Gnzelnummer 10. Pfennige
hu wöchenllt 4maligem Erſcheinen vom I. Dezember
z. Dmber 2.18 Reichsmart und 22 Pfennig
ragegepil, abgeholt 2.25 Reichsmark, durch die
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ſteinen nineſner Nummern infolge höherer Gewalt
ſchigt : w Bezieher nſcht zur Kürzung des
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ſ onm Verbindlichteit für uns. Poſiſchecktonio
Frankfurt a. M. 4301.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche ilnſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Originol=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmiſi. Tagbl.” geſtattet
Nummer 347
Dienstag, den 15. Dezember 1931. 194. Jahrgang
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Finanz=Anzeigen 40 Reſchspfg. Rellamezelle (92 mm
breitl2 Reichsmarl. Anzeligen von auswärts 40 Reſchepfg.
Finanz=Anzelgen 60 Reſchspfg. 92 mm breite
Rellame=
zelle 3.00 Reichsmarl. Alle Preiſe in Reichsmark
(1 Dollar — 420 Marfl. — Im Falle höberer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strelt uſw., erliſcht
ſede Verpſſichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtliſcher Beſtreiſbung fäſl ſeder
Rabatt weg. Bankkorio Deutſche Banl und
Darm=
ſtädter und Nallonalbant.
* Frankreich und die Welkkriſe.
Mehr Schaden als Nußen ſowohl für die Schuldner als auch für die Gläubiger.
die Forkſehung der Reparakionszahlungen würde eine Kakaſtrophe für die Welt bedeuten.
Ausſprache in Baſel
Einwirkungen der Reparakionszahlungen
auf die Welkwirtſchaft.
Verbalnoke Amerikas an ſeine Schuldner
„Infolge Verzögerung des Hoover=Feierjahres nichl
als im Rückſtand mit den Zahlungen angeſehen.”
Baſel, 14. Dezember.
Den keratende Sonderausſchuß ſetzte ſeine Arbeit am Montag
11 Ih in einer Vollſitzung fort. Der Ausſchuß hat die
Prü=
gdes lage der Deutſchen Reichsbahn auf Dienstag verſchoben
dſichä vie verlautet, heute mit der allgemeinen
weltwirtſchaft=
hen En befaßt, wobei die Frage des Zuſammenhanges zwiſchen
eara=ugen und Weltwirtſchaftslage erörtert werden dürfte.
fſuch hiürwird der Ausſchuß an den Wiggins=Ausſchuß anknüpfen,
feſtgeſellt hat, daß es eine allgemeine Erholung von der
Welt=
ſe näh geben kann, ſolange die Lage Deutſchlands ſich nicht
Miuber die ſchädlichen Auswirkungen der Tribufe
Uele die weltwirtſchaftliche Seite der dem Ausſchuß geſtellten
AF ſigab hat, wie verlautet, heute vormittag das holländiſche
Sſchuuitglied Coliin ein Expoſé erſtattet. Colijin iſt für dieſe
bge Lebnders kompetent, da wiederholt die Arbeiten des Völ=
Ehk ſundl auf dem Gebiete der Wirtſchafts= und Handelspolitik
ſer ſuüger Leitung ſtanden. Dem Ernſt ſeiner Darlegungen, die
ge=eſter Kenntnis und Beobachtung des wirtſchaftlichen
ens nd der volkswirtſchaftlichen Geſetzmäßigkeit baſierten,
i keiner der Vertreter verſchließen. Dieſe Darlegungen
enuſiter noch von Dr. Bindſchedler, den Direktor der
Schwei=
hen freditanſtalt, ergänzt.
C0 14s Ausführungen gipfelten darin, daß die Reparationen
nurfür die Schuldner ſondern vor allem auch für den
Gläu=
mer Schaden als Nutzen geſtiftet haben, und daß ihre
ethiig für die Welt eine Kataſtrophe bedeute.
(auhBindſchedler gab auch der ſüdſlawiſche Vertreter Djuitſch
AMErklärung zur Weltlage ab.
De. ßeratende Ausſchuß ſchloß am Nachmittag die Ausſprache
d:eEinwirkungen der Reparationszahlungen auf die
Welt=
ſchafftlage. In der Nachmittagsſitzung wurde insbeſondere
den Sturz der Preiſe im Verhältnis zur Kaufkraft des Goldes
üburdie andauernde Steigerung der Zolltarife geſprochen.
Aldl deutet darauf hin, daß die Verhandlungen des
undeiausſchuſſes, die jetzt eine Woche dauern, in die=
Taaſen in das entſcheidende Stadium
eintre=
woyen. Die erhöhte Tätigkeit inprivaten
Be=
ſechungen der Delegierten, die vorgeſtern einſetzte, wurde
tahormittag fortgeſetzt. Der franzöſiſche Delegierte,
ſieſſürRiſt, ſuchte ſchon ſehr früh den engliſchen Vertreter
Lay=
aun Man nähert ſich jetzt allmählich dem
Ver=
d hngsabſchnitt, wo die Schlußfolgerungen
di/ Unterſuchungen des Ausſchuſſes gezogen
*d71. Dabei ſtehen zunächſt die Form und der Inhalt des
ſſchußſerichtes ſelbſt im Vordergrunde der Erörterungen und
Fragl wer mit ſeiner Redaktion beauftragt werden ſoll.
Das Urkeil des Neukralen.
Zuu ſem heutigen Expoſé Colijns im Beratenden Sonder=
Eſchuß über die weltwirtſchaftlichen Auswirkungen der Repa=
Monszchlungen iſt zu bemerken, daß der Ausſchuß, der bis
9t houftſächlich die Darlegungen der deutſchen Vertreter
ent=
hengzmmmen hat, Wert darauf legte, über dieſen
Fragen=
oles von einem neutralen Sachverſtändigen unterrichtet zu
Edem Coliin hat in dem vergangenen Jahre Gelegenheit
ge=
ſcht, Eu Seite des Problems der deutſchen Zahlungsfähigkeit
Pſonder zu ſtudieren. Es darf daran erinnert werden, daß
blihauf der letzten Völkerbundstagung im
Pbtrber, und zwar im Wirtſchaftsausſchuß ſich ſehr
ſſeimſtig über die Frage der Reparationen
aus=
f brohen hat. Er erklärte damals, es ſei unmöglich,
Eſesſrage zu übergehen, wenn man ſich über
ſe geſenwärtige Kriſe ein Bild machen wolle.
ſine )i Transferierungen, führte Coliin ſeinerzeit aus, hätten
R0 all Abfolute Unmöglichkeit herausgeſtellt, einmal weil die
orainen nicht auf wirtſchaftlichen Gründen beruhen, ferner
Feu MeGläubiger ſich weigerten, den für die Bezahlung not=
Mdigen Export aufzunehmen. Colijn wies weiter auf den zeit=
Abe=imzten Charakter des Hoover=Moratoriums hin und
be=
we, )6 im Hinblick darauf ſchleunigſte Maßnahmen getroffen
Aden müßten, um der Situation nach Ablauf des Mora=
Nunns echtzeitig zu begegnen. Coliin iſt ſeiner früheren
Auf=
ung eugeblieben. Er hat ſich heute in Baſel über die funk=
Dsſtthunden Wirkungen der Reparationen in demſelben Sinne
Sgefpochen wie damals in Genf.
Eiland bereitet ſich auf die Konferenzen vor.
London, 14. Dezember.
Deiheute beginnenden, auf drei bis vier Tage berechneten
Mimelzbeſprechungen kommt große Bedeutung zu. Das Kabi=
Ei wn ſich vor allem mit den neuen Zollvorſchlägen befaſſen,
* demParlament nach ſeinem Wiederzuſammentritt vorgelegt
desollen, ferner mit der Haltung Englands auf der bevor=
VenM4 Reparations=Konferenz und der Abrüſtungs=Konferenz.
e were wichtige Frage bildet auch die Vorbereitung der
Vicheuch ferenz in Ottawa und die zu dieſem Zwecke mit den
i miis „einzuleitenden Beſprechungen, ſowie die Weizen=
Kon=
gentlrung.
Waſhington, 14. Dezember.
Obgleich wegen der vom 22. Dezember bis zum 4. Januar
dauernden Kongreßferien mit einer Entſcheidung über die
Annahme des Hoover=Feierjahres wahrſcheinlich erſt
Mitte Januar zu rechnen iſt, herrſcht doch ſchon jetzt in
Regie=
rungskreiſen hinſichtlich dieſer Angelegenheit der größte
Opti=
mismus.
Unterſchatzſekretär Mills wies in einer langen Erklärung
dar=
auf hin, daß ſeinerzeit 68 Senatoren und 276 Abgeordnete dem
Hooverplan zugeſtimmt hätten. Es ſei nicht ausgeſchloſſen, daß
das Staatsdepartement von ſich aus am heutigen Montag die
diplomatiſchen Vertreter der Schuldnerſtaaten amtlich davon in
Kenntnis ſetzen werde, daß man ſie in Anbetracht der
eingetrete=
nen Ratifizierungsverzögerung nicht als im Rückſtand mit ihren
Zahlungen anſehe.
Forlſehung der deutſch=franzöſiſchen
Wirtſchafts=
beralungen.
Berlin, 14. Dezember.
Der erſte Unterausſchuß des Deutſch=Franzöſiſchen
Wirtſchafts=
komitees wird am Dienstag vormittag zu einer Beratung in
Ber=
lin im Reichswirtſchaftsrat zuſammentreten. Die Arbeiten des
Unterausſchuſſes ſind in zwei Abteilungen gegliedert, die
gleich=
zeitig bearbeitet werden. Die erſte Abteilung wird ſich mit den
Fragen des deutſch=franzöſiſchen
Handelsver=
trages beſchäftigen, die zweite mit der Frage der
deutſch=
franzöſiſchen Wirtſchaftsentente, insbeſondere den
Kartellfragen. Der Geſamtvorſitz der Tagung des
Sonder=
ausſchuſſes ruht in den Händen des Staatsſekretärs v. Simſon für
Deutſchland und des franzöſiſchen Delegierten Fougére. Die
Ver=
handlungen ſelbſt wird Staatsſekretär v. Simſon leiten. Die
Vor=
ſitzenden der erſten Abteilung ſind für Frankreich Elbel, für
Deutſchland Miniſterialdirektor Poſſe, der zweiten Abteilung für
Frankreich Laurent und für Deutſchland Lammers. Unter den
franzöſiſchen Delegierten, die teils im Laufe des heutigen Tages,
teils morgen früh eintreffen werden, befinden ſich die beiden
Generalſekretäre des Wirtſchaftskomitees, der Gewerkſchaftsführer
Jouhaux, und als Vertreter der franzöſiſchen Landwirtſchaft
Gautier.
Die Schweiz kündigk den Handelsverkrag.
Einfuhrbeſchränkungen gegen Deukſchland geplank.
Der Schweizeriſche Bundesrat hat am Montag beſchloſſen, den
Handelsvertrag mit Deutſchland zum 4. Februar zu kündigen. Der
Bundesrat erklärt ſich jedoch zu weiteren Verhandlungen mit
Deutſchland über eine Regelung des Handelsverhältniſſes nach dem
4. Februar bereit. Die Kündigung bedeutet, wie betont wird,
keineswegs die Eröffnung eines Zollkrieges. Bundesrat
Schul=
theß, der Leiter des Volkswirtſchaftsdepartements, wird dem noch
tagenden Parlament eine Vorlage über den Erlaß von
Einfuhr=
beſchränkungen, die bereits vor einigen Tagen angekündigt
wur=
den, nunmehr unterbreiten.
* Die offizielle Kündigung des deutſch=ſchweizeriſchen
Han=
delsvertrages lag bis zum Montag abend in Berlin noch nicht vor.
Die Nachricht ſelbſt, daß der Schweizer Bundesrat einen
entſpre=
chenden Beſchluß gefaßt habe, hat im Auswärtigen Amt nicht
über=
raſcht, weil nach Lage der Dinge mit der Kündigung gerechnet
werden mußte. Die neuen Verhandlungen über die Aenderung
des Vertrages beginnen im Januar. Sie geſtalteten ſich in den
letzten Wochen ſehr intenſiv, weil ſich die Schweizer darauf
ver=
ſteiften, vom 4. Februar ab entweder freie Hand zu haben oder
aber die Einfuhr eine beſtimmten Reihe deutſcher Waren
kon=
tingentieren zu dürfen. Die Reichsregierung mußte aus
grund=
ſätzlichen Erwägungen heraus die Schweizer Kontingentswünſche
ablehnen, weil das deutſche Handelsvertragsſyſtem auf der Baſis
der gegenſeitigen Meiſtbegünſtigung aufgebaut iſt und das
Kon=
tingentsſyſtem nicht kennt. Außerdem beſtand die Gefahr, daß
bei einem Entgegenkommen auf dieſem Gebiete nunmehr
zahl=
reiche andere Staaten mit gleichen Wünſchen an uns herangetreten
wären. Da wir außerdem mehr denn je auf einen Ausfuhrhandel
angewieſen ſind, mußten wir alle Anſtrengungen machen, den
Export im bisherigen Umfange aufrecht zu erhalten. Das iſt uns
leider nicht gelungen.
Man wird der Schweiz zugutehalten müſſen, daß ſie gleichfalls
unter der Wirtſchaftskriſe ſehr ſchwer zu leiden hat, und daß
namentlich der Reiſeverkehr von Deutſchland nach der Schweiz
auf ein Minimum zuſammengeſchrumpft iſt. Dafür haben aber die
Schweizer in den hinter uns liegenden Jahren erhebliche
Ge=
winne aus dem Reiſeverkehr ziehen können. Sie haben ferner ihre
Kapitalien zu hohen Zinſen in Deutſchland arbeiten laſſen und
befinden ſich auch jetzt im Beſitz nicht unerheblicher Gelder, die von
Deutſchen in der Schweiz angelegt worden ſind. Es iſt
bedauer=
lich, daß der deutſch=ſchweizeriſche Handelsvertrag gelöſt worden
iſt und daß wir ausgerechnet mit der Schweiz in einen
vertrags=
loſen Zuſtand geraten, weil uns unſere Reparationsgläubiger dazu
gezwungen haben, unſeren Export zu forcieren. Bis zum 4.
Fe=
bruar werden aber die Verhandlungen mit der Schweiz
fort=
geführt. Man hofft auf beiden Seiten, einen Zollkrieg vermeiden
zu können und einen Zuſtand zu ſchaffen, der dem Abſchluß eines
neuen Vertrages den Weg ebnet.
Zwiſchen Reparakionen und Abrüſtung.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, im Dezember 1931.
Frankreichs Verhältnis zu Deutſchland wird jetzt in Paris
nach der Rede des Reichskanzlers einigermaßen optimiſtiſcher
beurteilt. Die letzte Notverordnung blieb nicht ohne Rückwirkung
auf die Stimmung in Frankreich; ebenſo fanden die Worte
Brünings eine günſtige Aufnahme. Doch war dieſe keineswegs
allgemein. Beſonders die Rechtspreſſe warf der deutſchen
Re=
gierung bald Energieloſigkeit, bald Doppelzüngigkeit vor. Auch
an dem langſamen Tempo der Verhandlungen der
Sachverſtän=
digen in Baſel hat man hier viel auszuſetzen. Immerhin führt
man das ſchleppende Tempo nicht nur auf techniſche, ſondern
auch auf perſönliche Gründe zurück. Gleichwohl iſt man jetzt
etwas optimiſtiſcher als noch vor einer Woche, wenigſtens
hin=
ſichtlich der bevorſtehenden Verhandlungen mit Deutſchland. Das
bezieht ſich jedoch nicht auf die allgemeine Abrüſtungskonferenz.
Hier verlautet zwar nichts von einer in letzter Zeit in der
Welt=
preſſe häufig erwähnten geplanten Verſchiebung dieſer Konferenz.
Im Gegenteil iſt man hier eifrig mit den Vorbereitungen zu dieſer
Konferenz beſchäftigt. Ihre Ausſichten werden hier jedoch gering
beurteilt. Wenn die allgemeine Abrüſtungskonferenz trotzdem
nicht verſchoben wird, ſo iſt das nur dem Umſtand zuzuſchreiben,
daß kein Staat für die Verſchiebung der
Konfe=
renz die Verantwortung auf ſich nehmen will.
Innenpolitiſch hat die Abrüſtungsfrage in Frankreich bereits
zu einer ſehr heftigen Verſtimmung zwiſchen links und rechts
geführt, und es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß ſie auch im
Wahl=
kampf eine Rolle ſpielen wird.
Auf den Skandal im Trocadero — bekanntlich hatte die
extreme Rechte den Abrüſtungskongreß geſprengt —, hat die
Linke mit der Verhinderung einer politiſchen Verſammlung in
Bordeaux, die angeſichts der kommenden Wahlen von mehreren
rechtsſtehenden Gruppen organiſiert worden war, geantwortet.
Es gab wüſte Szenen, und die Rechte beſchuldigte die Behörde
von Bordeaux — Bordeaux iſt eine Hochburg der Linken — ihre
Pflicht vernachläſſigt zu haben. Dieſe Vorfälle haben dadurch eine
beſondere Bedeutung bekommen, daß ſie in der Kammer zu
einem offenen Kampf für oder gegen die Regierung geführt haben.
Laval war gezwungen, die Vertrauensfrage zu ſtellen. Ganz
ab=
geſehen von dem zahlenmäßigen Ergebnis, wurde die Regierung
dadurch erheblich nach rechts gedrängt. Das Kartell der Linken
iſt für einen Augenblick wieder auferſtanden. Man hat
unwill=
kürlich den Eindruck, daß, wenn die Sozialiſten während des
Wahlkampfes mit der Abrüſtungsparole geſchickt operieren, die
bisherige Poſition der Parteien leicht eine Aenderung erfahren
kann. Man darf jedoch hierbei die Tatſache nicht außer acht
laſſen, daß die Stimmung in Frankreich ganz allgemein dem
Ab=
rüſtungsgedanken wenig günſtig iſt.
Die finanzpolitiſchen Sorgen laſten immer ſchwerer auf die
Regierung. Die Bank von Frankreich verlor an der
Entwertungdes engliſchen Pfunds zweieinhalb
Milliarden Franken, und, da ſie noch einen ſehr großen
Poſten engliſchen Geldes beſitzt, muß man mit der Möglichkeit
weiterer Verluſte rechnen. Als dieſe Tatſache der breiten
Oeffentlichkeit bekannt wurde, verurſachte ſie eine ſehr große
Aufregung. Die Regierung muß nun Schatzamtbonds der Bank
von Frankreich zur Verfügung ſtellen, um das „Loch” in der
Jahresbilanz des Noteninſtituts zuzuſtopfen. Seit
der Entwertung der ruſſiſchen Anleihen iſt ein
ähnlicher Fall nicht vorgekommen. Es iſt
ſelbſt=
verſtändlich, daß die Stimmung England gegenüber durch dieſen
Vorfall ſich nicht beſſerte. Ueberhaupt iſt die Agitation England
gegenüber ziemlich ſtark, und man beſchuldigt offen die engliſche
Finanzpolitik, durch Intriguen auf den Zuſammenbruch des
franzöſiſchen Kreditweſens hinzuſteuern. Für die ſchwierige Lage
der Pariſer Börſe ſoll in erſter Linie England verantwortlich ſein.
Die Weltwirtſchaftskriſewirkt ſich in
Frank=
reich immer ſtärker aus. Man befürchtet jetzt, daß das
Kreditſyſtem auch im Innern Frankreichs „einfrieren” wird, und
wenn dieſe Befürchtung uns auch übertrieben erſcheint, ſo iſt
es doch Tatſache, daß ein ſtaatlicher Eingriff nicht mehr zu
um=
gehen iſt. Denn die Bauken ſind der Kriſe nicht gewachſen. Die
franzöſiſche Regierung will, wie verlautet, der Induſtrie einen
Kredit von fünf Milliarden einräumen. Das alles macht
natür=
lich ihre Lage vor der Kammer nicht leichter. Die
Anleihe=
politik erweiſt ſich gleichfalls als eine ernſte Belaſtung.
Finanz=
miniſter Flandin war wegen der „Vorſchüſſe” an die
mittel=
europäiſchen Kleinſtaaten ſeitens der Kammer ſchweren Angriffen
ausgeſetzt. Die Regierung betont gegenüber dieſen Angriffen, daß
Frankreich gezwungen war, an Stelle Englands „einzuſpringen”
um Finanzkataſtrophen zu vermeiden. Sie ging dabei zum
An=
griff über und — ſchlug einen neuen Vorſchuß von fünfhundert
Millionen, diesmal für die Tſchechoſlowakei, vor.
Die Erklärungen Hoovers über die Notwendigkeit der
Zu=
ſammenarbeit zwiſchen Amerika und Europa wurden als ein
Lichtpunkt am politiſchen Welthorizont begrüßt. Ueberhaupt
er=
hofft man jetzt von Amerika die erſten Anſätze zu einer beſſeren
Konjunktur. Außenpolitiſch legt man vor allem das
Hauptge=
wicht auf die Erzielung eines Zuſammengehens mit Waſhington,
ganz beſonders in der Reparationsfrage. Darum wurden die
Verhandlungen Grandis in Waſhington recht unangenehm
empfunden. Er ſoll beſonders in der Abrüſtungsfrage den
Stand=
punkt Hoovers ſehr ſtark beeinflußt haben. Es läßt ſich nicht
be=
ſtreiten, daß Hoover ſolchen „Beeinfluſſungsverſuchen” ſehr
zugäng=
lich iſt, da er ja immer ein Anhänger der Theſe war, durch einen
großzügigen internationalen Abbau der Rüſtungen die Budgets der
einzelnen Staaten weitgehendſt zu erleichtern und damit
auto=
matiſch die Lage der Weltwirtſchaft zu beſſern. In politiſchen
Kreiſen Frankreichs iſt, wenn ſich auch die Preſſe darüber
takt=
voll ausſchweigt, das Gefühl ſehr ſtark, daß die italieniſche
Diplomatie keine Gelegenheit vorbeigehen läßt, um Frankreich
Schwierigkeiten zu bereiten. Dadurch werden naturgemäß die
Ausſichten für eine franzöſiſch=italieniſche Verſtändigung — ganz
abgeſehen von der Abrüſtungsfrage — in keiner Weiſe größer.
Von amerikaniſcher Seite kommen gerade jetzt Nachrichten über
einen neuen Verſuch der amerikaniſchen Diplomatie, zwiſchen
Paris und Rom in der Frage der Seeabrüſtung zu vermittelu,
Bezeichnenderweiſe ſchweigt man ſich hier über die Möglichkeit
ſolcher Verhandlungen mit Italien aus.
Seite 2 — Nr. 347
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 15. Dezember 121
Die Sozialdemokraten gegen Reichstagseinberufung.
Nunmehr freie Hand für die Außenpolikik.
* Berlin 13. Dezember. (Priv.=Tel.)
Die Beratungen der ſozialdemokratiſchen Reichstagsfraktion
am Montag nachmittag haben das von uns erwartete Ergebnis
gehabt: Die Fraktion hat mit großer Mehrheit beſchloſſen, daß
ihre Vertreter im Aelteſtenrat gegen eine ſofortige Einberufung
des Reichstages ſtimmen ſollen. Die Begründung läuft darauf
hinaus, daß eine negative Mehrheit zwar die Aufhebung der
Not=
verordnung erreichen könne, daß dann aber aus dieſer Mehrheit
heraus eine neue Regierung nicht gebildet werden könne, und daß
deswegen die Sozialdemokratie eine politiſche Kriſe nicht
verantworten könne. Für die Zukunft freilich behält ſich die
Fraktion ihre Entſcheidung vor. Sobald ſich herausſtellen ſollte,
daß die Senkung der Preiſe nicht mit der Senkung der Löhne und
Gehälter Schritt hält, iſt „für ſie eine neue Lage entſtanden”.
Aber auch das iſt ſehr vorſichtig ausgedrückt, ohne irgendwelche
zeitliche Begrenzung. Die Fraktion hat ſich alſo keineswegs darauf
feſtgelegt, daß ſie ſchon Anfang Januar für eine Einberufung des
Reichstages zu haben ſein wird. Der Kanzler darf mit dieſem
Erfolg zufrieden ſein. Die Gefahr einer Weihnachtskriſe iſt damit
endgültig beſchworen. Herr Dr. Brüning, der infolge der
Ueber=
anſtrengungen der letzten Wochen nicht ganz auf dem Poſten war,
hat daher jetzt Friſt zur Erholung, zur Preisſenkung und zur
außenpolitiſchen Aktivität gewonnen.
Eine Enkſchließung der S. P. d. zur Nolverordnung.
In der Sitzung der Reichstagsfraktion der S.P.D. wurde
nach lebhafter Ausſprache eine längere Entſchließung
angenom=
ien. Darin lehnt die Reichstagsfraktion jede Verantwortung
für jene Teile der Notverordnung ab, die eine neue Belaſtung
der Arbeitnehmer mit ſich bringen, ſowie die Eingriffe in das
Tarifrecht und die Senkung der Löhne, Gehälter und
Sozial=
renten. Dann wird feſtgeſtellt, daß die Sozialdemokratie bei den
Parteien der verantwortungsloſen Oppoſition keine Unterſtützung
finde, und deshalb nicht in der Lage ſei, eine
Regie=
rung bilden zu können, die an die Stelle der
jetzigen Notverordnung etwas Beſſeres ſetzen
könute. Ein Aufhebngsbeſchluß des Reichstage s
würde alſo eine praktiſche Wirkung nicht haben,
ſondern die damit entſtehende Kriſe würde nur
die Verwirrung ſteigern die Verhandlungen
mit dem Ausland ins Stocken bringen, die
Wirt=
ſchaftskriſe und das Maſſenelend verſchärfen.
Nach einem Hinweis auf die Regierungserklärung über die
Wechſelbeziehungen zwiſchen Löhnen und Preiſen erklärt die
Reichstagsfraktion, für ſie werde eine neue Lage
ent=
ſtanden ſein, wenn ſich herausſtellt, daß die
Sen=
kung der Preiſe mit der Senkung der Löhne nicht
Schritt hält. Für dieſen Fall müſſe ſich die Fraktion ihre
weiteren Beſchlüſſe vorbehalten. In der Entſchließung wird
wveiter eine Wirtſchaftspolitik gefordert, die gegen die
kapi=
taliſtiſchen Monopole das Jutereſſe der
All=
gemeinheit rückſichtslos durchſetzt. Dann wird die Befrei=
ung des deutſchen Volkes, von den
unerträg=
lichen Reparationslaſten verlangt. Schließlich wird
an die Reichsregierung die Aufforderung gerichtet, dem Treiben
des Nationalſozialismus einen feſten Damm entgegenzuſetzen.
Die Senkung der ſtädkiſchen Werkkariſe.
* Berlin, 14. Dezember. (Priv.=Tel.)
Die Ausſchüſſe des Deutſchen Städtetages, der
Spitzenorgani=
ſation der deutſchen Groß=Gemeinden, haben ſich am Montag mit
der Preisſenkung näher beſchäftigt, ſoweit die kommunalen
Be=
triebe in Frage kommen. Am kommenden Mittwoch wird dann
der Vorſtand des Städtetages zuſammentreten und das Ergebnis
der Ausſchußarbeiten zur Kenntnis nehmen. An dieſer Sitzung
wird der Reichskommiſſar für die Preisüberwachung ebenſo
teil=
nehmen, wie er das bei den Ausſchußberatungen getan hat. Es
ſteht jetzt ſchon feſt, daß der Deutſche Städtetag die
Preisſenkungs=
beſtrebungen aktiv unterſtützen wird. Er will Richtlinien für die
Senkung der Gas=, Waſſer=, Elektrizitäts= und Verkehrstarife
aus=
gehen laſſen, will aber davon Abſtand nehmen, beſtimmte
Prozent=
ſätze zu nennen, um die die Tarife abgebaut werden ſollen. Das
wird dann wieder Sache der einzelnen Gemeinden ſein. Wie es
ſcheint, arbeitet man bereits darauf hin, vom 1. Januar ab die
Preiſe zu kürzen, damit die Allgemeinheit möglichſt raſch in den
Genuß der Preisſenkung kommen kann. Sobald ſich überſehen läßt,
wie ſich die neuen Tarife in den einzelnen Gemeinden ausgewirkt
haben, wird es notwendig ſein, erneut zu dieſer Angelegenheit
Stel=
lung zu nehmen und zu überlegen, ob nicht noch ein weiterer Abbau
möglich ſein wird.
Bom Tage.
Der Reichskanzler empfing am Montag die Vertreter der
Ge=
werkſchaften und Beamten zu einer Ausſprache.
Die rheinheſſiſche Bauernſchaft teilt mit, daß die angekündigte
Alzeyer Bauernkundgebung, in der der Reichslandbunddirektor
und Reichstagsabgeordnete der NSDAP., von Sybel, ſprechen
ſollte, verboten wurde. Die Verſammlung wurde deshalb
abge=
ſetzt und auf einen ſpäteren Termin verſchoben.
In Hamburg kam es am Sonntagabend zu einem
Zuſammen=
ſtoß zwiſchen demonſtrierenden Kommuniſten und der Polizei, die
ſchließlich von der Schußwaffe Gebrauch machen mußte. Ein
De=
monſtrant wurde getötet, mehrere verletzt.
Die neue Kirchenverfaſſung für die evangeliſchen Kirchen
Oeſterreichs wurde von der in Wien verſammelten Generalſynode
einſtimmig angenommen. An der Spitze der Kirchen wird in
Zu=
kunft ein evangeliſcher Landesbiſchof ſtehen. Die Regelung des
Verhältniſſes zum Staate bleibt beſonderen Verhandlungen
vor=
behalten.
Die politiſche Lage in Ungarn iſt geklärt: Das Bündnis
zwi=
ſchen der Regierungspartei und der Chriſtlichen Wirtſchaftspartei
iſt endgültig gelöſt. Graf Julius Karolyi bildet ein Kabinett
ledig=
lich aus den Mitgliedern der Einheitspartei. Das
Finanzmini=
ſterium wird mit Baron Friedrich Koranyi beſetzt.
Winſton Churchill, der ſich zurzeit in New York aufhält, wurde
in der vergangenen Nacht in der 5. Avenue von einer Kraftdroſchke
überfahren und hat ſchwere Verletzungen davongetragen.
Die amerikaniſche Regierung hat dem Senat einen
Geſetzent=
wurf vorgelegt, der die Auflegung einer Anleihe von 2
Milliar=
den Dollar für öffentliche Arbeiten vorſieht.
Nach Angaben des amerikaniſchen Gewerkſchaftsbundes ſind
20 Prozent der Arbeiter der Vereinigten Staaten arbeitslos. Für
Anfang des neuen Jahres rechnet man mit etwa 7,5 Mill.
Ar=
beitsloſen; nach noch peſſimiſtiſcheren Schätzungen dürfte dieſe Zahl
auf dem Höhepunkt der toten Saiſon etwa 9 Millionen betragen.
In einer aufſehenerregenden Rundfunkrede forderte der
dies=
jährige Friedens=Nobelpreisträger Muray (U. S.A.) die Auflöſung
aller Kriegs=, Marine= und Flugminiſterien. Abſchaffung der
Militärdienſtpflicht uſw.
Im Laufe des Montag haben Verhandlungen zwiſchen dem
Reichsarbeitsminiſter Stegerwald und den Vertretern des
Berg=
arbeiterverbandes über die Notverordnung, die
Knappſchaftsver=
ſicherung und die Löhne im Bergbau ſtattgefunden.
Schiedsſpruch in Nordweſt.
TU. Eſſen, 14. Dezember.
Die durch die Notverordnung notwendig gewordenen
Verhand=
lungen über Arbeitszeit und Lohn in der Nordweſtlichen Gruppe
der Eiſen= und Stahlinduſtrie kamen am Montagabend zum
Ab=
ſchluß. Schlichter Profeſſor Brahn fällte in der Lohnfrage einen
Schiedsſpruch, der zunächſt den bis zum 30. 11. geltenden
Lohn=
tarif bis zum 31. 12. unverändert verlängert. Ab 1. 1. 32 gilt
der Schiedsſpruch vom 18. 2. 27 mit folgenden Abänderungen:
a) Der Stundenlohn für den 21jährigen Facharbeiter beträgt
70 Pfennig (bisher 75), was eine etwa 6”ſprozentige
Lohn=
ſenkung bedeutet.
b). Der Stundenlohn für den 21jährigen Hilfsarbeiter beträgt
55 Pfennig (bisher 60 Pfennig).
c) Dieſer Abſatz enthält Ausgleichsbeſtimmungen, nach denen die
Akkordſicherung von 15 v. H. auf 10 v. H. feſtgeſetzt wird,
Dieſer Lohntarif gilt bis zum 30. 4. 1932 und kann dann mit
einmonatiger Friſt gekündigt werden. Der Schiedsſpruch wurde
von den Arbeitgebern ſofort angenommen, während die
Arbeit=
nehmer ihn ablehnten. Die Nachverhandlungen finden am
Don=
nerstag, vormittags 9 Uhr, im Reichsarbeitsminiſterium ſtatt.
In der Arbeitszeitfrage wurde eine Vereinbarung getroffen,
die von den Chriſtlichen Gewerkſchaften bereits angenommen
wurde, während die Freien und die Hirſch=Dunckerſchen
Gewerk=
ſchaften ſich ihre endgültige Zuſtimmung bis zum Mittwoch
vor=
behielten. Das beſtehende Arbeitszeitabkommen wird vom 1. 12.
bis 31. 12. unverändert verlängert. Vom 1. 1. 32 ab tritt eine
Aenderung ein.
Deukſch=rumäniſche Wirtſchaftsverhandlungen.
Berlin, 14. Dezember.
Am Montag begannen im Auswärtigen Amt die
Verhand=
lungen über die Regelung der deutſch=rumäniſchen
Wirtſchaftsbe=
ziehungen für die Zeit, bis der am 27 Juni 1931 gezeichnete
deutſch=
rumäniſche Handelsvertrag, der die bekannten Vorzugszölle für die
Einfuhr von Futtergerſte und Mais aus Rumänien nach
Deutſch=
land enthält, in Kraft treten kann. Dieſe Verhandlungen ſind
ver=
einbart worden bei den Beſprechungen, die der deutſche
Dele=
gationsführer Miniſterialdirektor Poſſe vor einer Woche in
Bu=
kareſt mit der rumäniſchen Regierung geführt hat. Die rumäniſche
Delegation ſteht wieder unter Führung des Generalſekretärs Ceſar
Popescu vom rumäniſchen Handelsminiſterium.
Die Bilanz des franzöſiſchen Englg
2½ Milliarden einer falſchen Politik geopfer=
Paris, 14. Dezeme
Das Jahresende naht und die Bank von Frankreich mun
Bilanz veröffentlichen. Das heißt, einen Verluſt von zweieis
Milliarden Franken infolge des engliſchen Pfundſturzes
ſtehen. Die franzöſiſche Regierung will dieſes „Loch” in der
durch die Ueberweiſung der gleichen Summe in Schatzamt
ſtopfen. Darob große Aufregung. Die Börſe reagierte katoſt=4 / h00
und die Fachkreiſe führten wochenlang eine weit in die U7.
heiten gehende techniſche Auseinanderſetzung über die Frag,9
der wurde die Frage nur von der techniſchen Seite beleuchte
wäre auch vom politiſchen Standpunkte einiges darüber zu 1n „n=
Als Mitte Juli in Deutſchland die Finanzkriſe ihren
punkt erreichte und eine Kataſtrophe zu befürchten war, wa Whoe
faſt ganz Frankreich einig über die Forderung der Rechtspam,Mc M
Mi. M
daß Deutſchland nicht geholfen werden dürfe. Der Kriſe 70, gakal
man — ſo hieß es — überhaupt nicht von dieſer Seite
beilon=
ſondern nur durch England. Denn auf dieſe Weiſe wärm)”
franzöſiſchen Kapitalien überhaupt nicht gefährdet. Die Mu,w
keit der deutſch=franzöſiſchen Annäherung wurde alſo wieden W Md
mal der Chimäre der Entente Cordiale geopfert. Wie /ᛋſher Gil
zum Programm der franzöſiſchen Rechten gehört. Jetzt ſiehu /ſt deM
die Reſultate. Die engliſche Orientierung der Finanzpoli ſeſſchutel
wies ſich keineswegs ſo ungefährlich, wie man ſie urſprünglicſ eue M
geſtellt hatte. Der Paſſivpoſten in der Bilanz der Bank von geſhent d
reich iſt dafür ein ſchlagender Beweis. Milliarden gingen aug,Grüuhiag
Weiſe verloren, für die man nichts eingetauſcht hat. Der Au
der engliſchen Währung wurde nicht aufgehalten, und polih;neue 1t
das Verhältnis zu England ſo ſchlecht, wie es nur ſein Uoerung e
Hätte man ſich damals Deutſchland gegenüber etwas großzö=ard für
gezeigt ... doch es erübrigt ſich jetzt, darüber nachzudenken.1 großen
ſache iſt aber, daß durch die Entwicklung des engliſch=ſranzüt ſyn nach
Verhältniſſes die außenpolitiſche Konzeption der ſranzöſiſche/ /Einſchr
ionaliſten reſtlos widerlegt iſt. Aber man hütet ſich, dieſe
zu veröffentlichen.
Charakteriſtiſch für das engliſch=franzöſiſche Verhältnis ü
man in Paris England beſchuldigt, zuſammen mit Deutſchlaru
Rußland Alarmgerüchte auszuſtreuen, die den Kredit Frann
vernichten ſollen. Auf der Pariſer Börſe herrſchte tatſächlichntſber. 9.
ang Panikſtimmung. Sie wäre aber nicht in einem ſolchen 100
möglich geweſen ohne die dauernde finanzpolitiſche Verſchleie=uN.
taktik der maßgebenden Kreiſe. In ſchwierigen Augenblic dern
eben nur eine Taktik gegen Alarmgerüchte mniſ ſee
am, und zwar die rückſichtsloſeſte Offenheit.15Mtae?
iſt eine alte Erfahrung. Merkwürdigermeſt Bal
kommt ſie nur ſelten zur Anwendung.
Heſſiſche Polikik.
aber 1
Rabin
henden
Die Landbundabgeordneten ſtellen im Landtag den A2 beſche
die Pachten von fiskaliſchem Acker= und Wie
ſeak=
gelände entſprechend dem geſunkenen Agrarindex zu ermä./Partei
Der Berechnung für dieſe Ermäßigung ſoll jeweils der Agrau ſein n
im November des Pachtabſchlußjahres zugrunde gelegt werEnſche
Die gleichen Abgeordneten beantragen, angeſichts der kataſty,eru
len Lage der Landwirtſchaft die Steuererlaſſe, diemode
Finanzminiſter infolge der Unwetterſchäden gewährt hat oda
ich
gewähren will, auf alle Gemeinden auszudehnen, wo der E
teuern
auf Grund amtlicher Erhebung auf mehr als 20 Prozent feſt
worden iſt.
Die Zentrumsfraktion beantragte Vorſtellungen der 2240
regierung bei der Reichsregierung auf Abänderunge
Grunderwerbsſteuergeſetzes und Ermäßigungs nin V
Grunderwerbsſteuer von 3 auf 1 Prozent, ſofern der der —syerle
berechnung zugrunde liegende Wert bei bebauten Grundd
10 000 Reichsmark, bei unbebauten Grundſtücken 5000 Reickän””l
nicht überſteigt und das ſteuerpflichtige Einkommen des Ku
9
in dem dem Erwerbe des Grundſtücks vorangegangenen S=
Wu
jahre 3000 Reichsmark nicht überſchreitet. Bei Veräußerur
Maſſegrundſtücken, die bei Durchführung von Feldbereinicl
oder Umlegung von Bauland angefallen ſind, ſofern es ſichn.9
um Induſtriegelände handelt, ſoll eine gänzliche BefreiumMMSher
der Steuer eintreten. — Gleichzeitig wird eine Aenderung d /— Hint
tikels 4 Abſatz 3 des Gewerbeſteuergeſetzes gewünſch. ſ der
die in der Praxis entſtandenen Härten ausſchalten zu könm!”
Weiter wird eine Novelle zum Feldbereiniguu
geſetz gewünſcht, um die in der Zeit der praktiſchen Anwed
dieſes Geſetzes feſtgeſtellten Mängel abzuſtellen. — Die L2
egierung ſoll außerdem bei der Reichsregierung für eine 2iſ
rung der Steuerverzugszuſchläge vorſtellig werden und eit
Oſthilfeaktion ähnliche Aktion für den Weſten einleiten, mu ſheugel
ſtreckung auf das Handwerk und Gewerbe.
Ein Jahrzehnk deutſcher Ausſtellungen
in Oresden.
* Die Dresdner Stadtverordneten haben vor einigen Tagen
den Beſchluß gefaßt, eine Ausſtellung En Platze mit ſtädtiſchen
Mitteln im Jahre 1932 nicht wieder finanzieren zu helfen. Die
allgemeine Notlage und der ungünſtige Stand der
Gemeinde=
finanzen ſind die Gründe dieſes Abſtimmungsergebniſſes
ge=
weſen, das in weiten Kreiſen um ſo mehr bedauert wird, als
mit ihm der Plan, eine, wenn auch thematiſch und äußerlich
auf engen Rahmen beſchränkte Schau trotz aller Mißlichkeiten der
Zeit durchzuführen, nunmehr endgültig fallen gelaſſen werden
muß. Mitgewirkt haben mag hierbei auch der vielfach laut
ge=
wwordene Gedanke, daß alljährliche Ausſtellungsveranſtaltungen
in Dresden ermüdeten, ſo daß zum mindeſten eine Pauſe nicht
ſchaden könne. Man wird ſich mit der Tatſache des Ausfalls
der nächſtjährigen Ausſtellung in Dresden wohl oder übel
ab=
finden müſſen. Aber durchſchlagend ſind die Gründe, die für
die Unterlaſſung geltend gemacht werden, nicht. Was die
wirt=
ſchaftlich=finanzielle Seite anlangt, ſo ſcheint auch hier der
weit=
verbreitete Irrtum triumphiert zu haben, daß Abſchaffungen und
Einſchränkungen unbedingt Erſparniſſe und damit
Budget=
verbeſſerungen zur Folge haben müßten. Aber es wird hierbei
nicht in Rechnung geſtellt, daß übertriebene Befolgung dieſes
Grundſatzes die Einſchrumpfung jeder Lebensmöglichkeit raſch
befördert. Von einer Ausſtellung, wie es die Dresdner im letz=
ten Jahrzehut waren, lebten nicht nur einige hundert Arbeiter
und Angeſtellte mit ihren Familien, ſie bildete auch durch ihre
Anforderungen an Induſtrie, Handwerk und Gewerbe eine
weſentliche Quelle der Geſchäftsbelebung, deren willkommene Er
ſcheinungen örtlich nicht begrenzt blieben. Ob Hunderttauſende
jährlich von fernher mit Eiſenbahn und Auto die ſächſiſche
Lan=
deshauptſtadt um ihrer Ausſtellung willen aufſuchen, ob ſie neben
Hotel= und Penſionsgewerbe den Verkehrsunternehmungen und
Geſchäften am Orte Arbeit und Brot verſchafften, war für die
allgemeine Wirtſchaftslage der Stadt recht erheblich. Rund 15
Millionen Reichsmark wurden von den Dresdner Ausſtellungen
ſeit Beendung der Juflationszeit an Eintrittsgeldern,
Lotterie=
umſatz, Pachten, Platzmieten und Zuwendungen vereinnahmt
und, — was das Wichtigere iſt, wieder verausgabt. In dieſer
Ziffer prägt ſich aber nur ein ganz kleiner Teil deſſen aus, was
die ſtimulierende Kraft der Ausſtellungen finanziell überhaupt in
Bewegung ſetzte. Mag ſein, daß das Ausſtellungsunternehmen
von 1931/32 im Gegenſatz zu den früheren Veranſtaltungen der
Jahresſchau Deutſcher Arbeit nicht mit einem geldlichen Plus
abſchließt, ſo iſt das wirtſchaftliche Minus, das ſein Wegfall
verurſachen wird, von ganz anderem, wenn auch ziffernmäßig
nicht zu erfaſſendem Umfange. Um ſo notwendiger erſcheint es,
das vorläufige Ende der Dresdner Ausſtellungen nicht zu einem
Begräbnis des unvergleichlich umfangreichen und bedeutſamen
Bildungsgutes werden zu laſſen, das dieſe ſegensreichen
Ver=
anſtaltungen Millionen von Beſuchern vermittelt hat. Dieſer
Aufgabe nimmt ſich dankenswerter Weiſe ein kleines, vornehm
ausgeſtattetes Werk an, das im Auftrag des Präſidiums der
Internationalen Hygiene=Ausſtellung Dresden 1930/31 von
ihrem Präſidenten Regierungsrat Dr. h. c. Seiring
heraus=
gegeben und von der wiſſenſchaftlichen Geſchäftsführerin der
Ausſtellung Dr. med. Marta Fränkel zuſammengeſtellt wurde.
