Einzelnummer 15 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Rummer 38
Sonntag, den 7. Februar 1932.
195. Jahrgang
21 mm brelle Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Relchspſg
Finanz=Anzeigen 35 Reichspfg. Relamezelle (92 mm
breit/2 Reichsmarl. Anzelgen von auswärts 35 Reſchspfg.
FinanzeAlnzelgen 50 Reſchspfg. 92 mm breite
Rellame=
zelle 3.00 Reiſchsmart. Alle preiſe in Reichsmark
(1 Dollar — 4.20 Mark). — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streilk uſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfällung der
Anzeigen=
auſträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtlicher Beltreibung fäalt ſeder
Naball weg Banſionto Deuiſche Bani und
Darm=
ſädter und Natlonalbank.
Litquiſcher Rechtsbruch in Memel.
Kraſſe Verlekung der Memel=Konvenkion durch den likauiſchen Gonvernenr Merkeys.
las memelländiſche Direkkorium abgeſekt. — Böltcher verhaftek. — Bildung eines großlikauiſchen Landesraks.
Denſſche Ddemarche in London, Paris, Rom und Toklo.
Likauen
verletzt die Memel=Konvenkion.
Königsberg, 6. Februar.
Die in Königsberg umlaufenden Gerüchte über einen
groß=
ſteruiſchen Putſch im Memelgebiet beſtätigen ſich offenbar. Die
KBnigsberger Allgemeine Zeitung” meldet, daß der Gonverneur
es Memelgebiets, Merkeys, unter kraſſer Verletzung des
Memel=
amuts einen großlitauiſchen Landesrat gebildet hat, nachdem er
a= bisherige Direktorium abgeſetzt hat.
Ueber die Einzelheiten dieſes „kalten Putſches” wird berich=
1. Heute wurde der Präſident des Direktoriums, Böttcher, durch
väi litauiſche Offiziere in ein Automobil gebracht, das dann mit
abekannt gebliebenem Ziel davonfuhr. Der Gouverneur
Mer=
y. war heute aus Kowno zurückgekommen. Er erſchien im
Lan=
sbirektorium, nachdem er erklärt hatte, daß die von ihm
ergrif=
ſan Maßnahmen auf Veranlaſſung der Kowuoer
Zentralregie=
un durchgeführt werden. Auf dem Landesdirektorium verlangte
won einem der anweſenden Direktoren, dieſer ſolle die
Füh=
un der Geſchäfte übernehmen, was aber von dem betreffenden
nektor abgelehnt wurde. Daraufhin hat der Gouverneur einen
ſoniſoriſchen großlitauiſchen Landesrat eingeſetzt. Der
Gouver=
ſur hat die Amtsräume des Präſidenten Böttcher verſiegeln
ſſan; die Telephonverbindungen mit Landtag, Magiſtrat und
eſächt ſind geſperrt. Von Königsberg aus wurden die Telephone
in Generalkonſul in Memel und zur Landespolizei als geſperrt
eweldet. In Memel ſoll eine außerordentlich geſpannte
Atmo=
ine herrſchen. Nach den letzten Meldungen ſoll Präſident
Bött=
ei in die litauiſche Kaſerne geſchafft worden ſein,
* Das Memelgebiet wurde am 10. Januar 1923 durch einen
uldſtreich litauiſcher Freiſchärler für Litauen „erobert”, die
ſtrlich im Einverſtändnis mit der Kownoer Regierung vor=
INen. Litauen hielt damals den Augenblick für einen Ueberfall
fMMemel für günſtig, weil am gleichen Tage Frankreich in das
uergebiet einmarſchierte. Die in Memel anweſenden Truppen
* Verſailler Vertragsmächte ſetzten den litauiſchen
Freiſchär=
ru keinen Widerſtand entgegen. Namentlich die Franzoſen
gioten mit ihnen gemeinſame Sache. Die alliierte Beſatzung
m am 15. Februar 1920 nach Memel, da wir auf Grund des
eiſſailler Vertrags das Memelgebiet an die Signatarmächte
aus=
eſarn mußten. Nach der „Eroberung” des Memelgebietes durch
llitauiſchen Freiſchärler kam die ſogenannte Memelkonvention
ſtende, die dieſem Gebiet im Rahmen des litauiſchen Staates
/Selbſtverwaltung verleiht. Aus der verſprochenen
Autono=
de wurde aber nur teilweiſe etwas, weil der
Kriegskomman=
m. jede Regung zur Selbſtverwaltung zu unterdrücken wußte.
nach heftigen Kämpfen konnten ſich die Memelländer einen
inbtag wählen und eine eigene Regierung einſetzen. Die
Strei=
zütiten mit Kowno ſind aber niemals abgeriſſen. Wiederholt
uſſte ſich der Völkerbund mit litauiſchen Beſchwerden
beſchäfti=
n. Auch die Reichsregierung hat ſich ununterbrochen der
Kla=
n. der Memelländer annehmen müſſen. Als Anlaß für den
5” durchgeführten Putſch hat Litauen die Reiſe von
Mitglie=
aI. der memelländiſchen Regierung nach Berlin genommen,
han man jetzt Hochverrat vorwirft. Dieſe Mitglieder waren
ei nur deswegen nach Berlin gekommen, um Erleichterungen
Deutſch=memelländiſchen Handelsverkehr durchzudrücken. Sie
Eten damit auch litauiſche Intereſſen wahrzunehmen verſucht,
s ihnen jetzt als Landesverrat ausgelegt wird. Beſonders
Ehraßt hat ſich bei der litauiſchen Regierung der Präſident des
iſesdirektoriums, Böttcher, gemacht, der durch ſein mannhaf=
Werhalten ſtets die Rechte der Memelländer
wahrzuneh=
n wußte. Das Memelgebiet umfaßt eine Fläche von 2500
abratkilometern. Es zählt rund 147 000 Einwohner, unter
den ſich aber nur 37 000 Litauer befinden. Der größte Teil
Litauer iſt aber erſt nach dem Putſch vom Jahre 1923 über
Grenze gekommen.
Memel=Putſch amklich beſtähigt.
Berlin, 6. Februar.
Erſt in den Abendſtunden iſt es den amtlichen Stellen in
filnn gelungen, eine Beſtätigung der Nachrichten über den
Eu sſtreich in Memel zu erlangen. Danach iſt der
Landesprä=
nt. Böttcher tatſächlich abgeſetzt, verhaftet und in eine Kaſerne
leüührt worden; die Regierung wurde dem Großlitauer
Toli=
s übertragen.
Aus zuverläſſiger Quelle verlautet aber, daß der Schritt
Gouverneurs, tatſächlich mit Zuſtimuung der
gſierung erfolgt ſei. Allerdings ſeien im Kabinett bei
Werhandlungen, die von Dienstag bis Freitag gedauert
hat=
ſtarke Meinungsverſchiedenheiten aufgetreten, und die
Stim=
ür und wider die Maßnahmen Merkeys hätten ſich faſt die
ſge gehalten. Die Klärung der Frage ſei bis zur Rückkehr des
hemminiſter Zaunis am Freitag zurückgeſtellt worden.
Mer=
wabe die Alternative geſtellt, entweder verſchwinde Böttcher,
er ſelbſt trete zurück. Der Staatspräſident habe wiederholt
Flucht, vermittelnd einzugreifen, jedoch habe er ſich ſchließlich,
dras Ergebnis eines Unterſuchungsausſchuſſes über die Ber=
. Reiſe des Präſidenten Böttcher und der beiden anderen
ſtiem zugunſten der Merkeyſchen Theſe ausgefallen ſei, dem
ſeysſchen Standpunxt angeſchloſſen.
deutſche Vorſtellungen
bei den Signakarmächken der Memel=Konvenkion.
* Das Berliner Auswärtige Amt hat ſich unmittelbar nach
Bekanntwerden der Ereigniſſe im Memelgebiet alle Mühe
ge=
geben, mit dem deutſchen Generalkonſul in Memel und dem
deutſchen Gefandten in Kowno in Verbindung zu treten, um
authentiſches Material über die Vorfälle zu erhalten. Bis zum
Samstag abend war ihm das aber nicht möglich, weil die
Litauer den geſamten Telephon= und Telegraphenverkehr
ge=
ſperrt haben. Inzwiſchen ſind aber auf verſchiedenen Wegen
fo viele Nachrichten eingelaufen, daß ſie eigentlich genügen
müßten, um eine energiſche Proteſtaktion einzuleiten. Wir gehen
wohl auch nicht fehl in der Annahme, daß der Kanzler
unver=
züglich die Botſchafter in London, Paris, Rom und Tokio
tele=
graphiſch beauftragt hat, gegen die Verletzung der
Memel=
konvemtion durch die litauiſche Regierung energiſch Einſpruch
zu erheben, und die Signatarmächte aufzufordern, ſofort alle
Schritte zu unternehmen, um den alten Rechtszuſtand
wieder=
herzuſtellen.
Die Dinge ſind i Litauen offenbar ſo gelaufen, daß ſich
Merkeys nach heftigem Widerſtand der weniger kampffreudigen
Mitglieder der Kownoer Regierung durchgeſetzt hat. Die
Sig=
natarmächte haben übrigens ſchon in den letzten vierzehn Tagen
ununterbrochen auf die Kownder Regierung eingewirkt, die
Memelkondention zu achten. Auch Deutſchland hat, nachdem
die erſten Putſchgerüchte auftauchten, die Litauer darauf
auf=
merkſam gemacht, daß Deutſchland einen Bruch der Konvention
nicht ruhig hinnehmen werde. Die Verhandlungen mit den
Litauern und den Signatarmächten, die ſeit zwei Wochen ſchon
in Genf geführt werden, brachten es in der Zwiſchenzeit dann
zu Wege, daß der litauiſche Geſandte in Berlin im
Aus=
wärtigen Amt erſchien und dem Staatsſekretär von Bülow
feierlich erklärte, daß weder Putſchabſichten beſtänden noch die
Kownoer Regierung daran dächte, die auch für ſie bindenden
internationalen Vereinbarungen durch Gewaltakte zu löſen.
Die Vorgänge im Memelgebiet zeigen wieder einmal, wie
man in Oſteuropa beſtehende Verträge achtet. Wir fürchten,
daß das Verhalten der Litquer polniſch=chauviniſtiſchen Kreiſen
ein Anreiz ſein wird, Aktionen in die Wege zu leiten, die ſich
mit den bekannten polniſchen Machtbeſtrebungen decken.
Daß es jetzt im Memelgebiet zu neuen Verwicklungen
ge=
kommen iſt, iſt nicht zuletzt dem Verhalten des engliſchen
Ge=
ſandten zuzuſchreiben, der ſeinen Sitz in Riga hat, und von hier
aus die Dinge doch nicht ſo behandelt hat, wie man das nach
dem Verlauf der Genfer Beſprechungen in den letzten Tagen
hätte erwarten dürfen. Daraus haben dann die
angriffs=
luſtigen Mitglieder der litauiſchen Regierung Mut geſchöpft und
dem Kriegskommandanten Merkeys freie Hand gegeben. Wie
wichtig die Anweſenheit des Reichskanzlers Dr. Brüning im
Augenblick in Genf iſt, zeigt ſich jetzt mit aller Deutlichkeit. Wir
möchten annehmen, daß er den Handſtreich der Litauer im
Memelgebiet zum Anlaß nehmen wird, um in ſeiner großen
Abrüſtungsrede darauf einzugehen und den verſammelten
Mächtevertretern zu Gemüte zu führen, daß keinerlei
Abrüſtungs=
verträge ihr Ziel erreichen werden, wenn ſich ſelbſt allerkleinſte
Staaten erlauben dürfen, beſiegelte Verträge zu jedem
Zeit=
punkt, der ihnen recht iſt, zu zerreißen. Der Kanzler wrd
ſelbſtverſtändlich in Genf alle Hebel in Bewegung ſetzen, um
die Signatarmächte zu veranlaſſen, auf dem kürzeſten Wege
Litauen zur Ordnung zu rufen, und ihren Vorſtellungen einen
entſprechenden Nachdruck zu verleihen. Von Wichtigkeit in dieſen
Verhandlungen wiro der engliſche Außenminiſter Simon ſeiz,
der ſich zurzeit in Genf aufhält.
Die Verankworkung der Signakarmächke.
In Berliner politiſchen Kreiſen haben die Vorgänge in
Me=
mel, die erſt in den Nachmittagsſtunden allmählich bekannt
wur=
den, erhebliches Befremden ausgelöſt. An ſich und nach der
Rechtslage iſt Deutſchland nicht autoriſiert, wegen
dieſes Uebergriffes des litauiſchen Gouverneurs Merkeys
Maß=
nahmen zu ergreifen. Das iſt vielmehr Sache der
vier Signatarmächte der Memelkonvention. Dieſe
Konvention, am 30. Juli 1924 abgeſchloſſen, beſagt in Artikel 17,
daß der Präſident vom Gouverneur ernannt wird und ſolange im
Amt bleibt, als er das Vertrauen des Landtages beſitzt. Dieſes
Vertrauen hat Präſident Böttcher im vollen Umfange beſeſſen,
was ihm noch unlängſt durch ein mit Zweidrittel=Mehrheit
erfolg=
tes Vertrauensvotum beſtätigt worden iſt. Es ſtellt alſo einen
Bruch des Memelſtatuts dar, wenn von litauiſcher Seite bzw. von
dem Gouverneur Böttcher aus dem Amt entfernt wurde, obwohl
weder ein Rechtsgrund, noch auch nur ein ſtichhaltiger Vorwand
dafür beſtand. Die Unterzeichner der Konvention ſind
Groß=
britannien, Frankreich, Italien und Japan. An
dieſen Mächten liegt es deshalb, mit jeder
denk=
baren Beſchleunigung ein Verfahren
herbeizu=
führen, das den Rechtsbruch in Memel korrigiert
und die Verantwortlichen zur Rechenſchaftizieht.
Da das E eignis auch in Genf größtes Befremden und eine
ziem=
liche Erregung ausgelöſt hat, darf erwartet werden, daß ein
Ein=
reifen des Völkerbundsrates ſofort herbeigeführt wird, wozu
er=
forderlichenfalls eine beſondere Ratsſitzung notwendig ſein dürfte.
Die Woche.
Während in Oſtaſien die Kanonen donnern, hat in Geuf die
Abrüſtungskonferenz begonnen. An Internationalen Konferenzen
hat es während der trüben Jahre der Nachkriegszeit nicht
ge=
fehlt, trotz der außerordentlich mageren Ergebniſſe, die
beſten=
falls erzielt werden konnten. Man wird es der öffentlichen
Meinung daher nicht übelnehmen können, daß ſie derartigen
gemeinſamen Beratungen allmählich mit immer ſteigender Skepſis
entgegenſieht, und man wird verſtehen müſſen, daß insbeſondere
bei der gegenwärtigen Lage der Dinge nur wenige
unverbeſſer=
liche Optimiſten von der Genfer Abrüſtungskonferenz noch ein
irgendwie greifbares Ergebnis erwarten. Denn dies wäre doch
nur dann möglich, wenn die anderen Völker in der Lage wären,
den Widerſtand Frankreichs und ſeiner Trabanten zu
über=
winden. Wohin aber der Weg unſerer weſtlichen Nachbarn
geht, zeigt am beſten das letzte Memorandum. Durch eine
konſequente Politik hat Frankreich eine gründliche Sabotage der
Abrüſtungskonferenz offenbar erreicht. Aber es wäre ein
ge=
fährlicher Irrtum, wenn man die Abwürgung der
Abrüſtungs=
konferenz als das einzige Ziel des Quai d’Orſay anſehen wollte.
Man hat von Paris aus die Japaner zu ihrem Vorgehen nicht
nur ermutigt, ſondern hat ſie auch weſentlich finanziell
unter=
ſtützt. Nicht ohne Grund! Gegen China richtete ſich der erſte
Stoß der japaniſchen Truppen, denn um chineſiſches Gebiet
handelt es ſich ja in der Mandſchurei. Aber letzten Endes
handelt es ſich bei dem japaniſchen Vorgehen wohl kaum um
eine endgültige Auseinanderſetzung zwiſchen Japan und China.
Wäre das der Fall, ſo wären ja die Angriffe auf Schanghai und
Nanking denkbar ungeſchickt geweſen, da man in Tokio natürlich
damit rechnen mußte, daß eine Bedrohung Schanghais des
Zen=
trums der internationalen Intereſſen in China, alsbalo ſtarke
Konfliktsmöglichkeiten insbeſondere mit den Vereinigten Staaten
und England in ſich tragen würde. Man wird kaum fehl gehen,
wenn man in dieſer ganzen Aktion nichts weiter als ein
ſtrate=
giſches Ablenkungsmanöver ſieht, ein erfolgreiches
Ablenkungs=
manöver, wie die Entwicklung der letzten Tage beweiſt. Es iſt
doch außerordentlich bedeutſam, daß die Japaner auf die
Vor=
ſtellungen der Mächte hin ſich wohl zu einem gewiſſen
Entgegen=
kommen in der Schanghai=Frage bereit erklärt, unter dem
Hin=
zufügen, daß ſie die Frage von Schanghai als vollkommen
unab=
hängig von der mandſchuriſchen Frage betrachteten, die erledigt
ſei und für die ſie nicht gewillt ſeien, „die Hilfe beteiligter oder
neutraler Beobachter anzunehmen”. Inzwiſchen iſt eine weitere
japaniſche Diviſion gelandet. Charbin von den Japanern
be=
ſetzt worden. Um weit mehr als um ein Vorgehen gegen das
militäriſch ſchwache China handelt es ſich, nämlich um die
ſyſtematiſche Schaffung einer breiten Operationsbaſis gegen
Rußland! Man braucht nicht auf den japaniſch=ruſſiſchen
Krieg zu Beginn dieſes Jahrhunderts zurückzugehen, um den
Sinn des jetzigen japaniſchen Vorgehens zu erläutern, und auch
in Moskau hat man offenbar den ganzen Ernſt der Lage bereits
erkannt. Der Ausbruch eines japaniſch=ruſſiſchen Konflikts, der
in greifbare Nähe gerückt iſt, würde naturgemäß die
Aktions=
freiheit, Rußlands nach Weſten hin außerordentlich einengen.
Das aber bedeutet wiederum ſtarke Entlaſtung Polens und der
Tſchechoſlowakei. Auch zwiſchen Warſchau und Tokio hat die
franzöſiſche Diplomatie in letzter Zeit vermittelnde Fäden
ge=
ſponnen und hier beginnen uns die Dinge ganz unmittelbar zu
berühren. Wir kennen nur allzu gut die geſpannte Lage an
unſerer Oſtgrenze, um nicht befürchten zu müſſen, daß eine
Rückenfreiheit Polens bei unſerer militäriſchen Ohnmacht zu
einer unmittelbaren Bedrohung Oſtpreußens und Schleſiens
wer=
den kann. Wir kennen auch nur zu gut jene Ziele der
fran=
zöſiſchen Politik, die man 1919 trotz allem nicht zu erreichen
vermochte, um nicht die ganze Gefahr zu erkennen, die mit der
jüngſten Entwicklung an unſerem politiſchen Horizont
herauf=
ſteigt. Die Welt gleicht gegenwärtig einem brodelnden
Hexen=
keſſel, und Dinge, die uns heute noch phantaſtiſch erſcheinen,
können morgen oder übermorgen bereits greifbare Geſtalt
au=
nehmen. Wir haben allen Anlaß, dieſe Entwicklung mit ernſte=
Sorge zu verfolgen. Nichts wäre gefährlicher für das deutſche
Volk und das Deutſche Reich als eine Vogel=Strauß=Politik, zu
der wir unglücklicherweiſe ſcheinbar beſonders neigen. Wir
müſſen die Dinge ſo ſehen, wie ſie in Wirklichkeit ſind, und
nicht ſo, wie wir ſie gern haben möchten.
Unter dieſen Umſtänden iſt es keine Vergnügungsreiſe, die
der Reichskanzler nach Genf unternimmt. Er wird das
Schick=
ſal der Abrüſtungskonferenz kaum zu wenden vermögen. Aber
trotzdem iſt es ſicherlich nützlich, daß er reiſt. Es unterliegt
keinem Zweifel, daß das Recht auf unſerer Seite iſt, und umſo
weniger haben wir Veranlaſſung, die Genfer Konferenz zu
bagatelliſieren.
Wenn man den ſchweren Ernſt unſerer außenpolitiſchen
Lage im Zuſammenhang betrachtet, erſcheinen unſere
partei=
politiſchen Zänkereien geradezu grotesk. Das Schickſal des
deutſchen Volkes hängt nicht davon ab. ob Herr Hitler im
Düſſeldorfer Parkhotel, wie die ſozialdemokratiſche Preſſe jubelnd
berichtete, für 21 Mark Caviar, Auſtern und andere ſchöne Dinge
gegeſſen hat, oder ob es, wie der Düſſeldorfer Induſtrieklub
berichtigend feſtſtellt, nur für 2,20 Mark kaltes Fleiſch gegeben
hat, und ebenſo unwürdig iſt auch der ganze aufgeblaſene Streit
um die Staatsangehörigkeit Herrn Hitlers. Wenn der Führer
der Nationalſozialiſten auf dieſe Wert legt, dann ſollte er doch
auf dem ordnungsmäßigen Wege um ſie einkommen, und wir
ſind überzeugt, daß ſie ihm, der jedenfalls währeno des
Welt=
krieges im deutſchen Heer mit Auszeichnung gekämpft, niemand
verweigern wird. Die ſtändigen Zänkereien zwiſchen
Sozial=
demokraten und Kommuniſten einerſeits und den
National=
ſozialiſten ande erſeits ſind nicht nur höchſt unerfreulich, weil
unſere innerpolitiſche Atmoſphäre dadurch immer mehr vergiftet
wird, ſondern weil die breiten Maſſen unſeres Volkes durch
dieſe ſtändigen Spektakelſtücke allmählich vollſtändig das
Ge=
fühl dafür verlieren, worum es eigentlich gegenwärtig für uns
geht. Nicht in Volksverſammlungen und Preſſefehden, ſondern
auf dem diplomatiſchen und militäriſchen Kriegsſchauplatz der
internationalen Politik entſcheidet ſich unſeres Volkes Schickſal=
Unwürdig iſt auch das parteipolitiſche Gezänk über die
kommende Reichspräſidentenwahl. Wir haben das Gluc, II
dieſen tief ernſten Zeiten einen Mann zu beſitzen, zu deut Da2
Hanze deutſche Volk in ſeiner überwältigenden Mehrheit in Liebe
und Verehrung aufſieht. Wir ſollten ſoviel Gefühl für
poli=
tiſchen Anſtand und nationale Würde haben, daß wir ſane ehr=
Seite 2 — Nr. 38
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 7. Februar 1932
würdige Geſtalt nicht in den wahrlich unerfreulichen
partei=
politiſchen Streit des Tages hinabzerren. Hunderttauſende
unterzeichnen täglich den Wahlvorſchlag, der „llem Streit ein
Ende machen ſoll. Die jetzt laufende Aktion ſoll und muß zu
einer machtvollen Kungebung für Hindenburg werden — zum
M.
Beſten des deutſchen Volkes.
Außerordenkliche Ratskagung in Genf?
Genf, 6. Februar.
Der Völkerbundsrat iſt heute nachmittag zu einer öffentlichen
Sitzung zuſammengetreten. Er hat zunächſt das Gutachten des
Haager Gerichtshofes in der Frage der Behandlung polniſcher
Staatsangehöriger auf Danziger Boden debattelos zur Kenntnis
genommen und es dem Danziger Oberkommiſſar zur weiteren
Behandlung überwieſen.
Das Intereſſe an den Verhandlungen des Rates trat
voll=
ſtändig in den Hintergrund, als ſich in Ratskreiſen plötzlich wie
ein Lauffeuer das Gerücht verbreitete, daß das Memeldirektorium
abgeſetzt ſei. Man erwartet vorläufig die amtliche Beſtätigung
der Nachrichten, die einen geradezu niederſchmetternden Eindruck
gemacht haben.
In den Lagern der Unterzeichnerſtaaten des Memelſtatuts,
England, Frankreich, Italien und Japan, wurde ſofort erklärt,
daß der Völkerbundsrat einen Bruch der Memelkonvention durch
die litauiſche Regierung unter gar keinen Umſtänden zulaſſen
könne, und daß unverzüglich der Völkerbundsrat zu einer neuen
außerordentlichen Sitzung zuſammentreten müſſe, falls ſich die
Mitteilungen beſtätigen würden. Man erwartet unverzüglich
eine Anrufung des Völkerbundsrates durch die deutſche
Regie=
rung. Die Verhandlungen hierüber ſind noch im Gange.
ein polniſches Milikärflugzeug
über deutſchem Gebiel.
Vom Tage.
Geſtern abend um 9 Uhr begab ſich der Reichskanzler Dr.
Brü=
ning in Begleitung des Staatsſekretärs von Bülow,
Miniſterial=
direktors Zechlin und Oberregierungsrats Dr. Planck nach Genf.
Die 31 Kommuniſten, die am Freitag nachmittag bei den
De=
monſtrationen in Moabit feſtgenommen wurden, ſind geſtern im
Polizeipräſidium vernommen worden. Vier von ihnen wurden auf
freien Fuß geſetzt. Die übrigen 27 werden ſich wegen verſchiedener
Vergehen vor dem Schnellgericht zu verantworten haben.
In Straßburg ſoll unter der Anſchuldigung der Spionage bei
den Befeſtigungsbauten von Neubreiſach und Schönau ein 30
jäh=
riger deutſcher Ingenieur Paul Emil Reinert verhaftet worden
ſein.
Der ehemalige öſterreichiſche Finanzminiſter Kienböck iſt am
Samstag zum Präſidenten der öſterreichiſchen Nationalbank
er=
nannt worden.
Die Einzeichnungsfriſt bis 13. Februar verlänger?
Berlin, 6. Februar.
Oberbürgermeiſter Dr. Sahm äußerte ſich heute zu einem
Vertreter der K.3. über die Aktion des Hindenburg=Ausſchuſſe=
Dr. Sahm erklärte u. a., daß das bisherige Ergebnis der
Eiu=
zeichnungen ſeinen Erwartungen voll entſpreche. Dem von vieley
Die Zahl der Arbeitsloſen in der Tſchechoſlowakei iſt im
Ja=
nuar um 100 000 auf 580 000 angewachſen.
Der lettiſche Miniſterpräſident Skujenieks und der Delegierte
der Sowjetunion, Stomoniakoff, haben geſtern den lettiſch=
ruſſi=
ſchen Nichtangriffspakt unterzeichnet.
10 000 Baumwollarbeiter traten in Burnley (England) in
den Ausſtand, weil die Unternehmer die Bedienung einer größeren
Zahl von Webſtühlen, durch den einzelnen Arbeiter gefordert
haben.
Der engliſche Staatsſekretär des Aeußeren. Sir John Simon,
iſt in Begleitung des Unterſtaatsſekretärs für Luftſchiffahrt, Lord
Londonderry, aus London kommend, in Paris eingetroffen und
nach einſtündigem Aufenthalt nach Genf weitergereiſt.
Wie im amerikaniſchen Handelsamt mitgeteilt wird, werden
von den neuen britiſchen Zollerhöhungen etwa 46 Prozent des
amerikaniſchen Ausfuhrhandels in Mitleidenſchaft gezogen.
Breslau, 6. Februar.
Wie erſt jetzt bekannt wird, überflog am Mittwoch
nach=
mittag ein polniſches Militärflugzeug die an der polniſchen
Grenze gelegene niederſchleſiſche Kreisſtadt Trachenberg in etwa
150 Meter Höhe. Es wurden deutlich an den Tragflächen der
Maſchine die polniſchen Hoheitsabzeichen und am Rumpf die
Nummer 5 erkannt.
Dieſer Grenzverletzung durch ein polniſches Militärflugzeug
kommt inſofern eine beſondere Bedeutung zu, als im Kreis
Militſch=Trachenberg am Donnerstag die dreitägigen
Reichswehr=
manöver der Feſtungskommandantur Breslau begonnen haben.
Unter den deutſchen Grenzbewohnern hat der Vorfall berechtigte
Bennruhigung hervorgerufen.
Abban der Berſorgungsämter.
* Berlin, 6. Febr. (Priv.=Tel.)
Im Reichsarbeitsminiſterium iſt eine Vorlage über die
Ver=
waltungsvereinfachung, und zwar über die Verminderung der
Verſorgungsämter, ausgearbeitet und am Samstag dem Miniſter
Stegerwald zur endgültigen Stellungnahme zugeleitet worden.
In Deutſchland gibt es 97 Aemter dieſer Art, von denen
unge=
fähr 25 Aemter beſeitigt werden ſollen. Die Urſache für die
Zu=
ſammenlegung iſt in dem Rückgang der Beſchäftigung der
Ver=
ſorgungsämter zu ſuchen. Neue Rentenanträge werden nur noch
in geringen Fällen geſtellt. Im übrigen ſind die
Verſorgungs=
fragen für die Verſorgungsberechtigten ziemlich reſtlos geklärt,
ſo daß die Aufgaben der kleinen Aemter an die großen
über=
gehen und dadurch erhebliche Koſten geſpart werden können. Die
frei werdenden Beamten ſollen an anderen Stellen im
Reichs=
dienſt verwendet werden. Sobald der Miniſter die Verordnung
gebilligt hat, wird ſie noch einmal im Kabinett durchgeſprochen
und dann auf dem Verwaltungswege durchgeführt. Eine neue
Notverordnung wird nicht erlaſſen, weil es ſich nur um
Aenderun=
gen innerhalb des Verwaltungsapparates handelt. Für Heſſen
ſollen die gegenwärtigen Zuſtände unverändert fortbeſtehen.
Wo bleibt der Schulgeld-Abbau
an den höheren Schulen?
Das Siedlungs=Problem.
In der gleichen Sitzung, in der das Reichskabinett das neue
Oſthilfegeſetz verabſchiedete, hat es ſich auch eingehend mit der
Frage der landwirtſchaftlichen Siedlung befaßt. Dieſe wurde von
allen Seiten als vordringlich bezeichnet. Das Kabinett betonte
einmütig die Notwendigkeit, neue Wege für das
Siedlungsver=
fahren zu ſuchen. Verhandlungen über die Löſung dieſer
wich=
tigen Frage werden bereits in den nächſten Tagen beginnen
Nach einer Mitteilung des Reichskommiſſars für die Oſthilfe
Schlange=Schöningen, wird auf dieſe Weiſe in wenigen Wochen
wahrſcheinlich ſo viel Land für Siedlung abfallen, daß man nicht
wiſſen werde, woher die Siedler und woher die Mittel zu nehmen
ſeien.
a. Aus dem Lande wird uns geſchrieben: Die Löhne der
Hand=
arbeiter, die an den höheren Schulen notwendig ſind, und auch
die Bezüge der Studienräte ſind ſchon mehrmals gekürzt, letztere
um mehr als ein Fünftel. Die öffentlichen Betriebe müſſen ihre
Gebühren ſenken, und das alles ſollte der heſſiſchen Regierung
Veranlaſſung ſein, auch an den Abbau des Schulgeldes für die
höheren Schulen endlich heranzutreten. In Preußen iſt dieſes
Schulgeld ſchon vor Monaten um einen allerdings kleinen Betrag
geſenkt worden. Heſſen hat in dieſer Beziehung noch nichts getan.
Das heutige Schulgeld iſt einſt durch Beſchluß des
Geſamtmini=
ſteriums feſtgeſetzt worden, und ein Einſpruch des Landtags hatte
keinen Erfolg. Man iſt ſogar in den letzten Monaten in gleicher
Richtung weitergegangen und hat die Gebühr für die juriſtiſche
Referendarprüfung im vergangenen Auguſt von 75 auf 100 Mark
erhöht. Wer den alten Satz ſchon einbezahlt hatte, wurde
aufge=
fordert, den Betrag von 25 Mark nachzuzahlen. Für den
Aus=
weis, daß dieſe Prüfung beſtanden iſt, iſt eine weitere Gebühr
von 20 Mark zu entrichten. Ob dieſe Gebühr damals auch nur
erhöht oder neu eingeführt worden iſt, entzieht ſich im Augenblick
der Kenntnis des Schreibers dieſer Zeilen. Es iſt zu hoffen, daß
das Schulgeld an den verſchiedenen höheren Schulen und die
ge=
nannten Gebühren baldigſt durch Beſchluß des Geſamtminiſteriums
wieder geſenkt werden, denn alle drei belaſten immer wieder und
einzig die Familie, die kindergeſegnete Ehe, die heute immer
ſel=
tener wird, und einem gekürzten Einkommen und geſteigertem
Geldwert entſprechen gekürztes Schulgeld und gekürzte Studien=
und Prüfungsgebühren.
über die Beſtäligung der Wahlvorſchlagsliſten.
Berlin, 6. Februar.
Der Reichsminiſter des Innern hat durch Rundtelegramm
an die Landesregierungen dieſe darauf hingewieſen, daß größere
Städte die Beſtätigung der Stimmberechtigung der Unterzeichner
von Wahlvorſchlagsliſten für die Reichspräſidentenwahl nicht
des=
halb verweigern können, weil ſie bereits für mehr als 20000
Eintragungen die Beſtätigung erteilt haben. Ob ein
Wahlvor=
ſchlag mit der Mindeſtzahl von Unterſchriften oder mit mehr
Unterſchriften eingereicht werden ſoll, iſt den Unterzeichnern oder
dem Vertrauensmann des Wahlvorſchlags überlaſſen.
Grund=
ſätzlich hat jeder Unterzeichner den Anſpruch,
daß ſeine Unterſchrift bei der Einreichung
berückſichtigt wird. Hiernach ſind
Gemeindebehör=
den nicht in der Lage, Erſuchen um Vornahme
weiterer Beſtätigungen abzulehnen.
Seiten geäußerten Wunſch um Verlängerung der Eimn?
zeichnungsfriſt Folge leiſtend, habe Dr. Sahm ſich nun
entſchloſſen, die Friſt bis Samstag, 13. Februg
u verlängern.
Weiterhin führte Dr. Sahm aus, daß die Mitwirkung
der Preſſe bei der Aktion ſich aufs beſte bee
vährt habe. Es habe ſich gezeigt, daß er, als er das Runin
ſchreiben an die Zeitungen herausgehen ließ, die Selbſtloſi,
keit und Entſchlußkraft der deutſchen Prefſiſ
nicht unterſchätzt habe. Soweit es ſich bisher überſehen lafff
hätten ſich 350 deutſche Zeitungen ſofort in der
Dienſt der Sache geſtellt.
Zum Schluß gab Dr. Sahm der Hoffnung Ausdruck, dau
ſich an den weiteren Einzeichnungstagen noch recht viele Deutſchkt,
für Hindenburg bekennen möchten. Auch hätten ſich noch vi=
bekannte Perſönlichkeiten zur Unterzeichnung des Aufrufes
b=
reit erklärt.
Weikere Unkerzeichner des Hindenburg=Aufruſes.,
Berlin, 6. Februar.
Dem Hindenburg=Ausſchuß ſind in den letzten Tagen zahl
loſe Zuſtimmungserklärungen aus allen Gegenden Deutſchlandt
zugegangen. Eine große Anzahl von Trägern bedeutender Namen
hat ſich bereit erklärt, den Aufruf des Hindenburg=Ausſchuſſen
Huift
noch nachträglich zu unterzeichnen, und zwar: Dr. Adenders eiud iuf
Oberbürgermeiſter von Köln; Geheimrat Profeſſor Dr. Aereboen kum uch
Geheimrat Prof. Dr. Anſchütz=Heidelberg; Prof. Dr. Owin, Res W urmBa
tor der Univerſität Halle; Staatsſekretär a. D. Dr. Bruggex 4 bähtaud z
Berlin; Prof. Ernſt Robert Curtius; Dr. Adolf. Damaſchk* Aneun deunſt
Prof. Dr. Salzmann=Berlin; Dr. Dieckmann, Oberbürgermeiſt,t uſzüren ſein
von Minden; Juſtizrat Dr. Drucker=Leipzig; Rektor Foerſtes, und binder
1. Vorſitzender des Reichsverbandes der Kleingartenbauvereix; hluer md au
in Deutſchland; Univerſitätsprofeſſor Dr. Harms=Kiel; Für; rmanu, daß
Hatzfeld; Georg Hax, Vorſitzender des Deutſchen Schwimmverbaty
des: Geheimrat Dr. Ludwig Hepp=Berlin; Prof. Dr. Otto Hoeſot
Berlin; Geheimrat Prof. Dr. Wilhelm Kahl; Präſident 2.
Kaufmann, Vorſitzender des Verbandes der Rheinländer, Berlixi
Graf, Hermann Keyſerling=Darmſtadt; Staatsminiſter a. 2
Leers, Direktor des Deutſchen Bühnenvereins; Dr. Otto Lie.?
mann, Herausgeber der „Deutſchen Juriſtenzeitung”; Prof. 91
E. Marcks=Berlin; „Geheimrat Mittelſtein=Scheid, Wuppertan dun die He
Barmen; Walter von Molo=Berlin; Prof. Koſchmann,
Rekta=
der Univerſität Breslau; Dr. Paul Rohrbach=München; Geheim
rat Prof. Dr. Max Sering=Berlin; Prof. Max Slevogt=Berlin=
Botſchafter a. D. Scholz=Berlin; Prof. Dr. Karl Straube; Thaß
mas Kantor in Leipzig; Bergrat Prof. Dr. Tübben, Rektor der
Techniſchen Hochſchule Charlottenburg; Geh. Rat Bechtold, Genn
raldirektor der ſtaatl. Muſeen in Berlin; Geh. Juſtizrat Wilchl
hagen, Vorſitzender des Vorſtandes der Anwaltskammer leinſ
Reichsgericht; Joachim von Winterfeld=Menkin, Berlin.
Das Büro des Hindenburg=Ausſchuſſes wird in den nächſte
die ar
Tagen noch weitere Namen bekannt geben.
en Tard
Ardieus V
Ein Aufruf für die Hindenburg=Babl in Hanzopg=
Hannover, 6. Februak.
Eine große Anzahl führender hannoverſcher Perſönlichkeiten aun
politiſchen und wirtſchaftlichen Kreiſen erläßt einen Aufruf fü
die Volkskandidatur Hindenburgs. Der Aufruf iſt u. a. unten
zeichnet von dem Landeshauptmann der Provinz, Hagemann, von
dem Präſidenten der Induſtrie= und Handelskammer Hannover?
Hecker, von dem Ehrenmeiſter des deutſchen Handwerks Plate unn
von dem bekannten Oberſt a. D. Dr. e. h. Schwerdtfeger.
Der Hindenburg=Ausſchuß teilt hierzu mit, daß die Mitglig!
der des Hindenburg=Ausſchuſſes in Hannover in vollem Einvet;
nehmen mit dem Sahm=Ausſchuß ſtehen. Die Gründung voc
Ortsausſchüſſen zur Durchführung der Aktion liege ganz im Sinn.
der Aktion des Sahm=Ausſchuſſes.
707 000 Perſonen haben ſich, wie der Hindenburg=Ausſchun
mitteilt, nach den bisherigen Feſtſtellungen in den erſten ve
Tagen für die Volkskandidatur Hindenburgs eingetragen.
„Bei allem Frohſinn bleib’ euch nah’
Der ernſte Sinn des V. D. A.!”
In Rieſenlettern prangt dieſes Signum des Winterfeſtes
der Frauenortsgruppe Darmſtadt des Vereins für das Deutſchtum
im Ausland im Foyer, das alle paſſieren müſſen, damit ſie über
dem Frohſinn der Faſchingslaune nicht vergeſſen, welch letzten
Zwecken die V.D.A.=Feſte dienen. Aber es hat dieſer Mahnung
wohl kaum bedurft. Seit Jahrzehnten weiß man in Darmſtadt,
welch hervorragende Stellung die Frauenortsgruppe im großen
V. D. A. einnimmt, und die Feſtbeſucher alle wiſſen, daß ſie hier
im Freuen Opfer bringen, die dem bedrängten Deutſchtum im
Ausland — heute mehr denn je bedrängten — zugute
kom=
men. Man darf alſo fröhlich ſein mit den Frohen! Und auf
Frohſinn war das ganze Feſt, das geſtern abend wieder
Tau=
ſende in die Saalbauräume lockte, geſtimmt.
Frohſinn und Heiterkeit ſtrahlte die ganze buntfarbige, luſtig
erfundene Dekoration der Feſträume, die einheitlich den
Charak=
ter eines allerdings vielſeitigen und vielgeſtaltigen Röß’l=
Wirtshauſes trug. Bühnenarchitekt Lenz (Aſſiſtenz
Maler Ph. Bleſſing) hatte es gut verſtanden, dieſes
Geſamt=
bild zu geſtalten, und viele freiwillige Helfer aus V.D.A.=Kreiſen
ſtanden ihm zur Seite. Nicht nur der große Saal, auch Vor= und
Gartenſaal und ſämtliche Nebenräume waren geſchickt und immer
mit Humor in das Geſamtbild eingefügt: Ueberall Galerien und
Veranden, überall Durch= und Ausblicke auf eine ſchöne und
ori=
ginelle Gebirgslandſchaft und, wo immer angängig, heitere In=
und Aufſchriften. Vom Wegweiſer bis zur Warnung vor
Lawinengefahr. Wohin immer der Blick fiel, auf die Bühne
Toder auf die Empore oder von dieſer herunter in das Gewoge des
Feſtes, überall Gebirgslandſchaft und fröhliche, harmlos
ver=
gnügte Menſchen. —
Das war mit das Schöne an dem Bergfeſt bei der Röß’l=
Wirtin, die große Mehrzahl der Beſucher hatte ſich dem
Cha=
rakter, des Feſtes eingepaßt. Zahlloſe Dirnd’lkoſtüme in den
vielfältigſten, phantaſtiſchſten Nuancen. Dazu allerdings auch
Sportkoſtüme und Nationaltrachten. Erfreulich wenig
Geſell=
ſchaftstoilette. Und die Mannsleut meiſt in den „Hirſchledernen”
(auch „Spielhöschen” genannt). Dazu natürlich Sommer= und
Sportanzüge uſw. uſw.
Und die Röß’l=Wirtin (Frau Dr. Koepke) ſelbſt!
Benei=
denswert jugendfriſch ſah ſie aus in ihrem feſchen
Wirtinnen=
koſtüm inmitten der großen Schar blitzſauberer Schützenlieſeln
und Stubenmadeln, Deandeln und Buam (die auch Deandln
waren!). Und froh und heiter tauchte ſie bald hier, bald dort
auf in dem Feſtgedränge. Und je ſtärker das Gedränge, je ſtrah=
lender ihr Blick, bringt doch jeder Gaſt ein paar Markln, und je
mehr, je beſſer für den guten Zweck. Hat ſich doch die Arbeit von
Wochen und Monaten — in der ihr viele treue Helferinnen aus
der Ortsgruppe und der Arbeitsgemeinſchaft aufopfernd und
unermüdlich zur Seite ſtanden — wieder einmal gelohnt! Sie
darf ſchon froh und ſtolz ausſchauen, die Röß’l=Wirtin.
