Darmstädter Tagblatt 1931


08. November 1931

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Einzelnummer 15 Pfeunige

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Tat
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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ar aligem Erſchelnen vom 1. November

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(Bgeholl 2.25 Reichsmark, durch die
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 310
Sonntag, den 8. November 1931. 194. Jahrgang

27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſtadt 25 Reichteis
FinanzAnzeigen 40 Reſchspfg. Rellamezelle (92 mm
breit/2 Reichemark. Anzeigen von auswärte 40 Reſchepfg.
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zelle
3.00 Reſchsmart Alle preiſe in Reichsmark
ſt Doſſar 420 Marß). Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strelk nſw., erliſcht
ſede Verpflſchtung auf Erfüllung der Anzelgen=
auſträge
und Lelſtung von Schadenerſatz. Bei
Konſurs oder gerichtlicher Beltreibung fällt jeder
Rabatt weg. Banffonte Deutſche Banl und Darm=
ſtädter
und Natzionalbanl.

Die Pariſer Geſpräche.
der Privakgläubiger auf Deutſchland. Keine Zuſagen der Reichsregiernng an die Franzoſen.
ufche Kanſtrukkionen New Yorker Gläubiger für die Rückzahlung der ſtillgehaltenen Kredike.

Kein Borkſchrikk.

Die zweite Unkerredung.

unſerer Berliner Schriftleitung.
um Beſuche des deutſchen Botſchafters in Paris bei
Flandin ſcheinen die Ausſprache über die Reviſion
Atonen nicht weſentlich gefördert zu haben. Jeden=
Mur amtlicher Berliner Stelle verſichert, daß die Lage
Die gleiche ſei. Ganz entſchieden wird beſtritten,
trche Regierung den franzöſiſchen Forderungen nach=
Es ſcheint alſo, daß der Kampf um die deutſche
ſteider Priorität der Privatſchulden und um die Voll=
Sonderausſchuſſes mit der gleichen Zähigkeit weiter=
den
beginnt man ſich aber ganz auffällig im Lager
i- Deutſchlands zu regen. Während die Diplomatie
uen Staaten und Englands den franzöſiſchen Stand=
ſtatzt
, ſind die New Yorker Bankiers anſcheinend nicht
Rückzahlung ihrer Guthaben hinter die deutſchen
Zahlungen zurückzuſtellen. Sie wehren ſich gegen eine
+eiligung und verlangen Sicherheiten, daß ſie nicht
tyen. Auch die holländiſchen Bankiers haben bereits
Segeben, daß ſie nach Deutſchland keinen Pfennig
ei. würden, wenn ſie nicht Gewähr dafür hätten, daß
Reparationsſchulden nicht abhängig ſind. Die New
tanzleute gehen ſogar noch weiter und verlangen
eeruar eine Rückzahlung von 1020 Prozent der
Ime tillhalte=Abkommen erfaßten Verpflichtungen
Miig, deren Unerfüllbarkeit auch für ſie feſtſtehen
Au daß wir nicht imſtande ſind, innerhalb weniger
4Kt wieder eine Milliarde Gold abzuſtoßen, darüber
4i zu verlieren. Hat doch ſogar Amerika eine Still=
Paris für notwendig gehalten.
e Denkbar, daß die amerikaniſchen Bankiers nur ihre
UKmnelden und eine einſeitige Politiſierung des gan=
Rru eſpräches verhindern wollen. Es iſt aber ebenſogut
1ſ5 ſie lediglich beabſichtigen, auf Deutſchland einen
elülben und von uns beſtimmte Angebote herauszu=
Rurt über das hinausgehen, was die Reichsregierung
Mieerer finanziellen Lage verſprechen kann. Eine ge=
ich
einlichkeit ſpricht für die zweite Möglichkeit, weil
MiN w York nichtamtliche deutſche Vorſchläge herum=
Adiar, die an die Verlängerung des Stillhalte= Abkom=
ie
Zuſatzgarantie des Reiches für die Mobiliſierung
Aoen Schulden knüpfen wollen. Ein ſehr gefährlicher
ar Harauf hinauslaufen würde, auch die Privatſchul=
Meaßen zu politiſieren und das Reich haftbar zu
ſeden Zehnmarkſchein, den ein Ausländer irgend=
gen
geliehen hat. Eine unmögliche Konſequenz der
onen keine deutſche Regierung zuſtimmen kann
Art der Erörterung iſt jedenfalls kennzeichnend
eia die Dinge noch durcheinandergehen und wie hart
er aufeinanderplatzen werden, wenn durch eine nur
iche Verſtändigung über den offiziellen Start der
Wei Verhandlungen die Vorbedingungen für eine ſach=
Manderſetzung gegeben ſind.
Huiche der amerikaniſchen Gläubiger.
WTB. New York, 7. November.
dan Stillhalteabkommen für deutſche Kredite beteilig=
DAüben ſich in neuen Beſprechungen nicht nur mit den
Heſchäftigt, die Ende Februar 1932 fällig werden,
mit Krediten, deren Fälligkeitstermin erſt nach Ab=
halteakkommens
liegt. Nach Informationen, die
Imes und Herald Tribune aus Finanzkreiſen er=
werden
die New Yorker Banken verlangen, daß
bis 25 Prozent der fälligen Kredite zurückzahlen
mſo mehr, als Oeſterreich 15 Prozent der ihm ge=
Ske zurückzahlen wird. Man glaubt, daß die neuen
über die Stillhaltung längere Zeit beanſpruchen

Amerikaniſche Meinungen.

TU. New York, 7. November.
Nach der Wiedergabe amerikaniſcher Auſichten zu dem
heu Kabinett meldet der Waſhingtoner Korreſpon=
mes
, daß die amerikaniſche Politik ſich mit ihrer
L abgefunden habe, die ſchon bei den Hoover=Laval=
Sndt zum Ausdruck kam. Laval habe in ſeinen Unter=
er
in Waſhington allerdings nicht mit Hoover
2 Offen ſeiner Abſicht Ausdruck gegeben, ſich von
ie Zuſicherung geben zu laſſen, daß es alle Be=
Aenderung des Friedensvertrages von Verſailles
De Frage des polniſchen Korridors in einer be=
Dahl von Jahren nicht anrühren werde. Diejenigen
Nenen der Inhalt und die Natur dieſer Unterhal=
Weworden ſei, hegten die ernſteſten Beſorgniſſe für
Sie ſeien zu Necht oder zu Unrecht darauf
Trautreich das Anſehen der Brüningregierung beim
4 üuntergraben wolle, was ernſte Folgen haben
e Iedenfalls, daß Amerika keine weiteren Schritte
Stinlichen Gebiet tun werde. Das Hooverjahr werde
Der Neiben und Amerika werden keinen Beitrag
Mipß des Weltfriedens in Form einer öffentlichen
E Dot Verantwortlichkeiten inehr liefern. Europa
Verikaniſche Hilfe einen Weg aus ſeinen Noten
Neichts der mancherlei Schlwierigkeiten, mit denen
anppien habe und die ihm die Hände bänden, wachſe
Sepeutung der engliſchen Politik und alles hänge
L In und der Fähigkeit des engliſchen Kabinetts ab.
Mrläit zu leiten habe.

PU. Paris, 7. November.
Wie von zuſtändiger Seite mitgeteilt wird, hat es ſich in der
zweiten Unterredung des deutſchen Botſchafters mit den franzöſi=
ſchen
Miniſtern in erſter Linie um die Frage der Erweiterung
der Vollmachten und Befugniſſe des Youngausſchuſſes zur Unter=
ſuchung
der deutſchen Zahlungsfähigkeit gehandelt. Die in der
franzöſiſchen Preſſe verbreiteten Gerüchte, daß der deutſche Bot=
ſchafter
ſich in ſeinen Beſprechungen mit Laval und Flandin be=
müht
habe, ein Junctim zwiſchen der Stillhaltefrage und der
deutſchen Reparationsfrage herzuſtellen, ſeien vollkommen unbe=
gründet
. Ein deutſcher Schritt in der Richtung einer derartigen
Verbindung habe nicht ſtattgefunden. Im übrigen verharre Frank=
reich
auf dem Standpunkt, daß ſich die Unterſuchung der deutſchen
Zahlungsfähigkeit in dem vom Youngplan vorgeſehenen Rahmen
bewegen müſſe, und daß die Vollmachten des Ausſchuſſes nicht auf
die ungeſchützten Tributzahlungen und die deutſchen Privatſchul=
den
gegenüber dem Ausland ausgedehnt werden könnten.
Grandi nach 2. 5. A. abgereift.
EP. Rom, 7. November.
Zu der heutigen Amerikareiſe des Außenminiſters Grandi
ſchreibt das Giornale d’Italia u. a.: Die Verhandlungsgegen=
ſtände
ſind durch den Ernſt und die Tragweite der politiſchen und
wirtſchaftlichen Weltlage gegeben, die die Regierungen aller Groß=
mächte
zur Verantwortung und zur Tat auffordern. Die italieniſche
Politik beſteht vor allem auf der Behandlung der Abrüſtungsfrage
und der vom Krieg herrührenden Finanzverpflichtungen der
Staaten. Dabei iſt der italieniſche Standpunkt bekannt.
Der Corriere della Sera ſchreibt, die italieniſche Oeffentlich=
keit
erwarte von dieſer Reiſe keine Wunder. Die unmittelbare
Löſung der aktuellen Probleme nach beſtimmten und endgültigen
Formeln bilde nicht das Ziel des Beſuchs. Indeſſen könnte durch
den Beſuch die Löſung nähergerückt werden. Sicherlich werde dieſe
nur nach den allgemeinen Richtlinien des Planes Muſſolinis mög=
lich
ſein, zu denen die Macht der Ereigniſſe die Regierungen aller
Länder immer wieder hinführten.
Nakionalraf der Korporakionen.
Zu der am Montag unter dem Vorſitz Muſſolinis in Rom be=
ginnenden
Tagung des Nationalrates der Korporationen ſind von
der italieniſchen Regierung erſtmals Vertreter der im Ausland
beſtehenden Wirtſchaftsräte eingeladen worden. Als Delegierter
des Reichswirtſchaftsrates wird Max Cohen=Reuß erwartet nebſt
einigen Delegierten aus anderen Ländern. Dieſe werden bei dieſer
Gelegenheit einen Meinungsaustauſch haben über den auf den Vor=
ſchlag
des Miniſters Bottai gefaßten Beſchluß der Völkerbunds=
verſammlung
für eine direkte Vertretung der nationalen Wirt=
ſchaftsräte
im Völkerbund.
Molokow über die Lage Sowjetrußlands.
TU. Moskau, 7. November.
Am Freitag abend hielt der Vorſitzende des Rates der Volks=
kommiſſare
der Sowjetunion, Molotow, eine große Rede über die
politiſche und wirtſchaftliche Lage der Sowjetunion. Molotow
erklärte, daß die Regierung der Sowjetunion an der Bewahrung
der Friedens in Europa und in Aſien intereſſiert ſei. Die ruſſiſche
Regierung habe wiederholt Schritte getan, um den Frieden zu
feſtigen, und zwar durch Nichtangriffsverträge. Aber dieſe Ver=
ſuche
hätten bisher keine großen Erfolge gezeitigt. Die Sowjet=
regierung
wolle ſich durch dieſe Verträge vor neuen Kriegen
ſichern und wolle alle Streitfragen freundſchaftlich ſchlichten. Sie
nehme von den Vorſchlägen des polniſchen Außenminiſters Zaleſki
über den Abſchluß eines ruſſiſch=polniſchen Nichtangriffspaktes
Kenntnis und hoffe, daß die polniſche Regierung bereit ſein
werde, die Verhandlungen darüber mit Rußland bald wieder auf=
zunehmen
. Zu den ruſſiſch=franzöſiſchen Nichtangriffsverhand=
lungen
erklärte Molotow, der ruſſiſch=franzöſiſche Vertrag ſei im
September paraphiert worden, doch ſeien noch weitere Verhand=
lungen
im Gange. Die ruſſiſche Regierung ſei bereit, auch mit
anderen Ländern ſolche Verträge abzuſchließen. Ueber die wirt=
ſchaftliche
Lage der Sowjetunion ſagte Molotow, die ruſſiſche Re=
gierung
könne jetzt behaupten, daß der Fünfjahresplan gelungen
ſei. Die Landwirtſchaft ſei gefördert und neue Möglichkeiten
der Induſtrialiſierung der Sowjetunion ſeien geſchaffen worden.
Trotzdem gebe es noch gewiſſe Schwierigkeiten in der Belieferung
der Bevölkerung mit Lebensmitteln, die bis jetzt noch nicht be=
hoben
ſeien, ebenſo wie gewiſſe andere Schwierigkeiten, an deren
Beſeitigung die Regierung arbeite.
Oberſt Slawek über die polniſchen Heeresausgaben.
Warſchau, 7. November.

Die allgemeine Ausſprache über den von der Regierung ein=
gebrachten
Haushaltsplan 1932/33 begann heute morgen. Einlei=
tend
ſtellte der Obmann des Regierungsblocks, der ehemalige
Miniſterpräſident Oberſt Slawek, in einer grundſätzlichen Erklä=
rung
feſt, daß im Gegenſatz zu den anderen Budgetpoſten die Lan=
desverteidungsausgaben
nicht herabgeſetzt worden ſind. Er lobte
die in dieſer Maßnahme enthältene Umſicht, der eine richtige Ein=
ſchätzung
der Weltlage zugrunde liege. Polen ſo erklärte Sla=
wek
ſei zur Aufrechterhaltung ſeiner Verteidigungsbereitſchaft
gezwungen, ſolange verſchiedene Staaten, die mit ihren eigenen
Sorgen nicht fertig werden könnten, die von unverantwortlichen /
Kräften und Organiſationen gegen die feſtgeſetzten Grenzen der
Nachbarn gerichtete Aktionen duldeten oder offen unterſtützten.
Die Erklärung Slaweks wuroe ron der Mehrheit mit großem

Beifall aufgenommen.

Die Woche.
Alsbald nach der Rückkehr Herrn Lavals aus Amerika haben
die erſten Vorbeſprechungen zwiſchen Frankreich und dem Deut=
ſchen
Reich über die allbekannten brennenden Probleme begon=
nen
. Von welcher Bedeutung das Endergebnis der kommenden
Verhandlungen nicht nur für uns, ſondern bei der Verflechtung
der wirtſchaftlichen Intereſſen, insbeſondere auch für alle anderen
europäiſchen Völker ſein wird, braucht wohl kaum nochmals er=
örtert
zu werden. Um aber die Möglichkeiten einigermaßen ab=
zuſchätzen
, muß man ſich vergegenwärtigen, daß es nunmehr ein=
wandfrei
feſtſtehen dürfte, daß Herr Hoover dem franzöſiſchen
Miniſterpräſidenten zunächſt freie Hand gelaſſen hat. Der
Präſident der Vereinigten Staaten möchte ſich unter keinen
Umſtänden in eine Führerrolle hineindrängen laſſen bei einer
Politik, die unter Umſtänden auf eine Annullierung der Repa=
rationen
und der interalliierten Schulden hinaus=
laufen
könnte. Infolgedeſſen ſchiebt er die Initiative bei der
Ordnung dieſer Dinge und alles deſſen, was damit zuſammen=
hängt
, Frankreich zu. Dieſe Taktik iſt vom amerikaniſchen Stand=
punkt
aus geſehen gar nicht einmal ſo ganz unverſtändlich. Aber
wir dürfen uns natürlich nicht verhehlen, daß durch ſie die Aus=
ſichten
auf eine wirkliche Löſung ſtark verringert worden ſind.
Wir kennen die Franzoſen nur zu gut, um nicht befürchten zu
müſſen, daß ſie die ganze Macht, über die ſie im Augenblick ver=
fügen
, einſetzen werden, um die politiſche Konjunktur auszu=
nutzen
, daß ſie den Verſuch machen werden, die ſich lockernden
Ketten von Verſailles von neuem feſter zu ziehen. Wie ſchwierig
und unerfreulich die kommenden deutſch=franzöſiſchen Verhand=
lungen
vorausſichtlich werden, beweiſen ſchon die Kommentare
der franzöſiſchen Preſſe zu dem ſelbſtverſtändlichen Verlangen
der Reichsregierung, daß ſich die Erörterungen nicht nur auf die
reine Reparationsfrage beſchränken, ſondern auch den Geſamt=
komplex
der deutſchen Verſchuldung und der ſich daraus ergeben=
den
deutſchen Zahlungsfähigkeit umfaſſen ſollen. Wieder hört
man das alte Lied von dem durch den fremden Eroberer miß=
handelten
Frankreich, deſſen gutes Recht es ſei die Koſten des
Wiederaufbaues vom Zerſtörer anzufordern. Dabei haben wir
nach unſerer eigenen ſehr gründlichen Rechnung an Reparationen
bereits einige fünfzig Milliarden gezahlt. Nach ſehr niedriger
gegneriſcher Schätzung aber immerhin rund 36 Milliarden, von
denen die Franzoſen 18 Milliarden erhalten
haben. Die geſamten Koſten aber für den Wie=
deraufbau
des zerſtörten Kriegsgebiets in
Nordfrankreich ſind von den Franzoſen ſelbſt
ſeiner Zeit auf nur etwas über 16 Milliarden
geſchätzt worden! Es iſt notwendig, an dieſe Zahlen von
Zeit zu Zeit zu erinnern, auch wenn wir uns natürlich ſagen müſſen,
daß eine immer erneute Feſtſtellung dieſer Ungeheuerlichkeiten
nichts daran ändern wird, daß die Franzoſen auch jetzt wieder
verſuchen werden, aus dem deutſchen Volke herauszupreſſen, was
nur irgend möglich iſt. Auch in Frankreich wird man ja aller=
dings
allmählich wiſſen, daß das deutſche Volk am Ende ſeiner
Zahlungsfähigkeit angelangt iſt. Aber umſo mehr müſſen wir
mit politiſchen Erpreſſungsverſuchen rechnen, die uns im Som=
mer
bereits von weitem angedeutet wurden. Da es ſich hierbei
um Dinge handelt, die ſchlechterdings für jede deutſche Regie=
rung
untragbar ſein würden, ergibt ſich ohne weiteres der ganze
Eruſt der kommenden Wochen und Monate.
Eine ſchwere Zeit außenpolitiſchen Exiſtenzkampfes zieht
herauf, die wir nur durchhalten können, wenn wir uns auch
innerpolitiſch entſprechend einſtellen. Man ſpricht bei uns ſehr
viel von nationaler Oppoſition, aber die Parteien, die immer
von ihr ſprechen, müßten in ganz anderem Maße als bisher
ihre nationale Aufgabe erfüllen. Eine nationale Oppoſition muß
der Regierung, wenn ſie die Intereſſen der Nation nach außen
hin vertritt, den Rücken ſtärken. Sie kann und ſoll ihre For=
derungen
anmelden, ſie immer wieder unterſtreichen, aber ſie darf
die Regierung nicht dadurch ſchwächen, daß ſie ihr in den Rücken
fällt. Es iſt weiß Gott jetzt nicht mehr an der Zeit, über markiſtiſche
Verſeuchung der Reichsregierung zu ſchelten. Wenn die Regie=
rung
Brüning in den Verhandlungen der nächſten Wochen ge=
zwungen
iſt, die Lebensintereſſen des deutſchen Volkes nach
außen hin zu verteidigen, muß jeder Deutſche dieſes Beginnen
nach Kräften unterſtützen, auch wenn er innerpolitiſch vielleicht
noch ſo ſehr anderer Meinung iſt. Wir verkennen die Notwen=
digkeit
und die Bedeutung der noch bevorſtehenden innerpoli=
tiſchen
Auseinanderſetzungen gewiß nicht, aber es wäre ein Ver=
hängnis
, wenn dieſe innerpolitiſchen Auseinanderſetzungen das
endliche Zuſtandekommen einer geſchloſſenen außenpolitiſchen
Front verhindern würden.
Daß klare innerpolitiſche Frontſtellungen bei unſerer partei=
politiſchen
Zerriſſenheit offenbar nicht immer ganz leicht zu be=
ziehen
ſind, zeigt der diesmalige heſſiſche Wahlkampf. Dabei
liegen bei uns die Dinge doch noch verhältnismäßig einfach. In
Heſſen regiert ſeit dem Jahre 1919 die Weimarer Koalition, der
die Parteien rechts vom Zentrum, Deutſche Volkspartei, Land=
bund
, Deutſchnationale und ſeit dem Parteiwechſel des Abgeord=
neten
Werner auch die Nationalſozialiſtiſche Partei in mehr oder
weniger geſchloſſener Oppoſitionsfront gegenüber ſtanden. Rein
ſachlich wäre alſo die Frontſtellung ohne weiteres gegeben: Hie
Weimarer Koalition! Hie Oppoſition der Rechten! Das wäre
auch eine Frontſtellung, die von der heſſiſchen Bevölkerung ohne
weiteres verſtanden würde, denn die eigentliche Bedeutung dieſes
Wahlkampfes liegt doch darin, ob die bisherige ſichere Mehrheit
der Weimarer Koalition im heſſiſchen Landtag beſeitigt werden
kann oder nicht. Daß keine der Parteien, die zur heſſiſchen Re=
gierung
in Oppoſition ſtehen, für ſich allein imſtande ſein wird,
die Mehrheit der bisherigen Regierungskoalition zu brechen und
eine abſolute Mehrheit zu erzielen, dürfte ohne weiteres feſt=
ſtehen
. Im heſſiſchen Landtag ſitzen 70 Abgeordnete, von denen
ſich bisher 42 zur Weimarer Koalition zählten. Daß dieſe Zahl unter
keinen Umſtänden wieder erreicht wiro, iſt ſicher, wobei man gar
nicht einmal an die allgemeine Mißſtimmung zu denken braucht,
welche die Regierungsmaßnahmen des letzten Jahres im Lande
mit Recht erregt haben. Zur abſoluten Mehrheit im heſſiſchen
Landtag gehören aber 36 Mandate. Wenn man die Wahlziffern
der letzten Reichstagswahl vom September 1930 zugrunde legt,
würden 13 auf die Nationalſozialiſtiſche Partei entfallen. Auch
der optimiſtiſchſte Nationalſozialiſt wied nicht damit rechnen, daß
ſich die Anhängerzahl ſeiner Partei in dieſem letzten Jahr nicht
nur verdoppelt, ſondern faſt verdreifacht hat. Auch für die Zu=

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Seite 2 Nr. 310

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 8. Novembes

kunft muß man in Heſſen mit einer Koalitionsregierung rechnen,
und die Wahlen werden nur darüber zu entſcheiden haben, wie
dieſe Koalition in Zukunft ausſieht. Trotzdem denkt man im
heſſiſchen Wahlkampf ſcheinbar ſehr wenig an ſeinen Sinn, ſondern
der Kampf aller gegen alle iſt entbrannt. Zentrum und Sozial=
demokraten
kämpfen für ſich allein, die Demokratiſche Partei hat
ſich in Staatspartei und Radikaldemokraten geſpalten, und die
Parteien der rechten Oppoſition bekämpfen ſich erbittert unter=
einander
, ohne daß man ſich offenbar darüber viel Gedanken
macht, daß man durch dieſe gegenſeitige Bekämpfung doch nur
das gemeinſame Ziel, die Brechung der bisherigen Mehrheit, ge=
fährdet
. Es wäre ſehr viel im heſſiſchen Wahlkampf über
heſſiſche Angelegenheiten zu ſagen, über die Kulturpolitik der
heſſiſchen Regierung, ihre Beamtenpolitik, ihre Steuerpolitik.
Aber man ſpricht lieber über die großen Fragen der Reichs=
politik
und wie die verſchiedenen Parteien im Reichstag zu ihr
ſtehen. Sie ſind ſicherlich unendlich viel wichtiger wie die ver=
hältnismäßig
kleinen Fragen der heſſiſchen Landespolitik. Aber der
heſſiſche Landtag hat nun einmal nur über dieſe letzteren zu ent=
ſcheiden
, und ſo ſollten dieſe auch bei den Wahlen zum heſſiſchen
Landtag die allein entſcheidende Rolle ſpielen. Ein Wahlkampf
von noch nie dageweſener Heftigkeit iſt entbrannt. Aber auch er
wird vorübergehen. Wir wollen es auch in dieſen erregten
Tagen nicht vergeſſen: nicht Selbſtzweck iſt der Kampf der Par=
teien
, ſondern am Ende ſteht die Notwendigkeit gemeinſamer
Arbeit zum Wohle unſeres Heſſenlandes.
M.

Neue Männer in Downingſtreet.
EP. London, 7. November.
Das neue engliſche Kabinett wird am Montag zum erſtenmal
zuſammentreten, um die am Dienstag bei der Eröffnung des
Parlamentes zur Verleſung kommende Thronrede durchzuberaten.
Am Vormittag werden ſich die neuernannten Miniſter in den
Buckingham=Palaſt begeben, um dort dem alten Brauch gemäß
dem König die Hand zu küſſen und ihre Amtsſiegel in Empfang

Walther Runciman.
Handelsminiſter.

Lord Hailsham,
Kriegsminiſter.

zu nehmen. Miniſterpräſident Macdonald wird am Montagmor=
gen
wieder in London eintreffen. Nach dem Kabinettsrat wird
die Thronrede dem König zur Unterzeichnung vorgelegt.
Dominionsminiſter Thomas ſprach am Freitagabend über die
aus den Wahlen zu ziehenden Lehren. Er betonte vornehmlich
die Notwendigkeit einer Ausgleichung der Handelsbilanz. Hier=
zu
habe die Regierung von dem Volke ein Mandat erhalten.
Thomas bezeichnete es als wünſchenswert, mit den Dominions
und den Kolonien zu Vereinbarungen zu gelangen, wonach die
dortigen Rohmaterialien gegen engliſche Fertig=
fabrikate
ausgetauſcht werden ſollen. Die Herbeifüh=
rung
des engeren Zuſammenſchluſſes aller Glieder des britiſchen
Weltreiches ſei ein zweites Mandat, das die Wähler der Regie=
rung
erteilt hätten. Der neue Kriegsminiſter Lord Hails=
ham
, der in Eaſtburne ſprach, warnte die Regierung, nicht zu
einem Debattierklub zu werden, in dem jeder ſeine alten fixen
Ideen vertrete. Nur bei gegenſeitiger Duldung und Unvorein=
genommenheit
könne eine Löſung aus der ſchwierigen Lage ge=
funden
werden. Sehr bezeichnend ſind auch Aeußerungen des
neuen Handelsminiſters Sir Walter Runciman. Dieſer er=
klärte
Journaliſten gegenüber, daß die däniſchen Exporteure nicht
zu hohe engliſche Einfuhrzölle einer zeitweiligen Einfuhrbeſchrän=
kung
vorzögen. Dieſe Tatſache werde er nicht verkennen.
Lordpräſident Baldwin wird demnächſt in das bisher ſtets von
dem Schatzkanzler bewohnte Haus in der Downing Street über=
ſiedeln
, das ſich neben der Amtswohnung des Miniſterpräſidenten
befindet und mit dieſem durch einen Korridor verbunden iſt. Die
beiden Miniſter können auf dieſe Weiſe ſich gegenſeitig beſuchen,
ohne von Neugierigen beobachtet zu werden.

Der Mozark=Berein

hat mit ſeiner geſtrigen Veranſtaltung im Städtiſchen Saalbau
ſeinen Mitgliedern und Freunden ein Feſt geboten, das trotz Zeit=
not
und verſtändlicher Feier=Unluſt volles Verſtändnis fand, weil
die Leitung es wiederum verſtand, zu geben und im Geben zu
empfangen. In bunter Reihe wurden gegeben Kunſt und
Humor, Lebensfreude, die wir alle nötig haben.
Profeſſor Eugen Köſer fand in ſeinem Vorſpruch den
Herbert Görner ſehr fein ſprach das rechte Wort der Zeit:
Es floh der Sommer, der uns bräunte,
Mit Sorgen zog der Herbſt ins Land,
Es blieb uns nur der Bund der Freunde,
Der Mozart heißt hier kurzerhand.
Der wird die Nöte überwinden
Und durch den Wuſt der Zeiten ſchreiten
Und ſich bei der Deviſe finden:
Klein, fein und beſcheiden.
Einſt perlte edler Wein im Glaſe.
Und Pfropfen ſprangen in die Luft,
Von Tunnel her berührt die Naſe
Des leckren Schmauſes feiner Duft.
Heut muß vielleicht ein einzig Fläſchchen
Sein Naß in fünf, ſechs Kehlen leiten
Und Atzung birgt verſteckt im Täſchchen.
Klein, fein und beſcheiden.
Bei unſren Feſten, unſren Bällen,
Wie lächelte Frau Muſika.
Zwei ganze Regimentskapellen
War’n oft mit ihren Meiſtern da.
Vorbei iſt es mit dieſem Glanze,
Man ſpart an Blech und Holz und Saiten
Denn ein Orcheſter ſpielt zum Tanze
Klein, fein und beſcheiden.
Einſt war die Pracht der Tailetten
Im Mozartbunde ſtadtbekannt.
Heut’ flieht man teure Modeſtätten,
Man ſpart an Spitze, Stoff und Band.
Doch auch trotz knapperer Verpaſſung,
Die Frauen bleiben wie vor Zeiten,
Juwelen noch, nur iſt die Faſſung
Klein, fein und beſcheiden.
Der Mozart ſei auch heut ein Retter
Für alle, die des Frohſinns bar.
Er ſtellet wieder auf die Bretter
Euch eine edle Künſtlerſchar.
Sie müh’n ſich alle ehrlich heute
Des Frohſinns Fülle zu verbreiten,
Daß keiner ſag: Es war die Freude
Klein, fein und beſche den.

Weiterer Vormarſch der Japaner.
TU. Moskau, 7. November.
Nach einer amtlichen ruſſiſchen Meldung ſetzen die Japaner
ihren Vormarſch auf Tſitſikar fort. Die chineſiſchen Truppen
leiſten, wie mitgeteilt wird, heftigen Widerſtand. General Maa
rklärte, daß die Japaner ſich auf dem Wege MergenTſitſikar
befinden und verſuchen, längs des Nonnifluſſes vorzurücken. Die
Lage des Generals wird als ſehr ſchwierig bezeichnet, da ſich im
Rücken ſeiner Truppen chineſiſche, von Japanern unterſtützte Trup
pen befänden.

Kanae
rousk

Karte der Mandſchurei.
Neue Mahnung Briands an China und Japan.
TU. Genf, 7. November.
Das Völkerbundsſekretariat veröffentlichte am Samstag ein
Telegramm, das Briand an die japaniſche und die
chineſiſche Regierung geſchickt hat. Darin erinnert er
beide Regierungen an die Verpflichtungen, die ſie am 30. Sep=
tember
auf ſich genommen haben und ſpricht die Meinung aus,
daß es, um die Verpflichtungen zu erfüllen, notwendig ſei, den
Truppen Anweiſungen zu geben, weitere blutige Zuſammenſtöße
zu vermeiden. Neue ernſte Vorfälle würden die Bemühungen
des Rates für die friedliche Regelung des Streitfalles noch
ſchwieriger machen.
Kaſchmir vor ſchweren Unruhen.

Kabul
PHGANISTANN

Multen

Delht
Lech

aunpür
BBarode Jaipur
Jagpur
Bombey


Zenares

der erſte Präſidenk der ſpaniſchen Repubnt
EP. Madrid, 7. Norxy
Nachdem die Cortes die Verfaſſungsartikel über m
und die Funktionen des Präſidenten der Republik ang.
haben, hielt es die Regierung für angebracht, zu den
turen für das höchſte Amt in der jungen ſpaniſchen
Stellung zu nehmen. Nach längerer Beratung und umu
Verhandlungen mit den für dieſes Amt evtl. in Frage
den Perſönlichkeiten, entſchloß ſich die Regierung A=
Kandidatur des erſten Miniſterpräſidenten der Republ
Zamoras offiziell zu ſtellen und zu unterſtützen. Diet
datur wäre noch vor etwa einem Monat, vor den Cxp
tungen über die Verfaſſungsartikel, etwas ſo Selbſtverſſ.
geweſen, daß lange Erörterungen gar nicht nötig
wären. Der Rücktritt Zamoras von dem Amt des
präſidenten, hervorgerufen durch die radikalen Links=
welche
in den Verfaſſungsartikeln, insbeſondere in
gionsfragen, Eingang fanden, ſeine Ankündigung, er wan
ſionsanträge einbringen, ſeine ſcharfen Reden gegen
des Hauſes, haben ihm die Feindſchaft eines Teiles die
eingebracht und ſeine Ausſichten ſtark vermindert. W
bereits an andere Männer; ſehr viel genannt wurde d=
miniſter
Lerroux, der aber jeden Verſuch, ſeine Kanz
den Vordergrund zu ſchieben, ablehnte. Lerroux iſt nioe
ein Kämpfer wie er iſt, ſich mit dem Zurückhaltung erfi.
Amt des Präſidenten abzuſinden; Lerroux möchte gern
präſident werden und wird wahrſcheinlich auch der
Azanas ſein.
Um die etwas unſicher gewordene Lage Zamoras
feſtigen, gleichzeitig aber auch, um ſich den gefährlichſt4
für die zur Geltung gekommene Linkstendenz vom1
ſchaffen, wurde folgendes Kompromiß abgeſchloſſen:
verpflichtet ſich, ſich über die Parteien zu ſtellen, aur
bringung von Reviſionsanträgen zu verzichten und de
geſetze der Republik zu achten. Zamora wird zum o0
Beratung der Verfaſſungsartikel in den Cortes Erklä
dieſem Sinne abgeben. Die Regierung dagegen ſtellt
ſtützt offiziell ſeine Kandidatur. Und damit wird Alcal
falls nicht völlig Unvorhergeſehenes eintritt, mit übertn
Mehrheit gewählt werden, gewählt werden auch danm
Sozialiſten nicht für ihn ſtimmen ſollten, was aber:
ſicher iſt. Die wichtigſten Befugniſſe des Präſident
ſechs Jahre gewählt wird und zwei Amtsperioden ni
nicht wählbar iſt, ſind die folgenden: Kriegserklä=
Titelverteilung an Zivil= und Militärperſonen, Ratifiü
Geſetze und Dekrete, Verordnung von Ausnahmeber
zur Verteidigung der Integrität und der Sicherheit
Unterzeichnung und Ratifizierung von internationalen
tionen aller Art.
Der Artikel 78 der Verfaſſung lautet: Der Pm
Republik kann den Völkerbund von dem Austritt SS
dem Bund nur dann benachrichtigen, wenn ihn die E=
ein
mit abſoluter Mehrheit angenommenes Geſetz d
tigt haben. Dies iſt wohl das erſte Mal, daß der 9
ausdrücklich in der Verfaſſung eines Landes genamn

Painlevé in Berlin.

Der ehemalige franzöſiſche Miniſterpräſident Paul
iſt hier eingetroffen. Zu ſeinem Empfange hatten ſ7,
zöſiſche Botſchafter in Berlin, Francois Poncet, und
der franzöſiſchen Kolonie in Berlin am Bahnhof
Painlevé wird einige Tage in der Hauptſtadt verw.

Oben rechts: Sir Hari Singh, der Maharadſcha von Kaſchmir.
In dem nordindiſchen Vaſallenſtaat Kaſchmir iſt es zu einer Er=
hebung
der mohammedaniſchen Bevölkerung gegen den Hindu=
maharadſcha
Sir Hati Singh, einen der reichſten Männer der
Welt, gekommen. Von den 3,5 Millionen Einwohnern Kaſchmirs
ſind 2,5 Millionen Mohammedaner, die noch aus den angrenzen=
den
Gebieten von ihren Glaubensgenoſſen Zuzug erhalten haben.
Die Lage wird als ſehr ernſt angeſehen. Engliſche Truppen ſind
eingerückt und haben die Gebirgspäſſe geſperrt.
Unter der Anſage des Herrn Görner (man wird dieſen
Namen merken müſſen!) begann dann das Programm abzurollen,
das in bunter ſchöner Fülle von Nummer zu Nummer Steigerung
brachte, wie man das beim Mozart gewohnt iſt. Heinrich
Spira vom Heſſiſchen Landestheater ſang aus Mädchen aus
dem goldenen Weſten und aus Boheme‟. Wie er ſang, wie er
ſein gutes Material erſtrahlen ließ, dafür zeugte der mehr als
herzliche Beifall, die vielen Hervorrufe. Dann kam Tanz!
Ausgezeichnete Tanzkunſt, gegeben mit dem Charme der Jugend
und in beſter Technik, getragen von freudiger Muſikalität durch
Frl. Baecker vom Frankfurter Opernhaus. Auch hier ſtürmiſcher
Beifall, der ſich geſteigert wiederholte, als ſie ſpäter die Micky=
Maus eine ganz entzückende Groteske, tanzte.
Eine neue künſtleriſche Größe dann, eine ausgezeichnete Sän=
gerin
zur Laute, Frl. Elſe Wagner aus Mannheim, deren
feiner Humor, wechſelnd mit derber Komik und deren gute ſtimm=
liche
und lautenſchlägeriſche Qualität Triumphe erntete. Un=
zählige
Zugaben wurden erpreßt und gern und liebenswürdig
gegeben.
Ueberraſchend dann auch das ſoliſtiſche Auftreten des Herrn
Görner, der ſeine Anſage ausſchließlich in wohlgeſetzten Reimen
gab. Er ſpielte mit ſehr bemerkenswertem Kunſtkönnen am Flügel
die Nächtliche Viſion von Jemkinsky. Nebſt vielem herzlichen
Beifall dankten ihm Blumen. Elſe Wagner dann nochmals
mit Mundartgeſängen zur Zupfgeige und eine Reihe eigener Kom
poſitionen. Köſtlich! Und dann ein ausgezeichnetes Inſtru=
mentalſolo
. Herr Roßmann am Xylophon. Glänzende Technik,
geſteigert bis zur Virtuoſität und fein nuancierter Vortrag!
Herr Gutkäſe endlich, der ausgezeichnete immer Abwechſe=
lung
bringende Salonhumoriſt! Man muß ihn ſehen und hören,
um die Liebe der Mozartianer zu begreifen, die ihn umſtrahlt!
Dein iſtmein ganzes Herz war der Abklang des künſt=
leriſchen
Programms und der mehr als erfolgreiche Abgang
Spira’s, der ſich die Herzen der Mozartianer erſungen, wie
kaum einer vor ihm
Tanz (Muſik Stadtorcheſter Willy Schlupp) beſchloß das
ſchöne Feſt.
I. St.
Ankon Bruckner: Siebenke Symphonie in E=Dur.
Von Friedrich Noack.
Meine erſte nähere Bekanntſchaft mit Bruckners Symphonien
fiel in die Jahre 190912, als ich in München unter Ferdinand
Löwe, in Berlin unter Nikiſch und S. von Hauſegger eine Sym=
phonie
nach der andern kennen lernen durfte. Damals war für
uns junge Leute, die wir nicht nur intuitiv, ſondern auch analy=
tiſch
ſo großen Tonwerken näher zu kommen ſuchten, Brucknen
eines der ſchwierigſten Probleme, zumal unſer Mentor Hermann
Kretzſchmar aus ſeiner vorwiegend klaſſiſchen und hiſtoriſchen
Stellung heraus Bruckner im ganzen als reichlich verworrenen
Romantiker abzulehnen müſſen glaubte. Was uns damals
innerlich davon überzeugte, daß hier etwas ganz Großes und
Bedeutendes an uns herantrat, war die ungeheure Herzens=
wärme
der Brucknerſchen Kunſt, ihre Ueberzeugungskraft, zugleich

Kündigungen in der Texkilinduſtrig
Gladbach=Rheydt, 6.
In den Textilfabriken von Gladbach=Rheydt un
haben die Unternehmer geſtern ſämtliche Arbeitsvert ü
Grund des bisherigen, am 10. Oktober abgelaufenen
abgeſchloſſen waren, aufgekündigt. Vor Ablauf der K=i
ſoll nach der Bekanntmachung den Arbeitern ein
Fortſetzung des Arbeitsverhältniſſes gemacht werden.
Maßnahmen ſind in faſt allen rheiniſch=weſtfäliſchen
den Arbeitgebern in der Textilinduſtrie getroffen w.cl
die bisherigen Lohntarife nicht mehr in Geltung ſim,
Kündigungen werden rund 200 000 Arbeiter und AF
betroffen.

aber auch die Farbenpracht und Klangfülle: Zuerſt EN
vierte, die romantiſche, und die ſiebente Symphonie,
brachten, allen Zweifel über Bruckners Bedeutung
zu machen. Der Meiſter war faſt 60 Jahre alt, al N
zweijährigem Ringen ſeine Siebente ſchuf, und innn
ſamen Satz klingt ein Ereignis hinein, das ihn tiefſch
Richard Wagners Tod war es, denn ihn liebte
ſchwärmeriſch, daß Wagner ihm gleich nach dem lieben
wie er ſich einmal äußerte. Aus dieſer Symphony
aber auch das Weſen von Bruckners Künſtlerſchaf!
mäßig am leichteſten zu erfaſſen.
Vor allem faßt Bruckner die vier Sätze ſeiner
in folgerichtigſter Weiſe zu einer ungeheuren Linm
deren Führung vom erſten Takt bis zu dem rieſiger?
Schluſſes bewußten geiſtigen Zuſammenhang darſte:
letzte Satz nicht wie bei der älteren Symphonie 7
Ausgang, ſondern eine erhabene Bekrönung iſt. See
nicht den Wert auf eine kurze, in durchſichtiger Fork!
thematiſche Expoſition in den einzelnen Sätzen, ſoro)
waltiges Auf=und=Ab von mächtigen Empfindungs3
große Linie, deren Beginn in den Hauptſätzen durdl!
unterſcheidbare Themengruppen dargeſtellt wird, A.
dann der ganze Satz in gewaltiger, barocker Pracht
Religioſität, Ehrfurcht, kindliche Schlichtheit des:
Schlüſſel zu Bruckners Perſönlichkeit, ſo iſt es
Wunder, daß ſich dieſer ſchlichte Menſch zu ſolcher
Macht künſtleriſcher Sprache durchzuringen vermoche
ſcheint mir da beſonders überzeugend zu ſein.
prunkvollen Barockkirchen hat Bruckner als Organiſt
muß er ſich der Gottheit gegenüber unendlich den
und unbedeutend vorgekommen ſein. So wie Er,
mäßig beſcheidene Menſch, nun ſein Inſtrument or
meiſterte und zum vollſten Klang jubelnd zu ſteiße-
ſo
war ihm auch ſpäter ſein ſymphoniſches Schaffe
aus tiefſter Frömmigkeit und Demut heraus; dadſr
die Kühnheit, ſeine Empfindungen ganz frei un
ausſtrömen zu laſſen, dadurch entſprang aber auc
wortlichkeit, daß all ſein Wirken zur größten Pc.
techniſchen und geiſtigen Ausführung gebracht wei
In ſonniger Klarheit beginnt der erſte Saß=
zählte
Dieſes Thema iſt gar nicht von mir. Sin2=

ſchien mir Dorn (Kapellmeiſter in Linz) und ditt2
Thema, das ich ſogleich aufſchrieb: Paß auf, I.
au
dein Glück machen. Eine gewiſſe Unruhe liegt in 9e
führten zweiten Themengruppe, groß ſteigernd halt.
Abſchnitt auf. Aus dieſen Gedanken entwickelt, II
Seelengemälde des erſten Satzes, bekrönt von ein4
Orgelpunkt von herrlicher Klangfülle. Feierlichtein Flg4
und Verklärung enthält das Adagio, überaus ei Tri=
geformt
, und doch in ſtets weiter ſich entwickelnde 2 rhrehe
kunſt ganz einheitlich geſteigert, bis zum Schlüb."