Ein Pionierwerk deutſcher Kultur ſollte dieſe Schrift in
An=
ſehung ihres Inhalts heißen. Noch einmal zeigt ſie in großem
Ueberblick, was Dresden, ja Sachſen und dem Reiche durch die
Ausſtellungen des letzten Jahrzehnts am Dresdner Platze
ge=
geben wurde. — 1922, als die Jahresſchau Deutſcher Arbeit das
erſte Mal nach Krieg und Kriegsvernichtung inmitten der
ſchwe=
ren Inflationszeit ihre Pforten öffnete, widmeten ſich ihre
Be=
mühungen dem Thema: „Porzellan—Keramik—Glas”. Auf 5665
Quadratmeter Ausſtellungraum zeigten 238
Ausſtellungs=
firmen ihre Produkte, darunter die ſtaatlichen
Porzellan=
manufakturen Meißen, Berlin, Nymphenburg, ferner Roſenthal
Hutſchenreuther, Tielſch, Fraureuth u. a. Vom einfachſten Gefäß
bis zur Prunkvaſe oder der wunderſam kunſtvoll gearbeiteten
Zierplaſtik — tauſenderlei Geſtaltungen erdentſtammter
Bild=
maſſe, die in Geſchmack und Kulturwillen ermunternd appellierten.
Und wenn die Kritik auch zutraf, daß es ſchon damals oder
gerade damals nicht allzuviele gegeben haben mag, die ſich und
ihrem perſönlichen Leben Schöpfungen des Ausſtellungsgutes
dienſtbar machen konnten, ſo hatten doch alle die Möglichkeit,
Freude am Schönen zu empfinden. Dieſer Freude am Schönen
dem ſtärkſten Kraftquell beſonders kampfſchwerer Zeiten, eine
getreue Hüterin geweſen zu ſein, iſt ein bleibendes Verdienſt
der Jahresſchau Deutſcher Arbeit, das ſie mit dem
Ausſtel=
lungsunternehmen von 1923 zu feſtigen begann. „Spiel und
Sport” betitelte ſich dieſe zweite Schau. Spiel und Sport in
ſeiner lebendig und techniſch produktionellen Bedeutung führte
ſie denn auch vor Augen. Junge, ſehnige Menſchenkörper beime
Spiel, hinter ſauſenden Bällen, in Sprung und Lauf, Fußball,
Handball, Kugelſtoßen, der Fußball=Länderkampf Deutſchland —
Finnland! Welches Programm von Rhythmus und
ungezwun=
gener Schönheit, von Buntheit und Lebensluſt, das hier die
Ausſtellungsleitung in die von Milliarden und Billionen be=
trunkene, nur noch dem Geldſchein verbundene Zeit
hinein=
zuſverfen verſtand! Nicht zu reden vom Kinderparadies des
fertigen Spielzeugs mit ſeinen Engeln und Chriſtbäumen,
Puppenſtubenmodellen und Baukäſten! Weiß noch wer, wie er
vor der Müllerſchen Eiſenbahn mit ihren Tunneln und Brücken
geſtanden hat, wenn in dieſem Wunderwerk im miniatu 1.
verfeinerten Lebensabbild die roten und grünen Signalen/prachlic
ſilberglänzenden Blechſchienen aufſchimmerten? Fragt einmil heute vo
Achtzehnjährigen, ob ihnen das Parkett von heute die SehelſA breit
Leben
nach dem Geſtrigen ganz ſchwinden läßt?
1924, mit der Textil=Ausſtellung, kamen die Induſtrin ſellung
Worte, auf denen einſt Sachſens induſtrieller Stolz beruh-/MOresd
Weberei, Wirkerei, Klöppelei; Spitzen, Teppiche, Gar—½ Hüte
Tücher, Stoffe. 1925, unter dem Thema: „Wohnung und A bon ſi
lung” ſtritt die Geſamtheit der mit dem Baumarkt verbum Ellenſche
Gewerbe um die Probleme: Wie kleidet, wie wohnt der Aubbe deu
wie könnte und ſollte er das tun? Das die Fragen, dieM Reite
Unternehmungen des Ausſtellungsweſens an ihre Beſuche2 Mſche
teten und ihnen erſtaunlich volkstümlich beantworteten. cig
Clou aller Ausſtellungen brachte das nächſte Jahr mit der H0 als
Gartenbauausſtellung. Man kann den lieben Gott, ſeine EA
und ſeine Blumen und Pflanzen nicht ausſtellen, — T Norübe
Kritik Voreiliger, ehe ſie anfing. Und wie man dass N zurüg
konnte! Wer vom grünen Dom zur Roſenzeit auf einide 2ſchlan
lionen Königinnen unter den Pflanzen hinabſpähte, wer DeR Ennf
und Aſtern und Chryſanthemen im Herbſt in den Ausſtell”
gärten und =räumen zur Pracht gedeihen ſah, dem werdein!
drücke geworden ſein, die auch ein langes Leben nicht ver
läßt. Die große Kunſtausſtellung in den Gebäuden au
Lennéſtraße, die gleichzeitig ihre Pforten geöffnet hieln
dagegen verblaſſen, auch wenn ſie ſich an andere Seite?
Erlebens und der Kritik wandte.
„Das Papier” und. Die techniſche Stadt” 1927 und
Zwei ernſthaft und wohlgelungene Verſuche, dem im
flug der Jahre techniſche Errungenſchaften immer mehe ſchem
Selbſtverſtändlichkeiten hinnehmenden Menſchen Verſtäudnich. N
Bewußtſein für die komplizierten Vorausſetzungen jeden Ze
rellen Fortſchritts zu ſchärfen. Das „papierene‟ Zeitalie” ſer
Gegenwart und die papierloſe Vergangenheit in Deutſchlale
vielen anderen Ländern, die moderne Papiererzeuguſt
verwendung, von der Aufbereitung des Holzſtoffes
Me-
farbigen Kunſtdruck; und mit der „techniſchen Stadt”, G
in den Organismus der Verſorgung und Betreuung einer *
drängten Bevölkerung, wie ſie der Alltag auch dem aufmel.
Beſucher nur ſelten bietet. Die Ausſtellung von 1929 „*
und Wandern”, ein Ruf hinaus in die ſonnige Welt, aug
ſie noch ſo ſorgenverdunkelt ſich darbietet, ein ſehnſuchle
Klang aus deutſcher Heimat, war ſo richtig dazu angeihie.
Werk der Jahresſchau Deutſcher Arbeit einſtweilen abzuſch.
und hinzuleiten zur zweiten Internationalen Hygiene=N*
lung, die bewußt die Arbeit des genialen Schöpfers de!
Internationalen Hygiene=Ausſtellung von 1911 in Dresb.
Arbeit Lingners, fortſetzte und den Menſchen dem Me
näherzubringen trachtete. Das Wort „Hygiene” war einmſlt.
Dienusli, 15. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 347 — Seite 3
japult iin Stüdel de Bentthfe.
Mdausfuhrverbok. — Aufhebung der Goldwährung. — Die Goldreſerven der Bank von Japan
in den letzten zwei Jahren um die Hälfke geſunken. — Polikiſche Hinkergründe.
Du Kabinett erklärk: „Japan bleibt in der
Mandſchurei.”
Tokio, 14. Dezember.
Dau ſeue japaniſche Kabinett iſt gebildet worden.
ſie vocſäindige Liſte des japaniſchen Kabinetts lautet:
Pre=
ſiermi miſſer und auswärtige Angelegenheiten: Inukai; Inneres:
ſakahancht. Juſtiz: Zuzuki; Handel und Induſtrie: Mayeda;
ſinanzey Takahaſchi; Flotte: Oſumi; Krieg: General Araki;
ſterrirtt Hatoyama; Landwirtſchaft und Forſten: Yamamoto;
ſſenbchhun: Tokonami; Ueberſeeangelegenheiten: Hata;
Ver=
ſrswenie: Mizutſchi.
Invener Erklärung der neuen Regierung wird
hervorgeho=
zu, dan ſe gewillt iſt, den Schutz der japaniſchen Intereſſen in
u Mandchurei mit allen Mitteln zu wahren.
Die nue Regierung dürfte, da ſie im Parlament nicht über
me Mſhcheit verfügt, wahrſcheinlich in abſehbarer Zeit —
ſpäte=
in im frühjahr 1932 — Neuwahlen anordnen.
dieſ ſeue japaniſche Regierung hat unmittelbar nach ihrer
betitzlieung ein Goldausfuhr=Verbot erlaſſen und damit den
bſſta udrd für Japan aufgehoben. Dieſer Beſchluß iſt eine
hie der großen Goldverfrachtungen in den letzten Wochen, die
w Java nach den Vereinigten Staaten gingen und die ein
ſlles kinſchrumpfen der japaniſchen Golreſerven zur Folge
ſten.
Das Goldausfuhrverbok.
Zu den von dem neuen japaniſchen Kabinett beſchloſſenen, ab
Deziwer gültigen Verbot der Goldausfuhr aus Japan
berich=
eine ſeutermeldung aus Tokio: Japan ſchließt ſich damit der
huppe un Ländern an, die den Goldſtandard aufgehoben haben.
„Krieberuht hauptſächlich auf finanziellen und wirtſchaftlichen
niaſtſo ſehr auf politiſchen Urſachen, und der Beſchluß der
ven Oiehukai=Regierung bezweckt, dem raſchen Sinken der
Gold=
brvem ſer Bank von Japan Einhalt zu tun. In den letzten
bnaten lielen die Reſerven auf 580 Millionen Yen, verglichen
81WAillionen Yen im November 1930 und 1 062 700 000 Den
Norunber 1929. Man iſt der Anſicht, daß die Einſetzung des
ſyuka=sabinetts mit ſeiner „Inflations”=Politik vielleicht einen
ſbereenden künſtlichen Aufſchwung zur Folge haben wird,
h zauleiche aufmerkſamere Beobachter ſind peſſimiſtiſch
bezüg=
der heaktion, die darauf folgen wird, und die Schwäche des
ſyukan=Parteianhanges im Parlament wirft Zweifel auf, ob
fähi) ein wird, den neuen politiſchen Sturm, der ſich
vorzu=
itern ſheint, zu überleben. Man glaubt allgemein, daß die
Rgerung nur kurzlebig und nur der Uebergang zu einer
ſionaret oder Koalitionsregierung ſein wird, die fähig iſt, das
dach die kritiſche wirtſchaftliche, finanzielle und politiſche
zu uern, der es ſich gegenübergeſtellt ſieht.
japiiſche Geſandke in Paris nach Tokio befohlen.
Der npaniſche Miniſterpräſident Inukai hat den japaniſchen
udtten in Paris, Joſchiſawa, telegraphiſch aufgefordert, Paris
Mzr verlaſſen und ſich nach Tokio zu begeben, um das Amt des
iennnitt ſters zu übernehmen. Der Miniſterpräſident forderte
ſöiſaw) auf, den kürzeſten Weg über Rußland zu nehmen. In
ſitiſch/ Kreiſen nimmt man an, daß Joſchiſawa für den Fall
ſer Ogſe über Moskau eine kurze Ausſprache mit den
führen=
ſi) M=mern der Sowjetunion, darunter mit Litwinow und
Fell ſtachan haben werde.
De: bisherige japaniſche Vertreter im Völkerbundsrat,
ſchiſaw), gilt als ein Vertrauensmann der Militärkreiſe.
Be=
hntlic) ſt der Generalſtab vom Kabinett unabhängig und dem
Füiſer umittelbar unterſtellt. Der Kabinettsumbildung und
WVeelgung der Tätigkeit Joſchiſawas vom Völkerbundsrat in
Tjapunſche Kabinett kommt daher beſondere Bedeutung zu.
Pürgtungen in Moskau über den Kurs in Japan.
PDas ſeugebildete japaniſche Kabinett hat in Moskau keine
ſbe Graude bereitet. An ruſſiſcher amtlicher Stelle meint man,
Kaöſett, das aus Männern, der Seiyukai=Partei beſtehe,
werde eine weitere Verſchärfung der chineſiſch=japaniſchen
Be=
ziehungen bedeuten, was ſich ſpäter auch auf die Beziehungen
zwi=
ſchen Rußland und Japan auswirken könne. Der neue japaniſche
Kriegsminiſter Araki, ein Anhänger der Verſtärkung des
japani=
ſchen militäriſchen Einfluſſes in China und der Mongolei, ſei ein
überzeugter Gegner der Sowjetunion im Fernen Oſten.
Marſchall 2ſchiang Kai ſchek,
der Präſidenk der chineſiſchen Nalionalregierung,
zurückgekreken.
Der Präſident der chineſiſchen Republik Dſchiang=Kai=ſchek iſt
zurückgetreten. Der Rücktritt wurde angenommen. Man
erwar=
tet auch den Rücktritt des Finanzminiſters und zahlreiche andere
Perſonalveränderungen.
Die Nachricht vom Rücktritt Dſchiang=Kai=ſcheks hat
unge=
heures Aufſehen erregt. Der Rücktritt ſcheint von der Kantoner
Gruppe, an deren Spitze Sunfo und der Parteiveteran
Wang=
tſchingwei ſtehen, erzwungen worden zu ſein. Dieſe Gruppe nußt
die Enttäuſchung infolge der Entſchließung des Völkerbundes
dazu aus, die Mißſtimmung gegen Dſchiang=Kai=ſchek zu ſchüren.
Sie wurden unterſtützt von chauviniſtiſchen Studenten und
Mit=
gliedern des linken Flügels der Kuomintang, die von jeher die
Politik Dſchiang=Kai=ſcheks bekämpft haben.
Beſchränkung der Wareneinfuhr in der Schweiz.
Der Bundesrat unterbreitet der Bundesverſammlung einen
Geſetzentwurf über die Beſchränkung der Wareneinfuhr. Danach
ſei der Bundesrat zu ermächtigen, zum Schutze der nationalen
Produktion vorübergehend die Einfuhr beſtimmter von ihm zu
bezeichnender Waren zu beſchränken oder von Bewilligungen
ab=
hängig zu erklären, deren Bedingungen er feſtſetzt. Ferner ſei
der Bundesrat zu ermächtigen, gegenüber Staaten, die den freien
Zahlungsverkehr einſchränken, die ſchweizeriſchen Intereſſen auch
dadurch zu wahren, daß er mit ſolchen Staaten kurzfriſtige
Ab=
kommen abſchließt. Dieſer Beſchluß ſoll bis zum 31. Dezember
1932 Gültigkeit haben.
Im Unkerſuchungsgefängnis geſtorben?
Der penſionierte Gendarmerie=General Franz Schill, der in
der vergangenen Woche im Zuſammenhang mit dem Putſchverſuch
in Haft genommen worden war, iſt heute plötzlich im Militär=
Gefängnis geſtorben. Durch ſeine Verhaftung und die
wieder=
holten Verhöre war ſein Geſundheitszuſtand ſo erſchüttert worden,
daß er einer Herzlähmung erlegen iſt. Er iſt 62 Jahre alt
ge=
worden. Von amtlicher ungariſcher Seite wird nachträglich
be=
hauptet, daß Schill ſich im Gefängnis erhängt hat.
Die Rechtferkigung des Heimwehrführers.
Graz, 14. Dezember.
Vor dem Grazer Schwurgericht begannen heute vormittag die
Verhandlungen gegen den Führer des Heimwehrputſches vom
13. Dezember, Dr. Walter Pfrimer, und gegen die ſieben
Teil=
nehmer an dem Putſchverſuch.
Nach Verleſung der Anklageſchrift wurde als erſter Dr.
Pfrimer vernommen, der ſich als nichtſchuldig bekannte. Er
er=
klärte, man könne Hochverrat nur begehen, wenn
man eine legale und legitime Verfaſſung
ver=
letze; die öſterreichiſche Verfaſſung ſei dies aber
nicht. Als Kaiſer Karl im Jahre 1918 abdankte,
habe er ausdrücklich entſchieden, daß die
Staats=
form dem öſterreichiſchen Volke überlaſſen ſei.
Dies ſei aber nie gefragt worden, ob es
Monar=
chie oder Republik wünſche. Erſt wenn das öſterreichiſche
Volk durch eine Abſtimmung feſtgelegt hätte, daß es die Republik
wünſche, ſtünde man vor einer legalen und legitimen Verfaſſung.
Auch ſtämme das Strafgeſetz aus der Zeit der Monarchie und
ſollte die geheiligte Perſon des Monarchen ſchützen, während die
gegenwärtige öſterreichiſche Verfaſſung beſage, daß alle Macht vom
Volke ausgehe. Aber auch die tatſächlichen Vorausſetzungen für
einen Hochverrat ſeien nicht gegeben, denn er habe gar nicht die
Abſicht gehabt, einen Putſch durchzuführen, wie er ihm zur Laſt
gelegt werde. Sonſt hätte er die Kaſernen überfallen und beſetzen
und den Landeshauptmann von Steiermark ſeines Poſtens
ent=
heben müſſen. Im Gegenſatz dazu habe er aber empfohlen, jeden
Zuſammenſtoß mit der Exekutive zu vermeiden und verboten,
gegen dieſe vorzugehen. Dr. Pfrimer behauptete in ſeiner
Ver=
teidigungsrede weiter, die Proklamation, nach deren Wortlaut
er die Macht im Staate ergreifen wollte, ſei ſchon ſeit 1929
vor=
bereitet geweſen, und ganz andere Herren als die dem
Heimat=
ſchutz angehörenden, hätten bei ihrer Abfaſſung mitgearbeitet.
Darüber nähere Mitteilungen zu machen, hielt Dr. Pfrimer nicht
für ratſam. Wenn aber ſein Auftreten am 13. September als
Putſch bezeichnet werde, „wer iſt”, ſo fragte Dr. Pfrimer, „als
Hochverräter anzuklagen, ich oder jene Herren, die damals an der
Ausarbeitung der Proklamation beteiligt waren?” Auch ſei der
Druck und der Anſchlag der Proklamation ohne ſein Wiſſen und
ohne ſeinen Willen geſchehen. Er habe nur den Roten beweiſen
wollen, daß der Heimatſchutz die Durchführung ſeines Programms
auch mit Waffengewalt anzudrohen wiſſe. — Auf Befragen des
Vorſitzenden erklärte dann Dr. Pfrimer, er habe die Heimwehr
unter die Waffen gerufen, weil er glaubte, daß dann die
Regie=
rung nachgeben und die Forderungen des Heimatſchutzes erfüllen
werde, wie Streichung von Steuerſchulden, Zurückführung der ins
Ausland verbrachten öſterreichiſchen Vermögen, Aufnahme einer
inneren Anleihe, keine Haftung für die Credit=Anſtalt,
Einfuhr=
ſperre für ſämtliche Urprodukte, allgemeiner Arbeitszwang uſw.,
ſowie eine Volksabſtimmung über die Frage, ob Republik oder
Monarchie. Ob die Regierung dieſe Forderungen mit dem
Par=
lament oder durch ein Oktroi durchgeführt hätte, wäre ihm
gleich=
gültig geweſen. Nach längerer Befragung Pfrimers durch den
Staatsanwalt war das Verhör Pfrimers beendet.
Führerwechſel im Reichsbanner?
* Berlin, 14. Dezember. Priv.=Tel.)
* Der Führer des Reichsbanners. Hörſing, wird
voraus=
ſichtlich die längſte Zeit Reichsbannerführer geweſen ſein. Wie
erinnerlich, hatte er vor zwei Wochen eine Auseinanderſetzung
mit ſeiner Partei und dem Reichsbanner, weil er eine eigene
Zeitung herausbrachte, für die ihm dann offenbar nach wenigen
Tagen ſchon das Geld ausging, ſo daß er ihr Erſcheinen wieder
einſtellen mußte. Die Diſziplinierung, die ihm von der
Sozial=
demokratiſchen Partei aus angedroht war, wurde damit
gegen=
ſtandslos. Aber das Reichsbanner iſt von ſeinem eigenen
Füh=
rer nicht mehr ſo begeiſtert, daß es ihn unter allen Umſtänden
halten will. Eine Nachricht, daß er einen längeren Urlaub
an=
getreten habe, um nach Neujahr nicht mehr auf ſeinen Poſten
zurückzukehren, wird zwar vorläufig noch dementiert. Sie wird
aber wahrſcheinlich ſchon in kurzer Zeit richtig ſein. Jedenfalls
beſteht kein Zweifel darüber, daß die vorläufige Führung des
Reichsbanners der bisherige zweite Bundesführer und
Schrift=
leiter der ſozialdemokratiſchen „Magdeburger Volksſtimme‟,
Höl=
termann, übernommen bat.
in ſrachlichem Sinne ein Fremdwort auch in Deutſchland.
Gesſeute von jedem Kinde begriffen wird, daß es in der
Mfaſſſuu breiter Maſſen Forderungen an das äußerliche und
herliage Leben umſchließt, iſt ein unwegbar großes Verdienſt
FAuzſtllungen von 1911, 1930 und 1931, die im Geiſte Ling=
P i/ Dresden ſtattfanden. Das deutſche Hygiene=Muſeum
Wbt i9 Hüterin dieſer großen Tradition der Kenntnis des
Inſchenvon ſich ſelbſt und als Stätte der Erziehung zum ge=
Nden 9enſchen hoffentlich für alle Zeiten zurück, nachdem die
ie Soe deutſche Ausſtellung in Dresden in einer
ununter=
ſchene; Kette von zehn Jahren geſchloſſen wurde. Ein
Jahr=
ut ſeitſcher Ausſtellungen in Deutſchlands ſchwerſter Zeit!
En müähtigeres Bekenntnis zu Leben und Zukunft vermag zu
Mehen als es dieſe Schauſtellungen deutſchen Willens und
AiſcherLeiſtungen boten! Und das iſt das Tröſtliche auch nach=
M ſiü ſorüber ſind, daß man immer wieder auf ſie und ihre
Pthosſe zurückgreifen wird und muß, wenn es zu zeigen gilt,
P Drutchland ſich im Kampfe um ſeine Exiſtenz und ſeine
Puraale Entwicklung befindet.
Fünftes Akademie Konzerk.
ſäduſcher Saalbau. — Montag, 14. Dezember.
Eiſi Lieder=Abend von Maria Baska=Berlin war weni=
* gun leſucht, als man es bei Akademie=Konzerten gewohnt iſt.
Seinerin beſitzt eine prachtvolle Mezzoſopranſtimme von un=
Foohr Uchem Klangreiz und ausgezeichneter Technik. Sie ſingt
Mſt. lſeilebhaften Lieder einen bel canto, ohne der Gefahr des
entuveten Sprechens zu verfallen. Auffallend war, daß ſie
mexſin Lieder in etwas langſamerem Tempo ſang, als man es
Rohu ſt, ſie ſprach vorzüglich aus, ſo daß man den gedruckten
Pit rliüt gebraucht hätte. Eine Angewohnheit bei der Aus=
Ncher ſörte etwas, nämlich, wenn der Schlußkonſonant eines
Mte sh den Anfangsvokal des folgenden hinübergezogen wurde.
Whragsfolge umfaßte Lieder von Jenſen, Schumann, Hugo
Hif. Getchaninoff, Rimſky=Korſakoff, Mouſſorgſki und Richard
auſti. Bei den Liedern des Letzteren ging die Künſtlerin am
Eiſterl us ſich heraus, nachdem vorher Wolfs Mignon einen be=
WerrHöhepunkt gebildet hatte. Alle Lieder wurden aus einem
imen echten Empfinden heraus geſtaltet, zuweilen empfand
in bieidem langſamen Tempo eine Art von
Temperamentloſig=
dibei den lebhaften Liedern verſchwand. Der Genuß des
Wörgen wurde noch erhöht durch das wundervolle Spiel von
S sbaud, der ganz hervorragend begleitete und ſtützte.
Sshiheit ſeines Anſchlags bildete mit der herrlichen Stimme
en=undervollen Zuſammenklang. Die Künſtlerin erntete
P. N.
cher Zeifall und dankte durch mehrere Zugaben.
Raſtelli f.
Enrico Raſtelli iſt tot. Eine Nachricht, die durch die ganze
Welt geht.
Wer war Raſtelli? Ein Gauckler? Ein Komödiant? Ein
Künſtler?
Enrico Raſtelli war alles oder nichts von dieſen. Er war
dielleicht weniger, vielleicht mehr. Raſtelli war auf jeden Fall in
ſeiner Art eine Einmaligkeit. Wer ihn ſah in ſeinen Ballſpielen,
war begeiſtert, und zwar ſo, daß merkwürdigerweiſe man dieſe
unglaublichen Jonglierkunſtſtücke des geſchmeidigen jungen
Man=
nes, der wie ein großes Kind auf der Bühne ſtand und
ſpielte, nicht ſehen konnte, ohne begeiſtert und irgendwie
innerlich gepackt, gerührt zu ſein.
Begeiſterte Kritiker, in aller Herren Länder haben für Raſtelli
Worte geprägt vom 8. Weltwunder vom Jongleurgenie, vom
Ueberwinder der Schwerkraft uſw. Auch damit iſt Raſtelli nicht
in ſeiner einzigartigen Kunſt, in ſeiner Einmaligkeit erſchöpfend
bezeichnet worden. Wenn man Raſtelli mit ſeinen Bällen über
die Varietébühne wirbeln ſah — es war ein Wirbeln dieſer
queckſilbrigen Perſönlichkeit, an deren ſchlanken Körper Bälle
wie lebende Geſchöpfe auf= und abrollten in buntem Tanz —
war man einfach fasziniert. Die bunten Kindergummibälle
ver=
ſchiedenſter Art, mit denen er arbeitete, gehorchten ihm wie
lebende Weſen. Er warf ſie und ſie kehrten zu ihm zurück, wohin
er ſie haben wollte. Was aber daran das Faszinierende war,
war die Tatſache, daß Raſtelli ſpielte.
Es war in der Tat ein kindlich=fröhliches Ballſpielen, mit
dem er 15—20 Minuten lang die Varietébühne erfüllte und ſein
Publikum zu Begeiſterung hinriß. Wie es aber möglich war, daß
kindliches Ballſpiel Tauſende von reifen vernünftigen Menſchen
begeiſtern, in Ekſtaſe verſetzen konnte, das eben war Raſtellis
Geheimnis. Das war etwas, was zu erklären unmöglich iſt, das
war die Größe ſeiner Kunſt.
Nun iſt der flinke Artiſt, deſſen Name Weltklang beſaß,
ge=
ſtorben. Um ſeinen Tod iſt eigentlich das Lächeln ſeines
Kindes=
ſpiels. Keine Tragödie, kein irgendwie dramatiſcher Moment,
ſoweit nicht in dem Tod dieſes 35jährigen Artiſten überhaupt
tiefe Tragik iſt. Seines Heimgangs Urſache iſt lächerlicher Art.
Eine kleine Wunde beim Zähneputzen ſoll es geweſen ſein, die
Krankheit auslöſte und zum letzten Ende führte. Er iſt geſtorben
in ſeiner Heimat Bergamo. Hier in dieſem kleinen Städtchen
Oberitaliens war er geboren von Artiſteneltern. Hier vollendete
ſich ſeine Laufbahn, die ihn durch die Welt trieb und leuchten
ließ gleich einem Kometen, die nun erloſch.
M. St.
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Bro=
ſchiert 3,50 RM., geb. 4,50 RM. F. C. Mayer=Verlag, München 2 C.
„Jene ſchwimmenden Wieſen und undurchdringlichen
Schilfwild=
niſſe, jenes Urzigeunertum, das ſich dort zu ſtecken vermag, wie der
Rohrwolf ſich damals noch weit reichlicher zeigte als heute, jene Auen,
nordwärts davon, die weſtwärts hinanziehen bis nahe an die alte
Römerſtadt Carnuntum mit ihrer verſunkenen Pracht, jener
Hirſchen=
ſchrei im Herbſt, dem aus eſterharziſchem Wildpark, am Leithagebirge
Antwort wurde, während die Wildſau hineinruffelte, jene Urlandſchaft
um ein indiſch=braunes Urvolk und das nicht minder urwüchſig wilde
Herrenvolk der Magyaren (knapp vor Oeſterreichs Kulturwacht galt ein
Menſchenleben dort ſtets weniger als das eines Hirſches), alles das iſt
mit atemraubender Phantaſie und dennoch getreulich geſchildert.
In=
diens Dſchungel und Tibets Fernen ſcheinen dort ganz nahe an uns
gerückt. Wenige Bahnſtunden zwiſchen den Millionenſtädten Wien und
Budapeſt, eine unerhörte Urwelt, um die Straße Kriemhildens und
Hagens. Die Feldweite mit ihren Atazienhainen und den
Hotterhau=
fen endloſer Ebene, dem Brunnenſchwengel als höchſte Erhebung außer
dem Strohdach der Tanyia, bis dahin, wo ſich das ſilberne
Pappel=
gedränge am Nordhorizont herrſchſüchtig vordrängt während die
klei=
nen Karpathen von Debenyi fern durch die Inſellücken herüberblauen.
Rudolf Hans Bartſch.
Seite 4 — Nr. 343
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 15. Dezember 1!
Die Verlobung unſerer Tochter
Dorothee mit Herrn Gottfried
E. Mayer=Sebrechts zeigen wir
hiermit an
Dr. med Ernſt Draudt u. Frau
Irma, geb. Blanfenhorn
Meine Verlobung mit Fräulein
Dorothee Draudt gebe ich
be=
kannt
Gottfried E. Mayer=Sebrechts
Flugzeugführer der
Deutſchen Verlehrsflug=A. G.
Darmſtadt, im Dezember 1931
(18096
Statt Karten.
Todes=Anzeige.
Nach langem ſchweren Leiden hat Goit unſeren guten
Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager
und Onkei
Herrn Heinrich Günther
Schloßverwalter i. R.
cm 13. Dezember 1931 im Alter von 26 Jahen zu
ſſch genommen.
In tiefer Trauer:
Hermann Otto und Frau Tilla,
geb. Günther
Marilieſe Otto.
Langen i. Heſſen, den 13. Dezember 1931.
Bahnſtraße 51.
Die Einſegnung findet ſiatt: Dienstags, den 15. Dez.
1931, nachmittags 2.45 Uhr in der Kapelle des
Eliſa=
beihenſtifts in Darmſtadt.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, den 16. Dez.
1931, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Friedhofs
in Langen aus.
Heute morgen 3 Uhr iſi nach kurzer, ſchwerer
Krankheit unſer guter, treuſorgender Vater,
Schwiegervater und Großvater
Sakob Porger
Lademeiſter i. R.
im 75. Tebensjahr ſanft entſchlafen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 14. Dezember 1931.
Tauteſchlägerſtr. 4.
Die Beerdigung ſindet am Donnerstag, den 17. Dez.,
2½ Uhr nachmittags, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
ge=
fallen, am Sonntag meine
innigſt=
geliebte Frau, unſere treuſorgende
Mutter, Tochter, Schweſter,
Schwvit=
gerin und Tante
Frau Anna Windſchmitt
Sagl der Georg.
nach langem, ſchwverem Leiden im
Alter von 49 Jahren zu ſich zu
nehmen,
In tiefer Trauer:
Joh. Windſchmitt, Gatte
im Namen
18123) aller Hinterbliebenen.
Am liebsten hätte
ich zu Weihnachten
eine gute Strick
weste. Geb’ aber
nicht so viel Geld
aus, geh’ mir ja zi
Darmſtadt, Detroit (U. S. A.),
Ham=
burg, Altona, den 14. Dez. 1931.
Die Beerdigung findet am
Mitt=
woch, den 16. Dezember, vorm.
11 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Ecke Frankfurter.
und Landwehrstn
Lungenverschlgimung
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme beim Heimgange unſerer lieben
Entſchlafenen ſage ich im Namen der
trauernden Hinterbliebenen innigſien Dank.
Georg Geilfus.
Darmſtadt, im Dezember 1931.
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der Puppen=Verloſung des Vereins der Freundinnen
junger Mädchen.
Abholung der Gewinne: Sandſtraße 24, Freundinnenhein,
von 10—12 und von 4—6 Uhr, außer Samstags.
Die Gewinne, die bis Samstag, den 19. Dezember, mittags
12 Uhr, nicht abgeholt ſind, ſind verfallen. — Gewonnen
haben die Nummern:
11, 15, 20, 22, 27, 49, 50, 58 63, 64, 71, 76, 79, 90, 91, 95,
105, 106, 129, 135, 136, 146. 150, 153, 154, 165, 180, 183,
196, 204, 212, 215, 217, 220, 224, 228, 233, 243, 246, 247,
255, 266, 271, 272, 278, 319, 325, 331, 332, 333, 336, 340,
356, 357, 358, 364, 366, 371, 374, 379, 380, 383, 399, 413.
416. 417, 430, 433, 434, 446, 448, 459, 461, 470, 473. 481.
490, 501, 503, 504, 505, 506, 507, 508, 512, 518, 520; 526,
527, 534, 538, 541, 549, 554, 556, 566, 575, 599, 618, 633,
55, 656, 668. 672, 675, 688, 691, 692, 693. 700. (18125
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Darmſtadt, den 15. Dezember 1931.
inudrchtung der nacheichung in der Stadk darmuftadt
ge in zweijähriger Wiederkehr geſetzlich vorgeſchriebene
ſcheichzux der im eichpflichtigen Verkehr befindlichen Meßgeräte
is ſiüßzhlängen= und Flüſſigkeitsmaße, Meßwerkzeuge für
Flüſſig=
fen, hulmaße Gewichte und transportable Handelswaagen
ausli eßlich 3000 Kg.) ſoll in der Stadt Darmſtadt im Jahre
wine dlgt durchgeführt werden.
jü e Einlieferung der Gegenſtände beim Eichamt
Darm=
ſinſd ol gende Zeiten feſtgeſetzt:
Polizeibezirk 4. bis 22. Januar 1932.
Polizeibezirk 8. bis 12. Februar 1932,
Polizeibezirk 15. bis 26. Februar 1932.
Polizeibezirk 7. bis 23. März 1932.
Polizeibezirk. 6. bis 22 April 1932.
mit Ausnahme der Samstage.
Jedtu Beſitzer eichpflichtiger Gegenſtände, ſoweit er namhaft
ſachtnurden iſt, erhält durch das Eichamt eine Aufforderung
Naazuhung, worin Tag und Tageszeit der Einlieferung
an=
benn! Die Einhaltung des Eichtermins iſt zur raſchen
Ab=
eſelumg der Eichgeſchäfte dringend erforderlich. Intereſſenten,
eühe keime lufforderung erhalten, ſind ebenfalls verpflichtet, ihre
flichiten Gegenſtände zum obengenannten Zeitpunkte zur
vorzulegen.
ſegenſtände ſind gehörig hergerichtet und gereinigt
von 8—13 Uhr einzuliefern.
ſcheichung folgt in angemeſſenem Abſtande die polizei=
Miſß und Gewichtsreviſion.
Ruheſtand verſetzt wurden: am 3. Dezember: der Leh=
Volksſchule zu Crumſtadt, Kreis Groß=Gerau. Jakob
ſein Nachſuchen vom 1. Januar 1932 an; am 4. De=
Lehrerin an der Volksſchule zu Worms Eliſabeth
Lehrer an der Volksſchule zu Offenbach a. M. Karl
ſer Lehrer an der evangeliſchen Volksſchule zu Bingen
gie dmann, ſämtlich auf ihr Nachſuchen vom 1 Januar
mum 9. Dezember: die Lehrerin an der Volksſchule zu
ac t. M. Hedwig Röſch auf ihr Nachſuchen vom 1. Ja=
992 un. Auf Grund des Geſetzes über die Altersgrenze der
ſtsblianten vom 2. Juli/19 Dezember 1923 (Reg.=Bl. S 509
bü1nt der Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925 (Reg.=
0 tritt am 1. Januar 1932 in den Ruheſtand:
Haus=
dem Amtsgericht Offenbach Johann Valentin Drill.
fGrund des S 1 des Geſetzes über die Altersgrenze der
Staats=
ntemym 2. Juli 1923 bzw. 19. Dezember 1923 in der Faſſung
Geſtts vom 8. Oktober 1925 (Reg.=Bl. S. 249) tritt am
ſanuur 1932 in den Ruheſtand: der Hausverwalter Heinrich
rtauſth am Landesmuſeum zu Darmſtadt.
öa der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt. Rektor und
1e Techniſchen Hochſchule Darmſtadt haben auf
einſtim=
en 2nrag der Abteilung für Maſchinenbau Herrn Hans
ttſthein in Stettin, Generaldirektor der Papier= und
Zell=
werit I.=G. Feldmühle, in Anerkennung ſeiner hervorragen=
Leiſiugen in der Papierinduſtrie, insbeſondere auf dem
Ge=
der broßfabrikation, und Herrn Carl Schmeil in
Hei=
u bdi Dresden. Generaldirektor der Firma Krauſe und
Bau=
i Inerkennung ſeiner hervorragenden Verdienſte um die
ſerfühkation, insbeſondere auf dem Gebiete der Herſtellung
lanel Stwitpavieren, die Würde eines Doktor=Ingenieurs
ema lber verliehen.
Heſſiſches Landestheater.
Mite Hc
ſtac b. Dez.
19½—22½ Uhr. B 9.
Preiſe 0.70—5.60 Mk.
Mfte
6. Dez
15, Ende gegen 17½ Uhr. Shneeflock und
Regentropf. Preiſe 0.30—2.20 Mk.
20, Ende gegen 23 Uhr. Außer Miete.
Die Röuigsk nder. Preiſe 0.50—t Mk.
19½—22½ Uhr. C.10 u. Dſt. Volksb M (2. Vorſt.)
17 Des. Gr. I—10. Wallenſteiné Tod. Pr. 0,60—4.80.
Kleines Haus.
5. Dez.
15—17 Uhr. Die Himmelsmauer. Ein
Weih=
nachismärchen. Preiſe 0.40—2 Mk.
20—22 Uhr. Zuſatzmiete 1 6.
Zu Hilfe, Max. Preiſe 0.60—4.50.
8. Dez. Keine Vorſtellung.
20—22½4 Uhr. Dſt. Volksb. 4 (6. Vorſt., Gr=1u. 1I
Drei KurzOpern der Gegenwart. Der
Ja=
weratd 17, Dez. ſager. Spiel oder Ernſt. Schwergewicht,
Preiſe 0.70—5 00 Mk.
beſiſches Landestheater. Heute abend B=Miete.
hellag” von Verdi iſt für die B=Miete in dieſer Woche auf
stag erlegt worden. Die muſikaliſche Leitung hat Dr. Hans
midtkſerſtedt — „Die Himmelsmauer” iſt durch
aus=
tige=Shulen bis zu den Weihnachtsfeiertagen faſt ausverkauft.
durch rechtzeitig beſorgte Karten kann man auf einen Platz
hen. die nächſte Aufführung von „Schneeflock und
gemtlopf”, das auch einen ſehr großen Publikums= und
Eſg hatte, iſt am Mittwoch, den 16. Dezember. — Geld
k=ianungern Der Weihnachtsſcheck des
Landes=
terssltet Gelegenheit, Freunden und Verwandten eine große
inaihtfreude zu machen. Abgeſehen davon, daß er durch ſeine
iendes Ausſtattung ſchon äußerlich ein repräſentatives Geſchenk
übtle die Möglichkeit, für alle Plätze, auch für die Ränge,
ſürr de Aufführungen Karten zu kaufen. Selbſtverſtändlich
man das Weingartner=Gaſtſpiel („Meiſterſinger”), wie die
2Aufführung von „Luſtige Witwe”, die Stücke, in denen
Weener auftritt und alle Opern mit dieſem
Weihnachts=
güuhen. Er gilt vom 20. Dezember 1931 bis zum 20.
1
Beihnactsgaden der Anee wieondrenſchaie far vie Binierhiſe.
Darmſtädter Winkerhilfe.
Die Adventszeit iſt die Zeit des Gebens und des
Freude=
machens.
Es iſt beſonders erfreulich, wenn die junge Generation, die in
die ſchwere Notzeit hineingeboren wurde, ſich in die nun einmal
gegebenen ſchwierigen Verhältniſſe ſo einzufühlen weiß, daß ſie
Hast Dü schöß füf de
Winterhilfe gegeben?
zur Segensſpenderin wird. Ein gutes Beiſpiel hierfür bietet die
Alice=Eleonorenſchule des Vereins für Frauenbildung und
Er=
werb welche von ihr gefertigte Gegenſtände im Rahmen der
Win=
terhilfe bedürftigen Kindern zukommen ließ. Mit oft
beſcheiden=
ſten Mitteln, aber mit großem Geſchick, unter ausgezeichneter An=
leitung durch ihre Direktorin Thiele=Deutgen, haben die jungen
Schülerinnen es verſtanden, aus ganz einfachem Material
köſt=
liche Dinge anzufertigen
Reizende Kleidungsſtücke, allerliebſte Spielſachen und
vor=
zügliches Gebäck iſt entſtanden; iſt deshalb ſo beſonders ſchön
ge=
raten, weil hier nicht ſchematiſch ſchulmäßig gearbeitet wurde,
ſondern der Geiſt des zukünftigen Berufes der Lehrerin oder
Mut=
ter die jungen Menſchen erfüllte und in ihnen ſchöpferiſche Kräfte
weckte. Kräfte, die dann wach werden und erfinderiſch machen,
wenn man ſich dafür einſetzt, für andere zu ſorgen und ihnen
Freude zu bereiten.
Das vorbildliche ſoziale Moment gipfelt darin, daß durch die
Freude, von fremden Händen geſpendet, das Band der Familie
nicht gelockert, ſondern gefeſtigt wird, indem die jungen Mädchen
ihre Gaben zu den ihnen namhaft gemachten Familien hinbringen.
Wenn auch die Arbeit an ſich die Schülerinnen ſchon mit
großer Befriedigung erfüllte, ſo wird ihnen doch der ſchönſte
Dan=
der ſein, daß ſie die Wirkung der Gaben ſelbſt erleben können,
wenn die Kinderaugen leuchten, die oft lange Zeit nichts
Freu=
diges mehr ſahen.
Auf Wunſch der Schule wurden die wohlfahrtspflegeriſchen
Er=
hebungen vom Fünften Wohlfahrtsverband durchgeführt.
Schülerkonzerk zugunſten der Winkerhilſe.
* Zugunſten der Darmſtädter Winterhilfe fand unter der
Lei=
tung von Kurt Reiber in der Aula des Realgymnaſiums ein
Schülerkonzert ſtatt, das mit Recht lebhafte Anerkennung und
Beifall fand. Es war ein reichhaltiges Programm mit klaſſiſchen
und im zweiten Teil mit leichteren Muſikſtücken zuſammengeſtellt.
Muſikſtücke, die an die Mitwirkenden bedeutende Anforderungen
ſtellten und techniſche Beherrſchung der Inſtrumente erforderten.
Das Schülerorcheſter unter der ſtraffen Leitung K. Reibers
ent=
ledigte ſich der ſelbſtgeſtellten Aufgabe mit erſtaunlicher Fertigkeit.
Sowohl die Werke von Haydn. Mozart. Beethoven uſw., wie auch
die Stücke von Strauß, Lortzing, Alex, Noble und Fucik fanden
eine Wiedergabe, wie man ſie von einem gut eingeübten Orcheſter
erwartet. Die Darbietungen fanden, ebenſo wie die geſanglichen
und Klavier=Solovorträge Helmut v. Sendens und das
Trom=
petenſolo H. Winkelmanns ſtarke Beachtung. Das gut
auf=
einander abgeſtimmte und tadellos eingeſpielte Orcheſter brachte
muſikaliſche Genüſſe, wie ſie von einem Schülerorcheſter ſonſt nicht
ohne weiteres erwartet werden. Mitwirkende und Zuhörer waren
von dem Abend reſtlos befriedigt.
— Hohes Alter. Am 17. Dezember begeht in geiſtiger und
körperlicher Rüſtigkeit Frau Anna Schneider Wwe, geb. Chriſtian,
Heinheimerſtraße 96, ihren 82. Geburtstag.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt.
