Ginzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Mih Tmaligem Erſcheinen vom 1. Dezember
4lunber 2.18 Reichemart und 22 Pfennig
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mr 10 Reichsmark frei Haus. Poſtibezugspreis
n Beſtellgeld monatlich 2.75 Reichemart.
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emeiſtelner Nummern infolge höherer Gewall
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pile Beſtellungen und Abbeſſellungen durch
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Franffurt a. M. 1301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwarte, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſehenen Original=Aufſätze und eigenev Nochrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet
Nummer 350
Freitag, den 18. Dezember 1931.
194. Jahrgang
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspfs
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezeile (92 mm
breit/3 Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite
Rellame=
zeile 3.00 Reſchsmark. Alte Preiſe in Reichzimark
(1 Dollar — 420 Marf). — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Alufruhr, Streil uſw erlſcht
jede Verpflſchtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerichtlicher Beitreibung ſänli jeder
Nabatt weg. Banffonto Deuiſche Bani und
Darm=
ſädter und Naſionalbanf.
Me Vorgeſchichte des Schuldenfeierjahres. — Hindenburgs Brief eine kreffende Illuftrakion der
Perzweifelten Lage Deutſchlands. — Das Hoover=Morakorium die einzig richkige Ankwork.
wärtiger Länder an die Vereinigten Staaten irgendwie zu
ſtrei=
chen oder herabzuſetzen.”
Was nun?
In dieſer Entſchließung darf nichts als Anzeichen einer
gegen=
ſeitigen Politik gedeutet oder als Ausdruck dafür aufgefaßt wer=
dut erwarket die Zuſtimmung des Kongreſſes.
EP. Waſhington, 17. Dezember.
SKlinndr Rede, die Stimſon am Mittwoch vor dem Finanz=
Aus=
d04Repräſentantenhauſes über die Lage Deutſchlands im
myghang mit der Moratoriumsfrage hielt, verlas er auch
wöwe den Hindenburg am 20. Juni an Hoover gerichtet hat.
em ſchreiben heißt es in der deutſchen Rücküberſetzung u. a.:
„Dgegroße Not des deutſchen Volkes, die jetzt auf dem höch=
Bunk angelangt iſt, zwingt mich dazu, mich an Sie zu wenden.
PABdaß eutſche Volk hat unendlich ſchwere Jahre mit dem
Höhe=
gletzten Winter hinter ſich. Auch die Hoffnung, daß in
m hühjahr eine Beſſerung der Geſchäfte und der Induſtrie
ehen werde, hat ſich nicht verwirklicht. Ich habe daher mit
SKllſaugzordentlichen Vollmachten, die mir die Reichsverfaſſung
jum Maßnahmen in Kraft geſetzt, die die Erfüllung der
not=
be, Durch ſigter Aufgaben des Staates ſicherſtellen und die
Lebensmög=
ſit 1fie unſere Arbeitsloſen aufrechterhalten ſoll. Dieſe
Maß=
ierz laben tief in alle wirtſchaftlichen und ſozialen
Beziehun=
eirwichnitten.
Sin erlangen ſchwerſte Opfer von allen Teilen unſerer Be=
Arun Jede Möglichkeit, unſere Lage durch eigene Maß=
BIBhei ehne Hilfe von außen, zu verbeſſern, iſt ausgenutzt wor=
Dewirtſchaftliche Kriſe, an der die ganze Welt ſchwer leidet,
tafdeutſche Volk, das ſeiner Kraftreſerven durch die Folgen
Kuieſes beraubt worden iſt, mit beſonderer Wucht,
BChUNWle die Entwicklung der letzten Tage zeigt, hat die Welt das
rant verloren, daß die deutſche Wirtſchaft angeſichts der
em Saiſt i.de ſie zu tragen hat, imſtande iſt, zu arbeiten. Große
Kre=
die das Ausland uns gegeben hatte, ſind abgezogen worden.
ſehdflein inden letzten Tagen iſt die Reichsbank gezwungen worden,
dmül ihrer Gold= und Deviſeureſerven an das Ausland ab=
NDff unvermeidliche Folge dieſer Vorgänge muß eine weitere
Btmpung unſeres wirtſchaftlichen Lebens und ein weiteres
haaſſa der Arbeifsloſenzahl ſein, die ſchon mehr als ein
ſtell er erwerbstätigen Bevölkerung ausmacht. Die Tüchtig=
und der Arbeitswille unſeres Volkes rechtfertigen das
Ver=
chufsenn haß ſich Deutſchland dieſen ſtarken Eingriffen von außen
ſchle zeigen und ſeine privaten Verpflichtungen erfüllen wird.
m Dnch au’” ms laſten und nicht geändert werden können.
Und deutſchlands Mut in ſeiner Lage und das Vertrauen der
umienlß ſt nunſeren guten Willen zu erhalten. braucht Deutſchland
iges)Hilfe. Die Hilfe muß ſofort kommen, wenn nicht ein Un=
9 um und alle anderen heimſuchen ſoll.
Arſſem Volk muß die Möglichkeit gewährleiſtet ſein, unter
/Cügyzen Bedingungen zu arbeiten.
Diee otwendige Hilfe würde in ihrer Wirkung auf die Kriſe
Moltat für alle Länder ſein; ſie würde die Verhältniſſe in
audren Ländern verbeſſern und weſentlich die Gefahr
ver=
hüftädern die durch Not und Mangel an Hoffnung für Deutſchland
auffieſtworen iſt.
Sie Herr Präſident, als Vertreter des großen amerikaniſchen
ſiess ſaben die Möglichkeit in Händen, Schritte zu tun, durch
eise ofortige Aenderung in der Lage für das deutſche Volk
für ſie Welt herbeigeführt werden kann.”
In (inen weiteren Darlegungen führte Stimſon aus, das
ſer brium ſei unabwendbar und der einzig rich=
)e Aeg zur Wahrung der amerikaniſchen In=
Telſin geweſen; denn wenn man den Schuldner von ſich aus
Za hungen einſtellen laſſe, ſo ſeien die Ausſichten, daß er je
e Zulungen wieder beginne, äußerſt gering. Eine
Verlän=
ſung, )s Moratoriums ſei nicht beabſichtigt, und der Vorſchlag,
Kriusſchuldenkommiſſion wieder zu errichten, geſchehe gerade,
mit liftig im ordentlichen, in den Schuldenverträgen
vorge=
nesſerfahren und unter ſofortiger offizieller Beteiligung des
er:culdenkommiſſion vertretenen Bundeskongreſſes die Frage
Zühungsfähigkeit der Schuldner geprüft werden könne. Die
ſichgug der Kommiſſion ſtelle alſo keine Bindung dar, wie
wve2ſt angeſichts der ſchweren und plötzlichen Panik in
Deutſch=
ümJuni habe übernehmen müſſen.
Ne amerikaniſche Regierung hat in ihrem Kampf gegen
Motoriumsgegner den Brief veröffentlicht, den
Reichsprä=
ent m Hindenburg am 20. Juni d. J. an den amerikaniſchen
ſaſidgenen Hoover gerichtet hat, um ihn zum Eingreifen zu
be=
genn dieſer Brief war damals wohl auch der letzte entſcheidende
Maßxüie das Hooverfeierjahr. Gegen die Veröffentlichung dieſes
Befesſt an ſich nichts zu ſagen. Von deutſcher Seite beſtanden
e. Juni keine Bedenken. Es hätte immerhin nahegelegen,
(/amerikaniſche Regierung in Berlin von ihrer Abſicht
Miieiſt Kenntnis gab. Für die Regierung Brüning kommt die
Böfſetlichung im Augenblick etwas unzeitgemäß, weil ja in=
Wichendurch die weiteren Notverordnungen die Eingriffe in das
Fütſche Virtſchaftsleben, von denen der Reichspräſident im Juni
Rochs och weitgehend vertieft worden ſind. Es iſt aber doch
Ah penn die Welt ſich daran erinnert, daß die
tilütipe zur Bekämpfungderinternationalen
iſtvom deutſchen Reichspräſidenten
ausge=
nl iſt, der dann beim amerikaniſchen Präſidenten ver=
Monſi olle Unterſtützung fand. Die Schuld für das Scheitern
hers ſemühungen iſt allerdings auf einer anderen Seite zu
Annahme des Hoover=Morakoriums
M Ausſchuß des Bepräſenkankenhauſes.
W. Waſhington, 17. Dezember.
7MAusſchuß des Repräſentantenhauſes hat am Donnerstag
:Gver=Moratorium angenommen.
I, der Annahme nahm der Ausſchuß folgende
Entſchlie=
nax äſtimmig an:
Armit wird ausdrücklich erklärt, daß es der Politik des
Deies zuwiderläuft, irgendwelche Schuldverpflichtungen aus=
den, daß man zu irgendeiner Zeit einen Wechſel dieſer Politik in
wohlwollende Erwägung ziehen würde.
Keine Teilnahme Amerikas
an der inkernationalen Kriegsſchuldenkonferenz!
London, 17. Dezember.
Wie Reuter aus Waſhington meldet, wird es in amtlichen
Kreiſen als unwahrſcheinlich betrachtet, daß Amerika an einer
allgemeinen Kriegsſchulden= und Reparationskonferenz teilnehmen
wird.
Zwiſchen Berlin und Baſel.
Einigung der Bankiers über die kurzfeiſligen Kredite?
* Berlin, 17. Dezember. (Priv.=Tel.)
Aus der Geheimkammer der Berliner Stillhalteberatungen
will das „Berliner Tageblatt” erfahren haben, daß die
Beſpre=
chungen zwiſchen den deutſchen Bankiers und den Vertretern der
Gläubigerſtaaten zu einem vorläufigen poſitiven Ergebnis
ge=
führt haben.
Auf amerikaniſchen Vorſchlag ſei im Arbeitsausſchuß der
Entwurf zur Gründung einer Truſtgeſellſchaft
fertiggeſtellt. Dieſer Geſellſchaft ſollen alle rein kurzfriſtigen
Finanzkredite, alſo nicht die Handelskredite, die ſich im
Laufe der Zeit ganz von ſelbſt abwickeln, überwieſen
wer=
den. Sie ſoll die Möglichkeit haben, dafür 5prozentige
Bonds auszugeben, die von der Notenbank des einzelnen
Gläubigerlandes beliehen und mobiliſiert werden können.
Die Bedingungen, auf Grund deren die Mobiliſierung
er=
folgt, ſollen von jeder einzelnen Notenbank für ſich ſelbſt
feſtgelegt werden. Deutſchland würde die
Verpflich=
tung eingehen, für die Abzahlung und den
Transfer dieſer Kredite jährlich 10
Pro=
zent des Geſamtbetrages zur Verfügung zu
ſtellen, ſo daß die Rückzahlung in etwa zehn
Jahren vollendet wäre.
Inwieweit die Angaben über dieſe Konſtruktion, die erſt im
Roh=
bau fertig ſein ſoll und von der Vollverſammlung noch in
man=
chen Punkten abgeändert werden kann, richtig ſind, iſt im
Augen=
blick nicht feſtzuſtellen, da die Reichsbank jedeAuskunft
ablehnt; auch nach der negativen Seite, woraus vielleicht
der Schluß berechtigt iſt, daß wenigſtens der Plan eines ſolchen
Truſts, der auch mancherlei Wahrſcheinlichkeit für ſich hat, als
richtig angeſehen werden kann.
Kein gemeinſames Gukachten in Baſel.
Inzwiſchen haben auch die Sachverſtändigen in Baſel ihre
Arbeit fortgeſetzt, es erſcheint aber immer hoffnungsloſer, bei den
politiſchen und finanziellen Gegenſätzen zu einem gemeinſamen
Gutachten zu kommen. Es iſt ſogar fraglich, ob man ſich zu einem
Mehrheits= und Minderheitsabkommen verſtändigen wird. Es iſt
möglich, daß die Sachverſtändigen ſich darauf beſchränken, das von
ihnen geſammelte Material zu ſichten und der
Regierungskonfe=
renz zu übermitteln, ohne irgendwelche Schlußfolgerungen zu
zie=
hen. Ein mageres Ergebnis, das beweiſen würde, wie recht
Deutſchland hatte, als es dieſe Konferenz für einen überflüſſigen
Zeitverluſt erklärte, — allerdings auch ein Beweis dafür, daß
Frankreich es in dieſem Kreiſe verſtanden hat,
jede poſitive Beſchlußfaſſung zu ſabotieren.
Die Berichte der Baſeler Unkerausſchüſſe.
Baſel, 17. Dezember.
Eine Vollſitzung des Beratenden Sonderausſchuſſes nahm am
Donnerstag abend die Berichte der Unterausſchüſſe entgegen. Der
Bericht des ſtatiſtiſchen Ausſchuſſes kommt zu der mit möglichſtem
Vorbehalt gemachten Feſtſtellung, daß Deutſchland aus
Auslands=
guthaben im Jahre 1932 etwa 300 bis 400 Millionen RM.
Ein=
nahmen zieht. Die Verzinſung und Tilgungslaſt der
auslän=
diſchen lang= und kurzfriſtigen Anlagen in Deutſchland wird bei
dem gegenwärtigen Zinsſatz mit 1600 bis 1850 Millionen RM.
für 1932 beziffert. Das deutſche Guthaben im Ausland ohne das
ſogenannte Fluchtkapital wird mit 8,4 Milliarden, der bereits
für Juli ermittelten Ziffer, angegeben.
In dem Budgetbericht werden namentlich die großen
An=
ſtrengungen hervorgehoben, die Deutſchland insbeſondere in der
jüngſten Zeit macht, um den Haushalt ins Gleichgewicht zu
brin=
gen. Beſonders erwähnt wird die ſtarke Kürzung der
Beamten=
gehälter im letzten Jahre.
Die zur Tilgung der ſchwebenden Schuld geplanten
Maßnah=
men werden als beſonders ſchwierige Belaſtung der jetzigen
Kriſenzeit anerkannt, gleichzeitig aber auch betont, daß es wichtig
ſei, denjenigen Teil der ſchwebenden Schuld jetzt abzutragen, der
aus Fehlbeträgen früherer Haushalte entſtanden ſei.
Die nächſte Sitzung findet am Freitag ſtatt, in der
voraus=
ſichtlich der Bericht des Reichsbahnunterausſchuſſes behandelt
wird.
Holland im Währungsſkrudel.
R. Amſterdam, Mitte Dezember.
Die finanzpolitiſchen und wirtſchaftspolitiſchen Ereigniſſe in
der Welt finden in Holland entſprechendes regſtes Intereſſe und
ſtärkſten Widerhall, denn dieſes Land iſt mehr als andere auf
Gedeih und Verderb mit der Weltwirtſchaft verbunden. Man
muß ſich auch vor Augen halten, daß für die Niederlande
der neue allgemeine wirtſchaftspolitiſche Zug,
der bei den meiſten Ländern feſtzuſtellen iſt, der ſogenannte
autarkiſche Grundſatz, der immer mehr in den Vordergrund rückt,
einen ſchweren Schlag bedeutet. Daher kommt aber den
Holländern auch eine beſondere Bedeutung als Beurteiler der
allgemeinen Lage zu, und die Worte, die der holländiſche
Ver=
treter im Sonderausſchuß der Baſeler Tributbank geſprochen
hat, ſeine Erklärung, daß mit den Tributen endgültig
Schluß gemacht werden müſſe, dieſe Erklärung war ſo
durchſchlagend und kraftvoll, daß ſich ihr weder der Vertreter
Englands noch der Schwedens oder der Schweiz entziehen
konnte. Im Haag, beſonders aber in Amſterdam, wartet man
deshalb auf die Reichsregierung. Was wird ſie in
dieſem entſcheidenden Augenblick offenkundiger franzöſiſcher
Iſo=
lierung tun?
Man verhehlt in Holland garnicht, daß bei der Frage
Deutſchlano in erſter Reihe das Stillhalteproblem eine
unmittelbare Rolle ſpielt. Betrugen doch die kurzfriſtigen Kredite
Hollands bei Abſchluß des Stillhalteabkommens nach den im
Layton=Bericht veröffentlichten ſtatiſtiſchen Angaben 336
Millio=
nen Reichsmark. Die holländiſchen Banken ließen es damals, das
darf nicht verhehlt werden, an einer gewiſſen Bereitwilligkeit zur
Mitwirkung an der Stillhalteaktion nicht fehlen und entſchloſſen
ſich, die von ihnen nach Deutſchland gegebenen kurzfriſtigen
Kredite nach dem Vorbild anderer Länder zu verlängern. Bei
den Verhandlungen, die dem Beitritt vorangegangen waren,
ſpielten die von der Reichsregierung im Juli dieſes Jahres
er=
griffenen Maßnahmen und deren mögliche ungünſtige
Rückwir=
kungen auf Hollands Landwirtſchaft, Handel und Induſtrie eine
Rölle, und dann war dabei auch zum Ausdruck gekommen, daß
deutſche Aufſchubvorſchläge leichter in Erwägung gezogen werden
könnten, wenn ſie nur auf das, Verhältnis der Bankengläubiger
zu ihren deutſchen Bäukverbindungen Bezug hätten und nicht
auch auf das Verhältnis zwiſchen den Banken und deren
Ver=
bindungen zu Deutſchlands Handel und Induſtrie.
Soweit waren die Dinge gediehen, als die ſchwere
Erſchütte=
rung des internationalen Geldmarktes durch die engliſche
Währungskriſe eintrat, die die holländiſchen Gläubiger
den Ausfall der in Deutſchland inveſtierten Gelder noch
pein=
licher empfinden ließ, als es ſo ſchon der Fall war. Beim
Ab=
ſinken des engliſchen Pfundes mehrten ſich deshalb in Holland
die Stimmen, die es ſo wünſchenswert wie möglich erſcheinen
ließen, daß die Möglichkeit einer Rückzahlung wenigſtens eines
Teiles der Kredite am 1. März 1932 nach Ablauf des
Still=
halteabkommens geſchaffen würde. Man gab aber gleichzeitig zu,
daß, falls keine Aenderung der gegenwärtigen politiſchen
Ver=
hältniſſe einträte, die Wahrſcheinlichkeit einer Rückzahlung dieſer
Kredite zu dem genannten Datum nicht größer ſein würde als
vorher. Und weil man in Holland wegen der ſchon erwähnten
zwangsweiſen Objektivität den innigen Zuſammenhang
zwiſchen kurzfriſtiger Verſchuldung und
Tri=
butverpflichtungen faſt genau ſo erkannt hat wie in
Deutſchland, drängt man in Amſterdam und, im Rahmen des
Möglichen, auch im Haag darauf, daß die Vordringlichkeit der
privaten Schuldenverpflichtungen Deutſchlands gegenüber den
politiſchen Schulden, den Tributen, anerkaunt werde.
Und inzwiſchen hat ſich die weltwirtſchaftliche Lage, wie
man weiß, außerordentlich verſchärft. Von den Berliner
Stillhalteverhandlungen, die in dieſen Tagen
be=
gonnen haben, hört man herzlich wenig. Aus Berlin vernimmt
man, daß die Gläubiger unter ſich noch nicht einig ſeien und ſich
bemühten, eine gemeinſame Plattform zu finden. Aus London
und New York kommen hingegen beunruhigende Nachrichten,
nach denen bei dieſen Berliner Verhandlungen außerordentlich
große Schwierigkeiten entſtanden ſein ſollen, indem einige
Ban=
kiers ſogar volle Rückzahlung am 29. Februar verlangten und
ſich außerdem einer Ermäßignng der Zinsraten für deutſche
Wechſel widerſetzten.
In Holland aber ſieht man, wie geſagt, auf der einen Seite
die privaten Schuldenverpflichtungen Deutſchlands an ſich als
vordringlich gegenüber den politiſchen Schulden an, hingegen
betrachtet man umgekehrt die Löſung des politiſchen Problems
gerade deswegen als vordringlich und ausſchlaggebend für die
Löſung der privaten Schuldenfrage. Man drängt außerdem umſo
mehr zu einer baldigen Entſcheidung, als die jüngſten
Valutavorgänge in Japan Holland ſehr ſchwer
getroffen haben. Man befürchtet, daß der japaniſche Yen
noch tiefer ſinken würde als das engliſche Pfund, und man
be=
fürchtet weiter, daß die Handelsbeziehungen mit Niederländiſch=
Judien von der japaniſchen Geldpolitik auf das empfindlichſte
beeinflußt werden könnten. In Holland mehren ſich die
Stim=
men, aus handelspolitiſchen Gründen dem Beiſpiel Japans und
Englands zu folgen und das vor wenigen Monaten noch als
unglaublich und unerhört bezeichnete Auflockern der
hol=
ländiſchen Valuta Tatſache werden zu laſſen. Man hat
alſo große Sorgen im Haag und in Amſteroam, und man weiß,
daß bei den Verhandlungen über die Tribute ein gut Teil
welt=
wirtſchaftliches Schickſal geſchmiedet werden wird. Und man hat
hier die Gewißheit, daß Tributzahlungen und private Schulden
unlöslich miteinander verbunden ſind, daß dies aber eine
Ver=
bundenheit darſtellt, die für den Younplan nicht beſteht. So
iſt die Anſicht, daß dieſer Plan eine Fiktion ſei,
weil auch die Zahlungsfähigkeit Deutſchlands
eine Fiktion wäre, längſt nicht mehr Alleingut
der deutſchen Politik. Die Einigung auf dem Gebiete der
Tribute wird als Hauptvorausſetzung für alles angeſehen, nicht
zuletzt auch für die Hergabe neuer Kredite, die wie man hier
erklärt, Deutſchland über die kur friſtigen Kredite hinaus
brauchte, um ſeine Wirtſchaft wieder in Gang zu bringen.
Seite 2 — Nr. 350
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nervoſikäk in Frankreich.
Der Kampf um die Wahlreform.
Inkernakionale Finanzverſchwörung?
Von unſerem A=Korreſpondeuten.
Paris, 17. Dezember.
Mit jedem Tag, mit dem die franzöſiſchen Wahlen näher
riicken, wird die Lage in der franzöſiſchen Kammer kritiſcher. Die
Luft iſt gewitterſchwül, und die perſönlichen und Parteikämpfe
nehmen ein ſolches Ausmaß an, daß die Lage unüberſichtlich wird.
Vor der Entſcheidung über die Wahlreform erhoffte man einige
Klärung. Die Regierungsmehrheit für die Vorlage ſchien trotz
der ſcharfen Oſtruktion der Sozialiſten geſichert. Noch am
Mitt=
woch vormittag hatte die Regierung Laval, als die Sozialiſten
die Abſetzung der Vorlage von der Tagesordnung verlangten,
eine Mehrheit von 32 Stimmen. 242 Abgeordnete hatten ſich für
die Inangriffnahme der Wahlrechtsrefoxm ausgeſprochen und
nur 210 dagegen. Der Jubel der Rechten ſchlug aber bald ins
Gegenteil um, als am Nachmittag des gleichen Tages der
ſozia=
liſtiſche Abgeordnete Froſſard unter lärmendem Widerſpruch der
Rechten und dem Beifall der Linken die Vorfrage gegen die
Wahlrechtsreform ſtellte. Mit 240 gegen 231, alſo mit nur neun
Stimmen Mehrheit, wurde die Vorfrage abgelehnt. Toſender
Beifall bei der Linken, kleinlaut die Rechte. Ein
Vertagungs=
antrag der Mitte fand kaum noch Widerſpruch. Ein neuer
Ter=
min wurde nicht feſtgeſetzt. Die vertagte Entſcheidung dürfte aber
die Spannung zwiſchen rechts und links nur noch vergrößern,
zumal das „Linkskartell” in der Kammer wieder einmal
Aufer=
ſtehung feierte. Es wäre jedoch verfehlt, daran irgendwelche
Erwartungen zu knüpfen.
Das Herannahen der Wahlen iſt aber nicht die einzige
Ur=
ſache, welche die Gemüter in der Kammer zur Siedehitze bringt.
Die Wirtſchaftskriſe wirkt ſich mit elementarer Kraft aus. Die
Kammer muß ſich jeden Tag mit neuen Schwierigkeiten
aus=
einanderſetzen. Die Regierung iſt zu plötzlichen und oft
unvor=
bereiteten Entſchlüſſen gezwungen, es bleibt ihr manchmal nur
die Wahl, entweder auf die vorherige Befragung der Kammer
zu verzichten oder aber ſich der Gefahr auszuſetzen, nicht
recht=
zeitig zu handeln. So hat die Erſetzung der Verluſte, die die
Banque de France durch die Pfundentwertung erlitten hat, zu
einem erbitterten Kampf zwiſchen Regierung und Oppoſition
Anlaß gegeben. An und für ſich war die Haltung der Regierung
zwangsläufig: die Bilanz der Bank von Frankreich mußte
aus=
geglichen werden. Es ging in der Debatte aber auch um den
neuen Brauch, der zuletzt allgemein wurde, daß der Staat
über=
all dort, wo ein größeres Unternehmen, eine Bank oder eine
Fabrik, ſchwere Verluſte erlitt, einzuſpringen pflegte. Die
Re=
gierung iſt bei dieſem Vertrauensvotum noch einmal glimpflich
davongekommen.
Man hat den Eindruck, daß in Frankreich die öffentliche
Mei=
nung der dauernden Nervenprobe, der ſie durch die
Weltwirt=
ſchaftskriſe fortwährend ausgeſetzt wird, müde wird. Jedenfalls
zeigt ſich in der Oeffentlichkeit jetzt bedeutend weniger
Wider=
ſtandskraft als früher. Wilde Gerüchte machen oft die Runde.
Sie ſtammen manchmal vermutlich von Spekulanten, ſie ſollen
aber ſehr oft zu einer zielbewußten und genau überlegten Aktion
des Auslandes gegen die Sicherheit der franzöſiſchen Finanzen
gehören. Dieſe Verſchwörung der internationalen Großfinanz
gegen Frankreich” wird von allen Seiten als beſtehend
angenom=
men, und Laval hat bereits angekündigt, daß er in ſeiner
Eigen=
ſchaft als Innenminiſter die nötigen Maßnahmen dagegen
tref=
fen wird. Von ſozialiſtiſcher Seite fordert man die Einſtellung
des Terminverkehrs an der Börſe, um die Baiſſeſpekulation
ein=
zudämmen. Man macht für all das die Londoner City
verant=
wörtlich, und wohl nur aus Höflichkeit gegen England ſetzen
die Blätter hinzu, daß auch Deutſchland und Rußland an dieſen
Intriguen beteiligt ſind . .
Nach unſerer Meinung iſt der Mangel an Publizität eine der
ſchwächſten Seiten der franzöſiſchen Finanz= und
Wirtſchafts=
politik. Hinzu kommt noch, daß Kriſenerſcheinungen gegenüber
vielfach allzu lange Verſchleierungstaktik betrieben wurde. Nur
ſo iſt es zu verſtehen, daß in Paris ein ſo gefährlicher
Reſonanz=
boden für Gerüchte entſtehen konnte, von welcher Seite ſie auch
kommen mögen. Die Lage würde auch durch die Eindämmung
der Spekulation — ſie exiſtiert ſowieſo kaum noch — und die
Un=
terbindung des Terminmarktes nicht beſſer; dagegen würde ein
ſolches Vorgehen den offenen Verzicht auf die natürliche
Geſun=
dung der Wirtſchaft aus eigenen Kräften bedeuten.
Die Erklärungen Hoovers und Mellons wurden
hier günſtig aufgenommen. Man glaubt, daß die Oppoſition im
Senat und im Kongreß dem Weißen Hauſe nicht ganz unangenehm
iſt, denn ſie ſoll die Lage der amerikaniſchen Diplomatie in
Europa erleichtern. Ueber die Baſeler Verhandlungen
ſchweigt man ſich gründlich aus. Man gewinnt aber den Eindruck,
daß das Verhältnis zu Deutſchland jetzt weniger peſſimiſtiſch
beurteilt wird. Frankreich betont nach wie vor, daß es nur in
* Papa hea nimmt Abſchied.
„Mein Leben gehörke den Tieren!”
Geheimrat Prof. Dr. Ludwig Heck plaudert aus der Tierſchule,
Verlobung durch Bärenbiß. — Ein indiſcher Palmenmarder
be=
gründete meine Laufbahn! — Wie Schimpanſe Bobby und ich
Freundſchaft fürs Leben ſchloſſen.
Nach 40jähriger Tätigkeit — einem Menſchenleben
nnter Tieren — übergibt Geheimrat Ludwig Heck
die Leitung des Berliner Zoologiſchen Gartens
ſeinem Sohne. — Einer der beliebteſten und
wiſſen=
ſchaftlich bedeutendſten Zoologen Deutſchlands —
geborener Darmſtädter — plaudert nachfolgend
amüfant aus ſeinem reichen Leben.
Bei jedem beſſeren Tier fragt man längſt nach Abſtammung
und Aufzucht, um ſeinen Wert zu beurteilen. Es wäre Zeit, —
auch beim Menſchen dieſe grundlegenden Umſtände zu
wür=
digen.
Was bin ich nun für einer? Ein Lehrersſohn und
Ober=
förſtersenkel, alſo ſozuſagen Miſchblut von Lehrer und Jäger, —
von Wiſſenſchaft und Natur, und in Süddeutſchland
aufgewach=
ſen. Das hat für mich viel zu bedeuten: Es entſtand daraus
ein fröhlicher Menſch, der die Dinge der Natur mit Kopf
und Herz erleben wollte.
Auf eine Rundfrage: „Wie kam ich zur Naturwiſſenſchaft?”
habe ich einmal geantwortet: „Ich war immer bei ihr,
wenig=
ſtens bei der Tierwelt!” Wenn ich als Junge in der ganzen
Stadt nicht aufzufinden war, dann ſuchten mich die Eltern nur
— im Zoologiſchen Garten. Zuerſt gefühlsmäßig=unbewußt, dann
verſtandesmäßig=bewußt wurde es mir klar, daß im Tiere nicht
nur Verſtand, ſondern auch Herz und Seele in reinſter, ſchönſter
Form liegt. Dieſe Erkenntnis weiterzutragen, iſt meine
Lebens=
aufgabe geweſen!
In der Oberſekunda hielt Hecks Ludwig ganz aus heiterem
Himmel eines Tages ein Referat über: „Die Geiſtesfähigkeiten
der Tiere!‟ Das Wagnis war ſo groß, daß einer meiner Lehrer
einen Schwächeanfall bekam. Es ſind noch ſehr viele Menſchen
nervös geworden, bevor ſich das Verhältnis von Menſch zu Tier
ſo entwickelt hat, wie es heute iſt. Aber wir haben es geſchafft!
Der Zoologiſche Garten, das Zuſammenleben mit den
Tie=
ren, iſt Ausgangspunkt meines Lebens geweſen. Ich erinnere
mich aus meiner Leipziger Studentenzeit an eine Begegung mit
ineinem großen Lehrer Rudolf Leuckart, den Mann, den ich
wzzweiten Vater liebte: Ich war, bald nach meiner An=
Freitag, 18. Dezember 1
Vom Tage.
Die Nachverhandlungen, die geſtern im
Reichsarbeitsminiſte=
rium zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu dem
Schieds=
ſpruch in der Gruppe Nordweſt ſtattfanden, ſind ergebnislos
abge=
brochen worden. Der Reichsarbeitsminiſter hat nunmehr über die
Verbindlichkeit des Schiedsſpruchs zu entſcheiden.
Sämtliche Tariflöhne des beſtehenden Tatrifvertrages im
Ruhrbergbau wurden vom Schlichter um 10 Prozent gekürzt. Dieſe
Regelung tritt am 1. Januar in Kraft und läuft bis zum 30.
April 1932. Sie kann erſtmalig zu dieſem Zeitpunkt und dann
weiter mit monatlicher Friſt gekündigt werden.