[ ][  ][ ]

8. November 1931

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 310 Seite 3

Meuorbnang der Ohlfe.
Ausſchalkung der Länder Preußen, Anhalt, Sachſen und Mecklenburg aus der Ofthilfe.
faklaſtung der Landſchaften von früheren Verpflichkungen. Das Reich allein federführend.

Mu Schöningen Reichskommiſſar für die Ofthilfe
und Reichsminiſter.
Berlin, 7. November.
wird mitgeteilt: Der Herr Reichspräſident hat den
uter Treviranus und den preußiſchen Staatsminiſter
ſiikſiefer, ihrem Antrage entſprechend, von den Aemtern
ſtonmiſſar für die Oſtſtelle entbunden. Auf Vorſchlag
Feichskanzlers hat der Herr Reichspräſident das Mit=
Kichstags Rittergutsbeſitzer Schlange zum Reichskom=
de
Oſthilfe und zugleich zum Reichsminiſter ohne Ge=
ernannt
.
Nachdem die Verhandlungen zwiſchen der Reichs=
ſund
der preußiſchen Staatsregierung und innerhalb
texierung über die Umgeſtaltung der Oſthilfe zum vor=
usſchuß
gelangt ſind, ſind die ſich daraus ergebenden
gey des Oſthilfegeſetzes durch eine Verordnung des
diniten zur Sicherung der Oſthilfe auf Grund des Ar=
olbatz
2 der Reichsverfaſſung vorgenommen. Die Aen=
geſen
im weſentlichen dahin, daß die bisherige Mitwir=
ärder
bei der Durchführung der Entſchuldung, ſoweit
hädend war, in Wegfall gekommen iſt, das Reich alſo
wbefugt iſt, über Maßnahmen der landwirtſchaftlichen
ſeleen zu entſcheiden. Infolge dieſer Aenderung hat
sh erige gemeinſchaftliche Bürgſchaftsverpflichtung von
Lindern für die Entſchuldungsdarlehen durch eine aus=
RFürgſchaft des Reiches erſetzt werden müſſen. Das
ver Länder und ihrer Kommunalverbände aus der
Mitbürgſchaft gilt auch für die früheren Umſchul=
hm
, die namentlich an Oſtpreußen ſeit 1928 gegeben
.Durch einen Erlaß des Reichspräſidenten vom 5. Nov.
nißtix die bisherige Oſtſtelle bei der Reichskanzlei, in der
ükeichsregierung und die preußiſche Regierung durch je
Fmrſſar gleichberechtigt vertreten waren, aufgelöſt und
imiſtehenden Befugniſſe einem Reichskommiſſar für die
ilſiFterragen worden.
H7: Zur einheitlichen Durchführung der zur Linderung
den Oſtgebieten vorgeſehenen Maßnahmen der land=
ihem
Entſchuldung wird ein Reichskommiſſar für die
ſtlllt. Der Reichskommiſſar hat ferner die Aufgabe,
insbrigen Maßnahmen zur Linderung der Not in den
biſſn wie ſie insbeſondere in Abſchnitt A des Oſthilfegeſetzes
ſe/bzſind, auf eine einheitliche Politik der Reichsregierung
ürteikigten Länderregierungen hinzuwirken. Der Reichs=
hiſſtſzuncterſteht
dem Reichskanzler. Die durch Erlaß des
zwlüenten vom 14. Auguſt 1930 errichtete Oſtſtelle wird
lähſt. 5re Aufgaben gehen auf den Reichskommiſſar für die
drr. Der Reichskanzler erläßt die näheren Beſtimmun=
Glsührung dieſes Erlaſſes. (gez. Unterſchriften.)
ebisherigen Leiſtungen der Oſthilfe.
(NB. Berlin, 7. November.
it von unterrichteter Seite erfahren, wird der bis=
Fernmiſſar Reichsverkehrsminiſter Treviranus am
ge Geſchäfte ſeinem Nachfolger, dem neuernannten
witer ohne Geſchäftsbereich Schlange=Schöningen über=
Weoie bisherigen Leiſtungen der Oſthilfe erfahren wir
Mirselheiten: Die Umſchuldungsvoranmeldungen im
U5guldungsgebiet betrugen insgeſamt 52 960 mit
4RMM., die Voranmeldungen im neuen Entſchuldungs=
Aiuten 19 031 mit 410 825 259 RM. Im alten Gebiet
MSgeſamt 31999 Anträge geſtellt mit einem Betrage
I25 RM. Davon wurden bei den Landesſtellen ab=
W Anträge mit 54 771042 RM. Fertig bearbeitet wur=
inträge
mit 87 379 884 RM. Prozentmäßig ſind das
Amern 28 Prozent der Anträge mit 20,8 Prozent der
Ann bei Pächtern 11,4 Prozent der Anträge mit 7,1
t Summen. Der Reſt der Anträge befindet ſich noch
Paſurg bei den Landräten oder Landſtellen bzw. bei der
Jarimenſtellungen über die Anträge im neuen Gebiet

liegen noch nicht vor. Es wird dort mit einer Summe von rund
300 Mill. RM. gerechnet werden müſſen. Schätzungsweiſe beträgt
der Umſchuldungsbedarf nach Abzug der abgelehnten Anträge
im alten Gebiet 300 Mill. RM. und im neuen Gebiet 250
Mill. RM.
Bei der Induſtrie=Bank ſind aus dem alten Oſthilfegeſetz
bisher, 3101 Anträge mit einer Geſamtſumme von 43 335 500
RM. eingegangen. Davon ſind bisher bewilligt 2668 Anträge
mit insgeſamt 24 146 240 RM. und ausbezahlt 721 Anträge mit
9 134 960 RM. Abgelehnt wurden 58 Anträge mit 908 295 RM.
Von den Bewilligungen entfallen auf bäuerliche Betriebe 94,5
Prozent der Darlehensbewilligungen mit 59,7 Prozent der Dar=
lehensſumme
. Dazu treten endgültig Leiſtungen aus dem Be=
triebsſicherungsfonds
in 228 Fällen mit 851 456 RM. und Vor=
ſchüſſe
in Höhe von 11 Millionen RM. Außerdem hat die Bank
Vorſchüſſe von etwa 1 Mill. RM. bewilligt. Aus dem neuen
Oſthilfegebiet ſind Darlehen noch nicht bewilligt worden.
Keine Kundgebungen mehr in Halle.
Halle, 7. November.
In einer von der Nationalſozialiſtiſchen Studentengruppe
Halle einberufenen öffentlichen Verſammlung ſprach am Freitag=
abend
der Vorſitzende der Deutſchen Studentenſchaft an der Uni=
verſität
Halle, cand. math. Börner, über die Einſtellung der Deut=
ſchen
Studentenſchaft zum Fall Dehn. Es wird erneut feſtgeſtellt,
daß der Kampf mit unverminderter Stärke und auf breiterer
Grundlage fortgeſetzt werde; der Kampf gehe einig mit dem Hoch=
ſchulring
nicht nur gegen Dehn, deſſen Rücktritt gefordert werden
müſſe, ſondern auch gegen den Rektor. In dieſer Forderung fän=
den
die Studenten auch bei einem Teil der Profeſſorenſchaft ſoli=
dariſches
Verſtändnis. Im Anſchluſſe hieran ſprach ein Vertreter
der Leipziger Studentenſchaft über das kameradſchaftliche Inter=
eſſe
, das man in Leipzig der Halleſchen Studentenſchaft um die
Hochſchulfreiheit entgegenbringe.
Heute herrſchte in und vor der Univerſität das gewohnte
ruhige Bild. Die ſtrenge Diſziplin der Korporationen dürfte da=
für
bürgen, daß auch weiterhin organiſierte Störungen und Vor=
ſtöße
gegen die Vorleſungen Profeſſor Dehns unterbleiben. Wie
der Kampf auf legalem Wege und auf breiterer Baſis durchge=
führt
werden ſoll, darüber will, wie verlautet, die Deutſche Stu=
dentenſchaft
und der Hochſchulring deutſcher Art noch Beſchluß
faſſen. Man nimmt an, daß ſich die Studentenſchaft an die an=
deren
Univerſitäten wenden wird, um ſie zu einem allgemeinen
Kampf zuſammenzuführen, der ſich aber wohl in der Beeinfluſſung
der Oeffentlichkeit durch Zeitungsartikel erſchöpfen dürfte. Die
offiziellen Beziehungen der Studentenſchaft
zur Univerſität bleiben abgebrochen. Faktiſch
äußert ſich dies nur darin, daß die Korporationen bei Univerſi=
tätsfeiern
nicht chargieren, ſondern eigene Feiern abhalten
werden.
Das Urkeil im Helldorf=Prozeß.
Berlin, 7. November.
Das Schöffengericht Charlottenburg verkündete am Samstag
nachmittag im Prozeß wegen der Berliner Ausſchreitungen am
jüdiſchen Neujahrstag folgendes Urteil: Graf Helldorf und
deſſen Stabschef Ernſt werden wegen einfachen Landfriedens=
bruchs
zu ſechs Monaten Gefängnis, wegen Beleidigung
zu 100 Mark Geldſtrafe, erſatzweiſe zehn Tagen Gefängnis ver=
urteilt
. Jungſtahlhelmführer Diplom=Ingenieur Wilhelm
Brandt erhält wegen einfachen Landfriedensbruchs ſechs
Monate Gefängnis, Damerow drei Monate Gefängnis,
Schulz vier Monate Gefängnis, Hell, Hagemeiſter und Semerſki
werden auf Koſten der Staatskaſſe freigeſprochen.
In der Urteilsbegründung ſagt das Gericht, daß es
nicht zu der Ueberzeugung gekommen ſei, daß die Kundgebungen
an den Tagen vorher von langer Hand vorbereitet und organiſiert
worden ſeien. Daß der Plan von Graf Helldorf ausgegangen ſei,
habe das Gericht nicht angenommen, und deshalb auch keine
Rädelsführerſchaft feſtgeſtellt. Nach der Reichsgerichtsjudikatur
dürfe niemand in eine zuſammengerottete Menge gehen, auch
wenn er die Abſicht habe, daraus Leute herauszuziehen. Da das
aber durch die Verurteilten verſucht worden und geſchehen ſei,
habe das Gericht Graf Helldorf, Ernſt, Brandt, Damerow und
Schulz wegen einfachen Landfriedensbruches verurteilen müſſen.

Preußenkaſſen=Präſidenk Klepper
Zum preußiſchen Finanzminiſter ernannk
Berlin, 7. November.
Der Amtliche Preußiſche Preſſedienſt teilt mit: Der Preu=
ßiſche
Miniſterpräſident Dr. Braun hat auf Grund des Art. 45
der Preußiſchen Verfaſſung den Präſidenten der Preußiſchen Zen=
tralgenoſſenſchaftskaſſe
(Preußenkaſſe), Otto Klepper, zum
Finanzminiſter ernannt.
* Aus dem Rennen um den preußiſchen Finanzminiſterpoſten
iſt mit einer gewiſſen Ueberraſchung der Präſident der Preußen=
kaſſe
hervorgegangen. Herr Hoepker=Aſchoff hatte die Bitte des
Miniſterpräſidenten Braun, wieder ins Amt zurückzukehren, ab=
gelehnt
, da ihm die geforderten Vollmachten wegen des Wider=
ſtandes
des Zentrums nicht gegeben worden waren. Herr Braun
hat dann auf Herrn Klepper zurückgegriffen, der ſich ihm ſchon
vor längerer Zeit zur Verfügung geſtellt hatte. Herr Klepper iſt
ein Mann, der ſeinen Weg ſehr raſch, allerdings auch rückſichs=
los
gemacht hat. Er iſt erſt 43 Jahre alt, war zunächſt Rechts=
anwalt
und dann Leiter der Domänenbank, um 1928 in die Zen=
tralgenoſſenſchaftskaſſe
als Präſident hinüberzuwechſeln. Was
er hier poſitiv geleiſtet hat, iſt, vorſichtig ausgedrückt, ſehr gering.
Kenner der Verhältniſſe ſagen ihm nach, daß er die Preußenkaſſe
ebenſo feſtgeritten habe wie früher bereits ſeine Domänenbank,
und daß er Finanzminiſter werden wollte, um von dieſer Stelle
aus ſeine Fehler als Preußenbankpräſident wieder gutmachen
zu können. Bankiermäßig jedenfalls hat er verſagt. Seine Fähig=
keit
lag vornehmlich in einer außerordentlich geſchickten Perſonal=
politik
, die es verſtand, mit geringen Mitteln nach allen Seiten
ſich Einfluß zu ſichern. Seine politiſche Entwicklung führte ihn
von den Deutſchnationalen, für die er ſich um einen Landtags=
ſitz
bewarb, zu den Demokraten, mit deren Hilfe er ſeine poli=
tiſche
Karriere machte. Sein Werdegang legt die Vermutung
nahe, daß er ſich auch in ſeinem neuen Amt nicht ſo ſehr als
der notwendige Fachminiſter, ſondern als politiſcher Miniſter
fühlen wird. Wenn es wahr iſt, daß Herr Klepper die Voll=
machten
nicht einmal verlangt hat, die Hoepker=Aſchoff vergeblich
anſtrebte, weil ſie nach ſeiner Meinung zur Rettung des Etats
unbedingt notwendig ſind, dann dürfen doch einige Zweifel laut
werden, ob Herr Klepper der richtige Mann iſt, um die not=
leidenden
preußiſchen Finanzen in Ordnung zu bringen.
Gemeindeſchiedsſpruch abgelehnk.
Nachdem heute mittag, am Tage der Ablaufsfriſt für die
Erklärung zum Schiedsſpruch der Gemeindearbeiter, beide Par=
teien
, der Kommunale Reichsarbeitgeberverband und die Ge=
werkſchaften
, den Schiedsſpruch, der eine 4½prozentige Senkung
der Löhne für die Gemeindearbeiter vorſah, abgelehnt haben,
hat der Reichsarbeitsminiſter die Parteien für Montag 14 Uhr
zu Nachverhandlungen eingeladen.
Neuer Befehlshaber im Behrkreiskommando V.
Mit Wirkung vom 1. Dezember 1931 wird Generalleutnant
Freiherr Seutter von Loetzen, Kommandeur der 5. Diviſion und
Befehlshaber im Wehrkreis V. zum Oberbefehlshaber der
Gruppe II ernannt. Generalleutnant Liebmann, Chef des
Stabes des Gruppenkommandos II, wird ſein Nachfolger als
Kommandeur der 5. Diviſion und Befehlshaber im Wehrkreis V.
Aufhebung der Aufbauſchulen Heſſens.
Wie der Schulbote für Heſſen, das Organ des heſſi=
ſchen
Landeslehrervereins, mitteilt, beſteht, nach einer Aeußerung,
des Volksſchulreferenten im heſſiſchen Kultusminiſterium, Mini=
ſterialrat
Hofmann, auf dem Parteitag der Heſſiſchen Zentrums=
partei
die Abſicht, die an Stelle der früheren Lehrerſeminare
errichteten Aufbauſchulen in Alzey, Bensheim,
Friedberg und Darmſtadt, die ſeither einen Staats=
zuſchuß
von 800 000 RM. jährlich erforderten,
aufzuheben. Begabten Schülern und Schülerinnen aus
unbemittelten Kreiſen ſollen zur Erleichterung des Beſuchs an=
derer
höherer Lehranſtalten aus Staatsmitteln in Geſamthöhe von
100 000 RM. Erziehungsbeihilfe geleiſtet werden. Der
Heſſiſche Landeslehrerverein und weitere Lehrerorganiſationen er=
heben
, ſagt der Schulbote, gegen dieſe beabſichtigte Maßnahme
ſchärfſten Proteſt, weil der Abbau der Aufbauſchule, die es ermög=
lichte
, begabte Volksſchüler und Volksſchülerinnen nach ſieben= bis
achtjährigem Volksſchulbeſuch und nach ſechsjährigem Beſuch einer
mit Internat verſehenen Aufbauſchule zum Maturitätsexamen zu
bringen, das Prinzip der modernen Einheitsſchule gefährden
würde, die eine unmittelbare Verbindung der Volksſchule mit der
Univerſität herſtellen ſolle.

Totenklage für Wagner einſetzt. Demgegenüber
ſc erzo faſt grotesk, es wurzelt in der Volkskunſt, ſein
zrtes Idyll. Das Finale nimmt zuerſt einen ähn=
Ayken auf wie der Beginn, nur erregter und ener=
idann
tritt als ſtarker Gegenſatz choralartig das
ehr ein. Ohne eine dritte Gruppe vollzieht ſich hier
nus dieſen beiden Gedanken, bis zum Schluß der
SSymphoniebeginns abrundend eintritt. Wer dieſe
Yorbereitung für das Hören auffaſſen will, ſei ge=
ſeine
Aufmerkſamkeit darauf zu richten, daß er die
eehemen erkennt, ſondern ſich ganz der Wellenlinie des
(=anz dem wundervollen Rhythmus Brucknerſcher
t uund Empfindung hinzugeben, das Wiſſen um die
hiur eine Krücke, die dem unſicher Mitſchreitenden
tonen.
Goekhe=Abend.
Der: hieſigen Logen Zum flammenden Schwert und
Bergen begingen am Freitag gemeinſam und mit
Aſten einen Goethe=Abend, deſſen Hauptteil in einem
* Heidelberger Philoſophen Friedrich Muckle über
etgeſchichtliche Sendung beſtano. Der Vortragende
u9s, daß die verfügbare Zeit in keinem Verhältnis
uad Weite des Themas ſtände und daß er deshalb
huren Hinweiſen und Andeutungen begnügen, daß er
Zur ſtammeln müſſe. An ſolchen Andeutungen und
Der war der zweiſtündige Vortrag ſo reich und über=
cleich
waren die Worte und Bilder ſo ſehr vom
Ei es leidenſchaftlichen, denkeriſchen und künſtleriſchen
les getragen, daß ein kurzer Bericht nur das Ge=
keffen
, aber nicht die Lebendigkeit und Fülle
ATbann. Von dem erlebnismäßigen Gehalt des Abends
Dieſe Zeilen keinen Begriff geben. Dr. Muckle
Würdigung Goethes den Schwerpunkt dahin, daß
Drit des Kulturbruchs und der Zerſetzung mit ſeinem
en und Werk Ausdruck einer tiefen, lebenszuge=
Janmmigkeit geweſen ſei. Er zeigte, wie ſich das in
Dieſes unglaublich vielſeitigen, univerſalen Lebens
r widerſprach der Legende von olympiſchen, har=
Spethe und zeigte die eigentliche Leiſtung darin, daß
Lehen die dämoniſchen Kräfte harmoniſiert haben.
Le nicheric Heredier MWarten (ifd Mid Mec Mndet
Nei ner nauermestite de Wriuntde d Mid Meitete Ve
Hans an, die zur andersgearteten apolliniſchen Fröm=
* TErien Soethe geführt hat. Neben dem Dichter wies
WGpiſcher und Menſchen Goethe hin und zeigte die
De hier alle Lebensäußerungen verbindet. Goethe
Fommſten Menſchen, das war das eigentliche
ENIEroehnis des inhaltlich und formal ſo ungewöhn=
es
. Eingerahmt war die Feier von kurzen

Muſikdarbietungen und einigen knappen Worten über den allge=
meinen
Sinn der Freimaurerei und eines ſolchen Gedenk=
abends
.
Der Nane Devrienk.
Das Guſtav=Adolfs=Spiel hat manchen veranlaßt, im Alles=
wiſſer
nachzuſehen, wie des Dichters ungewöhnlicher Name auszu=
ſprechen
iſt. Aber die Auskunfter ſind verſchiedener Meinung.
Herder ſagt: Sprich Döwriäng; Brockhaus: Döwriäng,
eigentlich De Frihnt: Meyer bietet nur die Weiſung: De
Frihnt. Wie iſt das Rätſel zu löſen?
Dem Deutſchen, der Franzöſiſch gelernt hat, tauchen ſofort,
wenn er dieſen Namen erblickt, franzöſiſche Zeitwortsformen auf:
je devrai, je devrais, il vient, il devient; ohne Zögern pflegt
er darum, den Namen Devrient franzöſiſch zu nehmen. So ver=
fuhren
ſchon vor 200 Jahren die Berliner, als der erſte Devrient
zuwanderte. Er merkte, daß man ihn für einen Franzoſen hielt,
und machte auf ſeine niederländiſche Heimat aufmerkſam, woähn=
lich
beginnende Namen häufig ſind: De Vos. De Haan. De Vries.
De Witt. De Coſter. De iſt nicht das franzöſiſche de; es iſt
unſer hochdeutſches der und die. (Franzöſiſche Namen, die
ebenſo le und la enthalten, ſind uns geläufig, z. B. Lecog und
Lafontaine.) Solche niederläniſchen Namen ſind aufzufaſſen wie
Der Fuchs, Der Hahn. Der Frieſe. Der Weiße. Der Küſter.
De Vrient iſt demgemäß Der Freund. Aber jener Devrient
drang mit ſeinen Berichtigungen nicht durch; die Deutſchen blie=
ben
dabei, ihre franzöſiſchen Kenntniſſe an ſeinem Namen anzu=
wenden
, und ſo haben ſie es fertig gebracht, daß der Holländer in
Deutſchland ein Franzoſe geworden iſt.
Das Schickſal dieſes Namens ſteht bei uns nicht vereinzelt.
Bekanntlich darf als Erfinder des Fahrrades der badiſche Forſt=
meiſter
Drais gelten. Aber das Fahrzeug Draiſine zu nennen,
dazu muß ſich der Deutſche noch aufraffen; er ſagt gewöhnlich Drä=
ſine
und weiſt damit das Verdienſt den Franzoſen zu. Es gewährt
ihm Vergnügen franzöſiſche Naſenlaute anzubringen; Balkon,
Salon, Ballon, Waggon ſpricht er franzöſiſch aus, nur Baron hört
man noch mit einem richtigen n. Der Spanier Don Juan emp=
fängt
in Deutſchland ſogar zwei franzöſiſche Naſenlaute; ſpräche
man Donn Juann, ſo käme man dem ſpaniſchen Klange näher
(auf das rauhe ch. das der Spanier für jmimmt können wir ver=
zichten
). Auch Ortsnamen wie Pyrmont und Rurmond erhalten
bei uns oft den falſchen Naſenlaut. Rurmond (niederländiſch
Roermond geſchrieben, aber mit u geſprochen) bedeutet Rurmund.
die Mündung der Rur. Der franzöſiſchen Neigung verfällt auch
manches deutſche v: ſtatt Vilmar hört man Wilmar, Verden (an
der Aller) iſt dann von Werden (an der Ruhr) nicht mehr zu un=
terſcheiden
. Rundfunkredner tragen dieſe Unart in alle Häuſer,
indem ſie, wie es dieſer Tage wieder geſchah, das niederländiſche
van, das natürlich wie von mit f zu ſprechen iſt, in wan ver=
wandeln
; der Dichter Verhaeren bekommt in ihrem Munde
ein falſches w (und ein fälſches ä) wie Devrient,
Wenn wir Deutſche ſo verfahren wollten, wie Franzoſen und
Engländer die jeden Namen nach ihrer eigenen Art wiederzuge=
ben
verſuchen, ſo würden wir den niederdeutſchen Namen ge=
rechter
.
Deutſcher Sprachverein.

Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Eſſen: Profeſſor Behring, bisheriger Leiter der Station für
Haut= und Geſchlechtskrankheiten an den Städtiſchen Krankenanſtalten,
verläßt in dieſen Tagen Eſſen, um einer Berufung an die Kölner Uni=
verſität
Folge zu leiſten.
Fulda: Der Aſſyriologe Dr. Maurus Witzel in Fulde hat den
Ruf erhalten, von dieſem Winterſemeſter an an der Hochſchule des
Päpſtlichen Bibelinſtituts in Rom eine Profeſſur für ſumeriſche Spra=
chen
und Literatur zu übernehmen.
Heidelberg: Der Profeſſor für Soziologie und Nationalökonomie
Dr. jur., Dr. rer. pol. Emil Lederer hat den an ihn ergangenen
Ruf als Nachfolger von Prof. Herkner als Ordinarius an die Univer=
ſität
Berlin angenommen Profeſſor Lederer wird ſeine Vorleſungen
an der Berliner Univerſität bereits mit Beginn des Winterſemeſters
aufnehmen.
Tübingen: Der Ordinarius für engliſche Sprache und Literatur
Profeſſor Dr. Walter Schirmer hat einen Ruf auf den Lehrſtuhl
für engliſche Philologie an der Univerſität Berlin erhalten, der durch
den Tod von Profeſſor Dibelius frei geworden iſt.

Japaniſches Theater. Die alten japaniſchen Holzſchnitte ſtellen
in der Mehrzahl Theaterſzenen dar. Den ganzen Komplex des ja=
paniſchen
Theaters bearbeitet Dr. K.E. Simon. Cottbus, in einem
reichilluſtrierten Artikel in der Antiquitäten=Rundſchau, die im
Verlag von Ph. Kuhner Eiſenach, erſcheint. Bemerkungen über
das Wärmebecken, dem Vorläufer des heutigen Ofens, und ſeine
verſchiedenen Geſtaltungen in deutſchen Muſeen behandelt A.
Hauſenſtein, München, in längeren packenden Ausführungen. Ein
hochintereſſanter Kunſtnachrichtenteil zeigt, daß trotz der ſchlechten
Zeit auf dem Kunſtmarkt eine lebhafte Tätigkeit entfaltet wird.
Berichte über die neueſten Ausgrabungen und intereſſanten Funde.
die hier und da in der Welt gemacht werden, ergänzen die in jeder
Hinſicht reichhaltige und intereſſante Nummer.

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aus Liebe zum Vaterlande. Eine erſchütternde Darſtellung der ent=
ſetzlichen
Leiden, denen die deutſchen Kriegsgefangenen in Rußland aus=
geſetzt
waren. Die ſchlichte, wahrheitsgetreue Erzählung wirkt in ihrer
einfachen Sprache ſo ergreifend, daß man zum Schluß die Befreiung
aus ruſſiſcher Gefangenſchaft als wahre Erlöſung empfindet. Wir er=
leben
die erbitterten Kämpfe Ende 1914 in Ruſſiſch=Polen im Rawka=
und Bzura=Abſchnitt, um Praſchnitz, die Sommeroffenſive 1915 und die
Abwehr der gewaltigen Bruſſilow=Offenſive im Jahre 1916. Nach
furehtbarem Trommelfeuer und ſtundenlangen Maſſenangriffen der
Ruſſen in acht und mehr Linien gerät der Verfaſſer mit ſeinen Kame=
raden
in Gefangenſchaft. Damit beginnt die Leidenszeit der Drei von
der Zehnten, die mit anderen Gefaagenen erſt zu Zwungsarbeiten im
Ural und ſchließlich in das berüchtigte Lager Nikolfk transportiert wer=
den
. Die ganze Welt ſollte es leſen, denn hier werden die abſcheulichen
Verbrechen an den deutſchen Kriegsgefangenen in Rußland aufgedeckt.
Alles iſt wahrheitsgetreu erzählt, reine Tatſachenberichte, die den Leſer
durch ihre Geſchloſſenheit mitreißen und ihn durch ihre dich eriſche Ge=
ſtalt
ng im tiefſten Innern aufwi

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 310

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 8. Novembön


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n
baum
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64, B

[ ][  ][ ]

R.

Aus der Landeshaupkfkadk.
Darmſtadt, den 8. November 1933.
eſtiſches Miniſterium für Kultus und Bildungsweſen.
249 der Darmſtädter Zeitung vom 26. Oktober 1931
ziwte Ausſchreibung einer Schulſtelle für einen evangeli=
ſtes
an der Volksſchule zu Seidenbuch, Kreis Bens=
0 zurückgenommen.
ömdler Saeng verſtarb nach kurzem Krankenlager im
ſitjahr. Herr Saeng, eine in Darmſtadt bekannte Perſön=
ſor
Vorkämpfer der Demokraten und gehörte der Partei
ſinem Tode an. 19021903 war er Mitglied der Heſſi=
Eus ammer, 19141921 Mitglied des Starkenburger Pro=
und 1895 bis 1919, 24 Jahre lang, Darmſtädter
tne tglied. Die jederzeit ſachliche Kampfesweiſe des Ver=
ſcherte
ihm auch die Achtung politiſch Andersdenken=
inem
84. Geburtstag wird Herr Saeng zu letzten Ruhe
erden.
Eu frauenbund. In der am Dienstag, den 10. November,
8 4 Uhr, im Heylshof Weyprechtſtraße 6, ſtattfindenden
irterſammlung wird, Frl. Moeßner, Berufsberaterin,
eite ſehr aktuelle Thema ſprechen: Wie kann die Haus=
rbildlicher
Weiſe bei der hauswirtſchaftlichen Aus=
itziſerer
Töchter mitwirken. Es iſt Pflicht und Ziel jeder
mriſation, für eine gründliche Berufsbildung ihres
4 Sorge zu tragen. Der Reichsverband deutſcher Haus=
ire
iſt daher ſeit ſeinem Beſtehen ſtets dafür einge=
die
ſchulentlaſſenen Mädchen, die künftigen Haus=
y
Mütter hauswirtſchaftlich geſchult und gut ausge=
Ftden. Auch die Heranbildung eines tüchtigen Haus=
Etzk andes iſt von größter Wichtigkeit. Für die Hausfrau
dürften dieſe Fragen von beſonderer Bedeutung ſein.
ter es daher ſehr begrüßen, wenn ſich recht viele Mit=
Sieſem Vortrag einfinden und Gäſte, die ſich dafür
ſin einführen würden. Auch die neuen Mitglieder
ſih rzlich zu dieſer Verſammlung eingeladen. Nach dem
umt ein neuartiger Einwachs=Bohnerapparat zur Vor=
gu
das Einwachſen mühelos und ſchnell beſorgt und das
Knien auf dem Boden erſpart.

ſpiekim Volksvorſtellung. Heute, Sonntag, abends
ſzüägt die univerſelle Scherber=Varieté=Schau in einer
belung bei Preiſen von 50 Pfg. an zum letzten Male
hſeungsreichen und intereſſanten Darbietungen Karten=
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im Kiosk Ernſt=Ludwigsplatz von 91 Uhr, Kiosk
von 17 Uhr und Orpheumskaſſe ab 2½ Uhr. (Siehe
Heſſiſches Landestheater.

Mitte He Mob. 19½3134 Uhr. Heſſenlandmiete 1P 2.M1, P1.
Dſt Volksb. Gr IIV. Die Dubarrh. 0.70.5 60 Fos. 20213 Uhr. Zweites Sinfonie=Konzert.
Beethoven Sinfonie Nr. 2 D-dur
Bruckner. Sinfonie Nr. 7 E=dur
Preiſe 15.50 Mk. W0 Nov. 20. En e gegen 22½ Uhr. 48. Die Kaiſerin
und der Pferdedieb. Preiſe 0.604.80 Mk. M- Nob. 19½2234 Uhr. G 3. Dſt. Volksb. Gr. IVV.
Die Macht des Schickſals. Preiſe 0.705.60 Mk. M, 2. Nov. 19½22 Uhr. C7. Die verkaufte Braut.
Preiſe 0.705.60 Mk. Rob. Keine Vorſtellung. M4 Nob. 20221z Uhr. W1. Darmſt. Volksb. Gr.14.
Die verkaufte Braut. Preiſe 0.705.60 Mk. . Nob. 1922 Uhr. Heſſenlandmiete 1V, 3.
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1922 Uhr Guſtav Adolf Preiſe 0,503 Mk. Aob. Keine Vorſtellung. 1M0 Nob. 20231 Uhr. Zuſatzmiete V5.
Die Dubarry. Preiſe 0.705 Mk. A94 Nob. 202214 Uhr. Zuſatzmniete II,3. Die heilige
Flamme. Preiſe 0.604.50 Mk. RI2. Nov. 2022 Uhr. T, Gruppe 1. 2, 3. 4, 5, 8, 7 u. 8.
Marguerite : 3. Kleine Preiſe 0503 Mk. Nob. 20, Ende nach 2214 Uhr. Zuſatzmiete 1V 8.
Maria Magdelena. Preiſe 0.604.50 Mk. M4 Mov. 15, Ende nach 170 Heſſenlandm, 1,2 und II,3.
Maria Magdalena. Preiſe 6.604.50 Mk.
19½, Ende gegen 22½ Uhr. Außer Miete.
Guſtav Avolf. Preiſe 0.503 Mk. Mob 1417½ Uhr. Außer Miete.
Guſtav Adolf. Preiſe 0.503 Mk.
20, Ende nach 22½ Uhr. Zuſatzmiete III, 4.
Maria Magdalena. Preiſe 0,604,50 Mk.

Aſches Landestheater. Premierender Woche. Am
An:13. November, wird als erſte Premiere der Woche im
aus Maria Magdalena Trauerſpiel von
ei bel, aufgeführt. Die Hauptrolle des Meiſters Anton
Wegener, die Tochter Klara Franziska, Kinz, die
iue Gothe, den Sekretär Emil Lohkamp. den Bruder
a. den Leonhard Hermann Gallinger den Adam Hans
und den Kaufmann Wolfram Kurt Schindler. Regie:
eyel. Als zweite Premiere der Woche wird am Sonn=
Movember, in neuer Einſtudierung und Inſzenierung
Sperette Suppés, Boccaccio im Großen Haus in
Regie: Renato Mordo; Bühnenbild: Lothar Schenck
Die Hauptrolle in dieſem Stück ſpielt der italieniſche
a Ecio, der hier zum erſten Male von einem Mann, und
Sſonſt üblich war, von einer Frau geſungen wird. Den
Eügt Heinrich Allmeroth. den Pietro Eugen Vogt, den
Heinrich Kuhn, den Lotteringhi Joachim Sattler,
Johannes Drath, den Scalca Theodor Heydorn, die
Hrria Kienzl. die Fiametta Sanny Heilmann, die Iſa=
2 Harre und die Peronella Martha Liebel. Paul
und nach der Premiere von Maria Magdalena als
den Wallenſtein ſpielen. Die Regie hat Guſtav
Luhnenbild: F. K. Dellavilla. Paul Wegener wird
e ſeines Vertrages am Heſſiſchen Landestheater den
Umer von Gerhart Hauptmann, den Geizigen von
den Kaiſer Johnes von ONeil ſpielen.

