Darmstädter Tagblatt 1931


06. November 1931

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Gnzelnummer 10 Pfennige

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Origlnal=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſiattet
Nummer 308
Freitag, den 6. November 1931.
194. Jahrgang

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ſede Verpſichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konſure oder gerſchticher Beſtreibung ſäſlt jeder
Radatt weg. Bankkonto Deutſche Bani und Darm=
ſtädier
und Natſonalbank.

* Skilles Sowjel=Jubiläum
ritätru- Reparationen derPrivatanleihen?
Sozialiſtiſcher Agrarftreik.

Aden=Geſpräche im Gang. England unkerſtüht die deutſche Theſe. die Befugniſſe des B.J.3. müſſen erweikerk werden. Laval für neue proviſoriſche Schuldenregelung.

Der Weg ins Dunkle.

Inunſerer Berliner Schriftleitung.

ſoße Politik war einen Tag in Ferien gegangen, weil
d:ſanzler am Donnerstag im Reichsausſchuß des Zentrums
war. Infolgedeſſen fand nur im Laufe des Vormit=
uizer
Kabinettsrat ſtatt, der ſich mit der neuen Notver=
ugunſten
der Oſthilfe beſchäftigte. Ueber die deutſch=
M Unterhendlungen iſt nicht geſprochen worden, brauchte
Ageſprochen zu werden, weil wie an amtlicher Stelle
Awird der Botſchafter keine neuen Inſtruktionen
Kde, ſondern ſeine Aufgabe in den nächſten Tagen darin
zu hören und zu klären.
eine vieldeutige Formulierung, die aber wohl dahin
werden muß, daß der Botſchafter über die Ziele und
Politik des Kanzlers unterrichtet worden iſt und nun
ggangenehmen Aufgabe ſteht, Herrn Laval einige Rück=
ulegen, mit deren Hilfe es gelingen ſoll, auf dem Wege
n Snpromiſſes die Meinungsverſchiedenheiten zu über=
olle
Aufgabe kann dadurch erleichtert werden, daß die fran=
bohleſſe
offenbar auf einen Wink von oben her dem Problem
yſen kurzfriſtigen Verſchuldung jetzt mehr Verſtändnis
ingt. Eine Verkoppelung von Reparationen und Pri=
Paa ſcheint alſo nach franzöſiſcher Meinung zurzeit wenig=
ausgeſchloſſen
. Die deutſche Forderung nach Prüfung
FAhlungsfähigkeit überhaupt wäre damit erfüllt.
ihen noch zwei Schwierigkeiten: einmal, welche Befug=
underausſchuß der B. J. 3. mit auf den Weg gegeben
Den, und zweitens die damit in Zuſammenhang ſtehende
der Sonderausſchuß und die weiteren deutſch= franzö=
handlungen
ſich zum Youngplan ſtellen ſollen.
tankreich iſt wohl davon überzeugt, daß in den nächſten
zſſerdwelche Reparationszahlungen von Deutſchland nicht
Aen ſind, aber Herr Laval will trotzdem auf ſeinem Schein
h.86d den theoretiſchen Anſpruch auf Reparationen nicht
Er wäre alſo möglicherweiſe bereit, einem Abbau der
miſerpflichtungen zuzuſtimmen, ja ſogar die Zahlung vor=
zu
ſuspendieren, wenn nur dabei in irgendeiner Form
derneſp des Youngplanes aufrecht erhalten bliebe und von
ui4/ erneut anerkannt würde. Anders herum geſehen,
will ſich auch jetzt noch nicht zu einer endgültigen
ganzen Reparationsproblems verſtehen. Er will, da
tnwärtige Weltlage als eine vorübergehende Kriſe an=
ſeine
neue proviſoriſche Bereinigung von kürzerer oder
ſauer zugeſtehen, entweder durch die Ausdeh=
s
Hooverfeierjahres, oder durch Halbie=
r
deutſchen Leiſtungen.
ſeutſchland entſteht alſo die Frage, ob es gut daran tut,
upt auf ein neues Proviſorium einzulaſſen. Darum
in Augenblick alle Erwägungen. Wenn deshalb mit
billi Eifer von der franzöſiſchen Preſſe verſichert wird, daß
ſorderungen in den Unterhaltungen bisher keine Rolle
Sillſben, ſo iſt das gewiß zutreffend, einfach deswegen,
laval es bisher nicht für nötig gehalten hat, dieſen
z1iſsuſpielen.
miſtöntag wird der Verwaltungsrat der B. J. Z. zuſam=
Sollte ſich während der Tagung eine Entſcheidung
0 Einberufung des Sonderausſchuſſes im poſitiven Sinne
ſtyn würde es Aufgabe des Verwaltungsrates ſein, die
den Vorarbeiten für die Einberufung des Ausſchuſſes
Die Sitzung des Verwaltungsrates wird aber ohnehin
genug werden, weil die internationalen Schulden bei
genheit einer Erörterung unterzogen werden ſollen, im
riſhung mit dem Plan Franquis auf Errichtung, eines
ſocen Kreditinſtituts zur Stabiliſierung der kurfriſtigen
Wär Deutſchland wird Reichsbankpräſident Dr. Luther
ſtumg teilnehmen.
wiegen hat der Reichskanzler in den letzten Tagen die
eund Geſandten der größeren intereſſierten Mächte emp=
Drnit ihnen über dieſe aktuellen Dinge ſich unterhalten.
dem franzöſiſchen Botſchafter fand eine ſolche Unter=
Die diplomatiſchen Verhandlungen werden aller=
aris
zwiſchen dem Botſchafter v. Hoeſch und Herrn La=
74 führt. Die Meldung, daß der Kanzler auch die deut=
eschefs
in den größeren Ländern demnächſt nach Ber=
verde
, iſt dementiert worden.
Erſ Privatſchulden, dann Tribuke.
Engliſche Befürchkungen.
TU. London, 5. November.
10 doner Preſſe iſt ſich allgemein darüber einig, daß die
eutſchen Schuldenzahlung ſchleunigſt geregelt werden
ews Chronicle, weiſt erneut auf die franzöſiſchen Ab=
ie
finanzielle Lage Deutſchlands zur Erzwingung von
ugeſtändniſſen ausnutzen zu wollen. Wenn die Ver=
fehlſchlagen
oder die Franzoſen infolge ihrer Forde=
Rücktritt des Reichskanzlers oder das politiſche Chaos
d erwirken ſollten, werde niemand Geld erhalten. Die
miten, wie die Financial News erklärt, an der Auf=
daß
die Privatſchulden ſtets den Vorrang vor politi=
en
hätten. Da die Bankkredite größtenteils für die
igen verwandt worden ſeien, hätten die engliſchen
en moraliſchen Anſpruch auf Vorzugsbehandlung. So=
Ehlands Kredit nicht wieder hergeſtellt ſei, könnten auf
Schulden bezahlt werden. Die Tributzahlungen Frank=
en
eine Begleichung der Privatſchulden unmöglich

machen. Sollte es durch franzöſiſche Machenſchaften zu einem
politiſchen Umſturz oder zu einem finanziellen Zuſammenbruch
kommen, ſo werde auch Frankreich indirekt großen Schaden er=
leiden
.
Engliſche Welkreichswährung
und inkernakionale Silberkonferenz gefordert.
TU. London, 5. November.
Ein vom Verband der engliſchen Induſtrie und der Welt=
reichs
=Wirtſchaftskonferenz eingeſetzter gemeinſamer Ausſchuß
empfiehlt in ſeinem Bericht über eine einheitliche Finanz= und
Währungspolitik des Weltreiches, daß eine Weltreichskonferenz
einberufen werden ſolle zur Beratung der Durchführung einer ein=
heitlichen
Weltreichswährung. Ferner wird die engliſche Regie=
rung
aufgefordert, eine internationale Silberkonferenz zu veran=
laſſen
. Times hält die Vorſchläge hinſichtlich der Währung
für reichlich nebelhaft, meint aber, daß die Einberufung einer Sil=
berkonferenz
von größerer Bedeutung ſein könne.
Verkagung der Beralungen über den wirtſchaftlichen
Nichkangriffspakt.
WTB. Genf, 5. November.
Das Sonderkomitee für die Prüfung des ruſſiſchen Nicht=
angriffsvorſchlages
hat heute ſeine Beratungen unterbrochen und
ſich auf Mitte Januar vertagt. Es hat einen vorläufigen Bericht
und eine Entſchließung angenommen, die nunmehr den Regie=
rungen
zugehen, die erſucht werden, ſich zu dem Vorſchlag
und zu einer Reihe von Einzelfragen, die in dem Bericht an=
gegeben
ſind, zu äußern. Der deutſche Vertreter hat ſich mit
Erfolg dafür eingeſetzt, daß der ruſſiſche Plan in weiteren Ver=
handlungen
die Beachtung erfährt, die er angeſichts ſeiner gro=
ßen
moraliſchen Bedeutung verdient.
2as neue engliſche Kabinekk.
WTB. London, 5. November.
Die amtliche Kabinettsliſte iſt ſoeben veröffentlicht worden.
Macdonald iſt Premierminiſter und Erſter Lord des Schatz=
amtes
. Es wurden weiter ernannt: Schatzkanzler Neville Cham=
berlain
Präſident des Handelsamtes Nunciman Staats=
ſekretäre
ſind: für Auswärtige Angelegenheiten Sir John
Simon, für die Dominions Thomas, für die Kolonien Cun=
liffe
Liſter, für Indien Sir Samuel Hogre, für Schottland
Sir Archibald Sinclair, für Krieg Lord Hailſham, für
Luftfahrt Lord Londonderry, Staatsſekretär des Innern iſt
Sir Herbert Samuel. Erſter Lord der Admiralität Sir Bol=
ton
Eires Monſell (bisher Haupteinpeitſcher der Konſer=
vativen
), Baldwin wurde zum Lordpräſidenten des
Geheimen Rates ernannt. Geſundheitsminiſter wurde Sir Hilton
Young, Lordkanzler Lord Sankey, Großſiegelbewahrer
Snowden, (der demnächſt ins Oberhaus berufen wird), Unter=
richtsminiſter
Maclean, Landwirtſchaftsminiſter Sir. Jon
Gilmoar, Arbeitsminiſter Sir Henry Letterton.
Neue Kämpfe in der Nordmandſchurei.
TU. London, 5. November.
Am Vonnerstag griffen chineſiſche Truppen in Stärke von
5000 Mann, die mit Geſchützen und Maſchinengewehren ausge=
rüſtet
waren, die japaniſchen Truppen an, die die Wiederherſtel=
lungsarbeiten
an der Eiſenbahnbrücke über den Nonnifluß in der
nördlichen Mandſchurei deckten. Nach mehrſtündigem ſchweren
Kampfe gelang es den Chineſen, die Japaner zurückzuſchlagen
und die Brücke zu beſetzen. Anderen japaniſchen Truppen gelang
es, nach einem Flankenangriff mehrere chineſiſche Stellungen am
Nonnifluß zu nehmen. In chineſiſchen Kreiſen erblickt man in
der Beſetzung der Nonnibrücke einen erſten Schritt Japans
zur Beſetzung der wichtigen Stadt Tſitſikar, um durch die Be=
herrſchung
der Bahnlinie und der Gebirgspäſſe gegen einen
möglichenVormarſch derRuſſen geſichert zu ſein.
Amerika will inkervenieren.
EP. Waſhington, 5. November.
Zur Verhinderung des Ausbruches eines chineſiſch=japaniſchen
Krieges in der Mandſchurei beabſichtigt die Regierung der Ver=
einigten
Staaten, direkte diplomatiſche Verhandlungen zwiſchen
den Großmächten einerſeits und China und Japan andererſeits
anzuregen. In dieſen Verhandlungen ſoll ein Druck auf die chine=
ſiſche
und auf die japaniſche Regierung ausgeübt werden, um den
Frieden im Oſten zu ſichern.
Demokrakiſche Mehrheit im Repräſenkankenhaus.
EP. New York, 5. November.
Die Demokratiſche Partei des amerikaniſchen Repräſentanten=
hauſes
hat durch die am Mittwoch erfolgten Nachwahlen von
fünf Abgeordneten eine Majorität von einer Stimme errungen.
Sie verfügt nunmehr über 217 Abgeordneren gegenüber 215
Republikanern und einem Vertreter der Landarbeiter. Dieſes
Ergebnis hat zur Folge, daß der Kandioat der Demokraten für
den Präſidentenſitz des Repräſentantenhauſes, John Garner
(Texas), mit Beſtimmtheit gewählt wird. Ferner werden nun=
mehr
die Demokraten auch die Vorſitzenden der Ausſchüſſe ſtel=
len
. Garner iſt bekannt als heftiger Gegner einer Herabſetzung
der europäiſchen Kriegsſchulden.

Die nachſtehenden Ausführungen unſeres ſtän=
digen
Moskauer Berichterſtatters dürften inſofern
für unſere Leſer von beſonderem Intereſſe ſein, als
es ja jetzt Mode geworden zu ſein ſcheint, daß alle
möglichen Leute einen verhältnismäßig kurzen Be=
ſuch
in Rußland zum Anlaß für Vortragsreiſen
nehmen, damit ihre nicht gerade immer von Sach=
kenntnis
diktierten Eindrücke dem deutſchen Volk nicht
vorenthalten werden. Wir haben allen Anlaß, uns
mit der Entwicklung der Dinge in Rußland ſehr
ernſthaft und ſachlich zu befaſſen, damit wir nicht
durch oberflächliche Darſtellungen ein vollſtändig
falſches Bild von der tatſächlichen Lage bekommen.
Die Schriftleitung.
Wenn die Sowjetregierung den 14. Jahrestag ihres Be=
ſtehens
, den 7. November, nicht ganz ſo feſtlich hervorhebt, wie
es eigentlich zur Tradition gehört, ſo hat das ſeine ernſten und
ſchweren Gründe. Gewiß, auch diesmal hat man wieder aus=
ländiſche
Gäſte, vor allem Arbeiter, eingeladen, auch diesmal
wird der Jahrestag durch die feierliche Eröffnung neuer In=
duſtriebauten
nach außen gekennzeichnet. Aber die Sorgen ſind
diesmal doch größer als man geahnt hatte.
Zunächſt hat man alle Hände voll zu tun, einerſeits dem
kapitaliſtiſchen Ausland, andererſeits aber auch der eigenen Be=
völkerung
die Gerüchte von einer Zahlungsunfähigkeit
des Sowjetſtaates auszureden. Jedoch ſo entſchieden auch
der Nachweis geführt oder zu führen verſucht wird, daß jene
Gerüchte nur böswillige Machenſchaften ſino die zählreichen
neuen Maßnahmen der Kremlregierung auf faſt allen Gebieten
der Wirtſchaft zeugen von Vorgängen, die keine Beruhigung auf=
kommen
laſſen. So bleibt es natürlich der Oeffentlichkeit nicht
unbekannt, daß die Handelsbilanz in dieſem Jahr zum
Verdruß der Regierung wieder ſtark paſſiv geworden iſt,
nachdem ſie gerade erſt mit Mühe und Not aktiv geſtaltet worden
war. Und wenn der am öffentlichen Geſchehen intereſſierte
Sowjetbürger auch den relativen Troſt hat, daß im Lande ja
alles immer nur ſtoßweiſe bzw. in Schüben vorwärts geht, daß
alfo einem Auf auch ein Ab folgen muß, ſo liegen die Dinge
jetzt doch ernſter. Denn mehr als anderswo iſt die induſtrielle
und agrarifche Erzeugung ausſchlaggebeno für die Handels= und
Finanzwirtſchaft des Landes, das alles Grundkapital und alle
menſchliche Arbeit monopoliſiert hat. Und auch wer nichts weiß
von der Wichtigkeit einer ausgeglichenen Handels= und Zah=
lungsbilanz
mit dem Ausland, der weiß doch, daß ein Rübel
der binnen weniger Monate ſeinen Nominalwert von 25 auf
13 Prozent verringert hat, kein Zahlungsmittel für das
Ausland iſt. Er wird ja im Inland ſelbſt nicht mehr ernſt
genommen. Und in der Tat wußte ſich die Regierung zuletzt
keinen anderen Ausweg mehr, um den Rubel uicht um ſein gan=
zes
Anſehen zu bringen, als eine 100prozentige Lohnſteigerung
und eine 30prozentige Senkung der Warenpreiſe in den Staats=
magazinen
. Allerdings dem Ausland gegenüber hilft derlei
nichts. Und ſo ſteht die Regierung vor dem Dilemma, entweder
die Induſtrialiſierung einzudämmen, um ſich vor neuen Zah=
lungsbürden
zu bewahren, oder den Export ſo zu ſteigern, daß
die Handels= und innere wie äußere Geldbilanz wieder aktio
wird. Nur geht weder das eine noch das andere, ſo daß allen
Ernſtes wieder von dem Verkauf der zariſchen Kronjuwelen ge=
ſprochen
wird. Im Augenblick aber zerbricht man ſich trotz aller
Dementis doch den Kopf über das komplizierte Problem, wie
mit kapitaliſtiſcher Valuta die ſozialiſtiſchen
Schulden und Verpflichtungen bezahlt, werden
können. Denn eigenes Geld beſitzt der Sowjetſtaat nicht in dem
Umfang, der genügen würde, anſtelle von Dementis bares Gold=
geld
oder Deviſen auf den Tiſch der Zweifler zu legen.
Was aber dem 14. Sowjetjubiläum den eigentlich charakte=
riſtiſchen
Anſtrich gibt, iſt nicht ſo ſehr die Abhängigkeit von
dem Wohl und Wehe des befehdeten Kapitalismus, die man ja
immer gewußt, wenn auch nicht zugegeben hat, als die Ab=
hängigkeit
von einer innenpolitiſchen Erſcheinung, die ganz kurz
der ſozialiſtiſche Agrarſtreik, genannt werden kann.
Umſo verhängnisvoller iſt dieſe Erſcheinung, als ihr Zuſammen=
hang
mit den diesjährigen Ausfallserſcheinungen in der Ernte,
aber auch mit der inneren Inflation und damit nicht zuletzt
auch mit den Weltwirtſchaftsſorgen des Kreml ſelbſt nicht ge=
leugnet
werden kann.
Erſt jetzt wird von der Sowjetpreſſe zugegeben, daß es mit
der Ernte in dieſem Jahr nicht ganz geheuer war. Das Jahr
1931 erteilte uns ſchreibt ein Amtsblatt, eine Lehre und zeigte
klar, daß in der Bekämpfung der Dürre keine Minute mehr
verſäumt werden darf. Die Dürre vernichtete viele
Millionen Zentner Getreide und nur die angeblich
großen Vorzüge der angeblich ſozialiſtiſchen Landwirtſchaft ſollen
die Wiederholung der ſchlimmen Folgen früherer Mißerntejahre
verhütet haben. Früherer Mißerntejahre‟? Alſo betrachtet
man auch dieſes Jahr als ein Mißerntejahr? Oder will man nur
der vergeſellſchafteten Landwirtſchaft ein Loblied ſingen?
Wie dem auch ſei: die Regelmäßigkeit der ruſſiſchen Miß=
ernten
iſt eine uralte, gefürchtete Unbill der Steppe vom Dnepr.
bis hinter die Wolga. Die letzten Mißernten gab es 1921 und
1922. Zuerſt eine teilweiſe, dann eine totale Mißernte. Und gewöhn=
lich
zählte und zählt man in Rußland alle 710 Jahre eine oder
zwei Mißernten. Wir ſchreiben heute 1931, und im kommenden
Jahre 1932. Aber, auch wenn das glückliche Steppenjahrzehnt
noch nicht vorüber ſein ſollte. Vorſicht tut not! Darum iſt nicht
verwunderlich, daß ein grandioſer Antidürreplan der
Regierung juſt in dieſen Wochen zeitlich zuſammenfällt mit
dem Feldzug gegen den ſozialiſtiſchen Agrarſtreik. Eine Beratung
der Regierung mit den hervorragendſten Wiſſenſchaftlern des
Landes ſieht vor: Melioration, Waldanpflanzung, Belebung
toter Sandflächen alles in größtem Ausmaß. Ja, es fragt
ſich, ob nicht die ſagenhafte Induſtrialiſierung
gehemmt werden wird durch das Kräfteaufge=
bot
gegen die drohende Dürreunbill des nächſten
oder der nächſten Jahre. Schon in dieſem Jahr ſtörte,
wie amtlich zugegeben wird, die Dürre im Wolgagebiet die plan=
mäßige
Entwicklung der kollektiven Großwirtſchaft. So gab
z. B. ein Hektar anſtatt der 1011 Zentner beſten Weizens nur

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Seite 2 Nr. 308

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 6. Nove=

3 Zentner, freilich vorerſt noch in wenigen Gebieten. Aber wird
nicht die Furcht des Bauern vor einer etwaigen Mißernte im
nächſten Jahre ſchon dadurch gekennzeichnet, daß nach amtlichen
Angaben am 1. November z. B. die Ausſaat des Futterfonds
erſt 3,8 Prozent des Planes, des unantaſtbaren Futterfonds gar
erſt 0,1 Prozent erreicht hatte, wo doch im November kaum noch
nennenswert geſät werden kann?
Nun, dieſe Lage iſt auch ſchuld daran, daß die Regierung
mit doppelter Energie und Strenge auf die Ge=
treideablieferung
achtet, teils um ſoviel Exportgetreide
wie möglich zu bekommen, teils um die Staatslager aufzufüllen,
damit eine noch größere Beengung der Städte in der Nahrungs=
frage
vermieden wird. Umſo geſtrenger geht die Regierung
vor, als ſich ſoeben zeigt, daß ſie ſich nicht einmal mehr ganz
auf ihre eigenen Staatsgüter verlaſſen kann. Der ſozialiſtiſche
Agrarſtreik iſt als gefährliches Geſpenſt aufgetreten.
Das kraſſeſte Merkmal dieſes Streiks iſt kurz geſagt Be=
trug
an der Regierung. Nach dem Beſchluß des Zen=
tralkomitees
der Partei vom 25. Oktober ſieht dieſer Betrug ſo
aus: Der ſtaatliche Zuckertruſt hat maſſenhaft
Getreide vor dem Staat verheimlicht auf allen
feinen Gütern iſt der Ernteertrag wiſſentlich falſch angegeben
wvorden und auch die Vorräte vom Vorjahr her wurden unter=
ſchlagen
. Zugleich wurden die auf den Gütern erforderlichen
Vorräte für Verpflegung, Futter und Saat zu hoch berechnet.
Auch der Bedarf an Arbeitskraft wurde um das Doppelte zu
hoch veranſchlagt. Die Verpflegungsnormen überſtiegen die ge=
ſetzlich
feſtgeſetzten; die Zahl der Familienmitglieder der Arbei=
ter
und Angeſtellten wurde in den Angaben einfach verdreifacht.
Im Ergebnis hat der Truſt vom Erntebeginn an 34 Millio=
uen
Pud Getreide vergeudet, nachdem er eigenmächtig ſeinen
Lieferungsplan von 11,8 Millionen auf 8 Millionen Pud herab=
geſetzt
hatte.
Hier hat ein Truſt nur das getan, was in Wirklichkeit alle
Staatsunternehmungen der Sowjetunion, einſchließlich der land=
wirtſchaftlichen
Kollektive tun: Sie gehen auf Eigenver=
ſorgung
über. Tagtäglich berichten die Blätter, daß heute
hier eine Fabrik die Warenlieferung verweigerte, angeblich weil
ſie keine Waren hat, daß morgen die Kollektive dieſer oder jener
Provinz keine Nahrungsmittel verkaufen, weil ſie ſie für ſich
ſelbſt notig hätten. Zuerſt Erfüllung der Staatspläne, lautet
darum die neueſte eindeutige Vorſchrift, und erſt dann Berech=
nung
für das Kollektiv oder das Gut oder die Fabrik ſelbſt
Und um die Kollektive weil ſie ja doch nur vertraglich mit
der Regierung liiert ſino zur Erfüllung ihrer Lieferungen
zu zwingen, wird künftig keine ſtaatliche Landmaſchinenſtation
mehr den widerſpenſtigen Kollektiven Maſchinen leihen. Dieſe
Stationen aber ſind das eiſerne Rückgrat ſowohl der ſtaatlichen
wie der kollektivierten Landwirtſchaft. Ja, fortan beſtimmt die
Partei auf dem Regierungswege, wieviel die Kollektive auszu=
ſäen
und abzuliefern haben!! Die Knebelung der Lanowirtſchaft
ſoll damit vollendet werden. Und nun der ſozialiſtiſche Agrar=
ſtreik
angeſichts der Weltwirtſchaftskriſe, der Sowjetverſchuldung
im Ausland, der drohenden Dürre nach dem Geſetz der Regel=
mäßigkeit
! Am vierzehnten Jahrestag des Bolſchewismus häu=
fen
ſich die Sorgen zu Gebirgen.
Wie tief aber ſchon die Mißwirtſchaft und Verſchuldung
der Staatsunternehmungen untereinander
fortgeſchritten iſt, dafür zeugt mehr als viele Worte dieſe kurze
Mitteilung in den Sowjetblättern aus den letzten Tagen: Vom
1. November werden die einheitlichen Kontokorrenten bei der
Staatsbank, die die Grenzen zwiſchen den eigenen und geliehenen
Mitteln der ſtaatlichen Unternehmungen verwiſchten, ausgeſchal=
tet
. Für jede Wirtſchaftsorganiſation wird die Staatsbank ein
beſonderes Konto für Kredit und eigene Mittel haben. Ueber
ihre eigenen Mittel dürfen die Organiſationen frei verfügen.
Kredite aber erhalten ſie nur dann, wenn eine materielle Garan=
tie
für dieſe Kredite beſteht und Dokumente vorliegen, die be=
weiſen
, daß der Kredit auch wirklich zurückerſtattet werden kann.
Unter ſolchen Auſpizien ſteht der 14. bolſchewiſtiſche Jahres=
tag
. Ob aber der materiellen Inflation auch die ideelle folgen
muß, das iſt hier noch immer die große Frage. Aufgebaut auf
dem Willen zu einer materialiſtiſch=dialektiſchen Sachlichkeit, ver=
liert
ſich der Bolſchewismus hier an ſeine Utopien, dort an ſeine
ſozialiſtiſche Siſyphusarbeit. Inſofern hat er in vierzehn Jahren
noch nichts gelernt. Kommt der europäiſchen Kultur in ihrem
Kampf gegen ihn noch einmal wie in der Hungerzeit 1921/22
die Natur, die Steppe zu Hilfe? Oder wird er diesmal ſtark
genug ſein, jede Mißernte zu verwinden? Der Bolſchewismus
ſelbſt arbeitet der Dürre vor, um gewappnet zu ſein. So
einfäch und ſchlicht iſt ſein Kampf geworden...

Arbeitsloſen=Zuſammenſteß in Pgläſting.
WTB. Jeruſalem, 5. November.
Bei einer Kundgebung jüdiſcher Arbeitsloſer vor Orange=
Plantagen, auf denen arabiſche Arbeiter beſchäftigt waren, kam
es in der jüdiſchen Kolonie Hederah zu einem Zuſammenſtoß
zwiſchen den Teilnehmern an der Kundgebung und der Polizei.
Dabei wurden 20 Perſonen verletzt, davon fünf ſchwer. Vier
Perſonen wurden verhaftet.

