Darmstädter Tagblatt 1932


16. Januar 1932

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Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 16
Samstag, den 16. Januar 1932. 195. Jahrgang

2I mm breite Zelie im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspla.
FinanzAnzeigen 35 Reſchepfg. Reliamezelle (92 mm
breltl2Reſchemar Anzeſgenvonauswärte ss Reſchepſa.
Finanz=Ainzelgen 80 Reſchepſg. 92 mm breite Rellame
zelſe 200 Reſchsmark Alle Preiſe in Neſchemark
ſ4 Dollar 4.20 Markl. Im Falle höherer
Gewaſt, wie Krieg, Aufruhr. Strelk uſw., erliſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfülung der Anzeigen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Beil
Konkurs oder gerſchticher Beltrelbung fäll ſeder
Nabat weg. Banſlonio Deutſche Bant und Dorme
ſädter und Naſſonalbant.

Laogl wird Brüning antworten.
Haris lehnt die deutſche Theſe ab. Frankreich arbeikek auf eine Verſchiebung der Lauſauner Konferenz hin.
England ſchwankk zwiſchen Zwiſchen= und Endlöſung.
Die Reichsregierung gegen jede Verſchiebung der Tribukkonferenz.

* Unſchlüfſige Halkung Englands.
In den letzten Tagen haben wiederum eine Reihe diploma=
ihcher
Beſprechungen ſtattgefunden, in deren Mittelpunkt das
heparationsproblem ſtand. Herr von Hoeſch war beim fran=
gliſchen
Miniſterpräſidenten Laval, der ihm auseinandergeſetzt
dat, daß Frankreich mit der deutſchen Theſe nicht
e Reparationsfrage ſprechen. Seine Rede wird
em. Inzwiſchen hat ſich der Reichskanzler auch mit dem wirkung nicht diskutiert werden, und dieſer Staat wird nicht ein=
rurnzöſiſchen
Botſchafter, Franoois Poncet, unterhalten, der
uo ſeiner Pariſer Reiſe wieder auf ſeinen Berliner Poſten
urückgekehrt iſt. Unzweifelhaft wird ihm der franzöſiſche Bot=
ſchafter
als Meinung ſeiner Regierung das Gleiche geſagt haben,
ves Herrn von Hoeſch in Paris mitgeteilt worden iſt. Neuer=
ſiu
=gs verlautet wenigſtens will das der diplomatiſche Korre=
bandent
des Daily Telegraph wiſſen , daß der franzöſiſche
Ni=niſterpräſident Laval gewiſſen ausländiſchen Botſchaftern in
Saris zu verſtehen gegeben habe, Frankreich werde
der Lauſanner Konferenz nur teilnehmen,
enn es eine vorherige Verſtändigung mit
bisoßbritannien und Deutſchland erreicht habe.
In allen dieſen diplomatiſchen Erörterungen, erklärt,
arnentlich in denjenigen, die zwiſchen London und
Flrris hin= und herlaufen, nimmt die Möglichkeit einer Ver= ſich an die Seite Italiens ſtellt und den Aufruf Brünings unter=
eſ
en gegeben, daß er ſich von der Lauſanner Konſerenz nichts
ckeit den Standpunkt. Deutſchlands dargelegt hat. Er hat
fſrnbar die Erklärung des Kanzlers, die durch eine engliſche
noiskretion ausgelöſt worden iſt, aufgegriffen, um ſeine Ver=
tüchten
am liebſten erſt einmal ihre innenpolitiſchen Kämpfe
oiübergehen laſſen, wie ſie jetzt durch die bevorſtehenden Kam=
nerwahlen
entfacht worden ſind.
ein d geworden. Sie geben der Erörterung von allerlei Kom=
ramißmöglichkeiten
Raum, die ſich um eine Art Zwiſchen=
ö
ung drehen, wobei die unerfreuliche Tatſache verzeichnet
ſen den muß, daß ſelbſt Männer wie Layton und Keynes
ſezue, wenn auch beſchränkte Leiſtungen zu for=
ſand
in Hand, die Neigung zu haben ſcheint, den Fran= ren Landes heute die Zugeſtändniſſe machen können, die ſie viel=
oſ
en doch ein Entgegenkommen zu zeigen. Layton leicht innerlich als weiſe erkennen und die ſie in einigen Mona=
nicht
von einer Abſchlagszahlung, durch die Reparationen all=
en
=ein abgelöſt werden ſollen. Er denkt dabei an die Uebergabe
en Eiſenbahnobligationen an die Gläubiger. Hinter dieſem folgende Form annehmen:
lan verbirgt ſich wohl der engliſche Wunſch, die Eiſenbahn=
ie
gationen möglichſt raſch auf den Markt zu werfen, um ihren Jahr einen präziſen und endgültigen Vorſchlag für die enogül=
rus
geſchwächten Goldbeſtand wieder etwas auffüllen zu können.
Das alles ſind Erörterungen, die eigentlich zu dem Thema
yülöſung gehören, während es ſo ausſieht, als ob auch ſtarke
ſräfte am Werke ſind, auf der Lauſanner Kon=
uenz
, ſofern ſie wirklich ſtattfindet, nur eine General=
Unsſprache ſteigen zu laſſen und dann eine Ver= toriums Deutſchlands bis zum 15. Dezember und eine Verta=
ung
auf den Herbſt bei gleichzeitiger Ver= gung der Konferenz um ſechs Monate.
gerung des Moratoriums vorzunehmen. Die
eichsregierung iſt derartigen Plänen durchaus abgeneigt.
ie hält an dem 25. Januar feſt. Sie verlangt
eiſſo eine ſofortige gründliche Bereinigung des
tl zen Fragenkomplexes mit dem Ziel der
loſen Beſeitigung der Reparationen. Dabei
t ſie ſich auf den Bericht der Baſeler Sachverſtändigen, der
n ſichnelles Handeln verlangt, da Gefahr im Verzuge iſt. Eine
internationalen wirtſchaftlichen Schwierigkeiten nur noch ver=
üiffen
würde. Die Gläubigermächte müſſen ſich alſo überlegen,
ſie eine Zuſpitzung der Kriſe in Kauf nehmen können.
El tſchland iſt jedenfalls und das muß immer wie=
unterſtrichen
werden außerſtande, weitere Lei=
u
gen auszuführen. Es hat gar keinen Zweck,
n. in ſich ſchließen, praktiſch undurchführbar
(r den.

Der Standpunkk der engliſchen Regierung:
ennfunf keſer ae uſchenfäfunf.
London, 15. Januar.
Reuter meldet: Obwohl es unter den gegenwärtigen Ver= aber durch die Reparationen verhindert, weil durch ſie das
ſtnfiſſen nicht ſo ausſieht, als ob eine endgültige Regelung der
leßtützten einigermaßen die Anſicht, daß ein langfriſtiges Mora= dung der Weltwirtſchaft nicht herbeizuführen. Sie iſt auf keinem
ſieisen, der die Endlöſung beſchleunigt, anſtatt ſie zu vertagen.
ſierung das Reparationsproblem ſtudiert und ihre Bemühun= Carl Boſch=Heidelberg zum ſtellvertretenden Vorſitzenden.

gen darauf richtet, den Weg für eine günſtigere Stimmung frei=
des
Möglichen zu rücken. Es gilt noch eine vorläufige Einigung Schulden iſt es faſt unmöglich, weil eben die Dinge immer von
mit der franzöſiſchen Regierung zu finden, und wenn es gelingt,
mit Frankreich zu einer Verſtändigung zu kommen die britiſche
Regierung hegt noch die Hoffnung, daß dies möglich ſein wird ,
in Lauſanne ungeheuer erleichtert. Man glaubt zu wiſſen, daß die
nverſtanden iſt. Laval wird, am kommenden engliſche Regierung es vorziehen würde, wenn die Kriegsſchulden=
dienstag
in der franzöſiſchen Kammer, über) frage in Lauſanne nicht erörtert würde und ſich die Konferenz
einzig und allein auf das Reparationsproblem beſchränken würde.
u größter Bedeutung für den weiteren Gang der Ereigniſſe Die Kriegsſchuldenfrage kann befriedigend ohne Amerikas Mit=
mal
durch einen Beobachter in Lauſanne vertreten ſein. Im
übrigen iſt das Datum des 25. Januar feſtſtehend. Man glaubt
nicht, daß die Konferenz länger als eine Woche dauern wird.
Kennes für beſchränkte Leiſtungen Deutſchlands.
In der liberalen Wochenzeitſchrift New Statesman and
Nation tritt heute der bekannte Wirtſchaftsſachverſtändige Key=
nes
dafür ein, daß die britiſche Regierung ſich offen für die
völlige Streichung der Reparationen und der Kriegsſchulden und
für die Vertagung der Lauſanner Konferenz um ſechs Monate
Keynes ſchreibt: Das Land wünſcht, daß der Premierminiſter
ciebung der Lauſanner Konferenz einen nicht ge= ſtützt. Dies ſollte unſere verklärte Politik ſein. Dieſe Politik
ingen Raum ein. Laval hat bereits vor einiger Zeit zu ver= braucht aber nicht unvereinbar zu ſein mit der Rückſichtnahme
auf die diplomatiſchen Schwierigkeiten und auf den verſchiedenen
tihr verſpricht, nachdem der Kanzler bereits in aller Oeffent= Grad der Entwicklung, den die öffentliche Meinung der verſchie=
denen
Länder erreicht bat.
Deshalb wäre es, ſo meint Keynes, im Intereſſe einer ver=
ruungswünſche
in den Vordergrund zu ſchieben. Die Franzoſen einbarten Regelung für Deutſchland der Mühe wert, ſein Ein=
verſtändnis
zu erklären, beſcheidene und vernünftige Summen
zu bezahlen, wenn klargemacht wird, daß dadurch eine Regelung
möglich wird. Nach Keynes: Anſicht müßte eine ſolche endgültige
Regelung im Laufe des Jahres erfolgen, doch glaubt er daß
Wie es ſcheint, ſind auch die Engländer, ſchwan= die Lage noch nicht reif iſt, um eine ſolche Regelung bereits jetzt
in Lauſanne zu erzielen.
Es gibt mehrere Gründe, ſo fährt Keynes fort, aus denen
ſie beſtimmt unmöglich iſt. Europa und Amerika werden von
tüt dem Gedanken ſpielen, von Deutſchland politiſcher Erregung beherrſcht. Beſonders können wir angeſichts
des Bevorſtehens von Wahlen in Frankreich und in Preußen
eir n. Sie arbeiten ganz offenſichtlich mit ihrer Regierung ſicher ſein, daß die Staatsmänner weder des einen noch des ande=
ten
zu machen imſtande ſein dürften.
Die Beſchlüſſe, die in Lauſanne zu faſſen ſind, könnten die
1. Ein Verſprechen der Allierten, Deutſchland noch in dieſem
tige Feſtſetzung ſeiner Verpflichtungen zu machen.
2. Eine Vereinbarung, die Entwicklung der Wirtſchaftskriſe
während weiterer ſechs Monate zu beobachten bevor dieſes An=
gebot
gemacht wird.
3. Im Hinblick auf dieſe Ziele eine Verlängerung des Mora=
Reichsverband der Deutſchen Induſtrie fordert
peielſan der Rengtrllnent.
Berlin, 15. Januar.
Das Präſidium des Reichsverbandes der Deutſchen Induſtrie
beſchäftigte ſich unter dem Vorſitz des Herrn Dr. Krupp von
ſctee Beſeitigung der Reparationen iſt auch ſchon deswegen er= Bohlen und Halbach mit der neueſten Entwicklung der Repara=
dierlich
, weil ein noch längeres Hinauszögern der Endlöſung tionsfrage, insbeſondere mit dem zweiten Baſeler Bericht und
den Erklärungen des deutſchen Reichskanzlers in ſeinem Inter=
view
vom 9. Januar.
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie gab dabei der
Auffaſſung Ausdruck, daß Deutſchlands Lage die Fortſetzung poli=
tiſcher
Zahlungen unmöglich macht, und daß jeder Verſuch, das
Syſtem ſolcher politiſcher Zahlungen aufrecht zu erhalten, nicht
( Löſungen zu ſuchen, die um den Zwang der har= nur für Deutſchland, ſondern für die ganze Welt zum Unheil
in Tatſachen herumgehen, und die, wenn ſie nicht führen müßte. Die Entwicklung des letzten Jahres hat den Poli=
iue
glatte Beſeitigung der politiſchen Schul= tikern und Wirtſchaftlern der ganzen Welt die Augen darüber
geöffnet, daß die endgültige Beendigung der Reparationen nicht
aus weltwirtſchaftlichen Gründen eine zwingende Notwendigkeit
darſtellt. Darüber hinaus iſt es für alle einſichtigen Leute in der
Welt klar, daß die Weltwirtſchaft ohne eine Geſundung Deutſch=
lands
nicht wieder geſunden kann.
Für die Weltwirtſchaft iſt ein freier Warenaustauſch eine
unerläßliche Vorausſetzung. Dieſer freie Warenaustauſch wird
Schuldnerland zu einer Exportſteigerung gezwungen wird, gegen
harationsfrage erfolgen könnte, würde doch, wie man zu wiſſen die ſich die empfangenden Länder mit allen denkbaren Mitteln
ſuckt, die engliſche Regierung mit einer Zwiſchenlöſung allein zur Wehr ſetzen. Solange dieſes Mißverhältnis zwiſchen dem
hi zufrieden ſein, die nur darauf hinausläuft, daß man auf Exportzwang einerſeits und der mangelnden Aufnahmewilligkeit
Sstelle marſchiert. Die zuſtändigen amtlichen britiſchen Kreiſe der Empfangsländer andererſeits andauert, iſt eine Wiedergeſun=
tunn
nicht genüge. Es wäre beſſer, wenn man jetzt keine end= anderen Wege zu erreichen, als eben durch die endgültige Beſei= mähliche Steigerung der Tilgungsleiſtungen, beſonders aber auf
ſtigen Regelungen erlangen könne, einen Vergleich zu tigung der Reparationen, als des entſcheidenden Störungsfaktors.
Das Präſidium wählte an Stelle des in den Senat über=
wieſer
Anſicht dürfte es zuzuſchreiben ſein, wenn die engliſche tretenden Abraham Frowein. Geheimen Kommerzienrat Dr. Dr.

* Polikiſche Weltſchulden.
Amerikas Schlüſſelſtellung.
Während aus dem laufenden Austauſch von Waren,
Dienſtleiſtungen und Geldkapitalien in der Weltwirtſchaft eine
ſezuſagen organiſche Kreditverflechtung entſteht, deren Um=
fang
den natürlichen wirtſchaftlichen Geſetzen, vor allem aber
der Intenſität der wirtſchaftlichen Entwicklung und des wirt=
ſchaftlichen
Geſchehens entſpricht, iſt in der Zeit nach dem großen
Weltkriege infolge der rieſigen politiſchen Schulden ein ganz
neues Netz von Schuldverpflichtungen entſtanden. Innerhalb des
zumachen, um dadurch eine endgültige Regelung in den Bereich politiſchen Streites um die Reparationen und die interallierten
der politiſchen Seite geſehen werden, ſich ein klares Bild von
der tatſächlichen Bedeutung dieſer politiſchen Schuldverhältniſſe
für die Weltwirtſchaft, die Volkswirtſchaften der in erſter Linie
ſo wäre ein allgemeines Abkommen zwiſchen den Gläubigermächten betroffenen Länder und die Haushalte dieſer Länder zu machen.
Das Eine ſteht heute aber wohl feſt und iſt zu einer allge=
meinen
Erkenntnis der Welt geworden, daß nämlich die politi=
ſchen
Schulden im Widerſpruch zum Syſtem der natürlichen
Kreditverflechtung ſtehen, infolge ihres rieſenhaften Ausmaßes
zu einer fortſchreitenden Verwirrung der internationalen Wirt=
ſchaft
und ihrer natürlichen, im Austauſch zweckgebundenen Be=
ziehungen
beigetragen haben, den Schrumpfungsprozeß förder=
ten
, ſich ſomit immer mehr als einer der Hauptgründe für die
Weltwirtſchaftskriſe erweiſen. Der Weg zur Ueberwindung der
heutigen Weltwirtſchaftskriſe von einem nie gekannten Ausmaß
muß daher über eine Reorganiſation der politiſchen Schuldver=
hältniſſe
der Welt führen, und ſei es auch nur dadurch, daß für
ſie Größenordnungen feſtgeſetzt ſind, die den durch die ſtarke
London, 15. Januar. Rohſtoffbaiſſe und dem allgemeinen Rückgang der Fabrikatepreiſe
veränderten Wertverhältniſſen entſprechen. Dieſe Anpaſſung der
Größenordnungen iſt das geringſte, was man heute fordern
muß, um die internationalen, durch die politiſche Verſchuldung
hervorgerufenen und einer natürlichen Kreditverflechtung ent=
gegenſtehenden
Spannungen einzuſchränken. Das Inſtitut für
Konjunkturforſchung verſucht in ſeinem neueſten Wochenbericht,
eine ziffernmäßige Darſtellung der politiſchen Verſchuldung der
Welt, d. h. die Größenordnungen zu geben, die geeigret iſt,
ſich ein klares Bild über die tatſächliche Bedeutung der politi=
ſchen
Schuldenverhältniſſe zu machen. Die wichtigſte Feſtſtellung,
die man aus dieſer Darſtellung unmittelbar machen muß, iſt,
um es gleich vorweg zu nehmen, die, daß Amerika gegen=
über
der politiſchen Weltverſchuldung die
Schlüſſelſtellung einnimmt, mit anderen Worten, daß
die Streichung der europäiſchen Schulden ſeitens Amerikas die
natürliche Kreditverflechtung wieder herſtellen und auch, unter
der Vorausſetzung wirtſchaftspolitiſcher Einſicht, der deutſchen
Reparationsgläubiger, das Ende der Reparationen bedeuten
würde.
Die politiſche Verſchuldung der Welt beſteht aus zwei gro=
ßen
Schuldſyſtemen: Den Reparationsverpflichtungen Deutſch=
lands
und den interallierten Kriegsſchulden. Um dieſe zwei
Kernpunkte ſammeln ſich eine Reihe kleinerer Schuldverpflich=
tungen
, nämlich die Reparationszahlungen Ungarns und Bul=
gariens
, die Befreiungsſchuld der Tſchechoflowakei ſowie einige
Zahlungsverpflichtungen Deutſchlands außerhalb des eigentlichen
Youngplanes (deutſch=belgiſches Markabkommen und deutſch=
amerikaniſches
Schuldenabkommen), ſowie die Kredite, die von
den allierten Mächten im Zuſammenhang mit dem Weltkrieg
und ſeinen Folgen an zahlreiche Länder für Lebensmittel=
lieferungen
, als Notſtandshilfen, zum Wiederaufbau oder zu
anderen, meiſt politiſchen Zwecken, gewährt wurden. Bei dieſen
Krediten handelt es ſich um Schulden, die von Regierung zu
Negierung unter Ausſchaltung des freien Kapitalmarktes vegrün=
det
und auch ſpäterhin nicht in marktgängige Schuldverſchreibun=
gen
umgewandelt wurden. Für die interallierten Kriegsſchulden
und die damit zuſammenhängenden politiſchen Verpflichtungen
einer Reihe kleinerer Länder iſt nach den Berechnungen des In=
ſtituts
gegenwärtig als Kapitalwert ein Bruttobetrag von rd. 54,6
Milliarden RM. anzunehmen. In dieſer Summe ſind jedoch 17
Milliarden RM. Schulden enthalten, die das ehemalige Rußland
aufgenommen hat und für die noch keine Rückzahlungsregelung
getroffen iſt. Vom Reſt entfallen rd. 33 Milliarden RM. auf die
Schulden der reparationsberechtigten Mächte, für die nach Auf=
rechnung
der gegenſeitigen Schulden und Forderungen ein Netto=
betrag
von etwa 26,8 Milliarden RM. feſtgeſtellt iſt. Mit dieſer
Summe ſind die reparationsberechtigten Mächte an die Vereinig=
ten
Staaten von Amerika verſchuldet. Die deutſchen Reparations=
verpflichtungen
ergeben, wenn man die im Youngplan feſtgeleg=
ten
Jahreszahlen mit 5 Prozent kavitaliſiert, für die Gegenwart
einen Barwert von etwa 39 Milliarden RM.; ſie ſind bekannt=
lich
mit den interallierten Schulden inſofern in Beziehung geſetzt
worden, als aus den deutſchen Zahlungen die Verpflichtungen
der reparationsberechtigten Mächte abgedeckt weroen. Von den
geſamten Zahlungen Deutſchlands im Zeitraum vom 1. Juli
1931 bis 30. Juni 1932 (die Zeit des Hoover=Moratoriums) ſoll=
ten
rd. 57 Prozent für den Dienſt der interallierten Schul=en
Verwendung finden, und der Reſt, alſo rd. 43 Prozent unter
Einbeziehung der Zahlungen an die Vereinigten Staaten und
der belgiſchen Markforoerungen den einzelnen Gläubigermächten
zur eigenen Verwendung verbleiben. Was die Schuldenzahlungen
an Amerika anbelangt, ſo fließt der weitaus größte Teil der
nur wegen der ſchweren Kriſe in Deutſchland ſelbſt, ſondern auch politiſchen Schuldenzahlungen letzten Endes den Vereinigten
Staaten zu. Im Fiskaljahr 1931/32 wären an Zinſen und
Kapitalbeträgen rd. 253 Mill. Dollar fällig geweſen, wein ſie
nicht infolge des Hoover=Moratoriums geſtundet worden wären.
Am 15. Dezember 1931 waren 122,2 Mill. Dollar an Zinſen und
Tilgungsraten fällig, die geſtundet worden ſino. Am 15. Jun
1932, dem nächſten wichtigen Fälligkeitstermin, während des
Schuldenfeierjahres, wären etwa 116,9 Mill. Dollar Forderungen
au reparationsberechtigte Schuldnermächte fällig. Während bis=
her
die Einnahmen aus dem Dienſt der interalliierten Schuld
in der Regel nur etwa 5 Prozent der geſamten Bundeseinnah=
men
der Vereinigten Staaten ausmachten, war ihr Anteil im
Jahre 1930/31 auf 6,7 Prozent der ordentlichen Einnahmen des
amerikaniſchen Bundes geſtiegen. Dies war einerſeits auf die all=
den
ſtarken Rückgang der Geſamteinnahmen bzw. der amerika=
niſchen
Steuereingänge infolge der Wirtſchaftskriſe zurückzufüh=
ren
. Im laufenden Rechnungsjahr haben ſich die amerikaniſchen
Bundeseinnahmen weiter ſcharf vermindert. Bis Ende November

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Seite 2 Nr. 16
waren ſie um mehr als ein Viertel niedriger als in entſprechen=
dem
Vorjahrszeitraum. Normalerweiſe hätten die interalliierten
Schuldenzahlungen auf Grund der Verträge von Jahr zu Jahr
anſteigen müſſen; ſie hätten ohne Belaſtung des amerikaniſchen
Steuerzählers auf dieſe Weiſe einen wachſenden Teil der Bun=
deseinnahmen
geſichert. Dies iſt aber nicht der Fall, und inſofern
wird die Haltung der amerikaniſchen Oeffentlichkeit gegenüber
dem geſamten Schuldenproblem, wie ſie gerade auch in den letz=
ten
Kongreßſitzungen zum Ausdruck kam, verſtändlich. Sie iſt
eben gegenwärtig geneigt, den an ſich verhältnismäßig kleinen
Anteil des interalliierten Schuldendienſtes an den Bundesein=
nahmen
anders zu bewerten, als dies bei einem ausgeglichenen
Haushalt der Fall wäre. Die Wandlungen in den interalliierten
Schuldenzahlungen ſind aber vor allem für den Dienſt der
amerikaniſchen Kriegsanleihen von Bedeutung. Die den Enrente=
ländern
gewährten Kredite waren in den Vereinigten Sraaien
durch innere Kriegsanleihen beſchafft worden. Die von den
Schuldnermächten einlaufenden Zahlungen ſollen demgemäß zum
Teil zur Tilgung der inneramerikaniſchen Kriegsſchulden ver=
wendet
werden. Der Anteil der interalliierten Zahlungen am
geſamten planmäßigen Schuldendienſt der Vereinigten Staaten
dürfte von rd. 15 Prozent im Jahre 1925/26 auf mehr als 21
Prozent im Jahre 1930/31 angeſtiegen ſein. Dieſe Zunahme iſt
umſo bedeutungsvoller, als 1930/31 die amerikaniſche Bundes=
ſchuld
im Zuſammenhang mit den ſinkenden Einnahmen zum
erſten Mal ſeit 1920 wieder geſtiegen iſt. Von den während des
Schuldenfeierjahres insgeſamt geſtundeten Zahlungen an die
Vereinigten Staaten von Amerika waren 184,3 Mill. Dollar.
d. ſ. rd. 75 Prozent des Geſamtbetrages, zur Deckung von Zins=
verpflichtungen
beſtimmt. Hiervon entfiel der größte Teil, näm=
lich
54 Prozent der Geſamtzahlungen, auf Zinſen, die von Groß=
britannien
gezahlt werden ſollten. Unter Hinzurechnung der
Kapitalrückzahlungen iſt Großbritannien mit etwa 65 Prozent an
den Verpflichtungen bzw. den geſamten interalliierten Zahlun=
gen
beteiligt, dagegen Frankreich nur mit 21 Prozent, Belgien
mit 3 Prozent und Italien mit 6 Prozent. Die ſtarke Belaſtung
Großbritanniens iſt eine Folge des verhältnismäßig hohen Zins=
ſatzes
, der in dem Fundierungsabkommen feſtgelegt worden iſt.
Wahrend Frankreich nur 1 (im Durchſchnitt für die geſamte
Laufzeit 1,6), Belgien nur 1,5 (1,8) und Italien ſogar nur 0,125
(0,4) Prozent Zinſen zu entrichten haben, muß Großbritannien
im Jahre 1931/32 3 (3,3) Prozent zahlen. Infolge dieſes hohen
Zinsſatzes ſind von den bisherigen Zahlungen Großbritanniens
(1351,7 Mill. Dollar) nur 15 Prozent oder 202,0 Mill. Dollur als
Tilgung der Kavitalſchuld zu betrachten, dagegen wurden von
den Leiſtungen Frankreichs (200,0 Mill. Dollar) 80 Prozent auf
Tilgungskonto verbucht.
In den Fundierungsabkommen, die zwiſchen den Vereinig=
ten
Staaten und den interalliierten Mächten geſchloſſen worden
ſind, wurden auf die Kriegsſchulden erhebliche Nachläſſe gegen=
über
den urſprunglichen Beträgen gewährt. Die Vereinigten
Staaten von Amerika haben im Durchſchnitt einen Nachlaß von
rd. 52 Prozent gegeven. Der höchſte Nachlaß von 80 Prozent iſ
Italien zugute gekommen; den niedrigſten Nachlaß (30 Prozent)
konnte Großbritannien erzielen. Frankreich wurden etwa 60
Prozent ſeiner urſprünglichen Schuld an die Vereinigten Staa=
ten
erlaſſen. Großbritannien gewährte ſeinen Schuldnern einen
durchſchnittlichen Nachlaß von rd. 75 Prozent; es hat alſo nur
25 Prozent ſeiner Forderungen aufrechterhalten. Beſonders hoch
iſt der Nachlaß, den Frankreich Jugoſlawien, Rumänien und
Griechenland durch die bekannten Haager Verträge eingeräumt
hat. Er beträgt im Durchſchnitt etwa 81 Prozent, wobei jedoch zu
berückſichtigen iſt, daß es ſich um verhältnismäßig kleine Schuld=
ſummen
handelt. Im Durchſchnitt wurden alſo die Kapital=
beträge
der interalliierten Schulden bisher um etwa 60 Prozent,
d. ſ. 40 Prozent der urſprünglichen Summen, vermindert. Be=
merkenswert
iſt dabei der Gegenſatz zwiſchen den Nachläſſen an
den Schulden und Forderungen Großbritanniens; während näm=
lich
von ſeinen Forderungen rd. 75 Prozent geſtrichen wurden,
haben ſich ſeine Verpflichtungen um wenig mehr als 30 Prozent
vermindert. Da die Verpflichtungen der Schuldnermächte an die
Vereinigten Staaten von Amerika auf Gold lauten, ſo iſt Eng=
land
durch die Entwertung des Pfundkurſes noch beſonders be=
nachteiligt
. Geht man davon aus, daß in der Welt ein allgemeiner
Preisrückgang von 3050 Proz. eingetreten iſt, ſo müßte alſo zu=
mindeſt
um dieſen Prozentſatz eine Herabſetzung der angegebenen
Größenordnungen vorgenommen werden, um ſie den veränderten
Wertverhältniſſen anzupaſſen. Die größte Schwierigkeit liegt aber
darin, daß Deutſchland, deſſen Reparationszahlungen von den
interalliierten Mächten in erſter Linie zur Abdeckung ihrer
eigenen Schulden verwandt werden, dieſe nicht mehr zahlen kann.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Vom Tage.
Der Reichspräſident hat auf Vorſchlag des Reichsverkehrs=
miniſters
anſtelle des in den einſtweiligen Ruheſtand getretenen
Staatsſekretärs Dr.=Ing. Gutbrod den Staatsſekretär des Reichs=
verkehrsminiſteriums
Königs zum Vorſitzenden des Reichswaſſer=
ſtraßenbeirats
ernannt. Zum ſtellvertretenden Vorſitzenden iſt der
Miniſterialdirektor im Reichsverkehrsminiſterium, Dr. Stapen=
horſt
, beſtellt worden.
Wie der Deutſche Städtetag mitteilt, wurden Ende Dezember
in der öffentlichen Gemeindefürſorge insgeſamt rund 1 650 000 Er=
werbsloſe
betreut. Im vergangenen Jahre haben ſich die Wohl=
fahrtserwerbsloſen
nahezu verdoppelt.
Die tſchechoſlowakiſche Delegation für die Reparationskonfe=
renz
in Lauſanne wird aus Außenminiſter Beneſch, dem tſchecho=
ſlowakiſchen
Geſandten in Paris. Oſuſky, dem Gouverneur der Na=
tionalbank
. Poſpiſchil und zwei Finanzexperten aus dem Finanz=
miniſterium
beſtehen.
Muſſolini empfing den Grafen Bethlen und hatte mit ihm
eine längere freundſchaftliche Unterredung
Die italieniſchen Finanzſachverſtändigen, Profeſſor Beneduce
und Buti, ſind aus Paris in London eingetroffen. Sie haben in
Paris mit dem Finanzminiſter Flandin und den Beamten des
franzöſiſchen Finanzminiſteriums die Reparationsfrage erörtert
und ſuchen jetzt eine gleiche Ausſprache mit dem Schatzkanzler und
Sir Frederick Leith=Roß.
Wie jetzt bekannt wird, liegt dem engliſchen Kabinett außer
dem Baſeler Bericht, der ſich bekanntlich ſehr eingehend mit der
Reichsbahnfrage beſchäftigt, auch eine Denkſchrift Laytons zu dieſer
Frage vor.
Die Vertreter ſämtlicher engliſcher Dominions traten im
Londoner Außenminiſterium zu einer Beſprechung zuſammen. Die
Beſprechung galt der Stellungnahme des Britiſchen Weltreiches
auf der kommenden Weltabrüſtungskonferenz. Ueber das Ergeb=
nis
der Beſprechung iſt bisher nichts bekannt geworden.
Die 16. Internationale Arbeitskonferenz wird am 12. April
in Genf ſtattfinden.
Zur Durchführung der mit mehreren Ländern getroffenen
Deviſenabkommen beſchloß der Bundesrat u. a., daß Schweizer
Firmen, die aus Oeſterreich oder Ungarn Waren einführen, ver=
pflichtet
ſind, die Zahlungen dafür an die Schweizeriſche Natio=
nalbank
zu leiſten. Auch Ueberweiſungen von einer ſchweizeri=
ſchen
Poſtſcheckrechnung in dieſe Länder können nur durch die
Schweizeriſche Nationalbank erfolgen.
Das japaniſche Außenminiſterium hat ſoeben den Inhalt des
im Jahre 1905 abgeſchloſſenen chineſiſch=japaniſchen Geheimabkom=
mens
veröffentlicht, durch das China eine Anzahl von bis dahin
ruſſiſchen Rechten an Japan übertrug.
Der japaniſche Botſchafter Matſudeira übermittelte dem
Foreign Office in einer Verbalnote die Antwort ſeiner Regie=
rung
auf die Forderung Englands nach Zuſicherungen bezüglich
der japaniſchen Politik in der Mandſchurei.