Das Vergleichsverfahren

Wie bereits in der Preſſe bekanntgegeben, wurde über das
Vermögen der Darmſtädter Volksbank e. G. m. b. H. am 3. No=
vember
1931, mittags 12 Uhr, das gerichtliche Vergleichsver=
fahren
eröffnet. Allen Beteiligten iſt eine entſprechende Benach=
richtigung
des Amtsgerichts I zugegangen, ebenfalls eine Ein=
ladung
zu dem auf
Freitag, den 4. Dezember 1931, vormittags 9 Uhr
im Städtiſchen Saalbau, Großer Saal,
anberaumten Vergleichstermin. Der bereits früher bekanntge=
gebene
Vergleichsvorſchlag, dem ſowohl Verwaltung wie Gläu=
biger
=Ausſchuß einſtimmig beigetreten ſind, folgt hier nochmals:
a) Die Gläubiger mit Forderungen bis zu 100 RM. und ſolche,
die ihre Forderung auf 100 RM ermäßigen, erhalten 100 Pro=
zent
ihrer Forderung ohne Zinſen binnen 3 Monaten nach
rechtskräftiger Beſtätigung des Vergleichs.
b) Die Gläubiger mit Forderungen über 100 RM. erhalten am:
15. Dezember 1932 15 Prozent
1. Juli 1933
2. Januar 1934
Juli 1934
2. Januar 1935 . . 30
im ganzen alſo 85 Prozent ihrer Forderungen.
c) Nach Zahlung dieſer Raten entſcheidet ſpäteſtens bis zum
30. April 1935 ein Schiedsgericht darüber, ob und wann der
Darmſtädter Volksbank die Zahlung der reſtlichen 15 Prozent
ganz oder teilweiſe zugemutet werden kann.
Das Schiedsgericht beſteht aus drei Mitgliedern. Je ein
Schiedsrichter wird von der Volksbank und von dem Gläubiger=
ausſchuß
(ſiehe unter g) ernannt. Beide Schiedsrichter wählen
einen dritten Schiedsrichter, der den Vorſitz führt. Können ſich
beide Schiedsrichter über dieſen nicht einigen, ſo ſoll der für
die Eröffnung des Konkursverfahrens über die Volksbank zu=
ſtändige
Richter, evtl. der dienſtaufſichtsführende Richter des
Amtsgerichts Darmſtadt I um die Ernennung des Vorſitzenden
gebeten werden. Das Schiedsgericht ſoll bei ſeiner Entſchei=
dung
darauf Rückſicht nehmen, daß die Liquidität und Arbeits=
fähigkeit
der Volksbank nicht gefährdet werden darf
Entſcheidet das Schiedsgericht, daß die Schuldnerin zu
einer weiteren Zahlung verpflichtet iſt, wobei es dieſe Zahlung
nach Höhe, Fälligkeit und Beginn des Zinſenlaufs genau zu
beſtimmen hat, ſo gilt dieſe Entſcheidung als Beſtandteil des
Vergleichs. Verneint das Schiedsgericht eine weitere Zah=
lungspflicht
, ſo verzichten die Gläubiger auf den Reſtbetrag
ihrer Forderung.
4) Wird auf eine unſtreitige Forderung eine Vergleichsquote nicht
binnen 4 Wochen nach Fälligkeit und Mahnung gezahlt, ſo kann
der Gläubiger die ſofortige Zahlung des ganzen, noch aus=
ſtehenden
Reſtes der 85 Prozent nebſt Verzugszinſen ſeit dem
Tag der Fälligkeit nach dem Vergleich verlangen.
Falls das Schiedsgericht eine ratenweiſe Zahlung der letz=
ten
Quote von 15 Prozent beſchließt, ſo gilt gleiches auch für
dieſe Raten.
e) Die Forderungen der Gläubiger werden ab 25. Auguſt 1931
verzinſt. Bis zum 1. Januar 1932 beträgt der Zinsſatz 4 Proz.
Die Zinſen für die Zeit vom 25 Auguſt 1931 bis zum 1. Januar
1932 ſind am 1. Februar 1933 fällig.
Ab 1. Januar 1932 iſt der Zinsſatz gleich dem Reichsbank=
diskont
, höchſtens aber 6 Prozent. Die Zinſen für die Jahre
1932 und 1933 ſind am 1. April 1934 fällig. Iſt jedoch die
Volksbank an dieſem Tage zur Zahlung der Zinſen nicht in
der Lage, ſo kann ſie mit Zuſtimmung des beſtellten Gläubi=

gerausſchuſſes (ſiehe unten g). die Zahlung auf einen ſpäteren
Termin, ſpäteſtens jedoch bis zum 1. April 1935 hinausſchieben.
Die vom 1. Januar 1934 ab zu entrichtenden Zinſen ſind
bis zum 1. April 1935 zu zahlen.
Die Zinſen des von dem Schiedsgericht zu ermittelnden
Betrages ſind mit der Zahlung dieſes Betrages ſelbſt zu ent=
richten
.
I) Die Gläubiger verzichten für den Fall eines etwa ſpäter ein=
tretenden
Konkurſes auf den Teil ihrer Forderungen, der durch
das vorhandene Vermögen der Genoſſenſchaft einſchließlich der
beitreibbaren Einzahlungen auf den erhöhten Geſchäftsanteil
nicht gedeckt iſt, ſo daß die Genoſſen aus der Haftſumme nicht
in Anſpruch genommen werden können.
Die beteiligten Gläubiger treten im Konkursfalle, mit
ihren Forderungen gegenüber den anderen Gläubigern mit der
Maßgabe zurück, daß die Konkursmaſſe zunächſt für dieſe an=
deren
Gläubiger verwandt werden muß.
T) Die Erfüllung des Vergleichs wird von dem vom Gericht zu
beſtellenden Gläubigerausſchuß überwacht, der auch nach Been=
digung
des gerichtlichen Vergleichsverfahrens im Amt bleibt.
Der Gläubigerausſchuß erhält die Befugnis eines Gläubiger=
ausſchuſſes
im Konkuxsverfahren und das Recht, einzelne Ge=
ſchäfte
zu verbieten. Fällt ein Mitglied weg, ſo hat der Gläu=
bigerausſchuß
ſich ſelbſt zu ergänzen. Die Mitglieder haften
für die Sorgfalt eines ordentlichen Geſchäftsmannes. Sie haben
in entſprechender Anwendung des 8 91 Konkursordnung An=
ſpruch
auf Erſtattung angemeſſener barer Auslagen und auf
Vergütung für ihre Geſchäftsführung. Im Streitfalle ſoll der
für die Darmſtädter Volksbank zuſtändige Konkursrichter evtl.
der dienſtaufſichtsführende Richter des Amtsgerichts Darm=
ſtadt
I als Schiedsrichter entſcheiden. Maßgebend für ſeine Ent=
ſcheidung
ſoll lediglich die tatſächliche Arbeitsleiſtung der Gläu=
bigerausſchußmitglieder
ſein.
Der Gläubigerausſchuß kann ſeine Befugnis auf ein oder
mehrere ſeiner Mitglieder übertragen.
h) Jeder Gläubiger kann vom Vergleich zurücktreten, falls nicht
binnen zwei Monaten nach rechtskräftiger Beſtätigung des
Vergleichs der Beſchluß der Generalverſammlung zum Genoſ=
ſenſchaftsregiſter
angemeldet wird, nachdem der Geſchäftsantei!
der Genoſſen auf 1000. RM. erhöht wird, und nachdem die
reſtlichen Einzahlungen der Genoſſen in Raten von mindeſtens
30 RM. pro Monat zu erfolgen haben.
Formulare für die Zuſtimmungserklärungen gehen allen Be=
teiligten
durch die Poſt zu und ſind nach der darin enthaltenen
Anweiſung auszufüllen, zu unterzeichnen und mittelſt beigefügtem
Umſchlag der Volksbank möglichſt umgehend zurückzuſenden.
Von einer ausreichenden Anzahl dieſer Zuſtimmungen hängt es
ab, ob obiger Vergleichsvorſchlag beſtätigt wird. Im Falle nicht
ausreichender Zuſtimmungen müßte nach den geſetzlichen Beſtim=
mungen
das Konkursverfahren eröffnet werden. Die kataſtropha=
len
Folgen des Konkurſes der Volksbank wären gerade unter den
heutigen, bereits äußerſt ſchwierigen Verhältniſſen nicht abzuſehen,
Die Verantwortung hierfür übernehmen jedenfalls diejenigen,
welche ihre Zuſtimmung nicht rechtzeitig einſenden und damit den
Vergleich zum Scheitern bringen.
Es ſei nochmals beſonders darauf hingewieſen, daß die Aus=
zahlung
von Forderungen bis 100. RM. oder auf 100. RM.
ermäßigte Forderungen, einſchließlich der ſogenannten Kinder=
ſparbücher
, innerhalb drei Monaten nach Beſtätigung des Ver=
gleichs
in voller Höhe vorgeſehen iſt. Möglicherweiſe kann alſo
die Auszahlung noch vor Weihnachten erfolgen. Die Zuſtimmung
auch der kleinen und kleinſten Gläubiger liegt aber in deren
eigenſtem Intereſſe. Im übrigen ſind Beſtrebungen der Ver=
waltung
im Gang, die Schalter möglichſt bald zu öffnen.

Gaben für die Winkerhilſe.
Wir danken all denen recht herzlich, die uns Bekleidungsſtücke
geſpendet oder ſolche für uns bereitgeſtellt haben. Wir müſſen
aber die gütigen Geber bitten, etwas Geduld zu haben bis zur
Abholung der Sachen. Es dürfte ohne weiteres klar ſein, daß es
nicht möglich iſt, die einzelnen Gegenſtände bald hier bald dort in
den verſchiedenen Stadtteilen abzuholen. Die Abholung wird
ſtraßenweiſe mit Kraftwagen oder Fuhrwerk, vorausſichtlich unter

Hast Du schon für die
Winterhilfe gegeben?

Verwendung von Trompetenſignalen, geſchehen. Die betreffenden
Straßen werden jedesmal 23 Tage vorher in den hieſigen Zei=
tungen
bekannt gegeben werden.
Wir bitten nochmals, durch Verpflichtungsſcheine gezeichnete
geringere Beträge, ſowie die Beiträge als fördernde Mitglieder
der Winterhilfs=Küchen, falls erſtere nicht auf Poſtſcheck=Konto
Frankfurt Nr. 70 190, oder auf die Städtiſche Sparkaſſe eingezahlt
werden, oder letztere auf Poſtſcheck=Konto Nr. 59 400 oder auf die
Städtiſche Sparkaſſe, bar einzuzahlen bei der Geſchäftsſtelle der
Winterhilfe. Paradeplatz 4.

Ein Abholen der laufenden kleineren Bei=
träge
durch Sammler kann nur in beſonderen
Fällen auf Wunſch erfolgen, da das nötige Per=
ſonal
hierfür nicht vorhanden iſt.
Einmalige Beiträge können nach wie vor, außer durch Ein=
zahlung
, den Sammlern direkt in bar gegeben werden.
Der Stadthilfsausſchuß für die Winterhilfe.
Verein Freie Schule Darmſtadt (E. V.) ſchreibt uns: Sams=
tag
. 14. November, wird in der Aula des Ludwig=Georgs= Gym=
naſiums
, Karlsſtraße, Dr. Hermann von Baravalle,
Mathematiker und Phyſiker der Freien Waldorfſchule Stuttgart,
über Die Geſtaltung der Aſtronomie im Unter=
richt
ſprechen. Der Vortragende, der gegenwärtig wieder einen
Kurſus im Stuttgarter Planetarium hält und durch ſeine Bücher
Einführung in die Erſcheinungen am Sternenhimmel und Der
Sternenhimmel über und unter uns vielfach bekannt iſt, wird an
Hand zahlreicher Lichtbilder, die durchwegs nach eigenen Zeich=
nungen
aufgenommen ſind, darſtellen, wie in dieſem Unterrichts=
gebiet
gearbeitet werden kann, ohne dem Schüler nur eine mathe=
matiſch
=theoretiſche Bildung zu vermitteln, die oft weit von dem
abliegt, was er mit eigenem Beobachten und Urteil verbinden
kann. Die Weite und Ruhe der Erſcheinungen des Sternen=
himmels
ſoll dieſen Unterricht durchdringen, der nicht nervöſem
Modell=Denken Platz geben darf, wenn ein geſundes Intereſſe
für dieſe Gebiete erwachen ſoll, denen eine wichtige Aufgabe im
geſamten Erziehungsgebiete zukommt. (Siehe Inſerat in dieſer
Nummer.)
Ausgewählte Kapitel aus der Elektrotechnik. Die Vortrags=
reihe
von Dipl.=Ing. Scriba über Elektrotechnik beginnt am
Dienstag, den 10. November. Die Vorleſungen ſind für jeden be=
ſtimmt
, der ſich mit den elektriſchen Vorgängen in den verſchie=
denen
Anwendungsgebieten der Elektrizität befaſſen oder ſeine
Kenntniſſe auffriſchen will. Es werden die wichtigen Grundgeſetze
und ihre Anwendungen durchgeſprochen, ſo daß dem Hörer auch
eigene Weiterarbeit ermöglicht iſt. Es iſt beabſichtigt, den Film
Die Rundfunktechnik, der inzwiſchen durch einen neuen Unter=
haltungsteil
ergänzt wurde, zu wiederholen. Außerdem werden
die Filme, ,Rundfunkſtörungen und ihre Beſeitigung und Der
Großſender gezeigt. Die Vorträge finden im Elektrotechniſchen
Inſtitut der Techniſchen Hochſchule ſtatt. Anmeldungen erbeten
an die Geſchäftsſtelle der Volkshochſchule, Mathildenplatz 17.
Orpheum. Märchentheater. Heute, Sonntag, zum letzten
Male das prächtige Märchenſpiel in vier Bildern: Rumpel=
ſtilzchen
, das bei ſeiner Erſtaufführung die begeiſterte Aufnahme
eines ausverkauften Hauſes fand. Wunderſchöne Bühnenbilder,
entzückende Ballettſzenen und eine vorbildliche Aufführung ſind das
helle Entzücken der Kleinen und Großen. Auch der lebendige
Freund Langohr wird wieder erſcheinen. Auch diesmal wie=
der
Verloſung zweier Uhren. Es gelten kleine Eintrittspreiſe.
Vorverkauf Kiosk am Paradeplatz, ſowie Orpheumskaſſe ab 2 Uhr
nachmittags. Telephoniſche Beſtellungen unter 389. (Siehe An=
zeige
.)

keitr
ebensverücherung verkallen

de es nicht! Bu wirſt beſtimmt an anderer Stelle lo viel (paren können,
M deinen Angehörigen in jedem Fall den Schutz deiner Tebensverüicherung
zu erhalten. Wenn lie iſt grade heutzutage donpelt nötig!K

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 310

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 8. NovemEl

Aus der Geſchichte des Pionier=Bakaillons 16.
Man ſchreibt uns: Am 9. November ſind 50 Jahre verfloſſen,
daß die erſten Erſatz=Rekruten des damals neugegründeten Pio=
nier
=Bataillons 16 in Metz eingeholt wurden. Dieſe Erſatz= Rekru=
ten
des Jahres 1881 ſtammten aus dem Heſſenlande und wurden
in den Provinzen Oberheſſen, Starkenburg und Rheinheſſen aus=
gehoben
. Dieſe Begebenheit wurde uns von zwei Vereinsmit=
gliedern
, welche damals unter dieſen Erſatz=Rekruten ſich befanden,
geſchildert, und haben wir Veranlaſſung, die Begebenheit der
Oeffentlichkeit zu unterbreiten, da in Darmſtadt und Umgegend
viele ehemalige Angehörige des Pionier=Bataillons 16 anſäſſig
ſind.
Am 8. November 1881 mußten ſich die gezogenen Rekruten
an ihren Geſtellungsorten einfinden und wurden am Nachmittag
nach Mainz transportiert, wo ſie im Fort Weiſenau Unterkunft
fanden. In den Vormittagsſtunden des 9. November wurden ſie
zu einem Sammeltransport zuſammengeſtellt und mit einem Son=
derzug
über Kaiſerslautern nach Metz, ihrem Beſtimmungsort,
geleitet. Um die Mittagszeit fand auf dem Bahnhof Kaiſers=
lautern
die erſte militäriſche Verpflegung ſtatt. Gegen 6 Uhr
abends erreichte der Zug die Feſtung Metz. Auf dem damaligen
Bahnhof wurden die neuen Rekruten durch ein Empfangskom=
mando
, beſtehend aus den Offizieren und Unteroffizieren des Pio=
nier
=Bataillons 16, ſowie der Bataillonskapelle abgeholt, und in
gleichem Schritt und Tritt gings unter den Klängen der Kapelle
zur alten Gendarmerie=Kaſerne. Die alte Gendarmerie=Kaſerne
in der Gendarmerieſtraße war die ehemalige franzöſiſche Pionier=
Kaſerne; in derſelben war das erſt kurz gegründete Pionier= Ba=
taillon
16 untergebracht. In der Turnhalle der Kaſerne wurden
die neuangekommenen Rekruten durch den Bataillons=Adjutanten
Overdyk verleſen und den einzelnen Kompagnien zugeteilt. Die
Offiziere des Pionier=Bataillons 16 beſtanden damals aus: dem
Bataillonskommandeur Major Weber, genannt Ackermann,
weil ſeine gebräuchlichſte Redewendung mit euch werde ich ackern
war. Die Offiziere der 1. Kompagnie: Hauptmann Volk=
mann
2: Premierleutnant v. Winterfeld. Secondeleutnant
Giertz. Von der 2. Kompagnie: Hauptmann Grubitz, Premier=
leutnant
Dollmann 1. Secondeleutnant Buſch. Von der 3. Kom=
pagnie
: Hauptmann Rochs, Premierleutnant Burchardt. Se=
condeleutnants
Glimph, Hauck und v. Reppert. Von der 4. Kom=
pagnie
: Hauptmann Runge, Premierleutnant Bamihl und Se=
condeleutnant
Nehrens
Gerade in der heutigen Zeit berührt uns die Wiederkehr des
Tages, an dem unſere beiden Kameraden, Herr Philipp Münk=
ler
=Darmſtadt. Mollerſtraße 33, bei der 1. Kompagnie des Pio=
nier
=Bataillons 16, und Herr Martin Eidenmüller= Darm=
ſtadt
, Hofmannſtraße 5½, bei der 2. Kompagnie des Pionier=
Bataillons 16 den Rock des Kaiſers anzogen, um ihn in Ehren
zu tragen. Sie waren echte deutſche Pioniere und ſind es bis
heute in ihr hohes Alter geblieben.
Auf die gleiche Veröffentlichung in der Deutſchen Pionier=
Zeitung ging uns von Herrn Oberſt a. D. Amlinger=Koblenz ein
Schreiben zu:
Herr Oberſt Grubitz iſt im vorigen Jahre hochbetagt in Ber=
lin
geſtorben, ich habe bis zuletzt noch mit ihm in Briefwechſel
geſtanden. Ich ſelbſt habe dem Pionier=Bataillon 16 von Oktober
1882 bis Ende 1890 angehört und entſinne mich der beiden heſſi=
ſchen
Kameraden noch ſehr gut. Ich ſende zu dem Tage beſte
Glückwünſche! Mit kameradſchaftlichem Gruße gez. Amlinger,
Oberſt a. D.
Verbilligke Eiſenbahnfahrkarken für Theakerbeſucher
im Rhein=Main=Gebiet.
Bei der Reichsbahndirektion Frankfurt fand zwiſchen den
Reichsbahndirektionen Mainz und Frankfurt und Vertretern der
Theater in Frankfurt, Darmſtadt. Mainz. Wiesbaden und Gießen
eine Beſprechung ſtatt über die Frage, wie man den außerhalb
dieſer Städte wohnenden Theaterfreunden den Beſuch der
Theater nicht Varieté=Bühnen und Lichtſpielhäuſer
verbilligen könne. Dem Vorſchlag der Reichsbahndirektion, den
Theaterbeſuchern an den Orten, an denen Sonntagskarten nach
den Theaterorten aufliegen, dieſe Sonntagskarten auch
Mittwochs nachmittags auszugeben, wurde zugeſtimmt.
Dies bedeutet eine Ermäßigung um ein Drittel des gewöhnlichen
Fahrpreiſes. Man einigte ſich weiter dahin, dieſe Mittwochs=
karten
nach den Theaterſtädten auf eine Eiſenbahnſtreckenlänge
bis zu 75 Kilometer auszudehnen, ſoweit Sonntagskarten
nach den genannten Theaterſtädten aufliegen und die Fahrplan=
anlage
den Beſuch des betreffenden Theaters zuläßt. Die Karten
ſollen von Mittwoch 12 Uhr bis 24 Uhr gültig ſein
Den Theaterbeſuchern ſollen die ermäßigten Fahrkarten auf
ihre Erklärung am Fahrkartenſchalter, daß ſie das Theater be=
ſuchen
wollen, ausgehändigt werden. Um eine mißbräuchliche Be=
nutzung
dieſer für den Beſuch der Theater verbilligten Fahrkarten
zu verhüten, wurde vereinbart, daß die Theaterbeſucher ver=
pflichtet
ſind, die Fahrkarte an der Kaſſe des Theaters abſtem=
peln
zu laſſen. Dieſe Abſtempelung wird auf der Rückfahrt,
bzw. an der Sperre des Heimatbahnhofes nachgeſehen. Fehlt
der Stempel des Theaters, dann muß der Fahrgaſt den Unter=
ſchied
zwiſchen dem gewöhnlichen Fahrpreis und dem Sonntags=
kartenfahrpreis
nachzahlen. Etwaige Ausreden, wie z. B. es ſei
vergeſſen worden, die Fahrkarte abſtempeln zu laſſen, und ähnliche,
können nicht berückſichtigt werden.
Die Beteiligten waren ſich bei der Beſprechung darüber klar,
daß die getroffene Vereinbarung lediglich einen Verſuch darſtellt,
deſſen Ergebnis und Durchführbarkeit heute nicht überſehen wer=
den
kann.
Die Maßnahme wird vorausſichtlich am Mittwoch, den
11. November d. J., in Kraft treten.

Evangeliſationswoche der Petrusgemeinde. Die dankbare
Aufnahme und tiefe Wirkung der Evangeliſationswoche des vori=
gen
Jahres haben den Kirchenvorſtand unſerer Gemeinde veran=
laßt
, eine fortlaufende Behandlung chriſtlicher Zeit= und Lebens=
fragen
in der Art einer Volksmiſſion auch dieſes Jahr wieder zu
verſuchen. Vielen wird in dem Dunkel und der Wirrnis unſerer
Zeit eine klare Stellungnahme zu den brennenden Problemen des
Tages vom evangeliſchen Standpunkt aus hoch willkommen ſein.
Pfarrer Hagen vom Zentral=Ausſchuß der inneren Miſſion in Ber=
lin
hat diesmal die Evangeliſationswoche übernommen. In täg=
lichen
Bibelſtunden mittags 4 Uhr im Gemeindehaus wird er
das Thema behandeln: Jeſu Urteil über der Menſchen Art und
Leben. Abendliche Predigtvorträge ſind für Montag vorgeſehen
über: Das Erbe der Enterbten; für Dienstag: Der moderne
Menſch und die Bibel; für Mittwoch: Ehenot und Eherat, nur
für Erwachſene. Das Thema am Donnerstag abend wird heißen:
Der Fluch der Entſcheidung wider Gott; am Freitag abend: Der
Segen der Entſcheidung für Gott. Ueber: Was wiſſen wir vom
Jenſeits? wird die Predigt am Samstag abend handeln. Am
Sonntag, 15. d. M., ſoll ein Gottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls die Evangeliſation abſchließen. Auf den Beginn der
Darbietungen morgen, Montag, 4 Uhr; Bibelſtunde; abends
8 Uhr: erſter Predigtvortrag, wird hingewieſen
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkran=
kung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht ereichbar iſt, dann ſind am Sonn=
tag
, dem 8. November 1931, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung
bereit: Dr. med. Wertheim. Dieburger Straße 73. Tel. 4614;
Dr. med. Weyell, Hölgesſtraße 16. Tel. 253; Frl. Dr. med.
Vaubel, Heinrichſtraße 100, Tel. 1645.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich an=
ſchließend
Woche den Nachtdienſt vom bis 14. November die
Hirſchapotheke, Nieder=Ramſtädter Straße 21. Nordendapotheke,
Friedrich=Ebert=Platz 17.

Wiederum feierten die Männer vom edlen Weidwerk den
Tag, den ſie ihrem Schutzpatron, St. Hubertus, geweiht
haben. Wiederum trägt der ſchöne Saal der Krone Feſtſchmuck
mit uralten Jagdlappen, Fahnen und Girlanden, ſtrahlt von der
Wand das leuchtende Kreuz im Geweih des Hubertushirſches. Und
wiederum ſind in einer umfangreichen, ſo zahlreich und gut wie
ſelten beſchickten Trophäen=Ausſtellung die Ergebniſſe
eines Jagdjahres ausgeſtellt. Da ſind Gehörne und Geweihe und
Krickel von Rot=, Dam= und Hochwild aus allen Jagdgründen der
Heimat und auch des Auslandes. Ueberall haben weidgerechte
Mitglieder des Heſſiſchen Jagdklubs Prachtexemplare auf die
Decke gelegt. Im Taunus und Hunsrück, in der Rhön und im
Weſterwald, in der Neumark und in Mecklenburg, in den Wald=
karpathen
und in Tirol, Oberbayern und Kärnten. Aber auch
aus Heſſen=Naſſau und Heſſen, beſonders dem Odenwald, ſind
Trophäen da, zeugend davon, daß gute Hege und Pflege die Jagd=
gründe
der engeren Heimat wieder auf die Höhe gebracht haben,
An mancher Trophäe hängen am Kettchen die begehrte goldene‟
und an vielen die ſilberne‟!
Schneidige Waldhorn= und Fanfarenklänge, alte Jagdweiſen
von Obermuſikmeiſter M. Weber geboten, leiten die Feier ein,
zu der wie immer die Jäger äußerſt zahlreich erſchienen ſind. Trotz
Not des Alltags! Und das mit Recht! Wer jahraus, jahrein
Wald und Wild hegt und hütet, der darf, wenn Geſetz und Uebung
Hahn in Ruh gebieten, ſich einmal mit Weidgenoſſen zuſam=
menfinden
zu frohem, beſcheidenen Feiern.
Nach altem traditionellen Brauch begrüßte der Ehrenvor=
ſitzende
des Heſſiſchen Jagdklubs, Herr Prof. Karl Zimmer.
die Erſchienenen inſonderheit herzlich den Chef der heſſiſchen
Forſtabteilung., Herrn Staatsrat Heſſe, und die Räte ſeiner
Abteilung. Wohl wiſſen die Jäger, wie ſchwer es heute einem
Mann in dieſer Stellung iſt, allen gerecht zu werden, in den Zei=
ten
der Nöte auch Wald und Feld und Jagd zu ſchützen und zu
nützen. Trotzdem hofft der Jagdklub, weiter auch das
fördernde Intereſſe des Herrn Staatsrats Heſſe und der heſſi=
ſchen
Forſtverwaltung zu haben. Sein Gruß galt weiterhin den
Vertretern des befreundeten Odenwaldklubs, des H. A. C., Star=
kenburger
A.=C., und Darmſtädter A.=C. den Herren von der
Rotwildjäger=Vereinigung, die ſo manche ſchöne Trophäe mit aus=
geſtellt
haben, Herrn Lind, Präſident des Reichslandbundes, dem
Vorſitzenden der Förſtervereinigung, Herrn Staatsförſter Kolb,
und der Preſſe, deren Mithilfe bei der ſchönen und ſchweren
Aufgabe der Erhaltung von Wald und Wild und Jagd ſo wert=
voll
und unentbehrlich ſei. Gerade in der jetzigen Notzeit, in der
kein Mächtiger da iſt, der Wald und Wild ſchützen kann, in der
dieſer Schutz dem Bürger ſelbſt und allein anvertraut iſt, erwächſt
doppelt die Pflicht, ſich dieſes Schutzes angelegen ſein zu laſſen.
Wenn es dem Vaterland ſchlecht geht, geht es beſonders dem Wald
und dem Wild ſchlecht. Und wie die heiße Sorge des Weidmanns
dem Wald und dem Wild gilt, gilt ſie gleich heiß dem Vaterland.
(Bravo!) Keinen herzlicheren und glühenderen Wunſch hat der
Weidmann, als den, daß das geliebte Vaterland bald wieder er=
ſtehen
möge zu alter Macht und Pracht und Herrlichkeit. Das
bekräftigt ein dreifach Horrido!!!
Anders als ſonſtwo erklang hier das Deutſchlandlied. Man
fühlte, es ſtrömte aus heißem Herzen!
Herr Staatsrat Heſſe verſicherte, daß es ihm und ſeinen
Räten aufrichtiges Bedürfnis ſei, für die herzlichen Worte der
Begrüßung des Herrn Ehrenvorſitzenden Prof. Zimmer ebenſo
herzlich zu danken und feſtzuſtellen, daß er gerne der Einladung
gefolgt ſei, wie überhaupt die Stunden im Heſſiſchen Jagdklub
zum Hubertusfeſt ihm zu den beſten und ſchönſten zählen. Wenn
man Betrachtungen über das vergangene Jagdjahr anſtellt, ſo
habe ſich ihm zuerſt der Eindruck gefeſtigt, daß die Qualität der
Trophäen in dieſem Jahre zurückgegangen ſei, gegen das Vorjahr.
Die heutige Trophäenſchau aber beweiſe das Gegenteil. Es ſind
viele hervorragende Stücke darunter. Das beweiſt die ganz aus=
gezeichnete
Hege= und Pflegearbeit des Heſſiſchen
Jagdklubs und ſeiner Mitglieder. Das Reſultat iſt die Frucht
jahrelanger Arbeit von ſeltener Zielbewußtheit. (Lebh Bravo!)
Angeſichts dieſer Reſultate ſei es ſelbſtverſtändlich, daß die heſ=
ſiſche
Forſtverwaltung mit allem was ſie hat, ſich den Intereſſen
des Heſſiſchen Jagdklubs zur Verfügung ſtellt. (Lebh. Bravo!)
Daß das auch in Zukunft ſo ſein und bleiben möge, zum Beſten
des Waldes und Wildes, und damit des Vaterlandes, darauf
dem Jagdklub ein herzliches Horrido!!!
Herr Präſident Lind=Hanau dankte namens ſeiner Orts=
gruppe
für die Einladung zu dem ſchönen Feſt und den ſchönen
Gedanken, die ihm zugrunde liegen. Auch er müſſe zugeben, daß
die Trophäenausſtellung eine hervorragende Schau und ein
Zeugnis dafür ſei, wie der Heſſiſche Jagdklub ſeine Mitglieder
erziehe zum Wild heger in erſter Linie, und zum Jäger
dann erſt. Dieſe Erziehungsarbeit ſei nicht hoch genug zu veran=
ſchlagen
. Jäger zu ſein, iſt bei den Deutſchen alt. Heger zu ſein,
erſt Erziehungsſache neuerer Zeit. Wenn die Forſtabteilung zu=
ſagte
, daß ſie in dieſer Hegearbeit mitarbeiten will, ſo muß die
Forderung weitergehen an die Landwirte und Bauern, auch ein=
mal
dem Wild auf ihrem Feld und Acker eine Atzung zu gönnen.
(Lebh. Sehr richtig!) Dann erſt werden wir zu richtigem und
gutem Wald= und Wildſchutz kommen. Es kann nicht jeder Jäger
und Heger ſein. So mancher Neureiche hat es verſucht, und iſt doch
nur Schießer geworden. (Sehr wahr!) Er hat es bald wieder ge=
laſſen
. Es gilt, nicht wahllos ſchießen, es gilt, ausſuchen und
ſichten. Das iſt Erziehungsarbeit die der Heſſiſche Jagdklub her=
vorragend
und beiſpielgebend leiſtet. Daß er darin nicht erlahmen
möge, ein dreifach Horrido!!!
Neue Ehrenmitglieder.
Herr Profeſſor Zimmer leitete durch eine herzliche An=
ſprache
den traditionellen Akt der Ehrungen verdienter Mitglie=
der
ein. Der Heſſiſche Jagdklub hat zu Ehrenmitgliedern
ernannt die Herren Geheimrat v. Opel, der ſo oft dem Klub
über finanzielle Nöte hinweghalf. Direktor Röder=Frankfurt,
der ſeit 30 Jahren die dortige Ortsgruppe unter beſonders ſchwie=
rigen
Verhältniſſen leitet, und Herrn Fabrikant Rexroth, der
ſeit langen Jahren die Odenwaldjäger leitet und außerdem im
Laufe einer Lebensarbeit einen Gebrauchshund züchtete, wie
er an Schönheit, Qualität und beſonders Charakter kaum beſſer
gezüchtet werden konnte. Es iſt dem Heſſiſchen Jagdklub beſonders
herzliche Freude gerade Herrn Rexroth dieſe ſeltene und höchſte
Ehrung des Heſſiſchen Jagdklubs zuteil werden zu laſſen.
Herr Rexroth dankte bewegt und erfreut für die Ehrung,
die ihm Anſporn ſein ſoll, ſeine Lebensarbeit, einen wirklichen
hochqualifizierten Gebrauchsjagdhund zu züchten, weiter fortzu=
ſetzen
und zum praktiſchen Erfolg zu führen. (Bravo!)
Weiter Auszeichnungen
erhielten:
Direktor Mohr. Frankfurt, 2 Vorſ. der Ortsgruppe Frank=
furt
, ſilberne Klubmedaille für beſondere Verdienſte um die Orts=
gruppe
Frankfurt: Bankdirektor Nothnagel. Frankfurt, ſil=
berne
Klubmedaille für beſondere Verdienſte um die Ortsgruppe
Frankfurt; Carl Wamſer, Frankfurt (Rechner der Ortsgruppe
Frankfurt): Ehrennadel f. beſ. Verdienſte um die Ortsgruppe;
Rechtsanwalt Alfred Noll, Frankfurt: Ehrennadel f. beſ. Ver=
dienſte
um die Ortsgruppe: Oberpoſtſekretär Auguſt Kabey,
Frankfurt: Ehrennadel f. beſ. Verdienſte um die Ortsgruppe;
San.=Rat Dr. Mogk. Offenbach: Schnepfenmünze für die Erſte
1931 (21. 3.); Juſtizinſpektor Jakob Beckerle, Offenbach: Ehren=
nadel
für beſondere Verdienſte um die Ortsgruppe Offenbach;
Wilhelm Eberhard, Frankfurt: Ehrennadel f. beſ. Verdienſte
u. d. Ortsgr. Offenbach; Paul Dieterle, Offenbach: Autoſchild f.
beſ. Verd, um die Ortsgruppe Offenbach; Otto Scharpf, Offen=
bach
: Autoſchild f. beſ. Verd, um die Ortsgruppe Offenbach; Jagd=
aufſeher
Leo Happel. Hergershauſen: Ehrendiplom für vorbild=
liche
. Hege des ihm anvertrauten Reviers und hervorragende
Leiſtungen in der Wildererbekämpfung, nebſt Geldgeſchenk von
10 Mk.; Förſter Hch. Graf. Mühlheim a. M., Ehrendiplom und

ſilb. Klubmedaille für hervorragende Leiſtungen in der=
bekämpfung
; Jäger J. Baumann. Alsburg, Kr. G
Ehrendiplom und ſilb. Medaille für hervorragende
im Feldſchutz; Oberjager Karl Egger, Gerlos (T.
Medaille und Ehrendiplom für hervorragende Leiſf,
Jagdſchutz; Große Medaille für einen Birkhahn, erlegt
Merck, Darmſtadt.
Für 25jährige treue Mitgliedſchaft, Ehrenſchild: Kan
mann. Erfelden a. Rh.: Generaldirektor R. Mölle,
Rexroth. Erbach i. Odw.; Förſter Schäfer, Fhs.
auen: Dentiſt Weidner. Darmſtadt.
Gendarmeriewachtmeiſter Dieler, Birkenau i. O71
diplom und Geldgeſchenk für hervorragende Leiſtungen:
kämpfung von Wilderern: Förſter Gg. Klipſtein.
Ehrennadel für erfolgreiche Wilderer=Bekämpfung;
Lehr, Darmſtadt: Ehrendiplom für hervorragende
im Jagdſchutz; Jagdaufſeher Fecher, Faulbach a. M. für Wildererbekämpfung; Kriminalkommiſſar Ho
Hanau a. M.: Ortsgruppenmeiſter für 31/32: Bin
Hanau a. M.: Ehrennadel für beſondere Verdienſte un
gruppe Hanau; Pfersdorf. Hanau a. M.: Ehrenn,
ſondere Verdienſte um die Ortsgruppe Hanau; Jagdau zie
Würtz, Wilhelmsbad: Auszeichnung für ſeine Verdie=
Gebrauchshundeſache innerhalb der Ortsgruppe Har,
gruppe Wetterau: Ehrennadel für beſondere Ve=
die
Ortsgruppe an Freudenmacher Nieder=Wärl
Förſter Schmitt. Okſtadt; Rechtsanwalt und Notc
nier, Darmſtadt: Ehrennadel; Baurat Storck.
Ehrennadel; Debus: Geſchenk für vorbildliche Hege=
viers
; Vonderheit: gold. Hutabzeichen für ſeinoe
um die Weiterbildung der Mitglieder auf ornithor
durch ſeine Vorträge und ſchriftſtelleriſche Tätigkeit: 1
Weinheim: ſilb. Medaille für die vorbildliche Hege ſei-n
Für Verdienſte um die Werbetätigkeit: Chm
Darmſtadt, goldenes Hutabzeichen; Rechtsanwalt
Darmſtadt: Ehrenplakette: Fabrikant Hch. Seib
berg: goldene Ehrennadel; Friedr. Ganß. Darmſ=
plakette
.
Schnepfenmünzen: Förſter May, Förſterei S.
Langen (geſchoſſen am 3. März); Revierjäger Zoo
Ortsgr. Frankf., Förſter Lämmersdorf, Butzback
(18. 3., Ortsgr Wetterau); Hch Koob, Dentiſt, W.
Ortgr. Gau Worms); Joſef Schön, Lorſch, (13.
förſter Gg. Jager, Engelrod Oberheſſen (Vogelsberg,
F. Bonte. Darmſtadt, 20. 3. (Gundernhauſen vor
wald); Forſtmeiſter Burk. Birkenau i O., (Ortsg'

11. 4.): Oberforſtmeiſter Seeger, Schlitz (Ort=
Förſter Schwöbel, Hüttenthal i. O. (Ortsgr. Oder
Jagdaufſeher Bachmeyer. Bad=Nauheim; Graf
Erbach=Fürſtenau.
Prämierungsergebniſſe.
Rothirſche. Odenwald: Gold. Schild ungem
Kremſki, Fürſtenau, 160,04 P., Gold. Schild, 14e-,
nior, Frankf 158,1 P Silb. Schild, 10er. Otto Gaſie
152,18 P. Silb. Schild, 10er, Otto Gaſtell, 149,9/
Schild, unger. 10er, Otto Gaſtell. 146,37 P. B1
12er, Karl Hommel, Darmſtadt, 145,78 P.
Naſſau: Silb. Schild, 10er, Oberförſter Hellri
kopf. 152,77. Silb. Schild, 10er Prof. Dr. Jeß, E
Hunsrück: Bronc Schild, 8er Karl Kaſpn
144,67 Oberbayern: Silb. Schild, 12er, G.
Heyl. Rennhof. 150 12 P Neumark: Silb.
Lind, M. d. R., Nieder=Iſſigheim. 163,85.
Tſchechoſlowakei: Silb. Schild, 12er, Gen.=Konſul E
berg. Frankfurt 169,52 P., beſter Hirſch de
lung. Bronc. Schild. 12er, Frau v. Weinber
161,37 Bronc Schild, 14er, Gen.=Konſul C. v. 2
Frankfurt, 161,04.
Damhirſche. Neumark: Gold. Schild, Lin
Nieder=Iſſigheim.
Rehböcke. Heſſen=Ebene: Gold. Schild m
für den beſten Bock der Ausſtellung, Phil. Lotz
Gold. Schild: Direktor Dr. Otto Clemm, Mannyt
Schild: Dr. Butteron Heppenheim Odenn,

Schild: Phil. Volk. Reichelsheim. Silb. Schild:
mann. Reichelsheim. Silb Schild: Ing. Ulrich,
Silb. Schild: Alfred Graf Erbach=Fürſtenau
bei Michelſtadt. Vogelsberg; Silb. Schild:
land. Kirtorf b. Alsfeld. Heſſen=Ebene:
Phil. Lotz, Darmſtadt. Silb. Schild für Kollektiom
Moter, Biblis. Bronc. Schild: Generaldirekto
hauer, Darmſtadt Vogelsberg; Bronc. S
Kimm, Alsfeld. Brons. Schild: Martin Kimm:
Speſſart; Bronc. Schild: Chriſtoph Reich.
Bronc. Schild: Frau von Weinberg Frankfut0
Heſſen=Ebene: Bronc. Schild für Kollektion.
ſchaft Büttelborn.
Gams. Inland. Gold. Schild: Direktor Fib
brandt, Pfungſtadt, beſter Bartgams des Inla im
Punkten. Silb Schild: Direktor Fritz Hildebran
ſtadt. 98 5 Punkte. Max Freiherr von Heyl zuHeißl
Schloß Rennhof, 95 65 Punkte. Bronz Schild: Frhr. I
Herrnsheim, Schloß Rennhof. 94,75 Punkte. Diſ
Heyl zu Herrnsheim, Schloß Rennhof, 94N
Ausland. Kärnten. Gold Schild: Frau von
Frankfurt, 106,6 Punkte. Silb. Schild: Guntru=
102.45 Punkte
Keiler (251). Silb. Schild: Balzer, Bucheſ
Auerhähne. Silb. Schild: Kurt Hoffmann:
heim, Bronz. Schild: Ing. Glöckler, Darmſtadu
Birkhähne. Silb. Schild: Kurt Hoffmann..;
Wildkatze, Bronz. Schild; Kurt Hoffmann.?
Profeſſor Zimmer machte weiter Mitteilungzb
aufleben einer Stiftung durch Herrn Direktor H.
Pfungſtadt. Es handelt ſich um die Verleihung
von Herrn Chriſtof Ulrich geſtifteten Silberbechers...l
der im Jahre nicht mehr als 5 Rehböcke zur Strechl
eine Erziehung zur Selbſtbeherrſchung.
Im Namen der Geehrten und Ausgezeichnete=
Direktor Roeder=Frankfurt herzlichſten Weidmam?
es auch keines Jägers Streben ſei, Ehrungen einzuud
man doch herzlich dankbar, wenn beſcheidene Verdi=
nung
finden. Im übrigen ſei man dem Heſſiſchen
vor allem ſeinem hochverdienten Ehrenvorſitzenk.
Zimmer. Geheimrat Ebel. Landgerichtsdirektar
und dem vielbeſchäftigten Schatzmeiſter für ſein vo.d
unermüdliches Arbeiten im Dienſte des Weidwerke‟
ſten Dank ſchuldig! (Lebh. Bravo!) Dieſer Dar
allen Jägern empfunden, die, wann immer es ſe=
Hilfe und Verſtandnis finden.
Herr Miniſterialrat Hechler damkte im Nann
rung für die Begrüßung und für die Anerkennung,
keit in der Forſtverwaltung fand. Sein Horrid9=9
zigen anweſenden Dame, Frau Hauptmann Tgei
gerechten Jägerin ſeltenſter Art und treuer Jagc.
Gatten.
Die Prämiierung der Trophäen nahm danach
dree=Hirſchhorn vor. Er beſtätigte, daß die Quc
phäen eine weit beſſere ſei, als nach der Witterun
war. Den Preisrichtern: Herren Dr. Andree=Hi.
rat Koch=Michelſtadt und Direktor Fritz Hildebrc.
dankte ein dreifach Horrido! für ihre ſchwierige Am
Im übrigen verſchönte manch Lied und noch m.
ſpruch wie immer das Feſt. das die Weidgenoſſen w
ſammen hielt.