Das Promenadenkonzert — Stadtorcheſter unter
Willy Schlupp —, das ſchon um 7 Uhr begann, gab bis zu
Be=
ginn der Aufführungen auf der Bühne des großen Saales
Gele=
genheit, die übrigen Feſträume zu beſichtigen. Da war im
Gar=
tenſaal in erſter Linie eine geradezu ideale Schießbude, die
echniſch und künſtleriſch wieder Herr Maler Velte erſtellt hatte.
Auf laufende Wildſcheibe konnte man ſchießen und — wenn man
raf — aus ſchöner Hand noch ſchönere Preiſe in Empfang
nehmen. Daneben konnte man reife Orangen pflücken, d. h. man
mußte ſie herabwerfen! Auch das machte Spaß. Und wenn man
ſich hier müd „geſchafft” bot ein Erfriſchungsſtand Gelegenheit
zur Stärkung. Im Nebenraum war ein Aquarium für
Sport=
angler und eine Glückszug=Bude, die viel Zuſpruch fanden und
die viele mit freudigen Geſichtern verließen. — Wirtshausbetrieb
war überall! Im Vorſaal und in den oberen Sälen, die
durch=
veg auch in der Beleuchtung ſehr gut ausgeſtattet und
ge=
ſchmückt waren.
Oben war eine kleine Konditorei und ein Café; hier gab’s
auch (Rößll=Bar und Röß’l=Diele) Eckchen für Alkohol=Liebhaber,
die hochbeinige Stühle den Strapazen des Bergkraxelns
vorzu=
ziehen beliebten. Und hier gab’s neben der Bar auch einen
Tanz=
boden, wo abwechſelnd dös Schrammelquartett des
Stadtorcheſters und die Studenten=Jazzband
Ländler und moderne Tänze ſpielten.
Beſonders ſchön aber war der Blick von den Galerien in den
großen Feſtſaal mit dem duftenden Tannengrün in den
bunt=luſtigen Bildern, den Röß’l=Medaillons (Annelieſe
Reich=
mann) zwiſchen den Säulen, dem rieſigen, bis zur Decke
reichen=
den Maienbaum in der Mitte und dem bunten Auf= und
Ab=
gewoge der Feſtgäſte.
Unter den Ehrengäſten ſah man, wie immer, Vertreter
der Staatsbehörden, unſer Stadtoberhaupt, der Schulen, der
Tech=
niſchen Hochſchule und der V.D.A.=Ortsgruppen von Frankfurt,
Stuttgart, Bad=Homburg und vieler umlieg aden Städte.
„Leit’l’n, jetzt gebt’s amal Obacht! Zum V.D.A. ſamma
alle da! Da kemma’s von alle Seiten daher: Bauern und
Bäurinna, Buam und Deandl und andere Viecha, was halt ſo
die landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe ſan! Holzknecht und Pechler
ſan aa dabei und Wurz’ngraba und Bergführer, Vogelhandla
und Holzſchnitzer, Schirmflicker und Pülcher, Almaleut, Wilddiab
und Jaga, akkrat dees ganze Graff’l, was ma in inſerne Bere
umanandawearg’l’n ſiacht. Studenten ſan aa dabei und anderm
arme Leit! Aba fidel ſan’s alle mitananda! Blos auf QI
Preiß’n muas ma a biſſerl aufpaſſin, weil dee glei mit de No.C
verordnunga bei der Hand ſan und ohnedies net gern zahl m
Aba dös brauchts a net! Mier gebnin aſo alles umanſunſt hek:
Oder wenigſtens faſt, beinahe! De ganzen Darmſtädter hoc4
touriſten ſan aa da, wo am Dachsberg un am Meliboin2
umanandakrall’n! Woll’n ma ſchaug’n, wohin die bei da Roſle
wirtin ſteigen tun! — Tanzt werd und plattelt, daß die R990
und d: Hoſen fliagn! Und a Muſi hamma aa, die geht Na2
Geblüat und in die Füaſſ! Bloos graaft derf net wei9!."
Sonſt kommt wieda a neue Notverordnung, weil mier dann /.4
ſchtark aufdraahn, wo eine Steuer hervorruft! Aba daderſt*
hamma ja dees ganze Aufſichtsperſonal vom Röſſlwirtshaus,
Kellner, Köch und Kuhdirn, de Stub’nmenſcher und den Haus
Mit dene werd’s do net raafa wolln? Es gibt ja no anderoe
Unterhaltunga! Schieſſn derfts, das’s nur ſo knallt! daſde
ſorgt ſchon die Schützinliaſl! — Fiſch’n derfts aa, bal’s a Kar.
habt’s und Enk net derwiſchen laßt’s! — Ringerlſchußen"
gfahrli, weil ſich de Luada’sring oft am Finga feſtſetzen und 2
entſteht daraus eine Familie! — Aba probieren kunnt ma s )
Deandl, Berlina, Sachſen und Arheilger, des ganze Gſchwe.
kommt nur daher! Die Röſſlwirtin hat ein weites Her5."
ladt Enk alle ein!“
Alſo hieß es in der luſtigen Einladung, deren Stil=, Liglech
und Humor=Echtheit auf Hans Baumeiſters Autorſchet
ſchließen läßt, und die wir denen nicht vorenthalten möchtel,
das Feſt nicht beſuchen konnten. Und die eigentlich alles ſive
Die vor allem nochmals dringlichſt auf die heute, Sonn!4;
im Kleinen Haus folgende Aufführung des wunderbaren 2.
ſpiels „Die Spielzeugſchachtel” von Aenne Reiß.!
Elli Büttner hinweiſt.
Die Aufführungen: Eine glückliche Miſchung Die=
Humor und Kunſt, vornehmlich Tanz! Sie wurden..
geleitet auf der Bühne mit ganz entzückenden temperamenthot.
Tänzen der Schuhplattlergruppe aus dem „Weißen Roß
des Frankfurter Opernhauſes, die noch mehrfagh
Abend ihre echten Volkstänze ſehen ließ. Dann folgten h.‟
reizvoll von Aenne Reiß erſonnene und eingeübte Tänze.""
großen Schaar junger Mädchen aus V. D.A.=Kreiſen. Da igäd.
Stubenmadln und Liftboys Bauernbucn.""
Deandln da tanzten Stiefelputzer und Köce
charakteriſtiſcher „Berufskleidung” Tiroler Bucm.."
Madln wurden abgelöſt von Piccologruppen, Schük.
Peukſchland ſoll mik allen Mikkeln am Boden
gehalfen werden.
Die amtlichen deutſchen Stellen halten ſich dem Vorſchlag
Soreus gegenüber, eine Völkerbundsarmee zur Erhöhung der
derreinen Sicherheit einzurichten, ſehr zurück. Es braucht nicht
hiwers betont zu werden, daß ſie dieſe Anregung wegen ihrer
migglichen Konſtruktion ablehnen. Für Deutſchland iſt aber
M Tugenblick noch nicht gekommen, um aus ſeiner Reſerve
huszutreten und dem franzöſiſchen Vorſchlag einen
Gegen=
hällag gegenüberzuſtellen. Man nimmt vielmehr an, daß die
Sei ungen Tardieus ſehr bald wieder in der Verſenkung
ver=
ſtü den werden, zumal ſchon die Amerikaner und Engländer
71 Sußerſte empört ſind und ihrem Unwillen über die
fran=
hückee Taktik, ſich der Verpflichtung der Abrüſtung zu
ent=
zſe) und den Verſailler Vertrag gegenüber Deutſchland
ein=
rnzuwenden, bereits lebhaften Ausdruck verliehen haben.
Daß Frankreichs Vorſchlag ſich lediglich gegen Deutſchland
Eiet, liegt auf der Hand. Es wird an einer Stelle des
fran=
ſüten Dokuments von der Aufrechterhaltung der beſtehenden
bräge geſprochen. Damit iſt der Verſailler Vertrag gemeint
An braucht nur auf den Unterſchied in der Behandlung der
märiſchen und der Handelsflugzeuge aufmerkſam gemacht zu
Lodti. Frankreich will die weitere Entwicklung unſerer
A5w Isluftfahrt unter Kontrolle ſtellen und unterbinden,
wäh=
u/t ähnliches für Kriegsflugzeuge nicht eingeräumt wird. Daß
un auch unſere junge aufſtrebende Flotte treffen will, gelt
teer Wendung hervor, die abgrenzt, welche Kriegsſchiffe dem
Bei=bund zur Verfügung zu ſtellen ſind. Danach würden die
yſen deutſchen Schiffe der zu bildenden Völkerbundsmacht
zu=
zuhren ſein. Es iſt kaum notwendig, die deutſche Ablehnung
ſiſgbeſonders zu betonen, weil die Engländer und die
Ameri=
khr nd auch andere Nationen von ſich aus ſchon dafür ſorgen
deen, daß das unmögliche und hinterhälteriſche des
fran=
zbihn Vorſchlages auf das deutlichfte charakteriſiert wird.
Amerikaner und Engländer aufs äußerſte empört. — Berſtimmung über die franzöſiſche Takkik.
ſich der Abrüſtungsverpflichkung zu enkziehen und die Verkräge einſeitig aufrecht zu erhalten.
Engliſche Skimmen zu Tardieus Borſchlägen.
Zweck der Uebung:
tu ßu Wk.
w.f1. wien
wA un im auf Sr4 ſeikzy
Für Deutſchland unannehmbar.
Bon der Berliner Preſſe aller Richtungen werden die
fran=
z1 ſmim Sicherheits= und Abrüſtungsvorſchläge in Genf als ein
Vſui angeſehen, die Verewigung der franzöſiſchen Vorherrſchaft
diw pie Herausſtellung der Sicherheitstheſe zu erreichen und
Dkic land angeſichts der Verſailler Beſtimmungen beſonders
hwzt treffen. Auch in Kreiſen der deutſchen Abordnung in Genf
h/ t die Auffaſſung, daß ſie für Deutſchland nicht annehmbar
Die Bereinigken Staaken
gegen das franzöſiſche Proieki.
Waſhingtou, 6. Februar.
die amerikaniſche Regierung iſt aus zahlreichen Gründen
geſ Tardieus Vorſchlag einer Weltpolizei. Die Regierung wird
Tweus Vorſchlag nicht offiziell kommentieren, ſondern dies der
ar ſeknniſchen Delegation überlaſſen, die in dieſem Sinne
ver=
ſt ſtak wurde. Der auswärtige Ausſchuß des Senats iſt faſt
elſhüng gegen den Vorſchlag.
grah brandmarkt den franzöſiſchen Borſchlag.
Waſhington, 6. Februar.
beiator Borah braudmarkte in einer Unterredung mit einem
bevertreter den franzöſiſchen Vorſchlag, eine internationale
beſtruppe zu ſchaffen, als einen Verſuch, Europa in eine
Znosjacke zu ſtecken. „Der Vorſchlag”, ſo erklärte Borah, „iſt
de ßo iſche Erzeugnis des Verſailler Vertrages und der anderen
Gſien sverträge. Verträge, die weder auf Ehre noch Gerechtig=
g begriſfen iſt.” Borah vertritt die Auffſung, daß nur
e Regierungen den franzöſiſchen Vorſchlag unterſtützen
Mu
London, 6. Februar.
Die Vorſchläge Tardieus für die Schaffung einer
Völker=
bundsarmee werden in der Londoner Preſſe ausführlich
wieder=
gegeben, es fehlt jedoch noch vielfach an eingehenden
Kommen=
taren. Der „Daily Herald” ſtellt die Frage, ob Frankreich
auf=
richtig ſei. Der Wunſch Tardieus nach einer internationalen
bewaffneten Macht bedeute nichts anderes als die
Aufrechterhal=
tung der Verträge von Verſailles, St. Germain und Trianon.
Die Unterbreitung des franzöſiſchen Planes an den Völkerbund
ſei nichts weiter als Zeitverluſt. Außerdem habe der Vorſchlag
nichts mit Abrüſtung zu tun. Viele Leute glaubten; in dem
Plan eine Liſt zu ſehen, deren Zweck ſei, bei den kommenden
Wahlen in Frankreich einen Ruck nach links zu verhüten. „News
Chronicle” erklärt, daß Frankreich die Führung an ſich geriſſen
habe und die Abrüſtungskonferenz zwinge, die Verhandlungen
auf der Grundlage dieſes Vorſchlages zu führen. Allerdings ſei
es nicht möglich, den Völkerbund zu einem Ueberſtaat zu machen.
Aber es ſeien noch genauere Unterſuchungen notwendig, ehe man
die volle Bedeutung der Vorſchläge durchſchauen könne.
weiſt die franzöſiſchen Berleumdungen
in der Rüſtungsfrage mik aller Enkſchiedenheit zurück.
Berlin, 6. Februar.
Zu den Behauptungen des Berichtserſtatters zum franzöſiſchen
Wehrbudget Bouilloux=Lafont über die Reichswehr erklärt das
Reichswehrminiſterium, was die angeblichen Beſtände an
Mate=
rial und Munition anlange, die Deutſchland der
Kontrollkom=
miſſion zu entziehen verſtanden habe, ſo genügt der Hinweis auf
die Urteile des Marſchalls Foch und des jetzigen Kriegsminiſters
Tardieu, das alles, was Deutſchland vernichten mußte, auch
zer=
ſtört wurde.
Die Behauptung über eine weitgehende induſtrielle
Mobil=
machung richte ſich angeſicht der Wirtſchaftslage Deutſchlands von
ſelbſt.
Die Dienſtvorſchriften der Reichswehr behandeln nur die
Abwehr gegen den chemiſchen Krieg.
Nach Deutſchland iſt nicht ein einziges Militärflugzeug
ein=
geführt worden.
Die Vergleiche zwiſchen Zahlen des deutſchen Heeresbudgets
von 1913 und 1931 ſind völlig unverſtändlich. Die gänzlich
ver=
änderte Struktur des Wehrſyſtems ſchließt jeden Vergleich aus.
Bouilloux=Lafont beruft ſich weiter auf Zahlen, die General
Groener im Reichstag über die Herſtellungskoſten für Waffen
ge=
nannt haben ſoll. Derartige Erklärungen hat der
Reichswehr=
miniſter niemals abgegeben.
Wie allgemein bekannt, hat das Reich im letzten Jahr zur
Stützung von Großbanken erhebliche finanzielle Opfer bringen
müſſen. Wenn Bouilloux=Lafont daraus geheime Geldquellen für
deutſche Rüſtungen ableitet, ſo muß das Urteil über dieſe
Behaup=
tung der Welt überlaſſen bleiben.
Was endlich die „moraliſche” Kriegsrüſtung in Deutſchland
anlangt, ſo gibt es kein beſſeres Mittel, die berechtigte
Beun=
ruhigung des deutſchen Volkes zu beſchwichtigen, als die
Ein=
löſung des in Verſailles gegebenen Abrüſtungsverſprechens durch
die Siegermächte, damit die Gleichberechtigung Deutſchlands
ver=
wirklicht wird.
Auch Panderveldes Rede wird zenſierk.
Genf, 6. Februar.
In der heutigen Sitzung der Abrüſtungskonferenz kam es zu
einem viel erörterten Zwiſchenfall. Der belgiſche Miniſterpräſident
Vandervelde, der im Namen der Sozialiſtiſchen
Arbeiterinterna=
tionale ſprach, ſah ſich gezwungen, ſeine Rede mit der Bemerkung
zu unterbrechen, daß er auf den ausdrücklichen Wunſch des
Präſi=
diums der Konferenz leider nicht in der Lage ſei, einen Teil
ſeiner vorgeſehenen Erklärungen abzugeben.
Die Mandſchurei für Japan eine hochpolikiſche
Angelegenheit.
Genf, 6. Februar.
Der chineſiſch=japaniſche Konflikt iſt, wozu das Nichteintreffen
des Schanghaier Berichtes die offizielle Begründung lieferte, bis
auf weiteres von der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des
Rates verſchwunden. Hinter den Kuliſſen ſind die Verhandlungen
um ſo lebhafter, und wenn man den Mitteilungen von japaniſcher
Seite Glaube ſchenken darf, ſind die Verhandlungen in eine Kriſe
getreten, die gleichzeitig eine Kriſe der Abrüſtungskonferenz wäre.
Japan erteilt offenbar jetzt die Quittung auf die in der letzten
Woche angedeutete Möglichkeit eines Ausſchluſſes aus dem
Völker=
bund, falls es nicht in einigen Punkten von ſeiner intranſigeanten
Haltung abginge.
Es handelt ſich auch jetzt wieder um Art. 15 der
Völkerbunds=
ſatzung, deren Anwendung auf die Mandſchurei Japan mit größter
Entſchiedenheit bekämpft. Japan, ſo wird erklärt, betrachte dieſe
Angelegenheit nicht mehr wie noch in der vorigen Woche als eine
Rechtsfrage, ſondern als eine hochpolitiſche Angelegenheit. Es hat
zu verſtehen gegeben, daß es bei Anwendung des Art. 15 auf die
Mandſchurei kein Bedenken tragen würde, ſeine Delegation für die
Abrüſtungskonferenz ſofort zurückzuziehen, weil dadurch die
Kon=
ferenz für die Vereinigten Staaten an Intereſſe verliere, und
viel=
leicht ohne weiteres geſprengt würde, eine Verantwortung, die
die japaniſche Regierung vor ihrer Oeffentlichkeit übernehmen zu
können glaube. Es ſeien eifrige Vermittlungsbemühungen im
Gange, deren Erfolg abgewartet werden müſſe.
Japan ſoll übrigens bereits geſtern mit der gleichen Drohung
die Wahl eines japaniſchen Vizepräſidenten der
Abrüſtungskon=
ferenz, gegen die ſich vor allem bei den kleinen Staaten eine
be=
trächtliche Gegnerſchaft gezeigt hatte, durchgeſetzt haben mit der
Begründung, daß die japaniſche Delegation mit ihrer weiten
koſt=
ſpieligen Reiſe dieſe Zurückſetzung als eine Ohrfeige empfinden
müßte, die ihre Weiterarbeit an der Konferenz unmöglich machen
würde.
Japaus Abſichfen in Schanghai.
Waſhington, 6. Februar.
Anläßlich eines Beſuches des japaniſchen Botſchafters
Debutſchi bei Unterſtaatsſekretär Caſtle erklärte der japaniſce
Vertreter, ſeine Regierung ziehe die Entſendung einer weiteren
Diviſion Infanterie nach Schanghai in Erwägung, denn die
japaniſchen Truppen bei Schanghai hätten gegenwärtig gegen
eine Uebermacht von 30 000 chineſiſche Soldaten zu kämpfen.
Der japaniſche Marineminiſter, Admiral Oſumy, erklärte in
einer Mitteilung an die japaniſche Preſſe, die Entſendung neuer
Truppen nach Schanghai habe nur den Zweck, die ermüdeten
Marineſoldaten abzulöſen und die Chineſen aus der Umgebung
der Stadt zu vertreiben. Japan beabſichtige weder die Stadt
dauernd zu beſetzen, noch die engliſchen Intereſſen im Yangtſetal
zu bedrohen. Nach Erfüllung ihrer Aufgaben würden die
japa=
niſchen Truppen bald wieder zurückgezogen werden. Japan
betrachte im übrigen die Unruhenin Schanghaivon
einem anderen Standpunkt als die Ereigniſſe
in der Mandſchurei, wo es ſich für Japan um
Leben oder Tod handele, wie das Außenminiſter
Yoſchiſawa bereits dargelegt hat.
Von der Beſetzung Schanghais, erklärte der Generalſekretär
der internationalen Niederlaſſung, Teſſenden, dem Schanghaier
Korreſpondenten der „Morning=Poſt” erwarte Japan den
Zu=
ſammenbruch der Nankinger Regierung, was die Bahn frei
mache, um nach Japans Wünſchen eine
ungehin=
derte Regelung der mandſchuriſchen Frage
ein=
treten zu laſſen. Sobald das erreicht ſei, würde Japan die
Auf=
hebung der Beſetzung von Schanghai unter der Bedingung
an=
bieten, daß eine neutrale Zone um die Stadt errichtet und den
Japanern beſondere Vorrechte eingeräumt werden.
Die amerikaniſche Bevölkerung
wird auf die Kriegsſchiffe gebracht.
In einem Bericht des Kommandanten des amerikaniſchen
Tor=
pedobootszerſtörers „Simpſon”, teilte dieſer mit, daß die
Einſchif=
fung amerikaniſcher Frauen und Kinder aus Nanking am heutigen
Samstag begonnen habe.
n in ganz entzückenden Koſtümen, Schuhplattler,
un Schluß folgte ein Tanz, der alle nochmals in einem
anten bunt=bewegten Bild auf die Bühne brachte. — Nicht
8 bevor der „Darmſtädter Weiß Ferdl” (unſer
Leri die Namen all der kleinen und großen
Tanzkünſt=
leiNer intereſſieren, der erſtehe noch nachträglich bei der
Röß’l=
ſſtein Programm, das ſie alle verzeichnet.
n5 während der Aufführungen und nach dieſen tanzte
W Rurter dem Maienbaum oder ſuchte und fand ſonſtwo ein
GeM. Die Tanzgruppen des Darmſtädter Bayern=
*bims boten ſehr charakteriſtiſche Schuhplattler und andere
bdehteriſche Volkstänze in hübſchen Originalkoſtümen, die
wicht mochmal wiederholt werden mußten. — — Die originelle
Ddes ſchönen Feſtes brachte es in der muſtergültigen
M. St.
DrMichrung zum Triumph!
Großes Haus. — Samstag, den 6. Februar 1932,
Karneval fordert ſein Recht und findet ſeinen beſonderen
A=hic in zwei Nachtkonzerten des Theater=Enſembles, deſſen
*Amiter Leitung Dr. Schmidt=Iſſerſtedts ſoeben vor
Deeil em Haus zu rauſchendem Erfolg gebracht wurde. Die
darf füglich zurücktreten hinter der Feſtſtellung, daß jedes
7 beſter Form gebotenen Stücke eines geſchickt gewählten
*ſymms, dem Zweck des heiteren Abends entſprechend, es ver=
No 9 Sen Alltag vergeſſen zu machen und den Nerven einer
4½u und ſorgenbeſchwerten Zeit die erwünſchte Entſpannung
Nel— Waren die Orcheſterſtücke: Fledermausouvertüre, Kai=
LSIher, ein Tango und zwei Märſche geeignet, eine behagliche
Sti=ſtung zu verbreiten, die Lieder, Couplets und Duette der
D Sattler, Hinz, Vogt und Kuhn freudigen Beifall
Uem, ſo ſteigerten die Berliner Chanſons der Damen 90
l=
a/ rund Richter, die Tanzpantomime von Hans Macke
und tene Scheinpflug und ein komiſcher
Klarinettenvor=
traß/e Laune zu befreiendem Lachen. Den Gipfel erſchütternder
Kogr arreichten ſchließlich die Vorträge des Stimmbändchen=
Qwchetss (Sattler, Vogt, Draht, Kuhn), des
Schul=
bubeK utſchera und des unübertrefflichen Joſef Sieber.
Ein eheenswürdiger und ſchlagfertiger Anſager war Richard
Jühlnss. Die Klavierbegleitung lag bei F. Bohne und E.
v. H.
n virtuoſen Händen.
* Orpheum
Samstag, den 6. Februar.
Italieniſche Arien.
Aleſſandro Valente (Tenor, Mailand).
Etwa 50 Perſonen mochten im Orpheum geweſen ſein, und
es war rührend, wie eine recht gute Pianiſtin und ein typiſch
italieniſcher Tenoriſt von hochachtbarem Können ſich die Laune
nicht verderben ließen, ſondern ſo muſizierten, daß ihnen durch
herzlichen Beifall gedankt wurde, und ſie ſich ſogar zu einer
Zugabe verſtanden. Aleſſandro Valente ſang Opernſzenen von
Puccini, Giordano, De Curtis, Meyerbeer und Leoncavallo, er
ſang ſie mit metalliſcher, zwar nie weich klingender, aber
aus=
gezeichnet gebildeter Stimme. Iſt die tiefere Mittellage auch
bei vielen italieniſchen Tenören wenig ausgiebig, ſo rechnen die
Komponiſten geradezu damit, in der Tiefe wird kaum mehr als
parlando verlangt, aller Ausdruck, aller Effekt konzentriert ſich
auf die hohe Oktave der Stimme, und hier entzückte Valente
durch die völlig unbehinderte Freiheit ſeiner Stimmentfaltung,
durch echten bel cauto und durch vorzügliche dramatiſche Akzente.
Deutſche Sänger bemühen ſich auch darum, die weniger
pointier=
ten Teile der Geſänge pſychologiſch zu vertiefen, der typiſche
italieniſche Tenor — wir erinnerten uns an Kammerſänger
görn — gleitet über ſie hinweg, bis er ausgiebig in ſeiner
Glanzläge landen und ſich verankern kann. Für den Hörer, der
an Stimme und Geſangskunſt vor allem ſeine Freude hat, iſt
der Genuß durchaus bedeutend.
Die Begleiterin des Künſtlers, Ada Turana, war
rückſichts=
voll und anpaſſungsfähig und wirkte auch am Anfang beider
Abſchnitte der Vortragsfolge ſoliſtiſch. Man hätte ihrem Können
einen Flügel mit vollerem Klang gewünſcht, denn ihre Technik
iſt gediegen, ihr Vortrag ſympathiſch. Bei der As=Dur=Polonaiſe
von Chopin war der Zwieſpalt zwiſchen Können und Klang am
größten. Die beiden Stücke von Schubert, das E=Moll=Rondo
aus den Impromptus und die virtuoſe Bearbeitung des
be=
kannten Militärmarſches für Klavier zu 4 Händen kamen ſehr
fein zur Geltung, beſonders erfreulich war der ſparſame Pedai=
P.7.
gebrauch und die große Klarheit des Spiels.
Die Einſparungen beim Staatstheater in München. — Der
Hälfte aller Schauſpieler gekündigt. Wie gemeldet wird, ſind von
stheaters nunmehr die Kündigungsbriefe
ucht nehr beſchtligt und bi. 194t ſolzen weiere nieuen
Kü=
digungen. Daß die Oper ſo gut wie gar nicht betroffen werden
ſoll, habe in den Kreiſen der Schauſpieler ſtarke Erbitterung
hervorgerufen.
* Die nakionalen Formen des europäiſchen
Muſikdramas.
Vortragsreihe von Ottokar Schambach=Darmſtadt im Dürerbund
Bensheim— Winter 1931/32.
Der Redner will von der Muſik her, der Kunſt, die noch am
aller=
freieſten iſt von Politik und Partei, die das Weſen des Menſchen noch
am deutlichſten offenbart, weil ſie keine Maske trägt, vorſtoßen ins
Heute. Er erſchöpft ſich nicht in muſikaliſchen Erläuterungen, ſondern
zeigt, wie die allgemeine Idee des europäiſchen Muſikdramas zur
höch=
ſten abendländiſchen Sinnvollendung gebracht wurde. Die Stärke
Schambachs liegt darin, daß er nicht in rein hiſtoriſchen Betrachtungen
ſtecken bleibt, ſondern, indem er Eigenes und ſelbſt Erarbeitetes gibt zu
Gegenwartsproblemen vorſtößt und ſo das „Geſicht unſerer Zeit” zu
deu=
ten verſucht.
In ſeinem erſten Vortrag wies der Redner darauf hin, daß hinter
den Geſtalten des Lohengrin, des Triſtan immer die Endgeſtalt des
Er=
löſers ſichtbar wird. Es wird überzeugend ausgeführt, daß dem
Deut=
ſchen das innere dramatiſche Gleichnis höher ſteht als das äußere
drama=
tiſche Geſchehen, daß ſein Erlöfungswville (Beiſpiel: das Problemwerk in
Wagners „Tannhäuſer”), für jedes Weuk eine ureigene, eine neue, aus
dem Geiſt gezeugte Form finden mußte.
Der zweite Vortrag beſchäftigte ſich mit der Geſtalt Verdis und
legte den Gegenſatz klar zwiſchen nordiſchem und ſüdlichem
muſikdrama=
tiſchen Schaffen. Für Verdi iſt das Drama keine Angelegenheit zur
Löſung einer Idee, ſondern der Anlaß zur mimiſchen Entfaltung. Verdi,
der zu einer klaſſiſchen italieniſchen Opernform gelangte, wird immer
die Maſſen zu begeiſtern wiſſen.
In den Mittelpunkt ſeines letzten Vortrages ſtellte der Redner das
Bild der ruſſiſchen Seele ſelbſt, die in ihrer ſchickſalhaften Polarität, von
Reſignation und Anarchie bis heute verharrt. Seltſam und
aufſchluß=
reich wirkte der Vergleich zwiſchen dem Untergang Franz Schuberts und
dem Muſſorgſtis. Des Ruſſen Drang zur Selbſtverelendung ging ſo
weit, daß ſein Lebensende dem Dafein der Bettelmönche gleich kam,
denen er in ſeinen Werken eine groteske und zugleich religiöſe,
ſymbol=
hafte Geſtalt gegeben hatte. In ſcharfen Antitheſen ſtellt der Redner
die weſtlichen Formungen den öſtlichen gegenüber: Rezitativ und Arie
gegen die der Volksgeſtik abgelauſchte naturaliſtiſche Deklamation und
das Lied, den Helden, der kämpfend und leidend die Gnade der Erlöſung
erlebt, gegen das Volk, das nur erleidet. Zum ruſſiſchen Drama gehören
unbedingt Raum und ſzeniſches Spiel, während die abendländiſche Szene
als abſolute Muſik in den ideellen Raum wachſen kann.
Schambach verſtand es, die Hörer auf die eigenartigen, oft
eigenwil=
ligen Pfade ſeiner Gedankenwelt mitzuführen. Die ſuggeſtive Kraft, die
von dem Redner ausgeht, wirkte überzeugend.
Von deutſchlands Hohen Schulen.
Fna: Zum Rektor der thüringiſchen Landesuniverſität Jena wurde
für das Amtsjahr 1932/33 der ordentliche Profeſſor der techniſchen
Phyſik Dr. A. Jſau, gewählt. Der jetzige Rektor, Profeſſor Dr. Wal.
Freiburg im Breisgau über,
ter Löhlein, ſiedelt am 1
wo er auf den Lehrſtuhl für Angenheilkunde berufen wurde.
Seite 4 — Nr. 38
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 7. Februar 1932
Das neue Oſthilfegeſet
vom Reichspräſidenken unkerzeichnet.
Neufinanzierung der Oſthilfe.
Berlin, 6. Februar.
Reichspräſident von Hindenburg hat am Samstag die neue
Verordnung des Reichskabinetts zur beſchleunigten Durchführung
der landwirtſchaftlichen Entſchuldung im Oſthilfegebiet
unter=
zeichnet, die die weitere Finanzierung der Oſthilfe auf eine
ſichere Grundlage ſtellen und eine beſchleunigte Durchführung der
Entſchuldungsverfahren — in etwa ein bis eineinhalb Jahren —
ermöglichen ſoll.
In der Verordnung iſt vorgeſehen, daß die Gläubiger
mit Oſthilfeentſchuldungsbriefen abgefunden
werden können. Dieſe Entſchuldungsbriefe werden von der
Deutſchen Rentenbank, Abteilung Oſthilfe, bis zur Höhe von
500 Millionen ausgegeben, mit 4½ Prozent
ver=
zinſt und in Höhe von rund 300 Millionen im Rech
nungsjahr 1935, mit dem Reſtbeſtand im
Rech=
nungsjahr 1938 eingelöſt. Zur Verzinſung und
Ein=
löſung werden verwendet die Aufbringungsumlage der
In=
duſtrie, Reichshaushaltsmittel, verfügbare Reingewinne der
Rentenbank=Kreditanſtalt und die Zins= und Tilgungsbeträge
der Entſchuldungshypotheken, die in Höhe der ausgegebenen
Entſchuldungsbriefe auf den entſchuldeten Grundſtücken
einge=
tragen werden. Ferner iſt die Bildung einer Ausfallrücklage
für Zins= und Tilgungsbeträge der Entſchuldungshypotheken
vorgeſehen, und zwar aus den Jahresleiſtungen der Hypotheken,
ohne daß Rentenbankgrundſchuldzinſen wieder erhoben zu wer=
den brauchen. Außer den Entſchuldungsbriefen
ſtehen für die Durchführung der Entſchuldung Barbeträge
in Höhe von 100 Millionen zur Verfügung, deren
Auf=
kommen ſichergeſtellt iſt.
Die danach für die Entſchuldung bereitſtehenden Beträge von
rund 600 Millionen reichen nach genauen Schätzungen aus, um
den Entſchuldungsbedarf im Oſthilfegebiet zu decken.
Obwohl die oben angegebene Einlöſungszeit der
Entſchul=
dungsbriefe verhältnismäßig ſehr kurz bemeſſen iſt, wird den
Gläubigern auf Grund eingehender Verhandlungen mit den in
Betracht kommenden Bankanſtalten die Möglichkeit gegeben, ſi.h
auf die Entſchuldungsbriefe durch Rediskontmöglichkeiten oder
Lombardierung alsbald in erheblichem Umfang Barmittel zu
beſchaffen.
Auf dieſer Grundlage kann mit Sicherheit darauf gerechnet
werden, daß die landwirtſchaftliche Entſchuldung im
Oſthilfe=
gebiet in dem angegebenen Zeitraum reibungslos durchgeführt
wird.
Der Reichskommiſſar für die Oſthilfe, Reichsminiſter
Schlange=Schöningen erläuterte vor Vertretern der Preſſe die
neue Verordnung zur beſchleunigten Durchführung der
landwirt=
ſchaftlichen Entſchuldung im Oſthilfegebiet. Als Hauptaufgabe
des neuen Umſchuldungsverfahrens bezeichnete der Miniſter,
möglichſt ſchnell klare Verhältniſſe zu ſchaffen. Bei dem neuen
Finanzierungsgeſetz war in erſter Linie mit entſcheidend, daß
nicht nur der einzelne Landwirt gehalten werden ſollte, ſondern
daß auch Handel und Gewerbe wieder in Gang geſetzt werden
mußten. Zu dieſem Zweck mußte die Finanzierungsgrundlage
in möglichſt hohem Maße die Wieder=in=Umlaufſetzung
von Bargeld enthalten.
Der Miniſter gab der Erwartung Ausdruck, daß durch das
neue Verfahren die bisher beſtehende abſolute Lähmung des
Geſchäfts im Oſten beſeitigt und Handel und Wandel wieder
liquide gemacht werden.
Erhöhung der Holzzölle zum Schuß der Borſtwirtſchafm
Berlin, 6. Februar
Die Reichsregierung hat im Einvernehmen mit dem Reichs=;
forſtwirtſchaftsrat am 5. Februar 1932 auf Grund der
Zollermäch=
igung vom 1. Dezember 1931 eine Erhöhung der Zölle für Hart=”
holz und Erzeugniſſe aus Hartholz beſchloſſen. Die bisher gelten=”,
den Zollſätze werden im allgemeinen verdoppelt.
Die Zollerhöhung erfolgt, weil die Lage der Forſtwirtſchafttt
ſich in den letzten zwei Jahren, namentlich aber in den letztenn
zwei Monaten in verhängnisvoller Weiſe verſchlechert hat. Die
Nutzholzpreiſe liegen heute bei wichtigen Sortimenten um 50 Pro= und mehr unter denen des Jahres 1928 und 20 bis 50 Pro=; unter denen des Jahres 1912. Die Bruttoeinnahmen dess
Waldbeſitzes bleiben faſt durchweg erheblich hinter den
Ge=
ſtehungskoſten zurück. Dieſe Verhältniſſe treffen nicht nur den
pri=
vaten Waldbeſitz. Sie verwandelten vielmehr auch den Forſtbeſitz4
der Länder und Kommunen, der für dieſe bisher eine weſentliche.
zum Teil ſogar entſcheidende Einnahmequelle war, in einen Zu=u 80
ſchußbetrieb und beeinträchtigen ſomit die Lage der öffentlicheny
Finanzen in erheblichem Maße.
Im einzelnen handelt es ſich bei den Zollerhöhungen u. a.
um die Poſitionen für hartes Rundholz, hartes beſchlagenes Holz.
hartes Schnittholz, Eiſenbahnſchwellen, Hölzer für Wagen= und /
Faßfabrikation und Fabrikate aus dieſem Rohmaterial.
Die Reichsregierung iſt ſich bewußt, daß dieſe Maßnahmen / 4 Bunhereint
nur einen erſten Schritt bei der Bekämpfung der Unrentabilität 1 . uunden ver
purung von
der Forſtwirtſchaft darſtellen können.
Aend
OM
Am Mittwoch, den 10. Februar 1932
feiert Herr Friedrich Hahn und
deſſen Ehefrau, geb. Becker,
Weiter=
ſtadt, das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
Glückauf zur Goldenen! (2209
Für die uns anläßlich unſerer
Vermählung erwieſenen
Auf=
merkſamkeiten ſagen wir Allen
herzlichen Dank.
Ludwig Selinger und Frau
Aenne, geb. Nowara.
Unterfertigter C. C. erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, von dem am 5. Februar 1932 zu
Darm=
ſtadt erfolgten Ableben ſeines lieben A. H.
Auguft Taſchounm
Reg.=Baumeiffer a. O.
(rec. 12. VIl. 1898)
geziemend Kenntnis zu geben.
J. A. d. C. C. der „Rhenania”
2220)
Wilhelm Pauli XXX
Am Donnerstag abend entſchlief
anft und unerwpartet nach langem
ſchwerem, mit großer G duld
er=
tragenem Leiden meine liebe,
treu=
beſorgte, unvergeßliche Gattin,
unſere liebe Mutter, Tochter,
Schweſter.. Schwiegertochter,
Schwägerin und Tante
Die Beiſetzung findet am Montag, den 8. Februar
1932, 15 h. s. t. von der Kapelle des alten
Fried=
hofes, Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Frau Emma Brendle
geb. Vogel
im Alter von 45 Jahren,
Die trauernden Hinterbliebenen:
Johann Brendte mit Kinder.
Heute Nachmittag 37/. Uhr entſchlief ſanft aber
un=
erwartet nach längerem Kraniſein im 53.
Lebens=
jahr mein lieber, herzensguter Bruder
Auguft Taſcbauin
Die Beerdigung findet Montag
mittag 2 Uhr auf dem Waldfriedhof.
ſtatt.
Regierungsbaumeiſter a. D.
In tiefer Trauer:
Lina Buſchbaum.
Darmſtadt, den 5. Februar 1932.
Viktoriaſtr. 46,
ohlen u. neue Füße
an gestr. Strümpfe fd. Art, vom
röbst. Woll- bis feinst. Seiden
Strumpf. Füße nicht abschneiden
Die Beerdigung findet am Montag, den 8. Februar,
nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten
Fried=
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Unerwartet entriß uns der Tod unſer
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bibliſchen Vortrag
heute nachmittag 4½ Uhr, im Saale
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(2223
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Allen, die uns beim Heimgang unſerer lieben
Entſchlafenen mit liebevoller Teilnahme tröſiend
und wohltuend zur Seite ſianden und die
Heimgegangene mit Blumen und Kränzen
ehrten, jagen wir hiermit unſeren tietempfundenen
Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Georg Leſchhorn
Großherzogl. Schloßverwalter i. R.
Darmſiadt, den 6. Februar 1932. (er72.
von der Gans gerupft, m. Daunen, dopp.
gewaſch. u. gereinigt, a Pfd. RM. 2.50.
beſte Qualitat 3.—, Halbdaunen 4.25,
34Daunen 6.—, Ia Volldaunen 9.—, 10.—
Geriſſ. Federn m. Daunen, gerein., 3.40
und 4.75, ſehr zart u. weich 5.75, I2 7.
Verſand p. Nachn., ab 5 Pfd. portofrei.
Garantie f. reelle, ſtaubfr. Ware. Nehme
Nichtgefallend. zurück. Frau A. Wodrich,
Gänſemaſt. Neu=Trebbin 76 (Oderbruch).
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Schützenstraße 16
Telefon 965
Erd- und
Dankſagung.
Für alle Liebe und Teilnahme beim Tode
unſeres teuren Entſchlafenen unſern
in=
nigſien Dank.
Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen:
Gretel Lewerenz
geb. Trumpfheller.
Darmſiadt, den 6. Februar 1932.
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Reueſte Nachrichten
Nr. 38 — Seite 5
Sonntag, 7. Februar 1932
Aus der Landeshaupkſtadt.
Daxmſtadt, den 7. Februar 1932.
Man ſchreibt uns: Die bevorſtehende Entſcheidung über das
janſtige Schickſal des Weiterſtädter Exerzierplatzes iſt zurzeit
egenſtand lebhafter Auseinanderſetzungen, namentlich in der
6 emeinde Weiterſtadt, in deren Gemarkung der Platz gelegen
Zur allgemeinen Aufklärung ſeien die Pläne des Freien
jedlungsvereins Darmſtadt und Umgebung kurz dargelegt: Der
Terein plant auf dem Platze eine Stadtrandſiedlung von etwa
w0 kleinen Eigenheimen mit je 1000 Quadratmetern
Garten=
ſand, davon etwa 50—100 Erwerbsloſenſtellen im Sinne der
Nichtlinien des Herrn Reichsſiedlungskommiſſars. Die große
Mehrzahl der Stellen ſind für die freie Siedlung (ohne
Reichs=
drrlehen) vorgeſehen, alſo für Siedler zait einigen hundert
Mark Eigenkapital, die noch im Erwerbsl ben ſtehen. Der
Ver=
einr iſt dem Reichsverband Freier Siedlungsvereine e. V., Berlin=
Uilmersdorf angeſchloſſen. „Bei der Wahl des Platzes kam zor
allem die günſtige Verkehrslage zum Darmſtädter Induſtrie=
1g lände und der Merckſchen Fabrik in Frage. Der Platz iſt von
ſwpei Landſtraßen begrenzt, die zur Stadt führen, zwei
Eiſen=
jorhnlinien führen in unmittelbarer Nähe vorbei;
Autobusver=
ſehr beſteht ebenfalls. Die leichte Neigung des Platzes und ſeine
Bodenbeſchaffenheit machen Kanaliſation überflüſſig; Bauſand
und Kies können unmittelbar an Ort und Stelle gewonnen
wer=
den. Dank der lehmigen Beſchaffenheit des Bodens, der leicht
bearbeiten iſt, und des günſtigen Grundwaſſerſtandes iſt der
Katz auch für den Gartenbau durchaus geeignet. Das
Haupt=
undernis der Siedlung ſind die Bedenken hinſichtlich der
Ge=
neinde Weiterſtadt, welche eine Belaſtung durch die
Wohlfahrts=
nwerbsloſenfürſorge befürchtet. Es iſt allen Beteiligten von
urnherein klar, daß eine derartige Belaſtung unter allen
Um=
tänden vermieden werden muß, ſei es im Wege einer
Verein=
arung von Bezirksfürſorgeverband zu Verband, ſei es im Wege
üger Aenderung der Gemarkungsgrenze. Unter dieſem
Vor=
ühalt hat das Projekt in der letzten Zeit in der Weiterſtädter
gevölkerung Anklang gefunden. Man beginnt zu begreifen, was
zine ſolche Siedlung für das Handwerk und die Arbeiterſchaft
iner kleinen Gemeinde bedeutet und daß das an und für ſich
u begrüßende Gegenprojekt die Aufteilung des Platzes in
Acker=
ſyrzellen, hiergegen zurückſtehen muß; denn das wichtigſte
Er=
ordernis der Gegenwart iſt und bleibt es. Arbeit zu ſchaffen,
ſie Wirtſchaft wieder anzukurbeln und die zurückgehaltenen
Spargelder dem Wirtſchaftsleben wieder zuzuführen. Der
Ver=
in glaubt, nunmehr in kurzer Zeit über das Gelände verfügen
u können. (Siehe Anzeige.)
