Darmstädter Tagblatt 1931


12. Oktober 1931

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Einzelnummer 10 Pfenplge

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 283
Montag, den 12. Oktober 1931.
194. Jahrgang

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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streikt uſw., erliſcht
ſede Verpfiſchtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Lelſtung von Schadenerſatz. Beiſ
Konlurs oder gerſchiſcher Beſtreſbung fäll jeder
Nabatt weg. Banſlonto Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nationalbanl.

Tagung der natonalen Opponttion‟

2 Ddr Grundforderungen der Rechken.
Sauer
Lrafefig ieinſame Fronk zum Skurz der Reichsregierung.
CNB. Bad Harzburg, 11. Okt. (Eig. Meldung.)
rs Städtchen Harzburg ſteht vollkommen, im Zeichen der
aug der Rechtsoppoſition. Schwarz=weiß=rote und Hakenkreuz=
, die braunen Uniformen der Nationalſozialiſten und die
des Stahlhelms verleihen dem äußeren Bilde dieſer
ug das Gepräge. Die Beteiligung iſt ſehr ſtark und erſtreckt
ſbüüßer auf die Nationalſozialiſten, die Deutſchnationalen und
m ſtahlhelm auf führende Perſönlichkeiten des Reichslandbun=
snd
eine Anzahl bekannter Wirtſchaftler, unter denen das

Teil dieſer Kundgebung beſteht aus neuen, ſehr ſcharfen An=
griffen
gegen die bisherigen Regierungen, beſonders gegen die
derzeitige Reichsregierung, gegen die der Vorwurf erhoben wird,
daß ſie durch das Verſäumen einer pflicht= und wahrheitsgemäßen
Aufklärung über die furchtbare innere Lage Deutſglands in erſter
Linie mitſchuldig ſei an einer Kataſtrophe, die heute in zwangs=
läufiger
Auswirkung alle Kulturſtaaten bedrohe. Die Kund=
gebung
bezeichnet weiter als Ziel, der Nationalſozialiſten die
Ueberwindung der inneren Klaſſengegenſätze. Sie kündigt Bol=
ſchewismus
und Marxismus den ſchärfſten Kampf an. Die
NSDAP. ſei entſchloſſen, die Auseinanderſetzung zwiſchen Bol=
ſchewismus
und Antibolſchewismus in Deutſchland mit allen Mit=
teln
bis zur letzten Konſequenz im Sinne der Erhaltung der deut=
ſchen
, abendländiſchen und chriſtlichen Kultur durchzuführen. In
dem außenpolitiſchen Teil erklärt Hitler ſeine Bereitſchaft

Das Kurhaus in Bed Harzburg, in dem am 11. Oktober die Tagung der nationalen Oppoſition ſtattfand.
u lnks nach rechts oben die wichtigſten Teilnehmer der Tagung: v. Oldenburg=Januſchau, M. d. R.; Geheimrat Hugenberg, Führer
dutſchnationalen; Graf Kalckreuth, Präſident des Reichslandbundes; Adolf Hitler. Führer der Nationalſozialiſten; Major a. D.
ger, Bundeskanzler des Stahlhelms; Franz Seldte, Bundesführer des Stahlhelms; Dr. Frick, M. d. R., Graf Rüdiger v. d. Golz,
Präſident der Vaterländiſchen Verbände.