Heutſcands Außensontiche Prooieie.
Kabinettsſikung über die Abrüſtung.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Das Reichskabinett hat am Freitag nachmittag eine dreiſtün=
dige
Kabinettsſitzung abgehalten, die ausſchließlich der Vorberei=
tung
der Abrüſtungskonferenz galt, die am 2. Februar in Genf
beginnen wird. Die Hauptlaſt der Arbeiten dieſer Konferenz wird
auf den Schultern des Botſchafters von Nadolny ruhen, der auch
im Reichskabinett einen längeren Vortrag über den gegenwärti=
gen
Stand der Rüſtungsfrage, über die Taktik der Gegenſeite und
den von uns einzuſchlagenden Kurs gehalten hat. Gleichzeitig hat
ſich das Kabinett noch mit der Zuſammenſetzung der Delegation
beſchäftigt. Es iſt beſchloſſen worden, auch den früheren volkspartei=
lichen
Reichstagsabgeordneten von Rheinbaben, der noch immer
zum Auswärtigen Amt gehört, als Sachverſtändigen mit nach
Genf zu ſchicken.
Auf der Tagesordnung ſtand dann noch das Reparations=
problem
und die Vorbereitung der Völkerbundstagung. Am Mon=
tag
wird ſich das Kabinett vorausſichtlich zunächſt mit der Rats=
tagung
befaſſen. Das Reparationsproblem wird man erſt behan=
deln
, wenn in Berlin der authentiſche Text der Rede Lavals vor=
liegt
, die er am Dienstag in der franzöſiſchen Kammer halten
wird. Am Schluß der Tagesordnung des Reichskabinetts, die in
der nächſten Woche weiter abgewickelt werden ſoll, ſtehen noch die
Vorbereitung der Reichspräſidentenwahl und die Durchführung
von Schutzmaßnahmen für die Landwirtſchaft, vor allem der er=
höhte
Butterzoll und eine Aktion zur Belieferung der Landwirt=
ſchaft
mit preiswerten Düngemitteln und mit Saatgut.

der Geſehgebungsausſchuß des Heſſiſchen Landkags
befaßte ſich in ſeiner Donnerstagsſitzung mit mehreren kommuni=
ſtiſchen
Anträgen, die durchweg abgelehnt wurden. In einem An=
trag
hatten ſie verlangt, ſämtliche Notverordnungen mit ſofortiger
Wirkung für das heſſiſche Staatsgebiet aufzuheben und neue Not=
verordnungen
gegen die Werktätigen nicht durchzuführen. Der An=
trag
wurde mit zehn gegen zwei Stimmen abgelehnt. Mit dem
gleichen Stimmenverhältnis abgelehnt wurde der zweite kommu=
niſtiſche
Antrag, alle Beſtimmungen über Einſchränkungen oder
Verbote von Verſammlungs= Demonſtrations=, Preſſe= und Kog=
litionsfreiheit
ſofort aufzuheben. Mit ſieben zu drei Stimmen bei
drei Enthaltungen abgelehnt wurde der Antrag der KPD., die
heſſiſchen nationalſozialiſtiſchen Führer, die an der Boxheimer
Verſchwörung beteiligt waren und gemäß den dort verfaßten Do=
kumenten
den Maſſenmord an der werktätigen Bevölkerung vor=
bereiteten
, zu verhaften‟ Ein ſozialdemokratiſcher Antrag, die Re=
gierung
zu erſuchen. beim Reichsgericht vorſtellig zu werden, da=
mit
die Verhaftung der heſſiſchen nationalſozialiſtiſchen Führer,
die an der Boxheimer Verſchwörung beteiligt waren, durchgeführt
wird, wurde mit ſieben zu fünf Stimmen abgelehnt. Der Ableh=
nung
verfiel ein weiterer kommuniſtiſcher Antrag, der ſämtliche
fasciſtiſchen Verbände mit ſofortiger Wirkung aufgelöſt und ihre
Entwaffnung durchgeführt wiſſen will. mit fünf zu zwei Stimmen
bei fünf Stimmen Enthaltung. Ein weiterer kommuniſtiſcher An=
trag
fordert: Alle proletariſch politiſchen Gefangenen in den heſ=
ſiſchen
Strafanſtalten ſind ſofort zu entlaſſen; alle zurzeit ſchwe=
benden
Strafverfahren gegen Angehörige des werktätigen Volkes
wegen proletariſch politiſcher Betätigung werden eingeſtellt. Der
Antrag wurde mit ſieben zu zwei Stimmen bei drei Enthaltungen
abgelehnt. Die kommuniſtiſche Forderung, alle wegen § 218 Ver=
urteilten
ſofort zu entlaſſen und alle zurzeit ſchwebenden Verfah=
ren
aus Gründen des § 218 niederzuſchlagen, wurde mit ſieben zu
fünf Stimmen abgelehnt. Die Eingabe der Rechtsanwälte Keller
und Käß. Mainz. auf Aufhebung der Immunität des Abg. Leuſch=
ner
, wurde mit ſieben zu fünf Stimmen abgelehnt. Eine Wormſer
Eingabe auf Straferlaß wurde einſtimmig angenommen, die übri=
gen
Eingaben teils durch Regierungsantwort für erledigt erklärt,
teils abgelehnt.
Der heſſiſche Landkagspräſidenk über den
Nakionalſozialismus.

In der erſten größeren Kundgebung, die die NSDAP. Frank
furt am Main im Frankfurter Hypodram nach dem Weihnachts=
burgfrieden
abhielt, lag das Referat in den Händen des heſſiſchen
Landtagspräſidenten Prof. Dr. Werner, der ſich in längeren Aus=
führungen
über die Ziele des Nationalſozialismus ausließ. Er
kam zunächſt auf den Verſailler Vertrag und die Weimarer Ver=
faſſung
zu ſprechen, die er beide in gleichem Maße für den Nie=
dergang
Deutſchlands verantwortlich machte. Diejenigen, ſo führte
er aus, die uns den Verſailler Vertrag auferlegt hätten, würden
ſicher eines Tages ſelbſt daran erſticken. Wäre an derſelben Stelle
der Weimarer Politik eine ſo feſte und nationale Politik befolgt
worden, wie man ſie in Frankreich ſeit Ludwig XIV, beobachten
könne, wie ſie Männer wie Napoleon, Poincaré und Briand be=
wußt
fortgeſetzt hätten, dann ſtünde Deutſchland anders da, und
es müßte heute nicht wie ein Bettler am Wege warten, bis ihm
von Konferenzen wie Lauſanne und Genf, Baſel oder irgendwie
ſonſt ein Brocken zugeworfen würde. Im dritten Reich müſſe das
anders werden. Wer da der Anſicht ſei, daß das dritte Reich für
längſt verjährte Rechte eintreten werde, der habe auf Sand gebaut.
Im neuen Reich werde nur der ein Recht haben zu leben, der
gewillt ſei, ſich mitten hinein zu ſtellen in den Kampf des deut=
ſchen
Volkes für das deutſche Volk. Der deutſche Staat der Zu=
kunft
wird nur deutſchſtämmige Menſchen kennen. Wenn dem
deutſchen Volke nur durch Deutſche geholfen werden könne, ſo.
ſollte das gründlich beſorgt werden.
Anſchließend ſprach noch ein Vertreter der ſudetendeutſchen
Nationalſozialiſten. Die Kundgebung, die außerordentlich ſtark
beſucht war, nahm einen ruhigen Verlauf.
Keine Senkung der Bierſteuer.
* Berlin, 15. Januar. (Priv.=Tel.)
Die Hoffnung auf eine weitgehende Bierpreisſenkung durch
den Abbau der Bierſteuer ſcheint endgültig zunichte geworden zu
ſein. Die Reichsregierung glaubt, aus reparationspolitiſchen
Gründen einen ſteuerlichen Abbau nicht vornehmen zu können. Sie
befürchtet, daß ſich dadurch ihr Kampf um die Beſeitigung der
Tribute ſchwieriger geſtalten könnte, zumal die Engländer das
Bier außerordentlich hoch beſteuern. Es bleibt alſo jetzt nichts an=
deres
übrig, als die Bierpreisſenkung den Bemühungen des Reichs=
kommiſſars
Dr. Goerdeler zu überlaſſen. Die Bierpreisſenkung
wird ſich ſomit lediglich im Rahmen der Entlaſtungen halten, die
das Braugewerbe durch die Lohnſenkungen und durch die ſonſtigen
verminderten Unkoſten erfährt.

Diiheine Mienzt.
Zu ſeinem 75. Geburtstag am 17. Januar.
Wie der Evangelimann entſtand.
Kienzl und Liſzt. Kienzls erſte Erfolge. Sein Aufenthalt
in Bayreuth. Der große Erfolg des Evangelimann
Wilhelm Kienzl, der berühmte Komponiſt, iſt am
17. Januar 1857 zu Weizenkirchen in Ober=Oeſterreich geboren.
Sein Vater, Dr. Kienzl, war Bürgermeiſter der Stadt Graz, wo
Wilhelm Kienzl ſeine erſten Jugendjahre verbrachte. Hier
erhielt er auch bei Dr. Wilhelm Mayer, dem Komponiſten
W. A. Remy, den erſten ſyſtemtiſchen Unterricht in der Kompo=
ſitionslehre
. Nach kurzem Beſuch der Univerſität Prag begab
ſich Kienzl im Jahre 1876 nach Leipzig, wo er Franz Liſzt
kennen lernte, der ihn ermunterte, ſeine künſtleriſchen Ziele wei=
ter
zu verfolgen. Er wurde an der Wiener Univerſität zum
Dr. phil. promoviert. Im Jahre 1879 kam er nach Bayreuth,
wo er von Richard Wagner ſehr gefördert wurde. Hier eniſtan=
den
die Anfänge ſeiner Oper Urvaſi Von den Jahren 1880
bis 1882 übte Kienzl ſeine künſtleriſche Tätigkeit in Kaſſel,
Leipzig und Hamburg aus, wo er eigene Kompoſitionen in gut
beſuchten Konzerten vortrug. Im Jahre 1883 wurde er Kapell=
meiſter
an der deutſchen Oper in Amſterdam. Inzwiſchen hatte
er ſeine Oper Urvaſi vollendet, und die Erſtaufführung fand
unter Hofrat Schuch am 20. Februar 1886 ſtatt. Der größte
Erfolg aber, den Kienzl als Komponiſt hatte, war der
Evangelimann. In ſeinen früheren Opern war der Wagnerſche
Einfluß unverkennbar, beſonders in Heilmar, der Narr, denn
dieſe Oper erinnert ſtark an den Fliegenden Holländer und
an Parſival. Intereſſant iſt der Umſtand, wie Kienzl zu ſei=
nem
Evangelimann kam. Er hatte die Abſicht, eine romantiſche
Oper aus dem Leben Münchhauſens zu ſchreiben, Während eines
Aufenthalts in Salzburg las ſeine Frau eine Novellenſammlung
Aus den Papieren eines Polizeikommiſſars‟. Dabei wurde ſie
von einer Novelle Der Evangelimann gefeſſelt. Sie machte
ihren Mann darauf aufmerkſam. Er wollte aber davon nichts
wiſſen, da er für Polizeigeſchichten nichts übrig hatte. Auf das
Zureden der Gattin las er die Novelle trotzdem und war bald
von ihrem Inhalt im Innerſten ergriffen. In fliegender Haſt
arbeitete er den Entwurf zu dem Textbuch aus, nachdem er von
dem Verfaſſer der Novelle, Dr. Meißner, die Erlaubnis dazu
erhalten hatte, die Kriminalgeſchichte als Textbuch zu verwenden.
Hier rang ſich Kienzl zu einem perſönlichen Stil durch. Karl
Muck nahm ſich der Oper an und führte ſie an der Berliner
Oper am 4. Mai 1895 zum erſten Male auf. Wenige Stunden
vorher war der Verfaſſer der Novelle, Dr. Meißner, nach
ſchwerer Krankheit geſtorben. Das Werk hatte einen ungewöhn=
lichen
Erfolg. Das Textbuch wurde in 12 Sprachen überſetzt,

und die Oper wurde an 250 Theatern aufgeführt. Den zweit=
größten
Erfolg hatte Kienzl mit der Oper Der Kuhreigen
Auch als Schriftſteller hat ſich der Komponiſt hervorgetan. Er

hat mehr als 200 Lieder und ungefähr 100 Chorwerke (gemiſchte
Chöre, Frauenchöre, Männerchöre, Choralvorſpiele) ſowie faſt
ungefähr 200 zweihändige und 100 vierhändige Klavierſtücke
komponiert. Von der öſterreichiſchen Regierung wurde Dr.
Kienzl zum Profeſſor ernannt.

* Mannheimer Nakionaltheaker.
Auf dem geheiligten, hiſtoriſchen Boden des Mannheimer
Nationaltheaters wo vor 150 Jahren das revolutionäre Fanal
des jungen Schiller aufloderte, brachte man zum Gedächtnis an
den Uraufführungstag Die Räuber, unter der Spiellei=
tung
von Heinz Dietrich Kenter. Die neue Kenterſche Bear=
beitung
hatte dem Stück manche Heftigkeiten und trotzige
Zuckungen, die von Dalberg dem jungen, davongelaufenen Karls=
ſchüler
abgepreßt worden waren, wieder eingefügt, ſo daß das
wilde, kochende und wunderbar blühende Urſprungsgewächs
Schillers zu neuer ſuggeſtiver Erweckung kam. Das ungehemmte
Anſpringen gegen die Welt, das unterirdiſche Drohen und Auf=
bäumen
einer zyniſchen, angreifenden Jugend, es wurde in der
Aufführung ſichtbar ſowohl in den Räubern, Rotte, Bande und
Gewalttat zugleich, als auch in Karl Moor durch Erich Muſil,
der brauſend und hymniſch durch Himmel und Hölle ſtürzte. Den

Franz gab Willy Birgel mit ſtärkſter Eindringlichkeit. Am Ende
ſtürmiſcher Beifall des feſtlich geſtimmten, vollen Hauſes.
Zu einem wundervollen künſtleriſchen Ereignis, an dem
Fünftauſende, darunter die Miniſter der badiſchen Regierung und
die ſtädtiſchen Behörden Mannheims und Ludwigshafens teil=
nahmen
, wurde das Akademiekonzert des Nationaltheater=
Orcheſters, unter Leitung von Generalmuſikdirektor Roſenſtock.
Der Soliſt Fritz Kreißler, der berühmte Wiener Meiſter
der Geige, verlieh der Veranſtaltung durch Muſik von Mozanl
und Mendelsſohn die höchſte Weihe Beifallsſtürme ſondergleichen
überſchütteten den einzigartigen Künſtler.
Dr. Konrad Ott.

Rudolf Koch und ſein Kreis. Im Frankfurter Kunſtverein
(Junghofſtraße) findet zurzeit eine Ausſtellung ſtatt, die in um=
faſſender
Weiſe die Arbeit von Rudolf Koch und ſeinen
Freunden in Offenbach zur Geltung bringt. Neben anderen ſind
vor allem Willi Harvarth, Fritz Kredel und Ber=
thold
Wolpe vertreten. Mehr als dreißig Schriftteppiche und
Stickereien, zahlreiche Metallarbeiten und graphiſche Werke ver=
mitteln
einen ſtarken Eindruck von der vielſeitig befruchtenden=
und bahnbrechenden Arbeit der Werkſtatt, deren Einfluß in
Deutſchland und im Ausland immer weitere Kreiſe zieht. Zum
erſten Male wird auch ein Teil der großen, in Holzſchnitt aus=
geführten
Deutſchlandkarte von Koch und Kredel, ſowie die Vor=
ſtudie
für eine Paläſtinakarte von Willi Harvarth gezeigt. Die
Ausſtellung bleibt bis zum 3. Februar geöffnet.

Eine beſondere Ueberraſchung hat der Verlag Georg Weſtermann
(Braunſchweig) dem großen Leſerkreis der von ihm herausgegebenen
Weſtermanns Monatshefte bereitet, indem er den Abonne=
mentspreis
für dieſe beliebte und ſchönſte deutſche Monatsſchrift einge‟
führt hat. In Zukunft koſten Weſtermanns Monatshefte im Abonnemenl.
nur noch 1,70 RM., ſo daß die Erſparnis gegenüber dem bisherigen
Preis jährlich 3,60 RM. beträgt. Im Einzelkauf koſtet das Heft 1,85 RM=
p
. Münzfunde im Fürſtentum Liechtenſtein. Das Jahrbuch des
Hiſtoriſchen Vereins für das Fürſtentum Liechtenſtein (31. Band) berich
tet über Münzfunde in Schellenberg, die auch für uns Intereſſe
bieten. So wird für Heſſen oder Naſſau der Fund eines Hohlpfennihe
(um 1400) Löwenſchild Hoch= und Strahlenrand regiſtriert, ferner ſine
4 Stück von Mainz (Münzſtätte Miltenberg) aus der Zeit von Kone
rad III. Rheingraf 14191434 oder Dietrich von Erbach 14341439 auſe
geführt. Ferner einſeitiger Pfennig ohne Jahr. Mainzer Wappenſchilde
darüber M (Bl. für Münzfunde 1916, Tafel 226, Nr. 35); desgleichel-
2 Stück, jedoch über dem Wappenſchild ein B (Kat. Buchenau 3004)-
Schließlich 1 Stück Mainz: Konrad III. v. Dhaun 14191439, Hohl*
pfennig. Löwe nach links und Rad. (Wappen von Mainz.) (Kal.
Buchenau, Nr. 3002.) Der Verfaſſer Karl Kittelberger Ii=
Bregenz, Vorſtand des Vereins für Münzkunde im Bodenſeegehlet
betont, daß im 15. Jahrhundert Handel und Verkehr ſich demnach beiole
ders dem Rhein entlang weiter entwickelt zu haben ſcheinen. Wir de
merken zum Schluſſe, daß der vorgenannte Verein mit dem Obek
heſſiſchen Geſchichtsverein in Gießen Schriſtentquge
unterhält.

[ ][  ][ ]

Samstag, 16. Januar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 16 Seike 3

Sngniſcebentſce kepmrmionn Benſchilft.
BBefriedigende Löſung des inkernakionalen Schuldenproblems eine der weſenklichen Vorausſehungen
für die Wiederherſtellung des Berkrauens in der Welk.
Das einzige Heilmittel zur Ueberwindung des allgemeinen
Preisſturzes, der es für die Schuldnerſtaaten ſchwierig oder gar
Deukſchlands Skellungnahme
unmöglich mache, ihren Verpflichtungen nachzukommen, ſei nur
ein geeignetes Vorgehen aller Länder, die über ungewöhnliche
Bur wirkſchaftlichen Zufammenarbeit Europas. Goldvorräte verfügten. Die engliſche Regierung ſei überzeugt,

Genf, 15. Januar.
Die heute vom Völkerbundsſekretariat veröffentlichte Stel=
unggnahme
der deutſchen Regierung zu dem am 29. Auguſt 1931
ſratteten Bericht des Unterausſchuſſes der wirtſchaftlichen Sach=
zutändigen
der europäiſchen Studienkommiſſion hat folgenden
ſortlaut:
Die deutſche Regierung hält den Grundgedanken des Berichts
Unterausſchuſſes der wirtſchaftlichen Sachverſtändigen der
wpäiſchen Studien=Kommiſſion vom 29. Auguſt 1931 für zutref=
we
, wonach
Das Endziel einer wirtſchaftlichen europäiſchen Zuſammen=
mrbeit
die Bildung eines einheitlichen europäiſchen Marktes
ſein ſollte.
ſiiſſes Ziel kann nicht mit einem Schlage erreicht werden, ſondern
ſind, wie der Bericht ausführt, ſchrittweiſe Verein=
grungen
notwendig, die keine Spitze gegen
uuüßereuropäiſche Staaten haben dürfen und zu
nen der Beitritt jedem Staate offenſtehen muß. Richtig iſt auch,
ß die Zerſtückelung Europas zu einer großen Zahl wirt=
ſartlicher
Einheiten und die Vielheit der Zolltarife
ſti= Vermehrung der wirtſchaftlichen Schwierig=
ſiten
beigetragen haben, und daß die Erſchwerung des
ſarenumlaufs mit ihren ungünſtigen Rückwirkungen auf die
gſ italbewegung das wirtſchaftliche Gleichgewicht in bedenklicher
ſei ſe geſtört hat.
Die deutſche Regierung glaubt jedoch darauf hinweiſen zu
mnüſſen, daß in den wenigen Monaten ſeit der Abfaſſung des
Berichtes verſchiedene europäiſche Staaten autonome Maß=
mahmen
auf dem Gebiete der Zölle und Einfuhrkontingentie=
nrung
oder auf dem Wege der Deviſengeſetzgebung durchge=
ſührt
haben, die eine ſyſtematiſche Behinderung des Waren=
arustauſches
darſtellen und das ſtrikte Gegenteil deſſen ſind,
was der Bericht empfiehlt, wenn er als Ziel europäiſcher
Buſammenarbeit die Bildung eines einheitlichen europä=
iſchen
Marktes bezeichnet.
(Anmerkung: Nach einer tabellariſchen Ueberſicht in dem
ochenbericht des Inſtituts für Konjunkturforſchung vom 2. De=
noer
1931, Nr. 36, Beilage 1, haben ſeit Mitte 1931 dreiund=
dazig
Staaten auf dem Gebiet der Deviſenbewirtſchaftung, ſie=
m
. Staaten auf dem der Einfuhrkontingentierungsmaßnahmen
twoffen, fünf Staaten haben Einfuhrverbote erlaſſen, achtzehn
iaaten haben wichtige Zollerhöhungen vorgenommen. Nach der
eiſthen Quelle plane eine Anzahl weiterer Staaten gleiche oder
nſ iche Hemmniſſe der Einfuhr.)
kWird dieſe Entwickelung nicht aufgehalten, ſo werden weiter
eAbeſtehenden Spannungen verſtärkt, nach dem Kriege mühſam
ſehver angeknüpfte Handelsbeziehungen zerriſſen und die Grund=
gi
des Vertrauens zerſtört, auf denen allein die wirtſchaftliche
tſarmmenarbeit Europas aufgebaut werden kann. Die deutſche Re=
eneung
wünſcht lebhaft, daß trotz aller beſtehenden Schwierigkei=
aider
Verſuch gemacht wird Vereinbarungen über eine europä=
de
wirtſchaftliche Solidarität zu treffen, und zwar in engſtem
tſarmmenhange mit der Regelung der ſchwebenden internationa=
aſfinanziellen
Fragen, die bei der heutigen Lage der Dinge nicht
ehr von den wirtſchaftlichen Fragen zu trennen ſind. Die beſon=
z
ſchwierige Lage Deutſchlands macht es hierbei dringend er=
rherlich
, ſchleunigſt zu handeln, wie der Baſeler Bericht der
manzſachverſtändigen vom 18. Auguſt 1931, die auf Empfehlung
EWondoner Konferenz 1931 zuſammengetreten ſind, bereits be=
uu
hat.
Hagland über die wirkſchaftliche Zuſammenarbeit.
DDie engliſche Regierung hat gleichfalls zu dem Bericht des
ta verſtändigenausſchuſſes der Europakommiſſion Stellung ge=
mnen
. Dabei behandelt ſie auch die internationalen Kredit=
d
Schuldenfragen. Sie hebt die plötzlichen Kreditabzüge hervor,
die Folge der tiefgehenden Umwälzung der Weltwirtſchaft
el,; die wiederum in der beiſpielloſen Preisſenkung ihren
urd habe.

Heſſiſches Landeskheaker.
Kleines Haus. Freitag, 15. Januar.
Leben in dieſer Zeit.
iſche Suite: Text von Erich Käſtner, Muſik von Edmund Nick.
Ja, wenn die Welt vielleicht quadratiſch wär,
Und alle Dummen fielen ins Kloſett,
Dann gäb’ es keine Menſchen mehr,
Dann wär' das Leben nett.
Bei allgemeiner Uebelkeit iſt ein Magenbitter gut. Aber
Magenbitter in zwei Stunden iſt zu viel!
Erich Käſtner iſt Gebrauchslyriker, fühlt ſich als Ge=
uchslyriker
. Er ſagt es im Lärm im Spiegel: Die Lyriker
dem wieder einen Zweck. Ihre Beſchäftigung iſt wieder ein Be=
SSie ſind wahrſcheinlich nicht ſo notwendig wie die Bäcker
d idie Zahnärzte; aber nur, weil Magenknurren und Zahn=
Zem deutlicher Abhilfe fordern, als nichtkörperliche Verſtim=
ungen
. Trotzdem dürften die Gebrauchspoeten ein bißchen froh
ſr. ſie rangieren unmittelbar nach den Hanowerkern.
Käſtner ſieht die Welt mit den peſſimiſtiſchſten Augen an.
12 Leben iſt ihm die Quelle aller Enttäuſchungen. So über=
Bt er alle Dinge mit der bitteren Lauge ſeiner Jronie. Unter
ſtent Chanſons, die in Herz auf Taille und in Lärm im
degel geſammelt ſind, finden ſich mauche, die witzig, geſchlif=
muterhaltend
ſind. Aber allen iſt der Grundton der ſcharfen
dye, der Ablehnung der beſtehenden Werte, des Zynismus
en, der zum Nihilismus führt.
Bann man einen oder zwei der Chauſons im Rahmen eines
barett=Programms hinnehmen, ſo wirkt ihre Häufung, wie ſie
er Lyriſchen Suite vorliegt, erorückend und niederſchlagend.
wirkt auch enthüllend; denn ſie zeigt, daß es recht oft die=
Ber Gedanken, und zwar banale Gedauken ſino, die in banaler
ſm. Ausdruck finden.
Bor etlichen Jahren ſchon haben Käſtner und Nick eine An=
Der Chanſons zuſammengeſtellt und der Zuſammenſtellung
necht anmaßenden Namen einer Kantate gegeben. Sie lebte
ſerur im Landestheater als lyriſche Suite wieder auf,
Adängs wohl zu einem recht kurzen Daſein.
Sechszehn Chanſons ſind mit kurzen, verbindenden Worten
Aderr Suite vereinigt, der man den oben ſtehenden Refrain
dem Hymnus an die Zeitgenoſſen als Grundton und Leit=
41 geben kann.
8urt Schindler ſprach die verbindenden Worte. Werner
Zup als der troſtloſe Durchſchnittsmenſch und Beſſie Hof=
ſet
.h waren die ſachgemäßen Träger der meiſten Chanſons,
Bene ſtimmungsvoll im Geſang vom verlorenen Sohn. Joſef
heber gab der Möblierten Melancholie des möblierten

daß eine befriedigende Regelung der Frage der internationalen
Schulden eine der weſentlichſten Bedingungen für die Wiederher=
ſtellung
des Vertrauens ſei, die zur Wiederaufnahme des regel=
mäßigen
Kapitalverkehrs führen würde. Die Regelung der Schul=
denfrage
ſei ein bedeutender Teil deſſen, was die intereſſierten
Regierungen gegenwärtig auf dem Gebiete der gemeinſamen Be=
mühungen
zur Wiederherſtellung des Wohlſtandes tun könnten.
Die engliſche Regierung bezeichnet weiter die Schaffung eines
gemeinſamen Abſatzmarktes für alle Länder und Völker als das
Hauptziel einer möglichſt breiten Zuſammenarbeit der europäiſchen
Völker. Nach engliſcher Auffaſſung ſtelle eine vollſtändige Zollunion
eine Abweichung von der Meiſtbegünſtigungsklauſel dar. In zahl=
reichen
Handelsverträgen Englands ſei ſolch eine Abweichung ſchon
vorgeſehen. Wo ſie nicht vorgeſehen ſei, kämen regionale Abkommen
mit Vorzugszöllen in Frage. Jedoch würden Abmachungen zwiſchen
zwei Ländern, wenn ſie nicht auch auf andere Länder Anwendung
fänden, der Meiſtbegünſtigungsklauſel widerſprechen. Kleine Ab=
weichungen
von dieſem Grundſatz, die Sonderabkommen zwiſchen
politiſch ſeit langer Zeit miteinander verbundenen Länder dar=
ſtellen
, könnten jedoch nach engliſcher Auffaſſung keinen Präzedenz=
fall
darſtellen, der es Staaten geſtatten würde, künftig Abkommen
abzuſchließen, auf die ſich die Meiſtbegünſtigungsklauſel nicht be=
ziehe
. Enge wirtſchaftliche Annäherungen müßten davon abhängig
gemacht werden, daß allen Staaten der Beitritt ermöglicht werde.
Belgien und Holland über die wirtſchaftliche
Zuſammenarbeit.
Auch Belgien hat dem Völkerbund eine Denkſchrift über=
mittelt
, in der zu den Vorſchlägen des Europaausſchuſſes für die
wirtſchaftliche Zuſammenarbeit der europäiſchen Staaten Stellung
genommen wird. Die belgiſche Regierung ſchlägt vor, daß nach dem
Beiſpiel des deutſch=franzöſiſchen Studienausſchuſſes ähnliche Aus=
ſchüſſe
zwiſchen denjenigen Staaten gebildet würden, die in engem
wirtſchaftlichen Zuſammenhang miteinander ſtehen. .
Die holländiſche Regierung hat gleichfalls dem Generalſekre=
tär
des Völkerbundes eine Denkſchrift übermittelt, in der mitge=
teilt
wird, daß für die Staaten, die das Abkommen von Oslo unter=
zeichnet
haben, eine europäiſche Zuſammenarbeit in breiter Form
noch nicht erreichbar ſei, und daß deshalb die Osloer Unterzeichner=
ſtaaten
von neuem vor der nächſten Tagung des Europaausſchuſſes
zuſammentreten werden, um die Zuſammenarbeit noch weiter aus=
zubauen
.
Laval wünſcht Briands weitere Mikarbeit.
Paris, 15. Januar.
Ueber die Unterredung Lavals mit Briand veröffentlicht die
Miniſterpräſidentſchaft folgende Mitteilung:
Die Unterredung zwiſchen Laval und Briand war von dem
gleichen Geiſte der Freundſchaft und des Vertrauens getragen
wie ſonſt. Laval und Briand beſprachen zunächſt die außen=
politiſchen
Fragen, die gegenwärtig vor Frankreich und vor der
Welt aufgerollt ſind. Sie beſchäftigten ſich beſonders mit der
Rolle Frankreichs innerhalb des Völkerbundes. Laval betonte
Briand gegenüber nochmals, wie ſehr ihm an der wertvollen
Mitarbeit Briands für Frankreich und für die Sache des Frie=
dens
liege. Briand erklärte ſeinerſeits, er ſei für die Vorſtellun=
gen
Lavals durchaus empfänglich und jaſſe gegenwärtig durch
ſeine juriſtiſchen und diplomatiſchen Mitarbeiter die Form
prüfen, unter der ſeine Mitarbeit eventuell ins Auge gefaßt
werden könnte.
Briand ſtändiger Berkreter Frankreichs
beim Völkerbund?
Wie Havas zu wiſſen glaubt, dürfte die Mitarbeit Briands,
um die Laval gebeten hat, wohl in der Form zu ſuchen ſein, daß
Briand den Poſten eines ſtändigen franzöſiſchen Delegierten beim
Völkerbund übernehmen ſoll, wie ihn ſchon ſeinerzeit Léon Bour=
geois
innehatte.
Herrn den rechten Ton. Ein kleiner Chor ſtellte zu einzelnen
Liedern den Refrain.
Sechs Tänzer wurden ſogar bemüht der philoſophiſchen
Grundſtimmung Ausdruck zu geben, wie ſie in den Worten ſich
äußerte: Der eine tritt, damit ein anderer getreten werde! So
ſoll das Leben ſein!
Edmund Nick ſchrieb zu den Liedern eine Muſik, die vor
einigen Jahren aktuell war, jedoch heute nicht mehr reizen kann:
K. M. Zwißler war ihr ein ſtilſicherer Interpret. Kurt
Hirſchfeld, beſorgte die ſachgemäße Inſzenierung, Hilde
Enders das Bühnenbilo.
Einige Unentwegte klatſchten. Die überwiegende Mehrheit
lehnte den von der Gegenwart überholten Zeitausdruck dieſer
Berliner Suite ab. Zu anderen Ufern, zu poſitiven Auf=
bauwerten
ruft die heutige Zeit!
* Alkamerika und die alkamerikaniſche
Kunſk=Ausſkellung in Berlin.
Von Dr. Karl H. Panhorſt.
Ibero=Amerikaniſches Inſtitut.
Die Generaldirektion der ſtaatlichen Muſeen, die Preußiſche
Akademie der Künſte und das Ibero=Amerikaniſche Inſtitut
haben gemeinſam in Berlin, in den Räumen der Akademie der
Künſte, eine Ausſtellung Altamerikaniſcher Kunſt veranſtaltet.
Es iſt das erſte Mal, daß die deutſche Oeffentlichkeit in dieſer
Weiſe mit den Schätzen einer Kulturwelt, die verſunken iſt und
deren Geſchichte noch heute weiten Kreiſen völlig unbekannt iſt,
in Verbindung gebracht wird.
Als die Europäer zu Anfang des 16. Jahrhunderts das
ungeheuere, in ſeinen gewaltigen Umriſſen noch unerforſchte
amerikaniſche Kolonialreich erſchloſſen, ſtieß man auf drei Ge=
biete
, in denen man Völker von hoher Kultur und in ſehr ge=
ordneten
Staatsweſen lebend, und vor allen Dingen Reſte
anderer alter, bereits vergangener Kulturen antraf: das war in
Mittelamerika und Mexiko, ferner in Peru, Ecuador und Boli=
vien
und dann auf der Hochfläche von Bogota, im heutigen
Columbien. Viele Kulturwerte wurden damals vernichtet, aber
der Reſt, der erhalten blieb, hat der Wiſſenſchaft doch genügt,
aus. dem unbekannten und geheimnisvollen Leben dieſer alt=
amerikaniſchen
Kulturvölker allmählich ein klares Bild zu ge=
winnen
. Wir wiſſen heute, daß das ſtolze Volk, das in Mexiko
wohnte und unter Führung ſeines Kaiſers Montezuma den
Europäern entgegentrat, keineswegs das älteſte Volk war, das
in Amerika angetroffen wurde. Wir kennen heute Pyramiden,
Bauten, Ruinen und Kunſtwerke, die ſchon damals Jahrhunderte
alt waren. Und von dem aus der Schulweisheit ſagenhaften
Reich der Inka hat inzwiſchen die Wiſſenſchaft eine Darſtellung