— Der Vorſitz der Heſſiſchen Handwerkskammer wird zurzeit
on dem ſtellvertretenden Vorſitzenden, Bauunternehmer
Becker=
meßen, geführt, da, wie wir aus weiterer Quelle erfahren,
yandwerkskammerpräſident Nohl=Darmſtadt den Vorſitz aus
gundheitlichen Gründen für einige Wochen niedergelegt hat.
luch der vorausſichtlich Ende März oder Anfang April
ſtattfin=
enden Handwerkskammerhauptverſammlung dürfte der
ſtellver=
eetende Vorſitzende präſidieren.
— Hiſtoriſcher Verein. Am Montag, dem 8. Februar (
Reai=
ynnaſium, 18 Uhr), ſpricht Studienrat Dr. Karl Glöckner=
Bießen über „Länder und Landeshoheit zwiſchen Untermain und
Neckar im Mittelalter‟. Der junge Gelehrte hat durch die
erausgabe des berühmten Codex Laureshamenſis, des Lorſcher
Arkundenbuchs, die er im Auftrag der Hiſtoriſchen Kommiſſion
üncernahm, ſich früh einen guten Namen in der gelehrten Welt
eſchaffen. (Siehe Anzeige.)
Der Bühnenvolksbund teilt mit: Die Miete K wird den
Jauſt” ſpäter nach der Rückehr Wegeners zu unſerer Bühne
ztorausſichtlich im März, bekommen. Dieſe Woche hat die Miete l
drei Kurzopern im Kleinen Haus. Für beide Mieten iſt
1Oberon” vorgemerkt. Um die Pauſen bis zur jeweiligen
näch=
en Vorſtellung auszufüllen, rufen wir hiermit auch den zweiten
utſchein Nr. 8 auf. Er wird an der Tageskaſſe eingelöſt, es ſei
enn, daß in der Anzeige der Direktion der Umtauſch
ausdrück=
ch ausgeſchloſſen wird.
Käthe Walter wurde ab nächſter Spielzeit von Dr. Paul
4ek an das Deutſche Theater in Prag verpflichtet.
Heſſiſches Landestheater.
ſienstag, 9. Febr.
19½—22½ Uhr. Außer Miete. Kakadu=
Aakada. Preiſe 0.60—4.50 Mk.
— Faſtnacht im Heſſiſchen Landestheater. Heute abend wird
Großen Haus „Die luſtige Witwe” mit Käthe Walter
nd Joachim Sattler in den Hauptrollen aufgeführt. Um 22 Uhr
ginnt das Faſtnachtskonzert und Kabarett unter
eitung von Karl Marig Zwißler. Das Orcheſter des Heſſiſchen
undestheater wird die Fledermaus=Ouvertüre, den Straußſchen
onau=Walzer, Tangos, Foxtrotts und den Radetzkymarſch ſpielen.
* Im Kleinen Haus wird „Kakadu=Kakada” von Carl
uckmayer, als Darmſtädter Faſtnachtsſtück von Hans
Schiebel=
uth bearbeitet, zum erſten Male wiederholt. — Roſen=Montag
ſeiden „Die drei Musketiere”, Ralph Benatzkys Revue=Operette,
7d „Kakadu=Kakada” von Zuckmayer aufgeführt.
Faſtnacht=
ſieustag wird „Die Dubarry” im Großen Haus gegeben.
lie Premiere der Woche, Donnerstag, den 11. Februar,
Ard Billingers „Rauhnacht” im Großen Haus zum erſten
lale aufgeführt. Inſzenierung: Rabenalt—Reinking. Billinger,
r 1893 in St. Marienkirchen in Ober=Oeſterreich geboren iſt,
ſuf mit der „Rauhnacht” zum erſtenmal ein Bauernſtück, in dem
hirklich bäueriſche Charaktere gezeichnet ſind. — Am Freitag, den
. Februar, wird zur Erinnerung an Richard Wagners Todes=
9 „Der fliegende Holländer”, unter muſikaliſcher Leitung von
. Hans Schmidt=Iſſerſtedt gegeben.
Tätigkeitsbericht des (WO für 1934.
Der Evangeliſche Wohlfahrtsdienſt — EWD. — iſt in den
Kreiſen der Evangeliſchen Gemeinden keine unbekannte
Erſchei=
nung mehr. Aber auch über den Rahmen der Gemeinden hinaus
erſtreckt ſich ſeine Bedeutung und wird von Jahr zu Jahr mehr
anerkannt. Bei der ſteigenden Not, die immer weitere Kreiſe
er=
faßt, wächſt auch die Zahl derer, die ſeine Beratungsſtelle aufſuchen
und von ihm betreut werden. Wir ſchicken gleich voraus, daß es
ſich in den allermeiſten Fällen nur um eine geiſtige ſeeliſche Hilfe
handeln kann, denn der EWD. kann weder die Tätigkeit des
ſtäd=
tiſchen Wohlfahrtsamtes, noch auch die Fürſorge der Evangeliſchen
Gemeinden erſetzen, oder gar überflüſſig machen. Wenn deshalb
im Laufe des Jahres mancher unbefriedigt von dem EWD.
zurück=
kehren mußte, ſo lag es an einer Verkennung der eigentlichen
Auf=
gaben — Das ſtädtiſche Wohlfahrtsamt kann bei dem Uebermaß
der Fürſorgebedürftigen im engeren Rahmen ſeiner Richtſätze die
allernotwendigſten Unterſtützungen gewähren. Die Evangeliſche
Ge=
meindefürſorge kann darüber hinaus ergänzen und da eintreten,
wo die öffentliche Fürſorge aus rechtlichen Gründen nicht helfen
kann. Dem EMD., iſt dann die Aufgabe geſtellt, Härten
auszuglei=
chen, neue Möglichkeiten zu ſuchen, und damit die Sorgenlaſt der
hilf= und ratloſen Menſchen zu erleichtern.
Wir bitten, dies bei allen folgenden Ausführungen zu
beach=
ten. Daß die Aufgabe des EWD. von dem größten Teil unſerer
Gemeindeglieder richtig verſtanden wurde, mögen die folgenden
Zahlen beweiſen:
Sie reden von einem weitgehenden Vertrauen, das uns
ent=
gegengebracht wurde. Nehmen wir dazu auch die Tatſache, daß
uns trotz der Not der Zeit in erfreulichem Maße größere und
kleinere Zuwendungen gemacht wurden, ſo dürfen wir auch dies
als eine Anerkennung unſerer Tätigkeit buchen. Unſer Tagebuch
weiſt nach, daß 946 Einzelperſonen urd Familien im verfloſſenen
Jahre laufend von uns betreut und beraten wurden. Das bedeutet
8105 Unterredungen und Schriftſätze, längerer und kürzerer Art.
Fügen wir noch hinzu. daß 2137 Hausbeſuche erforderlich waren,
um die nötige Klarheit zu gewinnen und Hilfe zu leiſten, ſo
er=
gibt ſich wohl ſchon daraus zur Genüge, daß hier eine wertvolle
Arbeit geleiſtet wurde. Zur Ergänzung mag noch geſagt werden,
daß die Mitarbeiter des EWD. an 97 Sitzungen von meiſt
mehr=
ſtündiger Dauer teilnahmen. Im einzelnen verteilen ſich die obi=
gen 8105 Handlungen folgendermaßen: Allgemeine Fürſorge (
Ge=
währung und Vermittlung von Unterſtützungen — Winterhilfe)
1356, Arbeitsvermittlung 300. Wandererfürſorge 214,
Wohnungs=
fürſorge 201. Gefangenenfürſorge 395 ſoziale Gerichtshilfe 24,
Vormundſchaften und Pflegſchaften für Erwachſene 338. Soziale
Für=
ſorge (Betreuung von Klein= und Sozialrentnern) 359,
Jugend=
fürſorge (Ausübung d
Uu eei e ei et ie e ee e e
den über grundſätzliche Fragen des Wohlfahrtsrechtes (1006).
Ein beſonderes Gebiet umfaßte auch in dieſem Jahr wieder
die Rechtsauskunft, Fragen des bürgerlichen Rechtes in 100
Fäl=
len (1176). Fürſorgerecht in 50 Fällen (349), Steuerrecht in 25
Fällen (188).
Es iſt begreiflich, daß eine ſo umfaſſende Tätigkeit ſich nur
durch das Zuſammenwirken eines größeren Kreiſes von
Mitarbei=
tern bewältigen ließ. Außer dem Vorſitzenden Pfarrer Heß, und
dem Leiter der Rechtsauskunftsſtelle. Herrn Präſident Theobald,
ſowie dem Berufsarbeiter, Herrn Diakon Gull. Wohlfahrtspfleger,
wirkt ein größerer Kreis von Helfern und Helferinnen aus allen
Gemeinden in dankenswerter Weiſe mit, beſonders auf dem
Ge=
biet der ſozialen Betreuung und der Jugendfürſorge. Wir können
den Bericht nicht erſtatten, ohne allen dieſen unſeren Helfern
und Helferinnen aufs herzlichſte zu danken. Nicht minder aber
auch den verſchiedenen Behörden. Pfarrämtern und
Vereinigun=
gen die uns ſo weſentlich unterſtützt haben, einerſeits durch
Be=
reitſtellung der erforderlichen Mittel auf der anderen Seite aber
auch dadurch, daß ſie immer wieder Menſchen in ihren Nöten
zu=
ſchickten. Die Zuſammenarbeit mit dem ſtädt. Wohlfahrtsamt wie
auch mit den verſchiedenen Vereinigungen der freien
Wohlfahrts=
pflege vollzog ſich durchweg in gegenſeitigem Vertrauen. Dies
zeigte ſich beſonders bei der Neugeſtaltung der diesjährigen
Win=
terbilfe, bei der der E.W.D. neben den anderen Verbänden und
Vereinigungen als die anerkannte Vertretung der ev. Gemeinden
mitarbeitet, demgemäß auch in allen Ausſchüſſen (Hauptausſchuß
und Unterausſchüſſen) vertreten iſt. Wir ſchließen unſeren Bericht
in der Hoffnung, unſere Arbeit auch im laufenden Jahre in vollem
Umfang weiterführen zu können zum Wohle aller derer, die bei
uns Rat und Hilfe ſuchen.
19—21½ Uhr. C 14. Die Inſtige Witwe.
Preiſe 6.70—5 60 Mk.
22—23½ Uhr. Faſchingskonzert.
Preiſe 0.50—1.50 Mk. on ntag, 8. Febr. 20—22½ Uhr Außer Miete. Die drei Mus=
ketiere. Ermäßigte Preiſe 0.50—4 Mk. ienstag, 9. Febr. 20—22½4 Uhr. Dſt. Volksb. G (9. Vorſt.) Gr. 17I
u. IV. Die Dubarry. Ermäßigte Pr. 0.50—4 Mk ſonntag, 7. Febr.
15—16½ Uhr. Die Spielzengſchachtel.
Preiſe 0.50—2.50 Mk.
19— 22 Uhr. Zuſatzmiete V 11. Kakadu=Kakada.
Preiſe 0.60—4.50 Mk Lontag, 8. Febr. 19½—22½ Uhr. Außer Miete Aakadn:
Kakada. Preiſe 0.60—4 50 Mk.
— Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft. Das Freiburger
„Kammertrio für alte Muſit” wird am
Donners=
tag, dem 11. Februar, 8 Uhr, im Feſtſaal der Loge (
Sand=
ſtraße 10) ein höchſt reizvolles Konzert alter Muſik mit Geſang
und hiſtoriſchen Inſtrumenten bieten. Die Vortragsfolge iſt ſo
zuſammengeſtellt, daß nach einem einleitenden Violinſatz des
Italieners B. Marini Muſik der Renaiſſance geboten
wird, der herrliche dreiſtimmige Satz aus dem Locheimer
Lie=
derbuch: Der walt hat ſich entlaubet”, für Geſang, Fidel, Viole
und Laute, und das bekannte Volkslied „Ach Elslein, liebes
Elſe=
lein” aus dem Glogauer Liederbuch. Dann folgt ein Sonett
Petrarkas in der Vertonung des großen Niederländers G. Dufay.
und zum Schluß ein Orgelſatz des blinden Organiſten A. Schlick
für 3 Blockflöten. Im Mittelteil des Programms wird Muſik
der Engländer, Italiener und Franzoſen um 1600 aufgeführt:
Greens Sleeves, das Lieblingslied Shakeſpeares, für Geſang, Laute,
Spinett und Blockflöte, ein zweiſtimmiges Madrigal von Morley,
kleine Tänze für Spinett und Laute und ein barock anmutendss
kleines franzöſiſches Chanſon mit Spinett und der kleinen
fran=
zöſiſchen Tanzmeiſtergeige, der Pochette. Der dritte Teil wird
ausgefüllt mit reiner Barockmuſik, mit „kleiner Hausmuſik
des Barock”; zwei Lieder des großen deutſchen Liedmeiſters
A. Krieger mit Spinett, Baſſo continuo. Geſang und Ritornellen.
ein Menuett von Bach und zwei reizende kleine Menuette von
Telemann mit Spinett und Pochette. Den Abſchluß bildet ein
fröhliches Lied Telemanns: „Der rechten Stimmung Aria‟. Der
Vorverkauf zu dieſem hochintereſſanten Konzert iſt bei
Buchhand=
lung Bergſträßer (Wilhelminenſtraße 29) eröffnet. (S. Anzeige.)
— Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutſche über See.
Allen, die zu dem ſo überaus günſtigen Verlauf unſeres
Wohl=
tätigkeitsfeſtes beigetragen haben, ſprechen wir unſeren
herzlich=
ſten Dank aus, ganz beſonders nachſtehenden Firmen für die in
ſo liebenswürdiger Weiſe geſtifteten Spenden: Möbelfabrik
Eiſſenhauer. Hapag, Blumenhandlung Hardt, Heag.
Bilder=
geſchäft Langheinz, Pavierhandlung Leuthner, Konditorei
Oeſt=
reicher, Opel=Rüſſelsheim, Konditorei Ott, Röhm u. Haas,
Gar=
tenbaubetrieb Roſenhöhe, Druckerei Rouſſelot, Schellhaas=
Lichten=
berg, Buchhandlung Schlapp. Gärtnerei Schulz, Konditorei
Schwarz, Friſeur Steinmetz, Feinkoſt Stemmer, Hotel Traube,
Möbelfabrik Trier. Juwelier Wondra. Die unerwartet
günſti=
gen Einnahmen ermöglichen es uns, nicht nur unſeren eigenen
Aufgaben gerecht zu werden, ſondern auch der Darmſtädter
Win=
terhilfe einen Betrag von 300 RM. überweiſen zu können.
— Markusgemeinde. Die alljährliche Hauptverſammlung
unſerer Gemeindevereine iſt für Montag, den 8 Februar, abends,
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17. vorgeſehen. Nach dem
einleiten=
den Vortrag des Gemeindepfarrers über das kirchliche Leben im
Jahre 1931, werden die Jahresberichte und Rechnungsablagen
un=
ſeres Frauen= und Männer=Vereins und unſerer „Hilfe, am
Grabe” erſtattet werden, worauf die Neuwahlen der Vorſtände
folgen. Bei der Wichtigkeit der „Hilfe am Grabe”, für die eine
wichtige Aenderung in den Statuten vorgeſchlagen werden ſoll,
iſt es erwünſcht, daß möglichſt viele Mitglieder dieſer
ſegens=
reichen Einrichtung zugegen ſind.
— Laßt euch wieder photographieren! Man ſchreibt uns: Es
iſt wohl erklärlich bei der allgemeinen Kriſe im Reich, daß das
Handwerk am meiſten in Mitleidenſchaft gezogen wird. Ganz
beſonders aber wirkt ſich dieſe ſchwere Zeit bei den nicht
lebens=
notwendigen Berufen aus. Dazu gehört zweifellos der
Photo=
graphenberuf. Die Nachfrage nach Photographien iſt ſo gering,
daß wir es für angebracht halten, einige Worte darüber zu
ſagen. Während des Krieges und lange Zeit nachher waren die
Photographen ſo mit Aufträgen in Anſpruch genommen, daß mit
einem Rückſchlag zu rechnen war. In Verbindung damit aber
trägt die heutige Geldknappheit dazu bei, daß die Geſchäftsräume
der Photographen (ohne Ausnahme) leer ſtehen. Es entſtehen
tage= und wochenlange Pauſen, in denen nicht eine einzige
Auf=
nahme gemacht wird. Wie ſich dieſe zwangsweiſe Untätigkeit
ohne irgendwelche Einnahme auf das Gemüt auswirkt? Nicht
zu erklären. Sollte es da kein Mittel geben zur. Abhilfe?27
Doch! Sehr einfach! Der bedauerliche Rückgang der
Berufsphoto=
graphie beſteht ſeit 1929. Schon damals wurde das „
Sichphoto=
graphierenlaſſen” als überflüſſig angeſehen. Alle
Kinderaufnay=
men. Familiengruppen und dergleichen wurden zurückgeſtellt.
Alles das ſollte und müßte nun nachgeholt werden. Es iſt das
auch ſehr gut möglich, indem die Preiſe, über die im Publikum
noch immer Unklarheit herrſcht, ſo den Friedenspreiſen angepaßt
ſind, daß die wenigen Mark (die ja doch ausgegeben werden)
gar nicht von Bedeutung ſein können. Alſo! Denkt wieder der
Photographen, welche euch das Schönſte geben können: Eine gute,
ſchöne, haltbare, erſtklaſſige Photographie, ein Wertſtück für die
Zukunft.
Preisſenkung im Hallenbad.
Die Hallenbadpreiſe ſind, wie aus der heutigen Anzeige
näher zu erſehen iſt, mit Wirkung von Montag, den 8. d. M. an,
durchweg um 10 Prozent geſenkt worden. Die
Wirtſchaftsnot=
verordnung der Reichsregierung wirkt ſich ſomit auch in dieſem
ſtädtiſchen Betrieb in vollem Umfange aus. Rein rechneriſch
be=
trachtet, überſteigt die Preisſenkung bei weitem die
Betriebs=
erſparnis durch die Notverordnung. Die Stadtverwaltung hut
ſich gerade bei dem Hallenbadbetrieb von dem Gedanken leiten
laſſen, die Preiſe für die einzelnen Bäder den Zeitverhältniſſen
entſprechend ſo niedrig wie möglich zu halten, damit dieſe der
Allgemeinheit dienende Anſtalt auch wirklich von der
Geſaut=
heit der Bevölkerung benutzt werden kann. Sie hat dabei nuch
daran gedacht, daß die zeitgemäßen, äußerſt niedrigen Preiſe den
Beſuch fördern werden.
Geöffnet iſt das Hallenbad in allen Abteilungen werktäglich
durchgehend von 9 bis 19.30 Uhr, mit Ausnahme der
Frauen=
abteilung und Wannenbadabteilung 1. Klaſſe, die von 12.30 bis
15 Uhr geſchloſſen ſind. Samstags ſind auch dieſe Abteilungen
durchgehend geöffnet. Sonntags ſind ſämtliche Abteilungen von
9 bis 12.30 Uhr geöffnet. Es wird auf die heutige Anzeige
ver=
wieſen.
— Filmvortrag (Der Jungborn der Menſchheit). Am
Don=
nerstag, dem 11. Februar, abends 8 Uhr, und am Freitag, dem
12. Februar, nachmittags 4 Uhr, läuft im Ausſtellungsraum des
Städt. Gaswerks, Eliſabethenſtraße 25½4, der Kultur= und
Werbe=
film der Junkers=Werke „Der Jungborn der Menſchheit”
Ueberall, wo der Film aufgeführt wurde, beſtätigen glänzende
Kritiken den kulturellen Wert. Denn die Entwicklung der
Hygiene wird auf Grund geſchichtlicher Forſchung in klaren und
eindrucksvollen Bildern gezeigt. Untrennbar verknüpft mit der
geſundheitsfördernden Entwicklung ſind die Bemühungen der
Heiztechniker, die die rationelle Verwertung und die einfachſte
Anwendung des Gaſes zum Ziel ſetzen. Man kann ſich von der
Bedeutung ſolcher Probleme, wie Vereinfachung des
Heizvor=
gangs, kaum eine Vorſtellung machen. Die Firma Junkers
brachte es fertig, moderne Gasbadeöfen in höchſter Vollendung
auf den Markt zu bringen. Für dieſen Filmportrag werden ab
Montag Eintrittskarten im Ausſtellungsraum des Gaswerks.
Eliſabethenſtraße 25½4, koſtenlos abgegeben. (Siehe Anzeige.
— Jungenſchaft der Johannesgemeinde. Hiermit möchten nir
die Mitglieder der Johannesgemeinde, ſowie alle ſonſtigen
Freunde der Jugend noch einmal aufmerkſam machen auf de
heute abend um 8 Uhr im Gemeindehaus. Kahlertſtraße 26
ſtai=
findenden „Fröhlichen Abend”, den die Jungenſchaft der
Johan=
nesgemeinde veranſtalten wird. Neben zwei Hans=Sachs=
Spie=
len werden luſtige Lieder und ſonſt noch allerlei Heiteres zur
Darbietung gelangen. Der Eintritt koſtet nur 20 Pfennige,
Kar=
ten ſind durch die Buben, durch Herrn Kirchendiener Reeg und
auch noch heute abend am Saaleingang zu haben.
— Fahrt zur Beſichtigung der Opel=Werke. Am Freitag dem
12. Februar, findet eine Fahrt zu den Opelwerken in
Rüſſels=
heim mit anſchließender Führung durch die Werksanlagen ſtatt,
veranſtaltet von der Volkshochſchule Darmſtadt. Die Abfahrt
er=
folgt mit Autobus um die Mittagszeit, damit das Werk in
Be=
trieb geſehen wird. Kartenausgabe an Teilnehmer erfolgt auf
der Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule, Mathildenplatz 17.
— Autoliſten. Soeben iſt die Autoliſte Nr. 80 erſchiene
Dieſe verzeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von
Kraftfahrzeugen jeder Art in den 18 Kreiſen des
Volksſtaates Heſſen (Kennzeichen US. VK, V0) für die
Zeit vom 16.—31. Januar 1932. Die Autoliſten
ent=
halten die ſonſt nicht zugänglichen Meldungen in
D r Seehe Fef ed e ſteiet in Waniſe.
macht. Die Meldungen ſind geordnet nach den drei Provinzen
(V8, VR. V0) und Kreiſen, und innerhalb dieſer nach
Fahr=
zeugarten. Abgemeldete Fahrzeuge werden beſonders
ge=
führt. — Die Autoliſten ſind unentbehrlich, weil ſie
lau=
fend neueſtes Adreſſenmaterial liefern. Sie erſcheinen
alle 14 Tage, alſo monatlich zwei Liſten. Die ſpäteſtens
am 8. eines jeden Monats ausgegebene Liſte enthält die
Mel=
dungen vom 16.—30. (31.) des voraufgegangenen Monats, und
die ſpäteſtens am 23. eines Monats ausgegebene Liſte die
Mel=
dungen vom 1. bis 15 des gleichen Monats. Wegen des
ermäßigten Bezugspreiſes val. Anzeige! Anfragen
richte man an den zuſtändigen Verlag L. C. Wittich in Darmſtadt.
BIn. 8
Maden znd Mäitten!
Wenn Eure Männer ihre Tebensderſicherung derkallen lallen möchten: helft ihnen, ſie in
Rraft zu halten! Belft mit, an anderer Stelle lo diel zu ſparen, daß Euer Beitrag eingezahlt
werden kann! Qur dann leid Yhr und Eure Rinder auch in dem ſchlimmſten Fall gelchützt!
Zttäufte aue Lelsstvensicheräng!
Af
Selblt in ſchweren Zeiten gibt es Mittel und Bege, um eine Tebensberſicherung in Kraft zu
erhalten. Fragt den Verücherungs=Fachmann — er wird Cuch ſachgemäß beraten!
353. Veranſtaltung.
Zu einem literariſchen Heimatsabend mit Herrn Schauſpieler
Eduard Göbel hatte ſich der große „Alt=Darmſtadt=
Kreis” im Fürſtenſaal zuſammengefunden. Zur Eröffnung des
Abends gedachte der Vorſitzende, Herr Philipp Weber, zweier
Künſtler, die Geburtstag feierten und die uns durch allerlei
traute Heimätbilder mit ihrer Malkunſt ſchon oft erfreuten: Herr
Kunſtmaler Heinz Hohmann, der noch in guter Erinnerung
durch die Ausſtellung in der Kunſthalle, „4 Maler” iſt, und
uns ſchon manche Probe ſeines künſtleriſchen Schaffens gezeigt hat,
und Herr Profeſſor Richard Hoelſcher, der als Maler der
Heimat einen Ehrenplatz unter den heſſiſchen Künſtlern einnimmt,
der ſeinen 65. Geburtstag begehen durfte. Er wünſchte den
Künſt=
lern die alte Schaffensfreude und eine weitere frohe und
geſeg=
nete Wegfahrt.
Redner des Abends war Herr Schauſpieler Eduard Göbel,
der es in der ihm beſonderen Art und Weiſe als Beherrſcher des
Dialektes immer verſteht, in die Tiefe der Volksſeele
hineinzu=
führen, und wo er auch hingreift, immer wieder auf die richtige
Spur führt, ſo daß ein Abend mit ihm für die Zuhörer ſtets ein
Erlebnis wird.
Im erſten Teil brachte Horr Göhel eine feine Nonelle non
„Hermann Rufer”: Ein Finnländ=Erlebnis; Deutſche
Pünkt=
lichkeit, gut abgeſtimmt und voll feinem Humor. Dann aus An
laß von Karl „Ettlingers” 50. Geburtstag: Das
Dialekt=
gedicht.
Im zweiten Teil waren es durchweg Proben von ernſten und
heiteren Dichtungen, die als Verfaſſer Mitglieder des Alt=
Darmſtadt=Kreiſes” hatten. Von Prof. Dr. Karl
Eſſel=
born: Stimmungen: Stets dasſelbe Bild” „Rezept”. Von
Schriftſteller Walter Schweter, das gutbeobachtete
Heimat=
ſtimmungsbild: Die Lahn. Heini Schäfer: Ein
Weihnachts=
traum. Frl. Wilhelmine Wagner eine Reiſeſtudie: Der
Hohenſtein. Von Herrn Heinrich Hohmann: Darmſtädter
Heiner, Heinrich Enders: Das Arreſthaus. „Vumm Phi=
Monalskalender
des Vereins für Aquarien= und Terrarienkunde „Hottonia”,
Darmſtadt.
Die ſchlimmſte Zeit für den Aquarienliebhaber iſt nun
vor=
über. Die einzelnen Waſſerpflanzen zeigen bereits ihr erſtes Grün
und der Aquarianer hat volles Recht, ſich über das Erwachen der
Natur zu erfreuen. Unſere exotiſchen Fiſche bekommen nach und
nach Minnegelüſte. An beſonders ſonnigen Standorten ſchreiten
Makropoden und verwandte Arten bereits zum Neſtbau, wovon
man ſie gegen Ende dieſes Monats auch nicht weiter abzuhalten
braucht, da ja im kommenden Monat die Beſchaffung lebenden
Futters nicht mehr zu den Unmöglichkeiten zählt, günſtiges Wetter
und Glück vorausgeſetzt. Vollſte Aufmerkſamkeit iſt noch immer
der künſtlichen Heizung und erforderlichenfalls, auch Durchlüftung
zu widmen. Die Temperatur ſollte nicht unter 18 Grad Celſius
betragen. Nicht genug kann man aber vor Ueberheizung der
Be=
hälter warnen, denn nichts rächt ſich bitterer, als eine übermäßige
Verzärtelung der exotiſchen Aquarienfiſche, da mit Eintritt
natür=
licher Verhältniſſe im Frühjahr und Sommer
Temperaturſchwan=
kungen ſich kaum vermeiden laſſen, denen dann verweichlichte
Fiſche regelmäßig zum Opfer fallen. Exkremente, Pflanzenabfälle
und vor allem Futterüberreſte ſind möglichſt bald aus den
Be=
hältern zu entfernen, da eine natürliche Ausgleichung der mit
den Abfällen verbundenen ſchädlichen Wirkungen in der
ſonnen=
armen Zeit meiſt gar nicht oder doch nur unter den
allergün=
ſtigſten Vorausſetzungen vor ſich zu gehen pflegt. Man füttere
da=
her bei jeder Mahlzeit nie mehr, als verzehrt werden kann.
Le=
bendes Futter iſt auf alle Fälle vorzuziehen, denn Kunſtfutter iſt
und bleibt nur ein Notbehelf, auch wenn es ſich um Daphnien
oder tieriſche Subſtanzen handelt. Eines der nahrhafteſten und
wertvollſten Futtermittel für alle Zierfiſche ſind die im Schlamm
unſerer Gewäſſer lebenden blutroten Mückenlarven — die Larven
der Zuckmücke. Kleine Fiſche verzehren mit Vorliebe die aus dem
Laich geſchlüpften Jungſchnecken. Sehr empfehlenswert und be=
kömmlich für alle Fiſche iſt geſchabtes Rindfleiſch, das jedoch
blut=
friſch ſein muß und nur in kleinen Mengen zu reichen iſt. Pferde=
und Schweinefleiſch u. a. trüben zu ſehr das Waſſer und ſind
da=
her nicht zu empfehlen. Im übrigen gelten die für den Monat
Januar angegebenen Vorſchriften.
Das Seewaſſeraquarium erfordert mehr als das
Süßwaſſer=
aquarium kräftige Durchlüftung. Insbeſondere bei der
Fütte=
rung der Seetiere iſt wegen des Verderbens des Waſſers größte
Aufmerkſamkeit am Platze.
Die Terrarientiere ſind faſt ſämtlich in Ueberwinterungskaſten
untergebracht. Der Liebhaber muß ſich von Zeit zu Zeit davon
überzeugen, ob keine Kadaver liegen bleiben: gegebenenfalls
ent=
fernt man ſie vorſichtig. In geheizten Terrarien iſt für reine,
ge=
ſunde Luft, ſowie möglichſt gleichmäßige Wärme zu ſorgen und
den Bewohnern ihr regelmäßiges Futter zu reichen. Die Pfleger
von Aquaterrarien werden darauf aufmerkſam gemacht, daß in
die=
ſem Monat die Tritonarten ihre intereſſante Befruchtung vollziehen
und einzelne Fröſche und Kröten ihrem Fortpflanzungsgeſchäft
nachgehen. Man hat alſo, wenn man die Aufzucht dieſer Amphi=
ſektenlarven leicht einfangen.
Mitgeteilt vom Verein für Aquarien= und Terrarienkunde
„Hottonia‟ Darmſtadt. Vereinsſitzungen jeden zweiten und vier
ten Samstag im Monat, im Vereinslokal „Zum Gutenberg”
Ecke Grafen= und Wieſenſtraße, abends 8.15 Uhr. Gäſte ſtets
will=
komnmen.)
Hohes Alter. Herr Rech.=Rat Zimmer, im Evang.
Män=
ner= und Diakonieheim für männliche Krankenpflege,
Heidelber=
ger Straße 21, begeht am Dienstag, den 9 Februar, ſeinen
80. Geburtstag, bei friſchem körperlichem Befinden.
Anthropoſophiſche Arbeitsgemeinſchaft. Ueber das Thema:
„Die Arbeitsfrage in Geſchichte und Gegenwart” ſpricht in öffent=
bens den Hiſtoriker und Jugendbildner zu vernehmen, den Lehrer
an der großen freien Schule in Stuttgart, deren Spiritus Rektor
die Idee der Dreigliederung des ſozialen Organismus
wieder=
entdeckte und neu begründete. Es darf erwähnt werden, daß bei
der vorjährigen Weltkraftkonferenz in Berlin Herr Dr. Stein zu
den Beratungen weltwirtſchaftlicher Art eingeladen war und als
Referent gehort wurde.
„Adams Sündenfall” betitelt ſich die humorüberreiche
Bauernpoſſe die Joſef Meths Bauerntheater am Roſen=Montag,
Faſtnachts=Dienstag und folgende Abende im Orpheum zur
Auf=
führung bringt. Dieſer „Sündenfall” aus den bayeriſchen Bergen
iſt durchaus geeignet, froher Faſchingslaune Rechnung tragend,
allen Beſuchern ein paar Stunden köſtlichſten Frohſinns zu
ver=
mitteln. (Siehe heutige Anzeige.)
„Der geſtiefelte Kater”, das reizende Faſchings=Märchen des
Märchen=Theaters Orpheum, gelangt heute nachmittag
ein=
malig zur Aufführung. Die mit einer Maskenprämiie=
rung verbundene Kinder=Vorſtellung bedeutet für alle Kinder
ein freudiges Ereignis, zumal jedes Kind Chance hat, einen der
Prämienpreiſe zu gewinnen. (Siehe Anzeige.)
Im Union=Theater ſieht man heute und folgende Tage die
ſcharmante Dolly Haas in dem amüſanten Tonfilm „
Liebeskom=
mando , ein Film aus dem Kadettenleben. Dazu ein
reichhaiti=
ges Beiprogramm.
Das Helia=Theater bringt ab heute den Tonfilm=Schwank
voll überwältigender Komik „Der ungetreue Eckehart” nach dem
gleichnamigen heiteren Bühnenſchlager von Hans Sturm. Im
tönenden Beiprogramm: Oswald in Alaska und die neueſte
Emelka=Tonwoche.
In den Palaſt=Lichtſpielen läuft nur noch heute und
mor=
gen in Neuaufführung der ſenſationelle Kriminalfilm der Ufa
Vorunterſuchung”, mit Albert Baſſermann. Dazu das gute
Bei=
programm
Helia=Theater. Im Rahmen einer der beliebten Film=
Morgenfeiern wird im Helia=Theater heute Sonntag, vormittags
11.15 Uhr, der hervorragende Kulturfilm „Im Lande des
Vogel=
zugs” (Bilder von der Kuriſchen Nehrung, Vogelwarte Roſitten)
zum erſten Male vorgeführt. Der Film iſt unter wiſſenſchaft
licher Leitung von Profeſſor Dr. Thiemann, dem Leiter d=
Vogelwarte Roſitten, entſtanden. Jugendliche haben Zutritt
lipp”: Gedanke beim Betrachte vumm Löwetor. Vom Seitior
„Lui Geiſt”: „En Rickblick uff unſer Alt=Darmſtadtzeit.”
Wil=
helm Kaminsky. aus deſſen Bändchen. Spuzze unn Boſſe‟;
Die Dammſtädter Meß. Von Frau Dr. Düſterbehn=
Reu=
ting. aus der Sammlung „Höchſter Scherwe‟ Vom heilige
An=
toni. Von Robert Schneider aus dem Band:
Sonndags=
nachmiddags=Betrachdunge von Bienche Bimmbernell: „Im
Dambfbad.”
Die ausgezeichnete Auswahl, die treffliche Wiedergabe und
vor allem die bunte Miſchung von Ernſtem und Heiterem gaben
der ganzen Veranſtaltung eine Höhenlage, die weit über das
All=
tägliche hinausging, und zeigte dabei die Produktivität des
Ver=
einskreiſes, in dem ſich ſo ziemlich all die Vertreter von Heimat
und Mundart zuſammengfunden haben.
Wenn eine Veranſtaltung von Herrn Eduard Göbel in
„Alt=Darmſtadt” immer eine beſondere Darbietung iſt, ſo
gebührt dieſem Abend die beſondere Note weil er ganz unter dem
Zeichen des Heimatgedankens ſtand, und der Rezitator ſich ſowohl
in der Technik der Sprache als auch in der Wiedergabe der
Mund=
art als Meiſter zeigte.
Reicher Beifall der Verſammlung war der herzliche Dank an
Meiſter Göbel. Und mit Recht betonte der Vorſitzende in ſeinen
Dankesworten, daß neben der Ortsgeſchichte und der
Heimat=
geſchichte die heimatliche Literatur, ſei es Dichtkunſt, ſei es der
Heimatroman oder das Volksſtück, in „Alt=Darmſtadt” immer ſeine
Hege= und Pflegeſtätte finde und die feine Art, wie der
Vortra=
gende bei allen Darbietungen immer wieder derartige Dichtungen
zu Gehör bringe, erſt richtig zeige, welche Schätze die Mutter=
und Mundartſprache in ſich birgr.
Nächſte Veranſtaltung im Fürſtenſaal am 18. Februar.
Vor=
trag von Herrn Oberpoſtinſpektor E. Gröninger über: „
Eini=
ges aus der Geſchichte des Poſtweſens in Heſſen=
Darmſtadt.”
Schwurgericht.
Aw. Das Schwurgericht verhandelte am Samstag gegen einen
jungen Frankfurter Schuhmacher. In der Nacht vom
13. auf den 14. Mai vorigen Jahres war er mit drei Komplizen
in eine Waſſerbude in Offenbach eingebrochen, d. h., ſie wurden
beim Verſuch von dem Beſitzer erwiſcht, und dabei feuerte der
heutige Angeklagte einen Schuß ab. Seine drei Freunde wurden
bereits vom Schöffengericht in Offenbach wegen verurſuchten
Einbruchdiebſtahls verurteilt, gegen ihn wurde jedoch das
Ver=
fahren abgetrennt, da er in dem Verdacht ſtand, in
Tötungs=
abſicht auf den Beſitzer geſchoſſen zu haben, um dann ungehindert
fliehen zu können. Der Angeklagte behauptet einmal, er ſei
ſchon vorher zurück und hätte gar nicht mehr mitmachen wollen,
und dann ſei die Waffe, ein Walzenrevolver, eine Scheintodpiſtole
geweſen. Von einer Tötungsabſicht könne infolgedeſſen keine
Rede ſein. Er habe nur verhindern wollen, daß der Beſitzer des
Häuschens, der ſcharf ſchoß, einen von ihnen treffe, und deshalb habe
er einen Schreckſchuß abgegeben. Der Schießſachverſtändige erklärt
in ſeinem Gutachten, daß es keine Scheintodwalzenrevolver gäbe,
der Angeklagte müſſe, auch nach den Ausſagen des einen Zeugen
ſcharf geſchoſſen haben. Das Gericht kommt zu der Anſicht, daß
dem Angeklagten eine Tötungsabſicht nicht nachzuweiſen ſei. Es
ſpricht ihn in dieſem Falle frei und verurteilt ihn unter
Zuer=
kennung mildernder Umſtände lediglich wegen gemeinſchaftlichen
verſuchten ſchweren Diebſtahls zu fünf Monaten Gefängnis. In
Anbetracht ſeiner Jugend und mit Rückſicht auf ſeine drei kleinen
Kinder billigte man ihm eine vierjährige Bewährungsfriſt zi.
Die Verhandlung wurde faſt ſtändig im Flüſterton geführt, ſo
daß man ſchon am Preſſetiſch kaum ein Wort verſtehen konnte.
Eine öffentliche Verhandlung war das eigentlich nicht zu
nennen, denn im Zuſchauerraum war wohl kein Wort hörbar.
Die Spielzeugſchachtel. Die Aufführung der Sviel
zeugſchachtel” durch die vorzüglichen Tanzgruppen des V.D.A.
am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, im Kleinen Haus, bietet des
Neuen und Ueberraſchenden gar viel. Die alte Spielzeugſchachtel
iſt kaum wiederzuerkennen. Eingelegt ſind außerdem Tänze von
Aenne und Milly Reiß und dem Tänzer Blank vom
Landestheater. Ein billiges und ſchönes Faſtnachtsvergnügen
bietet allen die „Spielzeugſchachtel”,
Vereinigung von Katzenfreunden. Die Februar=
Monats=
verſammlung war ſtark beſucht, die Berichte, die Vorträge der
Mandolinen=Konzertgeſellſchaft (Leitung Kammermuſiker Kreß),
ſowie die Rezitationen des Herrn Hanns Kutſchera ſagten
allge=
mein zu. Die neuen Bauſteine für ein Tieralyl im Werte von
10, 25 und 50 Rpf. fanden großes Intereſſe. (Siehe heutige
Anzeige.)
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der
Haus=
arzt zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am
Sonntag, dem 7. Februar 1932, folgende Aerzte zu deſſen
Vertre=
tung bereit: Dr. med. Grode, Roßdörfer Straße 20
Tele=
phon 1419; Dr. med. Holzmann, Schwanenſtraße 73.
Tele=
phon 22: Dr. med. Th. Schmidt, Heinrichſtraße 38.
Tele=
phon 3882.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 7. bis 14. Februar die
Merckſche Apotheke, Rheinſtraße 9, und die Beſſunger Apotheke,
Wittmannſtraße 1.
Aus den Parkeien.
Deutſche Volkspartei Ortsgruppe
Darm=
ſtadt. Wie bereits angekündigt, veranſtaltet die Deutſche
Volks=
partei am kommenden Freitag, dem 12. Februar, abends 8.15
Uhr, im Städtiſchen Saalbau eine Kundgebung zu der
Abrü=
ſtungsfrage. Es ſpricht Herr Oberſt a. D. Dr. phil. h. c.
Schwert=
feger. Dozent an der Techniſchen Hochſchule Hannover und
Uni=
verſität Göttingen, über „Die Abrüſtungskonferenz und die
Zu=
kunft Europas‟. Herr Dr. Schwertfeger gehört zu den
bekann=
eſten Publiziſten über die Abrüſtung und die Kriegsſchuldfrage
und wird zweifelsohne das brennende Problem mit all ſeiner
Bedeutung für Deutſchland dem Zuhörer nahebringen. Als
Un=
koſtenbeitrag werden 20 Pf. erhoben; Karten ſind zu haben auf
der Geſchäftsſtelle, Zimmerſtraße 1, Fernſprecher 3540, und an
der Abendkaſſe für 30 Pf.
— Deutſche Volkspartei Frauengruppe. Am
kommenden Mittwoch findet nachmittags 4 Uhr auf dem Heiligen
Kreuz die nächſte Zuſammenkunft ſtatt.
Tageskalender für Sonntag, den 7. Februar 1932.
