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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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mikigem Erſcheinen vom 1. November
mw 2.10 Reſchsmark und 2. Pfennig
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Fenkfurt a. M. 1301.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart=, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Auffätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet
Nummer 313
Mittwoch, den 11. November 1931. 194. Jahrgang
27 mm breite Zelle m Kreiſe Darmſtadt 25 Reichwie
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breitl2 Reſchsmark=-Anzelgen von auewärte 40 Reſchepfg.
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Rellame=
zelle 3.00 Reſchemart. Alle Preiſe in Reichsmark
ſt Dolſar — 420 Markl. — Im Falle höberer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzelgen=
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konhurs oder gerichticher Beltreibung ſänt jeder
Nabatt weg. Banſklonto Deutſche Banl und
Darm=
ſtädter und Natſonalbank.
Tagung des Bnfſcaftsbeltais
he an Hand der Leikſähe des Kabinelks über die Senkung der Produkkionskoſfen und Preiſe.
Wirkſchafts-Nolverordnung bis Ende November.
Der Sinn der Leitſähe.
Berlin, 10. November.
Ausſchuß des Wirtſchaftsbeirats, der ſich mit der
eung von Produktionskoſten und
Prei=
iſen hat, iſt am Dienstag vormittag um 10 Uhr zu
eitzung zuſammengetreten. Sie begann damit, daß
tr dem Ausſchuß zunächſt die Leitſätze
de die das Kabinett ausgearbeitet hat. Es handelt
eeidings nicht um fertige Löſungen, die
sregierung dem Wirtſchaftsbeirat
ſie and über die er ſich dann nur gutachtlich zu äußern
mehr um eine Dispoſition für den Gang der
Ver=
n ein Verzeichnis der Fragen, die angefaßt werden
in rnan die Ziele erreichen will, die in den erſten
tzyn des Wirtſchaftsbeirats vor zehn Tagen aufgezeigt
ſüitſchaftsbeirat wird alſo von ſich aus
ien müſſen. Dabei kann man aber wohl an=
Mdas Reichskabinett ſeinen eigenen Standpunkt zu
blcem bereits gewonnen hat. Die geſtrigen Beratungen
ſbiſe” dauerten bis gegen Mitternacht, und ſchon aus
yr Zeit ergibt ſich eigentlich, daß die Reichsregierung
Abäragen bereits recht gründlich behandelt hat. Es
widas Kabinett gewiſſermaßen den
hu ausgemeſſen hat, der zwiſchen einem
hlend einem Minimalprogramm mög=
und daß die Löſungen, die aus den
Be=
es Wirtſchaftsbeirats
herauskom=
unerhalb dieſes Rahmens bewegen
äſte der Kanzler fertige Vorſchläge vorgelegt, ſo
ierung taktiſch vielleicht möglicherweiſe in die
Ge=
hm, daß bei den Verhandlungen nur eine negative
tl beherrſchte. Dann würde man wahrſcheinlich
meiter Sackgaſſe angekommen ſein. Durch die Me=
5ü Kanzler jetzt anwendet, wird dieſe Gefahr vermie=
Bgf werden ſich die Schwierigkeiten, die wirkſamen
Auſich und vom Standpunkt der verſchiedenen
Inter=
gigenſtehen, nun ſchon zu Anfang der
Verhand=
dem, was bisher an Kritik und Vor=
Lndie Regierung herangetragen wor=
Iſlen jetzt die Konſequenzen gezogen
Eid da wird ſich nach Auffaſſung gut unterrichteter
ſelr ſchnell zeigen, daß die vielbeſprochene
ht oder auch nur Auflockerung der
MNſauf ſehr viel mehr Schwierigkeiten
ie Kritiker ſelbſt vielleicht erwartet
nüten der zu erwartenden Schwierigkeiten hat die
Eg es auf Grund ihrer eingehenden Beſchäftigung
hllenen aber doch in der Hand, die Diskuſſion des
Eaus in eine beſtimmte Richtung zu führen, und ſo
lie Möglichkeiten für ein poſitives Ergebnis
vor=
ees dagegen nicht gelingen, in der einen oder an=
Au einer Verſtändigung zu gelangen, ſo müßte das
Fräch von ſich aus ſeine Entſcheidungen treffen.
net man damit, daß die Verhandlungen des Bei=
Eu gute Woche in Anſpruch nehmen, und daß das
n an die Ausarbeitung der großen Wirtſchafts=
Herangehen wird, die beſtimmt bis Ende dieſes
götellt werden ſoll.
I2 bedeukſamer Schiedsſpruch.
Berlin, 10. November.
hnverhandlungen in der Berliner
uſtrie, die am Montag ſtattfanden, endeten
ragung des Konflikts. Die Geltung der
MSeſtimmungen wird verlängert und kann mit
Friſt, erſtmalig zum 13. Dezember, gekündigt
Nicdsſpruch im Lohnkampf der Berliner
Metall=
ſe innenpolitiſche Senſation erſten Ranges, die
Nuonders unterſtrichen wird, als der am Dienstag
eme Wirtſchaftsbeirat in ſeinen Unterausſchüſſen
Neln hat, die für die Lebenshaltung aller
Arbeit=
chlaggebender Bedeutung ſind. Man geht wohl
der Annahme, daß der Vorſitzende der
Schlichter=
ſwerat Körner, ſich vor der Fällung des Schieds=
Reichsarbeitsminiſter Stegerwald in Verbin=
Es iſt ſeit langer Zeit das erſte Mal, daß eine
amtlicher Eigenſchaft von einer Senkung der
eie für Gas, Waſſer, Elektrizität und Verkehr,
Angerung der Steuern und ſozialen Beiträge
Anaus iſt es wohl noch nicht vorgekommen, daß
Begründung ihres Schiedsſpruchs ſolche Dinge
D= um vor aller Oeffentlichkeit zu zeigen, von
In den Arbeitnehmern geholfen werden muß, um
A4 dem notwendigen Abbau der Selbſtkoſten der
hagen. Dieſer Schiedsſpruch iſt nicht
Deniger, als eine Richtlinie für den
Srat, wobei wir uns darüber im klaren ſind,
i Een Corderungen nur nach Ueberwindung gewal=
Scen zu erfüllen ſind. Es wird nun Sache des
2 in, brauchbare Vorſchläge, in dieſer Nichtung
unband zu geben,
Verordnung über Zahlungsfriſt
in Aufwerkungsſachen.
Bis ſpäkeſtens 30. November 1931 bei der
Auf=
werkungsſtelle Ankräge auf Zahlungsfriſt ſtellen!
Berlin, 10. November.
Der Herr Reichspräſident hat am 10. d. M. auf Grund des
Art. 48 Abſ. 2 RV. eine Verordnung über die Zahlungsfriſt in
Aufwertungsſachen erlaſſen. Am 1. Januar 1932 werden die von
den Gläubigern vor Jahresfriſt gekündigten
Aufwertungs=
hypotheken fällig. Nach dem Geſetz für die Fälligkeit und
Ver=
zinſung der Aufwertungshypotheken vom 18. Juli 1930 hat zwar
der Grundſtückseigentümer die Möglichkeit gehabt, innerhalb
von drei Monaten nach Zugang der Kündigung bei der
Aufwer=
tungsſtelle eine Zahlungsfriſt zu beantragen. Zahlreiche
Schuld=
ner haben aber damals den Antrag nicht geſtellt, weil ſie mit
Recht annehmen konnten, den Aufwertungsbetrag 1932 zahlen
zu können. Andere Schuldner haben den Antrag zwar geſtellt,
ihn aber zurückgenommen, nachdem ſie ſich vergewiſſert hatten,
daß ſie für den zurückzuzahlenden Betrag von einem anderen
Gläubiger eine Erſatzhypothek bekommen würden. Endlich haben
in den Fällen, in denen das Zahlungsfriſtverfahren durchgeführt
iſt, häufig die Aufwertungsſtellen den Antrag abgelehnt, weil
nach der damaligen Wirtſchaftslage die Aufwertungsſtelle zu der
Auffaſſung kam, daß dem Schuldner die Rückzahlung der
Hypo=
thek zuzumuten ſei.
Die Verhälkniſſe haben ſich durch die Ereigniſſe
ſeit Juni d. J. grundlegend geändert.
Die neue Verordnung ſieht daher vor, daß in den
ange=
gebenen Fällen die Schuldner, die durch die Veränderung der
allgemeinen Wirtſchaftsverhältniſſe überraſcht worden ſind, bis
zum Ablauf des 30. November 1931 bei der Aufwertungsſtelle
den Antrag auf Bewilligung einer Zahlungsfriſt nachholen oder
ihn, ſofern er bereits rechtskräftig abgewieſen war, erneuern
können, vorausgeſetzt iſt dabei, daß die durch die Veränderung
der allgemeinen Wirtſchaftsverhältniſſe geſchaffene Lage nicht
ſchon in einem früheren Zahlungsfriſtverfahren berückſichtigt
wer=
den konnte. Mit dieſer Maßnahme ſind die beteiligten
Organi=
ſationen, mit denen die Frage erörtert iſt, im weſentlichen
ein=
verſtanden.
Die Vorausſehungen, unker denen die Zahlungsfriſt
bewilligt werden kann.
ſind dieſelben, wie nach dem Geſetz über die Fälligkeit und
Verzinſung der Aufwertungshypotheken vom 18. Juli 1930.
Ver=
einbarungen zwiſchen Gläubiger und Schuldner über die
Rück=
zahlung werden nicht angetaſtet. Dem Wunſche der Schuldner,
wenigſtens die vor der Aufwertungsſtelle geſchloſſenen
Ver=
gleiche in die Neuregelung einzubeziehen, iſt nicht ſtattgegeben
worden, da gegen ein ſolches Eingreifen in vertragliche
Bin=
dungen ſchwerwiegende grundſätzliche Bedenken beſtanden.
Nach der Notverordnung kann weiter den Schuldnern von
Induſtrieobligationen und vehwandten Schuldverſchreibungen
eine Zahlungsfriſt für die am 31. Dezember d. J. fällig
werden=
den aufgewerteten Kapitalbeträge — nicht aber für die bis zum
31. Dezember 1931 geſtundeten Tilgungsteilbeträge — in
ähn=
licher Weiſe gewährt werden, wie dies in dem
Aufwertungs=
ſchlußgeſetz vom 18. Juni 1930 für die Schuldner aufgewerteter
Hypotheken vorgeſehen iſt. Die Zahlungsfriſt, die nur bis zum
31. Dezember 1934 bewilligt werden kann, und während d.ren
nach Möglichkeit Teilzahlungen geleiſtet werden ſollen, darf nur
gewährt werden, wenn der Schuldner infolge der Veränderung
der allgemeinen Wirtſchaftslage über die zur Rückzahlung
erfor=
derlichen Mittel nicht verfügt, ſie ſich auch nicht zu zumu baren
Bedingungen verſchaffen kann, oder wenn die Rückzahlung nicht
ohne Gefährdung der Fortführung des Unternehmens erfolgen
könnte. Die geſtundeten Beträge ſind ab 1. Januar 1932 mit
7½ Prozent jährlich zu verzinſen und mit einem Aufgeld von
2. Prozent für jedes angefangene Kalenderjahr, für das die
Stundung in Anſpruch genommen wird, zurückzuzahlen. Für die
Dauer der Stundung darf der Schuldner keine Gewinne an die
Geſellſchafter ausſchütten und in der Regel auch keine Tantiemen
zahlen. Zuſtändig für die Bewilligung der Zahlungsfriſt iſt die
bei den Oberlandesgerichten nach früheren Verordnungen
ge=
bildete Spruchſtelle. Die Anrufung der Spruchſtelle muß
ſpäte=
ſtens bis zum 30. November d. J. erfolgen.
Verbindlichkeikserklärung des Schiedsſpruches
für die Gemeindearbeiker.
Im Lohnſtreit der Gemeindearbeiter hat der
Reichsarbeits=
miniſter den am 1. 11. gefällten Schiedsſpruch, der von den
Ver=
tretern der Gemeindearbeiter und dem kommunalen
Reichs=
arbeitgeberverband abgelehnt worden war, im öffentlichen
Inter=
eſſe für verbindlich erklärt. Damit tritt eine Lohnſenkung von
durchſchnittlich 4½ v. H. in Kraft.
Die höheren Beamken
nach drei Gehaltskürzungen.
Von
Studienrat Holzhäuſer, Worms.
Am 1. Dezember jährt ſich der Tag, der mit der „Erſten
Not=
verordnung des Reichspräſidenten zur Sicherung der Wirtſchaft
und Finanzen” die Periode der wiederholten und ſich dabei ſtets
ſteigernden, diktatoriſchen Zugriffe auf das Beamtengehalt
ein=
leitete. Damit war der unheilvolle Weg beſchritten, das für die
Beamtenſtellung und Beamtenbeſoldung geltende Recht mit dem
bequemen Mittel der Notverordnungen, zu beſchneiden und zu
brechen. Nach dieſem entſcheidenden Einbruch jagte eine
Kür=
zungsmaßnahme die andere. Auf die Notverordnung vom 1. 12. 30
folgte die vom 5. 6. 31, und am 25. 8. 31 übertrug das Reich den
Ländern das Recht, ihre Haushalte auf dem Weg der
Notverord=
nungen zu ſanieren. So reihten ſich an die beiden von Reichs
wegen verordneten Kürzungen in einer erſtaunlichen Variation
der Methoden ſolche der Länder mit dem Ergebnis, daß das
Be=
amtengehalt der willkürlichſten Regelung durch die Regierungen
anheimgegeben ſcheint und ein bedenklicher, dem Gedanken der
Reichseinheit ſehr abträglicher Wirrwarr an die Stelle der vor
einem Jahr noch wenigſtens in den Grundzügen einheitlichen
Be=
ſoldung der Beamten des Reichs und der Länder getreten iſt.
Die breite Maſſe des Publikums hat von dieſen Vorgängen
wohl durch die Preſſe vernommen, aber den vollen Umfang deſſen,
was hier in einem unerbittlich fortſchreitenden Prozeß an dem
Beamtengehalt ſich vollzog, kaum erfaßt. So erſcheint es
notwen=
dig, rückhaltlos vor aller Oeffentlichkeit feſtzuſtellen, wo die
Be=
amtenſchaft heute, nachdem die Welle der dritten Gekaltskürzung
über ſie hinweggegangen iſt, ſteht und wie ſich die Einbuße an
Einkommen auf die Lebenshaltung der Beamten und damit auf
die deutſche Wirtſchaft auswirkt.
Zur Beantwortung dieſer Fragen für den Bereich der höheren
Beamtenſchaft veranſtaltete der Reichsbund der höheren Beamten
kürzlich eine Umfrage unter ſeinen Mitgliedern. 6000
beant=
wortete Fragebogen lieferten ein Material, das umfaſſend genug
iſt, um aus ihm allgemeingültige Rückſchlüſſe ziehen zu können.
Das von einem Fachmann ſtatiſtiſch bearbeitete Material und die
aus ihm zu ziehenden Folgerungen ſind in einer vom Reichsbund
ſoeben herausgegebenen kleinen Schrift niedergelegt (Bohlen. Die
höheren Beamten nach drei Gehaltskürzungen, Berlin, 1931).
Die Enquete hat den unumſtößlichen Beweis dafür erbracht,
daß ſchon die beiden Gehaltskürzungen vom 1. 12. 30
und 5. 6. 31 den höheren Beamten, den geſamten
Ertrag der Beſoldungsreform von 1927
weg=
nahmen und dieſe Gruppe der Beamtenſchaft auf einen
Beſol=
dungsſtand zurückwarfen, der 1927 von Regierung, Preſſe und
Wirtſchaft übereinſtimmend als unzureichend bezeichnet worden
war. Die Erhebung ergab ſogar, daß in der überwiegenden
Mehr=
zahl der Fälle der Verluſt durch die erſte und zweite
Gehaltskür=
zung den Gewinn der Beſoldungsreform noch überwiegt.
Dieſer einſchneidenden Minderung des Einkommens ſteht eine
zunehmende Verteuerung der Lebenshaltung der
höheren Beamten ſeit 1927 gegenüber. Wohl iſt der
amt=
liche Index für die Koſten der Lebenshaltung ſeit 1927 rückläufig.
Dieſer Index iſt aber auf den Verhältniſſen einer
minderbemit=
telten Arbeiterfamilie aufgebaut und läßt ſich infolgedeſſen kaum
auf die Lebenshaltung einer Familie des gebildeten
Mittelſtan=
des anwenden. Eine Preisſenkung auf einzelnen Gebieten des
Maſſenkonſums wirkt ſich auf jene Haushaltung ſehr ſtark, auf
dieſe aber nur unbeträchtlich aus. Dagegen wird der
Ausgabe=
etat einer Familie des gebildeten Mittelſtandes entſcheidend
be=
einflußt durch eine Reihe von Poſten, die vom Index überhaupt
nicht oder mindeſtens nicht in dem für dieſe Familien richtigen
Maße erfaßt werden. Die Preiſe für Bücher und Zeitſchriften,
alſo für das notwendige Rüſtzeug zu geiſtiger Arbeit, liegen z. B.
noch weit über dem Index. Die Ausgaben für die Erziehung der
Kinder ſteigen dauernd; das Schulgeld hat ſich ſeit 1926 ungefähr
verdoppelt, die Kollegelder der Univerſitäten ſind erhöht worden.
Weiter ſind die Steuern und Abgaben, die Soziallaſten für
Haus=
angeſtellte in dauerndem Steigen begriffen. Vor allem zeigt ſich
aber die Teuerung in der Steigerung der Mieten — und trotzdem
iſt mit den Gehaltskürzungen auch das Wohnungsgeld geſenkt
worden!
Die Umfrage ſuchte weiter zu ermitteln, welche Maßnahmen
die Familien der höheren Beamten haben ergreifen müſſen, um
den Verluſt auszugleichen. Dieſe Einſparungen, ſtatiſtiſch
zuſam=
mengefaßt, ſind in einer beſonderen Tabelle dargeſtellt, die des
nachdenklichſten Studiums wert iſt. Sie ſollte beſonders beachtet
werden von denen, die durch ihre Stellung die Verantwortung
für die Zukunft unſeres Volkes tragen, und von denen, die ein
eigenes Intereſſe an der Wiederbelebung unſerer Wirtſchaft haben.
Mehr als Dreiviertel der befragten höheren Beamten mußten
zu einer empfindlichen Einſchränkung der
Kulturaus=
gaben ſchreiten. Der Kauf von Büchern, der Beſuch von Theatern
und Konzerten wird radikal beſchnitten. Die Mittel zur
wiſſen=
ſchaftlichen und beruflichen Fortbildung können von den höheren
Beamten nicht mehr aufgebracht werden. Auf die Teilnahme an
beruflichen Tagungen wird notgedrungen verzichtet: der Deutſche
Philologen= und Schulmännertag in Trier mußte in dieſem Jahr
us Mangel an Anmeldungen ausfallen, der Deutſche Juriſtentag
litt unter einem außerordentlich ſchlechten Beſuch. Dieſer
er=
zwungene Verzicht auf Fühlungnabme mit den kulturellen
Strö=
mungen der Zeit und auf berufliche Fortbildung muß zu einem
Rückgang der dienſtlichen Leiſtungsfähigkeit der höheren Beamten
führen.
Ueber ein Drittel der befragten höheren Beamten waren
ge=
zwungen, Hausangeſtellte zu entlaſſen. Während vor
den Gehaltskürzungen noch zwei Hausangeſtellte auf je drei
Haus=
halte höherer Beamten entfielen hält heute nur noch jede zweite
Familie des höheren Beamtenſtandes einen Hausangeſtellten.
Die höhere Beamtenſchaft gleitet unaufhaltſam aus einer
Kultur=
ſchicht ab. „zu der ſie nach Tradition, Vorbildung und
Dienſtlei=
ſtung gehört‟. Der ſoziale Abſtieg, die Flucht in die
Beſcheidenheit äußert ſich auch in dem vielfach
vorgenom=
menen Umzug in eine kleinere und billigere Wohnung, an
Ein=
barungen an Wirtſchaftsgeld und in ähnlichen Maßnahmen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite 2 — Nr. 313
Beſonders bedenklich ſtimmt es, daß nach dem Ergebnis der
Umfrage ein beträchtlicher Teil der höheren Beamtenſchaft dazu
übergehen mußte, durch Einſchränkung der Ausgaben
für Kindererziehung ein Aequivalent für den Verluſt ferenz der Innenminiſter der Länder ſtatt. Eine beſondere
Tages=
an Einkommen zu ſchaffen und die Ausbildung der Kinder auf
der höheren Schule oder Univerſität abzubrechen. Das bedeutet
einen im Intereſſe des Volksganzen bedauerlichen Verzicht auf
die Ausbildung wertvoller geiſtiger Erbanlagen.
So offenbart die Erhebung eine Einengung der
Lebenshal=
tung der höheren Beamtenſchaft auf allen Gebieten. Und wer
trägt nun den Schaden? Bohlen berechnet auf Grund der
Ergeb=
niſſe der Umfrage, daß rund 100 000 höhere Beamte
durch die Gehaltseinbußen gezwungen ſind,
einen Betrag von rund 120 Millionen
Markjähr=
lich einzuſparen. Um dieſe Summe iſt die wirtſchaftliche
Kraft der höheren Beamtenſchaft innerhalb eines Jahres geſenkt
worden. Dieſe Summe iſt der deutſchen Wirtſchaft entzogen
wor=
den — eine unausbleibliche Folge von falſchen Maßnahmen „zur Glückwünſche ausgeſprochen.
Sicherung der Wirtſchaft”!
Das traurigſte Kapitel der noch ſo jungen und doch ſchon ſo
Abſchnitt der Broſchüre, wo der völlige Zerfall der Be= Deutſche Metallarbeiter=Verband daraufhin
Verbindlichkeitserklä=
ſoldungsgeſetze durch die dritte, von den Ländern
vorge=
nommene Gehaltskürzung dargelegt wird. Es kann nicht oft und
deutlich genug darauf hingewieſen werden, daß dieſe Kürzungen
durch die Länder das durch die beiden Maßnahmen des Reichs
ſchon auf den Stand vor 1927 herabgedrückte Beamtengehalt noch
einmal verringerten und eine unerträgliche Differenzierung
zwi=
ſchen dem Einkommen der Länderbeamten und der Reichsbeamten wurden.
ſchufen. Dabei beſchränkten ſich die Länder nicht auf eine einzige
Kürzungsmaßnahme, ſondern ihre ſchöpferiſchen Bürokratien ſuch= Telegraphen= und Telephonarbeitern für Kabellegungen, Montage
ten einander im Auffinden von Kürzungsmöglichkeiten zu
über=
bieten. So kommt es, daß nach dem augenblicklichen Stand in
ge=
wiſſen Ländern — es erübrigt ſich zu ſagen, daß Heſſen zu dieſer werden insgeſamt 1230 Arbeiter betroffen.
Spitzengruppe gehört — bereits fünf Kürzungsmaßnahmen
bin=
nen Jahresfriſt durchgeführt ſind! Daß Heſſen in dieſem
Wettbewerb der Länder die Führung inne hat, das
zei=
gen noch einmal unwiderleglich die vergleichenden Tabellen im
letzten Kapitel der Broſchüre. Die augenblickliche Geſamtkürzung
des Monatsgehaltes, eines verheirateten höheren Beamten der
Normalgruppe mit 2 Kindern, in der Ortsklaſſe B und der 3.
Ge=
haltsſtufe, erreicht in Heſſen mit 30,5 Prozent den
höch=
ſten Betrag in Deutſchland! Selbſt wenn die
Aufrük=
kungsſperre in den Ländern, die ſie verfügt haben, wieder
aufge=
hoben wird, — in Heſſen ſoll die Aufhebung mit dem 1. 12. 31
er=
folgen —, ſteht Heſſen immer noch an vorderſter Stelle. Noch tusminiſterium und im Bereich des Kultusminiſteriums einige
deutlicher würde die „führende: Stellung Heſſens wohl an dem weſentliche Poſten noch jetzt vor den Wahlen neu zu beſetzen.
Beiſpiel eines ledigen Beamten in Erſcheinung treten, weil Heſſen Wenn man berückſichtigt, welche außerordentliche Erregung die
dieſen Beamten unter Preisgabe des Grundſatzes der Bezahlung
Tabelle der Neuregelung der Anwärterbezüge beweiſt, daß Heſſen, in weiten Kreiſen der Bevölkerung hervorgerufen haben, würde
den zweifelhaften Ruhm für ſich in Anſpruch nehmen kann, in der
Kürzung der Bezüge am rigoroſeſten verfahren zu ſein.
läßt und ſich auf knappe Worte der Erläuterung dieſer Zahlen
beſchränkt, übt gerade durch dieſe Sachlichkeit eine eindringliche reits zur Genüge erlebt. Man ſollte ſich aber auch in hefſiſchen
Wirkung aus. Sie enthält die Begründung der dumpfen Erbitte= Regierungskreiſen klar darüber ſein, daß ein derart unmögliches
rung, die angeſichts der Vorgänge des ablaufenden Jahres die
Beamtenſchaft heute in ſich trägt; denn ſie zeigt, in welchem Maße Wahlen bleiben dürfte,
das Einkommen der Beamtenſchaft, die ſtets erklärt hat, daß ſie
den bei gerechter Verteilung der Laſten auf ſie entfallenden
An=
teil eines allgemeinen Opfers zur Rettung des Staates
aus ſeiner finanziellen Notlage zu tragen bereit ſei, ohne
irgend=
einen Rechtsſchutz, wie ihn z. B. die Arbeiterlöhne im Tarifweſen
genießen, im Ablauf eines Jahres der willkürlichſten Zerſetzung
preisgegeben wurde. Sie iſt eine nicht zu überhörende Mah= wurde der Landesbeamtenausſchuß der Deutſchen Volkspartei neu
nung zur ſchleunigſten Reviſion dieſer Kür= gegründet. Abgeordneter Morath umriß deſſen Tätigkeitsgebiet
zungspolitik und für Heſſen eine beſonders be= dahin daß er zur Stärkung des Zuſammengehörigkeitsgefühls aller
redte Mahnung zur ſchleunigſten Aufhebung Beamtengruppen dienen ſoll, daß er den Einfluß der
Beamten=
aller Sondermaßnahmen und damit zur Wieder=
Reichsbeſoldung.
Die Poſt ſpart 100 Millionen.
Wie dem Reichspoſtminiſterium mitgeteilt wird, nahm der
Verwaltungsrat der Deutſchen Reichspoſt am Dienstag einen
Nachtrag zum Voranſchlag der Reichspoſt für 1931 an, der die
im urſprünglichen Haushaltsentwurf angeſetzten Einnahmen und
Ausgaben um je 100 Millionen Reichsmark herabſetzt.
Bei dem Sparplan hat man in erſter Linie eine Senkung
der Sachausgaben vorgenommen, um Perſonalentlaſſungen nach
Möglichkeit zu vermeiden. Die Reichspoſt betrachtet es auch
weiterhin als ihre beſondere Pflicht, das Perſonal über die
ſchwere Wirtſchaftskriſe hinweg durchzuhalten. Ob das im
bis=
herigen Umfange gelingt, wird allerdings fraglich, wenn der
Einnahmeausfall in den kommenden Monaten das bis jetzt
an=
zunehmende Maß wefentlich überſchreiten ſollte. Bei den
Er=
ſparniſſen auf ſachlichem Gebiet handelt es ſich zunächſt um
Minderausgaben im Bahnpoſtverkehr. „Gebaut wird nur das,
was zur Aufrechterhaltung des Betriebes unbedingt nötig iſt.
Im Reichsinnenminiſterium findet am 17. November eine
Kon=
ordnung iſt ebenſo wie bei den früheren Innenminiſterkonferenzen
nicht feſtgeſetzt. Die Miniſter werden alle wichtigen und aktuellen
Fragen, die ihre Reſſorts betreffen, erörtern.
Der Reichsrat hält am Donnerstag wieder eine Vollſitzung ab.
auf deren Tagesordnung in der Hauptſache der Entwurf einer
Reichsdienſtſtrafordnung ſteht.
Zu Beginn der geſtrigen Sitzung des preußiſchen
Staatsmini=
ſteriums beglückwünſchte der preußiſche Miniſterpräſident Dr.
Braun den Miniſter für Volkswohlfahrt Dr. Hirtſiefer herzlich,
der in ununterbrochener Folge zehn Jahre hindurch das
Volks=
wohlfahrtsminiſterium verwaltet hatte. Auch der Reichskanzler
hat in einem beſonderen Schreiben dem Miniſter Hirtſiefer ſeine
Der Verband Berliner Metallinduſtrieller wird den
Schieds=
ſpruch, der das bisherige Lohnabkommen für die Berliner
Metall=
inhaltsreichen Geſchichte der Gehaltskürzungen behandelt der letzte induſtrie bis Mitte Dezember verlängert, ablehnen. Da der
rung beantragen dürfte, werden die Nachverhandlungen in dieſem
Lohnkonflikt vorausſichtlich Anfang nächſter Woche ſtattfinden.
Gelegentlich einer nationalſozialiſtiſchen Totengedenkfeier in
Eutin kam es zu einer ſchweren politiſchen Schlägerei, wobei ein
SA.=Mann getötet und acht Nationalſozialiſten ſchwer verletzt
Von der öſterreichiſchen Generalpoſtdirektion wurde allen
uſw. in den Bundesländern gekündigt, da keine Mittel mehr für
derartige Arbeiten zur Verfügung ſtehen. Von dieſer Maßnahme
In einer Mitteilung an die Preſſe gibt der Allgemeine
Arbei=
terverband (C. G. T.) die Zahl der Arbeitsloſen in Frankreich
mit 500 000 und die Zahl der Kurzarbeiter mit 1 500 000 an,
Heſſiſche Polikik.
Ein neuer „Zall”?
Wie wir hören, ſoll tatſächlich die Abſicht beſtehen, im Kul=
Pläne des Kultusminiſters hinſichtlich der Beſetzung
insbeſon=
nach der Dienſtleiſtung beſonders übel mitgeſpielt hat. Auch die dere des Direktorpoſtens der Darmſtädter Eleonorenſchule
eine Vollziehung der geplanten Ernennung kurz vor Toresſchluß,
d. h. wenige Tage vor den Wahlen, nur als ein Verſuch anzu=
Die Broſchüre, die in erſter Linie Zahlen und Tabellen reden ſehen ſein, vollendete Tatſachen zu ſchaffen. Wir haben
aller=
dings derartiges, insbeſondere während des letzten Jahres, be=
Vorgehen ganz gewiß nicht ohne Einfluß auf den Ausgang der
Gründung eines Landes-Beamkenausſchuſſes
der 2.5.P.
In Anweſenheit des Reichstagsabgeordneten Morath
ſchaft in der Partei erhält und ausbaut und die Verbindung mit
den anderen Fachausſchüſſen der Partei pflegen ſoll. Der
Reichs=
angleichung der heſſiſchen Beſoldung an die beamtenausſchuß hat als beſondere Aufgabe den
Landesbeamten=
ausſchüſſen aufgegeben, Vorſchläge zur Verwaltungsvereinfachung
einzureichen. Eine wichtige Aufgabe des
Landesbeamtenaus=
ſchuſſes wird auch darin beſtehen, dafür zu ſorgen, daß die
volks=
parteilichen Beamten nicht benachteiligt werden. Es wurde ein
Vorſtand gewählt mit Rektor Dr. Claß als Vorſitzenden
Poli=
zeiverwaltungsſekretär. Ahl als ſtellvertretenden Vorſitzenden,
Amtsgerichtsrat Dr. Wellmann als Schriftführer. Ferner
gehören dem Vorſtand an: Prof Kloos Oberfeuerwehrmann
Fiſcher, Bezirksfürſorgerin Frau Hübner, Poſtinſpektor
Kolb, Lehrerin i. R. Pfnor und Miniſterialrat Heyl.
