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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſehenen Original=Aufſätze und elgenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 317
Sonntag, den 15. November 1931. 194. Jahrgang
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Gewall, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Verpſliſchtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei.
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung ſäll jeder
Nabatt weg. Bankionto Deutſche Bani und
Darm=
ſädter und Nalſonalbank.
Kr Siner ver Pulſſee Bielfcaftsoefpreu
Günſtige Ausblicke für die dentſch=franzöſiſche wirtſchafkliche Zuſammenarbeit.
Nie diplomakiſchen Beſprechungen über die Reparakionsfrage weniger befriedigend.
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Etiftſtraße 1 Ku
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Harry Liedte.
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En iſt zu den Aufgaben der Unterausſchüſſe
folgen=
uterausſchuß, der ſich mit dem Handelsverkehr zwi=
2ah und Deutſchland beſchäftigt, wird verſuchen, die
euten, die ſich aus dem deutſch=franzöſiſchen Handels=
S eine oder andere Land ergeben haben, durch pri=
Aung zwiſchen den beteiligten Induſtrien zu beheben.
ur ſolche Verſtändigung bildet der am Freitag
rvertrag zwiſchen den keramiſchen Induſtrien der
än dem die Beſchickung des franzöſiſchen Marktes
ſſche keramiſche Induſtrie geregelt wird und ein
rgeſetzt worden iſt. Auf franzöſiſcher Seite iſt noch
—wierigkeiten zu rechnen, denn Deutſchland hat
den Wunſch, den Handelsvertrag ſo wenig wie
harn. In dieſer Kommiſſion werden auch die
Fra=
ſomen europäiſchen Wirtſchaftspolitik
vorbeſpro=
im Januar im Völkerbund zur Verhandlung
rausſchuß, der die Verkehrsfragen behandelt, wird
iuemlich ſchnell zu beſonderen Beſprechnugen
zwi=
miedenen Verkehrsgruppen (Eiſenbahn, See= und
A2uftverkehr) gelangen.
errausſchuß, der die deutſch=franzöſiſche
Zuſammen=
en Ländern — gedacht iſt dabei in erſter Linie
nggten — ausarbeiten ſoll, iſt man
übereingekom=
er mit einzelnen Privatgeſchäften als vielmehr
ichven Fragen zu befaſſen.
Benannten Ausſchüſſe haben bereits beſtimmte
De weiteren Beſprechungen vorbereitet, ſo daß
Argebniſſen der künftigen Verhandlungen zu rech=
Opkimismus in Paris.
Wunſch nach Geſamklöſungen.
Ausſchüſſe gehen an die Arbeik.
Paris, 14. November.
chruß der letzten gemeinſamen Sitzung des deutſch=
HWirtſchaftsausſchuſſes, die am Samstag vormittag
egann, wurde von franzöſiſcher amtlicher Seite
fol=
hung herausgegeben:
ſtſch=franzöſiſche Wirtſchaftsausſchuß hat die Arbeiten
ei gung am heutigen Samstag abgeſchloſſen. In
ſei=
fſurg nahm der Ausſchuß von den Ergebniſſen der
atmis, der die einzelnen Fragen am Freitag nachmit=
MSrchverſtändigen unterzogen wurden. Die
Präſiden=
mn Unterausſchüſſe haben darüber berichtet, wie die
ſien ihre Aufgabe auffaſſen und mit welchen Mitteln
Miedenken. Der Wirtſchafts=Ausſchuß ſtellte feſt, daß
tläch aller Fragen, die ſich auf die
Ent=
er deutſch=franzöiſchen
wirtſchaftli=
hnenarbeit bezögen, bereits jetzt
gün=
läcke eröffnet hätten. Es wurde einſtimmig
ieſe Beſtrebungen im Geiſteder
inter=
iu Zuſammenarbeit fortgeſetzt werden
*d zwar mit dem Wunſche, jeweils im
Motwendigkeit zu Geſamtlöſungen zu
ſäe der Wiederherſtellung der europäiſchen Wirt=
Weltwirtſchaft dienlich ſein können. Es wurde
üer, daß die vier Unterausſchüſſe zu beſtimmten
Zeit=
rbeiten fortſetzen ſollen. Dererſte
Unteraus=
lertnach am 15. Dezember gemeinſam mit dem
rousſchuß in Berlin zuſammentreten. Der
Mkausſchuß ſoll am 27. und 28. November in
während der nächſte Zuſammentritt des vierten
Ms aufden 18. und 19. Dezember in Paris
Abſchließend traf man die Vereinbarung, daß die
inzwiſchen in ſtändiger Fühlung bleiben ſollen, um
derr Ausſchüſſe vorzubereiten und ihre Durchführung
Rweiter erfahren, beſteht in den Kreiſen der deut=
Fder der Eindruck, daß ſich die Pariſer Atmoſphäre
Euſch=franzöſiſchen Handelsvertragsverhandlungen im
Fneſentlich günſtiger geſtaltet hat. Die Deutſchen
entlich zuvorkommend aufgenommen, und es iſt
Ram, eine engere perſönliche Fühlung zwiſchen den
EA den franzöſiſchen Vertretern herzuſtellen. Dabei
Vn Seiten der Wille zum Ausdruck, an die zur
Be=
enen Fragen mit dem Entſchluß heranzugehen,
bniſſe zu erzielen. Alles in allem ſtellt die Pariſer
ingen guten Auftakt dar. Allerdings wird die
Wei=
nicht zuletzt davon abhängen, ob auf anderen Ge=
Eutah=franzöſiſchen Beziehungen, die nicht zum Auf=
WWirtſchaftsausſchuſſes gehören, alſo in erſter Linie
Syärrtig in Gang befindlichen diplomatiſchen Beſpre=
Wedegende Löſungen erzielt werden können.
etgen Pariſer Verhandlungen ſind auch die in
letz=
der franzöſiſchen Regierung vorgenommenen han=
7 Maßnahmen, in denen man auf deutſcher Seite
ug der dem Wirtſchaftsausſchuß geſtellten Auf=
Mußte, berührt worden. Man hört bei dieſer
Ge=
auch von der Reichsregierung durch Vermittlung
v. Hoeſch in Paris Vorſtellungen erhoben wor=
Die polikiſchen Gegenſähe.
Noch kein deutſcher Ankrag. — von Bülows
Pariſer Miſſion.
* Die auch in amtlichen Kreiſen gehegte Erwartung, daß
der Antrag auf Einberufung des Sonderausſchuſſes noch im
Laufe des Samstag an die Internationale Bank in Baſel
ab=
gehen würde, hat ſich nicht erfüllt. Der Kanzler hat nach ſeier
Rückkehr von Mainz keinen Kabinettsrat einberufen, ſondern
ſich nur mit dem Staatsfekretär von Bülow unterhalten, der
nun am Sonntag nach Paris fährt und theoretiſch auch für evtl.
Schlußverhandlungen über die Ausgeſtaltung des Antrages noch
recht kommen würde. Bei der Schweigſamkeit aber, die der
Kanzler ſelbſt beobachtet und zu der infolgedeſſen auch ſeine
nachgeordneten Stellen gezwungen ſind, iſt es ſchwer zu ſagen,
ob es überhaupt zu weiteren Verhandlungen kommt, ob
viel=
mehr die Aufgabe des Herrn von Bülow ſich nicht darauf
be=
ſchränken wird, die ſachlichen Vorbereitungen für die
Beratun=
gen des Sonderausſchuſſes und der internationalen
Reparations=
konferenz zu treffen.
Jedenfalls wird allgemein angenommen, daß der deutſche
Botſchafter von Hoeſch am Freitag dem franzöſiſchen
Miniſter=
präſidenten Laval den Entwurf des deutſchen Schreibens an
die Baſeler Bank vorgelegt und daß Herr Laval ſich damit
ein=
verſtanden erklärt hat. Dabei iſt der entſcheidende Punkt
offenbar der, daß die deutſche Regierung ſich nicht
mit der Stellung des Antrages allein begnügt,
ſondern dieſen Antrag ausführlich begründet
und in dieſer Begründung die Geſichtspunkte
aufzeigt, die nach ihrer Auffaſſung für die
wei=
tere Behandlung des Problems entſcheidend
ſind. Das iſt an ſich nur eine einſeitige Feſtſtellung, aber
wahrſcheinlich der einzige Ausweg, nachdem die Franzoſen
ſich halsſtarrig zeigten und von der Forderung,
daß der Sonderausſchuß lediglich im Rahmen
des Youngplanes arbeiten könnte, nicht
her=
unter wollten. Jedenfalls wird an amtlicher Stelle jetzt
plötzlich angedeutet, daß ja die ganzen Formeln nicht von
aus=
ſchlaggebender Wichtigkeit ſeien. Es komme vielmehr darauf an,
endlich einmal einen praktiſchen Anfang zu
machen. Die Entwicklung würde dann ganz von ſelbſt
vom Sonderausſchuß zur Reparationskonferenz
führen und damit auch die Franzoſen zwingen,
die Bedeutung der privaten deutſchen
Verſchul=
dung neben und ſogar vor der politiſchen
Ver=
ſchuldung anzuerkennen.
Das iſt nicht von Anfang an die Auffaſſung des
Auswär=
tigen Amtes geweſen, iſt aber jetzt wohl der einzige Ausweg,
um über die Schwierigkeiten hinweg zu kommen, die in der
Tatſache des deutſch=franzöſiſchen Gegenſatzes ſchon zu Beginn
der internationalen Beſprechungen beſtanden. In der
Wilhelm=
ſtraße beſteht offenbar die Hoffnung, daß wir bei der
Kon=
ferenz ſelbſt wennunſere neutralen Gläubiger
ihre Intereſſen verfechten müfſen, um zu
ver=
hindern, daß ſie infolge der politiſchen
Schul=
den ausfallen, eine ſtärkere Stellung den
Franzoſen gegenüber haben werden als in der
Unterhaltung unter vier Augen. Praktiſch alſo wird
es wohl dabei bleiben, daß nun anfangs nächſter Woche die
deutſche Regierung den Antrag in Baſel ſtellt und die
Gläu=
bigerſtaaten ebenfalls mit Begründungen antworten, und dann
in der übernächſten Woche der Sonderausſchuß zuſammentritt
gleichzeitig mit dem Stillhalteausſchuß der Privatgläubiger. Es
wird alſo dann Aufgabe der deutſchen Politik ſein,
die ſelbſtperſtändliche innere Verbindung
zwiſchendieſen beiden Ausſchüſſenherzuſtellen
und ſie beide mindeſtens gleichberechtigt in die
allgemeine Reparationskonferenz einmünden
laſſen.
Paris in Erwartung von Bülows.
Die Reiſe des Staatsſekretärs im Auswärtigen Amt, v.
Bü=
low, nach Paris wird von der franzöſiſchen Preſſe allgemein
weni=
ger mit der Tagung des Völkerbundsrats als vielmehr mit den
deutſch=franzöſiſchen Beſprechungen über das Verfahren zur
Neu=
regelung der Reparationen in Verbindung gebracht. — Der
deutſche Botſchafter v. Hoeſch, ſo heißt es im „Matin”, habe in
ſei=
ner geſtrigen Unterredung mit dem Miniſterpräſidenten Laval
an=
gekündigt, daß Unterſtaatsſekretär v. Bülow ſeinen Pariſer
Auf=
enthalt anläßlich der Völkerbundstagung dazu benützen werde,
die letzten Schwierigkeiten, die der Einberufung des Beratenden
Sonderausſchuſſes noch im Wege ſtünden, zu beſeitigen, ſowie die
allgemeine Richtung der Verhandlungen zwiſchen den Regierungen
perſönlich zu regeln. Da die engliſchen und die
ameri=
kaniſchen Banken den Wunſch bekundet hatten,
einen ziemlich großen Teil ihrer kurzfriſtigen
Kredite zurückzuerhalten und man außerdem
wünſche, zu einer endgültigen
Reparations=
regelung zu kommen, zögere Deutſchland immer noch, das
von Frankreich angeregte Verfahren einzuſchlagen.
Das „Journal” betont gleichfalls den Gegenſatz der
da=
rin beſtehe, daß Deutſchland eine endgültige
Re=
parationsregelung fordere, die an die Stelle
desYoung=Planestreten ſolle, während
Frank=
reich die Regelung auf die Dauer der
Wirt=
ſchaftsdepreſſion beſchränken wolle, um die Tür
für die Wiederaufnahme des Young=Planes
offen zu laſſen, ſobald die Kriſe vorüber ſei. Der beſte
Be=
weis dafür, daß die Einigung zwiſchen Paxis und Berlin noch
aus=
ſtehe, ſei die Reiſe v. Bülows.
Stillhalkung und Warenausfuhr.
— Die Beſprechungen zwiſchen dem amerikaniſchen
Prä=
ſidenten Hoover und dem franzöſiſchen Miniſterpräſidenten Laval
haben kurz geſagt das Ergebnis gehabt, daß unmittelbar im
Anſchluß an ſie Verhandlungen zwiſchen Deutſchland und
Frank=
reich über die Reparationsfrage aufgenommen worden ſind, bei
denen trotz der grundlegenden Aenderung der
Weltwirtſchafts=
lage der Young=Plan als ſolcher Ausgangspunkt für die
kom=
menden neuen Abmachungen iſt. Das heißt alſo, die im Young=
Plan vorgeſehene Maſchinerie ſoll in Kraft geſetzt werden, und
ſtatt einer endgültigen Löſung der Reparationsfrage, die die
Weltwirtſchaftslage erfordert, die aber im Rahmen des Young=
Plans für Deutſchland nicht durchgeführt werden kann, wird
man allem Anſchein nach zu einer Regelung für die Dauer der
Weltwirtſchaftsdepreſſion kommen. Dieſe Ausſicht iſt weder für
Deutſchland noch für die geſamte Weltwirtſchaft ſehr günſtig,
trotzdem aber muß von deutſcher Seite alles getan werden,
da=
mit erreicht wird, daß der beratende Sonderausſchuß oder eine
andere Kommiſſion den Geſamtkomplex aller aktuellen Probleme,
die mit der Reparationsfrage in Zuſammenhang ſtehen, erörtern
und ſich nicht dieſer ſchwierigen Aufgabe entziehen.
Gegen=
wärtig geht nun der Kampf um die ſogenannte Priorität der
politiſchen oder der privaten Forderungen an Deutſchland, ein
Streit, den man ſchon damals, als Deutſchland noch den
Repa=
rationsagenten Gilbert hatte, theoretiſch erörtert hatte. Dieſer
Streit entbehrt jedoch einer eigentlichen Grundlage, wenn man
bedenkt, daß letzten Endes Deutſchland als lohaler Schuldner
nach Möglichkeit ſeinen Verpflichtungen nachkommen muß, und
zwar im Rahmen ſeiner Leiſtungs= und Zahlungsfähigkeit.
Wenn nun die Verpflichtungen Deutſchlands ſowohl aus ſeinen
politiſchen als aus ſeinen privaten Schulden nicht klargeſtellt und
mit ſeiner tatſächlichen Leiſtungsfähigkeit in Einklang gebracht
werden können, iſt es müßig, überhaupt über die Priorität der
politiſchen oder der privaten Forderungen zu ſtreiten. Es kommt
eben darauf an, die Verpflichtungen Deutſchlands aus Zinſen
und Tilgungen ſeiner privaten Schulden ſowie aus
Repara=
tionszahlungen in einer ſolchen Höhe feſtzuſetzen, in welcher ſie
aller Vorausſicht nach für einen beſtimmten Zeitraum aus den
Ueberſchüſſen ſeiner Zahlungsbilanz von ihm erfüllt werden
können. Die abſolute Zahlungsfähigkeit Deutſchlands, die ſich
aus ſeinen Exportüberſchüſſen ergibt, muß entſcheidend ſein, denn
die Bezahlung der politiſchen Schulden aus den Eingängen der
Auslandsanleihen iſt ein für alle Mal unmöglich geworden, da
das Ausländ keineswegs mehr gewillt iſt, ſeine Kredite
Deutſch=
land zu dieſem Zwecke zur Verfügung zu ſtellen, nachdem die
Erkenntnis in der Welt allgemein geworden iſt, daß
Deutſch=
land in der Vergangenheit den größten Teil der von ihm
auf=
genommenen Auslandskredite für die Reparationszahlungen
ver=
wandt hat. Für die Höhe des Exportüberſchuſſes als
Grund=
lage der Zahlungen auf ausländiſche Verpflichtungen ſind aber
maßgeblich die Möglichkeiten, die der deutſche Export hat, mit
anderen Worten, die Aufnahmefähigkeit und die
Aufnahmewillig=
keit gerade der an den Reparationszahlungen intereſſierten
Län=
der für deutſche Waren iſt von entſcheidender Bedeutung nicht
nur für die Reparationsfrage, ſondern auch für die Löſung des
Stillhalteproblems.
Nun hat Deutſchland im laufenden Jahr bisher
Rekordüber=
ſchüſſe ſeiner Ausfuhr zu verzeichnen, und es iſt anzunehmen,
daß ſich für das ganze Jahr 1931 ein Aktivſaldo der
Handels=
bilanz von mehr als 2 Milliarden RM. ergeben wird. Dieſes
günſtige Ergebnis konnte und kann natürlich nur erzielt
wer=
den, weil das Abſtoppen des ausländiſchen Kreditzufluſſes zu
einer Forcierung des deutſchen Exportes zwang, der in der
Nachkriegszeit beiſpiellos daſteht. Bei einer ſolchen Forcierung
kann es aber auf die Dauer nicht bleiben, ſondern
Voraus=
ſetzung für die Erzielung normaler und echter Exportüberſchüſſe,
die nicht zu Verluſten dauernder Art und damit ſchließlich zuc
Unrentabilität der exportierenden Wirtſchaftszweige führen, iſt
die Wiederherſtellung eines freien, nach wirtſchaftlichen Geſetzen
vor ſich gehenden internationalen Warenaustauſches, der
unbe=
laſtet von den beunruhigenden Kurzgelder=Poſitionen auf den
internationalen Finanzmärkten und vor allem von den
poli=
tiſchen, keinem wirtſchaftlichen Erfordernis entſpringenden
Repa=
rations= und Kriegsſchuldenzahlungen iſt. Alle dieſe Dinge
laufen auf die Frage hinaus, ob für die Auflockerung
weltwirt=
ſchaftlicher Erſtarrungszuſtände die Handelsbilanzen oder die
Kapitalbilanzen der wichtigſten Länder ausſchlaggebend ſind.
Die deutſche Konjunktur ſeit dem Jahre 1919 zeigt vier
Ent=
wicklungsphaſen, in denen abwechſelnd einmal der Warenmarkt,
ein anderes Mal der Kapitalmarkt dem Wirtſchaftsbild das
Gepräge gaben. Die Kapitalbewegung iſt bekanntlich ſchon ſeit
längerer Zeit zum Stillſtand gekommen. Die Neuordnung der
internationalen Kurzgelder=Poſitionen hat mit dem deutſchen
Stillhalteabkommen, welches Ende Februar 1932 abläuft, und
mit der Pfundentwertung einen vorläufigen Abſchluß erreicht.
Kennzeichnend für die Unüberſichtlichkeit der internationalen
Kapitalmarktverhältniſſe iſt die Tatfache, daß die Zinsſätze ihre
regulierende Kraft verloren haben, und der Mangel an
Ver=
trauen der Kapitalgeber zu Inveſtitionen in der ganzen Welt,
der heute auch die breite Maſſe der kleinen Käpitalgeber, des
Publikums, erfaßt hat, mußte verhindern, daß der ſich nach und
nach ſteigernde Abſtand zwiſchen den goldſchwachen und
gold=
ſtarken Ländern zu einer natürlichen Kapitallenkung führte.
Auch innerhalb der einzelnen Volkswirtſchaften haben die
Zins=
ſätze, wie wir es gerade in Deutſchland ſehen, ihre Funktion
eines Regulators der Geld= und Kapitalmärkte faſt eingebüßt.
Unter dieſen Umſtänden werden wohl zunächſt natürliche
Ka=
pitalbewegungen kaum in ſo großem Umfange einſetzen, daß die
Zahlungsbilanzen der einzelnen Länder durch dieſe Einflüſſe
weſentlich umgeſtaltet werden könnten. Daraus folgt, daß eine
grundlegende Bereinigung der Reparationsfrage eine der
Haupt=
aufgaben iſt, um zu einer Geſundung der Kapitalmärkte zu
kommen, abgeſehen davon, daß die kurzfriſtigen Poſitionen
kon=
ſolidiert werden müſſen, ein Problem, welches bei dem rieſigen
Umfang der Kurzgeldbeträge nur ſchwer zu löſen ſein wird
und ſehr vorſichtig nach genauer Prüfung der Verhältniſſe unter
möglichſter Schonung der beteiligten Länder behandelt ſein will.
Für die Abdeckung bzw. Umwandlung der Kurzgelder, die gerade
auch für Deutſchland eine außerordentlich große Rolle ſpielen,
ſind von internationalen Finanzkapazitäten bereits eine Reihe
von Vorſchlägen gemacht worden, die wir demnächſt behandeln
werden. Es muß aber mit allem Nachdruck feſtgeſtellt werden, daß
unter den zurzeit beſtehenden Verhältniſſen, die tatſächliche
Seite 2 — Nr. 317
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Novembch=
Geſtaltung der Außenhandelsbilanz wichtiger Wirtſchaftsgebiete
eine wachſende und ſogar ausſchlaggebende Bedeutung für die
Um=
kehr der Gold= und Deviſenbewegung gewinnt. Dies gilt in
be=
ſonderem Maße für Deutſchland, und bei allen Verhandlungen
über Reparationsfrage und Stillhaltung wird an der
gekennzeich=
neten Sachlage nicht vorübergegangen werden können. Es beſteht
kein Zweifel, daß die günſtige Entwicklung der deutſchen Ausfuhr
während der letzten Monate einen gewiſſen Höhepunkt erreicht
hat, und daß wir uns im Uebergang zu einer allmählichen
Rück=
bildung des Außenhandelsüberſchuſſes ſchon für das Jahr 1932
be=
finden. Die Unſicherheit über die künftige Geſtaltung der
deut=
ſchen Ausfuhr iſt durch die Pfundkriſe und die damit eng in
Zuſam=
menhang ſtehende handelspolitiſche Neuorientierung in vielen
Ländern erhöht worden. Nach den Feſtſtellungen des Inſtituts
für Konjunkturforſchung würde bei einer überſchlägigen Schätzung
eine Verminderung des Wertes der Ausfuhr nach den von der
Pfundentwertung ergriffenen Ländern einen monatlichen Ausfall
von 20 Millionen Reichsmark bedeuten. Dieſe Ziffer kann
natür=
lich nur einen ungefähren Anhaltspunkt bieten. Jedenfalls, nach
der bisherigen Entwicklung zu beurteilen, ſind die Gefahren, die
dem deutſchen Außenhandel aus der Währungsentwicklung
er=
wachſen könnten, offenbar überſchätzt worden. Der
Außenhandels=
vorſprung, den die deutſche Induſtrie durch andere Faktoren, wie
z. B. ſtarke Rückſicht auf individuelle Bedürfniſſe ihrer Abnehmer
im Ausland, immer noch vielen Wettbewerbsländern gegenüber
beſitzt, darf nicht gering veranſchlagt werden. Die
handelspoli=
tiſche Entwicklung iſt aber leider wieder völlig in Fluß
gekom=
men. Ueberall entſtehen neue Ausfuhrſtörungen durch
Zollerhöhun=
gen, Handelsvertragskündigungen und andere Maßnahmen, zu
denen ſich die verſchiedenen Länder durch die Währungsänderungen
veranlaßt fühlen. Es ſei daran erinnert, daß das engliſche Volk
ſich bei ſeiner letzten Wahl zum Schutzzoll bekannt hat, und die
Zollmaßnahmen, die es damit von ſeiner Regierung zum Schutze
der engliſchen Induſtrie verlangt, werden erſt kommen, ihre
Inten=
ſität wird ſich nach der Erkenntnis der neuen engliſchen Regierung
richten, daß ſchließlich auch für Englands Wirtſchaft ein freier
internationaler Warenaustauſch das Beſte iſt. Aber bei vielen
anderen Ländern drohen Zollerhöhungen, Polen beſeitigt die
Meiſtbegünſtigungsklauſel, Italien hat eine allgemeine Erhöhung
der Einfuhrzölle um 15 Proz. vorgenommen, wodurch die deutſche
Ausfuhr nach Italien erheblich beeinflußt werden muß. Man ſieht
alſo, daß ſich die Tendenz der gegenſeitigen Abſperrung der
Wirt=
ſchaftsſtaaten wiederum verſtärkt hat trotz aller Erfolge, die man
auf vielen Gebieten der mitteleuropäiſchen Handelsvertragspolitik
in dieſem Jahre erzielen konnte, von denen aber angeſichts der
autarkiſchen Tendenz größtenteils aber nicht mehr die Rede ſein
kann. Geht man davon aus, daß jede internationale
Wertüber=
tragung entſprechende Vorgänge auf den Warenmärkten auslöſen
muß, ſo ergibt ſich, daß dieſe autarkiſche Tendenz einer natürlichen
Auflockerung der internationalen Geld= und
Kapitalmarktverhält=
niſſe entgegenwirken muß. Damit haben ſich aber die
Schwierigkei=
ten einer praktiſchen und den wirtſchaftlichen Erforderniſſen
ent=
ſprechenden Löſung der Reparationsfrage und der
Stillhaltungs=
frage der ausländiſchen Kreditgeber gegenüber Deutſchland
ver=
mehrt. Andererſeits müſſen jedoch dieſe vermehrten
Schwierigkei=
ten einen Druck auf unſinnige, heute nicht mehr vertretbare
For=
derungen an Deutſchland, gleichgültig, ob es ſich dabei um private
oder politiſche Schulden handelt, ausüben in dem Sinne, daß
dieſe Forderungen mit der Zahlungs= und Leiſtungsfähigkeit der
deutſchen Wirtſchaft einigermaßen in Einklang gebracht werden.
Dieſen Einklang nicht herbeizuführen, wäre nicht zu
verantwor=
ten, vor allem nicht im Intereſſe der Gläubiger Deutſchlands,
denen an der Erhaltung der Leiſtungsfähigkeit ihres Schuldners
gelegen ſein muß.
Kein franzöſiſches Geld nach Deutſchland.
Paris, 14. November.
Miniſterpräſident Laval begab ſich am Freitag in Begleitung
des Außenminiſters und Finanzminiſters Flandin vor den
ge=
meinſam verſammelten Auswärtigen= und Finanz=Ausſchuß des
Senats, um hier die Erklärungen zu wiederholen, die er am
Donnerstag vor den gleichen Ausſchüſſen der Kammer
abge=
geben hatte. Laval legte vor allem Wert auf die Feſtſtellung,
daß er in bezug auf die Regelung der
Repara=
tionen noch keinerlei Garantien übernehmen
könne, bevor der Bericht der Sachverſtändigen
nicht aufgeſtellt worden ſei, deren Einberufung
die Reichsregierung nun beantragen werde.
Nach der Prüfung der Zahlungsfähigkeit Deutſchlands würden
die beiden Regierungen in aller Offenheit und Freiheit ihre
beiden Auffaſſungen miteinander vergleichen. Frankreich, ſo
fügte Laval ſeinen Erklärungen hinzu, denke jedenfalls nicht
daran, in irgendeiner Form franzöſiſches Geld nach Deutſchland
zu bringen. Außerdem würde die Summe, die Deutſchland
be=
nötigte, derart hoch ſein, daß man anſcheinend deutſcherſeits
be=
reits jede Hoffnung auf eine Anleihe habe fallen laſſen.
* Clauſewik als politiſcher Schriftſteller
Zu ſeinem 100. Todestage am 16. November.
Von Dr. Hermann Dreyhaus.
Es iſt ſchon richtig, in Clauſewitz in erſter Linie einen
mili=
täriſchen Schriftſteller zu ſehen. Sein Buch „Vom Kriege” hat
ihm nach dieſer Richtung Weltberühmtheit eingebracht. Und
doch, verſucht man einmal die Grundzüge aller ſeiner Schriften
zu erkennen, ſo findet man eine merkwürdige Uebereinſtimmung:
für Clauſewitz ſind alle kriegeriſchen Ereigniſſe Abwandlungen
des großen Lebenskampfes, wie ihn Goethe in ſeiner bekannten
Grabſchrift geſehen hat: Menſch ſein heißt Kämpfer ſein! Däbei
verſchlägt es wenig, ob es ſich um einen einzelnen Menſchen,
ganze Völker oder um die Menſchheit überhaupt handelt.
Men=
ſchenlos iſt zu kämpfen mit dem ſittlichen Ziel, die menſchlichen
Kräfte zum Segen für die Gemeinſchaft zur Entfaltung zu
brin=
gen. Aus dieſem Blickfelde geſehen iſt der Krieg die ſchärfſte
Form des Lebenskampfes unter den Völkern, der normale
Frie=
denszuſtand jedoch nichts weniger als ein ſtetiger Kampf, nur
ſind ſeine Kampfmittel anders. Die Kunſt der
Auseinander=
ſetzung zwiſchen den Einzelkräften nennt Clauſewitz Politik.
Danach iſt es verſtändlich, daß in allen ſeinen Schriften, mögen
ſie auch äußerlich in erſter Linie Darſtellungen kriegeriſcher
Er=
eigniſſe ſein, der politiſche Ton, das iſt die Erkenntnis des Kampf=
Problems von ſeiner ſittlichen Grundlage aus, mitſchwingt. Am
ſtärkſten geſchieht dies naturgemäß da, wo grundſätzliche Fragen,
wie insbeſondere in dem Hauptwerk „Vom Kriege”, behandelt
werden. Allein, es gibt tatſächlich keine Schrift, die ganz ohne
Ertrag wäre. Dieſer Umſtand gibt dem Clauſewitz’ſchen
Schrift=
tum zum großen Teil einen überzeitlichen Wert. Ja, in den
augenblicklichen Zeitverhältniſſen findet man darin ſo
außer=
ordentlich viel „Zeitgemäßes”, daß die hundertſte Wiederkehr
des Todestages dazu angetan iſt, Rückſchau und Einkehr zu
halten.
Was dem Schrifttum von Clauſewitz einen eigenartigen
Reiz gibt, iſt die Perſönlichkeit. Wie Graf Schlieffen, der andere
preußiſche „klaſſiſche” Militärſchriftſteller, hat Karl von
Clauſe=
witz ſelbſt nie die Seligkeit empfinden können, das militäriſche
Wollen einmal in die Tat umſetzen zu können. Er hat zwar
alle preußiſchen Feldzüge von 1806—1815 mitgemacht, aber ſeiner
Jugend wegen doch nur an untergeordneter Stelle. Die lange
Friedenszeit nachher gab ihm wie Schlieffen nur die Muße zu
einer ausgedehnten ſchriftſtelleriſchen Wirkſamkeit, die jedoch
dem Tatmenſchen nur als eine Art Erſatz vorkam. So verbergen
die Schriften in der ihnen innewohnenden Leidenſchaftlichkeit die
Tragik eines ungeſtillten Tatendranges, die manchmal den
Vom Tage.
Der Volkswirtſchaftliche Ausſchuß des Reichstags, der
voraus=
ſichtlich am 9. Dezember wieder zuſammentritt, wird ſich mit der
Frage der Kartelle und Kartellpreiſe befaſſen.
Ein Runderlaß der preußiſchen Staatsregierung beſtimmt, daß
den Beamten das vierte Viertel der ihnen für den November
zu=
ſtehenden Dienſt= und Verſorgungsbezüge in bar am 21. November
auszuzahlen iſt. Ueberweiſungen dürfen nicht vor dem 19.
Novem=
ber erfolgen.
Bei der Uebertragung von Tanzmuſik aus einem Frankfurter
Café ereignete ſich ein Zwiſchenfall. Mehrere Leute, die ſich an
das Mikrophon geſchart hatten, riefen plötzlich im Anſchluß an ein
Muſikſtück im Chor in das Mikrophon: „Wir ſind Kommuniſten!
Für die Armen! Gegen die Reichen! Rot Front!‟ Der Sender
wurde von dem Ueberwachungsbeamten ſofort abgeſchaltet. Einer
der Zwiſchenrufer konnte feſtgenommen werden.
In der Franzöſiſchen Kammer machte ein elſäſſiſcher
Abge=
ordneter die Feſtſtellung, daß die franzöſiſche Elſaß=Politik in den
letzten zehn Jahren für das Elſaß den Verluſt ſeiner Abſatzgebiete
in Deutſchland und die Vernichtung ſeiner Induſtrie und Banken
zur Folge gehabt hätte.
In Kanada wurden acht kommuniſtiſche Führer verurteilt
weil ſie Mitglieder einer ungeſetzlichen Vereinigung ſeien. Damit
iſt in Kanada der Kommunismus offiziell für ungeſetzlich erklärt.
Wie aus Waſhington amtlich gemeldet wird, wird Hoover den
Kongreß erſuchen, 12 Hypothekendiskontbanken mit einem
Ge=
ſamtkapital von 150 Millionen Dollar zu gründen, um
einge=
frorene Hypotheken auf dem Kleinbeſitz in Stadt und Land
auf=
zutauen. Die Banken ſollen Anleihen bis 1800 Millionen Dollar
gewähren können. Sie ſollen privat finanziert werden, das nicht
gezeichnete Kapital ſoll aber die Bundesregierung bereitſtellen.
Die Tribuke wirtſchaftlich ungeſund.
Die Erhaltung des deukſchen Kredits nolwendig.
London, 13. November.
In einem Vortrag vor der Handelskammer in Newark
er=
klärte der Generaldirektor von Lloydsbank, Beaumont Peaſe, die
an Deutſchland gegebenen Kredite ſeien notwendig geweſen,
da=
mit Deutſchland Tribute habe zahlen können. „Times” ſtimmt
dem letzteren Punkt voll bei. Man könne darüber ſtreiten, ob
die Banken wirklich ſo freigiebig ausgeliehen hätten, wenn nicht
ein Druck durch die Politiker ausgeübt worden wäre. Dieſer
Umſtand vor allem aber beweiſe, daß die Tribute und
an=
dere nicht kommerziellen Schulden wirtſchaftlich
durch=
aus ungeſund ſeien. Die Tatſache, daß man Deutſchland
einen Zahlungsaufſchub habe gewähren müſſen, nachdem jede
nur mögliche Unterſtützung gewährt worden ſei, ſollte zur Löſung
des Problems beitragen, denn es ſei klar, daß die
Erhal=
tung des deutſchen Kredites bei der jetzigen
Lage Europas in allererſter Linie
notwen=
dig ſei.
Die dritte Durchführungsverordnung
zum Skillhalte-Abkommen.
Berlin, 14. November.
