Einzelnummer 10 Pfennige
*
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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fmmnſthne Verbindlichkeſt für uns. Poſiſcheckonio
Konhr” oder gerſchiſcher Beſteſbu
Franffurt a. M. 4301.
Nabat weg
Nummer 339 Dienstag, den 29. Dezember 1931.
194. Jahrgang
21 mm brelie Zelle im Krelſe Darmſtadt 25 Reichsplt
Finanz=Anzelgen 40 Reick
ſe preſe in Reiſchemark
Im Falle höberer
Aufruhr, Sirell uſw., erliſch
auf Erfüllung der
Anzeigs
und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
o Deuſche B.
n und Darme
ädier und Nationalbant.
it
Yorfeldgefechte zur Reparationskonferenz.
gibt
Das
Dir WemAin und Ork der Tribukkonferenz noch vollkommen offen. — England gegen ein zeitliches Zuſammenfallen
der Reparakionskonferenz mit der Abrüſtungskonſerenz. — Keine Teilnahme Amerikgs
an der Tribukkonferenz? — Engliſch=franzöfiſche Borbeſprechungen.
Mio
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ober, Ieo
„De Ausverkung des Foieler Berichſs.
Dr Vorſitzende des Baſeler Sachverſtändigen=Ausſchuſſes
laun ..
* Ialiener Beneduce, wird in dieſen Tagen, vorausſichtlich
r iſt niche Attwoch, den intereſſierten Regierungen das unmittelbar
Peihnachten fertiggeſtellte Gutachten offiziell überreichen
De Iiech fiard Damit iſt dann der Augenblick für die amtliche
Auswer=
ng ſes Sachverſtändigenberichtes gekommen. In der
Zwiſchen=
ht ſich bereits die geſamte internationale Preſſe mit den
Dei 204 Soel ſchriftlich fixierten Gedankengäugen befaßt. Ein nicht
„ehblicher Prozentſatz der Pariſer Aeußerungen, iſt bereits
giüungsoffiziös beeinflußt worden. Das trifft vor allen
Din=
e Meile n af die franzöſiſchen Stimmen zu, die durchweg zu erkennen
Neuie A beu daß Frankreich den Youngplan nicht opfern will und daß
Böhſtens geneigt iſt, uns eine kurzfriſtige Atempauſe zu
ge=
äce. Ja es wird ſogar zum Ausdruck gebracht, daß es auch
bisherigen Regelung der Ueberweiſung des ungeſchützten
ntis bleiben ſoll, der regelmäßig an uns in Form eines
s zurückgeht. Wir ſtehen alſo ſchon
Lage
mikken im Vorſeldgefecht
hölzer
kllplatte
der großen Reparakionskonſerenz.
er
beuſeren Termin und Tagungsort ſich die Diplomaten
Sbiſt=Rahdurſeit geraumer Zeit unterhalten. Wenn nun poſitiv
gehal=
grwerßel’s Meldungen umlaufen, wonach am 18. Januar im
Gläubiger und Schuldner zuſammentreffen werden, ſo
her
hierzu geſagt werden, daß irgendwelche Verein=
4, ſhin gen noch nicht getroffen worden ſind. Der Streit,
zu Tagungsort der Reparationskonferenz geht noch. Die
rEſoſen möchten mindeſtens eine Stadt in der Weſtſchweiz
gbail twährend die Engländer den Haag vorziehen. Uns iſt es
lh gleichgültig, wo ſich die Regierungskonferenz abwickelt.
ſaben nur das eine Intereſſe, daß die Verhandlungen nicht
huff ſanzöſiſchem Boden, alſo in franzöſiſcher Atmoſphäre vor
ghen und daß der Verhandlungsort ſelbſt von allen Betei=
qüraſch zu erreichen iſt. Ob es zu einem Miniſtertreffen
Januar kommt, bleibt auch noch abzuwarten. Es gilt
uwitſt, einige andere Fragen zu klären. Da iſt in erſter Linie
30
die Berliner Bankierkonferenz.
ſſtherlich noch zwei Wochen in Anſpruch nehmen wird. Man
Xörpaw vohl annehmen, daß die Franzoſen auf die Privatgläu=
Umindeſtens ſo viel Rückſicht nehmen, daß ſie abwarten, was
obatt. dieſen Beſprechungen herausſpringt. Schließlich iſt es ein
dingder Unmöglichkeit, das Reparationsproblem zu behandeln,
1219 olzme noch nicht feſtſteht, wie das neue Stillhalteabkommen
Sſicht: Wir glauben Grund zu der Annahme zu haben, daß
FchEhie=9äubiger bei ihrer Beurteilung der Geſamtſituation etwas
zetraſezb” gehen werden als die Bäſeler Sachverſtändigen. Unter
Umſtänden kann ihr Bericht außerordentlich intereſſant
sor 942
tuch für die Reparationskonferenz von erheblicher Bedeu=
Lukzlverden.
och Berſchiebung der Abrüſlungskonferenz?
inklar iſt im Augenblick, ob nun tatſächlich am 2. Februar,
E5i
Termin für den Beginn der Abrüſtungskonferenz,
feſtge=
en Sie hällic wird. Gewiſſe Regierungen laſſen durchblicken, daß ſie eine
ehges” meſwöchige Verſchiebung der allgemeinen
Abrüſtungskonferen=
andlllbegrißen würden. Sie machen gleizeitig auch darauf
aufmerk=
enstr.lſatn, daß ſich noch die Tagung des Europakomitees am 21. Januar
die des Völkerbundsrates am 25. Januar einſchiebt, ſo daß
den ſr alle dieſe Konferenzen in Frage kommende Perſonenkreis
Arbeiten ſehr überlaſtet wäre. Solange man ſich aber noch
Breisb” ſkein Bild von dem Arbeitsprogramm der Regierungskonferenz
Lodtlun ſem der Abrüſtungskonferenz machen kann, ſolange man alſo
Ru
„uchtweiß, inwieweit ein Hin= und Herpendeln der Miniſter er=
„ecſessfordelich iſt, läßt ſich auch noch nichts über die Ausſichten der
„/‟ Benhungen, namentlich der Engländer, ſagen, die ſchon vor
gubſ Wichn ihre Unzufriedenheit mit dem 2. Februar zum Ausdruck
aicſt / 8elkrcht haben. Hierhinein ſpielt denn wieder
94
die Hallung der Amerikaner,
raussdie ltzt erklären, daß ſie die große Regierungskonferenz
über=
ha uy nicht beſchicken wollen, die aber, wenn es ſo weit iſt, doch
cic wcohl breit ſein werden, einen Diplomaten an den Konferenztiſch
ſtzen. Das eine ſteht aber ſchon ſeit langem feſt, daß ſie über
Schudenſtreichungen nur dann mit ſich reden laſſen, wenn auf der
Steiue Abrſtungskonferenz zufriedenſtellende Ergebniſſe erzielt werden.
ſtroßt Wselange dieſe Konferenz aber dauert, iſt auch noch ein großes
Gahemnis. Es gibt Regierungen, die ſich auf eine halbjährige
Berfungsdauer bereits einzurichten beginnen.
Engliſch=franzöſiſche Miniſkerzuſammenkunfk.
Engländer und Franzoſen werden unzweifelhaft auch
dies=
mielvieder vor der Reparationskonferenz eine
Miniſterzuſammen=
kuhiſ veranſtalten. Aus Paris iſt bereits gemeldet worden, daß
Madonald dem franzöſiſchen
Miniſterpräſi=
duſten Laval eine Einladung überreichen ließ.
(Franzoſen dementieren zwar dieſe Behauptung. In
ei A amtlichen Veröffentlichung des Büros des
Miniſterpräſiden=
teepird heute mittag mitgeteilt, daß, entgegen der geſtrigen
Mel=
duht Miniſterpräſident Laval keine Einladung nach London zu
eiind Beſprechung mit Premierminiſter Macdonald erhalten habe.
3004 De ranzöſiſchen und die engliſchen Sachverſtändigen verhandelten
u wärtig über die Reparationen, und die Möglichkeit einer
Begegnung der beiden Regierungschefs könne erſt ins Auge
ge=
faßt werden, und würde auch erſt opportun, wenn die
Sachver=
ſtändigen ihre Aufgaben gelöſt hätten. Es läßt ſich aber nicht
be=
ſtreiten, daß hinter den Kuliſſen Kräfte am Werk ſind, um eine
engliſch=franzöſiſche Chequers=Beſprechung herbeizuführen. Ob
dieſer Gedanke auf den Staatsſekretär Leith Roß im engliſchen
Schatzamt zurückzuführen iſt, der zur Zeit in Paris verhandelt,
läßt ſich nicht erkennen. Man befürchtet aber, daß das britiſche
Schatzamt wieder einmal Politik auf eigene Fauſt macht, um ſich
das Wohlwollen der Franzoſen zu erringen und Herrn Macdonald
dahin zu bringen, ſeine politiſchen Forderungen etwas zu mildern.
Wir ſind jedenfalls jetzt ſchon ſo weit, daß das Getriebe der
Diplo=
maten untereinander von Tag zu Tag emſiger wird, und daß ſich
nun mindeſtens ſchon in der erſten Januarwoche einigermaßen klar
herausſchälen wird, wie man die widerſtrebenden Meinungen, die
ſich um die Regierungskonferenz, Ort und Einberufungstermin
gruppieren, auf einander abzuſtimmen gedenkt.
*
Frankteich zwiſchen Baſel
und der Regierungskonferenz.
A. Paris, 28. Dezember.
Die außenpolitiſche Entwicklung wird in Paris mit großer
Unruhe verfolgt. Der Bericht der Sachverſtändigen iſt hier noch
immer ſehr umſtritten. Man wollte dieſem Bericht keine
ungün=
ſtige Aufnahme bereiten. Andererſeits betont man aber, daß er
nicht die alleinige Grundlage der Konferenz der Regierungen im
Haag bilden wird. Frankreich hält alſo an der Fiktion feſt, daß
das Ergebnis der Beratungen in Baſel nur ein Gutachten
dar=
ſtellt und für die Regierungen keineswegs bindend iſt. In der
Praxis wurde aber die Arbeit in Baſel ſo ziemlich von den
Re=
gierungen — namentlich von der franzöſiſchen — dirigiert. Das
Ergebnis entſpricht aber trotzdem nicht vollkommen den
franzöſi=
ſchen Erwartungen.
Man ſieht nicht ohne innere Unruhe der kommenden
Regie=
rungskonferenz entgegen. Ihre Bedeutung iſt kaum abzuſchätzen
ebenſowenig will man hier die Frage nicht gerne erörtern, was
folgen wird, wenn die Konferenz zu keinem poſitiven Reſultat
gelangen ſollte. Es ſteht eben für die offiziöſen franzöſiſchen
Kreiſe ſchon jetzt feſt, daß im Haag ein Kompromiß erzielt wird.
Die Erklärungen der einzelnen intereſſierten Regierungen
geben jedoch nicht den geringſten Anhaltspunkt dafür, auf
wel=
cher Grundlage eine Einigung erzielt werden kann. Sie lauten
in der Tat ziemlich intranſigent. Den ſchlechteſten Eindruck hat
das „Nein” des Waſhingtoner Kongreſſes in der Schuldenfrage
hervorgerufen. Kenner der amerikaniſchen Politik betonen zwar,
daß das Vorgehen des Kongreſſes die Politik der Vereinigten
Staaten in der Schuldenfrage nicht endgültig feſtlegt, aber
mora=
liſch iſt damit die Bewegungsfreiheit Hoovers doch beengt. Man
zweifelt ſogar, ob Amerika zur Konferenz einen Beobachter
ent=
ſenden wird.
Sehr viel Bedeutung will man hier jetzt den
Verhandlun=
gen der engliſchen Diplomatie in Amerika beilegen; England
beſitzt bekanntlich auf finanzpolitiſchem Gebiet ein Druckmittel,
das es ſowohl gegen Frankreich wie auch gegen Amerika
verwer=
ten kann. Und dieſes Druckmittel beſteht in der Hinausſchiebung
der Stabiliſierung des Pfund Sterlings
Der engliſche Einfluß arbeitet aber keinesfalls zugunſten
Frankreichs, und ſelbſt die Optimiſten befürchten, daß, wenn es
ſpäter gelingen würde, Amerika zu einem Opfer zu bewegen, dies
nur auf Grund ganz beſonderer Opfer ſeitens Frankreichs
ge=
ſchehen könnte. Vorläufig will man aber darüber nicht ſprechen.
Die Pariſer Preſſe betont nach wie vor die Unverrückbarkeit des
franzöſiſchen Standpunktes.
Die Vorbereitungen zur Reparationskonferenz ſollen jetzt
be=
ſonders eifrig betrieben werden. Als nächſter Termin, der
über=
haupt in Frage kommen könnte, wird jetzt der 18. Januar
ge=
nannt . . ."
Amerika und inkerngkionales Schuldenproblem.
Waſhington, 28. Dezember.
In amtlichen Kreiſen wird es nach wie vor abgelehnt, zum
Baſeler Bericht und zur internationalen Schuldenkonferenz
Stel=
lung zu nehmen. Jedenfalls hat ſich aber an der hieſigen
Ein=
ſtellung zu dieſen Problemen nichts geändert. Dieſe Einſtellung
geht dahin, daß die amerikaniſche Regierung bei der
bekannten Abneigung im Bundeskongreß wie
in weiten Kreiſen der amerikaniſchen
Bevölke=
rung gegen ein Anbieten weiterer finanzieller
Opfer nicht wieder die Initiative ergreifen
wird. Im allgemeinen wird der Baſeler Bericht hier als ein
erfreulicher Schritt zur Sanierung der deutſchen Verhältniſſe
be=
grüßt, von deren Geſundung das Schickſal ganz Europas abhänge.
Man erwartet, daß bald eine Konferenz der alliierten
Gläu=
biger zwecks Ausführung der Baſeler Vorſchläge über die
Repa=
rationen einberufen werde. An dieſer internationalen Konferenz
wird Amerika weder aktiv teilnehmen, noch außerhalb der
Konfe=
renz Vorſchläge machen oder Bedingungen ſtellen, da Amerika
keine Reparationen erhält und der Bundeskongreß ſich ſoeben erſt
in der feierlichen Form eines Geſetzesbeſchluſſes gegen eine
Revi=
ſion der alliierten Schuldenabkommen ausgeſprochen hat. In
Amerika wird man vielmehr abwarten, was die Gläubiger
Deutſchlands beſchließen. Sollten ſie eine Reduzierung oder
wei=
tere Stundung ihrer Schulden an Amerika wünſchen, ſo müßten
ſie — wie es heißt — dieſe Wünſche hier formell anmelden, bevor
die amerikaniſche Regierung in irgendeiner Form in Aktion
tre=
ten kann.
* Die Welk an der Jahreswende.
Frankreich und ſeine Kolonien.
III.*)
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, Ende Dezember 1931.
Das Jahr 1931 ſollte einen Wendepunkt in der franzöſiſchen
Kolonialpolitik bedeuten. Die mit ungeheurer Anſtrengung
organiſierte koloniale Ausſtellung war dazu beſtimmt, den
„Empiregedanken” in Frankreich zu einer Realität werden zu
laſſen. Das „größere Frankreich” ſollte in dieſer
Ausſtel=
lung ſeinen Ausdruck erhalten und der einfache Bürger dazu
gebracht werden, ſich als dieſem größeren Frankreich angehörig
zu fühlen. Das Schickſal wollte anders: Das Jahr 1931 iſt das
Jahr der Enttäuſchungen geworden. Und nicht nur
Enttäuſchun=
gen materieller Natur. Der tief in der franzöſiſchen Volksſeele
ſchlummernde Skeptismus iſt wieder wach geworden, das
„vozu”, das jeder franzöſiſche Kolonialpolitiker mehr zu
be=
fürchten hatte als alle ſachlichen Entgegnungen, klingt aus dem
geſpenſtiſchen Schweigen, mit dem man heute in Paris alle
kolonialpolitiſche Fragen umhüllt, heraus.
Die Kriſe der Rohſtoffe bedeutet
notwen=
digerweiſe die Kriſe der Kolonien. Und dieſe Krife
ſchnitt ſo tief in die Gedankenwelt der Gegenwart ein, daß auch
eine Kriſe des kolonialpolitiſchen Gedankens unvermeidlich war.
Frankreich kann dem britiſchen Beiſpiel nicht folgen und ſich ſamt
ſeinen Kolonien zu einem wirtſchaftlichen ſich ſelbſt genügenden
Ganzen erklären. Es kann weder die Produkte ſeiner Kolonien
ganz aufnehmen, noch für ihre wirtſchaftlichen Bedürfniſſe voll
aufkommen. Von einer einheitlichen Zollpolitik für alle Kolonien
ſprechen nur Träumer; für die praktiſchen Politiker ſind ſolche
Ideen nur gegenüber anderen Staaten da, mit denen man eben
verhandelt ...
Nicht nur aus wirtſchaftlichen Gründen iſt es aber um die
Kolonien ſtill geworden. Die franzöſiſche Außenpolitik
ſteht jetzt nicht im Zeichen der Entente Cordiale.
Im Gegenteil, man iſt davon weiter entfernt als je ſeit dem
Kriege. Das franzöſiſch=engliſche Zuſammengehen war von
Europa her nie ganz zu verſtehen, denn ſein Weſen machte zur
Hälfte immer die kolonialpolitiſche Zuſammenarbeit aus. Ihr
Fehlen wirkt notgedrungen auf die franzöſiſche Kolonialpolitik
zurück. Nimmt man noch zu dieſen Faktoren den Umſtand, daß
die Nadikale Partei, die ihren Doktrinen entgegen die beſten
Kolonialpolitiker liefert, ſeit Jahren in der Oppoſition iſt, ſo
wird man die gegenwärtige Situation noch beſſer verſtehen. Doch
nach den Wahlen kann das anders werden ...
Die reichſte der Kolonien, Iudochina, iſt
durch die Wirtſchaftskriſe am härteſten
getrof=
fen. Der Export ging um ein Drittel zurück, der Import um
die Hälfte. Die Lage des Reisbaues iſt kataſtrophal. Der
Haupt=
abnehmer für den indochineſiſchen Reis war China. Und Chiua
kann — wenn überhaupt — nur mit Silber zahlen. Und das
Silber gilt in Indochina nicht mehr als Währung. Dir
Reis iſt zu annehmbaren Preiſen unverkäuflich; die
ie=
rung muß der Landwirtſchaft Kredite gewähren, um den
Reis=
bau vor dem gänzlichen Verfall zu retten. Mit dem Kautſchuk
ſteht es noch ſchlechter; trotz der Subventionen gehen die
Plan=
tagen zugrunde. Den Todesſtoß verſetzte ihnen die Entwertuug
der engliſchen Währung, Kautſchukpreiſe werden nämlich in
Pfund kalkuliert. Der Kohlenbergbau leidet unter der
Staquie=
rung der lokalen Induſtrie, die Zinuminen, die den größten
Reichtum des Landes bildeten, mußten zum Teil den Betric0
einſtellen. Daß unter ſolchen Verhältniſſen die politiſche Lage
ſich nicht beſſern konnte, iſt ſelbſtverſtändlich. Die kommnniſtiſche
Propaganda, die im Vorjahre ihren Höhepunkt erreichte, iſt uoch
nicht überwunden, ſie hat das Vertrauen — auch finanziell —
tief erſchüttert. Indochina iſt heute die Kolonie Frankreichs, die
politiſch die meiſten Sorgen verurſacht. Von einer Klärung iſt
man noch weit.
Was für Indochina die chineſiſchen Unruhen bedeuten, iſt für
Franzöſiſch=Hinterindien die antieuropäiſche und nationaliſtiſche
Agitation in Indien. Daß Gandhi in Paris von den offiziellen
Kreiſen ſo froſtig empfangen wurde, iſt damit zu erklären. Die
wirtſchaftliche Depreſſion macht ſich in Franzöſiſch=Hinterindien
ſehr ſtark fühlbar, der Verkehr in dem Hafen von Pondichéry,
der einmal ernſtlich mit Madras rivaliſierte, iſt bedeutend
zurück=
gegangen. Allerdings ſoll dafür auch die ſchlechte Verwaltung
verantwortlich ſein.
Madagaskar fühlt die Rohſtoff= und Getreidekriſe in allen
Zweigen ſeines Wirtſchaftslebeus. Doch war dort die
Entwick=
lung im Vergleich zu Indochina außerordentlich langſam, und
das erweiſt ſich jetzt als ein Glücksfall. Immerhin mußte man
in einem beſtimmten Augenblick — bevor man die Anleihe
er=
hielt — ſämtliche öffentlichen Arbeiten einſtellen.
Am beſten widerſtanden der Wirtſchaftskriſe
die nordafrikaniſchen Kolonien. Ihr wirtſchaſtlicher
Aufbau erwies ſich als auffallend ſolid. Gerade in Nordafrika
kommt der politiſche Zug des franzöſiſchen Kolonialweſens am
ſtärkſten zur Geltung. Während die Aktivität faſt überall
er=
lahmte, ſetzten die franzöſiſchen Truppen in Südmarokko ihre
Eroberungen fort. Die „Pazifizierung” geht weiter, trotz aller
Nohſtoffkriſen. Es geht dort nicht um Geld, ſondern
um Macht. Kolonialpolitik iſt für Frankreich keine reine
Wirt=
ſchaftspolitik und die politiſchen Werte erwieſen ſich diesmal
feſter als die wirtſchaftlichen. Womit noch nicht geſagt werden
ſoll, daß in Marokko die Lage endgültig ſtabiliſiert ſei. Von den
noch nicht unterworfenen Stämmen, deren Kühnheit
ſprichwört=
lich iſt, ſind immer militäriſche Ueberraſchungen zu erwarten.
Das Wirtſchaftsleben in Algier hat ſich verlangſamt, wenn
dort auch die Verhältniſſe relativ günſtig liegen. Die Zink= und
Eiſenausfuhr nach England und der Phosphatenexport haben
ſtark nachgelaſſen. Zentral= und Aequatorialafrika ſowie Senegal
leiden ſtark unter der Kriſe des Arachidenöls. Es kam ſo weii,
daß alle Banken zugrunde gingen und ſogar die
Emiſſions=
banken in Gefahr gerieten. Doch iſt in dieſen Ländern die
Wirt=
ſchaft elaſtiſch. Und die Subventionen der Regierung bedeuten
ſehr viel.
Die Pariſer Börſe zeigt ein trauriges Bild
von dem Zuſammenbruch der kolonialen Wirt=
D Vergl. unſere Nummern 351 vom 19. Dez. und 356 vom 21. Dez.
Seite 2 — Nr. 359
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 29. Dezember 1931
ſchaft. Die Kolonialpapiere ſind größtenteils unverkäuflich,
große Aktienpakete werden für lächerliche Summen angeboten.
Man wagt es kaum, wirtſchaftlich die Bilanz für 1931 zu ſtellen,
politiſch iſt die Lage auch traurig, wenn auch nicht verzweifelt.
Da gibt es wenigſtens günſtige Ausſichten, doch kann man die
bevorſtehende Genfer Auseinanderſetzung über Syrien nicht zu
ihnen rechnen . . ."
Fazit: Auch an die goldenen Wälle Fraukreichs ſchlägt die
Flut der von Frankreich hauptſächlich verſchuldeten Weltkriſe. ..
*
Gekreideankäufe in Rußland.
die deutſch=ruſſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen
abgeſchloſſen.
Berlin, 28. Dezember.
Die am 14 November von dem Reichswirtſchaftsminiſter,
Prof. Warmbold, mit dem Führer der Sowjetruſſiſchen
Repu=
bliken, Botſchafter Chintchuk, eröffneten
Wirtſchaftsverhand=
lungen, die dem Zweck dienten, den gegenſeitigen
Wirtſchafts=
beziehungen eine feſtere Grundlage und Möglichkeit für eine
wei=
tere Ausgeſtaltung zu ſchaffen, ſind am 22. Dezember durch
Un=
terzeichnung eines Protokolls zum Abſchluß gebracht worden. Die
Beſchlüſſe dieſes Protokolls, die der Genehmigung der beiden
Regierungen unterliegen, dienen insbeſondere der Beſeitigung
von Schwierigkeiten, die infolge der Weltwirtſchaftskriſe auf
allen Abſatzmärkten, und ſomit auch im deutſch=ruſſiſchen
Waren=
verkehr, in der letzten Zeit entſtanden waren.
Im Zuge der deutſch=ruſſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen, die
ſoeben abgeſchloſſen wurden, ſind von der deutſchen
Getreidehan=
delsgeſellſchaft erhebliche Mengen aufgenommen worden. Es wird
behauptet, daß 200 000 Tonnen Roggen, 100 000 Tonnen Weizen
und 100 000 Tonnen Gerſte aufgekauft worden wären. Soweit
wir feſtellen konnten, trifft es zu, daß die
Getreidehandelsgeſell=
ſchaft erhebliche Mengen nach Deutſchland anrollen läßt, die hier
eingelagert werden. Sie hat ſich zu dieſem Vorgehen aus
zweier=
lei Gründen veranlaßt geſehen: einmal weil die Getreideernte
in Deutſchland in dieſem Jahre etwas knapper ausgefallen iſt —
namentlich im Roggen werden wir nicht bis zum nächſten Herbſt
aushalten —, zum andern wird damit gerechnet, daß durch die
Getreideverknappung, womöglich auch durch einen harten Winter,
der unter Umſtänden den Transport behindert, die Preiſe
künſt=
lich in die Höhe getrieben werden. Eine derartige
Preisentwick=
lung entſpricht jedoch nicht den Abſichten der Reichsrgierung. Sie
will daher auf jeden Fall die nötigen Reſerven im Lande haben,
um ungünſtige Auswirkungen von vornherein auszuſchalten.
Deutſche Handelsvereinbarungen mit Oeſterreich,
Ungarn und Rumänien.
Berlin, 28. Dezember.
Der am 5. Dezember d. J. unterzeichnete Notenwechſel im
deutſch=öſterreichiſchen Handelsvertrag wird vom 1. Januar 1932
ab vorläufig angewendet werden. Der Notenwechſel enthält im
weſentlichen die Zuſtimmung Deutſchlands zu einer Herabſetzung
des Kontingents für die Einfuhr von Schnittholz nach
Deutſch=
land aus öſterreichiſchen Grenzſägewerken und andererſeits die
deutſche Zuſtimmung zu einer Erhöhung der öſterreichiſchen Zölle
für gewiſſe Bleiſtiftarten.
Zwiſchen der Reichsregierung und der königlich=ungariſchen
Regierung iſt durch einen am 21. Dezember 1931 in Berlin
aus=
getauſchten Notenwechſel vereinbart worden, daß der am 18. Juli
1931 unterzeichnete deutſch=ungariſche Handelsvertrag vom
28 Dez. 1931 ab vorläufig angewandt werden ſoll. Eine
ent=
ſprechende Verordnung der Reichsregierung wird demnächſt
ver=
öffentlicht werden. Die vorläufige Anwendung iſt auf den Teil
des Handelsvertrags, der mit dem vereinbarten Vorzugszoll für
die Einfuhr von ungariſchem Weizen nach Deutſchland nicht in
Verbindung ſteht, beſchränkt. Der mit dem Vorzugszoll
zuſam=
menhängende Teil des Handelsvertrages ſoll erſt nach
Zuſtim=
mung der in Deutſchland meiſtbegünſtigten Staaten in Kraft
ge=
ſetzt werden.
Das am 19. Dezember 1931 in Berlin unterzeichnete
Zuſatz=
protokoll zu dem deutſch=rumäniſchen Handelsabkommen wird mit
Wirkung vom 1. Januar 1932 ab durch eine Verordnung der
Reichsregierung vorläufig in Anwendung geſetzt werden. Damit
werden diejenigen Beſtimmungen des am 27. Juni 1931 in Genf
unterzeichneten deutſch=rumäniſchen Handelsvertrages vorläufige
Wirkſamkeit erlangen, die mit den vereinbarten Vorzugszöllen
für die Einfuhr von Futtergerſte und Mais aus Rumänien nach
Deutſchland nicht in Verbindung ſtehen. Der mit dieſen
Vor=
zugszöllen zuſammenhängende Teil des Handelsvertrages wird
erſt nach Zuſtimmung der in Deutſchland meiſt begünſtigten
Staaten in Kraft geſetzt werden.
* Nizäd, die Stadt des Konzils.
Von Hans Tröbſt.
Es ſind genau eintauſendſechshundertundſechs Jahre
dahin=
zerollt, ſeitdem das Konzil getagt in Nizäa, das heute die
Men=
ſchen Isnik nennen und das vergeſſen vom Strome der Zeit an
den Ufern des blauen „Sees von Isnik” dahinträumt.
Ein ſeltener Zauber geht aus von dieſer geſtorbenen Stadt,
deren rieſenhafte, wohlerhaltene Befeſtigungen ſo gänzlich
un=
vermittelt aus beſtellten Fluren, aus Obſtgärten und verſtreuten
Laubbäumen aufragen. 5000 Meter im Umfang mißt der
ge=
ſchloſſene Mauerkranz mit ſeinen über hundert Türmen, die aus
dem 12 Meter hohen und 6 Meter breiten Ziegel=Koloß
heraus=
ſpringen — — das ganze ein Bauwerk von überwältigender Größe,
das ſeinesgleichen nur in der langen, geraden Landmauer von
Konſtantinopel hat, die ſich vom „Schloß der ſieben Türme” zum
Goldenen Horn hinzieht. Aber die Mauern von Nizäa wirken
nicht einförmig und eintönig, wie die des großen Theodoſius, ſie
bilden nicht den Abſchluß eines Häuſergewimmels wie in
Stam=
bul, ſie ſind nicht aus einem einheitlichen und deshalb einförmig
wirkenden Guß — — bier in Nizäa entſchleiern ſich auf Schritt
und Tritt dem ſuchenden Auge des Wanderers immer neue,
immer köſtlichere Reize und Ueberraſchungen:
Dort, geſchichtet aus mächtigen, rieſenhaften, polierten Blöcken,
ohne Mörtel, hier aus ſauberem Ziegelmauerwerk, dann wieder
lange Strecken, wie die Byzantiner ſie bauten, Feldſteine durch
doppelte Lagen von flachen, dünnen Ziegeln unterbrochen, die
ſich wie rote Adern durch den in der Sonne flimmernden,
wei=
ßen Kalk dahinziehen. Dann wieder unabſehbare, im Grün der
Bäume ſich verlierende Teile, mit Efeu bewachſen, deſſen Aeſte
ſich wie Schlangen oder wie Rieſenhände mit tauſend langen
Spinnenfingern in den toten Stein gekrampft haben. Und
über=
all dazwiſchen die wuchtigen, breit hingepflanzten Türme aus
rötlichen Ziegeln, weinlaubbewachſen, mit Zinnen und Fenſtern
und vermoderten, verbrannten eichenen Balkenreſten. Da und
dort ſind antike Reliefs vermauert, Schriftplatten und ſeltſame
Götterbilder ..
Vier mächtige Tore durchbrechen dies Wunderwerk antiker
Befeſtigungskunſt, dieſen „Mauerkranz” derheute ein
Nichts einſchließt und der ausſieht, als habe
hier ein Rieſenkind mitten im freien Felde ſich
eine Burg, eine in ſich geſchloſſene chineſiſche
Mauer errichtet. Dieſe vier Tore liegen genau in der
Mitte der vier Hauptfronten, im Norden, Süden, Weſten und
Vom Tage.