Berlin, 10. November.
Zu den Gerüchten über angebliche
Zwangskonvertierungs=
pläne für deutſche Werte wird mitgeteilt, daß niemals von
irgendwelcher Seite auch nur erwogen worden iſt,
Auslands=
anleihen zu konvertieren. Ueber die der Regierung von
piiva=
ter Seite nahe gebrachten Gedanken, Inlandsanleihen zu
konver=
tieren, haben in der Reichsregierung keinerlei Erörterungen
ſtatt=
gefunden.
Von Börries, Frhr. v. Münchhauſen.
Schlimme Zeiten, Notzeiten! — Wie die Tage von einem zum
anderen kürzer und dunkler, kälter und trüber werden, ſo wird die
Welt kälter, trüber und dunkler von einem Tage zum anderen.
Es fehlt nicht nur das Geld, es fehlt weit mehr noch die
Stim=
mung zur Freude. Auch dem, der noch zu eſſen hat, quillt der
Biſſen im Munde, wenn er an die Hungernden auf der Straße
denkt, und wenn ihrer drei ſich einen freundlichen Abend bei Bier
und Zigarre machen wollen, ſo fällt ſicher das Geſpräch nach
weni=
gen Minuten in den dunklen Brunnen Trübſal. Rechts und links
brechen Bauernhöfe und Güter, Fabriken und Geſchäfte
zuſam=
men, die Not klopft an jede, jede Tür — wo findet die Seele die
Heimat, die Ruh! —
Unzerſtört lebt uns allen eine heilige Zuflucht auch
außer=
halb des Glaubens: Die Kunſt. Tiefer als ſonſt ſenkt ſich die
wunde Seele in die Geheimniſſe der Muſik, tiefer greift uns
heute ein ſchönes Bild in die Seele als früher. Aber die treueſten
Tröſter ſind heute wie in allen Notzeiten die Bücher.
Da ſpringen hell die goldenen Pforten der Dichtung auf, da
rauſcht und klingt es vom Wunderborne der Sage, da lebt die
Seele ein zweites glücklicheres Leben in den Geſtalten der
Er=
zählung — ja, auch um die Lippen des Traurigen huſcht bald
wohl ein fröhliches Lächeln. Wir ſagen, man vertieft ſich in
ein Buch, und die Wendung iſt fein und bezeichnend wie alle alten
Sprachbilder. Wie der Kleine Klaus des Märchens ſteigen wir
in die kriſtallenen Tiefen des Fluſſes deutſchen Schrifttums
her=
nieder, hier grünen ewig grüne Wieſen, hier rauſcht der immer
lebendige Zauberwald Brozeliand, des Zauberers Merlin, der
ſchon dem ſterbende Heine in ſeiner Pariſer Matratzengruft
er=
ſchien, und deſſen Wipfel wie grüne Flammen gen Himmel lodern,
hier wandeln die Jungen in ewiger Jugend, hier verliert ſelbſt
der Tod ſeine Schrecken, da er eingewachſen iſt in den Kriſtall der
Reinigung und Vergeltung.
Selige, friedliche Stunden über Büchern! So dunkel iſt kein
Stübchen, daß es nicht hell würde vom Lichte eines Buches, ſo
kalt iſt kein Herd, daß nicht das Feuer eines Buches ihn wieder
aufflackern ließe. Eingeſchmiegt in den bequemſten Stuhl, nehmen
wir ein Buch in die Hand, zärtlich gleitet die Hand über den
Ein=
band, zögernd und ſpieleriſch blättern die Finger in den Seiten.
noch ſchiebt man genießeriſch den Beginn hinaus in behaglicher
Vorfreude. Vielleicht wartet man auf die geliebte Frau und die
Kinder, um ihnen vorzuleſen. Und dann verſinkt die graue, rauhe
Welt um uns her, wir ſind eingetreten in den köſtlichen Zauber=
garten, in dem die Blumen nie welken, wir ſind mitten darin in
der Schatzkammer jener einzigen Köſtlichkeiten, nach denen „die
Diebe nicht graben, noch ſtehlen”.
Freilich muß man auch das richtige Leſen erſt lernen.
Lang=
ſam und genießeriſch, wie der Feinſchmecker, nicht in Gier und Haſt
wie der Freſſer müſſen wir, an dieſen Tiſch treten. Eigentlich
kennt erſt der die edelſte Art des Leſens der, wie der greiſe
fran=
zöſiſche Forſcher Littré, zu der Weisheit gelangt iſt: Je ne lis
plus, je relis; wirklich, der alte Republikaner hat die Palmen der
Akademie ſchon für dieſen einen beſinnlichen Satz verdient: Ich
leſe nicht mehr — ich leſewieder! Erſt beim Wiederleſen
er=
ſchließt ſich ein wertvolles Werk völlig, und es iſt eines der
ſicher=
ſten Kennzeichen der überflüſſigen Bücher, daß ſie beim
Wieder=
leſen langweilig ſind. Wie klug iſt der Satz: Ein Buch, das nicht
zweimal geleſen zu werden lohnt, lohnt auch nicht das einmalige
Leſen! Die Zeitgenoſſen; haben, wie Goethes Direktor klagt,
„ſchrecklich viel geleſen”, aber ſie haben faſt alle das Wiederleſen
verlernt. Sie haben verlernt, daß Leſen eigentlich Ausleſen
bedeutet, und daß eine der wichtigſten Vorausſetzungen des Leſens
dies iſt, die rechten Bücher auszuleſen.
Und dann: Leſt nicht, um über das Geleſene mitreden zu
kön=
nen, vor allem aber: Gebt euch dem guten Buche willig und gütig
hin. Macaulay meinte, man ſollte in Büchern nicht ſuchen, um zu
glauben oder zu widerſprechen, ſondern nur, um über ſich und
an=
dere nachzudenken, um zu prüfen, was gerade dies Buch uns geben
kann. Nur ſo kommen wir zu der überlegenen Freiheit dem
Buche gegenüber, daß wir ihm nicht in dumpfer Gläubigkeit wie
der Kommuniſt ſeiner Zeitung und nicht in heimlicher
Widerbor=
ſtigkeit wie der Schüler dem Lehrer zuhören, ſondern in
ſelbſt=
gewollter Hingabe. Man kann nämlich aus allen Büchern lernen,
ſowie man an allen Freude haben kann. Wobei man nicht einmal
an Riehls bataviſchen Bibliothekar zu denken braucht — die guten
Bücher liebte er, weil ſie ſo hervorragend gut waren, die
ſchlech=
ten entzückten ihn durch ihre intereſſante Bosheit, bei den
mittel=
mäßigen aber bewunderte er ihre ungeheure Menge.
Wenn man an die Seligkeiten denkt, die etwa Dickens
Copper=
field und Stifters Nachſommer auf dieſer unſeligen Welt geſchaffen
haben, wenn man bedenkt, wieviele Hunderttauſende von des
Dumas Grafen von Monte Chriſto in faſt zerreißende Spannung
getrieben ſind, wieviele Menſchen etwa heute von den Dichtern
unſerer Tage hinausgeſchoben ſind über ihren Alltag — ſo möchte
man glauben, daß gute Bücher weit wichtiger ſind als alle
poli=
tiſchen und ſozialen und wirtſchaftlichen Maßnahmen. Und
viel=
leicht hätte man recht damit! Denn es liegt ein Zauber in
Büchern, der unwiderſtehlich iſt und der — wählt man nur das
richtige Buch — für jedes Alter, jeden Stand, jedes Geſchlecht,
jeden Beruf, jeden Glauben, jede irgendwie denkbare ſeeliſche
Mittwoch, 11. Novern5
Abänderung der Rundfunkorgans
Bedenken des Reichsinnenminiſter,
gegen die Organiſalion des Rundfund
UNB. Berlin, 10.
Im Zuſammenhang mit einem geſtern im
Rundfunk gehaltenen Vortrag von Pau
mann über das Thema „Arbeiterſchaft und
es, wie wir erfahren, innerhalb des Ueberwachungsc
Unſtimmigkeiten über die Frage gekommen, ob
Stellen dieſes Vortrages als parteipo
zuſehen ſind und deswegen geſtrichen werden mußte
treter des Reichsinnenminiſteriums hat einige Stelslu
trages als parteipolitiſch beanſtandet; er wurde alle
preußiſchen Vertreter überſtimmt.
Reichsinnenminiſter Groener, hat
nach Prüfung des Vortragsmanuſkriptes den Stanwy
genommen, daß der Vortrag ſtellenweiſ
politiſchen Charakter trage. Der Miniſtze
Meinung in einem Schreiben an das preußiſche
S=
rium z. H. des Staatsſekretärs Weismann Ausdruck
betont, daß der Vortrag parteipolitiſchen Charakter 1y
den Richtlinien des Rundfunks nicht vereinbar ſei.
ben iſt geſtern nachmittag um 16.20 Uhr durch
de=
perſönlich im preußiſchen Staatsminiſterium abgegu
Um 19 Uhr hat Staatsſekretär Weismann dem Rei 4
ſter telephoniſch mitgeteilt, daß er ſoeben erſt das
halten habe und leider nicht mehr in der Lage ſei,
ternehmen, da der Vortrag bereits gehalten war.
Wie wir im Zuſammenhang mit dieſer Ange
dem Reichsinnenminiſterium erfahren, hält Rei
miniſter Groener, die beſtehende Org;
des Rundfunks für unmöglich, insbeſ
Hinblick auf die Tatſache, daß in den
Ueber=
ausſchüſſen der örtlichen Sendegeſe
immer nur ein Vertreter des Reichs
dervertretern gegenüberſteht, alſo
i=
überſtimmt werden kann. Der Miniſter beabſichtigt,
Schritte für eine Abänderung der Rundfu
ſation zu unternehmen.
Die vorſtädkiſche Kleinſiedlung.
Berlin, 10.
Der Reichskommiſſar für vorſtädtiſche Kleimit
Saaſſen, gab am Dienstag abend einige Erklärungen
linien für die vorſtädtiſche Kleinſiedlung. Die Genmil
haben ſich bereit erklärt, die Trägerſchaft unter Ln
beſprochenen Bedingungen zu übernehmen und ſchn
beit zu gehen, um Siedlungspläne aufzuſtellen. Der2Audr
miniſter hat für die Zwecke des vorſtädtiſchen Klei-FMMM iele Fran
kes einſchließlich der Kleingartenzulage für Erwer =1Mm
einen Betrag von 8 Millionen Reichsmark monadiſt
fügung geſtellt und ſich bereit erklärt, den Plan Lsſe
kommiſſars auf der Grundlage der erſten ſechs Mom.it
mit 48 Millionen Reichsmark, aufzuſtellen, einen A
20 000 Kleinſiedlerſtellen und 80 000 Kleingärt nut
würde. Der Reichsfinanzminiſter hat ſich weiter imul
mung mit dem Reichsarbeitsminiſter bereit erklärt., fM
drei Jahre die zu zahlenden Zinſen der Kommunem
für die Siedlerſtelle zu ſenken, in der kindereiche
4 und mehr Kindern untergebracht ſind. Kinderr a1
werden bevorzugt. Die Erwerbsloſen, die ſich fün
intereſſieren, ſollen ſich an die zuſtändigen Gemeindand
wenden. Die Siedlung über die Grenzen der Gr:ft
Gebiet von Nachbargemeinden darf durch politiſche
beeinflußt werden. Die Notverordnung gibt die 21
Erſtattungspflicht der Großſtädte, gegenüber den
Landgemeinden zu regeln.
* Der neue Siedlungskommiſſar hat ſich am Ah
der Preſſe vorgeſtellt. Seine Ausführungen über-P
koſenſiedlung laſſen erkennen, daß man es hier mitten!
zu tun hat, der von dem ehrlichen Willen beſeelt 5i/
der ſehr kargen finanziellen Mittel ein erſprießl IA
ſtande zu bringen. Erfreulich iſt, daß er nicht erſt
Apparat aufziehen, ſondern ſich an die vorhander ſdl
ten, die Gemeinden und Gemeindeverbände, haltemn
will lediglich an der Ankurbelung der Siedlung rnR
dann nach und nach überflüſſig machen und die E2N
wortung und den ſtetigen Ausbau den Siedlung/F
überlaſſen. Er will dann nach Trier als Regi EFM
völlig zurückkehren und hofft wohl, daß er als gu. ”F
weſtdeutſchen Verhältniſſe das Saargebiet verRM
dann dem Reiche wieder eingliedern kann.
Einſtellung — immer gleich ſtark iſt. Ich habe
e=
daß ich mich faſt ſchäme, es zu wiederholen: Brül
treueſten Tröſter, Bücher ſind beſſere Freunde als 1000
ſie reden nur, wenn wir wollen, und ſchweigen, weſ.
vorhaben. Sie geben immer und fordern nie. S
Geduldigen, die Jahre und Jahrzehnte warten kö
ihre Gedanken bitter, ihre Gefühle kühl werden. Sil
ſie ſind nicht launiſch, ſie haben immer Zeit für un .
ihnen kommen. In den Büchern hat jeder Arme e
die Möglichkeit des Umganges mit den erlauck.”
ſeines Volkes, mehr noch: aller Völker, meeſt
Völker aller Zeiten! Die Weisheit der We.”
loren, wenn die Bücher verloren gingen, an!”
Schönheit der Welt lebt ihr höheres und geiſtigee”
ſtillen Buchſeiten. Die wahre Univerſität und d5i
ſchule unſerer Tage iſt die Bücherei. Die billigſtt
ſonnigſte Garten voll Blüten ewiger Schönheit 7
Und der zauberiſche Geſundbrunnen immer erneu*
nie verſiegende Heilquell tiefſten Genießens iſt
Bücherei. Bücher ſind die weiſeſten Greiſe, Bücher
ſten Männer, Bücher ſind die mütterlichſten Fram
die lieblichſten und zärtlichſten Mädchen. Wer ſie
hat, braucht keine Menſchen mehr!
„Heuke dein — morgen mein
Uraufführung
von Lomiz Vernenfls Luſtſpiel im Wiener Naizrud
Man muß heute allerorts ſo viel von wirtſcha.
materiellem Zuſammenbruch erfahren, daß man nicht
iſt, dieſem Thema auch auf der Zühne zu begegnel.
Ulke, die ſich um Banken und Geldſchwindler drehen
bald genug, denn auf die Dauer wirkt es langweilig,
Luſtſpiel niemals werden. Alle Achtung vor einer 9e
könnte es ſoger bedenklich nennen, wenn man nicht-”
wäre, daß nur die Mentalität eines kleinen Morik
Stück bekundeten Anſchauungen von Staat und Stan
ren läßt. Anſchauungen, deren Grundformel unge=
Stnacte iſt für Geld alles zu haben, jeder Statsbeante
In früheren Zeiten hätte die Zenſur die Aufſihl
Stückes unmöglich gemecht. Heute, wo man im wet
viel hetzt und ſchürt, meint man, auch auf der Dichen
ruhig zulaſſen. Für die Zuſchauer aber war 8. eine
nur dank der darſtelleriſchen Leiſtung Mas 2al.
Lichtpunkte aufwies.
aber was zu viel iſt, iſt zu viel. Wenn ſich die Muſe.
es im vorliegenden der Fall iſt, zur Animierdame
Tendenzen hergibt, wirkt dies weder äſthetiſch noch unr.
Aontt ver nieuen engnſchen kiegerung.
geidald warnt vor Zuſammenbruch und Revolukion.— „Europas Wirkſchaft muß ralionaliſiert werden.
drngkionale Schulden= und Reparalionsproblem muß überholk werden. — Kompromiſſe überflufſig.
Deutſchland und Frankreich müſſen zu einer Dauerlöſung kommen.”
aller Richtungen beim Eintreten ſolcher Notlage ſich in
Murookales neoe
einer gemeinſchaftlichen Anſtrengung zuſammenſchließen,
auf dem Guildhall=Bankeik.
London, 10. November.
eue Lordmayor von London wurde geſtern mittag von
ſißen, aus hiſtoriſchen und ſymboliſchen Gruppen be=
Feſtzuge unter Beteiligung von Marine, Heer und
ſcht nach der Guildhall geleitet, wo ſeine offizielle
tung am Samstag erfolgt war. Bei dieſer
Gelegen=
üggedonald auf dem Guildhall=Bankett ſeine erſte große
hXede nach den Wahlen, der man mit der größten
entgegenſah. Europas Wirtſchaft, erklärte
u. a., müſſe geregelt und rationaliſiert
Vorher kann keine Regierung in Europa eine
für ſtabile wirtſchaftliche und induſtrielle
Bedingun=
genblickliche Lage Deutſchlands im Verhältnis zum
Teil der Welt müſſe der Gegenſtand einer
vöil=
gü berholung” werden, bei der Deutſchland ſelbſt ein
MMitarbeiter ſein müſſe, und endgültige
Verein=
i müßten erzielt werden, die erträglich und
durch=
ſeien, die ferner nicht in ihrer Auswirkung zu
größeren finanziellen und Handelsſchwierigkeiten
ind die nicht verhinderten, daß der internationale
ſſo der Waren und Dienſte in normale Bahnen
zu=
rückkehre.
Fuhr fort: Zwei Probleme ſeien zu löſen.
r! Problem ſei, daß die Nation ihr Budget
here. Außerdem müſſe die Nation ihren
ſbalancieren. Macdonald appellierte an ſeine Zu=
Regierung ihr volles Vertrauen zu der Arbeit zu
ihie ſie auf ſich genommen habe. Macdonald fuhr fort,
yaite in der Welt ein Währungsproblem, das
die innere Lage Großbritanniens geſchaffen worden
ie ſem Problem könne nicht erfolgreich
r getreten werden, bevor ſich die
Be=
lfn der Welt außerhalb gebeſſert hät=
Eié, nicht nur ein inneres Problem. Aber
uche der in Betracht kommenden Regierungen —
er Stelle Frankreichs und Deutſchlands —, zu einer
ei ſwar ung darüber zu gelangen, was jetzt geſchehen
ü50 ſpäter, wenn das Hoover=Moratyrium zu Ende
chm iſt. Dafür darf keine Zeit verloren gehen. Eine
Fückweiſer und vergänglicher Kompromiſſe rein zeit=
M Art wird nicht den Umſtänden begegnen können.
inieniaſſende und dauernde Regelung iſt jetzt erforder=
Ale Staaten müſſen jetzt Zugeſtändniſſe machen aus
mil efushen Grunde, daß, wenn ſie ſie nicht machen, die
Abe ämmer ſchlimmer werden wird, bis ein
Zuſum=
uch und eine Revolution der einzige Ausweg ſein
mögen.
u ld fuhr dann fort: Wir beabſichtigen, ſobald ſie
Aſtr ſind, die Schritte zu tun, die am ſicherſten dazu bei=
Pfund zu ſtabiliſieren. Die Stabiliſierung
e” iſt eine der weſentlichen Bedingungen für einen
(althandel. Wir haben wichtige eigene
Inter=
keder Regelung zu wahren, und es iſt an
Aſax fremde Länder wiſſen, daß dies ſich ſo verhält.
Auah ende Abrüſtungskonferenz kann nicht losgelöſt wer=
)arin ſchließe ich mich vollkommen Präſident Hoover
ſc der allgemeinen Weltlage. Die britiſche Regierung
Aiherſtes tun, um den Erfolg dieſer Konferenz ſicher=
MMeedonald ſagte in ſeiner Rede weiter: Wir ſtehen
Mällichen und ungeordneten Welt gegenüber, die nur
ſlrtigkeit und Energie befriedet und in Ordnung
ge=
en kann. Ich glaube, daß England durch ſeine Wahlen
Ainge zuſtande gebracht hat. Es hat in den Herzen
er und Frauen den Glauben und das Vertrauen zur
Myen Demokratie wiederhergeſtellt. Es hat aber noch
bat den Bürgern aller Nationen der Welt, die
hierung beſitzen, ein Beiſpiel dafür gegeben, daß
Wun nationalen Notlage keine
Meinungsverſchieden=
ſn, ſondern daß alle Klaſſen und alle Parteien
um der Welt den nötigen Mut und den entſchloſſenen
Willen zu geben, ſich durch dieſe Schwierigkeiten
hindurch=
zuarbeiten und der ganzen Welt zu zeigen, was nationale
Einigkeit iſt, und wie dieſe nationale Einigkeit zuſtande
gebracht werden kann.
Maedonald ſchloß: Bei dieſer Pionierarbeit, die nicht in
einem Tage oder einem Monat geleiſtet werden kann, und die
auf mancherlei Hinderniſſe ſtoßen wird, muß das ganze Volk
mithelfen. Jeder einzelne hat bei dieſen Unternehmen eine
große Rolle zu ſpielen. Die britiſche Regierung, und ich glaube
hierbei im Namen aller an dieſer großen nationalen Bemühung
beteiligten Parteien zu ſprechen, wünſcht, in Reih und Glied mit
den anderen Nationen im Oſten und Weſten zuſammenzuwirken,
die in der Erkenntnis, daß kein Volk für ſich allein beſtehen
kann, ihren Einfluß und ihren Wohlſtand benutzen wollen, um
jeder einzelnen Nation Harmonie, Frieden und Sicherheit zu
geben. (Lebhafter Beifall.)
Eröffnung des neuen engliſchen
Parlamenks.
Die engliſche Thronrede.
London, 10. November.
Der engliſche König begab ſich am Dienstag vormittag in
Be=
gleitung der Königin in der goldenen Staatskutſche von dem
Buckingham=Palaſt nach Weſtminſter, um das Parlament zu
er=
öffnen. In ſeiner Thronrede erklärte der König u. a.:
Meine Beziehungen zu den auswärtigen Mächten ſind nach
wie vor freundſchaftlich. Meine Regierung beabſichtigt, ſich
wei=
terhin der Förderung des Friedens und der
Ver=
ſtändigung zu widmen und tätigen Anteil an den
Ar=
beiten des Völkerbundes zu nehmen. Insbeſondere
ſchenkt meine Regierung den Vorbereitungen für die
bevorſtehende Abrüſtungskonferenz große
Auf=
merkſamkeit, und ich bin überzeugt, daß ein glückliches
Er=
gebnis dieſer Konferenz großen Nutzen für die ganze Welt ſtiſten
würde. Die ernſte Finanz= und Wirtſchaftslage der
Welt bildet eine ſchwere Sorge meiner Regierung,
die ihr Möglichſtes tun wird, um mit den anderen Regierungen
im Geiſte gegenſeitiger Hilfsbereitſchaft die
Mittel zur Wiederherſtellung des früheren
Um=
fanges des internationalen Handels zu finden.
Macdonald krikiſiert im Unkerhaus den Irrſinn
der Reparakionen.
Die Ausſprache über die Thronrede wurde im Unterhaus
durch den Abgeordneten Geoffrey Lloyd eingeleitet, der ſofort
den Wunſch der engliſchen Induſtrie nach Schutzzöllen zum
Ausdruck brachte.
Im Namen der Oppoſition verglich Lansbury die jetzige
Lage mit derjenigen nach Beendigung des Krieges. Damals
hätten die ſiegreichen Regierungsparteien die Forderung erhoben,
den Kaiſer zu hängen und aus Deutſchland das Letzte
heraus=
zupreſſen. Heute ernte England die Früchte des damaligen
Sieges der Parteien, die Lloyd George unterſtützten, deſſen
Par=
tei ſelbſt heute in alle Winde zerſtoben ſei.
Maedonald begann ſeine Rede mit dem Nachweis von der
Notwendigkeit der Wahlen und befaßte ſich zunächſt mit der
innerpolitiſchen Lage. Alsdann ging er auf die internationale
Lage ein. Die engliſche Regierung ſtehe jetzt vor den großen
Geldſchwierigkeiten Europas. Sie wünſche eine Atempauſe, um
ſich der neuen Weltlage anpaſſen zu können.
So wahr ich hier ſtehe, ſo ſagte Macdonald, ſage ich, daß,
ſolange menſchlicher Wille der Welt unnatürliche wirtſchaftliche
Bedingungen auferlegt, die Welt niemals Erfolg haben kann.
Es ſei unmöglich, gleichzeitig hohe Zolltarife einzuführen und
zu beſtimmen, daß gewiſſe Mengen von Gold von einer Nation
an die andere überführt werden. Dieſe Art von Wirtſchaft iſt
verrückt. Sie müßte notwendigerweiſe mit der Verarmung der
Nation enden, die das Gold zu bezahlen hat, müßte aber litzten
Endes auch die Nation treffen, die das Gold erhält.
Engel, ein Bekenner zum Deutſchlum.
J um 80. Geburtstag, 12. November 1931.
ben, heißt viel überleben‟. Dieſes Goethewort trifft
wen Mann, der ſeit etlichen Jahren, fern vom Ge=
Weltſtadt, in Bornim ſeinen Kohl baut und ſeine
Aber in dieſer Beſchaulichkeit des Alters roſtet die
Mertklinge nicht. Gleich einem Jungen ſteht dieſer
i0 Bewehrte und mannhaft Bewährte auf dem
Kampf=
gend ein grober Unfug auf literariſchem Gebiet ſich
uss irgend welchem Grunde ein Klüngel bemüht iſt,
* Talentchen oder einen offenkundigen Verſager zur
Ahruſchen. Verſager iſt in Profeſſor Engels Augen
je=
sgeſagt hat von der Bindung an Volk, Vaterland,
9wn. Es wirkt geradezu herzerfreuend, wie er den
jenen Nichtkönnern, die ſich erdreiſten, einen Körner,
Ne weiteres zu den Toten zu werfen. Dichter, auf die
e Volk mit Stolz blicken würde.
„Offenbarungsdichtern” beſchäftigt, die ſich nur ſelig
gnnzlich Unverſtändlichen!
2eS „Geſchichte der deutſchen Literatur, von den
An=
die Gegenwart” ſowie in dem Buch „Was bleibt?
Kritik ſteckt aber bei aller Schärfe keine Spur von
ſtiner Humor blitzt ſogar durch, wenn er ſich mit den
umerkſame, beſinnliche Leſer, daß hier ein wirklich Be=
Spreu von dem Weizen zu ſondern bemüht iſt. Das
aber doch nur das Alte, das nicht auf den uner=
Grundlagen des unwandelbaren Menſchentums ge=
Feſt ſteht bei Engel die Ueberzeugung, daß nur das
Ser verbürgt, wohlverſtanden das Völkiſche, das
zu=
mi in menſchlich iſt.
Engel vermehrt die Zahl der aufrechten, rüſtigen
leſt in ihren Schuhen ſtehen, die zwar die Schrift
RAA zu leſen wiſſen, aber ſich doch nicht von jeder
auf=
erariſchen Modetorheit einfangen laſſen. Erſchreibt
und klar wie vor zwanzig Jahren, Zeugnis dafür
hrisnenbuch „Selbſtgedachtes”, das eben aus
mmt (Koehler u. Amelung. Leivzig). Es enthält u. a.
M erlungen zu jüngſten Schulvorkommniſſen: Eine
LSſchülerin hat arant und derant verwechſelt. Roter
Auskufungszeichen am Rande des Heftes. Ich frage:
Deutſchen den Unterſchied zwiſchen her” und hin”
eg” „haben” und „beſitzen” gehabt? Nein, den haben
nopt Ein Primaner ſchickt mir ſein Aufatz=Thema
Sdeutung von Waſſermanns Roman Kaſpar
Hau=
uoge imn Haben Sie Schillers und Goethes
Brief=
een
Nein.” Nach dieſer hochmodernen Richtlinie
eloie deutſche Jugend gebildet!”
ind der räichlich hohen Bewertung, die der
Mathe=
den reiſenden Geiſt zuteil wird, hegt Ed. Engel auch
Meren Gedanken. „Die Mathematik ſchärft doch den
Verſtand.” Liebe Schule, die Verſtandesſchärfung wird vom Leben
jedes Schülers neben der Schule her unvergleichlich wirkſamer
be=
ſorgt, als von dir! Und iſt der Verſtand das Allerallerhöchſte?
Wie denkt ihr über die Schärfung des Ehrgefühls, der
Wahrhaf=
tigkeit der Würde, des Menſchenadels, des Gemeinſinns, und gar
des wichtigſten Seelengutes, des Heiligſten der Bande: des Triebs
zum Vaterlande
Profeſſor Eduard Engel iſt auch ein vorzüglicher Redner.
Mit Vergnügen erinnere ich mich eines Vortrages, den er uns
kürzlich im Schriftſtellerinnenbunde hielt über die Frage: „Wer
hat die Werke Shakeſpeares geſchrieben.” Und in ſeiner Antwort:
Kein anderer als Shakeſpeare ſelbſt, gründlich aufräumend mit
dem Unſinn der Bacon=Hypotheſe, die von Zeit zu Zeit immer
wieder auftaucht, aber durch ſtumpfſinnige Wiederholung nicht
glaubwürdiger wird.
Atemlos lauſchten die Zuhörer den Darlegungen Engels, der
in ſeiner Kampfbereitſchaft etwas an die alten Recken (
Hilde=
brand, Wate) aus ſagenumwitterter Heldenzeit gemahnt.
Dr. Ella Menſch.
* Nitſchewo, das Grauen des Oſtens, ein Kriegs= und
Gefangen=
ſchaftsbuch von Walter Michel. (Georg Weſtermann,
Braun=
ſchweig.)
Wiederum ein „Kriegsbuch”, aber ein gutes! Wenn der
Ver=
faſſer in ſeinem Vorwort ſagt, vom Oſten fehlt das Kriegsbuch
noch, ſo iſt das allerdings nicht richtig, wenn auch zugegeben
wer=
den muß, daß die Weſtfront mehr Anregung gab, die Kriegslite=
Nr. 313 — Seite 3
Neue deutſch=franzöſiſche
Reparakions=
geſpräche.
Die Frage der Einberufung des Sonderausſchuſſes
der 5.J.3.
Botſchafter v. Hoeſch hatte am Dienstag mittag eine neue
Unterredung mit Außenminiſter Briand, in deren
Ver=
lauf außer den Fragen, mit denen ſich der am 16 November in
Paris zuſammentretende Völkerbundsrat zu beſchäftigen haben
wird, die Verhandlungen fortgeſetzt wurden, die ſeit der Rückkehr
des franzöſiſchen Miniſterpräſidenten Laval eingeleitet worden
ſind. Es wurden alſo die Fragen erörtert, die ſich auf
die Wiederaufnahme der
Reparationszahlun=
gen nach Beendigung des Hoover=Feierjahres
beziehen. Wenn man den franzöſiſchen Blättern Glauben
ſchen=
ken darf, wird jetzt in der Hauptſache die Frage der
Kompe=
tenz des Sachverſtändigenausſchuſſes behandelt, der
nach den Beſtimmungen des Young=Planes
er=
neut die Zahlungsfähigkeit Deutſchlands zu
prüfen hat.
Der deutſche Skandpunkk: Kein neues Proviſorium.
Im Zuſammenhang mit den in der deutſchen und
ausländi=
ſchen Preſſe in den letzten Tagen umlaufenden Erörterungen über
die Frage der Einberufung des beratenden Sonderausſchuſſes der
Bank für internationalen Zahlungsausgleich wird in Berliner
politiſchen Kreiſen mit Nachdruck auf den wiederholt betonten
deutſchen Standpunkt verwieſen, daß für Deutſchland nur
eine endgültige Löſung des ganzen
Repara=
tionsproblems Zweck und Sinn haben könnte, ein
Standpunkt wieerauch inder geſtrigen Rede des
britiſchen Premierminiſters Macdonald auf
dem Guildhall=Bankett und in den
wiederhol=
ten Aeußerungen Italiens zum Ausdruck kommt.