Lichtſpieltheater: Union=Theater: „Liebes=Kommando”
Helia=Lichtſpiele: „Der ungetreue Eckehart”;
Pa=
laſt=Lichtſpiele:„Vorunterſuchung”. — Helia=
Licht=
ſpiele, vorm. 11.15 Uhr: Film=Morgenfeier: „Im Lande des
Vogelzuges”. — Orpheum: Alleſandro Valente, nachm. 3.30
Uhr: „Der geſtiefelte Kater. — Lugwigshöhe, nachmittags
4 Uhr: Karnevaliſtiſches Konzert. — Rheingauer Weinſtube:
Große Faſchingsfeier. — Café Oper: Faſtnachtstreiben. — Reſt.
u. Hotel Bender: Großer Karneval. — Café Ernſt Ludwig:
4 u. 8.30 Uhr: Karneval im Kaffeehaus.” Städt Saalbau:
Großes Faſchingstreiben. — Alte Poſt am Weißen Turm;
Große karnevaliſtiſche Konzerte. — Zur Krone, Schuſtergaſſe:
Großes Faſchingstreiben. — Reſtaurant Sitte: Karneval in
allen Räumen. — Bockshaut: Karneval. — Schloßkeller: Großer
Faſchingsrummel. — Herrngarten=Café: Faſchingstreiben,
mittags Kinderfeſt. — Café Ganßmann a. d. Hochſchule: Großes
Faſchingstreiben mit Tanz. — Perkeo: Faſchingsrummel mit
Tanz. — Hotel u. Reſt. zur Poſt: Großer Karneval. —
Reichs=
hof: Luſtige Karnevals=Abende. — Sportplatz=Cafe am
Böl=
lenfalltor: Großes Faſchingstreiben.
Theater=Reſtaurant:
Faſchingsrummel. — Barths Weinſtube: Karnevaliſtiſches
Kon=
zert — Café u. Weinſtube Taunusburg: Faſchingsrummel.
Städt. Ratskeller: Karnevaliſt. Künſtler=Konzert. — Reſtaur.
Rummelbräu: Karnevaliſtiſches Konzert; im Feſtſaal Tanz.
Karnevaliſtiſche Konzerte: Thünger Brauſtübl. Café Schütz,
Reſt. Lindenhof, Fürſtenauer Hof. Gaſthaus zum roten Löwen,
Stadt Nürnberg. Reſt. zum Schloßgarten. Hanauer Hof,
Main=
tor, Alter Ratskeller, Reſt. Handelshof. Prinz Carl: Bunter
Abend: Reſt., Bismarckeck: Großes Karnevalstreiben; Reſtaur.
Bürgerhof; Faſchingstreiben. Hotel Schmitz, Rheinſtr.:
Kappen=
abend: Schweizerhaus Eberſtadt (ab 5 Uhr).
Die hierunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzelgen zu befracten
in keinem Faſle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
— Städtiſcher Saalbau. Die Rößlwirtin gaſtiert noch
Faſtnacht=Sonntag, Roſenmontag und Dienstag auf der Feſtwieſe
im großen Saale bei karnevaliſtiſchem Konzert und Tanz. Feen
hafte Dekoration. (Siehe heutige Anzeige.)
— Ludwigshöhe. Sonntag nachmittag 4 Uhr
karneva=
liſtiſches Konzert.
— Städtiſcher Ratskeller. An allen drei
Faſt=
nachtstagen, abends 8 Uhr, karnevaliſtiſches Künſtlerkonzert
humoriſtiſche Vorträge, Ueberraſchungen, feenhafte Dekoration ber
freiem Eintritt. (Siehe Anzeige.)
— Bunter Abend. Unter dieſem Motto bringt das Reſt.
Bürgerhof, in der oberen Eliſabethenſtraße, am Faſtnachtdienstag
eine ganz beſondere karnevaliſtiſche Veranſtaltung. (Siehe Anzeige.)
Vereinskalender.
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 Auf den
am heutigen Sonntag ſtattfindenden Tanz bei Gaſtwirt
Scheerer in Traiſa werden die Mitglieder nochmals
auf=
merkſam gemacht.
Geſchäftliches.
Aus dem DKW=Programm 1932. Die DKW=
Vier=
zylinderwagen werden jetzt, trotz der neuerlichen Preisermäßigung
mit einer verbeſſerten Innenausſtattung geliefert. Für die
Pol=
ſterung findet ein feinerer Stoff Verwendung, Türen und Sitze
ſind pfeifengepolſtert, auch die ſonſtigen Ausſtattungsgegenſtände
des DKW=Vierzylinderwagens wurden zum Teil weſentlich
ver=
beſſert. Vielfachen Wünſchen entſprechend, bringen die DKW=
Zſchopauer Motorenwerke jetzt auch zwei neue Modelle ihrer
Frontantriebwagen heraus. Es handelt ſich um ein vierſitziges
Cabriolet und eine vierſitzige Innenſteuer=Limouſine. Das
Ca=
briolet wird in der bewährten Holzausführung mit
Ledertuch=
beſpannung hergeſtellt, während die Limouſine eine
Ganzſtahl=
karoſſerie beſitzt. Beide Wagen ſind — wie auch die anderen
DKW=Frontantriebmodelle — zweckmäßig und praktiſch ausge
ſtattet haben elektriſchen Scheibenwiſcher und elektriſche Winker
und können ſofort geliefert werden.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.15: Wetter, Gymnaſtik.
O 6.45: Gymnaſtik. o 7.15: Wetter. — anſchl.: Frühkonzert.
7.55: Waſſerſtand. o 12.00: Zeit und Wirtſchaftsmeldungen.
12.05: Konzert. O 12.40: Nachrichten, Wetter. O 12.55: Nauener
Zeitzeichen. O 13.05: Konzert (Fortſ.). O 13.50: Nachrichten. o 14:
Werbekonzert. O 14.45: Gießener Wetterbericht. 15.05: Zeit,
Wirtſchaftsmeldungen. O 17.00, 18.30, 19.30: Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 7. Februar.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Michel.
8.15: Kaſſel: Morgenfeier. Veranſtaltet von der Evangeliſchen Lan
deskirche in Heſſen=Kaſſel.
9.30: Stunde des Chorgeſangs. Heſſiſche Komponiſten. Ausf.:
Männergeſangverein „Liederzweig (1855) Darmſtadt”. Einführung:
Min.=Rat Dr. Siegert.
10.15: Literariſcher Karneval. Veranſtaltet von P. Hoffmann und
W. Kottenkamp.
11.00: Darſtellungsaufgaben zeitgenöſſiſcher Muſik. E. Krenek: Die
Oper.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Jeſus nahm zu ſich die Zwölfe.
12.00: Wettbewerb Frankfurter Tanz= und Unterhaltungskapellen
um das ſilberne Saxophon des Südweſtfunks.
14.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.10: Tierzuchtinſpektor Brummer: Haltet Ziegen!
Anſchl. Schulrat Kreuzberg: Unſere Reichsverfaſſung und der Bauer.
15.00: Kinderſtunde. Von Kindern wird aufgeführt: Die Teufelchen
auf der Himmelswieſe. Märchenoper.
16.00: Wiesbaden: Heiteres Konzert des Städt. Kurorcheſters.
Werke von Suppé, Joh. Strauß, Komzak, Offenbach, Fall u. a.
Soliſt: Kammermuſiker Brüderle (Xylopbon).
18.00: Mainz: Fremdenſitzung des Mainzer Karneval=Vereins.
ca. 20.00: Sport.
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.50: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.30
Gymnaſtik. 6.45: Wetter für die Landwirtſchaft. ca. 6.50;
Frühkonzert. O 10.35, 13.30: Nachrichten. O 12: Wetter für den
Landwirt. O 14: Konzert. O 15.30: Wetter, Börſe, o 18.55:
Wetter für den Landwirt.
Deutſche Welle: Sonntag, 7. Februar.
6.45: Funk=Gymnaſtik.
7.00: Hamburger Hafenkonzert.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Oberreg.=Rat Dr. Schwartz: Tagesfragen der
Schädlings=
bekämpfung.
8.55: Morgenfeier.
Anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Prof. Dr. Wahl: Goethe im Urteil ſeiner Zeitgenoſſen.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Jeſus nahm zu ſich die Zwölfe.
12.10: Orcheſterkonzert des Berliner Funkorcheſters.
12.40: Vom Rhein zur Spree und Panke. Ausf.: Otto Kermbach
und ſein Orcheſter.
14.00: Mag.=Oberſchulrat Bornemann: Die Bedeutung der höheren
Fachſchulen als Weiterbildungsſtätten im Beruf.
14.30: H. Zerkaulen: Eine Wanderung durch den rheiniſchen
Kar=
neval.
15.00: Dichterſtunde. H. Francke: Zum 60. Geburtstag Albert
Momberts.
15.25: W. Apel: Vom Weſen der Fuge.
15.55: Ausſchnitt aus der Papſtfeier der Katholiſchen Aktion Berlin.
16.30: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Ilia Livſchakoff.
17.30: Junge Generation ſpricht. Wie kann der erwerbsloſen
Iu=
gend geholfen werden?
18.00: Mainz: Fremdenſitzung der Mainzer Karnevalsgeſellſchaſt.
19.00: Königsberg: Ein Schloßkonzert vor Königin Luiſe 1809.
Ausf.: Elſa Koch (Sopran), Dr. Roß (Baß), E. Seidler (Klavier),
Funkchor. Kammerorcheſter. Einleitende und verbindende Worte:
Prof. Dr. Müller=Blattau.
19.55: Sportnachrichten.
20.00: Wiederholung des Funkpotpourris: Tanz der Völker. Mitw.
Chöre: Maximilian Albrecht. Berliner Funk=Orcheſter. Hans
Schindlers Jazzſymphoniker.
22.00: Tagesnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Egon Kaiſer.
Sehr raſch iſt der hohe Druck mit ſeinem Kern über
Skandi=
navien ſüdwärts nach Oſtdeutſchland und Polen gewandert, ſo daß
ebenſo ſchnell Kaltluft und Aufklaren über Mittel= und
Weſt=
deutſchland Platz ergriffen haben und Froſt brachten. Der Eine
fluß des Hochs mit ſeiner kontinentalen Kaltluft wird zunächſ
noch ſtandhalten und unſerem Gebiet eine Froſtverſchärfung brine
gen. Jedoch ſteht zu Beginn der kommenden Woche wieder A9‟
ſchwächung des Froſtes und Milderung in Ausſicht, denn mit dei
weiteren Abzug des Hochs und dem Einfluß neuer Störungen im
Norden fließt wieder mildere Luft zu.
Ausſichten für Sonntag, den 7. Februar: Zunahme des
Nachtfro=
ſtes, nur ſtellenweiſe etwas dunſtig oder leicht wolkig, ſonſ
heiter, trocken.
Ausſichten für Montag, den 8. Februar: Wieder Froſtrückgaug,
mehr dunſtig und wolkig, aber auch aufheiternd, im ganloe
trocken.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Veranwworiſich für Politik und Wirtſchaff: Rudolf Mauve: für Feuilleton, Reich ki
Ausland und Heſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Bähmang.
ür den Handel: Dr C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauefi, i
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wori: Dr. Herbert Neile;
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernomieit
Die heutige Nummer bat 20 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Sonntag, 7. Februar 1932
Aus Heiſen.
ie Stekiſtik der heſſiſchen Landeskirche für 1930.
wPT. Soeben iſt die Statiſtik der heſſiſchen Landeskirche für
es Jahr 1930 im kirchlichen Verordnungsblatt veröffentlicht
urden. Danach läßt ſich ein intereſſantes Bild des Lebens der
imche gewinnen, namentlich im Vergleich zur letzten Statiſtik
on 1929. (Die entſprechenden Zahlen ſtehen in Klammern.)
Dar=
och iſt zunächſt feſtzuſtellen, daß das gottesdienſtliche
ben zugenommen hat. Im Geſamtdurchſchnitt
beſuch=
zn jede Woche ingeſamt 145 000 Epangeliſche den Gottesdienſt
-1000) Das ſind 16,38 (15,96) Prozent aller landeskirchlichen
ſuangeliſchen. An dieſer Steigerung ſind gleichmäßig die
Ge=
echter und Altersklaſſen beteiligt, ſo daß man wohl von einer
lxemeinen Neigung ſprechen kann. Dagegen hat der
Abend=
ſachlsbeſuch etwas abgenommen, nämlich on 59,64 auf 57,02
ſunzent. Keine weſentlichen Veränderungea — alſo auch keine
ſeeentlichen Abnahmen — zeigen die Taufen, Trauungen und
ſe rdigungen. Von 16536 (16 728) Kindern aus rein
epange=
ſien Ehen wurden 15 128 (15 338) getauft. In 121 (75) Fällen
iu en Taufverweigerungen vor. Daran iſt Offenbach mit 83
Fäl=
beteiligt. Unehelich waren 8,38 (7,65) Prozent der
Ge=
ſienen. Von 6641 rein evangeliſchen Eheſchließungen wurden
42 kirchlich getraut. Das Verhältnis iſt das gleiche geblieben,
0=bedauerlich die 500 Fälle ſind, in denen die kirchliche Trauung
inierblieb, ſo kann doch nicht von einer ernſtlichen Gefährdung
Sitte geſprochen werden.
Von 2282 Eheſchließungen gemiſchter Paare wurden 931
ungeliſch getraut (bei gleichbleibendem Verhältnis). Dagegen
uu den von 2954 Kindern aus Miſchehen 1757 oder 59,5 (61,5)
ſſtisent evangeliſch getauft. — Zur evangeliſchen Kirche
über=
reten ſind 534 Perſonen (davon 373 Katholiken und 119
ſiEtritte). Dagegen ſind 2490 Perſonen ausgetreten (zur
katho=
ſchen Kirche 16). Dieſe Zahl weiſt gegen das Vorjahr eine
Stei=
ſrieng um etwa 500 auf — Trotz der Not der Zeit iſt die
kirch=
ſche Liebestätigkeit nicht zurückgegangen. Es
uiden insgeſamt für kirchliche Zwecke geopfert (in Tauſenden)
R0 (1623). Alſo mehr wie anderthalb Millionen Mark in einem
Uhr in unſerem kleinen Lande! Angeſichts der Frage: was
ſiet die Kirche? ein erfreuliches Zeichen ihres Lebens= und
Lie=
bwillens. Von den Gaben wieſen namentlich diejenigen für
tieine. Gemeinden und Anſtalten eine Steigerung auf mit 781
6) während diejenigen für Ortsarme und die allgemeinen
lichenkollekten ſich nur wenig geſteigert haben.
=Alles in allem: Der ungeheure Anſturm gegen die Kirche und
ſchwere Not der Zeit haben wohl der Kirche einigen Schaden
ſchel ihren Beſtand aber kaum antaſten können. Ja, ſie haben
ſo=
ſar den Liebeswillen der Kirche zu ſteigern vermocht.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 38 — Seite 7
Der Uhu ſoll im Bogelsberg heimiſch gemacht werden
Senlung der Knrchacbe in 50d Nalkeln.
Dg. Arheilgen, 6. Febr. Beratungsſtunde Am kommen=
Dienstag, den 9. Fehruar nachmittags 3 Uhr, findet auf dem
Rlaus eine Beratungsſtunde der Mütter= und
Etglingsfürſorge ſtatk. — Ser Bauernverein(
Land=
hi)) hielt in der „Sonne” ſeine
Jahreshauptverſamm=
ung ab. Nach Entgegennahme der einzelnen Berichte und
Prü=
ſg der Jahresrechnung wurde dem Rechner Entlaſtung erteilt.
9. Vorſtandswahl ergab die Wiederwahl des geſamten
Vorſtan=
ge — Holzverſteigerung. Seitens des Forſtamtes
Kra=
ſoſtein findet am kommenden Freitag, den 12. Februar,
vormit=
ſs, im Gaſthaus „Zum weißen Schwanen” in Arheilgen eine
gtire Holzverſteigerung ſtatt. — Der Landwirtſchaftliche
u ſumperein e. G. m. b. H. hat ſeine diesjährige ordentliche
eralverſammlung für Sonntag. (7. Februar), nachmittags, im
ſth aus „Zur Sonne” einberufen.
Griesheim, 6. Febr. Waſſerrohrbruch. Am
Donners=
uachmittag entſtand in einer Hofreite in der unteren
Pfung=
ütie Straße ein Waſſerrohrbruch, wodurch die Waſſerleitung in
ger. Gegend bis zur Behebung des Schadens für kurze Zeit
ab=
selEt werden mußte.
Eberſtadt, 6. Febr. Aerztlicher Sonntagsdienſt.
Sonntag, den 7. Februar 1932, verſieht den ärztlichen
Sonn=
wdienſt Frl. Dr. Meyer, Marktſtraße 9. — Beratungs=
Unde. Am Montag, den 8. Februar 1932, nachmittags von 3—4
findet in der Gutenbergſchule wieder eine Beratungsſtunde
EMutter= und Säuglingsfürſorge ſtatt.
Cp. Pfungſtadt, 6. Febr. Hohes Alter. Am heutigen Samstag
ut Zündholzfabrikant Chriſtoph Büttel, der älteſte
Ortseinwoh=
ſeinen 94. Geburtstag begehen.
k. Nieder=Ramſtadt. 6. Febr. Maul= und
Klauen=
ſiche. Die Seuche iſt in hieſiger Gemeinde wieder erloſchen
1 hat glücklicherweiſe keinen größeren Schaden angerichtet, Mit
hAufhebung der Sperrmaßnahmen iſt in aller Kürze zu rech=
1M Damit entfällt auch die Sperre des Faſelſtalles. —
Holz=
eſteigerung. Die Abfuhrſcheine aus den beiden letzten
pverſteigerungen des Gemeindewaldes können ab Montag, den
1M M., bei der Gemeindekaſſe gegen Bürgſchaftsleiſtung oder
Be=
blung in Empfang genommen werden. — Geſangverein „Ein=
1ücht=Freundſchaft‟. Das am Sonntag, den 21. d. M.,
hnds 8 Uhr, in der Kirche zu Nieder=Ramſtadt ſtattfindende
Gzert wird zum Beſten der örtlichen Winterhilfe veranſtaltet.
be, dem aktiven Chor, der mehrere kirchliche Chöre zum Vor=
1m bringen wird, wirken noch mit Herr und Frau Dipl.=Ing.
E0 Schrof von hier (Orgel und Sopran) ſowie Herr H. Cröß=
Ru. Lehrer an der Städt. Akademie für Tonkunſt in Darmſtadt
Bline).
4n. Groß=Zimmern, 6. Febr. Jahresverſammlung der
ſewilligen Feuerwehr. Zuerſt wurde die Niederſchrift der
En Jahresverſammlung verleſen und genehmigt. Anſchließend gab
RRommandant Joh. Vonderſchmidt Bericht über das verfloſſene
Ge=
his ahr. Dann erſtattete Schriftführer Wurm ſeinen Bericht. Den
eubericht erſtattete der Kaſſenwart Ganß. Da der ſeitherige
Schrift=
ſier nach auswärts verzogen iſt, wurde Kamerad Hch. Wolf. Landwirt,
in mig gewählt. Als Beiſitzer wurden die Kameraden Wilh. Brun=
Hch. Göckel und Frz. Viedekind gewählt. Außerdem wurde der
laungsplan für 1932 feſtgelegt. Zum Schluſſe ermahnte der Komman=
E ie Kameraden zu recht fleißigem Beſuch der Uebungsſtunden und
K0erſammlungen.
* Breusbach i. Odw., 6. Febr. Der Deutſche Turnverein
E ſeine Generalverſammlung ab. Der 1. Vorſitzende, Karl Lutz, be=
Mte die Erſchienenen aufs herzlichſte und gab einen Rückblick über das
9 Maxfene Jahr. Ehrend wurde des verſtorbenen Mitgliedes und Mit=
2 Ades Jakob Büchler gedacht. Der Rechner Mohr erſtattete Rech=
Wsrblage. In Anbetracht der günſtigen finanziellen Lage des Ver=
Awurde der Beitrag auf 20 Pfg. für Mitglieder über 17 Jahren und
Ar. für Mitglieder unter 17 Jahren herabgeſetzt und die arbeits=
17 Mitglieder beſonders berückſichtigt. Dank der Einigkeit innerhalb
80ereins wurde der Geſamtvorſtand einſtimmig wieder= und für den
9— Weozug nach Darmſtadt ausſcheidendenden Beiſitzer Jakob Bock
Sſcrikant Fritz Horn neugewählt. Als Vertreterin der Turnerinnen
Ne zum erſten Male Eliſe Friedrich gewählt. Da das Handballfpiel
A volkstümliche Veranſtaltungen auf dem Turnplatz nicht möglich
Till ein Antrag bei der Gemeinde um Einebnung des Sportplatzes
9Al1 werden.
Zur Wiedereinbürgerung des Uhus im Vogelsberg hat die
zoologiſche Abteilung des Forſtinſtitutes der Landesuniverſität
Gießen einen Plan ausgearbeitet, der gegenwärtig in den großen
Waldungen des Grafen von Solms=Laubach am Fuße des
ſüd=
weſtlichen Vogelsberges zur Durchführung kommt. Nachdem man
dem Uhu in Württemberg durch Wiederanſiedlung eine bleibende
Stätte in Deutſchland geſchaffen hat, ſoll auf Grund der dort
ge=
wonnenen Erfahrungen eine zweite Heimſtätte für den deutſchen
Uhu im Vogelsberg erſtehen. Es kommen dabei keine Tiere in
Betracht, die etwa in Gefangenſchaft waren, ſondern es kann ſich
nur um die Einſetzung von wildgefangenen Alttieren handeln,
die imſtande ſind, ihre Exiſtenz auf Grund des vorhandenen
Futterbeſtandes an Kleintieren, der verſchiedenſten Art, die ſie
ohne weiteres ſchlagen können müſſen, ſelbſt ſicherzuſtellen. Man
darf geſpannt ſein, welchen Erfolg das jetzt in Angriff
genom=
mene intereſſante Experiment haben wird. Wenn es gelingt dem
Uhu. für den die Gewährung des ſtaatlichen Schutzes in Heſſen
in Kürze zu erwarten iſt, im Vogelsberg eine neue Heimat zu
ſchaffen, ſo wird dadurch den Beſtrebungen zur Naturſchutzpflege
in Heſſen ein neues, wertvolles Stück hinzugefügt.
Cd. Michelſtadt, 6. Febr. Aus der Gemeindepolitik.
Wie wir erfahren, hat die bürgerliche Fraktion des hieſigen
Ge=
meinderats geſchloſſen ihren Rücktritt erklärt. Man geht wohl
nicht fehl, wenn man annimmt, daß dieſer Schritt veranlaßt wurde
durch die Haltung der ſozialdemokratiſchen Fraktion und des
Bür=
germeiſters in der Frage der Wahl eines 2. Beigeordneten. Mit
dazu beigetragen wird auch haben, daß bei den
Voranſchlags=
beratungen uſw. verſchiedene Anträge der bürgerlichen Fraktion.
die eine Erſparnis bezweckten, von der SPD.=Fraktion abgelehnt
wurden. Von der Mehrheit der hieſigen Einwohnerſchaft wird
dieſer Schritt der bürgerlichen Fraktion begrüßt, und darf man
nun geſpannt ſein, wie die Sache weitergeht — In der
ſozial=
demokratiſchen Fraktion hat es ja auch eine Aenderung gegeben;
wie wir bereits geſtern berichteten, iſt Lehrer Schaab ebenfalls
zurückgetreten, dafür wird nun A. Gruber in das
Gemeindeparla=
ment einziehen. — Hohes Alter. Am kommenden Montag
feiert der Makler Phil. Enſinger, eine in hieſiger Gegend bekannte
Perſönlichkeit, ſeinen 86. Geburtstag; in dem benachbarten
Stein=
bach kann der Lehrer i. R. Phil. Hoffarth ſeinen 79. Geburtstag
am heutigen Samstag feiern.
b. Erbach, 6. Febr. Gaſtwirtetagung. Im Hotel „Zum
Odenwald” wurde gelegentlich einer Wirteverſammlung eine Ortsgruppe
Erbach des Odenwälder Gaſtwirtevereins gegründet. Der 1. Vorſitzende
des Odenwälder Gaſtwirtevereins, Herr Enſinger=Michelſtadt begrüßte
die Kollegen. Für die neue Ortsgruppe ſprach Herr Theſing=Erbach.
Er wies, auf das neueſte Sorgenkind der hieſigen Gaſtwirte die
Ge=
tränkeſteuer, eingehend, darauf hin, daß die geplante Art der Erhebung
dieſer neuen Belaſtung faltiſch undurchführbar ſei. Herr Döring=
Darm=
ſtadt ſprach über verſchiedene Berufsfragen. Er betonte, daß gerade das
Wirtsgewerbe durch die unzähligen Notverordnungen und
Beſteuerun=
gen beſonders hart in Mitleidenſchaft gezogen ſei. Von einem poſitiven
Ergebnis der Verhandlungen über die Frage der Bierpreisſenkung ſei
leider immer noch nichts bekannt. Auf die politiſchen Verhältniſſe
ein=
gehend, forderte er ſeine Kollegenſchaft dringend auf, unter allen
Um=
ſtänden ſich ſtrengſter Neutmlität zu bedienen. Er betonte die
Not=
wendigkeit der berufsſtändigen Organiſation, die im Intereſſe der in ihr
Organiſierten ſtets notwendig bleibe, mögen ſich auch die Verhältniſſe
geſtalten, wie ſie wollen. Die Leitung der neugegründeten Ortsgruppe
übernahmen die Herren Theſing und Stock.
Bg. Unter=Moſſau, 5. Febr. Filmabend. In der
gutbe=
ſetzten Kirche wurde am Donnerstag abend der Film „Kreuz über
der Großſtadt” gezeigt. Er gibt einen Einblick in das ausgedehnte
Arbeitsfeld der evangeliſchen Kirche und ihr ſegensreiches Wirken
in der Großſtadt.
Ag. Lindenfels, 6. Febr. Sitzung des Rates. Die
Gemeinde=
holzverſteigerung von letzter Woche ergab ca. 600 RM. mehr, als zum
Tarifſatz angenommen war. Die Feſtſetzung der Vergütung für
Loſe=
beſitzer auf der Litzelröder bewegt ſich zwiſchen 5 bis 8 RM. Im
näch=
ſten Jahre ſollen alle geſchädigten Ortsbürger am neugewonnenen
Ge=
lände „Güttenbuckel” Erſatz bekommen. Eine Eingabe behandelte die
Ermäßigung der Kurtaxe im Winter, weil im Winterhalbjahr angeblich
den Gäſten kein, Aequivalent geboten würde. Der Verſchönerungs= und
Verkehrsverein hatte in dieſer Angelegenheit ſchon vorher getagt und
kam zu dem Ergebnis, daß die Kurtaxe vorläufig nicht ermäßigt werden
könne, zumal die Abrechnung des Vereins vom letzten Jahre noch einen
Verluſt zu buchen habe. Die Ablieferung von Kurtaxe vom Jahre 1931
und ſogar vom Jahre 1930 ſeitens einzelner Quartiergeber iſt noch
rück=
ſtändig. Der Rat wird ſcharfe Maßnahmen ergreifen, ſo z. B. die
Ent=
ziehung der Wirtſchaftskonzeſſion, wenn keine ordnungsmäßige
Abliefe=
rung erfolgt,
d. Rimbach i. Odw., 3. Febr. Generalverſammlung des
girchengeſangvereins. Herr Pfarrer Anthes und Herr Lehrer
Lippert erſtatteten den Jahresbericht. Der derzeitige Mitgliederſtand
be=
trägt 288. Der Rechner Herr Arnold, trug den Kaſſenbericht vor und
wurde entlaſtet. Die ausſcheidenden Vorſtandsmitglieder Frau Dr. Gaſt,
Frau Hinz und Herr Valentin Schmitt wurden per Akklamation
wieder=
gewählt. Für das verſtorbene Vorſtandsmitglied Spielmann wurde
Herr Georg Trautmann in den Vorſtand gewählt. Der
Vereinsdiener=
poſten für 1939 wurde Frau Nick Wwe, übertragen. Nach Erledigung
einiger weiterer Anträge ſchloß der Vorſitzende die Verhandlungen. —
Am Vormittag hatte der Kirchengeſangverein im Hauptgottesdienſt durch
den Vortrag von drei Chören mitgewirkt. Herr Lehrer Lippert hat
damit aufs neue bewieſen, welch große Anforderungen an den Verein zu
ſtellen ſind.
O. Reichenbach i. Odw., 5. Febr. Heimatabend. Unter
der Leitung des Herrn Pfarrers Scheid wurde hier zugunſten der
örtlichen Winterhilfe ein Heimatabend veanſtaltet. Im
Mittel=
punkt der Veranſtaltung ſtanden zwei Vorträge. Es ſprach Herr
Pfarrer Müller=Darmſtadt über „Erlebtes und Erſchautes in der
Tſchechoſlowakei”, Anſchließend ſprach Herr Lehrer Rich. Matthes
über „Die Vergangenheit Reichenbachs im Lichte alter Straßen=
und Flurnamen‟. Beide Vorträge waren umrahmt von
Darbie=
tungen des Poſaunenchors (Ltg. Herr Wilh. Mink) und des
Kir=
chenchors (Ltg. Herr Rektor Keil), die ſich alleſamt in den
Grund=
gedanken des Abends aufs ſchönſte einfügten, ſo daß Herr Pfarrer
Scheid zum Schluſſe ſeiner Freude über den harmoniſchen
Ver=
lauf des Abends Ausdruck geben konnte. Eine Tellerſammlung
ergab den Betrag von 40 Mark.
A. Schlierbach. 5. Febr. Werbeverſammlung der
Nationalſozialiſten. Am Dienstag abend, fand in der
Gaſtwirtſchaft „Zum römiſchen Kaiſer” eine Werbeverſammlung
der Nationalſozial. Deutſchen Arbeiterpartei ſtatt zu der auch die
Ortsgruppen von Lindenfels, Ellenbach und Knoden in ſtattlicher
Anzahl erſchienen waren. Im hieſigen Bürgermeiſtereibezirk
hat=
ten bei den Landtagswahlen am 15. November 1931, obwohl hier
keine Ortsgruppe beſtand, mit 141 Stimmen die Nationalſozialiſten
mehr als andere Parteien zuſammen (93 Stimmen) an Wählern
für ſich gewommen. Es ſoll deshalb hier eine Ortsgruppe ins
Leben gerufen und demnächſt eine größere öffentliche
Verſamm=
lung veranſtaltet werden. Bei der Werbeverſammlung ſprach Herr
Lehrer Zehfuß=Knoden über das Thema „Die Rettung
Deutſch=
lands durch den Nationalſozialismus‟. Da meiſt nur Anhänger der
NSDAP. anweſend waren, verlief die Verſammlung ſehr ruhig.
Für alle, die heute bemüht ſein müſſen, die Forderungen der
Geſundheit mit den wirtſchaftlichen Notwendigkeiten in Einklang
zu bringen, iſt die Nachricht erfreulich, daß in Bad=Naubeim die
Kurabgabe für die Hauptkurkarte erneut geſenkt wird. Nachdem
bereits im vergangenen Jahr der Preis von 40— RM. für die
Hauptkurkarte um 10 Prozent ermäßigt wurde, tritt für die
Hauptkurzeit 1932 vom 11. April bis 15. September eine erneute
Senkung um etwa 10 Prozent ein, ſo daß die für dieſen ganzen
Zeitraum geltende Hauptkurkarte nur noch 33.— RM. koſtet.
Bn. Hirſchhorn a. N., 5. Fehr. Der Ortsgewerbeverein
Hirſchhorn veranſtaltete am Mittwoch abend im Gaſthaus „Zur
Krone” einen ſehr anregend verlaufenen Vortragsabend, zu dem
drei auswärtige Referenten: Herr Syndikus Dr. Kollbach von der
Handwerkskammer=Nebenſtelle Darmſtadt. Herr Grund von der
Buch= und Steuerſtelle Darmſtadt ſowie Herr Bäckerobermeiſter
Feyerabend=Wimpfen erſchienen waren. Nach kurzer Begrüßung
durch den Vorſitzenden des hieſigen Ortsgewerbevereins. Herrn
Tünchermeiſter Gg. Schweitzer, ergriff Herr Dr. Kollbach das
Wort und ſtattete zunächſt den Neckartal=Ortsgewerbevereinen
ſei=
nen beſonderen Dank ab für das tatkräftige Eintreten für die
Er=
haltung der Handwerkskammer=Nebenſtelle Darmſtadt. Hieran
anſchließend referierte derſelbe über das erſte Kavitel der 4.
Not=
verordnung: Preis= und Zinsſenkung. Herr Bäckerobermeiſter
Feyergbend ſprach hieran anſchließend über die Veranlagung zur
Vermögensſteuer. Der dritte Redner des Abends, Herr Grund,
referierte eingehend über die Sondergebäudeſteuer und über die
zahlreichen Ermäßigungsmöglichkeiten, die jedoch den meiſten
Steuerzahlern nicht bekannt ſeien. Nach einer kurzen, aus der
Verſammlung angeregten Ausſprache über die Warenhaus=,
Wan=
derlager= und Filialſteuer konnte der Vorſitzende mit dem Dank
an die Herren Referenten die ſpannend verlaufene Verſammlung
ſchließen.
— Hirſchhorn, 6. Febr. Waſſerſtand des Neckars am
5. Febr. 1,64 Meter, am 6. Febr. 1,64 Meter, morgens 5.30.
e Bad Wimpfen, 5. Febr. Hauptverſammlung des
Geſangvereins Morgenrot”. Nach dem Geſchäftsbericht
des Vorſitzenden Fritz Weyfing ſind über 50 Prozent der
Mitglie=
der arbeitslos und ausgeſteuert, ein großer Teil Kurzarbeiter und
nur wenige noch Vollarbeiter. Trotzdem hat der Verein in letzter
Zeit einen ungeahnten Aufſtieg genommen. Dieſer Aufſchwung iſt
hauptſächlich der Arbeit des derzeitigen Chorleiters Hauptlehrers
Zinßer, zu danken. Im Vorſtand trat inſofern eine Aenderung ein
als für den als Schriftführer ausſcheidenden Pringsauf Kark
Kohler gewählt wurde.
. Bad=Wimpfen, 6. Febr. Hauptverſammlung des Obſt=
und Gartenbauvereins. Nach der Begrüßung durch den
Von=
ſitzenden, Herrn Reallehrer Volz, hielt Herr Obſtbauinſpektor Bonz=
Heilbronn einen Vortrag über die Baumpflege und =Düngung, die
Be=
kämpfung tieriſcher und pflanzlicher Schädlinge. Intereſſant waren die
Vergleiche von 1929 und 1931. In beiden Jahren war der Obſtertrag
ſehr gut. 1929 wurden hier 13050 Zentner Obſt mit 111 545 MM., und
1931: 14360 Zentner Obſt mit 47 360 RM. veranſchlagt. Am Schluſſe
dankte Herr Bürgermeiſter Sailer dem Vortragenden für ſeine
lehr=
reichen Ausführungen.
W. Heppenheim a. b. B., 4. Febr. Windhorſtbund. Herr
Beigeordneter Profeſſor Rupp ſprach in einer gutbeſuchten
Verſamu=
lung des Windhorſtbundes über die Geſchichte der Zentrumspartei bis
zum Ausbruch des Weltkrieges. Seinen intereſſanten und lehrreichen
Ausführungen ſchloß ſich ein weiterer Vortrag von Bundesvorſitzenden
Dr. Feger an, der über beſondere Ginzelheiten der Parteigeſchichte
referierte und dabei den Septenatsſtreit und die Entwicklungsgeſchichte
des heſſiſchen Zentrums beſonders ſcharf herausarbeitete.
W. Heppenheim a. b. B., 6. Febr. Bunter Abend des
Heſ=
ſiſchen Landestheaters. Der Höhepunkt feſtlicher
Veranſtal=
tungen in den Mauern unſeres Kreisſtädtchens wurde mit dem geſtrigen
Abend erreicht. Die prominenteſten Künſtler, des Heſſiſchen
Landes=
theaters wie Anna Jakobs, Maria Kienzl, Regina Harre, Heinrich Kuhn,
Eugen Vogt, Johannes Draht. Joachim Sattler und Joſef Siebert
hat=
ten ſich in den feſtlich dekorierten Sälen des Hotels „Halber Mond” zu
einem Bunten Abend eingefunden. Das moſaikartig zuſammengeſtellte
Programm bot eine ſeltene Fülle wahren, echten Humors, den die mit
hoher Stimmkultur ausgeſtattete und mit ſcharfpointiertem
ſchauſpiele=
riſchem Können verſehene Darmſtädter Künſtlerſchar den Meiſterwerken
der Opern= und Operettenliteratur wie Lortzing, Millöcker, Strauß,
Zeller und Lehar entlockten. Einen beſonderen Ton, der von dem
ge=
wöhnlichen Genre wohltuend abſtach, bekam der Abend durch die
vir=
tuoſenhafte Flügelbegleitung durch Herrn Fritz Bohne und durch die
humo=
riſtiſchen Vorträge von Herrn Sieber. Frenetiſchen Beifall zollten die
zahlreichen Beſucher den Gäſten.
—Gernsheim. 6. Febr. Waſſerſtand des Rheins am
5. Febr. —0,66 Meter, am 6. Febr. —0,68 Meter, morgens 5.30.
Ca. Lorſch, 5. Febr. Vom Obſtbau. Unter Leitung von
Herrn Obſtbauinſpektor Behne von der
Landwirtſchaftskam=
mer fand geſtern ein Baumſchnittkurs ſtatt, zu dem ſich 45
Teil=
nehmer eingefunden hatten. Bei einem Rundgang durch die
hie=
ſige Gemarkung wurde das richtige Baumbeſchneiden und
zaus=
ſchneiden gezeigt. Abends fand dann im Gaſthaus „Zur
Kloſter=
ſchenke” eine intereſſante Ausſprache über viele Fragen der
Obſt=
baumzucht ſtatt, in der Herr Behne zu den einzelnen Fragen
er=
giebige Stellung nahm.
Cm. Wallerſtädten, 5. Febr. Elternabend mit
Vor=
trag. Die hieſige Volksſchule veranſtaltete einen Elternabend,
der von der Einwohnerſchaft außerordentlich zahlreich beſucht war.
Nach einigen humorvollen Liedern und Gedichten kam dann das
Schattenſpiel „Dr. Eiſenbart” zur Vorführung und erfreute die
Zuſchauer außerordentlich. Hieran anſchließend führte die Kinder=
Turnabteilung neuzeitliches Bewegungsturnen vor, das ebenfalls
reichen Beifall fand. Schließlich kam der Kreisarzt Dr Binſack
von Groß=Gerau zu ſeinem Vortrag mit Lichtbildern über
Ge=
ſundheitspflege. Herr Dr. Binſack, verſtand, es in vorzüglicher
Weiſe, den Leuten die Grundſätze einer vernünftigen
Geſundheits=
pflege klarzumachen.
Cp. Klein=Gerau, 6. Febr. Hohes Alter. Am Sonntag kann
Frau Altbürgermeiſter R. Lipp ihren 87. Geburtstag begehen.
Au. Groß=Gerau, 6. Febr. Ein neuer Saalbau. Von einem
privaten Bauherrn ſoll an der Gernsheimer Straße ein neues
Wohnhaus mit Saalbau errichtet werden. Der Entwurf kommt von
Architekt Meffert=Mörfelden. Im Frühjahr ſoll mit dem Bau
begon=
nen werden. Der Saalbau ſoll als Volkshaus verwendet werden.
Volksbildungsverein. Kreisſchulrat i. R. Backes ſprach in
einem Lichtbildervoxtrag über das Thema „Der vorgeſchichtliche Meuſch
des Rhein=Main=Gebietes”. An Hand verſchiedener Funde und
Licht=
bilder gab der Vortragende ein Bild vom Leben des Steinzeitmenſchen.
Die Veranſtaltung war gut beſucht, beſonders Erwerbsloſe hatten von
dem freien Eintritt zahlreich Gebrauch gemacht. — Eine Senkung
der Lichtpreiſe. Ab erſten Januar iſt der Lichtpreis von 50 auf
49 Pfg. geſenkt worden.
4a. Langen, 6. Febr. Der Bettlerals Dieb. Ein
ortsfrem=
der Bettler ſprach abends in einem hieſigen Schubwarengeſchäft vor.
Da=
bei ließ er in einem unbewachten Augenblick ein Paar Schuhe mitgehen.
Der Geſchäftsmann bemerkte aber bald darauf den Diebſtahl, ſo daß dem
Fechtbruder die Schuhe wieder abgenommen werden konnten.
Butzbach, 3. Febr. Die Aufhebung des hieſigen
Finanz=
amtes iſt laut Mitteilung des Reichsfinanzminiſteriums mit dem
Schluß des Nechnungsjahres endgültig erfolgt. Die Orte werden den
Finanzämtern Gießen und Friedberg zugeteilt.
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e unkreiwillige Anerkennung aus fachkreisen bestätigt,
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Seite 8 — Nr. 38
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 7. Februar 1932
Uesstisten and uder Doait.
König Guſtaf und der Fiſcher.
(K. B—St.) Stockholm. Falls man die Frage aufſtellt, mit wem
der König von Schweden am meiſten privatim verkehrt, dürfte es ſich
empfehlen, die fragliche Perſon nichſt unter dem Adel oder der ſchwediſchen
Ariſtrokratie zu ſuchen, denn Herr C. E. Erikſſon, Fiſcher von Beruf,
ſteht nicht im offiziellen Adelskalender. „Herr Erikſſon, welcher dieſer
Tage ſeinen 70. Geburtstag feierte, wohnt in Tullgarn, wo S. M., König
Guſtaf V. ſeinen Sommeraufeuthalt zu nehmen pflegt. Die
Bekannt=
ſchaft zwiſchen Seiner Majeſtät und dem Fiſchersmann beſteht ſeit dem
Jahre 1886, und Sommer für Sommer ſind ſie zuſammen geweſen und
ſind auf den kleinen Seen in der Gegend von Tullgarn im Ruderbovt
herumgefahren. Mit den Angelgeräten oder mit den Büchſen auf dem
Rücken konnte man ſi= in den angrenzenden Wäldern beobachten. König
Guſtaf, der ja auch als Tennisſpieler bekannt wurde, iſt ein
leidenſchaft=
licher Jäger und Angelſportler, und Herr Erikſſon iſt ein großer
Sach=
verſtändiger in ſolchen Angelegenheiten.
Natürlich iſt Herr Erikſſon anläßlich ſeines 70. Geburtstages von
der Stockholmer Preſſe interviewt worden, und obwohl Erikſſon wie ein
großer Diplomat manche Fragen nur mit einem lächelnden Schweigen
heantwortete, haben die Reporter doch zu wiſſen bekommen, daß S. M.
ein hervorragender Angler iſt. An einem Nachmittag zog der König
z. B. nicht weniger als 20 Hechte, und einmal gelang es ihm in einem
kleinen Binnenſee, einen Hecht von 9 Kilogramm heraufzuholen.