OOM
Mnndnnnnu
Wifeta,Wihsuda
HaE5
Petut, F

Die neue Lesmona 30l0

Ei.
Auch ohne Mundstück, rund und dics e Konzerl!.

[ ][  ][ ]

8. November 1931

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 310 Sei

Aus dem Wahlkampf.

ſkliche Wählerverſammlung der Deutſchen
Bolksparkei.
idputſche Volkspartei hielt geſtern abend im Fürſtenſaal
fe öffentliche Wählerverſammlung ab. Ueber das Thema
igeht der Weg ſprach zunächſt in temperament=
iſs
Reichstagsabgeordnete Frau Dr. Matz, Berlin. Sie
Funächſt die außenpolitiſche Lage, der immer noch der
komme. Wenn auch führte die Rednerin dabei aus,
ſy ich nur eine Verſtändigungspolitik möglich ſei, ſo ſolle
ſticht darüber täuſchen, daß wir allein auf uns ſelber ge=
und daß an dieſer gar nicht genug zu betonenden Tat=
1 die ſchönen Reden der franzöſiſchen Staatsmänner
ur Beſuche, noch die freundliche Einſtellung Italiens
ds und die Haltung Hoovers etwas ändere. Notwen=
ſa
lich die Bildung einer nationalen Konzentrations=
in
die das Zentrum mit einbezogen ſein müſſe. Un=
iſe
mit den die Wirtſchaft ruinierenden ſozialen Experi=
ſhuiß
gemacht werden. Daß Brüning keine Politik gegen
dirnokratie machen wolle, ſei der Grund für die Deutſche
ni geweſen, ihm das Vertrauen zu entziehen. Die Ned=
färte
die Notwendigkeit einer grundſätzlich anderen
i durch zahlreiche Hinweiſe auf die Erfolgloſigkeit der
Notverordnungen, auf die ſchweren Mißſtände in der
häerung, der Steuer= und Tarifpolitik und ging zum
Die Stellung der Deutſchen Volkspartei zu den Kul=
em
, wobei ſie beſonders auf die Stellung hinwies, die
hilſozialismus der Frau im allgemeinen und der be=
Frau im beſonderen anweiſt. Eine nationale Re=
y
Beſonnenheit das war die Antwort der Rednerin
iige, wohin der Weg führen müſſe. Herr Rechts=
t
! Mattern=Darmſtadt ſtellte in den Mittelpunkt
ſuyen und ſachlichen Darlegungen die Stellung der Deut=
Bejartei gegenüber der heſſiſchen Regierungspolitik der
dr. Er begründete eingehend die ſtändige Oppoſition
war Volkspartei gegen die Weimarer Koalition, mit der
unsigung über Außen= und Wirtſchaftspolitik nicht mög=

hüs in vielen Punkten einer Enteignungspolitik prak=
teſommen
ſei. Betreffs der ſpeziellen innerpolitiſchen
ſie in Heſſen griff er u. a. die ſinnloſe Erhöhung der
an, gegen die die Deutſche Volkspartei ſcharf prote=
und beleuchtete mit mancherlei Beiſpielen die Groß=
ver
heſſiſchen Verwaltung, ihr Vorgehen in der Be=

21 den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Palaſt=Lichtſpiele
Wiederholung des, wenn wir uns recht erinnern,
dirmſtadt gezeigten Tonfilms: Atlantic, ein Er=
Et'Regie von E. A. Dupont. Wir haben über dieſen
ille ſeinem erſten Erſcheinen auf dem Spielplan ausführ=
räeb
en. haben beſonders die glänzende darſtelleriſche
uor Fritz Kortner hervorgehoben und die Regie=
ko
allem in den wildbewegten Szenen beim Unter=
Atlantic nach dem Zuſammenſtoß mit dem Eisberg.
uif, eine Reportage ſelbſtverſtändlich aus der Phan=
tchſen
, nachkonſtruiert vom Untergang der Titanic.
ſteſe bei der Wiederholungsaufführung iſt die Möglich=
eigleichziehens
der techniſchen Vollendung von damals
AR 4ir haben in der Zwiſchenzeit vieles neue und einiges
ſnus den Tonfilmerzeugniſſen erlebt. Wenn auch die ton=
g
l. die ſich bei der geſtrigen, erſten Wiederholung von
örend bemerkbar machten, vielleicht nur mit dem
ir zuſammenhängen, wird doch erwieſen daß At=
ju
ein ausgezeichneter Tonfilm war. Im Beipro=
Auſ= neben einer guten Emelka Ton=Wochenſchau ein
un von einer Bärenjagd in den Kartpathen.
Uniontheater läuft noch bis auf weiteres der ſenſa=
Ud ſpannende Abenteurerfilm Bomben auf Monte
Hans Albers. Anna Sten und Hans Rühmann. Im
eprogramm: Die neueſte Ufa=Tonwoche.
helia=Theater wird der luſtige Tonfilm=Schwank. Er
eierer (Raffke wider Willen) heute zum letzten Male
dem Palaſt=Lichtſpielen ſieht man nur noch heute und
ANeuaufführung das gewaltige Tonfilmwerk Atlantic
ung der Titanic) mit Fritz Kortner, Theod. Loos,
:. Herm. Vallentin u. a. m.
4Morgenfeier im Helia. In einer der beliebten Film=
I zeigt das Helia=Theater heute vormittag 11,15 Uhr
Male den Sportfilm von Bergſchönheit und Winter=
Spur durchs weiße Land. Jugendliche haben zu
ien Zutritt.
Lokale Veranſtallungen.
Mropoſophiſche Arbeitsgemeinſchaft. Wir laden zu dem
enſtlichen Vortrag in dieſem Winter ein. Herr Ernſt
m z art ſpricht, wie ſchon in anderen Städten, am Diens=
Povember, hier über Die ägyptiſchen Pyramiden als
gungener Myſterienweisheit und ihre Bedeutung für
Das Geheimnis der Pyramiden iſt zugleich
leen Myſterienkultur. Sich ihrem Wiſſen, ihrem Da=
auf
den Wegen exakter Forſchung zu nähern, wird den
Aachter locken, der den geiſtigen Untergründen ver=
u
chen wie der gegenwärtigen mit der Nüchternheit
nachſpürt. Siehe die Anzeige im heutigen Blatt.
igshöhe. Sonntag nachmittag 4 Uhr Konzert.
Vereinskalender.
inigung ehem. 116er Darmſtadt. Montag,
Mitglieder=Verſammlung bei Kamerad Breidert,
(Obergaſſe), abends 8.15 Uhr.

Tageskalender für Sonntag, den 8. November 1931.
Heſſ Landestheater, Großes Haus, 19.30 bis 21.45 Uhr:
Die Dubarry. Kleines Haus, 14,30 bis 17.30 und 19 bis
22 Uhr: Guſtav=Adolf Konzerte; Rheingauer Wein=
ſtube
Winzerfeſt, Zur Oper, Schloßkeller, Sportplatz= Reſtau=
rant
am Böllenfalltor, Herrngartenkaffee, Café Ernſt=Ludwig,
Alter Ratskeller. Cafs Ganßmann Konzert und Tanz. Hotel
und Reſtaurant Poſt Konzert und Tanz, Zum Datterich, Lud=
wigshöhe
nachm. 4 Uhr Konzert. Orpheum 3.30 Uhr:
Märchentheater Rumpelſtilzchen. Abends 20,15 Uhr: Scherber=
Varieté=Schau. Kinovorſtellungen: Union=, Helia=
und Palaſt=Lichtſpiele.

Aus Heſſen.
Blukkat in Elsbach.

amtenfrage und den Stellenbeſetzungen, ihre Großzügigkeit bei
der Herübernahme von Angeſtellten ins Beamtenverhältnis. Nicht
unerwähnt blieb die Einſtellung der Deutſchen Volkspartei zur
kulturpolitiſchen, insbeſondere zur Theaterfrage. Auch dieſer
Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen; zu einer
Diskuſſion meldete ſich trotz mehrerer Zwiſchenrufe niemand. *
Griesheim, 7. Nov. Die von der Ortsgruppe Griesheim
der Deutſchen Volkspartei im Gaſthaus Zum grünen Laub ver=
anſtaltete
Wählerverſammlung, die von Schmiedemeiſter und
Gemeinderatsmitglied Wilhelm Nothnagel 6. geleitet wurde,
nahm einen ruhigen Verlauf. Die Ausführungen der beiden
Referenten, Reichstagsabg. Landwirt Meyer zu Belm und Tape=
ziermeiſter

rende Beantwortung. Die Verſammlung hinterließ gute Ein=
drücke
.
J. Griesheim, 7. Nov. Im Feſtſaale Zum grünen Laub,
fand eine Wahlverſammlung der Nationalſozialiſten ſtatt, in der
Reichstagsabgeordneter Ringshauſen=Offenbach ſprach. Die Ver=
ſammlung
war gut beſucht und verlief ohne Störung.
Cp. Pfungſtadt, 7. Nov. Die Sozialdemokratiſche Partei ver=
anſtaltete
am Freitag abend im Saalbau Vögler eine größere
Wahlkundgebung. Als Referent war der badiſche Staatsminiſter
a. D. Remmele aus Karlsruhe erſchienen, der über die Bedeutung
der bevorſtehenden heſſiſchen Landtagswahl ſprach. In Eber=
ſtadt
ſprach Reichstagsabgeordneter Dr. Mierendorff=Darmſtadt
und der braunſchweigiſche Landtagsabgeordnete Reinowſki. Die
Veranſtaltung war gut beſucht.
Dp. Zwingenberg, 7 Nov. Die Nationalſozialiſten hatten
geſtern abend zu einer Wahlverſammlung in das Gaſthaus Zum
Adler eingeladen, in welcher Herr Kraft=Bensheim über die
Wahlen in Heſſen ſprach. Zu irgend welchen Reibereien iſt es
nicht gekommen.
Cm. Aus dem Kreis Groß=Gerau, 6 Nov. Für den Chriſtlich=
Sozialen Volksdienſt ſprachen in Wallerſtädten. Dornheim, Groß=
Gerau. Biebesheim, Trebur und Goddelau Reichstagsabg. Dr.
Echte, die Landtagsabg. Kling=Stuttgart und Ewald=Mannheim.
Der Beſuch der Verſammlungen war recht gut.
Cg. Reinheim, 6 Nov. Geſtern abend hatte der Chriſtlich=
Soziale Volksdienſt (Evang. Bewegung) zu einer Verſammlung
in den Darmſtädter Hof eingeladen, in welcher Pfarrer Ide aus
Höchſt a. M. die Ziele der Partei klarlegte und die Notwendig=
keit
einer evangeliſchen Bewegung begründete.

Bg. Elsbach, 7. Nov. Der hieſige Bauer Schwöbel vermißie
heute morgen ſeinen jungen Knecht Krämer, der aus dem nahen
Günterfürſt ſtammt und am Freitag abend nach Hauſe gegangen
war. Die Nachforſchungen ergaben, daß der junge Mann gar
nicht dort angekommen war, ſondern ſchon auf dem Hinweg in
der Nähe des Waldes erſchlagen worden war. Man fand ihn mit
einer klaffenden Wunde tot vor. Die polizeilichen Ermittelungen
nach dem Täter ſind im Gange. Begreiflicherweiſe iſt das Dorr
in heller Aufregung.
b. Zu dem Mord bei Elsbach wird uns noch geſchrieben:
Auf dem Verbindungswege zwiſchen den nahen Orten Günter=
fürſt
und Elsbach wurde heute vormittag ein grauenhaftes Ver=
brechen
entdeckt. Auf dem Weg zur Schule fanden Elsbacher Kin=
der
den 17 Jahre alten Adam Krämer aus Günterfürſt tot auf.
Dem Toten iſt mit einem ſcharfen Inſtrument der Schädel zer=
trümmert
worden. Die Leiche war, dem Vernehmen nach, der
Schuhe beraubt. Ob der Ermordete Geld oder ſonſtiges bei ſich
trug, ſteht noch nicht einwandfrei feſt. Der Tote, ein fleißiger
und ordentlicher junger Mann, iſt der Sohn des Taglöhners Krä=
mer
aus Günterfürſt und war bei dem Landwirt Schwöbel in
Elsbach als Dienſtknecht beſchäftigt. Der Unglückliche wurde auf
dem Weg von ſeiner Arbeitsſtelle nach ſeinem Elternhaus meuch=
lings
ermordet. Hoffentlich gelingt es, den Mörder bald zu faſ=
ſen
. Dem Vernehmen nach wurde bereits vor einigen Tagen in
der Nähe von Elsbach ein älterer Knecht in der Nähe eines Fich=
tenſchlages
von einem Unbekannten durch Stockſchlag in das Ge=
ſicht
verletzt, ohne daß man den Täter feſtſtellen konnte.

Skikurs in Tirol. Im Hinweis auf die heutige Anzeige
wird nochmals darauf aufmerkſam gemacht, daß in dem Preis von
75. RM. alle Nebenausgaben, wie Schnellzugszuſchlag und
Bergführer, der mehrere hochalpine Touren führt und den Skikurs
leitet, einbegriffenK iſt.
Chriſtlicher Verein junger Männer, Darmſtadt, e. V.,
Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſ.). Am Sonntag, den 8. November,
abends. Jungſchar=Familienabend mit Lichtbildern und Darbie=
tungen
der Jungſchar. Jedermann iſt herzlich eingeladen. Ein=
tritt
frei. Das Heim iſt ab 3 Uhr nachmittags geöffnet.
Duſolina Giannini, die im 3. Akademiekonzert, Montag,
den 16. d. M. im Städtiſchen Saalbau, einen Lieder= und Arien=
abend
mit Michael Raucheiſen am Flügel beſtreitet, gehört
zu den begnadeten Künſtlern, die ganz in ihrer Kunſt aufgehen.
Ihre Stimme deren unbeſchreibliche Schönheit faſziniert, wirkt
ehenſo durch Umfang und Klangfarbe, wie durch Kultur und In=
tenſität
des Ausdrucks und wird unterſtützt durch die ungemein
ſympathiſche Erſcheinung der Sängerin. Außer zwei Arien von

Mandchie n Brtat ueralt ege in Seicharſt der Sce
Akademie für Tonkunſt, Eliſabethenſtraße 36, Fernſprecher 3500
(Stadtverwaltung) eingeſetzt, ſo daß jedem der die Künſtlerin
gerne hören möchte, geraten werden muß, ſich umgehend Plätze zu
ſichern.
Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 7. November 1931
(in Reichspfennig per Pfund bzw. Stück). Gemüſe; Kohlrabi
57 gelbe Rüben 810, rote Rüben 1012, weiße Rüben 10 bis
12. Schwarzwurzeln 2530, Spinat 1215, Römiſchkohl 1015.
Rotkraut 810. Weißkraut 57. Wirſing 810. Roſenkohl 20
bis 25, Stangenbohnen 4070. Erbſen 40 Zwiebeln 1012 Knob=
lauch
80 Tomaten 40. Feldſalat (Lattich) 5070; Endivienſalat
312. Kopfſalat 815, Salatgurken 2050, Blumenkohl 2580,
Rettich 510, Meerrettich 6080. Kartoffeln; Spärtkar=
toffeln
34. Obſt: Tafeläpfel 1015. Wirtſchaftsäpfel 510,
Tafelbirnen 1015. Wirtſchaftsbirnen 610, Trauben 25 35,
Nüſſe 35, Apfelſinen 1015, Zitronen 510, Bananen 4050.
Eßwären: Süßrahmbutter 150170, Landbutter 120 140,
Weichkäſe 2530, Handkäſe 213, Eier (friſche) 1215.. Wild
und Geflügel; Gänſe 115, Hühner 70120 Enten 100,
Tauben 5080 Haſen 60120 Reh 70130. Fleiſch= und
Wurſtwaren; Rindfleiſch (friſch) 6070, Kalbfleiſch 80. Ham=
melfleiſch
70. Schweinefleiſch 84100, Dörrfleiſch 120. Wurſt 60
bis 160. Wurſtfett 60, Schmalz (ausgelaſſen) 80.

Banflain Arztlich emnpfohlen
zum Schutz gegen BASTILLEN
CacRibintünsoeeiver! Grippe

Dd. Arheilgen. 7. Nov. Oeffentliche Gemeinderats=
ſitzung
vom 6. November. Vor Eintritt in die Tagesordnung
verlieſt der Beigeordnete eine Einladung des Reichsbundes der
Kriegsbeſchädigten zu einer Totengedenkfeier am Totenſonntag,
22 November, auf dem Friedhof. Zu Punkt 1. der Tagesordnung
gibt der Bürgermeiſter bekannt, daß die in der vorigen Sitzung
beſchloſſene allgemeine Getränkeſteuer nicht ſtatthaft ſei, da ein=
zelne
Getränke, wie Trinkbranntwein und Waſſer, von der allge=
meinen
Steuer nicht ausgenommen werden dürfen, ſondern, daß
die beſchloſſene 10prozentige Steuer auf Grund der Notverord=
nungen
auch auf die Getränke ausgedehnt werden müſſe. Der
Gemeinderat beſchließt demgemäß und nimmt gleichzeitig eine
diesbezügliche Ortsſatzung an. Des weiteren wird ein Schreiben
vom Miniſterium bekanntgegeben des Inhalts, daß bedürftige Ge=
meinden
zur Ausgleichung ihres Wohlfahrtsetats nur dann Mit=
tel
aus dem Reichsausgleichsfonds erhalten, wenn ſie alle ihnen
zur Verfügung ſtehenden Steuerquellen ausgeſchöpft haben. Dazu
gehört auch eine Verdoppelung der Gemeindebierſteuer. Dies be=
deutet
für unſere Verhältniſſe eine Erhöhung der Bierſteuer von
5 auf 10 RM. pro Hektoliter. Der Gemeinderat kann ſich zunächſt
zu dieſer Maßnahme nicht entſchließen und beſchließt Zurückſtel=
lung
der Angelegenheit zwecks Fühlungnahme mit der hieſigen
Gaſtwirtevereinigung. Zu Punkt 2. Gewährung von Wohlfahrts=
unterſtützung
in Naturalien und Steuerzahlung in Naturalien.
wird die diesbezügliche Anregung der Gemeindeverwaltung über=
gangen
und beſchloſſen, es bei der ſeitherigen Uebung zu belaſſen,
da bei den heutigen Marktverhältniſſen eine derartige Geſchifts=
erſchwerung
noch nicht notwendig ſei. Zu 3, Einſpruch der Gebrü=
der
Appel, Schleifmühle, wegen der Waſſerzuführung zu dem Ge=
meindeſchwimmbad
, wird in die geheime Sitzung verwieſen. Zu 4.
wird die Teillöſchungsbewilligung für Wihl. Dieter 10. für ein
An= und Verkaufsrecht der Gemeinde erteilt. Zu 5. wird dem Ge=
ſuch
des Georg Uebelacker um Uebernahme der Zinsgarantie für
die Waſſerverſorgung ſtattgegeben. Zum Schluſſe legt die Ge=
meindeverwaltung
eine Zuſammenſtellung der Mietrückſtände von
Gemeindewohnungen vor, die 4542 RM. uneinbringliche Miet=
forderungen
enthält. Der Gemeinderat beſchließt die vorläufige
Niederſchlagung dieſer Forderungen. In der folgenden geheimen
Sitzung wurden Anträge auf Mietermäßigung. Pachtermäßigung,
Steuerſtundungen und Uebernahme von Kurkoſten behandelt.
Baulandumlegung. Am Mittwoch fand eine Abſtimmungs=
tagfahrt
der an der Baulandumlegung Lindenweg Beteiligten und
des Umlegungsausſchuſſes, unter der Leitung des Herrn Regie=
rungsrats
Dr. Probſt vom Kreisamt Darmſtadt. ſtatt. Es ſollte
eine Einigung über die Koſtentragung erzielt werden. Nach dem
Vorſchlag der Gemeinde ſollte jeder der Beteiligten pro Bauplatz
20 RM. zu den Koſten beitragen, das gäbe ein Aufkommen von
1100 RM. bei einem Geſamtkoſtenaufwand von 3300 RM. Nach
ſehr lebhafter Ausſprache wurde zur Abſtimmung geſchritten. Mit
20 zu 13 Stimmen, bei 14 Nichterſchienenen wurde der Vorſchlag
der Gemeinde angenommen. Der Umlegungsausſchuß beſchloß dar=
aufhin
, den Umlegungsplan offenzulegen.
Griesheim, 7. Nov. Am morgigen Sonntag findet in der
hieſigen Evangeliſchen Kirche die Feier des Erntedankfeſtes ſtatt.
Cp. Pfungſtadt. 7. Nov. Weidenverſteigerung. Am
Montag nachmittag um 4 Uhr wird der Weidenertrag von zwei
Stücken an der Chauſſee und einem Stück am Grenzgraben bei
der Torfgrube an Ort und Stelle durch die Gemeinde verſteigert.
Für die Weiden am Sandbachufer ſind der Gemeindeverwaltung
ſchriftliche Angebote bis Donnerstag, den 12. November, erwünſcht.
Zur Ergänzung der Ausrüſtung der Feuerwehr hat die Ge=
meindeverwaltung
die Lieferung von 210 Metern Feuerwehr=
ſchläuchen
(roher Hanfſchlauch) ausgeſchrieben. Angebote haben
bis Freitag an die Bürgermeiſterei zu erfolgen.
F. Eberſtadt, 7. Nov. Lockerungauf dem Wohnungs=
markt
. In der am Donnerstag ſtattgefundenen Sitzung beſchloß
der Gemeinderat auf Vorſchlag der Wohnungskommiſſion, Woh=
nungen
im Ortsbereich Eberſtadt, die außer der Küche nur ein
Zimmer (Wohn= und Schlafraum) umfaſſen, für den Wohnungs=
markt
freizugeben.
Cp. Pfungſtadt, 6. Nob. Der Turnverein E. V. hat ſeine
Männerturnabteilung neu ins Leben gerufen. Die erſte Turnſtunde
wies bereits eine gute Beteiligung älterer Turner auf.
b Erbach i. Odw 7. Nov. Kreisfeuerwehrtag. Am
Sonntag, den 8. d. M., findet in Erbach der Herbſt= Kreisfeuer=
wehrtag
der Freiwilligen Kreisfeuerwehren im Gaſthaus Zum
Adler ſtatt. Tagesordnung: 1. Geſchäftsbericht, 2. Kaſſenbericht,
3. Die Satzungen des Kreisverbandes, 4. Beſtimmung des Tagungs=
ortes
für den nächſten Kreisfeuerwehrtag, 5. Verſchiedenes.

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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 8. Rovembe=

Seite 8 Nr. 310

OUM

Magdalene Salomon
Oskar Fritz
Verlobte.
Darmſtadt, den 8. November 1931.
Sandbergſtraße 49
Mollerſtraße 37.
()

Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Aenne Fien
Ludwig Hechler

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Ihre Vermählung geben bekannt
Georg Melk
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geb. Wiegmann

Darmſtadt
Wendelſiadtſtr. 34½, I

Die kirchliche Trauung hat am Samstag, den 2. No=
vember
, vormittags um 10‟/, Uhr, in der Johanniskirche
zu Darmſtadt ſtattgefunden.

Unſer lieber Vater und Großvater, der Buchhändler
Saroig Sheng
iſt geſtern abend nach arbeitsreichem Leben im
Alter von 83 Jahren ſanft eingeſchlafen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Duchhändler Ludwig Saeng.
Darmſtadt, Kirchſtr. 20, den 7, November 1931.
Die Beiſetzung iſt Dienstag, 10. Nov., nachmittags
3 Uhr, auf dem alten Friedhof an der Nieder=
Ramſtädterſtraße. Von Beileidsbeſuchen und Blu=
menſpenden
bitten wir abzuſehen und im ſozialen
Sinne des Verblichenen dafür die Winterhilfe un=
ſerer
Stadt zu bedenken.
(16156

Silberne Hochzeit
feiern am 10. November die Eheleute
Georg Kimpel und Frau, geb.
Hofmann, Pallaswieſenſtraße 40.

Glückauf zur Goldenen! (16103

Montag, den 9. November, begeht
Fr. Lina Goldſtein, Wenckſtraße 6, I.,
in körperlicher und geiſtiger Friſche ihren
70. Geburtstag

Todes=Anzeige,

Freitag früh entſchlief ſanft nach kurzer Krankheit unſere liebe, treu=
ſorgende
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin u. Tante

Han enfebschlnfgev. Sraun
im Alter von 71 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Jochim.
Die Beerdigung findet am Montag, den 9. November, vormittags
11 Uhr, von der Kapelle des Waldfriedhofes aus ſtatt.
Von Blumenſpenden bittet man abzuſehen.

Nachruf.

Unſer Ehrenvorſitzender und Mitbegründer des Vereins für natur=
gemäße
Lebens= und Heilweiſe, Darmſtadt
Herr Ludwig Saeng, Buchhändler
iſt am Freitag Abend im Alter von 83 Jahren verſchieden. 25 Jahre
lang leitete er die Geſchicke des Vereins mit ſicherer Hand, ſo, daß
der Verein hauptſächlich ihm ſein heutiges, glänzendes Beſtehen zu
verdanken hat. Wir werden ſeiner allerzeit mit größter Dankbarkeit
und Verehrung gedenken.
Im Namen des Vorſtandes:
Theodor Schmank, Vorſitzender.
Darmſtadt, den 7. November 1931.
Beerdigung: Dienstag, den 10. November, nachmittags 3 Uhr, von
der Kapelle des alten Friedhofes, Nieder=Ramſtädterſtraße, aus.
Wir bitten unſere Mitglieder dringend um recht rege Beteiligung
(16175
an der Trauerfeier.

Todes=Anzeige.
Freitag abend 9 Uhr wurde unſere treubeſorgte
Schweſter und Schwägerin
Berlyu Grummter

durch ſanften Tod von ſchweren Leiden erlöſt.
Wilhelm Stammler, Munvdirektor
Sulius Stammler und Frau.
Darmſtadt den 8. November 1931.
Bismarckſtraße 64,
Beerdigung: Dienstag, 11 Uhr, auf dem alten
Friedhof (Nieder=Ramſtädterſtraße).

Dankfagung.
Für die vielen Beweiſe inniger Teilnahme
beim Heimgange unſerer lieben Entſchlafe=
nen
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
herzlichſien Dank.
Jakob Sterlepper und Kinder.

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Dankſagung.
In unſerem großen Schmerz war
es uns ein Troſt, ſo viele Beweiſe
herzlicher Teilnahme an dem uns ſo
ſchwer betroffenen Verluſt entgegen=
nehmen
zu dürfen. Wir danken für
die tröſtenden Worte des Beileids, das
dem Verſtorbenen gegebene letzte Ge=
leit
und die zahlreichen Kranzſpenden.
Im Namen der trauernden
Hinterbliebenen
Familie Wacker=Spieß.
Nieder=Ramſtadt, 6. November 1931.
16163

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Heimgang unſerer
geliebten Entſchlafenen
Frau Friederike Egly
geb. Tbieß
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
herzlichſten Dank.
Baltaſar Eglh u. Kinder.

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ſichtlich
der Firma: Darmſtädter Metall=
gießerei
und Armaturenfabrik Carl
Eckert, Darmſtadt: Die Prokura des
Kaufmanns Wilhelm Wernet in Darm=
ſtadt
iſt erloſchen. Am 6. November
1931 hinſichtlich der Firma; Philipp
Schaaf, Darmſtadt: Geſchäft ſamt Firma
iſt auf Rudolf Adolf Philipp Schaaf,
Kaufmann in Darmſtadt, übergegangen.
Der Uebergang, der in dem Betriebe
des Geſchäfts begründeten Forderungen
und Verbindlichkeiten iſt bei dem Er=
werbe
des Geſchäfts durch Rudolf Adolf
Philipp Schaaf ausgeſchloſſen. Ab=
teilung
B: Am 2. November 1931 hin=
ſichtlich
der Firma: Brauerei Karl Fay,
Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt: Die Prokura des Kauf=
manns
Jakob Weber iſt erloſchen.
Am 3. November 1931 hinſichtlich der
Firmen; 1. Kaſſenfabrik. Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung, Darmſtadt:
Adolf Lehmann, Kaufmann in Mün=
chen
, iſt als Geſchäftsführer ausgeſchie=
den
. Kaufmann Ludwig Fiſcher Ehe=
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Frieda geborene Müller in Darm=
ſtadt
iſt zur Einzelprokuriſtin beſtellt.
2. Carl Schenck, Eiſengießerei und
Maſchinenfabrik Darmſtadt, Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung, Darmſtadt:
Die Geſchäftsführungsbefugnis des Dr.
Georg Büchner iſt exloſchen Kaufmann
Ernſt Arndt und Dipl. Ing. Ludwig
Büchner, beide in Darmſtadt, ſind zu
ſtellvertretenden Geſchäftsführern be=
ſtellt
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sonntag, 5.

Seite 10 Nr. 310

Schweden weiht dem Nordpolforſcher Malmgren ein Denkmal

Die Enthüllungsfeier des Malmgren=Denkmals in Upſala.
Für den ſchwediſchen Nordpolforſcher Malmgren, der bei der unglücklichen Expedition des Gene=
rals
Nobile in der Arktis ums Leben kam, wurde in Upſala ein Denkmal aufgeſtellt. An der Ent=
hüllungsfeier
nahmen neben zahlreichen Vertretern der Wiſſenſchaft das diplomatiſche Korps ſowie
der einſtige Expeditionsgefährte Malmgrens, der Italiener Mariani, teil.

Vernebelungsmanöver der engliſchen Atlantik=Flotte in der Nordſee.
Bei der engliſchen Marine ſind Verſuche mit einer neuartigen Vernebelungsmethode
worden. Die Schiffe blaſen aus dem Schornſtein dichte dunkle Wolken ab, die jede Sich=

Reich und Ausland.
Feſtnahme eines gefährlichen Einbrechers.
Frankfurt a. M. Vor einigen Monaten
fand in der Gellertſtraße ein Wohnungseinbruch
ſtatt, bei welchem wertvolle Kleider, Wäſcheſtücke
und ſogar Möbelſtücke geſtohlen wurden. Als
Täter wurde der Schloſſer Emil Roth aus Wetz=
lar
ermittelt. Roth wurde auch in Linz an der
Donau feſtgenommen, jedoch wieder entlaſſen,
und war ſeither unauffindbar. Vor einigen Ta=
gen
tauchte er wieder in Frankfurt a. M. auf,
hielt ſich hier jedoch nicht lange auf, da ihm der
Boden zu heiß war. Auf Erſuchen der hieſigen
Kriminalpolizei konnte er nunmehr in Wetzlar
feſtgenommen werden. Das Diebesgut konnte
noch nicht völlig beſchafft werden.
Mit dem Auto gegen ein J.G.=Gebäude.
Frankfurt a. M. Im Stadtteil Höchſt er=
eignete
ſich in der Nacht zum Samstag zwiſchen
2 und 3 Uhr ein ſchwerer Unglücksfall. Ein aus
Wiesbaden kommendes Perſonenauto geriet am
Hauptbüro der J.G.=Farbeninduſtrie aus der
Fahrtrichtung und rannte mit voller Geſchwin=
digkeit
gegen das Gebäude. Der Fahrer des
Wagens wurde ſchwer verletzt ins Krankenhaus
gebracht. Der völlig zertrümmerte Wagen
mußte durch ein Laſtauto abgeſchleppt werden.
Der Vorfall iſt darauf zurückzuführen, daß das
verunglückte Auto, das in der Richtung nach
Frankfurt fuhr, von einem von Mainz nach Sind=
lingen
fahrenden anderen Perſonenwagen ge=
ſtreift
wurde. Der Führer des angefahrenen
Autos verlor die Herrſchaft über ſeinen Wagen,
der auf das Trottoir rannte, eine Gaslaterne
umriß und dann mit voller Wucht gegen das
Gebäude der J.G. ſauſte.
Amerika ſchickk Hindenburg ein
Landſchaftsalbum.

Der amerikaniſche Botſchafter Sackett begibt ſich
mit dem Geſchenk ins Reichspräſidentenpalais.
Der amerikaniſche Botſchafter in Berlin, Sackett.
hat dem Reichspräſidenten v. Hindenburg ein
Album mit Landſchaftsbildern aus Amerika als
Geſchenk überreicht. Dieſes Geſchenk bezieht ſich
auf eine frühere Unterhaltung zwiſchen dem
Botſchafter und dem Reichspräſidenten v. Hin=
denburg
, in der Sackett fragte, ob der Reichs=
präſident
nicht einmal Luſt habe, die landſchaft=
lichen
Schönheiten Amerikas zu beſuchen. Hin=
denburg
brachte damals zum Ausdruck, daß es
ihm wohl nicht mehr vergönnt ſein werde, eine
ſolche Reiſe zu unternehmen..

Der Lübecker Tuberkuloſe=Prozeß

Erreate Auseinanderſehungen.
Lübeck. In der geſtrigen Verhandlung im
Lübecker Tuberkuloſe=Prozeß wurden mehrere
Lübecker Aerzte vernommen, die über die Todes=
urſachen
und die Zuſammenhänge mit der Cal=
mette
=Fütterung bei einer Reihe von nicht ſe=
zierten
Kindern ausſagten. Profeſſor Dr. Bruno
Lange ſagte über einen Fall, daß man für einen
Zuſammenhang mit der Fütterung nicht mehr
als einen Verdacht haben könnte. Nachdem er
aber die Auswirkungen des Unglücks kennen ge=
lernt
habe, ſei er jedoch der Meinung, daß man
mit größter Wahnſcheinlichkeit annehmen könne,
das Kind ſei an der Calmette=Fütterung geſtor=
ben
. Im Zuhörerräum waren die Plätze der Eltern
faſt leer, weil es für die Eltern eine ſchwere
ſeeliſche Qual iſt, die Unterſuchungs= und Sek=
tionsbefunde
über ihre Kinder anzuhören.
Im weiteren Verlauf der Verhandlung im
Lübecker Tuberkuloſe=Prozeß wurde ein Antrag
von Rechtsanwalt Dr. Frey vorgelegt, Profeſſor
Calmette kommiſſariſch zu vernehmen. Der Ver=
teidiger
Dr. Altſtaedts bat um Ablehnung des
Antrages, da Profeſſor Calmette genau gewußt
habe, was man in Lübeck plante. Profeſſor Cal=
mette
habe die Stammkultur in dem Bewußtſein
nach Lübeck geſchickt, daß ſie weitergezüchtet wer=
den
ſollte. Es kam dann zu einem ſcharfen Zu=
ſammenſtoß
zwiſchen Rechtsanwalt Dr. Wittern
und Profeſſor Dr. Kolle. Dr. Wittern gab eine
Erklärung ab, in der er u. a. ſagte: Gewiß bin
ich nicht der Anwalt von Profeſſor Dr. Deycke.
Das entbindet mich aber nicht von der allge=
meinen
Pflicht der Anſtändigkeit dem Gegner
gegenüber. Ich ſtehe hier als Vertreter einer
großen Anzahl von Eltern, deren Kinder ſchwere
geſundheitliche Schädigungen davongetragen und
die ihre Kinder verloren haben. Da darf ich
einmal ausſprechen und iſt ſtehe mit dieſer
Auffaſſung nicht allein : Der Hauptſchuldige
an dem ganzen Unglück in Lübeck iſt Profeſſor
Calmette! Bei dieſer Aeußerung rief Profeſſor
Kolle erregt und laut in den Gerichtsſaal: Das

iſt ja unerhört! Darauf antwortete Dr. Wit=
tern
: Herr Profeſſor, Sie können ſich nicht ſo
in die Lage der Eltern verſetzen, die ihre Kinder
haben ſchwer leiden ſehen. Wir haben heute von
einem Sachverſtändigen gehört, daß er eine Tu=
berkulin
=Probe machen wollte, aber am ganzen
Körper des Kindes keine heile Stelle gefunden
habe, wo er die Probe anſetzen konnte. So haben
die Kinder gelitten.
In dieſem Augenblick griff der Vorſitzende
ein und bat Dr. Wittern, ſich kurz zu faſſen. Dr.
Wittern erklärte darauf, er habe nichts mehr zu
ſagen.
Nunmehr erhob ſich Profeſſor Dr. Kolle und
ſagte ſehr erregt: Ich muß dagegen proteſtieren,
daß hier im Gerichtsſaal behauptet wird, Pro=
feſſor
Calmette ſei an dem Lübecker Unglück
ſchuld. Ich bin Gegner des Calmette=Verfahrens,
weil ich es für unwirkſam halte; aber ich bin
überzeugt, daß das Mittel bei richtiger Anwen=
dung
unſchädlich iſt. Ich muß ſagen, daß Dr.
Wittern ſich auf ein wiſſenſchaftliches Gebiet be=
geben
hat, wo ich ein ſolches Urteil (bei dieſen
Worten ſchlug Profeſſor Kolle mit der Fauſt auf
den Tiſch) nicht zulaſſen kann.
Dann wurden zwei Aerzte über einzelne
Sektionsbefunde vernommen. Es ſoll der Zeu=
genbeweis
dafür erbracht werden, daß Dr. Jan=
naſch
in der Verſammlung des Aerztlichen Ver=
eins
, die ſich mit dem Calmette=Präparat be=
ſchäftigte
, beſonders darauf hingewieſen hat,
daß es ſich bei dem B. C. G. um einen abgeſchwäch=
ten
lebendigen Bazillus handelte. Ferner for=
dert
die Verteidigung nochmalige Vernehmung
des Präſidenten Dr. Hamel. Wie ſie behauptet,
verſchwieg Dr. Hamel in ſeiner Vernehmung,
daß das Lübecker Geſundheitsamt am 19. März
1930 einen Bericht der Lübecker Tuberkuloſefür=
ſorgeſtelle
an das Zentralkomitee zur Be=
kämpfung
der Tuberkuloſe in Berlin eingereicht
hat, und daß in dieſem Bericht die Einführung
des Calmette=Verfahrens in Lübeck mitgeteilt
wurde. Dr. Hamel ſoll ausſagen, ob er dieſen
Bericht gekannt hat. Die Verhandlung wurde
auf Montag vertagt.