Anfangs der Woche werden Arbeitsausſchuß und
Verwaltungs=
rat der Reichspoſt zuſammentreten, um die vorgeſehenen
Ge=
bührenſenkungen im einzelnen feſtzulegen, die ſich auf den Paket=,
Fernſprech= und Telegrammverkehr ausdehnen ſoll.
Das Milchgeſetz vom 30. Juli 1930. die Verordnung über das
Inkrafttreten des Milchgeſetzes vom 15. Mai 1931, die Erſte
Ver=
ordnung zur Ausführung des Milchgeſetzes vom 15. Mai 1931 und
die Preußiſche Verordnung zur Durchführung des Milchgeſetzes vom
16. Dezember 1931 treten am 1. Januar 1932 in Kraft.
Der Hamburger Senat wählte am Montag für das Jahr
1932 Bürgermeiſter Dr. C. Peterſen zum Erſten und Bürgermeiſter
Roß zum Zweiten Bürgermeiſter.
Der Präſident der Regierungskommiſſion des Saargebietes,
Sir Erneſt Wilton, und das tſchechoſlowakiſche Mitglied
Wez=
cenſki ſollen die Erneuerung ihrer Mandate in der
Regierungs=
kommiſſion abgelehnt haben.
Die ungariſche Regierung hat den Handelsvertrag mit
Deutſch=
land am Montag im Verordnungswege in Kraft geſetzt.
Bei der Ankunft Ghandi’s in Bombay kam es zu ernſten
Zu=
ſammenſtößen zwiſchen Ghandi=Anhängern und Angehörigen der
ſogenannten „unterdrückten Klaſſe‟. Die „Unterdrückten”
demon=
ſtrierten mit ſchwarzen Fahnen als Zeichen der Trauer gegen
Ghandi, weil dieſer es auf der Indien=Konferenz in London
ab=
gelehnt habe, ihre Rechte anzuerkennen. In dem Handgemenge
wurden 25 Perſonen ſchwer verletzt.
Amerikas Staatsſekretär Stimſon hat vor einigen Tagen einen
anonymen Drohbrief erhalten, in dem er mit dem Tode bedroht
wurde. Das Haus Stimſons wird durch ein ſtarkes Polizeiaufgebot
bewacht.
Die neue chineſiſche Regierung iſt geſtern gebildet worden.
Zum Präſidenten der Nationalregierung, deſſen Stellung
derjeni=
gen des Staatspräſidenten in den weſtlichen Demokratien
ent=
ſpricht, wurde Lin=ſen, der frühere Präſident des Geſetzgebenden
Rates. ernannt. Präſident des Vollziehenden Rats (
Miniſterpräſi=
dent) wurde Sun=fo.
Die Kämpfe in der Nähe von Tſchintſchau dauern fort. Die
japaniſchen Truppen rücken in drei Kolonnen nach der Südoſt=
Mandſchurei vor. Eine neue japaniſche Brigade befindet ſich auf
dem Wege nach der Mandſchurei.
Es wird erwartet, daß die Vereinigten Staaten den
japani=
ſchen Vormarſch mit weiteren Bekundungen des Proteſtes und der
Beſorgnis begleiten werden, daß aber die japaniſchen Antworten
darauf ſtillſchweigend zu den Akten gehen werden, da eine weitere
amerikaniſche Aktion vorläufig nicht in Frage zu kommen ſcheine.
E
*
Gegen den „Schandverkrag”.
Für den „Weltfrieden”
Hamburg, 28. Dezember.
Wie das „Hamburger Fremdenblatt” berichtet, hat geſtern
mittag ein ehemaliger Marineofizier aus Niebüll von einem
ge=
charterten Flugzeug aus Flugblätter über der Stadt abgeworfen,
in denen gegen den Verſailler Vertrag proteſtiert und für den
Weltfrieden eingetreten wird. Darauf kehrte der Pilot nach dem
Flughafen zurück, wo er von der Flughafenpolizei verhaftet
wurde. Er gab bei ſeiner Vernehmung an, nach Hamburg
gekom=
men zu ſein, um die Propaganda für den Weltfrieden und gegen
den „Schandvertrag” aufzunehmen. Das Flugblatt habe er mit
Gleichgeſinnten in Niebüll herſtellen laſſen. Wie das „
Fremden=
blatt” weiter meldet, ſollen von Niebüll aus Flugblätter gleichen
Inhalts auch auf däniſchem Gebiet verteilt worden ſein.
Von der Polizei wird zu dem Vorfall noch mitgeteilt, daſ
ſich der Flieger wegen Verſtoßes gegen die Verordnungen der
Reichspräſidenten vom 28. März und 8. Dezember 1931 zu
ver=
antworten haben werde. Weiter wird noch bekannt, daß ſich der
Verhaftete am Sonntag für ſein Unternehmen ein kleines
Klemm=Flugzeug der Fliegerhorſt Nordmark G. m. b. H.
mie=
tete, das von dem Piloten Matthießen geſteuert wurde. Das
Flugblatt enthält auf der einen Seite ein Gedicht „Wie lange
noch?” das ſich gegen den Verſailler Vertrag wendet. Es iſt
unterzeichnet: Dr. W. Die andere Seite füllt ein Artike
„Deutſche Weihnacht”, in dem ausgeführt wird, daß der
Weih=
nachtsfrieden wohl gut gemeint ſei, daß der Kampf gegen die
Kriegsſchuldlüge aber keine Pauſe kennen dürfe. Dieſer Artike
trägt die Unterſchrieft: „Ein Ueberlebender der alten Gneiſenau”.
Das Flugblat iſt in der Druckerei eines Niebüller
Zeitungsver=
lages hergeſtellt.
Die „Nordfrieſiſche Rundſchau” in Niebüll, in deren
Drucke=
rei das über Hamburg abgeworfene Flugblatt hergeſtellt wurde,
teilt zu dem Vorfall noch mit, daß es ſich bei dem Verhafteten
um einen aus Leipzig ſtammenden und ſeit längerer Zeit in
Nie=
büll als Zahnarzt anſäſſigen Dr. Wenberg handele. Wenberg ſei
Vorſitzender des Marinevereins, Kadett auf der „Gneiſenau” und
im Kriege Deckoffizier geweſen. Das Flugblatt, von dem der
Verlag nicht gewußt habe, zu welchem Zweck es verwendet
wer=
den ſollte, ſei auch an die BJ3. nach Baſel geſchickt worden.
Von einer Verbreitung des Blattes auch in Dänemark wiſſe man
in Niebüll nichts.
Oſten, und ſind durch zwei ſchnurgerade, genau im Zentrum der
alten Stadt ſich rechtwinkelig ſchneidende Straßen verbunden.
Vom „Tor von Lefke” erblickt man einen Ausſchnitt des
blitzen=
den, blauen, leuchtenden Sees, dort wo einſt das „See=Tor”
ge=
legen. Vom „Tor von Stambul” im Norden ſieht man die
Baſtio=
nen des „Tor von Jeniſchehir” 269 erbaut, bei dem einſt
die Kreuzfahrer unter Gottfried von Bouillon
den Hauptangriff anſetzten und wo ſie mit
ſtür=
mender Hand in die Stadt eindrangen. Machtvoll
und groß wirken dieſe drei gewaltigen, erhaltenen Tore, mit
Ju=
ſchriften und Reliefs, mit Niſchen und ſteinernen Theatermasken
geſchmückt. Aber das „Lefke=Tor” iſt doch das ſchönſte unter
ihnen: ein zierlicher, niedriger, mit Efeu bewachſener Aquädukt
führt darauf zu, mit Inſchriften des Jmperators Hadrian und
geſchützt durch vorſpringende, mächtige Rundtürme. Sie erinnern
an die „dicke Margarethe” in Reval, an mittelalterliche deutſche
Befeſtigungen. Dabei eine Vormauer mit Zinnen und
rieſeln=
dem Brunnen — ſo wohlerhalten, daß das
über=
raſchte Auge in der Wachtſtube die geharniſchten
Torhüter ſucht, die mit langen Trompeten oder
gewundenen Hörnern auf dem Mauerkranz
wan=
dern und das Nahen des Fremden verkünden. ..
Aber die Türme ſind verlaſſen und das Gras wuchert zwiſchen
dem breitſteinigen, uralten, vom Lauf der Jahrhunderte
polier=
ten Pflaſter der Straßen. Auf mächtigen, überwucherten
Schutt=
haufen klettern Ziegen, irgendwo ein einſamer, alter anatoliſcher
Bauer, der verwundert die Hand an die Augen legt, das
Plät=
ſchern eines raſtloſen Brunnens, ſonſt das große Schweigen des
melancholiſchen anatoliſchen Herbſtes. Unter dem gewölbten,
dämmernden Torbogen dröhnt und hallt der Tritt, noch ein
Schritt — das Auge hofft ein Stück Nürnberg oder Rothenburg
zu erblicken — unwillkürlich ſtutzt man und wendet ſich um. War
das ganze ein Spuk? Eine Fata Morgana? Nein! — Ruhig und
ſchwer und maſſig und ſchweigend liegen die wuchtenden Mauern
und Türme breit im herbſtlichen Acker, aber ſonſt — ſoweit das
Auge reicht — keine Spur einer menſchlichen Siedlung! Nun
beſtellte Felder, Gärten, Eukalyptusbäume, dichte, ſatte,
immer=
grüne Olivenbäume, zwiſchen denen die gepflaſterte Straße
ſchnurgerade weiterläuft. Seltſam! Als habe die Laune eines
mächtigen Großen aus uralten Zeiten, im Scherz geboren, aus
überſtrömendem Macht= und Kraftgefühl heraus, gänzlich
un=
vermittelt dieſe ſchweigenden Koloſſe in die ſchweigende
Einſam=
keit geſetzt. Wie die Chineſen es taten, als ſie ihre Mauern über
Berge und Täler der Einöden führten . .
Endlich werden Häuſer ſichtbar. Nicht Häuſer: Hütten.
Niedrig, aus Lehm, flüchtig errichtet, halbfertig. Wie Notbauten
Hindenburgs Bokſchaft am Silveſter=
Mahnung zur Einigung und Beſounenheit.
don 3e
Von unſerer Berliner Schriftleitung
Die Reichsregierung hat eine kleine Arbeitspauſe eingelegtm oſſtiel
die aber eigentlich die Bezeichnung Pauſe nicht verdient. Esſ zubamut
haben lediglich der Kanzler, der Reichsfinanzminiſter Dr. Dietrick5 Nousfüh
und der Reichswehrminiſter Groener einen kurzen Urlaub genom=n Fch gezei
men. Dr. Brüning hat am Sonntag abend Berlin verlaſſen, Erdl a der n0
wird in den erſten Januartagen wieder zurückkehren. Infolgedeſſewu =Aeide
wird während ſeiner Abweſenheit der dienſtälteſte Miniſter, glſol zn um
der Reichspoſtminiſter Schätzl, am Neujahrstag beim Empfaneg ür das
durch den Reichspräſidenten das Reiskabinett führen. Die An/
D9N
42
ſprache, die der Reichspräſident an die Mitglieder des Kabinetteht z daß da
und an das diplomatiſche Korps halten wird, wird ſicherlich ſehrf zue Bel
intereſſant ſein. Man glaubt aber, daß die Rundfunkrede desnt üiſſen au
Reichspräſidenten am Silveſter dieſe Anſprache an Bedeutunenu ſtatt
übertreffen wird. Wir glauben richtig unterrichtet zu ſein, wenra c jede
wir annehmen, daß der Reichspräſident ſich namentlich mit deru aum un
Wirtſchaftsnot und den kriſenhaften Zuſtänden beſchäftigen undn hſetzen.
das deutſche Volk ermahnen wird, in den vor uns liegenderſ ſeichem A
Wochen ſchickſalsſchwerer Entſcheidung Einigung und Geſchloſſen=guangen ſpr
heit zu zeigen, weil nur dann unſere Unterhändler auf der Re.u oherein
parationskonferenz in der Lage ſein werden, die deutſche Poy zm Schr
ſition mit Ausſicht auf Erfolg zu verteidigen.
Aich betor
Unerfreuliche Vorgänge der Vergangenheit, die uns außenmft werde
lute Meh
politiſch ſchweren Schaden zugefügt und die Arbeiten unſereule, noch ei
Miniſter auf internationalen Konferenzen ernſthaft in Mitleiden=u w daß
ſchaft gezogen haben, haben den Gedanken auftauchen laſſen, dem! Die
Burgfrieden, der am 3. Januar abläuft, zu verlängern. In Re.u/gram
as Prog
gierungskreiſen wird davon geſprochen, daß eine Ausdehnung desſ, die Se
Burgfriedens innenpolitiſche Exzeſſe verhindern könne, die ſichü eregierun
außenpolitiſch als Belaſtung darſtellen, und daß es dann eimſſlitiot
Leichtes ſein werde, den berufsmäßigen Nörglern das Handwerly//eng
rhalt
zu erſchweren, die ihre vornehmſte Aufgabe immer nur darin er=B,ht heru
blicken, die Miniſter, die für ihr Volk kämpfen, zu verunglimpfemn Weun d
und ihnen in den Rücken zu fallen. Ob es allerdings zu dieſeranuicht
Verlängerung kommt, iſt eine andere Frage. Der Reichstag wirdyſp..
An 2
im Februar wieder zuſammentreten. Schon aus dieſem Grundet ſional
iſt es nicht gut möglich, den gegenwärtigen Zuſtand auszudehnen,m Mrum h.
der ſich dann naturgemäß auch auf den Reichstag ſelbſt erſtreckenr r, vord
dieſer
müßte. Es wird wahrſcheinlich doch alles beim alten bleiben, wass,ᛋ und
natürlich nicht bedeutet, daß die deutſche Delegation auf der Re=LAgen rein
parationskonferenz oder auf der Abrüſtungskonferenz das Freiwilds) ſ2. Die
für gewiſſe extreme Elemente wird. Die Beſtimmungen über dem Mit richl!
die A
Ehrenſchutz in der Notverordnung vom 9. Dezember genügen eigent= m verle
lich nicht, vollkommen einer Vergiftung des öffentlichen Lebensi ens nad
oder einer Verunglimpfung und unſachlichen Angriffen auf die Meipolitiſe
enpoliti
deutſchen Unterhändler vorzubeugen. Trotzdem wird der Reichs=yrſtützt
präſident Worte der Ermahnung im Rundfunk auch an diejenigenn
18 3
richten, die berufen ſind, das deutſche Volk politiſch zu führen. Ess chskanz
iſt anzunehmen, daß Herr von Hindenburg im Anſchluß an dass das
Neujahrsfeſt einen kurzen Winterurlaub nehmen wird.
Neujahrsempfang der „Halloren”
beim Reichspräſidenken.
7r44
verſchie
und
ug, went
3. Der
rtei i
nirum
ich die
Wie bereits gemeldet, wird, Reichspoſtminiſter Schätzl alse
marer
dienſtälteſter Miniſter den Kanzler während ſeiner Abweſenheit?, aber
bei den Neujahrsempfängen beim Reichspräſidenten vertreten, die m Wei
auch in dieſem Jahre in der üblichen Weiſe vor ſich gehen. Neu iſt” ſyn Reie
dabei allerdings, daß vormittags 11 Uhr vor den üblichen Gratu=+ in der
lanten eine Abordnung der „Halloren”, der Halleſchen Salzberg=+ ſcht, ſo
leute, vom Reichspräſidenten empfangen wird. Sie erſchienenn Mtrums
früher regelmäßig in ihrer altertümlichen Tracht zur Neujahrs=+) Das
audienz beim Kaiſer und haben jetzt darum gebeten, den altenn eidlick
Brauch beim Reichspräſidenten wieder aufnehmen zu können.
hrers d
den E.
iu wei
Wiederaufnahme der Verhandlungen
d Geg
zwiſchen Leith Roß und Flandin.
Verſt
Unz in
London, 28. Dezember. 1N deut
„Times” erfährt, daß die Erörterungen, die vor zwei Wochenn
Flan=
nlnüpf
zwiſchen dem Vertreter des britiſchen Schatzamts, Sir Federicn
Leith Roß, und dem franzöſiſchen Finanzminiſter Flandin in Pariss Mern
eingeleitet worden ſind, im Laufe dieſer Woche wieder aufgenome” ſ. Be
men werden ſollen.
Neinte g
der Bagagekolonne im großen Kriege. Sie ſäumen die Lagere0
ſtraße ein: armſelige Läden, hier und da eine Lokanta, eine Tee=s Ile
ſtube. Davor geruhſame Menſchen, die verwundert ſich uner Tungla
blicken nach dem Wanderer aus der großen Welt. Schuttmauern!
Nur
und überwucherte Brandhaufen, wohin das Auge ſieht. Uralie.*
Bäder und Kapellen, in Moſcheen verwandelt, mit breiten, dickehh= Aubecke
niedrigen, plumpen Minaretts, nicht höher als TelegrapheneWi0
ſtangen. Ueberall Storchneſter, Hunderte mit ſchwarzbeinigeh
da=
ſchwarzſchnäbeligen Jungen, die ſchüchtern die erſten FlugvereIaſt
uche machen. Irgendwo „das” neuerbaute „Hotel”. Unten die=ute
Kaffeeſtube, oben drei winzige Räume. Aber das Haus iſt leeh.=aſche
Der Wirt erſcheint: „Fremde!‟ Er traut ſeinen Augen nicht.lem;
„Hoſch geldinis” Willkommen! Umſtändlich entſchuldigt e A der
ſein „ärmliches Haus”
Nur
Und vom Fenſter wandert der Blick hinaus auf die „Stad””= wohle
Ach! Einſt wohnten hier 50 000 glückliche Menſchen und mehl * Aück a
— heute zeigt nur der Mauerkranz die Peripherie von einſſe.
alte
Von den Mauern ſind die Häuſer verſchwunden, an derel ſalt gem
Stelle dehnen ſich Felder und Wieſen mit weidendem Vieh, und hager
langſam iſt dieſe volkreiche Stadt, in der einſt mächtige Kaiſer 3äulen
herrſchten, kleiner und kleiner geworden, bis ſie zuſammene* Untglaſt
ſchrumpfte wie eine vertrocknende, ſaftloſe Frucht. Nur 700 wohe Mr alte,
uen noch in den armſeligen Hütten und faſt eine halbe Stunge Auer alt
muß man jetzt wandern durch Wieſen und Felder und Wüſſ”, d Zerf
bevor man die Tore erreicht.
9t ür
Mit dem Muchtar, dem Gemeindevorſteher, ſtreife ich durg Aarmo
die Ruinen. Eintönig und müde erzählt er von der Herrſchaſt M Sch
der Griechen, damals als vor einem Jahrzehnt dieſes Nizäa als i
Operationsgebiet im Rücken der gegen die Kemaliſten operierene. Jee,
den griechiſchen Armee lag. Von viehiſch geſchlachteten Meuſcheh. „” di
von abgezogener Haut und geſchundenen Frauen, von Folter und
Mord und Brand und Raub — die Schwedenzeit der
Bauernkrieg...vor knapp zehn Jahren ſind ſie
in Nizäa wieder ſchreckliche Wirklichkeit gewor”
den! Und engliſche Offiziere waren dabei, unter deren Augeſ
dieſe Taten geſchahen, im Namen und unter dem Deckmantel de
allerchriſtlichſten aller Religionen. Mit Feuer und Schwert hatle
der Grieche das flache Land verheert, drei lange Jahre hindut!
hat er ſich ein unauslöſchliches Denkmal der Schande in die an
Schrecken reiche Geſchichte der alten Stadt geſchrieben. Die
herk=
liche, weltberühmte „Koimeſis thes Panagias” mit Moſaiken aus
dem 7. Jahrhundert, eine Kirche, die noch bis 1922 ihrer altel
Beſtimmung gedient hat, iſt heute ein einziger Berg von Blöckel
und Schutt, in denen die Kinder der uomadiſierende!
Rückwanderer herumwühlen, und unter denen noch Koſtbarkeite!
ohne Zahl vergraben ſind. Warum haben die Griechen ihre
T9ustag, 29. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 359 — Seite 3
Zur Koalitionsfrage in Heſſen.
der 0.
lon Zentrumsſeite wird uns geſchrieben:
Auf die Antwort des Zentrums an die NSDAP. iſt noch
keime offizielle Rückantwort erfolgt. Dafür bringt aber der
„Hoſſhammer” zwei Artikel, der eine von dem Gauleiter und
Fracktonsführer der NSDAP. Karl Lenz, der andere von einem
Dr., 6ch. gezeichnet, die man vielleicht beide als eine
Umſchrei=
bunn der noch zu erwartenden offiziellen Aeußerung anſehen
dam. Beide ſtempeln die Zentrumsantwort als eine
Ableh=
nun um und wollen dadurch dem Zentrum die
Verantwor=
tumgſüir das Nichtzuſtandekommen einer Regierungskoalition mit
der /SDAP. zuſchreiben. Sie ſehen die Ablehnung bereits
damf daß das Zentrum den nationalſozialiſtiſchen Bedingungen
ei iine Bedingungen entgegenſtellt und damit die
National=
ſozöälſten an den Verhandlungstiſch bringen will. Dr. Sch.
ſprnch ſtatt von Verhandlungen von „Kuhhandel” und will
darnſ jede Erörterung über die künftige Koalition zwiſchen
Zeuhum und Nationalſozialiſten in den Augen der Wähler
hemſſetzen. Herrn Lenz paſſiert dabei das Mißgeſchick, daß er
in glichem Atemzug von den zwölf nationalſozialiſtiſchen
For=
derigen ſpricht, „die für jede chriſtlich=nationale Partei von
vormerein diskutabel ſein müßten”, und davon, daß man
in dm Schreiben der NSDAP. an die Zentrumspartei
aus=
drüſchich betont habe, „über dieſe Punkte könne nicht
disku=
tieſt werden”. Solange die NSDAP. noch nicht über die
ab ſollte Mehrheit im Landtag verfügt und zur
Regierungsbil=
dung noch eine andere Partei nötig hat, muß ſie ſich gefallen
laſſet, daß die andere Partei ſich nicht unter ihre Diktatur
be=
gilkt/ Die Zentrumspartei hat ihr eigenes politiſches
Piigramm, und es kann ihr nicht zugemutet werden, daß
ſie=ds Programm der NSDAP. ſich zu eigen macht. Deshalb
mußdie Selbſtändigkeit beider Parteien in einer
Koali=
ticnregierung durch Verhandlungen ſichergeſtellt werden. Eine
K ilition ohne gegenſeitige Achtung und
Aner=
keemung der Selbſtändigkeit iſt nicht
aufrecht=
zuehalten. Darum kommt auch die NSDAP.
u gt herum.
Wenn die NSDAP. behauptet, daß die zwölf Forderungen
gaſticht parteipolitiſcher Art wären, ſondern
ledig=
lichvolklich und ſtaatspolitiſch, ſo trifft das nicht zu.
An die Spitze ſtellt die NSDAP. die Forderung eines
viſionalſozialiſtiſchen Staatspräſidenten. Das
Z mrum hat ſich mit einem Miniſter für Heſſen einverſtanden
er=ſirt, vorausgeſetzt, daß das verfaſſungsmäßig möglich iſt und
daß dieſer Miniſter überparteilich ſei; das iſt volk=
150 und ſtaatspolitiſch, die Forderung der NSDAP.
daggen reine Parteipolitik.
P. Die Né
AP. mag ihre Außenpolitik ſelbſt für die
alleni richtige halten, für Nichtangehörige der NSDAP. iſt ſie
alle die Außenpolitik einer Partei, und das Zentrum
ken verlangen, gerade im Intereſſe eines geſchloſſenen
Auf=
trins nach außen, daß nicht jedes Land je nach der zufälligen
pereipolitiſchen Zuſammenſetzung ſeiner Regierung eine eigene
Mufenpolitik treibt, ſondern die Außenpolitik des Reichs
u. ürſtützt. Das iſt ebenfalls volklich und ſtaatspolitiſch,
unddas Zentrum ſtellt die Forderung nicht, weil der derzeitige
Fechskanzler aus dem Zentrum hervorgegangen iſt, ſondern
mi das Zentrum die Außenpolitik der Reichsregierung, in der
deeberſchiedenen politiſchen Richtungen vertreten ſind, für richtig
hul und als Verfaſſungspartei die verantwortliche
Reichsregie=
r, wenn irgend jöglich ſtützt.
13. Der Charakter des Zeutrums als
Vefaſſungs=
pitei iſt von Herrn Lenz in Zweifel gezogen. Er hält dem
Sctrum die Notverordnungen des Reichskanzlers entgegen,
dah die eine dauernde Verletzung und Außerkraftſetzung der
Wemarer Verfaſſung durchgeführt worden ſei. In Wirklichkeit
ſin aber ſämtliche Notverordnungen auf Grund
4 Weimarer Verfaſſung erlaſſen und nicht gegen ſie.
Wan Reichskanzler Dr. Brüning in Zeiten ſchwerſter Not von
El in der Verfaſſung vorgeſehenen Notmaßnahmen Gebrauch
lncht, ſo berechtigt das nicht dazu, die Verfaſſungstreue des
Zdtrums anzuzweifeln.
Das Zentrum kann ſich aber umgekehrt nicht begnügen mit
ſiei eidlich erhärteten Legalitätserklärung des oberſten
Khrers der NSDAP., Adolf Hitler, und zwar nicht etwa, weil
a3den Eid des Führers mit einem Fragezeichen verſieht, ſon=
Dn weil gewiſſe Vorgänge in der Partei in Vergangenheit
un Gegenwart berechtigte Zweifel entſtehen laſſen, ob der
„ſerſte Führer ſeine Unterführer noch immer
inz in der Hand hat. Aus den beiden Artikeln hat man
1a deutlichen Eindruck, daß die NSDAP. die ſchwere
rantwortung, die mit dem Eintritt in die Regierung
meknüpft iſt, nicht auf ſich nehmen wird. Daß ſie ihren
Vhlern gegenüber das nicht wahrhaben will, verſteht ſich von
„ebſt. Bei den kommenden Preußenwahlen wird die NSDAP.
ihre ganze Agitation auch gegen das Zentrum
rich=
ten. Wenn ſie dabei in Heſſen gleichzeitig mit dem Zentrum in
Koalition ſtünde, würde das ihren politiſchen Kampf erheblich
lähmen und erſchweren. Es war deshalb von vornherein nicht
zu erwarten, daß ſich in dieſem Zeitpunkt die NSDAP. mit
einer ſolchen Koalition belaſten wird. Sie hat ihre Stärke
bis=
her nur bewieſen in der Organiſtion und
Ausbrei=
tung der Partei. Wie weit ſie imſtande iſt, poſitive Arbeit
zu leiſten, dafür iſt ſie den Beweis noch ſchuldig geblieben, und ſie
wird wenig Luſt haben, das Schauſpiel des Verſagens
vor den Preußenwahlen ihren Wählern zu bieten.
Da=
durch unterſcheidet ſich die NSDAP. weſentlich von den
italie=
niſchen Fasciſten, die nicht jahrelang geredet und agitiert,
ſon=
dern ohne Zögern, die Zügel ergriffen und ihre
Regierungsfähig=
keit bewieſen baben.
in Heſſen.
Die Ausführungsbeſtimmungen
zur Reichsnokverordnung.
Darmſtadt, 28. Dezember.
Das heſſiſche Geſamtminiſterium hat eine Verordnung
er=
laſſen, wonach die durch Reichsnotverordnung ab 1 Januar 1932
angeordnete weitere Kürzung der Beamtengehälter auch für
Heſſen Gültigkeit hat. Die ab 10. Oktober 1931 in Heſſen erfolgte
Sonderkürzung der Beamtengehälter um 5 bis 10 Prozent kommt
in Wegfall, ebenſo die heſſiſche Notverordnung, wonach die
Be=
amtengehälter poſtnumerando gezahlt werden, dafür tritt eine
allgemeine Kürzung von 9 Prozent zu den früheren Kürzungen.
Die von Heſſen angeordnete Freigrenze von 1500 RM.
Jahres=
gehalt beſteht nicht mehr. Es werden ſomit in Heſſen ab 1.
Ja=
nuar 1932 Gehälter bis zu 1500 RM. um 13 Prozent, bis zu 3000
Reichsmark um 19 Prozent, bis zu 6000 RM. um 20 Prozent, bis
zu 12 000 RM. um 21 Prozent, mehr als 12000 RM. um 22
Pro=
zent gekürzt. Der Prozentſatz der Kürzung für Beamte in den
Ortsklaſſen B und C und D iſt in allen Stufen um 1 Prozent
höher. Am 1 Januar wird ein Teilbetrag des Gehaltes zur
Deckung der Miete angewieſen. Wann und in welcher Höhe die
übrigen Gehaltszahlungen geleiſtet werden, iſt noch nicht
be=
ſtimmt. Sie ſollen aber nur nach Maßgabe der vorhandenen Mittel
ſtattfinden und werden vom Finanzminiſter feſtgeſetzt.
Bei denjenigen Ruhegehaltsempfängern, deren Ruhegehalt
nach bisher geltendem Recht aus einem höheren Satze als 75 vom
Hundert der ruhegeldfähigen Dienſteinkommen zu berechnen war,
beträgt der Kürzungsſatz ſtatt 9 Prozent nur 4 Prozent, wenn
der Ruhegehalt von 80 Prozent auf 75 Prozent, 5 Prozent, wenn
die Kürzung von 79 Prozent auf 75 Prozent, 6 Prozent, wenn
die Kürzung von 78 Prozent auf 75 Prozent erfolgt iſt. Bei
Penſionskürzung von 77 auf 75 Prozent beträgt die neue Kürzung
7 Prozent, bei Kürzung von 76 auf 75 Prozent 8 vom Hundert.
Die ſeitherige 1—5prozentige Mehrkürzung der
Ruheſtands=
beamten kommt demnach wieder in Wegfall. Die
kürzungspflich=
tigen Bezüge eines Beamten, Angeſtellten uſw., deſſen Ehegatte
im Dienſte des Staates, Reiches, der Gemeinden oder einer
ſonſti=
gen Körperſchaft des öffentlichen Rechts beſchäftigt iſt oder Ruhe=
und Wartegeld bezieht, unterliegen außer den allgemeinen
Ge=
haltskürzungen einer weiteren Kürzung von 20 Prozent. Hat der
Ehegatte eines Beamten uſw. ein ſonſtiges Einkommen, das den
nicht pfändbaren Teil des Arbeitseinkommens überſteigt, ſo tritt
ebenfalls eine über die allgemeine Gehaltskürzung weitere
Kür=
zung von 20 Prozent ein.
Die Lohnſenkung nach der Rolverordnung.
Berlin, 28. Dezember.
In der Oeffentlichkeit ſind Zweifel an dem zwingenden
Cha=
rakter der in der Notverordnung vom 8. Dezember 1931
vorge=
ſchriebenen Lohn= und Gehaltsſenkung aufgetaucht. Nach der
Auf=
faſſung der zuſtändigen Stellen, die auch in der amtlichen
Verlaut=
barung zu der Notverordnung zum Ausdruck gekommen iſt, kann
kein Zweifel darüber beſtehen, daß die im engſten Zuſammenhang
mit der Senkung des geſamten Preisſtandes ſtehende Herabſetzung
der tarifvertraglichen Löhne und Gehälter ab 1. Januar 1932 kraft
Geſetzes eintritt. Die Tarifvertragsparteien haben lediglich das
aus der Verordnung ſelbſt erſichtliche Ausmaß der Kürzung in den
einzelnen Tarifvertrag als deſſen Beſtimmung zu übernehmen,
wobei ſie im Rahmen der Vorſchriften der Verordnung
Uneben=
heiten beſeitigen können, die ſich etwa aus dem verordneten
Ein=
griff in den Tarifvertrag ergeben. Nur falls ihnen das nicht
ge=
lingt, hat der Schlichter die bindende Feſtſetzung gemäß den
Vor=
ſchriften der Verordnung zu treffen.