Oft=
mals befanden ſich der König und der Fiſcher den ganzen Tag über im
Boot, aber um 4 Uhr wird Seine Majeſtät ſtets hungrig, und dann wird
der Frühſtückskorb hervorgeholt. Fa, Fiſcher Erikſſon kennt die
Maje=
ſtäten! Königin Viktoria von Schwveden pflegte oftmals in das
beſchei=
dene Fiſcherhaus einzutreten, um ein Stündchen mit „Mutter Erikſſon”
zu plaudern, und der Kronprinz Guſtaf Adolf und Prinz Wilhelm von
Schweden erinnern ſich des Erikſſon ſeit fener Zeit, als er ſie auf den
Arm nahm und ſie auf die Schönheiten der Natur aufmerkſam machte.
Als König Guſtaf ſeinen 70. Geburtstag feierte, verlieh er ſeinem
Fiſcher=
freund eine Auszeichnung, und daß Fiſchersmann Erikſſon auch an ſeinem
70. Geburtstage nicht vergeſſen worden iſt, hat er beſtätigt. Aber über
die Einzelheiten der Glückwünſche bewahrt der Fiſcher aber völliges
Schweigen.
Däniſche Oberkommandierende unker ſich.
(nh.) Kopenhagen. Einer der eifrigſten Vorkämpfer für den
Abrüſtungsvorſchlag der Regierung Stauning iſt der Chef des
Marine=
departements, Admiral Rechnitzer. Neulich hatte der Admiral wieder
einmal in einer hieſigen Zeitung einen temperamentvollen Aufſatz über
die künftigen Aufgaben der däniſchen Wehrmacht zu Waſſer und zu Lande
veröffentlicht und dabei auseinandergeſetzt, daß Heer wie Marine nach
Umwandlung in Grenzbewachungskolonnen bzw in Küſtenpolizeiflottillen
(vorausgeſetzt, daß der däniſche Reichstag den Stauningſchen
Abrüſtungs=
vorſchlag wirklich einmal gutheißen ſollte) ausſchließlich bei einer
Ver=
letzung der däniſchen Neutralität in Funktion zu treten habe. Dieſen
Auffatz legte dieſelbe Zeitung dem gerade vom Miniſterpräſidenten
Stau=
ning neu ernannten Oberkommandierenden der Landſtreitkräfte, General=
50 Jahre Berliner Stadtbahn.
Links: Das Modell eines zweiſtöckigen Stadtbahnwagens, wie er in den erſten Jahren auf der Berliner Stadt= und
Ringbahn verkehrte. Mitte: Ernſt Dirckſen, der Erbauer der Berliner Stadtbahn (geboren 1831, geſtorben 1899).
Rechts: Heutiger Triebwagen der elektrifizierten Stadt= und Ringbahn. — Am 7. Februar feiert die Berliner
Stadt=
bahn das Jubiläum ihres 50jährigen Beſtehens. Dieſes Verkehrsmittel, das ſeine Entſtehung vor allem der Initiative
Bismarcks verdankt, iſt aus dem Berliner Stadtbild heute nicht mehr fortzudenken und befördert, beſonders ſeit der
Elektrifizierung, die weitaus größte Perſonenzahl aller Berliner Verkehrsunternehmungen.
leutnant With, zur Kenntnisnahme wie auch zur eventuellen
Gegen=
äußerung vor. Kaum hatte der General die Ausführungen ſeines
Kolle=
gen von der Marine überflogen, als er ſehr unwirſch dem Ausfrager
folgende Auslaſſung in den Füllfederhalter diktierte: „Was der Admiral
Rechnitzer geſagt oder geſchrieben hat, braucht man mir überhaupt nicht
vorzulegen. Ich kenne den Standpunkt und die Pläne des Admirals.
Sie ſind gerade gut genug, um ſie auf einen Schutthaufen zu fahren.
Soll ich meine Anſichten über däniſche Wehrfragen mit irgend jemand
austauſchen, ſo ganz gewiß nicht mit dem Admiral Rechnitzer.”
Nicht wenig überraſcht ſteckte der Ausfrager dieſe lapidare
Aeuße=
rung des Generals ein, veröffentlichte ſie in ſeinem Blatte, von wo aus
Withs Worte die Runde durch den däniſchen Blätterwald antraten, und
jeder, der ſie las, erwartete nun geſpannt, daß der Admiral ſeinem
Kollegen von der Landmacht zum mindeſten ſeine Zeugen und dem
ober=
ſten Herrn in Dänemark, dem Miniſterpräſidenten Stauning, eine
Be=
ſchwerde über die doch wirklich nicht gelinde Anrempelung ſeitens des
Generals ſenden würde, zumal doch nicht nur der Admiral, ſondern glei3
zeitig auch der Miniſterpräſident ſelber mitſamt ſeiner ganzen Abrüſtungg
politik von dem, wie geſagt, gerade vom Miniſterpräſidenten friſch
e=
nannten Oberkommandierenden der Landſtreitkräfte einen ſehr kräfiges
Naſenſtüber erhalten hatte. Was aber geſchah? Nichts von alledemn
Sowohl der Admiral wie auch der Miniſterpräſident ſteckten den
Naſe=
ſtüber ein. Da jedoch etwas getan werden mußte, ſchrieb der Admirr
flugs einen neuen Zeitungsartikel, worin er „der Hoffnung
Ausdru=
gab”, daß ſich „trotz des Witbſchen Schutthaufens” der Abrüſtungsvcy
ſchlag der Stauningſchen Regierung einmal durchſetzen werde. Wann..
darüber ſchwieg ſich ſowohl der Admiral wohlweislich aus und walt:
weiter ſeines Amtes — genau wie der Kollege von der Landmacht; u.n
inzwiſchen amüſiert ſich die „anze däniſche Wehrmacht zu Waſſer und
Lande ob des wirklich vornehmen Verkehrstons, der unter ihren Kor
mandierenden zu Waſſer wie zu Lande als Vorbild für alle Träger 23
däniſchen Feldgraus wie der däniſchen Blaujacke herrſcht.
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Sonntag, 7. Februar 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 38 — Seite 9
ein Lielster 18t ...Prolessionak
Copyrightby: Carl Dancker Verlag, Berlin W62 Roman von Franz Roswalt
Nachdruck verboten
„Er ſollte mal die Reifen wechſeln!” meinten die Leute, die
ßiß zu betreuen hatten. Indeſſen hatte ſie ſelbſt das Rennfieber
euackt, daß ſie über jede zurückgelegte Runde aufatmeten.
In der fünfzehnten Runde ſchrillte das Telephon im
Steyr=
eu ot. Direktor Perlhammer drang darauf, daß Pleß zur Kontrolle
jät, er ſollte die Reifen wechſeln! Perlhammer ſpielte nicht mit
Nu nſchenleben.
Als Pleß paſſierte, ſtanden die Monteure mit hochgehobenen
eus da, einer kam mit einem Plakat ent gegen: Reifenwechſel!
Iß lachte und gab Gas, daß es brummte. Was die ſich dachten,
rde jetzt, wo der Mercedes ſtoppte, wo es galt, die Sekunden
uxzunützen und den Konkurrenten entſcheidend abzuſchütteln,
uren ſie mit ihren lächerlichen Plakaten. Er dachte gar nicht
uran, Vollgas! Vollgas! Der Beifahrer hieb mit geballter Fauſt
Die Luft und lachte hyſteriſch. Sie lagen allein an der Spitze.
far das ein Rennen! Der Wagen brauſte in die Kehren des
eichtigten Nudeltopp, Vielleicht einen Bruchteil zu ſchnell, wer
„m das nachher beurteilen! Sekundenlang klemmte ſich der
Hin=
reifen im Straßenrand. Und in dieſem Sekundenbruchteil
nlllte er weg. Pleß ſah noch, wie ſich der Mann neben ihm weit,
erk zurücklegte, dann griff er mit ſtarren Fingern ins Steuerrad.
berplötzlich ſchien der Wagen gar nicht mehr dem Steuer zu
ge=
ußhen. Er brach ſeitwärts aus und ſchleuderte mit aller Gewalt
r Hundertkilometer=Tempo über den Graben. Hilf Himmel!
cte Pleß noch. Arme kleine Inge! — Alles brauſte im
zeit=
ſim Rhythmus der Ewigkeit donnernd vorüber. In
Sekunden=
uchteilen. Dann kletterte die Maſchine mit hochgereckter 13 am
üplerkopf die Böſchung hinauf und ſtürzte rückwärts auf die
ſtraaße zurück.
Aus einer mächtigen Staubwolke brach ein brüllendes Krachen.
Und dann war alles aus. Es war ganz ſtill. Nur die
Waſſer=
or fen ſickerten aus dem zerborſtenen Kühler in dieſe entſetzliche
ſikle, Oel und Benzin verſtrömten in trüber Pfütze. Erbärmlich
innmerte das Streckentelephon: Sanitäter! Nummer elf geſtürzt!
Als am Turm Tafel 11 umgelegt wurde und der Lautſprecher
fuſte gebot, ſah man Perlhammer zum Depot hinunterſtürzen,
n Laufen riß er ſich den Kragen auf, als müſſe er erſticken.
Der Lautſprecher verkündete: „Fahrer Herbert von Pleß auf
ſeur bedauerlicherweiſe ſchwer verunglückt.” Stille. — „Das
umen geht weiter. Ueber den Unfall wird, ſobald nähere
Ein=
heiten vorliegen, laufend berichtet werden!” In der Ferne
ſteus donnernd eine Wolke heran. Das Rudel kam wieder in
ſär, das Rudel jagte weiter, Runde um Runde, das Rudel fuhr
f Sieg!
Eine Minute, nachdem ſich der Wagen Pleß” im Nudeltopp
teiſſchlagen hatte, paſſierte Haußner die Unglücksſtelle.
„Pleß!” ſchrie ihm der Beifahrer zu und ſtarrte mit
aufge=
riſſenen Augen hinüber. Funktionäre bemühten ſich um die
Ver=
unglückten, die Sanitätsautos ſchienen noch nicht da zu ſein.
Pleß! durchzuckte es Haußner, Pleß! Pleß, du einziger Freund,
den ich habe!
Preßke riß den Mund auf ohne ein Wort herauszubringen.
Haußner ſtoppte neben den Sanitätswagen, die eben
herange=
fahren kamen. Er ſprang heraus und lief zu der Unglücksſtelle.
Die Trümmer wurden bereits eilig aus der Bahn geſchafft. Der
Wagen war nichts mehr als ein Gewirr von Draht und Eiſen.
Auf dem windſchiefen Kühler prangte immer noch weiß und
ſieg=
haft die Glücksnummer 13. Der Beifahrer ging mit ſteifen
Schrit=
ten hin und her und murmelte Worte für ſich, die kein Menſch
verſtehen konnte. Er war dreckig, quer übers Geſicht lief eine lange
böſe Schramme, an den Rändern klebte verkruſtendes Blut. Aber
der Himmel hatte ein Einſehen gehabt, er konnte hier noch auf
und abgehen, konnte die Zähne noch auseinanderbringen und leiſe
vor ſich hinfluchen. Er lebte und hatte ſich nichts getan. Pleß
hatten ſie gegen die Böſchung gelehnt — — Arme und Beine
hin=
gen wie leblos an ihm herunter.
Haußner hockte neben ihm und bat: „Gleich kommt der Arzt,
Hetbert es iſt ja noch gut abgegangen . . . Wo tuts denn
weh. Herbert?!"
Er ſtrich ihm zitternd über die ſchlaffen Glieder und hielt den
Becher mit Waſſer an den Mund. Allmählich ſchien ihn Pleß
wie=
der zu erkennen. Es wurde ihm ſehr ſchwer, die Lippen zu
be=
wegen. Mühſam und ganz leiſe flüſterte er ... „fahren ... fahren.
Wil. ly ... nicht aufhalten laſſen!”
Dann kamen ſchon die Aerzte und die Sanitäter, die die
Trag=
bahre brachten, für den Beifahrer war auch eine bereit. Es gab
ein grimmiges Gelächter, als er mit dem Fuß nach ihr ſtieß und
hinter den Leuten, die Pleß ins Auto trugen, herging. Das war
ein Kerl, dieſer Beifahrer, er hieß Radſchich und war ſeit fünf
Jahren bei Steyr Obermonteur.
„Ruhe!” gebot der Lautiſprecher. „Das Befinden des
verun=
glückten Fahrers Herbert von Pleß iſt nach Anſicht der
behandeln=
den Aerzte ernſt, aber nicht hoffnungslos. Der Beifahrer iſt
un=
verletzt. Der bedauerliche Unfall entſtand dadurch, daß es Pleß im
Eifer des Rennens unterließ, die Reifen zu wechſeln. Wir
kom=
men in Kürze mit neuen Meldungen. Stand des Rennens: Spitze
Carraciola auf Mercedes SSK., Munalfi auf Alfa Romeo, folgen
eine Runde zurück: Vheron auf Bugatti, zwei Runden zurück,
Er=
mueller auf Buick. Stand der Wagen der 2=Liter=Klaſſe...!"
„Und unſer Haußner?” fragte Bernheim und machte ein
er=
ſtauntes Geſicht.
„Ja, gewiß”, ſagte Planck und rückte nervös hin und her.
Vermutlich iſt ſein Stand noch nicht gemeldet. Es fehlen ja noch
eine ganze Menge andere auch!"
In dieſem Moment kam der Lautſprecher wieder: Soeben
erhalten wir die Meldung, daß Haußner auf DMW. das Rennen
abbricht!”
Bernheim hatte ein feines Lächeln und meinte: „So, ſo —
hm, hm!”
„Das iſt ganz ausgeſchloſſen!” würgte Planck heraus und
ſtand auf, „ich muß mal gleich nachſehen. Sie entſchuldigen, Herr
Direktor!”
„Aber gewiß, lieber Planck, gewiß!“
Während Planck kurzatmig zum nächſten Telephon ſtürzte,
wurde auf der Tafel Nummer 8 herausgenommen. Nummer 8
ſchied aus!
Planck ließ ſich mit dem Depot verbinden: „Hallo, hier Planck!
Was iſt los, zum Donnerwetter!”
Ein ängſtlicher Lehrling murmelte mit beſtürzter Stimme, daß
er ſofort Herrn Francke holen werde und verſchwand. Planck
klopfte ſich inzwiſchen die Finger wund, er trommelte immer
den=
ſelben Marſch und entwarf Rettungspläne. Bernheim und ſein
Geld waren verloren, ſoviel war ſicher, Himmel und Hölle, wo
blieb dieſer Francke?!
„Herr General.
„Zum .. ., was iſt los, Francke, iſt was paſſiert?!"
Stille. Endlich ſagte Francke und ſchien ſelbſt nicht zu
be=
greifen: „Er hat das Rennen abgebrochen, weil er nicht mehr
fahren will, Herr Generaldirektor!”
„Was, was iſt?"
„Ich weiß es auch nicht!” ſagte Franke dumpf.
Fünf Minuten ſpäter erſchien Planck im Depot. Der
Renn=
wagen ſtand daneben, Preßke war dabei und ſah aus wie ein ganz
kleiner Junge. Drinnen brüllte Franke: „Herrgott, Menſch, biſt
du denn wahnſinnig, wie kommſt du denn dazu, ſo etwas zu
machen! Willſt du uns denn mit aller Gewalt ruinieren! Mann,
und dich mußten wir ans Steuer ſetzen, ach du lieber Himmel!”
Planck trat ein. Er mußte ſich wirklich beherrſchen, als er
Haußner ſah. Da ſtand der Menſch, friſch und geſund, draußen
war der Wagen, in Ordnung. Und lief trotzdem nicht mit.
„Was iſt denn los, Haußner? — — Nicht doch, beruhigen Sie
ſich, Francke wir wollen doch mal erſt hören, was paſſiert iſt. —
Alſo, haben Sie die Güte, Herr Haußner! Sie fahren nicht weiter,
warum nicht?!“
Haußners Geſicht war vollkommen unbeweglich. Totenbleich
und ohne jede Regung: „Ich paſſierte kurz nach dem Unglück die
Stelle, an der Pleß lag. Ich hielt es für meine Pflicht, zuerſt
ihm zu helfen. Dadurch habe ich den Anſchluß verpaßt, es war
aus=
ſichtslos, das Rennen fortzuſetzen!“
„Das iſt ja nicht wahr!” brüllte Francke. „Wie kommen Sie
dazu, das zu behaupten, wie kommen Sie dazu!”
(Fortſetzung folgt.)
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lungen durchgehender Betrieb) ſind. Sonntags ſind ſämtliche
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Enthält die Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder
Art der 18 Kreise des Volksstaats Hessen (Kennzeichen: VS, VR, VO)
für dle Zeit vom 16.—31. Januar 1932. Diese Meldungen sind sonst
nicht zugängllch, alvo nur durch uns erhältlich.
Die Aufo-Listen enthalten die Angaben in folgender
Reihen-
folge: Name, Beruf, Wohnort des Kraftfahrzeugbesitzer:,
Fahr-
zeugart, Hubraum in ccm und PS (bei Lastkraftwagen:
Eigen-
gewicht in kg und PS), Fabrikat und Motornummer. Fabrikneue
Fahrzeugs zind durch + kenntlich gemacht. Die Meldungen zind
geordnet nach den drei Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen,
und innerhalb dieser nach Fahrzeugarten. Abgemeldete
Fahrzenge werden besonders geführt. Die Autolisten sind
unentbehrilch, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
lietern. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die spätestenz am 8. eines Monats ausgegebene Liste enthält die
Meldungev vom 16.— 30. (31.) des voraufgegangenen Monats und
die spätestens am 23. eines Monatz ausgegebene Liste die
Mel-
dungen vom 1.— 15, des gleichen Monatz.
Bezug3p r212:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtllcher 18 Krelse für
12 Monate: zum monatllchen Pauschalprels von
RM. 15.00.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Kreise
und Städte, gleich ob für einen oder mehrere Monate, zu
Staffel-
preisen, die wir bei uns zu erfragen bitten.
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Jagd=Verpachtung.
Hamstag, den 13. Februar 1934,
nachmittags 2 Uhr, wird auf der
unter=
zeichneten Bürgermeiſterei (Ratſaal) die
Jagd der Gemeinde Kimbach, beſtehen
aus ca. 1300 Morgen Feld, Wald und
Wieſen auf ſechs Jahre öffentlich
ver=
pachtet. Es wird bemerkt, daß ein ſehr
guter Wildſtand, insbeſondere Rehwild
vorhanden iſt und gilt als eine der beiten
Jagden im hinteren Odenwald. Da
Jagdrevier liegt 40 Minuten von der
Zahnſtation König i. O. und iſt durg
gute Autobusverbindung raſch zu ene
leichen.
Kimbach, den 1. Februar 1932.
Heſſ. Bürgermeiſterei Kimbach,
Flechſenhaar. 1640b
B
Jagd=Verpachtung.
Samstag, den 13. Februar 1932, nach
mittags 3½ Uhr, wird die Jagd der
Gemeinde Löhrbach mit Buchklingen
473 Hektar groß, in der Wirtſchaft von
Dörſam auf 6 Jahre verpachtet.
Löhr=
bach iſt mittels Autobus von Weinheim
gut zu erreichen. Auskunft durch die
(21
Bürgermeiſterei.
Löhrbach, den 4. Februar 1932.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Löhrbach
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wraukfurt a. M. Nach längerem Leiden
geſtern in Berlin Prof. Dr. Philipp Stein
Ulter von 68 Jahren geſtorben. Prof. Dr.
ſin hat ſeine, wiſſenſchaftliche Laufbahn in
u kfurt a. M. begonnen, wo er, gebürtiger
e badener, die Schule beſucht hatte. Er war
der erſten, die ſich Praxis und Theorie
Soziologie und der ſozialen Fürſorge zur
bensaufgabe gemacht hatten. Erſt als Leiter
M1. gemeinnützigen Rechtsauskunftsſtelle, dann
9 Sozialmuſeums und des Inſtitutes für
Ee=
zuvohl in Frankfurt a. M., ſpäter als Ho.
io=
zu-ofeſſor an der Frankfurter Univerſität, als
6d rat und in anderen Eigenſchaften entfaltete
wine rege Tätigkeit, die ihm internationalen
Awerſchaffte. Im Frühjahr 1925 wurde er
t Deutſchen Genoſſenſchaftsverband als
Ge=
ſisführer nach Berlin berufen und befaßte
ſſätdem vorzugsweiſe mit dem
Genoſſenſchafts=
m), in dem er eine führende Rolle ſpielte. Als
Aglied des Zentralausſchuſſes der Reichsbank,
ℳ Borläufigen Reichswirtſchaftsrates, des
Aus=
ſſts der Preußiſchen
Zentralgenoſſenſchafts=
ſ als Vorſitzender des Deutſchen Vereins für
Wi ungsweſen, Vorſtandsmitglied der
Geſell=
ict für ſoziale Reform und in anderen
Eigen=
ſtn genoß Philipp Stein hohes Anſehen in
piſchaftlichen und wiſſenſchaftlichen Kreiſen.
Sl=Auguſt vorigen Jahres war er von der
9chsregierung berufen worden, um die
Vorbe=
pur g der Bankenaufſicht mitzuberaten.
ernationale Hochſtapler unſchädlich gemacht.
irankfurt a. M. Vor einigen Tagen
bd— gemeldet, daß zwei internationale
Be=
her in einem erſtklaſſigen hieſigen Hotel
9eſ- Verdachts des Diebſtahls und verſuchten
ſeigs durch die Kriminalpolizei feſtgenommen
yoſn ſind. Die Ermittlungen haben nunmehr
n, daß die beiden Feſtgenommenen von
ubch edenen Staatsanwaltſchaften, ſo u. a. von
9 0n Budapeſt, Nürnberg, Erfurt und
Stutt=
gAwegen Betrugs, Urkundenfälſchung und
Yheuchlagung geſucht werden. Der hier unter
d5 ſCamen Gregoly aufgetretene Schwindler
1½ richtig Tibor Goldſchein aus Budapeſt. Er
Rite ſich auch des Namens Gellert. Der zweite
2hüger trug ſich hier im Hotel unter dem
Na=
ny Ernſt Mezey, Artiſt aus Budapeſt, ein.
So=
uü die Ermittlungen bis jetzt ergeben haben,
dimne der Name zutreffen. Durch die
Aufmerk=
ſüteſt eines Hotelangeſtellten und durch
ſchnel=
le4zuigriff der Kriminalpolizei konnten dieſe
jütcyationalen Hochſtapler unſchädlich gemacht
ween.
: % Pluto des Wiesbadener Polizeipräſidenten
geſtohlen.
Viesbaden. In der Nacht zum Samstag
in Wiesbaden das Auto T T 51661 ge=
Es handelt ſich um den Wagen des
Mipräſibenten Fröitzheim, dem jetzt zum
her Male das Auto geſtohlen wurde. Die
de haben vermutlich den Wagen benutzt, um
MLimburg zu fahren, wo ſie in ein
Radio=
ghüft eingebrochen haben. Wahrſcheinlich ſind
ſihin in Richtung Koblenz weitergefahren.
wei Berliner Falſchmünzer in Breslau
verhaftet.
föreslau. Am Freitag wurden in einem
Ader 45jährige Gießereibeſitzer Joſef Wahn
w der 38jährige Kaufmann Matthias
Bre=
nAbeide aus Berlin, wegen Verdachts der
Abhrrünzerei feſtgenommen. Die
Falſchgeld=
zi ſtale in Berlin hatte das Fahndungserſuchen
wüFreslau gegeben. Der eine der
Feſtgenom=
mſin gab an, nur Breslau als
Verbreitungs=
gibt für die von ihm hergeſtellten falſchen
Aſfſtücke gewählt zu haben. 87 falſche
Fünf=
muſtäcke wurden im Hotelzimmer, das die bei=
Air Breslau bewohnten, vorgefunden, und
z10 in Sofa, im Schrank, unter dem Waſchtiſch
u Nir den Sprungfedermatratzen der Betten
mBedt. Zu einem Vertrieb von falſchen Stücken
MAdie Täter in Breslau aber noch nicht
ge=
men.
Bildhauer Prof. Ludwig Daſio †
Nünchen. Infolge Herzſchlags ſtarb in
Tſchen der bekannte Meiſter der deutſchen
Me=
benkunſt Bildhauer Prof. Ludwig Daſio im
Alebensjahre. Seine Tätigkeit als Bildhauer
Sacke ſich auch auf monumentale, figürliche
Ahit
AiſcherAnkounfal desskaaksanwalls
des Berliner Aukodezernaks.
Scaatsanwaltſchaftsrat Dr. Lettner,
derrutodezernent der Staatsanwaltſchaft Berlin.
Auto des Berliner Polizei=Inſtituts für
nᛋ und Verkehr, erlitt in der Nähe von
now einen ſchweren Unfall, wobei der
StAtunwaltſchaftsrat Lettner getötet ſowie
zwAſBerliner Richter und zwei
Polizeiwacht=
meiſter ſchwer verletzt wurden.
Der Reichspräſidenk auf dem Reit= und Fahr=Turnier.
Blick auf die Präſidentenloge.
In der Mitte Reichspräſident von Hindenburg (X). Links von der Loge Berlins
Oberbürger=
meiſter Dr. Sahm. — Den Höhepunkt des Berliner Reit= und Fahr=Turniers bildete der Beſuch
des Reichspräſidenten von Hindenburg, der den Darbietungen mit größtem Intereſſe folgte.
Winkerübung der Reichswehr=Gebirgs=Arkillerie bei Garmiſch=Parkenkirchen.
Oben: Geſchütz in Stellung. Unten: Beobachtungspoſten.
Auf dem Kreuzeck bei Garmiſch=Partenkirchen fanden die diesjährigen Winterübungen der
Reichswehr=Gebirgsartillerie ſtatt. Dieſe Manöver im verſchneiten Hochgebirge, bei denen die
ſchweren Geſchütze, zum Teil zerlegt, viele hundert Meter hoch transportiert werden müſſen, ſtellen
an die Artilleriſten die höchſten Anforderungen.
Der neue Schnell=Triebwagen.
der Reichsbahn.
Berlin. Nach eingehenden Erprobungen
ſoll im kommenden Frühjahr auf der Strecke
Berlin-Hamburg ein Schnelltriebwagen in
Be=
trieb genommen werden. Der Schnelltriebwagen
iſt in der Lage, dauernd eine
Fahrtgeſchwindig=
keit von 150 Kilometern einzuhalten. Der Wagen
iſt als Doppelwägen entworfen. Jede Hälfte
ruht an dem einen Ende auf einem Drehgeſtell
von 3,5 Metern Abſtand, während die beiden
Wagenhälften in der Mitte auf einem
gemein=
ſamen Jakobs=Drehgeſtell aufliegen und mit
einem Faltenbalg verbunden ſind. In jedem der
Drehgeſtelle iſt ein Maybach=Motor von 410 PS=
Leiſtung eingebaut, der eine Dynamomaſchine
an=
teibt. Der von dieſer erzeugte Strom wird zwei
Tatzenlager=Elektromotoren zugeführt, die die
Achſen des mittleren Jakobs=Drehgeſtells
antrei=
ben. Die elektriſche Ausrüſtung wird von den
Siemens=Schuckert=Werken nach dem Gebusſyſtem
beliefert. — Da bei derartig hohen
Fahrt=
geſchwindigkeiten der Luftwiderſtand den bei
weitem größten Teil des Geſamtwiderſtands
aus=
macht, kommt es darauf an, die äußere Form
dem geringen Luftwiderſtand anzupaſſen. Zu
die=
ſem Zwecke wurden die Kopfſeiten der beiden
Wagenhälften ſtark abgerundet. Der
Wagen=
kaſten ſo niedrig wie möglich gehalten und mit
einem glatt durchgehenden gewölbten Dach ohne
Aufbauten verſehen. Die günſtigſte Form wurde
durch Beblaſen von entſprechenden Modellen im
Windkanal des Zeppelinluftſchiffbaues in
Fried=
richshafen ermittelt.
Eine Aufſehen erregende Verhafkung
in Krakau.
Krakau. Vor zwei Wochen meldete eine
Frau Ciunkiewicz der Polizei, daß ſie im Grand=
Hotel beſtohlen worden ſei. Ihre Koffer ſeien,
ohne daß ſie es bemerkt hätte, ſeitlich
aufgeſchnit=
ten und vollkommen ausgeraubt worden. Koſtbare
Pelze, wertvoller Schmuck, darunter Perlen und
farbige Diamanten, und Valuten im Geſamtwert
von etwa 1½ Millionen Mark ſeien in die Hände
der Hoteldiebe gefallen. Nachforſchungen haben
nunmehr ergeben, daß die beſtohlene
Millionä=
rin vermutlich eine Abenteuerin iſt, die ſchon in
Paris, wo ſie gewöhnlich zu leben pflegt, in eine
Reihe dunkler Affären verwickelt war. Die
pol=
niſche Preſſe behauptet weiter, daß Frau
Ciun=
kiewiecz vom ehemaligen Sowjetbotſchafter
Kraſ=
ſin, zu dem ſie intime Beziehungen unterhalten
hätte, große Geldſummen bekommen habe.
Ge=
genwärtig ſoll ihre Vermögenslage infolge
ver=
fehlter Spekulationen nicht mehr ſo glänzend
ſein. Vorgeſtern iſt nun die angebliche
Millio=
närin unter dem dringenden Verdacht des
ver=
ſuchten Verſicherungsſchwindels verhaftet
wor=
den. Anzeichen deuten darauf hin, daß die
Ge=
nannte in ihren Koffern nicht Schmuck und
Pelze, ſondern Kohlen mit ſich geführt habe, die
ſie dann im Ofen des Hotelzimmers verbrannt
haben dürfte. Frau Ciunkiewicz konnte nämlich
ebenſowenig die Kohlenſtäubchen in ihren
Kof=
fern, wie die Hitze in ihrem Ofen erklären,
ob=
gleich das Hotelperſonal gerade an dieſem Tage
das Zimmer nicht geheizt hatte. Der Fall
Ciun=
kiewicz erregt in ganz Polen großes Aufſehen,
Das Urkeil
im Lübecker Tuberkuloſe=Prozeß.
Lübeck. Unter großem Andrang des
Publi=
kums wurde geſtern abend, um 18 Uhr, das Urteil
im Lübecker Tuberkuloſe=Prozeß verkündet. Es
wurden verurteilt: Prof. Dr. Deycke wegen
fahrläſſiger Tötung in Tateinheit mit
fahrläſ=
ſiger Körperverletzung zu 2 Jahren Gefängnis,
Obermedizinalrat Dr. Altſtaedt wegen
fahr=
läfſiger Tötung zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis,
Prof. Dr. Klotz und Schweſter Anna Schütze
wurden freigeſprochen.
Der Vorſitzende gab bei einem Maſſenandrang
von Zuhörern, wie er nur zu Beginn des
Cal=
mette=Prozeſſes zu verzeichnen war, nur einen
kurzen Ausſchnitt aus der Urteilsbegründung,
Danach ſind auf Grund der
Sachverſtändigengut=
achten von den 76 Kindern 68 an
Fütterungs=
tüberkuloſe geſtorben. Bei drei Kindern ſei
keine Erkrankung infolge der Fütterung
feſtge=
ſtellt worden, bei fünf ſei zwar
Fütterungstuber=
kuloſe, aber dieſe nicht als Todesurſache
anzu=
ſehen. Das Gericht habe prüfen müſſen, wie der
Impfſtoff virulent habe werden können. Dabei
habe das Gericht als erwieſen angeſehen, daß
nach Lage der Dinge ein Rückſchlag nur durch
Verunreinigung in Frage kommen könne. Wo
dieſe vorgekommen ſei, laſſe ſich mit Sicherheit
nicht aufklären. Es handele ſich mehr um ein
unerkanntes Verſehen. Dr. Altſtaedt, Prof. Klotz
und Prof. Deycke hätten ſowohl bei der
Einfüh=
rung, wie bei der Durchführung der Fütterung
fahrläſſig gehandelt. Fahrläſſigkeit liege auch
darin, daß man den Eltern uſw. den Impfſtoff
zur Fütterung an die Kinder verabreicht habe.
Die Mitverantwortung Altſtaedts für die
Her=
ſtellung des Impfſtoffes ergebe ſich daraus, daß
Altſtaedt als Träger der Einführung des
Cal=
mette=Verfahrens anzuſehen ſei. Das Lübecker
Laboratorium möge ein ausgezeichnetes
Kranken=
hauslaboratorium ſein, für die Herſtellung des
Impfſtoffes ſei es jedoch ungeeignet geweſen.
Das Goldmacherexperiment in Paris mißglückt.
Paris. Der polniſche Ingenieur
Duni=
kowſki hat vorgeſtern in einem Pariſer
Labora=
torium vor dem Unterſuchungsrichter und
Sach=
verſtändigen ſeine Verſuche, durch ein beſonderes
Verfahren Gold herzuſtellen, aufgenommen.
Bis=
her ſind dieſe Verſuche jedoch ergebnislos
ge=
blieben und konnten, da an den Apparaten
ge=
wiſſe Defekte auftraten, vorgeſtern nicht mehr zu
Ende geführt werden. Dunikowſki verlangt jetzt,
daß ihm die Apparate zur Verfügung geſtellt
werden, mit denen er in Südfrankreich angeblich
Erfolge erzielt hatte, doch ſind dieſe Apparate
verpfändet.
Drei franzöſiſche Sahara=Flieger vermißt.
Paris. Man beginnt ſich allmählich über
das Schickſal der franzöſiſchen Flieger Reginerſi,
Touge und Lénier zu beunruhigen, die vor fünf
Tagen mit ihrem Flugzeug „St. Didier” mitten
in der Sahara notlanden mußten. Tags darauf
wurde ein Funkſpruch der franzöſiſchen Flieger
aufgefangen, doch konnte infolge techniſcher
Mängel ihr Standort nicht genau feſtgeſtellt
werden. Seitdem überflogen mehrere Geſchwader
den vermutlichen Notlandungsplatz, konnten aber
bisher keinerlei Spuren von den Fliegern
auf=
finden, deren Proviant mittlerweiſe aufgezehrt
ſein muß. Auch haben die Funkſtationen, die am
erſten Tag mit den Fliegern in Verbindung
ſtan=
den, auf ihre weiteren Fragen keinerlei Antwork
mehr erhalten.
Vermißtes Flugzeug aufgefunden.
New York. Eines der ſeit acht Tagen
ver=
mißten Flugzeuge, eine große Verkehrsmaſchine,
iſt in den Gebirgen nördlich von Los Angeles
vollſtändig zerſtört aufgefunden worden. Unter
den Trümmern fand man die verkohlten Leichen
des Piloten und der ſieben Paſſagiere.
Der Flugzeugſchuppen von U=Boot „M. II"
war offen.
London. Ueber der Unfallſtelle des U=
Bootes „M. II” wurde am Freitag ein
Trauer=
gottesdienſt abgehalten. Taucher haben
feſtge=
ſtellt, daß die Tür des Flugzeugſchuppens und
das Turmluk bei „M. II” offen ſind.
Die Inſel Reunion vom Wirbelwind verwüſtet.
Kapſtadt. Die Inſel Reunion, im Oſten
Madagaskars, iſt am Freitag von einem ſchweren
Wirbelſturm vollſtändig verwüſtet worden. Der
Verluſt an Menſchenleben ſoll gering ſein.
Ein Kleinauko mit 200 Kilomekern
Skundengeſchwindigkeik.
Das Kleinauto, das dieſer Tage in England
erbaut wurde, um einen Kleinwagen=Rekord von
2 engl. Meilen in der Minute (rund 200
Kilo=
meter pro Stunde) aufzuſtellen. Der Wagen hat
eine Form erhalten, die dem Stromlinienprinzip
angepaßt iſt.
Seite 12 — Nr. 38
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 7. Februar 1932
19
Olympia=Sonderdienſt de
Mruch in euie Piarid.
Die Nordländer ſtarten doch.
Die Vorläufe zum 10 000 Meter=Eisſchnellaufen.
Nachdem am Vormittag die ſkandinaviſchen Eisläufer
beſchloſ=
ſen hatten, zum Zeichen ihres Proteſtes gegen den Rudelſtart dem
10 000 Meter=Lauf fernzubleiben, traten ſie am Nachmittag im
Eisſtadion von Lake Placid doch zum Kampf an. Man hatte in
der Zwiſchenzeit alle Mittel aufgeboten, um die Nordländer von
ihrem Beſchluß abzubringen. Auch die Führer der ſkandinaviſchen
Expeditionen wirkten auf ihre Mannſchaften in dieſem Sinne ein.
Bei den Vorläufen für die lange Strecke trat die neuartige
Taktit der Ameriraner, noch mehr in Erſcheinung. Die
Ameri=
kaner laſſen ihre Gegner auf dem größten Teil der Strecke führen,
ſind ſie ſelbſt an der Spitze, ſo bummeln ſie, um dann ihre ganze
Kraft für einen Endſpurt herzugeben, bei dem die an den
Rudel=
ſtart und dieſe Lauftaktik nicht gewohnten Euroväer einfach nicht
mehr mitkönnen. Der Endſpurt einzelner Leute, wie etwa der
von Shea, iſt geradezu verblüffend.
Den erſten Vorlauf gewann der Kanadier Hurd in 17:41,3
Min. vor den Amerikanern Valentin Bialas. Edwin Wedge und
dem Norweger Ivar Ballangrud, die ſich damit ſämtlich für die
am Samstag fällige Entſcheidung qualifiziert haben. Im zweiten
Vorlauf belegte der Amerikaner Edward Schröder den erſten Platz
in 17:52,8 vor dem Kanadier Stack, dem dichtauf Jaffee=Amerika,
Evenſen und Engneſtangen folgten.
Das Olympiſche Komitee greift durch.
Disqualifikationen wegen Regelwidrigkeiten.
Kaum war der Konflikt mit den Skandinaviern dank deren
guten Sportdiſziplin beigelegt, als es neue Proteſte gab. Denn
kurz nach dem zweiten Vorlauf aab das amerikaniſche olumpiſche
Komitee bekannt, daß ſich verſchiedene Läufer kraſſe Verſtöße gegen
die Wettlauf=Beſtimmungen zuſchulden kommen ließen, die zu
deren Disqualifikation geführt hätten. Es ſchlug im kanadiſchen
Lager wie eine Bombe ein, als dabei als erſter der Sieger des
einen Vorlaufs, Hurd, in Gemeinſchaft mit dem Amerikaner
Ed=
win Wedge und des Jananers hozoi Spiwara verkündet wurde,
Dieſen Läufern wurde vom Schiedsgericht zum Vorwurf gemacht,
daß ſie ähnlich wie bei den Fliegerrennen im Radſport „
Still=
ſtands=Verſuche” unternommen uno die Führung ſtets den
Kon=
kurrenten überlaſſen und ſich dann auf unſpörtliche Art und Weiſe
Vorteile verſchafft hätten. Aehnlich erging es im zweiten
Vor=
lauf dem Kanadier Stack, der hinter dem Sieger Edward
Schrö=
der=Amerika einging. Auch er verfiel der Disqualifikation weil
er Evenſen mit dem Ellenbogen behindert hatte. Damit ſind jetzt
nach den Disquglifakationen folgende Läufer in den beiden
Vor=
läufen placiert worden:
1. Vorlauf: 1. Valentin Bialas=Amerika, 2. Ballangrud=Norwegen,
3. Staksrud=Norwegen.
2. Vorlauf: 1. Edward Schröder=Amerika 17:52,8 Min., 2. Jaffee=
Amerika, 3. Evenſen. 4. Engnestangen.
Ballangrud erzählt.
Dieſe Vorfälle brachten neue Erregung unter die Teilnehmer,
in deren Auftrag ſich der Norweger Ballangrud unſerem
Vertre=
ter gegenüber mit äußerſter Zurückhaltung äußete. Ballangrud
gab ſeiner Meinung dahingehend Ausdruck, daß die ſportliche
Ein=
ſtellung einzelner Teilnehmer durchaus zu wünſchen übrig läßt.
Das Gebäude der internationalen ſportlichen Zuſammenarbeit
drohe einzuſtürzen.
In letzter Minute hat ſich nunmehr das amerikaniſche
olym=
piſche Komitee entſchloſſen eine Sonderſitzung einzuberufen, um
die Disqualifikationen nachzuprüfen und die unangenehmen
Zwi=
ſchenfälle aus der Welt zu ſchaffen.
Am Freitag abend trat das Olympiſche Komitee zuſammen,
um ſich ernſthaft über die weitere Durchführung der Kämpfe
aus=
zuſprechen. Es wurde in dieſer Sitzung verſucht, verſchiedene
Vor=
kommniſſe abzuſchwächen; ein Manöver, das keineswegs
olym=
piſchen Geiſt verriet. Schließlich einigte man ſich aber doch
dar=
auf, die Vorläufe für die 10 000 Meter zu wiederholen. Der
End=
lauf ſoll dann am Montag ausgetragen werden.
Aber nicht nur die Eisläufer ſind aneinander geraten. Auch
die Eishockeyſpieler haben Differenzen. Die
Spie=
ler der deutſchen und der polniſchen Expedition klagen über die
Parteilichkeit der Schiedsrichter, die die europäiſchen
Mannſchaf=
ten offenſichtlich benachteiligen würden. Es iſt nicht auszudenken,
was werden ſoll, wenn etwa auch die Unparteiiſchen beim
Eis=
kunſtlaufen die gleiche „Objektivität” zeigen werden. Die
Eiskunſt=
läufer ſind übrigens ſchon jetzt ebenfalls verſchnupft. Sie
beſchwe=
ren ſich über die Curlingſpieler, die ſich recht breit machen, und
den Kunſtläufern die Trainingsmöglichkeiten beſchneiden, obwohl
ſie ja eigentlich gar nicht zum olympiſchen Programm gehören,
ſon=
dern nur Demonſtrationen ihres Spieles zeigen ſollen.
Wenn dieſe Dinge alle ſchon kaum erträglich ſind, ſo grenzt
das Verhalten der Zuſchauer faſt an einen Skandal.
Lake Placid iſt vollgepfropft mit Fremden, die meiſt aus den
großen Städten der amerikaniſchen Oſtküſte gekommen ſind. Aber
dieſe Fremden ſind anſcheinend ſamt und ſonders nur Snobs. Sie
ſtolzieren in phantaſtiſchen Winterſportkoſtümen durch das
Städt=
chen, aber um die olympiſchen Kämpfe, kümmern ſie ſich kaum.