leinih=weſtfäliſche Induſtriegebiet beſonders ſtark vertreten iſt.
1SIn dr Reichstagsfraktion der Deutſchen Volkspartei iſt dagegen
Aneraloberſt v. Seeckt anweſend. Dafür ſind aber zwei füh=
de
Mitglieder der rheiniſch=weſtfäliſchen Organiſation der
urſten Volkspartei erſchienen, Hüttendirektor Kuhbier=Duis=
raind Hembeck=Lüdenſcheid. Von der Wirtſchaftspartei ſieht
½ tnr in Abgeordneten Sachſenberg.
Das ſachliche Ergebnis
der gemelinen Beſrechlungen.
t den die Hauptkundgebung von Sonntag vormittag vorbe=
ſtst
wurde, iſt in folgenden vier Anträgen zu ſehen, die die
aukinen der Nationalſozialiſten und der Deutſchnationalen und
ßeim die drei früheren Abgeordneten der Landvolkpartei im
ticlzng einbringen werden:
1Der Reichstag entzieht der Reichsregierung
üt Slertrauen.
Der Reichspräſident wird erſucht, den Reichstag auf=
Ol öſen und Neuwahlen auf Sonntag, den 8. November 1931
des Szzuhreiben.
Die von dem Reichspräſidenten auf Grund des Artikels 18
bſatzd der Reichsverfaſſung ſeit dem 10. Februar 1931 erlaſſenen
enndnungen ſind außer Kraft zuſetzen.
Die Zahlung der Polizeikoſtenzuſchüſſe an
raeizen iſt mit dem 31. Oktober 1931 einzuſtellen.
Aſe vereinbarten Anträge werden aber von jeder Gruppe
ſſgeingebracht; damit wird ihre organiſatoriſche Selbſtändig=
ſt
btont. In allen Erklärungen, die in den einzelnen Frak=
dn
=ſungen und in der gemeinſamen Konferenz am Vormittag
geezten wurden, wurde die Bereitſchaft zu loyaler Zuſammen=
be=t und zur Weiterverfolgung der bisherigen gemeinſamen
aktttauch im Reichstage betont, dabei wurde aber gleichzeitig
Sbſtändigkeit in der Zielſetzung unterſtrichen. So erklärte
be; ſick in der nationalſozialiſtiſchen Fraktionsſitzung, er wiſſe
ihr vhl, daß in der nationalſozialiſtiſchen Bewegung auch ge=
Aſſe ledenken gegen die Harzburger Tagung vorhanden geweſen
ſem ber auch Muſſolini habe zunächſt koalitionsmäßig vorgehen
füſſit
9 Verlaufe dieſer Sitzung erſchien auch
Mol Hillel.
a10 vor der Fraktion eine Erklärung ab, wie er ſagte, nicht
gutheißen zu laſſen, ſondern damit die ganze Welt wiſſe.
ſter ihr jeder Nationalſozialiſt ſtehe. Der innerpolitiſche

zur Erfüllung jeder nichtpolitiſchen finanziellen Verpflichtung,
die wir als Kaufmann zum Kaufmann aufgenommen haben.
Ein national regiertes und damit von der übrigen Welt wieder
geachtetes Deutſchland ſei mehr befähigt, aufrichtige friedliche Be=
ziehungen
zu den anderen Nationen anzuknüpfen, als unſer heu=
tiges
, von den Fieberkriſen des Bolſchewismus durchſchütteltes
und am Ende gar vollkommen zerſtörtes Volk.
In der gemeinſamen Fraktionsſitzung, die gegen Mittag ſtatt=
fand
, traten dann die Vertreter der beteiligten Richtungen neben=
einander
auf. Dr. Frick betonte den Willen, die Macht auf
legalem Wege zu gewinnen. Seine Ausführungen wurden durch
den deutſchnationalen Reichstagsabgeordneten Oberfohren
unterſtrichen. Der frühere Landvolkabgeordnete Wendthau=
ſen
ſprach ebenfalls ſeine Solidarität mit der Oppoſition aus.
Für die preußiſchen Landtagsfraktionen der Rechten verlangten
die Abgeordneten v. Winterfeldt und Kube die Ergänzung
der Aktion durch ein paralleles Vorgehen in Preußen, das z. B.
durch die Klage gegen die preußiſche Notverordnung eingelei=
tet
ſei.
Im Laufe des Vormittags fand ein Feldgottesdienſt
auf einer Wieſe in der Umgebung von Harzburg und im An=
ſchluß
daran ein Vorbeimarſch ſtatt. Vor der großen Nach=
mittagskundgebung
waren die Teilnehmer der Tagung bei einem
gemeinſamen Mittageſſen verſammelt.

Die große Kundgebung

der in Harzburg vereinigten Rechtsoppoſition hatte ſich etwas
verzögert, weil vor ihrem Beginn noch eine Beſprechung zwiſchen
Hitler und Hugenberg ſtattfand. Die beiden betraten
dann gemeinſam den Saal, wo man ſie ſtürmiſch empfing. Nach
den Begrüßungsworten des deutſchnationalen braunſchweigiſchen
Finanzminiſters Küchenthal ſprach Dr. Hugenberg. In ſei=
ner
Eröffnungsanſprache hatte er erklärt, daß man Harzburg als
Tagungsort deshalb wählte, weil man hier außerhalb des Macht=
bereichs
der preußiſchen Polizei ſei. Nun rufe er in den Saal,
hier in Harzburg ſei die Mehrheit des deutſchen Volkes, die zeige,
daß eine neue Welt im Aufſtieg ſei. Er wandte ſich dann gegen
die bisherigen Gewalthaber, denen er ebenſo wie dem internatio=
nalen
Kapital, von dem er behauptete, es kämpfe irregeleitet
gegen das nationale, die Schuld an der Arbeitsloſigkeit zuſchob.
Dieſe könne nur von der Rechtsoppoſition niedergerungen wer=
den
. Er wandte ſich auch gegen die Kabinettsumbildung, for=
derte
Neuwahlen in Preußen und zeichnete abſchließend die Ge=
fahr
eines Bolſchewismus für Amerika. Die von ihm vorgelegte
Entſchließung erklärt, daß jede Regierung, die gegen den Willen