Die Prüfung der Bauſparkaſſen.
Unkerſagung des Geſchäftsbefriebes
für Bauſparkaſſen.
Berlin, 28. Dezember.
Der Senat beim Reichsaufſichtsamt für das
Verſicherungs=
gewerbe hat, nachdem das Amt in der letzten Zeit eine größere
Anzahl von Bauſparkaſſen an Ort und Stelle geprüft hat,
ent=
ſchieden, daß in fünf Fällen Antrag auf Eröffnung des
Konkur=
ſes zu ſtellen iſt. In ſechs Fällen hat der Senat die
Betriebs=
unterſagung ausgeſprochen, bei drei Bauſparkaſſen hat er
gleich=
zeitig die Aufſichtseinſetzung eines Vermögensverwalters
ange=
ordnet.
Das Reichsaufſichtsratsamt für Privatverſicherung hat folgenden
Bauſparkaſſen den Geſchäftsbetrieb unterſagt: a) „Eigenſcholle”,
Siedlungs= und Bauſpar=G. m. b. H., Tharandt, b) Spar= und
Kreditgemeinſchaft Bauſparkaſſe AG., Dresden, c) Hypotheken=
und Baukreditgenoſſenſchaft „Hybag” e, G. m. b. H., Dresden,
0) Bavaria”, Selbſthilfe, Bauſpar=G. m. b. H., Augsburg,
e) Stuttgarter Bauſparkaſſe G. m. b. H., Stuttgart, 1) „Quelle‟,
Allgemeine Zweckſparkaſſe G. m. b. H. in Stuttgart.
Der Senat hat ferner bei den nachſtehenden Kaſſen Antrag
auf Konkurseröffnung geſtellt: a) Bau= und Siedlungsſparkaſſe
„Deutſche Heimat” G. m. b. H., Berlin, b) Wirtſchaftshilfe AG.
für Verwaltung u. Finanzierung in Frankfurt a. M., c) „
Deut=
ſcher Baubund” e. G. m. b. H. in Magdeburg, 1) Nürnberger
Bauſpargeſellſchaft G. m. b. H. in Nürnberg, e) Baugeſellſchaft
„Carolus” G. m. b. H. in Frankfurt a. M.
Der Firma „Die Baſis”, Bau= und Zweckſparkaſſe G. m. b. H.
in Nürnberg iſt die Genehmigung erteilt worden, ihren Betrieb
bis zur Entſcheidung über den von ihr geſtellten Antrag auf
Er=
laubnis des Geſchäftsbetriebs fortzuſetzen. Entſprechende Anträge
der Firmen: „Bayern”, Bauſparkaſſe AG. in Nürnberg, und
„Auguſtana”, Bauſpar= und Hypothekentilgungskaſſe G. m. b. H.,
Augsburg, ſind abſchlägig beſchieden worden.
Außerkraftſekung des Mineralwaſſerſteuergeſeßzes.
Das Reichsfinanzminiſterium teilt mit: Durch die 4.
Notver=
ordnung iſt bekanntlich das Mineralwaſſerſteuergeſetz auf zwei
Jahre außer Kraft geſetzt worden. Das Geſetz bleibt jedoch nach
ausdrücklicher Vorſchrift in Geltung für bereits entſtandene
Steuerſchulden. Unter dieſen Umſtänden haben Geſuche um Erlaß
geſchuldeter oder Erſtattung bereits gezahlter Steuerſchulden
keine Ausſicht auf Erfolg, auch wenn ſie ſich auf Warenvorräte
be=
ziehen, die am 1. Januar 1932 noch vorhanden ſind.
Das Reich übernimmt die Waſſerſtraßen.
Berlin, 28. Dezember.
Zur Durchführung der ſeit vielen Jahren von der
Reichs=
regierung geplanten Reform der Waſſerſtraßenverwaltung hat
die Reichsregierung beſchloſſen, den mit Preußen beſtehenden
Staatsvertrag von 1921 zum 1. April 1932 zu kündigen. Die für
die Waſſerſtraßenverwaltung notwendigen Mittel (jährlich etwa
150 Millionen RM.) ſollen bis an die äußerſte Grenze
zurück=
geſchraubt werden und mit größter Wirtſchaftlichkeit eingeſetzt
werden. Während das Reichsverkehrsminiſterium ſeine
Anord=
nungen jetzt über 51 Mittelſtellen und 166 Ortsbehörden leitet,
wird es nach Durchorganiſierung nur noch 12 Mittelſtellen und
122 Ortsbehörden geben. Von den etwa 9200 Km. langen
Reichswaſſerſtraßen entfallen rund 80 Prozent auf preußiſches
Gebiet.
Der Geſetzentwurf ſieht Reichswafferſtraßen=Direktionen vor
in Königsberg, Breslau, Stettin, Berlin, Magdeburg, Hannover,
Hamburg, Münſter, Mainz, München und ſchließlich als 11.
und 12. Stelle die Seewarte in Hamburg und den
Rheinwaſſer=
ſchutz. Die Reichsregierung hofft, daß augeſichts der im Laufe
der Jahre geleiſteten umfangreichen Vorarbeiten die Neuordnung
der Verwaltung ſich in dem kurzen zur Verfügung ſtehenden
Zeitraum verwirklichen laſſen werden wird, zumal die in
Preu=
ßen an allen Strömen beſtehenden Strombaudirektionen einen
großen, feſtenKern abgeben, der ſchon jetzt faſt 100prozentig für
das Reich arbeitet, man alſo nur das Hoheitszeichen zu ändern,
aber keine neuen Behörden zu ſchaffen braucht. Die für einzelne
Stromgebiete bereits anerkannten Sonderverhältniſſe werden
auch weiterhin berückſichtigt werden.
Wiederaufnahme der Slillhalkeverhandlungen
in Berlin.
Berlin, 28. Dezember
Die Verhandlungen über Erneuerung und Abänderung des
Stillhalteabkommens, die infolge des Weihnachtsfeſtes von
Mitt=
woch den 23. bis zum 27. Dezember unterbrochen waren, wurden
am Montag vormittag um 11 Uhr in den Räumen der Reichsbank
in Berlin wieder aufgenommen.
f die
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beilt.
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M
nd
liſene Kirche, die die Jahrtauſende überdauert hat, beim Rückzug
ſebſt zerſtört? Eine Erklärung — hier ſtockt die Logik! Oder
ſag=
id ſie ſich: „Wir werden ſie nicht behalten, alſo ſollen ſich auch
di Ungläubigen nicht daran erfreuen und ſie entweihen?”
Viel=
leſht. Auch Heroſtrat war ein Grieche ..."
Nur die kleine Kuppel in der Nähe, über dem hiſtoriſchen
Zufbecken, in dem noch heute das klare Taufwaſſer ſteht wie
vur 1900 Jahren und mehr, jenes Waſſer, das in alle Welt ging,
we das Jordanwaſſer, ſie iſt erhalten geblieben. Hier, wu
ſeinſt mächtige Große ſich taufen ließen, waſchen
hute die Frauen der Rückwanderer ärmliche
Yäſche, eine erſchütternde Illuſtration zu
inem reſignierten Vanité des vanitées. O
Eitel=
iſt der Eitelkeiten!
Nur der Platz des berühmten Konzils, die Hagia Sophia, iſt
aß wohlerhaltene Ruine bis auf unſere Tage gekommen! Zum
Yück als Ruine! Denn ſonſt hätte wahrſcheinlich auch vor
die=
ſen altehrwürdigen Denkmal neuchriſtlicher Tatendrang nicht
hilt gemacht. In der großen Baſilika ſtehen allerlei
Bauern=
mgen herum, auf den Mauern niſten Störche, zerſprungene
Siulen und Marmortrümmer, Chamiſſoſtimmung . . . Auch das
lintglaſierte Minarett der „Grünen Moſchee”, ein Meiſterwerk
dir alten Kachelmeiſter von Isnik, ragt noch unverändert in
ſener alten Schönheit empor über die Stätte der Verwüſtungen
md Zerſtörungen. Etwas Laſtendes, Müdes und Hoffnungsloſes
ligt über dem Ganzen. Den Menſchen hier fehlt das Abgeklärte,
Hrmoniſche, das die Siedlungen aus alter Zeit haben. Hier,
in Schatten der Titanen, ſtören die Menſchen mit ihren Sorgen
ud Mühen für das Morgen. Draußen erſt in der Meerluft, am
Gee, der wenige Schritte von der Mauer ruhelos rauſcht,
ſchwin=
dit dies bedrückende, erſtickende Gefühl. Von den Reſten der
oſten Mole ſchweift der Blick über die unendliche tote Fläche,
af deren Grund man bei Windſtille vom Boote aus Paläſte
ud mächtige Städte aus Marmor und Granit in der Tiefe
er=
hicken ſoll — hinüber nach den blauen, kahlen Bergen und
zu=
nck, nach den grünverwachſenen Mauern am Waſſer, an deren
zuß Schilf und Rohr im Winde raſchelt, wo die Möven
iigend ſchreien und ſilberne Wellen rauſchend ſich brechen.
Fröſteln der Ernüchterung . . . leer iſt das Geſtade, leer die
ſaſſen der Stadt. Langſam kommt die Dämmerung, die Nacht
zogen, geiſterhaft leuchtet der Vollmond auf ſchweigende
üpreſſen, nur die Störche klappern auf den Mauern, auf den
Frümmern, Tak.. tak. tak . . taktaktaktak . . . wie fernes, rollendes
Naſchinengewehrfeuer . . . tak tak .. taktaktak . . plötzlich
bbrechend, verebbend, verſtummend.
Wie verzaubert wirken jetzt die nächtlichen Gaſſen. Hier
und dort ein Lichtſtrahl aus verhangenen Fenſtern. Ein
ſchwe=
lendes Dungfeuer vor ſchwarzen Zelten, ſchwerfällige Büffel,
im Mondlicht rieſengroß. Wie Elefanten, Saurier.. . Isnit..
Dorf!
das
Aber einſt gab es Kaiſer in dieſem Nizäa ...
Ueber das Problem der Klafik im heutigen Theaker
ſprach geſtern abend Bernhard Diebold=Frankfurt auf
Veraulaſſung des Vereins der Freunde des
Heſſi=
ſchen Landestheaters. Er kennzeichnete zunächſt das
klaſſiſche Drama gegenüber dem heutigen kurzſzenigen, vom
Optiſchen her komponierten und regiemäßig aufs Augenhafte
ab=
geſtellten Schau=Spiel als das weſentlich in einigen wirklichen
Akten aufgebaute Drama, deſſen eigentlicher Inhalt die
Dis=
kuſſion einer geiſtigen Welt ſei. Lange Gedanken, geiſtige
Reſul=
tate in Form von Sentenzen, die deshalb der Regiſſeur nicht
wegfallen laſſen dürfe, ſeien charakteriſtiſch für das klaſſiſche
Drama, wie der optiſche Wechſel für das moderne, das damit
doch die Konkurrenz mit dem Film nicht aufnehmen könne und
von ſeinen eigentlichen Aufgaben abgelenkt werde. Im Verlauf
des Vortrags zeigte Diebold, wie dieſer Unterſchied auf die
ver=
änderte Haltung zur Idee zurückzuführen ſei: die Idee (etwa
des Wahren, Guten, Schönen) war einſt Ausdruck und
Ueber=
zeugung einer geiſtig konzentrierten und geordneten Welt und iſt
heute beſtenfalls ein Ornament, kein inneres Geſetz mehr. Mit
dem Wegfall der Idee als innerer Realität verliere aber der
Menſch ſeine ſpezifiſche Würde und Stellung. Die Bedeutung
der Klaſſiker für uns ſei dies, daß ſie in uns als erhabene
Muſter den Glauben an die Möglichkeit geiſtiger Ordnung und
ethiſcher Einheit wachhielten. — Stark von ſubjektivem Glauben
und teilweiſe gewagten Konſtruktionen (Beziehung zwiſchen
heutiger Technik und formaler Technik der Klaſſik) getragen,
waren die Anſichten des Vortragenden, denen zufolge eine neue
Klaſſik zu erhoffen wäre. Den logiſchen Beſtandteilen der
Dramen des Denkſpielers Georg Kaiſer und der Methode
Pis=
cators wurde eine dahinweiſende Richtung zugeſchrieben. Williger
wird man dagegen Diebolds grundſätzliche Forderung teilen,
daß der Dichter nicht den Film abzuſchreiben, ſondern das
Vor=
handene zu ſynthetiſieren, zu typiſchen Ideen, Figuren und
*
Situationen zu verdichten habe.
Ski=Paradieſe der Alpen.”
„Zwoa Bretter, an g’führigen Schnee, juchhee,
das iſt halt mei höchſte Idee.”
Das iſt die Melodie, die den Film „Der weiße Rauſch”
be=
gleitet, der an den Weihnachtsfeiertagen Tauſende angezogen
und erfreut hat. Seine ſchönſten Landſchaftsaufnahmen findet
man neben vielen anderen in dieſem wunderbaren Buch, das uns
in herrlichen Bildern die ſchönſten Skitouren der Alpen zeigt.
„Dieſe Blätter und Bilder wenden ſich an euch, gute Kameraden
vom langen Holz, die ihr nicht das Glück habt, eure Spur zu
jeder Feierſtunde durch alpine Gefilde zu ziehen und des
Win=
ters Schönheit zu ſuchen. Sie wenden ſich an euch, liebe Gäſte,
die ihr die Erinnerung an ſonnige Stunden auf weißen Bergen
mit euch tragt als koſtbares Geſchenk vergangener glücklicher
Ferientage.” Es iſt wirklich ein herrliches Buch, das uns in
unge=
zählten Bildern durch Bayern, Tirol, die Schweiz und die
Dolo=
miten führt. Wer noch nicht dort war, lernt erſt die
Großartig=
keit der winterlichen Alpen kennen, wer es kennt, findet manches
Bild von eigenen Touren (das er vielleicht nicht ſo ſchön auf
ſeine Platte bekam) und ſchöpft Anregung für die nächſten
Ski=
ferien. Auf viele Gebiete wird hingewieſen, die heute noch kaum
erſchloſſen ſind, aber künftigen Skiruhm wohl verdienen. Der
be=
gleitende Text, von bekannten Alpiniſten verfaßt, erklärt die
bebilderten Touren, beſonders einige Flugbildaufnahmen laſſen
das geſamte Gebiet einiger berühmter Hochgebirgshütten und
ihre Skimöglichkeiten überblicken. So iſt es eine fabelhafte
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ſchau, an der jeder Skiläufer und Naturfreund reine Freude haben
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Dieugag, 23. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 359 — Seite 5
he
Aus der Länveshauptntast.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1931.
* 132 ... ein „Marsjahr” und Schaltjahr.
„Murzjahre” ſind uicht Kriegsjahre. — Die Entſtehung der
„Schaljahre‟. — „Schalttag” iſt nicht der 29. Februar, ſondern
der 4. — „Schalttagsverlobungen” und „Schalttagsehen”.
s Jahr 1932 iſt ein „Marsjahr”, denn der Jahresregent iſt
der Baet Mars. Im Mittelalter würde man dieſem
Jahres=
anfang mit Schrecken und Grauſen entgegengeſehen haben. Da
Mars dr Kriegsgott iſt, ſo nahm man an, daß ein Marsjahr auch
ein Krigsjahr ſein müſſe. Selbſtverſtändlich hat dieſer
Aber=
glaube inerlei Berechtigung, denn der Planet Mars hat mit dem
Kriege icht das geringſte gemeinſam, und die Beziehungen des
„Jahregegenten” zu dem Ablauf des Jahres dürften auch nur
ſehr loſer Natur ſein. Das Jahr 1918 — alſo das Jahr des
Frie=
densſchlſſes — war ausgerechnet ein Marsjahr. Die Aſtrologen
haben ſamals prophezeit, daß der Krieg nun noch ſehr lange
dauernwerde, denn das Marsjahr ſei „dem Frieden nicht günſtig”.
Erfreulſcherweiſe richten ſich aber die Ereigniſſe nicht nach dieſen
Aſpelstel. Das vorige Jahr 1931 war ein „Jupiterjahr”, hat aber
nicht gchälten, was man ſich von ihm verſprochen hat. Der
Ju=
piter*i
nämlich ein angenehmer Planet, der Glück und Macht
verleiſt Das Jahr 1931 iſt alſo nicht ſeinem verheißungsvollen
Namen gerecht geworden. Darum wollen wir ohne Zittern und
Furcht ſas „Marsjahr” beginnen und feſt vertrauen, daß es keinen
Krieg ſringen wird, wenn die Menſchen friedlich geſtimmt ſein
werden Der Mars iſt der letzte der „Jahresregenten”, die übrigens
nicht nur Planeten ſind. In den alten aſtrologiſchen Vorſtellungen
ſpielen Sonne und Mond auch eine erhebliche Rolle, und ſo
er=
geben ſch folgende Regenten: Sonne, Venus, Merkur, Mond,
Satumn Jupiter und Mars. Das nächſte Jahr iſt alſo ein
Sonnen=
jahr. Jann muß es viel beſſer werden, denn die Sonne iſt ein
glückbrngender Regent.
Sü uns haben aber weniger aſtrologiſche Betrachtungen, als
aſtroyoniſche Intereſſe, denn der moderne Menſch beſchäftigt ſich
nur inſinen Stunden der Schwachheit mit Prophezeiungen
Stern=
deutmn und ähnlichen Dingen. In aſtronomiſcher Beziehung iſt
die benerkenswerteſte Eigenſchaft des Jahres 1932, daß es ein
Schaltjhr iſt. Es hat alſo nicht wie üblich 365, ſondern 366
Tage, Man weiß, daß das Schaltjahr dazu da iſt, um unſeren
Kalenhr in Ordnung zu halten. Unſer bürgerliches Jahr rechnet
normal mit 365 Tagen und unterſchlägt gewiſſermaßen jedes Jahr
unge fär einen viertel Tag. Darum wird alle 4 Jahre ein Tag
zugegeſen, damit der Ablauf unſeres Jahres mit der Sonne in
Uebetenſtimmung kommt. Die Einrichtung dieſer Schalttage iſt
uralt /Die Völker, die mit Mondjahren rechnen, haben ganze
Schaltnongte. Das Mondjahr iſt nämlich im allgemeinen um
un=
gefahr 10 Tage zu kurz, und dieſer Mangel muß in beſtimmten
Abſtänen durch Einführung von Schaltmonaten ausgeglichen
werde) Bei unſerem Sonnenjahr genügt allerdings ein einziger
Tag. (llgemein nimmt man an, daß der 29. Februar der
Schalt=
tag iſt In Wirklichkeit aber iſt es der 24. Februar, wie es ſchon
zu. Feſen Julius Cäſars war. Dieſe Tatſache kommt auch in der
Zuorduung, die die Heiligen in den einzelnen Tagen haben, zum
Ausduck. Der 24. Februar iſt in gewöhnlichen Jahren dem
hei=
ligen Nathias geweiht. Im Schaltjahr dagegen iſt es der 25.
Fe=
bruarlein Zeichen dafür, daß dieſer Tag die Stelle einnimmt, die
nſt dr 24. Februar innehat, und der 24, in dieſem Jahre der
Schaltag iſt. Schon ſeit den Zeiten der Römer hat der Schalttag
auch
in Volksleben eine gewiſſe Bedeutung gewonnen. Die alten
Rön
züinnen genoſſen an dieſem Tage die Freiheiten, wie ſie heute
die Fnuen haben. Dieſer Brauch wurde ſpäter von den Galliern
und Mgelſachſen übernommen und hat ſich vielfach bis auf unſere
Tage ſrhalten. Beſonders in England, aber auch in vielen
Gegen=
den Fankreichs und Deutſchlands iſt der Schalttag der Tag der
Damnwahl”. Die Frauen haben an dieſem Tage das Recht, die
Männr nicht nur zum Tanze herauszufordern, ſondern ihnen auch
Heicakanträge zu machen. Heute iſt das nicht mehr ſo etwas
Un=
gewöhliches und findet auch zu anderen Zeiten als an Schalttagen
ſtatu /Früher aber mußten die Frauen beſcheiden und züchtig
wart, bis es den Vertretern des ſtarken Geſchlechts gefiel, der
Ang=leteten ſeines Herzens ſeine Liebe zu erklären. Wenn nun der
Man ſchüchtern oder zu bockig war dann wartete die Frau — und
wart/ auch heute in vielen Gegenden noch — auf den Schalttag,
denndann nimmt ſie die Initiative in die Hand. Es gibt alſo
am Shalttag zahlreiche Verlobungen, die geradezu den Namen
Schattagsverlobungen” führen. Die Ehen, die auf Grund dieſer
Verlchungen geſchloſſen werden, kennt man als „Schalttagsehen”
und ir dieſe der heißen Liebe ihre Urſachen verdanken, ſo ſtehen ſie
im gten Ruf der Liebesehen. In den kommenden Kalendern,
die ene Neuregelung unſerer Jahreseinteilung bringen ſollen,
nimmt der Schalttag eine Sonderſtellung ein, da er im eigentlichen
Sin mit den Tagen des gewöhnlichen Jahres nichts gemeinſam
hat. Er ſoll in dieſen Kalendern, deren Einführung allerdings
wiede verſchoben worden iſt, den Namen „Schalttag” führen.
S Ernannt wurden: Am 22. Dezember: die Privatdozenten
Dr. deinrich Kliewe und Dr. Eberhardt Koch zu Gießen zu
außeplanmäßigen außerordentlichen Profeſſoren in der
medizini=
ſchen Fakultät der Landesuniverſität Gießen; am 23. Dezember:
der dberförſter Erich Klump zu Lorſch zum Forſtmeiſter des
Forſamts Langen.
SHohes Alter, Frau Lehrer Ida Ringshauſen beging
in viller Rüſtigkeit am 27. Dezember ihren 80. Geburtstag.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus.
Dteuſtag, 29. Dez.
20—221 Uhr, 4 10. Boceaceio,
Preiſe 6 70—5.60 Mk.
Mre. in Dest. Seie Darſcaunse.
19—82 Uhr. Außer Miete. Die luſtige Witwe.
Donerstag, 31. Dez. Preiſe 0.80—6.40 Mk.
Meinte Kae
Dieptag, 29. Dez.
9½—2214 Uhr. T, Gr. 1, 2, 3, 4, 5, 6., 7 u. 8,
Michael Framex Preiſe 0.70—5 Mk.
Mitpoch, 30. Dez.
15—17/4 Uhr. Die Himmelsmauer, Cin
Weih=
nachtsmärchen. Preiſe 0.40—2 Mk.
19‟
—22½4 Uhr. Zuſatzmiete VI 7.
Michael Kramer. Preiſe 0.70—5 Mk.
21, Ende nach 2314 Uhr. Außer Miete. Meine
Donerstag, 31. Dez. Schweſter und ich. Preiſe 0.50—4 Mk.
Heſſiſches Landestheater. Heute Dienstag findet im
Gro=
ßen Haus eine Wiederholung der erfolgreichen Operette
— Im Kleinen Haus tritt
„Biccaccio” von Suppé ſtatt.
Dieistag und Mittwoch abend Paul Wegener wieder in „
Mi=
chafl Kramer” auf.
Silveſter im Heſſiſchen Landestheater. In neuer
Einſtudie=
ru und Inſzenierung von Rabenalt=Reinking, unter der
muſi=
kaliſhen Leitung von Dr. Hans Schmidt=Iſſerſtedt gelangt am
ilvſter=Abend Lehärs beliebte Operette „Die luſtige
Wüwe” im Großen Haus zur Aufführung. Die Titelrolle ſingt
Käte Walter; in den übrigen Hauptrollen ſind beſchäftigt
Re=
grnd Harre., Martha Liebel. Sanny Heilmann, Joachim Sattler,
Heürich Allmeroth. Heinrich Kuhn, Eugen Vogt. Theodor
Hey=
dori. Joſef Sieber, Hugo Keßler und Karl Heinz Peters.
Gut=
ſcheine Nr. 1 und 3 der Hauptmieten können ab heute
igtmehr eingelöſt werden. — Im Kleinen Haus geht als
Silteſter=Aufführung Blum=Benatzkys erfolgreiches muſikaliſches
Luſtviel „Meine Schweſter und ich” mit Leny Marenbach,
Käche Gothe. Werner Hinz, Hermann Gallinger Hans
Bau=
meſter und Richard Jürgas in Szene. Am Neujahrstag wird
zum erſten Male im Großen Haus „Cavalleriaruſticana”
und„Bajazzo” wiederholt.
8-0-8 / Die Bierſteuerquelle vor dem Verſiegen!
In höchſter Not erhebt das im Deutſchen Brauer=Bund
ver=
körperte Braugewerbe ſeine Stimme, um die zuſtändigen
Inſtan=
zen zu veranlaſſen, noch in letzter Stunde das Steuer
herumzu=
werfen und den mit der dreimaligen Bierſteuererhöhung des
vergangenen Jahres beſchrittenen Irrweg, der zu einem völligen
Fehlſchlag in fiskaliſcher Beziehung und zu einer ſchweren
Er=
ſchütterung des Brau= und Gaſtwirtsgewerbes geführt hat,
end=
lich aufzugeben. Der durchſchnittliche Abſatzrückgang von 40,8
Pro=
zent im letzten Quartal läßt den Grenzwert von 31,5
Pro=
zent bei deſſen Ueberſchreiten ſich die vorjährige Erhöhung der
Reichsbierſteuer um 46 bis 50 Prozent in ein Minderaufkommen
verwandelt, ſchon weit hinter ſich (1931 Juli — 20,8 Prozent,
September —
12,4 Prozent, Oktober — 16,5 Prozent).
Zugege=
ben, daß die allgemeine Wirtſchaftsdepreſſion, Arbeitsloſigkeit und
inkommenſchwund den Bierkonſum ungünſtig beeinfluſſen: die
Abſatzkataſtrophe in dem jetzigen Ausmaß iſt und bleibt eine
Folge der weit überſpannten Bierſteuerſchraube; hat ſich doch die
Abſatzkurve trotz jener ſchon damals ſtark in Erſcheinung
treten=
den Faktoren bis zum 1. Mai 1930, dem Inkraftreten der
Reichs=
bierſteuererhöhung, immer noch in aufſteigender Linie bewegt.
In den Weinbaugebieten hat unter der Konkurrenz des
billi=
gen Weines, Obſtweines und Moſtes der Bierkonſum bis auf
be=
cheidene Reſte überhaupt aufgehört. Die dort in nie gekanntem
Ausmaß ſich breitmachenden Straußwirtſchaften (Hecken= oder
Beſenwirtſchaften) bedrohen das reguläre Gaſtwirtsgewerbe, in
ſeiner Exiſtenz; der ihnen zugrunde liegende Gedanke, die
igene Weinerzeugung ſelbſt auszuſchenken wird durch
Aus=
wüchſe ſchlimmſter Art gänzlich ſeiner Berechtigung entkleidet.
das Braugewerbe fordert nicht die Wiedereinführung der
Weinſteuer, aber es fordert endlich Gerechtigkeit für ſich und ſeine
Liefergewerbe. Läßt man den Wein ſteuerfrei, ſo darf das Bier
nicht zu Tode beſteuert werden.
Was dem Winzer recht iſt, muß auch für den Gerſten= und
Hopfenbauer billig ſein!
Eine allzuſehr in Reſſortbelangen befangene Finanzbürokratie
hat dazu geführt, daß die Abteilung des
Reichsfinanzminiſte=
riums die die Gemeindefinanzen kontrolliert, durch rückſichtsloſe
Ausſchöpfung der Gemeindebierſteuer der Reichsbierſteuer ſelbſt
die ſchärfſte Konkurrenz macht und durch dieſe das 7fache der
Vorkriegsbelaſtung betragende und den Vorkriegsbrauereipreis
überſteigende Doppelbeſteuerung die Abſatzmöglichkeiten
ſyſte=
matiſch zerrüttet hat. Tabak und Spiritus haben gezeigt, daß
jede Verbrauchsſteuer ein Optimum hat, das nicht überchritten
werden kann, ohne zu Mindererträgen zu führen. In der
Ziga=
retteninduſtrie hat ſich in den drei Monaten ſeit der
Steuererleich=
terung im Durchſchnitt mehr als eine Verdoppelung des Abſatzes
ergeben.
Kann man es noch als vernünftige Finanzpolitik
bezeich=
nen, wenn den Gemeinden gegen ihren Willen die
Gemeindebier=
ſteuer mit dem Höchſtſatz von den Finanminiſtern des Reiches
und der Länder aufgezwungen wird unter der Androhung, ihnen
ſonſt die ſtaatlichen Zuſchüſſe für Wohlfahrtslaſten zu ſperren?
Immer wieder ergibt ſich das groteske Bild, daß Gemeinden die
Einführung dieſer Steuer, die auch nach der neueſten Statiſtik
nur 2 bis höchſtens 3 Prozent ihrer Geſamteinahmen ausmacht,
alſo niemals zum Sanierungsfaktor werden kann, zwar ſelbſt als
widerſinnig und überflüſſig bezeichnen, ſie aber mit der ſonſt
ein=
tretenden Entziehung der Wohlfahrtszuſchüſſe begründen. Ein
derart mechaniſches Verfahren, daß die beſonderen Verhältniſſe
der einzelnen Gemeinden völlig außer acht läßt, fordert
aller=
ſchärfſten Widerſpruch heraus und bedarf ſchleunigſter Remedur.
Sind doch Fälle bekannt geworden, wo die Hinaufſchraubung der
Gemeindebierſteuer auf den Höchſtſatz nur einen geringen
Mehr=
ertrag erbrachte, der durch die dadurch ausgelöſten Entlaſſungen
von Arbeitern im Brau= und Gaſtwirtsgewerbe um ein
Mehr=
faches übertroffen wurde.
Vor der dreifachen Erhöhung der Bierſteuer im Jahre 1930
beog das Braugewerbe von der deutſchen Landwirtſchaft Werte
in Höhe von rund ½ Milliarde Reichsmark, nämlich 25
Millio=
nen Zentner Gerſte und 250 000 Zentner Hopfen. Ein
Abſatzrück=
gang von 40 Prozent, wie er heute ſchon vorliegt, der ſich aber,
wenn nicht ſchleunigſte Abhilfe erfolgt, in Kürze auf 50 bis 60
Prozent erhöhen wird, bedeutet einen Minderverbrauch von 10
Millionen Zentner Gerſte und 100 000 Zentner Hopfen. Mit
„Stützungsaktionen”, die Millionen erfordern, verſucht man dem
infolge Ueberfüllung der Brauereilager völlig daniederliegenden
Gerſten= und Hopfenbau künſtlich zu helfen, anſtatt den klaren und
llein zum Ziele führenden Weg eines entſchloſſenen Abbaus der
überſpannten Bierſteuer zu beſchreiten. Abbau der Bierſteuer
ſtei=
gert den Bierabſatz, belebt den Gerſten= und Hopfenmarkt und
er=
gibt zugleich höhere Steuererträge für den Fiskus, weil dadurch
die gegenwärtig verſiegenden Steuerquellen im Brau= und
Gaſt=
wirtsgewerbe und ihren zahlreichen Hilfsgewerben neu zum
Fließen gebracht werden.