Wir erinnern unſere Mitglieder, deren Angehörige ſowie ſonſtige
Freunde von Handwerk und Gewerbe an den Expeditionsbericht,
den Herr Ing. A Ernſtingmorgen (Mittwoch) abend im „
Für=
ſtenſaal” bei Chriſt (Grafenſtraße) als Lichtbilder=
Vor=
trag in ſeiner Eigenſchaft als Teilnehmer der
aufſehenerregen=
den Deutſchen Wegener=Expedition erſtatten wird.
Herr Ernſting iſt erſt kürzlich wieder heimgekehrt, nachdem er ein
Jahr lang auf der Oſtſtation der genannten Expedition in
Grön=
land geweilt hat. Die betreffenden Lichtbilder werden zum erſten
Male in Deutſchland gezeigt.
Um dem Publikum entgegenzukommen, haben sich die
Darmstädter Buchhändler
entschlossen, die Bestimmung über die Preisermäßigung
nach der neuen Notverordnung statt vom
1. Januar 1934 schon von hente ab in Kraſt treten
zu lassen und alle vor dem 1. Jali erschienenen
vor-
rätigen Bücher um 10, zu ermässigen.
Hier-
von sind nur die bekannten billigen Volksausgaben,
18122)
die Sammlungen und die Schulbücher ausgenommen.
— Der Weihnachts=Spielplan des Orpheums bringt ein
Pro=
gramm beſonderer Güte, das als die Spitzendarbietung der
Win=
terſpielzeit angeſehen werden kann, und zwar iſt es der Direktion
gelungen, die in allen europäiſchen Großſtädten beſtens bekannte
und berühmte Glazeroff=Varieté=Revue in ihren
phä=
nomenalen Darbietungen für ein kurzes Gaſtſpiel zu verpflichten.
— Direktor und Ballettmeiſter Senin Glazeroff wird mit ſeinen
20 Künſtlern von Weltruf im Rahmen eines Varieté=Spitzen=
Programms am Samstag, den 19., und Sonntag, den
20. Dezember, in 2 großen Propaganda=
Vorſtel=
lungen ſein Darmſtädter Gaſtſpiel eröffnen. Weitere
Mittei=
lungen hierzu folgen.
Heag=Vortrag. Allgemein groß war das Erſtaunen
ſämt=
licher Beſucher der letzten Vorträge im Heaghaus über das ſchöne
Gebäck, das ſich mit dem elektriſchen Herd erzielen ließ. Ohne
be=
ſondere Mühe, nur durch einfaches Schalten, regelt man die ſtets
milde Wärme, ſo daß ein Mißlingen ſo gut wie ausgeſchloſſen iſt.
Auch heute nachmittag um 4 Uhr findet abermals ein derartiger
Vortrag ſtatt, um allen intereſſierten Hausfrauen Gelegenheit zu
geben, ſich ſelbſt von dem Obengeſagten zu überzeugen. Ferner ſei
darauf aufmerkſam gemacht, daß ſich die elektriſchen Geräte wie
kein anderer Gegenſtand ſo gut zu Weihnachtsgeſchenken eignen,
da ſie gleichzeitig nützlich und bequem ſind; auch ſind ſie in der
Anſchaffung und im Gebrauch oft billiger als man denkt. Wie in
früheren Jahren erhält man auch dieſes Jahr zu jedem gekauften
lektriſchen Haushaltungsapparat ein Freilos zu einer
Weih=
nachtsverloſung, wonach jedes zehnte Los im Werte des gekauften
Gegenſtandes gewinnt.
Ausſtellung. Im Schaufenſter der Buchhandlung Waitz,
Eliſabethenſtraße, iſt zurzeit eine kleine Kollektion von Aquarellen
aus der Umgebung von Darmſtadt von Phil. Rauch aus Traiſa
ausgeſtellt.
— Verein Freundinnen junger Mädchen. Jeden Donnerstag
abend kommen im Freundinnenheim, Sandſtraße 24, die
ortsfrem=
den jungen Mädchen zuſammen. Hier haben ſie in den zwei
Jah=
ren des Beſtehens der Abende ein Heim gefunden, das ihnen Erſatz
für das Elternhaus bieten ſoll, da finden ſie gleichgeſinnte
Mäd=
chen im Beruf, die gewöhnlich ſchnell Fühlung miteinander
bekom=
men. An den Donnerstag=Abenden machen ſie Handarbeit
(Strümpfe ſtopfen!) und dabei wird geſungen oder Fragen des
täglichen Lebens beſprochen, um ſie innerlich zu fördern und zu
entwickeln. Jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat
kön=
nen ſie Nähen und Zuſchneiden unter Leitung einer
Handarbeits=
lehrerin. In der Adventszeit haben die Mädchen mit ihrer
Lei=
terin ein Adventsweiheſpiel geübt, das ſie am
Don=
nerstag, dem 17. Dezember, abends 8,30 Uhr. im
Freundinnenheim darbieten wollen. In Chor, Zwiegeſpräch und
Spruch ſtellen etwa 25 Mädchen „das Kommen des Herrn”
ſymbo=
liſch dar.
— Evang Stadtmiſſion, Darmſtadt, Mühlſtraße 24. Am
heuti=
gen Dienstag, dem 15. Dezember, findet nachmittags um 4 Uhr
eine Frauenbibelſtunde durch Frau Miſſionar
Hof=
mann=Lindenfels ſtatt. Hierzu ergeht freundliche Einladung.
— Gartenbauverein Darmſtadt e. V. Am kommenden
Don=
nerstag findet im „Fürſtenſaal” für Vereinsmitglieder eine
Weih=
nachtsfeier ſtatt, die, dem Ernſt der Zeit Rechnung tragend, zwar
einfach geſtaltet, aber Abwechſlung genug bringen wird. (Vgl.
Anzeige.)
— Anthropoſophiſche Arbeitsgemeinſchaft. Es ſei nochmals
hingewieſen auf den öffentlichen Vortrag des heutigen Abends
von S. von Gleich über „Weihnachten im Lichte der
Anthropo=
ſophie” (in der Aula des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums).
Die Beſuchsſtunden im Stadtkrankenhaus Darmſtadt finden
an Weihnachten und Neujahr wie folgt ſtatt:
Weih=
nachten: am 1. Feiertag (Freitag), den 25. 12. 31), von 11—12
Uhr mittags; Neujahr: Freitag, den 1. Januar 1932,
eben=
falls vormittags von 11—12 Uhr.
— Das Union=Theater zeigt ab heute Dina Gralla, Paul
Kemp und Jgo Sym in dem humorvollen Tonfilm=Schwank. Ein
Auto und kein Geld”, Regie J. und L. Fleck. Im tönenden
Bei=
programm. Babys vom laufenden Band” und die neueſte Ufa=
Tonwoche. Jugendliche haben Zutritt.
Im Helia=Theater läuft heute und folgende Tage die neue
Tonfilm=Operette der Ufa „Ihre Hoheit befiehlt”. Ein
erſtklaſſi=
ges Beiprogramm und die neueſte Emelka=Tonwoche
vervollſtän=
digen das Programm. Jugendliche ſind zugelaſſen.
— Die Palaſt=Lichtſpiele bringen heute zum letzten Male den
luſtigen Militärſchwank „Reſerve hat Ruh‟. Dazu ein
reichhal=
tiges Beiprogramm.
— Preisabbau im Reſtaurant Bender, Eliſabethenſtraße 23.
Wir verweiſen auf die heutige Anzeige.
Aus dem Gerichtsſaal. Um Irrtümern vorzubeugen, werden
wir gebeten, feſtzuſtellen, daß am Samstag das Urteil der Großen
Strafkammer gegen den angeklagten
Gendarmeriehaupt=
wachtmeiſter Sch. (nicht Oberwachtmeiſter) verkündet wurde.
Tageskalender für Dienstag, den 15. Dezember 1931.
Konzerte: Rheingauer Weinſtube. Café Oper, Café, Ernſt=
Ludwig — Heaghaus, Luiſenſtraße 12, nachm 4 Uhr,
Vor=
trag über: „Das Weihnachtsgebäck im elektriſchen Herd.
Kaiſerſaal, Grafenſtraße: Darmſtädter Volksbühne:
Generalverſammlung. — Kinovorſtellungen: Union=
Theater, Helia=Lichtſpiele, Palaſt=Lichtſpiele.
NS
D TbRL
A
BCHUHE micht mur seit 1. Julz
mchr als 10 Prozent Billiger.
sondern so Billig wie vor dem
Kriege! Und ebenso gut!
wigstraße 13
DARMSTADT
Ludwigstraße 13.
[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 347
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 15. Dezember
Aus Heſſen.
Reiſe=Gutſcheine.
Das Mitteleuropäiſche Reiſebüro (MER.) hat Reiſe=Gutſcheine
eingeführt, mit denen die Möglichkeit gegeben iſt, für andere
Perſonen die Reiſekoſten zu bezahlen, ohne dieſen den hierfür
er=
forderlichen Geldbetrag aushändigen oder zuſtellen zu müſſen.
Die Gutſcheine werden bei allen Geſchäftsſtellen und
Ver=
tretungen des MER. (MER.=Büros) in Zahlung genommen. Sie
berechtigen nicht nur zur Entnahme von Fahrausweiſen aller
Art, ſondern auch von anderen Ausweiſen, die mit einer Reiſe
zuſammenhängen, ſoweit ſie bei den MER.=Büros erhältlich ſind,
z. B. Platzkarten, Bettkarten, Hotelgutſcheinen,
Verſicherungs=
policen uſw.
Der Gutſchein beſteht aus zwei Teilen: aus dem eigentlichen
Gutſchein, den der Antragſteller erhält, und aus dem
Verrech=
nungsabſchnitt.
Zur Erleichterung des Kaufes der Gutſcheine werden die
Gut=
ſcheine an Orten des Reichsbahnnetzes mit MER.=Buros auch von
den Reichsbahn=Fahrkartenausgaben ausgegeben. Im Bezirk der
Reichsbahndirektion Mainz kommen für das Verfahren folgende
Fahrkartenausgaben in Frage=
Bad Kreuznach. Bad Schwalbach, Bingen (Rhein),
Darm=
ſtadt Hbf., Mainz Hbf., Wiesbaden Hbf. Worms.
Die Fahrkartenausgaben dürfen auf die Gutſcheine, auch wenn ſie
bei einer Fahrkartenausgabe gelöſt ſind, Fahrausweiſe nicht
ab=
geben. Die Inhaber der Gutſcheine ſind, ſelbſt wenn ſie darauf
nur Fahrausweiſe entnehmen wollen, in jedem Fall an die
MER.=Büros zu verweiſen.
Der Gutſchein wird auf den Namen der Perſon, für die er
beſtimmt iſt, ausgefertigt. Der Höchſtbetrag für einen Gutſchein
iſt auf 500.— RM. begrenzt. Für höhere Beträge werden
meh=
rere Gutſcheine ausgefertigt. Innerhalb der Summe von 500 —
RM. können Gutſcheine über jeden beliebigen Betrag ausgefertigt
werden. Der Wert wird auf dem Gutſchein ſelbſt in Ziffern und
Worten, auf dem Verrechnungsabſchnitt nur in Ziffern
eingetra=
gen. Gutſchein und Verrechnungsabſchnitt werden bei der
Aus=
gabe mit dem Tagesſtempel der Fahrkartenausgabe abgeſtempelt.
Dem Stempel hat der Schalterbeamte ſeinen Namen beizufügen.
Dd. Arheilgen, 14. Dez. Geflügel= und
Kaninchen=
ausſtellung. Am Samstag und Sonntag hatte der hieſige Ge=
flügel= und Kaninchenzuchtverein im Saale des Gaſthauſes „Zum
weißen Schwanen” eine Ausſtellung mit Prämiierung
veranſtal=
tet, bei der ſehr gute Tiere zur Schau geſtellt waren. Die beiden
Preisrichter hatten fürwahr keine leichte Aufgabe, als ſie von den
180 Geflügelnummern und den 26 Kaninchen die beſten Tiere
aus=
zuwählen hatten. Neben in allen Raſſen vertretenen Hühnern waren
Enten, Tauben und Kaninchen ausgeſtellt. Bei der Wertung
wur=
den 34 Hühner mit der Note ſehr gut und 78 Hühner mit der Note
gut, 3 Kaninchen mit der Note ſehr gut und 5 Kaninchen mit der
Note gut bezeichnet. An Ehrenpreiſen wurden für Geflügel 18
und für Kaninchen 3 vergeben. Den Bundesehrenpreis erhielt
eine ſchwarze Italienerhenne des Züchters Ernſt Germann.
Sämt=
liche ausgeſtellten Tiere ſtammen aus Arheilgen, ein Beweis für
die eifrige und zielbewußte Arbeit in den Reihen des Vereins. —
Eine Winterobſtſchau, verbunden mit Sortenbeſtimmung,
wurde an den gleichen Tagen im Gaſthaus „Zur Sonne”
durchge=
führt. Auf langen Tiſchreihen waren dort im Saale die
Erzeug=
niſſe des heimiſchen Obſtbaues zur Schau geſtellt, fein ſäuberlich
mit der Sortenbezeichnung verſehen. Die zahlreichen Beſucher der
Ausſtellung konnten ſich dadurch nicht nur an dem ſchönen
An=
blick erfreuen, ſondern, was der Zweck der Schau war, die richtige
Sortenbezeichnung kennen lernen.
Dg. Arheilgen. 14. Dez. Gemeinderatsſitzung. Am
kommenden Mittwoch, den 16. Dezember, abends 7.30 Uhr, findet
im Rathausſaale eine öffentliche Gemeinderatsſitzung ſtatt.
E. Wixhauſen. 14. Dez. Unglücksfall. Bei dem
Fußball=
ſpiel der Sportvereinigung Arheilgen und dem hieſigen FC. Union
am Sonntag erlitt der Arheilger Spieler Murmann einen
Bein=
bruch.
J. Griesheim, 14. Dez. Hohes Alter. Am Dienstag, den
15. Dezember, begeht Frau Peter Nothnagel 16. Witwe,
Obern=
dorferſtraße 52, hier, als älteſte Frau und zugleich auch als
dritt=
älteſte Perſon, in hieſiger Gemeinde, ihren 88. Geburtstag. —
Winterhilfe. Die Freie Turnerſchaft hat ſich ebenfalls in
dankenswerter Weiſe in den Dienſt der Winterhilfe geſtellt. Auf
ihrem Sportplatz werden am kommenden Sonntag zwei Wettſpiele
ausgetragen, und zwar ſpielen die hieſigen Mannſchaften gegen
die entſprechenden der Darmſtädter und Pfungſtädter Freien
Tur=
nerſchaft. Die Erträgniſſe dieſer Spiele fließen der Winterhilfe zu.
Einſicht offen.
F. Eberſtadt. 14. Dez. Weihnachtsfeier im
Turn=
verein 1,876 e. V. Die am Sonntag nachmittag im Saale „Zur
Eiſenbahn” veranſtaltete Feier galt der noch nicht ſchulentlaſſenen
Jugend. Für ſie galt es heute, öffentlich Zeugnis ihres Könnens
abzulegen. Und ſie konnten ſich ſehen laſſen! Ihre Turnwarte
Brückmann und Kehrer hatten dafür geſorgt. Schon die gute
Diſziplin der kleinen Turnerinnen und Turner fiel auf. Und die
Uebungen, ſowohl die gymnaſtiſchen, wie die am Pferd und Reck
und auf dem Roller, dann aber auch die ſchönen Pyramiden, waren
— gemeſſen an dem turneriſchen Vermögen der Kleinen —
aner=
kennenswerte ſchöne Leiſtungen. Was Wunder, wenn ihnen nach
einem drolligen Weihnachtsſpiel der Nikolaus dafür den Dank
ausſprach und ſie alle, ohne Unterſchied, im Lichtglanze des
Tan=
nenbaums mit Tüten beſchenkte, die allerlei zum Naſchen
enthiel=
ten und ihnen Freude bereiteten.
Cp. Pfungſtadt, 14. Dez. 3. Advent. Am Sonntag wirkte
im Vormittagsgottesdienſt, in dem Pfarrer Zinn predigte, die
Knabenchorſchule mit. Abends fand eine Liturgiſche
Advents=
andacht ſtatt, die Pfarrer Strack abhielt.
G. Ober=Ramſtadt. 14. Dez. Klein= und
Sozial=
rentner=Fürſorge. Am 15 d. M. vormittags von 8—12
Uhr werden bei der Gemeindekaſſe die Bezüge der Klein= und
Sozialrentner für den Monat Dezember ausgezahlt. —
Offen=
lage. Die Hebliſte über die Beiträge der Viehbeſitzer zu den
Koſten der Entſchädigungen für Viehverluſte für 1931, liegt vom
14. d. M. ab eine Woche lang auf dem Bürgermeiſtereibüro zur
An. Groß=Zimmern, 14. Dez. Jahresfeier des
Turn=
vereins 1863. Der Aufmarſch der geſamten Turnerſchaft bot
vom Altersturner bis zum jüngſten Schüler ein recht erfreuliches
Bild. Ein ſchneidiger Marſch der Vereinskapelle eröffnete die
Ver=
anſtaltung. Ihm folgten herzliche Begrüßungsworte des 1.
Vor=
ſitzenden Göbel. und nun zeigten die Turner ihr Können. Eine
friſche Körperſchule und exakte Keulenübung der Schüler, eine
rhythmiſche Freiübung und ein anmutiger Reigen der
Schülerin=
nen, eine ſchöne Körperſchule der Turner und elegantes
Barren=
turnen der jüngeren und älteren Turner zeugten von gründlicher,
ernſter Arbeit des letzten Jahres, zeugten aber auch von der im
Verein herrſchenden Diſziplin, die die erſte Vorbedingung für ein
geordnetes zielſtrebiges Turnen iſt. Im Anſchluß an das Turnen
fand die Siegerehrung des letztjährigen Abturnens durch den
Oberturnwart Obmann ſtatt. Auch im zweiten Teil des
Pro=
gramms zeigten die Turner, daß ſie ſich auf dem Gebiet des
Ge=
ſangs und Humors verſtehen und ihre Zuhörer zu feſſeln wiſſen.
X. Dieburg, 14. Dez. Das Heſſiſche Landestheater gab
am Samstag abend, wie ſchon ſeither in anderen Kreisſtädten,
auch hier ein Gaſtſpiel mit ſeinen Overnkräften; der Beſuch der
Veranſtaltung, der im Mainzer Hof” ſtattfand, war für die
un=
günſtige Zeit und vor allem Wirtſchaftslage verhältnismäßig gut.
Der Zweck des Gaſtſpiels wurde durch Herrn Sander zu Beginn
des Abends mit einigen Worten der Einführung erläutert: man
wolle auch den Steuerzahlern auf dem Lande ein Entgelt bringen.
Das Entgelt war wertvoll. Den Opern= und Operettenabend
be=
ſtritten die Damen Anny von Stoſch. Sanny Heilmann, Anna
Jakobs, und die Herren Theo Herrmann, Albert Seibert,
Johan=
nes Drath, Heinrich Kuhn, alſo erſte Kräfte der Darmſtädter
Oper. Zum Wort kamen Rich. Wagner mit „Tannhäuſer” „
Lohen=
grin” „Meiſterſinger” und Walküre” Mozart mit „Zauberflöte‟
und „Don Juan” Gounod, Margarete‟ Giuſeppe Verdi mit „
Tra=
viata” und Rigoletto” Nicolai mit mehreren Nummern aus
ſaik2 Mailaer 22 W bädchen des Erefen3 und dun
üd=
ſchluß, als neueſter, Abraham mit „Viktoria und ihr Huſar‟. Das
Programm konnte alſo weitgehenden Anſprüchen genügen und
fand dank der ausgezeichneten Wiedergabe durch die Künſtler der
Darmſtädter Oper auch reichen Beifall. Am Flügel begleitete
Karl Maria Zwißler, mit bekannter Meiſterſchaft. Zu wünſchen
wäre, daß der Abend dem ſchwer bedrohten Landestheater, dem
die letzte Landtagsverhandlung nichts Gutes verheißt, auch auf
dem Lande Freunde werben möge; das Theater hat manches
ge=
tan, um auch den Bewohnern des Landes entgegenzukommen und
ihnen den Beſuch des Theaters zu erleichtern.
Aelterer und moderner Solzban
Von Diplom=Ingenieur Otto Wießner=Nürnberg.
Der Holzbau als Zimmermannskunſt iſt ohne Zweifel einer
der älteſten deutſchen Handwerkszweige. Wohnungsbedarf und
weitausgedehnte Wälder ſind wohl die Urſache zu einer frühen
Entwicklung geweſen, die durch den Bedarf der eng gedrängten
Städte geſteigert und zur Kunſt ſorgfältig ſchöner
Fachwerk=
bauten gefördert wurde. Eine Kunſt, die der raſchlebigen Zeit
und der Materialerſparnis zum Opfer gefallen iſt.
Die Zeit liegt noch nicht ſehr weit zurück, in der durch das
Eiſen der Holzbalken als alleiniger Träger zurückgedrängt wurde.
„Iſt doch die erſte eiſerne Brücke in der erſten Hälfte des 19.
Jahrhunderts entſtanden, und zwar damals noch als
Gußeiſen=
brücke. Wo vor dieſer Zeit Ueberquerungen von Flüſſen und
Tälern nötig waren und ein Steinbau aus irgendwelchen
Grün=
den wie z. B. Preis oder ſchnelle Errichtung des Bauwerks nicht
in Frage kam, war für den Holzbau und demnach für den
Zim=
mermann kein Konkurrent zu fürchten.
Dies änderte ſich ſehr raſch beim Aufkommen der gewalzten
Eiſenträger. Gewiß iſt das Erſcheinen des Eiſens im
Bau=
weſen zu begrüßen, beſonders da durch dieſen Bauſtoff die
Mög=
lichkeit für die heutigen Großbauten erſt geſchaffen wurde. Daß
jedoch der Holzbalken auch in kleinſten Stegen und
Bachüber=
brückungen dem Walzträger weichen mußte, iſt in mancher
Hin=
ſicht bedauerlich. Es ergab ſich für den Holzfachmann durch das
Auftreten des neuen Konkurrenten die Notwendigkeit, Schritt
zu halten. Dabei konnten die Erfahrungen, die im Eiſenbau
geſammelt wurden, in reichem Maße auf den Holzbau
angewen=
det werden. Man konnte hier die öfters bemerkte Entwicklung
beobachten, daß der Kampf nicht der Verderber des Gewerbes,
ſondern die Urſache neuer Erkenntniſſe wurde, demnach
befruch=
tend auf die alte Kunſt wirkte.
Größere Holzfirmen, in Zuſammenarbeit mit Behörden und
Wiſſenſchaftlern, bemühten ſich, neuartige Bauweiſen auf den
Markt zu bringen. Infolgedeſſen blieb das Holz weiterhin ein
hochwertiger Bauſtoff und ſank nicht nur zum Maſſenartikel für
Grubenhölzer, für Eiſenbahn= und Waggonbau und für
Papier=
fabriken herab. Allerdings, der ſelbſtändige Zimmermann bekam
einen neuen ſcharfen Konkurventen. Außerſtande, die oft ſchwierigen
theoretiſchen Grundlagen ſich zu erwerben und oft nicht im Beſitz
der Mittel für teure Maſchinen, mußte er der alten Bauweiſe
treu bleiben, die auf vielen Gebieten allmählich verdrängt wurde.
Im Folgenden ſoll der Verſuch gemacht werden, die weſentlichen
Grundzüge und Unterſchiede zwiſchen alter und neuer Bauart
in Gegenüberſtellung zu beleuchten.
Die Zimmermannskunſt hat vor anderen Bauweiſen
unſtrei=
tig die Tradition von Jahrhunderten voraus. Aus dem
drin=
genden Wohnbedürfnis in unſeren Breitegraden iſt ſie aus
primitiven Anfängen heraus mit der Kultur gewachſen und hat
ſich erſt in Zeiten größeren Wohlſtandes zu einer wirklichen
Kunſt entwickelt, unterſtützt durch das Aufblühen der Städte.
Gerne und rückhaltslos bewundern wir heute die Schönheit,
zu=
gleich ſtilgerechte und zweckdienliche Anordnung der alten
Kon=
ſtruktionen an Dachſtühlen, Fachwänden und Brücken aus der
beſten Zeit des Handwerks.
Betrachten wir die Konſtruktionsformen und =Einzelheiten,
ſo finden wir zunächſt eine ganze Reihe erprobter Tragwerke
(von Fachwänden ſoll hier weniger die Rede ſein), von denen
man nur wünſchen kann, daß ſie noch recht lange in gleicher
Weiſe ausgeführt werden. Leider läßt ſich beobachten, daß von
dieſen bewährten Formen oft abgewichen wird in der
wohlge=
meinten Abſicht, Neues und Beſſeres zu ſchaffen. Das erſtrebte
Ziel iſt nicht immer erreicht worden; dagegen kann man gegen
die lange erprobten Bauformen wie zum Beiſpiel die
gebräuch=
lichen Ausführungen des Pfetten= oder Kehlbalkendachſtuhls,
gegen das einfache und das mehrfache Hängewerk, das
Sprenge=
werk oder den Howeſchen Träger ſelbſt vom kritiſchſten
Stano=
punkt aus kaum einen Vorwurf erheben. Der Howeſche Träger
iſt allerdings der handwerksmäßigen Bauweiſe kaum noch
zuzu=
rechnen.
Die verſchiedenen Arten der Anſchlußverbindung ſind
all=
gemein bekannt, doch ſollen einige als Beiſpiele von
Konſtruk=
tionseinzelheiten zur Vollſtändigkeit noch genannt werden. Die
meiſten laſſen ſich in die drei Gruppen Verkämmung, Verzapfung
und Verplattung einordnen. Dieſen Verbindungen haftet ein
Mangel an, der früher ohne entſcheidende Bedeutung war. Wenn
von einem Stab zum andern Zugkräfte übertragen werden ſollen,
ſo verſagen dieſe Anſchlüſſe und es tritt als Hilfsmittel die
Eiſenverbindung mit Bolzen, Laſchen und dal an ihre Stelle.
In der meiſt angewendeten Form beſitzt die Eiſenverbindung
nicht die gleiche Güte wie die vorgenannten reinen
Holzver=
bindungen. Eine Ausnahme in der Reihe der nur für
Druck=
übertragung geeigneten Holzverbindungen bildet wohl als
ein=
zige die ſchwalbenſchwanzförmige Verblattung, durch die auch
ohne Zuhilfenahme des Eiſens größere Zugkräfte übertragen
werden können.
Von dem hohen Stande des Handwerks zeugen eine große
Reihe von alten Rathäuſern mit ſchweren Dachſtühlen und reich
gegliedertem Fachwerk. Viele der Dachbinder unſerer Kirchen
und Holzkonſtruktionen der Kirchtürme nötigen dem Beſchauer
Bewunderung ab, doch ſind ſie leider in gleicher Größe und mit
ähnlichen Holzſtärken in letzter Zeit ſeltener gebaut worden.
Aehnliches gilt für viel in früherer Zeit errichtete Holzbrücken,
die heute zum Teil verſchwunden ſind. Eine Reihe von ihnen
hat ſich auch in Gebirgsländern und weniger induſtriereichen
Gebieten erhalten, z. B. in den Alpenländern, wo ſie als meiſt
verſchalte und überdachte Hängewerke ausgebildet ſind. Das
wohl bedeutendſte Bauwerk dieſer Art, die Limmatbrücke bei
Wettingen, erbaut 1778 mit 119 Meter Stützweite, iſt leider ſchon
vor längerer Zeit den Flammen zum Opfer gefallen. Erwähnt ſei
noch die jetzt verſchwundene alte Holzbrücke in Waſſerburg am
Inn und die 1905 abgeriſſene Holzbrücke über den Neckar in
Plochingen. Eine von dieſen Brücken abweichende
Bauart=
die im 19. Jahrhundert errichteten Eiſenbahnbrücken in loch ſein
die meiſt als Howeſche Träger ausgeführt wurden und Käuende
fal
tende Ausmaße beſaßen. (Zweigleiſige Brücke bei WaltenmochleC.n
in Bahern, 52,5 Meter Stützweite, Elbebrücke bei Wittenln/iht ſeht
53,75 Meter Stützweite.) Sie dürften heute ſämtlich verſctz,
heim
den ſein. Einige Modelle ſolcher Brücken ſind im Verſaſkunneſſe
muſeum in Nürnberg zu ſehen. Auch dieſe ſind, gleich wit jSchölle
Howeſche Träger, der handwerksmäßigen Bauweiſe nicht in ſelbſte
zuzurechnen, weichen aber ebenſo von den Konſtruktionsmcſod. In
der modernen Bauweiſen ab.
purden.
Wenden wir uns nun dem modernen ingenieurmäzäre beit
Holzbau zu. Als Grundſatz der ingenieurmäßigen Bauver Bohrn
kann man wohl das Streben bezeichnen, durch wenig 2. Dieſe
möglichſt viel zu erreichen. In Verfolgung dieſes Ziels f1 znpen
urden v
die Theorie und Konſtruktionsmethoden des Eiſenhoch Ktut,e hatte
zurückgegriffen worden. Man könnte daher das Weſel” ven und
modernen Holzbaues auch als Anwendung der Statik und orko Ventil
ſtruktionserfahrungen des Eiſenbaus auf den Holzbau erkkſamſt M
Die Stäbe werden in Richtung und Stärke dem natünſzor, auf
Kräfteverlauf möglichſt genau angeglichen. Die Schwiernzengmitt
beſteht meiſt in der Art der Stabverbindungen, beſonderu keda
Zugverbindungen.
Es ſind eine Anzahl verſchiedener Bauweiſen entſta
die zum Teil durch Nagelung oder Stahlſtifte, zum Teil
Holz= oder Eiſendübel, die in vorher eingefräßte Vertieß=
gelegt werden, die Verbindung herſtellen. Auch fertige 0
bzw. Stahlgelenke werden verwendet. Da Holz leichter ziſtor Län
arbeiten iſt als Eiſen, ſind auch die Möglichkeiten der ſ von H
ſtruktion zahlreicher. Die Tragkraft der Holzverbindunc die der
ſich, da die Tragkraft der einzelnen Verbindungsmittel aussſtige aus
ſuchen bekannt iſt, genau nach der Anſchlußkraft bemeſſen.
kann demnach jedes gewünſchte Stabnetz herſtellen.
Neben den Fachwerkskonſtruktionen werden die aus
oder Brettern durch Leimen, Nagelung oder Verſchraubumt
ſammengefügten Lamellenkonſtruktionen und Vollwanda
öfters ausgeführt. Nicht vergeſſen werden ſoll der verdrait
Träger, der jedoch nicht dem modernen Holzbau ſein Daſeirhaſſer
dankt, ſondern höchſtens durch ihn eine beſſere Ausbildungt
halten hat.
Eine große Reihe moderner Fabrikhallen, Bahnhofson ark
Funktürme und dergleichen mehr ſind in der modernen
weiſe errichtet worden. Als Beiſpiele ſeien genannt: die 2/ſſ0 Ke
hofshallen in Stuttgart und Kopenhagen, die Funktürnn
Mühlacker mit 100 Meter Höhe, die Weſtfalenhalle Doran
mit 76 Meter Binderſtützweite und 20 Meter Binderabſtan=
Sängerbundfeſthalle Wien 1928 mit 60 Meter Binderſtüßzt
und 20 Meter Binderabſtand. An dieſen Beiſpielen läßi
erkennen, daß mit den modernen Bauweiſen bereits Leiſt
vollbracht worden ſind, die ſelbſt im Eiſenbau zu den grän
Aufgaben gezählt werden.
Worin iſt nun der Hauptunterſchied zwiſchen modernes”
älterer Bauweiſe zu ſuchen? Vor allem in der theoretiſchenn oden
rein erfahrungsmäßigen Behandlung des Bauwerks.
ihn
Behandlung brachte zunächſt ganz veränderte. Anſchlußba
dungen und andere Tragſyſteme. Dieſe wirken meiſt IN
und eleganter, als die der älteren Bauweiſen; außerdemn
man mit ihrer Hilfe bei verhältnismäßig geringem Aufft
weit größere Räume frei überſpannen.
des
Der Vorteil der älteren Bauweiſe iſt fchon angedeutetEmen
theoretiſche Vorprojektierung iſt einfach und oft kaum erſoſlglegenl
lich, beſondere Maſchinen ſind für die Herſtellung nicht nouen,
dig und Facharbeiter für dieſe Bauweiſe ſind überall, auu pid
abgelegenen Ortſchaften, vorhanden.
Beiden Bauweiſen gemeinſam gehört vor anderen der 7a9wingenl
teil, daß die Bauwerke ſehr raſch errichtet werden können.M ein Fe
luch die Maſchinen für Abbund der modernen Bauweiſen 140r.
Be=
transportabel ſind, iſt die Errichtung an jedem beliebigen ? ſlichench
mit Zuhilfenahme ortsanſäſſiger Handwerker möglich. Makuſch ſeine
transporte auf größere Entfernung fallen meiſtens weg, dialEeehein,
Holz faſt überall zu erhalten iſt und die wenigen Eiſentevlkanſtaltun
einem nahegelegenen Betrieb angefertigt werden können. 2/00 abe
zu z
kommt der Vorteil der leichten Montage.
dian erſt
Gleich wie beim Emporblühen der großen Mitbewa
Eiſenbau und Eiſenbetonbau, ganz neuartige bis dahinnider,
nicht bekannte Bauformen entſtanden, ſo brachte auckb iſer Erg
moderne Ingenieurholzbau neue Tragwerke und eroberttumn
manches Spezialgebiet, das durch ihn faſt vollkommen beheſ,
wird. Dieſer Gewinn an Neuland iſt wohl am meiſten 7.
grüßen. Daneben beſteht jedoch ein ſcharfer Wettbewerb h0 Lorſ
Errichtung von Hallen= und Induſtriebauten uſw., wo die
werksmäßige ältere Holzbauweife kaum in Frage kommt,g
wo durch die neue Bauart dem Holzbau verlorene 9S0erenA
zurückgewonnen werden. Eine Eiferſucht zwiſchen den Elie Scham
vahl wurde der ſeitherige Beigeordnete Sebaſtian Beckenhaub=
Landwirt. mit 43 Stimmen abſoluter Mehrheit zum Bürgermeiſter
gewählt. Von 596 Wahlberechtigten ſtimmten 476 ab. Es
erhiel=
en: Beckenhaub 258 Th. Heil 6. 120. und R. Häuſer 95 Stimmen.
Noch ſelten iſt ein Wahlkampf ſo ruhig verlaufen wie dieſer.
Heuke wichlfger als Fe:
enstärkund
duvck.
In allen Apolheken und Drogerien in Packungen von M 1.80 an.
Ch. Hainſtadt. Kr. Erbach, 14. Dez. Geſtern abend hielt hier
im Gaſthaus „Zum Löwen” der Evangeliſche Bund unter Leitung
des Herrn Pfarrers Strack aus Neuſtadt, einen Gemeindeabend
ab. Nach herzlichen Begrüßungsworten des Pfarrers nahm der
Generalſekretär des Bundes. Herr Dr. Brauns aus Darmſtadt,
das Wort und ſprach über das Thema „Die evangeliſche Kirche im
Kampfe der Gegenwart‟. Daß die Ausführungen tatſächlich auf
fruchtbaren Boden fielen, iſt begründet mit der Tatſache, daß eine
erhebliche Zahl von Neuaufnahmen in den Evangeliſchen Bund
getätigt wurden.
Nachbargebieten iſt daher nur zum Teil berechtigt. Wohnheßere
Ver=
landwirtſchaftliche Bauten und dgl. werden der handmpſt vorge
mäßigen Bauart immer bleiben, die ihre Daſeinsberechnhſla. In
noch lange Zeit behaupten wird. Auch der Ingenieurho chſachtsk
braucht auf ſeinen Werkplätzen Zimmerleute, allerdings heſiger
ſelbſtändigen Handwerker. Im Wettbewerb mit dem Eiſeſeh0d die
ge Zwedk
iſt er allein in der Lage, erfolgreich ſich zu behaupten.
amperthe
Zum Schluſſe ſoll noch auf die Frage hingewieſen we )eratsbeſ
ob dem ſelbſtändigen Zimmermann auch die Ingenieurbautoſ.
zugänglich gemacht werden könnte, damit er weiter als 1120 bekat
Unternehmer den großen Werken gegenüber ſeinen Platz Ve17
ten kann. In beſchränktem Umfange kann dieſe Frage. e Uhr
weiteres bejaht werden. Allerdings iſt dazu die Zuſame ” und
arbeit mit Ingenieuren erforderlich, die auf dieſem Sach9!?
Erfahrungen beſitzen. Im Intereſſe einer regeren und hochle Dug
M erſt
tigeren Bautätigkeit, beſonders auf dem Lande, wäre dielen
ſammenarbeit ſehr zu begrüßen.
Br. Seckmauern, 14. Dez. Warnung. Vor einiger
machte eine auswärtige Perſon photographiſche Aufnahn?!
etlichen Ortsbürgern und ließ ſich von den Leuten 0.50—100
Anzahlung machen. Die Bilder ſollten den Leuten ſpäter zu9e. 2.
werden. Wie ſich nun herausſtellte, ſind die Leute einem Sch.
ler in die Hände gefallen.
4i. Vielbrunn, 14 Dez. Odenwaldklub. Im letzten. 2
abend der bieſigen Ortsgruppe wurde der Wanderplan fur.
aufgeſtellt. Den drückenden Verhältniſſen Rechnung
tragend=
den nicht wie alljährlich 12, ſondern nur 11. Wanderungen 1 9.0
ſetzt, ins Mümling= und Maintal. in Odenwald= und Spelartah ”, und
Die Pflichtpunktezahl iſt 15, die erwandert werden muß, z.
goldene Wanderer=Ehrennadel zu erlangen. — Ein Veterolſe.
Arbeit, unſer älteſter Einwohner, Johannes Ballmert, w**
Jahre alt, geſtern zur letzten Ruhe beſtattet. Er hat das h0 %2
Höchſtalter um faſt ein Jahrzehnt überholt.
Ea. Stockheim. 14. Dez. Elternabend. Herr Lehre.”
führte am Samstag mit ſeinen Schulkindern im Saale vol.”
bold einige wohgelungene Stücke vor, Beſonders zu erwälle
ein Krippenſpiel, ein Reigen und die Viſitation unter den S
kindern durch Knecht Ruprecht. Zugleich war eine Ausſtellunck.
Arbeiten, welche die Schulkinder in den Werkſtunden gebl
haben.
0 Reichenbach i. Odw., 14. Dez. Die Ausſtellunge=
Geflügelzuchtvereins Reichenbach war ſehr gut beſchickt. 9
nern, Tauben. Zwerghühnern, und Faſanen wurden 185 2.
zeigt. Den Züchtern wurde von den Preisrichtern 23 Ehrenc
und 66 „ſehr gut” zuerkannt, ein Zeichen der bedeutenden 2
auf der ſich die hieſige Zucht befindet. In bezug auf Zuchle S,
geben die Reichenbacher Züchter ihren Kollegen in der. *
nichts nach.
— Hirſchhorn, 14. Dez. Waſſerſtand desNe47.‟
12. Dezember: 1,81 Meter; am 13. Dezember: 173 Metei=
Dieittlag, 15. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 347 — Seite 7
50 Jahre Krähberg-Tunnel.
Cd. Michelſtadt. 14. Dezember.
DRüder Bahn durchfährt man zwiſchen den Bahnhöfen
Hetz=
ſach uun Schöllenbach den Krähbergtunnel ein Bauwerk, das nun
50 Jagu beſteht. Die damalige Heſſiſche Ludwigsbahn=Geſellſchaft
ſbertryim Oktober 1879 auf Grund einer öffentlichen
Ausſchrei=
ſung / Bau des Krähberg=Tunnels dem Bauunternehmer
In=
enieue Urnoldi, Köln. Die Bauleitung hatte für die
Bahnver=
valtuug Oberingenieur Kraus, während dem Unternehmer Ar=
Afoldi, uh ſein Ingenieur von Mulert zur Seite ſtand. Das zu
uurchfähende Gebirge gehört der Buntſandſtein=Formation an
ne Schiten fallen ſehr flach gegen Oſten ein und ſind vielfach
on Tönhichten (Tongallen) durchzogen. Im allgemeinen iſt das
ßeſteim ucht ſehr hart, aber zähe und verurſachte deshalb
Schwie=
igkeittgbeim Bohren und Schießen. Waſſerzuflüſſe kommen auf
ſeidenn Unnelſeiten vor, häufig und in größerer Menge auf der
ſiſeit! Schöllenbach) als auf der Weſtſeite. Der Ausbruch des
tſtollensſelbſt erfolgte teils mit Bohrmaſchinen (Weſtſeite), teils
on Höu. In Betrieb waren 12 Bohrmaſchinen, Syſtem
Fröh=
nich, undwurden dieſelben mit komprimierter Luft von 4 bis 4½
ſtmoſihlre betrieben. Zur Komprimierung der Luft zum
Be=
liebe, de Bohrmaſchinen und zur Ventilation dienten drei
Kom=
geſſorin Dieſe Kompreſſoren und die Dampfmaſchine für die
ſaſſerwunpen und die Transmiſſion der kleinen
Reparaturwerk=
äitte uuden von einem 70ferdigen Dampfkeſſel betrieben. Auf
er Oſtüete hatte man in ſinnreicher Weiſe das zuſtrömende Waſſer
ufgefouen und einem Waſſerrade zugeleitet, welches dann wie=
Fr eiſnel Ventilator antrieb. — Auf der Weſtſeite (Hetzbach) kam
in un ſau tit Maſchinenbohrung innerhalb 24 Stunden um 3—3,5
ſeter wr. auf der Oſtſeite bei Handbohrung 1,3 bis 1,8 Meter.
As Szurngmittel dienten Sprenggelatine und Dynamit und ſtellte
q derrbdarf derſelben bei Maſchinenbohrung ungefähr auf 18 Kg.,
Haſbohrung auf nur 8 Kg. für den laufenden Meter Stol=
Drie Länge des Tunnels iſt 3100 Meter und war derſelbe in
Zet ſeiner Erbauung der zweitgrößte Tunnel Deutſchlands.
Wetportale, das auf der Höhe von 324 Metern liegt, ſteigt
ßs Gesſeſe auf eine Länge von 1944 Meter um 6.66 9, an, bleibt
ſann uf 230 Meter horizontal und fällt ſchließlich mit 2 % auf
Mifte Länge gegen das Oſtportal. — Beim Durchfahren des
ſuells von Hetzbach aus bemerkt man auf der linken Seite zwei
Impen die dem Lokomotipperſonal dieſe Brechpunkte anzeigen
ſm Sue aus ſieht es aus, als ob dieſe beiden Lampen dicht
ſſeinanſer ſitzen würden, in Wirklichkeit ſind ſie aber die
vor=
währnter 230 Meter auseinander. Die Lampen an den
Ein=
hngem ds Tunnels auf Hetzbacher Seite links, auf
Schöllen=
ſtücher Nite rechts ſind Achtungslampen, die das
Lokomotivper=
nal a9 das kommende Einfahrtsſignal aufmerkſam machen ſol=
—dieſe Gefällbrechpunkte bilden auch die Waſſerſcheide
zwi=
ſen Wan und Neckar — Das ſich weſtlich dieſer Stellen
anſam=
ſeinde= Yaſſer fließt alſo in den Main, das öſtliche in den Neckar.
ſie Lännaße des Tunnels ſind: Höhe 5,50 Meter, Breite 4,50
ſeter. De Koſten dieſes Bauwerks beliefen ſich auf über 2 Mil=
Aonen Mark beſchäftigt wurden dabei zirka 150 Arbeiter. — Der
der mſiziellſe Durchſchlag des Tunnels fand am 3. Auguſt 1881 durch
enu berbaunt Kramer ſtatt.
Ein räfſelhaffer Ueberfall.
Mainz, 14. Dezember.
Eir igentümlicher Vorfall beſchäftigt zur Zeit die Polizeibehörden.
gee Bhrer Hill aus Heidesheim ſtand am Samstag abend
„Erbnyam Rheinufer, um ſich mit der Fähre nach Heidesheim
über=
en z aſſen. Plötzlich treten zwei unbekannte Männer an ihn
her=
betäulen ihn und trugen ihn in ein Perſonenauto, das in ſchneller
MFahrt Gulbnſauſte. Als Hill wieder zu ſich kam, befand er ſich an einem
irm fresuten Ort und ſah ſich fünf unbekannten Männern gegenüber.