Der engliſche Handelsminiſter Runciman hat am Donnerstag,
die dritte Anti=Dumping=Verordnung der engliſchen Regierung
bekanntgegeben, die neue Zollzuſchläge in Höhe von 50 Prozent
auf eine Reihe weiterer Einfuhrwaren bringt.
Die Vereinigte Schweizer Bundesverſammlung hat am
Don=
verstag alle 7 Mitglieder des Bundesrates auf eine neue
Amts=
dauer von vier Jahren wiedergewählt. Zum Bundespräſidenten
für 1932 wurde Bundesrat Motta gewählt.
Der Fehlbetrag im amerikaniſchen Staatshaushalt erreichte
am 15. Dezember für die erſten fünfeinhalb Monate des
laufen=
den Finanzjahres rund 1252 Millionen Dollar.
Die Außenpolitiſche Senatskommiſſion iſt nach mehrtägigen
Beratungen zu dem Schluß gekommen, den Beitritt der
Vereinig=
ten Staaten zum Internationalen Schiedsgerichtshof mit gewiſſen
Vorbehaletn zu empfehlen.
Präſident Hoover ernannte den früheren Unterſtaatsſekretär
Robert Olds zum Mitglied des Haager Schiedsgerichtes.
Marſchall Tſchanghſueliang hat ſeinen Poſten als
Ober=
befehlshaber der nordöſtlichen Grenzverteidigung und als Leiter
der chineſiſchen Armee und Marine niedergelegt. Er wurde zum
militäriſchen Kommiſſar für Nordchina ernannt.
dem Maße Deutſchland gegenüber nachgeben kann, als Amerika
ſelbſt Nachgiebigkeit zeigt. Doch zur ſelben Zeit, in der
Frank=
reich dieſe Forderung betont und behauptet, daß zwiſchen
Privat=
ſchulden und Reparationen kein Zuſammenhang beſteht, wird
zwiſchen Paris und Waſhington ein äußerſt reger diplomatiſcher
Meinungsaustauſch geführt, und zwar gerade über dieſe Fragen.
Die amerikaniſche Diplomatie zeigt ihrerſeits eine beſondere
Akti=
vität. Bezeichnenderweiſe werden aber die Verhandlungen immer
in möglichſt unverbindlicher Form geführt.
Ausſchlaggebend iſt, daß Amerika die Doktrin von der
Nicht=
einmiſchung in europäiſche Angelegenheiten — ſtets haftete ihr
eine gewiſſe Unaufrichtigkeit an — praktiſch aufgegeben hat. Was
nicht verhindert, daß man es in Waſhington peinlichſt vermeidet,
unnötige Verantwortung auf ſich zu nehmen.
Die deutſch=franzöſiſche Zuſammenarbeit
Das Ergebnis der Unkerausſchüſſe
der Wirtſchaftskommiſſion.
Berlin, 17. Dezember.
Die Ausſchüſſe der deutſch=franzöſiſchen Wirtſchaftskommiſſion
erſtatteten am Donnerstag nachmittag der Vollverſammlung
Be=
richt über das Ergebnis ihrer Arbeiten. Im Ausſchuß Ta, der ſich
mit den allgemeinen Handelsbeziehungen zu befaſſen hat, war
man ſich einig, daß man nach Ueberwindung der gegenwärtigen
Schwierigkeiten Schritt für Schritt auf dem Wege zur
Vereinheit=
lichung des europäiſchen Wirtſchaftsgebietes vorangehen müſſe.
Hierzu erſcheine ein weiterer Ausbau der privaten induſtriellen
Vereinbarungen und ein Abſchluß bilateraler Staatsverträge
be=
ſonders geeignet.
Vom Unterausſchuß Ib, der die Frage der privaten
induſtriel=
len Vereinbarungen erörtern ſoll, wurden Zuſammenkünfte von
Vertretern mehrerer Wirtſchaftsgebiete für die kommenden Wochen
verabredet, die, wie man annimmt, alsbald zum Abſchluß neuer
gemeinſamer deutſch=franzöſiſcher Vereinbarungen führen dürften.
Man war ſich einig darüber, daß der Beitritt zu derartigen
Ver=
einbarungen den betreffenden Induſtrien dritter Länder
offenge=
halten werden ſoll, und daß deren Anſchluß ſehr erwünſcht ſei. Es
wurde betont, daß bei all dieſen Verhandlungen das Intereſſe
der Arbeiterſchaft und der Verbraucherkreiſe ſtändig im Auge
ge=
halten werden ſoll.
Nach dem Ergebnis dieſer erſten Zuſammenkunft glaubt man,
ſo heißt es in einer Meldung an die Preſſe, darauf rechnen zu
können, daß die beſtehenden wirtſchaftlichen Schwierigkeiten der
beiden Länder am beſten durch eine ſtändige Fühlungnahme
inner=
halb der deutſch=franzöſiſchen Wirtſchaftskommiſſion und die
An=
bahnung von Einzelverhandlungen der verſchiedenen
Wirtſchafts=
zweige im Intereſſe der beiden Nationen ausgeräumt werden
können. Die deutſchen und franzöſiſchen Sachverſtändigen werden
bis zur nächſten Zuſammenkunft der Unterkommiſſionen, die von
den beiderſeitigen Generalſekretariaten einberufen werden wird,
in dauernder Verbindung miteinander bleiben.
kunft, natürlich auch in Pinkerts damals rein privaten Leipziger
Zoo zu Hauſe und kannte den Tierbeſtand auswendig. Bei einer
Uebung im Zoologiſchen Univerſitätsinſtitut wurde eines Tages
eine Tierleiche ins Laboratorium gebracht, die ich ſchon als
lebendigen Kranken und Todeskandidaten bei Pinkert gekannt
hatte: ein indiſcher Palmenmarder. Leuckart rief ſeine Schüler
zuſammen und fragte: „Was iſt das für ein Tier?” Allgemeines
Schweigen, wie es der Frager wohl erwartet hatte. Da wurde
ich erſt auf die Sache aufmerkſam und ſagte im Aufſtehen ſchon
von meinem Arbeitsplatz her: „Paradoxurus musanga‟. Er, ganz
erſtaunt: „Woher wiſſen Sie das?” — Ich: „Ich habe das Tier
ſchon bei Pinkert lebendig gekannt!“ — Da wurde Leuckart auf
mich aufmerkſam.
Und er wurde mein bäterlicher Freund. Eines Tages las ich
zufällig in der Zeitung ein kleines Inſerat, in dem die Stelle
des Direktors für den Kölner Zoologiſchen Garten
ausge=
ſchrieben war. Obwohl Leuckart brummte: „Sie werden ſich doch
nicht einbilden, daß für ſo junge Kerle ſolche Stellen geſchaffen
ſind . . .", — trotz dieſes Zweifels wurde ich, nicht zuletzt —
auf Grund ſeiner Empfehlung, als 26=Jähriger Direktor des
Kölner Zoos.
Mein ganzes Leben hängt irgendtvie mit Tieren zuſammen.
Im Kölner Zoo biß mich ein Bär in den Finger. Ich mußte
zum Arzt gehen und lernte dort — meine Frau kennen. Die
„Verlobung durch Bärenbiß” wurde in Köln viel belacht.
Nach zwei Jahren hatte ich ein beinahe märchenhaftes Glück:
ich wurde Direktor des größten deutſchen Zoologiſchen Gartens,
des Berliner Zoo! „Sie haben ein unglaubliches Glück, ſchon
mehr Schwein!”, — das waren die Begrüßungsworte in Berlin.
Und im Berliner Zoo bin ich länger als 40 Jahre geblieben.
Ich habe Generationen von Menſchen und Tieren erlebt, — ich
habe bei beiden unvergeßliche Freuden erlebt. Ich habe mich in
dieſen Jahrzehnten bemüht, die rechte Ueberzeugung vom
Leben der Tiere, einem Leben im Sinne des menſchlichen
Da=
ſeins, immer mehr in unſer Volk hineinzutragen. Und für mich
ſelbſt wurde das tägliche Erlebnis der Tiere die Wiſſenſchaft
des Lebens!
Jetzt, wenn ich mein Arbeitsfeld verlaſſe, ziehen vor meinem
Auge noch einmal Epiſoden meines Lebens mit den Tieren
vorüber. Da iſt unſer Gorillajunge Bobby, der 1928 aus
Kamerun kam, bei ſeiner Ankunft 30 Pfund wog — und nur
freſſen wollte, wenn ich ihn im Arm hielt. Gibt es nicht
irgend=
welche, verſtandesmäßig nicht faßbare Verbindungen zwiſchen
Menſch und Tier? Eines Nachts erwache ich und empfinde, es
müſſe mit unſerem Bobby irgend etwas geſchehen ſein. Ich kleide
mich an, gehe durch den ſchlafenden Garten zum Affenkäfig und
finde Bobby in jämmerlicher Lage eingezwängt, — eine
Klapp=
tür war auf ſeinen Fuß gefallen. Seit dieſer Nacht, in der ich
Bobby von der Klapptür befreite, iſt unſere Herzensgemeinſchaft
Der engliſche Standpunkt
inder Snerlkäge.
Londons Ankwork auf die franzöſiſche Note:
Vorzugsbehandlung für die kurzfriſtigen Krediele
EP. Paris, 17. Dezemberg
Das Foreign Office hat am Donnerstag dem franzöſſe
Botſchafter in London, de Fleuriau, die Antwort derenſ
liſchen Regierung auf die Note der franzöſiſche
Regierung vom 4. Dezember überreicht. In digürgeichsto
Note hatte die franzöſiſche Regierung ihren Standpunkt in
Frage der Reparationen und der kurzfriſtigen Schulden do
r9‟
legt. Die engliſche Regierung gibt nunmehr in ihrer Ant
be
die gleichzeitig auch von dem Pariſer Botſchafter Lord Tyr
dem Quai d’Orſay mitgeteilt wurde, ihre eigene Haltung bekom=
Die engliſche Note, ſo wird vom Quai d’Orſay erklärt, ,/
zwar in ſehr freundſchaftlichem Tone gehalten und drücke
Hoffnung aus, daß die beiden Regierungen zu einer Verſtäni hördel
gung gelangten. Die ſachlichen Meinungsverſchiedenheiten zn /she
ſchen Paris und London beſtünden jedoch weiter. Während Fray” deit
reich auf dem Standpunkt ſtehe, daß die Reparationen und /*0
Brotp
kurzfriſtigen Kredite gänzlich unabhängig von einander ſeis, ſo da
halte die engliſche Regierung ihre Anſicht aufrecht, daß die beiüſleg in g
Fragen miteinander verknüpft werden müſſen, und ſie verlanc durchzu
eine Vorzugsbehandlung für die kurzfriſtigen Kredite.
d ſoll 2
Es wird ferner darauf hingewieſen, daß über die in ᛋörden 9
franzöſiſchen Mitteilung aufgeworfenen Punkte keine endgüſt:mit dem
Erklärung abgegeben werden kann, bevor der Baſeler Ausſchüdie Se
ſeinen Bericht über Deutſchlands Zahlungsfähigkeit, fertiggeſt Munehmen
hat. Angeblich ſind zwiſchen den intereſſierten Regierungen Wridlich wil
beſprechungen über Zeit und Ort des Zuſammentritts der UFleiſchert
planten Reparationskonferenz im Gange. Es iſt unwahrſcheinllu, Man nin
daß die Wahl auf London oder Paris fallen wird.
2Mletzung
Die deutſche Abrüſtungsdelegalign.
ſeungen
utreffen.
der als
Gemi
innezu
Der deutſche Botſchafter in der Türkei, Radoluu,ka, Frtlict
als Führer der Delegakion in Ausſichk genommendidurch
* Berlin, 17. Dez. (Priv.=Tel.)
Das Reichskabinett hat am Donnerstag vormittag die Di0 0hlack
gation feſtgeſtellt, die Deutſchland auf der Abrüſtungskonferuſſisſenl.
vertreten ſoll. Das iſt verhältnismäßig früh geſchehen, offen Lelmne
um zu zeigen, daß Deutſchland unter allen Umſtänden auf Bf
Beginn der Konferenz zum angegebenen Zeitpunkt beſteht r/ſeſ. e
für irgendwelche Verſchiebungspläne nicht zu haben iſt. Außuſlherale
dem hat die Delegation jetzt Zeit, ſich in die Einzelheiten der uſſi Nege!
niedr
fangreichen Materie einzuarbeiten.
Die Ernennung des erſten deutſchen Vertreters hat eim
Schwierigkeiten gemacht. Es iſt ja ſelbſtverſtändlich, daß
Reichskanzler die deutſche Delegation führt und bei den Erin
nungsdebatten auch zugegen iſt. Da aber die Konferenz Moncier v.
dauert, wird er ſich darauf beſchränken müſſen, an einzelr)e Es
Höhepunkten perſönlich anweſend zu ſein. Es hätte nahe gelesn ausg
Graf Bernſtorff, der bei der vorbereitenden AbrüſtungskonſerZuhang.
den deutſchen Standpunkt recht gut vertrat, wieder heranzuzel Aiſche Me
Er ſchied aber aus, da er krank iſt. Im Auswärtigen Amt ſtAthuverwal
eine geeignete Perſönlichkeit nicht zur Verfügung. Staatsſeluzickeiten n
von Bülow kommt ſchon deswegen nicht in Frage, weil er Ua Maß
dem Fehlen eines Außenminiſters den Kanzler ſehr ſtark undu ären u
ſtützen muß. So iſt denn nach einigem Herumraten als VerlegE/ Schwie
heitskandidat der deutſche Botſchafter in der Türkei. Nadolny, Tarifge
ſtimmt worden, deſſen Ernennung einigermaßen problematiſch ſſtzudigen f
weil er mit der Abrüſtungsfrage nie etwas zu tun hatte. Nadold Fraßenb.
gehört zu dem eiſernen Beſtand derer, die bei jeder Gelegenhd ſeiſpiel
wenn in der höheren Diplomatie eine Stelle vakant wird, genarn
werden. Unter Reichspräſident Ebert war er deſſen Staatsſec.
tär, und er hat ſchon lange den Ehrgeiz, aus der Türkei, wo9)
ſich etwas kaltgeſtellt fühlt, nach dem Weſten zurückzukehren. Vlliet w.
rade für die Abrüſtungskonferenz iſt er ein unbeſchriebenes Blolzifello
Es wird ſich erſt zeigen müſſen, inwieweit die Wahl glücklich ſies de
weſen iſt, fraglich auch, ob die Türkei ſich damit einverſtanlulng der
erklärt, die deutſche Botſchaft monatelang ohne Botſchafter /in ein
wiſſen.
Neben Nadolny werden in erſter Linie die Geſandten —ſ würden
Weizäcker und Mutius tätig ſein. Der erſtere iſt der eigentln e ſchwier
Sachreferent des Auswärtigen Amtes, während Herr von Muraſſ die
urſprünglich als deutſcher Hauptvertreter genannt wurde, auf Lſdurfe
großen Widerſpruch in der deutſchen Preſſe aber wohl an gemeit
zweite Stelle rückte.
noch inniger geworden. Bobby iſt jetzt ein ausgewachſen!
Gorilla, ein „ſchwerer Junge”, und läßt ſich nicht mehr auf a
Arm nehmen. Dafür kann ich ſtundenlang mit ihm im Ka9
eine ſtumme Unterhaltung führen, die für beide Teile 9e2
intereſſant und freundſchaftlich wertvoll iſt. Meine Freundichigl feht
mit Bobby iſt ein Beiſpiel dafür, wie eng die Freundſchaft 770
ſchen Menſch und Tier ſein kann und ſein ſoll.
Wenn ich durch meinen Garten gehe, in dem 1500 Arien T9n
Unterarten von Tieren vertreten ſind, dann wird mir faſt aund
jedem Käfig ein fröhliches „Guten Morgen” zugerufen. Tſmlüſche
faſt mit allen Tieren bin ich perſönlich befreundet, — bei 9r
haben wir uns dadurch beliebt gemacht, daß wir uns nicht c
um die Geſundheit, ſondern auch um das innere Leben m."
Tiere bemühen. Wie gut verſteht es ein jedes Tier, Freude 00ch. AI
Mißfallen, Zuneigung oder Abneigung auszudrücken. Eiſt S c Halt
ziger freundlicher Blick eines Rehs kann nicht in Büchern erlch. Gen
oder wiedergegeben werden".
Eines Tages war Harry, unſer Elefantenpapa, mit 4cEn
Zentnern Gewicht, mir böſe. Was tat er? Er ſtapfte nicht
den Füßen auf (Durchmeſſer 50 Zentimeter), er hob auch M2 Pbrine
mit Stoßzähnen und Rüſſel große Bäume aus, — nein, er dre 4d
mir, als ich auf dem morgendlichen Spaziergang zu ihm "
mit friedlicher Koloſſalgeſte einfach den Rücken. Welch ſeeſne
Ausdrucksweiſe — eines Elefanten!
Da iſt „Baby”, von dem ich als Zooleiter jetzt Abſohl
nehme. „Baby” haben wir 1924 mit der Milchflaſche aufge5‟
— ſeinen Namen hat er behalten, obwohl er längſt einel.
größten Löwen iſt, die zurzeit leben. — Da iſt das empſ”
ſame Weißbart=Gnu, das mein Sohn Lutz 1927/28 auf.O
Tierfang=Expedition aus einer flüchtenden Herde heraus.!"
und das in der erſten Zeit hier im Zoo Geſellſchafter und Sr".
gefährte des jungen Nashorns, des Hauptergebniſſes der SctE
dition, war. Als das Nashorn in ſeinen Spielereien zu. *"
wurde, mußten wir das Weißbart=Gnu wegnehmen. Es M2.J
über den Verluſt des Spielgefährten untröſtlich, —b2 TMu
ihm ſpäter einmal aus gehöriger Entfernung den einſt h 2 Jeh
Spielgefährten ausgewachſen zeigte. Da kam ihm wohl. N
Ungleichheit dieſer Freundſchaft zum Bewußtſein. — Mi De Wrh
meiſten Tieren verbinden mich ſo perſönliche Erlebniſſe,— wed
kenne ihr Schickſal und glaube ihr Freund zu ſein! Für ſie.
ich ebenſo wie für die Kinder der — „Papa Heck”. Deshall!
mir der Abſchied nicht leicht.
Wenn ich zurückblicke und den Sinn meines Lebens i0. S
paar Worten zuſammenfaſſen will, dann möchte ich ſſe” der
Menſch und Tier gehören zueinander! Keine techniſche Enſche S
lung kann und darf dieſe Gemeinſchaft, die Einheit der 2
gg
ſtören, — im Gegenteil, ſie muß noch enger werden:
die Gemeinſchaft zwiſchen Menſch und Tier, — un ſo glucle—ul
Stunden werden die Menſchen erleben!
Nr. 350 — Seike 3
Pfrimer über den Pukſchverſuch.
Au Reichskommiffar für
Preis=
uuerenwang
ſberlle Ergebniſſe ſeiner bisherigen Tähigkeit.
Berlin, 17. Dezember.
Der Aichskommiſſar für die Ueberwachung der Preiſe Dr.
Wdelem) in dauernden Verhandlungen mit allen beteiligten
len ru Organiſationen bemüht, die in der Notverordnung
8. Yzember vorgeſehene Preisſenkungsaktion auf allen
Daltz ietenx ſweit als möglich in die Praxis umzuſetzen. Auf dem
Ja gete W
Dr. Gördeler in erſter Linie die Herabſetzung der
Htp /sſpanne in Angriff genommen. Die
Oberbürger=
der Si deutſchen Städte über 100 000 Einwohner und die
Wandeni landesbehörden ſind aufgefordert worden, über die
einlung dr Brotpreisſpanne noch bis zum Ende dieſer Woche
ſt dfſerichse, ſo daß die Hoffnung beſteht, eine einheitliche
und niku / in größeren Städten noch vor
Weih=
ſtendurchzuführen. Für die kleineren Orte und für das
Lau ſoll die Senkung der Brotpreisſpanne durch die
geshuhirden geregelt werden.
„Auch nit dem Fleiſchergewerbe werden
Verhandlun=
üiben ſie Senkung der Preisſpanne geführt, von
ammehmen iſt, daß ſie noch heute zum Abſchluß kommen.
rſcheenſich wird die Senkung dieſer Preisſpannen vom
ſchern ßleiſcherverband durch die Herausgabe von Richtlinien
gen. Nan nimmt an, daß der deutſche Fleiſcherverband in
Heriſietzung der Spanne für zunächſt drei Monate
ein=
gt, hobehaltlich einiger Aenderungen für Städte, wo die
zuusſatungen für eine einheitliche Senkung nicht in vollem
ſange= Atreffen.
Schwitiger als bei Brot und Fleiſch wird ſich die
Preis=
ſſug Fü Gemüſe, Eier uſw. durchführen laſſen wegen der
hiedsit örtlichen Bedingungen. Um eine gewiſſe einheit=
Liy innezuhalten, ſollen die kommunalen und
Landes=
rden hurch eigene Kommiſſare die Preisſenkungsaktion
führt
mIm bſblick auf das bevorſtehende Weihnachtsgeſchäft ſind
en Aysſenkungskommiſſar aus den verſchiedenſten Kreiſen
ſeiche Vünſche herangetragen worden, die
Einzelhandels=
m igichſt noch vor Weihnachten zu ſenken. Gördeler iſt
zu m Ergebnis gekommen, daß die Preiſe für Haus=
Kücageräte auf etwa 10 v. H. über den Preiſen der
„riegsztt liegen. Selbſtverſtändlich werden trotz dieſes
Ver=
ſismißg niedrigen Preiſes auch hier die
Senkungsmöglich=
no chweiter geprüft werden. In der wichtigen
Frage der Sfraßenbahnkarife
ſenGörpelr vorgeſtern mit der Berliner Verkehrsgeſellſchaft
en uide ſ! Es iſt dabei der Wunſch auf Erlaß der
Beförde=
ſemsſter” ausgedrückt worden. Gördeler erklärte in dieſem
rüſtunsmni tlang, daß er unter keinen Umſtänden ſinnloſe und
un=
hercha fuhe Maßnahmen durchführen werde. Was bei den
zenSiſiverwaltungen unter Ausſchöpfung ſolcher Erſpar=
Euöglichkiten möglich ſei, werde zur Senkung der Tarife
be=
r1 Ayt Maßnahmen, die zu einer Verluſtwirtſchaft führen
tien, wiren unſinnig. Der Preiskommiſſar wies dann auf
aFroßelSchwierigkeiten hin, die darin liegen, in die
Einzel=
un de Carifgeſtaltung einzugreifen. Das müſſe Aufgabe der
verſtäwdigen ſein. Gördeler nimmt an, daß ab 1. Januar
die taßenbahnverwaltungen im übrigen Deutſchland dem
iner Riſpiel gefolgt ſein würden.
Z1der Gas= und Elekfrizikäkspreisfrage
ehamot worden, daß eine Senkung der Kohlen= und Koks=
* zweſellos auch hier Preisſenkungsmöglichkeiten eröffne.
deler wes demgegenüber daraufhin, daß für gewiſſe Gebiete
„Senkug der Kohlenſyndikatspreiſe überhaupt keine Rolle
w da m einzelnen Gebieten ja nicht nur Syndikatskohle,
ern oſſpielsweiſe auch oberſchleſiſche und engliſche Kohle
ſauch ſürden. Die Frage der Gas= und Elektrizitätspreiſe
eshabſchwieriger als die Preisſenkung auf anderen
Gebie=
da ſit die Finanzzuſchläge eine erhebliche Rolle ſpielten.
hisdürfe nichts unternommen werden, was ſich ſpäter
ſer alſemeinen Finanzpolitik rächen würde. Trotzdem habe
Mraftädter Ausftenängen.
ſſch frſtlält. Tuſche und Kreide ſind die Mittel; immer frei
füberlgen gehandhabt. Die Sprache iſt immer höchſt be=
Mt, jugr blitzend rational, aber was ſie umwirbt, iſt das
in din Erſcheinungen, und daher ergeben ſich die köſtlichen
ſchrämlugen, die die geiſtige Geſtalt dieſer Kunſt prägen.
ſchmal ſpringt die Farbe ein, in einer ſo herrlichen
Anglie=
ug an die zeichneriſche Form, mit ſo viel ſelbſtändiger Kraft
ſdoch Denſtbarkeit, daß Dinge entſtehen wie das Porträt im
Aufenfſtel (rechts), die vor jedem Maßſtab, als ſchlechthin
ſndet beſtehen bleiben. Dieſe Kunſt hat eine geiſtige Heiter=
Buchhandlung Bergſträßer.
Mauf ſeht hier vor einer zeichneriſchen Kunſt, die an
Be=
ſamke=ſt und Schönheit der Linie, an Raſchheit der
Beobach=
an ſeiſtiger Eleganz und formaler Ueberzeugungskraft
„ſehr hohen Rang einnimmt. Dieſer Rang beſtimmt ſich
allenn durch die enorme Schulung der Hand; eine geiſtige,
ſdicht erſche Kraft hat die Führung und hebt in dieſen
Bild=
das Menſchenweſen leicht und ſchwungvoll heraus, in
liebeiden und beſtätigenden Anſchauung, die gleichſam den
lich eᛋAugenblick in der Begegnung von Menſch zu
und Beundheit, die man heute ſelten trifft; man fühlt, daß
biel Honnen, Schule, Bildung, Uebung in ſie eingegangen
und daf ſie dabei doch bezaubernd, friſch iſt, weil dieſe
wente ale in eine ſtrahlend jugendliche Unmittelbarkeit der
Wetrachung eingeſchmolzen wurden. Wilhelm Michel.
Blumen und Kunſt.
Hamns A. Hofmann zeigt im Schaufenſter Schulenburg
elmimnſtraße) Landſchaften aus dem Gebirge, Hochtäler,
Bergruppen, in gewandter, von gutem handwerklichem
Men znerbauter Malerei. Die bald tieftonigen, bald
leuch=
hellen und immer klaren Farben der Höhenlage treten ein=
WSvoll ſervor. Freunde der Gebirgslandſchaft werden hier
e Snbrechenden Motive finden. Die Bilder Hofmanns
En ſchot ſo oft Gegenſtand anerkennender Beſprechung an
Stell, daß wir uns heute mit dieſer Feſtſtellung begnügen
Im glechen Ausſtellungslokal ſind vom 15. Dezember ab
rellee ſer Darmſtädter Malerin Elſa Pfiſter=
Kauf=
n usgeſtellt. Neben zwei Gouachs auf Tongrund, die
hiſſe in Interieur zeigen (eine beſonders belebte Form des
äts), ind die übrigen Arbeiten Vertreter der reinen
eng=
er Agurelltechnik. Landſchaft und Architektur ſind
gleicher=
ee reümll und farbig behandelt.
er den Verwaltungen der Gas= und Elektrizitätswerke gewiſſe
Momente, z. B. auf dem Gebiete des Zins= und Lohnweſens,
eröffnet. Es handele ſich hier um eine Frage des Vertrauens in
die örtlichen Verhältniſſe. Die Verwaltungen der deutſchen
Gas=
werke, ebenſo wie des Deutſchen Städtetages ſtünden
grundſätz=
lich auf dem Standpunkt, daß die Preisſenkung in wirtſchaftlich
gedrängter Form mitgemacht werden müſſe. Die einfachſte und
ſchnellſte Form ſei nach Anſicht Gördelers in der Gas= und
Elektrizitätsfrage, auf die Schlußrechnung einen Rabatt zu
ge=
währen. In der Waſſerpreisfrage bedürfe es ebenfalls einer
Prüfung der örtlichen Verhältniſſe.
Reichskommiſſar Gördeler wies zum Schluß noch auf die
dankenswerte Mitarbeit hin, die der Oberbürgermeiſter von
Schneidemühl, Schröder, ihm bei der Durchführung ſeiner
Auf=
gabe leiſtete.
Eine Verordnung über Preisſchilder.
Berlin, 17. Dezember.
Der Reichskommiſſar für Preisüberwachung hat eine am
1. Januar 1932 in Kraft tretende Verordnung erlaſſen, die für
das Bäcker=, Fleiſcher= und Friſeurgewerbe die deutlich ſichtbare
Anbringung von Preisſchildern und Preisverzeichniſſen in den
Läden vorſchreibt. Die Einzelbeſtimmungen der Verordnung
können erforderlichenfalls durch die der Polizei nach Landesrecht
zuſtehenden Zwangsmittel durchgeführt werden. Die Polizei iſt
angewieſen, dem Reichskommiſſar unmittelbar Nachricht zu geben,
wenn infolge hartnäckiger und böswilliger Zuwiderhandlung
gegen die Vorſchriften der Verordnung die Unterſagung der
Fort=
führung von Betrieben oder die Schließung von Betrieben und
Geſchäftsräumen angezeigt erſcheint.
Das Handwerk zur 4. Nolverordnung.
Der Wirtſchaftspolitiſche Ausſchuß beim Deutſchen Handwerks=
und Gewerbekammertag und beim Reichsverband des deutſchen
Handwerks trat am 12. Dezember unter dem Vorſitz von
Ober=
meiſter Hanſen=Hamburg im Verwaltungsgebäude des
Kam=
mertages zu Hannover zuſammen, um zum Wirtſchaftsprogramm
der Reichsregierung Stellung zu nehmen. Die drei Vertreter des
Handwerks aus dem Wirtſchaftsbeirat der Reichsregierung gaben
zunächſt einige Erläuterungen zu den regierungsſeitig ergriffenen
Maßnahmen. Generalſekretär Hermann=Berlin berichtete
über den wichtigſten Inhalt der 4. Norverordnung vom 8.
Dezem=
ber. Im Anſchluß an dieſe Vorträge entwickelte ſich eine lebhafte
Ausſprache, in der die größten Bedenken gegen die durch die
Not=
verordnung erfolgten Durchbrechungen privatwirtſchaftlicher
Grundſätze geäußert wurden. Eine Fortſetzung dieſer Methoden
müſſe zu einer Ausſchaltung der Privatwirtſchaft und zur
Ein=
ſetzung einer ſtaatskapitaliſtiſchen Wirtſchaft führen. Das
Hand=
werk halte feſt an dem Grundſatz des Privateigentums und ſei
bereit, ſich unter Wahrung der wirtſchaftlichen Selbſtbeſtimmung
der einzelnen Betriebe in ein berufsſtändiſch gegliedertes
Wirt=
ſchaftsſyſtem einzupaſſen. Es wurde beſchloſſen. Reichsregierung
und Reichstag die Bedenken des Handwerks zu den einzelnen
Tei=
len der Notverordnung zu unterbreiten und Vorſchläge zu machen,
um auch die Möglichkeiten einer weiteren Ausgeſtaltung
zugun=
ſten der Handwerkswirtſchaft auszunutzen. Mit dieſer Aufgabe
wurde ein Arbeitsausſchuß, beſtehend aus zwei Vertretern der
Kammern und Reichsfachverbände, aus je einem Vertreter der
Gruppe der Gewerbevereine und Handwerkerbünde ſowie der
Ge=
noſſenſchaften, beauftragt, dem auch die Aufſtellung eines
Wirt=
ſchaftsprogramms des deutſchen Handwerks zugewieſen wurde.
Heiſliche Polln.
Einberufung des Pekikionsausſchufſes
zum 22. Dezember.
Der vorſikende des 3. Landtagsausſchuſſes (Petitions=
Aus=
ſchuß) hat die Mitglieder für Dienstag, nachmittag, den 22.
De=
zember, zu einer Sitzung eingeladen. Es werden lediglich
Wahl=
oder Mandatsanfechtungen zur Ausſprache ſtehen. Neben der
Mit=
teilung des Landeswahlleiters über den Ausgang der Wahl vom
15. November wird auch der Präſident des Staatsgerichtshofes
die Anfechtungsklage der Landtagswahlen durch die
Wirtſchafts=
partei Heſſens bekannt geben. Gleichzeitig wird der
ſozialdemo=
kratiſche Antrag auf Ungültigkeitserklärung der Mandate der
nationalſozialiſtiſchen Abgeordneten Lenz, Böring und Hauer
be=
handelt werden. Ebenfalls wird die umſtrittene Wahl des
Abge=
ordneten Schäfer=Offenbach einen Gegenſtand der Beratungen
bilden.