Noch immer wird an maßgebender Stelle die wichtige
Schlüſſelſtellung des Braugewerbes verkannt, das durch die
weit=
gehende Verflechtung mit der Landwirtſchaft und zahlreichen
Ge=
werben und Induſtrien im Geſamtorganismus der deutſchen
Wirt=
ſchaft ein unentbehrliches lebenswichtiges Organ darſtellt, das
dieſer ſelben Wirtſchaft jährlich Millionenwerte zuführt.
Das deutſche Volk hat im Jahre 1930 täglich für die
Ein=
fuhr von Butter 1 Million Reichsmark. von Südfrüchten. Obſt
und Gemüſe 1½ Millionen Reichsmark an das Ausland
ge=
zahlt; der heimiſche Gerſten= und Hopfenbau aber wird durch
Ueberſpannung der Bierſteuer zugrunde gerichtet und mit ihm
das Brau= und Gaſtwirtsgewerbe mit ihren zahlreichen
Hilfs=
induſtrien.
Immer wieder führen Reichskanzler und Reichsfinanzminiſter
die Förderung des Mittelſtandes im Munde. Wie verträgt ſich
damit die ſyſtematiſche Zugrunderichtung eines Gewerbes, das,
wie das Braugewerbe nur 100 Großbetriebe, daneben aber 4500
Klein= und Mittelbetriebe umfaßt, die am Orte ihrer
Niederlaſ=
jung vielfach den Mittelpunkt ihres geſamten Gewerbelebens
dar=
ſtellen? Und gehören etwa die 260 000 deutſchen Gaſtſtätten mit
ihren zahlreichen Angeſtellten und Arbeitern nicht zum
Mittel=
ſtand?
Die Brauinduſtrie gehörte bislang noch zu denjenigen Gewerben.
die einen verhältnismäßig günſtigen Beſchäftigungsgrad
auf=
wieſen. Hierin iſt in letzter Zeit unter dem Einfluß der
über=
ſteigerten Steuer ein fühlbarer Wandel eingetreten. In
ſteigen=
dem Maße ſehen ſich Brauereien zu Entlaſſungen von Arbeitern und
Angeſtellten genötigt. Während ſonſt infolge der allgemeinen
Wirtſchaftskriſe das Heer der Arbeitsloſen unaufhaltſam wächtt,
iſt es im Braugewerbe die verfehlte Bierſteuerpolitik, die
aber=
mals Tauſende von Volksgenoſſen von ihrer Arbeitsſtätte
vertreibt.
Abhilfe kann nur durch ſchleunigſten energiſchen Abbau der
überſetzten Bierſteuern geſchaffen werden. Nur ſo findet auch der
Fiskus ſeine Rechnung, weil durch die Belebung des Bierkonſums
nicht nur die Bierſteuer, ſondern auch alle anderen Steuern in
der Brauinduſtrie ſelbſt und in den zahlreichen mit ihr als
Schlüſſelgewerbe verflochtenen Wirtſchaftszweigen
ergiebi=
ger fließen werden.
Der Hausverwalter des Heſſiſchen Landtags †. Im Alter
von 50 Jahren ſtarb dieſer Tage unerwartet nach einer ſchweren
Krankheit der langjährige Hausverwalter des Heſſ. Landtags,
Herr Wilh Oſt. Der Verſtorbene hat bis zuletzt in treuer
Pflicht=
erfüllung ſein Amt verſehen und erfreute ſich bei allen
Landtags=
beſuchern großer Beliebtheit. Landtagspräſident und Abgeordnete
ſprachen der Witwe ihr Beileid aus. Auf Wunſch des
Verſtorbe=
nen fand ſeine Beiſetzung in aller Stille ſtatt.
Weihnachtsfeier des Orth’ſchen Männerchors. Frohe
Feſtes=
ſtimmung lagerte über dem dichtgefüllten Saale, als pünktlich um
Uhr unter den Klängen des Stadtorcheſters die Feier eröffnet
wurde. Der aktive Chor unter der vorzüglichen Leitung ſeines
Dirigenten, Herrn Muſikdirektors Robert Herber, bewies
durch die ſtürmiſchen Beifallskundgebungen den durchſchlagenden
Erfolg ſeiner zum Vortrag gelangten Chöre. Insbeſondere die
xuſſiſchen Volkslieder und die zwei Chöre mit Orcheſter und
Tänze, bei welchen Frl. Aenne Reiß vom Landestheater ihre
große Tanzkunſt bewies, gaben beredtes Zeugnis von der
ausge=
zeichneten Schulung des bewährten Dirigenten. Von den vielen
anderen Mitwirkenden bei dem reichhaltigen Programm einzelne
beſonders hervorzuheben, wäre verfehlt, da jeder ſein Beſtes gab
und man ſah, wie alles mit Luſt und Liebe bei der Sache war.
Eine reichhaltige Tombola erhöhte noch bei manchen glücklichen
Beſuchern die frohe Feſtesſtimmung.
— Die Geſellſchaft Erholung, als „Lokälchen” in 1833
gegrün=
det, hielt am erſten Feiertag im Gelben Saale bei Sitte ihre
Weihnachtsfeier ab. An die Anſprache und den Vorſpruch reihten
ſich Muſik= und Geſangsvorträge an. Alle Mitwirkenden, die
Solo=
ſängerin Frau Furmanowſky, das Orcheſter, die
Geſangsabtei=
lung des Vogelsberger Höhenklubs. Zweigverein Darmſtadt,
ſo=
wie Herr Bernd Beyer taten in uneigenütziger Weiſe ihr Beſtes,
um die Feier zu einem Kunſtgenuß werden zu laſſen. Während
der Pauſe fand die herkömmliche Verloſung ſtatt; bei den
Gewin=
nern löſten die ſchönen nützlichen Gewinne viel Freude aus.
Die Bürgerſtener.
Att4
SA
*
Dieses Jahr kein Katarrh
veng Di Pthnt
nimmst!
— Weihnachtsfeier des Sportvereins Darmſtadt 1898. Nahezu
300 Jugendliche und Schüler des Vereins fanden ſich am Sonntag
nachmittag in den oberen Räumen der „Kronei ein, um in
feſt=
licher Stimmung unter dem Weihnachtsbaum ihr Treugelöbnis
zu dem Sportgedanken zu erneuern. Nach herzlichen
Begrüßungs=
worten durch den 2. Vorſitzenden, Herrn Studienrat Dr.
Grüne=
wald, der insbeſondere den zahlreich miterſchienenen Eltern der
Vereinsjugend für das Intereſſe an den Beſtrebungen des
Ver=
eins dankte, wickelte ſich ein unterhaltendes Programm ab, das
von Jungfußballern, Junghandballern und Jungleichtathleten
be=
ſtritten wurde und die ungeteilte Begeiſterung der Anweſenden
fand. Mit beſonderem Hallo wurde die Anſprache des Nikolaus,
der viele amüſante und ergötzliche Angelegenheiten aus dem
Sportbetrieb der Jugendlichen in humorvoller Weiſe in
Vers=
form zur Darſtellung brachte, aufgenommen. Ein von der
Darm=
ſtädter Spielgemeinſchaft flott zum Vortrag gebrachtes
Theater=
ſtück „Uewerrumbelt” trug weſentlich dazu bei, die gute Stimmung
bis zum Ende der Veranſtaltung aufrechtzuerhalten. Am Abend
ſtieg dann die ebenfalls glänzend beſuchte Weihnachtfeier des
Ge=
ſamtvereins, die von der Alt=Herren=Abteilung vorbereitet
wor=
den war und durch deren Vorſitzenden, Herrn Lehrer Bernauer
mit einer Eröffnugsanſprache eingeleitet wurde. Ein
reichhalti=
ges muſikaliſches Programm, beſtritten durch die Herren
Kraus=
kopf (Klavier), Hafenreffer (Flöte) und Kaleve (Fagott), fand
verdiente Anerkennung, wie ſich auch Herr Pet. Schäfer durch den
Vortrag mehrerer Schubert’ſchen Lieder und italieniſcher
Wei=
ſen ſtarken Beifall erſang. Auch bei den Alten” erweckte der
Nikolaus ſchnell beſte Stimmung, als mit Ironie und Witz des
geſamten Vereinslebens und deren Träger, Spieler und
Funk=
tionäre, be= und gedacht wurde. In dem Zauberkünſtler Backes
ſtellte ſich dann ein Repräſentant der Zauberei vor, deſſen
Vor=
führungen lebhaft beſtaunt wurden. Zum Abſchluß bekam man
noch ein harmloſes und in formvollendeter Darmſtädter
Mund=
art geſchriebenes Luſtſpiel „Der Aff” ſo nett und begeiſtert
vor=
geſpielt, daß ſich Mitwirkende und Verfaſſer — das
Vereinsmit=
glied Albert Heß — zum Schluß mehrfach für den reichen Beifall
bedanken konnten.
—Von der Stadtverwaltung werden wir um Aufnahme
fol=
genden Hinweiſes gebeten:
Nach § 13 Abſ. 1 Nr. 1 der Vexordnung zur Durchführung
der Bürgerſteuer 1931 iſt der erſte Fälligkeitstag für die vom
Arbeitslohn einzubehaltende Bürgerſteuer der 10. Januar 1932,
Die Steuer iſt nach § 15 Abſ. 4 bei der nächſten auf den 10.
Ja=
nuar 1932 folgenden Lohnzahlung vom Arbeitslohn einzubehalten,
Eine Reihe von gewerblichen Betrieben, insbeſondere
kurz=
arbeitende Betriebe, werden in der Zeit vom Montag, dem 28.
Dezember 1931, bis Sonntag, den 2. Januar 1932, aus
betriebs=
wirtſchaftlichen Gründen geſchloſſen. Einzelne Betriebe, die ſo
verfahren, gewähren ihren Arbeitnehmern in dieſer Zeit
Lohn=
vorſchüſſe, die bei den nächſten Lohnzahlungen des neuen Jahres
abgerechnet werden. Sind die Löhne in dieſen Fällen außerdem
noch infolge Kurzarbeit gemindert, ſo würde es eine große Härte
ſein, wenn in dieſer Zeit außer den Lohnvorſchüſſen auch noch die
Bürgerſteuerrate vom Lohn abzuziehen wäre.
Unter der Vorausſetzung, daß der Betrieb zwiſchen
Weihnach=
ten und Neujahr geſchloſſen iſt, daß ferner die Arbeitnehmer für
dieſe Zeit einen Lohnvorſchuß erhalten, und daß es ſich endlich um
kurzarbeitende Arbeitnehmer handelt, ermächtige ich
ausnahms=
weiſe die Arbeitgeber, die erſte Bürgerſteuerrate ſtatt an der
erſten auf den 10. Januar 1932 folgenden Lohnzahlung erſt an
der zweiten Lohnzahlung nach dem 10. Januar
einzu=
behalten. In den Fällen, in denen auch noch dieſe Lohnzahlung
durch die Verrechnung des Vorſchuſſes bei den kurzarbeitenden
Arbeitnehmern betroffen wird, darf die Einbehaltung ſogar auf
die dritte dem 10. Jan folgende Lohnzahlung verſchoben
wer=
den. Eine weitere Verſchiebung kommt nicht in Frage.
— Buchhandlung Bergſtraeßer. Da die Ausſtellung von
Aquarellen und Zeichnungen von Joſef Plenk beſonders
regem Intereſſe begegnet, bleibt ſie noch bis Mitte Januar dem
freien Beſuch zugänglich. Es iſt ſomit denjenigen, die noch nicht
zur Beſichtigung kamen Gelegenheit gegeben, ſich durch
Augen=
ſchein von den außerordentlichen Qualitäten, die die Fachkritik
den Werken Profeſſor Plenks zuerkannt hat, zu überzeugen.
6. Akademie=Konzert. Das 6. Akademie=Konzert bietet ein
ganz beſonderes Programm. Der hervorragende Baritoniſt
Her=
mann Schey, der hier ſchon öfters Proben ſeiner Kunſt
abge=
legt hat, hat ſich zur Aufgabe geſtellt, den ganzen Lieder=Zyklus
„Die Winterreiſe” von Schubert aa dieſem Abend zum Vortrag
zu bringen; er wird hierbei am Steinway=Flügel unterſtützt von
Kapellmeiſter Hans Rosbaud=Frankfurt a. M. Den Verehrern
Schubert’ſcher Liedkunſt ſteht alſo an dieſem Abend ein ganz
beſonderer Kunſtgenuß bervor. Karten im Sekretariat der Sädt.
Akademie für Tonkunſt Eliſabethenſtr. 36, Fernruf 3500 (
Stadt=
verwaltung). Es ſei ſchon jetzt darauf aufmerkſam gemacht, daß
das Sekretariat am 1., 2. und 3. Januar geſchloſſen iſt.
Bühnenvolksbund. Unſere Mitglieder ſind benachrichtigt,
daß wir das Goethejahr mit einem Goetheliederabend am
Mon=
tag, 4. Januar, im Kleinen Haus einleiten. Es ſingen Grete
Bert=
hold, Johannes Drath. Erwin Palm hat die Singfolge aus
be=
ſonderen Perlen Goethiſcher Lyrik in Vertonung von Franz
Schu=
bert und Hugo Wolf zuſammengeſtellt und begleitet die ſingenden
Künſtler am Flügel. Der Reſt der noch verfügbaren Karten wird
zunächſt an unſere Mitglieder zu ermäßigtem Preis abgegeben.
Der Druck der Singfolge kann in unſerer Geſchäftsſtelle bei
Chriſtian Arnold am weißen Turm gegen Vorlage der Einlaßkarte
erhoben werden. Sollten noch Karten verfügbar ſein, ſo werden
ſie an Nichtmitglieder am Sonntag und Montag, 3./4. Januar,
ſowohl in unſerer bezeichneten Geſchäftsſtelle als auch an der
Tages=
kaſſe des Landestheaters zum Preiſe von 1 Mark verausgabt.
Liederzweig=Wohltätigkeitskonzert. Am Sonntag, dem 10.
Januar k. J.. vormittags 11 Uhr, veranſtaltet der Liederzweig
(1855) Darmſtadt (Leitung Herr Wilhelm Etzold) im
Union=
theater (Rheinſtraße) zum Beſten der Winterhilfe ein
Wohl=
tätigkeitskonzert. Hervorragende Künſtler haben ihre
Mitwir=
kung zugeſagt. Ueber die Vortragsfolge dieſes Konzerts die eine
ſorgfältig ausgewählte iſt und Uraufführungen enthält, folgen
nähere Mitteilungen in den nächſten Tagen.
— Orpheum.: Heute, Dienstag, und morgen, Mittwoch. gibt
die ausgezeichnete Glazeroff=Revue ihre beiden letzten
Vorſtellun=
gen — Noch im Umlauf befindliche Vergünſtigungsſcheine werden
an dieſen beiden Tagen letztmalig in Umtauſch genommen. (Siehe
Anzeige.)
Seite 6 — Nr.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Elektrizitätswerk und Rundfunkſtörungen.
Tagung der Bereinigung der Elekkrizikätswerke E. B.
Vor kurzem wurde eine Vereinbarung zwiſchen der
Vereini=
gung der Elektrizitätswerke und der Zentralfunkhilfe
veröffent=
licht, nach der künftig Rundfunkſtörungen, die von Anlagen der
Elektrizitätswerke ausgehen, durch die Funkhilfe und die Werke
gemeinſam techniſch unterſucht werden. Ihre Beſeitigung ſoll im
Wege gütlicher Vereinbarung erfolgen. An einzelnen Stellen hat
man dieſe Gemeinſchaftsarbeit auch ſchon mit gutem Erfolg auch
auf die Störungen ausgedehnt, die von den Anlagen der
einzel=
nen Elektrizitätsverbraucher ausgehen. Der allgemeine Abſchluß
eines derartigen Abkommens für das ganze Reich wird erſtrebt.
Zur weiteren Vertiefung der Gemeinſchaftsarbeit und zur
Einführung der Ingenieure der Elektrizitätswerke in dieſes
Ar=
beitsgebiet veranſtaltete die Vgreinigung der Elektrizitätswerke
am 27. November 1931 zu Beklin eine Beſprechung (über 200
Teilnehmer aus ganz Deutſchland), in der über das geſamte
Pro=
blem, insbeſondere Quelle, Ausbreitung und Beſeitigung der
Rundfunkſtörungen eine zuſammenfaſſende Darſtellung gegeben
wurde.
Es wurde nachgewieſen, daß nur durch eine objektive
tech=
niſche Behandlung der Störungsfrage die Bedingungen feſtgelegt
werden können, deren Erfüllung ſowohl vom Starkſtromſyſtem
als auch vom Rundfunk gefördert werden muß, wenn ein
rei=
bungsloſes Nebeneinanderarbeiten für die Zukunft ermöglicht
werden ſoll.
Neu waren für die Hörer insbeſondere die Ausführungen
über die Möglichkeit einer Immuniſierung der Empfangsanlagen
gegen Störungen. Sie gingen von der Tatſache aus, daß in den
meiſten Fällen die Störung nicht durch Strahlungsbeeinfluſſung
über die Antenne zuſtande kommt, ſondern durch die Einwirkung
des Nahfeldes der Starkſtrominſtallationsanlage im Hausinnern
auf die Empfangsanlage.
Man kann ſich danach die Ausbreitung einer Störung ſo
vor=
ſtellen, daß ſie vom ſtörenden Gerät längs der
Inſtallationslei=
tungen vordringt und dieſe als ſtörendes Nahfeld umhüllt. Wenn
Teile der Empfangsanlage (z. B. Zimmerantenne oder
Anten=
nenableitung oder Apparate) in den Bereich dieſes Nahfeldes
kommen, werden ſie elektriſch beeinflußt. Die hierdurch
hervor=
gerufenen Störungen verſchwinden, wenn man die Kopplung mit
dem Nahfeld löſt, vor allem, indem man die Antenne außerhalb
des Störnebels der Hausinſtallation anbringt und die
Zuleitun=
gen zum Empfangsapparat abſchirmt. Dies geſchieht dadurch,
daß die Leitung mit einem Metallmantel beſtimmter Art um=
geben wird, eine Maßnahme, die in der Regel keine erheblichen
Koſten verurſacht. Daß der Apparat ſelbſt ebenfalls gegen die
Einflüſſe des Nahfeldes der Starkſtromleitungen abgeſchirmt und
bei Netzanſchlußgeräten — gegen eingeleitete Schwingungen
ge=
ſichert ſein muß, iſt heute bereits eine Selbſtverſtändlichkeit.
Mo=
derne Geräte, auch ſolche einfacher Art, die ſorgfältig gebaut ſind,
genügen dieſen Anforderungen ſchon ohne weiteres.
Dieſe Immuniſierung der Empfangsanlagen
gegen Störungsſchwingungen muß in der Gemeinſchaftsarbeit
eine beſondere Rolle ſpielen. Wenn es gelingt, in einer großen
Zahl von Fällen durch Anwendung dieſer Mittel eine für den
Bezirksempfang genügende Entſtörung zu erreichen, iſt der
Rund=
funkhörer ein und für allemal von der Störungsfrage befreit,
während Maßnahmen an den einzelnen Starkſtromgeräten immer
nur hinſichtlich des gerade entſtörten Gerätes Abhilfe ſchaffen, ſo
daß beim Auftauchen eines neuen Störers die
Auseinanderſetzun=
gen von neuem wieder losgehen.
Im Anſchluß an die Ausführungen wurden die Maßnahmen
zur Immuniſierung von Empfangsanlagen praktiſch vorgeführt.
Es zeigte ſich, daß bei Verwendung einer Hochantenne mit
abge=
ſchirmter Abteilung und eines modernen Empfängers normaler
Bauart ein kriſtallklarer Bezirksempfang möglich war, obwohl
einen Meter neben dem Empfangsapparat ein nicht
entſtörtes Hochfrequenzheilgerät in Betrieb, war;
bei Verwendung einer Hochantennenlage gewöhnlicher Art (
un=
geſchirmte Ableitung) oder gar einer Zimmerantenne ergaben ſich
praſſelnde Geräuſche von einer Stärke, die jeden Empfang
un=
möglich machte.
Der Verlauf der Beſprechung zeigte, daß in den Kreiſen der
Elektrizitätswerke ein lebhaftes Intereſſe an dieſen Fragen
be=
ſteht und daß hier in den letzten Jahren zielbewußt gearbeitet
worden iſt, um auf techniſcher Grundlage eine befriedigende
Löſung des Problems zu finden, die den Intereſſen ſämtlicher
Stromabnehmer der Elektrizitätswerke — der Rundfunkhörer und
der Gerätebenutzer — gerecht wird. Sie war zugleich ein
Be=
weis dafür, daß die immer wieder behauptete „
Rundfunkfeind=
lichkeit” der Elektrizitätswerke in das Reich der Fabel gehört;
daß dieſe vielmehr mit den Rundfunkkreiſen im Ziel durchaus
einig ſind, wenn ſie auch andere Wege für richtig halten. Ihre
— Rundfunkhörer
beſondere Stellung zwiſchen beiden Parteien
und Gebraucher elektriſcher Apparate gehören ja beide zu ihren
Kunden — weiſt ihnen eine natürliche Vermittlerrolle zwecks
Er=
zielung eines gerechten Ausgleichs der Intereſſen zu.
Skeuerermäßigung
durch Erhöhung der fteuerfreien Bekräge
Sofork Ankräge ſtellen.
Die wertvolle Steuererſtattungsmöglichkeit iſt den
Lohnſteuer=
pflichtigen zwar durch die Notverordnung vom 5. Juni 1931
ge=
rommen worden. Dagegen können Anträge auf Erhöhung der
ſteuerfreien Beträge unter den geſetzlichen Vorausſetzungen nach
wie vor geſtellt werden.
Eine ſolche Erhöhung iſt davon abhängig, daß die als
Wer=
bungskoſten und Sonderleiſtungen zugelaſſenen Abzüge den
Be=
trag von 40 RM. monatlich überſteigen. Als zugelaſſene Abzüge
gelten hierbei Beträge zur Kranken= Invaliden=, Angeſtellten=
und Arbeitsloſenverſicherung, ferner Sterbegeld= und
Lebensver=
ſicherungen, weiter Ausgaben für die Berufsfortbildung,
Kirchen=
ſteuern. Gewerkſchaftsbeiträge und ſchließlich Zuwendungen an
Werksunterſtützungs= und ähnliche Einrichtungen.
Weiter kommen als Werbungskoſten in der Hauptſache hinzu,
die Koſten für Fahrten zwiſchen der Wohnung und der
Arbeits=
ſtätte, ſowie Ausgaben für ſpezielle Berufskleidung. Soweit alle
dieſe Aufwendungen den Betrag von 40 RM. monatlich
überſtei=
gen, kann eine entſprechende Erhöhung der 40 RM.=Pauſchale
be=
antragt werden. Daneben kann auch eine Erhöhung des ſteuerfreien
Betrages im engeren Sinne (60 RM.) nachgeſucht werden, und
zwar wegen beſonderer wirtſchaftlicher Verhältniſſe. In Betracht
kommen hier vor allem außergewöhnliche Belaſtungen durch
Unter=
halt, Erziehung und Berufsausbildung der Kinder, durch
Unter=
halt mittelloſer Angehöriger, durch Krankheit, Verſchuldung und
Unglücksfälle.
Eine Erhöhung kann auch eintreten, wenn der
Steuerpflich=
tige im verfloſſenen Jahre arbeitslos geweſen iſt und ſeinen
Lebensunterhalt im weſentlich aus Erſparniſſen beſtritten hat.
Anträge ſind unter Beifügung der neuen Steuerkarte und
aus=
reichenden Belegen an das zuſtändige Finanzamt zu richten.
— Weihnachten bei der Turngemeinde Beſſungen. Die
Schüler=
abteilung hatte ihre Gönner geladen genußreiche Stunden
ver=
ſprochen und damit Wort gehalten. Im Hinblick auf das im
No=
vember veranſtaltete große Schauturnen hatten die Führer von
turneriſcher Arbeit faſt ganz abgeſehen. Zum Beginn ſahen wir
den „ſzeniſchen Vorſpruch”, verfaßt und der Jugend gewidmet, von
deren getreuen Ekkehard, dem Geiſtesturnwart der T.G.B:; der
geöffnete Vorhang zeigte unterm Adventskranz in mächtiger
Gruppe die geſamten Turnſchüler vereinigt, in ihrer Mitte Frau
Friedrich, die Betreuerin der allerjüngſten. Adventslieder klingen,
Adventsgedichte hören wir, und unter betonter Feierlichkeit wurde
das 4. Adventslicht gebracht und am Kranze befeſtigt. Und die
Mutter: Nun leuchtets zu vieren vom grünen Kranz und bald
viele Tauſende im Weihnachtsglanz! Und ſie erzählt vom Nikolaus
die ganze Geſchicht, und die Kinder ſie fürchten ſich nicht. trotzdem’s
ſo dunkel wurde und ſo hell, klang das Lied vom „
Holzappel=
bäumchen”, daß es Knecht Rupprecht im Vorbeigehen hörte und
Einkehr hielt. Folgt Zwieſprache: Wer und warum
verſam=
melte Freude um’s Fähnlein und die ſchönen Turnzeichen
Ausdeutung vom Felſingkreuz und D T.=Zeichen ſagten dem Gaſte
das turneriſche Glaubens= und Treuebekenntnis, und zum Abſchied
ſchmetterten 200 junge Kehlen ein Froh Gut Heil!. Die
folgen=
den „Schattenbilder=Bodenturnen” von Zeſchky löſten durch ihre
Komik und kinomäßiges Vorüberrollen helles Entzücken aus, was
das Märchenſpiel „Schneider Meck” noch vertiefte. Den 1. Teil
beſchloß das Märchen „Knüppel aus dem Sack‟. Der
Teil
brachte Weihnachtsgedichte, es tanzten die Mädels den „
Schnee=
flockenreigen” und ſpielten: „Frau Holle”, zum Schluſſe die
Be=
ſcherung. Die Leiter dieſes Teiles, Frl. Aßmuth und Peter Becker,
hatten tüchtige Arbeit geleiſtet und ernteten alle reichen Beifall.
Die Hauptfeier lief wie immer am 1. Feiertagabend
Hier hatte die Singmannſchaft die Eröffnung übernommen und
brachte. Volkstümliche Weihnachtsmuſik” von Fr. Fiſcher nach
einem Weihnachtsgeſang von Adam für Alt=Solo Männerchor,
Kinderchor und kleines Orcheſter. Die Beſucher waren geſanglich
mit herangezogen und brachte die wohlgelungene Aufführung unter
Fiſchers Stabführung die richtige Weihnachtsſtimmung, welche der
von Elſa Swiderſki vorgetragene Vorſpruch noch ſteigerte. Ein
Bewegungschor: „Nacht und Morgen” in feiner Beleuchtung (
Hell=
muth Geil) von Turnerinnen gebracht, grenzte faſt ans „
Pro=
feſſionale‟. Und die einzige turneriſche Arbeit des Abends „
Ge=
ſellſchaftsgruppen” (Turner und Turnerinnen) zeigten edle
An=
mur und Kraft. Die Sänger brachten: An die Kunſt von Mangold
und eine neue Kompoſition von Fiſcher „O ſei gegrüßt mein
Hei=
matland, Frau Achatz=Kraft ſang vier liebliche Kinderlieder
ton=
ſchön und innig, ganz beſonders „Am Abend”, Frau Achatz ſang
auch den Altſolo in der Weihnachtsmuſik Herr Spira vom
Landes=
theater erfreute in glänzender Laune durch „Rheinlied” und den
Poſtillon v. L.
und ſpäter noch mit viel „Mehr”! Weitere
ſchauſpieleriſche Darbietungen ergänzten die Vortragsfolge und
wollte die kleine Operette „Das Liebesneſt” beſonders gefallen.
Nicht vergeſſen ſei die Anſprache des 1. Sprechers, Dr. Kraft, „ſinnig
und hoffnungsfroh” allen ins Herz geſprochen. So kamen alle auf
ihre Rechnung, hoffentlich auch der rührige Veranſtaltungswart
Liebig.
Briefkaſſen.
K. Z. in W. Sie hätten wohl Grund gehabt, beim
Mieteinigungs=
amt ſeinerzeit eine anderweite Feſtſetzung der Gewerberaumzuſchläge
herbeizuführen. Andererſeits kann in der unaufgeforderten
Mehrlei=
ſtung und deren Annahme durch Sie eine ſtillſchweigende anderweite
Mietzinsfeſtſetzung gefunden werden. Immerhin empfiehlt ſich in
bei=
derſeitigem Intereſſe eine gütliche Verſtändigung.
Einbrecher mit ſcharf geladener Piſtole. In der Nacht
zum 28. Dezember 1931 wurde in einer Villa, Nähe
Hirſchköpfe, ein ſchwerer Diebſtahl ausgeführt. Ein Einbrecher
gelangte mit einer Leiter durch eine nicht verſchloſſene
Balkon=
ür des 1 Stockwerks in das Innere des Anweſens, und zwar
in das Zimmer, in dem die Tochter des Hauſes ſchlief. Hier
nahm er einen Geldbetrag und verſchiedene Schmuckgegenſtände
an ſich und begab ſich hierauf in ein etwas entfernteres Zimmer.
In dieſem Zimmer ſchlief der Sohn. Dieſer wachte auf und trat
dem Einbrecher ſofort gegenüber. Es entſpann ſich ein ernſtlicher
Kampf, währenddem der Einbrecher einen ſcharfen Schuß mit
einer Piſtole auf ſeinen Angreifer abfeuerte, aber fehlte. Dennoch
erreichte er aber, daß er einen Ausweg fand und flüchtig gehen
konnte. Die Beute des verwegenen Burſchen iſt mit Rückſicht
darauf, daß er entdeckt wurde, verhältnismäßig gering.
Geſtoh=
len hat er: 1. Einen Barbetrag an Geld, 2. eine goldene
Herren=
armbanduhr, 18 Kar. Die Uhr iſt zirka 5 Zentimeter lang und
nach der Form eines Unterarmes gebogen; mit angebrachtem
braunem Lederarmband. Das Zifferblatt der Uhr hat etwa die
Größe eines Zehnpfennigſtückes. Die Uhrzeiten auf dem
Ziffer=
blatt 1—11 ſind von ſchwarzer, die Ziffer 12 von roter Farbe
ein goldener Damenring, mit einem runden Türkis beſetzt
(hellblau). Der Türkis iſt mit größeren Brillantſplittern
einge=
faßt, 4, ein goldenes Damengliederarmband (Zugarmband). Die
einzelnen Glieder ſind auch wieder mit kleinen runden Türkiſen
beſetzt. Der Einbrecher wird von den Wohnungsinhabern
not=
dürftig wie folgt beſchrieben: Ziemlich junger Mann von etwa
20 Jahren, 1,60—1,70 Meter groß, mittlere Figur, blaſſe
Geſichts=
farbe, zarte Haut. Trug hellen Hut mit glattem Rand und
blauen Anzug. Ein weißer Schal wurde von dem Einbrecher auf
der Flucht verloren. Der Schal befindet ſich im Beſitze der
Kriminalpolizei Darmſtadt. Sachdienliche Angaben irgendwelcher
Art hinſichtlich der Perſon des Einbrechers
—in bezug auf die
oder deren Abſatz wolle man
um=
geſtohlenen Schmuckſtücke.
gehend der Kriminalpolizei Darmſtadt oder auch jeder anderen
Polizeiſtelle mitteilen.
