Einzelnummer 15 Pfennige
mmern infolge höherer Gewalt
er nicht zur Kürzung des
lungen und Abbeſiellungen durch
ndlichkeit für uns. Poſtſcheckkonto
a. M. 4301.
Nachdruck ſämtlicher mit
Nummer 357
Gewalt, we Krieg, Aufuhr, Strel uſw.
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anz”
aufträge und Teiſiung von Schadenerſatz.
Konkurs oder gerichtlicher Beitreibung jällt
Rabatt weg. Banſkonio Deutſche Bank und 1
ſtädter und Nationalbant.
verſebenen Origlnal=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Freitag, den 25. Dezember 1931.
194. Jahrgang
Seite 2 — Nr. 357
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 25. Dezember
* Der vergangene Landtag hat bekanntlich die heſſiſche
Re=
gierung ermächtigt, zur Abdeckung der hohen ſchwebenden Schuld
Staatsgrundſtücke in gewiſſem Umfange wieder abzuſtoßen. Wie
wir damals ſagten, waren auch ausſichtsreiche Verhandlungen mit
Intereſſenten im Gange. Ein Projekt ſoll nunmehr zum Abſchluß
gekommen ſein. Der Partner, Herr Dr. Wilhelm v. Opel, hat dem
Lande Heſſen vor einiger Zeit ein Darlehen von 4 Millionen RM.
gegeben, und es war ihm als Sicherheit ein entſprechender Wald=
und Feldkomplex bei Mörfelden, alſo in der Nähe der Opelwerke,
anhand geſtellt worden. Um das Darlehen zu tilgen, ſoll in der
vergangenen Woche das Gelände an Herrn v. Opel zu Eigentum
übergegangen ſein.
Vom Finanzminiſterium war eine Beſtätigung der uns
zu=
gegangenen Mitteilung nicht zu erhalten, vielmehr wird betont,
daß die „verſchiedenen Verhandlungen, noch nirgends zu einem
endgültigen Abſchluß geführt” haben. Wenn man das
Haupt=
gewicht des Dementis auf das Wort „endgültiger Abſchluß” legt,
ſo mag es richtig ſein, daß vielleicht noch irgendein Stempel
unter den Vertrag mit Herrn v. Opel zu ſetzen iſt, ehe der
Ver=
trag „endgültig” abgeſchloſſen iſt.
Durch Verordnung des Geſamtminiſteriums vom 21.
Dezem=
ber wird für Heſſen verordnet:
Auf Grund der Dritten Verordnung des Reichspräſidenten
zur Sicherung von Wirtſchaft und Finanzen und zur Bekämpfung
politiſcher Ausſchreitungen vom 6. Oktober 1931, V. Teil,
Kapitel I (Reichsgeſetzblatt I, S. 537) wird hiermit folgendes
verordnet:
§ 1. Die öffentlichen Sparkaſſen in Heſſen ſind Anſtalten des
öffentlichen Rechts mit eigener Rechtsperſönlichkeit.
§ 2. Die Haftung der Gewährverbände (Gemeinden,
Städte, Kreiſe) für die Verbindlichkeiten dieſer Sparkaſſen nach
der bisherigen Rechtslage bleibt für die bisherigen und
künf=
tigen Verpflichtungen beſtehen.
§ 3. Die nach den bisherigen Vorſchriften und Satzungen
zum Sondervermögen der ſtädtiſchen und Kreisſparkaſſen
gehö=
rigen Vermögenswerte gehen frei von Gebühren, Stempeln,
Steuern und Abgaben jeder Art auf dieſe Sparkaſſen als
ſelb=
ſtändiges eigenes Vermögen über.
§ 4. I. Als Organe der Sparkaſſen, deren
Zuſam=
menſetzung nach § 3, V. Teil, Kapitel I der eingangs erwähnten
Verordnung des Reichspräſidenten zu regeln iſt, werden
unbe=
ſchadet der Vorſchriften über die geſetzliche Vertretung der
Spar=
kaſſen Dritten gegenüber bezeichnet: 1. bei
Bezirksſpar=
kaſſen der Aufſichtsrat; 2. bei den Städtiſchen
Spär=
kaſſen der Verwaltungsrat (Vorſtand); 3. bei den
Kreis=
ſparkaſſen die Kreiskommiſſion (Vorſtand).
II. In dieſe Organe müſſen mindeſtens zu einem
Drit=
tel Perſonen berufen werden, die weder
Mit=
glieder der Organe des Gewährverbands noch
Beamte der Sparkaſſe ſind. Sie dürfen auch nicht
Mit=
glieder des Vorſtandes oder Aufſichtsrates oder Angeſtellte einer
anderen Sparkaſſe oder einer Anſtalt ſein, die ähnliche Zwecke
verfolgt. Die Perſonen werden von der
Aufſichtsbe=
hörde ernannt und auf die gleiche Zeit berufen, auf welche
die übrigen Mitglieder gewählt ſind.
III. Der Vorſtand der Bezirksſparkaſſe wird von dem
Auf=
ſichtsrat gewählt.
IV. Die in Abſatz I genannten Organe ſind bis
ſpä=
teſtens 1. Januar 1933 unter Beobachtung der Vorſchrift
des Abſatzes II neu zu bilden.
S 5. Die heſſiſchen öffentlichen Sparkaſſen werden
ermäch=
tigt, ihrem Namen den Zuſatz beizufügen: „Anſtalt des
öffent=
lichen Rechts mit eigener Rechtsperſönlichkeit”
§ 6. Die Vorſchriften des V. Teils, Kapitel I, Artikel I,
SS 4 bis 7 der Dritten Verordnung vom 6. Oktober 1931 finden
auf die heſſiſchen öffentlichen Sparkaſſen und die Vorſchriften
des § 8, Satz 3 daſelbſt auf die Landeskommunalbank=
Girozen=
trale für Heſſen Anwendung.
§ 7. Die Vorſchriften des Artikels 4 des vorher erwähnten
V. Teils, Kapitel I gelten von dem Zeitpunkt an, zu welchem
dieſe Verordnung in Kraft tritt.
§ 8. Die Gemeindeſparkaſſe Eſchollbrücken wird mit
der Bezirksſparkaſſe Zwingenberg vereinigt.
§ 9. Erforderliche Ausführungsvorſchriften erläßt der
Mi=
niſter des Innern. Ebenſo übt der Miniſter des Innern die den
Landesregierungen im V. Teil, Kapitel I, Artikel 5 der Dritten
Verordnung des Reichspräſidenten vom 6. Oktober 1931 erteilten
Ermächtigungen aus.
§ 10. Dieſe Verordnung tritt, ſoweit nicht Artikel 8 des
V. Teils, Kapitel I der Dritten Verordnung ein anderes
be=
ſtimmt mit dem Tage der Verkündung im Heſſiſchen
Regierungs=
blatt in Kraft (alſo ſofort),
Vom Tage.
Nach Neujahr werden zwiſchen Oeſterreich und der
Tſchecho=
ſlowakei Wirtſchaftsverhandlungen mit dem Ziel einer engeren
und dauernden wirtſchaftlichen Zuſammenarbeit aufgenommen
werden.
Der braſilianiſche Geſandte in Bern, de Rio Branco,
unter=
zeichnete im Namen ſeiner Regierung die Konvention zur
Be=
ſchränkung der Fabrikation und zur Reglementierung der
Vertei=
lung von Betäubungsmitteln, die am 13. Juli 1931 in Genf
abge=
ſchloſſen wurde, ſowie das zu dieſer Konvention" gehörende
Pro=
tokoll. Dieſe Konvention wurde auch vom ſchwediſchen Geſandten
Weſtmann namens ſeiner Regierung unterzeichnet.
Die Regierung der Vereinigten Staaten verſtändigte General
Martinez in El Salvador, daß ſie gemäß dem im Jahre 1923
zwi=
ſchen den fünf mittelamerikaniſchen Republiken abgeſchloſſenen
Vertrag ihn nicht als Chef der neuen Regierung von Salvador
an=
erkennen könne, weil er im vorangeangenen Kabinett als
Kriegs=
miniſter den Umſturz in El Salvador herbeigeführt habe.
Das amerikaniſche Staatsdepartement gibt bekannt, daß die
durch das ungariſche Moratorium eingefrorenen ungariſchen
Schul=
den ſieben Millionen Dollar betragen.
Die japaniſche Abordnung für die bevorſtehende
Abrüſtungs=
konferenz iſt unter Führung des Admirals Nagano und des
Gene=
rals Natſui in Schanghai an Bord eines Paſſagierdampfers
ge=
gangen, um ſich nach Marſeille einzuſchiffen. Die japaniſche
Ab=
ordnung umfaßt 75 Perſonen.
Die Durchführung der Mietſenkung in Heſſen.
* Im Anſchluß an die Verordnung des
Reichsarbeits=
miniſters und des Reichsjuſtizminiſters zur Durchführung der
Mietſenkung vom 15. 12. 1931 (RGBl. I S. 752) wird durch
Verordnung des heſſiſchen Miniſters des Junern und des
Miniſters der Juſtiz vom 23. Dezember 1931 folgendes beſtimmt:
§ 1. Die Vorſchrift des Kapitel II des Zweiten Teiles der
Vierten Notverordnung des Reichspräſidenten zur Sicherung
von Wirtſchaft und Finanzen und zum Schutze des inneren
Friedens vom 8. Dezember 1931 (Reichgeſetzbl. I S. 699/707)
— Mietſenkungsverordnung — und die zur Ergänzung und
Durch=
führung erlaſſenen Beſtimmungen finden auf
Untermiet=
verhältniſſe dann Anwendung, wenn in den Räumen, die
untervermietet ſind, eine eigene Wirtſchaft oder Haushaltung
ge=
führt wird. Die für den Mieter (Untervermieter) erzielte
Miet=
ſenkung kommt nach dem Verhältnis der Wohnfläche der
unter=
vermieteten Räume zu der dem Untervermieter zur anderweiten
Verfügung verbliebenen Wohnfläche dem Untermieter zugute.
§ 2. Zu Artikel 4. Kommt ein
Einverſtänd=
nis über die Höhe der Friedensmiete oder über die
Er=
mäßigung des Mietzinſes für Altwohnungen nicht
zu=
ſtande, ſo entſcheidet auf Antrag eines Vertragsteils das
Mieteinigungsamt, dem der Vermieter die erforderlichen
Unterlagen vorzulegen hat.
Soweit Räume, die nicht oder niemals vermietet waren, zu
berückſichtigen ſind, iſt ein den vermieteten Räumen des
Grund=
ſtückes entſprechender Mietzins zu Grunde zu legen oder der
Mietzins nach Maßgabe gleichartiger Altwohnungen feſtzuſetzen.
§ 3. Zu Artikel 7. Als Beihilfen aus
öffent=
lichen Mitteln gelten Zuwendungen, die in Form von
verbilligten Darlehen, Miet= und Zinszuſchüſſen aus Reichs=,
Landes= und Gemeindemitteln zur Erlangung tragbarer Mieten
gewährt wurdent.
§ 4. Zu Artikel 8. Wird ein Einvernehmen übe:
die Ermäßigung des Mietzinſes für Wohnungen, die in
Neubauten oder durch Uim= oder Einbau in
Alt=
häuſern nach dem 1. Juli 1918 neu geſchaffen
wurden, nicht erzielt, ſo entſcheidet auf Antrag eines
Ver=
tragsteils in den Städten mit Städteordnung die
Bürger=
meiſterei und in den Landgemeinden das Kreisamt. Der
Vermieter hat dieſen Stellen die erforderlichen Unterlagen
vor=
zulegen. — Gegen die Entſcheidungen der Bürgermeiſterei und
des Kreisamts wird die Anrufung des Miniſters des Innern
zugelaſſen. — Sind die durch Um= oder Einbau neu geſchaffenen
Veränderungen in Althäuſern räumlich bedeutungslos oder ſind
dadurch keine neuen Räume geſchaffen worden, ſo findet § 1
der Mietſenkungsverordnung Anwendung. Soweit die
Friedens=
miete nicht feſtſteht, iſt ſie auf Antrag eines Vertragsteils durch
das Mieteinigungsamt feſtzuſetzen. — Dasſelbe gilt bei der
Teilung von Altwohnungen. — Sind durch die baulichen
Ver=
änderungen nach dem 1. Juli 1918 neue Räume geſchaffen
wor=
den, ſo iſt der § 2 der Mietſenkungsverordnung anzuwenden.
Dabei iſt nur nach den Verhältniſſen des Einzelfalles feſtz. inwieweit eine Ermäßigung der Grundſtücksbelaſtung
zu einer Senkung des Mietzinſes für die neu geſchaffenen
Räume führen muß.
§ 5. Zu Artikel 9. Bei der bei gemeinnützigen
Wohnungsunternehmen anzuſtrebenden
Miet=
angleichung iſt grundſätzlich eine möglichſt allgemeine
Miet=
ſenkung durchzuführen. Das gilt namentlich für Wohnungen
und Geſchäftsräume in Althäuſern. — Dabei dürfen die
In=
haber von Altwohnungen nicht ungünſtiger geſtellt werden, als
die Mieter von Altwohnungen, die nicht dem
Wohnungsunter=
nehmen angehören.
Wieder naht die „heimlichſte Zeit” des Jahres, und mit ihr
kehrt wieder der Kindheit goldener Traum. Am Anfang dieſer
traulich=gemütlichen Wochen ſteht ſeit alters der Nikolaustag mit
ſeinen Erinnerungen an den Schimmelreiter Wuotan, auf der
Höhe leuchtet der Stern der „heiligen” Nacht und den Ausklang
bildet der „Dreikönigstag” Jener eigejartige, germaniſch=
chriſt=
liche Miſchglaube, der Jahrhunderte lang nach dem Auftreten
der erſten chriſtlichen Sendboten in Deutſchlands Gauen Beſtand
gehabt, findet in der älteſten chriſtlichdeutſchen Literatur ſeinen
Widerſchein. Es war eine waffenfrohe, kriegeriſche Zeit, als
die lichte Geſtalt des eingeborenen Sohnes Einzug hielt in
Deutſchlands Wälder. Schwerklirrend und ſchlachtenmutig bis
hinauf zu des Reiches Biſchöfen in den Tagen des großen
Kaiſers aus dem Schwabenland, des Staufenfürſten Friedrich
Barbaroſſa. Wenn uns Biſchof Otto von Freiſing in ſeinen
„Taten Friedrichs I” von den Erzbiſchöfen Reinald von Köln
und Chriſtian von Mainz aus dem Jahre 1167 beim Kampfe
um die ewige Stadt erzählt: „Die Biſchöfe ſelbſt trugen unter
Schlachtgeſängen die Fahnen den kampfesmutigen Scharen der
Deutſchen voran”, ſo kann man verſtehen, wie die Einſtellung
der Laien zu den Geboten des chriſtlichen Glaubens war. Dieſer
germaniſch=chriſtlichen Auffaſſung begeguen wir um 850 im
„Heliand‟. Es iſt Chriſtus in Deutſchland, Chriſtus unter den
Sachſen, der uus hier entgegentritt. So erſcheint dsun er, der
wahrhaftig ein König aller Könige und ein Herr aller Herren
iſt, auch in der höchſten Glorie, welche der Deutſche kennt: als
ein gewaltiger Völkerfürſt, der umgeben von ſeinen Getreuen,
im Gefolge unzählbarer Scharen daher zieht, um die reichen
Gaben des ewigen Lebeus auszuteilen. Als der Könige reichſter,
aller Könige kräftigſter, der des Himmels waltet, der Mächtige,
mit ſeiner Menge vorbeizieht vor der Jerichoburg, da fragen
die Blinden: „Welcher reiche Mann unter der Volkſchar der Fürſt
ſei, der hehrſte am Haupte an der Spitze der Volksfahrt. Und
es antwortet ein Held, daß Jeſus Chriſtus von Galiläaland, der
Heilande Beſter, der hehrſte wär und daher führe mit ſeinem
Volke.” Unſere liebe alte Weihnachtsmär ſpiegelt ſich in dem
„Heliand” wieder, getreu dieſer Auffaſſung: Da ſchied mit den
Hausgenoſſen auch Joſeph der Gute, wie Gott der Mächtige,
der Waltende wollte, ſein wonnig Heim zu ſuchen, die Burg
in Bethlehem, wo beider, des Mannes Malhof und der
Jung=
frau zu mal, Maria der Guten. Da ward des Mächtigen Stuhl,
in alten Tagen, des Edelkönigs, David des Hehren, ſolang” er
die Herrſchaft durfte unter Ebräern zu Eigen haben und den
Hochſitz behaupten mochte. Seines Hauſes war ſie, ſeinem
Stamm entſproſſen, aus gutem Geſchlecht beide geboren. Da
hört’ ich daß der Schickung Gebot Marien mahnte, und die Macht
Hottes, daß ihr ein Sohn da ſollte beſchert werden, in Bethlehem
geboren, der Geborenen Stärkſter: Aller Könige Kräftigſter. Da
kam an der Menſchen Licht, der mächtige Held, wie ſchon manchen
Tag davon der Bilder viel und Zeichen geboten waren in dieſer
Welt. Da ward das alles wahr, was ſpähende Männer
vor=
dem geſprochen, wie er in Niedrigkeit hernieder auf Erden
durch ſeine eigene Kraft zu kommen gedächte, der Menſchen
Mundherr. Da ihn die Mutter nahm, mit Gewand bewandt
ihn der Weiber Schönſte, zierlichen Zeugen, und mit den zweien
Händen legte ſie liebreich den lieben kleinen Mann, das Kind
in eine Krippe, das doch Gottes Kraft beſaß, der Menſchen
Mächtigſter. Die Mutter ſaß davor, die wachende Frau, und
wartet ſelber und hütet das heilige Kind.” — Seitdem iſt die
Weihnachtsmär zu ungezählten Malen in Lied und Dichtung, in
Myſterien= und Krippenſpiel in Deutſchlands Dörfern und
Städten, Burgen und Kirchen gefeiert worden.
„Syt willkommen, heirre kriſt,
Want Du unſer alre heirre bis.”
finden wir in einem Evangeliarium Kaiſer, Otto III. im
Münſterſchatz zu Aachen. Eine Erfurter Handſchrift überliefert
uns das gleiche Lied:
„Sys willkommen, beirre kriſt
Want Du unſer alre heirre bis,
Sys willkommen, lieber heirre,
Her im eroriche alſe ſchone:
Kirieleys.”
Es iſt mit ziemlicher Sicherheit das älteſte uns erhaltene
Weih=
nachtslied in deutſcher Sprache. Sehr alt iſt auch das Lied:
„Gelobet ſeiſt Du, Jeſus Chriſt,
Daß Du Menſch geboren biſt
Von einer Jungfrau, das iſt wahr,
Des freuet ſich der Engel Schar.
Kyrieleis! Kyrieleis!”
Es hat ſeinen Wiederklang gefunden in Luthers herrlichem
Weih=
nachtslied. — In den Volksliedern des Mittelalters finden wir
das treuherzige:
„Zu Bethlehem ward Gott geboren,
Ohne Haß und ohne Zorn,
Zu Bethlehem das geſchach,
Von Froſt ſo leid Gott Ungemach
„Groß iſt die Berankworkung der Staatsführe
Reichskanzler Dr. Brüning hat dem Chefredakteur=
Transozean=Nachrichtenbüros die folgende Weihnachtsbo,
übergeben.
Friede den Menſchen auf Erden, die guten Willens ſinn
Kaum jemals hat die Menſchheit dringender als jetz
die Erfüllung dieſer frohen Botſchaft gehofft. Die Sturmfl=
Kriſe hat die Völker der ganzen Erde erfaßt. Die Verwir
in die Krieg und Nachkriegszeit ſie geſtürzt haben, hat de
Ende gehende Jahr die wirtſchaftliche, finanzielle und ſoziale
iberall ſehr bedrohlich anwachſen laſſen.
Allzu hoch iſt ſchließlich der Preis geworden, de
Völker für den Irrglauben bezahlen müſſen, daß ja
für ſich allein die Kriſe löſen könne. Aber i
ſtärker ſetzt ſich jetzt die Erkenntnis durch, daß kein
L=
durch den Niedergang des anderen gewin
kann, und daß eine Rettung aus dem drohen
Zuſammenbruch aller in der Aufrichtung en
internationalen Gemeinſchaft zu erblicken
An Stelle iſolierter Betrachtung muß der Blick gerichtet ws
auf das gemeinſame ganze Weltproblem. Dazu gehört
Wille zu internationaler Zuſammenarb
die Bereitſchaft zu weitſchauender Frieds
und Verſtändnispolitik. Groß iſt die Vera
wortung der Staatsführer, wenn hiſtoriſche Ar
blicke nicht benutzt werden, Augenblicke, in denen Möglichk
icht i
gegeben ſind, dem weiterrennenden Unheil Halt zu bieten Anegüber der
Europa und die Welt wieder der Geſundung und dem Frä),narten, wei
entgegenzuführen. Die Ueberwindung und Ausrottung des in
nationalen Mißverſtehens und Mißtrauens, Gerechtigkeit 14
Gleichberechtigung für alle, ſind Vorausſetzungen für die /M.
reichung dieſes Zieles. Deutſchland iſt ſeit Jahren dieſen wehio O
gegangen. Es hat im Intereſſe dieſes Zieles die ſchmerzlick)” woſte.
ugen und
Opfer auf ſich genommen.
Glaube, Liebe und Hoffnung, die Inbegriffe des weihns).
an vorgeſe
lichen Feſtes, müſſen erſt in die Herzen der Völker
zurückfin=
wenn uns die Erfüllung ſeiner Verheißung zuteil werden ſoll.)80e N.L
bergehend
lerität folget
eutſchland
Macdonalds Weihnachtsbotſchaft:
ine beſonder
„Nur internakionale Zuſammenarbeit kann helſer er als bra
ien herang
London, 24. Dezembe :ſort folgent
In einer Weihnachtsbotſchaft ſagt Miniſterpräſident Vhulfe der Eu
donald im „Evening World” in Newcaſtle, daß die ganze Al
eine Reihe von mageren Tagen durchmache. Die Einflüſſe,
dieſe ſchlechten Zeiten hervorgerufen hätten, lägen nicht /Pie enge ?
Machtbereich nur einer Nation, und ſolange nicht eiiſts liegt un
internationale Zuſammenarbeit ſichergeſtenh weiellos
ſei, werde eine nennenswerte Beſſerung kaufnenhänge
eintreten. Die Beſſerung der Lage Englands hänge von auff Entte
Mut und dem Zuſammengehörigkeitsgefühl des engliſchen Wihn deutſch
kes ab.
ad das iſt
ſericht gelu
Der Schlußſtrich unker das Hoover=Feierjahr. in Bericht
deu
Waſhington, 24. Dezembei.
Präſident Hoover hat das vom Repräſentantenhaus und der Ueber die
Senat gebilligte Moratorium der internationalen Regierungsf ach dem u
ſchulden nunmehr unterzeichnet.
ſtappe nun
Der amerikaniſche Senat hat das Hoover=Moratorium n
69 gegen 12 Stimmen ratifiziert. Die vom Repräſentantenhur.
beſchloſſene Zuſatzerklärung, die ſich gegen eine zukünftige Rero
ſion oder Annullierung der Kriegsſchulden wendet, wurde v.‟
Senat ohne jede Erörterung gebilligt. Somit hat die Vorla/ ”utu
Geſetzeskraft erhalten. Vor der Abſtimmung war ein Ergänzung?
antrag, in dem die Reviſion des Verſailler Vertim
ges als Vorbedingung des Schuldenfeierjahres gefordert wunc,
vom Senat abgelehnt worden.
Buſ
Anläßlich der Unterzeichnung des Moratoriums erklättzyeſchts deſſe
Hoover: Der Vorſchlag eines Zahlungsaufſchubs hat eine Kaa)ſ von Baſel
ſtrophe verhütet, die auch Amerika erfaßt und dem amerikaniſche 3/ſehen, daß
Volke das Vielfache des jetzt in Frage kommenden Betrages ge20/ſchritt dar
koſtet hätte. Kein Teil der Amerika zuſtehenden Schulden ſſtMnnach
geſtrichen oder herabgeſetzt worden, und der aufgeſchobene 9M
trag iſt in etwa 10 Jahren mit 4 Prozent nachzuzahlen. Indemy
das amerikaniſche Volk durch den einjährigen Aufſchub. Deutſce
lands vor dem Zuſammenbruch bewahrte, tat es etwvas, dae
größer iſt als die Dollar und die Cents, die wir durch Erhall0!
tung unſerer Abſatzgebiete für Farmprodukte, durch Verhütund)
einer Panik und Vermeidung unbeſtimmbarer Verluſte gewinnenklſſt hatt
Das amerikaniſche Volk hat dazu beigetragen, in der deutſcheau gung d
Nation den Mut und die Hoffnung zu erhalten und den anderer0 zuf hin
europäiſchen Ländern die Möglichkeit zur Arbeit an ihrene ſtlaut v=
Problemen zu geben.
Ein Ochſe tät ihm Wärme kund
Und ein Eſel, das iſt wahr!
Da küßte Marya Gott an den Mund.”
Ganz derb=materialiſtiſch heißt’s im mittelalterlichen Bauerl
kalender:
„Die lieb heilige Weihenacht
Die bringt uns große Weck,
Ein Freund ſich zu dem andern macht
Und füllen ihre Wampenſäck,
Ins Wirtshaus ſie dann treten,
Da keinerlei nit fehlt,
Sie haben nit Luſt zu beten,
Hören weder Meß noch Metten
Uind ſpielen umbs Opfergeld.”
Wie ſinnig und lieblich erzäblen uns dagegen die Marien=Leg!
den von der Gottesmutter Maria, die die Germanen unter
„Idiſi”, die weißen, hochedlen Frauen rechnen; wie wunderfell
klingt es:
„Es iſt ein Reis entſprungen
Aus einer Wurzel zart,
Wie uns die Alten ſungen
Aus Jeſſe kam die Art.
Und hat ein Blümlein bracht,
Mitten im kalten Winter,
Wohl zu der halben Nacht!“
Der Text findet ſich zu allererſt im Speierſchen Gefangbuch, 9.
bruckt zu Köln bei Arnold Quentel 1599. Wir wiſſen nicht, wie
alt dieſes gemütvolle Weihnachtslied iſt; es ſtammt wohl aus
dem 15. Jahrhundert, und wir dürfen annehmen, daß ſchl‟
durchs ganze 16. Jahrhundert die herrliche Weiſe getönt iſt. Und
ſo klingt Weihnachtsmär und Weihnachtszauber in tauſend
An=
abertauſend Variationen durch die deutſche Weihnacht und fide
ihren Widerhall in jedem deutſchen Gemüt. Wie poetiſch
Scheffels Schilderung der mittelalterlichen Weihnachtszeit Aal
dem Hohentwiel: „Des Winters Nächte ſind lang und dum”
Hier und da blitzt ein Nordlicht auf. Aber leuchtender als au.
Nordlicht ſteht jene Nacht in der Menſchen Gemüt, da die Enp‟”
niederſtiegen zu den Hirten auf der Feldwacht und ihnen 2i
Gruß brachten: „Ehre ſei Gott in der Höhe und Fried.!
Erden allen, die eines guten Willens ſind.”
Fröhliche Weihnachten!
Dr. Ludwig Roth.
25. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Ver Mandel fordelt goſtägige Taſung.
erict der Baſeler Sachverftändigen ein Rückſchrikk gegenüber dem Wiggins-Bericht. — Immerhin der
eu des Houng=Plans geſprengt und die Welkmeinung über Deutſchlands Zinanzpolikik ſchwer erſchüt=
* Von beſonderer Bedeukung das noch ausſtehende Ergebnis der Berliner Skillhalte=Verhandlungen.
Dr. Brüning über Baſel.
Lank an die deutſchen Sachverſtändigen
für ihre ſchwierige und mühevolle Arbeit.
Mr Vertretern der Preſſe nahm am Donnerstag Reichskanzler treten ſei, deren Ausmaß zweifellos über die vom Young=Plan
r. Rüning das Wort, um namentlich den deutſchen Sachverſtän=
20gein Baſel auch öffentlich den wärmſten Dank der
Reichsregie=
y„Nmgauszuſprechen für die außerordentlich ſchwierige und mühe=
Alſe Arbeit der letzten drei Wochen. Der Kanzler nannte dabei
Cſonſers Dr. Melchior und Geheimrat Schmitz, ferner
Staats=
krunr Schäffer, Miniſterialdirektor Graf Schwerin=Kroſigk und
Riüſerialrat Berger vom Reichsfinanzminiſterium, deren Dar= Dex Bezugshrels des
grien über die deutſchen Etatsverhältniſſe in Baſel einen
aus=
zuncneten Eindruck gemacht haben. Zum Baſeler Bericht ſelſt,
weiſ er jetzt vorliegt, hob der Kanzler zwei Punkte hervor.
Darmstädter Tagblatt
rſNets, daß
ſBericht in der Schärfe der Präziſierung einen Rückſchritt
wird ab 1. Januar 1932 auf
ſeienüber dem Wiggins=Bericht darſtellt. Das war aber zu
ſtarten, weil es ſich bei dem Baſeler Ausſchuß um
erſten Teiles des 2. Kapitels, der für die Bewertung des
Gut=
achtens zweifellos von beſonderer Bedeutung ſei.
Der Reichsfinanzminiſter gab dann einen kurzen Ueberblick
über die Vorgeſchichte der Baſeler Tagung, und betonte, daß ſchon
beim deutſchen Antrag auf Einberufung des Sonderausſchuſſes
zum Ausdruck gekommen ſei, daß nach Auffaſſung der deutſchen
Re=
gierung die Mittel des Young=Planes, nicht ausreichen würden.
Berlin, 24. Dezember. Der Miniſter unterſtrich mit allem Nachdruck, daß der Baſeler
Ausſchuß feſtgeſtellt habe, daß eine unvorhergeſehene Kriſe einge=
inn juriſtiſches Inſtrument des Young=
Pla=
ils handelt. Für unſere Sachverſtändigen war es ſchwer,
merhalb dieſes Rahmens ihre Aufgabe ſo zu erfüllen, daß
iü wahre Lage Deutſchlands erkennbar wurde. Das iſt
ge=
lügen und das iſt der entſcheidende Geſichtspunkt in
Ab=
ſchitt II des Verichtes, wo der urſprünglich vom Young=
Pan vorgeſehene Rahmen geſprengt iſt. Von franzöſiſcher
Site iſt verſucht worden, die gegenwärtige Kriſe als
vor=
übrgehend hinzuſtellen, auf die wieder eine normale
Pro=
grität folgen werde. Im Bericht kommt zum Ausdruck, daß
Yutſchland, dann kraft ſeines induſtriellen Apparates in
ſie beſonders günſtige Lage kommen werde. Die Auffaſſung
jar, als brauche deshalb keineswegs großzügig an das
Pro=
dlm herangegangen zu werden, wird aufgehoben durch die
Mk. 2.- monatlich
zuzüglich 20 ₰ Bestellgeld ermäßigt.
Der Verlag
ſoſort folgende Feſtſtellung, daß die Beſſerung der Lage mit
Hife der Empfehlungen des Ausſchuſſes herbeigeführt
wer=
den muß.
lie enge Begrenzung, die in der Konſtruktion des Sonderaus=
nichtchuſſs liegt und die dem Bericht verſchiedentlich anzumerken iſt,
chergwi dzweifellos in den Ländern, in denen man ſich über die
Zu=
rungämmenhänge der großen Kriſe inzwiſchen klar geworden iſt, eine
hänge nt4/h Enttäuſchung hervorrufen. Immerhin:
Yn deutſcher Seite könne man mit Genugtuung feſtſtellen,
ud das iſt der zweite Hauptgeſichtspunkt, daß es mit dieſem
Bricht gelungen iſt, das beiſeite zu ſchieben, was ſich aus
ieIM dn Berichten Parker Gilberts als Weltmeinung über
Deutſchlands Finanzpolitik herausgebildet hat.
leber die weiter Entwicklung führte der Kanzler aus, daß
nich dem mit dem Bericht erreichten Abſchluß der erſten
Eappe nun die Regelung des Stillhalteproblems die zweite
Phaſe darſtelle.
Diu btillhalteverhandlungen werden am 29. Dezember fortgeſetzt
unu borausſichtlich noch etwa zwei Wochen in Anſpruch nehmen.
Si1 ſind auch in einem größeren Rahmen von ganz beſonderer
Beſtung, denn hier ſind nicht die engen Grenzen von Baſel
vor=
handn, ſondern die Bankiers behandeln die Geſamtlage, die die
Bihrer Vereinbarungen bildet.
Zuſammenfaſſend ſtellte der Kanzler noch einmal feſt, daß wir
anueichts deſſen, was man erwarten durfte auch mit dem
Ergeb=
nis von Baſel zufrieden ſein könne. Allerdings iſt dabei nicht zu
übrſehen, daß der ſachliche Inhalt des Berichtes einen gewiſſen
Räghritt darſtellt, wenn man ihm an den allgemeinen
Bedürf=
ni’ſg nach einer großzügigen Löſung mißt.
Der Reichsfinanzminiſter Dr. Diekrich
über das Baſeler Gukachken.
Nachdem Reichskanzler Dr. Brüning ſeine Darlegungen
be=
em)t hatte, würdigte Reichsfinanzminiſter Dr. Dietrich die
Be=
de utng des Baſeler Gutachtens. Einleitend wies der Miniſter
deaf hin, daß zunächſt nur einzelne Teile des Gutachtens im
Wörlaut vorlägen. Insbeſondere fehle noch der Wortlaut des
ins Auge gefaßte „verhältnismäßig kurze Depreſſion” hinausgehe.
Deutlich ſei ausgeſprochen worden, daß dieſe Kriſe eine
Entwick=
lung genommen habe, die im Young=Plan überhaupt nicht
berück=
ſichtigt ſei. Der Miniſter führte weiter aus,
die Vorausſetzungen der deutſchen Zahlungen, die der
Young=Plan von der wirtſchaftlichen Seite her ausdrücklich
unterſtrich, ſind in entſcheidenden Punkten von den Staaten,
mit denen Deutſchland Handel treibt, zu denen auch
vor=
nehmlich die Vertragſchließenden gehören, dadurch beſeitigt
worden, daß ſie in ihrer Handelspolitik das Gegenteil von
dem tun, was ſie ſinngemäß nach dem Plan hätten tun
müſſen. Statt Deutſchland die Zahlungen durch
Waren=
import zu geſtatten, haben ſie dieſe Zahlungen durch
Zoll=
erhöhungen, Kontingente und Einfuhrſperren unmöglich
ge=
macht. Dieſe ganze wirtſchaftliche Entwicklung hat einen
Zuſtand herbeigeführt, der Maßnahmen notwendig macht,
die außerhalb der Möglichkeiten des Young=Planes ſtehen
und die nur von den Regierungen ergriffen werden können.
Der Sachverſtändigenbericht ſelbſt unterſtreicht die
Dring=
lichkeit ſolcher Maßnahmen. Die Folgen für alle
Wirt=
ſchaftsvölker Europas, aber auch der überſeeiſchen Länder,
müſſen kataſtrophal ſein, wenn das Vertrauen nicht
wieder=
hergeſtellt und nicht die Vorausſetzung eines geordneten
weltwirtſchaftlichen Verkehrs neu geſchaffen werde.
Schließlich wies Reichsfinanzminiſter Dietrich noch einmal
darauf hin, mit welcher Energie gerade in den letzten beiden
Jah=
ren daran gearbeitet worden iſt, überall in Deutſchland unklare
und überſteigerte Finanzverhältniſſe zu beſeitigen und wieder zu
peinlichſter Sparſamkeit zu kommen.
Ein mageres Ergebnis.
* Der Baſeler Bericht liegt jetzt auch in Berlin in einem
recht ausführlichen Auszug vor. Er gibt gegenüber dem Layton=
Bericht in einigen Nebenſätzen zum Teil wertvolle Ergänzungen,
vor allem, indem er feſtſtellt, daß infolge des geſtiegenen
Goldpreiſes die tatſächliche Laſt der deutſchen
Annuität um 40 Prozent gegenüber dem
Young=
plan geſtiegen iſt. Er erkennt an, daß ein Drittel
des wirtſchaftlichen Lebens in Deutſchland bei fünf Millionen
Arbeitsloſen aufgehört, daß die deutſche Regierung die
äußerſten Anſtrengungen zur Sanierung
ge=
macht hat und daß endlich die Steuerlaſt keinen
Raum für eine weitere Erhöhung mehr zuläßt.
Goekhes lehkes Weihnachksfeſt.
Eine Hundertjahr=Erinnerung an Weihnachten 1831.
Von Carl Ehlers.
(S4 einſam gewordene Dichterfürſt. — Womit ſich Goethe
Weih=
mecken 1831 beſchäftigte. — Was Eckermann berichtet. — Ein
ſchönes Weihnachtserlebnis Goethes.)
GGoethes letztes Weihnachtsfeſt im Jahre 1831 verlief recht
ſt üdenn der greiſe Dichterfürſt war in den letzten Jahren ſeines
Lichns einſam geworden. Sein fürſtlicher Freund Karl Auguſt
wu im Jahre 1828 geſtorben; die Großherzogin Luiſe überlebte
ihhre Gemahl nicht ganz zwei Jahre, denn ſie ſtarb am 14. Febr.
173. Am 28. Oktober desſelben Jahres war Goethes einziger
Sh in Rom von den Blattern dahingerafft worden. Die Zeit
deerfeſtlichen und höfiſchen Geſelligkeit war vorbei. Goethe
ver=
b aßte ſeine letzten Lebensjahre in unermüdlicher Arbeit, die bei
e mn 80jährigen Greis in Erſtaunen ſetzte. Es war, als ob er
grewußt hä”e, daß ihm nur noch kurze Zeit des Erdenwallens
beſtieden I, und darum benutzte er jeden Tag, um ſein großes
Wek zu Flehern und abzuſchließen. Um die Weihnachtszeit des
her.
miſergeils zine Jahres 1830 hatte der Dichter ſeine Freunde und
Werhren Gfozoße Sorge verſetzt, denn er wurde in einer Nacht
Eiſe Nn deBlick 1830 von einem heftigen Blutſturz befallen, der
beidens zu n geſelter des Patienten hätte gar gefährlich werden
k imenn Hentliche, ſtarke und geſunde Natur des Dichters,
ver=
wiwensnahund Leſchicklichkeit ſeines Arztes, des Hofrates Vogel,
Geuirkwar, ſchnell wieder geſund wurde, und in der Weih=
—nnie
(6 Kouſees 1830 am vierten Akt des „Fauſt” und an
Unäts
wvielmehz vierten Bandes von „Wahrheit und Dich=
Se
Berquickt ite. Das Weihnachtsfeſt 1831 war dagegen
ſuzkapital)t getrübt. In dieſer Zeit beſchäftigte ſich
kapitali mit ſeiner „Farbenlehre‟. Eckermann hat
kannt + 1. Dezember, ein Geſpräch aufgezeichnet, das
ntliche
hru ein iſche geführt hat. Der Dichter gab eine
Be=
aals ( ſeine „Farbenlehre” ſo wenig Verbreitung
diell lm großen Anſehen des Verfaſſers eine
aller=
up’lSitſache. Er ſagte: „Sie iſt ſehr ſchwer zu über=
Beutalſoſefer’nicht bloß geleſen und ſtudiert, ſie will getan
tik iin, ie Schwierigkeiten . . . ." Auch über die Be=
Nethäftibis zum Schluß dieſes und am Anfang des
ſiſctächſtevir unterrichtet, ſo daß wir an der Hand der
SMMitteiermann uns ein ziemlich klares Bild machen
fu
Maria mit dem Chriſtusknaben.
Relief von Lucg della Robbig (1399—1482).
Nr. 357 — Seite 3
Aber alle dieſe einzeluen Feſtſtellungen entbehren, der
ſelbſtver=
ſtändlichen Schlußfolgerung, die nur ſo hätte gezogen werden
können, wie der Holländer Collyin vorſchlug, der die Streichung
aller Tribute empfahl. Sein Antrag iſt aber ſang= und
klang=
los unter den Tiſch gefallen, auf franzöſiſchen Einſpruck, hin, und
die Delegierten haben nicht die nötige
Zidil=
courage aufgebracht, um die Franzoſen zu
über=
ſtimmen. Der Bericht iſt infolgedeſſen in ſeinem Aufbau
zwieſpältig, weil er das, was er ſagen will, in
verſchie=
denen Teilen getrennt unterbringt und auch von
Wider=
ſprüchen nicht frei iſt, die ſich gegenſeitig aufheben und
jeder das hineininterpretieren kann, was er will.
Die amtlichen Berliner Kreiſe ſind trotzdem
der Meinung, daß ſie mit dem Ergebnis noch
zufrie=
den ſein können. Vor allem inſoweit, als wenigſtens
irgend=
welche Bindungen für die bevorſtehende
poli=
tiſche Konferenz vermieden worden ſind, Bindungen,
die bei dem begrenzten Mandat der Sachverſtändigen immerhin
ſtark zu befürchten waren. Dabei wird nicht beſtritten, daß
der Bericht im Grunde einen Rückſchritt gegenüber dem Layton=
Bericht darſtellt, weil er in ſeinen Formulierungen nicht überall
ſo klar und eindeutig gehalten iſt. Von deutſcher Seite iſt
offenbar auch darauf hingewieſen worden, daß dieſer
Sach=
verſtändigenausſchuß, den wir wvegen ſeines begrenzten Mandats
von vornherein für überflüſſig gehalten haben, nur die erſte
Etappe darſtellt. Die nächſte Etappe ſind die
Ber=
liner Stillhaltederhandlungen, die über
Weih=
nachten unterbrochen wurden, aber am 28. Dezember wieder
auf=
genommen werden. Hier ſitzen keine politiſch beeinflußten
Wirtſchaftler, ſondern Bankiers, die ihre Gelder
wie=
der haben wollen und die deshalb die Dinge
ſehr viel nüchterner anſehen. Man darf daher
auch erwarten, daß der von ihnen vorzulegende
Bericht ohne jede Beſchönigung die Tatſachen
kennzeichnet, ſowie ſie ſind, uno weiter
erwar=
ten, daß in dieſem Bericht das nachgeholt wird,
was in Baſel verſäumt worden iſt. Er wäre dann
ein wirkungsvoller Auftakt zu der eigentlichen
Reparationskonferenz, die Mitte Januar
zu=
ſammentreten wird.
Inzwiſchen wird das Trommelfeuer zur Erſchütterung der
deutſchen Stellung in der Weltmeinung weitergehen. Die
Fran=
zoſen arbeiten ſchon mit Hochdruc. Sie werden jedoch kaum
verhindern können, daß die Enttäuſchung über das Verſagen der
Baſeler Sachverſtändigen gerade in der angelſächſiſchen Welt,
wo man über den inneren Zuſammenhang zwiſchen Tributen
und Weltwirtſchaftskriſe ein offenes Wort aus Baſel erwartet
hatte, ſich ſehr deutlich bemerkbar macht. Von den Amerikanern
und Holländern dürfen wir eine Unterſtützung der deutſche)i
Auffaſſung, die von den deutſchen Delegierten in Baſel ſehr
tapfer verfochten worden iſt, auch weiterhin erwarten. Sie läßt
ſich auf die ganz kurze Formel bringen, daß der
Youna=
plan von Vorausſetzungen ausgegangen iſt, die
nicht durch deutſche Schuld nicht eintrafen, daß
er infolgedeſſen überholt iſt und ein
Rettungs=
verſuch für die Weltwirtſchaft im Rahmen es
Youngplanes von vornherein ſcheitern muß.
Die Berliner Preſſe zum Gukachken.
Zu dem Gutachten des Baſeler Sachverſtändigenausſchuſſes,
das am Mittwoch ſpät abends im Auszug veröffentlicht wurde,
nehmen vorläufig nur wenige Blätter ausführlich Stellung. Die
„D.A.3.” hebt hervor, daß das Gutachten zwar eine
Desavouierung des Youngplanes, aber keine
Empfehlung enthalte, die Tribute zu ſtreichen. Das
Fehlen eines klaren Zuſammenhanges zwiſchen Tributen und
Weltkriſe werde in keiner Weiſe dadurch aufgewogen, daß Herr
Riſt auf ſeine roßtäuſcheriſche Abſicht habe verzichten müſſen, in
den Ausſchußbericht die Feſtſtellung einer Mitſchuld Deutſchlands
an der kriſenhaften Zuſpitzung ſeiner Lage und an ſeiner
Zah=
lungsunfähigkeit aufnehmen zu laſſen. Der „Vorwärts”
unter=
ſtreicht beſonders die Feſtellung, daß der Youngplan
über=
holt ſei, und bedauert, daß man den Regierungen,
die ſich noch immer gegen die völlige Abſchaffung der
Reparatio=
nen ſtemmten, die Möglichkeit gebe, eine
Wieder=
aufnahme dieſes verderblichen
Zahlungs=
ſyſtems in ſpäteren Jahren zu fordern.
Nichtsdeſto=
weniger bedeute das Baſeler Dokument einen Schritt vor:
wärts‟. Das „B.T.” urteilt, noch niemals ſei, ſolange die
De=
batte über die Reparationen andauere, von einem
internationa=
len Gremium ein Dokument von gleicher
Eindring=
lichkeit, von einem ſolchen Ernſt der Sprache vorgelegt
worden, wie diesmal. Die „Börſenzeitung” bezeichnet die im
Schlußkapitel enthaltene Erklärung, daß das deutſche Problem
„weltweite Bedeutung” habe und „in weitem Maße” die Urſache
für die ſteigende finanzielle Lähmung der Welt ſei, als beſonders
bedeutungsvoll. Mit dieſer allgemein gehaltenen Wendung werde
der deutſchen Forderung auf Streichung der Tribute zwar nicht
ausdrücklich Rechnung getragen, aber ſie bedeute doch wenigſtens
einen Wegweiſer zu dieſem Ziele. Der „Tag” bemängelt, daß
der mit franzöſiſchen Widerhaken beſpickte Bericht die
Welt=
kriſe nicht eindeutig genug auf die Tribute
zurückführe.
können, wie für Goethe das Weihnachtsfeſt 1831 verlief, das das
letzte ſeines Lebens werden ſollte. Wir hören, daß ſich Goethe
ſeinen Lieblingsſtudien, den Naturwiſſenſchaften, zuwandte Er
beſchäftigte ſich mit Gegenſtänden der Metamorphoſe der
Pflan=
zen= und Tierwelt und mit der ferneren Ergründung der Geſetze
des Regenbogens. Er hatte darüber zu Eckermann ſich
folgender=
maßen geäußert: „Wir wiſſen im allgemeinen recht gut, daß die
grüne Farbe durch eine Miſchung des Gelben und Blauen
ent=
ſteht. Allein bis einer ſagen kann, er begreife das Grün des
Regenbogens, oder das Grün des Laubes, oder das Grün des
Meerwaſſers, dieſes erfordert ein ſo allſeitiges Durchſchreiten des
Farbenreiches, und eine daraus entſpringende ſolche Höhe von
Einſicht, zu welcher bis jetzt kaum jemand gelangt iſt.” Goethe
redigierte in dieſer Zeit von Weihnachten über Neujahr hinaus
mit Eckermann gemeinſchaftlich den hiſtoriſchen Teil der „
Farben=
lehre” und nahm an einem Kapitel über die Miſchung von
Far=
ben Anteil, das Eckermann auf Goethes Anregung bearbeitete,
damit es in den theoretiſchen Band aufgenommen werden konnte.
Eckermann erzählt, daß Goethe in dieſen Tagen in völliger Kraft
und Friſche arbeitete, ſo daß er glaubte, „es würde immer ſo
fort=
gehen‟. Das letzte Weihnachtsfeſt Goethes war alſo, wie wir aus
dieſen Bekundungen erſehen, vollſtändig der Arbeit gewidmet, in
der der Dichter neue Kräfte fand. Von einem anderen
Zeitgenoſ=
ſen Goethes erfahren wir noch einige bemerkenswerte
Einzel=
heiten über das Leben des Dichters in jenen Tagen. Friedrich
Soret hatte am 5. Januar 1832, alſo wenige Tage nach
Weih=
nachten, eine Unterredung mit Goethe. Er zeigte ihm einige
Zeichnungen und Aquarellbilder von Töpffer, wobei Goethe die
folgende bedeutſame Aeußerung tat: „Sobald ein Künſtler zu
einer gewiſſen Höhe der Vortrefflichkeit gelangt iſt, wird es
ziem=
lich gleichgültig, ob eines ſeiner Werke etwas vollkommener
ge=
raten iſt, als ein anderes. Der Kenner ſieht in jedem doch immer
die Hand des Meiſters und den ganzen Umfang ſeines Talents
und ſeiner Mittel‟. Derſelbe Autor berichtet auch von einem
ſcherzhaften Weihnachtsgeſchenk Goethes. Zu Weihnachten 1828
hatte Madame Duval ausgezeichnete Konfitüren (Zedraten) für
Goethe angefertigt. Soret wollte, un der Tochter der Spenderin,
die ein Autogramm des Dichters gern haben wollte, einen
Gefal=
len tun, und bat als Gegengeſchenk ein kleines Gedicht aus. Goethe
lachte, und als er die „Zedraten” ſehr wohlſchmeckend fand, ſchickte
er an Soret folgendes Gedicht als Weihnachtsgeſchenk:
Glücklich Land, allwo Zedraten
Zur Vollkommenheit geraten
Und zu reizendem Genießen
Kluge Frauen ſie durchſüßen! uſw
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite 4 — Nr. 357
Die Löſung der inkernakionalen Probleme durch Lavals lehte große Rede nicht erleichkert.