Im Reichsanzeiger wird die dritte Durchführungsverordnung
betreffend das Stillhalteabkommen veröffentlicht. Es handelt ſich
insbeſondere um die Vorſchriften, die gelten, wenn die Deutſche
Golddiskontbank nach den Vorſchriften des Stillhalteabkommens
eine Schuld an Stelle eines Inländers übernimmt oder ſie ſich
für die Schuld eines Inländers (Schuldners) verbürgt. Danach
bleiben bei einer Schuldübernahme durch die Deutſche
Golddis=
kontbank die für die Forderung geſtellten Bürgſchaften und
Pfandrechte beſtehen, auch wenn der Bürge oder der, dem der
verhaftete Gegenſtand zurzeit der Schuldübernahme gehört, in die
Schuldübernahme nicht einwilligt. Die Bürgſchaften und
Pfand=
rechte gelten als auch zur Sicherung der Rückgriffsforderung der
Deutſchen Golddiskontbank gegen den Schuldner beſtellt. Die aus
der Befriedigung des Gläubigers ſich ergebende
Rückgriffsforde=
rung der Deutſchen Golddiskontbank gegen den Schuldner iſt mit
2 Prozent über den jeweiligen Reichsbankdiskontſatz, mindeſtens
mit 6 Prozent jährlich, zu verzinſen. Die Golddiskontbank kann
von dem Schuldner eine angemeſſene Vergütung verlangen. Von
jeder Perſon, die im Deutſchen Reich (mit Ausnahme des
Saar=
gebietes) ihren Wohnſitz, Sitz oder Ort der Leitung hat und nach
Mitteilungen, die der Golddiskontbank zugegangen ſind, einer
ausländiſchen Bank, die dem Stillhalteabkommen beigetreten iſt,
etwas ſchuldet oder ſich für eine ſolche Schuld verbürgt hat, kann
die Golddiskontbank Auskunft verlangen, die für die Schuld oder
die Bürgſchaft von Bedeutung ſein können. Die Bank kann
fer=
ner die Vorlegung aller Urkunden und Beweismittel verlangen,
die ſich auf die Schuld oder die Bürgſchaft beziehen. Die Bank
kann ſchließlich verlangen, daß die Richtigkeit und Vollſtändigkeit
einer ihr gegebenen Auskunft dem Reichswirtſchaftsminiſter oder
einer von ihm beſtimmten Stelle eidesſtattlich verſichert wird.
Lebensweg beſchattet, die jedoch zuletzt einen Ausgleich findet in
der wundervoll harmoniſchen Ehe mit der Gräfin Marie von
Brühl.
Jugendlicher Impuls findet ſich in dem Schrifttum der
Clauſewitzſchen Frühzeit, wo er Zeuge des preußiſchen
Zu=
ſammenbruchs iſt und der einhaltenden Politik bis 1812. Das
gibt ihm Veranlaſſung, ſeine innenpolitiſche Stellung zu klären.
Auffallend iſt hier ſchon bei dem ſechsundzwanzigjährigen
Stabs=
kapitän eine ungewöhnliche Geiſtigkeit. Kantiſche Strenge und
Schillerſches Pathos beſtimmen ſeine Gedankengänge wie ſeinen
Stil. Seine „Hiſtoriſchen Briefe über die großen Kriegsereigniſſe
im Oktober 1806”, in der Zeitſchrift „Minerva” ſchließt er mit
dem Mahnruf an alle Deutſchen: „Ehret Euch ſelbſt, das iſt:
Verzweifelt nicht an Eurem Schickſal!” Jedoch in die Tiefen
ſtaatsbürgerlicher Kenntnis verſenkt er ſich, als er 1812 glaubt,
ſich von ſeinem Vaterland trennen zu müſſen, um nicht unter
Napoleon gegen Rußland kämpfen zu brauchen. Eine tiefe
Er=
ſchütterung ging damals durch die Offizierskreiſe, als Preußen mit
Frankreich ein Bündnis gegen Rußland ſchloß. Die Beſten in
Heer und Verwaltung wurden irre. Unter ihnen Clauſewitz, der
in ruſſiſche Dienſte trat. Dieſen Schritt begründete und
recht=
fertigte er in den „Drei Bekenntniſſen”, die noch heute nichts von
ihrer Richtigkeit und Berechtigung verloren haben, vielmehr
ihrer Sprachgewalt und Kraft wegen weiteſte Verbreitung fin=
Bevorſtehendes Verbok der K.P.9.7
* Berlin, 14. November. (Prx
Die Polizeiminiſterkonferenz in Berlin, die am Dienut
dem Vorſitz des Reichsinnenminiſters Groener
ſtattfir=
ſich, was auf der Hand liegt, in erſter Linie mit dern
der Kommuniſten zu beſchäftigen haben. In der Oef5
wird nun ſchon von einem bevorſtehenden Verbot
muniſtiſchen Partei geſprochen. Von links verſucht
Verbot als eine Unmöglichkeit hinzuſtellen und den
E=
erwecken, als ob die Länderkonferenz mit einem dera
ſchluß nicht herauskommen werde. Der Streit hierüü=
Augenblick vollkommen zwecklos. Die Kommuniſtiſ,
weiß ganz genau, daß über ihrem Haupte das Damokles
Verbotes hängt. Nur aus dieſem Grunde tut ſie vllf
ob ſie eine Gegnerin ſämtlicher Terrorakte wäre. D.
miniſterkonferenz wird auf jeden Fall dem Reichsinn
Groener Material für ſein weiteres Vorgehen liefem.
nicht ausgeſchloſſen, daß er eine neue Notverordnun
die die Verordnung gegen das politiſche Rowdytum go
lich verſchärft, und daß er die Innenminiſter der Le
fordert, alle Machtmittel zu gebrauchen, um die öffenr=
und Sicherheit wieder herzuſtellen. Seine Entſcheido,
aber zunächſt von den Dienstagberatungen ab, zu
wahrſcheinlich ſämtliche Innenminiſter der Länder
erſcheinen werden, vor allem auch deswegen, weil Se
um eine erſte Zuſammenkunft unter dem Vorſitz
Reichsinnenminiſters Groener handelt.
Verſammlungsverbot auch in Oldenba
Das Oldenburger Innenminiſterium gibt bekam
ſich infolge der verſchiedenen ſchweren politiſchen
ſtöße veranlaßt ſehe, für den Freiſtaat Oldenburg
lungen und Aufzüge unter freiem Himmel zu verbig=
Die Lohnverhandlungen in der rheinma
Mekallinduſtrie.
Bekanntlich haben die Metallinduſtriellen in den
gebieten Frankfurt, Offenbach und Darmſtadt den S
der Schlichtungsausſchüſſe abgelehnt und durch Anſc=
Werken bekanntgegeben, daß ſie ihren Belegſchaften
bzw. 18. November kündigen. Es fanden nun geſterm
Vorſitz des Landesſchlichters, Dr. Kimmig=
Karlsruhe=
handlungen zwiſchen dem Metallinduſtriellenverban)
und dem Deutſchen und Chriſtlichen Metallarbeitervs
Die Sitzung, die vormittags begann, dehnte ſich bis Eud
aus. Eine Vereinbarung konnte nicht erreicht weu
Landesſchlichter hat nunmehr am Samstag
morge=
teien folgenden Vermittlungsvorſchlag gemacht: Der:
auf 78 Pfennig herabgeſetzt (Schiedsſpruch ſieht 79
1. Januar eine weitere Senkung um 1 Pfennig auf
Die Akkordbaſen werden dahin geregelt, daß 3
Ak=
gebildet werden. (Der Schiedsſpruch ſieht nur 2 br0
wird der im Schiedsſpruch angeſetzte Akkordübervo.M
25 Prozent dahin abgeändert, daß es heißt 20—25 Pcſ
klärungsfriſt zu dem Vermittlungsvorſchlag bis D—n
17. November, vormittags. Die Parteien werden EnW
den Montag zu dieſem Vermittlungsvorfchlag Stellmn
Im Mainzer Wirtſchaftsgebiet, wo ein Schieds
gefällt wurde, daß die derzeitigen Löhne von 83 auf 700
bzw. ab 1. Januar auf 77. Pfennig herabgeſetzt Mr),
gleichzeitig eine neue Landklaſſe eingeführt wird,
Parteien den Schiedsſpruch abgelehnt. In weiteret”
lungen wurde nunmehr erreicht, daß der Schiedsſpruif
kleineren Aenderung als Vereinbarung abgeſchkoſſen
mit iſt der Wirtſchaftsfriede im Mainz=Wiesbaden
Wirtſchaftsgebiet wieder hergeſtellt.
v. Hoeſch bei Flandin.
EP. Paris, 14.
Der deutſche Botſchafter v. Hoeſch hatte heute eiie
ſprechung mit Finanzminiſter Flandin. Die Vorve=
über die Einberufung und die Kompetenzen des im?
vorgeſehenen Beratenden Ausſchuſſes ſind immer H
Ende. Man erwartet von den Beſprechungen,
ſekretär v. Bülow mit den zuſtändigen franzöſiſ
haben wird, hier eine Entſcheidung und die baldige
des Ausſchuſſes.
den ſollten. Das erſte ſei hier wenigſtens um ſ.n
blicklichen Vordringlichkeit willen mitgeteilt. Clauſrcl
Ich ſage mich los:
von der leichtſinnigen Hoffnung einer Errettu;
Hand des Zufalls;
von der dumpfen Erwartung der Zukunft, die
Sinn nicht erkennen will;
von der kindiſchen Hoffnung, den Zorn einel
durch freiwillige Entwaffnung zu beſchwören, dre
Untertänigkeit und Schmeichelei ſein Vertrauen zu
von dem unvernünftigen Mißtrauen in die
u=
gegebenen Kräfte:
von der ſündhaften Vergeſſenheit aller Pflickke
allgemeine Beſte;
von der ſchamloſen Aufopferung aller Ehre des
Volkes, aller perſönlichen und Menſchenwürde.”
Dieſes innenpolitiſche Ethos verbindet ſich m!
gewöhnlich klaren außenpolitiſchen Blick. Unter
hiervon die Stellungnahme Clauſewitzens zu den —.
um 1830 Zeugnis, die ein Problem behandeln, dan
blick wie kein anderes brennend iſt. Im
Anſchluß=
revolution in Frankreich war in Polen ein Aul
gebrochen, der auch die preußiſchen Truppen in den
unter der Führung Gneiſenaus als Stabschef mobe.
Ereignis, das für beide Männer ſo verhängnisbou
weil ſie beide der von Ruſſiſch=Polen eingeſchleh‟
erlagen, Clauſewitz in dem rüſtigen Alter von
Jahren. Die liberale öffentliche Meinung in Deilt
ſtützte aus einem unpolitiſchen Humanitätsgefuhl 90
nur dem Liberalismus eigen ſein kann, das aufſich
tum ebenſo, wie ſie kritiklos für das durch die
in Frankreich freigewordene Vürgertum ſchwarht
Deutlichkeit wendet ſich Clauſewitz in den letzten Ie.
Arbeiten gegen ſolche Auffaſſungen. Sein milſich
verkennt keinen Augenblick die Schwächen der gebn.
Deutſchlands zwiſchen einem franzöſiſch beeinfluß.e
Frankreich ſelbſt, ſein geſchichtlich geſchulter Sile
in den Familienbeziehungen zwiſchen dem franzo)!
niſchen Königshaus in der Mitte der achtzehnle"
die erſten Anfänge aufſteigender Gefahren, e
achtungen laſſen ihn prophetiſch ausrufen: „Be.8
Rußland in den Fall kommen ſollte, die Krone 4
geben und ſeine polniſchen Provinzen Litauen, S
dolien wieder abzutreten . . Es würde Deuticte*
Hand einem Schickſal überlaſſen, und Polen.L”
die uns Deutſche noch mehr gering ſchätzen als
würden ſich an der Elbe die Hand zu reichen. ſe
minder klar ſind für ihn die franzöſiſch deutce”
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mr. 317 — Seibe 3
November 1931
At Porabend der Pariſer Ratstagung.
uendich chinefiſcher Nokenkrieg.
gordentliche Tagung des Völkerbundsrats in Paris Truppen zum Rückzug bewegen ſolle.
hrdſchureikonfliktes wird von beiden Parteien mit
pei ſich beide Parteien in Genf gegenſeitig der
ertragsverletzungen, der Tendenzmacherei und
pro=
lbſichten beſchuldigen. Die japaniſche Regierung
ſen, k” ſich bisher aus den Noten und der Haltung der ſoll in Zukunft unterbleiben.
muneue chineſiſche und japaniſche Roken an den Völkerbund. — Der Krieg in der Mandſchurei
gehl unenkwegt weiker.
Lage Maa den Befehl erteilt, ſich aufs äußerſte zu verteidigen.
Maa ſeinerſeits hat den chineſiſchen Außenkommiſſar in Charbin
telegraphiſch angewieſen, dem Völkerbund mitzuteilen, daß die
Paris, 14. November. Lage verzweifelt ſei, und daß der Völkerbund die japaniſchen
„oten=Lawine ſtimmungsmäßig vorbereitet und ein= Die japaniſchen Forderungen an General Ma.
EP. Tokio, 14. November.
Der japaniſche Oberbefehlshaber in der Mandſchurei, General
ſraf gegen die Verbreitung angeblich falſcher chineſi= Honjo, erhielt heute aus Tokio Weiſungen, Verhandlungen mit
atcller Nachrichten über die japaniſchen Maßnahmen dem chineſiſchen General Ma einzuleiten. General Honjo ſoll
Fourei und über die Urſachen der Zuſammenſtöße am verſuchen, die freiwillige Zurückziehung der chineſiſchen Truppen
Zeug, und bedauert, daß dieſen Nachrichten durch von der oſtchineſiſchen Eiſenbahnlinie bis ſpäteſtens 25. November
ud eine ſo große Verbreitung gegeben worden ſei, zu erwirken. Japan fordert, daß die bei Tſitſikar und Anganchi
ſiuchRegierung bringt dem Völkerbund das javaniſche konzentrierten chineſiſchen Truppen in ihre früheren Stellungen
wos den Vorfällen in Tientſin zur Kenntnis und er= zurückzukehren. Südlich der genannten Eiſenbahnlinie ſollen ſich
zſze Drohungen von einem Augenblick zum andern in Zukunft keine chineſiſchen Truppen mehr aufhalten. Weiter
dſewzeiten umſchlagen könnten, und daß kriegeriſche Ak= verlangen die Japaner die Rückgabe der Verwaltung der Taonan=
Fanzue gegen die chineſiſche Zentralregierung vorauszu= Anganchi=Eiſenbahnlinie auf zivilen Eiſenbahnbehörden. Jede
ſienn er Rat müſſe deshalb aufs allerdringendſte ſofort Beeinfluſſung der Eiſenbahnverwaltung durch chineſiſches Militär
Sobald die Chineſen dieſe Forderungen erfüllt haben, werden
auch in Aüm Pariten noch keinerlei Kompromiß= und
Löſungsmöglich=
ro Konflikt erkennen laſſen, rechnet man mit einem ſich die japaniſchen Truppen nach Taonan zurückziehen.
füum giu dentü bewegten Verlauf der Ratstagung, die am
Mon=
weren polinian mit zum it einer Sitzung im Uhrenſaal des Quai dOrſay
Die ſterbende Indien=Konferenz.
reiſtat Eſen Fbieput.
EP. London, 14. November.
Verzweifelte Verſuche, in letzter Stunde ein Scheitern der
Prrd dawes als amerikäntſcher Beobachter Round Table=Konferenz zu verhüten, wurden im Laufe des
heu=
tigen Tages von allen beteiligten Seiten unternommen. Die
in Paris.
Hindu=Delegierten beraten ſeit heute vormittag ununterbrochen.
grſnkaniſche Botſchafter in London, General Dawes, Mittags erfolgte die bereits angekündigte Unterredung Gandhis
wRegierung beauftragt worden iſt, die Entwicklung mit dem früheren Vizekönig von Indien, Lord Irwin. Ueber deren
ſchuſchen Konflikts vor dem Völkerbundsrat zu beob= Inhalt iſt nichts bekannt geworden Für den Spätnachmittag hatte
ſutri abend in Paris eingetroffen. Bei ſeiner An= der Mohammedaner=Führer Aga Khan die Führer der
Moham=
erchuer den amerikaniſchen Preſſevertretern eine Er= medaner und der Hindus in ſein Hotel gebeten. Er will nochmals
innr es heißt, es ſei durchaus noch nicht ſicher, daß verſuchen, das Einverſtändnis der Hindus dazu zu erlangen, daß
ſiechuche Regierung ſeine Teilnahme an den Völker= Miniſterpräſident Macdonald das Schiedsrichteramt in der
Min=
ſin ſtsſtungen für notwendig erachte. Der Völkerbundsrat derheitenfrage übertragen werde. Macdonald hat ſich hierzu
be=
ſtiellngt ſch 90 der Behandlung der mandſchuriſchen Lage mit reit erklärt unter der Bedingung, daß ſämtliche Beteiligten ſich
Metgllafunſberlefn, die anſcheinend nicht nur die Rechte aus den ſeinem Schiedsſpruch unterwerfen. Bisher ſind jedoch die
Aus=
m. dehnte ſa/hn zw die allgemeinen Intereſſen der Vereinigten Staa= ſichten, daß auf dieſe Weiſe noch eine Löſung gefunden werden
nicht emia Udeiaſe unmächtepakt, ſondern auch den Kelloggpakt be= könnte, recht gering.
m Samstan mu/ Elh wes, ſei daher nach Paris gekommen, um
indi=
gemach zwiut ein Mitgliedern des Völkerbundsrates über ein Der Prozeß gegen die Gefangenen von Breſt=Likowſt
bmr ühlung zu nehmen, das Alle angehe und die all=
Warſchau, 14. November.
lbtragsintereſſen berühre. Er beabſichtige ſeinen
ſimſ en Sinne geltend zu machen, daß die Vereinigten
Heute begann im großen politiſchen Prozeß gegen die
Ge=
dig 2mühungen des Völkerbundes, einen Krieg zu ver= fangenen von Breſt=Litowſk die Vernehmung der
Entlaſtungszeu=
uund em Kellogg=Pakt Achtung zu verſchaffen, in jeder gen, und zwar führender Politiker der polniſchen Rechten. Der
undtrützten.
ehemalige Senats= und Seimmarſchall Trompczynſki ſchilderte in
klaren und beſtimmt formulierten Sätzen die innerpolitiſche
Ent=
wicklung Polens ſeit dem Pilſudſki=Putſch. Er erklärte, daß er
2 Schlacht an der Nonni=Brücke.
ſeinerzeit, als die Verfaſſungsverletzungen erfolgt ſeien, den
London, 14. November. Staatspräſidenten nicht zur Verantwortung habe ziehen wollen,
dimich vielfach widerſprechenden Nachrichten über die um Polen einen Skandal zu erſparen. Inzwiſchen ſeien aber die
daur onni=Brücke ergibt ſich das folgende Gefechtsbild: Verfaſſungsübertretungen zu einem Syſtem ausgebaut worden.
Zu ſtürmiſchen Szenen führte dann die Vernehmung
Korfan=
ig herahau ᛋ Kllullerieangriffen des Generals Maa auf die Flanke
eingefühn hü hnintchr Stellungen iſt der chineſiſche Rebellengeneral tys. Er ſchilderte die Lage in Oſtoberſchleſien und ſtellte feſt, daß
ehnt. In mir ſai wiy, der die Japaner unterſtützt, in den Raum von der Aufſtändiſchenverband, an deſſen Spitze der Woiwode
Gra=
daß der Schidsſ! brückt, um die Truppen Maas im Rücken anzu= zynſki geſtanden wäre, ſich zahlreicher Terrorakte ſchuldig gemacht
Mſtlungen aus Charbin beſagen, daß die Kampfhand= habe. Infolge der beſonderen ſtaatsrechtlichen Stellung der deut=
„ſderl m zen Freitag über anhielten und daß ſchwere ſchen Minderheit hätten die polniſchen Vertreter in Genf einige
blätzſe im Gange waren. Mehrere japaniſche Flug= ſolche Terrorfälle zugeſtehen müſſen. Korfanty wies weiter
dar=
elecht die chineſiſchen Stellungen mit Bomben. Aus auf hin, daß dieſer gleiche Aufſtändiſchenverband aus ſtaatlichen
Adtangliſchen Preſſe geht hervor, daß Mag durch eine Geldern Unterſtützungen erhalte, die in die Hunderttauſende
ſiſtitth Brigade verſtärkt ſei. Dieſe ſei zu einem plötz= gingen.
Dramatiſch geſtaltete ſich die Szene, als einer der Verteidiger
ſeamf vorgegangen und habe mehrere japaniſche
Flug=
ſob/tn Der chineſiſche General Tſchangyaotſing, deſſen bemerkte, daß die Anklageſchrift Korfanty beſchuldige, in Dienſten
inhk ſurigan ſtehen, habe nach chineſiſchen Meldungen Deutſchlands geſtanden zu bahen. Korfanty rief hierauf in
höch=
berheih, die Tachan=Eiſenbahnlinie im Rücken der Ja= ſter Erregung, daß er zu denen gehöre, die für Polen unter Ein=
Abitzen, um ſo die japaniſchen Verbindungslinien ab= ſatz ihres Lebens etwas geleiſtet hätten. Er habe auch in
preu=
ßiſchen Gefängniſſen geſeſſen, aber dort habe man ihn nicht ſo be=
„Aus‟=Bericht rechnet damit, daß Tſitſikar Tſchang= handelt, wie in Breſt=Litowſk. Daraufhin unterbrach ihn der Vor=
R9ſhände fallen werde falls er ſiegreich bleibt, wo= ſitzende mit den Worten: „Ich laſſe derartige Kundgebungen nicht
Stellg des Marſchalls Tſchanghſueliangs in der Man= zu!” Hierauf Korfanty: „Das iſt keine Kundgebung, das iſt die
zutlumenbrechen werde, nachdem er bereits Kirun und Wahrheit!” Unter allgemeiner Bewegung verfügte der
Vor=
deken habe. Tſchanghſueliang hat angeſichts dieſer ſitzende eine Verhandlungspauſe.
ihne W
lichlnen Propaganda ſieht er nichts weiter als eine
8Amzöſiſchen Vormachtsſtrebens. Seine Landsleute
blchem Phraſenrauſch, der aus dem Weſten erklingt:
ZeAn uns ſelbſt zu denken, und nicht mit unnützen,
m lic aden Dingen auf eine ſolche Art zu ſpielen, daß
en diegene nationale Geſinnung untergraben werde.”
weßn eilangt er: „Rüſten wir uns mit einem Gefühl
der Wyung, die dem großen Augenblicke entſprechen,
Wen94 ſo in jene materiellen Rüſtungen die Seele
hin=
e UUhr ſie nimmermehr einem Feinde widerſtehen
deimles mit Leidenſchaft tut.” Und er blickt in die
mig yem Wort, das wie keins für die heutige Lage
Weichur mit dieſer inneren und äußeren Tüchtigkeit
ack d betreten, ſo dürfen wir auf einen glücklichen
M dR meuen Kriſe hoffen.”
ED Ifallgung dieſes „Wenn” liegt auch unſer nächſtes
30klufführung dreier Bach=Kankaken
in der Johanneskirche.
ngeſangverein der Johannesgemeinde wird am
eden 18. November, abends 8 Uhr, drei
Nonen zur Aufführung bringen. 1. die Choral=Kan=
Denri 4 ler iſt mein Leben”, eine der nicht ſeltenen
Kan=
r Delr-sblick auf den Tod, aber in der Haltung bedeut=
Des deren verſchieden. Kaum hat Bach ja einem an=
WerKlordelten Gegenſtand ſo verſchiedene Seiten
abge=
ns vorliegenden Kantate iſt ganz eigenartig, daß
eß ar der zwei figurierte Choräle für Chor und
Or=
wer kiſtäedene Melodien und in weſentlich verſchiedener
unel abhracht ſind. Der erſte Choral fließt träumeriſch
Deitie lebendiger dahin. Das überleitende Rezitativ
e EiA von den Orcheſtermotiven des erſten Chorales
teten dieſelben nur noch in kurzen Zwiſchen=
* Tenor=Arie iſt von dem Pizzicato des ganzen
Segleitet dem ſich kontraſtierend zwei Oboen
iſchen Ein ſehr melodiſches und im Rhythmus
N:. Der wunderſchöne Schlußchoral ſteht in einer
urß zu dem zweiten figurierten Choral des
Ein=
eid beiden Sätzen die erſte Geige ſich mit ſelbſtän=
Hoch über den Chor ſchwingt.
Doch. gewünſchte Stunde”, eine Jugend=Kantate
Ein oft zu Gehör gebrachtes Stück, eine einzige
Durſtellend das nicht ſicher datiert werden kann:
RuE dasſelbe ſehr früh entſtanden ſein. Gegen dieſe
Pr etwa die ausgereifte breite Form geltend
ge=
erdieſelbe genügt wohl kaum, um das Werk dem
Et abzuſprechen=
3. „Wachet, betet, ſeid bereit‟. Dieſe Kantate gehört
eben=
falls zu, den Jugend=Kantaten. Dieſes friſche Meiſterſtück gehört
zum Liebenswürdigſten, was wir Bach verdanken. Wie eigenartig
myſtiſch iſt das Klangweben und =wogen in der Begleitung des
erſten Chores, wie kühn ſchmettert der Weckruf der Trompete
hin=
ein; in wie majeſtätiſchen Klängen wird das Erſcheinen des
„Herrn der Herrlichkeit” gemalt (Orgel)), auf das die
Singſtim=
men in den wechſelſeitigen Anrufen „Seid bereit” vorbereiten.
Der Chor iſt wieder einer von denen die in den Kantaten ganz
allein ſtehen, ohne Verwandte nach Stil und Stimmung. Auch die
Soli ſind ſämtlich vortrefflich. Die Rezitative mögen, wie man
Spitta nachempfinden wird, in ſpäterer Zeit zugefügt ſein, aber
ſie fügen ſich ausgezeichnet ein und heben die Wirkung der Arien
ungemein. Das phantaſtiſche letzte Rezitativ gehört überdies zu
den Höhepunkten des ganzen Werkes Und doch wird alle
Herr=
lichkeit dieſer Kantate noch von dem Schlußchoral überſtrahlt. Wie
unbeſchreiblich wirkt in den beiden letzten Zeilen das feierliche
Aufſteigen des Streichorcheſters, während ſich die Singſtimmen
demütig fromm herniederſenken.
Alle Mitwirkenden, wie in den Tageszeitungen
bekanntge=
geben, bieten Gewähr für eine gute Wiedergabe dieſer drei
herr=
lichen Kantaten. Es ſollte niemand verſäumen, in dieſer ſchweren
Zeit die Alltagsſorgen zurückzuſtellen, um in der Johanneskirche
an unvergänglichen Werken Joh. Seb. Bachs Erbauung zu ſuchen
Guſtav Adam.
und zu finden.
* Münchener Brieſ.
Die Erweiterungsbauten der Techniſchen Hochſchule,
entwor=
fen von G. Beſtelmeyer, haben durch die Aufſtellung der beiden
Roſſebändigergruppen ihren Abſchluß gefunden. Zugleich iſt
Mün=
chen, nach manchen Fehlſchlägen der letzten Zeit, um zwei wichtige
Kunſtwerke bereichert worden. Während die künſtleriſch
wirk=
ſamere Gruppe von B. Blecher in ihrer ſtrengen Stiliſierung
und Gedrungenheit an die beſten Schöpfungen A. Maillols
er=
innert, hielt ſich H. Hahn, mehr an die Tradition A.
Hilde=
brandts. Leider ſchaden Stellung und naturaliſtiſche Behandlung
der männlichen Figur etwa der ſonſt bildhaueriſch hochſtehenden
Leiſtung H. Hahns. —
Zugleich mit der Enthüllung der Denkmäler entwickelte ſich
ein Skandal in der klerikalen Preſſe wegen der abſoluten
Nackt=
heit der Männer. Damit wurde die Blamage, die ſeinerzeit wegen
des bekannten Brunnenbuberls von Gaſteiger im ſittenſtrengen”
München entſtand wiederholt. — Eine weitere Zeitungspolemik,
diesmal in der Linkspreſſe, entſtand nach dem Rücktritt Geh.=Rat
Th. Maria Hahns Bruder des berühmten Graphikers Peter
Hahn, von der Direktion des Bayeriſchen Nationalmuſeums. —
Geh. Rat Hahn bekannt durch ſeine wertvollen Arbeiten auf
ver=
ſchiedenen Gebieten der Süddeutſchen Plaſtik und Malerei wurde
jetzt nach Erreichung der Altersgrenze durch Dr. H Buchheit,
den Schöpfer des Stuttgarter Schloßmuſeums, erſetzt, einen
her=
vorragenden Kenner, der übrigens 15 Jahre im Münchener
Mu=
ſeumsdienſt gearbeitet hatte. — Das bayeriſche Kultusminiſterium
hatte dabei diesmal, um allen Intrigen zuvorzukommen, eine
Die deutſch=rufſiſchen
Wirtſchafts=
verhandlungen.
Die ruſſiſchen Wünſche.
— Am Samstag, den 14. November 1931, begannen die
offf=
ziellen deutſch=ruſſiſchen Wirtſchafts=
Verhand=
lungen, die auf deutſcher Seite von Reichswirtſchaftsminiſter
Dr. Warmbold geleitet werden. Bereits Ende Auguſt
waren zwiſchen Deutſchland und der Sowjetunion
Zolltarif=
beſprechungen aufgenommen worden, die aber deswegen zu einem
Erfolg nicht geführt hatten, weil Deutſchland die von
Rußland geforderten Zugeſtändniſſe nicht
er=
füllen konnte. Von Rußland waren verſchiedene zum Teil
ſehr weitgehende Forderungen nach Zollermäßigungen und
Zall=
kontingenten geſtellt worden, weil es ihnen darauf ankam, die
ſtarke Paſſivität des deutſch=ruſſiſchen Handelsverkehrs zu
Un=
gunſten Rußlands zu beſeitigen. Bekanntlich iſt die ruſſiſche
Han=
delsbilanz in den letzten acht Monaten dieſes Jahres mit 210
Millionen Rubel paſſiv geweſen, wovon etwa 50 Prozent allein
auf den deutſch=ruſſiſchen Warenverkehr entfielen.
Die ruſſiſchen Wünſche gehen nunmehr neben den
ſehr weitgehenden Forderungen nach Zollermäßigungen und
Zoll=
kontingenten u. a. auch dahin, daß die dem Reich naheſtehenden,
bzw. gehörenden Unternehmungen vornehmlich ruſſiſche Waren
kaufen ſollen, ein Wunſch, der bei der gegenwärtigen Lage der
deutſchen Wirtſchaft ſchwer erfüllt werden könnte; außerdem würde
ein größerer Warenbezug der Reichsunternehmungen aus ruſſiſcher
Herkunft wohl kaum weſentlich zu einer Aktivierung des
deutſch=
ruſſiſchen Handelsverkehrs zugunſten Rußlands beitragen. Was
die Zollforderungen der Ruſſen anbelangt, die darauf ausgehen,
daß Deutſchland Maßnahmen zur Begünſtigung der Sowjeteinfuhr
nach Deutſchland ergreift, ſo verbietet Deutſchland der Grundſatz
der Meiſtbegünſtigung mit ſeinen Bindungen gegenüber allen den
Ländern, mit denen Handelsverträge auf ſeiner Grundlage laufen,
eine Bevorzugung der ruſſiſchen Ausfuhr nach Deutſchland.
Deutſch=
land kann das Grundgeſetz der Meiſtbegünſtigung nicht verletzen
und ſich infolgedeſſen auch nicht die von Rußland verfochtene
Aus=
legung des Artikels 1 des deutſch=ruſſiſchen Wirtſchaftsabkommens
zu eigen machen, wonach die beiden Staaten ſich verpflichten, ihren
Warenverkehr auf die Vorkriegshöhe zu bringen.
Rußland muß alſo verſuchen, die Möglichkeit des freien
Waren=
verkehrs auszunutzen. Es muß ſich an die freie deutſche Wirtſchaft
wenden und durch eigene Maßnahmen den Mangel an Elaſtizität,
der nun einmal dem ſowjetruſſiſchen Außenhandelsmonopol
an=
haftet, zu beſeitigen verſuchen. Zu dieſer Maßnahme gehört aber
in erſter Linie eine Anpaſſung der Kredit= und
Zahlungs=
bedingungen der ruſſiſchen Abſatzorgane an die, welche von den
Lieferanten anderer Länder der deutſchen Wirtſchaft geboten
wer=
den. Die ruſſiſchen Abſatzorgane verlangen in den meiſten Fällen
Barzahlung, während von anderer Seite langfriſtige Kredite
ge=
geben werden. Andererſeits iſt natürlich Rußland, was unter den
augenblicklichen Abſatzverhältniſſen für deutſche Waren und
Ma=
ſchinen im Ausland zweifellos ins Gewicht fällt, ein
Großab=
nehmer deutſcher Induſtrieprodukte. Die deutſche Wirtſchaft hat
ein großes Intereſſe daran — auch mit Rückſicht auf die Erfüllung
der ruſſiſchen Zahlungsverpflichtungen aus den Beſtellungen der
Vergangenheit —, daß Rußland zahlungspflichtig bleibt, was in
erſter Linie durch einen genügend großen Export möglich iſt. Es iſt
daher verſtändlich, wenn jetzt offizielle Wirtſchaftsbeſprechungen
zwiſchen Deutſchland und Rußland wieder aufgenommen werden,
nachdem die Ende Auguſt dieſes Jahres begonnenen
Zolltarifver=
handlungen zu einem Erfolg nicht geführt hatten.
An dem deutſchen Standpunkt hat ſich, was betont werden
muß, nichts geändert. Man wird infolgedeſſen neue Wege unter
Berückſichtigung der ruſſiſchen Wünſche und der deutſchen
Möglich=
keiten zu einer entſprechenden Geſtaltung des deutſch=ruſſiſchen
Warenverkehrs finden müſſen. Rußland iſt in erſter Linie an der
Steigerung ſeines landwirtſchaftlichen Exports intereſſiert und
darum nimmt an den Beſprechungen auch ein Vertreter des
Reichs=
ernährungsminiſteriums teil. Neben Getreide will Rußland
Naphtha, Holz, Eiſen= und Manganerze. Aſbeſt, Baumwolle und
ſolche Rohſtoffe, die die deutſche Induſtrie braucht, in größeren
Mengen als bisher abſetzen. Die Fragenkomplexe, die zur
Erör=
terung ſtehen, ſind Steigerung des ruſſiſchen Induſtrieexports,
ferner der ruſſiſche Landwirtſchaftsexport, ſchließlich Zoll=, Eiſen=
und Hafengebühren=Angelegenheiten. Für ihre Behandlung
wer=
den Ausſchüſſe eingeſetzt werden, an denen ſowohl Vertreter der
Reichsregierung wie der intereſſierten Wirtſchaftsgruppen,
ins=
beſondere des Rußlandsausſchuſſes der deutſchen Wirtſchaft
teil=
nehmen ſollen. Es wird wohl mit einer längeren Dauer der
Ver=
handlungen gerechnet werden müſſen, weil die Schwierigkeiten nicht
gering ſind, die einem Ausgleich der deutſch=ruſſiſchen
Handels=
bilanz im Sinne der ruſſiſchen Wünſche entgegenſtehen.
erfreuliche Initiative gezeigt, und dadurch bei den ſich
übergan=
gen fühlenden Kandidaten (nebſt Freunden) einen Sturm
hervor=
gerufen, der ſich im Blätterwalde austobte.