Ikalien bezieht Skellung.
Von unſerem F=Korreſpondenten.
Nom, Milte Januar.
Vor vierundzwanzig Stunden war an dieſer Stelle geſagt
wworden, daß Italien ſeine Stellungnahme auf der Konferenz von
Lauſanne=Ouchy ſicher von der Haltung Englands abhängig
machen werde. Italiens politiſchen und wirtſchaftlichen Zuſtände
machen es für Muſſolini wünſchenswert, daß die Reparationen
verſchwinden. Italien berliert verhältnismäßig wenig bei der
Aufgabe der Reparationen, kann aber ziemlich viel gewinnen,
wenn dafür auch keine Kriegsſchulden mehr gezahlt werden
müſſen. Vor allem aber hat Italien einen wirklichen, bedeutenden
Vorteil, wenn es gelingt, Frankreich ſei es in Lauſanne=
Ouchy oder anſchließend in Genf in Schwierigkeiten zu brin=
gen
, die Rom bei ſeinen Rüſtungen auf irgendeine Weiſe entlaſten.
Nun iſt das eingetreten, was vermutet wurde: Italien hat
ſeine Stellung bezogen, nachdem es offenbar die Londoner Anſchau=
ungen
zu Genüge kennen gelernt hat. Es iſt bezeichnend, daß in
einem Leitartikel von Muſſolinis Popolo d’Italia, der ganz
klar und ohne Winkelzüge gegen die Zahlungen aus Kriegslaſten
Stellung nimmt, der offizielle Draht hat einen ausführlichen
Auszug des Artikels übermittelt, als eines der überzeugenden
Beweismittel eine Rede des engliſchen Abgeordneten Shaw an=
führt
. Ausdrücklich wird hervorgehoben, daß A. Shaw, Direktor
der Bank von England und Aufſichtsrat der P. and O. Co. iſt,
und daß er ſicher die Anſicht Macdonalds vertrete, des engliſchen
Premiers, der der Einberufer der Lauſanner Konferenz ſei.
Man ſieht alſo, daß Italien die Sprache gefunden hat, nachdem
Englands Meinung an einer zuverläſſigen Stelle laut ge=
worden
iſt.
Dieſe Meinung aber lautet: Reparationen dürfen
nicht mehr gezahlt werden, Kompromiſſe
haben keinen Zweck Expertengutachten auch
nicht mehr, denn wir kennen die Materie bis ins Einzelne.
Es muß ganze Arbeit geleiſtet werden: der colpo di spugns‟
iſt notwendig, das heißt: man muß mit einem Ruck des
Schwammes die Tafel abwiſchen, die Rechnung begleichen.
Mit dem Schwamm ſoll das Soll und Haben des Krieges
weggewiſcht werden. Alſo keine Reparationen mehr und keine
Kriegsſchulden dürfen die Völker, die im Weltkrieg geblutet
haben, belaſten. Die Aufſtellung von Baſel iſt der beſte Beweis
für dieſe Notwendigkeit. Möglicherweiſe habe Deutſchland nie
den guten Willen beſeſſen, den Tribut von Verſailles zu be=
zahlen
, aber immerhin habe es doch bedeutende Zahlungen tat=
ſächlich
gemacht. Außerdem ſei die deutſche Kriſe inzwiſchen zu
einer Weltkriſe ausgewachſen, ſo daß auch diejenigen, die ſich
durch Goldanhäufung (Frankreich) zu retten hofften, in Mit=
leidenſchaft
gezogen würden. Es gebe kein Zaudern mehr. Ein
Winter 1932/33, der noch ſchlimmer als der jetzige ſein werde,
ſei für die Menſchen ohne Wirrungen von ungeahnter Tragweite
nicht erträglich.
Der Artikel geht mit außergewöhnlicher Eindringlichkeit gegen
Reparationen und Kriegsſchulden ins Feld. Da er an erſter
Stelle in Muſſolinis Zeitung erſcheint, ſo darf man ihm ein
ganz beſonderes Gewicht zumeſſen. Er muß zugleich auch als
eine gewiſſe Verpflichtung erſcheinen, nun dieſe angezeigte Hal=
tung
in Lauſanne=Ouchy einzunehmen, die mit den deutſchen
Forderungen parallel geht. Der Artikel iſt in derſelben Stunde
erſchienen, in der der deutſche Botſchafter aus Berlin wieder in
Rom eintraf. Er kann alſo kaum einer beſonderen Information
aus deutſcher Quelle eine Stützung verdanken, wenn es auch
klar iſt, daß der italieniſche Botſchafter in Berlin ſeinen Chef in
Rom über die Anſichten in Berlin gut informiert haben dürfte.
Aber vor allem haben endlich die Londoner Vertrauensleute
derart deutlich ſich geäußert, daß Muſſolini die Stunde für ge=
kommen
hielt, aus der Zurückhaltung hervorzutreten.
Ueber den Schlußſatz des Artikels, der Hitlers Namen, das
Geſpenſt Hitlers, zitiert, wird noch zu reden ſein. Man möchte
nur vermuten, daß Brünings neueſte Beſprechungen mit Hitler
das Vertrauen in die Kraft des Reichskanzlers bei Muſſolini
von neuem geſtärkt haben, nicht weil der Duce ſehr viel von
Hitler hält, aber weil er ſeit dem Rombeſuch Brünings immer
mehr von deſſen ſtaatsmänniſcher Vorausſicht überzeugt iſt.

gefunden, die beſagt, daß es ſich auch bei den verſchiedenen
Ruinenplätzen, die heute in Peru, Bolivien und Ecuador bereits
freigelegt ſind, ebenfalls um Reſte von verſchiedenen Kulturen
und Völkern handelt. Während es in Mittelamerika und Mexiko
bereits gelang, an Hand von Hieroglyphen und Bilderſchriften
ſehr weitgehende Aufklärungen zu erlangen, ſind es in Süd=
amerika
vielfach Knotenſchnüre, die wahrſcheinlich zu kalender=
artigen
Rechnungen gedient haben, ferner bilderſchriftartige
Szenen in Gewebereſten, Fresken und Gefäßmalereien, die uns
Näheres über das Leben der vergangenen Völker ahnen laſſen.
Grabfunde, ferner auffallende Gefäße und Krüge, die in ihren
wunderbaren Formen unſere Bewunderung erregen, ſind in
ihrer bunten Mannigfaltigkeit ein weiteres Mittel geweſen, durch
das die Wiſſenſchaft dem Leben der Völker nähergetreten iſt.
Aus dem heutigen Columbien ſtammen die wunderbaren Gold=
arbeiten
, die aus den Schätzen der Chibcha und anderer Volks=
ſtämme
von den erſten Europäern gewonnen und der Nachwelt
erhalten wurden. Jedoch überall treten der Fachwiſſenſchaft
noch große ungelöſte Fragen entgegen.
Sämtliche Objekte, die in der Ausſtellung gezeigt werden
es ſind etwa achthundert ſind unter künſtleriſchen Geſichts=
punkten
zuſammengeſtellt; ſie ſtammen entweder aus deutſchem
ſtaatlichen Beſitz, aus Muſeen oder aus deutſchen Privat=
ſammlungen
. Ein großer Teil der Schauſtücke beſteht aus Grab=
funden
, die von deutſchen Wiſſenſchaftlern gewonnen wurden.
Beſonders wertvolle Seltenheiten gelangten vielfach auch auf
dem Wege über private Sammler in den Beſitz der Muſeen.
Einige Koſtbarkeiten wurden von Alexander von Humboldt
nach Europa gebracht.
Wenn wir heute mit beſonders aufmerkſamen Augen auf
die Vorgänge in den ibero=amerikaniſchen Ländern blicken, ſo
liegt darin bereits die Erkenntnis, wie bedeutungsvoll jene zu=
kunftsreichen
großen Länder für uns ſind. Wer den Ländern
Süd= und Mittelamerikas jedoch näherſteht und ihre Eigenheiten
kennt, weiß, daß eine enge Verbindung mit den Ländern nur
getragen ſein kann von einer genauen Kenntnis ihrer Bewohner
und deren Geſchichte. Wir ſprechen wohl von untergegangenen
Kulturen, von Völkern, die nicht mehr exiſtieren, und doch ſind
die Kräfte, die einſtmals ſtolze und ſtarke Kulturreiche ſchufen,
noch heute in Millionen Menſchen lebendig, die einen Teil der
Bevölkerung Amerikas bilden. Und je weiter die Entwicklung
fortſchreitet und die eingeborenen Elemente der ſüd= und mittel=
merikaniſchen
Länder an der Verwaltung ihres Landes bewußt
teilnehmen, um ſo ſtärker werden die Hinweiſe zu bewerten ſein=
die
uns zu dem Leben der altamerikaniſchen Völker führen. Die
Kunſtſchätze, die in ihrer Geſamtheit zweifellos einen weiteren
Beweis für den Erfolg der deutſchen Wiſſenſchaft in der Er=
ſchließung
der ibero=amerikaniſchen Länder bedeuten, erfüllen uns
mit Bewunderung und Hochachtung vor den altamerikaniſchen
Völkern. Die ſüd= und mittelamerikaniſchen Länder der Gegen=
wart
aber ſehen dies nicht ungern und werden dem Deutſch=
land
der Gegenwart dankbar ſein.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 16

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

K.
O

Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen
Georg Degreif und Frau
Martha, geb. Rieg
Darmſiadt, Roßdörferſtraße 23
Kirchliche Trauung: Sonntag, 17. Januar 1932, 14 Uhr,
in der Stadtkapelle.

Darmſtadt, den 15. Januar 1932.
Prinz=Chriſtiansweg 8.

(1127

Die Beerdigung findet am Sonntag, den 17. Jan.
1932, nachmittags 3 Uhr in Bad=Nauheim von der
Kapelle des Friedhofs aus ſtatt.

Heute vormittag entſchlief ruhig nach längerem
Krankenlager unſere liebe herzensgute, treu=
jorgende
Mutter, Schwiegermutter, Schweſter
und Tante
GraudreMarte Sadbengeiher
geb. von Rehfues
Bauratswitwe
im nahezu vollendeten 72. Lebensjahre.
Wer ſie gekannt, wird unſeren Schmerz er=
meſſen
.
In tiefer Trauer:
Obering. Wilhelm Laubenheimer u. Frau
Mrs. Emmy Dittmar, geb. von Rehfues
und Familie
Caroline Klingelhöffer, geb. von Rehfues
und Familie.
Darmſiadt, Sandſtr. 24. den 15. Januar 1932.
Berlin Charlottenburg, San Antonio Texas
U. S. A., Eſſen a. Ruhr u. Rüttenſcheidt.
Die Einäſcherung findet ſiatt am Montag, den
18. Januar 1932, nachmittags um 4 Uhr, im Krema=
torium
auf dem Waldfriedhof. (1129

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute entſchlief nach kurzem Krankſein unſere
liebe Mutter, Großmutter und Schweſier
Frau Marie Bopp
geb. Weber
im faſt vollendeten 82. Lebensjahre.
Heinrich Bopp
Marie Luiſe Bopp
Eliſabeth Loehr=Bopp
Dr. C. Alwin Schenck.
Darmſtadt, 15 Januar 1932.
(1132
Einſegnung Montag, den 18. Januar, 10 Uhr, Heidel=
bergerſtraße
16. Beerdigung anſchließend auf dem alten
Friedhof, Nieder=Ramſtädterſiraße.

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Am 14. Januar 1932, mittags ½12 Uhr entſchlief
ſanft im 71. Lebensjahr unſere liebe, treuſorgende
Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Hruu Lopyre Zornſcheue.
geb. Schmidt
Witwe des Abt.=Präfſdenten Geh. Oberfinanzrats
K. F. Bornſcheuer.
In tiefer Trauer:
Karl Bornſcheuer, Regierungsrat
Hans Bornſcheuer, Oberregierungsrat
Wilhelm Bornſcheuer, Pfarrer, und
Frau Emmy, geb. Berner
Paul Bornſcheuer, Polizeihauptmann
und Frau Amelie, geb. Geipel
und 8 Enkelkinder.

Todes=Anzeige.
Hiermit die tieftraurige Nachricht, daß unſer herzensguter, un=
vergeßlicher
Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Pate
Zeintick Sulg
vorgeſtern infolge eines Unglücksfalles plötzlich und unerwartet
im Alter von 22 Jahren für immer von uns geſchieden iſt.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Familie Hch. Salg.
pfungftadt, Eberſtadt, Darmſtadt, Arheilgen. Neukirchen b. Kaſſel,
den 14. Januar 1932.
Die Beerdigung findet heute Samstag, den 16. ds. Mts., nach=
mittags
2½ Uhr, vom Trauerhauſe, Pfarrgaſſe 15 aus ſtatt.
Einſegnung 10 Minuten vorher.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und die
zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden bei dem Heim=
gange
unſerer lieben Mutter und Großmutter
dran Karharine Lungenootf
Hebamme
ſagen wir auf dieſem Wege innigen Dank. Beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Gombel für die tröſtenden
Worte am Grabe. Ferner danken wir dem Hebammen=
Verband für die zahlreiche Teilnahme und der Kranz=
niederlegung
und all denen, die ihr die letzte Ehre er=
wieſen
.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Familie Michael Langendorf.

Gräfenbauſen, den 15. Januar 1932.

(1101

Heute früh ſtarb nach langem,
ſchweren Leiden unſere liebe Mutter,
Schweſter, Schwä=erin und Tante,
unſere aufopferungsvolle, geliebte
Großmutter
Frau unnd Lſchhorn
geb. Schwartz
im Alter von 68 Jahren.
Dies zeigen tief betrübt an
Die trauernden
Hinterbliebenen.
Darmſiadt, den 15. Januar 1932.
Waldſtr. 44, I.
Einäſcherung:Montag, den 18. Jan.
3½ Uhr nachmittags auf dem
Waldfriedhof.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.

Todes=Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach kurzem
Leiden unſre liebe, gute Mutter,
Großmutter und Urgroßmutter
Frau
Margarethe Frank Bwe.
im 88, Lebensjahre.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Philipp Frank
Telegrapheninſpektor.
Eberſtadt, den 14. Januar 1932. (*
Die Beerdigung findet am Sonn=
tag
nachmittag 2½ Uhr vom Por=
tal
des Eberſtädter Friedhofs aus
ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen wolle man
bitte abſehen.

Dankſagung.
(Statt Karten)
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgang un=
ſeres
lieben, unvergeßlichen Ent=
ſchlafenen
ſagen wir allen auf die=
ſem
Wege, insbeſondere unſeren
lieben Schweſtern der Kaplanei=
Gemeinde, den Diakonen für die
liebevolle,aufopferndePflege,Herrn
Pfarrer Heß für die troſtreichen
Worte am Grabe, der Metzger=
Innung Darmſtadt für die Kranz=
niederlegung
, ſowie für die vielen
Blumenſpenden und Aufmerkſam=
keiten
herzlichen Dank.
Im Namen der trauernden
Hinterbliebenen:
Heinrich Krämer und Frau.

Karlsſtraße 53.

Dr. R. Schreiner
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Samstag, 16. Januar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 16 Seite 5

Aus der Landeshaupffadk.
Darmſtadt, den 16. Januar 1932.
Übergang von der Grundſchule in die höhere Schule.
Die normale Dauer der Grundſchule beträgt 4 Jahre. Doch
können Schüler und Schülerinnen, deren geiſtige und körperliche
Veranlägung und deren Schulleiſtungen erwarten laſſen, daß ſie
ohne Ueberſpannung ihrer Kräfte im Unterricht der Sexta mit
guten Schülern, die den vierjährigen Grundſchullehrgang durch=
laufen
haben, auf die Dauer Schritt halten können, ſchon nach
idem dritten Grundſchuljahr in die Serta der höheren Schulen
aufgenommen werden. Eltern, die der Anſicht ſind, daß ihre Kin=
Der dieſe Bedingungen erfüllen, und deshalb von der Möglichkeit
Der Abkürzung der Grundſchulzeit Gebrauch machen wollen,
caben einen entſprechenden Antrag ſpäteſtens im Lauf des
Januar ſchriftlich oder mündlich beim Rektor der Grundſchule
Su ſtellen. Das Kreis= oder Stadtſchulamt entſcheidet über die
Anträge bis ſpäteſtens zum 1. März. Dem Erziehungsberechtigten
Iteht das Recht der Beſchwerde gegen dieſe Entſcheidung beim
Kultusminiſterium zu.
In den Ruheſtand verſetzt wurde am 8. Januar 1932 der
Verwaltungsſekretär Karl Hansmann, bei dem Landesſtati=
ſitiſchen
Amt, auf ſein Nachſuchen, mit Wirkung vom 1. Februar
7932 an.
Reichsfinanzverwaltung Landesfinanzamt Darmſtadt.
Steueramtmann Nohaſcheck vom Finanzamt Darmſtadt=Stadt
rpurde zum Steuerrat ernannt.
Hohes Alter. Am 18. Januar begeht in körperlicher und
geiſtiger Friſche Frl. Marie Bernhardt, Eliſabethenheim,
Seinrichsſtraße 148, ihren 80. Geburtstag.
EPH. Evangeliſcher Bund, Zweigverein Darmſtadt. Am
Sonntag, 17. Januar, abends 8 Uhr, findet in der Stadtkirche,
wvie ſchon bekannt gegeben, der Deutſche Abend des
FEvangeliſchen Bundes, Darmſtadt, ſtatt. Dieſer traditionelle
Slbend in der Nähe des Reichsgründungstages dient der Pflege
ger Beziehungen zum deutſchen Volkstum und evangeliſchen
Glauben. In vieler Gedächtnis iſt noch unſere vorjährige vierzig=
jährige
Reichsgründungsfeier. In dieſem Jahr ſoll beſonders
as aktuelle Thema Proteſtantismus und Nationalismus zur
Sprache kommen. Es ſpricht darüber der als Redner und
Schriftſteller beſtens bekannte 1 Vorſitzende des Bayeriſchen
Hauptvereins des Evang. Bundes, Studienprofeſſor Hoefler,
Mürnberg, und ſein Thema lautet: Der evangeliſche Glaube
und die deutſche Not‟. Es wird außerdem der Kirchenchor der
Pohannesgemeinde zwei Chöre von Bach und Marſchall vor=
nragen
. Der Eintritt iſt frei.
Im Schloßmuſeum finden am Sonntag und an allen Wochen=
magen
um 11 und 11,30 Uhr vormittags Führungen ſtatt. Die Ma=
nonna
des Bürgermeiſters Meyer von Baſel von Hans Holbein
Jg. kann ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt werden.
Abende des Lachens bei Peter Prang! Im Orpheum
eeginnt heute, Samstag abend, der kölniſche Meiſterkomiker
P. Prang wieder eines ſeiner in Darmſtadt, wie allerorts, be=
jebten
Gaſtſpiele Prang der den Mittelpunkt eines glänzend
eängeſpielten Enſembles abgibt, ſpielt ſeinen neueſten Lachreißer
Filmſtar auf Stottern der, wie ſchon ſein Titel ver=
mät
, an ſpannender Handlung und komiſchſten Situationen nichts
zr wünſchen übrig läßt. (Siehe Anzeige und Plakattafeln.)
Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus. Gsamstag, 16 Jan 19½22½ Uhr. B 12. Figaros Hochzeit.
Preiſe 0 806.40 Mk. K onntag, 17. Jan. 1518 Uhr. Heſſenlandmiete II 3 u. III 6.
Wallenſteins Tod. Preiſe 0.604.80 Mr.
20, Ende nach 22 Uhr. Zuſatzmiete 18.
Die Dubarry Preiſe 0.504 Mk. Arontag, 18:Jan.
20. Ende gegen 21½4 Uhr Fünftes Sinfonie:
Konzert. Preiſe 15.50 Mk. Auensrtag, 19 Jan. Leine Vorſtellung. AEittwoch, 20. Jan, 19½22½ Uhr Bühnenvolksbund K9.
Figaros Hochzeit. Preiſe /.705 60 Mk. Qonnerstag, 21. Jan. 19. Ende gegen 22½ Uhr. C13, Fauſt I.
Preiſe 0.806 40 Mr. Frreitag, 22 Jan 19½22½ Uhr. D 12. Die luſtige Witwe.
Preiſe 0. 03.60 Mk. Samstag, 23. Jan. 19, Ende gegen 22½ Uhr. B 13. Fauſt I.
Preiſe 0.806 40 Mk. ewnntag, 24 Jan. 18, Ende gegen 21½ Uhr. Heſſenlandmiete 1V7
Fauſt I. Preiſe 0.80 6.40 Mk. Kleines Haus. Sramstag, 16 Jan 2022 Uhr. Dſt. Volksb. W ſ4: Vorſt., Gr. Iu, II
Maria Magdalene. Preiſe 0604 50 Mk. Esnntag, 17 Jan 19½ 22 Uhr. Außer Miete. Nina.
Preiſe 0 604.50 Mr. M ontag, 18. Jan. 2022 Uhr. Dſt. Volksb., W 4. Vorſt. Gr. 111
u. 1V. Maria Magdalene. Preiſe 0.604 50 M. 2. enstag, 19 Jan.
*022½ Uhr Zuſutzm 1,9. Drei Kurz=Opern
der Gegenwart: Der Jaſager, Spieloder Ernſt,
Schwergewicht. Preiſe 0.:05 Mk. Mättwoch, 20 Jan. 20, Ende vor 22 Uhr. Zuſatmiete 117.
Leben in dieſer Zeit. Preiſe 0.705 Mk. Arnuerstag, 21 Jan. / Keine Vorſtellung. Freitag, 22. Jan.
19½22 Uhr. Außer Miete. Nina.
Preiſe 0 604 50 Mk Sumstag, 23. Jan 2022½ Uhr. Außer Miete. Der Waffen=
ſchmied
Preiſe 0.503 Mk. Sonntag, 24 Jan 19½, Ende nach 22 Uhr. Zuſatzmiete 111 8.
La Traviata. Preiſe 0.705 Mr=

Euis zum erſten Aale in deſer Anflteit Sreſch Ag Wrchu
ſathe Walter als Suſanne, Regina Harre als Cherubin, Anna
8rcobs als Marzelline, Theo Herrmann als Figaro, Johannes
Grath als Graf Almaviva, Heinrich Kuhn als Bartolo, Eugen
Go gt als Baſilio, Theodor Heydorn als Antonio, unter der muſi=
gliſchen
Leitung von Karl Maria Zwißler ſtatt. Beginn der
Va rſtellung 19.30 Uhr. Franziska Kinz wird nach Be=
ndigung
ihrer Filmarbeiten heute abend zum erſten Male in
bebbels Maria Magdalena wieder auftreten. Den
Meiſter Anton ſpielt Paul Wegener, ſeine Frau Käthe Gothe,
Alara Franziska Kinz. Karl Karl Paryla, Leonhard Hermann
5a llinger, Sekretär Emil Lohkamp.
Das 5. Sinfoniekonzert des Heſſiſchen Landestheaters, am
Nontag, den 18. Januar, wird den berühmten Celliſten
hörſparo Caſſado zum erſten Male nach Darmſtadt
ingen. Er ſpielt ein von ihm ſelbſt bearbeitetes Konzert von
Nozart und das Cellokonzert von Dvorak. Außer dieſen
eiden Konzerten wird das Orcheſter des Landestheaters das
Concerto groſſo in H=Moll von Händel zum erſten
Nale in Darmſtadt ſpielen. Den Schluß des Abends bildet die
nroniſche Dichtung Tod und Verklärung die ſeit
iellen Jahren nicht mehr in den Sinfoniekonzerten, gegeben
durde. Dr. Hans Schmidt=Iſſerſtedt wird dieſes Konzert

Zur Verhütung von Verkehrsunfällen.
Im Jahre 1931 364 Verkehrsunfälle in Darmſtadk.

ſitigieren.

Die Verkehrsunfälle haben in den letzten Jahren erheblich
zugenommen. In 1931 ſind die Unfälle (von 343 im Vorjahre)
auf 364 geſtiegen. Dieſe Tatſache verpflichtet die Polizeibehörden,
im öffentlichen Intereſſe Maßnahmen zur Bekämpfung der Ur=
ſachen
der Verkehrsunfälle in erhöhtem Maße zu ergreifen. Das
Wort von den kleinen Urſachen und den großen Wirkungen
wird allen denen beſonders ſtark bewußt, die täglich mit der
Bearbeitung von Verkehrsunfällen zu tun haben. Die Urſachen
ſind es, die in erſter Linie bekämpft werden müſſen. Weniger
wichtig ſind die Feſtſtellungen über die Art der einzelnen Unfälle,
z. B. ob es ſich um Perſonen= oder Sachſchäden handelt. Eine
Haupturſache der Unfälle iſt die Unachtſamkeit. Keinem Wege=
benutzer
, ob Fußgänger, Radfahrer, Fuhrmann oder Kraftfahrer,
kann der Vorwurf der Achtloſigkeit erſpart bleiben. Es iſt nicht
damit getan, daß 10 Gebote für Fußgänger oder Grundſätze
für Kraftfahrer zuſammengeſtellt und publiziert werden. Es
kommt darauf an, daß alle achtſam ſind, daß ſie denken, wenn
ſie ſich auf der Straße bewegen. Sind alle Wegebenutzer zum
Denken erzogen, ſo wird der Fußgänger von ſelbſt die Straße
nicht diagonal, ſondern ſenkrecht überqueren, der Fuhrmann und
der Radfahrer werden rechts fahren und die ſie überholenden
Fahrzeuge nicht gefährden, der Kraftfahrer wird, ſich an den
Wegekreuzungen ſo verhalten, daß er jederzeit ſeinen Verpflich=
tungen
Genüge leiſten kann. Vorſicht und Achtſamkeit tun not.
Sie anzuerziehen liegt im Intereſſe der Oeffentlichkeit.
Nicht unintereſſant iſt es. zu wiſſen, wieviel und wo ſich in
Darmſtadt die Verkehrsunfälle ereignen. Im Jahre 1930 und
1931 haben ſie ſich verteilt wie folgt:
1930 1931
Im Straßenzug der Frankfurter Straße
43 41
Rheinſtraße, einſchließlich
39 51
Luiſenplatz

Im Straßenzug der Heidelberger Straße
am Ernſt=Ludwigs= und
Paradeplatz.
Nieder=Ramſtädter Str.
Dieburger Straße
Blumenthalſtraße
Wilhelminenſtraße
Alexanderſtraße.
Kranichſteiner Straße
Soderſtraße
Ludwigshöhſtraße
Bismarckſtraße
Heinrichsſtraße
Karlsſtraße
Landgraf=Georg=Straße
Eliſabethenſtraße.
Mühlſtraße
Neckarſtraße
Roßdörfer Straße
Vorſtehend ſind die Straßen nach der Zahl der Unfälle auf=
geführt
. Straßen, in denen ſich in 1930 und 1931 weniger als
6 Unfälle ereignet haben, ſind nicht verzeichnet.
193 Verkehrsunfälle waren mit Perſonen= und Sachſchaden,
und 171 nur mit Sachſchaden verbunden. Wertvolle menſchliche
Güter an Leben. Geſundheit und Vermögen ſind zu einem großen
Teil durch die Unachtſamkeit der Mitmenſchen verloren gegangen.
Allein ſechs Menſchenleben waren infolge von Verkehrsunfällen
im Jahre 1931 zu beklagen. Es iſt der Mühe wert, einen Appell
an die Oeffentlichkeit zu richten, mit der Mahnung: Nehmt
Rückſicht auf eure Mitmenſchen, achtet auf den
Straßenverkehr!