Yuckz wum) ihm erklärt, daß er irrtümlich mitgenommen worden ſei, da
N.M gEskeinen Papieren erſehen habe, daß er nicht der geſuchte Funk=
Mär ſue9 Wiesbaden ſei. Lehrer Hill wurde dann wieder betäubt und
„erma ämit dem Auto weggebracht. Er erlangte am Sonntag abend
gen Fihr das Bewußtſein wieder, und zwar war er auf der
Land=
ße ürder Nähe von Eſſen=Steele ausgeſetzt worden. Die politiſche
ſteil ua des Eſſener Polizeipräſidiums hat ſich ſofort des Vorfalles
genmmiten. Bisher iſt es noch nicht gelungen, Licht in dieſe
myſte=
ſſe Antlegenheit zu bringen, insbeſondere war es noch nicht möglich,
huſtela, welcher Funktionär aus Wiesbaden von den Entführern
chᛋ urden ſein ſoll.
Dy lwingenberg. 14. Dez. Geſtern fand hier im Hotel „Zum
wwei” ſin Familiengbend des Evangeliſchen Bundes ſtatt. Herr
harre dr. Berger, Darmſtadt, hielt einen Vortrag. Der
evan=
iſche Airchenchor verſchönte die Veanſtaltung, welche gut beſucht
ſr. drurh ſeine Mitwirkung.
Ce Feeheim, 11. Dez. Jugendpflege. Zu ſeiner
Weih=
uchtswetunſtaltung hatte der Evangel Jungfrauenverein am
ſonne slag abend eine große Schar von Gäſten eingeladen.
Gleich=
unzu zeigen, daß man es mit luſtiger Jugend zu tun hatte,
ſielte mn erſt „Das Mädchen vom Lande”, das zu herzlichem
ſachet hrausforderte; ſodann brachten zwei eindrucksvolle
Weih=
hchtschiller, mit hübſchen Reigen und Liedern durchſetzt. Augen=
Mice 4ger Ergriffenheit mit einem Suchen nach etwas Unnenn=
gemA ſeinem herzlichen Schlußwort dankte Herr Pfarrer i. R.
Volfran den jugendlichen Spielern und ihrer nimmermüden
ueſhweſſel für alle geleiſtete Arbeit und Mühe.
(4 lorſch, 14. Dez Opfer ſeines Berufes. An den
ülgem iner inneren Vergiftung ſtarb vorgeſtern der
Friedhofs=
üſſehesrlunſeres Ortes. Herr Andreas Schambach. Beim
Aus=
derſen ines friſchen Grabes ſtieß Herr Schambach auf
Leichen=
ſte, bee ſeren Aufräumung unverſehens trockener Staub aufwirbelte,
„en dem Schambach bei ſeiner Tätigkeit unbewußt einatmete, was
ſie imure Vergiftung zur Folge hatte. Nach wochenlangem Lei=
F iſt, vorgeſtern von ſeinem Leiden erlöſt worden. —
Aus=
hellüung. In der Kleinkinderſchule fand heute eine Ausſtellung
hn Wünachtskrippen und Spielzeugen ſtatt, die arbeitsloſe
Mit=
lieder teſiger katholiſcher Jugendvereine in ihrer Freizeit
her=
ſeltem ind die nunmehr verkauft werden. Der Erlös ſoll für
Fbehltä ne Zwecke Verwendung finden.
8 9mpertheim, 14. Dez. Bürgermeiſterwahl. Durch
Fmeindratsbeſchluß iſt die Wahl eines Ehrenbürgermeiſters auf
bonntag 10. Januar 1932 feſtgelegt. Die Bürgermeiſterei gibt
ſunmeſt bekannt, daß die Wählerliſte für dieſe Wahl von Diens=
15.). M., bis Montag, 21. d. M., in der Zeit von
vormit=
ſuos 8—12 Uhr und nachmittags von 2—6 Uhr zur Einſichtnahme
eſenli g, und daß dieſelbe auch am Sonntag, 21. d. M.
vormit=
as vun9—1 Uhr eingeſehen werden kann. Bis jetzt ſind Kandi=
Uten aß Bürgermeiſter noch nicht nominiert. Der Wahlkampf
dird rnoll erſt in den letzten acht Tagen vor der Wahl einſetzen,
nach ſer 4. Notverordnung politiſche Verſammlungen bis zum
Jamuar 1932 verboten ſind.
—Gernsheim. 14. Dez. Waſſerſtand des Rheins am
De tenber: 008 Meter; am 14. Dezember: 0 Meter.
(m Klein=Gerau. 14 Dez. Bürgermeiſterwahl. Am
onnt agfand hier die Bürgermeiſterwahl ſtatt. Der Kandidat der
PD enielt 335 Stimmen. Reibſtein, als bürgerlicher Vertreter,
Eihieltt 31 Stimmen. Somit iſt Herr Bender als Bürgermeiſter
bewäh !t.!
— droß=Gerau, 14. Dez. Bei der ſtattgefundenen
Bei=
eor dietenwahl erhielt der bisherige Beigeordnete
chann8 Göbel, der für die bürgerlichen Parteien mit
Unter=
ützun=g ſer Nationalſozialiſten wieder kandidierte, 2032 Stimmen.
Auf din ſozialdemokratiſchen Kandidaten Heinrich Klinger
ent=
lielen M und auf den Kommuniſten Peter Schröder 731 Stim=
Gen. Gbel iſt alſo wieder zum Beigeordneten gewählt.
Jechnische Kulturdenkmäler in Hessen.
Saline und Kunſtrad in Bad Salzhauſen.
Von Gewerbelehrer Heimann, Friedberg.
Am Weſtabhange des Vogelsberges liegt das Heſſiſche
Stauts=
bad Bad Salzhauſen, das in ſeinem vor zwei Jahren erneuerten
Kunſtrade ein techniſches Kulturdenkmal beſitzt, deſſen ſich in
Heſ=
ſen nur noch das Staatsbad Bad Nauheim rühmen kann. Das in
Schwalheim gelegene Kunſtrad der Nauheimer Saline wurde
an=
läßlich ſeines 200 Geburtstages bereits in der Techniſchen Beilage
dieſes Blattes (Nr. 10 vom 12. Oktober 1929) beſchrieben.
Wäh=
rend es damals möglich war, auch geſchichtliche Angaben über die
Schwalheimer Anlage zu erhalten, gelang es in Salzhauſen nicht,
von den zuſtändigen Behörden oder durch den Volksmund
weiter=
gehende geſchichtliche Auskünfte einzuholen. Das zeigt mit aller
Deutlichkeit, wie notwendig eine planmäßige Erforſchung der
Ge=
ſchichte der Technik iſt. Während man die Geſchichte der Politik
und anderer Zweige durch Jahrtauſende lückenlos verfolgen und
daraus wertvolle Erkenntniſſe für die Gegenwart und Zukunft
ziehen kann, fehlen hierzu in der Technik, die heute mehr als je
die Grundlage der Exiſtenz der Menſchheit bildet, alle
Voraus=
ſetzungen. Hier gründlich Wandel zu ſchaffen, ſollte eine der
vornehmſten Aufgaben jedes verantwortungsbewußten
Tech=
nikers ſein.
Aus dem Staatsarchiv in Darmſtadt konnte ein Aktenpaket
herbeigeſchafft werden, das über die Geſchichte der Saline zu
Salz=
hauſen wertvolle Aufſchlüſſe gibt. Der damalige Bergverwalter
Taſché in Salzhauſen gibt in einer in den Gewerbeblättern für
das Großherzogtum Heſſen (Zeitſchrift des Landesgewerbevereins)
vom Juni und Juli 1849 erſchienenen Abhandlung einen
geſchicht=
lichen Abriß der Saline und des Bades. Danach wird Salzhauſen
bereits in Urkunden von 1187, 1329 und 1429 erwähnt. 1577 hat
bereits der Salinenbetrieb beſtanden. Eine Urkunde berichtet über
einen Vertrag mit einem Licentiaten von Domeck, der ſich
ver=
pflichtet, die wegen Mangel an Holz verfallene Saline wieder in
Flor zu bringen, was der damalige Landgraf mit Geld
unter=
ſtützte. 1592 (15942) wurde Roland Krug, hanauiſcher Keller zu
Steinau an der Straße durch den Landgrafen Ludwig U. mit der
Saline belehnt. Diesbeügliche Originalakten fand ich in dem oben
erwähnten Aktenpakete des Heſſiſchen Staatsarchivs aus den
Jahren 1594, 1600. 1611 und 1623. 1729 kaufte die Herrſchaft den
Krugen von Niddx das Werk wieder ab und betrieb es ſeit dieſer
Zeit wieder auf eigene Rechnung. Aus dem Jahre 1837 iſt ein
Inventar erhalten, das an techniſchen Einrichtungen folgendes
angibt:
„Das neue Kunſthaus von drei Stockwerken mit dem neuen
großen Brunnen, dem Kunſtwerk mit den dazu gehörigen
Maſchi=
nen Röhren. Pumpen und Geſtängen, das vom Teich getrieben
wird. Zu ſeiner Aufnahme ein Stall mit drei beſchlagenen Türen
und Riegeln.
Ein Gradierhaus à 735 Schuh mit einer Sohle durchgehends
mit Dorn beſchlagen, unterm Dach Töpfe, Tröge und die dazu
ge=
hörigen Krane Kandel und Pumpen. Weitere drei Gradierhäuſer
mit dem erforderlichen Zubehör, ſowie ein Sudhaus.”
Ferner werden eine Reihe 2 bis 8zölliger Röhrenbohrer mit
Stangen, ein Maulbohrer mit Kurbel, Schubkarren, Schippen,
Aexte, Salzkörbe u. a. Gegenſtände aufgeführt.
Taſché berichtet, das bis 1776 nach den Gutachten der
be=
rühmten Saliniſten Bruſt und von Waitz (letzterer iſt auch der
Erbauer der Nauheimer Waſſerkunſt) bedeutende Veränderungen
vorgenommen wurden. Die Strohleckwerke wurden abgeſchafft
und die noch heute übliche Dorngradierung eingeführt. Neue
Brunnen wurden gefaßt und größere Gradierbauten angelegt und
ein von Maultieren in Bewegung geſetztes Kunſtwerk, welches
ſämtliche Pumpen trieb, hergerichtet. Der von 1729 bis 1731
ein=
geſtellte Siedebetrieb wurde wieder aufgenommen. Von 1776 bis
1786 erfuhr die Saline durch den unermüdlichen Eifer des J. W.
Langsdorf, Hofkammerrat zu Darmſtadt, eine völlige
Umgeſtal=
tung. Er half dem Mangel an natürlichem Zufluß von Waſſer,
welcher bis dahin die Verwendung tieriſcher Kräfte notwendig
machte, durch Aufſtellung einer Waſſerkunſt ab. Dieſe Waſſerkunſt,
für die damalige Zeit ein Rieſenwerk beſtand aus einem
Waſſer=
rade von 24 Fuß Durchmeſſer, welchem ein von dem Flüßchen
Nidda abgehender Kanal von dreiviertel Stunden Länge den
Aufſchlag zuführte. Derſelbe mußte durch das ungünſtige Terrain.
durch die Dörfer Unterſchmitten und Kohden hindurch unter
Ge=
bäuden und Straßen hergeführt werden, und es ſind daher die
unſäglichen Schwierigkeiten denkbar, welche Langsdorf zu
über=
winden hatte.
Auch aus dieſer Zeit ſind noch eine Reihe Akten vorhanden.
Die Angabe Taſches, daß vor 1776 keine Waſſerkraft beſtand, dürfte
aber durch das oben angeführte Inventar von 1737, das angibt,
daß das Kunſtwerk des neuen Kunſthauſes vom Teich aus
getrie=
ben wird, widerlegt werden. Ebenſo zeigt dieſes Inventar, daß
1737 die Dorngradierung zum größeren Teil bereits
durchge=
führt war.
Intereſſant iſt die im Jahre 1777 herausgegebene und im
Druck erſchienene Soden=Ordnung über das Salzwerk zu
Salz=
hauſen, die treffend die Arbeitsverhältniſſe der damaligen Zeit
beleuchtet. Wir laſſen einige Stellen dieſer Ordnung wörtlich,
andere ihrem Sinne nach folgen.
„Von Gottes Gnaden, Wir Ludwig, Landgraf zu Heſſen ze.,
urkunden und bekennen hiermit in Kraft dieſes, daß Wir in
meh=
rerem Betracht, daß eine gute Ordnung die Seele von Geſchäften
iſt, nachfolgende Soden=Ordnung, welche ſowohl unſere angeſtellte
Salzwerks=Offizianten, als auch ſämmtliche Soden=Arbeitern zu
Salzhauſen genau befolgen ſollen, haben abfaſſen laſſen: Wollen
und befehlen hiermit auch ernſtlich, daß derſelben, bis Wir
des=
halb ein anderes verordnen werden, unverbrüchlich und bey
Ver=
meidung unſerer Ungnade und Strafe nachgelebt und darwider
im geringſten nicht gehandelt werden ſolle.”
Nach der Ordnung führt die Oberaufſicht der Kammerrat
Langsdorf, weiterhin dem Range nach der Rentmeiſter der
Bau=
verwalter, der Holzſchreiber und der Kunſtmeiſter. Der
Rent=
meiſter, dem die Direktion der Arbeit auf dem Werk anvertraut
war, hatte nicht das Recht. Arbeiter einzuſtellen, oder zu entlaſſen,
er mußte dazu die Zuſtimmung der Rentkammer einholen. Der
Holzſchreiber, oder in deſſen Abweſenheit der Kunſtmeiſter, hatten
im Sommer um 4 Uhr, in den übrigen Monaten bei
Sonnenauf=
gang mit der Glocke den Arbeitsbeginn anzugeben, die Arbeiter
in des Bauverwalters Wohnung zuſammenzurufen und ein ihnen
vorgeſchriebenes Gebet abzuleſen, wobei den Arbeitern Andacht
anbefohlen war. Ebenſo hatten ſie zu den Mittagspauſen und
abends, nicht vor Sonnenuntergung das Glockenzeichen zu geben
und das Abendgebet zu ſprechen. Bei Regenwetter durfte eine
Stunde eher Feierabend geläutet werden. Die Früh=, Mittags=
und Nachmittagspauſen betrugen je 1 Stunde, doch durfte nur
mittags die Arbeitsſtätte verlaſſen werden. Die
Anweſenheits=
kontrolle der Arbeiter erfolgte durch Verleſen. Bei gutem Wetter
mußte auch Sonntags nach der Nachmittagskirche einige Stunden
garbeitet werden.
Obwohl durch dieſe Verordnung die Arbeitskraft der
Salinen=
arbeiter ſtark beanſprucht wurde, enthält ſie auch einige
Beſtim=
mungen, die in unſerer heutigen Zeit der Rationaliſierung
geſchaf=
fen ſein könnten, ein Zeichen, daß auch die Rationaliſierung als
techniſche Maßnahme durchaus nicht neueren Datums iſt. So
be=
ſagt 8 19 der Soden=Ordnung:
„Soll die bisherige üble Gewohnheit, da nur ein Söder bey
einer Pfannen geweſen, der zu ſeiner Bequemlichkeit und
Bedie=
nung zwey Feuerknechte gehabt, gänzlich abgeſchafft ſeyn. und hier=
füro bey jeder neuen Pfannen, welche gröſſer als die dermaligen
ſeyn werden, zwey Söder, bei denen itzigen kleinen Pfannen aber
deren zwey in einem Siedhaus, bey jeder ein Sieder angeſtellt
werden, jedoch alſo, daß einer dem andern, ſo wie es die Umſtände
erfordern, hülfliche Hand leiſte, das benöthigte Holz aber ſollen
ſie ſich ſelbſt mit Stoßkarren herbeyfahren und ſelbſt die Feuerung
beſorgen.
Sollen ſie mit dem Holz ſparſam umgehen, und nicht
mehr als ſie nöthig haben, unter die Pfannen werfen.”
An Strafen ſind vorgeſehen Geldſtrafen in verſchiedener Höhe,
ſowie gänzliche Abſchaffung als unnützer Knecht. Der Tagelohn
betrug 16 bis 22 Kreuzer. Auch ſind Beſtimmungen für die
Knapp=
ſchaftskaſſe, eine Penſionskaſſe für die Arbeiter, enthalten.
Unregelmäßigkeiten muß ſich der im Jahre 1783 im Amt
be=
findliche Bauverwalter Krambs zuſchulden haben kommen laſſen
Ein Gutachten des Kammerrates Langsdorf beſagt, daß er zu viel
Oel und andere Materialien verbraucht habe, daß aber nach ſeiner
Anſicht keine Veruntreuung, ſondern Nachläſſigkeit und Leichtſinn
vorlägen. Er empfahl daher, von einer Entlaſſung Kramb’s
Ab=
ſtand zu nehmen und ihn lediglich zurechtzuweiſen. Das iſt auch
erfolgt, auch wurde ihm befohlen, künftig ſeine
Inventarienver=
zeichniſſe durch den Holzſchreiber Storzer beſcheinigen zu laſſen.
Dieſe Arbeiten mußten zu einer Zeit vorgenommen werden, als
kein Salz verkauft wurde, um nicht die Kundſchaft zu beläſtigen
und das Geſchäft zu ſchädigen.
Aus dem Jahre 1781 ſind Akten betr. die Geldbeſchaffung für
Bauten in Salzhauſen (jedoch ohne nähere Angabe) erhalten. Es
wird dabei erwähnt, daß an einem Lohntage kein Geld zum
Aus=
zahlen da war. Bemerkenswert iſt dabei die auch damals übliche
Geldbewirtſchaftung. In einigen Schreiben handelt es ſich darum,
den Zinsfuß von 4 auf 3½ Prozent zu drücken. Von einer
Ge=
ſamtſumme von 12 500 Gulden, die dem Amtmann Klipſtein in
Butzbach übergeben wurde, mußte dieſer 10 380 Gulden an
Kam=
merrat Langsdorf zur Fortſetzung des nicht mehr zu
verſchieben=
den Salinen=Bauweſens abführen. Es dürfte ſich hierbei um den
von Taſché geſchilderten Ausbau der Saline gehandelt haben.
Ueber die Betriebskraft berichtet Taſché. Die Kohdener
Waſ=
ſerkunſt ſetzte vormals ein Geſtänge in Bewegung, welches über
eine Anhöhe von 140 Fuß lief und mit den ½ Std. entfernten
Pumpen der Saline zuſammenhing. Zugleich ſtand mit ihr ein
Druck=
werk in Verbindung, welches durch gußeiſerne Röhren Waſſer in
einen, auf erwähnter Höhe befindlichen Teich trieb. Von hier
ge=
langte das Waſſer durch hölzerne Röhrenfahrten auf zwei bei
Salzhauſen aufgeſtellte Hilfsräder. Später (Zeitangabe fehlt)
wurde das ungeheure Feldgeſtänge abgeſchafft und das Druckwerk
bei Kohden verdoppelt. Jetzt (1849) ſind drei oberſchlächtige
Waſ=
ſerräder, die nur zeitweiſe von einem Pferdegöpel und einer
Windmühle unterſtützt werden, die Seele der Betriebskraft. Sie
erhalten ihren Aufſchlag von beſagtem Druckwerk. Zwei Teiche
bei Salzhauſen dienen noch überdies zum Auffangen des
Feld=
waſſers und des nach Betreibung der zwei höchſtgelegenen Räder
übrig gebliebenen Aufſchlagwaſſers, um das dritte vollſtändig
be=
ſpeiſen zu können. Im Jahre 1812 wurde auf dem Salinengelände
Braunkohle entdeckt, mit deren Förderung im Jahre 1815
begon=
nen wurde. Die Grube hatte zwei Schächte 3 140 und 145 Fuß
Teufe und einen Waſſerabführungsſtollen von 2910 Fuß Länge.
Die Gewinnung der Kohle erfolgte im Etagenbau von oben nach
unten und von den äußerſten Punkten der Lagerſtätte nach der
Mitte zu laufend. Sämtliche Arbeiten wurden in Gedinge
ver=
geben, die jährliche Förderung betrug 60 000 Ztr., wovon die
grö=
beren Sorten zu 10 und 8 Kreuzer an Private verkauft wurden
und 30 000 Ztr. der kleineren Sorten von der Saline verbraucht
wurden. Der Kohlenabfall fand trotz des billigen Preiſes von
1 Kreuzer pro Ztr. wegen der vorhandenen Holzfülle kaum
Ab=
nahme. Er wurde z. T. mit Waſſer zu Brei angerührt, zu Klötzen
gepreßt und in der Saline mit verfeuert. 10 000 Ztr. Kohlenklein
mußten als unverkäuflich auf der Halde bleiben.
Die erſten Heilverſuche wurden im Jahre 1810 vorgenommen.
1821 wurden die erſten größeren Erfolge erzielt, ſo daß der Staat
das Badeweſen in die Hand nahm. Anfungs beſtand ein
Bade=
häuschen mit 5 Zimmern und einem Badekeſſel, der täglich 40 bis
50 Bäder ermöglichte. In den Jahren 1826/27 wurden das
Kur=
haus und der Tanzſaal erbaut und von dem Gärtner und
Geo=
meter Bindernagel in Friedberg der weitläufige Park mit zwei
Baumſchulen geſchaffen. Die Zahl der Badegäſte ſtieg auf 300 bis
350 und beträgt heute etwr 2000.
Aus den Jahren um 1850 zeigen die Akten, daß ſich der
da=
malige Bergverwalter Taſché mit großem Geſchick für die
Erhal=
tung der baufälligen und unrentablen Saline einſetzte. Er gab
in die Siederei ſei zwar z. Zt. unrentabel, ihr Erlös könne aber
weſentlich geſteigert werden, auch ſei ſie durch die Verbindung mit
Bergwerk und Badeanſtalt konſolidiert; es werde noch immer ein
jährlicher Ueberſchuß von 800—1500 Gulden erreicht. In den
letz=
ten zehn Jahren ſeien 38 170 Ztr. Salz mit einem
Durchſchnitts=
preiſe von 3 Gulden und 08 Kreuzer pro Ztr. verkauft worden.
Weiterhin ſei die Saline Abnehmerin der unverkäuflichen kleinen
Kohlen, weshalb auch das Bergwerk ohne Saline nicht exiſtieren
könne. Auch biete der Salinenbetrieb den Kurgäſten in dem
ſonſt ſo unterhaltungsarmen Salzhauſen eine angenehme
Ab=
wechſlung. Taſche legte klar, daß die bisher zur Erhaltung der
Anlagen und Durchführung neuer Bohrverſuche ausgeworfenen
Geldmittel zu gering geweſen ſeien und bat, keine Mittel zur
Ret=
tung dieſes nützlichen Werkes unverſucht zu laſſen. Er gab noch
an, daß auch die drei vorhandenen Waſſerräder ausreichend ſeien,
nur bei ſchlechter Gradierluft werde eine zuſätzliche Dampfkraft
erforderlich. Leider gelang es nicht, Saline und Bergwerk zu
er=
halten. Die Salzgewinnung wurde 1864 aufgegeben und in der
nachfolgenden Zeit die alten Gradierwerke. Siedhäuſer und dazu
gehörigen Anlagen niedergelegt. Das Braunkohlenbergwerk ließ
nach Einſtellung der Salzgewinnung in ſeiner Förderung
allmäh=
lich nach, nahm in den 90er Jahren noch einmal einen Aufſtieg
und wurde erſt 1926 endgültig aufgegeben, nachdem allerdings der
Betrieb ſchon einige Jahre vorher eingeſtellt worden war.
Heut=
iſt lediglich noch ein Gradierbau, der aber ausſchließlich Kurzwecken
dient, in Betrieb. Von der früheren, gewaltigen Waſſerkraftanlage
iſt nur noch ein oberſchlächtiges Rad, von 7 Meter Durchmeſſer
erhalten, das im Jahre 1881 an Stelle eines älteren Rades von
dem Kunſtmeiſter Fink und dem Zimmermann Fink erbaut wurde.
Dieſes Rad wurde infolge Baufälligkeit im Jahre 1930 durch die
Mühlenbauanſtalt Grieb in Gambach genau nach den Maßen
ſei=
nes Vorgängers neu errichtet und treibt über ein etwa 70 Meter
langes Feldgeſtänge das Pumpwerk für den noch beſtehenden
Sa=
linenbau. Es bildet auch heute noch einen Hauptanziehungspunkt
für alle Beſucher Salzhauſens.
Cm. Wallerſtädten, 14. Dez. Winterhilfe. Da der Erlös
der vor einiger Zeit vorgenommenen Ortsſammlung ganz zur
Ab=
lieferung nach auswärts gelangt, wurde vorgeſtern nochmals
ge=
ſammelt, und zwar für die Bedürftigen unſeres Dorfes. Nahezu
100 Mark und reichliche Mengen Naturalien wurden auch dieſes
Mal als Spenden gegeben. — Frauenverein. Ein
evange=
liſcher Frauenverein wurde hier ins Leben gerufen. Die Leitung
liegt in den Händen der Frau Pfarrer Vogt. Als
Verſammlungs=
raum hat die Gemeinde den Rathausſaal zur Verfügung geſtellt.
Edelfabrikat
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Schallplatten und Sprechapparate ur Qualitätsmarken:
Brunswick-Columbia- Grammophon., Diestimmeseinestlerrn
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Seite 8 — Nr. 347
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 15. Dezember 12
5o ſieht man in England das deutſche Reparakions= und Schuldenproblem.
Unſere Zeichnung ſtellt eine Karikatur des berühmten engliſchen Humorzeichners Low aus dem
liberalen „Mancheſter Guardian” dar. Umgeben von den Zollmauern der Welt tagt eine
Kon=
ſerenz von Sachverſtändigen vor rieſigen Kiſten, die deutſche Exportgüter enthalten. Die
Auf=
ſchrift auf den Kiſten beſagt, daß Deutſchland damit ſeine Reparationen bezahlen wolle. Einer
der Reparationsexperten ſagt gerade: „Und ich ſchlage vor, meine Herren, daß wir dem
Schuldner noch ein oder zwei Milliarden borgen, die ihn über die Zeit hinwegbringen, während
wir darüber nachdenken, was wir dann tun ſollen.‟ Der Gireulus witiosus des deutſchen
Schuldenproblems kann nicht treffender dargeſtellt werden. Deutſchland muß borgen, um
expor=
tieren zu können, und exportieren, um ſeine Schulden bezahlen zu können. Die Unterſchrift der
Zeichnung lautet: „Und das nun ſchon elf Jahre!”
Die erſte Aufnahme vom „Hungermarſch” der amerikaniſchen Arbeitsloft
nach Waſhingkon.
Blick auf den Sammelplatz der Demonſtranten in Indianapolis.
Anläßlich der Eröffnung des amerikaniſchen Kongreſſes in der Bundeshauptſtadt
Waſhing=
veranſtalteten die Erwerbsloſen aus zahlreichen Städten der Vereinigten Staaten einen Hy
germarſch nach Waſhington. Die Polizeibehörden von Waſhington hatten ſehr wirkſame A/
kehrungen getroffen, indem gegen die Arbeitsloſen keine Gewaltmaßnahmen ergriffen wurEM
ſondern ſie in großen Lagern zunächſt einmal ein warmes Mittagbrot erhielten.
it ein
Reich und Ausland.
Ein Zenkner geſtohlener Sprengſtoff
explodiert.
Die Diebe mit in die Luft geflogen?
Helmſtedt, 14. Dezember.
Am Sonntag wurde hier in ſpäter
Abend=
ſtunde eine ſtarke Exploſion wahrgenommen.
Noch in der Nacht wurde ſeſtgeſtellt, daß aus dem
Munitionshauſe der Lehrmannſchen Ziegelei in
Emmerſtedt 22 Pakete mit je 2½ Kilo
Spreng=
ſtoff — alſo über ein Zentner — und annähernd
100 Sprengkapſeln geſtohlen worden waren.
An=
ſcheinend iſt dieſer Sprengſtoff dann durch
Un=
vorſichtigkeit explodiert. Die Beamten der
Land=
jägerei haben noch in der Nacht die Ermittlungen
aufgenommen. Von der Landeskriminalpolizei
wurden vier Beamte nach Helmſtedt entſandt
Die „T.=U.” erfährt über die Angelegenheit
noch folgende Einzelheiten: Die Tongrube der
Ziegelwerke von Heinrich Lehrmann, in der ſich
auch das Munitionshaus befindet, liegt auf
Helmſtedter Gelände. Die Diebe ſind anſcheinend
mit dem geſtohlenen Sprengſtoff auf dem Wege
nach Helmſtedt geweſen, als ungefähr 800 Meter
von der Grube entfernt, offenbar durch eine
Un=
vorſichtigkeit, der Sprengſtoff zur Entzündung
kam und mit ungeheurem Krachen explodierte, ſo
daß in Helmſtedt die Fenſterſcheiben klirrten und
teilweiſe zerſprangen. Anſcheinend iſt damit zu
rechnen, daß bei der Exploſion auch die
Spreng=
ſtoffdiebe verunglückt ſind. In Helmſtedt nahm
man zuerſt an, daß auf die Bahnſtrecke ein
An=
ſchlag verübt worden ſei, ſo daß ſich der auf dem
Bahnhof wartenden Reiſenden eine ſtarke
Er=
regung bemächtigte.
Zu der Sprengſtoffexploſion bei Helmſtedt iſt
noch zu berichten, daß die Exploſion im Walde in
einer Entfernung von etwa 1 Kilometer von dem
Munitionshäuschen, aus dem der Sprengſtoff
ge=
ſtohlen worden war, erfolgt iſt. Der durch die
Exploſion entſtandene Trichter im Erdboden iſt
70—80 Zentimeter tief und hat einen
Durch=
meſſer von etwa 2 Meter. Wie die Feſtſtellungen
ergeben haben, kommt eine abſichtliche
Spren=
gung nicht in Frage. Weitere Einzelheiten,
ins=
beſondere über den Verbleib der Täter, liegen
noch nicht vor.
Schwerer Verkehrsunfall.
Frankfurt a. M. Ein ſchwerer
Verkehrs=
unfall ereignete ſich vorgeſtern an der Ecke der
Neuen Kräme und der Schnurgaſſe, wo ein
Motorradfahrer mit einem Perſonenkraftwagen
zuſammenſtieß. Der Motorradfahrer wurde in
weitem Bogen von ſeinem Motorrad
geſchleu=
dert. Er trug einen Unterſchenkelbruch und eine
Gehirnerſchütterung davon und mußte ins
Kran=
kenhaus eingeliefert werden.
Der neue Burgtheaker=Direktor.
Dr. Hermann Röbbeling,
der bisherige Leiter des Thalia=Theaters und
des Schauſpielhauſes in Hamburg, wurde vom
öſterreichiſchen Miniſterrat zum Intendanten des
Wiener Burgtheaters ernannt. Sein Vorgänger
war der bekannte öſterreichiſche Dichter Anton
Wildgans.
lentolin.
die Jugt
Ein
Das Gebäude des neuen Neuköllner Jugendheims.
Die Neuköllner Stadtverwaltung hat einen großen neuen Gebäudekomplex, der urſprünglich
als Obdachloſenaſyl gedacht war, für die Jugendlichen der Stadt als Heim zur Verfügung
geſtellt. Für die jugendlichen Erwerbsloſen bedeutet dieſes Heim ein beſonderes Glück, da
ſie dort tagsüber eine warme Unterkunft und die Möglichkeit zur Beſchäftigung finden.
Schwere Schiffskataſtrophen.
Italieniſches Kriegsfahrzeng geſunken.
Rom. Der Tender der italieniſchen
Kriegs=
marine „Teſeo” (das ehemalige öſterreichiſche
Hilfsſchiff „Herkules”) iſt bei der Inſel
Tavo=
lara in der Nähe von Sardinien geſunken. Von
der Beſatzung, die etwa 140 Mann zählte haben
nach den amtlichen Meldungen 30 den Tod in
den Wellen gefunden. Auch der deutſche Dampfer
„Trapani” hat ſich an dem Rettungswerk
be=
teiligt.
Amtlich wird gemeldet: Am Sonntag um
11 Uhr gab der Tender der italieniſchen
Kriegs=
marine „Teſeo” Notſignale. Er meldete
Maſt=
bruch, Steuerhavarie, Waſſer im Keſſelraum,
ge=
löſchte Keſſel und ſtehengebliebene Maſchinen.
Zur Hilfe wurden ſofort mehrere Schiffe
ent=
ſandt. Gleichzeitig erhielten die Kreuzer
„Trieſte” und „Ancona” Befehl, an die
Unfall=
ſtelle zu eilen. Um 17 Uhr verſuchte der deutſche
Dampfer „Trapani”, der den „Teſeo” geſichtet
hatte, zu Hilfe zu eilen, konnte aber infolge des
Unwetters nichts ausrichten. Ein Schlepper war
ebenfalls gezwungen, in den Hafen
zurückzu=
kehren. Zwei Dampfer gelangten nacheinander
in die Nähe des „Teſeo”, der ſich um 18 Uhr
20 Meilen von der Inſel Tavolara (Sardinien)
entfernt befand. In der Nacht traf der Kreuzer
„Trieſte” ebenfalls an der Unfallſtelle ein. Er
verſuchte vergeblich den „Teſeo” ins Schlepptau
zu nehmen, da das Unwetter es nicht geſtattete,
Rettungsboote auszuſetzen. Um 9,30 Uhr iſt der
„Teſeo” geſunken. Der größte Teil der
Be=
ſatzung iſt gerettet worden Dank des Opfermuts
der Hilfsſchiffe. Der Kreuzer „Ankona” iſt an
der Unfallſtelle geblieben, um nach weiteren
Opfern zu ſuchen. Die übrigen Schiffe ſind in
den Hafen zurückgekehrt.
Schiffserploſion auf dem Hangiſe.
300 Opfer.
Schanghai. Im Yangtſe=Delta ereignete
ſich auf dem Dampfer „Tateh”, der mehrere
hun=
dert chineſiſche Paſſagiere an Bord hatte, eine
Exploſion, die einen Brand zur Folge hatte. 300
Perſonen ſollen ertrunken oder in den Flammen
umgekommen ſein.
Die Ueberlebenden der Kataſtrophe des
Paſ=
ſagierdampfers „Tateh” berichten über die
Schreckensſzenen, die ſich auf dem brennenden
Schiff abſpielten. Zahlreiche chineſiſche und
ja=
paniſche Schiffe eilten dem brennenden Dampfer
zu Hilfe, ſo daß von deſſen 600 Paſſagieren
im=
merhin etwa die Hälfte gerettet werden konnte.
Orkan an der algeriſchen Küſte.
Biſerta. An der algeriſchen Küſte wütet
ſeit vorgeſtern ein außerordentlich heftiger
Sturm. Ein mit ſieben Mann beſetztes
ita=
lieniſches Segelboot kenterte, doch wurde die
Beſatzung gerettet. Die meiſten der im Hafen
verankerten Fiſcherboote wurden beſchädigt. Drei
Häuſer ſind durch den Sturm eingeriſſen
wor=
den. Der Telephonverkehr mit Tunis iſt
unter=
brochen, auch der Eiſenbahn= und Straßenverkehr
liegt ſtill.
Schwere Sturmverheerungen
an der nordafrikaniſchen Küſte.
Paris. Der Sturm, der gegenwärtig im
Mittelmeer wütet, ſucht auch die Randgebiete
ſchwer heim, und namentlich in Algier ſind
rie=
ſige Sachſchäden angerichtet worden. Die Stadt
Tunis war Sonntag abend nach
wolkenbruch=
artigen Regenfällen vollſtändig von der Umwelt
abgeſchnitten, da alle Straßen, Eiſenbahnen,
Telephon= und Telegraphenlinien unterbrochen
waren, und auch die Lichtleitung verſagte. Der
Straßenbahn= und Eiſenbahnverkehr mußte
ein=
geſtellt werden. Die Zeitungen konnten nicht
erſcheinen. Hunderte von Bäumen wurden von
dem Sturm entwurzelt.
Von einer Granate in Stücke geriſſen.
Trier. Bei Hermeskeil fand der 21jähr.
Matthias Maßen auf dem Acker eine Grangte.
Entgegen dem Rat ſeiner Freunde verſuchte er,
das Geſchoß zu öffnen, in dem er es mit einem
ſchweren Stein bearbeitete. Plötzlich explodierte
die Granate und riß den Unvorſichtigen in
Stücke.
Kataſtrophe bei einer Hochzeit.
Nerac. Bei der Feier einer Dorfhochzeit
brach der Boden des Saales ein, in dem die
Hochzeit gefeiert wurde. Die Hochzeitsgeſellſchaft
ſtürzte vier Meter in die Tiefe. Etwa 50
Per=
ſonen wurden dabei verletzt, davon 10 ſchwer.
Zwei dieſer Schwerverletzten liegen in
hoff=
nungsloſem Zuſtande danieder.
Das Einſturzunglück in der Nähe von
Bordeaux iſt, wie wir erfahren, viel
ernſterer Natur, als urſprünglich
an=
genommen wurde. In dem Caféhaus fand in
einem unteren Saal eine geſchloſſene
Hochzeits=
feierlichkeit ſtatt, während die Gäſte des
Café=
hauſes über dem Saal im erſten Stockwerk Platz
genommen hatten. Als die Hochzeitsgäſte gerade
dabei waren, eine Quadrille aufzuführen, ſtürzte
plötzlich die Decke unter furchtbarem Getöſe ein
und begrub die Tanzenden und die Gäſte der
erſten Etage unter ihren Trümmern. Es wurden
nicht weniger als 50 Verletzte geborgen. Der
größte Teil von ihnen hat ſchwere Knochenbrüche
erlitten. Zehn von ihnen mußten ſofort in ein
Krankenhaus überführt werden, wo man bei
einigen der Schwerverletzten jede Hoffnung
auf=
gegeben hat.
Calmefie-Prozeß.
Lübeck. Zu Beginn der Montagsverllezyen ihm
ſung im Calmette=Prozeß erſtattete Prof.; pr das
Hanns Much=Hamburg ſein Gutachten. E yu hinter
klärte dabei, man könne jeden Tuberkel=Bax lur Sipo
ſtamm in verſchiedene Unterſtämme ſpalte-:/ Er ſtar
virulente und avirulente. Prof. Much ſer nicht
ſodann mit, daß er einen Bericht über ein Gus, lange
mette=Unglück in Bulgarien erhalten habes m Freund
in ſeinen Einzelheiten genau ſo erſchütterm Aobby —
wie das in Lübeck. Prof. Much hält damina mßte in
gegen allen Dementis die Behauptung von I1 uwas
Calmette=Kataſtrophe in Bulgarien aufremtilz und
Es kam dann der Sachverſtändige Prof, Uüg iſt, w
hut zu folgendem Schlußergebnis: Der BA4 einen
iſt nicht vollkommen unſchädlich. Nach demülpperei
fangreichen Verſuchen kann man nicht ſigehon au
daß er harmlos ſei und ſeine Avirulens ghört, da
jeden Fall beibehalte. Er, Uhlenhut, würd.
dagegen ausſprechen, daß man den Immſt ihr mi
beim Menſchen anwende. Man wiſſe nicht, 9 Streit
vollkommen unſchädlich ſei, außerdem habe:
noch kein Urteil darüber, ob nicht vielleich-
Schädigung noch in ſpäteren Jahren
eint=
könnte. Was die Lübecker Vorgänge anbellt
ſo müſſe hier wohl etwas Beſonderes geſci,
ſein. Angeſichts dieſes großen Maſſenſte
könne man nur ſagen, daß entweder die
märkultur von vornherein virulent, verwe//15
oder verunreinigt war, oder daß die Kultunn de
geſchlagen iſt.
ta
Auf Fragen, die dann an ihn geſtellt M
den, antwortete Prof. Uhlenhut, bei aſener Sor
Mittel, das an Menſchen abgegeben werde, dlich garat
doppelte Vorſicht notwendig geweſen. Er.
auf der Tuberkuloſekonferenz in Oslo Ficll!
Standpunkt in einem Vortrag in Gegero
teruf
Prof. Calmettes dargelegt. Prof. Calmet / Nenbelmer
aber auf ſeine Ausführungen nicht eingega-4 ſelterun
Dann äußert ſich Profeſſor Abel=Jena- openhei
betont, es habe ſich erwieſen, daß die Calre Relterun
Fütterung tatſächlich ohne Bedeutung ſei. 70ch
ſei weder nützlich noch ſchädlich. Das Lü.H,
Laboratorium hält der Sachverſtändige fü
eignet zur Impfſtoffherſtellung; aber dieſe Heſerr zor
in einem beſonderen Raum erfolgen ſollem
Dr. Schmincke=Neukölln wendet ſich gegen Ahppertsh
Much. Man habe Methoden genug, die TT A
kuloſe zu bekämpfen, ohne Bakterien verwetiW eie
zu müſſen. Er ſei der Meinung, daß man 199
Lübeck nicht von der völligen Unſchädlichken
B. C. G. überzeugt ſein konnte. Mit den
18
teriologiſchen Präparaten ſeien Millionen.!
dient worden. Der Sachverſtändige bemä—
daß im Laboratorium kein Protokoll geWßeſ,
wurde. Auch er iſt der Anſicht, daß man ſia
der Züchtung an die Anleitung Prof. Caln-0
hätte halten müſſen. Scharf verurteilte der
verſtändige die Vernichtung der Emulſion A Mlchie
Dr. Deycke. Man hätte die Emulſion unbe K
aufheben und ſie ſofort einem Zentralinſtitm
Unterſuchung übermitteln müſſen. — He
wurde die Verhandlung auf Dienstag verte.
Sklarel=Prozeß.
Berlin. Bei Beginn der Montagver7ch. 4”
lung im Sklarek=Prozeß teilte der Vorſis=0,
mit, daß der Verteidiger des Stadtrates
gener, Rechtsanwalt Cohn, an einer
Blrin=
giftung geſtorben ſei. Der ſozialdemokra. Weſſde
Stadtrat Herrmann, der dann vernor
wurde, belaſtete den Angeklagten Bürgern ?0Aſ.
Schneider. Die Sklareks ſeien bei Auftra.”
teilungen durch Schneider unterſtützt ud
Weiter machte der Zeuge dem Bürgern.
Schneider Vorwürfe, daß er die Steuerange!
heiten bei Theatern, von denen er Freit
erhielt, ſchonend behandelt und Steuernac 00
bewirkt habe. Der Angeklagte Schneider
widerte, daß Herrmanns Ausſagen von G.
ſchaft diktiert ſeien. Gerade Herrmann
ha=
einem Bericht den Geſchäftsverkehr mii
Sklareks als außerordentlich günſtig bezei.4).
Stadtrat Neuendorf beſtritt bei ſeiner Ve PAich
mung, daß er ſich jemals an die Sklarels
wandt habe, um dieſe zur Finanzierung
Patentes zu bewegen. In der Verh=n
machte der Vorſitzende u. a. Mitteilung.”
für den Komplex der Zuwendungen noch we
56 Zeugen vernommen werden ſollen, 9.
ein Ende des Prozeſſes überhaupt nicht
abzuſehen ſei. Die Verhandlung wird gil.
woch vormittag fortgeſetzt.
15. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 347 — Seite 9
Intermezzo in Otd-England.
Von Herbert Leſtiboudois.
kamen wir an in Cardiff. Es war genau 8 Uhr
n. Obgleich bereits etliche Jahre ſeitdem vergangen
ere ich mich dieſes Zeitpunktes, weil mir in dieſem
neine Taſchenuhr, die ich in der Hand hielt, entglitt
„den fiel. Urſache war unſer guter Steamer „Hamilton”
ug unverſchämt den Kai rammte, daß ich das
Gleich=
plor. Ich ſammelte die Scherben meines geweſenen
Schweizer Werkes, warf einen Blick auf die Zeiger
feſt, daß es — wie geſagt — 8 Uhr 15 Minuten war.
—, und die Sache war erledigt. Wir kamen von
wiber. Hatten Grubenholz intus. Grubenholz=
Ladun=
zie verdammt dreckige Angelegenheit. Balanciere einer
dieſen rollenden und gleitenden Decklaſten über den
eich”, ohne Pech zu haben. Dreiviertel hatten wir
higebracht. Das fehlende Viertel war vom Atlant
ge=
mden.
