinem gewohnten Tonfall.
Ja, ich lebe noch!"
Und wann gedenkſt du wieder zu mir zurückzukehren?
fragte er vorſichtig; Broich hatte ihn bereits unterrichtet.
Niemals! ſagte ſie, ihre Stimme klang hoffnungslos.
Nicolo überlegte. Geld war, das ſah er auf den erſten Blick,
aus Pera nicht mehr herauszuholen, ſie hatte nichts mehr. Blieb
nur der Wert, den ihre Perſon darſtellte. Es gab keine beſſere
Gehilfin als ſie, dieſe Frau würde gut ausſehen ſolange ſie
lebte. Er ſchätzte ſie förmlich ab mit ſeinen Blicken.
Dann fragte er lauernd: Ihr ſeid nicht mehr zuſammen
du und Haußner?
Sie ſchüttelte müde den Kopf, nein!
Ich glaube, Pera, du beginnſt einzuſehen, daß du doch
nur zu mir gehörſt. Nur zu mir!"
Sie ſchüttelte ſich förmlich; aber es gab nichts mehr auf
dieſer Welt, was den Baron Nicolo Orzini beleidigen konnte.
Auch nicht, daß Pera ſich vor ihm ſchüttelte.
Was macht denn Haußner jetzt?
Ueber ihr Geſicht glitt ein Lächeln. Sie dachte ja nur an
ihn. Trotz allem, was inzwiſchen geſchehen war.
Er wird nächſtens wieder ſtarten!"
So? Wo denn?
Bei der Touriſt Trophy in Belfaſt!
Er ſagte faſt heiter:
Bei der Touriſt Trophy in Belfaſt? wiederholte er nach=
denklich
. Er erinnerte ſich dunkel an einen Landsmann, der
ihm bereits von dieſem Rennen erzählt hatte. Auch von Hauß=
ners
Siegeschancen. 100 000 Lire! wenn man den Lumpen.
irgendwie handicapen könnte!
Orzini wußte auf einmal, wann und wo er das Geſpräch
geführt hatte. Vor 4 Tagen in der Odeonbar mit einem ge=
wiſſen
Zignali; hatte keinen beſonderen Ruf, dieſer Zignali,
Broich kannte ihn noch von früher her, als er eine eigene Auto=
fabrik
beſaß. Heut machte er faule Geſchäfte, der Teufel mochte
wiſſen, wer daran intereſſiert war, daß Haußner nicht ſiegte,
Vielleicht die Konkurrenz. Man mußte ſofort mit ihm reden;
100 000 Lire waren mitzunehmen!
(Fortſetzung folgt.)

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Fahresabrechnung mit Verluſt= u. Gewinnrechnung.
Wahl von Aufſichtsratsmitgliedern.
Unträge (ſofern ſolche geſtellt werden).
Verſchiedenes.
Ehige Anträge zur Tagesordnung müſſen ſpäteſtens 3 Tage
19dr Hauptverſammlung an den Unterzeichneten einge=
werden
(8 29 Abſ. 4 der Satzung). Die Jahres=
Uhrung für 1931 liegt in der Geſchäftsſtelle der Genoſſen=
m
Bahnhofsplatz Nr. 18 zur Einſichtnahme offen
(2879
A Der Satzung).
mmſtadt, den 18. Februar 1932.
Der Aufſichtsratsvorſitzende: Engel.

HIemstag, den 23. Februar, abends 8 Uhr
ortrag im Fürstensaal über
MHumane Tiertötung
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Eintritt frei!
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bin ich von 360 Pfund auf 275 Pfund
gekommen und werde Dr. Janſſens Ent=
fettungstee
auch weiterhin trinken, da
er zu meinem Wohlbefinden dringend
notwendig iſt.
Albert Minuth Gaſtwirt.
Königsberg, Oberlaak 25."
8S PFUND
ABNAHME
bei abſolutem Wohlbefinden beſcheinigt
der obige Brief. Das folgende Schrei=
ben
zeigt, daß Dr. Janſſens Entfet=
tungstee
auch den Rekord der Unſchäd=
lichkeit
beſitzt:
Kann Ihnen die freudige Mittei=
lung
machen, daß meine Tochter im Al=
ter
von 12 Jahren durch täglichen Ge=
brauch
von 3 Taſſen Dr. Janſſens Ent=
fettungstee
eine Gewichtsabnahme von
35 Pfund in der Zeit von 10 Wochen
aufweiſt. Bei vollkommneer Geſundheit.
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Her n. nicht üb. 55 J,
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dergt. bek. zu werden.
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[ ][  ]

Seite 20 Nr. 52

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 21. Februar 19322

Q.