Graz, 17. Dezember.
Nach der Vernehmung des Heimwehrführers Pfrimer wurde
der Angeklagte Kammerhofer vernommen, der ſich ebenfalls nicht
für ſchuldig erklärte. Er, Kammerhofer, ſei überzeugt geweſen,
daß die Exekutive, wenn nicht mit, ſo doch auch nicht gegen den
Heimatſchutz marſchieren würde. Es ſei zu bedenken geweſen, die
Regierung würde ſelbſt einſehen, daß Ordnung geſchaffen werden
müſſe. Auf Befragen des Vorſitzenden, wie dieſe Ordnung
durch=
geführt werden ſollte, antwortete der Angeklagte, mit dem Geſetz.
Kammerhofer wies dann noch auf den ſozialdemokratiſchen Terror
im Brucker Bezirk hin. Seit 1927 ſeien bei Zuſammenſtößen
230 Perſonen von Sozialdemokraten verwundet worden. Der
An=
geklagte bemerkte noch, wenn er den Eid, den er Dr. Pfrimer
ge=
leiſtet habe, gebrochen hätte, wäre er in Oberſteiermark unmöglich
geweſen, und man würde ihn angeſpuckt haben. Die nächſten
An=
geklagten, Oberſt i. R. Flechner und Oberſt Hofer, erklärten ſich
ebenfalls für nicht ſchuldig. Hofer ſagte, ſeine Tätigkeit im
Hei=
matſchutz habe ſich auf rein militäriſche Funktionen beſchränkt.
Nach der Vernehmung der Angeklagten verlas der Vorſitzende
das Korneuburger Programm der Heimwehren und die am
Putſch=
tage angeſchlagene Proklamation. Dr. Pfrimer erklärte dazu,
die Proklamation ſei ohne ſein Wiſſen hinausgegangen, auch nicht
datiert, woraus hervorgehe, daß ſie nicht für einen beſtimmten
Zeitpunkt vorbereitet geweſen ſei. Das Verhör Pfrimers ſchloß
mit einer Auseinanderſetzung über Legalität oder Illegalität des
gegenwärtigen Rechtszuſtandes, wobei Dr. Pfrimer mit überlauter
Stimme rief: „Wir haben wiederholt erklärt, daß dieſe
Ver=
faſſung für uns ein Fetzen Papier iſt”
Die Bernehmung der Zeugen.
Zur Verhandlung am Mittwoch waren 30 Zeugen erſchienen,
darunter Offiziere und andere Mitglieder des Bundesheeres.
U. a. wurde der Kärntner Landesführer der Heimwehr, Genernl
Hülgerth, vernommen. Er führte den Entſchluß Pfrimers zum
Putſch auf eine Nervenüberſpannung Pfrimers zurück. Obwohl
Pfrimer die radikalere Richtung der Heimwehr vertreten habe,
ſo habe er doch die Gewalt verurteilt. Bei der weiteren
Zeugen=
vernehmung erklärte der frühere öſterreichiſche Juſtizminiſter Dr.
Hueber auf die Frage, warum Dr. Pfrimer die Aktion veranlazt
habe: „Ich kann mir das nur aus der allgemeinen Lage erklären.
So kann es in Oeſterreich nicht weitergehen”. Generalmajor i. R.
Puchmayer erklärte ebenfalls, völlig von dem Putſch
über=
raſcht worden zu ſein. Der nächſte Zeuge, Kommerzialrat
Haberſack, ſchilderte zunächſt die Vorgänge in der Brucker
Heimwehrkanzlei am Tage vor dem Putſch: Er ſei zur Zeit des
Hitlerputſches in München geweſen. Damals ſeien die
National=
ſozialiſten auf ähnliche Weiſe hineingelegt worden, wie diesmal
die Heimwehrleute. Auch damals habe man geglaubt, die
Exe=
kutive ſei auf Seiten der Nationalſozialiſten. Er habe befürchtet,
daß es auch in dieſem Falle ſo enden würde, wie damals in
Bayern.
Es folgt dann die Vernehmung von mehreren
Belaſtungs=
zeugen. Nationalratabgeordneter Franz Thoma ſchildert, wie er
in der Nacht aus dem Bett geholt und in Gewahrſam genommen
wurde.
In der Donnerstags=Verhandlung ſagte
der Landeshaupkmann von Steiermark.
Dr. Rinkelen, als Zeuge
aus, daß er, als die Meldungen von dem Putſchperſuch eintrafen,
den Auftrag gegehen habe, daß überall da, wo Ungeſetzlichkeit
vorkomme, vorzugehen ſei, im übrigen aber Blutvergießen zu
vermeiden ſei. Er ſprach auch telephoniſch mit dem Bundeskanzler
n Wien und teilte ihm ſeinen Standpunkt mit. Der
Bundes=
kanzler habe den Standpunkt Rintelens geteilt und ihn gebeten,
dringend danach zu trachten, daß die Sache bis zum Abend
er=
ledigt ſei. Er, Rintelen, habe dem Bundeskanzler nahegelegt, ſich
für eine Amneſtie einzuſetzen. Der Bundeskanzler habe dies
zu=
geſagt, indem er verſprach, mit den maßgebenden Faktoren wegen
der Amneſtie Fühlung zu nehmen. Rintelen hat nach ſeiner
Aus=
ſage die Heimwehren zu einem freiwilligen Rückzug zu bewegen
verſucht.
Nach Abſchluß der Zeugenvernehmung beſchäftigte ſich der
Gerichtshof mit den Schuldfragen Dr. Pfrimers, die dahin
for=
muliert ſind: Iſt Pfrimer ſchuldig, die Heimatſchutzverbände
ſämtlicher Bundesländer mündlich und ſchriftlich zum bewaffneten
Aufſtand aufgefordert zu haben und als Urheber, Anſtifter und
Rädelsführer etwas unternommen zu haben, was auf eine
ge=
waltſame Aenderung der Regierungsform und eine gewaltſame
Aenderung der Verfaſſung der Republik Oeſterreich und auf die
Herbeiführung eines Bürgerkrieges im Lande hinzielte?
Neue Muſikbücher.
Jahrbuch der Deutſchen Muſikorganiſation 1931. Mit Unterſtützung des
Reichsminiſteriums des Innern und des Preußiſchen Miniſteriums
für Wiſſenſchaft, Kunſt und Volksbildung. Herausgegeben von Leo
Keſtenberg, bearbeitet von Franz W. Beidler und Ellen
Beidler. Lexikonformat, XVI, 1294 S. Max Heſſes Verlag,
Berlin=Schöneberg. Gebd. 30 Mark.
Das Jahrbuch ſtellt ſich die Aufgabe, die geſamte ſtaatliche und
pri=
bate Muſikorganiſation des Deutſchen Reiches, der einzelnen Staaten
und Städte ſowie der verſchiedenſten muſikaliſchen Verbände feſtzulegen,
Dies geſchieht in muſtergültig genauer Weiſe, ſoweit ſtaatliche, ſtädtiſche
und von großen Verbänden getätigte Organiſation in Betracht kommt.
Es mutet faſt tragiſch an, daß dieſe Feſtſtellungen in einem Augenblick
fixiert werden, in dem durch die troſtloſe wirtſchaftliche Lage überall
an der bisherigen Kulturförderung gerüttelt wird, und wohl in kurzer
Zeit nur noch Ruinen des Seitherigen weiterbeſtehen. Um ſo ſtärker
iſt die Bedeutung dieſes Werkes, da es unter ſolchen Umſtänden zum
hiſtoriſchen Dokument wird. Weniger genau iſt die Zuſammenſtellung
der führenden Chorvereine und Kirchenchöre, da hier die Gewährsleute
des Herausgebers zuweilen verſagten.
Giacomo Puccini: Das Leben, Der Menſch, Das Werk. Von Richard
Specht. 230 S. 28 Bilder. Gebd. 10 RM. Max Heſſes Verlag,
Berlin=Schöneberg.
Wenn man die unverwüſtliche Lebenskraft und Beliebtheit der beſten
Werke von Puccini beſieht, ſo wundert man ſich, wie wenig von ſeinem
Leben und Schaffen bei der Allgemeinheit des Publikums bekannt
ge=
worden iſt. Aus dieſem Grunde wird das Werk von Specht, dem wir
das beſonders anregende Buch über Richard Strauß verdanken,
zweifel=
los bei vielen Verehrern des italieniſchen Meiſters eine Lücke ausfüllen
und dazu beitragen, daß der Menſch Puccini die Eigenart ſeines
Le=
benswerkes erklären hilft. Beſonders wertvoll iſt die pſychologiſche
Feinfühligkeit, mit der die Problematik der Natur Puccinis erfaßt wird,
und nicht minder die ausgezeichnete Darſtellungskunſt des Verfaſſers,
die in allen Teilen des Werkes feſſelt. Die Biographie erſchien in der
bekannten vorzüglichen Ausſtattung des Max Heſſe=Verlags.
Meherbeer von Julius Kapp. 220 S. 50 Bilder. Gebd. 10 Mk.
Max Heſſes Verlag, Berlin=Schöneberg.
Neue Forſchungen und Funde ermöglichten es dem ausgezeichneten
Schriftſteller, ſeine bekannte Meherbeer=Biographie grundlegend
umzu=
geſtalten und inhaltlich bedeutſam zu bereichern. Iſt es dem Hiſtoriker
längſt klar, daß ein Komponiſt von der Bedeutung Meherbeers nicht
mit der Einſeitigkeit gegneriſcher Einſtellung beurteilt werden darf,
ſondern daß das Reſultat ſeines Lebenswerkes auch nach poſitiver, aus
des Komponiſten eigener Anſchauung gewonnener Betrachtung
gewür=
digt werden muß, ſo ermöglicht es Kapp dem Muſikfreund, klar die
Gegenſätzlichkeit von Meyerbeers und Wagners Kunſtſtreben zu
er=
kennen.
Die deutſche Aeſthetik der Gegenwart von Paul Moos. 435 Seiten.
Gebd. 12 Mk. Max Heſſes Verlag, Berlin=Schöneberg.
Panl Moos ſteht perſönlich auf dem Boden der Aeſthetik von Eduard
von Hartmann, die ſchon der Ausgangspunkt ſeines erſten Werkes „Mo=
derne Muſikäſthetik in Deutſchland” vor Jahrzehnten war, das ſpäter
unter dem Titel „Die Philoſophie der Muſik von Kant bis Eduard von
Hartman” erweitert erſchien. Zugleich mit dieſer Neuausgabe kam ſeine
das ganze Gebiet der Aeſthetik umfaſſende umfangreiche Arbeit heraus:
„Philoſophie des Schönen bei Eduard von Hartmann”, der jetzt ein
zweiter Band in dem obengenannten Werk folgte. In vier
grundlegen=
den Kapiteln wird ein Querſchnitt durch die Entwicklung der neueren
Aeſthetik gelegt, dem dann die Beurteilung der Spezialarbeiten auf
den Gebieten der bildenden Kunſt, der Poeſie und der Muſik folgt. Die
Schlußfolgerungen, die Moos ſeinen Ausführungen zugeſellt, zeigen,
daß die deutſche Philoſophie gerade im letzten halben Jahrhundert in
folgerichtiger Weiſe eine Aeſthetik aufgebaut hat, die aus dem Reiche
ſubjektiver Einſtellung von Einzelforſchern mehr und mehr in das
ſtrenger Wiſſenſchaftlichkeit und objektiver Haltung übergeht. Die
Gegenſätze der Anſchauungen, die heute noch beſtehen, liegen bei dem
philoſophiſchen und erkenntnistheoretiſchen Ausgangspunkt, indem
Kri=
tizismus und metaphyſiſche Aeſthetik ſich notwendigerweiſe
auseinander=
ſetzen müſſen.
F. N.
— Holland kauft die Zeichnungen der Verſteigerung Hofſtede
de Groot in Leipzig. Die Verſteigerung der Sammlung
hollän=
diſcher Zeichnungen des verſtorbenen holländiſchen
Kunſtgelehr=
ten Dr. Hofſtede de Groot bei Boerner in Leipzig war bei der
heutigen Wirtſchaftslage eine Senſation durch die hohen Preiſe.
zu denen ſich dieſe umfangreiche Sammlung ausverkaufte. Hierzu
trugen hauptſächlich zahlreich erſchienene holländiſche
Muſeums=
direktoren, Sammler und Händler bei, die beſonders die
Original=
zeichnungen Rembrandts nach Holland zurückzukaufen ſuchten. Es
brachten unter dieſen ein frühes Selbſtporträt von Rembandt 7000
Mark. der „Schauſpielerkönig” 6600 Mark der „Witwer” 10 500
Mark, ein rauchender Kavalier 7000 Mark, eine Anſicht von
Ut=
recht 8200 Mark. eine Anſicht von Amſterdam 8400 Mark.
Januarnummer von Weſtermanns Monatsheften. Das
Ent=
zücken aller Skifreunde wird der mit vielen farbenfreudigen
Sport=
bildern ausgeſtattete Aufſatz des Malers Ernſt Kretſchmann „Volk
auf Brettern” ſein. Man merkt an den Illuſtrationen dieſer
Ab=
handlung, daß der Maler ſelbſt zunftiger Skiſportler iſt und man
folgt intereſſiert ſeinen Skiſport=Erlebniſſen und Beobachtungen in
Norwegen, auf Hütten im Gebirge auf Skiwanderungen, beim
Training, bei Sportfeſten. Mit Genugtuung ſtellt man beim
Durchblättern von Weſtermanns Monatsheften feſt, daß ſie ſich
immer mehr um den Sport annehmen und ihn in guten
Abbil=
dungen und durch vortreffliche Artikel allen Kreiſen näher
brin=
gen. Von der Not der Zeit handelt ein Artikel von Frank Maraun
„Die Straßen rufen” In dieſem wird von den 60 000 Männern
berichtet, die als Vagabunden auf den deutſchen Straßen leben
nicht weil ſie durch Arbeitsloſigkeit und Zeitzwang dazu genötigt
wurden, ſondern weil die bürgerliche Welt ſie als Glieder nicht
aufgenommen hat und ſie der Freiheit der Landſtraße verfallen
ſind. Zu dieſen Vagabunden hat auch ein Jahrzehnt lang Knut
Hamſun gehört, und es werden auch viele andere genannt, die auf
dieſen Straßen gewandert ſind. Der übrige Inhalt iſt wieder ſo
vielſeitig, daß er beſondere Aufuierkſamkeit verdient. Auch dem
Januarheft liegt wieder eine wertvolle Atlaskarte bei, auf die
beſonders hingewieſen ſei.
Sefte 4 — Nr. 350
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Wir wünschen
unseren Mitmenschen
zum nahen Feste alles erdenklich Gute
den Leidenden
bessere Gesundheit
Der Gesunde steht voll Freude am Weibnachtsbaum, vergißt dies eine Mal im Jahr die Sorgen des Alitags,
beelückt betrachtet er die Geschenke, auch wenn ste dieses Jahr vielleicht etwas kleiner ausgetallen sind.
Und der Kranke? Er liegt mit wehem Hersen, mit debernden Wangen im Bett und kann nicht teilhaben
am Glück der Gesunden, Auch wenn er aufstehen kann, bleibt seine Freude getrübt, denn ihm fehlt das höchste
Gut, die Gesundheit. Ntclits kann ste ihm ersetzen. für den Kranken lst das schönste Geschenk, die Gesundheit.
Gesundheit kann man nicht kaufen, aber dle eute (. H. F..-Kmr, die schon Tausenden wieder Oenesung brachta.
Die Arzte Außern sich:
Die Patienten schreiben:
Während meiner 40jährigen Praxis ist mir kein solch
frappant wirkender Präparat bei Behandlung von
Tu-
verkulose, Asthme (bronchiale), chron. Bronchitis so
zu Hilte gekommen wie Ihr O. H. E.
Facharzt Dr. B. in A.
Die O. H. E.-Tabletten haben wir in vlelen Fällen
ver=
wendet. Sie wurden gut vertragen und gern genommen,
so dab wir von dem Präparat als Piittel für interne
Kieselsduredarreichung mit Vorliebe Gebrauch machten.
Prof. Dr. med. Sch., Städt. Krankenanstalt, K.
lIch danke Ihnen für die mir im vergangenen Jahre
überlasseven O. H. E.-Tabletten, die bei einem meiner
Familienangehörigen gute Erfolge zeitigten.
Dr. med. W. R., E.
Die O. H. E. Tahletten wirken nicht nur auf die
Krank-
heitssynptome ein, sondern bekämpfen in wirksamster
Weise dte Erkrankune selbst.
Obermedizinalrat Dr. B. m W.
lch hatte offene Lungen-Tuberkulose, ein apfelgroßes
Loch in der Lunge. Nach fast M4jähriger Kur mit Ihren
O. H. E.-Tabletten hat sich in meinem Befinden eine
derartige Besserung eingestellt, daß sich der leitende
Lungenfürsorgearzt Herr Dr. Sp. darüber wunderte und
sagte: Nehmen Sle diese Tabletten weiter. Die
apfel-
große Koverne ist auf die Größe eines 10-Pfennigstückes
zusammengeschrumpft. Die letzte Untersuchung ergab
auch, daß keine Bazillen mehr gefunden wurden. So
Aire
Herr P. I., Berlin S0.
Habe vor 2 Jahren von den O. H. E.-Tabletten gehabt u.
wir waren sehr zufrieden. Mein Gatte sollte die Nieren
operteren lassen und dank Ihrer Tabletten mußte er es
nicht machen lassen.
Frau E. B., St. in B.
Dlein Mann, dem nichts mehr half, lat vollkommen von
seinein Dagenlelden (Sdure, Geschwüre) geheilt. Er kann
jetst wieder alles essen, vogar abende Brat-Kartofteln.
Frau F. in R.
Deshalb schenken Sie Ihren kranken Verwandten, Freunden, Bekannten O. H. E.
Schenken Sie Hoffnung. Schenken Ste
Aessele Tesdläfiett
H.E. erhalten: Ste al- Tabletten oder als Te-
O. HI. E. Nr. 5 bei Dagen- und Darmlelden O.H. E. Nr. 2 bei Fettleibiekeit
O. H. E. Nr. 1 bei Tu
Nn 6 bei Herzschwäche
Dr. 2 bet Lungenlelder
Jr. 10 bei Nervenlelden
Nr. 7 bei Diabetes (Zuckerkrankk.)
Nr 3 bei Asthma, Atem
Nr. 11 bei Abmagerung
Nr. 4 bei Blasen- und Nierenleiden Nr. 8 bei Artertenverkalkung
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18. Dezember 1931
Darmſtädeer Tagblatt / Heſſſſche Neueſte Rachrichten
Nr. 350 —
Aus der Landeshauptſtadt.
Darmſtadt, den 18. Dezember 1931.
Erwerbsloſenſiedlung.
delstädtiſche Bauausſchuß hat in ſeiner Sitzung vom 14. ds.
eingehend mit der Frage der Bereitſtellung von Land
für Kuzgärtner und der Frage der Erwerbsloſenſiedlung
beſchäf=
ſtigt. Ahrend man im erſten Punkt zu einer verhältnismäßig
zbefrieblinden und Erfolg verſprechenden Löſung dadurch kam,
daß buſloſſen wurde, das zurzeit unbenutzt liegende, für
Bau=
zhwecke urgeſehene Gelände am Südbahnhof und in der Nähe
s Rürings aufzuteilen und unentgeltlich pachtweiſe an
Ar=
ceitslou abzugeben, liegen hier in Darmſtadt für die Erwerbs=
„oſenſiädung noch erhebliche Schwierigkeiten vor. Nach den
Richt=
ſinien 9s Reichskommiſſars ſollten der Staat oder die
Gemein=
ſchen uſſſchTräger dieſer Siedlung werden und mit dem ſinanziellen
Riſiko Mlaſtet ſein. Der Staat hat das abgelehnt. Aber auch
die Stüſt wird bei ihrer jetzigen Lage nicht imſtande ſein, neue
hinanzsele Verpflichtungen zu übernehmen. Ob hierzu eine
Köſung jefunden wird, etwa dadurch, daß das Reich die Sied=
Aungsunßer von der Haftung befreit, ſteht dahin. Weiter macht
hier im Darmſtadt die Bereitſtellung geeigneten Geländes noch
Schwiürgkeiten. Wenn man den Grundgedanken, daß die Siedler
Aus donBearbeitung der Scholle eine wirtſchaftliche Entlaſtung
er=
jahrem ſllen, in den Vordergrund ſtellt, ergibt ſich die Bedingung
Beſter Ihdwirtſchaftlich nutzbarer Böden. Derartiges Gelände beſitzt
ber diſeßtadt, die nur über ziemlich mageren Sandboden verfügt,
icht./ Auch die räumliche Lage der Siedlung iſt von großer Be=
Beutungwegen der Wege zur Arbeitsſtelle, zur Schule uſw., der
Waſſerwerſorgung und anderem mehr. Trotzdem anerkannt
wer=
ml daß alle beteiligten Stellen ſich um eine beſchleunigte
9ſun= der Frage bemühen, muß doch vor einem allzu großen
Pptimſmus gewarnt werden, dies um ſo mehr, als neuerdings
verlakug, daß über die geringen, für 1931 vom Reich zur Ver=
Zügun, jeſtellten Mittel bereits verfügt wurde, ſo daß an Heſſen
orläuuf keine Darlehen zur Auszahlung kommen.
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20—22½ Uhr. Zuſatzmiete VI6. Drei Kurz=
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20. Dez
19½—2= Uhr. Zuſatzmiste II 6.
M chael Kramer. Preiſe 0.70—5 Mk.
— deſſiſches Landestheater. Heute abend findet im Kleinen
haus die Erſtaufführung von Gerhart Hauptmanns „Michael
Sra mr” in der Neuinſzenierung von Guſt. Hartung mit Paul
SVegen” in der Titelrolle ſtatt. — Für die Aufführungen des
Seihnahts=Märchens „Die Himmelsmauer” im Kleinen
Saus an Freitag, den 18., und Samstag, den 19. Dezember, ſind
Zur ry) wenige Karten verfügbar. Die nächſte Aufführung von
„Schaſeflock und Regentropf” findet am Sonntag, den
Dember, nachmittags. im Großen Haus ſtatt. In der Neu=
Einſzemeung „Cavalleria ruſticana” und Bajazzo”
und Se Hauptrollen beſetzt: Santuzza: Anita Mitrovic; Turridu:
Seſtrich Allmeroth. In „Bajazzo” wird der Canio von Alb.
=Seibe=) und der Tonio von Johannes Drath geſungen. Regie:
s=Rabe nat=Reinking; muſikaliſche Leitung: Dr. Hans Schmidt=
Iſſer=
ſtedt. Morgen, Freitag, den 18. Dezember, beginnt der Vorver=
Zaufk:ü die Wiederholungen des Weihnachts=Märchens „Die
imunelsmauer” am 21., 23., 25. und 27. Dezember an der
Tage=koſe des Großen Hauſes, zu denen noch Karten für alle
Platz=
artenr zr Verfügung ſtehen.
— Weihnachts=Mieten und Weihnachts=Schecks. Eine große
Freulie bereitet man theaterliebenden Freunden, wenn man ihnen
zum Wihnachtsfeſte einen Theaterſcheck oder eine Weihnachtsmiete
henkk.) Man gibt den Beſchenkten die Möglichkeit, Weingartner
Neüft ſinger” und „Carmen” dirigieren zu hören, zu Silveſter
die Iſtige Witwe” oder Meine Schweſter und ich” zu ſehen und
zut 20. März 1932 alle ſie intereſſierenden Vorſtellungen in
Operette und Schauſpiel zu beſuchen. — Wahlmieten,
eibnhtsmieten, Weihnachtsſchecks und die Gutſcheine Nr. 1 und 3
Haptmieten ſind zu den Vorſtellungen am 25., 26. und 27.
zemſr gültig. Die Einlöſung der Gutſcheine und der Vorver=
Mieter zu den Feiertagsaufführungen beginnt am Mon=
21. Dezember, von 9.30 bis 13.30 Uhr, und von 18 bis 20
Dienstag muß Beſchränkung der Gutſcheine vorbehalten
Der allgemeine Vorverkauf beginnt am Dienstag, den
ember, zu den gleichen Zeiten.
Weihnachtsſeiern.
da komm ich her” von M. Prätorius zum Vortrag brachte, zog
zeier des V. 9.A. für auslandsdeutſche Skudierende, echte Weihnachtsſtimmung in die Herzen aller. Im Auftrage des
20—22½ Uhr, D 10. Boccaceio.
Preiſe 6 70—5.60 Mk. Famt 40 19. Dez. 70—23 Uhr. Darmſt, Volksb. T (4 Vorſt. Gr.
—IV, T Gr. 6, 7 u. 8. Wallenſteius Tod.
Preiſe 0.60—4.,70 Mk.
* Altem ſchönen, ſeit Jahren zur V. D.A.=Tradition gewordenen
Brauch folgend, veranſtaltete die Frauenortsgruppe unter Leitung
von Frau Dr. Koepke im Saale des Heilig Kreuz” wieder eine
Weihnachtsfeier für die an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt
ſtudierenden Auslandsdeutſchen, denen die materiellen Verhältniſſe
nicht geſtatten, das Feſt der Liebe in der Heimat zu verleben. Wie
immer nahmen die Damen des Vorſtands und geladene Gäſte an
der ſchönen beſcheidenen aber eindrucksvollen Weihnachtsfeier teil
Mitglieder des Akademiſchen Chors hatten dem Saal
durch ſinnige Dekoration ein weihnachtliches Gepräge gegeben,
das der Feier einen ebenſo würdigen wie ſchönen und
ſtimmungs=
vollen Rahmen lieh. Ein rieſiger Adventskranz von der
Decken=
mitte herab. Tannengrün auf den langen Tafeln. Weihnachts=
beſtſches tenalls Biſ.
Die langjährige und allverehrte Vorſitzende der
Frauenorts=
gruppe, Frau Dr. Koepke, begrüßte in kurzer herzlicher
An=
ſprache die Erſchienenen, inſonderheit Herrn Oberbürgermeiſter
Mueller, den Vertreter der Preſſe, die vielen Ehegatten ihrer
tatkräftigen Mitarbeiterinnen in der V.D.A.=Arbeit, Vertreter
der Männergruppe und ſchließlich die auslandsdeutſchen Freunde
und Brüder, denen das Feſt gewidmet iſt. Dem Dank an die
Herren vom Akademiſchen Chor für die wundervolle Ausſchmückung
des Feſtraumes ſchloß Frau Dr. Koepke die Mitteilung an, daß
eines der verdienſtvollſten Mitglieder ihres Vorſtandes, Frau
Zinkann, nunmehr dem Vorſtand 10 Jahre angehöre, und daß
es ihr eine beſondere Freude ſei. Frau Zinkann aus dieſem
Anlaß die ſilberne V. D.A.=Medaille überreichen zu dürfen. Der
lebhafte Beifall der Feſtverſammlung bewies die Zuſtimmung
zu der Ehrung. Im Anſchluß an die Begrüßungsanſprache ſang
man gemeinſam „Stille Nacht, heilige Nacht”,
Oberbürgermeiſter Mueller ſprach im Namen der
an=
weſenden Gäſte, beſonders der „zahlreichen” Männer den „
tat=
kräftigen” Frauen herzlichſten Dank für die Einladung und für die
freundliche Begrüßung aus. Er geſteht gerne, daß die Damen der
V.D.A.=Arbeit zu den beſonders tatkräftigen Frauen zählen, was
der Erfolg ihrer Arbeit beweiſe, vor allem aber ſei das die
ver=
ehrte Vorſitzende Frau Koepke. (Lebh Beifall.) Sein Hoch galt
dieſer und dem Blühen der Frauengruppe.
Im Namen der Studenten ſprach Herr stud. Schiel vom
Verein auslandsdeutſcher Studenten im Namen dieſes Vereins in
klaſſiſch kurzer und ſchlicht=eindringlicher Rede Dank aus. Wir alle
ſagte er ſind an Weihnachten in Gedanken zu Hauſe, jeder von
uns bekommt auch wohl ein Weihnachtspäckchen von daheim.
Nur eines fehlt uns, der Glanz des
Weihnachts=
baumes! Den hat uns der V.D.A. geſchenkt, und dafür ſei
ihm herzlichſter Dank!
Gemeinſamem Abendeſſen folgten künſtleriſche Darbietungen,
die durch die Qualität ihrer Vermittler auf höchſtem Niveau
ſtanden. Herr Dr. Allmeroth und Frau Anny von Stoſch
erfreuten mehrfach durch Liedgeſänge köſtlichſter Art und ernteten
dankbarſt Beifall. Ebenſo Herr Prof. Dr. Eugen Koeſer für
ſeine Perlen köſtlich=geiſtvoller Humor=Dichtungen, die ſein
Preis=
lied auf „Carli und Sabine” umrahmten. — Tanz beſchloß den
ſchönen Abend.
Feiern des Heſſ. Landesvereins vom Roken Kreuz
und des Alice=Frauenvereins.
Wohl kein anderes Feſt iſt in unſerem Herzen ſo feſt
ver=
ankert wie das Weihnachtsfeſt. Wen zieht es nicht gerade an
Weihnachten, Liebes zu tun, Freude zu bereiten? Und wenn auch
die Not noch ſo groß iſt und dazu zwingt, die Gaben erheblich
ein=
zuſchräuken, die herzliche Liebe, mit der gegeben wird, iſt um ſo
größer und wird um ſo mehr anerkannt. Dieſe Feſtſtellung konnte
man geſtern machen, als der Heſſiſche Landesverein vom Roten
Kreuz und der Alice=Frauenverein (Heſſiſcher Landesfrauenverein
vom Roten Kreuz) ihreſtimmungsvollen Weihnachtsfeiern abhielten
Unter ſtrahlendem Weihnachtsbaum hatten ſich zunächſt auf
Einladung des Heſſiſchen Landesvereins vom Roten
Kreuz die Invaliden und Altveteranen aus den Kriegen 1866
und 1870/71 mit ihren Angehörigen im Muſikvereinsſaal (
Wil=
helm=Gläſſing=Straße) eingefunden. Mit dem Geſang der
Muſi=
kantengilde, die das ſchöne Weihnachtslied „Vom Himmel hoch
Vorſtandes des Heſſiſchen Landesvereins vom Roten Kreuz hieß
Oberkirchenrat Dr. Büchler die erſchienenen Invaliden und
Altveteranen herzlich willkommen. Er wies auf die ſchwere
Not=
zeit hin, eine Zeit, in der wohl die Frage berechtigt ſei, ob man
noch froh die Feſte feiern dürfe. „Aber Weihnachten ſei ein
eigen=
artiges Feſt, und der Tag der Geburt des Heilandes und Erlöſers
der Welt führe vor allem das vor Augen: Ohne den Willen des
allmächtigen Gottes geſchieht nichts auf dieſer Erde. Und unſer
Heiland hat uns den Weg gezeigt, den wir zu gehen haben.
Chri=
ſtus iſt aus Liebe zu uns den Martertod, am Kreuz geſtorben.
Tiefe, opferbereite Liebe und Treue zu Gott muß auch uns Kraft
geben, in ſeinem Geiſte den rechten Weg zu ſinden und zu gehen.
Denn des Menſchen Leben ſteht in Gottes Hand. So ſollen auch
wir im rechten Weihnachtsgeiſt froh des Feſtes werden. Gerade
die Altveteranen hätten einen Hauch dieſes Geiſtes geſpürt,
da=
nals, als ſie halfen, Lorbeeren an die deutſchen Fahnen zu heften.