Keine Vernichtung von Schmugglerware
in Gelſenkirchen.
Die kürzlich verbreitete Meldung, daß die
Behörden in Gelſenkirchen für 100 000 Mark ge=
ſchmuggelte
Lebensmittel verbrannt hätten, wird
von zuſtändiger Stelle in Berlin als nicht den
Tatſachen entſprechend bezeichnet. Weder die
Polizei noch die Zollbehörden hätten irgend=
welche
Lebensmittel vernichten laſſen. Im übri=
gen
, ſo wird weiter erklärt, wäre nach den Richt=
linien
der Reichsfinanzverwaltung eine ſolche
Vernichtung undenkbar. Die Aufſichtsbehörden
in Berlin hätten dieſen Vorfall zum Anlaß
genommen, die Beſtimmungen über die Ver=
wertung
von beſchlagnahmtem Zollgut wieder in
Erinnerung zu bringen.
Bis zu 3000 RM. Belohnung für die Aufklärung
von Banknotenfälſchungen.
Berlin. Für die Aufdeckung der Falſch=
münzerwerkſtatt
, in der die falſchen Reichsbank=
noten
über 100 RM. der Ausgabe vom 11. Ok=
tober
1924 hergeſtellt werden, von denen ein=
zelne
Stücke in Bremen und Umgegend angehal=
ten
worden ſind, hat die Reichsbank eine Be=
lohnung
bis zu 3000 RM. ausgeſetzt. Mittei=
lungen
, die auf Wunſch vertraulich behandelt
werden, nimmt für Groß=Berlin Kriminalkom=
miſſar
von Liebermann, Alte Leipziger Str. 16,
Anruf: Merkur 3789, entgegen, für alle anderen
Orte ſind die örtlichen Polizeibehörden zu=
ſtändig
. Die falſchen Noten ſind an ihrer man=
gelhaften
Ausführung leicht zu erkennen.
Todesrennen.
Rom. Auf einer Landſtraße in der Emilia
überfuhr ein von zwei jungen Leuten beſetztes
Motorrad ein anderes Motorrad. Ein auf die=
ſem
ſitzender junger Mann wurde zu Boden ge=
worfen
und verletzt. Die beiden ſchuldigen Mo=
torradfahrer
leiſteten dem Ueberfahrenen jedoch
keine Hilfe, ſondern ergriffen die Flucht; beim
nächſten Bahnübergang wurden ſie vom Schnell=
zug
BolognaAncona überfahren und getötet.

Drei weitere Teilnehmer der deutſchen Grönland=
Expedition zurückgekehrt.
Hamburg. Mit dem Zug von Kopenhagen
trafen geſtern abend drei weitere Teilnehmer
an der Wegener=Expedition hier ein, und zwar
die in Hamburg anſäſſigen Liſſey und Friedrich=
ſen
, von denen der erſtere Student und der
zweite Mechaniker iſt, ſowie der Isländer Gut=
mund
Gislarſon. Zur Begrüßung hatten ſich auf
dem Hauptbahnhof Dr. Georgi und andere Mit=
glieder
der Deutſchen Seewarte ſowie eine Reihe
weiterer Wiſſenſchaftler eingefunden. Die drei
Heimkehrer weilen ſchon ſeit einiger Zeit wie=
der
in Europa, nachdem der Dampfer Gertrud
Rafk ſie von Grönland herübergebracht hatte.
Alle drei waren auf der ſogenannten Weſtſtation
tätig und haben die Auflöſung dieſer Station
durchgeführt. Bekanntlich ſind die Stationen Oſt
und Eismitte ſchon früher aufgelöſt worden,
während Weſt noch bis zuletzt als Stützpunkt be=
halten
wurde. Mit der Auflöſung der Weſt=
ſtation
war auch die Aufgabe der drei Heimge=
kehrten
beendet.
Ausrottung der Banditen auf Korſika.
Paris. Die franzöſiſchen Behörden haben
nach dem blutigen Kampf, den ſich vor einigen
Tagen Gendarmen mit einem der berüchtigſten
korſiſchen Banditen lieferten, wobei der Tod des
Banditen mit dem Leben zweier Gendarmen
bezahlt werden mußte, beſchloſſen, die Banditen
auf Korſika, die nahezu zu einer Landplage ge=
worden
ſind, auszurotten. Geſtern wurde ein
anderer Banditenführer namens Bertoli von
60 Gendarmen umſtellt und an dem Ort ſeiner
Tätigkeit erſchoſſen. Die Polizei von Ajaccio
hat außerdem zwei verdächtige Individuen ver=
haftet
. 200 kriegsmäßig ausgerüſtete Gendar=
ien
wurden nach Korſika geſchickt, um die große
Säuberungsaktion durchzuführen. Die ganze
Inſel wird während dieſer Säuberungsaktion in
eine Art Belagerungszuſtand verſetzt werden.

Generaldirekkor des Notal
Geheimrak Skimming
Bremen. Der erſte Vorſitze
ſtandes des Norddeutſchen Lloyd,
tor Geheimrat Dr. h. c. Stimmin=
Nacht zum Samstag einer Lung
Krankenhaus in Hamburg erlege
Stimming weilte vor einigen Tah
wandten in einem Hamburger A
ſuch und glitt dort in der Wohmt
Fußboden aus. Er erlitt eine Gihe
tung ſowie andere Verletzungen, dm
führung ins Krankenhaus notwe.d
Zunächſt beſtanden keine Beſorgniſſe
der letzten Tage hatte ſich jedoch
Stimmings verſchlechtert und im Ayſ
letzten Nacht iſt er verſchieden.

Geheimrat Stimming ſtammt-
walde
an der Spree, wo er am I9
geboren wurde. Er ſtudierte zuiſt
langen und 1896 in Berlin und 0!
Referendarexamen am Kammeſ
Berlin. 1899 trat er in den Vervil
der Kaiſerlichen Marine, wurde 1.!0
marineamt berufen unter gleichei
nung zum Regierungsrat und ſrüt
arbeiter. 1913 zum Geheimen
ernannt, ſchuf ihm ſeine TätigE ich.
Vertrauen ſeiner Vorgeſetzten um)
wurde er zum Geheimen Oberre=!
nannt. Im gleichen Jahre ſchieß
Antrag aus dem Reichsdienſt a-
die Verwaltung des Norddeuti
an deren Spitze er ſeit 1921 ſte

Ein Familiendrauxl,
Paris. Ein neues Famill?
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einem hieſigen Hotel, wo die
einem heftigen Streit ihren Br.
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kannt geworden iſt, nicht geforde‟
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36 Schwerverbrecher ausg
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Rio de Janeiro. 36 74
ſind aus dem Gefängnis von
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Nummer 310
Darmſta

llatte

AttadaA
At

Sonntag, den 8. Nal

Abebben der Ultimo=(inflüſſe.
Weitere Rückflüſſe. Enkſpannung am Geldmarkk. Die Liquidität der Banken.
Die Feſtigkeit der Reichsmark. Keine Betänderungen an den Börſen.
Folge haben würde, daß an und für ſich langfriſtig gedachte Schulden
den deutſchen Geldmarkt und die Deviſenbeſtände bei der Reichsbank
unnötig belaſten. Skeptiſcher wird dagegen der neue Vorſtoß des Neichs=
Die Lage am Geldmarkk.

In der abgelaufenen Woche war ein merkliches Abebben der an ſich
ſchon unbedeutend geweſenen Ultimoeinflüſſe zu bemerken. Bereits mit
Wochenbeginn ſetzte die Entſpannung ein, die nach und nach immer
ſtärker zur Auswirkung kam, ſo daß der Tagesgeldſatz, der für erſte
Adreſſen zunächſt noch 9,5 Prozent betrug, auf 8 Prozent zurückging.
Man konnte in zunehmendem Maße Rückflüſſe beobachten, wenngleich
die Banken weiter beſtrebt ſind, ſich möglichſt liquide zu halten. In=
folge
der gelähmten Funktionen des Geldmarktes bleibt das Geſchäft
andauernd in recht beſcheidenem Rahmen. Die Nachfrage blieb klein,
ſo daß verſchiedentlich ſogar etwas Ueberſtand verblieb. Die Entſpan=
nung
, die den Tagesgeldmarkt charakteriſierte, blieb bei Monatsgeld
noch aus. Die Sätze halten ſich weiter auf der alten Höhe von 8,512
Prozent, je nach Adreſſe. Die herrſchende Unſicherheit der Lage hat
dazu geführt, daß Monatsgeld immer mehr als langfriſtiges Geld be=
trachtet
werden muß. Für Warenwechſel war zeitweiſe etwas ſtärkeres
Intereſſe vorhanden, ohne daß ſich das Geſchäft aber weſentlich hätte
beleben können. Das Angebot am Privatdiskontmarkt hat eher nach=
gelaſſen
. Reichsſchatzwechſel per 20. Januar und 5. Februar 1932 fan=
den
zu 8 Prozent Unterkunft.
Am Debiſenmarkt hielt die internationale Feſtigkeit der Reichs=
mark
an. Das engliſche Pfund verlor jedoch im Laufe dieſer Woche
wieder merklich an Terrain und erreichte faſt den niedrigſten Stand ſeit
dem 20. September. Die Erwartungen, die man an den Ausgang der
engliſchen Wahlen geknüpft hatte, blieben alſo unerfüllt. Die Haupt=
urſache
für das weitere Abbröckeln des Pfundkurſes glaubt man darin
zu erblicken, daß England in der Vorausſicht von Zollerhöhungen grö=
ßere
Rohſtoffkäufe auf Vorrat vornimmt, wodurch ein regerer Deviſen=
bedarf
entſtand. Auch mag der Umſtand, daß von dem 50 Millionen
Pfund Sterling=Kredit, der England von den Vereinigten Staaten und
Frankreich gewährt worden war, zum 1. November 20 Millionen Pfund
Sterling zurückgezahlt wurden, eine gewiſſe Rolle geſpielt haben, da
hierdurch größere Debiſenbeträge erforderlich geworden waren. Für
den Dollar ergaben ſich kaum Veränderungen. Sehr bemerkenswert iſt
die Feſtigkeit der argentiniſchen Währung, die man aus der Erhöhung
der Getreidepreiſe, welche für die Wirtſchaft des Landes von ausſchlag=
gebender
Bedentung iſt, erklärt.
Effekken=Freiverkehr.
Der geſtrige Effektenfreiverkehr in Berlin litt unter den üblichen
Erſcheinungen des Wochenſchluſſes, zumal es an beſonderen Momenten
fehlte, die die Tendenz ſtärker hätten beeinfluſſen können. Die Speku=
lation
hielt ſich zunächſt vom Geſchäft vollſtändig zurück, ſo daß man
glauben mußte, daß die etwas ſchwächere Tendenz des vorgeſtrigen
Abendverkehrs Fortſchritte machen würde. Man hörte auch im Ein=
klang
mit teilweiſe ſchwächeren Meldungen für deutſche Werte aus New
York niedrigere Kurstaxen, die aber dann bei den erſten Umſätzen wie=
der
um zirka 1 Prozent überſchritten wurden. Das Spekulationsfieber
in Chikago und die anhaltende Feſtigkeit der Warenmärkte, beſonders
für Getreide und Silber, blieben doch nicht ſo ganz eindruckslos, und
man verweiſt darauf, daß auch manche Induſtriezweige in Deutſchland
in der letzten Zeit, wenn auch nicht zvertmäßig, ſo doch dem Umſatz
nach, eine Belebung erfahren hätten. Ein weiterer anregender Faktor
wan im Laufe des Tages wieder hervortretendes Intereſſe für deutſche
Dollarbonds= Man glaubt dieſe auf Rückkäufe der deutſchen Geſellſchaf=
ten
in ihren eigenen Werten zurückführen zu müſſen, was übrigens zur

kanzlers gegen die Kartelle und gegen die Preis= und Lohnpolitik im
Rahmen des Wirtſchaftsnotprogramms beurteilt, und es ſei weiterhin
fraglich, ob dieſe Verhandlungen im Wirtſchaftsbeirat Erfolg haben
werden. Günſtiger ſcheinen die Ausſichten dagegen in bezug auf die
bevorſtehenden deutſch=franzöſiſchen Finanzbeſprechungen zu ſein. Kurs=
mäßig
wurden geſtern, wie ſchon anfangs geſagt, die niedrigſten Kurſe
des Vortages um etwa 1 Prozent überſchritten, das Geſchäft bewegte
ſich aber in ſehr ruhigen Bahnen. Feſtverzinsliche Werte fanden auf
ermäßigter Baſis Käufer, Spezialintereſſe zeigte ſich für Mexikaner auf
Grund der ſteigenden Silberpreiſe. In Frankfurt a. M. hatte der
Effekten=Freiverkehr einen ähnlichen Verlauf wie in Berlin.
Die Auslandsbörſen.
Die Londoner Börſe eröffnete feſt und war bis zum Schluß
auf einen frenudlichen Ton geſtimmt, doch war das Geſchäft ſehr ruhig.
Die Kurſe zogen im Verlauf der Börſe allgemein an, da die Befeſti=
gung
des Pfundes während der letzten Tage anregend wirkte.
Die Pariſer Börſe verkehrte in recht feſter Tendenz bei leb=
haftem
Geſchäft. Es ergaben ſich durchweg ſtärkere Kursgewinne, doch
ſchloß die Börſe infolge Realiſationen nicht ganz zu den höchſten Tages=
kurſen
.
Auch die Brüſſeler Börſe war geſtern zuverſichtlich geſtimmt.
Gleich den anderen kontinentalen Plätzen war auch die Stimmung
an der geſtrigen Amſterdamer Börſe als feſt zu bezeichnen. Die
Umſatztätigkeit ließ zwar zum Schluß nach, doch konnten ſich die Beſſe=
rungen
behaupten.
Die New Yorker Börſe eröffnete zum Wochenſchluß eben=
falls
in feſter Haltung. Die Aufwärtsbewegung an den Warenmärkten
war das am meiſten ſtimulierende Moment.
An den internationalen Deviſenmärkten waren kaum Ver=
änderungen
feſtzuſtellen. Das engliſche Pfund hat ſich auf 3,80 gegen
den Dollar behauptet, die Reichsmark ſchloß in London mit 16, alſo
ebenfalls gut gehalten. Der Dollar konnte ſich an den verſchiedenen
Deviſenplätzen etwas befeſtigen, dagegen waren alle anderen Debiſen
völlig unverändert.
Berliner Deviſen=Feſtſehzung vom 7. November.

Geld Brief Geld Brief Helſingfors 8.29 8.31 Spanien 36.91 36.99 Wien 58,94 59.06 Danzig 82.37 82.53 Prag 12.47 12.49 Japan 2.048 2.052 Budapeſt 73.28 73.42 Rio de Jan. 0.259 0.261 Sofia 3.072 3.078 Jugoſlawien 7.473 7.487 Holland 170.03 170.36 Portugal
Athen 14.39 14.41 Oslo 89.66 89.84 5.195 5.205 Kopenhagen 91.16 91.34 Iſtambul Stockholm 91.66 91.84 Kairo 16.38 16.42 London 15.98 16.02 Kanada 3.796 3.804 Buenos Aires 1.058 1.062 Uruguay 1.898 1.902 New York 4.209 4.217 Island 71.68 71.82 Belgien
Italien 58.69 58.81 Tallinn 112.99 113.21 21.78 21.82 Riga 81.32 81.48 Paris 16.56 16.60 Bukareſt 2.557 2.563 Schweiz 82.22 82.38 Kaunas 42.21 42.29

Ungünſtige Lage der Drahtſeilinduſtrie.
Wie uns berichtet wird, hat ſich der Markt in der Drahtſeilindn=
ſtrie
während des zweiten Halbjahres 1931 im Gegenſatz zur verhältnis=
mäßig
befriedigenden Lage in den erſten Monaten des laufenden Jah=
rens
ſehr ungünſtig entwickelt. Der engliſche Pfundſturz brachte eine
völlige Umwälzung mit ſich und bedingte eine faſt völlige Unterbindung
des Exports.
Englands Konkurrenz auf dieſem Markte, die ſchon immer ſehr
erheblich war, wirke ſich jetzt noch ſtärter aus, da England trotz eines
etwa 25prozentigen Währungsſturzes ſeine Preiſe für Drahtſeilwaren
nur um 10 Prozent erhöht hat, alſo um 15 Prozent billiger liefert als
ſonſt. Beſondere Schwierigkeiten im Exportgeſchäft bereite noch die
Tatſache, daß auch erſte und ſehr ſeriöſe ausländiſche Firmen nicht
vemittieren können, da ſie die notwendigen Deviſen nicht freibekommen.
Der Inlandsmarkt ſei der allgemeinen Wirtſchaftslage. Deutſchlands
angepaßt. Die Kapazität der Werke ſei daher ſtark beſchnitten.
Wirlſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Großhandelspreiſe vom 4. November und im
Monatsdurchſchnitt Oktober 1931. Die vom Statiſtiſchen Reichsamt für
den 4. November berechnete Indexziffer der Großhandelspreiſe iſt mit
107,3 gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert. Von den Haupt=
gruppen
waren die Indexziffern, für Agrarſtoffe mit 99,6 und für in=
duſtrielle
Rohſtoffe und Halbwaren mit 99,5 unverändert, während die
Indexziffern für Kolonialwaren mit 94,7 und für induſtrielle Fertig=
waren
mit 132,6 um je 0,3 v.H. zurückgegangen ſind. Für den Mo=
natsdurchſchnitt
Oktober lauret die Geſamtindexziffer 107,1 (gegenüber
dem Vormonat minus 1,4 v.H.). Indexziffern der Hauptgruppen:
Agrarſtoffe 98,5 (minus 2,6 v. H.), Kolonialwaren 94,7 (plus 0,6 v. H.),
induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 99,4 (minus 0,7 v. H.), induſtrielle
Fertigwaren 133,4 (minus 0,9 v. H.).
Die Umgründung der Schröderbank vollzogen. Eine Generalver=
ſammlung
der J. F. Schröderbank, K. a. A., hat nunmehr formell den
Geſchäftsbericht nebſt Abſchlußziffern für das am 30. Juni 1931 be=
endete
Geſchäftsjahr und für das eingelegte Zwiſchengeſchäftsjahr vom
1. Juli bis 30. September 1931 genehmigt. Den früheren Geſchäfts=
inhabern
und dem Aufſichtsrat wurde Entlaſtung erteilt. Als wichtig=
ſter
Punkt wurde die Umwandlung der Kommanditgeſellſchaft a. A. in
eine Aktiengeſellſchaft, die Norddeutſche Kreditbank. A.G., Bremen, be=
ſchloſſen
. Sämtliche Beſchlüſſe wurden einſtimmig gefaßt. Die Anteil=
inhaber
der früheren Kommanditgeſellſchaft auf Aktien waren durch den
Treuhänder der Schröderbank vertreten. Sie haben ſämtliche Anteile,
wie bekannt, zur Verfügung geſtellt.

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Lohnregelung in der niederſchleſiſchen Metallinduſtrie. Die in den
letzten Tagen geführten Verhandlungen über eine neue Lohnregelung in
der niederſchleſiſchen Metallinduſtrie ſind jetzt zum Abſchluß gekommen.
Zwiſchen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern iſt eine Vereinbarung
zuſtandegekommen, wonach die bisherigen Löhne Niederſchleſiens aus=
ſchließlich
Breslau=Stadt und =Land um 6 Prozent gekürzt werden.
Schuhfabrik Herz A.G., Offenbach a. M. Wie wir erfahren, hat
die Schuhfabrik Herz A.G., Offenbach a. M., in dem am 30. Jnni 1931
abgelaufenen Geſchäftsjahr einen kleinen Verluſt erlitten. Der für den
27. November angeſetzten G.V. ſoll vorgeſchlagen werden, dieſen Verluſt
über deſſen ziffernmäßige Höhe nichts geſagt wird auf neue Rech=
nung
vorzutragen. (Im Vorjahr wurde der nach Ausſchüittung von 6
Prozent Vorzugsaktiendividende derbleibende Reingewinn von 2115 M.
vorgetragen.) Die Geſellſchaft wird alſo wieder dividendenlos bleiben.
Amerikaniſche Kabelnachrichten.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 7. Nov.:
Getreide. Weizen: Dezember 66½, März 70½, Mai 7128,
Juli 72½; Mais: Dezember 47½, März 50,25, Mai 52½, Juli
54½; Hafer: Dezember 27, Mai 29,75, Juli 29½; Roggen:
Dezember 54, März 58,50, Mai 59,25, Juli 60,25.
Schmalz: November 6,85, Dezember 6,72½,. Januar 6,62½.
Speck, locg 6,75.
Schweine: Leichte 4,855,00, ſchwere 4,905,15; Schweine=
zufuhren
in Chicago 16 000, im Weſten 30000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 7. Nov.:
Schmalz: Prima Weſtern 7,50; Talg, extra loſe 3½.
Getreide. Weizen: Rotwinter 80,25, Hartwinter 80,25;
Mais: loco New York 63; Mehl: ſpring wheat clears 4,60
bis 4,90; Getreidefracht nach England 1,62,3 sh, nach dem Kon=
tinent
88½ C.
Kakao. Trenzen: gut behauptet, Umſätze 124, Loconotiz 5½½½;
Dezember 5,06, Januar 1932 5,15, März 5,27, Mai 5,44, Juli 5,65,
September 5,82.
Diehmärkke.
* Auf dem Schweinemarkt in Weinheim a. d. B. am 7. November
waren 386 Tiere zugeführt. Verkauft wurden B8 Stück und zwar
Milchſchweine das Stück von 38 Mk., Läufer das Stück von 1026
Mark. Der Marktverlauf war mittelmäßig.

Produkienberichte.

* Mainzer Produktenbericht vom 6. November. GroßE=
per
100 Kilo loco Mainz in RM.: Weizen B,7524, Rore
22,75, Hafer 15,5017,50, Braugerſte 1819 Induſtriegeni
Futtergerſte 1617, Süddeutſches Weizenmehl Spezial Nulgl=
genmehl
(6öprozentiges) 31,5032,50, Weizenkleie fein 9,75,
10,75, Roggenkleie 1010,50, Biertreber 12,5012,75, Erdu
14,50, Kokoskuchen 13,5017,50, Palmkuchen 11,2511.5
loſe 4,80, desgl. geb. 5,70, Wieſenheu loſe 5, desgl. geb.
nenſtroh 3,80, Drahtpreßſtroh 3,90, Sohaſchrot 12,7513.
ſchnitzel 77,25. Tendenz: befeſtigt.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Im Buttergeſar/
ein merklicher Rückſchlag, der die Preiſe für deutſche ſowie=
diſche
Butter gegen die Vorwoche um 5 Mark pro Zentner
Urſache iſt darin zu erblicken, daß England größere Meng
ware erwartet und daher für europäiſche Provenienzen nr=
tereſſe
zeigt. Da die Preiſe faſt überall geſenkt wurden.
Deutſchland dem ausländiſchen Entwicklungsgang folgem
als auch die ſchwache Nachfrage des Konſums eine Prefig
erforderte. Aber trotzdem blieb die Umſatztätigkeit ſehr
Abwanderung zur Margarine und ſonſtigen Pflanzenfetten.
Verkaufspreiſe des Großhandels lauten für Auslandsbutter=
oder
däniſche) 145150 RM., für deutſche Molkereibu
RM.; kleinere Packungen entſprechender Aufſchlag. Die
ſtehen ſich für 50 Kilo ab Frankfurt.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Mit dem in die
fallenden Monatsbeginn wäre eine gewiſſe Belebung der
erwarten geweſen, zumal auch die Zufuhren zu den Me
noch ſehr gering ſind, was in der Hauptſache für friſche .0
iſt, wenn nicht die Kaufkraft der breiten Bevölkerung und
wirkung der ſchwierigen Wirtſchaftsverhältniſſe zu ſchwa
hielt fich das Geſchäft während der ganzen Woche in ſehre
zen, wenngleich die Preiſe keine Erhöhung mehr erfuhren.
kum deckte nur den dringendſten Bedarf, wobei Kühlhausen.
friſche Ware bevorzugt wurde. Es notierten in Pfg. pro 3
Frankfurt a.M.: Bulgaren und Jugoſlaven 1111,50, Rm
bis 11, Ruſſen und Polen 1010,50, Holländer und Där
Italiener, Chineſen, Flandern, Franzoſen, Schleſier, Bawr
ſche Friſcheier nicht am Markte. Kühlhauseier: Su
bis 11, Rumänen 99,50, Bulgaren 9,5010, Polen 92
Berliner Produktenbericht vom 7. November. An der A
börſe war das Geſchäft recht ruhig. Infolge der ſchwei
dungen von den überſeeiſchen Terminmärkten und auf Ein
ſchiedenen umlaufenden Gerüichte zeigte ſich allgemein ſtn
haltung. Das Inlandsangebot von Weizen iſt ziemlick W
nach der Abſchwächung, die geſtern nachmittag und auch rud
mittag zu verzeichnen war, waren die Preiſe bei Börſe
den geſtrigen Börſenſchluß im Prompt= und Lieferung-zff
verändert. Bei Roggen tritt das Angebot vereinzelt etwa 1
ſcheinung, und da die Nachfragen der Mühlen zurückha a
den ſind, waren geſtrige Preiſe nicht immer ganz zurücy
Lieferungsmarkte ſetzte März=Roggen ſogar 2 Mark ſchwatfl
zen= und Roggenmehle haben kleines Bedarfsgeſchäft bei in
Preiſen. Hafer liegt bei mäßigem Angebot ſtetig, den d
erheblich niedriger. Weizenexportſcheine ſind weiter beferi
exportſcheine ſind dagegen ſelbſt bei entgegenkommenden
unterzubringen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Im Zuſammenhang mit einem Ausbau der freund 104
ziehungen zwiſchen der Berliner Handels=Geſellſchaft zuſſt
e M. Warburg u. Co., Hamburg, hat eine ausländiſcha d
Mitwirkung der Firma M. M. Warburg u. Co. einen Wſ
anteile erſvorben.
Die Linke=Hofmann=Buſch=Werke A.G., Breslau had
chiſchen Landwirtſchaftsminiſterium einen größeren Auf.
toren mit Dieſel=Motoren nebſt Zubehör im Werte vo
RM. erhalten gegen die geſamte in= und ausländiſche, w.t
die amerikaniſche Konkurrenz.
Wie wir erfahren, wird nach dem Beſchluß des 2nf
Gutehoffnungshütte, Aktienverein für Bergbau und 5
Nürnberg, der GV. am 27. November einen dividenden /
für das Geſchäftsjahr 1930/31 vorlegen (i. V. 10 Proz
Für die Arbeiter im Kölner Großhandel fällte geſte
tungsausſchuß einen Schiedsſpruch. Hiernach ermäßigt /
lohn des männlichen Arbeiters über 22 Jahre von 40,5CI
Die Sozial= und Schwerarbeiterzulagen bleiben unverär
kommen kann erſtmalig am 2. Februar 1932 gekündig
Da die zwiſchen dem Arbeitgeberverband und den 0
in der Gladbach=Rheydter Metallinduſtrie geführten Ei-
lungen
ergebnislos geblieben ſind, wurde ein Schiedsſpmß

beſtimmt, daß ſämtliche tariflichen Lohnſätze, mit Ausnd
alen Zulagen, um 6 Prozent gekürzt werden. Die Nuf
am 9. November in Kraft.
Wie wir erfahren, findet am 10. November die ElNt
Gebrüder Junghans A. G., Schramberg, ſtatt. Eine
auch für 1930/31 nicht verteilt. Etwaige Betriebsverluß
ausreichende Rückſtellungen abgedeckt.
Um auch in der jetzigen Notzeit mit ihren geringem 9
Betrieb aufrechtzuerhalten, hat die Maſchinenfabrie Wi zm
verſtändnis mit der Arbeitnehmervertretung die Kurzaabe
Samstags bleibt der Betrieb geſchloſſen und an den ime
die Arbeitszeit um 45 Minuten gekürzt worden.
Die Sparkaſſe des Amtes Keppel iſt durch ſatzuns.
gewährung ihres Rendanten um etwa 300 000 RM. geb
für die die kleinen Gemeinden des Amtes als GewährEr
Stuerkraft einzuſtehen haben. Der Rendant der ſofe)
enthoben worden iſt, hat freiwillig auf ſeine Anſprüche-
Penſion verzichtet.
Ueber das Vermögen der Firma Frankfurter 2
Geſellſchaft A.G., Frankfurt a. M., iſt das Konkursb.
worden. Zum Konkursverwalter wurde N.=A. Dr. Briſ
ernannt. Für den 27. November wurde eine Gläul-A
einberufen. Die Firma iſt noch mit der Aufſtellung l
ſchäftigt.
In London waren in den letzten Tagen Gerüchte
ſtehende Aufhebung der japaniſchen Goldwährung
Gerüchte werden jetzt von den Londoner Vertretern
banken als unbegründet bezeichnet.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 7. November.
Feingold 108 Schill. 10 Pence gleich 87,0666 RM., für
gold demnach 41,9888 Pence gleich 2,79926 RMM.
Auch geſtern ſind die Getreidekurſe an der Chil
lich geſtiegen. Die Schlußkurſe lagen um 1 Ceut N
tagskurſe.

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Handball.

Emglia Worms-Polizei darnftadt.

Auird das Können der Poliziſten auf eine große
ſilt. Der Gegner, Wormatia Worms, der in letzter
on ſich reden machte, hat auch tatſächlich eine ſolche
erung erreicht, die ihn jetzt zu den beſten der Klaſſe
eigenem Platze ſcheint Wormatia ſehr gefährlich zu
ſien dürfen die Grünen den Mut nicht verlieren, denn
He jetzige überlegene Spieltechnik wieder zeigen und die
ien, ſind ihnen die beiden Punkte auch ſicher. Schlach=
paben
Gelegenheit, um 9.15 Uhr ab Wache 24er Ka=
jen
zu können. Das Spiel der 2. Mannſchaft fällt
Terminliſte der Rückrunde noch nicht da iſt. Die
in in Biebesheim.

(Fſungen 1865 Reichsbahn=T. u. SV. Darmſtadt.

iſſtinger empfangen am heutigen Sonntag auf der
ur chmittags 3 Uhr, wohl ihren ſchwerſten Gegner, den

M2=u. SV. zum fälligen Verbandsſpiele. Wenn auch
die bei den Sommerfreundſchaftsſpielen gezeigte
ſetigſtens nach den beiden letzten Spielen zu urteilen
wieder erreicht haben, ſo ſteht doch zu erwarten, daß
aßt alles daranſetzen wird, um ehrenvoll abzuſchnei=
weſunger
müſſen ohne ihren bewährten Mittelſtürmer
hinreten, der noch verletzt iſt. Um 2 Uhr: Zweite

Tgeſ. Ober=Ramſtadt.

ſttgen Sonntag um 2 Uhr ſpielt T.V. Ober=Ramſtadt
truch in Ober=Ramſtadt. Urberach konnte im letzten
hlellenführer Crumſtadt hoch ſchlagen, ſo daß mit einem
Spiel zu rechnen iſt.

Tv. Arheilgen Tg. Groß=Zimmern.
ucag nachmittag, 15 Uhr, ſtehen ſich in Fortſetzung der
bichaftsſpiele Arheilgen und Groß=Zimmern an der
pit gegenüber. Arheilgen, immer noch an 1. Stelle,
Fye Punkte mehr nehmen laſſen, ſonſt könnte es der
werluſtig gehen. Groß=Zimmern dagegen wird ſich
hun ſeinen Platz zu behaupten.

geſ. 1875 Darmſtadt T.V. Sprendlingen.

uie nachmittag an der Kranichſteiner Straße ſtatt=
verſpricht
ein intereſſantes, raſſiges Treffen zu
hxſeits die alte, kampferprobte Elf der Gäſte, an=
ſrunge
, aufſtrebende Mannſchaft der Platzbeſitzer, die
uergeben wird, um den Sprendlingern den Sieg ſo
himsglich zu machen. Die Bedeutung des Spiels für
züf hrung braucht nicht mehr beſonders hervorgehoben

Vereinsjugend-Mannſchaftskämpfe 1931
S.=V. Darmſtadt 1898 Dritter.

ſoHeutſche Fußball= und Leichtathletik=Verband ver=
föhrlich
eine Prüfung über die in den Vereinen ge=
Frenarbeit in der Leichtathletik. Als Uebungen waren
ZAvrgeſchrieben 100= und 1000=Meter=Lauf. Weit= und
9Lugelſtoß= und Schlagballwurf und 4X100= Meter=
bi
hatte in der Bezirksliga jeder Verein zu den
A Mann zu ſtellen, die Kreisliga 3, die 4=Klaſſe 2,
Klaſſe 1 Mann. Gewertet wurde die Durchſchnitts=
der
Mehrkampfwertung der D. S. B.
vikverein Darmſtadt 1898 hat bei dieſer Konkurrenz
Wabgeſchnitten. Unter 38 placierten Teilnehmern in
ſchigmklaſſe nimmt die 1. Jugend=Mannſchaft
mät 6029 Punkten den dritten Platz ein,
MF-C. Nürnberg und Kickers Stuttgart, die mit 6156
M Seiden erſten Plätze belegen. Von den Mann=
das
Bezirks Main=Heſſen konnte ſich
h Sportverein am beſten placieren, da
AWiesbaden erſt an 12., Eintracht Frankfurt an 13.
a tslub 1880 Frankfurt an 15., Hanau 1893 an 17.
Füif Frankfurt an 24. Stelle ſtehen. Die 2. Mann=
8er konnte den 25. Platz belegen, vor
hißchaften von Fußballſportverein Frankfurt (26),
rxd (29), Spielvereinigung 02 Frankfurt=Griesheim
Offenbach (34) uſw.
Polizeiſportverein Darmſtadt konnte
Slaſſe (Kreisliga) gut placieren. Unter 56 Mann=
m
er mit 5637 Punkten den 5. Platz ein eben=

Reickennenswert gute Leiſtung.

Rc opponiert gegen den amerikaniſchen Vorſchlag, daß
an die Olympiade verſchiedene Veranſtaltungen ſtatt=
M aus deren Erträgniſſen den europäiſchen Nationen
dem Expeditionskoſten zuteil werden würden.
Aliſche Radſport=Verband beſchloß keine Expedition zu
eil ichen Wettbewerben bei den Olympiſchen Spielen zu
Mäch unter den belgiſchen Fahrern kein Vertreter von
Auer Klaſſe befinden würde.
N4s Meiſterſchwimmerin. Yvonne Godard iſt durch
Anall auf vier Monate außer Gefecht geſetzt worden.
nüäſiſche Miniſterpräſident Laval hat den franzöſiſchen
n zugeſagt, anſtelle der geplanten zehn Millionen
on dreißig Millionen Francs in den Haushaltplan
u dieſe Forderung auch zu vertreten.

Sporkkalender.

Sonntag, den 8. November 1931.
Handball.

15,00 Uhr: Rennbahn: Tgde. Beſſungen Reichsbahn Dſtdt.
15,00 Uhr: Kranichſteiner Straße: Tgeſ. 75 Sprendlingen.

11.00 Uhr:
14,30 Uhr:

Fußball.
Rennbahn: Union Viktoria Griesheim.
Stadion: S.V. 98 Mainz 05.

Fußball.
Ober=Ramſtadt V.f. L. Michelſtadt.

Am heutigen Sonntag begibt ſich der Sp.=Klub Ober=Ramſtadt
nach Michelſtadt. Für die erſte Ober=Ramſtädter iſt dies eins der
ſchwerſten Spiele, konnten doch die Michelſtädter ſchon im Vorſpiel
ein Unentſchieden (0:0) erzielen. Da ſich beide Mannſchaften ſchon

immer äußerſt ſpannende Kämpfe lieferten, iſt auch am Sonntag
im Stadion zu Michelſtadt mit einem Großkampf zu rechnen.

Helene Mayer verliert.

Bei dem Damen=Fechtturnier um den Hutton=Pokal, deſſen
letzte Entſcheidungskämpfe am Freitagabend ausgefochten wurden,
blieb die Engländerin Miß Butler Siegerin, die ſämtliche Gänge
ohne Niederlage gewann. Die Weltmeiſterin. Pokalverteidigerin
Helene Mayer, hatte zuvor einen Punkt verloren, ſo daß ſie dies=
mal
nur als Zweite aus dem Turnier hervorging.

Tiſch=Tennis.

Am Freitag abend war der 1. Darmſtädter Tiſch= Tennis=
klub
Gaſt bei Turngemeinde 46 und konnte ſein 3. Ver=
bandsſpiel
glatt mit 13:2 Punkten zu ſeinen Gunſten entſcheiden.
Durch Sieg gegen den hieſigen Tennis= und Eisklub, der mit
11:4 Punkten überraſchend hoch ausfiel, konnte ſich der 1. D.T. T.C.
nach Abſchluß der Vorrunde hinter Sportverein 98 an die zweite
Stelle der Tabelle ſetzen.