* Bei der Beurteilung des Standes der deutſch=franzöſiſchen
Verhandlungen iſt ganz unverkennbar in den politiſchen Kreiſen
ein ſtarker Optimismus vorhanden, obwohl die Dinge immer noch
ſo liegen, daß Frankreich dem Sonderausſchuß nur
die beſchränkten Befugniſſe auf Grund des
Youngplanes geben will, während
Deutſch=
land die Nachprüfung der geſamten
Zahlungs=
fähigkeit verlangt. Es müſſen jedoch irgendwelche
An=
haltspunkte dafür vorhanden ſein, daß Laval nicht mehr
grundſätzlich auf ſeinen Forderungen beharrt,
ſondern bereit iſt, dem Ausſchuß ein Mandat zu
geben, deſſen Umfang ſich in die deutſchen
Wünſche einfügt. Jedenfalls glaubt man, wie wir ſchon
ſagten, an eine befriedigende Regelung innerhalb ſehr kurzer
Zeit, ſo daß in ſpäteſtens zwei Wochen der Sonderausſchuß
zu=
ſammentreten und die internationale Reparationskonferenz ihre
Arbeiten noch vor Weihnachten aufnehmen könnte.
Dabei handelt es ſich, um Mißverſtändniſſen vorzubeugen,
immer noch um die techniſchen Vorfragen, wann und unter
welchen Vorausſetzungen der Sonderausſchuß die Arbeiten
be=
ginnen ſoll. Irgendwelche Reparationsvorſchläge, von denen die
franzöſiſche Preſſe wiſſen will, ſind von der deutſchen Regierung
nicht überreicht worden, werden wohl auch kaum überreicht
wer=
den, ehe nicht die Vorfragen geklärt ſind. Daß dabei auch
Er=
wägungen über weitere Möglichkeiten mit hineinſpielen, iſt
ſelbſt=
verſtändlich. Es kann daher auch nicht überraſchen, daß dabei die
Frage angeſchnitten iſt, ob beim Verſuch einer Löſung des
Repa=
rationsproblems ein Proviſorium oder ein
Defini=
tivum angeſtrebt werden ſoll.
Die Franzoſen ſtarten auf ein Proviſorium,
eben weil ſie ihre Rechte aus dem Youngplan nicht aufgeben
wollen. Sie ſehen allerdings ein, daß us Deutſchland
eben kein Geld zu holen iſt. Die deutſche
Regie=
rung lehnt eine ſolche Verlegenheitslöſung ab,
weil nur eine endgültige und vernünftige
Re=
gelung Sinn und Zweck hat, da nur durch ſie eine
Rück=
kehr des Vertrauens und ein allmähliches Verſchwinden der
Wirtſchaftskriſe möglich iſt. Wenn daher der Pariſer „Matin”
behauptet, daß Deutſchland ein Proviſorium vorgeſchlagen habe,
ſo iſt das eine Verdrehung der Tatſachen. Frankreich ſteht
ziemlich iſoliert da. Italien ſetzt ſich ebenfalls für eine
tragbare Endlöſung ein. Im gleichen Sinne hat ſich Macdonald
geſtern geäußert, im Einverſtändnis, wenn nicht mit der
amerika=
niſchen Regierung, ſo doch mit den amerikaniſchen Bankiers, die
realpolitiſch genug denken, um zu wiſſen, daß ein neuer Plan,
der in kurzer Zeit ſchon wieder durch die
Ereig=
niſſe überholt iſt, nichts nützen kann, daß nur
eine auf lange Sicht berechnete und
vernünf=
tige Löſung zur Bereinigung der ganzen
Repa=
rationsfrage dienlich iſt.
ratur zu vermehren. Richtig iſt auch daß das Kriegserleben in
ſeiner furchtbarſten Grauſamkeit im Oſten vielfach ſtärker und
ein=
dringlicher war, wenn auch nicht ſo gigantiſch wie im Weſten. Und
der Verfaſſer hat viel, ſehr viel erlebt, und er verſteht es
mit dichteriſchem Schwung, in gutem flotten Stil zu erzählen,
erzählend zu geſtalten, ſo plaſtiſch und eindringlich, daß das
Mit= und Nacherleben alle Schauer des Furchtbaren erneut
durch die Adern jagt. — Michel ſchildert Kämpfe der
Heeresgrup=
ven v. Bothmer und v. Gallwitz, bis zur Bruſſilow=Offenſive.
Dann Erlebniſſe in der Gefangenſchaft und ſeine abenteuerreiche
Flucht aus Sibirien. Sein Buch iſt neben allem ein Denkma
treuer Kameradſchaft und unverſiegbarer Vaterlandsliebe. **
— Jugendzeitſchriften. Die illuſtrierte Knabenzeitſchrift Der Gute
Kamerad” und die illuſtrierte Mädchenzeitſchrift „Das Kränzchen”
(Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart) ſtellen immer noch die
beliebteſte Jugendlektüre dar. In gleicher Weiſe wie die Erwachſenen
ihre illuſtrierten Zeitſchriften nicht miſſen möchten, wollen ſich heute
Jungen und Mädel nie wieder von dieſen in Jahrzehnten bewährten
Zeitſchriften trennen. Auch in dem ſoeben begonnenen 46. Jahrgang
des „Guten Kameraden” (Preis vierteljährlich für 13 Hefte 3.— RM.)
kommen wieder bekannte Jugendſchriftſteller zu Worte. Mit der
Er=
zählung. Der Cowboy=Toni” von Kurt Remberg und dem Filmroman
für die Jugend von O. F. Heinrich „Chsplin auf der Verbrecherjagd”
hat man mit gutem Griff den richtigen Geſchmack der Jungen getroffen.
In gleicher Weiſe wird im 44. Jahrgang des Kränzchens die Erzählung
Die Himmelsſtürmerin”, der öſterreichiſchen Schriftſtellerin Emmi
Gruhner unſeren Mädeln große Freude machen. Das Kränzchen (Preis
vierteljährlich für 13 Hefte 3.— RM.) beſchäftigt ſich mit allen Fragen
des heutigen Jungmädchenlebens und bringt eine Fülle von
anregen=
dem und unterhaltendem Leſeſtoff. Mit viel Liebe und Sorgfalt ſind
in beiden Zeitſchriften die zahlreichen vortrefflichen Bilder ausgewählt;
man merkt das Beſtreben, auf dieſe Weiſe das Beſte, Wichtigſte und
auch das Neueſte aus allen Wiſſensgebieten unſerer Jugend zugänglich
zu machen.
* Eine Biographie des Prälaten Wilhelm Diehl. Als achten
Band der Heſſiſchen Hausbücherei hat deren Herausgeber Prof.
Dr. jur, et phil. Karl Eſſelborn (im Verlag der C. F
Win=
terſchen Buchdruckerei) ſoeben eine (92 Seiten ſtarke) Darſtellung
von „Wilhelms Diehls Leben und Wirken”
er=
ſcheinen laſſen. Bei der Volkstümlichkeit des Dargeſtellten, die
durch ſeine hohe kirchliche Würde keinerlei Einbuße erlitten hat,
wird das Büchlein in weiteſten Kreiſen Anklang finden:
der Leſer erfährt in der gründlichen Erzählung des
ſach=
kundigen Verfaſſers alles Notwendige und Wiſſenswerte
über den äußeren Lebenslauf und die innere Entwicklung des
heſſiſchen Kirchenmanns. Forſchers und Schriftſtellers. Groß=
Gerau, Darmſtadt, Gießen, Hirſchhorn, Friedberg und immer
wie=
der Darmſtadt waren die Stufen dieſes ſeltenen Aufſtieges, der
in vielerlei Erfolgen und Ehrungen, zuletzt bei der Feier des
60 Geburtstages, ſeinen Ausdruck fand. Das biographiſche
Por=
trät macht beiden Teilen, dem Porträtierten wie dem
Bildnis=
maler, Ehre: alſo kann ihm der Erfolg nicht fehlen.
Dr. KarlBerger.
Seite 4 — Nr. 313
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mittwoch, 11. Nove
HH
Die Geburt eines kräftigen Jungen
zeigen hocherfreut an
OIng. Carl Ohlh u. Frau
Todes=Anzeige.
Dienstag früh, gegen 8 Uhr, entſchlief ſanft, plötzlich und
uner=
warlet, infolge eines Herzſchlages, mein lieber Mann, unſer
treuſorgender Vater, Schwiegervater und Großvater
Todes=Anzeige.
Nach einem mit großer Geduld ertragenem langen
Leiden, verſchied heute Vormittag ſanft mein lieber,
treuſorgender Mann, Vater, Schwiegervater,
Groß=
vater, Bruder, Schwager und Onkel
Georg Ackermann
Schneidermeiſter.
im Alter von 73 Jahren.
Im Namen der Trauernden:
El. Achkermann, geb. Bert.
El. Flauaus, geb. Ackermann.
Gg. Flauaus, Schneidermeiſter
Gretel Flauaus, Enkelkind.
Familie Ph. Poth.
Ober=Ramſtadt, den 10. November 1931. (16255
Die Beerdigung findet Donnerstag, 3½ Uhr vom
Traue hauſe Grafengaſſe 6 aus ſtatt.
Durch das Hinſcheiden des Herrn
Buchhändler Ludwig Saeng
verliert unſer Verein ſeinen Mitbegründer, zugleich
eines ſeiner rührigſten Vorſtandsmitglieder. Lange
Jahre bekleidete er das Amt des 2. Vorſitzenden
im Ausſchuß der verein. Bezirksvereine. Mit zäher
Energie und mutig vertrat er ſtets, das von ihm
als im Intereſſe der Geſamtheit, für gut erkannte
und das ſichert ihm ein ehrendes Gedenken weit
über das Grab hinaus. Seinem hochherzigen
Wunſche entſprechend werden wir ihn ſtatt eines
Kranzes durch einen Beitrag zur Winterhilfe ehren.
Der Borſtand des Bez.=Bereins Innen=n. Altſtadt.
16245
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme beim
Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn Jean Reeg
ſagen wir Allen herzlichen Dank. Insbeſondere
danken wir Herrn Pfarrer Rückert für die
troſi=
reichen Worte am Grabe. Ebenſo dem Verein
ehem. Leibgardiſien, ſowie der Geſangsabt. der
Metzger=Innung Darmſtadt und allen denen, die
uns ihr Beileid ſchriftlich oder durch
Blumen=
ſpenden bezeugt haben.
(16257
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Georg Reeg, Metzgermeiſter.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme und
die überaus reichen Kranzſpenden bei dem Heimgange
unſerer lieben Entſchlafenen
Frau
Nalgarind Prernvotier
ſagen wir allen innigſten Dank. Ganz beſonderen
Dank ſagen wir Herrn Pfarrer Offenbächer für ſeine
tröſtenden Worte am Grabe, der Krankenſchweſter
Berta für ihre liebevolle, aufopfernde Pflege ſowie
all denen, die ihr das letzte Geleit gaben. (16253
Die tieſtrauernden Hinterbliebenen.
Jugenheim, Darmſtadt, den 10. November 1931.
Dankſagung.
Für die uns in ſo reichem Maße
erwieſene Teilnahme an unſerem
ſchweren Verluſt, ſowie für die
vielen Blumenſpenden ſagen wir
auf dieſem Wege unſeren herzlichſten
Dank. Beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Heß, Herrn Diakon Kempf
vom Evang. Männerheim, ſowie
Schweſter Anna.
Katharina Frieß, geb. Damm
nebſt Angehörlgen.
Darmſtadt, den 9. November 1931.
Kai. Geider
Dachdeckermeiſter
im Alter von 51 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Mathilde Geider, geb. Schaub
und Kinder.
L. Baumert und Familie.
Darmſtadt, den 10. November 1931.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. November,
nachmittags 2½ Uhr, auf dem alten Friedhof ſtatt. (16249
Vereinigung
früherer
Leibgardiſten
Darmſtadt.
Am Dienstag, den 10. Nov.,
verſchied unſer langjähriges,
treues Mitglied
Kamerad
Aurt Geiber
Dachdeckermeiſter.
Die Beerdigung findet am
Donnerstag, den 12. November,
nachmittags 2½ Uhr, auf dem
alten Friedhof ſtatt.
Wir bitten unſere
Mitglie=
der, dem verſtorbenen
Kame=
raden recht zahlreich die letzte
Ehre zu erweiſen. (16275
Der Vorſtand.
ie meisten
rkältungen
tangen bei den
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O
Beginn Mittwoch, den 11. bis Frelle9-
[ ← ][ ][ → ]11. November 1931
Darmfdter Tagblatt / Heſſtiſche Neueſte Nachridten
Nr. 313 — Seite 5
Aus der Landeshaupkfkadk.
Darmſtadt, den 11. November 1931.
erdsſchreiben des heſſiſchen Staatspräſidenten zum Tode
Saeng. Herrn Ludwig Saeng jr., Darmſtadt. Sehr
eir Saeng! Zum Ableben Ihres Herrn Vaters bringe
hrzlichſte Teilnahme zum Ausdruck. Der Verſtorbene
ſeiner Tätigkeit in der früheren Zweiten Kammer der
zut bekannt geweſen. Ich habe ihn als einen geraden,
Yolksmann geſchätzt, deſſen Leitgedanke das Wohl der
ſeit war und der für ſein öffentliches Wirken die
ver=
ſur der Sachlichkeit mit der zähen Stärke der
Grund=
in ſeiner Perſon vereinte. Sein großes Verſtändnis
utung der ſozialen Frage führte ihn oft in
Kampf=
mit der Arbeiterſchaft, der er allezeit ein guter
ſen iſt. Ich werde das Andenken des Verſtorbenen
oden Ehren halten. Mit vorzüglicher Hochachtung
Ruheſtand verſetzt wurden am 4. November 1931; der
hiaſpektor Anton Ludwig zu Viernheim auf Grund
s 14 des Polizeibeamtengeſetzes vom 31. März 1928,
ſohg vom 1. Dezember 1931 an; der Gendarmeriemeiſter
zſu arz zu Ernſthofen i. O., auf ſein Nachſuchen, mit
um 1. Januar 1932 an.
hragen wurde durch die Kirchenregierung dem Pfarrer
Muth zu Seeheim die evangeliſche Pfarrſtelle zu
y. Dekanat Zwingenberg.
s Alter. In geiſtiger Friſche feiert die beliebte Privat=
A. Adelheid Streb, Martinsſtraße 11½ heute ihren
ſustag, nachdem ihre Schweſter Helene erſt kürzlich 80
all worden iſt. Möge der alten Dame noch ein geſegneter
uo beſchieden ſein!“
M5eburtstag. Am 12. November d. J. feiert Herr Bau=
„hr i. R. Georg Gerlach Darmſtadt, zurzeit in Worms,
ing Nr. 1. in voller Rüſtigkeit ſeinen 80. Geburtstag.
mSübilar noch ein ſchöner Lebensabend beſchieden ſein!
Maler Kunſthalle. Nach wie vor ausgezeichneter
ſtd ge Anerkennung, aber — haben die Kunſtfreunde
aß auch die Maler vom Brote leben, daß zu Hauſe
ein Plätzchen frei iſt für ein lebendiges Kunſtwerk,
ſſtzkommen ſtolz ſein werden auf das gemalte Porträt
— Bis jetzt wurden erſt zwei Bilder verkauft. Und
iel gute Kunſt da zu zeitgemäß billigen Preiſen. Laßt
ſeine ſehen!
tiaſtube Alfred Bodenheimer. Dipl.=Ing. FritzLange,
hidrer, dem die Bücherſtube Bodenheimer für vierzehn
ehäume für eine größere Auswahl ſeiner
Amateur=
hVerfügung ſtellt, iſt ein weit über den Durchſchnitt be=
Mograph. Auffallend geſchickt und mit künſtleriſchem
Awählt Lange ſeine Bildnisausſchnitte. Intereſſant
tur=Photos: Darmſtädter Löwentor, Kloſter
Maul=
hberger Dom, Würzburg u. v. a. Hervorragend ſchön
boildniſſe, die ein Zeugnis abgeben für die ungemein
nd feine Arbeit des Photoamateurs Fritz Lange.
hertgeltlich.)
An Schettler, früher am Heſſiſchen Landestbeater wurde
Uger Held an die Vereinigten Theater Gladbach=
Fflrchtet.
füder Freunde des Heſſiſchen Landestbeaters — Winter=
4Gs wird uns geſchrieben: In einer mit
Generalinten=
bg abgehaltenen Vorſtandsſitzung wurde das
Veran=
hytamm für die laufende Spielzeit feſtgelegt.
An=
ber wird Paul Wegener einen Vortrag halten über
44Philoſophie‟. Weiter ſind an Vorträgen geplant: H.
Alfr. Kerr mit je einem Vortrag über „Das Theater
BurE”. Houben über das Thema „Theaterkritik bis zur
AMt und ſchließlich Franz Werfel über „Verdi”, Ferner
beialdirektion unſere Mitglieder zu den General=
Angeladen für die Neueinſtudierung von Webers „
Obe=
eur Erſtaufführung von „Oedipus” von André Gide.
es Goethe=Gedächtnisjahres ſind im März drei Mati=
„Das Publikum der Goethezeit — Deutſchland am
34” und ſchließlich „Muſik der Goethezeit” die
unſe=
bein zugänglich ſein ſollen. In einer beſonderen
Ver=
uiſk das Landestheater uns die „Szeniſchen
Geheim=
eſigen Bühne enthüllen, wobei wir den ſzeniſchen
Ab=
orſtellung ſehen ſollen, in der das Publikum auf der
ſitszend angenommen iſt. Angeſichts eines ſolch reichen
ᛋdärfen wir wohl die Bitte ausſprechen, durch weite=
AAzu unſerem Vereine dieſem ſeine derzeit beſonders
grbe, für die Erhaltung unſeres Landestheaters zu
iglich zu machen. (Beitrag — in 2 Raten — für eine
ark, für 3 Perſonen 20 Mark. Anmeldungen erbeten
fäfsleitung: J. Harres, Karlſtraße 66, I.)
Seſſiſches Landestheater.
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19½—22 Uhr. C 7. Die verkaufte Braut.
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20—22½ Uhr. W1. Darmſt. Vo k=b. Gr. —4.
Die verkaufte Braut. Preiſe 0.70—5.60 Mk.
Awb.
14—22 Uhr. Keſſenlandmi te WV, 3.
Boceaceio Preiſe 0.*0—6 40 Mk
Kleines Haus.
Nop. 20—22½ Uhr. Zuſatzmiete II, 3,
Flamme. Preiſe 0 60—4 50 Mk.
Die heulige
20—29 Uhr.
Marguerite
T, Gruppe 1. 2, 3. 4, 5, 6, 7 u. 8.
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20, Ende nach 22½4 Uhr. Zuſatzmiete 1V 3.
Maria Magdelena. Preiſe 0.60—4,50 Mk.
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Maria Magdalena. Preiſe 0 60—4.70 Mk.
19½, Ende gegen 22½ Uhr. Außer Miete.
Gnſtav Adolf. Preiſe 050, 1.—, 1.50 Mk.
FAp
14—17½ Uhr. Außer Miete.
Guſtav Adolf. Preiſe 0.50, 1.—, 1.50 Mk.
20, Ende nach 22½ Uhr. Zuſatzmiete III, 4.
Maria Magdalena. Preiſe 0 60—4.50 Mk.
s Landesheater. Heute abend wird im Großen
2Macht des Schickſals”) Puccinis „Bohéme”
auf=
muſikaliſche Leitung hat Karl Maria Zwißler. Die
Anny v. Stoſch, die Muſette Käthe Walter, den Rudolf
neroth, Schaunard Heinrich Kuhn. Marcell Johannes
—heo Herrmann. — Am Freitag, dem 13. Novem=
Kleinen Haus die erſte Aufführung von „Maria
a mit Paul Wegener als Meiſter Anton und Fran=
Clarg ſtatt. Die Frau des Meiſters Anton ſpielt
* Dden Carl Karl Paryla, Leonhard Hermann
Gal=
r Emil Lohkamp, Wolfram Kurt Schindler, Adam
Leikter, Gerichtsdiener Paul Maletzki. Die Regie hat
das Bühnenbild Elli Büttner. — Am Donners=
Sovember, wird im Kleinen Haus „Margue=
Der bekannten Beſetzung mit Leni Marenbach, Jür=
. Hinz und Keim aufgeführt.
Welche Bedeutung hat Kochſalz für den Haushalt.
Salz als Reinigungsmitkel. — Ein billiges Heilmitkel. — Salz als Konſervierungsmitkel.
Ein vortreffliches Puhmitkel.
Das Kochſalz iſt in der letzten Zeit aus diätetiſchen Gründen
viel angefeindet worden. Es hat aber große Bedeutung für den
Haushalt. Seine hauptſächlichſte Aufgabe beſteht ſelbſtverſtändlich
im Würzen der Nahrung. Sollte es aber nicht noch mehr
Ver=
wendungsmöglichkeiten für Kochſalz geben? Das Kochſalz kann
der Hausfrau ſogar oft wertvolle Dienſte leiſten, doch die
verſchie=
denen nützlichen Eigenſchaften des Kochſalzes ſind nicht ſo
allge=
mein bekannt, wie man eigentlich annehmen müßte. Wenn das
Feuer im Herd ausgehen will, kann die Hausfrau durch eine
Hand voll Kochſalz bewirken, daß das ausgehende Feuer erneut
entfacht wird. Teppiche, deren lebhafte Farben man zu erhalten
wünſcht, werden mit Kochſalz abgebürſtet. Bei der Reinigung
von Korbwaren und Korbmöbeln iſt Kochſalz ein äußerſt
wert=
volles und zugleich unſchädliches Hilfsmittel. Wenn Flecken der
verſchiedenſten Art entfernt werden ſollen, deren
Entſtehungs=
urſache manchmal nachträglich nicht mehr zu ergründen iſt, ſo löſt
die Hausfrau Kochſalz in etwas Salmiakgeiſt oder Spiritus auf
und erzielt mit dieſem einfachen Fleckenentfernungsmittel
gerade=
zu Wunderwirkungen.
Durch Kochſalz wird fernerhin das Einlaufen ſchwarzer
Tuch=
ſtoffe verhindert. — Aeltere Tintenflecken ſind immer nur ſehr
ſchwer zu beſeitigen. Iſt ein Tintenglas umgekippt, ſo ſtreut man
eine dicke Schicht Salz auf den Fleck. Das Kochſalz ſaugt die
Tinte in ſich auf, ſo daß auf dem betreffenden Stoff nur noch eine
unbedeutende Spur zurückbleibt, die dann mit heißem
Zitronen=
ſaft an der Sonne ausgebleicht werden kann. Dabei muß
er=
wähnt werden, daß Kochſalz und Zitronenſaft den Stoff nicht im
geringſten angreifen, alſo ganz unbedenklich angewendet werden
können. Salzwaſſer iſt ein vorzügliches Gurgelmittel bei
Hals=
ſchmerzen und Halsentzündungen. Wer regelmäßig mit
Salz=
waſſer gurgelt, beugt damit ſehr wirkſam den verſchiedenſten
Er=
krankungen des Halſes vor. Wer an Stockſchnupfen leidet, wird
vom Arzt ſicher den Rat bekommen, Salzwaſſer in gelegentlichen
Abſtänden durch die Naſe einzuziehen. Dieſes Mittel wirkt im
allgemeinen erſtaunlich raſch. Der Schmerz, der durch
Bienen=
oder andere Inſektenſtiche verurſacht wird, wird durch einen
Koch=
ſalzbrei ganz auffallend gelindert. Gleichzeitig verhindert der
Salzbrei die Geſchwulſtbildung. Die konſervierende haltbar
machende Eigenſchaft des Kochſalzes dürfte den meiſten
Haus=
frauen bekannt ſein. Zum Einlegen von Gurken, Heringen und
allen möglichen anderen Nahrungsmitteln eignet ſich Kochſalz
vorzüglich. Eine Meſſerſpitze Kochſalz erleichtert der Hausfrau das
Steifſchlagen von Schlagſahne und Eiweiß ganz außerordentlich.
wodurch das Umherſpritzen des heißen Fettes verhindert wird.
Wenn die Hausfrau ein Hühnerei darauf prüfen will, ob es
Beim Braten gibt die Hausfrau ein wenig Kochſalz in die Pfanne,
friſch iſt und ob es ſich zum Kochen oder als Trinkei eignet, ſo
löſt ſie 75 Gramm Kochſalz in 500 Gramm Waſſer reſtlos auf.
Sinkt das Ei in dieſer Löſung unter, ſo iſt es ganz friſch, ſinkt es
dagegen nur zur Hälfte ein, ſo iſt es ſchon einige Tage alt, bleibt
das Ei aber an der Oberfläche ſchwimmen, dann iſt es beſtimmt
nicht mehr friſch. Im Winter kann es leicht vorkommen, daß die
dem Spülwaſſer entnommene Wäſche gefriert. Soll das vorzeitige
Frieren der Wäſche beim Trocknen verhindert werden, ſb empfiehlt
es ſich, dem letzten Spülwaſſer etwas Kochſalz zuzufügen. Da
Salzwaſſer nicht ſchon bei 0 Grad Celſius, ſondern erſt bei
niedri=
geren Temperaturen gefriert, ſo löſt man immer Kochſalz im
Waſſer auf, wenn das Gefrieren verhindert werden ſoll. Die
Hausfrau wird vor allem dem Fenſterputzwaſſer im Winter
Koch=
ſalz zufügen müſſen, denn das Fenſterputzen bezweckt doch nicht
das Entſtehen von Eisblumen. Nebenbei mag erwähnt ſein, daß
auch im Sommer ſalziges Fenſterputzwaſſer die Scheiben beſonders
klar und glänzend macht. Braungewordene Herdplatten poliert
die Hausfrau tüchtig mit einem Brei aus Eſſig und Kochſalz.
Eine billige, aber dafür um ſo wertvollere Möbelpolitur
be=
reitet ſich die Hausfrau aus Kochſalz und Speiſeöl. Die beiden
Beſtandteile dieſer Möbelpolitur werden zu einem dicken Brei
angerührt. Wenn Speiſeöl trüb und ranzig geworden iſt, ſo
nimmt ein Kochſalzzuſatz dem Oel ſowohl das trübe Ausſehen wie
auch den ſtörenden Beigeſchmack. Nach etwa drei Tagen kann das
Oel vorſichtig von dem Bodenſatz abgegoſſen werden. Der ſchon
erwähnte Brei aus Eſſig und Kochſalz eignet ſich auch trefflich zum
Putzen von Meſſinggegenſtänden. Durch längeren Gebrauch
pfle=
gen Fenſterleder hart und ſpröde zu werden. Wäſcht man ſie
da=
gegen nach jeder Benutzung in Salzwaſſer gründlich aus und hängt
man ſie dann halbfeucht zum Trocknen auf, ſo bleiben ſie ſchön
weich und eignen ſich weiterhin zum Polieren empfindlicher
Ge=
genſtände. In Waſchgeſchirren Badewannen uſw. bilden ſich oft
Ränder, die ſich mit Seifenwaſſer nicht ohne weiteres wieder
be=
ſeitigen laſſen. Mühelos iſt ihre Entfernung dagegen, wenn man
auf ein feuchtes Läppchen etwas Salz ſtreut und damit die
Rän=
der abreibt. Oelfarbengeruch wie auch manch anderer Geruch
haf=
tet meiſtens um ſo länger, je ſtörender er iſt. Wenn man aber in
einem Zimmer, in dem ein ſtörender Geruch herrſcht, ein oder
zwei Untertaſſen mit etwas Salz aufſtellt, ſo wird das Kochſalz
ſchon nach verhältnismäßig kurzer Zeit den betreffenden Raum
wieder von dem läſtigen Geruch befreit hahen.
— In der Sektion Starkenburg des Deutſchen und
Oeſterrei=
chiſchen Alpenvereins hielt im gut beſetzten Hörſaal 326 der
Tech=
niſchen Hochſchule das Sektionsmitglied Herr Rechnungsrat
Dreſte einen Lichtbildervortrag über „Bergfahrten, im
Stubai”. Der 1. Vorſitzende der Sektion, Herr Miniſterialrat
Guntrum, begrüßte die Zuhörer herzlichſt und führte aus, daß
nach dem gut beſuchten Vortrag in der Sektion Darmſtadt, ſowie
dieſem wohl zu ſchließen ſei, daß dieſe Vorträge ein Bedürfnis
ſeien, um die jetzige ſchwere Zeit einige Stunden vergeſſen zu
laſſen und uns an der hehren Bergwelt zu erfreuen. Die Fahrt,
die Herr Dreſte mit ſeiner Frau ausführte beſchrieb der Referent
in allen Einzelheiten, wobei er die Herrlichkeiten der Natur
be=
ſonders hervorhob und den Reiſeweg auf ſehr guten Lichtbildern
zeigte Reicher Beifall lohnte den Vortragenden für ſeine
um=
faſſenden Ausführungen. Der 1. Vorſitzende dankte dem Redner
im Namen aller Zuhörer herzlichſt.
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(witksam bei Erkältungen. Auch mit Menthol
— 3. Akademie=Konzert. Eine der größten Sopraniſtinnen,
Duſolina Giannini (New York), iſt die Soliſtin des am
Montag, dem 16. d. M., 20 Uhr, im „Großen Saal” des
Städti=
ſchen Saalbaues ſtattfindenden 3. Akademie=Konzertes. Ueberall,
wo dieſe begnadete Künſtlerin erſcheint, ſteigert ſich der Beifall
des Publikums zur flammenden Begeiſterung. Selbſt in den
größten Muſikzentren der Welt betritt Duſolina Giannini faſt nur
als Soliſtin von Orcheſterkonzerten das Konzertpodium;
Darm=
ſtadt darf es als ganz beſonderes Entgegenkommen buchen, daß
ſich die Künſtlerin bereits zu einem zweiten Lieder= und
Arien=
abend bereitfinden ließ. Duſolina Giannini darf man nicht nur
hören man muß ſie auch ſehen, um ganz das Menſchen= und
Künſtlertum dieſer Künſtlerin zu erfaſſen und es als ein Erlebnis
in den Erinnerungen fortklingen zu laſſen. Kartenverkauf im
Sekretariat der Städt. Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtr. 36
(Fernruf 3500, Stadtverwaltung).
Winterhidle
Wer Materialien,Kleidungsſtücke, Wäſche,
Bettzeug, kurz alles noch Verwendbare
stiften will, melde dies beider
Geſchäfts-
ſtelle der Winterhilfe Paradeplatz 4
Abholung erfolgt ſpäter.
— Allgemeine Mittel=Süddeutſche Geflügelſchau. Zum achten
Male hält der Geflügelzuchtverein Darmſtadt e V.
dieſes Jahr ſeine Allgemeine Mittel=Süddeutſche
Geflügelſchau ab. Dieſe Ausſtellungen zum Schluſſe des
Zuchtjahres ſollen allen Züchtern die Gelegenheit geben, ihre mit
viel Mühe herangezogenen Lieblinge in ihrer Schönheit der
All=
gemeinheit vorzuſtellen und neue Freunde für die
Raſſegeflügel=
zucht zu werben. Man hört ſo oft: Hinkel iſt Hinkel, das ſtimmt
aber nicht. Wer auf die Dauer viele und große Eier von ſeinen
Tieren erwartet muß Raſſegeflügel halten. Durch Raſſe zur
Lei=
ſtung heißt die Deviſe. In dankenswerter Weiſe hat die Stadt
Darmſtadt dieſes Jahr ihre ſchön gelegenen und vor allem
geeig=
neten Ausſtellungsräume auf der Künſtlerkolonie dem Verein zur
Verfügung geſtellt, und trotz der wirtſchaftlichen Notlage verſpricht
dieſe Ausſtellung durch zahlreiche Anmeldungen aus nah und fern,
vor allem aus unſerem main=rheiniſchen Wirtſchaftsgebiet, die
er=
möglicht werden durch niedrigſtes Standgeld eine nach Größe und
Güte beachtenswerte Schau zu werden. Nicht nur der Züchter,
auch der Beſchauer wird durch niedrigſt gehaltenen Eintrittspreis
und Tombola auf ſeine Koſten kommen. (Das Nähere beſagt die
Anzeige.)
