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Franfurt a. M. 4301.
Nummer 284
Diensiag, den 13. Oktober 1931. 194. Jahrgang
ſtädter und Natſonalbank.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illnſkrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
27 mm brelie Zelle im Kreiſe Dormſtadi 25 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 40 Reſchspfg. Rellamezelle (92 mm
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Finanz=Anzelgen 60 Reſchspfg. 92 mm breite
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zeiſe 300 Reſchemark. Aſſe Preſe in Reſchsmart
4 Doſſar — 420 Marl. — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streil uſw., erliſcht
En Erwartung der Regierungserklärung.
Kanzler will ſich heuke im Reichskag mit der nahionalen Oppofikion auseinanderſehen. — Die Ausſichken
es zweiten Kabinekts Brüning noch ziemlich unſicher. — Bis jeht nur die Bayeriſche Volksparkei
und die Chriſtlich=Sozialen für den Kanzler. — 20 Skimmen fehlen noch.
die durch die Sorge vor Neuwahlen mürbe gemacht und
gezwungen werden ſoll, gegen die Mißtrauensanträge zu ſtim=
Heuke wieder Reichskag.
men, alſo wohl mehr ein parlamentariſches Manöver als hohe
Politik. Im übrigen hängt einſtweilen alles von der
Dor der Kanzlerrede.
Rede des Kanzlers ſelbſt ab. Es wird für ihn
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
öir und vor dem Reichstag war am Montag ſchon ſtark
iatken, daß die parlamentariſchen Ferien zu Ende ſind und
ron dſenstag der Kampf um das zweite Kabinett Brüning mit
ſtümick einſetzt. Die meiſten Fraktionen hielten Sitzungen
biunichr informierenden Charakters, während ſie ihre
endgül=
bia Feſtlegungen noch zurückſtellen. Vor dem Reichstag machte
eßthn ſtarker Auftrieb, von Erwerbsloſen bemerkbar, die
ſye Erregung durch Beläſtigung der Abgeordneten
9n machten. Es ſcheint, als ob die Polizei dahinter ein
ür kin vermutet und mit der Möglichkeit kommuniſtiſcher
Zwi=
iüle rechnet. Jedenfalls iſt für den Dienstag die
Schutz=
ii wieder einmal auf höchſte Alarmſtufe geſtellt. Sie wird
ſummilich, da gleichzeitig auch der preußiſche Landtag ſeine
ehinurtgen wieder aufnimmt, alle Hände voll zu tun haben.
Ter Kanzler wird zunächſt nur eine kurze Erklärung
Adas neue Kabinett abgeben, die am Montag
nach=
iltgy im Miniſterium beraten wurde. Man rechnet nicht
da=
ſaes k7 45 ſie über den kritiſchen Punkt, das Wirtſchaftsprogramm,
ſtihrm zweis entſcheidende Einzelheiten bringt. Sie wird ſich
ver=
uckh auf Allgemeinheiten beſchränken und eine Rückzugsliuie
muite Dem Sachverſtändigenausſchuß ſuchen, den die
Reichs=
elung einberufen will. Nach einer kleinen Zenſur wird.
auf3 der Kanzler als der Verantwortliche für das erſte
nützſchen zurückgetretene Kabinett Brüning
u ausführlichen Rechenſchaftsbericht
er=
aoten, der in der Debatte am Mittwoch dann gleichzeitig
iu zut Erörterung ſteht. In dem zweiten Teil der Kanzler=
Efäung wird es vermutlich ſehr lebhaft werden, da Dr.
Brü=
lu ſich mit der Oppoſition auseinanderzuſetzen
eſuſichtigt. Die Regierung hat es ſehr geſchickt verſtanden,
mimdruck der Harzburger Kundgebung dadurch zu
paralh=
daß ſie in ihrer Preſſe einen großen Sturm wegen ein=
Aeußerungen des früheren Reichsbankpräſidenten Dr.
ſat einleitete. Dem Kanzler iſt damit wohl auch das
Stich=
tingeben. Ueber
die Ausſichken des Kabinekks
SchR!y jetzt wenig neues zu ſagen. Eine Klärung iſt nur nach
keite eingetreten, daß die Bayeriſche Volkspartei unter
In umſtänden für ein Mißtrauensvotum ſtimmen will. Dieſe
hunhn Stimmen hat alſo Dr. Brüning ſicher. Der
Vor=
ſt er Bayern richtete ſich vielmehr nur
ge=
einie Notverordnung, zu der ſie weitgehende
Ab=
htdrungsanträge zur Entlaſtung der Länder eingebracht
gun ſlle und es ſcheint, daß der Kanzler darüber mit ſich reden
ſſtewill. Jedenfalls iſt die Notverordnung ſelbſt zunächſt etwas
In Hintergrund getreten. Auch der Chriſtlich=Soziale
Volks=
enl der inzwiſchen durch den Zutritt des Abg. Lambach
Frak=
oi gärke erhalten hat, hat ſich mit dem Kanzler in Verbindung
ſe um beſtimmte Zuſicherungen zu bekommen. Die
Möglich=
tener Verſtändigung iſt recht wahrſcheinlich. Das bedeutet
mt entlaſtung für den Kanzler, dem dann allerdings immer
ch wanzig Stimmen fehlen, die er aus den drei Mittelparteien
Ealholen möchte.
Aia Inkſcheidung kann an wenigen Stimmen hängen.
„niſe dieſen Umſtänden iſt es von beſonderer Bedeutung, daß
furſchärfte Geſchäftsordnung, derentwegen
ſeiner=
iüdr Auszug der Rechten aus dem Reichstag erfolgte, am
eptag zum erſten Male in ihrer Anweſenheit
1=nwendung gebracht wird. Wenn alſo die
National=
diſlten oder Kommuniſten verſuchen ſollten, den Kanzler durch
Mtkun de Unterbrechungen aus dem Konzept zu bringen, dann
mars ihnen geſchehen, daß ſie dadurch ihre politiſchen Ausſichten
Yäöden. Denn eine Abweſenheit einer größeren oder
geringe=
f4hl oppoſitioneller Abgeordneter würde vielleicht ſpäter bei
ErIhſtimmung den Ausſchlag geben. Vorläufig iſt aber noch
W inmal über die Taktik der einzelnen Fraktio=
Alarheit geſchaffen.
Sozialdemokraken für Reichskagsauflöſung?
Nt einem verblüffenden Gedanken ſpielen die
Sozial=
iſkraten. Bei einem Teil von ihnen wenigſtens ſind
gungen im Gange, ob ſie es nicht wagen könnten, für
on der nationalen Oppoſition
angenom=
ekhn Antrag auf Auflöſung des Reichstags zu
im ua, damit dann eine Mehrheit für dieſen Antrag geſichert
äuennd die Reichstagsauflöſung ſofort erfolgen
üüit Ihre Begründung iſt ganz einleuchtend. Sie gehen davon
½ssh6 dieſer Reichstag über den kommenden Frühling hinaus
bechk icht am Leben erhalten werden könne, daß alſo Wahlen
mibühling unvermeidlich ſeien, und daß dann nach
eſlenWinter die Ausſichten der Sozialdemokraten noch
ungünſti=
uren als heute. Sie rechnen auch jetzt mit ſtarken
Ver=
ſtt würden aber dann den Nationalſozialiſten die Regierung
besſſen, um ſich ihrerſeits in der Oppoſition geſund zu machen.
1. der ſolchen Politik gehören aber Nerven. Sie kann ſich ſehr
ichtin ihrer Wirkung gegen die Sozialdemokraten richten. Wir
Eiſt deshalb mehr dazu, in dieſer ganzen Ueberlegung mehr
Arohung an die Adreſſe der Mitte zu erblicken,
darauf ankommen, ob es ihm gelingt, durch die
neue Regierungserklärung und durch ſein
gan=
zes Auftreten bei den einzelnen Abgeordneten
der Mitte das verloren gegangene Vertrauen
zurückzuerobern und dadurch die Stimmen zu
ge=
winnen, die ihm vorläufig noch an der Mehrheit
fehlen.
Abänderungsankräge zurNokverordnung
Die Bayeriſche Bolksparkei forderk Enklaſtung
der Länder.
Die Reichstagsfraktion der Bayeriſchen Volkspartei hat am
Montag die ſchon angekündigten Anträge zur Notverordnung
for=
muliert, von deren Schickſal die Fraktion ihre endgültige
Stel=
lungnahme zur Notverordnung der Reichsregierung abhängig
machen will. Die Aenderungsanträge betreffen acht
verſchiedene Punkte der Notverordnung und ſind
in einem Geſetzentwurf zur Aenderung der Notverordnung
zu=
ſammengefaßt worden, der am Montag im Reichstag eingebracht
worden iſt.
Nach den Anträgen der Baheriſchen Volkspartei ſollen die
Vorſchriften über die Aufnahme von Anleihen durch Gemeinden
und über die Umſchuldung kurzfriſtiger Schulden an Länder und
Gemeinden nur bis 1. April 1933 gelten. Bei der
Anleihe=
frage ſoll die Notverordnung keine Anwendung finden, wenn durch
Landesrecht ſchon eine entſprechende Regelung getroffen iſt.
Das=
ſelbe gilt für die Umſchuldung, wenn nach Feſtſtellung der
Lan=
desregierung für die Umſchuldung kein Bedürfnis beſteht oder ſie
auf andere Weiſe geſichert iſt. Die durch die Senkung der
Haus=
zinsſteuer den Ländern und Gemeinden entſtehenden Ausfälle
ſollen aus Reichsmitteln erſetzt werden. Im Finanzausgleich
ſol=
len den Ländern und Gemeinden für 1931 und 1932 die Steuern
in der Höhe gewährleiſtet werden, wie ſie auf Grund der Juni=
Notverordnung feſtgeſetzt waren. Weiter wird verlangt, daß die
Befugniſſe des Reichskommiſſars für die Siedlung auf Antrag
einer Landesregierung für das Landesgebiet einer anderen Stelle
übertragen werden müßten. Die Beſtimmungen über Spar= und
Girokaſſen ſollen auf Antrag einer Landesregierung für das
Ge=
biet des Landes ganz oder teilweiſe außer Kraft geſetzt werden
müſſen. Eine weitere Aenderung betrifft das Verfahren bei der
Schließung von Sammelſtätten ſtaatsgefährlicher Betätigung, wo
die Beſtimmung geſtrichen werden ſoll, daß der
Reichsinnenmini=
ſter die Aufhebung der Maßnahmen jederzeit anordnen kann.
Endlich wird verlangt, daß die durch den Antrag entſtehenden
Auf=
wendungen des Reiches aus den Münzgewinnen und aus den
Re=
parationserſparniſſen zu decken ſind.
Der Chriſtlich=Soziale Volksdienſt
erreicht Fraklionsſkärke.
Die Reichstagsfraktion des Chriſtlich=Sozialen Volksdienſtes
und der Volkskonſervativen Vereinigung, zu der als Gäſte auch
die deutſch=hannoverſchen Abgeordneten gehören, trat am Montag
im Reichstag zu einer politiſchen Ausſprache zuſammen. Der
Vor=
ſitzende, Abgeordneter Simpfendörfer (Chriſtlich=Sozial) erſtattete
einen längeren Bericht über die politiſche Lage — Wie mitgeteilt
wurde, iſt der Abgeordnete Lambach innerhalb dieſer
Fraktions=
gemeinſchaft in ein engeres Verhältnis zum Chriſtlich=Sozialen
Volksdienſt getreten und Mitglied der bisher 14 Abgeordnete
zählenden parlamentariſchen Gruppe des Chriſtlich=Sozialen
Volksdienſtes geworden, die damit auch eigene Fraktionsſtärke
er=
reicht hat. An ſeiner Zugehörigkeit zur Volkskonſervativen
Ver=
einigung ändere ſich dadurch nichts.
*
Die Reichstagsfraktion des Chriſtlich=Sozialen Volksdienſtes
hat nach längerer Beratung dem Reichskanzler durch ihren
Vor=
ſtand verſchiedene Fragen bezüglich der Regierungserklärung.
ſowie auch hinſichtlich der preußiſchen Perſonal= und
Kultur=
politik vorlegen laſſen. Sie hat dann den Bericht über die
vorläufige Antwort des Kanzlers entgegengenommen und ihre
Beratungen auf Dienstag vertagt.
Brüning ſucht die Entſcheidung.
Die Zentrumsfraktion des Reichstages trat am Montag
nachmittag zu einer Sitzung zuſammen. Reichskanzler Dr.
Brüning erſtattete einen ausführlichen Bericht über die geſamte
innen= und außenpolitiſche Lage, die Weltlage und vor allem
die Weltwirtſchaftskriſe und ihre Zuſammenhänge. Er wies
dabei auf den großen Ernſt der Stunde hin und ſchloß ſeine
Ausführungen mit der Forderung, daß die
Entſchei=
dung des Parlaments in dieſer politiſch
ſchwe=
ren und bedeutſamen Stunde unbedingt
her=
beigeführt werden müſſe, falle ſie aus, wie ſie
wolle. Die Fraktion ſprach dem Reichskanzler Dr. Brüning
vollſtes Vertrauen aus und ſagte ihre Unterſtützung bis zum
letzten Mann zu.
Währungsprobleme.
Von
Prof. Dr. W. Prion, Berlin.
I.
Die Goldwährung.
In einem zweiten Artikel wird Prof. Prion,
der hervorragende Währungstheoretiker, den von der
B.J.3. zur Diskuſſion geſtellten Plan einer
Welt=
währung behandeln.
D. Schriftltg.
Inmitten der großen Sorgen, die die Weltwirtſchaftskriſe
in faſt allen Ländern auslöſt, erheben ſich mit beſonderer
Deut=
lichkeit die Probleme der Goldwährung. England hat die
Ein=
löſung der Banknoten in Gold eingeſtellt; die nordiſchen Staaten
ſind dieſem Beiſpiel gefolgt; die deutſche Reichsbank kämpft
einen verzweifelten Kampf um die Erhaltung ihres Gold= und
Debiſenbeſtandes und erklärt daß ſie ſich einer Aufhebung der
Goldwährung widerſetzt. Dasſelbe ſagen die Niederländiſche
Bank und die Schweizeriſche Nationalbank, während Frankreich
und die Vereinigten Staaten als Beſitzer großer Goldmengen
einſtweilen ſich abwartend verhalten. Inzwiſchen ſetzen ſich die
Rückwirkungen aus der engliſchen Maßnahme der Suspendierung
der Bankakte vom Jahre 1844 fort: das engliſche Pfund erleid:t
einen Verluſt bis zu 20 Prozent, die deutſchen Börſen bleiben
geſchloſſen, auf den internationalen Warenmärkten treten
empfindliche Störungen ein, die engliſche Zahlungsbilanz beſſert
ſich durch Einſchränkung der Einfuhr und Forcierung der
Aus=
fuhr, und die Deutſche Reichsbank verliert trotz aller
Dediſen=
regelung in der letzten Septemberwoche nicht weniger als 230
Millionen Mark in Gold und Deviſen.
Daß unter dieſen Umſtänden das Problem der Währung
auch in der öffentlichen Diskuſſion immer wieder in den
Vorder=
grund tritt, kann nicht Wunder nehmen. Liegt ein Verſagen der
Goldwährung vor? Iſt das Gold als Währungsgrundlage
ent=
thront? Oder iſt es nicht jetzt die höchſte Zeit, die Währung vom
Golde zu trennen? Gibt es denn nichts Beſſeres, das einmal an
die Stelle, des Goldes zu ſetzen wäre und uns mit einem
Schlage von den Wirren und Nöten der Währung befreien
könnte? Genau wie in der Inflationszeit und insbeſondere zur
Zeit der beabſichtigten Stabiliſierung der Währung im Jahre
1923 ſo ſchwirren auch heute zahlreiche Projekte in der Luft (und
auf den Schreibtiſchen der Regierungen) herum, die uns eine
neue, beſſere und erfolgreiche Währung beſcheren wollen.
Wenn man in dieſer ſo wichtigen Frage klar ſehen und ſich
ein eigenes Urteil bilden will, dann darf man die folgenden
Grundtatſachen nicht aus dem Auge laſſen:
Das Erſte: es iſt wichtig, zu erkennen, daß ſeit
Kriegsaus=
bruch eine echte Goldwährung in keinem Lande mehr beſteht. Bei
einer echten (d. h. eigentlichen) Goldwährung ſorgt die
vor=
handene Goldmenge automatiſch für das „richtige” Verhältnis
zwiſchen der umlaufenden Geldmenge und dem durch den
Ver=
kehr bedingten Zahlungsmittelbedarf. Und zwar geſchieht das in
der Weiſe, daß das Gold — je nach dem Stande der Preiſe und
der Zinsſätze — von einem Lande in das andere ſtrömt und
ſomit Preiſe und Zinsſätze zum annähernden Ausgleich bringt.
Das Gold wird hierbei ſelbſt zur Ware, und zwar zu einer
Ware, die mit den geringſten Koſten und mit größter
Geſchwin=
digkeit zu transportieren iſt und außerdem in jedem Lande, das
dieſe Goldwährung hat, in Geld, d. h. Zahlungsmittel des
be=
treffenden Landes umzuwandeln iſt. Dieſer Ausgleich, der das
weſentliche Merkmal der international verbundenen
Goldwäh=
rung darſtellt, iſt nicht nur durch zollpolitiſche Maßnahmen im
internationalen Warenverkehr geſtört, ſondern auch durch eine
übermäßige Kreditgewährung — Ausdehnung des Notenumlaufs
— untergraben worden. Dazu kommt die in der Goldwährung
ſeit 1922 eingebaute Deckung der Noten auch durch Deviſen, was
in der Praxis nichts anderes bedeutet, als daß auf den Kredit,
den das deviſenbeſitzende Land dem deviſenſchuldneriſchen Land
gewährt, jeweilig ein neuer inländiſcher Notenkredit aufgebaut
wird. Da zudem das debiſenſchuldneriſche Land jederzeit damit
rechnen muß, daß die Deviſen in Gold umgewandelt werden, ſo
erhält auch dieſes Land ſelbſt wieder — zur Sicherſtellung ſeiner
Zahlungsfähigkeit — eine Reſerve in Oeviſen, auf denen ſich
dann wieder neue Kredite aufbauen können. Nicht zuletzt im
Zuſammenhang mit dieſer Umgeſtaltung der Goldwährung ſteht
die Entwicklung der kurzfriſtigen Kredite, die insgeſamt — in
den wichtigſten Ländern — mehr als 40 Milliarden Mark
be=
tragen und jetzt die Schwierigkeiten letzten Endes ſowohl in
England als auch in Deutſchland herbeigeführt haben.
Das Zweite iſt: daß auf Grund der internationalen Schuld=
und Reparationsverpflichtungen eine einſeitige und
unaufhör=
liche Drainage des Goldes nach den Gläubigerländern,
Frank=
reich und Amerika eingeſetzt und hier eine noch nie dageweſene
Anhäufung des gelben Metalls bewirkt hat. Der der eigentlichen
Goldwährung innewohnende Orang zum Ausgleich funktioniert
nicht mehr, weil dieſe Zahlungen ein Gegenſpiel im
Waren=
verkehr nicht mehr haben (der Gegenwert iſt im Krieg vernichtet
worden) und außerdem die Gläubigerländer dieſe Mittel
ent=
weder gar nicht oder auch wieder kurzfriſtig — ſtatt langfriſtig
— ausleihen. Nichts charakteriſiert die wirkliche Lage, in der ſich
die Goldwährung heute befindet, deutlicher als das in England
geprägte Wort: welch ein Unſinn liegt darin, das Gold an einer
Stelle aus der Erde zu gewinnen, um es an einer anderen
Stelle wieder in den Keller zu ſtecken!
Man ſieht: das Gold iſt nicht in erſter Linie und allein
ſchuld an der Entwicklung der Währungen. Dieſe iſt in erſter
Linie die Folge der Umgeſtaltungen, die ſich im internationalen
Zahlungs= und Warenverkehr dank einer beſtimmten Finanz=,
Kredit= und Handelspolitik ſo ausgebildet haben. Und hier
haben allein die Maßnahmen einzuſetzen, wenn die Kriſe
be=
hoben werden ſoll. Ebenſo verſtändlich iſt es, wenn man unter
ſolchen Umſtänden verſucht, durch beſondere Maßnahmen das
Funktionieren der Goldwährung ſicherzuſtellen, d. h. ſie im
End=
ziel aufrecht zu erhalten: die Stillhaltung der
Auslandsgläu=
biger und Debiſenregelung in Deutſchland, die vorübergehende
Außerkraftſetzung der Goldeinlöſung in England. Es ſind dies
alles Stützen der Goldwährung, die ſtützungsbedürftig geworden
iſt, weil die alten Grundlagen nicht mehr vorhanden,
beziehungs=
weiſe durchlöchert ſind. Sieht man die Dinge ſo an, dann
könnte man ſich nur ein Mittel denken, mit dem eine
Welt=
wehrung aufzuhauen wäre: gemeinſames Handeln aller Noten=
Seite 2
Dienstag, den 13. Oktober 1931
banken, wobei dann immer noch die Frage der inländiſchen
Verſor=
gung mit Gold und Kredit offen bliebe. Angeſichts der nun
ein=
mal eingetretenen Lage wird dieſer Weg, der zunächſt noch
wei=
ter von der echten Goldwährung fortführt, ſicherlich beſchritten
werden müſſen. Aber es iſt ebenſo klar, daß ein Gut, das die
Doppelfunktion des inländiſchen Zahlungsmittels und des
internationalen Austauſchmittels beſſer als das Gold erfüllen
könnte, nicht vorhanden iſt.
Teilkriſe in Preußen.
Rückkrikk des preußiſchen Finanzminiſters
Hoepker=Aſchoff.
Berlin, 12. Oktober.
Wie wir erfahren, hat der preußiſche Finanzminiſter Dr.
Hvepker=Aſchoff in einem Schreiben an den Innenminiſter
Severing, der zur Zeit den erkrankten preußiſchen
Miniſter=
präſidenten, Otto Braun, vertritt, am ſpäten Abend des
Mon=
tag ſeinen Rücktritt nachgeſucht.
Dr. Hoepker=Aſchoff.
Der Rücktrittsbeſchluß des preußiſchen Finanzminiſters
dürfte auf den Beſchluß der preußiſchen Regierung zurückgehen,
die Aufrückungsſperre für die Beamten wieder aufzuheben,
wo=
bei der Finanzminiſter keinen finanziellen Gegenwert ſieht, ferner
aber auch darauf, daß am Montag der Miniſter im
Landtags=
ausſchuß überſtimmt worden iſt. Der Ausſchuß hatte beſchloſſen,
daß der preußiſche Staat den Sparkaſſen= und Giroverbänden
weitere Summen im Zuſammenhang mit der durch die
Reichs=
notverordnung für dieſe geſchaffene Lage zur Verfügung ſtellen
ſoll. Dieſem Beſchluß war das preußiſche Kabinett beigetreten.
Der Finanzminiſter hat allem Anſchein nach geglaubt, die
Ver=
antwortung hierfür nicht tragen zu können.
Die Aufrückungsſperre in Preußen beſeitigk.
Berlin, 12. Oktober.
Wie wir hören, hat das preußiſche Kabinett in ſeiner
heuti=
gen Sitzung beſchloſſen, die Aufrückungsſperre für die
preu=
ßiſchen Beamten, die in der preußiſchen Sparverordnung vom
12. September 1931 verfügt worden war, wieder aufzuheben.
Amtlich wird dieſe Maßnahme damit begründet, daß das Reich
nicht, wie erwartet war, eine gleiche Sparmaßnahme für die
Reichsbeamten angeordnet hat.
Der Amtliche Preußiſche Preſſedienſt meldet hierzu: In den
Beſoldungsordnungen des Reiches und der Länder fand ſich
bis=
her die Beſtimmung, daß die planmäßigen Beamten und
Lehr=
perſonen, ſoweit ſie aufſteigende Gehälter oder Gehälter mit
Min=
deſtgrundgehaltsſätzen beziehen, bis zur Erreichung des
Endgehal=
tes ihrer Gruppe ſtets nach Ablauf von zwei Jahren in eine
höhere Stufe ihrer Gehaltsgruppe aufrückten. Die preußiſche
Not=
verordnung vom 12. September 1931 hat dieſen Zuſtand im
Rah=
men der ſonſtigen „Maßnahmen zur Sicherung des Haushalts”
dahin abgeändert, daß dieſe Zweijahresſpanne einmalig auf vier
Jahre verlängert wurde, daß alſo praktiſch ein Aufrücken der
Be=
amten um zwei Jahre hinausgeſchoben wurde. Dieſe Maßnahme
Rückſchau und Ausblick in der Literatur.
Immer wieder melden ſich Dichter und Schriftſteller oder
ſolche, die das eine oder andere zu ſein glauben, um etwas über
den Krieg, über das elementare Erleben, das die Welt noch auf
Jahrzehnte erſchüttert, etwas zu ſagen. Und wenn es derer auch
weniger werden, die wirklich etwas zu ſagen haben, das irgend
literariſchen oder welt= und lebensanſchaulichen Wert hat, ſo
klingt doch erfreulich oft aus den Auslaſſungen etwas heraus,
das „Seele” hat, das Saiten anklingen läßt, die wieder= und
mitſchwingen und aus den Jahren, die die Welt erſchüitterten
Erinnerungen aufleben läßt, oder Leſer, die das Erleben nicht
ſelbſt hatten, hineinreißt in den Bann der Tatſachen, die
Mil=
lionen zuſammenſchweißten und zu einem einzigen gigantiſchen
Willen zur Tat einten.
Wirklich Neues, wenigſtens in ſeiner Spezialiſierung und in
der zwingenden Art ſchlichter Schilderung, die voll dramatiſchen
Geſchehens iſt, bringt Fritz Weber in ſeinem Buche „Feuer
auf den Gipfeln”:). Ein Bericht über vier Jahre
ſüd=
tiroler Alpenkrieg. lieber das zähe und wechſelvolle Ringen um
die wichtigen Riegelſtellungen auf hohen Schneegipfeln, von
deren Halten oder Erobern vielfach die ganze Front abhängig
war. Die Männer, die hier im Ringen einander gegenüber
ſtan=
den, waren Kämpfer beſonderer Art. Sie mußten gerüſtet und
geſtählt, ſein gegen die Elementargewalten von Sturm und
Schnee und ſie mußten die Nervenkraft aufbringen, zu
verhar=
ren und den richtigen Zeitpunkt zu erfaſſen, wenn gegenſeitig in
Minengängen vorgegangen wurde, die dann in furchtbaren
ver=
nichtenden Sprengungen endeten, ſo daß mancher Gebirgsrieſe
ſein ſeit Jahrtauſenden getahrtes Antlitz in Sekunden durch
Menſchenwerk änderte. Um das Fort Verle, den Monte Cimone
und die Hermada ſchlingen ſich die beſcheiden ſchlichten
Schilde=
rungen, die doch fchließlich von unerhörter Erzählerkraft ſind
und dem Buche ein ganz ſeltenes Niveau verleihen.
Das letztere wird nicht erreicht in dem Buche eines
Lands=
mannes „Im Wirbel der Weſtfront” Karl Becker
Lar=
denbach?). Erich Wilhelm Schröter hat dieſes Buch mit guten
Zeichnungen illuſtriert. Der Verfaſſer iſt oberheſſiſcher Lehrer.
Seine Schilderungen, die wohl zum größten Teil aus
Tagebuch=
aufzeichnungen, Briefen und Erinnerungen beruhen, ſind meiſt
ſo perſönlicher Art, daß ſie das große gewvaltige Erleben, dem
man natürlich auch nicht mit kleinlicher Kritik beikommen kann,
nicht erfaſſen. Dabei kann gern beſtätigt werden, daß der Ver=
Vom Tage.
In ganz Schleswig=Holſtein haben am Samstag
Bauernkund=
gebungen ſtattgefunden, in denen, wie verlautet, von der
Erklä=
rung des Steuerſtreiks Abſtand genommen und lediglich
beſchloſ=
ſen wurde, daß alle Betriebsinhaber, die ſich nicht in der Lage
ſähen. zu zahlen, ohne den ererbten Hof preiszugeben, beim
Ge=
richt ſofort ihre Zahlungsunfähigkeit erklären ſollten.
Der Hauptausſchuß des Preußiſchen Landtages nahm am
Montag bei Stimmenthaltung der Regierungsparteien mit den
Stimmen der Rechten einen Antrag der Deutſchen Fraktion an,
der das Staatsminiſterium erſucht, auf die Reichsregierung
ein=
zuwirken, die ſofortige Reviſion des Youngplanes zu verlangen
bzw. die Einſtellung jeder weiteren künftigen Tributzahlung zu
veranlaſſen.
Severing erklärte in einer Rede in Dortmund, daß es
Auf=
gabe aller republikaniſchen Parteien ſei, die Machtergreifung durch
die Nationale Oppoſition unter allen Umſtänden zu verhindern.
Marſchall Pilſudſki iſt in Begleitung von Oberſt Woyczinſki
zu einem mehrwöchigen Aufenthalt nach Rumänien abgereiſt.
Der Berliner franzöſiſche Botſchafter Francois Poncet iſt in
Paris eingetroffen. Seine Reiſe wird mit der Bildung des
deutſch=
franzöſiſchen Wirtſchaftsausſchuſſes in Zuſammenhang gebracht.
Bei der am Dienstag beginnenden außerordentlichen
Völker=
bundsratsſitzung wird Deutſchland durch den Geſandten von
Mutius und den Direktor in der Oſtabteilung, Freih. v. Schön,
vertreten ſein.
Das bulgariſche Kabinett iſt zurückgetreten. Der König hat
den bisherigen Innenminiſter Muſchanoff mit der Neubildung
der Regierung beauftragt.
Der italieniſche Außenminiſter Grandi wird am 25. Oktober
nach Berlin reiſen, um den römiſchen Beſuch des Reichskanzlers
Brüning und Dr. Curtius zu erwidern.
Der italieniſche Außenminiſter Grandi wird auf Einladung
der Regierung der Vereinigten Staaten vorausſichtlich nach
einem Monat nach Amerika reiſen.
Hunderttauſend ſtaatliche engliſche Angeſtellte, darunter die
Poſtbeamten in Uniform, hielten im Hyde Park eine
Proteſtver=
ſammlung gegen die Herabſetzung ihrer Bezüge ab. Die
Kund=
gebung verlief ohne Zwiſchenfall.
wurde in der begründeten Annahme vorgenommen, daß die
Reichsregierung in ihrer Notverordnung eine für die
Reichs=
beamten gültige Beſtimmung gleichen Inhalts treffen würde.
Da die inzwiſchen veröffentlichte dritte Notverordnung des Herrn
Reichspräſidenten dieſe Beſtimmung nicht enthielt, glaubt die
preußiſche Staatsregierung dieſe Regelung nicht aufrechterhalten
zu können. Das preußiſche Staatsminiſterium hat deshalb in
ſei=
ner Sitzung vom 12. Oktober die Aufhebung jener Beſtimmung
beſchloſſen und ſomit die preußiſchen Beamten in bezug auf die
Aufrückungsverhältniſſe innerhalb der Gehaltsgruppen den
Reichs=
beamten wieder gleichgeſtellt.
Der 100-Millionen=Rediskonkkredit
der Heichsbant
von der B.J.3. um weitere drei Monake verlängert.
Der Verwaltungsrat der B. J.3. hat in ſeiner Sitzung am
Montag vormittag den 100=Millionen=Dollar=Rediskontkredit an
die Reichsbank, der bekanntlich am 6. November abläuft, um
wei=
tere drei Monate verlängert.
Der Verwaltungsrat nahm in ſeiner Vormittagsſitzung noch
Kenntnis von den Maßnahmen, die die BJZ. in ihrer
Eigen=
ſchaft als Treuhänder ergriffen hat, um die Anwendung der
Goldklauſel für den Dienſt der Younganleihe ſicherzuſtellen.
Die Deviſenverordnungen ſollen angeglichen werden
In ſeiner Nachmittagsſitzung hat der Verwaltungsrat der
B. J. Z. die im Laufe des geſtrigen Nachmittags und Abends
be=
gonnene allgemeine Ausſprache über die Währungslage, ſoweit
ſie in den Bereich der B. J. Z. eingreift, fortgeſetzt und am
Schluß ſeiner Verhandlungen eine Mitteilung hierüber
heraus=
gegeben, in der es heißt, daß der Verwaltungsrat die allgemeine
Währungslage einer Prüfung unterzogen und die Bankleitung
ermächtigt hat, die Vertreter der Zentralnotenbanken derjenigen
Länder zu einer Tagung nach Baſel einzuladen, in denen es
not=
wendig geworden iſt, Einſchränkungen des Deviſenhandels
vorzu=
nehmen. Es ſollen Mittel und Wege geſucht werden, die
Rege=
lung des Deviſenhandels in den einzelnen Ländern miteinander
in Einklang zu bringen, um ſo Nachteile zu vermeiden, die ſich
für dieſe Transaktionen zwiſchen den einzelnen Ländern ergeben
könnten. Aus den weiteren Mitteilungen der Bankleitung iſt
erſichtlich, daß der frühere Präſident der Bank der Niederlande,
Dr. Viſſering, der infolge ſeiner leidenden Geſundheit
zurückgetre=
ten iſt, gebeten wurde, ſeinen Sitz im Verwaltungsrat bis 31.