Schon am Freitag waren einzelne Veranſtaltungen nur von
weni=
gen Hundert Zuſchauern beſucht, die zudem meiſt noch Eingeſeſſene
waren. Die Fremden begeben ſich auf Skiern oder mit koſtſpieligen
Hundeſchlittengeſpannen in die Umgebung. Der Einwand, daß die
Eintrittspreiſe für die olympiſchen Kämpfe zu hoch ſeien, iſt nicht
ſtichhaltig, denn dieſe Leute geben für andere Dinge viel größere
Summen aus. Größere Zuſchauerziffern gab es am Freitag und
Samstag nur beim — Training der Eiskunſtläuferinnen, und
dieſe Zuſchauer gehörten bezeichnenderweiſe faſt nur dem
männ=
lichen Geſchlecht an. Es iſt ſchon früher häufig geſagt worden, daß
ein wirklich ſportlicher Geiſt und ſportliches Verſtändnis in Amerika
rar ſeien. Dieſe Feſtſtellung findet in dieſen Tagen in Lake
Pla=
cid leider eine Beſtätigung.
Die Wiederholung der 10 000 Meter=Vorläufe.
Die ſportlichen Wettbewerbe des Samstags begannen mit der
am Vorabend beſchloſſenen Wiederholung der Vorläufe zum 10 000
Meter=Eisſchnellaufen. Die eindrücklichen Ermahnungen und die
verſchärften Bedingungen hatten jetzt endlich bei den kanadiſchen
und amerikaniſchen Teilnehmern den nötigen Eindruck gemacht.
Im erſten Vorlauf ſiegte nach ſehr ſcharfem Rennen
wieder=
um der Kanadier Alexander Hurd in der neuen olympiſchen
Re=
kordzeit von 17:56,2 Min. knapp vor dem Norweger Jvar
Ballen=
grud, den Amerikanern Lentin Bialis und Edwin Wedge, ſowie
vor dem Finnen Blomquiſt, der ſich damit ebenſo wie der geſtürzte
Norweger Staksrud nicht für die Entſcheidung qualifizieren
konnte.
Oe
„Darmſtädter Tagblatts”.
Die erſten Olympia=Sieger 1932.
Irving Jaffee (USA.)
gewann das 5000=Meter=Eisſchnellaufen.
Der Amerikaner Shea,
Sieger im 500=Meter=Eisſchnellaufen.
Deutſchlands Eishockenſpieler halken ſich gut.
Knappe 1:4=Niederlage gegen Kanada.
Das Hauptereignis der Olympiſchen Winterſpiele war am
Samstag das Eishockeyſpiel Deutſchland-Kanada, das vor einer
größeren Zuſchauermenge kurz vor Mittag im Eisſtadion
ausge=
tragen wurde. Die deutſche Mannſchaft hatte natürlich im Kampf
gegen den Weltmeiſter und Olymiaſieger Kanada von vorneherein
keine Gewinnchancen, ja man rechnete allgemein ſogar mit einer
hohen Niederlage der Deutſchen. Aber die Kanadier konnten nur
das überraſchend knappe Reſultat von 4:1 (2:0. 2:0, 0:1) erzielen.
Die deutſche Mannſchaft ſchlug ſich ganz bravourös, und ſie wurde
auch vom Publikum für ihre guten Leiſtungen ſtark applaudiert.
Vielleicht hätte unſere Mannſchaft noch ein beſſeres Reſultat
her=
ausholen können, wäre ſie nicht vom Spiel am Vorabend gegen
den Lake Placid E.H.C. zu ſtark ermüdet geweſen. Die Kanadier
lagen im erſten und zweiten Drittel zwar meiſt im Angriff, jedoch
zeigte auch die deutſche Mannſchaft einige ſehr ſchöne Angriffe.
Kanada ſchoß im erſten Drittel durch Monſon zwei Treffer und
er=
höhte im nächſten Spielabſchnitt durch Malloy und Wiſe auf 4:0.
Im letzten Drittel griffen die Deutſchen mit aller Energie an.
Ihre Angriffe ſcheiterten zunächſt an der hervorragenden
kana=
diſchen Hintermannſchaft, ſchließlich konnte aber doch Guſtav
Jaen=
necke kurz vor Schluß den verdienten Ehrentreffer erzielen. Zu
bemerken iſt noch, daß ſchon bald nach Beginn des Spieles Römer
wegen einer Verletzung ausſcheiden mußte. Er wurde durch den
Brandenburger Herker erſetzt.
Die Tabelle der Eishockeyſpiele:
Kanada
2 Spiele
6:2 Tore
4:0 Punkte.
Amerika
5:3
Deutſchland
3:5
2:
2:6
Polen
0:4
Sächſiſcher Skimeiſter im Langlauf über 18
Kilo=
meter wurde am Samstag in Oberwieſenthal Walter Herberger=
Johanngeorgenſtadt in 1:18:50 Stunden.
Einen deutſchen Sieg gab es bei den Internationalen
Skirennen in Cortina d’Ampezzo durch Friedel Deuber=
Berchtes=
gaden, der den Slalomlauf in 1:26:1 gewann.
Sporkkalender.
Handball.
15.00 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß — Polizei Darmſtadt.
Fußball.
14.30 Uhr, Rennbahn: Union — Germania Eberſtadt
15.00 Uhr, Stadion: S.=V. 98 — Germania Pfungſtadt.
Fußball.
FC. Eintracht 1919 Darmſtadt.
Das für Sonntag vormittag angeſetzte Spiel der 2.
Mann=
ſchaft gegen Germania Eberſtadt wurde von ſeiten. Eberſtadts
wegen Verbandsſpielverpflichtung abgeſagt. Dadurch erfährt die
Abfahrt nach Dieburg eine Aenderung. Die 1. Mannſchaft und
Anhänger fahren pünktlich um 1 Uhr ab „Bürgerhof”,
SVgg. 04 Arheilgen—Eintracht Frankfurt a. M.
In Unterbrechung der Verbandsſpiele trägt Arheilgen ein
Privatſpiel am heutigen Sonntag, nachmittags 3 Uhr, am
Ar=
heilger Mühlchen gegen die Lehrmannſchaft von Eintracht
Frank=
furt aus. Dieſe Mannſchaft hat in ihren Reihen Spieler, die
alle weit über das gewöhnliche Können verfügen und faſt
ſämt=
liche Bezirksligareife haben. Daß die Elf wirklich uber die
große Spielreife verfügt, die ihr vorausgeſagt wird, beweiſen die
hohen Reſultate, die gegen Spitzenvereine der mainiſchen
Kreis=
liga erzielt wurden. Die Mannſchaft pflegt das flache Spiel und
verfügt über einen geſunden Torſchuß. Bekannt iſt ja, daß ſich
Arheilgen meiſt dem Spiel ſeines Gegners anpaßt. Wenn das
auch nicht immer von Vorteil iſt, ſo wohl in dieſem Spiel, denn
es käme dann ein hochintereſſantes Treffen zuſtande.
wran
Kreisliga Südheſſen.
Dem Ende entgegen.
Der Höhepunkt der Saiſon 1931/32 iſt vorbei. Bürſtadt ha
ſich in den letzten bedeutungsvollen Kämpfen einen guten
Vor=
ſprung geſichert, der wohl kaum mehr einzuholen iſt, da die
Raſenſpieler auf der einen Seite ſehr gut disponiert ſind;
außer=
dem noch die meiſten leichten Spiele auszutragen haben.
Immer=
hin iſt die Sache noch nicht endgültig entſchieden, ſo daß einzelne
Paarungen doch noch ihre Anziehungskraft auf das Publikum
ausüben werden. Diesmal treffen ſich:
Spv. Abenheim—VfR. Bürſtadt.
Olympia Lampertheim-Viktoria Neuhanſen.
Starkenbg. Heppenheim—Spp. Hochheim.
Spp. Horchheim—VfL. Lampertheim.
Norm. Pfiffligheim—Olympia Worms.
FV. Hofheim-Concordia Gernsheim,
FV. Bilbis—„Negermannſchaft aus Uruguav”,
In Abenheim wird Bürſtadt auf einen ſtarken Gegne=
gen. VfL. Lampertheim, die Wormſer „Kleeblätter und
Con=
cordia Gernsheim werden bei ihren Gaſtgebern einen ſchweren
Stand haben. Der Ausgang dieſer Spiele iſt offen. Die
Ried=
leute haben für Faſtnachtſonntag eine „Negermannſchaft” nach
Biblis beordert.
In der Gruppe 3 Ried iſt wieder ein hervorſtechendes
Treſ=
fen, und zwar diesmal in Groß=Rohrheim. Die einzelnen Pap
rungen lauten:
Groß=Rohrheim—07 Bensheim: Zwingenberg—Bobſtadt:
Kleinhauſen—Tv. Biebesheim; Fehlheim-Lorſch Reſ.
Ein Sieg der Bensheimer in Groß=Rohrheim iſt genau ſo
fraglich, wie ein Spielgewinn der Bobſtädter in Zwingenberg.
Kleinhauſen und Lorſch Reſ. gelten als Favoriten für die
bei=
den anderen Spiele.
Techniſche Hochſchule Darmſtadt—Univerſität Gießen 20.
In Frankfurt ſtanden ſich am Samstag die Techniſche
Hod=
ſchule Darmſtadt und die Univerſität Frankfurt im Kampfe
die Südweſtdeutſche Meiſterſchaft im Hochſchul=Rug)
gegenüber. Wie nicht anders zu erwarten war, trugen die Heſſe
einen glatten Sieg davon. an dem beſonders der internationalt
deutſche Außendreiviertel Botzong großen Anteil hatte. Bis zu
Pauſe führte Darmſtadt ſchon mit 10:0 und erzielte in der zwei
ten Hälfte elf weitere Punkte.
Vor dem Abſchluß in Bremen.
Deutſche Hallen=Tennismeiſterſchaften.
Die zu erwartenden ſpannenden Kämpfe in den Vorentſcheſ
dungen hatten am Samstag die Bremer Tennishalle recht A
gefüllt. Die Spiele wickelten ſich programmäßig ab, ſo daß an
Sonntag die Meiſterſchaften, wie vorgeſehen, zu Ende gehen
dürften. In faſt allen Spielen ſtehen die Teilnehmer der End
kämpfe feſt.
In der Meiſterſchaft im Herreneinzel werden der
Titel=
verteidiger Landry (Paris) und der Meiſter von 1930,
Oeſt=
berg (Stockholm), den Endkampf beſtreiten. Landry ſiegte leich
gegen Sperling 6:4. 6:3; dagegen hatte es Oeſtberg bedeuteig
ſchwerer, um den am Netz geſchickt arbeitenden Franzoſen Legegl
3:6, 6:1, 6:4 niederringen zu können.
Das erwartete rein deutſche Endſpiel im Damen
einzel führte Hilde Krahwinkel und die Würzburgerin
Frl. Hammer zuſammen. Frl. Krahwinkel fertigte Frl. Hoſ
6:3, 6:3 ab, während die ſtark verbeſſerte Süddeutſche die Fran
zöſin Barbier als letzte Ausländerin 6:3, 5:7, 6:3 ausſchaltete.
Im Gemiſchten Doppel zogen Hilde Krahwinke!
r. Deſſart ſicher 6:2 6:2 über Frl. Gallay/Legeay in oie
Schlußrunde ein und ſpielen nun mit dem ſchwediſchen
Meiſtel=
paar Frau Fick)/Oeſtberg um den Endſieg. Fick/Oeſtheis
waren über Frl. Hammer/Sperling 6:0 6:3 überlegen.
Im Herren=Doppel haben ſich als erſte Dr. 9e
ſart/Oeſtberg nach einem leichten 6:3, 6:1=Sieg über Mageſ
thum/Lane für die Endrunde qualifiziert.
Der Veranſtalter des nächſten Hallen=Handballturniers ai
kommenden Donnerstag in der Frankfurter Feſthal‟
hat mit der Verpflichtung des mehrfachen ſüddeutſchen Hanooat”
meiſters, des Sportvereins 1898 Darmſtadt, einen
Vo=
guten Griff getan.
Einen Blitzſieg feierte der in Amerika weilende Boe
ner Halbſchwergewichtler Adolf Heuſer am Freitag in Boſton übe.
Al Roderiques, den er bereits nach 80 Sekunden Kampfdauer..
ſchlug.
„Motor und Sport”. Noch immer beanſprucht das „Einhelt”
gemiſch” und die damit verbundene Frage eines Monopols lee
haft die Gemüter der Kraftfahrer und an der Kraftfahrt imte
eſſierter Kreiſe. Heft 6 von „Motor und Sport” bringt eille”
Artikel, der ſich wieder mit dieſer Frage auseinanderſetzt. AS
in techniſcher Hinſicht bietet dieſes ſehr lebendige Heft viel 2e
achtenswertes. Die neuen Hanomag=Modelle, ein Stoewer=”
Obenſchmierung, und ein Artikel über Azo=Gummierung. ."
Schutz gegen das Gleiten der Fahrzeuge ſeien beſonders genl.”
Für Motorradfahrer dürfte der Artikel. Der ſtumme Sdol”
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(197a)
7. Februar 1932
Nummer 6
Haangannnnanngnnnsnnngnnngnnnnnnnnnnnnnn
Dannanrnnnnnn
Auf zur kleinen Reiſe im Narrenwagen durch die Jahrhunderte.
5oo vor Chriſti Geburt.
Das alte Nom ſchwelgt in ſeinen
Sa=
turnalien. Die Freudenfeiern der alten
La=
iner über die Sonnenwende ſind nichts als
tin einziger, ſchier endloſer Saſching. Das
große Naturfeſt bekommt ſchon damals den
Anſtrich, den ihm viel ſpäter ganz allgemein
Prinz Karneval mit der Narrenkappe
über=
zog: es predigte, wenn auch nur für wenige
Tage, Sreiheit und Gleichheit, Strafloſigkeit
und Freude in aller Welt und unter allen
1MNenſchen! Die Saturnalien ſollten eine
Er=
innerung an jene Seiten wecken, wo unter
einem beſſeren Mond, dem Saturn, Friede
und Eintracht und Gleichheit und ein ewiges
glückliches Leben geherrſcht hatten. Seit 497
feiert man die Feſte des Saturn. Auguſtus
beſtimmt dazu drei Cage, Ciberius erweitert
die Feiern auf vier, Caligula auf fünf Cage.
Ganz Nom befindet ſich in einem
Freuden=
taumel, in einem einzigen
groß=
kärtigen Nauſch. Die Ketten der
Ge=
fangenen werden gelöſt, die Sklaven eſſen
lan der Cafel der Herren, ſelbſt die
Galeeren=
ſträflinge träumen für einige wenige Cage
von neuer Freiheit. Mit vollen Händen
wer=
den Geſchenke ausgeteilt, man eilt von den
Saſtereien zu den Sirkusſpielen, den
Cier=
hatzen und Gladiatorenkämpfen; alle Arbeit
ruht, und eine Sügelloſigkeit ohnegleichen
regiert die Stadt ...."
„Sedenke, daß du aus Aſche biſt ..."
Das junge Chriſtentuum predigt Demut und
Weltentſagung. Es verwandelt die wilden,
veltlichen Saturnalien — vom 17. bis 24.
Dezember — in das freudige, religiöſe
Weih=
bachtsfeſt. Es bleibt bei der ſchönen Sitte
des Schenkens und Nehmens, bei den Feiern
lind der Arbeitsruhe. Aber alles ſteht unter
Dem milden Seichen des Sterns von
Bethlo=
hem, und die Verſöhnung der Menſchen auf
Erden geht vom Glanz in der Krippe aus.
hAber da die irdiſchen Freuden ſich nicht
uungeſtraft unterdrücken laſſen, ſo läßt auch
das Chriſtentum die dem neuen Jahr
folgen=
ben Karnevalstage beſtehen. Aber es beendot
bie mit einem Cagder Beſinnung,
mnit der großen Rückkehr zur Demut, mit
der Vorbereitung auf die Karwochen.
Sinn=
bild alles Vergänglichen — ſo vergeht der
faſtnachtsdienstag, und am Aſchermittwoch
bird Aſche auf die Häupter der Gläubigen
beſtreut mit den Worten: „Gedeuke, daß du
Niche biſt und wieder Aſche werden wirſt!”
Faſching 1952
Die rechte Stimmung läßt auf ſich warten.
1495 in Florenz.
Am Karnevalstage drängt ſich auf der
Piazza della Signoria in Florenz eine
tau=
lendköpfige Menge. Die Pikeniero mit ihren
Lanzen können der aufgeregten Menſchen
kaum Herr werden. Alles drängt zur Mitte
des Platzes, wo Berittene mit Mühe ein
Geviert offenhalten können. Viele der
Su=
ſchauer ſchwenken Masken und Larven in
den Händen, hier und dort hört man ſchrille
Schreie abgeriſſene Seilen geiſtlicher Lieder.
Alle Glocken von Florenz läuten und die
Erregung nimmt zu. Nings um das Geviert
einem langen lateiniſchen Citel, veröffentlicht
von Podalirius=Greſemund. Er ſchildert,
wie auf einen ſo hervorragenden und
über=
legenen Geiſt wie Cato die „Entartung der
Deutſchen” wirken müſſe. „Die Speyerer
Freunde” — ſo läßt er Cato ſprechen —
„lind nichts weniger als geſund. Sie ſind alle
verrückt und laſſen ſich von der alle Jahre
herrſchenden Naſerei umtreiben. Wie
Kory=
banten durchlaufen ſie Cag und Nacht die
Stadt, wie Eumeniden und
Unterweltsfol=
terer.” — „Das iſt nichts Neues” —
ent=
gegnet darauf Podalirius —, „das iſt die
Jahrhunderte her ſo geweſen: Deutſchland
und Italien erfüllt ſolche Naſerei, wenn
anders man eine ehrbare geiſtige Erholung
als Naſerei bezeichnen darf.” „Der deutſche
Name Faſtenzeit” eifert Cato, „verrät den
wahren Gehalt der Karnevalszeit: gierig
ſtopfen ſich die Deutſchen, wenn die Cage der
Enthaltſamkeit herannahen, voll, daß ſie lich
zuweilen den Hals einer Kropfgans oder
eines Kranichs wünſchen.” Von den anderen
Luſtbarkeiten ganz zu ſchweigen .. Und
das alles bei dieſen ſchlechten Seiton!
Jaſtnacht 1639 in Chur.
Pauken und Crompeten eröffnen das
glanzvolle, Faſtnachtsfeſt im alten
Biſchofs=
ſitz Chur, der Hauptſtadt Graubündens. Held
Karneval überall!
Links: Kinder beim hiſtoriſchen Narrentreffen in Villingen.
Nechts: Phautaſtiſche Geſtalten beim Saſchingsumzug in Nizza.
inmitten des Platzes erkennt man die
dunk=
len Kutten der Dominikanermönche welche
murmelnd den Platz umſchreiten. In ſeiner
Mitte iſt ein Scheiterhaufen aufgerichtet.
Narrenkappen ſieht man dort, Cierköpfe und
Schellen, aber auch wertvolle Stücke, Gold=
und Silberwaren, kunſtvoll getrieben, viele
koſtbare Bücher, Muſikinſtrumente,
Bron=
zen, Marmorbüſten, bunte Schuhe,
Würfel=
ſpiele — und von allen Seiten drängt ſich
noch die Menge, um Cand und Dinge, an
denen einſt ihr Herz hing, zum andern zu
werfen. Vor allem Bücher, Bücher und
noch einmal Bücher. Plötzlich iſt eine tiefe,
unheimliche Stille. Daraus erklingt eine
Stimme — hart, eiſern, unerbittlich. Ein
Mann in dunkler Kutte, im ſchneeweißen
Geſicht die Augen des Fanatikers, ſpricht zu
der Menge: Savonarola!. Die Menge
ſchluchzt und ſinkt in die Knie. Fackeln
flie=
gen in den Scheiterhaufen, die Bücher,
Ge=
mälde und Gewänder ſind im Umſehen eine
einzige Seuerſäule. Cauſende von Menſchen
tun Buße und ſingen Pſalmen zu dieſem
großen Saſchingsende — dem Autodafé der
Eitelkeiten
Der Karneval zu Speyer um 1500.
Im 15. Jahrhundert, zu der Seit, da viele
fromme Deutſche ins Heilige Land zogen,
gingen auf der anderen Seite die Wogen des
Lebensgenuſſes beſonders zur Karnevalszeit
beträchtlich hoch. So hoch, daß viele brave
Leute ſich bemüßigt fühlten, dagegen zu
eifern, die „Faſtnachtsnarren” mit ihrem
Tanzen, Saufen und Spoerbrechen zu geißeln
und die „Verſchwender” und „die der
Völ=
lerei leben” zur Sucht und Ordnung zu rufen.
1495 erſcheint in Mainz ein Büchlein mit
des Feſtes iſt Jürg Jenatſch, der junge,
ſtrahlende Graubündener, der vom
Cheo=
logen zum Soldaten und Befreier ſeines
Hei=
matlandes wurde. Vor 18 Jahren hat er
ſeinen Gegner Pompeius von Planta mit
der Axt niedergeſchlagen. Heute führt er die
ſchöne, dunkeläugige Cochter Lucxetia von
Planta zum Canz! Plötzlich naht ſich eine
Gruppe von luſtigen Masken, in ihrer Mitte
eine im Bärenfell, umgeben von Führern.
Der Bär bittet Jürg Jenatſch
um einen Canz, der nicht abgeſchlagen
wird. Ein Gedränge von Cänzern und
Mas=
ken entſteht. Da blitzt eine Axt auf.
Lucre-
tia ſchlägt mit der Waffe, die einſt ihrem
Vater den Cod brachte, den Feind nieder.
Die Saſchingsgäſte flüchten, ein entſetzliches
Ende nimmt die frohe Feier. Jürg Jenatſch,
der Befreier Graubündens, iſt tot!
Caſauova erzählt vom Karueval in Veuedig.
Kein Prunk, keine Seier, keine Feſtlichkeit
zur Saſchingszeit kann ſich meſſen mit dem
berühmten Karneval von Venedig, wie er
imn 17. und 18. Jahrhundert gefeiert und von
allen Seitgenoſſen beſtaunt, von allen
ſpäte=
ren Generationen nachgeahmt wurde. Sechs
Monate lang beherrſcht der tolle Wirbel der
Masken und Bälle die Lagunenſtadt. Die
Luſtbarkeiten ſteigerten ſich von Woche zu
Woche bis zum Aſchermittwoch. Alles trägt
Masken, von der Dogareſſa bis zur
Diene=
rin. Maskiert wird alles geſagt und alles
gewagt. Vor der zauber)aften
Kuliſſe dieſer einzigartigen
Stadt ſpielt ſich das berauſchendſte Feſt
aller Seiten ab. Caſanova erzählt: „Man
ſieht den Adel vermiſcht mit dem Volk, der
Die Flucht in die Maske
iſt noch immer Befreiung und Erholung.
Fürſt unterhält ſich mit dem Diener, die
Schönſte mit dem Häßlichſten. Es gibt keine
Behörden und keine Geſetze.” Alle Figuren
unſerer Koſtümfeſte, die klaſſiſchen Geſtalten
dar Operette, hier in Venedig hat ihre Wiege
geſtanden. Um Mitternacht ſtehen die
Lo=
kale genau ſo offen wie mittags. Dem
Glück=
lichen ſchlägt keine Stunde. Auf der Piazetta
ſtehen kleine Bühnen, wo Wahrſager und
Poſſenreißer ihr Spiel treiben. Auf den
Kanälen iſt ein lebhaftes und buntes Gewirr
von Gondeln. Nachts leuchten die Lampions
über das dunkle Waſſer — allenthalben iſt
Muſik, Frohſinn, Ausgelaſſenheit und
Bunt=
heit. Das rieſige Schlußfeuerwerk am
Faſt=
nachtsdienstag beſchließt die Feier der
Ver=
mählung des Dogen mit dem Meer, und mit
100 Glocken läuten die Kirchen von Venedig
den Aſchermittwoch ein . . . . Das iſt die
ſchönſte und glanzvollſte Seit des Karnevals,
wie ſie bisher nie wiederkehrte!
Die Luſtbarkeiksſteuer vor 140 Jahren.
In Deutſchland hatten inzwiſchen die vielen
religiöſen Wirren, die Neformation und die
Schrecken des dreißigjährigen Krieges den
Jubel des Karnevals gedämpft. Vielfach
wurde er vollkommen verboten, noch häufiger
eingeſchränkt und ſeine Feſtlichkeiten eng
begrenzt. Das Waffentragen wurde aus
guten Gründen verboten, ebenſo das
Um=
ziehen nach 8 Uhr abends. Im fränkiſchen
Land wurde 1790 ſtreng verboten, die Maske
des „andern Geſchlechts zu tragen”, es ſei
denn, daß man beim Vizedomamt ie
Geneh=
migung gegen Erlegung von zwölf Kreuzern.
einholte! Dann kam eine Seit, da lauerte
man „den maskierten Unholden” mit Waffen
auf, und die ganze Heiterkeit und befreiende
Freude des Karnevals verſchwand auf
Jahr=
zehnte vollkommen. Er iſt viel mißverſtanden
und viel befehdet worden, der Karneval. Und
dennoch dankt ihm jeder gerode in ſchwerſter
Seit, wenn er wieder einmal einen
ſchüch=
ternen Verſuch macht, ſeine Narrenkappe
zu ſchwingen. Vergeſſen — nur ein paar
Stunden!
K. Lennarz.
rhmmnnnnnnrrnnnggnnan
BEangEangnABEnHHngAnzargärznELnAHHHEngHgHggnHEnanggrgrannnnggnnngannnnnsnsangnnnnnnnnnnnnnnrs
[ ← ][ ][ → ] Wer an jenem Abend kurz vor elf Uhr am
Palazzo Albani vorüberging, konnte bemerken,
ſaß nur in einem einzigen Fenſter noch Licht
brannte. Nicht lange, dann verloſch auch dieſes,
und die Gaſſe ſank in Nacht.
Eine Curmuhr ſchlug in der Nähe, blechern
und alt.
Ein Schlüſſel raſſelte in einem Schloß.
Die ſchwere Cür mit den Bronzereliefs von
Donatello öffnete ſich. Nur einen Spalt breit,
Leile, leiſe . . . Und es enteilte mit winzigen
Schritten eine vermummte Geſtalt, lief über die
Gaſſe, blieb einen Augenblick, Atem ſchöpfend,
im Schatten einer Niſche ſtehen, blickte zurück,
zögerte — und ſetzte eilig, von Seit zu Seit in
kleinen übermütigen Sprüngen, ihren Weg fort:
eine Szene, zeitlos, uralt und ewig neu, wie
alles, was ſich in den geheimnis= und
ſchickſals=
vollen Gaſſen Italiens begibt .."
Wer an jenem Abend der zierlichen
vermumm=
ten Geſtält folgte, konnte im Schein der
La=
ternen gewahren, daß ſie unter gepudertem
Haar und Dreiſpitz eine ſchwarze Seidenmaske
und unter ſchwarzſeidenem Mantel einen
wip=
penden Reifrock trug, und hätte ſich bei ſolchent
Anblick in ſo romantiſcher Szenerie
unweiger=
lich in die Seit Goldonis und Caſanovas
zurück=
verſetzt geglaubt, wenn nicht an der Piazza
diErbe, auf die die Gaſſe mündete, ein Automobil
gewartet hätte, in dem die Maske verſchwand.
Alles war aufs beſte vorbereitet, und in dem
Caxi lag, wie aviſiert, die golden und blau
ge=
rahmte Karte, die der Marcheſina das Sauber=
reich der großen Nedoute öffnen ſollte, jener
glänzenden, triumphalen und ausſchweifenden
Redoute, die alljährlich die loſe Seit des
Kar=
nevals beſchloß, und von der auch nur
andeu=
tungsweile zu ſprechen, im Hauſe Albani ſtreng
verpönt war. Der Unbekannte hatte Wort
gehalten, und die Marcheſina preßte
überglück-
lich ſeine ſchönen und leidenſchaftlichen Briefe
ans Herz, die ihr auf ſo geheimnisvolle Weiſe
zugeſtellt wurden, und die ſie, um ſich nicht von
ihnen trennen zu müſſen, als Calisman in ihr
Kleid eingenäht hatte.
Ein Automobil fuhr durch die Nacht.
Es fuhr den weiten Weg von einer Kindheit
bis zu den Coren des Lebens.
Die Marcheſina ſank ſüß und willig in jenes
Meer von Farben und Muſik, Düften, Lichtern
und Lachen, das die berauſchende Quinteſſenz
ſolcher Seſte iſt, flog tanzend von Arm zu Arm
und taumelte, von Konfetti beſchneit, von
Pa=
pierſchlangen eingefangen, die ſie lachend zerriß,
und von den leichten, ſcherzenden
Pritſchen=
ſchlägen der Harlekine und Cruffaldini berührt,
halb gedrängt, halb getragen, wie trunken durch
das Bacchanal und dachte nur dies: Wie ihn
finden, der mit keinem Wort verraten hatte,
woran er erkenntlich ſei? Und würde denn er
ſie erkennen, die ſchwarze Maske in Nokoko?
Wieder beſchlichen Sweifel ihr Herz. War es
nicht ganz unmöglich, hielt man ſie nicht zum
beſten mit dieſen Briefen, dieſer lächerlichen
Verabredung? Ein Kavalier, und wenn er noch
ſo hochgeſtellt war und noch ſo viel aufs Spiel
zu ſetzen hatte, wäre gekommen, ſie zu entführen,
und hätte ſich nicht damit begnügt, ein Auto zu
mieten und in den Sond ein Billett zu legen.
Doch konnte man wiſſen, welche Gründe der
Unbekannte hatte? Vielleicht wollte er ſio
prü=
fen, ſie beobachten, erproben, wie ſie ſich
be=
trüge, ob ſie den Mut aufbrächte, allein zu dem
Feſt zu kommen, ob ſie in dem verwirrenden
Getriebe verjage, ſich fürchte oder beſtehe.
Vielleicht ward er ſelber ſo ſehr beobachtet und
bewacht, daß jeder verdächtige Schritt ihn
ver=
raten und ins Verderben geſtürzt hätte . ..
Cauſend Für und Wider beſtürmten ihr junges,
pochendes Her:
Bei alledem war ihr nicht entgangen, daß ſie
verfolgt wurde. Ein zager, graziöſer Pierrot
zeigte ſich überall, wohin ſie kam. Aber Nitter,
Verführer und Abenteurer ſind niemals zag,
dachte ſie. Doch da ſtand der Verträumte ſchon
an ihrer Seite, neigte ſich in einer phantaſtiſchen
und übertriebenen Verbeugung faſt bis zu ihren
Knien und flüſterte:
„Darf ich dich geleiten, ſchöne Maske, ſchönſte
unter den Masken?”
Man tanzte. Er tanzte weniger ſtürmiſch
als alle die Condottieri, Matroſen,
Vagabun=
den, Könige und Cheväliers, mit denen ſie
bis=
her getanzt; aber es lag ein verhaltener Charme
über allem, was er tat und ſprach.
Man fuhr Karuſſell, auf zwei kleinen,
trau=
rigen Holzpferden, die mit ihren durchſichtigen,
honigfarbenen Augen ſo blöd und rührend in
das Creiben blickten.
Man ſaß melancholiſch in einer Loge, in der
zerbrochene Slaſchen und Kriſtallkelche am
Bo=
den lagen, und tanzte wieder und immer wieder.
Aber die Marcheſina fühlte: Er iſt es nicht.
Wer mochte es ſein? Wie ihn erkennen?
Die Seit rückte vor, und das Feſt nahm mit
jeder Stunde an Wildheit und Ausgelaſſenheit
zu. Griechenjünglinge in goldenem
Schuppen=
panzer trugen Apachenmädchen und entblößte
Bajaderen auf ihren Schultern, Kolaken, mit
rieſigen weißen Pelzmützen auf dem Kopf und
glänzenden Lackſtiofeln unter den weiten und
bunten Pluderhoſen, zogen Coeur=Damen und
Kolombinen in langer, ſich ſchlängeinder Reihe
zwiſchen den Canzenden hindurch, und in den
Der Slohprinz.
Eine Karnevalsgeſchichte
Von F. A. Fahlen.
Im guten Stübchen des Gaſthauſes „Sum
goldnen Creppchen” der niederrheiniſchen
Kreis=
ſtadt, die ſich auf den Karneval vorbereitete,
ſaßen die drei Verſchworenen zuſammen und
beratſchlagten; ſie ſahen gar licht verwegen aus,
ſondern ſehr bürgerlich und luſtia, lachten aus
vollem Halſe, und Köbes Sibbeſchwöhm, der
Wortführer, faßte das Ergebnis der bisherigen
Beſchlüſſe zuſammen: Wir ſind alſo einig darin.
daß die Art und Weiſe, wie Herr
Gülden=
geſchmeid mit Schiebung, „Geld und ſonſtigen
Mitteln es verſtanden hat, ſich die Stellung des
ehrenwerten Prinzen Karneval für dieſes Jahr
zu erobern, den Beifall des größten Ceils der
Bürgerſchaft nicht hat und daß er dafür in einer
obenſo harmloſen wie deutlichen Form beſtraft
werden muß. Wir wählten aus verſchiedenen
Vorſchlägen den einer ſpürbaren, ſonſt aber
ganz ungefährlichen körperlichen Süchtigun
beraus, beſtehend in Hervorrufung eines nach
drücklichen Juckgefühls während des
Karneval=
umzuges. Dieſes Juckgefühl zu erzeugen, ſind
wieder verſchiedene Vorſchläge gemacht worden.
Abgeſehen von Juckpulver wurde
Krebsſchalen=
pulver, ein gewiſſer Pflanzenpuder, Hühnerläuſe
uſw. uſw. genannt. Sicher ſind Hühnerläuſe ſehr
empfehlenswert, aber es fehlt die prompte,
ſo=
fort durchgreifende Wirkung, und es liegt
un=
gar nichts daran, Herrn Güldengeſchmeid etwa
am Faſtnachtsdienstag und Aſchermittwoch an
einem erſtaunlichen Körperjucken leiden zu ſehen
Das liegt uns fern! Hier heißt es: „Heut iſ
Noſenmontag, heut muß gejuckt werden!‟
Die=
ſem Satze entſprechend ſind wir darauf
gekom=
men, auf den bewährten Floh „puler irritans”
zurückzugreifen, wenn ich ſo ſagen darf. Nu
aber heißt es, woher nehmen und nicht ſtehlen.
Wir müſſen, um auch eine reputable Leiſtung
hervorzubringen, mindeſtens fünfzig bis ſechzis
Stück haben. Ich frage woher?
„Auf etwa fünf kann ich bei unſerem Ami
rechnen!” warf einer der beiden anderen ein. —
„Fünf iſt gar nichts, fünf ſind nicht
diskutier-
bar!” riefen die beiden übrigen, und Köbes fügte
hinzu: „Nein, man weiß auch nicht, ob die
ver=
ſchiedenen Stämme ſich gegenſeitig vertragen
ob ſie nicht Parteien bilden und zu gegenſeitige
Cötung ſchreiten. Ich übernehme die Lieferung
von ſechzig Igelflöhen, die ich mir im „
Soologi=
ſchen” beſorgen werde. Man ſagt zwar, die
Igelflöhe gehen nicht an den Menſchen, abe
erſtens iſt das nicht wahr, zweitens aber macher
ſechzig Igelflöhe durch ihre Größe, ihr Kaliber
ſozuſagen, einen ſolchen Betrieb auf einer
glat=
ten, feiſten Körperhaut, daß es allein der
ſtrategiſchen Bewegungen dieſer Cierkolonne
wegen nicht auszuhalten iſt
Niſchen und dunklen Winkeln lagen blaſſe,
ſchmachtende Pierrots zu Füßen ihrer Damen.
Plötzlich verſank alles rings um ſie her, und
ſie fühlte ſich im Netz eines Blickes gefangen,
wandte ſich um, ſah in die lodernden Augen
eines ſchwarzen Dominos, der mit verſchränkten
Armen an einer Säule lehnte, und wußte: Er
wir es, der ſie hierhergezogen, in deſſen Macht
ſie ſtand, den ſie ſehon liebte, noch ehe ſie ihn
geſehen.
„Was, wenn ich nicht gekommen wäre, hätteſt
du getan?”
„Sch wußte, daß du kommſt. Du haſt das
Herz einer Albani ..."
„Sprich nicht ſo laut!”
„Niemand hört uns auf dieſem Balkon. Nur
die Sterne.”
„Die ſchon verlöſchen ..."
Sie ſehwiegen, ſchwiegen und küßten.
Von fernher wehte die Muſik, brauſten
ge=
dämpft Lärm und Lachen der Canzenden, und
aus den Gärten ſtieg der füße Duft der
Kalu=
kanthusſträucher, die ihre kriſtallenen
winter=
lichen Blüten dem Morgenwind öffneten.
„Warum ſoll die Nacht ſchon zu Ende ſein?
Komm zurück in den Saal! Wir wollen die
Cüren verrammeln und die Läden der Senſter
feſter ſchließen, daß er nicht eindringen kann,
der neue Cag!” rief er und riß die Marcheſina
durch die Korridore, in denen das Slüſtern und
Küſſen der Liebenden war, zurück zum Canz.
Die Muſikkapellen raſten. Die Neger ſtießen
ſchluchzend in die Saxophone und hieben wild
und beſeſſen auf die Trommeln und tönenden
Hölzer ein.
Welch eine Nacht! Welch ein Glück! Gab
es ein anderes Leben als dies? Sollte je wieder
werden, was vorher war? Die Marcheſina
vergaß die wartende Pförtnerin, die auf das
Seichen harrte, ſie einzulaſſen, vergaß auch die
ſchwere Cür mit dem feinen und frommen
bron=
zenen Nelief Oonatellos, vergaß die ehrbare
Saſſe und das ehrwürdige Haus ihrer Väter
und flog tanzend von Axm zu Arm und täumelte
und — war mit einemmal wie erwacht, als ſie
ihn nicht mehr fand, der ſie jedem zweiten
Cän=
zer geraubt und, ſooft ſie ſich im Scherz ihm
entzog, ſtets von neuem erhaſeht wurde.
Von ſeltſamer Angſt gepeitſcht, eilte ſie zu
dem Balkon, auf dem ſie vorhin mit ihm gelehnt
und zu den Sternen geblickt hatte: da ſtand er
— und eine andere neben ihm.
Sürs erſte wollte ſie fliehen, fort, nur fort,
aber ſie war wie gelähmt und hörte, indem ſiea
verweilte, die cellodunkle, anklagende
Stimme=
der Sremden:
„Warum quälſt du mich? Warum pein
du mich bis zum Wahnſinn? . . . Oh, ich weiſ
du liebſt mich nicht mehr . . Oder liebſt du mit
jetzt nur weniger, und wird deine Liebe, die ich
geſtorben glaube, zurückkehren, ſtärker und
mächtiger als zuvor . . . . Ich bin von Sinnen.
Jeh bin nicht mehr ich ſelber ... Und weinend,
aufſchreiend vor Verzweiflung und Schmer),,
rief die Unbekannte: „Ach, was haſt du aus mir!
gemacht!“
Die Marcheſina erſtarrte. Sie klammerte ſich 4
an das kalte Geſims der Wandtäfelung, ganf ?
dicht neben der Tür, und ſah im Morgengraue),
wie die Sremde ſich aufrichtete und ihr reiches,
ſchwarzes Gelock aus der Stirn ſtrich. Und ſie
erkannte mit Entſetzen in ihr die ſchöne und
anbetungswürdige Sürſtin Belgiojoſo.
Es grauſte ihr.
Konnte man ſo elend werden? Ward man
aller Würde bar und aller Scham, wenn mal
liebte? War dies das wahre Geſicht, das
hinter den Masken verbarg: Grauen und
Jal=
mer, Pein und das verzehrende Feuer der
Le=
denſchaften? . . Sie hatte die Fürſtin im Glant
der Oper geſehen, im Salon ihrer Mutter un
bei den Empfängen, zu denen auch ſie ſchon /
gelaſſen, und hatte ſie um ihres Stolzes u
ihrer Hoheit willen bewundert Die Liebe,
war ſo die Liebe? War dies das Leben, v0
dem ſie nichts als einen matten, gedämpfial
Widerſchein kannte, und vor deſſen
unmittee=
barem verſengenden Licht die Eltern, die Dienel
ſchaft, das Cor mit den frommen Neliefs !e
ſchützten? Dann war es beſſer, in den Schuf
und den Schatten zurückzukehren ...
Aber noch ehe ſie enteilen konnte, kam dei
ſchwarze Domino auf ſie zu und wollte ſie wier
der zum Canze führen. Sie ſpürte die Arm.
die ſie umfaßten. Namenloſe Augſt packte 1/ 0
und ſie riß ſich los.
„Laß mich! Laß mich! Och mag nicht werdil. !
wie jene ." rief ſie und jagte durch die Sdle2
und Korridore, in denen alle Farben und Lichie
erblaßt und alle Klänge für ſio erſtorben warelle e
die Stufen hinab zu dem marmornen
Porkal=
das ſie aus dem krauſen und glühenden Abelle
teuer eines Karnevals in die nüchterne Ruhle 2
und Frühe des Aſchermittwochs entließ.
Oflip Kalenter.
Am Faſtnachtſonntag ſah man Köbes
Sibbe=
ſchwöhm im Soologiſchen Garten der nahen
Großſtadt das niedrige Haus aufſuchen, in dem
die Inſektenfreſſer, Ameiſenbären,
Stachel=
ſchweine, Sgel und ähnliche Sonderlinge
unter=
gebracht ſind. Es entſpann ſich mit dem
gemüt=
lichen ſchnauzbärtigen Wärter folgende
Unter=
haltung: „Ihre Sgel, ſind die wohl gut im
Stande, wo ſind ſie denn, wieviel haben Sie
denn?”
„Stöcker zwölf, „vier alte und acht junge‟
antwortete der Wärter, der ſich immer freute,
wenn er von ſeinen Cieren reden konnte. Aber
der Herr unterbrach ihn: „Haben die auch wohl
brave Flöhe?‟ Der Wärter, dem auch ſchon
der Karneval in den Knochen lag, zwinkerte mit
den Augen und nickte eifrig: „Das wollen wir
doch hoffen!” — „Sch möchte nämlich 5 Dutzend
kaufen!” — „Sagen wir fünfzig Pfennig das
Dutzend, das Pflücken zu Ihren Laſten!”
„Gemacht!” Sch habe alles bei mir, bitte
brin=
gen Sie die Igel!”
Da ſah der Wärter den ſonderbaren Herrn
mit anderen Augen an und ging, einen Ige
holen. Unterdeſſen zog Sibbeſchwöhm eine kleine
Standflaſche mit weitem Halſe und eine oben
mit feinen Wattebäuſchchen umwickelte Pinzette
hervor, und die Jagd begaun; es ging ſchneller
als man dachte. Der Wärter und der Herr
zählten: „vierundzwanzig, fünfundzwanzig,
ſechs=
undzwanzig . ..
Da ſagte Sibbeſchwöhm: Bitte, dieſer 290 1
iſt abgebaut; ich bitte einen andern!“
Wärter ging und kam: „Der hier iſt, glaube 10hr
beſſer!” — „Sie haben rocht, das iſt eihe Si09
grube!”