Ihre Taten werden nie vergeſſen und mögen der Jugend Vorbild
ſein. Es ſei kein Zufall, daß das Rote Kreuz den tiefen Dank den
hemaligen Feldzugsteilnehmern zum Ausdruck bringe, denn das
Rote Kreuz habe von jeher Selbſtloſigkeit und aufopfernde
Hin=
gabe auf ſein Panier geſchrieben. Bei einer noch ſo beſcheidenen
Weihnachtsgabe ſei doch die herzliche Geſinnung, die der tiefen
Dankbarkeit gegenüber den Altveteranen entſpringt.
ausſchlag=
gebend. Sein Dank galt weiter dem Herrn Miniſter des Innern,
der trotz der ſcweren Zeit einen Betrag zur Verteilung an die
Altveteranen zur Verfügung ſtellte. Schließlich dankte er all
denen, die zur Verſchönerung der Feier beigetragen haben.
Der 86jährige Veteran Grein dankte in ſchlichten, überaus
warmen Worten im Namen der Invaliden und Altveteranen
da=
für, daß in ſchwerer Zeit auch in dieſem Jahre die
Weihnachts=
feier abgehalten wurde und wünſchte mit einer fröhlichen
Weih=
nacht eine beſſere Zukunft im neuen Jahre für unſer deutſches
Vaterland. — Der feierliche Geſang „Es iſt ein Ros entſprungen”
beſchloß die erhebende Weihnachtsfeier. Im Anſchluß hieran
wur=
den unter Leitung des Vorſitzenden des Heſſiſchen Landesvexeins
vom Roten Kreuz, Präſident i. R. Geheimrat von Hahn, die
Gaben verteilt.
Eine herzlich frohe Weihnachtsfeier in ſchlichtem Rahmen
folgte für 24 Waiſenkinder, denen der Alice=Frauen=
Ver=
ein, wie ſeit einer Reihe von Jahren, eine große Freude
be=
reitete. Mit einem Weihnachtslied auf den Lippen zogen die
Jungen und Mädchen ein und ſammelten ſich vor dem ſtrahlenden
Weihnachtsbaum. Ein Geſang der Muſikantengilde leitete auch
dieſe Feier ein. Der Vertreter des Städt. Wohlfahrts= und
Jugendamtes, Oberinſpektor Schwörer, gab in ſeiner herzlichen
Begrüßungsanſprache ſeiner Freude Ausdruck, daß der Alice=
Frauen=Verein dieſe Weihnachtsfeier für die Kinder abhalten
konnte. Wolle Gott, daß wir einer beſſeren Zeit entgehengehen.
In dieſem Sinne wünſchte er allen ein frohes Weihnachtsfeſt und
glückliches neues Jahr. — Von Kindern, die vom Alice=Frauen=
Verein in deſſen Kinderheim Bingenheim Erholung gefunden
hatten, wurde ein ganz entzückendes Weihnachtsmärchen
aufge=
führt, in dem der Nikolaus, der Mond und acht allerliebſte
Engel=
chen mit ihren Sternchen mitwirkten. Mit roten Bäckchen= und
ernſter Hingabe entledigten die Kleinen ſich ihrer oft nicht
leich=
ten Aufgabe und bereiteten damit großen und kleinen Zuhörern
rieſige Freude. Vor der Geſchenkverteilung ſprachen noch einige
Kinder hübſche Weihnachtsgedichte; alle konnten dann
leuchten=
den Auges die ſchönen Gaben in Empfang nehmen, die die Damen
des Alice=Frauen=Vereins in liebevollſter Weiſe den ſehnenden
Kinderherzen auf den Weihnachtstiſch gelegt hatten. Die
ſicht=
liche Freude der Kleinen war der ſchönſte Lohn für die Geberinnen.
Einer Einladung des Alice=Frauen=Vereins zu
einer Muſikaliſchen Abendfeier waren etwa 150
allein=
ſtehende Damen, die der ſozialen Abteilung des Alice=Frauen=
Vereins angehören gefolgt. An dieſer Weihnachtsfeier nahm auch
J. K. H. die Großherzogin teil. Es war eine ſorgfältige
Vor=
tragsfolge mit ausgewählt guten muſikaliſchen und geſanglichen
Darbietungen zuſammengeſtellt. Nach einem ſinnigen Prolog bot
Oskar Kleinberg vollendet gute Violinvorträge. Es folgten
beiſonmen. Die zlörer. . Dmit lebhaſfen Befſall er
kleine Weihnachtsſpende beſchloß die ſchlichte, erhebende
Weih=
nachtsfeier.
— 90. Geburtstag. Am 19. Dezember feiert Frau Jaggi,
Darmſtadt, Wendelſtadtſtraße 321, in körperlicher und geiſtiger
Friſche ihren 90. Geburtstag.
— Zum 700=Jahr=Jubiläum der Heiligen Eliſabeth wird im
Union=Theater in 4 Sondervorſtellungen am Freitag ſowie
letzt=
malig am Samstag nachmittag das neue, eindrucksvolle
Film=
werk „Sankt Eliſabeth in unſeren Tagen” vorgeführt
Man spricht dauoh weit und breit
Müllers Preise gehen mit der Zeit.
Fritz Müller, Parlimerie und Seilenhaus
Am weißen Turm.
(18269
— Hiſtoriſcher Verein. Die Vereinigung der Freunde des
humaniſtiſchen Gymnaſiums hat unſeren Verein zu dem heute
Freitag, den 18. Dezember im Gymnaſium ſtattfindenden
Vor=
trag von Univerſitätsprofeſſor Dr. W. Otto (Frankfurt) über „Die
Gottheit und die Natur in der homeriſchen Weltanſchauung”
freundlichſt eingeladen.
100 000 RM. gezogen! Der 100 000=Mark=Gewinn der
Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie entfiel auf die Nummer
265 653, in der erſten Abteilung in Achtelteilen nach Heſſen=
Naſſau, in der zweiten Abteilung in Achtelteilen nach Berlin.
Winkerhilfsmaßnahmen der Reichskegierung
zur Berbilligung von Friſchfleiſch
für die hilfsbedürftige Bevölkerung.
— Das Städt. Wohlfahrts= und Jugendamt macht bekannt:
Bezugsſtellen für, das verbilligte Fleiſch ſind alle Darmſtädter
Metzgereien einſchließlich der Verkaufsſtellen des Bezirks=
Konſum=
vereins.
— Im Helia=Theater läuft ein äußerſt luſtiger Militär=
Ton=
film=Schlager aus der Vorkriegszeit „Schön iſt die Manöverzeit”
(Kartoffelſupp. Kartoffelſupp . .) mit Paul Heidemann.
Gretl Theimer, Albert Paulig, Ida Wüſt und Oskar Sabo in
den Hauptrollen. — Im Rahmen einer Film=Morgenfeier bringt
das Helia=Theater am Sonntag, vormittags 11.15 Uhr, den
her=
vorragenden Kulturfilm Reiſe in Frankreich”, hergeſtellt unter
der Regie von Dr. Hans Cürlis vom Inſtitut für Kulturforſchung
in Berlin. Wir ſehen die Geſtade des Mittelmeeres, die
fran=
zöſiſche Riviera, Marſeille, die Provence, die Pyrenäen, Lourdes,
Biaritz, die Bretagne und im letzten Teil das Herz Frankreichs
— Paris.
— In den Palaſt=Lichtſpielen ſieht man heute zum letzten
Male Heinrich, George in dem grandioſen Sittenfilm „Berlin —
Alexanderplatz”.
SOMt
OR
wollen Schuhe die schick sind und tadellos sitzen.
aber doch dem Fuß Freiheit lassen und viel
aushalten. Deshalb macht SALAMANDER
jetzt auch Knaben- und Backfischschuhe
(18244
Sonntag, den 20. Dezember von 1—6 Uhr nachmittags geöffnet!
Lagwigstraße 13.
DARMSTADT
Iudwigstraße 13
Seite 6 — Nr. 350
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 18. Dezember im
Hollen wir in dieſem Jahr noch
Weihnachts=
geſchente machen!
EPH. Unſer Leben iſt bitter arm geworden und bei
Hundert=
tauſenden ein Kampf ums nackte Daſein. Und doch — und
ge=
rade daxum — dürfen wir das letzte bißchen Liebe, den letzten
Freudenſummer nicht auch noch wegnehmen. Wer noch etwas
an Geld hat, der ſollte es jetzt verwenden, lieben Menſchen einen
Erweis der Treue zu geben mit einem Geſchenk, das nicht groß
zu ſein braucht, wohl aber ſinnig gewählt und irgendwie mit
einem perſönlichen Stempel verſehen, die deutliche Sprache redet:
„Ich hab dich lieb!” Namentlich unſeren Kindern, die ſo
man=
ches entbehren und in einer ſogar poeſieloſen Welt aufwachſen
müſſen, ſollten wir die alten Weihnachtſitten und das
Kinder=
paradies nicht rauben. Es braucht ja wirklich nicht viel zu koſten.
Ein Weihnachtsbaum mit Lichtern, oder ſei es im Notfall nur
ein Zweiglein mit Kerzen, das klingende Glöckchen und die
Weih=
nachtslieder dürfen nicht fehlen. Wir alle wollen unſeren „
Hei=
ligen Abend” haben, und zwar dort, wo er allein ſeinen Sinn hat,
in der Familie.
— Auszeichnung. Die auf der in Mannheim gezeigten
Edel=
pelztierausſtellung des Reichsbundes D. P. ausgeſtellten Tiere der
Farmen Odin und von der Bieberau zu Webern i. O. des
Herrn Julius Kaufmann=Darmſtadt wurden wieder
mit erſten und Ehrenpreiſen prämiiert.
— Mitgliederverſammlung der heſſiſchen Penſionäre. Ortsgr.
Darmſtadt. Nach der üblichen Einleitung erfolgte ein Vortrag
über die Notverordnungen. Es war ausgegangen worden von den
bis dahin erſchienenen Verordnungen. Nachdem aber inzwiſchen
die RVO. vom 8. Dezember 1931 (9 Prozent neue Kürzungen ab
1 Januar 1932) und die heſſiſche VO. vom 10. Dezember (
Weg=
fall von 5 Prozent Sonderkürzung ab 1 Januar 1932) erſchienen
ſind, muß dieſer Sitzungsbericht einen Teil des Vortrags fallen
laſſen und dafür die neuen geſetzlichen Beſtimmungen einſtellen.
— Die Freigrenze bleibt nur bei der 1. Gehaltskürzung
(RVO. 1. Dezember 1930) mit 1500 Mark beſtehen und iſt
wirk=
ſam, wenn die Bezüge nicht höher liegen. — Erfreulich iſt es,
daß die heſſiſche Regierung den Verſuch einer veränderten
Aus=
zahlungsweiſe (poſtnumerando) aufgegeben hat. Würden
ſich doch dadurch die Kürzungen um 8= Prozent erhöht haben —
Bezieht ein Penſionär neben ſeinem Ruhegehalt ein weiteres
Ein=
kommen (Anrechnungseinkommen), das den Betrag von
2000 Mark jährlich und mit dem Ruhegeld zuſammen das letzte
Dienſteinkommen überſteigt, ſo ruht der Ruhegehalt in Höhe der
Hälfte, des dieſe beiden Grenzen überſteigenden Einkommens.
Das gleiche gilt für Witwen. — Zu beachten bleibt, daß bis zum
65 Lebensjahre die ſeitherige Penſionsſkala
gilt, ein Penſionär bis zu dieſem Lebensabſchnitt auch 80 Prozent
erhalten kann, von da ab aber auf 75 Prozent zurückſinkt. RVO.
vom 8. Dezember 1931 ſchützt den älteren Penſionär inſofern als
der Kürzungsſatz von 9 Prozent ſich bis 30. Juni 1932 auf 4
Pro=
zent ſenkt, ſoweit ſich das Ruhegeld von 80 auf 75 Prozent
min=
dert, entſprechend 5. 6, 7 und 8 Prozent, ſoweit ſich das Ruhegeld
von 76 auf 75 Prozent mindert. Vom 1. Juli 1932 ab wirkt alſo
der Kürzungsſatz der neuen RVO. von 9. Prozent und außerdem
die geſenkte Penſionsſkala bis herab auf 75 Prozent, aber nicht
tiefer. — Ueber den Statutenentwurf wird in der Haupt=V. im
Februar definitive Beſchlußfaſſung erfolgen.
* Winterhilfe der Alice=Eleonoren=Schule. Von einer
Schü=
lerin der Alice=Eleonorenſchule wird uns geſchrieben: Die
Winter=
hilfeſpende unſerer Schule, deren Ausſtellung am vorigen
Sonn=
tag und Montag ſoviel Anklang gefunden hat, iſt in einer
freu=
digen, mehrwöchentlichen Gemeinſchaftsarbeit aller Lehrerinnen
und Schülerinnen der Anſtalt entſtanden. Sie ſoll ein kleiner,
aber in ſich geſchloſſener Teil der allgemeinen großen Winterhilfe
ſein, d. h. nicht nur jede der über 300 Schülerinnen hat ein
Wäſche= oder Kleidungsſtück aus ſelbſt mitgebrachten, gebrauchten
Gegenſtänden hergeſtellt, ſondern es wurde auch an all die
ande=
ren Dinge gedacht, die über das nur Praktiſche hinausgehen und
die zu einem richtigen, liebevollen Weihnachtsgeſchenk gehören.
Wir haben gebacken Aepfel und Nüſſe geſammelt, mitgebrachte
Bücher und Spielſachen aufgearbeitet und neue geboſſelt.
Gebäck=
tüten farbig bedruckt, Linoldrucke für Weihnachtskarten und
Paketaufſchriften gemacht uſw. Nach der Ausſtellung wurden
gemeinſam die Pakete gepackt, die wir Schülerinnen ſelbſt zu den
vom Wohlfahrtsamt beſtimmten 170 Kindern tragen werden.
Folgende Abteilungen haben für die Winterhilfeſpende gearbeitet:
Fröbelſche Pflegerinnenſchule und Hauswirtſchaftliche Vorklaſſe,
Vorſeminare. Techniſche Seminare (Hauswirtſchafts= und
Hand=
arbeitsſeminar), Berufsſchulſeminar, Kindergärtnerinnenſeminar,
Mütterſchule und die Kurſe für Schneidern, Weißnähen und
Kochen. Bei dieſem ſozialen Hilfswerk im kleinen haben wir alle
etwas von der Warheit des Wortes verſpürt, daß Freude bereiten
die größte aller Freuden iſt.
D Die ſtarke Nachfrage nach elektriſchen Geräten beweiſt, wie
ſehr man heutzutage dieſelben als wirklich praktiſche Geſchenke
einſchätzt. Da iſt z. B in erſter Linie der Tauchſieder zu nennen,
den jedermann gebrauchen kann. Heißes Waſſer zu allen
Ver=
wendungszwecken ſchafft er im Nu; zum Kaffee= und Teekochen,
zur Bereitung von alkoholiſchen Heißgetränken und von Raſier=
und Zähneputzwaſſer uſw. leiſtet er gute Dienſte. Auch auf die
Schnellkocher ſei hingewieſen, die nur wenig mehr koſten. Gern
geſehen ſind aber auch die praktiſchen Kaffee= und Teemaſchinen.
Nicht zu vergeſſen iſt, das elektriſche Bügeleiſen, das bei allen
Hausfrauen ſo beliebt iſt und in keinem Haushalt fehlen darf.
Für viele Krankheiten iſt das Heizkiſſen geradezu unentbehrlich.
Man könnte noch eine Reihe derartiger Kleingeräte anführen,
aber das ſchönſte Geſchenk iſt und bleibt der elektriſche Herd und
der Heißwaſſerſpeicher, zumal dieſelben auf bequeme Kaufmieten
erworben werden können. Um nun allen Intereſſenten zeigen
zu können, wie ſauber, einfach und bequem alle elektriſchen
Ge=
räte arbeiten, findet heute abend 8 Uhr im Heaghaus
ein Vortrag ſtatt mit dem Thema: „Die elektriſchen
Geräte als Weihnachsgeſchenke‟. Wer ſich daher noch
nicht einig iſt, was er ſeinen Lieben ſchenken ſoll, der beſuche
die=
ſen Vortrag. Gerne wird man ihn unverbindlich beraten, und
auch in dieſem Jahre wird der alſo Beratene mit einem
freude=
ſpendenden Geſchenk und einem Freilos den Ausſtellungsraum
verlaſſen.
* Verwaltungsgerichtshof. Zeughausſtraße 2. Oeffentliche
Sitzung am Samstag, dem 19. Dezember 1931, vormittags 9.15
Uhr: Vorentſcheidung gegen Gendarmeriemeiſter Hans Bambey
in Echzell wegen tätlicher Beleidigung: 10.30 Uhr:
Vorentſchei=
dung gegen Gendarmerie=Hauptwachtmeiſter Wilh. Kinkel in
Lon=
dorf wegen Meineids.
Die Lage der Landwirtſchaft in Heſſen.
Auf Einladung der Landwirtſchaftskammer fand am
Donners=
tag im Sitzungszimmer der Landwirtſchaftskammer eine
Beſpre=
chung über die Lage der Landwirtſchaft in Heſſen und die
Fort=
führung der landwirtſchaftlichen Betriebe bis zur neuen Ernte
ſtatt. An dieſer Beſprechung nahmen Vertreter des Miniſteriums
der Finanzen, und zwar der Abteilung Steuerweſen, wie der
Ab=
teilung Landwirtſchaft ferner des Landesfinanzamtes, der
land=
wirtſchaftlichen Genoſſenſchaften, der Landesgenoſſenſchaftsbank.
der Heſſiſchen Landesbank und der landwirtſchaftlichen
Organi=
ſationen teil.
In verſchiedenen einleitenden Referaten wurde die Lage der
heſſiſchen Landwirtſchaft geſchildert.
War ſchon die Lage der Landwirtſchaft in Heſſen im
ver=
gangenen Jahr eine ungünſtige, ſo wurde dieſelbe durch die
außer=
ordentlichen Witterungsſchäden an der Ernte 1931 und durch die
ſtark fallenden Preiſe der landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe von Tag
zu Tag verſchärft. So betragen die Preisrückgänge im November
1931 gegenüber der gleichen Zeit 1930 bei Vieh 30 ja 40—45
Pro=
zent. Weitere Preisrückgänge und Abſatzſchwierigkeiten beſtehen
u. a. beſonders auch bei Milch. Gerſte und Wein. Obſt und
Ge=
müſe waren — beeinflußt durch die Ueberſchwemmung des
deut=
ſchen Marktes mit Auslandserzeugniſſen — nur zu geringen und
unter den Selbſtkoſten liegenden Preiſen verwertbar.
Die Preisſpanne für aus den Erzeugniſſen der
Land=
wirtſchaft gewonnene Produkte überſchreitet das berechtigte Maß.
Bei Milch erhält der Landwirt ab Stall nur ungefähr die Hälfte
des Preiſes, den der Verbraucher zahlen muß. Die geringe
Be=
ſchäftigung des Handwerkers auf dem Lande iſt im weſentlichen
darin zu ſuchen, daß deſſen Preiſe in keinem Verhältnis zu denen
der landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe ſtehen.
Die Zinſenlaſt fand im Laufe des Jahres 1931 eine
weſentliche Verſchärfung Steuern und Abgaben laſten in gleicher
Schwere auf dem landwirtſchaftlichen Beſitz. Der Landwirt muß
heute das Vielfache der Mengen ſeiner Erzeugniſſe wie früher
verkaufen, um ſeinen Verpflichtungen nachzukommen. Durch den
erheblichen Rückgang der Preiſe ſchrumpft das vorhandene
Be=
triebskapital zuſammen und iſt nicht mehr ausreichend, um die
Betriebsmittel für die Fortführung der Wirtſchaft zu beſchaffen,
ſowie zur Zahlung von Steuern und Abgaben, wie für den
Lebensunterhalt.
Während die Herabſetzung der Zinſen für langfriſtige Kredite von
der Landwirtſchaft dankbar begrüßt wird, werden in der 4.
Notver=
ordnung beſtimmte Anweiſungen für die Herabſetzung der Zinſen
bei kurzfriſtigen Krediten vermißt, die unbedingt erforderlich iſt.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß die Herabſetzung für kurzfriſtige
Kre=
dite vom erſten Geldgeber ab erfolgen muß.
In der regen Ausſprache wurde noch mit Bedauern
feſt=
geſtellt, daß die Intereſſen der ſüd= und ſüdweſtdeutſchen
Land=
wirtſchaft durch die Reichsregierung nicht ausreichend
berückſich=
tigt werden — Die großen Schwierigkeiten ſind im weſentlichen
darauf zurückzuführen, daß die Reichsregierung es bis jetzt immer
noch an dem notwendigen Schutz der tieriſchen Erzeugniſſe, wie=
ter, Käſe, Eier, ferner Obſt und Wein, vorwiegend Erzeugniſ
bäuerlichen Landwirtſchaft hat fehlen laſſen. Bei der beſon
ſchwierigen Lage der Landwirtſchaft, die ſich naturgemäß au
örtlichen Genoſſenſchaften und Organiſationen ausdehnen
wird die von der Preußenkaſſe geforderte Rückzahlung ärte
erſchwert.
Während man die Uebertragung der Oſthilfe auf Süd=
Südweſtdeutſchland ablehnte, wurden andererſeits die im
4. Notverordnung vorgeſehenen Schutzmaßnahmen für die 5
wirtſchaft als nicht ausreichend angeſehen, und zum Teil.
Rückſicht auf die ſtarke Beſitzerſplitterung, nicht für durchfü.
erachtet.
Die Lage in den heſſiſchen landwirtſchaftlichen
Betriebes=
eine ungleich ſchwierigere wie insbeſondere im Norden und
oſten Deutſchlands im letzten Jahre geworden iſt, iſt
eine=
zweifelte. Die Landwirte ſehen mit großer Sorge dem nä.
Frühjahr entgegen, da ſie kaum in der Lage ſind, bis zur m
Ernte ihre Betriebe durchzuhalten. Die ſteuerliche Entlaſtun=
Grund der in Heſſen feſtgeſtellten Witterungsſchäden konntt
jetzt nicht als ausreichend angeſehen werden.
Es wurde hierbei von dem Vertreter des Finanzminiſten
darauf hingewieſen, daß neben der Berückſichtigung der E
ſchäden durch Steuererlaß, die ſchon ſtattgefunden hat, die R
rung weitere Maßnahmen plant, die darauf abzielen, daß
au=
nicht mit der Ernte zuſammenhängenden Schädigungen land
ſchaftlicher Betriebe ſteuerlich berückſichtigt werden können.
Winkerſportſonderzüge zum halben Fahrpreis.
br.
Wie der Badiſche Verkehrsverband mitteilt, ſteht die
Ein=
führung einer Fahrpreisermäßigung von 50 Prozent für die ab
Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg. Baſel und Konſtanz
nach den Winterſportplätzen des Schwarzwaldes verkehrenden
Winterſportſonderzüge bevor. Die Ermäßigung bedeutet, daß man
künftig zum normalen Preis der einfachen Fahrt Hin= und
Rück=
fahrkarten erhält. Dieſe bedeutende Vergünſtigung, die mit 2 Pf.
pro Kilometer den billigſten normalen Fahrpreis der
Vorkriegs=
zeit erreicht, wird auf die Sonderzugſtrecken und auf Zielorte im
Winterſportgebiet beſchränkt bleiben.
empfiehlt der Arzts
gegen Inkeltlons
— Kameradenhilfe. Die Reichsvereinigung ehemaliger
Kriegs=
gefangenen ſchreibt uns: Kameraden, die einſt in der
Kriegsge=
fangenſchaft ſich die Not und das Elend gegenſeitig zu erleichtern
ſuchten, haben es ſich auch jetzt, trotz wirtſchaftlicher Not nicht
nehmen laſſen, im Rahmen der Reichsvereinigung eine
Kame=
radenhilfe zugunſten erwerbsloſer oder bedürftiger Kameraden
durchzuführen. Durch die im Laufe des Jahres durchgeführten
Sammlungen war die Vereinigung in der Lage, 50 Erwerbsloſe
oder ſich in Not befindliche Kameraden nebſt Familie teils durch
Kleider, Wäſche, Schuhe oder Lebensmittel bei der jetzt
ſtattge=
fundenen Weihnachtsverteilung zu bedenken. Auf dieſem Wege
allen Spendern herzlichen Dank.
— Die Glazeroff=Revue im Orpheum! Zum morgigen Debüt
der weltberühmten Glazeroff=Truppe in ihren phänomenalen
Darbietungen geben zahlreiche Preſſeauszüge Aufſchluß über die
Qualität dieſer erfolggewohnten Revue=Truppe. Es ſei noch
erwähnt, daß die Truppe im Mai vergangenen Jahres während
ihres Londoner Gaſtſpiels im London Palladium vom engliſchen
Königspaar beſucht und ausgezeichnet wurde.
dieſe Maßnahmen einzurichten ſind, unterliegt der Prüfung
beſondere der Beſprechung zwiſchen Landwirtſchafts= und Fär
behörde, die noch vor dem Weihnachtsfeſte beendigt werdem
Bei aller Anerkennung der Schwierigkeit der Lage
des=
ches und des Landes wurden umfaſſende Maßnahmen zur 7c
rung der Ernte 1932 gefordert, insbeſondere unter Hinweis
auf, daß der Wiederaufbau der deutſchen Wirtſchaft nur mu
iſt durch die Stärkung des Innenmarktes der 80 Prozent
Erwerbstätigen beſchäftigt, während nur 20 Prozent für der
port tätig ſind, deſſen Bedeutung für unſere Auslandsbeziehm/Mtglied
trotzdem nicht verkannt wird.
mſteit
In den Verhandlungen nahmen die Vertreter des La) in olen
finanzamtes Oberregierungsrat Kiever, und des Herrn Fäüfenera
miniſters, Miniſterialdirektor Prof. Dr. Rößler und
Miniſt=
rat Dörr, wiederholt das Wort, um zu einzelnen Fragen Zmk Gri
lung zu nehmen.
Die Landwirtſchaftskammer wird über die beſondere Lac
Landwirtſchaft in Heſſen der Reichsregierung und der heßit
Regierung eine Denkſchrift überreichen, in der das Ergebnit
Verhandlung niedergelegt ſein wird.
Nach fünfſtündiger Dauer wurde die Ausſprache von=
Vorſitzenden der Landwirtſchaftskammer, Oekonomierat Kouf
mit Dank an die Erſchienenen geſchloſſen.
Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Ein junger Schloſſer war bei einem Bekannte=
Babenhauſen in deſſen Zimmer eingeſtiegen und ſtahl ihm
Kaſſette mit etwa 20—30 Mark. Er ſei arbeitslos und in N.
weſen behauptet er in der Verhandlung vor dem Bezi
ſchöffengericht am Donnerstag. Der Richter führt in
Urteilsbegründung richtig aus, daß man das nicht als weſent/ke
Milderungsgrund annehmen könne, da Tauſende, ja Milligll
heute dasſelbe Schickſal mit ihm teilen müßten, und verut
ihn zu drei Wochen Gefängnis.
Ein Bensheimer Steinmetz befand ſich im
eines fremden Fahrrads und wurde infolgedeſſen wegen Dieb
angeklagt. Er behauptet heute, er habe das Fahrrad gefmt
Da ihm dieſe Behauptung nicht widerlegt werden kann, erhäf
wegen Unterſchlagung eine Gefängnisſtrafe
vier Monaten.
Ein junger Waſſerfabrikant aus Dieburg wolluſſ
abſolut ein Auto kaufen, um ſo den Verpflichtungen ſeines Be
beſſer nachkommen zu können. Die Firma forderte aber
Bürgſchaft des Vaters, da die Auskünfte über den jungen R
nicht gut genug waren. Die Mutter nahm die Urkunde min
wollte mit dem Vater reden. Am übernächſten Tag wurdo!
unterſchriebene Urkunde wieder abgeholt. Als nun gleichl”
erſte oder zweite Wechſel zu Proteſt ging, wandte man ſich andun
Gokkesdienſt der Iſraelikiſchen Religionsgemeinde.
Hanptſynagoge.
Freitag, 18. Dezember: Vorabendgottesdienſt 4.30 Uhr.
Samstag 19. Dezember: Morgengottesdienſt 8.45 Uhr.
Schrift=
erklärung. — Sabbatausgang 5.15 Uhr.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7.30, abends 6 Uhr.
Gebeiszeilken in der Synagoge der Iſraelikiſchen
Relſſogsbeſelſchilf.
Samstag, 19. Dezember: Vorabend: 4 Uhr. — Morgens: 8 Uhr. —
Nachmittags: 4 Uhr. — Sabbatausgang: 5.15 Uhr.
Wochentags: Morgens 7.15 Uhr. — Nachmittags: 4 Uhr.
Sonntag, 20. Dezember: Aſſoro B’tewes. Nachmittags: 3.45
Uhr. — Faſtenende: 5.12 Uhr.
Vater, und da ſtellte ſich heraus, daß der Vater von der gudty
Sache keine Ahnung hatte, und daß die Mutter dem Sohr3
helfen, die Urkunde unterſchrieben hatte, trotzdem ſie genau urct
daß der Vater von dem Autokauf nichts wiſſen wollte. Si.ü
hauptet heute, ſie ſei von dem Vertreter mit Gewalt zur u4
ſchrift gezwungen worden. Da der Schaden für die Firmad
etwa 1000 Mark beträgt, erkennt das Gericht wegen ſchwol=
Urkundenfälſchung in Tateinheit mit
Betru=
zwei Wochen Gefängnis unter Zubilligung einer
jährigen Bewährungsfriſt.
Zuletzt ſteht ein Arbeiter vor dem Richtertiſch, der a—
Koppenmühle bei Eberſtadt wohnt. Er wird beſchuldigt
dortigen Müller angeboten zu haben, gegen eine Belohnung”
5000 Mark werde er ihm ſeine Mühle anſtecken. Später
dreE=
den Spieß um und zeigte den Müller an, er habe ihn dazu d5
wollen. Auch bei allen anderen erzählte er dieſe Geſchichte.
Mann ergeht ſich heute in den ſchönſten Geſchichten. Auch
Frau, die in Scheidung von ihm begriffen iſt, ſagt aus, das te
immer derartige Märchen erzähle, und daß ſie von Anfanud
kein Wort davon geglaubt habe. Der Angeklagte behauptett!ſt
Müller und ſeine Frau hätten ein Verhältnis miteinander=1n
hielten deshalb ſo zuſammen. Das Gericht kann ihm jedoch 4 Süun
falls keinen Glauben ſchenken und verurteilt ihn wegen wiſſestor
lich falſcher Anſchuldigung und wegen Verle Aſn
dung zu insgeſamt fünf Monaten Gefängnis-2ſch
Mann erkennt die Strafe nicht an
Toskalender ſuie Freitgs, den 18. Dezenber M4.
Konzerte: Rheingauer Weinſtube. Café Oper. Café E)
Ludwig. — Heaghaus Luiſenſtraße 12, abends 8
Vortrag „die elektriſchen Geräte als Weihnachtsgeſchenke
Kunſthalle, Rheinſtraße 18 Uhr: Kunſtverein=Haup=l
Kinovorſtellungen: Union=Tye
ſammlung.
Helia=Lichtſpiele. Palaſt=Lichtſpiele.
Huuminzum ists von Muken, die Sachen kocken Sois zu puken!