Engliſcher Fußball.
Everton, die Mannſchaft, die in dieſem Jahre allerdings
nach nur einjähriger Abweſenheit wieder zur erſten Klaſſe auf=
geſtiegen
iſt, hat in den letzten Wochen keutlich bewieſen, taß ſie
wirklich erſtklaſſig iſt. Sie führt zur Zeit in der erſten engliſchen
Liga mit ganz klarem Vorſprung, nämlich mit 21:7 Punkten vor
Weſtbromwich Albion mit 19:11 Punkten, Huddersfield Town
mit 18:10 Punkten und Arſenal mit 17:11 Punkten.

Die Kriſe in der Deutſchen Boxſport=Behörde führte zu der
Demiſſion von drei Vorſtands=Mitgliedern.

Geſchäftliches.

Die altbekannte ſeit mehr als 100 Jahren beſtehende ein=
heimiſche
Pianofabrik hat in Verbindung mit einer der größten
deutſchen Klavierfabriken ein neues Klavier Modell Heſſen
herausgebracht. Das neue Klavier Heſſen kann jederzeit
ohne Kaufzwang in dem Magazin der Firma Karl Arnold
und Sohn, Ecke der Erbacher Straße, nahe dem
Schwimmbad, beſichtigt und geſpielt werden.

Bauberatungsſtelle‟.
In Frankfurt c. M., Eſſen und in Wiesbaden wurden Baubera=
tungsſtellen
durch die betreffenden Ortsgruppen des B.D.A. eingerichtet.
Sie beraten koſtenlos Bauintereſſenten über alle Bauangelegenheiten
und Bauvorhaben jeglicher Art.
Wer bauen will, oder einen Umbau vorzunehmen hat oder Er=
neuerungsarbeiten
und Reparaturen in ſeinen Räumen oder in Ge=
bäuden
vornehmen muß, wer Heizungsanlagen einrichten will, oder
wer Großwohnungen in mehrere kleinere Wohnungen zeitentſprechend
und ſparſam umgeſtalten möchte, der wendet ſich, ohne ſich verpflichtet
zu fühlen, an die Bauberatungsſtelle. Dieſe vermittelt auch Bauplätze
und Finanzierungen.
Die Darmſtädter Ortsgruppe des Bundes Deutſcher
Architekten hat durch einige ihrer Mitglieder für Darmſtadt und Um=
gebung
ebenfalls eine derartige Beratungsſtelle eingerichtet. Dieſelbe
befindet ſich in der Zentralſtelle für die Gewerbe, Neckarſtraße Nr. 3,
Zimmer 26, 1. Stock, und iſt zunächſt Dienstags und Freitags von 10
bis 12 Uhr geöffnet. (Siehe heutige Anzeige.)

Wie wird Perwachs aufgetragen?

Hauchdünn, und zwar am beſten mit einem rauhen Tuch nicht
mit einem Wollappen. Wohl zum Polieren empfiehlt ſich ein
weiches Tuch oder eine weiche Bürſte. Auf dieſe ergibt Per=
wachs
einen wundervollen edlen Hochglanz ohne Glätte. Aber
bitte immer wieder beachten: Perwachs nur hauchdünn auf=
getragen
, danach ſofort polieren. Dieſe Anwendung gilt auch
für Möbel, Leder, Stein und Marmor, für farbige und Lack=Schuhe
uſw. Auf Wunſch erhalten Sie von den Thompſon=Werken G. m.
b. H., Düſſeldorf, gerne koſtenlos eine Probedoſe.

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in der bekannten verzinkten Wellblechkonſtruktion oder auch in
einer Leichtbauweiſe liefern die Wolf. Netter u. Jacobi=

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herausgebracht, der ſich vor allen Dingen durch ſeine
Billigkeit auszeichnet. Er hat infolge ſeiner fabelhaften Lei=

ſtungsfähigkeit innerhalb kurzer Zeit viele tauſend Mende
Freunde gewonnen. Mende 98 iſt kein Orts=, ſondern ein an=

erkannter Fernempfänger mit Einknopfbedienung. Seine weiteren
Vorzüge ſind: ein formſchönes Preßſtoffgehäuſe, ſeine Trennſchärfe
durch aperiodiſche Schaltung und die überall anerkannte Klang=
ſchönheit
Außerdem hat er eine moderne Skala ſowie Schall=
doſenanſchluß
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Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.

Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.15: Wetter, Gymnaſtik.
6.45: Gymnaſtik Wetter o 7.15: Frühkonzert ( Schall=
platten
). o 7.55: Waſſerſtand. o 12: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen.
O 12.05: Konzert. O 12.40: Nachrichten. O 12.55: Nauener Zeit=
zeichen
. O 13: Konzert (Fortſetzung). O 13.50: Nachrichten. O 14:

Werbekonzert. o 14.45: Gießener Wetterbericht. o 15.05: Zeit,
Wirtſchaftsmeldungen. 17.00, 18.30, 19.30: Wirtſchaftsmeldungen.

Sonntag, 8. November.
7.00: Bremer Hafenkonzert. Großes Geläute vom Bremer Dom.
8.15: Morgenfeier in der Weißfrauenkirche. Veranſtaltet von der
Evang. Landeskirche, Frankfurt a. M.
11.00: J. Strawinſky u. H. Rosbaud: Das dritte Montagskonzert.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Wohl dem, der ſich auf ſeinem Gott.
12.00: Schallplattenkonzert.
13.50: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.00: Dipl.=Landwirt Langsdorf: Was will die Deutſche Woche?
Dr. Pfiſterer u. Roſa Kepf: Stadt und Land.
16.00: Stunde der Jugend: Kaſperltheater.
16.00: Freiburg: Nachmittagskonzert des Frbg. Konzertorcheſters.
18.00: Prof. Dr. Zannert: Martinus, der Bauernapoſtel.
18.25: Heinrich Seidel. Zum 25. Todestag des Dichters.
18.55: R. Hain: Als deutſcher Student in Grenoble.
19.20: Wetter für die Landwirtſchaft. anſchl.: Sport.
19.30: Mandolinen=Konzert. Ausf.: Mandolinen=Quartett Fran=
konia

20.15: Geſchichte einer Erbſchaft. Hörſpiel von Claus Herrmann.
21.45: Pariſer Colonialausſtellung. Hörbericht von Manfred Eber.
22.25: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.45: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.

Deutſche Welle. Gleichbleibendes Werktags=Programm. 6.30:
Gymnaſtik. O 6.45, 18.55: Zeit, Wetter für den Landwirt.
ca. 6.50: Frühkonzert. O 10.35, 13.30: Nachrichten. 12: Wetter
für den Landwirt. O 12.05: Schallplatten bzw. Schulfunk. O 12.55:
Nauener Zeit. O 14.00: Schallplatten. O 15.30: Wetter, Börſe,

Deutſche Welle: Sonntag, 8. November.
6.30: Funk=Gymnaſtik.
7.00: Bremer Hafenkonzert. Großes Geläute vom Bremer Dom.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
8.15: Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.25: Prof. Dr. Stanf: Wichtiges aus der Tierhaltung.
8.55: Morgenfeier. Glockenſpiel der Potsdamer Garniſonkirche.
anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Feierſtunde. Veranſtaltet vom Arbeiter Kultur=Kartell Groß=
Berlin.
11.30: Leipzig: Bach=Kantate: Wohl dem, der ſich auf ſeinen Gott
recht kindlich kann verlaſſen.
12.00: Sportpalaſt: 1. Volkstümliches Konzert des Vereins für das
Deutſchtum im Ausland zum Beſten der deutſchen Schulen in
Polen.
14.00: W. Rautenberg: Elternſchaft und Sparmaßnahmen der Schu=
len
.
14.30: W. Brink: Der Bauleiter.
14.50: Mandolinenkonzert des Arbeiter=Mandolinenorcheſters Pan=
Naree
15.20: Programm der Aktuellen Abteilung.
16.10: Polizeiſtadion: Ausſchnitt vom Rugby=Spiel Teunis=Boruſſia
gegen Slavia=Prag.
16.30: Dr. Roſenberg: Martin Luthers Einfluß auf die Entwicklung
der deutſchen Muſik.
16.55: Johann und Joſef Strauß. Berliner Konzert=Verein.
18.40: Alte Meiſter der Orgel. An der Orgel: G. Schoedel.
19.10: M. Jokl: Grüner Tee. Chineſiſche Viſionen.
19.35: Heinrich Lerſch lieſt eigene Dichtungen.
20.00: Tagesgloſſen. Sprecher: Alfred Kerr.
20.30: Wiederholung des Funkpotpourris. London Berlin.
22.30: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Marek Weber.

Wekterberichl.

Die von Süden und Südoſten kommende kontinentale Luft
beherrſcht weiterhin die Wetterlage und die von dem Atlantiktief
ſtammende feuchtmilde Ozeanluft dürfte kaum weſentlichen Ein=
fluß
gewinnen. Der zeitweiſe ſtärkere Bewölkungsrückgang wird
nachts die Ausſtrahlung begünſtigen, ſo daß die Temperaturen wie=
der
etwas mehr als ſeither zurückgehen und ſtellenweiſe den Ge=
frierpunkt
erreichen.
Ausſichten für Sonntag, den 8. Oktober: Dunſtig und bewölkt mit
Aufheiterung, meiſt trocken, nachts Temperaturen um den Ge=
frierpunkt
, tagsüber mild.
Ausſichten für Montag, den 9. Oktober; Fortdauer der Wetterlage.

Hauptſchriftleltung. Rudelt Maupe
Verantwortlich für Polttiſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feulſleton, Reich um
Aueland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl B3hmann;
für den Handel: Dr. C. H. Que iſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer ;füü
Die Gegenwart Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuble:
Druck und Verlag: C. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
Fchr unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

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[ ][  ][ ]

Sonntag, 8. Nove=

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Bahnhof-M

Heute Sonntag vormittag 11¼ Uhr. Film-Morgenfeier.
HELIA
HELIA
Zum ersten Male, Ein Sportflm von Berg-chönheit und Wintersonne.
Bie Spur durchs weiße Land

Für Hente Son-n
den 8. November
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rettig Sc. auf Kartolfelpürm.
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Heute nachm. 47 Uhr u. abends
811½ Uhr
Künstler-Konzert
Mittagstiſch von 809 an.
Die Preiſe der Abendkarte ſind be=
deutend
ermäßigt.
Has= u. Rehbraten Junge Maſtgans
Im Festsaal Ball
Eintritt frei
Anfang 8 Uhr

Heute letzter Tag

Hente und folgende Tage

Nar noch heute und morgen

Ein satirischer, brillant gemachter
Tonflm-Schwank!
Ein großer stürm ischer
HeiterkeitserTolg!

Ein Film von allergrößten Ausmaßen,

Hans Albers, Anna Sten
undl Heinz Rühmann
in dem neuen Abentenrerfilm

Alter Ratskeller

abend

Sonntag

(Rallke wider Willen).
Nach dem Lustspiel Hyppolit
von Stefan Zagon.
In den Hauptrollen:
Oskar Sabo, Else Reval, Liselott
Schaak, Paul Heidemann,
Paul Henkels u. a.
Eine urkomische Geschichte, aus der
man sieht, daß der Weg in die gute
Gesellschaft mit Dornen besät ist.
Dazu (V. 16086
dag tönende Beiprogramm
und die Emelka-Tonwocke.
Jugendliche haben Zutritt.

Sensationell spannend, der neuartige
Stoff, humorvoll die abenteuerliche
Handlung und ungewöhnlich ist die
Melodienfälle der Schlager.
Faszinierend der kraftvolle
Hans Albers,
voll Ubermut die charmante
Anna Sten,
mitreißend lustig
Heinz Rühmann.
Im tönenden Beiprogramm:
Die neueste
Ufa-Tonwoche.

Die furchtbare Katastrophe des
Passagierdampfers Titanic bei der
Tausende von Passagieren ums Leben
kamev.
Die Darsteller:
Fritz Koriner, Elea Wagner,
Hermann Vallentin,
Franz Lederer, Theo Loos
u. v. a.
Ein mitreißendes Erlebnis von un-
geahnter
Wirkung und nachhaltigem
Eindruck.
Dazu das gute Beiprogramm

Rhein-Salm grillé mait-v
mit Kartoffeln
oder
Rehkeule in Rahm-Sc m
trites u. verschied. Salaay
Zu 2. MK,
Suppe
Gänsebraten m. gebrat. A.
und Schloßkartoffeln.- I

Anschließend im Brauemi
reichhalt Mittag- u. Al
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½ Liter Bier zu 20

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um 81 Uhr-
Für Damen Donnerstag, 1 4
abends 7½U
in der Turnkalle der Pesttl
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und Gebräuche aller Zeiten, un eE
derer Berückſichtigung der Feuer?"
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Dienstag 10 Mov., 20.15 Uhr, pünktl. in
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und ihre Bedeutung für die Gegenwart
mit Lichtbildern. (16150
Unkostenbeitrag erbeten., Richtsatz 1 Mk
Studenten die Hälfte.

Montag, den 9. November, 8 Uhr abends
im Kaisersaal, weißer Saal
Eröffnungs-Versammlung
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Alle Mitglieder und Interessenten werden höflfchst um
ihr Erscheinen gebeten.
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Dle Klubleitung-

Samstag, den 14. November, 20.15 Uh
Lula d. Lndwig-Georg-Gymnasiums Karlstr.

(Freie Waldorfschule Stuttgart)

Lautsprecher

Alle Freunde und Gönner der Feuerbeſu. 7
hierdurch freundlichſt eingelade=

mit Lichtbildern.
Unkostenbeitrag. Richtsatz 1 M. (16095

12.50 und 15. Mk. Martinſtr. 70, III. (

Reichsfinanzminister und stellvertretender Reichskanzler

Beutsche Staatspaß

Liste
spricht
Sonntag, 8. November, abends 8

in der Woogsturnhe

Unkostenbeitrag 50 Pfennig

(15915b)

[ ][  ][ ]

Roman von
/ Ernſt Klein

(Nachdruck verboten).

u Uhr läutete es an der Haustür. Pedro war
MMilly hatte ihr Erſcheinen erſt für acht Uhr zu=
grſtaunen
wurde noch größer, als er das Haustor
ur der zierlich ſchlanken Milly einen mittelgroßen,
0. Mann vor ſich ſtehen ſah, der ihm ohne weite=
und in die Halle eintrat.
entralinſpektor Wayne vom Diſtrikt Mayfair
remde wies ſeine Legitimation vor, und Pedro,
üigen Reſpekt vor der Polizei hatte, fühlte, wie
uriter dem Leibe wegſackten. Der Polizeiinſpektor
higwöhniſchem Blick. Warum erſchrecken Sie denn

ft ſich kümmerlich: Ich erſchrecke gar nicht, Herr
i. Mein Gewiſſen iſt vollkommen rein.
miemand daran, brummte der Mann der Polizei
ſal ohne weiteres in das nächſte Zimmer. Zufällig
läne Salon, in dem Pedro ſein zärtliches Souper
ar ſchnitt daher ein ſehr betrübtes Geſicht, als
ivektor kichernd um ſich ſchaute. Alſo deshalb,
nd Sie ſo erſchrocken. Na, da will ich kurz zur
.. Wenn Sie allerdings nachher noch Luſt haben,
zr geben, iſt es Ihre Sache
ſnd ch Luſt haben? Pedro fühlte ſo etwas wie eine
f Dem Rücken. Was wollen Sie denn von mir,
nſpektor?
sr. Gar nichts! Wayne ſteckte die Hände in die
muid ſchaute den jungen Menſchen vor ihm durch=
Schließlich zuckte er die Achſeln. Ob ſo oder
hin: Sie Ihren Herrn gern?
erkaunen wurde immer größer, ſeine Augen dem=
vur
der. Selbſtverſtändlich. Herr Marquis de Sala
eir, den man ſich wünſchen kann. Iſt ihm etwas
ſche. Sogar etwas ſehr Schlimmes, mein Lieber.
ihacht in Biskra erſchoſſen worden!
umelte zurück. Seine Hände, zuckend und zitternd,
han den nächſten Stuhl. Aber das iſt ja
ſai zu ihm hin und legte ihm die Hand auf die
iſt leider ſo. Wir haben vor einer Stunde von
ſhe Behörden die Nachricht erhalten, und ich bin
hnen, um Sie verſchiedenes zu fragen. Faſſen Sie
hören Sie mir zu!
iſt, ſich auf, legte die Hände auf die Knie und
zichtbaren Inſpektor mit den Augen eines Hundes
hr Prügel fürchtet. Was ſoll ich denn ſagen, Herr
ſof? Ich weiß doch nicht. . Der Herr
ſtiot, zehn Tagen hier weggefahren, froh, vergnügt.
Rüürif bis ſechs Wochen zurückkommen
hls davon geſagt, ob er mit jemand Streit hätte?"
üſkelte den Kopf. Nichts, gar nichts, Herr Zen=
Mleicht jemand hier? Sind ſeit ſeiner Abreiſe Briefe
ain, denken Sie nach!
hie nur abermals den Kopf ſchütteln. Es waren

keine Beſuche hier, und Briefe ſind auch nicht gekommen. Herr
Zentralinſpektor.
Iſt Ihnen bekaunt, daß Herr Marquis einmal mit einem
Mann zu tun hatte namens Stefano Sorino?
Stefano Sorino? Pedro wiederholte den Namen, und
Wayne merkte, daß er ihm ganz und gar unbekannt war.
Oder mit einem jungen Mädchen namens Lilian Brooks?
Sie iſt Stewardeß an Bord der Jacht ,Belle Iſabelle’s
Jetzt nickte Pedro. Belle Iſabelle' iſt der Name des Schif=
fes
, auf das der Herr Marquis eingeladen war. Und wie hieß
das Fräulein, Herr Zentralinſpektor?
Lilian Brooks!
Pedro ſtand ſeufzend auf. Tränen waren ihm in die Augen
getreten, und die Fragen des Zentralinſpektors, die er ſo gar
nicht zu erklären vermochte, dienten nicht dazu, ihn zu ſtärken.
Er war tatſächlich einem Zuſammenbruch nahe.
Wayne fragte ihn noch dies und das, gab aber ſchließlich
ſeine Bemühungen auf. Ich werde mir mal die Wohnung an=
ſehen
, erklärte er.
Wie Sie wünſchen, Herr Zentralinſpektor.
Wayne beſichtigte zunächſt die Räume im Erdgeſchoß. An
den Salon ſchloß ſich nach vorne ein Herrenzimmer, das ganz im
engliſchen Geſchmack ausgeſtattet war. Nach hinten zu ein klei=
ner
Speiſeſaal, deſſen Fenſter verhängt waren. Oben in der
Etage ein Schlafzimmer mit einem Vorraum, ferner ein Garde=
robezimmer
, Bad und Fremdenzimmer. Im zweiten Stock drei
Manſardenräume, von denen einen der Diener bewohnte. Das
war alles.
Wayne ſtieg wieder ins Parterre hinunter und machte ſich
an eine genauere Durchſicht des Herrenzimmers. Vor allem
lenkte der elegante Schreibtiſch ſeine Aufmerkſamkeit auf ſich, und
ohne Pedro viel zu fragen, öffnete er ihn mit einem ſeiner Nach=
ſchlüſſel
. Doch ſo genau er auch alle Laden durchſtöberte, er
fand nichts als gleichgültige Rechnungen, einige Einladungen
und ein, zwei Kartons ungebrauchten Briefpapiers. Eine höchſt
magere Ausbeute.
Hat der Herr Marquis denn keine Korreſpondenz geführt?
fragte Wayne den Diener. Er hatte doch ziemlich großen geſell=
ſchaftlichen
/Verkehr und lebte, wenn ich recht unterrichtet bin,
nicht gerade wie ein Säulenheiliger. Er galt als großer Damen=
freund
und
Oh! proteſtierte Pedro.
Wayne zuckte die dicken Schultern. Will Ihre Gefühle
keineswegs verletzen, aber hat ſich der Marquis wirklich ſeine
Briefe nicht aufgehoben?"
Nein, Herr Zentralinſpektor!
Nun, dann iſt vorläufig hier nichts zu machen! ſchloß
Wayne ſeine Unterſuchung Sie dürfen jetzt London nicht ver=
laſſen
, ſondern müſſen hier an Ort und Stelle bleiben! wies
er Pedro an, als er die Halle hinaustrat. Und wenn ſich irgend=
jemand
im Haus zeigen ſollte, melden Sie es mir ſofort, ver=
ſtanden
?
Wayne ſtieg die wenigen Stufen hinunter, die zum Trottoir
führten. Er war ein alter ſchlauer Praktiker und hatte das
Gefühl, als ob ihm der Diener nicht ganz die Wahrheit geſagt

hätte. Seine Trauer war echt geweſen, unzweifelhaft
Aber dann
Wayne hatte recht. Pedro war ein treuer, ergebener Lepo=
rello
Marquis de Sala hatte ſeine Korreſpondenz ſehr wohl
aufbewahrt. Pedro dachte indeſſen nicht daran, die Geheimniſſe
ſeines Herrn zu verraten; jetzt erſt recht nicht, da er tot war.
Als Milly, die zierliche, blonde Bonne, erſchien, fand ſie
einen weinenden Freund. Mit dem téte=ä=tete wurde es für
dieſen Abend nichts.
19.
Beinahe eine ganze Woche verging, ohne daß ſich in dem
kleinen, ſtillen Hauſe des Marquis de Sala etwas ereignete.
Die Schutzleute, zu deren Bereich es gehörte, hielten ſcharfe
Wacht über ſeine Tür, und den einen oder anderen Abend er=
ſchien
der Zentralinſpektor perſönlich, um ſich bei Pedro zu er=
kundigen
. Doch dieſer konnte nur die Achſeln zucken und erklä=
ren
, daß ſich kein Menſch habe blicken laſſen.
Unverſtändlich! brummte Wäyne, als er beim dritten Be=
ſuch
wieder dieſelbe Auskunft bekam.
Am Morgen des 22. wanderte ein Mann, der einen Werk=
zeugkaſten
auf der Schulter trug, in der Aldfort Street von
Haus zu Haus. Ueberall wies er ſich als Arbeiter der Elektrizi=
tätsgeſellſchaft
aus, damit beauftragt, die Leitungen der ganzen
Straße zu überprüfen. Gegen elf Uhr erſchien er auch im Hauſe
Salas, doch Pedro wollte ihn zuerſt gar nicht hereinlaſſen.
Wenn Sie ſo mißtrauiſch ſind, knurrte der Mann, erkun=
digen
Sie ſich gefälligſt bei den Nachbarhäuſern. Dort war ich
auch. Glauben Sie vielleicht, ich ſpäziere hier zu meinem Ver=
gnügen
herum? Ich habe meinen Arbeitsbefehl und muß den
ausführen.
Pedro ſchloß die Haustür zu, erkundigte ſich bei den näch=
ſten
Nachbarn, kam zurück und ließ den Arbeiter eintreten. Die=
ſer
, ein älterer Menſch, mit derben, abgearbeiteten Händen,
machte ſich ohne viel Worte daran, die Leitungen des ganzen
Hauſes, vom Keller angefangen, ſorgfältig nachzuſehen. Pedro,
durch den Zentralinſpektor gewarnt, ließ ihn nicht aus den
Augen.
Wiſſen Sie, vertraute ihm der Arbeiter an, viele der
Leitungen ſind während des Krieges gelegt worden und müſſen
jetzt ausgewechſelt werden. Das Material, das damals verwen=
det
wurde, iſt einen Quark wert. Wir haben täglich drei Kiſten
voll Beſchwerden.
Man war endlich in den zweiten Stock gekommen. Im
Schlafzimmer entdeckte der Mechaniker einen Schaden, leuchtete
mit ſeiner Lampe die ganze Leitung ab und zeigte Pedro mit
großer Genugtuung die Stelle, an der ſich die Iſolierungsfäden
gelöſt hatten. Ein ſchmieriges, abgegriffenes Taſchenbuch er=
ſchien
, und mit wichtiger Miene wurde eine Eintragung gemacht.
Im ſelben Moment ſchrillte die Hausglocke.
Pedro ſchwankte. Den Mann allein laſſen. Gerade in die=
ſem
Zimmer waren die Geheimniſſe ſeines Herrn verſteckt, an
die niemand rühren durfte. Die Glocke erklang zum zweiten
Male. Er eilte ans Fenſter, blickte hinaus und entſchied ſich
ſofort dafür, zu öffnen. Denn unten ſtand ein ſehr hübſches,
junges Mädchen, das mit ärgerlichem Geſicht auf das Haus
emporblickte.
Gehen Sie ruhig hinunter, Gouverneur, ſagte der Arbei=
ter
. Ich mach nur das Ding da fertig und türme. Verfluchtes
Zeug! Da kann man wieder bis zum Abend in der Straße
herumkriechen . . ."
(Fortſetzung folgt.)

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Seite 16 Nr. 310

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8. Nobember 1931
imnnunnnr

Illuſtrierte Wochenbeilage
Nummer 48
Hannnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnannnnn

EelsTAO)
wicchon MAcNT
und MoncEn

Reiſende nachts im raſenden D-Sug
am Horizont erkennt, viele Kilo-
meter
bevor die erſten dunklen
Häuſerblocks auftauchen. Ein un=
vergeßlicher
Eindruck die ſchla=
fende
Stadt, ein dicht gedrängtes
Meer von ſteinernen Blocks
und über ihnen der Stundenſchlag
von 200 Kirchen!
Friedrichſtadt 1 Uhr. Wer
könnte ſich fürchten in den winkli=
gen
, engen Gaſſen, die aus der
Altſtadt mit ihren flackernden
Laternen, mit der großen Stille
hinausführen in das neue, heute
*9
auch ſchon überholte Sentrum? Die
Straßen der Friedrichſtadt könnten viel erzäh=
len
von dem ausgelaſſenen Bummel=
leben
, das dort noch vor wenigen Jahren
herrſchte. Lokal drängt ſich an Lokal viele
ſind geſchloſſen, viele erhalten einen krampf=
haften
Betrieb aufrecht. Die Friedrichſtadt hat
eine Cradition auswärtige Gäſte erinnern
ſich ihrer noch. Aber auch die lebhafteſte
Muſik, der geſchickteſte Anreißer=Portier

kann den traurigen Eindruck nicht mildern, den
die gähnend leeren Stockwerke darüber machen ſtraßen=
weit
ſtehen die Häuſer, ehemals bekannten Geſchäftsfirmen
gehörig, leer.
Dunkel in den Seitenſtraßen. Aus einem Kellerlokal
tönt Lärm und Geräuſch umgeworfener Stühle. Eine Katze
huſcht über den Bürgerſteig. Drüben ſteht, unbeleuchtet und
ſchweigend, ein leerer Laſtwagen ein Schupo davor.
Nazzia! ein paar Minuten ſpäter führt man einige

dtliche Reportage aus einer Großſtadt
Uhr, rund um den Kurfürſtendamm. Feuchtglänzender
ut ein paar welke, verirrte Blätter dazwiſchen. Lich=
Eun flammen auf und erlöſchen unerbittlich nach der
rat, blau, grün, gelb. Sitternde Reflexe löſen ſie aus
et. Schienen der Straßenbahn, die klingelnd daher=
t
kommt, auf den vibrierenden Blechwänden der
Apuſſe, die mit ſcharfem
Wremſen, auf den Schutz=
Au der Autokolonnen, die
Mud rechts der Straße
to Wache halten.
4nichenſtröme ſchieben ſich
Mider vorüber die letzte
or ſtellung iſt aus , noch
iAeeile leuchten die locken-
MEclamen vor den leeren
ustüren. Dann verlöſchen
ie Autokolonnen löſen ſich
MEs geht nicht ohne Swi=
Mile ab. Ein Schupo greift
eine Anſammlung iſt im
bick gebildet. Verteilt
Ma, ein paar Minuten. Alle
MSile, alle wollen ſchnell
Mauſe. Ueberfüllte
Fhenbahnwagen
Ferie dröhnt von den blitz=
Men Untergrundbahnwagen.
Rnech immer geht es nicht
enug. Alle Lokale ſind

Er verkauft parkeiloſe Streichhölzer
Der Wurſtmaxe ſeufzt und
läuft ſeinen Weg zurück. Viel=
leicht
iſt da noch was bei den
letzten Nachzüglern, die aus den
Lokalen ſtromen, zu machen.
Um 3 Uhr iſt ſowieſo Polizei=
ſtunde
. Aus einem Hausflur
fliegt ein Menſch wie ein Paket
auf die Straße. Er ſammelt
ſich auf und ſchuſſelt mit krum=
men
Beinen weiter, leiſe vor
ſich hinſchimpfend. Er hat nicht
einſehen wollen, daß auch in
einem Obdachloſenaſyl,
wo die Leute oft am Abend
ſtundenlang anſtehen müſſen,
unbedingte Nuhe herrſchen
muß. Daß man nicht mit einem
Pennerkollegen in aufgeregte
politiſche Meinungsverſchieden-
heiten
geraten darf nachts
um 2 Uhr
Alexanderplatz 5 Uhr.
Ein Crupp junger Mädchen
kommt eilig angelaufen. Nanu,
ſo ſpät? Es ſind Celepho=
niſtinnen
, von der zweiten
Nachtſchicht abgelöſt. Schweig=
ſam
, müde. Wo bleibt der
Nachtomnibus? Jetzt iſt es
ihnen ganz einerlei, daß Ber=
lins
Celephonleitungen an Länge
ausreichen würden, fünfmal die
Verbindung mit dem Mond
herzuſtellen. Sie möchten ſchla=
fen
. Da kommt der Omnibus,
gefüllt bis zum letzten Platz.
Der Schaffner hat ein Einſehen
und nimmt die Mädels noch
mit. Dann wieder die große
Stille jedes Haus ſcheint zu
atmen.
Am Polizeipräſi-
dium
, nahe dem Alex, iſt
ein Stockwerk im Innenhof er=
leuchtet
. Der Poſten läßt nie-
man
vor. Ein paar Siviliſten
ert werden.
ſtehen beiemander, frierend,
halblaut redend. Journaliſten.

Leute heraus das Auto raſſelt davon, Nichtung Alexan-
der
=Platz. Verſchwunden wie ein Spuk, die Lichter ver=
löſchen
, der Schritt hallt einſam auf der Straße.
2 Uhr Weidendammer Brücke. Der letzte elektriſche
Vorortzug iſt eben aus der Bahnhofshalle gefahren. . Auf
dem ſchwarzen Waſſer tanzen die Lichter noch eine Weile
unruhig hin und her. An der Ecke ſteht ein Wurſt=
taxe
mit ſeinen prima Heißen. Das Geſchäft ruht, m=
tereſſiert
ſieht er den Arbeitern zu, die wie Schergen aus
der Hölle an den Straßenbahnſchienen arbeiten.
Ein feuerſprühender Apparat zerreißt mit ohrenbetäuben-
dem
Lärm die Stille der Nacht. Das Pflaſter muß auch
wieder repariert ſein bis um 5 Uhr früh, wenn die erſte
Elektriſche klingelnd über die Brücke fährt. Cagsüber?
Ansgeſchloſſen. 40 Bahnen paſſieren dieſe Stelle pro Stunde.

Siche joſt im Dunſt verſchwinden. Von der Metall=
S: Die zum Ceil mit ununterbrochenen Arbeitsſchichten
Eht ein volles Fünftel der Bevölkerung, 41 Pro=

ier Blektrotechniſchen Arbeiter Deutſchlands arbeiten
MArbeit erzeugt dieſen hellen Lichtſchein, den der

[ ][  ][ ]

Wutz

Die Emanationen der menſchlichen Catkraft, die Briefe
heißen, zerfallen in zwei Arten: ſolche, die aus den eigenſüchtigen
Crieben des Verfaſſers entſtehen und die man im weiteſten Sinne
Geſchäftsbriefe (business, alte und neue Sachlichkeit) nennt, und
ſolche, die um des Empfängers willen entſtehen. Man kann ſie
Liebesbriefe nennen, obwohl dieſes Wort gewöhnlich in einem
engeren Sinn gebraucht wird.
Die erſte Kategorie wird durch die moderne Cechnik mehr
und mehr in Celephon, Celegraph und Flugpoſt verflüchtigt.
Bliebe alſo nur die zweite. Aber da in unſerer Heit der Herz=
muskel
immer weniger ſtrapaziert wird, werden Briefe immer
ſeltener.
Das iſt ja ſehr gut zu verſtehen, Haſt, Lebenskampf, Bürger=
krieg
ſchaffen keine Atmoſphäre für behagliche Briefſtellerei.
Der lange, gemütliche Berichtbrief des Sohnes von der Univer=
ſität
, des Mannes von der Geſchäftsreiſe, der Freundin aus der
Stadt an die Freundin auf dem Lande exiſtiert nicht mehr. Er
hat ſich überlebt. Seitungen, Bücher, Radio ſind an ſeine Stelle
getreten.
Aber wenn auch dieſe Art von Briefkunſt zurückgegangen
iſt, das Briefſchreiben iſt nötiger denn je, denn noch nie waren
die Menſchen ſo troſtbedürftig wie gerade jetzt. Mag der reife,
mitten im Leben ſtehende Menſch ſeinen Briefſtoß an jedem
Morgen mit Ungeduld überfliegen, immer noch gibt es Herzen,
die höher ſchlagen beim Anblick ihres Namens auf einem Brief=
kuvert
. Der ganz alte und der ganz junge Menſch, der ganz ein=
fache
und der ganz einſame kömen auf die direkte Nachricht
nicht verzichten. Man braucht nur einmal einer Briefverteilung
in der Sommerfriſche beizuwohnen. Nicht nur Glück, auch Stolz
malt ſich auf den Sügen des jungen Mädchens, wenn ſie den
Brief und die zwei Anſichtskarten in Empfang nimt. Und wie
verzweifelt ſieht der junge Mann aus, der ſeit acht Cagen täglich
leer ausgeht. Bei Ciſche kann man dann am Appetit erkemen,
wer erwünſchte Poſt erhalten hat und wem ſie ausgeblieben iſt.
Der große Menſchenkenner Chriſtian Morgenſtern hat in voller
Erkenntnis dieſes Bedürfniſſes ſein Warenhaus für kleines
Glück errichtet, in dem ſich beſcheidene Leute einige Briefe täg=
lich
beſtellen können, unperſönliche, aber doch Briefe.
Es wird nicht genug geſchrieben. Jeder Menſch lernt von
jung auf, ſich täglich zu waſchen. Ganz ebenſo müßte jeder ler=
nen
, täglich ſeine Briefe zu ſchreiben. Nicht waſchen aber gilt
als ſchimpflich, während nicht ſchreiben geradezu eine Ehre iſt.
Ich habe meiner Mutter ſeit drei Monaten nicht geſchrieben
oder Meine Freunde hören jahrelang nichts von mir wird
zwar im Con der Klage verlautbart, aber ein Unterton von
Selbſtgefälligkeit klingt mit. Der Brief iſt nämlich ein bürger-
liches
Vehikel, der Snobismus verbietet, es zu gebrauchen. Es
gilt für fein, für differenziert, keine Briefe zu ſchreiben.
Natürlich geſteht das niemand. Andere Gründe werden vor=
geſchoben
. Wenn die Leute alle Seit, die ſie brauchen, um Aus=
reden
für ihr Nichtſchreiben zu erfinden, zum Schreiben benutz=
ten
, ſo ſtünde es um dieſe Sache beſſer. Ich habe keine Seit;
es fehlt mir an Stoff: ich bin für meinen Freund ohnehin zu
den höchſten Opfern bereit, was ſoll ihm da ein trivialer Brief;
oder wozu einem ſchreiben, der ohnedies weiß, daß man ihn
liebt? Das alles iſt barer Unſinn. Heit hat man immer, Stoff
desgleichen; Gelegenheit, den Freund aus Cigerklauen zu be=
freien
, hat man nie, und ſeiner Liebe muß man einen Menſchen
jede Viertelſtunde verſichern, ſonſt hat er alle Urſache, daran zu
zweifeln.

Das geſtohlene Krokodil.
Von Frank Highman.
Es war ein toller Kneipabend. Die alten Herren und Ehren-
burſchen
der ehrenfeſten Hochſchulverbindung hatten ſich in einer
ſtillen Ecke dem lauten Suff ergeben.
Hans Leger, er hörte auf den poetiſchen Kneipnamen Koks,
ein übermütiger junger Cechniker, hatte ſoeben eine Wette vor=
geſchlagen
. Koks verpflichtete ſich gegen Einſatz eines Fäßchens
Bier, es war gerode Monatsanfang, das junge Krokodil aus
dem Soologiſchen Garten zu entführen. Lachend wurde dieſe
ausgelaſſene Wette angenommen, und am nächſten Nachmittag
wanderte Koks in Begleitung zweier als Koutrollorgane beſtellter
Füchſe nach der Menagerie. Mit dem rechten Arm hielt er einen
großen, braunlackierten Cellokaſten umſchlungen, der beſtimmt
war, das zu elitführende Krokodil aufzunehmen, um es auf dieſe
Weiſe aus dem Cierpark zu ſchmuggeln.
Der Pavillon, in dem ſich das begehrte Cier befand, beher=
bergte
ſozuſagen die Prunkſtücke der Menagerie. An einer Sei=
tenwand
ein rieſiger Glasbehälter mit allen möglichen exotiſchen
Schlangen, ſogar die gefürchtete, ſeltene Abgottſchlange war ver=
treten
; gegenüber, hinter einem mäßig ſtarken Drahtnetz, einige
bepanzerte Schildkröten und ſchlanke Flamingos. In der Mitte
des Naumes ein umgittertes Nondeau mit eiem kleinen Spring=
brunnen
. Ein großer Strauß putzte ſich dahinter mit ſeinem
breiten Schnabel das verwahrloſte Gefieder, und bei dem Baſſin
des Springbrunnens lag träge mit geſchloſſenen Augen ein wenig
über ein Meter langes afrikaniſches Krokodil, der Gegenſtand
der Begehrlichkeit des übermütigen Koks.