De=
zember 1931 beizubehalten. Dr. Viſſering hat dieſem Erſuchen
entſprochen.
faſſer ſich den ſcharfen Blick für Schwächen anderer gewahrt hat
und daß ſeine Kritik oft ins Schwarze trifft.
In ſcharfem Gegenſatz zu dieſem ſteht trotz gewiſſer
Aehnlich=
keit, die darin liegt, daß auch dieſer Verfaſſer einen kleinen auf
wenige Soldaten, guten und ſchlechten Kameraden beſchränkten
Ausſchnitt aus dem Ringen gibt, das Kriegsbuch von Liam
O=Flaherty, dem Roman „Die Beſtie erwacht”, den
Heinrich Hauſer recht gut verdeutſcht hat?). Ein ungemein
ſtar=
kes und eindringliches Buch, das in ſeiner faſt brutalen
Sach=
lichkeit, die bar auch des kleinſten Fünkchens weicher Lyrik iſt,
unſentimental bis zur Grenze des Erträglichen, den Krieg zeigt
in ſeinem Grauen, das zum Wahnſinn trieb. Den Krieg, der
Leidenſchaften aufpeitſchte, weil die, die in das Morden hinein
getrieben wurden, ſo ganz anders eingeſtellt, waren als der
deutſche Soldat. Ureigentlich ein Buch des nervenfreſſenden
Grabenkrieges in ſeinem ganzen unbegreiflich unſinnigen
Sinn.
Zwei Bücher dann, die nicht vom Kriege unmittelbar
er=
zählen, aber doch von einem der ſpannendſten und
intereſſante=
ſten Kapitel, von einem, deſſen letztliche Beurteilung auf
Wahr=
heit oder Phantaſie nur ganz wenigen möglich iſt: dem Kapitel
Spionage oder Geheimdienſt. Bücher, die umſtritten ſind, die
aber vielleicht gerade darum und weil ſie im beſten Sinne des
Wortes Abenteuerbüicher ſind, gern geleſen werden. Friedrich
Monka, deſſen Buch „Spionage an der Weſtfront” viel
Beach=
tung fand, ſchrieb „Achtung! — IIIB — Geheim!“”).
Offenbar Tatſachenſchilderungen. Eigene Erlebniſſe im Dienſt
des deutſchen Geheimdienſtes. Und doch Schilderungen von
ſtar=
ker dramatiſcher Spannung, wie gute Senſationsfilme. Fünf
Sondererlebniſſe ſind es im Grunde, aber ſie geben Ausſchnitte
aus den Kapiteln des großen Ringens, die oft ſo aufreibend
und entſcheidend waren. Den Spionagefall Menier erzählt der
Verfaſſer, in dem er ſelbſt aufklärend entſcheidend tätig war,
dann Erlebniſſe in der Entlarvung von Spioninnen und
ſchließ=
lich wie er ſelbſt in franzöſiſcher Uniform hinter die feindlichen
Linien gehen mußte, um ſelbſt zu ſpionieren. Ein Buch, das
feſſelnder noch iſt, obwohl nicht ſo reichen Inhalts als die
Ent=
hüllungen Deltours, der franzöſiſcher Kriegsrichter,
Ver=
trauter des franzöſiſchen Kriegsminiſters uno führender
franzö=
ſiſcher Politiker, und der ſchließlich das Haupt der deutſchen
Spionage in Frankreich war. Clement Deltour „
Enthül=
lungen” *). Die Schilderungen dieſes wechſelvollen Schickſals
eines Journaliſten, der 1914 ſchon tot geſagt wurde, ſind ſo
dielgeſtalten und romanhaft, daß die Lektüre bis zum Schluſſe
ſpannend bleibt. Von beſonderem Intereſſe ſind für uns die
neuen Beiträge zur Kriegsſchuldlüge und die dramatiſchen
uin Burnraf der Bansgemeinben.
Eine Entſchließung zur neuen Nolverordnung.
Berlin, 12. Oktober.
Der Geſamtvorſtand des Verbandes der preußiſchen
Land=
gemeinden faßte am Montag im Anſchluß an einen Vortrag
des Präſidenten, Dr. Gereke, eine Entſchließung, in der er den
Beſchluß des preußiſchen Staatsrates beitritt, wonach die Not=
Verordnungen des Reiches und Preußens in den einzelnen Vor
ſchriften mit der Verfaſſung nicht in Einklang zubringen ſeien,
den Rechtsboden verließen und Rechtsunſicherheit erzeugen
müßten. Der Verſuch der Reichsregierung, die
Wohlfahrts=
laſten der Gemeinden durch Erhöhung der Zuſchüſſe zu
erleich=
tern, ſei völlig unzureichend. Gegen die vorgeſehene Verteilung
der Mittel ſei ſchärfſter Widerſpruch zu erheben. Die Vorſchrift
daß von den 150 Millionen Reichsgeldern die Länder, Bezirke,
Fürſorgeverbände ſtatt wie bisher ein Drittel nur noch einm
Viertel erhalten ſolle, bedeute eine weſentliche Verſchlechterung, ſo
die um ſo unverſtändlicher ſei, als die Steuerkraft in den
Ge=
meinden verhältnismäßig am ſtärkſten geſunken ſei. Die durch
die Notverordnung vom 5. Juni geſchaffene Verfflichtung derſ
Länder, ihre Erſparniſſe bei den Gehaltskürzungen der
Staats=
beamten zur Erleichterung der Wohlfahrtslaſten in den Gemein=u
den zu verwenden, ſei durch die Notverordnung vom 6.
Okto=
ber wieder in Fortfall gekommen. Hiedurch würde die
Finanz=
not der Gemeinden zwangsläufig weiter erheblich verſchärf;
werden. Hinzu komme, daß die Reichsregierung die Einfühz
rung der Bedürftigkeitsprüfung in der Arbeitsloſenverſicherung
abgelehnt habe, weil die Prüfung angeblich mit dem Charakten
einer Verſicherung nicht zu vereinbaren ſei. Die Reichsregierun
überſehe, daß die Arbeitsloſenverſicherung ſeit ihrem
Beſtehe=
niemals einen reinen Verſicherungscharakter gehabt habe. Den
Geſamtvorſtand ſei angeſichts der kataſtrophalen Finanzlage des
Reiches und der Gemeinden der Auffaſſung, daß die bisherigeß
Dreiteilung der Arbeitsloſen in Verſicherte, Kriſenunterſtützte
und Wohlfahrtsempfänger nicht länger aufrechterhalten werden
könne, und daß eine vorübergehende Aufhebung der Arbeits
loſenverſicherung unter entſprechender Einſchränkung der
Tätig=
keit der Arbeitsämter nicht vermeidbar ſei. Ebenſo bezeichne
die Entſchließung die Veränderungen bei der Hauszinsſteue
als bedenklich, die die ohnehin zu kurze Finanzdecke der Ge
meinden und Gemeindeverbände weiter beſchneide und den
Laſtenausgleich zu Gunſten des Landes in n chteiliger Weiſ
beeinflußt.
Der Rückgang der ſteuerlichen Einnahmen, ſo heißt es weiter,
der in keiner Weiſe durch das Aufkommen aus den neuer
Steuern ausgeglichen wird, ſowie die erhöhten zwangsläufiger
Ausgaben, gefährden auf das ſchwerſte die Zahlungsfähigkei
der Gemeinden und machen damit jede kommunale Arbeit
un=
möglich. Der Geſamtvorſtand warnt daher vor einer Fortſetzun
des bisherigen Weges der Sanierung der öffentlichen Finanzer
andernfalls müßten die Landgemeinden die Verantwortung fü
alle Folgen des jetzigen falſchen und gefährlichen Finanz= un
Laſtenausgleichs ablehnen. Der Zuſammenbruch der Gemein
den iſt zu erwarten, wenn nicht das Reich wieder ſeine Pflichte
und Aufgaben uneingeſchränkt übernimmt.
Pekikionsausſchuß des Heſſiſchen Landkags.
Der Petitionsausſchuß des Heſſiſchen Landtags befaßte ſieſſtſch
am Montag nachmittag mit einer Reihe kleinerer Vorlagen. S0
wird die Regierung auf einen Antrag Weſp (3.) hin erſucht, ind
Intereſſe der Kurzarbeiter für beſſere Ausnutzungsmöglichkeite
der Eiſenbahnfahrkarten tätig zu ſein. — Auf eine Beſchwerd)
Süß (Frankfurt a. M.) gegen die Gemeinde Seeheim wird die Re/
gierung erſucht, auf die Gemeinde Seeheim einzuwirken, um dich
zwiſchen den beiden ſtreitenden Parteien anhängige Frage möcm
lichſt raſch aus der Welt zu ſchaffen. — Eine lebhafte Debatte en v0
ſpann ſich über die Eingaben und Anfragen der Fraktionen deswei
Deutſchen Volkspartei und des Zentrums des Gemeinderats Lanid.
pertheim gegen die Entſcheidung des Miniſteriums des Inner/ jal
in der Frage der Einführung eines Berufsbürgermeiſters für di emn
Gemeinde Lampertheim. Mit 5 gegen 3 Stimmen der Sozia /ℳ 4
demokraten wurde ſchließlich die Regierung erſucht, der Einfür nie
rung des Berufsbürgermeiſters für die Gemeinde Lamperthein
oke=
zuzuſtimmen. — Mehrere kommuniſtiſche Anträge bezüglich deihgsf
Erwerbsloſen= und Kriſenunterſtützung, der Auszahlung dei
Wohlfahrtsunterſtützung und der Stempelſtellen für die Arbeits
loſen wurden meiſt dahingehend erledigt, daß die Regierung er
ſucht wird, im Sinne der Anträge beim Landesarbeitsamt bzm,
bei der Reichsregierung zu wirken. — Ein kommuniſtiſcher And
trag auf Bereitſtellung von Siedlungsſtellen für Erwerbsloſt
wurde der Regierung als Material zur Verfügung geſtellt.
Zentrumsanträge auf Erlaß oder Ermäßigung der Zuckerſteuen
bei der notwendigen Verwendung von Zucker zur Weinverbeſſe),
rung bzw. zur Bienenfütterung wurden dahin erledigt, daß die
Regierung erſucht wird, erneut bei der Reichsregierung vorſtelliyen
zu werden, um wenigſtens eine ſtarke Ermäßigung der Steueſf Ve
zu erreichen.
Schilderungen der vielfach grauenvollen Schickſale der Auslär/an
der, vornehmlich der Deutſchen, in Frankreich. Vielfach erhärte Mral
fakſimilierte Dokumente die Wahrheit der Schilderungen.
Mehr und mehr auch kommen die Buchveröffentlichungen dell.
Kriegsgefangenen in Fluß. Unter dieſen ſind beſonders die vomrder
Intereſſe, die erzählen können von unternommenen und von ge9s
lungenen Fluchten aus den Gefangenenlagern, die ja meiſtens vowa
unerhörteſten Spannungen im abenteuerlichen Erleben waren. Dieſter
aber meiſt auch zeigten, daß gerade dem deutſchen Kriegsgefau mm
genen, dem es bekanntlich am ſchlechteſten erging, das Lebepau
hinter Gittern zur furchtbarſten Qual ward, der er trotz alleß zeie
Gefahren immer wieder zu entrinnen ſuchte, auch um der Au=ut
ſicht willen, nach gelungener Flucht wieder an die Front z6
müſſen. Zu einem der beſten und wertvollſten Bücher dieſer A=Ahn
zählt ſicher der Roman „Menſch unterm Knüppel” von
A. Schöneberg?). Zu den wertvollſten, weil es über die Fluch
ſchilderung hinausgeht, trübe und ſchöne Erlebniſſe noch erzäh, d
aus der Zeit, die der Flüchtling im beſetzten Rheinland, imiere
Dienſt der Amerikaner verbrachte und endlich die vielleicht furch Aſch
barſten des eigenen Verkanntwerdens, des Undanks und der Unc
vernunft der Auchpatrioten. Bis zum guten Ende. — Zu ſta ohl
betonte Tendenz hingegen beeinträchtigt Johannes Behrmanri/e
„Der Boche beißt ſich durch!‟ Die Schilderung der abend
teuerlichen Fluchtverſuche des Kriegsgefangenen 7). Die Stärls=
und der Wert dieſes Buches liegt mehr in den Schilderungeßn
der Verhältniſſe in den verſchiedenen Gefangenenlagern Frand
reichs überhaupt. Die wiederholten Verſuche Behrmanns, dich
Gefangenſchaft zu entrinnen, dauerten drei Jahre hindure4
Jeder mißlungene Verſuch brachte Strafen und ein anderes, veich
ſchärft bewachtes Gefangenenlager. Aber — der Boche beißt ſic,
durch und endlich gelingt die Flucht doch. Auf jeden Fall
auch dieſes Buch ein ſtarkes und freudiges Bekenntnis zu
Deutſchtum, zum Vaterland und ein Bekenntnis unerſchütte‟
lichen Glaubens an ſeine Zukunft.
Die letzte Kategorie der Kriegsbücher dann die politiſchen
wirtſchafts= und ſozialpolitiſchen Inhalts. Da iſt ein in ſeinn
Friſche und in ſeinem ehrlichen Bekennermut gutes Buch d‟
Italieners Mario Carli „Der Faſchiſt” (L’Italiano
Muſſolini) ein preisgekrönter Roman?). Ganz gleich, wie mal
ſich zu dem italieniſchen Fasciſten ſtellt und unbeſchadet dl
Tatſache, daß man ſicher nicht in allem mit dem Verfaſſer ein9
gehen braucht, iſt das gerade wegen der Ehrlichkeit, mit de.‟
auch die Schwächen des fasciſtiſchen Italieners gezeichnet wei=
Nummer 284
Dienstag, den 13. Oktober 1931
Seite 3
Die Reichsiegelmng gegen dr. Schlcht.
Zurückweiſung der Angriffe des ehemaligen Reichsbankpräſidenken Dr. Schacht
gegen die Polikik der Reichsregierung und der Reichsbank.
Wer kann heute noch wirtſchaften, wenn ihm durch den
Federſtrich der zahlloſen Notverordnungen, die heute wie=
Gerüchke um Schacht.
Keine Flucht ins Ausland.
Berlin, 12. Oktober. (Priv.=Tel.)
In Berlin waren am Montag vormittag Gerüchte in
Um=
ſo, daß der frühere Reichsbankpräſident Dr. Schacht ins
Aus=
ſo, und zwar nach Meran, geflohen ſei. Die Zuſammenhänge
I5ſ ſo konſtruiert, daß Herr Dr. Schacht auf der Tagung der
monalen Oppoſition in Harzburg ſchwere Angriffe gegen die
Mitik der Reichsregierung und die Politik der Reichsbank
er=
ſuen hat, die angeblich den Tatbeſtand des wirtſchaftlichen
Lan=
herrats erfüllten. Herr Dr. Schacht habe es daraufhin mit der
ſünſt bekommen, ſei unmittelbar nach ſeiner Rede in Harzburg
ſnden Zug geſtiegen, um ſich nach Meran in Sicherheit zu
ſungen.
Das iſt jedoch reine Phantaſie. Es iſt zwar richtig, daß Herr
jm Schacht am Sonntag abend von Harzburg nach dem Süden
ſphren iſt, ſoweit wir wiſſen, nach München, von wo er noch am
ſſntag vormittag mit Berlin telephonierte. Er wird ſpäteſtens
uDienstag vormittag wieder in Berlin ſein. Gegen ſeine
Mit=
helungen hat die Reichsregierung inzwiſchen ein Dementi
er=
aſn, das ſehr ungeſchickt formuliert war, weil es die Vorwürfe
„Fsuchts im weſentlichen beſtätigte. Trotzdem wird die Rede Dr.
suchts auch nach der Harzburger Tagung noch im Mittelpunkt
Ae Erörterungen ſtehen. Der Reichsfinanzminiſter Dr. Dietrich
iu offenbar das Gefühl gehabt, daß das Dementi etwas
ver=
ſünlückt war. Er hat daher in einer Preſſebeſprechung in außer=
„ mntlich ſcharfer Tonart die Ausführungen Dr. Schachts
zurück=
ieſen.
Schachts Harzburger Rede.
In der ſo viel kritiſierten Rede, die Dr. Schacht auf der
Mhung der nationalen Oppoſition in Harzburg am vergangenen
Wuntag gehalten hat, hatte er folgendes ausgeführt:
Die Tatſache, daß ein Wirtſchaftler ohne jede parteimäßige
Bidung heute vor Ihnen ſprechen darf, iſt ein weiterer Beweis
air, daß dieſe Veranſtaltung weit über den Rahmen einer
ateiveranſtaltung hinausgreift. In der Tat hat die deutſche
Süttſchaft an dem Enderfolg der nationalen Bewegung das bren=
„Teidſte Intereſſe. Was unter dem bisherigen Nachkriegsſyſtem
wirtſchaftlicher Subſtanz wie an wirtſchaftlichen Möglichkeiten
Tegeudet worden iſt, das läßt jetzt auch die produktiv gerichtete
Mtſchaft verzweifelt nach Errettung von dieſem Syſtem
verlan=
gel. Ich brauche Sie nicht mit Zahlen aufzuhalten, die Sie
täg=
qnachleſen können: eine Schrumpfung der Produktion um rund
in Drittel, eine Arbeitsloſigkeit, die mit ihren hohen Ziffern
Eu Dauerſcheinung wird, eine Verſchuldung im Inlande, die in
igich wachſenden Konkurszahlen zum Ausdruck kommt, eine
Ver=
ſſchndung an das Ausland, die eine Rückzahlung bei Fälligkeit
Auschließt,
dazu eine öffentliche Finanzwirtſchaft, von der ſelbſt der
Finanzminiſter nicht zu ſagen weiß, wovon ſie die nächſten
Nonate, ja Wochen, weiterleben will, weil die
Steuerein=
gänge dauernd zurückgehen, Ausgaben, die trotz Hoover=
Feierjahrserſparnis wachſen.
ſa einem Geldmarkt für kurzfriſtige Finanzierung iſt wegen
ſei=
ei völligen Erſchöpfung keine Rede mehr. Wahrlich, es iſt ein
(ueres Erbe, das die kommende Regierung anzutreten haben
„Giv. Dennoch wiegen ſchwerer als dieſe erſchütternden Tatſachen
n!”falſchen inneren Grundlagen des jetzigen Syſtems. Selbſt
rſtſein ein nicht zu erwartender äußerer Glücksfall eine
wirtſchaft=
gulltch Belebung und damit eine äußere Erleichterung bringen
Eint=”bnte, — anhaften würde dieſem Syſtem nach wie vor ſeine
Un=
he ehgkeit, ſeine Rechtsunſicherheit und ſein Mangel an
Hand=
usfähigkeit.
RA
vorſte
Wie oft haben wir in den letzten Tagen Verſprechungen
ent=
gegengenommen, die ſich als Seifenblaſen erwieſen, wie oft
ſind die wahren Zuſtände objektiv unrichtig dargeſtellt
wor=
den. Insbeſondere iſt unſere finanzpolitiſche Lage in
Wirk=
ſichkeit ſtets viel ungünſtiger geweſen, als ſie dem Publikum
uggeriert worden iſt, und iſt es noch heute. Unſere
auswär=
ſige Verſchuldung beiſpielsweiſe iſt weſentlich höher als ſie
im Baſeler Bericht dargeſtellt worden iſt. Aber niemand
wagt es, das öffentlich zu ſagen.
mn überſieht, daß die Unwahrhaftigkeit der ſchlechteſte Werber
„Vertrauen iſt, im Inland wie im Ausland.
der wie in den Zeiten der Inflation faſt jeden Bürger
zwangsläufig in Geſetzesverletzungen verſtricken, ſein
Eigen=
tum wegdisponiert wird zugunſten von Verpflichtungen,
die er gar nicht hat vorausſehen können, wie dies
beiſpiels=
weiſe im Falle der Garantie für die Golddiskontbank der
Fall war. Wie kann jemand noch eine wirtſchaftliche
Kal=
kulation aufſtellen, wenn ihm ſeine Unkoſten willkürlich von
politiſchen Faktoren beſtimmt werden!
Dr. Hjalmar Schacht,
Wir haben in Deutſchland keine dauernden Rechtsgrundlagen
mehr für die produktive Arbeit. Es iſt geradezu
bejammerns=
wert, wie wir überall in der Welt herumſchauen, ob nicht irgend
woher eine Hilfe kommt. Wer ſich nicht ſelbſt zu helfen verſteht,
dem kann auch kein anderer helfen.
Warum ich Ihre Aufmerkſamkeit auf ſolche grundlegenden
Fehler des Syſtems lenke, anſtatt bei den einzelnen Tatſachen
unſeres Elends zu verweilen? Weil es nicht zu poſitiven
Löſun=
gen hinüberführt. Es wird uns immer geſagt, wir möchten doch
einmal mit einem Programm herauskommen, wie es denn beſſer
zu machen ſei. Dieſes Verlangen zeigt, daß die jetzt Maßgebenden
das Problem völlig verkennen. Auch das beſte Programm, deſſen
ſich die jetzt Maßgebenden bemächtigen würden, müßte in ihren
Händen ſich zum Unheil auswirken.
Die Geſundung Deutſchlands iſt nicht eine Frage von
einzel=
nen Programmpunkten, iſt nicht eine Frage der Intelligenz,
ſon=
dern iſt eine Frage des Chazakters. Die Wiederherſtellung einer
dauernden Rechtsſicherheit, die Aufrichtigkeit in allen Fragen des
öffentlichen Lebens und der Wille zum eigenen Handeln ſind das
Entſcheidende. Es bedarf einer grundſätzlichen Umſtellung in
un=
ſerem Volke, dahingehend, daß jeder Einzelne, wo immer im
Pro=
duktionsprozeß er ſteht, verantwortlich iſt für den Erfolg des
Ganzen. Wenn das Wort Demokratie überhaupt noch einen Sinn
haben ſoll, ſo bedeutet es die Einordnung des Einzelnen
Unter=
nehmers, wie Arbeiters, unter die große Forderung des
Gemein=
nutzes. Uns hilft kein Zauberkunſtſtück, kein Gelddrucken und kein
Auslandskredit. Das Programm, das eine nationale Regierung
durchzuführen haben wird, beruht auf einigen ganz wenigen
Grundgedanken. Es iſt das Programm Friedrich des Großen nach
dem ſiebenjährigen Kriege: Sich feſt auf die heimiſche Wirtſchaft
ſtellen und aus dem heimiſchen Boden herausholen, was nur
irgend herauszuholen iſt, und im übrigen ſich für eine Generation
beſcheiden, ſparen und arbeiten. Dazu gehört nichts als Charakter,
als Selbſtvertrauen und Gottvertrauen. Wer für den Tag lebt,
wird das nie begreifen. Es gehört dazu der Glaube an die
Ewig=
keitswerte unſeres Volkes. Mit Borgen und Betteln iſt noch kein
Volk groß geworden. Nur durch geſchloſſenen nationalen Rückhalt
können Freiheit und Arbeit zurückgewonnen werden. Darum
wünſche ich aus heißem Herzen, daß dieſer nationale Sturmwind,
der durch Deutſchland fegt, nicht ermatten möge, bis die Wege
zur Selbſtbehauptung und zum Wirtſchaftserfolg wieder
freige=
macht ſind.
De änliche Ermſderung auf Schacls Angriſe.
Zu der Rede Dr. Schachts wird uns von zuſtändiger Stelle
mit=
geteilt, daß die in der Rede erwähnten Dinge, ſoweit ſie
tatſäch=
lich richtig ſind, der Oeffentlichkeit niemals verheimlicht worden
ſind. Sachlich ſei zu bemerken, daß die Inanſpruchnahme eines
Rediskontskredits zur Auffüllung des Gold= und Deviſenbeſtandes
der internationalen Uebung gegenſeitiger Unterſtützung der
Notenbanken entſpricht. Was die Auslandsverſchuldung betrifft,
ſo hat die Ueberarbeitung der noch nicht völlig abgeſchloſſenen
Statiſtik tatſächlich etwas höhere Zahlen ergeben, ohne daß ſich die
daraus zu ziehenden Folgerungen verändert hätten. Jedenfalls iſt
der Oeffentlichkeit nie verhehlt worden, daß ein Teil der Wechſel
des Reichsbankportefeuilles Finanzwechſel, nicht Warenwechſel
ſind. Bekanntlich mußten dieſe bei der Wiederingangſetzung des
Zahlungsverkehrs, insbeſondere zur Aufnahme der Auszahlung
bei den Sparkaſſen, hereingenommen werden. Dieſer Teil des
Wechſelportefeuilles wird ſich automatiſch verringern, ſobald ſich
die zurzeit normal geringe Zirkulationsgeſchwindigkeit des Geldes
nach Ueberwindung des derzeitigen Depreſſionszuſtandes wieder
erhöht hat. Daß dieſer Rückfluß funktioniert, ergibt ſich ſchon heute
aus der Tatſache, daß die Erhöhung des Notenumlaufs nicht
ent=
fernt die Höhe der Sparkaſſenauszahlungen erreicht. Die
Ver=
wendung von 150 Mill. RM. aus dem Münzgewinn des Reiches
zum Rückkauf eines Teiles der der Dresdener Bank übergebenen
Schatzanweiſungen iſt ebenfalls ein Schritt in der erwünſchten
Richtung.
Dielrich gegen Schacht.
Reichsfinanzminiſter Dietrich nahm am Montag vor
Preſſe=
vertretern gegen verſchiedene Ausführungen Stellung, die der
Reichsbankpräſident a. D. Dr. Schacht am Sonntag in Bad
Harzburg gemacht hatte. Er wandte ſich zunächſt
gegen die Erklärung Schachts, daß Deutſchland eine
Wäh=
rung habe, die nicht mehr dem regulären Warenverkehr
diene, ſondern nur noch dazu, die Illiquidität unſerer
Finanzinſtitute und der öffentlichen Hand zu verbergen.
Dieſe Erklärung Schachts bezeichnete Dietrich mit aller Schärfe
als unrichtig. Die Reichsbank ſei der öffentlichen
Finanzwirt=
ſchaft insbeſondere dem Reich niemals zu Hilfe gekommen. Das
Reich habe keinen Pfennig bei der Reichsbank
geborgt. Es ſei lediglich vorgekommen, daß
Schatzanweiſun=
gen der Länder in ganz geringem, überhaupt nicht in Betracht
fallendem Umfange bei der Reichsbank diskontiert worden ſeien.
Dies ſei auch allgemein bekannt. Falſch ſei auch, daß die
Wäh=
rung dazu diene, die Illiquidität der Zinanzinſtitute zu
ver=
bergen. Die früheren Schwierigkeiten gewiſſer Finanzinſtitute
ſeien durchaus bekannt. Um die Illiquidität der Dresdener
Bank, der Danatbank, der Sparkaſſen und anderer Banken zu
beheben, ſei ja die Akzeptbank mit einem Aktienkapital von 200
Millionen Reichsmark gegründet worden. Im übrigen ſei
dar=
auf hinzuweiſen, daß die Finanzwirtſchaft des Reiches nicht ſo
ſchlecht ſein könne, wie das Schacht dargeſtellt habe, da das
Reich 287 Millionen Mark ſchwebende Schulden allein bis zum
1. Oktober bereits zugezahlt habe.
Die Aeußerung Schachts, daß der Reichsfinanzminiſter
nichts zu ſagen wiſſe, wovon die öffentliche Hand die
nächſten Monate und Wochen weiterleben ſolle, ſei
unver=
antwortlich.
Der Reichsfinanzminiſter wiſſe ſehr wohl, wie er weiterkommen
ſolle. Schwierigkeiten beſtünden allein bei den
Ge=
meinden. Dieſe würden in der Oeffentlichkeit weit
übertrieben, zumal von den insgeſamt etwa 55 000
Ge=
meinden nur bei zwei= bis dreitauſend Schwierigkeiten
be=
ſtünden. Es ſei im übrigen feſtzuſtellen, daß eine ganze Reihe
von Gemeinden, die für den 1. Oktober das Reich um
Unter=
ſtützung erſucht hätten, auch ohne dieſe Unterſtützung ihren
Ver=
pflichtungen am 1. Oktober pünktlich nachgekommen ſeien.
Zu der Erklärung Schachts, daß die auswärtige
Verſchul=
dung Deutſchlands weſentlich höher als im Baſeler
Be=
richt angegeben ſei, wies der Reichsfinanzminiſter
darauf=
hin, daß es ſich bei den Auslandsverpflichtungen der
deut=
ſchen Privatwirtſchaft um außerordentlich ſchwierige
Feſt=
ſtellungen handele, die noch nicht abgeſchloſſen ſeien. Da
Schacht bis vor eineinhalb Jahren noch
Reichsbankpräſi=
dent geweſen ſei, ſo wäre es ſeine Aufgabe geweſen, die
Höhe der deutſchen Auslandsverſchuldung zu unterſuchen.
Die Verſchuldung (vor allem die kurzfriſtige) ſei tatſächlich
höher, als die Reichsregierung und die Reichsbank bisher
an=
genommen hätten. Es ſei deshalb durch Notverordnung
auf=
gefordert worden, die Auslandsſchulden anzugeben.
Zu der Aeußerung Schachts, man ſage nicht, daß das
Reichsbankportefeuille nur noch zu einem Bruchteil aus
reichsbankfähigen Wechſeln beſtehe, und daß man in die
Berechnung der Golddeckung einige 100 Millionen geliehene
Deviſen einbeziehe, die in Kürze fällig ſeien, erklärte
Dietrich, daß die Deviſenlage der Reichsbank niemals
ver=
ſchleiert worden ſei. Der Reichsbankausweis habe
regel=
mäßig die Angaben über die Diskontierung der Wechſel
de ein intereſſantes und — lehrreiches Buch. In der Form
vonanhaften Erlebens entſteht der fasciſtiſche Menſch aus altem
„Wbralen Geſchlecht und wie der Fasciſt lebt und wird, in
Wirt=
ſthat, Politik, Geſellſchaft und Beruf, das iſt intereſſant
ge=
ſthidert.
Zwei Bücher dann, die, wenn ſie Widerhall in der Welt,
A). in den Gehirnen und vielleicht auch Herzen derer finden
ſhüden, die dieſe ſchönſte aller Welten zur Zeit regieren, namen=
Wies Unheil der Menſchheit erſparen könnten: Hanns Gobſchs
„ahn=Europa 1934” eine Viſion?) und Karl Koſſak=
Aatenaus „Kataſtrophe 1940‟). Beide zeichnen in
„Flnmenſchrift ein Menetekel! Während der erſtere aber ſich
ſuuf beſchränkt, einen neuen Weltbrand bis zum Entflammeg
Fü zeichnen, geht Koſſak einen gewaktigen Schritt weiter und
troß „ Mat es, Deutſchlands Zukunft nach einem Weltbrand zu zeigen,
der G ſchier zu ſchön iſt, als daß man ſich dieſer Hoffnung
9,Rtünheit anzuſchließen vermag. Deutſchland diktiert der Welt
Be/ Frieden, rettet die Menſchheit aus einem Wahnſinn!
Immer=
wiy daß es in unſerer Zeit, in unſerem Deutſchland Männer
g9 die ſolche Träume zu träumen wagen, ſoll uns freuen. —
nereſſant übrigens, daß beide Verfaſſer den neuen Weltkonflikt
Zwchen Frankreich und Italien ausbrechen laſſen. Aus beiden
abt ſpricht eine vernünftig klare Erkenntnis der weltpolitiſchen
de ſzwohl wie der weltwirtſchaftlichen Konſtellation.
(Starker Glaube an den deutſchen Gedanken, an die Vernunft
damit an die Zukunft des deutſchen Volkes diktierte auch
A9 Buch, mit dem die Reihe abgeſchloſſen ſein mag: „Krieg
e Hunger”. Der Autor bleibt anonym‟). Die ſchwer=
„Wigende Frage, ob durch den Lohn= und Gehaltsabbau die in=
2Winiſche Kaufkraft derart vermindert werden kann, daß dadurch
Aüe Kriſe nur verſchärft werden muß, iſt im weſentlichen dem
Eynanhaft geſtalteten Stoff zugrunde gelegt. Wenn die Beani=
Mhytung der Frage hier auch etwas willkürlich geſchieht, was
AM Buch wertvoller macht als vielleicht langatmige wiſſenſchaft=
/99 Abhandlungen, iſt der Glaube an das Gute im deutſchen
Men=
ſihe, das ſchließlich auch aus der furchtbarſten Kriſe einen Aus=
Max Streeſe.
Nu findet.
Verlagsanſtalt vorm. G. J. Manz, Regensburg.
Verlag Wolfgang Schröter, Darmſtadt.