Als das Hauptereignis des Münchener Muſiklebens iſt die am
12. d. M. erfolgte Uraufführung von H. Pfitzners
Oper „Das Herz” zu betrachten. H. Mahner=Mons, der
erfolgreiche Autor des in der Münchener Illuſtrierten Preſſe
er=
ſchienenen Romans „Der Klettermaxe”, hat diesmal den etwas
romantiſch wirren Text gedichtet, der das Herz” als Sinnbild
menſchlichen Lebens und Weſens umfaſſen ſoll. Dieſes Herzwird
dem reiſenden Arzte und Magier A. Daniel Athanaſius, der um
1700 in einer Kleinen Reſidenz praktizierte, zum kurzen Glücke
und zugleich zum Verhängnis. Eine Wunderheilung, die dem
Magier Ruhm und Reichtum verſchaffte, muß an den böſen Geiſt
Asmodi mit dem „Herz” eines unſchuldigen Menſchen bezahlt
werden. Zu ſpät erkennt Athanaſius, daß das Herz ſeinem
lieb=
ſten Weſen, Helga, gehörte, einer Frau, die für ihn lebte und
ſtarb. Die Selbſtopferung des büßenden Athanaſius bringen nun
ihm und auch Helga die Erlöſung. —
Das Textbuch trägt demnach Pfitzners Neigung zur
Sagen=
welt im Sinne des Freiſchütz, des Vampyr u. a. m. unter
Be=
tonung des Erlöſungsmotives in weiteſtem Umfange Rechnung. —
Auch die Vertonung des Werkes bewegt ſich wieder vorwiegend
in lyriſchem Charakter und exhält ihre Höhepunkte durch den
melodiöſen Einſchlag einzelner Szenen und Orcheſterpartien. Als
beſonders eindringlich erwieſen ſich hier das Vorſpiel zum zweiten
Akte und der große Zwiegeſang zwiſchen Asmodi und Athanaſius,
in dem ſich die Muſik auch zur dramatiſchen Wirkung entfaltete —
Die Inſtrumentation macht von allen Mitteln des modernen
Or=
cheſters Gebrauch. — die ſchrillen Diſſonanzen beim Erſcheinen
As=
modis werden ſogar durch Sirenengeheul verſtärkt!
Die Aufführung und Inſzenierung des Werkes waren
hervor=
ragend und der ſtolzen Tradition der Münchener Oper würdig.
Alle Geſangspartien waren mit erſten Kräften beſetzt, und
Knappersbuſch ſtand am Pulte. In den Hauptrollen
glänz=
ten Rehkempner (Athanaſius), Frau Hüni=Miharſek
(Helga) und Fritz Krauß als Asmodi. — Wenn auch die im
Vergleich zu des Meiſters „Paleſtrina” zurückſtehende muſikaliſche
Erfindung und vor allem die Schwächen des Textbuches dem
Münchener Publikum ſichtlich eine gewiſſe Enttäuſchung
bereite=
ten, war die Aufnahme des neuen Pfitznerſchen Werkes ſehr warm.
Zahlreiche Hervorrufe ehrten nach dem erſten Akte und am
Schluſſe der Aufführung den Komponiſten und die Darſteller.
4. G.
Von der Uniberſität Gießen. Am 15. November begeht Erich
von Tſchermak=Sehſſenegg, ordentlicher Profeſſor an der Hochſchule für
Bodenkultur in Wien, ſeinen 60. Geburtstag. Die Philoſophiſche
Fakul=
tät der Landesuniverſität Gießen hat dieſen Tag zum Anlaß
genom=
men, ihn zum Dr. rer, pol., ehrenhalber zu ernennen.
Kiel: Am Sonntag, den 8 November iſt der Prodekan der
Rechts= und Staatswiſſenſchaftlichen Fakultät der ordentliche
Pro=
feſſor und Direktor des Staatswiſſenſchaftlichen Seminars, Dn
phill.. Dn ver. pol. h. a Julius Landmann, hier geſtorben.
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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15. November 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 317 — Seite 5
as der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 15. November 1931.
zende Andrdnungen zum Schuhe des Rundfunks
iedenen Mitteilungen über zahlreiche Orte, in denen
Amordnungen zum Schutze des Rundfunks beſtehen
zu einer Umfrage bei den Polizeibehörden von 29
krnnt gewordenen Orten Anlaß gegeben. Das
Er=
irtereſſant: An über acht Orten beſtehen die
angeb=
nilichen Anordnungen überhaupt nicht; an 10 Orten
nordnungen längſt aufgehoben; bei den reſtlichen 11
ſeik es ſich nur um allgemein aufklärende
Bekannt=
hne weitere rechtliche Bedeutung und Zwangsgewalt!
noch irgendwo anders polizeiliche Beſtimmungen
dar Art in dieſer Angelegenheit beſtehen ſollten, ſind
ſekanwuſch nach einer Entſcheidung des Oberlandesgerichts
„wirkſam, da nur das Reich für dieſes Gebiet
Anord=
uſſin kann, weil ihm nach der Reichsverfaſſung für das
ſeweſen die ausſchließliche Geſetzgebungsgewalt zuſteht.
Welkmeiſterin Helene Mayer in Darmſtadk.
— Dieſe lockende Ankündigung zielt auf eine
Wohltätig=
keitsveranſtaltung hin, die die Frauenortsgruppe des
Vereins für das Deutſchtum im Ausland am 28. November
unter=
nimmt, um die Not der Darmſtädter Bevölkerung und ihrer
Schutzbefohlenen zu lindern. Mit Dank und Freude wird man
die Nachricht vernehmen, daß ſich in uneigennütziger
Bereitwillig=
keit auch die Darmſtädter Fechter in den Dienſt der guten Sache
geſtellt haben und daß die berühmte Weltmeiſterin des Fechtens
Helene Mayer in gleichem Geiſte ihre Mitwirkung zugeſagt
hat. Einen Teil dieſes „Bunten Abends” werden hervorragende
Kräfte des Landestheaters beſtreiten. Gemeinſamer Tanz nach
den Klängen des Stadtorcheſters wird den Abend beſchließen Der
Kartenvorverkauf bei den Firmen Papier=Leuthner und
Parfü=
merie Müller, Ernſt=Ludwig=Straße, beginnt am Dienstag, dem
17. d. M. Die Preiſe ſind von 1—3 Mk.
nnt wurde: Am 26. Oktober; der Kanzleiaſſiſtent bei
ſuigkanſtalt in Butzbach Friedrich Stork zum
Kanzlei=
mli dem Amtsgericht daſelbſt.
yainsgemeinde. Der zweite Gemeindeabend in der
es Winterprogramms findet am morgigen Montag,
.4. im Gemeindehaus. Liebfrauenſtr., ſtatt. Nachdem
ſtrag über „Natur ohne Gott” einen vollen Saal und
Diskuſſion gefunden, ſteht zu hoffen, daß auch das
dem zweiten Vortrag, den Landeskirchenrat D. Waitz
ohne Gott” halten wird, nicht geringer ſein wird.
ſüväre zu wünſchen, daß die zahlreichen Männer und
qſontſt immer ſo leicht bereit ſind, über chriſtliche
Welt=
bzuurteilen, die Gelegenheit zu ſachlicher Aufklärung
genderſetzung benutzen würden.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus.
Pov.
19—22 Uhr. Heſſenlandmiete WV 8.
Boeeaceio. Preiſe 0.80—5 40 Mk.
Nov.
19½—22 Uhr. T, Gruppe 1. 2, 3. 4, 5, 6, 7 u. 8.
Die verkaufte Braut Preiſe 0.70—5. 60 Mk.
Tov.
19½—22½ Uhr, E7. Boccaccio.
Pieiſe 0. 70——5.60 Mk.
Mob.
20—22½ Uhr. 87. Die Kaiſerin und der
Pferdedieb. Preiſe 0.60—4.30 Mk.
9 Nov.
19½—2234 Uhr. Bühnenvolksbund H3.
Sthello. Preiſe 0.70—5.60 Mf.
20 0
Keine Vorſtellung.
Pov.
ENob.
EMov
20—22½4 Uhr. Darmſtädter Volksbühne, R3.
Gruppe I—IV. Die Dubatry. 070—5 60 Mk.
19—22½ Uhr. D7. Die Macht des Schickſals.
Preiſe 0.70—5.60 Mk.
Kleines Haus.
14½—17½ Uhr. Außer Miete.
Guſtav Adolf. Preiſe 0.50, 1.—, 1.50 Mk.
20—22 Uhr. Zuſatzmiete III 4
Maria Magdalene. Preiſe 060—4.50 Mk.
W.ov.
Keine Vorſtellung.
Aov.
Fov.
Mov
20—22 Uhr. Bühnenvolksbund K 4. Zuſatzmiete
XI u. XII. Maria Magdalene, 0 60—4.50 Mk.
20—2:½ Uhr. Außer Miete. Die Dubarry.
Preiſe 0.30—5 Mk.
20—22 Uhr. Zuſatzmiete Ul 4.
Marig Magdalene. Preiſe 060—4.50 Mk.
20—22½ Uhr. Außer Miete. Der
Waffen=
ſchmied. Ermäßigte Preiſe 0 50—3 Mk.
20—22 Uhr. Opern=
Preiſe 0.40—2 Mr.
und Operetten=Abend.
20—22 Uhr. Zuſatzmiete V6.
Maria Magdalene. Preiſe 0.60—4.50 Mk.
ſſches Landestheater. Heute abend wird im Großen
berühmte Operette „Boccaccio”, aufgeführt.
den Hauptwerken der klaſſiſchen Wiener Operetten=
* zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Boccac=
Eiter des Dekamerons, iſt die Hauptfigur, und die
rwebt einige Liebesabenteuer des Dichters, die er
er Novellen niedergelegt hat. Dem Geſchmack des
ſichanderts entſprechend, wurde früher die Titelrolle
mg erin geſungen. In Darmſtadt wird nun erſtmalig
ucernommen, Boccaccio von einem Tenor (Heinrich
Mirtellen zu laſſen. Die Melodien dieſes Werkes ſind
eirigut geworden. In dieſer Aufführung, die Renato
Aſtert hat (Bühnenbilder: Lothar Schenck von Trapp),
tuppe unter Leitung von Hans Macke hervorragend
ſe geſamte Gruppe tanzt eine Tarantella und einen
tanzs ſio dem perſiſchen Marſch von Johann Strauß). Irene
wültchund die Herren Macke, Blank und Metze tanzen ein
Meöchund eine Tanzpantomime. Die muſikaliſche Leitung
.Pcin Zwißler. — Für die Vorſtellungen des Kleinen
A ber Vorverkauf heute ausnahmsweiſe wegen der
ttoorftellung im Kleinen Haus ſtatt.
— Die Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen
Gymna=
ſiums veranſtaltet am Samstag, dem 21. November, eine
Toten=
gedenkfeier. Schüler des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums werden
aus dem Zyklus „Vor attiſchen Grabmälern” Gedichte von Erika
Spann=Rheinſch vortragen, die aus echter Bewunderung und
tie=
fer Einfühlung in die Schönheit griechiſcher Grabmonumente
ge=
boren ſind. Sorgfältig ausgewählte Lichtbilder werden die
Ge=
dichtvorträge unterſtützen und den Freunden der Antike den
Zu=
gang bahnen zu einem bedeutungsvollen Gebiet griechiſcher
Kunſt=
entfaltung. Den Abſchluß der Feier, bei der auch das
Schüler=
orcheſter mitwirkt, bildet der deutſche und griechiſche Vortrag eines
Abſchnitts aus der berühmten Grabrede des Perikles. Der
Ein=
tritt zu der Veranſtaltung iſt frei. Die Einführung von Gäſten
iſt ſehr erwünſcht.
— Achtung Arbeitsfreiwillige! Wir weiſen auf den Aufruf
von der Heſſ. Flugbetriebs=A.=G. in unſerer heutigen Nummer
ganz beſonders hin. Wie uns die Heſſ. Flugbetriebs=A.=G.
mit=
teilt, handelt es ſich um Erdarbeiten im Intereſſe der Luftfahrt.
Neben der Gewährung von Unterkunft, Verpflegung und
Taſchengeld ſollen fortbildende Kurſe eingerichtet und für
Unter=
haltung in der freien Zeit geſorgt werden.
Sofé zur Oper am Landestheater
laufend Bekanntgabe der Wahlresultate. 185o0
— 3. Akademie=Konzert. Nicht nur aus Darmſtadt und ſeiner
näheren Umgebung, auch aus den umliegenden Städten liefen
Beſtellungen auf Karten ein für den am Montag, den 16. d. M.,
im „Städtiſchen Saalbau ſtattfindenden Lieder= und Arienabend
von Duſolina Giannini. Ein Beweis für das große
In=
tereſſe, das dieſer einzigartigen Künſtlerin allenthalben
entgegen=
gebracht wird, zumal ſie im 3. Akademiekonzert ausnahmsweiſe
den ganzen Abend mit ihrer Kunſt beſtreitet. Es ſei noch
beſon=
ders darauf aufmerkſam gemacht, daß die aus Darmſtadt
vorbe=
ſtellten Karten bis Montag, den 16. d. M.. mittags 12 Uhr im
Sekretariat der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt,
Eliſabethen=
ſtraße 36, abgeholt ſein müſſen, andernfalls über ſie anderweitig
verfügt wird. Den auswärtigen Beſuchern werden die beſtellten
Karten an der Abendkaſſe ausgegeben. Die reſtlichen Karten
ſtehen nur im Sekretariat der Städtiſchen Akademie und an der
Abendkaſſe zum Verkauf.
Back=Kurſe. Wie in früheren Jahren, ſo veranſtaltet das
Gaswerk auch jetzt wieder Weihnachts=Backkurſe. Sie finden
nach=
mittags und abends im neuen Vortragsſaal des Städtiſchen
Gas=
werks Eliſabethenſtraße, 25½ ſtatt, wozu die Hausfrauen
freund=
lichſt eingeladen ſind. Jeder Kurs umfaßt nur 10 bis 12 Damen,
ſo daß eine eingehende Beratung ermöglicht iſt. Bei der
Ein=
teilung werden Wünſche gerne berückſichtigt. Es ſtehen mehrere
Gasherde zur Verfügung, damit die Kurſusbeſucher durch praktiſche
Mitarbeit die vielſeitige Verwendungsmöglichkeit der neueſten
Gasherde kennen lernen. Bei dieſer Gelegenheit werden auch in
einer kleinen Ausſtellung die modernſten Warmwaſſerapparate und
Automaten vorgeführt, die ſich zu Weihnachtsgeſchenken beſonders
eignen. Gasheizöfen verſchiedenſter Art vervollſtändigen die
Aus=
ſtellung. Jede Hausfrau erhält ab Montag, den 16. November,
in unſerem Ausſtellungsraum, Eliſabethenſtraße 25½,
unentgelt=
lich eine Eintrittskarte zu den Kurſen. Wir machen weiter
dar=
auf aufmerkſam, daß die Vorträge Donnerstag, den 19. und
26. November, ausfallen. (Siehe Anzeige.)
— Orpheum .— Märchentheater. Heute, Sonntag, den 15. Nov.
Erſtaufführung: „Zwerg Naſe”, großes Märchen in vier
Bildern, von Bürkner. (Siehe Anzeige.)
Schwarzarbeit — unfallgefährlich.
Ein Grundſtückseigentümer hatte die Putz= und
Anſtrichs=
arbeiten an ſeiner Hoffaſſade nicht einem Bauunternehmer,
ſon=
dern einem Maurer übertragen, der ſie zuſammen mit ſeinem
Bruder ausführte. Als Rüſtzeug lieh der Maurer ſich Leitern
für ein Leiterfeld und ſtellte ſie mit Hilfe eines zweiten
Arbei=
ters, den er ſich vom Arbeitsnachweis für einige Stunden beſtellte,
je nach Fortſchreiten der Arbeiten um. Am Unfalltag ſollte das
Gerüſt wieder umgebaut werden. Als der zweite Arbeiter ſich
gegen 11.30 Uhr einfand, wurde das Gerüſt noch gebraucht. Er
ging daher mit dem Bruder des Maurers in eine Gaſtwirtſchaft,
wo ſie ſich bis um 3 Uhr aufhielten, während der Maurer
inzwi=
ſchen die Anſtrichsarbeiten fertigſtellen wollte. Beide waren
an=
getrunken, als ſie zur Arbeitsſtelle zurückkehrten. Der vom
Ar=
beitsnachweis nachgewieſene Arbeiter ging ſogleich das
Treppen=
haus hinauf, kletterte vom Flurfenſter in der vierten Etage auf
das Leitergerüſt und beſtieg dort eine bereits losgebundene,
7 Meter lange Leiter bis zur letzten Sproſſe, ohne den
warnen=
den Zuruf eines unbeteiligten Augenzeugen zu beachten. Die
völlig freiſtehende Leiter geriet ins Schwanken, der Verunglückte
verlor den Halt und ſtürzte ab.
Dieſer durch verſchiedene Zeugenausſagen belegte Tatbeſtand
ergibt, daß der Verunglückte ſeinen Tod in der Hauptſache ſelbſt
verſchuldet hat.
Darüber hinaus liegt aber die Schuld in der ganzen Art der
Arbeitsausführung, die aufs neue die großen Gefahren der
Schwarzarbeit dartut. Statt die Arbeit einem Unternehmer zu
übertragen, der das erforderliche Rüſtzeug zur Verfügung hat,
fachkundige Arbeitskräfte ſtellt und die Arbeiten pflichtgemäß
be=
aufſichtigt, nahm der Hauseigentümer einen Maurer an, der, um
die Preiſe der Unternehmer unterbieten zu können, alles
behelfs=
mäßig erledigte, an Rüſtzeug und Arbeitskräften ſparte und die
polizeilichen und berufsgenoſſenſchaftlichen Vorſchriften nicht
be=
achtete. Daß der Verunglückte bereits mit dem Abbruch des
mangelhaften Gerüſtes begann, während der Maurer weit unten
noch darauf arbeitete, war nur möglich, weil jede Leitung und
Aufſicht fehlte. Für eine geringe Verbilligung der Arbeiten, die
nicht zuletzt auf Nichtzahlung der Steuern und
Sozialverſicherungs=
beiträge zurückzuführen iſt, wurde ſo Leben und Geſundheit der
Arbeiter leichtfertig aufs Spiel geſetzt. Leider wird ein großer
Teil der Reparatur= und Renovierungsarbeiten in Althäuſern in
dieſer Weiſe ausgeführt Es iſt an der Zeit, daß die zuſtändigen
Behörden ſich der Bekämpfung der im Baugewerbe immer mehr
um ſich greifenden Schwarzarbeit widmen!
oleum -Stragula
Stückware — Läufer — Teppiche
Schleiermacherstr. 23
Jung, LOrn d LO. (am Gericht) (61914
— Das Union=Theater bringt nur kurze Zeit, vielſeitigen
Wünſchen entſprechend, in Neuaufführung die reizende Tonfilm=
Operette der Ufa „Die drei von der Tankſtelle”, mit Lilian
Har=
vey. Willy Fritſch. Heinz Rühmann und Oskar Karlweiß in den
Hauptrollen.
— Das Helia=Theater zeigt nur noch heute und morgen Greta
Garbo in ihrem neueſten Tonfilm „Romanze‟,
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft nur noch heute und
mor=
gen in Neuaufführung der Tonfilm über den internationalen
Mädchenhandel „Die grüne Kugel
— Im Rahmen einer Film=Morgenfeier wird im Helia=
Thea=
ter heute vormittag 11.15 Uhr der intereſſante Sportfilm „Die
Spur durchs weiße Land” zum letzten Male wiederholt.
Zuſtimmungserklärungen zum Vergleichsverfahren der
Darmſtädter Volksbank. Von der Leitung der Darmſtädter
Volks=
bank wird uns geſchrieben: Vor etwa einer Woche hat die
Ver=
waltung der Volksbank die Formulare für die Zuſtimmungen
zum gerichtlichen Vergleich an alle Gläubiger herausgeſandt.
Bis=
her liegen etwa 3000 unterzeichnete Zuſtimmungen vor. Sie
be=
weiſen das lebhafte Intereſſe weiteſter Kreiſe an dem
Zuſtande=
kommen des angeſtrebten Vergleichs, welcher nach den geſetzlichen
Beſtimmungen nunmehr die einzige Möglichkeit bietet, den
Kon=
kurs der Volksbank und als Folge davon den Zuſammenbruch
einer großen Zahl von Exiſtenzen zu verhüten. Noch iſt dieſe
Ge=
fahr jedoch nicht beſeitigt. Es fehlt noch eine erhebliche Anzahl
von Zuſtimmungen. Ihre Einreichung ſollte baldigſt erfolgen
damit die erforderlichen Unterlagen dem Amtsgericht rechtzeitig
eingereicht werden können. Soweit Zuſtimmungserklärungen
rechtzeitig hereingegeben werden, erübrigt ſich die Teilnahme an
dem auf den 4. Dezember 1931 feſtgeſetzten Vergleichstermin.
— Warnung vor einer Schwindlerin. Es wurde in den
letz=
ten Tagen wiederholt verſucht, in einzelnen Geſchäften
Auswahl=
ſendungen zu erlangen, wobei Adreſſen angeſehener
Perſönlich=
keiten vorgetäuſcht wurden. Die betreffende Schwindlerin nahm
dann die Pakete vor dem betreffenden Hauſe in Empfang, betrat
zum Schein das betreffende Haus, um dann unauffällig zu
ver=
ſchwinden. Alle Geſchäftsleute werden dringend gewarnt.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 15. November 1931, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung
bereit: Dr. med. Gallus=Bismarckſtraße 23, Telephon 3148;
Dr. med. Hammer=Karlsſtraße 95, Telephon 632: Frl. Dr.
med. Kalcher=Rheinſtraße 37, Telephon 3296.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
ſchließenden Woche den Nachtdienſt vom 14. bis 21. November die
Apotheke am Juſtizpalaſt. Bismarckſtr. 9, und die Einhornapotheke,
Kirchſtraße 10½
Lokale Beranſtalfungen.
Die Hierunter erſcheinenden Rotizen ſind ausſchſietzſich als Hinweiſe auf Ameiemn m betradhten.
imn keinem Falle irgendwie als Beſprachung oder Kri
Im Bürgerhof Eliſabethenſtraße 2, findet heute der
3. Bunte Abend, unter Mitwirkung der bekannten Humoriſten
ſtatt.
— Ludwigshöhe. Sonntag, nachm. 4 Uhr: Konzert.
Tageskalender für Sonntag, den 15. November 1931.
Konzerte: Rheingauer Weinſtube Winzerfeſt, Zur Oper,
Schloßkeller, Sportplatz=Reſtaurant am Böllenfalltor,
Herrn=
gartenkaffee, Kaffee Ernſt Ludwig, Alter Ratskeller, Kaffee
Ganßmann Konzert und Tanz, Hotel und Reſtaurant Poſt
Kon=
zert und Tanz, Zum Datterich, Ludwigshöhe nachm. 4 Uhr
Konzert. — Orpheum, 3.30 Uhr: Märchentheater: „Zwerg
Naſe‟ — Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und
Palaſt=Lichtſpiele.
Oar aidsasatelsssstsg sängim
10 Liter CDZstenn gen
Welalter Gaaasssbhraft!
So außerordentlich ergiebig, so billig, so sparsam ist (!Nur I Eßlöffel auf 10 Liter
—Eimer heißes Wasser — schon haben Sie eine leistungsstarke Arbeitshilfe, die
Ihnen das Aufwaschen, Spülen und Reinigen ungemein erleichtert
und beschleunigt. Und wie vielseitig ist G! Da gibt es nichts in
Küche und Haus, was d nicht mühelos, Schnell und gründlich
säubert. Undufhaltsam weicht Schmutz und Fett dieser kraftvollen
Reinigungshilfe, In hellstem Schein blitzen und blinken Schüsseln,
Teller und Tassen — klar und rein strahlt Marmor und Glas. Alles
atmet gepflegte Sauberkeit — in kürzester Zeit — mit wenig Mühe!
Bei allen Reinigungsarbeiten stets
Henkel’s Aufwasch-, Spül-und Reinigungsmittel
für Haus- und Küchengerät.
Hergestellt in den PerstL-Werken.
Seite 6 — Nr. 317
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. NovemE
Aus Heſſen.
Schädlingsbekänapfung int Winker
iſt in manchen Fällen einfacher und wirkſamer als zu anderen
Jahres=
zeiten. So wird die Kaninchenplage am beſten nach Neuſchnee, wenn
die befahrenen Baue an den Spuren leicht kenntlich ſind, bekämpft.
Näheres über die Niederhaltung der Kaninchenplage enthält
das Flugblatt Nr. 7 der Biolog. Reichsanſtalt. Auch gegen die
Rat=
ten, die ſich zu Beginn der kalten Jahreszeit auf den bebauten
Grnndſtücken zuſammenzuziehen pflegen, iſt — ſoweit nicht ſchon
ge=
ſihehen: — nunmehr unverzüglich vorzugehen. Die in Frage
kommen=
den Bekämpfungsmaßnahmen ſind in dem Flugblatt Nr. 66 aufgeführt.
Aus den kahlen Baumkronen ſind die leicht aufzufindenden Miſteln
(Viscum album) zu entfernen. (Vgl. Flugblatt Nr. 32.) Auskünfte
über Pflanzenkrankheiten und =ſchädlinge erteilen die zuſtändigen
Hauptſtellen für Pflanzenſchutz, deſſen Anſchriften das Merkblatt Nr. 4
enthält.
Wirkſame Mittel zur Schädlingsbekämpfung
kann man ſich ſelbſt herſtellen. Genaue Vorſchriften für die
Zuberei=
tung von Spritzbrühen gegen Krankheiten und Schädlinge findet man
in den Flugblättern Nr. 46: Erprobte Mittel gegen tieriſche
Schäd=
linge, und Nr. 74: Erprobte Mittel gegen Pilzkrankheiten. In vielen
Fällen wird man die von der chemiſchen Induſtrie hergeſtellten
Fertig=
präparate vorziehen. Erprobte Getreidebeizmittel ſind in dem Merkblatt
Nr. 7 aufgeführt.
Preis der Flug= und Merkblätter je Nummer 5 Pfg., portofrei.
Erhältlich durch die Heſſiſche Hauptſtelle für
Pflanzen=
ſchutz in Gießen. Poſtſcheckkonto in Frankfurt a. M. Nr. 37 259
Dg. Arheilgen. 14. Nov. Spülung des
Waſſerrohr=
netzes. In der Nacht von Montag auf Dienstag findet, abends
8.30 Uhr beginnend, eine Spülung des Waſſerrohrnetzes ſtatt. Die
Spülung des Waſſerrohrnetzes in Kranichſtein findet am
Mitt=
woch, den 18. November, abends 8.30 Uhr, ſtatt. — Frohſinn=
Repue. Die von dem Geſangverein „Frohſinn” unter dem Titel
„Frohſinn=Revue” zuſammengeſtellte und kürzlich mit großem
Er=
folg dargeſtellte Bildfolge gelangt am Sonntag, den 15.
Novem=
ber, abends, zur Wiederholung.
Griesheim, 14. Nov. Weidenverſteigerung. Am
Montag, 16. November, nachmittags, wird die Weidenernte der
Gemeinde Griesheim in 17 Loſen im Saale „Zum grünen Laub”,
hier, öffentlich verſteigert. Im Anſchluß hieran kommt die
Ab=
nutzung der Weidenköpfe in 21 Loſen zur Verſteigerung.
v. Pfungſtadt, 13. Nov. Für die Landtagswahl iſt die
hieſige Gemarkung in vier Abſtimmungsbezirke eingeteilt. Sämtliche
Wahlhandlungen finden allerdings in der Knabenſchule ſtatt.
Abſtim=
mungsvorſteher ſind Gemeinderat Hechler im erſten Bezirk,
Gemeinde=
rat Wälke im zweiten Bezirk, Landwirt Jakob Jäger 9. im dritten
Bezirk und Gemeinderat Hch. Crößmann 13. im vierten Bezirk.
Gegenwärtig ſind hier ſeitens des Verkehrsvereins Pfungſtadt
Beſtre=
bungen im Gange, die Autobuslinie Darmſtadt-Pfungſtadt—
Hahn bis Gernsheim zu verlängern. Auch der Verkehrsverein
Gerns=
heim hat ſich bereits auf Anſuchen Pfungſtadts mit der Frage befaßt.
Man kam überein, demnächſt eine gemeinſame Ausſprache ſtattfinden
zu laſſen, in der alles Nähere beſprochen werden ſoll. Damit würde
neben dem wichtigen Verkehr zwiſchen Pfungſtadt und Gernsheim
gleichzeitig eine neue und begrüßenswerte Verbindung zwiſchen
Darm=
ſtadt und Gernsheim bzw. dem Rhein geſchaffen.
Cp. Pfungſtadt, 14. Nov. Ihren 82. Geburtstag begeht
am Sonntag die Witwe Marie Ley, wohnhaft Mühlbergſtraße.
4k. Nieder=Ramſtadt, 14. Nov. Obſt= und
Gartenbau=
verein. Den Beſtellern von Obſtbäumen ſei mitgeteilt, daß die
Bäume in den erſten Tagen eintreffen. — Geſangverein „
Ein=
tracht=Freundſchaft‟. Das für Anfang November d. J.
geplante Herbſtkonzert mußte beſonderer Umſtände halber verlegt
werden. Es findet nun wahrſcheinlich am Sonntag, den 6.
De=
zember d. J.. ſtatt.
Roßdorf, 12. Nov. Das Gedächtnis des Geburtstags
Martin Luthers wurde am Sonntag in einem Gemeindeabend
des Evang. Bundes begangen. Der mit Lutherbild, Kirchenfahnen und
Blattgrün geſchmückte Saal Kaffenberger war wieder wie bei allen
die=
ſen Veranſtaltungen von Hunderten gefüllt. Im Mittelpunkt des
Abends ſtand der Vortrag des Ortspfarrers: „Eine neue Reformation”.
Eine neue Reformation — ſo führte der Redner aus —, die wir alle
auf allen Gebieten unſeres Volkslebens im Geiſte Luthers zu vollziehen
haben, wird unſer Volk aus ſeinen Nöten führen. Der Vortrag war
umrahmt von vortrefflich vorgetragenen Weiſen unſeres Poſaunenchors
unter der bewährten Leitung von Fritz Geiß und von ſinnigen
Gedicht=
vorträgen der Jugendbündler Minna Kirſchner und Fritz Haas.
Ge=
meinſame Lieder und der Verkauf von Lutherſchriften fügten ſich ein.
5 neue Mitglieder traten dem Ev. Bunde bei. Die Koſten des Abends
wurden durch eine Tellerſammlung gedeckt. Die ſchlichte Feier hat den
Gedanken der Reformation neu vertieft und geſtärkt — Am Sonntag,
den 15. November, predigt hier im Vormittagsgottesdienſt der in
unſe=
rer Gemeinde in gutem Gedenken ſtehende Herrnhuter Miſſionar
Keller=Heidelberg. Er ſpricht auch im Kindergottesdienſt und
nachmit=
tags in der Kirche in einem beſonderen, durch Gegenſtände
veranſchau=
lichten Miſſionsvortrag.
f. Roßdorf, 13 Nov. Treibjagd. Die erſte Treibjagd fand
in hieſiger Gemarkung ſtatt; es wurden 11 Rehe erlegt. —
Holz=
fällung. Mit den Holzfällungen im hieſigen Gemeindewald
wird am 16. d. M. begonnen werden. Die Holzmacherpartien,
welche aus je vier Mann beſtehen, ſind bereits gebildet:
insge=
ſamt ſind in dieſem Jahre nur 7 Partien zuſammengeſtellt. Auch
einige geeignete Wohlfahrtserwerbsloſe finden Verwendung.
Da=
durch wird einer Anzahl Arbeiter auf einige Zeit lohnende
Ver=
dienſtmöglichkeit geboten. — Unfall. Beim Spielen in einer
Nachbarſcheuer fiel die 8jährige Marie Gunkel, Löwengaſſe,
in=
folge eines Gefachdurchbruches derart unglücklich in die
Scheuer=
tenne, daß ſie ſich einen komplizierten Armbruch und eine ſtarke
Kopfverletzung zuzog. Die Verletzungen machten die Einlieferung
des ſeit längerer Zeit ſchon leidenden Mädchens in ein
Darm=
ſtädter Krankenhaus notwendig.
T. Dieburg, 13. Nov. Die Frauengruppe der
Arbeiterwohl=
fahrt veranſtaltete dieſer Tage im Saale der „Ludwigshalle” einen
Bunten Abend. Derſelbe war überaus zahlreich beſucht. An
Hand eines gut zuſammengeſtellten Programms konnten den
an=
weſenden Gäſten einige ſchöne Stunden bereitet werden. Die
Einkünfte dieſes Abends ſollen zugunſten der notleidenden
Bevöl=
kerung Dieburgs Verwendung finden.
— Hergershauſen, 13 Nov. Hohes Alter. Am 15.
Novem=
ber feiert Frau Marie Reinheimer in geiſtiger und
körper=
licher Rüſtigkeit ihren 84. Geburtstag.
T. Semd, 13. Nov. Bei dem diesjährigen Holzhieb ſollen
hauptſächlich nur die Wohlfahrtserwerbsloſen der Gemeinde beſchäftigt
werden. Dieſelben mußten ſich aus dieſem Grunde am Sonntag auf
der hieſigen Bürgermeiſterei melden. Es kommen von ihnen 20 Mann
in Betracht, wovon bereits 12 die in Frage kommenden Arbeiten
ver=
dichtet haben, ſo daß die anderen 8 noch ganz gut aufgenommen
wer=
den können.
Ds. Fränkiſch=Crumbach, 14. Nov. Unfall. Am Freitag war in
dem Bauernhof Güttersbach beim Dreſchen der Dienſtknecht Lannert
mit dem Strohaufſetzen beſchäftigt. Dabei fiel er von dem Strohſtock
und riß ſich an einem in der Mauer befeſtigten Haken eine ſchwere
Fleiſchwunde in den Unterarm. Auch die Blutader wurde ſtark
ver=
letzt. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus nach Darmſtadt
gebracht.
R. Pfaffen=Beerfurth i. Odw., 14. Nov. Oeffentliche Ge
meinderatsſitzung. Am kommenden Montag, 16. d. M
findet in dem unteren Saal des hieſigen Schulhauſes eine öffen
liche Gemeinderatsſitzung bezüglich der Winterbeihilfe ſtatt.
Odenwälder Lebkuchenfabrikation. Unſer Oertche
ſteht im Mittelpunkt der Odenwälder Lebkuchenbäckerei, und
weit über die Grenzens Heſſens hinaus mit ſeinen ganz vorzi
lichen Honigkuchen bekannt. Jedes Jahr, wenn die Herbſtarbeit
auf den Feldern alle verrichtet ſind, beginnt die Bäckerei. Dur
die zahlreichen Bäckereien" finden auch verſchiedene Einwohn
wahrend dieſer Backſaiſon einen Verdienſt.
4z. Neuſtadt i. Odw. mit Burg Breuberg (D. J. H.), 13. Nov.
Win=
terhilfe. Die Winterhilfe, die von dem beſtehenden Ausſchuß (
Bür=
germeiſter, Beigeordneter Gemeinderechner, den beiden Geiſtlichen
evang, und kath. Konfeſſion und den beiden älteſten Lehrern) geleitet
wurde, ergab im großen und ganzen angeſichts der allgemeinen
Not=
lage ein immerhin noch tragbares Ergebnis. An barem Geld gingen
64,10 Mark ein. Die Zeichnung an Obſt ergab etwa 11 Zentner, an
Kartoffeln 5 Zeutner, an Lebensmitteln für die Küche 1 Zentner und
verſchiedene Laib Brot. Außerdem wurden noch guterhaltene Stücke
an Kleidungsſtücken, Wäſche und Schuhen gezeichnet.