1930 1931 33 40 z

Der Kampf gegen die Schwarzarbeit.
Die Tapezier=Innung Darmſtadt ſchreibt uns:
In letzter Zeit hat die Schwarzarbeit auch in unſerer Stadt
einen immer größeren Umfang angenommen. Man verſteht dar=
unter
, daß Berufsfremde oder anderweitig Beſchäftigte,
aber auch Arbeitsloſe, die Unterſtützungen beziehen gegen
Entgelt gewerbliche Arbeiten ausführen. Selbſtverſtändlich ge=
ſchieht
dies im Gegenſatz zu den geſetzlichen Beſtimmungen.
Nicht genügend iſt allerdings bekannt, daß auch das Publikum,
das ſolche Schwarzarbeiter beſchäftigt, damit ein großes Riſiko
auf ſich nimmt. Wer einen Schwarzarbeiter beſchäftigt, iſt damit
in geſetzlicher Hinſicht Arbeitgeber, und als ſolcher verpflichtet,
den diesbezüglichen geſetzlichen Beſtimmungen, z. B. Beitrags=
leiſtungen
zu den Sozialverſicherungen, zu genügen. Verunglückt
ein Schwarzarbeiter bei ſeiner Arbeit, ohne ordnungsgemäß bei
den in Frage kommenden Kaſſen angemeldet zu ſein, ſo haftet der
betreffende Auftraggeber für allen entſtandenen Schaden.
Der Deutſche Tapezierer=Bund teilte erſt unlängſt mit: Es
ſind uns Fälle bekannt, wo ein derartiger Schwarzarbeiter mit der
Leiter zuſammenbrach und durch einen komplizierten Beinbruch
auf die Dauer erwerbsbeſchränkt wurde. Die Folge war, daß der
betreffende Auftraggeber des Scharzarbeiters eine lebenslängliche
Rente zu bezahlen hatte
Aber auch ſonſt rächt es ſich noch, wenn man anſtelle des orts=
anſäſſigen
Fachhandwerks Schwarzarbeiter beſchäftigt. Vor einigen
Wochen hatte z. B. ein Profeſſor in Berlin einen Schwarzarbeiter
bei ſich eingeſtellt. Kurze Zeit darauf wurden bei ihm einige
wertvolle Perſerbrücken geſtohlen. Die Ermittlungen ergaben
daß es ſich bei dem genannten Schwarzarbeiter um den Dieb
handelte, der gelegentlich ſeiner Arbeit einen Schlüſſelabdruck ver=
fertigt
und die nähere Gelegenheit zum Diebſtahl ausgekund=
ſchaftet
hatte.
Es kann alſo nicht genügend davor gewarnt werden. Aufträge
an Schwarzarbeiter zu erteilen. Man läuft dabei nicht nur Ge=
fahr
, unſachgemäße Arbeit zu erhalten, wobei ein ſpäterer Scha=
denserſatzanſpruch
ausgeſchloſſen iſt, ſondern übernimmt, wie vor=
ſtehend
ausgeführt, auch noch manches andere Riſiko.
Wer Schwarzarbeiter beſchäftigt, ſchädigt ſich und das geſamte
Fachhandwerk!

F,Hier wirkt Wibunt

Es macht unempfindlicher
gegen Erkältung!

Odenwaldklub. Bei dem 50 Stiftungsfeſt, das am Sams=
tag
, Schlag 20 Uhr, im Saalbau beginnt und unter Mitwirkung
bedeutender Künſtler des Stadtorcheſters und der Geſangsabtei=
lung
des Klubs ein genußreiches Programm verſpricht, erſcheinen
die Männer im Wanderanzug, und die Damen ſo als wenn ſie
in der Sommerfriſche mitmachen wollten. Für 1 RM. wird den
Mitgliedern Erſtaunliches geboten. Nichtmitglieder zahlen
2 RM. Die Verkaufsſtellen ſind in den Anzeigen genannt.
Wiederholung des Skikurſes in Tirol! Im Hinweis auf
die heutige Anzeige wird noch erwähnt, daß der Kurs auf viel=
ſeitigen
Wunſch hin wiederholt wird und vorausſichtlich um Mitte
Februar vonſtatten geht. Gleichzeitig wird auf einen demnächſt
ſtattfindenden Lichtbildervortrag mit Film über den erſten Kurs
aufmerkſam gemacht.
L. Fahrt zu den Skimeiſterſchaften. Am Sonntag, den
24. Januar 1932, finden, wie alljährlich, auf dem Ruhſtein im
Schwarzwald die Gau=Skimeiſterſchaften ſtatt. Der Ski=Klub
Schwarzwald=Darmſtadt wird auch in dieſem Jahre wieder bei
den Wettläufen ſehr zahlreich vertreten ſein. Um nun jeder=
mann
die Möglichkeit des ſchnellen Hinkommens zu ſchaffen, läßt
die Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G. bereits am Samstag, den 23. Jan.,
nachmittags 13.30 Uhr. ab Heaghaus. Sonderwagen nach dort
laufen. Der Fahrpreis von 12,50 RM. iſt ſo niedrig gehalten,
daß der Winterſportler Gee genheit hat, auf ſchnellſtem Wege in
das Winterſportgebiet zu gelangen. Die Rückfahrt ab Ruhſtein
iſt am Sonntag, den 24. Januar, nachmittags 16 Uhr, vorgeſehen.
Anmeldungen und Fahrkarten im Sporthaus Adelmann und
Heaghaus, Zimmer 8.
Darmſtädter Künſtler auswärts Ueber das Konzert des
Geigers Cyrill Kopatſchka in Paris (Salle Gaveau), am
Flügel Elſe Hucke=Stoy, urteilt die Preſſe wie folgt: Intran=
ſigeant
: C. K. erſchien uns als ein ernſter Geiger. Er brachte
wertvolle, wenig bekannte Werke, korrekt und vornehm in der
Wiedergabe. Er zeigte eine zuverläſſige Beherrſchung ſeines In=
ſtrumentes
, und ſein Ton beſitzt Anmut und Adel Excelſior
Dieſer junge Geiger ſpielt ſehr einwandfrei; ſeine Technik iſt
ſehr zuverläſſig, ſein Ton ſehr ſchön und angenehm. Can=
dide‟
C. K. gab ſein Debütkonzert. Ruſſiſche Stücke, zwei Erſt=
aufführungen
von Walter Courvoiſier und Hans Simon, und die
Kreutzerſonate. Der Ton iſt edel, die Technik ſehr rühmenswert.
Courier muſical‟: Dieſer junge Geiger iſt im Beſitze einer
zuverläſſigen Technik. Er weiß ausdrucksvoll zu geſtalten
Le Guide muſical: C. K. ein Violiniſt, den wir zum erſtenmal
hörten, zeigte eine ausgezeichnete Technik. Zwei moderne Werke
geſtatteten uns, ſeine muſikaliſche Intelligenz zu bewundern.
Signale‟: Großen Publikums= und Preſſeerfolg konnte der
junge Geiger C. K. für ſich buchen. Techniſch ſtand ſein Spiel
auf ganz hoher Warte. Sein Geigenton iſt geſchmeidig und
ſchlackenfrei. Sein natürliches Temperament kam vor allem dem
Violinkonzert von Hans Simon zugute. Ich weiß nicht, von
wannen der Geiger kommt, ich weiß aber, daß er in wenigen
Jahren eine Zierde ſeines Standes ſein wird. Cyrill
Kopatſchka wird am 11. Februar für den Frankfurter Sender das
Violin=Konzert von Hans Simon ſpielen.

* Aus den Darmſtädter Lichkſpieliheakern.
Palaſt=Lichtſpiele.
Der Schuß im Tonfilm=Atelier.
Dieſer Film, einer der erſten Kriminaltonfilme, die in
Deutſchland gedreht wurden, hat lange Zeit gebraucht, bis wir
in Darmſtadt ihn kennen lernten. Das iſt bedauerlich, aber es
erhöht auch das Intereſſe. Dieſer Film iſt, obwohl er ſehr bald
nach dem Beginnen des Siegeszugs des Tonfilmes entſtand, einer
der beſten ſpannendſten und originellſten Kriminaltonfilme ge=
blieben
. Das Intereſſe gerade an dieſem Film wird erhöht,
weil die kriminaliſtiſche Handlung, ein Mord, im Tonfilmatelier
ſelbſt abrollt, und der Film dadurch einen hochintereſſanten Ein=
blick
gibt in das bunte, bewegte, ungemein komplizierte Ge=
triebe
eines Tonfilm=Ateliers überhaupt. Ein im Film zu ſtel=
lendes
Eiferſuchtsdrama wird von dem Mörder benutzt, in dem
Augenblick, da in der Filmhandlung ein markierter Schuß los=
gehen
ſoll, den meuchelmordenden Schuß abzugeben. Erſt bei der
Wiederholung der Probe wird bemerkt, daß eine Künſtlerin er=
ſchoſſen
iſt. Mehr aus der Filmhandlung mitzuteilen, würde
die Spannung und damit die Senſation in ihren Hauptpointen
ſchwächen. Es ſei aber gerne konſtatiert, daß auch die ſchauſpie=
leriſche
Durchführung der kriminellen Handlung mit Gerda
Maurus und Harry Frank in den Hauptrollen auf unge=
wöhnlich
gutem Niveau ſteht, daß vor allem aber Alfred Zeis=
lers
Regie die Handlung in einer Weiſe meiſtert und bewegt,
die bisher nicht ihresgleichen hatte.
Auch im Beiprogramm laufen einige hochintereſſante, lehr=
reiche
und unterhaltende Filme.
Im Uniontheater läuft heute und folgende Tage einer der
heiterſten Schwänke der Saiſon Die ſpaniſche Fliege‟
ein luſtiger Tonfilm. Im tönenden Beiprogramm die neueſte
Ufa=Tonwoche.
Im Heliatheater iſt ab heute der beliebte Komiker Felix
Breſſart in dem neuen Groß=Tonluſtſpiel. Der Herr Büro=
porſteher
zu ſehen und zu hören. Dazu ein intereſſantes
konbeiprogramm. Jugendliche haben Zutritt.
In den Palaſtlichtſpielen ſieht man heute und folgende Tage
den ſenſationellen Kriminaltonfilm der Ufa. Der Schuß im
Tonfilmatelier mit Gerda Maurus und Harry Frank in
den Hauptrollen. Dazu ein reichhaltiges Beiprogramm.
Ein außergewöhnliches Filmgaſtſpiel gibt am Samstag, nach=
mittags
2.30 Uhr, und Sonntag, vormittags 11.15 Uhr, im Union=
Theater, der bekannte Filmregiſſeur Walter Jerven mit ſeinem
berühmten Programm Kino der Urzeit.

Experimental=Vorträge über Elektrotechnik. Die Vor=
tragsreihe
von Dipl.=Ing. F. Scriba über Elektrotechnik wird
am Dienstag, den 19. Januar 201 Uhr, im Hörſaal des Elektro=
techniſchen
Inſtituts der Techniſchen Hochſchule fortgeſetzt. Die
Vorleſungen, welche an Hand von anſchaulichen Verſuchen die
Grundgeſetze der Elektrotechnik behandeln, dürften von großem
Intereſſe ſein. Der Vortragsreihe angegliedert iſt eine Reihe
von Abenden, an denen der in den Vorleſungen gebrachte Stoff
in Form von Beiſpielen ergänzt und weiterbehandelt wird. An=
meldungen
erbeten an die Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule,
Mathildenplatz 17.

Lokale Veranſtallungen.

Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu beirachten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Krſtiſ.
Reſtaurant Bürgerhof hat heute, Samstag, und
morgen, Sonntag, große karnevaliſtiſche Abende, bei denen gute
Kräfte am Werke ſind, die Abende recht gemütlich zu machen.
Hotel u Reſtaurant Poſt (am Hauptbahnof) ver=
anſtaltet
heute Samstag, und morgen, Sonntag, die allerſeits
beliebten Geſellſchaftsabende mit Tanz. Dieſe ſchönen Abende
im Hotel Poſt ſeien freundlichſt in Erinnerung gebracht. (Siehe
hſeutige Anzeige.)
Vereinskalender.
Deutſcher Offizierbund. Da nicht genügend Zu=
ſagen
zum Feſt in der Traube am 30. Januar vorliegen, fällt
dieſes aus. Am 4 Februar, 8 Uhr, Herrenabend: Vortrag des
Herrn Major Freiherrn von Wangenheim: Deutſchlands Rechts=
anſpruch
auf Gleichberechtigung und Sicherheit.

Tageskalender für Samstag, den 16. Januar 1932.
Lichtſpieltheater: Union=Theater: Die ſpaniſche Fliege‟;
Helia=Lichtſpiele: Der Herr Bürovorſteher; Palaſt=Lichtſpiele:
Der Schuß im Tonfilm=Atelier; Union=Theater nachmittags
2,30 Uhr: Urzeit des Kinos, Gaſtſpiel Walter Jerven Film=
regiſſeur
. Café Ernſt=Ludwig, abends 8 30 Uhr:
Konzert; 10 Uhr: Geſellſchafts=Abend. Hotel= Reſtau=
rant
zur Poſt: Geſellſchaftsabend. Rheingauer
Weinſtube: 5 Uhr: Tee; abends Künſtlerkonzert
Reſtaurant Rehberger, abends: Blütenfeſt Städt.
Saalbau, abends 8 Uhr: Odenwald=Klub: Fünfzigjahrfeier.
Reſtaurant Bürgerhof; Karnevaliſtiſcher Abend.
Reſtaurant Schillereck; Kappenabend Konzerte:
Rheingauer Weinſtube, Café Oper, Cafs Ernſt=Ludwig. Schloß=
keller
, Café Ganßmann. Perkeo, Alter Ratskeller: Konzert und
Tanz, Sportplatz=Café am Böllenfalltor, Café Monopol, Stadt
Nürnberg. Orpheum: Peter Prang.

Gegen Röte der Hände und des Gesichts
auf und wiederholt dies mehrmals täglich, abends in stärkerer Schicht. Der nachhaltige Duft dieser

To.16

sorwie unschöne Hautfarbe verwendet man am besten die schneeig-weiße Creme Leodor, die gleich-
tei
tig eine vorzügliche Unterlage für Puder ist. Die kühlende und heilende Wirkung tritt besonders
Im WWinter in Erscheinung, wenn Hände und Gesicht durch Einwirkung der Kälte stärk gerötet sind.
Auch bei spröder und aufgesprungener Haut, insbesondere bei dem so lästigen Juckreiz der
Haut, leistet die Creme vorzügliche Dienste. In allen diesen Fällen trägt man sie in dünner Schicht

Creme gleicht einem taufrisch gepflückten Frühlingsstrauß von Maiglöckchen, Veilchen und Flieder,
ohne jenen berüchtigten Moschusgeruch, den die vornehme Welt verabscheut. Leodor-Kühl-
Creme, rote Packung; Leodor-Fett-Creme, blaue Packung. Wirksam unterstützt durch
Leodor-Edel-Seife. Unter-Vorkriegspreise. In allen Chlorodont-Verkaufsstellen erhältlich.

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 16

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 16. Januar 1932

* Die gute Ernährung der Familie bei verminderkem Einkommen.
Preiswerk oder Genußwerk? Nicht weniger, aber billiger und vollwerkig eſſen.
Skullen=Ernährung iſt keuer und unzweckmäßig.
Mitteilungen der Ernährungsphyſiologin Frau Dr. Wendelmuth.

Die Ernährungsphyſiologin Frau Dr. Gerta Wendel=
muth
ſprach in der Berliner Haibaudi über das gerade heute
beſonders aktuelle Thema: Wie kann ich bei vermindertem Ein=
kommen
meine Familie gut und ausreichend ernähren? Die
Beantwortung dieſer Frage durch die ſachverſtändige Forſcherin
darf auf das Intereſſe aller Frauen rechnen, die heute gezwun=
gen
ſind, mit ſtark eingeſchränkten Einkommensverhältniſſen zu
rechnen und doch ihre Familie gut und ausreichend zu ernähren.
Die ſchweren Zeiten des Krieges, während der große Teil des
Volkes an den ſchweren Folgen der Unterernährung litt, ſind
noch heute in aller Gedächtnis, denn ſie waren der Schrecken der
Hausfrauen und Mütter. Zahlreiche Krankheiten, wie Lungen=
tuberkuloſe
und andere, waren die Folgen dieſes Mangels. Er=
freulicherweiſe
haben aber die jetzigen Zeiten mit den vergan=
genen
Tagen keine Aehnlichkeit. Im Kriege gab es gute und
kräftige Nahrungsmittel nur in ſehr beſchränkter Menge.
Heute ſind aber alle Nahrungsmittel im Ueberfluß vorhan=
den
, und jede Hausfrau hat die Möglichkeit, ihren Einkünften
oder ihrem Wirtſchaftsgeld entſprechend einzukaufen. Allerdings
wird die Hausfrau ſich an die billigeren Waren halten müſſen,
aber billige Nahrungsmittel ſind nicht gleichbedeutend mit
geringwertigen. Im Gegenteil! Es gibt zahlreiche Speiſen, die
trotz ihres geringen Einkaufspreiſes die Güte der teuren auf=
weiſen
, ſie an Nährgehalt häufig noch übertreffen. Die Forde=
rung
geht daher fürs erſte dahin, von den geringer gewordenen
Einkünften Speiſen zu bereiten, die zwar billiger, aber nicht
weniger kräftigend ſind. Die Frage iſt: Preiswert oder
Genußwert‟? Die gute Hausfrau wird ſich an die preiswerten
Waren halten, alſo an diejenigen, die für die geringſten Auf=
wendungen
die größten Nahrungswerte liefern; denn ſonſt wird
der Arzt die Erſparniſſe aufzehren, die beim Eſſen gemacht wor=
den
ſind.
Die Familie darf unter keinen Umſtänden weniger zu eſſen
bekommen, aber billiger. Vor allen Dingen darf weder Kindern
noch Erwachſenen die Fettration gekürzt werden. 5060 Gramm
Fett täglich beim Kochen oder als Aufſtrich ſind zum Gedeihen
des Körpers erforderlich. Die billigſte und beſte Fettquelle iſt
der Speck. Im Sommer kann die Fettzufuhr etwas eingeſchränkt
werden, im Winter aber würde eine Verminderung ſchädliche
Folgen haben. Dagegen kann der Eiweißverbrauch eine Ver=
minderung
erfahren. 60 Gramm täglich ſind völlig ausreichend.
Man braucht aber nicht das teure Fleiſcheiweiß zu verwenden,
denn das billigere Fiſch=, Eier= und Käſeeiweiß tut die gleichen

Dienſte, iſt ſchmackhaft und bekömmlich. Beſonders der Hering
wird von Frau Dr. Wendelmuth als ein ideales Ernährungs=
mittel
bezeichnet. Er hat einen großen Eiweißgehalt und iſt da=
bei
ſehr billig. Die ſogenannten grünen Heringe ſind dabei
den Salzheringen vorzuziehen, denn ihr Wert iſt größer und er
bietet mehr Zubereitungsmöglichkeiten. Eine tüchtige Hausfrau
verſteht aus den grünen Heringen zahlreiche, ſehr ſchmackhafte
Speiſen herzuſtellen, die von Kindern und Erwachſenen in der
Form von Bratheringen, Bismarckheringen, Heringsſalaten uſw.
gern gegeſſen werden und appetitanregend ſind. Dabei koſtet das
Eiweiß, das dem Körper in dieſer Form zugeführt wird nur
einen Bruchteil der gleichen Ernährungsſtoffe die aus Fleiſch
oder Eiern gewonnen werden. Auf dieſe Weiſe kann man eine
Familie viel billiger, aber vollwertig ernähren. Wenn man dazu
Milch Tomaten und Gemüſe verwendet und die nötigen Men=
gen
Kartoffeln hinzufügt, dann ſind tatſächlich für geringes Geld
in dem Eſſen alle Nährſtoffe vorhanden, die der Körper braucht.
Ein ſehr wichtiges, in Deutſchland auch ſehr beliebtes Nah=
rungsmittel
iſt das Sauerkraut, das möglichſt mit dem Saft ge=
noſſen
werden ſoll, in dem ſich viel Nährſalze befinden. Das
Sauerkraut geſtattet außerdem eine reichliche Abwechſelung des
Speiſezettels. Vor allem muß man ſich daran gewöhnen, die
teure Stullenernährung beiſeite zu laſſen. Sie iſt zwar in
Deutſchland ſehr ſtark verbreitet nichtsdeſtoweniger aber nicht
rentabel. Als Frühſtück, das die Kinder in die Schule mit=
nehmen
, werden ſich die Stullen wegen ihrer Handlichkeit nicht
entbehren laſſen. Aber zum Abendbrot ſoll man völlig darauf
verzichten. Dafür ſind warme Speiſen, wie Hering und Kartof=
feln
, Kartoffeln und Sauerkohl und ähnliche Zuſammenſtellungen
ſehr zu empfehlen. Auch Suppen, beſonders aus Hafermehl,
Mager= und Weißkäſe, Käſenudeln und Käſeklöße ſind vorzügliche
und ſchmackhafte Nahrungsmittel am Abend. Auf Tee und Kaffee
ſoll man nicht nur aus wirtſchaftlichen Gründen, ſondern auch
aus geſundheitlichen verzichten. Als warme Abendgetränke ſollen
außer Suppen Milch und deutſche Tees in Verbindung mit Milch
auf den Tiſch kommen. Sie ſind billig und nahrhaft und ſchonen
die Nerven und das Herz. Auf dieſe Weiſe laſſen ſich die Aus=
gaben
ganz beträchtlich vermindern, ohne daß dadurch die Ge=
fahr
entſteht, daß die Familie an Unterernährung leiden wird
Man benutze die billigen deutſchen, kräftigenden Nahrungsmittel,
die leider im Kriege nicht vorhanden waren und darum nicht
auf den Speiſezettel geſetzt werden konnten. Schließlich ſei noch
erwähnt, daß auch zahlreiche billige Seefiſche großen Nährgehalt
beſitzen.

Aus dem Gerichtsſaal.

Aw. Das Bezirksſchöffengericht verhandelte am
Donnerstag gegen einen jungen Kaſſeler National=
ſozialiſten
wegen Vergehens gegen das Geſetz
gegen Waffenmißbrauch vom März letzten
Jahres. Zu fünft ſchlugen ſich die jungen Arbeitsloſen durch
die Welt. Ueberall muſizierten ſie in den Parteilokalen und
wurden dafür freigehalten. In einem mitgenommenen Zelt
ſchliefen ſie zuſammen. Im Juli kamen ſie in die Darmſtädter
Gegend. Ein Landsmann von ihnen in Eberſtadt bat ſie, mit
zu einem nationalſozialiſtiſchen Sprechabend nach Eſchollbrücken
zu gehen, um ihm quaſi eine kleine Schutztruppe zu bilden. Es kam
an dieſem Abend zu einer Schlägerei zwiſchen den Parteigegnern,
und bei dem heutigen Angeklagten wurde eine lange Kette ge=
funden
. Es wird ihm zur Laſt gelegt, daß er ſie als Waffe bei
ſich geführt habe. Er beſtreitet das. Er habe ſie gebraucht, um
gegebenenfalls ihre fünf Fahrräder abzuſchließen. Die Fahrräder
hatten ſie in Pfungſtadt abgeſtellt, die Kette hatte er jedoch dies=
mal
nicht verwandt, ſondern in der Taſche mitgetragen. Er be=
hauptet
, er habe ſie in der Eile vergeſſen. Das Gericht kann
ihm jedoch hierin nicht folgen und verurteilt ihn zu drei Mong=
ten
Gefängnis, abzüglich ſechs Wochen Unterſuchungshaft Für
die Hälfte der übrigen Strafe wird ihm eine dreijährige Bewäh=
rungsfriſt
zugebilligt. Nach einigem Zögern, nimmt er die
Strafe an.
Nach ihm erſcheint ein Frankfurter Buchbinder
ein kommuniſtiſcher Parteifunktionär, der als
Redner in zwei Verſammlungen in Gräfenhauſen und Weiter=
ſtadt
zum Widerſtand gegen die Brüningregierung und zur all=
gemeinen
Revolution aufgefordert haben foll. Das Gericht ver=
urteilt
ihn zu drei Monaten Gefängnis.
Zuletzt hat ſich ein Lindenfelſer Einwohner wegen
gefährlicher Körperverletzung zu verantworten. Er
fiel in der Nacht vom 5. Oktober einen jungen Schmied aus
Winkel an und verſetzte ihm einen Stich in den Rücken, ſo daß
dieſer ſich längere Zeit ins Krankenhaus begeben mußte. Der
Angeklagte behauptet zu allem: Ich weiß von nix ich war
bſoffe! Es ſtellt ſich jedoch heraus, daß das gar nicht ſo ſchlimm
war, daß er an jenem Abend noch ganz folgerichtig denken und
handeln konnte. Das Gericht hält ihn er iſt bereits etliche
Male wegen der brutalſten Körperverletzungen vorbeſtraft für
geradezu gemeingefährlich und verurteilt ihn daß er in vier=
zehn
Tagen Hochzich hat, wie er als Milderungsgrund anzu=
geben
verſucht, kann es nicht berückſichtigen zu ſechs Mona=
ten
Gefängnis.
* Die Amſel ſchlägt. Man teilt uns mit: Geſtern früh, gegen
10 Uhr, konnte man in der Frankfurter Straße, auf einer Dach=
gaube
, eine Amſel beobachten, die trotz dem nebligen Wetter ihr
Lied voll ausſchlug. Aus verſchiedenen Fenſtern wurde der Ge=
ſang
freudig begrüßt.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsqultlung beizufügen. Anonhme Anfragen werden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlſchkelt.
Liebig 155 8 93 des EinkStG. wird erſtmalig für die Erſtattun=
gen
für die im Kalenderjahr 1931 endenden Steuerabſchnitte nicht mehr
angewendet. Dieſer Paragraph regelte die Erſtattung wegen Verdienſt=
ausfalls
oder Vorliegens beſonderer wirtſchaftlicher Verhältniſſe. Vom
Arbeitslohn bleiben nach 8 70 EinkStG. für den Arbeitnehmer 120 Mk.
jährlich vom Steuerabzug frei. Nachdem aber 8 98 I. o. weggefallen iſt,
müßten Sie 8 108 Reichsabgabenordnung heranziehen, der eine Erſtat=
tung
aus Billigkeitsgründen vorſieht, wenn nämlich die Ent=
richtung
der Steuer nach Lage der Sache unbillig wäre. Es handelt
ſich hier um eine Erſtattung, die in das pflichtmäßige Ermeſſen der
Finanzbehörden geſtellt iſt. Ein Nechtsmittel iſt nicht gegeben Steuer=
pflichtigen
, deren Jahresgeſamtlohn die Jahresſteuerfreibeträge
nicht überſchritten hat, iſt die Steuer auch ohne Vorliegen eines Ver=
dienſtausfalles
nach § 108 RAbg.O in voller Höhe zu erſtatten. Dieſer
Fall liegt nach Ihrer Darlegung vor. Wir raten, unter ausführlicher
Schilderung Ihrer beſonderen Verhältniſſe ſofort ein Geſuch wegen Er=
ſtattung
an das Finanzamt zu richten und die Steuerkarte dabei vor=
zulegen
.
A. E. Die für die mit dem 1. Januar 1932 beginnende Mietzeit zu
zahlende geſetzliche Miete ermäßigt ſich um 10 Prozent der Friedensmiete
vom 1. Juli 1914. Zur Kündigung liegt kein ſachlicher Grund vor. Da
ein Einverſtändnis über die Ermäßigung des Mietzinſes unter den Ver=
tragsteilen
nicht zuſtande zu kommen ſcheint, ſo hätte das Mieteini=
gungsamt
zu entſcheiden. Dieſes werden Sie wohl angehen müſſen
Dann würde auch die weitere, von Ihnen berührte Frage wohl geprüft
werden.

Aus Heſſen.

Dg. Arheilgen, 15 Jan. Winterhilfe. Im Rahmen der
Winterhilfe wurden dieſer Tage neue Gutſcheine zum Bezug von
verbilligtem Fleiſch an die Wohlfahrtserwerbsloſen ausgegeben.
Die Verbilligung beträgt 30 Pfg. pro Pfund. Die Ausgabe von
Gutſcheinen an die Klein= und Sozialrentner erfolgt am Samstag,
den 16. Januar, vormittags von 1011 Uhr, auf der Bürger=
meiſterei
Arbeitsjubiläum. Herr Philipp Schmitt 14.,
Obere Mühlſtraße, konnte dieſer Tage auf eine 25jährige Tätig=
keit
bei der Firma Merck=Darmſtadt zurückblicken. Arbeiter=
Wohlfahrt. Die Frauen=Abteilung der hieſigen Arbeiter=
Wohlfahrt veranſtaltet am Samstag abend (16. Januar) einen
Kaffee=Abend. Die Nähkurſe finden ab nächſter Woche nur
noch an zwei Tagen in der Woche ſtatt, und Zwar Montags und
Donnerstags.
o. Erzhaufen, 15. Januar. Gemeinderatsbericht. Feſt=
ſetzung
der Holzverſteigerungsbedingungen. Geſteigertes Holz wird in
vier Raten bezahlt, erſte Nate ſofort, 2. Mai, 3. Auguſt, 4. Martini, bei
Barzahlung werden 6 Prozent Skonto, bei halber Anzahlung 3 Prozent
vergüitet. Nach einer Verfügung vom Miniſterium des Innern können
Stundungszinſen nicht erlaſſen werden, dieſe werden auf 5 Prozent feſt=
geſetzt
. Der Obſt=und Gartenbauverein gibt bekannt, daß
am 21. Januar, nachmittags 2,30 Uhr, durch Obſt= und Gartenbau=
inſpektor
Böhme ein Feld=Rundgang ſtattfindet, wozu der Ortsvorſtand
und Intereſſenten eingeladen ſind Antrag der Freiwilligen Feuer=
wehr
. für Anſchaffung, von drei Uniformen wird genehmigt. Für
Schulkinderſpeiſung 1931/32 werden 50 RM. Zuſchuß bewilligt.
Prüfung der Gemeinderechnung wird vorgenommen. Die Einnahmen
betragen über 141 000 RM., die Ausgaben über 139 000 RM.
o. Erzhauſen, 12 Jan. Der Geſangverein Germania
hielt ſeine übliche Jahresverſammlung ab. Die von Herrn Johs. Bender
geleiteten zweiſtündigen Verhandlungen beſtanden in Rechnungsablage,
Vorſtandswahl u. a. Die ſeitherigen Vorſtandsmitglieder wurden mit
einer Ausnahme durch Zuruf wiedergewählt an Stelle eines zurück=
getretenen
Mitgliedes kam Herr Magenreuter. In reger Ausſprache
wurden alle Vereinsfragen, insbeſondere die Veranſtaltungen im neuen
Jahre, zur allgemeinen Zufriedenheit erledigt.
Griesheim, 15. Jan. Preisabſchlag der Metzger.
Die hieſigen Schweinemetzger haben ihre Preiſe in Fleiſch= und
Wurſtwaren um 10 Pfg. pro Pfund geſenkt. Bezirksſpar=
kaſſe
Groß=Gerau. Um einem Bedürfnis der Klein=Sparer,
bei ihrer mündelſicheren öffentlichen Sparkaſſe koſtenlos kleine
Beträge zu irgendwelchen Zwecken, insbeſondere für Zeiten der
Not zurückzulegen, nachzukommen, läßt die Bezirksſparkaſſe Groß=
Gerau dieſe Klein=Sparbeträge gegen Verabreichung von Spar=
marken
etwa wöchentlich bei den betr. Haushaltungen einſammeln.
Griesheim, 15. Jan. Winterhilfe. Frühling der
Liebe im Dienſte der Wohltätigkeit. Am Sonntag findet im Saal
Zum Rebſtock eine Wiederaufführung dieſer von der Geſamtheit
der hieſigen Beſucher ſo überaus günſtig beurteilten Operette zu=
gunſten
der Griesheimer Winterhilfe ſtatt.
Cp. Pfungſtadt, 15. Jan. Wiedereröffnung des Volks=
bades
. Die Badeanſtalt, die in der letzten Zeit wegen Repara=
turarbeiten
geſchloſſen war, iſt jetzt wieder dem Betrieb übergeben
worden. Der Krieger= und Militärverein bittet, darauf hinzu=
weiſen
, daß Waiſen und Halbwaiſen, die in dieſem Jahre konfir=
miert
werden und Konfirmandenbeihilfe beanſpruchen.
ſich beim Vorſitzenden. Peter Seeger 3., melden ſollen Bedingung
iſt, daß der Vater der Kinder bis zu ſeinem Tode Mitglied des
Vereins war. Die Stadtkaſſe gibt bekannt, daß das vierte Ziel
der Gemeinde= Kreis= und Provinzialumlagen einſchließlich der
Sondergebäudeſteuer für das Rechnungsjahr 1931 bei Meidung
der Mahnung bis zum 25. Januar entrichtet werden muß.
Cp. Pfungſtadt, 14. Jan. Frühjahrsgeſellenprü=
fung
. Der Prüfungsausſchuß für die Frühjahrsgeſellenprüfung
weiſt darauf hin, daß Anmeldungen für dieſe Prüfung in der Zeit
bis zum 20. Januar bei dem Vorſitzenden des Ausſchuſſes, Haſſen=
zahl
, zu erfolgen haben. Die bei der Anmeldung zu entrichtende
Prüfungsgebühr beträgt 7 RM. Am heutigen Donnerstag
konnte die Witwe P. Klöppinger 1. in der Seilerſtraße ihren
80. Geburtstag begehen. Die diesjährige Jahreshauptverſamm=
lung
des Turnvereins 1876 E. V. (D.T.) findet am Samstag, den
23. Januar, abends im Vereinslokal ſtatt
Cp. Eſchollbrücken. 14. Jan. Junglandbund Jungbauer
Friedrich Götz von hier wurde auf der am Sonntag in Darmſtadt
abgehaltenen Kreisverſammlung des Junglandbundes des Kreiſes
Darmſtadt anſtelle des ſein Amt zur Verfügung ſtellenden früheren
Vorſitzenden Knöbel von Arheilgen zum erſten Vorſitzenden der
Kreisgruppe Darmſtadt gewählt. Das diesjährige Reit= und Fahr=
turnier
der Kreisgruppe Darmſtadt ſoll in Weiterſtadt abgehalten
werden. Der genaue Termin der Veranſtaltung ſteht noch nicht feſt.