S. Finter Verlag, Berlin.
Frundsberg=Verlag G. m. b. H., Berlin.
Verlagsanſtalt Tyrolia, Innsbruck.
Adolf Klein Verlag, Leipzig S. 3.
Hanſeatiſche Verlagsanſtalt, Hamburg.
Fackelreiter Verlag, Hamburg.
Gerhard Stalling, Oldenburg.
Brunnen Verlag (Willi Biſchoff), Berlin.
* Ausſtellung in der Mannheimer Kunſthalle.
In der ſtädtiſchen Kunſthalle Mannheim wurde am Sonntag
vormittag die Ausſtellung „Schöpferiſche Kopien”, 1. Teil:
Gemälde, durch Dir. Dr. Hartlaub eröffnet. Der Titel der
Aus=
ſtellung weiſt darauf hin, daß es ſich um eine ganz beſondere
Ausleſe von Kopien handelt, ſtreng unterſchieden von den
Wer=
ken rein handwerklicher Kopiſten, deren Betätigung die Kopie
den ihr anhaftenden Beigeſchmack der Minderwertigkeit zu
ver=
danken hat. Die Ausſtellung übergeht bewußt jede aus
induſtriellen Motiven gefertigte Arbeit und wendet ſich nur
Wer=
ken zu, die gewiſſermaßen zum eigenen ideellen Gebrauch des
Künſtlers als Ausdruck einer Weſensverwandtſchaft mit dem
Schöpfer des Originals geſchaffen wurden. Man findet eine
Auswahl von Meiſterkopien, die — wie Dr. Hartlaub ſagte —
als einfühlende Nachbildung vergangener Kunſt ein
Bekennt=
nis zur Tradition, die geiſtige Rückverbindung eines Künſtlers
von Rang darſtellen. Aus der Zahl der ausſtellenden Künſtler
ſeien nur Namen wie Leibl,, Lenbach, Feuerbach Delacroix,
Liebermann, Corinth, Ramboux herausgegriffen. Hohes
Inter=
eſſe erweckte der Vergleich einer Kopie Gericaults mit dem
Ori=
ginal „Mater doloroſa” von Juſepe de Ribera. Man möchte dieſe
Gegenüberſtellung gewiſſermaßen als Ueberſchrift über die ganze
Ausſtellung ſetzen, da ſie in außerordentlich eindrucksvoller Weiſe
zeigt, was die Ausſtellung will. Als Fortſetzung folgt im
Dezem=
ber eine weitere Ausſtellung aquarelliſtiſcher, zeichneriſcher und
graphiſcher Studien nach alter Kunſt.
HI. W.
Joſef Leo Seifert: Die Weltrevolutionäre. — Von Bogomil über Hus
zu Lenin”. Amalthea Verlag, Zürich.
Dieſes Buch iſt aufwühlend und lehrreich zugleich. Für Seifert iſt
der Bolſchewismus längſt kein Rätſel mehr. Während andere die
be=
unruhigende Erſcheinung der ruſſiſchen Revolution, dieſen Rückfall in
die ſchlimmſte Barbarei, mit der Vorſtellung von einer Evolution der
Menſchheit von tieriſchen Anfängen zu inneren, reineren Geiſteshöhen
nicht in die Ideenwelt des Abendlandes einordnen konnten, weiſt der
Verfaſſer auf Grund der Kulturkreislehre nach, daß eine geiſtige
Ent=
wicklung der Menſchheit auf der Ebene der Triebe nicht möglich iſt. Die
Weltgeſchichte kennt keine gradlinige Aufwärtsentwicklung, ſondern nur
ein Oszillieren zwiſchen dem männlichen und weiblichen Pol der
Menſch=
heit, immer auf der Suche nach der Syntheſe, die — nach dem
Ver=
faſſer — „im Chriſtentum gegeben, aber immer wieder verloren” wurde.
Slawen, Romanen und Germanen ſtellen verſchiedene Menſchentypen
dar, von denen jede die ihr genehme Weltanſchauung auf Koſten der
anderen durchzuſetzen verſuchte. In der Reformation
emanzipier=
ten ſich nach der Auffaſſung des Verfaſſers der Adel und die
Ger=
manen, in der franzöſiſchen Revolution ſetzten ſich auf
Koſten des Adels die Städter und Nomanen durch, und
in den drei Aufſtänden der Slawen: den bogomiliſchen
Un=
ruhen im 10. Jahrhundert, dem Huſſitenſturm des 15. Jahrhunderts
und dem bolſchewikiſchen Umſturz des 20. Jahrhunderts, verſuchte der
Bauer und Slawe ſich zur Geltung zu bringen. In einer
bei=
ſpiellos reichhaltigen und umfaſſenden Darſtellung des geſamten, mehr
oder minder revolutionären Sektenweſens und ſeiner Gegenpole — des
Mittelalters und der ſlawiſchen Welt — zeigt der Verfaſſer mit einer
Kühnheit, die manchmal zum Widerſpruch herausfordert, die
Entwick=
lung der drei Richtungen (Adel und Germanen, Städter und Romanen,
Bauern und Slawen) aus drei verſchiedenen Auffaſſungen des
mani=
chäiſchen Dualismus. Der Aufruhr der Bogomilen reichte mit ſeinem
Wellenſchlag bis nach Südfrankreich und zerſtörte das ſoziale Gefüge
der europäiſchen Völker. Die huſſitiſche Revolution erſchütterte ganz
Europa. Der Bolſchewismus, die dritte und größte Revolution des
ſlawiſchen Bauernproletariats, endlich rüttelt an den Grundlagen aller
Kultur in der ganzen Welt. Moskau, der Führer Aſiens im Kampfe
gegen die Vorherrſchaft des „verderbten” europäiſchen Geiſtes? Euraſien?
Der Bolſchewismus eine neue Religion, ein Meſſianismus, eine neue
Heilsbotſchaft? Niemals! Jeder Gedanke an dieſe Vorſtellung hieße
Untergang des Abendlandes, bedeutete Vernichtung des europäiſchen
Gei=
ſteslebens. Flucht aus der Verantwortung. Eine eingehende Analyſe
der ſlawiſchen Kultur eröffnet die noch faſt unbekannte Welt des Oſtens
dem Verſtändnis des weſtlichen Menſchen Politiker und Gebildete,
denen die Erhaltung der Kultur unſeres Abendlandes am Herzen liegt,
ſollten an dieſem Werk nicht achtlos vorübergehen.
b—r.
Dieburg in Geſchichte und Dichtung. Eine heimatgeſchichtliche Sammlung.
(Verlag von H. Herrmann, Dieburg. Preis 1 Mk.)
Ap. Das Bändchen enthält auf 50 Seiten Beiträge aus Dieburgs
Ge=
ſchichte und Vergangenheit von Hans O. Becker, und dem verſtorbenen
als Hiſtoriker bekannten Dekan Ebersmann und eine
Gedichtſamm=
lung über das Gnadenbild in der Dieburger Wallfahrtskapelle, die in
verſchiedenen Jahrgängen des von Ebersmann herausgegebenen
Kirchen=
kalenders veröffentlicht worden ſind. Außerdem enthält das Buch eine
Anzahl humoriſtiſcher Gedichte in Dieburger Mundart von Franz
Herz=
an denen junge und alte Dieburger ihre Freude haben werden, und zehn
Anſichten von Dieburg.
Künſtler und Film. Band 1: Hans Albers das Märchen einer Karriere.
Von Hans Kafko. Mit 35 Bildern. Band 2: Marlene Dietrich.
Eine Eroberung der Welt in ſechs Monaten. Mit 45 Bildern. (
Ver=
lag von Ralph A. Höger, Berlin W. 10. Preis je 1,80 Mk.)
Der erſte Band ſchildert die Künſtlerlaufbahn von Hans Albers in
den ſechs Kapiteln: Wer iſt Hans Albers?. Hans Albers, ein Künſtler.
Hans Albers erzählt, wie er zum Film und zum Leben überhaupt ſteht,
und wo er ſich einmal ausruht. Albers=Anekdoten und Liebesbriefe an
Albers. Der zweite Band erzählt, wie Frau Marlene Dietrich Tochter
des preußiſchen Rittmeiſters von Loſch, die ſich urſprünglich als Sängerin
ausbilden wollte, von der Bühne, wo ſie von dem Filmſchriftſteller Joſef
von Sternberg entdeckt wurde, zum Film kam und, nachdem ſie als Lola
im „Blauen Engel” großen Erfolg gehabt, in kurzer Zeit durch
Verket=
tung von Glück und Verdienſt ein berühmter Filmſtar wurde. — Die
Sammlung wird fortgeſetzt.
Seite 2
Dienstag, den 13. Oktober 1931
Nummer 284
enthalten. Es ſei allgemein bekannt, daß die Reichsbank
auch nicht reichsbankfähige Wechſel diskontiert habe, um
auf dieſe Weiſe der notleidenden Wirtſchaft Kredite
zu=
zuführen. Der Umfang dieſer Diskontierung ſei allerdings
ganz geringfügig, wenn man die Höhe der
reichsbank=
diskontfähigen Wechſel berückſichtige. Man brauche zum
Vergleich nur die Lage der Bank von England
heranzu=
ziehen, um dieſe Geldpolitik der Reichsbank zu verſtehen.
In England würde aber wohl niemals ein früherer
Prä=
ſident der Bank von England Erklärungen ebgeben, die
eventuell geeignet ſeien, den Kredit ſeines Landes zu
ſchädigen.
Abſchließend wandte ſich Dietrich gegen die Nervoſität, die
in der Bevölkerung herrſche. Zu einer ſolchen Nervoſität liege
nicht der mindeſte Anlaß vor, da Deutſchland einen Ueberfluß an
wichtigſten Verbrauchsmitteln, (Brot, Fleiſch, Kohle, Zucker
uſw.) habe, die ausreichten, um das Volk bis ins nächſte Jahr
zu verſorgen. Er bedauere im übrigen, daß er gezwungen ſei,
gegen Dr. Schacht eine derartige Erklärung abgeben zu müſſen,
mit dem er jahrelang im beſten Einvernehmen
zuſammen=
gearbeitet habe.
Die Berliner Preſſe zur Harzburger Tagung.
Die Berliner Preſſe ſchenkt allgemein der Harzburger Tagung
die größte Beachtung, jedoch liegen eingehende Stellungnahmen
bisher erſt bei einigen Blättern vor, da viele Blätter ſich darauf
beſchränken, Stimmungsbilder, die je nach der politiſchen
Rich=
tung des Blattes ſehr verſchieden ausfallen, von der Tagung zu.
bringen. Stärkſte Beachtung finden die
Erklä=
rungen Schachts, die von einem Teil der
Blät=
ter auf das ſchärfſte abgelehnt werden. Das
„Berliner Tagblatt” bezeichnet Schachts Rede als
ver=
brecheriſch. Das „Acht=Uhr=Abendblatt” ſtellt die Frage: „Wird
man gegen ihn wegen Landesverrats vorgehen?” Während der
„Abend” die Rede Schachts als den ſchärfſten Angriff auf die
deutſche Währung, den deutſchen Kredit und die deutſche
Wirt=
ſchaft bezeichnet, der bisher geführt worden ſei. Seine Rede ſei
der Verſuch geweſen, die deutſche Mark zu werfen. Gegenüber
dieſen Anklagen gegen Schacht bemerkt der „Lokalanzeiger”,
Schacht habe eine ſcharfe und ehrliche Kritik an der jetzigen
Reichsbankpolitik geübt. Leſe man ruhig nach, was amtlich über
die Lage der Reichsbank verbreitet werde, dann könne man nur
ſagen, daß in weitem Umfange die Berechtigung der Kritik Dr.
Schachts durch dieſe Darſtellung zugegeben werde.
Zur eigentlichen Tagung nehmen nur der „Abend”, das
„Berl. Tagbl.” und die „D.A.3.” eingehend Stellung. Der
„Abend” ſchreibt: „Der deutſche Fascismus beginnt die Karten
aufzudecken. Für die Harzburger Tagung exiſtiert die
demokra=
tiſch=republikaniſche Verfaſſung nicht mehr, ſie ſind offen= und
erklärte Verfaſſungsfeinde. Dieſe Kundgebung iſt zugleich die
ſchlimmſte / Beſchimpfung der Mehrheit des Volkes, ſie iſt die
offene Deklaration, daß die Front des Fascismus der ſozialen
Reaktion der Unternehmerdiktatur bereitſteht, über das deutſche
arbeitende Volk herzufallen.‟ Das „Berl. Tagbl.” ſchreibt: „Es
gibt, das hat Harzburg bewieſen, eine Nationale Oppoſition,
die bereit iſt, das Kabinett Brüning gemeinſam zu ſtürzen,
Neuwahlen zu verlangen, die Aufhebung der Notverordnungen
zu fordern. Aber die Geſchloſſenheit reicht nur bis zum
Nega=
tiven.‟ Die „D.A.Z.” weiſt auf die Schwierigkeiten hin, die es
gemacht habe, die Tagung auf eine einheitliche Linie zu bringen
und ſchreibt dann: „Um ſo größer muß das Verdienſt
Hugen=
bergs angeſchlagen werden, dem es gelungen iſt, dieſe kleinlichen
Reibungen und Widerſtände zu überwinden und eine geſchloſſene
Kundgebung zuſtandezubringen. Der Geſamteindruck kann
da=
durch nicht abgeſchwächt werden, daß einzelne Teile der Rede
des früheren Reichsbankpräſidenten Dr. Schacht in der
Ber=
liner Linkspreſſe einen Sturm der Entrüſtung hervorgerufen
haben. Nun müßte es in dieſer Woche noch gelingen, das
Ka=
binett Brüning II zu ſtürzen, dann würde Geheimrat
Hugen=
berg an die Macht gerufen werden. Man kann ſagen, daß die
Staatsraiſon erfordert, die Rechte ſo ſchnell wie möglich, alſo
ſofort ans Ruder zu bringen. Im übrigen weiſt die „D.A.3.
darauf hin, daß die Harzburger Tagung der Nationalen
Oppo=
ſition ein eindrucksvoller und wichtiger Auftakt für die
Reichs=
tagsverhandlungen geweſen ſei.
Gewerkſchaftlicher Gegenſtoß
gegen die nakionale Oppoſikion?
Berlin, 12. Oktober.
Der Allgemine Deutſche Gewerkſchaftsbund teilt mit: „Die
Spitzengewerkſchaften aller Richtungen einſchließlich der
Beamten=
bünde kamen heute zu einer Beſprechung zuſammen. In erſter
Linie galt dieſe Beſprechung der Abwehr der Gefahren, die durch
die Umſturzpläne der Reaktion, insbeſondere fur die Lohn= und
Sozialpolitik, entſtanden ſind. Die Beſprechungen werden
fort=
geſetzt.”
Wie der gewerkſchaftliche Preſſedienſt weiter mitteilt, haben
ſich der Deutſche Beamtenbund und der Allgemeine Deutſche
Beamtenbund der Erklärung, die die Spitzengewerkſchaften gegen
das Manifeſt der Wirtſchaft abgegeben haben, angeſchloſſen.
Die Sihung der ſozialdemokrakiſchen
Reichskags=
frakkion.
Die ſozialdemokratiſche Reichstagsfraktion nahm am Montag
nachmittag den Bericht des Abg. Dr. Breitſcheid über die politiſch
Lage entgegen. In der ausgedehnten Ausſprache wurde mit Nach
druck darauf hingewieſen, daß die Zuſammenkunft der
ſogenann=
ten nationalen Oppoſition in Harzburg der geſamten arbeitenden
Bevölkerung die ungeheuren Gefahren aufgezeigt hat, die ihr vonſ
der Rechten drohen. Unter der Führung von Schwerinduſtriellen,
Bankfürſten und Hohenzollernprinzen hätten ſich dort alle Kräfte
vereinigt, die den Arbeitern, Angeſtellten und Beamten die
poli=
tiſchen Rechte rauben, ihre Lebenshaltung brutal herabdrücken,
Sozialgeſetzgebung und Tarifrecht vernichten wollen. In Harz
burg ſei aber auch die Loſung aufgenommen worden, wo
nach durch eine neue Inflation der gewerblich
Mittelſtand und die breiten Maſſen der kleine
Sparer und Rentner zum zweitenmal zugunſte,
der Schwerinduſtriellen und Großkapitaliſte
enteignet werden ſollen.
Die ſozialdemokratiſche Fraktion wird ihre Beſchlüſſe erſt fnſn
einer neuen Sitzung faſſen, die nach der Rede des Reichskanzlers
am Dienstag abgehalten wird. In einer Reihe von Anträge
fordert die Fraktion eine wirkſame Kürzung der großen
Pen=
ſionen und hohen Gehälter, eine Neuaufrollung der
Fürſtenabfindungen, die ſcharfe Kontrolle de
Banken= und Kartellweſens, die Belebung des
Bau=
marktes ſowie andere Maßnahmen zur Bekämpfung der Wir
ſchaftsnot der breiten Maſſen, insbeſondere durch eine ausre
chende Winterhilfe für Erwerbsloſe, Sozialrentner und alle au
deren Hilfsbedürftigen.
Ein Demenki der Deutſchen Volksparkei.
Die „Nationalliberale Korreſpondenz” wendet ſich gegen veu
ſchiedene Berichte, die von einer angeblichen Spaltung der Deu
ſchen Volkspartei ſprechen. Der Beſchluß, das Kabinett Brüniry deut
nicht zu unterſtützen, ſei vom Parteivorſtand und vom Reichsau/
ſchuß der Deutſchen Volkspartei mit ſtärkſter Mehrheit gefan
worden. Die Reichstagsfraktion habe ſich auf die Feſtſtellung 5e
ſchränkt, daß ſie ſich dieſe Beſchlüſſe zu eigen mache, ohne eine A.
ſtimmung vorzunehmen. Es ſeien lediglich Vermutungen, wern
trotzdem einige Blätter die Namen von volksparteilichen Abge
ordneten nannten, die angeblich eine andere Auffaſſung verträte
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Heute Nacht wurde, infolge eines Unglücksfalles,
mein lieber Mann, unſer guter Vater und
Schwieger=
vater
Herr Peter Back
aus unſerer Mitte geriſſen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Back und Kinder.
Darmſtadt den 12. Oktober 1931.
Dornheimerweg 34.
(14724
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 14. Oktober
1931, nachmittags 3 Uhr, auf dem Waldfriedhof, das
Seelenamt am Montag, den 19. Oktober 1931, 7 Uhr
in der St. Fideliskirche ſtatt.
Statt Karten.
Am 11. Oktober ſtarb im 88. Lebensjahre nach einem
arbeitsreichen Leben unſere gute Mutter,
Schwieger=
mutter, Großmutter und Urgroßmutter
Krüu eisnerBin gew.
geb. von Zangen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Plitt, Oberamtsrichter.
Darmſtadt, Butzbach, Groß=Gerau.
Die Beerdigung findet Dienstag, 13. Oktober 1931,
nachmittags 3 Uhr, vom Hauptportal des alten
Friedhofs aus ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Nachricht, daß heute mittag 31/ Uhr
meine liebe Frau, unſere gute, unvergeßliche
Mutter, Schweſier, Schwägerin und Tante
dlau aind Souel
geb. Hefermehl
plötzlich und unerwartet ſanft entſchlafen iſi.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Albrecht Jockel und Kinder.
Stockſtadt a. Rh., den 11. Oktober 1931. (*
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr ſtatt.
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Seite 5
Dienstag, den 13. Oktober 1931
gvertr
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 13. Oktober 1931.
Die zehn Haupkgewinne
aus der Lokkerie der Darmſtädter Werbewoche.
mtfielen auf nachſtehende Nummern:
114 876 — Auto,
90 569 — Schlafzimmer,
133 021 — Eßſervice,
98 134 — Waſchmaſchine mit elektriſchem Antrieb,
10 232 — Nähmaſchine,
101 218 — Beſteckkaſten,
99 145 — Herrenfahrrad.
83 017 — Staubſauger,
65 272 — Damenfahrrad,
81 725 — Gasherd.
Die Ziehungsliſte wird morgen Mittwoch in unſerem Blatt
veröffentlicht.
das Auslanddeukſchkum und die deutſche Winkerhilfe
Mit ſtärkſter Anteilnahme verfolgt das Auslanddeutſchtum.
as in den Kriegs= und Inflationsjahren der Heimat in ſo reichem
Naße mit Geld und Lebensmitteln geholfen hat, die deutſche Not
m Reiche. An eine umfaſſende Hilfsaktion kann ſelbſtverſtändlich
las Außendeutſchtum in dieſer Zeit nicht denken, da durch die
Veltkriſe auch die anderen Länder ſchwer zu leiden haben und
ſie Auslanddeutſchen in dieſen Ländern vielfach durch
nationa=
ſtiſche Maßnahmen ihrer Regierungen und Wirtsvölker doppelt
hwer betroffen werden. Trotzdem gehen dem Verein für das
deutſchtum im Ausland immer wieder Kundgebungen der
Schick=
alsverbundenheit und Mitteilungen über perſönliche
Hilfelei=
ungen des Außendeutſchtums für Angehörige in der Heimat zu.
Vie ſtark dieſes Gefühl der gegenſeitigen Notverbundenheit iſt,
ſas zeigt ein Leitaufſatz des „Bukareſter Tageblattes” über die
eutſche Winterhilfe. In dieſem Aufſatz wird unter Angabe der
entralen Hilfsſtelle auf die reichsdeutſche Not und die
Be=
nühungen der verantwortlichen Stellen und Perſönlichkeiten
hin=
ewieſen. Am Schluß des beachtenswerten Aufſatzes heißt es:
Dieſer Hilfeſchrei des deutſchen Volkes gilt nicht nur den
Volks=
enoſſen innerhalb der Grenzen des Deutſchen Reiches, ſondern
ilen Deutſchen, wo ſie auch leben. Jeder der deutſches Blut in
en Adern hat, muß ſich im tiefſten erſchüttert fühlen bei dem
An=
lick des entſetzlichen Elends, in das die Heimat ſeiner Väter durch
ine verruchte und kurzſichtige Wirtſchaftspolitik zum Schaden der
anzen Welt gekommen iſt. Es iſt nicht nur Menſchenpflicht zu
blfen, wo Kinder nach Brot ſchreien; es iſt die nähere
dflicht des Verwandten die Stammesbrüder
oor dem Verderben zu bewahren. In Rumänien,
enem Lande, das gerade durch die geringe Entwicklung ſeiner
Induſtrie und den Ueberfluß an Nahrungsmitteln einen Gegenfatz
z Deutſchland bildet, kann die Not nicht in ſo entſetzlicher Form
aftreten, wie in den rieſigen induſtriellen Steinwüſten
Mittel=
gropas. Deshalb ſoll ſich auch in unſerem Lande ein jeder
Deut=
her, mag er ſcheinbar auch in noch ſo beſcheidenen Verhältniſſen
ben, die Frage vorlegen, ob er nicht dort helfen kann, wo die
ſot am größten iſt.” In dieſen und ähnlichen Aeußerungen zeigt
ſh der Dank des Außendeutſchtums für die reichsdeutſche
Kul=
trhilfe wie ſie der V.D.A in jahrezehntelanger Arbeit
durch=
fhrt. Ein Wetteifer der Hilfsbereitſchaft zwiſchen den Deutſchen
hinnen und draußen! Wahrlich ein tröſtliches Bild in dieſer
Rit unerfreulicher Ereigniſſe.
Barth.
traße 2
Erledigt iſt eine Schulſtelle für einen Lehrer an der
katholi=
ſen Volksſchule in Neckarſteinach, Kreis Heppenheim.
lienſtwohnung iſt frei.
— Verſetzt wurde: Am 9. Oktober; der Amtsvorſtand des
ſorſtamts Groß=Gerau, Forſtmeiſter Wilhelm Henzel, in
glei=
der Dienſteigenſchaft in das Forſtamt Bad=Nauheim.
— Ausſtellung. In der Eingangshalle Dieburger Straße 6
ds Photogr.=Ateliers Lucie Gieſinger ſind zurzeit von Herrn
hechnungsrat Jungmann die in Paſtell gemalten Porträts der
hiden ſeinerzeit als beſondere Schönheiten bekannten Schweſtern
Anes und Anna Wisthaler ausgeſtellt.
— Oeſterreichs Kunſt im deutſchen Kulturleben. Ueber dieſes
Hema wird Herr Hofrat Dr.=Ing. e. h. Alexander Koch heute,
Denstag, abend in Wien im Rundfunk ſprechen. Der auf
be=
ſadere Einladung ſtattfindende Vortrag beginnt um 19,20 Uhr,
wrauf wir unſere Leſer beſonders aufmerkſam machen möchten.
Die Anthropoſophiſche Geſellſchaft Darmſtadt beabſichtigt,
u dieſem Winter je einen öffentlichen Vortrag im Monat zu
hingen. Wir laden zu den zwei erſten Vorträgen ein: Samstag,
dn 17. Oktober, Herr Dr. W. J. Stein: „Lohengrin in Sage und
Geſchichte . Dienstag, den 10. November, Herr E. Bindel: „Die
häyptiſchen Pyramiden als Zeugen vergangener
Myſterienweis=
hit”. (Siehe die Anzeige am nächſten Freitag.)
— Gotthelf Piſtor, der frühere Heldentenor des Heſſiſchen
Andestheaters, jetzt am Opernhaus in Köln, ein Schüler von
Pofeſſor Beines, hatte bei den diesjährigen Bayreuther
Feſt=
ſipelen als „Triſtan” und „Sigmund” großen Erfolg und iſt
dar=
hafhin von der Metropolitan=Oper in New=York für einige
Grſtſpiele verpflichtet worden. Piſtor befindet ſich zurzeit in
Anerika und gaſtiert mit außerordentlichem Erfolg in San=
Fanzisko mit Eliſabeth Rethberg, Dresden, und Maria Müller,
Krlin.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus.
denstag, 13. Okt.
19½—22 Uhr. E4. Die verkaufte Braut.
Preiſe 0.70—5.60 Mk.
Mttwoch, 14. Okt.
19½—22½ Uhr. B 4.
Preiſe 0.70—5.60
Die Ratten.
Annerstag, 15. Okt.
19, Ende nach 22½ Uhr „Tannhänſer. Ueber
einen Teil der Karten iſt verfügt. Gutſcheine
nicht gültig. Preiſe 0.70—5.60 Mk.
eitag, 16. Okt.
19½—221/ Uhr. D 5. Romeo und Inlia,
Preiſe 0.70—5.60 Mk.
Zmstag, 17. Okt.
15—17½ Uhr. Heſſenlandmiete 1,1 III,1
Die verkaufte Braut. Preiſe 0.60—4.80 Bk.
20—22¾ Uhr. G 2. Darmſt. Volksb. Gr. I—1V
Die Ratten.
Preiſe 0 70—5.60 Mk.
Snntag, 18. Okt.
18½ Ende geg. 213 Uhr. Heſſenlandmiete WV,1
Die Macht des Schickſals. Preiſe 0 80—6.40 Mr.
Kleines Haus.
20, Ende vor 22 Uhr. E geplagter Familier
enstag, 13. Okt. vatter. Preiſe 0 40—2 Mk.
Utwoch, 14. Okt.
20 Uhr Eröffnungsfeier der Darmſtädter
Volksbühne.
19½ —22 Uhr. Zuſatzmiete II1 2. Die Quadra=
Annerstag, 15 Okt. tur des Kreiſes. Preiſe 0.60—4.50 Mk.
eitag, 16. Okt.
20—22½ Uhr. Außer Miete. Vorſtellung zu
halben Preiſen. Martha. Preiſe 0.40—2.50 Mk.
EEmstag, 17. Okt.
20—21½ Uhr. Erſter Kammermuſik=Abend
des Schnurrbuſch=Quartetts Pr. 0.70—2 — M.
11½ Ende geg. 13 Uhr Schule für rhyihmiſche
Gymnaſtik d. Städt. Akademie Darmſtadt 1 u 2M.
enntag, 18. Okt 20—22 Uhr. T Gr. 5, 6, 7 u. 8
Preiſe 0.60—4 50 Mk.
Marquerite: 3.
Heſſiſches Landestheater. In der heutigen Aufführung
ie verkaufte Braut” ſingt den Hans Joachim Sattler,
Kezal Theo Herrmann. — Die Oper bereitet vor:
las Mädchen aus dem goldenen Weſten” von
Mcini. Muſikaliſche Leitung: Dr. Hans Schmidt=Iſſerſtedt;
Nzenierung: Rabenalt=Reinking. — Das Schauſpiel
be=
kitet vor: „Die heilige Flamme” von Maugham,
ader Inſzenierung von Guſtav Hartung,
„uit Burmſtter
Verein für Ortsgeſchichke und Heimatkunde.
344. Veranſtaltung.
Zu einem Abend mit Walter Schweter hatte ſich die
„Alt=Darmſtadt”=Gemeinde zuſammengefunden. Der
ſinnige Beobachter und warme Heimatſchriftſteller, der ſchon vielen
hin und her in unſerem Vaterlande kein Fremder iſt und deſſen
Neuerſcheinungen immer mit Freuden begrüßt werden, iſt
nun=
mehr mit einem Volksſtück in vier Aufzügen, betitelt „Das
Schützenfeſt” an die Oeffentlichkeit getreten und las dasſelbe
in „Alt=Darmſtadt” vor einem zahlreichen Zuhörerkreis.
Das Stück ſpielt in der Gegenwart. Der Ort der Handlung
im erſten Teil ſind die Rheinanlagen einer kleinen rheiniſchen
Stadt, unſere ſogenannte neue Zeit ſteigt im plaſtiſchen Bilde
herauf. Als Vertreter des ehrſamen Handwerks ein
Zimmer=
meiſter vom guten alten Schlag, dazwiſchen Abgebaute, die ſich
über die Zeitnöte unterhalten. Allerlei Volkstypen treten dabei
auf, ein Hauſierer, eine Arbeiterfrau, der Bürgermeiſter des
Ortes und dann als markante Zeichen der Zeit, Züge von
Jugend=
gruppen. Parteiguppen aller Schattierungen, die im ſtarken
Gegen=
ſatz zueinander ſtehen und ſich im Kampfe herausfordern, ſo daß
das Trennende in unſerem Volksleben dadurch ſtark zutage tritt.
Daneben wieder ſtark blaſierte Reiſende, die ſich nicht in die Zeit
mit ihren Kämpfen und Nöten hineindenken können.
Den zweiten Teil verlegt der Autor nach der alten
Muſen=
ſtadt Heidelberg, wo ſich aus Anlaß des Richtfeſtes beim
Neubau des Univerſitätsgebäudes Vertreter der Studentenſchaft
und des Handwerks finden und nach altem Brauch dasſelbe
ge=
meinſam begehen und in harmoniſchem Zuſammenfeiern zeigen,
daß zwiſchen dem Geiſtes= und Handarbeiter keine Scheidewand
beſteht.
Der dritte Aufzug ſpielt wieder in den Rheinanlagen des
Städtchens, wo ſich durch Zeitſtrömungen ſtarke Gegenſätze
aus=
wirken, die ſcheinbar unſer Volk zu trennen ſuchen, die der Dichter
aber im vierten Aufzug bei dem großen Schützenfeſt, das in dem
Städtchen gefeiert wird, fein zu überbrücken verſteht, und wo aus
dem ſchlichten Handwerkerſtand der Mann kommt, der die Parteien
zur Verſöhnung aufruft, und wo man ſich in brüderlicher Treue
über die ſcheinbaren Zäune die Hände reicht und ſich unter dem
Heimatgedanken findet, wobei das Stück ausklingt in dem Liede:
O Heimat, o Heimat, wie biſt du ſo ſchön,
Wenn alle im Lande ſich wieder verſteh’n,
In Freud und in Leid miteinander ſtets geh’n,
O Heimat, o Heimat, dann biſt du erſt ſchön!
Das ganze tritt dem Hörer als eine ſtarke lebenswahre
Hand=
lung entgegen, die aus der Not unſerer Zeit herausgeboren iſt.
Die führende Geſtalt, ein Zimmermeiſter Helbach, tritt uns als
ein Mann voll Kraft, ſchlicht und klar mit offenem Blick für die
Zeitſchäden entgegen, der in jedem ein Glied der großen
Volks=
gemeinde ſieht, und der mit allen Faſern an der Heimat hängt
und deshalb zur Einheit und zum ganzen Zuſammenſchluß für
Heimat und Volk aufruft.
Durch die feine Art der Darbietung verſtand der Redner,
ſeine Zuhörer bis zum Schluß mitzuziehen und in einer
aufſtei=
genden Spannung zu halten. Er gab in dem Rahmen dieſes
rheiniſchen Volksſtückes, das aber überall heute in unſerem
Vater=
lande hineinpaßt, ein Spiegelbild unſerer Zeit, und der Zug, der
hindurchgeht, ſagt, daß nicht Freiheit und Gleichheit uns retten,
daß aber Brüderlichkeit nottut. So iſt das Stück immer mit
Span=
nung geladen. Es iſt Leben und Betrieb drinnen, auch einen
guten heiteren Einſchlag birgt es in ſich, es iſt immer etwas los
und gut volkstümlich.