* Künſkliche Diamanken beliebiger
Größe im Schmelzofen.
Ein jahrtauſende alter Traum wurde
Wirklichkeit.
Die Erfindung eines Berliner Ingenieurs. Die Bedeutung
der ſynthetiſchen‟ Diamanten. Aus mikroſkopiſch kleinen
Kriſtallen werden große Diamanten.
Ein jahrtauſende alter Traum der Menſchheit ſcheint Wirk=
lichkeit
geworden zu ſein, denn es iſt dem Berliner Ingenieur
Georg Senftner gelungen, Diamanten auf ſynthetiſchem Wege
in jeder beliebigen Größe herzuſtellen. An dieſem Ziel
arbeiten die Wiſſenſchaftler, Alchymiſten und Erfinder ſeit un=
denklichen
Zeiten. Erſt in den letzten Jahren, in denen man
über das Weſen der Edelſteine grundlegende Kenntniſſe geſam=
melt
hate, gelang es, den Weg der Natur auf künſtliche Weiſe
nachzuahmen und im Schmelzofen Edelſteine in beliebiger Zahl
herzuſtellen, die den echten Edelſteinen phyſikaliſch und chemiſch
gleich ſind. In Bitterfeld, im Elektron=Werk, werden Rubine,
Saphire und andere Edelſteine in Schmelzöfen bei einer Hitze
von ungefähr 2000 Grad fabriziert, indem der Weg der Natur,
der hunderttauſende von Jahren dauert, hier in der Retorte in
wenigen Stunden zurückgelegt wird, um Edelſteine in Gewichten
bis zu 200 Karat herzuſtellen. Nur bei dem Diamanten gelang
es bisher nicht, der Natur ihr Geheimnis abzulauſchen. Man
weiß, daß die Edelſteine aus allgemein verbreiteten und bekann=
ten
Stoffen, wie Tonerde, Kieſelſäure, Kalk, Magneſia, Bor uſw.
beſtehen, und daß die herrlichen Farben durch Beimiſchungen von
Chrom=, Eiſen= Nickelverbindungen entſtehen, und man weiß
auch, daß der Diamant aus Kohlenſtoff beſteht und ein ſpezi=
fiſches
Gewicht von 3,5 bei einer Härte von 10 hat. Dieſe
Kenntniſſe genügten aber bisher nicht beim Diamanten, um ihn
auf ſynthetiſchem Wege darzuſtellen. Zwar gelang es einigen
Wiſſenſchaftlern, geringe Kriſtalle zu erzeugen, die aber wegen
ihrer Kleinheit keinen praktiſchen Wert hatten. Das Beſtreben
ging dahin, flüſſigen Kohlenſtoff zu ſchaffen und daraus den
Diamanten kriſtalliſieren zu laſſen. Vor dem Kriege erregte auf
dieſem Gebiete das Experiment des Breslauer Profeſſors Lum=
mer
das größte Aufſehen, da es ihm gelungen war, in einer
ziemlich luftleer gepumpten Bogenlampe die Kohle unter Unter=

Zurzeil keine Koglikionserweiterung nach rechls.
regierung. Vorausſehung akkiver
wahre Bilanzen ſtaaklicher ur
Prodlene Ws Luges.
Prälal Kaas gegen die Koglikionsgerüchke.
Berlin, 5. November.
Der Reichsausſchuß der Deutſchen Zentrumspartei trat heute
vormittag 10 Uhr im Plenarſitzungsſaal des Reichstages zuſam=
men
. Der Vorſitzende der Partei, Abg. Kaas, eröffnete die
Sitzung mit Worten der Begrüßung. Mit großer Schärfe wandte
ſich Kaas dann gegen die Koalitionsgerüchte, die, wie er ſich aus=
drückte
, in jüngſter Zeit von Kreiſen außerhalb der Partei in der
Oeffentlichkeit erörtert worden ſeien. Es ſeien keine Tatſachen
eingetreten, die geeignet wären, an dem ſeinerzeitigen Beſchluß
der Zentrumsfraktion des Reichstages, in der jede Tolerierung
einer Rechtsregierung abgelehnt wurde, irgend etwas abzuändern.
Es ſei jetzt nicht die Zeit für derartige Koalitionsredereien,
die ſchließlich nur geeignet wären, die Aktionsfähigkeit und Hand=
lungsfreiheit
der Reichsregierung zu ſchwächen und zu hemmen.
Es komme jetzt nicht auf Worte an, ſondern auf Taten. Die
Ausführungen des Vorſitzenden Kaas fanden aus der Verſamm=
lung
heraus außerordentlich ſtarken Beifall. Sodann erhielt das
Wort der Generalſekretär, der rheiniſchen Zentrumspartei, Ruffini=
Köln zu einem Vortrag Wie ſieht die Partei die Tätigkeit des
Reichskanzlers Brüning? Die Ausführungen des Redners zeig=
ten
, daß die Wählerſchaft des Zentrums nach wie vor geſonnen
ſei, ſich vorbehaltlos und entſchloſſen hinter den Reichskanzler
Brüning zu ſtellen.
Reichskanzler Dr. Brüning,
der von der Verſammlung mit ſtürmiſchem Beifall begrüßt wurde,
ging zunächſt auf eine große Reihe von Einzelfragen ein, wobei
er u. a. betonte, wie von deutſchnationaler Seite nach der Banken=
kriſe
der Verſuch unternommen wurde, um mit Hilfe einer unver=
antwortlichen
Agitation im Volke das Vertrauen zur Reichs=
regierung
zu erſchüttern. Die Tatſachen aber haben gezeigt, daß
das Vertrauen zur Reichsregierung im Volke ſtärker war, obwohl
das Maß von Unanſtändigkeit, mit welcher jene Kreiſe gefochten
haben, über alles hinausgegangen iſt, was ſeit 40 Jahren an
Brunnenvergiftung geleiſtet worden iſt. Der Weg, den die Reichs=
regierung
zur Bekämpfung der Notzeiten eingeſchlagen hat, iſt der
einzig mögliche. Das jetzige Kabinett Brüning ſteht den Partei=
wünſchen
noch objektiver gegenüber, als das vorherige.
Es gibt für die Reichsregierung nur einen Weg: Den Weg
der Ergreifung ſachlich notwendiger Maßnahmen.
Sie wird ſich durch keine Angriffe bei der Ausführung derſelben
irgendwie beeinfluſſen oder gar ſtören laſſen. Man kann aller=
dings
mit Notverordnungen auf die Dauer nicht ſo regieren, wie
man das in der Oeffentlichkeit vielfach glaubt. Es müſſen im
Intereſſe der Geſundung der deutſchen Wirtſchaft vorſichtig Schritt
für Schritt alle Maßnahmen ſorgfältig erwogen werden und des=
halb
bedeutet der Notverordnungsweg durchaus keine Erleichte=
rung
für die Reichsregierung bei der Bewältigung dieſer Auf=
gaben
. Dazu kommt, daß es heute in Deutſchland noch ſehr viele
Leute gibt und dazu gehören auch manche Parteiführer ,
die offenbar den ganzen ungeheuren Ernſt der gegenwärtigen
Lage noch immer nicht klar erkannt haben. Es wäre ſehr wün=
ſchenswert
, wenn ein gewiſſer Teil der deutſchen Preſſe ſich etwas
mehr mit den wirtſchaftlichen Dingen in anderen Ländern im
Vergleich zu Deutſchland beſchäftigen würde. Ohne die ſtarke
Unterſtützung der Reichsregierung durch die klare und feſte Hal=
tung
des Zentrums wäre es nicht möglich geweſen, die Politik des
Reiches bis zum heutigen Tage führen zu können. Dem iſt es
zu danken, daß das Zentrum alle Anſtürme überſtanden hat, wäh=
rend
andere Parteien, die nicht den Mut zu einer feſten und klaren
Haltung aufbringen konnten, das mit einem ſtarken Verluſt an
die extremen radikalen Strömungen zu büßen gehabt haben.
Die Verſchuldung Deutſchlands iſt im weſentlichen eine aus=
ländiſche
in ausländiſcher Währung. Trotzdem darf die
Reichsregierung die Mark dem Pfund unter keinen Umſtän=
den
folgen laſſen. Ich werde mich bis zum Aeußerſten gegen
jede inflatoriſche Maßnahme ſtemmen, insbeſondere des=
halb
, weil nur dann in der öffentlichen und privaten Wirt=
ſchaft
volle Klarheit und Wahrheit geſchaffen wird und wir
dann auch außenpolitiſch weiterkommen können.

druck brennen zu laſſen und dadurch den Kohlenſtoff in tropfbar
flüſſigen Zuſtand zu überführen. Damals wurde die Hoffnung
zum Ausdruck gebracht, daß auf dieſe Weiſe das Problem der
künſtlichen Diamanten gelöſt ſei, weil man die geſchmolzene
Kohle abkühlen und kriſtalliſieren laſſen konnte. Kriſtalliſierter
Kohlenſtoff iſt aber nichts anderes als Diamant. Aber der
Kohlenſtoff kommt, was überſehen wurde, in zwei kriſtalliniſchen
Formen vor: in Graphit und Diamant. Dieſe beiden Stoffe
unterſcheiden ſich in ihrer Brauchbarkeit ganz ungeheuer, denn
das Graphit hat ein ſpezifiſches Gewicht von 2,2, ein Gramm
Diamant nimmt alſo einen viel kleineren Raum ein, als ein
Gramm Graphit. Es handelt ſich nun darum, die Kriſtalliſation
des Kohlenſtoffes ſo durchzuführen, daß nicht Graphit, ſandern
Diamanten entſtehen. R. Ludig hat Kohlenſtoff unter hohem
Druck ſchmelzen und ſchnell abkühlen laſſen, wodurch er angeb=
lich
kleine echte Diamantenkriſtalle erzeugte. Der franzöſiſche
Chemiker Moiſſan löſte flüſſigen Kohlenſtoff in geſchmol=
zenem
Eiſen, um die Umwandlung in Graphit zu verhindern.
Er erhielt einige Milligramm farbloſer Kriſtalle, die höchſtens
1mm groß waren und wegen ihrer Härte als Diamanten angeſehen
wurden. Einen eigenartigen, der Natur abgelauſchten Weg gingen
R. v. Haßlinger uund J. Friedlänzer, die den von
ihnen als Muttergeſtein des Diamanten erkannten Olivinfelſen
als Löſungsmittel für den Kohlenſtoff benutzten, denn ſie waren
der Ueberzeugung, daß auf dieſe Weiſe der Weg der Natur am
einfachſten zu wiederholen ſei. Tatſächlich gelang es ihnen auf
dieſe Weiſe, neben Graphit aus der erſtarrenden Schmelzmaſſe
auch den Diamanten auszuſcheiden. Dies war wohl die erſte
einwandfreie Herſtellung des künſtlichen Diamanten. Das ſind
nur wenige Verſuche aus der großen Zahl. Jetzt bringt an=
ſcheinend
der obengenannte Ingenieur und Chemiker Georg
Senfter die endgültige Löfung und Vollendung des Problems.
Bei allen Verſuchen war es höchſtens gelungen, mikroſkopiſch
kleine Kriſtalle zu erzeugen, wenn überhaupt die Ueberführung
des flüſſigen Kohlenſtoffes in Diamanten möglich und nachweis=
bar
war. Mit dieſen winzig kleinen Kriſtallen war aber nichts
anzufangen, wenn es nicht gelang, ſie zu größeren Stücken zu
vereinigen. Senftner iſt es gelungen, durch Verſchmelzung kleiner
Kriſtalle Diamanten in jeder beliebigen Größe zu erzeugen. Da=
mit
wäre, wenn die Nachrichten einer wiſſenſchaftlichen Prüfung
Stand halten ſollten, das große Problem gelöſt. Trotzdem die
Mitteilungen glaubhaft klingen und mit großer Zuverläſſigkeit
auftreten, wird man bei den vielen Enttäuſchungen, die man auf
dieſem Gebiete ſchon erlebt hat, die weiteren Verſuche abwarten
müſſen. Die Bedeutung der Erfindung iſt in wirtſchaftlicher
Beziehung außerordentlich groß. Ob die Beſitzer großer, ſchöner

Keinerlei inflakioniſtiſche Maßnahmen der
Außenpolikik und innerer Geſundung
10 privater Wirtſchaftsführung.
Denn, wenn das Ausland ſieht, wie die Wirtſchaftslan
land in Wirklichkeit iſt und nicht wie ſie durch gewiſſ,
Beſtrebungen vernebelt werden ſoll, erſt dann wird d.
in die deutſche Wirtſchaft auch im Auslande gefeſtign
bisherige Politik der Reichsregierung hat bereits dag
heute die wirtſchaftliche Lage Deutſchlands mit m
Augen geſehen wird, als das noch vor wenigen Jalkre
war. Auch die kommende Zeit wird das deutſche:
Länder und Gemeinden noch vor weitere ſchwere Oxſ
ſchränkungen ſtellen.
Die Reichsregierung denkt an alle Kreiſe und
ſchichten der Bevölkerung bei allen ihren Maßnahrn
im Opfer, ſondern auch in der Hilfe. Hier aber fekku
Verſtändnis für die Zuſammenhänge wirtſchaftlicher-
lich
im deutſchen Volke ganz außerordentlich. Die=
der
Landvolkpartei im Reichstage zeigt doch in ga
keit, daß
ein Teil der Landwirtſchaft die wirkliche Lage D=
und die eigene Situation noch nicht erfaßt-9
Wir haben, um ein Beiſpiel zu nennen, praktiſch
Vieheinfuhr unmöglich gemacht. Wir ſind
zu dem lückenloſen Schutz in dieſer Beziehung
jahrzehntelang die Forderung der Landwirtſchaft mu
dadurch nun etwa eine Rentabilität der Landwirad
beſonders auf Viehzucht einſtellt, erzielt worden
ſind weiter heruntergegangen und hier kommt doh
den jeder Landwirt endlich einmal erkennen muß:
Wenn man ſich überhaupt zollpolitiſch oder dur
bewirtſchaftung völlig auf allen Gebieten von Luß
landwirtſchaftlicher Produkte abſchließen würde, Lu
nicht mehr die Höhe des Zolles, ſondern die Kcun
Bevölkerung allein den Preis beſtimman
Das möge in alle Kreiſe der Landwirtſchaft he
werden. Wie ſoll man ſonſt die außerordentlicher:
die für die Landwirtſchaft in den anderthalb. Ja iu
worden ſind, vertreten und durchhalten vor der I1
Zahl der deutſchen Bevölkerung, die nun einmal 27
ten ſind?
Es müſſen Maßnahmen getroffen werden, die 4r
niſſe auch weiterhin möglich machen, aber ſie müſſenn
deren Seite auch die
Kaufkraft und die Lebenshaltung wieder Harn
Die Maßnahmen der Reichsregierung dürfen nicht
fung führen, ſondern ſie müſſen die deutſche Wir
Die Selbſtkoſten der deutſchen Wirtſchaft müſſen all.mg
werden, um ſie konkurrenzfähig zu erhalten. Dieſie
aber nicht zu löſen lediglich durch einſeitige Lohwian
das würde letzten Endes nichts weiter zur Folge Lu,
weitere Einſchränkung der Kaufkraft und damit 9
ſelbſt ſchädigen. Es muß möglich ſein, daß
die einzelnen Berufsgruppen ſich friedlich verſtäme
das wird gelingen bei gegenſeitigem, aufrichtig all
digungswillen.
Verhindert wird dieſe Möglichkeit immer nm
die entweder nicht den Mut haben, zu voller
tung gegenüber ihrer Berufsgruppe oder die glaub.
könne nur blühen, wenn das Chaos in Deutſchlan.
wird. Für die Fragen, die den Mittelſtand gans
gehen, haben ja die Erklärung der Reichsregieri
Verlautbarungen den Weg einigermaßen gezeigt:
müſſen wir uns klar ſein ich ſage da nichts Neue
als wir nach der Inflation durch ausländiſche Anei
wieder Geld in die Hände bekamen, nicht mehr geit,
vernünftgerweiſe damit tun ſollten, wir haben nick.
was überhaupt Geld bedeutet und was die Rik:
Tages bedeuten würde. Darüber iſt es zweifelos im
zu einer Kapitalfehlleitung in Deutſchland gekomn
hat niemand mehr gelitten als
die kleine und mittlere Induſtrie und der geſcnde
Mittelſtand.
Auf die Kreditbedürfniſſe dieſer Gruppen muß da
deutſche Bankweſen unter allen Umſtänden in ſtärmt/?
geſtellt werden. Das iſt nicht nur eine Forderrn/
regierung, oder eine Forderung des Mittelſtand‟=

Naturdiamanten ſchon um den Wert ihrer St
müſſen, iſt durchaus ungewiß. Auch die ander !
Edelſteine, wie Rubine, Saphire uſw. haben
naturgewachſenen nicht herabgemindert. Aber di
Gebrauchsdiamanten notwendig hat, wiro dieſe 1
verwerten und ihr zu großen Erfolgen verha!
Steine nicht ſo ſchön ſind, daß ſie den Vergleich 0.
Gu-c0
lichen aushalten werden.

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Wollene Handarbeiten bereiten überall Freu eſe
Geſchenke beſonders beliebt. Man wird ſtets Ehrel
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[ ][  ][ ]

B. November 1931

weien unſerer hervorragenden Induſtriellen in den
Wochen immer und immer wieder Ausführungen ge=
geeichfalls
dahin gingen,

rſchiedenen Herabſetzungen der Beamtengehälter
haßerordentliche Härte geweſen, aber ich habe ſchon in
en Stadium ausgeſprochen, daß wir durch dieſe recht=
abſetzungen
dem deutſchen Beamtentum einen außer=
Dienſt erwieſen haben. Das wird man in Zukunft
rund man beginnt ſchon, es anzuerkennen, denn nach
ermung gibt es nichts Gefährlicheres und nichts, was
ei, an eine kluge und ſichere Dispoſition der öffentlichen
ſe erſchüttert, als wenn die Beamtengehälter und ähn=
u
en des Staates tropfenweiſe im Laufe eines Monats
werden müſſen. Das ſchädigt den Gedanken des Be=
Eums ganz außerordentlich. Das Berufsbeamtentum
r geſichert ſein, wenn ſeine Führer den Mut haben, ab=
nrtaktiſchen
, von agitatoriſchen Dingen und den eigenen
en die Pflicht zum Opfer gegenüber dem
unnachen, ſowie das Beamtenführer getan haben. Siche=
v
ere verfaſſungsmäßige Beſtimmungen, die nie von
4sregierung angetaſtet werden, iſt noch immer der
Wolkes an die unbedingte Notwendigkeit und Zweck=
de
Inſtitution des Berufsbeamtentums.
t; lage des Jahres 1932 wird eine ſehr ſchwierige ſein. Die
iiee wird es ſein müſſen, ſchnellſtens zu ſoliden Ge=
i
jen und Maximen der Vorkriegszeit zu kommen.
wird es die Aufgabe ſein, daß in den jetzt beginnen=
Füllungen
ſtmg des Reparationsproblems gefunden wird, die
eutſche Volk und die ganze Welt das Vertrauen
ſeißtellt, ohne welches die Weltwirtſchaft für lange
ſtirt bleiben würde. Zugleich muß eine vernünftige
rgelung der kurzfriſtigen Kredite erfolgen.
öruptaufgaben ſind aber nicht durchzuführen ohne Be=
Vertrauens im Inland und Ausland. Dieſe Auf=
cver
durch die politiſche Agitation der extrem gerich=
eſen
erſchwert, weil die Welt nicht ſicher iſt, und ſich
uen erhalten, noch entſtehen kann. Die Welt muß
h,daß in Deutſchland keine politiſchen
ute gemacht werden. Gerade dieſer Winter
d utſchen Volke die ſchwerſte Nervenkriſe auferlegen.
ſet vaterländiſche Pflicht, alles zu tun, was zur Schaf=
räftigung
des Vertrauens mithelfen kann und alles
er, was es ſtören und vernichten muß. (Langanhalten=
. Ausführungen des Reichskanzlers, dem der Vor=
As den herzlichen Dank der Tagung ausſprach, ſetzte die
ſen.
Te chsarbeitsminiſter Dr. Skegerwald
An koalitionspolitiſche Frontverbreiterung ſei heute
Hy weder nach links noch nach rechts. Nach links des=
Aueil damit eine Mehrheit nicht zu erzielen wäre und
Auicht, weil damit außenpolitiſche Erſchwerungen bei den
B und Stillhaltungsverhandlungen eintreten würden.
bei gab dann einen Bericht über die deutſche Verſchul=
Winſenlaſt und erklärte, daß wir unbedingt zu Preis=
Korimen müßten, da dem deutſchen Volke eine zweite
Mict zugemutet werden könne. Der Reallohn müſſe
wertem Nominallohn beſtehen bleiben, das Geld müſſe
t Kaufkraft gewinnen. Der Miniſter ſprach ſich dann
Aurechterhaltung der Kollektivverträge und der Ver=
erklärungen
aus.
arrwald erklärte weiter, die Nationalſozialiſtiſche Par=
ſomogen
gewachſenes Gebilde, womit die ſchwierigen
hei Regierung in dem bevorſtehenden ſchweren Winter
en können. Die Gruppen, die in der gegenwärtigen
Heranziehung der Rechten zur Regierung wünſchen,
nicht aus ſtaatspolitiſchen Gründen, ſondern aus der
he aus, daß dabei die Gruppen der Rechtsoppoſition
üllen und abwirtſchaften würden, ſo daß nach dem
hruach der bürgerlichen Mitte durch ein ſolches Experi=
Zukunftsmöglichkeiten für bürgerliche Mittelparteien
uürden. In einer Stunde aber, wo es um Kopf und
bes 60=Millionen=Volkes geht, kann man nicht taktiſch
ſywern muß die Politik nach ſachlichen Geſichtspunkten
belkhafter Beifall.)
Mitiſch haben wir in den nächſten Wochen uns dar=
benckſcheiden
, ob wir für einige Jahre noch die Zähne
dmbeißen oder ob wir uns für Jahrzehnte in die
Mſchaft anderer Völker begeben wollen. Daneben
Aurrenpolitik der nächſten Monate eine große finanz=
politiſche
Transaktion.
aanwärtig mit etwa 11 bis 12 Milliarden kurzfriſtig,
Aur gleichen Summe langfriſtig verſchuldet, und dazu
4 bis 5 Milliarden ausländiſche Beteiligungen an
mWirtſchaft, ſo daß die geſamte deutſche Schuldenlaſt
lmd etwa 27 bis 28 Milliarden beträgt. Dazu kom=

Mübend der Opern= und Konzerk=Schule Hauf.
hu. Kleiner Saal. Donnerstag, 5. November.
eild mit wertvollem, wenn auch überreichlichem Pro=
enen
intereſſanten Einblick in die Arbeit des hoch=
Mrund pianiſtiſch trefflich geſchulten Kapellmeiſters
m gegenwärtig ohne Beſchäftigung an einer Oper
imchen jungen Leuten, Geſangsſchülern der verſchie=
umbildner
Rollen und Konzertlieder ſtudiert. Dieſes
darin reiche Früchte, als durchweg die Leiſtungen
aer, rhythmiſch exakt und in den noch am wenigſten
hia kungen mit bemerkbarem Ausdruckswillen vorge=
Mm. Der erſte Teil umfaßte 26 Lieder, Schubert,
Wolf, Reger, R. Strauß, eine Folge, die eine ſelb=
EAxſtaltung hätte ausfüllen können. Wir hörten Fräu=
veken
volle, abgerundete Stimme noch etwas von
rden müßte, und deren guter Vortrag durch deut=
uoe
noch gehoben werden kann, Frl. Müller, die ſich
=hr zurückhielt, aber durch eine liebliche, noch nicht
lahene Stimme erfreute. Herr Bley, ein junger Tenor,
2 zu Lied beſſeren und wärmeren Vortrag, ebenſo
PSelzam, deren zarte ſympathiſche Stimme am beſten
M.2 von R. Strauß zur Geltung kam. Frl. Reitz ſang
Da, die gut ausgeglichene Stimme iſt nicht völlig kon=
: Steuer fiel durch Streben nach ſubjektiver Ge=
Fr breitklingenden Höhe entſpricht die tiefere Mittel=
e
ganz. Beſonders ausgeglichen ſang Herr Wenner
Slimme erſcheint ſehr ausſichtsreich, ſein Vortrag
ek einſtweilen noch eingelernt, vor allem aber iſt die
en nicht frei von Mundart. Die Lieder wurden von
Leicniſtiſch einwandfrei und mit guter künſtleriſcher
A igkeit geſpielt, nur gab er zuweilen zu viel Ton
erts Wirtshaus in Brahms Treue Liebe und
Dne böſe Farbe‟,
shteil gab den jungen Geſangskräften mehr. Ge=
19 herauszugehen. Hier hörte man Mozart, Weber,
Lau Biset, Wagner, Leoncavallo. Vor allem inter=
Tetder, der neben guter ſtimmlicher Begabung und
Ein ſtiener Ausbildung über ein bemerkenswertes Vor=
Lerſlgt. Derr Bley war im Ausdruck der Arie aus
licht ganz gewachſen, fand ſich mit der Romanze
Liehestrank dann weit beſſer ab. Sehr liebens=
Sart p. Selzam die Arien des Cherubin, in der eiſten
n nme noch die Ruhe, die zweite gelang ſehr gut.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
men noch die politiſchen Schulden. Eine ähnliche Schuldenlaſt
hatte ein moderner Staat in der neueren Geſchichte noch nicht auf=
zuweiſen
. Wir haben allerdings auch Auslandsguthaben, die zwi=
ſchen
7 bis 9 Milliarden Mark betragen dürfen. Unſere Zinſen=
laſt
beträgt für die langfriſtigen Schulden etwa 700 Millionen
und für die kurzfriſtigen nicht viel weniger als eine Milliarde.
Dazu kommen noch die Dividenden für die Auslandsbeteiligung an
deutſchen Wirtſchaftsunternehmungen und endlich die politiſchen
Leiſtungen an Reparationen. In den nächſten Wochen wird der
außenpolitiſche Kampf darum entbrennen, ob und wie die poli=
tiſchen
Schulden gleichberechtigt neben den privaten behandelt wer=
den
können. Deutſchland hat nie beſtritten, daß die privaten
Schulden verzinſt und zurückerſtattet werden müſſen. Wir ſind
aber nicht in der Lage, daneben noch politiſche Schulden in grö=
ßeren
Beträgen zu bezahlen. Erſt wenn wir Klarheit über den
Stand der Reparations= und Stillhaltefragen haben, iſt die feſte
Baſis gewonnen für eine deutſche Innenpolitik. Wir kommen auch
um eine innere Stillhaltepolitik nicht herum. Dieſe Baſis iſt not=
wendig
, damit wir auch an die Zinſenfrage herankommen können.
Die Regierung iſt der Meinung, daß dem deutſchen Volke eine
zweite Inflation innerhalb eines Jahrzehnts nicht zugemutet
werden kann. (Beifall.)
Durch inflatoriſche Maßnahmen, von denen man in Deutſch=
land
wohl den Anfang, aber nicht das Ende ſieht, würde bei uns
der Spargedanke zerſchlagen werden und ohne den Spar=
gedanken
iſt es ausgeſchloſſen, daß wir wieder
zu einem vernünftigenKreditaufbau inDeutſch=
land
kommen können.
Wenn aber 25 Länder der Welt ſich auf dem Inflationsweg
befinden, dann muß Deutſchland, um ſeine Währung zu hal=
ten
, ſich dem Preisniveau der übrigen Welt anpaſſen.
Das deutſche Volkseinkommen, das 1913 etwa 42 Milliarden be=
trug
, beträgt heute rund 58 Milliarden gegenüber 70 Milliarden
im Jahre 1929. Wir werden, wenn wir nicht inflatoriſche Wege
gehen wollen, für die nächſten Jahre den jetzigen nominellen
Stand des Volkseinkommens nicht halten können, ſondern wer=
den
uns mit einem kleineren Einkommen begnügen müſſen. Der
Reallohn muß bei vermindertem Nominallohn beſtehen bleiben,
das Geld muß verſtärkte Kaufkraft gewinnen. Das Jahr 1932
wird das ſchlimmſte Jahr für die öffentliche Hand werden. Reich,
Länder und Gemeinden werden infolge des verminderten Steuer=
aufkommens
ein großes Defizit haben. Mit Veränderungen der
Umſatzſteuer kann man unmöglich den Einnahmeausfall der Län=
der
, Gemeinden und des Reiches ausgleichen.
Wenn man nur nach den Notverordnungen ſieht, ſo iſt es
richtig, daß die Arbeitnehmerſchaft die größten Opfer ge=
bracht
hat; im ganzen geſehen iſt es anders. Die Löhne
ſind im letzten Jahre um etwa 2 Milliarden ge=
kürzt
worden. Wenn wir aber die Bilanzwahrheit mit
dem neuen Aktienrecht durchführen, dann wird ſich heraus=
ſtellen
, daß von den 24 Milliarden, die in unſeren
Aktiengeſellſchaften inveſtiert ſind, kaum
vielmehr als 10 Milliarden erhalten blei=
ben
werden. Im ſozialen Abbau iſt ſchon viel
mehr geſchehen, als die Oeffentlichkeit glaubt. An der
Arbeitsloſenfürſorge ſind mindeſtens 7 50 Mil=
lionen
in den letzten Jahren praktiſch gekürzt wor=
den
. Wir haben im nächſten Winter zwar eine größere
Arbeitsloſigkeit als im letzten Winter zu erwarten,
aber ſie wird uns nicht mehr koſten als im letz=
ten
Winter.