der geſchloſſenen Rechtsoppoſition gebildet worden ſei, mit deren
Gegnerſchaft rechnen müſſe. Die Entſchließung befaßt ſich dann
mit den vier Anträgen und fordert einen Kurswechſel im Sinne
der Rechtsoppoſition.
Nach Hugenberg ergriff Hitler das Wort, deſſen Ausfüh=
rungen
, von theoretiſchen Geſichtspunkten ausgehend, ſich der Kri=
tik
der heutigen Verhältniſſe zuwandten, um zu dem Schluß zu
kommen,
in Deutſchland müſſe entweder Kommunismus oder
Nationalſozialismus herrſchen.
Nicht um parlamentariſche Veränderungen oder um Regierungs=
änderungen
gehe der Kampf der Rechtsopoſition, ſondern um eine
grundſätzliche Entſcheidung zwiſchen den beiden Syſtemen. Im
Anſchluß hieran verlas Hitler die vorſtehend gemeldete Erklärung.
Ihm folgte der erſte Bundesführer des Stahlhelms, Franz
Seldte, der den Willen des Stahlhelms, freudig und
treu mitzuarbeiten, betonte. Der zweite Bundesführer
des Stahlhelms, Oberſtleutnant Düſterberg, vertrat den Ge=
danken
der Wehrhoheit, der nächſte Redner, Graf Kalck=
reuth
, erklärte, der Reichslandbund ſchließe ſich der
Rechtsoppoſition an.
Dr. Schacht wandte ſich in außerordentlich ſcharfer Weiſe
gegen die Führung der Finanzwirtſchaft und forderte als Wirt=
ſchaftsprogramm
der Rechtsoppoſition wie Friedrich der Große
nach dem Siebenjährigen Kriege:
Sich feſt auf die heimiſche Wirtſchaft ſtellen und aus dem
heimiſchen Boden herausholen, was nur irgend herauszu=
holen
iſt, im übrigen ſparen und arbeiten.
Nachdem dann noch Juſtizrat Claß, der Vorſitzende des All=
deutſchen
Verbandes, über außenpolitiſche Fragen geſprochen und
Graf von der Goltz namens der vaterländiſchen Verbände
den Zuſammenſchluß begrüßt hatte, dankte Dr. Hugenberg in ſei=
nem
Schlußwort allen, die an der Tagung mitwirkten, und ver=
wies
auf den Ernſt der kommenden Reichstagsentſcheidung.
Mit der gemeinſamen Abſingung des Deutſchlandliedes fand
die große Kundgebung ihren Abſchluß.
Neue Kampfanſage.
* Berlin, 11. Oktober (Priv.=Tel.).
Die Rechtsoppoſition hat auf ihrer Harzburger Tagung nun=
mehr
in feierlicher Form auch dem zweiten Kabinett Brüning
den Kampf offen angeſagt. Sie hat ihre alten Forderungen, die
auf Auflöſung des Reichstages, Beſeitigung des Kabinetts, Zu=
rückziehung
der ſämtlichen Notverordnungen, ſowie Uebernahme
der Regierungsgewalt im Reich und in Preußen hinauslaufen,
wiederholt an den Reichspräſidenten von Hindenburg den dringen=
den
Appell gerichtet, durch die Berufung einer nationalen Regie=
rung
den rettenden Kurswechſel herbeizuführen. Vom Dienstag
ab wird die nationale Oppoſition wieder im Reichstag Gelegen=
heit
haben, ihre parlamentariſche Stoßkraft zur Geltung zu
bringen.
Die Oppoſition hat inzwiſchen durch den größten Teil der Deut=
ſchen
Volkspartei Zuzug erhalten. Wahrſcheinlich werden auch
weſentliche Teile der Wirtſchaftspartei nach rechts abſchwenken. Es
iſt immerhin fraglich, ob bei den Abſtimmungen im Reichstag über
die Mißtrauensanträge die erforderliche Mehrheit zum Sturz des
Kabinetts zuſammenkommt. Der Reichspräſident ſcheint aber
ſchon überlegt zu haben, was zu unternehmen wäre, wenn auch das
zweite Kabinett Brüning Schiffbruch erleiden würde. Es iſt an=
zunehmen
, daß dann zunächſt die nationale Oppoſition Gelegenheit
erhalten würde, eine Regierung auf die Beine zu ſtellen, wobei
allerdings noch offen bleibt, welche Marſchroute der Reichspräſi=
dent
einem Kandidaten der Rechten, etwa Herrn Hugenberg, mit=
gibt
. Der Vertreter der Nationalen Oppoſition wäre aber bei
ſeiner Regierungsbildung auf die Unterſtützung des Zentrums an=
gewieſen
. Das Zentrum hat aber, ſoweit ſich bis jetzt überſehen
läßt, nur geringe Neigung, mit der Rechten zuſammenzugehen. Die
Möglichkeit muß jedenfalls ſchon jetzt in Rechnung geſtellt werden,
daß die Nationale Oppoſition ſo raſch nicht zum Ziele kommen
und daß der Reichspräſident ſchließlich wieder auf Dr. Brüning zu=
rückgreifen
wird, wenn alle Verſuche, eine Regierung mit parla=
mentariſcher
Mehrheit zuſtande zu bringen, geſcheitert ſind. So=
lange
aber die Mittelparteien und auch die Sozialdemokraten ihre
Stellung der zweiten Regierung Brüninig gegenüber nicht zum
Ausdruck gebracht haben, muß auch mit einem anderen Verlauf
der Dinge, alſo mit einer ſchwachen Mehrheit für Brüning, ge=
rechnet
werden. Aber auch dann fragt ſich, ob die Mehrheit eine
Grundlage für die weitere Arbeit des Kanzlers abgeben wird.,
Inzwiſchen iſt das Kabinett, mit ſeinen Beratungen über das
Wirtſchaftsprogramm weitergekommen, und von dieſem Wirt=
ſchaftsprogramms
hängt wiederum für die Sozialdemokraten ſo gut
wie alles ab. Die Geſamtlage iſt jedenfalls nach wie vor völlig
undurchſichtig. Am Dienstag wird die Regierungserklärung im
Reichstag ſteigen. Daran ſchließt ſich die Generalausſprache im
Reichstag, und erſt gegen Ende der Woche wird die Abſtimmung
über die Mißtrauenspoten vor ſich gehen.
Dingelden in Breslau.
Breslau, 11. Oktober.
Der Parteiführer der D.V.D. Dingeldey ſprach am Sonn=
tag
vor Vertrauensleuten der drei ſchleſiſchen Wahlkreiſe über
die politiſche Lage. Er habe es aufs tiefſte bedauert, daß nicht
ſchon damals das Staatsruder nach rechts herumgeworfen wor=
den
ſei, als die äußerſte Rechte ihre Unterſtützung noch nicht ver=
ſagt
habe. Der Kanzler ſei aber ſpäter immer ſtärrer unter
ſoziademokratiſchen Einfluß geraten. Gewiß habe die freie
Wirtſchaft zum Teil verſagt, aber einzelne Fälle könne man doch
nicht verallgemeinern. Man müſſe ſich dagegen wenden, daß die
Regierung ſchonungslos gegenüber allen Anſprüchen der Beam=
tenſchaft
, der Penſionäre und der Privatverträge der höheren An=