Reicher Beifall lohnte den Redner, und der Vorſitzende, Herr
Philipp Weber, konnte in ſeinen. Dankesworten an den
Redner dem Stück eine gute Wegfahrt durch unſer Vaterland
wünſchen, weil es lebenswarm und heimattreu iſt. Beſonders jetzt
in der Spielſaiſon des kommenden Winters iſt das Volksſtück allen
Vereinsbühnen in Stadt und Land warm zu empfehlen, weil es
bühnenwirkſam iſt und weil die Geſtalten, die darin auftreten,
gegenwärtige Menſchen ſind.
Heute, wo vielfach bei den Vereinsbühnen die Frage, was
ſollen wir ſpielen? oftmals zur Not geworden iſt und weil wir
nicht überreich an guten Heimatſtücken ſind, iſt die
Neuerſchei=
nung des „Schützenfeſt’s” eine hochwillkommene Gabe, und kann
dasſelbe nur warm empfohlen werden.
Nächſte Veranſtaltung am 22. Oktober. Es ſpricht Herr
Bür=
germeiſter i. R. Otto Lerch über „Bubenleben im
Winer=
viertel in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts”
Das
Darmstädter Fahrplanbuch
(Winter-Ausgabe) ist
in allen bekannten Verkaufsstellen zum Preise von
80 Pfennnäg
erhältlich.
40jähriges Clubjubiläum.
* Der Club Fröhlichkeit wurde vor 40 Jahren
ge=
gründet. Damals ahnten die Gründer nicht, wie nötig es einmal
ſei, den Kopf hoch zu behalten und trotz allem ſich ſeinen
Froh=
ſinn nicht rauben zu laſſen. Lange Beratungen im Club, ob
man in der jetzigen ſchweren Zeit das Jubiläum begehen ſolle,
führten zu dem Reſultat, daß es wohl berechtigt iſt, den
Mit=
gliedern bei einigen frohen Stunden die Möglichkeit zu geben,
die Sorgen des grauen Alltags etwas zu vergeſſen, zumal die
Ziele des Clubs die Pflege der Geſelligkeit und des
Zuſammen=
haltens ſind. Man beging alſo die Feier in ſchlichtem Rahmen
in dem hübſch geſchmückten Mathildenhöhſaal, der ſo ſtark beſucht
war, daß kein Platz mehr frei war. Nach der Eröffnungsmuſik
— die ſehr gute Kapelle ſtand ebenſo wie der Männerchor unter
Leitung des Ehrendirigenten Sturmfels — trug der
Männer=
chor des Clubs unter ſeinem Dirigenten zwei ſehr hübſche,
an=
ſprechende Chöre vor. Der 1. Vorſitzende des Clubs, J. H.
Böcking begrüßte die Erſchienenen herzlich und wies auf die
Ziele des Clubs hin. Anſchließend brachte des
Mundharmonika=
orcheſter unter Leitung des Dirigenten Guth einige Muſikſtücke
zu Gehör. Ein Mitgründer des Clubs, Herr Caprano nahm
die Ehrung verdienſtvoller Mitglieder vor; und zwar
über=
reichte er Ehrenbriefe dem Ehrendirigenten Sturmfels und dem
erſten Vorſitzenden Böcking. Den Schluß des Unterhaltungsteils
bildete die Aufführung der dreiaktigen Operette „Meine
Herzens=
königin” unter der Regie des Clubvorſitzenden. Die nette
Ope=
rette vermittelte den Zuhörern viel Freude. Regie und
Dar=
ſteller gaben ſich mit Erfolg große Mühe, das Theaterſtück flott
und lebendig zu ſpielen. Mit dem Bewußtſein, einige frohe
Stun=
den im Kreiſe Gleichgeſinnter verlebt zu haben, trennte man ſich
in ſpäter Nachtſtunde
I. Hausfrauen=Nachmittag im Orpheum. Mit einer ſehr
be=
liebten Neueinrichtung, wie ſie in Großſtädten ſchon ſeit längerer
Zeit großen Anklang findet, beginnt das Orpheum morgen,
Mitt=
woch verſuchsweiſe in Form eines ſogenannten Hausfrauen=
Nachmittags — Es ſoll hierbei der Hausfrau, die durch ihre
vielſeitige Verpflichtung abends nicht in der Lage iſt,
abzukom=
men. Gelegenheit gegeben werden, Mittwochs=Nachmittags von
der häuslichen Arbeitslaſt auszuruhen und ein paar Stunden
wohlverdienter Abwechlung des täglichen Einerleis zu finden.
Da=
mit recht vielen Hausfrauen dieſe Freude zuteil werden kann, iſt
der Eintrittspreis ganz außerordentlich niedrig, 80 Pfg. für
alle Plätze. — Außerdem erhält jedes 50. gelöſte Billett eine
Prämie in Form einer Flaſche Sekt (Schönberger Cabinett) im
Werte von 5 RM. — Zur Aufführung gelangt ungekürzt das
Volksſtück in ſechs Bilder: Mein Leopold” von L’Arronge.
Man benütze den alleinigen Vorverkauf im Kiosk am Paradeplatz.
(Siehe Anzeige.)
Hausfrauenbund. Unſere Mitgliederverſammlung iſt heute
nachmittag 4 Uhr in der „Krone” Schuſtergaſſe. Es findet ein
Vortrag ſtatt „Die Rote=Kreuz=Schweſter als Hilfe der deutſchen
Frau über See”, Referentin: Frau v. Oidtmann. Dieſer Vortrag
ſoll auch dem deutſchen Gedanken dienen.
Lehrgang für Bibel= und Jngendarbeif.
EPH. Das evangeliſch=kirchliche Landesjugendamt für Heſſen
veranſtaltet in der Otto=Berndt=Halle einen Lehrgang für Bibel=
und Jugendarbeit, der am Sonntag abend ſeinen Anfang nahm.
Es waren erſchienen: Prälat D. Dr. Dr. Diehl, Vizepräſident Dr.
Dahlem, Superintendent Dr. Müller, die Oberkirchenräte Dr.
Horre und Dr. Büchler. Dekan Zimmermann, Schulrat
Haſſingerund andere. Nachdem das Hornquintett Kalbhenn
eine Fuge geblaſen, eröffnete Prälat D. Dr. Dr. Diehl die
Veranſtaltung, indem er an das Wort aus Röm. 12 anknüpfte:
Stellet euch nicht dieſer Welt gleich, und wies hin auf die
Not=
wendigkeit, zur Einfachheit und Schlichtheit des Gotteswortes
zurückzukehren. Schulrat Haſſinger hielt eine beachtliche Anſprache,
in der er auf den Sinn des Lehrgangs und der Jugendarbeit
hin=
wies Es gilt nicht Lieblingsmeinungen zu vertreten, ſondern
die Dinge in Zuſammenhang und Zuſammenſchau zu beachten und
in die überzeitliche Ewigkeitsbedeutung des Gotteswortes zu
rücken. Dann ſprach der Hauptreferent des Lehrgangs Paſtor
Engelke Direktor des Rauhen Hauſes in Hamburg, über „Die
Kirche im Kampf‟. Er ſtellte aus den einzelnen Themen der
fol=
genden Tage die Geſamtproblematik der Kirche heraus. Die
Kirche in ihrer Beziehung zum Volkstum, zum Staat, zum
Got=
tesdienſt und zum Führertum wurde in kurzen Worten
aufgezeich=
net. Ihre Schwierigkeit beſteht darin, daß es niemals
einheit=
liche Löſungen geben kann, ſondern daß immer die Kirche aus dem
ihr gegebenen Wort erneut für ihre Lage ſich die Löſung
er=
arbeiten muß. Als ſpontane Antwort auf den Vortrag antwortete
das Hornquartett das Lied: „Aus tiefer Not”. Mit einem
Abend=
lied fand der Eröffnungsabend, an dem etwa 600 Jugendliche und
Führer aus Darmſtadt und dem ganzen Lande ſich beteiligten.
ſtimmungsvollen Abſchluß.
Am Montag morgen eröffnete der Jugendpfarrer Lic zur
Nieden, Offenbach, mit einer Morgenandacht über das Wort:
Dem Gott wollen wir Taten tun . Paſtor Engelke ſprach vor
etwa 250 Beſuchern, von denen die Hälfte aus Jugendlichen und
Jugendführern, Lehrern und Pfarrern beſtand, über die Frage:
„Gottesvolk oder Volksgott?‟ Er ſetzte ſich auseinander mit den
durch die völkiſche Bewegung aufgeworfenen Fragen, die er
bio=
logiſch zu verſtehen ſucht, zeigte aber auch die Schwierigkeit
gegenüber Meinungen, wie ſie Roſenfeld und Frau Ludendorff
vertreten. Aus dem Studium des Alten Teſtaments, in dem uns
ein Raſſevolk entgegentritt, kann Wegweiſung gefunden werden
auch für unſere Behandlung des Problems. Am Nachmittag
be=
handelte Pfarrer Dr. Karl Bernhard Ritter, der Marburger
Studentenpfarrer der Berneugener Erneuerungsbewegung „Die
Bedeutung der Freizeit im ſeeliſchen Aufbau des Jugendlebens.”
Den Abendvortrag über die Verkündigung des Evangeliums an
die Arbeiterjugend hat freundlicherweiſe Lic. Dr. Allwohn,
Privatdozent an der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt,
über=
nommen, der durch ſeinen Aufſatz über die kirchliche Verkündigung
an die Arbeiterſchaft weithin bekannt geworden iſt. Der Abend
wurde verſchönt durch die Darbietungen des Kabeltrios, das Sätze
von Reineke Haydn, Beethoven zum Vortrag brachte.
Für Dienstag. Die heutigen Verhandlungen leitet
Pfarrer Page Mainz=Weiſenau, mit einer Morgenandacht ein.
Im Mittelpunkt der Bibelarbeit ſteht der Vortrag von Paſtor
Engelke über die Bedeutung des Führertums nach bibliſchem
Geſichtspunkt. Am Nachmittag ſpricht Jugendpfarrer Lic. zur
Nieden, Offenbach. über: „Die Verkündigung des Evangeliums
an die unkirchliche Jugend‟. Er hat durch ſeine umfangreiche
Tätigkeit in Jugendführung und Jugendfürſorge, vor allen
Dingen für Arbeitsloſe, die inneren Vorausſetzungen ſeiner
Eig=
nung gerade für dieſes Thema. Den Abend geſtalten die
evange=
liſchen Glieder des Deutſchen Jungvolkes und bieten im bunten
Wechſel Lieder, Volkstänze, die ſich um einen Fahrtbericht
ſchließen. Den 2. Teil des Abends füllen Darbietungen, die der
Heſſiſche Singkreis unter Führung von Günther Simony gibt.
Er bietet heitere Kanons, alte Madrigale, Volkslieder, alte
welt=
liche Lieder und geiſtliche Geſänge von Johann Sebaſtian Bach.
Den Ausklang bildet ein gemeinſam zu erarbeitendes Abendlied.
Es ſei beſonders darauf hingewieſen, daß während des
Lehr=
ganges eine Ausſtellung von Arbeiten Jugendlicher ſtattfindet, die
einen wertvollen Eindruck von Leben und Treiben der
Jugend=
lichen gibt. Zugleich ſei auch auf die Bücherausleſe aufmerkſam
gemacht, die ſämtliche Literatur im Anſchluß an die Vorträge
enthält.
Zu Ende denken.
Die heimiſche Kapitalbildung iſt zurzeit ins Stocken geraten;
die Quellen, die auch in der bisherigen ſchweren Kriſe ſich
ergie=
big zeigten, haben vorübergehend faſt gänzlich zu fließen
aufge=
hört. Geht man den Gründen dafür nach, ſo ſtößt man bald auf
den Zentralpunkt aller wirtſchaftlichen und politiſchen
Schwierig=
keiten der Gegenwart, auf Mangel an Vertrauen. Dieſer Grund
mag gerade heute erklärlich erſcheinen, aber er hilft nicht weiter,
im Gegenteil, er iſt ſehr ſchädlich. Was geſchieht z. B. mit dem
Geld, das bisher zur Sparkaſſe gebracht wurde? Es wird in ſehr
vielen Fällen gehamſtert d. h. zu Hauſe an einem mehr oder
weniger ſicheren Ort in Verwahrung gehalten, oder es wird zum
Kauf großenteils unnötiger Waren verwendet. Auf der anderen
Seite verlangen aber die Sparer, daß die Geldinſtitute die bei
ihnen abgerufenen Gelder prompt auszahlen. Daß ein ſolches
Mißverhältnis auf die Dauer nicht möglich iſt, liegt auf der
Hand. Denn alle Geldinſtitute ſind auf neue Einlagen
angewie=
ſen; aus ihnen beſtreiten ſie in erſter Linie die Auszahlungen;
nur der über den täglichen Auszahlungsbedarf hinausgehende
Be=
trag wird normalerweiſe bekanntlich in Hypotheken und ſonſtigen
Wirtſchaftskrediten angelegt. Bleiben Einzahlungen aus, ſo ſind
Banken. Genoſſenſchaften und Sparkaſſen gezwungen, Kredite zu
kündigen, um dadurch die Mittel für die Auszahlungen zu
ge=
winnen. Dieſe Kreditkündigungen treffen das Handwerk, die
Landwirtſchaft, den Hausbeſitz, alſo alle die Kreiſe, aus denen auch
die Sparer ſtammen, ſehr ſchwer. Aus dieſen kurzen
Ueberlegun=
gen ergibt ſich von ſelbſt die notwendige Folgerung:
Wenn, wie bis zur Mitte des Jahres, ein geregelter Ein= und
Auszahlungsverkehr vonſtatten geht, der ſich weitgehend in ſich
ſelber ausgleicht, ſo werden wir auch über den kommenden
Win=
ter genau ſo gut ohne irgendwelche Stockungen hinüberkommen,
wie es im letzten, gleichfalls ſchweren Winter der Fall war. Es
hängt alſo von uns ſelber ab, und die vernünftige ruhige
Ein=
ſtellung der Bevölkerung während der Zahlungskriſe des Juli
läßt die Hoffnung berechtigt erſcheinen, daß die Einzahlungen
wieder ſtärker in Gang kommen. Die eindeutigen Erklärungen
von Reichskanzler Dr. Brüning, Staatsminiſter Dr. Severing und
von Reichsbankpräſident Dr. Luther auf der Sparkaſſentagung
Ende September über die Sicherheit der Währung ſind geeignet,
auch die letzten Hemmungen zu beſeitigen.
gegeben, dem wir folgendes entnehmen: 1. Der Beſchwerde iſt
immer dann abzuhelfen, wenn die Friſt, nach deren Ablauf der
Zuſchlag zu zahlen iſt, unrichtig berechnet wurde, z. B. ein
Sonn=
tag (Feiertag) bei Errechnung der Friſt außer Betracht zu
blei=
ben hat, oder, wenn der Zuſchlag als ſolcher falſch berechnet wurde.
2. Die Verordnung vom 20. Juli 1931 hat in erſter Linie den
Zweck, ſäumige oder zahlungsunwillige Schuldner zu
rechtzei=
tigen Entrichtung fälliger Beträge anzuhalten. Eine beſondere
Härte kann aber dann vorliegen, wenn bei zahlungs willigen
Pflichtigen, die ſonſt die Steuern pünktlich entrichtet haben,
in=
folge der Zahlungsweiſe eine ganz geringe Ueberſchreitung
der Friſt (höchſtens 1—2 Tage) eingetreten iſt. Wenn infolge
Kaſſenſchluſſes am Nachmittag Zahlungen nicht mehr
ge=
leiſtet werden konnten, in denen ein auf den Zahlungstag
ausge=
ſtellter Platzſcheck mit der Poſt verſpätet eingegangen oder ein
Nichtplatzſcheck zu ſpät gutgeſchrieben worden iſt. In dieſen
Fällen beſtehen gegen Anwendung der Billigkeitsbeſtimmungen
nach genauer Prüfung des Einzelfalls keine Bedenken. Handelt
es ſich bei den verſpäteten Zahlungen um Steuern, die vor dem
31. Juli 1931 fällig geworden und nicht rechtzeitig entrichtet
wor=
den ſind, ſo wird im Allgemeinen ein Erlaß der Zuſchläge aus
Billigkeitsgründen nicht in Frage kommen, da in dieſen Fällen
der Schuldner genügend Zeit hatte, ſich auf die Zahlung
einzu=
richten. Zinſen im Betrag von weniger als 2 Mark brauchen nicht
erhoben zu werden.
Die Auszahlung der laufenden Zuſatzrenten für nicht im
Erwerbsleben ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte,
Kriegshinterblie=
bene, Altrentner und Altrentnerinnen erfolgt am Donnerstag,
den 15. Oktober 1931. vormittags von 8 bis 12 Uhr, durch die
Stadtkaſſe.
Tödlicher Unfall im Hauptbahuhof. Geſtern um 1.05 Uhr
wurde im Hauptbahnhof Darmſtadt der Rangierführer Peter Back
aus Darmſtadt beim Ueberſchreiten des Gleiſes 19 von einer
Loko=
motive überfahren und getötet.
Seite 6
Dienstag, den 13. Oktober 1931
Umbau der Krankenverſicherung?
Es wird uns geſchrieben: Seitdem unter der Auswirkung der
Wirtſchaftsnot auch der Beſtand der reichsgeſetzlichen
Krankenver=
ſicherung gefährdet erſcheint, iſt der Gedanke einer anderen
Or=
ganiſation der Krankenverſicherung wieder in den Vordergrund
gerückt. Die Beſtrebungen nach Zuſammenfaſſung der
Krankenver=
ſicherung in große zentraliſierte Ortskrankenkaſſen ſtehen die
Be=
mühungen um Erhaltung der beruflichen
Gliede=
rung der Träger der Krankenverſicherung gegenüber. In der
Tat hat ſich die ſeit Einführung der reichsgeſetzlichen
Krankenver=
ſicherung, ſeit 1883, beſtehende dezentrale Organiſation der
Ver=
ſicherung in einem geſunden Wettbewerb der verſchiedenartigen
Verſicherungsträger untereinander auf das beſte bewährt. Unter
den neben den Ortskrankenkaſſen beſtehenden Sonderkaſſen (Land=,
Innungs=, Betriebs= und Erſatzkrankenkaſſen), deren Beſeitigung
oder zum mindeſten erhebliche Verminderung angeſtrebt wird,
haben namentlich die Betriebskrankenkaſſen, die die Bahnbrecher
der reichsgeſetzlichen Krankenverſicherung geweſen ſind, ſtets
Her=
vorragendes geleiſtet. Trotz erheblich niedrigerer Beiträge
ge=
währen ſie im allgemeinen bedeutend höhere Leiſtungen als die
Ortskrankenkaſſen. Daß die Betriebskrankenkaſſen weſentlich
vor=
teilhafter wirken können, liegt in ihrem Weſen und in ihrer
Ver=
faſſung begründet. Bei ihnen zeigt ſich die wahre Solidarität der
Verſicherten. Die Rückſicht auf die Mitarbeiter führt dazu, daß die
Krankenkaſſe nur in Anſpruch genommen wird, wenn es
notwen=
dig iſt. Die Verſicherten ſind ſich bewußt, daß es in der
Haupt=
ſache ihre Mittel ſind, die vertan werden, wenn „ihre” Kaſſe
un=
gerechtfertigt ausgenutzt wird. Daß die Beträge, die bei den
an=
deren Kaſſenarten für die Verwaltung aufgewendet werden
müſ=
ſen, bei den Betriebskrankenkaſſen zum größten Teile für die
Für=
ſorge frei ſind, iſt auch ein nicht unbedeutender Vorzug.
Es iſt eine irrtümliche Auffaſſung von
Soli=
darität, wenn für Einheitskrankenkaſſen eingetreten wird. Wie
die amtlichen Statiſtiken beweiſen, umfaſſen die
Betriebskranken=
kaſſen nicht die günſtigſten Verſicherungsriſiken, ſie ſtehen vielmehr
in dieſer Hinſicht viel ungünſtiger da, als namentlich die großen
Ortskrankenkaſſen. Bei Uebergang der Betriebskrankenkaſſen in
die Ortskrankenkaſſen wären die Ortskrankenkaſſen genötigt, die
Beiträge zu erhöhen und die Leiſtungen herabzuſetzen. Niemand
hätte Vorteil von ſolchem Vorgehen, alle aber hätten Schaden,
vor allem diejenigen, die bei den Betriebskrankenkaſſen verſichert
waren. Eine Reform, die zu ſolchen Ergebniſſen führt, muß
ent=
ſchieden abgelehnt werden. Gerade in der gegenwärtigen Notzeit
müſſen die lebendigen Kräfte des Volkes in der
Krankenverſiche=
rung wirkſam ſein; weiteſten Kreiſen muß eine unmittelbare
Mit=
wirkung gewährleiſtet bleiben. Dieſe Mitwirkung wird um ſo
ge=
ringer, je größer und bürokratiſcher der Verwaltungsapparat der
Krankenkaſſen iſt.
Alle dieſe Umſtände erfordern es, daß die
Krankenver=
ſicherung in ihrer dezentralen Organiſation
er=
halten bleibt und die neben den
Ortskranken=
kaſſen beſtehenden Sonderkaſſen, namentlich die
Betriebskrankenkaſſen, in ihrem
gegenwärti=
gen Beſtande nicht beeinträchtigt werden. Noch
immer gilt die bei der Beratung des alten
Krankenverſicherungs=
geſetzes im Reichstag feſtgeſtellte Tatſache, daß eine gut geleitete
Betriebskrankenkaſſe die für die Arbeiter beſte Form der
Kranken=
verſicherung iſt.
Landesbibliokhek.
Neue Erwerbungen (Auswahl) vom 12. Oktober 1931 an auf
14 Tage zur Anſicht im Leſeſaal aufgeſtellt: Andrews, Roy
Chapman. Mit Harpune Büchſe und Spaten. Leipzig 1931 31/370.
Freckmann, Karl. Kirchenbau Freiburg i. Br. 1931 31 B 62.
Gauſe, Fritz. Die Ruſſen in Oſtpreußen 1914/15. Königsberg:
1931. 31 B. 61. Götzefried. Hans Leo. Romain Rolland.
Das Weltbild im Spiegel ſeiner Werke. Stuttgart: 1931. 31/417.
Häfliger, Joſef Anton, Pharmazeutiſche Altertumskunde.
Baſel: 1931. 31/438. Hahm. Konrad. Deutſche Volkskunſt.
Breslau: 1932. 32/1. Harms, Bernhard. Kapital und
Kapi=
talismus, Band 1 und 2. Berlin: 1931 31/443 Heuß.,
Theo=
dor. Robert Boſch. Berlin: 1931. 31/442. Hoff, Wilhelm.
Er=
innerungen aus Leben und Arbeit. Berlin: (1931). 31/427.
Hoffmann, Joſef. Deutſche Sparkaſſeneinheit. Berlin: 1931.
31/407. Ligeti, Paul. Der Weg aus dem Chaos. München:
1931. 31 B. 63 Lippert, Peter. Die Weltanſchauung des
Katholizismus. Leipzig: 1931. 31/428. Mayer, Ludwig.
Milch=
geſetz vom 31. Juli 1931. Berlin: 1931. 31/377. Menſchke,
Kurt. Schwerttanz und Schwerttanzſpiel im altgermaniſchen
Kulturkreis Leipzig=Berlin: 1931. 31/376. Meſſer. Auguſt.
Pädagogik der Gegenwart. Leipzig: (1931), 31/390. Müller=
Münſter Eugen. Eliſabeth Ney Leipzig: (1931). 31/440.
Noack Karl. Aus der Vergangenheit von Beſſungen.
Darm=
ſtadt: 1931. 31/406. Rabe, Hugo, Prolegomenon Sylloge.
Leip=
zig: 1931. 31/383. Roſtowzew. M. Skythien und der
Bos=
porus. Berlin: 1931. 31/419. Spann, Othmar. Der wahre
Staat Jena: 1931. 31/419 Strauß Alfred. Die Weltzahl
Pi. Leipzig: (1931) 31/421. Wolf, Georg Jacob. Das
kur=
fürſtliche München 1620—1800 München 1930. 30/820 Zucker
Paul. Lichtſpielhäuſer, Tonfilmtheater Berlin: (1931). 31 B. 58.
Vom 26. Oktober 1931 an verleihbar. Vorbeſtellungen werden im
Leſeſaal entgegengenommen.
— Deutſcher und Oeſterreichiſcher Alpenverein, Sektion
Darm=
ſtadt. Am kommenden Freitag, dem 16. Oktober, abends 8.15 Uhr,
in der Aula des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums (Eingang
Karl=
ſtraße) beginnt die Reihe der diesjährigen
Winterveranſtaltun=
gen mit einem Lichtbildervortrag von Frau Dr. Nau: „Im
Banne des Weißen Berges. Auf Europas höchſte
Zinne”. Mit dem Montblanc erreichen die europäiſchen Alpen
in 4810 Metern über dem Meeresſpiegel ihren
Kulminations=
punkt. Gewaltige Gletſcher und Firnfelder ziehen von ſeinem mit
ewigem Schnee bedeckten Gipfel in die tief eingeſchnittenen Täler
herab und bilden ein Landſchaftsbild von erhabener Schönheit,
das nirgends in den Alpen ſeinesgleichen findet. Nicht für
jeder=
mann iſt der Weg in dieſe Höhen, denn er führt über ſteile, von
Steinfall bedrohte Wände, über kilometerlange, von trügeriſchen
Schlünden durchzogene Gletſcher und über ſcharfe Firngrate, wo
die dünne Luft den Aufſtieg erſchwert und plötzlich einſetzende
Schneeſtürme den Bergſteiger mit ſicherem Verderben bedrohen.
Manchem iſt vielleicht der kürzlich hier vorgeführte Film „Stürme
überm Montblanc” noch in Erinnerung. Iſt eine Beſteigung des
Montblanc durch einen Mann immerhin nichts ganz Alltägliches,
ſo ſtellt ſie an eine Frau ungewöhnliche Anforderungen,
nament=
lich wenn ſie, wie von Frau Dr. Nau, ohne Zuhilfenahme eines
einheimiſchen Führers durchgeführt wird. Ueber 100 eigene
Auf=
nahmen werden die ſicher intereſſanten Ausführungen der
Redne=
rin veranſchaulichen. Die Mitglieder der Sektionen Darmſtadt
und Starkenburg, ſowie eingeführte Gäſte ſind zu dem Vortrag
eingeladen.
— Wohltätigkeitskonzert zum Beſten der Barmherzigen
Schweſtern der Gemeinde Beſſungen. Wie alljährlich, ſo
veran=
ſtaltet auch dieſes Jahr am Sonntag, den 18. Oktober,
nachmit=
tags 4 Uhr, im Chauſſeehaus. Heidelberger Straße 89, der
Beſ=
ſunger Kirchenchor „Liebfrauen” ein Wohltätigkeitskonzert zum
Beſten der Barmherzigen Schweſtern der Gemeinde Beſſungen.
Die Veranſtaltung verſpricht in muſikaliſcher Hinſicht eine
genuß=
reiche Stunde zu bieten. Neben dem Frauenchor der Gemeinde
und dem Kirchenchor „Liebfrauen” wirken noch folgende
Solo=
kräfte mit: H. Walther (Tenor), das Trio Berg—Engel—Schmidt,
H. Kehr (Klarinette), H. Willmann (Klavier). Der Beſuch des
Konzertes wird aufs wärmſte empfohlen. Gilt es doch, die
Barm=
herzigen Schweſtern, die von der heutigen Notzeit ganz beſonders
hart betroffen werden, zu unterſtützen. Es braucht nicht beſonders
erwähnt zu werden, was die Schweſtern in ihrer ſelbſtloſen
Hin=
gabe und Aufopferung ſind. Es iſt deshalb eine Dankespflicht,
ſoweit es in Kräften ſteht, durch den Beſuch des Konzertes die
materielle Not der Schweſtern lindern zu helfen. Eintrittskarten
zu wirklich mäßigen Preiſen ſind bei den Schweſtern ſelbſt und an
der Tageskaſſe zu haben.
Steuerſchulden und die Zwangsvollſtreckung in das unbewegliche Vermögen.
Ausſchneiden!
Aufbewahren!
— Das Pergamon=Muſeum zu Berlin. Es ſei nochmals auf
die zwei von der Volkshochſchule Darmſtadt veranſtalteten
Licht=
bildervorträge hingewieſen, in denen die Kunſthiſtorikerin M.
Frölich über die Sammlungen des Pergamon=Muſeums
ſprechen wird. Die Vorträge für die die Berliner Muſeen den
größten Teil des Lichtbildmaterials zur Verfügung geſtellt haben,
finden im Saal 326 der Techn. Hochſchule, 20 Uhr, ſtatt.
1 Abend: Mittwoch, den 14. Oktober: Das Iſchtartor von
Babylon. — Das Markttor von Milet, Bauten aus Magneſia und
Priene, 2. Abend: Freitag, den 16. Oktober: Pergamon:
die Heimat des Pergamonalters — Der große Altar von
Per=
gamon, Karten bei der Volkshochſchule, Mathildenplatz 17. und an
der Abendkaſſe, für Mitglieder: 1 Abend 0.75, 2 Abende 1 Mk.,
für Nichtmitglieder: 1 Abend 1 Mk., 2 Abende 1.50 Mk.
p. In einer Zeit, in der die Bekanntmachungen
gericht=
licher Zwangsverſteigerungen die Spalten der
amt=
lichen Zeitung andauernd füllen, wird der Leſer ſich oft fragen,
ob denn auch wegen der Anſprüche des Reichs, des Staates (
Lan=
des) und der Gemeinden die Einleitung eines ſolchen Verfahrens
zuläſſig iſt. Hier haben wir wieder einmal eine Verſchiedenheit des
Rechts und ſomit eine verſchiedene Rechtsanwendung feſtzuſtellen.
Bezüglich der Reichsſteuern gilt die
Reichsabgabenord=
nung vom 13. Dezember 1919. Nach deren § 345 erfolgt die
Zwangsvollſtreckung in das unbewegliche Vermögen nach den
Vor=
ſchriften für gerichtliche Zwangsvollſtreckungen. Die Anträge des
Gläubigers ſtellt die Vollſtreckungsbehörde. Vollſtreckungsbehörden
ſind nach § 299 die Behörden und Beamten, denen die
Beitrei=
bung zuſteht und die zur Anordnung und Leitung des
Zwangs=
verfahrens berufen ſind. Da ſind in erſter Linie die Finanzämter
mit ihren Kaſſen zu nennen, die Gläubiger und Richter erſter
In=
ſtanz in einer Perſon verkörpern. Anträge auf
Zwangsverſteige=
rung oder Zwangsverwaltung ſind nur zuläſſig, wenn feſtſteht,
daß der Geldbetrag durch Pfändung beweglicher Habe nicht
beige=
trieben werden kann. Das iſt alſo die einzige Beſchränkung, die
für den Reichsfiskus beſteht, wenn er das unbewegliche Vermogen
zwangsweiſe angreifen will. Einen ſolchen Nachweis wird das
Finanzamt dem Amtsgericht leicht erbringen (Abſ 2).
Nur in Kleinſiedlungen (Ackernahrungen, Kleinwohnungen),
die der Schuldner bewohnt, iſt, wenn der Schuldner ein Deutſcher
iſt, eine Zwangsverſteigerung oder Zwangsverwaltung nur mit
Zuſtimmung des Schuldners zuläſſig. Das
Landes=
finanzamt kann von der Bedingung der Reichsangehörigkeit
ab=
ſehen. Ob eine vom Schuldner bewohnte Kleinſiedlung vorliegt,
entſcheidet das Landesfinanzamt endgültig (Abſ. 3)
Die Vollſtreckbarkeit der Forderung und die Zuläſſigkeit der
Zwangsvollſtreckung nach Abſ. 2 und 3 unterliegen nicht der
Be=
urteilung des Gerichts oder des Grundbuchamts.
Iſt eine Sicherungshypothek im Zwangsverfahren
eingetra=
gen, ſo iſt bei Veräußerung des belaſteten Grundſtücks die
Zwangsvollſtreckung in das Grundſtück gegen den
Rechtsnachfolger zuläſſig, eine weittragende
Beſtim=
mung, die ſich jeder merken ſollte, der in die Lage kommt, ein
Grundſtück auf dem Wege der Zwangsverſteigerung zu erwerben.
Alſo wegen Reichsſteuern kann mit obiger Beſchränkung
das unbewegliche Gut zur Zwangsverſteigerung gebracht werden.
Wir erſehen daraus, wie wenig vorausſchauend und vorſichtig
unſere Geſetzgeber im Reich gleich nach Inkrafttreten der
Reichs=
verfaſſung gearbeitet haben.