* Berlin, 5. November. (Priv.=Tel.)
Die Tagung des Reichsausſchuſſes des Zentrums iſt eine
einzige Vertrauenskundgebung für den Reichskanzler Brüning
und ſeine Politik geweſen, der es verſtanden hat, ſich eine ſehr
feſte Stellung in ſeiner Partei zu ſchaffen, die ihm unbedingt
folgt und ihn unter Umſtänden bis zum bitieren Ende halten
will. Was der Parteiführer Prälat Kaas zum Thema der Zen=
trumspolitik
geſagt hat, iſt wohl abſichtlich rieldeutig gehalten
und ganz darauf abgeſtellt, nach außenhin den Eindruck zu ver=
ſtärken
, daß das Zentrum an einen Kurswechſel nicht denkt.
Aber die Formulierungen ſind ſehr geſchickt gehalten und es er=
gibt
ſich aus ihnen poſitiv, daß Herr Kags nur vom Augenblick
geſprochen und alles vermieden hat, was neue Mauern gegen=
über
den Nationalſozialiſten aufrichten könnte. Nur von Experi=
menten
will er nichts wiſſen. Was der Kanzler ſeinen Freun=
den
geſagt hat, iſt inhaltlich eine Enttäufchung, da er im weſent=
lichen
nur ſeine Ausführungen im Reichsjag wiederholte Ein=
zelheiten
über ſein tatſächliches Programm hat er nicht mitge=
teilt
, nicht erklärt, welche Hoffnungen er auf die Tätigkeit des
Wirtſchaftsbeirates ſetzt, ſondern ſich mit Allgemeinheiten be=
gnügt
. Nach dem ausführlichſten Bericht es liegen drei mehr
oder minder amtliche Faſſungen vor hat er ſich gegen die
Kritik der Preſſe gewendet, die den vollen Ernſt der Lage noch
nicht begriffen habe. Das iſt eine ſehr einſeitige Auffaſſung.
Im Gegenteil iſt zu ſagen, daß die Preſſe weit über den Rah=
men
der Regierungsparteien hinaus ihn ſehr ſtark unterſtützt

Nr. 308 Seite 3

hat und zurückhaltend und kritiſch erſt wurde, als offenbar
wurde, daß der Kanzler ſich zu notwendigen Eniſchlüſſen erſt
ſehr ſchwer und oft zu ſpät aufraffte. Der Kanzier hat auch der
Volkspartei den Fehdehandſchuh hingeworfen und behauptet, daß
ein Beſchluß der DVP. uns 220 Millionen Deviſen gekoſtet habe.
Von dort wird ihm erwidert, mit der glei hen Begründung laſſe
ſich die Behauptung aufſtellen, daß der Kanzler uns 3 Milliarden
gekoſtet habe, weil er ſich im September vorigen Jahres nicht
entſchließen konnte, einen Verſuch mit den Nationalſozialiſten zu
machen. Wir wiſſen, daß auch im Zentrum die Bedenken wachſen,
ob dieſe Taktik richtig war, und daß die Forderung, wenigſtens
einen Verſuch nach rechts zu machen, innerhalb des Zentrums
wie auch innerhalb des Parteivorſtandes Anhänger gefunden hat,
wenn auch Kanzler und Parteiführer die Entſcheidung
offenbar bis zum Zeitpunkt des Wiederbeginns des Parlaments,
alſo bis Ende Februar, hinauszuſchieben ſuchen.
Der Skudenkenkrieg in Halle.
Halle, 5. November.
Die 2. Vorleſung des Prof. Dehn litt wiederum unter Stö=
rungsverſuchen
ſeiner Gegner. Trotz ſchärfſter Kontrolle war es
außer den mit Sonderausweiſen Dehns verſehenen Hörern vierzig
weiteren Studenten gelungen, in den Hörſal zu gelangen. Zwei=
mal
verſuchte Prof. Böhmer, der bei der Studentenſchaft beſon=
deres
Anſehen genießt, auf die Opponenten beruhigend und auf=
klärend
einzuwirken. Während Böhmer noch ſprach, betrat Prof.
Dehn mit dem Rektor den Hörſaal. Der Rektor erklärte unter
Füßeſcharren der Hörer: Am Dienstag habe er eine Lamms=
geduld
bewieſen und die Studenten vor ſehr ſchweren Dingen be=
wahrt
. Jetzt aber würden die unrechtmäßig Anweſenden feſtge=
ſtellt
und unnachſichtlich vor das Diſziplinargericht geſtellt wer=
den
, wobei es keineswegs beim Verweis von der Hochſchule blei=
ben
werde. Darauf erhob ſich ein Student und erklärte: Wir
folgen für heute dem Rat Prof. Böhmers und gehen zu ihm hin=
über
, um ſeine Darlegungen zu hören. Der Kampf aber wird
fortgeſetzt! Als die Oppoſition den Saal verlaſſen hate, konnte
Dehn ſein Kolleg ohne Störungen halten. Nach Schluß der Vor=
leſung
erſchien abermals der Rektor und teilte mit, die nächſte
Umgebung der Univerſität ſei zwar geräumt, es ſei aber mit An=
griffen
der äußerſt erregten Menge auf der Straße zu rechnen.
Man möge daher die Univerſität durch einen Nebenausgang ver=
laſſen
. Dr. Dehn verließ das Univerſitätsgebäude im Kraftwagen
unter polizeilicher Bedeckung. Zu Beläſtigungen Dehns oder ſeiner
Kollegteilnehmer iſt es nicht gekommen. Gegen 22.30 Uhr war die
Ruhe in der Stadt im allgemeinen wiederhergeſtellt. Am Frei=
tag
wird eine allgemeine Studentenverſammlung zuſammentreten,
in der der Rektor, der Korrektor Prof. Völker und Prof. Böhmer
ſowie Prof. Dehn ſprechen werden. Bis dahin wurde Burgfrieden
vereinbart.
Kommunismus und Religion.
EPH. Bekanntlich iſt der religiös=ſozialiſtiſche Pfarrer Eckert
in Mannheim zur Kommuniſtiſchen Partei übergetreten und hat
eine Studienreiſe nach Rußland unternommen. Nach ſeiner Rück=
kehr
ſoll er als Werber für die K. P. D. verwandt werden. Nun
erklärt der Vertreter der Bezirksleitung der K. P. D. in Baden
Karl Fiſcher, wie die ſozialiſtiſche Mannheimer Volksſtimme‟
mitteilt:
Wir ſtehen der Kirche hemmungslos feind=
lich
gegenüber. Nur wer auf der Grundlage unſeres Pro=
gramms
und unſerer bolſchewiſtiſchen Prinzipien zu kämpfen be=
reit
iſt, der iſt uns willkommen. Wie Eckert die Spannung zwi=
chen
religiöſer Ueberzeugung und politiſchem Bekenntnis in ſich
überwindet, iſt ein nur ihn perſönlich angehendes Problem. Ver=
ſucht
er für ſeine religiöſen Anſchauungen in
der Partei zu werben, wird er ausgeſchloſſen
Wir vermuten, daß Eckert, wenn er wirklich noch religiö=
ſer
Sozialiſt iſt, ſich ſeine Stellung in der K. P. D. anders ge=
dacht
hat.

Vom Tage.
An Stelle des erkrankten Geſchäftsführers des Deutſchen Ge=
werkſchaftsbundes
Dr. Jahn iſt der Geſchäftsführer des Geſamt=
verbandes
deutſcher Angeſtelltengewerkſchaften Hegewald in
den Wirtſchaftsbeirat berufen worden.
Der Stellvertretende Vorſitzende des Oberſten Volkswirt=
ſchaftsrates
der Sowjetunion Piatakow, der auch ſür die Ver=
gebung
der Sowjetbeſtellungen in Deutſchland verantwortlich iſt.
iſt in Berlin eingetroffen, um ſich über die Fragen des deut=
ſchen
Rußlandsgeſchäfts zu unterrichten.
Der ſozialdemokratiſche Reichstagsabgeordnete Hilferding
wurde vom franzöſiſchen Finanzminiſter Flandin empfangen.
Im Pariſer Innenminiſterium wurde ein aus Metz ſtammen=
der
Kaufmann namens Collignon verhaftet, der im Ver=
dacht
ſteht, einen Anſchlag auf Briand geplant zu
haben.
Ein engliſches Schützenbataillon iſt in Kaſchmir eingerückt,
um die Behörden bei der Aufrechterhaltung der Ordnung zu un=
terſtützen
. Weitere Truppen ſind im Anmarſch. Bei Unruhen in
der Hauptſtadt Srinagar wurden acht Mohammedaner und acht
Hindus getötet, viele Häuſer geplündert und niedergebrannt.
Der Radikale Kongreß iſt geſtern mit einer großen
Rede des Präſidenten der Partei, des Abgeordneten Daladier,
in Paris eröffnet worden.

Ausgezeichnet in der dramatiſchen Wirkung war das Carmen=
Duett, geſungen von Frl. Pützer und Herrn Wenner. Herr Hauf
ſpielte die Opernbegleitungen mit deutlicher Bemühung, die Far=
ben
des Orcheſters im Klavierklang wiederzugeben und feuerte
durch ſein Spiel die jungen Sänger merklich an. Di Veranſtal=
tung
war ſehr gut beſucht, und alle Darbietungen wurden mit
lebhaftem Beifall bedacht.
F. N.

* Eine George-Sand=Uraufführung
mit Hermine Körner im Leipziger Schauſpielhaus.
Am Leipziger Schauſpielhaus wurde Sie und Er, ein
dreiaktiges Luſtſpiel, in zweiſtündiger Dauer, von dem Ameri=
kaner
Philipp Moeller (recht gut verdeutſch von Sybil
Margaret Wolton und Paul Willi) uraufgeführt. Das Stück be=
handelt
, erſtmalig in dieſer Form, ſehr launig, mit witzigem Dia=
log
, durchaus innerhalb der romantiſchen Ironie ſeiner Zeit, die
wichtigſten Liebesepiſoden (Alfred de Muſſet Chopin) der in
Romanen vielfach behandelten franzöſiſchen Schriftſtellerin George
Sand und erweiſt ſich als gekonnt. Hermine Körner als Gaſt
in der Titelrolle gab eine ganz köſtliche Leiſtung. Das Publi=
kum
ſpendete der ſehr guten, flotten Uraufführung unter Otto
Werthers Leitung außerordentlich ſtarken Beifall.
Hans Arno.

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glaube
im Land des Lamaismus. Nach eigenen Erlebniſſen in Tibet
dargeſtellt. Mit 22 Abbildungen. Verl. von F. A. Brockhaus, Leip=
zig
. Geb. 8,50 RM., Ganzleinen 10,50 RM.
Okkultismus, Hypnoſe, Hellſehen, Telepathie und ähnliche Dinge beſitzen
bei uns heute weitgehendes Intereſſe. Ueberaus ſtark ſind bei dieſen gei=
ſtigen
Strömungen die Einflüſfe des Orients und ihre religiöſen Grund=
lagen
in Inneraſien und Indien. In der bekannten Sammlung der
Brockhausſchen Bücher berichtet dieſer Band über den Götter= und
Dämonenglauben der Tibeter, ihre Vorſtellungen von Jenſeits und
Seelenwanderung, das Leben der Mönche und Nonnen, die teils ſehr
ernſthafte Gelehrte, teils durchtriebene Spitzbuben ſind. Schier unglaub=
liche
Uebungen und Forderungen ſtellen die verſchiedenen Sekten an
ihre Anhänger und Prieſter, um ſie dem gewünſchten Grad der Vollen=
dung
näherzubringen. Es zeigt uns ein außerordentlich reiches und
tiefes Geiſtesleben der Bevölkerung, das uns in Erſtaunen und oft
auch Beſchämung verſetzt, da ſie uns in manchen Erkenntniſſen weit
voraus ſind. Von dieſen Dingen erzählt uns eine Frau, die ſich nicht
ſcheute, dieſe Schulung auf ſich zu nehmen. Früher Lektorin an den
Univerſitäten von Paris und Brüſſel, iſt ſie ſelbſt Buddhiſtin, beherrſcht
Schrift und Sprache des Landes, ſo daß es ihr bald gelang, das Ver=
trauen
der Lamas zu gewinnen. Ein Jahrzehnt verbrachte ſie in
Klöſtern und Einſiedeleien dieſs Aande. Man wird micht arttäuſcht.

wenn man dieſem Buch über das geiſtige Leben der Völker auf den zen=
tralaſiatiſchen
Hochländern das größte Intereſſe entgegenbringt; es
bietet durch ſeine glatte, humorgewürzte Darſtellung außerdem eine ſehr.
Dr. W.
angenehme Unterhaltung.
Ernſt Fuhrmann: Der Geächtete. Roman. Folkwang=Auriga Ver=
lag
, Friedrichsſegen.
Die Geſchichte eines Menſchen, in dem das Geiſtige ſo ſehr
überhand genommen hat, daß ſich die Verbindung zur Wirklichkeit
gelöſt hat; in dem das Geiſtige zugleich ſo erſtarkt iſt, daß es den
Uebergang in die Erſcheinung und Wirklichkeit fordert. So un=
gewöhnlich
dieſer Menſch in der Größe ſeiner Konflikte iſt, ſo
typiſch und ſtellvertretend ſind dieſe Konflikte der Art nach: die
Verbindung zwiſchen Kopf und Hand iſt zerriſſen. Denn was be=
deuten
Millionen überflüſſiger Hände heute anders, als daß die
Köpfe ſich keine Aufgaben ausdenken, oder den Weg zu den Hän=
den
nicht finden können. Der Geiſt, der dieſen Menſchen beherrſcht,
iſt keineswegs ſchlackenlos, aber ſo ſelbſtherrlich, daß ihm jeder
Weg zur Tat unrein erſcheint; aber vielleicht liegt die Unreinheit
in ihm ſelber, denn iſt das nicht ſchon ein Widerſpruch: geiſtige
Macht? Aber eben von ſolchen Widerſprüchen handelt das Buch,
von den inneren Spaltungen und Vorgängen, von der Geburt der
Ideen in einem Menſchen und der ungeheuren Schwierigkeit, ſie
am Leben zu erhalten. Die Macht des Helden reicht dabei nicht
weiter, als daß er die Umwelt zwingt, ihm die Situation einzu=
räumen
, die allein ihm gemäß iſt: die eines Geächteten. Dr. N.
Der Sumpfbiber ein neues Haustier. Die Lebensge=
wohnheiten
und Bedürfniſſe des Sumpfbibers, die Verhältniſſe,
unter denen ſeine Zucht ratſam erſcheint, Gehegebau. Fütterung,
Pelzbeurteilung und alle anderen Fragen dieſer Zucht ſind in der
eben erſchienenen Neuauflage des Buches von Profeſſor Dr. Wal=
ther
(Landwirtſchaftliche Hochſchule, Hohenheim), Der Sumpf=
biber
(Nutria), ſeine Zucht und Haltung als Pelztier in Europa
(Verlag C. F. Mayer. München. 2 C. Sparkaſſenſtr. 11) ſo ein=
gehend
behandelt, daß auch der Anfänger getroſt danach eine Zucht
einrichten kann. Die ſeit längerer Zeit dringend erwartete Neu=
auflage
iſt unter Berückſichtigung der neueſten Erfahrungen völlig
umgearbeitet und beſonders reich illuſtriert, unter anderem auch
mit Farbtafeln verſchiedener Nutriafelle.
Deutſch=franzöſiſcher Ausgleich 1905? Aus der Zeit der erſten
Marokkokriſe, unmittelbar vor dem Sturze Delcaſſés, veröffent=
licht
Dr. Friedrich Thimme im Oktoberheft der ſtets intereſſanten
Europäiſchen Geſpräche (Verlagsbuchhandlung Dr. Walther
Rothſchild, Berlin=Grunewald), eine Reihe von Dokumenten, die
einen durch den früheren italieniſchen Schatzminiſter Luzzatti an
die deutſche Regierung herangebrachten Friedensfühler näher be=
leuchten
. Bülow hat vielleicht Recht gehabt, auf die nach Her=
kunft
und Tragweite ſehr unbeſtimmten Vorſchläge nicht einzu=
gehen
, ſo daß das nachträgliche Abwägen einer Schuldfrage müßig
Dingen iſt auch heute noch
iſt; aber die Beſchäftigung mit
lehrreich, um den Blick für das zu ſchärfen, was man pſychologiſche
Momente nennt.

[ ][  ][ ]

Sefte 4 Nr. 308

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

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6. November 1931.

Alus der Landeshaupkfkadk.
Darmſtadt, den 6. November 1931.
winkerhilfe der Stadtmiſſion.
ſichts der großen gegenwärtigen Notlage hat auch die
Awi die Winterhilfe tatkräftig in die Hand genommen.
bereit erklärt, in ihren Räumen in der Mühlſtraße 24
ſisſtube einzurichten, in der ſolche Kleidungs= und
i. die zur Weitergabe an bedürftige Familien beſtimmt
jenfalls inſtandgeſetzt und brauchbar hergerichtet werden.
riſſion, die ſeit 43 Jahren eine geſegnete Miſſionsarbeit
Bevölkerungsſchichten unſerer Stadt tut, bittet alle
d Mitglieder ihrer Arbeit, ihr für dieſen Zweck der
ſolche Kleidungs= und Wäſcheſtücke zur Verfügung zu
in manchem Haushalt entbehrt werden und an an=
er
große Nor lindern können. Gern werden ſolche Ga=
rurc
unſere freiwilligen Hilfskräfte abgeholt, wenn
oder ſchriftlich Benachrichtigung erfolgt. (Fernruf
ußerdem iſt durch Mitglieder und Freunde der Stadt=
u
Pfundſammlung ins Leben gerufen worden.
hueder und Freunde unſerer Arbeit werden gebeten, ſich
Seteiligen. Die beiden Digkoniſſen der Stadtmiſſion
S Verteilung der geſammelten Lebensmittel in die
e Stadtmiſſion möchte dadurch an ihrem Teil dazu bei=
ſu
großen Gegenwartsnot zu begegnen und dieſelbe zu
rreit es in ihren Kräften ſteht. Geldgaben für die Win=
:Stadtmiſſion werden dankbar entgegen genommen und
hüdas Poſtſcheckkonto Nr. 15 476. unter Buchhandlung der
er. Darmſtadt, mit der Bezeichnung Winterhilfe.

Evangeliſch=kirchliche Dienſtnachrichten. Durch die
rung wurde der durch den Dekanatstag des Dekanats
Nroden Reſt der laufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl
Ness Johannes Hoffmann zu Weſthofen zum Dekan
aus Worms ſowie der von demſelben Dekanatstag voll=
ürhl
des Pfarrers Otto Repp zu Nieder=Flörsheim
urtreter des Dekans des Dekanats Worms die Beſtäti=
Ferner wurde dem Pfarrer Otto Illert zu
u die evangeliſche Pfarrſtelle zu Heuchelheim. Dekanat
uetragen.
eimg. Die Direktion und die Beamten des Heſſ. Staats=
nrthimelten
ſich zu einer würdigen Feier, um von ihrem
land tretenden Amtsobergehilfen Georg Schnell=
zu
5chied zu nehmen. In ſeiner eindrucksvollen Rede er=
Direktor beſonders die in langjähriger treuer Dienſt=
te geleiſtete Arbeit des Scheidenden an. Waren es
ure, die Georg Schnellbacher in unermüdlichem und
lism Eifer der Arbeit gewidmet hatte. Das Penſions=
eſem
arbeitsreichen Wirken ein Ziel geſetzt. Ein
gſchenk, das dem Scheidenden überreicht wurde, wird
das Verbundenſein mit ſeiner alten Wirkungsſtätte
Auch S.K.H. der Großherzog ließ dem Scheidenden für

Dienſte ſein Bild mit eigenhändiger Unterſchrift über=

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14½17½ Uhr. Guſtatv Adolf Pr. 0.503 Mk.
1922 Uhr Guſtab Adolf Preiſe 0,503 Mk.

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20231 Uhr. Zuſatzmiete V5.
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202214 Uhr. Zuſatzmiete 1I.3. Die heilige
L. Nob,

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20. Ende nach 22½4 Uhr. Zuſatzmiete III 4.
M Mob
Mar a Mägdgleng. Preiſe 0 604:50 Mk.
ſches Landestheater. Morgen, Samstag. findet unter
Beitung von Dr. Hans Schmidt=Iſſerſtedt die Auffüh=
Aerdis Othello ſtatt. Die Oper hatte bei ihrer
Furholung bei Publikum und Preſſe einen der ſtärkſten
Spielzeit. Die Beſetzung des morgigen Abends iſt, die
lufführung. Albert Seibert ſingt die Titelrolle, Joh.
Jago. Anny v. Stoſch die Desdemona, den Caſſio Hein=
kuh
. Emilie Anng Jacobs, den venezianiſchen Geſand=
Heydorn, den Rodrigo Eugen Vogt. Die Spiellei=
ends
hat Heinz Arnold.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 308 Seite 5

25 fahre Landwietschaftskammer.

Auf Grund des Landwirtſchaftskammer=Geſetzes vom 16. Mai
1906 fand die erſte Wahl zur Heſſiſchen Landwirtſchaftskammer
am 11. Oktober desſelben Jahres ſtatt. Am 20. Oktober 1906
wurde die Landwirtſchaftskammer in ihrer erſten konſtitußrenden
Sitzung gebildet, die Wahlen für den Vorſtand und die Kommiſ=
ſionen
vorgenommen. Damit war die neue Landwirtſchaftskammer
als die geſetzliche berufsſtändiſche Vertretung der heſſiſchen Land=
wirtſchaft
gebildet, ſie übernahm die ſeither von den Landwirt=
ſchaftlichen
Provinzialvereinen und dem Heſſiſchen Landwirt=
ſchaftsrat
durchgeführten Aufgaben. Am 20. Oktober d. J. waren
es daher 25 Jahre, daß die endgültige Konſtituierung der Land=
wirtſchaftskammer
ſtattjand. Die Heſſiſche Landwirtſchaftskammer
kann deshalb an dieſem Tage auf die Tätigkeit eines Viertel=
jahrhunderts
zurückblicken. Während der Herbſttagung der Deut=
ſchen
Landwirtſchafts=Geſellſchaft erſtattete in deren Hauptver=
ſammlung
der Direktor der Landwirtſchaftskammer. Dr. Hamann,
ein eingehendes Referat über Die Entwickelung der Landwirt=
ſchaft
in den letzten 25 Jahren und ihren heutigen Stand. In
dieſem Referat ſchilderte er zugleich die Tätigkeit der Landwirt=
ſchaftskammer
.
In Rückſicht auf den Ernſt der Zeit, ſah der Vorſtand der
Landwirtſchaftskammer von einer größeren Feier anläßlich des
25jährigen Beſtehens der Landwirtſchaftskammer ab. Nur im
Rahmen einer Vorſtandsſitzung fanden ſich am Mittwoch die
Mitglieder des Vorſtandes der Landwirtſchaftskammer, die Ver=
treter
des Miniſteriums für Arbeit und Wirtſchaft, an ihrer
Spitze Herr Miniſter Korell., zugleich als Vertreter des Herrn
Staatspräſidenten, mit einer größeren Zahl von Beamten und
Angeſtellten zuſammen, um des 25jährigen Beſtehens der Land=
wirtſchaftskammer
zu gedenken. In einfacher ſchlichter Weiſe ſchil=
derte
der Vorſitzende der Landwirtſchaftskammer. Herr Oekonomie=
rat
Henſel, der zugleich das älteſte Vorſtandsmitglied der
Landwirtſchaftskammer iſt, das Werden der Landwirtſchaftskam=
mer
ihre Entwickelung und Tätigkeit. Er dankte in ſeinen Aus=
führungen
beſonders der Heſſiſchen Regierung, an der Spitze dem
Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft, dem Miniſterium der
Finanzen für die der Heſſiſchen Landwirtſchaftskammer in den
langen Jahren gewordene Unterſtützung zur Durchführung wich=
tiger
Förderungsmaßnahmen. Sein Dank galt ferner den Mit=
gliedern
des Vorſtandes, der Landwirtſchaftskammer, den Beam=
ten
und Angeſtellten für ihre treue Arbeit, die ſie im Laufe dieſer
Jahre geleiſtet hatten.
Der Vorſitzende verlas ein Glückwunſchſchreiben des
Herrn Staatspräſidenten, in dem dieſer auf die Be=
deutung
der Landwirtſchaftskammer für die vorwiegend bäuer=
liche
heſſiſche Landwirtſchaft hinweiſt und in anerkennenden Wor=
ten
der Arbeit der Landwirtſchaftskammer in den verfloſſenen
Jahren als der berufsſtändiſchen Vertretung gedenkt.
Dann ſprach Herr Miniſter Korell, der im Auftrag des
Heſſiſchen Geſamtminiſteriums die Glückwünſche überbrachte. Die
Vertreter der heſſiſchen Regierung ſeien zu der einfachen Feier
gerne gekommen, um damit die wertvolle Zuſammenarbeit zwi=
ſchen
Miniſterium und Landwirtſchaftskammer im Intereſſe un=
ſerer
heſſiſchen Landwirtſchaft zum Ausdruck zu bringen. Insbe=
ſondere
ſprach er dem Vorſitzenden der Landwirtſchaftskammer,
Herrn Oekonomierat Henſel, ſeinen Dank aus für die abgewogene
und ausgeglichene Art, in der er jederzeit die Geſchäfte der Land=
wirtſchaftskammer
im Intereſſe unſerer heſſiſchen Landwirtſchaft
führte und dem Direktor der Landwirtſchaftskammer, Dr. Hamann,
für ſeine in all den Jahren gegebene Initiative und erwieſene
Pflichterfüllung.
In ſeinen weiteren Ausführungen begründete der Herr Mini=
ſter
in hervorragender Weiſe die Bedeutung des korporativen

Vier Maler, Kunſthalle. Zweifellos iſt es aufſchlußreich,
die Künſtler ſelbſt über ihre Werke ſprechen zu hören. Herr
Scheld wird am morgigen Samstag nachmittag 3 Uhr durch die
Ausſtellung führen. Der Eintrittspreis iſt hierbei auf 50 Rpfg.
herabgeſetzt; die Kunſthalle iſt geheizt.
Die Freireligiöſe Gemeinde Darmſtadt veranſtaltet am
8 November abends im Mozartſaal eine Sonntagsfeier.
Aſſeſſor Schramm ſpricht über den Kampf um die Geiſtesfreiheit
in Spanien Muſikaliſche und geſangliche Darbietungen um=
rahmen
die Feier.
Tanzabend Niddy Impekoven. Eine entzückende Auswahl
von Tänzen hat Niddy Impekoven zu dem Gaſtſpiel, das ſie
heute, Freitag, 8 Uhr, auf Einladung der Literariſch=
Künſtleriſchen Geſellſchaft im Kleinen Haus des Lan=
destheaters
gibt, zuſammengeſtellt. Den Tänzeu zu alter Muſik
von Couperin wird Mozart, Schubert und Bach folgen; eine fröh=
liche
bäueriſche Suite in fünf köſtlichen Teilen gibt den Abſchluß.
Karten an der Kaſſe des Landestheaters.

ch in 3 Mhulen!

Dunh einfaches Audenn
wird. MNr Jaar sofort locker und duffg.
Die Ondulation bleibt erhalten. Sie eppei-
chen
dies durch die Jfaaruäsche ohne Ulasser
Schnarzkopf Trocken- Schaumpöh

Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 Wander=Abteilung. Zu
der 11 Wanderung ruft der Wander=Ausſchuß die Mitglieder
und Freunde für den nächſten Sonntag auf. Es iſt die erſte Nach=
mittagswanderung
, die ſtattfindet, und führt durch den herrlichen
Park nach Meſſel, wo eine kurze Einkehr gehalten wird. Der Ab=
marſch
iſt auf 1.30 Uhr. ab Odenwaldbrücke. Dieburger Straße,
gelegt worden, und erwartet der Führer der Wanderung eine
ſtattliche Zahl von wanderluſtigen Mitgliedern.
Volkshochſchule. Die Experimental=Vorträge über: Ausge=
wählte
Kapitel aus der modernen Elektrotechnik von Dipl.=Ing.
Scriba beginnen am Dienstag, den 10. November, im Hörſaal
des Elektrotechniſchen Inſtitutes der Techniſchen Hochſchule. An
Hand von anſchaulichen Experimenten werden die Grundlagen ent=
wickelt
, ohne die ein tieferes Verſtändnis für die angewandte Elek=
trotechnik
nicht möglich iſt. Anmeldungen ſind an die Volkshoch=
ſchule
, Mathildenplatz 17, zu richten.
Ein Verkehrsunfall ereignete ſich geſtern abend, gegen 7.30
Uhr dadurch, daß ein an den elektriſchen Schienen in der Rhein=
ſtraße
(Nähe der Grafenſtraße) arbeitender Mann von einem Auto
angefahren wurde. Der Fahrer erklärte, das kleine Licht der
beiden Arbeiter nicht geſehen zu haben. Der Verletzte wurde ſo=
fort
in das Krankenhaus gebracht. Die Schuldfrage iſt noch un=
geklärt
.

Zuſammenſchluſſes der Landwirte in einer öffentlich rechtlichen
Organiſation der Landwirtſchaftskammer für den geſamten
Bauernſtand. ur durch dieſen Zuſammenſchluß ſei es möglich,
gerade in dem heutigen Wirtſchaftskampf erfolgreich zu beſtehen.
Es ſei auc) notwendig, daß die Landwirtſchaft ſich in den Kreiſen
der Parteien Freunde erwerbe und in der beiderſeitigen Arbeit
der Berufsvertretung und der Parteien ſeien Erfolge zum Wohle
der Landwirtſchaft zu erreichen. Wenn Veränderungen in ſeinem
Miniſterium eintreten ſollten, ſo ſei doch gewiß, daß auch in Zu=
kunft
die Intereſſen der heſſiſchen Landwirtſchaft im gleichen Sinn
gewahrt würden, wie ſeither.
Indem er der Landwirtſchaftskammer nochmals für die Ein=
ladung
dankte, ſprach er die Hoffnung und den Wunſch aus, daß
der Landwirtſchaftskammer auch in Zukunft eine gedeihliche
Weiterarbeit, ihren führenden Männern lange Geſundheit und
Erhaltung ihrer Charaktereigenſchaften ſowie der heſſiſchen wie
der deutſchen Landwirtſchaft beſſere Zeiten beſchieden ſeien, wie
wir ſie heute haben. Die Ausführungen des Herrn Miniſters
wurden von den Anweſenden mit lebhafter Zuſtimmung aufge=
nommen
.
Nachdem der Herr Vorſitzende noch die Verleihung einiger,
mit Zuſtimmung des Herrn Miniſters für Arbeit und Wirtſchaft
vom Vorſtand der Landwirtſchaftskammer verliehenen. Dienſt=
bezeichnungen
bekanutgegeben hatte, ſprach der Direktor der Land=
wirtſchaftskammer
, Dr. Hamann. Er wies in ſeinen Ausführun=
gen
auf die frühere Organiſation der Landwirtſchaftlichen Pro=
vinzialvereine
, des Heſſiſchen Landwirtſchaftsrates und die Not=
wendigkeit
ihrer Umwandlung in eine berufsſtändiſche Organiſa=
tion
auf geſetzlicher Grundlage hin. Wenn in den letzten 25 Jah=
ren
erfolgreiche Arbeit in der Landwirtſchaftskammer geleiſtet
worden ſei, ſo wäre dies nur möglich geweſen durch den weit=
ſchauenden
Blick und die Unbeirrtheit, mit der der Vorſitzende, der
Vorſtand und die Mitglieder der Kammer die Intereſſen der
Landwirtſchaft zum Wohle unſerer Landwirtſchaft verfolgt hätten.
Er gedachte der Arbeit der bereits früher verſtorbenen Vorſitzenden
der Landwirtſchaftskammer, insbeſondere aber des derzeitigen
Vorſitzenden, der Mitglieder des Vorſtandes und der Kammer,
wie auch ſeiner Mitarbeiter, Beamten und Angeſtellten und dankte
allen für ihre ſelbſtloſe, hingebende Tätigkeit zum Wohle der heſ=
ſiſchen
Landwirtſchaft. Auch in Zukunft müſſe wie ſeither die
Landwirtſchaftskammer Führer ſein und nicht der Geführte. Auch
im nächſten Vierteljahrhundert wird die Landwirtſchaftskammer
die Intereſſen der heſſiſchen Landwirtſchaft erfolgreich vertreten
und ſo dazu beitragen, über die ſchwierigen Zeiten unſerer Land=
wirtſchaft
und der geſamten Wirtſchaft hinwegzukommen.
Hierauf dankte als Vertreter der Beamten= und Angeſtellten=
ſchaft
Oberbaurat Thaler dem Vorſitzenden, den Mitglie=
dern
des Vorſtandes, der Geſchäftsführung und der heſſiſchen Re=
gierung
für das jederzeit den Beamten erwieſene Wohlwollen
und gab die Erklärung ab, daß die Beamten= und Angeſtellten=
ſchaft
auch in Zukunft ihre ganzen Kraft zum Wohle der heſſiſchen
Landwirtſchaft einſetzen werden.
Herr Oekonomierat Korell der neben Herrn Oeko=
nomierat
Breidenbach während der 25 Jahre an führender Stelle
in der Landwirtſchaftskammer tätig war, ſprach von dem Werden
der Landwirtſchaftskammer und ihrem Wirken in den abgelaufe=
nen
Jahren, die ihre Erfolge in der heſſiſchen Landwirtſchaft er=
kennen
ließen. Auch er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die
Landwirtſchaftskammer in den kommenden Jahrzehnten in gleicher
Weiſe wie ſeither zum Wohle der heſſiſchen Landwirtſchaft ihre
Aufgaben erfüllen werde.
Hiermit war die einfache, aber würdige Feier beendet.