Bn. Hirſchhorn, 14. Nov. Todesfall. Am vergangenen
Mon=
tag verſtarb hier eine der älteſten Eimwohnerinnen unſeres Städtchens.
Frau Kathar. Bleh Witwe. Sie ſtand im hohen Alter von
86 Jahren. Die Beerdigung hat bereits ſtattgefunden.
Aus dem Wahlkampf.
Rudolf Breitſcheids lehter Appell.
* Auch die Sozialdemokratiſche Partei hatte am Vorabend der
Wahl noch zu einem letzten Appell aufgerufen, und die Feſthalle
war ſtark beſetzt. Zunächſt ſprach der bekannte Führer des Allg.
Deutſchen Gewerkſchaftsbundes, Brandes, über Gewerkſchaften
und Harzburg. Er erklärte, daß die von der ſogenannten „
natio=
nalen Oppoſition” verdammten „November=Verbrecher” doch 1918
das Reich aus dem Untergang gerettet hätten, in den es 1914 von
„Harzburger” Kräften geſtürzt worden ſei. Heute kleideten ſich
die Reaktionäre in das nationale Gewand, um Währung, Löhne
und Rechte der geſamten Arbeitnehmerſchaft zu zerſchlagen Frau
Pringsheim=Darmſtadt appellierte an die Frauen ſich von
der romantiſchen Heldenpropaganda der Nationalſozialiſten nicht
umfangen zu laſſen. Welche Stellung der Frau im Dritten Reich
zugedacht ſei, ergebe ſich ſchon aus der Tatſache, daß die
National=
ſozialiſten nicht eine einzige Frau auf ihren Wahlvorſchlag geſetzt
hätten.
Rudolf Breitſcheid, der Vorſitzende der S. P. D.
zeichnet dann ein Bild der internationalen Situation. Die
Wirt=
ſchaftskriſe habe durch die Kreditabzüge des Auslands für uns
beſonders ſchwere Auswirkungen gezeitigt. Die Politik der letzten
10 Jahre dürfe der Sozialdemokratie nicht angerechnet werden;
je habe nie führend regieren können. Sicherlich habe man auf
allen Seiten lange vergeſſen, daß Deutſchland einen Krieg verloren
hatte und nur mit geborgtem Auslandsgeld eine Scheinblüte
her=
vorgerufen wurde. Zu gleicher Zeit hätten die „nationalen Herzen”
für Hitler geſtimmt und gezahlt, aber ihr Geld ins ſichere
Aus=
land gerettet. Inflationsmoral Fehlrationaliſierung und Fehl
leitung des Kapitals durch die „Führer” des heutigen
Wirtſchafts=
ſyſtems hätten zu der Maſſenarbeitsloſigkeit geführt, zu der Theſe
„Gewinn für den Privatkapitaliſten, Verluſt für die
Allgemein=
heit”. Leider verſchafften ſich Induſtrie und Landwirtſchaft
Rieſen=
ſubventionen, doch die arbeitswilligen Maſſen müſſen darben. Der
Nationalſozialismus ſei der Steigbügelhalter der Kapitaliſten und
Reaktionäre, für ihn bedeute alles nicht=gefallende Marxismus
und Sozialismus. Gerade Harzburg habe den ewigen Widerſpruch
zwiſchen Beſitz und Arbeitnehmerſchaft ans Licht gebracht,
Der Nationalſozialismus habe keinen beachtlichen Einbruch in die
Arbeiterſchaft zu verzeichnen, ſondern freſſe nur die bürgerlichen
Parteien auf. Die wenigen Schaffenden bei Hitler ſollten die
Kaſtanien, der Induſtriebarone, Oſtelbier und Spießbürger aus
dem Feuer holen, die Angſt vor dem unausbleiblichen Abſinken
ins Proletariat führe die zukunftsbetrogene Jugend des
Bürger=
tums zu dem „National=Sozialismus”, und der dieſen jetzt noch
zuſammenhaltende Kitt beſtehe aus Romantik und unklarem
Natio=
nalismus. Die internationale Zuſammenarbeit der Sozialiſten
habe die Rheinlandräumung und die Erleichterungen in der
Tri=
but= und Kreditfrage erreicht. Um italieniſche
Diktaturmaß=
nahmen in Deutſchland zu verhindern, habe die S. P. D. die
bis=
herige Politik getrieben, da ein einiges Proletariat der Reaktion
noch nicht entgegengeſtellt werden könne. In dieſer Stunde ſei ein
Wort ernſter Mahnung an die Regierung
notwen=
dig, endlich dem Terror der Rechtsradikalen ein
Ende zu machen, ſonſt ſei die Duldung der Regie=
rung am Ende. Entweder Kampf der Regierung
Privatarmee von Umſtürzlern, oder Kapitulation der
rung vor Hitler. Die S P. D. erwarte baldige Antwau
Regierung und halte ſich bereit zum Kampf mit
Regierung gegen den Fascismus.
* Schluß=Verſammlung der N. 5. 2.A.E
Am geſtrigen Samstag abend, dem letzten Ta=
Wahl, hatte die Nationalſozialiſtiſche Deutſche
Arbeite-
letzte Wahlverſammlung. Die Turnhalle am Woog
ziemlich gut beſetzt, der Einzug der Stürme und dä
der Kapellen vollzogen ſich in dem gewohnten Rahn
der Verſammlung war Herr Heß.
Der in der Verſammlung anweſende Reichs fi
ſchwediſchen Nationalſozialiſten, Herr Dr. J
ſprach zunächſt längere Zeit, insbeſondere über ſchur
ruſſiſche Verhältniſſe. Ueber deutſche Politik durff
reden. Auch Schweden ſei jetzt ein Volk ohne Raum
Weg führe hier aus allen Nöten heraus, und dieſer
Nationaler Sozialismus. Der Redner, welcher 5ſ
Sprache ſehr gut beherrſchte, fand lebhaften Beifall.
Als eigentlicher Referent des Abends hatte Herr
Gauleiter und Liſtenführer der N. S. D. A. P., zum
wählt: „Macht Schluß esiſtaus. Lenz kam
auf den Eindruck der Hitler=Verſamlung zu
ſprech=
klärte, daß er es für unmöglich halte, nach einer ſolg
verſammlung eine Brandrede zu halten. An die Sur
Weltkrieg vor entſcheidenden Ereigniſſen und Kämw
fend, ſprach Lenz über den Menſchen, der die
Kämpff=
entſcheiden ſoll und erinnerte an die Morde und Gewu
in den letzten Wochen an S.=A.=Leuten in Heſſen geßi)
Wann komme endlich die Zeit, in der nicht mehr Qu
dern Gewalt antäten? Der 15. November werde im
N. S. D. A. P. die Macht bringen und es komme a.
an dem die Quittung für jede Untat präſentiert m
möge nicht über deſpotiſche Diktaturabſichten der Mäit
liſten ſchimpfen, denn wenn es zur Herrſchaft der N.
nicht käme, dann werde das deutſche Volk den aſiat
tismus der von Wladiwoſtok bis zur volniſchen Crse
im Original kennen lernen. Nur ein Wall von Merd
nur heißeſte Liebe zum deutſchen Vaterlande könne
Bolſchewismus retten. Ueberall. in Frankreich, in
England, Italien und auch in Rußland herrſche der
mus, nur Deutſchland laufe internationalen Ideen tn
Schluß trat der Redner noch für ein Berufsbeamten m
nur auf Vorbildung und Leiſtungen ſich aufbaue
Die Verſammlung verlief in Ordnung und Ruh=
Deutſche Volkspartei. Die Mitglieder werdem!
merkſam gemacht, daß ſich die Mitglieder der D. V. P..
ab 8 Uhr bei Chriſt. Darmſtadt, Grafenſtraße, —
den, um die Wahlreſultate entgegenzunehmen.
Ch. Hainſtadt, Kr. Erbach, 13. Nov. Fleiſchabſchlag.
Die hieſigen Metzgermeiſter ſind in den letzten Tagen mit den
Fleiſchpreiſen erheblich heruntergegangen. Es koſtet das Pfund
gutes Rindfleiſch 60 Pfg., das Pfund Schweinefleiſch 80 Pfg.
Dieſe Preiſe ſind den heutigen wirtſchaftlichen Verhältniſſen
ent=
ſprechend vollkommen gerechtfertigt. Nur der Züchter des Viehs,
der Landwirt, kommt nicht auf ſeine Rechnung.
Bd. Alsbach a. d. B., 13. Nov. Die Hausſammlungen zum
Beſten der diesjährigen Winternothilfe geht ihrem Ende
ent=
gegen und zeitigte bis jetzt ein ſelten gutes Ergebnis, wenn
nicht gar das beſte im weiten Umkreis des Landes. An Hand der
Haus=
haltsliſte wurde am 1. Okt. d. Js. die Einwohnerſchaft zahlenmäßig
mit 1325 Seelen errechnet, welche den netten Barbetrag von annähernd
1000 Mk. für die Winterhilfe aufbrachten. Auch eine große Menge
Kleidungsſtücke ſowie 50 bis 60 Zentner Kartoffeln und eine größere
Menge Lebensmittel, wie Fleiſch, Fett und Brot wurden geſtiftet. Das
letztere wurde von den hieſigen Geſchäftsleuten gezeichnet. An dieſem
überaus guten Refuliat der Hausſammlung erſieht man, daß die hieſige
Einwohnerſchaft den von der Freien Wohlfahrtspflege ergangenen
Not=
ruf nicht überhört hat, und der ſelten gute Opferſinn alle Anerkennung
verdient. Die Verteilungskommiſſion, beſtehend aus den Herren Pfr.
Kaitzer, deſſen Stellvertreter J. Dentler, dem Vorſitzenden des
Bauern=
vereins Georg Dörr, K. Wenz, L. Bonin 2. und Ph. Mahr ſowie
Frei=
frau von Wangenheim, har ſchon ihres. Amtes gewaltet und einen Teil
der geſpendeten Kartoffeln an bedürftige Familien verteilt. Die
Ver=
teilung nimmr ihren Fortgang.
„Miae Mischungen.
aud Kathreiner und.
Mhnankaffee aifts mdt
Mkaufen
Gernde dieſe Miſchung ſchmeckt
aber bekanntlich ganz beſonders gur.
Alſo: einzeln kaufen, bitte, und ſolbſt
miſchen —es lohnt wirklich!
Ca. Lorſch, 14. Nov. In den Sielen geſtorben. Nach
einer 30jährigen treuen Pflichterfüllung im Dienſte des Heſſiſchen
Staa=
tes wurde geſtern der Regiſtrator des hieſigen Amtsgerichts, Herr
Juſtizſekretär, Ludwig Würſching, auf ſeiner Arbeitsſtätte vom
Tod überraſcht. Schon längere Zeit ſchwer leidend, erlitt er geſtern
nachmittag gegen 5 Uhr einen heftigen Blutſturz, der ſeinem Leben im
Alter von 48 Jahren ein plötzliches Ende machte.
— Gernsheim. 14. Nov. Waſſerſtand des Rheins am
13. November —0,10 Meter, am 14. November —0,11 Meter.
* Wolfskehlen, 15. Nov. Winterhilfe. Am letzten Sonntag
wurde in der hieſigen Gemeinde die Sammlung für die Winterhilfe
durchgeführt. Das Ergebnis iſt für die 1200 Seelen zählende
Einwoh=
nerſchaft recht zufriedenſtellend. Es konnten 183.50 RM. und 130
Zent=
ner Kartoffeln nebſt einer Menge Gemüſe und Obſt abgeliefert werden.
42. Langen, 14. Nov. Hohes Alter. Am kommenden
Dienstag kann Frau Ottilie Alter, geb. Thon, ihren 80.
Geburts=
tag begehen.
— Offenbach, 13. Nov. Von der Sonderausſtellung des
Deutſchen Ledermuſeums. Das Intereſſe für die ſchöne
Aus=
ſtellung des Ledermuſemus in Offenbach a M. iſt, nachdem wegen des
außerordentlich ſtarken Beſuches eine Verlängerung auf nunmehr neun
Wochen ſtattfinden mußte, noch ſehr lebhaft. Im Oktober wurden
neben acht öffentlichen Führungen bisher 18 Führungen von
geſchloſ=
ſenen Korporationen veranſtaltet. Insgeſamt nahmen ohne die
Schul=
klaſſen 1157 Perſonen an den Führungen teil. Die Geſamtzahl der
Beſucher beträgt bis heute 21 230 Perſonen.
Aa. Kelſterbach, 15. Nov. Tot aufgefunden. Zwiſchen den
Stationen Kelſterbach und Frankfurt=Schwanheim wurde die Leiche
eines ungefähr 70 Jahre alten Mannes auf dem Bahnkörper
aufgefun=
den. Der Kopf war vom Rumpfe getrennt. Auch war ein Arm
ab=
geriſſen. Ob Unfall oder Selbſtmord vorliegt, muß die nähere
Unter=
ſuchung ergeben. Den erſten Ermittlungen nach handelt es ſich um
einen Muſikalienhändler.
Große Skarkenburger
Provinzial-Geflügel-Ausſtelung in Langel
* Langen, 14. IM
Heute wurde im Beiſein der Vertreter der verſchneße
perſchaften die diesjährige Provinzial=Geflügel=Auzſp
die Provinz Starkenburg, die der rührige Geflüg
1898 dankenswerterweiſe übernommen hatte, feierl ch
Der Vereinsvorſitzende Herr J. Althaus, hieß Ee
Gäſte in einer kurzen Anſprache herzlich willkommen
u. a. als Vertreter der Landwirtſchaftskammer Herr.
ker=Darmſtadt, vom Landwirtſchaftskammerausſcht.3
kenburg Herrn Gutsbeſitzer Bauer=Fränkiſch=Crum
Bürgermeiſter Zimmer=Langen, vom Landes= bzm
Geflügelzuchtverband die Herren Brohm=Dand
Ackermann=Sprendlingen, vom Bezirksverbang
Herrn J. Koch=Sprendlingen, und verſchiedene Ehmn
die ſich um den Verein beſonders verdient gemacht
Dr. Denker überbrachte die Grüße und beſten
Landwirtſchaftskammer und ihres Präſidenten Hen !.
in beredten Worten auf die immer wachſende Bedemtgl
flügelzucht für Deutſchlands Wirtſchaft hin. Herr Bial
im Namen des Landwirtſchaftskammerausſchuſſes Sta10)
wünſchte der Schau einen erfolgreichen Verlauf.
Brohm und Ackermann überreichten dem Vux
noch eine Ehrenurkunde des Heſſ. Landesverbcnl
Eröffnungsfeierlichkeit ſchloß ſich dann ein RundgarFuM
Ausſtellung an, die im Saalbau „Zum Lindenfels” P
überſichtlich untergebracht iſt.
Faſt 700 Nummern aller Art Geflügel cnt9ſ
Teilen der Provinz ſind zuſammengebracht worden.
gabe fachmänniſcher Urteile iſt das ausgeſtellte ON
ganz hervorragender Güte. Man kommt &
zeugung, daß in der Züchtung guten Raſſe= und antel
geflügels wirklich etwas geleiſtet worden iſt.
Unter den Hühnern iſt beſonders die Rho.
Schau nicht nur quantitativ, ſondern auch qualitat SM
net. Bei den Rhodeländer=Stämmen (1.4 Tiere) erie!
guter Stamm des L. Völker 2., Mörfelden den Exf,
Heſſ. Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft. Abend
teilung der ſchwarzen Rheinländer zeigt Hutg
wobei die bekannte Zucht der Gebr. Rummel, Langen:
geſchnitten hat. — Das „Modehuhn”, weiße
amer-
horn, iſt weniger vertreten. Dagegen ſind noch die
gezeigten Wyandottes hervorzuheben, ſowie die
der verſchiedenen Farbenſchläge.
Bei dem Waſſergeflügel iſt die Schau
nu=
ganz hervorragend gut. Neu und beachtenswert ſind
Khaki=Campbell=Enten, die neben guten
eine ſehr begehrte weiße, anſehnliche Schlachtware EN
Alle Arten Ziergeflügel Zwerghühner u.”
vervollſtändigen das Ganze in beſter Weiſe. Hier
noch etwas Beſonderes zu erwähnen, und das iſt —u‟
Re
gebautes Gehege=Voliere Ziergeflügel des E. Koc
gen, ein kleines „Vogelparadies”, mit prächtigſten ( gezeichneten Brautenten, Kanarien uſw., ſor)
wie man es ſelbſt auf ſehr großen Schauen kaum be
kann.
Skraßenbericht
für die Woche vom 15. bis 21. November?)
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club=
Fernverkehrsſtraßen in Heſſew
Frankfurt a. M.—Gießen (Ortsdurchfahrt Butzbach) ar
7—16 Uhr geſperrt. Umleitung: Nußallee und 2—
Butzbach.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Büches—Büdingen vom 13. Oktober bis auf weiteres 9e‟
tung: Orleshauſen.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Glashütten—Steinberg vom 8. 10. bis auf weiteres geſper.”
Glashütten, Hirzenhain.
Köln—Mainz (linksrheiniſch), Fernverkehrsſtraße. Der *
in Koblenz teilt mit, daß dieſe Straße zwiſchen Koſt.
len—Stolzenfels vom 1. 11. bis 1. 12. eine Verkehrs.
der Weiſe erleidet, daß zeitweiſen Richtungsverkehr
Dieſer Richtungsverkehr wird durch Poſten in der
daß der Verkehr abwechſelnd in der Richtung Nord Nd
gegeben wird und die Fahrzeuge abwechſelnd in Die
den der Bauſtelle durch Schranken getrennten Fähr—
werden. Den Anordnungen dieſer Poſten iſt unbe"
leiſten.
4e. Herrnsheim, 14 Nov. unglücksfall. Gil**
wirt, der in ſeiner Scheune hantierte, rutſchte ſo ungle
glitſchigen Stelle aus, daß er beim Fallen den rechen.
5. November 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 317 — Seite 7
Mu4
„ Shiel und Jucnen
Handball.
zo=ſium Darmſtadt — O.=R. Heppenheim 8:7 (5:1).
iauusgeſagt, nahm das Spiel einen äußerſt
intereſſan=
der die etwa 300 erſchienenen Zuſchauer von Anfang
feſſeln vermochte. Bezeichnend einerſeits für die
Awwehr der Darmſtädter Hintermannſchaft,
anderer=
ſchlechte Arbeit des Heppenheimer Sturms, der ſeine
in Einzelgängen verpuffte, iſt der Umſtand, daß
Heppenheim erzielten Tore durch Strafwürfe zu=
Nach anfänglichem unſicherem Spiel fand ſich die
Mannſchaft bald gut zuſammen und erzielte in
ge=
flotten Kombinationszügen den Halbzeitſtand 5:1.
S höhung auf 6:1 zu Beginn der zweiten Spielhäfte
ſorenheim mit Rieſeneifer auf eine Verbeſſerung des
onen Torunterſchieds hin. Der Erfolg blieb nicht aus.
ticter waltete in einwandfreier Weiſe Förſter, Sport=
— Als weiteren Gegner hat nun das Realgymnaſium
nächſten Woche den Meiſter der Gruppe Oſt=
Starken=
ſhen.
zade. 46 Darmſtadt—TV. Sprendlingen.
Uhr empfangen die 46er den Turnverein
Sprend=
huft lligen Rückpflichtſpiel auf ihrem neuen Sportplatz
MMußten ſich doch die 46er im Vorſpiel in
Sprend=
hachörige Niederlage gefallen laſſen. Daß dieſes
Re=
urmal iſt, wollen die 46er am Sonntag im Rückſpiel
Aufgabe kann aber nur bei Hergabe des ganzen
Eifers bis zur letzten Minute erfüllt werden. Bei
Eſt beſonders gefährlich der Sturm, in deſſen Reihe
Leonhardt und Kreiſel die 46er Hintermannſchaft
were Probe ſtellen werden. Um 2 Uhr ſpielen die
ſinſturen beider Vereine. Hoffen wir, daß den beiden
ia rechter Leiter bevorſteht und zum Wohle des
Tur=
geworben wird.
Leichkakhlehk.
EK 98 im Mannſchafts=Waldlauf vor A. S. C.
ſhieathleten des Akademiſchen Sport=Clubs und des
98 Darmſtadt ſtarteten geſtern nachmittag zu einem
ſampf über eine etwa 4 Kilometer lange
Waldlauf=
äufer waren am Ablauf, von denen jeweils 5 als
ewertet wurden. Der beſondere Reiz dieſer
Werbe=
lag darin, daß der Einzellauf entfiel, dafür aber
je=
ſärufer Hand in Hand das Ziel durchlaufen mußten.
Euf der ganzen Strecke intereſſante Kämpfe, in denen
fhilS. Cer. verſuchten, ihre beſten Läufer durch
Tempo=
hn dem übrigen Feld zu trennen. Dieſer Verſuch ſchei=
Aund auf dem letzten Teil der Strecke ging die erſte
twdes Sportvereins in Führung, um ſicher als Erſter
nrten vor der 1. Mannſchaft des A. S. C., die 14:09
Erigte, einzukommen. Auf den dritten und vierten
twei weitere Mannſchaften des Sportvereins Sie
76 bzw. 15:27 Minuten vor der zweiten A.S.C.=
1542 Min.) ein. Die Wertung der beiden erſten
edes Vereins entſprechend ihrer Placierung ergibt
enis von 4:7 Punkten zugunſten des Sportvereins
Rot=Weiß, Darmſtadt.
Arthletik=Abteilung hält als Jahresabſchluß am Sonn=
ᛋᛋ sjagd ab. Das Jagdgebiet führt in den ſchön
hlald bei Waſchenbach. Treffpunkt 9.30 Uhr am Böl=
rtverein Frankfurt ſiegte im 5. Kampf der
Frank=
ſo aftsmeiſterſchaft der Amateurboxer über Eintracht
tn.
nurde am Freitag in New York vom Tommy Lough=
9unden nach Punkten geſchlagen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Aüendes Werktags=Programm. 6.15: Wetter, Gymnaſtik.
ymnaſtik — Wetter o 7.15: Frühkonzert (Schall=
755: Waſſerſtand. O 12: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen.
EMert. O 12.40: Nachrichten, Wetter. 0 12.55: Nauener
Mo 13: Konzert (Fortſ.). O 13.50: Nachrichten. O 14:
O 14.05: Gießener Wetterbericht. 15.05: Zeit,
MeA ungen. O 17.00, 18.30, 19.30: Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 15. November.
ger Hafenkonzert. Glocken vom Großen Michel.
che Morgenfeier.
haf: Einführung zur Oper „Boris Godunow” von M.
aky.
*9. Bach=Kantate: Ach, wie flüchtig, ach, wie nichtig.
yattenkonzert.
tnutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
ſioe des Landes.
de der Jugend. Ernſte Balladen. — Friede auf Erden.
Kaus dem Jahre 1648 von Schnitthenner.
üittagskonzert des Funkorcheſters.
Brge u. Prof. Salomon: Ein Franzoſe ſieht Deutſch=
Dammerſtunde: Dreißig unterhaltſame Minuten.
breisträger. Otto Wirz: Erik Axel Karlfeldt, Träger
MMurpreiſes für 1931.
tenachrichten.
auf zwei Flügeln. Ausf.: Poldy Sperling=Donath,
eſhiedene Frau. Operette von Leo Fall.
Wetter, Nachrichten, Sport.
yſe der heſſiſchen Landtagswahlen. — In den Pauſen:
Wussmuſik auf Schallplatten.
Königswuſterhauſen.
SWelle: Gleichbleibendes werttags=Programm. 6.30:
ae 6.45, 18,55: Zeit, Wetter für den Landwirt.
Ailkonzert. O 10.35, 13.30: Nachrichten. O 12: Wetter
Dn irt. O 12.05: Schallplatten bzw. Schulfunk. O 12.56:
it. 14.00: Schallplatten. o 15.30: Wetter, Börſe.
Deutſche Welle: Sonntag, 15. November.
HGcmnaſtik.
Busger Hafenkonzert.
Eiltzngen und praktiſche Winke für den Landwirt.
Berrückblick auf die Marktlage.
elandwirte Deichmann und Tröſcher: Beſuch des
Wirt=
tess auf einem Bauernhof.
yPzſeier. — anſchl.: Glockengeläut des Berliner Doms.
envorherſage.
* Waum lieſt aus eigenen Werken.
9 Bach=Kantate: Ach wie flüchtig, ach wie nichtig.
Mäthel lieſt eigene Gedichte.
2 BBela ſpielt mit 200 Künſtlern zu Gunſten der Winter=
Beiliner Sportpalaſt.
eerariſche Weimar ſpricht. Am Mikrophon: Dr. h. e.
Goerſter=Nietzſche, J. Schlaf. J. Schaffner.
Rilonzert des Zitherklubs 1897 Neukölln.
urbeitet eine Erziehungsberatungsſtelle? Lehrſpiel von
Scher lieſt aus eigenen Arbeiten.
ſtthaltungsmuſik der Kapelle Alfred Brox.
Snens: Männergeſang und Oeffentlichkeit.
*r Shmid: Neue Beobachtungen an Affen i der
RAlsft.
eDpt Dr. Vöhringer: Zum Winterhifswerk in Deutſch=
Nren: Hugo Lederer zum 60 Geburtstag.
Hartmann: Menſchen im Kampf ums tägliche Brot.
MSeper: 1001 Nacht. Fantaſtiſche Operette von Johann
MBe, Tages= und Sportnachrichten.
Msſit des Fred Bird=Tanzorcheſters.
15.15 Uhr,
15.15 Uhr,
9.30 Uhr,
Sporkkalender.
Handball.
Woogswieſe: Tgde. 46 — T.=V. Sprendlingen.
Dornheimer Weg: Poſt — T.=V. Nieder=Ramſtadt, 2.
Leichtathletik.
Böllenfalltor: Rot=Weiß Fuchsjagd.
Engliſcher Fußball.
Die Spitzengruppe unverändert.
Im engliſchen Fußball gab es am Samstag keine beſonderen
Ueberraſchungen, die Spitzengruppe blieb ſogar unverändert, da
die führenden Mannſchaften ſämtlich ſiegreich blieben. Es führt
alſo weiter Everton mit 23:7 Punkten vor Weſtbromwich Albion
mit 21:11 Punkten, Huddersfield Town mit 20:10 Punkten und
Arſenal mit 19:11 Punkten. Everton überfuhr Chelſea mit nicht
weniger als 7:2 Treffern, auch Weſtbromwich und Arſenal
erziel=
ten klare Siege. Weſtbromwich Albion fertigte die berühmte
Aſton Villa mit 3:0 ab, und die Londoner waren zu Hauſe über
den Nachbarn Weſtham United 4:1 erfolgreich Huddersfield Town
hatte es in Portsmouth ſchwerer, um zu einem knappen 2:1=Erfolge
zu kommen. Die übrigen Ergebniſſe der erſten Klaſſe waren:
Bir=
mingham—Leiceſter City 2:0, Blackburn Rovers—Middlesborough
4:2 Blackpool—Sheffield Wednesday 1:2, Derby County—
New=
caſtle United 1:1. Mancheſter, City—Grimsby Town 4:1,
Shef=
fiel United—Bolton Wanderers 4:0. Sunderland—Liverpool 1:3.
In der zweiten Klaſſe behauptete ſich Leeds United durch einen
ſicheren 4:1=Sieg über Preſton Northend an der Spitze.
In Schottland konnte der langjährige Meiſter Glasgow
Rangers, der in dieſem Spieljahre längſt nicht ſeine alte
Spiel=
ſtärke erreicht und zurzeit kaum daran denken kann, wieder
Mei=
ſter zu werden, gegen Clyde nur ein mageres Unentſchieden von
2:2 herausholen. Dabei hatten die Rangers noch den Platzvorteil.
Ein Amateur=Länderkampf England—Irland
kam in York zum Austrag. Die Engländer holten ſich hier einen
knappen 3:2=Erfolg.
Im Stuttgarter Sechstagerennen iſt der Berliner Maczinſky
durch einen Sturz ſchon in der erſten Nacht ausgeſchieden. Nach 19
Stunden liegen am Samstag nachmittag Peix/Dayen mit 16
Punk=
ten vor Rauſch/Hürtgen mit 4 Punkten an der Spitze.
Dülberg/Grimm ſind im Chicagoer Sechstagerennen auf den
ſiebenten Platz mit zwei Runden Rückſtand zurückgefallen.
Die 30=Tage=Fahrt für Automobile auf dem Nürburgring
wurde am Samstag mittag beendet. Gefahren wurden insgeſamt
455,022,136 Kilometer.
Neuſel=Berlin zwang bei den Hamburger Berufsboxkämpfen
am Freitag den Luxemburger Maurer in der 9. Runde zur
Auf=
gabe. Der Breslauer Tobeck ſiegte über den Berliner Hartkopp
nach Punkten.
Der Ofen brennt nicht, wenn die Schlacke nicht entfernt wird. Der
Menſch iſt auch nicht geſund, wenn ſein Blut nicht rein iſt. Darum ſoll
man das Blut reinigen, die Schlacken aus dem Körper entfernen, dann
iſt man geſund und lebensfroh, klar im Denken und kräftig im
Han=
deln. Ein natürliches Hilfsmittel vermag das Blut zu
reinigen, alles das aus dem Körper auszuſcheiden, was nicht
hinein=
gehört. Das iſt der bekannte antirheumatiſche Apoth. P. Grundmanns
Vulneral=Tee. Aerztlich empfohlen und beſonders begutachter
bei Neigung zu Rheumatismus, Gicht, Ischias und
Ar=
terienerkalkung. Vulneral=Tee iſt in allen Apotheken
erhält=
lich. Die Beachtung der heutigen Anzeige hierüber, woraus alles
wei=
tere hervorgeht, wird hiermit beſonders empfohlen.
Fenſter abdichten.
Kälteſchutz in den Wohnungen.
Undichte Fenſter und Türen laſſen die Zugluft in Wohn= und
Arbeitsräume eindringen und verurſachen großen Kohlenverbrauch und
mancherlei Krankheiten. Zur Vermeidung dieſes Uebelſtandes bedient
man ſich neuerdings der ſogenannten
Metall=Wetter=Strips,
aus Spezial=Bronze hergeſtellter Metallſtreifen, die in den Fenſterfalz
eingenagelt werden und durch Federkraft die Luftſpalten abſchließen.
Die Feder drückt ſich immer feſt an den Fenſterrahmen an und macht
das Eindringen der kalten Außenluft und das Entweichen der warmen
Zimmerluft unmöglich. (Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
Weiterberichl.
Der flache hohe Druck mit ſeiner Ausdehnung über Deutſchland
bewirkte in unſerem Bezirk Temperaturgegenſätze zwiſchen Tag
und Nacht von zirka 10 Grad. Die bereits von Weſten her
er=
kennbare Verſchlechterung der Wetterlage macht weitere
Fort=
ſchritte. So hat ſich die Störung über Island ſehr weſentlich
ver=
tieft und erſtreckt Ausläufer bis nach der Biskaya hin, die ſich
durch kräftigen Temperaturanſtieg und an der Küſte Frankreichs
ſchon durch Regenfälle bemerkbar machen. Im Laufe des
mor=
gigen Tages werden ſich auch bei uns die Anzeichen des
Witte=
rungsumſchlages einſtellen, und mit Beginn der kommenden Woche
ſind wärmeres Wetter und Niederſchläge zu erwarten. Weitere
Störungen über dem Atlantik laſſen erkennen, daß vorerſt kein
beſtändiges Wetter von längerer Dauer in Ausſicht ſteht.
Ausſichten für Sonntag, den 15. November 1931: Nebel= und
Dunſtbildung mit Aufklaren, Temperaturen nachts noch in
Gefrierpunktsnähe, dann Milderung, gegen Abend
aufkom=
mende Niederſchlagsneigung.
Ausſichten für Montag, den 16. November 1931: Niederſchläge,
be=
deckt und wärmer.
Hauptſchriftlettung: Rudolf Maupe
Verantworiich für Poltk und Wirtſchaft: Rudelf Maupe: für Feuilleton, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Karl Bshmann,
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert. Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittelungen: Wiliy Kuhle
Drnck und Verlag: L. C. Wlttich — ſcmtlich in Darmſtadt.
Fch unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Dien Derllung wigt culich
die filtriunende Wirkung der
Frucbtigkeit im Mundende einer
Atilab obne Mundtück. Der
Tabak it dunkler geworden als
bei der Mundstück-Cigaretr, bei
der dar Mundstück dar
Eindrin-
gen der Feucbtigkeit verbindert.
ſelbstverständlich ohne Mundstück rauchen
weil es gesünder ist und besser schmeckt
Ein einfacher Vergleich zeigt Ihnen, warum die
Cigarette ohne Mundstück besser schmeckt und
gesünder ist. Rauchen Sie zu gleicher Zeit
ab-
wechselnd eine Atikah und irgendeine Cigarette
mit Mundstück. Bei jedem Zuge an der
Mund-
stück-Cigarette werden Sie deuclich empfnden,
wie der Rauch heiß und beißend scharf auf Ihre
Zunge strömt, während der Rauch der Atikah
angenehm kähl und mild ist.
Die Erklärung dafür änden Sielwenn Sie die
erwas über die Hälfte aufgerauchten Cigarenten
mit einer scharfen Schere spalten. Unter der
Lupe —aber auch schon mit bloßem Auge—vr:
kennen Sie, daß der Tabak im Mundende der
Atikab bedeutend dunkler ist als bei der
Mund-
stück-Cigarette. Am dunkelsten ist er an dee
Feucheigkeitsgrenze.
Dorr hält nämlich die Feuchrigkeit, deren
Kltrierende Wirkung eine wissenschaftlich
fest-
stehende Tatsache ist, die Stoffe fest, die den
bit-
deren, scharfen Geschmack geben und die Kehle
geizen. Ein Mundstück dagegen läße die ältries
gende Feuchtigkeit nicht durch, ganz abgesehen
davon, daß es schon an und für sich das Aroma
beeinträchtigt, weil es nach Klebstoff.oder ge-
Krbtem Papier schmeckt.
AUSLESE-CIGARETTEN
Selbstverständlich
OHNE MUNDSTÜCK
Sefte 8 — Nr. 317
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Nove
für Erwerbsloſe.
Erwerbsloſt
Neue Telegrammſchmuckbläkker der Reichspoft.
Freie Scholle‟
Gemeinſchaftsküche der Arbeitsloſen in der Siedlung
in Berli.
Die Erwerbsloſen einer Siedlung im Berliner Norden haben gemeinſam eine Kücke
in der ſie gutes und ſchmackhaftes Eſſen für 10 Pfennige pro Portion erhalten.
Di=
tur dadurch möglich, daß das Eſſen von erwerbsloſen Männern und Frauen
bereä=
dafür keine Bezahlung, ſondern freie Mittag= und Abendmahlzeiten erhall=
Die neuen Glückwunſchtelegramme.
Die Reichspoſt hat ſoeben mehrere neue Schmuckblätter für Telegramme herausgebracht, die aus
Anlaß feſtlicher Gelegenheiten von dem Publikum beſtellt werden können.
Reich und Ausland.
Ein netter Beſuch.
Wirges (Weſterwald). Der Verwalter der
hieſigen Parteikaſſe der Kommuniſtiſchen Partei
und der Kaſſe der Roten Hilfe, Preußer, hatte
ſeit mehreren Tagen einen Freund aus
Dort=
mund zu Beſuch. Mittwoch früh verſchwand der
gute Freund, ohne ſich zu verabſchieden, mit ihm
der Inhalt der beiden Kaſſen, der einen
immer=
hin anſehnlichen Betrag darſtellen ſoll.