[ ← ][ ][ → ]g. 18. Dezember 1931
briesheim, 17. Dez. Außerordentliche
General=
jmmlung der Volksbank Griesheim e. G. m.
s waren 327 ſtimmberechtigte Mitglieder vertreten. Der.
hügede gab einen Ueberblick über die allgemeine Lage und
mubeſonders den guten finanziellen Untergrund der
Volks=
tiesheim. Die allgemeinen ſchwierigen wirtſchaftlichen
liſtiſſe ſind ſelbſtverſtändlich auch an der Lage der Volks=
Efdiesheim nicht vorbeigegangen. Es ſei nicht weiter
ver=
undelich, daß, wie überall, ſo auch hier Abſchreibungen an den
zennden vorgenommen werden mußten. Nach Mitteilung
waltungsorgane belaufen ſich die bei ſchärfſter
Abſchrei=
ng)) Betracht kommenden Ausfälle auf eine Summe, die auch
umünſtigſter Beurteilung voll und ganz durch die eigenen
ittſl edeckt werden können. Durch das geſchäftsführende Vor=
Gouſſenſchaft als durchaus geſund und lebensfähig bezeichnet
uurdonfann. „Verbandsdirektot Berg unterſtrich die
Ausführun=
die Vorſitzenden und wies beſonders darauf hin, daß die
Ge=
ſſeuſütrften als Notgemeinſchaften im wahrſten Sinne des
dortutsheute auf den Orten diejenigen Inſtitute ſind, die in
vor=
zlinge Form ſowohl für Gläubiger als auch für Schuldner
ar=
maltern Wenn hier Hand in Hand vorgegangen wird, ſo wird aus
ſenn zuſammenarbeiten der beſte Vorteil für beide Teile zu
er=
ha hlem ſin. Die eingetretenen Verluſte ſeien im Verhältnis zum
elen duſsmng des Geſchäftsbetriebs nicht als erheblich anzuſehen. So
gen uing er Betrieb weitergeführt werden, auf neuer Grundlage,
könfn, ber rein. Wer heute ſein Geld als Einlage bei einer
er Aizdllan Genoſſenſchaft ſtehen hat, hat es ſicher angelegt, da in
ſuifts= uf Wel als Gegenwert Grundbeſitz gegenüberſteht. Die
Diskuſ=
digt wn vr ſehr lebhaft. Doch kann geſagt werden, daß die
Ver=
er Lag ummag einen durchaus ruhigen Verlauf nahm. Anſchließend
de Diskuſſion ſtellte Aufſichtsratsmitglied, Herr Heinrich
ſthugel, für den Vorſtand und Aufſichtsrat die
Vertrauens=
ſgg in die Generalverſammlung, welche einſtimmig bejaht
do. Nachdem Herr Bürgermeiſter Feldmann noch einmal zur
ſſhe id Beſonnenheit gemahnt hatte, ſchritt man zu den
Er=
ſunzunns= bzw. Neuwahlen für Vorſtand und Aufſichtsrat. Den
em Aitgliedern des Vorſtandes und Aufſichtsrates wird ſofort
„legeyeit gegeben, den Bericht der ſeitherigen
Verwaltungs=
wſare in allen Teilen nachzuprüfen. Die Schlußworte ſprach
rr Gneralſekretär Dr. Hillemann, welcher noch einmal
unter=
ſch, diß kein Spareinleger Sorge zu haben brauche, bei der
Alksdmk Griesheim auch nur den kleinſten Verluſt zu erleiden.
WEberſtadt 17. Dez. Weihnachtsſingen in der
deir hl. Am Sonntag, den 20. Dezember (4. Advent), abends
das Gellhc veranſtaltet die Jugendgemeinde in der evangeliſchen
rchg ſin „Weihnachtsſingen‟. Der Frauenverein verbindet
da=
zurch t tiſe Adventsfeier. — Kleinkinderſchule. Die
mſrilüier für die Kleinkinderſchule, mit der die übliche
Weih=
chthſcherung verbunden ſein wird, findet am nächſten Sonn=
(.Advent), nachmittags, in der evangeliſchen Kirche ſtatt. —
rmeſellſchaft e. V. Der Verein veranſtaltet am zwei=
Wehnachtsfeiertag im Saale „Zum Bergſträßer Hof” (Peter)
liches Weihnachtsſchauturnen.
Ober=Ramſtadt, 17. Dez. Weihnachtsfeier der
eſkinderſchule. Wie alljährlich finderamletzten Sonntag
2Ahnachten in unſerer Kirche die Weihnachtsfeier für die
eintüderſchule ſtatt.
14 Groß=Zimmern, 17. Dez. Heute nachmittag gegen 2 Uhr
ſt alsveigucke ſich hier ein eigenartiger krimineller Vorfall, der halb
e i ſoßkummern auf die Beine brachte. Die Tochter des Inhabers
Feensmittelgeſchäftes Karl Engelhard. Hauptſtraße begab
iuhr Zimmer zum Umkleiden und ſah zu ihrem Schrecken
zna udn unter ihrem Bett liegen. Auf ihre Hilferufe eilte
mnell der Vater herbei, holte den Eindringling aus ſeinem
uſtüchervor und verabreichte ihm eine gehörige Tracht Prügel.
ſterdeſen war auch der telephoniſch herbeigerufene
Oberwacht=
ſiſt Schneider gekommen und nahm den ungebetenen Gaſt in
npfug. Er war mit einer Scheintodpiſtole bewaffnet. Die
Aien ſtehen noch nicht feſt. Nach ſeiner
99 11Hagen geboren und wohnt in Darmſtadt. Auch in einem
Ausſage iſt er
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Rr. 350 — Seite 7
ſctes zund Krämerladen verſuchte er, durch das Hoftor und die
ſchau nr den Laden zu gelangen, was ihm jedoch durch die Auf=
„zwekküſkeit der Hausbewohner nicht glückte.
fag/ ElSemd, 17. Dez. Der hieſige Männergeſangverein
nun Raulrluſt, hatte zu einem Theaterabend eingeladen, in deſſen
ſtrspinkt die Aufführung des Volksſtückes „Das Köhlerkind vom
Aläckgrund” ſtand. In dieſer Aufführung wie im Vortrag der
Ge=
agsste unter Leitung von Herrn Ehrenchormeiſter Sahm, ſowie der
Mtl el muſikaliſchen Stücke gab der Verein das beſte Zeugnis ſeiner
üſtuaffähigkeit.
MReichelsheim, 17. Dez. Frecher Einbruchsdieb=
41. In der vergangenen Nacht wurde auf dem Büro der
hie=
ſen Airgermeiſterei eingebrochen. Es fielen den Tätern 120
Beſarkl n die Hände. Bedauerlicherweiſe handelt es ſich hierbei
ch dee Spenden für die Winterhilfe, die kürzlich geſammelt wur=
. Prmutlich waren die Täter mit den örtlichen Verhältniſ=
A betnnt. Bis jetzt fehlt noch jede Spur von den Tätern. Die
„ehterſchung iſt eingeleitet.
ba ſbach, 17. Dez. Verſetzungen. Herr Oberpoſtſekretär Paul
riuaus Erbach iſt mit Wirkung vom 1. Januar 1932 an in glei=
Ouſteigenſchaft an das Poſtamt in Darmſtadt verſetzt worden.
Aen iſt ein Sohn des Gräfl. Hofgärtners Zürn. — Die kürzlich
Wee Verſetzung des Herrn Bauinſpektors Küchler nach Worms
urde grückgenommen. Herr Küchler, den man ebenfalls ungern von
bar) ſheiden ſieht, wurde zur Dienſtleiſtung nach Büdingen beordert.
Wütersanfang? Geſtern nachmittag iſt bei uns erſtmalig
ſchtesr Schneefall eingetreten. Das Kreisamt Erbach weiſt bereits in
Mer Norduung über die Polizeibeſtimmungen, die beim Rodelſport zu
ſchteu ſind, hin. — Weihnachtsgeſchäfte. Aus den Reihen
Gehäftsleute hört man allgemeine Klagen darüber, daß durch die
Mtverordnung eine ſtarke Zurückhaltung in den Reihen der Käu=
Fſchäftzu beobachten iſt. Offenbar wartet man allerorts auf die Aus=
Mirkungn des Preisabbaues, den die Regierung angeordnet hat.
Wäh=
ind ſ Weihnachtsgeſchäft unter Berückſichtigung der Verhältniſſe am
augbefriedigend war, ſoll es jetzt ſchlechter als im Vorjahr ſein. —
bſchig u. Trotz der ſchlechten Preiſe, die im letzten Jahre auf dem
Mitnurt bezahlt wurden, ſind die Obſtbaumzüchter eifrig beſtrebt, den
Ktrag zu heben. So kann man zur Zeit die Beobachtung”machen,
0 au vielen Grundſtücken Sprengungen des Erdreiches durchgeführt
erdenlum den Boden für die Winterfeuchtigkeit zu lockern.
Hoffent=
eriſtickeln ſich die Verhältniſſe ſo, daß auch auf dieſem Gebiete in
ſeheder Zeit wieder eine Nente erzielt wird. Dazu beitragen ke 0
* Autſche, der der Parole: „Eßt deutſches Obſt.” konſequent folgt.
A Frlenbach, 17. Dez. Elternabend. Die hieſige Schule ver=
Marte unter Leitung von Herrn Lehrer Joſeph einen Familienabend,
ſi0 gut beſucht war. Neben Geſangsvorträgen und Konzertſtücken
=Andharmonikaorcheſters kamen mehrere Märchenſpiele zur
Auf=
yruan die von den Kleinen und Großen ſehr ſchön zur Darſtellung
ſeirary wurden und zeigten, daß alle Spieler mit großer Liebe und
5ür ihre Rollen einſtudiert hatten. Der reiche Beifall war wohl=
Erdürn und ein Zeichen des Dankes, mit dem die Veranſtaltung volle
nerrgung fand.
Aus
Dd. Arheilgen, 17. Dez. Oeffentliche
Gemeinde=
ratsſitzung. Der Bürgermeiſter verlas ein Schreiben des
Kreisamtes worin es die Mitteilung macht, daß mit
Genehmi=
gung des Miniſteriums des Innern von einer Erhebung der
be=
reits von dem Gemeinderat beſchloſſenen 10prozentigen
Getränke=
ſteuer vorläufig Abſtand genommen werden könne. Im übrigen
habe die Gemeinde mit der Bewilligung der 300prozentigen
Bür=
gerſteuer ihren Voranſchlag bereits ausgeglichen. Der
Gemeinde=
rat beſchließt, die Erhebung der Getränkeſteuer vorläufig
auszu=
ſetzen. Die Verwaltung gibt bekannt, daß im Rechnungsjahre
1930 26 277 RM. Kreditüberſchreitungen zu verzeichnen ſeien. Zur
Deckung derſelben ſoll der Reſervefonds von 18 000 RM.
heran=
gezogen werden. Der übrige Teil von 8277 RM. wurde in
ande=
ren Rubriken erſpart. Der Gemeinderat gibt hierzu ſeine
Zu=
ſtimmung. Der Bürgermeiſter gibt bekannt, daß die Gemeinde
ſeinerzeit kurzfriſtige Darlehen von der Heſſiſchen Girozentrale
und der Kommunalen Landesbank in Höhe von zirka 30 000 RM.
erhalten habe, die in langfriſtige umgewandelt werden ſollen.
Die Banken erklären ſich hierzu bereit, wenn in den
Schuld=
ſcheinen die Goldmarkklauſel eingefügt würde. Der Gemeinderat
gibt hierzu ſeine Zuſtimmung. Das Geſuch der Jagdpächter der
beiden öſtlichen Bogen um eine 40prozentige Pachtermäßigung
wird abgelehnt. Zur Zinsgarantie für die elektriſche
Straßen=
bahn wird das Gutachten eines Sachverſtändigen über die Höhe
der Forderungen der Heag bekannt gegeben. Der Sachverſtändige
hat im Einvernehmen mit der Verwältung der Heag eine
Garantieſumme von 1500 RM. für die erſten drei Betriebsjahre,
1927, 1928 und 1929, errechnet, die die Gemeinde zu zahlen hätte.
Der Gemeinderat ſtimmt dieſem Einigungsvorſchlag zu. Betr.
Winterhilfsmaßnahmen beſchließt der Gemeinderat, die von der
Gemeindeverwaltung vorgeſchlagene kleine Winterbeihilfe für
Ausgeſteuerte einſchließlich Kriſenunterſtützungsempfänger, für
Wohlfahrtserwerbsloſe und für Ortsarme zu bewilligen. Jeder
Unterſtützungsberechtigte ſoll Gutſcheine in Höhe von 5 RM. und
für zuſchlagsberechtigte Familienmitglieder je 1 RM. im
Höchſt=
falle bis zu 10 RM. bekommen. 3600 RM. ſind hierfür im
Vor=
anſchlag vorgeſehen.
Cp. Münſter, 17. Dez. Der Gemeinderat beſchloß, die
Ge=
meindehundeſteuer für das neue Jahr nicht zu erhöhen. Es bleibt alſo
bei 6 Mk. für einen Hund. Der Tauſch von Gemeindegrundſtücken
gegen Baugelände der Schuhfabrik Münſter A.G. wurde genehmigt,
Die vorläufigen Sätze der Gewerbeſteuer 1930/31 wurden für endgültig
erklärt. Das in dieſem Jahre anfallende Schwellenholz wurde der Fa.
Börner zugeſchlagen, während das Grubenholz wegen zu niedrigen
Ge=
bots nicht verkauft werden ſoll.
Bz. Reinheim, 17. Dez. Gemeinderatsbericht. Als Punkt
eins ſtand zur Beratung die Erhebung einer Getränkeſteuer mit zehn
Prozent und einer Bürgerſteuer mit mindeſtens dem dreifachen des
Landesſatzes (ietzt 11fach) gemäß Verfügung zur Debatte. Dieſer
An=
trag wurde abgelehnt. — 2. Stellungnahme zur miniſteriellen
Ver=
fügung betr. Ermäßigung der Gewerbeſteuer für 1931. Der
Gemeinde=
rat beſchließt, gemäß der miniſteriellen Verfügung zu verfahren. —
3. Antrag auf Stundung der Steuern vom bebauten Grundbeſitz für
1930 für landwirtſchaftlich benutzte Flächen. Der Gemeinderat beſchließt,
die beiden letzten Ziele der Gemeindeſteuer für 1930 bis 1. Juli 1932
zu ſtunden, vorbehaltlich kreisamtlicher Genehmigung. — Betr.
Holz=
macherei wird die Finanzkommiſſion beauftragt, den Rottführer ſowie
die Holzmacher zu beſtimmen.
Cr. Semd. 17. Dez. Ratsſitzung. Die von dem Kreisamt
geforderte Erhöhung und Erhebung der 300prozentigen, erhöhten
Bürgerſteuer zwecks Erlangung der Reichshilfe wurde
abge=
lehnt. Die Tilgung eines Melorationsdarlehens ſeitens der Ge=
meinde ſoll nach einem vorgelegten Plane erfolgen. Eine
Kom=
miſſion wurde dazu beſtimmt, bei dem Miniſterium für Arbeit
und Wirtſchaft in einer ſeinerzeit zugeſicherten Ziusverbilligung
vorſtellig zu werden. Bei Arbeiten für die Gemeinde, die von
Ausgeſteuerten uſw. ausgeführt werden, ſollen an Stelle der
ſeit=
her höheren Sätze die Richtſätze der Forſtbehörde mit 56 Pfg. für
in doren Wu ei Geaäffe der Leneldechedien e Seriſceien
tagung erfolgen, um das Eingehen der Richtlinien hierzu durch
das Miniſterium abzuwarten.
Ct. Heubach i. Odw., 17. Dez. Gemeinderatsſitzung.
Zum Hauptpunkt der Tagesordnung „Beſoldung der
Gemeinde=
beamten” ſtellt Beigeordneter Barth den Antrag um Aufklärung
des derzeitigen Standes der Gemeindefinanzen. Bürgermeiſter
Helmreich gibt die erforderliche Aufklärung. Nach längerer
ein=
gehender Beratung über die Neuregelung der Gehälter der
Ge=
meindebeamten entſtehen zwei Anträge, einmal die allgemeine
Beſchäftigungsdauer zu kürzen und als zweiter
Pauſchalgehalts=
ſummen feſtzuſetzen. Da die Uhrenzeiger die Mitternachtsſtunde
bereits überſchritten hatten, wird der Antrag geſtellt, eigens zur
Erledigung dieſes Punktes eine Sonderſitzung anzuberaumen.
Mit einſtimmiger Zuſtimmung ſoll Montag, den 21. Dezember,
weiter beraten werden.
dr. Rothenberg. 17. Dez. Aus dem Gemeinderat.
Das von der Gemeindekaſſe vorgelegte Liquidations= und
Unein=
bringlichkeitsverzeichnis wurde nicht genehmigt. Die Hundeſteuer
ſoll wie ſeither weiter erhoben werden. Auf Antrag eines
Rats=
mitgliedes wurde nach Artikel 68 der LGO. ein Ausſchuß gebildet,
zur Durchberatung beſonders wichtiger Punkte. Zu Mitgliedern
dieſes Ausſchuſſes wurden ernannt: als Vorſitzender
Beigeordne=
ter Beiſel, zu deſſen Stellvertreter Ratsmitglied Schwinn, als
Beiſitzer die Ratsmitglieder Sauer Rebſcher und Ihrig. Der vom
Forſtamt Rothenberg vorgelegte Wirtſchaftsplan wurde mit 30
Prozent Abſetzung in Ausgabe und Einnahmen genehmigt. Die
Holzhauerarbeiten ſollen öffentlich verſteigert werden. Ein
An=
trag auf Wohlfahrtsunterſtützung wurde abgelehnt, da
Bedürf=
tigkeit nicht vorliegt.
C. Viernheim, 17. Dez. Gemeinderatsbericht. Die
Ver=
träge mit den derzeitigen Jagdpächtern der Gemeindejagd ſind am 1. 2.
1933 abgelaufen. Der Nat beſchließt, die Jagd (zirka 200 Hektar) im
Januar auf weitere ſechs Jahre pachtwveiſe zur Verſteigerung zu
brin=
gen. — Die Beſitzer der hier ſtillgelegten Chem. Fabrik Moenanig
wünſchen von der Gemeinde zur Erreichung beſſerer Verkaufschancen
Streichung verſchiedener Grunddienſtbarkeiten im Grundbuch. Der
Ge=
meinderat lehnt dieſes Anſinnen ab und gibt der Firma anheim von
dem großen Gelände 30 000 Quadratmeter wieder au die Gemeinde zu
dem Verkaufspreis von 10 Pfg. zurückzugeben. — Die
Landeskommunal=
hank erſucht um die Zuſtimmung zur Abtretung kurzfriſtiger
Gemeinde=
ſchulden an die Akzept. und Garantiebank Berlin. Der Rat lehnt den
Antrag ab. Der Ausſchuß für Erwerbsloſe verlangt von der Gemeinde
in einem Antrag: für jeden Haushaltsvorſtehen 30 Mk., für die Frau
10 Mk., für jedes Kind 5 Mk. und für alleinſtehende Perſonen 20 Mk.
Außerdem ſoll jede Familie 15 Zentner Kohlen, Winterkleidung uſu.
erhalten. Ferner Erlaß aller Gas= Strom= und Waſſerrechnungen. Da
es ſich um 1450 Unterſtützungsempfänger handelt und die Freigabe von
Gas und Strom der Gemeindekaſſe allein ſchon ein monatliches
Defizit von 6800 Mk. verurſachen würde, die Bewilligung aller
Forde=
rungen aber eine Ausgabe von 50—80 000 Mk. erfordern würde, mußte
der Rat den Antrag ablehnen. — Auf eine diesbezügliche Eingabe des
Brauereiverbandes lehnt es der Rat ab, die Bierſtener in Hinkunft von
den Wirten direkt einziehen zu laſſen.
w. Beerfelden, 17. Dez. Kinderſpeiſung. Dieſer Tage
weilte Herr Kreisarzt Dr. Hofmann=Erbach hier, und unterſuchte
ſämtliche Schulkinder auf ihren Geſundheitszuſtand; es galt dabei
diejenigen Kinder feſtzuſtellen, deren körperlicher Befund eine
Beteiligung an der Schulſpeiſung empfehlenswert erſcheinen läßt.
Wie verlautet, beabſichtigt das Kuratorium der Roſenthalſchen
Wohlfahrts=Stiftung, 80 Kinder acht Wochen lang, wie ſeither
Winters morgens mit Milch und Weck zu bedenken; die
genann=
ten Zahlen ſeien nur ein Rahmen, der den Umfang der Speiſung
ungefähr umgrenzt.
überraschend schnelle Schmerzbeseitigung
durch das von vielen Aerrten bestens
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Ag Lindenfels, 17. Dez. Waſſerbohrung. Auf der
Litzel=
röder Höhe, in unmittelbarer Nähe der „Bismarckwarte”, hat die Firma
Johs. Brechtel=Ludwigshafen, welche eine Spezialfirma für
Tiefbohr=
unternehmung iſt, den Auftrag bekommen, einen Brunnen zu bohren.
Nach urſprünglicher Schätzung eines Wünſchelrutengängers ſollte bei
einer Tiefe von etwa 25 Metern Süßwaſſe= in bedeutenden Mengen
vorkommen. Obwohl nunmehr über 30 Meter tief bereits gebohrt
wurde, iſt man jetzt enttäuſcht, daß nur geringe Waſſermengen
vorhan=
den ſind. Die Bohrung wird indeſſen weitergeführt. — Neue
Auto=
ſtraße. In den letzten Wochen haben die hieſigen Erwerbsloſen
Ar=
beit und Verdienſt gefunden. Vom Waſſerwerk aus kann man jetzt in
einigen Serpentinen bis hinauf zur „Bismarckwarte”, fahren. Die
Frei=
gabe der neuen Fahrbahn iſt noch nicht erfolgt.
e Bab Wimpfen, 17. Dez. In den letzten Wochen hatte der
hie=
ſige Ebang. Frauenverein im ſogen. Luthererker des alten
Wormſer Hofes eine Nähſtube eingerichtet, wo fleißige Frauenhände
von morgens bis abends ſich damit beſchäftigten, Kleidungsſtücke, Wäſche,
Strümpfe, Schuhe u. dal. für bedürftige Erwachſene und Kinder
an=
zufertigen. Wohl nahezu 100 Kinder und viele ältere Leute können
auf dieſe Weiſe mit Winterkleidung verſorgt werden. — Zur
Weih=
nachtsbeſcherung der Alten und Einſamen läßt der Frauenverein die
Bitte engehen um Gaben an Lebensmitteln, wie Kaffee. Zucker Milch,
Kuchen Gebäck, Obſt und Stärkungsmittel ſowie dergleichen. Die
Ga=
ben ſollen vor Freitag in den beiden Pfarrhäuſern abgegeben werden.
— Der Geſangverein „Cornelia”, Bad Wimpfen im Tal,
unter der Leitung ſeines bewährten Dirigenten Zinßer, hat im
Mathil=
denbad unter Mitwirkung von Fräulein Friedel Sinn, Lehrer Götz und
der Kapelle Dünger ein Wohltätigkeitskonzert veranſtaltet. Mit dem
Muſie=
ſtück „Allegretto aus der Ls=Dur=Sinfonie” eröffnete die Kapelle die
Veranſtaltung, worauf der Männerchor des Geſangbereins Cornelia
Innsbruck, ich muß dich laſſen”, folgen ließ. Nun kamen in bunter
Reihe Charakterſtücke, Volkslieder uſw. zum Vortrag. Es wurde
Vor=
zügliches geleiſtet. Durch unaufhörlichen Beifall dankten die
Anweſen=
den den Mitwirkenden, die ſich in ſelbſtloſer Weiſe in den Dienſt der
Nächſtenliebe geſtellt haben.
— Hirſchhorn a. N., 17. Dez. Waſſerſtand des Neckars
aim 16. d. M.; 1,68 Meter, am 17. d. M.: 1,69 Meter — jeweils 5,30,
Uhr morgens.
Bt. Auerbach, 17. Dez. Führerloſes Pferdefuhrwerk.
Aus Richtung Zwingenberg kam am Dienstag, abends gegen halb 10
Uhr, ein mit einer Laterne vorſchriftsmäßig beleuchtetes einſpänniges
Fuhrwerk, auf dem ein Fahrrad lag, das aber ohne Führer war. Das
Pferd zog an einem Strang; es wurde in der oberen Schloßſtraße von
Straßenpaſſanten angehalten und in dem Stalle des Herrn
Sattler=
meiſters Georg Ritſert untergebracht. Talephoniſche Nachforſchungen
nach dem Beſitzer des Fuhrwerks waren ergebnislos. Gegen halb 5 Uhr
Mittwoch früh ſuchten die Eigentümer ihr Gefährt. Es waren dies
zwei Männer aus Pfungſtadt, die in Zwingenberg am Abend zuvor
in einer Wirtſchaft am Löwenplatz Einkehr hielten. Wahrſcheinlich
dehnten ſie ihren Anfenthalt zu lange aus, weshalb der ungeduldige
Einſpänner, obwohl vorſchniftsmäßig ausgehängt, den Weg nach demt
Stalle antrat, allerdings in der verkehrten Richtung.
W. Heppenheim a. d. B., 17. Dez. Hohes Alter. In
verhält=
nismäßig körperlicher und geiſtiger Friſche feiert Fräulein Keil
ihren 80. Geburtstag — Windhorſtbund. Im Rahmen der
Bil=
dungsabende ſprach Abgeordneter Heinſtadt=Bensheim über „Staat,
Staatsform, Demokratie oder Diktatur‟. Den intereſſanten
Ausfüh=
rungen ſchloß ſich noch ein politiſcher Zeitbericht an von Herrn Nlrich,
ſowie eine gemeinſame Ausſprache.
4. Groß=Rohrheim, 17. Dez. Unterhaltungsabend des
F. C. Alemannia. Die vom F.C. Alemannia verauſtaltete
Abend=
unterhaltung, die unter weihnachtlicher Stimmung ſtand, war von
Mit=
gliedern und Freunden des Vereins ſehr gut beſucht. Die aufgeführten
Theaterſtücke ſowie die Muſikvorträge fanden lebhaften Beifall, und
die Anweſenden erlebten, trotz der Schwere der Zeit, ein paau
Stun=
den, wo man die Sorgen des Alltags vergeſſen konnte.
D. Biblis, 17. Dez. Die diesjährige Ausſtellung des Geflügel=
und Vogelzuchtvereins 1927 Biblis findet am 19. und 20. Dezember im
Saale zum „Deutſchen Haus” ſtatt. — Während der Holzleſetage
kam es in letzter Zeit öfters vor, daß auch Holz im hieſigen
Bürger=
walde geholt wurde, wozu keine Berechtigung vorlag. Deshalb hat man
am Mittwoch eine äußerſt ſcharfe Kontrolle vorgenommen, wobei eine
große Menge Holz beſchlagnahmt werden mußte.
— Gernsheim a. Rh. 17. Dez. Waſſerſtand des Rheins
am 16. d. M.: —094 Meter, am 17. d. M.: —027 Meter, jeweils
morgens 5.30 Uhr.
z. Offenbach. 17 Dez. Die Beſtuhlung der
Orts=
krankenkaſſe. Ueber die Beſtuhlung des Neubaues der
hie=
ſigen Ortskrankenkaſſe äußert ſich eine Möbelfabrik in einer
Zu=
ſchrift an „Der Holzmarkt” (Berlin. 1. Beilage vom 2. Dez.) der
folgende Sätze entnommen ſeien: „Da aber nun gar eine
Orts=
krankenkaſſe die Stühle bezahlen muß, proteſtieren wir energiſch
dagegen, daß ſie und deren Architekt die Sitzgelegenheiten extra
erfinden, ſtatt aus der Fülle brauchbarer Stühle und Seſſel den
Bedarf zu decken. Das iſt eine Verſchwendungsſucht, die einer
Ortskrankenkaſſe übel anſteht, zumal in heutiger Zeit. Wenn wir
nicht irren, war der Neubau der Ortskrankenkaſſe Offenbach a. M.
ſchon bei anderer Gelegenheit Gegenſtand der Kritik” es lohnt
uns nur nicht das herauszuſuchen. Wenn ein Privatmann ſich
Lriskronkenähie berhaudoch endſiludenen Berſie us
Trheit=
gebern und Arbeitnehmern herauszieht, um dann wie man ſieht,
mit dem Gelde zu wüſten. Die Beſtuhlung der Ortskrankenkaſſe
Offenbach a. M. iſt an ſich nicht ſo unerhört wichtig, wir greifen
den Fall nur als Symptom heraus.
ſch weiß, daß die außergewöhnliche Wirtschaftslage außergewöhnliche Maßnahmen erfordert, lch weiß es, daß es in dieser Zeit
nicht auf Worte, sondern auf die Tat ankommt. Sie werden großen Mutzen haben, wenn Sie vor jedem Einkauf erst zu mir kommen.
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Nr. 350 — Seite 7
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1n5
18245
Todes=Anzeige.
Beute Vormittag 7½ Uhr entſchlief infolge eines Schlaganfalles plötz=
19 und unerwartet unſere liebe Mutter, Schwiegermutter, Schweſter,
Stwägerin und Tante
Frau Eliſe Anton Wwe.
Hebamme.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Rudolf Anton.
Sirmſtadt, den 17. Dezember 1931.
Rtzdörferſtr. 19, I.
S/Beerdigung erfolgt Samstag, den 19. Dezember 1931, nachmittags
2½ Uhr, von der Leichenhalle des alten Friedhofes aus.
Seſern Abend verſchied nach ſchwerer Krankheit ſanft
unſunerwarret unſere liebe, treue Hausgenoſſin
Fräulein Margarete Koch
im Alter von 72 Jahren
Sie hat 55 Jahre nur für unſere Eltern und für uns
gebt; ſie gehörte ganz zu uns.
Otti Rothenbücher, geb. Biedert
Edith Biedert
Rothenbücher, Oberſt a. D.
Dunſtadt, Landskronſtr. 79, den 17. Dezember 1931.
Eyegnung: Samstag, den 19. Dez. 1931, 2.30 Uhr
nachmittags im Eliſabethenſtift.
Beirdigung: 3 Uhr nachmittags auf dem Friedhof an
der Nieder=Ramſtädterſtraße. (18243
Schente Adten
zum Feſt
von
Christian
Arnold
am Weißen Turm.
(17694b)
Dankſagung.
Fürſe uns erwieſene Teilnahme
bei. ſer Krankheit und beim
Heringange unſerer lieben
Cnt=
ſchlutnen ſagen wir innigen
Dcnl
Im Namen
dertiftrauernd. Hinterbliebenen:
Ernſi Schlaich
Inſelſtraße 19.
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(TV. 18252
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Seite 10— Nr. 350
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 78.
Ae
Vom Welkkongreß der Mohammedaner in Jerufale
Der ſcheidende merikaniſche Geſandke ehrk das Andenken der Gefallenen
des Welikrieges.
Der bisherige mexikaniſche Geſandte in Berlin, Dr. Primo Villa Michel (X),
der in Kürze die Reichshauptſtadt verlaſſen wird, ehrte das Andenken der deutſchen Gefallenen,
indem er mit den Herren ſeines Gefolges im Ehrenmal in der Neuen Wache Unter den Linden
einen Kranz niederlegte.
In Jeruſalem fand dieſer Tage ein Weltkongreß der Mohammedaner ſtatt, auf dem Verttt
aller moſlemiſchen Länder der Erde anweſend waren. Der wichtigſte Beſchluß dieſer Verſamm
war, nach chriſtlichem Vorbild Miſſionsſtationen des moſlemiſchen Glaubens über die ganze
zu verbreiten.
Der Prozeß gegen die
Erpreſſer=
an der Reemksma.
