Darmstädter Tagblatt 1931


24. Oktober 1931

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Ginzelnummer 10 Pfennige

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart:, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 295
Samstag, den 24. Oktober 1931.
194. Jahrgang

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ede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
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und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung fällt jeder
Rabatt weg. Banſkonto Deutſche Bani und Darm=
Kädter und Natſionalban

Mcaftsgontſcher enchier kasſcap.

Debakten über das Aufgabengebiet des Wirkſchaftlichen Beirakes für die Reichsregierung.
Wünſche und Gegenaklionen. Legenden um das oſtelbiſche Braunkohlen=
ſyndikak
. Keine Zwangspacht ſtillgelegker Anlagen.

Ueberflüſſigkeiken.

Verordnung gegen Nokgeldherausgabe.

näher die erſte Sitzung des vom Reichspräſidenten von
hmtarburg einberufenen Wirtſchaftsbeirates der Reichsregie=
In ſeranrückt, deſto ſtärker werden die Angriffe und For=
runen
, die namentlich von links her laut werden. Wir haben

Auf Grund der Notverordnung des Reichspräſidenten vom
6. Oktober wird in wenigen Tagen eine Verordnung erſcheinen
die allgemein der Herausgabe von Notgeld vorbeugen ſoll. Die
Verordnung iſt bereits fertiggeſtellt worden und wird nach der
Rückkehr des Reichsfinanzminiſters nach Berlin veröffentlicht
werden.

Reihe: Links

Die wichtigſten Mitglieder des neuernannten Wirtſchaftsbeirates.
Geheimrat Schmitz (J.G.=Farben) und Otte (Chriſtl. Gewerkſchaften). Rechts: Eggert (A.D.G.B.) und

ikke Pferdmenges=Köln, Graßmann (A. D. G.B.), Bankdirektor Reinhart (Commerz= und Privat=Bank), Pflugmacher ( Handwerks=
kammer
Magdeburg).

Cuno (Hapag). Mittlere Reihe: Links: Großkaufmann Hackelsberger=Lörrach und Grund (Handelskammer Breslau).

Gt: Großinduſtrieller Silverberg=Köln und Direktor Schmitt (Allianz=Verſicherungskonzern). In der Mitte: Reichspräſident
Hindnburg. Unterſte Reihe von links nach rechts: Ernſt v. Borſig=Berlin, Generaldirektor Vögler (Vereinigte Stahlwerke),

eirs geſagt, daß den Gewerkſchaften der Beirat nicht gefällt,
il ageblich die Zahl der Arbeitnehmervertreter nicht allzu

9ß i

Dagegenüber darf man wohl noch einmal darauf hinwei=
rſaf
der Beirat nicht nur Probleme zu löſen hat, die allein
Gei=tnhmer und Arbeitgeber berühren. Er ſoll vielmehr ganz
gemen wirtſchaftliche Probleme behandeln. Außerdem hat er
iht m Charakter einer parlamentariſchen Einrichtung, in der
zuu Abſtimmungen kommt. Seine Mitglieder ſollen lediglich,
beeitlußt von Rückſichten auf Außen=Meinungen, im Aus=
zuß
Aden verſchiedenſten Angelegenheiten, die im Vordergrund
Siereſſes ſtehen, ihren Standpunkt darlegen. Infolgedeſſen
9esS ynz beſonders wertvoll, daß Vertreter der verſchiedenſten
Fhtrinen vereinigt worden ſind. Dadurch wird es der Reichs=
Zierufg möglich, aus den gegenſätzlichen Auffaſſungen die ent=
ſechkwen
Beſchlüſſe zu ziehen. Der Wirtſchaftliche Beirat ſelbſt
Kd linter verſchloſſenen Türen tagen. Etwa ſo wie der
AaunAusſchuß oder die Ausſchüſſe des Reichswirtſchaftsrats
5 ab getan haben. Die Auswertung der Gutachter=Tätigkeit
F Wates bleibt der Reichsregierung ſelbſt überlaſſen.
Inviſchen haben auch die Gewerkſchaften einen neuen Bei=
19 udem unerfreulichen Kampf um den Beirat geliefert. Sie
em ich nicht mit Unrecht darüber aufgeregt, daß von einer
ht wedeutenden Zeitung des Weſtens feſtgeſtellt worden iſt,
ß ihnWirtſchaftsbeirat das Schickſal über zahlreiche Tarifver=
ge
ſlen werde. Ueber die Tarifverträge wird natürlich ge=
Focktewerden. Aber bei dieſer Gelegenheit werden eben beide
Kite hre Anſchauungen darlegen, damit der Regierung ent=
Fechlewe Unterlagen für ihre weiteren Maßnahmen anhand ge=
wem
ſerden. Reichlich überflüſſig iſt es auch, wenn die Ge=
Krkſſchtsführer einen Beſuch beim neuen Reichswirtſchafts=
uiſſte
Dr. Warmbold benutzten, um zu erreichen, daß im
Airtſ Aftsbeirat auf ihre Wünſche namentlich ſoweit es ſich um
9Garpolitik handelt, Rückſicht genommen wird. Auch
Fräut zu ſagen, daß ſich der Ausſchuß ſelbſtverſtändlich mit
7u der Lebenshaltungskoſten befaſſen wird, und es kann
Pr Icdlich ſein, wenn der Eindruck hervorgerufen wird, daß
X8 Mauf einen Druck von gewerkſchaftlicher Seite hin erfolgt

Differenzen mik dem oſtelbiſchen Braunkohlen=
Syndikal.
* Berlin, 23. Oktober. (Priv.=Tel.)

Zwiſchen dem Reichswirtſchaftsminiſterium und dem Oſt=
elbiſchen
Braunkohlenſyndikat geht ſeit einiger Zeit ein Mei=
nungsaustauſch
über die Verringerung der Handelsſpanne zur
Verbilligung der Hausbranobriketts hin und her. Dabei haben
ſich allerlei Differenzen herausgeſtellt, die von dritter Seite be=
nutzt
worden ſind, um unſinnige Gerüchte in die Welt zu ſetzen,
die wiederum nur den einen Erfolg haben werden, daß ſie eine
ſtarke Beunruhigung namentlich unter der Arbeiterſchaft im
oſtelbiſchen Revier auslöſen müſſen. Es wird behauptet, daß
das Reichswirtſchaftsminiſterium die Auflöſung des Syn=
dikats
angedroht habe, wenn die Preiſe nicht geſenkt wür=
den
, und daß darauf von der Gegenſeite erwidert worden ſei.
man werde auf dieſen Zwang mit der Stillegung der
Gruben antworten. Daraufhin ſoll dann vom Reich her mit
einer Notverordnung gedroht worden ſein, durch welche die
ſtillgelegten Gruben in Zwangspacht genom=
men
würden. Das iſt nach unſeren Feſtſtellungen barer Un=
ſinn
. Richtig iſt: Die Preisgeſtaltung im oſtelbiſchen Braunkoh=
lenbergbau
hat vor einiger Zeit zu Unterſuchungen im Reichs=
wirtſchaftsrat
geführt und auch innerhalb der Reichsregierung
hat man ſich wiederholt mit dem Problem der Preislockerung
durch Auflöſung der Syndikate und Kartelle beſchäftigt. Es iſt
aber niemals davon geſprochen worden, etwa ſtillgelegte Gruben
in Zwangspacht zu nehmen, wie umgekehrt auch das oſtelbiſche
Braunkohlenſyndikat gar nicht die Abſicht hat, Gruben zu ſchlie=
ßen
. Wie unſinnig die Behauptung von der Zwangspacht ſind.
geht ſchon daraus hervor, welche Folgerungen es haben würde.
wenn die Reichsregierung dieſen Weg erſt einmal beſchreiten
würde, ſie müßte nach und nach überall dort, wo man ihren
Preisbildungswünſchen nicht nachkommt, die Betriebe und
Unternehmungen in eigene Regie übernehmen. Ganz unab=
hängig
von dieſem Spezialfall, wird ſich ſchon in der nächſten
Woche Gelegenheit ergeben, dieſe ſchwierigen Fragen im Wirt=
ſchaftsbeirat
zu erörtern.

* Währungsprobleme.

Von
Profeſſor Dr. W. Prion, Berlin.
II.*)

Herabſehung der Nokendeckung?

Kürzlich ging durch die Preſſe eine Nachricht, derzufolge der
Generaldirektor der B.J.3. (Baſel) den Vorſchlag gemacht haben
ſoll, daß die Notenbanken allgemein ihre Golddeckung auf zwan=
zig
Prozent herabſetzen möchten als ein Mittel, auch von
dieſer Seite die ſich ſtändig ausbreitende Weltwirtſchaftskriſe zu
bekämpfen. Und wenn auch inzwiſchen ein Dementi von der
B.J.Z. erfolgt iſt, ſo zeigt doch die Aufnahme in der Preſſe, daß
dieſer Vorſchlag ſehr vielen Wünſchen entgegengekommen iſt. Da
die Frage der Notendeckung auch für die Reichsbank von aktuell=
ſtem
Intereſſe iſt, ſo lohnt es ſich, etwas näher auf den Vor=
ſchlag
einzugehen. Um die Folgen zu erkennen, iſt es aber er=
forderlich
, ſich zunächſt über das Weſen und die Bedeutung der
Notendeckung überhaupt klar zu werden.
Wenn man heute von Notendeckung ſpricht, ſo meint man
herkömmlicherweiſe die Deckung der umlaufenden Noten durch
Gold (einſchließlich Deviſen, die man als Anweiſungen auf
Gold anſieht). Sie beträgt nach dem letzten Reichsbankausweis
28,6 Prozent. In weiten Kreiſen der Bevölkerung iſt mit dieſer
Golddeckung die Auffaſſung verbunden, daß der Wert des Gel=
des
, alſo eines 100 Markſcheins, von dem Gold abhängig ſei,
das eben als Deckung der Noten in den Kellern der Reichsbank
ruht. Dieſe Vorſtellung bleibt auch beſtehen, obwohl nicht alle
ausgegebenen Noten durch entſprechende Goldmengen gedeckt
ſind, alſo nicht alle Noten in Gold eingelöſt werden können,
Das liegt daran, daß man weiter weiß ( und glaubt), daß eben
nicht alle Noten auf einmal präſentiert werden und eingelöſt zu
werden brauchen. Es liegt aber auch daran, daß neben dem
Golde noch eine andere Deckung für die nicht in Gold gedeckten
Noten vorhanden iſt: das ſind bei uns gute Handelswechſel mit
drei Unterſchriften und einer Höchſtlaufzeit von drei Monaten.
Da dieſe Wechſel in kurzer Zeit einzulöſen ſind, ſo bedeutet
dies, daß bei Fälligkeit der Wechſel auf dieſem Wege ent=
ſprechende
Mengen Noten zur Reichsbank zurückfließen.
So wichtig es iſt, dieſe volkstümlichen Vorſtellungen von dem
Werte des Geldes, der ſich aus der Golddeckung ableiten ſoll,
bei der praktiſchen (und geſetzlichen) Geſtaltung z. B. in den
Vorſchriften über die Höhe der Golddeckung, Einlöſung der
Noten u. a. m. zu berückſichtigen, ſo ſind es dieſe mehr pſycholo=
giſchen
Vorausſetzungen doch nicht allein, die das Weſen und
Bedeutung der Deckung ausmachen. Von einem geordneten
Geldweſen verlangt man, daß jeweils ſoviel Zahlungsmittel in
Umlauf ſino, wie der wirtſchaftliche Verkehr des betreffenden
Landes es erfordert. Auf die richtige Geldmenge kommt es an,
wenn nicht durch ein Zuviel an Geld eine Preisſteigerung ( Geld=
entwertung
Inflation) oder durch ein Zuwenig an Geld eine
Preisſenkung (Geldwertſteigerung Deflation) herbeigeführt
werden ſoll. Die notwendige Höhe des Geldumlaufs zu erken=
nen
und die erforderlichen Zahlungsmittel zur Verfügung zu
ſtellen das iſt die große Kunſt, die die Notenbank im Inter=
eſſe
einer gedeihlichen Geſtaltung ihrer Volkswirtſchaft auszu=
üben
hat.
Hierin ſpielt nun die Deckung der Noten eine wichtige Rolle,
die aber nicht immer genügend und richtig erkannt wird. Neh=
men
wir den Fall an, daß in einem Lande ſämtliche umlaufende
Noten durch Gold gedeckt und außerdem Goldmünzen im Ver=
kehr
ſind. Bei einem Zuviel an Zahlungsmitteln (Noten und
Goldmünzen) würden in dieſem Lande die Preiſe ſteigen; das
würde zur Folge haben, daß das Gold nach dem Ausland ab=
ſtrömt
, weil hier beſtimmte Waren billiger zu haben ſind. Es
würde alſo im Inlano eine Verringerung der Gold= und Geld=)
Menge eintreten, was wiederum zur Folge hätte, daß hier die
Preiſe ſinken würden. Damit wäre ein automatiſcher Ausgleich
zwiſchen Geldmenge und Preiſen in allen, der Goldwährung an=
geſchloſſenen
Länder erreicht. Dem Prinzip nach liegt dieſer Fall
der klaſſiſchen Goldwährung der Peelſchen Bankakte von 1844
zugrunde, nach der die Bank von England ihre Währungspolitik
betreibt, (wovon ſie aber während des Krieges und auch wieder
in jüngſter Zeit abgewichen iſt).
In Deutſchland beſteht neben der Golddeckung noch die
Wechſeldeckung; das ſoll heißen, daß nur 40 Prozent (jetzt 30
Prozent) der Noten durch Golo, der Reſt durch Handelswechſel
gedeckt ſein müſſen. (Auch hierbei gibt es alſo keine ungedeck=
ten
ſondern nur nicht durch Gold gedeckte Noten). Der Vor=
teil
liegt natürlich darin, daß man nicht die ganze Goldmenge
zu beſitzen braucht, die ſonſt für die Geldmenge erforderlich
wäre (und daß die Reichsbank für die Kredite, die ſie bei der
Diskontierung der Handelswechſel gewährt, Zinſen erhält) Man
muß ſich aber bei dieſer Zuſatz=Deckung (Diskontierung von
Wechſeln Kreditgewährung) klar darüber ſein, daß es ſich um
eine zuſätzliche Kaufkraft handelt, die von der diskontierenden
Notenbank durch die Ausgabe von Noten geſchaffen wird und
die in die Volkswirtſchaft einſtrömt, wo ſie naturgemäß die
Tendenz hat, die Preiſe zu ſteigern. Dieſe preisſteigernde Ten=
denz
glaubt man vorübergehend in Kauf nehmen zu können,
weil man der Meinung iſt, daß der der Notenausgabe zugrunde
liegende Handelswechſel der Ausdruck für eine produktive
Warenvermehrung ſei (die Ware iſt verkauft worden) und daß
eben nach kurzer Zeit (höchſtens drei Monaten) die Noten zur
Ausgabeſtelle zurückfließen.
Aus dieſen Zuſammenhängen geht Folgendes hervor: 1. daß
die Reichsbank bei der Diskontierung von Wechſeln ſehr auf=
paſſen
muß, damit nicht zuviel, aber auch nicht zuwenig Geld
auf dieſem Wege neu entſteht und der Volkswirtſchaft zugeführt
wird; 2. daß die Grenze: wie weit ſoll mit Rückſicht auf die
richtige Geldmenge die Deckung der Noten aus Gold oder aus
Handelswechſeln beſtehen? im voraus immer nur mit Willkür zu
ziehen iſt. Dieſe Willkür zeigt ſich darin, daß die Deckungs=
vorſchriften
in den einzelnen Ländern ſehr verſchieden ſind. Die
vor dem Kriege in Deutſchland beſtehende Drittel= (33½/ Prozent)
Deckung war ebenſo der Erfahrung entnommen, wie man bei der
Neufaſſung des Bankgefetzes 1924 eine Deckung von 40 Prozent
in Gold und Deviſen für richtig hielt; 3, daß die im voraus feſt=

284 vom 12. Oktober 1931.
n erſte

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Seite 2

Samstag, den 24. Oktober 1931

Nummer 293

geſetzten Deckungsvorſchriften ſich als zu ſtarr erweiſen können,
wenn beſondere Umſtände eintreten, die man nicht vorausſehen
und in Rechnung ſtellen konnte.
Dieſe Umſtände ſind heute in der ganzen Welt eingetreten.
Für Deutſchland (und England) beſtehen ſie darin, daß kurz=
friſtige
Auslandskredite abgezogen worden ſind, die die Deckung
der Noten außerordentlich beeinträchtigt haben. Von dieſer Seite
iſt ein Zuwenig an Deckung entſtanden (was in England zur
Aufhebung der Goldeinlöſung geführt hat); nicht iſt das ungün=
ſtige
Deckungsverhältnis auf ein Zuviel an umlaufenden Noten
zurückzuführen. Daraus ergibt ſich die beſondere Lage: die
Notenbanken zeigen das Beſtreben, im Intereſſe ihrer internatio=
nalen
Zahlungsfähigkeit den Reſt des verbliebenen Goldbeſtandes
feſtzuhalten bzw. dieſen zu erhöhen. Damit erfüllen ſie zugleich
die pſychologiſchen Vorausſetzungen der Mäßigung, von denen
eingangs die Rede war. Aber die Lage des inländiſchen Zah=
lungsmittelmarktes
ließe eine Herabſetzung der Notendeckung
durchaus zu, was ja inzwiſchen ſiehe letzten Reichsbankaus=
weis
auch ſchon geſchehen iſt.

Die Regensburger Sanierungsaffäre.

Vom Tage.

Schwere Vorwürfe gegen Innenminiſter Skütel
im Bayeriſchen Landtag.

München, 23. Oktober.
Das Plenum des Bayeriſchen Landtages beſchäftigte ſich am
Freitag mit den Feſtſtellungen des Unterſuchungsausſchuſſes zu
der Sanierung der Regensburger Bezugsver=
einigung
(Angelegenheit Fehr=Gandorfer). Der Berichterſtat=
ter
Abg. Schäffer (Bayeriſche Volkspartei) nahm dabei Stellung
zu den in einem Flugblatt des Reichstagsabgeordneten Gan=
dorfer
aufgeſtellten Behauptungen. Gegenüber der Behauptung
Gandorfers, daß er mit der Verteilung der Gelder nichts zu
tun hatte, ſei feſtzuſtellen, daß das Landwirtſchafts=
miniſterium
jedesmal eine Abſchrift der Ueberweiſun=
gen
der Gelder Gandorfer zugeſtellt habe und
daß Gandorfer perſönlich im Landwirtſchafts=
miniſterium
eingegriffen habe, wenn ihm die An=
weiſung
in der Formulierung und im Ergebnis nicht gefallen
habe. In einer in den Konkursakten enthaltenen Quittung mit
der Unterſchrift Gandorfers ſei auch beſtätigt, daß die aus der
Konkursmaſſe verbliebenen 4000 RM. an Gandorfer aus=
gezahlt
wurden.
In der Debatte betonte Abg. Dr. Buttmann (Nat.=Soz.),
daß die Beamten des Landwirtſchaftsminiſteriums durchaus
ſauber aus der Unterſuchung hervorgegangen ſeien, aber man
habe geſehen, daß ein Parteiminiſter in den Händen eines rück=
ſichtsloſen
Reichstagsabgeordneten einfach wie Wachs war. Es
ſei ein ſtarkes Stück, wenn ſich Gandorfer noch als die verfolgte
Unſchuld hinſtelle. Der Redner richtete dann Angriffe gegen den
Miniſter des Innern und erklärte, in der Sanierungsangelegen=
heit
Oppau ſeien leitende Beamte in keiner Weiſe ſauber geblie=
ben
. An leitende Beamte ſeien Pelzmäntel, Oelgemälde und
andere Zuwendungen geſchenkt worden. Und an der Spitze die=
ſer
unſauberen Aktion habe Miniſter Stützel geſtanden. Eine
Unterſuchung in dieſem Falle ſei dringend notwendig, zumal
Miniſter Stützel ſelbſt belaſtet ſei.
Miniſterpräſident Held gab ſofort ſeinem Bedauern Aus=
druck
, daß Abg. Dr. Buttmann ſeine Ausführungen in Abweſen=
heit
des Miniſters Stützel gemacht habe.
Er, der Miniſterpräſident, werde alles daran ſetzen, um dieſe
Angelegenheit reſtlos aufzuklären. Er kenne den Prozeß, der
durchgeführt wurde, und ſei überzeugt, daß, wenn man von
einem Skandal im Zuſammenhang mit dem Miniſter Stützel
rede, dies ohne jede Vorausſetzung ſei.
Abg. Dr. Buttmann (Nat.=Soz.) erklärte, daß er keine be=
weisloſen
Behauptungen aufgeſtellt habe. Er beſitze Photo=
graphien
der Akten, aus denen einwandfrei hervorgehe, daß ſeine
Behauptungen richtig ſeien. Man könne von einer Korruption im
ſchlimmſten Sinne des Wortes ſprechen.
Abg. Schaeffer (Bay. Vpt.) ſtellte auf Grund einer telepho=
niſchen
Rückſprache mit Miniſter Stützel feſt, daß es ſich bei der
Hilfskommiſſion Oppau nicht um eine ſtaatliche Behörde, ſondern
um ein reines Selbſtverwaltungsorgan mit Unterausſchüſſen
gehandelt habe, das lediglich in der oberſten Spitze von dem
damaligen Staatskommiſſar Dr. Stützel geleitet wurde. Die
Gelder ſeien Entſchädigungsgelder geweſen, die von der Badi=
ſchen
Anilinfabrik zur Verfügung geſtellt wurden. Die Fabrik
habe die Ueberwachung ſehr ſtreng gehandhabt.
Miniſter Stützel beſtreite entſchieden, daß Durchſtechereien vor=
gekommen
ſeien, wenn es auch Meinungsverſchieden=
heiten
über die Verteilung der Gelder gegeben habe.

Wie wir hören, hat ſich auch in Darmſtadt die Sozialiſtiſche
Arbeiterpartei Deutſchlands (S.A.P.) konſtituiert. Den Vor=
ſitz
hat der Sohn des früheren Reichstagsabgeordneten Queſſel,
Dr. Andreas Queſſel, übernommen.
Der neue Siedlungskommiſſar Dr. Saaſſen hat am Anfang
ſeiner Tätigkeit Unglück gehabt: er wurde von einem Auto in
Berlin angefahren und liegt mit erheblichen Rippenquetſchungen
im Krankenhaus. Sein Stellvertreter, Abg. Rönneburg, muß nun
die organiſatoriſchen Vorbereitungen treffen.
Der nationalſozialiſtiſche Reichstagsabgeordnete Dr. Goeb=
bels
wurde in der Berufungsinſtanz wegen Beleidigung des Ber=
liner
Polizeipräſidenten, des Polizeivizepräſidenten und eines
Kriminalkommiſſars zu 1200 Mark Geldſtrafe verurteilt.
Die Bremiſche Bürgerſchaft wählte am Freitag an
Stelle des von ſeinem Poſten zurückgetretenen ſozialdemokratiſchen
Präſidenten Oſterloh in der Stichwahl den nationalſozialiſtiſchen
bisherigen Vizepräſidenten Dr. Backhaus zum Präſiden=
ten
der Bürgerſchaft.
Der Bayeriſche Landtag lehnte in ſeiner Vollſitzung die
Anträge der Oppoſition auf Auflöſung des Bayeriſchen Land=
tags
ab.
Der Preußiſche Landtag vertagte ſich am Freitag
nachmittag nach Abſchluß der Ausſprache über den deutſchnationa=
len
Mißtrauensantrag gegen den preußiſchen Landwirtſchaftsmini=
ſter
auf Mittwoch, den 4. November. An dieſem Tage findet
auch die Abſtimmung über den Mißtrauensantrag gegen den Land=
wirtſchaftsminiſter
ſtatt.
3000 Beamte des Warſchauer Magiſtrats ſind
zum Zeichen des Widerſpruchs gegen die unregelmäßigen Gehalts=
zahlungen
ſowie gegen eine Reihe von Kündigungen in den Aus=
ſtand
getreten.
Die Balkan=Konferenz hat beſchloſſen, einen Schiedsgerichts=
und Sicherheitspakt zwiſchen den Balkanſtaaten auszuarbeiten.
Die finniſche Bank Etelä Pohjanmaan hat ihre Zah=
lungen
eingeſtellt. Die Regierung hat eine Unterſuchung
angeordnet. Wie verlautet, hat in der in Lappo befindlichen
Filiale der Bank die Lappo=Bewegung alle ihre Gelder
untergebracht.
Im Gegenſatz zu faſt allen übrigen Berichterſtattern erklärt
Pertinax in ſeinem aus Waſhington datierten Bericht, daß der
Empfang Lavals in New York durch die Bevölkerung
zurückhaltend geweſen ſei. Von Herzlichkeit ſei nichts zu be=
merken
geweſen.
Die New York Herald Tribune erfährt aus beſtunterrich=
teter
Quelle, daß Hoover die Führung der amerikaniſchen Ab=
ordnung
für die Genfer Abrüſtungskonferenz Stimſon über=
tragen
habe. Urſprünglich war für dieſen Poſten Morrow aus=
erſehen
.

Das Schnellgerichtsverfahren
gegen die meukernden Makroſen.

Kiel, 23. Oktober.
Am Donnerstag begann, wie ſchon gemeldet, vor dem
Schnellgericht im Holtenauer Lotſenhaus das Verfahren gegen
die deutſchen Seeleute, die während des Aufenthalts im ruſſiſchen
Hafen einen wilden Streik durchgeführt hatten. Aus der Ver=
nehmung
der fünf Angeklagten und der Zeugen ergab ſich, daß
die Heizer und zwei Matroſen der Aſta am 6. Oktober an
einer Verſammlung im Leningrader Seemannsklub teilnahmen,
in der erſt durch das Eingreifen eines ruſſiſchen
Drahtziehers ein Streikbeſchluß erzwungen wurde. Von
den etwa 300 Anweſenden ſtimmten 231 für den Streik, zehn
dagegen. Am 7. Oktober morgens ſtreikten fünf Heizer der
Aſta‟. Die Matroſen nahmen die Arbeit wieder auf. Am 8.
Oktober wurden die Matroſen ſowie ein Heizer, die arbeiteten,
von einem Rollkommando der Streikenden gewaltſam von
Bord geholt und zum Streiklokal geſchleppt. Der Heizer wurde
dabei geſchlagen und mißhandelt. Der Kapitän rief vergeblich
nach polizeilichem Schutz, als das Rollkommando an Bord kam.
Sein Agent riet ihm ſogar, gegen das Rollkommando nicht Ge=
walt
anzuwenden, weil er ſonſt durch die Ruſſen verhaftet
würde. Als das Schiff am 11. Oktober abends fertig beladen
war, verweigerten die Heizer die Arbeit. Es kamen erneut
Rollkommandos an Bord, riſſen die Feuer unter den Keſſeln
hervor und ſetzten ſchließlich einen Poſten an Bord, der das
Auslaufen verhindern ſollte.
Das Schnellgericht im Holtenauer Lotſenhaus verhandelte
heute gegen ſechs Mitglieder der Beſatzung des Stettiner
Dampfers Dione‟. Das Verfahren gegen einen der Angeklag=
ten
wurde abgetrennt, weil er ſich als Rädelsführer vor dem
Schöffengericht zu verantworten haben wird. Nach mehrſtün=
diger
Verhandlung wurden die übrigen Angeklagten zu drei
Monaten Gefängnis ſowie zur Tragung der Koſten des Ver=
fahrens
verurteilt. Außerdem wurde wegen Fluchtverdachts
Haftbefehl gegen ſie erlaſſen.

Scwierige enge oer Amfanderſicheraf

Reformen und Leiſtungsabbau geplant.

Senatd

BB. Berlin, 23. Oktober. (Priv.=Tenl
Als Folge der Arbeitsloſigkeit und des Darniederliegens m/
reicher Wirtſchaftszweige hat ſich in der letzten Zeit, wie wir /
unterrichteter Seite hören, bei einer Reihe von Berufsgen=
ſenſchaften
eine beſorgniserregende Notlage herausgebi.)
Es gibt Genoſſenſchaften, und ſie ſind gar nicht ſo ſelten, d.e
Rentenauszahlung an die Verſicherten im nSz
ſten Monat durchaus in Frage geſtellt iſt. Am ſty
ſten gefährdet ſind natürlich angeſichts des Darniederliegens
Berufszweiges die Genoſſenſchaften des Baugewerbes. 22
ernſte Notlage hat ſchon zu Verhandlungen mit
Reichsregierung geführt, wobei ſich deutlich gezeigt eäidemt
daß die Regierung nicht in der Lage iſt, helfend einzugreifem ſeie dee
daß in vielen Fällen die Situation im Augenblick noch ungermits?!
iſt. Dieſe akute Notlage, die ſich allerdings ſchon ſeit einiger ücſe.
ſehr deutlich abzeichnete, hat die Frage von Reformen in ein uge N
ſcheidendes Stadium gebracht. Im Reichsarbeitsminiſterium u179
ſchäftigt man ſich mit der Ausarbeitung von Reformy zſe )e
ſchlägen zunächſt für die Unfall=, Invaliden= zu leichſell
Krankenverſicherung. Bei der Unfallverſicherung dou
man eine nicht unerhebliche Entlaſtung durch den Fortf (chdas a
der ſogenannten Zwergrenten zu erreichen, die ehomgena
wie die zu beſeitigende Haftpflicht für Unfälle auf dem Weg shotung de
und zur Arbeitsſtätte Millionenbeträge ausmachen. Man weißtovendet
Miniſterium, daß damit gewiſſe Ungerechtigkeiten verbunden, glige unbed
werden, die vielleicht zum Teil ausgeglichen werden können, gi ſchuld

noch viel ſchwierigeres Problem als dieſer Leiſtungsabbau iſt
eifrig behandelte Plan zur Verwaltungsvereinfachn,
bei der geſamten Unfallverſicherung. Neben
einfachen Zuſammenlegung von Berufsgenoſſenſchaften, die un=
meidlich
ſein wird, ſind aber noch ſehr weitgehende Pläne au
taucht. So denkt man daran, Zwergbetriebe in die territar/eege
Länderverſicherung (oder der Kommunen uſw.) zu überführen
darüber hinaus iſt die Rede von einer noch radikaleren Umna, /0 beſllbe
lung geweſen, die auf eine Zuſammenfaſſung gewiſ,ſchid geoe.
Verſicherungsfunktionen in den Landesverſicheren 9 de.
anſtalten, die bisher nur für die Invalidität zuſtändig ſind, nſſum mit
auslaufen würde. Schließlich ſchweben zurzeit noch Erwägunn
ob man das ganze Reformwerk auf dem normalen Weg über 0 Drhnau
Reichstag in Kraft ſetzen ſoll oder durch eine Notvera ſu vim
nung. In unterrichteten Kreiſen wird angenommen, daß ie
Reichsregierung ſchließlich doch den Artikel 48 in Anſpruch nehrr
muß, und daß dies ſchon Ende des nächſten Monat=
Fall ſein wird.

Vorſtoß gegen Treviranus.
* Berlin, 23. Okt. (Priv.=Tel

Der neue Verkehrsminiſter Treviranus, der bisher als N
ſter ohne Portefeuille die Oſthilfe verwaltete, wird jetzt auct
Preußiſchen Landtag angefochten. Der Preußiſche Landtag m=
ſich
gerne ein wenig als Reichstagserſatz aufſpielen und hat
in den letzten Tagen bereits wiederholt mit Dingen befaßt,
ſonſt im Reichstag ſicherlich zu langen Debatten geführt
Die ſozialdemokratiſche Landtagsfraktion hat eine Interpella=
eingebracht
, worin ſie Miniſter Treviranus vorwirft, daß
eigenmächtig den deutſchnationalen LandtagsaH
ordneten und Großgrundbeſitzer v. Flehwedu
Beanſpruchung von Mitteln der Reichsverſi
rungsanſtalt für Angeſtellte neu ſaniert he
Der Tatbeſtand ſelbſt iſt natürlich ſchwer zu prüfen. Pol=
bleibt
der Vorſtoß intereſſant, weil er von der ſozialdemok
ſchen Fraktion eingeleitet wurde, obwohl die Reichstagsfraf.
der SPD. doch vor wenig Tagen noch die Möglichkeit ge
hätte, im Reichstag von Dr. Treviranus unmittelbar Aufklän
zu verlangen.

bmmer
eueenannt
t we mit
auf
Iuft!

te*

Ein Meiſtbegünſtigungsabkommen mit Braſilien

* Berlin, 23. Okt. (Priv.=Te=
Das engliſche Reuterbüro will über die deutſch=braſilianiſ.
Handelsvertragsbeſprechungen wiſſen, daß ein Handelsvern)
unterzeichnet worden iſt. An Berliner amtlicher Stelle liegen, hug de

keinerlei Mitteilungen aus Rio de Janeiro vor. Die MöcrAlange Re=
keit
eines Abſchluſſes der Verhandlungen beſteht, jedoch har-Ahuſſ
es ſich nicht um einen neuen Handelsvertrag, ſondern um dieſ, da
kannten Verhandlungen aus Anlaß der Präferenzzölle mit
Donauſtaaten, und es wird unter Berückſichtigung dieſer
änderungen in dem neuen Vertrag Braſilien erneut beſtätigt
den, daß unſer Handelsverkehr mit Braſilien auf der Baſis
allgemeinen Meiſtbegünſtigung beruht.


prde, we

Ingen verl

Zrautſche Handſchan.