— Chriſtlicher Verein junger Männer Darmſtadt e. V.,
Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſerne). Heute Mittwoch, abends 8.30
Uhr, Bibelſtunde der Hauptabteilung. Hierzu wird jedermann
herzlich eingeladen. Freunde und Gäſte ſind willkommen.
Gleichzeitig wird ſchon heute auf den am Sonntag, dem 15.
No=
vember abends 8.30 Uhr, ſtattfindenden Muſik= und Geſangsabend
aufmerkſam gemacht.
* Aus den Darmſtädker Lichkſpieltheakern.
Palaſt.
Das gegenwärtige Programm mit zwei Stummfilmen
erin=
nert an die gute alte Zeit des Films in der man noch den Mut
zu 100prozentigem Kitſch, zur unmöglichſten Handlung, zu
atemrau=
benden Wildweſtſachen und zu Helden hatte, die allein und mit
der nackten Fauſt ein ganzes Heer von Bewaffneten in die Flucht
ſchlagen, aus jedem Gefängnis ausbrechen und in ihrer
heroi=
ſchen Artiſtik nur noch von ihrem Edelmut übertroffen werden.
Ein ſolch unverfälſchter Held iſt der ſchwarze Reiter, deſſen
Salti mortale man in dem Film „Der geheimnisvolle Kavalier”,
bewundern kann. Auch der zweite Film „Herzblut einer Mutter
ein Kampf um Liebe und Glück” hält alles, was der Titel
verſpricht.
n
— Union=Theater. „Wer nimmt die Liebe ernſt
Unter dieſem Titel erſcheint ab heute im Union=Theater ein neues
Tonfilm=Luſtſpiel mit dem bekannten Berliner Revue=Star Max
Hanſen als Hauptdarſteller und Jenny Jugo als Partnerin. Dazu
ein reichhaltiges tönendes Beiprogramm und die Ufa=Tonwoche.
— Das Helia=Theater zeigt nur noch heute und morgen den
luſtigen Ufa=Tonfilm „Die Schlacht von Bademünde‟. Max
Adal=
bert, der beliebte Komiker, Fritz Schulz, Claire Rommer, Adele
Sandrock, Herm. Speelmanns u. v. a. ſind die Hauptdarſteller.
Vorher ſieht man das 3. Kabarett=Programm der Ufa.
— Die Palaſt=Lichtſpiele bringen nur noch heute und morgen
ein Stummfilm=Doppelprogramm und zwar ſieht man Richard
Talmadge, den Meiſter der Senſationen, in dem tollen Abenteuer
„Der geheimnisvolle Kavalier” (Der ſchwarze Reiter) und im
zweiten Teil das dramatiſche Filmwerk „Herzblut einer Mutter”,
— Der Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt, ſchreibt uns:
Eine tüchtige Marſchleiſtung erforderte die Wanderung am 8
No=
tember. Und wenn wir heute, wohl ausgeruht, an den ſchönen
Tag im Spätherbſt zurückblicken, ſo überkommt uns ein Gefühl der
Befriedigung, etwas geleiſtet zu haben; und es hat ſich doch auch
gelohnt. Ein Blick noch auf den Herbſtwald, ehe der Sturm das
letzte Laub verweht, ein wiederholter, bewundernder Blick in das
Mümlingtal, zwiſchen deſſen kuliſſenartig vorgeſchobenen,
Rand=
höhen ein leichter Herbſtnebel hing, der die Landſchaft ins
Heroiſche überſteigerte. So war das Wandern in der friſchen
Herbſtluft durch den prächtigen Wald mit ſeinen alten Stämmen
ein hoher Genuß, für den auch an dieſer Stelle den Führern, den
Klubgenoſſen Bär und Klotz, der wohlverdiente Dank
ausgeſpro=
chen ſei.
Straßenverkehrsvorſchriften beachten! Urſache von
Verkehrsunfällen. Der tödliche Verkehrsunfall am 5. Nov.
1931 auf der Straße Darmſtadt—Griesheim gibt dem Heſſiſchen
Polizeiamt Darmſtadt Veranlaſſung, erneut alle Wegebenutzer
zur Achtſamkeit und zur Rückſichtnahme auf den Straßenverkehr
zu ermahnen. Wie in dem vorliegenden Falle, ſo kommt es auch
ſonſt ſehr oft vor, daß vor dem Ueberholen hinter einem
Fahr=
zeug hergefahren und dann plötzlich nach links abgebogen wird,
obwohl die Fahrbahn infolge der Größe des vorausfahrenden
Fahrzeugs (Möbelwagen, Laſtkraftwagen, Straßenbahn und
der=
gleichen) nicht überblickt werden konnte. Durch das plötzliche
Ab=
biegen nach links werden nicht nur die Ueberholenden ſelbſt
ſon=
dern auch entgegenkommende Straßenpaſſanten gefährdet. Es iſt
deshalb Pflicht eines jeden Wegebenutzers, ſich vor dem
Ueber=
holen von Fahrzeugen zu überzeugen, daß die Fahrbahn aus der
entgegengeſetzten Fahrtrichtung frei iſt, und daß ohne Gefahr
überholt werden kann.
Briefkaſten.
A. M. Da Sie ja wohl zu den Herſtellungen in der Wohnung
verpflichtet ſind, auch ſolche in Ihrem Intereſſe lagen, ſind Sie,
wenn das Haus unter Zwangswirtſchaft ſteht an die Feſtſetzung
des Mieteinigungsamts gebunden. Eine Aufhebung des
Miet=
verhältniſſes wäre wohl nur zu erwirken, wenn ein geſetzlicher
Grund in der Perſon des Mieters gegeben wäre.
H. W. D. Die Anfrage läßt ſich im Rahmen des Briefkaſtens
nicht erſchöpfend behandeln. Leſen Sie im
Handwör=
terbuch der Rechtswiſſenſchaft von Stier=Somlo und Elſter unter
Muſter= und Modellſchutz (4 Band) nach, den Sie auf der
Lan=
desbibliohek erhalten. Im übrigen wäre das Reichspatentamt in
Berlin SW. 61. Gitſchinerſtraße 97—103, wegen Auskunft
anzu=
gehen.
Tageskalender für Mittwoch, den 11. November 1931.
Heſſ Landestheater, Großes Haus, 19½—22 Uhr: Die
Boheme‟.
— Kleines Haus 20—22½4 Uhr: „Die heilige
Flamme” — Konzerte: Rheingauer Weinſtube Winzerfeſt,
Zur Oper Schloßkeller Sportplatz=Reſt am Böllenfalltor,
Herrn=
gartenkaffee, Kaffee Ernſt Ludwig, Alter Ratskeller, Kaffee
Ganßmann, Konzert u. Tanz. — Kinovorſtellungen:
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
Seite 6 — Nr. 313
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mittwoch, 11. Nov
Aus Heiſen.
Dg. Arheilgen, 10. Nov. Die neue Getränkeſteuer.
Da der Gemeindeetat für das Rechnungsjahr 1931 ein Defizit von
58 000 RM. aufweiſt, hat der Gemeinderat neben der
Verdoppe=
lung der Bürgerſteuer, die eine Mehreinnahme von 16 000 RM.
ergibt, die Einführung der Getränkeſteuer in unſerer Gemeinde
beſchloſſen. Der Steuer unterliegt die entgeltliche Abgabe aller
Getränke, wie Wein weinähnlicher oder weinhaltiger Getränke,
Schaumwein und ſchaumweinähnlicher Getränke,
Trinkbrannt=
wein, Mineralwäſſer, künſtlich bereitete Getränke, ferner Milch,
Kakao, Kaffee, Tee uſw., die in Gaſt= und Schankwirtſchaften und
an ſonſtigen Stätten, wo derartige Getränke gegen Bezahlung
verabreicht werden. Ausgenommen iſt Bier, da ja hierauf ſchon
die Bierſteuer ruht. Der Steuerſatz für die angegebenen
Ge=
tränke beträgt laut Beſchluß des Gemeinderats 10 Prozent (
ge=
ſetzlicher Mindeſtſatz 5 Prozent) des Kleinhandelspreiſes. Für
übliche Beigaben, deren Preis in herkömmlicher Weiſe im Preiſe
für Getränke enthalten iſt (z. B. Zucker und Milch bei Kaffee,
Zitrone bei Tee) darf bei der Berechnung der Steuer nichts in
Abzug gebracht werden, hingegen gehört das Bedienungsgeld nicht
zum Kleinhandelspreis. Steuerpflichtiger ich alſo jeder, der
ſteuerpflichtige Getränke an Ort und Stelle zum Verzehr gegen
Entgelt abgibt. Die Veranlagung zur Getränkeſteuer erfolgt durch
die Steuerſtelle, die in dieſem Falle die Bürgermeiſterei iſt, die
Erhebung durch die Gemeindekaſſe. Die Einziehung erfolgt
inſo=
fern, als der Steuerpflichtige bis zum 10. eines Monats die
Ge=
tränke, für die im vergangenen Monat eine Steuerſchuld
entſtan=
den iſt, bei der Steuerſtelle nach Ort. Menge und Verkaufspreis
anzumelden und die ſich daraus ergebende Steuer an die
Gemein=
dekaſſe abzuführen hat. Jedoch kann die Steuerſtelle auch mit den
Steuerpflichtigen beſondere Vereinbarungen über die zu
entrich=
tende Steuer (beiſpielsweiſe über Berechnung Fälligkeit,
Erhe=
bung und Pauſchalierung) treffen, wenn dieſe Vereinbarungen
die Beſteuerung vereinfachen und das ſteuerliche Ergebnis nicht
weſentlich verändern. Steuerbeſcheide werden nur dann erteilt,
wenn die Steuerſtelle einen höheren Betrag feſtſetzt, als ihn der
Steuerpflichtige errechnet. Gegen die Veranlagung zur
Getränke=
ſteuer kann von dem Steuerpflichtigen nach Zuſtellung des
Steuer=
beſcheids binnen eines Monats Einſpruch erhoben werden. Auch
hat die Steuerſtelle die Befugnis, in einzelnen Fällen aus
Billig=
keitsgründen die Steuer ganz oder teilweiſe zu erlaſſen. Die
Steuer tritt vorausſichtlich am 1. Dezember d. J in Kraft. Die
ſich auf die Einführung der Getränkeſteuer beziehende Ortsſatzung
liegt bis Ablauf dieſer Woche auf der Bürgermeiſterei während
der Dienſtſtunden zur Einſichtnahme offen, woſelbſt auch Einſprüche
gegen dieſelbe erhoben werden können. — Zum
Feldgeſchwo=
renen für die Gemeinde Arheilgen wurde der Feldſchütz Fritz
Rühl an Stelle des verſtorbenen Feldſchützen Merlau eidlich
ver=
pflichtet. — Wahlſcheine zur Landtagswahl für Wähler die
aus zwingenden Gründen am Sonntag verhindert ſind, in ihrem
Heimatort zu wählen und auswärts wählen müſſen, werden bis
ſpäteſtens Samstag, den 14. November, mittags 12 Uhr, bei der
hieſigen Bürgermeiſterei ausgeſtellt.
Eberſtadt, 10. Nov. Bei der Stuten=Prämiierung und
gro=
ßen Zugleiſtungs=Prüfung zu Darmſtadt, veranſtaltet durch die
Landwirtſchaftskammer am Sonntag, erhielt bei der
Hufbeſchlag=
prüfung den 3a=Preis Schmiedemeiſter Friedrich Kredel 2.,
Eberſtadt (nicht, wie berichtet. Schmiedemeiſter H. Störzer, der
Beſitzer de Pferdes iſt)
F. Eberſtadt, 10. Nov. Spülung des
Waſſerrohr=
netzes. In den nächſten Tagen findet eine Spülung des
Haupt=
waſſer=Druckrohrnetzes ſtatt, und zwar im nördlichen Ortsteil —
begrenzt durch die Pfungſtädter= und Oberſtraße ſowie das
Mühl=
tal — am Mittwoch, den 11. November im ſüdlichen Ortsteil am
Donnerstag, den 12. November, und in der Villenkolonie am
Frei=
tag, den 13. November. Die Einwohnerſchaft wird erſucht, ſich an
den angegebenen Tagen mit Waſſer vorzuſorgen. —
Wil=
dernde Hunde. In der letzten Zeit ſind wiederholt im Felde
wildernde Hunde angetroffen worden. Die Bürgermeiſterei macht
daher alle Hundebeſitzer darauf aufmerkſam, daß nach Art. 25 des
Jagdſtrafgeſetzes jeder beſtraft wird, der einen Hund in fremdem
Jagdgebiet bei ſich hat und dieſen außerhalb der erlaubten
Ver=
bindungswege über 100 Schritte von dieſen frei herumlaufen lä3t
eder deſſen Hund, ohne von jemand mitgenommen worden zu ſein,
allein in der angegebenen Weiſe herumläuft.
G. Ober=Ramſtadt. 10. Nov. Fälligkeit. Zum 15.
No=
vember d. J. iſt die 3. Rate des Handwerkskammerbeitrags, das
3. Ziel Kirchenſteuer und außerdem zum 11. November (Martini)
Holz=, Gras=, Pacht= Allmendbeſtandgeld uſw. bei Meidung der
Mahnung und Beitreibung zur Zahlung fällig. —
Säuglings=
fürſorge. Montag, den 16. November, nachmittags von 2—3
Uhr, findet im Zimmer 18 des neuen Rathauſes Beratungsſtunde
der Säuglingsfürſorge ſtatt.
G. Ober=Ramſtadt, 10. Nov. Die Geſangvereine im
Dienſte der Winterhilfe. Außerordentlich groß iſt heute
die wirtſchaftliche Not in ſo vielen Familien. Ihr nach
Mög=
lichkeit zu ſteuern, hat ſich der „Ortsausſchuß für die Winterhilfe‟
zur Aufgabe gemacht. Auf ſeine Anregung hin haben ſich ſämtliche
hieſigen Geſangvereine entſchloſſen, einen Volksliederabend zu
ver=
anſtalten, deſſen Ertrag ganz der Winterhilfe zugute kommen ſoll.
Dieſer fand nun am Sonntag im Saale „Zum Schützenhof” ſtatt.
Als beſonders erfreuliche Tatſache konnte vor allem ein ſehr guter
Beſuch dieſer Veranſtaltung gebucht werden, war doch der größte
Saal unſeres Ortes bis auf den letzten Platz beſetzt. Nach
Er=
öffnung des Abends durch den 1. Vorſitzenden des Geſangvereins
Germania”, Herrn Georg Burger, der auch die Leitung desſelben
übernahm. ergriff der Vorſitzende des Ortsausſchuſſes für die
Win=
terhilfe, Herr Pfarrer Nürnberger, das Wort zu einer Anſprache.
Er gab zunächſt ſeiner Freude darüber Ausdruck, daß die heutige
Veranſtaltung einen ſo zahlreichen Beſuch aufweiſe, ſchilderte dann
die Bildung und die ſeitherige Tätigkeit des „Ortsausſchuſſes für
die Winterhilfe”, Kleiderſammlung, Pfundgabe. Nähabende uſw.
ſeien in die Wege geleitet und weitere Hilfsmaßnahmen noch in
Ausſicht genommen. Viele, ja alle, müßten helfen, wollen wir der
großen Not, die heute ſo viele bedrückt, wirkſam begegnen. Unter
dem Bekenntnis „Wir wollen helfen” ſtehe auch die heutige
Ver=
anſtaltung der hieſigen Geſangvereine. Ihnen gebühre für die
Bereitſchaft, durch eine gemeinſame Veranſtaltung der
Winter=
hilfe Mittel in die Hand zu geben, herzlicher Dank. Mit der
Mahnung an die Anweſenden, die begonnene Arbeit des
Ortsaus=
ſchuſſes zugunſten der Notleidenden allſeits weiter fördern zu
hel=
fen, beſchloß Redner ſeine mit großem Beifall aufgenommenen
Ausführungen. Die Geſangvereine. „Eintracht” „Sangerluſt”,
Turnerſingmannſchaft” „Germania", „Vorwärts” und
Concor=
dia” ſangen als Begrüßungschor gemeinſam „Das iſt der Tag des
Herrn” unter Leitung des Herrn Hauptlehrers i. R.
Würtenber=
ger. Im erſten Teil des Programms folgten nun Einzelchöre
der genannten Vereine und des Kirchengeſangvereins. Den
zwei=
ten Teil eröffnete wieder ein Geſamtchor mit dem Liede „In
einem kühlen Grunde”, wieder folgte je ein Chor der
mitwirken=
den einzelnen Vereine, und zum Schluß nochmals ein
Geſamt=
chor „Nun leb wohl, du kleine Gaſſe”, Reicher Beifall belohnte
die Dirigenten und Sänger für die einzelnen Vorträge. Möge
nun die demnächſtige ſportliche Veranſtaltung, deren Ertrag
eben=
falls der Winterhilfe zufließen ſoll, einen ebenſo guten Anklang
finden unter dem Bekenntnis „Wir wollen helfen”
T. Gundernhauſen, 10. Nov. Gegenüber den verſchiedentlich
aus anderen Gemeinden erſcheinenden ſtatiſtiſchen Berichten über
die Anzahl ihrer älteſten Einwohner darf wohl diesbezüglich die
Gemeinde Gundernhauſen mit an erſter Stelle ſtehen. Bei einer
Einwohnerzahl von rund 1100 Seelen wohnen hier 57 Perſonen,
die über 70 Jahre alt ſind, hiervon 48 im Alter von 70—80
Jah=
ren und neun im Alter von über 80 Jahren. Frau Chriſtoph
Han=
ſtein 3., Witwe, die ſich bereits im 90. Lebensjahre befindet, iſt
die älteſte Einwohnerin des Ortes. — Zur Durchführung der
Winterhilfe 1931/32 wurde auch hier ein Ortsausſchuß unter dem
Vorſitz des Herrn Pfarrers Schulz gebildet und demſelben die
Leitung der vorzunehmenden Sammlung übertragen.
f. Roßdorf, 10. Nov. Konzert. Der Arbeitergeſangverein
„Einigkeit” hielt am Sonntag nachmittag im Saale des
Gaſt=
hauſes „Zum Darmſtädter Hof” ein Konzert ab, das
anerken=
nungswerte Leiſtungen aufwies. Die Veranſtaltung war von
Freunden und Anhängern des Männergeſangvereins ſehr gut
be=
ſucht, war doch für dieſe nach längerer Pauſe wieder einmal
Gele=
genheit geboten, im Reiche der Töne und des Klanges einige
recht genußreiche Stunden zu verleben. Nach einer
Begrüßungs=
anſprache durch den Vorſitzenden, Herrn Philipp Ewald, kamen
unter Leitung des Dirigenten, Herrn Chormeiſter Herfurth,
Volkslieder und Kunſtchöre formvollendet und tonrein zum
Vor=
trag, die alle von einem dankharen Publikum mit großem
Bei=
fall aufgenommen wurden. Der Verein legte Zeugnis davon
ab, daß er gute Fortſchritte gemacht hat. Auch die
Sologeſangs=
darbietungen des Mitglieds Herrn Gg. Moter ſowie des Herrn
Ludwig vom Heſſiſchen Landestheater (Piſton) und Herrn
Her=
furth jr. (Klavier) fanden viel Beifall und ſie mußten ſich zu
einer Zugabe entſchließen. Mit herzlichen Dankesworten des Vor=
Etzenden wurde die Veranſtaltung geſchloſſen
Aus den Gemeindep
8. Lampertheim, 9. Nov. Gemeinderatsſitzung. Als
Urkundsperſonen der letzten Sitzung fungierten die Herren Joſt und
Zöller. — Nachdem auch der Landtag die Anſtellung eines
Berufsbür=
germeiſters für die hieſige Gemeinde abgelehnt hat, mußte man ſich mit
der Feſtlegung des Wahltages zur Wahl eines Ehrenbürgermeiſters
befaſſen. Die Finanzkommiſſion hatte ſich für einen der erſten Sonntage
im Januar 1932 entſchieden, und man einigte ſich im Plenum auf den
10. Januar. — Der Adam Rupp 7. Ehefrau wird die nachgeſuchte
Er=
laubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft erteilt, da es ſich um ein
Uebergangsverhältnis handelt. — Etwa eintretender Konſequenzen
hal=
ber kann ſich der Gemeinderat nicht dazu entſchließen, dem Ludwig
Taubenſchmidt in Neuſchloß die nachgeſuchte Erlaubnis zu erteilen, für
ſich im Walde 100 Rm. dürres Brennholz ſchlagen und aufarbeiten zu
dürfen. Es ſoll ihm empfohlen werden, ſeinen Bedarf von Fall zu Fall
anzufordern. — Da die Geſuche um Erteilung von Bauerlaubnis
außer=
halb des Ortsbauplanes dauernd zunehmen, wird beſchloſſen, das
vor=
liegende des Adam Mehner als letztes zu genehmigen, aber ab 1.
Ja=
nuar 1932 alle abzuweiſen, da innerhalb des Ortes noch genug
Bau=
gelände zur Verfügung ſteht. — Als Pacht für das dem Polizei= und
Schutzhundeverein für Uebungszwecke überlaſſene Gelände werden 10.—
RM. pro Jahr angeſetzt. Auf eine hiermit im Zuſammenhang ſtehende
Anfrage gibt die Bürgermeiſterei bekannt, daß die Rhenania=Geſellſchaft
für die Einebnung dieſes von ihr früher benutzten Geländes 175.— RM.
gezahlt habe und daß die Arbeiten durch Wohlfahrtserwerbsloſe
aus=
geführt wurden. — Für die Beheizung der von der Winternothilfe
ein=
gerichteten Volksküchen im Kinderheim und dem St. Marien=
Kranken=
haus werden die erforderlichen Brennmaterialien zur Verfügung geſtellt.
— Für den Faſelſtall hatte die Faſeldeputation die Beſchaffung von
350 Zentnern ausgeleſener Kartoffeln beſchloſſen, jedoch ſollte dieſelbe
durch öffentliche Ausſchreibung erfolgen. Bereits am anderen Tage
ſchon wurde aber dieſe Menge angefahren. Es wird dieſe Handhabung
gerügt, aber die Verwaltung erklärt die Angelegenheit für erledigt.
Daher wird Beſchluß gefaßt, daß für die Folge alle Futtermittel nur
nach vorausgegangener Submiſſion beſchafft werden und daß die
An=
lieferung nur gegen Beſcheinigung ſeitens der Bürgermeiſterei erfolgen
dürfe. Für die Belieferung ſind in erſter Linie einheimiſche
Land=
wirte ins Auge zu faſſen. — Einige Mieter von Wohnungen in
Ge=
meindehäuſern zahlen nur den ern ißigten Mietſatz. Da jedoch der
Vor=
anſchlag für 1931 infolge Ablehnung durch den Gemeinderat noch nicht
in Kraft getreten iſt, ſo gibt die Verwaltung bekannt, daß die
Diffe=
renzſumme immer als Reſtbetrag verbucht wird, und zwar ſolange, bis
der Voranſchlag wirkſam iſt.
A. Groß=Rohrheim, 10. Nov Gemeinderatsbericht.
Un=
ter Vorſitz des Herrn Bürgermeiſters Olf fand eine Gemeinderatsſitzung
ſtatt, zu der als Urkundsperſonen die Gemeinderatsmitglieder
Donners=
tag und Hofmann beſtimmt wurden. Den wichtigſten Punkt der
Tages=
ordnung bildete die Regelung des Holzhiebes im Gemeindewald im
kommenden Winter. Es wurde folgendes beſchloſſen: Da der Gemeinde
keine Darlehen zur Verfügung ſtehen, ſollen die Wohlfahrtsunterſtützung
empfangenden Erwerbsloſen den Holzhieb von 1000 Feſtmetern Holz
vornehmen. Ihnen ſollen Pulver, Zündſchnuren, 2 Holzſäx=
Bohrer ſeitens der Gemeinde zur Verfügung geſtellt werder:
zahlung erfolgt nach dem geſetzlichen Stücklohn unter Verr
Gerätekoſten. Mit der Verſteigerung des Holzes ſoll berei.
werden, wenn ein Teil desſelben geſchlagen iſt, um wieder Ho
Gemeindekaſſe zur Ausbezahlung der Löhne Geldmittel zuzuf
Arbeitszeit beträgt 4 Tage pro Woche. Freitags erfolgem
zahlungen an die Holzhauer. Es iſt damit erreicht, daß die
unterſtützten eine Zeit lang produktiv beſchäftigt werden. F
noch folgende Beſchlüſſe zuſtande: Den beſonders Bedürftigen
Beihilfe in Form von Braunkohlen zuteil und vom Fürſ:
eine diesbezügliche Liſte ausgearbeitet werden. Das
Holzſe=
den ſeitherigen Holzſetzern ausgeführt und ihnen zur H5
Wohlfahrtserwerbsloſe zur Verfügung geſtellt werden. Eim
Geflügelzuchtvereins um eine finanzielle Beihilfe für
eine=
am 21. und 22. November wird berückſichtigt, da es ſich in
um die Förderung der Kleintierzucht handelt. Es wird ein=
10.— RM. bewilligt. Zwei abgängige Ziegenböcke aus dem
faſelſtall ſind zu verſteigern. Die Anlieferung von 2 KuS
für den Friedhof wird Johannes Stumpf 4. übertragen,
am kommenden Sonntag ſtattfindende Landtagswahl
wir-
kommiſſion vervollſtändigt. Neben Herrn Bürgermeiſter O
vorſteher und Beigeordneter Hofmann als Stellvertreter
Beiſitzer die Gemeinderatsmitglieder Germann, Hofmann Au
und Donnerstag beſtimmt. Nach dieſer ſehr ausgedehntem
Sitzung fand anſchließend eine nichtöffentliche ſtatt. — M
vortrag. Am Sonntag abend fand in der Kirche ein
trag mit Lichtbildern ſtatt. Im Mittelpunkt des Vortra=/
Miſſionstätigkeit in China. Der Vortrag dürfte für die Qi
keit Verſtändnis geweckt und auch finanziellen Erfolg geha:n
Db. Urberach, 10. Nov. Gemeinderatsberic
hilfe für Erwerbsloſe ſtand als einziger Punkt auf der T
Noch nie wurde eine Gemeinderatsſitzung derart beſucht wri
gehend erläuterte Bürgermeiſter Wagner die ſchwierige Lauy
ziellem Gebiet, die bis jetzt mit 80000 RM. Schulden abeh
Sprecher der S.P.D, wollte hiervon wenig wiſſen, ſondern
die Feſtſtellung, wer für Winterbeihilfe iſt . Das
Zentrun=
klärung, ſich der Stimme zu enthalten. Die
Bürgerpc=
ſpricht ſich für Winterbeihilfe aus, ſtellt aber den
Antra=
miſſion zu bilden, die die ſchwierige Aufgabe hat, das
nötä=
zu, ungefähr 6000 RM. in Anleihe aufzunehmen und bis
Punkt zurückzuſtellen. Die S.P.D. will auch hiervon nich
beharrt auf ihrem Antrag auf Abſtimmung. Nach
gegen-
teiſtreit zwiſchen Zentrum und S.P.D. wird endlich
die=
vorgenommen, die folgendes Ergebnis brachte: Für Winterlki
Stimmen, dagegen werden 6 weiße Stimmzettel abgegebe—n
terbeihilfe iſt ſomit angenommen und wird nach der Löſn
ſels: „Wo kommt die Anleihe her?” nach den vorjährige-n
richtet werden.
f. Roßdorf, 10. Okt. Lobenswerte Anerkennung.
Wegen guter Haltung und Pflege der Gemeindezuchttiere wurde
dem Faſelwärter, Herrn Friedrich Emig, eine Prämie gewährt.
— Standesamtliches. Im Monat Oktober wurden
regi=
ſtriert: 5 Geburten. 4 Eheſchließungen und 1Sterbefall —
Land=
tagswahl. Für den Wahlbezirk 1 (Schulhaus Erbacher Str.)
wurden Herr Johs. Karl Grünewald, als deſſen Stellvertreter
Herr Georg Heinrich Becker 3., für den Wahlbezirk 2 (Rathaus)
Herr Beigeordneter Nicolay, als deſſen Stellvertreter Herr
Jo=
hann Gg. Roßmann 3., als Wahlporſteher vom Kreisamt
Darm=
ſtadt beſtimmt.
r. Babenhauſen, 10. Nov. Sternwanderung und 6.
Wanderer=Ehrungsfeſt. Weit über 300 Wanderer des
Odenwaldklub=Nordkreiſes hatten am letzten Sonntag
Babenhauſen als gemeinſames Ziel, ihrer Sternwanderung
ge=
wählt, ſo daß am Nachmittag unſer altes Städtchen ganz im
Zei=
chen der friſch=frohen Odenwaldklübler ſtand. Die hieſige
Orts=
gruppe hat es ausgezeichnet verſtanden, ihren lieben
Wander=
gäſten den mehrſtündigen Aufenthalt hier ſo angenehm wie nur
möglich zu geſtalten. Zuerſt eine Führung zu den leider noch viel
zu wenig bekannten Sehenswürdigkeiten unſerer alten Feſtungs=
und Garniſonsſtadt, zum Schloß, den alten Türmen und Mauern,
in die Kirche zum holzgeſchnitzten mittelalterlichen Altarſchrein.
Nach einem Umzug durch die Hauptſtraßen, an dem ſich alle
Orts=
gruppen beteiligten, ging’s zum großen Saalbau „Deutſcher Hof”,
wo ſich bald alle Teilnehmer bei den Klängen der ſchneidig
ſpie=
lenden Kapelle Lautz und dem ſich flott abwickelnden, fein
ge=
würzten Feſtprogramm heimiſch und wohl fühlten. Alle Reden
und die Darbietungen feſch ausſehender Burſchen und Madels
wurden mit ſtarkem Beifall und geradezu mit Begeiſterung
auf=
genommen. Nur zu ſchnell ſchlug für die auswärtigen Gäſte die
Abſchiedsſtunde. — Abends war das Wanderer=Ehrungsfeſt bei
überaus reger Beteiligung der hieſigen Bevölkerung. Wieder ein
ausgezeichnetes Feſtprogramm. Wieder die charakteriſtiſch
friſch=
fröhlich Stimmung, die unſern Wanderklüblern mit Recht
nach=
gerühmt wird. Nach herzlichen Begrüßungsworten durch den 1.