ülte uns jetzt nicht mehr kümmern. Gewettert haben wir
genug, geflucht auch, geſtritten auch. Ruhe wollten
Erholung, Genuß ..! Vielleicht auch einen
ordent=
onk. Licht, Trubel, Mädchen wollten wir ſehen! Und
uch ein bißchen mehr davon. Alſo ...
iſtand fertig angezogen, Otto würgte noch an ſeinem
ſarl an ſeinem nagelneuen Seidenſhawl, und ich zog
Gheitel „landfein‟ Ein Blick in den halbblinden
Spie=
kür vollbracht! Mütze auf und nichts wie raus.
5 immer ein ſeltſames Gefühl, nach längerer Fahrt
and unter den Füßen zu haben. Es kam uns komiſch
ſollen der See noch in den Gliedern zu ſpüren und
tiü Land unter uns zu wiſſen. Luſtig machte uns dieſer
und Tom ſang das ſchöne Lied:
„Oh Suſanna,
Wunderſchöne Anna,
Wenn das Geld verſoffen iſt,
Dann fahren wir zur See!”
ſchlezmit einem reizenden Triller, zwar etwas rauh, aber
Iork ut gemeint. „So, Jungens”, ſagte er dann, „Old=
Eng=
biſtlucht mehr fern. Go on, und fall nich ut de Steebel ..."
haſte damals vergeblich darüber gegrübelt, warum er das
Mglich, daß nur die überſpannte Erwartung unbekann=
Fretun ihm dieſen Ausruf in den Mund legte.
Al9 bir das Gewirr der Hafenſchuppen, Bahngeleiſe und
mlugn hinter uns hatten, war das erſte, was wir ſahen:
ſy, ur Sipo of England, der Vertreter einer irdiſchen
Ge=
fokgit Er ſtand an einer Straßenkreuzung und regelte einen
ſehn er nicht da war. Verheißungsvolles Vorzeichen: Bobby,
Hus, langer Lulatſch du; Bobby, Freund aller Welt und
erhalten hdenn Freund unſerer ſchwarzen, ſündhaften engliſchen
ſo erſät hiert kobby — Liebling, wir reden noch von dir . . .
hhält ſtatl wußte in Cardiff beſſer Beſcheid als in Hamburg. Und
uptumzſwill etwas heißen. Links herunter, eine Straße rechts,
arien aber auls und nochmals rechts — — Ich weiß nicht mehr, ob
Yu rickr” iſt, wie ich es aufzähle . . . jedenfalls: wir waren
voh” einen ſaftigen Drink, freundliche Mädchen und eine
Kpperei geben ſollte. Es ging ein paar Stufen in die
ehon auf der Straße hatten wir ein mordsmäßiges
zhört, das irgendwoher aus der Unterwelt zu kommen
ihr mir das Maul haltet, Jungens”, warnte Karl.
Streit anfangen, keine Hetze, keinen Zank mit den
Die Sache kommt ganz von ſelbſt in Gang.‟ Dann
ſtießen wir die Tür auf. Dicker Tabaksqualm, ſchwaches Licht,
vollbeſetzie Tiſche. Und Geſchrei! Ein Jammerkaſten von Klavier
verſuchte mühſam den Lärm zu überbieten. Es verſagte kläglich.
In einer Ecke fanden wir einen nur halb in Anſpruch
ge=
nommenen Tiſch. Zwei Neger rückten unwillig zur Seite. Ich
brummte etwas von „Affenpack!” in mich hinein. „What do vou
ſay?”, fragte der eine drohend. „Hummel!”, ſagte ich und ſchwieg.
Dann ſaßen wir. Der Wirt ſchob ſich heran, dick, fettig,
kahl=
köpfig und ekelhaft unſympathiſch. Er lächelte ſchmierig und
dienerte unterwürfig wie der Oberkellner eines Nachtlokals.
„A Buddi og the beſt Köm!” ſagte Karl großartig und
ſchwenkte die Hand im Kreiſe. „Keen water, old boy, keen
Panſchkram! Aber dalli, zuck, zuck! Do hou underſtand . . .?
„Yes!” grinſte der Wirt und verſchwand. Wir lachten: „Karl,
bei deinem Engliſch kommt der mit iner Selterbuddel an . . ."
Karl winkte gleichmütig ab. Er hatte Recht. Leute, die
ſchwei=
gen, haben immer Recht. Nach drei Minuten ſtand „the beſt of
the Köm” auf unſerm Tiſch. Es war der ſpritzigſte Kümmel, den
wir je zwiſchen Old=England und Honolulu getrunken hatten.
Nach fernen drei Minuten lagen uns vier Mädchen im Arm.
Schön waren ſie nicht, aber trinken konnten ſie. Wenn ich heute
daran denke . . . Die zweite Flaſche war ebenſo ſchnell weg wie
die erſte. Wir wurden immer luſtiger, die Mädchen mit jeder
Flaſche luſtiger. Ich glaube jetzt, daß ſie damals unter dem
Tiſch getrunken haben. In jenen Augenblicken dachte ich nicht
daran; wir waren viel zu freudegierig, um ſolches wahrnehmen
zu können. Die Flaſchen verdoppelten ſich zuſehends. Und die
Stimmung wuchs. Wuchs ins Vierdimenſionale. Kaum, daß wir
mitkamen; kaum, daß wir merkten, daß die beiden Neger ſich
von unſerem Tiſche fortgeſchlichen hatten. Dieſe ſchwarzen
Lausbuben ſollten unſer Verhängnis werden . ..
Woran es lag . . .? Wer will das entſcheiden. Mag ſein,
daß ſie gemerkt hatten, daß wir Deutſche waren (man empfing
die deutſchen Seeleute in der Zeit kurz nach dem Kriege nicht
überall mit freundlichen Geſichtern), mag ſein, daß es ihnen nicht
behagte, daß die vier Schönen ſich um uns und nicht um ſie
drängten. Jedenfalls ſauſte plötzlich haarſcharf an Toms eckigem
Schädel ein Stuhlbein vorbei und knallte krachend gegen die
Wand.
„Wohr di!” ſchrie Karl; ein zweites Wurfgeſchoß folgte
un=
mittelbar. Kreiſchend flüchteten die Mädchen. Und als wir
auf=
blickten, ſahen wir uns einer Mauer von Leuten gegenüber, die
allen Nationen der Erde anzugehören ſchienen. Vorneweg unſere
dunkelhäutigen Tiſchgenoſſen. Alle Tiſche waren leer geworden
und unſere Lage kam uns nicht roſig vor.
„Banditen!” brüllte Karl, fuhr ſich mit der Hand einmal hart
über den Naſenrücken, was ſtets ein ſchlechtes Vorzeichen war,
zog aus der hinteren Hoſentaſche ein Meſſer, ging auf die Leute
zu und machte ihnen in ſeinem Kauderwelſch fluchend klar, daß
es feige wäre, uns in ſolcher Ueberzahl anzugreifen. Kurz
ent=
ſchloſſen, forderte er den Stärkſten auf, mit ihm zu kämpfen.
Das war ganz Karl, wie er leibte und lebte, in ſeinem
un=
geſtümen, prachtvollen Draufgängertum bereit, für ſeine Freunde
einzutreten. Obwohl wir das alles wußten und auch, daß er
bei weitem der Kräftigſte und Gewandteſte unter uns war,
woll=
ten wir ihn an der Ausführung ſeines Vorhabens hindern.
Scharfe Meſſer ſind kein Vergnügen. Doch aus der Reihe der
andern löſte ſich bereits ein kleiner flinker Japaner, nahm das
Meſſer zwiſchen die Zähne, warf Jacke und Hemd ab und ſtellte
ſich in Poſitur. Karl tat desgleichen und ehe wir ihn
zurück=
reißen konnten, klirrten die Meſſer ſchön zuſammen. Kaum konn=
ten die Blicke den Handbewegungen folgen. Kein Wort wurde
haut. Stumm ſchauten die andern und ſtumm ſchauten wir, mit
einer leichten Angſt im Rücken; denn Karls mächtige Bruſt bot
der Klinge des Japaneſen ein treffliches Ziel.
Er kämpfte glänzend, unſer Charlie —: ein Stich jagte den
andern, jede Finte, jede Täuſchung übertraf die vorhergangene,
und ſchon ſickerte an zwei Stellen des gelben, ſchlangenhäutigen
Japanerkörpers Blut hervor. Auch Karl trug einen Riß am
Oberarm davon. Die Gegner murrten jetzt, jeden Ausfall unſeres
Freundes verfolgten ſie mit Luxaugen, und wir wußten, daß ſich,
ſobald der Japaner fiel, die Meute auf uns ſturzen würde.
Jeder fühlte nach ſeiner Waffe. Die Stimmung wurde
gefähr=
licher mit jeder Minute, Schreie ſtoben auf, eine Flaſche
zer=
ſplitterte irgendwo an der Mauer . . . Der Schauplatz von
Matroſenkämpfen iſt kein Kleinkindergarten.
Da — Karl machte einen prächtigen Ausfall, der dem
Geg=
ner unheilvoll werden mußte — krachte ein Schuß, und die
elektriſche Birne zerſprang. Tiefſte Finſternis hüllte uns ein.
Draußen ſchrillte ein Pfiff: Drängen, Eilen und Stoßen
ent=
ſtanden, und wir ſpürten die deutliche Gewißheit, daß die Kneipe
ſich fluchtartig leerte. Karl taſtete auf uns zu, packte mich am
Arm: „Polizei!”, flüſterte er, „ich kenne das. Bloß ſehen, daß
wir rauskommen".
Fleitjepiepen ...! Ehe wir den Ausgang in dieſer
ver=
trackten Dunkelheit fanden, leuchteten in der Türöffnung
Blend=
laternen auf —: ein . . . zwei .. . drei Stück. „Damned!”
knirſchte Tom, „that’s Bobby!”
Er war’s. Lieber Himmel, er war’s tatſächlich! Und wir
mußten trotz unſerer üblen Situation lachen. Bobby war da,
ſogar in dreifacher Auflage. Bobby mit dem runden Helm,
Bobby mit dem umgeſtülpten Kochtopf, Bobby als die rächende
Gerechtigkeit von Old=England! Heiliger Poſeidon, laß’ es für
deine Getreuen im guten bewenden .. ."
Otto, der ſchnoddrige Berliner, ſtand da und bog ſich
pruſtend in den Hüften. So lachte er. Schrie vor Vergnügen:
„Jungens, det de Polente mir in Old=England faßt, harr ick ooch
nich jedacht ..
Nur Karl war mißmutig und wiſchte ſich das Blut vom
Arm. Er kannte den Ausgang ſolcher Geſchichten: Gefängnis bis
zum Morgen. Brummend warf er ſeine Jacke über. Mit
Luſtigſein und ſchönen Mädchen war es dieſe Nacht nichts mehr.
Was nun folgte, iſt bald erzählt. Die Situation lag ſo
un=
günſtig wie nur möglich für uns auf dem Tiſch: Rauferei! Die
drei Bobbys nahmen uns in die Mitte und ab ging’s.
Daß wir allein nach dem „Scotland Yard von Cardiff”
wandern mußten, kam uns mehr als ungerecht vor. Den Reſt
der Nacht „ſaßen” wir, je zwei und zwei in einer Zelle. Tom
ſaß bei mir, wackelte mit ſeinem eckigen angegrauten Schädel und
entwickelte jene Philoſophie, die beſagt, daß es für den Seemann
nicht gut iſt, bei ſeinen erſten Schritten auf fremdem Land
einem Polizeigewaltigen in die Arme zu laufen. Es iſt nie gut,
betonte er. Die Bobbys aller Länder ſind in dieſer Hinſicht für
den Jantje ebenſo ſehr ein ſchlechtes Omen, wie jener bekannte
Klabautermann, der nachts in der Takelage ſpukt.
Tom überbot ſich in Spitzfindigkeiten, ſo daß an Schlaf nicht
zu denken war. Licht= und Schattenſeiten des Seemannslebens
fanden eingehende Würdigung. Und als ich endlich doch am
Einſchlafen war, riß mich ein ſchriller Ton hoch. Tom ſang!
Sang, daß es zum Steinerweichen war. Sein Lied kletterte die
Zellenwände hinauf, geſpenſterte unter der Decke und polternd
echote es aus allen Ecken:
„Oh Suſanna,
Wunderſchöne Anna,
Wenn das Geld verſoffen iſt,
Dann fahren wir zur See..
Fahren wir zur See..
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Handbuch der geographiſchen Wiſſenſchaft. Herausgegeben von
Univ.=Prof. Dr. Fritz Klute=Gießen unter Mitwirkung der
Uni=
verſitätsprofeſſoren, Behrmann=Frankfurt, Brandt=Prag, Bur=
distätugen. Oberhungerdüſen. PrtuneFüliſtichene Scheit=
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Königsberg, Troll=Berlin, van Vuuren=Ultrecht, Wachner=
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bilder und Kärtchen, gegen 300 Farbenbilder, viele
Kartenbei=
lagen. In Lieſerungen zu je 2.40 RM. Akademiſche
Verlags=
geſellſchaft Athenaion m. b. H., Wildpark=Potsdam.
* Dieſes von führenden Gelehrten herausgegebene Handbuch
der geographiſchen Wiſſenſchaft, von demt jetzt die Lieferungen 20
bis 31 erſcheinen, iſt ein wahrhaft großartiges Unternehmen und
es legt beredtes Zeugnis davon ab, daß allem wirtſchaftlichen
Elend zum Trotz deutſche Wiſſenſchaft und deutſcher
Unterneh=
mungsgeiſt ſich nicht unterkriegen laſſen. Dabei handelt es ſich nicht
um ein wiſſenſchaftliches Werk, das ſich nur an den
Wiſſenſchaft=
ler wendet, ſondern hier iſt der Verſuch geglückt, das Ergebnis
wiſſenſchaftlicher Forſchung ſo lebendig zu geſtalten, daß jeder
Laie in der Lage iſt, ſich über Land und Leute, Verkehr und
Wirt=
ſchaft unſerer Erde zu unterrichten. Der Drang in die Weite, das
Beſtreben, fremde Völker und Länder kennen zu lernen, iſt dem
deutſchen Volke in beſonderem Maße eigen. Aus dem Handbuch
der geographiſchen Wiſſenſchaft ſprechen zu uns nicht nur Karten
und ſtatiſtiſche Zahlen, ſondern Tauſende von Bildern geben ein
lebendiges Spiegelbild der weiten Welt.
Die jetzt erſchienenen neuen Lieferungen 26—31 reihen ſich
wür=
dig den vorausgegangenen au. Heft 20 und 28 behandeln das
ur=
alte Wunderland Aegypten. Heft 27 und 20 behandeln
Süd=
auerika mit ſeinen uralten Kulturen und den aus der
geographi=
ſchen Geſtaltung ſich ergebenden Möglichkeiten der Zukunft. Die
letzten Lieferungen 30 u. 31 führen uns nach Südoſteuropa. Profeſſor
Prinz=Fünfkirchen ſchreibt über Ungarn. Profeſſor Wachner=
Kron=
ſtadt über Numänien. Auch dieſe Lieferungen ſind wieder bild=
mäßig außerordentlich reichhaltig ausgeſtattet und ſie legen ebenſo
wie ihre Vorgäuger Zeugnis ab von der Bedeutung dieſes her=
vorragenden Werkes, dem man nur weiteſte Verbreitung wünſchen
M.
kann.
Stifter und das 19. Jahrhundert. Drei Abhandlungen von Joachim
Müller, Verlag der Literariſchen Adalbert=Stifter=
Geſell=
ſchaft in Eger (Böhmen), (J. Stauda Verlag. Kaſſel.) Gebund.
2,50 Reichsmark.
Das Buch bietet in drei gewichtigen Abhandlungen: Stifter
und Goethe — Stifters religiöſes Gefühl — Der
Nachſommer=
uenſch und das 19 Jahrhundert — ſehr wertvolle Beiträge zu
einer neuen und tieferen hiſtoriſchen Würdigung Stifters. Von
drei Seiten her wird Weſentliches in Stifters Kunſt und
Charak=
ter aufgezeigt, der Blick, beſonders in der dritten Abhandlung, auf
die Stellung Stifters in der deutſchen Geiſtesgeſchichte gelenkt.
Sehr willkommen iſt zum Goethejahr der Aufſatz über Stifter und
Goethe.
Prof. Wilh. Deuren: „Anſtands= Verkehrs= und Lebensregeln”.
(Pädagogiſcher Verlag Düſſeldorf.)
Ein neuer Knigge? Ja und nein! Es iſt eine Art Knigge,
aber ein moderniſierter und vom gebildeten Menſchen für ſolche
geſchrieben, die nicht in erſter Linie ungebildet, ſondern vielleicht
ungewandt ſind, und nur eines kleinen erzieheriſchen
Hin=
weiſes leichter „Führung” bedürfen, um die Sicherheit und
Ge=
wandtheit des Auftretens zu lernen, die auch heute noch nötig iſt.
um ſich in der Geſellſchaft bewegen und behaupten zu können. P *
* Der Verlentaucher, von Victor Berge und Henry Wyſham
Lauier. (Rütten und Brenning Verlag.)
Ein köſtliches, friſch und ſpannend geſchriebenes, reichen Inhalt
ſpendendes Abenteurerbuch. Der Schwede Victor Berge erzählt
ſeine Abenteuer und ſeine Reiſen Vom Schiffsjungen
angefan=
gen bis er Perlentaucher in den Südſee=Inſeln wurde. Er erzählt
ſie dem amerikaniſchen Schriftſteller Lanier und dieſer geſtaltete
daraus dieſes ausgezeichnete Buch. Eine ſpannende und belehrende
Lektüre für jung und alt.
— Vogelfrei. Eine Erzählung von Richard Plattenſteiner. (
Hein=
rich Mindens Verlag, Dresden=Leipzig.) Mit Bilderſchmuck
von M. E. Foſſel. Preis geh. —,50 RM., in Ganzleinen 1 RM.
Der wohlbekannte öſterreichiſche Volksdichter Richard
Platten=
ſteiner bietet der reiferen Jugend und allen Freunden der
Vogel=
welt ein ganz eigenartiges Buch. In unſeren Tagen, da das
Miß=
geſchick der Schwalben durch den vorzeitigen Kälteeinbruch
un=
zählige Menſchenherzen zu Mitgefühl und tatkräftiger Hilfe
wach=
rief, wird dieſe Erzählung berechtigtes Aufſehen hervorrufen. Sie
rückt den Begriff „Vogelfreiheit” in ein neues Licht.
— Loisl. Eines Wiener Kindes Aufſtieg zum Licht. Von Richard
Plattenſteiner. (Heinrich Mindens Verlag, Dresden=Leipzig.)
Mit Holzſchnitten von Franz Kaiſer. Preis geheftet 1 RM.,
in Gauzleinen 1,50 RM. 124 Seiten Oktav, holzfreies Papier,
erſtrangige Ausſtattung.
Hier hat der Verfaſſer einem Wiener Kinde ein Denkmal
ge=
ſetzt. Die Handlung leuchtet in die letzten Jahrzehute des vorigen
Jahrhunderts hinein, und zwar in Verhältniſſe, unter denen die
von ganz unten” hauſten. Franz Kaiſer, ein derzeit in einer
Fabrik werktätiger Künſtler ſchuf Holzſchnitte für das Buch,
aus verſtehender Seele die Enge der Verhältniſſe und die Größe
des Sieges mitfühlend und nachgeſtaltend.
M. C. Stopes: Vollendetes Eheglück. (Orell Füßli Verlag, Zürich=
Leipzig.)
Man kann über dieſe Dinge heute offen ſprechen und ſchreiben.
Mit dieſer Tatſache gerechnet, darf konſtatiert werden, daß das ein
mutiges und originelles Buch iſt und einen wertvollen, weil aus
reinem Wollen geborenen Beitrag, zu den ſexuellen Problemen
der Zeit darſtellt. Man braucht nicht unbedingt allem
zuzuſtim=
men und darf doch geſtehen, es iſt ein Buch, von dem Eheleute.
die ſich Sorge um Dauer und Beſtand ihres „Glücks” machen, viel
P
holen können.
Joſef Ponten: Rhein und Wolga. (Volk auf dem Wege. Roman der
deutſchen Unruhe. Zweites Buch.) Deutſche Verlags=Anſtalt, Stutt=
gart. In Leinen gebunden 4,80 RM.
Schickſalsſtunden deutſcher Geſchichte werden in Pontens meiſterlicher
Erzählung von neuem lebendig. Eines Stammes ſind die Deutſchen
am Rhein und an der Wolga, deren Voreltern die breunende Pfalz
zur Wegfackel wurde auf der Suche nach neuem Lebensraum. Rhein
und Wolga haben in dieſem Buche ein gemeinſames Ziel: den Ozean
des Deutſchtums in der Heimat und in der Welt. Schon zu dielen
Malen hat der deutſche Wandertrieb zwar ſeine romantiſche
Verklä=
rung gefunden; hier aber wird der deutſchen Unruhe ihre geſchichtliche
Erkläruug gegeben. Der deutſche Schullehrer Chriſtian Heinsberg von
der Wolga iſt am Rhein ein gelehriger Schüler der Schickſale, die ſeine
Vorfahren vor drei Jahrhunderten und länger aus den Städten und
Dörfern der Pfalz vertrieben haben. Es iſt eine Strophe des deutſchen
Schickſalliedes, das hier geſagt und geſungen wird. — Der Noman iſt
eine Fortführung des erſten für ſich abgeſchloſſenen Bandes „Wolga
Wolga” des großangelegten Nomanepos deutſcher Weltwanderung „Volk
auf dem Wege. Noman der deutſchen Unruhe”,
TSeinrich Federer: Umbriſche Reiſegeſchichtlein. Geſammem)
in Einzelausgaben Band 12.) Geh. 4,80 Mk., in Leinen
in Halbleder 8,80 Mk.
Der Groteſche Verlag hat ſich die verdienſtvolle Aufgabe ge=
Geſamtausgabe der Werke des viel zu früh verſtorbenen Heinr:
herauszugeben, und von dieſen geſammelten Werken liegt
nun=
derum ein neuer Band vor, der u. a. die wunderbare Nobes”
e Seſto‟. Das letzte Stündlein des Papſtes Innocenz des
„Eine Nacht in den Abruzzen” uſw. enthält. Die Werke
Fe=
hören ſchon lange zum Beſtand der deutſchen Hausbücheree
Fabulierkunſt „riecht nicht nach Papier und vernagten Feda”
riecht genau wie das Leben”.
Paul Keller: „Die Inſel der Einſamen” Ungekürzte Vol
In Ganzleinen gebunden 2,85 RM. Bergſtadtverlag, Br=
Dieſes Buch iſt eine romantiſche Geſchichte, die eine
Brücke=
breite Waſſer ſchlägt, das zwiſchen dem Lande der Alltägliid
einem berwvunſchenen Eilande dahinfließt. Von Meuſcha!
Lebensſchifflein zerſchellte und die auf einer Juſel zu eineng
Welt abgeſchloſſenen Reiche zuſammenwachſen, wird uns er
ſeltſame Geſchichte, die ſchlicht und flüſſig erzählt iſt und i.
feiner, ſatiriſch angehauchter Humor ſteckt, hat eine ganze
Ne=
tiger Figuren, von denen das Naturkind Klotildis wohl die
der faule Fiſcher Kajetan die köſtlichſte iſt. Dieſes Buch iſte
gewicht gegen die häßlichen Eindrüicke der Zeit,
Carl Friebrich Wiegand: Vagaut und Vagabund. Zwei
(Verlag Huber u. Co., A.G., Frauenfeld / Leipzig.)
Carl Friedrich Wiegand der Marignano=Dichter, legt
neuen Werke zwei künſtleriſch durchgebildete Novellen vor, zz
nettſtücke, die eine köſtliche Miſchung von Humor und Erm. /t,
Aundauffde Dundslbeieie uer uid iudh aunef gf
Prüfungen aus der Niederung der Mißachtung zu allgeueinen
aufſteigt, um ſchließlich die große Gemeinde ſich zu „erobern”.
Netter von Leuba”, das ironiſche Gegenſtück zum „Eroberer1 zuſchau
wiſe
Ftrechnet
h nit
gün” ſchildert die augemaßte Herrſchaft eines abenteuernden Aus und
den, der, aus der Fremde heimgekehrt, während der Befrei=10ce gut ge
1812/13 in Leuba bei Leipzig, deshalb zu Ehren kommen kanm it blende
große Ort auf der Kriegskarte nicht eingezeichnet ſtand und EiA de Läuf
den Kriegsplagen verſchont blieb. Die höchſt eigenartigen Wlline dievr
beiden Erzählungen erinnern in der Geſtaltung der beiden Silſe der zut
ren an Gottfried Keller. Die ſtoffliche Beheurſchung zeigt dersſtmannſt
den Reichtum der Wirklichkeit, die formelle einen reifen Kürit
die Abſicht, Tragfähigkeit und das Ausmaß eines Stoffes kentz in der 11
Haltung und Geſchehen, in der lebenswahren Geſtaltung ſei :t m eine
ſchen jedes Wort prägt.
Irene Nemtrovsky: Der Ball”. Mit Bildern von Profeſſa”
Meid. 3,50 RM. (Phaidon=Verlag.)
mndie erſte
nen die
Auch ne
Eine höchſt originelle Begebenheit wird hier mit Charme u.
vorgetragen: Wie ein junges Mädchen in deſſen Seele eſt ließ
af dem
zmpf und
le Gäſt
Negungen des Weibes erwachen, von verſtändnisloſen Eltern z Sont
erfährt und auf derb=belehrende Art an ihuen harmloſe Rach ſ. Ein
Lühe, V.: TIT 1331 Eine geheimnisvolle Detektivgeſchichte. Mit
Bil=
deru von Ed. Winkler, 64 S. Mit mehrfarb. Einband.
Papp=
band 0,85 MM. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart.
Ein dunkelgrünes Auto mit der Nummer Th 1331, Mäuner mit
ſchwuarzen Vapven, ein zugekittetes Aſtloch, die Viſitenkarte des
Krimi=
nalbeauten — das fällt alles unter das „Dieuſtgeheimnis‟. Wer den
„Fall Henuer Stöber” kennen lernen will, muß dieſe ſpannende
Ge=
ſchichte leſen; dann wird er ſtaunen, wie ſchlau und tüchtig ein 14
jäh=
riger Junge ſein kann und wie ſeltſam ein „Verbrechen” in eitel Spaß
ſich wvandelt. Dieſe mit Bildern von Eduard Winkler geſchmückte
De=
tektiogeſchichte iſt intereſſaut und abeutenerreich wie nur je eine, und
doch auch eine Geſchichte zuu Nachdenken und zur heilſamen Lehre für
viele Jungens.
Eine rührendzarte Schlußſzene, in der Mutter und Tochter-”
finden, hebt das Ganze zu ſymblohafter Bedeutung. Freie Nau
die raſch bekannt gewordene Verfaſſerin des David=Goldenn
hat mit dieſer Erzählung ein kleines Meiſterſtück geſchaffen.
* Was iſt das für ein Menſch! Das Rätſel Matuſchke, ſeine A1
und ſein Doppelleben. Von H. R. Berndorff. (Die
Stuttgart.)
Noch iſt der Eiſenbahnattentäter Matuſchka nicht abgeur
ſchon wird ſeine Berühmtheit im Buche feſtgehalten. Man kuul
Buch hinnehmen wie einen Kriminalroman, einen gut geſchries
gar, wenn hinter Matuſchka nicht furchtbare Wahrheit ſteht!
mit ungezählten Leichen Gemordeter, die noch nach Sihns:
Nehmen wir es als literariſches Zeitdokument. —
Ai
* Kreuzfahrer der Liebe heißt der neue Roman von Günther 01
dem Verfaſſer des „Wetterwart vom Montblane”. (Wiſh.
Leipzig.)
Ein Roman, der ebenfalls teilweiſe in den Höhen der Bs
in den Niederungen ſpielt und der ein hohes Lied junger hei
iſt, die nach ſchwerem Kampfe erſt wird. Dann aber auch höchn4
verheißend.
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„WersWyr Rrußzshertatta
15. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 347 — Seite 11
ort, Spiel und Jucnen
Verſpäkek eingelanfene Ergebniſſe
Darmſtädter Vereine.
werglletik: Samstag: Fr. Atbl. V. 91 — Lampertheim
chtacltik: Samstag: 3=Kilometer=Querfeldeinlauf der
Tech=
niſihn Hochſchule. Einzellauf (Hochſchulmeiſter);
ter (ASC.), 10:31,4: 2. Hanſen (ASC.), 10:31,6: 3. Hauck
10:44,4: 4 de Vries (HG. Wieland) 10;46; 5 Franz
N9 Alemannia); 6. Pfeiffer (HG Wieland). Mann=
Gſiſslauf (Hochſchulmeiſter): 1. ASC. I., 27 Pkte., 2. HG.
Wiefind I., 32 Pkte., 3. ATV. Alemannia, 49 Pkte.
ſobatl Sonntag: Fr. Tgde. 1b — Reinheim 1. 3:1; Jgd. —
Erbun 2. 2:3.
ſball: Sonntag: Fr. Tgde. — Weiterſtadt 5:2: 2. Mannſch.
fach 1b 5:2.
Fußball.
6rmania Eberſtadt — FK. Egelsbach 4:1 (2:1).
Mürmuß doch, ob man nun mag oder nicht, vor dem
Liga=
u ewiſſe Achtung haben, mit den Leuten von der
Berg=
ſiok rechnen müſſen. In ganz glänzender Spiellaune
ſetz=
ſie iſt mit einem deutlichen 4:1 über Egelsbach erneut auf
zdellenplatz. Zu dem Spiel waren trotz des naßkalten Wet=
0n Zuſchauer gekommen. Sie ſahen ein ſtets ſpannendes,
ſſüines und faires Spiel, das von einem Herrn von Phönix
srey gut geleitet wurde. Die Einheimiſchen präſentierten
tuatz blendender Verfaſſung. Die Verteidigung ſpielte ganz
tüicß ſie Läuferreihe unter der Führung Kreißers deckte
glän=
wone die produktive Aufbauarbeit zu vergeſſen. Die
Fünfer=
for der jugendliche Halblinke Schimpf überragte, ſtellte die
behikurmannſchaft vor eine nicht zu löſende Aufgabe. Aus=
n küinn die Gäſte durch ihren Linksaußen zu ihrem einzigen
„ſien Auch nach dem Wechſel diktierten die Germanen die
Ge=
bniſtie auf dem Spielfeld. In der 60 und 77 Minute fielen
ſch eſampf und Kaufmann weitere unhatlbare Tore. Die
Nie=
ſagel dr Gäſte hätte leicht noch höher ſein können, aber der
erenit ließ zahlreiche totſichere Chancen unausgenützt Am
„mexdn Sonntag wird es für die Mühlchesleute ein ſchwerer
ſiü. Ein 4:0 wie im Vorſpiel wird es nicht. Wer weiß?
* Kreisliga Südheſſen.
Abſchluß der Vorrunde.
Mſt drei Punkten Vorſprung führen die Bürſtädter
Raſen=
ſer ydt Tabelle an, während die beiden Lampertheimer
Ver=
puntgleich auf dem zweiten Platz landeten. Alle übrigen
inegmr liegen ſo weit zurück, daß an ein Aufholen nicht mehr
iſt. Trotzdem Bürſtadt mit klarem Vorſprung zurzeit
Sretz behauptet, iſt die Meiſterſchaftsfrage natürlich noch
uit geklärt, zumal in unſerem Kreiſe der „unbeſchränkten
ßliuäitten‟. Der letzte Sonntag brachte in zwei Spielen ein
ſes ützend Tore. Die Reſultate lauten:
VfR. Bürſtadt — Spv. Hochheim . . . 3:0,
PfL. Lampertheim — Spv. Abenheim . 7:2.
Bitädter lieferten diesmal keine beſonders begeiſternde
und konnten nur durch Einzelleiſtungen der Stürmer
ſchAud Kleber die beiden Punkte erringen. Die
Gäſtemann=
ra den Raſenſpielern faſt gleichwertig. VfL. Lampertheim
inAbenheim einen verhältnismäßig ſchwächeren Gegner zu
ihet denn auch mit einer ganz anſehnlichen
Weihnachts=
u nach Hauſe geſchickt wurde. Der Kopf der Tabelle ſieht
ia Worms inb. Heppenheim 12
Beginn der Rückrunde in der Klaſſe 3 „Ried. 10
E=Schlußſpiele in der Riedgruppe haben leider mit einer
zcgleiterſcheinung begonnen. Die Begnung Auerbach
ttemfed wurde kurz vor Spielſchluß wegen Tätlichkeiten
ab=
roctg Im übrigen gab es die erwarteten Reſultate. 07
Bens=
üb mit 5:0 Toren über den Gegner aus Klein=Hauſen
extieger, und auch die Zwingenberger erfüllten die auf ſie
ttch Hoffnungen, indem ſie Fehlheim 3:1 abfertigten. Gegen=
Un Erwartungen behauptete ſich Hüttenfeld in Auerbach
ſiam knappen 2:1=Sieg, doch kann dieſe Begegnung vorerſt noch
gertet werden, da unſchöne Szenen ein vorzeitiges Ende
ührt jetzt Bensheim mit 10 Spielen. 19 Punkten;
Bob=
t ru8 Spielen, 12 P.; Groß=Rohrheim mit 8 Spielen, 11 P.;
mnit Biebesheim mit 9 Spielen 10 P.; Auerbach mit 9 Spie=
1/P.; Klein=Hauſen mit 10 Spielen, 10 P: Zwingenberg
10ſpielen, 8 P.; Tv. Biebesheim mit 9 Spielen, 7 P.:
Fehl=
im 10 Spielen, 4 P.; Hüttenfeld mit 9 Spielen, 1 P. Die
rReſervemannſchaft konnte außer Konkurrenz von 10
Spie=
ſwinnen und 1 remis geſtalten.
ſie Charlottenburg ſchwimmt neuen deutſchen Rekord.
Ahßlich der Austragung der Deutſchen
Waſſerballmeiſter=
ſſt en Berliner Wellenbad im Lunapark unternahm Nixe
Varlsſtenburg den angekündigten Rekordverſuch über dreimal 200
leten Fruſt und ſchwamm in der Beſetzung Engelmann, Schoen
4 ſchardt mit 10:00,2 eine neue deutſche Beſtleiſtung heraus.
cit Leiſtung ſtand auf 10:07,6.
Aus der Praris des Skifahrers.
Wie begegnet man der Lawinengefahr?
Nicht umſonſt hat der Skilauf in den letzten Jahren in ſo
überaus reicher Zahl neue Anhänger gewonnen. Es iſt doch
un=
vergleichlich ſchön, allein in wilder Bergeinſamkeit oder auch in
Geſellſchaft auf den langen Brettern über die glitzernde Fläche
dahinzueilen oder mit raſender Schnelligkeit in die Tiefe zu ſauſen.
Und doch iſt der in unſchuldsvoller Weiſe prangende Teppich oft
voller Tücken. Wie viele Unvorſichtige mußten ihre Liebe zum
Skilauf und zur Natur mit dem Tode büßen. Man kann deshalb
nicht genug zur Vorſicht raten, und aus dieſem Grunde wollen wir
uns hier mit der Lawinengefahr und ihren Urſachen
beſchäftigen.
Man unterſcheidet im allgemeinen vier Arten von Lawinen.
Zunächſt die Neuſchneelawine, von der es zwei Sorten gibt,
die naſſe und die trockene. Man hat mit ihr während und
un=
mittelbar nach Beendigung des Schneefalles zu rechnen, Friſcher
Schnee hat meiſt die Tendenz des Zuſammenbackens. In reichlichen
Mengen gefallen, genügt ſchon ein geringfügiger Anlaß, die friſche
Schneedecke ins Rutſchen zu bringen. Wenn dazu noch die
Unter=
lage recht glatt iſt, ſo braucht die Sonne nur ihre Strahlen auf
ſteile Stellen zu richten, und ſchon gleiten die Maſſen zu Tal. Bei
trockenem Neuſchnee iſt es nicht viel anders. Die Adhäſion
zwi=
ſchen der gefrorenen Unterlage und dem Friſchſchnee iſt gleich
Null. Starker Wind verurſacht an vielen Stellen die
gefürch=
teten Wächten, die leicht wegbrechen und dann die Lawinenbildung
hervorbringen.
Die ſogenannte Staublawine bildet ſich auf den
ſogenann=
ten Windſchaftenſeiten. Oft iſt dieſe Schneemenge nur von einer
ganz dünnen Kruſte bedeckt. Bei weitem der kleinſte Teil der
vielen Skiläufer und Skitouriſten iſt in der Lage, die Gefahr
vor=
her zu erkennen. Dieſe Staublawinen ſind beſonders gefahrvoll
deshalb, weil der feine Schnee dem Verſchütteten ſofort in Naſe.
Ohr und Mund dringt und ſehr ſchnell den Erſtickungstod
her=
beiführt.
Eine dritte Art iſt die Schichtlawine, meiſt Schneebrett
genannt. Sie kommt faſt nur an den von der Sonne wenig
be=
ſchienenen Hängen vor. Hier bilden ſich bei jedem Schneefall
Schichten, deren Zuſammenhalt in ſich wenig oder gar nicht
vor=
handen iſt. Tiefes Spuren und Stürze bringen dieſe Schichten ins
Wanken, und das Schneebrett ins Rutſchen.
Die Grundlawine endlich iſt eine Erſcheinung des
Früh=
jahrs. Zur Zeit der Schneeſchmelze wenn der Boden anfängt, ſich
zu wärmen, geraten die Schneemaſſen in Bewegung, weshalb
ge=
rade zu dieſer Zeit vor dem Befahren von ſteilen Hängen auf das
eindringlichſte gewarnt werden muß.
Das Skifahren erfordert alſo, beſonders im unbekannten
Ge=
lände, ſtets Vorſicht. Bei ſtarkem Schneefall iſt faſt jeder, noch ſo
unſcheinbare Hang lawinengefährlich. Man muß es deshalb
ver=
meiden, jede irgendwie verdachtige Stelle zu ſchneiden. Geht es
nicht anders, ſo ſoll man die Hänge ſo hoch wie möglich queren.
Je tiefer ein Hang geſchnitten wird, je größer iſt naturlich die
in Bewegung geſetzte Schneemäſſe. Bei längeren Touren ſollte
auch jeder Skifahrer eine ſogenannte Lawinenſchnur mit ſich
führen Es iſt dies ein längerer roter Faden, den man an
ge=
fährlichen Stellen um den Körper wickelt und auf dem Boden
nach=
ſchleifen läßt. Auf dieſe Art wird die Aufindung eines
Verun=
glückten weſentlich erleichtert. Jeder Skitouriſt ſollte auch vor
Antritt ſeiner Fahrt genaue Auskünfte über die
Witterungsver=
hältniſſe einholen. Weniger Geübte ſollen längere Touren nur in
Begleitung eines orts= und geländekundigen Führers
unterneh=
men. Und im übrigen: Wenn man ſich einer Stelle gegenüberſieht,
von deren Ungefährlichkeit man nicht überzeugt iſt, lieber einen
großen Bogen machen, wenn auch ein Hang zu ſauſender Talfahrt
lockt. Lieber eine Unbequemlichkeit in Kauf nehmen, als das
Leben leichtſinnigerweiſe aufs Spiel ſetzen.
Deufſche Leichkakhlekik- Termine 1932.
Unter Berückſichtigung der Standardtermine der Deutſchen
Turnerſchaft ſieht die Terminliſte der Deutſchen Sportbehörde
für Leichtathletik für das Jahr 1932 wie folgt aus:
März: 13. Endſpiel um den Handballpokal der D.S.B.
April: 10. Verbands=Waldlaufmeiſterſchaften 17
Kreis=
gruppenſpiele der D.T.; 24. Vorrunde zur Handballmeiſterſchaft
(Männer); 24. Deutſche Waldlaufmeiſterſchaft in Darmſtadt.
Mai; 1. Vorrunde zur Handballmeiſterſchaft der D.T.;
8. Vorrunde zur Handballmeiſterſchaft der D.S.B. (Frauen);
8. Zwiſchenrunde zur Handballmeiſterſchaft der D. S. B. (Männer);
Erſte Zwiſchenrunde zur Handballmeiſterſchaft der D.T.;
22. Zwiſchenrunde zur Handballmeiſterſchaft der D.S.B. (Frauen);
22. Vorſchlußrunde zur Handballmeiſterſchaft der D.S.B. (
Män=
ner); 22. Zweite Zwiſchenrunde zur Handballmeiſterſchaft der D.T.
Juni: 4./5. Werbefeſt des Olympiſchen Ausſchuſſes in
Ber=
lin; 5 Kreis=, Gau= und Bezirksmeiſterſchaften der D.S B.;
5. Endſpiele der Handballmeiſterſchaften der D.S. B. und der D.T.;
19. Deutſche Handballmeiſterſchaft; 19 Meiſterſchaften der
Lan=
desverbände der D.S.B.; 26. Vierverbändekampf in
Süddeutſch=
land.
Juli: 3. Deutſche Leichtathletikmeiſterſchaften (Männer) in
Hannover; 3. Deutſche Frauenmeiſterſchaften; 8.
Abſchiedsſport=
feſt der Olympiamannſchaft in Bremen; 9. Ausreiſe der deutſchen
Mannſchaft nach Los Angeles.
Auguſt: 27./28. Deutſche Schlag= und
Fauſtballmeiſter=
ſchaften; 28. Handballkampf Deutſchland — Oeſterreich.
September: 10. oder 17.: Leichtathletik=Länderkämpfe
Deutſchland — Frankreich in Süddeutſchland und Deutſchland —
Schweiz in Weimar.
Oktober: 2. Deutſche Meiſterſchaft im 50=Kilometer=Gehen
in Berlin; 9. Querfeldeinläufe.
Handball.
T.B. Roßdorf — T. V. Weiterſtadt.
Am nächſten Sonntag empfängt der T.V. Roßdorf den T.V.
Weiterſtadt zum fälligen Verbandsſpiel. Spielbeginn 1 Uhr.
Sportlikerakur.
Der Sport. Unabhängige kritiſche Zeitſchrift. Herausgeber
Bernhard Gnegel und Ernſt Nebhut. H. Bechhold Verlag,
Frank=
furt a. M. (Preis 2 Mk vierteljährlich.) „Der Sport”, das
kri=
tiſche Halbmonatsorgan für die Angelegenheiten aller Turn= und
Sportzweige, erſcheint jetzt im zweiten Jahrgang. Die junge
Zeit=
ſchrift hat ſich alſo trotz aller Widerſtände, die nur zum Teil durch
die Zeitverhältniſſe begründet ſind, durchſetzen können. Und das iſt
erfreulich, denn die deutſchen Leibesübungen können ein ſolches
Organ, das mit klugem Sachverſtändnis,
Verantwortungsbewußt=
ſein und mit wohltuender Friſche ſeine Meinung ſagt, nur
ge=
brauchen. Das bemerkenswerte Niveau des Blattes iſt geblieben;
zu den alten ſind neue Mitarbeiter von wirklicher Qualität
ge=
treten. Jede Ausgabe der Zeitſchrift feſſelt durch die Fülle von
Problemen, die nicht nur aufgeworfen, ſondern auch kräftig
an=
gefaßt werden. „Der Sport” iſt jedem Freund der Leibesübungen.
dem auch der Kampf um die Idee ſeiner Sache am Herzen liegt,
zu empfehlen.
Geſchäftliches.
Kennſt du das Land.. . . .
der tauſend Fjords — der Mitternachtsſonne, das iſt das Land,
das jährlich den Weltmarkt mit Millionen von Norwegiſchen
Brislingen, Fettheringen Silds und Makrelen beliefert. Der
Ausgangspunkt für den Norwegiſchen Fiſchexport iſt Stavanger,
das nordiſche Kiel. Echte Norwegiſche Fiſchkonſerven erfreuen ſich
heute mehr denn je einer großen Beliebtheit und werden ſelbſt den
verwöhnteſten Feinſchmeckern gerecht. Jede Hausfrau hat ſich längſt
von der Güte und Schmackhaftigkeit überzeugt und gebraucht ſie
um ſo lieber, als ſie damit der deutſchen Volkswirtſchaft keinen
Schaden zufügt; denn Deutſchland führt nach Norwegen dreimal
ſoviel aus, als Norwegen nach Deutſchland einführt.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 15. Dezember.
15.20: Hausfrauen=Nachmittag.
16.00: Unterhaltungskonzert der Kapelle Hett mit J. Degen.
17.05: Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters.
anſchl. Tanzmuſik auf Schallplatten.
18.40: Prof. Uhde: Landwirtſchaftliche Siedlungen und
vorſtädti=
ſche Kleinſiedlungen.