Von Dr. Hellmut Thomaſius.

Das Gold wird geſchützt.

Wer in Gold ſchwimmt, muß dafür ſorgen, daß ihm das
Gold nicht davonſchwimmt. Amerika iſt wieder einmal Gold=
land
geworden. Allerdings in anderem Sinne als früher. Der
Goldgräber iſt verſchwunden. Dieſes floß von ſelbſt aus Europa
und anderen Weltteilen nach den Vereinigten Staaten. Dort
häufte es ſich zu Bergen. Damit entſtand die Sorge, wie man
dieſe Unmengen lauteren Goldes aufbewahren könne. Sie mußten
gegen jede Art des Einbruchs und Diebſtahls geſichert werden.
Angeſichts der ungeheueren Schätze, die hier aufgeſpeichert ſind
uNo die es in gleicher Menge ſeit Beſtehen der Welt noch nir=
gends
gab, erwvieſen ſich beſondere Vorſichtsmaßregeln als nötig.
Die amerikaniſchen Banken ſind bekanntlich bereits in vorzüg=
licher
Weiſe geſichert. Aber man mußte damit rechnen, daß der
Lohn, der hier winkte, die Verbrecher beſonders kühn und unter=
nehmend
machen würde. Alſo ſtellte man die Technik vor die
zwar ehrenvolle, zugleich aber ſchwierige Aufgabe, zu den bereits
vorhandenen noch weitere Sicherungen hinzuzufügen. In der
Federal Reſerve Bank zu New York
befindet ſich ein eigener Raum, in dem unermeßliche Schätze an
gemünztem und ungemünztem Gold aufbewahrt werden. Hie=
ſind
Berge von Goldbarren aufgeſtapelt. Dieſer Raum iſt mit
allen nur denkbaren, auch ſchon früher angewendeten Sicherungen
umgeben. Alſo mit dicken, von eiſernen Schienen durchzogenen
Mauern, mit ebenſolchen Fußböden und Decken. Ein Wehrgang
aus Panzerplatten zieht ſich herum, in denen Schießſcharten an=
gebracht
ſind. Hier ſtehen ſtändig Wächter mit Maſchinen=
gewehren
. Elektriſche Alarmeinrichtungen der mannigfachſten
Art ſind angebracht. Der Raum ſelbſt iſt in einer Anzahl klei=
nierer
Räume unterteilt, die wiederum gepanzert und mit kunſt=
voll
gebauten Türen verſchloſſen ſind, ſo daß ſich dem Eindring=
ling
Berge von Hinderniſſen entgegenſtellen. Aber zu allem
dieſen geſellte man noch weiteres hinzu. Vor dem Haupteingang
der Federal Reſerve Bank befinden ſich rechts und links von
der zur Eingangstür emporſteigenden Treppe zwei große ſteinerne
Sockel. Auf ihnen erheben ſich ſinnbildliche Frauengeſtalten in
griechiſchen Gewändern und von beträchtlicher Höhe. Sie ſtellen
den Handel oder den Reichtum oder ſo etwas Aehnliches dar.
Dieſer ſcheinbare Schmuck iſt in Wirklichkeit eine Verteidigungs=
maßnahme
gegen Bandenüberfälle. Will eine Verbrecherbande
in di Bank eindringen und die Beamten in bekannter und
beliebter Weiſe mit vorgehaltenem Revolver zwingen, die
Schlüſſel zum Goldraum auszuliefern, ſo genügt ein Druck auf
einen Knopf. Die beiden Statuen rollen zurück. Aus dem
Innern der Sockel

ſteigen Maſchinengewehre empor

uind Bedienungsmannſchaften dazu. Der Eingang iſt flankiert.
Die beiden wie Baſtionen in die Straße vorſpringenden Sockel
beherrſchen dieſe vollſtändig. Aber ſelbſt wenn es gelingen
würde, dieſes Hindernis zu überwinden, ſo würden die Ein=
brecher
vor ſchweren eiſernen Panzertüren ſtehen, deren eine
ganze Anzahl bewältigt werden müßte, ehe ſie in den Gold=
raum
hineinkämen. Derartige Türen mit ihren dicken Schließ=
bolzen
und ihren kunſtvollen Schlöſſern ſind an und für ſich
nichts Neues. Hier hat man aber noch eine beſondere Vor=
richtung
angebracht, die ein Oeffnen ſelbſt dann unmöglich macht,
ſvenn man mit den Schlöſſern fertig werden würde. Der Fuß=
boden
der an die Türen anſchließenden Räume beſteht gleich=
falls
aus Panzerplatten und ſtellt eine Plattform dar, die ge=
hoben
und geſenkt werden kann. Es bedarf nur der Betätigung
einer einfachen Vorrichtung und der ganze Fußboden ſteigt um
zwanzig Zentimeter empor. Er legt ſich vor die Tür, ver=
rammelt
ſie, macht es unmöglich, ſie zu drehen. Wenn die Ar=
beit
ruht, iſt der Fußboden gehoben. Keine Tür kann ſich be=
wegen
. Durch zahlreiche gut verwahrte Türen muß man hin=
durch
, bis man ins Innere des Goldraums kommt. Eine ganze
Anzahl von Gängen muß durchſchritten werden. Das Ganze
mutet wie eine Art von Labyrinth an. Aber ſchließlich, ehe man
ins Innerſte gelangt, iſt noch eine Tür von beſonderer Art zu
durchſchreiten. Sie gleicht einem runden drehbaren Panzerturm.
Ständig ſtehen hier vier Beamte. Die Tür aber öffnet ſich nur zu
ganz beſtimmten Zeiten. Zu jeder andern Zeit iſt ſie ſelbſttätig
verriegelt. Das Drehwerk iſt ausgeſchaltet. Wer ins Innere
des Goldraums will, wird durch eine kleine Tür in den Panzer=
turm
eingelaſſen. Die Tür ſchließt ſich hinter ihm. Er iſt alſo
zwiſchen dicken runden Mauern, iſt in einem Käfig gefangen.
Die vier Beamten müſſen an Zeit= und ſonſtigen Schaltern zu=
ſammenarbeiten
, um die Drehung des ſchweren dick gepanzerten
Zylinders mit ſeinen allen Angriffen widerſtehenden Füllungen
zwiſchen den Panzerwänden herbeizuführen. Hat ſich das Ganze
um 180 Grad gedreht, ſo wird die nunmehr nach innen ſtehende
Tür des runden Turms geöffnet. Der darin befindliche Ge=
fangene
kann herausſpäzieren. Durch dieſe Tür müſſen auf fahr=
baren
Karren auch alle Goldbarren hindurch, die in den Gold=
raum
geſchafft oder aus ihm hinausgebracht werden. Die
Verbrecher werden wohl kaum Luſt haben, den Kampf mit der=
artigen
Sicherungen aufzunehmen. Aber auch ſonſt iſt die Tech=
nik
nicht müßig geweſen, ihnen das Handwerk zu erſchweren.
Sie bemüht ſich bereits, gewiſſe Sicherungen ganz unauffällig
anzubringen und ſie noch

mit beſonderen Geheimniſſen zu umgeben.
Eine derartige neue Sicherung beſteht aus einem Knopf oder
einem Stäbchen, das irgendſvo angebracht iſt, wo es weiter
nicht auffällt. Wer die Tür eines Kaſſenſchrankes oder einer

Stahlkammer öffnen will, dem wird dies nicht gelingen, EI
er nicht vorher mit dem Finger auf dieſen Knopf oder
dieſes Stäbchen tippt. Er muß dabei ein ganz beſtimmtes Sie
abgeben, das ſtreng geheimgehalten wird. Gibt er das Sie
nicht oder gibt er es falſch ab, ſo iſt es unmöglich, die Tür
öffnen. Nur bei richtiger Abgabe läßt ſie ſich aufſchließen.
Einrichtung kann auch ſo getroffen werden, daß ſie dunn
ſelbſt aufſpringt. Dieſe Vorrichtung beruht auf der Verky
dung beſonders wirkungsvoller Verſtärkerröhren, alſo jener
von Röhren, die auch beim drahtloſen Verkehr Verwenſ
finden. Sie ſind aber für den erwähnten Zweck beſont
durchgebildet worden. Hinter dem Knopf oder Stäbchen T9ſter
in der Wand oder ſonſt wie verborgen eine Metallplatte,

eine ganz genau bemeſſene elektriſche Ladung trägt. Auch Vien auf

menſchliche Körper iſt mehr oder minder elektriſch gele!
Solange die Ladung der elektriſchen Platte nicht geändert Am

bleibt alles unverändert. Sobald man mit dem Fingel

den Knopf tippt, ſtrömt eine Spur elektrifcher Ladung aus Alsi
Körper auf die Platte über. Das bisherige Gleichgewicht iſtr!
ſtört. Dadurch werden die Verſtärkerröhren in Tätigkeit gl / Aoßer
die einen Motor und den hydrauliſchen Türöffner einſchal 2 Glauen
Beſondere Einrichtungen ſorgen dafür, daß bloßes Berull9i ſie gri
des Knopfes nicht genügt, ſondern daß das Ganze nur Meſch=
Angabe eines ganz beſtimmten Signals wirkt, auf das 2, Id die
Aunen
geſtellt iſt. Der gewöhnliche

Banküberfall

Wegr

vollzieht ſich in der Weiſe, daß einige Verbrecher in die
ſtürmen, den Beamten Revolver vor die Naſe halten, ſ=
hoch
! ſchreien, die Kaſſe ausrauben und verſchwinden. Daſe Vie
hat man nunmehr eine eigenartige Vorrichtung erdacht.

kennen alle die Einrichtung des Periſkops der Unterſeeln age
und des im Kriege benutzten Schützengrabenſpiegels. In e. eN

Uhte
gebogenen Rohr ſind Spiegel unter einem Winkel von 2, Fliher
gegeneinander geſtellt, daß einer immer dem andern das
zuwirft. Man kann alſo unter dem Meere oder umde
Schützengraben die Umgebung überblicken. Bei der in neugl."
M2
Weiſe geſchützten Bank ſind in die Trennungswand zwiſche) un

Kaſſenraum und dem Raum für das Publikum Fenſtel

gelaſſen. Durch ſie hindurch findet der Verkehr ſtatt. *
Fenſter erhalten aber keine Glasſcheiben. In ſie ſind viel
Panzerplatten eingeſetzt, die in einem Winkel von 45 Grad?
Rahmen ſtehen. Die Platten ſino auf Hochglanz poliert,!
alſo als Spiegel. Die ſchmalen Streifen des Panzerſtahls
in ähnlicher Weiſe im Rahmen wie die kleinen Glas)

eines Lüftungsfenſters. Sie laſſen alſo Zwiſchenräume 30
ſich frei, durch die hindurch man ſprechen und Papiere hile
reichen kann. Infolge der Spiegelung können die dabe

dahinter Befindlichen einander ſehen. Ein Hindurchſchießen"
die Beamten in Schach halten iſt aber unmäglich.

[ ][  ][ ]

ſtrrmmer 295

Samstag, den 24. Oktober 1931

Seite 3

Setfution i Bafhmgion.
Makor Borah fordert von Frankreich Aenderung des Verſailler Verkrages und Reviſion des Korridor=
problems
zugunſten Deutſchlands. Im Einverſtändnis mit Hoover!
Spier mit vertenten Aonenl.
der Aut aver Japan verſtimit.

TU. Waſhington, 23. Oktober.
Senator Borah, der geſtern eine längere Unterredung mit
Wrident Hoover hatte, empfing am Freitag nachmittag die Ver=
triete
der franzöſiſchen Preſſe und betonte, daß er jede Form
enns Sicherheitspaktes aufsäußerſte bekämpfen
waüte. Die wahre Abrüſtung in Europa ſei unmöglich,
ſoſage nicht gewiſſe Beſtimmungen des Verſailler
Vetrages aufgehoben würden, insbeſondere müſſe die
f ſtue des
beichſelkorridors durchgreifend zugunſten Deutſchlands neu
geregelt werden.
Aludas an Ungarn begangene Unrecht müſſe wieder
jguigemacht werden. Wirtſchaftliche Zwangsmaßnahmen zur
Eßhtung des Friedens ſeien zwecklos, wenn ſie gegen Großmächte
verhu amowendet würden. Der Boykott beiſpielsweiſe gegen Japan
en kön wyiſe unbedingt zum Kriege führen. Zum Problem der Kriegs=
yuſchuldung
übergehend, erklärte Borah,, daß er ſich
ſie die Streichung der interalliierten Schulden nur einſetzen
urde, wenn gleichzeitig auch die Reparationen geſtrichen
würden.
ſ Deſr ommenden Abrüſtungskonferenz ſehe er mit aus=
uggſrochenem
Peſſimismus entgegen, falls nicht die
rfütoblenenannten Vorausſetzungen erfüllt, alſo der Verſailler Ver=
eren
!triggeändert werde. Ebenſowenig könne es eine wirkliche Ab=
Rg gerüütng geben, wenn lediglich die Ziffern der Heereshaushalte als
eSverſtMſſiſtab genommen würden, denn militäriſch ſtarke Nationen
ndig ſkö ſinen mit geringen Mitteln ebenſo leicht einen Krieg vorberei=
Erntem ſie mit den gegenwärtigen Rieſenausgaben. Das Weſent=
Weg ilieſſt Grundlegende der Sicherheitsfrage beſteht, ſo hob Borah
Notyheyy, im Gerechtigkeitsſinn der europäiſchen
umen Vüiller, in der Grenzenfrage. Weiter wies Borah
nſpruzda raf hin, daß es zu ſpät ſei, an eine Verlängerung des Hoover=
MonMürtoriums zu denken. Eine Beſſerung der weltwirt=
ſchhatlichen
Verhältniſſe ſei nur möglich, wenn
diikeparationen und die interalliierten Schul=
deenherabgeſetzt
würden. Die Löſung der Abrüſtungs=
raneſetze
auch die Anerkennung Rußlands durch die Ver=
(Prſimugen Staaten voraus. Niemals könne man von den euro=
sher
Yäiſan Mächten eine weſentliche Rüſtungsverminderung erwar=
em
blange Rußland ein gewaltiges ſtehendes Heer unter den
Fauun halte.
die überaus freimütigen Aeußerungen Borahs machten auf
ſie sfunzöſiſchen Preſſevertreter offenſichtlich den ſtärkſten Eindruck.
ſnonderz im Samstag ſtattfindenden Unterredung zwiſchen Sena=
orrkorah und Miniſterpräſident Laval ſieht man daher mit
ſtröfzür Spannung entgegen.
Skaaksbeſuch Likwinows in Angora.
WTB. Moskau, 23. Oktober.
Volkskommiſſar des Aeußeren Litwinoff iſt, einer Einladung

derxürkiſchen Regierung Folge leiſtend, geſtern zu einem offi=
jelle
, Beſuch nach Angora abgereiſt. In ſeiner Begleitung be=
ince
ſich der türkiſche Botſchafter in der Sowjetunion Huſſein
ſta ſho Bei. Aus Anlaß der Abreiſe Litwinoffs waren auf
ſenn fahnhofe erſchienen der deutſche Botſchafter Dr. v. Dirk=
eu
)die Mitglieder der türkiſchen Botſchaft, die verantwort=
MichtmMitarbeiter des Außenkommiſſariats und Preſſevertreter.

Gandhi iſt unzufrieden.

Dr indiſche Nationaliſtenführer Gandhi hielt in der heutigen
telle lSitzan des Verfaſſungsausſchuſſes der Konferenz am Runden Tiſch
t eing linge Rede, in der er an den bisherigen Beratungen des
huAlusschiſſes herbe Kritik übte. Beſonders peinlich habe es ihn be=
rüh ſt, daß unter den Delegierten ſeit Beginn der Konferenz gegen=
zeitigé
Mißtrauen geherrſcht habe. Es wäre anders geweſen,
wenm oon vornherein die Verantwortlichkeit der kommenden in=
Diſchhen Nationalregierung feſtgelegt worden wäre. Gandhi wandte
beich ſener ſehr ſcharf dagegen, daß die Stellung der Krone fort=
dei
wähkad in die Debate gezogen wurde. Am Schluß ſeiner Aus=
ühmien
verlangte er völlige Unabhängigkeit für Indien.

Die Dubarry.

Zur Aufführung am Heſſ. Landestheater.
Von Paul Knepler.
(Aus dem Bureau des Landestheaters.)
hſtoriſche Stoffe waren von jeher ein Anreiz für Autoren
unde komponiſten, und namentlich in letzter Zeit hat ſich die
Opest und Operettenliteratur ſtark der hiſtoriſchen Figuren be=
näcktit
. Die Lebensſchickfale großer Perſönlichkeiten. Dichter,
Romyniſten und Künſtler wurden vielfach auf der Bühne ge=
heigr,; as Publikum ſcheint Gefallen daran zu finden, Menſchen=
jeſtalin
auf der Bühne zu ſehen, die gelebt und gewirkt haben,
Beſohlniſſe zu verfolgen, die ſich wirklich ereigneten.
Ne Schickſale der großen amoureuſen Frauen aus der
Aalacun Zeit Ludwigs des XIV. und Ludwigs des XV. bieten
eſogdrs intereſſante Vorwürfe für die Bühne. Die Montephan,
die Mintenant, die Pompadour, die Dubarry ſind nicht nur
Namie großer Kurtiſanen, ſie ſind Begriffe geworden, denn
dieſe frauen waren nicht bloß die Freundinnen der Könige,
ſſondan ſie griffen dank ihrer Machtſtellung tief in die Schickſale
Frarheichs, ja der ganzen Welt ein. Beſonders die Pompa=
dur
ind die Dubarry kann man wohl als die ungekrönten
Mönnonnen Frankreichs bezeichnen. Das Volk, das in ihnen
den öbegriff der Laſterhaftigkeit, Verderbtheit und Verſchwen=
dung
Luicht ſah, war ihnen nicht gut geſinnt, und der Gedanke iſt
ſicht hn der Hand zu weiſen, daß dieſe beiden Kurtiſanen vom
Schiätſ dazu auserſehen waren, die großen politiſchen Ereigniſſe
orzsütreiten.
2s intereſſante Schickſal der Dubarry beſchäftigte mich
ſchom lnge, und ich folgte mit Freuden dem Ruf der Direktoren
Rotte ein Stück Die Dubarry zu ſchreiben.
Mer Hinzuziehung einiger für eine Bühnenhandlung not=
weniſer
frei erfundener Figuren habe ich mich bemüht, ſtreng
hiſtorrſch zu bleiben und den Aufſtieg der Dubarry vom kleinen
Lademädel im Modeſalon der Madame Labille bis zur Ge=
liebttn
Ludwig des XV. zu zeigen. Das Stück umfaßt neun
Bilde und ſchließt mit dem Höhepunkt in Madame Dubarrys
Lebochals es ihr gelingt, ihren Todfeind, den allmächtigen Mini=
ſterprüdenten
Choiſeul, zu ſtürzen und ſich an der Seite des
Kön14 zur inoffiziellen Herrſcherin Frankreichs zu machen.
Von Deutſchlands Hohen Schulen.
Aslau: Zum Profeſſor an der Pädagogiſchen Akademie in
Bresslul iſt der Privatdozent Dr. K. Graf von Dürckheim
von N Univerſität Leipzig ernannt.
Vel: Ernannt wurde zum Dozenten an der Pädagogiſchen
Akallnie in Kaſſel der gkademiſche Maler Dr. Franz Fränk
aus i Ltzſche bei Dresden.

Wieder ergebnislos verkagt.
Genf, 23. Oktober.
Die heutige Ratstagung hatte ſich um eine Stunde hinaus=
gezögert
, da die Inſtruktionen an den chineſiſchen Vertreter erſt
am Nachmittag eingegangen waren. Briand gab in der Sitzung
zunächſt die japaniſche Antwortnote an die Kellogg=Pakt=Mächte
bekannt und richtete die Frage an die Delegierten der Streitteile,
ob ſie ſich zu den bekannten Ratsvorſchlägen zur Beilegung des
Konfliktes äußern könnten. Dr. Sze erklärte die vorbehalts=
loſe
Zuſtimmung Chinas, das nach erfolgter Räumung
zu Verhandlungen mit Japan bereit ſei. China, betonte er,
werde jedoch auf keinen Fall unter dem Druck
der Beſetzung verhandeln. Briand teilte darauf mit,
daß der japaniſche Vertreter ihm in einer Unterhaltung Bemer=
kungen
zu den Ratsvorſchlägen gemacht habe, die auf eine Ab=
änderung
der Vorſchläge hinausliefen. Darnach lehnt Japan
die befriſtete Räumung bis zum nächſten Ratstermin am
16. November ab und macht die Truppenzurückziehung
davon abhängig, daß vorher zwiſchen China und
Japan eine Vereinbarung über grundſätzliche
Fragen bzgl. der Mandſchurei zuſtandekommen. Forderungen
alſo, die Dr. Sze vorher entſchieden abgelehnt hatte. Im übrigen
enthalten die japaniſchen Vorſchläge kein feſtes Datum für die
nächſte Ratstagung, wollen vielmehr dem Ratspräſidenten die
Einberufung überlaſſen. In der Ausſprache erklärte Lord
Cecil u. a., England ſei ſehr mißgeſtimmt, weil inzwiſchen
neue Bombenabwürfe ſtattgefunden hätten, und
fragte den japaniſchen Vertreter, welche grundſätzlichen
Fragen vor der Räumung geregelt ſein müßten. Yoſhizawa
antwortete ausweichend und ging auch auf entſprechende Fragen
Briands nicht ein. Briand wies ſchließlich einige kritiſche Be=
merkungen
des chineſiſchen Delegierten wegen des ſchleppenden
Ganges der Verhandlungen als unberechtigt kurz zurück. Im
Zeichen dieſer tiefen Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen dem Rat
und Japan wurde die Sitzung ſchließlich auf Samstag vormittag
vertagt.
Blukiger Zuſammenſtoß an der mandſchuriſchen Bahn
TU. London, 23. Oktober.
An der ſüdmandſchuriſchen Bahn, etwa 50 Kilometer nörd=
lich
von Mukden, iſt es zu einem blutigen Zuſammenſtoß zwiſchen
japaniſchen Truppen und etwa 2000 entlaſſenen chineſiſchen Sol=
daten
gekommen, die die Eiſenbahnlinie geſprengt und die Tele=
graphen
= und Telephondrähte durchſchnitten hatten. Insgeſamt
ſind auf beiden Seiten über 100 Soldaten getötet und
eine größere Anzahl verwundet worden. Von den Chineſen wurde
ein Panzerzug in die Luft geſprengt, wobei fünf Ja=
paner
getötet und ſechs ſchwer verletzt wurden.
Nach einer Mitteilung der japaniſchen Telegraphen=Agentur
Shimbun Rengo wurde in Amoy ein Bombenanſchlag
auf das japaniſche Generalkonſulat verübt. Unbe=
kannte
Täter warfen eine Bombe in das Gebäude, wodurch der
chineſiſche Pförtner des Konſulates getötet und drei Japaner ver=
letzt
wurden.
Die chineſiſchen Einigungsverhandlungen.
Times meldet aus Schanghai: Die Friedensverhandlungen
zwiſchen den Regierungen von Nanking und Kanton erregen gro=
ßes
Intereſſe. Sie werden, aber vorausſichtlich nicht vor zwei
Wochen zu einem Ergebnis führen. Der Präſident der Natio=
nalen
Regierung, Tſchiangkaiſchek, traf heute früh im Flugzeug aus
Nanking hier ein, um die Delegierten zu begrüßen, und flog nach=
mittags
wieder zurück. Man glaubt, daß weder er noch der
Finanzminiſter aus dem Amte ſcheiden, daß aber die Kantoneſen
mehr Einfluß auf die Regierung erhalten und daß Tſchiangkaiſchek
vielleicht genötigt werde, ſeine Tätigkeit auf rein militäriſche Ge=
biete
zu beſchränken. Uebrigens beſteht die Möglichkeit, daß die
Regierung mit der Sowjetunion zu einem Einvernehmen kommt,
beſonders wenn der Völkerbund in der mandſchuriſchen Kriſe ver=
ſagen
ſollte.

Ruhe auf Zypern.
Die engliſchen Kreuzer wirken beruhigend.
EP. London, 23. Oktober.
Die zur Unterdrückung der Aufſtandsbewegung nach Zypern
entſandten vier engliſchen Kriegsſchiffe ſind heute vor vier ver=
ſchiedenen
Küſtenſtädten der Inſel vor Anker gegangen. Die 150
engliſchen Soldaten, die auf dem Luftwege von Aegypten nach
Zypern gebracht worden waren, ſind ohne Zwiſchenfall in Nicoſia
eingetroffen. In mehreren Orten, vor allem in Nicoſia, wurden
die inneren Stadtviertel durch Stacheldrahtverhaue geſichert. Trotz=
dem
konnte es nicht verhindert werden, daß es in den Städten
Paphos und Limoſſal zu neuen erheblichen Unruhen kam. In
Limoſſal wurde das Haus des britiſchen Diſtriktskommiſſars vom
Mob niedergebrannt. Neue Verluſte an Menſchenleben ſind jedoch
nicht zu verzeichnen. Die Ankunft der Kriegsſchiffe hat, wie
das britiſche Kolonialamt mitteilt, erheblich zur Beruhigung der
Gemüter beitragen. Weitere Truppenſendungen nach Zypern
werden, falls ſich die Lage nicht verſchlimmert, unterbleiben. Alle
von der Inſel Zypern ausgehenden Telegramme unterliegen einer
ſcharfen Zenſur.
* Franzöſiſches Kaleidoſkop.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 23. Oktober.
Es regnet Dementis, und die offiziöſen Stellen vermögen
kaum zu folgen, um den Informationen der amerikaniſchen Preſſe
zu widerſprechen. Gleichzeitig wird man aber auch mitteilſamer
über die Beſprechungen, die Laval noch in Paris mit Walter
Edge, dem amerikaniſchen Botſchafter, führte. Ohne definitive
Ergebniſſe anzukündigen, ſcheint es erkennbar, in welcher Rich=
tung
die franzöſiſch=amerikaniſchen Beſprechungen ſich bewegen
werden. Ueberraſchungen ſind aber doch nicht ausgeſchloſſen.
Ueber das Reparationsproblem macht man ſich in Paris
keine Illuſionen mehr. Nur eine, allerdings weniger proviſoriſche,
Löſung im Sinne des Hooverplans kommt in Betracht. Den
deutſchen Sachlieferungen gibt man dabei für die Zukunft eine
größere Bedeutung.
Was die Abrüſtungsfrage anbetrifft, ſcheint das fran=
ſiſche
Programm ziemlich ſchwach fundiert zu ſein. Beſonders
die Pläne, die über den Konſulativpakt und über die Aufgabe
der Doktrin der Freiheit der Meere durch Amerika verlauten,
muten einigermaßen ſonderbar an. Es wäre höchſt bedauerlich,
wenn die Erfahrungen mit dem Kelloggpakt vergeſſen wären.
Den Kern der Verhandlungen muß die Wiederherſtellung des
Vertrauens, in das internationale Wirtſchaftsleben bilden.
Gerade in dieſem Punkte zeigt man ſich äußerſt zurückhalteno,
man betont aber, daß die Verhandlungen zwiſchen den franzö=
ſiſchen
und amerikaniſchen Notenbanken als günſtige Zeichen zu
werten ſind.
Die Wahlen in England werden jetzt etwas gleich=
gültiger
beurteilt. Man behauptet, daß all die Führer der eng=
liſchen
Politik ihr Preſtige in großem Maße eingebüßt haben.
Am günſtigſten werden noch die Ausſichten der Konſervativen
beurteilt. Eine kühne Linksſchwenkung, oder irgendeine andere
extreme Entwicklung wird jetzt viel weniger befürchtet.
Der Konflikt in Mandſchurien wird immer optimiſtiſcher be=
urteilt
. Dabei bleibt es dahingeſtellt inwieweit die Nolle des
Völkerbundes in der Heiligſprechung einer unabänderlichen
Situation beſtehen wird. Selbſtverſtändlich bei einer geſchickten
Wahrung des Scheins. Das Preſtige des Völkerbundes wäre
dabei gerettet. Eine ſolche Entwicklung wäre übrigens mit den
ſichtbaren Beſtrebungen Japans, ſeine Poſition in Genf zu ſtär=
ken
, gut zu vereinbaren.
3 Milliarden
für das franzöſiſche Wirkſchaftsprogramm.
WTB. Paris, 23. Oktober.
Unter dem Vorſitz des ſtellvertretenden Miniſterpräſidenten
Flandin beſchäftigte ſich heute vormittag ein Kabinettsrat mit
dem Programm zur Förderung und Belebung der nationalen
Wirtſchaft. Es ſoll dem Parlament bei ſeinem Zuſammentritt
eine neue Tranche von drei Milliarden zur Verabſchiedung vor=
gelegt
werden. Man hat, wie das offizielle Communiqué erklärt,
dabei den Möglichkeiten der ſofortigen Ausführung und auch der
Rückwirkung auf den Arbeitsmarkt Rechnung getragen. Die Kre=
dite
von drei Milliarden, die durch eine Anleihe aufgebracht wer=
den
ſollen, ſind in der Hauptſache beſtimmt für die Wiederherſtel=
lung
des Straßen= und Wegenetzes, den Ausbau der
Häfen, den Bau von Krankenhäuſern und Schulen,
die Anlage von Lufthäfen und die Elektrifizierung
des flachen Landes.