Schwerer Verkehrsnnfall.

I. Griesheim, 5. Nov. Der 37 Jahre alte Hilfsarbeiter Karl
Hoffmann von hier befand ſich heute vormittag mit ſeinem Fahr=
rad
auf dem Wege nach Darmſtadt. Als er gegen 8 Uhr am Baſ=
ſin
von der Fahrbahn aus nach dem Radfahrerbankett ausbiegen
wollte und kaum zwiſchen zwei Fuhrwerken hindurchgefahren war,
wurde er von einem entgegenkommenden Auto erfaßt und über=
fahren
. Hoffmann trug hierbei eine ſchwere Schädelverletzung
davon, die ſeinen ſofortigen Tod zur Folge hatte. Das Auto, das
ſich anſcheinend durch ſtarkes Bremſen überſchlug, kam mit erheb=
lichen
Beſchädigungen in den Straßengraben zu liegen.
Dazu meldet der Polizeibericht: Der 35jährige Arbeiter
Karl Heinrich Hofmann aus Griesheim fuhr am 5. 11. 31 gegen
8 Uhr auf ſeinem Fahrrad von Griesheim nach Darmſtadt. Etwa
in Höhe des Waldfriedhofs wollte er zwei vor ihm fahrende Pferde=
fuhrwerk
überholen, um wahrſcheinlich auf den auf der nörd=
lichen
Seite der Griesheimer Chauſſee herziehenden Radfahrweg
zu kommen. Zu gleicher Zeit, als Hofmann zum Ueberholen der
Fuhrwerke anſetzte, paſſierte der Lieferwagen der Firma Karl
Winkel, Geſchäft für Bürobedarf in Darmſtadt, dieſe Stelle in
Richtung Griesheim. Hofmann wurde von dem vorderen linken
Kotflügel des Lieferwagens gefaßt und ſo ſchwer verletzt, daß er
alsbald nach ſeiner Einlieferung durch die Städt. Rettungswache
in das Stadtkrankenhaus an den ſchweren Verletzungen verſtarb.
Staatsanwaltſchaft, Dampfkeſſelinſpektion und Polizei waren ſo=
fort
zur Stelle und haben den Sachverhalt aufgenommen. Die
Unterſuchung über die Schuldfrage iſt eingeleitet.

Aus dem Gerichksſaal.

4w. Am 12. Juni waren am Marktplatz den ganzen Tag Un=
ruhen
. Menſchenmaſſen ſtanden vor dem Schloß und ſchrien im
Sprechchor, und als ſchließlich zwei Erkerſcheiben bei Heß einge=
ſchlagen
und ein Möbelwagen umgeworfen wurde, der vor der
Krone ſtand, ſah ſich die Polizei genötigt, energiſch einzugreifen.
Doch wie es ja leider ſtets bei dieſen Sachen iſt, die Haupttäter
wurden nicht gefaßt. Dem erſten Angeklagten iſt lediglich
nachzuweiſen, daß er einen Stein auf die Feuerwehrleute warf,
die ſich bemühten, den Möbelwagen wieder aufzurichten, und er
erhält deswegen wegen Auflaufs in Tateinheit mit
Landfriedensbruch acht Monate Gefängnis, unter
Zubilligung mildernder Umſtände, da der Angeklagte nachgewie=
ſenermaßen
außerordentlich aufgeregt iſt. Der fünfte Ange=
klagte
hat einem Polizeibeamten Waſſer übergeſchüttet, wie
ſeine Frau ausſagte, weil er ſich über die Schupos geärgert habe,
und erhält wegen Widerſtand zwei Monate Ge=
fängnis
. Die drei übrigen werden freigeſprochen.

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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 6. Nove=

Seite 6 Nr. 308

* Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Union=Theater.
Bomben auf Monte Carlo, das iſt ein Film, der,
nach all dem, was von und über ihn geſprochen und geſchrieben
wurde, enttäuſchen muß, oder aber: will man die Enttauſchung
überwinden. muß man ſich völlig von der Handlung freimachen.
Dann allerdings kann man an dem ausgezeichneten Spiel, beſon=
ders
von Hans Albers, auch von der entzückenden, ſchlanken
Anna Sten, und vor allem an den prachtvollen Bildern, die das
ganze lebenerfüllte und ſonnendurchglühte Monaco und Monte
Carlo wiedergeben, ſeine helle Freude haben. Die Handlung ſelbſt
iſt zu neun Zehnteln billiger Operettenſtoff, in ſeiner Unmöglich=
keit
nicht einmal das, ſondern noch eher in das ſeichte Schwank=
genre
zu verweiſen, zu einem Zehntel ernſt zu nehmendes Leben
aus der Marine eines kleinen Phantaſieſtaates, aber immerhin
auf einem Kriegsſchiff. Daß eine Königin, mag es auch die von
Pontenero ſein, nach einem Leitfaden für Kokotten und ſolche, die
es werden wollen, verſucht, das Herz des Kapitäns ihres einzigen
Kriegsſchiffes zu erobern, und damit dieſen Abenteurer ſelbſt; die
ganze Art, wie dieſer Kampf des Weibchens um das Männchen
dann geführt wird, iſt ſelbſt für einen Operettenſtoff allzu ge=
wagt
. Die Prachtgeſtalt von Hans Albers aber, der ſich in der
ſchmucken Uniform des Kriegsſchiffkapitäns ebenſo wohl fühlt, wie
als Greifer hält in ihrer ſtarken, männlichen Art die ganze
Handlung und das ganze Spiel. Anna Stens Schlankheit und
Augenaufſchlag iſt ihm ein gutes Gegenſpiel, Heinz Rühmann
ein ſympathiſcher Kamerad. Die durch Schallplatten und Jazz=
kapellen
bekannten Geſangsſchlager, vor allem Das iſt die Liebe
der Matroſen, einer der wirkſamſten Schlager der letzten Pro=
duktionen
, helfen über viele ſchwache Stellen hinweg. Auch die
Spielſzenen in Monte Carlo ſind ſehr belebt.
Helia
bringt neben einem hübſchen Pferdefilm im Hauptprogramm ein
Luſtſpiel Er und ſein Diener, das in manchen Einzel=
heiten
nett und luſtig gemacht, als Ganzes nicht ſehr zeitgemäß an=
mutet
; außerdem iſt das Raffke=Thema reichlich abgenutzt. Was
ſich aber aus dem Stoff machen ließ, iſt mit viel Sinn für ſatiriſche
Wirkung und komiſche Situation herausgeholt, und es wird im=
merhin
manche Heiterkeit erregen, zu ſehen, wie der ehemals
gräfliche Diener Hyppolit den Haushalt und die geſamte Lebens=
führung
der biederen Bürgersfamilie umkrempelt.
4
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute das Doppel=
programm
von Format, und zwar den ſenſationellen Kriminal=
Tonfilm der Ufa D=Zug 13 hat Verſpätung mit Charlotte Suſa,
Heinz Könecke, Fee Malten. Alfred Bayerle u. a. Ferner im zwei=
ten
Teil den luſtigen Tonfilmſchwank Der Stumme von Portici
mit der Elite der Komiker und das gute Beiprogramm.
Film=Morgenfeier. In einer der beliebten Film= Mor=
genfeiern
wird im Helia=Theater am Sonntag vormittag 11.15
Uhr der Sportfilm Die Spur durchs weiße Land vorgeführt. Der
Film iſt hergeſtellt von der Süddeutſchen. Heimatfilm=Geſellſchaft
und zeigt u. a prachtvolle Aufnahmen vom Schwarzwald und den
winterlichen Alpen. Jugendliche haben Zutritt und zahlen halbe
Preiſe. Karten im Vorverkauf an der Helia=Kaſſe.

Fünfzig Jahre Odenwaldklub. Das nächſte Dekorierungsfeſt
wird ſeine beſondere Note als Jubiläumsfeier der Ortsgruppe
Darmſtadt erhalten. Es findet vorausſichtlich am 16. Januar 1932
im Städt. Saalbau ſtatt. Wenn auch die Vorbereitungen zu die=
ſem
Feſt unter dem Druck der allgemeinen Notlage liegen, ſo
verbürgen die vorſichtige Finanzgebarung des Ortsgruppenvor=
ſtandes
und die Treue der Mitglieder immerhin eine wurdige Aus=
geſtaltung
der Feſtordnung. Die Ortsgruppe Darmſtadt zählt
heute immer noch 1000 Mitglieder. Neben den idealen Aufgaben
und Zielen des Odenwaldklubs iſt dies auch darauf zurückzuführen,
daß der Beitrag (von Anbeginn an ſtets in mäßigen Grenzen ge=
halten
) ſeit Jahren nicht erhöht worden iſt, trotz koſtenloſer Liefe=
rung
der Zeitſchrift Dorflinde‟. Um den Zeitverhältniſſen Rech=
nung
zu tragen, beabſichtigt der Vorſtand der außerordentlichen
Hauptverſammlung, die am 11. Dezember ſtattfinden wird, eine
fühlbare Senkung des Mitgliederbeitrags vorzuſchlagen, auch zu=
zulaſſen
, daß Entrichtung des ermäßigten Beitrags auf Wunſch in
zwei Halbjahresraten erfolgen kann. Arbeitsloſe und mittelloſe
Mitglieder werden von jeher beitragsfrei geführt.
Die Vorteile des Kochens mit Elektrizität gegenüber dem
Kochen mit anderen Beheizungsarten ſind ſo augenſcheinlich und zu
groß, als daß ſie länger verkannt werden könnten. Erwähnt ſei nur
die ſtete Betriebsbereitſchaft des elektriſchen Herdes, das müheloſe
ſaubere Kochen, die einfache und gefahrloſe Bedienung, keine Her=
anſchaffung
der Brennmaterialien, Fortfall jeglicher Abfallpro=
dukte
, Erhaltung der Nährſtoffe, Erſparnis an Fettſtoffen und der=
gleichen
mehr. Eine der Hausfrau innewohnende Anhänglichkeit
an das Althergebrachte ließ bis vor kurzem nur ſchrittweiſe die
Elektrizität in der Haushaltküche Einzug halten, aber nachdem der
Anfang gemacht iſt, iſt heute die Zahl der elektriſchen Küchen ſtar!
im Wachſen begriffen und allerorts werden Neubauten und ganze
Siedlungen planmäßig mit elektriſchen Küchen eingerichtet. Auf
den elektriſchen Herden geraten bei der gleichmäßigen Hitzeentwick=
lung
die Speiſen vorzüglich. Die Braten ſchrumpfen nicht zuſam=
men
, ſondern behalten ihr ſchönes Ausſehen. Die milde Hitze er=
hält
die Nährſtoffe in den Speiſen, die dadurch nicht nur nahr=
hafter
, ſondern auch ſchmackhafter werden. Eine ganze Reihe wei=
terer
Vorzüge wäre noch zu erwähnen, aber überzeugender als
alles andere wirkt ein Beſuch des heute nachmittag um 4 Uhr
im Heaghaus ſtattfindenden Vortrages, wozu alle intereſſierenden
Hausfrauen herzlichſt eingeladen werden. (Vgl. Anzeige.)

Orpheum. Für die drei letzten Abendvorſtellungen der in=
ternationalen
Scherber=Varieté=Schau, heute Freitag, morgen
Samstag, ſowie Sonntag, jeweils abends 8,15 Uhr, gelten die
volkstümlichen Eintrittspreiſe von 60 Pfg. an. Erwerbsloſe, So=
zialrentner
uſw. haben heute, Freitag, beſondere Preisvergünſti=
gung
gegen Vorlage des Ausweiſes an der Abendkaſſe. Morgen,
Samstag, nachmittag 4 Uhr, iſt die einzige Jugend= und Familien=
Vorſtellung der Scherber=Varieté=Schau bei halben Eintritts=
preiſen
! Schon für 30 Pfennige iſt Gelegenheit geboten, die
vielſeitige und hochintereſſante Schau zu beſuchen; außerdem wird
auf je 2 gelöſte numerierte Plätze ein Freiplatz gratis ab=
gegeben
. Der Kartenverkauf iſt im Verkehrsbüro und an der
Orpheumskaſſe von 3 bis 6 Uhr. (Siehe Anzeige.)

Rumpelſtilzchen, das am vergangenen Sonntag mit großen
Beifall aufgenommene Märchen in 4 Bildern von Roſa Dodille
wird am Sonntag, 8. November, nachm. 3,30 Uhr, letztmalie
wiederholt. Wollen Sie ihren Kindern eine Freude machen
führen Sie die Kleinen zum Orpheum=Märchentheate
und ſichern Sie ſich rechtzeitig Karten im Verkehrsbüro ode
telephoniſch unter 389. Preiſe von 25 Pfg. an. (Siehe Anzeige.)

Verwaltungsgerichtshof, Zeughausſtraße 2. Oeffent=
liche
Sitzung am Samstag, den 7. November, vormittags
9.15 Uhr Vorentſcheidung gegen Staatsanwalt Lang in Mainz.
wegen Beleidigung uſw. im Amt.

Lokale Veranſtaltungen.

Die
ter erfcheinenden Noflzen And ausfchließlich als Hinweiſe auf Krzeigmn m bekract
im ſeinem Fadle irgendwie ol Beſbprschung oder Krü‟
Der Allgemeine Verband der Verſiche
rungsangeſtellten, Ortsgruppe Darmſtadt, ver
anſtaltet im Rahmen des Winterprogramms am Freitag, de
6. November, einen Vortrags= und Ausſpracheabend im Reſtau
rant Sitte (Rotes Zimmer), mit dem ſehr aktuellen Theme
Das Erwerbsloſenproblem! Referent: Bez.=Leiter Schaede
aus Frankfurt a. M.

Herbſtfuchsjagd. Wie alljährlich unternimmt d
Wanderklub Falke 1916 am Sonntag, 8. Nov., ſeine Herbſtfuch
jagd. Ob das ausgebreitete Netz in die nähere oder weitere Ur
gebung Darmſtadts führt, wird das fröhliche Jagen am Sonnt
erſt ergeben. (Siehe heutige Anzeige.)

Tageskalender für Freitag, den 6. November 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus, 19,30 bis 22.30 Uhr:
Die Ratten Kleines Haus, 20 Uhr, Ende gegen 21.45 Uhr:
Tanz=Abend Niddy Impekoven Orpheum, 20,15 Uhr:
Scherber=Varieté=Schau. Konzerte: Rheingauer Wein=
ſtube
Winzerfeſt, Zur Oper, Schloßkeller, Sportplatz=Reſtaurant
am Böllenfalltor, Herrngartenkaffee, Café Ernſt=Ludwig.
Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt= Licht=
ſpiele
,

Hast Du schon für die
Winterhilfe gegeben?

Einzahlungen für die Winterhilfe in der Stadt Darmſtadt
können erfolgen:
1. Auf Poſtſcheckkonto 70 190 Frankfurt a. M. Stadthilfsaus=
ſchuß
Darmſtadt
2. in bar: bei der ſtädtiſchen Sparkaſſe hier (Hauptſtelle oder eine
der beiden Nebenſtellen);
3. in bar: bei der Geſchäftsſtelle des Heſſiſchen Roten Kreuzes,
Paradeplatz 4:
4. durch die in Umlauf befindlichen Einzeichnungsliſten.
Vor Betrügern wird dringend gewarnt. Man achte beſonders
darauf, daß die Sammler amtlich geſtempelte Ausweiſe vorlegen.

Ans beſſen.
Griesheim. 5. Nov. Winterhilfe. Die Sammlung
zum Beſten der Winterhilfe hatte einen recht guten Erfolg. Außer
Geld wurden auch Kleidungsſtücke und Naturalien, beſonders
Kartoffeln, geſpendet und auch Gutſcheine zur Verfügung geſtellt.
Dankenswerter Weiſe wurden auch dauernde Spenden für die
Wintermonate zugeſagt. Den vielen Spenden gebührt herzlicher
Dank, insbeſondere denjenigen, die bei eigener Armut ihre Be=
reitwilligkeit
gezeigt haben, noch Aermeren zu helfen. Die ge=
ſpendeten
Kleidungsſtucke werden täglich von 5 bis 7 Uhr nach=
mittags
in der Kleinkinderſchule oberer Stock, entgegengenom=
men
. Der Evangeliſche Poſaunenchor Arheilgen
veranſtaltet am Sonntag, 8. November, im Darmſtädter Hof
hier einen Deutſchen Marſchabend . Der Chor tritt in einer
Stärke von 35 Mann auf. Der Eintrittspreis beträgt 40 Pfg.
Es werden Armee=, Fanfaren= und Geſchwind=Märſche zu Gehör
gebracht. Die hieſige Ortsgruppe des Odenwald=
klubs
veranſtaltet am nächſten Sonntag eine Wanderung nach
Jagdſchloß Kranichſtein. Abmarſch mittags 12 Uhr. Infolge
Funkenbildung an den elektriſchen Ortsnetzleitungen,
Ständern uſw. ſind wiederholt Stromunterbrechungen eingetreten.
Um ein ſofortiges Beheben des Schadens ohne langeres Suchen
zu ermöglichen, erſucht das hieſige Gaswerk die Einwohnerſchaft,
derartige Wahrnehmungen umgehend mitzuteilen. Abſturz
eines Segelfliegers. Geſtern nachmittag gegen 5 Uhr
wollte ein Segelflieger auf dem Uebungsplatz eine Landung vor=
nehmen
. Infolge des Windes kam er aber nicht mehr auf den
Pkatz und war gezwungen, zwiſchen den Baracken der ſüdlichen
und Haupt=Lagerſtraße niederzugehen. Er zerriß hierbei die Tele=
phondrähte
und landete auf einem Akazienbaum. Das Segelflug=
zeug
ging dabei in Trümmer. Der Flieger blieb unverletzt.

DEN
K
e
K
ERM

6 Pulver oder 12 Oblaten-Packung RM. 1.10

G. Ober=Ramſtadt, 5. Nov. Die Freiw. Sanitätskolonne
vom Roten Kreuz hielt auf der Brücke bei der Apotheke eine Uebung
ab, zu dee bereits wenige Minuten nach erfolgtem Alarm die erſten
Mannſchaften mit der erforderlichen Ausrüſtung eintrafen. Angenom=
men
war ein Laſtauto=Unglück. Die Uebung verlief in jeder Hinſicht
gut und bewies erneut die Schlagfertigkeit und gute Schulung der Ko=
lonne
. Grundſtücksverpachtung. Am Freitag, 6. Nov.,
abends 6 Uhr, werden im Zimmer 18 des Rathauſes mehrere Aecker,
zwei Gärten und eine Wieſe (Gemeindegrundſtücke) auf 6 Jahre ver=
pachtet
.
Cg. Reinheim. 5. Nov. Landwirtſchaftliche Nöte.
Durch die Stillegung der Zuckerfabrik Groß=Umſtadt müſſen die
hieſigen Rüben nach Groß=Gerau verladen werden, ein Umſtand,
deſſen höhere Koſten mit in Kauf genommen werden müſſen. Bit=
terer
aber iſt, daß nur das zuſtehende Kontingent den rüben=
bauenden
Landwirten abgenommen wird, ſo daß für manche recht
unangenehme finanzielle Ausfälle entſtehen. Zur Ausſaat des
Weizens iſt die Witterung eigentlich etwas zu trocken, doch iſt der
äußerſt ſchöne Nachherbſt nur zu begrüßen. Das Arbeiten iſt da=
durch
ungemein erleichtert. Wohlfahrtserwerbsloſe.
Die Erwerbsloſenfrage macht den Leitern der Gemeinde immer
mehr Sorge, kaum laſſen ſich die allernotwendigſten Mittel zu den
Auszahlungen zuſammenbringen. Auch die Kleinrenten=
beſchaffung
iſt ein Sorgenkind geworden, ſo daß an viele die
Auszahlungen eingeſtellt werden mußten, ſoweit noch Verwandte
vorhanden ſind, die den Unterhalt rechtlich aufzubringen hätten.

Das
Darmstädter Fahrplanbuch
(Winter-Ausgabe)
gültig bis 2i. Mai 1932 ist.
in allen bekannten Verkaufsstellen zum Preise von
80 Pfennig
erhältlich.

Gokkesdienſt der Iſraelikiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge.
Freitag, 6. November: Vorabendgottesdienſt 5 Uhr.
Samstag, 7. November: Morgengottesdienſt 8.45 Uhr.
Sabbatausgang 5.45 Uhr.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7.15, abends 6 Uhr.
Gebekzeiten in der Synagoge der Iſrgelikiſchen
Religionsgeſellſchaft.
Samstag. 7. November: Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 8 Uhr.
Nachmittags 4 Uhr. Sabbatausgang 5.45 Uhr.
Wochentags: Morgens 6.45 Uhr. Nachmittags 4.30 Uhr.
Dienstag und Mittwoch, den 10. und 11. November:
Rauſch Chaudeſch Kislew.

Arbeiterfreizeit in Vielbrunn i. 9du
EPH. Vom 15.21. November findet in Vielbm=
eine
Freizeit für Arbeiter und Arbeitsloſe ſtatt, wig
ſiſche Landesverein für Innere Miſſion ſchon des ötie
ſtaltet hat. Sie wird unter dem Hauptthema ſtehs,
für den Kampf an der Arbeitsſtelle, das in ſechs
behandelt wird. Die Teilnehmer ſind Gäſte der
Gemeindeglieder von Vielbrunn. Koſten erwachſem
An der Freizeit können alle teilnehmen, die ſich
behandelten Fragen intereſſieren. Nähere Auskunf=t
Pfarrämter.
Ce. Mümling=Grumbach. 3. Nov. Jugendh=
Feſttag beſonderer Art konnte die Gemeinde Müml
begehen. Das neue Heim der Evangeliſchen Jugend
langen Vorarbeiten ſeiner Beſtimmung übergeben.
vertretung, der Gemeindevorſtand und die ganze Ge=
ligten
ſich an den Einweihungsfeierlichkeiten; das
bach, der Landesjugendpfarrer und andere Behörden=.
wunſchſchreiben überſandt. Nach einem Feſtgottes:i
Kirche begaben ſich die Teilnehmer in geſchloſſensen
Heim, wo im Hofe die eigentliche Weihe ſtattfand.
hielt Herr Pfarraſſiſtent Zulauf, der den Plan zun
worfen und in unermüdlicher ſelbſtloſer Arbeit di=e

geleitet hat. Die Glückwünſche der Gemeinde übe
Lehrer Höreth, der auf die Bedeutung des Heimes a ls
ſtätte hinwies. Das Jugendheim iſt in dem Verwa-
der
früheren Zweigniederlaſſung des Gummiwerk
eingerichtet. Seine Lage mitten im Dorf, am Ufer
macht es für ſeine Zwecke beſonders brauchbar.
der Arbeiten wurde von den Buben und Mädchen de
geleiſtet. Es war erſtaunlich zu ſehen, zu welchen Ic
allerlei Handfertigkeiten jugendliche Begeiſterung bafn
Maurer=, Dachdecker=, Weißbinder= und andere Ar lei
von jugendlichen Händen mit muſtergültigem Geſch=
Für den Schmuck an Decken, Wimpeln uſw. hatten
Hände der Jungmädchen geſorgt. Ganz beſonderer
jedoch Herrn Strauß in Frankfurt a. M., der das El
los zur Verfügung ſkellte und ſo die Errichtung da
ermöglicht hat. Am Sonntag fand in dem neue-
eine
Vorſtandsſitzung der Jugendführer des Bezirks=
ſtatt
. Am Abend weihte die Evangeliſche Jugem
Kaffeekränzchen und Theateraufführung die Räum
hin auch dem Frauenverein als Zuſammenkunftst=
wird
. Ferner ſollen die Gemeindeabende, die Gotüe
die Alten, Vorträge und andere Veranſtaltungez ing
ſtattfinden.
Ag. Groß=Bieberau, 5. Nov. Die diesjährige Na
findet am Sonntag, 8. November, ſtatt.
Ed. Winterkaſten, 3. Nov. Die neue Straße Eu

nach Winterkaſten iſt nun ſchon einige Wochen für dei
Zur Zeit finden noch Vermeſſungsarbeiten ſtatt, die abu
endigt ſein werden. Die Gemeinde, die finanziell immen
iſt durch den Straßenbau und die Koſten für die Erwe
ſchwierige Finanzlage geraten. Schwer laſten die Steu ruſ
ſigen Einwohnern und viele ſind mit der Zahlung ihrer G
weit im Rückſtand In die vom 18.25. Okt. offencln
liſte für die am 15. Nov. ſtattfindende Landtagswahl. Hunr
der Eleonoren=Heilſtätte 512 Wahlberechtigte en
Bb. Bensheim, 5. Nov. Gemäß Stadtratsbeſchluß
tung der unterſtützungsbedürftigen Bevölkerung Ka=
der
Weiſe verſchaffen, daß Gutſcheine ausgegeben.u
je zwei Zentner Kartoffeln zum Preiſe von 2,80 Ma=
bei
den hieſigen Produzenten und Händlern bezogen W
Der Kaufpreis wird alsdann von dem Unterſtützungsmt
gebracht.
Bh. Weſchnitz i. Odw., 5. Nov. Gau=Jung /4
Der Gau Bergſtraße=Süd der Schützenvereine veica
kommenden Sonntag, den 8. November, ſeinen dies in
ſchützentag in der Gegend von Weſchnitz. Aus Mux
vertheim. Viernheim und den Vereinen des Weltzt
Ueberwaldes ſind Jungſchützen und Schülergruppem gek!
Unterbringung übernehmen, die Brudervereine in H
da die Ankunft ſchon am Samstag abend erfolgensn
Uhr am Sonntag iſt Kirchgang für die katholiſchemIt
Hammelbach. Gegen 8 Uhr beginnt der für die 9
wichtigſte Teil: ein Geländeſpiel des Gaues BergſtmSt
die im Gau Neunkirchen zuſammengeſchloſſenen Eei
Uebung findet auf einem von der Gauleitung beeimn
aus ſtrategiſchen Gründen noch geheimgehalten a=
ländeteil
im Walde bei Weſchnitz ſtatt. Nach der in
12 Uhr ſchließt ſich die Mittagspauſe an. Der Nctftae
eine Art Prüfung der Jungſchützen ſein.
4. Schlierbach, 1. Nov. Von der Beruf zul
folge der außerordentlichen Sparmaßnahmen auch
biete der Fortbildungsſchule muß wegen zu ſchrnnf
beſuchs der Unterricht an der hieſigen Mädchenfortb 1994
dieſem Winter eingeſtellt werden. Die Schülerin en
benachbarten Mädchenfortbildungsſchulen in Lind ns.
heim und Fürth beſuchen, was für ſie allerdings rnu
bequemlichkeiten verbunden iſt. Ledige Schu 1
ledigen Schulſtellen in unſeren Kirchſpielgemeinder, ſin.
Seidenbuch ſind zur definitiven Wiederbeſetzung am B=
Obſtausſtellung. Die für unſeren Bürger Mindt
Schlierbach, Winkel und Seidenbach veranſtaltete Nw
die in dem Saale der Gaſtwirtſchaft des Gg. Adarſm
ſtattfand, war gut beſucht und beſchickt. Es hat 5e
das in unſerem Tal gepflanzte Obſt gute Marktwe
wird ſich in den kommenden Jahren noch mehr nd
die in den letzten Jahren mit Edelobſt umgepfropt
neue Erträge liefern.
M. Zell (Kr. Bensheim), 4. Nov. Die Werbeabt II.
ſchen Eiſenbahn A. G., Darmſtadt, hatte zu einem Au
praktiſchen Vorführungen über Elektrizit (
eingeladen. Gegen 8 Uhr verſammelten ſich annähern!
im Saale der Mühle‟. Vor den Sitzplätzen waren mt
den verſchiedenen elektriſchen Apparaten aufgebaut. A
eine Lautſprecheranlage, die pünktlich um 8 Uhr den
Schallplattenkonzert eröffnete. Nun trat ein Filmappe
der 2 Filme: Die Liebe geht durch den Magen und.
zeigte. Beide erhellten, die Freude an dem Beſitze
Küche. Ihr humorvoller Inhalt löſte Lachſalven aus.
der Vortragende, Herr Heß von der Werbeabteilur=
zahlreich
Erſchienenen. Der eigentliche Vortrag führr)ſ
Praxis ein. Zunächſt wurde ein vollſtändiges Mittage)
ſonen auf einer Kochplatte eines elektriſchen Herdes=F
weiteren folgte ein Kalbsbraten, ein Schweinebraten 9
Rippenſpeer im Bratofen. Als Letztes verſchwand ein ,ei
ganz neuen, erſt vor 14 Tagen erſchienenen elektriſche=
ſeine
ſchöne Farbe zu erlangen. Der Vortragende gim
retiſchen Ausführungen über, in denen er die Kochw= un
denen Syſteme von elektriſchen Herden, deren Preiſe.
und =koſten erläuterte, ſowie eine große Anzahl ander
räte vorführte und erklärte. Herr Heß verſtand es vom.
gemütlichen, humorvollen Darbietung, ſeine Zuhörer
etwa anderthalb Stunden waren die Speiſen fertig
Koſtproben unter die Anweſenden verteilt. Sie war!
proben im wahrſten Sinne des Wortes und fanden u.
Eine kleine Verloſung von Bratpfannen und Tauchſie.
den Reiz des Abends.
Dz. Bickenbach. 5. Nov. Zu Zuſammen
Reichsbahn. Auf Erſuchen berichtigen wir
Zug nicht wegen Maſchinendefekts, ſondern wege
rung in den Bahnhof zurückfuhr. Unſere Meim.
daß bei den heutigen Verkehrsverhältniſſen ein um!
der einen Seite unüberſichtlicher Bahnübergang 4 mc echent
kehrsreichſten Straßen Deutſchlands nicht mehr ze:
Dp. Zwingenberg, 4. Nov. Zuckerrübener
durch den überaus naſſen Sommer, ſind die Zuckerrt.
gen Gegend gut gediehen. Die Landwirte ſind zur D=
beſchäftigt
. Da die Zuckerfabrik in Gernsheim, welche
der Ernte war, in dieſem Jahre nicht arBrisst, iſt eil
rung nicht möglich. Es werden daher täglich von hiek
gern aus der Nachbarſchaft auf dem hieſigen Bahnye.
die benachbarten Zuckerfabriken verſandt.
Ca. Lorſch, 4. Nov. Erfolg. Einen ſchönen
hieſige Polizei mit einem Polizeihund zu verzeichnen.
Auerbach war in der Nacht vom Montag auf Dielle
worden. Ein hieſiger Polizeibeamter nahm mit ſeinen.
Tatort die Spur auf, und es gelang noch in der Zch
brecher dingfeſt zu machen und das Diebesgut megee