19.05: Mannheim: Dr. Menninger: Rechenkniffe, luſtiges und
vor=
teilhaftes Rechnen.
19.35: Berlin: Beſuch i einem Filmatelier. Mikrophonbericht von
H. Nußbaum.
20.00: Unterhaltungskonzert des Funkorcheſters. Mitw.: Anita Franz
(Sopran).
21.00: Aktueller Dienſt bei Vorliegen beſonderer Ereigniſſe.
21.15: Die Ilſebill. Märchen für das Radio von W. Weyrauch.
22.20: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.50: Stellenmarkt der Bühnenkünſtler.
23.00: Tanzmuſik der Kapelle Haſecke.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Dienstag, 15. Dezember.
10.10: Schulfunk: Unſere Muſikinſtrumente.
11.30: Oberlandwirtſchaftsrat v. Hunnius: Bodenkultur und
Pflan=
zenbau.
12.05: Schulfunk: Franzöſiſch.
14.45: Kinderſtunde: Märchen und Geſchichten.
15.10: Jugendſtunde: Neue Jugendbücher
15.45: Frauenſtunde: Schmuckdeckchen in Tüllſtickerei.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Graf Heſſenſtein: Vorkämpfer des britiſchen
Weltreichgedan=
kens: Lord Ritchener
18.00: Dr. Dorothea Klein: Das Bild der Weihnacht im Wandel
der Zeiten.
18.30; H. Bachmann: Katholiſches Schrifttum der Gegenwart.
19.00: Prof. Dr. Wegener: Die geographiſchen Urſachen des
Welt=
krieges.
19.30: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Arkadi Flato
20.15: Prof. Dr. Brunſtäd, Dr. Frowein, F. Baltruſch, M. d. R.:
Proteſtantismus und Eigentumsbegriff.
21.00: Tages= und Sportnachrichten.
21.10: Vun Hamborg geiht na Ritzebüttel. Heiterer plattdeutſcher
Abend.
22.10: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
22.30: Konzert des kl. Norag=Orcheſters.
Wetterbericht.
Die milde ozeaniſche Luft iſt weiter über Deutſchland
vorge=
drungen und hat ſomit die Froſtgrenze nach der Schweiz hin
ver=
drängt. Auch die höchſten Barometerſtände von dem weiterhin
über Zentral= und Weſteuropa lagernden Hochdruckgeibet werden
dort aufgezeichnet. Die Zufuhr milder Luft hält noch an, ſo daß
der Witterungscharakter vorerſt wenig Aenderung erfährt.
Ausſichten für Dienstag, den 15. Dezember: Mildes, dieſiges und
meiſt wolkiges Wetter, vereinzelt etwas Sprühregen.
Ausſichten für Mittwoch, den 16. Dezember: Mild, vorwiegend
wolkig, vereinzelte Niederſchläge wahrſcheinlich.
Hauptichriftlenung. Rudolf Maupe
Veranwwortlich für Politſk und Wirtſchaft: Rudelf Maupe: für Feullleion, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andrea” Bauer; für
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort. Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittelungen. Wiliy Kuble:
Druck und Verlag. E. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Fch unerlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten
Eine ganze Kartei ersetzt
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2. Auflage. Herausgegeben von K. H. Engel.
Es enthält bei etwa 800 Seiten Umfang:
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1. Alle propagierten deutschen Markenartikel.
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5. Die Markenartikel nach Branchen.
4. Markenfabrikanten nach Provinzen und Städten auf-
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Sonntag ein gold.
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Nummer 342
Dienstag, den 15. Pezest
Weitere Unſicherheit an der Börſe.
Mehrprozenkige Kursrückgänge. — Großbankfuſionsgerüchte.
Berliner und Frankfurker Effekken=
Hreiberichr.
Zu Beginn ſer neuen Woche konzentrierte ſich das Hauptintereſſe
bei den Diskuſſionen in den Bankbüros auf die innen= und beſonders
auf die außenpolitiſchen zur Zeit ſchwebenden Verhandlungen.
Wäh=
rend die innerpolitiſche Situation weiter abwartend beurteilt wird,
ſcheinen die außenpolitiſchen Beſprechungen in ein ziemlich kritiſches
Stadium gelangt zu ſein. Daher wäre es nicht verwunderlich, daß die
Tendenz im geſtrigen Freiverkehr in Berlin ausgeſprochen ſchwach
wurde. Das Geſchäft kam, wie immer an Montagen, nur ſehr zögernd
in Gang; es gab aber nur eine Seite, wobei wieder angebliche Verkäufe
des Tuslandes in den Standardwerten Reichsbank, Farben, Siemens,
A. E. G. uſw. unangenehm auffielen. Die Aufnahmefähigkeit des
Mark=
tes war gering, ſo daß ſelbſt gegen die ermäßigten Schlußkurſe des
Samstags noch 1—2prozentige Abſchwächungen eintraten. Am
Banken=
markt hatten außer den Reichsbankanteilen auch die Aktien der D.=
Banken ziemlich ſchwache Veranlagung; die Kurfe dieſer Papiere liegen
jetzt ſchon etwa 7—9 Proz. unter dem letzten Liquidationskurs.
Schiff=
fahrtswerte verloren etwa 1 Proz.; von Montanpapieren lagen
Man=
uesmann und Rheinſtahl ebenfalls 1—1,5 Prozent ſchwächer, während
Rhein. Braunkohlen ſich gut behaupteten und gegen die letzte
Liquida=
tion immer noch einen Gewinn von 2,5—3 Prozent aufwieſen. Für Aku
wurde am Kunſtſeidemarkt ein etwa 2 Prozent niedrigerer Geldkurs
genannt, und die meiſten Elektropapiere ſchwächten ſich gegen Samstag
benfalls im allgemeinen Rahmen von 1—1,5 Prozent ab. Sie liegen
damit auch ſchon weſentlich unter der letzten Liquidation. Bei Geſfürel
beträgt der Verluſt etwa 7 Prozent, bei Schuckert ſogar 10 Prozent.
Weitaus am meiſten gedrückt ſind aber doch wohl J.G. Farben, die
be=
reits über 14 Prozent eingebüßt haben. Weſentlich widerſtandsfähiger
war dagegen der Anlagemarkt. Bei Farbenbonds iſt die Kursſpanne
zu den Aktien auf etwa 8 Punkte zurückgegangen; auch
Reichsbahnvor=
zugsaktien konnten ihren Samstagskurs faſt behaupten. Deutſche
An=
leihen hatten widerſtandsfähige Tendenz; auch die 8prozentigen
Gold=
pfandbriefe waren eher ſogar noch bis zu 1 Prozent befeſtigt, da das
Intereſſe der letzten Tage, wenn auch in etwas geringerem Maße,
an=
hielt. — Vom Farbenmarkt ausgehend, blieb die Tendenz auch im
Ver=
laufe weiter ſchwach. Farbenaktien verloxen erneut etwa 2 Prozent,
wvobei man darauf verwies, daß gerade bei dieſem Unternehmen die
Ab=
kehr Japans vom Goldſtandard verſchlechterte Ausfuhrbedingungen nach
ſich ziehen müſſe. Am Anlagemarkt konnten ſich die Pfandbriefkurſe
zumindeſt gut behaupten. Reichsbahnvorzugsaktien ſchloſſen ſich dagegen
der Tendenz des Aktienmarktes an.
Geld war bis zum Medio eher gefragt, Tagesgeld nannte man mit
5—9 Prozent, die übrigen Sätze blieben unverändert. — Am
Deviſen=
markt kam eine Notiz für Japan auch geſtern nicht zuſtande. Das
fund und Kairo notierten je 43 Pfg. höher, entſprechend zogen
Ko=
penhagen und Reykjavik um je 2 RM.. Oslo um 2,25 RM. und
Stock=
holm um 2,65 RMM. an. Budapeſt und Wien notierten je 2 RM.
niedri=
ger, Liſſahon minus 60 Pfg.
Nachdem gegen mittag ſchon mehrprozentige Kursrückgänge
eingetreten waren, ſetzte ſich die Abwärtsbewegung in den erſten
Nachmittagsſtunden noch weiter fort und die führenden Werte
er=
reichten neue Tiefſtkurſe. Wie ſchon gemeldet, brachte man bei
Farben einmal das Angebot mit dem Abgehen des Yens vom
Goldſtandard in Zuſammenhang, aus dem Auslande werden Kurſe
gemeldet, die 20 Prozent unter der Goldparität liegen, zum
an=
deren hielten aber auch die Auslandsabgaben an, wobei man
feſt=
ſtellen wollte, daß es ſich um holländiſches Material handelt, das
über Hamburg nach Berlin geleitet wird. Es tauchten natürlich
ſofort Bedenken auf, ob dieſe Auslandsabgaben auch den
vor=
ſchriftsmäßigen Weg gehen und ſich mit den beſtehenden
Deviſen=
vorſchriften vereinbaren laſſen. Bekanntlich müßten die aus
ſol=
chen Verkäufen herrührenden Beträge auf Sperrmarkguthaben
überwieſen werden. Gegen die niedrigſten Tageskurſe traten
dann, anſcheinend auf Deckungen leichte Erholungen ein, die die
Kurſe um zirka 1 Prozent beſſerten, die Umſatztätigkeit war
ſo=
gar, in den Hauptwerten wenigſtens, im Laufe des Tages
ziem=
lich rege. Am Pfandbriefmarkt machten ſich dagegen
Ermüdungs=
erſcheinungen bemerkbar, das erhöhte Kursniveau reizte zu
Glatt=
ſtellungen und die beſonders in den letzten Tagen favoriſierten
Süd= und Weſtdeutſchen Inſtitute lagen um 1 bis 2 Prozent mit
ihren Pfandbriefen gedrückt. Die Emiſſionen der
Gemeinſchafts=
gruppe waren dagegen beſſer gehalten. Liquidationspfandbriefe
und Landſchaften konnten ſich ziemlich behaupten,
Reichsſchuldbuch=
forderungen wurden, beſonders in ſpäten Sichten, bis zu 1
Pro=
zent niedriger gehandelt.
Der Geldmarkt erfuhr geſtern durch die Medio=Anſprüche, die
erfahrungsgemäß zu Dezember=Medio immer beſonders groß ſind,
eine weitere Verſteifung. Tagesgeld zog auf 7=5—9 Prozent an,
die übrigen Sätze wurden unverändert genannt. Durch eine
Mon=
tagszeitung wurden geſtern die Gerüchte über die bevorſtehende
Fuſion Commerzbank—Danatbank wieder erwähnt. Nach unſeren
Informationen dauern die Verhandlungen an haben aber bisher
noch zu keiner Einigung geführt. Intereſſant iſt in dieſem
Zu=
ſammenhang, daß der Kurs der Danatbankaktien ſich dem der
Commerzbank immer mehr nähert. Ueber die Bemühungen des
Börſenvorſtandes zur Aufnahme eines Freiverkehrs in den
Bör=
ſenräumen wird bekannt, daß am Mittwoch oder Donnerstag
dieſer Woche eine Entſcheidung der zuſtändigen Regierungsſtellen
in dieſer Frage erfolgen wird. Ein Termin von Anfang Januar
habe eine gewiſſe Ausſicht auf Annahme.
*
Die bereits am Wochenſchluß eingetretene Abſchwächung am
Altien=
markt ſetzte ſich auch zu Beginn des neuen Berichtsabſchnittes in
Frank=
furt am Main fort. Im geſtrigen Effektenfreiverkehr von Büro zu
Büro trat eine weitere, ziemlich ausgeprägte Abſchwächung einiger
füh=
render Papiere ein. Eine plauſible Erklärung hierfür war nicht zu
erhalten. Man vermutete weitere Exekutionen; andererſeits ſprach man
auch von Auslandsverkäufen, die ſich hier und da einzuſchleichen
ſchei=
nen. Eine geſiſſe Verſtimmung bereiteten die Schwierigkeiten bei den
Stillhalteverhandlungen, ferner das unbefriedigende Reſultat der
deutſch=ſchweizeriſchen Handelsvertragsverhandlungen und die ablehnende
Haltung des amerikaniſchen Kongreſſes gegenüber dem
Hoovermorato=
rium. Gegen die ſchwachen Kurſe vom Samstag gaben geſtern J.G.
Farben erneut um etwa 4 Proz. nach. Auch Siemens und Reichsbank
verloren je 3 Proz., Montanwerfe bis zu 1 Proz., und die übrigen
Elektroaktien von 1—2 Proz. Von Bankaktien lagen D.D.=Bank ſchwach.
Am Kunſtſeidenmarkt büßten Aku auf angebliche holländiſche Verkäufe
zirka 2,5 Prozent ein. Das Geſchäft war ſehr klein, da die
Unſicher=
heit, woher das herauskommende Material ſtammt, die
Unternehmungs=
luſt und auch die Aufnahmeneigung erſchwerte. Auch am Rentenmarkt
trat auf die ſtarken Steigerungen der letzten Tage eine merkliche
Be=
ruhigung ein, wobei man neben der Schwäche des Aktienmarktes auch
auf die Zinsrückſtände einiger Hypothekenbanken verwies. Die Kurſe
gaben ziemlich einheitlich von etwa 0,5 bis 1 Prozent nach. Während
deutſche Anleihen ziemlich gehalten blieben, verloren Reichsbahn=
Vor=
zugsaktien 1 Prozent. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Prozent
leicht.
Die Auslandsbörſen.
Die Londoner Börſe eröffnete die neue Woche in ruhiger
Haltung. Britiſche Staatspapiere tendierten feſt. Das Hauptintereſſe
konzentrierte ſich auf internationale Werte. Die Tendenz der Börſe
wurde zum Schluß ausgeſprochen uneinheitlich. Britiſche Staatspapiere
lagen unſicher, da Gewinnmitnahmen erfolgten. Kupfer=Aktien waren
beträchtlich rückgängig.
An der Pariſer Börfe war die Kursbewegung nach
behaup=
teter Eröffnung ſpäter unregelmäßig. Die Börſe ſchloß durchweg unter
Samstagsnivean.
Die Stimmung an der Amſterdamer Börſe blieb auch im
Verlaufe durchweg freundlich.
An der Wiener Börſe ergaben ſich bei luſtloſer Haltung
meiſt Abſchwächungen.
Die New Yorker Börfe eröffnete unter Schwankungen etwas
feſter.
An den internationalen Deviſenmärkten konnte das Pfund ſeinen
höchſten Tageskurs nicht behaupten und ging wieder auf 3,43½/s gegen
den Dollar zurück; doch iſt zu berückſichtigen, daß der Dollar am
Nach=
mittag wieder feſter liegt. Das Geſchäft in engliſchen Pfunden war
ziemlich lebhaft; in Amſterdam ging gleich nach Börſeneröffnung ein
Poſten von 75 060 Pfund um. Mellons Aeußerungen über die
Schul=
denfrage haben auch in Amſterdam einen guten Eindruck hinterlaſſen.
Gegen den Gulden ſtellte ſich das Pfund auf 8,52, gegen Paris auf
87,31, gegen Schweiz auf 17,65, gegen die Reichsmark auf 14,191 und
gegen Brüſſel auf 24,71. Die Reichsmark notierte gegen Amſterdam
58,78½, in Zürich 121,30 und in New York 23,80 ſpäter 23,75. Die
Norddeviſen zogen kräftig an, Madrid tendierte ebenfalls feſter; Japan
lag weiter außerordentlich ſchwach.
Berliner Deviſen=Feſtſehung vom 14. Dezember.
Wien Geld
5.744 Brief
5.756 Spanien Geld
35.36 Brief
35.44 50.95 51.05 Danzig 81.97 82.13 Prag 12.47 12.49 Japan Budapeſt 68.93 69.07 Rio de Jan. 0244 0.246 Sofia 3.057 3.063 Jugoſlawien 7.393 7.407 Holland
70.23 170.57 Portugal 13.29 13.31 Oslo 78.92 79.08 Athen 5.195 5.205 Kopenhagen 1 80.02 80.18 Iſtambul Stockholm 80.67 80.83 Kairo 14.93 14.97 London 14.58 14.62 Kanada 3.446 3.454 Buenos Aires 1.058 1.062 Uruguay 1.798 1.802 New York 4.209 4.217 Island 65.68 65.82 Belgien 58,62 58.74 Tallinn 112.79 113.01 Italien 21.68 21.72 Riga 80.92 81.08 Paris 16.52 16.56 Bukareſt 2.517 2.523 Schweiz 82.02 82.18 Kaunas 41.88 41.96
Schwere volkswirtſchaftliche und ſoziale Bedenken
der bantangeſteliten gegen die geplante zunon.
Ein Berliner Montagsblatt glaubt zu wiſſen, daß die Fuſion
zwiſchen der Darmſtädter und Nationalbank und der Commerz=
und Privatbank perfekt geworden ſei. Wie wir dazu erfahren,
entſpricht dieſe Meldung nicht den Tatſachen.
Amtlich wird mitgeteilt: Reichsfinanzminiſter Dietrich
emp=
fing am Samstag den Vorſitzenden des Deutſchen
Bankbeamten=
vereins, Fürſtenberg, und den Generalſekretär des
Gewerkſchafts=
ringes Lemmer zu einer Ausſprache über die Abſicht, eine neue
Großbankenfuſion herbeizuführen. Hierbei trug Fürſtenberg die
ſchweren volkswirtſchaftlichen und ſozialen Bedenken vor, die gegen
eine weitere Bankenkonzentration und die damit verbundenen
Folgen erhoben werden müſſen. Es drohe eine neuerliche
Exiſtenz=
gefährdung für Tauſende von Bankangeſtellten und eine weitere
Verſchlechterung des Arbeitsmarktes. Der Reichsfinanzminiſter
anerkannte durchaus die Berechtigung der vorgetragenen
Beden=
ken und betonte auch ſeinerſeits, daß eine überſteigerte
Konzen=
tration des Bankweſens ſowohl in ſtaatspolitiſcher als auch in
ſozialer Beziehung nicht ohne Gefahren ſei. Eine endgültige
Ent=
ſcheidung der Reichsregierung über den Umfang und die Form
der zum Teil zwangsläufig notwendig werdenden Aktion im
Bank=
weſen ſei noch nicht erfolgt. Auf alle Fälle aber werde er die
ihm vorgetragenen ſozialen Bedenken und Wünſche berückſichtigen
und ſich dafür einſetzen, daß die für die Bankbeamten etwa
ein=
tretenden wirtſchaftlichen Schäden ſoweit als irgend möglich
ge=
mildert würden.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Verkleinertes Nordwolleprojekt. Das noch vor einiger Zeit
aus=
ſichtsreiche Projekt der Gründung einer neuen Nordwollegeſellſchaft —
unter Zuſammenfaſſung von vier oder fünf Werken — wird
wahrſchein=
doch nicht verwirklicht werden können. Die am Montag nachmittag
in Bremen ſtattfindende Gläubigerausſchußſitzung wird ſich vielmehr mit
einem Projekt befaſſen, das die Neugründung nur mit dem Werk in
Altona=Bahrenfeld und der Sächſiſchen Wollgarnfabrik vorm. Tittel u.
Krüger G.m.b.H. in Leipzig, vorſieht. Mit der Annahme dieſes
Pro=
jektes wäre auch die Entſcheidung über die anderen Werke, die man
ur=
ſprünglich mit einbeziehen wollte, gefallen, d. h., ſie müßten endgültig
ſtillgelegt werden, denn ſie haben keine ſo gute Nentabilität, daß ihre
Veräußerung angeſichts ihrer großen Kapazität gegenwärtig möglich
erſcheint. Zu dem verkleinerten Projekt neigen vor allem auch die
eng=
iſchen Gläubiger. Betriebskredite würden höchſtens bis zum Betrage
von drei Millionen MM., erforderlich werden gegenüber einer bisher
genannten Summe von ſechs Millionen RM. Von der insgeſamt
ein=
getretenen Verſchlechterung der Situation werden namentlich die
Gläu=
biger der alten Nordwolle betroffen.
Deutſche Lufthanſa A.G.=A.R.=Sitzung. In einer
Aufſichtsrats=
ſitzung erſtattete der Vorſtand Bericht über die Ergebniſſe des Jahres
1931. Trotz der Depreſſion hat die Verkehrsfrequenz ſowohl im
Per=
ſonen= wie im Frachtverkehr zugenommen. Die wirtſchaftlichen Zahlen
ſtehen im allgemeinen mit den Vorkalkulationen im Einklang und
zei=
gen einen weiteren Rückgang der wichtigſten Unkoſtenpoſten, ſodaß trotz
der eingetretenen Subventionskürzungen das Gleichgewicht zwiſchen
Einnahmen und Ausgaben für 1931 erreicht werden könne.
Moratoriumsantrag der Friedenshütte. Die Friedenshütte A.G.,
Kattowitz (Polniſch=Oberſchleſien) wird auf Beſchluß von Vorſtand und
Aufſichtsrat heute bei dem zuſtändigen Gericht Geſchäftsaufſicht
bean=
tragen. Sie ſieht ſich dazu gezwungen, um ein längeres Moratorium
für ſämtliche Zahlungen zu erhalten und Zeit zur Sanierung zu
ge=
winnen. Wie die Verwaltung erklärt, überſteigen die Aktiven bei
vor=
ſichtiger Bewertung noch die Paſſiven um etwa 40 Millionen Zloty.
Vergleichsverfahren Lederwarenfabrik Henry Grünewald, Offenbach
am Main. Ueber das Vermögen der Firma Henry Grünewald,
Leder=
warenfabrik in Offenbach a. M., Alleininhaber Henry Grünewald, iſt
das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurſes eröffnet
wor=
den. Der Rechtsanwalt Dr. Heß in Offenbach a. M. iſt zur
Vertrauens=
perſon ernannt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorſchlag
iſt auf Donnerstag, den 7. Januar 1932, anberaumt.
Konkurs Darmſtädter Metallgießerei und Armaturenfabrik Carl
Eckert, Darmſtadt. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Carl Eckert
in Darmſtadt, zugleich als Alleininhabers der Fa. Darmſtädter
Metall=
gießerei und Armaturenfabrik Carl Eckert in Darmſtadt, iſt das
Kon=
kursverfahren eröffnet worden. Konkursverwalter Rechtsanwalt Dr.
H. Neuroth=Darmſtadt, Luiſenſtr. 6. Konkursforderungsanmeldungen
ſo=
wie ofener Arreſt und Anzeigepflicht bis zum 1. Januar 1932; erſte
Gläubigerverſammlung 5. Januar 1932.
Kraftanlagen A.G., Heidelberg. Das Geſchäftsjahr 1930/31 (30.
Juni) ſchließt mit einem Brutto=Erträgnis von 696 000 RM. Nach
Ab=
zug von 388 448 RM. Handlungsunkoſten ſowie 85 144 RM. Steuern
und 121 022 RM. Abſchreibungen verbleibt ein Reingewinn von 120 304
RM. Die Bilanz verzeichnet in Mill. RM. bei 3 Mill. RM. A.K.:
Reſerven 0,300, Kreditoren 2,285, andererſeits Konto der Aktionäre
0,500 Effekten 0,649, Debitoren 3,232, Waren 0,106, Inventar 0,020,
Elektrizitätsanlagen 1G70, Verwaltungsgebäude 0,120 Mill. RM.
Avale werden abzüglich Rückbürgſchaft mit 0,437 Mill. RM.
ausge=
wieſen.
Die Lage im Rückforth=Konzern. Die Bilanzſitzungen der A.R. der
zum Konzern der Ferdinand Rückforth Nachf. A.G. gehörenden
Braue=
reien finden im Januar ſtatt. Die Vorbeſprechungen für die
Bilanz=
ſitzungen haben bereits ſtattgefunden. Für die Brauereien außerhalb
Stettins ſind ſie zum Teil noch im Gange. Trotz dem etwa 2
prozen=
tigen Abſatzrückgang werden die Brauereien vorausſichtlich eine
ange=
meſſene Dividende ausſchuitten, die jedoch im Durchſchnitt um 2 Proz.
niedriger ſein wird als im Vorjahr. Vorausſetzung dafür iſt, daß das
Geſchäft ſich einigermaßen hält. Die Generealverſammlungen werden
erſt im Februar-März ſtattfinden. Die Geſchäftslage der
Spirituoſen=
fabriken des Konzerns iſt ſehr ſchlecht. Von einer Rentabilität könne
nirgends mehr geſprochen werden. Der Konſumrückgang iſt
außer=
ordentlich. Wenn der Spritpreis nicht geſenkt werde, könne an eine
Senkung der Verkaufspreiſe keinesfalls gedacht werden, da die
Kalkula=
tion infolge der ſchlechten Abſatzverhältniſſe an der unterſten Grenze
ſtehe. Wenn jedoch eine Preisſenkung nicht erfolge, ſei ein weiterer
Rückgang zu befürchten. Für die Spirituoſenunternehmen des
Kon=
zerns ſehe man ſehr trübe in die Zukunft.
Bom Holzmarkt
Unſer Mitarbeiter ſchreibt uns: Die neue Notverordnung
nächſt das Holzgeſchäft unterbunden. Die Umſätze ſind weſemtt;
rückgegangen. In den Kreiſen des Holzkonſums und des
Möbely=
verhindert die Erwartung weiterer Preisrückgänge, die eintreten
ten. Umſätze in Schnitthölzern und Möbeln. Infolgedeſſen hä
die Kaufluſt des Platzholzhandels erheblich nachgelaſſen, und m
wartet auch für die nächſte Zeit keine nennenswerte Belebung.,
eigentlich eines der Ziele der Notverordnung ſein ſollte. Am
Hocy=
liegen die Verhältniſſe inſofern anders als in anderen Erwern;
gen, als die Preiſe für Rohholz und auch für Bretter in denn
drei Monaten ganz erheblich und ſoweit heruntergegangen ſind.
teilweiſe unter den Friedenspreiſen liegen. Beſonders iſt A13
Fall am Bauholzmarkt und dann auch bei hochwertiger Stammw gei0l
etwa 70 v. H. 1. Klaſſe, die bereits mit 80 Mark Frachtparität 0
und mit 86 bis 88 Mark Frachtparität Dresden oder Leipzig an ube.
wird. In den Forſten iſt die Kaufluſt der Sägewerksinduſtriugm
falls beſchränkt. Aus Polen werden Blöcke von verſchiedenen
zenten angeboten; man fordert etwva 60 bis 63 Zloty, frei denn
Grenzſtaitonen, ohne deutſchen Zoll. Aber die Entſchlußkraft der
ſchen Sägewerke fehlt. Einerſeits wegen des faſt ruhenden
Go=
andererſeits wegen der Befürchtung, daß die Erlaubnis zur Beſcktig
von Deviſen verweigert werden könnte. Lebhafter war die Veop fert
tätigkeit der Sägewerke am Zopfholzmarkt, wenn auch hier ein gerpl m ſein
Nachlaſſen der Kaufluſt und der Umſätze nicht zu verkeunen iſt.
merhin konnten noch größere Mengen guter, vor allem geflößten,Atolbracht!
kiefern umgeſetzt werden. Aus Zeulenroda, einem Zentrum de
eutſchen Möbelinduſtrie, wird über noch immer leidliche Beſchäßyppe.
der Möbelfabriken berichtet. Neuerdings wird die Beſchaffung vor h uter 9e.
baumfurnieren, die ſehr geſucht ſind, weil die Verwendung dieſer,glen der 2
art zur großen Mode gehört, von der Deviſenſtelle ſehr erſchwe= ſand unter
durch inländiſche Edelhölzer wieder zur Geltung kommen dürfter.0d Tom
Mannheimer Produktenbericht vom 14. Dezember. Weizen, i5
gut, trocken geſund (75—76 Kilo) 23,25—23,75, desgl. 73—7-
22,75—B; Roggen, inländ., gut, geſund, trocken, 21,25—21,75;
inländ., neue Ernte, je nach Qualität 15—17,50; Sommergerſt=4
17,50—18,50, Anſtichware über Notiz; Futtergerſte 17—17,50;
Mais, gelber, 17,50; Sohaſchrot, Mannheimer Fabrikat, nehr fem
11,00 RM.; Biertreber 13,00 bis 13,25; Trockenſchnitzel, loſe,, 6mol3 ver
Wieſenheu, loſes 5,40—5,90; Rotkleeheu 5,40—5,90; Luzernelleeheßſich, daß nu
bis 6,40; Stroh, Preßſtroh, Roggen=Weizen 3,80—4,10, desgl.
Gerſte 3,40—3,80, Stroh, geb., Roggen=Weizen 3,60—4, desgl.
Gerſte 3,20—3,60; Weizenmehl Spezial Null, neue Ausmahlun :/Ms Geſ
Dezember 34, desgl. mit Auslandsweizen 35,75; Roggenmehl, hlmter uns
Ausmahlung, nach Fabrikat, per Dezember 29,50—31; Weizenkleia jEio of E
8—8,25; Erdnußkuchen 12,75. Die Auslandsforderungen ſind ys ſtand a
ändert, während für deutfchen Weizen und Roggen eine klein” nicht da w
höhung verlangt wird. Der Konſum iſt weiter zurückhaltend u Wlhnger 21
Verkehr war äußerſt ruhig.
freund
Frankfurter Produktenbericht vom 14. Dezember. Der Fram
Getreidemarkt zeigte bei ſehr ſtillem Geſchäft ſchwache
Tendenz=
unſichere agrarpolitiſche Lage, die bevorſtehenden Feiertage ur iſte in 0
ſchwache Mehlgeſchäft hemmten jede Unternehmungsluſt. Das A yms heiße
war in Brotgetreide infolge der ſchwachen Nachfrage mehr als B und nock
chend. Die Preiſe ſenkten ſich für Getreide um 2,5—5 Mk. A-Yſt, wie
Mehlpreiſe zeigten Ermäßigungen von 0,25—0,50 Mk. Futteſen ſaftie
wurden bei gleichfalls nachgebenden Preiſen ſtärker offeriert. Es
ten Weizen 22, Roggen 230—218,50, Sommergerſte 170—175, Bee1 9ehel
152,50—160, Weizenmehl ſüddeutſches Spezial Null mit Austau5l auf de
zen 35—36, desgl. Sondermahlung 33,25—34,25, niederrhein S/1 d0s it
Null mit Austauſchweizen 35—35,75, desgl. Sondermahlung 33,—
Mais, gelber, 17,50; Biertreber 13—13,25; Trockenſchnitzel, loſeich mir da
Roggenmehl 30,25—31,50; Weizenkleie 8,15—8,25; Roggenkleisr nit anfan
Heu 5—5,25; Weizen= und Roggenſtroh drahtgepr, oder gebündes ſie Sache
bis 4,00. Kartoffeln per Zentner 2,65 RM.
Produkkenberichke.
Melallnokierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 1—
zember ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt cif Ham
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung fü
Deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 64,75 RM. — Die Notier 5 1
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren, auf 170 RM.,
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, auf 174-
Reinnickel 98 bis 99 Prozent auf 350 RM., Antimon=Regult.
50—52 RM. Feinſilber (1 Kg. fein) auf 42—45,25 RM.
Mäts
wiheimer 8
Biehmärkke.
Mannheimer Viehmarkt vom 14. Dezember. Auftrieb — Zufm kitimer s
pro 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochſen a) 33—35, b) 94—B— Merun
bis 30; Bullen a) 25—27, b) 22—24, c) 18—D; Kühe a) —Zeheime
b) 18—20, c) 12—16, d) 10—13; Färſen a) 34—37, b) 2—30, ieder
bis B; Kälber b) 42—44, c) 36—38, d) 2—34, e) 26—30: Mitiheim
b)2—2; Schweine b) 48, c) 47—48, d) 4—47, e) 40—44, 5)*Frit
Arbeitspferde koſteten 600—1600 RM., Schlachtpferde 20—100 RMkl Weir Schl
Stück. Großvieh ruhig, langſam geräumt; Kälber mittel, ger-
Schweine mittel, geräumt; Pferde ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 14. Dezember. Der Auftrieb zm
heutigen Hauptmarkt betrug 1701 Rinder (gegen 1608 am letzten R.
markt), darunter befanden ſich 360 Ochſen, 220 Bullen, 581 Küh/
Färſen, ferner 605 (637) Kälber, 186 (180) Schafe, 5213 (5545) Sch:*I
116 Ochſen, 180 Bullen, 375 Kühe, 401 Färſen, 877 Kälber, 84 Sclteru
3078 Schweine, 74 Arbeitspferde, 85 Schlachtpferde, 4 Ziegen. MMücheimer
a) 29—32, b) 2—B, c) 22—2; Kälber a) —, b) 40—3, )3*4
d) 2—34; Schafe a) 24—27, b 18—B; Schweine a) —, b*
()4—46, d) 42—45, e) 36—42, 5)—, g) 33—38. Marktverlauf:V) Ke
der ruhig, Ueberſtand; „Kälber Schafe und Schweine ruhig, arRun
kauft. — Fleiſchgroßhandelspreiſe. Ochſen= und Rindfleiſch 1. 44Me
2. 40—48; Bullenfleiſch 45—48; Kuhfleiſch 2. 30—38 3. W—3:
fleiſch 2 50—60; Hammelfleiſch 50—60; Schweinefleiſch 1. 50—5 Mlife
pro Zentner friſches Fleiſch. Geſchäftsgang des Fleiſchgroßmar
darunter 270 Litauer. Bezahlt wurde pro Zentner LebendgewiL.
RM.: Ochſen a) 1. 30—33, 2. 25—29, b) 1. 22—2; Bullen Tfe 18
his B, b) 20—24; Kühe a) 23—2, b) 20—22, c) 14—19: .
Kleine Wiriſchaftsnachrichken.
Wie die Reichsbank mitteilt, findet am Donnerstag, 24—70n
zember (Weihnachtsheiligabend), eine Notierung von Dem
kurſen nicht ſtatt.
Wie der deutſche Städtetag mitteilt, iſt die Zahl der A.
fahrtserwerbsloſen im November weiter ſtark geſtiegen. A.
in den Städten mit mehr als 25 000 Einwohnern betrug der
wachs 62000, d. i. 6,5 Prozent des Standes am Ende des
monats Für die Geſamtheit der Gemeinden und Gemeind.
bände iſt demnach der Zuwachs auf mehr als 90 000 zu bezinl
ſo daß die Geſamtzahl der Wohlfahrtserwerbsloſen am 30. 9.—
ber 1931 rund 1,5 Millionen beträgt.
Das Weißblechwalzwerk Wiſſen (Sieg) hat 550 Arbeiter!
31. Dezember die Kündigung ausgeſprochen, weil größere.
landsaufträge, mit denen man gerechnet hatte, nicht eingehe.
ſind. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgt auch die Stillegune
Grube „St. Andreas”, wo 250 Bergleute entlaſſen werdel.
Bergwerk wird unter Waſſer geſetzt.
In der Vorſtandswahl der Frankfurter Getreidebörſe wu‟
von den turnusmäßig ausſcheidenden Mitgliedern drei wie
gewählt.
Die Süddeutſche Zinkblechhändlervereinigung hat mit *
kung ab heute ihre Preiſe um 2 Prozent erhöht, nachdem Ve
8. d. M. um 2 Prozent ermäßigt worden waren.
In dem Wechſelprozeß einer holländiſchen Bankfirma b"
die Stadt Frankfurt a. M. aus einem Septemberwechſe!
100 000 RM. verkündete die Kammer für Handelsſachen
weiſung der Klage, da ein geſetzliches Zahlungsverbot beſtünd.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 14. Dezember Iu.
Unze Feingold 86,6875 RM., für ein Gramm Feingold 2"
Reichsmark.
Die Ausfuhr von Gold aus Japan wird vom 14. Degſhe
ab verboten.
Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 347 — Seite 9
keeiezza in Otd.=Englang.
Von Herbert Leſtiboudois.
men wir an in Cardiff. Es war genau 8 Uhr
Sbgleich bereits etliche Jahre ſeitdem vergangen
ach mich dieſes Zeitpunktes, weil mir in dieſem
n Taſchenuhr, die ich in der Hand hielt, entglitt
ufel. Urſache war unſer guter Steamer „Hamilton”,
nterſchämt den Kai rammte, daß ich das Gleich=
Ich ſammelte die Scherben meines geweſenen
weizer Werkes, warf einen Blick auf die Zeiger
n daß es — wie geſagt — 8 Uhr 15 Minuten war.
und die Sache war erledigt. Wir kamen von
Hatten Grubenholz intus. Grubenholz=
Ladun=
rdammt dreckige Angelegenheit. Balanciere einer
rollenden und gleitenden Decklaſten über den
ᛋ ohne Pech zu haben. Dreiviertel hatten wir
gracht. Das fehlende Viertel war vom Atlant
ge=
uis jetzt nicht mehr kümmern. Gewettert haben wir
mus, geflucht auch, geſtritten auch. Ruhe wollten
molung, Genuß ...! Vielleicht auch einen ordent=
Licht, Trubel, Mädchen wollten wir ſehen! Und
hit bißchen mehr davon. Alſo".
5 fertig angezogen, Otto würgte noch an ſeinem
at ſeinem nagelneuen Seidenſhawl, und ich zog
fiül „landfein‟ Ein Blick in den halbblinden
Spie=
wüllbracht! Mütze auf und nichts wie raus.
ſümer ein ſeltſames Gefühl, nach längerer Fahrt
ſiw nter den Füßen zu haben. Es kam uns komiſch
ſthun der See noch in den Gliedern zu ſpüren und
ſnd unter uns zu wiſſen. Luſtig machte uns dieſer
w Tom ſang das ſchöne Lied:
„Oh Suſanna,
Wunderſchöne Anna,
Wenn das Geld verſoffen iſt,
Dann fahren wir zur See!”
einem reizenden Triller, zwar etwas rauh, aber
meint. „So, Jungens” ſagte er dann, „Old=
Eng=
ürnehr fern. Go on, und fall nich ut de Steebel.
ual3 vergeblich darüber gegrübelt, warum er das
Nöſliy, daß nur die überſpannte Erwartung
unbekann=
udem hm dieſen Ausruf in den Mund legte.
wndas Gewirr der Hafenſchuppen, Bahngeleiſe und
ſogger ſgenu hnter uns hatten, war das erſte, was wir ſahen:
B1, B demäpo of England, der Vertreter einer irdiſchen
Ge=
erunge ſit. G ſtand an einer Straßenkreuzung und regelte einen
dericht da war. Verheißungsvolles Vorzeichen: Bobby,
huss unger Lulatſch du; Bobby, Freund aller Welt und
er Feund unſerer ſchwarzen, ſündhaften engliſchen
Bohc) — Liebling, wir reden noch von dir
mfte in Cardiff beſſer Beſcheid als in Hamburg. Und
il ims heißen. Links herunter, eine Straße rechts,
linkt nd nochmals rechts — — Ich weiß nicht mehr, ob
iggi, wie ich es aufzähle . . . jedenfalls: wir waren
es jehen ſaftigen Drink, freundliche Mädchen und eine
logprei geben ſollte. Es ging ein paar Stufen in die
Sch=o auf der Straße hatten wir ein mordsmäßiges
gexüt, das irgendwoher aus der Unterwelt zu kommen
mir das Maul haltet, Jungens”, warnte Karl.
it anfangen, keine Hetze, keinen Zank mit den
N Sache kommt ganz von ſelbſt in Gang.‟ Dann
ſtießen wir die Tür auf. Dicker Tabaksqualm, ſchwaches Licht,
vollbeſetzte Tiſche. Und Geſchrei! Ein Jammerkaſten von Klavier
verſuchte mühſam den Lärm zu überbieten. Es verſagte kläglich.
In einer Ecke fanden wir einen nur halb in Anſpruch
ge=
nommenen Tiſch. Zwei Neger rückten unwillig zur Seite. Ich
brummte etwas von „Affenpack!” in mich hinein. „What do vou
ſay?” fragte der eine drohend. „Hummel!”, ſagte ich und ſchwieg.
Dann ſaßen wir. Der Wirt ſchob ſich heran, dick, fettig,
kahl=
köpfig und ekelhaft unſympathiſch. Er lächelte ſchmierig und
dienerte unterwürfig wie der Oberkellner eines Nachtlokals.
„A Buddi og the beſt Köm!”, ſagte Karl großartig und
ſchwenkte die Hand im Kreiſe. „Keen water, old boy, keen
Panſchkram! Aber dalli, zuck, zuck! Do vou underſtand . . . ?"
„Yes!” grinſte der Wirt und verſchwand. Wir lachten: „Karl,
bei deinem Engliſch kommt der mit iner Selterbuddel an".
Karl winkte gleichmütig ab. Er hatte Recht. Leute, die
ſchwei=
gen, haben immer Recht. Nach drei Minuten ſtand „the beſt of
the Köm” auf unſerm Tiſch. Es war der ſpritzigſte Kümmel, den
wir je zwiſchen Olo=England und Honolulu getrunken hatten.
Nach fernen drei Minuten lagen uns vier Mädchen im Arm.
Schön waren ſie nicht, aber trinken konnten ſie. Wenn ich heute
daran denke . . . Die zweite Flaſche war ebenſo ſchnell weg wie
die erſte. Wir wurden immer luſtiger, die Mädchen mit jeder
Flaſche luſtiger. Ich glaube jetzt, daß ſie damals unter dem
Tiſch getrunken haben. In jenen Augenblicken dachte ich nicht
daran: wir waren viel zu freudegierig, um ſolches wahrnehmen
zu können. Die Flaſchen verdoppelten ſich zuſehends. Und die
Stimmung wuchs. Wuchs ins Vierdimenſionale. Kaum, daß wir
mitkamen; kaum, daß wir merkten, daß die beiden Neger ſich
von unſerem Tiſche fortgeſchlichen hatten. Dieſe ſchwarzen
Lausbuben ſollten unſer Verhängnis werden
Woran es lag . . .? Wer will das entſcheiden. Mag ſein,
daß ſie gemerkt hatten, daß wir Deutſche waren (man empfing
die deutſchen Seeleute in der Zeit kurz nach dem Kriege nicht
überall mit freundlichen Geſichtern), mag ſein, daß es ihnen nicht
behagte, daß die vier Schönen ſich um uns und nicht um ſie
drängten. Jedenfalls ſauſte plötzlich haarſcharf an Toms eckigem
Schädel ein Stuhlbein vorbei und knallte krachend gegen die
Wand.
„Wohr di!” ſchrie Karl; ein zweites Wurfgeſchoß folgte
un=
mittelbar, Kreiſchend flüchteten die Mädchen. Und als wir
auf=
blickten, ſahen wir uns einer Mauer von Leuten gegenüber, die
allen Nationen der Erde anzugehören ſchienen. Vorneweg unſere
dunkelhäutigen Tiſchgenoſſen. Alle Tiſche waren leer geworden
und unſere Lage kam uns nicht roſig vor.
„Banditen!” brüllte Karl, fuhr ſich mit der Hand einmal hart
über den Naſenrücken, was ſtets ein ſchlechtes Vorzeichen war,
zog aus der hinteren Hoſentaſche ein Meſſer, ging auf die Leute
zu und machte ihnen in ſeinem Kauderwelſch fluchend klar, daß
es feige wäre, uns in ſolcher Ueberzahl anzugreifen. Kurz
ent=
ſchloſſen, forderte er den Stärkſten auf, mit ihm zu kämpfen.
Das war ganz Karl, wie er leibte und lebte, in ſeinem
un=
geſtümen, prachtvollen Draufgängertum bereit, für ſeine Freunde
einzutreten. Obwohl wir das alles wußten und auch, daß er
bei weitem der Kräftigſte und Gewandteſte unter uns war,
woll=
ten wir ihn an der Ausführung ſeines Vorhabens hindern.
Scharfe Meſſer ſind kein Vergnügen. Doch aus der Reihe der
andern löſte ſich bereits ein kleiner flinker Japaner, nahm das
Meſſer zwiſchen die Zähne, warf Jacke und Hemd ab und ſtellte
ſich in Poſitur. Karl tat desgleichen und ehe wir ihn
zurück=
reißen konnten, klirrten die Meſſer ſchon zuſammen. Kaum konn=
ten die Blicke den Handbewegungen folgen. Kein Wort wurde
laut. Stumm ſchauten die andern und ſtumm ſchauten wir, mit
einer leichten Angſt im Rücken; denn Karls mächtige Bruſt bot
der Klinge des Japaneſen ein treffliches Ziel.