Wie ſteht es nun in Heſſen? Hier gilt bezüglich der Lan=/!
desſteuern und der Gemeindeumlagen das Geſetz vom 30. Septem= uch
ber 1893 betr. das Verfahren der Zwangsvollſtreckung im Ver
Ae=
waltungswege. Nach Artikel 5 desſelben richtet ſich die Zuläſſigeiu
keit der hypothekariſchen Einſchre bung der Forderung und diepd
Bewirkung der Eintragung nach den in den einzelnen Landes=Acl
teilen hierüber beſtehenden Beſtimmungen. Dieſer Artikel 3ſ0
iſt veraltet. Denn nach Inkrafttreten des BGB. in 190z/e
Et.
haben wir ia ein einheitliches Hypothekenrecht.
Im 3. Abſatz des Artikels 5 iſt aber eine wichtige Beſtimmun
enthalten, aus der ein ſoziales Verſtändnis des
heſſi=
ſchen Geſetzgebers herauszuleſen iſt: „Die Zwangs
vollſtreckung in das unbewegliche Vermögen er
fordert die Zuſtimmung des der zuſtändigen
Vollſtreckungs=
behörde vorgeſetzten Miniſteriums oder der von dieſem zuſ
bezeichnenden Behörde. Dieſe Zuſtimmung ſoll erſt erteilt werſge
den, wenn feſtſteht, daß durch Zwangsvollſtreckung in das beweg,ſu4
liche Vermögen die Beitreibung nicht oder nicht vollſtändig erfol/0/e
gen kann.
Wir ziehen das Fazit:
In einer Zeit der wirtſchaftlichen Not wie der heutigen ſollte
die Reichsregierung hinſichtlich der Reichsſteuern ſchleunigit
Anweiſungen dahin erteilen, daß eine Beitreibung ſolchent
auf dem Wege der Zwangsvollſtreckung in das unbewegliche Ver
mögen ebenſo wie Eintragung von Sicherungshypotheken weger!
ſolcher Forderungen zu unterbleiben hat.
In gleicher Weiſe ſollte auch in Heſſen weitgehendſt Vor
ſorge dahin getroffen werden, daß die in Art 5 des Geſetzes von
30. Sevtember 1893 vorgeſehene miniſterielle Zuſtimmung für eir
den Wirtſchaftsverhältniſſen entſprechende geraume Zeit noch auſf
beſonders ſtrenge Kautelen, die einen ſtarken Rechtsſchu
des Steuerſchuldners gewährleiſten müſſen. geſ
bunden wird.
Dieſer Appell richtet ſich gleichzeitig an die Mitgliede
des Landtags, die gerade vor den Wahlen beweiſe
können, daß ſie in der Lage und gewillt ſind, die In
tereſſen der Steuerſchuldner tatkräftig zu wahl
ren und zu vertreten.
Kurzſchrift=-Bezirk Darmſtadk.
P. Der Kurzſchrift=Bezirk Darmſtadt hielt am Sonntag im Brauerei=
Ausſchank „Zur Krone” ſeine diesjährige Herbſt=
Vertreterver=
ſammlung ab. Der Bezirksvorſitzende Peter Heißt=Eberſtadt
be=
grüßte mit herzlichen Worten die zahlreich erſchienenen Vereinsvertreter
aus dem Gebiet des Kurzſchrift=Bezirks Darmſtadt, und als Gaſt den
Vorſitzenden des Heſſiſch=Naſſauiſchen Kurzſchriftverbandes,
Rechnungs=
direktor Heinrich Werner, um hiernach der Verſammlung einen
Be=
richt über die ſtenographiſche Lage zu erſtatten. Dieſem Bericht war
zu entnehmen, daß die allgemeine wirtſchaftliche Lage auch an den
Lurz=
ſchriftvereinen nicht ſpurlos vorübergegangen iſt. Viele ihrer Mitglieder
zählen zu dem Heer der Erwerbsloſen. Abnahme der Mitgliederzahl
und im Beſuch der Unterrichtskurſe iſt die Folge. Die Verſammlung
be=
faßte ſich mit Maßnahmen, um den erwerbsloſen Mitgliedern auch in
dieſer ſchweren Zeit eine Stütze zu ſein. Als notwendig wurde
bezeich=
net: Erleichterung oder völlige Freiſtellung von der Beitragszahlung
und Unterrichtsgebühren, Einrichtung beſonderer Erwerbsloſenkurſe mit
dem Ziele, ſolche Kurſe auch auf andere Unterrichtsgebiete auszudehnen.
In Groß=Umſtadt konnte ein neuer Verein ins Leben gerufen werden,
im benachbarten Griesheim ſteht die Gründung eines Kurzſchriftvereins
bevor. Hinſichtlich der Geſchäftsſtenographenprüfungen
gab der Bezirksvorſitzende bekannt, daß die Vorprüfung in 120 Silben
beibehalten wird und die nächſte Prüfung bei der Induſtrie= und
Handelskammer Darmſtadt am 8. November 1931 ſtattfindet. Nach einer
Entſchließung ſoll der Verband erſucht werden, geeignete Schritte zu
unternehmen, um zu erreichen, daß die Prüfung bei der in der Wahl des
Prüflings ſtehenden Kammer abgelegt werden kann. Dem Antrag des
Reichskurzſchriftvereins Marburg, der Verbandstag, möge beſchließen,
daß für die Folge bis ſpäteſtens 1. März eines jeden Jahres ſämtliche
Bezirke die Wettſchreibſtoffe für ihre Wettſchreiben dem Verband zur
Prüfung und zum Austauſch einſenden, ſchloß ſich die Verſammlung an,
dagegen nahm ſie zu den Anträgen des Kurzſchrift=Bezirks Gießen eine
ablehnende Haltung ein. Der eine dieſer Anträge verlangt, daß
für die Folge bei den Verbands=Wettſchreiben anſtatt von 80 erſt von
100 Silben an geſchrieben wird; der andere Antrag wünſcht, daß in den
unteren Abteilungen jeweils nur in einer Geſchwindigkeitsſtufe
dik=
tiert wird. Angenommen wurde von der Verſammlung: a) der
Ent=
wurf einer Bezirksſatzung; b) eine Schnellſchreibordnung und die
Aus=
führungsbeſtimmungen dazu, und e) der Entwurf einer Satzung über
die Bildung, Wahlen und Aufgaben des Bezirkswettſchreibeausſchuſſes.
Unter der Leitung von Regierungsrat Schaible, Vorſteher des
ſteno=
graphiſchen Landesamtes, wird im Laufe des Winters ein
Vorbereitungs=
kurſus für ſolche Perſonen aus der Provinz Starkenburg ſtattfinden,
die die ſtaatliche Stenographielehrerprüfung ablegen wollen.
Anmel=
dungen hierzu, auch von Außenſtehenden, ſind bis ſpäteſtens 30. Oktober
an den Bezirksvorſtand zu richten. Für die Provinzen Oberheſſen und
Rheinheſſen ſind ſolche Vorbereitungskurſe ebenfalls in Ausſicht
ge=
nommen.
Aus dem Gerichtsſaal.
Pantlauin
PasrlIEN
— Goldwährung oder? Die Aufhebung der Goldwährung in
England und damit verbunden das Abgleiten des Pfundkurſes,
hat das größte Aufſehen erregt. Mit bangem Herzen haben viele
in Deutſchland gefragt, ob die ſchreckliche Zeit der Inflation auch
wieder unſer Vaterland bedroht. Die letzten Preſſemeldungen
zeigen, wie ernſt dieſe Frage zu behandeln iſt, weil nämlich
be=
ſtimmte Kreiſe die Regierung drängen, ſich dem Schritt Englands
anzuſchließen und damit die Inflation zu bringen. Ueber dieſe ſo
überaus wichtige Frage, nämlich über das Thema: Goldwährung
oder? wird Herr Dr. Zeiger, Direktor der Städt. Handelsſchule,
am Mittwoch, den 14. Oktober im G.D.A.=Heim ſprechen. Herr
Dr. Zeiger, der durch ſeine Schriften über Volkswirtſchaft uſw.
bekannt iſt, wird dieſes Thema vom volkswirtſchaftlichen
Stand=
punkt aus behandeln. Im Anſchluß an den Vortrag wird über
die Verhandlungen über Kurzarbeitsabkommen in Darmſtadt
be=
richtet, da am gleichen Tage die Verhandlungen vor dem
Schlich=
ter ſtattfinden. Der Eintritt iſt frei. Gäſte ſind willkommen. Alles
nähere iſt aus der Anzeige der heutigen Nummer erſichtlich.
— Schnurrbuſch=Quartett. Zu dem am Samstag den 17. Okt.,
im Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters ſtattfindenden
Kammermuſik=Abend kommt auß dem großen Beethoven=Quartett
B=Dur noch das Flöten=Quartett von Mozart und das ſeit einigen
Jahren nicht mehr hier gehörte B=Dur=Quartett von Schumann
zur Aufführung Karten zu herabgeſetzten Preiſen ſind ab heute
an der Tageskaſſe des Großen Hauſes zu haben.
— Eröffnungsfeier der Volksbühne. Wir machen nochmals
auf die morgige Veranſtaltung der Volksbühne, bei der faſt alle
Solokräfte der Darmſtädter Over mitwirken, aufmerkſam. Außer
den in unſerer letzten Notiz Genannten hat ſich auch noch Herr
Theo Herrmann zur Verfügung geſtellt. Einleitend ſingt
Anita Mitrovic, die bekannte Arie aus „Macht des Schickſals”
Es folgen dann zwei Duette, geſungen von Allmeroth und Drath.
Weiter folgt Duett aus, Lohengrin” (v. Stoſch Sattler),
Quar=
tette aus „Rigoletto” (Walter, Liebel, Allmeroth. Drath), Duett
aus „Othello” (Seibert, Lohmann), Sextett aus. Lucia von
Lam=
mermoor” (Walter, Bertholdt, Spira, Sattler, Drath. Heydorn),
Quintett aus, Meiſterſinger” (v. Stoſch, Liebel, Vogt, Seibert,
Lohmann). Als Einleitung zum zweiten Teil ſingt Theo
Herr=
mann Arie aus. Don Giovanni” und Rondo aus „Margarete‟
Es folgen dann bekannte Operettenſchlager, geſungen von Regina
Harre, Käte Walter, Maria Kienzl. Eugen Vogt, Heinrich Kuhn,
Theodor Heydorn und Heinrich Allmeroth. Das reichhaltige
Pro=
gramm verſpricht einige genußreiche Stunden. Gutſcheine (25 Pf.),
die zum Eintritt berechtigen, ſind in der Geſchäftsſtelle,
Eliſa=
bethenſtraße 34, zu haben.
Tageskalender für Dienstag, den 13. Oktober 1931.
Heſſ Landestheater Großes Haus, 19.30 Uhr: „Die
ver=
kaufte Braut”.
Kleines Haus. 20 Uhr: „Ei geplagter
Familienvatter” — Orpheum 20.15 Uhr: „Mein Leopold”.
Konzerte: Zur Oper, Schloßkeller, Sportplatz=Reſt. am
Böllenfalltor, Herrngartenkaffee — Kinovorſtellungen:
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
Aw. Das Schwurgericht verhandelte am Montag in ſeiſ
ner erſten Sitzung gegen einen jungen Schmied wegen Mein.ſ
ids. Nach bereits beendeter Verhandlung entſchloß ſich das Goßi
richt noch zu einem Augenſcheinstermin in der Nähe von Erbacd
wo dann vorausſichtlich auch die Verhandlung zu Ende gefüh mit
wird, ſo daß wir unſeren Bericht auf morgen verſchieben müſſen
Das Bezirksſchöffengericht verhandelte unter and4
rem gegen drei Kommuniſten aus Rüſſelsheim wegen
Landfriedensbruch. Am 23. März fanden bei Opel di
Betriebsratswahlen ſtatt, bei welcher Gelegenheit ſich National
ſozialiſten und Kommuniſten in die Haare gerieten. Der Staat?
anwalt iſt der Anſicht, daß zwei Angeklagte zu verurteilen ſeie!
das Gericht ſpricht jedoch alle drei mangels Bewe
ſes frei.
Das Amtsgericht verhandelte gegen 17 Angeklagt
Kaufleute, Metzger, Gaſtwirte, Arbeiter Handlungsgehilfen wegen
verbotenen Glücksſpiels. Schon lange hatte die Pol==
zei ein Café in der Schloßgaſſe wegen Betreibens von gewerb4ſt
mäßigem Glücksſpiel im Verdacht. Beſonders von ſeiten der Ehs
frauen der Spieler waren der Polizei oft Beſchwerden darüb
zugegangen, doch gelang es ihr nie, irgend etwas Poſitives fel
zuſtellen. An einem Abend nun bekam man Mitteilung, d. Riſte
wieder geſpielt werde, und dieſes Mal hatte man Glück. Die Exy
tappten gaben auch meiſt zu, daß ſie ſchon öfters geſpielt hatteßiche
und daß der Wirt nichts dagegen habe, ja, ſich einen guten Ve/aht
dienſt daraus mache. Beſonders ein junger Handlungsgehilfe 1R0
ſich in genauen Angaben hervor. Heute jedoch iſt einer unſchi) I.
diger wie der andere. Sie ſind alles ganz ſolide Leute, die eiſliede
mal an dieſem Abend ein kleines Spielchen gemacht haben. Sor en 16
noch nie. Und wenn das Gericht den Angeklagten weiter nicht.
viel anhaben kann — es ſpricht acht von ihnen, darunter deſſild
Cafétier, mangels Beweiſes frei, vier erhalten eine Geldſtrakurtet
von je 60 Mark, da ſie bereits einmal wegen Glücksſpiels vorbsieler,
ſtraft ſind, fünf erhalten Geldſtrafen von je 30 Mk., weil ſie zun
erſten Male wegen dieſer Sache vor Gericht ſtehen —, ſo habd
ſie es zweifellos zum größten Teil dieſem jungen Menſchen zu daße
ken, der ſich in allernächſter Zeit wegen falſcher Anſchuldigung M
verantworten haben wird.
— Turnerfeſtſpiel „Auferſtehung” und Bühnenſchauturneß,
Am 1. November veranſtaltet die Turngemeinde Darmſtadt 184
aus Anlaß ihres 85jährigen Beſtehens, nachmittags um 2 Uhr i7,
großen Haus des Landestheaters ein Schauturnen. Diesmal Un
es ein Turnen, das durch ſeine neuzeitliche, eigenartige Formg4,6
ſtaltung und Wirkung großen Eindruck auf die Beſchauer aus
üben wird. Die turneriſchen Vorführungen ſind aus dem ſor wel
üblichen Rahmen herausgelöſt und die körperliche Durchbildurgeſch
von Anfäugern und Gipfelturnern beiderlei Geſchlechts wil
durch abwechſlungsreiche, feſſelnde Bilder außerordentlich werbeih e
wirken. Es ſoll ja auch ein Zweck der Veranſtaltung ſein, alt, )
Schichten der Bevölkerung für die Leibesübungen zu gewinnen ar
beſonders diejenigen, die ſeither der Turnerei noch fremd gegethel
überſtanden. Geſundheitfördernde und geſundheiterhaltende Uebu Äureg
gen werden bei Muſikbegleitung des Städtiſchen Orcheſters lücke ie
los aufeinander folgen und den unendlichen Wert des deutſchcht
Turnens in körperlicher und geiſtiger Beziehung erkennen laſſetth
Dem Schauturnen geht das Bühnenſpiel „Auferſtehung” voraucn
ein vom vaterländiſchen Gedanken getragenes Feſtſpiel, daß ſMeſt
der heutigen Zeit geſchickt anpaßt. Hinter jeder Wolke ſteckt un
vergänglich die Leben weckende und Leben fördernde Sonne. Nalkeſte
dem Urgeſetz der Natur bricht ſich die Sonne immer wieder ihrelz
Weg durch das Gewölk. Und im Vergleich hiermit brechen ſiüterden
auch in dem Bühnenſpiel „Auferſtehung” die Hoffnung und ddr au
Vertrauen ihre Bahn durch ein mutloſes, der Verzweiflung nahlcht
Volk. Der gemeinſame, zwar trübe, aber nicht hoffnungslüſſiter
Schickſalsweg wird aber weiter geſchritten, weil Selbſtvertrau Kwer
und ſtarkes Wollen bei einem Volk zum Ziele führen muß, das dit ein
geſunde Wurzelkraft noch in ſich birgt, die da heißt: Deutſch! DMärt
Vorverkauf haben bereits übernommen: Parfümerie=Müller auich
weißen Turm und Hausmeiſter Heid, Woogsplatz 5.
Turn=Gemeinde Darmſtadt 1846. Man ſchreibt uns: Kauſ,
ſind die nicht allzuſchönen Sommermonate vorüber und mit ihn
der Waſſerſport, da wird ſchon wieder für den Winterſport 9
rüſtet und vorbereitet. Die Turngemeinde veranſtaltete als
Ein=
leitung der diesjährigen Winterarbeit am verangenen Samst
einen Lichtbilder= und Filmportrag „Auf weißen Höhen”.
überfüllte Kneipſaal brachte nur den Beweis, welch großes J9
tereſſe für den Winterſport in der T.G.D. herrſcht. Der Vol
tragende, ein Turnbruder aus Worms, verſtand es gut, die 3.
hörer von ſeinen unternommenen ſchönen und gefahrvollen Sü
fahrten in den weißen Bergen zu begeiſtern. Als Abſchluß de
Abends wurde ein noch ſelbſt aufgenommener Film aus ddl
Alpengebiet, der uns auch noch ſchöne Landſchaften und Skifahrt
darbot, gezeigt. Auch an dieſer Stelle geben wir noch bekann
daß dieſes Jahr Trockenſkikurſe abgehalten werden, um die A4
fänger frühzeitig in die Technik des Skifahrens einzuführen. Eiuſſe
Einzeichnungsliſte, auch für Nichtmitglieder, liegt in der Turdauf
halle am Woogsplatz bei dem Hausmeiſter auf.
— Das Union=Theater zeigt ab heute Henny Porten in ihre
erſten dramatiſchen Tonfilm „24 Stunden aus dem 2
ben einer Frau”, mit Walter Rilla, Margo Lion, Friedric
Kayßler, Hermine Sterler u. a., nach der gleichnamigen Nove!4
von Stefan Zweig. Regie: Robert Land. Dazu Beiprogram)
und die neueſte Fox=Tonwoche.
— Im Helia=Theater ſieht man ab heute Grace More, den
berühmten Star der Metropolitan=Oper New York, in dem Ton
film „Jenny Lind” (Die ſchwediſche Nachtigall). Der Filh.
zeigt das Leben der großen ſchwediſchen Sängerin, die ihrer Lieſt
entſagt, um ſich ganz der Kunſt zu widmen. Im Beiprogramm d0
Emelka=Tonwoche. Jugendliche haben Zutritt.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft ab heute im große.
Stummfilm=Doppelprogramm der ſpannende Abenteurerfi!l
Maskierte Banditen”, mit Fred Thomſon, dem kühnd
Präriereiter und ſeinem Schimmelhengſt Silver King in d4
Hauptrolle. Dazu das intereſſante Filmwerk „Der Mann an d0
Strippe” und das gute Beiprogramm.
Numner 284
Dienstag, den 13. Oktober 1931
Seite 7
Bernichkek den Windhalm in den Winkerſaaken!
Die Witterungsverhältniſſe in dieſem Herbſt, vor allem die
pelen Niederſchläge, erwecken in weiten Kreiſen der
Landwirt=
ſtaft mit Recht ſtarke Befürchtungen, daß der in dem letzten Jahre
ſur ſtark verbreitete Windhalm diesmal in den Winterſaaten in
uch ſtärkerem Umfange auftreten wird. Der Windhalm, auch
Verſchmiele oder Fuchsſchwanz genannt, liebt feuchte Böden und
han ſich hier ſo ſtark entwickeln, daß er das Getreide völlig
über=
mchert. Zahlreiche Verſuche, die von Landwirtſchaftskammern,
Arſuchsringen und führenden Landwirten durchgeführt worden
ſd, ſowie langjährige Beobachtungen der Praxis beweiſen
in=
yſen, daß dieſes läſtige Unkraut ohne beſondere Unkoſten ſicher
mnichtet werden kann. Die Bekämpfung erfolgt durch eine
ein=
ſche Kopfdüngung mit etwa 200 Kilogramm ungeöltem
Kalck=
ſtkſtoff pro Hektar zirka 3—7 Wochen nach Auflaufen der
Winter=
ſaten. Der Kalkſtickſtoff iſt möglichſt auf die abgetrockneten
Kul=
uen zu verabfolgen, ſolange der Boden offen iſt. Gleichzeitig
nt dem Windhalm werden hierdurch auch andere Unkräuter des
lntergetreides, wie Kornblume, Kornrade, Wicke, Kamille,
bgelmiere erfolgreich bekämpft. Die Getreidepflanzen werden
drch dieſe Methode nicht geſchädigt, ſondern ſie werden durch die
ichzeitige Düngewirkung des Kalkſtickſtoffs gekräftigt, kommen
ſer durch den Winter und können ſich im Frühjahr gleichmäßig
ud ungeſtört entwickeln. Deshalb liefern vom Windhalm
recht=
utig befreite Felder hohe Erträge und vor allem hochwertiges
hrn. Da die Erzeugung von Qualitätsware der einzige Weg
der zukünftig einigermaßen angemeſſene Preiſe für die
Pro=
dite ermöglicht, ſollte ſich kein Landwirt die Vorteile rechtzeitiger
Andhalmbekämpfung mit Kalkſtickſtoff entgehen laſſen!
Dd. Arheilgen, 12. Okt. Unterhaltungsabend. Der
Yännergeſangvexein Eintracht hatte am Samstag abend ſeine
Atglieder und Freunde zu einem gemütlichen Abend eingeladen,
dr ſich eines guten Beſuches erfreute. Ein Theaterſtück.
Geſangs=
uträge und Couplets ſchufen im Schwanenſaal bald eine
fröh=
lie Stimmung, wie man ſie unter Sanesbrüdern gewöhnt iſt —
Dr Gerätewettkampf hatte auch eine Menge Intereſſenten
jugelockt, die ihr Kommen nicht zu bereuen hatten. Die
Turner=
unnſchaften der Tgd. Seligenſtadt des Tv. Groß=Umſtadt und
olds hieſigen Turnvereins lieferten ſich einen ſchönen ſpannenden
Ampf, den Arheilgen mit 477 Punkten vor Seligenſtadt mit 445
u Groß=Umſtadt mit 416 Punkten gewinnen konnte. Arheilgen
u ſeinen Sieg beſonders den Leiſtungen ſeiner Turnerinnen zu
udanken. — Sport. Einen Teil von dem Darmſtädter
Flug=
g bekamen geſtern die Zuſchauer des Spiels Sportvereinigung
Aheilgen gegen Germania Pfungſtadt zu ſehen, dadurch, daß vom
äugzeug der Ball zu dem Spiel abgeworfen wurde. Das Spiel
lodigte 1 1. Während die Handballer der Sportvereinigung gegen
WPlizei Darmſtadt 12:1 verloren gewannen die Turner gegen
9kenbach 5:2. — Die Kreisfeuerwehrinſpektion
förrmſtadt plant am nächſten Sonntag, dem 18. Oktober, vor=
Imttags 9 Uhr, am Bahnhof Kranichſtein eine Feuerwehrübung in
ſaußerem Stil abzuhalten, die dazu dienen ſoll, die
Waſſerverhält=
lyſe der erweiterten Waſſerleitung bei einem größeren Brande
ſutzuprobieren. Es nehmen neben der freiwilligen Feuerwehr von
Aheilgen mit ihrem geſamten Gerätepark, die Feuerwehren von
Deſſel. Wixhauſen und Erzhauſen ohne Geräte als Hilfstruppen
ſud die Kreisfeuerwehrſpritze an der Uebung teil. Auch die
frei=
oli ge Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und die
Arbeiter=
imariterkolonne wirken dabei mit. Ihnen wird von der
Reichs=
bandirektion Mainz je ein Krankenwagen zun Verfügung geſtellt.
gtellt.
Dg. Arheilgen, 12. Okt. Oeffentliche
Gemeinderats=
ung. Am kommenden Mittwoch, den 14. Oktober, abends
Ihr, findet im Rathausſaale eine öffentliche Gemeinderatsſitzung
tat. Auf der Tagesordnung ſtehen u. a. folgende wichtige Punkte:
M neue Gemeindeordnung (Wahl der Urkundsperſonen und
ſGptokollführer); Landtagswahl (Abgrenzung der Wahlbezirke
ſodie Benennung der Wahlvorſteher und deren Stellvertreter);
Gherung des Gemeindehaushalts 1931 durch Aufſtellung eines
AAichtragsvoranſchlags; Uebernahme der Zinsgarantie für
Ver=
hägerung der Gas= und Waſſerleitung in der Feldbergſtraße.
E. Wixhauſen, 12. Okt. Herbſtkonzert des Geſangvereins
Lederkranz‟. Der Verein veranſtaltet am nächſten Sonntag,
N 18. Oktober, im Saale des Gaſthauſes „Zur Traube” ein
Kon=
ſet. Als Mitwirkende verpflichtete der Verein den Herrn H.
Ad=Darmſtadt, Konzertſänger (Bariton) Außerdem ein
Streich=
furtett mit Herrn O. Kleinberg=Darmſtadt als erſter
Violin=
biler. Es werden Werke von Mozart, Haydn, Humperdink,
Schu=
man, Schubert und anderer bedeutender Komponiſten zu Gehör
elracht. Der aus 68 Sängern beſtehende aktive Chor wird von
chen zu fbern A. Merker=Griesheim bei Darmſtadt geleitet. An dieſem
uldigumfllend bringt der Chor beſonders Volkslieder zum Vortrag.
J. Griesheim, 12 Okt. Gemeinderatsbericht. Die am
9. Oktober d. Js. in Kraft getretene neue Heſſiſche Gemeindeordnung
uhält die Beſtimmung, daß die Protokolle über die Beſchlüſſe des
Ge=
mnderats nicht mehr, wie das früher der Fall war, vom
Geſamtge=
hunderat, ſondern nur noch von dem Vorſitzenden, zwei
Urkundsper=
gen und dem Schriftführer zu unterzeichnen ſind. Es beſtand
des=
ub die Notwendigkeit zur Vornahme der erforderlichen Wahlen. Zu
der aßlrundsperſonen wurden die Gemeinderatsmitglieder König und
Noth=
itel I. und als Schriftführer Oberſekretär, Simmermacher gewählt,
nech letzterer vom Bürgermeiſter durch Handſchlag verpflichtet wurde.
Nach einem Ausſchreiben des Heſſiſchen Finanzminiſters wurden für
Einziehung der Staatsſteuern bei den erntegeſchädigten Landwirten
ſiü die einzelnen Steuerziele Schonfriſten feſtgeſetzt. Ein Ausſchreiben
F Kreisamts Darmſtadt empfiehlt, auch für die Gemeindeſteuern
ent=
uchend zu verfahren. Der Gemeinderat beſchloß demgemäß. — Auf
negung des Gemeinderats wurden im Laufe des Sommers eine
grö=
üüſere Anzahl von Ruhebänken hergeſtellt und im Wald aufgeſtellt. Da
ü die Bänke die Verwendung von friſch geſchlagenem, grünem Holz
en lbhitt in Frage kommen konnte, wurde das erforderliche trockene Holz
o Herrn Zimmermeiſter Valentin Schick der Gemeinde leihweiſe zur
Pefügung geſtellt. Das entſprechende Holzquantum ſoll Herrn Schick
u der Gemeinde=Holzhauerei demnächſt erſetzt werden. Die durch die
Möeſtellung der Bänke Herrn Schick entſtandenen Auslagen ſollen
eben=
hls durch Zuweiſung von Holz aus dem Gemeindewald abgegolten
veden. — Der Gemeinderat hat vor einiger Zeit beſchloſſen, die durch
ie Nuheſtandsverſetzung des Hausmeiſters König freigewordene Stelle
iſt wieder zu beſetzen. Dieſe ſoll vielmehr von dem Hausmeiſter Leber
„nſverſehen werden, dem zur Bewältigung der Arbeiten ein Wohlfahrts=
Ewerbsloſer beigegeben werden ſoll. Das Kreisamt Darmſtadt hat ſich
Enl einer derartigen Regelung der Angelegenheit nicht einverſtanden
nlärt und dahin Verfügung erlaſſen, daß die frei gewordene Stelle
Ruch einen vorgmerkten Anwärter zu beſetzen iſt. Da der von der
beneinde eingeſchlagene Weg der billigere iſt, da hierdurch nur die
Dif=
gemz zwiſchen der Wohlfahrtsunterſtützung und der auf 35 Mark
feſt=
ſeitzten Wochenvergütung aufzubringen iſt, beharrt der Gemeinderat
uſeinem gefaßten Beſchluß. — Das Finanzamt Darmſtadt=Stadt (Lie=
Heſchaftsſtelle) hat ſeine Bereitwilligkeit kundgetan, die
Waſſerleitungs=
ſ mltge und die Kanaliſation auf dem früheren Truppenübungsplatz an
ſeGemeinde zu veräußern. Der Verwaltung wurde deshalb der
Auf=
fü erteilt, mit der Liegenſchaftsſtelle in Verhandlungen einzutreten.
Vorſitzende gab dem Gemeinderat Kenntnis von der Niederlegung
1*Mandats des der ſozialdemokratiſchen Fraktion angehörenden
Ge=
aderatsmitgliedes Feuerbach, die durch Geſundheitsrückſichten inner=
Aa0 ſeiner Familie bedingt ſei. — Die ſeitherige Wohlfahrtskommiſſion,
Aebisher außer anderen Perſonen auch einige Unterſtützungsempfänger
boghörten, wurde ihres Amtes enthoben und durch eine neue Kommiſſion,
Teſthend aus fünf Gemeinderatsmitgliedern, erſetzt. — Der von den
Golfahrts=Erwerbsloſen geſtellte Antrag auf alsbaldige Auszahlung
Be noch rückſtändigen beiden halben Wochenraten wurde vom G.=R.
iſier begründet und nachdrücklichſt unterſtützt. Der Vorſitzende wies
Ktruf hin, daß im Voranſchlag für das Ri. 1931 nur 70 000 Mark für
Zuunterſtützungen vorgeſehen ſeien, daß demgegenüber der tatſächliche
2upand jedoch bis jetzt ſchon 77977 Mark betrage, und daß mit Rück=
Mauf die langſamen Steuereingänge vorausſichtlich ſchon in kürzeſter
2/ die Mittel für die Wohlfahrtsunterſtützungen nicht mehr zur
Ver=
ſiung ſtänden. Es würde ſich nun deshalb darum handeln, einen
Ditragsvoranſchlag zur Vorlage zu bringen, für den die ſchwierige
„Suungsfrage zu löſen ſei. Der Bürgermeiſter wurde beauftragt, mit
EI Mitteln darauf hinzuwirken, daß die für die Auszahlung der bei=
Wyrückſtändigen Raten nötigen Mittel flüſſig werden.
Cp. Pfungſtadt, 11. Okt. Werbeabend. Die Freie
Turn=
weneinde hält am Samstag, dem 17. Oktober, in Vöglners Saal=
Eky einen Werbeabend für die Turnerinnen ab. — Verſteige=
„Rug der Waldkartoffeln. Während ein großer Teil der
Wudkartoffelernte in dieſem Winter von der Gemeinde nach und
try im Rahmen der Winterhilfe an bedürftige Familien zur
Ver=
ttülng gelangen ſoll wurde ein kleiner Teil der Ernte ſofort zur
Weiteigerung gebracht. Es handelt ſich dabei um einen Teil der
Ene in der „Malcher Tanne”. Insgeſamt konnten bei einem
„nerpreis von 1,50 RM. 966.— RM. erzielt werden, ein Preis,
Aſogar übar der Taxation hinausging.
Die Tage dei Lanowniſchaft i Sehleiser 1304,
Nach den Berichten deutſcher Landwirtſchaftskammern.
Die Lage der Landwirtſchaft im vergangenen Monat läßt mit
aller Deutlichkeit erkennen, daß ſich in ſteigendem Maße in der
Landwirtſchaft eine Ausgabeneinſchränkung
aller=
größten Umfanges und die Beſtrebungen zur
Sen=
kung der Erzeugungskoſten durchſetzen. Die
Aus=
gabeneinſchränkung erfolgt dadurch, daß man verſucht, in weit
höherem Maße als bisher mit in der eigenen Wirtſchaft
gewonne=
nen Erzeugniſſen zu arbeiten und den Zukauf auf das
allernot=
wendigſte beſchränkt. Sowohl der Düngemittel= als auch der
Futtermittelankauf gingen im allgemeinen ſehr ſtark zurück. In
noch ſtärkerem Maße iſt das bei Maſchinen und perſönlichen
Be=
darfsgütern der Fall.
Der Senkung der Erzeugungskoſten ſind in der
Landwirt=
ſchaft aber ſehr enge Grenzen geſetzt, da ſie, in hohem Maße von
der Witterung abhängig, einen Mindeſtapparat von
Betriebs=
mitteln beſitzen muß, um in der Saat= und Erntezeit die Arbeiten
bewältigen zu können.