Erneute Berſchlechterung der engliſch=franzöſiſchen Beziehungen. — Franzöſiſche Annäherung an Rußland.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Die unerwartet ſcharfe Rede Lavals über die franzöſiſche
Außen=
internationalen Probleme gewiß nicht erleichtert. Man gewinnt
hier den Eindruck, daß dieſer Rede eine neuerliche Verſchlechterung Schluß, daß von den fünf Milliarden Reichsmark, die in dieſem
des engliſch=franzöſiſchen
Ver=
hältniſſes voranging. Jetzt
ver=
lautet wieder, daß der
diame=
trale Gegenſatz zwiſchen der
eng=
liſchen und franzöſiſchen
Auffaſ=
ſung das größte Hindernis im
Wege einer internationalen
Einigung darſtelle. Bei der
Ueberreichung des engliſchen
Memorandums hörte man noch
ganz andere Stimmen. Laval
unterſtrich im übrigen auch die
Bedeutung des amerikaniſchen
Beſchluſſes über die
interalliier=
ten Schulden, wobei man nicht
fehl geht, auf den Gedanken zu
kommen in der Annahme, daß
er dabei etwas übertrieb.
Der Plan des ruſſiſch=
fran=
zöſiſchen Vertrages verurſachte
hier einiges Aufſehen, eben weil
man in Paris in den letzten
Monaten ſorgfältig vermied,
viel über das Verhältnis zu
Moskau zu ſprechen. Wir haben
an dieſer Stelle ſchon öfters auf
die langſame Aenderung des
ruſſiſch=franzöſiſchenVerhältniſſes
hingewieſen; ſie entſpricht auch
der perſönlichen Konzeption
Lavals.
Der Entwurf ſieht höchſt
un=
ſchuldig aus. Man möchte
glau=
ben, daß nicht einmal in
War=
ſchau deswegen Unruhe entſtehen
könnte. Immerhin, man kennt
man wäre nicht einmal
über=
raſcht, wenn gewiſſe, Kreiſe in. „Bilde rechts neben Laval) hielt der franzöſiſche Miniſterpräſident Laval eine aufſehenerregende
nach London als eine Antwort
näherung auffaſſen würden.
Uebrigens erfährt der Entwurf
in der franzöſiſchen Preſſe zum Teil auch heftige Kritiken. „Echo
de Paris” behauptet zum Beiſpiel, daß der Vertrag vollkommen
überflüſſig ſei, da er nur den Kellogg=Pakt wiederholt. Selbſt
wenn man dieſer extremen Meinung beipflichten würde,
bedeu=
tete das noch nicht, daß die franzöſiſch=ruſſiſche Annäherung ganz
zu unterſchätzen ſei. Ein Vertrag mit Moskau iſt ſchon aus
pſycho=
logiſchen Gründen nötig, wenn eine Annäherung überhaupt
er=
folgen ſoll. Denn in Rußland ſah man ſehr lange Zeit in
Frank=
reich den gefährlichſten Feind.
Die wirtſchaftlichen Fragen ſollen in der Annäherung eine
recht große Rolle ſpielen. „In der Form von Hoffnungen”, ſagen
die Skeptiker, an denen es gerade in dieſer Frage nicht mangelt.
Tatfache iſt aber, daß der franzöſiſche Außenhandel ſich in einer
geradezu verzweifelten Lage befindet; es war noch nie ſo wichtig,
neue Abſatzmärkte zu finden.
Das Pariſer Echo zum Baſeler Gukachten.
EP. Paris, 24. Dezember.
Von den Pariſer Blättern nimmt bis jetzt nur das „Echo
de Paris” Stellung zu dem Ergebnis der Verhandlungen des
Baſeler Sachverſtändigen=Ausſchuſſes. Pertinax hält bei ſeinen
Ausführungen in dem genannten Blatt den Bericht des Baſler
Sonderkomitees für weniger ſchlecht, als man hätte erwarten
können und erteilt dem franzöſiſchen Delegierten Riſt ein Lob
für ſeine gute Haltung, denn der Bericht enthalte kein einziges
Wort darüber, wonach den Reparationszahlungen die
Haupt=
ſchuld für die Wirtſchaftslage Deutſchlands zuzuſchreiben ſei.
Trotzdem habe der Bericht Lücken. Ueber die „ſchlechte finanzielle
Verwaltung Deutſchlands” werde geſchwiegen. Es wäre
wün=
politik hat manche Illuſionen zerſtört. Sie hat die Löſung der ſchenswert geweſen, wenn die Warnungen Parker. Gilberts
eine Fortſetzung gefunden hätten. Pertinax kommt zu dem
Jahre aus Deutſchland herausgezogen worden ſeien, die
Reichs=
dank nur mit 1,5 Milliarden Mark aus ihren Goldreſerven
beteiligt geweſen ſei. Die reſtlichen 3,5 Milliarden ſeien
haupt=
ſächlich aus dem Ueberſchuß der Handelsbilanz bezahlt worden.
Das zeuge von einer ungeheuren wirtſchaftlichen Macht
Deutſch=
lands. Das in dem Schlußbericht gemachte diskrete Plädoyer
für einen weiteren Aufſchub der Schuldenzahlungen binde die
Regierungskonferenz keineswegs, denn der Bericht bedeute keinen
Plan „ne Fariatur” wie in den Jahren 1924 und 1929, ſondern
nur eine Schilderung der Lage.
Amerikas Standpunkt:
„Der nächſte Schritt Sache der Europäer.”
Ueber den Eindruck, den der Baſeler Sachverſtändigenbericht
in amerikaniſchen Kreiſen gemacht hat, meldet der Reuter=
Kor=
reſpondent in Waſhington: Eines der Ergebniſſe des Berichts
wird nach hieſiger Auffaſſung darin beſtehen, daß es nächſtens
einen zeitweiligen oder endgültigen Verzug der Schuldner der
Vereinigten Staaten geben wird. Es wird erwartet, daß
zumin=
deſt einige von ihnen ſich auf die Klauſeln ihrer
Schuldverein=
barungen berufen werden, welche die Suspendierung gewiſſer
Zahlungen in Höhe von ungefähr 88 Millionen Dollar geſtatten.
Ftankreich will keine Reviſion des Young=Plans zugeben.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Laval (Mitte) bei ſeiner großen politiſchen Rede
in Chapell la Reine.
die Nervoſität der Polen, und Anläßlich des Feſteſſens zu Ehren des franzöſiſchen Luftfahrtminiſters Dumesnil (auf unſerem
Rede, in der er Frankreichs Wirtſchaftspolitik darlegte. Frankreich werde an dem Young=Plan
Warſchau die Reiſe Zaleſkis nicht rütteln laſſen und andererſeits ſeinen inneren Markt gegen die Ueberflutung von fremden
auf die franzöſiſch=ruſſiſche An= „Waren durch ein genaues Kontingentierungsſyſtem ſchützen. Wie jedoch Deutſchland die Young=
Plan=Schulden erfüllen ſolle, hat Laval nicht angedeutet.
* Deutſche Weihnacht
in der Tſchechoflowakei.
Von Bohemieus.
An die Grenze des Deutſchen Reiches geſchmiegt, eingerahmt
dom waldumrauſchten Erzgebirge, bis nahe ans öſterreichiſche
Alpenland und an Ungarn heranreichend, liegen die Siedlungen
der Deutſchen in der Tſchechoflowakei, jener dreieinhalb
Mil=
lionen Menſchen, denen die Verträge von Verſailles und St.
Germain eine neue Heimat geſchaffen haben, in der ſie nunmhr
ſeit nahezu vierzehn Jahren atmen, leben und ſchaffen. Das
deutſche Wort klingt dem Landfremden, der „ins Böhmiſche‟
wandert, in dieſen Gauen des tſchechiſchen Staates wie ein
ver=
trauter Gruß entgegen, und wenn ſich ihm das äußere Bild der
Städte und Dörfer, durch die er kommt, auch einigermaßen
ver=
ändert gegen früher zeigt, ſo fühlt und empfindet er dennoch die
tiefe und innige Verbundenheit zwiſchen dieſem von ſeinem
Mutterland abgeſplitterten fleißigen Volk zu den Brüdern
glei=
cher Zunge jenſeits der Grenze. Deutſches Empfinden, deutſches
Lied und deutſche Tat; ſie ſind den ſtillen Menſchen der
Sudeten=
gebiete in dieſen leidvollen Jahren nicht aus den Herzen zu
reißen geweſen. Sie dauern fort und blühen weiter in den
See=
len der Kinder, die als Träger ſudetendeutſcher Zukunft ſtark
werden ſollen an der Treue der Alten zu ihrem Volkstum!
Grenzdeutſche Weihnacht! Hier wie drüben ſteht
im Glanz der Lichter der alte deutſche Weihnachtsbaum.
Feier=
lich ſchwingt hier, auf „böhmiſchem” Boden, wie draußen im
Reich, das ergreifende weihnachtliche deutſche Lied in die
win=
terliche Klarheit dieſer einzigen Nacht hinaus: „Stille Nacht,
heilige Nacht . . ." So nahe aneinander wohnen oftmals die
Deutſchböhmen, die Erzgebirgler, Böhmerwäldler und die
Mährer und Schleſier den reichsdeutſchen Grenzbewohnern, daß
ihr Geſang um den Weihnachtsbaum, von leichten Flügeln des
Windes getragen, in den des bayeriſchen, ſächſiſchen, ſchleſiſchen
und öſterreichiſchen Randbewohner klingt. Es iſt ein Lied, eine
Melodie, und es gibt keine Grenzpfähle, keine Mauern, die
dieſen beglückenden Gleichklaug zerſtören könnten. Wie ſehnfüchtig
auch der Blick der Sudetendeutſchen in dieſen ſchweren
Nach=
kriegsjahren oft hinüber geſchweift ſein mag über die Grenze,
hinter der blan die Berge des deutſchen Vaterlandes
aufdäm=
mern, der deutſche Wald herübergrüßt — am ſtärkſten empfindet
er ſeine deutſche Schickſalsgemeinſchaft zu den feierlichen
Stun=
den des Weihnachtsabends, unter den flackernden Kerzen des
Tannenbaums, bei dem eſpig ſchönen deutſchen Lied von der
heiligen Nacht und bei der Mitternachtsmeſſe, zu der ihn der
Weg uuter dem funkeluden Gezelt des einem unendlichen Dom
gleich ſich wölbenden Himmels führt.
Es fände des Prieſters Wort nicht Eingang in die Seelen
dieſer Menſchen, wäre es nicht deutſch geſprochen, es wür=
den ſtill und leer die Kirchen liegen, wollte man mit
tſchechiſcher Predigt den Leuten zeigen, daß ihre Heimat
nicht mehr Deutſchland heißt. Kein Unterſchied iſt merkbar
zwiſchen hier und „drüben”: deutſche Weihnacht da und
dort, Gleichklang der Herzen, ein Empfinden, ein Glaube,
eine Hoffnung!
Es ſchweigt zu weihnachtlicher Zeit aller politiſche Lärm. Der
Tſcheche feiert wie der Deutſche, der Pole wie der Ungar, wie
der Ruthene. Vor dem deutſchen Weihnachtslied ergreift auch
den Tſchechen vorbehaltloſe Achtung, er vermag ſich in dieſen
Tagen ſtärker wie ſonſt in die Empfindungen eines von ſeiner
Ur=Heimat abgeſprengten Volkes einzufühlen, eines Volkes, das
über Not und Entbehrung hinaus gläubig auf den deutſchen
Wiederaufſtieg vertraut. Es hat ihn nötig, dieſen Glauben,
es braucht dieſes Vertrauen, denn hartnäckig verfolgt der Tſcheche
ſein Ziel: dem deutſchen Siedlungsgebiet vor allem gilt der
Kampf der Prager Kreiſe, dem deutſchen Bauern, Beamten,
Ge=
werbetreibenden und Arbeiter. Die Zahl der Opfer dieſes
Feld=
zuges iſt gewaltig. Wenn manchmal die deutſchen Reihen zu
wanken begannen vor dem konzentriſchen ſlawiſchen Angriff —
es war, es iſt begreiflich, freilich aber auch bedauerlich: daß da
ein Gaſtwirt, um ſeine Konzeſſion bangend, tſchechiſche Speiſe=
und Getränketarife auflegte, obwohl faſt ausſchließlich deutſche
Gäſte bei ihm verkehren, daß ein um ſeine Exiſtenz beſorgter
deutſcher Staatsbeamter, höherem Drucke gehorchend, ſeine
Kin=
der in eine der vielen im deutſchen Sprachgebiet aus dem Boden
ſchießenden tſchechiſchen Schulen ſchickte, daß ein bedürftiger
Arbeiter für die Zuſicherung koſtenloſer Lehrmittel und in der
gegenwärtigen Notzeit um eine warme Suppe, um einige Stücke
Brot ſein Kind aus der deutſchen Unterrichtsſtätte herausnahm
und daß auf dieſe Weiſe manches Bollwerk im ſudetendeutſchen
Siedlungsraum gefallen iſt . Mehr denn dreizehn Jahre
währt dieſer Kampf der Tſchechen um die deutſchen Siedlungen
im Staat. Zäh und rückſichtslos geführt, hat er
den Tſchechen gewiß manchen Erfolg gebracht: er hat das
Bild der deutſchen Gaue verwiſcht, er hat tſchechiſche
Auf=
ſchriften in deutſchen Städten erzwungen, der deutſchen
Bevölkerung tſchechiſche Beamte aufgenötigt, deutſche
Exi=
ſtenzen vernichtet. Nicht beſiegt aber hat er die
deutſche Seele.
Zum vierzehnten Mal feiert ſie Weihnacht im tſchechiſchen
Staate, im Böhmerwald wie im Egerland, im Erz=, wie im
Rieſen= oder Altvatergebirge. Daß ſie ſich nicht gewandelt hat
in dieſer Zeit, daß trotz vieler leidiger Parteikämpfe
dieſes einem fremden Staatsweſen ausgelieferte Völklein
in jedem Blutstropfen deutſch geblieben iſt, das zu wiſſen,
muß für die Brüder im Reich die ſchönſte Weihnachtsbo! aus dem tſchechiſchen Nachbarſtaate ſein!
So wie im Weltkrieg der deutſche Soldat auf fremdem
Boden unter beſcheidenen Lichterbäumchen in der Weihenacht das
Freitag, 25. Dezember 19
Die amtlichen Stellen lehnen jede Aeußer
ab, aber es kann geſagt werden, daß die Feſtſtellungen des
ſchuſſes eine beſondere Ueberraſchung hervorgerufen haben.
allgemeinen wird in amtlichen Kreiſen der Sta
punkt vertreten, daß der Kongreß ſehr beſtimmt
ſprochen hat und ſomit der Präſident nichts v
ter tun kann, und daß der nächſte Schritt S.
der Europäer iſt.
In einigen Kreiſen wird erwartet, daß dieſer Sch.
in dem Vorſchlag beſtehen wird, eine allgemeine K
ferenz für Reparationen und Schulden abzuhal
Es wird aber bezweifelt, daß die Vereinigten Staaten daran
nehmen würden. Die Schuldenzahlungen, die gemäß dem Se
denfundierungsabkommen im nächſten Jahre automatiſch
ſchiebbar ſind, ſchließen ein: 28 Millionen Dollar im Falle 6
britanniens, 30 Millionen Dollar im Falle Frankreichs und
Millionen Dollar im Falle Italiens. Dieſe Summen müſſen
ter mit Zinſen gezahlt werden.
Englands Meinung:
„Endgülkige Regelung oder Kakaſtrophe.”
London, 24. Dzembef
Der Baſeler Bericht wird in ſämtlichen Londoner Mond
blättern an erſter Stelle mit dicken Ueberſchriften peröffen.0
Ein Leitartikel der „Times” beſpricht den Bericht im Zuſamm
hang mit der Annahme des Moratoriums durch den amen
niſchen Kongreß, ſowie den Witſchaftsbeſprechungen der Te4
Tage in Berlin und Paris. Das Blatt iſt der Anſicht,
durch die Bewilligung des Moratoriums ei
Atempauſe geſchaffen wurde, welche die Welt benuf
müſſe, um einen Weg aus den Schwierigkeiten zu finden.
engliſche Regierung ſei, ſo ſchreibt das Blatt, eindringlich
müht, Frankreich und andere Länder von der Notwendi
keit zu überzeugen, das Problem der nicht=kymm
ziellen Schulden ein für allemal zu löſen. 2
widerſetze ſich jedoch Frankreich, das eine endg
tige Regelung von der deutſchen Zahlungsfähigkeit abhäuſe dürfen u
machen wolle, die während der Zeit dieſer Kriſe jedoch uſſſn; denn
endgültig feſtgeſtellt werden könne. Hierzu komme noch der Aut zeitliche)
ſtand, daß eine Regelung der Kriegsſchuldenfr iſtlelt=Ange
infolge des Verlangens des amerikaniſchſehſt die
Kongreſſes nach voller Rückzahlung erſchwee der Lage
HAir wollen
werde. Die „Times” nimmt dieſen Beſchluß des Kongreſſ as liebe
nicht allzu tragiſch. Die Umſtände hätten ſich häufig ſt inſen das
ker als Reſolutionen erwieſen und gerade jetzt ſcheffnchtsvieli
es ſo, als zwängen die Umſtände die Welt zu einer großſaie Au
gemeinſamen Anſtrengung.
Die Pariſer Verhandlungen des engliſchen Schatzamts dieſes aber,
der franzöſiſchen Regierung, die vor kurzem ohne viele Erl
niſſe unterbrochen wurden, ſollen bald nach Weihnachten win
aufgenommen werden. Wie der diplomatiſche Korreſpondent?e
„Daily Telegraph” mitteilt, hatte der britiſche Delegierte in B
ſehr darauf gedrängt, die ungleiche Verteilung
Goldvorräte unter die verſchiedenen Länder im Ben
des Ausſchuſſes als Haupturſache der gegenw
tigen Finanz= und Wirtſchaftskrife zu bezeichntterderbe,
Dem hätten ſich aber die Vertreter Frankreichs auf das
ſchiedenſte widerſetzt. Die franzöſiſche Regierung, ſo heißt e4
der Notiz, ſei feſt entſchloſſen, auf der bevorſtehenden Repch,
tionskonferenz eine Aufrollung der Goldfrage unter allen Uhr Er
ſtänden zu verhindern, während England der Anſicht ſei, Aelbſt.
die Weltkriſe ohne erſchöpfende Diskuſſion dieſes Problems uſſllaße,
tenheit
bekämpft werden könne.
„News Chronicle” erblickt die Bedeutung des Berichtes Adven
der einmütigen Feſtſtellung, daß die Tribute von Deut
land durch kein Steuerſyſtem der Welt erfü
werden könnten und daß die Tribute und
Sch=
denfrage jetzt in ein praktiſches Verhältnis z
tatſächlichen Wirtſchaftslage der Welt gebrachen Verl
werden müßten. Andernfalls ſei die Kataſtrophn Gewinn
unausbleiblich. Der immer größer werdende AbſtMurwahr.
zwiſchen den theoretiſchen Forderungen gewiſſer Nationen u ſervor.
der Wirklichkeit der wirtſchaftlichen Tatſachen ſei eine der größ
Mien
Gefahren, die die Welt in den letzten Jahren erlebt habe.
Sonderausſchuß habe gezeigt, wie dieſe Kluft überbrückt wer!
könne und es ſei Sache der Gläubigernationen entſprechd
dieſem Rate zu handeln.
„Die Morningpoſt” betont den taktiſchen Sieg der Franzoſſtz Kraſft für
der darin zu erblicken ſei, daß der Bericht keinerlei Empfehlun gnen la
an die Regierungen zur Behebung der Kriſe in Deutſchland eius!
halte. Die Hauptfragen ſeien ungelöſt geblieben. Der Karſ,
um die Tribute werde daher auf der Regierungskonferenz:
ſo ernſter ſein müſſen.
Der „Daily Expreß” erblickt in den Ausführungen 9
Baſeler Ausſchuſſes eine ernſte Warnung an die Staatsmäny
der Welt, die Lage nicht zu leichtfertig anzuſehen.
Dem
ergreifende Lied von der ſtillen Nacht geſungen hat — mit 4e0omierat
gleichen Empfindung tut es der von ſeiner Heimat abgeſpren Wemiſche C
Sudetendeutſche; über Raum und Zeit hinaus geht dieſes hell. Wei
liche, tröſtende und aufrichtende Wiſſen um die Zugehörigic,
zu jenem deutſchen Volke, das auch in ſeiner Not noch groß uc bieder
Machtsverl
achtenswert geblieben iſt. Unwandelbare Treue verbindet dik.
Sudetendeutſchtum mit dem Reich. Sein Weihnachtswunſch vANu, daß
bindet ſich mit der Hoffnung aller Deutſchen der Welt: daß euſ eingego
lich der Tag des deutſchen Wiederaufſtieges anbrechen und dil Gewi
er auch den abgeſprengten deutſchen Volksteilen die Morgenruf”,
einer neuen und beſſeren Zeit bringen möge!
National und kulturell unterdrückt, den ärgſten wirtſchaſb
lichen Drangſalierungen ausgeſetzt, hat das Sudetemhi
deutſchtum ſich immr wieder aufgerichtet an dem Glaub
an Deutſchland, an ſeine Kraft. Es iſt darin nie wanken).
geworden und wird daran ſo lange feſthalten, bis de,
beag n
Tag kommt, an welchem die gläubige Erwartung ſich
wandelt zu beglückender Erfüllung. Wenn es in dieſeit
Sinne Weihnacht feiert, dann darf, dann muß Deutſo4
land davon überzeugt ſein, daß die Deutſchen Böhmenſſ
Mährens und Schleſiens ihr Schickſal untrennbar mit den
des Reiches, mit dem Deutſchtum der ganzen Welt veiſ
bunden ſehen!
kritiſch
gewu
Uſchaft
n wirt
Walther Scheunemann: Der Nationalſozialismus. Der NNeue Ge
Verlag, Berlin.
Das Buch, eutſtanden unter dem Eindruck der Wahl z vom
September 1930, fußt auf dem Studium nationalfozialiſtiſg Quelle?
hauptſächlich Zeitſchriften, und iſt in ſeinem Hauptteil /
Studie der Staats= und Wirtſchaftstheorien des National alismd
Nacheinander werden, nachdem auf die Raſſentheorie ein
fen, die Stellung des Nationalſozialismus zu den allgemeit
lichen und wirtſchaftlichen Fragen, zum Staat, zu den weſel
ſchaftlichen Gegebenheiten: Geld. Kredit, Zius Privat= 1u9bu
emei=
eigentum, Landwirtſchaft, Induſtrie uſw. dargelegt, und ℳ uicht ets a
Hand ausführlich wiedergegebener Zitate. Die welf wohlrlichel
Grundlagen werden gefunden in einem Nationalismus unf daß roat
vismus, die aber als ſolche nicht ſtreng zu Ende gedacht, ſönt iſt. r u)
der zunächſt ſo ſcharf bekämpften liberaliſtiſchen Ideologie
kauſend wo.‟
den ſeien. Demzufolge ſei der Kampf gegen das Fine
ideologiſchen Fiktion erſtarrt, da deſſen Grundlage, dieſt und ſi iſch
Wirtſchaftsordnung mit Eigentum und Konkurrenz aner) poetiſch de
ſei. Dieſem Tatbeſtand entſpricht es, daß der außerordeſchtszeit Viol”
der Partei keinen Einbruch ins marxiſtiſche Lager, ſondd und dunkuch
ſende Revolutionierung des Bürgerſtandes bedeutet, der als alleſ
ſeiner Unterſuchung bezeichnet der Verfaſſer unter andere
wveis der Zwieſpältigkeit, des Mangels an Geſchloſſenheda die Eull.
quenz, des inneren Bruchs in der Syſtematik der nationhd ihnen de=
Staats= und Wirtſchaftstheorie. — Zur allgemeinen Krid Fried.
reichhaltig belegten Unterſuchung, die innerhalb ihrer 2
lich unangreifbar ſein dürfte, könnte man darauf hinws
die Bedeutung der Ideologie als ſolcher überſchätzt iſt.
iſt ſie ein Shmptom und ein ſehr veränderbares Inſtru
Roth.
Kern einer politiſchen Partei, ſolange dieſelbe noch in Beweg
ſtag, 25. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 357 — Seite 5
Aus der Landeshauptftadt.
Darmſtadt, den 25. Dezember 1931.
an den „Heiligen=Chriſt=Angelegenheiten”.
Von Reinhold Braun.
Alles war beſchäftigt mit Heiligen=Chriſt=
Angelegenheiten, Geben und Nehmen.
Hof=
fen und Empfangen.
Goethe.
Die Heiligen=Chriſt=Angelegenheiten”,
ſüht mit dieſem Wort nicht die ganze liebe
Weihnachts=
etik her, eine holde, zauberiſche Welt, die ſo garnicht mehr
will zu dem Nüchternheitsgewüte der Gegenwart. Aber
dieſe Erde noch etwas von ihrer Beſtimmung behalten ſoll,
zill heißen, daß neben dem Leide und der Enttäuſchung
im=
hoch die Freude, die echte, tiefe, ihren Platz und ihr Recht
b dürfen wir nimmer der Heiligen=Chriſt=Angelegenheiten
en; denn ſonſt gewinnen die andern, die gar zu irdiſchen,
ar zeitlichen, taghaften, die politiſchen und beruflichen, kurz
Pelt=Angelegenheiten die Uebermacht. Dann zerſtören wir
lbſt die letzte Inſel der Freude in dem wild erbrandenden
Pir wollen von unſeren Heiligen=Chriſt=Angelegenheiten nicht
das liebe Drum und Dran, den köſtlichen, bunten Rahmen
jufen, das mit den Geſchenken und der Herzvertrauten äußeren
mhachtsvielfalt! Das gehörk nun einmal dazu und iſt der frohe,
Eer Aühre Ausdruck deſſen, was da innen in den Herzen vor ſich
rika
gerſ
der Tage.
des
hä
rwigkeit immer wieder emporſchwingenden, und in ihr
gip=
nten!
Velch eine innere Ueberlegenheit gewinnen wir damit, welch
WKraft für den Kampf; welche Gedankenmacht können wir
ein=
tien laſſen in unſer Werk. unſere Liebe und unſern Lebens=
Ruz!
Das eine aber, das not tut und Segen ſchafft, iſt das: Es mit
ei „Heiligen=Chriſt=Angelegenheit” nicht nur ernſt zu nehmen,
dn vier weihnachtlichen Wochen, ſondern durch das ganze Jahr,
½sranze Leben hindurch!
Der bleibt der Geſegnete und Lichte, Kraft= und Liebevolle,
rkannt hat, daß wahre Weihnacht ewige Gegenwart iſt.
Dem Vorſitzenden der Landwirtſchaftskammer, Herrn
ſinomierat Henſel, iſt von der Landesuniverſität Gießen der
oemiſche Grad als „Ehrenſenator” verliehen worden.
Weihnachtsverloſung der Heag. Trotz der Ungunſt der
die
ältniſſe hat ſich die Heag nicht abhalten laſſen, auch dieſes
wieder unter Beteiligung der Inſtallationsfirmen eine
ſchnachtsverloſung zu veranſtalten. Wie ſehr dieſe Einrichtung
uch
verbindet /: Heag von ihren Stromabnehmern geſchätzt wird, geht daraus
uor, daß ſelbſt bei der jetzigen ſchlechten Wirtſchaftslage 1880
tSw
eſt; daß — eingegangen ſind, und wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich,
Gewinne, darunter wertvolle Stücke, wie Heißwaſſerſpeicher,
ent We Fe, Protoswaſchmaſchinen uſw., ausgeloſt werden konnten.
ſi die heutige Bedeutung der Oper Richard Wagners als ein
bhüſindiger Beurteiler unſeres zeitgenöſſiſchen Theaters erwieſen
Uihat als ſtändiger Theaterkritiker der „Frankfurter Zeitung”
T8erlin Gelegenheit, mit allem Neuen ſich auseinanderzuſetzen
Mſchien deshalb dem Verein beſonders geeignet, zu einer Frage
eitlung zu nehmen, die den Theaterfreunden Darmſtadts beſon=
D’ am Herzen liegen muß. Gaſthörer werden zu dieſem Vor=
T70 ausnahmsweiſe zugelaſſen.
.”
S.
Schatzamt lieſes aber, die Bewegung im Innerſten, muß das Erſte
blei=
ne viele EnlWer nicht verſteht, aus der Welt der äußeren Vielfalt ins
hnachten pitt der Einfalt vorzuſtoßen, iſt noch weit entfernt von dem
rreſpondenk der Heiligen=Chriſt=Angelegenheiten; denn in ihnen haben
ks mit den Ur=Angelegenheiten der Seele zu tun, mit ihnen
Werie 9 Ihnen wir ſtraks vor ins Sinn=Reich des wahren Lebens.
an9WPir erheben uns auf die höhere Ebene des Seins, entwinden
er im 9i ür Stunden dem Netze der tauſend Zweckdienlichkeiten, in
gegenhſte der moderne Menſch oft zappelt wie ein Fiſch, der ſich in
zu bezeity erderbenbringenden Maſchen verfing. Wir gewinnen einmal
8 auf das (r den Blick des Freien, den von der höheren Warte herab
ſo heißt Aus ſich arg wichtig tuende Geſtrudel der Welt=Angelegenhei=
Lie oft nichts anderes ſind als die Privat=Intereſſen
mäch=
enden
Herren. Wir erkennen wohl die Eintags=Fliegenhaftigkeit
wier auen iye Erſcheinungen. Und wir lächeln in dieſen Stunden über
Unſicht ſe Eelbſt, daß wir uns von jenen ſo gänzlich einfangen und über
Problems Laßen beſchweren ließen und darüber die große Seelen=
An=
benheit haben vergeſſen können!
Bericht! Tdvent und Weihnacht, recht erfaßt, ſind Ruf und Aufruf,
on Deutz as Wichtigſte angelegen ſein zu laſſen: Lichtheit, Kraft und
elt erfikt der Seele!
die Welt=Angelegenheiten zogen uns von unſern Quellen ab.
N9 SAMeine. große aber führt uns wieder zu ihnen hin; jene
ilinis hmten uns gleichſam zu, dieſe befreit uns, jene ſchufen uns
elt gebr ſyen Verluſt und bereiteten uns manchen Schmerz, dieſe ſchafft
ataſtroſn Gewinn und unverlierbare Freude.
ürwahr, wir gehen wie verwandelt aus der weihnachtlichen
den
gthervor, wenn wir, des erkenntnisreichen Willens voll, uns
Na.
unhmen, nun aber wirklich und unter allen Umſtänden der
bßen und wichtigſten Angelegenheit unſeres Daſeins treu zu
ien, der unſerer Seele und damit dem wahren Leben, dem
Stadtkirche. Im Hauptgottesdienſt des zweiten Feiertags,
diesmal pünktlich um 10 Uhr beginnen muß (das Geläute.
unt 10 Minuten vor 10 Uhr), wird die für dieſen Tag
ge=
huene zweite Kantate aus dem Weihnachtsoratorium
MJoh. Seb. Bach durch den Stadtkirchenchor zur
Auffüh=
w gebracht werden. Es wirken dabei mit Erika Hahn,
ſatha Kuhn=Liebel, Heinrich Landzettel. Georg
Liſſoth, ein Orcheſter, hauptſächlich gebildet aus Muſikfreun=
Die Orgel ſpielt Ludwig Borngäſſer. Zettel mit dem
ſtlaut der Geſänge werden unentgeltlich beim Eingang ver=
Nach Schluß des Gottesdienſtes können freiwillige Gaben
Deckung der Koſten eingelegt werden.
Verein der Theaterfreunde. Am Montag, den 28. Dez.,
ſeds 8.30 Uhr, ſpricht im Hauſe des Muſikvereins der
Schrift=
ſelr und Theaterkritiker Dr. Bernhard. Diebold über die
Fuge der Klaſſik im heutigen Theater‟. Dr. Diebold hat ſich
lü vielen Jahren, zuerſt durch ſein epochemachendes Buch über
* Theater und das Drama des Expreſſionismus „Anarchie im
una”, dann durch Schriften über den Denkſpieler Georg Kaiſer
Heſſen und der Südweſtdeutſche Rundfunk.
Wie wir von der Direktion des Südweſtdeutſchen Rundfunks
in Frankfurt a. M. erfahren, ſind für die nächſte Zeit im
Rund=
funk=Programm verſchiedene Darbietungen vorgeſehen, die auf
Heſſen Bezug haben.
So überträgt der Südweſtfunk am 1. Weihnachtsfeiertag aus
dem Heſſiſchen Landestheater in Darmſtadt den 3. Akt von
Wag=
ners „Die Meiſterſinger von Nürnberg”, unter Leitung von Felix
Weingartner. Die Evangeliſche Morgenfeier am 2. Feiertag wird
aus der Stadikirche in Darmſtadt übertragen: Herr Stadtpfarrer
Lautenſchläger wird dabei die Anſprache halten. Die Aufführung
des Violinkonzerts des Büchnerpreistragers Hans Simon,
Darm=
ſtadt, mit Cyrill Kopaiſchka als Soliſt. unter Leitung von Hans
Rosbaud, die bereits für den 5. Januar angeſetzt worden war,
mußte wegen Erkrankung des Soliſten verſchoben werden und
findet nun vorausſichtlich im Februar ſtatt. Am 5. Januar wird
übrigens auch ein Heſſiſcher Abend” veranſtaltet, der ein Hörbild
aus der Heſſiſchen Geſchichte zur Darſtellung bringt. Dieſe
Veran=
ſtaltung ſoll gelegentlich ergänzt werden durch eine Darbietung, die
ſich „Heſſiſcher Landſchaftsabend” betitelt.
Auch für die Konzerte der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt
in Darmſtadt beſteht bei dem Südweſtfunk Intereſſe. Das erſte
der Orcheſter=Konzerte im neuen Jahr, am 21. Januar, unter
Lei=
kung von Muſikdirektor Prof. Wilhelm Schmitt, gelangt zur
Ueber=
tragung; auch die weiteren Orcheſter=Konzerte der Akademie ſollen
über nommen werden.
In der neu gegründeten „Stunde des Chorgeſanges” wird im
Meidesſin 1und Wteſſeingel. Nicht unerachi ie Hiefſh.
daß als Vertreter des Deutſchen und Heſſiſchen Sängerbundes
Miniſterialrat Dr. Siegert dem Arbeitsausſchuß zur Vorbereitung
der „Stunde des Chorgeſanges” des Südweſtdeutſchen Rundfunks
als ſtändiges Mitglied angehört. Auch Prof. Dr. Noack von der
Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt, deſſen Madrigal=Vereinigung
am vorigen Sonntag im Südweſtfunk ſang, iſt in die Kommiſſion
gewählt worden, die im Auftrage des Südweſtfunks die
ſonntäg=
liche „Stunde des Chorgeſanges” abhört.
Zum Schluß ſei noch darauf hingewieſen, daß Darmſtädter
Künſtler ſtandig in Konzerten, Opern= und Operettenaufführungen
des Südweſtfunks mitwirken.
Die Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft hat im erſten Teil
des Winters mit dem Tanzgaſtſpiel von Niddy Impekoven, der
Wilhelm=Buſch=Feier und der Behandlung des Problems
Ruß=
land durch den Dichter E. E. Dwinger und den Schriftſteller
Hans Siemſen vier intereſſante und genußvolle Abende geboten.
Das neue Jahr wird am Dienstag, dem 12. Januar, den
Vor=
tragsabend von Kaſimir Edſchmid und am 4. März das
hiſtoriſche Konzert des Trios Harlan, Lucas Duis
brin=
gen. Ihnen wird ſich das Gaſtſpiel eines auswärtigen Theaters
und ein Lichtbildervortrag von Profeſſor Dr. Fritz Wichert über
den „Neuen Formwillen unſerer Zeit” anſchließen.
— Orpheum. Der Weihnachts=Feſtſpielplan hat ſeine
Feuer=
probe bereits in zwei Propagandavorſtellungen glänzend
beſtan=
den. Zweifellos iſt das Gaſtſpiel der Glazeroff=Revue der Clou
der Weihnachtsfeiertage. Die große Bühnenſchau läuft an allen
drei Feiertagen abends. Am zweiten und dritten Feiertag auch
nachmittags, wobei der ungekürzte Spielplan bei halben Preiſen
geboten wird. Der Kartenverkauf iſt am erſten Feiertag im
Zei=
tungskiosk gegenüber dem Verkehrsbüro von 9—1 Uhr, ferner im
Kiosk am Paradeplatz von 11—6.30 Uhr abends, ebenfalls auch
am zweiten und dritten Feiertag. Die Orpheumskaſſe iſt an allen
drei Feiertagen von 11 Uhr vormittags ab ununterbrochen
ge=
öffnet. Telephoniſche Beſtellung unter 389. (Siehe Anzeige.)
— Weihuachtsfeier des Sportvereins Darmſtadt 1898. Der
Sportverein Darmſtadt 1898 veranſtaltet am kommenden
Sonn=
tag, dem 27. Dezember, für ſeine Vereinsangehörigen in den
obe=
ren Räumen des Brauereiausſchanks „Krone” ſeine
Weihnachts=
feier, zu der die Anhänger des Vereins herzlichſt eingeladen ſind.
Nachmittags 3.45 Uhr, alſo im unmittelbaren Anſchluß an das
Handballſpiel um die Bezirksmeiſterſchaft auf dem Stadion,
nimmt die Weihnachtsfeier für die Geſamtjugend des Vereins
ihren Anfang. Vorgeſehen iſt ein reichhaltiges Pvogramm mit
anſchließender zeitgemäßer Beſcherung, wobei ſämtliche
Darbie=
tungen von Angehörigen der drei Jugendabteilungen des
Ver=
eins (Fußball, Handball. Leichtathletik) ausgeführt werden. Der
Verein würde es beſonders begrüßen, wenn die Eltern der
Jugendlichen in großer Zahl der Veranſtaltung beiwohnen
wür=
den. Um 8.15 Uhr beginnt dann die Weihnachtsfeier für den
Geſamtverein. Auch hier wird ein reichhaltiges Programm
dar=
geboten, das in einem von dem Vereinsmitglied Albert Heß
ver=
faßten Theaterſtück Krönung und Abſchluß finden wird. Die
bei=
den Veranſtaltungen werden dazu angetan ſein, den
Vereins=
zuſammenhalt weiter zu feſtigen und zu ſtärken.
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Auf die am zweiten
Weih=
nachtstage ſtattfindende Weihnachtsfeier weiſen wir noch einmal
hin. Der Beginn iſt vünktlich um 3 Uhr. (Näheres ſiehe heutige
Anzeige.)
Union=Thegter. Der große hiſtoriſche Tonfilm „Luiſe,
Königin von Preußen” läuft über die Feiertage.
— Helia=Theater. Hier ſieht man heute und folgende Tage
das eindrucksvolle Filmwerk „Der weiße Rauſch”, ein heiterer
Schneeſchuhfilm (Neue Wunder des Schneeſchuhs).
— Die Palaſt=Lichtſpiele bringen nur noch am 1. Feiertag den
Kriminal=Tonfilm der Ufa „Der Tiger”. Ab 2. Weihnachtsfeiertag
läuft in den Palaſt=Lichtſpielen ein neues Senſations=Programm.
und zwar „Hochſtäpler im Mitternachtsexpreß” (Mitternachtsliebe)
ein ſpannender Kriminal=Tonfilm aus dem dunklen Hafenviertel
von Le Havre.
In einer Film=Morgenfeier läuft im Helia=Theater am
Anguongs=Srpedition KAuguſt Brüſcher. fd.aürwald Symphonie!
(Die grüne Hölle) vorgefuhrt.
Ein 10 000 RM.=Preisausſchreiben veranſtaltet die Palaſt=
Lichtſpiele AG. Proſpekte ſind gratis an den Kaſſen der
Licht=
ſpieltheater (Union, Helia, Palaſt) zu erhalten.
WerPlennige sparen willee-
und dabei aufQualität verzichtet, gefährder
das in seinem Wagen angelegte Kapitgl.
Nachwork zur Weihnachtsiteſſe der heſſiſchen
Künſtlerſchaft.
Die Weihnachtsmeſſe der heſſiſchen Künſtlerſchaft —
veran=
ſtaltet vom Reichsverband bildender Künſtler Deutſchlands. Gau
Volksſtaat Heſſen — in der Kunſthalle am Rheintor, iſt vorüber.
Sie hat beim Darmſtädter Publikum eine ſo ſtarke Beachtung und
ein ſo herzliches Intereſſe gefunden, daß es die Künſtlerſchaft
drängt, dafür öffentlich den Dank auszuſprechen. Der Beſuch war
derart lebhaft, daß man zu Zeiten vor einer Ueberfüllung der
Räume ſtand. Und was das materielle Ergebnis anlangt, ſo waren
über 30 Verkäufe zu verzeichnen. Zieht man bei dieſen auch die
Erwerbungen der Behörden ab, ſö bleibt doch für die privaten
Käufe eine Ziffer, die in den letzten Jahren bei ähnlichen
Ge=
legenheiten nie erreicht worden iſt. Mit Stolz und dankbarer
Freude ſtellt die heſſiſche Künſtlerſchaft feſt, daß ihr Appell an die
kunſtliebende Bevölkerung der Hauptſtadt die denkbar beſte
Auf=
nahme gefunden hat und dies zu einer Zeit, die jeden einzelnen im
Volke mit drückender Sorge belädt. Das iſt ein Ergebnis das nicht
nur für den Augenblick eine Linderung der Not in Künſtlerkreiſen
bedeutet, ſondern auch einen Hoffnungsſtrahl für die Zukunft.
Alexander Poſch.
Heſſiſches Landestheater.
berg. Preiſe —8 Mk. Samstag, 26. Dez. 14½—16½z Uhr. Schneeflock und Regentropf.
Winter= u. Waſſermärchen. Preiſe 0 30—2,20.
19½—=2½ Uhr Bühnenvolksbund II 6.
Walleuſteins Tod. Preiſe 0.70—5.60. Sonntag, 27. Dez 19—22½ Uhr. Bühnenvolksbund K 7.
Carmen. Breiſe 1—8 Mk. Montaa, 28 Dez Keine Vorſtellung. Dienstag, 22. Dez. 20—22½ Uhr, A 10. Boccaceio,
Pleiſe 0 70—5.60 Mk. Mittwoch, 30 Dez / Keine Vorſtellung Donnerstag, 31. Dez. 19—22 Uhr. Außer Miete. Die Inſtige Witwe,
Preiſe 0.80—6.40 Mr. Freitag, 1. Jan 19—22 Uhr. B 10 Cavalleria ruſticana.
Hierauf: Der Bajazzo. Preiſe 0 70—5 60 Mk. Samstag, 2 Jan.
15— 17½ Uhr. Heſſenlandmiete 1 3 u. IT 3.
Die Lubarry. Preiſe 0.50—4 Mk.
19½—221 Uhr. Bühnenvolksb. K 8.
Wallenſteins Tod. Preiſe 0 70—5 60 Mk. Sonntag, 3 Jan 14½—1½ Uhr. Schneeflock und Regentropf.
Preiſe 0.30—2.20 Mr.
19—22 Uhr, Heſſeulandmiete IV 5.
Die luſtige Witwe. Preiſe 0 80—6.40. Kleines Haus. Freitag, 25. Dez.
14½—1631 Uhr. Die Himmelsmauer, Ein Weih=
nachtsmärchen. Preiſe 0 40—2 Mr.
19½—22½ Uhr. Zuſatzmiete 1V 5.
Michael „ramer. Preiſe 0 70—5 Mk Samstag, 26. Dez. 19½—21¾ Uhr Zuſatzmiete 1,7 u. Dſt. Volksb. (=
(6. Vorſt./ Gr. 111u. 1V. Drei Kurz Opern der
Gegenwart. Der Jaſager. Spiel oder Ernſt.
Schwergewicht. Freiſe 0.70—5 00 Mk. Sonntag; 27. Dez.
14—16½ Uhr. Die Himmelsmauer.
Preiſe 0.40—2 Mr.
20—22½ Uhr. Außer Miete. Meine Schweſter
und ich. Preiſe 0 50—4 Mk. Montag, 28. Dez Keine Vorſtelung. Dienstag, 29. Dez. 19½—22½ Uhr. T, Gr. 1, 2, 3, 4, 5, 6. 7 u. 8,
Michgel Kramer. Preiſe 0.70—5 Mk. Mittwoch, 30. Dez. 15—17½4 Uhr. Die Himmelsmauer. Cin Weih=
nachtsmärchen. Preiſe 0.40—2 Mr.
19½—221 Uhr. Zuſatzmiete VI 7.
Michael ziramer. Preiſe 0.70—5 Mk. Donnerstag, 31. Dez 21, Ende nach 23½ Uhr. Außer Miete. Meine
Schiveſter und ich. Preiſe 0.50—4 Mk. Freitag, 1. Jan. 19, Ende vor 22 Uhr. Außer Miete.
Der Datterich. Preiſe 0.50—2.50. Samstag, 2 Jan 20—22 Uhr. Opern=Abend.
Preiſe 0.40—2 Mk. Sonntag, 3. Jan. 191½—22 Uhr. Zuſatzmiete III 6. Nina.
Pleiſe 0.70—5 Mk
Die Weihnachtsvorſtellungen im Heſſiſchen Landestheater.
Heute abend wird im Großen Haus um 17 Uhr Dr. Felix
Wein=
gartner Wagners „Meiſterſinger von Nürnberg”
diri=
gieren. Den Stolzing in dieſer Aufführung ſingt Albert Seibert,
Evchen Anny v. Stoſch, Hans Sachs Albert Lohmann, Pogner
Theo Herrmann. Beckmeſſer Heinrich Kuhn, David Eugen Vogt,
Magdalena Anna Jacobs. Im Kleinen Haus findet eine
Vor=
ſtellung von Gerhart Hauptmanns „Michael Kramer” mit
Paul Wegener in der Titelrolle ſtatt. Am Nachmittag um 14.30
Uhr iſt das Weihnachtsmärchen „Die Himmelsmauer”.
Am 2. Feiertag geht im Großen Haus „Wallenſteins
Tod” mit Paul Wegener und im Kleinen Haus die drei Kurz=
Opern der Gegenwart unter der muſikaliſchen Leitung von Dr.
Hans Schmidt=Iſſerſtedt in Szene. An dieſem Tage iſt „
Schnee=
flock und Regentropf” ein Winter= und Waſſermärchen
von M. W. Lenz. im Großen Haus. — Am Sonntag, dem 27
Dezember, dirigiert Dr. Felix Weingartner Bizets „Carmen”,
Die Titelpartie ſingt Anita Mitrovic. Im Kleinen Haus wird
um 20 Uhr zum erſten Male in dieſer Spielzeit Blum=Benatzkys
muſikaliſches Luſtſpiel „Meine Schweſter und ich” wieder
aufgenommen.
Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft
2
Die Marke, zu der die ganze Welt Vertrauen
[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 357
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 25. Dezember
Herabſetzung des Orkslohnes gewöhnlicher
Tage=
arbeiker ſowie des Berkes der Sachbezüge
(Koſt, Wohnung, Heizung und Beleuchtung) mit Wirkung
vom 1. Januar 1932.
Das Oberverſicherungsamt hat mit Wirkung zum 1. Januar
1932 den Ortslohn gewöhnlicher Tagearbeiter neu feſtgeſetzt, und
zwar eine Ermäßigung der Sätze eintreten laſſen. Der Ortslohn
hat mehr eine verſicherungsrechtliche Bedeutung und enthält keine
Bindung für die tatſächliche Entlohnung ungelernter Arbeiter.
Be=
ſonders in der Reichsunfallverſicherung ſpielt dieſe Feſtſetzung eine
Rolle, da bei der Berechnung der Umlage zur Berufsgenoſſenſchaft
und der Rentenleiſtungen mindeſtens der Ortslohn
Erwach=
ſener als Grundlage zu dienen hat. Auch für die Frage der
Min=
deſtverdienſtgrenze für die Annahme der Verſicherungspflicht zur
Krankenkaſſe und der Invalidenverſicherung iſt er von Bedeutung.
Die letzte Feſtſetzung erfolgte zum 1. Januar 1930. Das
Oberver=
ſicherungsamt hat den Ortslohn für die Städte Darmſtadt. Mainz,
Worms und Offenbach gleich hoch feſtgeſetzt. Er beträgt für
Verſicherte über Verſicherte von Verſicherte unter
21 Jahren 16—21 Jahren
16 Jahren
männl. weibl männl. weibl. männl. weibl.
4,80 3.30 4,00 2,70 2,30 1,70
1930 (5,50) (3,80) (4,50) (3,00) (2,60) (2,00)
Gleichfalls mit Wirkung vom 1. Januar 1932 hat das
Ver=
ſicherungsamt der Stadt Darmſtadt den Wert der Sachbezüge
her=
abgeſetzt. Die letzte Feſtſetzung datiert vom 4. September 1927.