[ ][  ][ ]

6. November 19221

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 308 Seite 7

fargeliſches Lehrerſtudenkenheim in Mainz.
In Mainz wurde in Gegenwart von Prälat D. Dr.
dem Vizepräſident der Landeskirche Dr. Dahlem, dem
des Kultusminiſters Miniſterialrat Hoffmann, dem
rmeiſter der Stadt Mainz. dem Direktor des Pädagogi=
tuts
Mainz Dr. Feldmann ſowie einer großen Reihe
Bertreter kirchlicher und weltlicher Verbände das evan=
M elanchthonheim durch den Superintendenten der Pro=
iheſſen
, Oberkirchenrat Zentgraf, eingeweiht. Der Vor=
ues
Heſſiſchen Melanchthonvereins und des Kuratoriums
Heimes, Landeskirchenrat D. Waitz, ſchilderte Ent=
Bedeutung des neuen Heimes. Nach der Verlegung
6uwogiſchen Inſtitutes von Darmſtadt nach Mainz war es
uende Notwendigkeit, den evangeliſchen Lehrerſtudenten
z die Möglichkeit engeren geſelligen Zuſammenſchluſſes
Das Heim hat Raum für 30 Lehrerſtudenten, der be=
ell ausgenutzt iſt. Außerdem hat es große Geſellſchafts=
Bücherei und Leſezimmer. Es befindet ſich in der
ertraße im Hauſe des evangeliſchen Vereins Mainz, in
Das evangeliſche Gaſthaus Wittenberger Hof unter=
Boddelau, 5. Nob. Ueberreichung der Geſellen=
ſu
d Ehrung langjähriger Vorſtandsmitglieder des Orts=
rins
. Der hieſige Ortsgewerbeverein hielt am Samstagabend
u= eine Feier ab, um den Junggeſellen ihre Geſellenbriefe zu
Nach einem Muſikvortrag der Gernsheimer Kapelle er=
te
Vorſitzende, Herr Zimmermeiſter Karl Krug, das Wort.
z. die Mitglieder des Ortsgewerbevereins, die Gäſte und die
Lehrer an der Gewerbeſchule. Eingehend ſprach er über
Ziel des Ortsgewerbevereins und ſchloß mit dem Wunſche,
unggeſellen dereinſt zu einem tüchtigen Handwerkerſtand her=
End dem Ortsgewerbeverein die Treue bewahren. Darauf
nge Lieder von Fräulein v. Hagen (Landestheater Darm=
Ri einige ſehr ſchöne Chöre von dem Geſangverein Eintracht,
Tiebenswürdiger Weiſe dem Verein zur Verſchönerung des
u=Verfügung geſtellt hatte. Beide Darbietungen fanden rei=
U. Sodann übergab Herr Krug zwei langjährigen Vorſtands=
Herrn Apotheker Donath und Herrn Schloſſermeiſter Jak.
ürdt für ihre fleißige Arbeit im Verein kurſtvoll ausgearbei=
Ku-Kinden. Nachdem er die vielen Verdienſte des langjährige
Donath ſowie des Vorſtandsmitglieds und Prüfungsmei=
mochmals
beſonders erwähnt hatte, gab er bekannt, daß
uch Beſchluß des Vereins zum Ehrenvorſitzenden, Letzterer
idglied ernannt worden ſei. Die beiden Geehrten dankten
uar erwieſenen Ehrungen mit dem Verſprechen, auch fürder=
cein
die Treue zu halten. Anſchließend hörte man Herrn
heiſter Hans Nold, der für ſein herrliches Lied Odins Mee=
n
Löwe gewaltigen Beifall erntete. Der Vorſitzende des Prü=
ſyfſes
, Herr Weißbindermeiſter Friedrich Hebermehl, wandte
mit zu Herzen gehenden Mahnungen an die 25 Junggeſellen
eihte ihre Geſellenbriefe. Anſchließend ſprachen auch Herr
ſ in und Gewerbelehrer Engel=Griesheim ihre Glückwünſche
Schluſſe brachten die Junggeſellen ein kleines nettes The=
Hetttelt Die Lehrjahre‟.
heſllden, 5. Nov. 3 00=Jahrfeier des Rheinüber=
ſtav
Adolfs. Anläßlich des vor 300 Jahren erfolgten
Eyrgs Guſtav Adolfs findet hier Anfangs Dezember eine Er=
Keier größeren Stils ſtatt. Die Vorbereitungen dazu werden
risfen. Unter anderem iſt ein Feſtgottesdienſt in der hieſigen
Ayn Kirche vorgeſehen. In dieſem Gottesdienſt wird voraus=
ſänt
D. Dr. Dr. Diehl=Darmſtadt die Feſtpredigt halten. Zu
ung über den Rheinübergang Guſtav Adolfs iſt Dr. Herr=
m
Staatsarchiv Darmſtadt in Ausſicht genommen. Da das
um Guſtav Adolf ſeinerzeit übernachtete, noch erhalten iſt,
eiuer Vorderfront eine Erinnerungstafel angebracht werden.
Alkt ſoll mit einer kleinen Feier umrahmt werden. Veran=
zwei
Gaſthäuſern ſollen die Feierlichkeiten in volkstüm=
abſchließen
.
Eſt horn a.: N., 5. Nob. Wafferſtand des Neckars
M1,78 Meter; Tam 5. d. d.: 1,78 Mcter!

Aus dem Wahlkampf.

Evangeliſcher Bund und Parkei.
EPH. Vom Heſſiſchen Hauptverein des Evangeliſchen Bundes
geht uns folgende Erklärung zu:
Wir werden aus Stadt und Land gefragt, ob der Evange=
liſche
Bund hinter der Partei Chriſtlich=Sozialer Volksdienſt
(Evangeliſche Bewegung) ſtehe.
Wir erklären hiermit, daß dies nicht der Fall iſt. Der
Evangeliſche Bund hat keinerlei parteipolitiſche Bindung.
Die Deutſche Volkspartei erinnert an die morgen, Samstag,
den 7. November, im Fürſtenſaal zu Darmſtadt, Grafenſtraße 18
ſtattfindende zweite öffentliche Wählerverſammlung, in der bei
freiem Eintritt die volksparteiliche Voxſitzende des Reichsfrauen=
ausſchuſſes
, Frau Dr. Matz=Berlin. Mitglied des Reichstags,
und Landtagskandidat Rechtsanwalt Dr. Mattern=Darmſtadt.
Mitglied des Stadtrats ſprechen werden.
Radikaldemokratiſche Verſammlung. Heute abend 8.30 Uhr,
ſindet im Saalbau eine Wahlverſammlung der Radikaldemokra=
tiſchen
Partei ſtatt. Als Redner werden der 2. Spitzenkandidat,
Studienrat Balſer, Ober=Ingelheim, die bekannte Jungdemo=
kratenführerin
Julie Meyer. Nürnberg, und Schriftſteller Hein=
rich
Vierbücher, Berlin, ſprechen.
*
Cp. Zipfen b. Lengfeld, 5. Nov. Landtagsabgeordneter Weſp=
Darmſtadt, ſprach hier in einer gut beſuchten Wählerverſamm=
lung
. Unter Darlegung der Haltung des Zentrums wandte ſich
der Redner beſonders gegen die Nationalſozialiſten und Kommu=
niſten
. An die Rede ſchloß ſich eine Ausſprache an.
b. Erbach i. O., 5. Nov. Für die Deutſchnationale Volks=
partei
ſprach geſtern abend im Gaſthaus Zum Hirſch für den ver=
hinderten
Landtagskandidaten Staatsanwalt, Wolf, der deutſch=
nationale
Arbeiter Lehn=Brandenburg über das Thema Front=
geiſt
gegen Marxismus. Der Saal war gut beſetzt. Im Saale
des Hotels Schützenhof hielten die Radikaldemokraten mit Herrn
Vierbücher=Berlin und Reiber=Darmſtadt eine Wahlverſamm=
lung
ab.
Bb. Bensheim, 5. Nov. Die Deutſchnationale Volkspartei ver=
anſtaltete
hier eine öffentliche Verſammlung im Saale des Bahn=
hofshotels
die Herr Reuter leitete. Es ſprach Herr Referen=
dar
Vogel=Wiesbaden, der in ſeinen Ausführungen die heſſiſchen
Wahlen als das Barometer der Volkserziehung und Volksreife
bezeichnete. Die Verſammlung nahm einen ruhigen Verlauf.

W. Heppenheim a. d. B., 5. Nov. Vor gefülltem Saale ſprach
hier der nationalſozialiſtiſche heſſiſche Propagandaleiter Trefz über
Nationalſozialismus und Chriſtentum. Seine ſachlichen Ausfüh=
rungen
richteten ſich in erſter Linie gegen den alles verſeuchenden
Kulturbolſchewismus und brandmarkte als warnendes Beiſpiel
für die demoraliſierenden, glaubens= und ſittenzerſtörenden Kräfte
eines Kulturbolſchewismus die Zuſtände in Rußland und Spa=
nien
. Seine Ausführungen feſſelten die Anweſenden. Eine Dis=
kuſſion
fand nicht ſtatt.
nk Büttelborn, 5. Nov. Im Schützenhof fand eine gut be=
ſuchte
Verſammlung der N. S. D. A. P. ſtatt, in der der ehema=
lige
Landbundführer Landwirt Göckel=Langen über das Thema:
Landvolk in Not ſprach und ferner die Gründe ſeines Uebertritts
vom Landbund zur N. S. D. A. P. darlegte.
Aa. Erfelden, 5. Nov. Am Mittwoch abend fand hier im
Deutſchen Haus eine nationalſozialiſtiſche Wahlverſammlung
ſtatt, die von dem Kreisleiter des Kreiſes Groß=Gerau, Köſter=
Gernsheim, geleitet wurde. Das Referat über die Bedeutung der
bevorſtehenden Landtagswahl hielt Kreisleiter Heß=Darmſtadt.
Zur Diskuſſion meldete ſich niemand. Die Verſammlung nahm
einen ruhigen Verlauf.
Cp. Worfelden, 5 Nov. In einer nationalſozialiſtiſchen Ver=
ſammlung
ſprach Kreisleiter Heß über Die Entſcheidung in Heſ=
ſen
. Am Schluß der Verſammlung konnte die Partei einige neue
Mitgliederaufnahmen verzeichnen.
Aa. Langen, 5. Nov. In einer gut beſuchten Verſammlung
der Deutſchnationalen Volkspartei ſprach hier Staatsanwalt Wolf
aus Mainz. Er ſchilderte die Ziele des Kampfes der nationalen
Oppoſition. Es ſei ein dringendes Gebot der Stunde, mit dem
gegenwärtigen Syſtem Schluß zu machen.
Ae Worms, 4 Nov. Geſtern abend fand im oberen Saale
der Zwölf Apoſtel eine Wahlverſammlung der Deutſchen Staats=
partei
ſtatt, bei der Herr Schneider=Berlin, M. d. R., über die
politiſche Lage ſprach. Der zweite Referent des abends war Ober=
amtsrachter
Schreiber, der eingehend,die Stellung der Staats=
partei
zum Kabinett Brüning behandelte. Die Verſammlung ver=
lief
ohne jede Störung.
* Nieder=Ingelheim, 5. Nov. In einer Wahlverſammlung der
Deutſchen Volkspartei in Nieder=Ingelheim ſprach der preußiſche
Landtagsabgeordnete Bayer=Waldenburg über Die Not des
deutſchen Mittelſtandes im Reich und in Heſſen‟. Die ſachlichen
Darlegungen des Redners fanden allgemeine Zuſtimmung. An=
ſchließend
ſprach Provinzialgeſchäftsführer Dr. Scheunemann über
die Politik der Deutſchen Volkspartei in Heſſen.

Eb. Nordheim (Rieb), 3. Nov. Feier des 31. Oktober. Am
Samstag fand in hieſiger Gemeinde zur Erinnerung an Luthers The=
ſen
=Anſchlag ein Feſtgottesdienſt ſtatt. Die Kirche war feſtlich geſchmückt.
Auf dem Altar lagen, von Tannengrün umkränzt, die Lutherbibel,
Luthers Katechismus und das Geſangbuch. Auch ein von Girlanden
umgebenes Lutherbild zierte das Gotteshaus. Schade, daß wir dasſelbe
des Simultaneums wegen nach Beendigung der Feier wieder entfernen
mußten. Während der Gottesdienſtzeit ruhte im großen und ganzen
die Feldarbeit. Es wäre zu wünſchen, daß der 31. Oktober geſetzlicher
Feiertag wird. Hier ſtände ſeiner Einführung als bürgerlicher Feiertag
kein Hindernis entgegen. Altbürgermeiſter Chriſtmanns
letzter Weg. Altbürgermeiſter Adam Chriſtmann 2., der hier 20
Jahre als Bürgermeiſter und 30 Jahre als Kirchenvorſteher der evan=
geliſchen
Gemeinde tätig war, wurde am Samstag im 82. Lebensjahr
zu Grabe getragen. Nach einer kurzen Trauerfeier im Gutshof des
Verſtorbenen, bei der der Ortsgeiſtliche, Pfarrer Ackermann, die Arbeit
des Landmannes im Blick auf das Evangelium würdigte, ſetzte ſich nach
dem Choral des evangeliſchen Poſaunenchors Jeſus, meine Zuver=
ſicht
, und des von den Schulkindern geſungenen Liedes Laßt mich
gehen, der Trauerzug nach dem Friedhof in Bewegung. Dort ſprach
der Ortspfarrer über ein Wort der Heiligen Schrift, das als letztes
Wort des Verſtorbenen angeſprochen werden kann. Es war dies: Wir
haben hier keine bleibende Stadt, ſondern die zukünftiae ſuchen wir,
Kränze legten an dem Grabe des verdienſtvollen Mannes nieder: Kir=
chenvorſtand
und Kirchengemeinde=Vertretung, Gemeindeverwaltung,
Obſt= und Gartenbauverein, Soldaten= und Kriegerverein, ſowie der
Vürgermeiſterverein.

Bm. Bürſtadt, 3. Nov. Weihe des Kriegerdenkmals.
Unter Beteiligung der Ortsvereine und faſt der ganzen Einwoh=
nerſchaft
wurde am Allerheiligentag, vormittags 11 Uhr, das hier
vorm Friedhof neu erſtellte Kriegerdenkmal in ſchlichter, würdiger
Weiſe eingeweiht. Nach den Gottesdienſten bewegte ſich ein Feſt=
zug
nach dem Denkmal, woſelbſt nach einem paſſenden Muſikſtück,
Prolog und Gedächtnischor des kath. Kirchengeſangvereins, Herr
Direktor Keilmann, ein Sohn der Gemeinde, das Denkmal ent=
hüllte
und eine ergreifende Weiherede hielt, die auf die Tauſende
tiefen Eindruck machte. Herr Ohl. Vorſitzender des Krieger= und
Soldatenvereins, übergab mit trefflichen Worten das Denkmal
der Gemeinde und Herr Bürgermeiſter Siegler übernahm es mit
Kranzniederlegung in treue Obhut. Nach einer Kranzniederlegung
durch den Vorſitzenden der Ortsgruppe des Reichsbundes der
Kriegsbeſchädigten und =Hinterbliebenen ſangen vier hieſige Ge=
ſangvereine
einen Maſſenchor Den gefallenen Helden von Ver=
hayen
unter Leitung von Herrn Lehrer Sieben. Eine Ehrenſalve
beſchloß die Weihefeier.
Ac Worms 5. Nov. Motorradunfall. Auf der Fran=
kenthaler
Chauſſee kam es vorgeſtern nachmittags zu einem Motor=
radunfall
. Der Fahrer W. Becker aus Frankfurt fuhr in ziemlich
raſchem Tempo in die ſcharfe Kurve, die kurz hinter den letzten
Häuſern ſich befindet. Dabei kam die Maſchine ins Schleudern
und rutſchte in den Chauſſeegraben. Dabei wurde das Motorrad
erheblich beſchädigt, während der Fahrer ſich Quetſchungen und
Hautabſchürfungen zuzog.

O Lrt

2
APAA T
(sprich:Makul)
Sonennt man die kleinen Spitzenblätter
der ostmacedonischen Tabak-Pflanze. Sie
sind der Sonne am stärksten ausgesetzt
und entwickeln deshalb den grössten
Reichtum an Aroma. Diese kostbaren
MAXOULS, die bislang nur den teu-
ersten
Zigaretten vorbehalten waren,
verwenden wir nunmehr auch fun

UND

FFMM-
jetzt
in Magoul-Mischung

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 38

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freltag, K. !

O

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute Nacht
unſere liebe, treubeſorgte Mutter, Großmutter,
Schwiegermutter, Schweſter und Tante

geb. Roeder
im 65. Lebensjahre nach kurzem, ſchwerem Kran=
kenlager
zu ſich in die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der tieftrauernden
Hinterbliebenen:
Ludwig Oberndörfer u. Familie
Konrad Glaſer und Familie
Chriſtoph Groſch und Familie
Darmſtadt
(16008
Georg Berſch und Frau.
Jugenheim, den 5. November 1931.
Beerdigung findet am Sonntag, den 8. November,
nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhauſe aus ſtatt.

Heute entſchlief ſanft nach langem, ſchwerem, mit
großer Geduld ertragenem Leiden mein herzens=
guter
Mann, unſer treuſorgender Vater
Herr Martin Veith
Ober=Wachtmeiſter
im Alter von 57 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau E. Veith und Kinder.
Darmſtadt, den 5. November 1931.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 3 Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt. (16007

Nachruf!
Am 5. November verſchied nach langer, ſchwerer
Krankheit unſer lieber Kollege und 1. Verbands=
vorſitzender
, Herr
Mutiin Bentt
Oberwachtmeiſter am Landgerichts=
gefängnis
Darmſtadt.
Wir werden dem Verſtorbenen, der lange Jahre
die Intereſſen unſerer Berufsgruppe nach beſtem
Können vertreten hat, dauernd ein ehrendes An=
denken
bewahren.
(16003
Darmſtadt, den 5. November 1931.
Verein Heſſiſcher
Strafvollzugsbeamten.

Statt beſonderer Anzeige.
Todeg=7ſ Anzeige.
Es hat dem lieben Gott in ſeiner weiſen Vor=
ſehung
gefallen, unſere liebe, ehrwürdige Mit=
ſchweſter
, ſeine treue Dienerin
Schweſter M. anrigone
heute morgen 6, Uhr im Alter von 81 Jahren
in die ewige Heimat abzurufen.
Sie ſtarb, wohlverſehen mit den hl. Sterbe=
ſakramenten
, nach kurzer Krankheit, im 60. Jahre
ihrer hl. Profeß, wovon ſie 56 Jahre überaus
ſegensreich als Krankenſchweſter in Darmſtadt
wirkte. Ihre Seele wird dem hl. Meßopfer der
Prieſter und dem Gebete der Gläubigen empfohlen.
Im Namen des trauernden Conventes:
Schweſter M. Phileta
Oberin der Barmherzigen Schweſtern.
Darmſtadt, den 5. November 1931.
Die Beerdigung findet ſtatt am Samstag, den
7. November, nachmittags 3 Uhr, vom Hauſe der
Barmherzigen Schweſtern aus, auf dem Friedhofe
an der Nieder=Ramſtädterſtraße, der Seelen ottes=
dienſt
am Samstag früh ½7 Uhr in der Kapelle
des Hauſes.
(15988

Dankſagung.
Für die uns in ſo reichem Maße erwieſene Teil=
nahme
an unſerem ſchweren Verluſte ſagen wir
allen, insbeſondere Herrn Pfarrer Irle, Herrn
Dr. med. Bernet, den Barmherzigen Brüdern und
der Ortsgruppe des Verbandes der Amtsgehilfen
unſeren herzlichſten Dank.
Die Einäſcherung fand auf Wunſch des Verſtor=
benen
in aller Stille ſtatt.
(16009
Frau Luiſe Nungeſſer.
Darmſtadt, den 5. November 1931.

Statt Karten.
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teilnahme während der ſchweren Krankheit u. beim
Hinſcheiden meines lieben Mannes
heit P9. Muller, Gäſtwirt
ſowie für die vielen Kranz= und Blumenſpenden ſage
ich herzlichſten Dank. Insbeſondere danke ich Herrn
Kaplan Becker für die Einſegnung, den Barmherzi=
gen
Brüdern für ihre liebevolle Pflege, den verſchie=
denen
Vereinen für die Kranzniederlegung und den
zwei Muſikkapellen am Grabe, ſeinen lieben Freun=
den
und Kollegen der Gaſtwirte=Innung und allen,
die von nah und fern gekommen waren, ihm das
letzte Geleit zu geben.
In tiefem Leid:
Engenie Müller Wwe.
im Namen der Kinder
und ſämtlich, tieftrauernd. Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Schuſtergaſſe 3, den 5. November 1931.
NB. Das Geſchäft meines verſtorbenen Mannes
wird von mir weitergeführt und bitte ich, das mei=
nem
Manne in ſo reichem Maße geſchenkte Vertrauen
auch auf mich, zumal in dieſer ſchweren Zeit, über=
tragen
zu wollen.
(15995

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2n
21
h
Maule
diter: Jhl
G

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[ ][  ][ ]

Movember 1931

TO-NARILI

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 308 Seite 9

aller im Volksstaat Hessen zugelassenen
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Dms 1929 erschienene Adreßbuch haben wir mit den Meldungen
serer Autolisten, die monatlich 2mal erscheinen, in einer dauemd
znf dem neuesten Stand gehaltenen

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enter im Volksstaat Hessen zugelassenen Kraftfahr-
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verarbeitet. Die Kartei ist nach Prorinzen und Kreisen und
irraerhalb dieser nach Pollzelerkennungsnummern geordnet.
D.e Karten verzeichnen alle Angaben, wie sie das Autoadreßbuch
resp. die Autolisten enthalten; also
Name, Stand und genaue Anschrift des Kraftfahrzengbezitzerz,
Polizeierkennungsnummer, Tppe, Motornummer, PS, Hubraum,
Eigengewicht in kg bei Lastkraftwagen, Art des Fahrzengs; ob
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In

16010

[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 304

Reia, und Ausland.
Großer Sprengſtoff=Diebſtahl.
Kaſſel. Aus einer Steinkammer im Jo=
hannisberg
=Steinbruch in Witzenhauſen iſt einem
Sprengmeiſter von unbekannten Tätern der ge=
ſamte
Sprengſtoffvorrat geſtohlen worden. Die
Vorratskammer befindet ſich in einem Geräte=
ſchuppen
, deſſen Tür von den Dieben mit Nach=
ſchlüſſeln
geöffnet und wieder abgeſchloſſen wor=
den
war. Der Diebſtahl blieb infolgedeſſen zu=
nächſt
unbemerkt. Er wurde erſt entdeckt, als ſich
ein Sprengmeiſter in die Steinkammer begeben
wollte. Die Sprengſtoffkammer ſelbſt, die mit
einer ſchweren Bohlentür verſchloſſen war, iſt
gewältſam aufgebrochen worden. Die Diebe hat=
ten
zunächſt verſucht, das Schloß abzuſchlagen;
da dies aber nicht gelang, löſten ſie die Eiſen=
bänder
an der Tür und drangen ſo in die Kam=
mer
ein.
Wie wir von zuſtändiger Stelle erfahren, ſind
insgeſamt 21½ Kilo Sprengſtoff geſtohlen wor=
den
, und zwar handelt es ſich um Gelatine=
Dynamit, der nur mit Hilfe von Sprengkapſeln
zur Entzündung gebracht werden kann. Die von
der Landeskriminalpolizei ſofort eingeleiteten
Nachforſchungen nach den Tätern haben bis jetzt
zu keinem Ergebnis geführt. Man vermutet, daß
der Diebſtahl von auswärtigen Tätern begangen
wurde, die in Witzenhauſen mit den örtlichen
Verhältniſſen vertraute Helfershelfer haben.

Auto vom Zuge erfaßt.
Ein Toter.
Baden=Baden. Auf dem Bahnhof Baden=
Baden=Weſt durchfuhr vorgeſtern nachmittag das
Auto des Schweizer Hotelbeſitzers Seiler aus
Brig mit großer Geſchwindigkeit die geſchloſſene
Bahnſchranke in dem Augenblick, als gerade ein
Perſonenzug daherkam. Das Auto wurde erfaßt
und etwa 60 Meter weit geſchleift und völlig zer=
trümmert
. Während der Hotelbeſitzer mit leich=
teren
Verletzungen davonkam, hat der Chauffeur,
ein italieniſcher Staatsangehöriger, ſo ſchwere
Verletzungen erlitten, daß er noch am Abend im
Städtiſchen Krankenhaus ſtarb. Der Unfall iſt
der 47. Fall, in dem im Gebiet der Reichsbahn=
direktion
Karlsruhe in dieſem Jahre eine ge=
ſchloſſene
Bahnſchranke von einem Auto durch=
fahren
wurde.
95 000 Reichsmark bei einer Leipziger Bank
unterſchlagen.
Leipzig. Bei einer aus beſtimmten Grün=
den
vorläufig nicht genannten Leipziger Bank
ſind Unterſchlagungen in Höhe von 95 000 RM.
aufgedeckt worden. 30000 RM. konnten ſicher=
geſtellt
werden. Um 65 000 RM. bleibt die Bank
geſchädigt. Es handelt ſich, wie die L.N.N.
melden, um mehrere ältere Beamte der Bank,
die ſofort entlaſſen wurden.
Fünf Todesopfer einer Gasvergiftung.
Dresden. Als der Poſtſchaffner Stein
geſtern vormittag vom Dienſt in ſeine Wohnung
zurückkehrte, fand er ſeine 34 Jahre alte Ehe=
frau
und ſeine vier Kinder im Alter von einem
bis zu elf Jahren durch Gas vergiftet tot auf.
Aus einem hinterlaſſenen Brief geht hervor, daß
die Frau mit ihren Kindern freiwillig aus dem
Leben geſchieden iſt.
Auch die ſieben Vermißten des Heringsloggers
gerettet?
Hamburg. Wie zu dem Zuſammenſtoß des
Slomann=Dampfers Livorno mit dem Herings=
logger
Varel bekannt wird, iſt mit großer
Wahrſcheinlichkeit damit zu rechnen, daß die noch
als vermißt gemeldeten ſieben Mann des Log=
gers
von einem holländiſchen Dampfer gerettet
worden ſind. Um die fragliche Zeit könnten drei
holländiſche Dampfer die Unglücksſtelle paſſiert
haben. Der Dampfer Livorno traf am Mitt=
woch
gegen 21 Uhr im Hamburger Hafen ein.
Sturmſchäden an der franzöſiſchen Küſte.
Paris. Der ſeit 48 Stunden über dem At=
lantik
und dem Kanal tobende außergewöhn=
liche
heftige Sturm hat auch an der franzöſiſchen
Küſte erheblichen Schaden angerichtet. Die
Küſtenſchiffahrt mußte vollkommen eingeſtellt
werden. Auf der Höhe von Queſſant befindet
ſich ein griechiſcher Dampfer in Seenot. Hilfs=
ſchiffe
ſind unterwegs. Der Luftverkehr zwiſchen
Paris und London iſt unterbrochen.
Neuer ſchwerer Bergrutſch
in Cochem an der Moſel.