Vorſitzenden. Herrn Oberbahnmeiſter i. R. Beck, überbrachte Herr
Amtsgerichtsrat Becker=Dieburg die Grüße und Glückwünſche
des Hauptausſchuſſes feierte in ſeiner bekannt feinſinnigen Art
die Ideale des Wanderns und ſchloß mit einem begeiſtert
aufge=
nommenen Hoch auf unſer ſchönes Vaterland, worauf das
Deutſch=
landlied erklang. Der vom Ehrenvorſitzenden erſtattete Rückblick
auf die einzelnen Wanderungen des Jahres war ein
Kabinetts=
ſtückchen lebendig=humoriſtiſcher Art und löſte Jubel und Beifall
aus. Zu einem feierlichen Akt geſtaltete Herr Becker die
Deko=
rierung der Treueſten des Klubs. 35 Mitgliedern überreichte er
die Goldene” 4 von ihnen bekamen den Ehrenſtock. Die
Wandererehrung war umrahmt von einem reizend
wiedergege=
benen Singſpiel „Heidenröslein” (Frl. A. Geißler und
E. Baumann) von temperamentvoll dargebotenen
Volkstän=
zen, einem ſehr ſtimmungsvoll wirkenden Annenpolka.
ge=
tanzt von den Damen Erna Krüger und Helma Roth, und dem
vorzüglich geſpielten Einakter „In der Heimat iſt es ſchön”, der
ſo recht in den heimatlich wirkenden Charakter des Abends paßte.
Nach dem offiziellen Teil blieben die Mitglieder und Gäſte in
ge=
ſelliger Unterhaltung und bei frohem Tanz bis in die frühen
Mor=
genſtunden in beſter Stimmung beiſammen.
R. Pfaffen=Beerfurth i. O., 10 Nov. Unfall. Ein hieſiger
junger Mann, der mit ſeinem Motorrad kürzlich ſich auf einer
Geſchäftsreiſe befand, überfuhr kurz vor Mainz auf bisher noch
nicht geklärte Weiſe einen Mann. Die Verletzungen des
Ueber=
fahrenen waren derart erheblich, daß eine Ueberführung ins
Krankenhaus erforderlich wurde. Der Motorradfahrer ſelbſt kam
mit einigen Hautabſchürfungen davon.
R. Aus dem unteren Gerſprenztal. 10. Nov
Zuckerrü=
benernte. Die diesjährige Zuckerrübenernte iſt nunmehr
ſo=
weit beendet. Der Ertrag war durch die feuchten Sommermonate
ſehr reichlich. Die Zuckerrüben wurden meiſtens per Bahn an
die umliegenden Zuckerfabriken verſandt.
b. Erbach i. Odw., 10. Nov. Kreisfeuerwehrtag. Der
Herbſtkreisfeuerwehrtag des Kreisverbandes Erbach Freiwilliger
Feuer=
wehren fand geſtern im Gaſthaus „Zum Adler” ſtatt. Der Vorſitzende,
Bürgermeiſter Dengler=Erbach, eröffnete die Tagung und ſtellte mit
Ge=
nugtuung feſt, daß der gute Delegiertenbeſuch beweiſe, welche Wichtigkeit
man der Tagung allenthalben beimeſſe. Der Vertreter der Kreisbehörde,
Regierungsrat Rindfuß, entſchuldigte ſein Fernbleiben und überſandte
beſte Wünſche für den Verlauf der Tagung. Er ſtreifte kurz den im
letzten Jahre in Erbach ſtattgefundenen Kreisfeuerwehrtag und ſtellte
mit Genugtuung feſt, daß die Beteiligung an dieſer eine mächtige
Demonſtration für den Gedanken des Dienſtes am Nächſten in den
Frei=
willigen Wehren geweſen ſei. Bürgermeiſter Dengler gibt in
ausführ=
lichen Darlegungen den Geſchäftsbericht, der eine erfreuliche
Aufwärts=
entwicklung trotz der Not der Zeit erkennen läßt. Den Kaſſenbericht,
den Feuerwehrmann Reichert=Erbach gibt, revidieren die beſtimmten
Kameraden von König und Zell und finden denſelben in Ordnung.
Dem Rechner wird Entlaſtung erteilt. Die Satzungen des
Kreisver=
bandes wurden den Vorſchlägen entſprechend mit einigen geringen
Ab=
änderungen genehmigt. Hierbei wurde einem Antrag zugeſtimmt, daß
der in Zukunft alle drei Jahre ſtattfindende Kreisfeuerwehrtag für die
Folge möglichſt mit einem Feſtakt der betreffenden Wehr verbunden ſein
ſoll. Als nächſter Tagungsort für den allgemeinen Kreisfeuerwehrtag
wird Pfaffen=Beerfurth beſtimmt. Mit der Mahnung, getreu
dem Wahlſpruch „Einer für alle, alle für einen” einzuſtehen für Gut
and Blut des Nächſten, ſchloß der Vorſitzende die Tagung.
Dk. Wald=Michelbach. 10. Nov. Berufsberatung. In
der letzten Woche hielt das Arbeitsamt Weinheim in der hieſigen
Schule eine Berufsberatungsſtunde für die an Oſtern 1932 zur
Entlaſſung kommenden Knaben ab. Der Redner warnte die
Ju=
gend vor der Ergreifung eines Modeberufs und empfahl ihr, ſich
vor der Feſtlegung für einen beſtimmten Beruf ſich von dem
Arbeitsamt fachmänniſch beraten zu laſſen.
Bn. Hirſchhorn, 10. Nov. Taucher bei der A
ſeltenes Schauſpiel wurde Samstag vormittag der
von Hirſchhorn geboten. Jung und alt ſtrömte nach 9
lauer, um den Arbeiten eines Tauchers zuzuſchauen.
Auftrag der beim Neckarkanalbau tätigen Firma Woll
Stuttgart=Eßlingen nach den bei dem Hochwaſſer am
in den hochgehenden Fluten des Neckars verſunkene
und ſonſtigen Geräten und Maſchinenteilen uſw. ſucdte
einer Bekanntmachung der Bürgermeiſterei liegt der
für das durch den Bau des Neckarkanals aufgeſchloſſenn?
jenſeits des Neckars vom 7. d. M. auf die Dauer von
auf dem hieſigen Rathauſe dahier zur Einſicht offen
Dz. Bickenbach, 10. Nov. Erntedankfeſt.
ſpät gelegenen Kirch= und Nachkirchweihe kann erſt neitl
tag das Erntedankfeſt gefeiert werden. Während der
dienſtes tritt auch nach kurzer Sommerpauſe der Kn
verein ſeine Winterarbeit an, indem er ihn verſchönem./
durch den Vortrag dreier Chöre.
Dz. Seeheim, 9. Nov. Schutz= und Zuchtmu
fung. Der Polizei= und Zuchthundeverein Seehem
Schutz= und Zuchthundeprüfung ab. Prüfungsleiter e
ſitzende des Vereins. Herr Wilhelm Schmidt von hies.
fungsrichter fungierte Herr Jäger aus Darmſtadt.
hundeprüfung hatten die Herren Schutzmann Aßmru
Weidner, beide von Bickenbach, und zur Zuchthundev
rich Hennemann aus Seeheim je einen Hund vorgefü)
Hunde arbeiteten ſo tadellos, daß 2 von ihnen mit de
gut” und einer mit „Gut” die Prüfung beſtehen konn.”
folge ſind um ſo mehr anzuerkennen, als genannt.:
Hunde ſelbſt (zum Teil überhaupt zum erſten Male=
und vorgeführt haben.
W. Heppenheim a. d. B.. 9. Nov. Gefallene
feier. In einfacher, ſchlichter und erhebender Wei
unſere Stadt der im Weltkrieg gefallenen Kamem
Söhne und Brüder, die ihr Beſtes gaben im tobe-)
gegen eine Welt von Feinden. Halbmaſtbeflaggum
überall die tiefe Anteilnahme der hieſigen Bevölkeu‟
Ehrung unſerer Gefallenen. Zur offiziellen Feier Teſle
ſich die Vertreter der Stadt, der katholiſchen und p—31
Kirchenbehörde, die hieſige Bevölkerung in der de
des Tages entſprechend einfach geſchmückten Feſthall.
Vereine nahmen mit geſenkten Fahnen vor dem ſti0”
geſtellten Heldengrab an der Gedenkfeier teil. Feu 1
und vereinigte Geſangvereine gaben unter bewähmel
rung der Veranſtaltung ein feierliches Gepräge. Ei en
drucksvolle Feſtrede hielt der proteſtantiſche Geiſtlich /k
rer Storck. Er wies auf die ernſte Stunde und auf we
des Tages hin. Die feierliche Stille des Saales wu.r
chen durch das „Ave verum”. Hierauf legte Herr 2
Schiffers im Namen der Stadt, der Kriegerverein, de‟
der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen urn
bund deutſcher Kriegsgräberfürſorge in treuer Erin,
gefallenen Kameraden Kränze am Grabe nieder. —i
Feier ſchloß mit einem Vortrag des Geſangvereins u.0
kapelle.
Dp. Zwingenberg, 10. Nov. Die Ortsgruppe Zwaiß
Odenwaldklubs unternahm am Sonntag ihre zweitle7
Wanderung nach Bickenbach-Jugenheim—Seeheim
rüick nach Zwingenberg. Die Wanderung, beſonders b.E
zwiſchen Bickenbcch und Seeheim, bot ſehr viele Reize.
De. Großhauſen. 9. Nov. Landwirtſchaftz
dem Verkauf der diesjährigen Tabakernte wurden
ner 71.— Mark erlöſt, dazu kommen noch die Qua.
Infolge der niedrigen Viehpreiſe greifen die hieſig
zur Selbſthilfe und laſſen ihr ſchlachtreifes Rindvieh
aushauen, ſo daß ſie den Produktionskoſten auf die
näher kommen. Großhauſen iſt eines der wenigen —
ſes Bensheim, wo noch keine Bierſteuer erhoben
Holzhauerei im Jägersburger Wald hat jetzt begonm
Bm. Hofheim (Ried), 10. Nvv. Elektrotechn:
ſuch. Ein hier wohnhafter Ingenieur unternahm al
dem freien Feld an der Eliſabethenſtraße einen Verfuc..
Winde elektriſchen Strom zu erzeugen. Auf einem etwa
Maſt drehen ſich große Windflügel in guter Tourellé
die Flügelwelle wird mittels Zahnrad und Antriebsſeit
bar dahinter ſitzender kleiner Dynamo in Gang gebraſ.”
Berechnungen des Ingenieurs Lichtſtrom für 8—10 Bre—
Das Experiment iſt geglückt, denn noch am Nachmiie‟
Glühbirne aus luftiger Höhe. Der Erfinder wird ſein.”
ſetzen. Er will auf dieſe Weiſe ſein elterliches Beſitzing.
mit Licht verſorgen. Der eigenartige Verſuchsappare
Windflügel an die oſtfrieſiſchen Windmühlen erinnerhe
des Sonntags viele Neugierige angelockt.
Ca. Lorſch, 10. Nov. Dienſtjubilänm. Am
es 25 Jahre, daß Herr Juſtizinſpektor Sauerwein beim.!
gericht hierher verſetzt wurde. Herr Sauerwein hat S"
Zeit verſtanden, ſich durch ſein biederes und zuvorkomi."
ganzen Amtsgerichtsbezirk allgemein beliebt zu mac‟
treuen Beamten wurde durch die Beamtenſchaft des *
herrliches Blumengebinde überreicht, das er mit Däit
g. Gernsheim, 10. Nov. Gemäß Verfügung de—
miniſters wurde Herr Bürgermeiſtereiſekretär 9
zum ſtellvertretenden Standesbeamten des Sial.
Gernsheim ernannt und bereits vom Amtsgerich"
pflichtet.
— Gernsheim, 10. Nov. Wafſerſtand de*
Pegel am 9. November 0,19 Meter, am 10. Vobell.
jeweils morgens 5.30 Uhr.
— Hirſchhorn, 10 Nov. Waſſerſtand Le‟
Pegel am 9. November 1,67 Meter, am 10. Nobehlt
jeweils morgens 5.30 Uhr.
11. November 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 313 — Seite 7
Aus dem Wahlkampf.
Bahlverſammlung der N.5.2. A.P.
mit Gregor Sktaſſer.
erſte Feſthallenverſammlung der Nationalſozialiſten
ſan abend in der Feſthalle, die nach dem Eintritt der
etwa zwei Dritteln gefüllt war, leitete Herr Heß.
ſeichsorganiſationsleiter der N. S. D. A. P., Gregor
verzichtete darauf, einzelne politiſche Pikanterien
hren 13 Jahren der Entwicklung in Heſſen
wiederzu=
ern erklärte, daß er die großen Geſichtspunkte heraus=
Im einzelnen habe es die N. S. D. A. P.. die vor
ſtehe und bald die Macht in Deutſchland ergreifen
rnehr nötig, ſich mit dem noch herrſchenden, aber jetzt
m Syſtem auseinanderzuſetzen.
meinte, Staaten ohne Macht böten logiſcherweiſe das
Deutſchlands Wirtſchaft heute darſtelle, während nach
der ſtärkſten Militärmacht der Welt, das Gold ſtröme.
nim gepumpte Deviſen ſeien heute unter dem Betrag
ir bei der Reichsbank zur Deckung der Währung ge=
Es habe wirklich keinen Zweck, dieſe und andere
weier deutſchen Volke zu verſchleiern.
mce Maßnahmen, welche die deutſche Regierung heute
treffen wolle, ſeien auf nationalſozialiſtiſche Gedanken
ue zurückzuführen. So ſei z. B. die Arbeitsdienſtpflicht
geiaumer Zeit in einem Antrag der Nationalſozialiſten
viden. Ueber den Antrag habe man aber nie
verhan=
werde die Arbeitsdienſtpflicht allerorten als Geiſtes=
Miniſters Treviranus gelobt. Aehnlich ſei es mit
omen der Bankaufſicht, der Kapitalflucht und der
Gold=
ſſtellt.
oialiſtiſche Wirtſchaft das kapitaliſtiſche Syſtem mag
ſee Berechtigung gehabt haben, aber ein Syſtem, das
itig geweſen ſei, werde in dem Augenblick falſch in
ſnels volksſchädlich erweiſe. Heute ſeien wenige
Ban=
ris und New York, auf die Macht des Goldes geſtützt,
der die Schickſale von Völkern hinwegzugehen.
harakteriſtiſch für das tiefe Mißtrauen gegenüber der
das das unerhörte Anwachſen der
nationalſozialiſti=
wung mit verurſacht habe, daß die Reichsregierungen
ber Jahren ſich immer mit der Ablehnung von
Miß=
wu begnügt habe, ſtatt wie es die Weimarer Verfaſſung
Men richtiges Vertrauensvotum zu verlangen. Natio=
Aaus ſei, um es auf eine Frage auszudrücken, das
or dem, was heute geſchehe.
en im nationalſozialiſtiſchen Sinne heiße, die
Be=
tVelkes wahrzunehmen und die Exiſtenz eines Volkes
ſchtungen zu den günſtigſten Bedingungen
ſicherzu=
ißregiere, wer ſich als Exponent der Gedanken ſeines
iite. Wer trotz aller Anfeindungen eine ſolche
Organi=
ſaiſtellt habe, wie die Nationalſozialiſtiſche Partei, der
er die Gedanken und Gefühle des Volkes verſtehe,
ye ein Recht, zu regieren. Die N. S. D. A. P. könne
ie mit legalen Mitteln an die Macht gelange.
tereſſe an allen möglichen Miniſterien habe die
Par=
ihl an ſolchen, die die Macht der Exekutive des
Staa=
ſe ſo im Reich das Wehr= und Innenminiſterium, in
un die einzelnen Innenminiſterien. Mit dem
Marxis=
hſich die N. S. D. A. P. nie in einer Regierung
zu=
heu, zwiſchen beiden ſtehe der Landesverrat von 1918.
ſemand mit der N. S. D. A. P. gehen wolle, dann
n Erlaubnis und Verzeihung zu bitten, und keine
utillen.
iam noch auf die Harzburger Tagung zu ſprechen und
ri Worte als das Programm des
Nationalſozialis=
ta Brot und Arbeit. Wenn der Nationalſozialismus
ht kommt darf er nicht verſagen, denn hinter ihm
oc der Bolſchewismus kommen. Und davor wollen
tukſches Volk bewahren. Wir kennen nur eine Parole,
Deutſchland. nur Deutſchland.
ſammlung, bei der ein ſehr ſtarkes Polizeiaufgebot
a, verlief ohne jegliche Störung.
Bolkspartei. Die Deutſche Volkspartei hält ihre letzte
mlung am morgigen Donnerstag, abends 8.15
albau ab. Es ſprechen Reichstagsabg. Parteiführer
1 und Landesvorſitzender und Spitzenkandidat Dr.
Mitglieder der DVP. haben freien Eintritt.
Nicht=
ah len 30 Pf. als Unkoſtenbeitrag. Ab 7 Uhr
konzer=
iemalige Militärmuſiker=Kapelle. Für Nichtmitglieder
Frslarten zu 30 Pf. auf der Geſchäftsſtelle, Zimmerſtr. 1,
Ha der Kaſſe erhältlich.
ernokratiſche Verſammlung. Heute abend 8.30 Uhr
tileldemokratiſche Partei im Saalbau ihre letzte
Wahl=
mb. Als Redner werden der Spitzenkandidat
Rek=
ir und Kurt Neumann=Berlin ſprechen.
*
Reikgen. 10. Nov. In der geſtern abend im Gaſthaus
In Schwanen” ſtattgefundenen Wahlverſammlung der
olkspartei ſprachen das Stadtratsmitglied Rechts=
MMattern, Generalſekretär Fecht aus Berlin und Re=
Me ſter a. D. Sbrzeny=Darmſtadt zu dem Thema:
hü Der Weg?
96=Zimmern, 10. Nov. Am Sonntag mittag fanden
r als drei Parteiverſammlungen ſtatt. Die Sozial=
Partei, Ortsgruppe Groß=Zimmern, hatte zu einer
WAählerverſammlung in den Harmonieſaal eingeladen.
ei Reichstagsabg. Dill aus Nürnberg über: „Der
hie Wahl in Heſſen . Die Verſammlung war gut be=
Stuuſſion war lebhaft. Die Verſammlung nahm einen
u- Vorgeſtern mittag hielt die Nationalſozialiſtiſche
anlbau „Zur Linde, die dritte Verſammlung ab. Als
ein früherer Gewerkſchaftler Bartholomäus=Gießen
ie Verſammlung verlief ohne Zwiſchenfall. —
Schließ=
a, die hieſige Zentrumspartei im Saale von Karl
ne geſchloſſene Wählerverſammlung ab. Die Partei
ebner gewonnen, Parteiſekretär Weſp=Darmſtadt und
A9Sabgeordneten Studienrat Hönecke=Allenſtein. (
Oſt=
un die Ausführungen der Referenten ſchloß ſich eine
Fſrrrache.
burg, 10. Nov. Eine größere Zentrums=
Wählerver=
urde hier am Sonntag nachmittag im Saale des
ums” abgehalten. Als Referenten waren Reichstags=
Dönnekes=Allenſtein und Prof. Dr. Stohr=Mainz
Dur=Beerbach, 10 Nov. Hier fand am Sonntag eine
Imnlung der NSDAP. ſtatt, in der Kreisleiter Heß
enia „Der Freiheit entgegen” ſprach.
Neu=Beerfurth i. O., 10 Nov. Am Sonntag fand auf
Marktplatz eine ſozialiſtiſche Verſammlung ſtatt. Zu
n:Reibereien iſt es nicht gekommen.
Beerfurth i. O., 10. Nov. Am Samstag abend fand
Dir tſchaft Zum Bahnhof” (Jakob Heilmann) hier eine
aſſtiſche Verſammlung ſtatt, die gut beſucht war.
„Rainsbach i. O., 10. Nov. Am Sonntag abend fand
Dertſchaft Reeg hier eine nationalſozialiſtiſche
Ver=
onr. Der Saal war ſehr gut beſetzt. Es ſprach ein
Taus Stuttgart. Die Verſammlung verlief ohne jede
Nmiels, 10. Nov. Im Wahlkampf um die Heſſiſchen
ei hatte die NSDAP. die Lindenfelſer
Wähler=
öffentlichen Verſammlung im Vereinslokal „Zur
Aaden. Der Präſident des Braunſchweigiſchen Land=
Drner, hielt einen Vortrag über die Tätigkeit der
mteien der letzten 13 Jahre. Die Verſammlung war
nät.
DeMichelbach, 10. Nov. Die Staatspartei veranſtal=
aerverſammlung, die ſehr gut beſucht war Fabrikant
ienberg=Weinheim, ſprach über Wirtſchaftsprobleme
Na und ſeine Reiſeeindrücke und Erlebniſſe in
Ruß=
rſammlung perlief ohne Störung.
inau. 10. Nov. Die Sozialdemokratiſche Partei Bik=
Nurgeſtern nachmittag hier im Saal „Zum deutſchen
Pahlverſammlung ab, bei der Abg. Ulrich=
Heil=
eS Thema „Was will Hitler” ſprach. — Am gleichen
entends im Saal „Zum Birkenauer Tal” die NSDAP.
NSamnlung ab bei der Dr. Lingens=Heidelberg das
öerrat des Marrismus” behandelte. Beide Ver=
Maren verhältnismäßig gut beſucht und verliefen
Heppenheim a. d. B., 10. Nov. Hier fand am Montag eine
gut beſuchte Wahlverſammlung der Deutſchen Volkspartei ſtatt, in
der zunächſt Generalſekretär Welkow uber die Arbeit der
Deut=
ſchen Volkspartei im Heſſiſchen Landtag ſprach und an Hand
ein=
wandfreien Materials die gerade Linie und den unabläſſigen
Kampf der DVP. gegen die heſſiſche Regierung aufzeigte. Nach
ihm ſprach an Stelle des erkrankten Reichstagsabgeordneten
Hintz=
mann der Preſſechef der Reichstagsfraktion über Reichspolitik.
Beſtimmend für die Wahlentſcheidung weiter Volksſchichten ſei
die antikapitaliſtiſche Einſtellung. Sie iſt zurückzuführen auf eine
verfehlte Aufwertungspolitik, mit der man Millionen von
Men=
ſchen enteignet hat. Allerdings ſei aber auch falſch, die
gegenwär=
tige Wirtſchaftskriſe auf ein Verſagen der Privatwirtſchaft
zurück=
zuführen. Ohne Zweifel hat die Weltwirtſchaftskriſe ſtarke
Wir=
kungen gezeitigt. Aber die beſondere Verſchärfung, die wir in
Deutſchland erleben, iſt darauf zurückzuführen, daß wir heute keine
reine Privatwirtſchaft mehr haben, ſondern, daß insbeſondere in
den Gemeinden die Wirtſchaft der öffentlichen Hand in
erſchrecken=
dem Maße zugenommen hat. Da iſt es nicht unintereſſant zu
er=
wähnen, daß beiſpielsweiſe bei der Reichsindexziffer die Preiſe,
die von der freien Wirtſchaft beſtimmt werden, um 18—22
Pro=
zent geſunken ſind, während die Preisgruppen, die der öffentlichen
Wirtſchaft zuzurechnen ſind, alſo Wohnung. Verkehr und
Beleuch=
tung, teilweiſe um 10 und mehr Prozent zugenommen haben und
infolgedeſſen auf die geſamte Lebenshaltung verteuernd wirken.
Aus all dieſen Gründen muß die Wirtſchaftsparole lauten: zurück
zu einer geſunden Privatwirtſchaft. Notwendig iſt aber jetzt, daß
auch die Nationalſozialiſtiſche Arbeiterpartei mit zur
Verantwor=
tung herangezogen wird. Solange die Partei ſich nur in der
Oppoſition befindet, kann ſie allen Gruppen und allen
Volksſchich=
ten nur Verſprechungen machen, ohne daß ſie daran denken muß,
den ausgeſtellten Wechſel auch einzulöſen. Die Reichstagsfraktion
der Deutſchen Volkspartei hat zunächſt den Verſuch gemacht, die
Regierung Brüning zu ſtützen. In dem Augenblick aber, in dem
Bruning ſozialiſtiſchen Tendenzen nachgab, war ſie gezwungen, in
die Oppoſition zu treten. Der Auszug aus dem Parlament, wie
ihn die Deutſchnationalen und die Nationalſozialiſten wieder
voll=
zogen haben, iſt falſch und ſicher auch nicht vom Wähler gewollt,
der damit ja praktiſch auf den Einfluß verzichtet, den er mit
ſei=
nem Stimmzettel ausüben wollte. Auch als Oppoſitionspartei
wird die Deutſche Volkspartei ſachliche Forderungen zur
Be=
hebung der Kriſe ſtellen. Dazu gehört in erſter Linie Abbau der
Hauszinsſteuer mit der Verpflichtung, die erſparten Geldmittel
zur Renovierung und Wiederinſtandſetzung des
Altwohnungsbe=
ſitzes zu verwenden. Auf dieſe Weiſe könnte mindeſtens eine
Mil=
lion Arbeiter vom Arbeitsmarkt heruntergenommen und wieder
in Brot und Arbeit geſetzt werden. Das Ziel der volksparteilichen
Politik beſteht darin, eine nationale Regierung im Reich zu
bil=
den, die um ſo notwendiger iſt, wen man die außenpoltiſchen
Auf=
gaben kennt, die uns in der nächſten Zeit bevorſtehen. Endgültige
Löſung der Reparationsfrage, Klärung des Verhältniſſes zwiſchen
Deutſchland und Frankreich und der Kampf um die
Abrüſtungs=
frage ſind die drei Hauptgeſichspunkte, die hierbei hervorgehoben
werden müſſen. Beide Redner fanden den ſtürmiſchen Beifall der
Verſammlung. Es entſpann ſich eine längere Diskuſſion, an der
ſich ein deutſchnationaler und ein nationalſozialiſtiſcher Redner
beteiligten. Es war verwunderlich daß ſie hier ihre Kräfte
aus=
gaben, wo doch am gleichen Abend eine ſozialdemokratiche
Ver=
ſammlung ſtattfand.
Cp. Crumſtadt, 10. Nov. Die von der NSDAP. einberufene
Wahlverſammlung, in der Reichstagsabg. Stürtz=Hattingen über
die Heſſenwahl ſprach, nahm einen ruhigen Verlauf.
der Nationalſozialiſtiſchen Deutſchen Arbeiterpartei ſtatt. Als
Redner war der Reichstagsabg. Pfarrer a. D, Münchmeyer ge=
wonnen worden. Die Verſammlung verlief ohne jegliche Stö=
g. Gernsheim, 10. Nov. Am Sonntag abend fand im
Saal=
bau „Darmſtädter Hof” eine ſehr gut beſuchte Wahlverſammlung
rungen.
2. Dietzenbach, 10. Nov. Im Auftrage der Deutſchen
Volks=
partei ſprach hier Schmiedemeiſter Wilhelm Notnagel aus
Gries=
heim über die Landtagswahl. Polizeiverwaltungsſekretär Ahl,
Bewerber auf dem Wahlvorſchlag der Partei, behandelte die
Reichspolitik. Eine kurze Ausſprache über beide Reden ſchloß
ſich an.
P. Rüſſelsheim, 10. Nov. Die am Montag abend in dem
gro=
ßen Saale des Hotels „Adler” abgehaltene nationalſozialiſtiſche
Wahlkundgebung mit dem heſſiſchen Reichstagsabgeordneten
Pfar=
rer a. D. Münchmeyer als Hauptredner war ſehr gut beſucht.
Sie verlief ruhig und ohne Störung.
Gießen. 10. Nov. Hitler in Gießen. Am Montag abend
ſprach in der überfüllten Volkshalle vor etwa 7000 Zuhörern der
Führer der Nationalſozialiſten, Adolf Hitler. Er entwickelte in
etwa 2½ſtündiger Rede die Grundgedanken des
Nationalſozialis=
mus Er betonte, daß das Schickſal des Volkes vom Lebensraum
abhängig ſei, eine Grundwahrheit, in der der Nationalſozialismus
ſich vom Marxismus unterſcheide. Die Rettung des Volkes
er=
folge nicht durch die Rettung eines einzelnen Standes, ſondern
durch das Kraftbewußtſein des Volkes ſelbſt. Wenn ſich das Volk
die Gedanken des Kraftbewußtſeins nicht aneigne, ſo müßten ſie
ihm aufgezwungen werden. Daß die Nationalſozialiſten die
Na=
tion führen könnten, hätten ſie bewieſen, indem ſie die Bewegung
aufbauten, die einmal Deutſchland ſein werde.
nk. Büttelborn. 10. Nov. Der am Sonntag abend in
Turnhalle ſtattgehabte Elternabend des Turnvereins 1888 (D. T.)
nahm einen ſchönen Verlauf. Alle Darbietungen der Schüler und
Schülerinnen, Turner und Turnerinnen wurden muſtergültig
ausgeführt, ſo daß alle Anweſenden einige genußreiche Stunden
echt turneriſcher Art verleben durften. Der Vorſitzende,
Bank=
beamter Philipp Jockel 4., appellierte ganz beſonders an alle noch
Fernſtehenden, in die Reihen der Deutſchen Turnerſchaft
einzu=
treten wo unter guter Leitung für die geiſtige und körperliche
Ertüchtigung unſerer Jugend jahraus, jahrein Sorge getragen
wird. Anſchließend fand dann die Preisverteilung vom
Vereins=
abturnen vom 26. Oktober d. J. ſtatt wo auch nur gute
Reſul=
tate zu verzeichnen waren. Gut Heil!
Offenbach, 10. Nov Flugzeugabſturz bei
Offen=
bach. Der Student Hans Sander aus Aachen, der ſich auf
ſeinem Prüfungsflug von Aachen nach Frankfurt a. M. befand
ſtürzte geſtern vormittag mit ſeinem Eindecker=Flugzeug auf
Klein=Auheimer Gebiet ab, nachdem er in dem herrſchenden
Ne=
bel völlig die Orientierung verloren hatte. Herbeieilende
Ar=
beiter konnten nur mit großer Mühe den Flugzeugführer aus
ſeiner gefährlichen Lage befreien. Beim Sturz hatte er ſich
Ver=
letzungen am linken Unterſchenkel und am Kopf zugezogen die
glücklicherweiſe nicht ſchwerer Natur ſind. Der Verunglückte
wurde nach dem Offenbacher Krankenhaus gebracht.
m. Aus dem Lande. 7. Nov. Landwirtſchaftliches
Die Landwirtſchaftskammer war wieder in der Lage, eine Anzahl
landwirtſchaftlicher Dienſtboten für langjährige treue Dienſte mit
Auszeichnungen bedenken zu können. Es erhielten: die
Ehren=
urkunde für zehnjährige ununterbrochene Tätigkeit vier männliche
und vier weibliche; die Bronze=Medaille für 25jährige
ununter=
brochene Dienſtzeit drei männliche die ſilberne Medaille für 40 ununterbrochene Dienſtzeit ein männlicher; die goldene
Medaille für 50jährige ununterbrochene Dienſtzeit zwei
männ=
liche. Die mit Medaillen Ausgezeichneten erhielten immer auch
eine Ehrenurkunde.
I. Bln. 10776
Es ist gesunder
ohne Mundstück zu rauchen
Es ist eine wissenschaftlich feststehende Tatsache,
daß Feuchtigkeit den Tabakrauch filtriert und ihm
Reizstoffe entzieht.
Machen Sie folgenden einfachen Versuch:
Feuch-
ten Sie das Mundende einer Atikah ganz leicht
zwischen den Lippen an, und rauchen Sie sie bis
etwas über die Hälfte. Dann schneiden Sie das
Mund-
ende durch und prüfen Sie es unter einer scharfen
Lupe. Sie werden sehen, daß die Feuchtigkeit
durch-
gedrungen ist, obgleich das Papier sich weder
auf-
gelöst hat noch schlüpfrig geworden ist — wie
da=
bei einem Mundstück oft der Fall ist.
Am Feuchtigkeitsrande schimmert der Tabak
merklich dunkler durch als in der übrigen Cigaretre.