Nunmehr gelten folgende Sätze:
Frühſtück
Frühſtuck
Mittageſſen
Veſperbrot
Abendeſſen
0.15 RM.
0,15 RM.
0.50 RM.
0,15 RM.
0,35 RM.
(bisherige Feſtſetzung)
0,15 RM.
0,15 RM.
0,60 RM.
0,15 RM.
0.45 RM.
1.30 RM.
Wohnung, Licht u. Heizung 0.20 RM.
1,50 RM.
0.20 RM.
1,70 RM.
150 RM.
Die Herabſetzung hat hinſichtlich der Hausangeſtellten die
Wir=
kung, daß ſie vielfach eine Beitragsklaſſe geringer zur
Kranken=
kaſſe einzuſtufen ſind, was eine beachtliche Erſparnis an Beiträgen
zur Krankenkaſſe Arbeitsloſenverſicherung und
Invalidenverſiche=
rung mit ſich bringt.
— Die Gehaltsſenkungen bei den Banken. In dem
Verfah=
ren zur bindenden Feſtſetzung der Gehaltsſätze im Tarifvertrag
für das Bankgewerbe auf Grund der Notverordnung vom 8. Dez.
1931 hat der beſondere Schlichter eine bindende Feſtſetzung
ge=
troffen. Die Senkung der Gehaltsſätze beträgt 12 und 14
Pro=
zent. Manteltarifvertrag und Gehaltstafeln ſind erſtmals zum
30. Juni 1932 kündbar.
Der Schleſierverein e. V. hat ſich mehr als je in den Dienſt
der Nothilfe geſtellt. Zwei große Kiſten Bekleidungsſtücke ſind in
das Neuroder Grubengebiet zur Verteilung durch das „Rote
Kreuz” abgegangen. Innerhalb der Landsmannſchaft konnte
manche Not gelindert werden und am 1. Weihnachtsfeiertage wird
70 Kindern im Mozartſaal der Weihnachtsengel beſcheren. Abends
verſammeln ſich im gleichen Saal alle Schleſier zu gemeinſamer
Feier. Am 2. Feiertage vollendet der große Schleſier und
Ehren=
bürger der Stadt Darmſtadt. Profeſſor D. Arnold Mendelsſohn,
das 76. Lebensjahr; die Glückwünſche der Schleſiergemeinde gelten
ihm beſonders. Einige ſehr gute Aufnahmen des Meiſters ſind
jetzt im Schaufenſter des Ateliers Fraatz, Wilhelminenplatz 2.
aus=
geſtellt.
Kraftpoſt=Rückfahrkarten. Die während der Weihnachts= und
Neujahrszeit ausgegebenen Kraftpoſt=Rückfahrkraten gelten vom
23. Dezember 1931 bis 4. Januar 1932.
—Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt zunächſt der Hausarzt zu
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind an den
Feier=
tagen folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Am erſten
Weihnachtsfeiertag, den 25. Dezember 1931: Dr. med.
Nauheim, Landwehrſtraße 14. Telephon 4200; Dr. med.
Rahn, Saalbauſtraße 76, Telephon 763: Frl. Dr. med.
Stie=
ler, Riedeſelſtraße 2. Telephon 2721. Am 2.
Weihnachts=
feiertag, den 26. Dezember 1931: Dr. med Bernet.
Witt=
mannſtraße 7. Telephon 2175: Dr. med Blach, Hügelſtraße 45,
Telephon 1214: Dr. med Riemenſchneider. Otto=
Wolfs=
kehlſtraße 32, Telephon 2955. Am Sonntag, dem 27. Dez.
1931: Dr. med. Jockel II., Oſannſtraße 50. Telephon 4784;
Dr. med. Andres, Rheinſtraße 33, Telephon 3016; Dr. med.
Stern I., Wendelſtadtſtr. 5, Telephon 1260.
Den Nachtdienſt in den Apotheken über die Weihnachtsfeiertage
verſehen: Vom 25. bis 27. Dez. morgens: die Merckſche Apotheke,
Rheinſtraße 9, die Beſſunger Apotheke, Wittmannſtraße 1; vom
27 bis 31. Dez. morgens: die Löwenapotheke, Ballonplatz 11, die
Adlerapotheke, Wilhelminenplatz 17: vom 1. bis 3. Januar 1932:
die Hirſchapotheke, Nieder=Ramſtädter Straße 21, die
Nordend=
apotheke, Friedrich=Ebertplatz 17.
Lokale Beranftalkangen.
Die bierunter erſcheinenden Retitzen ſind anzſchließſich ais Hinweiſe auf Anzeigen /
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritt.
Orthſcher Männerchor. Zu der am zweiten
Feier=
tag in der Beſſunger Turnhalle ſtattfindenden
Weihnachts=
feier hat neben den bekannten ſoliſtiſchen Kräften des
Ver=
eins auch Frl. J. Gunkel ihre Mitwirkung zugeſagt. Das
Pro=
gramm verſpricht jedem Beſucher einige frohe Weihnachtsſtunden.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
Reſtaurant Bürgerhof. Während der Feiertage
abends in allen Räumen Künſtlerkonzert.
— Ludwigshöhe. An den drei Feiertagen nachmittags
4 Uhr Konzert.
Gebelszeiten in der Iſtael. Religionsgeſellſchaft.
Samstag, 26. Dezember: Vorabend: 4 Uhr. Morgens: 8 Uhr.
Nachmittags: 4 Uhr. Sabbatausgang: 5.20 Uhr.
Wochentags: Morgens 7.15 Uhr. Nachmittags: 4 Uhr.
Gokkesdienſt der Iſraelikiſchen Religionsgemeinde
Hauptſynagoge.
Freitag, 25. Dezember: Vorabendgottesdienſt 4.30 Uhr.
Samstag, 26. Dezember: Morgengottesdienſt 8.45 Uhr.
Sabbat=
ausgang: 5.20 Uhr.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7.30 Uhr. Abends
6 Uhr.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Die Große Strafkammer verhandelte am
Diens=
tag gegen ein älteres Fräulein aus Mainz wegen
Betrugs. Das Fräulein machte zuſammen mit ihrem Bruder,
der ſich überall als Dr. jur. ausgibt, die zweifelhafteſten
Ge=
ſchäfte. Es war ſelber noch nie angeklagt, doch der Bruder hatte
ſchon des öfteren dieſes Vergnügen. Meiſt aber waren ſeine
Sachen derart fein eingefädelt, daß das Gericht nicht in der Lage
war, ihm etwas nachzuweiſen. Auch in der 1. Inſtanz vor dem
hie=
ſigen Bezirksſchöffengericht wurde das Fräulein freigeſprochen, da
das Gereicht trotz großen Verdachtes einen Betrug nicht für
nach=
gewieſen hielt. Von Landgerichtsdirektor Meyer als
Vorſitzen=
dem wird die Angeklagte heute erheblich ſchärfer angefaßt. Es
wer=
den dem Fräulein plötzlich Fragen geſtellt, auf die es nicht
vor=
bereitet war und die es manchmal zu ſeinem Nachteil
beantwor=
tete. Es hatte vor nunmehr vier oder fünf Jahren in einer
Firma, bei der es einige Wochen arbeitete, eine kleine Kontoriſtin
kennen gelernt. Die beiden hatten ſich in der Folgezeit näher
befreundet. Offenſichtlich holte ſich das kleine Mädchen bei der
weſentlich Aelteren und Erfahreneren des öfteren Rat und Hilfe
Nach monatelanger Trennung traf man ſich eines Tages wieder.
Die Angeklagte lud das Mädchen zum Mittageſſen, am nächſten
Tage zum Kaffee ein. Man erzählte ſich dies und das, bis
ſchließ=
lich das Fraulein dem Mädchen anbot, ſie wolle ihr auf ihrer
Reiſe nach Paris, die ſie am nächſten Tage antreten wollte, ein
Schlafzimmer zur Ausſteuer beſorgen. In Frankreich ſei alles
billiger als in Deutſchland, und ſie werde auch Mittel und Wege
finden, das Ganze unverzollt herüberzubringen. Sie habe ſo ihre
Verbindungen. Arglos ließ das Mädchen ihr von der Mutter ihr
Sparkaſſenbuch mit 500 Mark aushändigen, das ſie abheben und
zu dem Behuf mit nach Paris nehmen ſollte. Das Geld aber war
fort, und ein Schlafzimmer bekam das Mädchen niemals zu ſehen.
Die Angeklagte erzählte ihr wohl, daß ſie eines gekauft habe,
be=
ſchrieb es ihr eingehend, doch auf dem Transport war es ſo
zu=
gerichtet worden, daß der Bruder der Angeklagten, der es
angeb=
lich in Mainz in Empfang nehmen wollte, es ſofort wieder hatte
zurückgehen laſſen. Der Vermittler in Paris ſtarb dann und das
Schlafzimmer war ſpurlos verſchwunden. Das Gericht hält die
Schuld der Angeklagten durch ihre eigenen Ausſagen für erwieſen
und verurteilt ſie, da ſie in ihrer „frechen Raffiniertheit” eine
Gefahr für die Menſchen bilde, zu fünf Monaten
Ge=
fängnis.
Das Bezirksſchöffengericht verkündete am Mittwoch
das Urteil gegen die vor acht Tagen angeklagten Mörfelder
Kommuniſten wegen Landfriedensbruchs. Sie hatten
ſeiner=
zeit an der Straße von Langen nach Sprendlingen
vorbeimarſchie=
renden Nationalſozialiſten aufgelauert und wollten ſie
verprü=
geln. Durch Schreckſchüſſe des Gendarmeriewachtmeiſters, der bei
den Nationalſozialiſten war, wurden ſie in die Flucht gejagt
ſo daß Weſentlicheres verhütet wurde. Das Gericht ſpricht vier
von ihnen frei. Die übrigen werden wegen
Landfrie=
densbruchs verurteilt: 15 zu je ſechs Monaten, 3 zu je
fünf Monaten und 2 in Tateinheit wegen Vergehens gegen
das Geſetz gegen Waffenmißbrauch zu ſechs und neun
Mo=
naten Gefangnis
Es ſitzen dann abermals Kommuniſten aus
Lam=
pertheim auf der Anklagebank. Nach einer
Gerichtsverhand=
lung hier in Darmſtadt, bei der zwei der heutigen Angeklagten
auch angeklagt waren, waren ſie in Lampertheim in das
Stamm=
lokal der Nationalſozialiſten gegangen. Dort hatte der erſte
An=
geklagte mit einem Nationalſozialiſten vor dem Lokal Streit
an=
gefangen, ſie hatten ihn zu dritt — zwei davon waren nicht
nam=
haft zu machen — verprugelt, und als der Geſchlagene dann ins
Lokal zurückging, war der Angeklagte ihm nachgelaufen und hatte
noch einmal auf ihn eingehauen. Die Angeklagten beſtreiten das.
Insbeſondere der erſte Angeklagte will nur verprügelt worden
ſein. Er habe gar nichts gemacht. Im übrigen ſei er betrunken
geweſen und wiſſe alles nicht mehr ſo recht. Das Gericht ſpricht
zwei Angeklagte frei, da ihnen keine Tätlichkeiten
nach=
zuweiſen ſind. Der erſte Angeklagte erhält wegen gefährlicher
Körperverletzung in zwei Fällen fünf Monate Gefängnis
und muß eine Buße von 105 Mark an den Verletzten, der 14 Tage
arbeitsunfähig war, bezahlen. Der vierte Angeklagte erhält
wegen Bedrohung drei Wochen Gefängnis und der letzte
wegen Beamtenbeleidigung zwei Monate Gefängnis. Er
beſchimpfte die Poliziſten, die ſie aus dem Lokal entfernen wollten.
Polizeibericht.
Diebſtähle im Schlachthof. Der am 27. Juli 1909
zu Neuhauſen bei Bamberg geborene Metzgergeſelle Joſef Dütſch.
hier Schützenſtraße Nr. 20 wohnhaft, wurde wegen fortgeſetzten
Diebſtahls am 22. Dezember 1931 in Darmſtadt feſtgenommen.
Dütſch hat ſeit etwa 4 bis 5 Wochen verſchiedentlich aus dem
Schlachthof geſchlachtete Schweine geſtohlen und ſie zum Teil an
hieſige Geſchäftsleute zu einem Schleuderpreis verkauft. So kaufte
ein hieſiger Wirt L. E. ein halbes Schwein für angeblich 25 Mk.,
ein hieſiger früherer Metzger P. D. ebenfalls ein halbes Schwein
zu einem angeblichen Preis von 35 Mark. Ein weiteres halbes
Schwein kam zu einem Invaliden B. zum Preiſe von 7 Mk. Am
22. Dezember 1931 hatte Dütſch wiederum im Schlachthof ein
ge=
ſchlachtetes Schwein geſtohlen. Beim Umladen des Schweines von
dem Fleiſchtransportwagen auf einen Stoßkarren und beim
Ab=
transport des Schweines durch Dütſch konnte dieſer von zwei
Kriminalbeamten feſtgenommen werden. Dütſch wurde dem
Richter zugeführt und kam in Unterſuchungshaft. Es beſteht gegen
ihn dringender Tatverdacht, daß er noch ein weiteres Schwein
ge=
ſtohlen hat. Sollten noch weitere Perſonen von Dütſch mit Fleiſch
beliefert worden ſein, dann müſſen ſie dieſes, um ſich einer
Be=
ſtrafung zu entziehen, umgehend der Kriminalpolizei Darmſtadt,
Hügelſtraße 31/33, mitteilen. — Hühnerdiebſtahl In der
Nacht vom 21. zum 22. Dezember 1931 wurde in die Hühnerfarm
des Gutspächters Müller in Georgenhauſen eingebrochen und 29
kaſſehühner geſtohlen. Die Täter haben die Hühner zum Teil
am Tatort abgeſchlachtet und zum Teil lebend mitgenommen. Es
handelt es ſich um weiße Leghorn und Rhodeländerhühner
Sämt=
liche Hühner tragen Kontrollmarken, die an den linken Flügeln
druckknopfartig angebracht ſind. Sachdienliche Mitteilungen
kön=
nen bei der Kriminalpolizei Darmſtadt, Hügelſtraße 31/33, ſowie
bei jeder Polizeiſtelle gemacht werden. Der Geſchädigte zahlt an
Perſonen, die Anhaltspunkte für die Aufklärung des Diebſtahls
machen, eine gute Belohnung. — Schaukaſteneinbrüche
in Darmſtadt. In der Nacht vom 23. zum 24. Dezember 1931
wurden in Darmſtadt an einem Geſchäft in der Hügel= und
Eli=
ſabethenſtraße je ein Schaukaſten erbrochen und ihres Inhalts
be=
raubt. Bei dem Einbruch in der Hügelſtraße wurden geſtohlen:
Obſt= und Traubenſekt, Zwetſchenwaſſer, Pfefferminz, Weinbrand,
Danziger Goldwaſſer und Rum=Verſchnitt. Aus dem Schaukaſten
in der Eliſabethenſtraße wurden geſtohlen: zwei hellbeige,
rind=
lederne Handtaſchen mit Klappbügeln und hellem Futter, einer
der Bügel hat kleine, grüne Flecken, eine blaulederne Handtaſche
mit hellgrauem Futter und Reißverſchluß, zwei braune
Hand=
taſchen mit braunem Futter und Reißverſchluß, zwei
gelbbraun=
marmorierte Handtaſchen aus Rindleder mit Reißverſchluß und
hellem Futter.
Die Räuber von Biebesheim ermikkelt
und feſtgenommen.
Wie bereits bekannt, wurde in der Nacht zum 27. 94
ds. Js. in Biebesheim in das Kolonialwarengeſchäft zweier alle
der Frauen eingebrochen und dabei die beiden Frauen erheblich
Den Benmten des Landeskriminalpolizeiamtes Darmſtad
nunmehr gelungen, die Täter in Griesheim b. D. zu e
teln. Es handelt ſich um fünf junge Burſchen, die
und im Lager des ehemaligen Truppenübungsplatzes wohne
kanntlich ließen die Täter damals bei ihrer Flucht aus dem Har
Ruckſäcke ſowie andere Ge nſtände zurück. Die Beſchaffenhe
Sachen führte nach Griesheim, zumal dort auch ein ehemaliger
heimer aufenthältlich war, der längere Jahre obigem Geſchäf
über gewohnt hatte. Auch ein am Tatort zurückgelaſſener T
einer Fahrradlampe half zur Ueberführung des einen Täters
den Darſtellungen der Täter hatten ſie die Tat einige Stunde
gemeinſam verabredet. In der Mitternacht fuhren ſie mit Fal
von Griesheim nach Biebesheim. Auf einem Acker ſtellten ſie die
ab. Hier fand eine nochmalige Beratung ſtatt, und der
Anfüh=
der Polizei als gewalttätig bekannte Perfönlichkeit, ließ dur
daß er gewillt ſei, gegebenenfalls mit Gewalt gegen die beiden
vorzugehen. Er ging ſodann auf direktem Wege nach dem
und öffnete bis zum Eintreffen der anderen Beteiligten, die a.
wegen folgten, die Zugänge. Auf der Straße und im Hof blie
Aufpaſſer zurück. Die anderen drangen, bewaffnet mit einer
und einem Hammer, in das Haus ein. Sie ſtahlen aus den
etwa 40 RM. ſowie eine größere Anzahl Zigaretten und einen
Strickwolle. Auf ihrer Suche nach mehr Geld kamen die Täter
das Schlafzimmer der beiden Frauen, die ſie überfielen, würg
auch erheblich verletzten. Hierbei fanden die Räuber auch unte
Kopfkiſſen, in einem Käſtchen verwahrt, einen größeren Gerz/ hillsle.
Sie verloren ihn jedoch ſpäter im Hofe des Anweſens bei ihrer Rſich an
de=
die durch das Handeln einer Verwandten der beiden Frauen veßmilien wa‟
gaben ve
wurde. — Die Täter wurden dem Richter zugeführt.
P Dezember
Griesheim
Villeneinbrüche an der Bergſtraße.
für
Ende November ds. Js. wurde in Alsbach in mehrere /ezal
eingebrochen. Die Täter waren unbekannt. Nunmehr iſt es
de=
deskriminalpolizeiamt Darmſtadt gelungen, die Perſönlichkeit
Täters feſtzuſtellen. Es handelt ſich um den noch flüchtigen 1M
ſorgezögling Renatus Kehl, geb. am 2. 4. 1913 zu
hauſen im Elſaß, der am 1. September ds Js. aus der Anſt
Schloß Dehren bei Limburg entwichen iſt. Er hat mit noch und
ten Beteiligten aus den Villen Kleidungsſtücke, Koffer, Raſierap
Alpakkameſſer, =gabeln und =löffel ſowie drei Federbetten, einige / Eberſtadl
und Kopfkiſſenbezüge und mehrere weiße Bettücher entwendet. wärtigen
Ankauf dieſer Sachen wird gewarnt; bereits gekaufte ſind unverMeinerzeit 9.
an die Polizei abzuliefern. Kehl treibt ſich umher. Er iſt 1,72 Büche ſehr
groß, ſchlank und bartlos, hat dunkelblondes Haar, niedrige Stixſt daß eine
blaugraue Augen. Das Landeskriminalpolizeiamt bittet, ſoferuſ nicht im
Aufenthalt bekannt wird, die nächſte Polizeiſtation wegen ſeiner) zu tragen
nahme zu verſtändigen.
Wolksk
unde ha
BSlüche
Briefkaffen.
wi
Verwoh
Irder Anfrage iſt die letzte Bezugsauittung beizufägen. Znonyme Arfagn va
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nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechteverbindlichkelt.
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H. N., Beerfelden. In jedem beſſeren Buch über Aquarien Cjahrtsr
Terrarienkunde finden Sie Anleitung. Auch wird Ihnen der 2Aiter
„Hottonia‟ Darmſtadt gerne nähere Auskunft geben.
Tageskalender für Freitag, den 25. Dezember 1931. (1. Feierd
Orpheum, abends 8½ Uhr: „Glazeroff=Revue” — Kl= Nieder
zerte: Rheingauer Weinſtube. Café Oper, Reſt. Bei
Hotel=Reſt. z. Poſt, Schloßkeller, Herrngarten=Café. Café C
mann, Alter Ratskeller, Reſt. Bismarckeck, Rummelbrau.
Haferkaſten, Bürgerhof. — Reſtaurant Bender. C
bethenſtr. 23: Künſtlerkonzert. — Konkordiaſaal,
ſangverein Harmonie, abends 8 Uhr: Weihnachtsfeier
Reichshof; Künſtlerkonzert. — Café Ernſt Ludr
nachm. u. abends: Weihnachtskonzerte. — Mathilden!
ſaal nachm. 5 Uhr, Sängerluſt 1849: Weihnächtsfeier
Café Ganßmann, ab 4 Uhr: Konzert und Tan=
Ludwigshohe, 4 Uhr: Konzert — Reſt. Sitte, ab
8 Uhr: Künſtlerkonzert. — Kinovorſtellungen: Un
Theater, Helia=Lichtſpiele, Palaſt=Lichtſpiele.
Tageskalender für Samstag, den 26. Dezember 1931. (2. Feieru
Orpheum, abends 8½ Uhr: „Glazeroff=Revue‟
zerte: Rheingauer Weinſtube, Café Oper, Café Ernſt
wig, Reſt. Bender, Hotel u. Reſt zur Poſt.: Schloßke
Herrngartencafé. Café Ganßmann, Rummelbräu, AlterR
keller: Konzert und Tanz; Reſt. Bismarckeck. Zum Haferka
Bürgerhof. — Mathildenhöhſaal, 3 Uhr:
Weihna=
feier der Turngeſellſchaft, abends Ball. — Café Ei
Ludwig, nachm. und abends: Weihnachtskonzerte. —
Bender. Eliſabethenſtr. 23: Künſtlerkonzert. — Reichs
Künſtlerkonzert — Hotel Hufnagel. Seeheim. ab 4
Hausball. — Hotel=Reſt. Poſt: Geſellſchaftsabend m. T.
Helia=Lichtſpiele, vorm. 11½ Uhr: Film=Morgenſe
„Reiſe in Frankreich . — Café Ganßmann, ab 4A
Konzert und Tanz. — Chauſſeehaus. Heidelber
Straße 89, nachm. 3½ Uhr: Weihnachtsfeier des 1. F
Union. — Ludwigshöhe, 4 Uhr: Konzert. — Reſta
rant Sitte. abends 8 Uhr: Künſtlerkonzert. —
vorſtellungen: Union=Theater, Helia=Lichtſpiele. Pal
Lichtſpiele.
Tageskalender für Sonntag, den 27. Dezember 1931. (3. Feiena
Orpheum, abends 81 Uhr: „Glazeroff=Revue‟
zerte: Rheingauer Weinſtube, Café Oper, Café Ernſt
wig, Reſt. Bender Schloßkeller, Herrngartencafé, Café
M=
mann, Rummelbräu, Alter Ratskeller: Konzert und Ta=
Reſt. Bismarckeck. — Reſt. Bender Eliſabethenſtra? mit
Künſtlerkonzert. — Hotel u. Reſt. zur Poſt: Geſellſchaf”
hau=
abend mit Tanz — Café Ganßmann, ab 4 Uhr: Kon=
und Tanz. — Ludwigshöhe nachm. 4 Uhr: Konzert.
Reſt. Sitte, abends 8 Uhr: Künſtlerkonzert. — Heli
Lichtſpiele vorm. 11½ Uhr: Film=Morgenfeier „Urwa=
Symphonie.
Kinovorſtellungen: Union=Theat
Helia=Lichtſpiele. Palaſt=Lichtſpiele.
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Uhr: Gebetsſtunde. — Samstag. 26. Dez., 8.30 Uhr: Gottesdie
15 Uhr: Jugendſtunde; 20 Uhr: Chorſtunde. — Sonntag, 27,
20 Uhr: Oeffentl. Vortrag: Chriſtentum und Freude‟
woch 30. Dez.. 20 Uhr: Bibelſtunde. — Dienstag, 31. Dez.. 20 U3
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25. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 357 — Seite 7
Aus Heſſen.
HBixhauſen, 24. Dez. Die Untererhebſtelle
Wixhau=
no deren Poſtſcheckkonto 62 540 ſind aufgehoben worden.
Ein=
tyen bei der Poſt ſind künftig nur noch auf das Poſtſcheckkonto
de. Finanzkaſſe Langen zu leiſten. Außerdem werden künftig
ſußig Erhebungstage, und zwar jeden erſten und dritten
Mitt=
t Monat, ſtattfinden.
Erzhauſen, 23. Dez. Mutterabend der evang Klein=
Lrhule. Die evang. Mädchenvereinigung bot ein Advents=
Mnd ein kleines Weihnachtsſpiel: „Das vergeſſene Lied‟. —
4Advent hatte die Kleinkinderſchule zur Chriſtfeier für die
ſthier eingeladen. Groß war die Freude der 96 Kinder, als
y hre Weihnachtsgabe beſchert wurde. Abends fand in der
wedie Chriſtfeier des Kindergottesdienſtes ſtatt. Im
Mittel=
ſü tand ein ſchönes Krippenſpiel. Der Kindergottesdienſt wird
uwa 100 Kindern beſucht. Eine Freude war es, daß die Feier
de Gemeinde überaus zahlreich beſucht war. — Neben
man=
ſeiHilfswerken in der Gemeinde hat auch der evang.
Frauen=
guſich an der Linderung der Not dieſes Winters beteiligt. An
onilien wurden Lebensmittel und Kleidungsſtücke als
Weih=
ſusaben verteilt. Der letzte Frauenabend dieſes Jahres findet
ADezember im evang. Gemeindehauſe ſtatt.
Griesheim, 24. Dez. Auszahlung der Renten. Die
me für den Monat Januar 1932 werden am Poſtſchalter wie
hreſtg ezahlt: Militär=Verſorgungsgebührniſſe am Montag, den
Ozember. Invaliden= und Unfallrenten am Mittwoch, den
„Ozember. Da die Invaliden= und Unfallrenten vom 1.
Ja=
ru932 ab auf volle 10 Rpf. nach unten abzurunden ſind ſind
Rntenquittungen, für Januar dementſprechend auszufüllen.
ſtpill: Seither 26,45 Mk., jetzt 26,40 Mk., ſeither 20.05 Mk. jetzt
Auf die Lebensbeſcheinigungen wird beſonders hinge=
Eberſtadt, 23. Dez. Von der Volksküche. Durch die
zomärtigen ſchwierigen Verhö tniſſe bedingt, war der Beſtand
ſenerzeit von der hieſigen Arbeiterwohlfahrt eingerichteten
„Mlsüiche ſehr gefährdet, nachdem ſich mehr und mehr gezeigt
eitt daß eine einzelne Wohlfahrtsorganiſation nach Lage, der
ſumz nicht imſtande iſt, ein ſolches Unternehmen auf die Dauer
esn zu tragen. Nunmehr iſt es auf eine andere Weiſe gelungen,
Yolksküche zu erhalten. Die hieſigen
Wohlfahrts=
ikläde haben ſich zuſammengefunden und ſich bereit erklärt, die
Alsüiche auf eine breitere Grundlage zu ſtellen. Die
Volks=
m wird nunmehr als Volksküche Eberſtadt” von der
Mu /eierwohlfahrt, dem Kathol. Caritasverband, dem Evangel.
Feröndſicheu ierverein, dem Roten Kreuz (Ortsgruppe Eberſtadt), dem
Eierein Waiſenſchutz (Zweigverein Eberſtadt) und der Iſrael.
luapglithrtspflege in gemeinſame Verwaltung übernommen. Die
hen deſcheiſerwohlfahrt hat die Weiterführung der Volksküche
vorläu=
uch bis zum 15. Januar 1932 übernommen. Die genannten
olihrtsverbände haben damit einen erfreulichen Beweis ihres
1as zur gemeinſamen Zuſammenarbeit im Intereſſe der
ört=
mWohlfahrtspflege gegeben.
Nieder=Ramſtadt, 24. Dez. Der Geſangverein „Harmonie‟
m 2. Feiertag, abends, ſeine Weihnachtsfeier im
Darm=
de Hof” (Beſ. A. Knapp) ab. wozu die Mitglieder und Freunde
Preins herzlich eingeladen ſind. (Näh. ſ. Anſchlagstafeln.)
Nieder=Ramſtadt= Traiſa, 24. Dez. Die D.H.V.=Ortsgruppe
ver=
ſiltz ihre Weihnachtsfeier. Herr Dr. med. Georgi ſprach
ie „Notwendigkeit der deutſchen Weihnachtsfeier, deren Zweck es
ſich der Einzelne gegen Not und Leid wieder aufrichtet. Feine
mübrachten die Herren Konzertmeiſter Crößmann und Kleinberg
üe) und Herr E. Crößmann (Klavier) zu Gehör. „Gemeinſame
kürzten die Zeit bis zur Ankunft des Nikolaus, deſſen Erſcheinen
ſch fönen Gaben bei allen großen und kleinen Kindern
Ueberraſchun=
nund Freude auslöſten. An dieſer Stelle ſei nochmals auf die Jah=
Sſwptverſammlung hingewvieſen, welche am Donnerstag, den 7.
Ja=
ar7932, im Gaſthaus „Zum Löwen” ſtattfindet.
k. Nieder=Ramſtadt, 23. Dez. Baulandumlegung
b erg‟. Nachdem ſich der Umlegungsausſchuß nunmehr über
e=hrtführung des Verfahrens einig geworden iſt, wurde auf
jatag, den 19. Januar 1932. nachmittags, in das Rathaus zu
leht=Ramſtadt ein neuer Termin angeſetzt, in welchem über den
gungsplan verhandelt und abgeſtimmt wird. — Winter=
. Eine kleine Weihnachtsfreude wurde geſtern den bedürf=
1a Familien zuteil. Der Ortsausſchuß ließ jeder in Betracht
mmnden Familie aus Mitteln der Winterhilfe etwas Mehl,
3e und Butter zukommen, um auch den Kindern dieſer
Fa=
ri4 das Vermiſſen des üblichen Weihnachtsgebäcks zu erſparen.
undie geſammelten Kleidungsſtücke kamen zur Verteilung.
drßf Ugeteranen. Den Altveteranen hieſiger Gemeinde (an Zahl
0a4 Stück) wurde ebenfalls eine Weihnachtsfreude bereitet
da=
urch daß ihnen im Auftrag des Kreiswohlfahrtsamtes durch die
Zütarmeiſterei je zwei Flaſchen Wein, eine Kiſte Zigarren und
im ſeldbetrag überreicht wurden. Auch vom Haſſiaverband aus
Aurr) den alten Kriegsteilnehmern ein Weihnachtsgeſchenk in
ſeaft eines Geldbetrags übermittelt.
hr. Langſtadt, 23. Dez. Die diesjährigen Holzhauerarbeiten
ſhn leſigen Gemeindewald haben am letzten Montag ihren
An=
gig genommen. Infolge der großen Arbeitsbeteiligung — es
ſarnyen 43 Mann in Frage — dürfte die vorgeſchriebene
Holz=
eeit 1240 Meter, in kurzer Zeit geſchlagen ſein. Es werden
böchntlich nur vier Tage gearbeitet. — Die beiden Weihnachts=
G.m. mit denen die hieſige Sonntags= und Kleinkinderſchule im
hantuus „Zur Roſe” aufwarteten, zeigten regen Beſuch. Die
Kllien und Kleinſten entledigten ſich mit großem Geſchick ihrer
„Auſaben, dank der aufopfernden Mühe und Arbeit der ſie
be=
hereEinden Schweſter Klara.
k. Schaafheim, 24. Dez. Abbau der Fahrpreiſe der
„Atpoſt. Ab geſtern koſtet auf der Kraftpoſtlinie Babenhauſen—
oheim die einfache Fahrt 55 Pfg. vorher 60 Pfg., mit Rückfahrt
Pg., vorher 1 Mk. Die ab 24. Dezember gelöſten Rückfahrkarten
ha.e Gültigkeit bis 4. Januar 1932.
1s. Ueberau, 20. Dez Winterhilfe. Die ſeit Anfang
de. Monats eingeleitete Winterhilfeſammlung iſt nun zum
Ab=
ſchauf gekommen. Das Ergebnis der Winterhilfe iſt 145 RM.
in hr. 40. Zentner Kartoffeln, 4 Zentner Obſt, 21 Laib Brot,
225 Pfund Mehl uſw. In Anbetracht der allgemeinen Notlage
ſta nes als befriedigend bezeichnet werden, da die Mehrzahl der
Bualkerung beſtrebt war, das Hilfswerk nach Kräften zu
unter=
ſtützt.
* Reichelsheim, 24. Dez. In Nr. 349 unſeres Blattes wurde von
eiue) Schwindler berichtet, der Wirtsleute um die Miete geprellt hat
und ſich als Reiſender der Firma Singer Nähmaſchinen A.=G. ausgab.
WWér verden von dieſer Firma darauf aufmerkſam gemacht, daß die An=
NEK lgagie auf Schwindel beruhen und der Betreffende nicht bei ihr
beſchäf=
tigt ſt.
Im. Haingrund 24. De: Da der Abſatz von Holz ſtockt, müſſen
ühlel, bis t den herrſchaftlichen Waldungen beſchäftigten Holzhauer bis
giu beiteres ausſetzen. — Am letzten Sonntag fand in der
Wirt=
ſcy) der Frau Matthes eine wohlgelungene
Chriſtbaumver=
lſng des Brieftaubenvereins ſtatt.
Böllſtein i. Odw. 24. Dez. Der Geſangverein veranſtaltete
uut Leitung ſeines Dirigenten Herrn Straub ſeinen Familien=
4 innd im Vereinslokal. Die Veranſtaltung wurde mit einem reinen,
klaſollen Marſch eröffnet. Der Vorſitzende Herr Heldmann begrüßte
alle Teilnehmer. In bunter Reihenfolge kamen Geſang, humoriſtiſche
Wtäge (von Herrn Schaub, Michelſtadt) und Glanzleiſtungen von
Muſſtüicken (Orcheſter Weißgerber) zu Gehör, 23.30 Uhr gab es
Tom=
bullterloſung, woran ſich alle Beſucher beteiligten und manches frohe
Eetfſt erſtrahlte.
Algtſtäu
Laßt die Hand nicht vom Pfilug.
Von Dr. h. c. Martin Schiele, Berlin, Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft.
Der ſchier ungehemmte Siegeszug der Maſchine durch die
Welt iſt längſt beendet. Er hat 20 Millionen Erwerbstätige aus brechen der Landwirtſchaft ein eben ſo ſchweres Unglück,
viel=
der Bahn geworfen. Auf Kriegs= und Inflationskonjunktur
folgte die Aera der Rationaliſierung. Die deutſche
Handels=
politik ging, unterſtützt durch reichliche Auslandskredite und
weit=
gehend losgelöſt vom ſtützenden Binnenmarkt zur Offenſive über.
Der Rohſtoffbedarf der Induſtrie, die Zinſen für die
kommer=
ziellen Kredite, der nach Milliarden zählende
Nahrungsmittel=
bedarf des deutſchen Volkes und dazu auch noch die
Kriegs=
tribute — das alles ſollte der deutſche Export unter Einſatz
aller Mittel auf dem offenen Weltmarkt ſchaffen. Heute iſt die
Rationaliſierungskonjunktur verraucht. Der Goldſtrom der
Aus=
landskredite ſucht ſich gewaltſam den Rückweg und droht das
Land, das er befruchtet hat, zu extenſivieren. Keine Woche
ver=
geht, wo nicht die Tür zu irgendeinem Auslandsmarkt vor dem
deutſchen Exportkaufmann zugeſchlagen wird. Von allen Seiten wirtſchaftlichen Betriebe leiſtungsfähig zu erhalten, zur Sicherung
bricht, es über uns herein. Fehlender Kredit im Ausland,
mangelndes Vertrauen im Inland, zunehmende Stillegungen in lungsfreiheit.
Handel und Induſtrie, ſchwerſte Subſtanzverluſte in der
Land=
wirtſchaft und der Extrakt iſt: Arbeitsloſigkeit,
millionen=
hafte Arbeitsloſigkeit.
Die internationale Verflechtung im Güteraustauſch und im
Kapitalverkehr beginnt ſich elementar zu löſen. Sie beruhte
auf dem Glauben an die internationale Wirtſchaftsſolidarität,
an die Vernunft der politiſchen und kommerziellen Gläubiger.
Aber es war ein Irrglaube. Alle Welt ſchwört ihm ab
nicht immer mit Worten, aber um ſo wirkſamer durch die Ta.
Der Lebensegoismus der Nationen, die
national=
politiſchen und nationalwirtſchaftlichen Imponderabilien haben
ſich als ſtärker erwieſen gegenüber der Ideologie von der
Vor=
herrſchaft der kaufmänniſchen Vernunft im Weltgetriebe.
Was bedeutet das für Deutſchland? — Die Erſchütterung
der Vorausſetzungen, auf denen unſere bisherige
Wirtſchafts=
politik im weſentlichen aufgebaut war. Das Ausland verſperrt
uns die Exportmärkte und entzieht uns die Kredite. Wir ſind
in der Tat zurückgeworfen auf unſere eigene Kraft. Das
Aus=
land zwingt uns geradezu zum autarken Ausbau
un=
ſerer Volkswirtſchaft. Ob es uns paßt oder nicht, es
handelt ſich dabei um ein ehernes Muß. Und dennoch haben wir
in dieſer paſſiven deutſchen Geſamtwirtſchaftsbilanz ein einziges
unſchätzbares ſtarkes nationales Aktivum: Die Leiſtung
un=
ſerer Landwirtſchaft. Seit Jahren habe ich faſt in jeder
Rede auf die Gefahren hingewieſen, die unſerer Volksernährung
und damit auch unſerer außenpolitiſchen Handlungsfreiheit
drohten, wenn das Hereinſtrömen der Auslandskredite eines
Tages aufhören und die Leiſtungsfähigkeit der Landwirtſchaft
erlahmen würde. Mit allen ſachlich Arbeitenden im
wirtſchaft=
lichen Lager habe ich ſeit Jahren unter reſtloſem Einſatz meiner
Perſon den Kampf dagegen geführt, daß wir oft in geradezu
ſelbſtmörderiſcher Verirrung einer Politik den Vorzug gaben, die
uns in die Schuldknechtſchaft des Auslandes trieb
und unſere heimiſchen Produktionskräfte vernachläſſigte und
zei=
mürbte. Das jahrelange Ringen um die organiſche
Ein=
gliederung der Agrarpolitik in den großen Rahmen einer
all=
gemeinen deutſchen Wirtſchaftspolitik hat jetzt in zäher
Entwick=
lung das entſcheidende Stadium erreicht. Wir müſſen uns erneut
mit aller Nüchternheit die Frage vorlegen, ob die deutſchen
Exporte in Zukunft taſächlich ausreichen werden, zur Bezahlung
der notwendigen Rohſtoffeinfuhr für die Induſtrie, für den
Zins und die Tilgungsraten unſerer kommerziellen
Auslanos=
ſchulden, gar nicht zu reden von politiſchen Tributen, und ob
vir dann noch weſentliche Mittel für ausländiſche
Lebensmittel=
einfuhr verfügbar haben. Die Frage ſtellen, heißt fie
verneinen. Zu der wirtſchaftlichen kommt aber noch die
politiſche Betrachtung: Wir ſchulden dem Ausland 27 Milliarden
Mark, die wir in abſehbarer Zeit nicht bezahlen können, wir
ſtehen deshalb in unerhört ſchwierigen Verhandlungen mit
un=
ſeren Gläubigern. Wagt ein einziger unter uns, es zu
befür=
worten, daß wir dieſen Gläubigern nun auch noch unſer
täg=
liches Brot in die Hand geben? Es wäre ein fredelhaftes
Spielmit dem Schickſal und der Zukunft unſeres
Volkes, wenn wir ſo zu dem Gläubigerrecht noch die
Herren=
macht fügten; mit Gläubigern kann man verhandeln, von
Be=
herrſchern, die uns unſer tägliches Brot zumeſſen, wird diktiert.
Angeſichts einer ſolchen Lage würde ein weiteres
Zuſamimen=
leicht noch irreparabler in ſeinen Folgen ſein, als ein
Zu=
ſammenbruch der Geldwirtſchaft. Sicherung der Volksernährung,
Sicherung vor allem erſt einmal der nächſten Beſtellung une
Ernte mit allen Mitteln iſt deshalb das unverrückbare Ziel, dem
alle Agrarpolitik und alle Politik überhaupt zu dienen hat. Nicht
um eines Berufsſtandes, nicht um der Landwirtſchaft, ſondern
um der Nation und ihrer Freiheit willen.
Des=
halb weg mit allen Theorien und Experimenten von der
Land=
wirtſchaft. Weg vor allem mit ſelbſtſüchtiger und einſeitiger
Organiſations= und Parteipolitik, wo es ſich um die Erhaltung
ihrer Produktionskraft handelt! Wie im Kriege die Stahlwerke,
die Hochöfen und Munitionsfabriken um jeden Preis zu erhalten
waren, ſo gilt es jetzt, im Exiſtenzkampf des Volkes, die
land=
unſerer Volksernährung, unſerer Unabhängigkeit und Hand=
Deshalb dienen auch die beiden letzten Notverordnungen, die
vom 17. November über die Oſthilfe und die vom 8. Dezember in
ihrem wirtſchaftspolitiſchen Teil dem einen großen Ziel:
Siche=
rungder nächſten Ernte, d. h. Sicherungder
Volks=
ernährung. Durch dieſe Notverordnungen iſt der
Landwirt=
ſchaft um ihrer Bedeutung willen eine Poſition gegeben, die der
wachſenden Verzweiflung Einhalt gebieten, neue Tatkraft ſchaffen
und eine Stärkung des Selbſtbehauptungswillens bringen ſoll.
Mit dem Vollſtreckungsſchutz ſoll der Landwirtſchaft eine
Atem=
pauſe geſchaffen werden, um ihr die Arme frei zu machen für den
Aufbau der neuen Ernte. Mit der Verbilligung der
landwirt=
ſchaftlichen Produktionsmittel um 10—15 Prozent iſt von der
Aus=
gabenſeite her Breſche in die Unrentabilität der
landwirtſchaft=
lichen Erzeugung geſchlagen. Außerordentliche Maßnahmen ſind
erforderlich und werden erforderlich ſein, um die nächſte Ernte
zu ſichern. Denn auf verarmtem und verödetem Acker wächſt für
das deutſche Volk nur eine Frucht: Die Brotkarte, die
bit=
tere Not!
Von einer Seite der Berliner Preſſe iſt zu dieſer neuen
Not=
verordnung erklärt worden, daß die Abſicht, die Lebensmittel zu
verbilligen, vor den Zollſchranken ſtocke. Kein vernünftiger Menſch
kann daran denken, angeſichts von 5 Millionen Arbeitsloſen eine
künſtliche Lebensmittelteuerung herbeizuführen. Die Zollſchranken
ſind doch nicht um ihrer ſelbſt willen, aus purer Freude an Zöllen
und Zollſchutz geſchaffen. In dieſer Kataſtrophenzeit ohnegleichen
geht es um ganz etwas anderes als um Zollſchutz und Preiſe, —
nämlich um die elementare, die elementarſte Frage: wie
kön=
nen wir unſer Volk ernähren, wie können wir uns in
einer Zeit unerhörter Zuſammenbrüche und Zerſtörungen vor
ernſter Not und Hunger ſchützen?
In klarer Erkenntnis dieſer Sachlage und in vollem
Bewußt=
ſeine ihrer Verantwortung gegenüber dem ganzen deutſchen Volke
iſt deshalb die Reichsregierung gewillt, der Landwirtſchaft die
Bedingungen zu verſchaffen, die es ihr ermöglichen, ihre
volks=
wirtſchaftliche Aufgabe der Ernährung unſeres deutſchen Volkes
zu erfüllen. Auch in Zukunft wird die Reichsxegierung alle
Maß=
nahmen treffen und, wo erforderlich, dieſe erweitern, um die für
die Nation unſchätzbare Produktionskraft der
Land=
wirtſchaft zu erhalten. Aus der tiefen Not des
Land=
volkes iſt eine Mißſtimmung, die ſich teilweiſe bis zur
Verzweif=
lung ſteigert, und die ſeine entſchloſſene Tatkraft hemmt und
lähmt, durchaus verſtändlich. Aber die Saat des Landmanns
ge=
deiht nur in der Hoffnung, Arbeit und Ordnung, nicht in der
Ver=
zweiflung. Nur im Schutze der Staatsgewalt, nicht in der
Auf=
lehnung gegen dieſe. Aus tiefſter Verbundenheit mit meinem
eigenen Berufsſtande ſchöpfe ich die feſte Ueberzeugung, daß der
alte, verantwortungsfreudige Geiſt, der Geiſt der poſitiven,
ſach=
lichen und nüchternen Arbeir über alle Not der Zeit und über
alle Verneinung der Zeit hinweg, ſich durchſetzen wird. Darum
Hirn und Herz angeſpannt! Laßt die Hand nicht vom
Pflug! Liebe Berufsgenoſſen, ich rufe Euch mit Paul
Stein=
müller in ſeinem „Schickſal und Glaube deutſcher Erde” zu:
„Wie es auch ſein möge, wir müſſen
pflügen und vertrauen!"
— Michelſtadt 23. Dez. Das Kirchenkonzert des
Lieder=
kranzes Michelſtadt wurde durch eine beachtliche Anzahl von
Muſikfreunden beſucht. Der durch Herrn Greilich, Darmſtadt, ſicher und
techniſch gewandt dirigierte Verein durfte ſich durchaus an den Vortrag
eines Programms wagen, deſſen Folge Werke und Auszüge von L. v.
Beethoven, Mendelsſohn=Bartholdy, Franz Schubert, J. S. Bach, Franz
Liſzt und Joſ. Haydn aufwies. Wie aus den Solopartien beſonders zu
hören war, verfügt der Liederkranz Michelſtadt über eine erſtaunliche
Reihe wirklich ſtimmbegabter Sänger und Sängerinnen. Die in
unſe=
rer Stadtkirche infolge der großen Entfernung zwiſchen Orgelwerk und
Chor beſondere Schwierigkeit der Begleitung wurde durch das
meiſter=
liche Zuſammenwirken von Dirigent und Organiſt glänzend
überwun=
den. Das eingangs von unſerem bewährten Organiſten, Herrn A.
Kuecht, auf der Orgel geſpielte Opus 145: „Weihnachten” von Mas
Reger, mit wenigen Stimmen einleitend, um dann in brauſende
Jubelakkorde aufzuklingen, nahm die Hörer gefangen. L. v.
Beet=
hovens Hymne „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre”, vorgetragen
vom aktiven Chor, ließ den Wunſch aufkommen, von dieſen Stimmen
auch einmal den Ausklang der 9. Symphonie („Freude ſchöner
Götter=
funken”) zu hören. Unter Führung des klangreinen, kräftigen Soprans
von Frau A. Witt ſangen die Damen Frl. A. Lehr und Frl. A. Weber
(Mezzoſopran), Frl. B. Schweitzer und Frl. K. Pfaff (Alt) das
Ter=
zett „Hebe Deiue Augen auf” Opus 70, von E. v. Mendelsſohn. Herrn
Raus ſicherer Tenor fand mit der Arie des gleichen Komponiſten „So
ihr mich von ganzem Herzen ſuchet” eine ſchöne Reſonanz in der akuſtiſch ſo
klangvollen Kirche. Der z cappellz geſungene Chor aus der C=Dur=
Meſſe von Franz Schubert: „Heilig, heilig iſt der Herr”, ebenſo wie der
4 (appella=Chor von Franz Liſzt: „Gottes iſt der Orient” gaben den
Sängern die Möglichkeit ihr ſchönes Stimmaterial voll ausſchwingen
zu laſſen. Auch der lyriſche „Veſpergeſang” von Bortnianſkt klang
har=
moniſch und geſchult. Es war in der Programmfolge geſchickt bedacht,
zuerſt die führenden Stimmen, wie den vollen Bariton des Herrn L.
Frank: „Groß ſind die Wogen‟, Opus 6, von Ernſt Köhler, und dann
den ſicheren Baß des Herrn Frey im „Reiſelied” von Becker
heraus=
zuſtellen, um ſie dann alle in dem Adventlied für gemiſchte
Soloſtim=
men: „Der Du ſtark die Sterne lenkſt” diſzipliniert zu vereinigen. Die
„Sarabande” von Joh Seb. Bach (Opus 80) für Violine, vom
Diri=
genten geſpielt, ließ Herrn Greilich auch als Meiſter dieſes
Inſtru=
mentes erkennen. Nach einer Fuge aus der „Schöpfung” von Haydn,
die Herrn Knecht Gelegenheit gab, die Beherrſchung ſeiner Orgel mit
allen Regiſtern zu erproben, ſang zum ſchönen Schluß der geſamte
Chor das „Niederländiſche Dankgebet”.
b. Erbach, B. Dez. Volkstheater Darmſtadt. Am 1.