Am 26. Dezember 1931 wurden aus
einer hieſigen Wirtſchaft folgende Zigarren und Zigaretten
ge=
ſtohlen: 2 Kiſten Zigarren, 400 Zigaretten Ova, 200 Zigaretten
Ravenklau, 300 Zigaretten Eckſtein, 200 Zigaretten Salem Gold.
100 Ramſes, 200 Königin von Saba, 100 Makedon, 50 Mercedes,
50 Atika und 50 Manoli.
Wenn ein
Prächtiger Auchen
aus dem Ofen kommt
und sein feiner Duft den Raum durchzieht, dann
ist ein Werk geschaffen, das die Hausfrau mit
Stolz erfüllt. Der beste Helfer war wie immer
1o0ß
Dredeiher o Baunpäleer „Bdenln
mit seiner ausgezeichneten Triebkraft.
Backin gibt garantiert Kuchen und
Back-
werk weder Bei- noch Nachgeschmack.
Deshalb backen Millionen von Hausfrauen seit
Jahrzehnten stets mit
Dr. Oetker’s Backpulver
Reseptsammlung mſt
dem Titel
„Backen macht Freude‟
gibt Ihnen viele Anregungen für
alle festlichen Gelegenheiten,
sowie für den Alltag. Sie ist für
20 Pfg. Überall erhältlich.
Dr. August Oetker, Bielefeld
— Lichtſpieltheater. Der großen Nachfrage wegen iſt das
ge=
ſamte Weihnachtsfeſtprogramm der Lichtſpieltheater um einen
Tag verlängert worden. Das Union=Theater zeigt letztmalig
„Luiſe”, Königin von Preußen, im Helia=Theater ſieht man nur
ne
och heute „Der weiße Rauſch”, und in den Palaſt=Lichtſpielen
läuft letztmalig der Kriminal=Tonfilm „Hochſtapler im
Mitter=
nachts=Expreß”.
Lokale Veranſtalkungen.
Bund Königin Luiſe.
Darm=
Irtsgrur
ſtadt. Auf Wunſch läuft der Film „Königin Luiſe” am
Diens=
tag, dem 29. Dez., nochmals. Wir bitten um zahlreiche
Be=
teiligung.
Aus Heiſen.
Griesheim, B. Dez. Hohes Alter. Am erſten Weihnachts,
feiertag beging unſer verehrter Mitbürger Herr Valentin Ritter
in der Frankfurter Straße in geiſtiger und körperlicher Friſche ſeinen
8. Geburtstag.
— Erzhauſen, 28. Dez. Der Feſtgottesdienſt am 1. Feierte
wies eine hohe Beſucherzahl auf. Ueber 200 Teilnehmer waren
iu
dei
dem Ruf der Weihnachtsglocken gefolgt. Bei dieſem Gottesdien
W
trug der Kirchenchor 2 Lieder vor. — Am Abend fand eine
litu=
giſche Feier ſtatt, veranſtaltet vom Kirchenchor. Abwechſelnd
fol=
ten Bibelleſung und Chöre. So war die heilige Weihnachtsgeſchicht=
Ea=
umrahmt von Weihnachtsliedern. Auch die übrigen Gottesdienſt
am zweiten und dritten Feiertag wieſen eine gute Beſucherzal
auf, ebenſo waren bei der liturgiſchen Feier etwa 200 Perſonen
anweſend. Am dritten Feiertag hatten die Jugendgruppen eine
Weihnachtsfeier für ſich veranſtaltet. — Am Dienstag findet der
letzte Frauenabend in dieſem Jahre ſtatt. Es ſoll erſt ein
imal
Rechenſchaft gegeben werden, welche Aufgaben der evangeliſch
Frauenverein überwunden hat, und wie er ſie überwunden hat
Dx. Dieburg. 28. Dez.
Männergeſangvereins=
konzert. Zu dem Chor des Vereins geſellte ſich die bekannt=
Kapelle Wohlfarth. die einen Klangkörper voll Kraft und Woh
laut bot, ſo kamen die von Chor und Kapelle gemeinſam zu Ge
hör gebrachten Muſikſtücke zu beſonders eindrucksvoller Wirkun
Der Männerchor unter Herrn Lehrer Kellers anfeuernder 9
tung zeichnete ſich durch vorzügliche Ausſprache, ſchöne Tongebu
und rhythmiſche Straffheit aus. Der unermüdliche Dirigent
im erſten Teile dem Weihnachtsfeſt Rechnung, indem er ernſte
Chöre und Muſikſtücke brachte, darunter das reichlich ſchwere Rezi
tativ. Terzett und Chor aus Mendelsſohn=Bartholdys Oratoriu
„Chriſtus”, das hervorragend ſchön gelang. Der zweite Teil
Abends brachte heitere und frohe Muſik und war auf das Ther
„Heimat und Dorf” eingeſtellt. Dieſer ſchöne Gedanke, folge
richtig durchgeführt, fand dankbare Anerkennung. So konnte da
Weihnachtskonzert nicht nur vom muſikaliſchen, ſondern auch vou
volkskundlichen und heimatkundlichen Standpunkt vollauf befri
gen. — Der andere große Geſangverein „Sängerluſt” hieltn
„Mainzer Hof” ſeine Weihnachtsveranſtaltung, die auch ſehr
beſucht war. Hierbei wirkte der Mandolinenkranz Die
burg 1929 unter der Leitung des Herrn Auguſt Wohlfart
mit, der einige Stücke für Zupfmuſik ſehr gefällig zu Gehör brachte, zun
Der Chor unter der Stabführung Herrn Adam
Simmer=
machers=Darmſtadt erfreute wie ſchon gar oft die Hörer durd
ſeine vortrefflichen Darbietungen. Mitglieder des Vereins traten
auf der Bühne mit einem Volksſtück mit Geſang „Die Lore am
Tore” vor ein dankbares Publikum
Die evangeliſcheG
meinde feierte im „Mainzer Hof”
das Weihnachtsfeſt mit ein
Vortragsabend, der von Herrn Pfarrer Schneider dem Leiter
der Heſſiſchen Epileptiſchen=Anſtalt, beſtritten wurde, der aus dem
ric
Leben und Treiben der Anſtalt Bilder darbot.
Dg. Hergershauſen, 28. Dezember 40 Jahre Geſang=
ASe
verein „Liederkranz.
Im Jahre 1891 gegründet, konnt
der hieſige Geſangverein. Liederkranz” in dieſem Jahre auf
FI.
veikan
GEüt
ie10
5ilt
40jähriges Beſtehen zurückblicken. In Anbetracht der wirtſche
lichen Notlage hatte der Verein von der Abhaltung einer größer
Feſtlichkeit Abſtand genommen und ſich lediglich auf ei
Jubiläumsball beſchränkt der am 2. Weihnachtsfeiertage im Sao
von Gaſtwirt Philipp Hägny ſtattfand.
Nach einem einleitenden
Muſikſtück begrüßte der Vorſitzende, Herr
Philipp Sauerwein
zahlreichen Freunde und beſonders den Vertreter des Heſſ
Sängerbundes, Herrn Gauvorſitzenden Steinmetz=Dieburg.
dann gab er einen kurzen Rückblick auf die Entwicklungst
des Vereins. Gauvorſitzender Steinmetz konnte die Sä
dang
Philipp Fiſcher und Heinrich Jäger für 40jährige aktive S
tätigkeit mit dem Ehrenzeichen des Heſſiſchen Sängerbundes a
zeichnen. Für den Verein überreichte den beiden Jubilaren der
Vorſitzende ein Diplom. Sänger Fiſcher dankte im Namen beider 9e
für die Ehrung.
Ce. Mümling=Grumbach, 28. Dez. Am 25. Dezember verſtarb ."
Leonhard Schwinn 1. im 81. Lebensjahre. Mit ihm iſt der letzte
Kriegsveteran aus dem Feldzug 1870/71 aus der Gemeinde ge
ſchieden.
Ch. Hainſtadt (Kr. Erbach), B. Dez. Unglücksfall inſo
des Glatteiſes. Am erſten Feiertag waren die Straßen des Mi
tales durch Glatteis faſt unpaſſierbar. Dieſerhalb verunglückte
jähriges Mädchen aus Hetſchbach bei Höchſt, als es zur Chriſfri
meſſe gegen 5 Uhr morgens die Kirche in Neuſtadt beſuchen wollte. 28
Mädchen fiel und brach einen Arm.
m. Beerfelden, 28. Dez. Weihnachtsfreude durcht
Roſenthalſche Wohlfahrtsſtiftung. Als in der We
nachtswoche eine große Anzahl Bedürftiger im geſamten eine
Summe von 3200 Mark entgegennehmen durfte, da ſang und klang
es gewiß im Ohr des edlen Spenders, deſſen ſo viele in
Dankbar=
keit gedachten. Und dieſer Freude der Großen geſellte ſich am
ei=
ſten Feiertage die Freude der Kleinen zu, als ſie nachmittat
2 Uhr das Kuratorium der Roſenthalſtiftung zu einer Beſcherung
vereinte. Die Menge füllte faſt alle Räume des Roſenthalſch
Tageskalender für Dienstag, den 29. Dezember 1931.
pheum: Glazeroff=Revue.
Konzerte: Rheing
Weinſtube. Café Oper
Linovorſtellungen: Un
Theater, Helia=Lichtſpiele, Palaſt=Lichtſpiele.
Hauſes, wo beim Weihnachtsbaum und in Begleitung Erwachſen
über 180 Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren die reichen Gaben
empfingen. Die Herren vom Kuratorium hatten alles auf ſehr
praktiſche und objektive Weiſe arrangiert. Es gab nicht Pakete für
beſtimmte Perſonen, ſondern die Gaben waren je nach Alter u.
Geſchlecht der Empfangenden gruppenweiſe zuſammengeſtellt.
daß gleichalterige Kinder auch Gleiches erhielten. Die Gaben be
ſtanden vorwiegend in Nützlichem. in Kleidern und Unterkleidern,
Wolle zu Strümpfen uſw., auch die weihnachtliche Tüte fehlte nicht
Die Beſcherung eröffnete Herr Gemeinderat Ackermann durch eine
Anſprache, der Knabe Heinrich Ulrich dankte. Herr Gemeinderat
Breitinger und Herr J. Roſenthal ſorgten für raſche Ausgabe der 1)
Pakete. Eine Dankeskundgebung an Herrn A.
Roſenthal gine
Mit dem
Schul=
alsbald nach der Beſcherung an denſelben ab. —
beginn nach Neujahr beginnt die Schulſpeiſung, die in einem
Milchfrühſtück mit Brötchen beſteht und an der ſich annähernd
Kinder beteiligen können; auch dieſe wird von der Roſentha
tung beſtritten. — Kirchliches. Im geſtrigen Vormittags
gottesdienſt predigte Herr Pfarrer Wilhelm Kumpf, der von
ſei=
nem Wirkungsort Lörrach zurzeit bei ſeiner Mutter auf Beſuch
hier weilt. Seine Eltern ſtammen von hier. Zahlreiche Andächtige
lauſchten ſeinen Worten.
—In dem Gottesdienſt am Beſcheraben
erfuhren wir, daß das Chriſtkind auch unſerem Gotteshauſe et
beſchert hatte, und zwar in Geſtalt einer Decke zu wunderſch”
Altarſchmucke. Herr Pfarrer Knodt ſtattete Dank ab den Beſuche,
rinnen unſerer ſtädtiſchen Nähſchule (Leiterin Fräulein
Bero=
mann), deren Fleiß, Geſchmack und Geſchicklichkeit genannte Zierde
zu danken iſt.
R. Reichelsheim i. Odw., 28 Dez. Winterbeihilfe. In de
letzten Woche kamen die geſammelten Gaben für die Winterbeihilfe zu
Verteilung. Erfreulicherweiſe wurde in unſerem Ort viel geſpendt
an Kleidungsſtücken und Lebensmitteln. Auch die Gemeinde trug n
Möglichkeit zur Linderung der Nor bei. So erhielten die Arbeitslo
Ausgeſteuerten und Wohlfahrtsempfänger Fleiſchkarten für verbilligt
Fleiſch. Ferner wurden Gutſcheine ausgegeben für Lebensmittel.
Cf. Birkenau, 28. Dez. Winterlager. Die Starkenburger
Jugend hat in der Zeit vom 6.—11. Januar im Corneliusheim (Ee
holungsheim der Fa. C. Hehl=Worms) hier ihr Winterlager aufgeſchle
gen. Aus den verſchiedenen Lebens= und Arbeitskreiſen können ſich
hieran junge Leute (nicht unter 17 Jahren) beteiligen. Das Winter
lager iſt auf lebendiger Gemeinſchaft in chriſtlicher Verbundenheit a.
gebaut. Die meiſte Zeit des Tages wird durch Beſprechungen aus9
füllt und ſoll zur Vertiefung der wichtigſten Lebensfragen dienen. 9
geſtrebt iſt eine Klärung der Anſchauung des Einzelnen. Im übrig
werden die Tage durch Wandern, Singen und Spiele ausgefüllt. D.
der freundlichen Hilfsbereitſchaft des Herrn Baron von Hehl und d
Kirchſpiels Birkenau unter Führung von Herrn Pfarrer Storck iſt
Unterkunft und Verpflegung frei.
A. Groß=Rohrheim, 28. Dez. Rücktritt des geſamten Ge
meinderats und des Beigeordneten? Wie man hört,
haben der geſamte Gemeinderat und der Beigeordnete Hofmann mi
ihrem Rücktritt gedroht, weil ihre Beſchwerde gegen den Feldſchützen
Ackermann wegen Dienſtvergehens und Antrag auf Kündigung und
Einleitung eines Diſziplinarverfahrens ſeitens des Heſſiſchen Kreisamt
Bensheim nicht genügend berückſichtigt wurde. Man iſt geſpannt, wie
die Angelegenheit, der ſeitens der hieſigen Einwohnerſchaft größtes
Intereſſe entgegengebracht wird, endigt.
2. Biblis, 28. Dez. Zwei ſchwere Unfälle bein
Holzfällen. Der 28 Jahre alte ledige Holzhauer Valentin
Helbrich wurde beim Fällen von einem plötzlich abbrechenden Aſie
getroffen und erlitt ſchwere Kopfverletzungen, ſowie eine Ver
letzung der Wirbelſäule. Der Bedauernswerte wurde umgehend
ins Wormſer Krankenhaus transportiert. Am Nachmittag des
ſelben Tages ereignete ſich inſofern ein weiterer Unfall, als der
33jährige verheiratete Holzhauer Bernh. Freihaut durch einen
niederſtürzenden Aſt einen Beinbruch erlitt.
— Gernsheim, 28. Dez. Waſſerſtand des Rheins am
27. Dezember: 0,88 Meter; am 28. Dezember: 0,89 Meter.
Diemsſag, 29. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 359 — Seite 7
D8 Arheilgen, 28. Dez. Weihnachtsfeier. Der
Turnver=
ein hieltſeine Weihnachtsfeier am erſten Feiertag abend in der
Turnhall ab. Die zahlreichen Beſucher des Abends, die den Saal
bis aui ſen letzten Platz füllten, durften einige ſchöne
Feierſtun=
den er leſen, die ihren Zweck, die Alltagsſorgen abzuſchütteln, voll
und
erfüllten. Neben einem ernſten und zwei heiteren
Theaterſticken, die von Vereinsmitgliedern vorzüglich aufgeführt
wurden enthielt das Programm noch einige Vorträge. Umrahmt
war desGanze von einigen Muſikſtücken.
Gzhauſen, 28. Dez. Trotz der ungünſtigen wirtſchaftlichen
Lage
des ſchweren Druckes, der auf der breiten Maſſe des
Volkes lſtet, haben alle hieſigen Vereine es nicht verſäumt, ihren
Mitglä drn mit großen und kleinen Familienangehörigen auf die
Feſttage ffür ein paar Stunden eine kleine Freude zu bereiten,
wenn auh nur in der einfachſten Art.
Gtesheim, 27. Dez. Weihnachtsbeſcherung des
Heſſ.Je
erfolat!
die Beſcherung der Kinder, von denen jedes das, was es
ſich gawinſcht hatte, in einer großen Tüte erhielt, wobei auch ein
kleiner leckerbiſſen nicht fehlte. So nahm die eindrucksvolle Feier
einen
ſrchaus weihnachtlichen Verlauf, und für die hieſige
Orts=
gruppeſt es eine innere Befriedigung, auch in dieſem Jahre wie=
rmüdlich für den „Waiſenſchutz” arbeitenden Herrn
Wag
Eberſtadt, 28. Dezember. Weihnachtsfeier der
„Soldttenkameradſchaft”
Der Abend umfaßte in der
Haupkſhe ein muſikaliſches Programm, das der Feier angepaßt
war 1
von der Kapelle „Edelweiß” in beſter Weiſe beſtritten
wurde)Chorſänger Chriſtian Schmidt, ein Kind unſerer
Ge=
meindeſerfreute durch den Vortrag einiger ſchöner Lieder, dabei
von reſem beweiſend, daß er über ausgezeichnete Geſangsmittel
verfügtl Im Mittelpunkt der Feier ſtand die Ehrung von
lang=
jährigel Mitgliedern die Vorſtandsmitglied Chriſtian Junker
unter Nithilfe von Fräulein Maria Krug vornahm. Es wurden
hierbeiſausgezeichnet: a) für 40jährige Mitgliedſchaft: die
Ka=
merade/ Ludwig Oſt (dem für ſeine Verdienſte um die Leitung
des Vreins auch die Ehrenmünze der Kriegerkameradſchaft
„Haſſial verliehen wurde), Peter Edelmann=
Vilhelm
Sir 2., Friedrich Kirſchner
1.. Friedrich Michel
Ge
rglchambach, Albert Seikel und Georg Wilheln
Ve
b) für 25jahrige Mitgliedſchaft: die Kameraden Jakob
Hofmann 5., Chriſtian Pritſch Friedrich Schüler und
Johanps Wiemer. Eine reichhaltige Tombola bereitete für
viele, de das Glück hatten, etwas zu gewinnen, ein große Freude.
ähnachtsfeier der Turngeſellſchaft e. V. Die
en Spielldte des Vereins, im ſchneidigen Dreß, eröffneten die Feier
m unter ſer Leitung ihres Stabführers Schaaf mit dem flotten
„Grillgbanner”=Marſch. Schülerin Kätha Kaiſer trug einen
hu, der Wehnachtszeit angepaßten Prolog vor. Vorſitzender
Weizen=
mü
ſprach herzliche Worte der Begrüßung. Dann zogen in
raſcher/Folge turneriſche Darbietungen, wobei alle Abteilungen
des Vceins beteiligt waren, in bunteſtem Allerlei in den Augen
der Ziſchauer vorüber. Die Schülerinnen, geleitet von Vorturner
pechardt boten ſchwungvolle Hüpfübungen und anmutige
Reigen die Schüler unter Führung von Oberturnwart
Kaiſe=
treffliſe Freiübungen, Stabübungen und Turnübungen am Pferd.
Turnmart Krämer führte eine Turnerriege am Pferd, eine
anderlam Reck vor, Sportwart Hebermehl zeigte eine Riege
Volk=ſrner im Spiegel der Gymnaſtik. Die unter der Leitung von
Obeyrnwart Kaiſer ſtehende Turnerinnen=Abteilung zog mit
ihrenDarbietungen, beſtehnd aus einem graziöſen Walzerreigen,
beti
„An der ſchönen blauen Donau”,
einem Volkstanz: „Ich
bin
Steirabua”, der ſehr wirkungsvollen Tanzſtudie: „Der
Falk)” und der überaus luſtigen Revue: „Acht Mädels auf
eine Bank” das Publikum in ihren Bann. —
Weihnachts=
feielim Turnverein 1876 e. V. Nach einem
einleiten=
den Nuſikſtück und dem gemeinſamen Geſang des
Weihnachts=
liedes „O du fröhliche” begrüßte Vorſitzender Heinrich Dieter
das di Saal bis auf den letzten Platz füllende Publikum
Ober=
i turvmart Heß mahnte die Turnbrüder zur Treue gegenüber dem
Veren. Dann überreichte er 43 Siegern und 24 Wanderern die
im Hilenderjahr 1931 erworbenen Auszeichnungen. Das
auf=
gefühtte Melodram: „Des Turners Lebensabend” klang denn auch
in eitem kraftvollen Bekenntnis zur deutſchen Turnerei und durch
den gmeinſamen Geſang des Deutſchlandliedes in einem Schwur
auf ds Vaterland aus. Im übrigen trugen Mitglieder des
Ver=
eins nach Kräften zu einer recht angeregt verlaufenen
Unter=
haltug bei. Mit der Ehrennadel für 40jährige oder längere
treue Mitgliedſchaft wurden ausgezeichnet: Peter Bitſch
Karl Fließ Georg
Dächert. Adam Fiſche
Philn=
Johannes
Frufß, Chriſtian Grimm Philipp Grimm.
Heinrich Mayer, Jean Meckel. Georg
Grünewa
Oahlenſchlä
er, Wilhelm Schäfer Georg Rettig,
Geor) Wilhelm Veith, Ludwig Weicker und Johanne
Wiener. Für 25jährige treue Mitgliedſchaft wurde Mitglied
Georſ Gruß geehrt — In dem ſehr gut beſuchten
Feſtgottes=
dieiſt am erſten Weihnachtsfeiertag wirkte der Kirchenchor mit
der mter der Leitung ſeines Dirigenten Pfeiffer drei
Weih=
nactzchör zu Gehör brachte. Die Feſtpredigt hielt der Ortsgeiſt=
lichelPfarrer Weißgerber. Mit dem Gottesdienſt war eine
Feiel des heil. Abendmahls verbunden. Am Abend des erſten
Feietags fand in der Kirche eine Chriſtfeier ſtatt, in deren
Mittlpunkt die Aufführung eines Weihnachtsoratoriums
ſtand, Kirchenchor und Jugendgemeinde wirkten durch Geſang
von Chören, Liedern, Lauten= und Flötenſpiel in ſchönſter Weiſe
bei dr Ausgeſtaltung der Feier mit.
p. Pfungſtadt, 28. Dezember Die
Weihnachtsfeier=
tag’ gingen in der Hauptſache ſtill dahin. Die Gottesdienſte
er=
freutn ſich eines zahlreichen Beſuches Sie erhielten eine beſondere
Ausſeſtaltung durch die Mitwirkung der Chorſchulen, des
Kirchen=
geſangvereins und des Poſaunenchors. Eine beſondere Feierſtunde
bedeitete die Kirchenmuſikaliſche Andacht, die am 1. Feiertag abend
der bekannte Orgelkünſtler v. d. Au aus Mainz in der Kirche
gab. Mitglieder der evgl. Jugendbünde führt
n am 2.
Feier=
tag abend im Gemeindehaus das „Frau Cotta=Spiel” von Pro
feſſor Hartmann auf. Sehr zahlreich waren auch die
Weihnachts=
feiern der einzelnen örtlichen Vereine. So hielten u. a. der Turn=
und die Freie Turngemeinde Weihnachtsfeiern ab, die größtenteils
gut beſucht waren.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 28. Dez. Weihnachtsfeier des
Geſangvereins „Eintracht=Freundſchaft‟. Die im
Saale des Gaſthauſes „Zur Poſt” veranſtaltete Feier war gut
be=
ſucht. Nach dem einleitenden Weihnachtschor unter Leitung des
Dirigenten, Herrn J. Kehr=Darmſtadt, nahm der Vorſitzende. Herr
Bürgermeiſtereiſekretär Steuernagel, Gelegenheit, die Gäſte zu
begrüßen. Die Schülerin Eliſabeth Müller trug einen Prolog
vor. Den inſtrumentalen Teil der Feier beſtritten der Sohn des
Chorleiters, der elfjährige Günther Kehr (Violine), ſowie die Her=,
ren Wilhelm Luckhaupt und Ludwig Reitz (Violine) unter der
Be=
gleitung von Herrn Haas=Darmſtadt (Klavier). Das zur
Auffüh=
rung gekommene Theaterſtück „Im Forſthaus zu Talheim” wurde
gut geſpielt und fand ungeteilten Beifall. Sangesbruder Willi
Caſtritius erfreute durch ſeine Soloporträge ernſterer und heiterer
Art. Der Chor ſelbſt beteiligte ſich noch weiter mit ſechs Chören,
die unter der Leitung ſeines Dirigenten gut vorgetragen wurden.
G. Ober=Ramſtadt, 28. Dezember. Weihnachtsfeiern.
Am Heiligabend fand auch dieſes Jahr in der Kirche eine
Chriſt=
feier ſtatt, bei welcher der Kirchenchor mitwirkte. Auch den
Haupt=
gottesdienſt am 1. Weihnachtsfeiertag half der Chor verſchönern
Nachmittags 4.30 Uhr fand wie alljährlich die Weihnachtsfeier des
Kindergottesdienſtes ſtatt. Am 2 Feiertag wirkte im Gottesdienſt
der Poſaunenchor mit. Am 3. Feiertag (Sonntag) predigte hier
Herr Pfarrer Dr. Kunze aus Nieder=Modau. Die Gottesdienſte
und Feiern waren durchſchnittlich gut beſucht. Auch die
Weih=
nachtsfeiern der verſchiedenen weltlichen Vereine waren in dieſem
Jahre trotz der Not der Zeit recht zahlreich.
Mit einem recht
abwechſlungsreichen Programm wartete der Geſangverein „
Ger=
mania auf. Zur Einleitung ſang der Verein zwei Chöre und
zwar: „Weihnachtsglocken” von Sonnet und „die Veſper” von
Beethoven unter Leitung ſeines Dirigenten, Herrn Metzner
Darmſtadt. Der 2. Vorſitzende, Herr Reiſinger, begrüßte die ſehr
zahlreich Erſchienenen. Dem folgte ein Muſikſtück der Herren
Metzner und Neuroth (Violine) und Hauptlehrer i. R.
Würten=
berger (Klavier) Nach einem einaktigen, gut geſpielten
Weih=
nachtsſtück ſang Mitglied Ludw. Fiſcher (am Klavier ſein Sohn)
das Lied: „Grüß mir das blonde Kind am Rhein”. Im zweiten
Teil folgten Muſikſtücke der Herren Neuroth und Würtenberger,
die trotz ihres Alters noch geniale muſikaliſche Leiſtungen
voll=
bringen, Couplets, Duetts, Humoresken (mit Klavierbegleitung
des Herrn Hauptlehrer Würtenberger) und zum Schluß das ſchöne,
von Herrn Neuroth gedichtete und komponierte Lied: „Das
Modautal”, unter ſeiner Stabführung vom aktiven Chor des
Vereins vorgetragen.
Für 60 8 in Apatheken und Drogerien.
Oaman
T Roßdorf, 28. Dezember. Weihnachtsfeier der
Mutter= und Säuglingsfürſorge. Die diesjährige
Weihnachtsfeier fand in der Kleinkinderſchule ſtatt und war gut
beſucht. Den Müttern wurden praktiſche Geſchenke für ihre
Klein=
kinder überreicht. Die Beſcherung ließ auch der Kleinen Augen
aufleuchten und lachende Geſichter verrieten nur zu gut, daß der
Weihnachtsmann ſich richtig verhalten hat. Die ſchlichte, aber ſehr
eindrucksvolle Feier nahm unter Leitung der Kreisfürſorgerin,
Schweſter Emma Wecker, die keine Mühe geſcheut hatte, einen
ſchönen Verlauf.
An. Groß=Zimmern, 28 Dez. Weihnachtsbeſcherung. Für
die evang. Kleinkinderſchule und den evang.
Kindergottes=
dienſt fand an den Weihnachtstagen nach mehrwöchentlicher
Vorberei=
tung die Weihnachtsbeſcherung in der Kirche ſtatt. Viel Mühe hatten
ſich die Schweſtern mit dem kleinen Volk gegeben, das bei ſeinen
Dar=
bietungen miteinander wetteiferte. Viele reizende Verschen wurden
hergeſagt und ſchöne Liedchen geſungen. Das Schönſte aber war die
Beſcherung, bei der die Herzen der Kleinen höher ſchlugen und ihre
Augen aufleuchteten. Großen Anklang fand auch die Aufführung eines
Krippenſpiels der Jungſchar am zweiten Feiertag abends. Die
Weih=
nachtsfeiern der Kirche wurden am Heiligen Abend eingeleitet durch
eine Chriſtveſper unter Mitwirkung von Schülerchören und des
Kirchengeſangvereins.
Cp. Dieburg. 28. Dezember. Die Weihnachtsfeiern
waren auch in dieſem Jahre ſehr zahlreich. Außer den
kirch=
lichen Korporationen traten vor allem die einzelnen Vereine
auf den Plan ſo der „Männergeſangverein” mit einem Vokal= und
Inſtrumentalkonzert, von dem beſonders der zweite Teil „Unter
der Dorflinde” zu erwähnen iſt der Geſangverein, Sängerluſt” mit
einer abwechſlungsreichen Feier, in deren Mittelpunkt die
Auf=
führung des Volksſtückes „Die Lore am Tore, ſtand und bei der
außer dem Vereinschor der Mandolinenkranz mitwirkte, die „
Turn=
gemeinde” mit einem Familienabend uſw.
40. Altheim, 28. Dez. Weihnachtsfeier. Die
Gottes=
dienſte an den Weihnachtstagen waren in unſerer erneuerten
Kirche von einer zahlreichen Gemeinde beſucht. Nach hergebrachter
Sitte führten auch diesmal unſere beiden Schulklaſſen am Abend
des erſten Feſttages ein Weihnachtsſpiel auf. Die beiden mächtigen
Chriſtbäume prangten in zahlreichem Kerzenſchmuck. In dem
Weih=
nachtsſpiel waren es beſonders die Kleinen und Kleinſten, welche
durch ihr kindliches Spiel die Herzen tief bewegten. Umrahmt war
die Feier von den Weihnachtsliedern der Gemeinde und des
Schülerchors. — Am zweiten Weihnachtsfeiertag hielt der hieſige
Turnverein im Saale von Frdr. Chr. Lehr ſeine diesjährige
Abendunterhaltung ab. Im Mittelpunkt ſtand das
Weihnachts=
ſpiel. Zwei rote Roſen”, von Turnern und Turnerinnen geſpielt.
Sämtliche Mitwirkende gaben ihr Beſtes und ernteten lebhafteſten
Beifall. Auch die Mitglieder des Philharmoniſchen Orcheſters
Griesheim, welche mit ihren muſikaliſchen Darbietungen den Abend
ausfüllten, ſtanden mit ihren Leiſtungen auf der Höhe.
Cg. Reinheim, 27. Dez. Kirchliches. Der
Vormittags=
gottesdienſt war ſehr ſtark beſucht. Der Poſaunenchor und
Kirchen=
geſangverein (Leiter Etzold=Darmſtadt) verſchönten den
Gottes=
dienſt durch vollendet dargebotene Vorträge. Am heutigen Abend
wurde bei völlig überfüllter Kirche ein
Weihnachtsorato=
rium „Zug der Kinder zum Chriſtkind” aufgeführt, und zwar
unter Mitwirkung von Mitgliedern des Kirchenchores, des
Jung=
frauenvereins, verſchiedenen Geigenſpielern und Schülern, ſowie
Schuljugend. Die Leirung hatte die Organiſtin, Frl. Hein, die
Orgelbegleitung lag in den bewährten Händen des Herrn Karl
Kopp von Groß=Zimmern.