Vier Todesopfer einer Gasvergiftung.
Fürthi. B. Einer Gasvergiftung fielen in
der Nacht zum Samstag der 63jährige
verwit=
wete Anſtreicher Kett mit ſeinen Töchtern im
Alter von 13, 16 und 18 Jahren zum Opfer.
Die vier Perſonen wurden geſtern früh in ihrer
in der Gutenbergſtraße gelegenen Wohnung tot
aufgefunden. Es liegt ein Unglücksfall vor, der
auf das Loslöſen eines poröſen Gummiſchlauchs
von der nicht abgeſchloſſenen Gasleitung
zurück=
zuführen iſt.
Der Mord an dem Kraftwagenführer Pohl
aufgeklärt.
Berlin. Der Mord an dem
Kraftwagen=
führer Pohl iſt ſchnell aufgeklärt worden. Am
Freitag abend hat einer der beiden in dieſer
Angelegenheit Feſtgenommenen, der
Streckenar=
beiter Hermann Wittſtock, ein Geſtändnis
abge=
legt. Er gibt an, daß er und der zweite
Ver=
haftete namens Rohrbach zunächſt die Abſicht
ge=
habt hätten, auf der Landſtraße von
Schöner=
linde nach Buchholz einen Bäckerwagen zu
über=
fallen und den Kutſcher der viel Geld bei ſich
führen ſollte, zu erſchießen. Zu dieſem Zweck
habe ihm Rohrbach eine Piſtole gegeben. Da er
in der Bedienung der Waffe zu unerfahren
geweſen ſei, ſei der Schuß nicht losgegangen.
Etwas ſpäter habe man den Plan endgültig zur
Ausführung bringen wollen. Man habe einen
Kraftwagenführer zur Mithilfe geſucht, habe
aber keinen geeigneten Mann gefunden. Mit
Rohrbach ſei er dann in ein Kino und
an=
ſchließend in ein Bierlokal gegangen. Hier ſei
Rohrbach auf den Gedanken gekommen, mit
einem Mietskraftwagen über Buchholz
hinaus=
zufahren und den Führer zu erſchießen. An
der Kirche in Pankow habe man Pohl, der dort
mit ſeinem Wagen auf eine Fuhre wartete, zu
einer Fahrt nach Sperlingsluſt aufgefordert.
Wittſtock gab dann eine genaue Schilderung der
Mordtat. Danach iſt Pohl nicht gleich tödlich
ver=
letzt worden. Er hat vielmehr noch die Droſchke
verlaſſen und iſt erſt dann durch einen zweiten
Schuß getötet worden. Geld habe man, ſo ſagte
Wittſtock aus, bei Pohl nicht gefunden. Der
zweite Täter, Rohrbach, hat ſich noch nicht zu
einem Geſtändnis bequemt.
Vom Berliner Reif- u. Spring=Turnier
Deutſcher Handelsdampfer rekkei
Admiral aus Seenok.
Hegel=Gedenkfeier in 5.
Stuttgart. Aus Anlaß
de=
tages des in Stuttgart geborenen
Hegel, der am 14. November 1831
ſtorben iſt, fand geſtern vormitta
Haus des Württembergiſchen
Qi=
eine gemeinſame Gedenkfeier der —u1
ſchen Regierung, der Stadt Stutw
drei württembergiſchen Hochſchulei
Gedenkrede hielt Univerſitätsproffſ
ring, Tübingen, der betonte, daß arſt
fühl uns erfülle, daß auch Hegel, mi
andere im Reiche des Geiſtes, ein 5
Seine volle Höhe erreichte er Eh
ſeiner Heimat, ſondern erſt im ſt—
den. Es gehört wohl zum Weſensz/
ben, wie des Deutſchen überhaup
volle Höhe erſt in der Einheit der
Nord und Süd erreichen können.
die von muſikaliſchen Vorträgen
ſchen Orcheſters der Techniſchen Scl
rahmt war, wohnten auch Staat=p
Bolz, Kultusminiſter Dr.
Bazille=
meiſter Dr. Lautenſchlager ſowie S.
treter von Wiſſenſchaft und Wirtſſ
Der Dampfer „Derfflinger” (Norddeutſcher Lloyd).
Oben rechts: Der Chef der engliſchen Oſtaſienflotte, Vizeadmiral Sir Howard=Kelly.
Dem deutſchen Dampfer „Derfflinger” gelang es, an der chineſiſchen Küſte einen engliſchen
Marine=
tender Petersfield” aus höchſter Seenot zu retten und die Beſatzung zu übernehmen. An Bord
dieſes Schiffes befand ſich der Oberbefehlshaber der engliſchen Flotte im Fernen Oſten, Sir W. A.
Howard=Kelly.
Calmette=Prozeß.
Lübeck. Zu Beginn der
Samstagverhand=
lung gab Rechtsanwalt Dr. Wittern eine
Er=
klärung ab, die ſich zunächſt gegen das
Verhand=
lungsprogramm des Vorſitzenden wendet. Es
be=
ſtehe die Gefahr, daß in dem einen oder anderen
Abſchnitt erſcheinende Frageſtellungen,
Vorbe=
halte und Erörterungen ſpäter in Vergeſſenheit
gerieten. Die Erklärung ſchloß mit einer Bitte
an den Vorſitzenden, jeden einzelnen Krankheits=
und Todesfall von Anfang bis Ende geſchloſſen
durchzuverhandeln. Weiter bat Dr. Wittern im
Auftrage der Nebenkläger den Vorſitzenden, die
Zeugen beſonders darauf hinzuweiſen, daß ſie
trotz etwa vorliegender innerer Hemmungen die
volle Wahrheit zu ſagen hätten.
Oberſtaatsan=
walt Dr. Linau ſchloß ſich in dieſer Hinſicht der
Erklärung an, ebenſo Rechtsanwalt Dr. Ihde.
Der Verteidiger von Dr. Altſtaedt, Rechtsanwalt
Dr. Hoffmann, lehnte eine etwaige
Programm=
änderung entſchieden ab. Der Vorſitzende
be=
tonte, daß er verſuchen werde, den Wünſchen der
Nebenkläger Rechnung zu tragen, daß er die
Zeugen in Zukunft beſonders auf ihre
Eides=
pflicht hinweiſen werde.
Sodann wurde die Erkrankung des Kindes
Schulz beſprochen, das im Januar 1930, alſo vor
der Einführung der Calmette=Fütterung in
Lü=
beck mit dem B. C. G. genährt worden war. Bei
ſpäteren Nachunterſuchungen hatte man
feſtge=
ſtellt, daß das Kind nicht erkrankt war. Erſt in
der letzten Zeit haben ſich aber
Erkrankungs=
erſcheinungen gezeigt. Nebenkläger und der
Oberſtaatsanwalt beantragten Unterſuchungen
des Kindes, um feſtzuſtellen, ob
Fütterungs=
tuberkuloſe vorliegt. Das Gericht lehnte dieſen
Antrag ab, erklärte aber, daß auch der Fall ſelbſt
unterſucht werden müſſe. Daran ſchließt ſich eine
längere Erörterung der Sachverſtändigen über
dieſen Fall.
Sodann kommt es zu einem außerordentlich
ſcharfen Zuſammenſtoß zwiſchen den
Sachverſtän=
digen über die Diagnoſe der
Fütterungstuberku=
loſe. Trotz Abwehr des Vorſitzenden erklärt der
Sachverſtändige, Prof. Dr. Much=Hamburg, in
einem an ihn gerichteten Brief beſtätige Prof.
Joſeph Koch vom Robert=Koch=Inſtitut, daß es
bei der Fütterungstuberkuloſe durchaus keine
Primärinfektion gebe, und daß es überhaupt
nicht darauf ankomme, wie die Bazillen
einge=
führt worden ſeien. Die Fütterungstuberkuloſe
könne auch auf dem Weg über die
Magenſchleim=
häute und über den Lauf des Blutes entſtehen.
In ſehr erregtem Ton ſagte Prof. Dr. Bruno
Lange, daß er dieſe Aeußerung Joſ. Kochs nicht
billige und auf dem Standpunkt des Prof. Dr.
Schürmann ſtehe. Darauf gibt Prof. Langſtein
u. a. die Erklärung ab, was man jetzt in Lübeck
als Fütterungstuberkuloſe anſehe, ſei eine
der=
artige Ueberſchwemmung eines
Säuglingsorga=
nismus mit hochwertigen Bazillen, wie man ſie
überhaupt noch nicht geſehen habe, und
hoffent=
lich auch nicht wieder ſehen werde. Darauf
er=
klärt wieder Prof. Much, daß er Hunderte von
Rindern und Affen auf Fütterungstuberkuloſe
unterſucht und niemals eine Primärinfektion
gefunden habe. Zum Schluß weiſt Rechtsanwalt
Wittern darauf hin, daß ſich nunmehr die
Var=
trupps der Sachverſtändigen in Marſch geſetzt
hätten, weshalb auch das Gros wieder nach
Lübeck kommen müſſe.
Das Gericht ſtellt dann die Beſchlußfaſſung
über den Beweisantrag, das Kind Schulz zu
unterſuchen, zurück. Dagegen wurde ein
Beweis=
antrag angenommen, Dr. Jakob Meyer darüber
zu hören, ob auf ſeine Veranlaſſung hin in den
für die Aufklärung der Eltern beſtimmten
Druck=
ſachen das Wort „Impfung” vermieden worden
iſt, damit die Anwendung des B.C.G. bei der
Abneigung der Bevölkerung gegen das Impfen
nicht auf Widerſtand ſtoße. Nach der
Verneh=
mung einiger Aerzte über weitere
Krankheits=
befunde, wurde ein Antrag Dr. Witterns, die
Verhandlung bis Donnerstag zu vertagen und
ſämtliche Sachverſtändigen wieder nach Lübeck
zu rufen, abgelehnt.
Die nächſte Sitzung findet am Montag ſtatt.
Großfeuer in einem Danziger Kc/
Danzig. In der Nacht zum
in dem Hauſe Langgaſſe 19, in dern
fektions= und Manufakturwarenge 7000
ſtenbergs Witwe befindet, ein Fanu
bald das ganze Innere des Gebäwa
ſetzte. Da das Treppenhaus bei: 9n
Feuerwehr bereits in Flammen ſtn
Löſcharbeiten ſehr ſchwierig. Erl
wurde durch eine zuſammenbrechemoſ”
oberen Stockwerk abgeſchnitten u M
über eine Leiter ins Freie rettem R
wehrmann wurde durch herabfalle-dn4
Holzteile leicht verletzt. Die Wammd
zum größten Teil verbrannt. Der 3E0
ſich auf weit über 100 000 Gumch
Nach dreiſtündiger angeſtrengter T
die Feuerwehr abrücken.
Zeppelin=Bilanz.
Friedrichshafen. Nach
menſtellung des Luftſchiffbaues Bi0
die bisher durchgeführten 232 Fall
ſchiffs „Graf Zeppelin” eine Ge
3588 Std. oder 149 Tagen und
bei wurden 349 827 Kilometer zu
Bord befanden ſich insgeſamt 154
davon waren 8778 Paſſagiere. An
insgeſamt, einſchließlich der Arkrisſ
33 147 Kilogramm, an Poſt 118290
befördert. Die Geſamtnutzlaſt 7
Kilogramm, während die Geſamt.”e
auf 3 788 890 Kilogramm belief.
Er enkdeckke das fehlend EN
Reiterkinder in hiſtoriſchen Koſtümen,
eine Schaunummer, die bei dem jetzt in Berlin
ſtattfindenden Reit= und Springturnier
wieder=
um großen Beifall fand.
Kaiſer Karls Abdankungsurkunde verſchwunden.
Berlin. Seit längerer Zeit geführte
Nach=
forſchungen haben — Blättermeldungen aus
Wien zufolge — ergeben, daß die
Abdankungs=
urkunde Kaiſer Karls vom 11. November 1918
unauffindbar verſchwunden iſt. Dieſe wichtige
Urkunde, in der Kaiſer, Karl auf jeden Anteil
an den Staatsgeſetzen verzichtete, war in den
Archiven des Juſtizpalaſtes untergebracht und iſt
aller Vorausſicht nach mit den übrigen Akten
des neuen Staatsarchivs am 15. Juli 1927
ver=
brannt. Es ſind damals auch die Akten des
Staatsrates von 1848, die Archive des
Innen=
miniſteriums, das Polizeiarchiv bis 1848, viele
Miniſterratsprotokolle und andere für die
Ge=
ſchichtsforſchung wertvolle Dokumente zugrunde
gegangen.
Dr. Jacob Paviſh.-
Dozent für Chemie an der Corn e
im Staate New York, hat nach
Unterſuchungen das in der verm
der Elemente bisher noch fehe,ſ
Nr. 87 nunmehr in mehreren
feſtgeſtellt. Das bisher noch Ir
Element iſt ſtark lichtemm
November 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Favag=Prozeß.
Nr. 317 — Seite 1
herta. M. Am Freitag ſtand
wie=
uskunftei Wys Müller u. Co im
ſye Verhandlung. Man verſuchte in
ſeite Geſchäft einige Klarheit zu
and die Geſchäftsvorgänge derart
ſax ſie, vor allen Dingen auch durch
e Hauptbeſchuldigten Becker,
reſt=
uclären ſind. Es ergibt ſich wieder
urch die Direktoren der Favag von
fübervorteilt wurden. So hat es
=Eunftei der Mittelsmann Frankl
yr Schluß insgeſamt zirka 250 000
tcenſt einzuſtecken. Von Intereſſe
ung, daß der Vorbeſitzer der
Aus=
ſcert, 100 000 RM. à fonds perdu
uö ſellſchaft zahlen wollte, daß aber
150 000 RM. einſteckte und nicht
Es bedurfte ſpäter einer
Arreſt=
ſeiten der Induſtriekredit, daß
0v00 RM. wieder zurückgab. Aus
ſtten des Gerichts ergab ſich folgen=
Auskunftei Wys Müller u. Co.
dte nehmen der Favag nicht in
Er=
ſtmm. Aus dieſem Grunde wurden
ſtüchbaum als Treuhänder beſtellt.
ier Gerichts haben jedoch die beiden
Aun dieſe Treuhänderſchaft dazu
leigenen Vorteil herauszuholen.
üiſte der Auskunftei immer weiter
yrachten, ſtießen Becker und Kirſch=
Blrunftei an die Favag ab. Wie=
Aitſchbaum nur vorgeſchoben war,
wurch das Fehlen von Becker nicht
dimfalls kann Kirſchbaum für jene
Aulaubhaft nachweiſen, daß er
über=
ſtä tigt war und ſich oft auf Reiſen
er über die einzelnen
Buchungs=
bt unterrichtet ſein konnte.
Nach=
ielle Seite mit Herrn Frankl
da=
bwar, daß dieſer die 100 000 RM.
ſotren die freundſchaftlichen Be=
//Konzerngeſellſchaften mit ihm
kelt. Als der Erſte Staatsanwalt
gt, ob man mit Unterbeteili=
Ite weiteres jonglieren könne, wie
ob man eine ſolche einfach
ab=
lwenn ſie einem nicht mehr
ge=
oet Kirſchbaum, daß nach ſeiner
r Einzahlung ſeiner 16 666 RM.
häl gung noch gar nicht perfekt war,
ſe endgültige Berechnung erſt
ſpä=
hllte. In der darauf folgenden
Ver=
fiü Zeugen Rechtsanwalt. Dr.
Stet=
ankfurt a. M., prallten die
An=
ritiſchen Kollegen ſcharf aufein=
vie eiwerostoſen Heotang orginmt.
Folgen einer Unvorſichtigkeit.
is. Zwei junge Arbeiter zer=
Kworſichtigkeit während der Fahrt
inis Eiſenbahnwagens. Aus Angſt
ſickung ſprangen ſie aus dem fah=
Einer wurde von den Rädern
er=
ſtik, während der andere mit
ſetungen auf den Gleiſen liegen
Awehrere Stunden ſpäter gefunden
Typen neuer Siedlungsbauten.
Links oben: Bau eines ländlichen Siedlungskomplexes im Oſten Berlins. Unten: Die
kleinſte Siedlungsform: Wohnlauben. Rechts: Arbeitsloſe bauen ſich ſelbſt ihr Heim in der
neuen Siedlung von Brandenburg an der Havel. — Die Siedlungsbewegung ſteht jetzt im
Vorder=
grund der Beratungen der Reichsregierung. Der neue Siedlungskommiſſar Dr. Saaſſen hat ein
ausführliches Programm für verſchiedene Siedlungsformen von der kleinen Wohnlaube am Rande
der Stadt angefangen bis zum Bauernhaus inmitten eines kleinen Landbeſitzes, ausgearbeitet.
Vielfach iſt mit dem Bau der Häuſer, in denen Erwerbsloſe Heim und Arbeit finden werden,
bereits begonnen worden.
Anderthalb Zentner Dynamit geſtohlen.
Hachenburg (Weſterwald). In der
Don=
nerstag nacht wurde in das oberhalb des Ortes
Büdingen, im Steinbruch der Linzer Baſalt=
A.=G. gelegene Sprengſtoffmagazin ein Einbruch
verübt und insgeſamt anderthalb Zentner
Dyna=
mit geſtohlen.
Ein Knabe von einer Handgranate getötet.
Saarbrücken. Wie aus Metz gemeldet
wird, hatte ſich ein Unteroffizier als Andenken
an ſeine Dienſtzeit eine Handgranate mit nach
Hauſe gebracht und das gefährliche Geſchoß auf
einen Schrank gelegt. Der zehnjährige Bruder
des Unteroffiziers fand die Granate und
bear=
beitete ſie mit einem Hammer. Plötzlich flog das
Geſchoß in die Luft und riß den Knaben
buchſtäb=
lich in Stücke. Der Kopf wurde vollkommen
zer=
ſchmettert. Durch den ſtarken Luftdruck wurde
auch die Wohnungseinrichtung zertrümmert.
Einſturzunglück in Neapel.
Neapel. In einem Hauſe, das zum Teil
als Privatſchule eingerichtet war, zum Teil als
Arbeiterquartier diente, ſtürzten in zwei Etagen
die Decken ein. Dabei wurden vier Perſonen
getötet, unter ihnen zwei Kinder, und 13
ver=
letzt, unter denen ſich ebenfalls zwei Kinder
be=
fanden. Der Kronprinz beteiligte ſich bei
ſtrö=
mendem Regen an den Rettungsarbeiten.
18 Mann des „Giorgios” verloren.
Paris. Der Schlepper „Iroiſe” kehrte nach
mehrtägiger Fahrt wieder in ſeinen Heimathafen
Breſt zurück, nachdem er vergeblich den am Kap
Finiſterre in Seenot geratenen Dampfer „
Gior=
gios” geſucht hat, den ein anderer Schlepper
ge=
ſichtet hatte. Man muß annehmen, daß die
reſt=
lichen 18 Mann der Beſatzung des „Giorgios”,
die von dieſem Schlepper nicht gerettet werden
konnten, umgekommen ſind.
Zum 60. Geburkstag des Bildhauers
Hugo Lederer.
Prof. Hugo Lederer,
der berühmte deutſche Bildhauer, feiert am
16. November ſeinen 60. Geburtstag. Lederers
Plaſtiken haben in vielen deutſchen Städten an
hervorragenden Plätzen Aufſtellung gefunden.
Schreckensſzenen bei einer Feuersbrunſt
in Brüſſel.
Zwei Frauen beim Sprung aus dem
Fenſter tödlich verunglückt.
Brüſſel. In einer im Mittelpunkt der
Stadt gelegenen dreiſtöckigen Konditorei brach in
der Nacht zum Samstag ein Feuer aus, das
mit großer Schnelligkeit um ſich griff. Die
Be=
wohner des Hauſes verſuchten, ſich über die
Dächer und durch die Fenſter zu retten. Von
drei Frauen, die den Sprung aus dem Fenſter
wagten, ſind zwei im Krankenhaus geſtorben,
während die dritte ſchwerverletzt darniederliegt.
Am Samstag vormittag wurde in dem
ausge=
brannten Gebäude noch die verkohlte Leiche
eines jungen Mannes gefunden.
200 000 Pfund Sterling aus einem Zuge
geſtohlen.
Liſſabon. Ein Zug, in deſſen Packwagen
ſich eine große Geldſendung befand, wurde bei
Pombal von bewaffneten Banditen überfallen.
Einem der Räuber gelang es, in den Poſtwagen
einzudringen und ſich eines Geldſackes zu
bemäch=
tigen, der engliſche Noten im Werte von 200 000
Pfund Sterling enthielt.
Verwegener Raubüberfall auf eine Bank.
New York. Fünf bewaffnete Räuber
drangen in die Filiale der Nationalbank in
Rah=
way (New Jerſey) ein, ſchloſſen die Angeſtellten
in das Stahlgewölbe und raubten 81 000 Dollar
Lohngelder, die ſoeben mit einem
Panzerauto=
mobil in der Bank eingetroffen waren. Die
Ban=
diten entkamen unerkannt in einem
bereit=
ſtehenden Kraftwagen.
Wirtschaft und Verkehr. Beide sind abhängig
von wirtschaftlichem Güterumsatz und der
An-
passungsfähigkeit des einzelnen.
auch in schwerster Zeit, weil das Kraftfahrzeug
sich bei richtiger, dem Bedarf entsprechender
Auswahl als wirtschaftliches Beförderungsmittel
und Erwerbsinstrument erweist.
weil die Quglität der SHELL BETRIEBSSTOFFE und
SHELL AUTOOELE — durch standige
Verbrauchs-
versuche überwacht — wirtschaftlichen
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betrieb gewährleisten.
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Aadwig Fischeft!
Neckarstraße — Telefon
15. Nobember 1931
Nummer 47
Wiſſenſchaftler kämpfen mit Verbrechern. — Detektivgeſchichten
in der Retorte. — Werkſpionage, der moderne Krieg im Dunkel
Von N. Solmſen.
den Block gelaſſen. Die Art der Ver= Angeſtellten oder Arbeitern, um auf dem
wüſtung, die Ausmaße der Miniaturſprengung verbotenen Schmuggelwege die zum
ver=
werden vermeſſen. Bei einem andern, un= brecheriſchen Swecke benötigten Abſchriften,
zerſtörbaren Apparat treibt der
Exploſiv=
ſtoff einen Kolben bis zu einer beſtimmten
Höhe, wo an einer Skala die Stärke der
Exploſion abgeleſen wird. Auch die
Aus=
breitung des Schalles wird gemeſſen, und
zwar an einer Photographie des
Exploſions=
ſcheins, an deren Seuerlinien ſich die
Ge=
ſchwindigkeit des Schalles berechnen läßt.
Auf dem Freigelände laſſen ſich dann ſpäter
die Verſuche im großen wiederholen,
oft=
mals ganze Vekonſtruktionen des
Ver=
brechens.
Alles, um den Eigenſchaften von ein
paar Körnchen Sprengſtoff auf die Spur zu
kommen, die dann allerdings meiſt dem
Ver=
brecher zum Verräter werden.
Ein paar Striche — Millionenwerte!
Ein ganz beſonderes Kapitel, ein
Spezial=
gebiet für den „wiſſenſchaftlichen Detektiv”,
kleinen Naum, wo ſie der
unſichtbaren Einwirkung
ultravioletter Strahlen
ausgeſetzt ſind. Die Filme,
die der enttäuſchte Spion
ſpäter aus ſeinem
Appa=
rat nimmt, ſind völlig mit
dich=
ten Wellenſtreifen bedeckt und
unbrauchbar geworden!
Der einfache Brief, auch
wenn er verſchloſſen und verſiegelt
ſein ſollte, iſt natürlich heute für
den wiſſenſchaftlichen Detektiv ein
offenes Geheimnis. Ein beſonderes
Verfahren ermöglicht, die Worte
auf den Briefſeiten durch den
ge=
ſchloſſenen Umſchlag hindurch zu
photographieren, wobei allein die
gummierten Nänder des Umſchlags
ſich dunkler und weniger
durchſich=
tig abzeichnen. Die Anwendung
von Geheimſchriften iſt nur noch
ſelten. Es iſt allzu bekannt, daß
der Polizeidienſt eigene
Abteilun=
gen hat, die in kürzeſter Seit jede,
auch die komplizierteſte
Geheim=
ſchrift entziffern können. Dennoch
wurde erſt vor einigen Cagen in
der rheiniſchen Stadt E. ein Papierſtreifen
entdeckt, den ein Arbeiter in ſeinem
Spazier=
ſtock verborgen hatte und der mit
unver=
ſtändlichen Schriftzeichen bedeckt war. Erſt
wenn man den Streifen um einen Stab von
beſonderem Umfang wickelte, ward der Cext
leſerlich.
Häufiger iſt heute ſchon die Anwendung
von unſichtbarer Cinte, die erſt bei ſtarker
Erwärmung — beiſpielsweiſe über offener
Flamme — ſichtbar wird. Anſcheinend ganz
harmloſe Privatbriefe enthalten nach dem
Suſtem wichtigen nud wertvollen Cext „
zwi=
ſchen den Seilen”,
Beſonders intereſſant iſt der „
ſympa=
thiſche Kamm”, deſſen Sähne oder
Sahnlücken je einen Buchſtaben oder eine
beſtimmte Sahl bezeichnen.
Es iſt wiederholt vorgekommen, daß
wichtige und geheime Verhandlungen von
Unbefugten belauſcht wurden, obwohl kein
Fremder ſich im Naum befand. Man hatte
zuvor ein winziges Mikrophon in einer der
elektriſchen Lampen eingebaut. Vor
gerau=
mer Seit fiel in einem ſchleſiſchen Werk das
künſtleriſche Intereſſe eines Arbeiters auf,
der wiederholt kleine Cuſchzeichnungen mit
ſich führte. Bei näherer Unterſuchung eines
dieſer Bildchen zeigte es ſich, daß unter den
leicht abwaſchbaren Farben ſchematiſche
Seichnungen von Maſchinen und Patenten
in unverwiſchbarer Cinte, verborgen waren.
Einen beſonders komplizierten Apparat
ge=
brauchte ein Induſtrieſpion, der, als
Mon=
teur verkleidet, in dem unbenützten
Neben=
raum eines Verhandlungsſaales eine Art
von Periſkop einbaute, das dur.h die
Ven=
tilationsklappe des Saales hindurch
Auf=
nahmen während der Verhandlung machte.
Innerhalb der letzten drei Jahre haben
ſich die deutſchen Gerichte mit nicht weniger
als 1800 Fällen von Wirtſchaftsſpionage
beſchäftigen müſſen. Die Berliner
Kriminal=
polizei verfolgte allein im Jahre 1930 1005
derartige Verbrechen und ſah ſich
gezwun=
gen, da die Fälle ſich im Vergleich zu den
Vorjahren um das Dreifache vermehrt
hat=
ten, ein Sonderdezernat einzurichten, das
ausſchließlich der Aufklärung und
Aburtei=
lung dieſer Straffälle dient.
u ichtbarer Cinte geſchriebene Schrift
ſm.zwenn man das Papier über die
Flamme hält.
eiEmente mit Matuſkas Sprengſtoff.
wahnattentate — Höllenmaſchinen —
üer keine Spurl WoHöllenmaſchl.ien
ſent es nicht ohne Sprengſtoff ab; alſe
läe Polizei mit ihren Beamten einen
hann aus, der die Unfallſtelle genaue=
9WSentimeter für Sentimeter, nach ab=
ruten Ceilen unterſucht. Möglichſt
ſol=
ah. deren Serriſſenheit man die enge
Arang mit dem Sprengſtoff erkennen
Abwaſchbare Cuſchzeichnungen
verbergen Maſchinenzeichnungen.
Solche ſtummen Seugen werden ge=
HAt und der chemiſch-techniſchen
Neichs=
äberſandt. Was dem menſchlichen
verborgen bleibt, enträtſelt hier die
die verſchiedenen Akten und
Konſtruktionszeichnungen
ſo=
wie Photographien zu
be=
kommen. Schwieriger iſt
ſchon Spionage feſtzuſtellen,
wenn ein werkangehöriger
Arbeiter eine gewiſſe Seit
in einem anderen Betriebe
arbeitet und ſich dort die
er=
forderlichen Kenntniſſe erwirbt,
um ſodann wieder zum erſten
Werk zurückzukehren. Das
Ge=
ſetz ſchutzt zurzeit noch nicht die
großen Induſtrieanlagen davor,
daß man ihnen Angeſtellte in
gehobener Poſition durch
gün=
ſtigere Anerbieten entzieht, um
ihre Arbeitskraft und vor allem
natürlich — ihre
Betriebs=
kenntniſſe zugunſten einer
ande-
ren Sirma auszuwerten.
Hiten
Eine Schutzmaßnahme bietet
die vertragliche Sperrfriſt, der=
zufolge Angeſtellte in
verant=
wortungsvoller Poſition keine
Stellung in gleichgearteten
Un=
ternehmen beginnen dürfen. Daß
die Mitnahme von
Dokumen=
ten unterſagt iſt, verſteht ſich
von ſelbſt.
Frei bleibt es natürlich jedem
Induſtrieſpion, in der Maske
AlFe
eines harmloſen Beſuchers ſich
Sutritt zum Werk zu
verſchaf=
fen. Beliebt iſt in ſolchen Fällen
das Kameraauge im
Weſten=
knopf, das für den
Uneinge=
weihten völlig unſichtbar bleibt.
in der Hoſentaſche hält.
Formeln, Zeichnungen, Lagepläne und Auf= meiſt einen eigenen Ueberwachungsdienſt, der
ſtem iſt die Beſtechung von untergeordneten ahnungslos zum Schluß des Beſuches einen
Vee uund das Wunderwerk der modernen
chaftlichen Apparaturen: ein paar
den des Sprengſtoffes, die an den
inzteeilen haften blieben. Kemt man ihn,
WinSglicherweiſe der Schlüſſel zu einem
ſtewen gefunden.
Saboratorien der
Ftanſtalt liegen weit
ihen vor Berlin in
Hünlse. Die
Beam=
ie hier in weißen
ruhig bei
dauern=
öffahren arbeiten,
Aen, die Kette derer,
Rampf gegen das
ewertum aufnah=
N-Behörden, Indu=
Awlizei. „Spreng=
Pierſuchung? Bitte
Wdre Spezialabtei=
Auf rieſigen
Ne=
ſiehen die vielfäl=
ſtrick Mtalk unk ih Heue
ſelrtig. Acktung auf Sch..
MuMk dle Ach M uurk e9
Er tst eik, Spitzel Sende
Gc sruc? ke4 M wike.
Ein Freundſchaftsbrief
und was Wichtiges in unſichtbarer Cinte
zwiſchen den Seilen geſchrieben ſteht.
iſt die Induſtrie= und Wirtſchaftsſpionage. Ein beſonders ſcharfer Miniatur=Photo=
Man glaubte eine Seitlang, ihre Haupt= apparat wird um den Leib geſchnallt, das
gefahren ſeien überwunden, ihre Blütezeit. Auge der Kamera ſitzt in Magenhöhe an
vorüber, bis in jüngſter Seit die Fälle ſich Stelle eines Weſtenknopfs. Der Spion kann
wieder mehren. Wirtſchaftsſpionage des den Auslöſer bedienen, während er die Hand
Auslandes und auch des Inlandes!
Es handelt ſich in der Negel bei dieſer Aber die großen Werke ſtehen dieſen
Spionage darum, Geheimpatente, wichtige Feinden nicht wehrlos gegenüber; ſie haben
ſtellungen in Beſitz zu bekommen. Das ein= ſich ebenſo intenſiv wie unauffällig mit allen
fachſte und heute kaum noch wirkſame Sy- Beſuchern beſchäftigt. Die meiſten paſſieren
El
annngaagannnnnnanni
Ae
Hegel und die Frauen.
Sum 100. Todestag des Philoſophen — 14. November 1931.
Von Ludwig Gorm,
Man iſt ſo ſehr gewohnt, an den abſtrakten Denkern
aus=
ſchließlich ihr Werk, ihr Suſtem zu betrachten, daß ihr
perſön=
liches Leben, und darin wieder ihr Verhältnis zu den Frauen,
wie ein nebenſächlicher Anhang erſcheint. Und doch iſt es auch
bei ihnen nicht anders: der Menſch, der Charakter, die
Perſön=
lichkeit bauen das Werk, und gerade ſie offenbaren ſich deutlich
und ſcharf in der Stellung zum anderen Geſchlecht. Hegel lebte
zudem in einer Seit, da die Frauen des romantiſchen Kreiſes
durch die Männer, denen ſie naheſtanden, einen bedeutenden
An=
teil an der geiſtigen Bewegung gewannen und auch ſelbſt einen
nach vielen Seiten hin angeregten und anregenden Cypus
dar=
ſtellten.
Er ſelbſt zwar war dieſer Art Frauen durchaus abgeneigt.
Ihm wurden die Frauen nicht zum Schickſal wie ſeinem Freunde
Hölderlin, und auch nicht zur muſiſchen Gefährtin wie dem
Weg=
genoſſen des Anfangs, Schelling. Wie er unter den Männern
diejenigen als Freunde bevorzugte, die ungenial, feſt, zuverläſſig
in einem mittleren Wirkungskreis ſtanden, ſo finden wir ihn
überall an den Orten, an die ihn ſein wechſelnder Lebensgang
führte, in einem ausgeglichenen, geſellſchaftlich=heiteren,
freund=
ſchaftlich=nahen Verkehr mit den gleichgearteten Frauen ſolcher
Männer, alſo mit lebenstüchtigen, wirklichkeitszugewendeten,
mütterlichen. In ſeiner Jenaer Heit und danach lehnte er
Caro=
line Schlegel, die ſpätere Gattin Schellings, die Dame Luzifer
der Romantin, ab; die Gattin ſeines Freundes Niethammer, eine
von jenen Sorgenden, Surückhaltenden, nannte er die „beſte
Frau. Mit der Frau des Cheologen Paulus, die ihrem Weſen,
nach zwiſchen beiden Cypen die Mitte hielt, war er zwar in
Briefwechſel, aber es finden ſich auch ironiſche Aeußerungen
über ſie, und ihre leiſe Hoffnung auf eine eheliche Verbindung
mit ihrer eigenartigen, ſchönen, aber nicht leicht deutbaren
Coch=
ter Sophie hat er nicht erfüllt. Bei der Wahl ſeiner Gattin,
Marie v. Cucher, aus dem altangeſehenen Nürnberger
Patrizier=
geſchlecht, hat, wenn wir nach den Briefen urteilen dürfen, nicht
die erotiſche Leidenſchaft, ſondern das Gefühl einer tiefen,
dau=
ernden und überperſönlichen Zuſammengehörigkeit und
gegen-
eitigen Ergänzung die entſcheidende Nolle geſpielt.
Es iſt hier wie immer bei Hegel: an der Oberfläche erſcheint
eine normale Bürgerlichkeit, darunter enthüllt ſich eine ganz
reife, umfaſſende und hohe Weltauffaſſung. Um das zu verſtehen,
Nationaliſierter Haushalt.
Von Senta Neckel.
„Ich weiß gar nicht, warum jetzt auf einmal um den
Haushalt ſo viel Geſchrei gemacht wird. Früher wurde vom
Haushalt nicht geſprochen, da mußte er unbemerkt laufen —
etzt hat man plötzlich lauter neue Schlagworte erfunden, und zu
dieſen Schlagworten, unter denen ſich eine vernünftige Hausfrau
gar nichts vorſtellen kann, gehört auch die
Nationaliſie=
rung. .. .!"