Aus dieſem Grunde iſt die Senkung der Erzeugungskoſten im
weſentlichen darauf beſchränkt, daß zum Beiſpiel bei der Schwei
e=
zucht die Unkoſten durch ſtärkeren oder längeren Weidegang
herab=
geſetzt werden, daß der Zukauf von Futtermitteln durch ſtärkeren
Grünfutteranbau vermindert wird, und daß gegebenenfalls die
Erntearbeiten in die Länge gezogen werden, um mit weniger
Leu=
ten auskommen zu können.
Dieſe Einſchränkungen bedeuten aber bereits eine weſentliche
Schrumpfung des geſamten landwirtſchaftlichen Betriebes. Die
Gefahr, daß die Landwirtſchaft ſich auf dieſem Wege in immer
ſtärkerem Umfange von der Geſamtwirtſchaft loslöſt, bzw. daß
Einkäufe und Verkäufe der Landwirtſchaft abnehmen, iſt für die
Geſamtwirtſchaft von allergrößter Bedeutung.
Trotz dieſes Extenſivierungsprozeſſes in der Landwirtſchaft
ſind die Geſamtlaſten der Landwirtſchaft vielfach nicht nur
geblie=
ben, ſondern ſogar noch geſtiegen. Es bedarf keiner großen
Er=
klärungen, daß ein Betrieb, deſſen Geſamtaußenumſatz im Sinken
begriffen iſt, und der für die Einheit, die jetzt noch zum Verkauf
übrig bleibt, ſtetig ſinkende Preiſe erhält, nicht mehr in der Lage
ſein kann, größere Laſten aufzubringen als ein geſunder, voll
ar=
beitender Betrieb. Ganz beſonders drückend empfindet die nur
langſam umſetzende Landwirtſchaft die oft rückſichtsloſe
Ein=
treibung der Steuern und die hohen Verzugszinſen von
120 v. H. im Jahre. Die Uebung, daß in einzelnen Ländern die
Finanzämter angewieſen ſind, erntegeſchädigten Landwirten
Steuerſtundung zu gewähren, muß unbedingt auf alle durch
Un=
wetter geſchädigten Gebiete ausgedehnt werden. Beſonders
gelit=
ten haben die Höhengebiete, die, falls ſie ihre Ernte überhaupt
teilweiſe einbringen konnten, dieſelbe nicht mehr vollwertig
ge=
brauchen können, ſowie ſtellenweiſe tief gelegene Gebiete, die
in=
folge der naſſen Witterung unter Ueberſchwemmungen zu leiden
hatten.
Der Mangel an Krediten macht ſich immer mehr
be=
merkbar. Der Abſatz von Pfandbriefen ſtockt völlig. Die
zahl=
reichen Kündigungen bedeuten infolge des Zuſammenbruchs der
Betriebe eine ſchwere Schädigung der Geſamtwirtſchaft.
Stellen=
weiſe iſt nicht einmal mehr der Zinsſatz für die erſte Hypothek
auf=
zubringen. Die in dieſem Jahre aufgenommenen Gräſerkredite
frieren vielfach ein, da die Weidemäſter infolge von Verluſten
bei der Weidemaſt ihren Verpflichtungen nicht nachkommen
können.
Die Grundſtückspreiſe ſind oft bis zur Hälfte
derjeni=
gen des Vorjahres gefallen. Zwangsverſteigerungen müſſen nicht
ſelten abgeſagt werden, da keine Gebote, bzw. zu geringe Gebote,
erfolgen.
Für den ungünſtigen Ausfall der Ernte in dieſem
Jahre iſt die große Feuchtigkeit im Sommer und Herbſt
verant=
wortlich zu machen. Alle mit der Näſſe zuſammenhängenden
Krankheiten traten in dieſem Jahre beſonders ſtark auf.
Viel=
fach wird auch über große Verunkrautung geklagt. Die bereits im
letzten Bericht erwähnten Minderungen des Ernteausfalls haben
ſich in vollem Maße beſtätigt. Soweit das Getreide noch in die
Regenperiode hineinkam, beſonders in den höheren Lagen,
er=
folgte eine beträchtliche Qualitätsminderung, da das Getreide
vielfach nur ausgewachſen bzw. mit hohem Waſſergehalt geborgen
werden konnte. Die Qualitätsminderung in einzelnen
Höhengebie=
ten iſt teilweiſe ſo ſtark, daß 60—70 v. H. der Ernte nicht
ver=
kaufsfähig ſind und verfüttert werden müſſen.
Bei den Hackfrüchten machte ſich die kalte Näſſe im
Spät=
ſommer beſonders bei Kartoffeln durch Krankheiten bemerkbar.
Bei den Rüben hörte das Wachstum verhältnismäßig früh auf
Die Saat hat im allgemeinen gute Fortſchritte gemacht. Auf
ſchweren, waſſerhaltigen Böden ſind jedoch ſtarke Verzögerungen
der Beſtellungsarbeiten zu verzeichnen.
Der Futterbau hat gute Erträge gebracht. Der letzte
Schnitt iſt jedoch, ſoweit er nicht draußen verfault iſt, ſtark
aus=
gelaugt, ſo daß ſein Nährſtoffgehalt vielfach nur gering iſt.
Reu=
ter und Trockengeſtelle haben ſich gut bewährt. Wegen der naß=
kalten Witterung hat das Wachstum auf den Weiden ſtark
nach=
gelaſſen. Das Vieh mußte ſtellenweiſe ſchon aufgeſtallt werden.
Sehr ſcharf kommt die Kriſe in der Viehwirtſchaft zum
Aus=
druck. Bei Pferden muß vielfach in den alten Zuchtgebieten
gutes Zuchtmaterial aus Geldmangel verkauft werden. Nur
ſtellenweiſe iſt eine geringe Nachfrage nach jungen Pferden und
Fohlen feſtzuſtellen.
Ganz beſonders ungünſtig liegen die Verhältniſſe bei der
Rindviehzucht und im beſonderen bei den Weidemäſtern in
den nordweſtdeutſchen Marſchgebieten. Was zu 40—42 RM. je
Zentner verkauft wurde, mußte zu 26—28 RM. je Zentner
ver=
kauft werden. Da trotz dieſer niedrigen Preiſe die Ladenpreiſe
nur unweſentlich zurückgegangen ſind, haben die Landwirte in
Hannover und Pommern ſtellenweiſe ſelber Vieh ausgeſchlachtet
und verkauft. Infolge des reichlichen Futteranfalls in dieſem
Jahre und der ſchlechten Verwertungsmöglichkeit der großen
Zuckerrübenernte in Mitteldeutſchland ſowie der beſonders
nied=
rigen Viehpreiſe behält man in dieſem Winter ſtellenweiſe mehr
Vieh im Stalle als ſonſt.
Ebenſo wie beim Rindvieh wird auch in der
Schweine=
zucht Zuchtmaterial nur zu ſehr viel niedrigeren Preiſen
abge=
ſetzt. In gewiſſen Gebieten hat eine größere Nachfrage nach
ſchwe=
ren Schweinen eingeſetzt, da infolge der Deviſenknappheit die
Fetteinfuhr zurückgegangen iſt. Dieſe Bewegung iſt jedoch keine
dauernde, da der Verbraucher nach wie vor zum Fleiſchgenuß das
leichtere, magere Schwein vorzieht.
Auch in der Schafzucht liegen die Verhältniſſe ſehr
un=
günſtig. Bei einem Erzeugerpreis von 20 RM. je Zentner
Maſt=
ſchaf in Hannover koſtet das Pfund Schaffleiſch im Laden 80 Pf.
Durch neue Verwendungsmöglichkeiten für Schafwolle verſucht
man, den Abſatz der Wolle zu verbeſſern.
Die Spezialkulturen haben ebenfalls in dieſem Jahre ſehr
ſtark unter dem mangelnden Abſatz gelitten. Bei Gemüſe ſind
durchweg gute Erträge erzielt worden. Kopfkohl, der im
allge=
meinen größer ausgefallen iſt als im vorigen Jahre, hat mitunter
ebenſo wie Möhren durch die Näſſe ſtark gelitten, ſo daß die
Köpfe teilweiſe wegen zu ſtarken Waſſergehalts geplatzt ſind. Der
Stand der Wintergemüſe liegt im allgemeinen gut. Tomaten
haben ebenfalls ſtark unter der Näſſe und infolgedeſſen nicht
ſel=
ten an Braunfleckenkrankheit gelitten.
Kernobſt hat ebenfalls gute Erträge gebracht. Die Ernte
begann in dieſem Jahre 10—14 Tage früher als ſonſt. Infolge
ſtarken Geldmangels werden trotz ſchlechter Preiſe die Aepfel meiſt
gleich nach der Ernte zu äußerſt ſchlechten Preiſen, beſonders für
minderes Obſt, verkauft, ſo daß die Gefahr beſteht, daß trotz
reich=
licher Apfelernte im Frühjahr wieder Knappheit an deutſchen
Aenfeln herrſcht. Pflaumen und Zwetſchen fanden
in=
folge der geringeren Ernte beſſeren Abſatz.
Beim Hopfen hat ſich die ungünſtige Witterung im Herbſt
auf die Güte und Farbe ausgewirkt. Es wurde nur ein Teil
gepflückt.
Beim Tabak iſt bei geringerer Ernte die Beſchaffenheit ſehr
gut, ſo daß die Preiſe im allgemeinen zufriedenſtellend ſind.
Bei Honig konnte der Ertrag infolge kalter Witterung und
dauernd bedeckten Himmels nicht befriedigen.
In der Fiſchwirtſchaft, in der die
Einigungsbeſtrebun=
gen für die Teichwirtſchaft in Cottbus endlich von Erfolg gekrönt
wurden, hat man die urſprünglich vorgeſehenen Preiſe nicht
hal=
ten können. Die Futteraufnahme hat infolge der kalten
Witte=
rung ſtark nachgelaſſen.
Beſonders ſchwer wird die Forſtwirtſchaft durch die
Wirtſchaftskriſe getroffen. Vielfach ſind noch große Mengen des
letztjährigen Wintereinſchlages vorhanden. Die Pflegearbeiten
müſſen aus Geldmangel ſtark eingeſchränkt werden.
Die geſamte Entwicklung hat ſich bei bisher geringfügigen
Lohnveränderungen ſehr ungünſtig auf den
landwirtſchaft=
lichen Arbeitsmarkt ausgewirkt, da die Tendenz zu
Ent=
laſſungen auf Grund der Jahreszeit und der Wirtſchaftslage
wei=
ter anhält. Nur nach jungen Mädchen und Burſchen iſt eine
ge=
wiſſe Nachfrage feſtzuſtellen. In bäuerlichen Gebieten, in denen
die Nebenverdienſtmöglichkeiten der Familienangehörigen immer
mehr ausfallen, iſt man gezwungen, die in der Familie
vorhan=
denen und nicht anders verwertbaren Arbeitskräfte zu verwenden.
Stellenweiſe hat man Arbeitsloſe gegen freie Station eingeſtellt,
um ſie trotz nicht völliger Beſchäftigungsmöglichkeit vor der
größ=
ten Not zu bewahren.
Infolge dieſer Lage in der Landwirtſchaft darf es nicht
wunder nehmen, daß der Geſamtumſatz in Deutſchland trotz
ſtei=
gender Ausfuhr in ſtändiger Schrumpfung begriffen iſt. Der
Ausfall eines beträchtlichen Teil der Kaufkraft der Landwirtſchaft
ſchädigt die Wirtſchaft in ganz ungeheurem Ausmaße. Allein aus
dieſem Grunde müßte die Regierung beſtrebt ſein, alles nur
irgend Erdenkliche zu tun, um eine weitere Verſchlechterung der
Lage zu vermeiden.
Aa. Geinsheim, 12. Okt. Schweres Motorradunglück.
Am geſtrigen Sonntag abend fuhr bei einbrechender Dunkelheit zwiſchen
6 und 7 Uhr ein aus Griesheim bei Darmſtadt ſtammender
Motorrad=
fahrer namens Johann Thomas, aus Richtung Oppenheim kommend,
in der großen Straßenkurve mitten im Ort auf das Rathaus auf. Der
28 Jahre alte Mann war ſofort tot. Seine auf dem Soziusſitz ſitzende
Ehefrau erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß ſie in ein Krankenhaus
über=
führt werden mußte.
— Gernsheim 12. Okt. Waſſerſtand des Rheins am
11. Oktober 0,22 Meter, am 12. Oktober 0,15 Meter.
Hirſchhorn, 12. Okt. Waſſerſtand des Neckars am
11. Oktober 1,70 Meter, am 12. Oktober 1,66 Meter.
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Aberheſſen.
h. Gießen, 12. Okt. Der Heſſiſche Zweckverband für
Krüppel=Fürſorge hielt Samstag nachmittag im Studentenhaus
ſeine Mitgliederverſammlung ab. Der Vorſitzende, Oberbürgermeiſter
Mueller=Darmſtadt, begrüßte die Gäſte, darunter den
Regierungs=
vertreter Miniſterialrat Lindenfeld=Darmſtadt und den Direktor des
Orthopädiſchen Inſtituts, Prof. Dr. Pitzen. Aus dem Geſchäftsbericht
ſei folgendes entnommen: Von 1911 bis 1930 wurden 3516 Heilungen
von Krüppeln mit einem Koſtenaufwand von 225 000 Mark ausgeführt.
Die Gelder entſtammen Mitgliederbeiträgen (13 000 Mark), Spenden,
Lotterie und Werbeſchriften (30 000 Mark). Insgeſamt betrugen die
Stiftungen und Geſchenke 352 000 Maxk. 1100 Mitglieder gehören dem
Verband an. Die Firma Leitz=Wetzlar ſtiftete Projektionsapparate und
dergleichen im Werte von 15 000 Mark für die Orthopädiſche Klinik. Auf
dem neuen Inſtitut laſten noch 40 000 Mark Schulden. Die
Rechnungs=
ablage für 1930 erſtattete Oberinſpektor Rüthlein=Darmſtadt. Die
Ge=
ſamteinnahme für 1930 betrug 114 390 Mark, Ausgabe 156 174 Mark,
das Geſamtvermögen beſteht aus 160 195 Mark. Der Voranſchlag für
1931 ſieht in Einnahme und Ausgabe 218 952 Mark vor. Die
Verpfle=
gungskoſten ſind im Vergleich zu anderen Inſtituten ſehr niedrig
be=
meſſen und belaufen ſich auf 3,80 Mark für Kinder, 4,75 Mark für
Er=
wachſene im Sommer, im Winter ſtellen ſich dieſe Koſten auf 4.— Mark
bzw. 5.— Mark. In dem Neubau können bis zu 100 Kranke
aufgenom=
men werden. Der Diakonie=Verein in Heſſen ſtellt in entgegenkommender
Weiſe die Schweſternſchaft zur Pflege der Kranken.
Jagd im Okkober in Heſſen.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Jagdklub. Darmſtadt.)
Der Monat Oktober bringt dem Jäger Freuden mancherlei
Art. Noch iſt die Hirſchbrunft im Gange, und die Brunft des
Damwildes ſteht nahe bevor.
Die Jagd auf männliches Rehwild iſt zwar noch auf aber
in den meiſten Revieren wird der Jahresabſchuß erfüllt ſein und
das Weidwerk wird mehr dem Ausgleich der Geſchlechter in den
Rehbeſtänden gelten, ſo daß jetzt die überzähligen weiblichen
Stücke am beſten mit der Büchſe auf Birſch und Anſitz zur Strecke
kommen.
Namentlich das Wegnehmen geringer weiblicher Stücke,
be=
ſonders geringer Kitze, muß jetzt bewerkſtelligt werden, denn im
Oktober iſt es noch möglich, das Wild beim Austritt auf die Felder
genau zu unterſcheiden.
Von großen Rehſchlachten, wo wahllos alles Rehwild mit
Schrot abgeſchoſſen wird, ſollte ſich ein gerechter Weidmann
fern=
halten
Nicht darunter verſtanden ſind kleine Drückjagden mit
weni=
gen, aber geübten Schützen, die ſich dann auch, wenn die
Oertlich=
keit den Abſchuß mit der Kugel nicht ermöglicht, der Schrotflinte
auf kurze Entfernungen bedienen können.
Dies iſt der Standpunkt der heſſiſchen Staatsforſtverwaltung.
Die Hühnerjagd wird namentlich anfangs Oktober bei ſchönem
Wetter dort, wo wirklich Hühner ſind, noch gute Reſultate liefern,
und die Oktober=Hühner ſind ja ganz beſonders geſchätzt wegen
ihrer Größe.
Nachdem die Regenperiode zu Ende iſt und überall die Waſſer
zurückgegangen ſind, kann nun auch erfolgreicher auf die
Wild=
ente geweidwerkt werden. Wo immer es angängig iſt, ſollte man
die Erpel, die ſtets in großer Zahl vorhanden ſind, vor allem
wegnehmen. Das erhöht den Reiz der Jagd und gibt für die
Nachzucht beſſere Ausſichten. Und was bei den Faſanen möglich
iſt, muß ſich auch bei der Ente durchführen laſſen.
Am 15. Oktober endigt die Schonzeit für Haſen und
Faſa=
nen. Erſtere werden ja vorläufig noch Ruhe haben, bis die
Wit=
terung kälter geworden iſt, zumal man ſich bei den Hühnerjagden
überzeugen konnte, daß noch viele geringe Löffelmänner
vorhan=
den ſind, die ſich in zwei Monaten zur vollen Reife entwickeln
werden.
Bei Faſanen ſollten vor allem die Hähne, die ſtets überſchüſſig
ſind, abgeſchoſſen werden, denn bei den ſchwankenden
Erträg=
niſſen, die die Hühnerjagd liefert, bildet der Faſan dem Jäger
einen Erſatz von nicht zu unterſchätzender Bedeutung.
Offen iſt die Jagd im Oktober weiter für den Dachs, die
Schnepfe die Bekaſſinen und alles übrige Wild, das in Heſſen und
deſſen nächſter Umgebung nicht ſetzt oder niſtet.
Der Jäger wird weiter ſein Augenmerk der Erneuerung der
Salzlecken und der Herrichtung der Futterſtellen für den Winter
ſchenken.
Ganz beſondere Sorgfalt aber muß jetzt allen ungebetenen
Gäſten des Reviers gewidmet werden. Die Notwendigkeit des
Jagdſchutzbeamten wird ſich ganz beſonders in dieſem Winter
er=
weiſen.
Ah. Nierſtein a. Rh., 10. Okt. Im Rhein ertrunken. Auf
der Höhe von Nierſtein ertrank ein belgiſcher Schiffer. Der Mann war
auf dem in Fahrt befindlichen Schiff ausgerutſcht und fiel in die Fluten.
Es konnte ihm keine Hilfe mehr gebracht werden. Frau und 8 Kinder
trauern um den Gatten und Vater. — Im Mai d. J3. wurde hier aus
dem Rhein eine weibliche Leiche geländet. Die Tote welche etwa 30
Jahre alt geweſen ſein mag, wurde auf dem Nierſteiner Friedhof
be=
erdigt. Trotz aller Rachforſchungen gelang es bisher nicht, ihre
Perſön=
lichkeit feſtzuſtellen.
Seite 8
Dienstag, den 13. Oktober 1931
Nummer 282
Dun Tavenel Mindelſtelven dor Serlchi.
Beginn des großen Calmekte=Prozeſſes. — Vorſtoß des Rechtsbeiſtandes
der Elkern gegen das Gerichk wegen Unzuſtändigkeit.
Das Gericht erklärt ſich für zuſtändig.
Reich und Ausland.
Zu dem Mannheimer Gemäldediebſtahl.
Auch das 12. Bild wieder
herbei=
geſchafft.
Frankfurt a. M. Bei der ſchnellen
Feſt=
nahme des Mannheimer Bilderdiebes konnte die
Polizei elf von den zwölf geſtohlenen Gemälden
ſicherſtellen. Auf Grund der Zeitungsmeldungen
meldete ſich nunmehr auch der Händler, bei dem
der feſtgenommene Einbrecher ein Bild zu.=
Verkauf abgegeben hatte. Damit ſind die
ſämt=
lichen geſtohlenen Bilder wieder herbeigeſchafft.
Der Täter wurde am Samstag noch nach
Mann=
heim übergeführt,, um dort über die
Einzelhei=
ten ſeiner Tat vernommen zu werden.
Gleich=
zeitig wurden auch die zwölf Bilder wieder nach
Mannheim zurückgeſchafft.
Monſtreprozeſſe vor der Großen Strafkammer
Frankfurt a. M.
Frankfurt a. M. Die Beſchlußkammer
des Landgerichts hat nach einer Mitteilung der
Juſtizpreſſeſtelle dem Antrag der
Staatsanwalt=
ſchaft ſtattgegeben, die Favagſache der Großen
Strafkammer zu überweiſen. Bei dem Termin
vom 15. Oktober verbleibt es. Wir erfahren
weiter, daß demnächſt noch andere
Monſtrepro=
zeſſe vor die Große Strafkammer als erſte
In=
ſtanz kommen werden. Aehnlich wie im Favag=
Prozeß hat nämlich die Staatsanwaltſchaft in
den Warenbetrugsaffären Stockmann und
Ge=
noſſen und Dimpfel und Genoſſen gemäß der
Notverordnung vom 6. Oktober die
Ueberwei=
ſung an die Große Strafkammer beantragt, weil
die Hauptverhandlung vorausſichtlich länger als
ſechs Sitzungstage dauern wird und
Vorunter=
ſuchung geführt wurde.
Ein Motorrad erſchwindelt.
Frankfurt a. M. Vor einigen Tagen
ſtellte ein Kaufmann ſein Motorrad bei einem
Hotelportier unter, während er ſich in ein Kino
begab. Kaum war er verſchwunden, als ſich beim
Portier der angebliche Bruder des Eigentümers
meldete und das Motorrad verlangte, um ſchnell
eine Fahrt zu unternehmen. Er erhielt das
Motorrad auch ausgehändigt, fuhr davon und
kam nicht wieder. Der Schwindler wird wie
folgt beſchrieben: 25 Jahre alt, 1,75 Meter
groß, blond. Er war mit hellgrauer Flanellhoſe,
gelben Schuhen und dunkelbrauner Jacke
be=
kleidet.
Eiſenbahnunglück bei Koblenz.
Koblenz. Am Montag morgen, gegen
6 Uhr, ereignete ſich kurz vor dem Bahnhof
Ur=
mitz bei Koblenz ein Eiſenbahnunglück. Infolge
Ausbeſſerung einer Weiche mußten Umleitungen
vorgenommen und die Hauptſtrecke zum Teil
ein=
gleiſig befahren werden. Infolge falſcher
Um=
leitung fuhren ein Großraumgüterzug und eine
aus entgegengeſetzter Richtung kommende, allein
fahrende Lokomotive aufeinander. Durch den
heftigen Zuſammenprall wurde die Lokomotive
aus dem Gleis geworfen. Der Lokomotivführer
und der Heizer dieſer Maſchine wurden ſchwer
verletzt, während das Bedienungsperſonal der
Güterzugmaſchine mit leichteren Verletzungen
davonkam. Der Zugverkehr auf der Strecke
Koblenz—Köln erlitt erhebliche Verſpätungen.
Schweres Verkehrsunglück in Unterfranken.
Neuſtadt an der Saale. Auf der Straße
von Mellrichſtadt nach Oberſtreu ereignete ſich
am Sonntag nachmittag ein ſchweres
Verkehrs=
unglück. Zwei Kraftwagen, ein Poſtauto und
ein Lieferauto, wollten Perſonen zum
Zeppelin=
beſuch in Meiningen befördern. Als das
Liefer=
auto am Poſtauto vorbeifahren wollte, kamen
im gleichen Augenblick aus entgegengeſetzter
Richtung drei Radfahrer. Das Lieferauto bog
nach links ab und ſtürzte die 1,70 Meter hohe
Böſchung hinunter, wobei es ſich zweimal
über=
ſchlug. Zwei der Radfahrer wurden von dem
Poſtauto erfaßt und überfahren. Einer von
ihnen, angeblich ein Student aus Gotha, wurde
auf der Stelle getötet, der andere ſtarb nach der
Einlieferung ins Krankenhaus. Von den
In=
ſaſſen des Lieferwagens wurden neun zum Teil
ſchwer verletzt. Sie erlitten Schädelbrüche und
innere Verletzungen.
Schwere Exploſion in Grevenbrück.
Laasphe. Im Hauſe des Metzgermeiſters
Steinhoff in Grevenbrück entſtand auf bisher
nicht geklärte Urſache eine ſchwere Exploſion.
Ein im Hauſe arbeitender Klempner wurde zur
Seite geſchleudert, während der im Kühlhaus
arbeitende Metzgergeſelle dermaßen ſchwer
ver=
letzt wurde, daß er ſtarb. Ihm war u. a. eine
Hand abgeriſſen worden. Die Unterſuchung des
Unfalls iſt in die Wege geleitet.
Der Maler Ritker von Herkerich
75 Jahre all.
Profeſſor Ludwig Ritter von Herterich,
der bekannte Maler und Lehrer an der
Mün=
chener Akademie, wird am 13. Oktober 75 Jahre
alt. Von Herterich ſtellte hauptſächlich
genre=
hafte und hiſtoriſche Geſchehniſſe aus dem
16. Jahrhundert dar. Seine Werke ſchmücken
ſtädtiſche Gebäude von Eſſen und Bremen und
ſind in der Münchener Pinakothek und in der
Dresdener Galerie vertreten. Prof. v. Herterich
iſt Mitglied der Münchener Sezeſſion.
Der erſte Verhandlungstag.
Lübeck, 12. Oktober.
In der zum Gerichtsſaal umgeſtalteten
Haupt=
turnhalle nahm heute vormittag vor der
Straf=
kammer, unter dem Vorſitz von Amtsgerichtsrat
Wibel der Prozeß um das Lübecker
Kinder=
ſterben ſeinen Anfang. Angeklagt wegen
fahr=
läſſiger Tötung bzw. fahrläſſiger
Körperver=
letzung ſind der durch ſein Tuberkuloſepräparat
bekannte Prof. Dr. Deyke, der Leiter des
Lübecker Kinderſpitals, Prof. Dr. Klotz, der
Lei=
ter des Lübecker Geſundheitsamts
Obermedizi=
nalrat Dr. Altſtädt und die
Laboratoriums=
ſchweſter Anna Schütze. Die Anklage wird durch
Obermedizinalrat Dr. Lienau und Staatsanwalt
Freiherr v. Beuſt vertreten. Als Verteidiger
bzw. als Rechtsvertreter der als Nebenkläger
zugelaſſenen Eltern der verſtorbenen Kinder ſind
nicht weniger als 14 Rechtsanwälte, darunter
Prof. Alsberg und Dr. Frey=Berlin, aufgeboten.
Ueber 40 Zeugen werden vernommen und 16
Sachverſtändige, hervorragende Vertreter der
deutſchen mediziniſchen Wiſſenſchaft gutachtlich
gehört werden. Das Reichsgeſundheitsamt und
andere Behörden, ſowie die Aerzteſchaft, die
Uni=
verſitäten und die Krankenkaſſen haben
Vertre=
ter entſandt. Das große Intereſſe der
Oeffent=
lichkeit für den Prozeß zeigt ſich auch in der
außerordentlich ſtarken Teilnahme der in= und
ausländiſchen Preſſe, die durch etwa 50
Bericht=
erſtatter vertreten iſt. Vor dem Gerichtsgebäude
hatte ſich eine große Menſchenmenge
eingefun=
den, die aber nur teilweiſe als Zuhörer Zutritt
erhalten konnte. Um 9.45 Uhr erklärte der
Vor=
ſitzende die Verhandlung als eröffnet. Der
Auf=
ruf der Angeklagten, Verteidiger, Zeugen und
Sachverſtändigen nahm geraume Zeit in
An=
ſpruch.
Rechtsanwalt Dr. Wittern=Lübeck, der als
Rechtsbeiſtand der Eltern fungiert, unternahm
einen überraſchenden Vorſtoß gegen die
Zuſtän=
digkeit des Gerichts. In einer langen
Rechts=
begründung führt er aus, daß die Anklage nach
dem Gerichtsverfaſſungsgeſetz vor das
Schöffen=
gericht gehöre. Durch die Notverordnung ſei die
jetzige Zuſammenſetzung des Gerichts
erforder=
lich geworden. Es ſei ſo nur eine
Tatſachen=
inſtanz geſchaffen, durch die eine Berufung
un=
möglich gemacht worden ſei. Während ſonſt in
der Berufungsverhandlung Verteidiger und
Nebenkläger von ſich aus Zeugen und
Sachver=
ſtändige laden könnten, ſei nach der
Notverord=
nung dem Gericht das freie Ermeſſen bei der
Beweisaufnahme zugeſichert. Der Anwalt kam
zu dem Schluß, daß die Rechtsgrundlage für die
jetzige Zuſammenſetzung des Gerichts fehle. Er
gab dem Gericht anheim, zu beſchließen, ob es
zuſtändig oder nicht zuſtändig ſei.
Im Fortgang der Verhandlung unterſtützte
Rechtsanwalt Dr. Frey den Antrag des
Rechts=
anwalts Dr. Wittern: Das Gericht möge prüfen,
ob es zuſtändig ſei. Auch die anderen
Rechtsver=
treter der Nebenkläger ſchloſſen ſich dem Antrag
Dr. Wittern an.
Oberſtaatsanwalt Dr. Lienau widerſprach,
und Rechtsanwalt Dr. Alsberg gab im Namen
aller Verteidiger der Angeklagten die Erklärung
ab, daß man Einwendungen nur erheben könne,
wenn verfaſſungsmäßige Rechte der Angeklagten
verletzt ſeien. Nach Anſicht der Verteidigung ſei
Betrugsprozeß Damm—Ehras.
Berlin. Ein umfangreicher Bankprozeß,
deſſen Verhandlung mehrere Wochen in Anſpruch
nehmen wird, begann geſtern vor dem
Schöffen=
gericht Charlottenburg. Angeklagt iſt der
Ber=
liner Bankier Willi Ehras wegen Untreue,
Be=
trugs und Vergehens gegen das
Börſendepot=
geſetz. Der Angeklagte gab bei Beginn der
Ver=
handlung zu, daß er ohne alle Vorkenntniſſe —
er war früher Sportoffizier bei der Schutzpolizei
— auf Zureden eines Bankmannes im Sommer
1926 das Bankhaus Wilhelm Herrig
übernom=
men habe. Von früher her kannte er den
Direk=
tor des Verbandes öffentlicher
Feuerverſiche=
rungsanſtalten, den Regierungsrat a. D. Damm.
mit dem er in den nächſten beiden Jahren ſeine
Geſchäfte durchgeführt hat. Das Bankhaus
Her=
rig beſchäftigte ſich größtenteils mit umfang=
das nicht der Fall. Dr. Frey wandte ſich ſcharf
gegen Dr. Alsberg.
Darauf zog ſich das Gericht zur Beratung
über den Antrag Dr. Wittern zurück.
Nach zweiſtündiger Beratung des Gerichts
verkündete und begründete der Vorſitzende den
Beſchluß: Der Antrag, das Gericht für
unzuſtän=
dig zu erklären und die Hauptverhandlung zu
vertagen, wird abgelehnt.
Darauf wurde in die weitere Verhandlung
eingetreten. Die Anklage lautet auf fahrläſſige
Tötung und fahrläſſige Körperverletzung bei
Anwendung und Durchführung der Calmette=
Fütterung. Die Verleſung der geſtorbenen
Kin=
er wurde im Saal mit tiefem Schweigen
ent=
gegengenommen. Als erſter Angeklagter wurde
Obermedizinalrat Dr. Altſtedt vernommen.
Der Hauptangeklagte Prof. Dr. Deycke,
Direktor des Allgemeinen Krankenhauſes
in Lübeck.
Vernehmung des erſten Angeklagken.
Im Verlaufe der Vernehmung des erſten
Angeklagten Dr. Altſtaedt gab dieſer zunächſt
einen allgemeinen Ueberblick über das Calmette=
Verfahren und kam ſchließlich auf die deutſchen
Anſichten über das Verfahren zu ſprechen. Er
erwähnte dabei, daß ſeinerzeit auf Veranlaſſung
des Reichsgeſundheitsamtes ein mediziniſcher
Ausſchuß gebildet wurde, der zahlreiche
Fütte=
rungsverſuche vornahm. Dr. Altſtaedt betonte
ſodann, daß die Hygieneſektion des Völkerbunds
im Jahre 1928 zu dem Ergebnis gekommen ſei,
daß das Calmette=Verfahren unſchädlich iſt. Auch
der deutſche Mediziner Prof. Schlottmann habe
erklärt, daß keine Gefahr bei der Anwendung des
Calmetteverfahrens beſtehe. Dr. Altſtaedt brachte
dann das Rundſchreiben Loucheurs vom Januar
1929 an alle Präfekten in Frankreich zur
Ver=
leſung, in dem Loucheur empfiehlt, das
Cal=
mette=Verfahren überall anzuwenden. Die
Ver=
handlung dehnte ſich ſchließlich auf eine
Erör=
terung der Immuniſierung bei Tuberkuloſe aus.