Das ist die Stelle, an der sich die Sroffe im Rauch
festgesetzt haben, die den Hals reizen und durch
ihren scharfen, bitteren Geschmack das feine Aroma
des Tabaks beeinträchtigen Deshalb ist eine
Ciga-
rette ohne Mundsrück nicht nur gesünder und
be-
kömmlicher als eine Cigarette mit Mundstück,
son-
dern sie schmeckt auch besser. Ganz abgesehen
davon, gibt das Mundstück schon an und für sich
einen unangenehmen Beigeschmack.
Diese Darztellung zeigt
deutlicb die fltrierende
Wirkung der Feucbngbeit
im Mundende einer
Atikab obne Mundstück.
Der Tabak ist dunkler
geworden als bei der
Mundstück-Cigarette, hei
der das Mundstück das
Eindringen der
Feuch-
tigbeit verbinder:.
AUSLESE-CIGARETTEN
Selbstverständlich
OHNE MUNDSTÜCK
Seite 8 — Nr. 313
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Krieg gegen Räuber auf der Inſel Korſika.
Der Favag=Prozeß.
Frankfurt a. M. In der Verhandlung
am Dienstag wurde zunächſt die Sekretärin des
Angeklagten Mädje vernommen, die verſchiedene
Ausſagen über den Geſchäftsverkehr zwiſchen
Mädje einerſeits und den Frankfurter Favag=
Direktoren machte. Daraus ging hervor, daß
Dumcke und Becker verſchiedentlich Barbeträge in
Berlin abgehoben haben. Weitere
bemerkens=
werte Angaben konnte die Zeugin nicht machen.
Im Anſchluß an dieſe Vernehmung kam es zu
erregten Auseinanderſetzungen zwiſchen einem
Erſatzrichter und Mädje, wobei die Anklage gegen
Mädje und Sauerbrey wegen Begünſtigung
er=
weitert wurde. Es wurde weiterhin beſchloſſen,
Generaldirektor Schmitt von der Allianz als
Zeugen zu vernehmen. Weiter gab die
Vertei=
digung von Mädje bekannt, daß ſie auf die
Be=
weisführung ihrer Behauptung, in neuerer Zeit
hätte eine führende Perſönlichkeit im
Verſiche=
rungsweſen eine Vergütung von 1 Million
Dol=
lar erhalten, verzichte. Es kamen dann
verſchie=
dene Briefe zur Verleſung, die Generaldirektor
Becker an Mädje geſchrieben hat, die eine
Recht=
fertigung der Angeklagten darſtellen und zeigen
ſollen, daß ſie nicht als Ausbeuter der Favag zu
betrachten wären.
Im weiteren Verlauf der Verhandlung zeigte
ſich, daß bei der Keramik, deren Aufgabengebiet
der Vertrieb von Tonwaren und
Baumateria=
lien war, enge finanzielle Bindungen mit der
Favag vorhanden waren. Dieſe Feſtſtellung
er=
regte um ſo größeres Erſtaunen, als dieſer
Ge=
ſellſchaft Dumcke, Becker, Kirſchbaum und
Lind=
ner angehörten. Schumacher ſchenkte dem
jugend=
lichen Geſchäftsführer Dumcke jun. kein
Ver=
trauen und wurde aus dieſem Grunde gleichſam
zur Strafe nicht in die Geſellſchaft
aufgenom=
men, worüber er heute ſeine Befriedigung
äußert. Die Ausſagen des Angeklagten Lindner
decken ſich im weſentlichen mit denen von
Schu=
macher. Seine Vergütung aus dem
Amerikagut=
haben floß direkt in die Kaſſe der Keramik. Er
ſei dabei von Dumcke gewiſſermaßen etwas
ver=
gewaltigt worden. Nach verſchiedenen
Mißer=
folgen gab es bei dieſer Geſellſchaft, deren Sitz
in Wien war, auch einige Gewinne, die in
Lind=
ner die Hoffnung erweckten, in ſeiner
Betei=
ligung an der Keramik eine geſunde
Altersver=
ſorgung gefunden zu haben. In dieſer Anſicht,
ſo behauptet er, ſei er auch von Direktor Becker
ſtets beſtärkt worden, und das ſei mit der Grund
geweſen, daß er ſich ſpäter, als große
Verluſt=
geſchäfte der Keramik bekannt wurden, zu einer
Zahlung von 59 300 RM. à fonds perdu
ein=
verſtanden erklärte. Die Anklage nimmt jedoch
an, dieſe Opfer der an der Keramik beteiligten
Favag=Direktoren ſeien nur aus dem Grunde
er=
folgt, um ein Bekanntwerden der ſtarken
finan=
ziellen Beteiligung der Favag ſelbſt an der
Kera=
mik zu verhindern, denn, wie ſich herausſtellte,
die Favag hatte zeitweiſe dieſem Unternehmen
über 1 Mill. RM. Bürgſchaftskredite
einge=
räumt. Lindner will davon nichts gewußt
ha=
ben. Auch er gibt ſtets ausweichende Antworten
und verwickelt ſich dabei verſchiedentlich in
Widerſprüche.
Vor Eintritt in die Mittagspauſe wurde
noch kurz der Fall Deutſche und Rheiniſche Atlas=
Verſicherung beſprochen.
Ein 17jähriges Mädchen vermißt.
Frankfurt a. M. Seit dem 19. Oktober
1931 wird die 17jährige Kontoriſtin Eliſabeth
Weber, Gabelsbergerſtraße 27 wohnhaft,
ver=
mißt. Sie hatte vor kurzer Zeit ihre Stellung
verloren und hat einen Nervenzuſammenbruch
erlitten. Am 19. Oktober, nachmittags zwiſchen
5 und 6 Uhr, ging ſie zum Arzt und wird ſeit
dieſer Zeit vermißt. Es iſt anzunehmen, daß
ſie ſich infolge ihrer nervöſen Ueberreizung ein
Leid angetan hat. Perſonen, die das Mädchen
geſehen haben, werden gebeten, der
Vermißten=
ſtelle im Polizeipräſidium Nachricht zu geben.
Beim Sprengen verſchüttet.
Andernach. In Plaidt wurde ein
Schieß=
meiſter, als er in einer Bimsgrube Sprengungen
vornahm, von einem Teil der fallenden
Bims=
wand verſchüttet. Erſt nach geraumer Zeit
konnte er aus den Erd= und Sandmaſſen
her=
ausgeſchaufelt werden. Der Verunglückte wurde
mit ſchweren Verletzungen dem Krankenhaus
zu=
geführt.
Ein franzöſiſches Luftſchiff
im Skurm zerſtört.
Ein lenkbares Marineluftſchiff der frarzöſiſchen
Flottenſtation Rochefort
iſt bei heftigem Sturm völlig vernichtet worden.
Bei der Landung konnten die Mannſchaften das
Luftſchiff nicht halten, ſo daß es in den Bäumen
eines nahen Waldes zerriſſen wurde. Zwei
Mann der Beſatzung wurden verletzt,
Ajaccio.
Paris. Der Kleinkrieg gegen die
korſi=
ſchen Banditen, der, wie man jetzt erfährt,
vom „Miniſterpräſidenten Laval in ſeiner
Eigenſchaft als Innenminiſter angeordnet
wor=
den iſt und der vor einigen Tagen mit der
Erſchießung von zwei beſonders gefürchteten
„Königen der Macchia” begann, iſt ſeit geſtern
in ſein entſcheidendes Stadium getreten. In
Ajaccio iſt ein Dampfer aus Marſeille
einge=
laufen, der 600 Gendarmen unter dem Befehl
eines mit der Leitung der „Operationen”
be=
trauten Genrals an Bord hatte. Die
Gendar=
men führen ſechs mit Maſchinengewehren
be=
waffnete Panzerautomobile, einen Tank und
zahlreiche Polizeihunde mit ſich. An der Küſte
kreuzen ſeit geſtern drei Kanonenboote, um
den Banditen den Rückzug auf dem Seeweg
unmöglich zu machen. Ueber den ſüdlichen
Teil von Korſika iſt eine Art
Belagerungs=
zuſtand verhängt worden. Die Telephon= und
Telegraphenverbindungen ſind unterbrochen.
Alle ins Innere der Inſel führende Straßen
ſtehen unter Bewachung. Die Gendarmen ſind
ſofort nach ihrer Ausſchiffung in Ajaccio mrt
Hilfe von Militärlaſtwagen und requirierten
Autobuſſen nach den vier Hauptquartieren der
Banditen, nämlich nach den Kreiſen Zivaco,
Sari, Vica und Guiatara in Marſch geſetzt
worden, wo ſich die gefährlichſten Banditen
verborgen halten.
Das Dorf Palneca, das Hauptquartier des
unlängſt im Kampfe mit Gendarmen ums
Leben gekommenen Banditen Bartoli wurde
während der Nacht umzingelt und beſetzt;
ebenſo mehrere andere Ortſchaften. Etwa 55
Einwohner, meiſt Familienangehörige oder
Hehler der Banditen, wurden feſtgenommen,
darunter der Bürgermeiſter des Dorfes,
Ciz=
zano, ferner ein Mitglied des Generalrats von
Zivaco, der mit dem Banditen Bartoli
ver=
wandt iſt und nur mit deſſen Hilfe in den
Generalrat gewählt wurde, ſowie ſchließlich
die Schweſter des kürzlich erſchoſſenen Banditen
Caviglioli, die zugleich die Geliebte des
Ban=
diten Spada iſt. Auf dieſe Weiſe ſollen die
Banditen von ihren Helfershelfern
abgeſchnit=
ten werden. In Ajaccio wurde der Pächter
der korſiſchen Poſtautobus=Linie verhaftet, der
ein Vertrauensmann des Banditen Spada iſt.
In den beſetzten Ortſchaften und auch in
Ajaccio ſind Hausſuchungen vorgenommen
worden, bei denen hunderte von Gewehren
und Revolvern ſowie beträchtliche
Munitions=
mengen zutage gefördert wurden.
Jehk hak der Skikiſchler viel zu kun.
Der Skitiſchler bei der Arbeit.
Unten: Zuſchneiden des Holzes. — Oben: Prüfung des fertigen Skibrettes.
Jetzt in den letzten Wochen, bevor allenthalben in Deutſchland der Winterſport einſetzt, haben die
Spezialtiſchler, die ſich mit der Anfertigung von Schneeſchuhen beſchäftigen, viel zu tun.
Aller=
dings erfordert die Verarbeitung der harten Hölzer auch eine ganz beſondere Sorgfalt, damit die
Skier dem Sportler ausreichend Sicherheit und Schnelligkeit gewähren.
Die Hauenſteiner
Exploſions=
kakaſtrophe.
Hauenſtein. Die Exploſionskataſtrophe
von Hauenſtein hat ein ſechſtes Todesopfer
ge=
fordert. Auf dem Transport ins Krankenhaus iſt
ein Landwirt, der bei der Exploſion einen
Ner=
venſchock erlitten hatte, geſtorben. — Ueber den
Hergang des Unglücks wird mitgeteilt: Etwa
fünf Minuten vor 17 Uhr ſollte in dem unweit
des Ortes Hauenſtein gelegenen Steinbruch noch
eine Sprengung vorgenommen werden. Da die
Entzündung der Sprengſtoffladung ſich
ver=
zögerte, gingen zwei Arbeiter zur Sprengſtelle,
um die Urſache der Verzögerung feſtzuſtellen. Im
gleichen Augenblick erfolgte die Exploſion und
warf einige hundert Kubikmeter Erde und
Ge=
röll auf. Die beiden Arbeiter flogen in die Luft
und wurden in Stücke geriſſen. Eine
Paſſanten=
gruppe, die auf einem Fahrweg unterhalb des
Steinbruches ſtand, wurde von Sand und Steinen
überſchüttet. Dabei kamen drei Perſonen ums
Leben und mehrere wurden mehr oder minder
ſchwer verletzt. Eine Gerichtskommiſſion nahm
Dienstag vormittag an der Unglücksſtelle eine
Unterſuchung vor. Der Ort bietet ein Bild
wüſten Durcheinanders; Bäume liegen
entwur=
zelt oder umgeknickt umher, Felsblöcke ſind
ab=
gebrochen und eine große Sandlawine hat ſich
über den Fahrweg ergoſſen. Unter einem ſchweren
Felsblock liegt eine Leiche, die bisher nicht
ge=
borgen werden konnte.
67 Schafe vom Zuge getätet.
Regensburg. Zwiſchen den Bahnhöf
Landshut und Ergolding geriet nachts eine un
bewachte Schafherde auf den Bahnkörper. V
einem Perſonenzug, der in die Tiere hineinfuh
wurden 67 Schafe getötet. Da auch ſpäter no
immer Tiere auf dem Bahnkörper umherirrten
mußten die Züge verſchiedentlich anhalten.
Mittwoch, 11. November:
Eine Dampfmaſchine von 174
noch heuke in Bekrieb.
Das Maſchinenhaus der Sali=e
in Bad Königsborn bei Unn=
beſitzt eine Dampfmaſchine, die vor 12.
im Jahre 1799, aufgeſtellt wurde und
in Betrieb iſt.
Einen Gerichtsvollzieher erſchoff”
Offenburg (Baden). Der Gir
zieher Füger aus Offenburg (Bade
geſtern vormittag von dem Landwi—
im Weiler Neuhauſen bei Zell a. H.,
gekommen war, um ein gepfändetes=
Verſteigerung abzuholen, erſchoſſen. Bie
ſchanzte ſich nach der Bluttat in ſeinem
Der Landwirt in Neuhauſen bei Zel.
ſich nach dreiſtündiger Belagerung
darmerie und Polizei ergeben. Urg
Mann Schutzpolizei aus Offenburg um
merie aus Offenburg und Zell a. H.
10.30 bis 13.30 Uhr das Haus des Zu
ſtellt. Auch das Freiburger Ueberfankſt
war alarmiert worden, brauchte je m
mehr in Aktion zu treten. Da die ESrſ
keit des Bühler allgemein bekannt —e
man vorſichtig das Haus ein. Danm
Hauptmann Roß aus Offenburg nact
ſeite des Anweſens und warf eine Hn
in den Hof, ſprang hierauf mit eim
Handgranate vor und forderte Bueh.I=
Haus auf der Vorderſeite zu verlaſel
Aufforderung leiſtete Buehler mit hent
Händen gleich darauf Folge. Schutzpmil
umringten ihn, und widerſtandslos
abführen. Er wurde ins Offenburg.
gefängnis gebracht.
Ein franzöſiſcher Kutter geſur.
Vier Mann ertrunko
Paris. Auf der Höhe von B.u
Mer iſt der franzöſiſche Kutter „
Fit=
inem Dampfer aus Le Havre gerarn)
und geſunken. Von der ſechs Mann./
ſatzung des Kutters ſind vier Man=;
wähend die beiden anderen gerettet.:
Der ſpaniſche Theoſoph de Luna a
Madrid. Der über Spanien
kannt gewordene Theoſoph Mario 2
ſich als Aſtronom einen Namen gemu
im Alter von 59 Jahren geſtorben.
Wieder ſchwerer Sturm im K)
London. Der engliſche Kana ?
Montag abend wiederum von einzn
Sturm heimgeſucht. Die Seen gingein
die Hafenanlagen von Dover und K—1
weg. Auf den Scilly=Inſeln wurde iß
geſchwindigkeit von rund 100 Stunden
aufgezeichnet. Der Sturm fegte bug.)
Anzahl von Dächern hinweg. Die —
Hunderte von Metern weit.
Fünf Arbeiter vom Starkſtrom”
Segovia. Beim Legen von He5)”
kabeln wurden fünf Arbeiter durce
ſchen Strom infolge Kurzſchluſſes A
Akkenkaksverſuch
auf den früheren Kaiſer N
Pu Yi.
r letzte Kaiſer von China, wär ſe
inahe das Opfer eines BombenT),
rden. Ein unbekannter Chineſ!
ei Fruchtkörbe, in die er zwei
at hatte. Die Exploſionskörper
Polizei vernichtet werden. K
te ſeit ſeiner Abdankung 191.1 Eſin.
11. November 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 313 — Seite 9
Calnene-=Biogep.
negter Zwiſchenfall. — Die Sihung mußke unkerbrochen werden.
urg. Zu Beginn der
Dienstag=
nu im Calmette=Prozeß gibt der
Des Gerichtes eine Erklärung ab,
fe nſichtlich gegen die Aeußerungen
anwalt Dr. Wittern in der
Sams=
bo ung richtet. Der Vorſitzende wies
Haß es unangebracht erſcheine, wenn
von einem Gerichtsbeteiligten
dar=
rreil ausgeſprochen werde, wer als
ſan dem Lübecker Unglück
anzu=
her kurzen Vernehmung wird dann
autfnahme bezüglich der gefütterten
wimen Säuglinge beendet. Darauf
Beweiserhebung hinſichtlich der
und erkrankten Kinder.
zwird Dr. Mögling als
Sachver=
füiter die Krankheitsbefunde dieſer
qternommen. Es habe ſich gezeigt,
ſiten Säuglinge, die einen etwas
Stoff erhalten hatten, bis zu 80
gorben ſeien. Auf Anfrage von
ule Dr. Wittern machte Dr. Mög=
Aeinten möglicherweiſe zu erwarten=
Alig bei den erkrankten Kindern
fol=
urienswerte Ausſage: Bei denjenigen
ie eine ſchwere Erkrankung
durch=
ben, muß man mit der
Möglich=
daß die Krankheit vielleicht doch
einmal zum Durchbruch kommen
gin darf man bei den Kindern, die
yjektion nur leicht erkrankten,
an=
ſß mit einem Rückſchlag nach
Em Ermeſſen nicht zu rechnen iſt.
niieren Verlauf der Verhandlung
chlsanwalt Dr. Darboven, es wäre
Miwenn der Sachverſtändige in jedem
im nur eine leichte Infektion
ſtatt=
a, dies bekundet, da eine ſolche
hu einer Wohltat für die Kinder
ge=
könne. Dieſe Aeußerung ruft bei
Kihuft lebhafte Erregung hervor und
Nait Worte „Schöne Wohltat”, „
Un=
ſoſort erhebt ſich der Vertreter der
Rechtsanwalt Dr. Wittern und
Bort, das ihm aber vom Vor=
104 erteilt wird. Darauf ſpricht
Golt Wittern erregt in den Saal,
Vorſitzende mit den Worten
ver=
len habe im Gerichtsſaal Polizei=
befugniſſe und kein anderer. Als dann der
Vorſitzende noch darauf hinweiſt, daß es nicht
üblich ſei, im Gerichtsſaale Zurufe zu machen,
erhebt ſich ein ungeheurer Lärm bei der
Elternſchaft. Der Vorſitzende kann die Eltern
nicht beruhigen und muß die Sitzung
unter=
brechen.
Nach der Wiederaufnahme der Verhandlung
gab der Vorſitzende eine Erklärung ab, in der
er ſagte, daß der bedauerliche Zwiſchenfall
durch Dr. Darboven hervorgerufen worden ſei,
weil ſich dieſer in unmöglicher Weiſe im Wort
vergriffen habe. Dadurch ſei eine begreifliche
Erregung der Elternſchaft entſtanden, für die
das Gericht volles Verſtändnis habe. Der
Vorſitzende richtete dann die Bitte an alle
Prozeßbeteiligten, ſich jeden Ausdrucks zu
ent=
halten, durch den Zwiſchenfälle hervorgerufen
werden könnten.
Nachdem Oberſtaatsanwalt Dr. Lienau auf
eine beſondere Erklärung der
Staatsanwalt=
ſchaft verzichtet hatte, nahm Rechtsanwalt Dr.
Darboven noch einmal das Wort und betonte,
daß ihm eine Herausforderung der
Eltern=
ſchaft vollkommen ferngelegn habe. Danach
erſtattete der Sachverſtändige Dr. Mögling im
einzelnen ſeine Gutachten.
Nach der Mittagspauſe äußerte ſich
Rechts=
anwalt Dr. Frey zu den von ihm geſtellten
Be=
weisanträgen und teilte dabei mit, daß er auf
die Vernehmung von Profeſſor Calmette
ver=
zichte, da nach ſeiner Ueberzeugung das Mittel
Calmettes und damit die Perſönlichkeit
Cal=
mettes für dieſen Prozeß keine Rolle ſpielen.
Für ihn, Frey, handle es ſich nur um die Schuld
der Angeklagten. Rechtsanwalt Dr. Wittern
ſchloß ſich den Worten des Vertreters der
Neben=
kläger an. Darauf nahm erneut der
Sachver=
ſtändige Dr. Mögling das Wort. Im Verlauf
der Erörterungen tauchte die Frage auf, ob das
Gericht eine poſitive Reaktion auf Tuberkulin
ſchon als eine Krankheit und damit im Sinne
des Strafgeſetzbuches als eine Körperverletzung
anſehen könne. Die Sachverſtändigen gaben der
Anſicht Ausdruck, daß ein poſitives Reagieren
auf Tuberkulin noch keine Krankheit, alſo auch
keine Körperverletzung ſei. Das Gericht ſchloß
ſich dieſem Standpunkt an. Nach Abſchluß der
Vernehmung von Dr. Mögling wurde die
Ver=
handlung auf Mittwoch vertagt.
München ehrk die
Die Ehrenkompagnie der bayeriſchen Reichswehr am Gefallenen=Denkmal
vor dem Armeemuſeum in München.
Zu Ehren der Gefallenen des Weltkrieges fand in Bayern am 8. November ein Gedenktag ſtatt, der
in der Feier am Heldendenkmal vor dem Münchener Armeemuſeum ſeinen Höhepunkt fand.
Der Sklarek=Prozeß.
Wieder ein Nervenzuſammenbruch des Bürgermeiſters Kohl.
eunen brennen lichkerloh.
hudſtiftung in der Oberpfalz.
ſtänchen. Sonntag nacht brach in
ft der nach Cham im Bayeriſchen
nden Straße des Städtchens
Wald=
hFreuer aus, das ſich ſehr ſchnell aus=
Me Scheunen mit allen Vorräten und
tlichen Maſchinen vernichtete. Die
ſiür konnten das rieſige Feuer nur mit
ſin einer weiteren Ausbreitung
ver=
ale Gebäude aus Holz beſtanden.
dieſe Scheunen auch nicht in
Ver=
ußgenommen worden. Der
außer=
ose Schaden betrifft ausſchließlich
mlleute, für die ſofort eine
Hilfs=
üle tet werden mußte. Die Urſache
ſtung, die Täter konnten noch nicht
nden.
ſehrnglück in der Tſchechoſlowakei.
Auf der Eiſenbahnſtrecke zwiſchen
APrerau entgleiſte vorgeſtern abend
Hla. Die Lokomotive und der Ten=
Kum. Die übrigen Wagen riſſen ſich
liſende und drei Perſonen des
Zug=
urden verletzt. Durch die raſche
die Weichen war der Zug auf ein
it geraten.
Schwere Vorwürfe gegen die Leitung
der ſchwediſchen Flugwaffe.
Stockholm. Die von der Regierung
ſei=
nerzeit ernannte Kommiſſion zur Unterſuchung
des Flugzeugunglücks, bei dem der Retter
No=
biles, Hauptmann Lundborg, ums Leben kam,
er=
ſtattete geſtern dem Verteidigungsminiſter
Be=
richt. Der Ausſchuß kommt zu dem Ergebnis, daß
das Unglück nicht auf einen Materialfehler
zu=
rückzuführen iſt, ſondern auf eine Kette von
un=
glücklichen Umſtänden. — Im Zuſammenhang
hiermit erwähnt der Bericht eine gewiſſe
Nei=
gung innerhalb der Leitung der Flugwaffe, bei
allen Unglücksfällen etwaige Dienſtfehler zu
ver=
ſchleiern. Die Materialbeſchaffung wird als
planlos bezeichnet. Dem Stabschef, Kommandeur
Lübeck, wird vorgehalten, daß er von der
eng=
liſchen Firma Briſtol Airoplane Company ein
Darlehen von 200 Pfund Sterling erhalten hat,
das nicht zurückerſtattet wurde, daß aber die
Geſellſchaft eine Beſtellung von Motoren im
Werte von 800 000 Kronen erhielt. Die
Kom=
miſſion ſtellt weiter feſt, daß die Leitung der
Flugwaffe den Anforderungen nicht entſpreche,
die man an ſie ſtellen müſſe, insbeſondere
be=
ſitze der Leiter der Flugwaffe, General
Amund=
ſon, nicht die nötige Qualifikation für ſein Amt.
Berlin. Zu Beginn der geſtrigen
Ver=
handlung im Sklarekprozeß überreicht der
Ver=
teidiger des Bürgermeiſters Kohl dem Gericht
eine ärztliche Beſcheinigung des Prof.
Kron=
feld, in der erklärt wird, daß Kohl nicht
ver=
handlungsfähig ſei. Auch wird in der
Beſchei=
nigung auf einen früheren Selbſtmordverſuch
Kohls hingewieſen. Als der Verteidiger dieſe
Stelle vorlieſt, ſpringt Bürgermeiſter Kohl von
ſeinem Platz auf, packt den Anwalt am Arm,
um ihn am Weiterſprechen zu verhindern,
ſchreit dann auf und ſinkt zuſammen. Prof.
Störmer, der Kohl dieſe Tage in ärztlicher
Ob=
hut gehabt hat, bemerkt hierzu, daß es
durch=
aus möglich ſei, daß ſich nun der Zuſtand
ver=
ſchlimmert habe. Sodann erhebt der
Ober=
ſtaatsanwalt ſchwere Vorwürfe gegen den
Ver=
teidiger Kohls, Rechtsanwalt Braubach. Es
kommt nun zu einem aufregenden Auftritt, als
die Verteidiger aufſpringen und einer den
an=
deren überſchreien will, bis ſich wieder alles
beruhigt. Das Gericht tritt dann in eine
Pauſe ein, in der Prof. Störmer den
Bür=
germeiſter Kohl auf deſſen
Verhandlungsfähig=
keit unterſuchen will.
Nach kurzer Unterſuchung erklärte Prof.
Störmer, daß Bürgermeiſter Kohl
verhand=
lungsfähig ſei. Das Gericht zog ſich dann zur
Beratung zurück, um über die weitere
pro=
zeſſuale Fortführung der Verhandlung
Stel=
lung zu nehmen.
Nach den Beratungen des Gerichts erklärte
der Vorſitzende, daß die Verhandlung
fortge=
führt werde, da Bürgermeiſter Kohl
verhand=
lungsfähig ſei. Profeſſor Dr. Kronfeld, der
Bür=
germeiſter Kohl als verhandlungsunfähig
an=
ſieht, ſoll am kommenden Donnerstag gehört
und Profeſſor Dr. Störmer, der die
gegen=
teilige Anſicht vertritt, gegenübergeſtellt
wer=
den. Der Vorſitzende verlieſt ſodann ein
Schreiben des Vorſitzenden der
ſtaatspartei=
lichen Landtagsfraktion, Merten, dem dieſer
mitteilt, daß er Max Sklarek wohl perſönlich
kenne, daß dieſer aber niemals verſucht habe,
von ihm Gefälligkeiten zu erlangen. Auch er,
Merten, habe von Max Sklarek niemals
Zu=
wendungen erhalten. Max Sklarek habe
ledig=
lich für die Demokratiſche Partei einen
Son=
derbeitrag geſtiftet.
Im weiteren Verlauf der Verhandlungen
wurde dann noch einmal der Stadtamtsrat
Sakolofſki vernommen. Er beſtritt, von den
Brüdern Sklarek irgendwelche Vorteile gehabt
zu haben, gab aber zu, mit Willi Sklarek
ver=
ſchiedentlich Wetten abgeſchloſſen zu haben.
Auf die Frage des Vorſitzenden an Sakolofſki,
ob er ſich klar darüber ſei, daß er die Wetten
auch abgeſchloſſen hätte, wenn er die Sklareks
nicht gekannt hätte, antwortete Sakolofſki:
„Jawohl, ſonſt hätte ich nicht gewettet”.
Staatsanwaltſchaftsrat Dr. Weißenberg wandte
ſich dann an Leo Sklarek mit der Frage, ob
er ſich erinnere, in der Vorunterſuchung geſagt
zu haben, Geldbeträge an Sakolofſki gegeben
zu haben. Leo und Willi Sklarek könnten ſich
nicht mehr erinnern. Leo Sklarek ſpringt
dann erregt auf und erklärte, „Wir ſagen die
reine Wahrheit. Wir haben ſchon vor
Eröff=
nung des Verfahrens geſagt, daß wir die
beſten Stützen der Staatsanwaltſchaft ſind.”
Oberſtaatsanwaltſchaftsrat Steinecker: „Ich
kann das nur beſtätigen. Sie ſind die beſten
Stützen der Staatsanwaltſchaft‟ Die
Ver=
handlung wurde dann auf Donnerstag vertagt.
omaltine gibt Kraft
U gesundem Schlaf
nies Tasse Ovomaltine vor dem Schlafengehen —
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Mdieten Nerven die notwendige Kraft zu einem
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Seite 10 — Nr. 313
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mittwoch, 11. Novembes=
Süsbo Aaslde
Handball im Odenwald=Gau der 9.T.
Meiſterklaſſe: Nieder=Klingen—Erbach 12:1. Kirch=
Brom=
bach-König 6:4 (5:1), Gr.=Umſtadt—Gr.=Bieberau 0:6 (0:0).
A=Klaſſe: Reinheim—Klein=Umſtadt 10:3, Richen—
Gundern=
hauſen 4:5. Lengfeld—König 2. 5:3. Steinbuch-Zell 10:2.
B=Klaſſe: Michelſtadt—Kirch=Brombach 5:4, Hainſtadt—
Beer=
felden 3:3, Habitzheim—Spachbrücken 5:2.
C=Klaſſe: Steinbuch—Momart 5:9 König 3.—Steinbach 2.
4:3, Nieder=Klingen—Lengfeld 2. 12:0. Georgenhauſen—
Rein=
heim 2. 3:2.
Freundſchaftsſpiele: Michelſtadt-Böllſtein 1:4.
Erbachs 2. mußte wohl eine hohe Niederlage hinnehmen, doch
entſprach dieſe nicht dem Spielverlauf. Die körperlich kräftigeren
Spieler von Nieder=Klingen konnten ſich beſſer durchſetzen, was
ſich am Schluſſe beſonders bemerkbar machte. Trotz der
Nieder=
lage ließen ſich die Gäſte nicht entmutigen und hielten ein offenes
Feldſpiel durch. Die Begegnung in Kirch=Brombach verlief gegen
Schluß ſehr hart. Ein früheres Eingreifen des Schiedsrichters
hätte heilſam gewirkt! König findet ſich in der erſten Halbzeit
ſchlecht zuſammen, ſein Mittelläufer zeigte nicht die Leiſtung wie
ſonſt. Die Platzelf iſt im Fangen und im Herunterholen des
Balles aus der Luft den Gäſten über. Nach der Pauſe iſt das
Spiel ausgeglichen, und in den letzten 10 Minuten ſchien es. als
ſollte ein Unentſchieden herauskommen. Die Zuſchauer, die in
großer Menge erſchienen waren, nahmen zu den Entſcheidungen
des Schiedsrichters und den Erfolgen oder Mißerfolgen ihrer
Partei oft in einſeitiger und unſchöner Weiſe Stellung. Nachdem
die erſte Hälfte in Groß=Umſtadt torlos verlaufen war, zog Groß=
Bieberau in der zweiten mächtig los, ſein Sturm war nicht mehr
aufzuhalten. Der Ehrentreffer wäre Groß=Umſtadt zu gönnen
ge=
weſen, weil es aufopferungsvoll durchhielt. Ein anſtändiges
Treſ=
fen fand in Reinheim ſtatt. Der Sieg hätte bei ein klein wenig
zweckmäßigerer Abdeckung von ſeiten der Klein=Umſtädter nicht ſo
hoch auszufallen brauchen. Obwohl Richen vor der Pauſe ſtark
überlegen ſpielte, gelang ihm kein Erfolg. Der Platzverein trug
nur wenige Angriffe vor, nutzte dieſelben aber geſchickt aus. In
der zweiten Halbzeit war der Kampf ausgeglichen Hätte Königs 2.
in Lengfeld ſtatt der vielen Proteſte geſpielt, wie ſie gegen Ende
des Treffens tat, das Ergebnis hätte umgekehrt gelautet. Das
beſſere Schußvermögen ſicherte Steinbach die Punkte. Zwei gleich
ſtarke Mannſchaften ſtanden ſich in Michelſtadt gegenüber. Das
Glück war auf ſeiten des Platzvereins. Hainſtadt hätte gewinnen
müſſen, mindeſtens 10 Lattenſchüſſe drücken ſein Schußpech aus.