Nicht einmal, nein, mindeſtens zehnmal iſt mir auf die Frage,
wie man ſich zur Vationaliſierung des Haushalts ſtellt, dieſe
Antwort gegeben worden. Und dann wird einem im Laufe des
Geſpräches klar, daß viele Frauen überhaupt nicht wiſſen, was
man unter Nationaliſierung zu verſtehen hat: Rationaliſierung
im Haushalt fängt nämlich nicht damit an, daß man zunächſt
mal alle Kochtöpfe und Herde fortwirft, einen Monteur kommen
läßt und die ganze Küche in einen techniſchen Muſterbetrieb
um-
baut — nein, Nationaliſierung iſt zunächſt einmal eine reine
Denkarbeit!
„Aber Nationaliſierung iſt doch mit der Anſchaffung
unend=
lich vieler Maſchinen verbunden und mit einer erheblichen
Be=
laſtung des Haushaltsbudgets?”
Hier kann man mit Ja und Neim antworten: Die Maſchinen
ſind nicht das Weſentliche; daß ſie in vieler Beziehung
zweck=
mäßig ſind, das ſieht wohl jeder ein, aber ſich einzubilden, man
brauche bei allen Arbeiten nur auf einen Knopf zu drücken,
da-
mit die Sache wie am Schnürchen läuft, iſt Unſinn! Sinngemäße
Entlaſtung der Hausfrau, um Kräfte für andere Arbeiten
frei=
werden zu laſſen — das iſt der Sinn der Nationaliſierung!
Frau Dr. Erna Meger, die Vorkämpferin für den modernen
rationellen Haushalt, ſchrieb einmal: „Der Weg, der zum
ratio=
nellen Haushalt führt, iſt vorgezeichnet: Nicht zur
Bequemlich=
keit führt er, und nicht dornenlos wachſen auf ihm die Noſen
des Erfolgs. Entlaſtung der Frau bedeutet nicht Faulwerden,
ſondern Seit= und Kraftgewinn für wichtigere und ſchwerere
Arbeiten an uns ſelbſt und für die anderen.
Nicht die maſchinelle Cechnik iſt ausſchlaggebend, ſondern die
Arbeitstechnik: Bringſt Du es fertig, Deine Kräfte
rich=
tig einzuteilen, keine unnützen Wege zu machen, keine Kraft
nutzlos zu verſchwenden — dann führſt Du einen rationaliſierten
Haushalf. Auch wenn Deine Küche nicht wie eine Sabrik
aus=
lieht!
Aber wie macht man das? Der gute Wille iſt oft vorhanden
— aber es fehlt die Anweiſung: Wie kauft die Hausfrau richtig
ein, wie ſpart ſie Geld und wie hat ſie die gewünſchte
Arbeits=
erleichterung? Das Reichskuratorium für Wirtſchaftlichkeit”
hat eine beſondere Abteilung eingerichtet, die ſich ausſchließlich
mit Hauswirtſchaft beſchäftigt. Drei Viertel des
Volkseinkom=
mens laufen ja durch die Hand der Frau — und hier den
richti=
gen Weg zu weiſen, iſt wichtig und notwendig. Das
Reichs=
kuratorium hat in genaueſten Unterſuchungen feſtgeſtellt, auf
welche Weiſe die Hausfrau am beſten ihre Kräfte verwendet,
wie ſie am vorteilhafteſten einkauft, welche Geräte ſich am beſten
eignen uſw. Man kann nämlich ſchon beim Einkauf eines
Koch=
topfes Sehler machen, von denen man keine Ahnung hat — und
nachher wundert man ſich, daß das Eſſen nicht ſchmeckt oder daß
der Copf ſchon nach kurzem Gebrauch kaputt iſt. Nun hat das
Reichskuratorium für Wirtſchaftlichkeit alle dieſe Sachen in
Cabellen überſichtlich zuſammengeſtellt. Für jedes Gebiet gibt
es ein kleines Heftchen, das für wenige Pfennige zu kaufen iſt.
Und auf einmal geht der Hausfrau dann das berühmte „Licht”,
auf: auf einmal wird einem klar, wie man durch richtiges
Arbei=
ten Heit ſpart — und ſchon weiß man, was Nationaliſieren iſt!
Nur ein kleines tägliches Beiſpiel: Warum bücken Sie
ſich ſo viel bei der Hausarbeit und werden dadurch ſo ſchnell
müde? Warum ſtehen Sie ſo viel, wenn ſich doch auch beinahe
alles in der Küche im Sitzen arbeiten läßt (auch plätten!)? Sitzen
erfordert vier Prozent mehr Kraft als Liegen; Stehen erfordert
12 Prozent, und Bücken erfordert ſogar 55 Prozent mehr Kraft
als Liegen. Folglich verſchwendet man beim Bücken unnötig viel
Kraft. Alle Geräte ſind mit einem ſo langen Stiel herzuſtellen,
daß das Bücken wegfällt; faſt alle Arbeiten laſſen ſich in der
Küche im Sitzen machen, — man muß nur darauf achten, daß
Ciſche und Stühle die erforderliche bequeme Höhe zur Arbeit
haben!
So, nun kommt das Kapitel Maſchinen! Es iſt wohl
Sleuchtend, daß es ſich mit einer Meſſerputzmaſchine beſſer
müſſen wir ſeinen Lebensgang und auch die Grundzüge ſeines
Gedankenbaues etwas näher vergegenwärtigen. Er ontſtammte
einer gelehrten Beamtenfamilie Württembergs, ſeine Mutter
verlor er mit dreizehn Jahren, der Cag blieb ihm noch im Alter
ein Erinnerungstag. Auf der Univerſität Cübingen nannten ihn
ſeine Kameraden den „alten Mann”; die Schwere und
Schwer=
fälligkeit, die damit gemeint waren, äußerten ſich auch im
Ver=
kehr mit jungen Mädchen, mit denen er lieber Pfänder ſpielte
als tanzte. Ebenſo aber auch in langen geiſtigen Kämpfen, die
er in ſeiner Hauslehrerzeit in Bern und Frankfurt a. M.
ein=
ſam austrug. Als er ſich in Jena habilitierte war der jüngere
Schelling bereits berühmt. Die Schlacht bei Jena warf ihn aus
der akademiſchen Laufbahn; aus Not übernahm er die
Schrift=
leitung einer Seitung in Bamberg, dann verſchaffte ihm
Niet=
hammer ein Gymnaſialrektorat in Nürnberg. Seit Jena war
er überall als heiterer Geſellſchafter gern geſehen; in Bamberg
ſchwätzte die Stadt darüber daß er der ſchönen Hauptmannsfrau
von Jolli die Kur mache. An ihrer Seite war er auch auf einem
maskierten Ball, im Nock und in der Perücke eines
Hofkam=
merdieners. Aber erſt in der alten Reichsſtadt fand der
nun=
arbeiten läßt, als mit einem alten Sektkorken! Es gibt eben
Maſchinen, die im Haushalt unentbehrlich ſind — genau ſo
un=
entbehrlich wie die Schreibmaſchinen im Bureau. Hier ſagt man
ja auch nicht: Mein Großvater hat ſeine Briefe auch mit der
Hand geſchrieben und iſt trotzdem ein reicher Mann geworden
Lowe im Salonwagen.
Von Ch. Engelmann.
Dieſes grauſige Geſchehnis wurde damals in Oſtafrika
aller=
orten beſprochen. Es erſchien den mit den örtlichen Umſtänden
nicht Vertrauten ſo wenig glaubhaft, daß man es meiſt als
Löwenjäger=Latein anſah. Auch mir ging es ſo. Bis ich mich
an Ort und Stelle von der buchſtäblichen Wahrheit der Geſchichte
überzeugen konnte.
Um die Seit war es, wo die große Uganda=Bahn gebaut
wurde, welche die oſtafrikaniſche Küſte, nördlich unſerer Kolonie,
mit dem Viktoriaſee im Innern verbinden ſollte. Von den
un=
geheueren Schwierigkeiten, denen die Arbeiten begegneten, war
eine der größten die Behinderung durch die Unzahl und
Naub=
gier der in ihrer Nuhe aufgeſtörten wilden Ciere. Sumal die
Löwen — „Katzen” nannte man ſie in dieſer Gegend — waren
zu einer wahren Landplage geworden, und es verging kaum eine
Nacht, wo nicht ein an der Strecke arbeitender Schwarzer
an=
gefallen wurde. Schon zeigte die offizielle Verluſtliſte weit über
hundert Codesfälle durch Löwenangriffe — erheblich mehr als
die Abgänge durch Krankheiten und Betriebsunfälle.
Als ſchließlich in drei aufeinanderfolgenden Nächten
ebenſo=
viel Arbeiter unmittelbar bei der großen Bahnſtation Nairobi
wieder Beuteopfer von Löwen geworden waren, da entſchloß man
ſich zu einer Gegenaktion. Der dort ſtationierte engliſche
Chef=
ingenieur und ein in Nairobi anſäſſiger deutſcher Kaufmann
kamen überein, diesmal den verdammten „Katzen ihr
mörderi=
ſches Handwerk zu legen.
Nahe der Stelle, wo in der Nacht zuvor die Schwarzen
ge=
tötet worden waren, wird ein einzelner Eiſenbahnwagen auf die
offene Strecke geſtellt. Es iſt eine Art Salonwagen, wie ihn die
Leiter des Bahnbau=Unternehmens zur Befahrung der
aus=
gedehnten Linie — drei Cage und Nächte dauert die Neiſe von
der Küſte bis zum Viktoria=Nyanza — zur Verfügung haben.
Dort liegen ſie, regungslos hingekauert, die Büchſe im
An=
ſchlag, und harren auf das Einfallen der Dunkelheit. Soeben
mehr Vierzigjährige die Lebensgefährtin, die ihn
Heidelberg begleitete, wohin man ihn an die Univer=
und dann nach Berlin, wo er zur geiſtigen Macht auftf
einer breiten, bequemen Geſelligkeit viele. Damen vfn
ehrte.
Inzwiſchen hatte er ſeine Lehre in bedeutenden 98
geſtellt und veröffentlicht, und ſie kam, gerade weil
gebene Wirklichkeit als ſinnvoll, die menſchliche B.
einen Ceil der göttlichen und in dem erhabenen Sash
lungsprozeß der letzteren bewegt ruhend erwies, denn
der Seit entgegen. Die Welt entfaltet ſich ihm aus:
bewegung der Begriffe, und in dieſem hohen
Ganc=
zu ſeiner Eigenerkenntnis war alles lehrbar.
Auch=
die Geſellſchaft, die Familie waren Momente dieſe:
Und ſomit hatte auch die Frau, die Crägerin der Fau
eine vollkommen beſtimmte, keineswegs nebenſächlicte
dem ſyſtematiſchen Gedankenbau.
Das ganze Hegelſche Suſtem beruht darauf, G.
Abſoluten, ewig Gültigen, zwei gegenſätzliche Momer
und in ihm verſöhnt ſind. Und ſo ſind ihm auch Ma=n
in der Ehe — und nur in ihr — zur Einheit verbn
als der Eine und die Andere, deren Spannung ſich irn
gleicht, ſondern als einander zur Vollkommenheitz
Ceilmomente des übergeordneten allgemeinen
Weſe=
keine Abſtraktion, ſondern ein Wirklichkeitserlebnfie
kers, das er ſeiner Braut in einem ſehr innigen m
ſtändnisvollen Briefe verſöhnend entgegenhielt, als
durch den Sweifel an ſeiner Glücksfähigkeit vei
Glück — das wäre nur eine vorübergehende Befr-
Individuen, wie ſie vielleicht dem von Gott zum DHl.
d. h. zum einſamen Ningen, Verdammten nicht bei
kann. Aber jenes Höhere die Einheit zweier voll
Weſenheiten, iſt ſelige Sufriedenheit in der Dauerr
ſchwebenden kosmiſchen Abſoluten, an die er glaub
Siel ſeiner Ehe.
Auch dieſes Siel war keine Abſtraktion, und ſo 7I
worden. Das beweiſen nicht nur die zeitgenöſſicK
von Menſchen, die der Familie Hegel naheſtanden, d
vor allem die Briefe, die der Mann noch in ſpätem
gelegentlichen Erholungsreiſen nach Hauſe ſchrieb.
voll von dem Beſtreben, der Frau an allen
Erlek=
zu vermitteln, nicht wie einem Anderen, ſondern wie)
Selbſt. Am ſchönſten aber hat die Ciefe dieſes
die Witwe — unbewußt — ausgeſchöpft, als ſie=
Niethammer ſchrieb: „Ich glaube, was er erkann=
there comes the cat!” Swei funkelnde Augen, ein
perſchatten. Naſch will der Engländer losdrücken!
die ihn hindernde Hand des Deutſchen. „Hyäne —
„Damn it”, flucht der enttäuſchte Löwenjäger zwiſche
nen und würgt ſeinen Aerger verſtohlen mit einem
unter. Fauchend zieht die Hyäne ab. Dann iſt
Die Nuhe der geſpannten Nerven, da die Sinrn
ſcheinen, da ſie das Gefühl für Seit und Stunde ver
beiden Lauernden beginnen die Glieder, ungewohn/
regloſen Lage, zu ſchmerzen. Auch fängt es an, ki5l
zu werden. Auch der Arbeitsgeſang der Schwarzen
Sollte es denn ſchon ſo ſpät geworden ſein? Ein
Uhr zeigt, daß tatſächlich die Nacht zur Hälfte voril
hat es wenig Wert, noch länger da oben auf
warten, die offenbar einen anderen Beuteweg geſuert
verdammtes Pech, das ſich aber nicht ändern läßf.
Man beſchließt alſo, den Neſt der Nacht innerkku
gens zu verbringen, wo es ſich erheblich bequemer
dem harten, feuchtkalten Dache da draußen. Um
reſtaurieren und das mißglückte Unternehmen zu benl
ſich die beiden Jäger vor Schlafengehen noch raſch.
und Whiſku zuſammen. Man erzählt ſich die letzten
ten. Mit dem Viehzeuge werde es immer tolle:
Deutſche. Da ſei geſtern nacht auf der halbfertigem
Lokomotive ſtundenlang von einem Nashorn aufs!
den; auf dem Geleiſe ſchlafend, habe man es an)
halbtot gequetſcht und, bis man das Nieſenvieh
und vom Geleiſe weggeſchafft hatte, ſeien Stunden
„Old ſtory” gähnte, noch immer verärgert, der e
nieur, „haben ja heute früh die verbogenen Ceile d.
in unſerer Werkſtätte repariert”. — Jetzt nochz
Whiſku als „night=cap”, und dann ſuchten beids
auf, die nach Art der Pullman=Wagen an der Sem0
Fahrtrichtung angeordnet ſind, eins über dem Ei
iblich, loſt man, wer oben und wer unten zu liege
nur noch halbwache Engländer gähnt befriedigt, al
ren Platz erwiſcht. Da unten ſchläft man beſſer u
Der Deutſche hört noch, wie ſein Schlafgenoſſe Eu
breite Fenſter öffnet — er ſei an friſche Luft gerd
bald darauf ſind beide entſchlummert.
Aus tiefſtem Schlafe ſchreckt da plötzlich der
Donnerartiges, furchtbares Getöſe überfällt ihn
hoch, gleich darauf ein entſetzliches menſchliches Ge=!
iſt die Sonne in tropiſcher Farbenglut niedergegangen. Scharf
zeichnen ſich ſüdwärts die mächtigen Schneegipfel des fernen
Rili=
mandſcharos gegen den glühenden Abendhimmel ab. Mit halbem
Auge nur genießen die Jäger das farbenprächtige Bild, ſie
wiſſen, daß geſpannteſte Aufmerkſamkeit jetzt nottut, wo die
Dämmerung der Cropen ſo unvermittelt ſchnell den Cag
aus=
löſcht.
Der Cageslärm der nahen Station iſt verſtummt. Nur in der
Nähe tönt leiſe der monoton=rhythmiſche Singſang der
Schwar=
zen, die an der Strecke Nachtarbeit tun. Das iſt gut ſo, um ſo
ſicherer werden die „Katzen” Beute witternd, auch heute nacht
am alten Platz erſcheinen. Schärfer wird die Spannung der
Jäger, ſchwerer durchdringlich das Qunkel ringsum, „Look,
niſch taſtet die Hand zur Büchſe, aber zu ſchießen
— die Glieder vor Grauen gelähmt —, ſtierk
Augen auf das ſchaurige Schauſpiel da unter ſa
ein Löwe, durchs offene Fenſter ſich zwängend, 4
der ſtürzt, und den entſetzt Aufſchreienden mit
ſtumm macht. Jetzt graben ſich die furchtbaren de
blutſpritzende Fleiſch des Coten, und, die ſchwere
chen durch die Fenſteröffnung ſchleppend, verſchle.
brüllende Cier im Dunkel der Nacht ..
„Sehen Sie”, lagte mein Veiſenachbar il. *
Ugandabahn, wo das Geſchehnis hin und her 2ei
„deshalb hat man jetzt die Fenſter durch ſtard.
ſo eng gemacht, unzugänglich für die verſüchte."
m denen es um das Geſamtſchickſal des deutſchen
Aſollten wir mit beſonderer innerlicher Anteilnahme
islandsdeutſchen gedenken, denen die Geſchichte
Rolle zuwies. Seit faſt 170 Jahren in härteſter
hw neue Heimat heldenhaft kämpfend, ziehen die
hter Bauern durch die Welt — verurteilt zu einem
o kraſſer Nomantik, wie ſie nur die Wirklichkeit
ſyrer Schnellebigkeit, erinnern ſich viele wohl noch
r rund zwei Jahren — am 3. November 1929 —
„Felix Oſerſhinſky” mit roter Sowjetflagge in
ſuien einlief, da die Veranlaſſung zu dieſer Fahrt
en Gauen die ſtärkſte Bewegung auslöſte.
ſyl” dieſes Schiffes beſtand nämlich aus 325 ruſſiſch
ſarern in Pelzmützen, Schaftſtiefeln und Fellkitteln.
ſutmigen weite Jacken und Umſchlagetücher. Sie
MSüddeutſche anklingende Mundarten, untermiſcht
M Worten. Als man ſie nach ihren Heimatorten
mſie in Deutſchland wohlbekannte Namen:
Mam=
m Lindau, Straßburg und Stuttgart. In Sibirien,
ſtigen dieſe Orte, denen die Auswanderer vor ein=
5 weihundert Jahren in Erinnerung an die alte
Rſo rtrauten Namen gegeben haben.
Aer fe vorher in dieſer Stärke erlebte Anteilnahme
nſſtt ſchem Schickſal, am Loſe dieſer armen, fremden
ſh Sprache und Blut eng verbundenen Menſchen
1kuſche Volk. Hilfsaktionen wurden eingeleitet, die
im Umfanges bedurften, denn den erſten
Flücht=
n Cauſende und Abertauſende von Schickſals=
auer hatte die alte Heimat den meiſten von ihnen
hit zu bieten. So zogen ſie denn bald weiter, nur
ürftigſten verſehen, einem neuen, nicht minder
un=
eal entgegen.
ſänzwiſchen aus ihnen geworden?
o macht es verſtändlich, wenn auch kaum verzeih=
MCeffentlichkeit ſeitdem nicht mehr danach fragte.
Elen Antwort geben, denen angeſichts dieſer Er=
„äewiſſen pocht, ſei der ruſſiſche „Noman” dieſer
ichen, denen die Hiſtorie ſo tückiſch mitſpielte, noch
Einwanderung der deutſchen Bauern in Nußland
ei Negierung Katharina II. begonnen, die
plan=
tlbeträchtlichen Mitteln weite Landſtrecken durch
m. erſchließen und zugleich die ruſſiſche Bevölke=
MRulturſtande heben wollte. Selbſt eine Deutſche.
Fina den Unterſchied zwiſchen ihrem noch tief in
dis zum Jahre 1871, bis zum Beginn der gewaltſamen
Ruſſi=
fizierung, in Geltung blieben. Durch dieſe zweite
Wander=
bewegung wurden weite Gebiete Südrußlands, der Ukraine
und Cranskaukaſiens beſiedelt. Eine Generation danach, um
die Mitte des 19. Jahrhunderts, war bereits eine rege
Neu=
ſiedlungsbewegung erforderlich, um dem ſtarken Nachwuchs der
Koloniſten Land zu geben. Die Mutterkolonien an der Wolga
z. B. gründeten auf der Oſtſeite des Stroms, der „Wieſenſeite‟
eine Anzahl neuer großer Siedlungen, rüſteten die
Cochterkolo=
nien mit Mitteln aus und halfen ihnen beim Kirchen= und beim
Schulbau. Auch die Kolonien des Schwarzmeergebiets breiteten
ſich immer weiter aus und trafen ſich am Nordkaukaſus mit den
Wolgadeutſchen.
Eine deutſche Selbſtverwaltung bildete ſich dann in den
Dör=
fern. Jedes Dorf hatte ſelbſtge ählte Beamte und eigenes
Gericht. Die einzelnen Dörfer waren zu Gebieten vereinigt. Die
Amtsſprache war die deutſche. Die Schulen wurden von den
Gemeinden gegründet und unterhalten. Die Kirche war
voll=
ſtändig unabhängig, und die Regierung miſchte ſich nicht in ihre
innere Organiſation ein.
Bei der Erſchließung Sibiriens richteten die deutſchen
Kolo=
niſten ihre Blicke auch nach dem fernen Oſten. Bei Ufa
und Orenburg waren im Uralgebiet große deutſche Siedlungen
entſtanden. Sie ſchickten ihre Kundſchafter und Sachverſtändigen
immer weiter öſtlich, um ſyſtematiſch den deutſchen Strom der
Weiterwanderer in die günſtigſten Bahnen zu lenken.
Eine Auswanderungsbewegung nach
Ueber=
ſee hatte eingeſetzt, als in den ſiebziger Jahren die alten
Prwi=
legien beſeitigt wurden und die Befreiung vom Militärdienſt
nicht mehr anerkannt wurde. Dieſe Auswanderung ging in die
weſtlichen Staaten von Nordamerika (Kanſas, Nebraska und
Dakotas). Große Strecken des Landes, hunderttauſende Acres
wurden hier im Laufe einiger Jahrzehnte von rußlanddeutſchen
Koloniſten urbar gemacht. Mit den übrigen überſeeiſchen
Sied=
lungen in Kanada und Südamerika ſchätzt man die Sahl dieſer
Neuſiedlungen jenſeits des Meeres auf etwa 500 000 Seelen.
Ueberall ſchufen die deutſchen Bauern auf eigener Scholle
Muſterbetriebe. In Cranskaukaſien widmeten ſie ſich vor allem
dem Obſtbau und der Weinzucht. Sie gründeten die
Winzer=
genoſſenſchaft „Konkordia”, in der alle deutſchen Weinbauern
Aſerbeidſchans zuſammengeſchloſſen waren. Von Helenendorf
aus ging der deutſche Koloniſtenwein nach ganz Rußland. In
Wolhunien dagegen, wo die deutſche Einwandererbewegung erſt
zu Anfang des 19. Jahrhunderts bgonnen hatte, waren
durch=
weg ärmere Leute, Handwerker, Landarbeiter und Kleinbauern,
anſäſſig, die hier zunächſt auf den Gütern in Arbeit gingen und
beſtimmte Flächen zur Urbarmachung zugeteilt erhielten.
Der Weltkrieg brachte eine Hochflut der Verfolgung
und des Mißtrauens. Die deutſchen Bildungsanſtalten wurden
geſchloſſen, die Preſſe unterdrückt, die Sprache verboten.
Cau=
ſende und Abertauſende wurden ihrer Habe beraubt und nach
ie
land kamen, während etwa 9000, die ebenfalls ſchon bis Moskau
gewandert waren, zwangsweiſe wieder nach Sibirien
zurückge=
ſchafft wurden. Die füngſte Mäßigung das Stalin=Kurſes hat
die ſelbſt von den Nuſſen befürchtete Nieſenwelle der
Maſſen=
auswanderung zwar etwas zurückgedämmt; man darf ſich aber
keiner Cäuſchung darüber hingeben, daß trotzdem die
Lebens=
verhältniſſe gerade für deutſche Bauern in Nußland auf die
Dauer unhaltbar geworden ſind, und daß die Deuiſchen im Reich
ſich darauf vorbereiten müſſen, einmal in erheblich ſtärkerem
Ausmaße, als es im Winter 1929 der Fall war, deutſche
Volks=
genoſſen aus Nußland, deutſche Wanderer, deren Weg i
leid=
vollen, arbeitsharten Jahrhunderten vom Weſten nach dem
fern=
ſten Oſten führte, als Nückwanderer wieder aufzunehmen und
für ihr Schickſal Sorge zu tragen.
Die erſte Gruppe der Nückwanderer von 1929, die 5700
Männer, Frauen und Kinder betrug, wurde zunächſt in
Deutſch=
land aufgenommen, und zwar i den Nückwandererlagern von
Hammerſtein, Prenzlau und Mölln. Im Frühjahr 1930 begann
die erſehnte Weiterbeförderung, 15 Cransporte gingen
nach Braſilien, 5 nach Paraguay, 20 nach Kanada. In Kanada
erhielten die Einwanderer vorwiegend Land aus Privathand,
von den Großgrundbeſitzern, die wegen der ſchwierigen
Arbeiter=
frage und der Unrentabilität ihre Liegenſchaften abſtießen. Das
Vertrauen auf die agrarkulturelle Cüchtigkeit dieſer in harter
Arbeit und ſchwerem Schickſal erprobten Menſchen, die das an
Qualitätskräften ſo arme Nußland ausgeſtoßen hatte, war ſo
groß, daß gar keine Geldanzahlung verlangt wurde.
Die Ueberfahrt nach Braſilien wurde durch
Cransportver=
günſtigungen und Kreditierung der deutſchen Negierung
ermög=
licht. Dort entſtanden zunächſt Anſiedlungen in Munizip
Blu=
menau, deren eine zu Ehren des warmherzigen Förderers und
Freundes der Nußlanddeutſchen, des früheren
Agrarſachver=
ſtändigen bei der Moskauer deutſchen Botſchaft, den Namen
„Auhagen” erhielt. Sägemühlen, ein muſterhaftes Schul= und
Kirchenweſen kennzeichnen die hoffnungsvolle Entwicklung dieſer
Neuſiedlungen eines alten Wanderſtammes.
In Paraguay waren 14 Dörfer von Weiterwanderern
aus Kanada entſtanden, angelegt nach dem Muſter der
ſüdruſſi=
ſchen Kolonien, und zwar im Chaco=Gebiet; hinzu kamen zwölf
weitere Dörfer der neuen aus Deutſchland im Frühjahr 1930
eintreffenden Nückwanderer.
Sunächſt ſind überall primitive Häuſer errichtet worden, die
Wände aus ungebrannten Siegeln, die Dächer aus dem ſiebzig
Sentimeter langen Süßgras. Denn der Urwald liefert ein
Bau=
holz, das hart und krumm iſt. Ein Wellblechdach iſt ſchon ein
Luxus. Die Verwaltung iſt nach altruſſiſchem Muſter
einge-
richtet, für jedes Dorf ein Oberſchulze mit zwei Schreibern.
Sum Schluß ſei noch erwähnt, daß eine kleine Siedlergruppe
auch in Deutſchland geblieben iſt und ſich in Mecklenburg
als Primitivſiedler niedergelaſſen hat, ebenfalls mit recht gutem
Erfolg, beſonders im Hinblick auf die doch recht ungünſtige Lage
der Landwirtſchaft. Man möchte es bedauern, daß man im
entvölkerten preußiſchen Oſten, dem „Naum ohne Volk”, nicht
mehr dieſer an härteſte Arbeit gewöhnten Menſchen ſeßhaft
gemacht hat. Denn der rußlanddeutſche Bauer hat in den
Jahr=
hunderten ſeiner nicht durch eigene Schuld ihm aufgezwungenen
Wanderung gezeigt, daß er ein ganzer Kerl iſt. Die ſuſtematiſche
Vernichtung von Hunderttauſenden dieſer Menſchen im
Sowjet=
ſtaate iſt daher eins der düſterſten Kapitel nicht nur im
Wander=
ſchickſal der Nußlanddeutſchen, ſondern auch im Schreckensbuche
unſerer an tragiſchem Untergang ſo reichen Gegenwart.
eunt kenen Lande und den weſteuropäiſchen
Verhält=
mte auch die Wanderluſt und die koloniſatoriſche
rkLandsleute. Sie erließ im Jahre 1763 ihr be=
* lungs=Manifeſt, in welchem es unter
anr damaligen Originalüberſetzung hieß:
N. der weite Umfang der Länder Unſeres Neiches
ebekannt; ſo nehmen Wir unter anderem wahr,
Beringe Sahl ſolcher Gegenden noch unbebaut
: vorteilhafter Bequemlichkeit zur Bevölkerung
Dnung des menſchlichen Geſchlechts nützbarlichſt
wendet werden, von welchen die meiſten Lände=
Bgem Schooße einen unermeßlichen Neichtum an
Maren Erzen und Metallen verborgen halten; und
Darlehen, ſo ſind ſie auch ungemein bequem zur
und Vermehrung vielerlei Manufakturen,
ie zu verſchiedenen anderen Anlagen.
e Saden, Geſſen, dem Elſaß, Preußen, Sachſen.
ſihen damals die Auswanderer. Sie beſiedelten
29agebiet und die Urbarmachung des
Schwarz=
eg ann.
Deſtätigte 1805 erneut die
Einwanderungsgeſetz=
a Ne in die ruſſiſchen Nechtsgeſetze auf, mo lie
Sibirien in die Verbannung verſchleppt. Unſäglich litten die in
gleichem Maße ſtaatstreuen und volksbewußten Menſchen unter
dem Bruch zwiſchen Deutſchland und Nußland.
Nach der erſten Nevolution im Jahre 1917 ſchloſſen
ſich die Deutſchen Nußlands in „Volksgemeinſchaften” zuſammen
und ſchufen ſich auf einem gemeinſamen Kongreß im „
Haupt=
komitee der ruſſiſchen Staatsbürger deutſcher Nationalität”
zu=
nächſt in Petersburg, dann in Moskau eine gemeinſame Spitze.
Der Bolſchewismus beſeitigte dieſe Lebensformen. Der
grau=
ſame Bürgerkrieg und die Hungersnöte von grauenerregendem
Umfange zerſtörten nun auch die Lebenskraft des
Nußland=
deutſchtums.
Crotzdem ließ es ſich nicht entmutigen. An der Wolga
ent=
ſtand eine „autonome deutſche Wolgarepublik”. Sie umfaßte
in 14 Kantonen etwa 600 000 vorwiegend deutſche Bauern.
Man verſuchte ferner, ſich auch anderswo unter den
gewandel=
ten Verhältniſſen zu behaupten, bis der Stalin=Kurs kam
und mit ihm der fanatiſche Kampf gegen den Eigenbeſitz und
gegen die heiligſten Güter der deutſchen Bauern, gegen ihre
er=
erbten Sitten. Wieder Legann eine Wanderbewegung, jene, von
deren Elend die Herzen der Nußlandflüchtlinge voll waren, als
ſie 1929 in einer Anzahl von 5700 aus Nußlant gach Deutſch=
Das Wunder der Herbſtbirken.
Von Wilhelm Michel.
Haltl, bevor der Winter kommt, muß noch raſch den Birken
ein Wort des Dankes für ihre herbſtliche Schönheit zugerufen
werden.
Sie tun in dieſem Jahr das Herrlichſte, das ſie an Farbe, an
funkelnder Pracht und tiefem Leuchten vermögen.
Jung und alt ſtehen ſie vor dunklen Kiefern in der Ebene,
um alte Bauernhöfe oder auf den Höhen über Weingärten;
Bäume aus Elfenbein und Gold. Viele von den jungen Birken
ſind im Laub ſchon dünn geworden. Da ſcheint dann von hinten
das Walddunkel mit ſeinen ſamtigen Luftfarben durch, und das
Birkenlaub ſchwebt davor als zarter, durchgoldeter Schleier, als
rieſelndes Geſpinſt mit hängenden Goldquaſten. Manchmal ſind
nur noch einzelne kleine Blätter da, die von unſichtbaren
Swei=
gen als blitzende Goldſchildchen ins Cannengrün gehalten werden.
Dann ſtehen an Brumen oder über niedrigen Siegeldächern
die alten Birken in weiten, ausladenden Formen, mit
braun=
goldenen Laubmaſſen noch voll überſchüttet. Schwer wie
Wein=
traubengehänge ſcheint die Pracht zu laſten. Aber wenn ein
Wind kommt, fliegen die Sweige leicht wie Frauenhaar, und
jedes der tauſend langgeſtielten Blättchen zittert, daß der Baum
zu einem Springbrunnen von blitzender, ſchaumiger Goldflut
wird.
Oben auf den Höhen ſieht man die Birken, die es zum Wald
gezogen hat, vor dem Nauchbraun der Buchenforſte als breite,
glühende Lanzenklingen leuchten, eine immer über der anderm.
Hie und da ſtellen Kirſchbäume ihr Not und Violett hinzu, das
gläſern durchſichtig iſt, als habe man es aus Fenſtern der
Kathe=
dralen ausgeſchnitten.
Wo es auch ſei, in der Heide, im Weinland, in den kleinen
Städten oder an den Berghängen: überall führen die Birken
jetzt das ſchönſte Wort des Herbſtes. Sie ſind noch lieblich wie
m Srühling, wo ſie ſich mit dem erſten jungen Grün umſchleiert
haben. Aber der Herbſt hat ihnen zur Lieblichkeit die Pracht
und den Ernſt des Goldes geſchenkt. Das blitzt üngewohnt an
den feinen Aeſtchen, und ſie tragen es wie Kinder, die Kronen
und Geſchmeide in den Händen halten und zaghaft fröhlich dazu
lächeln.
Seit Jahrzehnten gab es in modiſchen
Lin=
gen wohl keinen ſo überwältigenden und
ver=
blüffenden Erfolg, wie ihn die Jerſey=Mode zu
verzeichnen hat.
Wenn man ſich in Erinnerung bringt, aus
welch kleinen Anfängen ſie entſtanden iſt und
daß es eigentlich noch nicht lange her ſei,
ſeit=
dem die erſte Strickweſte, der erſte Jumper
er=
ſchien, ſo faßt man es kaum, daß die
Jerſey=
ſchaffungen heute nicht nur „Tagesmode”
ge=
worden ſind, ſondern in der Garderobe der
eleganten Frau abſolut unerläßliche „Stützen”
bedeuten.
Dies iſt wohl auch darauf zurückzuführen,
daß dieſes Material nicht etwa nur die
ſport=
liche Mode erobern konnte, ſondern ſich auf
allen Gebieten durchzuſetzen vermochte.
Daß dies möglich war, hat ſeinen Grund
ſicherlich darin, daß es gerade hier unzählige
Möglichkeiten gibt, die einerſeits aus den
zahl=
loſen Herſtellungsmethoden, andererſeits aus
der blendenden Farbgebung und ſchließlich auch
aus der ſchicken Ausarbeitung entſtehen (denn
die tadelloſe Paßform dieſer Schaffungen iſt
durchaus unbeſtritten und ein Faktor, mit dem
die elegante Frau rechnen darf).