Karlsruhe. Im weiteren Verlaufe der
Verhandlung im Prozeß wegen Erpreſſung an
der Reemtsma=Geſellſchaft wurde der dritte
Teil der Anklage behandelt, der das „Große
ABC” verfaßt von Levita, betrifft. Es beſteht
aus fünf Abſchnitten, von denen nur einer in
Baden=Baden gedruckt wurde. Der Inhalt
ent=
ſpricht im weſentlichen dem der Schrift „
Steuer=
ſkandal‟. Levita ſagte hierzu aus, daß er wegen
des Vertriebs dieſes Heftes mit den
verſchieden=
ſten Organiſationen in Verbindung getreten ſei,
ſo auch mit dem Reichsverband der Deutſchen
Zigarreninduſtrie. Eine Einigung ſei jedoch nicht
zuſtandegekommen.
Der vierte Punkt der Anklage dreht ſich um
die Beteiligung an dem Pfeiffer=Geſchäft. Nach
einer kurzen Pauſe wurde der Angeklagte
Jo=
hannes Pfeiffer vernommen. Er hat mit Schweck
im März d. J. eine G. m. b. H. gegründet.
Pfeiffer gab zu, daß er ſich in einer
wirt=
ſchaftlich bedrückten Lage befand und ſeine
Ver=
mögensverhältniſſe ſchon ſeit 1925 ſchlecht waren.
Der Verlag befinde ſich zurzeit in Konkurs. Der
Angeklagte ſchilderte dann ſeine Beziehungen zu
Levita und Schweck, worauf die Briefe zur
Sprache kamen, die Pfeiffer an Bergmann und
Neuerburg gerichtet hat.
Hiermit war die faſt achtſtündige
Verneh=
mung der Angeklagten beendet. Kürz nach 17 Uhr
wurde in die Beweisaufnahme eingetreten. Der
Zeuge Gaa, bei Batſchari als Kaſſierer und
Pro=
kuriſt in den Jahren 1920 bis 1928 tätig, äußerte
ſich über Levita, daß man ihm nichts nachſagen
könne, nur daß er große Töne geredet habe. Aus
der Reemtsmamaſſe habe Levita als erſter den
Betrag von 12 500 Mark ausbezahlt erhalten.
Der Vorſitzende ſtellte feſt, daß bei Unbernahme
von Batſchari durch Borg im Jahre 1928 die
Banderolen= und Materialſteuerſchulden 10,2
Mil=
lionen Mark betrugen. — Die Verhandlung
wurde dann auf Freitag vormittag vertagt.
In 13 Tagen von Auſtralien nach England.
London. Der auſtraliſche Rekordflieger
Kingsford Smith legte am Mittwoch die letzte
Strecke ſeines Fluges von Auſtralien nach
Eng=
land zurück indem er von Le Touquet in
Frank=
reich nach London flog. Für ſeinen Flug hatte er
insgeſamt 13 Tage benötigt. Kingsford Smith
hatte dreiviertel Tonnen Weihnachtspoſt von
Auſtralien an Bord, darunter 50 000 Briefe.
Kopenhagen älkeſtes Revuetheaker
niedergebrannk.
gen im Oſtſeebad Cranz.
Sch
Blick auf den Strand von Cranz während der Sommerſaiſon.
Der Orkan, der in den letzten Tagen mit Windſtärke 12 über die Oſtſee hinwegbrauſte, hat an
der deutſchen Küſte ſchwere Verwüſtungen angerichtet. Beſonders ſtark mitgenommen iſt das
„Oſtſeebad Cranz, in dem der Sturm Schäden in Höhe von einer halben Million Mark anrichtete.
Favag=Prozeß.
Frankfurt a. M. Der geſtrige
Verhand=
lungstag war wieder erfüllt von langwierigen
Diskuſſionen über die Avalverpflichtungen der
Favag im Zuſammenhang mit der Keramik
G. m. b. H. in Wien, bei denen man jedoch
man=
chen intereſſanten Einblick hinter die Kuliſſen
dieſer Geſellſchaft erhielt. „Die Produktion
funk=
tionierte reibungslos und erſtklaſſig”, wurde von
der Verwaltung verſichert; doch war es ſchwer,
dieſe Produktion abzuſetzen, ſo daß die
Fabri=
kation immer größer war als der Verkauf. An
das Ausland wurde ſtets mit Verluſt verkauft,
ſo daß die Bilanzen ſchließlich umſo beſſer
aus=
ſahen, je weniger exportiert wurde Merkwürdig
mußten übrigens dieſe von Direktor Baſſa
auf=
geſtellten Bilanzen geweſen ſein! So ſetzte er
z. B. das Warenlager mit 920 000 Schilling ein,
während ſich der tatſächliche Wert auf höchſtens
500 000 Schilling ſtellte. Mit der Wiener
Wirt=
ſchaftspolizei ſtand Baſſa wegen Wechſelreitereien
nicht auf beſtem Fuß, er zog es deshalb vor,
möglichſt raſch aus Wien zu verſchwinden. Die
Keramik=G. m. b. H. wurde durch den Favag=
Zuſammenbruch zahlungsunfähig. Fabrik und
Warenlager wurden verſchleudert. — Die
Ver=
handlung wird am Freitag fortgeſetzt.
Das Nörrebros=Theater in Kopenhagen
während des Brandes.
In dem Kopenhagener Nörrebros=Theater, einer
der älteſten Bühnen der däniſchen Hauptſtadt,
entſtand aus noch nicht aufgeklärter Urſache nach
Schluß der Vorſtellung ein Brand, dem das
ganze Gebäude zum Opfer fiel.
Eine grauſige Hypotheſe.
„Wittenberge. Das Rätſel um den
Ham=
burger Zugführer Siemſen, der, wie ſeinerzeit
gemeldet, am 21. November unter
geheimnis=
vollen Umſtänden aus dem Packwagen des
Güter=
zuges Hamburg-Berlin verſchwand, iſt noch
mmer nicht geklärt. Jetzt taucht eine Vermutung
auf, die zwar ungeheuerlich klingt, aber nicht
ohne weiteres von der Hand zu weiſen iſt. In
der Grabower Bevölkerung erhält ſich das
Ge=
rücht, daß Siemſen bei der Fahrt über die im
Neubau begriffene Elbebrücke in den
unverdeck=
ten Schacht des Brückenpfeilers, in dem
ſich noch Waſſer befand, geſtürzt ſei. Da der
Schacht eine anſehnliche Tiefe hatte, ſei mit der
Möglichkeit zu rechnen, daß Siemſen beim
Aus=
gießen des Schachtes mit Zement ſein Grab in
dem Pfeiler gefunden hat. Dazu teilt die
Reichs=
bahndirektion Altona mit, daß ſie im Augenblick
dieſe Möglichkeit nicht unbedingt verneinen
könne. Eine Stellungnahme ſei während der
Ab=
weſenheit der zuſtändigen Baudezernenten nicht
möglich. Man iſt in der Reichsbahndirektion
allerdings der Anſicht, daß es unbedingt hätte
bemerkt werden müſſen, wenn ſich der Unfall an
der Bauſtelle zugetragen hätte, da doch dort
ſtändig Arbeiter anweſend waren. Im übrigen
ſei der Betonſchacht von viel zu geringer Tiefe,
als daß Siemſen unbemerkt mit eingemauert
hätte werden können.
Amundſen=Ehrung in Leningrad.
Leningrad. Aus Anlaß des 20.
Jahres=
tages der Entdeckung des Südpols durch
Amund=
ſen wurde im Arktiſchen Inſtitut eine feierliche
Sitzung zu Ehren des Polarforſchers abgehalten,
an der außer zahlreichen Vertretern der
Wiſſen=
ſchaft die ausländiſchen Konſuln in Leningrad
teilnahmen. Zugleich wurde eine Ausſtellung
über Amundſens Forſchertätigkeit eröffnet.
Orkanarkige Schneeſtürme.
München. Nach ſtarkem Schneefall iſt in
Südbayern Froſtwetter eingetreten. Am
Don=
nerstag morgen wurden in München 6,5 Grad
Kälte gemeſſen. Die Zugſpitze meldet 22,3 Grad.
Schneeſtürme verurſachen großen Schaden.
Warſchau. Starke Schneeſtürme richteten
in verſchiedenen Gegenden Polens großen
Scha=
den an. In Gdingen und beinahe in ganz
Pom=
merellen ſowie z. T. auch im Wilnagebiet wurden
ſämtliche Telephon= und Telegraphen=Leitungen
zerſtört. In der Nähe, der Eiſenbahnſtation
Sokal bei Lemberg ſtießen infolge der ſchlechten
Sicht zwei Güterzüge zuſammen, wobei fünf
Wagen entgleiſten und ſtark beſchädigt wurden.
Stockholm. Der orkanartige Schneeſturm,
der ſeit 48 Stunden über ganz Schweden wütete,
hat ſich in der Nacht zum Donnerstag gelegt,
nachdem er der Schiffahrt und allen
Verkehrs=
mitteln größte Schwierigkeiten bereitet hatte. Am
ſchlimmſten war die große Oſtſeeinſel Gotland
betroffen. Die einzige Stadt der Inſel Wisby
lag im Dunkel, da die elektriſche Lichtleitung
unterbrochen war; der Sturm hat auf Gotland
weit über 100 000 Bäume geknickt oder mit den
Wurzeln herausgeriſſen.
Die Unwetterverheerungen in Tunis.
Paris. Die Folgen der
Unwetterverheerun=
gen in Tunis laſſen ſich allmählich überſehen.
Aus dem Schlamm, der nach der
Ueberſchwem=
mung des Medſcherdah weite Strecken bedeckte,
hat man bisher ſieben Leichen geborgen, doch iſt
zu erwarten, daß noch weitere Opfer entdeckt
werden. Nach dem Unwetter iſt im Innern des
Landes heftiger Schneefall eingetreten, eine ganz
ungewöhnliche Erſcheinung für die Bewohner
Afrikas. Der Schnee erreicht ſtellenweiſe eine
Höhe von 60 Zentimeter und verurſachte große
Verkehrsſtörungen.
Auch aus Korſika wird heftiger Sturm
be=
richtet, der bedeutenden Schaden anrichtete.
Olivenbäume und Korkeichen wurden zu
hunder=
ten umgeknickt und entwurzelt.
Erdbeben in den Vereinigten Staaten.
New York. Ein großes Erdbeben hat
vor=
geſtern abend in mehreren Staaten
Nordameri=
kas ſtattgefunden. Die Erdſtöße waren ſo heftig,
daß die Häuſer, beſonders in Birmingham
(Alabama), Memphis (Tenneſſee) und in
He=
lena (Arkanſas), ins Schwanken gerieten.
Flugzeug bei Lübeck abgeſtürzt.
Berlin. Wie der Reichsverband der
Deut=
ſchen Luftfahrtinduſtrie mitteilt, ſtürzte am
Mittwoch auf dem Flughafen Lübeck=
Trave=
münde ein Verſuchsflugzeug D 2176 vom Typ
„II. D. 60 bei einem Probeflug aus einer Höhe
von etwa 500—600 Metern ab. Das Flugzeug
hatte, ſoweit von der Erde beobachtet werden
konnte, bereits während des Fiuges
Beſchädi=
gungen erlitten, die den Abſturz herbeiführten,
wobei der Pilot Karl Wiborg todlich
verun=
glückte.
Calmekke-Prozeß.
Lübeck. In der Donnerstag=Sitzund /
Calmette=Prozeſſes erſtattete Prof. Dr
vom Hygieniſchen Inſtitut in Berlin ſein
achten, welches eine bedeutſame Ueberein
mung mit den geſtrigen Ausführungen des
Bruno, Lange aufweiſt. Auch Prof.
kommt zum Ergebnis, daß die Kulturen, die
den Organteilen verſchiedener Lübecker K19 ſaſuße
gezüchtet wurden, mit den Kieler Stänn) ff. Haſe
identiſch ſind. Bemerkenswert iſt dabei,
Kokost
Prof. Bruno Lange auf Grund biologiſcher
ſchungen zu ſeinem Ergebnis gekommen iſt,
rend Prof. Hahn zu demſelben Ergebnis=/ Sullan
Grund chemiſcher Analyſe gelangte. Prof. 20 GE6 Ba
führte u. a. aus, daß die Analyſe deutliche U94 ſa
Wei=
einſtimmung zwiſchen der reinen BCG.=Kr.
Ka Blät
und dem Stamm des Kindes Runge zeigtes
handele ſich in beiden Fällen um bovine /A ſ. Kon
zillen. Das Kind Runge ſei nicht an der E1 Marga
Fütterung, ſondern an einer anderen Inſes), Kol
geſtorben. Die Analyſe zeige aber auch eine
liche Uebereinſtimmung zwiſchen den K71 NGEl
Stämmen und den Kulturen der Kinder 29 prima,
Boſe und Beland. Dr. Freudenberg=Berlin;
ihm geſagt, wenn die Kultur Runge auch /8 Süße
ſogiſch als bovine bezeichnet werde, dann
E=
man mit 99prozentiger Sicherheit annehma,
die Kinderkulturen Holſt, Boſe und Belans
humane Stämme zu bezeichnen ſeien.”
Nach einer längeren Ausſprache über die
führungen des Sachverſtändigen Prof. Dr. E‟
erſtattet Prof. H. Much ſein Gutachten, derd
darauf ankam, nachzuweiſen, daß der BCG.
Virulenz zurückkomme. Er kommt zu dem Sc
daß der Kieler Stamm ſich von einer abſol
Virulenz zeigte, was man von den LükN
BCG.=Kulturen nicht ſagen könne,
Prof. Dr. Uhlenhuth=Freiburg i. B., dei
der Nachmittagſitzung ſein Gutachten
erſtä=
machte die Aufſehen erregende Miteilung,
es ihm und ſeinen Aſſiſtenten, Dr. Seyfferm
einer Nachprüfung des Petroffſchen Verſuche:
original BCG.=Kulturen vom Robert=Kock
ſtitut in Berlin gelungen ſei, die Petroff
Verſuche in vollem Umfange zu beſtätigen.
Calmetteverfahren müſſe mit außerordentl.
Vorſicht angewendet werden, weil man mit *
ſchlägen rechnen könne. Man könne wohl ſe 4 Ausu
daß die Sache noch nicht auf einer ſicheren En
ſtehe. Aber man habe die feſte Ueberzeug!
den Nachweis geführt zu haben, daß unter A prima
wiſſen Umſtänden der BCG. zur Virulenz zu/d o
kehre. — Dann wurde die Verhandlung 19
Freitag vertagt.
Tragiſcher Unglücksfall beim Probeſchieki
mit einem Maſchinengewehr.
Warſchau. Geſtern mittag
ereignete=
in der ſtaatlichen Gewehrfabrik in Warſchat 2,
tragiſcher Unglücksfall. Während eines Pk
ſchießens mit einem im Keller der Fabrik
geſtellten Maſchinengewehr hielt der Oe
panzer dem Druck der Geſchoſſe nicht mehr I.
und fiel zuſammen. Dadurch fanden die
ſchinengewehrkugeln den ungehinderten W.
den Hofraum, wo ſie vier vorübergehende
beiter trafen und ſchwer verletzten. Einer
ihnen iſt bereits ſeinen Verletzungen erlegst
Selbſtmord des früheren Cheſ!
der ungariſchen Gendarmerie.
General Franz Schill,
der frühere Chef der ungariſchen Gendarm.
hat ſich im Militärgefängnis in Budapel.
Leben genommen. General Schill war verde.
worden, da er an dem kürzlichen Putſchye.*
aktiv beteiligt geweſen ſein ſol.
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152 des Genoſſenſchaftsgeſetzes ſtrafbar. — Soweit wir Nichtmitglieder beim Einkauf im
unſeren Verteilungsſtellen ermitteln, werden wir dieſelben bei der Polizei zur Anzeige bringen.
18. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 350 — Seite 11
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Barmpavter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freikag, 18. Dezemſer im
Der Schrecken der Tiefe.
Ich habe ſowohl von Eingeborenen als auch von Weißen viele täubt. Das darauffolgende heftige Aufſchlagen und Hinſchmettern
Schreckgeſchichten über das Ungeheuer aus der Unterwelt des Waſ= gegen die Korallen hatte meine Kräfte erſchöpft, ich ſah ein, daß
ich verloren war, wenn ich nicht ſchnell handelte. Die Gelegenheit
ſers gehört: den Kraken.
Mit meinen neunzehn Jahren, meiner eigenen Erfahrung Tag auszunutzen, den Luftſchlauch klar zu bekommen, war nicht mehr
für Tag an mancher Muſchelbank, war meine Antwort ſtets nur; als Verzweiflungsmaßnahme anzuſehen.
„Dummes Zeug!”
Sofort ſpürte ich, wie ich in Bewegung kam. Ehe noch die
Dann bekam ich meine erſte Lektion über dieſes beſondere Ge= Welle angſterfüllter Bewußtloſigkeit über mich hinwegſpülte, warf
heimnis der Meere.
Das Waſſer war ziemlich tief, etwa zwanzig Faden. Neben
mir war nicht gerade ein Loch, aber doch ein offener Raum
zwi=
ſchen Maſſen von Korallen. Ich bildete mir ein, dort unten läge
etwas, das einer echten Muſchel verdächtig ähnlich ſah. Ich
arbei=
tete mich alſo über die Felsblöcke hinunter in jene flache
Ver=
tiefung.
Der Gegenſtand der mich hinzog, ſchien alle meine
Erwartun=
gen zu übertreffen. Ich bückte mich, um ihn aufzuheben.
Und in demſelben Augenblick fühlte ich, wie mich etwas ganz
leicht am linken Arm berührte.
Inſtinkt und Schulung unter dem Waſſer retteten mir das
Leben. Bevor ich noch die leiſeſte Ahnung hatte, was es ſein
mochte, wirbelte ich wie der Blitz um meine Achſe, riß das
haar=
ſcharfe Meſſer aus der Scheide am Gürtel und hieb drei= oder
vier=
mal mit dem vollen Schwung meines Armes in die Richtung, aus
der die Berührung kam. Das Glück war mir hold, ich trennnte
zwei laſſoartige Arme ab, die mich ergriffen hatten; im nächſten
Augenblick hätte derKrake mich an beiden Armen gefeſſelt, und ich
wäre hilflos geweſen.
Während ich zuſchlug und ſpürte, wie die Klinge durch eine
Maſſe weichen Fleiſches ſchnitt, packten mich zwei weitere Arme,
jeder um ein Fußgelenk. Ich fühlte einen furchtbaren Ruck am
Bein und wäre beinahe umgefallen.
Das alles klingt melodramatiſch, wenn man es unter
zivili=
ſierten Umſtänden wiedererzählt. Aber keine Beſchreibung in
Worten kann meinen Schreck in jenem Augenblick ſchildern. Es
war ziemlich trüb an jener Stelle, immerhin konnte ich an den
Felſen vor mir etwas wie eine formloſe Maſſe und wogende, ſich
krümmende Arme ſehen, auch einen abgehauenen Stumpf. Da
wußte ich nur zu gut, daß dies das Ding war, das die ſchauerlichen
Geſchichten der Eingeborenen veranlaßt hatte. Und ich hatte mich
darüber luſtig gemacht! Ich ſtellte mir flüchtig vor, wie meine
Kameraden oben ein zerriſſenes, baumelndes Rettungstau und
einen Luftſchlauch hochzogen, ich malte mir ein menſchliches Weſen,
nämlich mich ſelbſt, aus, das in dem Rachen des entſetzlichen
Un=
geheuers zappelte.
Inzwiſchen kämpfte ich wie ein Automat. Jedesmal, wenn
ich mich bücken und verſuchen wollte, meine Fußgelenke frei zu
be=
kommen, zerrte mich die Beſtie ſo heftig, daß ich mir wie ein
kleiner Bub vorkam, der von einem ſtarken Mann herumgeſtoßen
wird; nur mit der größten Anſtrengung hielt ich ſtand. Helm und
Bruſtplatte ſchlugen mir hart gegen Kopf und Bruſt. Ein Stoß
ſchleuderte mich gegen einen Felſen und raubte mir den Atem.
Die Kraft der Beſtie war ſchrecklich und erzeugte ein Gefühl von
Todesangſt. Auch die kalte Berechnung, mit der ſie meinen
Be=
wegungen zuvorkam und jeden Befreiungsverſuch vereitelte, hatte
eine tiefe Wirkung auf die Widerſtandskraft meiner Nerven.
Es ging um Leben oder Tod. Körper und Geiſt arbeiteten,
als ſtänden ſie nicht in Verbindung miteinander: Der Körper
quälte ſich ab, rang, kämpfte gegen die zerrenden Stränge,
ver=
ſuchte zu ſchneiden, zu ſtechen, ſich zu befreien; der Geiſt
hinwieder=
um erwog ſorgfältig Möglichkeiten, zog die Einzelheiten der Lage
in Betracht und mühte ſich um den Entſchluß, ob das Notſignal
gewagt werden dürfte.
Das iſt das Letzte, wozu ſich der Taucher in der Not
ent=
ſchließt — zu den vier Zügen, die bedeuten: „Zieht, bis die Leine
reißt!“ Der Notfall war klar gegeben; aber meine Sorge war, daß
ſich mein Luftſchlauch und das Rettungsſeil an einem der vielen
Korallenvorſprünge verwickeln könnten. Geſchah das, ſo konnte
eine Anſtrengung von oben ſie leicht abſchneiden und mich
hoff=
nungslos in einer Spalte eingeklemmt zurücklaſſen. Einem
Men=
ſchen, der unter Waſſer arbeitet, ſind dieſe beiden
Verbindungs=
linien im Unterbewußtſein ſtets gegenwärtig; ganz mechaniſch
unterläßt man jede Handlung, bevor man nicht ſicher iſt, daß ſich
nichts verwickelt hat. Und ich in meiner Klemme hatte nur ſehr
wenig Ausſicht, ſo etwas zu verhindern.
Unſer ſeltſamer Zweikampf dauerte fort. „Ich ſetzte alle meine
Kraft ein, um dem Rucken des Tieres zu widerſtehen, ich bemühte
mich, noch mehr von den lebenden Feſſeln abzuſchneiden, die mich
umſtrickten. (Es ſchienen ſehr viele zu ſein, zweimal ſoviel als in
Wirklichkeit, ſie lagen zuſammengerollt um mich herum.)
Zur Vermehrung meiner Bedrängnis gerieten meine Gewichte
in heftige Schwingung, und ich mußte darauf achten, daß ich
mei=
nen Helm aufbehielt; denn ſonſt dringt Luft in Bruſt und
Hoſen=
beine ein, und man iſt erledigt. Auf das Abzugsventil war zu
achten, und während des ganzen Kampfes mußte ich mich
auf=
rechthalten und nach jedem Ruck an den Fußgelenken wieder
auf=
richten.
Als ob das teufliſche Hirn in dem gierigen, fleiſchigen Geſchöpf
das alles verſtanden hätte! In dem Augenblick, wo ich die Hand
mit dem großen Meſſer abwärts ſtoßen wollte, gab es mir einen
fürchterlichen Ruck und zerrte mich zehn oder fünfzehn Fuß weit,
preßte mir den ſchweren Helm gegen Kiefer und Schädel und
quetſchte mich gegen die rauhe, kruſtige Felswand. Und all das
in einem Pfuhl, der geſchwärzt und getrübt war von der Tinte, die
die Beſtie ausgeſpritzt hatte.
Dann und wann erholte ich mich von der Anſtrengung
da=
durch, daß ich mich an Rettungsſeil und Luftſchlauch feſthielt. Nach
einer Weile ſchien ſich eine leichte Strömung durchzuſetzen und
etwas von der dickſten Verfärbung wegzuführen.
Als ich einen Blick auf die ekelhafte Maſſe von Armen und
ſich windenden Beinen geworfen und beſonders in die diaboliſchen
Augen geſchaut hatte, reckte ich mich, um das Notſignal zu geben.
Sofort ſchnellte mich der Krake ein Dutzend Fuß weit, und ich
mußte mich mit aller Kraft zuſammennehmen, um nicht hinzufallen.
Blitzartig ſchoß mir der Gedanke durch den Kopf: Das iſt ja
die reine Hölle. Denn alles um mich herum war fauliges,
un=
natürliches, dreckiges Schwarz, das unglaubliche Weſen hatte mich
in ſeiner Gewalt und wollte mich unbedingt verſchlingen.
Das, was ich hier erzähle, muß zehn bis fünfzehn Minuten
gedauert haben. Damals ſchien es mir eine Ewigkeit. Ich begann
zu begreifen, daß es nicht länger auszuhalten war. Der erſte
ſchwere Schlag des Helms hatte mich zerſchunden, zerquetſcht, be=
*) Mit Genehmigung des Verlags Rütten und Loening, Frankfurt
am Main, entnehmen wir vorſtehende Erzählung dem noch vor
Weih=
nachten erſcheinenden ſpannenden Buch „Der Perlentaucher”
von Berge und Lanier. Ein Berufener berichtet hier
ausführ=
lich über ſeine Erlebniſſe als Perlentaucher, über ſeine einzigartigen
Abenteuer und Natureindrücke in der Tiefſee. Berges Abenteuer ſtehen
dem ſpannendſten und erregendſten Noman nicht nach.
ich die Arme hoch, faßte beide Leinen und ruckte viermal wie
wahnſinnig. Einen Augenblick hatte ich die Empfindung, der Länge
nach in zwei Teile geriſſen zu werden.
Plötzlich ſchoß ich in die Höhe, bis zehn oder fünfzehn Fuß
unter dem Waſſerſpiegel.
Aus dem Licht über mir ſchloß ich, daß ich der Oberfläche ſehr
nahe ſein mußte. Ich ſchaute hinunter, ich ſah die Saugarme des
Seeteufels noch feſt um meine Knöchel liegen. Die ſcheußliche
Maſſe ſeines Körpers hing darunter.
„Ich ſelbſt konnte gar nichts tun. Es war unmöglich,
hinunter=
zufaſſen und meine Beine zu befreien, ſolange ich an ihnen
ab=
wärts und von den Seilen aufwärts gezogen wurde. Der Krake
zerrte mit aller Macht.
Als. ich mich ſo weit oben befand, daß ich zu erkennen
ver=
mochte, was los war, brüllte mein Freund Ro auf dem Deck des
Luggers den Männern zu, ſie ſollten feſt ziehen. Geſchickt ſchlang
er mir eine dickere Leine um den Leib. Zwei weitere Männer
packten ſie und zogen mich daran in die Höhe.
Ro glitt ins Waſſer, das große Meſſer kampfbereit. Mit zwei
ſicheren Hieben trennte er die entſetzlichen Arme ab.
Die ſliegende Pfanne
ein neues phankaſtiſches Flugzeugproiek.
Das Modell eines Luftfahrzeugs,
das der italieniſche Ingenieur Guido Tallai als das Verkeß
mittel der Zukunft ausgibt. Der tellerförmige Körper, der d
Länge von 95 Metern haben ſoll, iſt mit Gas gefüllt und v
durch drei Motoren angetrieben. Man darf geſpannt ſein 0
jemand findet, der dieſe „fliegende Pfanne” in die Wirkigt
umſetzen will.
Kalender für 1932.
Das Intereſſe für künſtleriſch ausgeſtattete Abreißkalender iſt
immer noch im Wachſen. Auch 1932 kommen viele Verleger den
geſteigerten Anforderungen nach. Uns liegen zur Beſprechung vor:
Ludwig Richter=Abreißkalender für 1932. Umfang 320 Seiten
mit über 160 Bildern und mehrfarbigem Umſchlagbild. 18.
Jahr=
gang. Preis 250 RM. (Verlag Georg Wigand, Leipzig.) Es
gibt keinen Maler, der ſchlechtweg ſo für alle ohne Ausnahme,
für reich und arm. groß und klein. Sachverſtändige und Laien
ſeine Bilder und Holzſchnitte geſchaffen hat, wie Ludwig Richter,
Aus dem unverſiegbaren Quell des künſtleriſchen und menſchlichen
Reichtums dieſes deutſcheſten Malerpoeten unſerem Volke täglich
und wöchentlich einen friſchen Trunk darzubieten, iſt die ſchöne
Aufgabe des Ludwig=Richter=Abreißkalenders.
Dienſt am Deutſchtum. Ein vaterländiſches, volks= und
heimat=
kundlicher Abreißkalender 1932 Preis 1— RM. (J. F.
Leh=
manns Verlag, München.) Dieſer Abreißkalender des bekannten
nationalen Verlages enthält 55 Bildblätter mit prächtigen
Bil=
dern aus Geſchichte und Volkstum, der deutſchen Heimat und dem
Gebiet der Raſſenkunde. Wir finden ſchöne Heimatbilder, die
im Sinne Ewald Banſes, des bekannten Geographen ausgedeutet
ſind, Bilder von Stätten deutſcher Vergangenheit uſw.
Meyers Hiſtoriſch=Geographiſcher Kalender 1932 35.
Jahr=
gang. 366 Tagesblätter mit genauen kalendariſch=aſtronomiſchen
Angaben, mit je einem Bild (darunter monatlich eine
ausführ=
lich erläuterte Sternkarte) mit je einem Spruch oder Gedicht und
mit vielen Gedenktagen, farbigem Titelbild (Burgruine
Lieben=
ſtein am Rhein von Erich Mercker, München), Tierkreis mit
Planetenuhr, ſachlich geordnetem Verzeichnis der Abbildungen,
aſtronomiſcher Geſamtüberſicht des Jahres (Grunddaten, Mond=
und Sonnenfinſterniſſe, Kometen, aſtronomiſche Jahreszeiten und
Sonnenmonate”) und einführenden Bemerkungen für den
Gr=
brauch des Kalenders, auf dem Rückendeckel Jahreskalender. Als
Abreißkalender eingerichtet. Preis 4— RM. (Verlag
Biblio=
graphiſches Inſtitut A.=G. Leipzig.) Seit 34 Jahren hat ſich
Meyers Hiſtoriſch=Geographiſcher Kalender als ein treuer
Beglei=
ter durchs tägliche Leben bewährt, der in zweckmäßiger Weiſe nicht
nur den Tag anzeigt, ſondern auch zugleich Belehrung und
Unter=
haltung gibt. Er iſt der einzige illuſtrierte Abreißkalender ſeiner
Art, der für jeden Tag ein beſonderes Blatt hat und uns
jedes=
mal kündet, wieviel Tage des Jahres bereits verfloſſen ſind.
Deutſcher Rundfunk=Kalender auf das Jahr 1932. 112 Blatt
mit 106 Bildern Preis 1,90 RM. (Südweſtdeutſcher Funk=
Verlag, Frankfurt a. M.) Der Kalender bringt im Jahrgang 1932
Bilder, die unter dem Leitſatz „Europa ſendet!” zuſammengeſtellt
ſind. Alle die großen Vorgänge der europäiſchen Politik, die
be=
deutſamen Ereigniſſe im kulturellen, wirtſchaftlichen und
ſport=
lichen Leben der europäiſchen Nationen, die über die
verſchieden=
ſten Sender gingen, werden im Bilde wieder lebendig.
Der Deutſche Kalender 1932. herausgegeben von der
Reichs=
bahnzentrale für den deutſchen Reiſeverkehr, iſt im 11. Jahrgang
im Verlag Carl Gerber, München, erſchienen. Man kann auch
dieſe neue Ausgabe des bereits in den weiteſten Kreiſen bekannten
und beliebten Abreißkalenders, der auf 122 Seiten ebenſoviel
Bilder aus dem ſchönen Deutſchland bringt, nicht durchblättern,
ohne Reiſefieber zu verſpüren, eine Sehnſucht, all” dieſe herrlichen
Landſchaftsbilder, dieſe alten Gaſſen, Tore, Türme und Kirchen,
dieſe ſtolzen Schlöſſer und Burgen mit eigenen Augen ſchauen zu
können.