Weihnachtsfeiertag gibt das bekannte Volkstheater Darmſtadt unter
Lei=
tung von Eliſabeth Werner in Erbach in der ſtädtiſche Feſthalle „Unter
den Linden” ein Gaſtſpiel. Nachmittags 3.30 Uhr findet eine
Jugend=
vorſtellung ſtatt, in der das bekannte Märchenſpiel „Schneewittchen und
die 7 Zwerge” gegeben wird. In der Abendvorſtellung geht das große
vaterländiſche Schauſpiel in 4 Akten „Aus Deutſchlands, ſchwerſten
Tagen” über die Bühne. — Bund „Königin Luiſe‟. Der
Bund Königin Luiſe, Ortsgruppe Erbach, hielt ſeine Weihnachtsfeier am
Samstag nachmittag im Café Gleuz ab. Die Feier fand in einfachem,
ſchlichtem, aber würdigem Rahmen ſtatt. Die Ortsgruppenleiterin
überreichte nach der Begrüßung allen Bundesſchweſtern eine aus
Elfen=
bein gefertigte Kornblume. Nach dem gemeinſamen Bundeslied gab
es Kaffee und Kuchen. Im Mittelpunkt ſtanden die Lieder und
reizen=
den Aufführungen der Kinder. — Bewußte Kleinarbeit zur Erziehung
des kommenden Geſchlechts im wahren Sinne einer Volksgemeinſchaft,
der das Zuſammengehörigkeitsgefühl und die Einigkeit den Stempel
nationaler Wiedergeburt und Größe geben wird. — Mit größter
Span=
nung und echter Fröhlichkeit erwartet und begrüßt, erſchien der
Weih=
nachtsmann mit einem großen Sack voll Spielſachen. Staunen erregte
das Wiſſen dieſes verehrten und doch gefürchteten Gaſtes, der ſo
mau=
chem der Kleinſten ſeine Fehler aus einem großen Buche vorlas.
m. Beerfelden, 23. Dez. Elternabend der
Real=
ſchule. Am Sonntag erfreute die hieſige Realſchule die
Ange=
hörigen ihrer Zöglinge durch ein mannigfaltiges Programm. das
Herr Lehrer Krämer mit einer Anſprache eröffnete. In dieſer
ge=
dachte er u. a. dankend der Unterſtützung durch die Herren Bukor
und Horn, denen die ſchönen Kuliſſen zu danken waren, welche
man nachher zu bewundern Gelegenheit fand. Der erſte Teil der
Vortragsfolge hatte zum Motto „Weihnachten vor tauſend
Jah=
ren”. „Roſen im Schnee‟. „Die Sternſinger”, die von den Kindern
ſehr gut dargeſtellt wurden. Der zweite Teil des Programms
brachte Sprechchöre, Geſangs= und Klaviervorträge, weiter die
humoriſtiſchen Nummern „Zwei Klatſchgevatter” und „Der rechte
Barbier” und „Mäh” (Schwank). Die Darbietungen machten bei
guter Beſetzung den beſten Eindruck.
Cf. Birkenau, 21. Dez. Weihnachtsbeſcherung. Die
Frauengruppe der hieſigen NSDAP. hielt am Samstag im
Deut=
ſchen Hauſe eine ſchön verlaufene Weihnachtsbeſcherung der
Kin=
der ab. Die Frauenſchaft, die zirka 70 Mitglieder zählt, konnte
rund 130 Kindern beſcheren.
A
499
2
S
Entc
Seite 8 — Nr. 357
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 25. Dezember
Ein Winkerlager
für Starkenburger evangeliſche männliche Jugend findet im
Cor=
nelius=Heim bei Birkenau (Odw.) vom 6. bis 11. Januar 1932
ſtatt. Hier ſollen männliche Jugendliche (nicht unter 17 Jahren)
aus den verſchiedenen Lebens= und Arbeitskreiſen zu einer
leben=
digen Gemeinſchaft zuſammengefaßt werden. Die Beſprechungen,
die die meiſte Zeit des Tages ausfüllen, dienen der Vertiefung in
wichtige Lebensfragen. Angeſtrebt wird eine Klärung der
An=
ſchauung des Einzelnen. Dieſes Ziel ſoll erreicht werden in einer
Lebensgemeinſchaft wie ſie uns das ſchöne Cornelius=Heim mit
ſeinem einfachen Tageslauf und ſeinen Veranſtaltungen bietet
(Singen, Spielen, Wandern uſw.). Dank der freundlichen
Hilfs=
bereitſchaft des Herrn Baron D. Dr. Cornelius von Heyl und des
Kirchſviels Birkenau, unter Führung von Pfarrer Storck, iſt
Unterkunft und Verpflegung frei. Der Teilnehmerbeitrag iſt
EPkI.
2. — RM.
Cf. Birkenau, 24. Dez. Stand der Arbeitsloſigkeit.
Mit Ende vergangener Woche betrug die Zahl der hier insgeſamt
vor=
handenen unterſtützten Arbeitsloſen rund 230. Hiervon ſtehen 110
Per=
ſonen mit. 181 zuſchlagsberechtigten Angehörigen in Fürſorge der
Ge=
meinde, was für dieſelbe einen wöchentlichen Aufwand von rd. 1200
Mark erfordert. Unterſtützung erhalten nur ausgeſteuerte Arbeitsloſe
über 21 Jahre. Eine beſondere Winterbeihilfe iſt dieſes Jahr der
Ge=
meinde in Anbetracht der äußerſt geſpannten Finanzlage nicht möglich.
4g. Lindenfels, 24. Dez. Gute Weihnachtsbotſchaft. Am
Heiligen abend haben die Bohrungen auf dem Litzelröder einen vollen
Erfolg aufzuweiſen. Nicht weniger als 40 Meter tief mußte gebohrt
werden, zuletzt durch roten Granit, und nun iſt das Unternehmen, das
Herr Dr. Mendel=Berlin in Lindenfels in großzügiger Weiſe anlegen
will, vollſtändig geſichert. Die Waſſerpumpverſuche, die ſeit vorgeſtern
angeſtellt wurden, übertreffen alle Erwartungen: über 3800 Liter
Quellwaſſer pro Stunde iſt jetzt ſchon der normale Waſſererguß. Daran
ändert auch kein trockener Sommer mehr etwas. Das Laboratorium
mit den notwendigen Waſſerbaſſins kann nunmehr in Angriff
genom=
men werden. Die erforderlichen Grundarbeiten ſind ebenfalls
ſchleu=
nigſt fertiggeſtellt worden. Die neue Villenkolonie kann eröffnet
wer=
den, zumal jetzt die Autoſtraße auf faſt 500 Meter Höhe fertiggeſtellt
worden iſt. Das Jahr 1932 kann als das Jahr des Heils für
Linden=
fels bezeichnet werden.
Di. Hüttenthal, 24. Dez. Die Sammlung für die Winterhilfe
iſt beendet und ergab für unſeren kleinen Ort ein recht
erfreu=
liches Reſultat. Es gingen ein: 5 Mk. in bar, 23 Zentner
Kar=
toffeln, 7 Meter Holz. 7 Pfd. Fett. 10 Körbe Aepfel. 3 Körbe
Kraut, 1 Korb gelbe Rüben 1 Korb Kohlrüben, 1 Topf Latwerge
und getragene Kleider. — Durch Verfügung des Kreisamtes
Er=
hach wurde in unſerer Gemeinde die Bierſteuer auf das
andert=
balbfache erhöht und die Bürgerſteuer eingeführt
O. Reichenbach i. Odw. 21. Dez. Elternabend. Im
Licht=
blldſaal des neuen Schulhauſes veranſtaltete Herr Lehrer Fey
einen Elternabend bei freiem Eintritt. Die Veranſtaltung war
ſehr gut beſucht. Das Programm war ganz auf das
Weihnachts=
feſt eingeſtellt und umfaßte einen Lichtbildervortrag.
Theater=
ſtücke, Gedichte und Weihnachtslieder. — Auch die übrigen Klaſſen
veranſtalteten zum Schulſchluß in den Klaſſenſälen ſtimmungsvolle
Weihnachtsfeiern, manche Klaſſen ebenfalls mit
Lichtbildervor=
führungen.
0: Reichenbach i Odw., 94. Dez. Weihnachtsfeiern. Im
feſtlich geſchmückten Saale des evang. Gemeindehauſes veranſtaltete der
Frauen= und Jungfrauenverein, ſeine Weihnachlsfeier. Herr Lehrer
Schlörb führte eine große Anzahl Lichtbilder vor, Herr Pfarrer Scheid
ſprach die verbindenden Worte dazu. Die ſchöne Veranſtaltung wurde
für die Konfirmanden des Kirchſpielbezirks wiederholt. — Auch die
hieſige Kleinkinderſchule hatte in Lamperts Saal zu einer
Weihnachtsfeier eingeladen. Wie immer ſo war auch in dieſem Jahre
für die Kleinen ein herrlicher Gabentiſch hergerichtet.
Dr. Beedenkirchen, 24. Dez. Die Weihnachtsfeier der
Mäd=
chen= und Burſchenvereinigung in der Kirche nahm einen eindrucksvollen
Verlauf. Sowohl die Nachmittags=Aufführung als auch die
Darbietun=
gen am Abend waren getragen von einer packenden Innerlichkeit. Alle
Mitſpielenden gaben ihr Beſtes, unter feinſinniger Leitung von Herrn
und Frau Pfarrer Marguth. Der Beſuch war gut. —
Winter=
hilfe. Der Ortsausſchuß für die Winterhilfe hat die Verteilung der
gezeichneten Gaben vorgenommen. — Die Volksſchule ſchloß geſtern
mit einer ſchlichten, wohlgelungenen Weihnachtsfeier.
Ee. Gadernheim, 24. Dez. Infolge Krankheit mußte der
bis=
herige Pfarrer, Herr Dr. Eigen, ſeinen hieſigen Wirkungskreis
aufgeben. In dem Scheidenden verliert das Kirchſpiel einen
über=
aus pflichteifrigen und warmherzigen Seelenhirten, der es trotz
ſeiner nur kurzen Amtsdauer verſtanden hat, durch ſtete
Hilfsbe=
reitſchaft die Herzen aller zu gewinnen Als ſein Nachfolger wurde
Herr Pfarrer Schwenzel der zuletzt in Wetzlar tätig war, nach hier
verſetzt und am letzten Sonntag durch den Kirchenvorſtand in ſein
Amt eingeführt.
Zum Zuſammenbruch der Vereinsbank Eberſtadt
Urſache: Schwere Verlekung genoſſenſchaſtlicher und kreditpolikiſcher Grundfäkze.
F. Eberſtadt, 24. Dezember.
Die Vereinsbank, e. G. m b. H., Eberſtadt, über deren
Schal=
terſchluß wir am Dienstag berichtet haben, hatte für geſtern abend
eine Verſammlung in den Schwanenſaal einberufen, in der über
die derzeitige Lage der Bank ein Bericht erſtattet werden ſollte.
Der Einladung waren etwa 700 Mitglieder und Sparer gefolgt,
ſo daß im Saale eine geradezu beängſtigende Fülle herrſchte. Vom
Vorſtand und Aufſichtsrat wurde Rechenſchaft über den
Zuſammen=
bruch der Bank gefordert, der für unſere Gemeinde
jedenfalls eine ſchwere wirtſchaftliche und
finanzielle Erſchütterung nach ſich ziehen wird.
Die Verſammlung verlief teilweiſe recht ſtürmiſch, und immer
wur=
den von neuem Zwiſchenrufe erhoben, die erkennen ließen, wie
groß die Erregung iſt, von der Genoſſenſchaftsmitglieder und
Sparer ergriffen ſind. Der Verbandsreviſor Richter gab der
Verſammlung einen zwar kurzen, aber um ſo offeneren Bericht,
aus dem entnommen werden mußte, daß neben den immer ſtärker
gewordenen Abhebungen von Spareinlagen — in den letzten
Mo=
naten rund 230 000 RM. — leider auch grobe Verletzungen
genoſ=
ſenſchaftlicher und kreditpolitiſcher Grundſätze durch die
Verwal=
tungsorgane an dem Zuſammenbruch der Bank ſchuldig ſind. Es
war deshalb durchaus verſtändlich, daß ſchärfſtes Einſchreiten
gegen dieſe Organe gefordert wurde. Anträgen, die nach dieſer
Richtung aus der Mitte der Verſammlung heraus geſtellt wurden,
konnte natürlich nicht entſprochen werden, weil die Schuldfrage
erſt völlig geklärt werden kann, wenn der Status der Kaſſe
feſtſteht.
Sitzungsverlauf.
Der Vorſitzende des Aufſichtsrats, Weißbindermeiſter Georg
Geißler, eröffnete um 7½ Uhr die Verſammlung und begrüßte
die Erſchienenen, ſo auch den Verbandsdirektor Reiß und den
Verbandsreviſor Richter. Auf die ernſte und ſchwierige Lage
der Vereinsbank hinweiſend, bat er, Beſonnenheit und Ruhe zu
bewahren, der Bericht werde ein klares Bild geben und jeder
könne alsdann Stellung dazu nehmen.
Der Verbandsreviſor Richter ſchilderte hierauf in ſeinem
Bericht zunächſt die gute Entwicklung der Genoſſenſchaft von
1924/30, wies aber darauf hin, daß ſchon während dieſer Zeit trotz
Beanſtandung in Reviſionsberichten, genoſſenſchaftliche
und kreditpolitiſche Grundſätze nicht beachtet worden
Erbach=Michelſtadt. 22. Dezember 1931.
Hatten die wirtſchaftswiſſenſchaftlichen Vorträge mitten hinein
in die hochaktuellen Probleme der Gegenwart geführt, ſo
ſtell=
ten die beiden letzten Vorträge von Profeſſor Dr. Rauch aus
Mainz und Privatdozent Dr. Finſterwalder aus Frankfurt die
Frage, was die Vergangenheit für den Menſchen bedeutet.
Und zwar warf der Hiſtoriker Dr. Finſterwalder die zweiſeitige
Frage auf: Was bedeutet die Perſönlichkeit für die geſchichtliche
Welt und was bedeutet die geſchichtliche Welt für die
Perſönlich=
keit und ihre Geſtaltung? Während die erſte Frage häufiger
ge=
ſtellt worden iſt im 19. Jahrhundert, wo man in den Anfängen
bis zur Höhezeit der idealiſtiſchen Philoſophie noch von den
Be=
dürfniſſen der Perſönlichkeit ausging, wo nach Kant und Fichte
das Problem der ſittlichen Freiheit die Führung hatte, iſt in der
Gegenwart wo der Meinungskampf zwiſchen
Individualis=
mus und Kollektivismus im Vordergrund des Intereſſes ſteht die
zweite Frage, wie ſich der Einzelmenſch zum Geſchehen der
Ver=
gangenheit zu ſtellen hat, die wichtigere. — Iſt die Herausbildung
einer höchſtperſönlichen Lebensidee für den einzelnen Menſchen ein
kategoriſcher Imperativ, ſo iſt die vergangene und gegenwärtige
geſchichtliche Lage für die Bildung dieſer Lebensidee von größter
Bedeutung. Aber nur wenige, beſonders kräftige Keime der
menſchlichen Einzelperſönlichkeit können ſich gegenüber dem Druck
der Umwelt und der Ueberlieferung behaupten und zur
Entfal=
tung kommen. Darum tut eine energiſche Arbeit an der
Erkraf=
tung des göttlichen Ich des Menſchen heute beſonders not. Weil
Viele die Energie zur inneren Erkraftung nicht aufbringen und
den aufpeitſchenden Eindrücken einer oft ſo dämoniſchen
Außen=
welt unterliegen, hat man Urſache und Wirkung verwechſelt und
in dem unterbewußten Gefühl des Verſagens des menſchlichen Ich
ſich reſigniert die Weltanſchauung des Kollektivismus gebildet, die
in dem Menſchen das paſſive „Produkt der Verhältniſſe” ſieht.
Der Vortragende zeigte an Beiſpielen der geſchichtlichen
Ver=
gangenheit, daß die eine Epoche für die Entwicklung der
menſch=
lichen Perſönlichkeit günſtiger iſt als die andere. Immer hätten
die Konflikte, das Sichabfindenmüſſen mit dem Gewordenen, der
Zwang, den Kampf mit der Vergangenheit beſtehen zu müſſen, die
ſtarken Perſönlichkeiten geſchaffen. Wenn heute Geſinnungsbünde
und Parteigruppierungen dem Einzelnen den
ſelbſtverantwort=
lichen Ideenkampf abnehmen, ſo beeinträchtige das in
erſchrecken=
dem Maße das Wachſen ſtarker Perſönlichkeiten. Mit dem
Nach=
ahmen großer Vorbilder ſei gar nichts getan, vielmehr dürfe der
Einzelne die Stoffe und Anregungen aus der geſchichtlichen Welt
nicht anders aufnehmen als etwa die Pflanze, die aus dem Boden
und aus dem Kosmos nach dem Erfordernis des in ihr
wohnen=
den eignen organiſchen Bildungsgeſetzes, auswählt, aufnimmt
oder abſtößt.
Konnte dieſer Vortrag des Hiſtorikers in der weiten Faſſung
des Themas im weſentlichen nur allgemeine Grundſätze aufſtellen,
die allerdings nach Möglichkeit mit Beiſpielen aus der Geſchichte
Neben dem Beiſpiel ſtarker Perſönlichkeiten wirken aber auch
die geographiſche Lage eines Landes, die Naturbeſchaffenheit
ſo=
wohl, als auch die politiſche kirchliche und kulturelle
Zuſammen=
gehörigkeit auf das geſchichtliche Geſchehen ein. Wollen wir unſere
Zeit verſtehen und in ihr ſchönferiſch mitarbeiten, ſo müſſen wir
unſere Geſchichte verſtehen. Allerdings darf das Erkennen der
Wichtigkeit hiſtoriſcher Ereigniſſe nicht zur alleinigen Richtſchnur
für die Handlungsweiſe der Nachlebenden werden. En Zurück
gibt es im Leben der Menſchheit nicht. Nur eine ſchwache Zeit
und ſchwache Menſchen, denen es an zukunftstragenden Ideen fehlt,
können vergangene Zeiten wieder heraufbeſchwören wollen.
Andererſeits lehrt die Geſchichte, daß einmal Geſchehenes im
Wel=
tenraum mit ſeinem zeitlichen Vorübergehen nicht verſchwindet.
Alle menſchlichen Taten und alles geiſtige Schaffen der Menſchen
iſt unauslöſchlich in das geiſtige Buch der Weltgeſchichte
einge=
tragen.
brücken, indem wir die Denkweiſe der Hochſcholgſtik
wiedereinfüh=
ren”. Aber die Frageſtellungen und die Sehnſüchte der damaligen
Zeit müſſen uns noch heute bewegen: Die Frage nach dem
Ver=
hältnis des Menſchen zur ſinnlichen und geiſtigen Wirklichkeit, die
Frage, wie der Menſch diejenigen Erkenntniſſe erlangt, die ihm zum
Leben notwendig ſind. Das Altewirkt nach in den geiſtigen
Betätigun=
gen der Gegenwart, aber weſentlich verändert durch alles
das=
jenige, was inzwiſchen wiederum durch bedeutſame
Perſönlich=
keiten in die euronäiſche Menſchheitsentwicklung hineingeſtellt
worden iſt. Jedenfalls hatte ſich in der Hochſcholaſtik eine
Kul=
mination euroväiſcher Geiſtesentwicklung gezeigt und die
gegen=
wärtige Zeit hat ſchon alle Urſache, auf die beſondere Weſenheit
dieſer Kulmination einzugehen, um aus ihr zu lernen, zu lernen
insbeſondere eine Vertiefung unſeres Ideenlebens, damit wir die
Durchchriſtung der Ideen wiederfinden, das Chriſtentum, das
ein=
dringt in das geiſtige Sein. dem der Menſch entſtammt. Denn es
kann ihn ja, wenn er ganz ehrlich und aufrichtig gegen ſich ſelbſt
iſt, nichts anderes befriedigen als das Bewußtſein und die immer
wieder geweckte Erkenntnis ſeines geiſtigen Urſprungs.
E.R.
ſeien. Die Gründe der nunmehr eingetretenen Illiquidi
Kaſſe ſind — ſo erklärt Redner — zunächſt darin zu ſuchenl
zuviel Mittel — nämlich 93 Prozent aller verfügbaren Ge
als Kredite ausgeliehen wurden. Als Höchſtgrenze gelte eſſsuſob.
jedilt
von 70—75 Prozent. Weiter habe dazu die Aufnahme hoher!
kredite und die ſchlechte Kreditverteilung beigetragen. Mann
Aialls=
bedauerlicherweiſe große Kreditgeſchäfte bevor
te ſei
In einzelnen Fällen habe man Kredite bis zu 100 000 RM
geben, in zwei Fällen ſogar dieſe ſatzungsmäßig feſtgelegte
kreditgrenze, und zwar in einem Falle um 160 Prver deſe
in einem anderen Falle um 340 Prozen
überſchritten. Dieſe in der jetzigen Notzeit zu realiſozn wor
ſei unmöglich. Daraus, aber auch aus kleineren Kreditgeſ4
hätten ſich begreiflicherweiſe Verluſte ergeben, die das eigene
mögen überſtiegen. Zwar lägen noch Sicherheiten vor, dieſz peinlichl
aber mehr oder weniger — jedoch ohne Verſchulden der Veßoy Maru
tung — entwertet ſeien. Ueber das Ausmaß der Verluſte, zuſigerſehe
Deckung die genoſſenſchaftlichen Reſerven und die Guthabe
Mitglieder herangezogen werden müßten, könne man er
Aufſtellung der Bilanz, die in etwa 14 Tagen möglich ſe
ſtichhaltige Auskunft geben. Auch könne man erſt dann
Frage, was nach Lage der Dinge zu tun ſei, Stellung nehmen
Beantwortung einer ganzen Reihe von Fragen, durch die
eude
kunft über Gerüchte aller Art gefordert wurde, lehnte di
ſammlungsleitung unter Hinweis auf die
Geheimhaltung=
ab, erklärte ſich dazu aber in der vorausſichtlich anfangs OAder folger
1932 ſtattfindenden außerordentlichen Generalverſammlung 0 müſſe
Das Ergebnis der Verſammlung war die Wahl einer vierköſeren Augen!
Kommiſſion beſtehend aus den Herren Dr. Krannich, HigBlut niat
Georg Knieß und Georg Wilhelm Fiſcher, deren Aufgohn ihrem 6
ſein wird, gemeinſam mit dem Verbandsreviſor den Statzs em leiſes
Bank aufzuſtellen und Einblick in die Geſchäftsführung urdie die Auge
Bücher zu nehmen.
In den Sch
Die Frage, ob die zum 31. Dezember 1931 ausſcheidenden! Sie glau
glieder noch zu haften haben, wurde dahin beantwortet, da
Mitglieder zu Ende des Jahres 1931 zwar ausſcheiden, abe
9. D
ſich aus der Bilanz für 1931 ergebenden Verluſt mitzutragen M
Im Falle eines Vergleichsverfahrens würde für dieſe Mitg
eine Haftpflicht nur dann begründet werden, wenn das Verg)
verfahren noch vor dem 31. Dezember 1931 beantragt wird.
dürfte jedoch nicht in Frage kommen,
Cc. Balkhauſen, 22. Dez. Auch in unſerem Dörfchen hatte die
Jugend unter Leitung ihres Lehrers, Herrn Ablheim, ſich zu einer
Weihnachtsfeier gerüſtet. Drei volle Stunden vermochten ſie
ihre Eltern und Freunde gar fein zu unterhalten mit Chören, Verſen
und Reigen. Sehr ſchön und mit viel innerer Anteilnahme ſpielten ſie
„Der Waldkinder Weihnachtstag‟. Doch bildete den Höhepunkt „Der
Mutter Bild” mit ſeinen ergreifenden Szeuen. — Der Erlös der
Ver=
anſtaltung ſoll den Kindern im Sommer zu einem größeren Ausfluge
verhelfen.
W. Heppenheim a. d. B., 24. Dez. Kaminbrand. In früher
Morgenſtunde ſchreckte die Feuerſirene die Bewohner Heppenheims
aus dem Schlaf. In der Darmſtädter Straße, in dem Anweſen
Mitſch, war ein Kaminbrand ausgebrochen, der durch die ſofort
einſetzende Feuerwehr gelöſcht werden konnte. Der Brandſchaden
iſt gering. — Motorradunfälle. Die neuerbaute Straße
am „Geſalzenen Waſſer” befindet ſich in einem ſchlechten,
ausgefah=
renen Zuſtande, was zwei Motorradfahrern zum Verhängnis
wurde. Ein von Laudenbach kommender Fahrer kam in einer
aus=
gefahrenen Stelle ins Schleudern, wurde über den Sitz geworfen
und zog ſich ſtarke äußerliche Verletzungen zu während die
Sozius=
fahrerin zur Seite geſchleudert wurde und ſtarke
Hautabſchürfun=
gen davontrug. Ein zweiter Fahrer — nach Laudenbäch
fah=
rend — kam an der gleichen Stelle zum Sturze, konnte aber, da
er nur geringere Verletzungen erlitt, ſeine Fahrt fortſetzen.
Hohes Alter, Herr Straßenwart i. R., Jakob Stadtmüller,
feiert in voller Rüſtigkeit ſeinen 80. Geburtstag.
Dp. Zwingenberg, 22. Dez. Wiuterhilfe. Au Sal
kamen die von dem Ausſchuß der Winterhilfe geſammelten Kleis
ſtücke zur Verteilung. Für die eingegangenen Geldbeträge
Strickwolle und dergleichen gekauft und den Bedürftigen über
Geſtern morgen wurden auf der Bürgermeiſterei Bezugsſcheine fü)
billigtes Friſchfleiſch an Klein= und Sozialrentner, Zuſatzrenten=,
fahrts= und Armenunterſtützungsempfänger ausgegeben.
C. Viernheim, 23. Dez. Zwecks Gründung einer Milchab
genofſenſchaft haben ſich die hieſigen Landwirte zuſard
geſchloſſen. Die Verwertung der geſamten Milcherzeugung ſoll
mehr nach dem Vorbild der nahen badifchen Gemeinde Hedde
durch eine zu errichtende Molkerei erfolgen. Zum 1. Vorſitzende=
Genoſſenſchaft wurde Herr Ernſt Blaeß gewählt. — Sch=
Razzia im Walde. In letzter Zeit haben die Diebſtähl
Walde derart zugenommen, daß beſondere Maßnahmen hiergege
forderlich wurden. Tatſächlich ſind an manchen Tagen 15 bis 20 B
verſchwunden. Um dem Uebel zu ſteuern, veranſtaltet die Schup/e Spur vo
Darmſtadt von Zeit zu Zeit unvermutete Razzien im hieſigen 2
Inde Vorfa
nialwald nach Holzfrevlern.
Ca. Lorſch, 23. Dez. Stiftung. Die Verwaltung der
zirksſparkaſſe Lorſch hat in ihrer letzten Sitzung in Anbet
4Odenwälder Vereinigung für Kunſt und Wiſſenſchaft.
der allgemein herrſchenden Notlage als Beitrag zur Winter)
an ihre Garantiegemeinden die Summe von 2500 Reichs=/
ausgeworfen. Die Verteilung erfolgt anteilmäßig unter
grundelegung der Einwohnerzahl der in Betracht kommenden
meinden. — Generalverſammlung. In der Gene
verſammlung des Heſſiſchen Bauernvereins, Sitz Lorſch, der
eine Verbandstagung des Genoſſenſchaftsverbandes des Heſſiſ
Bauernvereins anſchloß, wies der Vorſitzende des Aufſichtsre
Rechtsanwalt Dr. Lotz=Mainz, auf die große Bedeutung des
ſammenſchluſſes der Hauptgenoſſenſchaft des Heſſiſchen Bauern
eines mit der Zentralgenoſſenſchaft des bayeriſchen Bauern
belegt wurden, ſo iſt es Sache des Hörers, an Hand dieſer
An=
regungen ſelbſtändig weiter zu forſchen. Die Vortragsvereinigung
wird es ſich angelegen ſein laſſen, in weiteren Vorträgen zu
zei=
gen, inwieweit vergangene Ereigniſſe und früher von
menſch=
lichen Perſönlichkeiten geſchaffene Geiſtesgüter in die Gegenwart
hineinwirken. Ein Beiſpiel hierfür war ſchon der eingangs
er=
wähnte Vortrag des Theologen und Philoſophen Profeſſor Rauch
über die Scholaſtik und ihre Bedeutung für das Leben der
Gegen=
wart. Hier konnte man ſehen, wie richtig Dr. Finſterwalder u. a.
auch die kirchliche und kulturelle Zuſammengehörigkeit als
Kom=
ponente geſchichtlichen Geſchehens genanut hat. Denn in dem
Vor=
trag von Profeſſor Rauch wurde in klarer und durchſichtiger Weiſe
lebendig, wie die kriſtallklare und wunderbar geſchloſſene
Gedan=
kenwelt der hochſcholaſtiſchen Philoſophie noch heute, insbeſondere
in der katholiſchen Welt wirkſam iſt. Wie wichtig iſt es aber auch
für denjenigen, der dieſer Welt ferner ſteht, der aber in der
Ge=
genwart mit allen Einſichtigen und Verantwortungsbewußten die
tiefe Kluft beklagt, die ſich zwiſchen Wiſſenſchaft und Leben,
zwi=
ſchen Wiſſenſchaft und Religion aufgetan hat, zu wiſſen, daß es
eine Zeit gab, in der „wohl die beiden Erkenntnisquellen der
natürliche Verſtand und der chriſtliche Offenbarungsglaube ſcharf
auseinandergehalten, aber die Wiſſenſchaft nicht auf einen der
beiden allein aufgehaut wurde‟. Um weiter mit Profeſſor Rauch
zu ſprechen: „Das Wiſſen aus dem natürlichen Denken und das
aus der Offenbarung geſchöpfte gab vereint die Geſamtwelt der
Scholaſtiker. Sie kamen zu einer Metaphyſik, in der ſie die
Ein=
zeldinge und den Kosmos nach ihrer inneren Weſensorganiſation,
nach ihrer Natur zu erforſchen ſuchten. Auf ſolche Weiſe war ihnen
die Denkordnung ein Abbild der Seinsordnung, die
Seinesord=
nung das Maß der Denkordnung. Wir können zwar nicht anders
als weſensgemäß oder weſenswidrig handeln, wir können gar
nicht tätig ſein, ohne in der Tat ohne etwas mit dieſer objektiven
Weſensordnung Vereinbares oder ihr Widerſprechendes zu
ver=
wirklichen. Iſt aber Gott der Schöpfer aller Weſenheiten, ſo iſt
die Weſensgemäßheit menſchlichen Verhaltens auch Gottgemäßheit.
Weſenswidrigkeit ebenſo notwendig Gottwidrigkeit. Dieſe iſt aber
abſolut ausgeſchloſſen aus dem Sollen, wenn Gott letztes Ziel und
letzter Sinn der Welt iſt.”
Wir haben von Dr. Finſterwalder gehört, daß es ein „zurück”,
im Leben der Menſchheit nicht gibt. Es wird alſo nicht möglich
ſein, daß wir die Klüfte, die ſich heute im Denken, Fühlen und
Wollen der Menſchen aufgetan haben, rein willensmäßig über=
eins hin. Nachdem noch der Direktor der Zentralgenoſſenſchaft
bayeriſchen Bauernvereins, Klimm, einen Ueberblick über
Auswirkung des Zuſammenſchluſſes gegeben hatte, wurde die
einſtimmig zugeſtimmt. Miniſterialdirektar, Rößler=Darmſt
übermittelte die Glückwünſche der heſſiſchen Regierung, ihr beſl
derer Dank gelte Direktor Klimm und Geheimrat Dr. Heim der
Tätigkeit es gelungen ſei, den Zuſammenſchluß herbeizuführ
Damit ſeien die Mitglieder der Hauptgenoſſenſchaft des Heſſiſc
Bauernvereins der Gefahr einer Liquidation entrückt. Der
ſammenſchluß könne ſich nur zum Segen der heſſiſchen und baye
ſchen Landwirtſchaft auswirken. Wir freuen uns, daß dieſes
Lorſch ſo bedeutungsvolle Inſtitut uns erhalten bleibt.
Bn. Hirſchhorn, 24. Dez. Der ſchwimmende Gaſthof
Winterquartier. Am vergangenen Montag wurde der am
ſigen Lauer, gegenüber der evangeliſchen Kirche, liegende „Schol
mende Gaſthof” der Gebrüider Liſcher in den Hafen nach Eberbach
geſchleppt. Das Neckar= bzw. Waſſerbauamt mußte leider dieſe Auof
nung treffen, weil das Schiff am diesſeitigen Neckarufer, befonders
eintretendem Eisgang, gefährdet erſcheint. — Wiederum Ei.
brüche. Wie erſt jetzt feſtgeſtellt wurde, iſt in den am Schloßb
gelegenen Vevkaufsſtand (Kiosk) des Herrn Franz Joſef Kaiſer II.
hier eingebrochen worden. In der vorvergangenen Nacht wurde
am Aufgang zum Dammberg gelegene Villa der Frau Altvater Be
von den Einbrechern heimgeſucht. Es wäre doch ſehr zu wünſchen, uᛋ
würde zur Beruhigung der Bevölkerung beitragen, wenn die Bemühr!
gen der hieſigen Polizeibehörde von Erfolg wären.
e. Bad Wimpfen, 24. Dez. Freilegung eines
Madvune=
bildes. Auf Veranlaſſung des Denkmalpflegers, Profeſſor Wak
von, der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt, wurden in den 14E
Wochen an der ebangeliſchen Stadtkirche zwei Kaſtanienbäume gefül
die ſchon über 100 Jahre alt waren. Dadurch wurde ein wunderhas,
Madonnenbild freigelegt, das durch den Kirchenmaler Velte wieder,
guten Zuſtand geſetzt wurde. Links und rechts über der Madonna E
findet ſich das Wimpfener Wappen ſowie das alte Reichswappen.
* Mginzer Tageskalender für die Weihnachtsfeiertage.
Freitag, den 25. Dezember (1 Weihnachtsfeiertag) Stadttheal
18 Uhr. Abonnement D. 2. Abend „Ring des Nibelungen”
Foß.
fried” Preiſe 2 (0,40—4,50 RM.). Ende 22.30 Uhr. —
theater Wiesbaden. Großes Haus: 1830 Uhr: „Rienzi” Klei
Haus: 20 Uhr: „Das verflixte Geld”.
urhaus Wiesbal
20 Uhr: Symphoniekonzert — Sportplatz Fort Bingen, 19
märchen mit Muſik und Tanz von C. A. Gönner. Inſzenierug
Joſeph Stauder. „Muſikaliſche Leitung: Joſeph Freund. gleſ
Preiſe (0.30—2,50 RM.). Ende 17.30 Uhr. 19 Uhr. Außer Abos
nement. Im weißen Röß!” Preiſe 3 (050—500 RM.). Go”
etwa 2.35 Uhr. — Staatstheater Wiesbaden. Großes Haus,
15 Uhr: „Schneewittchen” 19.30 Uhr: „Die Blume von Hawal
Kleines Haus: 20 Uhr: „Der Kopf in der Schlinge‟. — Kurhau?
Wiesbaden. 11.30 Uhr: Orgelfrühkonzert. 2 Uhr: Heiteres
Feſe=
konzert. — Sportplatz Fort Heſſen. 14 Uhr: Fußballſpiel Kaſe 4
06 — Sp.Vgg. Mundenheim.
Sonntag, den 27 Dezember. Stadttheater. 15 Uhr. Nachmittags=
Vorſtellung. „Aſchenbrödel”. Kleine Preiſe (0.30—2,50 RM.). Ende=
Zigeunerbaron”. Preiſe 2 (40—450 RM.). Ende 23 Uhr. —
Ufa=Palaſt. 11 Uhr. Kulturfilm des Bühnenvolksbundes Wu
der der Tierwelt im Waſſer”. — Caſino Hof zum Gutenberß=
Weihnachtsfeier im D.H.V. — Staatstheater Wiesbaden. Größe
Haus: 15 Uhr: „Schneewittchen”. 19.30 Uhr: „Die Blume v0l
Hawai”, Kleines Haus: 20 Uhr: „Das verflirte Geld”. —
haus Wiesbaden. 16 Uhr: Konzert. 20 Uhr: Guſtav=Jacobh Abend.
Tonfilme (an allen 3 Tagen) Ufa=Palaſt: „York”. 3
Theater: „Der lächelnde Leutnant”, Schiller=Lichtſpiele: „Der 209/
gänger”. Kötherhof: „u. 13‟.
25. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 357 — Seite 9
AAOMNUTS
Kor ſtoß
(Nachdruck
ich meine, inſofern ich das Vergnügen hatte, Sie
rnen und mir dieſe Bekanntſchaft zur lieben Gewohn=
, gnädiges Fräulein”, wagte Herr von Wurmb einen
schwedin ließ ihr Cape fallen, ſprang ins Waſſer und
umhinaus. Den Gruß des verblüfften Journaliſten er=
F nicht.
wraffte ſeine Zeitung zuſammen und machte ſich auf den
zu. Als er die Steintreppe zum Kai hinanſtieg,
ver=
ſteer dieſes Geſpräch, das eine ſchöne und liebenswerte
ſuheinend tief verletzt hatte.
iroan war ihm verleidet. Er teilte Herrn Toscani mit,
Aſuleich abreiſen müſſe, ging auf ſein Zimmer und ſchrieb
Bref an Dagmar, in welchem er ſie um Entſchuldigung
/9s peinlichen Vorfalls bat. Er überſiedle ins Palace
Gzw Martin, und bitte um Verſtändigung, ob und wann
biderſehen könne. Dann verließ er die Penſion mit dem
Mmnes Menſchen, der ſchwere Schuld auf ſich geladen
ſſn einen ſtichhaltigen Grund dafür zu finden.
ſſorar Svenborg lag mit ſchwerem Fieber zu Bett. Das
ſüam Strand hatte ſie wie ein Keulenſchlag getroffen.
hicen Tag war Holger zu Beſuch gekommen, und ſie hatte
orſichtigkeit begangen, ihm die bitterſten Vorwürfe ins
Ay ſchleudern. Er hatte kein Wort erwidert, ſondern nur
Geelächelt, und war ohne Gruß weggegangen.
er folgenden Nacht erwachte ſie plötzlich mit dem Ge=
/smüſſe jemand Fremdes in ihrem Zimmer ſein. Die
Egen Augenlider geſchloſſen, lauſchte ſie. Nichts. Nur das
ſde Blut tickte, ſang wie das Brauſen vieler Telegraphen=
Fü ihrem Gehör.
M. in leiſes Huſchen, Bewegung. Stumm vor Eutſetzen
eſt die Augen. An der Balkontür ſtand ein Menſch, ſtaud
Fü den Schatten der Mauer gedrückt und blickte zu ihr
ASie glaubte ſein Geſicht zu ſehen, die Schultern, die
3 ſchwamm das Schreckbild zu wirren Lichtkreiſen
aus=
ſy und Dagmar ſchloß erſchöpft die ſchmerzenden Augen.
ſthr. Sie hielt den Atem an. Aber das Blut toſte, ſprang
mkatarakt mit ungeſtümer Gewalt zum Herzen. Ihr
Ge=
iſgrplötzlich hell, es krampfte ſich in die Stille, lauſchte.
ürfchtige Schritte näherten ſich. Mit einem Schrei ſchnellte
zur hoch und ſah eine zuſammengekauerte Geſtalt in der
min ihren Koffern. Nuorti! Sie erkannte ihn an der
neportmütze und an den unförmigen Händen, die
ſprung=
ge die Pranken eines Raubtieres, auf dem Fußboden
„kurhtbarer Verdacht durchzuckte ſie, löſchte letzte Ungewiß=
„sihrem Bewußtſein. Blitzſchnell griff fie nach der Piſtole
Em Nachttiſchchen, hob ſie, drückte ab. Noch im roten
wds Schuſſes ſprang der Kauernde auf, erreichte mit zwei
ilcharwei den Balkon und ſchwang ſich über das Geländer in
Feft.
EeTür wurde aufgeriſſen, erſchrockene Geſichter beugten ſich
„B/Kranke. Sie flüſterte auf Franzöſiſch etwas von einem
„,der in ihr Zimmer gedrungen ſei, um ſie zu ermorden.
zmim Bett lag eine Piſtole, ein Geſchoß ſtak in der Mauer
hiergetpen Waſchapparat.
y trat auf den Balkon, ſuchte den Garten ab, ohne die
Spur von dem angeblichen Eindringling zu finden. Der
cpe Vorfall wurde als eine Ausgeburt fiebernder Phan=
Roman
von FRITZ WEBER
verboten.)
taſie erklärt und am nächſten Morgen eine Pflegerin zu Fräulein
Spenborg gerufen.
Am zweiten Tag nach der Kriſe in Dagmars Erkrankung
wurde ihr ein Brief überbracht, den der Mann mit der
Sport=
mütze bei Herrn Toscani abgegeben hatte.
Der Brief enthielt die kurze Mitteilung, daß Holger nach
Bordeaux abgereiſt ſei. Die Zeit dränge und mache ſeine
An=
weſenheit in der Gironde notwendig. Er wünſche baldige
Ge=
neſung und glückliche Heimkehr. Beſte Grüße.
Dem Schreiben lag eine Schenkungsurkunde über Skultung
und ein Scheck auf kunderttauſend Mark bei. Kein Wort
er=
wähnte, weshalb ihr das Gut und dieſer Betrag übergeben
werde.
Als Mademoiſelle Ducrot eintrat, fand ſie Dagmar
Sven=
borg beſußtlos vor. In den verkrampften Fingern hielt die
Kranke einen Brief, auf dem die Pflegerin nichts als die
Unter=
ſchrift entziffern konnte. „Ingenienr Holger Helland” ſtand dort
in korrekt hingemalten Zeichen.
Unermeßlich wvölbt ſich eine Kuppel flammender Geſtirne
über eisſtarres Schweigen. Die Nacht iſt fahl von zuckenden,
flatternden Lichtern. Nur das Tiefſchwarz des offenen Meeres,
ſchauervoller als die Unendlichkeit des Weltraums, verſchlingt die
Strahlenbündel ohne den geringſten Widerſchein — ein ertaubter
Spiegel, ein maßentrücktes Grab des Lichtes.
Manchmal durchbricht fernes Donnergrollen die atemloſe
Stille. Von der Eiskante, dieſem turmhoch ragenden Rahmen
des Roßmeeres, hat ſich ein Block, eine zerklüftete Zacke gelöſt,
auf=
giſchtend in das ſchwarze Waſſer. Aber dann ſchließt ſich das
Schweigen wieder, bläuliches Südlicht zuckt über das Eis, die
Schneefelder, das abgründig tiefe Dunkel der See, auf welcher
nun, gleich einem ſilbernen Kahn, der losgelöſte Klumpen nach
Norden treibt.
Polarnacht. Jedes menſchliche Maß verſagt vor der Majeſtät.
ihrer Unendlichkeit, vor dem millionengeſtiruten flammenden
Auge des Raumes. Die Erde, ein winziger Planet, wandelt hier
als Gleiches unter Gleichem, unbeſtritten in ſeinem göttlichen
Beharren, nicht umkämpft und nicht umworben, fern dem heißen=
Atem geſchäftiger Gier, dem Leben fern und dem Tode. Ihr
Sein bedeutet Nachbarſchaft mit allem, was menſchentrückt und
ewig bleibt nach göttlichem Willen.
Da ſtößt ein Laut durch die Stille, ein langgezogenes
Ge=
bell eines Hundes von der Schneemulde her, aus der eine dünne
Rauchſäule gegen den ſtrahlenzuckenden Himmel trotzt. Und da
kommen Männer, zwei, drei, in dicke Pelze gehüllt, die Geſichter
bärtig und klein unter atembereiften Fellhauben, unförmige
Stiefel an den Beinen. Zottige Hunde begleiten ſie, wälzen
ſich im Schnee, fallen dampfenden Atems übereinander her,
ver=
ſtricken ſich zu kämpfenden Knäueln, bis ein Zuruf, ein
Peitſchen=
knall ſie an die Gegenwart ihrer Herren mahnt.
Neue Gruppen von Männern tauchen aus der Schneemulde,
verteilen ſich auf dem Eiſe. Sie ſtellen optiſche Inſtrumente auf,
hängen kleine Laternen an Stangen, die aus mannshohen
Schneepyramiden ragen, und beginnen ihre Arbeit, die
Ver=
meſſung der trichterförmigen Schlucht, die da ins Eis geſchkagen
werden ſoll, wenn mit der heißerſehnten Sonne Holger Hellands
Flotte über das Meer kommt.
Sie fühlen ſich heimiſch hier, ein langer Winter verbindet
ſie mit dem Holzhaus in der Mulde und ihrer nächſten
Umge=
bung. Das ſtarre Schweigen dahinter und rechts und links,
und draußen auf dem Meere dringt nicht in ihren Arbeitseifer.
Ueber den halben Erdball hinweg, aus einem Haus, das jetzt
zwiſchen blühenden Gärten liegt, ordnet ein fremder Wille ihren
Tag, empfängt ihre Berichte, ſpricht durch die fünfzig Meter
Draht über der ſchneebegrabenen Hütte ſo klar, als käme die
Stimme aus dem Nebenraum. Und ſie antworten aus der
froſtklirrenden Polarnacht, im Bruchteil einer Sekunde trägt die
elektriſche Welle ihre Stimmen über die Station im tropiſchen
Amerika nach der Heimat.
Selbſt der Tag und die Sonne ſind für die zwanzig
Män=
ner auf der Eisbarriere nicht in traumhaſte Ferne entrückt. Sie
brauchen nur den Schuppen am Südhang der Mulde
freizu=
legen, die beiden großen Flugzeuge ſtartfertig zu machen, um
über Meer und Packeis hinweg bewohntes Land zu erreichen,
Aber dieſer Gedanke liegt ihnen fern. Mehr als die Männer
auf Frankreichs Werften, in Deutſchlands Werkſtätten fühlen ſie
den Willen Holger Hellands. Mit Stolz betrachten ſie ſich als
die Pioniere jener großen Armee, die den Eisring der Antarktis
ſprengen ſoll.
Eines Morgens nach Tagen raſch wachſender Dämmerung,
lag ſtrahlendes Sonnenlicht über der Wälfiſchbucht. Die Männer
errichteten auf der hohen Klippe nördlich ihres Hauſes einen
Auslug, bon dem ſie Stunde für Stunde, tagaus, tagein über
das Meer blickten. Aber nichts regte ſich am Horizont der
dunklen Fläche.
Je höher die Sonne ihre Bogen zog, deſto größer wurde
d:e Enttäuſchung der Leute, die nun ſchon acht Monate auf der
Eiskante lebten. Sie hatten ſich den Wettlauf nach Ophir
au=
ders vorgeſtellt: als ein wimmelndes Gedränge von Schiffen,
Menſchen und aufregenden Zwiſchenfällen. Nun blieb alles
ſtill wie zuvor. Außer einigen Robben und großen Scharen
von Pinguinen zeigte ſich weit und breit kein Leben.
Kapitän Fairfax, der Führer der Spitzengruppe, erklärte,
daß dies ganz ſo ſei, wie er es ſich vorgeſtellt habe. „Der
Schwarm der Freibeuter ergießt ſich in den Mac=Murdos=Sund,
tauſend Kilometer von hier, und ſpäter wahrſcheinlih über
Shackletons alten Anmarſchweg entlang des Süd=Viktoria=
Landes und den Beardmoregletſcher hinauf. Hier iſt Pachtgrund
des Syndikats, die Kerle werden es nicht ſagen, unſere Rechte
auf die Walfiſchbucht und das angrenzende Gebiet anzutaſten”,
ſagte er.
Endlich kam die Nachricht, daß Hellands Flotte bei Bordeaur
verſammelt liege und in drei Gruppen, am 18., 19. und 20.
Ok=
tober, ausfahren weroe. Großſender Eiffelturm berichtete von
den gigantiſchen Feſtlichkeiten, die anläßlich dieſer Tage geplant
waren. Dennoch ſtarrten die Männer auf der hohen Klippe
unentwegt nach Norden, über die dunkle See hin, an deren
Kimmiung die erſehnten Schiffe auftauchen ſollten.
An einem der glasklaren Tage um die Oktobermitte meldete
der Poſten vom Auslug, daß am Horizont eine Rauchfahne zu
ſehen ſei. Im Nu wimmelte es auf der Klippe von
Neu=
gierigen. Stundenlang ſchien ſich die Lage der ſchwarzen Wolke
nicht zu ändern; aber dann tauchte ſie immer mehr unter den
Sichtkreis, und endlich konnte man einen kleinen Dampfer
wahr=
nehmen, der die japaniſche Flagge trug. „Kainan Maru” ein
ſiebzig Jahre altes Fahrzeug, das ſchon die erſte japaniſche
Antarktisexpedition getragen hatte, traf in der Walfiſchbucht
ein. Die kleinen Leute, in ungeheure Pelze gehüllt, vermieden
es, den Männern in der Schneemulde einen Beſuch abzuſtatten,
ſondern landeten nur zehn hochbepackte Schlitten und etwa
ſech=
zig Hunde. Zwei Tage ſpäter machten ſie ſich nach dem Süden
auf, und der „Kainan Maru” verſchwand aus der Bucht.