*
Afrika ſpricht.
Wenn auch unerfindlich, warum der Untertitel dieſes Films
geheimnisvoll Das Paradies der Hölle heißt, ſo iſt doch eins
ſicher: Dieſer Film iſt die fabelhafteſte Tonfilmreportage, die
je gedreht wurde. Sie gibt Zeugnis von einer Expedition, die
gleich eigenartig und gleich ſympathiſch dieſes trotz der mehr=
fachen
hochdramatiſchen Zwiſchenfälle kaum ihresgleichen hat,
weil es ſich nicht um eine Jagdexpedition handelt, in der mit
allen Mitteln moderner Technik den armen Geſchöpfen der Wild=
nis
zu Leibe gegangen wird und die Ergebniſſe ſinnloſen Mor=
dens
von Mut und Jagdglück zeugen ſollen. Allerdings hat
man die entlegenſten Gegenden Afrikas, vielleicht wirklich ſolche,
die noch paradieſiſch unberührt waren, aufgeſucht, hat ſich an
Tiere der Wildnis herangepirſcht und ſie bei ihren ureigenſten,
inſtinkthaften Lebensgewohnheiten beobachtet. Die einzigen Mit=
tel
aber, mit denen man gegen dieſe Tiere zu Feld zog, waren
abgeſehen von Fällen der Selbſtverteidigung einzig Film=
und Tonkamera.
So vermittelt man tatſächlich Afrika ſpricht!, was heißen
ſoll, ein ſprechendes, richtiger ein brüllendes, in Ur= und Natur=
lauten
ſein ureigenſten Leben offenbarendes und erzählendes
Afrika. Expeditionen ſind ſchon viele verfilmt worden und An=
gehörige
von faſt oder ganz unbekannten Naturſtämmen mußten
auch ſchon vor der Tonfilmapparatur erſcheinen. Nie aber gab
es einen Film, der wie dieſer die Raubtiere des faſt unberühr=
ten
Afrikas in ganzen Rudeln in ihrer harmloſen und wildeſten
Lebensäußerung tonfilmte. Wie dieſe Filmreportage nur die
zwei Phaſen der unbeabſichtigten, aus Notwehr erfolgten Ver=
nichtung
eines Löwen, der vorher ein Mitglied der Expedition,
einen Nigger, geriſſen und zerriſſen, und die zweite, in der der
Stamm der Maſſei für dieſen Raub eines ſeiner Mitglieder (es
war ſogar ein Prinz) Rache an den Löwen nahm, Rache um
Kaiga!, wie dieſer Volksſtamm uraltem Ritus folgend, einzig
mit Speer und Schild bewaffnet, dem Löwen der Steppe, dem,
da er Menſchenblut ſchon gekoſtet, gefährlichſten Raubtier der
Wildnis zu Leibe geht, wie die Leute den aufgeſtöberten König
der Tiere langſam aber ſicher einkreiſen, daß ein Entrinnen auch
dieſem gewandten Springer und Räuber nicht mehr möglich
wird, obwohl auch bei dieſer Löwenjagd abermals ein Menſch
ſein Leben laſſen muß, und ihn dann mit ihren Speeren erledi=
gen
, das iſt unbedingt heroiſch, wenn auch nach unſeren Be=
griffen
nicht weidmänniſch.
Dieſe beiden Phaſen der Geſamtreportage allein rechtfertigen
es zu ſagen, daß dieſer Afrikafilm der ungeheuerlichſte iſt, der
je gedreht wurde. Wer außerdem noch Intereſſe daran hat,
einen gigantiſchen Heuſchreckenſchwarm in Film und Ton zu
erleben, den bisher nie durch die Filmkamera geführten Beweis
zu ſehen, wie ein derartiger Heuſchreckenſchwarm eine blühende

Oaſe in wenigen Stunden zu einer völlig nackten Wüſte um=
wandelt
, wer ſich intereſſiert für den im Ausſterben begriffenen
Völkerſtamm Ubangi, der ſeine Frauen heute noch mit rieſigen
Holzſcheiben in Ober= und Unterlippe ſchmückt, wer ſich inter=
eſſiert
für den kleinſten Völkerſtamm der Erde die Pygmäen,
wer noch nie Nashörner, Elefanten, Antilopen, Zebras Giraffen
in freier Wildbahn geſehen, wer das ſeltene Schauſpiel, eine
Springgiraffe in ihrem unglaublichen Sprung, der oft 45
Meter Höhe und in die mehrfache Weite geht, in der Zeitlupe
zu ſehen, wer das nie geſehene Schauſpiel von Hunderttauſenden
von Flamingos in dem ſogenannten Flamingoſee miterleben
will, der wird von dieſem Film ein Erlebnis haben, das höchſte
Achtung und Bewunderung abringt vor film= und tonfilmtech=
niſchen
Möglichkeiten.
Er wird das umſo mehr, als ein zweiter Jagdfilm am Nil,
der zufällig, wäre es abſichtlich, müßte es beanſtandet werden,
weil es eine erhebliche Beeinträchtigung des Afrikafilmes iſt
im Beiprogramm läuft. Ein Film, der das gerade Gegenteil

des Vorgeſagten bedeutet.

Majorikäk enkſcheidel.

(Uraufführung von Walter Hirmanns Auf= und Abbaukomödie
im Wiener Deutſchen Volkstheater.)
In Walter Hirmanns Komödie wurde ein Thema angeſchlagen,
das dank ſeiner Aktualität und geſchickten Aufmachung vom Publi=
kum
mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. Man ſieht, wie ein
gutgehendes Geſchäft durch Verwandlung in eine Aktiengeſellſchaft zu=
grundegerichtet
wird. Ein biederer Selchermeiſter läßt ſich durch die
Ausſicht auf den Präſidententitel beſchwatzen, ſein altes ſolides Unter=
nehmen
zu vergeſellſchaften. Infolge der Gewiſſenloſigkeit des Ver=
waltungsrates
, der ſtets nur auf die eigene Taſche ſchaut, geht es nun
ſtändig bergab. Es wimmelt von Generaldirektoren, Generalſekretären
uſw., die rieſige Gehälter beziehen, vom Geſchäft aber keine blaſſe Ahn=
ung
haben. So ſteuert man dem Konkurs zu. Der Selchermeiſter
Riegler bemüht ſich als Präſident der Aktiengeſellſchaft zwar redlich,
den Betrieb in die richtigen Bahnen zu lenken, er wird aber immer
niedergeſtimmt er hat nicht die Majorität, und Majorität entſcheidet
ja. So hat die Geſellſchaft in kurzem abgewirtſchaftet. Der gute Rieg=
ler
iſt nun zwar an Geld ärmer, an Erfahrung aber reicher geworden
und weiß jetzt: man ſoll ein Geſchäft nie aus der Hand geben, ſelbſt
wenn man einen klingenden Titel dafür bekommt. Er hat aber noch
die Kraft, ſich eine neue Exiſtenz zu gründen.
Dieſer Vorwurf wurde vom Verfaſſer mit viel Geſchick ausgearbeitet;
eine Reihe drolligſter Situationen ſorgte für beſte Unterhaltung der
Zuſchauer. Man konnte über eine Anzahl gutgezeichneter und ebenſo
gut geſpielter Typen und manchen feinpointierten Witz herzlich lachen.
Für den reichen Applaus dankte im Namen des Autors der Regiſſeur
Dr. A. 8.
Hanz Homma.

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Samstag, den 24. Oktober 1931

Seike 5

harmer 295

Aus ver Landeshaupiftaot.
Darmſtadt, den 24. Oktober 1931.
Was kue ich für die Winkerhilfe?
9 zahle dem Sammler einen möglichſt großen Bei=
agy
bar, achte dabei auf den Ausweis. Vorſicht vor unbe=
ſenfgee
Sammlern!
Der ich verpflichte mich zu einem laufenden Beitrag
mten. Sammler haben Verpflichtungsſcheine bei ſich. Ich
euhle ie ſen gezeichneten Beitrag ein:
weder bei jeweiligem Fälligkeitstermin pünktlich in
Uſabei der Geſchäftsſtelle der Winterhilfe. Paradeplatz 4;
ſo) bei der ſtädtiſchen Sparkaſſe Hauptſtelle oder einer der
Eieen Nebenſtellen (Konto Stadthilfsausſchuß);
odr überweiſe die Beträge auf Poſtſcheckkonto Frank=
fiut
a. M. Nr. 70 190;
od bitte um Abholung auf Fälligkeitstermin.
4 bitte nur ausnahmsweiſe, da hierfür beſonderes Per=
ſtat
ötig.
Der ich zahle einen größeren Beitrag ohne Vermittlung
emmler auf Poſtſcheckkonto Frankfurt a. M. Nr.
Uy0oder auf die ſtädtiſche Sparkaſſe Hauptſtelle oder einer der
idtenNebenſtellen (Konto Stadthilfsausſchuß).
Hrfür erhalte ich einen Abgeltungsausweis, der mich den
gamuern gegenüber legitimiert.
M; Aßerdem zeichne ich als förderndes Mitglied ſpeziell für
Viterhilfe=Küchen einen größeren oder kleineren Beitrag.
eſoſyere Aufforderungen hierfür ſind im Umlauf.
Zahlung der Küchenbeiträge:
Alle iinſar bei der Geſchäftsſtelle der Winterhilfe=Küche, Neckar=
Nr. 4 ſtngze 3 (Gewerbe=Muſeum) von 10 bis 12 Uhr vorm.;
od bei der ſtädtiſchen Sparkaſſe Hauptſtelle oder einer der
Beſen Nebenſtellen (Winterhilfe=Küche)
cie auf Poſtſcheck=Konto Frankfurt a. M. Nr. 59 400 Winter=
Aüſt=Küche Darmſtadt.
Drch dieſe laufenden Küchenbeiträge wird die Ehrenpflicht
ſhuptzahlung für die Winterhilfe als ſolche natürlich nicht
gezuten, da deren Aufgaben außer der Kücheneinrichtung noch
rinnnigfaltige ſind, beſonders auf dem Gebiet der Familien=
Eidlich noch ſtifte ich entbehrliche Kleidungsſtücke, Wäſche,
tüug uſw. Diesbezügliche Anmeldungen können bis auf wei=
reuß
n die Geſchäftsſtelle der Winterhilfe, Paradeplatz 4, ge=
richttuwerden
. Abholung erfolgt in einigen Tagen. Bitte jetzt
ſcht uhts zuzuſenden.
Sanikäksrak Dr. Ludwig Noellner .
G Alter von 67 Jahren iſt geſtern nach langjährigem Krank=
ee
der bekannteſten Perſönlichkeiten Darmſtadts, Sanitäts=
Ludwig Noellner, geſtorben. Am 17. Februar
64 17 Darmſtadt als Sohn des Kaufmanns und Gemeinderats=
tggios
Wilhelm Fridolin Noellner geboren, hat der Verſtor=
Ane enht nur die ganze Zeit ſeines Lebens, einzig mit Ausnahme
nes Studiums in Heidelberg und wenige Jahre in Wien, Würz=
rggud
Mannheim, in Darmſtadt verlebt und ſeine ganze Kraft
ſchtinr als Arzt, ſondern auch als Bürger ſeiner Vaterſtadt und
em ſevölkerung gewidmet.
200 Grundlagen ſeiner wiſſenſchaftlichen Bildung vermittelte
bei em Privatinſtitut Schmitz Ludwig Noellner das Ludwig=
6=ſornsGymnaſium. Mit dem Zeugnis der Reife bezog Noellner
32 die Univerſität Heidelberg zum Studium der Medizin und
4hen amut nach beſtandenem Staatsexamen am 4. Februar 1887
Ayrobation als praktiſcher Arzt. Im Auguſt 1888 machte er
Pgen uktorexamen in Heidelberg und war von Oſtern 1887 bis
rbar 1888 Aſſiſtent an der Mediziniſchen Polilinik in Heidel=
rg
hi Hofrat von Duſch. Vom 1. Oktober 1888 bis 1. April
39 gnügte Noellner ſeiner aktiven Militärdienſtpflicht beim
fantieregiment 115 in Darmſtadt, ging dann nach Wien bis
ISchdes Luli 1889, um neben anatomiſchen Arbeiten, die dortigen
Bin ke zu beſuchen. Vom 1. Auguſt 1889 bis 15 März 1890
Einjähriger=Arzt und danach Unterarzt der Reſerve beim
ſld mllerieregiment Nr. 2 in Würzburg. Alsdan bis 1. Mai
12 Aiſtenzarzt an der chirurgiſchen Abteilung des ſtädtiſchen
amfahauſes in Mannheim. Von da an bis Mitte Juli Volon=
Eaſſſtnt an der Frauenklinik in Halle. Am 25 Juli 1892 ver=
frauet
ſich Dr. Noellner in Mainz mit der Tochter des ver=
tbam
Geheimen Baurats Kremer, Direktor der Heſſiſchen Lud=
gsllan
. Am 6. Dezember 1892 ließ er ſich in Darmſtadt als
akt ſter Arzt nieder
Eret 1. Januar 1962 gehörte Dr. Noellner der Stadtverord=
teneſammlung
an und war in folgenden Deputationen und
HWesſotiſen tätig: 1. Krankenhausdeputation, 2. Saalbaudeputa=
3 Friedhofsdeputation 4. Kuratorium der Viktoriaſchule,
Müſumsdeputation, 6. Tiefbaudeputation, 7. Schulausſchuß,
F mnzausſchuß, 9. Bäderdeputation, 10. Wahlvorſchlagsaus=
Außerdem war er in verſchiedenen Spezialkommiſſionen
d Ulnerausſchüſſen, die teils für Bürgermeiſter= und Beigeord=
tenwchlen
eingeſetzt waren, teils zu Spezialberatungen, wie
agitutsvorlage und Gehaltsregulierungen, erwählt wurden.
R. Noellner gehörte der Fraktion der Nationalliberalen bzw.
ſutſhn Volkspartei an und wurde nach dem Kriege Führer die=
Frution im Stadtrat. Seit 1906 wirkte er pflichteifrig und
ermulich im Vorſtand der Nationalliberalen bzw. Deutſchen
Ukssrtei.
Gedenkkag der Heſſiſchen Dragoner.
Ehrung der Gefallenen.
Aigen, Sonntag, den 25. Oktober, 8,30 Uhr abends, wird die
uemcle des Denkmals der beiden Großherzoglich=Heſſiſchen
Fagcm=Regimenter in der Landgraf=Philipp=Anlage entzündet.
Hürtvereinigen ſich nicht nur alte heſſiſche Garde= und Leib=
uſgagoge
, um ihre 1914 bei Kruiſeik in Flandern gefallenen Kame=
ſidenzi
treuem Gedächtnis zu ehren, ſondern auch manche Frau,
gunch=/Bürger Darmſtadts, um eines lieben Verwandten und
zeunde in ſtillem Andenken zu gedenken.
DGedanken der alten Dragoner wandern hinaus auf das
rbſt=iſte Feld in Flandern, wo vor 17 Jahren ſo viele ihrer
imesgen in zähem Angriffswillen ihr Leben ließen auf dem=
ben koden, auf dem ſpäter noch ſo viel junges deutſches Blut
Mfloſſen iſt. Gedanken der Trauer und Wehmut werden hier wie=
E wi, und die bange Frage: Was wird nun aus Deutſchland
rdee) Zugleich aber auch ſtolze Gedanken durchziehen das
3 1le Soldaten, wenn er daran denkt, wie es damals war wie
itftvoll das Reich daſtand, wie das Volk in Einigkeit unerhörte
gaahte Leiſtungen hervorbrachte, jeder einzelne mit ſtarkem
inn eiſt an ſein Vaterland dachte und mit dem Leben
3h frruig einſetzte dafür. Stolz insbeſondere durchzieht hier ſein
di es heſſiſche Garde= und Leibdragoner waren, die damals
Zayweit unterlegen, ſiegreich die engliſchen Gräben ſtürmten.
Umdwieder wie jedes Jahr an dieſem Gedenktag bringt er
neur ſts Gelöbnis dar, wert zu bleiben dieſes vergoſſenen
Mlutes alles zu tun, daß das deutſche Land wieder hoch
immi nd wieder einig werde. Denn: Nie ward das deutſche
olk Pe berwunden, ſolang es einig war.
r.N.
Wanderung nach Jugenheim.
Müder elektriſchen Straßenbahn zum Böllenfalltor. Zeichen
rog, rechts der Straße durch den Wald, am Waldausgang
ekraß; erade aus nach 1 Stunde Nieder=Ramſtadt. An der Kirche
uks ſuch Hohlweg zum Breitenſtein (337 m), ab durch Wald
Rd 75d nach 2 Stunden Nieder=Modau (228 m). Zeichen
wesſolau, auf der Straße nach 3 Stunden Neutſch (315 m),
der BieNeutſcher Höhe (360 m) nach 334 Stunden Ober=Beerbach
00 Im) In Hohlweg auf, durch Feld und Wald nach 4½ Stun=
een
Rüſe Tannenberg (330 m. Ehemalige Raubritterburg, 1399
prſtöm, Spärliche Trümmer). Auf Fuß= und Fahrweg ab durch
1S Scſbacher Tal nach 5 Stunden Jugenheim an der Bergſtraße.
Fechloß 5eiligenberg, evangeliſche Pfarrkirche, Balkhäuſer Tal.)
lückfahr mit Autobus.
* Gelpelztier=Ausſtellung. An dieſer Stelle verweiſen wir
LchmIm auf die Edel=Pelztier=Ausſtellung im Reſtaurant Bürger=
D Zumſtadt, welche heute Samstag, nachmittag 2 Uhr, er=
fifnetünrd
und bis Dienstag die ganzen Tage ununterbrochen von
1911r geöffnet iſt. Zur Beantwortung einiger an uns gerich=
weter
. Rgen teilen wir mit, daß es ſich bei der Ausſtellung nur
m laude Tiere bandelt.

Die deutsche Wietschaltskrise.
Vorkrag von Profeſſor Dr. Muß in der Darmſtädter Juriſtiſchen Geſellſchaft.

Die Geſellſchaft eröffnete an ihrem 30. Vortragsabend ihre
dieswinterliche Tätigkeit mit einem Referat des Vertreters der
Nationalökonomie an der hieſigen Techniſchen Hochſchule, des
Herr Profeſſors Dr. Muß, über Die deutſche Wirtſchaftskriſe‟,
Der Vortragende führte vor einer zahlreichen Hörerſchaft,
unter der der Leiter der Verſammlung Se. Magnifizenz den Herrn
Rektor der Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt, Herrn Profeſſor
Dr. Reuleaux, ſowie zahlreiche Vertreter der Wirtſchaft beſonders
begrüßen konnte, etwa folgendes aus:
Die verwirrende Fülle, der kriſenhaften Erſcheinungen im
Ablauf des wirtſchaftlichen Geſchehens habe zur Folge, daß die
Betrachtung in der Oeffentlichkeit meiſt an einzelne Symptome an=
knüpfe
, ohne die vielen mitwirkenden Urſachen und ihre Zuſam=
menhänge
einheitlich vor Augen zu haben. Deren klare Erkennt=
nis
aber ſei nötig, um die derzeitige Lage richtig zu beurteilen
und einigermaßen die Möglichkeiten aufzuzeigen, die ſich für die
Zukunft ergäben. Die Wirtſchaftskriſis ſei eine Weltkriſis, die
aber in jedem Land, insbeſondere auch in Deutſchland, ihre be=
ſondere
Erſcheinungsform habe. Weſentliche Grundlagen für die
heutigen Schwierigkeiten ſeien bereits im Kriege gelegt worden,
als die Wirtſchaft der kriegsführenden Länder ſich einſeitig auf den
Kriegsbedarf eingeſtellt, die der neutralen Staaten ſich dagegen in
ihrer normalen Leiſtungsfähigkeit befeſtigt habe. Die Jahre nach
dem Kriege hätten unter dem Beſtreben der erſtgenannten Staaten
geſtanden, wieder auf den alten Standard zu gelangen. Die Be=
mühungen
ſeien aber auf eine ganz veränderte Lage geſtoßen, auf
den Widerſtand der erſtarkten anderen Nationen, ſowie der neu
geſchaffenen Staaten. Dabei ſei Rußland faſt gänzlich ausgefallen.
Dazu ſeien die Hemmungen auf Grund des auf einer Steigerung
nationaler Einſtellung baſierenden Protektionismus bei faſt allen
Beteiligten getreten der die Elaſtizität der Weltwirtſchaft im Vor=
kriegsſinne
erheblich eindämmte. Deutſchland habe zunächſt die
Zeit der Inflation erlebt, die dem Abſatz der deutſchen Waren an
den ausländiſchen Käufer günſtig geweſen ſei und die wahre Lage
verſchleiert habe. Nach der Inflation ſei klar zutage getreten,
daß in der deutſchen Wirtſchaft eine ſteigende Tendenz zur Schaf=
fung
eines übergroßen Produktionsapparates herrſchte. Dazu ſei
von der Konſumentenſeite in der öffentlichen wie in der pripaten
Wirtſchaft ein Uebermaß an Verbrauch gekommen, der den Spar=
trieb
faſt völlig lahmgelegt habe. Beides ſei in einer Stärke
aufgetreten, die den vorhandenen wirtſchaftlichen Möglichkeiten
nicht entſprochen habe und von der Seite der Politik her noch er=
heblich
unterſtützt worden ſei. Die Steigerung aller Einkommen
und Gehälter durch die Auswirkungen des Arbeitsrecht, durch die
Erhöhung der Beamtenbeſoldung, durch die Erhöhung der Renten=
leiſtungen
des Staates habe mitgeholfen. Dagegen habe hinſicht=
lich
der Einkommensverteilung die Zahl der kleinen, demnächſt
gänzlich verbrauchten Einkommen gegenüber der der größeren, die
die Möglichkeit der Kapitalneubildung beſonders begünſtigten,
außerordentlich zugenommen. Einem Minus von etwa einer Mil=
liarde
in der Bildung neuen Kapitals im Jahr gegenüber der
Vorkriegszeit habe bei der Aufblähung der Produktion und des
Verbrauchs ein unverhältnismäßig großer Kapitalbedarf gegen=

über geſtanden, der bald nur durch Einfuhr ausländiſchen Kapi=
tals
in ſteigendem Maße befriedigt werden konnte, wobei die kurz=
friſtigen
Kredite die langfriſtigen nach kurzer Friſt um ein Viel=
aches
überſtiegen. Auf der Wirtſchaft habe zudem in Geſtalt er=
höhten
Steuerdrucks auch erheblich die Reparationsverpflichtung
gelaſtet.
So habe ſich für das Unternehmen, das höheren perſönlichen
Unkoſten genügen, höherem Druck durch öffentliche Abgaben ent=
ſprechen
mußte, weiter die Notwendigkeit einer Befeſtigung der
Preiſe durch Förderung der Kartellbildung und damit zuſammen=
hängend
Verteuerung der Materialien, alſo erneute Steigerung
der Unkoſten ergeben. Der Verſuch, durch Rationaliſierung die
perſönlichen Unkoſten herabzudrücken, mußte Arbeiterentlaſſungen
zur Folge haben.
Auch niedrigſte Preiſe im Export, ausgeglichen durch Hoch=
haltung
der Preiſe im Inland, konnte den nötigen Maſſenabſatz
und die nötige Beſchäftigung für den Produktionsapparat nicht
ſchaffen, zumal das Ausland ſich gegen dieſen Export wehrte.
Dazu kamen noch gewiſſe Schwierigkeiten von der Geldſeite bei der
ungleichen Art, in der die Länder ihre Währungen nach dem Krieg
in Ordnung gebracht hatten.
So kamen zumal für Deutſchland nach den Septemberwahlen
von 1930 allmählich die großen Zuſammenbruchserſcheinungen, die
dann im laufenden Jahr beſonders deutlich wurden. Die Kapital=
decke
ſei auf dieſe Weiſe zuſammengeſchrumpft. Die Möglichkeiten
neuer Kapitalbildungen ſeien gering. Der einen Lichtblick gebende
erhebliche Ausfuhrüberſchuß der letzten Monate iſt durch die Ent=
wicklung
des engliſchen Pfundkurſes in ſchwerſter Gefahr. Die
Politik hat gegenüber den internationalen Schwierigkeiten faſt
völlig verſagt.
So offenbare ſich in der Kriſe das abſolute Mißverhältnis
hinſichtlich des Produktions= und Konſumtionsumfangs in den
letzten Jahren zu den wirklich vorhandenen wirtſchaftlichen Schwie=
rigkeiten
: Eingriff in das wirtſchaftliche Getriebe von ſeiten des
Staates ſei nötig, ob eine Auflockerung der Preiſe eine Senkung
der Produktionskoſten oder in ihrer Anwendbarkeit außerordent=
lich
diffizile monetäre Mittel ſei zweifelhaft, letztlich bleibe nur die
Tätigkeit der Politik, die namentlich international die Beziehungen
bereinigen müſſe. Das unverkennbar vorhandene Streben nach
wirtſchaftlicher Autarkie werde ebenſowenig 100prozentig erfüllt
werden wie die entgegengeſetzten Beſtrebungen, die nach dem Frei=
handelsideal
tendierten. Immerhin ſei eine ſcharfe Wendung nach
der erſten Richtung unverkennbar, wie die doch ſchließlich aus der
Deviſenzwangswirtſchaft bis zu einem gewiſſen Grad heraus=
wachſende
weitere Regelung der Ein= und Ausfuhr. Auch hinſicht=
lich
der Regelung des internationalen Kapitalverkehrs ſeien Maß=
nahmen
notwendig. Das Ende ſelbſt vermöge keiner vorauszu=
ſagen
.
Die feſſelnden, die einzelnen Entwicklungslinien außerordent=
lich
klar und doch ſtets in ihrer inneren Verbundenheit deutlich
aufzeigenden Ausführungen des Referenten fanden den beſonders
lebhaften Beifall der zahlreichen Hörerſchaft.

Heute, am 24. Oktober, darf Archivdirektor D. Fritz Herrmann
auf ſechzig Lebensjahre zurückblicken, ſechzig Jahre reicher, geſeg=
neter
Arbeit für die Wiſſenſchaft, für die evangeliſche Kirche für
ſein geliebtes heſſiſches und deutſches Vaterland. In Guntersblum
geboren, verlebte Herrmann ſeine Kindheit im goldenen Mainz,
frohe Jugendjahre, bei denen er noch heute gern verweilt, Jahre,
in denen ihn der Zauber einer reichen Geſchichte umgab. Er mag
kaum geahnt haben, daß er einmal ſeiner Jugendſtadt und ihrer
Geſchichte durch tiefſchürfende Forſchungen bleibende Förderung
leiſten werde. Mit dem Zeugnis der Reife perließ er 1891 das
Gymnaſium, um ſich in Berlin und Gießen dem Studium der Theo=
logie
zu widmen. In Berlin war es, wo er in den Vorleſungen
und im Seminar Adolf Harnacks ſeinen Beruf zum Hiſtoriker er=
kannte
. Nach erfolgreich beſtandener Fakultätsprüfung, nach Ab=
leiſtung
ſeiner Militärpflicht in der Heimatſtadt und dem Beſuch
des Predigerſeminars zu Friedberg, wo er neben der Vorbereitung
auf das Pfarramt auch die treue Gefährtin für ſein Leben fand,
und nach dem Beſtehen der Schlußprüfung, trat er in das Pfarr=
amt
ein. In Lengfeld verdiente er ſich die erſten Sporen. Dann
kam er in die ſchwierigen und doch dankbaren Verhältniſſe von
Offenbach. In Schotten fand er wieder etwas mehr Zeit auch zu
wiſſenſchaftlicher Arbeit im Dienſt der Heimatgeſchichte. Sein
Kirchendienſt erhielt eine Unterbrechung durch die Berufung zum
Repetenten bei der Theologiſchen Fakultät zu Gießen. Er war
der erſte Repetent in Gießen. Während der zwei Jahre ſeiner
Univerſitätstätigkeit promovierte er zum Lizentiaten auf Grund
ſeiner Arbeit über das Interim in Heſſen. Zwei Jahre ſtand er
dann in Alsfeld als zweiter Pfarrer, in denen er ſein geſchicht=
liches
Wiſſen und ſeine Erfahrung im Archivweſen in den Dienſt
der Geſchichte dieſer altehrwürdigen Stadt ſtellte. 1903 wurde er
als Religionslehrer an die hieſige Viktoriaſchule und das Lehre=
rinnenſeminar
berufen. Hier lenkte er zum erſten Male die Auf=
merkſamkeit
weiteſter Kreiſe auf ſich durch ſeine formenſchöne, tief=
angelegte
, eindrucksvolle Feſtrede bei der Vierhundertjahrfeier
des Hiſtoriſchen Vereins für Philipp den Großmütigen. Durch ſeine
Forſchungen war er eng mit dem Haus= und Staatsarchiv ver=
wachſen
, ſo daß er, als an dieſem die Stelle des zweiten wiſſen=
ſchaftlichen
Beamten frei wurde, den Ruf erhielt, ſich ganz dem
Archiv zu widmen. Von 1911 bis 1929 wirkte er als Archivrat,
um nach dem Eintritt von Dr. J. R. Dieterich in den Ruheſtand
dieſem als Staatsarchivdirektor zu folgen.
Lange bevor Herrmann in das Amt des Staatsarchivars ein=
trat
, hatte er dem Archivweſen ſeine lebhafteſte Teilnahme ge=
widmet
. Im Auftrag der evangeliſchen Landeskirche errichtete er
einen fein und wohl durchdachten Neubau des kirchlichen Archiv=
weſens
in Heſſen. Sämtliche Pfarrarchive wurden geordnet und
verzeichnet, die Verzeichniſſe im Druck herausgegeben. Ebenſo wur=
den
die kirchlichen Urkunden und Akten der Dekanate, der Kreis=
ämter
, der ſtandesherrlichen und ritterſchaftlichen Archive ver=
zeichnet
und gedruckt. Durfte er ſich bei dieſen Arbeiten der Mit=
hilfe
gleichgerichteter Freunde erfreuen wobei doch der Großteil
der Arbeit an ihm hängen blieb ſo war die Verzeichnung und
Herausgabe der Beſtände des Landeskirchenamts ſein alleiniges
Werk. Was Herrmann da in jahrelanger, entſagungsvoller Arbeit
geleiſtet hat, das liegt nun in ſtattlichen Bänden vor, als bewun=
dertes
Meiſterwerk und Vorbild für alle anderen Landeskirchen.
Wer ſich irgendwie im Heſſenland mit Orts=, Heimat= und Fa=
miliengeſchichte
abgibt, der weiß Herrmanns Arbeit hoch zu
ſchätzen.
Als Alsfelder Pfarrer gründete Herrmann die Mitteilungen
des Alsfelder Geſchichts= und Altertumsvereins, die in volks=
tümlicher
, aber wiſſenſchaftlich gegründeter Weiſe die Geſchichte
des nördlichen Oberheſſen beleuchten. Jahrelang hat er dann das
Archiv für Heſſiſche Geſchichte und Altertumskunde, ſowie die
Beiträge für Heſſiſche Kirchengeſchichte im Auftrag des Hiſtori=
ſchen
Vereins und der Vereinigung für Heſſiſche Kirchengeſchichte
geleitet. Er gehört zu den Gründern der letztgenannten Vereini=
gung
und ſteht jetzt als zweiter Vorſitzender im Vorſtand des
Hiſtoriſchen Vereins. Von Anfang an iſt er Mitglied der Hiſto=
riſchen
Kommiſſion geweſen, wie ihn auch die Hiſtoriſche Kommiſ=
ſion
für Heſſen und Waldeck als Mitglied berief. Gemeinſam mit
Prälat D. Dr. Dr. Diehl leitet Herrmann die Kurſe, durch die
Pfarrer und Kandidaten in geſchichtliches Arbeiten eingeführt
werden.
Die Reihe ſeiner Bücher hat ſich ſtattlich entwickelt. Ein voller
Erfolg war bereits ſein Erſtlingswerk, das Interim in Heſſen,
Eine Abſchiedsgabe für ſeine Alsfelder Gemeinde war Tilemann
Schnabel, der Reformator der Stadt Alsfeld‟. Ein echtes Volks=
buch
iſt ſein Reformationsbüchlein für Schule und Haus, das
beim Philippsjubiläum herausgekommen, noch heute die beſte Dar=
ſtellung
der Reformation vom heſſiſchen Geſichtspunkt aus iſt. Der
Heimatſtadt ſind die beiden Werke. Quellen für Topographie und
Geſchichte der Stadt Mainz und Die evangeliſche Bewegung zu
Mainz im Reformationszeitalter gewidmet. Mehrere ſchöne
Einzelſchriften gab er als Geſchichtsſchreiber der Familie Merck
heraus, deren Geſchichte er in einer ausgezeichneten Familienzeit=
ſchrift
dauernd bearbeitet. Sein größtes Werk aber, die Protokolle
des Mainzer Domkapitels, das der Geſchichtsforſchung für die Re=
formationszeit
auf lange Zeit hinaus reichen Stoff geben wird, iſt
noch nicht fertig erſchienen. Doch wird der Schluß wohl in wenigen
Wochen der gelehrten Welt übergehen werden.

Ein reiches fruchtbares Gelehrtenleben, auf das Herrmann
heute zurückblicken kann. Daneben gehörte ſein Leben der evan=
geliſchen
Kirche Heſſens. Er ſtand und ſteht in vorderſter Reihe in
der Arbeit des Diakonievereins und der Freien Volkskirchlichen
Vereinigung. Seit mehr als 20 Jahren iſt er Mitglied der Landes=
ſynode
, jetzt des Landeskirchentags, der ihn im vorigen Jahre ein=
mütig
zu ſeinem Vorſitzenden erwählte. So iſt er auch Mitglied
der Kirchenregierung und hilft das Schifflein, der Landeskirche
leiten mit tiefem Ernſt und weiſem Rat, geſtützt auf reiche Er=
jahrung
.
Mit tiefer Liebe hängt Herrmann an ſeinem deutſchen Vater=
land
. Als der Weltkrieg ausbrach, meldete er ſich freiwillig zum
Dienſt mit der Waffe. Drei Jahre ſtand er in der Front, der
reife Mann als Leutnant und Kompagnieführer. Noch heute ver=
binden
ihn die engſten Bande mit ſeinen früheren Leuten. Im
Mai 1918 kehrte er verwundet in die Heimat zurück. Aus dem
Schützengraben, aber ſchickte er das Büchlein Aus tiefer Not,
Heſſiſche Briefe und Berichte aus der Zeit des Dreißigjährigen
Kriegs in die Heimat. Es zeigte, daß er auch im Kriegsleben
neben dem Degen die Feder zu führen verſtand.
Ein echter Mann, ein deutſcher Mann. Wenn man verſuchen
möchte, das Bild dieſes Mannes auf einen Nenner zu bringen, ſo
wäre es doch wohl das Wort Treue, das ihn am beſten bezeichnet.
Wer ſich mit ſeinen Büchern zu beſchäftigen hat, der weiß, daß
treue, zuverläſſige Arbeit hinter jedem Buchſtaben ſteht. Treu
ſeinem Beruf, treu ſeiner Wiſſenſchaft, treu ſeiner Kirche treu
ſeinem Vaterland und treu ſeinen Freunden. Wer ihm in die
Augen ſchaut, der ſieht in eine Seele, in der kein Falſch iſt. Hinter
all der Heiterkeit aber und der Fröhlichkeit ſeines Weſens, die
ſeine Freunde ſich ſo gern um ihn verſammeln läßt, ſteht der tiefe
Ernſt des reifen, erprobten Mannes.
E. B. B.
In den Ruheſtand verſetzt wurde: Am 17. Oktober; der
Oberreallehrer an der Handelsrealſchule zu Mainz Adolf Grün=
ſchlag
auf ſein Nachſuchen vom 1. November 1931 an.

Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus. Samstag, 24. Okt. 19½2214 Uhr. 412. Bühnenvolksbund.
Die Ratten. Preiſe 0.705 (0 Mk.
Sonntag, 25. Okt.
1.½18 Uhr. Heſſenlandmiete 11,1, III, 2.
Die drei Musketiere. Preiſe 0.504 Mk.
2022½ Uhr. Außer Miete.
Die drei Musketiere. Preiſe 0.504 Mk. Montag, 28, Dff. Neine Vorſtelung. Dienstag, 27. Okt. 19½223 Uhr K 3. Bühnenvolksbund T,
Gr. 4, 5, 6. Die Macht de 3 Schickſals, 0 70.5 60. Mittwoch, 28. Okt
2022¾ Uhr. F 2. Darmſtädter Volksbühne,
Die Ratten. Preiſe 0 705.60 Mk Donnerstag, 29 Okt. 20, Ende gegen 22½ Uhr. E6. Die Kaiſerin
und der Pferdedieb. Preiſe 0.705 60 Mr Freitag, 30. Okt. 2022½ Uhr. D6. Das Mädchen aus dem
goldenen Weſten. Preiſe 0.705 60 Mk. Samstag, 31. Okt. 19½, Ende gegen 22½ Uhr T, Gr. 1, 2, 3, 7u 8.
Der Tronbadonr. Ermäßigte P eiſe 0.504 Mk. Sonntag, 1. Nov. 14, Ende geg. 18 Uhr. Feſtſpiel Auferweckung
und Schauturnen der Turngemeinde 1846,
Preiſe 0.501.50 Mk.
20, Ende 22½ Uhr. A 5. Die Bohéme.
Preiſe 0.705.60 Mk. Kleines Haus.
Samstag, 24 Okt. 20, Ende nach 22 Uhr Zuſatzmiete V1 2.
Die Dubarry. Preiſe 0.705 Mk Sonntag, 25 Okt.
2022 Uhr. Opern= und Operetten=Abend.
Preiſe 0.402 Mk. Montag, 28 Dit. Keine Vorſtelung. Dienstag, 27. Okt. 2022 Uhr. Zuſatzmiete 1,3. Margnerite: 5.
Preiſe 0. 604 50 Mk. Mittwoch, 28. Okt. 20, Ende nach 22 Uhr. Zuſatzmiete 11, 2.
Die Dubarry. Preiſe 0 705 Mk Donnerstag, 29. Okt 20, Ende gegen 22 Uhr. Zuſatzmiete 111, 3.
Die Dubarrtz. Preiſe 0.705 Mk. Freitag, 30 Ort Keine Vorſtellung. Samstag, 31. Okt.
9½: Ende 21½ Uhr. Zuſatzmiete V1 3.
Die heilige Flamme. Preiſe 0 604 50 Mk.
22½, Ende gegen 21 Uhr Außer Miete.
Margnerite: 3 Preiſe 0.603.60 Mk. Sömtacn 2. Mp. 14½17½ Uhr. Guſtav Adolf. 0.50 u. 3 Mk.
1922 Uhr. Guſtav Adolf: Preiſe 0.503 Mk. [ ][  ][ ]

Seite 6

Samstag, den 24. Oktober 1931

Nummer 2

Jahresverſammlung des Heſſiſchen Landesvereins für Innere Miſſion
und des Landesverbandes der Inneren Miſſion in Heſſen.

EPH. Die diesjährige Jahresverſamlung des Heſſiſchen Lan=
desvereins
für Innere Miſſion und des Landesverbandes der
Inneren Miſſion in Heſſen, der Not der Zeit entſprechend in Form
einer Arbeitstagung ohne ſonſtige Veranſtaltungen, fand am 19.
Oktober in Frankfurt ſtatt. Zahlreiche Vertreter der im Landes=
verband
der Inneren Miſſion zuſammengeſchloſſenen Organiſa=
tionen
waren erſchienen, desgleichen Vertreter der Landeskirche
und kommunalen Behörden. Eingeleitet wurde die Tagung durch
eine Andacht von Herrn Pfarrer Grein=Arheilgen. Nach den Be=
grüßungsworten
des Vorſitzenden, Herrn Pfarrers Wagner= Darm=
ſtadt
, erſtattete der Direktor des Heſſiſchen Landesvereins für
Innere Miſſion, Pfarrer Röhricht=Darmſtadt, den Jahresbericht
des Heſſiſchen Landesvereins für Innere Miſſion und des Landes=
verbandes
der Inneren Miſſion in Heſſen. Aus dem Jahresbericht
ging hervor, daß die Innere Miſſion in Heſſen trotz der eingetre=
tenen
Schwierigkeiten innerhalb der deutſchen Inneren Miſſion
ihren Dienſt weiter verrichten konnte. In dem letzten Berichtsjahr
wurde in der Geſchäftsſtelle des Heſſiſchen Landesvereins für
Innere Miſſion eine Siedlerberatungsſtelle eingerichtet welche
bereits 32 Siedlungsluſtige beraten konnte. Auf dem Gebiete der
Volksmiſſion konnten unter Hinzuziehung verſchiedener Hilfskräfte
im Berichtsjahr 49 Volksmiſſionen und 4 Arbeiterfreizeiten durch=
geführt
werden. Die offene Fürſorge der ſtraffälligen Pflege er=
hielt
dadurch eine Förderung, daß in der Arbeitsgemeinſchaft mit
dem Heſſiſchen Schutzverein für entlaſſene Gefangene eine Be=
ſchäftigungsſtelle
für Strafentlaſſene ins Leben gerufen werden
konnte. Durch die zum erſten Male in größerem Umfange durch=
geführten
Kindererholungskuren wurde 84 Kindern eine vier=
wöchige
koſtenloſe Erholungszeit auf dem Lande vermittelt. Von
den Anſtalten und Vereinen wurde im allgemeinen von einem
Fortſchreiten der Arbeit ebenfalls berichtet. So konnte z. B. das
Eliſabethenſtift das innere Krankenhaus von Grund auf erneuern
und eine Bäckerei errichten und in der Eliſabethenſchule eine
Turnhalle bauen. Die Zahl der Schweſtern des Eliſabethenſtifts
iſt auf 388 geſtiegen. Der Heſſiſche Diakonieverein konnte im Be=
richtsjahre
auf ſein 25jähriges Beſtehen zurückblicken; 16 ſeiner
Schülerinen haben 1930 die ſtaatliche Wohlfahrtspflegerinnenprü=
fung
abgelegt, 9 die Pfarrgehilfinnenprüfung. In den Nieder=
Ramſtädter Anſtalten wurde der Umbau des Wirtſchaftsbetriebes
durchgeführt. Aus dem Krüppellehrlingsheim konnten zum erſten
Male zwei Lehrlinge nach erfolgreichem Abſchluß ihrer Ausbil=

dung entlaſſen werden. Der Verband ev.=kirchlicher Frauenvereine
hielt verſchiedene Freizeiten ab und eine viertägige Arbeits=
tagung
für Vereinsvorſtände; außerdem noch drei Mütterfreizei=
ten
. Die Stadtmiſſion Offenbach arbeitet u. a. erfolgreich auf
dem Gebiete der Trinkerfürſorge. Mehr als 530 Alkoholkranke
wurden dort betreut. Wöchentlich finden für dieſe Verſammlun=
gen
ſtatt. Die von Zeit zu Zeit für ſie abgehaltenen Familien=
abende
werden ſehr gut beſucht. Der Miſſionsfrauenverein in
Worms hat einen Kinderhort eingerichtet, der von 6080 Kin=
dern
beſucht wird. Die dem Landesverband angeſchloſſenen Zu=
fluchten
werden nach wie vor in Anſpruch genommen. In Mainz
iſt die Errichtung einer Zuflucht möglich geworden. Neben
dem Erfreulichen brachte der Jahresbericht auch Unerfreuliches.
Die allgemeine Kriſis der öffentlichen Wohlfahrtspflege wirkt ſich
auch auf die Liebesarbeit der Inneren Miſſion aus. Einzelne
Anſtalten kommen in größte Schwierigkeiten, da die Belegungs=
ziffer
ſtark zurückgeht. Die Herberge zur Heimat leidet z. B.
darunter, daß das Wohlfahrtsamt für die Verpflegung gegenwär=
tig
eine andere Praxis übt als früher. Die Schwierigkeiten
finanzieller Art ſind nicht die einzigen und nicht die ſchwerſten,
bedrückender iſt, das klang aus dem Schluß des Jahresberichtes
heraus, daß der letzte Sinn der im Geiſte der Inneren Miſſion
geleiſteten Arbeit verkannt und mißdeutet wird. Dieſe Tatſache
aber bedeutet für die Innere Miſſion nicht Preisgabe ihrer Ar=
beit
, ſondern trotzdem ſtetes Weiterſchreiten, da ſie auch in der
Jetztzeit die Aufgabe hat, mehr als bisher das Tatwort der Kirche
zu verkündigen.
Die nach dem Bericht einſetzende Beſprechung des Jahres=
berichts
wurde durch die ſich anſchließende geſchloſſene Mitglieder=
verſammlung
abgelöſt, in welcher neben der Rechnungsablage
1930 der Voranſchlag 1932 genehmigt und Ergänzungswahlen zum
Land ausſchuß der Inneren Miſſion getätigt wurden. In den
Nachmittagsſtunden behandelte Direktor Röhricht in einem Vor=
trag
Die Kriſis der deutſchen Inneren Miſſion. Nach objektiver
Darſtellung der Vorgänge in der deutſchen Inneren Miſſion in den
letzten Monaten wurden die vielfach falſchen Preſſemeldungen be=
richtigt
und auch die in Ausſicht genommenen weiteren Hilfsmaß=
nahmen
für die Betroffenen erörtert. In der nachfolgenden Aus=
ſprache
wurde wertvolles Material für die Beratungen des Lan=
desausſchuſſes
erarbeitet.

Was geſchiehl in dieſem Winker für die
Erwerbsloſen?

Neben den karitativen Maßnahmen, die die ſchlimmſte Not
der Erwerbsloſen in dieſem Winter lindern ſollen, werden in
großem Umfange auch wieder Veranſtaltungen getroffen werden,
die denen, die es wollen, die Möglichkeit einer Ausfüllung ihrer
unfreiwilligen Mußezeit geben. Wo Veranſtaltungen dieſer Art
ſchon begonnen haben, iſt ein ſtarker Zuſtrom der Erwerbsloſen
zu beobachten. Die Mittel, die dafür zur Verfügung ſtehen, ſind
in dieſem Jahre leider ſehr viel knapper. Deshalb iſt die Aus=
nutzung
aller Möglichkeiten und das planvolle Ineinan=
derarbeiten
aller Stellen geboten. Das Referat für
Volksbildung und Jugendpflege im heſſiſchen Miniſterium für
Kultus und Bildungsweſen hat Richtlinien und Anregungen in
dieſer Richtung gegeben, denen wir folgendes entnehmen:
Das Landesarbeitsamt Heſſen und das heſſiſche Kultusmini=
ſterium
habe eine Vereinbarung getroffen, um die beiderſeitige
Tätigkeit im Intereſſe der Erwerbsloſen aufeinander abzuſtimmen
und planvoll über das ganze Land auszubreiten. An den größe=
ren
Orten wird ein Dreierausſchuß aus dem Vorſitzenden des Ar=
beitsamts
, dem Leiter der Berufsſchule und der Volkshochſchule
die geſamte öffentlich unterſtützte Arbeit regeln. Der Jugend=
herbergsverband
ſtellt für Erwerbsloſenfreizeiten ſeine Herbergen
zur Verfügung. Beſondere Beachtung verdient der Ausbau der
politiſchen Grundſchule und die Pläne zur Anſiedlung von jungen
Erwerbsloſen im Umkreis der Induſtriezentren. Eine Sitzung
des Landesausſchuſſes, dem alle Verbände der Jugendpflege und
Volksbildung angehören, wird in der kommenden Woche an Hand
dieſer Richtlinien die geſamte geplante Arbeit feſtlegen.

Aus den Darmftädter Lichkſpieltheakern.

Heſſiſches Landestheater. Heute abend iſt die Pxemiere der
Operette von Millöcker=Makeben. Die Dubarry. In luſtiger
und ſehr ſcharmanter Weiſe wird das Leben der Dubarry von der
kleinen Näherin bis zur allmächtigen Beherrſcherin Frankreichs
gezeigt. Viele Melodien ſind längſt zu Schlagern geworden. Die
Operette die Karl Maria Zwißler dirigiert und Rabenalt= Rein=
king
in Szene geſetzt haben, iſt in der Titelrolle beſetzt mit Käthe
Walter und in den übrigen Hauptrollen mit den Damen Harre,
Kleinſchmidt, von Hagen und den Herren Dr. Allmeroth, Gallin=
ger
, Kutſchera, Lohkamp und Jürgas. Die Einſtudierung der
Tänze beſorgt Hans Macke. Am Sonntag, dem 25. Oktober,
20 Uhr, findet im Kleinen Haus ein Opern= und Operet=
ten
=Abend ſtatt. Die beliebteſten Nummern aus bekannten
Opern werden von den Soliſten des Enſembles geſungen. Anita
Mitrovic und Theo Herrmann ſingen Arien aus Halevys Jüdin",
Martha Liebel eine Arie aus Verdis Don Carlos, Albert Sei=
bert
aus dem Oberon, Albert Lohmann aus dem Schlußgeſang
aus den Königskindern von Humperdinck, Dr. Heinrich Allme=
roth
zwei Lieder aus Eine Nacht in Venedig und zwei Arien
aus Maſſenets Manon. Johannes Drath das Lied aus
Schwanda, der Dudelſackpfeifer und mit Heinrich Kuhn zuſam=
men
das Duett aus den Luſtigen Weibern von Windſor, Frau
Jacobs und Fräulein Heilmann ſingen ebenfalls aus Nicolais
bekannter Oper ein Duett Frau von Stoſch, Maria, Kienzl und
Anna Jacobs ſingen das Terzett aus, Roſenkavalier. Johannes
Drath. Heinrich Allmeroth und Grete Bertholdt ſingen das Terzett
aus Puccinis Madame Butterfly und den erſten Teil beſchließt
das Quartett aus Margarethe geſungen von Frau v. Stoſch
und Anna Jacobs und Heinrich Allmeroth und Theo Herrmann.
Im zweiten, luſtigen Teil ſingt Franz Notholt die Cavatine und
Theodor Heydorn die Arien aus dem Barbier von Sevilla‟ Hein=
rich
Kuhn. und Eugen Vogt das Duett aus Flotows Aleſſandro
Stradella, und die Herren Notholt, Vogt und Spira eine Szene
aus Puccinis Turandot. Zweimal Die drei Muske=
tier
. Am Sonntag, dem 25. Oktober, werden nachmittags und
abends um 15.30 und 20 Uhr. Die drei Musketiere ge=
gegeben
. Die Preiſe für beide Vorſtellungen ſind 0.50 bis 4 RM.
Schneeweißchen und Roſenrot, die erfolgreichſte Märchen=
Aufführung der vorigen Spielzeit wird morgen, Sonntag, nach=
mittag
3.30 Uhr, in neuer Einſtudierung einmalig aufgeführt.
Das Märchen iſt neu bereichert an Tanz=Einlagen ſowie das
Erſcheinen des Bären und des böſen Zwergen. Um allen Eltern
mit ihren Kindern den Beſuch dieſes ſchönſten Märchens zu er=
möglichen
, ſind die Preiſe wie folgt feſtgeſetzt: 20 Pfg., 25 Pfg.,
40 Pfg. und 50 Pfg. Auf Plätzen für 1 Mark wird für jede gelöſte
Karte ein Freiſitz daneben abgegeben. Karten im Verkehrs=
büro
und Orpheumskaſſe von 25 Uhr täglich; auch telephoniſch
Nr. 389. (Siehe Anzeige.)
Kunſtverein. Ausſtellung Vier Maler. Der Beſuch
iſt lebhaft. Die großen Bilder Frhrn v. Geyers und Schelds,
die Landſchaften von Ehlers, die Porträts bekannter hieſiger Per=
ſönlichkeiten
von Hohmann intereſſieren allgemein. Der Ein=
trittspreis
iſt am morgigen Sonntag vormittag auf 50 Reichspf.
herabgeſetzt.
Autoliſten. Soeben iſt die Autoliſte Nr 73 erſchienen.
Dieſe verzeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von
Kraftfahrzeugen jeder Art in den 18 Kreiſen des
Volksſtaates Heſſen (Kennzeichen VS. VR. VO) für die
Zeit vom 1.15. Oktober 1931. Die Autoliſten enthalten
die Angaben in derſelben Reihenfolge wie die Hauptausgabe:
Name, Beruf. Wohnort des Kraftfahrzeugbeſitzers Type. Motor=
nummer
, Hubraum in ccm (und PS), Art des Fahrzeugs, Fabrik=
neue
Wagen ſind durch X kenntlich gemacht. Die Meldungen ſind
geordnet nach den drei Provinzen (VS. VR, VO) und Kreiſen,
und innerhalb dieſer nach Polizeierkennungsnummern. Abge=
meldete
Wagen werden beſonders geführt. Die Autoliſten ſind
eine wichtige Ergänzung des Auto=Adreßbuches (Adreßbuch
der Kraftfahrzeugbeſitzer im Volksſtaat Heſſen), Ausgabe 1929. und
unentbehrlich, weil ſie laufend neueſtes Adreſſen=
material
liefern. Sie erſcheinen alle 14 Tage, alſo monatlich
zwei Liſten. Die ſpäteſtens am 10. eines jeden Monats ausge=
gebene
Liſte enthält die Meldungen vom 16. bis 30. (31.) des vor=
aufgegangenen
Monats und die ſpäteſtens am 25. eines Monats
ausgegebene Liſte die Meldungen vom 1. bis 15. des gleichen Mo=
nats
. Wegen des Bezugspreiſes vgl. Anzeige! Anfragen
richte man an den zuſtändigen Verlag L. C. Wittich in Darmſtadt.

Palaſt=Lichtſpiele.
Wiederum ein gutes Programm ſtummer Filme. In Hel=
den
der Nacht ſtellt ſich Douglas Fairbanks jr. der
Sohn ſeines großen Vaters, vor. Zwar nicht in dem gleichen
Milieu des Vaters der mit ſeinen artiſtiſchen Fähigkeiten in all
ſeinen Filmen brilliert, aber mit guter Darſtellungskunſt auf
realiſtiſcher Grundlage. Trotz ſeiner Jugend ein reifes Talent!
Helden der Nacht, das ſind etwas unglücklich bezeichnet
die Bergleute, die Tag für Tag weit unter der Erde in hartem
Frohn ihr Leben aufs Spiel ſetzen, um dem Erinnern ſeine Schätze
abzuringen. Und die zu Helden werden, wenn ſchlagende Wetter
oder Feuersbrunſt im Schacht Kameraden in Gefahr bringen. Von
dieſem Hohelied der Kameradſchaft, der Aufopferung für andere,
ſpricht der Film, und daneben von einer zarten, aber ſtarken
Liebe!
Das Geheimnis des Schlafwagens hingegen iſt
eine ausgezeichnet geſpielte heitere Angelegenheit, in der ein
Gentleman=Einbrecher und berühmter Kriminalromandichter und
eine reiche Miß eine Rolle ſpielen, die ſich einmal loslöſt von ihren
Dollarmillionen, um als arme Malſtudentin etwas zu erleben.
Etwas, das natürlich nach allerlei dramatiſchen Zwiſchenfällen
74
zum Happy end führt. Sie kriegen ſich!

Das Union=Theater zeigt ab heute den ſeit langem mit
Spannung erwarteten großen hiſtoriſchen Tonfilm aus dem Leben
Friedrichs des Großen Das Flötenſpiel von Sansſouci. Otto
Gebühr, der geniale Verkörperer der Geſtalt des großen Königs,
ſpielt und ſpricht zum erſten Male auf der tönenden Leinwand.
Die Rollen der hiſtoriſchen Perſönlichkeiten ſind mit den erſten
Berliner Bühnendarſtellern beſetzt. Wir erinnern aus der großen
Zahl (etwa 84 erſter Darſteller) nur an Hans Rehmann. Renate
Müller, Walter Janſſen. Raoul Aslan, Friedrich Kayßler, Karl
Goetz, Theodor Loos, Hans Brauſewetter. Wladimir Sokoloff,
Friedrich Kühne. Alfred Beierle, Jacob Tiedtke, Karl Elzer, Fer=
didand
Hart, Martin Herzberg. Werner Schott und Hubert
von Meyerinck. Jugendliche haben Zutritt und zahlen nachmit=
tags
halbe Preiſe.
Helia. Im Rahmen einer der beliebten Film=Morgenfeiern
wird morgen Sonntag vormittag 11.15 Uhr im Helia=Theater der
Kultur=Großfilm Von den Alpen bis vor die Tore Roms ( Ita=
lien
I) zum erſten Male vorgeführt. Jugendliche haben Zutritt
und zahlen halbe Preiſe. Vorverkauf an der Helia=Kaſſe.

Arztlich zum Schufz gegen!
empfohlen GLIDDE!

Kunſtnokizen.

deber Werſe, Künſtler oder künſfleriſche Veranſtaltungen, deren im Nachſſehenden Erwäbnung
geſchlebt behält ſich die Redaltion ihr Urteil vor.

Eier= und Goldregen bei Sabrenno.

Ein öffentlicher Impftermin wird am nächſten Mittwoch,
den 28. d. M. in der Rundeturmſchule und in der Mornewegſchule
abgehalten. Näheres ſiehe heutige Bekanntmachung.

Verein ehemaliger Kaufmannsſchüler. Im Rahmen der
heute Abend 20,30 Uhr bei Fabian, Alexanderſtraße 23, ſtattfin=
denden
Monatsverſammlung hält Herr Geſchäftsführer Hugo
Weinberg einen Lichtbildervortrag über die Angeſtelltenver=
ſicherung
. Herr Weinberg iſt Vertrauensmann in der Angeſtellten=
verſicherung
und gilt als anerkannter Fachmann auf dieſem Gebiet.

Der Beſuch der Veranſtaltung kann daher nur empfohlen werden.
Ehemalige Schüler und Schülerinnen der Kaufmänniſchen Berufs=
ſchule
haben freien Zutritt.

Die Auszahlung der Militärverſorgungsgebührniſſe ſowie
der Invaliden= und Unfallrenten beim Poſtamt (Rheinſtr.) be=
ginnt
in den Wintermonaten (1. November bis 1. April) an den
Hauptzahltagen um 8 Uhr. Die Militärverſorgungsgebührniſſe
für November werden am Donnerstag, den 29. Oktober, ausge=
zahlt
. Die Invaliden= und Unfallrenten für November werden
bereits am Samstag, den 31. Oktober 1931, ausgezahlt.

Zu den Sonnkagsvorgängen in Pfungſtadk.

Schauen Sie bitte mich an, ganz ſcharf.. Alle hierher ſehen.
Ich habe hier einen Korb voll Eier. Füllen ſie ſich ihre Taſchen
damit. Geſagt, getan. Ein jeder bedient ſich mit Eiern und füllt
ſeine Säcke unter horrendem Lachen der Zuſchauer. Aber, was
machen Sie meine Herren, Sie haben alle Eier zerdrückt. Und
geſchwind wie der Wind leeren die Medien die Taſchen. Schrecken
und Abſcheu in den Zügen. Alle ſtreifen den ſchauerlichen Eier=
tätſch
von den Fingern, reinigen ſich die Hände, indem ſie ſie über
das vermeintliche Gras am Boden ſtreichen und mit dem Nastuch
abwiſchen, wo immer ſich das eklige Eigelb zeigt; wie toll. Nun
regnet es ſogar noch Eier vom blauen Himmel herunter. Flugs
ſchlagen alle den Kragen hoch. Einer erhebt den Stuhl und be=
deckt
ſich damit; ein anderer duckt ſich mit eingezogenem Kopf auf
den Boden, und ein dritter verkriecht ſich hinter den Vorhang.
Halt, halt, es regnet ja Goldſtücke, ſchauen Sie überall am Boden
liegen lauter Goldſtücke. Er rufts und mit Blitzesſchnelle greifen
die Glücklichen nach blinkendem Golde, füllen ſich alle Hände
und Taſchen und ſtrahlen vor Freude. Mit den Hüten und Mützen
fangen ſie die Münzen, haſchen am Boden danach und werfen ſich
ſelbſt und die Stühle wie in einer Seſſelſchlacht durcheinander.
Vorbei, bitte nehmen Sie Platz. Ja, vorbei iſts mit der
Halluzination, und die Medien ergreifen erſtaunt in die leeren
Taſchen. Sie begreifen die Wirklichkeit ſchwerlich Sabrenno hat
fortan leichtes Spiel; denn jetzt fängt er wirklich zu ſpielen an.
Die Herren da vorne reagieren auf jeden Befehl, auf den lei=
ſeſten
Wink
Sein Gaſtſpiel im Orpheum beginnt heute und
morgen, abends 8,15 Uhr, Preiſe von 80 Pfg. an. Karten im
Verkehrsbüro und bei Hugo de Waal, Rheinſtr. 14. (Siehe Anz.)

Zu der Meldung, die wir in unſerer Nr. 293 über die
tiſche Schlägerei in Pfungſtadt am letzten Sonntag gebracht
ten, erhalten wir vom Gauvorſtand des Reichsbanners Sch
Rot=Gold unter Bezugnahme auf § 11 des Preſſegeſetzes
ſtehende Berichtigung:
1. Es iſt nicht wahr, daß die Reichsbannerleute die Ang
waren.

Wahr iſt, daß die Nationalſozialiſten die Angreifer war
2. Es iſt nicht wahr, daß die Reichsbannerangehörigen ſich

dem ordentlichen Gericht der Sachverhalt einwandfrei oll
wird. An einer wirklich einwandfreien Klärung aber, u
einer rückſichtsloſen Beſtrafung der Schuldigen dürfte die gefurt
Oeffentlichkeit das lebhafteſte Intereſſe haben.

in Eberſtadt mit Steinen verſorgt haben.
Wahr iſt, daß die Reichsbannerangehörigen nicht mit
nen verſorgt waren.
3. Es iſt nicht wahr, daß der nationalſozialiſtiſche Zug mit
Steinen beworfen wurde.
Wahr iſt, daß das Reichsbannerauto von dem nationalſ
ſtiſchen Zug mit Steinen beworfen wurde.
4. Es iſt nicht wahr, daß die Nationalſozialiſten den Angriff
erwidert haben.
Wahr iſt, daß das Reichsbanner angegriffen wurde und
den Angriff erwiderte.
Wir bringen die in dieſer Berichtigung enthaltenen Bem
tungen zur Kenntnis unſerer Leſer, können jedoch nur u
holen, daß nach den uns von verſchiedenen Seiten zugeganl
Informationen ſich die Dinge doch etwas anders abgeſpielt
Im übrigen darf man ja annehmen, daß durch das Verfahreſikn

Straßenbericht

für die Woche vom 25. bis 31. Oktober.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.!
Hauptdurchgangsſtraßen in Heſſen:
Keine Sperren gemeldet.
Hauptſtraßen in Heſſen:
OrtenbergGedern (zwiſchen Lißberg und Hirzenhain) vom 27,
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Glashütten, Oberleis, Scht
hauſen, Lißberg oder Uſenborn Ortenberg.
BüchesBüdingen vom 13. Oktober bis auf weiteres geſperrt.
tung: Orleshauſen.
HungenInheiden vom 26.28. Oktober geſperrt. Umleitung:
Rodheim, Trais=Herloff oder Langsdorf, Bellersheim,
Horloff.
Sonſtige Straßen in Hefſen:

Heppenheim-Lorſch am Ueberweg 54 vom 26. Oktober bis 9. Noſſiceit der

geſperrt. Umleitung: Bensheim.
Rendel-Büdesheim (vom Abzweig nach Niederdorfelden) vom 10/
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Groß=Karben, Heldenber
Rodheim v. d. H.Petterweil vom 10. 8. bis auf weiteres geſpert
leitung: Holzhauſen v. d. H., Ober=Erlenbach oder Nieder=W
Okarben.
GlashüttenSteinberg vom 8. 10. bis auf weiteres geſperrt. Umſ
Glashütten, Hirzenhain.
Ortsdurchfahrt Kölzenhain (Kreis Schotten) vom 9. 10. bis auf punx der
geſperrt. Umleitung: Ulrichſtein, Bobenhauſen II.

Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt am So
vormittag um 11 und 11.30 Uhr und an allen Wochentage
11 und 11.30 Uhr vormittags und 3. und 3.30 Uhr nachru
Die Madonna des Bürgermeiſters Meyer von Baſel von
Holbein dem Jüngeren kann ſtets geſondert von den Führu, geh

beſichtigt werden.
Die ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt jede
zur Beſichtigung von 1012.30 Uhr und von 25.30 Uhr ge
Kunſtausſtellung. In Blumen und Kunſt. Wilhe
ſtraße 33, findet ab heute bis Ende des Monats eine Ausd
von Bildniſſen der bekannten Darmſtädter Porträtmalerin
Pfiſter=Kaufmann ſtatt. Neben delikaten Frauef
Mädchenköpfen wird vor allem das Bildnis des Sängers 4
intereſſieren, der bei Beines auf hieſiger Akademie ausg
wurde und zurzeit in Ulm engagiert iſt. Sämtlichen Bi9
eignet typiſche Erfaſſung der Weſenseigenſchaften der Da
ten, abgeſehen von der ſprechenden Aehnlichkeit.
Kurſus in Kunſtſchrift. Wir weiſen Intereſſenten a
demnächſt beginnenden Kurſus in Kunſtſchrift (Lackſchrifun
Meldungen umgehend an die Geſchäftsſtelle der Vereinigu
Einzelhandels von Darmſtadt und Umgebung e. V., Ludwit

ſturt
5 Mor
deier ?
Ptog
iern

Fernuf 716 erbeten. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Aus den Parkeien.

un 9e
late C
16. Am
ier, geb.
ſtiuf

Reichsparteitag der Volksrecht=Par
Darmſtadt. Am Sonntag, dem 25. Oktober, von 12 U
tags ab, findet im Fürſtenſaal zu Darmſtadt der Reichspo
der Volksrecht=Partei ſtatt. Der Reichsparteivorſitzende,
ſchulrat A. Bauſer, Landtagsabgeordneter zu Stuttgar/
das Hauptreferat über Die Stellung der Volksrecht=Pax/
politiſchen Lage und zu den politiſchen Tagesfragen halte:
tere Gegenſtände der Verhandlung ſind die Hauszinsſteru
und die Notverordnungspolitik. Zu den heſſiſchen Landto4
len hat die Volksrecht=Partei folgende Bewerber auf
1. Prof. Friedrich Axt zu Darmſtadt: 2. Jakob Porth, i. R. zu Offenbach a. M.: 3. Hermann Lorenz
beamter zu Gießen; 4. Maria Weſtphal, Kleinrentnei
Offenbach a. M.; 5. Ferdinand Lorenz Luft. Gemeindcl
Neu=Iſenburg; 6. Adolf Lindt. Juſtizrat zu Darmſtadt; 7
Ritter, Pfarrer i. R. zu Laubach in Oberheſſen; 8.
Kuch, Privatangeſtellter zu Darmſtadt: 9. Auguſt Haas.
zahlmeiſter a. D. zu Grünberg; 10. Richard Lerm. Kat
zu Offenbach a. M.
Wir machen nochmals auf die heute abend 8 Uhr imdsil
ſtenſaal ſtattfindende öffentliche Verſammlung der Woſt,
recht=Partei, des Sparer= und Rentnerbundes aufmict

Lokale Veranftalkungen.