Wer hat den Mut, eine Frage, die man an ihn richtet, un=
beantwortet
zu laſſen? Einen Brief nicht zu bantworten iſt eine
weitverbreitete üble Gewohnheit, die manchmal zum Verbrechen
wird. Wer weiß, was für entſetzliche Schmerzen Warten berei=
ten
kann, der kann die meßbare Menge von Unglück ahnen, die
Nichtbeantworten bereitet. Wenn auch die Sache nicht immer ſo
ſchlimm ausgeht, wie mit der armen Mutter von Kellers Grü=
nem
Heinrich, ſo gibt es doch Millionen Mütter, deren Herz
einen Sprung hat, weil ihr Sohn ſeinerzeit verſäumt hat, eine
Karte zu ſchreiben, auf der ſtand: Liebe Mutter, meine Berg=
partie
war wunderſchön und iſt ſehr gut verlaufen. Dein Dich
liebender Sohn Franz. Dieſer Sohn verdient in der Hölle zu
ſchmoren.
Wir brauchen keine langen und geiſtreichen Briefe zu ſchrei=
ben
. Eine Flut von Glück würde ſich über die Welt ergießen.
Selbſtmorde würden ſeltener werden, wenn wir uns entſchlöſſen,
oft, kurz, warm und einfach zu ſchreiben. Aber Wichtigtuerei
und Crägheit des Herzens hindern uns daran. Und dann noch
eine moderne Ceufelserfindung: wir haben Hemmungen.
Dieſe tragen die meiſte Schuld. Briefe müſſen nämlich dem
erſten Impuls folgend geſchrieben werden. Briefe müſſen am

AuSERT

Dor DL EGEENIE
SCHWARZ WALD

gleichen Cage, an dem ſie kommen, beantwortet werden. Ant=
worten
halten ſich ſo ſchlecht wie rote Noſen im Juni. Die Auf=
gabe
wird immer ſchwerer. Je länger man zögert, deſto mehr hat
man das Gefühl, daß der Brief ſachlich beſſer fundiert, ſtiliſtiſch
feiner abgefaßt ſein müßte. Wenn man die Nachricht von einem
bevorſtehenden Beſuch mit einem Kärtchen beantwortet: Wie
ſchön, das du kommſt! Ich freue mich ſo ſehr!, ſo klingt das
wie ein Jubelruf. Hat man acht Cage mit der Antwort gezögert.
ſo genügt ein lyriſches Gedicht nicht mehr, ſelbſt wenn es mit
byronesker Glut abgefaßt iſt.
Die einzige Art von Briefen, die aufgeſchoben werden dürfen,
ſind Glückwünſche an Neuvermählte. Hier empfehlen ſich als
Wartezeit 10 Jahre. Sonſt kann einem leicht folgendes paſſieren:
Man ſchreibt einem jungen Paare, das ſich gerade auf der Hoch=
zeitsreiſe
nach Kalkutta befindet, einen Glückwunſchbrief nach
London. Nach drei Monaten zurückgekehrt, in nichts einig als
in dem Gedanken, ſich ſcheiden zu laſſen, finden die jungen Leute
auf ihrem Ciſch folgende Zuſchrift: Meine Lieben, daß Ihr
Euch gefunden habt, kann einen mit der ſchlechten Welt verſöh=
nen
. Es iſt herrlich und beruhigend, Euch beieinander zu wiſſen,
eins das andere ſchützend und beglückend, und zu denken, daß Ihr
die rechten Menſchen ſeid, ein ſolches Glück bis ans Lebensende
treu zu bewahren."
Merkwürdig leicht drücken einem Wut und Crauer die Feder
in die Hand, ſehr zu unſerem Schaden. Denn der Brief, den wir
heute im Sorn mit Elender Gauner beginnen, würde ſchon am
nächſten Cage die Ueberſchrift Sehr geehrter Herr tragen, was
nicht nur feiner, ſondern auch praktiſcher wäre. Wut muß man
ausrauchen laſſen, da Sorn kein Argument iſt. Ebenſo verwerf=
lich
iſt das Bedürfnis, ſchlechte Nachrichten raſch zu verbreiten.
Eine Crauerkunde, die einen nicht direkt angeht, erfährt man

überhaupt nie ſpät genug. Aber gerade ſolche S
werden mit der Flugpoſt ſtatt mit der Schneckenpo
Für Leute, die nicht in der Welt leben, ſind infolge=
gramm
und Crauerbotſchaft geradezu identiſche B.
ein Berliner letzthin in einen Gaſthof im Salzburgiſc=
er
vorher ein Simmer beſtellt hatte, kam ihm die kII
des Wirtes weinend entgegen. Um Gotteswillen, Si
geſchehen? fragte der Gaſt. Für Ihna is a Cellg
kommen ſchluchzte das Kind. Wenn ſchon ungeſchi
botſchaften abgeſendet werden ſollen, ſo wäre es m.
ſprießlicher, einem Freunde zu drahten: Habe ſoelle
herrliche Kalbshaxen gegeſſen. Hans. Oder: Na
heißem Bade grüßt dich herzlich Bill‟. Die einzigre
ſchaft, die auf Eilweg zu verbreiten wäre, iſt: Onks
Canto Eulalie laſſen ſich wegen ſpäter Eheirrung ſch.
Während alle Unluſtgefühle nach dem Schreibzu
iſt es erſtaunlich, wie ſtark die retardierende Wirkru
Begeiſterung, Liebe und Freude auslöſen. Swanzi=
habe
ich wir nach jedem Konzert von Johannes Me/
genommen, dem herrlichen Manne zu ſchreiben, wi=
bin
, wenn er Schuberts Nacht und Cräume ſingn
früher geſtorben, als mein Brief fertig war. Aat
ſtändnisvollen Nachſicht aber, die man ſich ſelbſt gegn
walten läßt, ſage ich wir: Ich war eben zu beſcheiderh
nicht aufdringlich ſein. Große Perſönlichkeiten werv)
hin mit Briefen überflutet. Jawohl, ſie werden Im
Preiskatalogen aus Pelzgeſchäften, mit Darlehen-scl
Manuſkripten, die ſie beurteilen, mit Dramen,
Aufführung verhelfen ſollen, mit fatalen Amnäheeun
ſie Schauſpieler, mit Beſchimpfungen und Drohurm
Politiker ſind. Wer eine wirkliche Leiſtung vollbmif
Menſchen aus der Seele gehandelt, geſprochen, geeict
muſiziert hat, bekommt faſt nie einen freundlick-i
dankbaren Brief.
Das hängt aber nicht nur mit der vorgenannterr
Herzens zuſammen, ſondern auch noch mit einem a-Zm
rottbaren Uebel: der ſogenannten Schulbildung. Leſo
deſto langweiliger die Briefe. Die Gebildeten )
nämlich beim Briefſchreiben wie ſchlechte Journali/
Sache, die ſie berichten ſollen, iſt ihnen wichtig, ſond
ſie ſich ſelbſt bei der Darſtellung ausnehmen werdaiß
es, daß ihre Briefe häufig ledern, leer, farblos ſind
Wie anders der Brief, den letzthin eine Wd
arbeiterin an ihre Eltern, Bauersleute in den
ſchrieb: Ich grüße Vater und Mutter, die Cante M
Seids Ihr geſund? Ich bin geſund. In der Fabrihl?
ſchön zum Arbeiten wie zuhauſe bei Euch auf VA
hier zu wenig Luft iſt. Aber es iſt viel luſtiger. Süil
ich mit einem ſehr lieben Burſchen. Er heißt C4
wird einmal was mit uns zwei. Aber nicht ball,e
ſeine Mutter zum Leben verdienen muß. Kann m
ihren grauen Flanellunterrock ſchenken? Ich
Möchte mir eine Hoſe daraus machen laſſen zum
Otto iſt ein guter Curner. Hat die ſcheckete 2
Kalb? Das wird eine Freude ſein. In meinem
der Ofen. Die Minnerl, was meine Simmerkan-4
ich ſparen ſchon auf den Herbſt für einen neuen. Kod
viel Birnen? Otto ißt ſie ſo gern. In der Stad.
Birnen, ſie ſchmecken ſo wäſſerig. Der Otto iſt.
ſcher Menſch. Er will zu Weihnachten zu Euch (
Ihr ihn ſeht. Eure Franzi.
Alles, was Eltern zu wiſſen brauchen, ſteht i
drin. Und wer möchte nicht gern der Franzi ihr

Die drei Freunde betrachteten vorerſt mit heuchleriſchem
Intereſſe die Nieſenſchildkröten, und als ſie die Luft rein fanden,
faßte einer der Verſchwörer bei der Cür Poffen, um die all=
ällige
Annäherung einer Gefahr melden zu können. Koks zog
im nächſten Augenblick den großen Schubriegel des Mittelron=
deaus
zurück, öffnete ſeinen Ceftokaſten und ſtand auch ſchon
beim Springbrunnen. Das Krokodil blinzelte nur etwas verwun=
dert
mit den kleinen Aeuglein, als Koks es mit feſtem Griff beim
Rückenpanzer und Schwanz nehmend, in den Kaſten legte und den
Deckel zuklappte.
Als Koks draußen war, wurde der Niegel wieder vorgeſcho=
ben
, und die drei Verſchwörer ſchlenderten gemütlich zum Ein=
gangstor
der Menagerie und verſchwanden nachher bald im
Straßengewühl.
Als zur gewöhnlichen Fütterunsgſtunde der Wärter den
Pavillon betrat, vermißte er ſofort das Krokodil. Er ſah noch
genauer nach, durchſtöberte das Schilfrohr, fand aber natürlich
nichts. Der Strauß war beim Eintritt des ihm bekannten Wär=
ters
ruhig liegen geblieben und pluderte die großen Sedern auf,
welches Manöver ſeinen Körper doppelt ſo groß erſcheinen ließ.
Der Wärter warf noch einen Blick auf den großen Vogel, dann
ſtürzte er in die Verwaltungskanzlei.
Herr Direktor, der Strauß hat unſer Krokodil gefreſſen!
Der Direktor wußte zwar, daß Strauße alle möglichen und
unmöglichen Dinge verſchlucken, aber daß ein Strauß ſchon ein
Krokodil hinuntergewürgt hätte, war ihm doch noch nicht zu
Ohren gekommen. Beſtürzt ſah er ſeinen zitternden Untergebe=
nen
an, und nun liefen beide eiligſt in den nahen Pavillon.
Die drei Krokodilräuber waren mittlerweile ſchon in die
innere Stadt gelangt und beratſchlagten, was ſie m mit ihrer

Beute anfangen ſollten. Die Bedingungen der vri.
waren erfüllt, aber was weiter? Da bemerkt.
drehende Koks einen Schutzmann, der ihnen 12
Nun bekamen es die drei mit der Angſt. Sie beſale
Schritt; doch der Schutzmann ſchien ebenfalls /c
Nun ſchlug einer vor bevor noch ein polizeilichgk
auswüchſe, den Cellokaſten in irgendein Hausid.
ſich einfach nicht mehr um die Sache zu kümmer-
Der Nat wurde befolgt, und als die Haus. Ve.
Hauſes das Licht im Hausflur entzündet hatte, ſar
Kaſten friedlich in der Corecke lehnen; ihr erſte-
Hoher Finderlohn, denn daf, in dieſem ſchonen
wertvolle Geige war, das ſtand für ſie feſt. On
den Fundgegenſtand in ihre Wohnung, legte dem"
Ciſch und hob voll Neugierde den Deckel. Das

Sprünge wie eine Sechzehnjährige, und im nächt!
ſtand es hilfeſchreiend auf der Straße.
Sofort hatte ſich eine Menſchenmenge ange."

die Hausbeſorgerin mit Fragen beſtürmte; vol *
zu hören als: Ein Krokodil ein Kroßodl
Die Leute hielten die gute Frau für ſinnoen.
der herbeigeeilte Schutzmann ſchien dieſe AuNich
er fragte lächelnd:
Was haben Sie?
Ein Krokodil . . . ein Krokodil ..
lein nur ſtottern und wies mit den Singern in.D"
Wohnung.
Lachend ging der Hüter der öffentſichen
Simmer der Hausbeſorgerin, aber als er 9a
kleine Krokodil in dem Cellokaſten ſah, würde."

[ ][  ][ ]

Seiterſparnis!
Von Walther Harich.
eru haben wir Seit in Hülle und Fülle. Faſt nichts mehr
Leir bewegen uns überhaupt nicht mehr. Oder lediglich
iwseck, daß unſere Glieder nicht gerade verkümmern und
ſi=der nicht bereits ohne Arme und Beine zur Welt
m wir nämlich modern eingerichtet ſind!. Das
allmählich, ging aber mit progreſſiver Geſchwindigkeit
9 as allererſte war das tragbare Celephon. Früher
Apparat in einer Ecke der Wohnung. Wo man ihn
hrigen oder aufſtellen mußte, dieſe Ecke oder dieſer
hſt ſich in kürzeſter Seit als der oder die entlegenſte
Wohnung, oder als die oder der ſtörendſte. Entweder
überhaupt nichts oder der Anruf platzte einem bei
ichſten Gelegenheiten in die Ohren. Sum Beiſpiel
wenn der große Pianiſt bei uns den Mittelſatz des
Tpielte, oder wenn man ſich zum Mittagsſchlaf hin=
t
. raſſelte der Anruf los.
ſchlanruf natürlich. Oder gerade, wenn man ſich
ſy rte man fern das Schrillen. Stürzte die Creppe
Hſtsömte von allen Seiten herbei im Wettlauf der ge=
n
ilie. Wir verteilten Preiſe für die ſchnellſte Errei=
Siels, gaben ehrende Beinamen wie Peltzer oder
Es half nichts, man kam immer zu ſpät. Jetzt hin=
irsgegen
haben wir uns überall Löcher in die Wände
Eſten. Loch bei Loch. Es iſt faſt ſo wie bei dem
iwen Bauern, den der große Gelehrte Peter Petro=
bocſuchen
pflegte, wenn er zu ſeinen biologiſchen Sor=
uäger
Läuſe bedurfte. Der Alte griff ſich irgendwohin
die Laus gefangen. Mein Lieber! fragte Peter
h. Kommt es denn nie vor, daß du daneben greifſt
emtwortete: Doch, Väterchen, aber dort ſind auch
art ebenſo viele Löcher ſind in unſeren Wänden: Steck=
ür
den Fernſprecher. Wenn man daneben ſteckt, hat
Stroffen. Man trägt ſeitdem den Apparat ſtändig
a3 ſchaltet ihn an, wo man gerade ſitzt, liegt, iſt, ißt,
chbrauche mich nicht mehr zu bewegen, wenn jemand
ᛋbier der Diener von Dr. Harich! ſage ich, ſobald es
½4 ſo, als ob ich (der Diener) mich (den Herrn Dr.
Ateirufe. Dann tue ich (der Herr) ſo, als ob ich her=
Man ſitze, liege dabei faul im Seſſel. Oder wenn es ein
ſißerl iſt, der da angerufen hat, ziehe ich den Stöpſel
ſtars, und er kann ſich totklingeln und Krach mit dem
Fimn Fräulein, Sie haben uns ja getrennt! Ich höre
Au, bis es mir gefällig iſt, den Schalter wieder ein=
Meon ſchaffe ſich einen Fernſprecher für Steckkontakte
044 fünf Pfund im Monat zunehmen.
1ſthmn Steckkontakt-Fernſprecher fing es an. Die Seit=
darwarnis
brach wie eine Sturmflut über uns herein.
Mr Kochkiſte. Kein Menſch ſteht mehr am Herd und
Axrühren. Wieviel Seit wurde bisher mit Umrühren
9An Vielleicht iſt ſogar die ſogenannte Weltgeſchichte
FMit ewiges Umrühren. Es läuft auch nichts mehr über,
ſᛋs an. Man braucht nicht mehr aufzupaſſen. In einer
mcchnung ſteht die Kiſte und kocht. Es gibt ſeitdem ein
Eeis und ähnliche Dinge bei uns, und das Fleiſch
wenig nach Häckſel mit mildernden Umſtänden. Aber
ſt unendlich viel Seit. Und einmal im Bann dieſes

Apparates, ſieht man in ihm ein Symbol und gleicht ſich ihm an.
Alan wird zur geiſtigen Kochkiſte. Man hört mit Umrühren und
Begießen und Aufpaſſen auf und wartet mit Nuhe, bis alles von
ſebſt gar wird: Seit, Ideale, Probleme. Im Grunde ſind alle
Akten ſchon ſeit jeher ein wenig Kochkiſte geweſen. Man merkt
dieſe Wahrheit aber erſt in ihrem ganzen Umfang, wenn man
täglich einige Stunden neben der Kochkiſte zubringt. Das Gegen=
ſtück
dazu iſt die Waſchmaſchine. Man wirft die Wäſche
hinein und bekümmert ſich nicht weiter darum. Die Waſch=
maſchine
kocht, reibt, wringt, ſchüttelt, rührt um, funktioniert
(obwohl ſie auch reibt) reibungslos. Die Waſchmaſchine iſt das
Ideal des Völkerbundes. Aber er iſt noch nicht ſo weit.
Bisher alſo erſparen wir den Diener, die Köchin, die Waſch=
frau
. Nunmehr kommt das Stubenmädchen an die Neihe. Sie
wird in erſter Linie erſetzt durch den Staubſauger. Wenn
man nur ein wenig aufpaßt, daß der Apparat nicht die kleinen
Kinder aufſaugt und fortſpült, iſt er ideal. Er dient zugleich zur
Simmergymnaſtik, leert Aſchenkäſten und Mülleimer, reinigt die darauf, falls du dazu noch etwas Warmes verzehrſt, daß dir der
den Hund, bürſtet Kleider und Nippesſachen ab. An der Art,
wie der Staublauger benützt wird, erkennt man den ſchöpferiſchen Sogſtröſtmaſchine. Aber!
Menſchen. Von ſeiner Vielſeitigkeit machen ſich die wenigſten
das richtige Bild. Seine Grenzen ſind lediglich: Er erſetzt nicht
merzt auch keine Druckfehler aus. Su ſeiner Ergänzung ſind
nötig: die elektriſche Meſſerputzmaſchine und der Föhnapparat.
Der Föhnapparat iſt ein reziproker Staubſauger. Dieſer

ſaugt, jener puſtet. Der Föhn trocknet Haare, Geſchirr, Hand=
tücher
, Cränen. Er puſtet den Kindern die zu heiße Suppe kalt.
Wenn ich etwas auf meinem Schreibtiſch ſuche, ſcheuche ich die
verſchiedenen darauf lagernden Schichten mit dem Föhn auf. Auf
Geſellſchaften laſſe ich ihn als Fächer herumreichen.
Ungeahnte Verbindungen landſchaftlicher Neize ergibt eine
Kombination von Föhnapparat und Solluxlampe. Sen=
gende
Wüſtenſome und glühender Wüſtenatem ſind ſtündlich her=. Man kann Gletſcherwanderungen mit Höhenſonne
machen, man kann am Strand in der Sonne liegen und ſich kühl,
heiß und mittel anfächeln laſſen. Lido, Norderney, Cranz,
Heringsdorf, Aegupten, Naguſa, St. Moritz ſtehen jederzeit zur
Verfügung. Das Wort. Bade zu Hauſe! iſt kein leerer Schall
mehr. Man muß nur verſtehen, die richtige Platte dazu auf das
Grammophon zu legen. Meyerbeers Afrikanerin. Verdis
Aida, Medenlsſohn Hebriden=Ouvertüre ſeien in Erinne-
rung
gebracht. Für weitere Anregung ſorgt das Nadio. Mit
wenigen Mitteln iſt durch Solluxapparat, elektriſchen Duftzer=
ſtäuber
, Föhn die zu jeder Nadiodarbietung geeignete Stimmung
herzuſtellen. Wie du umgekehrt durch Nadio, elektriſches
Klavier, Sprechplatte, Grammophon zu jeder Stimmung die rich=
tige
Darbietung herbeizwingen kannſt. Du zündeſt dir die Siga-
rette
am elektriſchen Anzünder an, läßt dir vom Föhn den küh=
lenden
(erwärmenden) Hauch über die Stirn ſtreichen, läßt dich
von der Höhenſonne anſtrahlen, legſt dir ein elektriſches Wärme=
kiſſen
auf den Leib, läßt zur Beruhigung deiner wirtſchaftlichen
Lage die Kochkiſte neben die brodeln. Ich wüßte nicht, was das
Schickſal dir dann anhaben ſollte. Wenn du ſonſt noch etwas
tun willſt, kannſt du mit dem Staubſauger deinen Hund flöhen
oder einen Geſchäftsbrief oder (in meinem Falle) ein Feuilleton
in den Parlograph ſprechen. Heißes Waſſer zum Cee oder Grog
iſt durch den elektriſchen Kocher jederzeit zur Hand. Achte nur

Mk und zog den langen, blankgeſchmirgelten Säbel
nachdil gähnte gelangweilt und hob den Kopf träge auf
Me Als das Polizeiorgan fah, daß der junge Sau=
ne
Angriffsluſt zeigte, ließ er ſeinen Säbel wieder
e raſſeln und zückte das Notizbuch. Dann begann
mit der Hausbeſorgerin. Dieſe konnte nur ſagen,
Eoſten lamt Inhalt in der Haustorniſche gefunden
ier keinen Aufſchluß geben könne.
hadil wurde in ſeinem hölzernen Gefängnis auf das
nmer befördert. Da es ein Fundgegenſtand war,
Lort nach Vorſchrift in das Fundamt gebracht
Aundbüro zerbrach man ſich den Kopf, wo das Cier
wverden ſolle. Man fragte die Direktion. Der
Heierte einen glänzenden Sieg. Die Antwort lau=
ID2 alle Sundgegenſtände untergebracht ſind. Da
N beginnt, kam es in die Vitrine der Ketten
1 bei Kleidern und Kinderwagen kein Platz war,
e 9 die Nahrungsfrage große Amtsſorgen.
m das Veglement belehrte jedoch die Herren, daß
iKande keinerlei Speſenausgaben vorgeſehen ſeien.
Urme Krokodil hungern. Ein mitleidiger Offizial
Tniegt verlagen, einige Gliegen zu fangen und ſie
Engen Schnalzlauten, ſo ungefährt wie man einen
Dr Die breite Naſe zu halten. Doch das Krokodil
Dliegen lchienen nicht zu ſeinen Leibgerichten zu
ſanden die entſetzten Beamten in der Vitrine
QDren, und eine ſofort vorgenommene Inventur
Hons dreier Goldketten und zweier Uhren. Das
De Preioſen verſchluckt haben. Einen der

Herren ſchlug ein Hausmittel als ſicher wirkendes Abführmittel
vor. Aber ob es bei einem Krokodil wirken würde? Und dann
war es ja mit Auslagen verbunden.
Glücklicherweiſe meldete ſich gleich darauf telephoniſch die
Ciergartenverwaltung, die ſchon aus der Seitung erfahren hatte,
daß ein Krokodil gefunden worden war. Der Direktor der
Menagerie wurde ſofort in das Fundamt beſtellt.
Da bei einer Fundbehebung alles ſeinen amtlich ſtreng vor=
geſchriebenen
Weg gehen muß, wurde der Menageriedirektor
gefragt, ob das verlorene Cier beſondere Kennzeichen habe, auf
welchen Namen es höre uſw. Als dies erledigt und einwandfrei
feſtgelegt war, daß das Krokodil ein Krokodil ſei, ergab ſich eine
neue Schwierigkeit.
Der Menagerie war wohl ein Krokodil abhanden gekommen,
aber nicht dazu drei Ketten und zwei Uhren. Das Krokodil
durfte aber auch nicht aufgeſchnitten oder gar getötet werden, um
zu den Prezioſen zu gelangen, da der Ciergartenverwaltung ein
lebendes, unverletztes Krokodil abhanden gekommen war und ſie
ein ſolches als Verluſtträger auch von dem Fundamt rückfordern
konnte. Nun wurden alle möglichen Inſtanzen und Sachverſtän=
dige
angerufen. Endlich wurde eine beiderſeits befriedigende
Löſung gefunden.
Wer nämlich an einem der nächſten Cage den bewußten Cier=
garten
betrat, ſah außer dem gewohnten Wärter auch einen be=
leibten
Mann, mit einer Amtskappe, auf einem Stuhl beim
mittleren Nondean ſitzen. Es war ein Amtsdiener des Fund=
amtes
. Ob das Krokodil ſeinetwegen den Verdauungsprozeß
beſchleunigt oder ob der Amtsdiener die Uhren und Ketten ſchon
durch ſeine Ausdaner erwar
hat, kann ich allerdings nicht
berichten.

Beethovenbüſte und das Konverſationslexikon, die Ceppiche und Teller auf der dazu dienenden elektriſchen Platte angewärmt
wird. Natürlich ſteht auf dem Tiſchchen neben dir die elektriſche
Aber zum vollkommenen Genuß darf nur allzu weit nicht der
elektriſche Kühlſchrank entfernt ſein, denn je wärmer du ſitzt,
das Baden der Kinder, eignet ſich nicht zum Geſchirreinigen und deſto mehr Genuß empfindeſt du für eisgekühlte Dinge. Srüher
einmal ſtand irgendwo im Wirtſchaftsflur ein Eisſcrank.
Erſtens mußteſt du dazu jeden Cag Eis kaufen. Der Eismann
latſchte und patſchte durch dein= Wohnung hindurch. Am Sonn=
tag
kam er überhaupt nicht, und der beſte Söhnapparat puſtete
die Kognakflaſche nicht kühl. Jetzt hat man es einfacher. Es
ſteht ein großer Schrank da, der ein= für allemale eingeſchaltet
iſt und ſich ſelbſttätig in Bewegung ſetzt, ſobald die Cemperatur
in ſeinem Innern zu och ſteigt. Er fabriziert auch allerlieblichſte
kleine Eiswürfel, die man immer gebrauchen kann. Wenn du
zum Cee eingeladen biſt, bringe der Dame des Hauſes nicht
Blumen, ſondern kleine Eiswürfel aus deinem künſtlichen Kühl=
ſchrank
mit. Sie wird ſelig ſein. Ueberdies, wenn du den Eis=
block
zur Hand haſt, wird ſich der dazu nötige Kaviar ſchon ein=
ſtellen
. Liköre, Weine, Früchte, Aufſchnitt, alles genießeſt du nur
noch eisgekühlt. Du kannſt auch die Cüre des Schrankes auf=
machen
und dich vördlich anblaſen laſſen. Su Lido, Cranz,
Naguſa, Heringsdorf, die dir die Selluxlampe gewährleiſtet, ge=
ſellt
ſich die Nordlandreiſe. Wenige Umſchaltungen, und du
veränderſt dich um zwanzig, vierzig, ſechzig Breitengrade. Die
letzten Neſte von Köchin, Stubenmädchen, Diener, die noch etwa
bei dir vorhanden ſind, kannſt du allein machen. Der elektriſche
Eisſchrank fegt ſie einfach fort.
Welch ein Fortſchritt! Dank ihm hat heute jeder Menſch
ſein ordentliches Seitguthaben. Niemanden ſieht man haſten und
eilen, edle Gemächlichkeit erfüllt die Welt. Man geht nicht mehr
zu Fuß, und ſelbſt der Wagen iſt viel zu langſam geworden. Man
ſetzt ſich ins Auto oder m die Elektriſche und kommt infolgedeſſen
überall rechtzeitig und in voller Nuhe an. Man füllt die Pauſen
zwiſchen der abgekürzten Cätigkeit mit ausgebreiteter Lektüre.
Weil man es nicht mehr nötig hat, ins Konzert oder ins Cheater
zu gehen, nimmt man durch das Nadio oder Grammophon das
Dreifache an geiſtiger Bildung in ſich auf als etwa Wilhelm von
Humboldt oder Leſſing. Weil die Fabriken alles ſerienweiſe her=
ſtellen
, hat niemand mehr Not an Schuhen, Kleidern, Möbeln.
Weil Bilder heute wundervoll reproduziert werden, kann der
Maler zu tauſendmal mehr Menſchen ſprechen als früher. Weil
der Schriftſteller ſeine Werke durch Notationsmaſchinen ver=
breiten
läßt, findet er hunderttauſendfachen Abſatz, weil der
Sänger die Möglichkeit hat, ſein Konzert in alle Welt zu ſenden,
lauſchen ihm millionenmal mehr Menſchen als noch Caruſo. Und
allen geht es hundertmal beſſer, und keiner braucht ſich mehr zu
beeilen. Man muß nur fürchten, daß mit der Seit jedes Cempo
aufhören wird.
Wenn mir bloß jemand ſagen könnte, was wir mit der vielen
erſparten Seit anfangen ſollen!

Curnen und Erziehung.
Von Hildegard G. Fritſch.
Im allgemeinen kann man heute ein Urteil über die Aus=
wirkungen
turneriſcher Betätigung des Körpers abgeben, denn
ſeit Vater Jahn und Adolf Spieß hat die Curnbewegung einen
rapiden Aufſchwung genommen. Auf das Urteil allein kommt es
jedoch nicht an, denn wir können als mitten in der Bewegung
Stehende uns kein objektives Urteil bilden. Doch kann man ge=
troſt
aus der jahrzehntelangen Erfahrung heraus behaupten, daß
ſich das Curnen, aber auch die anderen Gattungen der Körper=
bewegung
, als ein wichtiger Erziehungsfaktor erwieſen haben."
Die zur Deutſchen Curnerſchaft zählenden Vereine bildeten
Curnwarte heran, die die Frauenriege zu führen hatten. Aber
es ging nicht, nur nach den von Adolf Srieß aufgeſtellten Metho=
den
zu turnen! Die Körper wurden bald leiſtungsfähiger, ſtraf=
fer
, muskulöſer und bedurften der WWeiterbildung. Das Cur=
nen
war zum Erziehungsfaktor herangereift!
Doch was nun folgte, war zu haſtig, zu überſtürzt vorgenom-
men
worden. Die Neform der Kleidung ging zu kraß vor, die
Uebungen nahmen mehr und mehr den Charakter an, daß nach
Höchſtleiſtungen, nach Nekorden gejagt wurde, anſtatt nach und
nach die Möglichkeiten auszubauen. Das gilt für das Männer=
und für das Frauenturnen, für den Sport und für das Spiel! Der
Weitkampf regiert, Wettkämpfe ſollen Werbemittel ſein, und
die Beſtleiſtung, die wirklich erzieheriſch wirkt, ſteht beſchei-
den
hintenan! Allerdings wurde von dieſem raſenden Vor=
wärtsſtreben
das Curnen nicht ſo ſtark betroffen, aber immerhin
fehlte es lange Hei: an erfahrungsmäßig aufgebauten Uebungen.
Die Wiſſenſchaft war noch nicht ſoweit, die letzten Konſequenzen
aus dieſer Körperbewegung zu ziehen, und erſt als ſich eine Ge=
genſtrömung
bemerkbar machte, die rhuthmiſche Gymnaſtik, kam
mehr Vernunft und Swockmäßigkeit in Sport und Curnübung.
Das Kraftbetonte wurde in den Hintergrund gedrängt und die
Paarung Kraft und Schönheit propagiert.
Lurnen ſollte längſt nicht mehr ein pädagogiſches Schulfach
ſein, ſondern jeder Schüler ſollte die Freiheit haben, ſeinen Nei=
gungen
nachgehen zu können, wie es der Sport geſtattet. Aller=
dings
darf die ſachkundige Führung des Carnlehrers nicht fehlen.
So erſt wird ſich die Körperbewegung, das Körpertraining bo-
liebter
machen und ganz von ſelbſt Anhänger finden, obne dac
z derisber gensdet oder geſchrieben wind.

[ ][  ][ ]

Freilich, zwiſchem Bollidiſche un=em Sport kimmt aach
des deitſche Gemied, däß alte Aſchebuddel, nadierlich zu Wort.
Allerdings oft bloß unnerm Strich un leider aach oft unner
de Kanon; indem gewiſſe Zeidunge bleeslich dem Senſations=
hunger
vun ihre Läſer entgäje kumme, un alle grauenhafte
Mord= un Unglicksbegäwenheite, äwenfalls meechlichſt uffal=
lend
un mit allerhand Schlagzeile verbreemt, ihre Läſer=
ſchaft
als Fölljeton=Stoff ſärrwiern. Däß wärd nadierlich
äwenfalls net bloß vun de Alte, ſundern aach vun de Juchend
verſchlunge, un leider ſcheint mer net zu wiſſe, daß mer mit=
eme
derardiche Abbonendefang dem Deiwel uff die Gei‟
ſpielt.
Awwer gottlob, es gibt aach noch Zeidunge, die ſich ihrer
ſchweren Verandwordung bewußt ſin, un die zwiſche dene groß=
ſpuriche
bollidiſche Wäldverhältniſſe, und dem net wenicher groß=
ſpuriche
Sport, un de unvermeidliche. Dagesneiichkeide aach
dem deitſche Gemied, e ausgiewich Aſielrecht in ihre Spalie
eireime dhun, um daß mer waaß, daß aach die liewe, gude, alde,
dreie, deitſche Seel noch lebt un webt, un allerhand Scheenes
zu verzehle waaß . . ."

18 haaßt allgemein, mir Deitſche ſtende im Geruch, e un=
bollidiſcher
Volksſtamm zu ſei; un aach ich for mei Daal hab
däß ſchneede Urdaal mehr als amol verbroche, un dem unglai=
wiche
Glaawe gehulldicht. Awwer ich bin mittlererweil in mich
gange, un bekenn de=, weh= un reimiedich, daß uns eichendlich
nix Ungerechteres noochgeſagt wärrn hott kenne. Naa, ich hab
mich endlich zu der Iwwerzeichung dorchgerunge, daß mer ſogar
e ſehr bollidiſche Völkche ſin, mir Deitſche
Freilich, wann ich mer den ganze Zauwer ſo a guck, muß ich
ſage, mir ſin zwar e bollidiſch Volk, awwer ſcheints doch noch
kaa bollidiſch reifes; unſere Stärke liggt net ſo ſehr in=ere
vernunftgemeße Bolledick, als wie ehnder im unvernunftgemeße
Bollidiſiern. Dodrinn awwer ſin mer groß, däß macht
uns ſo ſchnell kaaner nooch
Schun de Saigling in de Winnel, kaum daß er nor richdich
uff de Wäld is, der dhut ſich recht kräfdich raisbern, un macht
en Mordshalles, un gibt alle gebodd ſein Semft dezu. Un mit
Recht; wann mer ſich ſeegt, daß ſo e arm, unſchuldich Wärmche,
grad in dem Aageblick wo’s uff die Wäld kimmt, ſchun en
Buggel voll Schulde hott, vun ixzich dauſend Mack. Un ſo e,
klaaner Dobbcher, der noch gornet waaß, um was ſich’s dreht,
der ſeegt ſich valleicht mit Recht: Ja, du gerechter Strohſack,
wie ſoll ich dann däß bezahle?! Alſo kann mer’s dem Saig=
ling
aach net iwwel nemme, wann er ſchun in de Winnel recht
kräfdich, un nooch ſeiner Art bollidiſiert
lSpeter, wann er e bische älter is, un geht in die Schul, dann
bollidiſiert er erſtrecht, wann er’s aach noch wenicher verſteht,
als wie zu der Zeit, wo er noch ſei bollidiſch Maanung in die
Winnel manifeſtiert hott. Mer muß nor dene klaane Stobber
emol mitzuheern, wann ſe aus de Schul haamgeh, un bleiwe vor
jeder Blagadſail ſteh, un buſchdawiern ſich die bollidiſche Schlag=
wörder
zuſamme, do ſtaunt mer Bauklötzer

Iwwer den Vorſchlag wag ich net enausgeh, 5

unſere Baodeie rate, gäjeſeidich noch e bische was
zu lärne. Awwer leider: unſer Baddeie wolle
enanner lärne, ſundern ſie wolle bloß Recht hawwa
mer jo kaa Baddei, ſunſt dhet mer jo nix gälte.
alſo dorch mein erweiterte Vorſchlag e paar Ba
ſchwinde dhete, der Schade weer net auszudenka
Alſo liewer net.
Däſſentwäje bin ich mir aach bewußt, daß mei
bei kaaner Baddei de richdiche Aklang find, un es
lich ganz iwwerfliſſiſch, ſo e ausſichtslos Sach befi
rege. Awwer ſchließlich: aach des Ausſichtsloſe un
fliſſiſche will als emol hie und do geſagt ſei, um
deitlich
Un ſo wärd nadierlich aach mei Freundin, dee
elſen, gärn jeden Unkoſtebeidrag for die bollidiſce
dungsawende uffbringe; was dohärngäje den Unkeite
de Winderhilf bedrifft, do wäro ſe ſage: Ohl
dieſen Kelch an mir vorübergehn‟ ..."
Bienche Bimmb
Poſtſchkribbdumm: Guck hie, hab ich in
denkt, wie ich iwwer’n Mackblatz gedabbt bin, guc!
gedenkt, die Stadtverwaldung hott doch noch e Huv
Heinerbuwe un Heinermädcher, ſoweit die klaang
net bollidiſch verſeicht ſin (ſiehe obennn), ſundern
liche Spiel de diefere Sinn ſuche; ſunſt hett ſein ſſt
die groß Higgelbootz uff de Mackblatz moll
hott mich’s gewunnert, daß ich kaa vun unſerm Ein
Noochwux geſähe hab, die wo mit ihre Bootzeklx)
erum gehiggelt ſin. Uff mei Erkundichung heb
dann erausgeſtellt, daß ich mich widdermol gediſ ct
Higgelbootz is nehmlich net for unſer klaane Bälſch
die Audemobbeliſte.
He, wie mer ſich doc, deiſche kann. Mer
Packblatz uffm Mackblatz vun vor’m Rothaus, uff i.
em Schloß zu verlegt. Däß wärd awwer dem Aak=

Awwer nixdeſtowenicherdrotz: mir ſin dorch all däß Unglick,
wo iwwer uns ereigebroche is, leider genodzichdicht, viel mehr
Bolledick zu dreiwe, als wie for uns gut is; un es kann alles
nix hälfe, wann mer wiſſe wolle wo de Wähk enausfiehrt, miſſe
uns die Aage als emol recht grindlich auffgemacht wärrn. Nor
ſcheint mir, wann ich mer unſern derzeidiche Wahlkambf, ſo
agucke, als dhet mer widdermol des Kind mit=em Bad aus=
ſchidde
. Mer brauch ſich bloß die Blagadſaile a zugucke, odder
die Wahlkammbannje rings im Lendche zu ſtudiern, was do en
Uffwand ſchmählich wärd verdha
Drotz unſere eminende Gäloknabbheit geht mer ins Zeich,
als dhet bei uns des Gäld uffm Heiboddem waxe. Hol mich
de Deiwel, do redd mer immer vun de Nod, un vun unſere
kroniſche Portmanneh=Schwindſucht, mer redd vun Sparn, un
immer wioder vun Sparn awwer wann ich mer den ganze
Wahlkrambf ſo bedracht, ſo ſcheine mir gornet ſo abgebrennt zu
ſei, wie mer’s unſerm ſimble Volks= und Zeitgenoſſeverſtand
weis mache dhut. He? Odder?
Ja ich brauch mer do bloß mei Freundin azugucke, die Ende=
bärzelſen
. Die kräxt es ganze Johr, un ſchimbft un reſſeniert
uff Dod un Deiwel, un ſeegt ſie hett nix druff, un dodebei leeft
ſe in jed Wahlverſammlung un bezehlt ihrn Unkoſtebeidrag.
Iwwrichens: Unkoſtebeidrag! aach ſo aans vun
dene verlogene neie Schlagwörder, wo mer ſich was annerſter
drunner denke ſoll, als es in Wärklichkeid is. Unkoſtebei=
drag
! . . . Mich wunnerts bloß, daß de Staat noch net uff
die Idee kumme is, die Steiern un Abgabe Unkoſtebeidrag
zu nenne ..
Awwer abgeſähe dovo, jedoch in Abedracht däſſen, mecht ich,

Mit de Zeit gewehnt ſich däß Jungvolk aach dro, die Zei=
dung
zu läſe. Nadierlich, wie bei jedem brave Zeidungsläſer,
wärd de erſte Blick uff die bollidiſche Schlagzeile geworfe, die wo
nooch ere unverbrichliche Ordnung aller Dinge in=ere richdich=
gehende
Dageszeidung de Reige vun allem Wiſſenswerte ereffne.
Die ganz erſt, zweit, un valleicht aach die dritt un viert Seid
hannelt jo in de Zeidung vun nix annerm, als vun dem gaſch=
diche
Lied, däß wo nooch em alde Geethe gleichbedeidend mit
Bolledick is.
Wie geſagt, die Bolledick hott des Erſtgeburtsrecht in de
Zeidung, dere wärd de vornehmſte Daal zur Verfiechung
geſtellt. Nooch de Bolledick kimmt dann gleich de Sport,
wann er aach in de Zeidunge ganz hinne ſteht. Un mer mag
ſich nu die Sach a gucke, vun wellerer Seio als mer will, awwer
gäje die gottgewollte Ordnung im deitſche Blätterwald kann ſich
kaa Zeidung heit mehr empern

a genehm ſei; dann die Zeit her hott’s doch immen
ausgeſähe, wann for’m Rotskeller ſo e Herd Aud
hawwe. Däß is nehmlich die beſt Reklame
nehmes Lokahl. Dann wo die Benzienſchorſche di
ſtelle, do wärd mer bekanntlich gut bedient . . .