Blick auf die Burg Cochem.

Der Cochemer Berg, von dem ſchon im Frühjähr
große Teile abrutſchten, iſt erneut ins Wandern
geraten. Felsmaſſen von insgeſamt etwa 1000
Kubikmetern haben ſich gelöſt und ſind herunter=
geſtürzt
. Die geologiſchen Unterſüchungen haben
ergeben, daß mehr als eine halbe Million
Kubikmeter Felsmaſſe loſe geworden iſt und
kaum mehr aufzuhalten ſein wird.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Das erſte. Originalbild von der Grubenkakaſtrophe in Schokkland.

Die verunglückten Bergleute der Grube Bowhill/Colliery in Lochgelly (Schottland)
werden ans Tageslicht gebracht.
In einer Kohlengrube in der ſchottiſchen Bergwerksſtadt Lochgelly bei Edinburgh wurden 10 Berg=
leute
durch einbrechende Gaſe erſtickt. Trotz aller Anſtrengungen war es den Rettungsmannſchaften
unmöglich, rechtzeitig an die Unglücklichen heranzukommen.

Aus dem Favag=Prozeß.
Die weiteren A.R.=Mitglieder als Zeugen
im Favag=Prozeß.
Frankfurt a. M. Auch bei der weiteren
Zeugenvernehmung im Favag=Prozeß ſucht das
Gericht die Frage zu klären, ob Sondervergütun=
gen
üblich und gerechtfertigt ſind. Man muß den
Eindruck mitnehmen, daß der Sumpf bei der
Favag, daß alles in die Taſchen der Direktoren
floß, eine Einzelerſcheinung im Wirtſchaftsſyſtem
darſtellt, denn alle Zeugen erklären übereinſtim=
mend
, daß es bei Sondervergütungen, ſofern ſie
gelegentlich überhaupt erfolgten, immer auf die
Höhe und die beſonderen Umſtände ankommt.
Zunächſt wurde der A.R.=Vorſitzende Hoff zur
Frage ſeiner Unterbeteiligung durch die Dis=
kontogeſellſchaft
bei der Kapitalerhöhung der
Favag 1928 vernommen. Er gab an, daß eine
ſolche Unterbeteiligung häufig erfolgte und in=
ſofern
für ihn bedenklos war. Direktor Rotſchild,
von der DD=Bank Frankfurt war ein Zeuge,
der ſich auf die meiſten Fragen an nichts erin=
nerte
. Es ſei ihm unklar, ob er eine Erinnerung
an die behandelten Vorgänge habe, oder ob er
ſie jetzt aus den Zeitungsberichten kenne. Die
Uebung der Unterbeteiligung bejahte er mit der
Einſchränkung, daß es auf ihre Art ankommt.
Zur Proviſion bei der Kapitalserhöhung er=
klärte
Rotſchild, daß die Banken die 500 000 RM.
lediglich für die Proſpekthaftung erhalten hät=
ten
. An Sondervergütungen bei der DD=Bank
erinnerte er ſich nicht.
Der nächſte Zeuge, Direktor a. D. Wiß von
der Diskonto=Geſellſchaft bejahte gleichfalls Un=
terbeteiligungen
an Geſchäftsfreunde und auch
an Vorſtandsmitglieder, die aber das Riſiko mit=
tragen
müßten. Bei der zur Frage ſtehenden
Unterbeteiligung an Hoff uſw. ſeitens der Dis=
konto
=Geſellſchaft ſah er allerdings kein Riſiko.
Ueber Sondervergütungen erklärte er, daß ſolche
im Laufe eines Geſchäftsjahres nicht, dagegen
bei beſonderen Verdienſten des Vorſtandes nach
Schluß des Geſchäftsjahres durch den Geſamtauf=
ſichtsrat
bewilligt werden könnten.
In der Nachmittagsverhandlung wurden die
Zeugen Stern von Jakob F. A. Stern=Frankfurt
und Kimmich, ehemals Generaldirektor der
Karlsruher Leben zum gleichen Thema ver=
nommen
.
Der Lübecker Tuberkuloſe=Prozeß.
Im weiteren Verlauf des Lübecker Calmette=
Prozeſſes wird eine ganze Reihe von Eltern
vernommen, die ihre Kinder ſelbſt fütterten. Es
wird hier immer nur beſtätigt, daß die Fütte=
rung
auch tatſächlich erfolgt iſt. Eine Heb=
ammenſchweſter
bekundete dann, daß ihr Mann
von drei Ampullen eine Probe zu ſich genommen
habe. Er habe kurze Zeit darauf ein eitriges
Geſchwür an der Backe gehabt, das etwa 14 Tage
bis zur Ausheilung gebraucht habe. Die Ver=
handlung
wurde dann auf Freitag vertagt.

Ediſons Erbe.

Charles Ediſon,

Sohn des großen verſtorbenen Erfinders aus
zweiter Ehe, ſoll ſeinen Vater beeinflußt haben,
ſein Vermögen von etwa 10 Millionen Dollar
ganz den Kindern aus zweiter Ehe zu hinter=
laſſen
, ohne die Nachkommen aus erſter Ehe zu
beteiligen. William Ediſon, ein Sohn aus erſter
Ehe, will nun, knapp nach Beſtattung des Vaters,
deſſen Teſtament anfechten.

Das Grabmal der Landespolizei
auf dem Weſtfriedhof in München.
Zu Ehren der Gefallenen der Münchener Lan=
despolizei
wurde auf dem Weſtfriedhof in Mün=
chen
ein Denkmal aufgeſtellt, das eine Krieger=
geſtalt
von kraftvoller Schönheit darſtellt. Der
Entwurf des Denkmals ſtammt von Profeſſor
Eppele in München.

Die Hebung der in Scapa Flow verſenkten
Kriegsſchiffe wird eingeſtellt.
London. Times meldet, daß die Firma,
die ſeit ſieben Jahren damit beſchäftigt iſt, die
Schiffe der bei Scapa Flow verſenkten deutſchen
Kriegsflotte zu heben, die Arbeiten als unren=
tabel
einzuſtellen ſich entſchloſſen hat. Insge=
ſamt
ſind 32 Schiffe gehoben worden, darunter
ſechs von 2000 und mehr Tonnen. Ungefähr ein
Dutzend Schiffe, die in einer Tiefe von etwa
40 Metern mit der Seite oder dem Kiel nach
oben auf dem Meeresgrunde ruhen, werden dort
verbleiben.
Schweres Erdbeben in Japan.
London. Der Nordoſten von Japan iſt am
Mittwoch von einem ſchweren Erdbeben heim=
geſucht
worden. Bis jetzt iſt nur bekannt gewor=
den
, daß ein Teil einer Inſel in der Nähe von
Kamaiſchi im Mer verſunken iſt.
Zu dem Erdbeben in Nordoſtjapan iſt ergän=
zend
zu melden, daß es ſich bei der im Meere
verſchwundenen Inſel bei Kamaiſchi um eine un=
bewohnte
Inſel handelt. Der Sachſchaden iſt
ſehr groß. Menſchen ſind dagegen nicht um=
gekommen
.
Schweres Autobusunglück bei Lodz.
Warſchau. In der Nähe von Lodz ver=
unglückte
vorgeſtern abend ein Autobus beim
Ueberholen eines Bauerngefährts. Der Autobus
ſtürzte in den Graben, wobei 14 Perſonen ſchwer
verletzt wurden.

Wien. Nachdem bereits vorgeſtern un
dem Verdacht der Paßfälſchung zwei Komr
niſten, darunter der reichsdeutſche Staatsa
hörige Willi Kloſe, verhaftet worden war
wurden geſtern vormittag zehn weitere Perſ=
feſtgenommen
, die, wie die polizeilichen
hebungen ergaben, in einer im neunten Wie
Bezirk eingerichteten Fälſcherzentrale grö
Stils mitarbeiteten. In der mit den modern
techniſchen Errungenſchaften ausgeſtatteten W
ſtätte wurden falſche Dokumente, hauptſäck
falſche Päſſe für alle Staaten der Welt he
ſtellt. Die in der letzten Zeit in Mitteleur
angehaltenen kommuniſtiſchen Emiſſäre dürf
ihre gefälſchten Ausweispapiere durchweg
der Wiener Zentrale bezogen haben.

Freitag, 6. Nover=

SklarelProzeß.

Berlin. Im Sklarek=Prozeß wuu
die Koſten erörtert, die den Sklare
Verkehr mit ihren Bekannten aus Ai
Verwaltung entſtanden ſind. Leoo
klärte, daß die Gelage immer von
beglichen worden ſind. Nie habe er=
ein
anderer bezahlt habe. Wohlk
ſo fuhr er fort, in die Taſche, abör
war dann meiſt ſo tief, daß ich ſchnau
die anderen. Die Koſten für einn
auf der Jagd in Waren wurden vom
mit 1000 bis 1200 RM. beziffert.
die der Buchhalter Lehmann eher zu
zu hoch gegriffen bezeichnete. Als don
die Angabe in der Anklage, daß Bi
lage von fünf Perſonen 50 Flaſchem
ken worden ſeien, als zu phanti
gehen wollte, fiel ihm Leo Sklaree
Entrüſtung ins Wort: Aber Herm!
wir haben mit fünf Perſonen ſogan
Sekt getrunken. Der Buchhalter Le=
die
Ausgaben für den Verkehr der=
ihren
Bekannten aus der ſtädtiſchem
für einen Zeitraum von vier bisz
auf 1½ bis 2 Millionen RM.
Im weiteren Verlauf der Verhs
die Beſtechungsangelegenheiten der
der der Buchhalter Tuch angibt, dan
ein Buchprüfer mit ihm gemeinſann
laſſung von Willi Sklarek falſche=
aufſtellungen
angefertigt habe, ef
Sklarek, daß er nichts getan habe=
Bruder Max zu befragen. Rechtsau
erklärte hierzu: Herr Tuch, Sie
auch, daß Max Sklarek ſehr herriſchk
Ehrgeiz hatte, Reichstagsabgeordm=
den
. Vorſitzender: Das wäre all=
ßenwahn
. Rechtsanwalt Brauba
dieſe Angaben beſtätigen. Es iſt:
der Vorſitzende der preußiſchen Larn
der ehemaligen Demokratiſchen Pel
Max Sklarek einen Platz auf der
den Reichstagswahlen angeboten
halter Tuch erklärt darauf, daß ee
gehört habe. Im Geſchäft hab=
davon
geſprochen, daß Max demmu
werde.

Lord Kylſand tritt ſeine Gefänen)

London. Der langjährige
Royal Mail Schiffahrtsgeſellſchaf
ſant, deſſen Berufung gegen das
hängte Urteil von einem Jahr Ge-uf
Unregelmäßigkeiten vom Oberſteri
verworfen worden iſt, hat ſeine
am Mittwoch angetreten. Der Lo o6
lingstracht tragen und irgendweT,
gungen werden ihm nicht gewäkit
Lord Kylſand beabſichtigte Bermuf=
Oberhaus dürfte nicht zuſtandekonn
ſolche Fälle vor das Oberhaus korn.
Generalſtaatsanwalt, als im allleß
tereſſe liegend betrachtet werdem
gehenden Mitgefühls, das Lord Arſt
Preſſe und in der Oeffentlichkeit emckt
wird, herrſcht doch allgemein die Alif
zur Wahrung der Ehre des Kaurls=
hier
ein ſtrenges Urteil am Plazue

Ganzes Bauerngehöft durch Fel !

Oslo. Durch die ſeit einigen
ſchenden außerordentlich ſtarken
ſich in der Nacht zum Mittwoch eii
Weſtlande ereignet. In Wiki iſn
Bauerngehöft von einem abſtürzer!
ſchüttet worden. Von den ſieben
des Hofes konnten nur vier ge die übrigen drei, darunter
unter dem Geröll ums Leben kan
des Gehöfts wurde erſchlagen.
deren Gegenden des Weſtlandes u
Felsſtürze berichtet, durch die m
zerſtört worden ſind.

London-Kapſtadt in 5½
Kapſtadt. Ein neuer Schn, Il.
rekord für die Strecke LondonKN
er 19jährigen Londoner Fliegeri!
man aufgeſtellt worden. Miß Sanp
ergangenen Freitag abend 11 IN0
ſchen Flughafen Lympne ſtarten.
geſtern morgen in Kapſtadt an.
Strecke, die ſie in 64 Flugſtunden
die Fliegerin nur 5½ Tage gebran.
herige Rekord betrug mehr als Uſ

Eine geniale Erfindung für

Wiener Alpiniſt Dr
ihm erfundenen K=

Alpiniſt Dr. Karl
emacht, die in B=

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Movember 1931

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Home Balooeſiher ver erbr

in heſiſcher Auswanderer.
zuger, ſondern Weyerhaeuſer und ſeine Söhne. Ausgewanderker Heſſe erwirbk Wälder von der
jeße Englands. Eine Oynaſtie im Dunkeln. Bielleicht der reichſte Mann der Well.
Gebieker über den Miſſiſſippi. Rieſenſpekulakion und Wälderkod.

ſant den Petroleumkönig, den Stahlkönig, den Geld=
Autokönig wer kennt den Holzkönig? Und doch,
Mann, der nur Wälder beſaß, und als er, knapp
des Weltkrieges ſtarb, wahrſcheinlich der reichſte
Zelt war. Auch die Söhne dieſes Mannes, die das
nermögen bedeutend vermehrt haben, ſind ſo gut wie
uit Weyerhaeuſer und ſeine drei Brüder beherrſchen im
uorUSA. ein Holzkönigreich im Umfange von 25 Mil=
Es iſt ſo groß wie das engliſche Königreich, ein
einer Seitenlänge von 500 Km., ein guter D=Zug
nnu in einem Tage umfahren. Nur ein Vierzigſtel
bbeſtände der Welt, aber an bevorzugter Stelle.
hächſt es noch täglich, breitet ſich namentlich in nörd=
gig
, nach Kanada und Alaska aus. Die Begründung
ör igreiches iſt ein Kapitel der Wirtſchaftsgeſchichte,
hiyen muß, das man umſo mehr kennen muß, als es
i hat.
MBeyerhaeuſer, der Vater der vier Söhne, der Ahne,
der erſte und eigentliche Holzkönig war ein Deut=
ßten
1834 zu Niederſaulheim in Rheinheſſen. Vielleicht
ſieK ibelkundigen der Name ſeines Geburtsortes ſpäter
Omen: ging er doch aus wie Saul, der Sohn Kis’,
Königreich, Friedrich Weherhaeuſer war ein armer
Wie die Herren in Heſſen hauſten, wie das niedere
i der Revolution von 1848 lebte, das ſchildert der
Georg Büchner in ſeinen Schriften. Von dem
der Gedrücktheit jener Zuſtände mögen wir uns
ir Bild machen. 1852, achtzehnjährig, wandert Fritz
und Schweſter nach Amerika aus, ins Land der
den Ländchen des unterdrückten Freiheitskampfes,
m Heſſen länger als in anderen deutſchen Landen
ſte! Er kommt in eine Sägemühle in Rock Island,
MAinois. Er muß ſehr tüchtig geweſen ſein, denn,
tirr Zeit ſchon die Sägemühle verkauft werden ſoll,
mit erſpartem und geborgtem Geld an ſich.
icwck Island faßt er ſeinen Holzkönigsgedanken. Er
ſteia, aber von den vielen geſcheiten Menſchen, die es
Aluls, in Amerika gab, hat ihn doch keiner ſcharf genug
iſr Heſſe aber, der von Haus aus etwas von ratio=
Fſtwirtſchaft weiß und hier, in den Atlantikſtaaten der
ſügegenteil betreiben ſieht, weiß, daß die Holzebbe
mſttz und ſpekuliert auf ſie. Er hat eine unerſchütter=
ſiefärg
für die Urwälder des Mittelweſtens. Jeden Cent,
heiſchaffen kann, will er in dieſe Wälder ſtecken. Sie
MStaat. Der Staat verkauft ſie, weil er nun auch
er beſiedeln will und weil der Wald ein Hindernis
biſhiem iſt. Weyerhaeuſer kauft, weil er überzeugt iſt,
fe Wälder dereinſt, ſehr bald vielleicht ſchon, jeden=
ſien
. Lebzeiten noch, ein Vierfaches ihres Kaufpreiſes
ſſtürden. Der Kaufpreis: 8 bis 12 Mark für den
illeten Bodens. Er zahlt ſie und hat den unan=
i
eäitztitel in der Taſche. Zwanzig Jahre lang iſt er
Mün immer um eine Urwaldlänge voraus. Als die
ü eine erſten Wälder erreichten, iſt er mit ſeinen
ſit rweit weſtlich vorgedrungen. 1872 legt er ſchon in
MMenneſota, dem großen Eiſenbahnknotenpunkt die
mſe des Hauſes, das heute, neben Tacoma im Nord=
Mtin gton, der Verwaltungsmittelpunkt der Weyer=
ntereſſen
iſt. Hier ſteht ſeine einfache rote Back=
Aomm dem prunkvollen Palaſt des Eiſenbahnkönigs
A4zuſammen er manches große Geſchäft machen wird.
üührigens einer der ganz wenigen Partner, die man
bet kann. Er hat zuletzt an die tauſend Partner
die haben von ſeiner Partnerſchaft nichts gewußt
ſu Eich untereinander ebenſowenig wie ſie Friedrich
wir kannten. Er blieb immer im Hintergrund, der
Ayoe unter Unwiſſenden, ſpielte den einen gegen den
ſſt reilte und herrſchte. Er wollte vielleicht nur ver=
nazu
mußte er herrſchen, und die Methoden der
eben ſich im Grunde immer gleich. Anfangs der
utvut auf. Da fließt der Dollar durch ein ſchlaues

Netz von Hunderten verdeckter Kanäle über Weyerhaeuſers
Sägemühlen und macht ihn nun wirklich zum Holzkönig. Dieſe
erſte große, Konjunktur ſeines Lebens, empfängt er in voller
Nüſtung. Er hatte ſich in einer gigantiſchen Kleinarbeit, hinter
der doch ein Plan geſteckt haben muß, zum Gebieter des
Miſſiſſippi aufgeſchwungen, der Vater der Ströme und ſeine
Nebenflüſſe ſtehen unter ſeinem Flößmonopol. Die Holzhäfen,
die Schleuſen, die Stapelplätze gehören ihm. Ohne ſeinen Wil=
len
ſchwimmt keine Tanne den Miſſiſſippi hinunter. Bald beugt
ſich der letzte unabhängige Holzhändler des Miſſiſſippi=Tales in
ſein Joch. Er regelt den Schlag, wie er ihm paßt. Viele ſeiner
Wälder läßt er vorläufig unberührt. Sie ſteigen inzwiſchen aufs
Fünfzigfache ihres Kaufwertes. Wo er ſchlägt, ſchlägt er kahl.
Das iſt ein kalter Buſineßman, nicht weniger ſkrupellos als
der um fünf Jahre jüngere Rockefeller. Seine Karte, die ein=
zige
, auf die er ſpielt, heißt Entwicklung. Weyerhaeuſer glaubt
an den Nordweſten, glaubt, daß in die Wälder Waſhingtons,
Oregons, Montanas und Idahos, wo ſeltſame Füchſe ſich Gute=
nacht
ſagen, bald Menſchen, viele Menſchen kommen werden.
Sein Wille, jene Wälder zu ergreifen, iſt ſtark, und er erlangt
ſie durch einen Bodenſchwindel, impoſant in ſeiner ſimplen

Die Einweihung des neuen Wahrzeichens
von Rio de Janeiro.

Die neue rieſige Chriſtusſtatue auf dem Corcovadoberg
bei Rio de Janeiro
wurde feierlich eingeweiht. Am Abend wird das Denkmal von
Hunderten von Scheinwerfern beſtrahlt, ſo daß es gegen den ſüd=
Rhre zeigt es ſich, daß er richtig ſpekuliert hat. Im lichen Nachthimmel wie ein leuchtendes Kreuz erſcheint. Zum
non tritt die große Holzknappheit und gleichzeitig erſten Male wurden die Lichter durch Marconi von Italien aus
entzündet.

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Nr. 308 Seite 11
New Yorks Rieſenbrücke dem Verkehr übergeben.

Der Zug der Regierungsautos fährt zum erſten Male
über die neue, 1450 Meter lange George=Waſhington=Brücke,
die New York mit New Jerſey verbindet und ſoeben eingeweiht
wurde. Dieſe Brücke iſt die größte Hängebrücke der Welt.

Größe. Hills Eiſenbahn, die Northern Pacific, (eine wirkliche
Pionierleiſtung) hat mit ihrer Konzeſſion rechts und links von
der Strecke einen breiten Streifen Landes geſchenkt bekommen.
Die ſchönſten Gründe hat ſie ſchon verkauft, doch große Stein=
wüſten
ſind ihr am Halſe geblieben. Da wird in einem Kon=
greß
, der nicht zu den ruhmreichſten in der Geſchichte der Staa=
ten
zählt, mit allen Mitteln ein Geſetz durchgedrückt, das den
Käufern der Northern Pacific=Gründe einen Tauſch ihrer Län=
dereien
gegen größere in den Wäldern der Nordweſtſtaaten ge=
ſtattet
. Kaum hat der Präſident dieſes Heimſtättengeſetz gut=
geheißen
, da meldet ſich Weyerhaeuſer als Beſitzer der Stein=
wüſte
. Er meldet ſich nicht unter ſeinem eigenen Namen, diesmal
jedoch weiß man, daß er es iſt. Hill hat ihm die Steinwüſten
verkauft, wahrſcheinlich nicht für ein Butterbrot. Aber als
Weyerhaeuſer nun ſeine Sahara gegen die ſchönſten Nadelholz=
wälder
der Welt eintauſcht, da hat er über Nacht 400 Millionen
gewonnen.
Oſten und Süden der Staaten ſind bis auf einige Reſte
ſchon kahl geſchlagen. Die Konjunktur für Waldbeſitz ſteigt
immer weiter. Weherhaeuſer kontrolliert nun alles, was zur
Ausübung einer Preisdiktatur gehört und übt ſie unangefochten
noch zwei Jahrzehnte lang. Die Wirtſchaftskriſen können ihm
nichts ſchaden, die Arbeiter werden entlaſſen, der Wald bleibt
ſtehen, und als wieder gebaut wird, hat ſich ſein Wert veroop=
pelt
. Eine Sekunde lang nur ſcheint Weyerhaeu=
ſers
Machtgebäude zu ſchwanken: Präſioent
Rooſevelt eröffnet ſeinen Feldzug gegen die
Truſt und ſein Freund Giffort Pinchot leitet den
großen Feldzug für die Konſervierung des nationalen
Reichtums an Wäldern und Waſſerfällen ein, den er noch heute
führt. Aber der Angriff aufs Weyerhaeuſer=Syndikat geht fehl.
In den Monaten vor ſeinem Tode wird, wie zur Zeit des gro=
ßen
Bodenſchwindels, wieder von ihm geſprochen. Aber er nährt
den Klatſch nicht und ſtirbt, in beinahe einſiedleriſcher Unbe=
kanntheit
, Zurückgezogenheit, der Nation eine Zahl, der Welt
ein Unbekannter. Bei ſeinem Tod nennt man ihn den viel=
leicht
reichſten Mann der Welt‟. Dieſes vielleicht war ſicher in
ſeinem Sinne. Was er wurde, verdankte er ſeiner Naſe und
ſeinem Schweigenkönnen. Er war, neben Zar Nikolaus II, der
größte Grundbeſitzer der Welt und ein Schweiger wie Moltke.
Für wohltätige Zwecke hinterließ er keinen Cent, wie er in
ſeinem Leben keinen Cent für ſie übrig hatte. Er war ein leiſer,
ſchüchterner Menſch, nicht nur das Gegenteil eines Lebenskünſt=
lers
, das ſind die meiſten Aufbauer von Rieſenvermögen, ſon=
dern
auch einer, dem ſein Reichtum zwar Stachel, aber auch
Bürde war.

Haarse
oisErr Minreetd Schuoe
15975

[ ][  ][ ]

Scite 12 Nr. 33

Darmſtidter Tagblatt / Heſſiſche Reueſte Nachrichten

Freitag, &. Ro

Sport, Spiel und Jucnen

Der Spork des Sonnkags.
Der 8 November bringt ein ebenſo umfangreiches, wie far=
biges
Sportprogramm.
Fußball.
Die Verbandsſpiele in Süddeutſchland bringen
in einigen Gruppen bereits Kämpfe, deren Ergebniſſe leicht ent=
ſcheidende
Bedeutung haben können. Wir denken dabei in erſter
Linie an die Spiele Neckarau-Waldhof NeunkirchenF.=V.
Saarbrücken, BöckingenBrötzingen, BirkenfeldPforzheim und
V. f. R. FürthSppg. Fürth. Das Programm des Sonntags
bringt u. a.: Main: Kickers Offenbach Hanau 93. F. S.V.
Frankfurt Germania Bieber, Germania 94 Eintracht Frank=
furt
. Union Niederrad F.S.V. Heuſenſtamm. Griesheim 02
Rot=Weiß Frankfurt. Heſſen; Kaſtel Viktoria Urberach,
Olympia Lorſch FC. Langen, Spv. 98 Darmſtadt Mainz 05,
SV. Wiesbaden Alemannia Worms. Wormatia Worms
Viktoria Walldorf. Da verſchiedene Mannſchaften der 1. Klaſſe
in den Punkteſpielen des Sonntags nicht beſchäftigt ſind, kommt
es auch zu Privatſpielen, von denen in erſter Linie die
Begegnung zwiſchen dem Deutſchen Meiſter Hertha/B S.C. und
dem 1. SC. Nürnberg erwähnenswert iſt. Weitere Privatſpiele:
Stuttgarter Kickers Karlsruher FV., Sportfr. Eßlingen
Teutonia München In Zürich ſteigt zwiſchen den beiden Wie=
ner
Mannſchaften W. A.C. und Vienna das erſte Endſpiel um
den Mitropa=Pokal. Außerdem werden noch zwei Länder=
ſpiele
ausgetragen und zwar Ungarn Schweden in Budapeſt
und Schweiz Oeſterreich in Bern.
Handball.
Die Meiſterſchaftsſpiele in den ſüddeutſchen Gruppen werden
u. a. mit den nachſtehenden Begegnungen fortgeſetzt: Main:
Kickers Offenbach F.S.V. Frankfurt. Eintracht Frankfurt
Höchſt 01. V. f. R. Schwanheim V. f L. Sachſenhauſen, Rot=
Weiß Frankfurt S S.V. Langen. Heſſen: Alemannia Worms
Spp. 98 Darmſtadt. Wormatia Worms Pol. Darmſtadt,
Spvg. Arheilgen Braunshardt. Rot=Weiß Darmſtadt Pol.
Worms Südrhein: Haſſia Bingen Poſt Wiesbaden, SV.
Wiesbaden FC. 02 Kreuznach, Hakoah Wiesbaden Polizei
Wiesbaden.
Hockey.
Die Zwiſchenrunde um den Hockey=Silberſchild führt in Kre=
feld
Weſt= und Süddeutſchland und in Leipzig Mittel= und Nord=
deutſchland
zuſammen. In beiden Spielen wird es zu harten
Kämpfen kommen, für die eine Vorausſage nur ſchwer zu geben iſt.

Rugby.
Zum erſtenmal treffen am Sonntag in Leipzig die Rugby=

Nationalmannſchaften von Deutſchland und der Tſchechoſlowakei
zuſammen. Die deutſche Mannſchaft, in erſter Linie aus norddeut=
ſchen
Kräften zuſammengeſtellt, darf ihren Gegner, obwohl die
Tſchechen noch nicht lange Rugby ſpielen, nicht unterſchätzen, ſonſt
könnte es leicht zu einer böſen Ueberraſchung kommen. Normaler=
weiſe
müßte aber die deutſche Mannſchaft klar gewinnen. In
Süddeutſchland gibt es nur ein Punkteſpiel: Heidelberger
BC. SC. Neuenheim im Kreis Heidelberg. Privatſpiele tragen
aus: Tennis Boruſſia Berlin Slavia Prag und Hannover 78
RG. Heidelberg.
Schwimmen.
Nach dem glanzvollen Auftakt, den die Winter=Hauptſaiſon
der deutſchen Schwimmer vor einer Woche beim Hellas=Feſt in
Magdeburg fand, gibt es an dieſem Sonntag beim Internatio=
nalen
Schwimmfeſt in Berlin, womöglich noch eine Steigerung.
Die ganze deutſche Schwimmer=Elite trifft auf eine Reihe von erſt=
klaſſigen
ausländiſchen Kräften Weitere Schwimmfeſte gibt es
in Saarbrücken und Hamm i. W.
Boxen.
Die deutſche Nationalmannſchaft der Amateurboxer, die wohl
als ſtärkſte Einheit des Kontinents anzuſprechen iſt und die kürz=
lich
durch ihren Sieg über die U S.A. noch ſtarkes Aufſehen er=
regte
, ſteht vor einem weiteren Länderkampf, ſie muß in Poſen
gegen Polen antreten. Obwohl der Gegner ſtark iſt, ſollte es
auch diesmal einen deutſchen Sieg geben. In Ulm kommt es zu
einem Klubkampf S. S.V. Ulm P. S.V. Heilbronn.
Radſport.
In Köln kommt als letzte Vorprobe zum Sechstagerennen ein
größeres Mannſchaftsrennen zum Austrag. Weitere Winterbahn=
rennen
gibt es in Münſter, Breslau und Brüſſel. In Chicago be=
ginnt
das erſte Sechstagerennen der U. S. A.=Saiſon.
Verſchiedenes.
Fechtakademien, an denen u. a. auch Helene Mayer und Erwin
Casmir teilnehmen, gibt es am Samstag in Eſſen und am Sonn=
tag
in Düſſeldorf. Im Berliner Wintergarten wird der Kunſt=
turnkampf
HamburgLeipzig-Berlin ausgetragen Galopp=
rennen
gibt es in Dortmund und Auteuil, ein Wohltätigkeits=
Springturnier in Berlin.