Daß das Erleben der Schönheit und des Wunderbaren der
Berge in ihrer Urſprünglichkeit trotz allem auch in unſerer
über=
heblichen, ſeelenloſen Maſchinenzeit noch möglich iſt, das beweiſt
wiederum der alljährlich von zahlreichen Berg= und
Naturfreun=
den mit Spannung erwartete Blodig’ſche Alvenkalender mit ſeinem
nunmehr erſchienenen 7 Jahrgang 1932. (Verlag des Blodigſchen
Alvenkalenders Paul Müller, München 2 NW. 8: Preis 3. 20 RM.)
Er kann als alvines Kunſtwerk angeſprochen werden, deſſen 16
Kunſtbeilagen allein einen beträchtlichen Teil des Preiſes wert
ſind,
Vom emſigen Schaffen erfolgreicher Frauen in allen Lagern
deutſchen Kulturlebens berichtet der im 7. Jahrgang erſcheinende
Beyer=Abreißkalender „Frauen= Schaffen” 1932, im ſchnellen Lauf
der Tage ein Mittler zu innerer Einkehr. Viele ſeltene Bilder
und aufſchlußreiche Texte legen Zeugnis ab vom Wirken der Frau
in der bildenden Kunſt. Muſik Dichtung. Wir finden die
Poli=
tikerin, die Pädagogin, die Architektin, ſehen die Frau im
Werbe=
weſen und in allen Berufen, die ihr die Gegenwart erſchloſſen hat.
Auch der Kosmos=Kalender iſt wieder da! (Franckh’ſche
Ver=
lagshandlung. Stuttgart.) Wundervolle und ſeltene Bilder zeigen
uns die Wunder der Tiefſee und des geſtirnten Himmels, führen
uns nach Afrika und Island, nach Nord= und Südamerika, nach
Japan. Afghaniſtan und Java ſie laſſen uns die Kultur
Griechen=
lands und die der neuen Welt erleben und geben uns herrliche
Einblicke in das Leben der Falter, der Rädertiere und Vögel.
Deutſcher Reichsbahn=Kalender 1932. 6. Jahrgang.
Heraus=
geber Dr.=Ing Dr. rer vol. Hans Baumann. (Konkordia=Verlag
Leivzig, Goetheſtraße 6.) Preis 4.— RM. Wenn wir dieſen
6. Jahrgang des Deutſchen Reichsbahn=Kalenders durchblättern,
ſo greift in uns ein Gefühl des Staunens Platz. Wir müſſen das
Geſchick bewundern, mit dem in einem Werk ſoviel Schönheit und
Belehrung in glücklichſter Form miteinander vereint iſt.
Unge=
künſtelt und unaufdringlich bringt der bewährte Verfaſſer,
Reichs=
bahndirektor Dr. Dr. Baumann uns unſer ſchönes Deutſchland
und das Wirken der Reichsbahn durch Bild und Wort nahe.
Biltor
* Der Deutſche Garten= und Blumen=Kalender 1932, herau=
Unidon 2
gegeben vom Präſidenten der Deutſchen Gartenbaugeſelſchaf
German
Gartendirektor Ludwig Leſſer, (Rembrandt=Verlag Berl
SW. 11), iſt wiederum einer der ſchönſten illuſtrierten Wreiſ
kalender geworden. Er iſt im Gehalt an Bildern wie an Text
beiträgen ſo reich und wertvoll, daß es eigentlich bedauer
Uünion
wäre, wenn die „abgeriſſenen” Blätter der Vernichtung anheim
fielen. Dieſer Kalender hat Buchwert, iſt belehrend und unternlun erwal
haltend zugleich für alle Garten= und Blumenfreunde. Ein großeich0 Spie
Preisausſchreiben, ausgeſtattet mit Geld= und Blumen=, Pflanzenclefür
In wird d
und Bücherpreiſen erhöht das Intereſſe für 1932.
HAritt.
Münchener Kinderkalender 1932. Der auch im Ausland ſio) us gilt
beliebt gewordene Jugendſchriftſteller Otto Mayr=Arnolſtilſ im 9
hat ſich der ſchwierigen Aufgabe unterzogen, zwei Kinder, Frit llang
und Lotte, mit ihrem Onkel Bully die große. Welt in ihren iauch
heutigen Gewande erleben zu laſſen. Bald zu Waſſer, hald 3 1e
Lande durchqueren ſie den Erdball, ja ſelbſt in der Kabine Nu
Zeppelin beſtaunen ſie die Wunder der Technik und im
Kampſt=
mit Abenteuern und Gefahren, mit wilden Tieren und frendeh:
Völkern lernen ſie die Schönheit und Eigenart fremdländiſcheh
Zonen kennen. Der bekannte Kunſtmaler Hans Stubenraud
hat dazu 52 prächtige, farbige Vollbilder geſchaffen.
* Bards Muſeums=Kalender 1932 iſt wieder einer der ſchön
ſten und intereſſanteſten Abreißkalender geworden, weil er nebel
dem Kalendarium weit über 50 drucktechniſch hervorragende Reuro
duktionen muſealer Meiſterwerke der Kunſt bringt, darunter viele
in Vierfarbendruck. Ein Preisausſchreiben, in dem dem Keuſe:
von fünf klaſſiſchen Bildern hübſche und wertvolle Preiſe Hinſen, 5
nhai
erhöht das Intereſſe an dem Kalender. (Julius Bard VerlagAmadt —
Berlin W. 15.)
Ewſpiele 6
Zum vierten Mal grüßt der Deutſche Schulkalender (erſchienenisin 6:1
bei Knorr u. Hirth. München; Preis 195 RM.) Eltern und
Lehrer, Jugend. Meiſter und Buben zu gutem Jahr! Wieder Hrchielen
er ſeinen Bilderblock gar bunt und anregend gefüllt mit allen Be 419 3
ſtrebungen der neuzeitlichen Schule. Liebe zur Jugend klingt 1F 15).
ſingt aus jedem Blatt.
Spiele
Was koche ich heute? Dieſer illuſtrierte Kochkalender, der im
verfloſſenen Jahre ſo großen Beifall fand, daß er noch vor Weib A,Beroſta
nachten ausverkauft war, erſcheint in dieſem Jahre in noch beſſere s Lechein
Ausführung zum gleichen Preiſe von 2,50 RM. im Verlag v0hi/tiurtereit
Ernſt Reinhardt in München. Er bringt für jeden Tag eim’!i0 —
Speiſenfolge für Mittag und Abend, bereitet dadurch der Haus k Dreieich
frau eine weſentliche Entlaſtung, da ihr ein Blick Antwort 9i0t lünge
auf die ſchwierige Frage, die ſie ſich jeden Morgen ſtellt:
koche ich heute?‟ Dazu bringt er ein ſchönes Bild mit einer Ans=Ne Odenwa
leitung zum geſchmackvollen Zurichten der Speiſen oder fſüh4 /ᛋ Kleeſt
Neuheiten für Küche und Haushalt vor. Einige Kunſtbeilagen
zum Teil in Farbendruck, zieren ihn. Er iſt eine wertvolle Geſchen// bchſchule
gabe für jede Hausfrau.
Aus dem bekannten Limpert=Verlag (Dresden A. 1) liegen 1.
vor neue Ausgaben von „Kinderland, du Zauberland”, der deu
Kinder=Bildkalender. Urſprüngliche Unſchuld und unbewußte Reiu
ſtrahlen dem Beſchauer aus dieſen prächtigen Bildern entgegen. Sie lmtl
alle ſind dem Leben abgelauſcht und wirken deshalb ſo kindlich leh
wahr und überzeugend. — „Deutſcher Tierſchutz Bilkalender 10,1 Zust
Nues
herausgegeben vom Verband der Tierſchutzvereine des Deutſchen 9
Der neue Jahrgang hat ſowohl in der Bildausſtattung als auch zm hn w
Au dem
textlichen Teil ſeinen Vorgänger vielſeitig überboten. Ein herrli
MMüberleg
WochenAbreißkalender, den man gern in die Hand nimmt, der 10
ers VM
Lied=Kalender‟. Das brächtige Titelbild zeigt die Figur eines
lichen Minneſängers am Richard Wagner=Denkmal im Berliner 2
garten. Dankbarkeit, Verehrung und Begeiſterung ſprechen aus
Zügen und Gebärden dieſer ſtrahlenden Geſtalt, welche dem 9.
Meiſter huldigt, der im „Tannhäuſer” dem deutſchen Minnegeſan
unvergängliches Denkmal geſetzt hat. Tier= und Pflanzen=Bildlalen”
1939. Ein einzigartiges, herrliches Bilderwerk mit Tier= und Pflalt
bildern iſt dieſer Wochen=Abreißkalender. Ein wertvolles, inhaltreiche
und belehrendes Geſchenkwerk für die reifere Jugend, ausgezeichnet 9
eignet für den Anſchauungsunterricht in den Schulen. — Wanderche”
Wie deuten wir dieſen Nuf?. Hinaus aus dumpfen Großſtadtmauer!
ihr Bedrückten und Verhärmten! Hinaus in die ſchöne Gotteswelt,
zünftigen Wandervögel, ihre Naturfreunde, ihr Wandersleute proß 0.
klein! — „Lebensborn 1939‟. Jedesmal meint man, ſo ſchön und 9.
ſei das Jahrbuch noch nie geweſen, und ſo geht es auch jetzt wieder *.
dem vorliegenden. Der „Lebensborn” mit ſeinen tiefen, wertvole.
Gaben, die er doch in ſo volkstümlicher, friſch unterhaltender, N.
humorvoller Weiſe ſpendet, iſt längſt ein Freund in ungezählten Fahle.
lien geworden. — Limperts Turner=Taſchenkalender. Als das beliehen
Taſchenbuch für den deutſchen Turner und die deutſche Turnerin 1adt
man ihn, der nun zum achten Male erſcheint, auch bezeichnen. Er he.
ſich aus der großen Flut der jährlich erſcheinenden Taſchenkalender Pe.
aus durch ſeine praktiſche und nützliche Einteilung und durch ſeine 1.
bedingt zuverläſſige Haltbarkeit bei täglichem Gebrauch. Er iſt Kalepe.
Notiz= und Nachſchlagebuch zugleich. — „Jungvolk 1932‟ Dieſer ſchmt.
Jahrweiſer für die Jugend in der Deutſchen Turnerſchaft trit zio
ſechſten Male ſeinen Weg zur deutſchen Turnerjugend an. Viele ned
Freunde hat er ſich gewonnen, wirbt er doch unterhaltend und bek
rend zugleich für die Aufgaben und Ziele der DT. Er wil heſieh, de
heranwachſende Turneriugend in den Ideenkreis der D.T. einzuſchre”.
Debei bringt er aber auch durchaus braktiſche Dinge, an denen iee=
Turnerjunge und jedes Turnermädel Intereſſe haben müſſen.
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Freitug 18. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
AsSas AasAbt
Handball.
der Spiele um die Bezirksmeiſterſchaft
erſt am 27. dezember.
Epiele um die Bezirksmeiſterſchaft ſollten urſprünglich
mkommenden Sonntag beginnen und zwar mit dem
1s Heſſenmeiſters, Sportverein Darmſtadt 1898, gegen
ſur von Südrhein, Sportverein Wiesbaden. Der Beginn
Diek iſt nunmehr auf den 27. Dezember verſchoben
ſorden Un dieſem Termin ſteigt das für den 20. Dezember an=
Feſetzte Hiel der 98er gegen Sportverein
Wies=
ſademſ Darmſtadt.
Nol=Weiß- Polizei Borms.
Zu ſenem letzten Verbandsſpiel empfängt Rot=Weiß am
kom=
henden Sonntag den Polizeiſportverein Worms. Das Spiel hat
lerler Pdeutung für Rot=Weiß. Gilt es doch, die in Worms
rlitten Niederlage wieder wettzumachen und ſich durch einen
Sieg den dritten Tabellenplatz zu erhalten. Dies wird aber für
ſie Ro=t=Peißen eine ſehr ſchwere Aufgabe ſein. Die Wormſer
„ſolizei hit bei den letzten Spielen eine weſentliche
Formverbeſſe=
ung geiegt, denn gegen SV. 98 konnten ſie ein gutes Reſultat
erausboln und ſpielten am letzten Sonntag 4:5 gegen die
Frank=
hrter Aoizei Rot=Weiß wird ſich deshalb ſehr anſtrengen müſſen,
m die Brſpielniederlage wieder auszugleichen. Das Spiel
fin=
t nachmttags 2.30 Uhr auf dem Rot=Weiß=Platz an der
Rhein=
ee ſrat
Zußhall im Kreis Starkenburg.
Aich am „Goldenen Sonntag” voller Spielbetrieb.
Dx ſetzte Sonntag vor Weihnachten bringt im Kreisgebiet
ſoch einnal vollen Spielbetrieb. Vor allem für die Kreisliga
ſilt das welche folgende Treffen angeſetzt ſieht:
Viktoria Griesheim — FV. Sprendlingen.
Union Wixhauſen — Germania Oberroden.
Germania Eberſtadt — Sportvgg. Arheilgen,
Polizei Darmſtadt — Germania Pfungſtadt,
Haſſia Dieburg — Sportverein Münſter,
FSV. Groß=Zimmern — FC. 03 Egelsbach (in E.).
Union Darmſtadt — Sportverein Mörfelden (11 Uhr).
MMan kan erwarten, daß ſich Sprendlingen knapp durchſetzt,
wäh=
gend desSpiel in Wixhauſen offen im Ausgang iſt. Eberſtadt
wird ſihffür die 0:4=Niederlage an Arheilgen revanchieren
wol=
ſen, dochwird das wohl nur glücken, wenn Arheilgen noch mit
Erſatz nritt. Sonſt rechnen wir mit einem offenen
Spielaus=
hang. / As gilt wohl auch für die Begegnung Polizei —
Pfung=
ſtadt. Sie im Vorſpiel 2:2 endete. Zeigen beide Mannſchaften
die Lekſmgen des Vorſpiels, dann gibt es einen großen Kampf.
Der iſt ſuch in Dieburg zu erwarten. Münſter gewann das
Vorſpiellnit 1:0: diesmal wird es wohl umgekehrt ausgehen.
Groß==Byern hat mittlerweile vorläufige Platzſperre erhalten
wegen geviſſer Vorgänge beim Spiel der Polizei in Groß=
Zim=
mern. Ne Mannſchaft muß alſo in Egelsbach antreten und hat
dort k4m Chancen. Das Vormittagsſpiel zwiſchen Union
Darm=
ſtadt en Mörfelden iſt offen im Ausgang.
In der A=Klaſſe des Kreiſes,
dr Hauptſache mit Pokalſpielen beſchäftigt war, gab es
Sourag folgende Ergebniſſe:
Bokalwee: Sp.V. Weiterſtadt — Germania Leeheim 3:2 (2:1),
ſp.MMeſſel — Sp.V. Geinsheim 1:1 nach Verlängerung,
Sp./ Dietzenbach — Sp.Vgg. Groß=Umſtadt 5:0 (2:0). FC.
Dreeſhenhain — FG. Sprendlingen 1:2 (1:0), Sp. Cl. Ober=
Ramſtdt — FV. Eppertshauſen 1:2 (0:1).
derbandſpiele Gruppe Odenwald: Sp.V. Höchſt — VfR.
Beer=
felde 6:1 (4:1), Viktoria Schaafheim — Sp.V. Roßdorf 0:1
(0:0))
rivatzitele: Reichsbahn=Sp.V. Darmſtadt
ſtadt 3:1 (1:0), Rot=Weiß Darmſtadt
6:0 (:0).
Reichsbahn Darmſtadt.
Die erſte Mannſchaft muß am kommenden Sonntag zum
Ver=
bandsrückſpiel in Jugenheim antreten. Daß die Blau=Weißen auf
eigenem Platze nicht leicht die Punkte verſchenken, haben ſchon
verſchiedene ſpielſtarke Vereine erfahren müſſen. Obwohl
Reichs=
bahn mit Erſatz antreten muß, wird die Mannſchaft den nötigen
Eifer aufzubringen wiſſen, damit ſie den Tabellenplatz weiter
verbeſſert. Abfahrt 11,40 Uhr Hauptbahnhof. — 2. Mſchft. um
10 Uhr auf dem Stadion gegen 98er 3.
Rotweiß Darmſtadt — Eintracht Darmſtadt.
Im weiteren Verlauf der Verbandsſpiele empfangen die
Rot=
weißen am kommenden Sonntag, vormittags 11 Uhr,
ihren Lokalrivalen Eintracht. Dieſes Treffen hat ſchon ſeit
Jah=
ren eine beſondere Anziehungskraft, da die Eintracht gerade in
ihren Spielen gegen Rotweiß immer mit den beſten Leiſtungen
aufwartet. Für Rotweiß iſt dieſes Spiel eine überaus ernſte
Sache. Wenn auch die Mannſchaft noch mit dem klaren Vorſprung
von vier Punkten die Spitze behauptet, ſo muß ſie ſich bei den
nächſten Spielen ſehr in acht nehmen, um nicht durch weitere
Verluſtpunkte die Meiſterſchaft in Frage zu ſtellen. Zu hoffen
wäre, daß zu dieſem Lokaltreffen ein ſattelfeſter Schiedsrichter
geſtellt wird, und außerdem ein jeder Spieler mit dem
Bewußt=
ſein den Platz betritt, daß es neben den Punkten auch um das
Anſehen ſeines Vereines geht. — Vorher ſpielen die Reſerven
beider Vereine. — Die Alten Herren empfangen nachmittags
2.30 Uhr die des Sportv. 98.
Union Darmſtadt — SV. Mörfelden.
Zum vierten Male auf eigenem Platze empfängt Union am
kommenden Sonntag. 11 Uhr, den ſpielſtarken SV.
Mör=
felden. Im Vorſpiel verlor Union hoch mit 6:1. Doch darf dieſes
Reſultat nicht als Maßſtab dienen, denn etwas beſſer iſt die
Platz=
mannſchaft ſeit dieſem Spiel doch geworden. Wir erinnern nur
an die letzten Treffen gegen Sprendlingen und Pfungſtadt, wo
die Gäſtemannſchaften mit viel Glück einen Punkt mit nach Hauſe
nehmen konnten. Durch erneute Umſtellung der Mannſchaft hofft
Union jedoch, dieſes Mal beide Punkte auf der Rennbahn zu
be=
halten, wenn auch ein Sieg hart erkämpft werden muß. Um
9.30 Uhr ſpielen die Ligaerſatzmannſchaften.
Polizei Darmſtadt — Germania Pfungſtadt.
Am kommenden Sonntag empfängt die Polizei die
Pfung=
ſtädter Germanen. Die Rivalität obiger Gegner rührt von früher
her. Schon immer waren die Kämpfe dieſer beiden Rivalen die
ewig jungen, erbitterten, harten, doch immer fairen Treffen. Die
Polizeimannſchaft befand ſich am vergangenen Sonntag in
tadel=
loſer Verfaſſung und bewies einmal mehr, daß ihre letzten Erfolge
keine Produkte des glücklichen Zufalls waren. Die Pfungſtädter
Germanen überraſchen in ihren Auswärtsſpielen durch energiſches.
ballſicheres Spiel und ungewöhnlichen Eifer. Es wird auf jeden
Fall ein ſpannender Punktekampf zu erwarten ſein, gehörte doch
das Vorſpiel ſchon zu den temperamentvollſten und raſſigſten
Tref=
fen, die man geſehen hatte. Spielbeginn 14 Uhr. Um 12 Uhr
treffen ſich die Ligareſerven.
Gegen die Sp.Vgg. Fürth iſt bei dem Gruppengericht
Nord=
bayern eine Unterſuchung eingeleitet worden, da man den
Für=
thern den Vorwurf macht, am vergangenen Sonntag in
Würz=
burg gegen Würzburg 04 mit Abſicht verloren zu haben.
Berlin beſteht nach wie vor auf dem Standpunkt, den
Fuß=
ballkampf gegen Süddeutſchland nicht in Saarbrücken, wie es der
D. F.B. beſtimmte, austragen zu wollen, da man ſeiner Mannſchaft
die „weite Reiſe nach dem Saarland nicht zumuten” möchte Und
die Reiſe der Berliner Elf am vergangenen Sonntag nach Paris?
Im Sportausſchuß der Boxſportbehörde Deutſchlands hat jetzt
auch nach Dr. Kampf und Faber Polizeimajor Sander ſein Amt
infolge der Differenzen mit dem Verband deutſcher Fauſtkämpfer
niedergelegt.
Nr. 350 — Seite 13
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 18. Dezember.
16.00: Wien: Unterhaltungskonzert der Kapelle W. Klingelhöfer.
17.05: Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters.
anſchl. Tanzmuſik auf Schallplatten.
18.40: F. T. Gubler: Aus neuen Kunſt= und Bilderbüchern.
19.05: J. Kälin: Die Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſenverſicherung. Ihre Aufgaben und ihre Organiſationen,
19.40: Freiburg: Funtbericht vom Schluchſee=Werk.
19.55: Aktueller Dienſt bei Vorliegen beſonderer Ereigniſſe.
20.10: Mannheim: Die Fledermaus. Operette von Joh. Strauß,
22.20: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.40: Südpol=Kantate von H. Wunſch. Ausf.: Philharm. Orcheſter,
Funkchor.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag. 18. Dezember.
9.00: Schulfunk: Woran wir uns erinnern ſollten.
10.10: Schulfunk: Pompeit geht unter.
11.30: Ob.=Landw.=Rat v. Hunnius: Bodenkultur u. Pflanzenbau.
15.00: Jungmädchenſtunde: Das berufstätige junge Mädchen und
ihr männlicher Vorgeſetzter.
15.40: Jugendſtunde: Walther Flex und die Jugend.
16.00: Prof. Dr. Sippel: Die neueſte pädagogiſche und methodiſche
Literatur auf dem Gebiet des Unterrichts in den Leibesübungen.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. Mersmann: Hören muſikaliſcher Formen.
18.00: F. Derlien: Der Handwerker in der Kriſe.
18.30: Prof. Dr. Rieſſer: Giftgaſe und Gasſchutz.
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Aerzte.
19.30: B. Gleitze: Bericht eines Arbeiterſtudenten.
20.00: Andrés Segovia ſpielt Gitarre.
20.30: Straßenrondo. Ein Gedicht von A. Schirokauer. Muſik von
A. Simon.
21.30: Leipzig: Zeitgenöſſiſche Orgelmuſik. Organiſt Trexler.:
22.20: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten
anſchl. Max Hanſen ſingt für die Berliner Winterhilfe, Mitw.: P.
Godwin (Violine), H. Sommer (Flügel).
anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Vincent Douglas.
Sp V. 98 Darm=
ASC. Darmſtadt
Spiele der 4=Klaſſe am kommenden Sonntag.
Gryppe Bergſtraße=Ried: Rot=Weiß — Eintracht Darmſtadt (11
Uhr /Leeheim — Wolfskehlen. Geinsheim — Weiterſtadt,
Poſſſwrtverein — Hahn, Jugenheim — Reichsbahn. Groß=
Gernl — Dornheim.
Gruppe dreieich: Offenthal — Klein=Zimmern, Dreieichenhain
Gewinnauszug
3. Klaſſe 38. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar fe einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
Gruppe Odenwald. Ober=Ramſtadt — Beerfelden, Roßdorf—
Höck)t Kleeſtadt — Michelſtadt, Lengfeld — Groß=Umſtadt.
Lagen Reſ.. Meſſel — Dietzenbach, Erzhauſen —
Epperts=
hazgei.
Techn, Hichſchule Darmſtadt — SV. 98 Sondermannſch. 5:2 (5:0).
DerlHochſchulkreismeiſter, die Techn. Hochſchule Darmſtadt,
hatte ſich für geſtern nachmittag zu einem Trainingsſpiel eine
Sondexmnnſchaft des SV. 98 verpflichtet. Das Spiel litt etwas
kunter den glattgefrorenen Raſenboden des Hoſchulſtadions und
dot eigeſtlich nur in der erſten Hälfte der zweiten Halbzeit
an=
nehmb eyn Fußball. Hatten ſchon die Hochſchüler durch ihre
glän=
zende köverliche Konſtitution und ihre Größe ein nicht
auszu=
gleichends Plus vor den Gäſten, ſo zeigten dieſe in der erſten
halbzeit wenig Verſtändnis im Zuſammenſpiel und mangelnde
Kraft var dem Tor. Erſt nach der Pauſe wurde das beſſer, und
die Feldlberlegenheit der Hochſchüler trat nicht mehr ſo kraß in
Erſcheiung. Kritiſche Bemerkungen über die beiden
Mann=
ſchaftem larf man ſich ſchenken. Schiedsrichter Pallmann (98 D.)
ſorgte duch drei klare Abſeitstore (2 für Hochſchule, 1 für 98) für
höhere Vorausbeute, und durch ſeine oft ſeltſamen oder
ausblei=
benden ſegelanwendungen für Lebendigkeit um den Raſen, den
einige undert Zuſchauer umſäumten. Warum mußten gegen
—
Schluß znige Spieler unbedingt „holzen”?
16. Dezember 1931
1. Ziehungstag
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
8 Gewinne zu 2000 M. 184737 259938 306720 932087
20 Gewinne zu 1000 M. 45678 111816 122528 127631 135842 176757
230650 251492 293949 376098
48 Gewinne zu 800 M. 3440 32017 39085 43946 45280 53431 94018
115924 143436 179504 194333 20 1608 217751 223317 236963 256879
258822 268350 285331 280247 306741 313325 335183 355617
46 Gewinne zu 500 M. 12334 62733 68697 68838 82514 85612
105264 116868 120398 146398 154400 159209 187638 197195 251452
268024 288260 297335 333192 346540 374194 392784 398850
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 50000 c. 339259
6 Gewinne zu 5000 M. 129316 307093 310361
6 Gewinne zu 3000 M. 72012 180211 322239
10 Gewinne zu 2000 M. 46737 205498 334464 384879 389842
36 Gewinne zu 1000 M. 35713 69184 89755 104880 118123 139578
142945 162828 168526 189551 191761 193166 207257 219363 236049
289928 307731 336150
20 Gewinne zu 800 M. 11458 29415 39904 82299 126796 223205
333609 334 180 356221 383278
46 Gewinne zu 500 M. 11068 28461 31080 51879 102453 126881
1334 13 134930 142763 174233 174363 175323 186470 218508 227624
242448 250814 288994 292450 305657 308772 353439 381014
Amkliche Winkerſporknachrichken.
Herausgegeben von der Heſſiſchen Oeffentlichen Wetterdienſtſtelle
am Landw. Inſtitut der Univerſität Gießen am 17. Dezember 1931.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Klar, — 9 Grad, Schneehöhe 6—8 cm.
Neuſchnee 2 cm, Pulverſchnee, Sportmöglichkeit vorhanden.
Taunus. Kleiner Feldberg: Klar, — 7 Grad, Schneehöhe 3 cm,
Neuſchnee 1—2 cm. Pulverſchnee, Ski und Rodel nur
ſtellen=
weiſe möglich.
Rhön. Waſſerkuppe: Klar, — 8 Grad, Schneehöhe 11 cm.
Neu=
ſchnee 6—10 cm. Pulverſchnee, Ski u. Rodel nur ſtellenweiſe
möglich. — Ellenbogen: Klar, — 5 Grad, Schneehöhe 10 cm,
Neuſchnee 6—10 cm, Pulverſchnee, Ski u. Rodel nur
ſtellen=
weiſe möglich. — Gersfeld: Bewölkt, — 7 Grad Schneehöhe
15 cm, Neuſchnee 6—10 cm, Pulverſchnee, Ski und Rodel gut.
Schwarzwald. Feldberg: Schneefall, — 7 Grad Schneehöhe 15 cm.
Neuſchnee 3—5 cm, Firnſchnee, Ski und Rodel gut. —
Hornis=
grinde: Bewölkt, — 6 Grad. Schneehöhe 25 cm. Neuſchnee
3—5 cm, Pulverſchnee, nur Ski möglich. — Ruheſtein: Klar,
— 7 Grad, Schneehöhe 35 cm. Neuſchnee 1—2 cm,
Pulver=
ſchnee, Ski u. Rodel gut. — Hinterzarten: Bewölkt, — 5 Grad,
Schneehöhe 10 cm. Neuſchnee 1—2 cm, Pulverſchnee, Ski und
Rodel mäßig.
Alpen. Hirſchberg: Schneefall, — 12 Grad. Schneehöhe 80 cm.
Neu=
ſchnee 21—30 cm. Pulverſchnee, nur Ski möglich.
Harz. Braunlage: Bewölkt, — 5 Grad, Schneehöhe 6 cm.
Neu=
ſchnee 3—5 cm, Pulverſchnee, Ski und Rodel mäßig.
Thüring. Wald. Oberhof: Bewölkt — 8 Grad, Schneehöhe 18 cm.
Neuſchnee 11—15 cm, Pulverſchnee, Ski und Rodel gut. —
Inſelsberg: Bewölkt. — 8 Grad, Schneehöhe 25 cm. Neuſchnee
16—20 cm, Pulverſchnee, Ski und Rodel ſehr gut.
Sächſiſches Gebirge. Johanngeorgenſtadt: Schneefall, — 6 Grad.
Schneehöhe 25 cm. Neuſchnee 6—10 cm. Pulverſchnee, Ski und
Rodel gut.
Schleſiſches Gebirge. Schreiberhau: Schneefall — 8 Grad,
Schnee=
höhe 20 cm, Neuſchnee 6—10 cm, Pulverſchnee, Ski und Rodel
ſehr gut.
Waldemar=Peterſen=Haus der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt,
Hirſchegg bei Oberſtdorf:
Schneehöhe 40 cm. Temperatur — 2 Grad, Skibahn ſehr gut,
anhaltender Schneefall.
Wekkerbericht.
Das über den Britiſchen Inſeln lagernde Hochdruckgebiet
wan=
dert unter weiterem Aufbau oſtwärts fort, ſo daß die Wetterlage
in ſeinen Bereich gelangt. Somit herrſcht vorerſt trockenes und
vielfach ſtärker aufheiterndes Wetter. Die Temperaturwerte
hän=
gen von Ein= und Ausſtrahlung ab, ſo daß nachts ſtärkerer
Tem=
veraturrückgang unter Null erfolgt.
Ausſichten für Freitag, den 18. Dezember: Nachts noch
Froſtzu=
nahme, meiſt heiter und trocken.
Ausſichten für Samstag, den 19. Dezember: Weiterhin trockenes.
leicht wolkiges und vielfach heiteres Froſtwetter.
Hauptichriftleitung. Rudolt Maupe
Veranwortlich für Poiltik und Wirtſchaft: Rudelf Maupe; für Fenllleton, Reich mm
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Bzbwanz
für den Hondel: Dr. C. H. Que iſch; für den Schlußdlenſt: Andreat Barer; ſio
„Die Gegenwart” Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Wills Kuhle.
Druck und Verlag. L. C. Wittſch — ſämtlich in Darmſtadt
Fch unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer bat 16 Geiten
(I. Bln.14531
Wenn uberall
die Weihnachtsalocken
läuren
in London und Warschau, in Stockholm und Rom —
dann hören Sie unter dem Weihnachtsbaum mit einem
Radio-Apparat von Telefunken
die feierlichen Weihnachtsstimmen aus aller Welt.
TElEFUNKEN 33W
TELEFUNKEN 23ON
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Betriebsfertig einschließl. Röhree,
.RM 134,
RM 194,
TALLMOITNA
[ ← ][ ][ → ]Nummer 330
Tagdllbaht
T
Freitag, den 18.D,
Der erſte Börſenſprechtag.