Die Vernehmung Dr. Altſtaedts wurde
ſo=
dann abgebrochen und die Sitzung auf Dienstag
vormittag 9.30 Uhr vertagt.
reichen Lombardierungsgeſchäften und mit der
Vermittlung von Krediten an Kommunen. In
der Berliner Bankwelt wurde das Haus als
Abwicklungsſtelle des Feuer=Verbandes
ange=
ſehen, da Ehras ſeine Geſchäfte meiſt ſo
durch=
führte, daß er ſich beim Ankauf von Papieren
die Hälfte des Kaufpreiſes gegen eine
Bürg=
ſchaft von Damm ſtunden ließ. Aber auch dieſe
Hälfte des Betrages erlöſte er erſt durch
uner=
laubtes Weiterlombardieren der betreffenden
Papiere. Den Ueberſchuß, den er aus ſolchen
Geſchäften erzielte, verwandte er dann für
eigene Zwecke. — Gegen den Regierungsrat
a. D. Damm ſchwebt ein Strafverfahren wegen
Untreue und Unterſchlagung, das nach dem
Ehras=Prozeß durchgeführt werden ſoll, da die
Kaſſe des Feuer=Verbandes durch ſolche
Bürg=
ſchaften um Millionen geſchädigt worden ſein
ſoll.
Der Saal der Lübecker Hauptturnhalle, in der der Lübecker Calmette=Prozeß ſtattfindet.
Maluſchka der Jükerboger Akkenkäke
Berlin. In der Angelegenheit Sylveſſ
Matuſchka teilt die Kriminalpolizei Berlin u.
mit: Die Tatſache, daß Matuſchka am 30. Ju
1931 10 Kilo Ekraſit, 10 Sprengkapſeln zu
100 Glühzylinder kaufte, würde ſchon an ſich
zunächſt, rein zeitlich — die Möglichkeit begri
den, daß dieſe Beſchaffung von Sprengmaterg
lien mit dem Eiſenbahnattentat von Jüterho
in Verbindung ſteht, dies um ſo mehr,
Ekraſit gleiche Wirkungen hervorruft, wie ſie
Fall Jüterbog beobachtet ſind. Ueber den Zrug
zur Beſchaffung des Sprengſtoffes ſowie üle
deſſen Verbleib hat M. augenſcheinlich unwaſt
Angaben gemacht. Seinen eigenen Erklärung
zufolge, iſt er mehrfach in Berlin geweſen. 2uf
ſeiner Wiener Wohnung war er insbeſond
auch in der Zeit vom 5. bis 11. Auguſt d. J.
weſend. Ueber ſeinen Aufenthalt während de
ſes Zeitraumes kann er keine befriedigende Au
kunft geben. Das Attentat bei Jüterbog wun
bekanntlich am 8. Auguſt abends ausgeführt.
Beſchaffung der erforderlichen Materialien
in die Zeit vom 6. bis 8. Auguſt 1931.
Rekogneſzenten erklärten nach dem ihnen vor
legten Bilde mit der gebotenen Vorſicht, daß
Möglichkeit einer Identität mit dem Materuun
lienkäufer gegeben ſei.
Die Berliner Kriminalpolizei ſteht mit
Wiener und Budapeſter Behörde zurzeit in ſtä
diger telephoniſcher und telegraphiſcher Bo
bindung. Von den noch zu erwartenden Noy—
richten wird es abhängen, ob Mitglieder
Unterſuchungskommiſſion für den Fall Jüterhyiſe
nach Wien entſandt werden.
Der Verdacht gegen den Kaufmann Sylveſſ
Matuſchka, am Eiſenbahnattentat in Jüterhy;
beteiligt zu ſein, hat der Budapeſter Detektr
inſpektor Hein während ſeines Aufenthalts
Berlin ausgeſprochen. Die Berliner Polizei haf
daraufhin in Berlin Ermittlungen darüber 4
geſtellt, ob und wo Matuſchka in Berlin bekan
ſein könnte. Dieſe Ermittlungen waren zunä
ergebnislos, da ſie einerſeits ſehr vorſichtig
führt werden mußten, andererſeits ein Lig
bild des Verdächtigen noch nicht zur Stelle wyſarte
Ferner mußte darauf geachtet werden, daß ſebe
öſterreichiſchen Behörden in ihren
Unterſuchungſord=
nicht geſtört werden. Da das Bild Matuſch eie
in einer Reihe von Zeitungen veröffentl nd
worden iſt, kann man damit rechnen, d0,
brauchbare Mitteilungen eingehen.
Der Verhaftete S. Matuſchka hat geſte
bend ein allerdings etwas phantaſtiſches Oeroſt
ſtändnis abgelegt. Er gab an, daß er bei Dünef
Attentat von Jüterbog und Torbagy beteil chn
geweſen ſei, allerdings nicht als Attentäter, ſ Me
dern nur als Mithelfer. Er habe die Patroy”rand
und Kapſeln einem Manne gegeben. Zur Oing
des Jüterboger Attentats habe er ſich in Berſſhen
und vor dem Attentat bei Torbagy in Budax=n,
aufgehalten. Weiter erklärte er jetzt, entgess,
ſeiner erſten Ausſage, nach der er in eimſſ
der vorderen Wagen des bei Torbagy ver=ſſ
glückten Zuges geſeſſen hat, er habe ſich im II
ten Wagen des Unglückszuges befunden.
Angaben werden zurzeit von der Krimin
polizei geprüft.
breit
Schnelle Aufklärung eines Raubmordes. Mſte
Greifswalde. Der Arbeiter Lüdtke
uchſich=
die Wanderburſchen Lückel und Steinbückel wiverw.
den aus einem Eiſenbahnzug heraus verhaf zwa
Die beiden Erſtgenannten hatten Samstagnahh, de
en 50jährigen Kolonialwarenhändler Gaſchd,
us Stralſund nach einem gemeinſamen Fſ,
gelage ermordet und beraubt. Die Täter habf
bereits ein Geſtändnis abgelegt.
Schwerer Unfall beim Danziger Motorrad
Rennen.
Danzig. Bei den Motorradrennen
Zoppot ereignete ſich am Sonntag außerhalb
Rennſtrecke ein ſchwerer Unfall. Ein Fahrer al
Danzig überfuhr zwei Schüler, Brüder im Al4
von neun und ſieben Jahren. Der Neunjähr
erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß er bald de
auf ſtarb. Sein Bruder wurde ebenfalls ſchri
aber nicht lebensgefährlich verletzt.
17 Todesopfer des Gdinger Exploſionsunglülin
Gdingen. Die Exploſionskataſtrophe
Gdingen hat, wie jetzt feſtzuſtehen ſcheint, in
geſamt 17 Todesopfer gefordert. Vier Leichll
liegen noch unter den Trümmerhaufen. Die Bfäl
ſetzung von elf Todesopfern erfolgte am Mh di
tag vormittag 9 Uhr. Um 11 Uhr war en
Lokaltermin an der Unglücksſtelle anberau Unſt
Der Begründer der Welteislehre geſtorben,
Wien. Der Begründer der Welteislelze,
Hans Hörbiger, iſt in Mauer bei Wien /
71. Lebensjahre geſtorben.
Ein Denkmal für den großen Humoriſt
Otfo Reukter.
Der Bildhauer Menzner
mit ſeiner Reutter=Büſte.
In der Stadt Gardelegen, wo Otto Reutter,
berühmte deutſche Humoriſt, das Licht der A‟
erblickte, ſoll jetzt eine Reutter=Büſte zum 1*
dächtnis des Vortragskünſtlers, der im
Mk=
dieſes Jahres ſtarb, aufgeſtellt werden.
Das Gebäude des Reichstags in Berlin.
im 13. Oktober tritt der Reichstag wieder zuſammen, um zu der neuen Regierung Stellung zu
memen. Wenn die Regierung kein Mißtrauensvotum erhält, ſo ſoll das Haus wiederum nach
huzer Ausſprache auseinandergehen. Die nächſten Sitzungen werden nicht vor dem nächſten Jahre
ſtattfinden.
Das Kanonenboot „Panther”,
zuletzt Vermeſſungsſchiff im Dienſte der Reichsmarine, ſoll am 10. November in Kiel meiſtbietend
verſteigert werden. Der „Panther” wurde bei der Marokko=Kriſe 1911 weltberühmt, als er vor
Agadir erſchien, um Frankreich die Entſchloſſenheit Deutſchlands zur Durchſetzung ſeiner Forderungen
zu demonſtrieren.
e Granate unter der Eiſenbahnunterführung.
1Olmütz. Unter einer
Eiſenbahnunterfüh=
zug auf der Strecke Prerau—Mähriſch=Oſtrau
kad ein elfjähriger Schüler eine nicht
explo=
dirte Granate. Der Junge verſtändigte die
Mizei, die ihrerſeits dem Militärkommando
mzeige erſtattete. Man glaubt, daß es ſich um
een Eiſenbahnanſchlag handelt.
Ein großes Erdbeben aufgezeichnet.
1Rom. Am Samstag iſt auf den
Erdbeben=
ellek vaten in Trieſt und Florenz ein ſtarkes
Erd=
den, dußs eien verzeichnet worden, deſſen Epizentrum in
nterſuch, nodöſtlicher Richtung auf etwa 14 000 Kilo=
Matuz=mer Entfernung geſchätzt wird. Die Apparate
veröffen, in etwa fünf Stunden in Tätigkeit geweſen.
fünf Tote bei einem Autounglück in Kent.
har 951London. Ein mit vier Perſonen beſetzter
öſtiſche Auftwagen und ein Motorrad, auf dem ſich
er ha zwi Perſonen befanden, prallten vorgeſtern
ſagy bei ichmittag bei Maidſtone (Kent) in voller Fahrt
ſientate Fueinander, überſchlugen ſich und gerieten in
die Pan =bund. Den Augenzeugen der Kataſtrophe
ge=
en. 5u Tag es, einen Verunglückten mit
lebensgefähr=
ſich in B licen Brandwunden zu bergen. Die anderen
in Bu t üüf jungen Leute unter 21 Jahren kamen in
ene Tie Flammen um.
nſtlgerraſchende Wendung im Befinden Ediſons.
NNew York. Im Befinden Ediſons iſt er=
Beit eine überraſchende Wendung eingetreten.
Ach 17ſtündigem, ununterbrochenen Schlaf
ſmte der Kranke, mit deſſen Ableben man
Cerits jeden Augenblick gerechnet hatte,
vor=
geſern wieder Nahrung zu ſich nehmen. Nach
Lüdtt Elncht der Aerzte iſt die augenblickliche Gefahr
einbückel Fhrwunden, doch iſt der Kranke außerordentlich
us verht ſ hach, und man hält es für wenig
wahrſchein=
wlich daß er noch länger als eine Woche leben
(rzid.
Eingeſtürzte Häuſer in Chashi=Mura (Provinz Saitama).
Die Vulkanerde der japaniſchen Inſeln läßt den Menſchen niemals lange Ruhe und Frieden.
Immer wieder ſuchen ſchwerere oder leichtere Erdbeben das Land heim, immer wieder wird der
Aufbau von Jahren mit einem Schlage zerſtört. Das letzte Erdbeben, von dem hauptſächlich die
Provinzen Kwanto und Saitama betroffen wurden, forderte über 100 Menſchenleben und legte
viele Ortſchaften in Trümmer.
Neuer Skraßenbahnkyp in Dresden.
Blick in das Innere der neuen Dresdener
Straßenbahnwagen.
Die bequemen, breiten Sitze ſind mit kleinen
Tiſchchen verſehen, die dem Fahrgaſt Gelegenheit
zum Schreiben bieten. Der ganze Wagen iſt in
langgeſtreckter „Hechtform” erbaut und erreicht
Geſchwindigkeiten, die bisher bei der
Straßen=
bahn noch nicht möglich waren.
Sdr. Saieraa Sadtiene
* Kreisliga Südheſſen.
Vorläufig noch völlige Ungewißheit.
Man hofft mit jedem Sonntag auf die Senſation, die den
Uyſchwung der Tabelle am Anfang ſowohl als auch am Ende
mchlengen ſoll. An Ueberraſchungen fehlte es freilich ſeither nicht,
ade ſie haben ſich in dieſer Hinſicht noch wenig bedeutungsvoll
aurgewirkt, ſo daß bislang nur Verſchiebungen im Mittelfeld
ſwramen. Noch immer führt Olympia Lampertheim die
Ta=
eſe, und wenn auch der letzte Sonntag nur einen Punkt brachte.
ällt das gar nicht ſchwer ins Gewicht, denn in Neuhauſen iſt
ſrdieſe Saiſon nicht leicht etwas zu holen. Die Bürſtädter
2genſpieler hatten es gegen den Neuling Abenheim auf eigenem
Blitze naturgemäß leicht. Allerdings verlief die erſte Halbzeit
Benlich ausgeglichen, ſo daß die Burſtädter nur mit einem
knap=
rf 3:2=Halbzeitſtand zufrieden ſein mußten. Die Gäſte hatten
ſbjedoch zu ſehr ausgegeben und waren demgemäß nicht in der
e, den koloſſalen Anſturm der Raſenſpieler weiterhin mit
Er=
abzuwehren. Ein recht bombiſches Reſultat ſtellte auch
31. Lampertheim wieder einmal auf; die ſehr guten Horchheimer
rgen dem harten Spiel nicht gewachſen. Die Wormſer „Klee=
Miter” hatten auf eigenem Platze ihre Not, den eifrigen Pfiff=
Ulgeimern die beiden Punke vorzuenthalten. Aehnlich liegen die
hünM Behältniſſe in Gernsheim, wo Hofheim durch aufopferungsvolles
Syel auf der ganzen Linie faſt ein Unentſchieden erzwungen
Eute. Sehr knapp endete auch die Begegnung in Hochheim, wo
A/Heppenheimer trotz viel beſſerer Spielweiſe und trotz ihres
31Vorſprunges am Schluſſe mit 4:3 Toren geſchlagen wurden.
20 dieſem erſten Sieg hat ſich Hochheim zur Mittelgruppe
Ayorgearbeitet. Die Tabelle:
Spiele gew. un. verl. Punkte
ympia Lampertheim
T.R. Bürſtadt
Uympia Worms
AL. Lampertheim
ſtarkenburgia Heppenheim
oncordia Gernsheim
Aiktoria Neuhauſen
ſportverein. Hochheim
vortverein Horchheim
ormannia. Pfiffligheim
Sportverein. Abenheim
Biblis
WV. Hofheim
SV. 1910 Weiterſtadt—Olympia Hahn 3:2 (1:1).
Am letzten Sonntag weilte SV. Weiterſtadt bei Olympia
Bun. Wenn man auch im voraus wußte, daß Weiterſtadt Sieg
an Punkte davontragen wird, ſo hat man ſich doch etwas
ge=
tücht. Hahn hatte neben den Tücken des Platzes auch noch eine
Guerſt ſchnelle und ballſichere Mannſchaft zur Stelle. Wenn auch
wo den Gaſtgebern kein techniſches Spiel gezeigt wurde, ſo
konn=
ttei ſie doch durch geſchicktes und zahlreiches Verteidigen ihr Tor
re halten. Bei einem Durchbruch auf dem ſehr kleinen Spiel=
das den Gäſten keinesfalls behagte, kam Hahn durch einen
dndelfmeter zum erſten Tor. Kurze Zeit darauf wurde nach
Drangperiode mußte der Gaſttorwart das Führungstor der
Schwarz=Weißen paſſieren laſſen. Kurz darauf konnte der eine
Verteidiger nur noch den Ball ins eigene Tor lenken. Nun war
der Pfoſten manchmal für die Gaſtgeber der Retter in höchſter
Not. In den letzten Minuten konnten die Gaſtgeber durch ein
Mißverſtändnis der Hintermannſchaft, die den Ball aufs eigene
Tor ſpielte, zu einem billigen zweiten Treffer gelangen. Mit
dem Schlußpfiff konnte Weiterſtadt als verdienter Sieger, wenn
auch nur knapp, den Platz verlaſſen. Schiedsrichter Ihrig=
Gries=
heim konnte gefallen. — Die 2 Mannſchaft unterlag gegen
Eber=
ſtadt 9:1. Die 1 Handballmannſchaft konnte gleichfalls gen
Griesheim den Platzvorteil nicht ausnützen und mußte ſich 5:1
ge=
ſchlagen bekennen. Hier fehlt es lediglich am guten Willen. Die
1. Jugend erhielt gegen Griesheim kampflos beide Punkte.
Kegler=Bereinigung Darmſtadt und Umgebung.
Süddeutſche Städtemeiſterſchaft in Worms.
Das Keglerheim in Worms war dazu auserſehen, die
Süd=
deutſche Städtemeiſterſchaft für 1931 auszutragen. Die erſten und
zweiten Bezirksmeiſter trafen ſich dort. Sie ſetzten ſich aus 10er=
Mannſchaften von Frankfurt, Mainz, Wiesbaden. Darmſtadt,
Offenbach, Bad=Homburg, Saarbrücken und Schwanheim
zuſam=
men, von denen jede 1000 Kugeln abzuwerfen hatte.
Ausgezeich=
nete Leiſtungen wurden auf den neuen, guten Aſphaltbahnen in
Worms herausgeholt.
Frankfurt a. M. ſetzte ſich am erſten Tage mit 5560 Holz
an die Spitze. Dieſe vorzügliche Leiſtung wurde nicht überboten.
Am nächſten kam Mainz mit 5547 Holz. Aber auch die Ergebniſſe
der übrigen Mannſchaften ſind als recht gut zu bezeichnen, iſt doch
die geringſte Leiſtung immer noch 5343 Holz. Darmſtadt
ſicherte ſich den 4. Platz mit 5446 Holz. Die meiſten Starter
er=
reichten Einzelleiſtungen von 545—570 Holz, nur bei einigen
wollte es nicht recht klappen.
Auf der Ehrenbahn erzielte Scherer=„Haſſia‟ Darmſtadt
nit 60 Holz den 10. Sieg, und Thümmel. „D.K. 1911—B.V.”, mit
59 Holz den 13. Sieg.
Turnen.
Mannſchafts=Gerätekampf Tv. Groß=Umſtadt 516 —
Seligen=
ſtadt 545 — Arheilgen 577 Punkte.
Der am Samstag abend in der Turnhalle in Arheilgen
ſtatt=
gefundene Kampf konnte einen guten Beſuch aufweiſen, ein
Be=
weis, daß dem Geräteturnen ſtarkes Intereſſe entgegengebracht
wird. Bei dem erſten Kampfabend konnte ſich Groß=Umſtadt an
2. Stelle nach Arheilgen ſchaffen, diesmal waren es die
Seligen=
ſtädter, die an 2. Stelle kamen, die beſonders am Pferd eine hohe
Punktzahl herausholten, jedoch keine Gefahr für die immer gut
turnenden Arheilger bedeuteten. Geturnt wurde an Pferd.
Bar=
ren, Reck und Frejübung, und zwar jeweils 3 Turnerinnen, 2
Al=
tersturner und 4 Turner, und konnten es die Turnerinnen
Emme=
rich=Groß=Umſtadt und Benz und Rückerich=Arheilgen auf je 73
Punkte bringen, während Brücher=Arheilgen 74 Punkte turnte.
Alles in allem war der Abend wohlgelungen und wird
hoffent=
lich der Turnſache neue Anhänger bringen. Der Rückkampf findet
am 21. 11. 31 in Seligenſtadt ſtatt.
Mit 12:4 Punkten gewann in Zweibrücken Württemberg den Lär
DASV Boxer gegen das Saarland
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Dienstag, 13. Oktober.
15.15: Hausfrauen=Nachmittag.
17.05: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Mitw.: E.
Seiden=
ſpinner.
18.40: E. Leonhard: Schriftſteller und Wirtſchaftskriſe.
19.05: Dr. Quarder: Die Pſychologie des Erfinders als
Gefahren=
moment.
19.45: Wagner=Konzert des Philharmoniſchen Orcheſters Stuttgart.
21.00: Zwinglis Traum. Hörſpiel zum 400jährigen Todestag des
Reformators, von E. Reinacher.
21.45: Kammermuſik. Ausf.: J. Schwarz (Klavier), B. Schwarz
(Violine).
22.30: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.50: Tanzmuſik der Kapelle Haas.
Königswuſterhauſen.
Deutſ e Welle: Dienstag, 13. Oktober.
15.00: Kinderſtunde: Märchen und Geſchichten.
15.45: Frauenſtunde: Künſtleriſche Handarbeiten.
16.30: Leipzig: Nachmittagskonzert.
17.30: P. Spatz: Der Anteil deutſcher Forſcher an der Erkundung
der Sahara.
18.00: F. Stiemer: Sozialismus als Weltanſchauung.
18.30: Prof. Dr. Miſch: Der Lebens= und Gedankenkreis Wilhelm
Dilthens.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Engliſch für Fortgeſchrittene.
19.30: Orgel mit obligaten Inſtrumenten. Mitw.: Vilma Krüger
(Harfe), G. Gregor (Orgel), R. Scarpa (Violine), R. Kupfer
(Cello)
20.15: Prof. Dr. Althaus, Prof. D. Heim, Paſtor D. P. le Seur:
Proteſtantismus und die geiſtige Lage der Gegenwart.
21.00: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
21.10: Mann in de Tünn! Heiterer plattdeutſcher Abend.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
22.30: Operette und Revue. Mitw.: E. Bolt, Kl. Norag=Orcheſter.
23.30: Kabarett der Komifer: Die Nacht der Prominenten.
Wetterbericht.
Unſer Wetter ſteht weiter im Zeichen hohen Druckes. Wohl
ſind im Weſten bereits Merkmale, einer neuen Ströungswelle
vorhanden, durch die wieder ozeaniſche Warmluft heranbefördert
wird, jedoch dürfte für unſer Gebiet, abgeſehen von
vorübergehen=
der Bewölkung, keine größere Beeinfluſſung zu befürchten ſein.
Vielmehr bleibt vorerſt die herbſtliche Hochdruckwetterlage
erhal=
ten, die ſich durch kühle Nächte mit verbreiteter Frühnebelbildung
und am Tage wieder durch Aufheiterung und Erwärmung
kenn=
zeichnet.
Ausſichten für Dienstag, den 13. Oktober: Dunſtig und leicht
wol=
kig mit Aufheiterung, tagsüber warm und trocken.
Ausſichten für Mittwoch, den 14. Oktober: Vorübergehend ſtärker
bewölkt, ſonſt wenig Aenderung.
Hauptſchriftleitung Rudolf.Maupe
Verantwortlich für Polttik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feullleion, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport. Karl Bähmanz
ur den Handel: Dr. C. 8. Queiſch: ſür den Schlußdienſt. Andreas Bauer ; für
„Die Gegenwart”, Tagesſplegel in Blid und Wort. Dr. Herbert Neite:
für den Inſeraientell und geſchäftliche Mittellungen. Wllis Kuhle=
Druck und Verlag. C.C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Nummei har 12 Seiten.
[ ← ][ ][ → ] Feſte Effekten=Tendenz zu Wochenbeginn.
Fehlendes Auslandsgeſchäft. — Der Eindruck der Schacht-Rede.
Die Auslandsbörſen.
Ueber den geſtrigen Berliner Freiverkehr lauteten die Ausſagen bei
den Banken etwas verſchieden. Das Geſchäft entwickelte ſich zweifelsohne
langſamer, als man ſonſt gewohnt war, ſo daß man anfangs kein
zu=
verläſſiges Bild über die Tendenzgeſtaltung erhielt. Dies hing z. T.
damit zuſammen, daß die Auslandsverkäufe ab geſtern vollkommen dem
Markte fehlten und dadurch ſchon bei geringſter Nachfrage
Material=
mangel auftrat, wobei man höhere Kurſe nur zögernd bewilligen wollte.
Im Laufe des Vormittags wurde dann das Geſchäft aber ziemlich
leb=
haft. Einmal hatte hieraus der geſtrige Anmeldungstermin der
Ab=
lieferung für die Medio=Engagements bei der Liquidationskaſſe einen
Einfluß, da das Beſtreben beſtand, die laufenden Verpflichtungen weiter
abzudecken, zum anderen löſte die geſtrige Schacht=Rede wieder
Befürch=
tungen hinſichtlich der Währung aus, die in Anlagekäufen zum Ausdruck
kamen. In Bankkreiſen verhielt man ſich dieſer Schachtrede gegenüber
ſehr abwartend, zumal ſie im Wortlaut noch nicht vorlag. Man iſt ſich
jedoch darüber einig, daß bei der augenblicklichen Wirtſchaftslage eine
weitere Beunruhigung in dieſer Form zumindeſt unnötig geweſen ſei.
Daß die Reichsbank der Wirtſchaft Krediterleichterungen auf Grund der
Kriſe zu deren Bekämpfung eingeräumt hat, wurde auch ſchon vorher
von ihr nicht beſtritten. Seit dem vermehrten Notenumlauf iſt das
Preisniveau in Deutſchland nicht mehr geſtiegen, ſondern die Deflation
hätte noch eher Fortſchritte gemacht. Aber auch international geht der
Kampf um die Währungen weiter. Nachdem in den letzten Tagen
Amerika die Gerüchte von einem Ausfuhrverbot für gemünztes Gold
dementierte, nachdem Süd=Rodeſien eine Suspendierung der
Goldwäh=
rung beſchloſſen hat, Spanien und Guatemala ſich eine
Regierungskon=
trolle über ihre Notenbanken geſichert haben, erklärt Uruguah geſtern
ein obligatoriſches Moratorium ſeiner kommerziellen Verpflichtungen in
ausländiſcher Währung. Das Moratorium wird bis zum 31. Dezember
in Kraft bleiben, und von da ab ſind die Schulden in monatlichen Raten
von je 20 Prozent bis zum 31. Mai 1932 zu tilgen.
Auch im weiteren Verlaufe machten die Befeſtigungen des geſtrigen
Telephonverkehrs Fortſchritte, und das Geſchäft blieb recht lebhaft. Am
Geldmarkt ſtellte ſich Tagesgeld auf 9 bis 11 Prozent, teilweiſe auch
ſchon wieder darunter. Der Privatdiskont blieb mit 8 Prozent
unver=
ändert. Am Deviſenmarkt notierte das engliſche Pfund mit 16,32, fünf
Pfennig über Samstag, der holländiſche Gulden zog um 25 Pfennig an,
Stockholm um 50 Pfennig, und der öſterreichiſche Schilling gewann 2,50
RM. Schwächer lagen dagegen Oslo und Helſingfors mit 25 Pfg. reſp.
1,35 RM. Verluſt. An der Londoner Börſe ſtanden heimiſche
Eiſen=
behnen im Vordergrunde des Intereſſes, während auf den anderen
Marktgebieten die Tendenz als behauptet anzuſprechen war. Britiſche
Staatspapiere notierten etwas höher, deutſche Bonds lagen unverändert.
Auch in den Nachmittagsſtunden erfuhren die Kurſe im Verkehr von
Telephon zu Telephon weitere Befeſtigungen, und die Tendenz blieb bei
ziemlich lebhaften Umſätzen ausgeſprochen feſt. Man nahm mit
Befrie=
digung davon Kenntnis, daß der Verwaltungsrat der B. J.3. beſchloſſen
hat, den Rediskontkredit für die Reichsbank in Höhe von 25 Millionen
Dollar um drei Monate zu verlängern.
Mit Intereſſe wurden die Erwiderungen des Reichsfinanzminiſters
über die Währung zum geſtrigen Angriff Schachts zur Kenntnis
genom=
men und die Verhandlungen in Baſel über die gegenwärtigen
Wäh=
rungsprobleme genau verfolgt.
Zu Beginn der neuen Woche war die Tendenz im Telephonverkehr
von Büro zu Büro in Frankfurt a. M. feſter. Die Umſatztätigkeit hält
ſich nach wie vor in recht beſcheidenen Grenzen. Zurückhaltung ging
geſtern in der Hauptſache von der Nede Schachts auf der Harzburger
Tagung und von den Kombinationen, die man hieran knüpfte, aus.
Gegenüber dem Samstag nannte man Kurſe die Steigerungen um
2—3 Prozent aufwieſen, wobei Spitzenwerte die Führung inne hatten.
Angebot kommt nur in ſehr kleinem Umfange heraus, da das Ausland
nicht als Abgeber auftreten kann. Man kann wieder die Beobachtung
machen, daß das Publikum geneigt iſt, Pfandbriefe und andere
Feſtver=
zinsliche abzuſtoßen, um dafür Aktien mit hohem Kurswert
einzutau=
ſchen. Infolgedeſſen hörte man für Pfandbriefe eher ſchwächere Kurſe.
Zu Beginn der neuen Woche war die Tendenz an der Londoner
Börſe ziemlich unſicher, das Geſchäft war außerordentlich ruhig.
Die Stimmung der Londoner City iſt zuverſichtlichere
Beſonnen=
heit. Man hat mit Befriedigung feſtgeſtellt, daß der Wahlkampf bisher
nicht die befürchtete ungünſtige Wirkung auf das Pfund gebracht hat,
und man hofft, daß dieſes ſich auch weiterhin auf dem gegenwärtigen
Stand halten kann, falls ernſthafte Störungen vermieden werden. Nach
Anſicht der City hängt viel davon ab, ob die Majorität der
National=
regierung groß genug ausfällt um eine geſunde Finanzpolitik unter
Vermeidung inflationiſtiſcher Tendenz zu treiben. Die wachſende
Zu=
verſicht bezüglich der innerpolitiſchen Lage geht daraus hervor, daß die
Mehrheit der Regierung bei den Wetten an der Börſe um das
voraus=
ſichtliche Reſultat erhebli changezogen hat und jetzt auf 154 ſteht.
Am Frachtenmarkt zeigt ſich ſtarke Nachfrage für Kohlenexporte,
woraufhin die Raten feſter tendierten.
In London hält man eine erneute Erhöhung der New Yorker
Dis=
kontrate für wahrſcheinlich, da die letzte Erhöhung durch die ſchnelle
Aktion Frankreichs vom internationalen Standpunkt aus wirkungslos
gemacht wurde.
Auch an der Amſterdamer Börſe war das Geſchäft ſehr ruhig,, die
Spekulation ſchritt zu Blancoabgaben, da man der Anſicht iſt, daß
Paris, auf die Harzburger Tagung hin, ſchwach geſtimmt ſein wird.
An den internationalen Deviſenmärkten war die Reichsmark ziemlich
unverändert, das engliſche Pfund hat ſich eine Kleinigkeit befeſtigen
können. In Amſterdam war der Dollar ſtarken Schwankungen
unter=
worfen. Die Nachrichten, daß Amerika in den oſtaſiatiſchen Konflikt
hineingezogen werden könnte, wirkten verſtimmend, doch zog der Dollar
ſpäter wieder in Erwartung von Goldbewegungen kräftig an. Der
fran=
zöſiſche Franken war aber etwas leichter.
Die holländiſchen Warenmärkte wieſen keine Veränderungen auf.
An der Pariſer Börſe wurde nach unſicherer Eröffnung die
Stim=
mung ſpäter freundlicher, die Kurſe zogen zum Teil ſtärker an.
Das Geſchäft an der Brüſſeler Börſe war bei wenig veränderten
Kurſen recht ſchleppend.
Die Kopenhagener Wertpapierbörſe, die ſeit dem 21. September
ge=
ſchloſſen iſt, wird am Donnerstag, den 15. Oktober, wieder geöffnet
werden.
Die Athener Börſe wird noch weitere fünf Tage geſchloſſen bleiben.
Die griechiſchen Banken haben beſchloſſen, für Handelsdarlehen einen
Höchſtzinsſatz von 13 Prozent und für Induſtrieanleihen einen
Höchſt=
zinsſatz von 11 Prozent feſtzuſetzen. Die griechiſche Nationalbank erklärt,
daß die von ihr zur Sicherung der griechiſchen Währung ergriffenen
Maßnahmen in der Bevölkerung das Vertrauen wieder hergeſtellt
hät=
ten. Es herrſche ein ſtarker Andrang des Publikums, das ſeine Dollars
gegen Drachmen eintauſchen wolle.