Die hierunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchileßlich als
in keinem Falle irgendwie ale Beſchre

Amr amatgn
na oder Kritlk.

Hotel und Reſtaurant zur Poſt am Hau=
hof
veranſtaltet heute Samstag und morgen Sonntag die
ten und gern beſuchten Tanzabende. Auf den Mittwoch=Tarc
ſei beſonders hingewieſen. (Siehe heutige Anzeige.)
Zum Heſſiſchen Haus. Heute Schlachtfeſt miſ
zert. (Siehe heutige Anzeige.)
Brauerei Schul. Samstag und Sonntag Metszlee Sto
mit Konzert, ausgeführt vom Stadtorcheſter. (Siehe Anz Fſe
Vereinskalender.
Kriegerverein Darmſtadt. Sonntag. B
) M., vorm. 9.30 Uhr, Vereinsſchießen auf den Schießſtän )e
Neuen Schießhaus.
Kriegerkameradſchaft Haſſia, Bezirk
ſtadt. Der Herbſtbezirkstag des Haſſia=Bezirks Darmſtadt)
Sonntag, den 25. Oktober, nachm. 2.15 Uhr, im Gaſtha1
Sonne, in Arheilgen ſtatt. Die Kameraden der Krieger ?,
werden um zahlreiche Beteiligung höflichſt gebeten.
Verein der Pioniere und Verkehrstrul
Darmſtadt und Umgegend. Die Schützenabteiluns
ſchützen) ſchießt Sonntag, den 25. Oktober, ab 9.45 Uhr, 2
Ständen des Neuen Schießhauſes

Tageskalender für Samstag, den 24. Oktober 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus. 19.30 Uhr-
Ratten. Kleines Haus. 20 Uhr: Die Dubarrn
pheum, 20.15 Uhr: Gaſtſpiel, Sabrenno der Magi
Baſel. Konzerte: Zur Oper, Schloßkeller Spo)
Reſtaurant am Böllenfalltor, Herrngartenkaffee, Altet
keller, Café Ganßmann, Datterich, Zum Heſſiſchen Ha‟
Verein Hottonia, Freilandanlage. Nähe Botel
Garten: Tierphoto=Ausſtellung von Aenny Fahr 9
Ludwig=Georgs=Gymnaſiums 20.15 Uhr: 2

Das Geheimnis des Rechnens und der Menſchenweſenh
Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und

Lichtſpiele.

[ ][  ][ ]

Nummer 295

Samstag, den 24. Oktober 1931

eite 7

Feier des 31. Okkober in Heſſen.
EPH. Der 31 Oktober iſt im vergangenen Jahre erſtmalig in
i len Gemeinden Heſſens kirchlich begangen worden. In eini=
Gemeinden wurde ſogar beſchloſſen, ihn als bürgerlichen
ſertag mit durchgehender Sonntagsruhe und kirchlicher Feier
arn Sonntag zu begehen. Das Landeskirchenamt empfiehlt
miehr den anderen Gemeinden, in denen die Vorausſetzungen
hie gegeben ſind, ſich dieſem Vorgehen anzuſchließen, und be=
iur
, daß für dieſe Gemeinden künftig der 31. Oktober als
rmationsfeſt gelten ſoll, während der darauffolgende Sonn=
geinen
Charakter als gewöhnlicher Sonntag behält. Für die
dren Gemeinden bleibt es bei der ſeitherigen Beſtimmung, daß
feier am 31. Oktober zur Vorbereitung und Vertiefung des
garauffolgenden Sonntag zu feiernden Reformationsfeſtes die=
ſokl
. Erneut iſt die Frage aufgeworfen worden, ob den evan=
ſhen
Beamten für den 31. Oktober nicht dienſtfrei gegeben
en kann, ohne daß der Tag auf den Urlaub angerechnet wird.
i iſt darauf hingewieſen worden, daß ähnliches für die katho=
n
Beamten bezüglich des Fronleichnamstages und einiger an=
katholiſcher
Feiertage möglich iſt. Eine entſprechende Ein=
liegt
dem Miniſterium zur Entſcheidung vor Aber auch
das ſei darauf hingewieſen, daß evangeliſchen Beamten zur
gedigung ihrer religiöſen Bedürfniſſe, alſo etwa der Teil=
ie
am Gotesdienſt am 31. Oktober, freigegeben werden muß,
Aings unter Anrechnung auf die Urlaubszeit. Es iſt zu hof=
ſaß
davon reichlich Gebrauch gemacht wird, um für die vor=
nde
Eingabe den Nachweis der Bedürftigkeit zu erbringen.
Arheilgen, 23. Okt. Oeffentliche Gemeinderats=
ng
. Vor Eintritt in die Tagesordnung verlieſt der Bür=
witer
eine Einladung des Ortsgewerbevereins zu der am
mtag, den 24. Oktober, im Gaſthaus Zur Sonne ſtattfinden=
veierlichen
Ueberreichung der Geſellenbriefe. Des weiteren
Adem Gemeinderat ein Schreiben der Provinzialdirektion zur
ſunis gegeben, wonach es dem Gemeindeeinnehmer unter An=
gung
der perſönlichen Haftbarkeit unterſagt wird, Gemeinde=
zu
Zwecken der Erwerbsloſenfürſorge zu verwenden. Als=
folgt
ein Antrag von Nikolaus und Genoſſen, betr. die Be=
ng
der Gemeindebeamten, wonach der Gehalt derſelben, ein=
ſtlich
des Bürgermeiſters 4000 RM. nicht überſteigen ſolle.
Intrag wird zur weiteren Verhandlung der Finanzkommiſ=
berwieſen
. Zu Punkt 1 der Tagesordnung beſchäftigte ſich
ſemeinderat, wie ſchon in der letzten Sitzung, mit der Siche=
des
Gemeindehaushaltes und der Aufſtellung eines Nach=
woranſchlags
. Bei dieſem Punkt kam es zu erregten De=
m
, wobei beſonders hervorgehoben wurde, daß durch die
ſuniſtiſchen Phraſen den Erwerbsloſen weder Brot noch
verſchafft werden könne, ſondern nur durch die Opfer=
ſkeit
derjenigen, die ſelbſt auf den kümmerlichen Ertrag ihrer
he angewieſen ſind, über den kommenden Notwinter hinweg=
olen
werden kann. Nach eingehender Auseinanderſetzung, in
här Beigeordneter Spengler und die Gemeinderäte Nikolaus
geſpert eniz für, und die Gemeinderäte Klöß und Damm gegen die
Niedersch re der von der Gemeindeverwaltung vorgeſchlagenen Be=
ſeun
gsart ſprachen, wurde gegen vier Stimmen beſchloſſen,
kigerſteuer zu verdoppeln. Des weiteren wurde gegen eine
errt
ime die 10prozentige Getränkeſteuer auf Wein, weinhaltige
ſräke, Apfelwein und Waſſer angenommen. Von einer Er=
bis
auſpfuz der Bierſteuer glaubte der Gemeinderat abſehen zu müſ=

ſen, da dies nur zu Verbrauchseinſchränkungen führen würde und
keine Mehreinnahme brächte. Zu Punkt 2 wird beſchloſſen, die
Tagegelder von 7 RM. auf 5 RM. herabzuſetzen. Die Tagegelder
der Gemeindebeamten für auswärtige Dienſtgeſchäfte werden
analog den Sätzen für die Staatsbeamten feſtgelegt. Die gleichen
Sätze gelten auch für nichtbeamtete Gemeinderatsmitglieder und
Mitglieder der Kommiſſionen. Ihnen wird noch ein Zuſchlag für
Verdienſtausfall gewährt. Zum Schluſſe gibt der Bürgermeiſter
noch bekannt, daß der Wiegemeiſter an der Gemeindewaage auſ
10 Prozent ſeiner Bezüge verzichtet hat. Außerhalb der Tages=
ordnung
befürwortet der Gemeinderat noch die Erteilung der
Schankkonzeſſion in der Wirtſchaft Zum Darmſtädterhof. Ecke
Darmſtädter= und Dieburgerſtraße.
Griesheim, 23. Okt. Am Sonntag vormittag, um 10.30
Uhr, findet im Darmſtädter Hof die Ueberreichung der Geſellen=
briefe
der diesjährigen Frühjahrs= und Herbſtgeſellenprüfung
ſtatt. Hierzu hat der Prüfungsausſchuß den Orts= und Schulvor=
ſtand
. Eltern und Lehrlinge, ſowie Prüfungsmeiſter und Gehilfen,
Lehrherren und alle ſonſtigen Intereſſenten eingeladen. Die
hieſige Volksbank macht darauf aufmerkſam, daß die Zinſenrück=
ſtände
aus Hypotheken Aufwertungshypotheken, Darlehen und
Kaufſchillingen, ſowie Zahlungen auf fällige Darlehen, bis Ende
dieſes Monats zu bezahlen ſind. Bei Nichtzahlung wird ohne
weiteres das gerichtliche Mahnverfahren durchgeführt.
o Erzhauſen, 23. Okt. Am 18. d. M. hielt die hieſige Frei=
willige
Feuerwehr ihre Schlußübung zuſammen mit
der Pflichtfeuerwehr ab. Kreisfeuerwehrinſpektor Karpfinger, der
in Nieder=Ramſtadt eine Uebung abhielt, war vertreten durch
Herrn Herborn, Feuerwehrinſpektor in der Merckſchen Fabrik,
Darmſtadt. Die Uebung nahm einen zufriedenſtellenden Verlauf.
Nach Schluß der Uebung fand die alljährliche Generalverſamm=
lung
, verbunden mit Wahl. ſtatt. Die ſeitherigen Herren wurden
wieder in ihren Aemtern belaſſen; ein Zeichen der Anerkennung.
daß ſie ſich gut bewährt haben. Herr Adam Deuſer, der ſeit
den 90er Jahren Kommandant der Pflichtfeuerwehr war und bei
der Gründung der Freiw. Feuerwehr den Poſten als zweiter
Kommandant übernahm, wurde zum Ehrenkommandanten er=
nannt
. Herr Deuſer ſteht im 71. Lebensjahr und verſah ſeinen
Dienſt bis jetzt mit voller Rüſtigkeit und Energie.
O. Erzhauſen, 23. Okt. Gemeinderatsbericht. Wahl
von zwei Urkundsperſonen und Wahl eines Schriftführers gemäß
Art. 38 der Gemeindeordnung: es wurden gewählt: die Gemeinde=
räte
Leiſer und Haaß als Urkundsperſonen; Bender als Schrift=
führer
. Beſtimmung des Wahlvorſtehers zur Landtagswahl am
15. November 1931: als Wahlvorſteher Bürgermeiſter Lorenz, als
Schriftführer aus dem Gemeinderat: Lotz und Bender, als Bei=
ſitzer
: Leiſer, Schmitt, Gerbig und Döbling. Antrag der Turn=
und Sportgemeinde auf Erlaß von Billettſteuer für einen
Theaterabend, wurde zurückgeſtellt. Betr. den Verkauf von
Wohlfahrtsbriefmarken übernimmt die Gemeinde 100 Stück.
Mitteilung: Betr. Ernteſchäden im Notgebiet. Antrag durch
den Gemeinderat Becker zur Herſtellung des Weges nach Wix=
hauſen
: es ſoll eine Ausbeſſerung ſtattfinden und ſpäter eine Be=
Der richtige Weg zur Erlangung ſchöner weißer Zähne unter
gleichzeitiger Beſeitigung des häßlich gefärbten Zahnbelages iſt folgender:
Drücken Sie einen Strang Chlorodont=Zahnpaſte auf die trockene Chlorodont=
Zahnbürſte (Spezialbürſte mit gezahntem Borſtenſchnitt), bürſten Sie Ihr
Gebiß nun nach allen Seiten, auch von unten nach oben, tauchen Sie erſt
jetzt die Bürſte in Waſſer und ſpülen Sie mit Chlorodont=Mundwaſſer unter
Gurgeln gründlich nach. Der Erfolg wird Sie überraſchen! Der mißfarbene J
Zahnbelag iſt verſchwunden und ein herrliches Gefühl der Friſche bleibt zurück.
Laſſen Sie ſich keine billige Ware aufreden, denn für das Edelſte was Sie S
beſitzen, die Zähne, iſt das Beſte gerade gut genug.

ſichtigung erfolgen, um über die Inſtandſetzung nochmals zu be=
ſchließen
. Die Laubſtreu=Verſteigerung auf den Schneiſen wird
genehmigt.
Cp. Worfelden, 23. Okt. Todesſturz vom Kartoffel=
wagen
. Beim Heimfahren von Kartoffeln fiel der im Ruheſtand
lebende Eiſenbahner Philipp Engel 8. aus dem Unterdorf, ſo
unglücklich vom Wagen, daß er auf den Kopf fiel und an den
Folgen einer Gehirnerſchütterung ſtarb. Engel war 58 Jahre alt.
Gernsheim. 23. Okt. Waſſerſtand des Rheins am
22. Oktober: 0,41 Meter; am 23. Oktober: 0,44 Meter.

Gewinnauszug
1. Klaſſe 38. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten

Auf fede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar ſe einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II

2. Ziehungstag

22. Oktober 1931

In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M.
gezogen
4 Gewinne zu 10000 M. 296338 372544
2 GBewinne zu 5000 q. 293330
4 Gewinne zu 3000 a. 75913 354287
12 Gewinne zu 2000 q. 232217 276553 276927 328799 347811
394501
30 Gewinne zu 1000 M. 18195 20154 20210 27461 53242 96843
184482 273058 279988 324200 331431 335667 353322 363067 369681
38 Gewinne zu 800 M. 12006 50215 115718 135417 161430 23121
243619 246418 255119 284743 302237 332190 332426 333916 371977
380209 386770 393079 397851
60 Gewinne zu 600 M. 529 28507 33349 57277 77946 879
129277 130017 140344 160216 186165 201017 206762 222777 241868
242478 261989 267088 271273 273477 292397 335211 361991 393248
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M.
gezogen
4 Gewinne zu 5000 M. 74278 366966
2 Gewinne zu 3000 M. 291282
2 Gewinne zu 2000 M. 284833
22 Gewinne zu 1000 M. 24096 82954 93324 165340 170569 195723
243392 278248 289419 357398 371366
36 Gewinne zu 800 M. 7769 30105 50267 152588 177729 203463
203934 220715 222442 233005 242457 242605 258916 259940 264664
302008 345340 348128
46 Gewinne zu 500 M. 13374 34122 52614 55658 64959 122740
130603 153436 162209 172231 188530 189528 232753 253636 256776
261809 262345 262928 311181 327232 353263 371640 399662
Die Ziehung der 2. Klaſſe der 38. Preußiſch=Süddeutſchen
(264. Preußiſchen) Staats=Lotterie findet am 20. und 21. Novbr. 1931
ſtatt.
Hauptſchriſtleltung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feullleton, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Sireeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; =
Die Gegenwart Tagesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herbert Neite.
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſiadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten

Nachrichken des Skandesamts Darmſtadt.
beſtorbene. Am 7. September: Ludwig Krahn, Arbeiter,
aſel wſick ledig, Rabenauſtraße 31. Am 16. Oktober: Eliſabeth Marie
den müe geb. Bremer, Ehefrau des Landwirts, Arheilgen, hier,
ünurter Straße 64 Am 17. Oktober: Hans Joachim Schnell=
ſie
5 Mon., Groß=Bieberau, hier, Heinheimer Straße 21; Lud=
hofmann
, Fabrikant, 78 J.. Nikolaiweg 4. Am 12. Okto=
ſeter
Back, Rangiermeiſter, 54 J., Dornheimer Weg 36. Am
Ltoaber: Emma Hammel, geb. Gonßner, 81 J., Witwe des
ſudermeiſters, Schloßgartenſtraße 55 Johann Nikolaus Wet=
hr
Bierbrauer, 77 J.. Mauerſtraße 17: Johann Georg
furt. Meßgehilfe, 60 J., in Reichelsheim i. O., hier, Oſtbahn=
G5ermann Konrad Eberhard Leinberger, Oberſteuerinſpektor,
Ahaſtraße 5: Philippine Ernes Rothermel, Verkäuferin,
1144 J.. Karlsſtraße 6. Am 18. Oktober: Margarete Anna
geb. Blauert, 61 J.. Ehefrau des Maſchinenheizers in Eber=
ier
, Erbacher Straße 25: Helene Freye. Diakoniſſin, ledig,
eeweiſel, hier, Erbacher Straße 25. Am 19. Oktober: Karl
ſſenten hn Beck Lehrer 45 J., Waldſtraße 33; Marie Joſepha
Lackchrwiltte Eliſabeth Neuz. Klavierlehrerin, ledig. Mathilden=
nittze
26. Am 20. Oktober: Wilhelmine Thereſe Marie Antonie
ſcheder, geb. Külp. Witwe des Oberſtudienrats Prof. Dr., Ma=
Weſtraße 34. Am 21. Oktober: Karl Klaus Frommann, 8
ſtrae, Wienerſtraße 48. Am 20. Oktober: Dorothea Eliſabeth
tmnn 9 Tage. Taunusſtraße 39. Am 21. Oktober: Ernſt
ſta Ludwig Wilhelm Voltz, Dr. Direktor der Landesbibliothek
8 J., Roquetteweg 41: Wilhelm Lettermann. Studiendirek=
R., Dr.. Karlsſtraße 75: Friedrich Jakob Löhr, Reichsbahn=

ſeretär, Ploenniesſtraße 18.
21. Sonntag nach Trinitatis (25. Oktober).
Im Abendgottesdienſt.

Kirchliche Nachrichken.

Evangeliſche Gemeinden.
1Sidtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Einführung
rrers Müller durch den Dekan Zimmermann und Antritts=
gdesſelben
. Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm.
9e Stadtkirche iſt wochentags von 95 Uhr zu ſtiller Andacht
Sidtkapelle. Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer
Vorm. 10 Uhr; Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. Vorm.
ihr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Siloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottes=
mt
Vorm. 9.30 Uhr: Anmeldung und Beichte in der Sakriſtei.
rm10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abend=
Ils Studienrat Lic. Schorlemmer.
Rtshandlungen an Auswärtigen: Bis 31. Oktober: Dekan
maumann: vom 1. November ab: Pfarrer Heß.
Gneindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, den 25. Oktober,
ned8 Uhr: Begrüßungsabend der Lukasgemeinde für Pfarrer
ume Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (gemeinſamer
hiem Montag, den 26. Oktober, abends 8 Uhr: Jugendbund
agsgemeinde. Dienstag, den 27. Oktober, abends 8 Uhr:
Fahegeſangverein der Stadtkirche. Jugendvereinigung der
aiademeinde. Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde
ImRe Abteilung) Mittwoch, den 28. Oktober, nachm. 4 Uhr:
inſhear der Stadtgemeinde. Abends 8 Uhr: Kirchengeſangver=
+ Stadtkapelle und Schloßkirche. Jugendbund der Markus=
miwe
Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere
ſtelung) Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr; Fami=
nmid
der Reformationsgemeinde. Jugendbünde der Lukas=
aum
= und Schloßgemeinde. Freitag, den 30. Oktober, abends
AhMnMütterabend der Stadtgemeinde. Jugendbund der Kapla=
igeeninde
.
Infärmandenſaal im Schloß. Dienstag, den 27. Oktober,
enE8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. Mitt=
dam
en 28 und Samstag, den 31. Oktober, nachm. 24 Uhr
isubeitsſchule der Stadtgemeinde. Donnerstag, den 29
, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
stag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung
drgemeinde, Poſaunenchor.
Akonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger
zuiſtra ſt21 Fernſprecher 2883
A Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr 17. Vorder=
el
Treppe. Sprechſtunden vorm. von 1012 Uhr und nachm.
uEASamstags) von 56 Uhr Fernſprecher 4584.
Art inskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt, zugleich
Ahrſſeſt der Stadtmiſſion. Pfarrer Köhler. Vorm 11 Uhr
anoctesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer Dr.
Ermn. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Bergér.
dersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Dr. Bergér.
Dr insgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Montag,
442ktober, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Vortragsabend
* meindevereine. Pfarrer Dr. Bergér ſpricht über Natur
inas ſo t? Dienstag, den 27. Oktober, abends 8 Uhr, im
Namſisſtift; Kirchenchor; im Gemeindehaus: Jugendvereinigung.
noch, den 28. Oktober, nachm. 2 Uhr, im Gemeindehaus:
n iche its= und Strickſchule Donnerstag, den 29. Oktober
EEA2 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenvereinigung (Oſt); im

Gemeindehaus: Mädchenvereinigung (Weſt); Mauerſtraße 5: Po=
ſaunenchor
Freitag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr im Mar=
tinsſtift
: Mütterabend (Oſt); im Gemeindehaus: Mütterabend
(Weſt); Jugendvereinigung (ältere Abteilung).
Johanneskirche. Vorm 10 Uhr; Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Marx. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7.305 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet.
Veranſtaltungen: Montag, den 26. Oktober, abends
8 Uhr: Kirchenchor und Mütterabend. Mittwoch, den 28. Okto=
ber
, abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer Marx.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vor=
mittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Beringer. Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt Pfarrer Beringer.
Veranſtaltungen: Donnerstag, den 29. Oktober, abends
8 Uhr: Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. Pfarrer Weiß. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottes=
dienſt
für beide Bezirke Pfarrer Weiß.
Veranſtaltungen: Sonntag, den 25. Oktober, abends
8.15 Uhr: Jugendvereinigung. Montag, den 26. Oktober, abends
8.15 Uhr: Mädchenvereinigung (Jüngerenkreis). Dienstag, den
27. Oktober, abends 8.15 Uhr: Poſaunenchor. Mittwoch, den
28. Oktober, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde für die Jugendgemeinde.
Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr: Poſaunenchor
Abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung (Aelterenkreis) Frei=
tag
, den 30. Oktober, abends 8 Uhr: Mädchenchor. Abends 8.15
Uhr: Kirchenchor. Samstag, den 31. Oktober, abends 7.30 Uhr:
Singekreis.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Rückert. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Samstag, den 31. Oktober, vorm. 9 Uhr: Reformationsgottes=
dienſt
. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag, den 25. Oktober, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung. Montag, den 26. Oktober, nachm.
5.30 Uhr: Sitzung für die Winterhilfe. Abends 8 Uhr: Jugend=
bund
. Dienstag, den 27. Oktober, abends 8 Uhr: Kirchenchor.
Donnerstag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr: Mütterabend.
Samstag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Waldeck. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Evangeliſcher
Sonntagsverein: Nachm. 47 Uhr: Vereinsſtunden. Donners=
tag
, den 29. Oktober abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag: Jahresfeſt.
Vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Vorm. 10 Uhr: Feſtgottesdienſt in
der Martinskirche. Herr Pfarrer Köhler Vorm. 11 Uhr: Kinder=
gottesdienſt
. Nachm. 3 Uhr: Feſtverſammlung in der Stadtmiſſion.
Anſprache: Herr Pfarrer Köhler u. a. Muſikaliſche und deklama=
toriſche
Darbietungen. Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeits=
ſtunde
. Abends 8.30 Uhr: Männerbibelſtunde. Herr Bringmann.
Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde Abends 8.30 Uhr:
Blaukreuz=Bibelſtunde. Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter
Chor. Donnerstag. abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bring=
mann
. Thema: Geiſtesfrühling in der erſten Gemeinde‟ Frei=
tag
, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger
Straße 80. Prediger Neuber. Samstag, abends 8.15 Uhr:
Poſaunenchor.
Jugendbund für E C (Mühlſtraße 24). Sonntag: Beteili=
gung
an dem Jahresfeſt der Stadtmiſſion. Abends 8.30 Uhr;
Weißkreuzſtunde für junge Mädchen. Spielkreis für junge Män=
ner
. Dienstag, abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für junge
Mädchen: Lebensbild von Georg Müller. Mittwoch, nachm.
3 Uhr: Kinderbund für Mädchen. Nachm. 5 Uhr: Kinderbund für
Knaben. Abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für junge Männer:
Vortrag von Herrn Bringmann über das Lebensbild von Muſſo=
lini
. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Män=
ner
.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnen=
heim
. Sandſtraße 24 Jeden Donnerstag, abends 8.1510 Uhr:
Zuſammenkunft Jeden zweiten und vierten Mittwoch, abends
8.3010 Uhr: Nähen und Zuſchneiden. Donnerstag, den 29.
Oktober: Kaſperle=Abend. Donnerstag, 29 Oktober: Berufsver=
einigung
der evang. Hausangeſtellten (B.E.H.), abends 8.30 Uhr,
im Freundinnenheim: Die wirtſchaftliche Notlage und wir Haus=
angeſtellte‟

Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22
Infanterie=Kaſerne, Hof links). Sonntag, abends 8.30 Uhr: Lite=
rariſcher
Abend Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungvolkſtunde.
Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde mit Herrn E. Enders
Donnerstag: Heimabend. Freitag; Turnen in der Ludwigs=
Oberrealſchule. Jungſchar: Mittwoch und Samstag, nachm.
4.306.30 Uhr: Singen, Spielen. Geſchichte und Andacht.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt. Alexander=
ſtraße
22 Samstag, den 24. Oktober, nachm. 4.30 Uhr: Pflicht=
verſammlung
für alle Kreiſe. Die Wochenveranſtaltungen wer=
den
dort bekanntgegeben.
Altkatholiſcher Gottesdienſt. Sonntag, den 25. Oktober, nach=
mittags
4 Uhr, in der Stadtkapelle: Gedächtnisgottesdienſt für alle
im Dienſte des Vaterlandes Geſtorbenen mit Gedächtnisrede über
das Fortleben nach dem Tode. Pfarrer Dr. Weeber=Offenbach.
Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für Ton=
kunſt
. Eliſabethenſtraße). Sonntag, den 25. Oktober, vormittags
9.30 Uhr: Kinder=Sonntagshandlung. Vorm. 10 Uhr: Menſchen=

weihehandlung mit Predigt. Im Raum Alexander=
ſtraße
22: Menſchenweihehandlung: Mittwoch, den 28. Okto=
ber
, 7.45 Uhr. und Donnerstag, den 29. Oktober, 10.30 Uhr. Mitt=
woch
, 28. Oktober, 20.15 Uhr: Liturgiſche Leſung aus den Paulus=
briefen
. Lic Dr. Fr. Rittelmeyer hält öffentliche
Vorträge: Donnerstag, 29. Okt., 20.15 Uhr, Logengebaude ( Sand=
ſtraße
10): Mitteleuropa zwiſchen Oſt und Weſt, Freitag, den
30. Oktober, 20.15 Uhr, Akademie für Tonkunſt: Thema über das
Johannes=Evangelium. 31. Oktober1. November in Frank=
furt
a. M.: Gemeinſchaftszeit (Leitung Dr. Rittelmeyer).
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 26. Oktober, abends
8 Uhr, im Feierabend (Stiftſtraße 51): Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, vorm. 10
Uhr: Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule: abends 8 Uhr: Vortrag;
Die Entſtehung der Evangeliſchen Gemeinſchaft in Amerika,
Montag, abends 8.15 Uhr: Jugendverein. Dienstag, nachm.
4 Uhr: Frauenmiſſionsverein; abends 8.15 Uhr: Singſtunde
Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Katechetiſcher Unterricht; 4 Uhr: Kinder=
bund
. Donnerstag, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Methodiſten=Gemeinde (Evang, Freikirche, Wendelſtadtſtr. 38).
Sonntag, den 25. Oktober, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule Abends
8 Uhr: Predigt. Prediger E. Bültge Mittwoch, den 28 Okto=
ber
, abends 8 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde Prediger E Bültge,
Freitag, den 30. Oktober, abends 8 Uhr: Frauen=Miſſions=
Verein.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Bantiſten), Mauer=
ſtraße
17. Sonntag, den 25. Oktober, vorm 10 Uhr: Predigt.
Vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3.30 Uhr: Sonntagsſchul=
feſt
. Mittwoch, den 28. Oktober, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Freitag, den 30. Oktober, abends 8.30 Uhr: Gebetsverſamm=
lung
. (Prediger M Hähnel.)
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtr. 40). Sonntag,
den 25. Oktober vorm. 9.30 Uhr: Andacht. Prediger Kruſt. Vor=
mittags
11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3.30 Uhr: Erntedank=
feſt
mit Deklamatorium: Ungewiſſer Reichtum. Dienstag, abds.
8.15 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Kruſt.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, den 25.
Oktober, vorm. 11.15 Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 4.30 Uhr: Ver=
kündigung
des Wortes Gottes. Mittwoch den 28. Okt., abends
8.15 Uhr: Gebetsſtunde. Freitag, den 30. Okt., abends 8.15 Uhr:
Bibelſtunde.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science
Society) in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3.
Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und
dritten Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am 25.
Oktober: Die Probezeit nach dem Tode. Predigt: 1. Petrus 5, 6.
Advent=Gemeinde (Waldſtraße 18) Sonntag, 20 Uhr: Licht=
bildervortrag
: Was hat Jeſus uns als Prophet zu ſagen?
Mittwoch. 14.30 Uhr: Religions= und Erſatzunterricht 20 Uhr:
Bibelſtunde: Das Heiligtum in ſeiner neuteſtamentlichen Be=
deutung
Donnerstag: Näh= und Baſtelabend. Freitag, 20
Uhr: Gebetsſtunde. Samstag, 8.30 Uhr: Lehr=Verſammlung;
9.30 Uhr: Sabbatſchule; 10.30 Uhr: Predigt: 1517 Uhr: Jugend=
verſammlung
: 20 Uhr: Singſtunde.
Auswärtige Gemeinden.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 25. Okto=
ber
: Erntedankfeſt. Vorm 10 Uhr: Feſtgottesdienſt. Mit=
wirkung
des Kirchenchors Kollekte für eine bedürftige heſſiſche
Gemeinde. Dienstag: Jugendvereinigung. Mittwoch; Kir=
chenchor
. Donnerstag: Frauenverein. Freitag, abends 8 Uhr,
im evang. Vereinshaus: Vortrag des Herrn Predigers Bring=
mann
=Darmſtadt über Ehefragen und Ehenöte‟. Alle Verhei=
rateten
Nieder=Ramſtadts ſind eingeladen. Eintritt frei.
Samstag, vorm. 9 Uhr, in der Kirche: Jugendgottesdienſt der
evang. Schüler zur Feier des Reformationstags. Auch die er=
wachſenen
Gemeindeglieder ſind eingeladen.
Evang. Gemeinde Ober=Ramſtadt. Sonntag, den 25. Oktober;
Erntedankfeſt. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Kollekte Mit=
wirkung
des Kirchenchors. Anſchließend Beichte und hl. Abend=
mahl
. Montag, 6 Uhr: Bubenjungſchar; 8.30 Uhr: Jugend=
verein
. Dienstag, 67 Uhr: Bücherausgabe: 8.30 Uhr: Bibel=
ſtunde
. Mittwoch, 5 Uhr: Mädchenjungſchar: 8.30 Uhr: Kirchen=
chor
. Donnerstag, 6 Uhr: Bubenjungſchae: 8.30 Uhr: Poſaunen=
chor
. Helferbeſprechung im Pfarrhaus. Freitag: Mädchenver=
ein
. Samstag: Jugendverein
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 25. Oktober: Ernte=
dankfeſt
. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Vorm 11 Uhr: Kin=
dergottesdienſt
der Großen. 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Klei=
nen
. 20 Uhr: Abendmahlsfeier. Montag: Mädchengruppe.
Mittwoch: Jungvolk. Donnerstag: Frauenabend. Samstag,
9 Uhr: Jugendgottesdienſt zur Reformationsfeier.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, den 25. Oktober, vor=
mittags
10 Uhr: Hauvtgottesdienſt. Eröffnung des Konfirman=
denunterrichts
. Kollekte für die evang. Erziehungsbeihilfe. Vor=
mittags
11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 1.30 Uhr: Jungſchar
(Buben). Abends 8 Uhr: Bibelſtunde (5 Gebot) Montag:
Frauenverein Dienstag, 5 Uhr: Jungſchar Mädchen (ältere
Abteilung); 8 Uhr: Kirchengeſangverein. Mittwoch. 3 Uhr:
Jungſchar Mädchen (jüngere Abteilung); 8 Uhr: Mädchenverein
(jüngere Abteilung). Jugendbund Warthurg. Donnerstag:
Poſaunenchor. Freitag: Mädchenverein (ältere Abteilung).