Krafſpork.

Handball.
Wormalia Worms Polizei Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag trägt die Polizeimannſchaft ihr
erſtes Spiel gegen die Mannſchaft von Wormatia Worms in
Worms aus. Die Wormatiamannſchaft iſt nicht mehr der ſchwache
Gegner, wie es bei Beginn der Verbandsrunde den Anſchein hatte.
Damals mußte ſie ganz gewaltige Niederlagen (gegen Spv. 98
hier 18:2) hinnehmen. Inzwiſchen hat ſich ihre Spielſtärke außer=
ordentlich
gebeſſert. Insbeſondere ſollen die Innenſtürmer, beſon=
ders
der Halbrechte und Mittelſtürmer, ganz hervorragende Tor=
ſchützen
ſein, die faſt jeden Ball zum Torerfolg zu verwandeln
wiſſen. Auch die Hintermannſchaft, insbeſondere der Torwächter,
warten heute mit ganz anderen Leiſtungen auf, als zu Beginn der
Verbandsrunde. Es gelang Wormatia, beim Rückſpiel gegen
98 Darmſtadt in Worms einen 9:8=Sieg zu erringen. Wenn auch
die Sportvereinsmannſchaft nicht ihr ſonſtiges Können bei dieſem
Spiel zeigte, ſo zeugt das Spiel doch von einer ganz großen Ver=
beſſerung
der Spielſtärke der Wormaten. Daß der Erfolg der
Wormaten kein Zufallserfolg war, haben ſie in dem Spiel gegen
Polizei Worms bewieſen. Obwohl die Wormſer Poliziſten den
Wormaten ganz erheblichen Widerſtand entgegenſetzten, blieben ſie
vor einer zweiſtelligen Niederlage nicht bewahrt. Auch im Tabel=
lenſtand
drückt ſich das geſteigerte Können der Wormaten aus,
denn ſie haben jetzt Rot=Weiß überflügelt und ſind auf den dritten
Tabellenplatz vorgerückt.
Die Polizeimannſchaft wird alles hergeben müſſen, wenn ſie
das Spiel zu ihren Gunſten entſcheiden will. Wormatia hat außer
der geſteigerten Spielſtärke auch noch die Vorteile des eigenen
Platzes und der heimiſchen Zuſchauer, die ihre Mannſchaft anzu=
feuern
wiſſen. Die Poliziſten müſſen von Anfang an ihr ganzes
Können in die Wagſchale werfen, um zum Siege zu kommen, ins=
beſondere
muß die Hintermannſchaft ängſtlich darauf bedacht ſein,
Fehler zu vermeiden. Vor allem dürfen nicht, wie es mitunter der
Fall iſt, einige Spieler ängſtlich und nervös den Platz betreten.
Wenn die Polizeimannſchaft dieſelben Leiſtungen aufbringt, die
ſie in den letzten Spielen zeigte, wird es ihr, wenn auch nur
knapp zu einem Sieg reichen. Der Spielbeginn iſt auf 11 Uhr
feſtgeſetzt.
Die Mannſchaft fährt um 9.15 Uhr mit einem Omnibus an
Wache 24 ab. Es wäre zu wünſchen, daß ſich auch einige Zuſchauer
an der Fahrt beteiligen. Fahrpreis 2 RM. pro Perſon.
Die Damen ſind am kommenden Sonntag Gaſt bei Turn=
verein
Biebesheim: Spielbeginn um 2 Uhr.
Sp. Bgg. 04 Arheilgen T.5.V. Braunshardl.
Kommenden Sonntag, 14.30 Uhr, empfängt Arheilgen den
T. S. V. Braunshardt zum fälligen Verbandsrückſpiel am Ar=
heilger
Mühlchen. Beide Vereine ſtehen mit am Ende der Ta=
belle
und ſind ſomit ſtark gefährdet Braunshardt hat in Arheilgen
noch niemals verloren und Arheilgen ſpielte in Braunshardt
immer unentſchieden. Auf dieſes Spiel darf man wirklich geſpannt
ſein. Gelingt es Arheilgen wirklich einmal Braunshardt am
Mühlchen zu ſchlagen, ſo muß dies als Ueberraſchung bezeichnet
werden. Hoffen wir von beiden Mannſchaften ein ſchönes Spiel
und einen guten Leiter, ſo wird der Beſſere Sieger werden.
Tgſ. 1875 Darmſtadt T.V. Sprendlingen.
Eines der für die 75er wohl bedeutungsvollſten Spiele der
Vorrunde ſteigt am Sonntag 15 Uhr auf eignem Platz an der
Kranichſteiner Straße gegen Sprendlingen. Den Gäſten geht ein
ſehr guter Ruf voraus; ſie ſpielten ſchon jahrelang in der Meiſter=
klaſſe
an führender Stelle und ſtützen ſich auch jetzt noch in erſter
Linie auf die bewährten alten Kräfte, von denen insbeſondere
der Torhüter ſowie die bekannten Stürmer Kreiſel, Leonhard und
Dr. Schmidt hervorgehoben zu werden verdienen Wenn auch
an einem Sieg der Gäſte wohl nicht zu zweifeln iſt, ſo gilt es doch
für die Blauweißen mit aller Energie zu verſuchen, die Niederlage
in erträglichen Grenzen zu halten. Dazu ſollten die Darmſtädter,
die zu beweiſen haben, daß ihre in letzter Zeit erzielten guten Er=
gebniſſe
dem tatſächlichen Können der Mannſchaft entſprechen, zum
mindeſten in der Lage ſein. Dem Treffen iſt auch für die Pla=
cierung
in der Tabelle eine gewiſſe Bedeutung beizumeſſen, da
beide Vereine zuſammen mit Reichsbahn=Tv. zurzeit noch unge=
ſchlagen
punktgleich an der Spitze ſtehen. Spielbeginn 3 Uhr.
Um 1.45 Uhr 2. Mannſchaft.
T.=V. Nieder=Ramſtadt.
Zum letzten Verbandsſpiel der Vorrunde muß Nieder= Ram=
ſtadt
nach Weiterſtadt. Ein letzthin ſtattgefundenes Freund=
ſchaftsſviel
konnte Nieder=Ramſtadt mit 5:1 für ſich entſcheiden.
Daß Weiterſtadt aber gerade eben gut in Form iſt, beweiſt die
knappe 6:4=Niederlage beim Tabellenführer T=V. Crumſtadt am
vergangenen Sonntag. Es heißt daher für Nieder=Ramſtadt, alles
aufzubieten, um beide Punkte aus Weiterſtadt zu entführen. Ab=
fahrt
per Auto 1.30 Uhr, am Gaſthaus Zum Goldenen Anker
(Fiſcher) Für Schlachtenbummler ſind noch Plätze frei.
2. Mannſchaft, vormittags 10 Uhr, Tgſ. Ober=Ramſtadt, 2.

Eiche‟ Hanau Darmſtadt 1910.
Nach einer 14tägigen Ruhepauſe müſſen die Einheimiſchen nun dorn, RauſchHürtgen und PetriManthey.
am kommenden Sonntag, den 8. November, in Hanau gegen die
dortige Eiche=Mannſchaft zum fälligen Verbandskampf der Vor=
Mannſchaftskampf=Saiſon als Neuling mitwirkt, hat ſich bereits laden.
als äußerſt ſchlagkräftig erwieſen und iſt beſonders vor heimiſchem
Publikum ein ſehr gefährlicher Gegner. Bisher hat die Kraft= tigte in Chicago ſeinen Herausſorderer Maeſtro verdient nach
ſportvereins=Sieben auf fremden Plätzen noch nicht überzeugen Punkten ab.
können. Es iſt deshalb zu hoffen, daß ſie ſich gerade gegen den
ſächliche Kampfkraft unter Beweis ſtellt. Auch diesmal iſt den ſtecken.
einheimiſchen Kraftſportanhängern Gelegenheit geboten die
Mannſchaft per Kraftwagen zu begleiten. Fahrpreis nach Hanau land wurde für das kommende Jahr im Anſchluß an die Olympi=
hin
und zurück 1 RM. Abfahrt Sonntag vormittag 9 Uhr, ab Hal= ſchen Spiele von Amerika angeregt.
lenſchwimmbad; Rückunft 13 Uhr Einzeichnungen bis Freitag, bei
Stütz, Reſt. Zum runden Eck, Lindenhofſtraße 2.

Roderich Menzel, der ausgezeichnete deutſch=böhmiſche Tennis=

demnächſt wieder nach Prag zurück.
Photokurſus
beginnt Montag, 9. Nov., abds. 8 Uhr.
Teilnahme koſtenlos. Anmeldungen erb.
Photohaus Gebr. Umbreit, (15997
Soderſtr. 8 Darmſtadt a. Kapellplatz
3

Herbſt=Gankurnkag des Odenwaldgaud
Der Gauvertreter des Odenwald=Gaues hat für
Sonntag, 9.30 Uhr, die Vertreter der Gauvereine zu
turntag nach Gammelsbach bei Beerfelden eingeni
die Gauleitung den Gautag nach dem kleinen, abgeles,
melsbach gelegt hat, das für viele Beſucher des Gauta
günſtig liegt und nur ſchlecht zu erreichen iſt, ſo wa=
Tragweite ihrer Handlung voll und ganz bewußt. Da
Gauvereine für die Abhaltung einer Gauveranſtaltny
in Frage kommen, ſie aber andererſeits bei treueſter
lung gegen den Gau auch Anſpruch auf Berückſichtigu=
Gau haben, iſt ihnen durch die erfolgte Maßnahm
gedient.
Die reichhaltige Tagesordnung beſteht aus 11 Pun
Erledigung dürfte ſich bis in die ſpäten Nachmittags=,
ziehen. Im Mittelpunkt der Tagung ſteht ein Vortran
vertreters, Herrn Dr. Spalt: Die Deutſche Tur
Strome der Zeit‟. Da der Odenwald=Gau im Jahrie
50jähriges Gau=Jubiläum begeht, wird man ſich übe=
ſtaltung
dieſer Feier auch unterhalten müſſen.
Bei dieſem ſchönen Herbſtwetter darf wohl mitt
zahlreichen Beſuch des Gautages gerechnet werden.
brüder von Gammelsbach freuen ſich ſchon auf den
werden ihr Teil zum guten Gelingen des Gautages
Main=Rhein=Gau Deutſche Turnerfit
Ausbildungsarbeit im Turnerinnen= und Frauern
Wie in anderen Gauen der Deutſchen Turnerſſu
auch innerhalb des MainRhein=Gaues bei den Vemf
Frauenriegen (ältere Frauen) ins Leben gerufen um
die ſich mit dem Turnen der Frauen noch nicht
Wunſch laut geworden, ſolche Abteilungen zu grün
Zweifel aber dürfte unterliegen, daß gerade zur
Frauenabteilungen beſondere Kräfte heranzubilden
geſtellten Aufgabe voll und ganz gerecht werden köm
halb beruft der Gaufachwart für das Frauenturne=
Rhein=Gau für Samstag, den 7. November, alle
einen Uebungsabend zur Ausbildung
tern und Leiterinnen im Turnhauſe der
Beyungen ein. Intereſſenten iſt der Zutritt zu diiſe
ſtunde geſtattet. Die nächſte Uebungsſtunde der
Turnerinnen wird vom 11. auf den 18. November r.
Uebungsſtunde findet, wie ſeither, in der Woogswi
ſtatt.

Der Konflikt im Fechter=Verband wegen der Var=
letzten
Europameiſterſchaften in Wien wurde auf de
Genf beigelegt.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Freitag, 6. November.
17.0: Aus Greiners Großgaſtſtätten, Hindenburgbau:

Kapelle Olſchewſki.
18.40: D. Sternberger: Ueber naſſauiſche Sagen.
19.05: Aerztevortrag.
19.45: Deutſche Humoriſten: Guſtav Meyrink.
19.45: Aftueller Dienſt.
20.05: Stuttgart: Symphoniekonzert des Philharm. Orc
Soliſtin: Duſolina Giannini.
22.00: Muſik des Orients. Vortrag mit Schallplattenbal
Ludwig Koch
22.35: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
23.00: Tanzmuſik der Funkkapelle Haas.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Freitag, 6. Rovembez,
9.00: Schulfunk: Lieſel Bach erzählt über ihre Erlebri!
10.10: Schulfunk: Das Wundergrab des Tut=ench=Arn/
aus Alt=Aegypten.
15.00: Jungmädchenſtunde: Grete Maria Markſtein: W.
15.40: Jugendſtunde: Die Quiquern. Aus R. Kipling=
buch.
16.00: Oberſchulrätin Dr. Hildegard Wegſcheider: Alfal
genderziehung, ein Problem der Willensbildung.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: Prof. Dr. Mersmann: Hören muſikaliſcher For
18.00: Dr. Tänzler: Das Unternehmertum in der =
18.30: Paſtor t. R. D. Dr. Laſſon: Zur Erinnerung arſ
19.00: Wiſſenſchaftlicher Vortrag für Aerzte.
19.30: Die Welt des Arbeiters. Ing. Waſchow, E.
Dreyer: Soziale Umſchichtung.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Heitere Stunde.
21.00: Sinfonie=Konzert. Soliſtin: Duſolina Giannirn
Philharmoniſches Orcheſter Stuttgart.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten
anſchl. Stunde für die Winterhilfe: Simon Goldberg Oökl
Dr. V. Ernſt Wolff (Flügel) ſpielen für die Berl. M
anſchl. Konzert des Deutſchen Orcheſters der Notgeme
lin.

Wekkerbericht.

Im Berliner Sechstage=Rennen ſiegten geſtern
TietzBroccardo vor SchönGöbel, FundaCharlier,
RichliSiegel, WambſtWolke, BullaMiethe, EhmerMai=
Deutſchlands Amateurboxer wurden zu einem Länderkampf
runde antreten. Die Hanauer Mannſchaft, die in der diesjährigen gegen eine amerikaniſche Nationalmannſchaft nach Chicago eine=
Battling Battalino, der Weltmeiſter im Federgewicht, fer=
Eine Punktniederlage mußte der Bochumer H. Wieſer in Paris
Neuling aufrafft und durch ein annehmbares Reſultat ihre tat= gegen den früheren Europameiſter im Leichtgewicht Raphael ein=
Ein Leichtathletik=Länderkampf zwiſchen Amerika und Deutſch=
Die Tilden=Tennis=Compagnie hat für ihre Gaſtſpiele in
Paris die beiden deutſchen Meiſter Nüßlein und Najuch ver=
pflichtet
.
Eugen Kipp, der berühmte deutſche Vorkriegsinternationale,
ſpieler, der in dieſem Jahre für Rot=Weiß Berlin ſpielte, kehrt, der 18mal die Farben des D. F. B. in Länderſpielen vertreten
hat, iſt im Alter von nur 46 Jahren in Stuttgart geſtorben.

Die atlantiſche Störung, durch deren Vorderſclte!
das für die Jahreszeit ſehr milde Wetter erhielt.
öſtlicher Richtung weiter. Infolgedeſſen drehen de
auf Weſten zu, ſo daß die Zufuhr ozeaniſcher Luft
Von der franzöſiſchen Weſtküſte in nordöſtlicher
Weſtdeutſchland bis nach Hamburg hin hat ſich beret
Niederſchlagsſtreifen gebildet, der auch bis in unſe
dringen dürfte. Da ſich der hohe Druck weiter
Störungen im Norden Platz ergreifen, wird ſich
Weſtwetterlage entwickeln.
Ausſichten für Freitag, den 6. November: A
meiſt bewölktes. Wetter, wieder etwas kälter, ver
ſchläge.

Ausſichten für Samstag, den 7. November:
änderlich und wolkig, mit einzelnen Schauern undeiſt
Abkühlung.

Zuschneiden, Anprobieren, Nähen,
Bügeln und viele andere wichtige
schneiderische Knitie lehrt mit seiner reich-
lichen
tilmartig-deutlichen Bebilderung
Wir schneidern alles‟
Ein kleines, überall erhältliches Schneider-
lexikon
aus dem Bever-Verlag, dem Schöpfer
der millionentach bewährten Beyer-Schnitte

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LIe

[ ][  ][ ]

708

Junee Tagllllgyl

Freitag, den 6. November

grückhaltung an den deutſchen Börſen.
Beurkeilung der allgemeinen polikiſchen Lage iſt günſtiger. Rückflüſſe am Geldmarkk.
regung boten die feſten vorgeſtrigen Auslandsbörſen ſowie die feſte
Veranlagung der deutſchen Werte an dieſen Plätzen, und man nannte
er und Frankfurker Effekken-
daher
geſtern vormittag etwa 12 Prozent höhere Kurſe, wobei die
Umſatztätigkeit etwas reger als an den vorausgegangenen Tagen war.
Mehr gefragt waren J.G. Farben und Siemens, dagegen beſtand in
Zreiverleht.
Nebenwerten eher etwas Abgabeneigung. Montanwerte blieben im gan=

em Eindruck höherer Auslandsmeldungen ſchon in den
ilendſtunden einſetzende Feſtigkeit übertrug ſich auch auf
Berkehr in Berlin. Die Aufwärtsbewegung der
aAerdings zunächſt keine Fortſchritte, da die Spekulation
hlearen Lage und der Unſicherheit bezüglich der Auswir=
Zimſenvorſtandsbeſtimmungen Zurückhaltung übte. Man
Exekutionen oder Verkäufe zu Geldbeſchaffungszwecken,
gerr ſchlecht funktionierenden Geldmarkt keine Lombardie=
für Effekten und ſomit keine andere Möglichkeit, ſich
ſwafen, hätte. Später argumentierte man jedoch, daß dieſe
woupt erſt in zirka zehn Tagen fällig würden und gar
ſan könnten, wie man im erſten Augenblick angenommen
futz ß ſich daher mehr von wirtſchaftlichen Ueberlegungen
ſal die Hauſſe an den internationalen Warenmärkten, ſpe=
rgeſtrigen
Chicagoer Getreidebörſe, ſtärkere Beachtung,
chon als Zeichen eines Umſchwunges von einer Welt=
un
= Weltinflation zu werten ſei. Man verwies aber auch
ſoltung der deutſchen Werte im Ausland, die ebenſo wie
der Reichsmark ein Spiegelbild für das Vertrauen wäre,
ſard in die deutſche Situation ſetzte. Weſentlich ſei auch
Abm in der franzöſiſchen Meinung bezüglich der kurzfriſtigen
bchetds; denn man ſcheint nunmehr auch in Paris ein=
hm
, daß die Regelung dieſer Kurzkredite in den allge=
y
der Verhandlungen hineingehört. Alle dieſe Momente
y datten ein im Vergleich zu den Vortagen etwas lebhaf=
GrFolge. Die Kurſe der Hauptwerte zogen bis zu zwei
bite Ausnahme machten eigentlich nur die Montanpapiere.
eom weiter im Angebot und gaben erneut bis zu 1 Proz.
h. In den Mittagsſtunden ließ die Umſatztätigkeit am
u and die Kurſe bröckelten gegenüber ihrem Höchſtſtand
nlenzſtützend wirkten aber die feſten Eröffnungsmeldun=
Aundsbörſen; beſonders in der Schweiz ſoll ſtarkes Inter=
ufe
tenmärkte beſtehen. Am Geldmarkt machte die Erleich=
ndwher
Ultimo Fortſchritte und drückte ſich auch bereits in
ſier gesgeld aus, der heute mit 8,2510 und vereinzelt dar=
u
wurde. Der Privatdiskont blieb mit 8 Prozent unver=
R2=biſenmarkt waren die Veränderungen heute minimal.
n0 u angs notierten 10 Rpfg. höher, Stockholm ſetzte aller=
inEirtsbewegung
um 50 Rpfg. fort.
urachen kleinen Schwankungen, die ſchon bei relativ ge=
ben
auftraten, konnte ſich die Tendenz auch in den Nach=
el
mn allgemeinen behaupten. Etwas ſtärkeres Intereſſe
wftr in irgendwelcher Beziehung zu dem Ausland ſtehen=
Eſerwor; ſo profitierten Kunſtſeidewerte von den höheren
ſeäursmeldungen und J.G. Farben von den feſteren J.G.
bſturſen in der Schweiz. Während Anleihen und Reichs=
cüm
relativ gut gehalten waren, neigte die Tendenz für
rigen feſtverzinslichen Werte weiter zur Schwäche.
Btackt waren geſtern erſtmalig die Rückflüſſe etwas ſtärker.
mäsen trat eine Erleichterung ein; man nannte Tagesgeld
arzent und vereinzelt auch ſchon darunter. Der Privat=
b
bei geringen Umſätzen unverändert 8 Prozent, Reichs=
arden
dagegen mehr untergebracht, wobei der 5. Februar
48 Fälligkeitstag iſt.
Mm des geſtrigen Freiverkehrs von Büro zu Büro war
rr a. M. als unregelmäßig zu bezeichnen. Etwas An=

zen ziemlich unverändert, wenngleich die Nachrichten aus dieſer Indu=
ſtrie
nicht gerade günſtig lauten. Im weiteren Verlauf des Freiver=
kehrs
blieb die Haltung unſicher. Sehr verſtimmt hat dabei die ſchwache
Haltung des Rentenmarkts, wo ſtarkes Angebot keine Aufnahmeneigung
fand. Die Kurſe gaben ſowohl für Gold= als auch für Liquidations=
pfandbriefe
durchweg bis zu 1 Prozent nach. Auch die übrigen Papiere
dieſes Marktes lagen allgemein ſchwächer.
Am Aktienmarkt ergaben ſich ſpäter ebenfalls leichte Rückgänge; die
Umſätze gingen auf ein Minimum zurück.
Die Auslandsbörſen.
Die Londoner Börſe eröffnete geſtern bei lebhaftem
Geſchäft in zuverſichtlicher Stimmung; es ergaben ſich durchweg
Kursbeſſerungen. Die Tendenz der Londdner Börſe war bis zum
Schluß feſt, Oelaktien zogen weiter an. Britiſche Staatspapiere
behaupteten ihre Kursgewinne.
Die Pariſer Börſe war zunächſt unſicher, ſpäter griff
jedoch eine freundliche Stimmung Platz,
Die Brüſſeler Börſe war recht uneinheitlich.
Das Geſchäft an der Wiener Börſe war bis zum Schluß
recht freundlich und die Kurſe zogen auch im Verlaufe weiter an.
Die New Yorker Börſe verkehrte heute in feſter Ten=
denz
, die Entwicklung an den Warenmärkten wirkte weiter an=
regend
.
An den internationalen Deviſenmärkten waren die Verände=
rungen
am Nachmittag nur gering. Das Pfund war unter
Schwankungen eher etwas leichter und ſtellte ſich auf 3,74½ gegen
den Dollar. In Amſterdam ſchloß das Pfund mit 9.28½, in Zürich
mit 19.20 und in Paris mit 95.31½ Der Dollar war in Amſter=
dam
etwas angeboten und ging auf 247.70 zurück, dagegen lag er
in Paris mit 25,43½ feſter. Die Reichsmark hat ſich gut gehalten
und ſchloß in London plus 15 771. Die Nord=Deviſen waren nicht
einheitlich, doch konnte ſich Stockholm leicht beſſern. Die Deviſe
Madrid tendierte etwas ſchwächer, der holländiſche Gulden lag in=
ternational
feſter.

Die Lage der Eiſen= und Skahlwaren=Induſtrie
im Okkober.
Das trübe Bild von der Eiſen= und Stahlwareninduſtrie zeigt nach
dem Bericht des Eiſen= und Stahlwareninduſtriebundes auch für den
jetzt abgelaufenen Monat Oktober nur ganz unweſentlich hellere Far=
ben
, die ſich dann auch nur auf Einzelheiten beſchränken, ohne zu einer
hoffnungsfreudigen Betrachtung für die nähere oder fernere Zukunft
Veranlaſſung zu geben. Aus den deutſchen Wirtſchaftsgebieten meldet
Süddeutſchland u. a. von den Geſenkſchmiedereien in Württemberg, daß
nennenswerte Aufträge überhaupt nicht mehr gekommen ſind und daß
ſelbſt die Firmen, die bisher für Ruſſenaufträge gut beſchäftigt waren,
keine weiteren Lieferungen mehr machen können, da die verſchärftem
Kreditverhältniſſe es verbieten. Aus anderen Juduſtriezweigen der
Weiterverarbeitung in Süddeutſchland wird eine leichte Veſſerung be=
richtet
, ſo n. a. aus der ſüddeutſchen Schraubeninduſtrie, die beſonders
für Nähmaſchinen und Möbelfabriken beſſer zu tun hatten als im Sep=
tember
. Auch der Baumarkt liegt in Süddeutſchland nicht ſo troſtlos,
wie beſonders im Weſten des Reiches, wodurch wiederum bewieſen wird,
daß die überwiegend induſtriellen Bezirke am ſchwerſten an der Notz
der Zeit zu tragen haben. Der Eiſen= und Stahlwareninduſtriebund
iſt ſeit längerer Zeit ununterbrochen bemüht, die Aufmerkſamkeit der
Berliner Regierungsſtellen immer wieder auf die Zuſtände in dem vom
ihm vertretenen Wirtſchaftszwveig hinzulenken. Er hofft, daß es ihm im
der nächſten Zeit gelignen wird, in einer Ausſprache mit den verant=
wortlichen
Perſönlichkeiten an der Spitze der Reichsregierung eine
grundlegende Umſtellung in der Behandlung dieſer Fragen zu erreichen.

Mekallnokierungen.

Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg am 5. No=
vember
ſtellten, ſich für Elektrolytkuper prompt ci/ Himlurg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereini ung für die
Deutſche Elektrolvtkupfernotiz) auf 63,75 RM. Die Notierun=
gen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die
Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lie=
ferung
und Bezahlung) ſtellten ſich für Original=Hüttenaluminium,
98 bis 99 Prozent, in Blöcken. Walz= oder Drahtbarren, auf 170
RM., desgleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, auf
174 RM., Reinnickel, 98 bis 99 Prozent, auf 350 RM., Antimon=
Regulus auf 4850 RM.. Feinſilber (1 Kg. fein) auf 44 bis
47,25 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 5. November ſtellten ſich für
Kupfer: November 61 (62), Dezember 60 75 (61,75) Januar
61,25 (62), Februar 62 (62,25), März 62,50 (63), April 63 (63.25),
Mai 63,25 (64) Juni 63,50 (64,50), Juli 64 (65), Auguſt 65 (66),
Oktober 65,50 (67). Tendenz: feſter. Für Blei: November 20,50
(21,50), Dezember 20,50 (22), Januar 21 (22,75), Februar 21,50
23,50). März. April 22,50 (23,50). Mai 22,75 (24), Juni 23 (25),

Juli, Auguſt, September, Oktober 23,50 (25,50). Tendenz: luſt=
los
. Für Zink November 22 (22,50), Dezember 22,25 (22,75),
Berliner Deviſen=Zeſtſekung vom 5. November.
Januar 22,50 (23,25), Februar 22,75 (24) März 23,75 (24,50)

Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Schweiz

Geld
8.19
58.94
12.47
73.28
3.072
170.03
88.91
90.91
91.41
15.78
1.028
4.209
58,74
21.78
16.58
82.12

Brief
8.21
59.06 nom.
12.49
73.42
3.078

170.37
89.09
91.09
91.59

15.82
1.032

4. 217
58.86
21.82
16.62
82.28

Spanien
Danzig
Japan
Rio de Jan.
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambul
Kairo
Kanada
Uruguay
Island

Tallinn
Riga
Bukareſt
Kaunas

Geld
36.91
82.37
2048
6.259
7.473
14.29
5.195
16.18
3.796
1.748
71.43
112.99
81.37
2.557
42,21.