12. Liederkag in Eberſtadf.

F. Zum zwölften Male treten am kommenden Sonntag
die Eberſtädter Geſangvereine dieſes Jahr zum erſten Male mit
dem Kirchenchor im Saale Zum Bergſträßer Hof zu ihrem
örtlichen Liedertag zuſammen. Trotz der Notzeit wollen ſie
ſingen und mit ihrem Geſang der Mitbrüder und Mitſchweſtern
Herz erfreuen. In Notzeit klingt Sang der Sänger doppelt ſchön!
Doppelt ſtark wirkt ihr Sang auf Herz und Gemüt! Das iſt die
Macht des deutſchen Liedes! Aus dem Dunkel des All=
tags
reißt es uns hoch empor und gibt uns Kraft und neue Lebens=
luſt
. Und damit iſt in wenigen Worten die beſondere Miſ=
ſion
des zwölften Liedertages umriſſen.
Was bringt uns nun der zwölfte Liedertag?
Im erſten Teil Volkslieder aus den Liederſchätzen von Sil=
cher
, Mendelsſohn=Bartholdy, Sturm. Ramrath. Werth und Gerns=
heim
, die in Einzelchören der ſieben mitwirkenden Geſangvereine
zum Vortrag kommen werden. Im zweiten Teil Gruppen= und
gemiſchte Chöre, in denen wir Melodien von Heim, Kirchl.
Gerſter, Malden. Erk. Werth und Heymer werden klingen hören.
Das Ganze umrahmt von dazu paſſenden Muſikſtücken unſerer
rühmlichſt bekannten Kapelle Edelweiß.

Nieder=Ramſtadt, 15. Januar. Turnverein 1885 e. V.
Die Generalverſammlung findet am Sonntag, dem 24. Januar, nach=
mittags
, im Gaſthaus Zur Poſt ſtatt. Die Handballabteilung des
Vereins hält am kommenden Sonntag, dem 17. d. M., abends, im
Saale des Gaſthauſes Zum goldenen Anker ihre Jahresfeier
ab. Die 1. Handball=Schüler trägt nach langer Pauſe ein Freund=
ſchaftsſpiel
gegen die 1. Schüler des Polizeiſportvereins Darmſtadt, hier
auf dem Sportplatz Wildnis am kommenden Sonntag nachmittag aus.
Ak. Nieder=Ramſtadt. 15. Jan. Ernteſchädenberück=
ſichtigung
bei der Steuereinziehung. Der Heſſiſche
Finanzminiſter hat angeordnet, daß nunmehr auch die hieſige Ge=
meinde
unter diejenige zu zählen iſt, deren hauptberuflich tätige
Landwirte von Amts wegen Anſpruch auf Erlaß eines Sechſtels der
Grundſteuer vom landwirtſchaftlich genutzten Vermögen haben.
Es iſt dies um ſo erfreulicher, als bisher die hieſige Gemeinde von
dieſer Vergünſtigung ausgenommen war, obſchon die feſtgeſtellten
Ernteſchäden keinesfalls geringer waren, als in ſonſtigen Gemar=
kungen
. Gemeindegetränkeſteuer. Nachdem während
der nunmehr abgelaufenen Offenlegungsfriſt gegen die vom Ge=
meinderat
beſchloſſene Einführung der Getränkeſteuer Einwendun=
gen
nicht erhoben wurden, wird die Steuer am 1. Februar 1. J. in
Kraft treten. Holzverſteigerung. Kommenden Dienstag,
den 19. d. M., vormittags, findet die letzte Holzverſteigerung im
Gemeindewald ſtatt.
G. Ober=Ramſtadt, 15. Jan. Die erſte Holzverſteige=
rung
aus dem Gemeindewald, und zwar den Forſtorten:
Finterhöllenberg und Verſchiedene, findet am Dienstag, den 19.
Januar, vormittags 9 Uhr, im Gaſthaus Zum Löwen ſtatt. Auf
die Bekanntmachung in heutiger Nummer des D. T. wird beſon=
ders
hingewieſen.
(f) Roßdorf, 15. Jan. Ratsſitzung. Ueber die Neube=
ſetzung
der Gemeinderechnerſtelle entſpann ſich eine umfangreiche
Debatte zwiſchen dem Bürgermeiſter und der ſozialdemokratiſchen
Fraktion die teilweiſe ſehr erregt geführt wurde und leider auch
perſönliche Vorwürfe brachte. Nachdem die Debatte geſchloſſen war,
wurde der Antrag der Verwaltung, den zurzeit bei der Gemeinde=
kaſſe
angeſtellten Aſſiſtenten Diehl als Nachfolger des Gemeinde=
rechners
Grünewald zu beſtimmen, bei Stimmenthaltung der
ſozialdemokratiſchen Fraktion angenommen. Durch die Annahme
dieſes Antrages wird zukünftig bei der Gemeindekaſſe eine Stelle
eingeſpart, was als eine anſehnliche Sparmaßnahme ſehr zu be=
grüßen
iſt. Die Frage der Art und Weiſe der Dienſtſicherheit des
neuen Gemeinderechners wurde alsdann einſtimmig geregelt. Phil.
Schrade erhält den gewünſchten Bauplatz in der Jahnſtraße zu den
üblichen Bedingungen zugeſichert. Bei Prüfung der Gemeinderech=
nung
für das Rechnungsjahr 1930 fungierte als Vorſitzender Rat
Löffler. Sie wurde nach Prüfung gutgeheißen und ſchließt ab mit
einem Ueberſchuß von 45 000 Mk. An Ausſtänden hauptſächlich
Mietrückſtänden ſind etwa 1200 Mk. vorhanden; hierüber
wünſcht der Rat die Vorlage eines ſpezifizierten Verzeichniſſes.
Die von der Verwaltung vorgeſchlagenen Zahlungsbedingungen
für die Holzverſteigerungen fanden Annahme.
4n. Groß=Zimmern, 15. Jan Tagung der Bäckerinnung.
Annähernd 50 Mitglieder des Bäckerhandwerks waren erſchienen. Der
Innungsmeiſter Danz (Klein=Zimmern) begrüßte die Erſchienenen und
verbreitete ſich in längeren Ausführungen über die derzeitig ſchlechte
wirtſchaftliche Lage des Bäckerhandwerks, das zu 50 Prozent heute an
die Mehlhändler verſchuldet ſei. Ebenſo intereſſante Ausführungen
machte der Syndikus des Bäckerverbandes, Zweigverband Heſſen, Herr
Dr. Maurer=Darmſtadt. Er ermahnte zur Einigkeit und Solidaritäl,
Neben dieſen Standesfragen wurde lebhaft über die Brotpreisfrage dis=
kutiert
. Ab kommenden Montag treten folgende Brotpreiſe als Nicht=
preiſe
in Kraft: 4 Pfd. Laib gemiſcht Brot, ſeither 90, jetzt 85 Pfg,
4 Pfd. Laib Roggenbrot, ſeither 80 Pfg., jetzt 75 Pfg.
r. Babenhauſen, 15. Januar. In der öffentlichen Ge=
meinderatsſitzung
wird zunächſt eine Verfügung des Kreis=
amtes
Dieburg betr, Vergütung der Bürgermeiſter bekanntgegeben. Da
dieſe in Gemeinden von 3001 bis 5000 Einwohnern in Gruppe 4b ein=
gereiht
werden ſollen, ſo ſind der derzeitige Bürgermeiſter=Stellvertreter
und der zukünftige Bürgermeiſter in Gruppe 4b, Stufe 1, zu beſolden.
Eine Verfügung über eine Senkung der Gehälter der übrigen Gemeinde=
beamten
iſt noch niche gekommen. In einem Schreiben des Heſſ.
Miniſteriums wird den Gemeinden empfohlen, in den Gemeindewal=
dungen
, ebenſo wie dies in den Staatswaldungen geſchieht, von zu
verläſſigen Unbemittelten Selbſtwerbung von Brennholz vornehmen zu
laſſen. Der Gemeinderat iſt damit einverſtanden Die von der Finanz
kommiſſion vorgeſchlagenen Mietſätze für die Wohnungen in den Ge=
meindehäuſern
werden angenommen. Sie gelten ab 1. Januar 199
und ſind als Friedensmiete anzuſehen. Die Schlachtgebühren für das

Danfce De Drcien De iehe ie eie en ere ie
Lämmer 020 RM. Die Beſchaugebühren bleiben unverändert.
Cr. Altheim, 15. Jan. Einbrecher ſtatteten einer hieſigen Fo
milie einen Beſuch ab und entwendeten das eingeſalzene Fleiſch eine
friſch geſchlachteten Schweins, ſowie Brot. Außerdem ließen ſie ein Mo=
torrad
und ein Fahrrad, Zigaretten u. a. mitgehen. Die Diebe müſſen
mit den Räumlichkeiten vertaut geweſen ſein, und die Gendarmerie nahn
den Tatbeſtand auf. Gleichzeitig wurde in den Räumlichkeiten der
Bürgermeiſterei eingebrochen, doch fanden die Diebe dort kein Geld
Ct. Groß=Umſtadt, 15 Jan. Reit= und Fahrverein des
vorderen Odenwalds. Am Sonntag, 17. d. M., hält der Neit=
und Fahrverein des vorderen Odenwaldes ſeine Jahreshauptverſamm=
lung
zu Groß=Umſtadt. Nach den üblichen Punkten der Tagesordnung
und des geſchäftlichen Teiles dürften wohl die verſchiedenen Filme, die
der Verein anläßlich dieſer Veranſtaltung nachmittags 2 Uhr im großen
Saale des Gaſthauſes. Zum weißen Roß laufen läßt, ganz beſonderen
Intereſſe begegnen. Nach einem Film, der die Unfallverhütungsvor
ſchriften ins Bild umſetzt, liefert der Film Wohlauf, Kameraden, aufs
Pferd, aufs Pferd, einen Beitrag zur Geſchichte der ländlichen Reiter=
vereine
. Zum Schluß läuft noch, ſoweit es die Zeit erlaubt, ein Fahr=
lehrfilm
Das Fahren, Fahrvorſchrift und Verkehrsbeſtimmungen. In
Anbetracht der Wichtigkeit und der ſich jetzt hier bietenden Gelegenheit
dürfte beim Beſuche kein Landwirt hieſiger Gegend fehlen. Der Filn
iſt für jedermann, auch Nichtmitglieder, zugängig. Der Eintritt beträgt
40 Pfg. Die eigentliche Generalverſammlung findet anſchließend im
Gaſthaus Zur Brücke ſtatt.
Erbach=Michelſtadt, 15. Januar. Am Sonntag, dem 17. Januar,
nachmittags 4 Uhr veranſtaltet das Heſſiſche Landestheater im Anker
zu Stockheim ein Konzert, bei dem die erſten Soliſten Arien und
Enſembles aus Werken von Mozart, Verdi, Wagner, Gounod. Lortzing
Nicolai und Flotow ſingen werden. Die Begleitung am Flügel he
Kapellmeiſter Bohne übernommen. Da die Konzerte, die mit ähnlichen
Programm in den letzten Wochen in Bensheim, Heppenheim, Groß=
Gerau, Weinheim und Dieburg veranſtaltet wurden überall ſtarte
Beſuch und lebhaften Beifall fanden, darf damit gerechnet werden,
das Landestheater mit dieſer Veranſtaltung zu ſeinen bisherigen treueſt
Freunden viele neue Anbänger gewinnt.

..- die Marke, zu der die
ganze Welt Vertrauen hat.

prurscH-AMERIKANISCHE

PETROLEUM-GESELLSCHAFT

A
SPARE DURCH: STANDARB

BENZIN
Horok oll

[ ][  ][ ]

Samstag, 16. Januar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 16 Seite 7

Nachrichten des Skandesamis Darmſtadk.
Geſtorbene. Am 7. Januar: Hochſtein, Karl Heinz. 2 Monate,
Yarkhausſtraße 6. Am 8. Januar: Klimſer, Sophie, Blumenbin=
dierin
, 49 J., ledig, Nieder=Ramſtädter Straße 75. Am 29. Dezem=
ber
: Riedel, Wilhelm Karl, Lehrling, 14 J., Barkhausſtraße 17.
Amm 7. Januar Horn. Katharina, geb Karl, 86 J. Witwe des
Arrivatmanns Alexanderſtraße 15. Am 8. Januar: Gunkel, Johann
Feinrich, Stadtoberſekretär, 63 J.. Rhönring 33. Roth, Friedrich,
Ekudienrat, 41 J. Gabelsbergerſtraße 29, hier, Grafenſtraße 9.
An 9. Januar: Häcker. Marie Roſine Karoline, geb. Ober, 63 J.,
ESefrau des Buchdruckereibeſitzers, Kahlertſtraße 41. Braun. Pau=
üime
Wilhelmine, geb. Klemmſtein, 61 J. Ehefrau des Hilfsarbei=
ers
Weiterſtadt, hier, Grafenſtraße 9. Hupfer, Anna, geb. Blau,
J., Witwe des Rentners, Heidelberger Straße 98. Bergmann,
Arilhelm Otto Friedrich Robert, Kaufmann, 66 J., Wilhelminen=
traße
19. Krämer. Peter, Metzgermeiſter, 75 J., Karlsſtraße 53.
Am 10. Januar: Weſp. Anna Margarete, geb. Kraus. 68 J., Witwe
s Bürogehilfen, Heinheimerſtraße 4. Am 11. Januar: Müller,
5rhannes, Streckenwärter, 57 J., Brensbach. hier Landgr.= Georgs=
raße
100. Schmidt, Karl Friedrich Wilhelm. Buchhalter, 34 J.,
öuffmannſtraße 5½ Giebfried, Marie, 40 J.. ledig, in Oppen=
iam
a. Rh., hier, Landgraf=Georgs=Straße 100. Am 12. Januar:
Körner, Wilhelmine Philippine Chriſtine, geb. Dörner, 68, J.,
dinrichsſtraße 148. Schönbroich, Joſephine, geb. Martz, 75 J.,
lätwe des Steindruckers, Ballonplatz 10. Schultze, Karl Emil
Ialbert. Kammermuſiker i R., 75 J., Jahnſtraße 29. Am 13. Ja=
ſtiar
: Neu, Max, Kaufmann. 61 J., Karlsſtr. 66. Am 12. Januar:
leber. Waltraud Anna Katharina 2 J.. Riegerplatz 8. Korn=
nenn
, Heinrich Auguſt, 5 J., Taunusſtraße 1. Am 13. Januar:
yer, Marie Helene Franziska, 82 J., ohne Beruf, ledig. Grüner
1Eg 12. Bienhaus, Katharina geb. Schäfer, 63 J., Obergaſſe 44.
In 14. Januar: Engel, Wilhelmine, geb. Repp. 80 J., Witwe des
erförſters, Hochſtraße 59. Am 13. Januar: Hubach, Margarete
tharine, geb. Jayme, 60 J., Ehefrau des Gärtners, Bachgang 7.
Sllg, Georg Heinrich, Schweinehändler, 22 J.. ledig, Pfungſtadt,
ſir Grafenſtraße 9. Am 14. Januar: Drohmann Thekla. Schü=
eiin
, 11 J.. Heinheimerſtraße 55. Creter, Willi, 24 Tage Ballon=
llntz
4. Borſchener, Sophie geb. Schmidt 70 J.. Witwe des
ltteilungspräſidenten. Geh. Oberfinanzrat, Prinz=Chriſtiansweg 8.
Tmer, Wilhelm Martin, Schneidermeiſter, 67 Jahre, Luiſen=
uße
6. Reinhart. Marie, Privatin, ledig, 65 J.. Große Bach=
aſſe
. Drohmann, Valentin, Erheber, 38 J., Heinheimerſtraße 55.
n 15. Januar: Leſchhorn, Anna Charlotte Liſette, geb. Schwartz
Scönig. Johannes Schuhmacher, 85 J., Tannenſtraße 38. Rieber,
zuſ ſanne, 23 J., ledig, Pfungſtadt, hier Grafenſtr. 9.

Kirchliche Nachrichken.

Epangeliſche Gemeinden.
Samstag (16. Januar).
Stadikirche. Abends 8,30 Uhr: Andacht.
Sonntag (17. Januar): 2. nach Epiphanias.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
fgerer F. Müller. Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß. Abends 8 Uhr:
ſerſtſcher Abend, veranſtaltet vom Evangeliſchen Bund. Vortrag des Herrn Studien=
wwieſſors
Dr. Hoefeler aus Nürnberg über: Der evangeliſche Glaube und die beutſche
vt (Kirchenchor der Johannesgemeinde.) Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 bis
ünr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang Nordtüre.
AStadtkapelle. Vorm. 8,30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Vogel. Vorm. 10 Uhr:
ſustgottesdienſt. Pfarrer Heß. Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer F. Müller
cechloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Ymtshandlungen an Auswärtigen. Pfarrer, F. Müller, Kissſtr. 60, Tel. 1438.

Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Sonntag, 17. Jan., abds. 8 Uhr: Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde (gemeinſamer Abend). Montag, 18. Jan., abds. 8 Uhr: Jugend=
bund
der Lukasgemeinde. Dienstag, 19. Jan., abds. 8 Uhr: Kirchengeſangverein der
Stadtkirche. Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. Mädchenvereinigung der
Reformationsgemeinde (jüngere Abtlg.). Mittwoch, 20. Jan., nachm. 4 Uhr: Jung=
ſchar
der Stadtgemeinde. Abds. 6 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer F. Müller. Abds. 8 Uhr:
Kirchengeſangverein der Stadtkapelle und Schloßkirche. Jugendbund der Markus=
gemeinde
. Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere Abtlg.). Donners=
tag
, 21. Jan., abds. 8 Uhr: Jugendbünde der Lukas=, Markus= und Schloßgemeinde.
Freitag, 22. Jan., abds. 8 Uhr: Mütterabend der Stadtgemeinde. Jugendbund der
Kaplaneigemeinde.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 19. Jan., abds. 8 Uhr: Mädchenvereinigung
der Schloßgemeinde. Mittwoch, 20. und Samstag, 23. Jan., nachm. 24 Uhr:
Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde. Donnerstag, 21. Jan., abds. 8 Uhr: Jugend=
vereinigung
der Stadtgemeinde. Samstag, 23. Jan., abds. 8 Uhr: Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger, Str. 21. Tel. 2883.
Ev. Wohlfahrtodienſt, Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Vorderh., 1 Tr., Sprechſtunden
vorm. v. 1012 Uhr u. nachm. (außer Samstags) v. 56 Uhr. Tel. 4584.
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Beringer. Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt. Landeskirchenrat D. Waitz. Abds.
6 Uhr: Kirchenmuſikaliſche Abendfeier mit Anſprache, Landeskirchenrat D. Waitz
Mittwoch, 20 Jan abds 8 Uhr: Bibelſtunde im Martinsſtift Abds. 8 Uhr: Bibelſtunde
im Gemeindehaus. Matth. 24, V. 4551.
Martinsgemeinde. (Veranſtaltungen.) Dienstag, 19. Jan., abds. 8 Uhr: im
Martinsſtift: Kirchenchor; im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. Mittwoch
20. Jan., nachm. 2 Uhr, im Gemeindehaus: Handarbeits= und Strickſchule. Donners=
tag
, 21. Jan., abds. 8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im Gemeinde=
haus
: Mädchenvereinigung (Weſt); Mauerſtr. 5: Poſaunenchor. Freitag, 22. Jan.,
abds. 8 Uhr, im Martinsſtift: Mütterabend (Oſt); im Gemeindehaus: Mütterabend
(Weſt); Jugendvereinigung (ält. Abtlg.). Samstag, 23. Jan., nachm. 2 Uhr, im Ge=
meindehaus
: Handarbeits= und Strickſchule.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe. Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesbienſt. Veranſtaltungen: Montag, 18. Jan., abds. 8 Uhr: Kirchen=
chor
und Mütterabend. Mittwoch, 20. Jan., abds. 8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeinde=
haus
. Pfarrer Goethe.
Panl=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. Pfarraſſiſtent Junker. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Funker. Veranſtaltungen: Dienstag, 19. Jan., abds. 8 Uhr: Bibelſtunde. Donners=
tag
, 21. Jan., abds. 8 Uhr: Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Weiß. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt für beide Bezirke. Pfarrer Weiß. Abds.
6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Irle. Veranſtaltungen: Sonntag, 17. Jan.,
nachm. 5 Uhr: Guſtav=Adolf=Lichtbildſtunde für Kinder. Abds. 8,15 Uhr: Jugendver=
einigung
. Montag, 18. Jan., abds. 8,15 Uhr: Mädchenvereinigung. Dienstag,
19. Jan., abds. 8 Uhr: Hauptverſammlung der Sterbekaſſe. Abds. 8,30 Uhr: Hauptver=
ſammlung
der Männervereinigung. Mittwoch, 20. Jan., abds. 8 Uhr: Bibelſtunde im
Gemeindehaus über Jeſaias, Pfarrer Weiß. Abds. 8,15 Uhr: Bibelſtunde im Saal der
neuen Trainkaſerne über: Lebensbilder aus den Propheten. Pfarrer Irle. Donners=
tag
, 21. Jan., abds. 8 Uhr: Poſaunenchor. Abds. 8,15 Uhr: Mädchenvereinigung.
Freitag, 22. Jan., abds. 8 Uhr: Mädchenchor. Abds. 8,15 Uhr: Kirchenchor. Samstag
Samstag, 23. Jan., abds. 7,30 Uhr: Eingekreis.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer A. Müller. Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer A. Müller. Veranſtaltungen: Sonntag, 17. Jan.,
abds. 8 Uhr: Jugendvereinigung. Montag, 18. Jan., abds. 8 Uhr: Frauenvereins=
Teeabend. (Vortrag von Dr. Leonhard Kraft: Die Schweden am Rhein). Dienstag,
19. Jan., abds. 8 Uhr: Kirchenchor. Mittwoch, 20. Jan., abds. 8 Uhr: Bibelſtunde.
Pfarrer A. Müller. Donnerstag, 21. Jan., abds. 8 Uhr: Mütterabend.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck. Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Ev. Sonntagsverein: Nachm. 4 bis 7 Uhr: Vereinsſtunden.
Donnerstag, 21. Jan., abds. 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24), Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt. Nachm. 3,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann. Montag,
nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde,
Abbs. 8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunbe. Prediger Anders. Mittwoch, abds. 8,30 Uhr:
Gemiſchter Chor. Donnerstag, abds. 8,30 Uhr: Aufflärungsvortrag über Die Neu=
apoſtoliſche
Gemeinde von Herrn Bringmann. Freitag, abds. 8,30 Uhr: Bibelſtunde
in der Kinderſchule, Beſſunger Str. 80. Herr Bringmann. Samstag, abds. 8,15 Uhr:
Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24), Sonntag, nachm. 2,30 Uhr: Bibelbeſprech=
ſtunde
für junge Männer. Nachm. 4,45 Uhr: Tibelbeſprechſtunde für junge Mädchen.
Abds. 7,30 Uhr: F.=K.=Stunde für junge Männer. 8 Uhr: Rüſtſtunde für Freundeskreis
d. j. Mädchen. Spielabend für die andern jungen Mädchen. 8,30 Uhr: Meiſterſchafts=
ſpiele
für junge Männer. Dienstag, abds. 8,30 Uhr: Freundeskreis für junge Mädchen.
Thema: Was lieblich iſt und wohllautet Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund für
Knaben und Mädchen. Abds. 8,30 Uhr: Freundeskreis für junge Männer: Ausſprache=
abend
. Donnerstag, abds. 8Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer. Samstag,
nachm. 4 Uhr: Kinderbund für Knaben."

Ehriſtlicher Berein junger Männer e. B. (Aleranderſtr. 22, Infanteriekaſerne Hof
links). Sonntag, 17. Jan., abds. 8 Uhr: Lichtbildervortrag: J. H. Peſtalozzi, ſein Leben
und Wirken. Dienstag, abds. 8 Uhr: Jungvolkſtunde. Das Jungvolk (1417jährige‟)
iſt außerdem Sonntagnachmittag von 46 Uhr im Heim, und Freitagabend beim Turnen
in der Ludwigs=Oberrealſchule. Mittwoch, abds. 8,30 Uhr: Bibelſtunde der Haupt=
abteilung
. Donnerstag: Heimabend. Nachm. 5 Uhr: Bäckerverſammlung mit Licht=
bildervortrag
von Herrn Stadtmiſſionsinſpektor Bringmann: Brot und Brotkorn in
ſeinem Werden bis zur Gegenwart. Freitag, abds. 8 Uhr: Turnen in der Ludwigs=
Oberrealſchule. Jungſchar (Jungen bis zu 14 Jahren): Mittwoch, nachm. 4,30 bis
6 Uhr: Singen, Spielen, Geſchichte und Andacht. Dienstag, nachm. 56 Uhr: Zu=
ſammenkunft
der 1214jährigen. Freitag, nachm. 6 bis 7 Uhr: Turnen in der Lud=
wigs
=Oberrealſchule.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt, Alexanderſtr. 22. Samstag,
16. Jan., nachm. 4 Uhr: Singen im Hein. 5 Chr: Pflichtverſammlung. Montag,
18. Jan., abds. 8 Uhr: Greiz=Film im Feſtſaal der Eliſabethenſchule, Riedeſelſtr. 15.
Am Sonntag, 24. Jan.: Fahrt in den Odenwald. Einzelheiten werden noch bekanntgegeb.
Deutſcher Bund der MRädchen=Bibelkreiſe, Stiftsſtr. 9. Samstag, 16. Jan., nachm.
56 Uhr: Kreis III (Schül. 1214 J.). Montag, 18. Jan., abds. 8 Uhr: Kreis II
(Schül. 1416 J.). Dienstag, 19. Jan., abds. 8 Uhr: Arbeitsgemeinſchaft (Kr. I).
Donnerstag, 21. Jan., abds. 8 Uhr: Bibelbeſprechung (Kr. I).