„Fünfundfünfzig, ſechsundfünfzig, liebendnd.
fünfzig
„Geben Sio mir noch ein Dutzend zu, zu 9eſ
gleichen Preiſe?” — Aber gerue!” murmel.*
der Wärter, dem die Sache unheimlich wurdere
es konnte vielleicht ein Herr aus einer Orkel."
anſtalt ſein. Als die ſechs Dutzend voll wareln
erhielt der Wärter ſeinen Caler, den er /e9.
ſchnell einſteckte und mit ſeinem dritten 294
ebenſo eilig vorſchwand. In den Släſchchen, Me
oben mit einem engmaſchigen Drahtnek Di"
ſchloſſen war, wimmelte es ſchwarzbrauſt. Die
enge Gemeinſchaft der an eine mehr vägdbli.
dierende Lebensweiſe gewohuten Ciere begall"
ſich bemerkbar zu machelt. Sufrieden verlielt
Sibbeſchwöhm mit ſeinem Schatz in der Coſche”
das Haus der Inſektenfreſſer.
Der Roſenmontag war da, helle Vorfrühe.
lingsſonne wärmte die Stadt, die Weidenkan”
chen ſchimmerten an den Aeſten, in den Sbte
gärten funkelte das junge Gras ſmaragdgrll.
Die ganze Stadt war auf den Beinenz in Le.
breiten Straße am ehrwürdigen Niederih.*
ſammelte ſich der Faſtnachtszug, im Goſtyale
„Sum Niedortor” hatte ſich die bunte Meuge
der Masken eingefunden, die im Suge mitwil.
Solange es Spione gibt, ſolange es notwendig
1—in wird, Nachrichten zu verbergen, ſolange
ird es auch Mittel geben, dieſe geheim
erwor=
tenen Berichte vor der Oeffentlichkeit und den
frindlichen amtlichen Stellen zu verheimlichen
urnd ſie erſt dann an das Licht zu bringen, wenn
der Zeitpunkt dem Kundſchafter für gekommen
Sien.
An Hard einiger nicht bekannt gewordenen
Z eiſpiele möchte ich in dieſer Abhandlung zigen,
nie feindliche Agenten während des Wel,triegs
Pit Deutſchland arbeiteten, und was ſie taken und
tunmußten, um ihre oft ſehr ſchwer erworbenen
Tachrichten ſicher an den Ort ihrer Beſtimmung
geleiten.
Nach Schluß des Weltkrieges rühmten lich
ſtirhechiſche und andere feindliche Spione offen,
wie ſie ihre Berichte mit einer unſichibaren Ge=
(he imſchrift niedergeſchrieben und dieſe dann in
das neutrale Ausland geſchickt hatton. Sie
be=
dienten ſich mit Vorliebe Cextil= und
maſchinen=
terhniſcher Seitungen, oder aber ſie überſandten
fngierte Verſicherungspolicen, in denen die
da rin enthaltenen Sahlen Truppenteile und
der=
geichen bezeichneten.
Die Sängerin Lapan vom Prager Neuen
Deutſchen Cheater hat ſich offen zur aktiven
SSionage bekannt und ſich gerühmt, ihre
Be=
oichte mit unſichtbarer Cinte auf ihre ſeidenen
Aöcke geſchrieben zu haben. Das Glück ſcheint
hx hold geweſen zu ſein, aber Hunderte ihrer
SSionage- Mitſchweſtern ereilte das verdiente
Schickſal. Ob ſie einen Armbruch vorſchützten,
urr im Sipsverband ihre Berichte verbergen zu
Eimen oder die Aufzeichnungen um Korſettſtäbe
pckelten, ob ſie ihr erbeutetes Material in den
ünterröcken oder in den Kleidern vernähten, es
Im Hutfutter oder in beſonders angefertigten
Haarunterlagen unterbrachten — ſie wurden
aſt alle entlarvt.
Mit Vorliebe bedienten ſich die Spione ihrer
Harderobe und Wäſche zur
Nachrichtenüber-
zyttelung. In hohlen Stiefelabſätzen, in dem
Minern der Kragen und Manſchetten, beſonders
4n Umlegekragen mit übergebundener Kravatte,
uf reinen und ſchmutzigen Caſchentüchern (
zu=
ſoilen wurde, in den Caſchentüchern Morſe=
Weichen eingenäht oder eingeſteppt) und auf der
Unnenſeite von Vorhemden, auf Unterzeug, in
Her Hoſenſchnalle, im Innendeckel der Uhr, auf
7r Jackenkragen eingenähten Leinenſtreifen, in
Hſelpolſterungen der Ueberzieher und Nöcke,
Lrblinden Caſche. und Aufſchlägen, in
Aermel=
eb eimtaſchen, unter Perücken, in Hoſenträgern
auf den Gurt genähten kleinen, mit einem
ket migen gewirkten Schnürſenkeln — überall
turden geheime Nachrichten von unſerer Ab=
Hehrorganiſation entdeckt.
(Auch die Stoffhüllen von Mänteln und von licherweiſe vor den Exploſionen fand und noch
Fückenknöpfen, die hohlen Enden von
Sonnen=
indd Regenſchirmen, die Griffhüllen der
Neiſe=
iſchen, Buchdeckel, hohle Schlüſſel, Haar= und
Aleiderbürſten, deren polierter Nücken auf der
igentlichen Bürſte mit Schrauben befeſtigt war,
Füllfederhalter, überhaupt alles diente zu der
Tachrichtenübermittlung.
Unter der Oberlippe, zwiſchen Lippe und
Sahn=
eſch einer Spionin, gewahrte man einen
ummiſchlauch von etwa anderthalb Millimeter feindliche Nachrichtendienſt bei der Beſchaffung
wickeltes dünnes japaniſches Florpapier mit
eheimen Nachrichten befand. Noch raffinierter ſo gelungene falſche Reiſepäſſe anfertigte, daß
pion wurde ein Scidenpapier mit Aufzeich= nicht erkännt wurden.
VON FRITZ
KARL ROGELS.
nungen unter der losgelöſten Hornhaut der Serſe
entdeckt.
Viele dieſer Mittel wurden durch das
Ge=
ſtändnis des in Hamburg verhafteten
Holzhänd=
lers Liander den deutſchen Behörden bekannt.
Gleich ihm wanderten viele ſeiner Freunde, die
in ſeinem Solde ſtanden, unter ihnen ſogar ein
Frankfurter Opernſänger, ein Berliner
Schau=
ſpieler ſowie ein Nationalökonom, ein Dr. P.,
in das wohlverdiente Suchthaus. Uebrigens
ge=
lang es der Spionageabwehr auch, die
berüch=
tigten feindlichen Agenten, wie den Händler
Planbeck aus Malmö, der am 25, Juli 1917 zu
zwölf Jahren Suchthaus verurteilt wurde, und
ferner den Steuermann Jonny Brandt
feſtzu=
nehmen.
Da unſeren Feinden daran lag, uns auch im
Innern Deutſchlands Schaden zuzufügen,
ſuch=
ten ſie Sprengmittel auf jede Art
einzuſchmug=
geln; ſei es in Mehlſäcken, ſei es in Brot, in
von Italien über die Schweiz importierten
Ori=
ginal-Sitronenkiſten, in beſonderen Literflaſchen
oder in zulinderförmigen Stahlkörpern, die in
Konſervenbüchſen eingelaſſen waren. Letztere
wurden von Amerika nach Holland in
Schmalz=
kübeln geſandt und in dieſen Säſſern über die
Grenze geſchmuggelt oder auf dem Waſſerwege
Cyp eines ruſſiſchen Sigenners,
wie ſie häufig zur Spionage benutzt wurden.
Muckknopf verſchließbaren Caſchen, in ſchlauch= eingeführt. Sur Brandſtiftung für Scheunen
hatte man Spezialgeräte, zu dem Sprengen von
Waſſerwerken und Schleuſen waren wieder
an=
dere Bomben beſtimmt, die man meiſtens
glück=
unſchädlich machen konnte.
Alle Mittel waren den Feinden recht, um uns
zu ſchaden und Deutſchland in die Knie zu
zwin=
gen. Franzöſiſche Agenten infizierten mit
Notz=
bazillen Brunnen und Cränken auf den
Vieh=
weiden; ſo mancher Viehbeſtand lichtete ſich
durch dieſe Seuche, die ſchändliche Abſicht zur
Vernichtung eines Volkes verurſachte.
Mit außerordentlichem Naffinement ging der
Ydurchmeſſer, in dem ſich auf eine Nadel ge= falſcher Papiere für die Spione zu Werle. In
Genf beſtand ein Unternehmen der Entente, das
fr der folgende Fall: Bei einem ruſſiſchen die Salſifikate auch von langjährigen Sachleuten
Die ſchweizeriſche Polizei entlarvte im Herbſt
1915 den Advokaten, Notar und argentiniſchen
Vizekonſul B. in Lugano, der dort ein
ſchwin=
delhaftes Adoptions=, Naturaliſations= und
PPaßunternehmen betrieb. Als Notar
beur=
kundete er falſche Adoptierungen, beſorgte
Ein=
bürgerungen und ſtellte den durch die Adoption
in ihrem Namen oder die Einbürgerung in ihrer
Staatsangehörigkeit veränderten Perſonen
fal=
ſche Päſſe aus, insbeſondere argentiniſche. Und
andere Spione wieder bedienten ſich bei dem
Grenzübertritt eines Ausſchließungsſcheins, wie
er für Suchthäusler ausgeſtellt wird.
Die feindliche Spionage hat uns ſehr oft
ge=
ſthadet. So war zum Beiſpiel das Auslaufen
unſerer Hochſeeflotte vor der Schlacht an dem
Hornsriff (Skagerrak) den Engländern bereits
22 Stunden vor dem Kampf von einem ihrer
Spione in Wilhelmshaven via Kiel, Vantrup
und Kolding verraten worden. Die Engländer
hatten 2000 Kronen dafür bezahlt.
England war dank ſeines ausgezeichneten
Spionagedienſtes immer orientiert, wenn
deut=
ſche Schiffe ausliefen. Lloyds Liſt, das amtliche
Organ für Schiffsbewegungen, veröffentlichte
pünktlich und genau die Abfahrt der Schiffe von
Stockholm uſw. nach Stettin, Swinemünde uſw.,
den Celegraphiſten der Nadioborchſtationen an
die Ohren klang. Jede Armee gebrauchte
Appa=
rate eigener Cypen zum Abhören ihrer
Funk=
ſprüche, verſchiedene Sprachen, verſchiedener
Kulturgrad der kriegführenden Völker, das
alles bedingte verſchiedene Arbeitsweiſe der im
dichten Netze über die einzelnen Frontabſchnitte
verteilten Nadio=Horchſtationen. Die
öſter=
reichiſch=ungariſche ſtand unter der Leitung des
Oberſten des Celegraphenregiments Figl. Keines
von den aufgefangenen Kryptogrammen blieb
dieſem Meiſter der Dechriffrierkunſt Geheimnis,
kein noch ſo raffiniert geſetzter Chiffrierſchlüſſel,
über den ſich andere tagelang den Kopf
zerbra=
chen, widerſtand ſeinem Scharfſinn. Mancher
Erfolg iſt ihm zu verdanken geweſen, weil eine
aufgefangene und rechtzeitig entzifferte
Nadio-
depeſche die Maßnahmen des Gegners verriet.
Ueber die Schlächt von Cannenberg wurde
viel geſchrieben, doch niemand hat jener Braven
gedacht, durch deren Mithilfe wohl die Schlacht
gewonnen wurde. Deutſche Sunkoffiziere hatten
in ihren Abhorchſtationen einen ſo tadellos
funktionierenden Lauſch= und Dechiffrierdienſt
eingerichtet, daß jede von der ruſſiſehen
Armee-
leitung an die Unterführer abgegebene
Nadio=
depeſche binnen kürzeſtem der deutſchen Heeres=
lowie vice versa die Abfahrt von Swinemünde,
Stettin uſw. näch Stockholm uſw. England ging
ganz ſyſtematiſch vor; es gab ſeinen Agenten
Fragebogen mit, die bis ins Einzelnſte gingen.
Hier und da iſt ſolch einer in die Hände des
deutſchen Abwehrdienſtes gelangt und hat dann
unſeren Stellen Singerzeige gegeben, was im
Augenblick am meiſten „gefragt” war.
In Stockholm konnte ein Spion feſtgenommen
werden, der Gummiſtempel für das
Polizeiprä=
ſidium Berlin=Schöneberg beſtellt hatte. Auch
dieſer Stempel unterſchied ſich gleich ſo manchen
anderen gefälſchten nur in der Sorm des Adlers
im Rundſtempel. Die Fälſchung wies den
preu=
ßiſchen Adler mit Wappenſchild auf, während
der echte den Adler ohne Wappenſchild zeigt.
In der Ortsangabe der Unterſchrift=
Beglaubi=
gungsformel hieß es auf dem falſchen Stempel
„Schöneberg”, anſtatt „Berlin=Schöneberg”,
Bei einer Hausſuchung bei einem
ſpionagever=
dächtigen Sigeuner fand man einen täuſchend
nachgemachten Stempel, auf einer einwandfrei
gedruckten Urkunde die Nundumſchrift „Kgl.
Preuß, Polizeiverwaltung Braunſchweig‟. Nur
durch die geographiſche Unkenntnis des
Druk=
kers, der Braunſchweig als preußiſche Stadt
bezeichnete, war es möglich, den Schein als
ge=
fälſcht zu erkennen.
Auch an unſeren nach den Fronten abgehenden
Eiſenbahnwagen wurden von den feindlichen
Vertrauensleuten Settel mit Nachrichten in
un=
ſichtbarer Schrift über Truppen= und
Muni=
tionstransporte angeklebt oder verſteckt. Dieſe
Zettel wurden beiſpielsweiſe in Belgien von den
Mitgliedern der dortigen aktiven feindlichen
Spionage aufgenommen und über Holland dem
feindlichen Generalſtab übermittelt.
Im Aether ging es während des Kriegs nicht
minder bunt zu als auf der Erde. Unzählige
militäriſche Schiffs- und Land=Nadioſtationen
funkten ihre Nachrichten m den Weltraum
hin=
aus. Ein wahres Cohuwabohu war es, welches
leitung bekannt wurde und dieſe inſtandſetzte, die
entſprechenden Gegenmaßnahmen zu treffen.
Die Cechnik im Dienſte der feindlichen
Agen=
ten war groß. Märchenhaft mutet manchmal an,
weſche Mittel und Wege ſie benutzten, um
per=
ſönlich ſichtbare und unſichtbare Nachrichten in
das Ausland hinüberwechſeln zu laſſen. Im
Winter 1917/18 machte der engliſch=franzöſiſche
Nachrichtendienſt große Anſtrengungen, um ſich
in den Beſitz von Karten und Planmaterial für
Sabotagezwecke und Sliegerangriffe auf deutſche
Induſtrieorte und militäriſche Anlägen zu
ver=
ſchaffen. Leider mit Erfolg. Offiziell war der
Schutzſtreifen — ſo genannt, weil er ſich längs
des Operationsgebietes hinzög — zum
Photo=
graphieren, ja für den Verkauf von
Landſchafts=
poſtkarten verboten; aber hier fanden ſich, doch
gewiſſenloſe Menſchen, die das Verbot
um=
gingen und dann ihre Bilder, wiſſentlich oder
auch unwiſſentlich, den Beauftragten der
feind=
lichen Macht verkauften.
Das kaufmänniſche England ſetzte Prämien
aus. So hat der im April 1918 wegen Spionage
zugunſten einer feindlichen Macht verhaftete
deutſche Matroſe Jakob oder Knüfken
geſtan=
den, daß für das Attentat auf den deutſchen
Kaiſer eine Million Mark, für die Verſenkung
eines U=Bootes, gleich auf welche Weiſe, eine
halbe Million Mark, für die Sprengung von
Werftanlagen oder Brücken 200 000, für die
Anſtiftung zur Meuterung oder zu Streiks
50000 Mark uſw. ausgeſetzt wären. Die von
England ausgelobten Prämien hatte, nach
Aus=
ſage dieſes Agenten, ein engliſcher Oberſt ihm
im engliſchen Generalkonſulat in Holland von
einem Settel abgeleſen.
Jedes Mittel ſchien recht, um uns, den
ver=
haßten Gegner, zu vernichten. War es ein
Wunder, daß auch wir in dieſem Völkerringen
alles daranſetzten, um uns, ſolange es irgend
möglich, von dem verderblichen Einfluß der
feindlichen Agentenarbeit abzuhalten?
2n ſollten: Stadtſoldaten, feierliche Natsherrn
Perücken, Marketender, Sigeuner, Rieſen,
ſnnes, Hänneschen mit dem ganzen Cheater,
urs alles, was rheiniſcher Frohſim an dieſem
Kae erſinnen kann. Allen voran leuchtete Prinz
ſarneval in einer hundertprozentigen Seiden=
1be, halb ein Marquis Poſa, halb wie ein
0r Giovanni anzuſchauen, ſehr koſtbar und
Ver zeugend. Herr Güldengeſchmeid, der Inhaber
18 größten Kaufhauſes der Stadt, war beſter
züne, nur kam er ſich in dem üppigen, farbigen
ſewande doch etwas fremd vor, aber das Siel
her Wünſche war erreicht: bald würde er auf
Im höchſten und ſchörſten Lurmwagen durch
2 Stadt fahren und Inhaber der
volkstüm-
hen Würde ſein, die vor ihm ſo viele Herren
u8 den beſten alten Familien der Stadt
inne=
hhabt hatten.
Draußen auf der Straße ſtanden die
verſchie=
ihen Gefährte, einige ulkig ausgeſtattete
Kar=
m für die Sigeuner, Marketender und
Komö=
unten; andere Wagen, hoch und kunſtvoll auf=
Gbaut, um irgend eine Lächerlichkeit des
ver=
angenen Jahres zu verſpotten oder eine
ge=
ſſihtliche Erinnerung zu wecken. Dazwiſchen
ſhrere Muſikkapellen, zwei ſogar zu Pferde.
Herr Süldengeſchmeid wunderte ſich, als ge=
De die Herren, die zu ſeinen Gegnern gehört
ſtien, ſich um ihn bemühten, Herr Köbes
Eb eſchwöhm vor allem. Er rückte an ſeinem
ſſe idenen Ueberwurf, behauptete, der ſpaniſche
Kragen ſäße nicht richtig und ſchob ihn eifrig
zurecht, er fühlte ordentlich dabei die kalte Hand
des Herrn im Nacken. Endlich war alles in
Ordnung, auf einer Leiter kletterte der Prinz
Karneval auf ſeinen Wagen, der turmartig,
reich geſchmückt mit Grün, Bändern und mit
Fahnen, oben eine kleine Plattform hatte, auf
der nur der Prinz und zwei Körbe mit
Sucker=
werk Platz hatten, das in die wartende Menge
geſtreut werden ſollte. Die Muſik ſetzte ein, der
Sug kam in Bewegung.
An einem Fenſter auf dem Markt, das weite
Ueberſicht Straß auf, Straß ab gewährte,
war=
teten die Verſchworenen. Schon von ferne
konnte man den Sug in ſeiner ganzen Länge
be=
obachten, die farbenluſtigen Wagen, die jubelnde
Menge der Suſchauer, die vielen Cauſende von
bunten Streifen der Papierſchlangen; beſonders
deutlich zeigte ſich der hohe Aufbau, auf dem
der Prinz Karneval ſtand und grüßte, Hände
voll Karamellen warf und ſeine Würde zr
Schau trug.
„Ich glaube, du haſt Schnupftabak oder
Aka=
leyſamen hineinfallen laſſen ſtatt der blutgierigen
Inſekten!” bemerkten die beiden anderen
Ver=
ſchworenen zu Köbes. Der hatte unterdeſſen
ſein Feldglas auf den Prinzen gerichtet und
lächelte zufrieden. „Nee, nee, Kinder, der ſpürt
ſchon was, aber es wird noch beſſer”
Abwech=
ſelnd beobachteten nun die drei.
Es wurde wirklich beſſer; wer es wußte, der
konnte ſich über den Vorgang ſchief lachen.
Donn der Herr Güldengeſchmeid trippolte nun
auf ſeiner Plattform herum, wie ein
Waſſer=
tropfen auf einer heißen Ofenplatte. Alles, was
er tat, ſtand unter dem geheimen Geſichtswinkel
ſeiner Neizungen. Wenn er die Hand aufs Herz
legte, benutzte er das, um ſich einmal ſchnell und
verzweifelt zu kratzen. Oft ſtemmte er die Fauſt
in die Seite, auch wieder nur, um wenigſtens für
eine Sekunde der gräßlichen Unruhe auf ſeiner
Haut zu begegnen. Das Geländer, das ſeine
Höhe umgab, mußte herhalten, um den Nücken
ſcheinbar zufällig zu bearbeiten. Dazu mußte
der arme Mann lachen, Kußhände werfen und
mit der holden Weiblichkeit, die in den Fenſtern
lag, ſchöntun. Und das, während eine Schwadron
rückſichtsloſer Huſaren auf ſeiner zarten
Epi=
dermis die verwegenſten Wettrennen und
Ein=
ſchwenkungen verübte, hohe Schule ritt und
Manegekunſtſtücke zum beſten gab. Bis zum
Markt ging es noch leidlich, als ſich aber der
Wagen dem Kaufhaus Güldengeſchmeid näherte,
wo der Prinz eine Rede an ſein Volk halten
ſollte, da verließ den Unglücklichen alle Haltung.
Die Huſaren waren unterdeſſen wohl in die
ſpaniſchen Crikots eingedrungen, ein
Unterneh=
men, das bei der Enge dieſer Kleidungsſtücke
erheblichen Kitzel verurſachte. So kam es, daß
der Prinz plötzlich begann, ſeine Crikotbeine zu
bearbeiten, als wenn er in ein Weſpenneſt
ge-
treten habe; er rieb ſeine Waden, er rieb an
ſeinen Knien, er kümmerte ſich kaum noch um
die Suſchauer, er verfolgte lediglich den Swech;
dieſem hölliſchen Exerzieren auf ſeinem Körper
Einhalt zu tun und ſich Linderung zu verſchaffen.
Nun war der Wagen des Prinzen bis vor das
Kaufhaus Güldengeſchmeid vorgerückt, das
Publikum lachte, war aber doch otwas unſicher
bei dem ſeltſamen Schauſpiel des Prinzen, der
anſcheinend von allen Sprichwörtern nur das
eine mehr im Sinne hatte: „Wem’s juckt, der
kratze ſich!"
Da geſchah es: Der Prinz rief etwas
Erreg=
tes, winkte ſeinem Hausmeiſter, der im Portal
des Kaufhauſes ſtand, heran, und der ſtürzte
fort, kam mit einer Leiter wieder, der Chef
kletterte in unnachahmlicher Haſt von ſeinem
Curm herab und verſchwand. Was weiter vor
ſich ging, weiß keiner genau, Prinz Karneval
blieb für den Neſt der Faſtnachtszeit verborgen.
Nachher pflegte er im Kreiſe ſeiner Freunde
zu ſagen: „Soviel iſt ſicher, in das Gaſthaus
„Sum Niedertor” gehe ich Seit meines Lebens
nicht mehr; das iſt ja ſchrecklich geweſen, nur
eine halbe Stunde dort und Flöhe am gauzeit
Körper, und was für welche!. Das waren keine
einfachen Flöhe, das waren Mammute ihres
Geſchlechts, ein Rudel von Champions of the
World, Koloſſe, Ungeheuer an Umfang und
Kraft und Unternehmungsluſt, Juckweltmeiſter
im Schwergewicht. Das konute der
Mann nicht aushalten
s hott mich eichendlich bloß gewunnert, daß
mer kaa allgemeines Faßnachtsverbodd erlaſſe
loſſe hott, un zwar vum Völkerbund abwärts,
dorch alle Inſtanze, bis zum allerbeſcheidenſte
Gemanerat, indem daß die Härrſchafte mit
vollen Recht in dem Faßnachtsunſinn — en
un=
laudere Wettbewerb hedde erblicke
kenne...
No, ſei dem, wie em will, mer hott uns
ge=
wehnliche Erdenwirmer halt aach emol es Recht
geloſſe, wenichſtens an Faßnacht ärchend en
Un=
ſinn zu verzabbe, un ſo wolle mer noch emol,
wolle mer noch emol, heiraſſaſſah, luſtich ſei,
freehlich ſei, hobbſaſſaſſah!
Un warum aach net? — Schließlich koſts
aa Geld, ob mer luſtich un freelich is, odder
ob mer Driebſal bleeſt un Elend geicht. Un im
iwwriche hab ich dorch genaue ſtadiſtiſche
Er=
hewunge feſtgeſtellt, daß mer dorch Prodäſte,
Krakehle, Schimbfe un Brumme um kaa Hoor
meh erreiche dhut, wie als wann mer ſich mit
de Uffwärdung ſeiner, im letzte Johr faſt ſpurlos
verſchwunnene Luſtichkeid un Freehlichkeid
be=
ſchäfdicht, un im Notfall e Hibbodhek uff ſein
Humor uffnimmt, wodemit mer ſich ſo langſam
in den Zuſtand verſetze kann, der wo gam
aan=
zich un allaans des richdiche Gefiehl for de
Aſchermiddwoch beibringe dhut. — Un ich
glaab, daß mer diß Johr, außer dem
kallenner=
meßiche, noch e ganz Baddie Aſchermiddwöcher
erläwe; ſage Se, ich hetts geſagt ..
Awwer däß ſoll uns vorerſt emol nis kratze,
mir wolle drotzdem mit unſere ſchwache Kräfte
am undaugliche Subbjeckt die Faßnacht feiern.
ſo gud mer’s vermeeche, un wolle uns noch ſchnell
e paar Dag unſeres Läwens freie, un mit dem
neediche Galljehumor luſtich ſei, erſtens weil mer
kaa Gäld hawwe, un zweidens iwwerhaubt un ſo.
Freilich, der Prinz Kannewall wärd ſich mit
ſeim narriſche Gefolche diß Johr kaum ſeine
Unnertane zeiche, dann alle offizijälle
Feſtlich=
keide ſin abgeſagt. Heechſtens kann ſich der „hohe
Herr” uff=eme Hausball for verarmde
Steier=
zahler ſähe loſſe. Un do kann er noch froh ſei,
wann=ſem net ſo geht, wie dem, der wo die
Woch ..... Awwer ich wills richdich verzehle.
Alſo die Woch hawwe e paar Bekannde
mit=
nanner ausgemacht, ſie wollte am Middwoch
ganz unner ſich, un ganz der Zeid
entſprä=
chend, en „Lumbe=Awend” veraſtalde, un
wollte mol ſo recht freehlich ſei.
Nu war bei däre Geſellſchaft aach ganer der
gor zu gärn mitgemacht hett, wann — ſei Fraa
net gewäſe weer. Leider hott die awwer for
der=
ardiche „Lumbereie” gar kaa Verſtendnis, es
gibt ſo Weiwer.
Do war alſo guder Rat deier. Awwer de
Zu=
fall wollts, daß er en annere gude Bekannde
drifft, dem er ſei Schmerze geklagt hott. „Waaßte”,
ſeckt er zu=em. „fort leßt ſe mich jo, awwer net
als Lumb. Wann ich alſo nor wißt, wo ich mich
verklaade kennt, en Stromer=A zug un e Barrick
hab ich.” —
„No, wann’s weider nix is”, ſeckt der zu=em,
„verklaade kannſte dich bei mir, in meine
Woh=
nung .."
„No un dei Fraa?” freeckt=en der.
„Die ſchenniert net, die hott Middwochs ihrn
Kranz, un do wärds Uhr bis die haamkimmt, do
kannſte lengſt umgezoge un fort ſei.”
„Däß nenn ich Freundſchaft!” ſeckt der druff,
un war dann aach am Middwoch awend, korz
vor ſiwwe, in dem gude Freund ſeine Wohnung.
In de Schloofſtubb is dann die
Meddamor=
foſe vor ſich gange. Un wärklich, es war ganz
erſtaunlich, un mer ſolls net glaawe, wie doch
im Handumdrehe aus=eme aſtendiche Mann en
mords Lumb wärrn kann. Was awwer dorchaus
kaa Aſpielung ſei ſoll, ſunnern ſich nor uff den
vorliechende Fall bezieht, ich mecht däß
ausdrick=
lich betont hawwe, um edwaiche Mißverſtendniſſe
vorzubeige /...
Däßhalb ſeckt aach der Wohnungsbeſitzer zu
ſeim Freund: „Menſch, du ſiehſt aus, wiesen
ge=
lärnter Raubmörder, wann dich en Schubbo
ver=
wiſcht, hott=er dich wie’s Gewidder am
Kand=
hooke.”
„Waaßte waas”, ſeckt der druff, „am beſte is,
du holſt mer e Audo, ich mecht mich doch kaane
Uanehmlichkeide ausſetze.”
No alſo, was dhut mer net. Der gude Freund
geht alſo fort, e Audo ſuche. Un wie däß ſo is
mit dene Audo; wann ſe aam aach de ganze Dag
leer zwiſche de Baa erum fahren —, wann mer
awwer wärklich emol aans brauch, is kanns do.
Däßhalb is der gude Freund zum nechſte Metzier
gelaafe, un hott an die Audozendrale
delle=
fonniert — —
Freilich, wann er gewißt hett, was
mittler=
weil dehaam in ſeine Wohnung vor ſich geht,
dann hett=er beſſer nooch em Sannidetsaudo
dellefonniert —
Nemlich in de Zwiſchezeit, wo der nooch=em
Audo laaft, kimmt dem ſei Fraa haam — ſchließt
uff — ſieht do uff=em halbdunkele Vorblatz e
Ge=
ſtalt — dhut en Kriſch — un kreiſcht: „Raiwer!
— Hilfe!— Eibrächer!” — un eh der
Faſtnachts=
lumb nor wußt, wie=em geſchieht, hott die Fraa
mit ihrm Räjeſchärm druffgewirt, daß es dem
arme Kärl grie un gääl vor de Aage worrn, un
daßsem Heern und Sähe vergange is
Nadierlich ſin dorch däß Gekriſch aach gleich
die Leit vum Haus geſtärzt kumme; s hott e
mords Läwe gäwwe; der verzwazzelte
Faßnach=
ter hott die Wäld vor lauder Faiſt un Knibbel
net mehr geſähe, obgleich er in aam fort bedeiert.
hott, er weer gornet der, der er weer. In
ſeineVer=
zweiflung is er widder in die Schloofſtubb
räd=
deriert un is raſch unner die Better gekrawwelt.
Awwer ſchun hatte=ſen widder an de Bag, un
hawwen rausgezärrt, un do hotts als widder
gäwwe: vom Himmel hoch da komm ich her.
Do kimmt zum Glick der gude Freund dezu,
un war net wenich erſtaunt, wie er ſieht, was do
in ſeine Wohnung vor ſich geht. Un noochdem
däß Mißverſtendnis uffgekleert war, hawwe ſich
die Nachbarn verzoge, däß haaßt, net ohne ihrm
Härz entſprächend Luft zu mache: „Gemeinheit!
—Unverſchemtheit! — In ſosere Zeit ſich aach
noch als Lumb zu verklaade, als wann äwe net
genuch Lumbe in der Wäld erumlaaufe dhete
— no un was dergleiche Liewenswärdichkeide
mehr warn.
Zu allem Bäch hatt aach noch aaner
delle=
foniſch es Iwwerfallkommando geruffe gehatt.
Un jetzt hett ſich der arme Faßnachter ſogar
„ſtandesgemeß” uff ſein Lumbeawend fahrn
kenne loſſe — — — Awwer er hatt kaan Spaſ,
mehr dro, die Luſt war=em vergange,
Stillſchwei=
chends hott er ſich widder umgezoge un „
abge=
ſchminkt”; bis uff däß blaue Aag, wo er ſich
a=
gemolt hatt. Nemlich, däß is mittlererweil zur
Wärklichkeid worrn.
Un dem gude Freund ſei Fraa, die hott ſich.
in Dreene uffgeleeſt, iwwer ihrn kabbuddene
Räjeſchärm gebeicht un hott in aamfort geſchluxt:
„Nag awwer ſowas — nag awwer ſowas
Beim Abſchied an de Glasdier ſeckt dann der
Faſtnachter zu ſeim Freund, un guckt=en aus ſeim
blaue Aug ſo vun de Seit a: „Du kannſt mer
lagd dhu .
Wiſſo”, ſeckt der erſtaunt, „wiſſo ich
dir?!,
„Jawohl”, ſeckt der druff, „du — mir!
Dann ich bin dißmol noch mit=eme blaue Aag
Küchenzettel vom 8. bis 14. Februar.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Hühnerſuppe mit Nudeln, Weck=
Auflauf mit Aepfeln. (Rezept vom 14.10)
Dienstag: Sellerieſuppe, Königsberger Klopſe
mit Kartoffeln.
Mittwoch: Sagoſuppe, Roſenkohl mit
Ka=
ſtanien.
Donnerstag: Pilzſuppe, Schweinekoteletten
mit Kartoffeln und Krautſalat.
Freitag; Brotſuppe, gedämpften Fiſch mit
Kartoffeln und Salat
Samstag: Weiße Bohnen mit
Tomaten=
tunkek), Apfelbrei.
Sonntag: Helgoländer Suppe,
Kalbsnieren=
braten, Rotkohl, Kartoffeln, Salat,
Käſe=
torte.
*) Weiße Bohnen mit Tomaten Die
Bohnen, vorher eingeweicht, werden in Waſſer
kurz eingekocht. Feingeſchnittene Zwiebeln in
Fett anbraten, dünn geſchnittene Apfelſcheiben
damit weich dünſten, Tomatenpüree und Waſſer
hinzufügen, die Tunke 10 Minuten kochen, mit
Zitronenſaft und Salz abſchmecken, und leicht
unter die Bohnen ziehen. — Zutaten: 194 Pfd.
Bohnen, 2 Zwiebeln, 3 Aepfel, Fett,
Tomaten=
püree.
Gegen Froſtbeulen. Ein
altbewähr=
tes, ausgezeichnetes Mittel gegen Froſtbeulen
ſind Selleriebäder. Ich koche 1 großen oder 2—3
mittlere Knollen in etwa 2, Liter Waſſer. (Die
Knollen können für Salat oder Gemüſe
Ver=
wendung finden.) Ich bade die mit Froſt
behaf=
teten Hände oder Füße in dem heißen und
während des Bades heiß zu erhaltenden
Sellerie=
waſſer 10 Minuten bis 1. Stunde. Die Bäder
müſſen regelmäßig täglich angewandt und auch
nach Eintritt einer Beſſerung noch einige Tage
fortgeſetzt werden.
Verwendung der äußeren Schale
der Pampelmuzen (Grave=kruits): Ich
ſchäle die Früchte ſehr fein oder reibe mit feinem
Reibeiſen zart ab und gebe dieſe Schalenteilchen
mit Zucker bedeckt in ein Glas und ſchließe gut.
Verwendung: Um Tee würziger zu machen,
überbrühe ich mit den Teeblättern ein bis zwei
Teelöffel davon. Obſtſalate und dergleichen
erhalten, damit gewürzt, einen kräftigen,
aro=
matiſchen Geſchmack. Wir können bei Puddings,
Kuchen und Gebäck, ſtatt der gewöhnten
Zitro=
nenſchale, damit würzen.
Nummer 458.
Aufgabe 651.
G. Heatheote in Mancheſter.
(Reading Obſerver, 1904.)
Beiß: Kgt Dbl Ih4 Ses Bet (5):
Schwarz: Ke3 Bb2, b3, e5 (4).
Matt in drei Zügen.
Löfungen der Weihnachts=Preisaufgaben.
Aufgabe 646. Dr. A. Kraemer, Urdruck. (Kg7 Td5, f1
Le3 8b5 Ba2, e6, g83 Ke2 Te2; 44.) Verführungen:
1. Ta17 Pe81 1. Hie7 Pes, 31 1. Ih17 Nk2l 1. Nk—41:
un21 1. K:77 Th 21 1. Kg8: T:e6 4. 1. uk8: Tel,
Ke1! Die Verführungen ſcheitemn an der Berteidigung
des ſchwarzen Turmes, der ſogar geopfert wird, um eine Patt.
ſtellung herbeizuführen. Erkennt der Löſer die Pattdrohung, ſo
erſchließt ſich ihm auch die hübſche Löſung: 1. Kgi—gsinhs!
2. Uh 811 Tih84 3. Kihé Kb2 4. Td2t: 1... . . 7g9
2. Lo5 T:gs 4 3. L:g8: 1. .. . . Nk2 2. Nit2.4,
Aufgabe 647. T. R. Dawſon. Urdruck. (K18 Seß Ba2, b4,
e2, 23, 13, 15. h2, h4; Eh8 Ih1, Be8, 07, 07,e7. 12, 14,
g5, h3: Schwarz hat gerade ſeinen 30. Zug gemacht; es iſt zu
beweiſen, daß Weiß in 2 Zügen matt ſetzt.) Der Löſer hat
nachzuweiſen, daß Schwarz zuletzt 30. .. Bg7.—g5 gezogen
haben muß. Die Löſung iſt dann: 31. B15:g6 en pasgaut,
Schwarz belit big, 32, Heß=-kItk.
Durch die Beſchränkung des Spieles auf 30 Büge wuird
gefunden, daß Bg7—g5 der letzte Zug geweſeu ſein mußte.
Die Anglyſe führt daher zu folgendem Spielverlauf: 1. Bg3.
Uh5 2. Lg2 Bh4 3. La6 Bh8 4. 818 Bb7:e6 5. 0—0
La6 6. 8c3 Lc4t 7. 8a4 La5 8. Sb6 B15 9. Bb4 K17
10. I.b2 8r6 11. Tel Kg8 12. Se5 Uh1 13. B13 7n4
14. Bg3ih4 Sa6 15. Kf2 8a5 16. Kg8 8d3 17. B02-03
Bett 18. Bd8:e4 B14+ 19. Kg4 De8 20. Teß D:7
21. 104 Df54 22. Be4itb En8 28. Db3 Ba7:b6 24. bes
BbS:e5 25. Nk2 Beb:d4 26, Kg5 Bd4:e3 27. Kg6 Be3ik2
28. Kk7 Ta3 29. K:k8 Te3 (Das Spiel kann bis hierher
auch durch andere Zugfolge erreicht werden.) 30. Bd2:e3
NsFs5. Eine leichte, ober ſehr ſchune NetrwAliſabe.
Weihnachts=Löſungs=Preisausſchreiben.
Es gingen in der vorgeſchriebenen Zeit 10
Be=
verbungen ein. Von den Einſendungen mußten
einige wegen fehlerhafter oder unvollſtändigen
Löſungsangabe ausſcheiden. Aus den übrigen wurde
durch das Los die Reihenfolge der Preisträger
ermit=
telt=
1. cand. machl. Rielef Schomerus in Darmſtadt;
2. Lehrer Georg Peter in Bernsburg, Kr. Alsfeld;
3. gtnd. jns. Arni V. Sngedarr in Darmſtadt:
4. cand. greh. Jwan Naidenowitſch in Darmſtadt;
5. Guſtab Seeh in Eberſtadt:
6. Hans Meidinger in Eberſtadt.
Wir beglückwünſchen die Preisträger und
wvün=
ſchen den Nichtpreisträgern bei unſeren nächſten
Löſungs=Preisausſchreiben beſten Erfolg. Auch danken
wir unſeren Löſern für die vortrefflichen
Ausarbei=
tungen.
Söſerliſte; R. Schomerus, G. Peter A.
V. Sngebarr, J. Naidenowitſch, G. Seeh, H.
Mei=
dinger, Fr. Feick in Büttelborn. Otto Schob in
Darmſtadt (Nr. 646, 647) Lehrerin i. N. J. Göckel
in Darmſtadt (Nr. 642), W. Diefenbach in Groß=Gerau
(Nr.
Stern=Rätſel.
aabeeeeeeffghillnnrs.
Obige 20 Buchſtaben ſetze man auf die 20
Punkte, ſo daß 5 Wörter entſtehen und zwar:
1—2 kein Schmeichelwort 2——3 kein Mann 3—4
kein Berg, 4—5 kein Strohhalm, 5—1 kein „Herr”.
Die Mittelbuchſtaben, entſprechend abgeleſen,
nennen ein Wort, das
Klein geſchrieben: Pfui,
Keiner ſoll es ſeint.
Groß geſchrieben: Hui,
Köſtlich ſchmeckt’s und fein!
CarlDeubel.
Silbenrätſel.
Aus den Silben; a a gar ar bär berg hob
bon burg de der di di do ee e e eis eis fan
feu garn gau gib gno gö gold gra her in in li
ma man mer na nat vo ra re ret ri rie ſbeſt
ſe ſei ſtroph te te tich tra um un. ſind 21
Wör=
ter zu bilden, deren Anfangs= und
Endbuch=
ſtaben, beide von oben nach unten geleſen, eine
Bauernregel ergeben (ch — ein Buchſtabe).
Die Wörter bedeuten: 1. Rohgemüſe,
2 Schlinggewächs, 3 Menſchenaffe, 4
ſchwim=
mende Eismaſſe in nördlichen Meeren, 5
rei=
cher Mann, 6 Blutgefäß, 7 Rübe. 8 Drama,
9 Schweizer Kanton. 10 Halbedelſtein, 11
Zier=
baum, 12 faſriges Mineral. 13 chemiſches
Ele=
ment, 14 indobritiſcher Staat, 15
Auslaſſungs=
zeichen. 16 deutſcher Dichter. 17. Raubtier,
18 Truppengattung, 19 deutſche Stadt, 20
Ge=
mebe, 21 europäiſcher Staat.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 5.
Scharade.
Flugzeug
Das verwandelte Spiel.
„Was iſt denn mit dem Herrn?;
„Seine Frau hat ihn ausgeſetzt.”
Vorſicht! „Wenn du weiter ſo wenig leiſteſt.
meines Vaters koſtet 20 Mark.
Geriſſen! Die Frau des Hauſes, die mit
ihrem Mädchen das Schlafzimmer des Gatten
zum Großreinemachen betritt, findet alles auf
den Kopf geſtellt: die Stühle auf dem Bett, den
Waſchtiſch in die Mitte des Raumes gerückt, den
Tezpich faſt ganz zurückgeſchlagen. „Da haben
Sie ja ſchon gut vorbereitet”, ſagt ſie zu dem
Mädchen. — „Das war ich nicht”, grinſt dieſe.
„Wie ich dem Herrn heute morgen das Frühſtück
reinbrachte, habe ich ihm raſch den Kragenknopf
unter das Bett geworfen und rechnete damit, daß
er alles umkehren würde‟.
Unangenehmer Patron. „Wie gefällt Ihnen
Ihr neuer Chef?” — Gar uicht. Er iſt immer
pünktlich, wenn ich zu ſpät komme, und wenn ich
pünktlich komme, iſt er nie da.”