Er kämpfte glänzend, unſer Charlie —: ein Stich jagte den
andern, jede Finte, jede Täuſchung übertraf die vorhergangene,
und ſchon ſickerte an zwei Stellen des gelben, ſchlangenhäutigen
Japanerkörpers Blut hervor. Auch Karl trug einen Riß am
Oberarm davon. Die Gegner murrten jetzt, jeden Ausfall unſeres
Freundes verfolgten ſie mit Luxaugen, und wir wußten, daß ſich,
ſobald der Japaner fiel, die Meute auf uns ſtürzen würde.
Jeder fühlte nach ſeiner Waffe. Die Stimmung wurde
gefähr=
licher mit jeder Minute, Schreie ſtoben auf, eine Flaſche
zer=
ſplitterte irgendwo an der Mauer ... Der Schauplatz von
Matroſenkämpfen iſt kein Kleinkindergarten.
Da — Karl machte einen prächtigen Ausfall, der dem
Geg=
uer unheilvoll werden mußte — krachte ein Schuß, und die
elektriſche Birne zerſprang. Tiefſte Finſternis hüllte uns ein.
Draußen ſchrillte ein Pfiff: Drängen, Eilen und Stoßen enn;
ſtanden, und wir ſpürten die deutliche Gewißheit, daß die
Kneip=
ſich fluchtartig leerte. Karl taſtete auf uns zu, packte mich am
Arm: „Polizei!”, flüſterte er, „ich kenne das. Bloß ſehen, daß
wir rauskommen".
Fleitjepiepen .. .! Ehe wir den Ausgang in dieſer
ver=
trackten Dunkelheit fanden, leuchteten in der Türöffnung
Blend=
laternen auf —: ein .. . zwei . . . drei Stück. „Damned!“
knirſchte Tom, „that’s Bobby!”
Er war’s. Lieber Himmel, er war’s tatſächlich! Und wir
mußten trotz unſerer üblen Situation lachen. Bobby war da,
ſogar in dreifacher Auflage. Bobby mit dem runden Helm,
Bobby mit dem umgeſtülpten Kochtopf, Bobby als die rächende
Gerechtigkeit von Old=England! Heiliger Poſeidon, laß’ es für
deine Getreuen im guten bewenden".
Otto, der ſchnoddrige Berliner, ſtand da und bog ſich
pruſtend in den Hüften. So lachte er. Schrie vor Vergnügen:
„Jungens, det de Polente mir in Old=England faßt, harr ick voch
nich jedacht ..
Nur Karl war mißmutig und wiſchte ſich das Blut vom
Arm. Er kannte den Ausgang ſolcher Geſchichten: Gefängnis bis
zum Morgen. Brummend warf er ſeine Jacke über. Mit
Luſtigſein und ſchönen Mädchen war es dieſe Nacht nichts mehr.
Was nun folgte, iſt bald erzählt. Die Situation lag ſo
un=
günſtig wie nur möglich für uns auf dem Tiſch: Rauferei! Die
drei Bobbys nahmen uns in die Mitte und ab ging’s.
Daß wir allein nach dem „Scotland Yard von Cardiff”
wandern mußten, kam uns mehr als ungerecht vor. Den Reſt
der Nacht „ſaßen” wir, je zwei und zwei in einer Zelle. Tom
ſaß bei mir, wackelte mit ſeinem eckigen angegrauten Schädel und
entwickelte jene Philoſophie, die beſagt, daß es für den Seemann
nicht gut iſt, bei ſeinen erſten Schritten auf fremdem Land
einem Polizeigewaltigen in die Arme zu laufen. Es iſt nie gut,
betonte er. Die Bobbys aller Länder ſind in dieſer Hinſicht für
den Jantje ebenſo ſehr ein ſchlechtes Omen, wie jener bekannte.
Klabautermann, der nachts in der Takelage ſpukt.
Tom überbot ſich in Spitzfindigkeiten, ſo daß an Schlaf nicht
zu denken war. Licht= und Schattenſeiten des Seemannslebens
fanden eingehende Würdigung. Und als ich endlich doch am
Einſchlafen war, riß mich ein ſchriller Ton hoch. Tom ſang!
Sang, daß es zum Steinerweichen war. Sein Lied kletterte die
Zellenwände hinauf, geſpenſterte unter der Decke und polternd
echote es aus allen Ecken:
„Oh Suſanna,
Wunderſchöne Anua,
Wenn das Geld verſoffen iſt,
Dann fahren wir zur See
Fahren wir zur See.
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Univ.=Prof. Dr. Fritz Klute=Gießen unter Mitwirkung der
Uni=
verſitätsprofeſſoren, Behrmann=Frankfurt, Brandt=Prag.
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chard=Münſter, Dietrich=Wien, von DrygalſkiMünchen,
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richſen=Breslau, Geisler=Breslau, Haſſinger=Wien, Kretſchmer=
Berlin, Kühn=Kiel, Machatſcheck=Wien, Maull=Graz.
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dus=Göttingen, Oberhummer=Wien, Prinz=Fünfkirchen. Scheu=
Königsberg. Schrepfer=Frankfurt, Schulz=Hamburg Schultz=
Königsberg, Troll=Berlin, van Vuuren=Utrecht, Wachner=
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ſtadt, Wegener=Berlin und anderen. Etwa 4000
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bilder und Kärtchen, gegen 300 Farbenbilder, viele
Kartenbei=
lagen. In Lieferungen zu je 2.40 RM. Akademiſche
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geſellſchaft Athenaion m. b. H., Wildpark=Potsdam.
* Dieſes von führenden Gelehrten herausgegebene Handbuch
der geographiſchen Wiſſenſchaft, von dem jetzt die Lieferungen 26
bis 31 erſcheinen, iſt ein wahrhaft großartiges Unternehmen und
es legt beredtes Zeugnis davon ab, daß allem wirtſchaftlichen
Elend zum Trotz deutſche Wiſſenſchaft und deutſcher
Unterneh=
mungsgeiſt ſich nicht unterkriegen laſſen. Dabei handelt es ſich nicht
um ein wiſſenſchaftliches Werk, das ſich nur an den
Wiſſenſchaft=
ler wendet, ſondern hier iſt der Verſuch geglückt, das Ergebnis
wiſſenſchaftlicher Forſchung ſo lebendig zu geſtalten, daß jeder
Laie in der Lage iſt, ſich über Land und Leute, Verkehr und
Wirt=
ſchaft unſerer Erde zu unterrichten. Der Drang in die Weite, das
Beſtreben, fremde Völker und Länder kennen zu lernen, iſt dem
deutſchen Volke in beſonderem Maße eigen. Aus dem Handbuch
der geographiſchen Wiſſenſchaft ſprechen zu uns nicht nur Karten
und ſtatiſtiſche Zahlen, ſondern Tauſende von Bildern geben ein
lebendiges Spiegelbild der weiten Welt.
Die jetzt erſchienenen neuen Lieferungen 26—31 reihen ſich
wür=
dig den vorausgegangenen an. Heft 26 und 28 behandeln das
ur=
alte Wunderland Aegypten, Heft 27 und 29 behandeln
Süd=
amerika mit ſeinen uralten Kulturen und den aus der
geographi=
ſchen Geſtaltung ſich ergebenden Möglichkeiten der Zukunft. Die
letzten Lieferungen 30 u. 31 führen uns nach Südoſteuropa. Profeſſor
Prinz=Fünfkirchen ſchreibt über Ungarn, Profeſſor Wachner=
Kron=
ſtadt über Rumänien. Auch dieſe Lieferungen ſind wieder
bild=
mäßig außerordentlich reichhaltig ausgeſtattet und ſie legen ebenſo
wie ihre Vorgänger Zeugnis ab von der Bedeutung dieſes
her=
vorragenden Werkes, dem man nur weiteſte Verbreitung wünſchen
M.
kann.
Stifter und das 19. Jahrhundert. Drei Abhandlungen von Joachim
Müller, Verlag der Literariſchen Adalbert=Stifter=
Geſell=
ſchaft in Eger (Böhmen), (J. Stauda Verlag, Kaſſel.) Gebund.
2,50 Reichsmark.
Das Buch bietet in drei gewichtigen Abhandlungen: Stifter
und Goethe — Stifters religiöſes Gefühl — Der
Nachſommer=
menſch und das 19. Jahrhundert — ſehr wertvolle Beiträge zu
ciner neuen und tieferen hiſtoriſchen Würdigung Stifters. Von
drei Seiten her wird Weſentliches in Stifters Kunſt und
Charak=
ter aufgezeigt, der Blick, beſonders in der dritten Abhandlung, auf
die Stellung Stifters in der deutſchen Geiſtesgeſchichte gelenkt.
Sehr willkommen iſt zum Goethejahr der Aufſatz über Stifter und
Goethe.
* Prof. Wilh. Deuren: „Anſtands= Verkehrs= und Lebensregeln”.
(Pädagogiſcher Verlag Düſſeldorf.)
Ein neuer Knigge? Ja und nein! Es iſt eine Art Knigge,
aber ein moderniſierter und vom gebildeten Menſchen für ſolche
geſchrieben, die nicht in erſter Linie ungebildet, ſondern vielleicht
ungewandt ſind, und nur eines kleinen erzieheriſchen
Hin=
weiſes leichter. Führung” bedürfen, um die Sicherheit und
Ge=
wandtheit des Auftretens zu lernen, die auch heute noch nötig iſt,
um ſich in der Geſellſchaft bewegen und behaupten zu können. =*
ſie dem amerikaniſchen Schriftſteller Lanier und dieſer geſtaltete
daraus dieſes ausgezeichnete Buch. Eine ſpannende und belehrende
F3
Lektüre für jung und alt.
* Der Perlentaucher, von Victor Berge und Henry Wyſham
Lanier. (Rütten und Brenning Verlag.)
Ein köſtliches, friſch und ſpannend geſchriebenes, reichen Inhalt
ſpendendes Abenteurerbuch. Der Schwede Victor Berge erzählt
ſeine Abenteuer und ſeine Reiſen. Vom Schiffsjungen
angefan=
gen bis er Perlentaucher in den Südſee=Inſeln wurde. Er erzählt
— Vogelfrei. Eine Erzählung von Richard Plattenſteiner. (
Hein=
rich Mindens Verlag, Dresden=Leipzig.) Mit Bilderſchmuck
von M. E. Foſſel. Preis geh. —,50 RM., in Ganzleinen 1RM.
Der wohlbekannte öſterreichiſche Volksdichter Richard
Platten=
ſteiner bietet der reiferen Jugend und allen Freunden der
Vogel=
welt ein ganz eigenartiges Buch. In unſeren Tagen, da das
Miß=
geſchick der Schwalben durch den vorzeitigen Kälteeinbruch
un=
zählige Menſchenherzen zu Mitgefühl und tatkräftiger Hilfe
wach=
rief, wird dieſe Erzählung berechtigtes Aufſehen hervorrufen. Sie
rückt den Begriff „Vogelfreiheit” in ein neues Licht.
Loisl. Eines Wiener Kindes Aufſtieg zum Licht. Von Richard
Plattenſteiner. (Heinrich Mindens Verlag, Dresden=Leipzig.)
Mit Holzſchnitten von Franz Kaiſer. Preis geheftet 1 RM.,
in Ganzleinen 1,50 RM. 124 Seiten Oktav, holzfreies Papier,
erſtrangige Ausſtattung.
Hier hat der Verfaſſer einem Wiener Kinde ein Denkmal
ge=
ſetzt. Die Handlung leuchtet in die letzten Jahrzehnte des vorigen
Jahrhunderts hinein, und zwar in Verhältniſſe, unter denen „die
von ganz unten” hauſten. Franz Kaiſer, ein derzeit in einer
Fabrik werktätiger Künſtler, ſchuf Holzſchnitte für das Buch,
aus verſtehender. Seele die Enge der Verhältniſſe und die Größe
des Sieges mitfühlend und nachgeſtaltend.
M. C. Stopes: Vollendetes Eheglück. (Orell Füßli Verlag. Zürich=
Leipzig.)
Man kann über dieſe Dinge heute offen ſprechen und ſchreiben.
Mit dieſer Tatſache gerechnet, darf konſtatiert werden, daß das ein
mutiges und originelles Buch iſt und einen wertvollen, weil aus
reinem Wollen geborenen Beitrag, zu den ſexuellen Problemen
der Zeit darſtellt. Man braucht nicht unbedingt allem
zuzuſtim=
men und darf doch geſtehen, es iſt ein Buch, von dem Eheleute
die ſich Sorge um Dauer und Beſtand ihres „Glücks” machen, viel
*4
holen können.
Joſef Ponten: Rhein und Wolga. (Volk auf dem Wege. Roman der
deutſchen Unruhe. Zweites Buch.) Deutſche Verlags=Anſtalt,
Stutt=
gart. In Leinen gebunden 4,80 RM.
Schickſalsſtunden deutſcher Geſchichte werden in Pontens meiſterlicher
Erzählung von neuem lebendig. Eines Stammes ſind die Deutſchen
am Rhein und an der Wolga, deren Voreltern die brennende Pfalz
zur Wegfackel wurde auf der Suche nach neuem Lebensraum. Rhein
und Wolga haben in dieſem Buche ein gemeinſames, Ziel: den Ozean
des Deutſchtums in der Heimat und in der Welt. Schon zu vielen
Malen hat der deutſche Wandertrieb zwar ſeine romantiſche
Verklä=
rung gefunden; hier aber wird der deutſchen Unruhe ihre geſchichtliche
Erklärung gegeben. Der deutſche Schullehrer Chriſtian Heinsberg von
der Wolga iſt am Rhein ein gelehriger Schüler der Schickſale, die ſeine
Vorfahren vor drei Jahrhunderten und länger aus den Städten und
Dörfern der Pfalz vertrieben haben. Es iſt eine Strophe des deutſchen
Schickſalliedes, das hier geſagt und geſungen wird. — Der Roman iſt
eine Fortführung des erſten, für ſich abgeſchloſſenen Bandes. Wolga
Wolga” des großangelegten Romanepos deutſcher Weltwanderung „Volk
auf dem Wege. Roman der deutſchen Unruhe‟.
Heinrich Federer: Umbriſche Reiſegeſchichtlein. Gef)
in Einzelausgaben Band 12.) Geh. 4,80 Mk., in 4au
in Halbleder 8,80 Mk.
Der Groteſche Verlag hat ſich die verdienſtvolle Aufaa
Geſamtausgabe der Werke des viel zu früh verſtorbenem;
herauszugeben, und von dieſen geſammelten Werken lieg
derum ein neuer Band vor, der u. a. die
wunderbars=
e Seſto”, „Das letzte Stündlein des Papſtes Innocen
„Eine Nacht in den Abruzzeu” uſw. enthält. Die
We=
hören ſchon lange zum Beſtand der deutſchen Haus=
Fabulierkunſt „riecht nicht nach Papier und vernagtenn
riecht genau wie das Leben”.
Paul Keller: „Die Inſel der Einſamen”. Ungefürzt=
In Ganzleinen gebunden 2,85 RM. Bergſtadtverſa
Dieſes Buch iſt eine romantiſche Geſchichte, die eine
breite Waſſer ſchlägt, das zwiſchen dem Lande der Af
einem derwunſchenen Eilande dahinfließt. Von W.
Lebensſchifflein zerſchellte und die auf einer, Inſel zu
Welt abgeſchloſſenen Reiche zuſammenwachſen, wird u.
ſeltſame Geſchichte, die ſchlicht und flüſſig erzählt iſt
feiner, ſatiriſch angehauchter Humor ſteckt, hat eine gar
tiger Figuren, von denen das Naturkind Klotildis
wol=
der faule Fiſcher Kajetan die köſtlichſte iſt. Dieſes Buch
gewicht gegen die häßlichen Eindrücke der Zeit.
Carl Friedrich Wiegand: Vagant und Vagabund.
(Verlag Huber u. Co., A.G., Frauenfeld / Leipzig.
Carl Friedrich Wiegand der Marignano=Dichter,
neuen Werke zwvei künſtleriſch durchgebildete Nobellen
nettſtücke, die eine köſtliche Miſchung von Humor und
und Jrouie bilden. Die erſte „Der Eroberer von Argl=)
nergeſchichte, ſtellt das wechſelvolle Schickſal eines Heim
auf Grund des Bundesgeſetzes von 1851 in dem graubi.
zwangsmäßig eingebürgert wurde und nach ſchweren
Prüfungen aus der Niederung der Mißachtung zu allger
aufſteigt, um ſchiießlich die große Gemeinde ſich zu „erEit
Netter von Leuba”, das ironiſche Gegenſtück zum „Erunt
gün” ſchildert die angemaßte Herrſchaft eines abenteuer
den, der, aus der Fremde heimgekehrt, während der 2
1812/13 in Leuba bei Leipzig, deshalb zu Ehren kommem
große Ort auf der Kriegskarte nicht eingezeichnet
ſtand=
den Kriegsplagen verſchont blieb. Die höchſt eigeuartis
beiden Erzählungen erinnern in der Geſtaltung der
beö=
ren an Gottfried Keller. Die ſtoffliche Beherrſchung zei
den Reichtum der Wirklichkeit, die formelle einen reifen
die Abſicht, Tragfähigkeit und das Ausmaß eines Stoffe=
Haltung und Geſchehen, in der lebenswahren Geſtaltur
ſchen jedes Wort prägt.
Lühe, V.: TH 1331. Eine geheimnisvolle Detektivgeſchichte. Mit
Bil=
dern von Ed. Winkler. 64 S. Mit mehrfarb. Einband,
Papp=
band 0,85 RM. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart.
Ein dunkelgrünes Auto mit der Nummer Th 1331, Männer mit
ſchwarzen Larven, ein zugekittetes Aſtloch, die Viſitenkarte des
Krimi=
nalbeamten — das fällt alles unter das „Dienſtgeheimnis”. Wer den
Jall Henner Stöber” kennen lernen will, muß dieſe ſpannende
Ge=
ſchichte leſen; dann wird er ſtaunen, wie ſchlau und tüchtig ein 14
jäh=
riger Junge ſein kann und wie ſeltſam ein „Verbrechen” in eitel Spaß
ſich wandelt. Dieſe mit Bildern von Eduard Winkler geſchmückte
De=
tektivgeſchichte iſt intereſſant und abenteuerreich wie nur je eine, und
doch auch eine Geſchichte zum Nachdenken und zur heilſamen Lehre für
viele Jungens.
Irene Nemirovsky: „Der Ball”. Mit Bildern von P
Meid. 3,50 RM. (Phaidon=Verlag.)
Eine höchſt originelle Begebenheit wird hier mit
Char=
vorgetragen: Wie ein junges Mädchen, in deſſen S.t
Regungen des Weibes erwachen, von verſtändnisloſen E./
erfährt und auf derb=belehrende Art an ihnen harmloſe
Eine rührendzarte Schlußſzene, in der Mutter und F
finden, hebt das Ganze zu ſymblohafter Bedeutung. Frem
die raſch bekannt gewordene Verfaſſerin des Dabid=S
hat mit dieſer Erzählung ein kleines Meiſterſtück geſchef
* Was iſt das für ein Menſch! Das Rätſel Matuſchka, ſenſtbelle an.
und ſein Doppelleben. Von H. R. Berndorff. Ach af d
Stuttgart.)
iuht
Noch iſt der Eiſenbahnattentäter Matuſchka nicht able
ſchon wird ſeine Berühmtheit im Buche feſtgehalten. M.y
Buch hinnehmen wie einen Kriminalroman, einen gut gad
gar, wenn hinter Matuſchka nicht furchtbare Wahrheit=
W.
mit ungezählten Leichen Gemordeter, die noch nach Si
Nehmen wir es als literariſches Zeitdokument.
MA Bürſtad
* Kreuzfahrer der Liebe heißt der neue Roman von Günzeſſt Lampert
dem Verfaſſer des „Wetterwart vom Montblane‟. (W
Leipzig.)
Ein Roman, der ebenfalls teilweiſe in den Höhen
de=
in den Niederungen ſpielt und der ein hohes Lied junge
iſt, die nach ſchwverem Kampfe erſt wird. Dann aber
auch=
verheißend.
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Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 347 — Seite 11
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Samstag: Fr. Athl. V. 91 — Lampertheim
yutag: Fr. Tgde. — Weiterſtadt 5:2; 2. Mannſch.
1b 5:2.
Fußball.
gyia Eberſtadt — FK. Egelsbach 4:1 (2:1).
w doch, ob man nun mag oder nicht, vor dem Liga=
Achtung haben, mit den Leuten von der
Berg=
ſchnen müſſen. In ganz glänzender Spiellaune
ſetz=
nit einem deutlichen 4:1 über Egelsbach erneut auf
Auplatz. Zu dem Spiel waren trotz des naßkalten Wet=
Fſchauer gekommen. Sie ſahen ein ſtets ſpannendes,
und faires Spiel, das von einem Herrn von Phönig
gt geleitet wurde. Die Einheimiſchen präſentierten
ſendender Verfaſſung. Die Verteidigung ſpielte ganz
äuferreihe unter der Führung Kreißers deckte glän=
Endre produktive Aufbauarbeit zu vergeſſen. Die
Fünfer=
rir jugendliche Halblinke Schimpf überragte, ſtellte die
krunſchaft vor eine nicht zu löſende Aufgabe.
Aus=
ſn erſte Viertelſtunde, wurden die Gäſte nie gefährlich.
ür 14. Minute hieß es durch Weizenmüller 1:0. Im
ine Ecke fällt durch Schimpf der 2. Treffer.
Dazwi=
ie Gäſte durch ihren Linksaußen zu ihrem einzigen
ſlo nach dem Wechſel diktierten die Germanen die
Ge=
lu dem Spielfeld. In der 60 und 77 Minute fielen
zu und Kaufmann weitere unhatlbare Tore. Die
Nie=
ſihäſte hätte leicht noch höher ſein können, aber der
I6 zahlreiche totſichere Chancen unausgenützt. Am
onntag wird es für die Mühlchesleute ein ſchwerer
iin 4:0 wie im Vorſpiel wird es nicht. Wer weiß?
* Kreisliga Südheſſen.
Abſchluß der Vorrunde.
Punkten Vorſprung führen die Bürſtädter Raſen=
4abelle an, während die beiden Lampertheimer Ver=
Nuich auf dem zweiten Platz landeten. Alle übrigen
egen ſo weit zurück, daß an ein Aufholen nicht mehr
Trotzdem Bürſtadt mit klarem Vorſprung zurzeit
ehauptet, iſt die Meiſterſchaftsfrage natürlich noch
ſteilärt, zumal in unſerem Kreiſe der „unbeſchränkten
Der letzte Sonntag brachte in zwei Spielen ein
hed Tore. Die Reſultate lauten:
M. Bürſtadt — Spp. Hochheim . . . 3:0,
AM. Lampertheim — Spp. Abenheim . . . 7:2.
rſtäer lieferten diesmal keine beſonders begeiſternde
ileber die beiden Punkte erringen. Die
Gäſtemann=
lunheim einen verhältnismäßig ſchwächeren Gegner zu
mn auch mit einer ganz anſehnlichen „
Weihnachts=
hy Hauſe geſchickt wurde. Der Kopf der Tabelle ſieht
Spiele gew.
Punkte
10
Arſtadt
4üLampertheim
Lmvertheim.
(yWorms
1u Heppenheim 12
zinn der Rückrunde in der Klaſſe 3 „Ried.
äußſpiele in der Riedgruppe haben leider mit einer
üiterſcheinung begonnen. Die Begnung Auerbach —
=purde kurz vor Spielſchluß wegen Tätlichkeiten
ab=
n übrigen gab es die erwarteten Reſultate. 07
Bens=
imit 5:0 Toren über den Gegner aus Klein=Hauſen
Geer, und auch die Zwingenberger erfüllten die auf ſie
öfnungen, indem ſie Fehlheim 3:1 abfertigten.
Gegen=
uErwartungen behauptete ſich Hüttenfeld in Auerbach
Mappen 2:1=Sieg, doch kann dieſe Begegnung vorerſt noch
diet werden, da unſchöne Szenen ein vorzeitiges Ende
t jetzt Bensheim mit 10 Spielen. 19 Punkten; Bob=
SSpielen, 12 P.: Groß=Rohrheim mit 8 Spielen, 11 P.;
Febesheim mit 9 Spielen. 10 P.: Auerbach mit 9 Spie=
Klein=Hauſen mit 10 Spielen, 10 P.: Zwingenberg
ſiſten, 8 P.; Tv. Biebesheim mit 9 Spielen, 7 P.; Fehl=
Spielen, 4 P.; Hüttenfeld mit 9 Spielen. 1 P. Die
ervemannſchaft konnte außer Konkurrenz von 10
Spie=
ſelnen und 1 remis geſtalten.
harlottenburg ſchwimmt neuen deutſchen Rekord.
Kch der Austragung der Deutſchen
Waſſerballmeiſter=
ſerliner Wellenbad im Lunapark unternahm Nixe
1aurg den angekündigten Rekordverſuch über dreimal 200
t und ſchwamm in der Beſetzung Engelmann, Schoen
dt mit 10:00,2 eine neue deutſche Beſtleiſtung heraus.
üſtung ſtand auf 10:07,6.
Handball.
T. V. Roßdorf — T. V. Weiterſtadt.
Am nächſten Sonntag empfängt der T.V. Roßdorf den T.V.
Weiterſtadt zum fälligen Verbandsſpiel. Spielbeginn 1 Uhr.
Aus der Praris des Skifahrers.
Wie begegnet man der Lawinengefahr?
Nicht umſonſt hat der Skilauf in den letzten Jahren in ſo
überaus reicher Zahl neue Anhänger gewonnen. Es iſt doch
un=
vergleichlich ſchön, allein in wilder Bergeinſamkeit oder auch in
Geſellſchaft auf den langen Brettern über die glitzernde Fläche
dahinzueilen oder mit raſender Schnelligkeit in die Tiefe zu ſauſen.
Und doch iſt der in unſchuldsvoller Weiſe prangende Teppich oft
voller Tücken. Wie viele Unvorſichtige mußten ihre Liebe zum
Skilauf und zur Natur mit dem Tode büßen. Man kann deshalb
nicht genug zur Vorſicht raten, und aus dieſem Grunde wollen wir
uns hier mit der Lawinengefahr und ihren Urſachen
beſchäftigen.
Man unterſcheidet im allgemeinen vier Arten von Lawinen.
Zunächſt die Neuſchneelawine, von der es zwei Sorten gibt,
die naſſe und die trockene. Man hat mit ihr während und
un=
mittelbar nach Beendigung des Schneefalles zu rechnen, Friſcher
Schnee hat meiſt die Tendenz des Zuſammenbackens. In reichlichen
Mengen gefallen, genügt ſchon ein geringfügiger Anlaß, die friſche
Schneedecke ins Rutſchen zu bringen. Wenn dazu noch die
Unter=
lage recht glatt iſt, ſo braucht die Sonne nur ihre Strahlen auf
ſteile Stellen zu richten, und ſchon gleiten die Maſſen zu Tal. Bei
trockenem Neuſchnee iſt es nicht viel anders. Die Adhäſion
zwi=
ſchen der gefrorenen Unterlage und dem Friſchſchnee iſt gleich
Null. Starker Wind verurſacht an vielen Stellen die
gefürch=
teten Wächten, die leicht wegbrechen und dann die Lawinenbildung
hervorbringen.
Die ſogenannte Staublawine bildet ſich auf den
ſogenann=
ten Windſchaftenſeiten. Oft iſt dieſe Schneemenge nur von einer
ganz dünnen Kruſte bedeckt. Bei weitem der kleinſte Teil der
vielen Skiläufer und Skitouriſten iſt in der Lage, die Gefahr
vor=
her zu erkennen. Dieſe Staublawinen ſind beſonders gefahrvoll
deshalb, weil der feine Schnee dem Verſchütteten ſofort in Naſe.
Ohr und Mund dringt und ſehr ſchnell den Erſtickungstod
her=
beiführt.
Eine dritte. Art iſt die Schichtlawine, meiſt Schneebrett
genannt. Sie kommt faſt nur an den von der Sonne wenig
be=
ſchienenen Hängen vor. Hier bilden ſich bei jedem Schneefall
Schichten, deren Zuſammenhalt in ſich wenig oder gar nicht
vor=
handen iſt. Tiefes Spuren und Stürze bringen dieſe Schichten ins
Wanken, und das Schneebrett ins Rutſchen.
Die Grundlawine endlich iſt eine Erſcheinung des
Früh=
jahrs. Zur Zeit der Schneeſchmelze, wenn der Boden anfängt, ſich
zu wärmen, geraten die Schneemaſſen in Bewegung weshalb
ge=
rade zu dieſer Zeit vor dem Befahren von ſteilen Hängen auf das
eindringlichſte gewarnt werden muß.
Das Skifahren erfordert alſo, beſonders im unbekannten
Ge=
lände, ſtets Vorſicht. Bei ſtarkem Schneefall iſt faſt jeder, noch ſo
unſcheinbare Hang lawinengefährlich. Man muß es deshalb
ver=
meiden, jede irgendwie verdächtige Stelle zu ſchneiden. Geht es
nicht anders, ſo ſoll man die Hänge ſo hoch wie möglich queren.
Je tiefer ein Hang geſchnitten wird, je größer iſt natürlich die
in Bewegung geſetzte Schneemaſſe. Bei längeren Touren ſollte
auch jeder Skifahrer eine ſogenannte Lawinenſchnur mit ſich
führen. Es iſt dies ein längerer roter Faden, den man an
ge=
fährlichen Stellen um den Körper wickelt und auf dem Boden
nach=
ſchleifen läßt. Auf dieſe Art wird die Aufindung eines
Verun=
glückten weſentlich erleichtert. Jeder Skitouriſt ſollte auch vor
Antritt ſeiner Fahrt genaue Auskünfte über die
Witterungsver=
hältniſſe einholen. Weniger Geübte ſollen längere Touren nur in
höonnten, nur durch Einzelleiſtungen, der Stürmer Begleitung eines orts= und geländekundigen Führers
unterneh=
men. Und im übrigen: Wenn man ſich einer Stelle gegenüberſieht,
Un Raſenſpielern faſt gleichwertig. VfL. Lampertheim von deren Ungefährlichkeit man nicht überzeugt iſt, lieber einen
großen Bogen machen, wenn auch ein Hang zu ſauſender Talfahrt
lockt. Lieber eine Unbequemlichkeit in Kauf nehmen, als das
Leben leichtſinnigerweiſe aufs Spiel ſetzen.
Deutſche Leichtakhletik-Termine 1932.
Unter Berückſichtigung der Standardtermine der Deutſchen
Turnerſchaft ſieht die Terminliſte der Deutſchen Sportbehörde
für Leichtathletik für das Jahr 1932 wie folgt aus:
März: 13. Endſpiel um den Handballpokal der D.S.B.
April: 10. Verbands=Waldlaufmeiſterſchaften: 17
Kreis=
gruppenſpiele der D.T.; 24. Vorrunde zur Handballmeiſterſchaft
(Männer); 24. Deutſche Waldlaufmeiſterſchaft in Darmſtadt.
Mai; 1. Vorrunde zur Handballmeiſterſchaft der D.T.;
Vorrunde zur Handballmeiſterſchäft der DS.B. (Frauen);
8. Zwiſchenrunde zur Handballmeiſterſchaft der D. S.B. (Männer);
Erſte Zwiſchenrunde zur Handballmeiſterſchaft der D. T.;
22. Zwiſchenrunde zur Handballmeiſterſchaft der D.S.B. (Frauen);
22. Vorſchlußrunde zur Handballmeiſterſchaft der D.S.B. (
Män=
ner); 22. Zweite Zwiſchenrunde zur Handballmeiſterſchaft der D. T.
Juni: 4./5. Werbefeſt des Olympiſchen Ausſchuſſes in
Ber=
lin; 5. Kreis=, Gau= und Bezirksmeiſterſchaften der D.S.B.; der Witterungscharakter vorerſt wenig Aenderung erfährt.
19 Deutſche Handballmeiſterſchaft: 19. Meiſterſchaften der
Lan=
desverbände der D.S.B.; 26. Vierverbändekampf in
Süddeutſch=
land.
Juli: 3. Deutſche Leichtathletikmeiſterſchaften (Männer) in
Hannover; 3. Deutſche Frauenmeiſterſchaften; 8
Abſchiedsſport=
feſt der Olympiamannſchaft in Bremen; 9. Ausreiſe der deutſchen
Mannſchaft nach Los Angeles.
Auguſt: 27./28. Deutſche Schlag= und
Fauſtballmeiſter=
ſchaften; 28. Handballkampf Deutſchland — Oeſterreich.
September: 10 oder 17.: Leichtathletik=Länderkämpfe
Deutſchland — Frankreich in Süddeutſchland und Deutſchland —
Schweiz in Weimar.
Oktober: 2. Deutſche Meiſterſchaft im 50=Kilometer=Gehen
in Berlin; 9. Querfeldeinläufe.
Sporllikerakur.
Der Sport. Unabhängige kritiſche Zeitſchrift. Herausgeber
Bernhard Gnegel und Ernſt Nebhut. H. Bechhold Verlag,
Frank=
furt a. M. (Preis 2 Mk vierteljährlich.) „Der Sport”, das
kri=
tiſche Halbmonatsorgan für die Angelegenheiten aller Turn= und
Sportzweige, erſcheint jetzt im zweiten Jahrgang. Die junge
Zeit=
ſchrift hat ſich alſo trotz aller Widerſtände, die nur zum Teil durch
die Zeitverhältniſſe begründet ſind, durchſetzen können. Und das iſt
erfreulich, denn die deutſchen Leibesübungen können ein ſolches
Organ, das mit klugem Sachverſtändnis,
Verantwortungsbewußt=
ſein und mit wohltuender Friſche ſeine Meinung ſagt, nur
ge=
brauchen. Das bemerkenswerte Niveau des Blattes iſt geblieben;
zu den alten ſind neue Mitarbeiter von wirklicher Qualität
ge=
treten. Jede Ausgabe der Zeitſchrift feſſelt durch die Fülle von
Problemen, die nicht nur aufgeworfen, ſondern auch kräftig
an=
gefaßt werden. „Der Sport” iſt jedem Freund der Leibesübungen,
dem auch der Kampf um die Idee ſeiner Sache am Herzen liegt,
zu empfehlen.
Geſchäftliches.
Kennſt du das Land.. . . .
der tauſend Fjords — der Mitternachtsſonne, das iſt das Land,
das jährlich den Weltmarkt mit Millionen von Norwegiſchen
Brislingen, Fettheringen Silds und Makrelen beliefert. Der
Ausgangspunkt für den Norwegiſchen Fiſchexport iſt Stavanger
das nordiſche Kiel. Echte Norwegiſche Fiſchkonſerven erfreuen ſich
heute mehr denn je einer großen Beliebtheit und werden ſelbſt den
verwöhnteſten Feinſchmeckern gerecht. Jede Hausfrau hat ſich längſt
von der Güte und Schmackhaftigkeit überzeugt und gebraucht ſie
um ſo lieber, als ſie damit der deutſchen Volkswirtſchaft keinen
Schaden zufügt; denn Deutſchland führt nach Norwegen dreimal
ſoviel aus, als Norwegen nach Deutſchland einführt.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 15. Dezember.
15.20: Hausfrauen=Nachmittag.
16.00: Unterhaltungskonzert der Kapelle Hett mit J. Degen.
17.05: Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorcheſters.
anſchl. Tanzmuſik auf Schallplatten.
18.40: Prof. Uhde: Landwirtſchaftliche Siedlungen und
vorſtädti=
ſche Kleinſiedlungen.
19.05: Mannheim: Dr. Menninger: Rechenkniffe, luſtiges und
vor=
teilhaftes Rechnen.
19.35: Berlin: Beſuch in einem Filmatelier. Mikrophonbericht von
6. Nußbaum.
20.00: Unterhaltungskonzert des Funkorcheſters. Mitw.: Anita Franz
(Sopran).
21.00: Aktueller Dienſt bei Vorliegen beſonderer Ereigniſſe.
21.15: Die Ilſebill. Märchen für das Radio von W. Weyrauch.
22.20: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.50: Stellenmarkt der Bühnenkünſtler.
23.00: Tanzmuſik der Kapelle Haſecke.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Dienstag, 15. Dezember.
10.10: Schulfunk: Unſere Muſikinſtrumente.
11.30: Oberlandw” ſchaftsrat v. Hunnius: Bodenkultur und
Pflan=
zenbau.
12.05: Schulfunk: Franzöſiſch.
14.45: Kinderſtunde: Märchen und Geſchichten.
15.10: Jugendſtunde: Neue Jugendbücher.
15.45: Frauenſtunde: Schmuckdeckchen in Tüllſtickerei.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert
17.30: Graf Heſſenſtein: Vorkämpfer des britiſchen
Weltreichgedan=
kens: Lord Kitchener
18.00: Dr. Dorothea Klein: Das Bild der Weihnacht im Wandel
der Zeiten
18.30: H. Bachmann: Katholiſches Schrifttum der Gegenwart.
19.00: Prof. Dr. Wegener: Die geographiſchen Urſachen des
Welt=
krieges.
19.30: Unterhaltungsmuſik der Kapelle Arkadi Flato.
20.15: Prof. Dr. Brunſtäd, Dr. Frowein, F. Baltruſch, M. d. R.:
Proteſtantismus und Eigentumsbegriff.
21.00: Tages= und Sportnachrichten.
21.10: Vun Hamborg geiht na Ritzebütiel. Heiterer plattdeutſcher
Abend
22.10: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
22.30: Konzert des kl. Norag=Orcheſters.
Welterberichl.
Die milde ozeaniſche Luft iſt weiter über Deutſchland
vorge=
drungen und hat ſomit die Froſtgrenze nach der Schweiz hin
ver=
drängt. Auch die höchſten Barometerſtände von dem weiterhin
über Zentral= und Weſteuropa lagernden Hochdruckgeibet werden
dort aufgezeichnet. Die Zufuhr milder Luft hält noch an, ſo daß
5. Endſpiele der Handballmeiſterſchaften der D. S B. und der D.T.; Ausſichten für Dienstag, den 15. Dezember: Mildes, dieſiges und
meiſt wolkiges Wetter, vereinzelt etwas Sprühregen.
Ausſichten für Mittwoch, den 16. Dezember: Mild, vorwiegend
wolkig, vereinzelte Niederſchläge wahrſcheinlich
Hauptſchriftlettung. Rudolf Mauve
Verantwortich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve: für Feutlleion, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſei für Sport: Karl B3hmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort. Dr. Herbert Neite:
für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuble.
Druck und Verlag: C.C. Wittich — ſämtlich in Darmſfadt
Für unverlangte Manuſkrivte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten
Eine ganze Kartei ersetzt
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2. Auflage. Herausgegeben von K. H. Engel.
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Brill.=Einfaſſ.) am
13. Dez. Abzugeb.
gegen gute Belohn.
Riedeſelſtraße 51.
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mſt bunten Nebel.
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9
Weitere Unſicherheit an der Börſe.
Mehrprozenlige Kutsrückgänge. — Großbankfuſionsgerüchte.
An den internationalen Debiſenmärkten konnte das Pfund ſeinen
höchſten Tageskurs nicht behaupten und ging wieder auf 3,43½/= gegen
den Dollar zurück; doch iſt zu berückſichtigen, daß der Dollar am Nach=
Berliner und Frankfurker
Effekfen=
mittag wieder feſter liegt. Das Geſchäft in engliſchen Pfunden war
Vom Holzmarkt
Heideriehr.
Zu Beginn der neuen Woche konzentrierte ſich das Hauptintereſſe
bei den Diskuſſionen in den Bankbüros auf die innen= und beſonders
auf die außenpolitiſchen zur Zeit ſchwebenden Verhandlungen.
Wäh=
rend die innerpolitiſche Situation weiter abwartend beurteilt wird,
ſcheinen die außenpolitiſchen Beſprechungen in ein ziemlich kritiſches
Stadium gelangt zu ſein. Daher wäre es nicht verwunderlich, daß die
Tendenz im geſtrigen Freiverkehr in Berlin ausgeſprochen ſchwach
wurde. Das Geſchäft kam, wie immer an Montagen, nur ſehr zögernd
in Gang; es gab aber nur eine Seite, wobei wieder angebliche Verkäufe
des Auslandes in den Standardwerten Reichsbank, Farben, Siemens,
A. E. G. uſw. unangenehm auffielen. Die Aufnahmefähigkeit des
Mark=
tes war gering, ſo daß ſelbſt gegen die ermäßigten Schlußkurſe des
Samstags noch 1—2prozentige Abſchwächungen eintraten. Am
Banken=
markt hatten außer den Reichsbanlanteilen auch die Aktien der D.=
Banken ziemlich ſchwache Veranlagung; die Kurſe dieſer Papiere liegen
jetzt ſchon etwa 7—9 Proz. unter dem letzten Liquidationskurs.
Schiff=
fahrtswerte verloren etwa 1 Proz.; von Montanpapieren lagen
Man=
uesmann und Rheinſtahl ebenfalls 1—1,5 Prozent ſchwächer, während
Rhein, Braunkohlen ſich gut behaupteten und gegen die letzte
Liquida=
tion immer noch einen Gewinn von 2,5—3 Prozent aufwieſen. Für Aku
wurde am Kunſtſeidemarkt ein etwa 2 Prozent niedrigerer Geldkurs
genannt, und die meiſten Elektropapiere ſchwächten ſich gegen Samstag
ebenfalls im allgemeinen Rahmen von 1—1,5 Prozent ab. Sie liegen
damit auch ſchon weſentlich unter der letzten Liquidation. Bei Geſfürel
beträgt der Verluſt etwa 7 Prozent, bei Schuckert ſogar 10 Prozent.
Weitaus am meiſten gedrückt ſind aber doch wohl J. G. Farben, die
be=
reits über 14 Prozent eingebüßt haben. Weſentlich widerſtandsfähiger
war dagegen der Anlagemarkt. Bei Farbenbonds iſt die Kursſpanne
zu den Aktien auf etwa 8 Punkte zurückgegangen; auch
Reichsbahnvor=
zugsaktien konnten ihren Samstagskurs faſt behaupten. Deutſche
An=
leihen hatten widerſtandsfähige Tendenz; auch die 8prozentigen Gold=
Pfandbriefe waren eher ſogar noch bis zu 1 Prozent befeſtigt, da das
Intereſſe der letzten Tage, wenn auch in etwas geringerem Maße,
an=
hielt. — Vom Farbenmarkt ausgehend, blieb die Tendenz auch im
Ver=
laufe weiter ſchwach. Farbenaktien verloren erneut etwa 2 Prozent,
wobei man darauf verwies, daß gerade bei dieſem Unternehmen die
Ab=
kehr Japans vom Goldſtandard verſchlechterte Ausfuhrbedingungen nach
ſich ziehen müſſe. Am Anlagemarkt konnten ſich die Pfandbriefkurſe
zumindeſt gut behaupten. Reichsbahnvorzugsaktien ſchloſſen ſich dagegen
der Tendenz des Aktienmarktes an.
Geld war bis zum Medio eher gefragt, Tagesgeld nannte man mit
5—9 Prozent, die übrigen Sätze blieben unverändert. — Am
Deviſen=
markt kam eine. Notiz für Japan auch geſtern nicht zuſtande. Das
Pfund und Kairo notierten je 43 Pfg. höher, entſprechend zogen
Ko=
penhagen und Rehkjavik um je 2 RM. Oslo um 2,25 RM. und
Stock=
holm um 2,65 RM. an. Budaßeſt und Wien notierten je 2 RM.
niedri=
ger, Liſſabon minus 60 Pfg.
Nachdem gegen mittag ſchon mehrprozentige Kursrückgänge
eingetreten waren, ſetzte ſich die Abwärtsbewegung in den erſten
Nachmittagsſtunden noch weiter fort und die führenden Werte
er=
reichten neue Tiefſtkurſe. Wie ſchon gemeldet, brachte man bei
Farben einmal das Angebot mit dem Abgehen des Yens vom
Goldſtandard in Zuſammenhang, aus dem Auslande werden Kurſe
gemeldet, die 20 Prozent unter der Goldparität liegen, zum
an=
deren hielten aber auch die Auslandsabgaben an, wobei man
feſt=
ſtellen wollte, daß es ſich um holländiſches Material handelt, das
über Hamburg nach Berlin geleitet wird. Es tauchten natürlich
ſofort Bedenken auf, ob dieſe Auslandsabgaben auch den
vor=
ſchriftsmäßigen Weg gehen und ſich mit den beſtehenden
Deviſen=
vorſchriften vereinbaren laſſen. Bekanntlich müßten die aus
ſol=
chen Verkäufen herrührenden Beträge auf Sperrmarkguthaben
überwieſen werden. Gegen die niedrigſten Tageskurſe traten
dann, anſcheinend auf Deckungen leichte Erholungen ein, die die
Kurſe um zirka 1 Prozent beſſerten, die Umſatztätigkeit war
ſo=
gar, in den Hauptwerten wenigſtens, im Laufe des Tages
ziem=
lich rege. Am Pfandbriefmarkt machten ſich dagegen
Ermüdungs=
erſcheinungen bemerkbar, das erhöhte Kursniveau reizte zu
Glatt=
ſtellungen und die beſonders in den letzten Tagen favoriſierten
Süd= und Weſtdeutſchen Inſtitute lagen um 1 bis 2 Prozent mit
ihren Pfandbriefen gedrückt. Die Emiſſionen der
Gemeinſchafts=
gruppe waren dagegen beſſer gehalten. Liquidationspfandbriefe
und Landſchaften konnten ſich ziemlich behaupten,
Reichsſchuldbuch=
forderungen wurden, beſonders in ſpäten Sichten, bis zu 1
Pro=
zent niedriger gehandelt.