Berliner deviſen=Feſtſehung vom 12. 9kiober.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Eine Wechſelklage gegen die Stadt Frankfurt a. M. Ueber die
Ver=
längerung der Ultimo September fälligen 6,4 Mill. RM. Wechſel, der
Stadt Frankfurt konnte nicht mit allen Gläubigern eine Einigung
er=
zielt werden. Einer dieſer Gläubiger hatte wegen eines Wechſels von
15 000 RM., den er zu Proteſt gehen ließ, Wechſelklage erhoben. Von
der 3. Kammer für Handelsſachen wurde dieſe Klage zu Ungunſten der
Stadt entſchieden. Zu dieſer Angelegenheit wird ſtädtiſcherſeits erklärt,
daß die Stadt einzelne Gläubiger mit Rückſicht auf jene Gläubiger, die
die Wechſel prolongiert haben, nicht vorweg befriedigen könne, zumal im
Hinblick auf die in Ausſicht ſtehende Umſchuldung aller kurzfriſtigen
Schulden durch die durch die Notverordnung feſtgeſetzte
Umſchuldungs=
aktion.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren. Bingen: Fa. Peter Knell, 2. Ludwig Adolf
Knell, 3. Walter Heinrich Knell. Gläubigerverſammlung und
Prüfungs=
termin 7. 11., Anmeldefriſt 1. 11.; Mercedes=Benz Automobil=
Vertriebs=
geſellſchaft m. b. H. Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 5. 11.,
Anmeldefriſt 31. 10. Offenbach a. M.: Fa. Schmidt u. Lehr, Fabrik
feiner Lederwaren, in Hauſen. Anmeldefriſt 25. 10.,
Gläubigerverſamm=
lung 15. 10., Prüfungstermin 26. 11. Groß=Gerau: Moritz Bendorf,
Futtermittelhandlung, in Dornheim. Anmeldefriſt 19. 10.,
Gläubiger=
verſammlung und Prüfungstermin 28 10. Bad Nauheim: Kfm. Max
Margolin. Anmeldefriſt 20. 10., Gläubigerverſammlung und
Prüfungs=
termin 28. 10. Gießen: Georg Gümblein. Anmeldefriſt 10. 10.,
Gläu=
bigerverſammlung 22. 10., Prüfungstermin 22. 10. Beendete
Kon=
kurſe. Butzbach: Margarete Skowraneck. Offenbach a. M.: Wilhelm
Friedrich Stroh, Baugeſchäft, in Neu=Iſenburg. Worms: Fa. Foto=
Haus Wolff Nachf., Inh. B. Dietz. Neue
Vergleichsverfah=
ren. Offenbach a. M.: Fa. O. u. P. Leroi G. m. b. H., Plakate= und
Reklame=Artikel aus Glas, in Neu=Iſenburg Vergleichstermin 22. 10.
Groß=Gerau: Juſtine geb. Stier, Witwe des Johannes Jenicke.
Ver=
gleichstermin 22. 10. Lauterbach: Fa. Mechaniſche Leinenweberei und
Bleicherei Friſchborn G. m. b. H. vorm. J. Weiß in Friſchborn.
Ver=
gleichstermin 23. 10. Mainz: Kfm. Eduard Epſtein, Möbelhaus.
Ver=
gleichstermin 28. 10. Wöllſtein: Landwirt Dr. Otto Möbus in
Siefers=
heim. Vergleichstermin 30. 10. Butzbach: Fa. Cark Hadermann.
Ver=
gleichstermin 24. 10. Offenbach a. M.: Fa. H. Winter u. Co.,
Leder=
warenfabrik in Dietesheim. Vergleichstermin 22 10. Worms:
Her=
mann Starkand, Spitzenhaus. Vergleichtermin 24. 10. Beendete
Vergleichsverfahren. Worms: Fa. S. Maher 1.
Geſchäftsbericht der H. Hildebrand u. Söhne=Rheinmühlenwerke
A.,G. in Mannheim. Die Geſellſchaft legt nunmehr nach dem
Zuſam=
menſchluß der H. Hildebrand u. Söhne, Kommanditgeſellſchaft,
Mann=
heim, ihren erſten Geſchäftsbericht für das am 31. 3. 1931 beendete
Ge=
ſchäftsjahr vor. Es wird ein Reingewinn von 140 393 (193 191 RM.
laut Bilanz für die ehemaligen Rheinmühlenwerke A.=G. für 1929/30)
ausgewieſen, aus dem Reſervefonds und dem Delkrederekonto je
25 000 RM. zugewieſen und der Reſt von 50 000 RM. unter
Berück=
ſichtigung der vertraglichen Vergütungen von 40 393 RM. vorgetragen
werden. Einſchließlich 30 000 RM. Vortrag beläuft ſich der
Fabrika=
tionsüberſchuß auf 3 112172 (1 768 437) RM. Allgemeine Unkoſten
er=
forderten 2 540 236 (1 446 537) RM. und Abfchreibungen 461 542 (158 708)
RM. Im Berichtsjahr hat ſich nach anfänglichen Schwierigkeiten und
Mehrkoſten die Fuſion günſtig ausgewirkt. Kurzfriſtig feſtgeſetzte und
ſchwankende Vermahlungsquoten ſowie Zollerhöhungen für
Auslands=
weizen erſchwerten den Mehlabſatz und machten im Einkauf und in der
Fabrikation jede Dispoſition auf längere Sicht unmöglich. Hinzu trat
der Konkurrenzkampf mit den im Weizenanbaugebiet liegenden
Binnen=
mühlen. Von der zu Beginn des neuen Erntejahres eingeführten
Aus=
tauſchmöglichkeit für Weizen verſpricht ſich die Geſellſchaft eine
Beſſe=
rung der bisherigen Verhältniſſe. Die Ausfälle an Außenſtänden
konn=
ten völlig bereinigt werden. Bilanz; Grundſtücke und Gebäude (alles
in Mill. RM.) 1,709 (0,651), Betriebsanlagen 3.166 (1,206), Schuldner
2.296 (1,294), Vorräte 5,303 (4,191), andererſeits Aktienkapital 5 (2) und
Verbindlichkeiten 7/37 (,B74). Hauptverſammlung 12: Oktober.
Ganz A.G. iſt jetzt das Stadtgeſchäft und die Einzelhandelsabteilung
ausgeſchieden. Aus dem Stadtgeſchäft iſt eine neue G.m.bH. unter dem
Namen Ludwig Ganz G.m.b. H. gegründet worden, die in keinerlei
Be=
ziehungen mehr zu der alten A.G. ſteht. Die Geſellſchafter ſind Dr.
Hermann Ganz, Karl Ganz und Albert Wolfskehl.
Der Status der Ludwigshafener Hausbeſitzerbank, Ludwigshafen.
Die Bank für Hausbeſitz, Handel und Gerwerbe Ludwigshafen, hat an
ihre Gläubiger einen Status per 17. Auguſt 1931 geſandt. Zur
Sanie=
rung iſt beabſichtigt, die Anteile der Mitglieder von 200 auf 400 RMM.
zu erhöhen, und hiervon einen Betrag von 250 RM. abzuſchreiben. Eine
demnächſt ſtattfindende Generalverſammlung wird über die
Sanierungs=
maßnahmen Beſchluß faſſen. Den Gläubigern dieſes Inſtituts dagegen
wird der Vorſchlag eines Nachlaſſes und Stundung der Forderungen
gemacht. Der Nachlaß ſoll nur für die Sparer und Einleger, die ein
Guthaben über 100 RM. haben, in Frage kommen, und zwar in Höhe
von 17 Prozent, ſo daß 83 Prozent den Einlegern erhalten bleiben. Die
Stundung ſoll in folgender Weiſe gewährt werden: Vom Guthaben
können ausbezahlt werden am 1. Auguſt 1932 10 Prozent, 1. Februar
1933 15 Prozent, 1. Auguſt 1933 15 Prozent, 1. Februar 1934 15
Pro=
zent, 1. Auguſt 1934 20 Prozent und 1. Februar 1935 25 Prozent. Die
Guthaben bis zu 100 RM. ſollen mit je 50 Prozent an den beiden
erſten Terminen ausbezahlt werden. Die Einlagen ſollen für das erſte
Jahr, und zwar bis 1. Auguſt 1932, unverzinslich ſtehen bleiben. Für
das zweite Jahr wird ein Zinsſatz von 4 Prozent gewährt, während
vom 3. Jahre an der bei der Bank in normalen Zeiten übliche Satz
vergütet werden ſoll.
Viehmärkke.
Mannheimer Viehmarkt vom 12. Oktober. Auftrieb: 229 Ochſen,
192 Bullen, 202 Kühe 412 Färſen, 627 Kälber, 42 Schafe, 3353 Schweine,
56 Arbeitspferde, 60 Schlachtpferde, 5 Ziegen. Preiſe für 50 Kilo
Lebend=
gewicht in RM.: Ochſen a) 40—42, b) 29—32 c) 32—35; Bullen a) B
bis 30. b) 25—27, c) 20—24; Kühe a) 26—2, b) 21—23, c) 15—18, d) 12
bis 16; Färſen a) 40—42, b) 33—35, c) 30—32; Kälber a) 48—52,
b) 42—46, c) 35—40, d) 30—34: Schafe b) 28—32; Schweine b) 50—52,
c) 49—52, d) 48—50, e) 40—47, f) 40—44, g) 40—45. Preiſe pro Stück in
RM.: Arbeitspferde 600—1600, Schlachtpferde 40—140, Ziegen 6—21.
Marktverlauf: Mit Großvieh ruhig, geringer Ueberſtand; mit
Schwei=
nen ruhig, kleiner Ueberſtand; mit Kälbern mittel, geräumt; mit
Pfer=
den beider Gattungen ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 12. Oktober. Der Auftrieb des
Haupt=
marktes beſtand aus 1642 Stück Rindern (gegen 1417 in der Vorwoche),
darunter befanden ſich 410 Ochſen, 214 Bullen, 506 Kühe und 480
Fär=
ſen, ferner aus 484 (521) Kälbern, 63 (115) Schafen und 5500 (5067)
Schweinen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochſen
al) 36—38, a2) 32—35, bl) 27—31; Bullen a) 28—32, b) 24—27; Kühe
a) 27—30 b) 23—26 c) 18—22; Färſen a) 36—39, b) 32—35, c) 9—31;
Kälber b) 46—49, c) 40—45, d) 34—39; Schafe nicht notiert; Schweine
b) 51—54, c) 50—53, d) 48—53 e) 42—50, Sauen 40—48. Verglichen
mit den Preiſen des Hauptmarktes vom 5. Oktober gingen Rinder und
Schweine um 2—4 Mark zurück, Kälber behaupteten ihren Preisſtand.
Marktverlauf: Rinder und Schweine ſchlecht, Ueberſtand; Kälber und
Schefe langſam, geräumt, Fleiſchgroßmarkt: Preis für 1
Zent=
ner friſches Fleiſch in RM.: Ochſen= und Rindfleiſch 1 60—65;
Bullen=
fleiſch 52—56; Kuhfleiſch 2 40—45, 3 30—40; Kalbfleiſch 65—85;
Ham=
melfleiſch 70; Schweinefleiſch 60—68. Geſchäftsgang langſam.
Frankfurter Herbſt=Pferdemarkt. Der am Montag ſtattgefundene
Herbſt=Pferdemarkt hatte im Vergleich zu den Märkten in den
Vor=
monaten einen zahlreicheren Auftrieb. Anfangs war der Handel
ſchlep=
pend, zog jedoch im Laufe des Vormittags an. Das Geſchäft ſowie der
Umſatz können in Rückſicht der wirtſchaftlichen Verhältniſſe als
zufrie=
denſtellend bezeichnet werden. Die Nachfrage nach Schlachtpferden war
bei herabgeſetzten Preiſen diesmal gering. Im übrigen hielten ſich die
Preiſe auf bisherigeg, Gil Aer nächite Dirdematt ſit e
Lee=
zember ſtatt.
Mannheimer Produktenbericht vom 12. Oktober. Weizen inlärMe
24—24,75, Roggen inländ, 21,50—21,75, Hafer inländ, neue Ernte 16.,
bis 18, Sommergerſte inländ. 16,75—18,75, Auszugsware über Not
Futtergerſte 16—17, Sohaſchrot (Mannh. Fabr.) prompt 11,75—12, Bäe
treber mit Sack 11,50—12, Trockenſchnitzel 5,75—6, Wieſenheu loſe 49
bis 5,20, Rotkleeheu 4,70—5,30. Luzernkleeheu 5,2—5,80, Stroh: Pre
ſtroh Roggen=Weizen 3,60—3,80. Hafer=Gerſte 3—3,20, geb. Stroh Ruzuel
gen=Weizen 3,40—3,60, Hafer Gerſte 2,60—2,80, Weizenmehl. Speziak /ſt”
(Südd. Großmühlenpreis ab Mühle) neue Ausmahlung Okt. von 34,M
dito mit Auslandsweizen 36,25. Noggenmehl mit Sack 29,75—31,50, fei
Weizenkleie mit Sack 8,25, Erdnußkuchen 12. Tendenz feſt. Bei
mäßigten Forderungen für deutſchen Weizen und Roggen und ſchwack,)”
Mehlabruf verkehrte die Börſe in ruhiger Haltung.
Frankfurter Produktenmarkt vom 12. Oktober. Die Getreidebön
eröffnete die neue Woche in ſehr ſtiller Haltung. Die innerpolitiſ üt
Lage hemmt jede Geſchäftstätigkeit. Die Ausführungen Schachts
der Harzburger Tagung zwangen zur ſtärkſten Zurückhaltung; die Stin
mung neigte leicht nach unten. Das Angebot in Brotgetreide in gutz
Qnalitäten ſehr knapp jedoch erfolgten nur Käufe für den
Tage=
bedarf. Die Preife für Weizen bröckelten etwas ab. blieben für Rogge.
Hafer und Gerſte ſtetig. In Kleie iſt das Geſchäft flau, auch ölhalt i,
Futterartikel ſind ſchlecht anzubringen. Am Mehlmarkt wurden
Preife für Weizenmehl um 0,25 RM. pro Sack ermäßigt, doch erfu
das Geſchäft auch dadurch keine Belebung. Promptes Roggenmehl wi
noch gefragt. Es notierten: Weizen 227,50, Roggen 220, Gerſte 175
180, Hafer 160—167,50, Weizenmehl ſüdd. mit Austauſchweizen 35,75
36,50, Sondermahlung 33,75—34,50, Weizenmehl niederrhein. mit A
taufchweizen 35,75—36,25, dito Sondermahlung 33,75—34,25, Rogg
mehl 30,25—31,25, Weizenkleie 8,15, Roggenkleie 8,75.
Berliner Produktenbericht vom 12. Oktober. Die Ausführungen
Schachts wurden am hieſigen Produktenmarkt lebhaft erörtert und
an ſich im Zuſammenhang mit der Entwicklung in der Innenpolitik
ſtehende Unſicherheit noch verſtärkt. Bereits im Vormittagsver
zeigte ſich eine erhebliche Zurückhaltung der Abgeber, ſo daß im
delsrechtlichen Lieferungsgeſchäft zeitweiſe nur Geldpreiſe zu
waren. Bei Börſenbeginn trat weiterhin lebhafte Dcckungsnachf:
insbeſondere für Dezemberſichten, in Erſcheinung, ſo daß der Bö
vorſtand von ſeinem Recht Gebrauch machte, die Notizen für
getreide und Hafer vorerſt auszuſetzen, ſo daß heute nur einmal N
rungen für Dezemberſicht erfolgen. Oktoberweizen lag 2,50 M
feſter, einer ſtärkeren Abwärtsbewvegung bei Roggen wurde wieder
Abgaben von beſonderer Seite entgegengewirkt. Im EffektivgeſchMi.
war die Umſatztätigkeit infolge des minimalen Offertenmaterials
geri=
für Weizen wurden etwa 3 Mark, für Roggen 2 Mark höhere Preiſe
am Wochenſchluß bewilligt, allerdings war noch nicht erſichtlich, inwier
das Noggenpreisniveau durch Verkäufe von beſonderer Seite beeinflu
werden wird. Weizenmehl lag ruhig bei höheren Forderungen, Rogg/
mehl iſt knapp angeboten und feſter. Hafer bleibt bei mäßigem 2u
gebot und guten Qualitäten gefragt und konnte ſeinen Preis verbeſſe
In Gerſte hat ſich dagegen das Offertenmaterial kaum verringert, u
die Preiſe konnten von der Allgemeintendenz nicht profitieren. Weiz
und Noggenexportſcheine lagen etwas feſter.
Melallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 12. Oktober ſtellten ſ0
für je 100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt cif Hambu. g
au
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 69 75 RM. — Die Notſech
rungen der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (dſmf
Preiſe verſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieſeie
rung und Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminiun
98= bis 99proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 ROAbe
desgl. in Walz= oder Drahtbarren 99proz 174 RM., Reinnickl
98= bis 99proz. 350 RM., Antimon Regulus 46—48 RM., Fe Mſch
ſilber (1 Kilogr. fein) 42—45.25 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 12. Oktober ſtellten ſich.
Kupfer: Dez. 62 (63), Jan. 63 (63.50), Febr. 63 (63.75). Tenilll
denz: feſt. — Für Blei: Okt und Nov. 22 (23), Dez. 22
Jan. 23 (24.50), Febr. 22.50 (24.50), März 23 (24.50), April
(25) Mai 23.50 (25), Juni 23,50 (25.50), Juli und Auguſt
(25.75), Sept. 23.50 (25.50). Tendenz: luſtlos. — Für
Okt. 23,50 (24). Nov. 23.25 (24), Dez. 23,50 (23.75). Jan
(24.50) Febr 24.25 (25) März 24.50 (24.75), April 24.50
Mai 25 (25.25) Juni 25.25 (25.50), Juli 25.25 (26), Auguſt 90
(26.50) Sept. 26,50 (26.75). Tendenz: feſter. — Die erſten 3ch
len bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die deutſche Zinkproduktion einſchließlich Zinkſtaub ſtellte
im Monat September 1931 auf 3797 To. gegen 2799 To.
Auguſt 1931.
Die GV. der Deutſchen Verkehrs=Kreditbank AG., Berl
genehmigte den Abſchluß für 1930/31 und beſchloß die Verteilru
einer Dividende von 9 (12) Prozent. Ferner genehmigte die E
die Erhöhung des zurzeit 4 Millionen RM. betragenden AK.
20 Mill. RM. durch Ausgabe von 16 Mill. RM. mit 25
Proz=
einzuzahlender neuer Aktien mit Dividendenberechtigung
1. Juli 1931.
Nach einer Mitteilung der Direktion der Buntdruckerei 19
Färberei Kaſſel wird der Betrieb, der einige Wochen ſtillag,
13. Oktober wieder aufgenommen werden. Auf Grund der beſ
ders guten Kollektion für 1932 konnte in den letzten Wochen au
reichende Beſchäftigung für die nächſten Monate ſichergeſt
werden.
Das Bankhaus N. S. Nathalion Nachf. in Braunſchweig
infolge anhaltender großer Barabhebungen und Kapitalkündigul
gen ſowie der zurzeit unmöglichen Einziehung einiger Außenſtär
ſeine Zahlungen eingeſtellt.
Die Dieterle u. Winter AG. Offenbach a. M., ſchließt per.
Dezember 1930 mit einem Verluſt von 11 873 RM., wodurch
Geſamtverluſt auf 32 090 RM. ſteigt. Die Bilanz zeigt u. a.
Mill. RM.: 0.200 AK., 0,183 Reſerve, 0 357 Kreditoren, 0.0
Hypotheken, andererſeits werden ausgewieſen Kaſſe, Bank 0,0
Debitoren 0,388, Warenvorräte 0,71 und Immobilien 0.167.
Die Süddeutſche Zinkblechhändler=Vereinigung hat mit AN
kung ab geſtern die Preiſe erneut um 3 Prozent erhöht, nachdl
ſie dieſelben bereits am 7. Oktober um 3 Prozent erhöht hatte
Die finniſche Goldwährung iſt geſtern bis auf weiteres auß
gehoben und der Diskontſatz auf 9 Prozent erhöht worden.
Die Saargruben förderten im Auguſt d. J. 921 297 To. geg
902 300 To. im Juli. Dieſe geringe Mehrförderung drückt
jedoch nicht im Mehrabſatz aus, denn gleichzeitig ſind die Halde
beſtände um 40 614 To. geſtiegen. Ende Auguſt lagen auf 2
Saarkohlenhalden 532 375 To. Die Kopfleiſtung iſt im Auguſt
898 Kilogramm geſtiegen. Das bedeutet einen neuen
Rekol=
denn bisher war die höchſte Leiſtung im April d. J. mit 895 K)
gramm zu verzeichnen.
Wie die Verwaltung des Kreuger=Konzerns mitteilt, ſind
Nachrichten, daß die ſchwediſche Zündholzgeſellſchaft nach großt
Verluſten verſucht habe, den Vertrag mit der rumäniſchen Rech
rung zu löſen, durchaus unwahr und vollkommen aus der L
gegriffen.
Die uruguayſche Deputiertenkammer hat geſtern der ve
Senat bereits angenommenen Geſetzesvorlage zugeſtimmt, duc
die ein obligatoriſches Moratorium für kommerzielle Verpfl
tungen in ausländiſcher Währung erklärt wird. Das Morod
rium wird bis zum 31. Dezember in Kraft bleiben; von da
ſind die Schulden in monatlichen Raten von je 20 Prozent
zum 31. Mai 1932 zu tilgen.
Die amerikaniſchen Produktennotierungen fielen geſtern feiſt
tagshalber aus.
In Nord= und Südrhodeſia iſt geſtern beſchloſſen worden.
Goldwährung aufzuheben.
Der Londoner Goldpreis ſeit dem 8. Oktober 1931 betri
für eine Unze Feingold 105 sh 8 d, für ein Gramm Feins/k
demnach 40,7671 Pence.
Einer kanadiſchen Kabinettsorder zufolge ſind von jetzt 4
alle Waren, die aus einem Lande mit entwerteter Valuta ein!
führt werden, mit einem Dumpingzoll zu belegen. Durch 2
Maßnahme wird insbeſondere die Einfuhr von Waren aus Iic
lien, Spanien, Dänemark, Noxwegen, Schweden und der Tſchec
ſlowakei betroffen.
Nummer 284
Dienstag, den 13. Oktober 1931
Seite 11.
Dogtieblalollsdoeliktorsvensen
Copyright Berlin=Schöneberg 1931 by Delta=Verlag Kurt Ehrlich.
XXIV.
„Nur ein paar Freunde von mir, vier Mann im ganzen.
dörigens alles Kollegen, die du ja kenntſt. Wir werden unter
us ſein. Du kannſt natürlich einladen, wen du willſt.” Dr.
hallraf ſprach von der Verlobungsfeier, die im Hinterraum
ges kleinen Weinreſtaurants ſtattfinden ſollte.
Tilla Groth hatte ſeine feſtlichen Pläne ſchon bis zum
Ueber=
duß anhören müſſen. Seit einer Woche war das ſein Lieblings=
uma, und er hatte immer wieder den Verſuch unternommen, ſich
at ihr über dieſe, in ſeinen Augen höchſt wichtige Frage zu be=
übethenſtraße 31
nf 461 7082o
nen. Sie verhielt ſich paſſiv. Sie hatte keine Wünſche und
ßzerte beharrlich, er ſolle alles ſo einrichten, wie er es für rich=
0 halte. Nur um eines bat ſie: keine Verwandtſchaft.
Und auch jetzt ſchien ſie wunſchlos: „Ich wüßte niemanden,
z ich rufen ſollte.”
Wallraf zeigte ſich enttäuſcht. Er hätte es gern geſehen, wenn
6 an dieſem Abend eine große, feierliche Runde verſammelt
üte, es drängte ihn, ſein Glück möglichſt vielen zu offenbaren,
t ſo oft gedemütigter männlicher Stolz begehrte dieſen Zoll.
„„Niemanden?” fragte er mit leiſem Vorwurf.
„Du lieber Gott, das iſt doch wirklich nicht mehr zeitgemäß,
u Familienangelegenheiten einen ſo großen Sums zu machen.
Him iſt es viel netter.”
„Wenn du meinſt”, fügte er ſich.
In Wahrheit fand Tilla die Veranſtaltung auch in engem
ſüfang nicht „netter”, für ſie war alles, was mit Wallraf
zu=
mmenhing, nur reſtloſes Grauen, und der bevorſtehende Abend
ſol „Proklamation der Beſitzergreifung” erſt recht.
Sie konnte es nicht hindern, daß er ſchon am Nachmittag die=
Tages mit Ringen ankam und ihr einen Goldreifen an den
öiger ſteckte. Er ſtand wartend vor ihr und harrte darauf, ſie
ſyküſſen, ſie hätte ſich zu ihm hinabbeugen müſſen. Allein ſie
ſundte ſich brüsk ab und meinte: „Um Himmels willen, nur keine
timentalitäten! Wir ſind doch keine Kinder.”
Der arme hilfloſe Dr. Wallraf ſchluckte bloß: „Ja, ja . . . ich
gulde mich ſchon.” Und er lächelte trübe.
Die Gäſte erſchienen im Smoking, Blumen ſchmückten den
Ich. und man ſtudierte eine vielverſprechende Menukarte von
iſten Gängen. Wallraf tuſchelte mit dem Kellner, während die
ſheren die Braut umringten und
ſeiation zu entfachen wetteiferten.
eine ſcherzdurchwürzte Kon
Der Laryngologe Dr. Mag=
Roman von
Nachdruck verboten.
uus, blaß, langſchädlig und aufgeſchoſſen, verſuchte, mit
kulina=
riſchen Kenntniſſen zu glänzen, der Dermatologe Hanſemann, roſig,
rundlich, wie aus Marzipan, erzählte von einer Autotour durch
Italien, und Sybel, der Interniſt, mit dem durchnarbten Antlitz
des alten Korpſiers entwickelte allgemeine Anſichten über die Ehe.
Während die Mahlzeit ihren Fortgang nahm, kamen die
Themen ein wenig durcheinander, und die Unterhaltung floß
all=
mählich und von ſelbſt in ein mit Enthuſiasmus geführtes
Fach=
geſpräch über, an dem Tilla Groth mit wilder Hingabe ſich
be=
teiligte. Der Bräutigam war am ſchweigſamſten und empfand mit
gelindem Entſetzen, daß von feſtlicher Stimmung auch nicht die
Spur vorhanden war, es ergab ſich eine ungemein mediziniſche
Tafelgeſellſchaft, die einem kleinen privaten ärztlichen Kongreß
zu ähneln anfing.
Schließlich, als der Sekt in die Gläſer gegoſſen wurde,
er=
innerte ſich Sybel an den eigentlichen Zweck dieſer
Zuſammen=
kunft und erhob ſich zu einem Trinkſpruch. Er liebte das
Mar=
kige. Als geſinnungstreuer Anhänger des Ideals der
Raſſerein=
heit hob er dieſen Geſichtspunkt entſprechend hervor und betonte
ſeine beſondere Genugtuung, daß bei dieſem Herzensbunde zwei
Menſchen ſich zuſammengefunden hatten, deren bevorſtehende
ehe=
liche Vereinigung verſpreche, das Deutſchtum rein fortzuzpflanzen.
Eine Freude für alle wäre es, daß hier eine Kollege und eine
Kollegin ſich zu Gemeinſamkeit zuſammenſchließen wollten.
Die=
ſer Umſtand biete die Gewähr für ein ſeeliſches und menſchliches
Verſtehen, und in Anbetracht deſſen . Der Redner verlor ſich
in eine ſchwierige und langwierige Satzperiode, bei deren
Be=
endigung alle erleichtert aufatmeten. Schließlich hob man die
Kelche und ſchloß mit Hochrufen.
Tilla Groth hörte mit unbewegter Miene zu, ſie hatte das
Empfinden, einer grotesken und ſinnloſen Komödie beizuwohnen,
einem abſurden Scherz, der plötzlich aus irgendeinem, noch nicht
erſichtlichen Anlaß jäh abbrechen mußte. War es denn möglich,
daß dieſe Männer, erwachſene, gereifte Menſchen, all das, was
hier geſagt wurde, für bare Münze nahmen? Sie ſah im Kreiſe
weingerötete Geſichter und glaſig werdende Augen, Lippen
ſchmatz=
ten, und die Stimmen ſtiegen zu lärmendem Wortſchwall an.
Nach dem Kaffee und den Likören vereinigten die Gäſte ſich
zu einem Zirkel und, gleichſam befreit vom Zwang der Bürde
einer Feierlichkeit, vertieften ſie ſich mit doppeltem Eifer in
Berufsfragen, von denen ſie ſich völlig in Anſpruch nehmen ließen.
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Wallraf flüſterte mit Tilla Grotb in einer Ecke. Da er wenig
vertrug, war er, trotzdem er kaum getrunken hatte, leicht
um=
nebelt; bei gelöſter Zunge ſprach er Dinge, die er ſonſt kaum
ge=
ſagt hätte. Sie rauchte Ketten von Zigaretten und hörte kaum zu.
„Biſt du nun zufrieden?” erkundigte er ſich unterwürfig.
Sie zuckte die Achſeln. „Mach dir keine Sorgen, es iſt alles
nicht ſo wichtig!“
Er ſchien beleidigt: „Na, höre mal, es iſt doch ſchließlich ſo
etwas wie ein neuer Lebensabſchnitt.” Tilla gab keine Antwort.
„Ich nehme an, daß du es ebenſo auffaßt”, fuhr er fort. „Und
ich hoffe natürlich auch mit Beſtimmtheit, daß von heute an alles
frühere endgültig erledigt und begraben iſt.”
„Was meinſt du damit?” Ihr Ton klang kampfbereit.
„Es iſt beſſer, wir laſſen das. Du weißt ohnehin, was ich
meine.”
„O bitte, drücke dich ruhig deutlicher aus!”
Wallraf wand ſich und wollte ablenken. Aber ſie drängte ihn
unnachgiebig: „Ich liebe ſolche unklaren Redensarten nicht.”
Schließlich ging es mit ihm durch: „Na, klipp und klar, ich
meine, daß du deine Zuſammenkünfte aufgibſt. Das iſt doch wohl
nicht zuviel verlangt. Dieſe Sorte von Rendezvous in kleinen
Konditoreien . . ." Sie ſah ihn mit kaltem Haſſe an: „Du haſt
alſo hinter mir herſpioniert?“
Er machte den Verſuch, ſich zu entſchuldigen: „Du drückſt das
ſehr hart aus. Ich war in Sorge um dich. Daß es dazu
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punkte gab, weißt du ja. Ich gebe zu, daß ich etwas mißtrauiſch
bin. Ich habe eine vertrauenswürdige Perſon beauftragt . .
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Zwangsverfteigerung.
Termin: Dienstag, den 8. Dezember 1931,
n=
mittags 1/,4 Uhr, im Sitzungs aale, Z
mer 219, des Neuen Gerichtsgebäudes
Darmſtadt.
Grundſtück. Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 4, Band
Blatt 533, Flur 4, Nr. 446, Hofreite Nr,
Grafenſtraße, 912 qm. Schätzung: 45 000 9
Eigentümer: Eheleute Kaufmann Georg Benz und M0
garethe, geb. Wannemacher, als Geſamty
der Errungenſchaftsgemeinſchaft. (134
Darmſtadt, den 3. September 1931.
Heſſiſches Amtsgericht Darmſtadt I.
Berunnimachang.
Termin: Dienstag, den 27. Oktober 1931, nachm. ½4 UhN wer
im Sitzungsſaale Zimmer 219 des Neuen Gerickiſſder
gebäudes in Darmſtadt.
wit
Hrundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 6, Bd. 19, Bl. 91
Flur 17 Nr. 57, Grasgarten (Vorgarten), Riede/
ſtraße, 30 qm. Schätzung: 300 RM.
Flur 17 Nr. 54, Hofreite Nr. 72 daſelbſt, 1169
Schätzung: 48 500 RM.
Flur 17 Nr. 542/, Grasgarten daſelbſt, 74 g
Schätzung: 400 RM.
Flur 17 Nr. 547/00, Grasgarten daſelbſt, 66 qm.
Schätzung: 300 RM.
Flur 17 Nr. 55, Grasgarten daſelbſt, 87 qm.
Schätzung: 500 RM.
Eigentümerin: Ehefrau Johannes Schäfer, Roſel geb. Ma
heimer, jetzt in New Rochelle, Staat New 9u
5 Anderſon Street.
(121
Darmſtadt, den 30 Juni 1931.
Heſſiſches Amtsgericht I.
Termin: Donnerstag, den 22. Oktober 1931, nachmitt
½4 Uhr, im Sitzungsſaale, Zimmer 219 des Neu
Gerichtsgebäudes in Darmſtadt.
Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 4, Band 7. Bl
382, Fl. 4 Nr 553, Hofreite Nr. 48 Rheinſtra
1204 qm. Schätzung: 85 000 RM.
Eigentümerin: Katholiſcher Geſellenverein in Darmſtad
Darmſtadt den 22. Juni 1931.
(1214
Heſſiſches Amtsgericht I.
Wi.
Zwangsverfkeigerung.
Termin: Dienstag, den 20. Oktober 1931, nachmitteh
½4 Uhr, im Sitzungsſaale, Zimmer 219 des Neu
Gerichtsgebäudes in Darmſtadt.
Grundſtück: Gemarkung Darmſtadt, Bezirk 1, Band 2, Blu
95, Fl. 1 Nr. 1260 Hofreite Nr. 26 Karlsſtroß)
246 qm. Schätzung: 12 000 RM.
Eigentümerin: Schwarzwälder Grundſtücks=Aktiengeſellſche
in Freiburg im Breisgau
Darmſtadt den 8. Juni 1931.
(1219
Heſſiſches Amtsgericht I.