Nach Wiedereröffnung der Börſenräume das gleiche Bild: Schwankende Kurſe, ſchwache Tendenz
verkehr wieder überwiegend ſchwächer, zumal Anregungen beſonderer
Art nicht vorlagen. Im Gegenteil, man verwies auf den ſehr ſchwa=
Beininer and Sränrfätter effenten chen Schluß der New Yorker Börſe und auf das abermals
herauskom=
mende Angebot, in Farbenaktien, die ſich um etva 2,5—3 Proz. gegen
geſtern abend ſenkten. Die übrigen Werte uannte man ungefähr auf
Heiderieht.
Vortagsniveau.
Ohne beſonderen Grund hatte ſich in den vorgeſtrigen Abendſtunden
— vom Farbenmarkt ausgehend — eine kräftige Erholung durchgeſetzt.
Schuld hieran war wohl in der Hauptſache die Unzulänglichkeit des
Telephonfreiverkehrs, zumal nach 18 Uhr die Banken in das Geſchäft
nicht mehr eingreifen, ſo daß es eine Leichtigkeit iſt, die Kurſe
herauf=
zuſprechen. Bei feſter Tendenz pflegt im Telephonhandel plötzlich jedes
Angebot zu fehlen, ſo daß von einem Geſchäft kaum noch geſprochen
werden kann, während andererſeits bei ſchwächeren Kurſen die
Umſatz=
tätigkeit ziemlich lebhaft iſt, weil dem herauskommenden Material immer
Deckungsneigung gegenüberſteht.
So erfuhr man denn, daß die Stimmung im geſtrigen Freiverkehr
in Berlin nach einer Erholung in den vorgeſtrigen Abendſtunden
wieder ſchwächer war. Es lag zwar aus der Politik nichts weſentlich
Neues vor, der ſchwache Schluß der vorgeſtrigen New Yorker Börſe
und die anhaltende Unſicherheit in wirtſchaftlicher Beziehung genügten
aber, um die Stimmung nach unten zu beeinfluſſen. Hinzu kam, daß
vor dem Weihnachtsfeſt noch verſchiedentlich Geldbedarf beſteht und
auch der Einzahlungstermin auf gezeichnete Reichsbahnanleihe nahe iſt,
ſo daß ſich die Kundſchaft trotz der niedrigen Kurſe zu Verkäufen
ge=
zwungen ſieht. Die Kursveränderungen waren gegen vorgeſtern nur
gering. Selbſt bei den Hauptwerten wie Farben, Siemens, Reichsbank,
A. E.G. uſw. betrugen ſie nur Bruchteile eines Prozentes. Von
Spe=
zialwerten hörte man für Schultheiß, Stoer, Bergmann, Oberkoks,
Hamlurg=Süd, Chade uſw. Kurſe, die ſich aber ebenfalls etwa auf
letz=
ter L. ſis oder nur unweſentlich darunter bewegten. Auch
Reichsbahn=
vorzüge liegen behauptet. Anleihen und Pfandbriefe waren
unver=
ändert; für letztere jedoch herrſchte eine gewiſſe Unſicherheit. An dieſem
Markte ſtörte wohl, daß die Ausführungensbeſtimmungen für die in
der Notverordnung vorgeſehenen Ablöſungsmöglichkeiten immer noch
fehlten.
Die erwartete Belebung ging von dem geſtrigen erſten
Sprechver=
kehr in den Börſenräumen jedenfalls noch nicht aus. Auch in den
Nachmittagsſtunden blieb, das Geſchäft in Berlin ſehr klein; die
Kurſe konnten ſich unter geringen Schwankungen behaupten. Einen
ſtärkeren Verluſt hatte Burbach aufzuweiſen, die zeitweilig bis 12 Proz.
unter vorgeſtern umgingen und auch jetzt noch etwa 7 Prozent ſchwächer
als geſtern liegen. Schultheiß waren bis 3 Prozent gedrückt. Einiges
Intereſſe beſtand dagegen am Nachmittag für Rheiniſche Braunkohlen
und Salzdetfurth die zirka 2 Prozent gewinnen konnten. Farben,
A. E.G. und Reichsbank veränderten ſich kaum. Es zeigte ſich ver hie=
dentlich Deckungsneigung, als zu bemerken war, daß heute die üblichen
ſtärkeren Auslandsabgaben fehlten. Es tauchten übrigens Gerüchte auf,
die von einer neuen Notverordnung betr. dieſer Auslandsabgaben wiſſen
wollten. So notwendig dieſes vielleicht wäre, ſcheint ſie aber doch von
den zuſtändigen Stellen nicht geplant zu ſein. Am Pfandbriefmarkt iſt
eine gewiſſe Konſolidierung feſtzuſtellen. Bei ſtillem Geſchäft (die Zahl
der Geſchäfte iſt geringer geworden, nicht die effektive Summe) lagen
die Kurſe meiſt gut behauptet. Einzelne 8prozentige Emiſſionen
brök=
kelten bis zu 0,5 Prozent ab, doch änderte ſich an der allgemeinen
Spanne von 1 bis 2 Prozent zu den 7prozentigen wenig.
Reichsſchuld=
buchforderungen waren bis zu 0,25 Prozent ca. rückgängig. In
Stadt=
anleihen und Induſtrieobligationen fanden Umſätze kaum ſtatt. Am
Gekdmarkte wirkte ſich der Lohnzahltag aus und die Sätze erfuhren trotz
einzelner Rückflüſſe keine Veränderungen. Auch Privatdiskonten waren
wieder etwas angeboten und wurden mit 7 Prozent aufgenommen. Für
Reichsſchatzwechſel per 10. 3. beſtand nur wenig Intereſſe dagegen
gingen Schatzanweiſungen per 15. April, nachdem die 15 März=Serie
ausverkauft iſt, in kleinen Poſten zu einem Satze von 8 Proz. um.
In den frühen Vormittagsſtunden machten ſich am Rentenmarkt
Anſätze zu einer Befeſtigung bemerkbar, doch kam ſpäter reichliches
Ma=
terial heraus, wobei man Exekutionen vermutete; da im Gegenſatz zu
den vorhergehenden Tagen geſtern ſo gut wie keine Aufnahmeluſt
be=
ſtand, traten bei Gold= und Liquidationspfandbriefen Abſchwächungen
um 1—1,5 Prozent ein. Für kommunale Anleihen beſtand kaum
Inter=
eſſe, Städte=Anleihen und Induſtrie=Obligationen lagen vollkommen
ge=
ſchäftslos. Verhältnismäßig feſte Tendenz hatten dagegen Reichsaltbeſitz
und Reichsbahnvorzugsaktien; letztere gewannen etwa 1,5 Prozent.
Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 6,5 Prozent unverändert.
Die Anslndsootſen.
Die Londoner Börſe eröffnete geſtern in unſicherer
Hal=
tung. Sonderbewegungen waven nicht zu verzeichnen. Britiſche
Staats=
papiere tendierten ſtetig, internationale Werte blieben vernachläfſigt.
Oel= und Minenaktien lagen ruhig.
Die Pariſer Börſe war geſtern mehrfachen Schwankungen
unterworfen, doch lagen die Schlußkurſe etwa auf Vortagsbaſis.
An der Amſterdamer Börſe konnte ſich im Verlauf eine
leichte Erholung durchſetzen, die bis zum Schluß anhielt.
Das Geſchäft an der Wiener Börſe konnte ſich auch heute
nicht beleben; die Kurſe lagen durchweg etwas niedriger.
Die New Yorker Börfe, eröffnete geſtern in ſchwächerer
Haltung, doch hielten ſich die Kursrückgänge in engen Grenzen.
An den internationalen Debiſenmärkten war das Geſchäft am
Nach=
mittag ſehr ruhig, und es ergaben ſich im allgemeinen nur ganz
gering=
fügige Veränderungen. Das engliſche Pfund ſtellte ſich auf 3.45 gegen
den Dollar, 8.60 gegen den Gulden, 877/g gegen Paris, 17,66½ gegen
Zürich und 14,57½ gegen die Reichsmark. Der Dollar lag ſchwächer,
in Amſterdam ging er auf 2487/s zurück. Die Reichsmark tendierte
eben=
falls etwas leichter; in Zürich ging ſie auf 121,15, in Amſterdam auf
58,82½ und in New York auf 23,72 zurück. Der holländiſche Gulden
hat ſich weiter befeſtigt, doch ſind auch heute wieder Goldverſchiffungen
von Amſterdam nach Paris vorgenommen worden. Die Norddebiſen
und die Südamerikaner behaupteten ſich. Japan lag wieder etwas
ſchwächer.
Berliner deviſen=Feſtſekzung vom 17. Dezember.
Geld Brief Geld Brief Helſingfors 5.994 6.006 Spanien 35.86 35.94 Wien 49.95 50.05 Danzig 82.12 82.28 Prag 12.47 12.49 Japan Budapeſt 64.93 65.07 Rio de Jan. 0.249 0.25. Sofia 3.057 3.063 Jugoſlawien 7.393 7.407 Holland 169.33 169.67 Portugal 13.19 13.21 Oslo 78.17 78.33 Athen 5.195 5.205 Kopenhagen 80,02 80.18 Iſtambul Stockholm 80.42 80.58 Kairo 14.84 14.88 London 14.49 14.53 Kanada 3.397 3.403 Buenos Aires 1.058 1.062 Aruguay 1.818 1.822 New York 4.200 4.217 Island 65.43 65.57 Belgien 58.,56 58.68 Tallinn 112.,64 112.86 Italien 21.48 21.52 Riga 80.92 81.08 Paris 16.51 16.55 Bukareſt 2.517 2.523 Schweiz 81.97 82.13 Kaunas 41.91 41.99 Anläßlich der Wiedereröffnung der Frankfurter Börſenräume
für die regelmäßigen Zuſammenkünfte betonte der Vorſitzende des
Frankfurter Börſenvorſtandes, Bankier Oskar Fr. Oppenheimer, daß
dieſe Beſprechungen in den Börſenräumen als ein erſter „Stehverſuch”
anzuſprechen ſeien. Er gab die Verſicherung ab, daß nichts geſchehen
werde, was der Regierung unerwünſcht erſcheinen könnte. Es wird
ſtrengſtens darauf geachtet werden, daß das Verbot des Börſenhandels
eingehalten wird. Der Bank= und Börſenverein, dem ſämtliche Banken
und Bankiers in Frankfurt angehören, hat erklärt, daß die ihm
ange=
hörenden Mitglieder bei den Zuſammenkünften keine Geſchäfte
ab=
ſchließen. Auch die Maklerſchaft hat verſichert, daß ſie nichts tun werde,
was den geſetzlichen Beſtimmungen widerſpricht. Der Börſenſaal bot
ein ungewöhnlich ruhiges Bild, da ſich nur verhältnismäßig wenig
Be=
ſucher einfanden. Anweſend waren in der Hauptſache Vertreter von
Privatbankhäuſern, während man aus Großbankkreiſen relativ nur
wenig Beſucher feſtſtellen konnte. Im telephoniſchen Freiverkehr von
Büro zu Büro war das Geſchäft geſtern allgemein ſehr ſtill. Die
Stim=
mung war gegenüber der plötzlichen Erholung im vorgeſtrigen Abend=
Neue Sparkaſſen= und Gitoverbände
in Weſtdeutſchland.
Im Zuſammenhang mit der Reorganiſation der Landesbanken für
die Rheinprovinz und für die Provinz Weſtfalen, die bekanntlich nicht
mehr in der Lage waren, ihre Funktionen als Girozentralen,
Geldaus=
gleichſtellen und Liquiditätsrückhalte für die Sparkaſſen zu erfüllen,
iſt nunmehr die Gründung von zwei neuen Sparkaſſen und
Girover=
bänden beſchloſſen worden. Der Rheiniſche Verband wird ſeinen Sitz
in Düſſeldorf, der Weſtfäliſche in Münſter haben. Der bisherige
Rheiniſch=Weſtfäliſche Sparkaſſenverband wird dadurch überflüſſig; er
wird aufgelöſt werden. Die proviſoriſchen, unabhängig von den
Lan=
desbanken bereits errichteten Girozentralen übernehmen alsdann
end=
gültig ihre Funktionen, die Weſtfäliſche mit dem Sitz in Münſter,
während der Sitz der Rheiniſchen von Köln nach Düſſeldorf verlegt
wird. Die Poſten der Verbandsvorſteher werden vorläufig
ehrenamt=
lich verwaltet; doch ſteht die letzte Entſcheidung hierüber der
Preußi=
ſchen Staatsregierung zu.
ſicht
Unveränderte Nokendeckung.
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichbank vom 15. 12. 31 hat ſich imü de ver
der zweiten Dezemberwoche die geſamte Kapitalanlage der Boyln Leſomkt
in Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 803 aufn Lintol
4117,3 Mill verringert. Im einzelnen haben die Beſtände
Handelswechſeln und Schecks um 112,4 Mill. auf 3769,0 Millſi ud
RM. abgenommen, die Lombardsbeſtände um 31,3 Mill. auf ?
Mill. RM. und die Reichsſchatzwechſel um 0,8 Mill. auf 23,2 Mfülnl 0
RM. zugenommen.
abeſſen
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſinhn z Schril
53,3 Mill. RM. in die Kaſſen der Reichsbank zurückgefloſſen, undm hen ſo
zwar hat ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 53,4 Mill. gum
4538,1 Mill., RM. verringert, derjenige an Rentenbankſcheinen at über
um 0.1 Mill. auf 414.2 Mill. erhöht. Dementſprechend haben ſichi Hitz mit
die Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf 13,2 Milll den, bis
RM. vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit 434,0 Milmt 7 Rätſel
RM. eine Zunahme um 18,2 Mill. RM.
es literat
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſicüv,
um 15,0 Mill. RM. auf 1160,5 Mill. vermindert. Im einzelnens
haben die Goldbeſtände um 2,9 Mill. auf 1002,2 Mill., und din dieſer
Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 12,1 Mill. auf 158=/ Graf
Mill. abgenommen.
uf dem
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devi=” fändlick
ſen beträgt 25,6 v. H., wie in der Vorwoche.
Produkkenberichte.
bweiſun
Mannheimer Produktenbericht vom 17. Dezember. Weizen, inländd 9ich Eu
gut, geſund und trocken, 75—76 Kilo, 23,75—24,25, desgl. 73—74 ginſt zen Soh
23,25—23,50; Roggen, inländ., 21,75—22; Hafer, inländ., neue Erntitt gr ſeiner
je nach Qualität, 15—17,50; inländ. Sommergerſte 17,75—18,50, Ausu vom W
ſtichware über Notiz; Futtergerſte 17,25—17,75; Mais 17.50: Sohaſchror mngs hut
11,00; Biertreber 12,75—13; Trockenſchnitzel loſe 6,00; Wieſenheu, loſoſ, in den
5,40—5,00, Rotkleeheu 5,40—5,90, Luzernekleeheu 5,80—6,40; Stroln
Preßſtroh, Roggen=Weizen 3,80—4,10, desgl. Hafer=Gerſte 3,40.—390h Adenen
Stroh, geb., Roggen=Weizen 3,60—4, desgl. Hafer=Gerſte 3,9—3,6e5 ißien 9
Weizenmehl, Spezial Null, neue Ausmahlung, per Dezember, 34,000 m jung
desgl. mit Auslandsweizen 35,75; Roggenmehl, 6öprozent. Ausmallu un braut
lung, je nach Fabrikat, per Dezember, 29,50—31,25; Weizenkleie 8—4 der St
Erdnußkuchen 12,75. Tendenz: Höhere Forderungen für deutſchen um
MNaßn
ausländiſchen Weizen wirkten befriedigend. Auch die Nachfrage für Meblr
hat ſich etwas gebeſſert. Futtermittel etwas feſter. Die Börſe verkehrtn hoe. Lal
ache in
in ſtetiger Haltung.
Diehmärkke.
* Darmſtädter Viehmarkt vom 17. Dezember Aufgetrieben ware=
12 Dchſen, 188 Kälber, 6 Schafe. Die Preiſe ſtellten ſich für
Kälbgt=
auf a) 37—42, b) 31—36, c) 26—30 Pfg. pro Pfund. Spitzentiere üben ſein
Notiz. Marktverlauf: geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 17. Dezember. Auftrieb: 368 Kälbes Rache a
26 Schafe, 192 Schweine. 768 Ferkel und Läufer ſowie 1 Ziege. Ei
koſteten 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber b) 40—43, c) 35—36
d) 28—32; Schafe b) 20—22. Ferkel bis vier Wochen koſteten 5—8 Mkl.
Ferkel über vier Wochen 10—13 Mk., Läufer 15—19 Mk. pro Stiol
Marktverlauf: Mit Kälbern ruhig, langſam geräumt; mit Ferkeln und
Läufern ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 17. Dezember. Aufgetrieben warein
126 Rinder, ſeit dem letzten Markt; 1417 Kälber, 372 Schafe und 199
Schweine, ſowie 270 Litauer. Bezahlt wurde pro Zentner Lebeniy
gewicht: Kälber b) 42—46, c) 38—41, d) 32—37; Schafe a) 1. 24—
b) 20—23, c) 15—19; Schweine b) und c) 44—46, d) 43—46, e 16
Schweinefleiſch 52—56. Geſchäftsgang: langſam. Eingebracht vorem iue p
889 Viertel Rinder, 117 Kälber, 25 Hämmel und 465 halbe Schweinl*
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Der Reichsarbeitsminiſter hat, wie der Deutſche Bankbeann
TBLICH
tenverein mitteilt, Regierungsrat Dr. Heitmann zum beſonderes
Schlichter für die bindende Feſtſetzung der Gehaltsbezüge iu
Bankgewerbe beſtellt. Die von dem Schlichter anberaumte Aus, hödchen
ſprache mit den Tarifparteien findet am Dienstag, den 22. De
zember, ſtatt.
Das Spezialgeschäft
der praktischen Goschenke
Wie die Direktion der Neederlandſchen Bank im Zuſammern
FK
hang mit den in der letzten Zeit aufgetauchten Gerüchten über eii
angebliches Abgehen Hollands vom Goldſtandard, auf Anfrag) Uſe
mitteilt, iſt ſowohl die holländiſche Regierung, als auch die
Direi=
tion der Neederlandſchen Bank feſt entſchloſſen, am Goldſtandarn Ama
feſtzuhalten.
MiEt
Die Goldausfuhr der Vereinigten Staaten in den erſten el!
Monaten des Jahres 1931 betrug 434 143 000 Dollar, die Goldeinn
fuhr 552 610 000 Dollar.
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Freitzu 18. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 350 — Seite 15
NLTAMLIO
*
von
Roman
FRITZ WEBER
(Nachdruck verboten.)
Derverlorene Sohn” brachte Kapitän Olingſens Tagebuch
jenr vorſichtigen Schlauheit, die ſich ſchon in Anordnung
und Lexungröße ausdrückt. Der Anfang erſchien auf der
drit=
en Scisſals Feuilleton, die erſte Fortſetzung rückte über den
Strich um wagte ſich auf Seite zwei vor, die weiteren Abſchnitte
nangten nit immer wuchtigeren Titelköpfen auf der erſten Seite.
Graf Keler=Kroſzinſki blieb ſeinen Grundſätzen treu. Er
dermieda ſde perſönliche Stellungnahme, ſondern verſuchte nur,
Leſer
Unuedeſſen arbeitete Graf Emerich an der Abfaſſung jenes
hwieriſe Schriftſtücks, das ihm die kalkulierten zweitauſend
ugen ſollte. Seine Phantaſie ſtellte ſich den möglichen
enzat über die „Svea” vor, Hand und Füllfeder verſahen
zatz fübatz mit „wenn” und „aber”, mit Gedankenſtrichen und
fragezeichen, bis das Machwerk nur mehr dem Gewiſſen des
Schul=
igen krun Rätſel war. Jedes Gericht mußte bei eingehender
Prü=
ung dinſt literariſchen Meiſterſtücks den Anwurf der Erpreſſung
urückwwiſn.
Als ſieſer „Offene Brief an Holger Helland”, fertig war,
ppte ihr Graf Keler eigenhändig auf der Schreibmaſchine und
ſerkte au dem Wochenkalender das Datum der Abſendung vor.
ſlbſtvurſändlich durften auf dem Umſchlag die Klauſeln „
Einge=
riebeu und „Eigenhändig” nicht fehlen, denn vorläufig war
dieſes Schreiben eine Ware, die ein Kaufmann dem andern
ſbot: lweiſung und Folgen gingen auf Gefahr des Empfängers.
Letdigich Chriſtian Olingſen bereitete dem Herausgeber des
Verlorenn Sohnes” ſchwere Sorge. Er hatte ihm ein
Manſar=
enzimrng ſeiner Villa eingeräumt und bemühte ſich redlich, den
Minder om Wert einer ſosgenfreien Exiſtenz zu überzeugen.
Annags hatte Chriſtian allerlei Ausflüge unternommen. Er
neb ſöihin den Sekretariaten der Gewerkſchaften umher, ſprach
iie ei ver =chiedenen Apoſteln der „neuen Sittlichkeit” vor. Dieſe
Ab=
ſecher ſoten durchaus nicht in Graf Kelers Pläne. Er entzog
Tſaher kien jungen Fanatiker einfach die Kleider und erſetzte ſie
ſurch esnn braunſeidenen Pyjama ſamt rotem Schlafrock, die ein
„Retreten der Straße ausſchloſſen.
Diuſt Maßnahmen verſetzten den Blinden in wachſende
Be=
mruhi ng. Täglich forderte er, man möge ihn über den Stand
ſiner Scche informieren, und täglich teilte ihm der Graf mit,
alles eiim Zuge”, man müſſe Geduld haben, das weitere werde
ch ſchan ſinden. Es gab Auftritte, die für Graf Emerich ſehr
be=
hämernd waren. Der Blinde warf ihm Lauheit und Mangel an
Eintereſ evor und ſagte ſchließlich rundheraus, daß er ſich verraten
ihle/ Hſei nun an der Zeit, die Maſſe Publikum mit gehörigen
ſüffens afzumuntern, oder er, Chriſtian Olingſen, werde ſein
lecht —ud Rache anderwärts ſuchen.
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Graf Keler=Koroſzinſki erſchrak über dieſen Ton ſeines
Schütz=
lings in nicht geringem Maße. Er ſchlug vor, der öffentlichen
Meinung noch eine Woche Friſt zu geben, dann aber ohne Zögern
Holger Heland „mit der Schärfe des Schwertes zu richten”. Nach
langem Hin und Her erklärte ſich der Blinde damit einverſtanden.
Der Herausgeber des „Verlorenen Sohnes” hatte viel Sinn
für jene zweckmäßige Feierlichkeit, die Widerſpruch und
Aufleh=
nung zumeiſt im Keim erſtickt. Auch kannte er den Wert einer
Eröffnung, die ſich an den Zahlenſinn einer Frau wendet.
Als er an dem Morgen nach jener peinlichen Szene auf der
Dachterraſſe erſchien, wußte Fräulein Ackersrode gleich, daß irgend
etwas Beſonderes im Zuge war. Graf Keler machte nachdenkliche
Augen, ſprach wenig und nur in ſorgfältig geſetzten Worten und
eröffnete ihr ſchließlich, daß er ſie für Punkt elf Uhr zu einer
Etwas für den Herrn!
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Unterredung in ſein Arbeitszimmer bitten müſſe. Dann erhob er
ſich, wünſchte ihr lächelnd einen guten Morgen und verſchwand,
ſeinen maſſiven Oberkörper auf dünnen Beinen wiegend, in der
Tür des Ueberbaues.
Um ein Viertel nach elf pochte Hedwig an Leas Zimmer und
teilte mit, daß Graf Keler nochmals bitten laſſe. Wütend ſchlüpfte
die Schauſpielerin in ein Morgenkleid, zog ihre Lippen raſch mit
dem Stift nach und ſtürzte hinaus.
Der Graf ſaß an ſeinem rieſigen Schreibtiſch und ſchien
zu=
nächſt Leas Eintreten zu überhören. Nach gemeſſener Pauſe hob
er prüfend den Kopf, ſtand auf und küßte ihr die Hand. Eine
feierliche Geſte lud ſie zum Sitzen ein.
„Liebe Lea, ich habe dir eine wichtige Mitteilung zu machen”.
begann er.
„Du willſt mich los werden? Da hätteſt du dir die
Affen=
komödie hier erſparen können”", warf Lea, vor Wut zitternd, ein.
„Deswegen brauchſt du mich nicht herzubitten, dazu brauchſt du
mir kein Standesbeamtengeſicht zu ſchneiden! Sag, was du mir
gibſt, und ich bin in zwei Stunden weg.”
Graf Emerich ſtrich ſeinen Bart. „Aber, aber”, ſagte er, den
Kopf ſchüttelnd. „Unter vernünftigen Menſchen iſt es üblich,
zu=
nächſt einen Vorſchlag anzuhören und dann erſt Schlüſſe zu ziehen.
Ich denke nicht daran, mich von dir zu trennen, im Gegenteil,
unſere Schickſale ſollen noch enger verknüpft werden.”
„Du willſt mich heiraten?‟ Die Schauſpielerin ſchattierte den
Ausdruck ihres Geſichtes zu freudiger Spannung.
„Sſſſt. langſam! Heiraten! Warum nicht! Du bringſt mich da
auf einen köſtlichen Gedanken. Ja, ja, weshalb ſollen wir nicht
Mann und Frau werden, obwohl wir es de facto obnedies ſind,
wie ich mir zu ſchmeicheln wage.”
„Ach, Quatſch! Solange du mich Knall und Fall hinauswerfen
kannſt, ſind wir gar nichts! Leg endlich los! Was ſoll ich?"
„Du ſollſt mir einen kleinen Dienſt erweiſen, Lea.”
„Dacht’ ich mir. Der Dienſt wird nicht klein ſein, aber laß
einmal hören.”
Der Graf prüfte Fräulein Ackersrode gewiſſermaßen mit dem
letzten forſchenden Blick des Menſchenkenners und ſagte: „Du biſt
durch einen Zufall Zeugin meiner erſten Ausſprache mit Chriſtian
Olingſen geworden. Ich weiß nicht, ob dir klar iſt, was an der
Sache zu . . . Das heißt wie großartig wir dieſe Angelegenheit
im Dienſt unſerer Bewegung verwenden können. Sie iſt
zweitau=
ſend, vielleicht auch fünf= oder zehntauſend Pfund wert, das kommt
ganz auf meine Geſchicklichkeit an.”
Lea horchte auf.
„Von dieſer Summe gebe ich dir fünfzig Prozent, oder
zwan=
zig und mache dich zu meiner rechtlich angetrauten Gattin. Die
Wahl bleibt dir überlaſſen.”
„Na, ſchön, das mit den fünfzig ohne dich und zwanzig mit
dir werde ich mir überlegen. Auf keinen Fall aber ſchenkſt du mir
dieſe Kleinigkeit, wie ich dich kenne. Alſo pack aus, Emerich!”
„Eine lächerlich einfache Sache, Lea. Mein Plan muß
gelin=
gen und wird gelingen, wenn mir dieſer junge Narr keinen Strich.
durch die Rechnung macht. Er iſt ja ein netter Menſch, aber
ver=
rückt, beſeſſen. Ich kann ihn nicht länger halten, er droht mit
Ent=
hüllungen, will auf eigene Fauſt allerlei Unſinn verſuchen.”
„Nun, und ich ſoll ihn daran hindern? Soll ich ihn an der
Leine führen, oder wie denkſt du dir das?"
„Du ſollſt — nur ein bißchen nett mit ihm ſein, ihn halten,
bis ich ſo weit bin, das iſt alles.”
„Hui! Schöne Aufgabe für eine künftige Gräfin Keler! Alſo
ich ſoll womöglich in ſein Zimmer gehen, ſeine Geliebte werden?
Nee, Emerich, ſo dumm bin ich nicht! Dann ſchmeißt du mir ſicher
raus!” heulte ſie plötzlich los.
Bei ihren letzten Worten zuckte der geweſene Feudalherr
un=
willkürlich zuſammen. Er ermannte ſich aber ſofort wieder und
ſagte mit unverſieglicher Allmenſchlichkeit in der Stimme: „Aber,
Lea, wo du es ja ſchriftlich bekommſt! Ich weiß von nichts und
werde nie etwas davon wiſſen. Du hältſt ihn mir noch einen
Monat, dann iſt alles entſchieden, wit geben ihm den Laupaß
und heiraten. Iſt das nicht vernünftig, wie? Und — es muß ja
auch keineswegs zum Letzten kommen. Du liebſt mich doch, deine
Klugheit wird ſchon das Richtige treffen. Ein ſolches Küken iſt
ja mit ein paar guten Worten zu ködern. Du beſchäftigſt dich mit
dem Vogel, bringſt ihn auf andere Gedanken. In ſpäteſtens vier
Wochen iſt alles erledigt, Lea. Na?‟
„Ein Blinder auch noch! Hu, wie ekelhaft er überhaupt iſt!
Nein, Emerich, das iſt nichts für mich! Da behalte du nur ruhig
deine Kröten! Eine Schweinerei iſt das, ſage ich! Solche Krüppel
ſind immer mit den Händen da, pfui Teufel, und ich hab' doch
gar nichts mit ihm, ich will nichts mit ihm haben! Da nimm dir
nur die Lene, die fängſt du mit einem neuen Hut ein, aber mich
laß gefälligſt aus dem Spiel, ich mache ſo etwas nicht!“
(Fortſetzung folgt.)
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Seite 16 — Nr. 350
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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1. Teil: Die Gestade des Mittelmeeres — Die Riviera — Mentone — Monte Carlo — Nizza — Cannes — Marseille. — 2. Teil: Die
Provence — Tempel und Bäder aus der Römerzeit in Nimes — Pont du Gard — Arles Arignon — Les Beaux Carcasonne. — 3. Teil:
Die Pyrenäen mit ihren Schneegipfeln, Felsschluchten, wilden Gebirgsbächen und Dörfern — Lourdes — Die Ozeankäste mit Bjarritz.
4. Teil: Der Nordosten Frankreichs — Die Bretagne — St. Malo — Morlaix, das Land mit den Kalvarienbergen — Mont St. Michel.
5. Teil. Paris, das Herz Frankreichs.
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Tonfilm-Schlager aus derVorkriegszeit
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(Kartoffelsupp . .. Kartoffelsupp .. .)
Regie: E. Schönfelder.
In den Hauptrollen:
dretl Theimer, Panl Heidemann, Albert
Panlig, Ida Wüst u. a.
Kameraden macht euch marschbereit,
denn jetzt kommt die Manöverzeit!
Vom Hauptmann bis zum Unterottizier
schleift alles vur den Musketier
und bimst die alten Knochen weich,
vom Wecken bis zum Zapfenstreich.—
Und dazu gibts beim Küchenspieß,
die ganze Woche auch nur dies:
„Kartoffelsupp, Kartoffelsupp”
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Elisabeih von Thüringen.
Das neue eindrucksvolle Filmwerk
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Heinrich George
in dem großen Kriminal-Tonfilm:
Berlin
Farofänderbatt
(Die Geschichte vowFranz Bieberkopf)
nach dem Roman fon Alfred Döblin.
Weitere Hanptdarsteller:
Bernhard Minetti, Margarete Schlegel,
Maria Bard, Gerhard Bienert u. a-
Der Film ist ein Sittenbild aus der
Berliner Unterwelt und zeigt ein
Menschenschicksal, an dem sich die
Weltstadt vorüberdreht.
Im Beiprogramm:
Micky und die Indianer
und die Emelka-Tonwoche.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
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der Grundschale
2) Lyzeum (Sexta— Untersek); Lehrplan der öff.
Lyzeen. — Obersekundareife.
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täglich von 12 bis 1 Uhr.
Die Leitung der Elisabethenschule.
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Der Film schildert Züge ans dem Leben der Heiligen.
ihre Umgebung, ihre Zeit — zeigt die Wartburg und
ihre Landschaft. Ungarns Ebene, ein Bild jener Länder.
die ihr Euß berührt hat wie das Assissi
des hl. Franziskus.
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