Ein Funkſpruch aus Nagaſaki meldete, daß Japan ſich nicht:
verſagen wolle, Amundſens kühnen Vorſtoß nach dem Pol zu
wviederhölen, „eh die Barbaren aus dem Weſten den Frieden
des ewigen Eiſes für immer zerſtörten”.
(Fertſetzung folat )
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Seite 10 — Nr. 357
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 25. Dezember
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DARMSTADT
24. Dezember 1931
(18592
Meine Verlobung mit
Fräulein
Lisbeth Degen
beehre ich mich anzuzeigen.
Or. phil. Karl Heinz Rohde
Gotha / Thüringen
Ohrdruferſiraße 1.
Weihnachten 1931.
Die Verlobung meiner Tochter
Lisbeth
mit Herrn
Dr. phil. Karl Heinz Rohde
und
meiner Tochter Lotte
mit Herrn
Oppl. Ing Viktor R. Strizek
gebe ich bekannt.
Dr. med. Wilhelm Oegen
Darmſiadt
Klappacherſtraße 1.
Meine Verlobung mit
Fräulein
Lotte Degen
beehre ich mich anzuzeigen
Oipl. Ing. Viktor R. Strizel
Weißenbachfabrik
im Murgtal / Baden.
Weihnachten 1931.
Ihre Verlobung geben bekannt
Hedwig Müller
Jakob Zahrt
Studienreferendar
Darmſtadt, den 26. Dezember 1931
Taunusſtraße 53
Marſiallſtraße 10
Statt Karten.
Lieſei Krug
Karl Jäger
Verlobte
Darmſtadi, Weihnachten 1931
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Friedbergerſfraße 1
Hilde Hering
Carl Schnell
Verlobte
Darmſiadt
Jahnſtraße 112
Mannheim
Feuerbachſiraße 3
Weihnachten 1934
Wir haben uns verlobt
Elfi Happel-Kögel
Edgar Merck
Weihnachten 1934
Herderſtraße 13
Rheinſtraße 35
Ihre Verlobung beehren sich
Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeiger
Mariechen Dammaſchk
Willy Weinand
de Verlio
Darmſtadt
Merzig/Saod
Kiesſtraße 5
z. Zt. Freibufg
Darmſiadt, Weihnachten 1931.
anzuzeigen
Liesel v. d. Au
Hermann Kuba
Weihnachten 1951
Kirchstraße 1 Mauerstraße 11
Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
Auguſte Haetſcher
Hermann Arnold
Darmſiadt, den 26. Dezember 1931
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Fränzel Hoenicke
Georg Jahme
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Sofie Hofferbert
Paul Schwarz
Verlobie
Weihnachten 1931.
Neue Niederſtr. 13.(*) Löffelgaſſe 19.
Ihre Verlobung
Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
Eliſabeth Noldt
Leonhard Beſt
Darmſtadt, Weihnachten 1931.
Niederſtraße 11
Ludwigshöhſtraße 22
beehren ſich anzuzeigen
Mariechen Bohl
Hans Bleſſing
Buchhalter
Weihnachten 1931
Arheilgen
Darmſiadt
Dieburgerſtr. 8 (* Lindenfels i. O.
Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
Lina Mertz
Wilhelm Dieter
Darmſiadt, Weihnachten 1931
Lſebigſtraße 71
Roßdörferſtraße 17
Gretel Vonbühren
Karl Walther
Verlobte
Weihnachten 1931
Eſchollbrückerſtr. 44 Liebfrauenſtr. 77
ötatt Karten
Mainz
Darmſtadt
Alix Feldhofen
Michael Winkler
Kammerſtenograph beim Landtag
Verlobte
Weihnachten 1931
Ihre Verlobung geben bekannt
Berta Hirz
Fritz Burger
Weihnachten 1931
Darmſiadt
Barkhausſtr. 23 Kl. Ochſengaſſe 2
Alice Leiderer
Hans Herter
Verlobte
Woogsſtraße 4
Aliceſtraße 12
Käthe Diefenbach
Franz Monreal
Verlobte
Weihnachten 1931
Darmſiadt, Waldſir. 30 Aachen
Käthe Oelſ
Grnst Konrad
grüßen als Gerlobte.
(0eihnachten 1931
Kamburg 59
Sroßhaidestraße 10
Darmstadt
Heinhermerstraße 8"
Ihre Verlobung geben bekannt
Mathilde Becker
Ludwig Meinhardi
Weiterſtadt, Weihnachten 1931
Margarete Mechler
Karl Bingel
Verlobte
Damſiadt, Weihnachten 1931.
Kiesſtraße 71.
(*)
Saalbauſtraße 2.
Gretel Eberhardt
Artur Saling
grüßen als Verlobte
Luiſenſtr: 20 Landgr.=Georgſtr. 34
Weihnachten 1931
Ihre Verlobung geben bekannt:
Rie Weyrauch
Hermann Klöß
Darmstadt, Weihnachten 1931.
Schwanenstraße 24.
()
Emilstraße 28.
Herta Zabel
Hans Maier
Verlobte
Darmſiadt
Schulſtr. 15, I.
Siutigart
Ihre Verlobung beehren ſich anzuzeigen
Gertrud Wedekind
Georg Weber
Metzgermeiſiter
Darmſtadt, Weihnachten 1931
Holzſiraße 18
Feldbergſiraße 7!
Statt Karten
Gretel Filſinger
Simon Bäcker
Verlobte
Minni Christ
Willy Harth
Verlobte
Weihnachten 1981
Wiesbaden
Erbenheim
Darmstadt
Rheinstr. 47
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Darmſtadt Weihnachten 1931 Darmſtadt
Lichtenbergſtr. 72
Roßdörferſtr.
Statt Karten.
Luiſe Rehn
Heinrich Rau
Verlobte
Darmſiadt
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Franzi Heß
Ernſt Dohn
Verlobte
Weihnachten 1931
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Kätha Katzenmaler
Wartin Oöttmann
Verlobte
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25. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 357 — Seite 11
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Karl Bormuth
Verlobte
Darmstadt, Weihnachten 1951
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(liſabeth Schwarz
Erich Herzig
Verlobte
Darmſiadt, Weihnachten 1931
2tſtraße 36
Gervinusſtraße 34
ſte Verlobung geben bekannt
Erika Dietz
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Darmſiadt, Weihnachten 1931
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Hildegard Hundsdorf
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Uhlstraße 17½ () Hermannstraße 5
Weihnachten 1951
Henriette Deuſſinger
Adolf Döll
Verlobte
Aupftraße 32 — — Darmſiadt. Waldſraße 33
Weihnachten 1934
Kätha Holdenreuter
Heinrich Aberle
Verlobte
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Weihnachten 1931. Roßdörferſtr. 15
Emma Lautenſchläger
Otto Glieſche
grüßen als Verlobte
Soderſtr. 40 (* Gräfenhäuſerſtr. 27
Aenne Baumann
Adolf Renner
Verlobte
Weihnachten 1931
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Friedel Mies
Albert Albrand
Verlobte.
Edelfingen
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Elſe Schröbel
Georg Hengſtermann
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Weihnachten 1934
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Irmgard Dehnert
Karl Schum
Verlobte
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Darmſiadt
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Luiſe Mörſchel
Walter Harris
Verlobte
Weihnachten 1934
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Am 22. Dezember 1931 verſtarb nach kurzer, ſchwerer
Krankheit mein lieber Mann, unſer herzensguter
treuſorgender Vater, Bruder und Schwager
Ludwig Oſt
Hausverwalter beim Heſſ. Landtag
Leutnant d. L.
im 51. Lebensjahre.
Die Beiſetzung fand auf Wunſch unſeres lieben
Ent=
ſchlafenen in aller Stille ſtatt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Weihnachten 1931.
Statt beſonderer Anzeige.
Am Montag, den 21. Dezember, ½12 Uhr entſchlief
fanft unire liebe Mutter, Schwiegermutter und Tante
Frau Chriſtine Mauer Wwe.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Karl Mauer.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme, ſowie für die zahlreichen Kranz”
ſpenden bei dem Heimgang unſerer
lieben Entſchlafenen
Frau Bertha Oberheim
ſagen wir allen innigſten Dank.
Be=
ſonders danken wir Herrn Pfarrer Heß,
der Stadtmiſſon und dem
Blaukreuz=
verein, ſowie dem Stervekaſſenverein
Conkordia, für ihre troſtreichen Worte,
ferner allen denen die die Verſtorbene
auf ihrem letzten Wege begleitet und
am Grabe geehrt haben.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Willi Wodrig
Chriſtian Oberheim
Darmſtadt, den 24. Dezember 1931
Beerdigungs=
Geſchäft Gg. Oesterling.
Lauteſchlägerſtr. 10, Telef. 1286. (6523a
Darmſtadt, den 25. Dezember 1931.
Auf Wunſch der Entſchlafenen fand die Beerdigung
in aller Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſeren
verdienten
Chormeiſter
Herrn Wilhelm Herbert
in die Ewigkeit abzurufen.
Wir verlieren in demſelben unſeren hochbegabten
Dirigent und Muſiker. Er war ein Mann von
ausgezeichneten Charaktereigenſchaften und werden
wir ſein Andenken ſtets in Ehren halten.
Geſangverein, Einigkeit”
Darmſtadt=Beſſungen
„Doppelquartett Rheingold‟
Darmſtadt.
(18614
Die Beerdigung findet am 26. Dezember, vormittags
11 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Wir bitten unſere Mitglieder um rege Beteiligung.
Lisbeih, Greiel 1. Henne
1 haben eine ganz
entzücken-
de Wäscheausstattung Allen
Freundinnen u. Bewunderern
raten sie kauft bei
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Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Liebe
und Teilnahme beim Heimgang meines lieben
Mannes, Schwagers und Onkels, des
Dr. medl. Friedr. Wilh. Zutz
prakt. Arzt
ſage ich hiermit im Namen der Hinterbliebenen
meinen tietgefühlteſten Dank.
Olga Zutz, geb. Geiler.
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Seite 12 — Nr. 357
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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25. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 357 — Seite 13
Heidelberg ehrt Schurman, den früheren amerikaniſchen 1
in Berlin.
ie Allerbei be
Das Mittelſtück der Brücke wird eingehängt.
1AMeter lange Brücke, die bei Verden über die Aller führt, geht ihrer Vollendung entgegen.
ſitzelnen Teile waren nach einem neuen Schweißverfahren bei der Dortmunder Union
her=
geſtellt und auf dem Waſſerwege an den Beſtimmungsort gebracht worden.
Die Schurman=Straße in Heidelberg.
Zu Ehren des ehemaligen amerikaniſchen Botſchafters in Berlin, Jakob Schurman, dem die
Univerſität Heidelberg die Errichtung ihres Neubaues verdankt, wurde die Unterneckar=Straße in
Schurman=Straße umgetauft.
2n Sit
Reich und Ausland.
Ergebnis des Weltbewerbs
„Wachſendes Haus”.
„macht varen, drangen in die Geſchäftsräume ein,
undowar hielt einer der Räuber das im Laden
deanmeſnde Verkaufsperſonal in Schach, während
der adere ſich der Kaſſe mit der Tageseinnahme
in öche von 730 RM. bemächtigte. Als die
Bandten wieder verſchwinden wollten, ſtellte ſich
ihn.man der Ladentür eine Verkäuferin
ent=
bhAle gegin und entriß ihnen bis auf zwei
Zwanzig=
markſeine die ganze Beute. Die Räuber
ſtürz=
uo, iten drrauf in den vor dem Geſchäft bereitſtehen=
„den=Aagen und flüchteten.
Zum Tode des berühmken
eſchichtsforſchers Prof. Koſſinna.
Gochmrat Prof. Dr. Guſtav Koſſinna=Berlin,
des ſekannte Erforſcher der deutſchen
Vorge=
ſchöſche, iſt 73jährig geſtorben. Die Wiſſenſchaft
vesihnkt Prof. Koſſinna die eingehende
Unter=
ſunhag der deutſchen Vorgeſchichte, die den
kultellen Hochſtand des alten Germanentums
M der römiſchen Eroberung erwieſen hat.
ſt eine Berlin. Aus Anlaß des Wettbewerbs,
r imHerbſt d. J. vom Ausſtellungs=, Meſſe=
„d ſemdenverkehrsamt der Stadt Berlin zur
Mlangng von Entwürfen für „das wachſende
ustlausgeſchrieben war, ſind 1079 Arbeiten
dnmmsmäßig eingereicht worden. Die beſten
beitn werden auf der vom 14. Mai bis
Allgſt ſtattfindenden Berliner Sommerſchau
322 Sonne, Luft und Haus für alle!” aus=
Gfüün werden. Der erſte Preis von 2000 RM.
iWilly Zabel, Magdeburg, die zwei
zwei=
m beiſe von je 1000 RM. erhielten
Regie=
ngsſtumeiſter Kurt Groote=Düſſeldorf und
irkſascard Canthal=Zehlendorf. Die drei
itti/ Preiſe mit je 500 RM. fielen an Auguſt
eu: eFrankfurt a. M., Wilhelm
Flaſchenträger=
ümhn und Julius Neumann=Chärlottenburg.
ſei ſer 10 Entwürfe wurden mit je 300 RM.
geidft. — Den Vertretern der Preſſe war
elcynheit gegeben, die im Hauſe der
Funk=
ditte ausgeſtellten Arbeiten zu beſichtigen.
ab öhob Stadtbaurat Dr.=Ing. Martin Wag=
Avor, daß der Kapitalſchwund ſchon ſeit
Ahrch dazu geführt habe, die Volkswohnungen
him’kleiner zu bauen. Dieſer Weg ſei aber
fäüuch, weil dieſe Kleinſtwohnungen in beſ=
SllEEen ſeiten der Entwertung anheimfallen
wür=
a. Ang en. Nan müſſe daher den Weg des „
wachſen=
einer frelen Huſes” oder „Anbauhauſes” gehen, d. h.
hamonines musform ſchaffen, die, von einem kleinſt=
En. uhöggiten Kern ausgehend, es dem Beſitzer des
ſunſt, Waung erlaubt, die weiteren für ſeinen
Haus=
ngericht ſtaltt irforderlichen Raumteile anzubauen. —
ſchrft. Miriſt rialdirektor Dr.=Ing. Kießling führte u.
nunt. Gk. auf, daß das „wachſende Haus” nichts mit
ſichert, ſen Sadtrandſiedlungsplänen der
Reichsregie=
un= u tun habe. Es handele ſich um ein
vor=
jäd ißes Gartenhaus, das mit möglichſt
ge=
inget laufenden Koſtenbetrag
verſicherungs=
inde bleihungsfähig ſein und nicht mehr als
100 MM. koſten ſolle.
Dreiſter Raubüberfall.
Gln. Ein äußerſt dreiſter Raubüberfall
wpumdam Mittwoch abend auf die Filiale
Hirſch=
gſſberget Straße der Konſumanſtalt Eintracht
aus=
ggefüüht. Kurz vor 8 Uhr fuhren drei Männer
vor ᛋr Filiale vor. Zwei von ihnen, deren
Geſfher durch ſchwarze Masken unkenntlich ge=
Die Ruine des ausgebrannten Alten Schloſſes in Stuttgart
Der Brand im Alten Schloß zu Stuttgart.
Stuttgart. Die Trümmerſtätte des
ab=
gebrannten Oſtflügels des Alten Schloſſes bot
geſtern dasſelbe Bild wie vorgeſtern. Das Feuer
iſt eingedämmt, wenn auch noch nicht vollkommen
zum Stillſtand gekommen. Geſtern früh wurde
im Mittelbau des Oſtflügels wie auch am
Süd=
turm, gegenüber der Markthalle, weiter energiſch
geſpritzt. Es dürften noch manche Tage vergehen,
bis der Brand vollſtändig zum Erliegen
gekom=
men iſt. Die Feuerwehren ſind bis auf einen
Bereitſchaftsdienſt zurückgezogen worden. Eine
Gefahr beſteht nicht mehr. Die Ruinen ſind, von
außen geſehen, faſt völlig vereiſt. Nach Neujahr
ſoll mit den Aufräumungsarbeiten begonnen
werden, die mehrere Monate in Anſpruch
nehmen dürften. Die obdachlos gewordenen
Fa=
milien ſind inzwiſchen ſämtlich untergebracht
worden.
Zu dem Einſturzunglick in der vaktikaniſchen Bibliothek.
Links: Blick in eine Halle der vatikaniſchen Bibliothek, in der die prachtvollen
Kunſtſamm=
lungen des Papſtes untergebracht ſind. Rechts: Ein Leſeſaal in der päpſtlichen Bibliothek.
In einem Saal der päpſtlichen Bibliothek im Vatikan ereignete ſich bei Renovierungsarbeiten ein
folgenſchwerer Gewölbeeinſturz, durch den mehrere Arbeiter und ein Profeſſor, der die Arbeiten
leitete, in die Tiefe geriſſen wurden. Der Profeſſor und ein Arbeiter wurden bereits tot
auf=
gefunden. Für die Rettung von drei weiteren Verſchütteten beſteht kaum noch Hoffnung.
Der Einſturz
der vakikaniſchen Bibliothel.
Rom. Der Einſturz der vatikaniſchen
Biblio=
thek hat im ganzen Vatikan ſehr tiefen Eindruck
gemacht. Der Papſt hat zur Ermittlung der
Ur=
ſache des Einſturzes eine
Unterſuchungskommiſ=
ſion eingeſetzt, während der Unterſuchungsrichter
der Vatikanſtadt eine Unterſuchung zur
Feſtſtel=
lung der Verantwortlichkeit eingeleitet hat.
In=
zwiſchen konnte nun die dritte Leiche eines
Ar=
beiters geborgen werden. Die verſchütteten
Arbeiter wollten im Erdgeſchoß neue Räume
als Lager der Bibliothek freimachen, und
wahr=
ſcheinlich iſt dabei nicht rechtzeitig für die
Ver=
ſtärkung der Mittelpfeiler geſorgt worden. Wie
eine vatikaniſche Perſönlichkeit verſicherte, wird
der weltberühmte Saal wieder vollſtändig
reſtauriert werden können. Zum Glück haben die
eingeſtürzten Mittelpfeiler nicht die ganze Decke,
ſondern nur die Mitte des Bodens mitgeriſſen,
ſo daß nur zwei Schaukäſten und einige
Ge=
ſchenke der Herrſcher verſchüttet und zerſtört
wur=
den. Die Malereien auf den eingeſtürzten
Pfei=
lern ſtammen aus der Zeit Sixtus V., haben
aber mehr dekorativen Wert und können wieder
hergeſtellt werden. Die Bibliothek dürfte in
einem Monat wieder zugänglich ſein.
Henry Farman über ſein Stratoſphärenflugzeug.
Paris—NewYork in ſechs Stunden.
Paris. Ueber das franzöſiſche
Strato=
ſphärenflugzeug, deſſen Fertigſtellung nicht, wie
kürzlich berichtet, beendet iſt, ſondern noch
min=
deſtens zwei Monate in Anſpruch nimmt, äußerte
ſich der Erbauer, der bekannte franzöſiſche
Flug=
zeugkonſtrukteur Henry Farman. Er erklärte,
daß er Einzelheiten über die Konſtruktion auf
Wunſch der franzöſiſchen Regierung nicht
ver=
öffentlichen dürfe. Er rechne jedoch damit, daß
der Apparat in etwa 15 000 bis 18 000 Meter
Höhe eine Geſchwindigkeit von 800
Stundenkilo=
metern erreichen werde und Paris mit New
Vork in ſechs Stunden verbinden könne. Die
Verſuchsflüge werden mindeſtens ſechs Monate
in Anſpruch nehmen. Die Kabine iſt nach dem
Vorbild der Piccardſchen Ballongondel gebaut.
Die drei Kompreſſoren liefern dem Führer und
ſeinem Begleiter in der Minute 60 Liter Luft.
Untergang eines japaniſchen Dampfers.
50 Paſſagiere vermißt.
Tokio. Der Küſtendampfer „Yacyama
Maru” iſt geſtern früh infolge Zuſammenſtoßes
mit einem anderen Küſtendampfer in der
Bin=
nenſee geſunken. 50 Paſſagiere werden vermißt.
Das Münchener Armee=Muſeum
erhälk eine Hindenburgbüſte.
Der Münchener Bildhauer Mattes
mit der von ihm geſchaffenen Hindenburgbüſte,
die demnächſt im Armee=Muſeum zur Aufſtellung
gelangen ſoll. Der Reichspräſident hat dem
Künſtler für den Entwurf ſeiner Arbeit eine
Stunde lang geſeſſen
Seite 14 — Nr. 357
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 25. Dezember
Weihnachten m der Geburtskirche zu Bethlehem
Von einem Sonderkorreſpondenten.
Weihnachten in der Geburtskirche zu Bethlehem . . .. das iſt
nicht das ſilberglitzernde, lichterflimmernde Familienfeſt der
duf=
tenden Tannen und des Geſchenktiſches. Bethlehem iſt die
Ge=
burtsſtadt Chriſti, und hier wird wirklich Weihnachten als
Ge=
burtsfeſt gefeiert. Am Heiligen Abend iſt Bethlehem das Ziel
zahlreicher Chriſten, die aus
Paläſtina hierher kommen,
um an der geſchichtlichen
Stätte des großen
Ereig=
niſſes das Feſt zu begehen.
Es iſt der Weg, den vor
mehr als 1900 Jahren die
Weiſen des Morgenlandes
von Jeruſalem nach
Beth=
lehem gezogen ſind. Die
Strecke beträgt nur wenige
Kilometer, und die Autos.
die heute vielfach benutzt
werden, fahren ziemlich
langſam. Zahlreiche
Rei=
ter machen denſelben Weg.
Am Nachmittag begibt ſich
der lateiniſche Patriarch
nebſt Gefolge nach
Bethle=
hem in feierlichem Aufzuge.
Die Polizeieskorde, die den
Zug begleitet, iſt beritten
und ſtrahlt in ihrer
Pa=
radeuniform. Am Grabe
der Rahel fährt die
Pro=
zeſſion vorbei, und nun
kommt Bethlehem in Sicht.
Schließlich iſt Bethlehem
erreicht. Ueber der kleinen
Stadt, von der aus das
größte Ereignis der
Welt=
geſchichte ſeinen Anfang
nahm, liegt eine
eigen=
artige Weihe.
Glockenbrau=
ſen ſchwingt in mächtigen Wellen zum Himmel empor, und im
Glanze der Sonne wartet die Bevölkerung auf den Einzug des
Patriarchen. Die Heilige Nacht beginnt. Die Geburtskirche iſt
ein düſteres Gebäude, das von den Mauern der drei Klöſter der
Lateiner, Griechen und Armenier umgeben iſt. Sie hat einen
feſtungsartigen, verſchloſſenen Charakter. Die Kirche befindet
ſich über der Grotte, in der nach der Ueberlieferung die Krippe
ſtand, die das Jeſuskindlein barg. Im Jahre 330 wurde ſie von
Konſtantin erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte iſt ſie viele
Male erneuert worden, ſo daß von der urſprünglichen Baſilika
heute kaum noch etwas vorhanden iſt. Der Zahn der Zeit,
krie=
geriſche Ereigniſſe und religiöſer Eifer haben an dem Bau genagt.
Heute iſt der Gebäudekomplex zwiſchen Römiſchkatholiſchen,
Grie=
chen und Armeniern geteilt. Auch die Kopten beſitzen einen Altar
im Querſchiff. Die Mitternachtsmeſſe in der Heiligen Nacht wird
nicht in der Geburtskirche ſelbſt, ſondern in der
Franziskaner=
kirche zelebriert, die ſich unmittelbar an die Südmauer der
Ge=
burtskirche anſchließt. Um 2 Uhr morgens, wenn die Meſſe zu
Ende iſt, wird in feierlichem Umzuge ein etwa 1 Meter großes
Jeſuskind aus Wachs dreimal um die Geburtskirche herumgetragen
und dann in die marmorne Krippe gelegt, die nach der
Ueber=
lieferung genau an der Stelle errichtet iſt, wo die wirkliche einſt
ſtand. Das griechiſchorthodoxe Weihnachtsfeſt wird dagegen in der
Geburtskirche ſelbſt gefeiert. Es findet am 6. Januar ſtatt. Die
Geburtskirche iſt zum Berſten gefüllt mit Pilgern aus allen Teilen
„Geburt Chriſti” von Bernardino Luini (1470—1530).
des Landes, Touriſten und Schauluſtigen. Die dominierende Note
aber in der kaleidoſkopartig buntgewürfelten Menge ſtammt von
den Bethlehemiten in ihrer pittoresken Tracht; es wimmeln die
großen weißen Hauben der Frauen, mit Spitzen reich beſetzt
eine Tracht, die noch aus der Zeit der Kreuzfahrer ſtammt —
und wie gelbe Butterblumen auf farbenfroher Wieſe leuchten die
gelben Rieſenturbane der Männer, unter denen ſie kleine weiße
Käppchen wie ſeltſame Kelche tragen. An der Nordſeite des
Chores ſteht der Thron des Patriarchen, vorläufig noch leer,
ihm gegenüber die Konſuln der orthodoxen Mächte. Die
Zere=
monie beginnt. Paarweiſe, in langer Reihe, kommen die
Geiſt=
lichen daher, die an der Feier teilnehmen werden. Rechts je ein
Archimanorit, in Schwarz gehüllt, ein leuchtendes Kreuz auf der
Bruſt, links ein einfacher Menſch. Vor dem Hochaltar angelangt,
ſinkt jedes Paar in die Knie, dann zum zweiten Male vor dem
Prälaten, der zur Rechten des Thrones ſteht; ſie küſſen ihm der
Reihe nach die Hand und erlangen, wie es der orthodoxe Ritus
vorſchreibt, die Erlaubnis, der Zeremonie beizuwohnen. Wenn
die Liturgie bis zur „Stelle des Einzugs” gediehen iſt, tritt durch
die ſogenannte „Königliche Türe” der Patriarch. Langſam
ſchrei=
tet er, ſtrahlend in Weiß und Gold, zum Throne. In ſeiner
Mitra funkeln koſtbare Steine. Der eigentliche Gottesdie
ginnt. Der Höhepunkt iſt da, wenn Geiſtlichkeit und of
Gäſte in die unterirdiſche Geburtskapelle hinunterſteigen.
und glitſchig ſind die ſchmalen Stufen. Jeder in der Pro
trägt eine große leuchtende Kerze in der Hand. In der 1
Grotte miſcht ſich der Qualm der Lichter mit dem betäun
Duft des Weihrauchs zu ſeltſamen Nebelſchwaden, die baſ
dichtgefüllten Raum in blaues Licht hüllen. Brauſend ert)
der Grotte das „Kyrie eleiſon”. Niederknien Patriarch und
ſter vor dem kleinen Altar, küſſen den Silberſtern mit d
unbeſtimmten Schein der Kerzen glühenden Inſchrift:
Virgine Maria Tesus Christus natus est‟. Den Schlu
Geburtsfeſtes bildet der feierliche Umzug dreimal rund un
Innere der Kirche. Voran die Fahnen und Kreuze, die B
dann und Prieſter in Zweierreihe; ſchließlich der Patriar/
Menge ſegnend, umgeben von Weihrauchſchwaden und den
gen einer majeſtätiſchen Hymne, während der mächtige Le
oben, von unſichtbaren Händen gezogen, in großem Boge/
und her ſchwebt. Und dann kommt das Seltſamſte, das
Feier zu einer einzigartigen macht unter allen chriſtlichen
nachtsfeiern der Welt: Zu den griechiſchen Klängen des Ge
kommt plötzlich der ägyptiſche Chor der Kopten und der
harmoniſche Geſang der Jakobiten, die jeder an einem ei
Altar ihren Geburtstag Chriſti feiern.
Amkliche Winkerſporknachrichken.
Herausgegeben von der Heſſiſchen Oeffentlichen Wetterdienſtſteld,
Landwirtſchaftlichen Inſtitut der Univerſität Gießen am 24. Dez
Vogelsberg. Hoherodskopf: Bewölkt, 8 Grad Kälte,
Schnee, gekörnt.
Taunus. Kl. Feldberg; Beſvölkt, 3 Grad Kälte, 8 cm.
Firnſchnee.
Odenwald. Neunkirchen: Klar, 10 Grad Kälte, 12—14 cm.
verſchnee, Rodel gut, Ski ſtellenweiſe möglich.
Schwarzwald. Feldberg: Klar, 1 Grad Kälte, 20 cm. Schnec
harrſcht, Ski gut.
Schwarzwald. Ruheſtein; Klar, 3 Grad Kälte, 40 em. Pl
ſchnee, Ski gut.
Weiterberichl.
Langſam bringen die im Norden vorüberziehenden Störu) von der
das Hochdruckgebiet zur weiteren Verbreitung. Durch ſie nyſach
die ozeaniſche Luftzufuhr ſüdwärts über Deutſchland zu. Der „des Alt
liche Teil des Reichs liegt bereits im Bereich wärmerer LuMleben
daß dort der Froſt zurückgeht und im Küſtengebiet treten ſiheben in
Die W
were
Regenfälle auf. Ueber den britiſchen Inſeln dringt heute wch nur ein
Luft vor welche die heutigen Morgentemperaturen bis zu 13011
über Null anſteigen ließen. Im Bereich der ozeaniſchen Luft
der Froſt zurück und Niederſchläge, die anfangs, als Schnee
treten, dürften ſpäter in Regen übergehen.
Ausſichten für Freitag, den 25. Dezember: Abſchwächung des A.. Tagsüber Temperaturen um 0 Grad. Vorwiegend
kig und bedeckt. Schneefälle.
Ausſichten für Samstag, den 26. Dezember: Weitere Milder
Wechſelnd wolkig. Einzelne Niederſchläge, teils als Rege
Ausſichten für Sonntag, den 27. Nopember: Wechſelnd wolk
Wetter mit vorübergehendem Aufklaren wahrſcheinlich. D,
Temperaturen ſchwankend und Neigung zum Rückgang,
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eitag, 25. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 357 — Seite 15
Sportliche Weihnachten 1931.
die viel Not und Elend mit anſieht, einen Lebensinhalt zu
ver=
ſchaffen. Denn woher ſoll dieſe Jugend, die heute aufwächſt, Lebens=
Hoffnung auf beſſere Zeiken.
werte kennen, ſich einen Lebensinhalt verſchaffen, wenn ſie nicht
er Wunſch nach dem „Fröhlichen” Weihnachten war noch nie
eſtigter als in dieſem Jahre. Es beſteht genug Veranlaſſung,
Litmenſchen ein fröhliches Weihnachtsfeſt zu wünſchen, ohne
un damit die Gewähr gegeben iſt, daß dieſer Wunſch eintrifft.
sJahr hatte, als es begann, wenig verſprochen, aber es hielt
veniger. Wir feiern Weihnachten in einer ſchweren Zeit, ſo
be wie ſie Deutſchland noch nie gehabt hat, und die Frage iſt
Aberechtigt, ob es uns in den Kriegsjahren viel ſchlechter er=
For iſt als gegenwärtig, wo ein Volk um ſeine Exiſtenzmöglich=
Umpft.
iter dieſen Gedankengängen ſteht das Weihnachtsfeſt dieſes
hus. Der Peſſimismus, der ſich allenthalben ausprägt, hat ſeine
ſFatigung in einer Zeit wirtſchaftlicher Depreſſion, wo
Notver=
ungen das Exiſtenzminimum bedrohen. Es iſt nicht leicht, in
wrſolchen Zeit an Sport zu denken. Es geht um mehr. es geht
m de Grundlagen menſchlicher Exiſtenz, um die notwendigſten
wdrungen des Lebens. In einem ſolchen Kampf ums Daſein
1dder Sport ein wenig zurückgedrängt.
luich die Sportler haben ihre Weihnachtswünſche, ſie haben
mreine ganze Menge, ganz beſonders, da ſie in das olympiſche
oreintreten. Aber ſie ſtellen ihre Wünſche und Forderungen
zu=
hi, veil ſie ſehen, daß es um größere Dinge geht. Man muß
ler=
wich zu beſcheiden, und daran zu denken, daß es einmal eine
stiegeben hat. wo der Sport noch nicht anerkannt war, ſondern
Dine Bewegung von Außenſeitern ſein Daſein friſten mußte.
iſeBewegungen ſetzen ſich, wenn der Kern geſund iſt, von ſelbſt
uich auch ohne äußere Hilfe.
Wber gerade in ſolchen Zeiten, die buchſtäblich die Welt
er=
äittrn, zeigen ſich die Werte einer Bewegung am beſten. Es iſt
Htchwer, im Wohlſtand und in allgemeiner Zufriedenheit groß
mükedeutend zu ſein, aber ſchwer iſt es, eine Miſſion zu erkennen
Nm erfüllen, wenn die Zeit ſie erheiſcht. Der ſportlichen Be=
„ecug iſt eine ſolche Miſſion zugefallen. Nicht länger mehr iſt
wr ein von allen Dingen losgelöſter Beſtandteil, unabhängig
uen Zeiterſcheinungen. Die Bewegung iſt ein Teil des Ganzen
ſwoden, gliedert ſich dem Gefüge ein, ſie teilt das Elend und die
c. die auf anderen Gebieten herrſcht. Das beweiſt aber wieder=
I ſaß der Sport ins Volksbewußtſein eingedrungen iſt, als ein
eindteil unſeres ſtaatlichen Lebens.
lie Miſſion, die der Sport erfüllt, iſt eine doppelte. In einer
ſtwveren Zeit bedürfen die Menſchen der Ablenkung und
Befrei=
tuvon den Sorgen des Alltags. Hierin liegt das Symbol des
Burch ſie füihrachtsfeſtes, das für ein oder zwei Tage aus den
Niederun=
iud zu. Deſ ſes Alltags erheben ſoll in eine andere, freundlichere Sphäre.
armerer Ind benſo iſt es die Bedeutung des Sports, aus der Alltagsſphäre
biet treieſ ſeheben in eine andere, vielleicht ein wenig beſſere Welt, die
ſor heute minur eine Illuſion iſt, aber wenigſtens eine freundliche. Und
ois zu ſeher wie der heutigen läßt ſich am beſten erkennen, wie
wert=
miſchen LufUdieſer Ausflug in freundlichere Gefilde iſt.
Vährend alſo die Grundlagen der menſchlichen Daſeinsformen
ſüucht ſind, erfüllt der Sport die Aufgabe aus der Erkenntnis
zuſammenhänge und ihrer bitteren Konſequenz in eine
Athmo=
ie des Vergeſſens zu leiten. Weiter aber — und das iſt noch
ſühtger — iſt es die Miſſion dieſer Bewegung, einer heran=
Ehenden Generation, die inmitten dieſer Zuſtände leben muß,
En die Bezirks-Handbalmeiſterſchaft.
Rit
Sb. 98 Darmſtadi — SB. Wiesbaden.
eegt Ze Die 1. Begegnung in den Spielen, um die Bezirksmeiſterſchaft
deri Neitzo ut am Sonntag, den 27. Dezember, auf dem Platz am
Böllen=
r zum Austrag. Der Gegner der 98er iſt der Sportverein
Webaden, der diesjährige Meiſter der Gruppe Südrhein. Den
mhädtern, die ohne jeden Punktverluſt die Gruppenmeiſterſchaft
ſhpft haben geht, wie wir ſchon ſagten, ein ausgezeichneter
voraus. Die Gäſte treten in folgender Aufſtellung an:
Mund.
Kromer.
Hauſer.
Gruber,
Bader,
Müller,
Gollenbuſch. Streib. Streib, Hemmerſchied.
Für den Sportverein 1898 gilt es, den Start zur
Bezirks=
iſerſchaft erfolgreich zu geſtalten und die Punkte unter Dach zu
Eiten. Leicht wird die Aufgabe ſicherlich nicht ſein, zumal ja
—hdie derzeitigen Bodenverhältniſſe eine gewiſſe Umſtellung der
„Zuiweiſe bedingen. Um daher eine Ueberraſchung zu vermeiden,
yien die 98er in ihrer ſtärkſten Aufſtellung mit
Rothenburger,
Pabſt,
Werner,
Henß.
Delp,
Fuchs.
Förſter.
Dittmar,
Freund,
Feick.
ultſaran tun. das Spiel in jeder Phaſe mit größter Aufopferung
uddem Einſatz der ganzen Spielſtärke zu beſtreiten. Es muß das
Ziſteben der Sportvereinself ſein, in den bevorſtehenden Spielen
groß. Mämiter, großer Form zurückzufinden, um für noch ſchwerere
Auf=
i gerüſtet zu ſein. Spielbeginn: ½3 Uhr.
tie
Handball in der 2.T.
Meiſterklaſſe: Reichsbahn — Sprendlingen, Tade. 1846
Appenheim Beſſungen — Tgſ. 1875, Lorſch — Egelsbach. Groß=
G5 u — Wolfskehlen, Wallerſtädten — Nauheim. Büttelborn —
ſon E.feden. — Privatſpiele am 2. Feiertag: Pfungſtadt — Eberſtadt.
L.3Pk Am dritten Feiertag nehmen die Pflichtſpiele ihren Fortgang.
ei Dunal iſt es nur die Meiſterklaſſe, die antritt. Dafür iſt ſie
oelhählig auf dem Plan. Der Schwerpunkt liegt wieder einmal
gen M im)r Landeshauptſtadt. Ein Lokaltreffen auf der Rennbahn und
1a—x-=
Ziun’smeſellos die Entſcheidung auf dem Reichsbahnplatz.
Tgde. 1865 Beſſungen — Tgeſ. 1875 Darmſtadt.
Am Sonntag, nachmittags 14.30 Uhr, treffen ſich die erſten
Manſchaften obiger Vereine zum fälligen Verbandsrückſpiel auf
derRennbahn an der Heidelberger Straße. Die 75er konnten das
Wlviel mit 4:2 für ſich entſcheiden. Die Gewinnausſichten im
Rücpiel ſind vollſtändig offen. Den 75er Turnern geht ein ſehr
gut Ruf voraus, konnten ſie doch gegen den Spitzenkandidaten
derGGaugrupne ein Unentſchieden erzwingen. Aber auch die
neu=
rufeſtellte Beſſunger Mannſchaft hat durch die beiden letzten
Sete bewieſen, daß ſie ein ſehr ernſt zu nehmender Gegner iſt.
Jndnfalls verſprechen die ſpieleriſchen Qualitäten, der beiden
gleſhwertigen Gegner einen hochwertigen, ſehenswerten Kampf.
Mn13.30 Uhr 2. Mſch.
* Rreisliga Südheſſen.
Umfangreiches Programm über Weihnachten.
Während der beiden Feiertage ruht der Pflichtſpielbetrieb; dafür
ſiäid etliche recht intereſſante Freundſchaftsſpiele vereinbart. Unter
gridrem wird eine verſtärkte Liga=Reſervemannſchaft des SV. 98
Darm=
ſttih in Hofheim antreten; Olympia Worms wird Alemannia Worms
eintan in, außerdem wird Spo. Waldhof mit ſeiner erſten Garnitur
Lampertheim ſpielen.
1Am „dritten” Weihnachtstage ſtehen dann wieder alle Mannſcha
t oſin den Verbandskämpfen. Es treffen ſich:
VfL. Lampertheim — VfR. Bürſtadt, Concordia Gernsheim
FV. Biblis, BV. Hofheim — Starkenburgia Heppenheim,
Viktocia Neuhauſen — Spv. Hochheim, Normannia Pfiffligheim
Olympia Lampertheim. Spv. Horchheim — Spv. Abenheim.
Verſchiedenen Platzbeſitzern wird es ſchwer fallen, ihren ſpielſtarken
Gäen die Punkte vorzuenthalten. Die Verhältniſſe ſine diesmal ſo
Geſgert, daß den ungeahnteſten Möglichkeiten Tür und Tor offen
Hiein.
(In der Klaſſe 3 Ried ſtehen ſich folgende Mannſchaften gegen=
Hbe: 07 Bensheim — Olympia Biebesheim; Lorſch Neſ. — Groß=
Borheim; Hüttenfeld — Bobſtadt: Zwingenberg — Auerbach;
Fehl=
lei — Tv. Biebesheim. Auch hier iſt außer dem Pflichtprogramm
Ein recht anſehnliche Zuſammenſtellung von Freundſchaftsſpielen
mög=
geworden.
einen Ausgleich findet?
In ruhigen Zeiten war es verhältnismäßig leicht, die
heran=
wachſende Generation zu erziehen und zu leiten, beſſer geſagt, ſie
zu beſchäftigen, was ja in dieſem Zuſammenhange dasſelbe
be=
deutet. Aber die Arbeitsmöglichkeiten ſind heute beſchränkt, ein
großer Teil der Bevölkerung iſt aus ſeiner gewohnten Tätigkeit
geriſſen, die Arbeitsloſigkeit frißt die wertvollſten Kräfte der
Men=
ſchen weg, das erzwungene Nichtstun prägt ſich aus als ein Laſter,
als eine Tragödie größten Ausmaßes. Dieſe Menſchen brauchen
Lebensinhalt und Lebenskraft. Nicht allen wird der Sport neuen
Inhalt geben können, und wir ſind nicht ſo vermeſſen, dem Sport
allein oder bevorzugt kulturelle Bedeutung beizumeſſen. Es gibt
gewiß andere, noch wichtigere Dinge und es iſt ein
verhängnis=
voller Fehler, zu glauben, daß der Sport an die Stelle
geiſtig=
kultureller Entwicklung treten ſolle. Geſchähe das, ſo wäre die
Bewegung nicht mehr ſegensreich, ſondern verderblich. Wo alſs
der Sport nicht Lebensinhalt zu vermitteln hat, (welche Aufgabe
ja überhaupt das eigentliche Gebiet der Bewegung überſteigt) da
iſt es ſeine Aufgabe, Lebenskraft einzuflößen, eben durch
Ablen=
kung, durch Vergeſſen, durch Erziehung und Stählung.
Die Sportbewegung ſteht ſomit mitten im Lebenskampf. In
dieſer ſchweren Zeit wurde ſie auf die Probe geſtellt und ſie hat
dieſe Probe gut beſtanden. Allerdings kann dieſe Bewegung,
ob=
wohl ſie einen guten Einfluß ausüben ſoll und will, keine neuen
Menſchen ſchaffen. Der Sport kann fördern, kann erziehen, kann
entwickeln — aber er kann nicht ſchöpfen. Er kann nicht weiß in
ſchwarz und ſchwarz in weiß verwandeln, er kann niemals die
menſchlichen Grundgeſetze entſcheidend beeinfluſſen. Sein Einfluß
iſt ebenſo begrenzt wie der Einfluß anderer Dinge. Aus dieſem
Grunde darf man ſich nicht wundern, wenn die Verrohung der
Sitten, die auf politiſchem Gebiete um ſich gegriffen hat, nun auch
das Sportgebiet berührt. Der Sport kann die Menſchen nicht
beſſer machen als ſie ſind. In der Hand unbeherrſchter und ſchlecht
erzogener Rowdies iſt die Bewegung ohne Macht und Einfluß.
Die Auswüchſe, die wir erleben, ſind alſo nicht ein Produkt dieſer
Bewegung, ſondern ein Produkt der beſtehenden Verhältniſſe ſelbſt,
die auf den Sport übergreifen. Gegen dieſe weſensfremden
Ele=
mente gibt es keinen wirkſamen Schutz als den einer ſyſtematiſchen
Erziehung. Es wird ſich ſchließlich nie vermeiden laſſen, daß nicht
alle Menſchen von gleicher Beſchaffenheit ſind.
Es iſt kein ſchönes Weihnachtsfeſt, das in dieſem Jahre gefeiert
wird. Es gibt nicht viel zu wünſchen, weil wir froh ſind, wenn das
Gebäude, in dem wir leben, nicht über uns zuſammenbricht.
In=
mitten dieſer Zerrüttung aber iſt eine Bewegung, der die
Miſ=
ſion zufällt. Menſchen abzulenken, ein wenig zu befreien, ſie zu
lenken und zu führen, ihnen etwas Vergeſſen zu ſchenken, ihnen
Beſchäftigung zu geben und ſie geſund zu erhalten. Und das iſt es
was den ſportlichen Weihnachten 1931 trotz der Not der Zeit doch
noch einen freundlichen Schimmer gibt, aus düſterſtem
Peſſimis=
mus doch neue Hoffnungen für das kommende Jahr aufkommen
läßt. Wenn einmal die Verhältniſſe wieder beſſer werden — und
dieſe Hoffnung haben alle für 1932 — dann hat wenigſtens die
Sportbewegung auch ihre Miſſion erfüllt und das ihrige dazu zu
tun. um aus dem, was jetzt noch Hoffnung iſt, eine Wirklichkeit zu
machen.
Sporkkalender.
27. Dezember.
Handball.
14.30 Uhr, Stadion: S.=V. 98 — S.=V. Wiesbaden.
14.30 Uhr, Dornheimer Weg: Reichsbahn — T.=V. Sprendlingen.
14.30 Uhr, Rennbahn: Tgde. Beſſungen — Tgſ. 75 Darmſtadt.
14.30 Uhr, Woogswieſe: Tgde. 46 — Tv. Heppenheim.
Fußball.
14.30 Uhr, Rheinallee: Rot=Weiß — Würzburg 04, Pokalelf.
14.30 Uhr, Müllersteich: Fr. Tgde. — Fr. T. Pfungſtadt.
Sppg. 04 Arheilgen — Olympia Lorſch.
Die Sportvereinigung Arheilgen hat für den 1.
Weihnachts=
feiertag ſich die beſtbekannte 1. Mannſchaft von Olympia Lorſch
geſichert. Lorſch, das als Neuling in der Bezirksliga viel von
ſich reden machte, es fertig brachte, den mehrmaligen Heſſenmeiſter
Wormatia Worms zu ſchlagen, kommt mit kompletter Mannſchaft.
Arheilgen, das mit Lorſch gute freundliche, alte Beziehungen
ver=
bindet, hat im Sommer ein Spiel in Lorſch ausgetragen, das nach
aufopferndem Kampf beider Mannſchaften ein Unentſchieden
zeigte. Lorſch hat in dieſer Zeit durch ſeine Zugehörigkeit zur
erſten Klaſſe unſeres Verbandes wohl viel gelernt und dürfte auch
in Arheilgen, nach ſeinen Erfolgen zu urteilen, nicht unterliegen.
Man muß aber auch die Arheilger nicht unterſchätzen, mit der
Stärke des Gegners gewinnt die Mannſchaft an Eifer. Wohl iſt
ihr ſympathiſcher Sturmführer infolge Unfalles außer Gefecht
ge=
ſetzt und dürfte auch unter Berückſichtigung ſeines Alters er ſteht
im 30. Lebensjahr, für immer wenigſtens für die 1. Mannſchaft
verloren ſein. Das darf kein Grund ſein, gegen einen Gegner
wie Lorſch zaghaft ins Spiel zu gehen, einmal muß doch Erſatz
eingereiht werden.
Arheilgen, das am letzten Sonntag in Eberſtadt ein Spiel
zeigte, das an ſeine Glanzzeit erinnerte, wird ſeinem
Weihnachts=
gegner einen Sieg ſehr ſchwer machen. Und ſo darf man hoffen,
bei der Fairneß beider Mannſchaften ein Spiel zu ſehen, das den
Zuſchauern einmal eine Abwechſlung gibt für die harten
Punkte=
kämpfe. Das Spiel beginnt um 2.15 Uhr, auf dem Platze am
Arheilger Mühlchen.
Die übrigen Fußball= und Handballmannſchaften, auch
Jugend=
mannſchaften, ſind zum größten Teil auswärts verpflichtet.
S.=C. Ober=Ramſtadt — V. f. R. Beerfelden 8:2 (6:1).
Das Spiel begann mit einer Ueberraſchung, indem die Gäſte
bald in Führung gingen. Die Einheimiſchen ließen ſich aber
ticht verblüffen, ſondern glänzten durch gutes Zuſammenſpiel,
durch das bald das Ausgleichstor erzielt wurde; bis zur Pauſe
war der ſich in guter Spiellaune befindliche Sturm noch fünfmal
erfolgreich. Nach der Pauſe hatten die Gäſte, die die Abwehr
ver=
ſtärkten, nichts mehr zu beſtellen, durch einen Elfmeter kamen ſie
noch zu einem Tor. Gefallen konnte bei den Gäſten in erſter
Linie der Mittelläufer, der ein ganz großes Spiel lieferte, auch
Verteidigung und der linke Flügel waren gut. Ober=Ramſtadt
zeigte trotz des hohen Schnees ein ſchönes Kombinationsſpiel. dem
die Gäſte in keiner Weiſe gewachſen waren; es hätten noch einige
Tore erzielt werden können, wenn einige Spieler nicht ſo
eigen=
ſinnig geweſen wären. Schiedsrichter Wörner=Egelsbach
ein=
wandfrei.
SV. Kleeſtadt — Michelſtadt 2:10 (0:4).