Heute letzter Tag:

Heute und folgende Tage!

Ab beute:

Das neue große Meisterwerk
RENE CLAIRS

Es lebe

die Freiheit

Ein Film von großem Format

René Clair, der Schöpfer von Unter
den Dächern von Paris u. Le Million
hat mit diesem Film wieder eine
künstlerische Leistung vollbracht

Im tönenden Beiprogramm:
Mieky als Ritter vom Steuer
und die neueste Ufa-Tonwoche

Die größte Webereaschung der Saison
Der 1. TonFilm
ohne Männer!

Ein Stummfilm-Doppelprogramm.
GEORGE BANCROET
der bekannte Sensations-Darsteller in

100 junge Mädchen
in einem Tontilm!

Volldampf,
Charlie

Hertha Thiele

u. 10 weitere Hanptdarstellerinnen des Films auf der Bühne

persönlich anwesend

Beginn: 2, 4, 6 und 820 Uhr.

Bechswöchentlicher nnunterbrochener Uraufführungs-
Rekord in Berlin!
Größter Erfolg in allen Städten Dentschlands!

Ein ungewöhnlich spannender Film
voller autregender Momente Ein
atemberaubender Höhepunkt ist die
Jagd nach dem führerlos dahin-
sausenden
Expresszug.

Im II. Teil

CLARA BOW m
Großstadt-Pflanzen

Eine Geschichte aus den Wäldern
Kanadas.
Jugendliche haben zum I. Teil Zutritt.
Beginn: 2 Uhr letzte Vorst. 8.15 Uhr.

Städt. Akademie für Tonkunſt

Mädchen in Uniform

Darmſtadt.

Dir.: Prof. Wilhelm Schmitt, Städt. Muſikdirektor

Im achten
Akademie=Konzert

Montag, den 22. Februar 1932. um 20 Uhr,
im Großen Saal des Städtiſchen Saalbaues

Nach dem Bühnenstück Gestern und Heute‟
von Christa Winsloe (einer gebürtigen Darmstädterin)
In den Hauptrellen:
Hertha Thlele, Ellen Schwannecke, Dorothea Wieck, Emille Unda.

ſpielt
Heinz Jolles (Klavier)

Werke von Schubert, Mozart u. Schumann.
Konzertflügel Bechſtein, aus dem Lager
der Firma A. W. Zimmermann
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Karten von 1 Mk bis 5.50 Mk. im Setre=
tariat
der Städt Akademie für
Tonkunſt, Elijabethenſtr. 36 ( Tele=
phon
3500 Stadtverwaltung) und an
(t.289
der Abendkaſſe.

Hertha Thiele erteilt heute vormittag 11.30 Uhr zu Gunsten der Winterhilte
im Foyer des Union-Theaters Aufogramme.

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Auftreien des beliebten Komikery
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Sämtliche Vergünstigungen, Ehrer- und Freikarten aufgehoben.
Beginn: 2, 4, 6 und 8.20 Uhr.

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Heute nachmittag 4Uhr
Konzert

ausgefuhrt vom Stadtorcheſten
Leitung Konzeitmeiſter Reitz
Eintritt frei. (:849 Eintritt frei.
Der Weg nach der Elektriſchen iſt beleuchten=

Sond Nerl Pänst

Dienstag, den 23. Februar 1932, 20 Uhr, im
Kleinen Haus des Hessischen Landes-Theaters.

Mitwirkende: Gustav Blank, Darmstadt, Aenne
Arras, Mainz, Orchester des
Hessischen Landestheaters.
Musikalische Leitung: Erwin Palm.

Aus dem Programm: Der bunte Hund von Hindemith, Serenade für
3 Solo=Instrumente v. Markevitch, Tanz aus Schwanensee von
Tschaikowsky, Geschichten aus dem Wiener-Wald, von Strauß
u. a.; Spanische Tänze u. Polka aus Schwanda‟ (Gustav Blank).
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