Die Nationalſozialiſtiſche Deutſche
Arbeiterpartei veranſtaltete im Saalbau „Zur Spitze”, eine
Weihnachtsfeier die ſoviel Beſucher angelockt hatte, daß der
Saal bis zum letzten Platz gefüllt war. Eine zirka 30 Mann ſtarke
Kapelle ſpielte alle unſere alten feſchen Militärmärſche und
ſon=
ſtige Weiſen, begeiſtert umjubelt.
Ds. Fr.=Crumbach. 28. Dezember.
Weihnachtslieder=
abend des Geſangvereins „Eintracht”
Die unter
Leitung des Dirigenten, Herrn Lehrer Müller, ſehr gut
darge=
botenen Chöre, fänden reichen Beifall. Beſonderen Anklang
fau=
den außer dem im erſten Teil vorgetragenen Couplet „Das
Finanzamt” und den beiden im zweiten Teil dargebotenen
Couplets: „Der Kriſchan und die Stine und „Das ſchneid ge
Perſonal”, noch das Theaterſtück: „Sie hat die Hoſen an”
gut dargebotenen Muſikſtücke gaben dem Abend ein harmoniſches
Gepräge
7. Reichelsheim i. Odw.. 28 Dezember.
Weihnachts=
feier in der Kirche. Der Weihnachtsgottesdienſt am erſten
Weihnachtsfeiertag war von ſämtlichen zur hieſigen Kirche
ge=
hörenden Pfarrgemeinden bis auf den letzten Platz beſetzt.
Die
Feier wurde verſchönert durch verſchiedene Liedervorträge des
Kirchengeſangvereins, auch der Poſaunenchor unter Leitung des
Herrn Pfarrer Munk trug zur Verſchönerung der Feie bei.
Nieder=Kainsbach. 28. Dezember. Weihnachtsteier.
Die Weihnachtsfeier der bieſigen Volksſchule trug den Charakter
eines Elternabends. Lehrer Heß lud alle Ortsangehörigen zu der
Feier. Zur Aufführung gelangte das Weihnachtsmärchen: „a,
es gibt ein Chriſtkind” und ein Scherzſpiel: „Kinder, lernt
das ABC‟
Ax. Neuſtadt i. O. mit Burg Breuberg (D. J. H.), 28. Dez. Kirch
liches. Am heiligen Weihnachtsabend wurde der Feſtgottesdienſt
durch die Schulen wirkſam unterſtützt, insbeſondere durch den
Vor=
trag dreier dreiſtimmiger Chöre der Oberklaſſe.
— Auch am erſten
Feiertag ſtellte ſich die erſte Klaſſe durch zwei Geſänge in den
Dienſt gemeinſamen Strebens nach Frieden, Liebe, Glaube und
Hoffnung. Die Kirchengemeinde legte an beiden Feſttagen durch
fleißigen Beſuch ein treues und feſtes Bekenntnis zu dem Gott
unſerer Väter ab. — Am erſten Weihnachtsabend hielt der
Män=
nergeſangverein Neuſtadt einen gut beſuchten Theaterabend, im
Gaſthaus „Zum Ochſen” ab. Dabei ging ein kleiner Schwank und
ein Vierakter („Als ich Abſchied nahm”) über die Bretter, die beide
gut durchgeführt wurden, einzelne Rollen verdienen ein beſonderes
Lob. Die Veranſtaltung war von Chören umrahmt. Der
Nachbar=
verein von Hainſtadt hatte ſich zur wirkſamen Verſtärkung
einzel=
ner Chöre unter der ſtabſicheren Führung des Herrn Michel gut
zuſammengefunden.
Heubach, B. Dez. Weihnachtsfeier des
Männer=
geſangvereins. Der Vorſitzende Herr Magſam eröffnete, die Feier
mit herzlicher Begrüßung. Die durch den Verein unter Leitung ſeines
rührigen Dirigenten Ruppert vorgetragenen Chöre und Lieder ernteten
reichen Beifall. Gemeinſam geſungene Weihnachts= und Voltslieder
ſo=
wie eine Tombolaverloſung halfen den Abend verſchönern.
Dk. Waldmichelbach, 28. Dezember. Weihnachtsfeier.
Die Oberklaſſe der Evgl Schule eranſtaltete unter Leitung von
Herrn Lehrer Sommerlad für die Elternſchaft einen
Weihnachts=
abend. Die Kinder trugen mit Sicherheit und Geſchick Lieder
Ge=
dichte und ſinnvolle Weihnachtsſpiele vor und zeigten ihren Eltern
recht eindringlich, daß man gerade in der jetzigen Notzeit die
Freudenbotſchaft von der Geburt Jeſu braucht. Mit einer
Be=
ſcherung endete der wohlgelungene Abend.
hlierbach, B. Dez. Weihnachtsgottesdienſt. Die
diesjährigen Weihnachtsgottesdienſte, die ſämtlich ſehr gut beſucht
waren, geſtalteten ſich beſonders feierlich dadurch, daß am erſten
Feier=
tag der hieſige Männergeſangverein unter Leitung von Herrn Lehrt
Heß zwei ſchöne Weihnachtschöre vortrug: „Es iſt ein Ros entſprur
gen” von Prätorius und „Ehre ſei Eott” von Beethoven. Am zweiten
Feiertage ſang die Jungmädchengruppe mit Frau Pfarrer Hartmann
in dreiſtimmigem Chor „Chriſtus iſt geboren”, von J. J. Wachsmann.
Dann fand nach dem Gottesdienſt am zweiten Feiertag ein
Kindergot=
tesdienſt ſtatt.
Cp. Biebesheim, 28. Dezember Weihnachten im
Turn=
verein. Die diesjährige dem Ernſt der Zeit in allen Stücken
angepaßte Weihnachtsfeier des hieſigen Turnvereins (DT.) nahm
trotzdem einen guten Verlauf. Beſonders die turneriſchen
Dar=
bietungen fanden den Beifall des Publikums. Auch wurde ein
Krippenſpiel aufgeführt. Um das gute Gelingen der
Veranſtal=
tung haben ſich beſonders Lehrer Krämer und Lehrerin Krug=
Crumſtadt verdient gemacht. Die mitwirkenden Schüler und
Schülerinnen wurden zum Schluß durch den Nikolaus beſchenkt.
Aa. Wolfskehlen, 27. Dezember. An Weihnachten er
freuten ſich die Gottesdienſte eines guten Beſuches. Am Heiliger
Abend und am 1. Feiertag wirkte der Kirchengeſangverein unter
Leitung von Lehrer Otto Roth mit, während am 2. Feiertag
ſich der Geſangverein „Germania” unter der Stabführung von
Kapellmeiſter Friedel Fiſcher=Darmſtadt zur Verſchonerung
des Gottesdienſtes zur Verfügung geſtellt hatte. Die beiden
Ge=
ſangvereine, Germania” und Eintracht” hielten Theaterabende ab
Bm. Hofheim (Ried), 28. Dez. Weihnachtsfeiern. Seit
Jahren erhält hierorts der Heilige Abend eine beſonders feierliche Note
durch die Weihnachtsfeier am Gefallenen=Denkmal, wo bei einbrechender
Dunkelheit ein hoher Weihnachtsbaum in elektriſchem Lichterglanz
er=
rahlt. Zahlreich ſind die Einwohner verſammelt und lauſchen den
Weihnachtsklängen des evangeliſchen Poſaunenchors und den Worten,
die der ebangeliſche Geiſtliche in dieſer Feierſtunde den gefallenen
Hel=
den widmet. Auf dem Friedhof ſelbſt erſtrahlen zahlreiche Grabſtätten
im Lichterglanz. — Am erſten Weihnachtsfeiertag hatte der
Männer=
geſangverein im „Löwen” ſeine Weihnachtsfeier die der Chor
mit ſchönen Weihnachtsliedern eröffnete. Das dreiaktige
Weihnachts=
ſpiel „Ein Weihnachtstraum” paßte ſehr gut zu dieſer Feier und wurde
auch ſehr verſtändnisvoll wiedergegeben.
Bei freiem Eintritt hatte
unſere Freiwillige Feuerwehr am 2. Weihnachtstage im
„Löwen” ihre Weihnachtsfeier, die bei Theater, heiteren Vorträgen uſw.
einen wohlgelungenen Verlauf nahm. — Am Abend hatte der
Adler=
klub „Gemütlichkeit” im „Adlerſaal” ſeine Weihnachtsfeier mit
anſchließendem Tanz bei recht gutem Beſuch.
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Seite 8 — Nr. 359
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Menstag, 2. Detender
Reich und Ausland.
Der Kampf um das Wiesbadener
Skaakskheater.
Ba. Wiesbaden. Oberbürgermeiſter Krücke
hielt am Mittwoch nachmittag eine
Preſſebe=
ſprechung ab, in der etwa folgendes zum
Aus=
druck kam. Trotz der neuen Notverordnung, die
eine Aufgabe des Wiesbadener Theaters durch
den Staat für die neue Spielzeit vorſieht, ſoll
nichts von ſeiten der Stadt unverſucht bleiben,
das Theater, wenn auch in ſtarker Einſchränkung,
zu erhalten. Wenn man bedenkt, daß der
Preu=
ßiſche Staat 540 000 Mark (abgeſchloſſene
Per=
ſonalverträge uſw.) zu leiſten hat, zu denen
noch die Wohlfahrtslaſten, die der Stadt (bei
Aufgabe des Theaters) entſtehen, hinzukommen,
ſo daß man mit einer Summe von 700 000 bis
800 000 Mark Ausgaben rechnen kann, dann wäre
es wohl angebracht, daß der Staat zu dieſem
Betrag noch 200 000 Mark zuzahlt, alſo einen
Ge=
ſamtbetrag von 1 Million gibt, mit dem die
Stadt Wiesbaden dann ſelbſt das Theater weiter
führen könnte. Erforderlich iſt dann vor allem,
daß der überteuerte Betrieb weſentlich
einge=
ſchränkt wird. Was das Zuſammengehen mit
anderen Städten anbelangt, ſo ſteht man dem im
allgemeinen nicht ablehnend gegenüber. Doch
muß das Theater erſt ſaniert werden. Das kann
nur geſchehen, wenn der Staat eine gewiſſe
Sub=
vention garantiert, auf deren Höhe man dann
verſucht, das Theater einzuſtellen. Wird von der
Stadt ſpäter nur im großen Haus weitergeſpielt,
und man gibt den Pachtvertrag für das kleine
Haus auf, ſo beſteht die Gefahr, daß der Beſitzer
des kleinen Hauſes ſein Theater an eine
aus=
wärtige Truppe verpachtet. Was ſich bei den
Verhandlungen in Berlin beſonders ungünſtig
auswirkte, war der kataſtrophale Rückgang in
den beiden Wiesbadener Staatstheatern im
letz=
ten Monat. Es iſt zu hoffen, daß Anfang
Ja=
nuar Vertreter des Staates aus Berlin nach
Wiesbaden kommen, um über die geſamten
The=
aterfragen eingehend zu beraten. Ein Schreiben
iſt von der Stadt Wiesbaden an das Preußiſche
Staatsminiſterium und die Abgeordneten des
Preußiſchen Landtags geſandt worden, in dem
gegen die durch die preußiſche Notverordnung
verfügte Schließung der Staatstheater in
Wies=
baden ſchärfſter Proteſt erhoben wird.
Zwei Todesopfer des Glatteiſes.
Frankfurt. In der Bolongaroſtraße im
Stadtteil Höchſt wurde der Arbeitsinvalide
Pe=
zolinſky mit ſchweren Verletzungen an den
Schultern aufgefunden. P. war infolge des
Glatteiſes zu Fall gekommen. Er wurde ſofort
ins Krankenhaus gebracht und operiert, doch iſt
er alsbald ſeinen ſchweren Verletzungen erlegen.
In Bürgel iſt eine ältere Frau auf dem
Glatteis ausgerutſcht. Sie kam zu Fall und zog
ſich eine ſchwere Schädelverletzung zu. Innerhalb
kurzer Zeit iſt die Frau geſtorben.
Abgeſtürzter Faſſadenkletterer.
Frankfurt. Der 29jährige Arbeiter Hch.
H. kletterte in den frühen Morgenſtunden des
2. Feiertags an der Faſſade eines Kaufhauſes
in der Kaiſerſtraße hoch und drang in das erſte
Stockwerk ein. Als er mit einem geſtohlenen
Tuchballen wieder herabkletterte, ſtürzte er ab
und wurde ſchwer verletzt. Die Rettungswache
brachte ihn in das Krankenhaus.
Keine weiteren Einſtürze im Stuttgarter Schloß.
Stuttgart. Gegenüber Gerüchten, die von
weiteren Einſtürzen im alten Schloß wiſſen
wollen, iſt feſtzuſtellen, daß ſich die Lage nicht
verändert hat. Es wird erwogen, das Trümmer=
und Balkengewirr im abgebrannten Oſtflügel zu
beſeitigen. Dadurch würde dem noch immer
glim=
menden Feuer Nahrung entzogen.
Elli Beinhorn in Britiſch=Indien.
Berlin. Die Fliegerin Elli Beinhorn iſt
am Heiligen Abend in Delhi eingetroffen. Auf
dem Flugplatz wurde ſie von der dortigen
deut=
ſchen Kolonie begrüßt. Elli Beinhorn wird in
einigen Tagen den Weiterflug nach Kalkutta
und von dort nach Siam und den Sunda=Inſeln
antreten.
Sklarek=Prozeß.
Der Wechſelverkehr der Sklareks
mit der Stadtbank.
Berlin. Im Sklarek=Prozeß wurd
Montag der Wechſelverkehr der Sklareks unt
Stadtbank erörtert. Stadtbankdirektor Hoff;
erklärte, bei der Stadtbank habe man infolle
Kreditwürdigkeit der Sklareks keine Be.
gehabt, die Sklarekwechſel zu diskontieren.
gegen den Satzungen ſei eine Ausnahme gn
worden, weil die Stadtbank mit den She
ins Geſchäft kommen wollte. Bedenken ſeim
hinterher gekommen. Der Magiſtrat hab/
die Sklareks begünſtigt. Hinter ihnen ha
Oberbürgermeiſter Böß geſtanden. Stadtr)
neter Roſenthal und Brolat ſeien ebenfalsl
die Sklareks eingetreten. Wenn der Maſit
es gewollt hätte, ſo hätten viele Werte gr
werden können. Unnötig wäre es geweſe
Pferdeſtall der Sklareks für 109 000 RM. z
ſteigern. Der Magiſtrat habe alles in 7n
und Boden gewirtſchaftet. Er und Schmidl
ten als Kugelfang gedient. Er danke dem
ſitzenden, daß er dies alles ſagen dürfe und
ſeinem Herzen einmal Luft machen konnte,
Vorſitzende ſtellte feſt, daß ſich das Gericht
lich für die Frage intereſſiere, ob die Städ
von den Sklareks getäuſcht worden ſei,
od=
ſie die Sklareks begünſtigt habe, wie die S
anwaltſchaft behaupte. Hoffmann erwidert
ſei ausgeſchloſſen. Man habe die
Sklarek=
geſchäftlich an die Stadtbank feſſeln wollen
Ruf der Sklareks ſei einwandfrei geweſer;
niſterpräſident Hirſch habe ſie als Kundeik
die Arbeiterbank heranziehen wollen. Er,
mann, müſſe immer wieder an die gute
ziehungen der Sklareks zum Magiſtrat erin
Die Sklareks habe er, Hoffmann, als aufr
Menſchen kennen gelernt. Leider hätten
ihm nicht geſagt, daß ihre Rechnungen fi
waren. Leo Sklarek erwiderte, Hoffmann!
anläßlich einer Reviſion zu ihm geſagt, er
ſo auf das Sklarek=Konto aufpaſſen mſ
Stadtbankdirektor Hoffmann erklärte darauc
habe niemals etwas derartiges geſagt. Er n
ins Irrenhaus gehören, wenn er ſeinen Ruſ
ſeine Ehre ſo leichtfertig aufs Spiel geſetzt /
Bei den weiteren Erörterungen des Kid
und Wechſelgeſchäfts der Brüder Sklarek mi
Stadtbank erklärt der Stadtbankdirektor Son.
daß er mit Max Sklarek niemals Weckſ4
ſchäfte, geſchweige denn über Gefälligkeitswe
geſprochen habe. Staatsanwaltſchaftsrat!
Weißenberg ſtellt hierzu feſt, daß die Ske‟
bei der Dresdner Bank und auch bei der
bank ſtets nur Gefälligkeitswechſel zur Ds
tierung vorgelegt hätten. Willi Sklarek ben
hierzu, daß die Dresdner Bank und die O1
immer angenommen hätten, es handele ſi0
Kundenwechſel. Er habe das ja ſelbſt auch
gewußt, daß es ſich um Gefälligkeitswechſell
handelt habe. Das habe nur Max Sklarck
wußt. — Die Verhandlung wird Mittwoch
mittag fortgeſetzt werden.
17 Tote bei einem Hotelbrand in Ameriſ
Berlin. Beim Brand eines Hotels?
Springfield (Maſſachuſetts) ſind nach einer
dung Berliner Blätter aus New York 17
ſonen ums Leben gekommen. Bisher wud
fünf verkohlte Leichen aus den rauchenden Ty
mern geborgen. Zwölf Perſonen werden
vermißt. 31 Bewohner des Hotels konnten
in Sicherheit bringen. Zwei erlitten ſcht
Verletzungen.
Einſturzunglück während eines Fußball;
Wettſpiels.
Catania. Während eines Fußball=A!”
piels zwiſchen einer hieſigen und einer une
ſchen Mannſchaft ſtürzten infolge Bruches
Geländers der Tribüne etwa 20 Perſonen in
Tiefe. Eine von ihnen wurde getötet, an”
erlitten Verletzungen.
Brand der Eiſenbahn=Werkſtätten in Alte
(Pennſylvanien).
NewYork. Die Reparatur=Werkſtättei
pennſylvaniſchen Eiſenbahn in Altoona ſind de
ein Großfeuer zerſtört worden. Der Sachſchel
wird auf zwei Millionen Dollar geſchätzt. 1
1100 Arbeiter ſind durch den Brand brotlos
worden.
Raummangel beſſimmt die Archikekkur der amerikaniſchen Großfkadk.
Auch den kleinen Negermädchen wird das ABC nichk (
Dresdens Altſtädter Wache wird Gefallenen=Ehrenmal.
Die von Schinkel erbaute Altſtädter Wache am Theaterplatz in Dresden
ſoll nach dem Vorbild der Neuen Wache in Berlin zum Ehrenmal für die im Weltkriege gefallenen
deutſchen Helden ausgeſtaltet werden. Das Gebäude entſtand in den Jahren 1831—33 und
beher=
bergte bisher die Wehrkreisbücherei der Reichswehr.
Favag=Prozeß.
Frankfurt a. M. Nach der dreitägigen
Weihnachtspauſe im Favag=Prozeß wurde am
Montag mit der Erörterung des umfangreichen
Abſchnittes Bürgſchaften und
Geldinanſpruch=
nahme der Favag für Eigengeſchäfte von
Kirſch=
baum und Becker mit dem Kahn=Konzern
be=
gonnen. Unter Beteiligung des Inhabers des in
Konkurs geratenen Kahn=Konzerns Richard
Kahn, der Bankdirektoren Wiechert und
Sobern=
heim, des Bankiers Bauer ſowie von Kirſchbaum
und Becker, wurde ſeinerzeit die Induſtrie=
Be=
triebs= und Verwaltungsgeſellſchaft gegründet.
Zweck des Unternehmens war die „
Ausſchlach=
tung” von in Schwierigkeiten geratenen
Ma=
ſchinenfabriken. Bemerkenswert war, daß Kahn
nicht am Verluſt, ſondern nur am Gewinn
be=
teiligt war.
In der Nachmittagsſitzung wurde der Fall
Rheinmetall angeſchnitten. Für die Uebernahme
der Favag=Bürgſchaften für Geſchäfte mit dieſer
Geſellſchaft verlangte Kirſchbaum eine höhere
Prämie als der übliche Satz betrug. Die
Diffe=
renz zwiſchen der üblichen und der höheren
Prä=
mie wollten Becker und Kirſchbaum unter ſich
teilen. Kirſchbaum verſuchte ſein damaliges
Ver=
halten damit zu verteidigen, daß es bei Agenten
und Maklern üblich ſei, daß ſie einen beſtimmten
Satz an der Prämie verdienen. — Nach weiteren
Erörterungen wurde die Verhandlung auf
Don=
nerstag vertagt.
Zugzuſammenſtoß.
Laupheim. Am Heiligen Abend fuhr im
hieſigen Hauptbahnhof ein Perſonenzug auf zwei
mit Langholz beladene Güterwagen, die ins
Rol=
len gerieten. Zwei Wagen wurden ſchwer
be=
ſchädigt, die Lokomotive leicht. 10 Reiſende
er=
litten bei dem Zuſammenſtoß leichtere
Verletzun=
gen und wurden nach Laupheim in ärztliche
Be=
handlung gegeben.
Sturmflutgefahr für Hamburg.
Hamburg. Die ſtürmiſchen Weſtwinde im
norddeutſchen Küſtengebiet erreichten am
Mon=
tag Morgen bei Hamburg Stärke 7—8. In der
Elbmündung herrſcht voller Sturm, Feuerſchiff
Elbe I meldet Windſtärke 9, in Hamburg iſt
bereits Hochwaſſer einen Meter über Normal
eingetreten. Bei weiterem Anhalten des Sturmes
beſteht ernſte Gefahr. Für die ſchleswig=
hol=
ſteiniſche Weſtküſte, beſonders für die Eider=
Mündung, hat die deutſche Seewarte bereits am
Sonntag Sturmflutwarnungen erlaſſen.
Calmelke-Prozeß.
Lübeck. Das Gericht beſchäftigte ſich
ein=
gehend mit dem Fall des Kindes Grieſe. Das
Kind iſt im Dezember 1929, alſo zwei Monate
vor der amtlichen Einführung des Calmette=
Ver=
fahrens, bereits gefüttert worden. Es ſtammt
aus tuberkulöſer Umgebung. Ende Januar 1930
zeigten ſich Krankheitserſcheinungen. Die Aerzte
führten dieſe Erſcheinungen auf eine kongenitale
im Mutterleib erworbene Tuberkuloſe zurück.
Prof. Deycke war Anfang März von zwei Aerzten
eine eitrige Drüſe des Kindes gebracht worden,
die er auf Meerſchweinchen weiterimpfte und
von der er eine Kultur anlegte. Die ausgedehnte
Erörterung dieſes Falles ſollte Klarheit darüber
bringen, ob man vielleicht ſchon bei dieſem Kinde
darauf ſchließen konnte, daß der BCG., der alſo
ſchon im Dezember verfüttert wurde, virulente
Keime enthielt. Prof. Deycke äußerte ſich
ein=
gehend über die kongenitale im Mutterleibe
er=
worbene Tuberkuloſe und über die Verſuche, die
er ſpätr mit BCG.=Kulturen und den Kulturen
des Kindes Grieſe unternommen hat. Er
er=
wähnt dann, daß er ſich auch die Kultur Grieſe
eingeimpft habe, und daß dieſe Kultur in ſeinem
Körper anders reagiert habe, als die anderen
Kulturen.
Im Anſchluß an die Verleſung der Protokolle
über die Sektionsbefunde der mit verſchiedenen
Kulturen geimpften Meerſchweinchen wurde von
den Nebenklägern eine ganze Reihe von Fragen
an Prof. Deycke geſtellt. Prof. Deycke äußerte
ſich ferner ausführlich über den Impfverſuch, den
er an ſich ſelbſt mit Bazillen gemacht hat. Die
Verhandlung wurde dann auf Dienstag vertagt.
Schweres Autounglück. — Vier Tote.
Neumarkt (Niederſchleſien). Auf der Fahrt
von Belkau nach Nimkau verlor der Führer eines
mit acht Perſonen beſetzten Autos die Gewalt
über den Wagen. Das Auto fuhr eine vier
Meter hohe Böſchung hinunter und ſtürzte um.
Vier der Inſaſſen, darunter zwei Frauen,
wur=
den getötet, zwei weitere verletzt. Unter den
Ge=
töteten befindet ſich der Führer des Wagens, ein
Kaufmann aus Nimkau.
Eiſenbahnunglück bei Rom.
Rom. Sonntag nachmittag entgleiſte auf der
Strecke Rom-Viterbo bei Rignano etwa 38
Kilometer nördlich von Rom ein Zug. Dabei
wurden drei Perſonen getötet und etwa 20
ver=
wundet. An die Unfallſtelle ſind ſofort mehrere
Sanitätsautos abegangen.
Unterricht in einer Miſſionsſchule im Innern Afrikas.
Unſer Bild zeigt eine reizende Aufnahme aus einer Schule für kleine Negermädchen, m
von den Miſſionsſchweſtern im Innern Afrikas zahlreich eingerichtet worden ſind. Die
Mädchen, die nicht wie ihre europäiſchen Alterskameradinnen mit gefalteten Händen, ſg
mit gekreuzten Armen dem Unterricht folgen, lernen ſchreiben und rechnen, und was ſie vur
Miſſionsſchweſtern nicht verſtehen, erklärt ihnen die ſchwarze Erzieherin noch einmal.
Dreiſtöckige Straßenkreuzung vor dem Zentralbahnhof in New York.
Das Geſicht der amerikaniſchen Großſtadt iſt weitgehend durch die Raumnot beſtimmt. In rieſigen
Wolkenkratzern müſſen die zahlloſen Büros der New Yorker Geſchäftswelt untergebracht werden,
für den Verkehr aber müſſen vielfach mehrere Stockwerke hohe Straßen gebaut werden, da die
Fülle der Autos und Paſſanten in einer Straßenlinie keinen Platz findet.
un, 29. Dezember 1931
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wird gehoben.
znblacht bei Abukir mit einem Goldſchatz von 16 Mill.
ſunken.
— Kapitän Woolward hebt die „P’Orient”
uleons Flaggſchiff in die Luft flog. — Der Sold für
hüren=Armee des Konſuls Bonaparte ruht noch heute auf
dem Meeresgrund.
=uehmigung der engliſchen Admiralität, der ägyptiſchen
ſtanzöſiſchen Regierung trifft der Kapitän der engliſchen
Veprg Richard Woolward Vorbereitungen, um das
Flagg=
twleons „L’Orient”, das in der großen, für Napoleon
en Seeſchlacht von Abukir unterging, zu heben. Es
han=
urn ein ähnliches Unternehmen wie bei der Hebung der
„Saypt”, „Lutine” „Laurentic” und anderer auf dem
zes Ozeans ruhender Goldſchiffe, denen ihre Millionen
woerden ſollen und zum Teil ſogar ſchon entriſſen ſind.
uaſchiff des damaligen franzöſiſchen Konſuls Bonaparte
örnlich auf ſeiner ſtolzen Fahrt nach Aegypten eine
on rund 16 Millionen Franes in Gold mit ſich, die
zrhlung des Soldes an die franzöſiſche Aegypten=Armee
ſollte. Nach dem Frieden von Campo Formio im Jahre
raſchte der Korſe die Welt mit dem großartigen Plane,
zaren Ruhme Fraukreichs und zur Bedrohung von Eng=
Expedition nach Aegypten zu unternehmen. Napoleon
mls in Frankreich ſchon allmächtig, ſo daß dieſem Plane
ſernis in den Weg gelegt wurde. Im Gegenteil, man
gern dazu die Zuſtimmung, um den betriebſamen,
er=
ſen und darum gefährlichen Feldherrn aus Paris zu ent=
D. Mai 1798 verließ Bonaparte mit einer großen Flotte
Linienſchiffen, 14 Fregatten, 12 Korvetten und 25 000
zie auf 400 Transportſchiffen befördert wurden, den
orr Toulon. In ſeinem Gefolge befanden ſich die
tüch=
inerale, Gelehrte, Künſtler und Techniker, die zur krie=
und friedlichen Eroberung des Landes mitzogen. Am
bvar die Flotte vor Malta erſchienen und hatte die
yr 13. Juni eingenommen. Viele Goldmillionen wurden
toppten mitgeführt, wo die Flotte am 1. Juli vor
Alexan=
dete. Die ſiegreiche „Schlacht bei den Pyramiden” folgte,
25. Juli zogen die Franzoſen in Kairo ein. Da machte
ſolacht bei Abukir dem großen Siegesrauſch Bonapartes
ſayten ein Ende. Admiral Brueys, der Befehlshaber der
ſſſcen Flotte, hatte ſich am 6. Juli auf der Reede von
vor Anker gelegt. Stolz wehte von ſeinem Flaggſchiff
inn” die Flagge. Am 1. Auguſt erſchien Admiral Nelſon,
ranzöſiſche Flotte lange geſucht hatte, mit 13
Linien=
tnd mehreren Fregatten vor der ägyptiſchen Küſte. Der
Seetüchtigkeit der engliſchen Flotte und dem Genie des
. Nelſon war die franzöſiſche Flotte nicht gewachſen.
ſuim 7 Uhr begann die Schlacht, die ſich ſchon in der
ſnunde gegen die Franzoſen entſchied. Zwar wurde
Nel=
ſurundet, und die Franzoſen konnten die Schlacht noch die
Mrcht hindurch fortſetzen. Aber Admiral Bruehs fiel und
ſichptiſche Kriegsſchatz Napoleons.
1 dem Schiffe „LOrient” ſank der ganze Kriegsſchatz
lie, in die Tiefe. Sechszehn Millionen Goldfranes ruhen
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 359 — Seite 9
Die großen Token des Jahres 1931.
Obere Reihe, von links nach rechts: (1) Prof. Friedrich Gundolf, der Heidelberger Literarhiſtoriker. — (2) Prof. Ulrich v.
Wilamo=
witz=Möllendorf, der große Berliner Altphilologe. — (3) Friedrich v. Payer, der letzte Vizekanzler des deutſchen Kaiſerreichs.
(4) Prof. Heinrich Grünfeld, der weltberühmte Cellovirtuoſe. — (5) Gunther Plüſchow, der Flieger von Tſingtau und Erforſcher
des Feuerlands.
(6) Hermann Müller, deutſcher Reichskanzler 1920/21 und 1928/31. — (7) Enrico Raſtelli, der König der
Jongleure. — (8) Otto Reutter, der beliebte Brettl=Humoriſt.
Mittlere Reihe, von links nach rechts: (1) Prof. Alfred Wegener, der Erforſcher Grönlands. — (2) Friedrich Wilhelm v. Loebell,
preußiſcher Innenminiſter a. D.
(3) Hanns Fechner der blinde Maler und Schriftſteller. — (4) Anna Pawlowa, die welt=
berühmte ruſſiſche Tänzerin.
(5) Geheimrat Karl Stimm ing, Generaldirektor des Norddeutſchen Lloyd.
(6) Prof. Leſſer
Ury, der Maler des alten Berlin. — (7) Adolf Graf v. Arnim=Muskau, Präſident des Union=Clubs und des Automobilclubs von
Deutſchland. — (8) Auguſt Forel, der große Schweizer Pſychia ter und Soziologe.
Untere Reihe, von links nach rechts: (1) Admiral Eduard v. Capelle, Staatsſekretär des Reichsmarineamtes 1916/18. — (2) Louis
Loucheur, der bedeutende franzöſiſche Politiker. — (3
3) Leo Schützendorf, der beliebte Opernſänger. — (4) Johannes Reinke, der
bekannte Naturphiloſoph und Biologe. — (5) Dr. Karl Fritz, Erzbiſchof von Freiburg i. Breisgau. — (6) Thomas Alva Ediſon,
der geniale Erfinder.