Michelſtadt ſtellt die techniſch beſſere Mannſchaft und gewinnt
verdient, jedoch drückt das Torverhältnis nicht den Spielverlauf
aus. Kleeſtadt arbeitet oft ſchöne Torchancen heraus, jedoch
ver=
ſiebt der Sturm die guten Gelegenheiten Michelſtadts Sturm iſt
außerordentlich ſchnell und ſchießt aus jeder Lage. Zwei klare
Ab=
ſeitstore gab der Schiedsrichter den Gäſten. 1 Tor ging hinter dem
Eckpfoſten durch ein Maſchenloch ins Heiligtum und wurde
ge=
rechnet. Kleeſtadt hat in der A=Klaſſe ſchon viel gelernt, aber
wenn man jeden Sonntag gegen die ſpielſtärkeren Mannſchaften
antreten muß, ſo wirkt es doch mit der Zeit etwas deprimierend
auf Spieler, Mitglieder und Zuſchauer, wenn der Verein nur
Niederlagen einſtecken muß.
Im Rahmen eines Univerſitäts=Klubkampfes in Newv York ſtellte
der bekannte amerikaniſche Bruſtſchwimmer Leonard Spence über 200
Yards mit 2:25,6 einen neuen Weltrekord auf und unterbot damit
ſeine eigene Leiſtung vom 14. Juni dieſes Jahres um 4,4 Sekunden.
Geſchäftliches.
Die älteſte Privat=Zuſchneideſchule in Darmſtadt unter
Leitung von Frau Tilla Kaus=Petry veranſtaltet in den
Weihnachts=
ferien gekürzte Teilkurſe, in denen die Anfertigung von
Futtermull=
ſchnitten von Hemdenbluſe, Aermeln, glatte und Faltenröcke ſowie ein
Kleiderſchnitt nach einem ſelbſtgewählten Modebild nach dem Syſtem
der seademie de coupe de Paris gelehrt wird.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 25. Dezember.
7.00: Hamburger Haſenkonzert. Glocken vom Großen Michel.
8.15: Katholiſche Morgenfeier.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Chriſten ätzet dieſen Tag.
12.30: Leipzig: Johann Strauß=Konzert des Sinfonie=Orcheſters.
15.00: Jugendſtunde: Traumfriedel
16.00: Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters.
18.00: Heilige Nacht, von Ludwig Thoma.
19.00: Die Dämmerſtunde.
19.30: Das Triptychon von den heiligen drei Königen, von Felix
Timmermanns.
20.15: Darmſtadt: Die Meiſterſinger von Nürnberg, von Richard
Wagner.
22.00: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.20: Unterhaltungskonzert.
Samstag, 26. Dezember.
9.00: Stuttgart: Orgelkonzert. Prof. Keller.
10.00: Darmſtadt: Evangeliſche Morgenfeier.
11.00: Kammermuſik mit Gitarre. Kleemann=Quartett.
12.00: Stuttgart: Promenadekonzert.
13.00: Volksmuſik.
14.00: The Struve=Jöhnſſen erzählt Märchen.
14.30: Mannheim: Unterhaltungskonzert des Philharm. Orcheſters.
16.00: Leipzig: Struwwelpeter.
17.00: Freiburg: Weihnachtsoratorium von Heinrich Schüßz.
18.10: Tilman Riemenſchneider Funkſpiel von E. K. Fiſcher.
19.10: Karlsruhe: Kammermuſik. Ausf.: Kitty v. Teuffel und Heria
Schnupp
20.05: Stuttgart: Großes Unterhaltungskonzert zugunſten der
Würt=
tembergiſchen Nothilfe.
22.30: Nachrichten.
22.45: Nachit=Funk=Brettl.
Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.15: Wetter, Gymnaſtik.
O. 6.45: Gymnaſtik. — anſchl.: Wetter. 7.15: Frühkonzert.
o 7.55: Waſſerſtand. 12.00: Zeit und Wirtſchaftsmeldungen.
O 12.05: Konzert. O 12.40: Nächrichten, Wetter. O 12.55: Nauener
Zeitzeichen O 13: Konzert Fortſ.). 13.50: Nachrichten. e 14:
Werbekonzert. o 14.45: Gießener Wetterbericht. O 15.05: Zeit,
Wirtſchaftsmeldungen. 17.00, 18.30, 19.30: Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 27. Dezember.
1.00: Hamburg: Hafenkonzert. Das große Geläute vom Bremer
Dom.
8.15: Morgenfeier. Veranſtaltet von der Biſchöflichen
Metho=
diſten=Kirche.
10.30: Stunde des Chorgeſangs. Ausf.: Geſangverein Gutenberg für
das graphiſche Gewerbe Frankfurt a. M.
11.30: Leipzig: Kantate zum Sonntag nach Weihnachten „Tritt
auf die Glaubensbahn” von Johann Sebaſtian Bach. (G. A. 152),
12.00: Konzert
13.50: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.00: 1. Dorf in Gefahr! Betrachtung von Lehrer Kircher. —
2. Frauenhilfe in Notzeit, Vortrag von Elsbeth Kruckenberg=Conze,
15.00: Fips und Stius auf der Weltreiſe. Weihnachtsrevue für
Kin=
der von Max Ophüls.
16.00: Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters.
17.50: Die Hiſtoria von der Geburt unſeres Herrn Jeſus Chriſti.
Ein Krippenſpiel. Bearbeitet von G. M. Waldeck. Ausf.: Ein
Enſemble engagementsloſer Schauſpieler.
18.50: Sportnachrichten.
19.00: Berlin: Dr. Spen Hedin ſpricht.
19.30: Marſchmuſik. 1. Hiſtoriſche Kriegsmärſche. 2. Beliebte Märſche
der Jetztzeit. Ausgeführt vom Philharmoniſchen Bläſerorcheſter
Stuttgart.
20.30: Feurio. Ein Luſtſpiel von Bernhard Blume.
21.50: Parodien am Flügel. Ausf: Lajos Szendi,
22.20: Zeit Wetter, Nachrichten, Sport.
22.40: Tanzmuſik der Funktapelle Haas.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag, 25. Dezember,
5.30: Chriſtmette 1931 aus Sehma.
7.00: Hamburger Hafenkonzert. Glocken vom großen Michel,
8.55: Morgenfeier. Glockenſpiel der Potsdamer Garniſonkirche.
anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Gerda von Bremen: Weihnachten bei Theodor Storm.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Chriſten, ätzet dieſen Tag.
12.15: Weihnachtsdichtungen von Margarethe Bruch.
12.30: Familie Johann Strauß. Leipziger Sinfonieorcheſter.
14.30: Max Vollmberg lieſt aus ſeinem Buch: Der Tiger von
Caballo Blanco.
15.00: Lieder von Walther von Hirſchberg. Adelheid Armhold (
So=
pran). Am Flügel: Der Komponiſt.
15.30: Prof. Schreyer: Engel in der deutſchen Kunſt.
16.00: Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters
18.05: Das dumme Englein. Märchenſpiel von Vicki Baum.
19.00: Sonate c=moll op. 30 von L. van Beethoven. Ausf.: Prof.
Havemann (Violine), H. M. Theopold (Flügel).
19.30: Dr. Hoffmann=Harniſch: Führerin — Verführerin Muſik.
19.55: Perſonenverzeichnis der nachfolgenden Uebertragung.
20.00: Troubadour. Oper von G. Verdi.
Während einer Pauſe: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
23.00: Orcheſterkonzert der Notgemeinſchaft Berlin.
Deutſche Welle: Sonnabend, 26. Dezember.
6.30: Funk=Gymnaſtik. — anſchl.: Frühkonzert.
8.55: Morgenfeier. Glockenſpiel der Potsdamer Garniſonkirche.
anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Blasorcheſter=Konzert.
12.00: Käte Förder erzählt eine Weihnachtsgeſchichte.
12.15: Mittagskonzert des Berliner Konzertvereins.
14.15: Forellen=Quintett von Franz Schubert.
15.05: Trabrennbahn Mariendorf: Weihnachtspreis. 2100 m.
15.30: G. Bellin: Weihnachten auf dem Dorfe.
16.00: Zwiſchen zwei Feſten. Mitw.: H. Chr. Kaergel, Grete Erueſt.
16.30: Unterhaltungsmuſik. Orcheſter erwerbsloſer Muſiker,
18.15: Ferdinand Bonn erzählt Heiteres.
18.45: Hamburg: Heitere Stunde.
20.00: Orcheſterkonzert des Funkorcheſters.
21.35: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
21.47: Perſonenverzeichnis zu nachfolgender Uebertragung
21.50: Die Meiſterſinger von Nürnberg, von Richard Wagner,
anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Robert Gaden.
Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.30;
Gymnaſtik. O 6.45: Wetter für die Landwirtſchaft. o ca. 6.50;
Frühlonzert. O 10.35, 13.30: Nachrichten. O 12: Weiter für den
Landwirt e 12.05: Schallplatten bezw. Schutfunf. 12.55: Nauener
Zeit. O 14: Konzert. o 15.30: Wetter, Börſe. 0 18.55: Zeit.
Wetter für den Landwirt.
Deutſche Welle: Sonntag, 27. Dezember
6.45: Funk=Gymnaſtik.
7.00: Hamburger Hafenkonzert.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Dr. Ruths: Zucker und zuckerhaltige Futtermittel.
8.55: Morgenfeier. — anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms,
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Artur Rehbein lieſt zwei Geſchichten um Weihnachten und
Neujahr.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Tritt auf die Glaubensbahn.
12.00: Königsberg: Mittagskonzert. Orcheſter des Kbg. Opernhauſes.
14.00: Käte Graber: Die Welt hinter Gittern.
14.25: Modernes Liedſchaffen. Suſi Myſz (Geſang), Irene Koch
(Rezitation), Mönkemeyer (Flöte). Am Flügel: Die Komponiſtin
Grete von Zieritz.
15.00: Orgelvorträge. Georg Kempff.
15.30: Dr. Hartmann: Der Kampf ums tägliche Brot.
Tatſachen=
bericht aus dem ſozialen Leben.
16.00: Unterhaltungskonzert des Berliner Funkorcheſters.
18.00: Frankfurt: Ein ſchön alt Hirtenſpiel von der Geburt unſeres
lieben Herrn Jeſus Chriſti, von G. M. Waldeck.
19.00: Sven Hedin ſpricht.
19.30: Reichsminiſter a. D. Dr. Brauns: Die ethiſche Bedeutung der
deutſchen Arbeitsloſenverſicherung.
20.00: Vierzigmal drei Minuten. Ein bunter Abend.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſit. Hans Schindler und ſein Orcheſter.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 357
Freitag, den 25. Dezen
Das Ahkonm
et die Pfundpetlyſle. — 3 Mill. Fragken
— Die franzöſtiſche Schiffghets-Subvention.
Der Seut hat in einer Nachtſitzung den von der franzöſiſihen
Kammcr bereits angenommenen Geſetzentionuf über die Konvention
zwiſchen der Bank von Fraukreich, dem Staat und der Amortiſations=
Kaſſe hinſichtlich des Ausgleiches der durch die Pfundentwertung
ent=
ſtandenen Verluſte mit 183 gegen 67 Stimmen angenommen. Angeſichts
der feindlichen Haltung des Senats, der die Opfer der Bank von
Frank=
reich in dieſer Angelegenheit nicht für genügend erachtete, wurde, um
eine Aenderung des Geſetzes=Textes und dadnreh eine neue
Zurückver=
weiſung an die Kammer zu vermeiden, in einem briefliehen Ahkommen
beſtimmt, daß die Bank von Frankreich lofort nach der Ratifizierung
des Geſetzes einen wveiteren einmaligen Betrag von 50 Millionen
Fran=
ken dem Staat zuführen ſoll, ſo daß ſich die einmalige Abfindung an
den Staat auf 250 Millionen Franken erhöht. — In der Kammer hatte
dieſes Verfahren das Mißfallen der Links=Oppoſition erregt, und Leon
Blum interpellierte gegen Mitternacht die Regierung über dieſen Fall.
Miniſterpräſident Laval wies die Disknſſion darüber zurück und ſtellte
die Vertraueusfrage. Die Regierung errang mit 320 gegen 258
Stim=
men eine glatte Mehrheit. Die Juterpellation wird heute nachmittag
uöchmals zuu Sprache kommen.
Die franzöſiſche Kammer hat in der gleichen Nachtſitzung, die um
6 Uhr heute morgen nocch nicht beendet war, ein Regierungs=Projeft
mit 336 gegen 198 Stimmen angenommen, das den franzöſiſchen
Eiſen=
bahn=Geſellſchaften die Ausgabe neuer Obligationen in Höhe von drei
Milliarden Franken geſtattet, um die Fehlbeträge in den Jahren 1930
ſind 1931 zu decken. Miniſterpräſident Ladal verſprach, daß die
Regie=
rung von ihrem Recht, durch Dekret eine Erhöhung der Eiſenbahn=
Tarife vorzunehmen, während der Ferien keinen Gebrauch machen wird.
Die Kammer hat letzte Nacht wveiter den Geſetzentwurf über die
Wiederflottmachung der Compagnie Genérale Transatlantiqne, der
einige Aenderungen erfahren hat, mit 333 gegen 221 Stimmen
angenom=
men, ſo daß ein unmittelbarer Zuſammenbruch dieſes größten
fran=
öſiſchen Schiffahrts=Unternehmens vermieden wird.
Zum franzöfiſch=rumäniſchen Handelsvertrag.
Die ſeit längerer Zeit in Paris geführten franzöſiſch=rumäniſcher
Berhandlungen wegen Abſchluſſes eines Zuſatzabkommens zum
franzö=
ſiſch=rumäniſchen Handelsvertrag ſind zum Abſchluß gebracht worden.
Auf Grund dieſes Abkommens, das in der nächſten Woche unterzeichnet
werden ſoll, gewährt Frankreich Rumänien geſiſſe Erleichterungen für
Getreide und Futtermais, wogegen Frankreich Vorzugszölle für
Auto=
mobile, Stoffe und pharmazeutiſche Produkte erhält.
Präſident Alcala Zamorra hat ein Dekret über die
Kontingentie=
rung ausländiſcher Einfuhrwaren unterzeichnet. Dieſes Dekret beſagt,
daß die Einfuhr gewiſſer Erzeugniſſe kontingentiert werden müſſe, um
ſpaniſche Einkäufe in den Ländern einzuſchränken, die dem ſpaniſchen
Export allzu große Beſchränkung auferlegten und um die Einfuhr aus
anderen Ländern zu fördern, die mehr Entgegenkommen zeigten.
Folgende Erzeugniſſe würden vorläufig der Kontingentierung
unterworfen: Automobile, Seide und Seidenwaren, friſche und trockene
Fiſche, Fiſchkonſerben, Eier, Holz, Tabak, elektriſches Material,
Glas=
waren, telegraphiſche und telephoniſche Apparate. Die Liſte könne
nötigenfalls erſeitert werden. Ein weiterer Artikel des Detrets
be=
ſagt, daß bei künftigen Handelsvertragsverhanblungen die
Meiſtbegün=
ſtigungsklänſel nicht allgemein, ſondern nur für beſtimmte Erzeugniſſe
jewährt ſverden könne. Im letzten Artikel dieſes Dekrets heißt es, daß
Spanien möglichſt umgehend Verhandlungen wegen Reviſion der
Han=
delsabkommen einleiten werde, die nicht dieſen nenen Beſtimmungen
Rechnung tragen.
Zu Beginn der belgiſchen Kammer”tzung am Mittſoch ertlärte
Miniſterpräſident Renkin, daß die belgiſche Ausfuhr durch die
Einfuhr=
beſchränkungen in England, Frankreich, Deutſchland und anderen
Län=
dern ernſtlich bedroht ſei. Die Regierung habe das Recht, die
beſtehen=
den Zollſätze zu ändern, die Einfuhr zu kontingentieren und
Maximal=
zölle anzuwenden, vor allem den Ländern gegenüber, deren Währungen
gefunken ſeien oder die Ausfuhpprämien gewähren. Dieſe belgiſchen
Begenmaßuahmen würden bald in Kraft treten.
ie Kammer ſtimmte der Erklärung, des Miniſterpräſidenten zu
Wie von zuberläſſiger Seite verlautet, wird am Donnerstag ein
zolniſches Dekret erſcheinen, das für eine Reihe von Importartikeln
Einfuhrverbote ausſpricht, die am 1. Januar 1932 in Kraft treten.
Betroffen werden davon England, Frantreich. Deutſchland,
Oeſter=
reich ſowie diefenigen anderen Staaten, die im Zuſammenhang mit der
letzten Währungskriſe zur Verhinderung eines Warendumpings
Beſtim=
mungen erlaſſen haben, die eine Beſchränkung der Einfuhr zur Folge
hatten. Die Liſte der von dem Einfuhrverbot betroffenen Waren iſt
ſehr umfangreich und bezieht ſich hauptſächlich auf Induſtrie=Erzeugniſſe
Die Credit=Anſtalts=Geſetze angenommen.
Der Wiener Nationalrat hat die drei von der Regierung
ein=
gebrachten Credit=Anſtalts=Geſetze verabſchiedet. Bundeskanzler Bureſch
erklärte, die Regierung ſei entſchloſſen, die Credit=Anſtalt wieder auf
die Wege der Privatwirtſchaft zurückzuführen. Die Zuſtimmung zur
Beſtellung des neuen Generaldirektors werde davon abhängig gemacht
wverden, daß dieſer ein Oeſterreicher ſei oder mindeſtens ſeine
Einſtel=
lung zur öſterreichiſchen Wirtſchaft ebenſo bewertet werden könne. Mit
dem ausländiſchen Gläubiger=Komitee ſverde ſchon in der nächſten Zeit
verhandelt werden, um die materiellen Fragen, vor allem die
Haf=
tungsfrage, endgültig zu bereinigen.
Der Sonderſchlichter ſetzte den Ecklohn in der Schuhinduſtrie ab
1. Januar 1932 auf 76,5 Pfg. feſt. Dieſe Regelung iſt erſtmalig zum
30. April 1932 kündbar.
Nach einer Mitteilung der „Kölnifchen Volkszeitung” hat der
Ver=
lag dieſes Blattes, die Kölner Görreshaus A.=G., Köln, die
Aktien=
mehrheit der Kölner Verlagsanſtalt und Druckerei A.=G. käuflich
erwor=
ben. Der letztgenannte Betrieb, in deſſen Verlag das „Köluer
Tage=
hlatt” erſcheint, ſoll weitergeführt werden. Die Aktienmehrheit der
Hölner Verlagsanſtalt und Druckerei A.=G. befand ſich bisher in
Hän=
den Preußens.
Die Direktion der Cunard=Line hat bekannt gegeben, daß ſie von
Der Nordweſtdeutſche Verein für Holzhandel und Holzinduſtri
in Kaſſel hatte die Vertreter der Staatsforſtverwaltungen der
rungen zu Koblenz, Wiesbaden, des Freiſtaates Heſſen, der Re/
gen Kaſſel, Erfurt, Hildesheim, Hannover, Lüneburg, Stade, Osna
Minden und Arnsberg i. W., ferner der Freiſtaaten Thüringen,
und Braunſchweig zu einer Ausſprache über Rotbuchenholzeinſchlag
Rundholzforſtpreiſe gebeten. Aus den Darlegungen der einzelnen
treter des Staats= und Pridatwaldbeſitzes ergab ſich, daß die Preiſ=
Rotbuchenſtammholz ſich im weſentlichen als ſtetig kennzeichnen l=
Die Notverordnung vom 9. Dezember mit der Forderung einer
meinen Preisfenkung hat jedoch neuerdings Unruhe in die Kreiſ
Waldbeſitzes und der Rundholzkäufer getragen. Der Rundholzeinf
in Rotbuche wurde bisher auf 5500—6000 Fm. beziffert, das ſind
fähr 25 Prozent des vorjährigen Einfölags. Er ſcheint auszureſ
Neuerdings treten unter dem Einfluß der von der Reichsregierung
anlaßten Preisſenkungsbewegung die Abnehmer der Holzverazbeitn
induſtrie mit Anſprüchen auf Ermäßigung der Verkaufspreiſe her
Es muß abgewartet werden, welcher Druck von dieſer Seite auf
Rotbuchenſtammholzmarkt ausgeübt werden kann. Bisher beivegten
die Preiſe für Rotbuchenſtammholz ab. Wald im nordweſtdeutſchen
biet etſva auf folgender Durchſchnittsgrundlage: für Stammholz
Güteklaſſe 4: 20—29 Zentimeter Mitteldurchmeſſer 10,80—12,10
30—39 Zentimeter 13,50—14,30 RM., 10—49 Zentimeter 17,80—
RM., 50—59 Zentimeter 20,60—22,10 RM. und 60 Zentimeter A
tendurchmeſſer und mehr 23,60—25,20 RM. Für Stammholz
derG=
klaſſe N in den vorſtehenden Stärkeabmeſſungen: 7,60—9,30 RM., :
bis 11,20, 12,60—14,30, 15,20—16,60 und 16,10—16,80 RM. — au
für einen Feſtmeter ab Wald bei durchſchnittlichen Abfuhrkoſten
4,50—5 RM. je Feſtmeter. Das Rotbuchenſtammholz wird in
Nordw=
deutſchland ohne Rinde gemeſſen.
Die neuen ſüddeutſchen Eiſenpreiſe.
„Nachdem der Stahlwerksverband ſeine Preiſe vor einigen
herabgeſetzt hat, wurde die Preiskommiſſion des Süddeutſchen (
großhändler=Verbandes beauftragt, die Preiſe neu zu regeln. Da
Händlerzuſchläge prozentuale Zuſchläge ſind, ergibt ſich für die 4
nehmer eine Preisermäßigung über den Abſchlag des Stahlwerfsls
bandes hinaus. Außerdem ſind die Lieferungspreiſe ab. Lager ſa
Lieferungen von 15 Tonnen und mehr um weitere 2 Mark per
Ton=
geſenkt worden. Für die Lagerlieferungen unter 15 Tonnen an Hän
ler und Großabnehmer iſt ein neuer Preisaufbau vorgeſehen, der u
tere Erleichterungen für den Bezug kleinerer Mengen bringt. Die 7
den kleinen Verbraucher in Betracht kommenden Preiſe werden wi
der Süddeutſchen Eiſenzentrale in den nächſten Tagen feſtgelegt,
Wirtſchaftliche Rundſchau.
deutſcher Geſellſchaften nicht in der Lage ſei, dieſer franzöſiſchen
An=
vegung Folge zu leiſten.
Die Broadluat=Bank in Neſphaben hat ihre Zahlungen eingeſtellt.
Die Deböſiten belaufen ſich auf 2 200 000 Dollar.
Ziei Banken in Neiv=Jerſeh, deren Depoſiten 2½ Mill. Dollar be=
ragen, haben ebenfalls ihre Schalter geſchloſſe
Schiedsſpruch im Bankgewerbe. Der Sonderſchlichter für das Bau
geſverbe, Regierungsrat Dr. Heitmann, traf, wie der D.H.V. mitteill
geſtern auf Grund der Notverordnung folgende Entſcheidung: Es erfolt
ein Abzug von 12 v. H. für die Arbeitnehmer, die auf Grund zu
Embfehlung des Reichsherbandes der Bankleiter vom 16. 10. 1931 zu
Reichstarifvertrag des Bankgewerbes vom gleichen Tage ein zuſätzlich
halbes Monatsgehalt tatſächlich erhalten haben. Für die Arbeitn
ier in den übrigen Betrieben erfolgt ein Abzug von 14 v. H.
Reichstarifvertrag (Mantel und Gehalt) wird bis auf weiteres
längert mit der Maßgabe, daß er mit Monatsfrift zum Monatse
erſtmals zum 30. Juni 1932, gekündigt werden kann.
Umorganiſation des faarländiſchen Genofſenſchaftsweſens. Wie
erfahren, haben die der Genoſſenſchaftlichen Zentralbank e. G. m.,
Saarbrücken, angeſchloſſenen Kaſſen des Saargebietes beſchloffer
ſelbſtändig zu machen. Der Beſchluß dieſer dem rheiniſchen Rakffe
verband angeſchloſſenen 160 Genoſſenſchaftskaſſen des Saaugebiete=
Gründung einer ſelbſtändigen Zenkralbank, die als A.=G. am 2. Ja
in Tätigkeit treten ſoll, erfolgte im Einverſtändnis mit der Koblen
Stammorganiſation. Die Koblenzer Genoſſenſchaftshank wird an d
neuen Inſtitut maßgeblich beteiligt ſein. Durch dieſe in gewiſſem=Sime Aden Crä
mehr formale Abtrennung will man evtl. Erſchüftterungen der reic
deutſchen Wirtſchaft in ihren Auswirkungen im Saargebiet abdämpie
Qualitäts=Schuhwaren „Mercedes”
Reſtbeſtand meines Lagers verkaufe zu
jedem annehmbaren Preis. —
Heinrich=
ſtraße 106, parterre. Kein Laden. (13120a
Einträge in das Handelsregiſter
Abteilung A: Am 19. Dezember 19311
hinſichtlich der Firma: V. Weißmüller,
Darmſtadt: Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt.
Die Firma iſt erloſchen. — Am 21.
De=
zember 1931 hinſichtlich der Firma:
J. H. Reuter, Inh. Karl Schneider
Nachf., Darmſtadt: Heinrich Schneider
iſtam 23. April 1923 volljährig geworden
und es iſt ſomit die Vertretungsbefugnis
des Karl Schneider für ihn erloſchen. —
Am 23. Dezember 1931 hinſichtlich der
Firma. Chemiſche Fabrik „
Rhein=
gold” Guſtav Mayer, Darmſtadt:
Geſchäft ſamt Firma iſt auf Johanna
geborene Gans, Witwe des Fabrikanten
Guſtav Mayer in Darmſtadt,
über=
gegangen. — Abteilung B: Am 22.
De=
zember 1931 hinſichtlich der Firma:
Goebel Aktiengeſellſchaft, Darmſtadt:
Willi Goebel in Darmſtadt iſt zum
weiteren Vorſtandsmitglied beſtellt. Das
ſeitherige alleinige Vorſtandsmitglied
Dr. Wilhelm Köhler in Darmſtadt bleibt
gemäß Beſtimmung des
Geſellſchafts=
vertrags befugt, die Geſellſchaft allein
zu vertreten. — Neueintrag am 23.
De=
zember 1931: Firma:
Papierhandels=
geſellſchaft Darmſtadt, Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung. — Sitz:
Darmſtadt. — Gegenſtand des
Unter=
nehmens: Die Fabrikation von und der
Handel mit allen Erzeugniſſen der
Papier=
induſtrie und allen Artikeln, die hiermie
in Zuſammenhang ſtehen. Die Geſellſchaft
kann Zweigniederlafſungen errichten und
iſt berechtigt, gleichartige oder ähnliche
Unternehmungen zu erwerben und ſich
an ſolchen zu beteiligen. —
Stamm=
kapital: 270000.— RM. —
Geſchäfts=
führer: Richard Kock, Kaufmann in
Hanau am Main, Hermann Gengenbach,
Kaufmann in Darmſtadt. — Der
Geſell=
ſchaftsvertrag iſt am 10. Dezember 1931
feſtgeſtellt: Iſt nur ein Geſchäftsführer
beſtellt, ſo wird die Geſellſchaft durch
dieſen, ſind mehrere Geſchäftsführer
be=
ſtellt, fo wird die Geſellſchaft durch
min=
deſtens zwei Geſchäftsführer oder durch
einen Geſchäftsführer und einen
Proku=
riſten vertreten. — Als nicht eingetragen
wirdveröffentlicht: Die Bekanntmachungen
der Geſellſchaft erfolgen nur durch den
Deutſchen Reichsanzeiger.
Darmſtadt, den 24. Dezember 1931.
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ſchaffen, iſt Geleg
entwicklungsfäh., 1 p 1. 1. 32, mit ca. 2 beteiligen
Ev Zuſchr. die diskr.
G 195 an die Geſchäf
das Lid
Hirten au
ertönt au
Freudenbe
Welt ver
wir einſt
Ehre ſ=
auß der
um ſein
üder das
Freude 1
fürdasSteuer=(Kalender=)ahr 194
Auf Beſchluß des Stadtrats von
26. v. Mts. und mit Genehmigung 90
Herrn Miniſters des Innern wird de
ſtädtiſche Hundeſteuer für 1932 (Kalende
jahr) mit den gleichen Sätzen wie i
Vorjahre erhoben, d. h. mit:
30.— R.=M., wenn der Hundebeſitz 10
dem 1. Juli und
15.— R.=M., wenn der Hundebeſitz nad
dem 1. Juli beginnt.
Bei mehrfachem Hundebeſitz gelang
ein Zuſchlag von je 20.— R.=M. für jedn
weiteren Hund zur Erhebung.
Im Intereſſe aller derjenigen
die im Lauſe des Jahres 1931 ihren
Hund abgeſchafft, aber noch nichl
abgemeldet haben, liegt es, dieſe
Abmeldung noch vor Jahresſchluß
im Stadihaus, Zimmer Nr. 17,
vol=
zunehmen, weil im Unterlaſſungs”
falle — gefetzlicher Beſtimmung ge‟
mäß — die ſteuerliche Heranzie)”
ung auch für das Jahr 1932 e‟
folgen muß.
Darmſtadt, den 24. Dezember 1931.
Bürgermeiſterei. (St. 1858
Verſteigerungs=
Halle
Karlſtraße 20
kominen 5 Zimmer, gebrauchter Möbel,
freihändig zum Verkauf.
Sugen Wagner, Taxator. Tel. 2943,
as de
Anſprüche an den Nachlaß der an
27. Auguſt 1931 hier verſtorbenen, zuleßt
in Darmſtadt, Grafenſt. 28 wohnhaft ge‟
weſenen, Witwe Klara Ruhl, ſino, ſowei
noch nicht geſchehen, bei Meidun; dee
Ausſchluſſes bis zum 15. Januar 1932 b‟
dem Unterzeichneten geltend, zu machei"
Bis zu dem gleichen Tage ſind
Fol=
derungen des Nachlaſſes an denſelben 3.
begleichen.
Darmſtadt, den 23. Dezember 1934
Der gerichtl. beſt. Nachlaßpfleg‟‟
Dr. jur. W. Michel
Bismarckſtr. 18 Darmſtadt Fernſpr. 108‟
25. Dezember 1931
zuinsgnn
Henlf Sstk
Mouf kscher
für uns alle, die wir in dieſem Jahre das
Weihnachtsfeſt begehen, gewinnt es eine
beſondere, ernſte Bedeutung. Je tiefer
ind dunkler die Nacht wird, um ſo heller
ſeuchten die Sterne, um ſo klarer ſcheint uns
ſas Licht von Bethlehem. Gleich jenen
birten auf dem nächtlichen Selde, ſo
rtönt auch für uns wieder einmal die
Freudenbotſchaft, die die Erlöſung der
Welt verkündet. Gleich ihnen ſollten
bir einſtimmen in den Lobgeſang
Ehre ſei Gott m der Höhe!”
Millionen verbitterter, verarmter,
ſinſamer Menſchen wenden ſich fort
don dem Glauben, der heute mehr
denn je not tut. Sie wollen nichts
ehr von dem wiſſen, was ihres
Er=
ſchtens für die heutige Seit keine
Gültigkeit mehr hat. Sie leben nur
noch in einem ſtändigen Kampf, im
beimer uuunterbrochenen Abwehr.
Gu ihnen und zu uns allen kommt das
Wunder der Weihnacht, ein hilfloſes,
ächelndes Kind in der Krippe! Und
wer nur für Minuten aus dem
Ge-
kriebe des Alltags aufblickt, um dies
Wunder zu ſchauen, dem müſſen die
geballten Hände niederſinken, den muß
ſein Hauch des großen Wunders
be=
krühren. Um deſſen erſtarrtes Herz
muß der Eispanzer ſchmelzen, und aus
den Tränen, die ihm der Kummer
mm ſein ſchweres Daſein, die Nührung
ſüber das Weihnachtserlebnis und die
(Freude über die ewige Botſchaft der
Liebe entlockt, muß eine erſte leiſe
ſHoffwng erwachſen. Aus einer
ſchwachen Hoffnung kann ein ſtarker
ſGlaube werden. Der Glaube an
die Erlöſung der Welt.
Nichts erſehnen wir ſo heiß und
ſo ſehnſüchtig wie Erlöſung. Erlöſung
ſaus der Not unſerer Seit, Erlöſung
für ein ganzes, gequältes Volk,
Er=
öſung auch aus unſeren ſeeliſchen
Konflikten. Die Weihnacht ſpricht zu
luns von der größten, ſchönſten,
rein=
ſten Erlöſung. Es iſt an uns, die
fBotſchaft zu hören!. Das
Weihrachtslicht ſtrahlt für jeden, er
1muß es nur mit ſehenden Augen
auf=
rehmen!. Für manchen wird der Weg
heute weit ſein, bis zur neuen Erkennt-
Inis von dem Wunder der Verheißung,
von dem unvergleichlichen, göttlichen
Sauber der Weihnacht. Wie weit war
der Weg, den die Weiſen aus dem
Morgenland nicht ſcheuten, nur um
das Wunder zu ſchauen! Der Stern,
der über die Krippe in die ganze Welt
hinausſtrahlt und alle die zueinander ruft.
die in den Weihnachtstagen glücklich ſein. Waldes ſieht man ein Lichtchen blinken,
dort=
wollen. heißt Liebe!
Ein jeder von uns muß in dieſer ſchweren
Seit am Weihnachtsabend allein den Weg".
zum Chriſtkind finden. Wir ſehnen uns alle
nach Liebe und nach Frieden. Erſt wenn wir
wieder gläubig und voll tiefer, demütiger
Freude unſere Augen zu dem Kind in der
Krippe erheben, erſt wenn wir mit ernſter
Ueberzeugung einſtimmen in den gewaltigen.
Weihnachtschor: „Ehre ſei ,Gott in der
Höhe”, erſt dann kann auch für uns die
Chriſtbotſchaft Wahrheit werden, die wir
alle ſo ſtark erſehnen: „Friede auf
Erden und den Menſchen ein
Wohlgefallen!”
Dr. 5. Könjg.
Aummer 73
nnagnnnnag
Hanzn!
Hannannnnnngnnnnnng
Weihnacht.
Von K. Nöder v. Diesburg.
urch den einſamen, verſchneiten Wald
kommt ein Neiter. Der weite, ſchwarze
Mantel, der um ſeine Schultern fällt,
klattert im Wind. Im weichen Schnee hört
man den Critt des Pferdes nicht. Lautlos,
unheimlich kommt der ſchwarze Reiter näher.
Heulend und brauſend fährt ein Windſtoß
durch die kahlen Bäume, ſchüttelt den
Schnee von den Aeſten. —
Der Reiter ſteht ſtill, blickt ſich um. Der
Abend iſt hereingebrochen und der Wald in
Dunkelheit gehüllt. Immer dichter fallen die
weißen Flocken. Ganz ferne am Nand des
hin wendet ſich der Neiter. Jetzt iſt er an
dem kleinen Häuschen, aus deſſen Fenſter der
Lichtſchein dringt. Ganz dicht reitet er heran
und ſeine unheimlichen Augen ſehen durch
das Fenſter in die kleine Stube.
Drinnen im Bett liegt ein kleiner Knabe,
die Bäckcheu glühen im Sieber, die Augen
ſind geſchloſſen. Am Sußende des Bettes
ſteht der Vater, ſorgenvoll ſieht ſein Auge
auf das Kind, dänn gleitet ſein Blick zu dem
Weib, das neben dem Bett ſitzt, die Hand
des Kindes in der ihren haltend.
Auf dem Hölztiſch an der Wand ſteht
ein kleiner Chriſtbaum, aber ſeine Lichter
brennen nicht, keines beachtet ihn.
„Nun kommt das Sieber wieder”, ſagt
die Frau, und ihre Stimme zittert von
ver=
haltenem Weinen: „Und es war doch ſchon
beſſer” — — nun kommen die Cränen doch.
„Weine nicht”, bittet der Mann, aber
auch ſeine Stimme zittert und angſtvoll ſieht
er auf den Jungen, der die Augen aufſchlägt,
große, fieberglänzende Augen. Unruhig wirft
er ſich hiu und her — ſieht plötzlich ſtarr narh
dem Fenſter, Grauen und Angſt im Blick.
Draußen vor dem Fenſter ſteht der
Un=
heimliche, ſchwarze Reiter.
Der Junge richtet ſich, immer ſtarr nach
dem Fenſter blickend, in die Höhe, ſchreit
auf und ſinkt ermattet in die Kiſſen zurück,
das Geſichtchen wird ganz weiß, auf der
Stirn ſteht der Schweiß.
„Mann hole den Arzt, — ſchnell — ſtirbt — er ſtirbt”.
Da ſieht der Mam, wie das Geſicht des
Jungen plötzlich ſtarr ward, die Augen ſich
unnatürlich weiten. Nm verläßt er dock;
das Simmer, reißt Hut und Mantel vom
Nagel, ſtürzt aus der Haustür.
Eiſig durchſchauert es ihn. Er eilt nach
dem Stall. reißt das Pferd heraus, ſchwingt
ſich darauf und jagt nach dem Dorf. Das
Pferd ſtrauchelt, er reißt es in die Höhe —
nur weiter — weiter — ſchnell, ehe es zu
ſpät iſt. Aber es iſt ja zu ſpät, der Arzt hat
es ja geſagt: „Wenn das Sieber noch mal
kommt, iſt der Junge verloren, meine Kunſt
zu Ende, nur ein Wunder kann ihn reiten,
ich vermag wichts mehr.”
Der Mann weiß nicht, wie er zum Arzt
gekommen, nun ſitzt er mit dieſem in deſſen
Wagen, fährt durch die kalte Winternacht.
Die Pfe de ſtürmen über die verſchneite
Landſtraße. Iſt denn immer noch das klein=
Haus am Waldrande nicht erreicht. Der
Arzt hatte ihm geſagt, er wolle mitkommen,
wenn er auch nicht mehr helfen könnte.
Der Mann ſtöhut, er hat in den Augen
des Arztes geleſen, daß dieſer glaubt, dem
kleinen Patienten nicht mehr am Leben zu
treffen. Vielleicht war er jetzt ſchon tot, ſein
Junge — ſein Alles. Wäre er doch bei
ſeiner Frau geblieben, nun war ſie allein in
der ſchweren Stunde. Aber das Wunder=
kann das Wunder nichk geſchehen? — — Die
Menſchen glauben nicht mehr an Wunder,
er aber will glauben, es gilt ja das Leben
ſeines Kindes. Er faltet die harten,
ver=
arbeiteten Hände — ſein Auge blickt zum
Himmel auf. Es hat aufgehört zu ſchneien,
Sterne blinken von dort oben herab mit
hellem Glanz. Da wird es in dem gequälten
Herzen des Mannes ruhiger — leiſe flüſtern
ſeine Lippen: „Nicht wie ich, ſondern wie
Du willſt, wenn es ſein muß, nimm ihn, ich.
will den Glauben doch nicht verlieren”.
Das Weib aber zu Hauſe liegt auf den
Knien, hält die heiße, zuckende Hand ihres
Kindes in der ihren. Plötzlich merkt ſie, wie
Lie kleine Hand kälter und kälter wird. Sie
fühlt nach dem Puls, nur ganz ſchwach
iſt er noch — jetzt ſetzt er aus —
„Mein Junge, ſtirb nicht, geh nicht
von mir, mein Einziges, mein Kleined.”
— Ihre Stimme bricht.
Draußen iſt der Neiter vom Pferd
geſtiegen, nach der Haustür
geſchrit=
ten, legt die Hand auf die Klinke. Da
erhebt ſich ein Sturm, fährt um das
kleine Haus, daß es in allen Sugen
erbebt. Der Mann in dem ſchwarzen
Mantel drückt die Cür auf. Im
ſel=
hen Momeſt ſteht eine lichte Geſtalt
neben ihm, tritt auf die Schwelle,
breitet die Flügel aus, hebt die Hand,
um dem unheimlichen Gaſt den Eintritt
zu verwehren, dann klingt die Stimme.
des Engels hell und klar:
„Heute nicht, — heute darfſt du
nicht hinein, weißt du nicht, daß
Weihnacht iſt — ein Seſt des Sriedens
— ein Feſt der Freude?‟
Da wendet ſich der Mann, ſteigt
auf ſein Noß, am Fenſter hält er noch
mal an, blickt hinein. — Der Engel
aber iſt in die kleine Stube getreten,
hat, den angſtvollen Blick des Kindes
nach dem Fenſter gewahrend, ſich wie
zum Schutze mit ausgebreiteten Slügeln
vor dieſes geſtellt. Da wendet draußen
der Reiter ſein Pferd, lautlos
ver=
ſchwindet er im Wald.
Der angſtvolle Ausdruck in den
Kinderaugen weicht. Leiſe tritt der
Engel an das Bettchen, küßt die reine
Kinderſtirne. Der kleine Junge ſchließt
die Augen — langſam weicht das
Fieber — kurz darnach hebt und ſenkt
lich die kleine Bruſt in ruhigen
Atem=
zügen. Da legt der Engel ſegnend die
Hand auf das geſenkte Haupt der
Mutter. Friede zieht in deren Herz.
Sie beugt die Stirn auf die gefalteten
Hände — ſie will nicht klagen, wenn
der Junge ſterben muß, will lich
fügen
Der Engel hat längſt das Haus
verlaſſen. Lautlos iſt es in der Stube.
Da erhebt ſich die Mutter — iſt ihr
Kind ſchon tot? — Sie ſieht in das
liebe Geſichtchen, nein es ſchläft ganz
ruhig und ſanft. Iſt es denn wahr?
— ein Wunder geſchehen?. Sie kann
es kaum glauben — faſſen. Da hört
ſie einen Wagen, eilt an das Fenſter. Ihr
Mann und der Arzt ſteigen aus und eilen
is Haus, treten ius Zimmer, ſehen nach dem
Kind — es lebt. Der Arzt ſchüttelt ungläubig
den Kopf — reicht den Eltern die Hand:
„Durch ein Wunder gerettet” — dann geht er.
Der Mann aber iſt ſtill zu dem kleinen
Chriſtbaum getreten, zündet die Kerzen an
—ſchlingt den Arm um ſein Weib, in deſſen
Augen Glückstränen glänzen. Sie ſtehen an
dem kleinen Bett. Der Junge hat die Augen
aufgeſchlagen, klar und hell blicken ſie zu den
Eltern, ein glückliches Lächeln liegt um ſeinen
Mund, als er die brennenden Kerzen ſieht.
„Weihnacht”, ſagt er mit matter Stimme:
„ich glaube, das Chriſtkind war da.‟
Ehre ſei Gott in der Höhe — Friede auf
Erden und den Menſchen ein Wohlgefallen.
HEunnannanngas
HHEAAAHAEAAHAAAAEIEAHAAARAAEHÄAIAAAZHABAAAHAHALAHAAAAARAR
vunnar
Innnnnnnnnnannanr
Beuannar
Von Grete von
In der großen Flugzeughalle ging Petrus ernſtblickend umher / durch die Dächer und Mauern der Häuſer, mitten hinein in das
beſonders eindringlich mit den Weihnachtsengeln. Die Konſtruk= Kleine fuhr, blickte aber nicht viel umher, er war ein
pflicht=
tion der Cype 1930 war ſehr gelungen, ſie erlaubte einen ſtoß= getreuer himmliſcher Beamter und verließ ſich lieber auf die
Auf=
allen Schikanen, wie Nadioapparat für die Weihnachtschoräle,
Heizung und magiſcher Beleuchtung, ausgeſtattet. Die Aparate
für die Menſchen unſichtbar zu machen, war noch das leichteſte
Problem geweſen, denn die Himmliſchen waren es ja ſeit
Jahr=
tauſenden gewöhnt, ſich in ihrer wahren Geſtalt den Menſchen
zu verbergen. Schwieriger war es ſchon, den Führerſitz ſo zu
bauen, daß die rieſigen Engelsflügel Naum fanden, die eben
Engel trotz aller Moderniſierung des Himmels nicht entbehren
können, ſchon deshalb, weil ſie ſich manchmal träumenden Kindern
zeigen müſſen und dieſe ſie im Ledergewand des Sliegers nicht
erkennen würden.
Alles war zum Gleitflug auf die Erde bereit. Der Direktor
des himmliſchen Hangars war noch einmal von Apparat zu
Apparat gegangen, um ſelbſt zu kontrollieren, ob auch alles
klappe. Die himmliſchen Piloten und Weihnachtsengel — es
gab Engel, welche beide Aufgaben in einer Perſon erfüllten,
während für ſchwieriger zu erreichende Gegenden ſich zwei Engel
in die Aufgaben teilten — hatten ſich zu einer letzten Konferenz
bei Petrus verſammelt. Seit die Menſchen ſo raſch lebten,
hatten es die Himmliſchen nicht mehr leicht. Der Saal der letzten
Weihnachtskonferenz glich dem einer Nieſenredaktion, in der
ununterbrochen Nachrichten einliefen. Es war ſchrecklich: Kaum
hatte man über einen Erdenbürger die beſten Nachrichten
ge=
ſammelt und ihm mit den modernſten himmliſchen Hilfsmitteln in
das Herz geſehen, ſo hatte er es ſich auch ſchon überlegt, ſo hatte
er ſeine Geſinnung geändert, und man mußte neue Direkfiven
beſchließen. Auch mit den Kindern war es ſchwerer geworden,
denn während dieſe früher ihre Wünſche ſchon in den
Sommer=
ferien genau Kannten, wechſelten ſie jetzt ihre Sehnſüchte im
Eil=
zugstempo.
Während himmliſche Diener Wunſchzettel um Wunſchzettel
auf den Ciſch der Beratung legten und die Weihnachtsengel
hef=
tig debattierten, ging es im Schlafſaal der kleinen pausbäckigen
Engel, deren Exiſtenz den Irdiſchen durch das Genie großer
Maler bekannt geworden iſt, ſehr ſtürmiſch zu. Einer nach dem
anderen kletterte, nur mit ſeinen Flügeln bekleidet, aus ſeinem
Wolkenbettchen, und ſie alle ſcharten ſich um einen kleinen
paus=
bäckigen Engel, der eine große Nede hielt: „Was die Menſchen
können, werden wir doch auch noch zuſammenbringen”, erklärte
der Kleine. „Oder habt Ihr niemals von den kühnen
Schwarz=
fahrern geleſen, die ohne Erlaubnis einen Ozeanflug oder ſonſt
einen kühnen Flug mitmachen? Wenn man ſie vorzeitig
er=
wiſchte, wurden ſie ausgezankt und hinausgeworfen. Wenn ihnen
aber ihr Beginnen gelang, kamen ſie in alle illuſtrierten
Seitun=
gen, und das iſt auf der Erde eine ſehr ſchöne und
erſtrebens=
werte Sache.‟ Die kleinen Putten waren begeiſtert. Pläne
wurden geſchmiedet und verworfen. Endlich wurde beſchloſſen,
den kühnen kleinen Engel, gut in Wolkenwatte verpackt, an die meikte er, daß ſich die Erwachſenen nützliche und praktiſche
Cragfläche eines himmliſchen Flugzeuges anzubinden, und zwar
an ein ſolches, deſſen Pilot zugleich als Weihnachtsengel
fun=
gierte, da es ja leichter war, zwei aufmerkſamen Augen zu
ent=
gehen als vieren.
ſo geſchah es auch. Schon am frühen Morgen befand ſich der
Kleine, bis über die Naſenſpitze in die weißen Wolken
eingewik=
kelt, feſt angebunden auf den Cragflächen eines Aeroplans, und fiel dem Weihnachtsengel nur ein, einer jungen Dame, die, wie
am ſpäten Nachmittag fuhren die Apparate aus der Halle und unter dem magiſchen Einfluß des blauen Lichts leicht zu erkennen
dann im langſamen eleganten Gleitflug nieder zur Erde. An der
hiunliſchen Wegkreuzung zwiſchen Afrika und Europa hörte der einer Autopuppe erfüllt bekommen würde, noch eine vierzehnte
kleine Engel noch, wie ſein Pilot zu einem anderen hinüberrief: Autopuppe zu beſcheren? Noch empörender war es, daß eine böſe
„Du haſt es gut mit deinen Glasperlen und Caſchenſpiegeln, in
Europa iſt alles ſo kompliziert!” dann ſank der Aeroplan in ſo
ſchaudernd in die Wolkenwatte zurückzog, und plötzlich, flog man
über beleuchtete Häuſer. Der himmliſche Pilot drückte auf einen
Knopf, ein magiſches blaues Licht flammte auf, und nun konnte
auch der kleine Schwarzfahrer ebenſo wie der Weihnachtsengel
Urbanitzky.
und ſprach noch einmal mit jedem der himmliſchen Piloten und Leben der Jamilien ſehen. Der Weihnachtsengel, mit dem der
loſen langſamen Gleitflug zur Erde, und die Kajüte war mit zeichnungen, die man ihm bei der großen Konferenz übergeben
hatte, als auf das, was er ſah.
Der kleine Schwarzfahrer hatte ſich die ganze Beſcherung
diel intereſſanter und komiſcher vorgeſtellt. Aber nur zu bald
Dinge ſchenkten. Und die intereſſierten ihn nicht. Nur die
Ge=
ſchenke der Kinder vermochten den kleinen Engel noch
aufzu=
regen, und es muß geſagt werden, daß ihm vor einem kleinen,
mit Benzin betriebenen Kinderauotmobil der rebelliſche Gedanke
Und wie es im Schlafſaal der Putten beſchloſſen worden war, überkam, er möchte eigentlich lieber ein Bub auf der Erde als
ein Mitglied der himmliſchen Heerſcharen ſein.