Nach einer ausgeglichenen erſten Hälfte rafft ſich Habitzheim
zuſam=
men und bringt nach einem ritterlichen Spielverlauf den Sieg an
ſich. Die Treffen der C=Klaſſe verliefen reibungslos.
Am Sonntag, dem 15. November, treten an
Kreisklaſſe: Erbach—Tgſ. Obernburg, Groß=Umſtadt—Klein=
Wallſtadt.
Meiſterklaſſe; Groß=Umſtadt—Nieder=Klingen, 3 Uhr,
Kö=
nig—Groß=Bieberau. .3 Uhr, Momart-Kirch=Brombach,
3 Uhr.
A=Klaſſe; Altheim—Richen 3 Uhr. Gundernhauſen—
Rein=
heim 3 Uhr. Lengfeld—Steinbach, 3 Uhr.
B=Klaſſe: Michelſtadt—Hainſtadt, 1.45 Uhr, Habitzheim—
Groß=Bieberau 2., 3 Uhr.
Freundſchäftsſpiele; Semd 1.—Groß=Zimmern 2., um
3 Uhr Semd 2.—Groß=Zimmern Jgd., um 2 Uhr, Heubach 1.
— Klein=Zimmern 1., um 3 Uhr, Heubach 2.—Kl.=Zimmern 2.,
um 1.30 Uhr.
7
Fußball.
Fermania Everſtadt — S.=V. Sprendlingen 0:6 (0:2).
Daß die Germanen aus Eberſtadt in Sprendlingen nicht
ge=
winnen würden, ſtand für den Eingeweihten ſchon im voraus feſt.
Aber die Höhe der Niederlage kommt doch etwas unerwartet. Die
blau=weißen Gäſte hatten in der Elf verſchiedene ſchwache Punkte
aufzuweiſen. Die Germanen ohne den verletzten Seeh hatten das
„Glück” die Platzherren in einer ſelten guten Spiellaune
anzu=
treffen. Während man bei ihnen keine überragenden Leiſtungen
ſah, präſentierten ſich die Platzherren in ganz hervorragender
Verfaſſung und ſie haben ihren Sieg, wenn auch nicht in dieſer
Höhe verdient. Vor der Pauſe fielen zwei Treffer, darunter
eine ſehr harte Elfmeterentſcheidung. Nach dem Wechſel kommen
die Platzherren noch zu drei Treffern, zu denen Burkhardt noch
ein Eigentor fabrizierte. Ueberhaupt hatten die Gäſte aus
Eber=
ſtadt viel unter den Entſcheidungen des ſehr ſchwachen
Schieds=
richters, eines Herrn aus Friedberg, zu leiden. Daß er eine ſchon
gefällte Elfmeterentſcheidung gegen Sprendlingen wieder auf
deren drohende Haltung und Reklamation hin zurücknahm und
Niederwurf gab, ſtellt ſeine Qualitäten in kein gutes Licht. Die
Gäſte haben das Spiel verdient verloren, in Ehren verloren, gegen
einen Gegner, gegen den Vereine wie Polizei Darmſtadt
Ger=
mania Pfungſtadt, Arheilgen und Mörfelden, auf eigenen Plätzen
die Segel ſtreichen mußten, ſie haben aber die Gewißheit, ſtets
ein ritterlicher Gegner geweſen zu ſein, der die hohe Niederlage
in ſportlich anſtändiger Weiſe hingenommen hat.
Viktoria Kleeſtadt — SV. Roßdorf 4:8 (3:4).
Wegen der über Roßdorf verhängten Platzſperre mußte auch das
Rückſpiel in Kleeſtadt ausgetragen werden. Da Roßdorf außerdem mit
nicht weniger als 5 Mann Erſatz antreten mußte, fiel das Reſultat
dies=
mal weit gemäßigter aus als im Vorſpiel, zumal die Gaſtgeber auch
eine weit beſſere Leiſtung boten. Bei Halbzeit ſtand es noch 4:3 für
Roßdorf und kurz nach der Pauſe ſogar 4:4, aber dann ſetzte ſich doch
das beſſere Können der Gäſte durch, die bis zum Schluß noch 4 weitere
Tore erzielten. An den Gegentoren war Roßdorfs Erſatztorwächter
nicht ſchuldlos; die anderen Erſatzleute konnten befriedigen.
Nochmals Rot-Weiß gegen Reichsbahn T5B.
Auf die Antwort des Reichsbahn=TSV. zu den Anklagen des
Rot=Weiß, VfR. wegen Spielerziehungen erhielten wir von Rot=
Weiß eine längere Erwiderung, in welcher dieſer Verein u. g. zu
den perſönlichen Angriffen gegen ſeinen 1. Schwimmwart
Stel=
lung nimmt. Der genannte Herr ſei nicht gezogen worden
ſon=
dern Rot=Weiß freiwillig beigetreten, um der Sache des
Deut=
ſchen Schwimmverbandes, dem er jahrzehntelang als Mitglied des
ehemaligen Schwimmvereins Argentoratum Straßburg angehörte,
treu bleiben zu können. Aus Mangel an Raum beenden wir
zu=
nächſt die weitere Preſſeauseinanderſetzung nachdem wir jedem
der beiden Vereine einmal das Wort gaben, und warten den
Spruch der Behörden ab.
Nach einer Berliner Meldung ſoll Hertha/BSC. nun doch
zu=
gegeben haben, daß ſich der internationale Mittelläufer der Sp.=
Vg. Fürth, Leinberger, bei dem deutſchen Meiſter abgemeldet hat.
Beim Berliner Springturnier gewann Frau J. v. Opel, die
Bosko und Nanuk in der beſten Zeit des Abends von 57 Sekunden
fehlerlos über die Bahn ſteuerte, das Ausgleichs=Jagdſpringen.
Das Finale der deutſchen Waſſerball=Meiſterſchaft zwiſchen
dem Titelverteidiger Hellas Magdeburg und Weißenſee 96 wird
nun endgültig am 18. November in Berlin ausgetragen werden.
Die Sitzung der deutſchen Boxſportführer in Berlin, auf der
man ſich mit der augenblicklichen Kriſe in der Boxſportbehörde
Deutſchlands befaßte, brachte keine endgültigen Beſchlüſſe.
Cicero, der Sieger des deutſchen Traberderbys, wurde von
dem italieniſchen Stall Oſſani gekauft, während die Verwaltung
des ruſſiſchen Staatsgeſtüts, den Derbyſieger von 1925. Roland,
erwarb.
Das Solituderennen, das jetzt auch von der FJCM. offiziell
als international anerkannt wurde, gelangt im kommenden Jahre
am 26. Juni zur Abwicklung.
Als Gegner für den Kampf am 15. Dezember in Berlin hat
der italieniſche Boxerrieſe Carnera den Stuttgarter
Schwerge=
wichtler Ernſt Gühring erhalten.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Mittwoch, 11. November.
10.20: Schulfunk: Auf dem Polizeipräſidium. Hörbib.
15.15: Stunde der Jugend: Soldatenmärchen von Brüder
— Ueberſchwemmung des Miſſiſſippis, von W. Benjamin,
17.05: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Mitw.: Lieſikg
dahl (Alt), K. Kirſten (Flöte).
18.40: Dr. Burger: Der Todeszauber der Primitwen.
19.05: Präſident Hepp: Landwirtſchaft und Deutſche Wocgk
19.35: Kammermuſik des Kleemann=Quartetts in der Lies
Mitw.: Margarete Teſchemacher (Sopran), F. Konwitſ,
Klavier.
20.20: Aktueller Dienſt.
20.35: Köln: Bunter Abend. Weintraubs Syncopaters.
22.00: Berlin: Wie rennt Spanien ſeine Staatsform? 3:
von Actualis.
22.40: Zeit Wetter, Nachrichten, Sport.
23.00: Nürburgring: Was leiſtet ein Auto? Dauer= un:
ſchaftlichkeitprüfung. Schallplattenbericht.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Mittwoch, 11. November.
9.00: Schulfunk: Berliner Jungen bauen ſich ein Sege=
9.35: Dr. Hajek: Anleitung zur Abfaſſung von Schriftſttügl
Art.
10.10: Frankfurt: Schulfunk: Auf dem Polizeipräſidium.
11.30: Dr. v. Rümker: Lehrgang für praktiſche Landwirt,”
14.45: Kinderſtunde: Kindertheater.
15.45: Frauenſtunde: Charlotte Heyne: Praktiſche Brotauff
16.00: Min.=Rat Stolze: Sparmaßnahmen auf dem Gebiet:
telſchulweſens.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Welter: Das Quintett: Mitw.: Steiner=Quin :
18.09: Prof. Dr. v. Geramb: Von deutſcher Volkskultur.
reich.
18.30: Prof. Dr. Jäger: Der antike Geiſt und die Gege
19.00: Dr. Völter, Dr. Richhardt: Die Auswirkungen
der-
nahmen auf das Beamtenleben.
19.30: H. Hirſchſtein: Die Rolle der Börſe in der My
kriſe.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Alles durcheinander.
22.00: Dr. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Gerhard Hoffmann. — EinI!
Nürburgring: Was leiſtet ein Auto? Dauer= und Wii!
keitsprüfung. (Schallplattenbericht).
Beiterberichl.
Von der neuen Atlantikſtörung hat ſich geſtern d:
Kanal befindliche Warmluftſtaffel oſtwärts ausgebreite”
Aufgleiten an der vorgelagerten Kontinentalluft berat
ſchläge gebracht. Die Störung hat noch weiter an —
wonnen und ihren Kern an der Weſtküſte Irlands uu
Millimeter vertieft. Durch die Südſeite wird jetzt eim
Luftzufuhr geſchaffen, welche Bewölkung mit ſich brin!t
zu Niederſchlägen führt. Der Witterungscharakter Ie
vorerſt unbeſtändig. Mit dem Umdrehen der Winde
und ſpäter Nordweſten ſinken die Temperaturen.
ſteigt der Luftdruck wieder an und durch ihn erfolgt
ge=
ende eine Beſſerung der Wetterlage mit ſich verſchärf
veraturgegenſätzen zwiſchen Tag und Nacht.
Ausſichten für Mittwoch, den 11. November 1931: AN
wölkt mit mehr ſchauerartigen Niederſchlägen, ab
heiternd, kälter, weſtliche Winde.
Ausſichten für Donnerstag, den 12. November 1931:
teils wolkig, teils aufheiternd, aber noch einze
weiterer Temperaturrückgang.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortich für Poltilk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuif=
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Kar
für den Handel: Dr. C. H. Que tſch; für den Schlußdienſt: Andres
„Die Gegenwart” Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. Herber;
für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mittellungen: Willy R71
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämtlich in Darmſſadt
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[ ← ][ ][ → ]1I. November 1931
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Ballonſchule,
Peſtalozziſchule,
ſer Soderſtraße
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2, 3. 5, 6
7. 8
9. 10, 11. 12
14, 15, 16. 17
13. 18, 19, 42
20, 21
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Bleichſtraße, Georgenſtraße, Grafenſtraße, ſtraße.
Bismarckſtraße, Friedrichſtraße, Fuchsſtraße,
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Allee, Bahnhofsplatz, Dornheimerweg, Da= zengaſſe.
½. Illigweg, Külpſtraße, Mettegangweg, Micha=
Yoldenhauerweg, Mornewegplatz, Morneweg=
Co=Wolfskehl=Straße, Poſtſtraße, Rabenauſtraße,
Rweg, Schachtſtraße, Traubenweg, Wedekindweg.
Hö Bachgang, Feldbergſtraße, Gräfenhäuſer=
XHerrenacker, Kirſchenallee, Lagerhausſtraße
e Staudingerſtraße, Weiterſtädterſtraße.
6: Blumenthalſtraße, Helfmannſtraße, Johan=
Zmdelſtadtſtraße.
= Jakobiſtraße, Im tiefen See, Kahlertſtraße, Stellp.
ge, Löcherwieſenweg, Parkusſtraße,
Pfarrwie=
nsfelderweg.
i8, Landwehrſtraße, Viktoriaplatz, Viktoria=
Aliceſtraße, Emilſtraße, Frankfurterſtraße,
Am Nordbahnhof.
10- Gardiſtenſtraße Kolonie Grohberg, Mol=
8t Ulaswieſenſtraße, Ploenniesſtraße.
hut: Barkhausſtraße, Beckerſtraße, Büdinger=
Hdrich=Ebert=Platz, Friedbergerſtraße
Eckhardt=
ßnerſtraße, Löffelgaſſe, Schuknechtſtraße.
Hü4- Rhönring, Schwanenſtraße.
arplatz.
5. Heinheimerſtraße, Kaupſtraße.
hüll- Kittlerſtraße, Lichtenbergſtraße, Müller=
Ani ſtraße.
MMf- Liebfrauenſtraße, Speſſartring.
Au8: Kaſtanienallee, Kranichſteinerſtraße, Laute=
A9 Alfred=Meſſel=Weg. Am Breitwieſenberg
Heinz=Heim=Weg, Gutenbergſtraße,
Hohler=
hiſternweg, Lucasweg, Rathenauanlage Heinr.=
Aeußere Ringſtraße, Rodinghweg, Taunus=
Ulerweg, Weberweg, Ziegelbuſchweg.
ü0- Alexandraweg, Dieburgerſtraße, Fiedler=
Bracht=Weg, Mathildenhöhweg. Mauerſtraße,
Olbrichweg, Prinz=Chriſtian=Weg, Regerweg,
Erbacherſtraße, Katharinenfalltorweg,
Sei=
tiFtsſtraße. Wingertsbergſtraße.
2. Adolf=Spieß=Straße, Beckſtraße, Darmſtraße,
intraße, Gabelsbergerſtraße, Heidenreichſtraße,
ſhr=Straße. Inſelſtraße, Landgraf=Georg=Str.,
Odenwaldring.
3 Gervinusſtraße, Riedlingerſtraße, Soder=
N: Erlenweg, Frankenäckerweg, Hicklerſtraße
Fraße, Schloſſerſtraße, Wienerſtraße, Wilhelm=,
5r Atzwinkelweg, Claudiusweg. Am Erlen=
Natſtraße, Kehrwieſenweg, Kekulsſtraße, Nied.=
Straße, Roquetteweg, Steinbergweg, Teich=
6. Hoffmannſtraße, Kiesſtraße.
2 Grünerweg, Heinrichſtraße (die geraden
42 bis Schluß, die ungeraden Nummern 63
Hochſtraße.
e Nach frage an allen Börsen und die
nnlen Kurse der von uns empfohlenen
Stimmbezirk 28: Heinrichwingertsweg, Herdweg,
Martins=
pfad, Martinſtraße, Mathildenſtraße, Moſerſtraße, Rückert=/Wahlvorſteher: Herdt, Wilhelm, Verwaltungsſekretär.
ſtraße, Steinackerſtraße.
Stimmbezirk 29: Bruchwieſenſtraße, Bruſtſtraße,
Büchner=
ſtraße, Clemensſtraße, Fichteſtraße, Im Geiſenſee,
Hölder=
linweg, Küchlerſtraße, Niebergallweg Niederſtraße, Ohly=
Findet Sonntag, den 15. November 1931, ſtatt, ſtraße, Oſannſtraße, Paulusplatz, Jahnſtraße, Uhland=
Stimmbezirk 30: Freiligrathſtraße, Goetheſtraße,
Herder=
ſtraße, Herrngartenſtraße Klappacherſtraße, Landskron=
1, 35, 36, 37, 38, 39, 40 ſtraße, Moosbergſtraße, Orangerieallee, Orangerieſtraße,
Seekatzſtraße.
Stimmbezirk 31: Forſtmeiſterplatz, Forſtmeiſterſtraße,
Lud=
wigshöhſtraße, Sandbergſtraße.
Stimmbezirk 32: Felſingſtraße, Frankenſteinſtraße,
Kiesberg=
ſtraße, Paul=Wagner=Straße, Tannenſtraße,
Weinberg=
ſtraße, Im Wingert.
Stimmbezirk 33: Beſſungerſtraße, Donnersbergring,
Eich=
wieſenſtraße, Haardtring, Moltkeſtraße, Seeſtraße.
Stimmbezirk 34: Ahaſtraße, Eichbergſtraße, Hermannſtraße,
Neue Niederſtraße, Wilhelmſtraße.
Stimmbezirk 35: Heidelbergerſtraße, Noackſtraße.
Stimmbezirk 36: Artillerieſtraße, Eſchollbrückerſtraße, Groß=
Gerauer=Weg, Holzhofallee. Am Hopfengarten, Im
Höll=
chen, Philipp=Röth=Weg= Kattreinſtraße,
Schrautenbach=
weg, Scheppallee, Thylmannweg, Am Weinweg.
Stimmbezirk 37: Annaſtraße, Heinrichſtraße (die geraden
Nummern 2 bis 40, die ungeraden Nummern 1 bis 61),
Sandſtraße, Weyprechtſtraße, Wilhelm=Gläſſing=Straße,
Wilhelminenplatz, Wilhelminenſtraße.
Stimmbezirk 38: Riedeſelſtraße, Saalbauſtraße, Waldſtraße.
Stimmbezirk 39: Eliſabethenſtraße, Marienplatz, Neckarſtr.,
Schuchardſtraße, Zimmerſtraße.
Stimmbezirk 40: Ernſt=Ludwigs=Platz, Ernſt=Ludwigs=Str.,
Hügelſtraße, Kirchſtraße, Ludwigsplatz, Ludwigsſtraße,
Paradeplatz, Schulſtraße, Schützenſtraße.
Stimmbezirk 41: Hölgesſtraße, Kapellplatz, Kapellſtraße
Karlſtraße.
Stimmbezirk 42: Alexanderſtraße, Ballonplatz,
Magdalenen=
ſtraße, Mathildenplatz, Schleiermacherſtr., Schloßgraben
Theaterplatz, Zeughausſtraße.
Stimmbezirk 43: Geiſtberg, Marktplatz, Marktſtraße,
Neu=
gaſſe, Obergaſſe, Große Ochſengaſſe, Kleine Ochſengaſſe,
1 Exerzierplatz, Hindenburgſtraße, Landgraf= Schillerplatz, Schloß, Schloßgaſſe, Schuſtergaſſe.
Stimmbezirk 44: Döngesborngaſſe, Lindenhofſtraße,
Mühl=
ſtraße, Rundeturmſtraße, Sackgaſſe, Woogsplatz, Woogs=
Stimmbezirk 45: Große Bachgaſſe. Kleine Bachgaſſe,
Brand=
gaſſe, Hinkelsgaſſe Holzſtraße, Große Kaplaneigaſſe Wahlvorſteher: Hanauer, Peter, Rechnungsrat.
Kleine Kaplaneigaſſe, Langgaſſe, Pädagogſtraße, Schul= Stellv.
Zu Wahlvorſtehern und deren Stellvertretern wurden
auf Grund des § 28 der Landeswahlordnung ernannt:
1. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Bernhard, Phil., Kaufmann.
Stellv.
Kling, Ludwig, Inſtallationsmeiſter.
2. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Sehnert, Heinrich, Metzgermeiſter.
Brenner, Ludwig, Metzgermeiſter.
3. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Bolkart, Max, Buchdrucker.
Stellv.
Krauß, Friedrich, Lehrer.
4. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Michel, Ludwig, Werkmeiſter.
Stellv.
5. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Schmidt, Georg, Betriebswerkmeiſter.
Stellv.
Gieſelmann, Guſt., Obermeiſter.
6. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Knapp, Adam, Werkmeiſter.
Stellv.
Guthmann, Arthur, Kaufmann.
7. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Stahl, Friedrich, Gewerkſchaftsbeamter.
Stellv.
Glenz, Karl, Kaufmann.
8. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Rödelsperger, Hans, Zollinſpektor.
Kenner, Heinrich, Kaufmann.
Stellv.
9. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Guntermann, Rudolf, Kaufmann.
Hechler, Fr. Chr., Fabrikant.
Stellv,
10. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Pohl, Otto, Eiſenbahninſpektor i. R.
Stammler, Jul., Kaufmann.
Stellv.
11. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Hildebeutel, Franz, Bürobeamter.
Greb, Ludwig, Verwaltungsſekretär.
Stellv.
12. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Bohnſack, Ernſt, Kaufmann.
Müller, Leonhard, Eiſenbahnbeamter.
Stellv.
13. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Mohr, Wilhelm, Schriftſetzer.
Vogel, Heinrich, Landwirt.
Stellv.
14. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Herold, Oskar, Prokuriſt.
Golombeck, Georg, Beamter.
Stellv.
15. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Baßler, Gottfried. Geſchäftsführer.
Schmidt, Karl, Weißbindermeiſter.
Stellv.
16. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Lingelbach, Anton, Oberſtadtaſſiſtent.
Röper, Karl. Kaſſenbeamter.
Stellv.
17. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Schmidt. Helwig, Oberaſſiſtent.
Nold. Wilhelm. Oberinſpektor.
Stellv.
Nr. 313 — Seite 11
Stellv.
Stellv.
18. Wahlbezirk:
Stellv.
Grün, Georg, Ofenſetzermeiſter.
19. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Kronauer, Ludwig, Rechnungsrat.
Herbert, Heinrich, Oberſteuerſekretär.
20. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Gieg, Georg, Kaufmann.
Schleidt, Georg, Zimmermeiſter.
21. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Jung, Dr. Otto, Studienaſſeſſor.
Stellv.
Wilbert, Konrad. Bauinſpektor.
22. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Gunder Jakob, Privatier.
Stellv.
Diflo, Franz, Kaufmann.
23. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Silz, Ernſt, Bankkaſſier.
Stellv.
Treuſch, Jakob, Metzgermeiſter.
24. Wahlbezirk:
Wohlvorſteher: Gemündt, Jean, Schloſſermeiſter.
Stellv.
Wiedemann, Karl. Prokuriſt.
25. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Dörſam Wilhelm. Monteur.
Stellv.
Roßkopf, Joſ., Schneidermeiſter.
26. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Krumb, Philipp, Verwaltungsſekretär.
Stellv.
Schuchmann, Karl ſen., Baukontrolleur.
27. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Mayer. Auguſt, Metzgermeiſter.
Stellv.
Rech, Friedrich, Rechnungsrat.
28. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Ewald, Philipp, Kaufmann.
Stellv.
Zimmer, Hugo, Kaufmann.
29. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Ausfeld, Dr. Karl. Profeſſor.
Stellv.
Bärenz, Heinrich, Oberlandmeſſer.
30. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Barth, Friedrich, Bankbeamter.
Stellv. „ Heldmann, W., Lehrer.
31. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Kopf. Richard, Verwaltungsinſpektor.
Stellv.
Falter, Philipp, Juſtizinſpektor.
32. Wahlbezirk:
Page, Friedrich, Rektor.
33. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Künzel, Georg, Buchdruckereibeſitzer.
Stellv.
Huſar, Wilhelm, Lehrer.
34. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Klar, Emil. Eiſenbahnoberſekretär.
Stellv.
Blodt, Heinrich, Oberſekretär.
35. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Scola, Adam, Kaufmann.
Stellv.
Schmid, Friedrich, Eiſenbahnoberſekretär.
36. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Preher, Konrad. Kontrolleur.
Stellv.
Werker, Hans, Steuerinſpektor.
37. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Conrad, Wilhelm, Kaufmann.
Stellv.
Schuchmann, Georg, Oberrechnungsrat.
38. Wahlbezirk:
Hieronymus, Ludw., Oberrechnungsreviſor, Wahlvorſteher: Euler, Johannes, Zahlmeiſter a. D.
Stellv.
Gilberg, Leonhard, Kaufmann.
39. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Becker, Albert, Rechnungsrat.
Stellv.
Platt, Ernſt, Vermeſſungsinſpektor.
40. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Kinsberger, Auguſt, Lehrer.
Stellv.
Grünpeter, Karl. Kaufmann.
41. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Geißner, Franz, Malermeiſter.
Stellv.
Schulz, Ferdinand, Inſtallationsmeiſter.
42. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Gerlach, Karl. Stadtſekretär.
Stellv.
Riehl, P., Schloſſermeiſter.
43. Wahlbezirk:
Wahlvorſteher: Klepper, Ludwig. Kaufmann.
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Wahlvorſteher;
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Wahlvorſteher:
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Spangenberger, Heinrich, Bäckermeiſter.
44. Wahlbezirk:
Kahrhoff, Karl. Schreinermeiſter.
Schellhaas, Karl, Wohnungsinſpektor i. R.
45. Wahlbezirk:
Engel, F. G., Kanzliſt.
Wedekind, Paul, Kaufmann.
Gleichzeitig wird bekanntgegeben, daß die Stimmzettel
amtlich hergeſtellt ſind, daß ſie alle zugelaſſenen
Wahlvor=
ſchläge enthalten unter Angabe des Kennworts (Partei)
und der Namen der erſten vier Bewerber jedes Vorſchlags,
bei einem provinziell gegliederten Wahlvorſchlag der Namen
des erſten und zweiten Bewerbers in jeder Provinz, ferner
daß der Wahlberechtigte bei der Stimmabgabe durch ein
auf den Stimmzettel geſetztes Kreuz oder in ſonſt
erkenn=
barer Weiſe den Wahlvorſchlag bezeichnet, dem er ſeine
Stimme geben will, und daß die Stimmzettel, die dieſer
Beſtimmung nicht entſprechen, ungültig ſind.
Wahlſcheine für Wahlberechtigte, die am Wahltage hier
nicht anweſend ſind, werden nur noch bis Freitag, den
13. November, 18½ Uhr, ausgeſtellt.
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Darmſtadt, den 7. November 1931.
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Mittwoch, den 11.
Die Shpothekenbanken für Senkung des Zinsnibeaus.
Warnung vor Zwangskonverhierungen. — Schwache Pfandbriefkurſe. — Mißſkände im Freiverkehr.
Schwache Effekienkurſe.
kehrs beſchäftigte ſich übrigens mit Prämien, die in der üblichen
Form für die Hauptwerte gehandelt werden. Die Aktienmärkte
Der Sonderausſchuß für
Hypokheken=
neigten auch in den Nachmittagsſtunden weiter zur Schwäche. Eine
bankweſen.
Der Sonderausſchuß für Hypothekenbankweſen gibt folgende
Erklärung ab:
Die Hypothekenbanken haben ſich ſeit Jahren für die
Errich=
tung eines möglichſt niedrigen Zinsniveaus eingeſetzt und ſeit dem
Vorjahre ihre Emiſſions= und Beleihungstätigkeit dieſem Zwecke
vollſtändig untergeordnet. Die in den letzten Monaten durch die
fortſchreitende Deflation und die wirtſchaftlichen Zuſammenbrüche
herbeigeführte weitere Schwächung aller Wirtſchaftskreiſe haben
die Belaſtung durch die hohen Zinſen neben der durch die
uner=
träglich überhöhten Steuern ſtärker hervortreten laſſen Die
Hypothekenbanken ſind überzeugt, daß in dieſer Lage alles
ge=
ſchehen muß, um das Zinsniveau zu ſenken. Jedoch können die
Hypothekenbanken, welche die Intereſſen des ganzen realen
Kre=
dits für Gegenwart und Zukunft wahrzunehmen haben, nur
nach=
drücklich davor warnen, durch Zwangskonvertierungen in
beſte=
hende Verpflichtungen gewaltſam einzugreifen. Ein ſolches
Ein=
greifen würde eine neue Erſchütterung des Vertrauens und der
Rechtsſicherheit zur Folge haben, deren verhängnisvolle
Auswir=
kungen ſich ſchlechterdings nicht abſchätzen laſſen. Die Senkung
der Zinsſätze muß über die kurzfriſtigen Kredite zu den
langfriſti=
gen vordringen. Die Abſchließung des deutſchen Kapital= und
Geldmarktes vom Auslande ſollte es ermöglichen, den Diskontſatz
ſtark herabzuſetzen. Dadurch würde die Zinslaſt für alle formal
kurzfriſtigen Kredite vermindert werden. Eine Verſtärkung des
Angebots durch neue Emiſſionen ſteht ohnehin nicht in Frage
So=
bald die Lage es zuläßt, müßten Konvertierungen der
hochver=
zinslichen Anleihen — natürlich nur auf vertraglichem Wege —
verſucht und mit allen Mitteln gefördert werden. Unter allen
Umſtänden aber muß die Regierung klare Verhältniſſe ſchaffen.
Die jetzigen Zuſtände bei welchen die Geltung vertraglicher
Zins=
ſätze in der Oeffentlichkeit Tag für Tag in Frage geſtellt wird,
müſſe zu einem Gefühl der Unſicherheit führen, das ſich nicht nur
für den Gläubiger, ſondern auch für den Schuldner ſelbſt
unheil=
voll auswirken muß. Die Sorge vor ſolchem Eingreifen ſchließt
die Wiederkehr einer Beruhigung ſowohl auf dem Markte der
feſtverzinslichen Werte als auch bei den Sparkaſſen vorläufig aus.
Der Ausweis der Reichsbank.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. November 1931 hat ſich
in der verfloſſenen Bankwoche die geſamte Kapitalanlage der Bank in
Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 306,7 Mill. auf 4045,3
Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben die Beſtände an
Handels=
wechſeln und =ſchecks um 179,4 Mill. auf 3830,1 Mill. RM. und die
Lom=
bardbeſtände um 127,2 Mill. auf 112,3 Mill. RM. abgenommen.
Reichs=
ſchatzwechſel, an denen am Ende der Vorwoche keine Beſtände vorhanden
waren, werden mit 30 000 RM. ausgewieſen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 211,4
Mill. MM. in die Kaſſen der Reichsbank zurückgefloſſen, und zwar hat
ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 24,3 Mill. auf 441,6 Mill.
RM., derjenige an Rentenbankſcheinen um 7.1 Mill. auf 414,2 Mill.
RM. verringert. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der
Reichs=
bank an Rentenbankſcheinen auf 13,2 Mill RM. erhöht. Die fremden
Gelder zeigen mit 398,9 Mill. RM. eine Abnahme um 119,2 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich um
13,3 Mill. auf 1261,9 Mill. RM. vermindert. Im einzelnen haben die
Goldbeſtände um 43,2 Mill. auf 1101,3 Mill. RM. abgenommen und die
Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 29,9 Mill. auf 160,6 Mill. RM.
zugenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Deviſen
be=
trägt 27,8 Prozent gegen 26,9 Prozent in der Vorwoche.
Berliger und Frankfurker Effekfen=
Freiverkehr.