(7) General Bruno v. Mudra, der bekannte Heerführer. — (8) Dr. Nathan Söderblom, Erzbiſchof von
Upſala und Führer der Weltkirchenbewegung.
ſeit dem 1. Auguſt 1798 auf dem Boden des Meeres bei Abukir.
Die Stelle, wo das Gold liegt, kann durch die geſchichtlichen.
Berichte der engliſchen und franzöſiſchen Admiralität ungefähr
noch heute feſtgeſtellt werden, zumal die große Seeſchlacht bei
usöſiſche Flaggſchiff „L'Orient” geriet in Brand. Es ſank Abukir nicht eine „Bewegungsſchlacht” war, wie die Seeſchlachten
wer Zeit. An Bord dieſes Schiffes befand ſich aber der heutzutage, ſondern mit verankerten Schiffen geführt wurde. Das
Flaggſchiff, das die Millionen in rieſigen eiſernen Kiſten an
Bord hatte, hat ſich darum auch nicht während der
Kampfhand=
ons, der für die ägyptiſche Expedition Verwendung fin= lung von der Stelle bewegt. Allerdings iſt zu bedenken, daß es
nach dem Schlachtbericht mit der ganzen Beſatzung in die Luft
geflogen ſein ſoll. Ob dabei nicht auch die eiſernen Kiſten
Schaden gelitten haben, in denen ſich die Millionen befanden, iſt
durchaus fraglich. Kapitän Woolward iſt aber zuverſichtlich, daß
es ihm gelingen wird, den Goldſchatz unverſehrt zu finden, denn
die Exploſion ereignete ſich nach dem Kampfbericht an Deck über
dem Waſſerſpiegel, während die Goldkiſten im Innern des
Schiffes verſtaut waren. Sie ſind darum wahrſcheinlich ſofort
in die Tiefe geſtürzt, wo ſie ſich noch heut befinden. Die
Hebungsarbeiten ſollen ſchon in wenigen Wochen Anfang 1932 in
Angriff genommen werden.
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Seite 10 — Nr. 359
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sport, Spiel und Jucnen
Drei Gäſteſiege bei den Punkteſpielen!
Die bedeutungsvollſte Begegnung der Weihnachtsfeiertage,
VfL. Lampertheim
VfR. Bürſtadt wurde in beiderſeitigem
Einverſtändnis abgeſetzt; das Spiel Hofheim — Starkenburgia
Heppenheim fiel den ſchlichten Platzverhältniſſen zum Opfer. Die
Hofheimer waren demgemäß auch gezwungen, das
Freundſchafts=
ſpiel mit der Reſervemannſchaft des SV. 98 Darmſtadt abzublaſen.
Einen weiteren Spielausfall gab es noch in Lampertheim, wo
Gonſenheim zu einem Privatſpiel antreten ſollte, jedoch am
Don=
nerstag die Begegnung abſagte. Die Bürſtädter Raſenſpieler
tra=
ten in Waldhof gegen eine ſtark kombinierte Mannſchaft der erſten
und zweiten Garnitur an. Bei ſehr guter Spielweiſe ſiegte der
Tabellenführer unſeres Kreiſes 3:2. Bei dem Lokaltreffen im
Wormſer Stadtpark lag Olympia gegen die Alemannen bei der
Halbzeit 1:0 in Führung. Am Schluße, als Alemannia inzwiſchen
etwas mehr Eifer und Können an den Tag legte, ſtand die Partie
allerdings 4:1 fur die Bezirksligiſten.
Bei den Punktekämpfen gab es wieder einmal recht
be=
deutungsvolle Ueberraſchungen. Die Reſultate lauten:
Concordia Gernsheim
FV. Biblis 2:3.
Normannia Pfiffligheim
Olympia Lampertheim 1:2.
Viktoria Neuhauſen
Spv. Hochheim 1:4.
Spv. Horchheim — Spv. Abenheim 5:1.
Durch dieſen erneuten Sieg hat ſich Biblis nun bereits bis zur
Mittelgruppe vorgearbeitet. Bei dem Spiel in Gernsheim ſtand
den Riedleuten viel Glück zur Seite; immerhin verſtanden ſie es,
ſo geſchickt taktiſch richtig zu ſpielen, daß Gernsheim trotz klarſter
Feldüberlegenheit einfach nicht durchkommen konnte. Die
Nor=
mannen wehrten ſich gegen die ſpielſtarken Lampertheimer ſehr
tapfer und hätten zumindeſtens ein Unentſchieden verdient gehabt.
Hochheim ſetzte ſich in Neuhauſen mit dem gleichen Elan durch, mit
dem Horchheim auf eigenem Platze die Abenheimer abfertigte.
Schwerakhlelik.
Bericht aus dem 2. Kreis des D.A.S. V.
Mannſchafts=Ringkämpfe des 2. Kreiſes.
Nachdem die Vorrunde der Kämpfe bis auf den erſten Bezirk
Kreisliga, die Oberliga und anderen Bezirken der Kreisliga ihren
Abſchluß gefunden haben und ſchon zum Teil in die Endrunde
ein=
getreten ſind, iſt wohl eine Rückſchau ſehr von Intereſſe. Jeder
Sportsmann weiß, daß zum Siege nicht allein Können, ſondern
auch Glück gehört, und trifft dies beim Ringen ganz beſonders zu,
wo es Mann gegen Mann geht, und jeder verſucht, eine Blöße des
Gegners zu erſpähen, dabei oft die Vorſicht über eigene Blößen
vergeſſend. Die Taktik, nur auf die Blößen des Gegners zu achten
und nicht ſelbſt zum Angriff überzugehen, bringt oft die
lang=
weiligſten Kämpfe und iſt letzten Endes auch kein Ringen mehr.
Eine ſolche Kampfesweiſe wird auch von einem durchgreifenden
Schiedsrichter nach dreimaliger Verwarnung mit Herausſtellen
des einen oder der beiden Ringer geahndet.
Aber bei ſolchen Ringern, die bedacht ſind, zu kämpfen, iſt ſehr
oft Sieg und Niederlage ſo nahe beiſammen, daß man bei einer
Situation, wo man noch vor Sekunden den einen als Sieger
wähnte, er ſchon eine einwandfreie Niederlage einſtecken muß. Da
hilft auch kein Schönfärben in den langatmigſten Berichten
einzel=
ner Vereine. Sehr oft las man in einheimiſchen Zeitungen
Be=
richte über Kämpfe, wo die Mannſchaft gewonnen hätte, wenn —
der Schiedsrichter nicht geweſen wäre. Aber das iſt ja alles —
Bis jetzt hat noch kein Verein proteſtiert, der gewonnen hat nur
der Unterlegene ſucht Gründe für ſeine Niederlage.
Ueberraſchun=
gen gab es auch bis jetzt, aber im großen ganzen hat die vor den
Kämpfen veröffentlichte Vorſchau recht behalten.
An Kämpfen nachzutragen ſind noch:
Kreisliga 1. Bezirk. Auf der Kreuznacher Matte trafen
ſich bei anfänglich gutem Sport 03 Kreuznach und 98 Bingen zu
dem fälligen Liga=Kampf. Nach und nach erhitzten ſich aber die
Gemüter, und als nach dem vorletzten Kampf der Sieg noch offen
ſtand, ließ ſich bei dem letzten Kampf im Schwergewicht der
Bin=
ger Schwergewichtler zu unfairer Kampfesweiſe verleiten, wo=
durch er als beſiegt erklärt wurde, was er mit einer groben
Un=
ſportlichkeit quittierte, die noch der Aufklärung harrt. 4
Schulter=
ſiege von Nägler, Frei, Droſſe und Walter Buſſer iſt Kreuznachs
Erfolg. Von Bingen ſiegte Spenlein, Teichmann durch
Schulter=
ug und Puderbach nach Punkten über Adam. Geſamtergebnis
12:8 für Kreuznach.
Nieder=
Kreisliga 2. Bezirk; Arheilgen
Ramſtadt 11:8. Durch dieſe Niederlage dürfte ſich die Poſition
Nieder=Ramſtadts etwas verſchlechtert haben und wohl in der
Spitzengruppe, beſtehend aus Arheilgen, Koſtheim und Nieder=
Ramſtadt, an die 3. Stelle gerückt ſein. Aber immerhin hängt für
letztere viel von dem Ausgang des Kampfes Koſtheim —
Arheil=
gen ab, da durch eine Niederlage von Koſtheim ein harter Kampf
um den 2. Platz entbrennen dürfte. „Arheilgen notierte ſeine elf
Punkte durch Schulterſiege von Schunk, Rückerich. Anthes und
einem Punktſieg Andres über Schettler. Nieder=Ramſtadts
Sie=
ger waren Lautenſchläger Ph. Beck und Kaffenberger. Als zu recht
beſtehend erkannte ausnahmsweiſe der Beſiegte dieſes Reſultat an.
400 Zuſchauer waren Zeuge dieſes Kampfes. Um vorläufig die
Tabelle vollſtändig zu machen, iſt der Kampf Arheilgen — Mainz=
Weiſenau mit 20:0 nachzutragen. Die Begleiterſcheinung bei
die=
ſem Kampf dürfte inzwiſchen der Ausſchuß erledigt haben.
Tabellenſtand der Mannſchaftskämpfe im Ringen am 27. Dezember
(ausſchließlich des Kampfes Waſſerlos — Hörſtein.)
Oberliga 1. Bezirk.
Oberſtein 6:2 Punkte, Mainz 88 6:4, Mittelbollenbach 3:7,
Kreuznach 03 3:5.
Oberliga 2. Bezirk.
Groß=Zimmern 14:2 Punkte, Polizei Darmſtadt 10:6, Eiche
anau 9:7, Frankfurt 86 6:8, Siegfried Klein=Oſtheim 6:10,
Aſchaffenburg=Damm 5:11, Darmſtadt 1910 4:10.
Kreisliga 1. Bezirk.
Bingen=Büdesheim 10:0 Punkte, Hammerſtein 6:2. Bingen
6:6, Kirn 6:6. Pfaffen=Schwabenheim 4:6. Kreuznach 2. Mannſch.
6. Langenlonsheim 0:4, Waldböckelheim 0:8.
Kreisliga 2. Bezirk.
Arheilgen 8:2 Punkte, Mainz=Koſtheim 8:2. Nieder=Ramſtadt
6:4. Eckenheim 4:6. Mainz=Weiſenau 4:6, Hellas Mainz 0:10.
Kreisliga 3. Bezirk.
Waſſerlos 6:2, Hörſtein 6:2. Hösbach 6:4. Dieburg 2:4,
Aſchaffenburg 0:8.
Maſt. Kreispreſſewart.
Tiſch=Tennis.
Nun iſt es dem vorjährigen Verbandsmeiſter von Heſſen und
Heſſen=Naſſau, SV. 1898 Darmſtadt, neuerdings gelungen,
die Mannſchaftsmeiſterſchaft für die Saiſon 1931/32 zu erringen.
Obwohl noch nicht alle Spiele ausgetragen ſind, iſt ſein
Punkt=
vorſprung doch ſo groß, daß er nicht mehr einzuholen iſt. Bar
Kochba, Frankfurt, der vorjährige Endſpielteilnehmer, mußte
die=
ſes Jahr die glatte Ueberlegenheit der 98er mit 10:5 in Darmſtadt
und 14:1 beim Rückſpiel in Frankfurt anerkennen.
Ganz hervorragend ſpielte diesmal Wöbke, der den
vorjähri=
gen ſüddeutſchen Einzelmeiſter N. Biener in drei Sätzen glatt
21:15, 21:19, 21:4 ſchlug. Auch alle drei Doppelſpiele wurden
ge=
wonnen.
Schön=Göbel gewannen auch in Münſter den Großen
Weihnachtspreis über 1001 Runde mit einer Runde Vorſprung vor
Rauſch=Hürtgen.
Amkliche Winkerſporknachrichken.
Herausgegeben von der Heſſiſchen Oeffentlichen Wetterdienſtſtelle
am Landw. Inſtitut der Univerſität Gießen am 28. Dezember 1931.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Bedeckt, — 2 Grad, Schneehöhe 10 cm.
verharrſcht, Ski und Rodel ſehr mäßig.
2 Grad, Schneehöhe
Schwarzwald. Feldberg: Sprühregen,
5 cm, Neuſchnee 3—5 cm, Pulverſchnee, Ski und Rodel mäßig.
Ruheſtein: Sprühregen, 0 Grad, Schneehöhe 25 cm,
Papp=
ſchnee, Ski und Rodel mäßig. Furtwangen: Regen,
Grad, Schneehöhe 10 cm, Pappſchnee, Ski und Rodel nur
ſtellenweiſe möglich.
Alpen. Garmiſch=Partenkirchen: Klar, — 3 Grad. Schneehöhe
0 cm, verharrſcht, Ski und Rodel mäßig. Berchtesgaden:
Bewölkt, + 2 Grad. Schneehöhe 16 cm, Pappſchnee, Ski und
Rodel mäßig. Hirſchberg: Bewölkt,
3 Grad, Schneehöhe
70 cm, verharrſcht, Ski gut, Rodel mäßig.
Thüringer Wald. Inſelsberg: Bewölkt,
Grad, Schneehöhe
cm, verharrſcht. Ski mäßig, Rodel gut.
Sächſiſches Gebirge. Johanngeorgenſtadt: Bewölkt, + 1 Grad,
Schneehöhe 20 cm. gekörnt, Ski und Rodel mäßig.
Schleſiſches Gebirge. Schreiberhau: Bewölkt,
— 1 Grad.
Schnee=
höhe 10 cm. Pappſchnee, Ski und Rodel nur ſtellenweiſe
mög=
lich. Schleſierhaus: Heiter,
—3 Grad, Schneehöhe 30 cm,
Rauhreif, Ski und Rodel gut.
9
TAAN
von
Roman
FRITZ WEBER
(Nachdrud
27)
Sie ſah ihn lange an. „Er iſt ſtärker als du”, ſagte ſie wie
im Selbſtgeſpräch. „Er glaubt an ſich und an mich. Du
liebſt mich bloß. Das iſt wenig, iſt eine kleine, private Schwäche
des großen Lund. Mijnheer van Konz würde dich auslachen,
wenn du ihm damit kämeſt. Kopf hoch! Wir reiſen, denn du
tuſt mir leid. Aber jetzt bleib, nimm Platz, bitte, ſei nicht
zer=
knittert, wenn dein Angeſtellter erſcheint. Ich habe ihn
ein=
geladen und muß mein Wort halten. Morgen früh . . .
Greta unterbach ſich plötzlich, trat ganz dicht an ihren Mann
heran und ſah ihm in die Augen.
„Was du vorhin ſagteſt, wirſt du mir beweiſen, Einar!”
flüſterte ſie. „Iſt Helland ein Mörder, dann hat er mich belogen
und ſoll mich kennenlernen. Biſt du ein Verleumder, dann iſt
alles zwiſchen uns zu Ende. Gilt das, Einar?”
„Es gilt. Und wenn ich unrecht habe, ſollſt du frei ſein,
das verſpreche ich dir.”
*
Holger Helland ſchien an dieſem Abend vollkommen
ver=
ändert zu ſein. Er war liebenswürdig, ſprach lebhaft, erzählte
von den Schönheiten der Antarktis, von ſeinen Erlebniſſen mi=
Walfängern, Seehunden und Pinguinen.
Greta ſtrahlte. Er war doch ein bedeutender Mann. Sein
Geſicht, die ſcharfen Augen, das Harte, Eindeutige in ſeiner
Sprache riſſen ſie zu unverhüllter Bewunderung hin. Nur
klein=
licher Neid konnte alle die lächerlichen Gerüchte erfinden, die über
ihn im Umlauf waren. Welcher Menſch vom Ausmaß eines
Holger Helland wurde nicht angefeindet? Das blieb nun
ein=
mal die Rache der vielen an den Auserwählten.
Sie dachte an ihre Ausſprache mit Einar und fand, daß ſie
übertrieben hatten. Allmählich taſtete ſie ſich zurück zu ihrem
urſprünglichen Plan, Einar mit Holger zu verſöhnen, da ihr
beide unentbehrlich erſchienen. Sie mußten wieder eins werden,
mußten ihr zuliebe Ehrgeiz und Eiferſucht fallen laſſen, aus
ihren Hirnen den verbohrten Haß ſtreichen, der dem andern
keinen Platz gönnte in Macht und Liebe.
Während ſie mit dieſen Gedanken beſchäftigt war, ſah ſie
blötzlich, wie Einars Augen einen eigentümlichen Glanz bekamen.
Sie kannte dieſen Blick. Er bedeutete die Abſicht, einen Gegner
ins Mark zu treffen. Sie nannte ihn ſcherzend den „böſen
Funken” oder auch „die letzte Oelung”
Diesmal aber ſchauerte ſie zuſammen. Was würde der
nächſte Augenblick bringen? Da hörte ſie ſchon Einar gelaſſen
verboten.)
ſagen: „Und die Sache mit der „Svea‟, Herr Jugenieur? Sie
haben natürlich die Kerle beiſeite geſchafft, wie?"
Helland ſtarrte Lund ins Geſicht, als hätte er die Sprache
verloren. Seine Hände zitterten, daß Gabel und Meſſer auf
dem Teller klirrten. „Ich ... ich verſtehe Sie nicht”, ſagte er
endlich.
Einar ſchien die Verwirrung Hellands nicht zu bemerken.
Er hob lächelnd das Glas, nickte Greta zu.
„Nichts von Belang, ich meinte nur, daß man die
An=
gelegenheit Olingſen endlich beilegen ſollte. Wie Sie wiſſen, hai
man den armen Teufel interniert, und das ſcheint mir ein
bißchen hart für einen Menſchen, der ſchließlich — im Recht iſt.
Einen geiſtig Geſunden unter Wahnſinnigen zu wiſſen, iſt nicht
gerade angenehm, wenn einem das in einer ſchlafloſen Nacht
einfällt. Finden Sie nicht auch?"
Helland hatte ſich ſchon gefaßt. „Gewiß, aber man darf
ſolche Leute doch nicht frei umherlaufen laſſen. Vielleicht iſt
er nur ein Querulant, ein ſonſt harmloſer Menſch .."
„Nein, ich glaube, daß er im Recht iſt, Helland.”
Holgers Hände begannen wieder zu zittern. „Die
Mann=
ſchaft der „Svea” iſt an Typhus geſtorben”, ſagte er hart.
„Wollen Sie das Zeugnis des Regierungsarztes in Hobart ...
„Kenne ich, kenne ich doch! Aber was bezeugt ein ſolcher
Einſiedler nicht alles für die Ausſicht, das alte gute England
wiederzuſehen?"
„Ja, dann, verzeihen Sie, aber ich glaube, dieſes Thema
in Gegenwart einer Dame . . .
„Oh, Frau Lund intereſſiert ſich außerordentlich dafür, nicht
wahr, Greta? Und da wir nun einmal ſo ganz unter uns
ſind . . .
Greta ſprang auf und rief mit lauter Stimme: „Sie werden
mich entſchuldigen, Herr Ingenieur, ich will nur den Kindern
gute Nacht ſagen. Und auch du, Einar, ſei mir nicht böſe, bitte
Ich
.. komme gleich wieder.
Sie nickte Lund zu, legte zwei Finger an den Mund, als
wollte ſie ihm einen Kuß zuwerfen. Dann verſchwand ſie in
ihrem Schlafzimmer.
Einar legte Meſſer und Gabel auf den Teller und goß
ſeinem Gaſte und ſich Wein ein.
„Sehen Sie, Helland”, ſagte er, „ſo unter uns waren Greta
und ich oft, als es noch kein Paneuropa, keine Lundkonzerne
und keine Antarktisgeſchichte gab. Wir ſoupierten allein, ohne
Dienstag, 29. Dezember 1m
Geſchäftliches.
am 4.
Die Priv. Zuſchneidefachſchule Marg. Becker weiſt auf ein
Januar beginnenden neuen Zuſchneide=Vollkurſus hin
Der ergreifende, hochintereſſante und außerordentlich y.
nende Roman
„Das Kind des Anderen”
erſcheint neben zwei anderen hervorragenden Romanen in der 3
ſchrift „Das Vaterhaus” Jahrgang VIII. — Wegen der ſchö
Ausſtattung, der entzückenden Bilder guten Erzählungen
vielen praktiſchen Winken für die Hausfrau, der reizenden Juge
ſeite „Für Jungen und Mädel”, gilt das ſchöne Blatt, dort wo
bereits bekannt iſt, als treuer Familienfreund. Aber i.
Kreiſen, wo man die Zeitſchrift „Das Vaterhaus”, neu beſteſl
wird ſie ſich bald ein warmes Plätzchen erobern. Dem vorlieon
den Proſpekt iſt eine Beſtellkarte der Firma: Alfred Wagn=
Deſſau (Anhalt) zur freundlichen Benutzung beigefügt. (TV,
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 29. Dezember.
15.20: Hausfrauen=Nachmittag
17.05: Unterhaltungskonzert erwerbsloſer Berufsmuſiker u. a.: Welſt
von Blankenburg, Schubert, Verdi, Weber Strauß.
19.05: Vortrag von K. Offenburg: Soziale Frage und
Wirtſchaft=
kriſe in Auſtralien.
18.40: Vortrag von Landgerichtsdirektor Leibfried: Wer hat A
ſpruch aut die Bewilligung des Armenrechts im Prozeß
dungen
19.30: Zeit. Programmänderungen, Wetter, Wirtſchafts
19.45: Unterhaltungskonzert des Philharmoniſchen Orcheſters Stutz
gart.
20.15: Aktueller Dienſt bei Vorliegen beſonderer Ereigniſſe.
20.30: Im Fluge um die Welt. (Braſilien), Beiträge von E. Ed
ſchmid, R. Katz, E. Hoferichter, G. Plüſchow, E. Keilflug u. a.
Dazwiſchen: Original=Schallplatten.
21.15: Collegium muſicum. Söhne Joh. Seb. Bachs. Einführende
Worte von H. Rosbaud, Ausf.: Das Rundfunkorcheſter, R.
Mei=
ten (Cembalo), E. J. Kahn (Klavier).
2.20: Zeit, Wetter. Nachrichten. Sport.
22.40: Tanzmuſit. Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Dienstag, 29. Dezember.
11.30: Ob.=Landw.=Rat Födiſch: Bodenkultur und Pflanzenbau,
14.45: D. Otto: Wie ich mir ein Mikrophon und ein Schallplalien
Aufnahmegerät gebaut habe.
15.00: Kinderſtunde: Märchen und Geſchichten.
15.45: Künſtleriſche Handarbeiten: Das neue Sylveſter=Geſellſchafts
ſpiel.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
Prof. Dr. Mersmann: Muſik in der Einheit der Künſte.
18.00
Min.=Dir. Schindler: Gewerberecht und Gewerbefreiheit,
18.30: Prof. Dr. Biermann: Die alten Meiſter und wir,
19.00: Engliſch für Fortgeſchrittene.
19.30: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Arkadi Flato.
20.15: Prof. Dr. Weber, Prof. Dr. Briefs, Prof. Dr. Kellel
Katholizismus und Eigentumsbegriff.
21.00: Tages= und Sportnachrichten.
21.10: Düſſeldorf: Luſtiger Abend.
ca. 22.10: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Konzert des Norag=Orcheſters.
*
zung
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ſar
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Wer 2
*
190
G
Weiterbericht.
Ein kräftiges Tiefdruckgebiet mit Barometerſtänden von uuter
725 Millimeter lagert über Südſkandinavien und greift mit ſeiner
Südſeite bis in unſeren Bezirk vor. Bei dem ſtarken Druckgefälle
hat ſich, beſonders in Norddeutſchland. lebhafte Luftbewegung
ent=
wickelt, die ſich auch bei uns noch geltend machen wird. Somit ge
langt weiterhin ozeaniſche Luft auf das Feſtland, wodurch d
Wetter einen unbeſtändigen Charakter erhält. Zunächſt bl
dabei noch mild, doch werden ſpäter an der Rückſeite der
Luftmaſſen aus höheren Breiten ſüdlich befördert, die weſen
niedrigere Temperaturen beſitzen und daher kälteres Wetter
anlaſſen. Die Bewölkung geſtaltet ſich ſtark wechſelhaft.
dürfte es auch vorübergehend aufklaren, wobei in der Nacht Fu
eintritt. Außerdem kommt es zu meiſt ſchauerartigen Nie
ſchlägen, die auf den Bergen als Schnee fallen.
Ausſichten für Dienstag, den 29. Dezember: Unbeſtändig und
wech=
ſelnd bewölkt mit ſchauerartigen Niederſchlägen, in höh
Lagen als Schnee, allmählich kälter, lebhafte um Weſt
die=
hende Winde.
Ausſichten für Mittwoch, den 30. Dezember: Weiterer
Temperatur=
rückgang, wechſelnd wolkig mit Aufklaren, einzelne Schauer,
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Veranwortich für Polltik und Wirtſchaft:
doif Ma
ir Feulſſeion, Reich u
G
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max
eeſe;
orte Karl Bihmann
für den
1: Dr.
H. Quetiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Baueri!
Me Adgtat
Tagesſpiegel in Bil
dort: Dr. Herbert Neit
*
für den Inſeratenteil und geſchäftliche
ſtellungen: Wflly Kuble
Druck und Verlag: C. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten
Bedienung, in unſerm Heim in Stockholm und freuten und
wie Kinder, wenn alles klappte; wenn Greta mit dem Wein
zufrieden war und ich ihre Sandwiches großartig fand. Das ſ
nun leider vorbei. Aber mauchmal denke ich daran zurück, und
da fallen mir allerlei Dinge ein. Zum Beiſpiel der arme Teuſe
Chriſtian Olingſen, wie ſcheußlich man ihm mitſpielte und we
hart wir geworden ſind. Iſt das nicht zum Lachen?”
„Den Zuſammenhang verſtehe ich allerdings nicht”, knurkee
Helland. „Da müſſen Sie ſich ſchon deutlicher ausdrücken.”
„Deutlicher! Mein Gott, wie ſoll ich Ihnen das ſagen
Ihr Plau koſtet mich hundert Millionen und die liebenswerteſſe
Frau der Welt. Nicht eben wenig, wie?
„Aber ..."
„Laſſen Sie mich, bitte, ausreden! Hundert Millionen und
eine Frau, ſagte ich, nämlich für den Fall, daß ich Sie heuie
noch verhaften ließe, lieber Helland!”
Der Ingenieur erblaßte. „Mich verhaften? Sie ſcheinen.""
„Ja, ich habe etwas zuviel getrunken. Aber hören Sie nui
weiter: Wenn ich Sie verhaften ließe, würde dieſe Frau kaum.
die Schande überleben, die — Geliebte eines Mörders geweſſn
zu ſein.
Sie ſchnellten beide faſt gleichzeitig auf, ſtarrten einander
mit haßfunkelnden Augen an.
„Die Geliebte eines Maſſenmörders, Helland!” ſtieß Lunl
hervor. „Ich liebe dieſe Frau, ihr Leben iſt mir mehr wert als
die Genugtuung, meine ſogenannte Mannesehre gerächt z"
haben. Meinen Teil der Schande nehme ich auf mich. Ich
bei=
ſpreche Ihnen, über die „Svea” zu ſchweigen, das verdanien
Sie den Kindern, die mir dieſe Frau geſchenkt hat. — Aber jeh
gehen Sie, Helland, gehen Sie, bevor ich mich vergeſſe!
Flugzeug liegt ſtartbereit in La Baſtide. Morgen früh könnel.
Sie in Madeira ſein. In ſechs Wochen durchwühlen Sie 90=
Eis der Antarktis, holen meine hundert Millionen aus Deie
Boden. Gehen Sie, gehen Sie, ſonſt könnte ich bereuen, Ihnen
nicht den Schädel eingeſchlagen zu haben!“
Schritt für Schritt wich Holger vor dem Zornbebenden "
rück. Er taſtete nach der Türklinke, zuckte noch einmal untel
Lunds drohend erhobenen Fäuſten zuſammen und ſchlupſie
hinaus.
Als er zum Lift ſtürzte, rannte er gegen einen Mann, bei
mit verſtörtem Geſicht über den Gang lief.
„He, können Sie nicht achtgeben?” ſchnaubte ihn der I0e
genieur an.
„Verzeihung, mein Herr, aber . . . Iſt Madame Lund .."
ſtotterte der Hausmeiſter.
„Madame Lund?”
„Ja. Es wurde eben telephoniert, daß ſie ſich im Babe
zimmer erſchoſſen hat. Ein Unfall .."
(Fortſetzung folgt.)
Neunmer 359
Dienstag, den 29. Dezember
Die Börſen nach der Feiertagsunterbrechung.
R0
Wenig Neuengagemenks. — Leicht gebeſſerke Kurſe.
Herliner und Frankfurker Effekken=
Freiverkehr.
9 erſte Freiberkehr nach der dreitägigen Feiertagsunterbrechung Geſchäft im geſtrigen telephoniſchen Freiverkehr in Frankfurt am
zeuBerlin erwartungsgemäß ſehr ruhig. Bei der Spekulation Main ſehr ſchwver in Gang, zumal keine beſonderen Anregungen vor=
Abſchluß führen werden. Mit den Sparkaſſen werden gleichzeitig
Ver=
handlungen geführt auf der Grundlage, daß in Zukunft für tägliches
Geld 4 Prozent, und für Gelder, die Kündigungsfriſt haben, 5 Prozent
gegeben werden ſollen.
Geite
0
noch wenig Neigung zu Neuengagements, zumal weſentliche
Aurgugen aus der Wirtſchaft fehlten und auch die politiſche
Situ=
ati
i den letzten Tagen kaum eine Veränderung erfahren hat.
Sei=
tennt
dr Kundſchaft trafen bei den Banken nur zögernd neue Orders
bei ſicherlich nicht ohne Einfluß blieb, daß von New York durch
Ahloſſene Samstagsbörſe ein Hinweis auf die Tendenzgeſtaltung
uicht ſorhanden war. Diskuſſionsthemen blieben daher lediglich die
bevorſthende Reparationskonferenz und die Preſſeſtimmen über den
eit Bericht. Die Auslaſſungen Dr. Brünings und Dr. Dietrichs
diem lauteten aber ebenſo wie die Kommentare des Auslandes
etvasſzuverſichtlicher. Die Desintereſſiertheit Amerikas an der
Repa=
uikonferenz wurde ebenfalls in eher günſtigem Sinne ausgelegt,
*
ma durch ſie einen Zwang auf die Haltung Frankreichs erwarten
kimen glaubt. So hörte man denn ohne daß ſich jedoch größeres
chft entwickelte, teilweiſe etwas beſſere Kurſe. Am Bankenmarkt
ſua— de Haltung ziemlich unverändert, nur Reichsbankanteile machten
mit eitem Gewinn von zirka 2 Prozent eine Ausnahme, wobei Gerüchte
ſtinenſerten, daß Anfang Januar eine Abſchlagsdividende in Höhe von
zurta Prozent zur Auszahlung kommen werde. Verhältnismäßig
ſchwugke Veranlagung hatten Schiffahrtspapiere während man für
Kal uſien unveränderte Kurſe hören konnte. Farben=Aktien wurden
ziufa1 Prozent höher genannt, auch Elektrowerte gewannen bis zu
Wrgent, und Schultheiß zogen um 1 Proz. an. Von Nebenwerten
wva ru Elektr. Lieferungen, Deſſauer Gas und Charlottenburger Waſſer
bis 1 1 Prozent gebeſſert, während in Deutſche Erdöl und Rütgers=
Wer einige Umſätze auf letzter Baſis ſtattfanden. Von dem
Reichs=
ban usweis für die dritte Dezemberwoche konnte die Tendenz weder
nacs r einen noch nach der anderen Seite weſentlich beeinflußt
wer=
den Am Anlagemarkt erhielt ſich für Goldpfandbriefe Intereſſe die
bis z1 1 Prozent gewannen; auch Altbeſitzanleihe zog erneut 0,5 Proz.
m) mhrend für Neubeſitz ein unveränderter Kurs genannt wurde.