Auflöſungen der Rätſel aus Nu.
Kreuzworträtfel.

Der zeitgemäße Haushalt.

Endſpielſtudie 49.
H. Rinck in Barcelona.
(Bohemia, 1907.)

Speiſezettel vom 9.15. November.
(Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
Montag, den 9. November: Apfelſuppe, Makkaroni=Auflauf
mit Salat.
Dienstag, den 10. November: Haferflockenſuppe, Spaniſch=
Frikkox).
Mittwoch, den 11. November: Grüne Erbſenſuppe, Apfel=
pfannkuchen
.
Donnerstag, den 12. November: Reisſuppe, Bratwurft,
Rotkraut, Kartoffelſchnee.
Freitag, den 13. November: Rheiniſche Suppe L, Schellfiſch
mit Senftunke und Kartoffeln.
Samstag, den 14. November: Weiße Bohnenſuppe mit Bauch=
läppchen
.
Sonntag den 15. November: Grünkernſuppe, Kalbsbraten
mit Roſenkohl, Kartoffeln. Schokoladenflammeri mit Va=
nilletunke
.

Silbenrätſel.
1 Uhland 2 Notturno 3 Galgen. 4 Longwy.

6 Eislauf, 7 Chevreau, 8 Kokarde 9 Iller, 10 Sm
büne 12 Oberon, 13 Fabel. 14 Trompete, 15 E

17 Nachhut, 18 Perſeus. 19 Sakriſtei, 20 Eſtragon.
Der Spruch lautet: Unglück iſt oft ein Pſeu=
Leichtſinn.
Drei Dichter.
1. Hebel, 2. Byron, 3. Lenau.
Streichholz=Rätſel.

*) Spaniſch=Frikko. Rohe Kartoffeln in feine Scheiben
ſchneiden, ziemlich viel Zwiebel in Scheiben ſchneiden, Rouladen=
fleiſch
, Salz, Butterflöckchen lagenweiſe in eine gebutterte Pud=
dingform
ſchichten, 1 Taſſe Waſſer oder Bratentunke drüber, im

Wildkaninchen auf verſchiedene Art zu bereiten.
Wildkaninchenpfeffer. Das in Portionsſtücke zer=
teilte
Kaninchen lege man in eine Eſſigbeize, die mit etwas
Zucker gemildert iſt, 34 Pfeffer= und Gewürzkörnern, 2 Nelken,
1 Stückchen Lorbeerblatt, etwas Zitronenſchale und 2 in Scheiben
geſchnittenen Zwiebeln. Am nächſten Tage ſetze man es in der
Beize zum Kochen auf und dämpfe es langſam weich, worauf
man es mit brauner Einbrenne dickſämig macht. Vor dem
Auftragen ſchmecke man es recht pikant mit Salz, Roſenpaprika,
Zitronenſaft und 1 Eßlöffel Rotwein ab.
Gebratenes Wildkaninchen. Ein vorbereitetes
Wildkaninchen, von Kopf, Hals und Vorderläufen befreit, ſpicke
man reichlich mit Speck und übergieße es mit ſcharfem, heiß=
gemachtem
Weineſſig, 1 Taſſe Rotwein, füge 1 Stückchen Lorbeer=
blatt
, Zitronenſchale, 34 Pfeffer= und Gewürzkörner, 3 zer=
kleinerte
Wacholderbeeren und eine nußgroße, feinſcheibig ge=
ſchnittene
Zwiebel bei. In dieſer 23 Tage liegen gelaſſen, brate
man es dann mit Butter von allen Seiten an, füge nach und
nach Beize bei und dämpfe das Kaninchen weich. Die mit einer
Mehlſchwitze oder Kartoffelmehl ſämig gemachte Soße ſchmecke
man mit Salz und etwas Zitronenſaft recht pikant ab.
Kaninchen=Ragout. Ein in Portionsſtücke geteiltes
Kaninchen brate man mit reichlich Speck und Zwiebel von allen
Seiten gut an, fülle mit halb Waſſer, halb Sahne oder ſaurer
Milch auf und dämpfe es mit wenig Lorbeerblatt, 34 Gewürz=
und Pfefferkörnern, ſowie Salz und Zitronenſchale langſam
weich. Füge dann eine kleine, in Würfel geſchnittene ſaure
Gurke bei und verkoche eine braune Mehlſchwitze daran. Mit
etwas Zitronenſaft und 1 Teelöffel friſcher Butter abgeſchmeckt,
ſerviere man das pikante Ragout im Reis= oder Kartoffelrand.

Weiß zieht und gewinnt.
Prüfſtellung: Weiß: Kg6 Be5 Ba6 d6 (4);
Schwarz: Kh8 Ta1 La2 Bf6 h4 (5); Weiß gewinnt.
Löſung der Endſpielſtudien 47 und 48.
47. B. Frhr. v. Holzhauſen, Berliner Lokal=Anzeiger, 1898. (Kh7 Tb6 8a8;
Ka8 Ba2 g3 h4; ſchlicht). 1. 8b8 Ka7 (auf al D gewinnt 2. Sc6) 2.Tb41a1D

3. Sc6+ Ka6 4. Sb8+. Ewiges Schach.
48. W. Frhr. v. Holzhauſen. Deutſche Schachzeitung, 1900. (Kg1 La 6 Se5; Kb8
Lh1 Be7 15 g2; Weiß gewinnt.) 1. Sc6+ Ka8 2. Lc8 14 3. La6 13 4. Kf2i
g1D+ 5. K:g1 Lg2 6. Kh2 und gewinnt.
Löſerliſte: Georg Peter (47); cand. med. J. B. Gott=
lieb
in Dieburg (48).

er, 7 Staat in Südamerika, 8 Schmelzofen 9 Widerhall,
Sie werden in mir einen ſoliden Mieter
and im Meere, 11 Planet, 12 Borte, 13 Biene 14 An= vorige Wirtin hat bei meinem Auszug Traſ..
5 ſtenographiſches Abkurzungszeichen, 16 Stockwerk.
Det gibts bei mir nich. Hier wird die*
maß.
bezahlt!
Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 23892392. All Rechte vorbehalteh.

Druck, Verlag u. Kliſches: L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23,

u (51 [ ][  ][ ]

* * * U D A
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſie Nachrichten

Geſchichken aus Kamerun.

ihrem Buch Liebes und Leides aus Kamerun (Evg.
lag Stuttgart) erzählt die als Miſſionarin dort tätig
rau Rein=Wuhrmore allerlei intereſſante Erlebniſſe:
y. des Bawuialandes Nſchoja nannte den deutſchen Kaiſer
ir Freund. Und er wollte ihm auch ein Andenken ver=
nußte
aber natürlich etwas Schönes Beſonderes, König=
Deshalb ließ die ſchwarze Majeſtät einen Thronſeſſel
Der das getreue Abbild ſeines eigenen, ein Kunſtwerk,
inem Rieſenbaumſtamm herausgeſchnitzt wurden der
z und die beiden Figuren, die als Rücklehne dienten.
Sofwächter dar, die mit Trinkhorn und Tabakspfeife
ſie ehle ihres Herrn warten. Der ganze ſchwere Thron=
u
dann noch kunſtvoll mit farbigen Glasperlen überzogen
yoErklich ein Prachtſtück afrikaniſcher Kunſtfertigkeit. Er
roch in einem Völkermuſeum der Reichshauptſtadt.
ändlich freute ſich der König auf das kaiſerliche Gegen=
gu
konnte faſt nicht erwarten, bis es eintraf. Es wurde
große Enttäuſchung, denn der Freund in Europa kannte
Geſchmack nicht und war in dieſer Angelegenheit übel
u5. kaufte einen Muſikapparat ſo groß wie ein Schrank
Kpatten wie Wagenräder, und ſandte dieſes Orcheſtrion
der König hatte aber kein Verſtändnis für europäiſche
o wußte nichts mit dem Inſtrument anzufangen. Ein
horrden die Platten durchgelaſſen, dann war auch ſchon
Miräk der großen Spieldoſe verdorben. Die kaiſerliche
ſt in eine Hütte geſtellt und fiel in der erſten Regenzeit
iFrnuchtigkeit und dem Roſt zum Opfer. Der König ſagte:
der hätte auch fragen ſollen, was er mir ſchenken könnte.
nir dann ein europäiſches Geſtüt gewünſcht.
Säuptling in einem Bergdorf wollte die Miſſionarin
vieren, es war ein alter würdiger Herr mit ſchneeweißem
Eenem langen Bart; er trug ein weißes wallendes Ge=
em
Patriarch, entzückte ihr Photographenauge Sie war=
auf
ihn. Fanfarenklang und dumpfer Trommelſchlag ver=
4d ich das Nahen der ſchwarzen Majeſtät. Aber was war
get t auf ſie zukam? Er lachte freundlich und ſagte: Es hat
ange gedauert, aber ich wollte mich doch recht ſchön
hatte Haupthaar und Bart völlig abraſieren laſſen und
würdiges Haupt ſah aus wie eine friſch geſchliffene Kegel=
ein
weißes wallendes Gewand hatte er mit einem
aufgetriebenen europäiſchen Ueberzieher vertauſcht, der
a ben ſchillerte und jämmerlich um den hageren Körper
Er konnte gar nicht begreifen, daß ſie ihn ſo nicht
iieren wollte und ſagte vorwurfsvoll: Nun ſehe ich doch
Mif. Europäer und dir gefällt das nicht! Sie ſagte
Dir Haar und Bart wieder wachſen und komme nach
Mloann will ich das Bildchen machen. Er iſt aber nie
bei, tut der kleine Fumbaner ſchon ſehr früh. Die Mäd=
APh. noch früher als die Büblein, denn es gehört zu den
Ag=spflichten einer jungen Negerin, daß ſie ihrer Mutter
hwopft, anbrennt und gleich anzieht. Alle Schülerinnen
ſnarin, die 46 Königstöchter (!) zu unterrichten hatte,
rr und verzichten lieber auf das Frühſtück als auf die
uhzfe-fe. Für die Hochzeit eines jungen Paares war das
mt Blumen und Girlanden feſtlich geſchmückt die An=
ie
ider Miſſion hatten ihre feſttäglichen Gewänder an=
Mänge waren einſtudiert und alle waren in Erwartung
beiwen Hochzeitszuges. Da kam ein Bote und bat den
)e Trauung im Hauſe der Braut vorzunehmen, ſie habe
An erſten Male Schule an den Füßen und könne nicht
laben die bräutlichen Schuhe das junge Paar um eine
ARva lle Hochzeitsfeier gebracht.
Knſtes Kapitel iſt das von dem traurigen Los der Sklaven
Rumenſchlichen Behandlung. Die Sklavin erblickt das
MAelt als Kind von Sklaven und täglich und ſtündlich
non früheſter Jugend inne, daß ſie zu einem Leben der
geboren iſt und darf ihren Säugling nicht ſelbſt
Ams Geſchick der Sklavenkinder vollzieht ſich ſchon in
ugend. Sie ſind Diener der freien Kinder. Beim Spiel
i untergeordneten Poſten zu verſehen, den Knaben die
Nuragen, die abgeſchoſſenen Pfeile zu holen, die Vogel=
ie
auszunehmen uſw. Die Sklavenmädchen bedienen die
r innen von früh bis ſpät und laufen als getreue
ürter ihnen her, wenn ſie einen Gang in die Stadt tun.
WslEnder, die die Schule beſuchen, haben als Begleitung
hiee Sklavenmädchen bei ſich, die ihnen Tafel, Griffel
nachtragen müſſen. Wenn kindliche Spiele ein trübes
ten und vom Vater Strafen verhängt werden, ſo ſchie=
Phrldigen die Sklavenkinder als Sündenböcke vor, und
Ven die Schläge für ſie ein. So geht das weiter in dem
er Aermſten, und je älter ſie werden, deſto beklagens=
hr
Los. Wie ein ſchwarzer Faden durchzieht die
Muandlung die große Stadt Fumban von Gehöft zu Ge=
ucht
nur im königlichen Hauſe iſt dieſen Aermſten
Crauſamkeit eine Selbſtverſtändlichkeit. An der Spitze
Nrmuſamen und herzloſen Sklavenbeſitzern ein ſchlechtes
hend, ſtand die Königin=Mutter, die bei ihrem Tode
Ren, und Sklavinnen hinterließ. Die in ihrer Nähe be=
Augen haben des Lebens Bitterkeit bis auf die Neige
Den Mann einer Sklavin, mit der ſie aufgewachſen
ie den jungen König betreut hatte, ließ ſie kurzerhand
reil er ſich vergangen habe, und ihre Kinder wurden
u ſpäter verkauft zu werden. Die Mutter hat keines
uneder geſehen.
Ber aus der Natur. Heitere Wiſſenſchaft von den Din=
ums
. Von Dr. Gg. Victor Mendel. Ganzleinen 2,85
Yerlag von Rich. Bong, Berlin.
und wunderbar wie die Natur ſelbſt wirken dieſe
umgen: von dem putzigen Einſiedlerkrebs, von Edel=
Nten: Blutkörperchen, von der chineſiſchen Prinzeſſin Kao=

Lina, die bei der Erfindung des Meißner Porzellans mitwirkt,
von Lux. Ritter vom Strahl, dem Abgeſandten der Sonne, und
von Rankerund und Windeweit, den zwei Geſchwiſtern im
Blumengarten. Der Leſer, der ſich in die ſpannenden Begebenheiten
vertieft, merkt erſt zum Schluß, wieviel Wiſſenswertes er durch
dieſe neue Art populärer Darſtellung in ſich aufgenommen hat.
Iſt aber ſein Intereſſe an der Natur geweckt, ſo bietet ihm der
Anhang des Buches in Wort und Bild Gelegenheit, die geſchilder=
ten
Vorgänge auch vom wiſſenſchaftlichen Standpunkt näher ken=
nen
zu lernen. Das vornehm ausgeſtattete, mit 4 Originalzeich=
nungen
geſchmückte Buch eignet ſich für die Jugend wie für reife
Leſer in gleicher Weiſe.
* C. D. Carls Ernſt Barlach‟. Das plaſtiſche, graphiſche und dich=
teriſche
Werk. Großquartband auf Kunſtdruckpapier mit 85
Bildern, Rembrandt=Verlag. Berlin. Kart. 4 RM.. Halb=
leinen
6 RM.
Das Werk Barlachs fällt aus zwei Gründen aus dem Kunſt=
ſchaffen
unſerer Zeit heraus: Durch ſeine Vielgeſtalt, nur ſelten
vermag ein Künſtler wie er auf mehreren Gebieten Bedeutendes
zu leiſten; durch ſeine Eigenart und Geſchloſſenheit, die durch Zeit=
ſtrömungen
nicht berührt wird und ſich ihnen nicht unterordnet.
Am ſtärkſten wirkt Barlach als Plaſtiker, hier beſitzt er eine ſehr
ſtarke Geſtaltungskraft, beſonders in den Einzelfiguren, wo er Holz
als Werkſtoff bevorzugt. Auch in der Graphik weniger in der Dich=
tung
iſt er bekannt. Dieſe Biographie erzählt uns den Werde=
gang
des Künſtlers und erläutert ſeine wichtigſten Werke. Es
enthält zahlreiche gute Abbildungen, die dem Buch ſeinen Haupt=
wert
geben.
Dr. W.
Martin Gebhardt, Goethe als Phyſiker. Ein Weg zum unbe=
kannten
Goethe. 16 Textfiguren, 4 Kunſtdrucktafeln und 3 Farb=
tafeln
. Broſchiert 4,20 RM., kartoniert 5,20 RM. G. Groteſche
Verlagsbuchhandlung, Berlin 1932.
Das Goethejahr 1932 wird viele neue Goetheliteratur bringen.
Vorwiegend wird dieſe dem Dichter gelten. Nun hat aber der
Natuxforſcher Goethe im letzten Jahrzehnt zunehmende Beachtung
und Schätzung gefunden. Man hat insbeſondere von Goethes Far=
benlehre
den Staub abgeſchüttelt und ſie gerechter beurteilen ge=
lernt
. Das vorliegende Buch erhebt nicht den Anſpruch der
Goetheforſchung zu dienen. Es will in erſter Linie den Nicht=
phyſiker
einen Blick in die Gedankenwelt des Forſchers Goethe
tun laſſen, inſoweit die Phyſik in Frage kommt. Dabei werden
nur phyſikaliſche Elementarkenntniſſe vorausgeſetzt. Es will ein
ehrliches Buch ſein. Daher geht es nicht wie manche andere Ver=
öffentlichung
mit Stillſchweigen oder kurzem Bedauern über
Goethes erbitterten Kampf gegen Newton hinweg. Vielmehr ver=
ſucht
der Verfaſſer den Nachweis zu erbringen, daß der Farben=
forſcher
und Menſch. Goethe erſt in dieſem Kampfe ganz zu ver=
ſtehen
iſt.
Ap. Hinter der Welt iſt Magie. Geſchichten von Heiligen und
Sehern. Zauberern und Dämonen aus der Chriſtlichen Myſtik
von Joſeph von Görres. Mit einer Einleitung her=
ausgegeben
von Max Adler und einem Bildnis Görres.
Vorwort von Kaplan Dr. Ludwig Baum. (Verlag von Wolf=
gang
Jeß, Dresden. Preis kart, 4 Mark.)
Das vorliegende Buch bietet eine Auswahl von ſechzig Dar=
ſtellungen
aus dem erzählenden Teil von Görres vierbändigem
Sammelwerk Chriſtliche Myſtik, das darauf ausgeht, die myſti=
ſchen
Phänomene, wie Fernſeher, Stigmatiſation, magnetiſche Rap=
porte
, Somnambulismus Liebeszauber und Beſeſſenheit zu deuten
und auf ihre pſychologiſchen Grundlagen hin zu unterſuchen. Er
unternimmt ſo den Verſuch, dem rationaliſtiſchen Zeitgeiſt den
Reichtum der übernatürlichen Welt zu erſchließen und dem Volk
das Verſtändnis für myſtiſche Vorgänge näherzubringen. Die hier
gebotene Auswahl verfolgt den Zweck, das Werk, in dem ſich
äußeres Geſchehnis und Viſion, Wirklichkeit, Aberglaube, Wunder
und Verbrechen ſeltſam durchdringen, zu populariſieren und es
zu einem Volksbuch zu geſtalten. Das Buch zerfällt in die beiden
Teile Himmliſche und dämoniſche Magie‟. Hinter der ſinnlichen
Wahrnehmbarkeit ahnt der Verfaſſer das Weſen himmliſcher und
unterweltliche Magie. Dieſe legendenhaften und idylliſchen, ſpuk=
haften
und grauſigen, tragiſch erſchütternden und zuweilen ſogar
humoriſtiſchen Berichte aus den Regionen des Ueber= und Unter=
weltlichen
ſind in eine prägnante poetiſche Sprache gekleidet. Man
geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß dies Buch, abgeſehen
davon, daß es eine intereſſante Lektüre bildet, in einer Zeit die
ſich wieder mit den Erſcheinungen aus der überſinnlichen Welt
beſchäftigt, Beachtung finden wird.
Paul Eipper: Die Nacht der Vogelſangs. (Dietrich Reimer,
Verlag (Ernſt Vohren), Berlin.)
Der Verfaſſer von Tiere ſehen dich an ſchreibt ſeine erſte
Erzählung über Menſchen! Und ſchreibt ſie mit der gleichen
großen, verſtehenden Liebe, wie er es verſtand, uns die Tierſeele
nahe zu bringen. Die Vogelſangs, das iſt eine große Artiſten=
familie
, ſind Menſchen, die eine uralte Tradition verkörpern, die
nicht Abenteurer ſind ſondern Freie, dem Himmel nah. der Erde
und allem Getier! Und die Nacht dieſer Vogelſangs, das iſt eine,
in der eine wunderbare Mutter= und Kinderliebe erblüht und in
der alles Menſchentum rein ſich entfaltet. Ein anſpruchsloſes,
*
aber dennoch, oder vielleicht darum, koſtbares Buch!
Die Rundfunktechnik ein Lehrbuch in Bildern. Bearbeitet
nach dem gleichnamigen Lehrfilm der Reichsrundfunkgeſellſchaft
und mit Genehmigung der Reichsrundfunkgeſellſchaft von Walter
H. Fritze 156 Seiten mit 568 Abbildungen und einem Formel=
Anhang. 1931. Verlag Rothgießer u. Dieſing A. G., Berlin N. 24.
Halbleinen 3,50 RM.
Ein neuer Weg zur Schaffung gemeinverſtändlicher Lehrmittel
iſt mit dieſem Buche beſchritten worden. Der Autor nahm einen
Lehrfilm und wählte aus den Tauſenden von Bildern faſt 600
Einzelbilder in ſolcher Folge, daß ſie, nunmehr in Buchform ge=
bracht
, das Auge des Beſchauers, das filmiſche Sehen noch einmal
erleben laſſen. Der Text iſt auf das zum Allgemeinverſtändnis
Notwendigſte beſchränkt worden, ſo daß der Leſer eigentlich in der
Hauptſache nur den Bildern zu folgen hat.

Werner Janſen, Verratene Heimat, Roman. 278 Seiten. 8.
In Ganzleinen gebunden 4,80 M. broſch. 3,80 M. Verlag Georg
Weſtermann, Braunſchweig, Berlin. Hamburg.
Karl der Große und Widukind, der Streit zweier Beſeſſener.
Der eine beſeſſen von dem Gedanken an die göttliche Berufung
zur alles beherrſchenden Macht, der andere beſeſſen von der Liebe
zu Volk und Heimat und dem feſten Glauben an dieſe. Beide
Sieger und Beſiegte in einer Perſon. Karl gelingt es äußerlich,
die Sachſen ſich völlig zu unterwerfen, aber die ungeheure Bluttat
von Verden muß er mit dem Tode von 2000 ſeiner beſten Streiter
und Freunde durch Verrat aus den Reihen ſeiner eigenen Ver=
trauten
ſühnen, aber er wird zuletzt durch die überirdiſche Größe
Widukinds innerlich ſo bezwungen, daß er kein größeres Ziel
kennt, als mit ſeinem ärgſten Widerſacher ſeinen Frieden zu machen
und in ihm einen Freund zu gewinnen. Janſens Stil hat ſich zu
einer erſtaunlichen Reife entwickelt. Die heroiſche Sprache ver=
ſchmilzt
zu einer künſtleriſch unlösbaren Einheit mit Zeit und
Geſchehen und läßt uns dennoch das Wunder erleben, daß wir ſie
nirgends als überlebt empfinden. Unübertrefflich die Fähigkeit
des Dichters mit einigen knappen Worten eine neue Geſtalt han=
delnd
einzuführen und zugleich vor dem Leſer einen ganzen Cha=
rakter
entſtehen zu laſſen. Und der Dichter, fühlt man in jeder
Zeile, iſt ſelbſt ein Beſeſſener. Beſeſſen von der Kunſt und beſeſſen
von ſeinem Stoff. Und ſolange ſolche Beſſſenen in unſerem Volk
vorhanden ſind, brauchen wir nicht an ſeiner Zukunft zu ver=
zweifeln
.
Edmund Kiß: Die letzte Königin von Atlantis. Ein Roman aus
der Zeit um 12 000 vor Chriſti Geburt. Leipzig 1931. Koehler
u. Amelang. Verlag. Geheftet 3,30 Mark, Ganzleinen 4,80 Mark.
Inmitten der Trümmer mächtiger Burgen und einer rie=
ſigen
Sonnenwarte auf dem Hochland Boliviens in mehr als 4000
Meter Höhe fand Edmund Kiß bei Ausgrabungen den Kopf eines
jungen Gelehrten mit ausgeſprochen nordiſchen Zügen. Dieſer
Fund weckte ſeine Phantaſie, und er ſchrieb die Geſchichte vom
Schickſal des jungen Aſtronomen Godda Apacheta, ſeinem kurzen
Liebesglück mit der Tochter des Statthalters, die um ſeinetwillen
die Krone von Atlantis ausſchlägt und doch den letzten Atlantern,
die ſich als Ueberlebende einer Weltkataſtrophe auf den Azoren
zuſammenfinden, den Erben der Krone ſchenkt, ehe ſie in ihre nor=
diſche
Urheimat zurückehren.
Mit brennendem Intereſſe verfolgt unſere Zeit die Spuren
einer nordiſch=atlantiſchen Hochkultur, die mit dem Untergang der
Atlantis ihren Mittelpunkt verlor, während man auf den Außen=
poſten
in Nord= und Südamerika, in Europa uralte Bildwerke
und Inſchriften findet, aus denen erkenntlich iſt, daß vor Jahr=
tauſenden
ein gemeinſamer Sonnenglaube, eine einheitliche hohe
Lebensauffaſſung dieſe von atlantiſcher Kultur beherrſchten Län=
der
verband. Auch wenn man von dieſer wiſſenſchaftlichen Grund=
lage
der Fabel abſieht, bleibt für den unvoreingenommenen Leſer
ein ſpannender Roman auf dem dürſteren Hintergrund einer Welt=
kataſtrophe
.
* Torry Gredſted: Paw, der Indianerjunge‟. (Hermann Schaff=
ſtein
=Verlag. Köln.)
Ein Buch für die Jugend von 1216 Jahren. Und zwar ein
gutes Buch! Wenngleich die Jugend dieſes Alters unſerer Zeit
vielfach andere Intereſſen hat oder doch zu haben glaubt oder zu
haben ſich verpflichtet fühlt, wird dieſe Art Lektüre gern geleſen.
Und es iſt dankens= und anerkennenswert, daß ſich Verlage finden,
die auch dieſem Leſebedürfnis Rechnung tragen. Köſtlich, wie
dieſer gewandte und temperamentvolle Indianerjunge geſchildert
iſt, der ſo ganz Naturkind und in ſeinen Inſtinkten anders als
die Menſchen der Umgebung, in die das Schickſal ihn verſchlug.
Und ausgezeichnet, wie geſchickt zurückhaltend das Quantum Be=
lehrung
in die Erzählung hineinverwoben. Es iſt die Geſchichte
von einem Indianerjungen, der früh in ein däniſches Dorf ver=
ſchlagen
wird und deſſen Pflegeeltern ſeine natürliche Anlage aus=
nützen
zu verbrecheriſchem Tun. Er kommt nach vorübergehender
glücklicher Zeit mit Pfadfindern, mit den Geſetzen in Konflikt,
wird ſogar in eine Erziehungsanſtalt geſteckt, bis es ihm gelingt,
mit Hilfe von aufrichtigen jungen Freunden der Ziviliſation,
zu entrinnen und wieder in ſeine Urwaldheimat zu kommen. Das
iſt der Gang in großen Zügen. Dazwiſchen liegen Erlebniſſe
vielerlei Art ſpannend geſchildert und flott erzählt. Ein In=
*
dianerbuch beſonderer Art.
Vier Kinder Jahrbüchlein, herausgegeben von Alfred Willge=
roth
, wie wir ſie ſelten erhalten, gleich gut in Wort und Bild
und bei 32 Seiten Umfang für nur 10 Pfg., ſind im Wilhelm=
Limpert=Verlag, Dresden=A. 1. erſchienen.
Kaſperle 1932: Das Jahrbuch für die Kleinſten der
Schule. An prächtigen Reimen und Späßen können unſere Jüng=
ſten
zum erſtenmal ihre neuerworbenen Leſekenntniſſe beweiſen.
Die ſchöne klare Blockſchrift lieſt ſich ganz vorzüglich. Freude und
Jubel wie in den Vorjahren, ſo auch diesmal, gibt es über die
heiteren Geſchichten vom Kaſper oder anderen aus dem Kinderland.
Guckkäſtlein 1932: Das fröhliche Jahrbuch unſerer
6= bis 10jährigen Schuljugend. Ein lebendes und lachendes dabei
belehrendes Kinderbüchlein voll von Humor und Kinderfreude.
Kleine Märchen, Reime, Scherzfragen, anregende Erzählungen,
alles durch luſtige Bilder anſchaulich gemacht, vereinigen ſich in
dem 32ſeitigen Buch mit zweifarbigem Umſchlag zu dem unge=
wöhnlich
niedrigen Preis von 10 Pfg. das Stück.
Jungborn 1932: Das Jahrbüchlein für 10= bis 14jähr.
Jungens. Schon im erſten Jahr hat dieſes Büchlein ſchnell ſeine
Freunde gefunden und großen Beifall auch von maßgebenden
Kreiſen der Eltern= und Lehrerſchaft erhalten. Der Jungborn iſt
für den größeren Schüler und ſein Inhalt ganz für ihn zuge=
ſchnitten
. Ein ſonniges Büchlein voll geſunder Kraft und ſpru=
delndem
Leben!
Bunter Kranz 1932: Das Jahrbüchlein für 10= bis
14jährige Mädchen Eine freudige Ueberraſchung iſt dieſes erſt=
mals
erſcheinende Büchlein. Das was der Jungborn für die
Jungen vo 10 bis 14 Jahren darſtellt, iſt der Bunte Kranz für
die Mädchen desſelben Alters.

m
R8o d wie Terstt

Interesse alle anderen Er-
zeugnisse
, die Ihnen als das-
selbe
wie Persil oder ebenso
gut wie Persil angeboten
werden, zurück und halten
Sie sich an das täglich in
Millionen Haushaltungen
bewährte

[ ][  ]

Gezogene Effekte

als beliebtes Detail der neuen Mode.

Seitdem die Mode ſich abſolut auf
Kleinarbeit eingeſtellt hat und ſie im
allgemeinen für wichtiger hält als die
Eigenart der Linie, iſt man in den
führenden Salons ſtändig auf der
Suche nach geeigneten Garnierungen,
die imſtande ſind, den Geſamteindruck
eines Garderobeſtücks zu fördern und
ſeine Note zu beſtimmen.
Unter den unzähligen Effekten,
die hier in Frage kommen, ſcheinen
die gezogenen Partien ſich beſon=
derer
Beliebtheit zu erfreuen und den
ungeteilten Beifall der eleganten Frau
zu finden, was inſofern leicht er=
klärlich
iſt, als man es ja hier mit
einer Arbeit zu tun hat, die ſozuſagen
aus dem Materiale ſelbſt entſteht und
jedes fremden Aufputzes entraten
kann, alſo reſtlos elegant iſt und ſelbſt
die verwöhnteſte und auf die vor=
nehme
Note ihrer Garderobe beſon=
ders
bedachte Frau zufriedenſtellen
muß.
Die neue Technik läßt ſich in den
verſchiedenſten Varianten zur Aus=
führung
bringen und hat ſich demzu=
folge
in kürzeſter Zeit ein weites
Feld erobert, ſo daß man ſicherlich
überraſcht ſein wird zu hören, daß
dieſe gezogenen Effekte ſich heute eben=
ſo
in der Promenademode, wie in
der nachmittäglichen Aufmachung und
ſelbſt in der Abendmode durchſetzen
konnten.
Effekte dieſer Art ſind eben nicht
nur dekorativ, ſondern wirken auch
ſehr ſympathiſch, gleichviel in wel=
chem
Materiale ſie zum Ausdrucke ge=
bracht
werden, wobei als Selbſtver=
ſtändlichkeit
vorausgeſetzt iſt, daß hier=
für
kein zu ſteifes Gewebe herange=
zogen
wird, das für dieſe neue Tech=
nik
natürlich unverwendbar wäre.
Die gezogenen Partien, als
neue Technik zu bezeichnen, wäre
allerdings inſoferne nicht ganz rich=
tig
, als es ſich hier beſſer geſagt um
einen wieder modern gewordenen
Effekt handelt, der ſchon zu Beginn
dieſes Jahrhunderts und auch zur
Biedermeierzeit eine große Rolle
ſpielte und der einem beim Studium
alter Koſtümbilder immer wieder auffällt. Dieſe ganz auf das

machen. Als
in unſerem zweiten Bil.
entzückendes
das in einer der dominn

Beiſpiel, führn
Samtkoſtüin

Modefarben, wie braun, gr
weinrot ausgeführt werden k

kurzes, ſchößelähnlich=gefſu
Jäckchen bringt und dazu eim
glockig=fallenden Rock vorſie?
Kragen dieſer Jacke iſt a
gleichen Samt verfertigt uns
wie der kleine Muff, der heu.
große Mode iſt und ſich ar
der letzten Schaffungen vue
anpaßt) reich gezogen. Bein
wert an dieſem Modell ſind
trompetenförmigen Ueberärn.
den Grundärmel um ſo ſchlant
ken laſſen.
Auch bei den Promenade=
ſind
gezogene Wirkungen ſeh)
wenn ſie in einem ſehr ſchmu
weichen Stoff wiedergegebern
Unſere erſte Skizze fühl
ſchönen Kimonomantel vor
der mit einem reichen Soe
aus Fell verbrämt iſt und
ſchluß der Aermel eine gezogy
bringt, die graziös und ſelbſt
lich wirkt.
Das Nachmittagskleid har
viel ob es aus Georgette 7
rokko=Krepp gearbeitet wird.
Froſchmäulchen=Arbeiten
die allerbeſten Wirkungen. 22
nierung erſcheint im allgemmi
Anſatz der Aermel und wiedrr
überdies auch vielfach noch
Oberteil, während die Rockpir
ſchlicht iſt und die ſchlanke Oei
betont.
Sehr originell iſt die An=
dieſes
neuen Modegedanken.
abendliche Kleidung; mi
etwa an ein fließendes Sie
wie wir es im vorletzten Zi
ziert haben, deſſen unterer
Roſetten beſetzt iſt, die d-
ſtehen
, daß gerade Streifen
Seite gezogen und entſprid
Schnecken verarbeitet wer!
Der Handſchuh=Aerms
Stulpenanſatz ebenfalls geiu
gilt als beliebtes modiſchess:
Durchaus dem Biedark
nachempfunden ſind die veuicſt
aus Gaze=Chiffon hergeſtellt n

Detail geſtellten Wirkungen haben natürlich durchaus femininen
Charakter und ſcheinen ſomit dem neuen Modeſtil voll und
ganz Rechnung zu tragen.
Mitunter ſchafft man auf dem Gebiete dieſer Arbeiten aller=
ſei
Abwechſlung, indem man nicht etwa nur einfach=gezogene

Partien verwendet, ſondern ſehr gerne auch wieder die ſo=
genannte
Smok=Arbeit verwertet, die man im Volksmunde
als Froſchmäulchen zu bezeichnen pflegt.
Dieſe Effekte ſind oftmals derart dekorativ, daß ſie auch
für Kragen und Manſchetten der neueſten winterlichen Umhüllen
verwendbar ſind und die Fellgarnierung durchaus erläßlich

kleider, die die ſogenannten Etagen=Wirkungen un
bindung damit die wiedererſtandenen gezogenen Eff.
gen. Einen dieſer Entwürfe, die in den führenden MMM
vielfach gezeigt und bewundert werden, veranſchaulicktr
unſerem letzten Bilde.
Willey)

Die kurze Sportjacke

weiß jede Dame für die vormittägliche Promenade, beſonders
aber für Wochenendtouren ſehr zu ſchätzen, denn es handelt ſich
hier um ein ebenſo praktiſches, wie leicht=herzuſtellendes Gar=
derobeſtück
. Man kann ſolche Sportjacken aus einfarbigem oder
aus gemuſtertem Modemateriale arbeiten, trachtet aber immer,
den betreffenden Stoff mit dem des Rockes kontraſtieren zu

Schimmernde Colliers

ſind heuer große Mode und bieten den Vorteil, jedem eleganten
nachmittäglichen Kleide im Augenblick einen viel größeren Ein=
druck
zu geben, ſo daß es bei aller ſonſtigen Einfachheit mit

laſſen, ſo daß alſo zu glatten Röcken gerne karierte Jacken oder
aber einfarbige Jäckchen zu gemuſterten Röcken mit Vorliebe
getragen werden.
Falls aber beide Teile eines ſolchen Sportkoſtüms unge=
muſtert
gewünſcht werden, ſucht man zum mindeſten nach
einer feinen Farbabſtimmung und womöglich auch nach
einem Kontraſt in der Art des Materiales, ſo zwar,
daß man etwa zu einem beigefarbenen Rock eine Jacke in
dunklem Braun vorſieht (Mittelbild der oberen Reihe), oder aber
beiſpielsweiſe zu einem grünen Stoff=Rock eine gleichfarbige
Jacke aus Duvetine wählt, wobei ein doppelreihiger Ver=
ſchluß
, der an den Biedermeierſtil gemahnt, ſicherlich Beachtung
verdient, wie überhaupt die verſchiedenen Skizzen unſeres Bil=
des
die allerletzten Neuheiten auf dieſem Gebiete vor Augen
Willy Ungar.
Hühren.

einem ſolchen Halsſchmuck verſehen auch für den Abend, be=
ſonders
für Theaterbeſuche und dergleichen vorteilhaft ausſieht.
Der neueſte Halsſchmuck hat nicht etwa die Form kleiner
Ketten, ſondern iſt bedeutend kompakter und ſieht faſt wie ein
geſtickter Sattel aus, der vorne die größte Fläche hat und ſich
nach rückwärts zu verjüngt.
Beſonders intereſſant ſind jene Stücke, die aus vielen, mit
paillettenüberſticktem Materiale beſpannten flachen Knöpfen
zuſammengeſetzt ſind und einen Glanz und eine Wirkung haben,
die jene aller Straßenketten noch bei weitem übertrifft.
Dieſe Colliers nehmen ſich auf Schwarz, Braun, Grün und
Lila " kurzum auf den neueſten Schattierungen, die in der
Herbſt= und Winter=Mode befondere Berückſichtigung finden, her=
vorragend
ſchick aus (Skizze).
Willy Ungar.

Korallen=Echſe‟
nennt ſich das neueſte Exotenleder, das für elegante K.
verarbeitet wird; dieſes Material iſt außerordentlich /d
es durch eine ganz eigenartige Plaſtizität eine ungn
und bisher unbekannt=geweſene Wirkung zu erreiche=
Man hat ſich dieſe Neuheit derart vorzuſtellen, daß

Eine Keramik in der Niſche

einer einfarbigen Wand wirkt in jedem Sitz=Zimmer ſehr eigen=
artig
, doch darf die Wand nicht tapeziert, ſondern muß gemalt
ſein und eine helle, aber warme Farbe bringen, wobei in erſter
Linie an ein jattes Ocker gedacht ſei.
Die Keramik hingegen muß um die moderne Note zu
wahren unter allen Umſtänden vielfarbig ſein, weil ſich
ja nur dann jener originelle Farbfleck im Raume ergibt, der
immer in ſympathiſcher Art auffällt.
Willy Ungar.

weiſe die Vorderſeite einer Handtaſche wie wir ſie iich
Skizze feſtgehalten haben, am Rande wie ein unr .
narbiges Krokodilleder wirkt, während die Mitle*
krötenform erhaben und plaſtiſch iſt und überk)
ſame Zähnung des ſogenannten Kroko=Hornoe.
Da das Leder ſehr apart iſt, verzichtet man Ae
zierte Garnierung; die ſogenannte gefädelte‟ Pcl.
ſehr beliebt und ein großer Ring als Träger unge.
Natürlich gibt es ſolche Korallenechſen=Taſche
ſchiedenſten Formen; ſehr ſchick ſind unter 0ll.
flachen Portofeuille Formen, bei denen die Plaſtit.
Materiales um ſo deutlicher bemerkbas wird wte.