Möttlinger Freundeskreis. Montag, 18. Jan., abbs. 8 Uhr: im Feierabenb, Stift=
ſtraße
51: Bibelſtunde.
Die Chriſtengemeinſchaft. Raum Alexanberſtr. 22. Sonntag, 17. Jan., 10 Uhr:
Menſchenweihehandlung m. Predigt. Mittwoch, 7,45 Uhr: Menſchenweihehandlung.
8,30 Uhr: Leſen aus neuen Überſetzungen der Paulusbriefe. Donnerstag, 21. Jan.,
10,30 Uhr: Menſchenweihehandlung. (Städt. Akademie f. Tonkunſt, Eliſabethenſtr.):
Freitag, 22. Jan., 8,15 Uhr: Offentlicher Vortrag Heinr. Ogilvie=Amſterdam. Sams=
tag
, 23. Jan., 8,15 Uhr: bffentlicher Gemeindeabend. Sonnatg, 24. Jan., 10 Uhr;
Menſchenweihehandlung; 11 20 Uhr: Kinderſonntagshandlung.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Predigt, 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Abnds 8 Uhr: Predigt. Montag, abds. 8,15 Uhr: Jugendverein im
Saal, (Lichtbildervortrag). Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenmiſſionsverein. abds.
8,15 Uhr: Singſtunde. Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Katechetiſcher Unterricht. Donners=
tag
, abds. 8,15 Uhr: Bibelſtunde.
Methodiſtengemeinde (Evgl. Freikirche), Wendelſtradtſt. 38. Sonntag, 17. Jan.,
vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abds. 8 Uhr: Predigtgottesdienſt. Thema: Aufgegrab.
Waſſerbrunnen Prediger E. Bültge. Mittwoch, 20. Jan., abds. 8 Uhr: Bibel= und
Gebetsſtunde. Prediger E. Bültge. Freitag, 22. Jan., abds. 8 Uhr: Frauen=Miſſ.=Ver.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Sonntag, 17. Jan.,
vorm 10.. Uhr: Gottesdienſt Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abds. 8,15 Uhr: Predigt.
Mittwoch, 20. Jan., abds. 8,15 Uhr: Bibelſtunde. Freitag, 22. Jan., 8,30 Uhr: Ge=
betsſtunde
.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtr. 40). Sonntag, 17. Jan., vorm.
9,30 Uhr: Andacht. Prediger Kruſt. Vorm. 11,15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 4 Uhr:
Evangeliumsverkündigung. Abds. 8 Uhr: Jugendbundſtunde. Dienstag, abds, 8,15 Uhr:
Bibelſtunde.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Sonntag, 20 Uhr öffentl. Vortrag: Urſache
und Bedeutung der Gottloſenbewegung. (Edenweger); Dienstag, 20 Uhr, Gaſt=
vortrag
(ſ. Anzeige); Mittwoch, 20 Uhr, Bibelſtunde. 14.30 Uhr, Religions= und
Erſatzunterricht. Freitag, 20 Uhr, Gebetsſtunde. Samstag, 8.30 Uhr, Lehr.=
Verſammlung. 9.30 Uhr, Sab.=Schule, 10.30 Uhr, Predigt. 15 Uhr, Jugendſtunde.
20 Uhr, Singſtunde,
Ehriſtl. wiſſenſchaftl. Vereinigung (Christian Science Society) in Darmſtadt,
Aula der Landesbauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr
und jeden Mittwoch, abds. 8,15 Uhr: Thema am 17. Jan., Leben; Predigt: Pſ. 36:10.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Kirche zu Roßdorf. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt, vorm.
11 Uhr: Chriſtenlehre, nachm. 1,30 Uhr: Jungſchar Buben, nachm. 3 Uhr: Mitglieder=
verſammlung
des Evangl. Bundes. Montag: Frauenverein. Dienstag, nachm 5 Uhr:
Jungſchar Mädchen, ält. Gruppe, abds. 8,30 Uhr: Kirchengeſangverein. Mittwoch,
nachm. 3 Uhr: Jungſchar Mädchen, jüng. Gruppe. Abends 8,30 Uhr: Jugendbund
Wartburg. Donnerstag: Poſaunenchor. Freitag, abds. 8,30 Uhr: Jungmädchenver.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, 17. Jan., 10 Uhr: Gottesdienſt, 11 Uhr:
Kindergottesdienſt der Gr. Montag: Jungvolk. Mittwoch: Mädchengruppe.
Donnerstag: Frauenabend.
Evangeliſche Kirche zu Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 17. Jan., vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Dienstag: Jugendvereinigung. Mittwoch: Kirchenchor.
Donnerstag: Frauenverein. Freitag: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Kirche zu Ober=Ramſtadt. Sonntag, 17. Jan., 10 Uhr: Gottesdienſt.
Montag, 6 Uhr: Bubenjungſchar, 8,30 Uhr: Jugendverein. Dienstag, 67 Uhr:
Bücherausgabe, 8,30 Uhr: Bibelſtunde. Mittwoch: 5 Uhr: Mädchenjungſchar, 8,30
Uhr: Kirchenchor. Donnerstag, 6 Uhr: Bubenjungſchar. 8,30 Uhr: Mütterabend.
Poſaunenchor im Schulſaal. Helferinnen im Pfarrhaus. Freitag: Mädchen=
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Der Heſſiſche Landbund hat ſich für politiſch neutral erklärt. Damit fehlt
der Sammelpunkt für die Vertretung der Sache des Landvolfs in den poli=
tiſchen
Körperſchaften. Mehr denn ſe braucht heute unſer Landvolk neben ſeiner
wirtſchaftlichen und berufsſtändiſchen Organiſation eine Vertretung in Politik
und Parlament.
Die ſogenannfen Weltanſchauungspartelen haben unſer Landvolk in
der Vergangenheit im Stiche gelaſſen und das wird auch in Zukunft nicht
anders werden. Aerger denn je iſt der Bauer vom Sozialismus aller Richtungen
bedroht. Die Kriſis in Wirtſchaft und Politik drängt auf nahe Entſcheidung.
Es git, die Grundlagen des Bauerntums zu retten:
Freie Scholle, freies Eigentum, ſelbſiverantwortlicheWirtſchattsführung.
(s gilt im Landvolk Born und Jungquell der Nation zu erhalten. Dieſe Ziele
ſind nur zu erreſchen, wenn ſich das Landvolk zuſammenſchließt in einer unab=
hängigen
, ſelbſtändigen, politiſchen Organiſation auf berufsſtändiſcher, chriſt=
licher
, natſonaler, konſervativer Grundlage.
Die Politik iſt das Schickſal. Die berufsſtändiſche Solidarität iſt die
Loſung der Zukunft. Bauern, auch in der Politik gilt der Mahnruf: Haltet
Euer Schickſal ſelbſt in der Hand, Tretet ein in die
Heſſiſche Landvolkpartei!
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[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 16

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 16. Januar 1932

Heich and Ausland.
Drei Schwerverletzte durch eine Säureexploſion.
Frankfurt. In einer Zinkätzerei in der
Heddernheimer Landſtraße 150 ereignete ſich um
Freitag nachmittag ein ſchweres Unglück. Der
Inhaber der Werkſtätte. Dies, war mit ſeinem
Sohn und einem Arbeiter damit beſchäftigt, eine
Rohrſchlange zu verzinken. Die Rohrſchlange
wurde zunächſt in Salzſäure gebadet. Offenbar
war das Rohr nicht dicht, ſo daß Teile der Säure
eindringen konnten. Als nun das Rohr in das
Zink getaucht wurde, kam es zu einer Exploſion.
Das herausfpritzende flüſſige Zink ſetzte die
Kleider der drei Leute in Brand. Die Verun=
glückten
liefen brennend aus dem Raum, wo
ihnen dann die Kleider vom Leibe geriſſen wur=
den
. Mit ſchweren Brandwunden am ganzen
Körper wurden der Sohn des Werkſtättenin=
habers
und der Arbeiter in ein Krankenhaus
gebracht, während der Beſitzer ſelbſt in ſeine
Wohnung überführt werden konnte.
Schweres Bootsunglück auf dem Rhein.
Weſel. Ein Schleppzug ſtieß vorgeſtern bei
der Ueberholung eines anderen Schleppzuges in=
folge
des ſtarken Wellenſchlages gegen einen
Brückenpfeiler und wurde dabei erheblich beſchä=
digt
. Der Schiffsführer wurde von dem zurück=
ſchlagenden
Ruder in das Waſſer geworfen und
ertrank. Der Schleppkahn ſank nach 20 Minuten.
Die Frau des ertrunkenen Schiffers und ſeine
ſechs kleinen Kinder konnten gerettet werden.
Grubenunglück in Hindenburg.
Breslau. Das Oberbergamt Breslau teilt
mit: Auf dem Steinkohlenbergwerk Königin
Luiſe=Oſtfeld in Hindenburg fanden vergangene
Nacht durch Brandſchwaden zwei Bergleute den
Tod. Sieben weitere ſind verletzt worden. Die
Letzteren befinden ſich anſcheinend nicht mehr in
Lebensgefahr. Der Unfall ereignete ſich im
Schuckmannflöz. Dort geriet auf bisher unge=
klärte
Weiſe ein Klotzdamm in Brand. Ein
Steiger mit acht Mann verſuchte ohne Gasſchutz=
geräte
den Brand mit Handfeuerlöſchern zu be=
kämpfen
, wurde aber mit den Leuten durch zu=
rückgedrückte
Brandgaſe betäubt. Die ſieben Per=
ſonen
wurden durch andere Kameraden ſofort
herausgeholt. Die beiden Leichen konnten erſt
nach zwei Stunden durch Rettungsmannſchaften
mit Gasſchußgerät tot geborgen werden. Es be=
ſteht
keine weitere Gefahr mehr.
Die Bergungsarbeiten auf der Karſten=
Zentrumsgrube.
Beuthen. Die Rettungsarbeiten auf der
Karſten=Zentrumsgrube werden mit größter
Energie fortgeſetzt. Man iſt jetzt dabei, nach
insgeſamt etwa 50 Meter aufgefahrener Ber=
gungsſtrecke
wieder einen neuen Durchſchlag zu
erzielen. Größte Vorſicht iſt dabei geboten, um
nicht das Gebirge übermäßig zu ſchwächen.
Sollte der Bruch nach einigen Metern Durch=
ſchlag
zu Ende ſein, ſo beſteht die Hoffnung, am
Abend einen Teil der eingeſchloſſenen Berg=
leute
zu erreichen.
18 000 Modelle verbrannt.
Bautzen. Am Freitag früh brach im Modell=
ſchuppen
der Waggonfabrik von Lincke=Hoffmann=
Buſch Feuer aus. Die großen Beſtände an höl=
zernen
Modellen ſtanden in kurzer Zeit in hellen
Flammen. Dem Feuer fiel der geſamte Schup=
pen
mit etwa 18 000 Modellen zum Opfer. Der
Schaden iſt bedeutend. Der Vernichtung fielen
auch viele Modelle von fremden Firmen anheim.
Man vermutet Brandſtiftung.
Drei Menſchen vom Schnellzug überfahren
und getötet.
Amſterdam. Ein ſchweres Unglück, dem
drei junge Menſchen zum Opfer fielen, ereignete
ſich am Donnerstag abend auf der Eiſenbahn=
brücke
über die alte Maas zwiſchen Dordrecht
und Zwiindrecht. Vier Landmeſſer, die ſich auf
dem Heimwege vom Dienſt befanden, benutzten
dazu den Bahnkörper, anſtatt ſich mit einer
Fähre überſetzen zu laſſen. Als ſie etwa in der
Mitte der Brücke angelangt waren, kam ihnen
ein Zug aus Richtung Dordrecht entgegen. Sie
gingen auf das andere Gleis, ohne zu bemerken,
daß aus der entgegengeſetzten Richtung ein
Schnellzug heranbrauſte. Nur einer der vier
Männer konnte ſich im letzten Augenblick durch
Beiſeiteſpringen in Sicherheit bringen. Seine
drei Begleiter wurden überfahren und getötet.
Der Führer des Schnellzuges hat von dem Un=
glück
nichts bemerkt. Er fühlte wohl eine Er=
ſchütterung
, legte ihr aber keine Bedeutung bei.
Zum hunderkjährigen Beſtehen
des Guſtav=Adolf=Bereins.

Profeſſor Dr. Franz Rendtorff=Leipzig,
der langjährige Vorſitzende des Guſtav=Adolf=
Vereins, deſſen hundertjähriges Beſtehen in einer
Gedenkſtunde am 16. Januar in der St. Mat=
thäikirche
zu Leipzig gefeiert wird. Der Verein
war im Jahre 1832 anläßlich der 200. Wieder=
kehr
des Todestages Guſtav Adolfs gegründet
worden und ſtellt eine der wichtigſten evange=
liſchen
Organiſationen Deutſchlands dar.

Das große Themſewehr in Teddington bei London, das infolge des Hochwaſſers geöffnet werden mußte.
Infolge der anhaltenden Regenfälle, die in den letzten Tagen über England niedergingen, führt
die ſonſt ſo ruhige Themſe zurzeit eine reißende Strömung. Da der Waſſerſpiegel bereits einen
Meter über den normalen Stand geſtiegen war, mußte das Schutzwehr in Teddington im Süd=
weſten
Londons zur Regulierung des Fluſſes geöffnet werden.

Der älkeſte deutſche Kriegsfreiwillige
des Weltkrieges .
Düſſeldorf. Im 89. Lebensjahr ſtarb auf
der ſogenannten Burg in Wevelinghoven der
Rentner Guſtav Kottmann, der als der älteſte
deutſche Kriegsfreiwillige in den Krieg gezogen
iſt. Vater Kottmann gab kurz vor dem Kriege
ſeine Geſchäfte als Teilhaber einer Lebensmittel=
fabrik
in Grevenbroich auf, um ſich als Rentner
in ſeinem Geburtsort Wevelinghoven anzuſie=
deln
. Als der Krieg ausbrach, ſtellte ſich der
Altveteran Kottmann, der die Feldzüge 1866 und
1870/71 mitgemacht hatte, trotz ſeiner 71 Jahre
wieder zur Verfügung.
Der Krieg ſtellte manche Zivilverhältniſſe auf
den Kopf. So war es auch bei dem Altvete=
ran
Kottmann, der ſich gern in eine Kompagnie
bes Landwehr=Infanterie=Regimentes Nr. 39
einſtellen ließ, die ſein Sohn als Leutnant führte.
Seinem glühenden Wunſche, dem Vaterlande zu
dienen, machte es nichts aus, daß er jetzt unter
dem Kommando ſeines Sohnes ſtand.
Vater Kottmann hatte damals ſchon den
Wunſch, an die Front zu kommen, und bereits
in ſeinen erſten Kriegstagen kam denn auch ſein
Regiment reichlich in dicke Luft. Nach der Ein=
nahme
von Antwerpen, Vater Kottmann hatte
an den Kämpfen um die Einnahme der Stadt
teilgenommen, wurde ihm bereits durch General=
feldmarſchall
von der Goltz das Eiſerne Kreuz
überreicht. Von dieſem Zeitpunkt an wurde ſein
Name weit bekannt, zumal die Feſtſtellungen er=
gaben
, daß er der älteſte Kriegsfreiwillige des
deutſchen Heeres war. Zwei Jahre lang hat der
alte Korporal die Laſten des Frontdienſtes ge=
tragen
. Als der Stellungskrieg kam, wurde er
aus dem Heeresdienſt entlaſſen. Die Strapazen
des Krieges waren an dem betagten Kämpfer
nicht ſpurlos vorübergeangen. In ſtiller Zurück=
gezogenheit
verbrachte er da ihn der unglück=
liche
Ausgang des Krieges beſonders hart be=
drückte
die letzten Jahre auf ſeinem Ruheſitz
in Wevelinghoven. Auch an militäriſchen Gedenk=
feiern
nahm der alte Veteran, den man überall
ſchätzte, in den letzten Jahren nur ganz ſelten
teil.

Unſicherheik auf den Landſtraßen.
Koblenz. Aus einer ganzen Reihe von
Ortſchaften des Mittelrheingebietes kommen
Meldungen über die von Tag zu Tag zu=
nehmende
Unſicherheit auf den Landſtraßen.
Aus Engers wird gemeldet, daß im Laufe der
Nacht ein Fuhrmann aus Neuwied in der Nähe
von Bendorf plötzlich von zwei Perſonen ange=
halten
wurde, die die Herausgabe des Geldes
forderten. Dann durchſuchten ſie die Taſchen des
Fuhrmanns und ließen ihn erſt, als ſie kein
Geld fanden, unter Drohungen weiter fahren.
Im Brohtal wurde ein Radfahrer von Wege=
lagerern
überfallen und ſeiner geſamten Bar=
ſchaft
beraubt, mit der die Räuber im Wald ver=
ſchwanden
.
Ein junger Mann, der auf einer Mühle in
der Nähe von Ochtendung beſchäftigt iſt, wurde
in der Nähe des Ortes überfallen und ſeines
Geldes beraubt.
Beiſetzung der Königin von Griechenland
in Florenz.
Rom. Die verſtorbene Königin von Griechen=
land
wird in der ruſſ. Kirche in Florenz neben dem
Grabe des Königs Konſtantin von Griechenland
beigeſetzt werden. Die Leiche ſoll am Sonntag
in Florenz eintreffen. Die Beſtattung iſt für
Dienstag angeſetzt. Die Königin hatte in den
letzten Jahren ihren Wohnſitz in Florenz, wo die
Nachricht von ihrem Ableben viel Teilnahme
und Beileid hervorgerufen hat.
Flecktyphus in Polen.
Warſchau. Im Wilnaer Land iſt neuer=
dings
eine Flecktyphusepidemie ausgebrochen.
In den Kreiſen Molodetſchno und Disna ſind
zahlreiche Erkrankungen feſtgeſtellt worden.
Steigende Influenza=Epidemie in England.
London. In der letzten Woche ſind in Lon=
don
und den großen Städten Englands 412
Todesfälle infolge von Influenza eingetreten.
In der Vorwoche betrug die Zahl der Todesfälle
240, in der Weihnachtswoche 140.

Vor dem Beginn der Bobmeiſterſchaffen bei den olympiſchen Winkerſpielen.

Auch die Themſe führk Hochwaſſer.

Links oben: Hauptmann Zahn, der Führer Rechts: Die S=Kurve der Bobbahn von Lake
Placid wird für die Kämpfe ausgebeſſert.
des Weltmeiſter=Viererbobs Deutſchland I.
Links unten: Grau, der Führer des Bobs. Kilian (mit Brille) und Huber, die Fahrer des
Deutſchland II, und ſein Mitfahrer Brehmer. Zweierbobs Deutſchland 1.
Die Teilnehmer bei den Bobmeiſterſchaften der olympiſchen Winterſpiele befinden ſich jetzt auf
der Ueberfahrt nach Amerika, wo ſie noch 10 Tage Zeit haben werden, auf der Bahn von Lake
Placid zu trainieren. Am 3. Februar werden die erſten Rennen ausgetragen.

Sklarek=Prozeß.
Stadtverordneter Roſenthal
der ungekrönte König von Berlin,
Berlin. Zu Beginn der Freitagſitzung im
Sklarek=Prozeß forderte Rechtsanwalt Pindar
den Stadtbankdirektor Hoffmann in Berlin auf.
endlich einmal die Wahrheit zu ſagen, damit
die Hintergründe klar würden, durch die die
Sklarek=Kredite ermöglicht worden ſeien. Hoff=
mann
erwiderte, er könne keine anderen Hinter=
gründe
nennen, als die eigenartige Stellung des
Stadtverordneten Roſenthal. Roſenthal und
Stadtkämmerer Dr. Lange ſeien intime Freunde
geweſen. Auch die Frage des Vorſitzenden, ob
Hoffmann glaube, daß Roſenthal den Stadt=
kämmerer
bezüglich der Sklarek=Kredite bear=
beitet
habe, erwiderte Hoffmann, das wage er
nicht zu beantworten. Roſenthal ſei beim Ma=
giſtrat
für die Sklareks eingetreten, weil er ein
gutes Geſchäft mit den Gebrüdern Sklarek machte
Ein Sachverſtändiger habe ihm einmal erzählt,
daß Roſenthal bei den Sklareks einen jährlichen
Umſatz von 300 000 Reichsmark hatte. Im wei=
teren
Verlauf der Verhandlung warf LeoSklarek
Hoffmann vor, daß dieſer nach dem Tode des
Geheimrat Bamberg zu ihm geſagt habe, er
ſolle mit Max ſprechen, damit Roſenthal in den
Kreditausſchuß komme.
Hoffmann beſtritt das energiſch, während
Willi Sklarek ſeinem Bruder zuſtimmte. Hoff=
mann
erwiderte, es ſei ganz unmöglich, daß er
geſagt habe, Roſenthal werde für die Sklarek=
Kredite gebraucht. In eingeweihten Kreiſen ſei
Roſenthal als der ungekrönte König der Stadt
Berlin bezeichnet worden. Stadtbankdirektor
Schmidt ſagte aus, daß im Hauſe Roſenthals
die Politik der Stadt Berlin gemacht worden ſei,
Rechtsanwalt Glogauer ſtellte feſt, daß die Aus=
künfte
, die Roſenthal über die Sklareks gegeben
hätte, als grob fahrläſſig bezeichnet werden
müßten. Als Rechtsanwalt Pindar von der
Freundſchaft zwiſchen Max Sklarek und Schmidt
ſprach, erklärte letzterer, daß die ſogenannte
Freundſchaft nur aus einigen Beſuchen und Ge=
genbeſuchen
beſtanden habe. Die Jagden uſw.
haben ihm nicht unerhebliche Koſten gemacht.
Der Vorſitzende warf dann die Frage auf.
was denn eigentlich hätte paſſieren müſſen, um
die Stadtbankdirektoren gegen die Sklareks miß=
trauiſch
zu machen. Unter allgemeiner Heiterkeit
wendet ſich der Vorſitzende an den Stadtbank=
direktor
Hoffmann: Wenn die Sklareks Ihnen
die Uhr aus der Taſche geſtohlen hätten, dann
hätten Sie wahrſcheinlich geſagt: Sie haben aus
Verſehen meine Uhr in die Hand genommen.
Stadtbankdirektor Schmidt erklärt dann, es
wäre ihm ſehr unangenehm geweſen, daß die
Sklareks falſche Kopien als Unterlage für die
Kredite der Stadtbank gegeben hätten. An Be=
trug
habe er deshalb aber noch nicht gedacht
Der Buchhalter Lehmann gibt zu, von den
Manipulationen gewußt zu haben, erklärt aber,
daß er lediglich auf Weiſung des Max Sklarek
gehandelt habe. Die der Stadtbank als Unter=
lagen
gegebenen fingierten Rechnungen mußten
ſchließlich einmal von den Sklareks bezahlt wer
den. Wie ſich nun in der Verhandlung herau=
ſtellt
, konnten dieſe Bezahlungen von den Be
zirksämtern ja ſelbſt gar nicht geleiſtet werden,
da dieſe von den Rechnungen nichts wußten. Die
Sklareks gingen nun zu den Poſtämtern, die für
die Bezirksämter zuſtändig waren und zahlten
dort unter dem Namen des Bezirksamts die
Beträge für die fingierten Rechnungen an die
Stadtbank. Oefter mußte die Stadtbank einein=
halb
Jahre warten, ehe ſie im Beſitz dieſer Gel=
der
für die fingierten Rechnungen war. Die
Verhandlung wurde auf Montag vormittag
vertagt.

Auszeichnung für Dr. Eckener.
Paris. Die außerordentliche Konferenz der
Internationalen Luftfahrtvereinigung hat Dr.
Eckener geſtern die Große Goldene Medaille für
das Jahr 1931 in Anerkennung der Zeppelin=
fahrten
nach Amerika verliehen.
Orkanſchäden in den Staaten Miſſiſſippi
und Tenneſſee.
New York. Ein Orkan wütete in den
benachbarten Staaten Miſſiſſippi und Tenneſſee,
die außerdem von Hochwaſſer heimgeſucht wur=
den
. 5000 Perſonen haben ſich auf Dächer und
Bäume geflüchtet und warten angſtvoll auf
Hilfe. In der Gegend von Trenton wurden ſech=
Perſonen getötet und viele verletzt.
Eine denkende‟ Maſchine.

Der Wiener Erfinder Tauſchek (im dunklen Anzug)
mit einem Mitarbeiter vor ſeinem Apparat.
Durch Verwendung einer photoelektriſchen Zelle,
die je nach dem Objekt, das vor ſie gebrachl
wird, verſchieden ſtarke elektriſche Stromſtoß=
erzeugt
, iſt es dem Wiener Erfinder Tauſchel
gelungen, eine Maſchine zu konſtruieren, die
nicht nur geſchriebene oder gedruckte Vorlage)
ſelbſttätig reproduziert, ſondern auch als Dechille
riermaſchine Verwendung finden kann. Durc
Verbindung mit einer Taſtvorrichtung kann die
Maſchine ebenſo gewöhnliche gedruckte Vorlagen
für Blinde lesbar machen.

[ ][  ][ ]

Samstag, 16. Januar 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 16 Scite 9

Rieclsoifencafner uig Gaſchinnn

Falſche Zweimarkſtücke im Verkehr. Berliner Obſthändler wird auf die Fälſcher aufmerkſam
und benachrichtigk die Polizei.
Dr. jur. Cornell Salaban, der in Lichterfelde eine zwei=
ſtöckige
Villa bewohnte.
Wie man die Fälſcher enkdeckke.

Geſchäftliches.

Auf friſcher Tak erkappk.

Der Falſchgeldzentrale, in der Berliner Kriminalpolizei
Kriminalkommiſſar von Liebermann Dr. Schulze iſt vor=
reſtern
ein ſenſationeller Fang geglückt, und zwar konnten der
kskannte Rechtswiſſenſchaftlicher, der 42 Jahre alte Dr. Cornell
Esalaban, der ſich als Autor mehrerer juriſtiſcher Bücher, vor
elllem aber als Herausgeber des Handbuches für internationales
Aecht, in wiſſenſchaftlichen Kreiſen einen Namen gemacht hatte,
umd deſſen 33jährige Ehefrau als Falſchmünzer entlarvt und feſt=
snommen
werden. Salaban hat bereits ſeit dem Jahre 1929
fulſche Zwei=Mark=Stücke hergeſtellt und zuſammen mit ſeiner
Trau auf den Berliner Wochenmärkten umgeſetzt. Insgeſamt
fud von den beiden bisher mehr als 30 000 dieſer raffiniert her=
SSſtellten Falſchgeldſtücke in den Verkehr gebracht bzw. als Fäl=
ſcungen
angehalten worden. Salaban bewohnte in Lichterfelde,
in der Potsdamer Straße 61, eine luxuriös eingerichtete, zwei=
ſckige
Villa, wo er nachts in einem verborgenen Kellerraum
dre Falſchſtücke auf einer Prägemaſchine herſtellte. Sein zahl=
neiches
Hausperſonal ahnte nichts von dem dunklen Treiben
ſiines Dienſtherrn, der das Leben eines begüterten Privat=
mannes
führte, das er ſcheinbar aus den Erträgniſſen ſeiner
uiiſſenſchaftlichen Arbeiten beſtritt. Er hat bereits ein Geſtändnis
abgelegt, will aber noch einen Helfershelfer gehabt und nur
insgeſamt etwa 4000 falſche Zwei=Mark=Stücke in Umlauf ge=
bracht
haben. Er wurde zuſammen mit ſeiner Frau noch geſtern
diem Vernehmungsrichter vorgeführt.
Zu der Verhaftung des Dr. Salaban und ſeiner Frau wer=
deen
ſolgende Einzelheiten bekannt:
Seit dem Jahre 1929 tauchten an den verſchiedenen Stellen
Teutſchlands, hauptſächlich aber in Berlin, falſche Zweimarkſtücke
arf. Dieſe Stücke waren den Fälſchern ſehr gut gelungen. Sie
hirtten einen kleinen Schönheitsfehler, der aber nur den Fach=
ſeuiten
auffiel. Die Stücke waren etwas gewölbt. Bei der Falſch=
geldzentrale
, bei der jedes auftauchende falſche Stück regiſtriert
wird, konnte man feſtſtellen, daß dieſer Falſchmünzer über 32 000
Stück in den Verkehr gebracht hatte. Man hatte alſo die Arbeit
eines Mannes vor ſich, der nicht nur über ein großes techniſches
Können verfügte, ſondern auch mit ungewöhnlichem Geſchick es
varſtand, dieſe Falſchſtücke in den Verkehr zu bringen. Ein Obſt=
urd
Gemüſehändler, der auf den verſchiedenen Wochenmärkten im
Weſten der Stadt ſein Geſchäft betrieb, hatte verſchiedentlich falſche
Zweimarkſtücke bekommen. Der Händler überlegte ſich, daß das
Geld ihm nur von Kunden in die Hände geſpielt worden ſein
komne. Vorſichtig beobachtete er die Einkaufenden und ſchließlich
nar er ſeiner Sache vollkommen ſicher. Eine mittelgroße, etwas
ditke Frau hatte bei ihm zwei Apfelſinen gekauft und mit einem
ſallſchen Zweimarkſtück bezahlt. Er ſah, wie ſie ſich dann mit einem
Manne traf. Heimlich benachrichtigte er die Falſchgeldzentralſtelle,
ul=d Kriminalkommiſſar von Liebermann und Dr. Schulze erſchie=
uim
in den nächſten Tagen mit mehreren Beamten auf den Wochen=
närkten
, um die Vertreiber dieſer Falſchgeldſtücke zu beobachten.
Dier Mann und die Frau erweckten den Eindruck, als ob ſie ſehr
varſame Leute ſeien, die beim Einkaufen die Lebensmittel mög=
lichſt
billig erſtehen müßten. Für die fachkundigen Augen der
Rriminalbeamten war das Paar aber ſofort verdächtig. Mann
wie Frau taten, als ob ſie ſich überhaupt nicht kennen. Nachdem
ie etwa eine Stunde den Markt beobachtet hatten, fingen ſie an
inzukaufen. Die Frau ging die Stände entlang, kaufte hier und
derrt eine Kleinigkeit, dann begegneten ſie ſich wieder und der
Maann ſteckte ihr heimlich neues Falſchgeld zu. Hin und wieder
aufte der Mann auch etwas ein. Die Beamten konnten feſtſtellen,
es die Frau 39 Falſchſtücke in Zahlung gegeben hatte. Zehnmal
ſackte ſie für 10 Pfennig Suppengrün gekauft und jedesmal ein
Zweimarkſtück gewechſelt. Getrennt verließen ſie den Markt und
risfen ſich immer verfolgt von den Kriminalbeamten einige
Srraßenzüge weiter. Hier beſtiegen ſie vor den erſtaunten Augen
der Beamten, die ſo etwas nicht erwartet hatten, eine elegante
Harchlimouſine und fuhren davon. Der Wagen gehörte dem

Um völlig ſicherzugehen, wurde der Marktplatz auf dem
Emſerplatz in Wilmersdorf von den Kriminalbeamten erneut
beobachtet. Wieder erſchien das Paar und machte ſeine Einkäufe.
Nachdem es etwa ſieben Stück ausgegeben hatte, wurden der
Mann und ſeine Frau verhaftet. Die Frau beſtritt jede Ver=
ausgabung
von Falſchgeld und wollte von nichts wiſſen. Bei
dem Manne wurden 59 Falſchſtücke gefunden, die er natürlich von
Unbekannten erhalten haben wollte. Im Anſchluß an ihre Ver=
nehmung
wurde ſofort die Villa durchſucht. In einem verſchloſſenen
Kellerraum konnte ſchließlich die Werkſtatt des Fälſchers entdeckt
werden. Der gewöhnliche Hauskeller, der mit einem Sicherheits=
ſchloß
verſehen war, bot zunächſt durchaus nichts Verdächtiges.
An der einen Seite ſtand ein über 2 Meter hohes und 1 bis
1½ Meter breites Regal mit feſter Rückwand. In dem Regal
waren die Bücher des Juriſten aufgeſtapelt. Als man das Regal
fortrückte, entdeckten die Beamten eine Geheimtür. Sie führte
in einen etwa drei mal vier Meter großen, tapezierten Raum,
in dem nur ein altes Bett ſtand. Dieſes Bett wurde ebenfalls
zur Seite gerückt, und hierunter war die Falſchgeldwerkſtatt ver=
borgen
. Als nämlich das Bett zur Seite geſchoben wurde, ent=
deckte
man einen Prägeſtock und anderes Material. Salaban war
jetzt überführt. Das ganze Material wurde beſchlagnahmt und
auf der Zentralſtelle ſichergeſtellt. Es war alles vorhanden, was
zur Herſtellung von Hartgeld notwendig war. Von der Preſſe
bis zur kleinſten Feile und dem Raſpel. Salaban behauptet jetzt
bei ſeinem Verhör, daß er im ganzen nur 4000 Stück ausgegeben
und in den Verkehr gebracht habe. Dieſe Angaben ſind aber
zweifellos unrichtig, denn die angehaltenen Falſchſtücke
32 000 Stücke zeigen alle die nur für Fachleute erkennbaren
Merkmale, die eben aus ſeiner Werkſtatt ſtammen müſſen.

Weiterbericht.

Der Luftdruck zeigt in ſeiner Verteilung wenig Aenderung.
Ueber Island lagert weiter das Tief, welches ſeine Randſtörun=
gen
bis über Deutſchland entfaltet, und von Südoſten her dehnt
ſich gleichzeitig der hohe Druck aus. Die herrſchende Grenzwetter=
lage
hat infolgedeſſen keine Beſtändigkeit, Während in den geſt=
rigen
Abendſtunden Aufklaren und Bodennebel mit Temperatur=
rückgang
auftraten, ſtellten ſich in den heutigen Morgenſtunden
in unſerem Gebiet wieder Bewölkung, Milderung ſowie vereinzelt
leichte Niederſchläge ein. Im weiteren Grenzbereich zwiſchen hohem
und tiefem Druck dauert der gegenwärtige Witterungscharakter
noch fort. Wohl werden aber die Temperaturen im allgemeinen
mehr zum Sinken neigen, und Niederſchläge leichterer Art treten
nur ganz vereinzelt auf.
Ausſichten für Samstag, den 16. Januar: Morgens ſtellenweiſe
dunſtig, ſonſt wolkig mit Aufheiterung, keine oder nur verein=
zelt
geringe Niederſchläge, Temperaturen ſchwankend, nachts
Rückgang bis zum Gefrierpunkt und etwas darunter, tagsüber
mild, jedoch allmählich etwas kühler als ſeither.
Ausſichten für Sonntag, den 17. Januar: Meiſt trocken, dunſtig
und bewölkt mit Aufheiterung, bei Aufklaren leichter Nacht=
froſt
.

Amkliche Winkerſporknachrichken.
Herausgegeben von der Heſſiſchen Oeffentlichen Wetterdienſtſtelle
am Landw. Inſtitut der Univerſität Gießen am 15. Januar 1932.
Vogelsberg, Odenwald und Taunus: Keine Sportmöglichkeit.
Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt 40 cm Schnee, verharrſcht. Ski
und Rodel gut. Ruheſtein: Bewölkt, 25 cm Schnee, gekörnt,
Ski und Rodel mäßig.