Gerade in letzter Zeit hat die Jerſeymode
neuerlich einen großen Schritt vorwärts
ge=
macht, als ſie nämlich begann, ſich auch mit dem
ganzen Kleide zu befaſſen, während man
bisher eigentlich nur den verſchiedenen
Jum=
pern und Weſten, Pullovers und Sweaters zu
begegnen gewohnt war, die entweder mit einem
Rock aus Jerſey oder aber aus Seide vereinigt
wurden.
Heute aber gilt das große Intereſſe abſolut
dem ganzen Kleid aus Jerſey, das
außerordent=
lich ſchick und ungemein praktiſch iſt, da es
nie=
mals zerknüllt ausſieht, ausgezeichnet in der
Linie iſt und jene herrlichen Farben bringt, die
ſich in keinem Materiale ſo gut wiedergeben
laſſen wie in Wolle.
Und da die neue Mode heuer durchaus
im Zeichen des Kolorits ſteht, iſt es ſehr
be=
greiflich, wenn die Jerſeyſchaffungen große
Er=
folge zu verzeichnen haben.
Ein ſportives Kleid, das beſonders in dem
neuen Rötlich=Braun oder in den verſchiedenen
Grün=Tönen ganz hervorragend gut wirkt,
haben wir in der zweiten Skizze feſtgehalten:
die tiefen Revers, der Lackgürtel, die
Anſteck=
blume und die glockigen Bahnen des Rockes
beſtimmen den aparten Stil dieſes Modells,
das man für die Stadt unter jedem Pelzmantel
verwenden kann, das aber an ſonnigen
Winter=
tagen im Gebirge auch „blank” zu tragen iſt.
Natürlich darf niemals der Fehler
began=
gen werden, die Wichtigkeit der geteilten
Modelle zu unterſchätzen, denn auch der
Rock und die dazugehörige Bluſe, die man ihrer
breiten, „patentgeſtrickten” Paſſe wegen „
Pa=
tent=Jumper” nennt, iſt nach wie vor
aktuell geblieben. Hier gibt es übrigens
man=
cherlei originelle Ideen, die hauptſächlich in den
Farbkontraſten liegen und ſehr ſchöne Effekte,
die immer gerne in „Intarſientechnik”
wieder=
gegeben werden. So zum Beiſpiel iſt der
„Patentjumper” unſeres erſten Bildes — ebenſo
wie der dazugehörige Rock in Grün gehalten,
während die Paſſe des Oberteils und die obere
Partie der Aermel ſandfarben ſind.
Abſchattie=
rungen dieſer beiden Töne bringt die intarſierte
Girlande, die den Uebergang zwiſchen den
bei=
den Farben ſehr gut herzuſtellen vermag.
Zum Skilauf wählt man vor allen Dingen
den ſchicken „grob=gearbeiteten” Shaker mit
breiter Patentpaſſe, die ſich eng an die Hüften
ſchmiegt und eine tadelloſe Paßform ſichert, die
gerade beim Sport ſehr wichtig iſt.
Ein beſondere Neuheit ſind die „
imprägnier=
ten Jerſey=Skihoſen”, die möglicherweiſe eine
Revolution auf modeſportlichem Gebiete
her=
vorrufen werden. (Bild 3.)
Für die Eisbahn trägt man den glockigen
Jerſey=Rock in Verbindung mit einem „
Patent=
jumper” in abſtechender Farbe, deſſen flotte,
intarſierte Embleme Beachtung verdienen. Die
Jerſey=Mütze mit dem farbigen
auswechſel=
baren Bandeau iſt neuartig und apart. Sehr
flott auch der mit einer Wollquaſte beſchwerte
Schal. (Figur 4.)
Das Verblüffende an der Jerſeymode und
ihrer einzigartigen Entwicklung iſt aber die
Tatſache, daß ſie in letzter Zeit ſogar das
nach=
mittägliche Kleid zu berückſichtigen beginnt und
hier wirklich ſehr Schönes ſchafft.
Da gibt es Beſuchsmodelle mit
intereſſant=
drapiertem Oberteil (der ein gemuſtertes Plaſtron
ſehen läßt) und mit mondänen „Bauſchärmeln”
die mit einer mit dem Plaſtron
übereinſtimmen=
den gemuſterten Bahn abſchließen. (Vorletzte
Skizze.)
Allgemeine Aufmerkſamkeit erregen
zahl=
reiche nachmittägliche Modelle, die eine
Sattel=
partie aus „Jerſeyſpitze” bringen und eine
her=
vorragende Leiſtung dieſer Induſtrie darſtellen.
Kleider dieſer Art haben vielfach originelle
Tunik=Effekte, die in Jerſey einen ſchönen Fall
haben und ſich darum größter Beliebtheit
er=
freuen. (Letztes Bild.)
Willy Ungar.
Der „Sigarrentöter”
iſt ein Requiſit, das nicht nur am Rauchtiſch
heimiſch geworden iſt, ſondern bei jeder
Aſchen=
ſchale zu finden ſein müßte.
Die Stücke wirken — abgeſehen davon, daß
ſie ſehr praktiſch ſind — auch ganz entzückend!
Die neueſten Modelle haben jene
eigenartig=
primitive Note, die immer ausgezeichnet gefällt.
Sie wirken nämlich wie aus Metall
ge=
ſchnittene Silhouetten und variieren im
allge=
meinen die verſchiedenſten Tier=Embleme.
Der Dackel”, die Giraffe” und der „Kater”
ſind zweifellos entzückende Entwürfe, die
jeder=
mann Freude machen werden. (Skizze.)
Willy ungar.
Sie Kurzen Hackchen
ſollen in der Wintermode eine ſehr bedeutende
Rolle ſpielen. Ihre Beſonderheit liegt nicht
zuletzt auch darin, daß ſie ſich ausnahmslos auf
allen Gebieten durchſetzen konnten und trotzdem
immer wieder eigenartig, dekorativ und elegant
wirken.
Allerdings bieten ſie den nicht zu
unter=
ſchätzenden Vorteil, einerſeits den ſtiliſierenden
Tendenzen der kommenden Mode durchaus
Rechnung zu tragen und andererſeits
außer=
ordentlich jugendlich auszuſehen, ein Faktor, der
ja bei der Beurteilung jeder neuen modiſchen
Erſcheinung ſchwer in die Wagſchale fällt.
Es iſt ganz ſeltſam, daß man im= Verlauf
der letzten Jahre in modeorientierten Kreiſen
immer wieder von einem umwälzenden neuen
Stil ſprach, um ihn dann — wenn er wirklich da
war — faſt vollkommen zu überſehen.
Dies war beiſpielsweiſe mit der Empire=
Mode der Fall: ſie wurde vorerſt von zahlloſen
Propheten angezeigt und mit eifrigem Für und
erobert haben, zeigt unſere Skige
kleinen Garderobeſtücke in den wr
Anwendungsarten vor Augen füE
Schon die Morgenkleidung bed=u
ſehr häufig, denn man wählt zu
fachen PyAma oder zu einem Nc
immer ein Jäckchen aus dem gleich,
(oder aber aus einem in der Scha
abgeſtimmten Gewebe).
Die kleinen Umhüllen, die
b=
kalte Tage ſehr ſympathiſch ſind, bu
erweiterte Aermel, ſowie breite
werden in der Mitte gebunden. (Qe
Aber auch das Pyjama, das
Mußeſtunden im Hauſe trägt, wäit
einem Jäckchen zuſammengeſtellt,
ganz einfach geſchnitten iſt, aber aus
vollerem Materiale hergeſtellt wir
liche Typen ſind hier — wie unſs
zeigt — ſehr beliebt. Seitliche,
ten erweiſen ſich immer als praktä
ſtellung ſolcher kurzer Jacken, die
nen zu einer ſchwarzen
Pyjama=
werden, eignen ſich außer allerle
W
Wider beſprochen und bis ſie endlich in Form
der hochgegürteten, aus Satin hergeſtellten
Abendkleider (die im Vorjahre als
richtung=
gebend galten) ſich wirklich durchſetzen konnte,
gab ſich eigentlich niemand darüber
Rechen=
ſchaft, daß man tatſächlich bei einem faſt
ſtil=
reinen Neu=Empire angelangt war; vielmehr
empfand man die neue Tendenz als durchaus
nondän und überfah dabei, daß ſie ſich im
Grunde genommen eng an „klaſſiſche Vorbilder”
anlehne.
Seit mehreren Monaten nun wird vom
Biedermeier” als dem neueſten Modeſtil
ge=
ſprochen.
Es gibt um dieſes Thema eifrige Debatten;
natürlich beſitzt dieſer Stil zahlloſe
Anhän=
gerinnen, doch finden ſich auch viele, die von
einem Wiederkommen dieſer Moderichtung
nichts wiſſen wollen und darin eine
Gefähr=
dung der „ſachlichen Mode” erblicken, was ja
ſicherlich auch ſeine Richtigkeit hat.
Da ſich aber die Mode noch niemals an
der=
artige Bedenken gekehrt hat und vielfach gerade
das in den Vordergrund rückt, was am
wenig=
ſten, mit dem Zeitgeiſte in Einklang zu bringen
iſt, wird ſich niemand wundern, daß das Neu=
Biedermeier heuer ebenſo erfolgreich ſein wird,
wie es im Vorjahre des Neu=Empire war, mit
dem Unterſchiede nur, daß es ſich diesmal nicht
allein um die abendliche Mode handelt, ſondern
eben alle Gebiete vom Stil der Kongreßzeit
beeinflußt werden ſollen, wobei aber ſicherlich
abgeſehen von der Linie als ſolcher auch die
vielen Details nicht unberückſichtigt bleiben
werden, die ja einem Modeſtil erſt ſeine volle
Berechtigung geben.
Die kurzen Jäckchen, von denen heute die
Rede ſein ſoll, ſind typiſche Vertreter der Neu=
Biedermeiermode und dazu angetan, in
Ver=
bindung mit den Poſtillon=Hüten einen
durch=
aus geänderten Modeſtil zu ſchaffen.
Der Umſtand, daß dieſe Mode
außerordent=
lich raſch um ſich greift und viele
Anhänge=
rinnen beſitzt, ſpricht dafür, daß es ſich um eine
ebenſo ſchöne wie anmutige Linie handelt.
Wie verwendbar die Idee der kurzen
Jäck=
chen iſt und wie ſie die Mode auf allen Linien
Materiale metalliſch=durchzogene
allerbeſten.
Auch die Promenademode ſter
ſtreitig im Zeichen der kurzen Jackh.
nehmlich die kleinen Fell=Umhülle:
Perſianerklauen, Feh. Biſam, auss
Maulwurf oder Breitſchwanzplüſe
riale des Tages!) ſind ganz erl
Kragen werden entweder aus der
art hergeſtellt oder aus einem
Pelzwerk gearbeitet (Bild 2 der I
Daß ſich die ſportliche Mocn
Jäckchen gerne bedient, iſt ſehr
zum Beiſpiel verwendet man für
eine kleine Umhülle aus
Duvetine=
gemuſterten Rocke ſehr ſchick ausſ
der zweiten Reihe führt ein ſolche=
Augen, das ein ſeitlich gebundet
chen und intereſſante ſogenannte
als Garnierung der Aermel brir
Zu den Nachmittagskleidern
Jäckchen aus dem Materiale de:
Modells vor; vielfach ergibt ſich=
Möglichkeit, darunter jedes arn n
kleid zu tragen, ſo daß ſich aul.
gleichzeitig ein vorzügliches Com
nachmittäglichen Beſuch oder beull
nen läßt. Bauſchige Aermel ſing.
ſehr beliebt, da ja heuer den Aek
allergrößte Aufmerkſamkeit geſchen
tes Bild oben.)
An Stelle des Abendmantels
faſt ausſchließlich kurze Jäckchen E
Herſtellung mit bedeutend
gerſ=
verbunden iſt und doch ungemein
ſehen.
Eine außerordentlich intereſſ!
Verbrämung zeigt die in unſer
Bilde ſkizzierte kleine Umhülle, 2"
und einen Teil der Rückenbahn ?
imitation vorſieht, worüber der
Jacke drapiert wird. Für dieſend
ſich natürlich Seidenſamt am aue
nell und neuartig ſind die
aus=
ſammengeſetzten Aermel, die Lei
mode ſtilgetreu nachempfunden ſi
SZillI
uro nner uns zum Unglick noch bollidiſch,
ſſingt uns, bei aller unſrer Qual,
ierüä noch zu re Landdagswahl
untz Gott, do muß mer doch geſteh:
vo mer vum Wädder oft endeiſcht is,
urol drucke bald, un bald mol feiſcht is,
Luft bald raub, un bald mol lau is,
wHimmel meiſt mehr grau wie blau is.
uo’s morjends garnet hell will wärrn,
Dag mer ſucht mit de Ladärn;
Käwwel ziggt dorch alle Ritze,
it babbiſch uff de Klaader ſitze:
Ouft aam drickt als, wie verrickt,
9 Luft mer krickt, weil’s uff aam liggt,
Zentner, wie e Bleigewicht:
Wäld des unfreundlichſte Geſicht
Uut, — un jeder voll Verdruß
daß er aach ſo gans mache muß;
hio alles is dodal vermieſt,
6 aane huſt, des annere nießt:
ſy Hund mer vor die Dier naus jeegt,
a Wäldſchmärz mer im Knobbloch dreegt;
ix rumſchleicht dußlich un verdroſſe,
es vun feim gude Geiſt verloſſe:
ſchrvabbelt voll bis owwe hie,
gucſenich mit Melankollerie: —
üin alles forchtbar dragiſch nimmt,
Audreck, der in die Quer aam kimmt
ſiöß= in däre Zeid ſo kriddiſch,
Aslwomſtaskasskragfslait
üte Heeh!
wann mer ſich, bei Licht bedracht,
zem Himmel ſei Geſicht bedracht,
uns aam gornet Wunner, daß er grau is,
1aß, — was ſunſt ſo an em blau is,
all des Wahlkambfs wilde Woge
DDag erunner hott geloge.
örtendlich bloß zu unſerm Beſte!
ieht mer in Nord, Sied, Oſt un Weſte,
eOanſt, noja un aach viel Raach
Flanſt, noja däß is kaa Frag,
Wdie Zukumft näwwliſch uns verhillt —
ſn des Wahlnovemberbild ..
Aier awwer, was in dene Woche
*s alles Scheene hott — verſproche,
zuner bang ſich, un aach kummervoll,
nel Stimm mer ſchließlich gäwwe ſoll,
hutt aam lagd, wah hafftchen Gott,
Menſch kag dreizeh Stimme hott,
ieſt mer, es leßt ſich net verhehle,
Bweie allmitnanner wehle:
u d maants jo mit uns ſooo gut
Aun ſe doch all unner aan Hut —
Er hett mer, wie ſichs aach geheert
iniß de Himmel uff de Erd..
Strohſack, naa, do fellt mer ei,
Wlansgerächent dreizeh ſeis
MAders däß kaa Unglickszahl? —
nir ſo die Wahl aam noch zur Qual?!
Ar ſich bei däre ganze Schooſe
Muß noch an die Ooſe=Dreizeh ſtoße? —
Un ſeegt mer ſich dann net härzbeſchwerd:
„Vie ich wehl — ich wehl jo doch verkehrt!”
Dreihzeh! — Dreizeh! — ach däß muß jo ſchäbb geh.
Wo mer äwe ſo ſchun uff de Schnäbb ſteh,
Wo mer duſchur ſich im Zweiwel is
Weil die ganz Kulleer beim Deiwel is
Js mer däßhalb iwwerall gewäſe,
Hott gehorcht un Wahluffriff geläſe;
Hott mer däßhalb jeden Awend net
Schöbbchesweis des Vaderland gerett: —
Hott an jedem Stammdiſch debbadiert.
Un en Mordsbalaawer do verfiehrt,
Daß mer heit, wo mer vorm Wahldiſch ſteht,
Beinoh net mehr waaß, um was ſich’s dreht . .
Un ſich freegt: wem geb ich heit die Wirde?
Vem dhu heit ich mol „mei Kreiz” uffbirde?
Ja, wer hilft aam aus dem Zweifel bloß?
Ach, un weer mer doch ſein Schnubbe los ..
Un do fellt aam ei, ganz näwebei,
Gibt’s kaa Schnubbe=Radikal=Baddei?
Dann wo alles ſooo „verſchnubbt” heit is,
Hett die ſicher Zulagf, un s Geriß
Ja mer kennt die Schnubbe=Radikale
Noch zur Nod in zwaa Baddeie daale:
In=e „Infaulenzia=Baddei”.
Un=e „Gribbe=Grubbe” — dann weern’s drei! —
Jedenfalls, es leßt ſich net verhehle,
Daß uns immer noch Baddeie fehle:
For jed Krankheit aa, un dann im große
Schließlich die Baddei der „Blinddarmloſe”;
Ferner die Baddei der „Beſſerwiſſer”;
„Kimmelſpalter” — Kluge un annern Schiſſer”! —
Aach die „Rohköſtler=Baddei” dhut fehle; —
Un dann die, for Dreck= un annern Behle,
Un weer kaa Baddei for die Gewinn,
Die bollidiſch noch unmindiſch ſin? —
Ferner a for die, wo ewich maule, —
Weider aach noch a for die „Wahlfaule”;
Schließ= un enolich for den iwwriche Brei.
Dann noch die Baddeilofe=Baddei—
Jedenfalls, die Sach is gornet ohne.
Un dhet wenichſtens ſich widder lohne
For die — mit Miniſter=Ammbitzione,
Dann e jeder dreegt heit im Torniſter,
Zwar kaan Marſchallſtab, doch 2 Zeich zu=me Miniſter;
Un es gibt erſt Ruh, däß is doch klar,
Wann e jeder mol Miniſter war!
Awwer no, was will däß all bedeide:
Aan Dod muß der Menſch emol erleide —
un aach a Badoei, die muß er wehle,
Däſſentwäje därf heit niemand fehle;
Jeder muß ſei Kreiz heit, nooch de Schrift,
Uff ſich nemme, falls er 8 richtche drifft!
Selbſt ſei Hauskreiz, mit de Baa, de ſchebbe,
Muß er eilichſt an die Wahlurn ſchlebbe,
Wann ſe ſich aach noch degäje ſtraibt,
Un ihr Kreiz, ins falſche Kreisje ſchreibt:
Awwer wehle muß merl iwwerhaubt un ſo,
Sunſt hett mer jo ſchließlich nix devo.
Heit dbut mol e jedes äbbes gälte! —
Nooch de Wahl, hott kaaner was zu mälde:
Nooch de Wahl haaßt’s widder ſchee barriert,
Aanerlaa, wer — wie — wo — was — reſchiert!—
Nooch de Wahl hott mer uns nir verſproche,
Nooch de Wahl dhut mer mit Waſſer koche.
Nooch de Wahl ſin „Null” mir, — ohne Spaß
Doch heit ſin mer wer, un gälte was!
Drum haaßt’s: Wehle, ohne Schuld un Fehle,
Dann ihr wißt, mer dhut die Stimme zehle.
Un net wäge — wie’s beim Schiller haaßt;
Jedenfalls, es wärd kag Stimm veraaſt;
Drum ebei, un dhut die Nas net rimbfe:
Erſt gewehlt — dann därft ihr widder ſchimbfe!
Hott mer awwer dann ſei Flicht gedho,
Geht mer ſtolzen Blickes ſchnell devo,
Un dhut närjends ſteh, noch ſitze bleiwe,
Ohut ſich aach net uff de Gaß rum dreiwe;
Sundern word am Radio dehaam,
Bis ſe owends dann per Rundfunk gam,
Läſe 8 ganze Wahlergäbnis vor
Noochher legt mer ſich beruhigt uffs Ohr,
Peift vorerſt uff däß Baddei=Kunnzärt.
Un word, bis es Dag, un — beſſer wärd..
No und 8 worde hott mer, wie geſagt,
uns jo ſchun ſo langſam beigebracht,
Un im „worde” ſin mir Deitſche groß,
Grad des „worde” ham=mer grindlich los,
Un mir wiſſe, ohne viele Faxe,
Daß die Beem net in de Himmel waxe! —
Sei dem alſo, wie em immer ſei,
Wahl, November, Schnubbe — 3 geht vabei;
Un nooch jedem Winder, noch ſo ſchwer
Kimmt beſtimmt en Friehling hinnerher.
Mit der Hoffnung ſchließt mein Wahlabäll.
Hals= un Baabruch!
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Do is mer die Woch
liewens=
wärdicherweis aus Bielefeld en Zeiduagsausſchnitt aus de
„Haagſche Poſt” zugeſchickt worrn, wodrinn unſer
Darm=
ſtädtche erwehnt un aſch gelobt is, wann aach die geſchichtliche
Dadumme net ganz ſtimme. Jedensfalls, der Addiggel hot mich
ſehr indräſſiert, ganesdaals wäje dem holländiſche Dialekt, der
hott mich diräckt a geheimelt; un annerndaals wäje dem, was
drinn geſtanne hott, s war awwer doch gut, daß es ins Deitſche
iwwerſetzt war, dann ich hetts doch net ganz erausgebracht. Die
Haubtſach is awwer, daß mer iwwer unſer Städtche doch viel
Gudes ſage kann, ohne daß mer ſich was vergibt, un daß mer
däß Gude net dorch e ſchlecht Reklame widder verbummbeidele
foll
Alſo, recht ſcheene Dank for den Addiggel, der kimmt in
mei Aſchief.
zeitgemäße Haushalt.
Merit en a eir a uelise.
Eigckteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
Min 16. November: Sagoſuppe. Bayriſch Kraut und
eirwffeln.
BFn 17. November: Fleiſchbrühe mit Einlage.
Ac mit Meerrettich und Bouillonkartoffeln.
oem 18. November: Gemüſeſuppe. Reisauflauf*)
in.
ag, den 19. November: Sellerieſuppe. Frikadellen
Bau und Kartoffeln.
Bn 20. November: Braune Mehlſuppe. Fiſchfrikaſſe
üſſeln.
Md n 21. November: Ribelnſuppe . Linſengemüſe
Wten.
Apen 22, November: Pilzſuppe. Rippeſpeer mit
4A und Kartoffeln. Kompott (Vorrat.)
Ruif auf. 1 Pfund Reis mit Milch ausquellen. 4
MS) Bramm Zucker ſchaumig rühren, Reis dazu, dann
Bienk zuee. In ausgebutterter Auflaufform die Hälfte
wpRruig eingedämpfte Birnen, die andere Hälfte Reis
ſlöckchen, im Ofen backen.
*
Nummer 441.
Aufgabe 640.
J. Poſpiſil.
(Blata Praha, 1885.)
In erliche Aufbewahrung der Zwiebel.
ude i ſollte ſich einen gewiſſen Vorrat an Winterzwie=
Mctezu, da ſie dieſe jetzt im Herbſt bedeutend billiger
WE den folgenden Wintermonaten. Zudem ſind aus
verſchiedenſten Gerichte zu bereiten, die in jeder
uc 9 finden. Die Zwiebeln kann ſie verluſtſicher auf=
M ſie wie folgt verfährt; ſie breite ſie zuvor erſt
o ahl stund leſe alle irgendwie verdächtigen, d. h. kranken
Deig au 8 und laſſe die anderen völlig austrocknen. Am
Lene ie dabei zum Ziele, wenn ſie auf druckfreiem
rrton in der warmen Ofenröhre oder auf einem
warmen Backröhre des Gasherdes bei kleinge=
” und offenſtehender Tür ausgetrocknet werden.
auf einem Karton ausgebreitet, müſſen ſie nun in
Neiem Raume evtl. auch auf Schränken aufbewahrt
zeitweiliges Kontrollieren des Zwiebelvorrates iſt
petwpa weichwerdende Zwiebeln auszuleſen, da ſie
II.
trun anſtecken.
Roſenkohl=Salat. 1 Pfund vorbereiteten
2 man in Salzwaſſer weich und miſche ihn vor=
— nicht zu ſehr entblättert, mit einer Marinade
Zitronenſaft, 1 Teelöffel Süßſtofflöſung und
Nohnaiſe, etwas Salz und Pfeffer recht gut und
eake Stunden „ziehen”
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Weiß: Kd2 Da1 Lf8 Sa6 Bg2 g3 (6);
Schwarz: Ket Uh3 Be7 d3 e5 g6 h6 (7); 3-
Aufgabe 641.
W. Ebert.
(Oeſterreichiſche Leſehalle, 1892.)
Beiß: Kh5 Da6 Tk1 8h4 Bb4 42 e6 (7):
Schwarz: Keß Bd5 e4 (3).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 629 —632.
629. K. Traxler, 1. Preis, Tidſkrift för Schack, 1897. (Kf1 Db1 Lb2 e2 8a3
Be5 45 h2, Kes Td7 LbT g1 Sh6 Bb5 d6 f2 g7: 3R) 1. 8d3—e5! Gbroht
2. 8g6) B:e5 2. 1d3; 1.. 81i5 vder 1:d5 2. Dol4; 1.. .. la6 2. Se6;
1... Kr4 2. 9g64; 1. B:e5 2, Dd34; 1. . Bb42. 8e4t; 1...9g4
2. 8:g4x. An der Aufgabe iſt die Vieſeitigkeit und die Schönheit der Mattbilder
zu loben.
630. C. G. Watneh. Hampſhire Telegraph and Poſt, 1920. (Kd1 Dc7 Td2
La2 e7 Se2 h7Bg2; Ke4 Dg7Tate3 Lb7 Se5Bfägt g5; 24.)1. He7—78!
Das unvollſtändige Springerrad führt zu 7 Selbſtverſtellungen.
631. A. Volkmann. Ehrenpreis i. d. Zweizügerabteilung der „Schwalbe‟, 1930—TV.
(Kbs Da1 Td8 Lb5 f8 8d1 d6 Be2 e4 g2. Kd4 Td5 h3 Sb4 f1BG3 d2e5
f4h4. 24) 1. 50183! broht 2. StSR) Ke3, Se3, Sg3, Ke5, Nid8. T:e34
2. 8d1 (Rückkehr zum Ausgangsfeld), 8a4, Dg1, Da7, Da7, D:c3+. Der
Schlag=
fall im erſten Zug iſt durch das Thema bedingt.
632. K. Erlin, 3. Preis, Würzburger Schachklub, 1895. (Kes Da6 Teß Ib7
e1 Be2 eß k4; Kd4 La2 8h1 Bb3 b4 b5 e7 15 g4; 3t 1. Da6—031 broht
2. D:b44) Bia3 2. Ta8; 1. ..Bb2 2. To4t; 1. . .. K:aß 2. D:b44; I. .
Ke3 2. Db2. Ein gutes Stück der altdeutſchen Schule.
II
Kätſel
zwei
eaaff.
Gaswerk. Leonie, Schiller. Weidling, Seele.
Man ſchreibe obige Wörter buchſtabenweiſe ſo untereinander, daß
i ſenkrechte Reihen zwei Hauptmaterialien der Textilinduſtrie nennen.
Carl Deubel.
Silbenrätſel.
Aus den Silben: a al ba bam bel ber berg bi briſ chen
Die Wörter bedeuten: 1 Europäiſcher Strom 2 Salatpflanze, 3
Deutſcher Reichskunſtwart, 4 Brotaufſtrich, 5 Art Gips, 6 Buchzeichen,
7 Jüdiſcher Schriftgelehrter. 8 Pelzwerk, 9 Symbol des Nuhmes, 10
Fehllos, 11 Gdelmetall, 12 Schlachtenort an der Elbe, 13 Nebenraum
der Wohnung, 14 Deutſcher Dichter. 15 Fränkiſche Stadt. 16 Fluß zum
Golf von Trieſt, 17 Handwerkszeug des Malers, 18 Jüdiſches
Satzungs=
buch.
Auflöſungen der Rätſel aus Nr. 46.
Silbenrätſel.
1 Depeſche 2 Infinitiv, 3 Elixier, 4 Tenne, 5 Anderſen,
6 Solon, 7 Chile, 8 Hochofen, 9 Echo. 10 Inſel, 11 Saturn,
12 Treſſe, 13 Drohne, 14 Adreſſe 15 Sigel, 16 Etage, 17 Mandel.
Der Spruch lautet: Die Taſche iſt das empfindlichſte Organ.
Humor
IIM
Sicheres Kennzeichen. „Darf ich Ihnen eine Zigarre anbieten?”
ſagte der freundliche Herr zu dem Bekannten. „Warum nicht?”
er=
widerte dieſer. „Aber was iſt denn Beſonderes los? Weshalb ſind Sie
denn ſo freigebig?‟ Familienzuwachs, mein Lieber,” meinte der Geber.
„Meinen herzlichen Glückwunſch!‟ Der Freund ſteckte ſich die Zigarre
an, tut ein paar prüfende Züge und fügt dann hinzu: „Vermute, es
wird das fünfte oder ſechſte Baby ſein!”
Befehl ausgeführt. Der neu ernannte Hauptmann gibt ſeiner
Kom=
pagnie ein kleines Feſt und fordert die Leute gemütlich auf: „Greift das
Eſſen und Trinken ohne Erbarmen an! Behandelt es wie einen Feind.”
Als er fortgehen will, bemerkt er ſeinen Sergeanten, der ſich einige
Fla=
ſchen Bier einſteckt. „Was machen Sie da2” fragt er. „Führe Befehl
aus” lautet die Antwort. „Wenn man den Feind nicht tötet, ſoll man
ihn gefangen nehmen.
Anzüglich. „Sie kennen doch meinen Sohn,” erzählt der
Gemüſe=
händler ſeinem Kunden. „Der Junge hat ſich jetzt aufs Boxen geworfen
und ſchon die Meiſterſchaft erobert. „Ah. ich verſtehe,” epwidert der
andere, „gewiß die Leichtgewichts=Meiſterſc
1 Kliſches, L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 33.— Verartwortl, für die Redaktion: Dr. 5. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—2392.— All Rechte vorbehalten, Nachdr perboten.
[ ← ][ ][ → ]Seite 16 — Nr. 317
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Novemr./
ELISABETH BROSAMLE
HERMANN LEINBERGER
V E R L O B T E
DARMSTADT, 15. NOVEMBER
MÜLLERSTR. 38 SAALBAUSTR. 12
Statt Karten.
Reinheim
Nelly Bentheim
Hans Troll
Verlobte
Darmſiadt
Neu Iſenburg
Nachruf.
Am 13. November verſtarb nach längerem Leiden mein
lieber, treuer Mitarbeiter
Todes=Anzeige.
Geſtern abend 7/, Uhr verſchied unſer
innigſt=
geliebter Vater, Schwiegervater, Großvater und
Urgroßvater
Oekonomierat
Wir haben uns verlobt
Aenne Nachtkamp
Willi Krichbaum
Die
neu=
delle in
Darmſtadt November 1931
Silberne Hochzeit
begehen am 18. November die
Ehe=
leute Anton Poth und Frau,
geb. Schäfer, Arheilgerſtraße 25.
Glück auf zur Goldenen!
eingetrofff
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Mehr als 4 Jahrzehnte hat der Entſchlafene ſeine ganze
Arbeitskraft in den Dienſt meines Hauſes geſtellt und ſich durch
ſeinen großen Pflichteifer und ſein lauteres Weſen meine
beſondere Wertſchätzung erworben.
Ich werde ſein Andenken ſtets in Ehren halten.
Darmſtadt, den 14. November 1921.
Talt eini
Dankſagung.
Friedrich Schaefer
Nachruf.
Am Freitag verſchied unſer früherer Mitarbeiter
Herr Ludwig Hübner.
In ſeiner über 40 Jahre langen Tätigkeit bei der
Firma erwarb er ſich durch ſein lauteres Weſen und ſeinen
vorbildlichen Fleiß die Achtung und das Vertrauen Aller.
Wir weiden ihm über das Grab hinaus ein ehrendes
Andenken bewahren.
Darmſiadt, den 14. November 1931.
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Dipl.=Ing. Dröſſel und Fran Erna. geb. Volz
Dr.=Ing. Krempel und Frau Hedwig, geb. Volz
Walter Baſt und Frau Lulſe, geb. Schlofſer
Herta Baft, Helmut Baſt und drei Urenkel.
Reinheim i. Odw., Michelſtadt. Mannheim,
Harzberg a. Harz, New=York.
(16480
Reinheim, den 14. November 1931.
Für die wohltuenden
Be=
weiſe herzlicher Teilnahme
und großer (hrung beim
Heimgang unſeres lieben
Entſchlafenen ſagen wir
innigen Dank.
Im Namen der
trauernden Hinterbliebenen:
Ste A
probier.
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Erkläg
der,
Wäſche
viel u. mi
9 den
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Ausk. 72.
Mlunge
NARNST
erM
Pfund
W
Familie
Robert Schuck.
Die Einäſcherung findet im Krematorium zu
Darm=
ſtadt am 16. November, vormittags 11 Uhr, ſtatt.
Darmſtadt, 15. Nov 1931.
16455
Act
Haus;
Empfehn.
vortomrre
decker=A
Referen.
männiſc.
billige A
Ferdinam
Dachdert
Hüget
Dankſagung.
(Statt Karten).
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte ſagen wir unſeren
innigſten Dank. Ganz beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Weiß für die troſtreichen Worte am Grabe,
ſowie für die vielen Blumen= und Kranzſpenden.
In tiefer Trauer:
Hch. Hieronymus und Kinder
Darmſtadt, Eichbergſtr. 27, den 15. Nov. 1931.
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Nummer 317
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Sonntag, den 15.—/
Der Kampf um die Börſenwiedereröffnung.
abſchnitt charakteriſierte, bildete auch das Kennzeichen der
abge=
laufenen Woche. Im großen und ganzen war die Situation
ziem=
lich unverändert. Tagesgeld war ſehr leicht und ſtellte ſich auf
7½ Prozent. Die Banken hielten ſich recht flüſſig, andererſeits iſt
der Geldbedarf der Induſtrie infolge der allgemeinen
Wirtſchafts=
lage auf ein ſehr geringes Maß zurückgegangen. Obwohl der
Medio vor der Türe ſteht, war bisher von einer Anſpannung nicht
viel zu bemerken. Es iſt auch kaum zu erwarten, daß ſich in
die=
ſem Zuſammenhang ſtärkerer Geldbedarf einſtellen wird. Der
Medio hat nicht zum geringſten dadurch an Bedeutung eingebüßt,
daß die Gehaltszahlungen jetzt in drei Raten erfolgen, und ſich
die Beanſpruchung des Geldmarktes gleichmäßiger auf den ganzen
Monat verteilt. Außerdem ſpielt das Fehlen des Effektenclearings
natürlich auch für den Geldmarkt eine entſcheidende Rolle.
Ob=
wohl, die Tagesgeldrate in Berlin, eine Kleinigkeit höher liegt
als in Frankfurt, iſt die Lage auch dort als recht entſpannt
an=
zuſprechen.
Für Gelder auf längere Sicht iſt eine Erleichterung noch nicht
eingetreten. Monatsgeld bedingt nach wie vor 8½—12 Prozent,
wobei zu bemerken iſt, daß ſich der Satz für zweite Adreſſen an
die feſtgeſetzte Höchſtgrenze für prolongierte Reportgelder anlehnt.
In Anbetracht der Lage dürfte für Geld, das auf einen längeren
Zeitraum gebunden iſt, auch für die nächſte Zeit nicht mit einer
Entſpannung zu rechnen ſein. Für Reichsſchatzwechſel per 5. und
10. Februar 1932 beſtand Nachfrage. Das Wechſelangebot hat
ſtärker nachgelaſſen vereinzelt zeigte ſich etwas regeres Intereſſe.
Warenwechſel, die kaum angeboten waren, waren ebenfalls beſſer
gefragt, ſo daß ſich der Satz auf 8—8½ Prozent ſenkte.