Der Neugierige. Der Neger, ein alter
Be=
kannter bei Gericht war wieder einmal
ver=
haftet worden und bat um Zeit, um ſich einen
Anwalt zu beſorgen. „Einen Anwalt!” ſagte der
Richter. — „Sie ſind in dem Juwelenladen
ek=
tappt worden, wie Sie eine Uhr ſtahlen. Zwei
Schutzleute haben es geſehen. Die geſtohlene Uhr
wurde bei Ihnen gefunden und Sie ſind bereits
42mal vorbeſtraft. Wie ſoll Sie denn da ein
An=
walt verteidigen?” — „Sehen Sie, Herr Rick.
ter,” ſagte der Neger, „darauf bin ich ja gerode.
ſo neugierig.”
devokumme; awwer du — wo du noch mit ſo=ere
ſchlagfärdiche Perſon vun=ere Fraa verheirat
biſt — ei du mußt jo Dag un Nacht dei
Dode=
hemd ahawwe ...."
No es haaßt ſo allgemein: an Faßnacht wärd
nix iwwel genumme. Un ſo hoff ich bloß, daß
jeder, der wo ſich in de nechſte drei Dag
ärchend=
wie mit de Faſtnacht bemengſelt, daß jeder ſo
einichermaße mit=eme „blaue Aag” devokimmt,
Simmbohliſch nadierlich.— Un hoffentlich kumme
mer aach bei däre bollidiſche Faßnacht mit=eme
blaue Aag devo; äwenfalls ſimmbohliſch
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm (un zwar e ganz
verſeenliches): Alſo: I. „Liewer Heiner, Schorſch,
Franz odder wie de ſunſt in Wärklichkeid haaße
dhuſt! — Hoffentlich hab ich heit deim Geſchmack
Nächnung gedrage, un du ſiehſt, daß ich mer dein
Vorworf zu Härze genumme hab. Ich verſpräch
dir, daß ich aach weiderhie dei Sorje vun de
Stärn ſtreiche und hie un do dei Zwärchfell
Sunndags morjends odder middags beim
Kaffee=
drinke, uff die needich Durnzahl bringe will.
Wann ich alſo aach am letztemol wäje de
Reichs=
bolledick e Bemärkung gemacht hab, die wo dir
wädder de Strich gange is, dann verzeih, un
vergäß net, daß aach mir ſo vieles wädder de
Strich geht, un ich muß drotzdem ewich mei gude
Laune wahrn, un ſo dhu „als ob”, damit du am
Sunndag was zu lache hoſt. — Awwer ſei
iwwer=
zeicht, heit Zeithumoriſt ſei, däß is faſt noch
ſchwerer wie — Reichskanzler, do hott mer
nem=
lich nix zu lache..
Nixdeſtodrotz, de Schlußſatz vun deim
Schrei=
webrief hott mich doch e bische ſtutze loſſe. — Du
ſchreibſt do, in Bezugnahm uff die Bolledick, daß
du mit=ere „Firma un Co.”, die wo ſchun for
5—6 Johr Pleite gemacht hett, un jetzt erſt wißt,
daß ſe pleite weer, kaa „Geſchäfte” mehr
mache dheſt — — — Ei, ei, däß heſte net ſage
därfe. — Nemlich wer die Bolledick vum
Stand=
punkt der „Geſchäftemacherei” aus bedracht, der
wärd immer endeiſcht ſei! — Ich hab dich
däß=
halb e bische im Verdacht, daß de aach aaner
vun dene ſogenannte „Konnjunkturbolledicker”
biſt, die wo des Mendelche nooch em Wind henke,
un die wo „geſchäftehallwer” bald de
Rechts=
un bald de Linksdrall hawwe. — In dem Fall
will aach ich dir en gude Rat gäwwe. Nemm dir
unſern gradausene Hindenborch zum
Vor=
bild: „Des Vaderland iwwer die Baddei!”—
Un awwer aach die Baddei iwwer’s Geſchäft!
— In dem Sinn, diddo desgleichen: nir for
un=
gud, un geh hie un ſchreib dich ei.
II. Liewer Hannes vum Rhei! — Dein
Vor=
ſchlag vun, wäje däre beriehmte Härrſchgeweih=
Sammlung, der is gornet ſo iwwel. Awwer ich
mecht=en doch de Oeffentlichkeid net unnerbreide:
ganz abgeſähe devo, daß es aach außerhalb
vun Darmſtadt noch genuch Leit gibt, dene wo
ſo e Härrſchgeweih gud ſteh dhet, aach wann ſe
net im Odewaldklub ſin, un pinktlich alle
vor=
geſchriwwene Durn mitgeh, un däßhalb am End
vum Johr, anſtatts mit=ere Nodel, mit=eme
Härrſchgeweih dekoriert wärrn dhete .
Druck, Verlag u. Kliſches: L. C. Wittich ſche Hoſbuchdrnckerei, Rheinſtr. 2. — Verantwortl., für die Redaktion: Dr. H. Nette. Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verbotel”
[ ← ][ ][ → ] Im Schuhſalon.
Der ſchöne Schuh iſt heute nicht bloß eines
ſe vielen Details der Aufmachung, ſondern ein
ſtsor, dem größte Aufmerkſamkeit geſchenkt
ſien muß, ſo daß man geradezu behaupten
irf. daß nur eine apart=beſchuhte Frau als
reſt=
ß elegant bezeichnet werden könne.
Die Mode bringt aber auch gerade auf dieſem
h=ete eine ſo außerordentlich große Auswahl,
Bes nicht leicht iſt, über die letzten Neuheiten
allen Dingen die broſchierten und moirierten
Seiden wieder in den Vordergrund und ſichern
ganz ausgezeichnete, viel beachtete Wirkungen.
Daß der Abendſchuh ſehr ſorgfältig
aus=
geführt wird, und durch eine beſondere
Origina=
lität auffallen ſoll, iſt ſelbſtverſtändlich, da ja
hier einer phantaſievollen Wiedergabe alle
Mög=
lichkeiten geboten ſind. Man begegnet unter
die=
ſen Schaffungen abſolut künſtleriſchen Entwürfen,
wie beiſpielweiſe die neuen Sandalen nicht nur
ſehr aparte modiſche Gedanken in die
Wirk=
lichkeit umſetzen, ſondern oſtmals auch wahre
immer ſtärker dringen in der jüngſten Zeit in
vielen deutſchen Städten die Läden ausländiſcher
Schuhkonzerne ein. Dabei wirkt ſich
ſelbſtver=
ſtändlich die augenblickliche wirtſchaftliche
Not=
zeit auch ſo ſchon ſtark genug in der deutſchen
Schuhinduſtrie aus. Die deutſchen Schuhfabriken
können jährlich 110 Millionen Schuhe herſtellen,
aber ſchon ſeit dem Jahre 1928 haben nur etwa
70 bis 72 Millionen jährlich Abſatz gefunden.
Von den 120 000 bis 150 000 deutſchen Arbeitern,
die in den Zentren der deutſchen Schuhinduſtrie
— in der Pfalz und in Württemberg, in Sachſen
herſchöpfendes Bild zu gewinnen, um ſo mehr.
Eauf den jeweiligen Verwendungszweck, auf
elrt und Farbe der betreffenden Aufmachung
Ungfältig Bedacht genommen wird, daß die
Entnis dieſes Modezweiges ein ſorgfältiges
Auum erfordert.
ſie letzten Jahre brachten der Schuhmode
ern eine bemerkenswerte Bereicherung, als
Aportlichen Fußbekleidung erhöhte Auf=
Eſamkeit gewidmet wird, ſo daß es beiſpiels=
I9e ſelbſt unter den Ski=Modellen zahlreiche
* Kanten gibt, ganz abgeſehen vom Eis=Stiefel,
an Art und Farbe zahlloſe Auslegungen
ge=
t Mt.
ſavon ausgehend, wird man verſtehen, daß
AAlegante Frau beſtrebt iſt, auch in der
Schuh=
u ihre „perſönliche Note” zum Ausdrucke zu
Ahgen, daß ſie alſo ſchon in der Trotteurauf=
Aung nach der Möglichkeit ſucht, durch eine
Meſſ ante Beſchuhung „aufzufallen”, was
na=
ach nicht wörtlich, ſondern im weiteſten Sinne
erſtehen iſt, da ja ein allzu paranter Schuh
Val’s wirklich elegant wäre, ſondern nur ein
Ach ſeine Originalität und Eleganz „auffallen=
96 Modell Anſpruch darauf erheben darf,
Lkultiviert” und geſchmackvoll betrachtet zu
WMer.
lie ſchicken Trotteurmodelle der Saiſon holen
Aach aus intereſſanten Materialkombinationen
WAögenartigſten Wirkungen, wobei hauptſäch=
3ukammenſtellungen von Sämiſch= und Zie=
AReder, alſo Kontraſte von „matt und glän=
DS die Aufmerkſamkeit auf ſich lenken. Für
9 Zwecke liebt man die verſchiedenen „Halb=
Bſormen”, die immer ſachlich und ungekünſtelt
Ehen und lehnt demgegenüber den einige
Wus hindurch beliebt geweſenen flachen Schuh
Aganz niederem Abſatz ab, da man erkannte,
Br den Fuß ungraziös erſcheinen laſſe.
Zel mehr Möglichkeiten als bei den Trotteur=
Den ſind bei den nachmittäglichen Modellen
Sent, die vor allen Dingen die verſchiedenen
EA)alen=Typen bevorzugt. Sie werden
eder in Seide (vielfach in der Farbe des
bes) oder auch in weichem Leder,
gelegent=
uch in Samt gearbeitet, doch treten in
letz=
dect für den Nachmittag auch die dem
Alt=
ber=Stil nachempfundenen Materialien, vor
Meiſterſtücke der Arbeitstechnik darſtellen.
Nicht immer läßt man den Abendſchuh mit
dem dazugehörigen Kleide übereinſtimmen,
ſon=
dern verſucht gerade aus einem nicht alltäglichen
Kontraſte eigenartige Wirkungen zu holen.
De=
korative Brokate ſind für all dieſe Modelle ſehr
beliebt. In allerletzter Zeit entſtanden ſogar
Entwürfe, die durch ſehr phantaſievolle
Sticke=
reien aus bunten Steinen oder Straß ganz
außer=
ordentliche Wirkungen erzielen
Insbeſondere wären die Abendſandalen zu
erwähnen, die derart beſtickt werden, daß die
farbigen Steine das Grundmaterial vollkommen
decken, womit natürlich ein kaum zu
übertreffen=
der Effekt geſichert erſcheint, ſo daß dieſe Typen
für den Ballſaal ſehr geſucht ſind, allgemeine
Aufmerkſamkeit erregen und binnen kürzeſter
Zeit zahlloſe Anhängerinnen finden konnten,
Sehr phantaſievoll ſind auch die verſchiedenen
ganz entzückenden Hausſchuhe, die man zum
eleganten Schlafrock oder zum Hauspyjama trägt.
Meiſt handelt es ſich hier um „ferſenloſe”
Pan=
töffelchen oder auch um Sandalen, die durch einen
Federntuff, durch eine eigenartige Spange oder
dergleichen garniert werden.
Aber auch ornamental gehaltene Modelle, die
kleine, bunte, unregelmäßige Flächen zu einem
aparten Ganzen vereinigen und als ſogenannte
„Pierretten=Slippers” eine unbedingt
beachtens=
werte neue Pantoffelmode in den Vordergrund
rücken, haben Ausſicht auf große Erfolge, um ſo
mehr, als ſie den Vorteil bieten, dank ihrer
Viel=
farbigkeit zu jeder Schattierung zu paſſen.
Willy Ungar.
Warum noch Auslandsſchube?
„Gebt deutſchen Arbeitern Brot” — das iſt der
Leitgedanke, unter dem die Berufsorganiſationen
der Hausfrauen in Stadt und Land, der
Reichs=
verband Deutſcher Hausfrauenvereine und der
Reichsverband landwirtſchaftlicher
Hausfrauen=
vereine den Anſtoß zur Deutſchen Woche gaben.
Dieſe Beſinnung des deutſchen Verbrauchers auf
ſeine volkswirtſchaftliche Verantwortung iſt
be=
ſonders nötig beim Einkauf der Schuhe, denn
und Thüringen beſchäftigt ſind, blieben ſeitdem
mehr als 20 000 Schuharbeiter dauernd, etwa
10000 auf lange Monate erwerbslos oder in
ſchmal lohnender Kurzarbeit. Aber nicht nur
aus dieſen volkswirtſchaftlichen und ſozialen
Geſichtspunkten verdient der deutſche Schuh den
Vorzug vor dem ausländiſchen Erzeugnis. Auch
aus ſachlichen Gründen und im Intereſſe der
eigenen Wirtſchaftsklaſſe, Geſichtspunkte, die im
Zeichen unſerer ungeheuren Wirtſchaftskriſe
letz=
ten Endes bei unſeren Hausfrauen die ſtärkſte
Ueberzeugungskraft haben. Eine kürzliche
Ver=
anſtaltung der deutſchen Schuhinduſtrie in
Ber=
lin brachte eine vergleichende Gegenüberſtellung
deutſcher und ausländiſcher Schuhe der
gang=
barſten Verbrauchsklaſſen, verſehen mit den
Ver=
kaufspreiſen und mit den zum Vergleich nötigen
Materialangaben, Hinweiſen auf die
Beſonder=
heiten der Machart, alſo mit den für die
Beur=
teilung des Schuhes wichtigen Einzelheiten für
den Käufer. Dabei ergab ſich klar die
Ueber=
legenheit der deutſchen Schuhe in bezug auf die
heimiſchen Geſchmacks= und Gebrauchsanſprüche,
auf Machart und Paßform für den deutſchen Fuß.
Derartige Gegenüberſtellungen ſind nicht nur
deshalb zu begrüßen, weil ſie Gelegenheit geben,
die warenkundlichen Kenntniſſe des deutſchen
Verbrauchers zu pertiefen, ſie ſind zugleich die
eindrucksvollſte Werbung für die Beporzugung
deutſcher Waren. Dieſer unmittelbare
volks=
wirtſchaftliche Anſchauungsunterricht ſollte auch
in anderen Zweigen der deutſchen Wirtſchaft
er=
teilt werden. Er iſt die beſte Unterſtützung, um
den Leitgedanken der Deutſchen Woche „Ehret
deutſches Schaffen” aus der theoretiſchen
Er=
kenntnis zur praktiſchen Tat zu führen.
Dr. Ellen Niemer.
Neue Armelſkizzen
auf der Cafel der Mode.
Wie ſehr die neue Richtung einer abſoluten
Stiliſierung zuſtrebt, erkennt man am deutlichſten
an den verſchiedenen Aermelformen, die die
führenden Salons (vermutlich ſchon als
Vor=
läufer der Frühjahrsmode) ſchaffen.
Da gibt es Flügel, Rüſchen, Bauſchen und
Volants ohne Ende, und man muß ſagen, daß
all” dieſe Effekte in Verbindung mit der
ſchlan=
ken Silhouette ſehr wirkungsvoll und eigenartig
ſind und es der eleganten Frau ermöglichen, ſich
durchaus individuell zu kleiden.
Unſer Bild zeigt an erſter Stelle einen engen
Aermel mit doppeltem Pliſſeevolant, der auf den
erſten Schaffungen der kommenden Saiſon
ſicher=
lich Aufſehen erregen wird.
Altdeutſchen Motiven iſt der in der
Mittel=
ſklzze feſtgehaltene Aermel nachempfunden, der
trotz ſeiner Bauſchen graziös und ſchlank bleibt.
Der als letzte Figur ſkizzierte Flügelärmel
aber hat die typiſche „Alt=Wiener=Note”, die
zohlloſe Anhängerinnen beſitzt und von Tag zu
Tag an Beliebtheit zunnimmt.
All: dieſe neuen Aermeltypen ſind einander
inſofern in der Grundidee ähnlich, als ſie
aus=
nahmslos die ſchlanke, nur oben garnierte Form
haben.
Willy Ungar.
Bunte Wollſtickereien
für den Sport
waren bisher faſt vollkommen unbekannt.
Sicher=
lich werden viele finden, daß dieſe Neuheit zu
„unſachlich” ſei, doch wird es andererſeits auch
manche Damen geben, die gerade dieſe Idee als
kapriziöſen Modegedanken gutheißen dürften.
Natürlich ſollen derartige Stickereien niemals
in Details aufgehen, ſondern müſſen jenen
künſt=
leriſch=derben Stil wahren, der bekanntlich immer
gefällt.
Mit groben Wollſtichen auf der ſportlichen
Bluſe angedeutete Motive ſind ſicherlich originell
und auch ungemein kleidſam, ſo daß man ſolche
Stücke vielfach zur Skidreß, für die Eisbahn und
für die Promenade im Winterſchnee zu ſehen
bekommt.
Willy Ungar.
Abendliche Wäſche,
die hauptſächlich zu großen Kleidern, alſo für
Bälle und dergleichen, in Frage kommt, iſt
na=
türlich bedeutend phantaſievoller ausgeführt als
jene Typen, die für den alltäglichen Gebrauch
beſtimmt ſind.
Im allgemeinen kommen hier ſchöne
Spitzen=
inkruſtationen am beſten zur Geltung, weil ſie
immer elegant ſind!
Da es praktiſch, richtig und modern iſt,
Unterkleid und Büſtenhalter zu einem Stück zu
vereinigen, beſteht vielfach auch der obere
An=
ſatz der Abendwäſche aus Spitze
Dieſe Stücke müſſen natürlich tief
ausgeſchnit=
ten ſein, bringen alſo faſt immer lange
Seiden=
andträger, wie wir ſie in unſerem Bilde zeigen.
Die neue Abendwäſche pflegt aus
paſtellge=
töntem Materiale gearbeitet zu ſein, zu dem
naturfarbene Spitzen unbedingt elegant
aus=
ſehen.
Es iſt gewiß von Vorteil, die Wäſche in der
Farbe des Abendkleides, zu dem ſie getragen
werden ſoll, zu halten, da ſich auf dieſe Weiſe
ein Unterkleid erübrigt, um ſo mehr, als ja die
ſieuen „Kombinationen” bedeutend länger ſind
als die früher gebräuchlich geweſenen Stücke,
Willy Ungar.
(Skizze.)
Rummer 38
Sonntag, den 7.
Febru=
eſſNeueſte Nachrichten
Schwache Wochenendbörſe.
Kursabſchwächungen infolge fehlender Anregungen kroß beſtehenden Anlagebedürfniſſes.
ſchen und ausländiſchen Banken gewiſſe Erleichterungen vorſieht, mit
einiger Skepſis gegenüberſteht. Eine leichte Erholung der Peſeta war
Berliner und Frankfurker
Effekken-
nur eine vorübergehende Erſcheinung, die an der ſchwachen Haltung
kaum etwas zu ändern vermochte. Im Gegenſatz hierzu zeigte die
italieniſche Lira eine konſtant nach oben gerichtete Kursbewegung, wo=
Freiverkehr.
bei Skützungskäufe eine gewiſſe Rolle mitgeſpielt haben dürften. Auf
Zum Wochenſchluß zeigte die Spekulation im geſtrigen
Telephon=
verkehr in Berlin wieder Realiſationsneigung, zumal aus der Politik
und der Wirtſchaft keine neuen Anregungen vorlagen. Die
Auslands=
börſen meldeten eher ſchwächere Kurſe, und nur die deutſchen Werte in
Amſterdam waren zum Teil noch etwas feſter. Da aber das Disagio
zwiſchen den Auslandskurſen und der hieſigen Bewertung häufig bis zu
20 Prozent beträgt, iſt ein direkter Einfluß auf die Tendenz in
Deutſch=
land gehandelter Werte derſelben Geſellſchaft nicht unbedingt notwendig.
Es herrſchte im allgemeinen weiter ziemliche Unſicherheit. Geſchäft
be=
ſtand überhaupt nur in ganz wenigen Papieren, und das in
Publikums=
kreiſen zweiſelsohne noch vorhandene Anlagebedürfmis hielt ſich offenbar
geſtern ſtärker zurück. Man diskutierte weiterhin die engliſchen
Zoll=
maßnahmen, die bei der Beſprechung des Finanzetats in Preußen
auf=
tretenden Schwierigkeiten die Rätſel um die Wagemann=Reformpläne
und die Fragen der Bankenſanierung. Letztere ſind bekanntlich durch die
Reiſe des Kanzlers nach Genf etwas zurückgeſtellt:; man glaubt aber,
daß hierdurch auch gleich andere Abſichten verwirklicht werden könnten,
die ſich auf das Verhältnis der Banken zur Börſe erſtrecken. Angeblich
ſoll auch in Deutſchland nach amerikaniſchem Vorbild an eine Teilung
der Banken in Depoſiten= und Effektenbanken oder wie man es ſonſt
nennen will, gedacht ſein. Tatſache iſt jedenfalls, daß die Kurſe faſt
aller Werte auch geſtern abgeſchwächt lagen. Eine Befeſtigung in den
vorgeſtrigen Nachmittagsſtunden führte man auf Deckungen der
Tages=
ſpekulation zurück; aber ſelbſt gegen die niedrigeren Kurſe von
vor=
geſtern mittag lagen die meiſten Werte noch 1 bis 2 Prozent gedrückt.
Die einzige Ausnahme bildeten Chade=Aktien, die gegen vorgeſtern
mit=
tag etwa 3 RM. gewannen. Svenska waren dagegen in gleichem
Aus=
maße abgeſchwächt. Von den übrigen Märkten iſt nichts beſonderes zu
berichten. Bankaktien lagen auf verändertem Niveau vernachläſſigt.
Auch in feſtverzinslichen Werten war das Geſchäft recht klein, ſelbſt in
denjenigen Werten, die in den letzten Tagen etwas bevorzugt waren,
zeigte ſich eher Realiſationsneigung. Nur deutſche Anleihen und
Reichs=
bahn=Vorzugsaktien waren relativ behauptet.
Auch im weiteren Verlauf blieb das Geſchäft ſehr klein. Gegen die
Niedrigſtkurſe traten aber hier und da 1prozentige Erholungen ein.
Beſonders für Spezialwerte war ſpäter etwas größeres Intereſſe
feſt=
zuſtellen. Chade=Aktien erreichten einen neuen Höchſtkurs. Am
Pfand=
briefmarkt änderte ſich auch in den Mittagsſtunden an der geringen
Um=
ſatztätigkeit wenig. Die Kurſe zeigten aber, da die Kaufneigung
über=
wog, kleine Beſſerungen. Am Geldmarkt nannte man unveränderte
Sätze. Auch am Deviſenmarkt hielten ſich die Abweichungen gegen
vor=
geſtern in engſten Grenzen. Das engliſche Pfund notierte 1 Rpfg.
niedriger, Kopenhagen und Oslo verloren je 10 Rpfg., auch Spanien
ſchwächte ſich erneut um 10 Rpfg. ab. In Deviſe Mailand ſcheint die
Interventionstätigkeit anzuhalten. Der Lire beſſerte ſich in der amtlichen
Notiz um 14 Rpfg.
Auch am Wochenſchluß zeigte ſich im Frankfurter Telephonverkehr
an den Aktienmärkten keine Erholung. An den führenden Märkten
er=
gaben ſich erneute Abſchwächungen von 1—1½ Prozent Verſchiedentlich
machte ſich ſtärkeres Realiſationsbedürfnis geltend. Irgendwelche
an=
regenden Momente lagen nicht vor. Auch die Rentenmärkte zeigten
durchweg ſchwächere Kurſe. 8prozentige Werte ſind ½ Prozent
ge=
drückt, ſtärker abgeſchwächt waren Schuldbuchforderungen, die 1½
Pro=
zent verloren. Das Geſchäft war hier allgemein, wie auch an den
Aktien=
märkten weiter klein. Tagesgeld unv. 7½ Prozent. Am Deviſenmarkt
lag die Maxk weiter feſt.
Die Lage am Geld= und Deviſenmarkk.
Am Frankfurter Geldmarkt brachte die verſtärkte Ultimonachfrage
eine Befeſtigung des Tagesgeldſatzes auf 7½ Prozent mit ſich, jedoch trat
bereits in den erſten Tagen des neuen Monats im Gegenſatz zum
Ber=
liner Markt eine merkliche Entſpannung ein, wodurch ſich der Satz für
Tagesgeld nach und nach wieder auf 6½ Prozent ermäßigte. Der
Pri=
datdiskontſatz wurde zu Beginn des Berichtsabſchnittes von 7 Prozent
auf 6¾ Prozent Brief, 67/s Prozent Geld herabgeſetzt, was
verſchiedent=
lich die Meinung aufkommen ließ, daß in nächſter Zeit auch der
Reichs=
hankdiskont eine Senkung erfahren könnte. Ein Teil des
Wechſel=
bedarfes wurde mit Reichswechſeln per 2. und 4. Mai mit 69 Prozent
befriedigt. Monatsgeld bleibt nach wie vor geſchäftslos
Die Deviſenmarktlage war im abgelaufenen Berichtsabſchnitt im
allgemeinen als ziemlich ſtabil anzuſprechen. Die Reichsmark konnte ſich
nach anfänglicher Unſicherheit gut behaupten. Das engliſche Pfund war
leichten Schwankungen unterworfen, doch blieb die Tendenz im
Unter=
ton feſt, was vor allem auf die Rückzahlung des 30=Millionen=Pfund=
SSterling=Kredites der Bank von England an die New Yorker
Bundes=
jeſerbebank und die Bank von Frankreich zurückzuführen war. Die
be=
merkenswerteſten Kursveränderungen ergaben ſich bei der ſpaniſchen und
italieniſchen Deviſe. Madrid war die ganze Woche hindurch flau
ver=
anlagt, wofür in erſter Linie der Umſtand maßgebend war, daß man der
neuen ſpaniſchen Deviſenverordnung, die im Handel zwiſchen den ſpani=
Produkkenberichle.
internationales Angebot mußte ſich die Brüſſeler Deviſe einen
Kurs=
abſchlag gefallen laſſen, auch der Dollar lag an einigen Tagen eine
Klei=
migkeit leichter, dagegen war der Holland=Gulden feſter veranlagt.
Die Auslandsbörſen.
Die Londoner Börſe eröffnete zum Wochenſchluß in ruhiger
Haltung, internationale Werte hatten kleines Geſchäft Minenwerte
ten=
dierten ſtetig. Im Verlaufe der Börſe herrſchte außerordentliche
Ge=
ſchäftsſtille, und es ergaben ſich keine nennenswerten Veränderungen
gegen das Anfangsniveau. Japaniſche Bonds lagen weiter ſchwach,
wäh=
rend chineſiſche ſtetig tendierten. Britiſche Staatspapiere waren
unver=
ändert.
Brüſſel verkehrte in eher freundlicher Haltung, die Umſätze
hiel=
ten ſich aber in engen Grenzen.
Die New Yorker Börſe eröffnete in ſchwächerer Haltung, die
Stimmung war recht weni ermutigend.
Die Pariſer Börſe war nicht ganz einheitlich, aber doch
über=
wiegend freundlicher.
An den internationalen Deviſenmärkten ergaben ſich
am Nachmittag keine nennenswerten Veränderungen, nur Madrid lag
wieder ſchwächer und lag z. B. in Amſterdam um 15 Cents zurück. Das
Pfund ſchloß gegen den Dollar mit 3,452=, gegen Amſterdam mit 8,57,
gegen Zürich mit 17,69½, gegen Paris mit 87,65 und gegen die
Reichs=
mark mit 14,53. Der Dollar war unverändert, ebenfalls die Reichsmark,
die in New York unverändert 23,75 gehandelt wurde und in Amſterdam
mit 58,90½ ſchloß. Der Yen tendierte etwas leichter, die übrigen Deviſen
blieben unverändert.
Berliner deviſen=Feſtſehung vom 6. Februar.
Mainzer Produktenbericht. Großhandelspreiſe der 100 Kilo loco
Mainz am Freitag, den 5., Februar 1932: Weizen 24,50—24,75, Roggen
21,75—22, Hafer 14,50—16, Braugerſte 17,75—18,75, Induſtriegerſte 17,
Futtergerſte 16. Malzkeime 12—13 ſüdd. Weizenmehl Spezial 0 38,05,
Noggenmehl (60 Prozent) 30,50—31,50, Weizenkleie fein 9,15,
Weizen=
kleie grob 9,65—9,85, Roggenkleie 9,50—10, Weizenfuttermehl 9,50,
Bier=
treber 12—12,50, Erdnußkuchen 13,75—14,50, Kokoskuchen 12,50—17,
Palmkuchen 10,25—11, Rapskuchen 9,75—10,25, Kleeheu loſe 5,60,
Klee=
heu geb. 6,20, Wieſenheu loſe 5, Wieſenheu geb. 5,60, Maſchinenſtroh 4,
Drahtpreßſtroh 3,80, Sohaſchrot 11,25—11,75, Trockenſchnitzel 6,90—7,25.
Tendenz ſtetig.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Die Tendenz des Marktes iſt
als feſt zu bezeichnen, zumal die Eingänge deutſcher Butter eine weitere
Abnahme zeigen. Da auch von den Auslandsmärkten feſtere Preiſe
ge=
meldet werden, dürfte mit einer weiteren Erhöhung der Notierungen im
In= und Ausland zu rechnen ſein. Der Abſatz war in Anbetracht der
weiter ſteigenden Preiſe etwas beſſer, da ſich jeder noch zu alten Preiſen
einzudecken verſucht. Die Verkaufspreiſe des Großhandels lauten (in
1=Zentner=Tonnen); holländiſche Butter 145, däniſche Butter 140, deutſche
Butter 135 RM.
Frankfurter Eiergroßhandelspreife. Am hieſigen Markt ſind die
Notierungen erneut um 1—2 Pfg. zurückgegangen, da ſich das Angebot
wieder etwas verſtärkt hat. Der Abſatz war jedoch nach wie vor ſehr
gering, weil ſich der Konſum in Erwartung weiterer Ermäßigungen ſehr
abwartend verhält. Es notierten in Pfg. per Stück ab loco Frankfurt
a. M.: italieniſche nicht am Markt, bulgariſche 7,25—7,50, jugoſlawiſche
nicht am Markt, rumäniſche 6,50—7,50, ruſſiſche nicht am Markt,
pol=
niſche 6,30—7.00 chineſiſche nicht am Markt, holländiſche 6,50—8,50,
däniſche 6,50—9,00, flandriſche 7,50—8,00, franzöſiſche nicht am Markt,
ſchleſiſche nicht am Markt, baheriſche 7,50—7,75, deutſche Friſcheier 7,75
bis 9,75, Mittel= und Schmutzeier 600.
Der Ruhrbergbau unker der Einwirkune
der Pfund=Enkwerkung.
Ankräge auf Konkingenkierung und Palnkazoll.
In einer Preſſe=Beſprechung beim Rheiniſch=Weſtfäliſchen Kohles
ſyndikat wurde ausführlich über die Lage des Ruhrbergbaues Berioe
erſtattet. Unter der ſich in letzter Zeit verſchärfenden Wirtſchaftskrii
hat naturgemäß der Ruhrbergbau in beſonderem Maße zu leiden. Nay
ungünſtiger auf die Abſatzentwicklung des Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Kohle=
ſyndikats hat aber die Entwertung des engliſchen Pfundes gewirkt, dö.
dem engliſchen Bergbau im Wettbewerb mit der deutſchen Kohle einan
großen Vorſprung verſchafft hat. Der Schaden, den der Ruhrbergbog
dadurch bisher erlitten hat, und der ſich durch die Gefahr, daß in dieſes
Jahre ablaufende Kohlenlieferungsverträge nicht mehr erneutert werden
können, noch vergrößern müßte, hat den Ruhrbergbau nunmehr ves
anlaßt, bei den in Frage kommenden Regierungsſtellen Anträge auf Ko=n
tingentierung der Kohleneinfuhr nach Deutſchland und auf die Einfür
rung eines Valutaeinfuhrzolls auf Kohlen zu ſtellen. Der Ruhrhergbap
ſteht auf dem Standpunkt, daß die bisher ſchon beſtehenden Kontingery
tierungen der Kohleneinfuhr nach Deutſchland praktiſch unwirkſam ga
blieben ſind, da die engliſche Kohlenausfuhr nach Deutſchland infolge den
Pfundentwertung im vierten Quartal 1931 auf 123,6 Prozent der irn
erſten Vierteljahr 1931 aus England eingeführten Menge anſtieg. 2
der gleichen Zeit konnten Belgien und Frankreich durch ihre ſtraffe=
Kontingentierungsmaßnahmen und die Einführung eines Valutaausk
gleichzolls ihre Kohleneinfuhr aus England auf 67 Prozent bzw. auf
88 Prozent herabmindern. Die deutſche Kohlenausfuhr iſt vom 1. biüt
4. Vierteljahr 1931 um 12 Prozent geſunken. Im neuen Jahr rechnes
man mit einem weiteren Abſinken um 20 Prozent. Der Ruhrbergſutz
hat bei den Berliner Regierungsſtellen den Antrag geſtellt, eine Kau
tingentierung der engliſchen Kohleneinfuhr auf ein Drittel und einrs
Valutazoll von 30 Prozent auf die engliſche Brennſtoffeinfuhr entſpren
chend der Pfundentwertung einzuführen. Er ſteht auf dem Standpunl:k
daß Kontingentierungsmaßnahmen zur Beſſerung der Lage nicht gab
nügen, da davon nur eine mengenmäßige, aber keine preismäßige
Biw=
kung ausgehe.
Wirkſchaftliche Rundſchan.
Die Inderziffer der Großhandelspreiſe vom 3. Februar und imm
Monatsdurchſchnitt Januar 1932. Die vom Statiſtiſchen Reichsamt fün
den 3. Februar berechnete Großhandelsindexziffer iſt mit 99,3
gegenübe=
der Vorwoche um 04 v. H. zurückgegangen. Die Inderziffern des
Hauptgruppen lauten: Agrarſtoffe 92,1 (plus 0,3 v. H.), Kolonialwarer
90,5 (minus 0,4 v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 91,8 (minuer
0,7 v. H.) und induſtrielle Fertigwaren 123,1 (minus 0,9 v. H.). Füf
den Monatsdurchſchnitt Januar ſtellt ſich die Großhandelsinderziſſe*
auf 100,0 ((minus 3,6 v H.). Hauptgruppen: Agrarſtoffe 92,1 (min=4
2,5 v. H.), Kolonialwaren 90,4 (minus 0,3 v. H.), induſtrielle Rohſtoff7
und Halbwaren 92,2 (minus 4,5 v. H.) und induſtrielle Fertigwareir
125,2 (minus 4,0 v. H.).
Schweizer Banken=Abſchlüffe. Die Baſler Handelsbank hat imn
Jahre 1931 einen Reingewinn von 8828 918 (einſchließlich des Vortrags)
aus dem Vorjahr von 297 648) Schweizer Franken erzielt. Von dieſeng
Betrage werden 3 630 150 Schw. Fr. für Abſchreibungen bereitgeſtellt, ſad
daß für die weitere Verteilung 5 198 768 Schw. Fr. zur Verfügung ſtehen.1
Der Generalverſammlung ſoll eine Dividende von 5 (8) Prozent vor=d
geſchlagen werden. 198 768 Schw. Fr. ſollen auf neue Rechnung vors
getragen werden. — Die Schweizeriſche Bankgeſellſchaft ſchließt das abot
gelaufene Geſchäftsjahr mit einem Reingewinn von 6 246 000 Schw. F.
ab gegenüber 8902 850 Schw. Fr. im Vorjahre. Auf das Aktienkapitallt
von 100 Mill. Schw. Fr. wird eine Dividende von 5 (7) Prozent bor
geſchlagen; auf neue Rechnung ſollen 1 246 000 Schw. Fr. vorgetragel
werden. Vor Aufſtellung des Reingewinns ſind erhebliche Wſchre
bungen vorgenommen worden, ſo vor allem bei den Debitoren 4541
(779 880 Schw. Fr.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Laut „Deutſche Weinzeitung” haben die Verhandlungen im Neichk
ernährungsminiſterium zwiſchen Weinbau und Eſſiginduſtrie zu eine
Kompromißvorſchlag geführt, wonach der gutonome Zollſatz für auslä
diſche Weine zur Weineſſigbereitung von 10,00 auf 24,00. RM. erhöl
wird. Wenn die inländiſchen Weineſſigfabriken nachweiſen, daß ſie mit
deſtens 3½= Prozent deutſcher Weine zur Eſſigherſtellung gekauft habel,
ſoll eine Ermäßigung des erhöhten Zollſatzes eintreten.
Die zum Konzern der Metallgeſellſchaft A.=G. gehörende Vereinigl
Deutſche Metallwerke A.=G., (früher Berg=Heckmann=Selve) wird n9
Informationen in ihrem erſten Geſchäftsjahre ohne Dividende bleiben.
Jedoch ſind die Abſchreibungen verdient worden. Bilanzſitzung in einſ”
gen Wochen.
Die Futterſtoff Expornfirma Samſon u. Drehfuß, Frankfurt a. A,
iſt in Zahlungsſchwierigkeiten geraten und erſtrebt bei rund 2000 0
RM. Verbindlichkeiten einen Vergleich.
Der frühere öſterreichiſche Finanzminiſter Dr. Viktor Kienböck wurde ?
vom Bundespräſidenten auf Vorſchlag der Bundesregierung an Stele?
des zurückgetretenen Dr. Reiſch zum Präſidenten der Oeſterreicliſchen 1
Nationalbank ernannt. Dr. Kienböck hat bereits den Amtseid geleiſteh.
Die franzöſiſche Regierung beſtätigt, daß für die durch das nationale.?
Ausrüſtungsgeſetz genehmigten Arbeiten Saarerzeugniſſe nicht ausge
ſchloffen werden dürfen. So erhielt die Saarbrücker Eiſenbaufirma
Bernhard Seibert, deren Angebot am niedrigſten lag, den Zuſchlag boß
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Nr. 38 — Seite 19
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Rheinstraße 101 (gegenüber der Festhalle). Fernspr. 2519.
Heute in beiden Räumen
Grosse Stimmungs-Kapelle
im
im
Restaurant Konzert
Festsaal Tanz
Anfang 8 Uhr.
Eintritt frei.
Faslnacht-Dienslag grobes Faschingstreiben
in sämtlichen Räumen.
Konzert und Tanz frei.
Begie: Carl Boese.
Gomecan-Harmonlsls-Dalos Bekz-Orchester
Faſtnacht=Dienstag, nachmittags 4 Uhr
Großer Kinder=Maskenbal
unter Leitung vom früheren Tanzmeiſte,
Strohski.
Eintritt 20 Pfg.
Abends 8.11 Uhr:
Großer Schlußrummel!
Eintritt mit Tanz 50 Pfg.
noch lauf. Lieferg.
des groß. Bockhaus
u. die bish.
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nenen 10 Bände z.
Prſe. v. 200.— ſtatt
300.— ℳ2 Ang. u.
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Havier-Arnold
Die Gescbichte von einem
Bieder-
mann, der fälschlicherweise in
den Verdacht gerät, ein Don Juan
zu sein und dem dieser
unver-
diente Ruf noch unverdientere
Ehrungen bringt — allerdings
nach manch peinlicher Prozedur
und Verwechselung.
„Im tönenden Beiprogramm:,
Oswald in Alaska
und die neueste Em ika-Woche
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keine Restposten,
nur fabrikfrische
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Schläuche Mk. 0.75
„Rest. Handelshof”
Telefon 1832
Ludwigsplatz 8
Dienstag
Sonntas Montag
mit
Karnevalist. Konzert Tans
EckeErbachers
Beginn: 2, 4, 6 und 8 20 Uhr
BENI
Gratenstr. 20 (19282
Smoking.
ſchm. Fig., z. verk.
Herdweg 105. I. (
Beiladung
n Bensh., Worms,
Aſchaffenbg.,
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furt u. zurück nimmt
an: Joh. Kugler,
Liebfrauenſtr. 33,
Telefon 1011.
A4
Faschingstreiben im Restaurant „Bürgerhof”
Karl Behrens jun.
Elisabethenstraße 2
Sonntag — Montag — insbes. Dienstag, 9. Febr.
mit Faschingsausklang
Conference: Harry Holl — Spitzentänze Recha Eckstein u. Ballett
Kein Demaskierungszwang — Tanzen frei — Außerdem im
Akkordeon-Bier-Bar-Keller Schrammelmusik der bekannten
Kapelle Größmann-Jung
312a
11e— —/Sonntag. abends 8 ½ Uhr
Das große künstlerische Ereignis!
TALERIE
ALESSANoRO
singt!
4m FIägel 4 d3 Tnrang
Buhter Abend waskentreiben
Bosen-Montag, Fastuacht-Dienstas
Meth’s Faschings-Schlager:
Adam’sSündenfall
Ratskeller-Gaststättee Marktplatz
Fastnacht- Sonntag. Montag und Dienstag
weng zuhr Karnevalist. Künstler=Konzert! Eintein, vei
Humoristische Vorträge. Ueberraschungen. Gute Küche, ff. Weine und Bier. F. Niemann
Der Gipfel der Heiterkeit
Karten heute: Kiosk Paradepl.
nnd Orph.- Fasse, Tel, 389.
Reſtaurant Bismarckeck
Ecke Wendelſtadiſtraße und Bismarchſtraßt
(8110
Sonntag und Dienstag
verbunden mit Ballonſchlacht
HERRENEARIENCAEE
Lustiges Karnevaltreiben
Täglich nachmittags ab 4 Uhr und abends 8 Uhr
OStimmungs-Kapelle 0
Heute Sonntag, sowie Montag und Dienstag, ab 4 Uhr
karnevalistische Kinderfeste
(2186
mit allerlei Ueberraschungen.
Kartoffel, gelbfl.,
p. Zentn. 3,50 Mk.,
Nußkohlen, geſiebt.
v. Ztr. 1,80 Mk.,
Unionbriketts, per
Ztr. 1,40 Mk. frei
Keller Beſtellungen
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paar Stunden dem Alltag, wenn Sie
zu einem lustigen Faschings-Abend
in 4as Bahnhof-Hofel kommen Anfang 1 Uhr Konzert, Humor
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Landestheater C 14 Preise 0.70—5 60 Mk. 2-8430 Fastnachtskonzert mit Kabarett
Ereise 0.50—1.50 Mk.
Sonntag
7. Februar 1932 15—16.30 Uhr Die Spielzeugschachtel
Preise 050—2,50 Mk. Zus-Ml. V. 11 Kleines Haus 19—22 Uhr Kakadu-Kakada
reise 060—4 50 Mk.
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Tel. 1637 , Inh. Wlilhelm Brauer - Schustergasse 9
Sonntag, Montag und Fastnacht-Dienstag
in sämtlichen Räumen
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Anfang 17 11 Uhr
Hotel PrinzKarl
Heute Fastnacht-Sonntag
BUNIER ABEND
(Stim mungs-Kapelle)
Fastnacht-Dienstag
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