Trotz der allgemeinen Wirtſchaftskriſe hat in dieſen Tagen die
Gemeinſchaft der Freunde Wüſtenrot in Ludwigsburg (Württ.)
wieder 3,8 Millionen Reichsmark an 315 deutſche und öſterreichiſche
Bauſparer zugeteilt, in dieſem Jahr zuſammen über 23.3 Millionen.
Damit hat dieſe größte und erfolgreichſte deutſche Bauſparkaſſe
ſeit 1924 bis heute über 12 294 Eigenheime mit insgeſamt 183
Millionen Reichsmark finanziert. (Siehe Anzeige.)
Gewinnauszug
4. Klaſſe 38. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Rummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
2. Ziehungstag
14. Januar 1932
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
4 Gewinne zu 10000 M. 123537 385196
4 Gewinne zu 5000 M. 45489 140156
6 Gewinne zu 3000 M. 86206 195998 346904
8 Gewinne zu 2000 M. 50739 66575 320461 323604
22 Gewinne zu 1000 M. 60615 92031 139697 166402 205816 269764
305825 316652 321730 373696 393229
38 Gewinne zu 800 M. 4026 10316 10735 12963 20369 100240
112175 130214 214106 240878 245247 264624 276786 297365 2974659
313806 328697 340675 346394
62 Gewinne zu 500 M. 3965 7678 7714 27577 45956 46865 49330
68892 70746 70935 73399 85372 86386 88996 94852 114488 12110
123605 137316 167766 175004 194382 249365 286986 290289 298712
324257 341640 344148 376213 376825
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 50000 M. 267364
4 Gewinne zu 3000 M. 88184 108087
8 Gewinne zu 2000 M. 46708 193817 273515 304548
28 Gewinne zu 1000 M. 2300 47897 g6040 107884 108772 121938
193183 246422 248442 262656 269284 306343 317708 346702
44 Gewinne zu 800 M. 8730 13148 30182 52950 60861 10350
105716 121124 135545 149363 167836 172682 211717 223606 226487
231025 291199 347896 356726 368439 371652 398932
42 Gewinne zu 500 M. 6797 14138 30211 49739 64542 160733
171265 177071 196037 200840 202149 209462 217624 264566 283668
288845 291911 298397 350571 385972 395549
Die Ziehung der 5. Klaſſe der 38. Preußiſch=Süddeutſchen
(264. Preußiſchen) Staats=Lotterie findet vom 9. Februar bis 14. März
1932 ſtatt.

Haupiſchriftleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wiriſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachriſchten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C H. Queiſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Btid und Wort: Dr. Herbert Nette;
für den Inſeraienteil und geſchäftiche Mittellungen: Wiliy Kuhle;
Druck und Verſag: L. C. Wittich ſämilich in Darmſtſadt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen,
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 16. Januar.
10.20: Schulfunk: Der Schauſpieler Paul Wegener erzählt.
15.15: Stunde der Jugend. Von großen Katzen und Elefanten.
Die Abendſtromer. Hörſpiel von K. und H. Freudenberger.
16.20: Nachmittagskonzert. Das Funforcheſter ſpielt. Werke von Mo=
zart
, Beethoven, Liſzt, Wolf, Rich. Strauß, Schillings, Korngold,
Fetras, Lehar. Lanner u. a. Mitw.: Martha Schulz=Körner
(Sopran), E. Roth (Baß).
18.35: Stunde der Arbeit. Dr. Pappenheim: Die Aufgaben der Ar=
beiterbildung
in der Gegenwart.
19.05: Spaniſch.
19.35: Unter den Zünftigen. Skiläufer ſpinnen ein Garn.
20.15: Heilbronn: Bunter Abend zu Gunſten der Württembergiſchen
Nothilfe.
22.20: Zeit, Wetter. Nachrichten, Sport.
22.40: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 16. Januar.
9.30: Stunde der Unterhaltung.
14.50: Kinderbaſtelſtunde: Poſtkartenhäuſer.
15.45: Elſe Steup: Frauen helfen ſich untereinander.
16.00: Rektor Wolter: Wie kann die Schule ihren Schülern die
Berufswahl erleichtern?
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Viertelſtunde für die Geſundheit. 39 Grad Fieber. Geſpräch
eines Arztes mit einer beſorgten Mutter am Krankenbett des
Kindes.
17.50: Ob.=Ing Nairz: Viertelſtunde Funktechnik.
18.05: Dr. Günther: Deutſch für Deutſche.
18.30: Oberſtaatsanwalt Dr. Köhler: Der Ueberzeugungstäter.
19.00: Engliſch für Anfänger.
19.30: Pater Hoffmann: Kirche und Bildung.
Anſchl. Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Breslau: Konzert der Schleſiſchen Philharmonie. Der Helden=
tenor
und der lyriſche Tenor. Mitw.: F. Soot (Tenor), Joſeph
Schmidt (Tenor).
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Ball der Bühnengenoſſenſchaft im Kroll=Etabliſſement. Tanz=
muſik
. Kapellen: Marek Weber und Otto Kermbach.

AIIIUNNLlS

Roman
von FRITZ WEBER

(Nachdruck verboten.)

Freilich wird man nach uns fragen. Es iſt unhöflich, ſich ſo
br uſondern, aber es iſt auch ſchön, du!
Nein, Einar, es iſt ein Unglück geſchehen. Jemand ſagte,
in Telegramm . . . O bitte, komm! Ich will dieſen Abend mit
ſi allein ſein. Wir kleiden uns um, fahren irgendwo hinaus
ns Freie, in ein Dorf am See, willſt du?
Aber, Kind, was für ein Unglück ſoll denn geſchehen ſein?
du ſagteſt, ein Telegramm ſei für mich gekommen?"
Nicht für dich, nein, aber es betrifft dich. Ich ſah es an
ſeir Mienen der Leute. Alles geriet plötzlich in hellſten Aufruhr,
ſielle benahmen ſich wie Verrückte, liefen umher, riefen etwas von
I ien, Unglück und ..
Und?
Nein, du darfſt mich nicht mißverſtehen, Einar, ich hatte
lugſt um dich. Van Konz wurde auch genannt.
Und Helland, wie?"
Ja, Einar."
Sie ſchmiegte ſich an ihn, preßte ihr heißes Geſicht in ſeine
ſände. Du, ich will nicht, daß heute, gerade heute die Ver=
an
genheit aufſteht und ſich zwiſchen uns drängt. Es handelt ſich
m. Geſchäfte, ich weiß es, aber dieſer Abend . . . Ich war ſo
lücklich, Einar, ſo über alle Maßen glücklich. Und ich will es
ſerben, heute nur, nur dieſen einzigen Abend.
Er legte den Arm um ihre zuckenden Schultern, führte ſie
ſurch das Dunkel des Parks bis zu den letzten Bäumen vor dem
Fakais. Warte hier, ſagte er ruhig. Ich werde nachſehen, was
28 iſt. Ich hätte ſonſt keine Ruhe. In fünf Minuten bin ich
die der hier.
Der Wagen jagte die Straße nach Chancy entlang. Nach
her halben Stunde pochte Lund an die Stirnſcheibe und befahl,
mzukehren.
Dagmar ſaß noch immer ſtumm da, den Kopf an Einars
iin gelehnt. Plötzlich richtete ſie ſich auf, ſah Lund feſt in die
gen: Und er . . .? kam es von ihren zuckenden Lippen.
Er iſt tot, Dagmar.
Sie ſchauderte zuſammen. Zwei große Tränen rollten über
hre Wangen und tropften in den weißen Pelz.
Mijnheer van Konz wohnte in der Baracke des Geologen
Innsworth auf Erebus. Er fror jämmerlich. Er Konſerven,

bei deren Anblick ihm übel wurde. Sein Geſicht war blaßblau
wie das einer Gasleiche. Aber er blieb.
Er hatte Helland reſtlos beſiegt. Die zweite Emiſſion der
Petroleumaktien war bis auf das letzte Stück in ſeinen Händen.
Jetzt ſchritt er, elend und vergnügt zugleich, zwiſchen den Bohr=
türmen
umher, ſtand den Arbeitern im Wege und ſpornte Arms=
worth
durch Verſprechungen und Schmeicheleien zu immer größe=
rer
Eile an.
Armsworth bohrte. Seine Leute kämpften mit Schneeſtür=
men
, mit Kälte und Erſchöpfung. Manchmal verſchwanden ſie für
drei, vier Tage in den Baracken, weil der Aufenthalt im Freien
unerträglich war. Aber dann riß ſie die Ausſicht auf Lohn=
erhöhung
und der Appell ihres Führers wieder in die flim=
mernde
Polarnacht. Neue Bohrtürme wuchſen neben den alten
empor, neue Ströme von Naphtha ſchoſſen in die Tanks, die man
in das Geſtein geſprengt hatte.
Mit unendlicher Mühe hatte man zwei der Generatoren=
ſchiffe
herangebracht. Eisbrecher arbeiteten ſich vor ihnen her,
ſplitterten einen ſchmalen Kanal durch das Packeis. Schien ein
weiteres Vordringen unmöglich, ſo traten Torpedos und Flieger=
bomben
in Aktion. Es mußte ſein und es geſchah.
Jetzt hatte man Scheinwerfer, die das Gelände hinter Lund=
ſtadt
taghell beleuchteten, hatte Elektromotoren zum Antrieb der
Bohrer. Armsworth ſtrahlte. Der dicke Holländer war ihm hun=
dertmal
lieber als Holger Helland mit ſeiner ängſtlichen Spar=
ſamkeit
. Er durfte Bohrtürme bauen, ſoviel er wollte, ja, man
eiferte ihn dazu an, ſetzte Prämien auf ſeine Leidenſchaft. Knat=
terte
ein Guſher hoch, ſo heulte er vor Aufregung.
Manche Stellen waren ſeiner Meinung nach faul‟. Dort
lagen vielleicht Seen von Oel in der Erde, aber man mußte ſie
ihr abringen, mußte pumpen, tiefer bohren, um den richtigen
Innendruck zu erreichen. Zukunftsmuſik. Er hatte ſiebenunddrei=
ßig
Türme, die man nur aufzudrehen brauchte. Wenn die
Sonne kam und mit ihr Hellands Tankflotte, ſollten ſie ihre Koſt=
barkeiten
ſprudeln laſſen.
Armsworth forderte neue Mannſchaften. Die Tauchboote
brachten ſie mit Rieſenladungen von Edelerzen aus der Wal=
fiſchbucht
. Eine Stunde Aufenthalt in Lundſtadt genügte, um
eine Meuterei zu zeitigen. Als die Neuen Armsworths
miſerable Baracken fahen, verlangten ſie, auf der Stelle einge=
ſchifft
und nach Eisſtadt zurückbefördert zu werden.

Van Konz erſchien. Angeſichts der pelzbekleideten Menſchen=
herde
, die ihn mit Hohnrufen in allen Sprachen Europas be=
grüßte
, ſpielte ſein Teiggeſicht die ſieben Farben des Regen=
begens
.
Aber das Petroleum war in Gefahr! Mit ſchwabbernden
Backen begann er zu reden. Niemand verſtand ihn, Man lachte,
brüllte geſtikulierte. Pieter Welpe holte zu ſeinem Eſperanto
aus. Er wies der Reihe nach auf die vor ihm Stehenden, hob
den Daumen: Ein Pfund pro Mann und Tag!
Das wirkte. Grollend und ſchimpfend kroch die Schar in
die Baracken zurück, nagelte Notpritſchen, kauerte ſich zuſammen.
Eine Woche ſpäter zierten acht neue Türme die Mulde.
Armsworth ſchien gänzlich verrückt geworden zu ſein. Er
wollte Schlittenreiſen auf die Gletſcher unternehmen und ver=
langte
drei von Staudachers Bohrern, um unter dem Eis nach
Naphtha zu ſuchen. Die Welt ſollte ſeine Tüchtigkeit kennen=
lernen
. Als er von ſechsunddreißig Tankdampfern hörte, ſchlug er
mit der Fauſt auf den Tiſch und ſchrie: Was glaubt Helland
eigentlich von mir? Mit den drei Dutzend Nußſchalen will er
mein Petroleum wegſchleppen? Ich fülle ſie ihm in einer Woche
bis unter Deck voll, Mijnheer das ſollen Sie einmal ſehen!
Mijnheer lächelte. Seine Reiſe in die Antarktis hatte ſich
rentiert. Und der Mann da, dieſer Dan Armsworth war der
richtige.
Am 20. Auguſt gab es ein kleines Unglück, das die Geſell=
ſchaft
zehntauſend Gallonen Naphtha koſtete: Um Mitternacht
grollte es im Boden, die Deckenlampen in den Baracken ſchwank=
ten
hin und her, das Eis in der Bucht zerſplitterte zu Schollen,
als hätte es eine unſichtbare Fauſt von unten getroffen. Ein
Erdſtoß, nichts weiter. Aber zwei der natürlichen Tanks waren
leck geworden, das Geſtein hatte ſeinen flüſſigen Reichtum wie=
der
verſchlungen, ehe man die Hände rühren konnte.
Dan Armsworth fluchte. Da glaubt man nun wetterte er,
Urzeug, Gneis, Granit verdammter Quark! Ich ſage immer,
nicht einmal Betongruben ſind etwas wert. Das einzige iſt und
bleibt die Blechwanne auf Holzböcken!"
Das Beben hatte Mijnheers Gemüt ſchwer erſchüttert. Wäh=
rend
er, grün im Geſicht, unter drei Wolldecken lag und auf die
Wiederkehr des unheimlichen Donners wartete, befielen ihn alle
Schrecken der antarktiſchen Landſchaft. Er ſah einen Globus vor
ſeinen geſchloſſenen Augen, ſah ſich ſelbſt als einen winzigen
Punkt einen Mückenſtich, wie er in bitterer Selbſtironie dachte
am ſüdlichſten Endchen kleben, umringt von Eis, umkrallt von
kälte, umlodert von grauenhaften Zeichen am Himmel. Zum
erſtenmal beſchlich ihn die Magie der Zahlen in neuer, geſpen=
ſtiſcher
Geſtalt: er dachte an die Entfernung, die ihn von der
ziviliſierten Welt trennte. War Tasmanien ſicher? Nein. Aber es
war ſchwer zu erreichen. Und dann kam erſt die verfluchte See=
(Fortſetzung folgt.)
reiſe.

[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 16

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 16. Januar 1932

SAltSssAasgdt

Aus dem Mikkelrheinkreis der 2.T.

Handball.
SV. 98 Darmſtadt VfR. Schwanheim.

Am Sonntag nehmen die Spiele um die Bezirksmeiſterſchaft
ihren Fortgang. Die 98er haben in Schwanheim anzutreten. Aus
den Spielen früherer Jahre weiß man zur Genüge, das es in
Schwanheim äußerſter Anſtrengung bedarf, um zu Sieg und Punk=
ten
zu kommen. So wird ſich die Sportvereinsmannſchaft der
Schwere des bevorſtehenden Treffens voll bewußt ſein müſſen,
wenn es gelingen ſoll, das Spiel ſiegreich unter Dach zu bringen.
Wenn die Darmſtädter ſich in Schwanheim durchſetzen, dann iſt
ihnen die Teilnahmeberechtigung an den Süddeutſchen Endſpielen
ſicher. Deshalb wird die Mannſchaft ſchon von ſich aus alles auf=
bieten
, was in ihren Kräften ſteht. Die Behörde wird durch die
Beauftragung eines energiſchen Schiedsrichters dafür Sorge zu
tragen haben, daß die unliebſamen Vorgänge früherer Jahre ver=
mieden
werden. Durch die günſtigen Fahrgelegenheiten veran=
laßt
, werden wohl zahlreiche Schlachtenbummler die Darmſtädter
Elf begleiten.
Die Ligareſerven ſpielen ihr vorletztes Verbandsſpiel in Tre=
bur
gegen den dortigen Tabellenzweiten. Ob hier die 98er die
Tabellenführung mit Erfolg verteidigen werden, kann erſt das
Spiel ergeben.

Handball in der 2.T.

Kreisklaſſe: Walldorf Langen. Erbach Tv. Obernburg.
Meiſterklaſſe: Tgſ. 1875 Reichsbahn. Heppenheim
Beſſungen, Wallerſtädten Groß=Gerau.
A=Klaſſe: Eberſtadt Seeheim in Pfungſtadt, Crumſtadt
Ober=Ramſtadt.
Jugend: Bensheim Birkenau.
Privatſpiel: Bickenbach Polizei Darmſtadt.
Gewiß liegt eine Behaglichkeit in dem Bewußtſein, die Ge=

fahr des Abſtiegs gebannt zu haben. In Walldorf, und auch in

Wallerſtädten, können ſich zwei Vereine retten, und man begreift
die Spannung, mit der dieſen Spielen entgegengeſehen wird.
Vorwärts Langen, als Mannſchaft, die ſtets der oberſten Klaſſe
angehörte, muß den bitteren Weg um die Entſcheidung gehen.
Walldorf hat den Vorteil des eigenen Platzes, den Langen durch
größte Aufopferung auszugleichen hat. Falls die Gäſte eine ge=
ſchickte
Aufſtellung vornehmen, ſo dürften ſich die Chancen aus=
gleichen
. Der Ausgang iſt daher offen zu halten. Im Odenwald
beſtreitet Erbach ſofort das Rückſpiel gegen Tv. Obernburg. Das
Vorſpiel endete am letzten Sonntag 3:3, ſo daß man den Er=
bachern
einen knappen Sieg zutrauen konnte. In der Meiſter=
klaſſe
hat ſich die Lage zugeſpitzt, ſo daß die nächſten Spiele ent=
ſcheiden
. Das Zünglein an der Waage bildet die Tgſ. 1875.
Beide Anwärter, die Reichsbahn und Sprendlingen, haben noch
je ein Spiel gegen die 1875 auszutragen. Setzt man eine Nie=
derlage
Sprendlingens in Heppenheim voraus, ſo erringt die
Elf den erſten Tabellenplatz, die die Tgſ. 1875 beſiegt. Hiernach
iſt das Treffen der Reichsbahn auf dem Platz der Tgſ. 1875 ge=
nügend
gekennzeichnet, und man wird den größeren Siegeswillen
bei der Reichsbahn finden. Ob es aber reicht, bei dem derzeitig
ſchwachen Sturm? Heppenheim gegen Beſſungen dreht ſich nur
um die Placierung, und man wird daher jede Schärfe vermeiden
Ein Sieg der Bergſträßer liegt näher. Im Ried ſtehen Nau=
heim
mit Erfelden und Groß=Gerau mit je 7 Punkten am Tabel=
lenſchwanz
. Groß=Gerau hat daher Gelegenheit durch einen Sieg
aus der Gefahrzone zu entſchlüpfen. In der 4=Klaſſe können zwei
Entſcheidungen über die Meiſterfrage fallen. In Pfungſtadt
trifft Eberſtadt auf Seeheim, wo gegebenenfalls mit Verlänge=
rung
geſpielt wird. Zwei gleichſtarke Mannſchaften, die viel=

leicht einen glücklichen Sieger herausbringen. Das Pfungſtädter
Gelände iſt keiner Elf unbekannt, ſo daß mit einem hochinter=
eſſanten
Spiel zu rechnen iſt. In Crumſtadt findet ein Spiel
gegen Ober=Ramſtadt ſtatt, das noch viele Möglichkeiten offen
läßt. Die Gäſte ſind am Sieg noch mehr intereſſiert. Im Vor=
ſpiel
gab Crumſtadt eine unglückliche Figur ab und verlor 2:4.
Leicht kann es jetzt anders werden. Hahn hat an dieſem Spiel
großes Intereſſe
Zum Privatſpiel Bickenbach gegen die Polizei iſt vom Platz=
verein
ſchon vieles geſagt worden. Wir fügen noch eine Vorher=
ſage
hinzu, indem wir Bickenbachs Niederlage nicht höher erwar=
ten
, als einſt Arheilgen Polizei (2:5).

T5. 1897 Bickenbach -Polizeiſportverein Darmſtadk.

Das am Sonntag, den 17. Januar, gegen Polizei ſtattfin=
dende
Spiel beginnt um 3. 15 Uhr. Das Jugendſpiel Bickenbach
Hüttenfeld fällt aus. Beide Mannſchaften ſtehen ſich, wie ſchon
bekannt gegeben, in kompletter Aufſtellung gegenüber. Wer
ſich an der Autobusfahrt nach Herrnsheim, am 24. Januar be=
teiligen
will, muß ſich bis ſpäteſtens Donnerstag, den 21. Jan.,
in die im Vereinslokal offenliegende Liſte einzeichnen. In An=
betracht
der Wichtigkeit des Spieles erwarten wir beſtimmt, daß
eine recht große Anzahl Anhänger unſere Elf zu dieſem ſchweren
Spiel begleitet. Fahrpreis 1.101.20 RM.

Fr. Tgde. Darmſtadt Fr. Tgde. Eberſtadt.

Am Sonntag vormittag um 11 Uhr ſtehen ſich obige Mann=
ſchaften
am Müllersteich in einem Freundſchaftsſpiel gegenüber.
Der Gaſt noch ein Neuling im Handballſport, hat trotz ſeines kur=
zen
Beſtehens ſchon ſchöne Erfolge zu verzeichnen. Darmſtadt dürfte
hier mit einem ernſthaften Gegner zu rechnen haben. Vorher ſpielt
die Jugend beider Vereine.

Krafſporl.

Arb.ASV. Darmſtadt Sulzbach.

Im weiteren Verlauf der Kreiskämpfe empfängt Darmſtadt
Gäſte aus Sulzbach. Sulzbach, welches in den Kreiskämpfen eine
große Rolle ſpielt, wird auch in Darmſtadt, wo es zum erſtenmal
antritt, alles verſuchen, um ſich die Punkte zu holen. Aber auch
die neu zuſammengeſtellte Darmſtädter Mannſchaft weiß, um was
es geht, und wird zu kämpfen wiſſen. Der Kampf findet am Sams=
tag
(16. Januar) in der Turnhalle des Realgymnaſiums ſtatt.

Darmſtadt 1910 Siegfried 1924 Klein=Oſtheim.

Am Sonntag, vormittags 10,30 Uhr, ſtehen ſich in der Turn=
halle
, Soderſtraße 30 die Oberliga=Ringermannſchaften obiger
Vereine gegenüber. Oſtheim geht in bezug auf Kampfkraft ein ſehr
guter Ruf voraus, ſchon mancher erſtklaſſige Gegner hat dies nicht
gerade angenehm verſpüren müſſen. Auch die Hieſigen können
hierüber ein Lied ſingen, denn von 7 bisher ausgetragenen Mann=
ſchaftstreffen
endeten 4 für Klein=Oſtheim, 2 für Darmſtadt und
eines Remis. Es heißt für die Einheimiſchen. auf der Hut zu ſein,
denn ſie haben es mit einem Gegner zu tun, der auf fremdem
Boden ebenſo gut zu kämpfen verſteht wie zuhauſe, und der ſich
erſt mit dem Schlußpfiff geſchlagen bekennt. Die Gefahr des Ab=
ſtieges
für die 10er, die ſie immer noch bedroht, ſollte dazu bei=
tragen
, ſie zur Hergabe ihres ganzen Könnens zu zwingen. Zu dem
Treffen haben beide Vereine ihre beſte Aufſtellung nominiert
Die Halle iſt gut durchgeheizt und für das Publikum ab 10 Uhr
geöffnet.
Rodelmeiſterſchaft verſchoben.

Die Einſitzer=Rodelmeiſterſchaft 1932, die am kommenden Sonntag auf
dem Kreuzeck bei Garmiſch ausgetragen werden ſollte, mußte infolge
ſchlechter Schneeverhältniſſe auf den 24. Januar verſchoben werden.

Die wichtigſten Veranſtaltungen 1932.

Der 9. Kreis ((Mittelrhein) der Deutſchen Turnerſchaft veröffentlicht
ſoeben ſeinen Arbeitsplan ür das Jahr 1932. Der Plan zeigt in allen
Arten der im Mittelrheinkreis betriebenen Leibesübungen zahlreiche
Veranſtaltungen, von denen wir nachſtehend die wichtigſten aufführen:
13. März: Frühjahrswaldlauf in den Gauen; Feldberg=Turntag in
Offenbach a. M.; 10. April: Kreiswaldlaufmeiſterſchaft in Neu= Iſen=
burg
; 17. April: Kreisturntag in Bad Kreuznach; 24. April=
Deutſche Waldlaufmeiſterſchaft (D. T. und D. S. B.)
in Darmſtadt;; 8., 22. und 29 Mai: Zwiſchenſpiele um die
Deutſche Handballmeiſterſchaft der D.T.; 19 Juni: Feldbergfeſt;
Süddeutſche Meiſterſchaften der D.T. in volkstümlichen Uebungen; 12
Juni: Schlußſpiel um die Handballmeiſterſchaft der D.T.; 26. Juni:
Deutſche Meiſterſchaft im Handball (D.T., D.F.B., D. S.B.); 3. Juli=
Deutſche Meiſterſchaft in der Leichtathletik (D.T. und D.S.B.); 17.
Juli: Kreisjugendſchwimmen in den Gaugruppen; 3 1. Juli: Kreis=
meiſterſchaften
im Waſſerball; 6.8. Auguſt: Kreisturnfeſt in Trier;
7. Auguſt: Kreisgruppenſpiele im Waſſerball in Kaſſel; 2 1. Auguſt:
Schwimmeiſterſchaften der D. T.; 27. Auguſt: Deutſche Meiſterſchaften
im Fauſt= und Schlagball und Tennis (D.T. und D.F.B.); 4. Sept.:
Vereinsmehrkampf=Meiſterſchaft im Volksturnen in Koblenz, Mainz und
Saarbrücken; 1 7./18 Sept.: Kreiswettſchwimmen für Jugendliche;
2. Oktober: Deutſche Gehermeiſterſchaften über 50 Klm. (D.T. und
D. S. B.); 2./4 Oktober: Mannſchaftskämpfe im Fechten (D.T. und
D. F.B.); 9. Oktober: Ausſcheidungsturnen für die Gerätemeiſter=
ſchaft
der D.T.; Herbſtwaldläufe in den Gauen; 6. Nov.: Meiſterſchaft
im Geräteturnen der D.T. in Berlin.

Fußball.

Viktoria Griesheim Tgde. Sprendlingen.

FC. Eintracht 1919.

Reichsbahn Darmſtadt Chattia Wolfskehlen.

Im Repräſentativkampf der Tennislehrer Weſt= gegen Nord=
deutſchland
am 30. und 31. Januar in Köln iſt der Weſten durch
die Kölner Richter und Rott, ferner durch Becker=Wiesbaden und
Meſſerſchmidt=Frankfurt vertreten.

Der frühere franzöſiſche Spitzenſpieler René Lacoſte wird ſich
demnächſt wieder aktiv im Tennisſport betätigen.

Zu dem für Sonntag, nachmittags 2.30 Uhr, angeſetzten Pokal=
ſpiel
empfängt Griesheim die ſpielſtarke A=Klaſſenmannſchaft,
Tgde. Sprendlingen. Obwohl Tgde. Sprendlingen der Kreisliga
nicht angehört, ſo werden die Gäſte doch feſt darauf bedacht ſein,
das Spiel nicht zu verlieren und dadurch aus dem Pokalwettbe=
werb
ausſcheiden zu müſſen. Griesheim welches in folgender Auf=
ſtellung
das Spiel beſtreitet: Deuker; P. Friedmann, Loos; Harz,
Ritter. Dierks; Heiß, Hauf. Gernand. Nold. Ph. Friedmann,
dürfte die Angelegenheit nicht leicht nehmen, um am Ende wieder=
um
das Nachſehen zu haben. Wir erwarten daher, daß jeder Spie=
ler
ſeiner Sache bewußt iſt, damit wir endlich einmal unſere Zu=
ſchauer
mit einem Sieg erfreuen können.

Im Pokalſpiel tritt am Sonntag FC. Eintracht der Ligamann=
ſchaft
von Germania Pfungſtadt gegenüber. Das Spiel,
das in Pfungſtadt ſtattfindet, verſpricht ſehr intereſſant zu werden,
zumal Eintracht erſtmals wieder komplett antreten kann. Die Auf=
ſtellung
Elſer; O. Schäfer, Vollhardt: Hübner, Zahn. Philipp
Schäfer; Hoffmann. Ganß, Straub, Mühlbach, Daab wird den
Germanen den Sieg ſo ſchwer als möglich machen. Die 2. Mann=
ſchaft
ſpielt vormittags 9,30 Uhr in Eberſtadt gegen Germania 2.

Am kommenden Sonntag treffen ſich auf dem Reichsbahn=
platz
am Dornheimer Weg obige Mannſchaften zum fälligen Ver=
bandsſpiel
. Bei allen vorangegangenen Begegnungen wurden im=
mer
nur ſehr knappe Ergebniſſe erzielt, ſo daß wiederum mit
einem außerordentlich ſpannenden Kampf gerechnet werden kann.
Reichsbahn muß leider auf die Mitwirkung ihres verletzten
Mittelläufers verzichten. Reichsbahn ſpielt daher in folgender
Aufſtellung: Berth; Faßhauer, Seckler 1.: Seckler 2., Bär 1.,
Mahr; Frieß 1., Frieß 2., Spamer, Weißmantel und Daniel. Das
Spiel beginnt um 11 Uhr; 2. Mannſchaften um 13 Uhr.

Aus den Amtsverkündigungen
des Kreisamts Darmſtadt und den
Bekanntmachungen des Polizeiamts
Darmſtadt.
Gefunden: 3 Portemonnaies mit In=
halt
. 1 Strickbeutel mit Portemonnaie
und Zwicker mit Etui. 2 ſchwarze wol=
lene
Halstücher. 61 einzelne Handſchuhe.
7 Paar Handſchuhe. 4 Einkaufsnetze. 3
Schals. 4 Taſchen. 1 Blume aus Stoff.
1 Lampenſchirmgeſtell. 4 Damenſchirme.
1 Frauenhemd. 1 lila Unterrock. 20 cm
Waſchſeide. 1 weißer Kragen. 4 Schuh=
neſtel
. 1 Putztuch. 1 Buch. 2 leere Por=

temonnaies. 1 Damenkleid. 2 Damen=
ärmel
. 2 Gürtel. 1 Taſchentuch. 24
Oeſen. 7 Vorſtecknadeln. 2 Drehbleiſtifte.
1 Ohrring. 1 Aktenmappe. 1 Muff.
Zugelaufen: 1 Wolfshund. 1 Dober=
mann
. 2 Schäferhunde.
Wir machen wiederholt darauf auf=
merkſam
, daß auch noch Fundgegen=
ſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekanntmachungen verzeichnet ſind. In=
tereſſenten
können die Fundgegenſtände
während der Büroſtunden auf Zimmer
Nr. 11 beſichtigen.