Der Geldmarkt erfuhr geſtern durch die Medio=Anſprüche, die
erfahrungsgemäß zu Dezember=Medio immer beſonders groß ſind,
eine weitere Verſteifung. Tagesgeld zog auf 7=5—9 Prozent an,
die übrigen Sätze wurden unverändert genannt. Durch eine
Mon=
tagszeitung wurden geſtern die Gerüchte über die bevorſtehende
Fuſion Commerzbank—Danatbank wieder erwähnt. Nach unſeren
Informationen dauern die Verhandlungen an, haben aber bisher
noch zu keiner Einigung geführt. Intereſſant iſt in dieſem
Zu=
ſammenhang, daß der Kurs der Danatbankaktien ſich dem der
Commerzbank immer mehr nähert. Ueber die Bemühungen des
Börſenvorſtandes zur Aufnahme eines Freiverkehrs in den
Bör=
ſenräumen wird bekannt, daß am Mittwoch oder Donnerstag
dieſer Woche eine Entſcheidung der zuſtändigen Regierungsſtellen
in dieſer Frage erfolgen wird. Ein Termin von Anfang Januar
habe eine gewiſſe Ausſicht auf Annahme.
Die bereits am Wochenſchluß eingetretene Abſchwächung am
Aktien=
markt ſetzte ſich auch zu Beginn des neuen Berichtsabſchnittes in
Frank=
furt am Main fort. Im geſtrigen Effektenfreiverkehr von Büro zu
Büro trat eine weitere, ziemlich ausgeprägte Abſchwächung einiger
füh=
render Papiere ein. Eine plauſible Exklärung hierfür war nicht zu
erhalten. Man vermutete weitere Exekutionen; andererſeits ſprach man
auch von Auslandsverkäufen, die ſich hier und da einzuſchleichen
ſchei=
nen. Eine gewiſſe Verſtimmung bereiteten die Schwierigkeiten bei den
Stillhalteverhandlungen, ferner das unbefriedigende Reſultat der
deutſch=ſchweizeriſchen Handelsvertragsverhandlungen und die ablehnende
Haltung des amerikaniſchen Kongreſſes gegenüber dem
Hoovermorato=
rium. Gegen die ſchwachen Kurſe vom Samstag gaben geſtern J. G.
Farben erneut um etwa 4 Proz, nach. Auch Siemens und Reichsbank
verloren je 3 Proz., Montanwerte bis zu 1 Proz., und die übrigen
Elektroaktien von 1—2 Proz. Von Bankaktien lagen D.D.=Bank ſchwach.
Am Kunſtſeidenmarkt büßten Aku auf angebliche holländiſche Verkäufe
zirka 2,5 Prozent ein. Das Geſchäft war ſehr klein, da die
Unſicher=
heit, woher das herauskommende Material ſtammt, die
Unternehmungs=
luſt und auch die Aufnahmeneigung erſchwerte. Auch am Rentenmarkt
trat auf die ſtarken Steigerungen der letzten Tage eine merkliche
Be=
ruhigung ein, wobei man neben der Schwäche des Aktienmarktes auch
auf die Zinsrückſtände einiger Hypothekenbanken verwies. Die Kurſe
gaben ziemlich einheitlich von etwa 0,5 bis 1 Prozent nach. Während
deutſche Anleihen ziemlich gehalten blieben, verloren Reichsbahn=
Vor=
zugsaktien 1 Prozent. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Prozent
leicht
Die Auslandsbörſen.
Die Londoner Börſe eröffnete die neue Woche in ruhiger
Haltung. Britiſche Staatspapiere tendierten feſt. Das Hauptintereſſe
konzentrierte ſich auf internationale Werte. Die Tendenz der Börſe
wurde zum Schluß ausgeſprochen uneinheitlich. Britiſche Staatspapiere
lagen unſicher, da Gewinnmitnahmen erfolgten. Kupfer=Aktien waren
beträchtlich rückgängig.
An der Pariſer Börſe war die Kursbewegung nach
behaup=
teter Eröffnung ſpäter unregelmäßig. Die Börſe ſchloß durchweg unter
Samstagsniveau.
Die Stimmung an der Amſterdamer Börſe blieb auch im
Verlaufe durchweg freundlich.
An der Wiener Börſe ergaben ſich bei luſtloſer Haltung
meiſt Abſchwächungen.
Die New Yorker Börſe eröffnete unter
ankungen etwgs
feſter.
ziemlich lebhaft; in Amſterdam ging gleich nach Börſeneröffnung ein
Poſten von 75 000 Pfund um. Mellons Aeußerungen über die
Schul=
denfrage haben auch in Amſterdam einen guten Eindruck hinterlaſſen.
Gegen den Gulden ſtellte ſich das Pfund auf 8,52, gegen Paris auf
87,31, gegen Schweiz auf 17,65, gegen die Reichsmark auf 14,19½ und
gegen Brüſſel auf 24,71. Die Reichsmark notierte gegen Amſterdam
58,78½, in Zürich 121,90 und in New York 23,80, ſpäter B,75. Die
Norddeviſen zogen kräftig an, Madrid tendierte ebenfalls feſter; Japan
lag weiter außerordentlich ſchwvach.
Berliner Deviſen=Feſtſekung vom 14. Dezember.
5.744 Brief
5.756 Spanien Geld
35.36 Brief
35.44 Wien 50.95 51.05 Danzig 81.97 82.13 Prag 12.47 12.49 Japan Budapeſt 68.93 69.07 Rio de Jan. 0.244 0.246 Sofia 3.057 3.063 Jugoſlawien
Portugal 7.393 7.407 Holland
170.23 170.57 13.29 13.31 Oslo 78.92 79.08 Athen 5.195 5.205 Kopenhagen 80.02 80.18 Iſtambul 14.97 Stockholm 80,67 80.83 Kairo 14.93 London 14.58 14.62 Kanada 3.446 3.454 Buenos Aires 1.058 1.062 Uruguay 1.798 1.802 New York 4.209 4.217 Island 65.68 65.82 Belgien 58.62 58.74 Tallinn 112.79 113.01 Italien 21.68 21.72 Riga Aff. 81.08 Paris 16.52 16.56 Bukareſt 2.517. 2.522 Schweiz 82.02 82.18 Kaunas 41.88 41.96
Schwere volkswirtſchaftliche und ſoziale Bedenken
der bankangeſtellten gegen die geplanke Zunon.
Ein Berliner Montagsblatt glaubt zu wiſſen, daß die Fuſion
zwiſchen der Darmſtädter und Nationalbank und der Commerz=
und Privatbank verfekt geworden ſei. Wie wir dazu erfahren,
entſpricht dieſe Meldung nicht den Tatſachen.
Amtlich wird mitgeteilt: Reichsfinanzminiſter Dietrich
emp=
fing am Samstag den Vorſitzenden des Deutſchen
Bankbeamten=
vereins, Fürſtenberg, und den Generalſekretär des
Gewerkſchafts=
ringes Lemmer zu einer Ausſprache über die Abſicht, eine neue
Großbankenfuſion herbeizuführen. Hierbei trug Fürſtenberg die
ſchweren volkswirtſchaftlichen und ſozialen Bedenken vor, die gegen
eine weitere Bankenkonzentration und die damit verbundenen
Folgen erhoben werden müſſen. Es drohe eine neuerliche
Exiſtenz=
gefährdung für Tauſende von Bankangeſtellten und eine weitere
Verſchlechterung des Arbeitsmarktes. Der Reichsfinanzminiſter
anerkannte durchaus die Berechtigung der vorgetragenen
Beden=
ken und betonte auch ſeinerſeits, daß eine überſteigerte
Konzen=
tration des Bankweſens ſowohl in ſtaatspolitiſcher als auch in
ſozialer Beziehung nicht ohne Gefahren ſei. Eine endgültige
Ent=
ſcheidung der Reichsregierung über den Umfang und die Form
der zum Teil zwangsläufig notwendig werdenden Aktion im
Bank=
weſen ſei noch nicht erfolgt. Auf alle Fälle aber werde er die
ihm vorgetragenen ſozialen Bedenken und Wünſche berückſichtigen
und ſich dafür einſetzen, daß die für die Bankbeamten etwa
ein=
tretenden wirtſchaftlichen Schäden ſoweit als irgend möglich
ge=
mildert würden.
Wirkſchaftliche Rundſchan.
Verkleinertes Nordwolleprojekt. Das noch vor einiger Zeit
aus=
ſicktsreiche Projekt der Gründung einer neuen Nordwollegeſellſchaft —
unter Zuſammenfaſſung von vier oder fünf Werken — wird
wahrſchein=
doch nicht verwirklicht werden können. Die am Montag nachmittag
in Bremen ſtattfindende Gläubigerausſchußſitzung wird ſich vielmehr mit
einem Projekt befaſſen, das die Neugründung nur mit dem Werk in
Altona=Bahreufeld und der Sächſiſchen Wollgarnfabrik vorm. Tittel u.
Krüger G.m.b.H. in Leipzig, vorſieht. Mit der Annahme dieſes
Pro=
jektes wäre auch die Entſcheidung über die anderen Werke, die man
ur=
ſprünglich mit einbeziehen wollte, gefallen, d. h., ſie müßten endgültig
ſtillgelegt werden, denn ſie haben keine ſo gute Rentabilität, daß ihre
Veräußerung angeſichts ihrer großen Kapazität gegenwärtig möglich
erſcheint. Zu dem verkleinerten Projekt neigen vor allem auch die
eng=
iſchen Gläubiger. Betriebskredite würden höchſtens bis zum Betrage
von drei Millionen RM., erforderlich werden gegenüber einer bisher
genannten Summe von ſechs Millionen RM. Von der insgeſamt
ein=
getretenen Verſchlechterung der Situation werden namentlich die
Gläu=
biger der alten Nordwolle betroffen.
Deutſche Lufthanſa A.G.=A.R.=Sitzung. In einer
Aufſichtsrats=
ſitzung erſtattete der Vorſtand Bericht über die Ergebniſſe des Jahres
1931. Trotz der Depreſſion hat die Verkehrsfrequenz ſowohl im
Per=
ſonen= wie im Frachtverkehr zugenommen. Die wirtſchaftlichen Zahlen
ſtehen im allgemeinen mit den Vorkalkulationen im Einklang und
zei=
gen einen weiteren Rückgang der wichtigſten Unkoſtenpoſten, ſodaß trotz
der eingetretenen Subventionskürzungen das Gleichgewicht zwiſchen
Einnahmen und Ausgaben für 1931 erreicht werden könne.
Moratoriumsantrag der Friedenshütte. Die Friedenshütte A. G.,
Kattowitz (Polniſch=Oberſchleſien) wird auf Beſchluß von Vorſtand und
Aufſichtsrat heute bei dem zuſtändigen Gericht Geſchäftsaufſicht
bean=
tragen. Sie ſieht ſich dazu gezwungen, um ein längeres Moratorium
für ſämtliche Zahlungen zu erhalten und Zeit zur Sanierung zu
ge=
winnen. Wie die Verwaltung erklärt, überſteigen die Aktiven bei
vor=
ſichtiger Bewertung noch die Paſſiven um etwa 40 Millionen Zloty.
Vergleichsverfahren Lederwarenfabrik Henry Grünewald. Offenbach
am Main. Ueber das Vermögen der Firma Henry Grünewald,
Leder=
warenfabrik in Offenbach a. M., Alleininhaber Henry Grünewald, iſt
das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurſes eröffnet
wor=
den. Der Rechtsanwalt Dr. Heß in Offenbach a. M. iſt zur
Vertrauens=
perſon ernannt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorſchlag
iſt auf Donnerstag, den 7. Januar 1932, anberaumt.
Konkurs Darmſtädter Metallgießerei und Armaturenfabrik Carl
Eckert, Darmſtadt. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Carl Eckert
in Darmſtadt, zugleich als Alleininhabers der Fa. Darmſtädter
Metall=
gießerei und Armaturenfabrik Carl Eckert in Darmſtadt, iſt das
Kon=
kursverfahren eröffnet worden. Konkursverwalter Rechtsanwalt Dr.
H. Neuroth=Darmſtadt Luiſenſtr. 6. Konkursforderungsanmeldungen
ſo=
wvie ofener Arreſt und Anzeigepflicht bis zum 1. Januar 1932; erſte
Gläubigerverſammlung 5. Januar 1932.
Kraftanlagen A.G.. Heidelberg. Das Geſchäftsjahr 1930/31 (30.
Juni) ſchließt mit einem Brutto=Erträgnis von 696 000 RM. Nach
Ab=
zug von 388 448 RM. Handlungsunkoſten ſowie 85 144 RM. Steuern
und 121 022 RM. Abſchreibungen verbleibt ein Reingewinn von 120 304
RM. Die Bilanz verzeichnet in Mill. RM. bei 3 Mill. RM. A.K.:
Reſerven 0,300, Kreditoren 2,285, andererſeits Konto der Aktionäre
0,500 Effekten 0,649, Debitoren 3,232, Waren 0,106, Inventar 0,020,
Elektrizitätsanlagen 1070 Verwaltungsgebäude 0 120 Mill. RM.
Avale werden abzüglich Rückbürgſchaft mit 0,437 Mill. RMM.
ausge=
wieſen.
Die Lage im Rückforth=Konzern. Die Bilanzſitzungen der A.R. der
zum Konzern der Ferdinand Rückforth Nachf. A.G. gehörenden
Braue=
reien finden im Januar ſtatt. Die Vorbeſprechungen für die
Bilanz=
ſitzungen haben bereits ſtattgefunden. Für die Brauereien außerhalb
Stettins ſind ſie zum Teil noch im Gange. Trotz dem etwa 2
prozen=
tigen Abſatzrückgang werden die Brauereien vorausſichtlich eine
ange=
meſſene Dividende ausſchutten, die jedoch im Durchſchnitt um 2 Proz.
niedriger ſein wird als im Vorjahr. Vorausſetzung dafür iſt, daß das
Geſchäft ſich einigermaßen hält. Die Generealverſammlungen werden
erſt im Februar—März ſtattfinden. Die Geſchäftslage der
Spirituoſen=
fabriken des Konzerns iſt ſehr ſchlecht. Von einer Rentabilität könne
nirgends mehr geſprochen werden. Der Konſumrückgang iſt
außer=
ordentlich. Wenn der Spritpreis nicht geſenkt werde, könne an eine
Senkung der Verkaufspreiſe keinesfalls gedacht werden, da die
Kalkula=
tion infolge der ſchlechten Abſatzverhältniſſe an der unterſten Grenze
ſtehe. Wenn jedoch eine Preisſenkung nicht erfolge, ſei ein weiterer
Rückgang zu befürchten. Für die Spirituoſenunternehmen des
Kon=
zerns ſehe man ſehr trübe in die Zukunft.
Unſer Mitarbeiter ſchreibt uns: Die neue Notverord-Mſtic
nächſt das Holzgeſchäft unterbunden. Die Umſätze ſind Mcgeich
rückgegangen. In den Kreiſen des Holzkonſums und des :M,rteſ.
verhindert die Erwartung weiterer Preisrückgänge, die eiüg
ten. Umſätze in Schnitthölzern und Möbeln. Infolgede
die Kaufluſt des Platzholzhandels erheblich nachgelaſſen,
wartet auch für die nächſte Zeit keine nennenswerte Bel.=ew00
eigentlich eines der Ziele der Notverordnung ſein ſollte. Baft lirrend
liegen die Verhältniſſe inſofern anders als in anderen
gen, als die Preiſe für Rohholz und auch für Bretter 5.0, nuer
drei Monaten ganz erheblich und ſoweit heruntergegangem
teilweiſe unter den Friedenspreiſen liegen. Beſonders)0
Fall am Bauholzmarkt und dann auch bei hochwertiger Sieen 94
etwa 70 v.H. 1. Klaſſe, die bereits mit 80 Mark, Frachtp ü, gew
und mit 86 bis 88 Mark Frachtparität Dresden oder Leipsügler ſte
wird. In den Forſten iſt die Kaufluſt der SägewerksiA
falls beſchränkt. Aus Polen werden Blöcke von verſchiebn
zenten angeboten; man fordert eta 60 bis 63 Zloty
Grenzſtaitonen, ohne deutſchen Zoll. Aber die Entſchlußkaifſte
ſchen Sägewerke fehlt. Einerſeits wegen des faſt ruhensſch
andererſeits wegen der Befürchtung, daß die Erlaubnis zu—hund dei
von Deviſen verweigert werden könnte. Lebhafter war 3u
tätigkeit der Sägewerke am Zopfholzmarkt, wenn auch hier
Nachlaſſen der Kaufluſt und der Umſätze nicht zu verkenm
merhin konnten noch größere Mengen guter, vor allem ge
kiefern umgeſetzt werden. Aus Zeulenroda, einem Zentrun/ wllle.
deutſchen Möbelinduſtrie, wird über noch immer leidliche Auherdies
der Möbelfabriken berichtet. Neuerdings wird die Beſchaffu., ſchon
baumfurnieren, die ſehr geſucht ſind, weil die Verwendung/heit hintz;
art zur großen Mode gehört, von der Deviſenſtelle ſehr e
durch inländiſche Edelhölzer wieder zur Geltung kommen
gend zak
Produkkenberichte.
Mannheimer Produktenbericht vom 14. Dezember. We5
gut, trocken, geſund (75—76 Kilo) 23,25—B,75, desgl. Zllihten Ue
22,75—B; Roggen, inländ., gut, geſund, trocken, 21,25—2=ſud jaſtent
inländ., neue Ernte, je nach Qualität 15—17,50; Sommay
9e
17,50—18,50, Anſtichware über Notiz; Futtergerſte 17—1
Nau,
Mais, gelber, 17,50; Sohaſchrot, Mannheimer Fabri
1100 RM.; Biertreber 13,00 bis 13,25; Trockenſchnitzel.1e
Wieſenheu, loſes 5,40—5,90; Rotkleeheu 5,40—5,90; Luzerm ſieowi9h, D.
bis 6,40; Stroh, Preßſtroh, Roggen=Weizen 3,80—4,10, Eziſt durch de
Gerſte 3,40—3,80, Stroh, geb. Roggen=Weizen 3,60—4, Esſich du liebe
Gerſte 3,20—3,60; Weizenmehl Spezial Null, neue Ausm3n
Dezember 34, desgl. mit Auslandsweizen 35,75; Roggenml
Ausmahlung, nach Fabrikat, per Dezember 29,50—31; WeizyE—
8—8,25; Erdnußkuchen 12,75. Die Auslandsforderungen
ändert, während für deutſchen Weizen und Noggen
ein=
höhung verlangt wird. Der Konſum iſt weiter zurückhalt=)
Verkehr war äußerſt ruhig.
Frankfurter Produktenbericht vom 14. Dezember Der
Getreidemarkt zeigte bei ſehr ſtillem Geſchäft ſchwache Ted
unſichere agrarpolitiſche Lage, die bevorſtehenden Feierm
ſchwache Mehlgeſchäft hemmten jede Unternehmungsluſt. Ae
war in Brorgetreide infolge der ſchwachen Nachfrage wehr.
chend. Die Preiſe ſenkten ſich für Getreide um 2,5—5 M
Mehlpreiſe zeigten Ermäßigungen von 0,25—0,50 Mk. M
wurden bei gleichfalls nachgebenden Preiſen ſtärker offerierde
ten Weizen 22, Roggen 220—218,50, Sommergerſte 170—N
152,50—160, Weizenmehl ſüddeutſches Spezial Null mit 2u2
zen 35—36, desgl.: Sondermahlung 33,25—34,25, niederrh.
Null mit Austauſchweizen 35—35,75, desgl. Sondermahlun
Mais, gelber, 17,50; Biertreber 13—13,2; Trockenſchnitze Kabeliau
Roggenmehl 30,25—31,50; Weizenkleie 8,15—8,25; Rogge=
Heu 5—5,25; Weizen= und Roggenſtroh drahtgepr. oder ge WichMe!
bis 4,00. Kartpffeln per Zentner 2,65 RM.
Hollmops,
Mekallnokierungen.
Nichla‟
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg..
zember ſtellten ſich für Elektrolytkupfer prompt eif ſFeh. S
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereiniguf
Deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 64,75 RM. — Die Ai
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes
verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lie‟
Bezahlung) ſtellten ſich für Original=Huttenaluminium.
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren, auf 170
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, auf
Reinnickel. 98 bis 99 Prozent, auf 350 RM., Antimon=R.
50—52 RM.. Feinſilber (1 Kg. fein) auf 42—45,25 RT,ſo
Diehmärkke.
Mannheimer Viehmarkt vom 14. Dezember. Auftrieb —4105E
116 Ochſen, 180 Bullen, 375 Kühe, 401 Färſen, 877 Kälber—
3078 Schweine, 74 Arbeitspferde, 85 Schlachtpferde, 4 Zieget!
pro 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochſen a) 33—35, b) 2—
bis 30; Bullen a) 25—27, b) 22—24, c) 18—2; Kühe
b) 18—20, c) 12—16, d) 10—13; Färſen a) 34—37, b) P—1 Jarmſt
bis 28; Kälber b) 42—44, c) 36—3, d) 2—34, e) 2—5:
b)2—2; Schweine b) 48, c) 47—48, d) 4—47, e) 40—4-T.161
Arbeitspferde koſteten 600—1600 RMM., Schlachtpferde 20—10cZ/gelei Geſ
Stück. Großvieh ruhig, langſam geräumt; Kälber mittel Mung,
Schweine mittel, geräumt; Pferde ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 14. Dezember. Der Auftra? die
heutigen Hauptmarkt betrug 1701 Rinder (gegen 1608 am letz zellabeth
markt), darunter befanden ſich 360 Ochſen, 220 Bullen, 581 AEizelpro
Färſen, ferner 605 (637) Kälber, 186 (180) Schafe, 5213 (5545 —Padt,
darunter 270 Litauer. Bezahlt wurde pro Zeutner Lebenc”
RM.: Ochſen a) 1. 30—33, 2. 96—2, b) 1. 22—B; B—
bis B, b) 2—24; Kühe a) 23—2, b) 20—22, c):14—151
a) 29—32,, b) 26—B, C) 22—2; Kälber a) —, b)40—-½,
Wei=
d) 2—34; Schafe a) 24—27, b) 18—23; Schweine a) —
().43—46, b) 42—45, e) 36—42, f) —, 9) 33—38. Marktver 1tz!
der ruhig, Ueberſtand; Kälber, Schafe und Schweine ruhä Lol
kauft. — Fleiſchgroßhandelspreiſe. Ochſen= und Rindfleiſch
2. 40—48; Bullenfleiſch 45—48; Kuhfleiſch 2. 30—38 3. 9—3 Hleie
fleiſch 2. 59—60; Hammelfleiſch 50—60; Schweinefleiſch 1. 5—
pro Zentner friſches Fleiſch. Geſchäftsgang des Fleiſchor
langſam.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Wie die Reichsbank mitteilt. findet am Donnerstag
zember (Weihnachtsheiligabend), eine Notierung von 80 St
kurſen nicht ſtatt.
Wie der deutſche Städtetag mitteilt, iſt die Zahl. d ehſe
fahrtserwerbsloſen im November weiter ſtark geſtiegen /i Bür
in den Städten mit mehr als 25 000 Einwohnern betrug”
wachs 62 000, d. i. 6,5 Prozent des Standes am Ende
monats. Für die Geſamtheit der Gemeinden und Geſſe),
bände iſt demnach der Zuwachs auf mehr als 90000 zu
ſo daß die Geſamtzahl der Wohlfahrtserwerbsloſen am 30. Phh
ber 1931 rund 1,5 Millionen beträgt.
Das Weißblechwalzwerk Wiſſen (Sieg) hat 550 Arbei.
31. Dezember die Kündigung ausgeſprochen, weil grobe
landsaufträge, mit denen man gerechnet hatte, nicht eines
ſind. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgt auch die Stilleß‟
Grube „St. Andreas” wo 250 Bergleute entlaſſen weich!
Bergwerk wird unter Waſſer geſetzt.
In der Vorſtandswahl der Frankfurter Getreidebörle,
von den turnusmäßig ausſcheidenden Mitgliedern drei
gewählt.
Die Süddeutſche Zinkblechhändlervereinigung hat I.
kung ab heute ihre Preiſe um 2 Prozent erhöht, nächden
8. d. M. um 2 Prozent ermäßigt worden waren.
In dem Wechſelprozeß einer holländiſchen Bankfirme
je Stadt Frankfurt a. M. aus einem Septemberwenl
0 000 RM. verkündete die Kammer für Handelslaſle
beiſung der Klage, da ein geſetzliches Zahlungsverbot beſ.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 14. Dezembel
Inze Feingold 86,6875 RM., für ein Gramm Feings‟,
Die Ausfuhr von Gold aus Japan wird vom 14.
ab verboten.
. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
AMlTTA
Es handelt ſich um Holger Helland und ſeine Expedition „ch
Zeine
bitte Sie um Hilfe, nein, um Gerechtigkei;, um
Stimme verſagte. Er atmete heftig, raug nach Lufi.
Graf Keler maß ihn mit kundigem Blick. Aba, einer der
jungen Narren, die unter dem Drucke aller möglichen
Zwnngs=
vorſtellungen die Antarktisgeſchichte verhindern wollten!
„Wenn es ſich darum dreht, kann ich Ihnen verſichern, daß
ich inich ſehr wohl der Sache unſerer Genoſſen angenoninten
habe. Ich war bei Lund, ſprach mit ihm, ließ mich auf das
genaueſte informieren. Die Leute werden glänzend ausgerüſtet
ſein, es beſteht durchaus keine Gefahr. lleberdies iſt das
Au=
gelegenheit der Gewerkſchaften, wie Zic wiſſen. Immerhin
kann ein Plus an Fürſorge nicht ſchaden .
Chriſtian Olingſen ſchüttelte heftig den Kopf. „Nein"
nein!” würgte er hervor. „Nicht das, Genoſſe, ich . . . Fennen
Sie Holger Helland?”
„Ich hatte nicht das Vergnügen, ihn kennenzulernen Ein
kühner, tatkräftiger Mann, ſoviel ich gehört habe."
Der Blinde bohrte ſeine toten Augen ins Leere. „Holger
Helland iſt ein Mörder, ein feiger, hinteriiſtiger, gemeinex
Mör=
der!” jagte er dumpf.
Der Graf ſah ſeinen Beſucher mißbilligend au. „Eine
ver=
dammt ſchwere Beſchuldigung, Genoſſe”, meinte er.
„Weiß ich und will ſie beweiſen. Wiſſen Sie, wer mein
Vater war? Kapitän Olingſen, Führer der „Svea” Vielleicht
erinnern Sie ſich an dieſen Namen.”
„Ja gewiß, gewiß. Kapitän Olingfen von der „Svca, dem
erſten Expeditionsſchiff Holger Hellands. Er ſtarb wie die
ganze Beſatzung, an Typhus.”
Chriſtian Olingſen heulte auf. „Nein, das eben iſt eine
Lüge, eine niederträchtige Lüge! Glauben Zie es nicht! Aſſe
Welt glaubt daran, aber ich weiß, ich . . . Nehifen Zi. ein
mal Ihren Verſtand zuſammen, Keler. Ein Schiff, das zwei
Jahre lang abgeſchieden von allen Menſchen im geſündeſten
Klima der Erde liegt, ohne daß ſeiner Beſatzung auch nur das
geringſte zuſtößt, ein ſolches Schiff wird plötzlich von Typhus
befallen. Das iſt Betrug, lächerlicher Schirindel! Hier iſt ein
Verbrechen geſchehen, mein Vater und alle anderen wurden
er=
mordet, um des verfluchten Geldes willen ums Leben gebracht.
das iſt die Wahrheit! Und wenn ſich alle Gewalten der Erde
dagegenſtemmen, ich werde Helland als Mörder entlarven, ich
werde .
Graf Keler trat auf den Raſenden zu, drückte mit janfter
Gewalt ſeine erhobenen Arme nieder.
„Was Sie da ſagen, hat ja etwas ſür ſich, ja, ich muß
zu=
geben, daß es ſehr viel für ſich hat”, ſagte er beſtizmt. „Aber
was in Dreiteufels Namen habe ich damit zu tun, Olin.ſen?
Bedenken Sie doch, welche Unannehmlichk iten mir erwchſen
können, wenn jemand Ihre Anſchuldigungen hört!“
(Fortſetzung folgt.)
Roman
RITZ WEBER
ſaft du denn das ſchon einmal geſehen?”
ber ich denke es mir. Ich ſehe deutlich, wie das
mi heller und heller wird und plötzlich in blendenden
zſtick! — Darf ich dir noch etwas Erdbeermus geben?”
herich ließ ſich nicht ſo raſch in die Trivialität
die=
ren.
in Grün, ſiehſt du, Lca, iſt die Hoffuungsfarbe meines
ſweſen” begann er wieder.
ich Ackersrode ſchlug nach einer Fliege und traf einen
klirrend hochſprang. Der Aerger darüber ließ ſie
i iſch werden. Dieſer Menſch da mit dem gepflegten
bae uuter den blauraſierten Wangen" verwechſelte ſie
r im ſeinen Sonntagsſchülern.
Ja/ zu nicht ſagſt! Ich dachte immer, deine
Hoffnungs=
ſeizm geweſen”, erwiderte ſie ſpitz.
rafü beler ſtemmte beide Hände auf den Tiſch und ſchob
miſgen Körper in den Korbſtuhl zurück. „Mein Gott,
ſo denn nicht, daß ich das ſeibſtverſtändlich ſymboliſch
1uf er mit einem vorwurfsvollen Blick aus ſeinen
ſtwarzen Augen. „Symboliſch, Lea! Wenn ich an
Amo denke, an die Tage in Rußland, an alle Miſeren
bau, bevor ich meinen großen Plan gefaßt hatte
wuz, nachtdunkel, grauenhaft! Aber dann kam dieſes
Shinen, erſt wie Trug und Blendung, dann immer
et gewiſſer, greifbarer, bis endlich der Erfolg da war.
Graf Emerich hatte feine Faſſung wiedergewonnen.
Blitz=
ſchnell begriff er, daß es zu repräſentieren galt. Der Kerl da
wollte etwas von ihm. UInd überdies war er blino, wie er mit
Genugtuung feſtſtellte. Alſo winkte er Hedwig, ſich
zurückzu=
ziehen, und ſchritt auf den blaſſen, jungen Menſchen los.
„Keler”, ſagte er mit ruhiger Stimme. „Ich nehme an. Sie
wünſchen mich zu ſprechen.‟ Er griff nach der hilflos
ſuchen=
den Hand des Fremden und führte ihn zu einem Seſſel. „Bitte,
nehmen Sie Platz. Und nun ſagen Sie, womit ich Ihnen
die=
nen kann."
Der junge Menſch atmete ſchwer. Aufregung und Zorn
ſtanden in ſeinem ſchmalen, bartloſen Geſicht, das durch die
toten Augen einen unheimlich ſtarren Ausdruck bekam. „Darf
ich Sie um ein Glas Waſſer bitten, Genoſſe?” fragte er mit
zuckenden Lippen.
Lea goß ein Glas voll und ſchob es mit ſichtlichem
Wider=
willen in die Hand des Beſuchers.
Er trank gierig, ſetzte ab, trank wieder. Dann jaſiete er mit
der Rechten nach dem Tiſch und ſtellte das Glas hin.
„Mein Name iſt Olingſen, Chriſtian Olingſen”, ſagte er
ſchüchtern. „Ich bin Schwede. Verzeihen Sie, Genoſſe, wenn
ich mich vielleicht nicht ganz richtig ausdrücke, obwohl ich gut
Deutſch ſpreche und vor allem verſtehe
„Hat nichts zu ſagen, Herr Olingſen.”
„Ich bin Mitglied der Fünften Jnternationaie, ich kenne
alle Ihre Schriften, Genoſſe Keler, freue mich jeden Sonntag
auf die Rundfunkübertragung Ihrer Reden.”
Fräulein Ackersrode lächelte höhniſch und blickte geſpannt
bald auf Chriſtian Olingſen, bald auf den Grafen. Eine kleine
Blamage für ihren Emerich, das entſprach ganz ihrer
Stim=
mung. Die komplementären Farben, oder was er da gequaſſelt
hatte, würgten ſie noch immer.
„Je nun, gewiß, freut mich . . . Schön. Und ſie wollten
mich alſo beſuchen, lieber Olingſen. Sind Sie allein? Ich
wollte ſagen: Haben Sie die Reiſe von Schweden hierher allein
gemacht?"
„Allein, ja. Das heißt, hierher, zu Ihrem Hauſe hat mich
Genoſſe Fleiſchel begleitet. Er wartet unten, ich bat ihn, mich
mit Ihnen allein zu laſſen.”
„Verzeihen Sie, es iſt noch jemand hier, eine Dame,
Fräu=
lein Lea Ackersrode. Ich habe keine Geheimniſſe vor ihr, aber
wenn Sie wünſchen
Der Blinde verbeugte ſich ins Leere hinein. „Nein, ich
bitte, bleiben Sie, Genoſſin. Meine Sache geht alle Welt an.
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MALLOTAAIB" von FRITZ WEBER
(Nachdruck verboten.)
ſteg, 15. Dezember 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 347 — Seite 13
Haſt du denn das ſchon einmal geſehen?”
Yu, aber ich denke es mir. Ich ſehe deutlich, wie das
üm umer heller und heller wird und plötzlich in blendenden
m dergeht.”
guſt ſtück! — Darf ich dir noch etwas Erdbeermus geben?”
Emerich ließ ſich nicht ſo raſch in die Trivialität die=
Fſe zerren.
yes Grün, ſiehſt du, Lea, iſt die Hoffnungsfarbe meines
gſeiuei geweſen”, begann er wieder.
ſälein Ackersrode ſchlug nach einer Fliege und traf einen
er klirrend hochſprang. Der Aerger darüber ließ ſie
ind roniſch werden. Dieſer Menſch da mit dem gepflegten
ebeüirt unter den blauraſierten Wangen, verwechſelte ſie
ſenh=u mit ſeinen Sonntagsſchülern.
du nicht ſagſt! „Ich dachte immer, deine
Hoffnungs=
rot geweſen”, erwiderte ſie ſpitz.
Ey Keler ſtemmte beide Hände auf den Tiſch und ſchob
wmſſigen Körper in den Korbſtuhl zurück. „Mein Gott,
irntdir denn nicht, daß ich das ſelbſtverſtändlich ſymboliſch
ſei= tief er mit einem vorwurfsvollen Blick aus ſeinen
rägzl ſchwarzen Augen. „Symboliſch, Lea! Wenn ich an
iier ügend denke, an die Tage in Rußland, an alle Miſeren
Mans, bevor ich meinen großen Plan gefaßt hatte —
ſſovarz, nachtdunkel, grauenhaft! Aber dann kam dieſes
inet ſcheinen, erſt wie Trug und Blendung, dann immer
lity, gewiſſer, greifbarer, bis endlich der Erfolg da war.
Mrüberdies ſind Rot und Grün komplementäre Farben,
ᛋü ſchon davon gehört haſt”, ſetzte er mit höhniſcher
brten heit hinzu.
Lionndete ſich eine Zigarette an und ſah indigniert in den
stwlrtchr inunter. „Langweiliger Schwätzer!” dachte ſie
ingrim=
ſwörend zartes Rot ihre Wangen färbte.
Mdieſem Augenblick kam Gepolter, die Treppe herauf.
veue Stimmen wurden hörbar. Dann riß jemand die
vieskleinen Ueberbaues auf, und ein junger Menſch erſchien
teln)und taſtend in der Oeffnung. Hinter ihm tauchte das
tmädchen Hedwig auf und haſchte kreiſchend nach dem
ſternten Mantel des Eindringlings.
Ghn Keler ſprang auf, erbleichte und ſchrie: „Um Gottes
ſeowig, was iſt denn da los?”
Aeu
niſt durch den Garten gekommen, ſtand plötzlich in der
Ich du lieber Himmel, wie ich erſchrak! Ein Bettler iſt
ſagabund, Herr Graf, ein gefährlicher Strolch ..
Roman
Graf Emerich hatte ſeine Faſſung wiedergewonnen.
Blitz=
ſchnell begriff er, daß es zu repräſentieren galt. Der Kerl da
wollte etwas von ihm. Und überdies war er blind, wie er mit
Genugtuung feſtſtellte. Alſo winkte er Hedwig, ſich
zurückzu=
ziehen, und ſchritt auf den blaſſen, jungen Menſchen los.
„Keler”, ſagte er mit ruhiger Stimme. „Ich nehme an. Sie
wünſchen mich zu ſprechen.‟ Er griff nach der hilflos
ſuchen=
den Hand des Fremden und führte ihn zu einem Seſſel. „Bitte,
nehmen Sie Platz. Und nun ſagen Sie, womit ich Ihnen
die=
nen kann."
Der junge Menſch atmete ſchwer. Aufregung und Zorn
ſtanden in ſeinem ſchmalen, bartloſen Geſicht, das durch die
toten Augen einen unheimlich ſtarren Ausdruck bekam. „Darf
ich Sie um ein Glas Waſſer bitten, Genoſſe?” fragte er mit
zuckenden Lippen.
Lea goß ein Glas voll und ſchob es mit ſichtlichem
Wider=
willen in die Hand des Beſuchers.
Er trank gierig, ſetzte ab, trank wieder. Dann iaſtete er mit
der Rechten nach dem Tiſch und ſtellte das Glas hin.
„Mein Name iſt Olingſen, Chriſtian Olingſen”, ſagte er
ſchüchtern. „Ich bin Schwede. Verzeihen Sie, Genoſſe, wenn
ich mich vielleicht nicht ganz richtig ausdrücke, obwohl ich gut
Deutſch ſpreche und vor allem verſtehe.
„Hat nichts zu ſagen, Herr Olingſen.”
„Ich bin Mitglied der Fünften Internationale, ich kenne
alle Ihre Schriften, Genoſſe Keler, freue mich jeden Sonntag
auf die Rundfunkübertragung Ihrer Reden.”
Fräulein Ackersrode lächelte höhniſch und blickte geſpannt
bald auf Chriſtian Olingſen, bald auf den Grafen. Eine kleine
Blamage für ihren Emerich, das entſprach ganz ihrer
Stim=
mung. Die komplementären Farben, oder was er da gequaſſelt
hatte, würgten ſie noch immer.
„Je nun, gewiß, freut mich . . . Schön. Und ſie wollten
mich alſo beſuchen, lieber Olingſen. Sind Sie allein? Ich
wollte ſagen: Haben Sie die Reiſe von Schweden hierher allein
gemacht?"
„Allein, ja. Das heißt, hierher, zu Ihrem Hauſe hat mich
Genoſſe Fleiſchel begleitet. Er wartet unten, ich bat ihn, mich
mit Ihnen allein zu laſſen.”
„Verzeihen Sie, es iſt noch jemand hier, eine Dame,
Fräu=
lein Lea Ackersrode. Ich habe keine Geheimniſſe vor ihr, aber
wenn Sie wünſchen.
Der Blinde verbeugte ſich ins Leere hinein. „Nein, ich
bitte, bleiben Sie, Genoſſin. Meine Sache geht alle Welt an.
Es handelt ſich um Holger Helland und ſeine Expebitioi. Ich
bitte Sie um Hilfe, nein, um Gerechtigkeit, um . . ." Seine
Stimme verſagte. Er atmete heftig, rang nach Luſt.
Graf Keler maß ihn mit kundigem Blick. Aha, einer der
jungen Narren, die unter dem Drucke aller möglichen
Zwangs=
vorſtellungen die Antarktisgeſchichte verhindern wollten!
„Wenn es ſich darum dreht, kann ich Ihnen verſichern, daß
ich mich ſehr wohl der Sache unſerer Genoſſen angenommen
habe. Ich war bei Lund, ſprach mit ihm, ließ mich auf das
genaueſte informieren. Die Leute werden glänzend ausgerüſtet
ſein, es beſteht durchaus keine Gefahr. Ueberdies iſt das
An=
gelegenheit der Gewerkſchaften, wie Sie wiſſen. Immerhin
kann ein Plus an Fürſorge nicht ſchaden".
Chriſtian Olingſen ſchüttelte heftig den Kopf. „Nein ...
nein!” würgte er hervor. „Nicht das, Genoſſe, ich . . . Kennen
Sie Holger Helland?"
„Ich hatte nicht das Vergnügen, ihn kennenzulernen. Ein
kühner, tatkräftiger Mann, ſoviel ich gehört habe.”
Der Blinde bohrte ſeine toten Augen ins Leere. „Holger
Helland iſt ein Mörder, ein feiger, hinterliſtiger, gemeiner
Mör=
der!” ſagte er dumpf.
Der Graf ſah ſeinen Beſucher mißbilligend an. „Eine
ver=
dammt ſchwere Beſchuldigung, Genoſſe”, meinte er.
„Weiß ich und will ſie beweiſen. Wiſſen Sie, wer mein
Vater war? Kapitän Olingſen, Führer der „Svea”. Vielleicht
erinnern Sie ſich an dieſen Namen."
„Ja gewiß, gewiß. Kapitän Olingſen don der „Svea', dem
erſten Expeditionsſchiff Holger Hellands. Er ſtarb wie die
ganze Beſatzung, an Typhus.”
Chriſtian Olingſen heulte auf. „Nein, das eben iſt eine
Lüge, eine niederträchtige Lüge! Glauben Sie es nicht! Alle
Welt glaubt daran, aber ich weiß ich . . . Nehmen Sie
ein=
mal Ihren Verſtand zuſammen, Keler. Ein Schiff, das zwei
Jahre lang abgeſchieden von allen Menſchen im geſündeſten
Klima der Erde liegt, ohne daß ſeiner Beſatzung auch nur das
geringſte zuſtößt, ein ſolches Schiff wird plötzlich von Typhus
befallen. Das iſt Betrug, lächerlicher Schwindel! Hier iſt ein
Verbrechen geſchehen mein Vater und alle anderen wurden
er=
mordet, um des verfluchten Geldes willen ums Leben gebracht,
das iſt die Wahrheit! Und wenn ſich alle Gewalten der Erde
dagegenſtemmen, ich werde Helland als Mörder entlarven, ich
werde.
Graf Keler trat auf den Raſenden zu, drückte mit ſaufter
Gewalt ſeine erhobenen Arme nieder.
„Was Sie da ſagen, hat ja etwas für ſich, ja, ich muß
zu=
geben, daß es ſehr viel für ſich hat”, ſagte er beſtimmt. „Aber
was in Dreiteufels Namen habe ich damit zu tun, Olingſen?
Bedenken Sie doch, welche Unannehmlichkeiten mir erwachſen
können, wenn jemand Ihre Anſchuldigungen hört!“
(Fortſetzung folgt.)
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Seite 14 — Nr. 347
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Darmſtadt e. V.
Weihnachtsfeier
Donnerstag,
den 17. Dezember,
20 Uhr,
im „Fürſtenſaal”
Anſprache. Ehrung v.
Mitglieder 25=jährig.
Vereinszugehörigkeit
Lichtbilder (italieniſche
Baudenkmäler)
Ge=
ſangsvorträge,
Frei=
verloſung. (18103
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Hente und folgende Tage
Willy Fritsch, Käthev. Nagy
und Reinhold Schünzel
in der entzückenden Tonfilm-Operette
der Ufa
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Jugendliche haben Zutritt.
Beginn: 3.45, 6.00 und 820 Uhr
Jüdiſcher Frauenbund
Mittwoch, den 16. Dez., abends 8½ Uhr, Starkenburg Loge
3. juriſtiſcher Vortrag
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