Aus Rteichsbahn=Vorzugsaktien erfuhren keine nennenswerte
Verände=
rur.)— Ausgehend vom Kalimarkt, an dem im Verlaufe Gewinne bis
zu sbrozent und mehr feſtzuſtellen waren, wurde die Tendenz in den
tüsſtunden allgemein feſter und auch an den übrigen Märkten
ſetz=
ſit 1—2prozentige Kursbeſſerungen durch. Pfandbriefe blieben
wei=
ftundlich. Der Geldmarkt lag unverändert. Am Deviſenmarkt
nol
Kopenhagen 20 Pfg. und Oslo 10 Pfg. höher, während
Amſter=
daft Pfg. verlor.
Zwohl ſich die höchſten Tageskurſe in den Nachmittagsſtunden nicht
meh behaupten konnten, wobei das nachlaſſende Geſchäft kursbröckelnd
wirte blieb die Tendenz an den Aktienmärkten weiter freundlich. Die
Kakſarte, für die anſcheinend der Abſchluß der deutſch=franzöſiſchen
Stauitffverhandlungen anregte, konnten ihre Tagesgewinne voll
be=
auon. Auch Burbach waren weiter gefragt und liegen bereits gegen
erſtiedrigſten Kurs vor wenigen Tagen über zirka 20 Prozent
ge=
eſFel Sonſt beſtand noch von Spezialwerten für Julius Berger
yſſe, während Montanwerte weiter vernachläſſigt blieben. An die=
J,
Parkt ſollen die Epekutionen für eine Berliner Privatbankfirma
noch nicht ihr Ende gefunden haben. Trotz nachlaſſendem Ge=
Etblieb auch am Anlagemarkt die Tendenz freundlich. Die
Durch=
ugsbeſtimmungen betr. Ablöſung von Hypotheken durch Pfand=
EAſiud zwar inſofern etwas enttäuſchend, als nur fällige Hypothe=
Arch Pfandbriefe abgedeckt werden können, und dieſe Regelung nur
9 nächſten beiden Jahre, alſo bis Ende 1933, Gültigkeit hat, doch
hiel ſas Intereſſe trotzdem für Pfandbriefe an. Lebhaftere Nachfrage
rad aber in der Hauptſache für Liquidationspfandbriefe und
Alt=
be
beſttzttleihe. Reichsſchuldbuchforderungen waren bis zirka 1 Prozent
geltehrt.
r Geldmarkt lag bei unveränderten Sätzen relativ leicht,
der hende Ultimo machte ſich kaum bemerkbar, ſo daß auch das
An=
geſotl in Privatdiskonten überraſchend gering war.
Reichsbankſchatz=
wecſt fanden mit Fälligkeit per 19. März lebhaften Abſatz,
Reichs=
ſchatztiweiſungen mit Fälligkeit per 15. Aprik hatten ebenfalls ganz
ur Geſchäft aufzuweiſen. Der Beſuch der heutigen Sprechbörſe war
wiedt äußerſt ſchwach; man erörterte die alten Themen. Die
Stim=
mistAhinſichtlich der Börſeneröffuung war geſtern wieder peſſimiſtiſcher.
liner zu erwartenden Genehmigung des Freiverkehrs in den
Bör=
ſ.
ramen für Anfang Januar wan heute nichts mehr zu hören. Zur
Zeit berhandelt der Bankenkommiſſar mit den Spitzenorganiſationen
des dankgewerbes über die Frage der Zinsſenkung für Bankſchulden.
anzunehmen, daß dieſe Verhandlungen noch vor Jahresende zum
führt
Nach der mehrtägigen Unterbrechung durch die Feiertage kam das
lagen. Die Tendenz war im Anſchluß an die Befeſtigung vor den
Feiertagen weiter recht freundlich. Es lagen vereinzelt kleine
Kauf=
orders vor, zu denen ſich einige Deckungen und Rückkäufe der
Speku=
lation geſellten. Die Kursbeſſerungen betrugen im allgemeinen zirka
ein Prozent. Sehr feſt lagen Neichsbankanteile, die etwa 2 Prozent
gewannen. Durch überwiegend ſchwächere Haltung fielen am
Montan=
markt Gelſenkirchen, Mannesmann und Harpener auf, wobei ſich
Kurs=
rückgänge bis 1,5 Proz, ergaben. Gegen Mittag ſetzten ſich auch für die
übrigen Aktienmärkte leichte Abſchwächungen durch, da verſchiedentlich
etwas Material herauskam und zum Teil kleine Realiſationen
erfolg=
ten. Die freundliche Grundſtimmung blieb jedoch erhalten.
Am Rentenmarkt ſpielte ſich das Geſchäft ebenfalls nur ſehr
lang=
ſam ein, doch war auch hier die Stimmung freundlich. Beſonders
Li=
quidationspfandbriefe begegnetem ſtärkerem Intereſſe bei Beſſerungen bis
zu 1 Prozent. 8prozentige Goldpfandbriefe zogen um bis zu 1 Proz.
an. Von Staatsanleihen waren Altbeſitz lebhaft gefragt und bis zu
1,5 Prozent feſter. Reichsſchuldbuchforderungen, Neubeſitzanleihe,
Far=
benbonds und Reichsbahnvorzugsaktien blieben underändert. Der übrige
feſtverzinsliche Markt lag geſchäftslos. Tagesgeld blieb mit 6,5 Proz.
unverändert.
Die Auslandsbörſen.
Die Londoner Börſe bor geſtern bei der Eröffnung im
all=
gemeinen ein farbloſes Bild. Britiſche Staatspapiere, internationale
Werte und Minenanteile lagen ruhig, während Oelaktien ſtetig
tendier=
ten. Im Verlaufe war das Geſchäft ſehr ruhig; es wurde dadurch
be=
einträchtigt, daß die größeren Firmen mit den Vorbereitungen für die
Jahresbilanz beſchäftigt ſind. Britiſche Staatspapiere waren weiter
gut behauptet. Induſtriepapiere lagen ſtetig.
Die Pariſer Börſe bot geſtern ein freundlicheres Bild und
die Kurſe zogen allgemein etwas an.
Auch die Brüſſeler Börſe wies durchweg
Kursbeſſerun=
gen auf.
Die Kursſchwankungen an der Amſterdamer Börſe waren
nur unbedeutend; die Tendenz konnte bis zum Schluß als ſtetig
be=
zeichnet werden.
Die Stimmung an der Wiener Börſe blieb bei allerdings
ruhigem Geſchäft freundlich.
Die New Yorker Börſe eröffnete in unregelmäßiger
Haltung.
An den internat ionalen Deviſenmärkten war das
Ge=
ſchäft auch am Nachmittag ſehr ruhig bei kaum veränderten Kurſen.
Das engliſche Pfund behauptete ſich auf 3,42 gegen den Dollar, 8,51½
gegen den Gulden, 871 gegen Paris, 17,52 gegen Zürich und 14,40
gegen die Reichsmark. Der Dollar war gut gehalten, die Reichsmark
wies kaum eine Veränderung auf, in Amſterdam ſtellte ſie ſich auf
59,11½, in Zürich auf 121,45 und in New York auf B,75. Der
fran=
zöſiſche Franc tendierte etwas leichter, ebenfalls Oslo, während ſich die
anderen Norddeviſen ſowie die Südamerikaner gut behaupteten,
GA
Berliner deviſen=Zeſtſehung vom 28. dezember.
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Schweiz
5.894 Brief
5.906 Spanien Geld:
35.76 Brief
B= 15 50.05 Danzig 995 12.49 Japan
Rio de Jan. 1.648 652 64.9 65.07 9.25 9.257 3.057 3.063 Jugoſlawien
Portugal 7.393 7.407 169.23 169.57 13.14 13.16 9 78.68 Athen 5.195 5.205 79.6 79.78 Iſtambul 80.13 Kairo 14.72
5= 14.76 143 14.41. Kanada 3.4 3.4
433 Aruguay 1.818 1.822 4.20 29 Island 64.69 64,81 5869 58,81. Tallinn 12.64 112.86 21.4 * Riga 12
80.9 81.08 16.53 8. Bukareſt 2.517 2
.523 82.12 82.28 Kaunas 41.96 42.04
Die Durchführung der Zinsſenkungsakkion.
Lie wir im Zuſammenhang mit der Veröffentlichung der Erſten
Dunckührungsverordnung über die Zinsſenkung erfahren, verhandelt
der tankkommiſſar zurzeit mit den Spitzenorganiſationen des
Bank=
gewebes über die Frage der Zinsſenkung für Bankſchulden. Es iſt
an=
zureinen, daß dieſe Verhandlungen noch vor Jahresende zum Abſchluß
werden. Mit den Sparkaſſen werden gleichzeitig
Verhandlun=
gen Fführt auf der Grundlage, daß in Zukunft für tägliches Geld vier
und ſir Gelder
für die eine Kündigungsfriſt beſteht, fünf Prozent
ge=
geßel werden ſollen.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Deleſehe e e ſie
13.60c
kali 4.30 RM. und über Koproz. Chlorkali 26,10 RM. Schwefelſaures
Prozent Kali koſtet 28,13 RM., ſchwefelſaures
Kaliſnit mehr als
Kaliuagneſia 25,97 RMM. für ein Proz. im Doppelzeutner.
Azard Speyer—Elliſſen Komm.=Geſ. a. A., Frankfurt a. M.=Berlin.
Aulaſlich der am 31. Dezember d. J. ablaufenden Partnerverträge
tre=
terr ſuter Beibehaltung der bisherigen Kapitalbeteiligungen, folgende
Neudrungen ein: Auf Grund freundſchaftlicher Uebereinkunft ſcheiden
nlKahn, Fraukfurt a. M., Kurt Meher und Dr. Ludolf Roſenheim
Ber, als Geſchäftsinhaber aus, während der Direktor der Geſellſchaft,
Jgnd Bergenthal, Frankfurt a. M., als Geſchäftsinhaber neu eintritt.
Guiſt Kahn verwirklicht damit ſeinen Wunſch, ſich gemeinſchaftlichen
Aubeten zuzuwenden, wird aber den von ihm bisher im Intereſſe der
chaft innegehabten Aufſichtsratspoſten beibehalten. Kurt Meher
G.
bleigl weiterhin für die Intereſſen der Geſellſchaft tätig und tritt zu
dieſen Zweck in den Aufſichtsrat der Geſellſchaft über — Alfred
Schön=
licht Haag) iſt auf ſeinen Wunſch aus dem Aufſichtsrat ausgeſchieden.
ſu in den Aufſichtsrat iſt Rechtsanwalt Dr. Hermann Fiſcher=
Berlſt gewählt, der den Vorſitz übernimmt, ſtellvertretender
Vorſitzen=
der t Eduard Beit von Speyer, Frankfurt a. M. Im Aufſichtsrat
vervüiben ferner die bisherigen Mitglieder Staatsſekretär a. D. Carl
Bermaun=Berlin, Du. Haus von Gwinner=Berlin, Gerrit Kreyenbroek=
Amuſrdam, Edgar Speher=New York — Die Geſchäftsleitung liegt
nunuehr in den Händen der vier Geſchäftsinhaber Otto Aſchaffenburg,
Herlſet Beit von Speher, Jgnaz Bergenthal, Dr. Ernſt Picard.
ſchöfferhof=Binding=Bürgerbräu A.G., Frankfurt a. M. Das
Ge=
jchäftjahr 1930/31 iſt unter Berückſichtigung des allgeneinen Rückgangs
Brauinduſtrie noch günſtig verlaufen. Ueber die Verwendung
des ſewinnergebniſſes ſoll die für Ende Januar zu erwartende
Bilanz=
ſitz un entſcheiden. Einſtweilen verlautet, daß eine Dividendenſchätzung
uf 15 Prozent in Ausſicht genommen ſei, doch bleibt die
end=
vonb
güliſe Dividendenentſcheidung erſt der Bilanzſitzung vorbehalten.
janomag kündigt der Geſamtbelegſchaft. Die Hannoverſche
Ma=
ſch inhau A. G. (Hanomag), Hannover, hat ihre Belegſchaft die noch
bend
Uen e e erſchit de e e e ee e
loffeſluiterſtützung ſichern, da noch nicht zu überſehen iſt, wann und in
zueſctm Umfange eine Wiederaufnahme des Betriebes möglich iſt. Den
6co Ungeſtellten iſt ſchon einige Monate vorher zum 31. Dezember
ge=
kündzt worden.
Mekallnokierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg am 28
De=
zember ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
Deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 70 RM. — Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Original=Hüttenaluminium, 98 bis 99
Prozent, in Blöcken. Walz= oder Drahtbarren, auf 170 RM.,
des=
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, auf 174 RM.,
Reinnickel 98 bis 99 Prozent auf 350 RM., Antimon=Regulus auf
2 RM. Feinſilber (1 Kg. fein) auf 42.75—46 RM.
50—:
Die Berliner Metalltermine vom 28. Dezember ſtellten ſich
für Kupfer: Dezember 55 (57), Januar 55 (55,25), Februar
55,50 (55,75), März 56,50 (56,75). April 56,75 (57,50), Mai. 57
(58). Juni 58 (58,50), Juli 58,50 (59,25), Auguſt 59 (59,75),
Sep=
tember 59,25 (60,25), Oktober 60.50 (60,75) November 61,50
(61,75). Tendenz: unregelmäßig. Für Blei: Dezember Januar,
Februar 20 (22), März 20,50 (21,50) April Mai 20,50 (22), Juni.
Juli 21 (23) Auguſt, September, Oktober November 21,50 (23,50)
Tendenz: ſtill. Für Zink: Dezember 21 (22,50) Januar 20,75
) März 22 (22,50), April 23 (23,25) Mai
21) Februar
23,50 (24.50). Juni 24 (25), Juli 24,50 (25,50) Auguſt 25 (26),
zeptember 25,50 (27), Oktober 26,25 (27), November 26 (27).
Viehmärkke.
Mannheimer Großviehmarkt vom 28. Dezember „Auftrieb —
Zu=
fuhren: 124 Ochſen, 117 Bullen, 198 Kühe, 266 Färſen, 431 Kälber,
z1 Schafe, 273 Schweine, 79 Arbeitspferde und 3 Schlachtpferde,
b) 28—30 c) 25—B; Kälber b) 48—52, c) 43—47, d) 40—43, e) 36
bis 40; Schafe b) 18—22; Schweine b) 50 C) 49—50, d) 47—48, ) 44
—46, f) 40—43. Arbeitspferde koſteten 600—1600 RM., Schlachtpferde
25—120 RM., Ziegen 12—22 RM. je Stück. Marktverlauf: Großvieh
ruhig, geringer Ueberſtand; Kälber lebhaft, geräumt: Schweine mittel,
geräumt.
Frankfurter Viehmarkt vom 28. Dezember. Der Auftrieb des
heu=
tigen Hauptmarktes beſtand aus 1031 (gegen 1537 Stück Rindern am
letzten Hauptmarkt), darunter 218 Ochſen, 112 Bullen, 371 Kühe, 305
Färſen, ferner aus 557 (1322) Kälbern, 142 (93) Schafen und 37
(5821) Schweinen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in
Ochſen a) 1. 30—34, 2. 26—29, b) 1. 22—25, Bullen a) 26—30, b) 20
bis B5, Kühe a) 24—27, b) 20—B, c) 14—19; Färſen a) 30—3.
b) 26—29, c) 22—25; Kälber a) — b) 42—47, c) 37—41, d) 30—36,
Schafe a) 1 23—27, b) 18—22; Schweine a) 46—48, b) 46—4, c) 45
bis 48, d) 44—8, e) 40—45, f) und g) —. Im Preisverhältnis geger
den letzten Hauptmarkt lagen Rinder und Schweine 1—2, Schafe 1 Mk.
höher; Kälber blieben unverändert. Marktverlauf: Rinder ruhig,
aus=
verkauft; „Schweine ruhig, ſpäter abflauend, ausverkauft; „Kälber ur
Schafe rege geräumt. — Fleiſchgroßmarkt. Preis für 1 Zentner f.
Ochſen= und Rindfleiſch 1. 48—54, 2. 40—48
ſches Fleiſch in R
Bullenfleiſch 45—48; Kuhfleiſch 2. 30—38, 3 20—30; Kalbfleiſch 1.
65—75, 2. 60—65; Hammelfleiſ 50—60; Schweinefleiſch 1. 52—56.
Geſchäftsgang des Fleiſchgroßmarktes: rege.
Der Ausweis der Reichsbank.
Unveränderke Nokendeckung.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. Dezember 1931 hat ſich
in der dritten Dezemberwoche die geſamte Kapitalanlage der Bank in
Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 42,8 Millionen auf
4074,05 Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben die Beſtände an
Handelswechſeln und =ſchecks um 28,8 Millionen auf 3740,2 Mill. RM.
Mill. RM. ab=
und die Lombardbeſtände um 45,9 Millionen auf 176,3 9
Millionen auf
genommen, die Beſtände an Reichsſchatzwechſeln um 31
55,1 Mill. RM. zugenommen. An Reichsbanknoten und
Rentenbank=
ſcheinen zuſammen ſind 26,7 Millionen in die Kaſſen der Reichsbank
zurückgefloſſen, und zwar hat ſich der Nmlauf an Reichsbanknoten um
26,0 Millionen auf 4512,1 Mill. RM., derjenige an Neutenbankſcheinen
um 0,7 Millionen auf 413,5 Mill. RM. verringert. Dementſprechend
haben ſich die Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf 13,9
Millionen RM. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 406,6 Mill.
einen Abnahme um 27,5 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich um
5,8 Millionen auf 1154,7 Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben
die Goldbeſtände um 17,3 Millionen auf 984,9 Mill. RM. abgenommen,
die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 11,5 Millionen auf 196,8
Mill. RM. zugenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und
deckungsfähige Deviſen beträgt 25,6 Prozent wie in der Vorwoche,
Produkkenberichke.
* 125. ſüdweſtdeutſche Zentral=Häuteauktion. Auf der Auktion
ſtan=
den 5928 Großviehhäute, 6616 Kalb= und Freſſerfelle, 571 Hammelfelle
zur Verſteigerung. Der Beſuch der Auktion bewegte ſich in normalen
Grenzen. Der Verkauf der Großviehhäute, Freſſer= und Hammelfelle
ging flott vonſtatten, während die Kalbfelle nach der Auktion
freihän=
dig verkauft wurden. Entſprechend den in voriger Woche auf den
aus=
wärts ſtattgehabten Auktionen erzielten Preiſe traten auch hier
Ab=
ſchläge ein.
Mannheimer Produktenbericht vom 28. Dezember. Weizen, inländ.,
eSgl. ausländiſcher,
75—76 Kilo, gut geſund und trocken, 23,50—24, d
73—74 Kilo, 22,75—23,25;
Roggen, inländiſcher 21
25—21,50; Hafer,
inländiſcher neuer Ernte 15—17,50, Gerſte, inländiſche Sommergerſte
18,50—19,50, Ausſtichware über Notiz; „Futtergerſte 18—
8,2; Mais,
25—13;
Trok=
gelber, 17,75—18; Sohaſchrot 10,75—11; Biertreber 1.
kenſchnitzel, loſe 6—6,25; Wieſenheu, loſes 5,40—5,90, Rotkleehen 5,40
bis 5,90, Luzernekleeheu 5,80—6,40, Stroh, Preßſtroh Roggen=Weizen
3,80—4,10, desgl. Hafer=Gerſte 3,40—3,80; Stroh, geb., Roggen=Weizen
3,60—4,00, desgl. Hafer=Gerſte 3,20—3,60; Weizenmehl Spezial Null,
neue Ausmahlung, per Dezember-Januar 34, desgl. mit
Auslands=
weizen 33,75; Roggenmehl mit Sack, 60prozent. Ausmahlung je nach
Fabrikat per Dez.—Januar 29,75—31,25; „Weizenkleie fein 8—8,25;
Erdnußkuchen 12,75. Tendenz: Stetig, aber ruhig. Nach den
Weih=
nachtsfeiertagen fand heute wieder Börſe ſtatt, doch konnte ſich noch
kein Geſchäft entwickeln. Der Beſuch war ſchwach und von Umſätzen
war nichts zu hören.
Frankfurter Produktenbericht vom 28. Dezember. Die Getreidebörſe
verkehrte auch nach den Feiertagen in ſehr ſtiller Haltung. Bei
ver=
hältnismäßig wenigem Angebot entwickelte ſich kaum Geſchäft; man
beobachtete ſtärkere Zurückhaltung. Die Grundſtimmung war für
Wei=
zen etwas feſter, für Futtermittel dagegen etwas nachgebend. Weizen
27,50—228,50 Roggen 217,50, Braugerſte 175, Hafer 150—157,50,
Weizenmehl ſüddeutſches Spezial Null mit Austauſchweizen 35—36, do.
Spezial. Null
Sondermahlung 33,25—34,25, Weizenmehl. niederrhein.
mit Austauſchweizen 35—35,75, desgl. Sondermahlung 33,25—34,
Rog=
genmehl 30,25—31, Weizenkleie 8—7,90, Roggenkleie 8 75, Heu 5—
n= und Roggenſtroh drahtgepreßt oder gebündelt 3,75—4,00,
5.25, Wei=
15—12,50, Kartoffeln per 50 Kilo 2,70 RM.
Treber 12
Berliner Produktenbericht vom 28. Dezember. Nach der diertägigen
Verkehrsunterbrechung kam das Geſchäft an der Produktenbörſe nur
ſchwer in Gang, zumal der Beſuch geringer als ſonſt zu ſein ſchien.
Das Inlandsangebot war in faſt allen Getreidearten ſehr mäßig und
die Forderungen lauteten unverändert. Andererſeits bleibtz die Kaufluſt
der Mühlen und des Handels vorſichtig, da weder vom Mehlabſatz noch
vom Auslande Anregungen vorliegen. Im Promptgeſchäft war das
Preisniveau für Weizen und Roggen gegenüber dem letzten Börſentag
der Vorwoche nominell unverändert. Am Lieferungsmarkte hielten ſich
die Preisveränderungen im Rahmen von einer halben Mark, wobei
Roggen ſtetiger lag als Weizen; bezeichnend für den geringen Umfang
des Geſchäftes iſt, daß für die Maiſichten zunächſt keine Notierungen
Weizen= und Roggenexportſcheine ſind gegenüber Mittwoch gut
be=
hauptet.
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Wie wir erfahren, werden zurzeit beim Zentralverband des
Deutſchen Bank= und Bankiergewerbes Verhandlungen über die
Schaffung einer Stelle geführt, die in regelmäßigen Zeitabſtänden
Depotreviſionen bei Privatbänkiers vornehmen ſoll. Die
Einrich=
tung ſoll privaten Charakter tragen. Die Verhandlungen ſind über
das Stadium der Vorarbeit noch nicht hinausgekommen.
In der letzten Sitzung, des Kupfer=Kunſtſeide=Syndikates wurde
Kurt Frowein zum Vorſitzenden des Beirates gewählt. Gleichzeitig
legte dieſer ſein Amt als Geſchäftsführer nieder und wird in
Zu=
kunft das Syndikat als Delegierter des Beirates verantwortlich
leiten. Zum ſtellvertretenden Vorſitzenden wurde Dir. Otto (J. G.
Farben) gewählt und zum Geſchäftführer Fritz Lehmann,
Wupper=
tal=Oberbarmen.
Die Verhandlungen, die zwiſchen dem Stickſtoff=Syndikat und
dem Comptoir Francais de UAzote ſeit einiger Zeit im Gange
waren, ſind am 27. Dezember d. J. zum Abſchluß gekommen. Durch
die getroffene Vereinbarung wird der noch offene Bedarf
Frank=
reichs an Natronſalpeter für das laufende Düngejahr durch deutſche
Lieferungen befriedigt,
Der Kalkverband Weſtdeutſchland in Dornap. dem die Rhein.
Weſtf. Kalkwerke A.=G. in Dornap, die Weſtd, Kalkwerke in Köln
und die Rhein. Kalkſteinwerke G. m. b. H. in Wülfraht angehören.
hat beſchloſſen, die Preiſe mit Wirkung vom 1. 1. 32 ab. um
10 Prozent zu ermäßigen.
Die ab 1. Januar gültige Preisermäßigung für Ruhrkohle
wird nicht bei allen Sorten gleichmäßig um 10 Prozent
vorgenom=
men. Bei Eßkohlen, Magerkohlen und Briketten beträgt die
Sen=
kung 10 Prozent, bei einigen Koksarten geht ſie über dieſen Satz
hinaus. Dafür iſt bei den Fett=, Gas= und Gasflammkohlen eine
gleichmäßige Minderherabſetzung von 2 25 Prozent erfolgt, ſo daß
im Durchſchnitt aller Sorten die Verbilligung ſich auf 10 Prozent
ſtellt.
Die Lokomotivfabrik Arnold Jung G. m. b. H. in Jungenthal
bei Kirchen an der Sieg erhielt von der Reichsbahn den Auftrag
für acht Dieſel=Verſchiebe=Lokomotiven. Die Firma hat erſt
kürz=
lich im Rahmen des bekannten Beſchaffungsprogrammes einen
Aufrag für einige Heißdampf=Perſonenzuglokomotiven bekommen.
Der Landesſchlichter Dr. Kimmich hat die Parteien der
Metall=
induſtrie des Gebietes Oberheſſen=Lahngau, wo bisher eine
Lohn=
verhandlung nicht zuſtandekam, für Dienstag, den 29. Dezember,
nach Frankfurt zu Verhandlungen geladen.
Die „Baſaltwerke Schweinfurt G. m. b. H.” die in den letzten
Jahren den der Fürſtlichen Standesherrſchaft Iſenburg=Büdingen
gehörigen, im „Ochſengemäul” gelegenen Baſaltſteinbruch betrieb,
hat infolge mangelnder Rentabilität den Bruch eingeſtellt und die
Förderanlagen abgebrochen.
Die Goldzufuhr in Frankreich aus Holland hält an. Geſtern
ſind wieder zwei Flugzeuge mit faſt 3000 Kg. Gold an Bord in
Paris eingetroffen.
Die Bank von Frankreich verteilt für das zweite Halbjahr
1931 eine Nettodividende von 150 Franken. Im erſten Halbjahr
1931 betrug die Nettodividende noch 235 Franken und im zweiten
Halbjahr 1930 ſogar 286 Franken.
Der Londoner Goldpreis betrug am 28. Dezember 1931 für eine
Unze Feingold 120 ſh. 8 d. — 86 8197 RM., für ein Gramm Fein=
RM.
gold demnach 46,5543 pence — 2,7913
Lebhaftes Aufſehen erregt in Mailand der Konkurs der
klei=
nen Genoſſenſchaftsbank Banca di Milano mit einem Fehlbetrag
von ungefähr 30 Millionen Lire, wobei hauptſächlich kleine Sparer
geſchädigt werden. Der Verwalter der Bank, Giovanni Manzoni,
und ſeine beiden Söhne, wurden verhaftet, zumal Manzoni auch
zahlreiche Hochſtapeleien zur Laſt gelegt werden.
7.
EEEM
Seite 12 — Nr. 359
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Wilhelm Lehe und Margarete, geb. Sehnert, je zur Hälfte.
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Darmſtadt, den 15. Oktober 1931.
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Schätzung: 36 500 RM.
Flur 6, Nr. 884, Grasgarten (Vorgarten), daſelbſt,
228 qm. Schätzung: 1900 RM
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6. Flur 6, Nr. 885, Grabgarten, Moosbergſtraße,
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Darmſtadt, den 9. Oktober 1931.
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Darmſtadt, den 22. Dezember 1931.
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Darmſtadt
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Zwangsverſteigerung.
Termin: Dienstag, den 23. Februar 1932, mchmittags ½4uh
im Sitzungsſaal des Neuen Gerichtsgebäudes in Darm
ſtadt, Zimmer 219.
Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 6, Band 9
Blatt 375. Flur 30, Nr. 43, Hofreite Kaſtanienallee Nr. 22,
hinter dem Ziegelbuſch, 931 qm, Schätzung 23000 RM.
Eigentümer: Eheleute Kau/mann Johann Heinrich Katzenba
und Katharina geb. Bangert, in Darmſtadt zu je einhalb
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollſtreckung
(18666a
Darmſtadt, den 10. Oktober 1931.
Heſſiſches Amtsgericht I
Zwangsverſteigerung.
Termin: Donnerstag, den 14. Januar 1932, nachmittag=
4 Uhr, im Sitzungsſaale Zimmer 219 des Neuen
Gerichtsgebäudes in Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 3, Bd. 16, Bl. 758:
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Schätzung: 14 000.— RM.
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Schätzung: 400.— RM.
Eigentümer: 1. Georg Friedrich Diehl, 2. den unbekanp
ten Erben der am 16. September 1913 zu Straßburg
im Elſaß verſtorbenen Poſtrat Wilhelm Filtzi
ger Wwe., Sophie geb. Fehrer, 3. Gerichtsaſſeſſot
Dr. Fritz Werner in Darmſtadt
Die Verſteigerung erfolgt zwecks Aufhebung
der Gemeinſchaft.
Darmſtadt, den 11. November 1931.
(16524a
Heſſiſches Amtsgericht I.
Zm
oangsverſkeigerung.
Termin: Dienstag, den 12. Januar 1932, nachmittags
Uhr, im Sitzungsſaale Zimmer 219 des neuen
Ge=
richtsgebäudes in Darmſtadt.
Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 2. Bd. 10, Bl. 70:
Flur 2, Nr. 719. Hofreite Nr. 101, Rhönring, 249 90.
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Eigentümer: Kaufmann Albert Waſilewſki und Ling
Goldſtein zu je einhalb.
Zur Verſteigerung kommt nur der Anteil des Kauſ
manns Albert Waſilewſki.
Darmſtadt, den 22. September 1931.
(165250
Heſſiſches Amtsgericht I.
Zwangsverſteigerung.
Termin: Dienstag, den 5. Januar 1932, nachmittags ½4 Uhh.
im Sitzungsſaale Zimmer 219 des Neuen Gerichts”
gebäudes in Darmſtadt.
Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 6, Bd. 4, Bl. 191:
Flur 29 Nr. 30, Acker, in den Rödern, 3412 am.
Schätzung: 5500.— RM.
Eigentümer: Landwirt Heinrich Fey, Kaufmann Geolg
Fey in Frankfurt a. M., Ehefrau Kaufmann Geoig
Krämer, Magarethe geb. Fey, als Geſamtgut der
aufgelöſten Errungenſchaftsgemeinſchaft vor der
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einanderſetzung und der ungeteilten Erbengemeinſchal”
Die Zwangsverſteigerung erfolgt.
zwecks Aufhebung der Gemeinſchaft.
Darmſtadt, den 21. September 1931
(161954
Heſſiſches Amtsgericht I.
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Darmſtadt
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im Sitzungsſaal des Neuen Gerichtsgebäudes in Darm ſauch n
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Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 6, Band Ellen, de
Blatt 375. Flur 30, Nr. 43, Hofreite Kaſtanienallee Nr. 22/en die
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