Später wurde ſein Auflehnungsbedürfnis noch heftiger. Was
war, von allen Verehrern und Freundinnen ihren Wunſch nach
alte Dame, die ihr großes Vermögen einer Wahrſagerin
ver=
macht und alle ihre Verwandten an der Naſe herumgeführt hatte,
dicken Nebel, daß der kleine Engel ſein vorwitziges Näschen von eben dieſen Verwandten opferwillig und hoffnungsfroh
ge=
ſpendete reiche Geſchenke erhielt, was den Weihnachtsengel
ver=
anlaßte, ihr außerdem noch ein reiches Geſchenk zu machen,
während viele andere ſich mit lächerlichen Beſcherungen
begnü=
gen mußten. Ueberhaupt: der kleine Engel hatte große Luſt, die
Die Stimme.
Eine Weihnachtsgeſchichte aus der Südſee.
Von Carl Hans Noeder.
Dieſe Geſchichte hat mir Paul Voß eines Abends in der
Bar eines P. u. O. Liners erzählt. Wir kehrten beide von
einem langjährigen Aufenthalt in den Cropen nach Deutſchland
zurück und freuten uns. Weihnachten dieſes Jahr in der Heimat
feiern zu können. Ich weiß nicht, ob die Erzählung wahr iſt,
aber ſie erſchien mir jedenfalls merkwürdig genug, um
aufge=
zeichnet zu werden.
„Ich hatte damals eine Stelle bei einem amerikaniſchen
Seifenkonzern, der in Neu=Guinea und auf dem Bismarck=
Archipel große Kopra=Plantagen beſaß”, begann Paul Voß.
„Ich verſtand bereits etwas von Kopra, und Mr. Forſter, ein
Deutſchamerikaner, der Leiter der Sirma in Port Moresby,
ſchickte mich auf eine neu anzulegende Plantage nach Neu=
Hannover. Es war ausgemacht, daß ich gegen Anfang Dezember
von einem Schiff abgeholt werden ſollte, um Weihnachten und
Neujahr in Port Moresby zu verbringen.
Am fünften Dezember kam richtig die „Henrietta”, brachte
meinen Nachfolger, und am achten, nachdem ich meine Geſchäfte
übergeben hatte und alles verladen war, ſegelten wir ab.
Die „Henrietta” war ein kleines Fahrzeug, das dem
Lokal=
verkehr diente, Erſatzteile für landwirtſchaftliche Maſchinen,
Werkzeuge, Paſſagiere und Proviant von einer Plantage zur
anderen brachte. Als Beſatzung hatte ſie ſechs polyneſiſche
Matroſen, Salzwaſſermänner”, und Sandy Mc. Alliſter, der in
ſeiner Perſon die Pflichten eines Steuermannes, Kapitäns und
Agenten vereinigte. Dann gab es noch Ah Lum, einen
fünfzehn-
jährigen Chineſenbengel, der als Koch, Steward und Schiffsjunge
diente.
Die Fahrt verlief eintönig und ereignislos. Wir hatten
ver=
hältnismäßig gutes Wetter und ſtetigen Wind und kamen raſch
vorwärts.
Aber unſer gutes Glück verließ uns, als wir Dampier Island
zwei Cage hinter uns hatten und auf die Vitiaz Street zuſteuer=
ten, die Neu=Guinea von Neu=Pommern tremt. Der Nord=
Oſt=aſſat ließ uns plötzlich im Stich und flaute innerhalb von
ein paar Stunden völlig ab, ſo daß wir beinahe gänzlich ſtill
lagen. Hilfsmotor hatte die „Henrietta” keinen. So konnten
wir nichts tun als abwarten. Mc. Alliſter war ſehr ſchlechter
Laune, ſchimpfte, ſchikanierte Ah Lum bis aufs Blut und trank
mehr Scotch als es ſeiner Leber gut tat.”
Unbekümmert um ſeine letzte Bemerkung beſtellte Paul Voß
zwei Whisky und Soda und ſetzte dann ſeine Erzählung fort.
„Um das Uebel voll zu machen, fiel über Nacht Nebel ein.
Ich wußte, daß es in dieſer Gegend verſchiedene Strömungen
gab, und begann mir Sorgen zu machen. Obwohl die Luft völlig
ſtill war und ſich kein Hauch rührte, war die See doch ziemlich
bewegt. Gegen Mittag hörten wir irgendwo in der Nähe die
Brecher eines nahen Riffs, konnten aber nicht feſtſtellen, wo es
lag. Als uns dies endlich gelang, war es bereits zu ſpät. Fünf
Minuten ſpäter hob uns eine Welle ſachte empor und und ſetzte
uns quer auf ein ſcharfkantiges Korallenriff, das in einer Ciefe
von einem halben Meter unter dem Meeresſpiegel lag. Wie
zum Hohn brach bald darauf die Sonne durch den Nebel und
geſtattete uns, die Situation zu überblicken.
Wir waren ſozuſagen mit einem blauen Aug’ davongekommen.
Ein paar hundert Meter vor uns lag eine kleine Inſel, und
wir waren in keiner unmittelbaren Gefahr.
Bis zum Abend hatten wir die Ladung, Kompaß,
Chrono=
meter, die Segel, Anker und alle anderen werivollen
Beſtand=
teile abmontiert und auf die Inſel geſchafft. Wir waren
hunde=
müd und verzichteten darauf, die Inſel weiter zu erforſchen.
In der Nacht ſprang ein ſteifer Nord=Oſt=Paſſat auf und
am Morgen war von der „Henrietta” nichts mehr zu ſehen.
Mc. Alliſter ſtellte feſt, wo wir uns befanden und teilte mir mit,
daß ſich ſeines Wiſſens auf der Inſel kein Weißer befinde, nicht
einmal ein farbiger Miſſionär. Auf der anderen Seite befände
ſich ein kleines Eingeborenendorf, das wir erreichen müßten.
Von dort konnten wir einen Eingeborenen mit einer Botſchaft
im Canoe nach einer der benachbarten größeren Inſeln ſchicken.
Die Miſſionsſtation würde es übernehmen, die Nachricht
weiter=
zugeben und auf dieſe Weiſe wäre es möglich, unſere Sirma in
Gurte ein wenig zu lockern, um einen Arm frei zu bekon
um den Weihnachtsengel ein wenig am Ohr zu zupfen.
der Weihnachisengel denn nicht, daß in den weniger reich
leuchteten Straßen Kinder wohnten, die nicht weniger
waren und für deren beſcheidenſte Wünſche der Weihnachtsel
kein Erfüllen bereit hielt? Das war doch eine Ungerechtig
die zum Himmel ſchrie.
Wegen einer Säge, jawohl, wegen einer gewöhnlichen
holzſäge, wie ſie jeder deutſche Bub kent, endete das ir
Abenteuer des kleinen Engels mit einem rieſigen Krach.
rend der Weihnachtsengel damit beſchäftigt war, eine mit
lichem Dampf zu betreibende Lokomotive zu einer Samili
Vorderhaus zu ſchaffen, blickte der kleine Engel von der Ci
fläche herab in eine Wohnküche des Hinterhauſes, wo ein k
braunhaariger Bub zu ſeiner Mutter ſagte: „Das macht
nichts, daß du kein Geld haſt. Wenn ich auf einen Settel ſchre
daß ich ſo unſinnig gerne ſo eine Säge haben möchte, wei
wirklich nicht alles mit dem Küchenmeſſer machen kann, ſo
der Weihnachtsengel ſchon ein Einſehen haben.” Aber die
Witwe antwortete darauf: „Mit uns hat er kein Einſehen, 6
Das iſt nun einmal ſo.‟ Der kleine Engel bekam einen
Kopf. Konnte man es zulaſſen, daß Menſchen ſo über den We
nachtsengel dachten! Das war doch unmöglich. Vorſichtig
er die Gurte, ſah noch einmal in die vornehme Wohnung
Vorderhaus, wo der Große ſich kopfſchüttelnd über den kon
zierten Mechanismus des Geſchenkes für einen Knaben mü
und rannte dam ſpornſtreichs in ein Geſchäft, wo er eine 8
kaufte, nicht ohne es zu vergeſſen, ſich vorher in eine wür
alte. Dame zu verwandeln. Er kaufte auch einen Weihnad
braten, einen Cannenbaum und was ſonſt zu einem
Weihna=
abend gehört, ſchob das Ganze in die Wohnung des Hint
hauſes, nahm ſeine richtige Geſtalt an und wollte ſich nur A
die Ceeſt
die rote frierende Naſe putzen, ehe er in ſein Wolkenk2tt zurig/// Chriſt
kroch, als der Große vor ihm ſtand. Es gab ein entſetzlich
Donnerwetter, wie es ſonſt der eine oder andere ſchlecht au
jatte
gelegte Engel nur im Auguſt zu veranſtalten pflegte. Aber
kleine Engel ließ alles ruhig über ſich ergehen; der große pot
ſch
ihn in Watte und ſetzte ihn hinter ſich in die warm geheill Aüchen, dit
Kabine, wo es dem kleinen Schwarzfahrer eigentlich viel be
bis zu. i
gefiel als auf der Cragfläche.
Aukelt vert
Audete e
Und dann ging es kerzengerade zum Himmel empor, wo
kleinen Schwarzfahrer ein zweites Donnerwetter vom geſtreupl!"
Petrus erwartete. Aber der Kleine macht lſich gar nichts dad Me Oil
Iyt hatte,
aus, er drückte ſein Näschen an die Glaswand der Kabine
miſcha
ſah ummer nur auf ein Haus hinab, in dem ein Simmer m
zwei glücklichen Menſchen immer kleiner und kleiner wurde u
ſchließlich nur mehr ein goldiger Punkt im Nebel war, wie n
oft ſolche am Himmel ſehen.
Port Moresby zu verſtändigen. Immerhin würde das acht.b0
zehn Cage dauern, ſo daß wir nicht damit rechnen durften, n0
vor Weihnachten von hier fortzukommen.
Eine dreiſtündige Wanderung brachte uns zu dem Eil
geborenendorf. Es war nicht groß und zählte knapp zweihunde
Seelen. Es waren kleine Melaneſier von ſtark negroidem Au
ſehen. Sie begegneten uns erſtaunt, aber durchaus freundlic
Mit ein paar Meter Kupferdraht und einer halben Kiſte Cahdl
erwarben wir uns nicht nur ihre Freundſchaft, ſondern auch
friſchen Proviant und einen Boten zur nächſten Miſſionsſtatiol
Wir verbrachten die Cage in idulliſcher Nuhe. Em padl
mal fuhr ich im Canoe mit hinaus auf Siſchfang, ſonſt lag
im Schatten und rauchte, ſchwatzte mit Mc. Alliſter und warte”
bis wieder einmal die Sonne im Weſten unterging. Oder 0.
ſtreifte auf der Inſel herum, beobachtete die bunten Papageieh
die mich aus uralten, weiſen Augen nachſichtig von irgendeinen
Baum aus betrachteten.
So kam Weihnacht heran. Mc. Alliſter und ich beſchloſſeh
unſeren wilden Gaſtfreunden zu zeigen, was Weihnachten wäh
und richteten eine junge Seder als Chriſtbaum her. Ah Lug
wurde kommandiert, Kerzen zu machen, Kuchen zu backen And.
das Jeſt vorzubereiten.
Während des Cages umſtand uns beinahe das halbe Vokl
Der Häuptling, ein uralter, ſchmutziger Nigger, deſſen linke‟
Ohrläppchen von einer durchgeſteckten Cürklinke, die weiß 09M
wie ihren Weg dorthin gefunden hatte, verſchönert wurde, w0.
überhaupt nicht fortzubringen. Er hockte auf einer Matte 90
unſerem Selt und ſtarrte, halb neugierig, halb ängſtlich Aa
den „Ceufel=Ceufel” (Sauber), den wir vorbereiteten, währei”
der Medizinmann des Dorfes mit ſcheelem Blick in der Seilſ.
vorbeiſtrich und dieſen „unlguteren Wettbewerb”, mißgiunlle
beobachtete.
Mit viel Mühe brachten wir ſchließlich etwas fertig, Me
unter Hinzuziehung von etwas Phantaſie und viel gutem Wülte
einem Chriſtbaum ähnlich ſah. Inzwiſchen war es Abend 9
worden und die Sonne war untergegangen. Innerhalb wells."
Minuten war es ſtockdunkel und wir konnten daraugehen. "
Lichter anzuzünden. Im Scheine der Kerzen ſah unſer Bäuede
Vanitu Box.
Eine Weihnachtsgeſchichte
von Dr. Eugenie Schwarzwald.
Siu har erſt neunzehn Jahre alt, hatte aber ſchon drei Sreier,
ess ernſt meinten. Wie im Märchen. Dazu waren alle drei
„utt anzuſehen, hatten Arbeit und Auskommen.
Dakam Weihnachten. Franz hatte ſich ſchon im September
gunlich einer literariſchen Unterhaltung notiert, daß Ilſe eine
Uleſe für „La nouvelle Héloiſe” habe. Natürlich hatte er ſich
fort von Paris aus die ſchönſte Ausgabe kommen laſſen, im
ktstz hatte er ſie dann dem beſten Buchbinder der Stadt zum
inhinen anpertraut. In rauchgraues Leder, denn ſolches hatte
aud einmal geſprächsweiſe rühmend erwähnt. Am 24. Dezem=
En die Ceeſtunde brachte er Ilſe das wundervolle Buch, half
r Pei Chriſtbaum putzen und hörte geſchmeichelt ihren lebhaften
anſ und ihr uneingeſchränktes Lob.
Srß hatte ſich um das Weihnachtsgeſchenk für Iſſe noch
überumgetan. Er konute nämlich gut photographieren. Da
atten ſich ausgedacht, ihr eine Sammlung von Lichtbildern zu
„He: achen, die alles, was ſie von ihrem erſten geſegneten
Atem=
ig andis zu ihrem gegenwärtigen holdſeligen Alter geliebt hatte,
argeſtellt vereinigen ſollte. Auf die Herſtellung dieſes Geſchenks
erweddete er ſeine Sommerferien. Zuerſt ging er nach Gaming,
ert mir ſie geboren und hatte die erſten acht Jahre gelebt. Ihr
pebunshaus, der Garten, der ihre erſten Spiele geſehen, das
zundü ge Schulhaus, welches ihre Einführung in die Wiſſenſchaft
geſong hatte, boten ihm die erſten Bilder. Dann ſuchte er die
„elEumtſchaft des Lehrers. „Ah, Ille”, ſagte der alte Herr,
„euf ſtbes Kind! Leider konnte ſie ſich nie merken, wann man
iner ſroßen Anfangsbuchſtaben ſchreiben muß. Sein würdiges
Ultmänergeſicht gereichte Sritzens Album zur höchſten Sierde.
dagan hätte er bei Ilſens Amme um ein Haar ſein Siel ni= t
rrgähl. Sie fand es aus dunkeln Gründen gottlos, auf dem
Dapd feſtgehalten zu werden. Nur eine große Schachtel Suk=
Rierl— ind ein langes, liebreiches Geſpräch über Illens unerhörte
MReisim erſten Lebensjahre erweichte ſie. Nachdem er noch die
Rayzhuſe gelichtbildert hatte, begab er ſich nach Salzburg. Dort
bar,ſ von ihrem achten bis zu ihrem zwölften Lebensjahre
78nteitszögling eines Kloſters geweſen. Eine längere
Swie=
wrauß mit der Schweſter Pförtnerin ergab, daß ſie ſich Ilſens
„ofß unz gut erinnern konnte. „Lange Beine hat’s ghabt und
(mngja Loch im Strumpf”. Was aus der Stimme ſprach, war
ichy ſrade Schätzung. Doch war ſie immerhin bereit, ihm eine
FHuFdz bei der Mutter Oberin zu verſchaffen. Die vornehme
üaltes Jame — lie ſah ſo herrlich aus, daß es ihm in Herz und
Matefr zuckte — verriet nicht, ob ſie ſich Slſens entſinne.
Da=
gegeufragte ſie liebreich nach der Entwicklung, die Ilſens
geiſti=
iges ben genommen habe, und ſprach dann mit ſanfter Stimme
ſeinig=Segenswünſche für die ehemalige Schutzbefohlene aus. Aber
die rElaubnis, irgend jemand oder irgend etwas im Hauſe
auf=
kunsten, konnte er natürlich nicht erlangen, ſo daß er ſich mit
z ſder Aßenanſicht des Kloſters begnügen mußte. Um ſo luſtiger
llwas te Aufnahme des Café Bazar; dort hatte Ilſe bei einem
der ſtenen Beſuche des Vaters Mozartkugeln gegeſſen, denen
ſieleitz bleibende Erinnerung bewahrte. Unter Aſſiſtenz
ſämt=
licher/Gaſſenbuben von Salzburg photographierte er jetzt die
hiſtsrſche Stätte. Es ergriff ihn eine unerhörte Heiterkeit und
z er Heſloß, ſeinen Salzburger Aufenthalt durch eine kleine Orgie
zu Eeſhließen. Er lud ſämtliche Gaſſenbuben zu einem großen
Matkugeleſſen ein; er ſelbſt aß drei Stück.
Ofe dritte Etappe von Ilſens kurzem Daſein führte nach
Wien Hier kam ſeine Arbeit erſt recht in Schwung. Vor allem
zog— Ilſes Mutter ins Vertrauen und fand hier für ſeine
Ab=
ſichre das tiefſte und reinſte Verſtändnis. Er durfte Pater und
Mutr, die Dienſtmädchen, die Kanarienvögel, den Hund, alle
Freunde des Hauſes und die wenigen Verwandten, die ſie liebte,
aufnehmen. Ebenſo die Simmer, das Bild, das über ihrem Bett
hing und ein Stilleben, beſtehend aus ihrem alten Spielzeug. Von
ihrer Lieblingspuppe, geformt aus einem alten Handtuch, dem ſie
ein Geſicht mit Blauſtift angemalt hatte, ſchuf er ein
Einzel=
porträt. Beſondere Begeiſterung erweckte ſein Plan in der
Wiener Schule, in der Ilſe ihr Abiturium beſtanden hatte. Jedes
Klaſſenzimmer, in dem ſie je geſeſſen, jeden Lehrer, den ſie
ge=
mocht, jede Schulkameradin, mit der ſie gut geſtanden, den
Schul=
diener, mit dem ſie eine ernſte Freundſchaft verbunden hatte,
photographierte er mit Liebe. Auch den Dachgarten, auf dem
ſie getobt und die Schulbühne, auf der ſie ihre erſten Triumphe
gefeiert, alles durfte er verewigen. Glücklicherweiſe fand ſich
auch noch im Schularchiv eine alte Seichnung von ihr, eine
miß=
verſtandene Illuſtration zum „Canzlegendchen” und ein
Schul=
aufſatz von ihrer dreizehnjährigen Hand über das Chema „Worüber
ich mich wundere” mit der Note „Noch genügend”. Beides wurde
photographiert.
Damit war auch ſeine Arbeit zu Ende. Was jetzt folgte,
war Kinderſpiel. Nunmehr kamen nämlich die Bilder der
Men=
ſchen dran, für die Ilſe ſchwärmte. Es waren nicht wenige:
Maler, Dichter, Staatsmänner, Schauſpieler, Filmgrößen,
Sports=
leute. Aber da keine Neuentdeckungen von Ilſe dabei waren,
gab es alle dieſe Bilder im Handel. Schwer zu kriegen war nur
Biſlroth. Von Schubert war kein ſchönes und von Angelus
Sileſius überhaupt kein Bild aufzutreiben. Natürlch durften die
Stätten ihrer jungen Freuden nicht fehlen. Obwohl auch ſie im
Bilde zu kaufen waren, zog er es vor, ſie noch einmal perſönlich
aufzunehmen: die Nax, die Oper, den Eislaufplatz. Vier
beſon=
ders ſchöne Aufnahmen vervollſtändigten das Album: ein
Haus=
tor in der Singerſtraße im Sommerglaſt, die Minoritenkirche und
das Kobenzl im Slanze eines Herbſttages und der verſchneite
Chriſtkindlmarkt. Das Einbinden beſorgte er ſelbſt. So wurde
er erſt am 25. Dezember, abends ſpät fertig. Die Nacht darauf
verlief unruhig. Ihm träumte, er habe Mauſi, Ilſes
Lieblings=
freundin, vergeſſen. Beim Morgengrauen aber fuhr er
end=
giltig aus dem Schlaf, als ihm einfiel, daß er Caſals wirklich
nicht im Album hatte, Caſals, der doch einen ganzen Abend
lang Ilſes höchſtes Ideal geweſen war. Der Cag des 24.
Dezem=
ber war ganz der Anfertigung eines Gedichtes gewidmet, welches
das dicke Bilderbuch begleiten und erläutern ſollte. Sritz konnte
ſonſt ganz nette Verſe machen. Heute fielen ihm die einfachſten
Reimworte nicht ein. Erſt um acht Uhr abends ſchien ihm leine
gar ſaſſabel aus und etwas wie die obligate Seſtſtimmung kam
in rnu und Mc. Alliſter auf.
Mir dachten, daß wir ohue dieſe unglückſelige Flaute ſchon
länsſt in Poxt Moresby ſein hätten können, daß es dort ein
ridpiiges „Chriſtmas-Eve=Dinuer” mit Cruthahn, Plumpudding
und dunſch gegeben hätte, vielleicht ſogar Poſt aus der lieben
Hekmt.
Ac. Alliſter, der weniger ſentimental veranlagt war,
er=
kläxt trocken, daß wir beinahe ein perfrühtes „Chriſtmas=
Evs=Dinner” für einen Schock Haifiſche abgegeben hätten, und
das erſöhnte mich wieder mit meinem Schickſal.
Air ſchüttelten uns die Hände und wünſchten uns „frohe
Wemachten”, während ferne die Brandung donnerte und die
Lichte unſeres Chriſtbaums merkwürdige Neflexe auf die
nack=
ten ſhwarzen Gliedmaßen der uns ſtumm umgaffenden
Einge=
boxenn warfen.
G mag Ihnen unwahrſcheinlich vorkommen, aber irgendwie
unkerſchied ſich dieſer Abend von allen anderen. Es war eben
Wemacht.
Vollen wir ſingen?” fragte Mc. Alliſter ſchließlich, nachdem
wir ſide ſchweigend und in unſere Gedanken perſunken vor dem
Bäuchen geſeſſen hatten.
Ih nickte und wollte beginnen, als ich rückwärts über mir
eime merkwürdig durchdringende Stimme hörte. Sie ſang in
guten Deutſch „Stille Nacht, heilige Nacht. .. ungefähr bis
zur Hilfte und brach dann plötzlich ab.
M. Alliſter und ich waren aufgeſprungen und glaubten unſeren
dhig nicht trauen zu dürfen. Wer hatte hier geſungen? Daß
es hener der Eingeborenen war, wußten wir, denn tagelange
Verſiche haiten uns gezeigt, daß keiner von ihnen auch nur ein
Woon „Didgin=Engliſch” verſtand, geſchweige denn Deutſch.
Pir riefen laut in den Wald — aber es kam keine Antwort
zurüc. Mit ein paar Sackeln ſuchten wir die nähere Umgebung
unſſes Seltes ab, konnten aber keine Spur entdecken. Dann
begam mit Hilfe unſerer polyneſiſchen Matroſen ein
langwie=
rig.sBerhör der Eingeborenen, das ebenfalls keine Aufklärung
brome. Schließlich ſang ich ihnen das Weihnachtslied vor, aber
ſie hickten mich blos verwundert und verſtändnislos an.
Lange ſaßen wir noch wach und unterhielten uns über dieſes
ſeltſame Phänoment. Mc. Alliſter, der wie alle Schotten zum
Aberglauben neigte, erging ſich dann in phantaſtiſchen okkulten
Cheorien.
Die ganzen folgenden Cage verbrachten wir damit, den
ge=
heimnisvollen Sänger ausfindig zu machen. Er blieb ein Rätſel
Su Silveſter kam ein Boot aus Moxesby, um uns zu holen.
Es war die „Annabelle”, ein Kutter mit Hilfs otor, der von
Kapitän Jaſper de Wik geführt wurde. De Wijk war
Hol=
länder. Natürlich erzählten wir ihm ſofort unſer merkwürdiges
Erlebnis am Heiligen Abend. Zuerſt blickte er uns erſtaunt und
ungläubig an, dann aber ſchien er plötzlich zu verſtehen und brach
in ein ſchallendes Gelächter aus.
„Kommt mit”, rief er, „ich werde Euch den geheimnisvollen
Sänger zeigen!”
Kapitän de Wik führte uns in den Wald, der hinter dem
Dorf begann. Plötzlich blieb er ſtehen und begann mit lauter
Stimme und nicht ganz einwandfreier Intonation zu ſingen „Alt=
Heidelberg, du feine!” Kaum hatte er begonnen, ſo tönte aus
dem Inneren des Waldes klar und deutlich die zweite Seile. Wir
glaubten unſeren Ohren nicht zu trauen und liefen näher.
End=
lich hörten wir die Stimme ganz bei uns, ohne jedoch jemanden
entdecken zu können. Inzwiſchen hatte der geheimnisvslle Geſang
aufgehört.
„Sie ſind doch Deutſcher”, wandte ſich de Wik an mich;
„verſuchen Sie’s einmal mit „Deutſchland, Deutſchland über
alles”!"
Ich intonierte das Lied — und richtig, ſofort ertönte wieder
die Stimme. c Alliſter und ich mußten nicht ſehr klug
aus=
geſehen haben, denn der Holländer bekam einen neuen
Lach=
krampf.
„Hier haben Sie Ihren Sänger”, rief er und wies auf einen
Piſangbaum.
Nichtig, halb verdeckt von einem überhängenden Blatt ſaß
dort ein Papagei und ſang. Er war nicht mehr ſehr jung und
auch ſein Gefieder konnte als ſchäbig gelten, aber er ſang ſtramm
und mit echtem Waterkant=Akzent.
Dichtung leidlich. Bis neun Uhr dauerte dann noch die
Rein=
ſchrift; ſehr viele wunderſchön. Bogen wurden vernichtet, ebe
einer — der letzte — vor ſeinen Augen Gnade fand. Um zehn
Uhr abends klingelte er an der Cüre von Siſes Eltern. Das
Slubenmädchen ſagte: „Fräulein — ſe iſt eben weg, zu den
Groß=
eltern, dort wird ihr noch einn. l beſchert. Geben Sie nur das
Paket mir, ich leg’s ihr in den Koffer, denn morgen fruh jährt
nach Kitzbühel.” Von dort aus dankte ſie ihm dann auf einer
Anſichtspoſtkarte für die ungeheure Mühe, die er ſich genommen
habe.
Albert, der dritte Sreier, machte am 24. Dezember,
vor=
mittags, einen wunderſchönen Weihnachtsbummel auf der
Kärnt=
nerſtraße. Da traf er eine Freundin ſeiner Mutter. „Meine
Hoch=
verehrung, gnä” Frau. Darf ich was fragen? Sie ſind ja geſcheit.
Was ſchenkt man einem Mädel zu Weihnachten?‟ „Das iſt ganz
einfach”, ſagte die Dame, „heuer gibt man eine goldene Vanity
Box. Da hat ſie alles beiſammen: Puder, Nouge, Lippenſtift
und Augenbrauenſtift.” Albert kaufte die ſchönſte Vanity Box,
die zu haben war. Dann ſchrieb er auf ſeine Viſitkarte „Frohe
Feiertage”, ließ das Däckchen mit einem Cannenzweiglein
ver=
ſehen und gab den ſtrikten Auftrag: „Um zwei Uhr mittags muß
es dort ſein.” Schon um drei wurde er von Ilſe ans Celephon
gebeten, die ſich ſtürmiſch bedankte. „Darf ich nach Kitzbühei
kommen?” Schon wollte ſie nein ſagen, da ſagte ſie ja.
Im nächſten Mai fand in der Karlskirche die Vermählung
Ilſes mit Albert ſtatt. Aber das bedeutet durchaus kein unhappy
end. Denn nächſte Weihnachten waren ſie geſchieden.
Lektüre
unterm Weihnachtsbaum.
Von Franz Heſlel.
Wie ſchön war die Seit, als man noch las, ohne zu verſtehen!
Da hatte man zum Beiſpiel zu Weihnachten den Cell
ge=
ſchenkt bekommen, Schillers Wilhelm Cell. Mau war erſt acht
Jahre alt. In der Schule wird dieſer Cell erſt in zwei Jahren
geleſen werden. Neugierig hat man ſich den Cell gewünſcht, des
Namens wegen. Am Heiligen Abend hat das Kund das kleine
blaue Buch eigentlich nur geſtreichelt und bisweilen, Marzipan
koſtend, hineingeſchaut. Nun aber iſt Seiertagsmorgen. Das Kind
iſt ganz allein in der guten Stube, in welchem der
Weihnachts=
baum ſteht. Es ſtreift an der Seite des Ciſches, wo ſeine
Ge=
ſchenke liegen, die für die Nacht übergeſchlagene Decke zurück,
nimmt das Buch heraus, ſetzt ſich auf den Schaukelſtuhl. Aber
das iſt noch nicht der richtige Leſeplatz. Es wechſelt hinüber zum
Seſſel, por dem die Sußbank iſi. Es kniet auf die Sußbank, legt
das Buch auf das blaue Eiderdaunenkiſſen, das in den Seſſel
geſchmiegt liegt, ſchlägt auf, lieſt.
Erſt kommen die Verſe vom Siſcherknaben, vom Hirten und
vom Alpenjäger. Die lieſt es noch nicht ſo genau. Die ſchaukein
chnell von Seile zu Seile und gehn ſanft ein. Aber dann kommt
Ruodi, der Siſcher, aus der Hütte und beginnt:
„Mach hurtig, Jenni. Sieh die Naue ein”. Naue! Wie
geheimnisvoll.
„Der graue Calvogt kommt, dumpf brüllt der Sirn‟. Das
ſind Sturmgeiſter. Sie brauſen daher. Und was der Siſcher
ankündigt, beſtätigt der Hirt:
„8 kommt Negen. Jährmann.
Meine Schafe freſſen mit Begierde Gras.
Und Wächter ſcharrt die Erde.”
Auf unſere ſtumme Frage erzählte de Wijk uns die Geſchichte
des Vogels und ſeines Herrn. Vor dem Krieg, als die Suſel
noch deutſches Schutzgebiet war, hatte ein Deutſcher namens
Körner hier perſucht, Kopra zu pflanzen. Er war allein und
hatte als Geſellſchaft bloß den Papagei, dem er Sprechen,
Pfei=
fen und Singen beigebracht hatte. De Wik, der Köner noch
gekannt hatte, wußte Wunderdinge von dem Vogel zu berichten.
Dann irgendwann während des Krieges war Körner geſtorben.
Die Pflanzungen waren verwildert, und Jakob, der Papagei,
war in den Wald zurückgekehrt. Seine geſtutzten Flügel mochten
gewachſen ſein. Hier und da, wenn Weiße auf die Inſel
kom-
men und er vertraute Laute hört, erinnert er ſich ſeiner
Fähig=
keit, zu ſingen und zu ſprechen und gibt ein paar Bruchſtücke
aus leinem einſt ſo reichhaltigen Repertoire zum beſten.
„Ich habe einmal mit Körner — es war ein Jahr, bevor er
ſtarb — Weihnachten hier verbracht” berichtete Kapitän de
Wük. „Körner hatte eine Art Chriſtbaum gerichtet und ſaß,
mit Jakob auf ſeiner Schulter, vor dem Baum. Als die Lichter
brannten, ſang er „Stille Nacht, heilige Nacht” und der Vogel
ſang mit. Jakob hat Euch geſehen und ſich wahrſcheinlich deſſen
erinnert. Waren zwei verdammt anſtändige Kerle, Körner
und auch Jakob.”
„Sehen Sie”, ſchloß Paul Voß ſeine Erzählung, „das war
der merkwürdigſte Weihnachtsabend meines Lebens. Grotesk
und doch rührend! Denken Sie bloß, daß da vor vielen Jahren
ein Kerl auf dieſer Inſel gelebt hat, tauſende Meilen weit weg
von ſeiner Heimat, allein, bloß ſchwarze Menſchenfreſſer um ſich
und einen Papagei. Und in ſeiner Einſamkeit zaubert er ſich ein
Stück Heimat her: den Vogel, der ihm Lioder ſingt und Dinge
vorplappert, ihm die Erinnerung wachhält.
Und dann ſtirbt Körner. Es kommt zum Weltkrieg. Die
Inſel gelangt in den Beſitz Englands. Die Plantage verwildert,
das Haus zerfällt und vermodert. Nichfs erinnert mehr an
Körner, ſelbſt die Eingeborenen haben ſeine Exiſtenz vergeſſen.”
Bloß in Jakob, dieſem Ceufelskerl von einem Vogel, (ebt
hin-
eingezaubert und vergeſſen ein Stück Heimat, ein Stück
Deutſch-
land, weiter.”
Was tut da die Erde? Sie ſcharrt Wächter? Scharrt, weil ſie
lich fürchter vor dem Siurm, vor all den böſen Weſen, dem
Cal=
vogt, dem Sirn, dem 2üuthenſtein mit ſeiner kriegeriſchen Haube.
Wachtpoſten enpor. Abächter ſcharrt die Erdel
Später, wenn man dann den Cell in der Schule „hat”, kommt
heraus: die Naue iſt ein Boot, der Mythenſtein iſt ein Berg.
Und nicht die Erde ſcharrt Wächter, ſondern der Hund, der
Wäch er heißt, ſcharrt die Erde. Iſt auch ganz ſchön, aber
eigent=
lich war es noch ſchöner, als man noch nicht verſtand . . . als ſie
lelbſt, die Göttin Erde, ſcharrte — mitten im Weihnachtszimmer,
durch deſſen Cannen= und Marzipanduft ferner Sturm brauſte,
als noch die Seit war, da man Mythen ſchuf rings um das ſchmal
behütete Kinderreich; die Seit, da in dem ſchönen Lied von der
„Brigg dort auf den Wellen” zuletzt das verlorene Boot des
Netters von einem Dämon an; Land getriebe, wird. Kieloben
heißt der Dämon. Kieloben treibt das Boot zu Lande, und ſicher
jährt die Brigg vorbei”. Ja, da hockte man, von Geiſtern
um=
geben. Sie waren unheimlich, aber anhaben konnten ſie einem
doch nichts. Ein Aeſthet war man, ein reiner Genießer, hatte
eine angenehme Art, mit Cod und Ceufel zu verkehren ...
Wie ſchön war die Seit, als man noch las, ohne zu verſtehn!
Der zerſtreute Profeſſor.
Ein Weihnachtsgeſchichſchen.
Von Alexander von Gleichen=Rußwurm.
Erwin Morgen hatte ſtets unter ſeiner Serſtreutheit leiden
müſſen. Im Knabenalter, in der Jünglingszeit trug lie an allerlei
Berwicklungen die Schuld und brachte viel Unannehmlichkeit;
aber ſie hatte ihn iun der Berufswahl gekräftigt, deun eiuem
Profeſſor der Mathematik konnte man am allerwenigſten das
leidige Zerſtreutſein verübeln. Es machte ſogar bis zu einem
ge=
wiſſen Grade populär; Anekdoten kurſierten unter den Hörern
darüber.
Doch ſo eigentlich getröſtet und ausgeſöhnt mit dem Pech,
das ſeine Serſtreutheit ihm ſo vielfach beſcherte, ſo eigentlich
geſchützt vor ihren fatalſten Folgen war Erwin Morgen erſt,
ſeit=
dem er ſeine Perle, ſeine Marie, gefunden hatte, nämlich die
idealſte Haushälterin, die man ſich denken komnte. Alles
Prak=
tiſche im Leben des Profeſſors hing ſchließlich von ihr ab.
Nun ſollte ihm aber ſeine Serſtreutheit am Ende den
aller=
ſchlimmſten Streich ſpielen, denn es durchzuckte ihn die bange
Frage, als er die fürchterliche Entdeckung machte, leine
unleid=
liche Vergeßlichkeit könne ihn um dieſen Schatz im Hauſe bringen.
Dieſe fürchterliche Entdeckung machte er am
Weihnachts=
abend, an dem er ganz harmlos ausgegangen war, ohne Ahnung,
daß es oben Weihnachtsabend ſei. Die Entdeckung kam ihm erſt
in dem Augenblick, als ſich die Läden ſchickſalhaft ſchloſſen.
Er war in irgendeine Berechnung verſunken geweſen, denn
zu leinem Vergnügen löſto er zuweilen mathematiſche
Scherzpro=
bleme, zum Beiſpiel, mit welcher Finanzoperation es gelingen
könne, die europäiſchen Schulden mit irgendeiner Hypothek auf
den Plangten Mars zu überſchreiben. Er lächelte mit
grimmi=
gem Humor, er war dabei ſternennah und erdenfern. Da
plötz=
lich drängte ſich ſeinem Blick in einem Schaufenſter das kleine
Sternengefunkel um eine Krippe auf. Unwillkürlich blieb er
ſtehen, ſeine Gedanken fanden ſich irgendwie zurück zur
Wirklich=
keit, und er merkte plötzlich, daß es Weihnachtsabend ſei, und im
ſelben Augenblick kam ihm die Vergeßlichkeit ins Bewußiſein,
deren er ſich ſchuldig gemacht.
Schuldig der treuen Marie gegenüber. Er hatte ſie und das
(Weihnachtsfeſt total vergeſſen; er hatte nicht an ein
Weih=
nachtsgeſchenk für ſie gedacht, obwohl ſie ihn einigemale diskret
an ihren beſcheidenen Wunſchzottel erinnert hatte. Das fiel ihm
jetzt brühheiß ein. Das war unverzeihlich. Er hatte ſchon Maries
Geburkstag vergeſſen, das hatte ſie verziehen; aber Weihnachten,
das war zu viel. Da bäumte ſich gewiß Maries deutſches Gemüt,
das mußte lie als Frevel, als eine Beleidigung ihrer Perſon und
Menſchenwürde empfinden. So etwas entſchuldigte weder das
Profeſſorſein noch die Mathematik. Alles hat — ſelbſt in
Deutſch=
land — ſeine Grenzen. Das vertraulich= freundſchaftliche
Ver=
hältnis mit Marie ließ ſich nach ſolchem Verſehen nicht wieder
herſtellen. Das fühlte er. Marie würde kalt und kälter werden,
würde ihm kündigen, würde ihn verlaſſen. Er ſtünde wieder
allein dem tückiſchen Leben gegenüber. Ihn überlief es froſtig,
er ſchauderte, es war nicht auszudenben.
Plötzlich ſchien ihm jemand zu ſagen, ein guter Engel
viel=
leicht: „Ja, du Eſel, warum kaufſt du nicht ſchnell etwas? Wenn
es auch nicht das Nichtige iſt. Marie wird es eher verwindeu,
als wenn der Heilige Abend ganz ohne Aufmerkſamkeit bleibt”.
Dieſer Eingebung folgend, rüttelte Erwin mit finſterem Entſchluß
an der Cür des Ladens, vor dem er ſtehengeblieben war. Die Cür
war aber ſchon geſchloſſen, und mit großem Lärm fiel der
Voll=
laden herunter. Der Lichterſchmuck, die Krippe verſchwanden.
Ach ſo, die Polizeiſtunde für die Geſchäfte war ja ſchon da.
Aber vielleicht war doch noch eins auf. Wenn er nur irgend
etwas kaufen könnte, ging es am Ende. Der Profeſſor ſtürzte
von einem Laden zum auderen, gerade in dem Augenblick, da ſie
dunkelten und Feierabend machten. Unglücklich keuchend hielt,
er inne in dem unnötigen Sturmlauf. Es war doch alles
um=
ſonſt, es war zu ſpät, ſeine Gemütlichkeit war verloren.
Da taſtete er an der eigenen Perſon herum, denn es war ihm
blißartig eingefallen, daß vielleicht an der eigenen Perſon irgend
etwas ſtecken oder hängen könne, was ſich zu einem
Weihnachts=
geſchenk in der Not verwenden ließe. Die Armbanduhr —
Marie hatte ſchon eine — . . . halt — ein Ning. Er ſtreifte den
Handſchuh ab. Das war ein Ning .. . aber nur ein einfacher
Goldreif, wie man ihn zu Verlobungeu gibt, von einem
Ver=
wandten geerbt . . . oder ſollte er ſelbſt in der Zerſtreutheit
ein=
mnal verlobt geweſen lein?. Aber wenn er dieſes Ding ſeiner
Marie ſchenkte, war es nicht ein Verlobungsring, eine
Ver=
lobung?
Das iſt überhaupt die Löſung, dachte er. Ait eiligen
Schrit=
ten ging er nach Haus. Durch die Glastür des Speiſezimmers
lichterte es hell, offenbar hatte Marie alles vorbereitet und ein
Wäre es eine närriſche Uebertriebenheit geweſer, wem),
den Blumen das Licht die ganze Nacht über gegönnt hatt
Eutgelt dafür, daß wir ihnen die wenigen Cage im Sonnalt
der freien Wieſe gekürzt hatten? Wäre meine. Seele de
ſer romantiſchen Güte nicht vielleicht am beſten gefahren,
ſie ſich ſolber mit ihrer zarteſten Negung anerkannt hät
einer ſo unzarten Welt? Sollten wir uns die Menſchlichkeſt
ales koſten laſſen?
Dieſe feinen gefährlichen Sragen trug ich in den Schlaf
Nacht hinüber.
Das Chriſtkind
der Pfalzgräfin Liſelotte,
Von Franziska Otto.
Auf den breiten Stufen der Cerraſſe draußen lag der Sch.
über den Kugeln des Immergrüns, den Pyramiden des Cag
hing er wie eing dicke weiße Pelzmütze oder glitt ſchräg dng
herunter. Die Waſſerbecken waren leer, der Strahl des Sprun
brunnens plauderte nicht mehr und die bunte Sarbenpin
blühender Ceppiche war erloſchen, verhaucht, verweht! Leis mu
weiß war die Welt.
Durch das ſchmale, lange Zimmer des Schloſſes jchreitet ſandlüich Weiht
1af
fäm die Fürſtin; ein wenig Licht, Farbe und Wärme wirft ſdſtzlich noo
Feuer des Kamins in den hohen Naum, macht das kniſtemnlt nos 9u
Gewand ſpiegeln und die Schatten der Dinge lich bewegen, udlialerhand
als die Frau am Ciſche litzt und ihre Hände liebevoll über eigdutr daß
Gegenſtand ſtreicheln, der da liegt, ein Nichts iſt es, oder finlkh i0
wenig, aber doch ein Keim, aus dem ein Viel erblühen kam z0 10t i0
Bäunchen angezündet. Es wäre zu arg, käme er mit leeren
Händen. Aber ſich verloben, heiraten müſſen fürs ganze Leben,
wenn auch Marie noch ſo ideal war, der Angſtſchweiß ſtand ihm
auf der Stirn. Ooch mit männlichem Mut ging er ſeinem
Weih=
nachtsſchickſal entgegen, ſtreifte den Ning vom Finger und hielt
ihn Marie zwiſchen Daumen und Seigefinger hin: „Marie, das
iſt mein Weihnachtsgeſchenk: Wir wollen uns unter dieſem Baum
verloben.”
Da lachte die gute Seele laut auf: „Herr Profeſſor, ich wußte
wohl, daß Sie zerſtreut ſind, auch daß Sie mein
Weihnachts=
geſchenk vergeſſen haben. Darum erlaubte ich mir, einige
Klei=
nigkeiten, die ich mir wünſchte, hier aufzubauen. Aber Sie haben
auch vergeſſen, daß ich ſchon verheiratet bin. Ich lebe allerdinge
nicht mit meinem Mann, weil er auswärts angeſtellt iſt und wir
keine Wohnung bekommen. Alſo behalten Sie nur Ihren Ving.
Es bleibt alles beim alten.”
Vor wenigen Stunden nur war er noch eingeſchloſſen in 49ſ mer ſie
Päcklein, das weiten Weg hergekommen, jetzt lag er hier naſſichte.
dem koſtbaren Schreibtiſch der Herzogin von Orleans, ſchücht yrade, fro
als ſchäme er ſich leines Eindringens in dies Fürſtengemach, dutielich zu
die Augen der Herzogin ruhten auf ihm, bis ihr Blick mitlieslich un
wurde, nach innen ſah und den Keim zur Entfaltung brachte: muit ein Wo
ite Zuku
blühte der Craum.
Unhörbar ging ſie den Weg nach, den das Päckchen gewanlibhnl.
dert war aus der deutſchen Heimat zu ihr, der liebesſehnenderälſt
alternden Frau. Sie ſah den Poſtwagen über unebene Wieſl
durch unheimliche Wälder ſchwanken, ſah den breiten Strmlt
der Heimat, auf den die Senſter des väterlichen Schlolſes jchu4
ten — ſchreckend fiel ein Mißton in ihr heimliches Sehnen: ſhil
nicht das Schloß zerſtört dort oben? Lagen nicht Städte. /4
Heimat verwüſtet? Doch leiſe löſchte ihre Hand die gralt
Lichter; nicht das Jetzt ſuchte ihre Sehnſucht, ſondern das Ein/ y
Und noch ein anderes, das ſie gern gerufen,; kam heimlich, 0i
leiſen Sohlen. Das deutſche Chriſtkindell Fremd war es denen mt
ſie, die in ksſtbaren Gewändern harte, höhniſche Herzen trugl.
die der fremden Fürſtin noch heute nicht verziehen, daß ſie fru
war, treu den Wurzeln in der Heimat. Die ihr den Nährbodurl
in der Fremde vergifteten, daß ſie ihn nicht in Heimat umzuwale
Enzianen.
Von Ernſt Bacmeiſter.
Sch ſaß allein in der Wohnſtube und las. Das Haus war
ſtill. Die Welt draußen ſchwieg ihr nächtliches Schweigen. Auf
der grauen Decke des Ciſches lag nur mein Buch und ſtand
in=
mitten eine dunkle Baſe mit einem großen Strauß lilafarbener
Enzianen, die ihre Kelche, als ich die Vaſe aus dem Dämmer
der Fenſterniſche auf den Ciſch herüberſtellte, dicht und traurig
geſchloſſen hielten. Aber als ich dann einmal vom Buche aufſah,
waren die Kelche geöffnet, und ich erſchraß faſt vor dem Anblick
dieſer in aller Stille wieder wach gewordenen Blüten. Das jähe
Licht der elektriſchen Lampe über ihnen hatte die zarten Weſen
aus ihrem Schlummer geweckt und ſie breiteten lich der
künſt=
lichen Sonne mit liebender Freude entgegen. Der ganze Strauß
hatte ſich feſtlich erhellk und ſtrahlte von farbigem Leben. Meine
Seele übernahm dieſe freudige Erweckung der todgeweihten
Blumen und erbebte von dem tragiſchen Hauch ihres lüßen
Irr=
tums über die Quelle ihrer Belebung. Und als ich dann des
Leſens müde war und aufſtand und die Hand nach dem ſchwarzen
Knopfe an der Cür hob, um das Licht in der Stube zu löſchen,
da zögerte ich und ſah zurück nach den Enzianen und ſprach aus
herzlichem Mitgefühl eine lautloſe Bitte um Verzeihung, weil
ich ihnen die belebende Soune raubte. Und ich trug es mit mir,
das Bild, wie lie erſchrocken über das plötzliche Dunkel, ihre
Kelche langſam in bitterer Enttäuſchung wioder ſchloſſen und dem
herben Cod ontgegentrauerten.
deln vermochte, daß ſie in einſamen Stunden, da die Blicke M
anderen ſie nicht treffen konnten, mit frierender Seele ſtänd,
Das Chriſtkindel! Hier lag, es vor ihr auf dem Ciſch. E
Winziges, ein Nichts den Augen der anderen.
Eine Karte der Heimat. Durch den Craum der Herzöl
ſchritten liebe Geſtalten leiblich ſo Ferner und ſeeliſch ſo Naſl,
ſie hörte in der Lautloſigkeit des ſinkenden Wintertages vu
traute Stimmen und faſt war ihr, als ſtreife ſie ein Hauch d
liebem Munde.
Ein Stündlein vor dem Abend, das ſie für lich allein hotz, iu
in dem ſie in der Heimat weilen darf, die ihr Fuß nicht meſt
erreichen kann. Da iſt lie wieder das luſtige, kleine Mädel, 07
ſeine heiteren, kleinen Schelmenſtücke humorvoll mit der Ru
büßt, und iſt auch das junge Weib, das ſich ſchwer von M
Heimat losringt, und wiſſend den Weg in ihr Schickſal: g
Ein Körnlein Glück und ein Berg voll Leid.