[ ][  ][ ]

Seite 8

Samstag, den 24. Oktober 1931

Nummer 29

Auch im Lande der anken polikiſchen Sifken gibk es Saalſchlachken.

Napoleon nimmt in Berlin die Parade der Garden ab.
(Nach einer zeitgenöſſiſchen Darſtellung.)
Vor 125 Jahren, am 24. Oktober 1806, rückten die Truppen Napoleons in Potsdam und kurze Zeit
darauf in der preußiſchen Hauptſtadt ein. Mehr als 6 Jahre lang mußte Berlin die franzöſiſche
Fremdherrſchaft erdulden, bis die Nation ſich zu dem Befreiungskampf zuſammenfand.

Trümmerfeld in einem Verſammlungslokal in Birmingham
nach einer Wahlrede Sir Oswald Mosleys (X).
In England, deſſen politiſche Sitten bisher als vorbildlich galten, wird der Wahlkampf mit
noch nie gekannten Schärfe geführt. Bei einer Propagandaverſammlung der Neuen Parteil
ehemaligen Arbeiterabgeordneten Sir Oswald Mosley in Birmingham kam es zu einer m
Saalſchlacht, bei der die ganze Einrichtung zertrümmert wurde. Mosley, der Führer der eng
Nationalſozialiſten, mußte das Gebäude unter Polizeideckung verlaſſen.

Ein Griff gleich 400 Mark.

Frankfurt a. M. Eine Zimmervermieterin
wurde vorgeſtern durch einen unbekannten Täter
um eine für ſie ſehr erhebliche Summe geſchädigt.
Auf ein Inſerat in einer Zeitung, daß ein Zim=
mer
zu vermieten ſei, kam ein etwa 50jähriger
Mann und wollte das Zimmer beſichtigen. Wäh=
rend
der Beſprechung mußte die Frau für einen
Augenblick das Zimmer verlaſſen. Dieſe Ge=
legenheit
nutzte der Gauner aus, um in eine in
dem Zimmer liegende Handtaſche einen Griff zu
tun und 400 RM. einzuſtecken. Dann verab=
ſchiedete
er ſich mit dem Bemerken, daß er ſich
die Sache noch einmal überlegen wolle, und ver=
ſchwand
unerkannt.

Dei Labchei Progep.

Vernehmung der Laborankin Schüße.

Glimpflich verlaufener Flugzeugunfall.

Deſſau. Ein Flugzeugunfall, der aber
glücklicherweiſe keine Verluſte von Menſchen=
leben
zur Folge hatte, ereignete ſich geſtern
gegen 16.30 Uhr in der Nähe des Junkersflug=
platzes
. Ein mit acht Perſonen beſetztes Junkers=
Flugzeug vom Typ F. 24, das zu einem Werk=
ſtattflug
aufgeſtiegen war, riß beim Landungs=
verſuch
einen Schornſtein eines Hauſes ab und
ſtürzte dann in einen Kiefernwald. Mehrere
ſtarke Kiefernſtämme wurde glatt abraſiert oder
umgebogen. Während die Tragflächen der Ma=
ſchine
ſtark beſchädigt wurden und zum Teil in
Trümmer gingen, blieben die Führerkabine des
Flugzeuges und ſein Rumpf unverſehrt, ſo daß
der Pilot und die Mitfahrer ohne Verletzungen
davonkamen.

Der Polizeibeamte als Erfinder.
Nürnberg. Dem Nürnberger Polizei=
hauptwachtmeiſter
Hermann Winkler iſt es nach
einjährigen Verſuchen gelungen, eine Vorrich=
tung
zu erfinden, durch die bei Autozuſammen=
ſtößen
die zuletzt gefahrene Geſchwindigkeit und
der zuletzt geſchaltete Gang am Tachometer an=
gezeigt
wird. Die Vorrichtung iſt durch plom=
bierten
Verſchluß gegen Eingriffe geſchützt. Sie
wurde bereits patentiert.

Großfeuer in Eſchweiler.
Eſchweiler. In den mit Stroh und Frucht
gefüllten Scheunen des Landwirtes Tehlen, die
inmitten der Stadt in einem engen Häuſerblock
gelegen ſind, brach vorgeſtern abend Feuer aus,
das ſehr raſch um ſich griff und eine Scheune
völlig in Aſche legte. Die Freiwillige Feuerwehr
konnte erſt nach einſtündiger angeſtrengter
Tätigkeit das Feuer auf ſeinen Herd beſchränken.
Durch das Großfeuer wurde auch der dicht an
der Brandſtelle gelegene Konzertſaal des Hotels
Wantzen gefährdet. Der Saal, in dem gerade ein
Konzert ſtattfand, war mit etwa 600 Menſchen
beſetzt. Das Konzert mußte plötzlich abgebrochen
werden, da durch die Wandfugen und die Fenſter
bereits dichte Rauchwolken eindrangen. Glück=
licherweiſe
konnte eine Panik vermieden wer=
den
. Die Beſucher verließen ſchnellſtens, aber
geordnet den Saal und gelangten unverſehrt ins
Freie.

Geheimnisvoller Selbſtmord eines Erfinders.

Hamburg. Der geheimnisvolle Selbſtmord
eines Erfinders hat hier einiges Aufſehen er=
regt
. Vor etwa drei Jahren mietete ein gewiſſer
D., der erklätte, aus Afrika zu kommen und an
einer Erfindung zu arbeiten, in der Wandsbecker
Chauſſee in der Nähe einer Drogerie einige
Kellerräune, wo er wiſſenſchaftliche Studien an=
ſtellte
und ſich in der Hauptſache der Farben=
photographie
widmete. Allem Anſchein nach ver=
fügte
er über größere Alittel, da er ſein Labo=
ratorium
auf das Modernſte einrichtete. Vor
kurzem erkkärte er in der benachbarten Drogerie,
daß ihm ſeine Erfindung nunmehr gegiückt ſei,
ohne jedoch näheres darüber zu ſagen. Vielmehr
vermied er ängſtlich, daß jemand die Kellerräume
betr.it. Jetzt iſt er plötzlich vergiftet aufgefunden
worden. Wie die Unterſuchung ergab, hat er
Selbſtmord begangen. Vorher hatte der Er=
finder
, doch ſein Laboralcriom mit allen wert=
vollen
Inſtrumenten und Materialien vollkom=
men
vernichtet. Man nimmt an, daß ſeine an=
gebliche
Erfindung ein Irrtum war, und daß er
aus Gram darüber Selbſtmord beging.

Lübeck. In der geſtrigen Verhandlung des
Tuberkuloſe=Prozeſſes beſchäftigte ſich das Gericht
erneut mit der Frage, ob nicht doch vielleicht eine
Verwechſlungsmöglichkeit im Laboratorium des
Lübecker Krankenhauſes beſtanden haben kann.
Die Schweſter Anna Schütze wird befragt, auf
welche Art eine Verwechſlung überhaupt hätte
vorkommen können. Die Angeklagte betonte noch=
mals
, daß ſie nicht an die Möglichkeit irgend=
einer
Verwechſlung glaube. Sie habe die Ab=
impfungen
von BCG.=Kulturen ſtets im kleinen
Laboratorium gemacht, in dem ſich keine huma=
nen
Bazillen befanden. Von den flüſſigen Nähr=
böden
, auf denen ſich die BCG.=Kulturen be=
fanden
, ſeien die Abimpfungen ſtets getrennt er=
folgt
von den Abimpfungen der feſten Böden,
auf denen die humanen Bazillen gezogen worden
ſeien.
Im Verlauf der Verhandlung erklärt
Schweſter Schütze, es ſei ausgeſchloſſen, daß bei
der Herſtellung der Emulſion eine Verwechſlung
ſtattgefunden habe. Man ſprach dann über die
Etikettierung der einzelnen Kulturen. Dieſe
Frage iſt weſentlich, da man eine nicht etiket=
tierte
Kultur humaner Bazillen im Eisſchrank
fand. Die Schweſter betont, ſie habe ſämtliche
Kulturen mit einem Etikett verſehen; es ſei
aber vorgekommen, daß infolge der Wärme im
Brütſchrank oder der Kälte im Eisſchrank ſich
einzelne Zettel löſten, die ſie dann wieder an=
geklebt
habe. Die Schweſter hatte im Unter=
ſuchungsausſchuß
erklärt, der Schlüſſel zum Brut=
ſchrank
im großen Laboratorium habe an einer
beſtimmten Stelle gelegen, während ſie in der
Verhandlung ſagte, ſie habe den Schlüſſel ſtets
bei ſich getragen. Heute erklärte ſie, dieſe Aeuße=
rung
nicht getan zu haben. Die Nebenkläger
ſtellten daraufhin einen Beweisantrag, daß dieſe
Aeußerung tatſächlich im Unterſuchungsausſchuß
gefallen ſei, wonach jeder an den Brutſchrank
hätte herankommen können. Im weiteren Ver=
lauf
der Verhandlungen wurde Rechtsanwalt

Dr. Frey plötzlich abgerufen. Wie man nachträg=
lich
erfuhr, hatte er ſich mit dem Paſteur=Inſtitut
in Verbindung geſetzt und ſprach mit Profeſſor
Guérin. Dieſer gab eine Erklärung ab, in der es
heißt, dem Paſteur=Inſtitut ſei nichts
von einer durch BCG.=Fütterung in
Bulgarien verurſachten Kataſtrophe be=
kannt
. Das Inſtitut lehne es ab, irgendeine
Aeußerung zu dem Tuberkuloſe=Prozeß und vor
einem deutſchen Gericht abzugeben; denn das
Paſteur=Inſtitut halte ein Gericht nicht für die
zuſtändige Inſtanz, um vom wiſſenſchaftlichen
Standpunkt aus eine Entſcheidung über BCG.
zu treffen.
In der Nachmittags=Sitzung des Calmette=
Prozeſſes ſtellten die Anwälte der Nebenkläger
verſchiedene Fragen an die Angeklagte Anna
Schütze. Dieſe Fragen bezogen ſich u. a. auf die
humane Kultur, die man im Eisſchrank fand und
die nicht mit einem Etikett verſehen war.
Es kam dann der Vorfall zur Sprache, daß
im Laboratorium drei Tage lang drei verſchie=
dene
Tuberkuloſe=Kulturen auf einem Tiſch ge=
ſtanden
haben, daß man ſie alſo nicht wegräumte
und einſchloß. Es handelt ſich dabei, wie die
Schweſter Schütze erklärt, um eine Kultur hu=
maner
Bazillen, eine Kultur BVG. und eine
Kultur Friedmann. Dieſe drei ſind im ärztlichen
Verein von Profeſſor Deycke zu Demonſtrations=
zwecken
benutzt worden. Er habe die Anweiſung
gegeben, die Kulturen ſofort nach der Verſamm=
lung
zu vernichten. In der Verſammlung ſei
ſie von Dr. Jannerſch gebeten worden, die Kul=
turen
aufzubewahren, da er noch einmal ins
Krankenhaus kommen wollte, um etwas nachzu=
prüfen
. Sie habe deshalb die Kulturen auf einem
Tiſch im Laboratorium geſtellt und habe ſie
ſchließlich, als Dr. Jannerſch nach drei Tagen
nicht gekommen war, vernichtet. Die Frage des
Oberſtaatsanwaltes, ob ſie überzeugt geweſen ſei,
daß die Kulturen nicht geöffnet worden waren,
beantwortete die Schweſter mit ja Sie habe
vor der Vernichtung den Verſchluß öffnen
müſſen.

Ankonnglück in Wien.

Mehrere Miniſter verletzt. Eine Perſon
lebensgefährlich verletzt.

Wien. Um 0.45 Uhr nachts ereignete ſich in
Wien ein ſchwerer Zuſammenſtoß zwiſchen einem
Auto und einer Autotaxe. Beide Wagen wurden
zertrümmert und umgeworfen. In dem Privat=
auto
befanden ſich der Ackerbauminiſter Dr. Dol=
fuß
, der Präſident des Rekonſtruktionsausſchuſſes
der Kreditanſtalt, Miniſter a. D. Dr. Gürtler,
und der geweſene Staatsſekretär Abgeordneter
Stöckler. Die drei Politiker wurden in dem um=
geſtürzten
Auto auf die Straße geſchleudert.
Miniſter Dolfuß erlitt durch die Glasſplitter des
zertrümmerten Auto, ſchwere Verletzungen im
Geſicht und an den Händen. Er wurde ebenſo
wie der Abgeordnete Stöckler mit ſtark bluten=
den
Wunden ins Spital gebracht. Präſident
Gürtler kam mit leichteren Verletzungen davon.
Der Chauffeur der Autotaxe wurde ſchwer, eine
weibliche Inſaſſin dieſes Wagens, deren Namen
noch nicht feſtgeſtellt werden konnte, lebensge=
fährlich
verletzt.

Fluchk von der Teufelsinſel.

Port of Spain. Völlig erſchöpft, aus=
gehungert
, die Haut von der Tropenſonne zer=
freſſen
, ſtrandeten an der Nordküſte der Inſel
Trinidad in einem kleinen Boot neun Sträflinge,
die aus der franzöſiſchen Strafkolonie auf der
Teufelsinſel entflohen ſind. Sie legten rund 600
Meilen über ein von Haifiſchen wimmelndes
Meer mit verzweifelter Kraftanſtrengung zurück,
ſtändig den Tod vor Augen, aber voll Hoffnung,
wieder in menſchenwürdiges Land zu kommen.
Bei ihrer Strandung wurden ſie verhaftet. Unter
Tränen baten ſie, lieber erſchoſſen als nochmals
ins Gefängnis geworfen zu werden.

Zuchthausurteil im Dillinger Sprengſtoffprozeß.

Aus Unvorſichtigkeit den Freund erſchoſſen.
Kaſſel. Aus Unvorſichtigkeit erſchoß der
18jährige Forſtgehilfe Walter Rudolph aus
Homburg ſeinen Freund, den 17jährigen Forſt=
gehilfen
Wilhelm Klapproth, aus Geismar. Als
nach einer gemeinſamen Frühſtückspauſe die bei=
den
Freunde ihren Waldgang fortſetzen wollten,
löſte ſich plötzlich aus der Büchſe des Rudolph ein
Schuß, der Klapproth in die Schläfe traf.

Zugunglück in Metz.
Ein Toter, mehrere Verletzte.

Paris, wie aus Metz gemeldet wird, iſt
dort am Donnerstag vormittag ein Perſonenzug
mit einem Güterzug zuſammengeſtoßen, wobei
eine Perſon getötet und mehrere verletzt wurden.

Saarbrücken. Das Saarbrücker Schwur=
gericht
verurteilte vorgeſtern wegen Vergehens
gegen das Sprengſtoffgeſetz und ſchweren Ein=
bruchs
den Angeklagten Bleimann zu ſieben
Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürger=
lichen
Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jah=
ren
, den Angeklagten Schmitt zu drei Jahren
Gefängnis und den Angeklagten Zimmer zu vier
Jahren Gefängnis. Der Angeklagte Viotte wurde
freigeſprochen. Die Verurteilten hatten Mitte
Auguſt d. J. in das Haus des Verwaltungs=
ſekretärs
Petry in Dillingen eine Bombe gewor=
fen
, die erheblichen Sachſchaden anrichtete, aber
niemand verletzte.

Bombenexploſion in Barcelona.
Barcelona. In der Nähe einer alten
Kirche auf dem ſogenannten Königsplatz explo=
dierte
vorgeſtern nachmittag eine Bombe. Es
wurde nur Sachſchaden angerichtet. Man glaubt,
daß die Täter, nach denen die Polizei forſcht,
lediglich Panik zu verbreiten beabſichtigten.

Der Hilberpokal.

Berlin. Rechtsanwalt Julius MeMſ=,
überreicht bei Beginn der Freitag=Verhan
den Silberpokal, von dem Leo Sklarek
Donnerstag=Verhandlung behauptet, hatte
auf ihm die wahrhaft Schuldigen eingr
ſeien. Unter den Namen iſt auch Brolat,
germeiſter Schneider und Degener verzei,
Leo Sklarek ſtellt dazu feſt, daß die Stad
direktoren Hoffmann und Schmitt einen
deren Pokal geſchenkt hätten. Das Gericht M
dann auf die Liquidation der KVG. zu ſpR=
1924 ſchon ſollen Vorbeſprechungen auf Bet
der Sklareks geführt worden ſein. Es ſoll
ein ſchriftlicher Vorvertrag abgeſchloſſen mi
ſein. Willy Sklarek und Bürgermeiſter Kok/l
nen ſich daran nicht mehr erinnern unſ
haupten, daß ihre damalige Ausſagen von
Unterſuchungsrichter unter Zwang erfolgt
Im weiteren Verlauf der geſtrigen Ve=
lungen
im Sklarek=Prozeß ſtanden die Zeſt
der angeblichen Sklarekſchen Forderungen
Stadtbank weiter im Mittelpunkt der Erör
gen. Leo und Willy Sklarek verſuchten, die

und die Verantwortung für dieſe Vorgäng=
der
auf Max Sklarek abzuſchieben. Dann mu
man ſich dem Betrug an der Oſtbank urd
Dresdner Bank zu, der nach der Anklag
durch verübt worden iſt, daß gleichfalls
berechtigte Forderungen der Sklarek
vurden, wobei auch der angeklagte St
Gäbel Beihilfe geleiſtet haben ſoll. Willy
rek bekundete, daß ihn der Stadtbankb
Schameitat an die Oſtbank verwieſen habe
Vorſitzende ſtellte dann feſt, daß Stadtrat
Koreiſe: 7

im Jahre 1927 ſieben Anerkenntniſſe Sklar
MI.
Forderungen im Geſamtbetrage von 24000 marſcht
ausgeſtellt habe, die auf Grund von Zeſ af dem Au
von der Dresdener Bank bevorſchußt wurd4 Gmeraden
Intereſſant war die Feſtſtellung des Vord Wrorte ber
den, daß die Sklareks auf die Zeſſionen vo Muufsſtellen
Dresdener Bank und der Oſtbank insgeſam ſuhe 7,

Millionen Mark erhalten haben, dener
Grund wirklich getätigter Lieferungen Ford0
gen in Höhe von 530 000 Mark gegenüberſtclkd
Nicht minder bemerkenswert war die F
lung, daß der Filialleiter der Dresdner
Sonnenberg, von den Gebrüdern Sklarek /EDen
erhalten hat. Willy Sklarek gab zu, da
Sonnenberg von den Sklareks des öfteren
geliehen und einen großen Teil nicht zung
zahlt habe. Er betonte aber, daß dieſer
leiter nichts über die Geldhergabe des In ſ/ide Meidu
zu beſtimmen hatte.
W Heie
e Zeit W
Sonia Henie
läufl wieder im Berliner Sportpa

Sonja Henie,
die junge norwegiſche Eislaufmeiſterin,
am Abend des 20. Oktober den Beſuchen!
Berliner Sportpalaſtes zum erſten Male E.
in der Winterſaiſon 1931/32 ihr vielbewune
Können.

[ ][  ][ ]

Seite 9

aus Marengo,
m. Biberrette-
Kragen, ganz
gefüttert

Mantel

Diagonal
Velour, mit
Lamm-Schal=
Kragen. ganz
gefüttert

Velour,
vollem Pe
Kragen. ga
gefüttert

armer 295

Samstag, den 24. Oktober 1931

Die Beiſehung der Opfer
von Monk Cenis
re. Der Stadtteil Sodingen ſtand am
csi ag im Zeichen der Beſtattung der ver=
üterr
Knappen von Mont Cenis. Ueberall
we ſchwarz beflaggte Häuſer. Auch im Zen=
rm
. Herne hattne die öffentlichen Gebäude
mWerke zum Zeichen der Trauer ſchwarze
i gehißt. Schon lange vor Beginn der
ſhag umſäumten Tauſende von Menſchen die
gdie nach den beiden Friedhöfen führten.
ßl5r fand in der Leichenhalle des katho=
Frankenhauſes zu Börnig eine kurze Feier
ſarauf erfolgte die Beiſetzung von fünf
üikten auf dem katholiſchen Friedhof in
Im Namen der Behörde und zugleich
hen der Reichsregierung und der preu=
Staatsregierung ſprach Berghauptmann
NLortmund. Er wies darauf hin, daß
Jahren der Ruhrbergbau von großen
er verſchont geblieben ſei. Dieſes Un=
un
aber wieder, daß die Unfallver=
maßnahmen
noch Lücken aufwieſen. Es
Beſtreben der Staatsregierung und der
ſbe hörden, dieſe Lücken auszufüllen, ein
züts Verſprechen, das die Behörden am
hrabe der Toten ablegten.
der Beſtattung in Börnig zog ein Trauer=
etwa
10 000 Menſchen nach dem Kom=
ſedhof
in Herne=Holthauſen, weitere
kuende bildeten Spalier. Etwa Drei=
tſtnden
dauerte es, bis die Beiſetzung von=
ehen
konnte, da die Raumverhältniſſe
eigt waren. Am Grabe ſprachen zwei Ver=
)r evangeliſchen Geiſtlichkeit und für die
ſehrde, ſowie für die Reichs= und Staats=
Berghauptmann Hatzfeld. Gegen acht=
ſſ
hatten die Beſtattungsfeierlichkeiten
z erreicht. Bei der Rückkehr verſuchten
iner ſär. Kundgebungen zu veranſtalten, die
der Polizei im Keime erſtickt werden

Das geheimnisvolle Karpakhenſchloß des ſpaniſchen Erkönigs.

Rettung Schiffbrüchiger.
ſettungsſtation Dorumertief der Deut=
hellſchaft
zur Rettung Schiffbrüchiger
Im 21. Oktober von dem auf Scharhörn
ndren däniſchen Dampfer Peder Moſt
nn durch das Motorrettungsboot Ge=
Mt Heinr. Gerlach der Station gerettet
m luxhaven 23 Uhr gelandet.
Der Stahrhern
B. d. J., Gau Rheinheſſen.

Schloß Blublau in der Tſchechoſlowakei
ſoll, wie tſchechiſche Zeitungen melden, von dem ſpaniſchen Exkönig Alfons zum dauernden Wohn=
ſitz
erwählt worden ſein. Angeblich hat König Alfons ſchon Monate vor ſeiner Abreiſe aus Spa=
nien
rieſige Kunſt= und Juwelenſchätze nach Blublau bringen laſſen. Das Schloß liegt ſehr roman=
tiſch
in den Karpathen, nahe der polniſchen Grenze.

Die Beiſetzung Arthur Schnitzlers.
Wien. Auf dem Zentralfriedhof wurde
geſtern mittag der Schriftſteller Arthur Schnitz=
ler
, der durch einen Schlaganfall plötzlich aus
dem Leben geriſſen worden war, zur letzten Ruhe
geleitet. Die Wiener iſraelitiſche Kultusgemeinde
hatte dem Verſtorbenen ein Ehrengrab geſtiftet.
An der Beiſetzungsfeierlichkeit nahmen die Fa=
milienmitglieder
und viele Freunde und Ver=
ehrer
des Dichters teil.
Verbeſſerung der Splügen= und Brenner=Straße.
Mailand. Die nach dem Splügen und
Saloja=Paß führende Straße von Mailand über
Lecco nach Colico (am nördlichen Zipfel des

Comer=Sees) iſt mit einem Koſtenaufwand von
35 Millionen Lire auf ihrer ganzen Länge ver=
breitert
und in jeder Hinſicht für den Kraft=
verkehr
verbeſſert worden. Zahlreiche enge Kur=
ven
wurden erweitert und überſichtlicher ge=
ſtaltet
, was teilweiſe große Umbauten der
Straße nötig machte, die beſondere Verſchönerun=
gen
und Sicherungen längs des oberen Comer=
Sees erfuhr. Während der Arbeiten wurden in
einem Tunnel Gedenktafeln über den erſten
Bau der Straße ausgegraben, der 1824 begann
und 1831 fertiggeſtellt wurde. Ebenſo iſt die
Brenner=Straße von der öſterreichiſchen Grenze
bis nach der Provinz Verona in gleicher Weiſe
verbeſſert worden, wobei in Bozen ſogar eine
neue Brücke erſtellt wurde.

Der Fanaa=Prozeß.
Frankfurt a. M. Am geſtrigen Verhand=
lungstag
gab der als Zeuge vernommene Gene=
raldirektor
Walther, der früher beim Deutſchen
Lloyd tätig war, eine eingehende Schilderung
über die Fuſion mit der Berliniſchen Allgemei=
nen
und die Gründe, die zur Wiederauflöſung
des Vertrags mit der Favag geführt haben. Er
betonte beſonders, daß die Anregung zur Auf=
löſung
von ihm ausgegangen ſei, wogegen man
ſeinerzeit von Frankfurt aus die Nachricht ver=
breitet
habe, als ob die Löſung des Vertrages
von der Favag betrieben wurde. In langen Er=
örterungen
zwiſchen dem Zeugen, der Verteidi=
gung
und den Sachverſtändigen wurde verſucht,
Aufklärung darüber zu erhalten, auf welche
Weiſe die Differenz zwiſchen dem Betrag von
rund 1,7 Mill. Mark, den die Favag bei der
Uebernahme des Deutſchen Lloyd aufgewendet
hatte, und der Summe von 1.1 Mill. Mark, die
ſie bei der Auflöſung des Fuſionsbetrags zurück=
bekommen
hat, entſtanden iſt.
Die ſich anſchließende Vernehmung des Lei=
ters
der Buchhaltung der Vereinigten Ber=
liniſchen
, Verſicherungsdir. Trenkhorſt, brachte
nichts Intereſſantes zutage. Der Zeuge hatte
die Buchhaltung über die Bica ſelbſt geführt. Es
ſei ihm im Laufe ſeiner Tätigkeit nichts beſon=
deres
aufgefallen, da er ſich ganz an die Anord=
nung
Mädjes gehalten habe, ohne ſich über die
Vorgänge ſelbſt beſondere Gedanken zu machen.
Einzelheiten über die Wertzuwachsſteuerzahlung
ſind ihm entfallen. Mädje ſei oft ſehr ſchwer zu
erreichken geweſen, da er dauernd mit leitenden
Perſönlichkeiten Verhandlungen führte. Da=
rauf
tritt die Mittagspauſe ein.

Abſchluß des Südamerikabeſuchs
des Graf Zeppelin.
Pernambuco. Das Luftſchiff Graf Zep=
pelin
iſt von ſeiner Fahrt nach Rio de Janeiro
geſtern abend hierher zurückgekehrt. Es wird vor=
ausſichtlich
Freitag nacht zur Heimfahrt nach
Deutſchland ſtarten.
Sturmkataſtrophe bei Madeira.
Funchal. Eine ſchwere Sturmkataſtrophe
über Madeira hat erhebliche Schäden angerichtet.
Zwei Fiſcherboote werden vermißt, und es wird
angenommen, daß die Beſatzung von 15 Perſonen
ertrunlen iſt.

iſter Rheinheſſiſcher Gautag

24., 25. Oktober 1931 in Mainz,
verbunden mit Zielfahrt für Kraftfahrer
ſustag, den 24. Oktober, abends 20 Uhr in der Stadthalle
Große Stahlhelm=Kundgebung
me, Bundeskanzler Wagner=Berlin unter Mitwirkung der Mainzer
pltlm=Kapelle und der Frankfurter und Mainzer Spielmannszüge
mnag, den 25. Oktober, vormittags 11 Uhr auf dem Großen Sand
Großer Stahlhelm=Aufmarſch
utags 13 Uhr 15: Marſch durch die Stadt Mainz.
9 20 Uhr in der Stadthalle
Großes Doppel=Konzert
ieeinigten Mainzer und Frankfurter Stahlhelmkapellen und
eunnszüge.
Mainzer Bürger! Fahnen heraus!

(Atzpreiſe: Für Samstag Abend im Vorverkauf RM. 0.80, Abend=Kaſſe
ſM 1., Feſtabzeichen mit Berechtigung zum Eintritt auf dem Auf=
narſchplatz
, im Vorverkauf bis Samstag abend RM. 0.50 Sonntags
uf dem Aufmarſchplatz RM. 1 . Für Sonntag abend RM. 0.75.
tameraden in der Ortsgruppen=Geſchäftsſt Leibnitzſtraße 21, für
Fororte bei den zuſtändigen Kameradſchaftsführern.
Fheraufsſtellen: Chr. Becker, Schillerſtraße 22 Blumenhaus Blome, Klara=
fraße
7, Zigarrenhaus Gürke=Anger, Pfandhausſtr. 4, Seb. Zerbe,
Nainz=Kaſtel, Frankfurterſtraße 18, Verkehrs=Verein, Mainz, Bahnhof=
(15815
rraße 3, Ortsgruppen=Ge chäftsſtelle, Leibnitzſtraße 21.
alben erschienen!
UUTOLISTE Nr. 78
häultie Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder
a18 Kreise des Volksstaats Hessen (Kennzeichen: VS, VR, VO)
ail Zeit vom 1.15. Oktober 1931.
Die Auto-Listen enthalten die Angaben in derselben Reihen-
folge
wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des Kraft-
fahrzeugbesitzers
, Type, Motornummer, Hubraum in ccm und
PS. Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen sind durch X
kenntlich gemacht. Die Meldungen sind geordnet nach den drei
Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen und innerhalb dieser nach
Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen werden geson-
dert
aufgeführt. Die Auto-Listen sind eine wichtlge Ergän-
zung
des Auto-Adreßbuches (Adreßbuch der Kraftfahrzeug:
besitzer im Volksstaat Hessen), Ausgabe 1929, und unentbehr-
llch
, weil sie laufend
2Ilestes Adressenmaterial
etern. Sie erscheinen alle 14 Tage also monatlich zwel Listen.
Die spätestens am 10. eines Monats ausgegebene Liste enthält die
Meldungen vom 16. 30. (31.) des voraufgegangenen Monats und
die spätestens am 25. eines Monats ausgegebene Liste die Mel-
dungen
vom 1. 15. des gleichen Monats.
BeZu83p re 15:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtllcher 18 Kreise für
12 Monate: zum monatllchen Pauschalpreis von
RM. 16.50.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Kreise
und Städte, gleich ob für einen oder mehrere Monate, zu Staffel.
Dreisen, die wir bei uns zu erfragen bitten.
WWITTICH VERLAG DARMSTADT

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DARMSTADT MARKT U. ERNST-LUPWIGSPLAT2

[ ][  ][ ]

Seite 10

Samstag, den 24. Oktober 1931

Nummer 2

Statt Karten
Maria Schulte=Umberg
Dr. Hans Roth

Verlobte
Oftober 1931

Gelſenkirchen Buer
Droſte Hülshoffſtraße 8

Darmſiadt
Soderſtraße 37

Lilly Müller
Paul Euler
Verlobte

König i. O.

Lindenfels i. O.

Sonntag, 25. Oktober 1931.

Hber

weit unter regmlärem Preis

schwere

Statt Karten

Cilli Mag
Emanuel Hirſch

Verlobte

Roßdorf b. D.
Darmſtädierſtraße

Oktober 1931

Berwangen
Baden

Willi Schwinn

Dankſagung

Für die vielen Beweiſe heiz=
licher
Teilnahme bei dem Hin=
ſcheiden
unſerer lieben Entſchla=
fenen
danken wir herzlichſt.

Im Namen der
Hinterbliebenen:

Hedy Schwinn
geb. Deinert
Vermählte
Darmstadt, den 25. Oktober 1931
Lichtenbergstraße 28
Liebfrauenstraße 100
Kirchl. Trauung: Sonntag, den 25. Oktober nachm.

3 Uhr in der Martinskirche.

M. Rothermel Ww.

Naturheilverfahren

Homöopath. Heilprax,Beratung
Ernſt Herdt u Behandl inal Krankheitslag.

Griesheim b. D, Schaa gaſſe 46. (15269
Sprechſt.: tägl. v. 9 12 u 2.5 Uhr, ab 15. Okt.
Zugel b d. Kr.,KaſſeNothilfe, Volkswohlu a Kaſſen

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eingetroffen. Alte
9a.- u. H. Hüte
werden h ernach ta=
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Willi Rubröder
und Frau Käthe, geb. Schäfer
Vermählte
Darmſtadt, Beſſungerſtraße 126

Skatt jeder beſonderen Anzeige.

Heute wurde uns unſer lieber treuſorgender Vater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager
und Onkel

nach einem arbeitsreichen Leben im faſt voll=
endeten
68. Lebensjahre durch einen Gehirnſchlag
jäh entriſſen.
(15318

Im Namen der tieftrauernden
Hinterbliebenen:

Wilhelm Noellner.
Emilie Henkel, geb. Noellner.
Alix Noellner, geb. Leske.
Hermann Henkel.
Luiſe und Magda Noellner.
Darmſtadt, den 23. Oktober 1931.