Brief
36.99
82.53
2.052
0.262
7.487
14.31
5.205
16.22
3.804
1.752
71.57
113.21
81.53
2.563
42.29

MNung der Unkernehmungen im Okkober 1931
Veiung des Statiſtiſchen Reichsamtes wurden im Oktober
KaFellſchaften mit zuſammen 4 Millionen RM. Nominal=
we
:. Ferner wurden 26 Kapitalerhöhungen um zuſammen
orgenommen und 24 Kapitalherabſetzungen um zuſcm=
RM. 72 Aktiengeſellſchaften mit einem Nominalkapital
ſhen RM. wurden aufgelöſt, darunter 24 wegen Konkurs=
* Kurswert der gegen Barzahlung im Monat Oktober
RArtien betrug 8 Millionen RM.
Fren im Oktober d. Js. 367 Geſellſchaften mb. H., 737
Ru5 Perſonalgeſellſchaften und 86 Genoſſenſchaften ge=
Leloſt wurden 420 Geſellſchaften m.b.H. (darunter 124 von
Agcöſcht), 1426 Einzelfirmen und Perſonalgeſellſchaften
Num Amts wegen gelöſcht) und 135 Genoſſenſchaften.

Wirtſchaftliche Rundſchau.

Anuung bei Klee= und Grasſaatenbezug. Amtlich wird
Durchführung der Zinsverbilligung für Erntefinanzie=
ud
eine Zinsrückvergütung auch für Wechſelkredite ge=
Bwecke des Ankaufs von inländiſchen Klee= und Gras=
rge
von mindeſtens 500 RM. in Anſpruch genommen
3usverbilligung erfolgt im Rahmen der hierfür verfüg=
Sie beträgt bis auf weiteres 4 v. H. jährlich bei einem
dur ſatz von 8 v. H. und darüber auf die Dauer von zu=
omten
, nach deren Ablauf eine Verlängerung um wei=
Eux zuläſſig iſt. Wird der Reichsbankdiskontſatz herab=
igt
ſich die Zinsrückvergütung um den gleichen Satz.
ussrückvergütung ſind binnen einer Woche nach der Dis=
Deutſchen Rentenbank=Kreditanſtalt einzuſenden.
Alkaliwerke Weſteregeln. Die Vexwaltung gibt be=
ſamte
Anleihe von 1920 gemäß 8 25 des Aufwertungs=
der
Anleihebedingungen durch ſchriftliche Erklärung
Dertretern der Gläubigern, der Deutſchen Bank und
waft zur Rückzahlung per 2. Januar 1932 gekündigt
Einlöſung der Teilſchuldverſchreibungen erfolgt von
Termin an zum Aufwertungsbetrag, alſo mit 7,31 RMM.
iſ ab 1. Januar 1925.
Ggrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirr Darmſtadt.
ranz Müller in
aih rer

heim a. Main. Af B. 11., 6/V. 19. 11., Prft. 17. 12.
Mittelrheiniſche Möbelwerke AG. Af. 20. 11., GlV.
12.; Georg Martin 3., Schuhwarenhandlung, in Uel=
E. 11, GlV. u. Prft. 25. 11. Neue Vergleichs=
Alzey: Fa. Verkaufsgemeinſchaft Rheiniſcher Ziegel=
SAlT. 10. 11. Darmſtadt: Fa. Spezialhaus für Auto=
oſorradbedarf
Ludwig Saxer. VglT. 26. 11. Homberg
Lazarus Lamm. ValT. 19. 11. Mainz: Fa. Julius
Eiſengießerei. VglT. B. 11. Offenbach a M.: Fa.
ſh. Lederwarenfabrik. VglT. 12. 11. Beendete
erfahren. Offenbach a. M.: Hans Helmſtädter,
iſinhaber. Anni Keilmann, Stickereien.
EEenerzmarktes im Lahn=Dillgebiet und in Oberheſſen im
ragst. Die wirtſchaftlichen Verhältniſſe im Monat Okto=
ſich
ebermals verſchlechtert wiewohl der Tiefſtand der
Eine Verſchlechterung zuließ. Eine Reihe von Gruben
Dangen Abſatz oder einen Teil desſelben verloren und
ornahme der geförderten Mengen auf Halde Zeit für
zu gewinnen. Nach Lage der Verhältniſſe wird ſich
Rlbot faum erfüllen, und man ſieht einer weiteren
* Betriebe entgegen.
Neberländiſche Petroleum Mif. Der Verwpaltungsrat der
öndiſchen Petroleum Mif, teilt mit, daß infolge der
Shathniſſ, die zur Zeit nicht nur in der Petroleumindu=
Hönie in der ganzen Welt herſchten, es unmöglich ſei,
E hielten Geſchäftsergebniſſe mit Sicherheit abzuſchätzen.
geine die Ausſchüttung einer Zwiſthendividende für
L 4l in jetzigen Zeitpunkt uicht als gerechtfertigt. Eine
Da R Aididende ſoll eit actrwig Hr, nachen

von den verſchiedenen Tochtergeſellſchaften die Geſchäftsergebniſſe fürs
ganze Jahr vorliegen. Der Verwaltungsrat lege Wert auf die Erklä=
rung
, daß zwar die ſortwährende Zunahme des Weltverbrauches an
Petroleum neuerdings zurückgegangen ſei, daß jedoch in dieſer Hinſicht
Petroleum noch ſtets beſſer daſtehe als die meiſten anderen Handels=
produkte
. Die Preiſe ſeien zwar geſunken, aber durchgreifende Ratio=
naliſierungsmaßnahmen
bildeten eine beträchtliche Kompenſation dafür.
Daß die Lage der Königlichen Shell=Gruppe keineswegs ungünſtiger ſei,
ergebe ſich wohl am beſten daraus, daß ſie zuu Zeit außer ihren Welt=
vorräten
, die gänzlich aus eigenen Mitteln finanziert ſeien, über die
folgenden liquiden Mittel verfüge: 20 Millionen Pfund Sterling und
50 Millionen Dollar. Der Verwaltungsrat halte die Gewinnkapazität
der Gruppe zur Zeit für ebenſo groß wie früher, und er betrachte den
jetzigen Stand der Dinge als nur von vorübergehender Dauer (i. V.
Zwiſchendividende 10 Proz., Enddividende 7 Proz., alſo Geſamtdivi=
dende
17 Prozeny.
Einfuhrmonopol in Eſtland? Die eſtländiſche Regierung hat dem
Finanzausſchuß des Parlaments einen Geſetzentwurf vorgelegt, der der
Regierung das Recht gibt, den geſamten Einfuhrhandel Eſtlands zu
monopoliſieren. Die Regierung kann das Monopol ſelbſt ausüben oder
ſeine Ausübung einzelnen Firmen übertragen. Vorläufig ſoll das Mo=
nopol
auf folgende Warengattungen angewandt werden: Getreide und
Mehl, Zucker, Petroleum, Benzin, Benzol, Gaſolin und deren Gemiſche,
Naphtha, Steinkohle, Koks, Salz und Heringe. Das Monopolgeſetz
wird mit der Notwendigkeit, die Einfuhr zu verringern, begründet. Die
Annahme des Geſetzes durch das eſtländiſche Parlament wird für Don=
nerstag
erwartet.
Biehmärkke.
Darmſtädter Viehmarkt vom 5. November. Aufgetrieben waren
9 Ochſen, 122 Kälber, 3 Schafe, 1 Ziege. Die Preiſe ſtellten ſich für
Kälber auf a) 3640, b) 313, c) 230 Pfg. pro Pfund. Markt=
verlauf
ſchleppend.
Mannheimer Viehmarkt vom 5. November. Auftrieb Zufuhren:
159 Kälber, 47 Schafe, 50 Schweine 970 Ferkel und Läufer, 1 Ziege.
Preiſe für 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Kälber b) 4448, c) 4044,
d) 3236; Schafe b) 2438: Schweine nicht notiert. Es koſteten das
Stück: Läufer 1318 RM., Ferkel bis 4 Wochen 46 RM., über 4 Wo=
chen
711 RM. Marktverlauf: Kälber ruhig, langſam geräumt;
Ferkel und Läufer mittel.
Frankfurter Viehmarkt vom 5. November. Aufgetrieben waren:
Seit dem letzten Markt 104 Rinder, 803 Kälber, 467 Schafe und 894
pro Zentner Lebendgewicht: Kälber a) 39

verlauf: Schweine. ausherkauft, Käller ſchlergend. Dar t
Schafe rege, ausverkauft. Fleiſchgroßhandelspreiſe. Ochſenfleiſch 1.
5562, 2. 4555; Bullenfleiſch 4652; Kuhfleiſch 2. 3545 3. 26
bis 35; Kalbfleiſch 1. und 2. 5575; Hammelfleiſch 6070; Schweine=
fleiſch
1. 5562. Geſchäftsgang: langſam. Eingebracht waren: 801
Rinder, 109 Kälber, 32 Schafe und 547 halbe Schweine.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 5. Nov.:
Getreide. Weizen: Dezember 65¾, März 69½, Mai 705,
Juli 71½: Mais: Dezember 46½, März 49, Mai 51, Juli 53½;
Hafer: Dezember 27,25, März 29, Mai 29,75, Juli 30½:
Roggen: Dezember 49,50, März 53,75, Mai 54½, Juli 56¾.
Schmalz: November 6,85, Dezember 6,725, Januar 6,625.
Schweine: Leichte 4,454,75, ſchwere 4,605,00; Schweine=
zufuhren
in Chicago 28 000, im Weſten 86 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 5. Nov.:
Schmalz: Prima Weſtern 7,60; Talg, extra loſe 338.
Getreide. Weizen: Rotwinter, Hartwinter 79½; Mais:
loco New York 62½; Mehl: ſpring wheat clears 4,705,00;
Getreidefracht nach England 1,62,3 sh, n. d. Kontinent 88½ C.
Kakao: Tendenz ſtetig, Umſätze 284, Loconotiz 5½: Dezember
5,11, Januar 1932 5,20, März 5,34, Mai 5,50. Juli 5,71. Sep=
tember
5B.,

April 24 (24,75) Mai 24,25 (25,25), Juni 24,50 (26), Juli 25
(26,25), Auguſt 25,50 (26,75), September 26 (27), Oktober 26,25
(27,25), Tendenz: ruhig. Die erſten Zahlen bedeuten Geld,
die in Klammern Brief.

Produkkenberichte.

Mannheimer Produktenbericht vom 5. November! Weizen, inländ.,
7576 Kilo, gut, geſund und trocken, 24,7525,50 RM.; Roggen, inl.,
22,5023; Hafer, inländ neuer Ernte 1719; Gerſte, inländ. Som=
mergerſte
1920, Ausfuhrware über Notiz; Futtergerſte 18,5019;
Sohaſchrot 12,5012,75; Trockenſchnitzel 6,25; Wieſenheu (loſes) 5,40
5,90; Rotkleeheu 5,405,90; Luzernkleeheu 5,806,40; Stroh, Preß=
ſtroh
, Roggen=Weizen 3,804,10, desgl. Hafer=Gerſte 3,403,80; Stroh,
geb. Roggen=Weizen 3,604,00, desgl. Hafer=Gerſte 3,203,60; Weizen=
mehl
Spezial Null, neue Ausmahlung, 35,75, desgleichen mit Aus=
landsweizen
37,75; Roggenmehl (60prozent.), Ausmahlung nach Fabr.,
31,5032,50; Weizenkleie (feine) 9,509,75; Erdnußkuchen 13,50.
Tendenz: feſt. Die weſentlich erhöhten Forderungen für Auslands=
weizen
haben im allgemeinen eine Befeſtigung der Märkte hervorge=
rufen
. Die Preiſe für deutſchen Weizen ſind ziemlich unverändert, wäh=
rend
die Preiſe für Futtermittel erhöht ſind. Die Börſe verkehrte in
feſter Haltung.
Berliner Produktenbericht vom 5. November. Die ſchaufen Preis=
ſchwankungen
der letzten Tage an den überſeeiſchen Terminmärkten
haben hier eine gewiſſe Unſicherheit ausgelöſt, ſo daß ſich im heutigen
Produktenverkehr ſtärkere Zurückhaltung zeigte, die in einer erneuten
Einengung des Geſchäftsumfanges zum Ausdruck kam. Im handels=
rechtlichen
Lieferungsgeſchäft ſetzte Weizen zwar bis 1,5 Mark höher
ein, bei Roggen war die Preisgeſtaltung bereits uneinheitlich, beſon=
ders
, da im Vormittagsderkehr Abgaben von beſonderer Seite erfolgt
ſind. Nur Märzroggen blieb zunächſt gut behauptet. Am Prompt=
markt
hat ſich das Angebot wieder etwas zurückgezogen und die Forde=
rungen
waren gehalten; nennenswerte Preisbeſſerungen waren aber
infolge der vorſichtigen Kaufpolitik der Mühlen, die zum Teil durch
die Verhandlungen über den Brotpreis begründet iſt, nicht durchzuholen.
Weizen wurde etwa 1 Mark höher als geſtern bewertet, während das
Roggenpreisniveau als behauptet zu bezeichnen war. Weizen= und
Roggenmehle hatten kleines Bedarfsgeſchäft bei wenig veränderten
Preiſen. Hafer und Gerſte ſind weiter knapp offeriert; infolge des
ſchleppenden Konſumgeſchäftes bewilligt der Handel nur zögernd höhere
Forderungen. Weizenexportſcheine waren gefragt und etwa 1 Mark
feſter, Roggenexportſcheine wurden auf geſtrigem Niveau angeboten.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Wie uns mitgeteilt wird, iſt es dem Außenhandelsverband e. V.
Berlin gelungen, eine erhebliche Verbilligung der Auskunftsgebühren
über die Bonität von Auslandsfirmen für ganz Europa zu erzielen. Die
bis zu 50 Prozent gehende Preisreduzierung beruht auf einem beſon=
ders
günſtigen Abonnementsabſchluß mit einer Groß=Auskunftei.
Ein in der Höhe vorläufig noch nicht feſtſtehendes Kontingent wird
zur Verarbeitung von Kartoffelflocken in Brennereien verteilt werden.
Es wurde ein Preis von 124 RM., und zwar in Süddeutſchland frei
jeder Empfangsſtation, und in Nordweſtdeutſchland von 124 RM. wag=
gonfrei
Parität Münſter i. Weſtf. feſtgelegt. Abnahme bis 30. Nov.
Bedingung.
Die Lederhandlung und Kommiſſionsfirma J. Schloß in Offenbach
am Main hat geſtern die Zahlungen eingeſtellt und beabſichtigt eine
außergerichtliche Regelung. Die Paſſiben dürften über 100 000 RM.
betragen.
Die G.V. der P. Wohl u. Co., Frankfurt a. M., genehmigte dem
Abſchluß mit 520 894 RM. Verluſt, der auf neue Rechnung vorgetragen
wird. Die Verwaltung machte Anzeige gemäß § 240 HGB. Die Kredi=
toren
haben ſich ſeit dem Bilanzſtichtage etwas verringert. Sanierungs=
beſchlüſſe
ſind noch nicht getroffen worden, da die diesbezüglichen Ver=
handlungen
noch im Gange ſeien.
Wie verlautet, haben ſich die Bayeriſchen Stickſtoffwerke in Troſt=
berg
und Hart entſchloſſen, Mitte November ihre Betriebe ſtillzulegen.
Hiervon werden 100 Arbeiter und Angeſtellte betroffen. Es befänden
ſich zur Zeit noch etwa 3,9 Millionen Doppelzentner Kalkſtickſtoff auf
Lager.
Da die Deviſenlage in Finnland unberändert angeſpannt iſt, ſper=
ren
die Finlands Bank und die Privatbanken ab Freitag 6. November,
die Lorikonten (ausländiſche Kundſchaftstonten); doch ſind Inlandsaus=
zahlungen
über dieſe Konten geſtattet.
Nach einer im Echo de Paris veröffentlichten Agenturmeldung aus
St. Etienne hat die Bank Ramel=Tardiff ihre Schalter nicht geöffnet.
Die Maßnahme ſei damit begründet worden, daß infolge der Abhebung
größerer Einlagen einer dortigen Fabrik es der Bank nicht mehr mög=
lich
geweſen ſei, den Zahlungswünſchen ihrer Kundſchaft nachzukommen.
Die Pariſer Privatbank Guet iſt zuſammengebrochen und der Ban=
kerott
erklärt worden. Bei einem Aktienkapital von nur 500 000 Fr.
gibt der Inhaber der Vank, der wegen Vertrauensmißbrauch verhaftet
wurde, einen Fehlbetrag von 1520 Millionen Fr. zu. Der Verhaftete
hatte eine Tochtergeſellſchaft mit einem Aktienkapital von 10 Millionen
Franken gegründet.
Die Federal Reſervebank hat geſtern 7,5 Millionen Dollar Gold
Millionen Dolle
aus Japan erhalten und etwas mehr
Türkei verſchifft. Seit einigen Tagen bereits ſind die Goldanklinfte
Höhen g die Aboaben von Gold.

[ ][  ][ ]

Seite 14 Nr. 308

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 6. Novem!

Pande ind
Arig

bis das Fellmaterial in
unseren Kürschnerei-
Werkstätten zu ele-
ganten
Mänteln u. Pelz-
Jacken ete. verarbeitet
ist u. seinen Weg durch
unsere Lager- und Ver-
kaufsräume
zu den Kun-
den
genommen hat.
Unsere erFahrenen
Kürschner, Pelzarbeite-
rinnen
und Angestellten
der Pelzabteilung geben
ihr Bestes, um allen
Wänschen unseres sich
von Jahr zu Jahr ver=
größernden
Kunden-
kreises
zu entsprechen.

98.

Nerzkid-Mantel
aus frischem guten Material".
Fohlen-Mantel
schwarz oder braun, in guter ein-
105. Oualität.
Bisam-Mantel
Wamme oder Rücken, gutes schönes
As 3.
Material .
Persianer-Mantel
im erstklagsiger Onalität u. 4usfährmg O90.*
Pelz-lacken
rerschiedene Fellarten, wie: Antilope,
Nutriette, Fohlenkid, Nerzkid ..
89.-
Fohlen-lacken
braun oder schwarz, sehr strapazier-
fähig

145.-
Bisam-lacken
Wamme oder Rücken, in schöner-
Ansarbeitung . .
...103.*
Pelz-Kragen
guter Ausführung, wie: Persianer-
klane
, Ind. Lamm, Austral-Opossum,
Mhitecoat, Otterbisam, Astrachan . . B‟.

Grösstes Pelzhaus mit der grössten Mass-Kürschnerei
Frankfurt a. M.
1V106
Zeil I09

Telefunken 9 W., 1 Kraftverſtärker,
1 elektr. Plattenantrieb, 1 Stromregler,
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unſeren Verteilungsſtellen ermitteln, werden wir dieſelben bei der Polizei zur Anzei.4/9

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Die Abbrucharbeiten an der Defen=
ſions
=Kaſerne, dem Feuerlöſchgeräte=
ſchuppen
, des Abortgebäudes und Müll=
behälters
in dem Kaſernenhof des ehe=
maligen
Infanterie=Regiments Nr. 87
zwiſchen der Römerſtraße und dem Eis=
grubenweg
(am Gautor) in Mainz ſol=
len
öffentlich vergeben werden.
Die Verdingungsunterlagen können,
ſoweit der Vorrat reicht, gegen poſt=
und beſtellgeldfreie Einſendung, nicht
in Briefmarken, von 1. RM. durch
das Reichsbahnbetriebsamt Mainz,
Bahnhofplatz Nr. 5, bezogen werden.
Die Unterlagen nebſt Zeichnungen der
zum Abbruch kommenden Gebäude kön=
Inen auch während der Dienſtſtunden
auf Zimmer 9 unſeres Dienſtgebäudes,
Bahnhofplatz Nr. 5, eingeſehen werden.
Die Angebote ſind poſt= und beſtell=
geldfrei
, verſiegelt und mit der Auf=
ſchrift
:
Angebot auf die Abbrucharbeiten
der Defenſions=Kaſerne, Feuerlöſch=
geräteſchuppen
, Abortgebäude uſw. zwi=
ſchen
der Römerſtraße und Eisgruben=
weg
verſehen bis zu dem am
Freitag, den 20. November 1931,
vormittags 10 Uhr,
auf Zimmer 12 unſeres Dienſtgebäudes
Bahnhofplatz 5. ſtattfindenden Eröff=
nungstermin
einzureichen.
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und Apparaten .
Erinnerung zu b7
Hochachtungsvoll
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[ ][  ][ ]

November 1931

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 308 Seit: 15

Gas, Keschit erer!

(Nachdruck verboten!.

Roman von
/ Ernſt Klein

15.

zre ſich feſt, Gelatis, denn ich muß Sie ſchonend
geiten, daß unſer Geſchäftsfreund Sala im Hotel
ate in Biskra erſchoſſen worden iſt.
zrute mit der Fauſt auf den Tiſch. Habe ich Ihnen
e8 aufgetragen
denken Sie daran, daß Sie an Aſthma leiden.
Fchreien, kann Ihnen leicht eine Ader platzen, und
um. Ich habe den Kerl nicht umgebracht.
ſmitwortete nicht gleich, und Gelatis verſuchte ver=
inem
mit Kaffeeſatz und Miſt verſchmierten Geſicht
h Ausdruck zu erkennen.
5 Gott vorläufig allein! kam ſchließlich der Be=
eden
Fall war die Lage ſo, daß ich durchbrennen
ſicht ſehr wahrſcheinlich von der geſamten Polizei
er geſucht werde.
ben Sie ja fein gemacht! knurrte Gelatis. Wie ich
hi) die Idee verfallen konnte, Sie für einen brauch=
ſn
zu halten.
lrchte. Vorläufig hat mich die Polizei nicht. Ich
tra einen wunderbaren Wagen gefunden, und es
daß ich ihn dann hinter El Kantara in irgendeine
zwern mußte. Dort unten liegt er und wird in
liegen. Zwei Kameltreiber haben mich dann ſo
tauſend Franes hat das gekoſtet. Geht auf
Und ſchließlich hat mich das Gendarmerie=
ommen
bis Batna. Na, bin ich nicht ein tüchtiger
eerſchaften haben mich ſogar bis auf den Bahnhof
ier Kinne rollten von einer Seite zur anderen.
Seſicht verzog ſich in wohlgefälligem Lachen. Sie
brecher, Stefano!
½ hören Sie an! Viel Zeit iſt nicht zu verlieren.
ſaden, eſſen und dann ſchauen, daß ich weiterkomme.
ſa nichts Beſſeres paſſieren, als daß Sala um die
rpurde. Die Papiere, die wir ſuchen, hat er be=
btdon
. Können Sie mir einen engliſchen Paß be=
uge
! Bei mir können Sie jede Nationalität haben und
Waß mit huntert Stempeln. Machen Sie ſich zurecht,
ſiſchen wollen, und ich laſſe Sie gleich photographie=
leiner
Bart, ein bißchen vertrottelt das iſt die
uriöſes Eſſen, glänzender Wein, die geliebte Ziga=
ſäner
Stunde ſaß Stefano wieder als normaler

Abendländer ſeinem Chef gegenüber. Er beſichtigte den Vaß
und kargte nicht mit Bewunderung. Bangkok, Sidney, San
Francisco, Port Said die richtige Patina. Bitte, beſtellen
Sie mir für das nächſte Schiff eine Kabine nach Marſeille!
Das iſt ſchon beſorgt. Morgen früh um ſieben geht die
Jonnart nach Marſeille. Wiſſen Sie Beſcheid in London?
Selbſtverſtändlich! Haben Sie eine Ahnung, wo Sala
wohnt?
In Aldfort Street in Mayfair. Wenn Sie in Schwierig=
keiten
geraten, bitte ſich nicht direkt an mich zu wenden, ſondern
an B. F. Smithers, Ben Johnſon Road 12. Das iſt in Stepney,
in der Nähe der Gaswerke. Der Mann ſieht zwar nicht ver=
trauenswürdig
aus, iſt es aber.
Schöne Gegend das! grinſte Stefano. Und wie wäre es
mit einem abermaligen à conto?
Gelatis war nicht kleinlich. Wenn man ihn gut bediente,
zeigte er eine offene Hand. 100 Pfund wechſelten ihren Beſitzer.
Am nächſten Morgen kam eine Viertelſtunde vor Abgang
des Gouverneur General Jonnart ein junger Engländer
namens Stephen Wiſe auf das Deck. Er war elegant und un=
auffällig
gekleidet, hatte einen kleinen, braunen Spitzhart und
trug ein Monokel an ſchwarzem, ſchmalem Seidenband ſo
der richtige junge Engländer von Welt, wie er ſpeziell in den
Schilderungen amerikaniſcher Liebes= und Detektivromane ge=
zeichnet
wird.
Die Etappen der Reiſe: Marſeille, Aeroplan Paris, Paris
London. Vier Tage nach der Ermordung Salas im Palmen=
garten
des Hotels Transatlantique zu Biskra ſtieg Stephen
Wiſe im Strandpalaſt in London ab.
16.
Spät am Abend des nächſten Tages klingelte das Telephon
auf dem Schreibtiſch des Levantiners. Dort Herr Gelatis?
Er erkannte die Frauenſtimme ſofort. Madame Iſis. Gela=
tis
perſönlich, Madame. Sie wünſchen mich zu ſprechen, ja?
Bitte wie das erſtemal an der Statue des Herzogs von Orleans
zu warten. Wann? In einer halben Stunde? Ausgezeichnet,
Madame!
Abermals ſaß die Verſchleierte vor Gelatis. Ihre Stimme
noch undeutlicher denn das erſtemal, und ſeinen ſcharfen Obren
entging nicht, daß ſeine Beſucherin wahnſinnig erregt war. Er
bot ihr ein Glas Wein an, doch ſie lehnte ab. Wie auf Kohlen
ſaß ſie da
Seitdem wir uns zum letztenmal geſehen haben, Herr Ge=
latis
, haſtete ſie, iſt etwas Grauenhaftes paſſiert ..
Ich weiß, Madame, Marquis de Sala iſt in Biskra er=
ſchoſſen
worden!

Ezue Feude
mub der Merock haben!
In dieſen Zeiten beſonders! Für
eine Taſſe Bohnenkaſſee erübrigt
jeder noch einen Groſchen.
Aber die koſtbaren Bohnen
richtig aufſchließen und damit
beſſer ausnutzen!
Mit Weßers nafürlich!

Die Frau fuhr in die Höhe. Ihre Hände in den ſchwarzen
Handſchuhen krampften ſich an die Lehnen des Fauteuils. Sie
beugte ſich weit vor. Woher wiſſen Sie?
Gelatis war viel zu ſehr tüchtiger Geſchäftsmann, um ſich
dieſe große Gelegenheit entgehen zu laſſen. Madame, eine
Agentur wie die meinige iſt gezwungen, über alle Vorgänge
unterrichtet zu ſein, die ihre Klienten betreffen. Ich denke jedoch,
daß dieſes Ereignis, ſo traurig es an ſich auch ſein mag, unſeren
Plänen nur günſtig iſt. Es iſt bereits einer meiner beſten Leute
unterwegs nach London, um ſich der Briefe zu bemächtigen, auſ
deren Rückerſtattung Sie ſolchen Wert legen, Madame.
Die Frau ſtand einen Moment da, wie wenn ſie Kraft ſam=
meln
wollte, um weiterzuſprechen. Ich danke Ihnen, Herr Ge=
latis
. Ich bin eben deshalb hergekommen, um Sie zu bitten,
daß Sie einen Mann nach London ſchicken. Wenn die Polizei
dieſe Briefe in di. Hand bekommt Sie erinnerte ſich,
daß ſie beim erſtenmal von einer Freundin geſprochen hatte.
Doch in dieſem Stadium hatte es wohl wenig Zweck mehr, ſich
zu verſtecken. Ueberdies Gelatis hatte ja wohl nie ſo
recht an die Exiſtenz dieſer Freundin geglaubt.
Ich reiſe ſelbſt nach London zurück, ſprach ſie weiter, und
ich hoffe, von Ihnen recht bald zu hören!
Madame kann ſich darauf verlaſſen!
(Fortſetzung folgt.)

M

R

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en waren auf den Beinen. Scharenweise
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togen sie mit ihren Freier-Paketen von
½ den Schuhen teils für die Hälfte, ein
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Seite 18 Nr. 308

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

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Heute und folgende Tage

Heute und folgende Tage

Heute letzter Taz

Ein satirischer, brillant gemachter
Tonflm-Schwank!

Der neue Abenteurerillm der Ufa.

Ein großer stürm ischer
Heiterkeitserfolg!

und

Sein Bienen

(Ralfke wider Willen).
Nach dem Lustspiel Ayppolit
von Stefan Zagon.
In den Hanptrollen:
Oskar 8abo, Else Reval, Lfselott
Schaak, Paul Heidemann,
Paul Henkels u. a.
Eine urkomische Geschichte, aus der
man sieht, daß der Weg in die gute
Gesellschaft mit Dornen. besät ist.

Das Doppelprogramm von Format.
Der sensationelle Kriminal-Tonflm

D-Zug 13hat

Verspätung

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das tönende Beiprogramm
und die Emelka-Tonwoche.
Jugendliche haben Zutritt.

Beginn: 3,45, 600 uud 820 Uhr

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Samstag Wurst-Weck

mit Gharlotte Susa, Fee Maſten,
Heinz Könnecke u. a.
In dem Film geht es auf Leben und
Tod. Bombenexplosion im Café, Brand,
rasende Jagd im Auto, wüstes Hand-
gemenge
und eine ganze Stadt kommt
in Anfruhr.
Im II. Teil: (F.15993
Der lustige Tonflm-Schwank

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Haſen=Pfeffer . . P1
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Ausſchnis
Feldhühner
Feinſigemäſtel
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Melodienfülle der Schlager.

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mitreißend lustig Heinz Rühmann.

Im tönenden Beiproxramm:
Die neueste Ufa-Tonwoche.

Beginn: 3.45, 600, und 820 Uhr.

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Gäſten an Speiſen u. Getränken
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Schlachtplatten . . 1.40
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