Die Deviſenlage hat keine größere Veränderung erfahren.
Das engliſche Pfund war meiſt ſchwächer veranlagt und konnte
ſich nur zeitweiſe etwas erholen, wofür man als Hauptmotiv die
Erklärung des engliſchen Miniſterpräſidenten in bezug auf die
Stabiliſierung des Pfundkurſes anführte. Die immer noch
be=
ſtehende Ungewißheit, vor allem die wenig günſtige
Außenhan=
delsbilanz Englands, verhindern jedoch eine durchgreifende
Be=
feſtigung des Pfundes. Dagegen behielt die Reichsmark
inter=
national ihre feſte Haltung. Von den nordiſchen Deviſen gab die
ſchwediſche Krone nach und ſenkte ſich zum erſtenmal auf den
Stand der däniſchen Währung. Die aufſtrebende Preistendenz
auf dem Weltgetreidemarkt gab der Entwicklung des
argentini=
ſchen Peſos weiter guten Rückhalt, ſo daß dieſe Deviſe ihren Stand
wieder um einen guten Schritt verbeſſern konnte.
Berliner Deviſen=Feſtſehung vom 14. November.
Nachdem durch die 7. Verordnung zur Durchführung der
Verord=
nung des Reichspräſidenten über die Deviſenbewirtſchaftung die Gefahr
einer Verſchlechterung der deutſchen Deviſenlage aus
Wertpapierverkäu=
fen aus dem Auslande im Börſenverkehr beſeitigt iſt, hält der
Börſen=
vorſtand die uwverzügliche Wiederherſtellung des amtlichen Verkehrs
an der Berliner Börſe im allgemeinen wirtſchaftlichen Intereſſe für
dringend geboten. Sollten bei maßgebenden Stellen noch
unüberwind=
liche Bedenken gegen die unverzügliche Wiederherſtellung des amtlichen
Verkehrs beſtehen, ſo iſt für eine Uebergangszeit mindeſtens der
Frei=
verkehr in den Börſenſälen zuzulaſſen. Der Börſenvorſtand beauftragt
das Präſidium und die Zehnerkommiſſion, in Fühlungnahme mit den
Aufſichtsbehörden mit größter Beſchleunigung die erforderlichen
Vor=
bereitungen zu treffen. Dieſer Beſchluß iſt nach eingehender Ausſprache
einſtimmig gefaßt worden.
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Schweiz
Tallinn 112.79 31.79 21.76 Riga 81.22 16.53 16.57 Bukareſt 2.527 82.13 82.29 Kaunas 42.16
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Zum Wochenſchluß blieb auch im geſtrigen Berliner Freiverkehr der
Grundton für Effekten ziemlich freundlich, das Geſchäft war aber ſehr klein
und beſchränkte ſich auf Spezialwerte. Vorgeſtern abend hatten
ſchwä=
chere New Yorker Meldungen, auch deutſche Bonds waren drüben
ziem=
lich ſchwach, weil dem Markte angeblich der Hander der Dollarbonds
in Deutſchland fehlt, bei der Spekulation etwas Abgabeneigung
aus=
gelöſt, und nur Farbenaktien, für die eine größere Kauforder vorlag,
waren gut behauptet. Das Intereſſanteſte der geſtrigen
Vormittags=
ſtunden war denn wohl ein plötzlich auftauchender Käufer für
Dollar=
bonds, wobei es ſich, da die Genehmigung der
Deviſenbewirtſchaftungs=
ſtelle vorliegt, um Käufe zu Tilgungszwecken zu handeln ſcheint, doch
halten ſich die Verkäufer trotz günſtiger Kursangebote offenbar zurück,
da man verſchiedener Auffaſſung darüber iſt, ob man zum Verkauf von
Dollarbonds ebenfalls eine Genehmigung beſitzen muß. In
Farben=
bonds ſcheint übrigens ein größeres Deeouvert zu beſtehen, es liegt
jedenfalls anhaltend Intereſſe vor. Der Pfandbriefmarkt hat keine
größeren Veränderungen aufzuweiſen, die Tendenz iſt aber weiter eher
feſter. Anleihen lagen gut behauptet. Induſtrieaktien bröckelten gegen
die vorgeſtrigen Höchſtkurſe um Bruchteile eines Prozentes ab, waren
aber weiterhin widerſtandsfähig. Ausgeſprochen feſt lagen außer
Far=
ben die Anteile der Berliner Handelsgeſellſchaft. Die Umſatztätigkeit
litt neben den Einflüſſen des Wochenendes auch unter dem unſicheren
Ausgang der Landtagswahl in Heſſen, für die man ſeitens aller Parteien
ziemlich ſchweres Geſchütz aufgefahren hat. Auch der
Differenzenzahl=
tag am Montag mahnte zur Zurückhaltung. Ueber die Wiederaufnahme
eines Deviſenuſancehandels iſt ſeitens der Reichsbank noch keine
Ent=
ſcheidung gefallen, man ſcheint aber auch dieſer Frage, ebenſo wie der
der Börſenwiedereröffnung, eher ablehnend gegenüberzuſtehen.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 11. November. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 11. November berechnete
Index=
ziffer der Großhandelspreiſe iſt mit 107,0 gegenüber der Vorwoche um
03 v. H. geſunken. Die Indexziffern für die Hauptgruppen lauten:
Agrarſtoffe 98,8 (minus 0,8 v. H.) Kolonialwaren 94,6 (minus 0,1
v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 99,6 (plus 0,1 v. H.) und
induſtrielle Fertigwaren 132,2 (minus 03 v. H.).
Auflockerung der Futtergerſte=Einfuhr bevorſtehend. Zu den bereits
ſeit längerer Zeit ſchwebenden Verhandlungen wegen der diesjährigen
Handhabung der Kartoffelflockenaktion und der Verkoppelung der
Flockenabgabe mit der Erteilung von Bezugsſcheinen auf zollverbilligte
Futtergerſte erfahren wir, daß gegenwärtig zwei Projekte zur Beratung
ſtehen, die beide von den Intereſſenten in Vorſchlag gebracht worden
ſind. Der eine Plan ſieht die Erteilung von Bezugsſcheinen für drei
Tonnen Futtergerſte je Tonne Kartoffelflocken vor bei einem
Verkaufs=
preiſe von ca. 205 RM. pro Tonne Kartoffelflocken und eine Senkung
des verbilligten Gerſtenzolles auf 40 RM. (bisher 50 RM.) je Tonne,
während die andere Verſion an der Verkoppelung von einer Tonne
Inlandsgerſte zu einer Tonne Kartoffelflocken mit je einer Tonne
Aus=
landsgerſte bei einer Zollſenkung auf 30 RM. feſthält. Es iſt vorerſt
nicht abzuſehen, welchen Vorſchlag ſich die Regierung zu eigen machen
wird, jedenfalls dürfte aber das Reichskabinett, das wegen der in Frage
kommenden Zolländerung zu der Angelegenheit Stellung nehmen muß,
bereits zu Beginn der nächſten Woche eine Entſcheidung treffen.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Die Londoner Effektenbörſe eröffnete zum Wochenſchluß
bei ziemlich lebhaftem Geſchäft in ſtetiger Haltung. Während ſich
bri=
tiſche Staatspapiere und Minenanteile behaupteten, waren
internatio=
nale Werte unſicher.
An den internat. Deviſenmärkten ging das engliſche Pfund geſtern
allgemein etwas zurück, konnte ſich aber nach Schwankungen wieder
leicht erholen. Gegen den Dollar eröffnete es mit 3,75 — ½, nachdem
es geſtern mit 3,76 — ½ geſchloſſen hatte, um ſich dann wieder auf
3,76 — 2. zu befeſtigen. Gegen den Gulden ſtellte es ſich auf 9 — 2=,
gegen Zürich auf 19 — ½, gegen Paris auf 96,06 und gegen die
Reichs=
mark auf 15,82 — ½. Die Reichsmark konnte ſich international weiter
befeſtigen; in Zürich notierte ſie 121 — ¼½, während ſie in Amſterdam
auf 59 anziehen konnte. Der Dollar tendierte weiter ſehr feſt,
beſon=
ders in Amſterdam und Zürich. In Zürich zog er auf 513, in
Amſter=
dam auf 249 an. Der franzöſiſche Franken ſchwankte heute ziemlich
ſtark, er war aber im allgemeinen gut gehalten. Die Norddeviſen lagen
uneinheitlich. Kopenhagen und Stockholm tendierten leichter, Oslo
er=
holte ſich ſpäter nach ſchwachem Beginn. Von den ſüdamerikaniſchen
Deviſen war Buenos etwas ſchwächer, Rio dagegen gut gehalten. Die
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 14. Nov.:
Getreide. Weizen: Dez. 56½, März 59.75, Mai und Juli
61.75: Mais: Dez. 41½, März 44.25, Mai 46 25, Juli 47½; Hafer:
Dez. 25½, Mai 27½, Juli 27%; Roggen: Dez. 46.50, März 51.25,
Mai 52,50, Juli 54,75.
Schweine: leichte 4.60—4.90, ſchwere 4.65—4.90;
Schweine=
zufuhren: Chicago 20 000, im Weſten 42000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 14. Nov.:
Schmalz: Prima Weſtern 7.55; Talg, extra, loſe 3.75.
Getreide. Weizen: Rotwinter 69.25, Hartwinter 69,75; Mais,
loko New York 57.25; Mehl, ſpring wheat clears 4.20—4,60;
Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontinent 8
bis 8,50 Cents.
Kakao. Tendenz: kaum ſtetig; Umſätze: 72; Lokonotiz: 4.50;
Dezember 4.58, Januar 4.66, März 4.81, Mai 4.97, Juli 5.18,
September 5.36.
Diehmärkke.
Reichsmark blieb an den internationalen Deviſenplätzen auch im Laufe
des Tages weiter feſt, der Dollar konnte ſeinen Höchſtſtand nicht voll
behaupten, die anderen Deviſen waren kaum verändert.
Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 14. November
waren 597 Tiere zugeführt worden. Verkauft wurden 374 Stück, und
zwar Milchſchweine 4 bis 6 Mark das Stück, Läufer 9 bis 30 Mark das
Stück. Der Markwerlauf war mittelmäßig.
Vom ſüddeukſchen Eiſenmark.
Wie nicht anders zu erwarten war, hat ſich die Lage
Wochen nicht zum Beſſeren gewendet. In Form= und E
Börſenvorftand für unverzügliche Wiederherſtellung des amklichen Verkehrs. — Im Effekken=Freiverkehr
freundlichere Grundſkimmung, aber kleines Geſchäft.
Die Einnahmen und Ausgaben des Reiches
Die Lage am Geldmarkk.
in den Monaken April bis Hepkember.
Die flüſſige Geldmarktlage, die bereits den vorigen Berichts=
Das Reichsfinanzminiſterium hat den Ausweis über die
Ein=
nahmen und Ausgaben des Reichs für den Monat September
ſo=
wie für den ganzen Abſchnitt April—September des
Rechnungs=
jahres 1931 veröffentlicht. Alle Beträge verſtehen ſich in
Mil=
lionen Reichsmark.
Im ordentlichen Haushalt betragen die Einnahmen
in den Monaten April bis September 4238,9, davon im Monat
September 5120. Die Einnahmen im September an Steuern,
Zöllen und Abgaben belaufen ſich auf 477,0. die Ausgaben in dem
Rechnungsabſchnitt Aril bis September 1931 betragen 4118,7,
da=
von im Monat September 568,8. Mithin ergibt ſich im
ordent=
lichen Haushalt am Ende des Berichtsmonats September 1931
eine Mehreinnahme von 120,2.
Im außerordentlichen Haushalt betragen die
Ein=
nahmen in den Monaten April bis September 24,5. im Monat
September allein 0,3. Die Ausgaben ergeben im ganzen Abſchnitt
April bis September 68,3. Davon im September 95. Der
Be=
ſtand am Ende des Berichtsmonats weiſt ſomit eine
Mehraus=
gabe von 43,8 auf. In dieſen Zahlen ſind die aus dem Vorjahr
entnommenen Fehlbeträge nicht enthalten.
Die Kaſſenlage des Reiches hat folgendes Bild: Der
Kaſſenſollbeſtand betrug am 30. Setember 1931. 1576, wovon der
Betrag von 1531 verwendet wurde, ſo daß der Kaſſenbeſtand bei
der Reichshauptkaſſe und den Außenkaſſen 45 beträgt.
Der Stand der Reichsſchuld: Die auf Reichsmark
(Goldmark) lautende Schuld betrug am 30. September 7907,4,
während die auf fremde Währung laſtende Schuld 2750,1
aus=
machte. Die Geſamtſumme des Schuldkapitals betrug am 30.
Sep=
tember 1931 10 657,5 gegenüber 10 394,8 am 30. Juni.
Die Summe der ſchwebenden Schuld des Deutſchen
Reiches betrug am 31. Oktober 1931 1802 gegenüber 1766,8 am
30. September 1931. Der Stand der ſchwebenden Schuld wird vom
Monat September 1931 ab beſonders veröffenlicht.
auch in Blechen und Bandeiſen beſtand kaum Nachfrage,
haltung der geſamten Abnehmer, Händler wie Verbraru
wie vor ſehr ſtark. In der Hauptſache waren es kleineroe
teils ab Werk, teils ab Lager meiſt prompt geliefert vor
Größere Objekte wurden kaum vergeben. Die Zahlwei
ſchaft nimmt allmählich bedenkliche Formen an, da in
Fällen ausreichende Verzugszinſen zu bekommen ſind, ſt
geſchäfte keine Seltenheit mehr dar. Eine Belebung f:.
verſpricht man ſich von der noch immer ausſtehenden Prrt=
Hauptſächlich der Handel, deſſen Läger durchweg eine A.
tragen können, wartet ab.
Produkkenberichke.
ſt eint
Brief
36.39
82.38
5 062
0.261
7.487
14.41.
5.205
16.32
3.774
1.872
71.82
113.01
81.38
2,533
42.24
— Mainzer Produktenbericht. Großhandelspreiſe pem
Mainz am Freitag, den 13. November. Weizen 23,35—
2—223,25, Hafer 15.50—17,50, Braugerſte 18—19. Induffü
bis 17,75, Futtergerſte 16—17, Südd. Weizenmehl Speziaku
genmehl (60 Prozent) 31—31,50, Weizenkleie fein 9,65, Az1
10,65, Roggenkleie 10, Biertreber 13, Erdnußkuchen 14-1
kuchen 13—17,50, Palmkuchen 11,25—11,50, Rapskuchen 9.49
loſe 5,50, Kleeheu geb. 6, Wieſenheu loſe 5, Wieſenheu
ſchinenſtroh 4—4,20, Drahtpreßſtroh 4,20, Sohaſchrotzt
Trockenſchnitzel 6,25—6,50. Tendenz ſchwächer.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Die Tenden=
Marktes iſt als ſtetig zu bezeichnen, nachdem auch
richtswoche keine Veränderung in den Preiſen einge=
Anlieferungen waren zuweilen, infolge der jetz
Junghennenproduktion, etwas größer, ſind aber dorhen Yohſe aus
entſprechend normal. Friſche Ware iſt allerdings ſerlſ0 Eiche
das wenige Angebot wird ſofort placiert. Der Ve=t
Detail ſtagnierte faſt vollkommen aus den hinreige
Gründen. Intereſſe erhält ſich nach wie vor nur für:
Sorten. Es notierten in Pfg per Stück ab loco Fron
Italiener nicht am Markt, Bulgaren 1100—11,50,
11,00—11,50, Rumänen 10,50—11 00. Ruſſen 10,00—
10.00—10,50 Chineſen nicht am Markt. Holländem
Dänen 12,50—15.00. Flandern, Franzoſen. Schle e
Dt. Friſcheier nicht am Markt. — Kühlhauseie
10.50—11.00. Rumänen 9,00—9,50. Bulgaren 9,50—
9,00—9,50
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Der Butt
trotz der niedrigen Preiſe weiter ruhig und matt. ur
der ſchon längere Zeit ſehr zu wünſchen übrig läßt
Minimum zurück. Während das Angebot von ausl
ter ſtärker geworden iſt, ſind die Anlieferungen in
ſehr knapp. Hinſichtlich der weiteren Ausſichten
Beſſerung der Preislage kaum zu rechnen, zumal d—e
eher im Steigen begriffen iſt. Die Verkaufspreiſe.
dels lauten für Auslandsbutter 145—150. für deunt
butter 125—130; kleinere Packungen entſprechender.
Preiſe verſtehen ſich in Reichsmark ver 50 Kg. ab Fo
Berliner Produktenbericht vom 14. November. 29
Produktenverkehr hat ſich auch zum Wochenſchluß nicht
Käufer und Verkäufer ſtanden ſich ziemlich abwartend
Inlandsangebot von Brotgetreide war nur mäßig, beſ”
gen gelangte verhältnismäßig wenig Material an den iſ
da die Provinzmühlen verſchiedentlich beſſere Preiſe be=M
hieſigen. Andererſeits hält ſich die Nachfrage auch in
der ſchleppende Mehlabſatz bot den Mühlen
Veranlaſſum=
fenden Bedarf zu decken. Weizen war im
Prompt=
geſchäft behauptet, während Roggen 1—1,50 Mark
wurde. Am Mehlmarkte erfolgen nur die norwendigſt.
zu kaum veränderten Preiſen. Hafer liegt bei vorſichi
aber auf kleiner Konſumnachfrage ſtetig, Gerſte eher run
ſchäft in Weizen= und Roggenexportſcheinen iſt ſchle
Preiſe waren kaum behauptet.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Am Freitag fanden in Bremen unter Leitung des
Arbeitgeberorganiſation der deutſchen Hochſeeſiſchereige=
Tarifverhandlungen für die deutſche Hochſeefiſcherei ſtatu.
Einigung zwiſchen den Arbeitnehmern und den Arbeitt
zielt werden konnte. Wahrſcheinlich wird nunmehr de
gerufen werden.
Da über den Antrag der Verwaltung der Koblens=
Koblenz, der ein Moratorium mit möglichſt voller A
ruhiger Abwicklung vorſah, unter den Gläubigern
eine=
zu erzielen war, iſt nunmehr über das Vermögen der
kursverfahren eröffnet worden.
Das neue Zigarettenkontingent iſt laut Mitteilu
finanzminiſters für die Zeit vom 1. Oktober 1931 bis 31
auf 120 Prozent des dem einzelnen Zigarettenherſtellu
geteilten Zigarettenkontingentsfußes feſtgeſetzt.
Im Lohnſtreit bei den Reichswaſſerſtraßen
wurde=
lungen im Reichsarbeitsminiſterium der Schiedsſpruch E7l
mit einigen Aenderungen angenommen. Dieſer Schieds
in ſeinen Auswirkungen dem durch die Notverordnunge
und 6. Oktober ds8. Js. geforderten Lohnabbau von 4½
Wie der Amtliche Preußiſche Preſſedienſt mitteilt
in der Preſſe erwähnten Aufſchlußarbeiten für die
Gei=
ecker Eiſenwerk bei Kaſſel, wo bekanntlich ſeit langen .
gegraben worden iſt, neuerdings auch die Preuſſag bet 10
Wie wir erfahren iſt die Waggonbaufabrik Weg
bis Ende Januar nächſten Jahres voll beſchäftigt. Aufßk4
tere Aufträge noch in Ausſicht, u. a. ein größerer AusliI
die Türkei.
Das Vergleichsverfahren der vor etwa 2 Jahren ic
denen Bankfirma Paul Schleſinger, Trier u. Co. in 724
iſt immer noch nicht zu Ende geführt. Wie jetzt bekat al
eſſiert ſich auch die Staatsanwaltſchaft für den Zuſamm!
auf Anzeige der Schweizeriſchen Kreditanſtalt die 2 Untreue, Bilanzfälſchung und Unterſchlagung er
Der Reichsarbeitsminiſter hat den Schiedsſpruch für
Textilinduſtrie für verbindlich erklärt, der eine Kürzun!
Löhne um 5 v. H. vorſieht.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 14. Novembes
Unze Feingold 109 ch 5 0 — 85,9883 RM., für ein
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demnach 42,2139 Pence — 2,79667 RM.
Am Freitag fanden die Gehaltsverhandlungen in de*
Montaninduſtrie ſtatt. Da keine Uebereinſtimmung
konnte, wurden die Verhandlungen abgebrochen und auf
ber vertagt.
Nach dem amtlichen Bericht weiſt die polniſche Auß
für Oktober einen Ausfuhrüberſchuß von 39 Millionen
Wie verlautet, ſoll die Regierung der Südgfrikant=”
abſichtigen, einen Antidumpingzoll auf alle Waren zu legb!!
dern ohne Goldwährung eingeführt werden und ſomit
ſchen Induſtrie ſtarke Konkurrenz bereiten.
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 317 — Seite 19
as, Postamt C. C.1.
Nachdruck verbotenſ.
Roman von
Ernſt Klein
orterte einen etwas zuſammenhangloſen Bericht
ſaß mit der Dame hier — Sie werden verſtehen,
engſte Diskretion erbeten! — bei einem intimen
plötzlich oben der Krawall anfing. Furchtbar, ſage
ſg wenn zwei Banden wilder Indianer aufeinander
Kerle müſſen ins Streiten gekommen ſein . . ."
ube ich!” ließ ſich jetzt der fremde Mann vernehmen.
der Straße und beſchattete das Haus —
Teufel haben Sie dieſes Haus zu beſchatten?”
hutzmann zu wiſſen und beſah ſich den Gefange=
„Fanu, wenn das nicht Slade iſt! Was tun denn
ſich aufs hohe Roß: „Sie hören ja, was ich
ſben von einem Klienten den Auftrag, das Haus
ürſwachen.
Kyrnann grinſte höhniſch. „Muß ne feine Kund=
Fu euch geht! Na — das müßt ihr dem Jnſpektor
m Teufel geht mich der Inſpektor an.” erboſte ſich
nubt natürlich den wirklichen Gauner durchbrennen
Inſpektor wird euch gut anblaſen!“
ßaustreppe erklangen Schritte. Zwei Schutzleute
Haus.
ſos, Dave?” fragte der eine von ihnen ſeinen
hade iſt geplatzt, auf die der Zentralinſpektor ſo
hat. Scheint, daß Mr. Slade in Vertretung der
nund Slade irgendwie dabei verwickelt iſt. Der
i miir leider durchgebrannt. Werde Wayne anrufen,
izwiſchen oben nach, was die Kerle eigentlich
enhte einen deſparaten Verſuch, der Begegnung mit
nſtyhr Wayne aus dem Wege zu gehen. Er wiſchte
domTaſchentuch das Geſicht ab, rückte ſeine Kleider
irlangte freigelaſſen zu werden. „Ihr könnt mich
in) ninem Büro finden.”
zhu mſtändlich!” lachte der zweite Schutzmann. „Wir
eber gleich mit, Slade!”
hue eine glänzende Idee. Sie zog Pedro beiſeite und
mas ins Ohr. Er war zuerſt erſtaunt, trat dann
Fu heran, beſah ihn ſich von oben bis unten und
hun Schrei: „Jawohl, jetzt erkenne ich ihn! Das iſt
d heute früh bei mir in der Verkleidung eines
it=hueters war!“
uru ckt?” brüllte Slade.
uſoverrückt? Nicht wahr, das Fräulein erkennt ihn
Dave Caylor ſtand bereits am Telephon und
Zetralinſpektor Wayne. Die beiden anderen äugten
Whut chäumenden Slade ſowie Pedro und das junge,
lä un an ſeiner Seite an.
ſoßlamt es, daß die Miß den Kerl da erkennt?” fragte
vor ſuten.
ig heute morgen im Hauſe vor, um eine
Kom=
nom Marquis de Sala auszurichten”, gab Lilian
ſchlei und ſpendierte beiden Schutzleuten einen ihrer
gſt rſüßeſten Blicke. Beide grinſten. „Ich unterhielt
ſdenn Herrn Pedro, als ein Mann, der ausſah wie
ſitemR Treppe herunterkam. Ich habe ihn mir ganz
mide
fet=
Heidle
geſeh, und jetzt erkenne ich ihn wieder, ganz beſtimmt.
i0 Mann!”
„Haben Sie gehört, Slade?”
Slade ſchaute aus ſeinen blutunterlaufenen Augen Lilian
au, als wollte er ſie mit Haut und Haaren verſchlingen. Das
Frauenzimmer lügt! Und ihr Geliebter da .
„Mein Herr” kreiſchte Pedro erboſten Proteſt, „benehmen
Sie ſich wie ein Gentleman!”
Slade war aber nicht in der Stimmung, ſolche ſozialen
Er=
mahnungen über ſich ergehen zu laſſen „Hol’ euch alle
miteinan=
der der Teufel!” knurrte er.
Konſtabler Taylor kam zurück. „Der Zentralinſpektor wird
ſofort hier ſein. Er will Slade ſelbſt verhören!“
Soweit war alles gut gegangen. Stefano war in Sicherheit.
Slade, über deſſen Rolle Lilian ſich nicht klar war, auf jeden
Fall unſchädlich gemächt. Blieb nur die Frage: Hatte Stefano
die Briefe oder nicht? Was ſollte ſein letztes Wort heißen:
Teppich, dritte Stufe? Hatte er die Briefe dort verſteckt?
„e länger ſie darüber nachdachte, deſto überzeugter wurde
ſie davon. Er hatte es nicht gewagt, die Briefe bei ſich zu
be=
halten. Sie mußte alſo jetzt die Briefe an ſich bringen. Doch
wie? Wie?
Oben ſtöberten die zwei Schutzleute herum, unten am Fuß
der Treppe ſtand der dritte und bewachte Slade, Pedro wich
ihr nicht vom Leibe. Sie begann ungeduldig zu werden, nervös.
So nahe am Erfolg und doch 100 Meilen davon entfernt.
26.
Der Zentralinſpektor ſchnaubte nur ſo vor Wut, als er
an=
kam. Er machte ſich Luft, indem er Pedro mit allen Strafen der
Hölle bedrohte, weil er es unterlaſſen hatte, ihn von dem Beſuch
des Elektrizitätsarbeiters zu verſtändigen. Und dann noch das
téte-ä-tete mit Lilian Brooks! „Durch Ihre Unaufmerkſamkeit
iſt uns jetzt alles verpatzt!” ſtürmte er. „Nun, der Herr
Super=
intendent wird Ihnen ſeine Meinung ſagen!"
Pedro entſchuldigte ſich ſtockend damit, daß er ſich erſt genau
erkundigt hatte, ehe er den Arbeiter ins Haus ließ. Wie ſollte
er daran denken".
„Da ſehen Sie es ja!” knurrte ihn Wayne an, der ſeine
ſonſt immer ſo gute Laune verloren hatte. „Jetzt haben Sie
Slade im Haus! Sie behaupten ja, daß Sie in ihm den Mann
erkennen!“
Pedro warf verlegene Blicke in die Richtung Lilian Brooks.
„Das Fräulein hier glaubt, ihn wiederzuerkennen . .
ſtotterte er.
Wayne fuhr jetzt auf Lilian los! Doch dieſe war aus
an=
derem Holz geſchnitzt wie der liebedürftige Pedro. Sie ſteckte
die Naſe in die Höhe und machte ihr ſchnippiſchſtes Geſichi.
„Ich kann’s natürlich nicht beſchwören, Herr Generalinſpektor!”
entgegnete ſie.
„Zentralinſpektor, wenn es Ihnen recht iſt!“
„Bitte ſchön, Zentralinſpektor! Ich habe mit der Polizei
noch nicht ſo oft zu tun gehabt, daß ich mich in ihren Titeln
auskennen ſollte! Wenn es nicht der iſt, muß es wohl der
andere ſein . . ."
„Das nenne ich eine zuverläſſige Auskunft!” knurrte Wayne.
„Was wollen Sie denn hier überhaupt im Hauſe?”
„Ich bin hier im Auftrage einer Dame!”
„Jetzt, ſo ſpät am Abend?‟
Pedro fühlte ſich bemüßigt, Lilian zu Hilfe zu kommen.
„Herr Zentralinſpektor, ich würde um größte Diskretion bitten —
die junge Dame iſt meine Freundin . . ."
Wayne zvickte die Augen zu und grinſte. „Das kann ich
glauben oder nicht! Nun, wir werden ja nachher ſehen!” Und
nun widmete er ſich Slade, den er durch ſeine Brille
wohl=
wollend anfunkelte. „Freut mich, Sie zu ſehen, Slade. Habe
immer darauf gehofft, Sie einmal bei einer ſolchen Gelegenheit
in die Finger zu bekommen.”
„Na, dieſe Hoffnung ſchlagen Sie ſich nur aus dem Kopf,
Wayne”, höhnte Slade. „Ihr werdet euch nur die Finger
ver=
brennen, denn meine Firma wird ſich darüber beſchweren, daß
ich durch Sie und Ihre Leute an der Ausübung meiner Pflicht
gehindert wurde!”
Wayne faßte das als Witz auf und lachte. „Pflicht —
Pflicht — —
„Ich habe ſchon einmal erklärt, ich hatte den Auftrag, dieſes
Haus zu beſchatten und ſah den Mann in das Haus eindringen.
Er ſchien mir ſofort verdächtig. Ich folgte ihm. Die Haustür
war offen. Dieſes Weibſtück da verſucht, mich hineinzulegen.
Aber ich bin überzeugt, ſie ſteckt mit dem anderen unter einer
Decke. Sie hat ſich bei dieſem Eſel da
Pedro tat einen wütenden Luftſprung. „Sie ſind ganz
be=
ſtimmt der Kerl von heute morgen!” rächte er ſich.
Slade ließ ſich indeſſen nicht beirren. Er war auf gutem
Wege, dem frechen Ding die an ihm verübte Gemeinheit
heim=
zuzahlen. „Sie hat ihm ſicher die Haustür offengelaſſen. Denn
ich ſah, daß er ohne Schwierigkeiten hineingelangte. Die Tür
ließ er dann offen zum Rückzug, nicht wahr?”
„Sie müſſen es ja wiſſen, Slade”, nickte Wayne zuſtimmend.
Slade zuckte die Achſeln. „Natürlich weiß ich es. Nur ihr
Intelligenzakrobaten von Scotland Yard wißt nichts, ahnt nichts,
ſeht nichts, verſteht nichts! Die Anweſenden natürlich
aus=
genommen, Herr Zentralinſpektor! Alſo, ich komme ins Haus,
höre rechts da in dem kleinen Salon Lachen und Gekicher und
Getue. Von dem Kerl keine Spur. Der iſt ſicher die Treppe
hinauf. Ich alſo nach. Oben iſt zuerſt ſo ein kleines Zimmer,
ein Vorraum, ſchaut wie bei einem Frauenzimmer aus! Dieſer
Sala muß ja ein verfluchter Pomadenhengſt geweſen ſein! Im
nächſten Zimmer entdecke ich unter der Portiere Licht. Ich bin
an die Portiere. Was ſehe ich? Der Kerl liegt unter dem
Bett und arbeitet. Woran kann ich nicht erkennen. Dann kriecht
er hervor und ſtopft etwas in die Taſche. Ich hielt es an der
Zeit, in Erſcheinung zu treten. Das heißt, ich ließ ihn an mir
vorüberpaſſieren und gab ihm eins mit dem Gummiknüppel.
Aber der Schlag muß danebengegangen ſein, oder der Kerl hat
einen Schädel aus Stahl! In der nächſten Sekunde hatte er
mich beim Hals! Rieſenkräfte hat er! Ich bin doch gewiß kein
Schwächling! Aber ehe ich mich recht verſah, lag ich unten. Da!
Wie ein Haufen Miſt .!"
Die Zuhörer brachen in ſchallendes Gelächter aus, und Slade,
der immerhin Sportgeiſt genug beſaß, um die Kraft und den Mut
auch beim ſiegreichen Gegner anzuerkennen, grinſte mit. „Der
hätte aus Ihren Bobbys da Hackfleiſch gemacht, der Kerl!” ſetzte
er triumphierend hinzu.
Lilian hörte es und war ſtolz auf ihren Stefano.
Wayne begab ſich nun nach oben. Lilian folgte ihm, wie
er langſam die Treppe hinaufſtapfte. Der Atem ſtockte ihr.
Wenn er jetzt vielleicht? Die fünfte Stufe, die vierte Stufe,
die dritte . . . Er blieb einen Moment lang ſtehen, ihr Herz
ſetzte vollkommen aus, drehte ſich zurück und blickte nach unten.
„Die Treppe hat er Sie hinuntergeſchmiſſen, Slade?"
„Können ja einmal probieren, wie es iſt, wenn man da
hinunterfliegt!” knurrte dieſer zurück.
Wayne kicherte und nahm auch noch die beiden letzten
Stufen. Lilian atmete auf. Doch keine Möglichkeit, ſelbſt auf
die Treppe zu kommen".
Nach kurzer Zeit erſchien Wayne oben an der Brüſtung und
rief den einen der Schutzleute zu ſich. „Wir müſſen das Bett
beiſeite rücken!” befahl er.
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preis=
wert angef.
Kirch=
ſtraße 19, I. (14981a
Am 1. Dezember beginnen wir in unseren eigenen Räumen mit
dem neu eingerichteten Gruppenunterricht. (5 und mehr Teilnehmer.)
Monatlich 6 Stunden
4 mal 1½ Stunde
Zirkel
(3 — 4 Teilnehmer)
Einzelunterricht: 100 Std.
2 Personen je 125.— Mk.
1 Person
150.— Mk.
5.00 Mk.
25 Stunden 25.— Mk.
s0 Std. 30 Std.
Mk. 40.— Mk.
100 — Mk. 60.— Mk.
15 Std.
25.— Mk.
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Ratenzahlungen.
Unser seit 30 Jahren in Darmstadt bestehendes Institut mit seiner
Ertahrung gibt Jedem eine bessere dewähr für ein rasches
und gründllches Erlernen der Sprache als Klubs und
Arbeits-
gemeinschatten
Anmeldung: täglich von 9—12 und 3—9 Uhr. (16357b
The Benédict Schoolof Languages
Wilhelminenstraße 19, II.
Telephon 613.
Im 3. Akademie-K0
Montag, den 16. November 1931,
im „Großen Saale” des Städt.
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singt
Dusolina
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Lieder und Arien
Am Flügel: Michael Raucheisen
Konzertflügel: „Steinway & Sons” auss!
gazin der Fa. Karl Arnold & Sohn. Ecke Er7
Karten von RM. 1.— bis RM. 5.50 im S
der Städt. Akademie für Tonkunst, El1A
straße 36, Fernrut 3500 (Stadtverwaltung!!
Heſſiſche Männer und Frzuen, Evangeli !9
Wählt evange
Wählt Lisd
Wählt den Chriſtlich ſozialen
(Evangeliſche Bewegung), deſſen !
beginnt mit den Namen: Greb=Mo l
Gießen, Laufer=Darmſtadt, Pfarrer
Offenbach.
Chriſtlich=ſozialer Volksdienſt Evangeliſchr.
Klare Sicht
Der „Christlich soziale Volksdienst:
Reichstag nicht „für Brüning”, 8
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christl. Gewissen „für Deutschland: E
Wählt Liste !
RAPIO-LORZ
führt die neuest. Metzempfänger u.
Mollerstraße 4
Fernruf 3642
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Kraukhobel.
Krautfäſſer.
Karl Brückner
Holzſtr., a. Brunnen.
(15309a)
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Grafenstr. 24 Tel. 2512