Die Beiſetzung findet am Dienstag, den 27. Okto=
ber
, vormittags 11½ Uhr. auf dem alten Darm=
ſtädter
Friedhof ſtatt. Wir bitten, von Beileids=
beſuchen
und Blumenſpenden gütigſt abzuſehen.

Statt Karten.

Da es uns unmöglich iſt, jedem Einzelnen für die
überaus vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
Hinſcheiden unſeres lieben Entſchlafenen

Hanitätsrat

Dn. Berthold Gutenberg

zu danken, ſo ſprechen wir, auf dieſem Wege Allen
unſeren innigſten Dank aus.

Charlotte Gutenberg, geb. Wolf
Emma Gutenberg.

Darmſtadt, den 24. Oktober 1931.

(15275

Dankſagung.

Bei dem unerwartet raſchen Hinſcheiden unſeres
lieben Sohnes und Bruders, des Lehrers

Karl Beck

wurde uns von vielen Seiten herzliche Teilnahme
bewieſen, wofür wir unſern innigen Dank ſagen;
beſonders fühlen wir uns hierzu verpflichtet gegen=
über
Allen, die unſern lieben Verſtorbenen zur letzten
Ruheſtätte geleiteten.
Darmſtadt, den 23. Oktober 1931.

Für die Hinterbliebenen=

Eva Beck, Wwe.
geb. Schott.

Brauko

Pelzbesetzte

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Raturfarbe dau
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Mk 3.50 zu haben

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reichhaltigen Neueingängen in

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Wante

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Mante

Der pelzbesetzte
Mante

Der pelzbesetzte
Mante

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Velour, ganz gefüttert, mit großem
Bisam-Kregen ..............."
49.
aus einfarbigem, reinwollenem Stoff,
ganz gefüttert, mit großem Opossum-
Kragen.. ... ..........."
Gu.
aus modernen Diagonal-Stoffen, ganz
gefüttert, mit großem modernen
Fohlen-Kragen ......... . . . . . . . ... .
aus eleg., neuartigen Stotfen, in allen
Farben, ganz gefüttert, mit besonders
großem Bisamrücken- Kragen u. Schal .

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ter 295

Samstag, den 24. Oktober 1931

Seite 11

ort, Spiel und Jucnen

Handball.
Tolizei Darmftadt - Rol=Weiß Darmftadt.
Ligen haben die Poliziſten ein großes Spiel zu beſtehen.
eisz, die ſtärkſte Mannſchaft der Gruppe nach den beiden
e reinen, befindet ſich zurzeit in ſehr guter Form. Es iſt
offen, wer die Punkte erringt. Im Vorſpiel unterlagen die
ißen nur knapp den Poliziſten. Dieſe haben jedoch in die=
iT
ein kleines Plus, denn in den letzten Spielen der Po=
war
eine weſentliche Formverbeſſerung zu erkennen. Das
ſindet bereits morgens um 11 Uhr ſtatt. Nachmittags
Uhr ſpielen die Polizeidamen auf dem Polizeiſportplatz
nie Damen des Turnvereins Biebesheim.

Bgg. Arheilgen 5.V. Darmſtadt 1898.

btln Wcelger MKſhen an. Wöohk haßen De Bearmitder
s ehrſwiel 19:0 gewonnen, doch wiſſen ſie ſeit dem Spiel auf
mrcimatiaplatz, daß hohe Vorſpielſiege keineswegs die Wie=
hnglag
des Punktgewinns im Rückſpiel auf dem Platze des
guu garantieren. Die 98er haben ſchon einmal vor Jahren
fanden. Arheilgen Punkte eingebüßt, ſo daß man ſie wohl nicht
venahnen braucht, den Gegner nicht zu unterſchätzen. Auf
m Platze, vor eigenem Publikum, wird die Arheilger Elf
geben, zu guter Form aufzulaufen, ſo daß es wohl nicht
inn einſeitigen Kampf kommen wird. Zu dem Spiel, das
9.30 Uhr beginnt, erhofft die Darmſtädter Elf die Be=
nu
eines größeren Anhängerkreiſes.
5. J. Braunshardk Alemannia Worms.
Sonntag ſtehen ſich in Braunshardt die dortige Liga und
ſe von Alemannia Worms zum fälligen Verbandsſpiel
füer. Es wäre jetzt an der Zeit, daß ſich Braunshardt auf
nut zu unterſchätzendens Können beſinnt und dem Gegner
irder einmal als echte Kampfmannſchaft präſentiert. Nur
murd es beide Punkte für ſich buchen können.

fr. Tgde. Darmſtadt Fr. Turnerſch. Griesheim.
*/Sonntag bringt am Müllersteich die wichtigſte Begeg=
dr
diesjährigen Serie. Beide Mannſchaften lieferten ſich
Iümer große Spiele und das Treffen am Sonntag dürfte
müdig den vorherigen anreihen. Griesheim, eine ausge=
chin
Kampfmannſchaft, verfügt über ausgezeichnete Werfer
Feun dieſen nicht nachſtehende Hintermannſchaft. Durch ſichere
zezuund flinkes Stürmerſpiel verſchafft ſich die Mannſchaft
ſer jeder Sympathien. Sie zählt mit zur Spitzengruppe und
uis am Sonntag beweiſen und ihren Stand in der Tabelle
veröſſern ſuchen. Allerdings wird Griesheim in Darmſtadt
ticgner antreffen, der nicht gewillt iſt, dem Gaſt den Sieg
deriſſen. Die Platzelf führt mit Recht die Tabelle an und
ſekhre Beſtändigkeit durch die letzten Siege über die Ta=
muichſten. Eine Vorausſage dürfte ſchwer ſein, doch ſollte
imntet, den eigenen Platzvorteil genießend, ein kleines Plus
enu Anfang 3 Uhr. Vorher treten 1b Mſch und Jugend in
Pſtelungegen Dreieichenhain bzw. Reinheim ſich gegenüber.
Adltaſpiele der Höheren Schulen Heſſens um das Philologen=
banner
.
Wistelle der ſeitherigen Schlagballwettſpiele traten in die=
e
Handballſpiele, die leider nicht alle Höheren Schulen
Teinahme veranlaſſen konnten, obwohl doch gerade das
ſolviel in unſerem Heſſenland eine beſondere Rolle, auch
Suſport, inne hat. Von den Höheren Schulen Darmſtadts
Bergſtraße nehmen das Gymnaſium, die Ludwigsober=
ſchtu
und das Realgymnaſium, ferner die Oberrealſchule in
HApexmim teil. Die Vorrundenſpiele, die bereits auf einer be=
ſtlhen
, ſportlichen Höhe ſtanden, ſahen die beiden letzten
duils Sieger. Beide Siegermannſchaften traten nun geſtern
einnheim zur weiteren Entſcheidung einander gegenüber.
Aauf der regulären Spielzeit ſtand das von Anfang bis
che ſynnende Spiel 3:3. nachdem zu Beginn die körperlich ſtär=
n
ſöopenheimer Oberrealſchüler im Vorteil waren (3:1), ſich
nLaufe der zweiten Spielhälfte von den techniſch und tak=
biſren
Darmſtädtern das Heft aus der Hand winden ließen.
elverlängerung von zweimal 10 Minuten brachte das
retuat 4:4. Dabei blieb es, zumal die regneriſche, unſichtige
tetug ein einwandfreies Weiterſpielen bis zur Entſcheidung
uleß. Das beiderſeits mit großer Zähigkeit durchgeführte
1I0s leider durch einen allzu kleinlichen Schiedsrichter und
u dem ſtellenweiſe grundloſen Land= und Schlackenplatz
iſtig zur Entfaltung kommen konnte, mu: alſo wiederholt

Kraftſpork.

Tv. Nieder=Ramſtadt Hellas Mainz.

Ang ſonntag, nachmittags 2.30 Uhr, findet im Gaſthaus. Zum
dergen Anker (Beſ. W. Fiſcher) obiger Verbandskampf ſtatt.
as: lainz zählt ſchon jahrelang zu den beſten Ligamannſchaf=
dasKreiſes
und ſtellt eine ſehr kampfkräftige Mannſchaft.
de=samſtadt, als Neuling dieſer Klaſſe und durch einen Sieg
en leiſenau angeſpornt, wird alles daranſetzen, die Punkte
ſich u erobern.
Polizei=Sportverein Darmſtadt.
Due Teilnehmer des Polizeiſportvereins an den Herbſtwald=
ſem
erfammeln ſich am Sonntag, den 25. Oktober, um 8,45
inStadion am Böllenfalltor.
Ahyrns Amateurboxer erreichten bei ihrem zweiten Italien=
unſiacenza
mit 8:8 ein unentſchiedenes Ergebnis.

Fußball.
5.V. Darmftadt 1898 Alemannia Worms.
Die Fußball=Ligamannſchaft der 98er ſpielt morgen nachmit=
tag
3 Uhr auf dem Platz am Böllenfalltor gegen Alemannia
Worms. Die Sportvereinler haben bekanntlich das Vorrunden=
ſpiel
in Worms verloren und dabei mit 8:0 ihre weitaus höchſte
Niederlage in der diesjährigen Verbandsſpielrunde erlitten. Auf
jenes Spiel hin hat man ſich denn auch im Fußballausſchuß der
98er dazu entſchloſſen, das Mannſchaftsgefüge ſtark umzubauen,
was denn auch inſofern von Erfolg gekrönt war, als von nun
ab ähnliche Kataſtrophen, wie auf dem Alemannenplatz in Worms,
vermieden wurden. Im bevorſtehenden Spiel gilt es für die Ein=
heimiſchen
, nicht nur zu beweiſen, daß das Ergebnis des Vorſpiels
dem wahren Kräfteverhältnis beider Mannſchaften nicht ent=
ſpricht
, ſondern, es muß auch unter Aubietung des geſamten Kön=
nens
verſucht werden, vom letzten Tabellenplatz wegzukommen,
nachdem ſich durch den Punktgewinn des vergangenen Sonntags
die Ausſichten, ſich doch noch den vom Abſtieg rettenden achten
Tabellenplatz zu ſichern, etwas gebeſſert haben.
Allerdings gibt es darüber keinen Zweifel, daß der derzeitige
Tabellenvierte, Alemannia Worms, für die Einheimiſchen ein ſehr
ſchwerer Gegner ſein wird. Man weiß zur Genüge, daß die
Wormſer eine Kampfmannſchaft im echten Sinne des Wortes ſtel=
len
, und daß Punkte gegen dieſe Elf nur zu gewinnen ſind, wenn
mit ſtarkem Energieaufwand dem gut ausgebildeten Kombina=
tionsſpiele
der Alemannen begegnet wird. Die Sportvereinself
hat Punkte dringend nötig. Man wird ſie deshalb nicht zu er=
mahnen
brauchen, mit höchſtem Eifer ans Werk zu gehen. An
der Elf hat man für das bevorſtehende Spiel nur geringfügige
Aenderungen vorgenommen. Während die Hintermannſchaft ge=
nau
ſo ſteht, wie im Spiel gegen Walldorf, hat man für Laumann,
deſſen Verwendung als Stürmer nicht glückte, Frey eingeſtellt,
von dem erhofft wird, daß er nach ſeiner längeren Ruhevauſe die
Angriffs= und Schußfreudigkeit der Stürmerreihe noch weiter
hebt. Die Darmſtädter Mannſchaft tritt alſo an mit
Müller
Kugel
Rupp
Schäfer
Kratz Ruppel
Hebeiſen. Geyer Müllmerſtadt Frey Württemberger
Um 1 Uhr beginnt das Spiel der Erſatzmannſchaft der 98er
gegen die Ligareſerven von Alemannia Worms. Da dieſe beiden
Mannſchaften beachtliches Können aufweiſen, wird es nicht un=
zweckmäßig
ſein, ſich auch dieſes Vorſpiel anzuſehen. Die dritte
Mannſchaft trägt ein Verbandsſpiel gegen Weiterſtadt aus.
Sportverein 1898 (Jugend).
Alle Jugendlichen und Schüler müſſen ſich am Herbſtwald=
lauf
beteiligen. Schüler treten um 8,30 Uhr an; alle Jugend=
lichen
treten um 9 Uhr an.
Polizei Darmſtadt Groß=Zimmern.
Am kommenden Sonntag, 14.30 Uhr, treffen ſich beide Mann=
ſchaften
zum fälligen Verbandsſpiel auf dem Polizeiſportplatz. Bei
Polizei ſcheint das Maß des Unheils noch nicht voll zu ſein. Wenn
man das Wirken dieſer ſympathiſchen Elf verfolgt, ſtößt man im=
mer
auf gute Leiſtungen, ſchönes Feldſpiel und Niederlagen. So
kraß dürfte ſich aber das Pech doch noch nicht gezeigt haben, als
gerade am vergangenen Sonntag in Dieburg. Der Neuling
Groß=Zimmern hat noch in keiner Weiſe die von ihm erhofften
Leiſtungen erfüllt. Beſonders fehlt der Mannſchaft der plan=
mäßige
Aufbau und das taktiſche Verſtändnis in den Mannſchafts=
reihen
. Polizei ſollte in der Lage ſein, ihren Gegner ſicher abzu=
fertigen
und ſomit zwei weitere wichtige Punkte zu ſammeln.
Eintracht Darmſtadt SV. Geinsheim.
Am Sonntag vormittag 11 Uhr empfängt Eintracht den
SV. Geinsheim auf dem Eintrachtplatz hinter der Feſthalle.
Geinsheim eine führende Mannſchaft in der A=Klaſſe, iſt bekannt
als Mannſchaft, die mit Eifer und Energie den Gegner zwingt,
alles aus ſich herauszugeben. Deshalb iſt den Eintrachtſpielern
geſagt, gleich zu Beginn des Spieles mit dem nötigen Ernſt bei
der Sache zu ſein. Zeigt Eintracht das Spiel wie am vergangenen
Sonntag in Wolfskehlen, ſo iſt es noch fraglich, ob Geinsheim die
Punkte mit nach Hauſe nimmt. Bei Eintracht wirken wieder
Ganß und Hoffmann mit, was beſtimmt eine Verſtärkung der
Grün=Weißen iſt. Daß das Spiel intereſſant zu werden verſpricht,
das beweiſt die Tatſache, daß Geinsheim in Darmſtadt immer ſehr
gute Reſultate erzielte. Eintracht wird auf jeden Fall darauf
bedacht ſein, ein anſtändiges Spiel zu liefern und dem Gaſt das
Siegen ſo ſchwer als möglich zu geſtalten. Die Eintrittspreiſe ſind
äußerſt ermäßigt.
Sp.Vgg. 04 Arheilgen SV. Münſter.
Der Gaſt heißt Sportverein Münſter, der ſich am kommenden
Sonntag, nachmittags 2.30 Uhr, am Arheilger Mühlchen zum fäl=
ligen
Verbandsſpiel der Sportvereinigung ſtellt. Münſter iſt ein
ſchwer zu nehmender Gegner für Arheilgen. Schon immer gab es
nur knappe Reſultate oder ein Unentſchieden. Das bevorſtehende
Spiel iſt beſonders ernſt zu nehmen, da Münſter wieder, und zwar
das erſtemal in den diesjährigen Verbandsſpielen, alle Mannen
zur Stelle hat. Wie verlautet, will Arheilgen eine Umſtellung
der Mannſchaft vornehmen; ob ſie ſich bewährt, wird das Spiel
zeigen. Alle zwiſchen beiden Vereinen ausgetragenen Spiele zeig=
ten
immer feſſelnde Kämpfe. Dieſes verſpricht noch intereſſanter
zu werden. Arheilgen will bei den Erſten bleiben, dagegen ſucht
Münſter den Anſchluß nach oben nicht zu verpaſſen. Der Ausgang
des Spieles iſt vollſtändig offen.
SpVgg. Groß=Umſtadt SV. Lengfeld.
Dieſes Spiel, das am kommenden Sonntag, nachmittags 1.45
Uhr, auf dem Sportplatz im Raibacher Tal zum Austrag kommt,
wird allgemein mit großer Spannung erwartet. Iſt es doch das

erſte Mal ſeit Jahren, daß ſich beide Mannſchaften im Verbands=
ſpiel
gegenüberſtehen. Die Gäſte beſitzen eine ausgeglichene, gut
eingeſpielte, äußerſt flinke Kampfmannſchaft, die beſtrebt ſein
wird, ihren guten Tabellenſtand weiterhin zu behaupten. Die
Umſtädter Elf zeigte in letzter Zeit auch ſehr gutes Können und
kann den Gäſten völlig gleichwertige Leiſtungen entgegenſetzen.
Möge dieſer Kampf auch dazu beitragen, die alte Freund=
chaft
beider Vereine wieder zu erneuern Es iſt
ein raſſiges, temperamentvc=les Spiel zu erwarten, das hoffentlich
von ſämtlichen Spielern in ſportlich fairer Weiſe durchgeführt
wird. Um 12 Uhr treffen ſich die 2. Mannſchaften.
Langen Fr. Tgde. Darmſtadt.
In Fortſetzung der Serienſpiele begeben ſich unſere erſte und
zweite Elf am Sonntag nach Langen. Das Vorſpiel konnten die
Hieſigen knapp 2:1 für ſich entſcheiden. Eine Vorausſage über den
Sieger von Morgen iſt ſchlecht möglich, denn Langen iſt auf
heimiſchem Gelände ein ſchwer zu nehmender Gegner, der unter
allen Umſtänden verſuchen wird, vom Tabellenende koszukommen.
Darmſtadt, in dieſer Saiſon noch ungeſchlagen, wird auf der Hut
ſein müſſen, denn der geringſte Punktverluſt bedeutet zugleich
Verzicht auf die Meiſterſchaft. Bei Langen iſt die Hintermann=
ſchaft
der beſte Mannſchaftsteil; Darmſtadt dagegen verfügt über
einen forſchen Angriff, der mit einem geſ nden Torſchuß aufwar=
ten
und den Ausgang des Spieles entſcheiden ſollte. Spielbeginn
2.30 Uhr: 2. Mannſchaften 1 Uhr. Abfahrt ab Gewerkſchaftshaus
um 11.30 Uhr per Auto. Intereſſenten ſind zur Mitfahrt einge=
laden
. Geſamtfahrpreis 50 Pfg.
* Kreisliga Südheſſen.
Uebernimmt Bürſtadt die Führung?
Jeder Spielſonntag dieſer Saiſon hatte eine gewiſſe Span=
nung
aufzuweiſen, die ſich in erſter Linie natürlich um die
Tabellenführung dreht. Sehr intereſſiert iſt man naturgemäß
aber auch, ob die einſtmals ſo gefürchteten Veteranen der ſüd=
heſſiſchen
Kreisliga weiterhin in Abſtiegsgefahr bleiben, oder ob
nicht dieſer oder jener Sonntag den Umſchwung bringt. Die für
den kommenden Sonntag angeſetzten Spiele laſſen wieder eine
Fülle der Möglichkeiten erkennen, die in jeder Beziehung eine
Umkrempelung der Tabelle bringen können. Es treffen ſich:
Concordia Gernsheim V.f.R. Bürſtadt; VfL. Lampert=
heim
Viktoria Neuhauſen; Olympia Worms Spp. Aben=
heim
. Spv. Horchheim FV. Biblis; FV. Hofheim Norman=
nia
Pfiffligheim.
In der Klaſſe 3, Ried bekämpfen ſich diesmal zwei aller=
dings
etwas entfernte Konkurrenten des Tabellenführers 07
Bensheim, während die Bergſträßer einen verhältnismäßig leich=
ten
Gang antreten. Die Paarungen lauten:
Olympia Biebesheim Bobſtadt; Hüttenfeld 07 Bens=
heim
; Fehlheim Groß=Rohrheim; Tv. Biebesheim Zwin=
genberg
(um 11 Uhr vorm.); Lorſch Reſ. Kleinhauſen.

Schwere Angriffe werden in einer Kölner Zeitung gegen Sa=
wall
und Möller erhoben, denen man Schiebungen gelegentlich der
deutſchen Stehermeiſterſchaften und Weltmeiſterſchaften vorwirft.
Beim Sechstagerennen in Montreal liegen die Deutſchen
Meyer=Stübecke am zweiten Tage mit fünf Runden Rückſtand an
ſiebenter Stelle.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 24. Oktober.
10.20: Schulfunk: Coopers and Beecker=Stowes, Helden im heu=
tigen
Nordamerika.
15.15: Stunde der Jugend: Aus dem deutſchen Pfadfinderleben.
17.05: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Mitw.: Leonore Eich=
horn
(Alt), F. Künſtner (Violine). Am Flügel: O. Seyfert.
18.35: 14- bis 17jährige Berufstätige in Familie, Beruf und Po=
litik
. Geſpräch mit einem Politiker.
19.10: Spaniſch.
19.45: Die Nachrichter. Münchener Akademiſche Brettl.
20.45: Karlsruhe: Die Prinzeſſin auf dem Seil (Karneval in Rom.)
Operette von Joh. Strauß.
22.15: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.35: Tanzmuſik des Tanz=Enſembles der Stuttgarter Philharmo=
niker
.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 24. Oktober.
14.50: Kinderbaſtelſtunde.
15.45: Dr. Margarethe Jacobſohn: Frauen im Handwerk.
16.00: Stud.=Dir. Stolzenberg, J. Ellinger: Mit dem Mikrofon in
den Lehrwerfſtätten einer Gewerbeſchule.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Mazut: Sind Zahnkrankheiten ungeſährlich?
18.00: Dr. Günther: Deutſch für Deutſche.
18.30: Prof. Dr. Muckermann: Moderne Biologte und Chriſtentum.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Engliſch für Anfänger.
19.30: Stille Stunde. Zeitſpiegel.
anſchl. Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00; Alte und neue Tanzmuſit. Leipziger Sinfonie=Orcheſter und
das Emde=Tanzſportolcheſter
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
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Wekterberichl.

Das Biskayatief drängt ſich weiter auf das Feſtland vor.
Seine Warmluft hat bereits Weſtfrankreich erreicht und hier Tem=
veraturanſtieg
und Niederſchläge veranlaßt. Ihr Einfluß macht
ſich in größeren Höhen auch ſchon oſtwärts nach dem Kontinent
zu geltend, ſo daß Temperaturumkehr einſetzt. Infolgedeſſen geht
der Froſt weiter zurück und die Temperaturgegenſätze zwiſchen
Tag und Nacht gleichen ſich aus. Die aufgleitende Ozeanluft läßt
außerdem Bewölkung und zeitweiſe auch Niederſchläge aufkommen.
Ausſichten für Samstag, den 24. Oktober: Meiſt wolkiges Wetter
und milder, Nachlaſſen des Nachtfroſtes, zeitweiſe Nieder=
ſchläge
.
Ausſichten für Sonntag, den 25. Oktober: Veränderlich, wechſelnd
bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, noch vereinzelte
Niederſchläge.

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[ ][  ][ ]

Verhandlungen über Börſenwiedereröffnung.

Immer noch Bedenken. Der Betliner Börſenvorſtand erzielt kein poſikives Reſulkak. Verlängerung der
Fälligkeit noch ſchwebender Termin=Engagemenks. Grundſtimmung im Effekkenverkehr geſtern ſchwach.
Die Einbußen der Schultheiß=Akkien.
Goldanſammlung in Frankreich.
Fraukfurker und Berliner Effekken=
Weitere Zunahme des franzöſiſchen Goldbeftandes.
Zreiveriehr.

In der geſtrigen Sitzung des Berliner Börſenvorſtandes berichtete
der Vorſitzende Dr. Mosler über die in der letzten Zeit von dem Prä=
ſidium
des Börſenvorſtandes und von ihm perſönlich unternommenen
Schritte wegen der Wiedereröffnung der Börſe. Der Vorſitzende betonte,
daß er hierbei nicht nur die Unterſtützung des preußiſchen Miniſteriums
für Hander und Gewerbe, ſondern auch bei den beteiligten Reichsmini=
ſterien
und bei dem Reichsbankpräſidenten Verſtändnis für die ſtarken
für die Wiedereröffnung der Börſe ſprechenden Gründe gefunden habe,
deß indeſſen die aus der Deviſenlage hergeleiteten Bedenken noch nicht
beſeitigt ſeien. Die Ausräumung dieſer Bedenken bilde gegenwärtig den
Gegenſtand ernſter Erwägungen. Der Börſenvorſtand erſucht einſtim=
mig
ſein Präſidium, die Bemühungen zur möglichſt ſchnellen Wieder=
eröffnung
der Börſe fortzuſetzen.

Durch Bekanntmachung vom 7. Oktober 1931 hatte der Börſenvor=
ſtand
zu Berlin die Fälligkeit der noch ſchwebenden Terminengagements
und Börſengelddarlehen auf den 31. 10. d. Js. verſchoben. Durch eine
neue, am 23. Oktober, erlaſſene Bekanntmachung wird eine weitere Hin=
ausſchiebung
auf den 16. November d. Js. angeordnet. Das gleiche iſt
für die Verpflichtungen zur Lieferung oder Abnahme von Wertpapieren,
Prämiengeſchäften per Ultimo September 1931 beſtimmt worden. Die
in früheren Bekanntmachungen feſtgeſetzten Zinsſätze bleiben beſtehen.
Die bis zum 31, 10. 31 entſtandenen Zinſen ſind an dieſem Tag, die
Zinſen für die folgende Zeit am 16. November 1931 zu entrichten. Die
freiwillige Abtragung von Engagements bleibt auch diesmal der Liqui=
dationskaſſe
überlaſſen. Gleichzeitig hat der Berliner Börſenvorſtand
durch eine weitere Bekanntmachung Beſtimmungen über die Zwangs=
regelung
der bis zum 11. Juli und in der Zeit zwiſchen dem 3. und
18. September 1931 abgeſchloſſenen und noch nicht erfüllten Kaſſa=
geſchäfte
in Wertpapieren getroffen. Bei Verrechnung oder Zahlungs=
einſtellung
des einen Teiles darf die Glattſtellung dieſer Effekten
außerhalb der Börſe zu angemeſſenen Preiſen erfolgen. Iſt die Glatt=
ſtellung
unmöglich oder erheblich erſchwert, ſo kann der hierfür einge=
ſetzte
Ausſchuß des Börſenvorſtandes dem Vertragsgegner auf Antrag
das Recht geben, von dem Vertrage zurückzutreten oder die Zwangs=
regelung
auf andere Weiſe durchzuführen.

Die Wochenbilanz der Bank von Frankreich vom 9. bis 16. Oktober
zeichnet ſich durch ein neues ſtarkes Anſchwellen der Bilanzſumme um
über 2,3 Milliarden Fr. auf 112,8 Milliarden Franken aus. Unter den
Aktiven ſind die Goldreſerven um 1,6 Milliarden Franken auf 62,154
Milliarden Franken geſtiegen. Die Goldſendungen aus den Vereinig=
ten
Staaten kommen in dieſen Poſten deutlich zum Ausdruck. Anderer=
ſeits
ſind die Auslands=Sichtguthaben um 1,350 Milliarden Franken
geſtiegen, während die fremdländiſchen Effektenbeſtände um 528 Mil=
lionen
Franken geſunken ſind, was wahrſcheinlich auf Verkäufe in New
York zurückzuführen iſt. Insgeſamt betragen die Deviſenguthaben rd.
27 Milliarden Franken (plus 800 Millionen Fr.). Das Anwachſen der
laufenden Guthaben auf der Paſſivſeite um 28 Milliarden Fr. läßt
vermuten, daß ein großer Teil der Gold= und der Deviſeneingänge der
letzten Woche nicht für eigene Rechnung des Noteninſtituts, ſondern für
Rechnung der großen Pariſer Privatbanken angelegt worden iſt.

Berliner deviſen=Feſtſekung vom 23. Okkober.

Das Aktiengeſchäft, das in der letzten Woche ſowieſo recht klein ge=
worden
iſt, woran bekanntlich zum Teil der erweiterte Kreis der Tele=
phonmakler
ſchuld geweſen ſein ſoll. ſchrumpfte im geſtrigen Freiverkehr
in Berlin noch weiter zuſammen. Man hörte im allgemeinen
Kurſe, die 12 Prozent unter den vorgeſtrigen lagen. So fanden in
Siemens, Farben, AEG. und Reichsbank auf dieſer Baſis einige Um=
ſätze
ſtatt. Banken waren relativ gut behauptet, Kunſtſeidenwerte ſogar
eher feſter. Die ſchwächere Grundſtimmung nahm ihren Ausgang wie=
der
vom Markte der Schultheiß=Aktien, die gegen geſtern erneut zirka
10 Prozent verloren. Es ſtellt ſich immer mehr heraus, daß die Ver=
luſte
des Konzerns die urſprünglich taxierten 20 Millionen RM. weit
überſchreiten werden einigermaßen klar wird man vielleicht ſchon
nach der Sitzung des Aufſichtsrats ſehen können z man befürchtet be=
reits
in Bankkreiſen, daß zwei Drittel des Aktienkapitals verloren ſein
könnten. Ein weiterer Beunruhigungsfaktor war die Schwäche der vor=
geſtrigen
New Yorker Börſe. Auch hat die Arbeitsmarktlage nach dem
letzten Bericht doch wieder eine Verſchlechterung erfahren. Im Gegenſatz
zu den Aktienmärkten ſtanden aber hochverzinsliche Werte. Nach 8 Goldpfandbriefen herrſchte immer noch
rege Nachfrage vor, und auch ſprozentige Emiſſionen waren kurs=
mäßig
gut gehalten. Zunehmendes Geſchäft haben übrigens auch wei=
terhin
die Dollaranleihen der deutſchen Geſellſchaften, bei denen der
Valutacharakter einen Anreiz bietet. Stadtanleihe und Kommunalobli=
gationen
ſind dagegen vollkommen vernachläſſigt und teilweiſe noch
immer unverkäuflich. Am Deviſenmarkt notierte das engliſche Pfund
mit 16/48, d. h. 14 Pfg. niedriger; der Gulden gab um 10 Pfg. nach,
während die Norddebiſen um 2545 Pfg. anziehen konnten und Wien
auf 59 feſtgeſetzt wurde.
Im weiteren Verlaufe wurden wenig veränderte Kurſe genannt,
Die Unſicherheit hinſichtlich der Entwicklung im Schultheißkonzern
hielt auch in den Nachmittagsſtunden an und kam in der Kursentwick=
lung
durch an und für ſich weiter kleinen Telephonverkehr zum Aus=
druck
. Unter kleinen Schwankungen ergaben ſich bei den meiſten Papie=
ren
erneut Rückgänge von 12 Prozent.

Im geſtrigen telephoniſchen Verkehr zwiſchen den Bankbureaus in
Frankfurt a. M. herrſchte wiederum eine ſchwächere Stimmung
vor, da die Kursrückgänge an der vorgeſtrigen New Yorker Börſe Ver=
ſtimmung
auslöſten. Auch eine ganze Reihe anderer Momente, wie die
weitere Verſchlechterung der Arbeitsmarktlage, das Anwachſen der Kon=
kurſe
und nicht zuletzt der große Verluſt beim Schultheiß=Konzern waren
dafür maßgebend, daß man am Aktienmarkt die Kurſe gegenüber geſtern
um 23 Prozent ſchwächer nannte. Es kam reichlicheres Material her=
aus
, das bei etwas lebhafterer Umſatztätigkeit zu weichenden Kurſen
Aufnahme fand.
Auch am Rentenmarkt beſtand Abgabeneigung, ſo daß ſowohl Gold=
als
auch Liquidationspfandbriefe etwa 1 Prozent ſchwächer bewertet
wurden.

Die Auslandsbörſen.

Geld Brief Geld Brief Helſingfors 859 8.61 Spanien 37.66 37.74 Wien 58.94 59.06 Danzig 83.17 83.33 Prag 12.47 12.49 Japan 2.070 2.074 Budapeſt 73.28 73.42 Rio de Jan. 0.255 0.257 Sofia 3.072 3.078 Jugoſlawien 7.473 7.487 Holland 170.78 171.12 Portugal 14.99 15.01 Oslo 92.66 92,84 Athen 5.195 5.205 Kopenhagen 93.16 93.34 Iſtambul Stockholm 98.30 98.50 Kairo 16.86 16.90 London 16.46 16.50 Kanada 3.776 3.784 Buenos Aires 0.983 0.987 Uruguay 1.399 1.401 New York 4.209 4.217 Island 74.43 74.57 Belgien 58.99 59.11 Tallinn 113.14 113.36 Italien 21.83 21.87 Riga 81.37 81.53 Paris 16.68 16.66 Bukareſt 2.552 2,558 Schweiz 82.52 82.,68 Kaunas 42.31 42.39

Die Bankſchwierigkeiken in Rumänien.