Nach widerſtandsfähiger Eröffnung ſchwächte ſich die Tendenz im
geſtrigen telephoniſchen Freiverkehr in Berlin plötzlich ab. Die
Feſtig=
keit der Auslandsbörſen hatte noch in den Vormittagsſtunden die
Hoff=
nung erweckt, daß ſich für Aktien wenigſtens eine freundliche
Grundſtim=
mung würde erhalten können, zumal auch die Rohſtoffmärkte vorgeſtern
weitere Preisſteigerungen aufwieſen. Da aber für die deutſche
Wirt=
ſchaft alles von dem Reſultat der gegenwärtigen deutſchfranzöſiſchen
Beſprechungen abhängt und bei dieſem augenblicklich gerade gewiſſe
Schwierigkeiten aufgetreten, ſein ſollen, verſchiedene Preſſemeldungen
ſprechen ſogar von einem Stillſtand der Verhandlungen, ſo wirkte ſich
einmal die Geſchäftsloſigkeit und die ſchwache Veranlagung einiger
Spe=
zialpapiere, vor allem aber die anhaltende Schwäche des
Pfandbriefmark=
tes, ungünſtig aus. Obwohl faſt die geſamte Handelspreſſe ſich gegen
den angeblichen Plan der Regierung, eine Zwangskonverſion
durchzufüh=
ren, ausſpricht, ſei eine Entſcheidung in dieſem Punkte noch nicht
ge=
fallen, eine Beruhigung könne aber erſt eintreten, wenn eine Klarheit
in dieſem Punkte, welcher Art ſie auch ſei, erreicht wäre. Das Niveau
der 8prozentigen Pfandbriefe hat ſich übrigens in der letzten Zeit ganz
erheblich ermäßigt und ſchon faſt einem 6prozentigen Zinsfuß angepaßt.
Geſtern gingen die 8prozentigen Emiſſionen wiederum 1—2 Prozent
zurüs aber auch am Aktienmarkt waren Rückgänge in dieſem Ausmaß
keine Seltenheit. Bei Schultheiß betrug der Kursverluſt ſogar faſt 5
Prozent. Hieran konnte auch der relativ günſtige Reichsbankausweis für
die erſte Novemberwoche nichts ändern. In dieſem Ausweis hat die
Deckung wieder eine leichte Beſſerung auf 27,8 Prozent erfahren, iſt
allerdings nur noch halb ſo hoch wie zur gleichen Zeit des Vorjahres.
Gold und Deviſen erfuhren eine Verringerung um 13,3 Millionen, an
Noten ſind 211,4 Millionen in die Kaſſen des Inſtituts zurückgefloſſen,
und die geſamte Kapitalanlage hat ſich um 306,7 Millionen verringert.
Von Intereſſe dürfte ſein, daß der Notenumlauf zur gleichen Zeit des
Vorjahres nur ungefähr 170 Millionen niedriger war als heute.
Auch in den Mittagsſtunden erfuhr das Geſchäft von Telephon zu
Telephon keine Belebung, die Kurſe hielten ſich aber trotzdem recht gut
auf dem ermäßigten Niveau. Beſonders Bankaktien zeichneten ſich durch
Widerſtandsfähigkeit aus. Nur die 8prozentigen Goldpfandbriefe
bröckelten weiter ab, während ſonſt feſtverzinsliche Werte ſich ebenfalls
behaupten konnten. Das Geſchäft in Dollarbonds war heute ruhiger als
an den Vortagen. Am Geldmarkt nannte man geſtrige Sätze, die
Situation blieb leicht. Auch am Deviſenmarkt waren die Veränderungen
heute gering, das engliſche Pfund und Deviſe Kairo notierten der
inter=
nationalen Bewegung entſprechend je 2 Rpfg. höher, auch Liſſabon zog
um 10 Rpfg. an, während Amſterdam 10 Rpfg. verlor und Kopenhagen
und Stockholm je 25 Rpfg. niedriger notierten.
Nachdem ſich nunmehr auch die Hypothekenbanken in einem
Sonderausſchuß gegen eine Zinskonverſion ausgeſprochen haben,
konnte ſich am Markte der feſtverzinslichen Werte in den geſtrigen
Nachmittagsſtunden eine kleine Beruhigung durchſetzen, zumal
wohl auch hier und da Interventionskäufe vorgenommen wurden.
Trotzdem ſind natürlich die Pfandbriefkurſe alles andere als feſt.
8prozentige Landſchaften liegen teilweiſe ſchon über den 8
prozen=
tigen Pfandbriefen und 8prozentige Kommunalobligationen zirka
20 Prozent unter den entſprechenden Pfandhriefen. Die
Kurs=
differenz zwiſchen 7= und 8prozentigen Goldpfandbriefen beträgt
übrigens nur noch 5 Prozent. Induſtrieobligationen lagen noch
relativ behauptet. Auch Anleihen u. Reichsbahnvorzugsakten waren
ziemlich gehalten. Reichsſchuldbuchforderungen bröckelten dagegen
eher ab. das Geſchäft in Dollarbonds hat dagegen weſentlich
nach=
gelaſſen, die Kurſe mußten ſich Abſchläge gefallen laſſen, die zum
Teil mit Befürchtungen zuſammenhingen, daß eine Verordnung
über den Handel mit Dollarbonds ſchon in allernächſter Zeit in
Kraft igeſetzt werden wird. Ueberhaupt ſoll angeblich evtl. auf
dem Wege einer Notverordnung in mancher Beziehung eine
Re=
gelung des Freiverkehrs erfolgen, da ſich beſonders in der letzten
Zeit Mißſtände ergeben hätten, die ſich nicht mit dem Standpunkt
der Reichsbank vereinbaren laſſen. Ein neuer Zweig des Freiver=
Ausnahme machten Berliner Kraft und Licht A.=G. auf die 10
pro=
zentige Dividende. Bankaktien unter Führung der B. H. G. und
Kunſtſeidenwerte, für die höhere Amſterdamer Meldungen vor=
lagen. Am Geldmarkte ſetzten ſich die Rückflüſſe fort, die Sätze
blieben etwa unverändert, doch kam die leichte Situation in einer
ſtärkeren Nachfrage nach= Reichsſchatzwechſeln, die jetzt per 10.
Fe=
bruar nächſten Jahres laufen, zum Ausdruck. Sicherlich bereitet
man ſchon heute den Differenzenzahltag bekanntlich am 16. d. M.
vor, doch kann dies weniger am Geldmarkte als in Abgaben am
Effektenmarkte zum Ausdruck kommen.
Die Auslandsbörſen.
Die Londoner Börſe eröffnete geſtern in ſtetiger
Hal=
tung. Britiſche Staatspapiere behaupteten ſich, internationale
Werte lagen feſt. Die Stimmung an der Londoner Börſe war im
Verlaufe luſtlos, die Kurſe bröckelten mangels Kaufluſt zumeiſt
etwas ab.
Die Tendenz an der Pariſer Börſe war ruhiger, doch
konnten ſich die Kurſe im allgemeinen auf geſtrigem Schlußniveau
behaupten
Das Geſchäft an der Brüſſeler Börſe war geſtern zu
Beginn außerordentlich lebhaft, und die Kurſe zogen allgemein
an. Gegen Schluß ließ das Geſchäft nach, die erhöhten Kurſe
be=
haupteten ſich aber.
Die Amſterdamer Börſe war im Verlaufe weiter feſter
und ſchloß bei lebhaften Umſätzen zu den höchſten Tageskurſen.
Die Wiener Börſe verkehrte in nicht unfreundlicher
Hal=
tung, die Kurſe waren überwiegend etwas feſter.
Die New Yorker Börſe eröffnete nicht einheitlich, es
überwogen Kursrückgänge. Es waren verſchiedentlich
Realiſatio=
nen zu beobachten, denen gegenüber die Aufnahmeluſt nur gering
war.
An den internationalen Deviſenmärkten war das Geſchäft am
Nachmittag lebhafter, beſonders in engliſchen Pfunden. Gegen
den Dollar hat ſich das Pfund wieder auf 3,8234 befeſtigen können.
ſegen den Gulden auf 9 48 gegen Zürich auf 19.59½ gegen Paris
auf 972 und gegen die Reichsmark auf 16.15. Der Dollar hat ſich
international knapp gehalten, die Nord=Deviſen behaupteten ſich,
die Neichsmark war etwas feſter und zog in Amſterdam auf 58,85
und in Zürich auf 121,15 an in New York ſtellte ſie ſich auf 23,72.
Die ſüdamerikaniſchen Deviſen lagen etwas feſter.
Am Spätnachmittag konnte das Pfund ſeinen höchſten
Tages=
ſtand nicht ganz voll behaupten und ſchwächte ſich auf 3,81½e gegen
den Dollar und 97,06 Paris ab.
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos Aires
New York
Belgien.
Italien
Paris
Schweiz
Die Behandlung von Ankrägen bei der
Deviſen=
bewirtſchaftung.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Ardeltsmärenage iint !A
Saiſonbedingke Zunahme der Arbeits.
Im geſtrigen Telephonverkehr von Büro zu Büro in
Frank=
furt a. M. zeigte ſich im allgemeinen eine gewiſſe Zurückhaltung.
Am Aktienmarkt entwickelte ſich nur ſehr geringes Geſchäft. Die
Stimmung neigte jedoch zur Schwäche, da der Stillſtand der
deutſch=
franzöſiſchen Verhandlungen etwas verſtimmte. Die feſte Haltung
der geſtrigen New Yorker Börſe blieb vollkommen eindruckslos.
Im großen und ganzen blieben die Kurſe gegen vorgeſtern
ziem=
lich gehalten, und nur einige Spezialpaviere, wie J. G. Farben,
Elektrowerte und Reichsbank, neigten um etwa 1—2 Prozent nach
unten. Bank= und Montanaktien wieſen nur geringfügige
Ver=
änderungen auf. Von lokalen Werten ſenkten ſich Scheideanſtalt
erneut um 2 Prozent, ohne daß jedoch beſondere Motive dafür
vorgelegen hätten.
Der Rentenmarkt zeigte nach den Kursderouten in den
letz=
ten Tagen geſtern eine gewiſſe Beruhigung, wobei die ſtarke
Gegenwehr großer Wirtſchaftszeitungen und einiger führender
Perſönlichkeiten des Handels, die ſich gegen eine
Zwangskonver=
tierung wenden, etwas anregte. Bei etwas regerem Geſchäft
blie=
ben ſo ziemlich alle Rentenpapiere gegenüber den vorgeſtrigen
Tiefkurſen faſt unverändert. Dollarbonds waren geſtern
vernach=
läſſigt und bis 1 Prozent abgeſchwächt. Von deutſchen Anleihen
gingen Altbeſitz geringfügig zurück.
Die vorläufigen Meldungen der Arbeitsämter
dem Bericht der Reichsanſtalt für den 31. Oktober
loſenzahl von rund 4 622 000. Seit dem Stande vom
der ſich nach den endgültigen Meldungen auf rund
beitsloſe belief iſt ſomit eine Zunahme um rund 13:
ten, die im weſentlichen den Niederſchlag der jahres
wegung am Arbeitsmarkt darſtellt. Die Geſamtzum
tiefſten Stand Ende Juni beläuft ſich auf rund 668)
im Vorjahre vom Tiefpunkt bis Ende Oktober ein.
Arbeitsloſigkeit um rund 617 000 zu verzeichnen war.
In der Arbeitsloſenverſicherung hat ſich die Za
unterſtützungsempfänger um rund 43 000 auf rund
höht, in der Kriſenfürſorge um rund 58 000 auf r—
Mehrfach wird von den Arbeitsämtern darauf hinu
verhältnismäßig viele Arbeitnehmer ſich
arbeitslo=
während des Sommers wenige Monate gearbeite
daher keine neue Anwartſchaft auf
Arbeitsloſenum=
werben konnten.
Für Ende September liegt jetzt auch die Zahu
Arbeitsämtern anerkannten. Wohlfahrtserwerbslo
1 208 000 vor. Zu jenem Zeitpunkt verteilten ſich diie
Arbeitsloſen zu 67,3 v. H. auf die Arbeitsloſenverſick=
Kriſenfürſorge und zu 32,7 v. H. auf die öffentliche
der Zwiſchenzeit iſt durch die Kürzung der Unterſtüün
der Arbeitsloſenverſicherung eine Verſchiebung hau
Laſten der Kriſenfürſorge eingetreten.
Vom Karkoffelmarkk.
Das Einkellerungsgeſchäft im Rhein=Main=Gebiet in
ſchloſſen, ſo daß man ſich wieder auf das laufende Kom
ſtellt. Es iſt vielfach das Doppelte vom Vorjahr eingel I
Großbezieher, wie Stadtverwaltungen und Konſumper
auf laufende Eindeckung wieder ein. Einem Abſinken d.
bisher noch das geringe Angebot der Landwirtſchaft e=t
Rhein=Main=Gebiet mit der Zuckerrübenernte ſtark beſarn
ſollte aber nicht verſäumen, zur weiteren Erhaltung d/
ihre Aufmerkſamkeit beſonders auf die Verladung der =9
Schlechte Ware verdirbt viel ſchneller das Geſchäft ”
Angebot.
Die Konſumnachfrage in den Verbrauchergebieten
nicht troſtlos. Die Verſandtätigkeit wird durch das belf
aus Mitteldeutſchland beengt. Nur das Rheinland ſche
Mengen aufnehmen zu können. Hier iſt man beſonder=”
Marke „Induſtrie”, die auf Sandboden gewachſen iſt, ſiu
ab und erzielt Spitzenpreiſe.
Für gebfleiſchige Speiſekartoffeln, möglichſt
man ab Taunus 2,65 bis 2,75 RM., ab Oberheſſen 262
ab Rheinheſſen 2,75 bis 2,85 RM. je Zentner. Das
geſchäft liegt vollkommen darnieder.
nld m die
m Ende au
Produkkenberichke.
Berliner Produktenbericht vom 10. November. T=
Produktenverkehr iſt ſeit einigen Tagen bereits wiedem
worden. Die Unſicherheit bezüglich der Regierungsung
wirtſchaftlichem und insbeſondere auf ggrarpolitiſchem
geringe Unternehmungsluſt auftommen, andererſeits hit
Inlandsangebot kaum nennenswert verſtärkt. Die Grun
Marktes war als ſtetig zu bezeichnen, auf die geſtern abg
gebote ſind kaum Zuſagen erfolgt, ſo daß im Promptgeſſ
und Roggen geſtrige Preiſe ſchlank bewilligt wurden.
markte ſetzte auch nur Weizen eine halbe Mark niedrign
und Roggenmehle liegen bei unveränderten Forderunge”
Hafer bei mäßigem Angebot am hieſigen Platze ſtet
kauft allerdings nur vorſichtig; an der Küſte zeigt ſich /
Abgabeneigung. Das Geſchäft in Gerſte ſtagniert faſt
gebot iſt zwar durchaus genügend, Umſätze kommen abe
da Forderungen und Gebote ſchwer in Einklang zu bri
zenexportſcheine waren bei ruhigem Geſchäft ziemlich be-4!
exportſcheine werden gegen das geſtrige Börſenniveau
niedriger gewertet.
Amerikaniſche Kabelnachrichter
Es notierten nach Meldungen aus Chicagm4
Getreide. Weizen: Dezember 63,50, März G.N
Juli 68.75; Mais: Dez. 4438, März 47.75, Mai 904
Hafer: Dez. 26½, Mai 29.75, Juli 29½; Roggen—
56,75. Mai 58, Juli 57,.25.
Schmalz: Nov. 7.00, Dez. 6.70, Jan. 6.60, Mä=)
Speck, loko 6.75.
Schweine: leichte 4.75—5.00, ſchwere 4.85—5.I
zufuhren: Chicago 35 000, im Weſten 103 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYor-
Schmalz: Prima Weſtern 7.75; Talg, extra, I
Getreide. Weizen: Rot= und Hartwinter 7"
New York 60½; Mehl, ſpring wheat clears 4.50—4
nach England 1,6—2,3 Schilling, nach dem Kontine!
Kakao. Tendenz: willig; Umſätze: 114: Lecht
Dez. 4.87, Jan. 4.95, März 5.08, Mai 5.24, Juli S
Viehmärkke.
Anträge und Anfragen, die ſich auf die Deviſenbewirtſchaftung
be=
ziehen, ſind nach der Deviſenverordnung ausſchließlich an die zuſtändige
Stelle für Deviſenbewirtſchaftung beim Landesfinanzamt zu richten.
Formelle Beſchwerden gegen die Entſcheidung dieſer Stelle ſind geſetzlich
* Mainzer Viehmarkt vom 9. Nobember. Auft*e
11 Bullen, 547 Kühe oder Färſen, 200 Kälber, 890 SS
verlauf: In allen Viehgattungen ruhig, bei Groß7
Schweine und Kälber ausverkauft. Preis pro 50 Kiü
in RM.: Ochſen a) 32—3, b) 25—27; Bullen c) 23—3) 18—25, c) 15—17; Färſen a) 28—36; Kälber 2) 3-4
Schweine b) und c) 49—51, d) 44—4
nicht vorgeſehen, jedoch können notfalls Vorſtellungen erhoben werden.
Dieſe Vorſtellungen werden von den Stellen ſelbſt entgegengenommen
und, ſoweit ſie nicht völlig unbegründet ſind, dem
Reichswirtſchaftsmini=
ſter vorgelegt. Unmittelbar an den Reichswirtſchaftsminiſter gerichtete
Anträge, Anfragen und Vorſtellungen können keine Berückſichtigung
fin=
den. Der Reichswirtſchaftsminiſter wird derartige unmittelbar an ihn
gerichtete Geſuche, die in den letzten Wochen in übergroßer Zahl
ein=
gegangen ſind, in Zukunft lediglich an die Stelle für
Deviſenbewirt=
ſchaftung zur zuſtändigen Bearbeitung weiterleiten. Es empfiehlt ſich
daher, um unnütze Verzögerungen zu vermeiden,
Ge=
ſuche und Vorſtellungen nur bei den Deviſenſtellen
einzureichen. Die Fühlungnahme zwiſchen den Spitzenorganiſatio=
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
nen der Wirtſchaft und dem Reichswirtſchaftsminiſter in allgemeinen
Fragen von grundſätzlicher Bedeutung wird von dieſer Regelung des
Geſchäftsganges nicht berührt.
Zu einer Nachricht über einen endgültigen
Abbru=
lungen zwiſchen den Vereinigten Elektriztätswerken
Dortmund, und dem Rheiniſch=Weſtfäliſchen
Elektrizitä=
nach Informationen feſtzuſtellen, daß die Verhandlun:?
beiden Gruppen ſchon ſeit Ausbruch der allgemeinen 0.
men ruhen. Von einem endgültigen Abbruch der Verr
trotzdem nicht geſprochen werden.
Die geſamte Belegſchaft der Leheſtener Schieferbrü.”
400 Mann, erhielt zum 14. November ihre Kündigunk=
Arbeit in den Schieferbrüchen wird in 14 Tagen bis 4
geſtellt werden. Schwer betroffen ſind von der Arbeitth
beſonders die Gemeinden Reichenbach, Teuſchnitz, Selbſt
Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltſche
Vorgänge im Schultheiß=Patzenhofer=Konzern richtet ſi!
gegen den ehemaligen Generaldirektor Katzenellenbogen.
Motorenfabrik Darmſtadt A.=G., Darmſtadt. Wie wir erfahren, iſt
das Geſchäftsjahr 1930/31 noch befriedigend verlaufen. Die
Beſchäfti=
gung war durchweg gut. Es wird nach den üblichen Abſchreibungen ein
Reingewinn von etwas über 20 000 RM. (41 865 RM., davon
vorgetra=
gen 21 385 RM.) ausgewieſen wovon 6 Prozent Dividende auf die
Vor=
zugsaktien verteilt werden. Das Stammkapital von 532 000 RM. bleibt
wieder dividendenlos. Der Kurs war zuletzt an der Frankfurter Börſe
geſtrichen. Generalverſammlung B. November.
Zuſammenſchluß genoſſenſchaftlicher Kreditbanken in Hannover.
Unter Führung der Preußenkaſſe ſchweben zurzeit Verhandlungen, die
auf einen engeren Zuſammenſchluß der großen hannoverſchen
Genoſſen=
ſchaftsbanken: Vorſchußvereinsbank e. G. m. b. H. zu Hannover
Kredit=
bank e. G. m. b. H. zu Hannover und Gewerbebank e. G. m. b. H. zu
Hannover hinauslaufen. Am 31. Dezember 1931 betrugen die
Geſchäfts=
anteil=Guthaben dieſer drei Genoſſenſchaftsbanken zuſammen 2,46 Mill.
RM., die eingezahlten Kapitalien 243 Mill. RM. und die
Mitglieder=
zahl 4430. Das neue Inſtitut wird eine Bilanzſumme von etwa 30
Mill, RM. haben.
Mitglieder des bisherigen Generaldirektoriums. Gle:=2
prüft, ob der Verdacht ſtrafbarer Handlungen auch 99.”
ſonen begründet iſt.
Wie die Blätter erfahren, dürfte die öſterreichiſche *
Zeit ermäßigt werden, und zwar vermutlich von 10 0r.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 10. Novemlll)
Anze Feingold 108 ch 9 d — 86,7825 RM., für eit
demnach 41,9567 Pence — 2,79012 RM.
Die ſeit faſt 100 Jahren beſtehende Bank Drugrb.
lonsſur=Sadne hat ihre Schalter ſchließen müſſei. 2
lungseinſtellung eines anderen Bankinſtituts am dor
ein Run auf die Kaſſen der Bank ein, dem ſie nicht 2e
Der Auftragsbeſtand des amerikaniſchen Stahltryn h
einen weiteren Nückgang erfahren und ſtell einen Vhe.
Jahren dar. Am 31. Oktober betrug der Auftragseſtr
Tonnen gegen 3145000 Tonnen am 30. Setenlber 14
nen am 31. Auguſt.
11. November 1931
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 313 — Seite 13
9ats, astlnt erel!
Roman von
/ Ernſt Klein
jirlich! Vielleicht war es eine andere als auf dem
Dann wieder — — wer? Sie hat am Rondell auf
Er hat wieder gelacht, Ach, dieſes Lachen! Ich höre
ich werde es immer hören! Und auf einmal der
ſprang hin ohne zu überlegen, ſtolperte aber über
Mein Knie iſt heute noch geſchwollen. Und als ich
60 kam, war ſie fort. Der Revolver auf der Bank,
nauf. Ich wußte kaum, was ich tat. Und auf einmal
t: Stefano, Sie mußten glauben . . ."
nieg, und er legte den Arm um ihre Schultern.
er um ſeines Seelenheils willen nicht. „Ich habe
recht gehört, was Sie mir da zuriefen! Ich ſollte
in nichts geſtehen — nicht wahr? Das habe ich
nach=
tort. Ich habe keinem Menſchen, nicht einmal Lord
twas davon geſagt, daß die Frau dort auf Sala
h ſelbſt will ſie finden, ich will nicht, daß die Polizei
Angelegenheit miſcht. Es ſteht zu viel für mich auf
erden ſie finden! Ich habe den Revolver, der ihr
urwiſchen ſucht man Sie als den Mörder! Es iſt
Sie getan haben, Stefano! Wenn ich klar bei
eweſen wäre, hätte ich es nie zugelaſſen, daß Sie
holver wegnehmen, über die Mauer ſpringen und
Sie hätten es nie getan, wenn Sie nicht mich für
w gehalten hätten!“
che unbehaglich hin und her. „Das tue ich ja jetzt
purhr? Und übrigens habe ich einen Mordsſpaß bei
ſte gehabt.‟ Er erzählte ihr ſeine Flucht, ſchilderte
guizen Humor die Fahrt im Auto der Gendarmerie
ſhmmauf. „Geſtunken habe ich, Lilian! Ich habe mir
ſahn die Nähe kommen können! Aber jetzt bin ich da!
Määdel!”
mutt, daß Sie da ſind!” flüſterte ſie. „Aber eine
Entol. Was ſuchen Sie bei Sala?”
nn leider nicht darauf antworten, Lilian, denn es
mi Geheimnis. Da Sie nicht gerade auf den Kopf
ſaverden Sie ſich ſagen, daß ich ungefähr dasſelbe
wild in die Höhe, ſtieß ihn beinahe von ſich fort.
hit am Ende auch, daß ich Briefe an ihn geſchrieben
erſt recht nicht mein Geheimnis!” lachte er.
tt hielt vor Green Park.
21.
ticht ſehr ſchön — ſo ein rechter kaltnebliger
Lon=
ſtrag. Selbſt jetzt, zur Mittagspauſe, waren wenig
ak, auf deſſen Wieſen ſonſt Scharen von Kindern
ſah herumtreiben. Sie waren ſo gut wie allein auf
er Welt.
ſchrete zunächſt die weiteren Vorgänge. „Ich glaube
nicht, daß dieſer Kapitän Froſſart uns leichten Herzens ziehen
ließ. Aber was konnte er tun? Sonſt hätte er wenigſtens mich
ganz beſtimmt eingeſperrt. Wir fuhren alle zuſammen am
näch=
ſten Mittag nach Algier zurück. Dort hat Lord Crayton auch
die Leiche hinſchaffen und vorläufig beiſetzen laſſen, bis
irgend=
welche Dispoſitionen ſeitens der Familie kommen. Ich bin ihm
in Marſeille — das muß ich leider offen geſtehen —
durchgegan=
gen. Ich wollte auf jeden Fall nach London, ſo raſch wie
mög=
lich. Zum Glück hatte ich etwas Geld, das habe ich daran
ge=
wendet, um mich in Marſeille in den Aeroplan ſetzen zu können.
Von Paris nach London bin ich mit dem Schiff gekommen. So
weit hat meine Kaſſe nicht mehr gereicht.”
„Ich bin vor drei Tagen angekommen und habe mir zuerſt
den Arbeitsſchein von der Elektrizitätsgeſellſchaft beſchaffen
müſ=
ſen. Sonſt hätte ich gleich am erſten Morgen Herrn Sala den
Beſuch abgeſtattet. Wenn ich nur wüßte, wieviel die Polizei
weiß!‟ Er ſchob den Hut zurück und ſtrich ſich über das Haar.
„Auf jeden Fall müſſen wir raſch handeln. Gott hat Sie zur
rechten Zeit geſchickt, Lilian. Während der Eſel Pedro Ihnen
öffnete, kroch ich unter das Bett ſeines Herrn und entdeckte dort
einen kleinen Safe, der mir ganz danach ausſieht, als ob wir in
ihm finden, was wir ſuchen. Uebrigens nicht ſchwer aufzukriegen.”
„Ja, können Sie denn das auch?"
Er lachte. „Warum nicht? Heutzutage muß man verſiert
ſein, ſonſt kommt man nicht weiter. Wenn ich das beſchaffe, was
mein Auftraggeber ſucht, verdiene ich ſo viel Geld, wie ich es ſchon
lange nicht beiſammen geſehen habe.”
Sie riß ihn am Arm zurück. „Sie machen ſich wieder
ſchlech=
ter als Sie ſind. Ich glaube Ihnen dieſes Gerede einfach nicht!
Sagen Sie mir, wer ſind Sie eigentlich?"
„Intereſſiert Sie das ſo ſehr?”
Ihre Augen, groß und feierlich auf einmal, leuchteten. „Ja!”
„Mädel — ich — —” ſtammelte er. Riß ſich wieder
zu=
ſammen. Das übermütige Jungensgeſicht kam zum Vorſchein. „Sie
müſſen mir heute abend helfen! Sie werden mir den guten Pedro
aus dem Hauſe locken.”
Sie zog die Naſe kraus. „Ich habe eine beſſere Idee. Ich
werde mich heute von Heren Pedro zu einem Souper à deur
einladen laſſen und meine ſämtlichen dämoniſchen
Verführungs=
künſte in Bewegung ſetzen, um ihn blind und taub für alle
Vor=
gänge im Hauſe zu machen.”
Stefano gab ſein Mißvergnügen über dieſe beſſere Idee
durch heftiges Schnauben kund. „Und wenn Senor Pedro
zu dringlich wird, und ich als Retter der bedrohten Tugend.
erſcheinen muß?”
„Die bedrohte Tugend kann ſich ſchon allein verteidigen und
iſt nicht auf die Hilfe ſo unmoraliſcher Subjekte angewieſen, wie
Sie zu ſein ſcheinen, mein Herr. Ich werde mich für 9 Uhr zu
ihm einladen. Paßt Ihnen die Zeit?”
Er war noch immer nicht begeiſtert. „Erſtens iſt das zu
früh. Zweitens muß ich doch im Hauſe ſein, wenn Sie kommen.
I. Hbg. 3187
„Trotz Sorgen
sorgenlos leben‟
das ist nach Hilty die Lebenskunst, zu der jeder sich
erziehen kann. Sollte ein geschontes Herz, sollten ruhige
Nerten, gesunder tiefer Schlef und körperliches
Wohl-
befinden diese geistige Haltung nicht sehr erleichtern?
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Ich traue Monſieur Pedro nicht über den Weg, und vor
allem".
Sie lachte. Sie war wieder die alte Lilian von früher, voll
Leben, Mut und Uebermut. „Stefano, Sie haben entſchieden
Anlgae zur Eiferſucht. Eiferſucht iſt eine Leidenſchaft, die die
Frauen bösartig und die Männer lächerlich macht. Vor allem,
wer gibt Ihnen ein Recht, auf mich eiferſüchtig zu ſein?”
„Das iſt die blödſinnigſte Frage, die ich je in meinem Leben
zu hören bekommen habe!” gab er kaltblütig zur Antwort, ſah
ſich nach allen Seiten vorſichtig um, ſtellte feſt, daß kein Menſch
weit und breit zu ſehen war, packte ſie am Kinn und küßte
ſie mitten auf den Mund. „Da”, ſagte er triumphierend, „jetzt
habe ich das Recht verbrieft und verſiegelt!”
22
Zuerſt ſah es aus, als wollte ſie ihm mit Händen und Füßen
zugleich ins Geſicht ſpringen. Sie war ſprachlos vor Staunen,
doch ehe ſie ſich faſſen konnte, nahm er ſie zum zweitenmal beim
Kopf und küßte ſie noch gründlicher als vorher.
„Doppelt hält beſſer, ſagt man in meinem Vaterland”
er=
klärte er ſchamlos, als er ſie losließ. „Und damit du
voll=
ſtändig über meinen Seelenzuſtand orientiert biſt, teile ich dir
mit, daß ich bereit bin, den Boden zu küſſen, auf dem du ſtehſt!
Ich liebe dich, Lilian!”
„Ich glaube kein Wort davon!” ſagte ſie. „Sie wollen eine
Liebſchaft mit mir anfangen, und dafür bin ich zu gut. Wenn
ich auch nichts weiter bin als eine Kammerzofe, arm .
„Quatſch!” ſagte Herr Stefano höchſt ungalant und
un=
elegant. „Ich habe nichts anderes geſagt, als daß ich dich liebe!
Das ganze Wort mit großen Buchſtaben geſchrieben, verſtehſt du?
Ich bin zwar ein Kerl, der nicht viel wert iſt.
„Daß weiß ich!”
(Fortſetzung folgt.)
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Seite 1 — Nr. 513
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ca. 145 cm breit, der Stoff
für den bevorzugten
Sport-
mantel . . .. . . Meter W.
Tweed-Mou
ca. 130 cm breit, besonders
geeignet für Kostüme inden
mod. Farben vorrätig Meter O
Diagonal-Bouf
ca. 95 cm breit, für fesche /
Sportl. Kleider. besonders
dauerhafte Oualität, Meter O
ROEDERsche LEIHBIBLIOTHEK
Lesemappen
Moderne Romane
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Schallplatten
Grafenstr. 24 Tel. 2512. Prospekte fordem
Eintritt 30 Pfg., unbemittelte Mitglieder holen ſich Freikarten
bei den Vorſtandsmitgliedern.
Clriſtlich=ſozialer Volksdienſt
(Evangeliſche Bewegung)
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Abholen und Bringen koſtenlos.
Beſchäftigungs=Verein e. B.!
Blinden. Darmſtadt, Karlsſtraße 21.