Holzverſkeigerung Nr. 2

Freitag, den 22. Januar, vorm. 9½
Uhr, wird in Darmſtadt (Wirtſchaft
Heiliges Kreuz) aus Forſtort V
Wachholder 55. Geishecke 57 58, 59, 60
Schaubertswieſenhege 61. Weiße Sand=
kaute
62 64, Blumenhegſtück 65, Trudel
hegſtück 66 67 Hirſchgarten 70 Buchen=
eck
71, IIII Altes Jagen 13. Oberwald
8, Tiergarten 16, 18, 23, Hirſchgarten
24, IX Faſanerie 4, 5, 6, 7. 9, 11. 16.
26, 27, 29 nachſtehendes Holz verſteigert:
Reisſtangen, Stück: 50 V 475 UI.,
800 VTI., 150 VIII. (der größte Teil zu
Bohnenſtangen geeignet). Nutzſcheitholz,
rm: Eiche (geſpalten) 9,6 I. 2 II., Hain=
buche
(rund) 3,9 I., 4,1 II., Linde (rund)
14,4 I., 2,4 II.
Scheitholz, rm: 556 Buche, 60 Hain=
buche
, 270 Eiche, 4 Birke 14 Linde,
5 Kirſchbaum, 1 Roßkaſtanie, 2 Fichte.
Knüppelholz, rm: 121 Buche, 31 Hain=
buche
, 135,8 Eiche (davon 21,8 rm 2,5m
lang, Pfoſten), 2 Birke 9. Linde,
1 Kirſchbaum. 3 Kiefer, 15 Fichte. Stock=
holz
, rm: 3 Eiche.
Sämtliche Reisſtangen ( Bohnenſtan=
gen
) lagern in Faſanerie 16.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Mit II geſchlagene Num=
mern
kommen nicht zum Ausgebot.
Auskunft durch Förſter Schmidt
Forſthaus Faſanerie (Tel. 3077) und
unterzeichnetes Amt.
(1085
Darmſtadt, den 14. Januar 1932.
Forſtamt Kranichſtein.
Gr. ſonn. 2X23=

Suche kl., aber trock.
Raum, pt., z. Unter=
ſtellen
v. Möbeln.
Ang. u. L. 14 Gſch.

2=Zimm.=Wohnung
mit Küche u. Kell.
per ſof. od. ſpäter
geſucht. Ang. m. Pr.
u. K. 235 Geſchſt.

Zim.=Wohn. von r.
pünktl. z. Miet. (*
geb. ält. Dam.), a
gerade Manſ z. 1.
4. ev. früh., ab. nur
in ein Hauſe geſ.
Gr. Mietk. vorh.
Off. u. K. 195 Gſch.

3=Zim.=Wohnung p.
ſof zu miet. geſ
Off. u. K. 241 Gſch.

Prima
Harkenbengin

per Liter 32 Pfg.
Tankstelle
Horich

Heisderſteigerang Me. 1

Waldstr. 32

Nutz= und
Brennholzverſteigerung.

Am Donnerstag, den 21. Januar
1932, vormittags 10 Uhr, wird in der
Turnhalle am Woogsplatz in Darm=
ſtadt
das rot geſtrichene Nutzholz aus
den Diſtrikten Dommerberg 15 Kirſch=
ſchlag
17, 18a, 19a, 20 und Ludwigs=
höhe
36b und 38c der Förſterei Böllen=
falltor
und Kellerwieſenſchlag 12. Das
Gebrannte 26a und Stockſchlag 26b der
Förſterei Beſſunger Forſthaus öffentlich
meiſtbietend verſteigert. Insgeſamt kom=
men
zum Ausgebot:
Langholz im: Eiche 3. Kl. 0,30
(Abt. 36b); Buche 3. Kl. 0,59 (Abt.
20), 4. Kl. 3,69 (Abt. 15, 20, 38c),
5. Kl. 0,51 (Abt. 19a/: Erle 2. Kl.
0,34 (Abt. 17); Lärche 1a 1.95
(Abt. 17), 1b 6,05 (Abt. 17, 18a,
36b, 12), 2a 2,63 (Abt. 18 a, 26 a),
3a 0,99 (Abt. 17): Fichte 1a 7.13
(Abt. 12), 1b 8,07 (Abt. 19a, 12),
2a 3,89 (Abt. 12). Derbſtangen
Fichte 1 3 Stück (Abt. 12); Reis=
ſtangen
Douglaſien IV 26, V 70,
V1 75 und VIl 105 Stück z. T.
als Bohnenſtangen geeignet (ſämtl.
Abt. 22) und Nutzſcheit Buche geſpal=
ten
2 rm (Abt. 36b).
Anſchließend werden aus den Diſtrik=
ten
Kirſchſchlag 19a und 20 und Dom=
merberg
15 der Förſterei Böllenfalltor
verſteigert:
Brennſcheiter rm: Buche 288,9 Eiche
29; Brennknüppel rm: Buche 69, Eiche
13. Blau geſtrichene Nummern wer=
den
nicht verkauft.
Sämtliches Holz iſt vor der Verſtei=
gerung
anzuſehen. Auskunſt erteilen die
Herren Förſter Benſel, Böllenfalltor, Fern=
ruf
3445 und Leyerer, Beſſunger Forſt=
haus
, Fernruf 2666.
(1116
Darmſtadt, den 15. Januar 1932.
Heſſ. Forſtamt Darmſtadt.

Kdrloſ. Ehep. ſuch=
2 mod. möbl. Zim.
m. Küchenb. Prs.=
Ang. u. L. 10 Gſch.*

Leeres, ſep., heizb.
Zim. geſucht. Ang.
unt. K. 247 Gſchſt*

Mittwoch, den 20. Januar, vorm. 9½
Uhr, wird in Arheilgen (Wirtſchaft
zum Schwanen) aus Forſtort V Nied.
Hirth. Hegſtück 19, 20. Hohes Hirth.
Hegſtück 21, Jagen 23, VI Hirtenhaus
8. 9, Prinzenſchlag 10, Ramſtadt 11, 12.
Luderplatte 7. 14, 17 nachſtehendes
Brennholz verſteigert:

Scheitholz, rm: 328 Buche, 1 Hain=
buche
70 Eiche, 8 Kiefer, 1 Lärche,
1 Fichte. Knüppelholz, rm: 125 Buche,
8 Hainbuche 254 Eiche, 7 Birke, 8 Kie=
fer
, 10,8 Lärche (davon 8,8 rm 2,5 m
lang), 1 Fichte, 3 Weymouth. Reiſer=
holz
1. Kl., rm: 95 Buche, 135 Eiche.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung
einzuſehen. Mit H geſchlagene Num=
mern
kommen nicht zum Ausgebot.
Auskunft durch Förſter Heger, Forſt=
haus
Kalkofen (Tel. Meſſel 7) und
(1086
unterzeichnetes Amt.
Darmſtadt, den 14. Januar 1932.
Forſtamt Kranichſtein.

Bolzoerſteigerang Mr. 0.

Nuh= und Brennholz=
verſteigerung
Ar. 1

(Gemeindewald Ober=Ramſtadt).
Dienstag, den 19. Januar 1932, vor=
mittags
9 Uhr beginnend, werden im
Gaſthaus Zum Löwen aus Finſter=
höllenberg
und verſchiedenen Forſtorten
verſteigert:
Nutzholz.
Stämme:
6,53 fm
5 Stck. buchen Klaſſe 4
17 eichen 24 11,25
31 kiefern 2b3b 16,22
20 lärchen 1a u.1b 6.19

fichten

2a u. 2b 10,75
Za
0,73
1b u.2a 1,14

Derbſtangen: 36 Stck. fichten Kl.
95
265
1.
Reisſtangen: 35
Brennholz.
Scheiter, rm: 220 buchen.
Knüppel, rm: 21 buchen, 14 kirſchbaum
und 1,5 kiefern.
Reiſerholz, rm: 1. Kl. 12 buchen, 3. Kl

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Zum Ausgebot kommen die Brenn=
holznummern
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600-716, ausgenommen die unterſtrichenen
Nummern. Nähere Auskunft durch
unterzeichnetes Amt und Herrn Förſter
Harniſch zu Forſthaus Emmelinenhütte.
Ober=Ramſtadt, 15. Januar 1932.
Heſſ. Forſtamt Ober=Ramſtadt.

Izoeeit

Donnerstag, den 28. Januar 1932,
nachmittags 3 Uhr, wird in der Bür=
germeiſterei
die Gemeindejagd auf wei=
tere
ſechs Jahre verpachtet. Das Jagd=
gebiet
umfaßt etwa 310 Hektar. Die
Bedingungen werden in der Verſteige=
rung
bekannt gegeben. Ernſthofen liegt
an der Poſtomnibus=Strecke Darmſtadt
Lindenfels.
(1082
Ernſthofen, den 13. Januar 1932.
Heſſ. Bürgermeiſterei Ernſthofen.
Maul.

Dienstag, den 19. Januar 1932,
vormittags 10 Uhr anfangend, werden
im Gundernhäuſer Gemeindewald
verſteigert:
19 Kiefernſtämme, Kl. 3a, 3b, 4a
5b mit 25,45 fm.
24 Kiefernabſchnitte Kl. 3a, 3b, 4a,
4b mit 19,07 fm.
47 Kiefernſchwellen 1. Kl. m. 23,55fm.
74 Fichtenſtämme von Kl. 1a bis
4a, hauptſächlich ſtärkere Stämme
Kl. 2b, 3a,. 3b mit 95,76 fm.
33 Lärchenſtämme Kl. 1a, 1b, 2a,
2b, 3a, 3b mit 29,62 fm.
Zuſammenkunft auf der Abtriebfläche
in Abt. 10 des hieſigen Gemeindewaldes
Bei ſchlechter Witterung findet die Ver=
ſteigerung
in der Wirtſchaft von Weygandt
(früher Hanſtein) zu Gundernhauſen ſtatt,
das Holz wäre im letzteren Falle vorerſt
einzuſehen.
Die unterzeichnete Stelle iſt zu weiteren
Auskünften gerne bereit.
Gundernhauſen, den 15. Jan. 1932.
Heſſ. Bürgermeiſterei
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[ ][  ][ ]

ſtaummer 16

Samstag, den 16. Januar

Kursſteigerungen des engliſchen Pfundes.
Dollarkäufe begünſtigen die Pfundſkeigernng.
Wieder ſprach man von Tauſchoperationen, Pfandbriefe gegen Aktien,
wodurch ja auch die relativ ſchwache Veranlagung des Pfandbriefmarkts
Ueberraſchung in der Ciky.
eine Erklärung findet. Gegen Mittag ſetzte vom Rheinland her erneut

An den internationalen Deviſenmärkten hat ſich das engliſche Pfund,
bereits vorgeſtern abend auf 3,462½ gegen den Dollar angezogen
txe, weiter kräftig beſſern können und erreichte geſtern wieder einen
urs von über 3,50, den es ſeit dem 30. November nicht mehr hatte. Cs
eltte ſich geſtern morgen auf 3,46¾, befeſtigte ſich dann auf 3,50½, gab
de gegen Mittag auf 3,49½ wieder nach. In internationalen Deviſen=
eſſen
führt man die Pfundbefeſtigung in der Hauptſache auf eine etwas
ntünſtige Beurteilung des Dollars zurück, der geſtern auch ſchwacher
g. Die Gerüchte über Aufgabe des Goldſtandards in Amerika ſind wie=
ur
aufgetaucht, und man glaubt, daß engliſche Guthaben aus Amerika
nickgezogen werden. Gegen den Gulden ſtellte ſich das Pfund auf
71 ½, gegen Paris auf 89,12, gegen Zürich auf 17,93½, gegen die RM.
u. 14,73. Die RM. war gut behauptet, in Amſterdam ſtellte ſie ſich auf
M77½ in Zürich auf 121,65 und in Paris auf 603½. Die Norddeviſen
auren ebenfalls feſter; die Südamerikaner behaupteten ſich gut. Der
anzöſiſche Fr. war unverändert.
Das plötzliche Anſteigen des Pfundkurſes hat in der City Ueber=
tſchungen
hervorgerufen. Ueber die Urſachen dieſer Kursſteigerung
ihen die Anſichten auseinander. Vielfach wird vermutet, daß die häu=
gm
Dollarkäufe an der Pariſer Börfe der Pfundwährung zugute kamen,
änrend gleichzeitig die andauernden Goldverfrachtungen von Indien
ne England das Pfund geſtärkt haben dürften. Auch das in New York
eroreitete Gerücht, daß die engliſche Regierung Pfunde gegen Dollar
nsekauft habe, wurde hier weiter erzählt.
Berliner und Frankfurker
Effekken=Freiverkehr.
Im geſtrigen telephoniſchen Freiverkehr in Berlin herrſchte ziem=
ch
ſtarke Zurückhaltung ſeitens der Spekulation; die zuverſichtliche
ſrrndſtimung der letzten Tage konnte ſich aber doch erhalten, da man
ois verſchiedener anderslautender Auslandsmeldungen doch mit keiner
eiſſchiebung der Lauſanner Konferenz rechnet. Das Geſchäft hielt ſich
lerdings in ſehr engem Rahmen und die Kurſe waren im allgemeinen
ai dem leicht ermäßigten Niveau von vorgeſtern abend behaupret. Wie=
rl
hatten Spezialwerte Nachfrage zu verzeichnen, zumal in Erwartung
nar baldigen günſtigen Beendigung der Stillhalteverhandlungen wei=
ri
Käufe in dieſen Werten vorgenommen wurden. Nachdem man Oeſter=
ice
entgegengekommen iſt herrſcht die Meinung vor, daß Deutſchland
den Stillhaltefragen nicht ſchlechter behandelt werden kann. Der Ab=
zwächung
gegen Schluß der vorgeſtrigen New Yorker Börſe maß man
ing allzu große Bedeutung bei,, zumal die Kurſe gegenüber dem Vor=
g
, ja noch gut behauptet waren, und vor allem die deutſchen Werte
Auslande weiter feſte Veranlagung hatten. An den einzelnen Märk=
n
waren folgende Veränderungen gegen vorgeſtern feſtzuſtellen: Am
al=kenmarkt zeigte ſich für Reichsbank. Dedi und Handelsanteile etwas
mtereſſe ſo daß zirka 1prozentige Befeſtigungen eintraten, während die
oy gen Werte des Marktes vernachläſſigt lagen. Am Schiffahrtsmarkt
uneen Hapag und Lloyd etwa behauptet. Kunſtſeidenwerte zeigten eine
ſiare Haltung, wobei Aku geſtern etwas mehr in Front lagen, ſo daß
hüder Abſtand gegen Bemberg wieder auf 4 Prozent zirka vergrößerte.
aucbenaktien waren wenig verändert, Elektropapiere ziemlich feſt. Berg=
zun
wären geſtern erſtmalig etwas gefragt, ſonſt blieben die ſchon be=
dra
ugten kleineren Elektrowerte, wie Licht u. Kraft, Geffürel, Berliner
reft und Licht und Schuckert in Front. Kaliwerte eröffneten zirka ein
rißzent über vorgeſtern. Auch Farben waren in dieſem Ausmaße ge=
ſſtrrt
, konnten aber ſpäter ihren Gewinn nicht voll behaupten. Der
ſtverzinsliche Markt war auch geſtern wieder ſehr ruhig und eher ver=
raläſſigt
. Anleihen hatten behauptete Kurſe, auch Reichsbahnvorzugs=
tien
waren unverändert, dagegen konnten ſich Farbenbonds erneut um
5 PProzent beſſern, ſo daß ſie jetzt nur noch zirka 2 Prozent unter den
even liegen.
Nach der Unſicherheit in den Mittagsſtunden ſetzte ſich, von Speziak=
emen
ausgehend, nachmittags eine neue Befeſtigung durch die neue
öcrſtkurſe zur Folge hatte. Es kommt dem Markt zweifelsohne zugute,
ß das Auslandsangebot ſo gut wie ganz aufgehört hat und daß auf
rund der höheren Kurſe auch keine Exekutionen mehr notwendig ſind.

Intereſſe für Montanpapiere ein, ſo daß an dieſem Markte Kursbeſſe=
rungen
bis zu 2 Prozent keine Seltenheit waren. Auch die Nebenwerte
des Elektromarktes (Lahmeyer, Schuckert, Geffürel, Licht u. Kraft uſw.)
blieben gefragt, wobei günſtig kommentiert wurde, daß ſich in Zürich
auch geſtern für deutſche Werte Intereſſe erhielt, obwohl die Börſe ſonſt
im allgemeinen unter Realiſationen litt. Beachtung fand auch, daß in
London deutſche Anleihen weiter gefragt waren und höher notierten.
Die Auslandswerte hatten uneinheitliche Tendenz, während Chadeaktien
erneut 9 Mk. gewannen, büßten Svenska 2 Mk. ihres geſtrigen Gewinnes
ein. Der Pfandbriefmarkt blieb weiter vernachläſſigt und neigte allge=
mein
zur Schwäche, wobei die Rückgänge der einzelnen Kategorien zirka
1 Prozent betrugen.
Die Aufwärtsbewegung an den ausländiſchen Effektenbörſen verlieh
auch dem geſtrigen Frankfurter Telephonfreiverkehr wieder feſte
Tendenz. Die führenden Werte des Elektro= und Farbenmarktes konnten
erneut bis 2 Prozent gewinnen. Aber auch die übrigen Märkte wurden
von der Aufwärtsbewegung mitgezogen. Beſonderes Intereſſe beſtand
für Montanaktien, die bis 1 Prozent anzogen. Im ganzen geſehen, iſt
das Geſchäft jedoch klein Am Rentenmarkt war eine beſondere Bewegung
nicht zu verzeichnen. Die Kurſe waren meiſt auf geſtriger Baſis be=
hauptet
. Am Geldmarkt iſt Tagesgeld etwas geſucht. Die Sätze hielten
ſich aber auf unvereändertem Niveau.

Die Auslandsbörſen.

Auf Grund der Meldungen aus Wallſtreet eröffnete die geſtrige
Londoner Börſe in unregelmäßiger Haltung, britiſche Staats=
papiere
lagen ſtetig, Oelaktien tendierten feſt, internationale Werte da=
gegen
neigten zur Schwäche.
Die Tendenz der Börſe war im Verlaufe gut ſtetig, doch ſchwächten
ſich britiſche Staatspapiere auf Realiſationen leicht ab. Verſchiedene in=
ternationale
Werte hatten ſehr lebhaftes Geſchäft. Induſtriepapiere waren
leicht rückgängig.
Zu Beginn der geſtrigen Pariſer Börſe zeigte ſich eine gewiſſe
Unregelmäßigkeit, doch wurde die Tendenz i Verlaufe feſt, und bei leb=
haftem
Umſatz ergaben ſich wiederum Kursbeſſerungen.
Das Geſchäft an der Brüfſeler Börſe war ebenfalls ſehr
lebhaft; nach Schwankungen kam zum Schluß eine feſtere Tendenz zum
Durchbruch.
Die Stimmung an der Wiener Börſe war freundlich und die
Kurſe konnten ſich überwiegend etwas befeſtigen.
Die New Yorker Börſe eröffnete wiederum in feſter Haltung.
Die Stimmung bleibt zuverſichtlich und das durch Gewinnmitnahmen
herauskommende Material findet ſchlank Aufnahme.
An den internationalen Deviſenmärkten liegt der
Dollar aus den bereits erwähnten Gründen am Nachmittag recht ſchwach.
Die beabſichtigte Kreditexpanſion in den Vereinigten Staaten hat eine
gewiſſe Beunruhigung hervorgerufen, und es wurden Dollarabgaben
vorgenommen.

Berliner deviſen=Feſtſehung vom 15. Januar 1932. Geld Brief Geld Brief Helſingfors 6.054 6.066 Spanien 35.66 35.74 Wien 49.95 50.05 Danzig 81.87 82.03 Prag 12.465: 12.485 Japan 1.548 1.552 Budapeſt 59.94 60.06 Rio de Jan. 0.254 0.256 Sofia 3.057 3.063 Jugoſlawien 7.433 7.447 Holland 168.98 169.32 Portugal 13.34 13.36 Oslo 79.42 79.58 Athen 5.495 5.505 Kopenhagen 80.72 80.88 Iſtambul Stockholm 80.92 81.08 Kairo 15.04 15.08 London 14.69 14.73 Kanada 3.536 3.544 Buenos Aires 1.048 1.052 Uruguay 1.748 1.752 New York 4.209 4217 Island 66.18 66.32 Belgien 58.39 58.51 Tallinn 11.69 111.91 Italien 21.28 21.32 Riga 80.92 81.08 Paris 16.49 16.53 Bukareſt 2.517 2.523 Schweiz 81.92 82.08 Kaunas 41.98 42.06

Wirkſchaftliche Rundſchau.

Die gewerblichen Genofſenſchaften in Heſſen und Heſſen=Nafſau. Die
gewerblichen Genoſſenſchaften in Heſſen und Heſſen=Naſſau nahmen in
den letzten Jahren eine zweifellos günſtige Entwicklung. Bei den be=
richtenden
113 Inſtituten ſtiegen die Einlagen im Spar=, Scheck= und
Kontokorrentverkehr von 117,7 Mill. RM. Ende 1927 auf 150,7 Mill.
RM. Ende 1928 und 168,3 Mill. RM. Ende 1930. Dann fiel ſie auf
168,1 Mill. RM. Ende April 1931 und 164,4 Mill. RM. Ende Juli 1931.
Ende Auguſt 1931 waren noch 150,6 Mill. RM. vorhanden, alſo gerade
ſo viel wie Ende 1928. Immerhin betrugen die Einlagerückgänge ſeit
Anfang 1931 bis Auguſt 1931 per Saldo nur 10,5 Prozent.
Aktienbrauerei Ludwigshafen. Die Geſellſchaft zieht auf Grund der
erleichterten Beſtimmungen der NVO. 200 000 RM. eigene Aktien ein,
wodurch ſich das AK. auf 1,4 Mill. RM. ermäßigt. Als Gegenbetrag
werden 89 898 RM. der ſich dadurch auf 193 308 RM. ermäßigenden Spe=
zialreſerve
entnommen. Aus einem Reingewinn von 159 20 (319 120)
RM. werden der GV. am 30. Januar 4 (12) Prozent Dividende vorge=
ſchlagen
. Der Bericht weiſt auf die ſteuerlichen Ueberbelaſtung und auf
die große Konkurrenz des Weines hin. Die Abſatzverſchlechterung hat im
neuen Jahre 1931/32 noch zugenommen. In der Bilanz erſcheinen die
Anlagen mit 1,28 (1,21), Vorräte 032 (0 41), Effekten 0,19 (0,2), Dar=
lehen
und Hypotheken 0,97 (0,96) und Debitoren 0,13 (0,19), anderer=
ſeits
die Reſerve mit wieder 0,2, Spezialreſerve 0,19 (0,25), Delkredere
0,.13 (0,12), Kreditoren 0,51 (0 49) Mill. RM.
Die Preisindexziffer der Metallwirtſchaft. Metallwiffenſchaft, Metall,
technik, ſtellte ſich am 13. Januar 1932 auf 60,4 gegen 59,0 am 6. Jan.
d. Js. (Durchſchnitt 190913: 100), ſtieg alſo um 2,4 Prozent. Für die
einzelnen Metalle wurden nach dem Preisſtande vom 13. Januar 1232
folgende Einzelziffern errechnet: Kupfer 53,6 (52,1), Blei 68,8 (65,5),
Zink 45,2 (45,2), Zinn 56,7 (540), Aluminium 111,1 (111,1), Nickel 10777
(107,7), Antimon 76,2 (76,2).

Mekallnokierungen.

Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 15. Ja=
nuar
ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg. Bre=
men
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Deutſche
Elektrolytkupfernotiz) auf 71,.25 RM. Die Notierungen der
Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe ver=
ſtehen
ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Original=Hüttenaluminium, 98 bis 99
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren. auf 160 RM., des=
gleichen
in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, auf 164 RM.,
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Am Geldmarkt war keine Veränderung der Sätze eingetreten und der
Medio als ſolcher ſcheint ziemlich normal verlaufen zu ſein. Das An=
gebot
in Privatdiskonten war allerdings wieder ziemlich groß.
Auf der in Kaſſel abgehaltenen 43. Hauptverſammlung des Vereins
deutſcher Fahrradinduſtrieller e. V. wurde auf die ſchwierige Lage der
Fahrrad=, Fahrradteile= und Zubehör=Induſtrie hingewieſen; die Ver=
hältniſſe
in der Fahrradinduſtrie haben in den letzten Jahren zu äußerſt
kriſenhaſten Erſcheinungen geführt Eine Beſſerung kann nach Auffaſſung
der Mitgliederverſammlung erſt dann eintreten, wenn die allgemeine
Wirtſchaftskriſe behoben iſt.
Die Düſſeldorfer Beſprechungen zur Bildung eines Weſtdeutſchen
Dachpappenkartells ſind ergebnislos verlaufen. Eine Ueberbrückung de
ſich ergebenden Gegenſätze, beſonders bezüglich der Organiſationsform,
war nicht möglich.
Die Süddeutſche Zinkblechhändlervereinigung hat ihre Preiſe mit
Wirkung ab 15. Januar um 3 Prozent erhöht, nachdem ſie am 14. Dez.
vor. Js. ebenfalls um 2 Prozent erhöht worden waren.
Den Ausführungen in einer AR.=Sitzung der Adam Opel A. G. ent=
nehmen
, wir, daß es der Geſellſchaft gelungen iſt, ihre Belegſchaft mit
annähernd 6000 Arbeitern und Angeſtellten über den Winter durchzu=
halten
. Seit dem 4. Januar wird pro Woche wieder fünf Tage unge=
kürzt
gearbeitet.
Der Tſchechiſche Miniſterrat genehmigte das Geſetz durch das die
Regierung ermächtigt wird, einen Kredit bis zu einer Milliarde Kronen
aufzunehmen. Davon ſollen rund 800 Mllionen in Frankreich aufgenom=
men
werden.
Der Wochenausweis der Federal=Reſervebank weiſt eine Verminde=
rung
des amerikaniſchen Goldbeſtandes um 10 513 000 Dollar aus.. Da=
von
ſind 4 370 000 Dollar an Frankreich, 237 000 Dollar an Holland und
220 000 Dollar an die Schweiz abgegeben worden.
Die Bank von England hat einer weiteren Verlängerung des der
Oeſtereichiſchen Nationalbank in Höhe von 100 Millionen Schilling ge=
währten
Kredits zugeſtimmt.

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Seite 12 Nr. 16

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiich. Neueſt. Nachrichten

Samstag, 16. Januar 1932

arniter Oumtnett

Stets Samstags nachts durchgehend geöffnet

UNALONLTHEAIHER

Heute Samstag, nachm. 2.30 Uhr
u. morgen Sonntag vorm. 11.15 Uhr
Gastspiel
des bekannten Film-Regisseurs

Walter lerven

mit seinem urkomischen

Fi.me aus der Anfangs-
zeit
des Lichtsplels

Eine historisch-amüsante Rückschan!
Heute vor den neuen Entwicklungen des Films
besonders aktuell.

WALTER IERVEN macht den Er-
klärer
von anno dazumal. Man sieht
u. a.: Der ERSTE FILM der WEI
vom Jahre 1895 DIE macnn
DER LIEBE (handkoloriert) KöNIG
LEARDER AINDERRAUB-VER-
LORENE EHREFRÜHLINGS-ER-
WACHEN früheste TONFILMIB mit
den dazu gehörigen alten Platten, Ferner DER
GEHORCHENDE FILM (die Darsteller
auf der Leinwand gehorchen wie lebende Menschen!
Das Publikum bestimmt die Handung!)
(V.998
So urteilt die Presse:
Die Wärttemberger Zeitung sagt: Men
bog sich vor Lachen! Man mußte Pausen ein-
schieben
damit das Gelächter sich legen konnte!
Beifallsstürme erschutterten das Haus. . . . .
Tempo, Berlin: Das war vicht nur der
lustigste Abend der Saison! Er war auch inte-
ressant
und lehrreich! Bravo, IERVEN..."

Vorverkauf an der U.-T-Kasze.
Einheitspreise: Saal 1.00, Balkon 1.50
Jugendliche halbe Preise.

O Sie lachen Tränen!0

H

Hente
folgende Tage

Bis auf Weiteres

Heute Samstag Erstaufführung

und

bucht

Der beliebte Komiker
FELIA BRESSART
in dem großen Tonfilm-Lustspiel

Heinrich Heisel ans Kötschenbroda
der gemätliche Sachse in allen Lebenslagen die
größten Lacherfolge in:

Gerda Maurus
und
Harry Frank
in dem sensationellen

Kriminal-Tonfilm der Ufa

Aeher

Regie: Alfred Zeisler.

Der Herr
Mtuf
Bürovorsteher

Spannend-
geheimnisvoll
,
aufregend

Der köstliche, originelle
Schwank nach dem
Bühnenschlager von
Arnold und Bach

Mlttututtutif
Müt
mit Herm, Thiemig, Alfred Abel u. v. a.
Regie: Hans Behrend.
Ein lustiges Volksstück nach dem bekannten
Bühnenstück Konto X‟
Bresgart beweist in einer Fülle amüsanter
Episoden, daß er der Herr Bürovorsteher ist
und zwar ein Vorsteher mit besonderen Arbeits-
methoden
und besonderer Moral.
Vorher das interessante Beiprogramm
Jugendliche haben Zutritt. V.1134

ist dieser Tonfilm vom Ton-
film
in dem Sie Schau-
hörer
von Aufnahmen zu
einem Eifersuchtsdrama‟
im Tonfilm-Atelier sind,
das Ihnen hier zum ersten-
mal
seine Geheimnisse
offenbart.

In den Hauptrollen:
Fritz Schulz als Heinrich Meisel, Ralph A. Roberts,
Betty Bird, Oscar Sabo, Hans Brausewetter u. a.

Ein Film voll heiterer u. komischer Situationen,
die so gescbickt konstruiert sind, daß man aus
dem Lachen nicht herauskommt.

Dazn ein
reichhaltiges

Vorher das tönende Beiprogramm.

Beiprogramm

Zeginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

Beginn: 3.45, 6 u. 8.20 Uhr.

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Mittwochs, Samstags, Sonntags nachts geöfnel

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ab 1 Uhr Gesellschaftsabend
Samstag und Sonntag ab 1/,9 Uhr
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Mittwochs, Samstags und Sonntags nachts geöffnet. (.u=

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Samstags und Sonntags
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gegenAlltagssorgen machen!

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md lachen 11II

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Das große Gelächter:
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Das Wein. Lokal

Heute Samstag u. morgen Sonntag
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Abendessen von 0.30 an

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Café Henke

Milmoch, Samslag, Sonnlag
bis 1/a4 Uhr geöffnet!

Treffpunkt der Gasthausangestellten.
Billard. Vereins-u Gesellschaftszimmer

Alter Ratskeller
Heute Samstag, morgen Sonntag
Große
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Carnevaliſtiſche Janzabende

Samskag,
23. Januar 1932,
8 Uhr:
Haupf=
verſammlung
.

Tagesordnung:
Jahresbericht 1931,
Anträge, Koſtenvor=
anſchlag
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Erſatzwahlen.
Verſchiedenes.
Anträge müſſen bis
zum 20. Januar bei
dem 1. Sprecher J.
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Eeke Fasio mi Frieiriehstaue bis 1.4 Uhr geöffnet!

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Samstag
16. Januar 1932

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Samstag, den 16. und Sonntag, 17. Januar 1932
Der gensationelle Tonülm-Schlager

Draug 1s Har reisbatang

Ein Kriminal-Ton-Film, wie er bis jetzt noch nicht
gezeigt wurde. Ein gefährliches Spiel mit dem
Tode. In der Hauptrolle: Ghariotte Susa.
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II. Schlager:
Der Sträfling von Stambul
Ein spann. Kriminalfilm. Hauptr.: Heinr. Geoige
Sonntag nachm. ½3 Uhr: Jugendvorstellunz.

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Heute Samstag, morgen Sonntag
von 81 Uhr
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Mittag- u. Abendessen
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Sonntag, den 17. Januar 1932
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Heute Samstag, 16. Januar

Schlachtfeſt mit Konzert

Morgen Sonntag, 17. Januar
Konzert
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Samstag 8 Uhr

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Dienstag, 19. Jan., abends ½49 Uhr, beginnt 2"
Hanauer Hof, Heinheimerſtraße, einnezg
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Kurſuspreis 25 (Ratenzahlu g). Ge"
ſ1.4
Anmeldung abends im Saale,
Tanzinſtitnt H. Stoltze-