Finanzminiſter Argetojanu begab ſich geſtern zum König in
Audienz, um deſſen Intervention in dem Konflikt zu erbitten der
zwiſchen ihm, Argetojanu, und dem Gouverneur der Nationalbank,
Manoilescu, ausgebrochen iſt. Der Finanzminiſter will durch
die Intervention des Königs die Zuſtimmung Manoilescus zu
ſeinem Plan der Sanierung der Bank Marmaroſch erzwingen,
den Manoilescu vorläufig nicht anerkennen will. Dieſe Mei=
nungsverſchiedenheiten
, die zwiſchen Argetojanu und Manoilescu
beſtehen, drohen auch weitgehende politiſche Folgen nach ſich zu
ziehen. In Finanzkreiſen herrſcht noch immer große Erregung
über den Zuſammenbruch der Bank Marmaroſch. Da die Bank
heute auf drei Tage geſchloſſen wurde und dann noch zwei Feier=
tage
folgen, zweifelt man in eingeweihten Bankkreiſen, ob es
überhaupt zur Wiedereröffnung der Bank kommt. Die 40 Filialen
der Bank, von denen ſich 28 in der Provinz befinden, haben ihre
Schalter gleichfalls geſchloſſen, was überall große Beſtürzung her=
vorgerufen
hat. Die Einlagen bei der Bank werden auf drei
Milliarden Lei geſchätzt.
Die Börſe ließ ſich durch die Vorgänge auf dem Finanzmarkt
nicht beeinfluſſen. In einzelnen Effekten, darunter auch in den
Aktien der Nationalbank, kam es ſogar zu Kursgewinnen.

Durchführung der Rieſenfuſion
in der amerikaniſchen Großſchiffahrk.

Die langjährigen Verhandlungen über einen Zuſammenſchluß in
der amerikaniſchen Großſchiffahrt haben zu einem Abkommen geführt,
auf Grund deſſen die Dollar Steamſhip Line und die Dawſon=Gruppe,
deren Hauptintereſſen im Pazifik liegen, ſich zu 50 v. H. an der Rooſe=
velt
International Marcentile Marine Company beteiligen. Die neue
Gruppe übernimmt dann die United States Line, die im Atlantiſchen
Dienſt verbleiben wird, während die anderen Geſellſchaften ihren Dienſt
gewiſſen Abänderungen unterwerfen. Von dieſem Abkommen werden
12 der führenden amerikaniſchen Schiffahrtsgeſellſchaften berührt.

Wirtſchaftliche Rundſchau.

Die Londoner Börſe war bei weniger zuverſichtlicher Stim=
mung
ſehr ruhig, nur Minenwerte lagen feſt.
Die Londoner Börſe war im weiteren Verlauf außerordent=
lich
ruhig. Die Nähe der Wahlen wirkt ſich jetzt ſtärker aus. Ueber=
wiegend
ergaben ſich Kursrückgänge; nur Ausländer, unter ihnen auch
die deutſchen Werte, konnten ſich erholen. Die Pariſer Börſe
unterlag mehrfach Schwankungen; nach teilweiſe recht erheblicher Ab=
ſchwächung
ſetzte ſich ſpäter eine leichte Erholung durch, doch lagen die
Schlußkurſe auf Realiſationen erneut ſchwächer. Die Brüſſeler
Börſe war nach feſterem Beginn ſpäter ruhiger; es erfolgten für
Pariſer Rechnung ziemlich beträchtliche Abgaben. Die Amſter=
damer
Börſe war auch im Verlaufe bei ruhigem Geſchäft ſchwä=
cher
. Die geſtrige New Yorker Börſe eröffnete im Gegenſatz
zu vorgeſtern in feſter Haltung. Man erhofft von den franzöſiſch=
amerikaniſchen
Verhandlungen konſtruktive Ergebniſſe.
An der Amſterdamer Börſe lagen die deutſchen Reichs=
ſchuldbuchforderungen
nicht ganz einheitlich, doch überwiegend feſter.
1933er Fälligkeiten notierten 68,5, 35er 60, 36er 50, 40er 45,5, 4ler
43,5, 42er 43, 43er 42, 44er und 46er 40 und 47er und 48er 39,75.
An den internationalen Deviſenmärkten konnte ſich das engliſche
Pfund im Laufe des Nachmittags wieder eine Kleinigkeit erholen und
ging gegen den Dollar auf 3,921, hinauf, nachdem es ſich bis auf 3.90/
abgeſchwächt hatte. Das Geſchäft in Debiſen war, ſehr ruhig, und im
allgemeinen ergaben ſich nur geringe Veränderungen. Der Dollar lag
international nicht einheitlich, in Amſterdam ging er auf 247,12½ zu=
rück
, degegen waren Termindollars etwas feſter. In London ſchloß die
Reichsmark mit 1682 unvereändert; in Amſterdam lag ſie mit 572/o
etwas ſchwächer, in Zürich hat ſie ſich gut behauptet.

Vertrag zwiſchen dem italieniſchen Fiat=Konzern und den polniſchen
ſtaatlichen Ingenieurwerken. Zwiſchen den polniſchen ſtaatlichen In=
genieurwerken
, einem dem Kriegsminiſterium angegliederten ſtaatlichen
Unternehmen, und dem italieniſchen Fiat=Konzern iſt ein Vertrag zu=
ſtande
gekommen, demzufolge der italieniſche Fiat=Konzern den polni=
ſchen
Ingenieurwerken die Lizenz ſeiner Fabrikationspläne für Per=
ſonenkraftwagen
und leichte Laſtwagen überläßt. Außerdem wird einer
neu zu gründenden Geſellſchaft, die den Titel Polniſche Fiatwerke‟
führen wird, eine Anleihe in der Höhe von einer Million Dollar ge=
währt
werden. Als Gegenleiſtung hierfür wird dem Fiatkonzern an
dem Verkauf der in Polen herzuſtellenden Kraftwagen eine prozentuale
Beteiligung zugeſtanden.
Hat die Bank von England tatſächlich die Auguſtſchuld an Amerika
zurückgezahlt? Die in New York mit größter Beſtimmtheit verbreitete
Nachricht von der vorzeitigen Rückzahlung des größten Teils der eng=
liſchen
Auguſtſchuld an Amerika wurde bisher von der Bank von Eng=
land
weder beſtätigt noch in Abrede geſtellt. Infolgedeſſen herrſcht in
Londoner Finianz= und Bankkreiſen erhebliche Verwirrung. Während
das autoritative Blatt, die Financial Times, ihren Leitartikel mit der
Verſicherung beginnt, daß kein Grund vorliege, an der Tatſache der
Rückzahlung zu zweifeln, hält die Mehrzahl der geſtrigen Morgenblätter
die Mitteilung für ein Mißverſtändnis. Es ſoll ſich lediglich um eine
buchmäßige Uebertragung bei der Federal Reſerve Bank gehandelt
haben. Dieſer letzteren Auffaſſung ſchließt ſich u. a. auch Sir Walter
Layton im News Chronicle an.

Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 23. Okt.:
Getreide. Weizen: Dezember 54,50,, März 57,50, Mai 59½,
Juli 593; Mais: Dezember 37½ März 40½, Mai 4178, Juli
43); Hafer: Dezember 233, Mai 25½, Juli 255; Roggen:
Dezember 41½, Mai 453.
Schmalz: Oktober 7.90, November 7,50, Dezember 6,525,
Januar 1932 6,275.
Speck, loco 7,625.
Schweine: Leichte 4,905,20, ſchwere 5,155,50; Schweine=
zufuhren
in Chicago 19 000, im Weſten 77000.

Die Arbeitsmarkklage in Heſſenk
und Heſſen=Naſſau.
Nur Bekleidungs= und Lederinduſtrie
noch aufnahmefähig.
Die Arbeitsmarktlage hat ſich in der erſten Oktoberhälſte , mitet

verſchlechtert. Die Zahl der Arbeitſuchenden iſt nach den FeſtſtW, ichte
des Landesarbeitsamtes um 5156 auf 276 821 geſtiegen. Das
dungsgewerbe und die Lederinduſtrie ſind auch weiterhin, wenn 9200
geringerem Umfange als bisher, aufnahmefähig geblieben,
ſchwächte ſich die Beſchäftigung in faſt allen übrigen Berufsakl:
beſonders in der Steininduſtrie, im Baugewerbe, im Gaſtwirtsde
und in den Angeſtelltenberufen merklich ab. Auch die Gruppen
wirtſchaft, Forſtwirtſchaft und Gärtnerei haben Kräfte freigege
Infolge der neuen Beſtimmungen, nach denen die Bezugsda
Arbeitsloſenunterſtützung auf 20, bei Saiſonarbeitern auf 18.
verkürzt wurde, ging die Zahl der Hauptunterſtützungsempfäu
dieſem Unterſtützungszweig um 11 680 auf 66 165 zurück, dageen
men die Hauptunterſtützungsempfänger in der Kriſenfürſorge u
zu; ihre Zahl ſtieg auf 75 875, was zum Teil auf die Erweitern imd
Perſonenkreiſes zurückzuführen iſt.

Die Vermahlung von Auslandswei
Zwangsweiſer Zuſammenſchluß
der Auslandsweizen verarbeikenden Mühl

79 M
Tün nah

Nachdem, wie bereits gemeldet, am 19. Oktober 1931 das Kond oiliant
der deutſchen Weizenmühlen mit dem Sitz in Berlin errichtet
iſt, zu dem jeder Mühle der Beitritt offenſteht, hat der Reich
rungsminiſter durch eine in der nächſten Nummer des Deutſchen/
anzeigers und des Reichsgeſetzblattes erſcheinende Verordnung bicir!
daß nur diejenigen Mühlen berechtigt ſind, über den allgeme w!
laſſenen Satz von 3 Prozent hinaus weitere 27 Prozent Ausla
zen zu vermahlen, die Mitglied des Konſortiums deutſcher
mühlen geworden ſind oder werden. Die Satzung dieſes Konf
N6
verpflichtet die Mitglieder, eine beſtimmte Quote ihrer Ausland
vermahlung in dem unmittelbar oder mittelbar durch Händ ſucsier der
Genoſſenſchaften von der Deutſchen Getreidehandels=Geſellſchaft gemütlich
zu erwerbenden amerikaniſchen Hartwinterweizen zu vermahle
der ſchon ſeither beſtehenden Beſtimmung, daß es ſich bei den AſechS,
Auslandsweizen nur um ſogen. Austauſchweizen handeln darf,
Dnzer
die neue Verordnung nichts geändert worden.

Landwirkſchaft und Ruſſengeſchäff.

is 3 U

Im Zuſammenhang mit den gegenwärtigen Erörterungc/ker 1
Zahlungsſchwierigkeiten wird auch der Gedanke erwogen, das
geſchäft und die Nuſſenkredite unter allen Umſtänden durch eine3
T
rung der ruſſiſchen Einfuhr nach Deutſchland zu ſichern. Im 1 L.
menhang mit den Kreditfragen haben die Ruſſen, wie die Lo
ſchaftliche Wochenſchau erfährt, der Befürchtung Ausdruck gegeM
durch die deutſchen Agrarſchutzmaßnahmen die ruſſiſche Einfuk.! Vo ge

ausgefü

lich erſchlagen werden könnte. Wenn von einer Steigerung des0 den B.
austauſchs in Rußland die Rede iſt, handelt es ſich alſo in erſt
um die Abſicht eine verſtärkten Einfuhr ruſf
Agrarerzeugniſſe nach Deutſchland. Daß eine derarti Waſ!
gerung der landwirtſchaftlichen Einfuhr völlig untragbar iſt, ſtell Awerſnadt,.
Zweifel. Zu welchen Folgen die Nachkriegspraxis der Handelll
alle Ausfuhrgeſchäfte der Induſtrie durch Zugeſtändniſſe auf lad
ſchaftlichem Gebiet zu finenzieren, geführt hat, iſt bei der gegenmle
Wirtſchaftslage der Landwirtſchaft offenſichtlich.. Soll ausgeren Tan
der gegenwärtigen Notzeit auch noch die Sicherung des Ruſſen!
durch die Beſiegelung des Ruins der Landwirtſchaft finanziert
Es handelt ſich letzten Endes auch bei einer etwaigen kritiſchen 9 Breitn
zung im Ruſſengeſchäft um die Folgen der auf Koſten der Eu
Landwirtſchaft getriebenen verfehlten Handelspolit
die Männer, die für die Hendelspolitik verantwortlich ſind, zuu R.A.
nicht rechtzeitig die Zuſpitzung der allgemeinen Wirtſchaftskriſe
haben und ſich heute noch gegen die unerläßlichen Notwehrmaß4
ſträuben, ſo haben ſie auch überſehen, daß der ruſſiſche Fünfjalche
durch die Zuſpitzung der Weltwirtſchaftskriſe ins Wanken gekomssU
weil er in ſeiner Erfolgsmöglichkeit auf eine intakte kapitaliſtiſch Mde,
wirtſchaft eingeſtellt war. So ſehr gerade die Landwirtſchaf:1fe Mer
überzeugt iſt, daß die Abkehr von den bisherigen Methoden de tiſſe 2
delspolitik ihren grundſätzlichen Ausdruck in der Abwendur
Weſten und von Ueberſee und in der konſequenten politiſchen Ge./
nach dem Südoſten und Oſten bis über den aſiatiſchen Kontinenk),
finden muß, ſo wenig kann es doch in Frage kommen, daß ein de schwein
handelspolitiſcher Shſtemwechſel nun wieder auf dem Rücken de
wirtſchaft eingeleitet wird.

Ferkelmarkt in Groß=Geran vom 21. Oktober. Auftrieb: 57Gſn
Ferkel koſteten 714 RM, pro Stück. Der nächſte Ferkelmcl
det am Mittwoch, 4. November, vorm. von 8.30 ab, auf dem Mall
hier ſtatt.

Kleine Wirtſchaftsnachrichken.

Die Aktienrechtskommiſſion des Zentralverbandes des U.
ken= und Bankiergewerbes hat ſich in einer gutachtlichen dlnten
rung, die auf Erſuchen des Reichsjuſtizminiſteriums
wurde, einſtimmig gegen einen generellen Aufſchub der SNNdey
termine ausgeſprochen.
Die Preisindexziffer der Metallwirtſchaft, MetallwiſſeAMa/
Metalltechnik ſtellte ſich am 21. Oktober 1931 auf 60,8 gegel.
am 14. Oktober 1931 (Durchſchnitt 1909/13 100), fiel a. /ſ
1.1 Prozent.
Die zwiſchen den Arbeitgeberverbänden und dem bete!
Gehilfenverband des Deutſchen Schneidergewerbes in Gosle FMdTINi
gefundenen Tarifverhandlungen mit dem Ziel einer Herab!
der Sonderlöhne für Spezialarbeit ſind geſcheitert. Die Aindch
ſätze waren ſo groß, daß eine Verſtändigung nicht möglict
Die erſt vor einigen Monaten in eine A.=G umgewadelst i
Rheingoldbrauerei vorm. J. Grosterlinden in Rheinhauf e M 4Be,
ihre Zahlungen eingeſtellt, und Antrag auf gerichtliches?
gleichsverfahren geſtellt. Die Verwaltung ſchlägt vor, das 2
RM. betragende A.=K. im Verhältnis von 2:1 zuſammen.4.
eine Wiedererhöhung iſt bis zum Betrag von 200 000 RM-R
vorgeſehen.
Die Gemeinnützige Wohlfahrtsgeſellſchaft m. b. H. in
furt a. M. iſt in Zahlungsſchwierigkeiten geraten und hat 230
auf Durchführung des Vergleichsverfahrens geſtellt.
Die Conſolidated Platinum Limited, deren Gründung * /
ſammenhange mit der Schaffung eines Plantinverkaufspoc,
ſchloſſen wurde, wurde in das Londoner Handelsregiſter 1
tragen. Das nominelle Kapital beträgt 1000 Pfund in
von 100 Pfund.

Die Schweizeriſche Lokomotiv= und Maſchinenfabrik
Winterthur, bringt mit Rückſicht auf die allgemeine Kriß‟
für das Geſchäftsjahr 1930/31 keine Dividende zur Ausſch.*
(i. V. 5 Prozent). Der Reingewinn betrug 660 000 SFr. (
Schweizer Franken.)

Zwiſchen Braſilien und Deutſchland
unterzeichnet worden.

Handelsw

4=Sitzer Opelwagen,
neuwert., bill. z. vk.
Motorrad wird in
Zhalg. genommen.
Riedlingerſtr. 41. pt

neuwert., 4/20.
wenig gefahren, Ia
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Gul. Tafelobet rad billz vt. S.

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tiusſtr
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zieh
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hüte
. Neue Herren=
ſtiefel
Gr. 42 zu vk.
Ohlrſtraße 40, I. (*

preisw. zu verkf. * Str. 35. Werk
Meſſeler Forſthaus.
6
1 neu. Gramm.
Herrenrad 15 Mk.,

Damenrad, w neu, ſpottbillig zu
Werkſtat=
mit
Gar. 40 Mk. zu
verk. Karlſtraße 14,/Eliſabethenſe
V
Laden. (15299

[ ][  ][ ]

Samskag, den 24. Oktober 1931

ſrnmer 295

Seite 13

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Roman von
Ernſt Klein

Croupier, der zum Schutz gegen das grelle Lampenlicht
üigt)ie Augen einen grünen Schirm trug, grinſte mit unver=
ſeivern
Spott zu dem Steward hinüber. Lilian ſtellte mit
euhnt ſchung feſt, daß der Mann jung war und ein hübſches,
Mekrniggs ihrem Geſchmack nach etwas zu weiches Geſicht hatte.
ehinß inn war nicht ſcharf, ſondern rund. Schade, dachte ſie
itc, ſonſt wäre er ganz nett.
ſe hatte ihre zwanzig Franks auf dieſelbe Nummer fünf
foß auf die der letzte Schein Charleys in den Beſitz des
eyan Gelatis übergegangen war. Der Croupier ſandte den
uimiball in das Rad. Er lief, tanzte, ſprang hin, ſprang
rnüt blieb endlich zitternd liegen auf Nummer fünf.
ſch habe gewonnen! jubilierte Lilian und geriet außer
hön Freude, als ihr der Auszahleroupier zu ihrem Scheine
cxhveitere ſechs Zwanzig=Franks=Chips ſchob. Der ganze
ſſchrickte den Kopf nach vorn. Das war der erſte richtige
zwin an dieſem Abend. Er blieb nicht der letzte. Eigentüm=
AhreGlück heftete ſich an den Satz der hübſchen, zierlichen
jeuurdeß. Sie konnte ſetzen, was ſie wollte, ſie gewann immer,
ſeen plein, ſei es gerade oder ungerade oder Bande. Der

mz Tiſch lief ihr nach, und das ſchöne Bouleſpiel, das für

imm Gelatis ſonſt ſo gewinnbringend war, verwandelte ſich
ſie traurige Verluſtangelegenheit. Selbſt Charley, der
jirter mannhaften Proteſten eine Anleihe von 100 Franks
tmaufdrängen laſſen, holte ſein Gelo und vieles andere
ryü Senſation! Der ganze Saal ſtrömte herzu.
ud plötzlich tauchte Herr Gelatis, ſeine dicke Zigarre zwi=
ein
en dicken Lippen, hinter den Spielern auf, die in fünf,
he keihen um den Bouletiſch herumſtanden. Ein, zwei Spiele
am and er ſo und rührte ſich nicht. Schaute nur. Dann
udn die vier Kinne, die Fettwülſte rund um Nacken und
ſns uterrot, und Herr Gelatis gab dem ſchlanken, eleganten
chuter ein gebieteriſches Zeichen.
ar junge Mann ſtreifte ſeinen Augenſchirm ab, legte den
MAuE af den Tiſch, verbeugte ſich, und zwar nur in die Richtung
hütan hin, und verſchwand. Ein anderer nahm ſeinen Platz
rrich ah Lilians Glück verſchwand ebenſo wie die Croupier.
iLeſen nahm Gelatis in ſeinem Arbeitszimmer jetzt in die
tſtzeßſinge. Was ſoll denn das heißen? ſchnaubte er wut=
unflyrant
. Sie koſten mich ja heute abend mindeſtens 20 000

Der Croupier lächelte. Es war ein feines, kultiviertes
Lächeln, das dem Jungensgeſicht einen ganz beſonderen Reiz
verlieh. Ich hatte heute das Bedürfnis, Herr Gelatis, an Ihr
Seelenheil zu denken. Ich malte mir aus, wie gut es für Sie
ſein wurde, wenn Sie dereinſt vor unſerem oberſten Herrn und
Richter darauf hinweiſen könnten: Ich habe die Leute nicht
immer betrogen. Ich habe ſie auch einmal gewinnen laſſen, viel
gewinnen laſſen!"
Das Rot in Monſieur Gelatis Geſicht ging in ein purpurnes
Schwarz über. Er gab Laute von ſich, wie wenn er nahe daran
wäre, zu erſticken. Sie werden ſofort Ihre Sachen packen!
Auf dem Tiſch ſtand eine goldene Kaſſette, die die beſten
Zigaretten enthielt, die hergeſtellt wurden. Sie trugen die be=
ſondere
Privatmarke des Herrn Gelatis und dufteten köſtlicher
als das köſtlichſte Roſenöl aus Schiras. Gelaſſen ſtreckte der
junge Croupier ſeine Hand aus, genehmigte ſich eine Zigarette,
rollte ſie zwiſchen den beiden Hanoflächen, klopfte ſie am Daumen=
nagel
ab, zündete ſie an und blickte mit ſeinem unſchuldigen
Lächeln in das Geſicht ſeines Chefs, dem tatſächlich im vollſten
Sinne des Wortes die Luft ausgegangen war.
Ich würde nicht ſo raſch handeln, ſetzte er dieſes Lächeln
in freundliche Worte um, denn bedenken Sie, wie ſchädlich es
nicht nur für Ihr himmliſches Seelenheil, ſondern auch für Ihr
irdiſches Renommee wäre, wenn ich ſo Knall und Fall vor die
Tür geſetzt, in meinem Kummer alle Geheimniſſe über Ihre
Spielſäle ausplaudern würde. Zum Beiſpiel, wenn ich den
Behörden von dem kleinen Apparat erzählte, der an meinem
Bouletiſch angebracht iſt, und den man, unſichtbar für das
Publikum, ſo manipuliert, daß der Ball immer nur auf die
Ziffer kommt, die am wenigſten geſetzt iſt. Ich könnte für
meinen Schmerz nicht garantieren. Ich bin, Herr Gelatis, ich
ſchwöre es Ihnen, ſonſt die Diskretion ſelbſt
Während er ſprach, hielt er ganz in Gedanken die kleine
Goldkaſſette in der Hand, klappte ihren Deckel auf und zu und
drehte ſich auf einmal wie von einer Feder abgeſchoſſen herum.
Hinter ihm wuchtete Kerim, drohend die beiden rieſigen Pranken
zum Zugreifen vorgeſtreckt. Ein Griff, aus dem es kein leben=
des
Entrinnen mehr gab. Gelatis geheimes Glockenſignal hatte
ihn herbeigerufen.

Die Fauſt des jungen Croupiers, die ſo weich und allzu
gepflegt ausſah, ballte ſich und ſchien vom Keller herauf nach
oben zu ſchnellen. Sie traf das ſpitze Kinn des Kabylen juſt
am richtigen Fleck. Es gab einen Krach, und Kerim, der 1,92 in
ſeinen Pantoffeln ſtand, ſchlug wie ein Stück Holz zu Boden.
Der junge Croupier blies ſich kühlend auf die Knöchel, und
Herr Gelatis ſtand da und riß Augen und Mund ſperr=
angelweit
auf.
Das runde Geſicht des Croupiers wandte ſich ihm wieder
zu. Dürfte ich um das mir zukommende Gehalt bitten? ſagte
er höflich und beſcheiden, wie es einem eben vor die Tür ge=
ſetzten
kleinen Angeſtellten geziemt.
Gelatis kniff die Aeuglein zuſammen und rollte ſein Fett.
Setzen Sie ſich! knurrte er den Croupier an.
Dieſer warf einen Blick nach Kerim zurück und zuckte die
Achſeln. Nun, fünf Minuten lang bleibt er noch liegen. Ich
hoffe, inzwiſchen haben Monſieur mir mitgeteilt, was Sie von
mir wünſchen.
Gelatis legte ſich über den Schreibtiſch ganz nach vorn, ſo
daß er dem Croupier in die lichtbraunen Augen ſchauen konnte.
Wenn er glaubte, ihn dadurch irgendwie beeindrucken zu können,
irrte er ſich. Dieſe braunen Jungensaugen blieben klar, und
je länger Gelatis ſtierte, deſto heller und vergnügter wurden ſie.
Was waren Sie früher? fragte der Chef.
Achſelzucken des Untergebenen. Ich habe vor etwa einem
halben Jahr die Ehre gehabt, in Ihr Etabliſſement aufgenom=
men
zu werden, kann mich aber nicht erinnern, Herr Gelatis,
mich in dieſer Zeit je einmal erkühnt zu haben, Sie danach zu
fragen, was Sie früher waren.
Gelatis ſchnellte zurück. Das iſt doch ein gewiſſer Unter=
ſchied
! dröhnte er.
Gewiß! Immer der Unterſchied, was ein Gentleman früher
war, und was er jetzt iſt. Ich glaube auch nicht, daß Sie meine
Vergangenheit intereſſiert, ſondern eher das, was ich in Zukunft
zu tun gedenke.
Gelatis maſſierte ſeine Kinne. Hm ! Mir ſcheint, ich
habe Ihre Fähigkeiten bis jetzt nicht genügend gewürdigt, mein
lieber Sorino! ſagte er mit einem nicht ganz geglückten Verſuch,
ebenſo liebenswürdig zu lächeln, wie der Mann, der vor ihm
ſtand. So iſt doch Ihr Name?
Ein Name iſt ſo gut wie der andere, nicht wahr? Es freut
mich aber, zu hören, daß Sie annehmen, ich ſei zu höheren
Taten berufen, als an einem Schwindel=Bouletiſch zu hantieren.
Keine Beleidigung gemeint, Herr Gelatis! Sie haben mir
irgendetwas vorzuſchlagen alſo bitte! Bis auf glatten Raub=
mord
iſt alles mit mir zu machen! Darf ich mir eine neue
Zigarette nehmen!
(Fortſetzung folgt.)

* Ganssmann
Wber der Hochschule)
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Heute Samstag abend (14201a

Wo gehen wir am Sonntag,
den 25. Oktober 1931, hin?
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abends 8½ Uhr, spricht und experimentiert
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Sonntag /DIpp0-Has
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Landestheater
Samstag
24. Oktober 1931 Zus.-M. vI2

KleinesHaus 2022.15 Uhr

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Tragikomödie von Gerh. Hauptmann
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Die Dubarry
Operette nach Millöcker von Mackeben
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Auf zur Kirohweihe nach Gross-Bieberau!
Sonntag, ab 4 Uhr
Tanz-MusiK der Kapelle Kohlbacher
Montag
abend Groher neger-Balt
ab 8 Uhr spielt die Flieger-Kapelle‟"
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Für prima Speisen und Getränke ist bestens gesorgt.
Es laden freundlichst ein
Der Gastwirt Heinr. Reinheimer u. die Segelflieger

Bahnhof-Hetel

Empfehle folgende Mittagessen für Sonntag:
Schweinekenle glaciert m. Rotkohl u. Kartoffeleroguettes, Dessert, Mk. 1.00
Roastbeef englisch m. pommes frites u. Leipziger Allerlei, Dessert 1.20
Heilbutt nach Hausfrauen Art mit Dampfkartoffeln, Dessert 1.50
Gespickte Rehkeule in Rahmtunke, mit pommes frites
und verschiedenen Salaten . . . . . . . . . Dessert 1.50
Huhn auf Reis mit Champignons . . . . . . . . . Dessert 1.70
1/, Wetterauer Ente. Salat u Compott u. Schloßkartoffeln, Dessert 1.70
GespickteHasenkenle m. Apfelcomp u. Kartoffeleroguettes, Dessert 2.00
Rheinsalm gekocht m. zerlass. Butteru Dampfkartotfeln, Dessert 2.20
Anschließend im Brauerei-Ausschank die bekannten auswahlreichen
Mittag- und Abendessen zu Mk. 0.70 / ½/, Liter Bier 30 Pfg.

Große deutſchnationale
Pähler=Verſammlung
Sonntag. 25 Oktober, 8.15 Uhr abends,
nder Woogsturnhalle. Saalöffnung 7 Uhr.
Es ſprechen:
Führer der Deutſchnat Reichstagsfraktion
Dr. Oberfohren, M d. R., über
iegserklärung an das Ehſtem Bräning
1der Stahlhelmtührer, Tandtagskandidat
Dr. Wolf, M d. L, über
Frontgeiſt gegen Marxismus

Restauration Bolle
Hochstr. 10. Heute Samstag, morgen Sonntag Nacht geöffnet. (*

Kunſtſchrift=Kurſus
(Laclſchrift)
Leitung: L. Becker, Schüler v. Prof. K. Koch,
Offenbach a. M.
(15308
Anmeldungen (auch Nichtmitglieder) umgehend an die Ge=
ſchäftsſtelle
der Vereinigung des Einzelhandels vonDarmſtadt
und Umgebung e. V, Ludwigsplatz 8 / Fernruf 716, erbeten.

Es sind wieder mehrere ganz einfache
Mietklaviere
zum monatlichen Mietpreis von Mk. 5. und Mk. 6.
frei geworden.
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Pianolager A. W. Zimmermann
Grafenstraße 21, nächst der Rheinstraße.

[ ][  ]

Seite 14

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Samstag, den 24. Oktober 1931

Morgen Sonntag, vormittag 11½ Uhr Fiim-Horgenſeier. Zum ersten Male

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Von den Alpen bis Vor die Tore Roms

(Italien 1)

Ein Kultur-Großfilm vom Institut für Kulturforschung, Berlin.
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Vorveilauf an der Heliakgage.

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Heute und folgende Tage
Eine Glanzleistung von Bild- und
Tonkamera.
Die sensationellste Tonfilmdarbietung
der Zeit
AfFiKA
spricht!
(Das Paradies der Hölle)
Ein Filmwerk, welches das wahre
Gesicht des rätselhaften dunklen
Erdteils zeigt, uns packt, erschüttert
und mitreißt im Banne des Erlebens.
wie kein ähnliches Werk zuvor:
Im Beiprogramm:
Jagdausflug im Sudan
und die Ufa-Tonwoche
Beginn 3.45, letzte Vorstell 8.20 Uhr.

Heute Samstag die mit Spannung
erwartete Premiere!
Der große historische Tonfilm der Ufa.

Heute und folgende Tage
Im groß. Stummfilm-Doppelprogramm
Donglas Fairbanks jr.
in dem spannenden Filmwerk:
Helden der Nacht
Ein Werk gewidmet den Männern.
die tagaus, tagein in Finsternis und
Gefahr ihr Leben aufs Spiel setzen.
Im II. Teil:
Der interessante Kriminal-Roman:
Das Geheimnis
im Schlafwagen
mit Osaf Oswalda und
Igo Sym.
Beginn: 3.30, 5.45 und 8.15 Uhr.

Hed uum Daleriahe Heschrier
Heule ab 8 Uhr Sonntag ab 5 Uhr
Grosses Konzert
Stimmung! Humor!
Taunusburg
Martini-Bar
verlängerte Polizeistunde
Mittwoch, Samstag und Sonntag
Dieburgerstr. 72
Telefon 266

Heute Samstag Metzelzuppe
Empfehle:
0.65
Wellfleiſch mit Kraut.
Wellfleiſch mit Schweinepfeffer . . 0.65
Mippchen mit Kraut .
065
0.45
Bratwurſt mit Kraut
Warme Leber= u. Blutwurſt m. Kraut 0.3:
(15306
Wozu freundlichſt einladet.
Franz Buttler
Untere Landwehrſtraße 62, Teleph. 3187,

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Heute Samstag, morgen Sonnlag
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Geflügel-Crem-Suppe (15282
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frites. Eis Dessert . . 1.80
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Tanz-Abend u. Mittwochs

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(Die letzten Tage vor dem Siebenjährigen Kries)
Regie: Gustav Ueicky. Musik: Willy Schmidt-Gentner.
Personenverzeichnis:

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in Dresden . . . Edwin Jürgensen
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