Aber immer doch, wenn die Kaskaden draußen erſtarrel,
ſteigt das Gedenſten ſtärker in ihr hoch, lieht ſie deutlicher 9 Land der Heiat, die vertrauten Gemächer. Und wein
auch mit den Jahren einer nal) dem anderen all derer, die ihrel
Herzen nahe geſtanden, dahin ging — ihr lebten ſie, ihr tö0t
ten ihre Stimmen noch — und ihre Hand — leis zitternd ſtreicl
über „e kleine Gabe. — Da leucgtet noch einmal das Fünkael
Glück im Leid, leuchtet, wächſt und überſtrahlt es, bis draußfel
die Dämmerung tiefer ſiukt. Einen leiſen Schritt hört lie,
hüllt ſie ihr Chriſtkindel ein und birgt es den Augen, die 9
nicht mit Liebe ſehen können.
Als am Abend die hohen Fenſter mit deu kleinen Scheibel
helles Kerzenlicht in die weiße Nacht ſenden, da ſchreitet
iſe=
mitten bunter, plaudernder, lachender Menſchen mühſeligen d00
ſtolzen Schrittes, die einſtige Pfalzgräfin Liſelotte, und ihre
Augen lehen ſtill in das farbige Gewühl. Ihr Ohr fängt kaun
die ſchmeichelnden oder lpitzen Reden. Ganz abgelöſt ſchreitet iſt
Leib durch die prunkvollen Säle, während ihr Herz drüben
bei ihrem deutſchen Chriſtkindel.
IIE
Schach
af.
ummer
O
N. Dawſon in London.
urdruck.
d e
Schwarz hat gerade ſeinen 30. Zug gemacht; es iſt zu beweiſe
daß Weiß in zwei Zügen matt ſetzt.
Prüfſtellung: Beiß: Kf8 Sa5 Ba2, b4. e2, 03, k3, f5, h2, h4 (10);
Schwarz: Kh8 Lh1 Beß. e7. d7. e7
Löſungspreisausſchreiben.
Für die richtige und vollſtändige Löſung der Aufgaben 646 und 647
(letztere auch mit ausführlicher Unterſuchung) ſetzen wir ſechs
Buch=
preiſe aus:
Bei gleicher Gite der Bearbeitung erhalten unſere Abonnenten den
Vorzug, im übrigen entſcheidet das Los. (Die letzte Zeitungsquittung
iſt mit einzuſenden.)
Die Einſendungen ſind mit der Aufſchrift „Schach=
Löſungswett=
bewerb” an die Schriftleitung des Darmſtädter Tagblatts zu richten;
ſie müſſen ſpäteſtens am 2. Januar 1932 eingegangen oder doch am
19. 1. (Datum des Poſtſtempels) abgeſchickt ſein. — Die Entſcheidung
wird am 7. Februar bekanntgegeben.
IIe1
Rätſel
ID
2.
— nis —
— v — der — plaus — ral — rei — ret — rich
rin — ſack — ſal — ſche — ſon — ſter — ſtutt — ter — thek *
tu — u.
Aus pbigen Silben bilde man die Antworten zu folgenden 17. Frd
gen: 1. Weſches Gebirge trennt zwei Erdteiles. 2. Was lieben 4
Kinder und viele Große? 3. Wie heißt eine Schachfigurd 4.
heißt ein König bei Schiller?, 5. Was freut den Künſtler?, 6. 3
nennt ſich eine deutſche Hauptſtadt? 7. Welche Naturerſcheinung
nur am Tage ein? 8. Wie heißt ein Drama von Körner?, 9.
hieß der berühmteſte Weſtgothenkönig? 10. Belches Muſikinſtro
ment iſt heute faſt ganz verſchollen? 11. Welche Stadt liegt am P0
12. Wie heißt meine Baſe? 13. Welches Muſikwert hört man gem”
14. Was hilft aus der Not? 15. Was heilt Wunden?” 16. Wie he
eine Oper von Bizet? 17. Was iſt das Wahrzeichen des türkiſchel
Reiches?
Die Anfangs= und Endbuchſtaben nennen ein Zitat aus Schiller”
Glöcke”, zugleich eine Erinnerung aus der „guten alten Zeit Gchü.
e in Buchſtabe).
CarlDeubel
Winteridyll.
Es war im kalten Winter,
LLLHLH
LHLVT
LLLHBL
LLLLLLL
ULLHBHI
10n
MAMNNN
S
S.
NANNNM
Die Auflöſung nennt den Titel eines klaſſiſchen Luſtſvieles.
Carl Deubel.
Bitte um Antwort.
(Aus der guten alten Zeit)
car — be — da — del — du — d9 — fin — gart —
la — me — men — mond — nä — nen — ni — nis
Und alles lag voll Schnee.
Die Menſchen froren entſetzlich.
Da kam eines Tages ein T.
Die Kälte war gewichen.
Man fror nicht mehr. — Indes
Statt froh zu ſein, riefen die Menſchen
„Herrgott, iſt das ein S.!”
Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 52.
Streichholzrätſel.
E
Aus Ferdinaud Raimunds Leben.
1 Sdenburg, 2. September, 3. Zuckerbäcker, 4. Bogl, 5. Gutenſtein,
6. Wagner, 7. Pottenſtein, 8. Volksdiehter, 9. Schauſpieler 10. Bien,
11 Charakteriſierung, 12. Juni, 13. Hypochonder, 14. Jolalbmicke.
Selbſtmord. — „Der Verſchwender.”
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389— 2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboten
[ ← ][ ][ → ] H(lſoz zu jetzt mags emol grad wärrn, wie’s will, jedenfalls
ins ds Kriſtkindche — wann aach ſunſt nix — ſo doch
wenich=
dro volle Feierdäg beſcheert, un was mich bedrifft, ſo will
e ei ſo recht broffittlich dehaam in meine vier Wend
aus=
un gnieße, un will mich dorch nix draußbringe loſſe,
ſun=
will riedlich un ſchiedlich bei meim klaane Kriſtbeemche ſitze
zuu Däßje Kaffee drinke, un hie un do e bische was enei
San ohne e Kriſtbeemche, un ſei’s noch ſo klaa, un ohne
h3 ws zum Dunke un waaſche, do is es doch for unſeraam
alde bchlag, kaa richdich Weihnachte.
Tof un däß will ich ehrlich zugäwwe: e Mehnche voll Budder=
ag du eishab ich mer, bei aller Nodmaßnahme, doch gebacke, un
räflMächliche, ſowohl in Bezugnahm uff’s Rezäbbt,
achhhdräffs de Form; mag’s aach de aane odder de annere
Littchhalte, jedenfalls, ſie ſchmecke un bekumme aam gud, un
Otſſtet verbroche ſin, ſtelle ſe lauder Engelcher, Fiſchjer,
ſeicheevun lauder ſo nette Simmbohle for; Hackekreizcher, odder
A=Juu Hammerformardiche ſin kaa debei
kiu iß maan aach, es hett, wann mer in de letzte Däg ſo in
ſchreusgüet eneigeſchnubbert hott, doch aach ſunſt allendhalwe e
irme ne moch Weihnachte gedufft; mit Ausnahm vum Finanzamt,
das brnlich nooch Steiern geroche hott, un mit Ausnahm vum
wozd.os ganz eiend nach a gebrennte Zunner geſtunke hott,
ooch illerhand Feier im Dach —
Awwor däß hott mich alles weider nix ſchenniert, un ich hab
Adooach in meine weihnachtsliche Stimmung net ſteern loſſe.
Un ſübin ich aach gäſtert gäje Awend e bische ſpäziern gange.
sſo ſchee, wann’s allmehlich ſtill un dunkel wärd in de
erſß” u mer ſieht dann do un dort hinner de Fenſter en
Kriſt=
eas ſar uuſſeichte, un mer heert gottſeidank noch aus ſo manchem
Aſealde, fromme Weihnachtslieder. Do wärd’s aam ſo
feier=
uu ftlich zu Mut, un mer denkt ſo bei ſich ſällwer, s mißt
ſchlüßlich un endlich emol Friede uff Erde wärrn un den
9 brah’ſchemein Wohlgefallen. Mer hofft widder, un mer glagbt
beſte Zukumft.
ſchen Um pann mer haamkimmt, dann ſteckt mer halt aach ſei
mehten un denkt ſo an die viele ſcheene Weihnachte, die wo mer
4
ich ſog
Mädt wo
it der ik)
rik
verläbt hott; un an manch annere, die wo wenicher ſchee,
mitunner arſch draurich warn, un wo mer geglaabt hott,
uns kaa Stärn mehr leichte, in unſer Härz un in unſer.
un es wollt niemols mehr hell wärrn, in uns un um
in wann mer dann ſo vor ſeim Bäumche ſteht, un denkt
all die Weihnachte, die wo mer in ſeim lange Läwe hott
erläwe därfe, do wärds doch widder ruhich un friedlich in aam
ſchließlich warn doch die ſcheene un helle un lichte Kriſtdäg bei
weidem in de Mehrzahl, un die drauriche falle dohärngäje gornet
ins Gewicht. — s geht jo gottlob alles erum im Läwe, mer muß
bloß net verzage, ſundern feſt und drei dem Stärn nöochgeh, der
wo uns leichte dhut dorch alle Dunkelheit ..
No un dann fiehlt mer ſich uff aamol gornet ſo allaa un
ver=
loſſe, un mer heert’s ſinge: „Stille Nacht” un „O du freehliche” un
brummt ſchließlich ſällwer mit, mit ſeine alde Stimm; un nooch
eme klaane Weilche, do wärds aam uff aamol ganz behäglich, un
grad ſo, als weer mer iwwerm Berg, un als weer aam en Staa
vum Härze gefalle.
Weihnachte, däß is immer ſo äbbes wie e Ausruhe vun
all dem Haſte und Jage, mer kann ſich e bische uff ſich ſälbſt
be=
ſinne, un mer kimmt widder e bische zu ſich, un dann wärd mer
aach widder ſo wie die Kindlein, un mer wärd ganz ruhich, un
verſteht den diefe Sinn vun däre frohe Weihnachtsbottſchaft, un
mer waaß: Es is ein Ros endſprungen... .
No un in de Hoffnung läwe mer jo all, die aane ſo, die annern
annerſter. Erſt weer net mehr hoffe kann, der is wärklich verloſſe.
Awwer die Hoffnung is wie e freundlich Licht in de Nacht, wie en
heller Stärn, der wo uns en lichte Dag verkinde dhut: „O daß die
erſt, mit dem Lichte des Läwens, ſich von mir wende, die edle
Trei=
berin, Dröſterin: Hoffnung” — ſeegt der alde Geethe in ſeim
ſcheene Gedicht: „Meine Göttin‟ ..."
Die Hoffnung hott uns ſchun iwwer manch ſchwer Zeit ewäck
geholfe, hott uns ſchun manches ſchwere Joch drage helfe. Däßhalb
hott aach der junge Schiller ſchun ganz recht, wann er ſei Lied vun
de „Hoffnung” afange leßt mit de Worde:
„Es reden un dräumen die Menſchen viel
von beſſeren kimfdichen Dagen ....."
Un wer erſt in unſerm Geſangbuch dehaam is, der wärd do
manchen Droſtvers drinn finne, der wo in ſchwerſter Zeit aus eme
glauwensſtarke Dichtergemied entſprunge is ..
Un es weer jo aach for unſer heidich Zeit nix ſchlimmer, als
wann mer die Hoffnung uff beſſexe Zuſtend, un glicklichere Zeide
uffgäwwe wollte. Mer ſoll awwer aach net immer Verlorenem
noochgreine. Die Wäld is rund un dreht ſich, un es is doch net ſo,
daß in däre ſogenannte „gude, alde Zeit” alles viel beſſer un
richdicher gewäſe weer. Wie geſagt, wer do edwa noch im Zweifel
is, der ſoll emol en Blick dhu in unſer ald Ma borjer Geſangbuch,
däß kann=en eines beſſeren belehrn.
Freilich, mit de Hoffnung uff beſſere Zeide allaans is es
net gedha, dann es geſchähe in unſerm verneiſachlichte Zeidalder
kaa Wunner mehr, uff die mehr worde kann, bis ſe vum
Him=
mel falle — „das war einmal‟ Naa, mir miſſe ſchun ſelbſt
Hand alleeche, wann’s beſſer werrn ſoll, es fellt uns nix in de
Schooß. — Un was do die Hoffnung bedrifft, ſo hott der, der wo
neilich in Berlien zu mer geſagt hott; „en geſunder
Peſſimiß=
muß is beſſer wie en krankhafter Obbdimißmuß” ſicher gornet ſo
unrecht. Awwer drotzdem, mer kann däß Wort aach erum drehe
un kann ſage: „en geſunder Obbdimißmuß is beſſer wie e
krank=
hafter Peſſimißmuß” — Un, wie geſagt, mir macht’s de Eidruck,
als dhete leider mehr Menſche an=eme krankhafte Peſſimißmuß
leide, als wie dem Geſundheitszuſtand vun unſerm arme
Vader=
land zudräglich weer —
Un die widder uffzurichte, un dene beizuſteh, damit widder
en Weihnachtsſtärn, e nei Hoffnung uff e beſſer Zukunft in=en
uffgeht, däß ſollt unſer Haubtuffgab ſei, un do ſollt jeder nooch
ſeine Kräfte mithelfe, ſeis mit ſeim volle Portmannee, odder mit
ſeim frohe Härz, odder mit=eme gude Wort. — Un do fellt mer
widder en Vers vun unſerm Geethe ei”, der wo doher baſſe dhut
un wo laut:
Verſäumt nicht zu üben
Die Kräfte des Guten
Wir heißen euch hoffen!
Un danooch wolle mer hannele un net immer bloß an uns
ſällwer denke, ſundern an die, die vun de Zeid un de Um= und
Zuſtend ſo ſchwer gedroffe ſin un am End dehaam droſtlos in
ihre kalde Stuwe ſitze. Un wann mir aach ſälbſt alles annere ſin,
als mit Reichdimmer geſächent, un wann bei uns die Modde un
de Roſt aach nix mehr zu nage un zu beiße finne, e bische äbbes,
wo mer endbehrn kann, e bische äbbes, wo mer ſich verſage
kann, un mit dem wo mer annere, die wo noch iwwler dro ſin
wie mir, e klaa Lieb un e klaa Fraad mache kann, find ſich immer.
Un wann mer ſich net immer bloß um ſich ſälbſt bekimmert.
ſundern aach um die Nod vun de annern, dann wärd mer uff
aamol ſällwer zufriedener, un valleicht aach
beſcheide=
ner; un däß kennt waaß Gott nix ſchadde..
Aans awwer hawwe uns die Weihnachte 1931 klar un
deid=
lich gezeicht, nemlich däß, daß mir Deitſche uff de ganze runde
Wäld allaans ſteh, un daß uns niemand hilft, wann mer uns net
ſälbſt helfe. Un wann mir drum aach net allaans des Wort
wahr mache kenne: „Friede auf Erden!” wolle mers dann
wenichſtens net endlich in unſerm Vaderland wahr mache, un den
alde, dumme Streit un die ganz Prinzibjeßreiderei amol e
zeit=
lang beiſeit loſſe, un uns ehrlich un offe die Hand gäwwe, un
uns verſöhne, un vergäſſe, was uns drennt —
Wie geſagt: es lieje drei Feierdäg vor uns, un die wolie
mer emol recht brofiddlich dehaam in unſere vier Wend ausnitze
un genieße, un wolle ſe emol, färn vun all dem bollidiſche Wuſt,
uff uns wirke loſſe, un wolle in uns geh, un den ganze
Weih=
nachtszauwer uff uns wirke loſſe, dann wärd uns aach der ſcheene
un diefe Sinn vun däre alde Weihnachtsbottſchaft uffgeh, un mir
kenne widder mit neier Hoffnung un aus glaiwichem Kinnerhärze
ſinge: „Es iſt ein Ros entſprungen”
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Daß bei dene driewe Zeide aach de
Humor net ſo korz kimmt, hott uns des Landestherjader mit=ere
Nei=Inſzennierung vun de „Kawwalleriera” un dem „Bajazzo”
iwwerraſcht. Mit aam Wort; glenzend! — Die Muſick ſteert
jo e bische, äweſo die ewich Singerei. Dofor wärd mer awwer
dorch däß, was ſich ſunſt ſo uff de Biehn begibt, reichlich
end=
ſchädicht. — Mer kennt ſich grad ſchiewele! — Beiſpielsmeeßich
iw=
wer den Turriddu, der wo wie e arweitsloſer Friſeergehilfe uff. de
Biehn erumſtiwwelt, nooch Blutrache kreiſcht, un mit ſeim
Spazier=
ſtöckelche ſeine Sannduzza die Kehrſeite perſohle will — „
Sann=
duzza raheize mich nicht..” — un der wo dann zum Schluß, wie
Bierleich iwwer die Brädder gedrage wärd, un die zwaa
Bolle=
zeidiener aus em „Datterich” laafe näweher; odder die Sannduzza,
die wo in aamfort ihr korz Klaadche „hinnerunner” ziehe muß;
odder die „Dübbarie”, die wo do eme Fuhrunnernehmer ſei Fraa
macht; un de ganze Chor in ſeim Sunndagsnoochmiddags=
Ausgeh=
ſtaat; un owwe flattern die Unnerhoſe hoch im Wind
Alſo mit aam Wort: faawelhaft!
Odder im „Bajazzo” — — Alſo do hab ich den abgedroſchene
Prolog noch nie ſo ullgiſch erläbt; un ich hab en doch ſchun uff
nancher Karnevalſitzung zu heern krickt . Un wo bekanntlich dem.
Therjaderdiräkter ſei Eheliebſte däß Gehengſel hot, mit ſo=eme
abgebaute Lehramtsaſſeſſor, der wo in aaner Duhr ſei Brill butzt,
un aus de Genſehaut gornet erauskimmt; un wo ſe, wie bei=ere
Bollezeihunde=Priefung mit ihre Schmeerbaich iwwer die Mauer.
ſallwiern, bis ſe zum Schluß raddemauſedood uff de Biehn erum
lieje, wie em Faix ſei Glidderbobbe.
Wie geſagt: wen die Muſick net ſteert, un die Singerei, der
ſoll ſich emol die „Kawwalleriera” agucke, un den „Bajazzo”” — ſoe
luſtich Ageläjenheit krickt er ſo bald net widder zu ſähe.
s is beinoh, wie im Orfeum
Anm. d. Schriftleitung: Das Urteil unſerer geſchätzten
Mit=
arbeiterin, das ſich mit der Reinkingſchen Regie befaßt, ſtimmt
zwar nicht ganz mit dem unſeres Opernkritikers überein, wir
wollen es aber doch nicht deswegen unſeren Leſern vorenthalten
Der zeitgemäße Haushalt.
Kichenzettel vom 28. Dezember 1931 bis 3. Januar 1932.
(Mitgetilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
qulag, den 28. Dezember: Kartoffelſuppe, Reſte=
Ver=
veidung von den Feiertagen.
Enztag, den 29. Dezember: Semmelſuppe, Grünkohl
Kſſtanien und geröſtete Kartoffeln.
fnoch, den 30. Dezember: Haferſuppe, gebratenen
Lauch mit Kartoffeln und weißer Tunke.
ſerstag, den 31. Dezember: Griesſuppe,
Herings=
atoffeln.
iag, den 1. Januar: Sellerieſuppe, Haſenbraten mit
Rtkohl und Apfelbrei, Kartoffeln. Karamellpudding.
nstag, den 2. Januar: Ribeliſuppe (—),
Grünkern=
bätlinge, Salat.
nftag, den 3. Januar: Tomatenſuppe, Schmorbraten m.
geben Rüben, Kartoffeln. Obſt.
Slit,. Gas und Küchentücher ſpart man
folgender=
ſaßtn: Jedes Geſchirr ſpüle man ſofort nach Gebrauch unter
der Aaſſerleitung ab und ſtelle es bis zur allgemeinen Reinigung
h in 2üſſer. Dann braucht man es nur in heißem Waſſer zu ſchwen.
fen, ſürze es auf ein trockenes Tuch zum Ablaufen oder in den
Geſſhtr=Rahmen und hat nun glänzendes Porzellan. Die Tücher
weson nicht unnötig verbraucht, ſo daß ſie doppelt ſolange halten.
II.
jas Reinigen von Roßhaaren. Wenn man die
Rozluarfüllung von Kiſſen oder Matratzen der Erſparnis halber
reikiſen will, ſo muß man vor allem darauf achten, daß ſie
nicmls mit kaltem Waſſer in Berührung kommen. Man
berreſe ſich eine ſcharfe Perſillauge, die man über die Roßhaare
koctdheiß ſchüttet, worauf man dieſe zugedeckt 1 Stunde ſtehen
läfft, Bis zur Handwärme abgekühlt, ſtampfe man ſie nun mit
eimeſt ſogen. Luftwäſcher ab, ſpüle mehrmals mit heißem Waſſer
uidlaſſe ſie, auf alten Tiſchtüchern oder Bettlaken ausgebreitet,
in. r Wärme trocknen. Zuſammengeballte Roßhaare müſſen
L.
dunt Aufzupfen aufgelockert werden.
Grünfutter für Zimmervögel im Winter. Man
heilt immer zivei Blumentöpfe zu dieſem Zweck bereit, die
inag abwechſelnd ganz mäßig mit Vogelfutter beſtreut, feucht
hält und wenn mit jungem Grün bedeckt, davon den
Zimmer=
ungen täglich etwas zu verabreichen. Dieſe nehmen es ſehr
geerſ und dauken dieſe Aufmerkſamkeit bei ihren Pflegern durch
II.
beeſodere Munterkeit.
ſxploſionsſicherer Verſchluß für Heidelbeer=
Filſſchen. Hat man die mit oder ohne Zucker und nur ganz
weng Waſſer gekochten Beeren eingefüllt, wobei der Flaſchenhals
ett daumenlang frei bkeibt, ſo ſchiebe man ein in Rum oder
Arak benäßtes Stückchen Pergamentpapier ſo hinein, daß es ein
Märchen bildet, gebe auf dieſes etwas Salizyl und ſtürze eine
hoille Eierſchale auf die Flaſche. Der Inhalt hält ſich nun aus=
Druchnet.
Vielſeitige Verwendung von
hartgeworde=
en Wciß= und Schwarzbrot. Man ſollte die beiden
Dutſorten getrennt reiben und nur nach Bedarf miſchen, da
Löchoarzbrotmehl nicht zu allen Speiſen ſo gut wie das Weißbrot
geeignet iſt. Um es gut reiben zu können, breche man es gleich beim
Sammeln, in kleine Stücke, die leicht in die Reibmaſchine gefüllt
werden können. Dann dörre man es vor dem Reiben noch einmal
im warmen Ofen, damit es „raſcheldürr” wird. Iſt es getrennt
gerieben, dann ſiebe man es durch und bewahre die groben
Rück=
ſtände beider Arten zur Bereitung von Brotſuppen, Auflauf oder
Brottorte auf. Die geſiebten Semmel erwende man dann zum
Ausſtreuen von Back= und Puddingformen und Panieren von
zar=
tem Fleiſch und Flußfiſch, das geſiebte Brot hingegen zum
Pa=
nieren von Seefiſch, Fleiſchklöschen, armen Rittern,
Kartoffel=
kroketten und zum Bereiten kräftiger Brotſuppen. Dazu röſte
man es mit Butter und Zucker hellbraun, fülle ſoviel Waſſer auf,
daß eine ſämige Suppe entſteht, kräftige dieſe mit Zitronenſaft,
Salz und friſcher Butter, oder zur Abwechſlung mit dunklem
Bier und Milch, laſſe dann aber den Zitronenſaft weg.
Straſzy von Rindfleiſch. Von 2 Pfund Rindfleiſch
vom Schwanzſtück ſchneide man handgroße Scheiben, die man recht
gut klopft. Dann dünſte man einige Streifen Magerſpeck ſowie
2 mittelgroße, würflig geſchnittene Zwiebeln und 2 Teelöffel
fein=
gewiegte Peterſilie mit 75 Gramm Butter. Beſtreiche mit dieſer
Miſchung die zuvor geſalzenen und gepfefferten Fleiſchſcheiben, die
man dann mit Faden umwickelt. Mit reichlich Speck und Zwiebel,
einigen Gewürzkörnern, erbſengroßes Lorbeerblatt und einer
blütenloſen Nelke mit 1—2 Taſſen Sahne oder ſaurer Milch
weich=
gedünſtet, verdicke man die Soße mit hellgelber Mehlſchwitze und
ſchmecke ſie mit etwas Zitronenſaft und 1 Eßlöffel Apfel= oder
Weißwein ab. Paſſend zu Salzkartoffeln, Kartoffel= oder Reisrand.
Pflaumen=Semmelſpeiſe gebacken (
Reſtever=
wvendung). 1—2 altbackene, in Scheiben geſchnittene Semmeln
weiche mian in Milch ein, daß ſie nicht zerfallen, worauf man
den eingefetteten Boden einer Auflaufform damit auslegt. Gebe
darauf eine Schicht entkernte, ½ Stunde in Süßſtofflöſung zum
Durchziehen gelegter Pflaumen, laſſe wieder Semmelſcheiben
fol=
gen und ſo abwechſelnd, oben mit Semmel abſchließend.
Ver=
quirle 1 Taſſe Milch mit 1 Ei, 1 Meſſerſpitze Salz, 1 Eßlöffel
Zucker und 1 Teelöffel Kartoffelmehl und gieße ſie über den
In=
halt. In Mittelhitze gebacken, ſerviere man die Speiſe in der
Form. Sie ergibt ſowohl eine fleiſchloſe, ſättigende Mittag= wie
V.
Abendmahlzeit.
Heringe mit italieniſcher Soße (für den Silveſter=
Gäſtetiſch). Feingehackte Peterſilie, Eſtragon, Kerbel, Chalotten,
Kapern, Champignons, von jedem 1 Kaffeelöffel voll, ſchwitze man
in feinem Oel, füge ᛋ½ Liter Weißwein, 74 Liter kräftige
Fleiſch=
brühe, etwas Salz, eine Priſe Cayennepfeffer, drei hartgekochte
Eigelb ſowie etwas Sardellenpaſte bei. 10—12 gewäſſerte,
ent=
häutete und entgrätete Heringe ſchneide man in ſchräge Stücke,
lege ſie auf einer Schüſſel dicht zuſammen, ſo daß die Heringe ihre
natürliche Form wieder erhalten, übergieße ſie mit der völlig
er=
kalteten Soße und garniere das Ganze mit Särdellenſtreifchen,
Zitronenſcheibchen, Peterſilie und Eiſcheibchen.
Norddeutſcher Rumpunſch. 1 Tee=Ei voll ſchwarzen
Tee brühe man mit 1½—2 Liter kochendem Waſſer über, laſſe ihn
zugedeckt 5 Minuten ziehen, worauf man das Tee=Ei herausnimmt.
Füge dann noch die abgeſchälte Schale einer halben Zitrone, ſowie
den ausgepreßten Saft von 4 Zitronen fowie !. Liter guten Rum
bei, löſe darin ½—¾ Pfund Zücker auf, erhitze den Punſch bis
knapp vor das Kochen und ſerviere ihn ſofort recht heiß,
u mor
Triftiger Grund.
„Schade, daß ich nicht zur Eröffnung Ihres Lokals gei
weſen bin.”
„Sehr ſchmeichelhaft, mein Herr!“
„Ja, da wird das Eſſen ſicherlich friſcher geſpeſen ſein
als heute.”
Verſchiedene Wirkung. Bei den Briefen, die mir mein Sohn von
der Univerſität ſchickt, muß ich immer zum Wörterbuch greifen.” „Da
geht’s Ihnen aber gut. Bei den Briefen meines Sohnes muß ich immer
zur Bank gehen.
Ein Muſikfreund. „Gehen Sie gern in die Oper?” fragte man
einen Abonnenten der Neſ Yorker Metropolitan=Oper. „Ja,” erwiderte
dieſer, „und beſonders, wenn die Muſik laut genug iſt, daß man nichts
von der Unterhaltung ringsherum hört.”
geſtohlen." Ich habe vorige Woche geheiratet.
Anſchauungsunterricht. „Wie fängt denn Krieg an?” fragt
Häns=
chen den Papa. „Alſo ſieh mal,” holt dieſer aus, „wenn z. B.
Deutſch=
land mit Frankreich in Streit geriete .." „Deutſchland darf nie mehr
mit Frankreich in Zwiſt geraten!” unterbricht ihn Mama entrüſtet,
Ich habe das ja nur als Beiſpiel angenommen”, wagt er einzuwenden.
„Du bringſt dem Jungen den größten Unſinn bei” beharrt ſie „Das
tue ich nicht!“ „Doch!” „Nein!” Während ſich die Eltern mit
hoch=
roten Geſichtern gegenüberſtehen, ſagt Hänschen: „Schon gut, Papa,
nun weiß ich, wie ein Krieg aufängt
Gewonnen. Zwei Freunde, die gut diniert hatten, machten eine
merkwürdige Wette. „Ich wette,” ſagte der eine ernſthaft, „daß die
erſten Worte, die meine Frau zu mir ſagt, wenn ich heut abend nach
Hauſe komme, ſind: „Mein Engel.” „Da wette ich 20 Mark dagegen”,
ſagte der andere. Als ſie vor dem Haus des erſten ankamen und dieſer
an die Tür klopfte, erſchien ein Kopf am oberen Fenſter. „Mein
Engel . . ." begann der Mann, und wütend kam von oben die
Ant=
wort: „Mein Engel” ſoll dir im Halſe ſtecken bleiben! Na warte, wenn
du mie bereinkommf
Zwecklos. „Gehſt du ſchon zu Bett. Mutter? Warum warteſt
„Das hat heut keinen
du nicht wie ſonſt am Abend auf Papa?
Zweck. Ich bin ſo heiſer, daß ich kaum ein Wort ſprechen kann.”
Loderne Handaroeit.
Während der letzten zwanzig Jahre galt es
geradezu als „ſpießeriſch”, ſich mit
Handarbei=
ten zu beſchäftigen, und die Frau, die Wert
darauf legte, als „mondän” betrachtet zu
wer=
den, lehnte ſie darum auch mit aller
Ent=
ſchiedenheit ab!
Ja ſogar kunſtgewerbliche Stickereien, deren
es ja nicht wenige gibl und für die gerade
die letzten Saiſons mancherlei Anregungen
brachten, wurden „fertig gekauft”, niemals aber
ſelbſt hergeſtellt, kurz geſagt: die Handarbeit
war in Mißkredit geraten. Je komplizierier
ſich aber die wirtſchaftlichen Verhältniſſe
ge=
ſtalten und je ſchwieriger es wird, derartige
Dinge in den einſchlägigen Ateliers zu
be=
ſorgen (weil es ja kaum für das Allernötigſte,
geſchweige denn für Luxusartikel langt!), deſto
Naht Oeſen vor, durch die eine Schnur oder
ein Band gezogen wird, das an ſeinen beiden
Enden mit originellen, kunſtgewerblichen
Holz=
plaſtiken beſchwert ſein kann (Bild 1).
Bei den Polſtern wird — wie wir
ſchon früher zu erwähnen Gelegenheit hatten
— meiſt das dekorative Moment betont; oft
holt man aus verſchiedenen Applikationen ſehr
gute Wirkungen, ſo daß beiſpielsweiſe ein
einfarbiger, mit geometriſchen Motiven
be=
nähter Polſter — wie wir ihn in unſerem
Mittelbilde zeigen — ſehr ſchick ausſieht.
Nur wer ganz ausgezeichnete Augen hat,
darf es ſich erlauben, eine der Petitpoint=
Handtaſchen auf zarteſter Müllergaze zu
arbei=
ten. Allerdings ſind dieſe Stücke
außerordent=
lich elegant und in ornamentaler Muſterung
von kultivierteſtem Geſchmack (rechts). Bei
dieſen Taſchen, die für den Nachmittag oder
fürs Theater getragen werden, iſt die Art der
eifriger beginnt ſich die Dame der
Hand=
arbeitstätigkeit zu widmen.
Ganz abgeſehen davon hat man auch
ver=
ſtehen gelernt, daß es viel zu koſtſpielig ſei,
den Abend immer außer Hauſe zu verbringen,
ſo daß man ſich gelegentlich ſehr gerne die
Zeit im Rahmen ſeiner vier Wände vertreibt
und ſeine Freude daran hat, bei dieſer
Ge=
legenheit an Dingen zu arbeiten, die in der
Wohnung immer nett ausſehen. Natürlich ſoll
dieſe Tätigkeit niemals überflüſſige Stücke
produzieren, denn es wäre höchſt
unvernünf=
tig, für allerhand „Kitſch” koſtbare Zeit zu
dergeuden, um ſo mehr, als es ja ſo viele
wirklich ſchöne Handarbeiten gibt, die
nutz=
bringend zu verwerten ſind. Vielfach entſch.
i=
det man ſich für ganz entzückende,
kunſtgewerb=
lich aufgefaßte Arbeiten, die jedem Raume
eine intereſſante Note geben. Hierher gehören
vor allen Dingen die aparten Polſter und
die originellen Lampenſchirme, die ſich
in jeder modernen Wohnung großer
Beliebt=
heit erfreuen.
Zu den Handarbeiten, die man immer
gerne ſieht, zählen in erſter Linie ſchöne
Tiſchdecken. Wieſvohl ſich gerade in letzter
Zeit die Sitte eingebürgert hat, kein Tiſchtuch
zu verwenden und nur Deckchen in
entſprechen=
der Größe unter die Teller zu legen (alſo das
Edelholz der Tiſchplatte ſehen zu laſſen) halten
doch die meiſten noch immer an dem
tradi=
tionellen Tiſchgedeck feſt, wünſchen aber, daß
es unter allen Umſtänden in ſeiner Rand=
Stickerei ſehr ſchön ausgeführt ſei, da ſolche
Arbeiten — wenn Beſuch im Hauſe iſt
immer ſehr bewundert werden.
Am dekorativſten ſind die Stickereien, die
nicht nur eine einzige Technik bringen,
ſon=
dern mehrere Arten zu einem geſchloſſenen
Ganzen vereinigen. So zum Beiſpiel zeigen
wir in der zweiten Skizze der oberen Reihe
ein vornehm=wirkendes Tiſchtuch, das mit
Klöppelſpitze gerandet iſt, außerdem aber noch
ſehr aparte Richeleu= und Madeira=Arbeiten
bringt. Stickereimotive im Stil Ludwigs XV.
ſind — wvie man hier deutlich ſieht — heuer
ſehr beliebt, weil ſie ſich einerſeits der
ſtili=
ſierten Note der Mode, andererſeits auch der
manchmal etwas antikiſierten, wenn auch auf
moderner Baſis aufgebauten Einrichtung
vos=
züglich anpaſſen.
Durchaus ſachlich und ſtreng=modern ſind
hingegen die verſchiedenen Lampenſchirme.
Man beſpannt ſie mit glattem, leicht zu
rei=
nigendem Materiale und ſieht beiderſeits der
der dermei regtert.
Es iſt kaum zu glauben, welch’ überragende
Rolle der Aermel in der neuen Mode ſpielt
und doch kann man ſich des Eindrucks nicht
erwehren, daß dieſe Wirkungen es letzten
Endes ſind, die den neueſten Schaffungen die
originelle und ganz ungewöhnliche Note geben.
Allerdings bieten die neuen Aermeltypen
nicht nur in ihrer Form, ſondern auch in ihrer
Ausführung, Materialzufammenſtellung und
Farbe, Effekte, die ihresgleichen ſuchen müſſen!
Und immer wieder ſieht man ganz deutlich,
daß ſich hier die Einflüſſe der Mode des
ver=
gangenen Jahrhunderts nach und nach mit
Entſchiedenheit Geltung verſchaffen, einer
Mode=Aera, für die bekanntlich die
Originali=
tät der Aermel bezeichnend war!
Die vielen Neuheiten, die heuer in dieſer
Richtung geboten werden, ſind kaum zu
über=
ſehen, denn Tag für Tag erſtehen aparte, neue
Ideen, die das Geſtrige verwerfen und alle
modiſchen Begriffe verwirren
Aber gerade in dieſer kaleidoſkophaften
Vielſeitigkeit liegt die Grazie und Feinheit der
neuen Mode, denn endlich ſcheint man ſo weit
zu ſein, ſich von der Schablone losgeſagt und
den Weg zu einem „perſönlichen Stil”
einge=
ſchlagen zu baben.
Dies verleitet natürlich auch zu mancherlei
Uebertreibungen, ſo daß es niemand wundern
wird, wenn man als deren Folge gelegen. ich
auch Auswüchſe einer modiſch uberhitzten
Phantaſie zu ſehen bekommen wird, da es ja
gerade auf dieſem Gebiete eines beſonders
ge=
ſchulten und geübten künſtleriſchen Blickes und
großer Kultur bedärf, um nicht „über die
Schnur zu ſchlagen”, was ja der Linie auf die
Dauer kaum zuträglich wäre
Immerhin ſoll man für die neue, abſolut
aus dem Vollen ſchöpfende Auffaſſung
dank=
bar fein, da ja gerade während der letzten
Jahre die ernſte Gefahr beſtand, daß die
Mode einer gewiſſen Monotonie verfallen
könnte, die — wie man nur zu genau weiß —
ſpäterhin immer wieder zu jener unſchönen
„Uniformierung” führt, die ſchon manche
bache
Leiſtchenkragen und den rund=
„Muff=Aermeln”
Sehr intereſſant ſind auch die neue
goden=Aermel”, die für die neueſtem
menade=Umhüllen beſtimmt ſind. Krag
nstle
Aermel ſind ans Fell gedacht (wir zeige
Neuheit als oberſtes Mittelbild).
Auch einfache Promenademäntel abe
gen — um der neuen Mode Rechn-ſudW
tragen — oft ganz ungewöhnliche Aerm
erſte Skizze führt beiſpielsweiſe eine 1
vor Augen, deren Kragen und „Sack=P
mit Nutria oder einem ähnlich
wi=
ae
Imitationsfell verbrämt ſind.
Die heuer ſehr beliebten „gez
Effekte” und vornehmlich die „FroſchnälON
arbeit”, eignen ſich ausgezeichnet
Wiedergabe intereſſanter Aermel. Di. mit freil
Figur der zweiten Reihe macht mit /2
Peierta=
ſolchen Modell vertraut, das oben un ., Kapellm=
Handgelenk dieſe Arbeit bringt, währer
Aermel ſelbſt reich pludernd geſchnitten Mkiogkäht
In der Technik dem Pagodenärme //e ſo0 2
ähnlich ſind die bei manchen Beſuchskuyf Wé.N
üblich gewordenen Typen, die ihre
groß=
kung meiſt aus der Zuſammenſtellung
traſtierender Farben holen. Eine nicht
liche Anregung dieſer Art ſoll mit der Mk!9
Skizze der zweiten Reihe gegeben ſein. /u.3. Beih
Daß man in den führenden Salon
legentlich auch die Aermel unabhängie)
dem betreffenden Kleide arbeitet und
ſchöne und ſehr vorteilhafte Wirkungen eh
iſt kein Geheimnis geblieben, denn an
Spitzenkleider erhalten vielfach gerade dal,
ihren kapriziöſen Stil (Skizze links).
Da ja alles in der Mode wiederkomm
wäre es auch noch ſo abſurd, darf
ma=
nicht wundern, wenn dies auch mit
„Schinken=Aermeln” der Fall iſt. Aller
dürfte die moderne Variante dieſer
A=
ganz gemäßigt ſein, immerhin aber bleic.
Grundtendenz gewahrt (Skizze rechts).
Sehr wvirkungsvoll ſind auch die aus
ſtechendem Materiale hergeſtellten
ärmel”, die über einen aus dem gleichent
webe gearbeiteten engen Grundärmel ſo
Dieſe Idee kommt in Verbindung mit
Montierung ſehr wichtig. Stiliſierte Bügel
gefallen am allerbeſten, ſoferne man nicht den
Fehler begeht zu einer Talmi=Sache zu
grei=
fen, ſondern ein wirklich ſorgfältig
ausgeführ=
tes Stück wählt.
Größte Aufmerkſamkeit gilt jetzt neuerlich
den verſchiedenen Ziertaſchentüchern;
ſie werden derart getragen, daß ſie durch den
Armreifen gezogen werden, aus der Taſch. des
Kleides oder aber aus der Handtaſche
hervor=
ſehen, wobei die Farbe des Tüchleins mit
jener der Aufmachung harmonieren ſoll. Es
gibt hier ſpitzengerandete Modelle, aber auch
ſehr ſchicke Typen, die in der Mitte ein
Spitzen=Emblem und einen „Rahmen” aus
Gaze=Chiffon bringen.
Strapaztaſchentücher hingegen
wei=
ſen nur in einer Ecke ein feines,
handgearbei=
tetes Motiv auf, wobei meiſt die „Toledo”=
Technik berückſichtigt wird.
Eine beſondere Neuheit der Saiſon ſind
die vielbeſprochenen „Tierpolſter” Man
hat ſich darunter ſtiliſierte, plaſtiſche, im
Ko=
lorit ſehr eigenartige Stücke in der Art der
in der linken Ecke unſeres Bildes ſkizzierten
Modelle vorzuſtellen, die in jedem Raume, der
einigermaßen moderne Orientierung aufweiſt,
als „Fuß=Stützen” und dergleichen höchſt
ori=
ginell auslehen.
Natürlich ſtellt man neben dieſen
kunſt=
gewerblich=dekorativen Stücken ſehr gerne auch
die verſchiedenen Garnierungen des modernen
Kleides ſelbſt her, da ja gerade in dieſer
Be=
ſchäftigung eine ganz beſondere Befriedigung
des Schaffensdranges zu finden iſt.
Mitunter kehrt man zu Stickereien zurück
die ſchon lange Jahre nicht in Mode waren;
insbeſondere ſcheint die ſchon faſt vergeſſene
„Iriſh=Technik” mit ihrer ſeltſamen
Her=
vorhebung einzelner Motive wieder aktuell
geworden zu ſein; wir zeigen darum eine
ſchöne, aus Kragen und Stulpenmanſchetten
kombinierte Garnitur, deren Kanten mit den
kugelförmigen „Iriſh=Knöpfen” beſetzt ind,
als letzte Skizze.
Aber nicht nur für das Beſuchskleid,
ſon=
dern auch für die ſportliche Aufmachung laſſen
ſich ſehr ſchicke Handarbeiten finden:
So zum Beiſpiel kann ein gerader, aus
einem neutral=farbigen flauſchigen Materiale
hergeſtellter Streifen an ſeinen beiden Enden
in aparter Weiſe mit bun er Wollſtickerei
ver=
ſehen werden, ſo daß ein Schal entſteht, der in
ſeiner Vielfarbigkeit zu jeder Sporidreß
außer=
ordentlich ſympathiſch auslieht.
Modeſaiſons vollkommen berdarb und manche
Geſchmackloſigkeit populär machte.
Wenn man über die neue Aermelmode ein
Bild gewinnen will, darf man ſich keineswegs
darauf beſchränken, ganz beſtimmte Typen ins
Auge zu faſſen, denn die ungewöhnlichen
For=
men zeigen ſich eben auf allen Gebieten, ſind
alſo ebenſo bei den neueſten Trotteurkleidern
wie bei den Beſuchsmodellen der kommenden
Saiſon zu ſehen. Ja ſogar das Abendkleid
deutet vielfach ungemein intereſſante
Aermel=
ideen an, die zweifellos für die Zukunft noch
manch’ gute Auregung bieten.
Am allerkleidſamſten und eigenartigſten iſ
vielleicht der neue „Muff=Aermel”; man bringt
ihn an Jacken und Mänteln an und zieht ihn
hauptſächlich für Garderobeſtücke heran, die
be=
ſonders jugendlich wirken ſollen. Wir zeigen
darum ein ſchickes Promenadekoſtüm in der
letzten Skizze unſerer oberen Reihe. Hier iſt
die Verbrämung eines grünen Modeſtoffs aus
Nutria oder ähnlichem Fell zu arbeiten und
beſteht aus einem in Schleifenform verknoteten
doppelſeitigen Schal auf den neuen Nachn
tagskleidern vorzüglich zur Geltung (leE
Reihe, erſtes Bild links).
Die in das Armloch eingenähten Flügelch.”
ſind eine ungemein graziöſe Angelegenheit u2
für das Nachmittagskleid wie geſchaffen (M.7f0
telbild unten).
Mitunter zieht die Mode auch verſchiedes‟
Cape=Effekte heran, die über einen eng”
Aermel fallend gedacht ſind und eine ſer
ſympathiſche Wirkung ſichern (Skizze rechts)=
Zu den wichtigſten Kapiteln der neue
Mode gehören aber die verſchiedenen „Puk
Aermel”, die für abendliche Kleider heuer ſeE.
gebräuchlich ſind und die „Alt=Wiener=Mods
mit ihrer Eigenart und Weichheit wieder N
unſere Augen zaubern (Mittelfigur unſele
Gruppe
Wenn man die zahllofen Aermeltypen de
Saiſon Revue paſſieren läßt, wird man ſichen
lich verſtehen, daß dieſen neumodiſchen „de.
in allen Kreiſen ungeteilte Aufmerkſamkelt 9—
Willy Ungar.
ſchenkt wird.
25. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 357 — Seite 23
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Kiosk. Paradepl. von 11—6/,, desgl. am III. Feiertag.
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Mnſikvereinsſaal, ſpricht
Bernhard Diebold über:
„Das Problem der Klaſſik
im heutigen Theater”
Gäſte willkommen. (18575b) Der Vorſtaud.
dem großen historischen Filmwerk
Nach dem Roman „Luise” von Walter von Molo-
Regie: CARL FROELICH
Darsteller:
Königin Lnise ... HIENNF BoRTEN
König Friedrich Wilhelm III. . . . Gustav Gründgens
Prinz Louis Ferdinand . . . . . . Ekkehard Arend
Zar Alexander . . . . . . . . Wladimir Gaiderow
Freiher vom Stein . . . . . . . . Friedrich Kayssler
Gräfin Voss . . . . . . . . . . . Helene Fehdmer
Napoleon . . . . . . . . . . . . . . Panl Gäniher
Ferner wirken mit: Friedrich Ettel, Friedrich Gnass, Bernbardt
Goetzke, Ferdinand Hart, Era LAronge. Aribert Mog, Jack Mylong-
Münz, Veronika Nargo, Walter Steinbeck, Hugo Werner-Kahle,
Panl Westermeier.
In Kinderrollen wirken mit: Christian Grautof, Inge Landgut.
Im Rahmen einer spannenden Spielhandlung wird das Schicksal
der großen Königin zum Erlebnis. — Der Eindruck dieses
Kunstwerkes ist tief und unvergeßlich.
EJugendliche haben Zutritt
Ehren- und Freikarten aufgehoben-
Beginn: 2, 4, 6 und 8.20 Uhr.
Hochstapler im
Mitternachts-Expreß
(Mitternachtsliebe)
In den Hauptrollen: Hans Adalbert v. Schlettow in einer
Glanzrolle als vielgesuchter Abenteurer,
Daniela Parola und Peter Batscheff
Ein interessanter — packender Stoff, eine Mischung von
Liebe und Kriminalität, sensationell gestaltet mit
Massen-
szenen aus einem Hafen-Tingeltangel von Le Havre die
faszinieren und mitreißen. Der Expreß Köln-Paris-LeHavre
führt zwei Abenteurer zusammen, nach denen eifrig
ge-
fahndet wird. bis sie ihr Schicksal ereilt.
Dazu ein reichhaltiges Beiprogramm.
Beeinn: 2. 4. 6 und 8.20 Uhr.
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Am 2. Weihnachis-Feiertag
vormittags 11½ Uhr Film-Morgenteier
unwiderruflich letzte Wiederholung
Reise i Frankreich
4m Sonntag (3- Weihnachts-Feiertag)
vormittags 11½ Uhr Film-Morgenfeier
Ein Tonfilm der Deutschen Amazonas-Expedition
August Brückner †
(Die grüne
Urwaldsgmphonie vue)
Zelin Monate im größten Urwald-Sumpfgebiet der Erde.
Ein interessanter Expeditionsfilm aus dem größten
Urwald-
gebiet der Erde. Mit Hilfe der Filmkamera ist es gelungen,
die schwermätige, wilde und unheimliche Schönheit dieser
Gegend in Licht und Schatten zu bannen. Vier kühne
deutsche Forscher lassen europäische Bequemlichkeit und
Kultur binter sich, um für zehn Monate unterzutauchen
in das zeitlose Schweigen des Urwaldes.
w Jugendliche haben Zutritt
Vorverkauf an der Heliakasse.
Ke
REGIE: DR.ARNOLD FANCKK
Mitwirkende:
Leni Riefenstahl — Hannes Schneider
Walter Riml, Rudi Matt, den 8jährige Lothar Ebersberg u.
5o der besten internationalen Skiläufer
Komposition und musikalische Leitung: Paul Dessau.
Eine Meisterleistung des Regisseurs Dr.
Fanck, ein Werk von phantastischer
Schönheit mit einer Fülle
photogra-
phischer und sportlicher Leistungen, ein
ganz eigenartiger einmaliger Film-
Wunder der Natur!
Wunder der Skilaufkunsti
Wunder über Wunder!
lugendliche haben Zutritt! Z
Ehren- und Freikarten aufgehoben.
Beginn: 2, 4. 6 und 820 Uhr.
(T.18557
Tel. 263 Dieburger Str. 72
Café und Weinstuben
Mittwochs, Samslags, Sonntags nachts geöfnet
Zivile Preise
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Wild, Geflügel und fein Eische, Hummer, Austern.
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