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Seite 2

geſtellten vorgehe, daß Recht und Verträge nicht mehr gelten, daß
man aber gar nichts mache bei den Verträgen, hinter denen die
Macht der Gewerkſchaften ſtehe. Dieſe Kritik ſei nicht ſozial=
reaktionär
, ſondern fordere, daß der Staat gleiches Recht walten
laſſe. Er, Dingeldey, ſei ein entſchloſſener Gegner einer Politik,
die darauf abgeſtellt ſei, die Gewerkſchaften zu zerſchlagen. Das
was das Volk wieder in normale Bahnen bringen könne, der
nationale und ſeeliſche Sprung, könne aber nicht mit den Sozial=
demokraten
erreicht werden.
Die Nationale Oppoſition habe in ihrem Verzicht auf die
Verantwortung ſchwere Fehler begangen. Aber ſtehe nicht hin=
ter
ihr das große Ideal des ſtarken Nationalſtaates? Deshalb
ſei es Pflicht der Staatsführung, dieſe Bewegung einzufangen
in die Front der Verantwortung. Groß ſei die Gefahr, die von
den Kommuniſten drohe. Die Harzburger Tagung könne von ent=
ſcheidender
Bedeutung ſein. Es ſei zu hoffen, daß dort Beſchlüſſe
gefaßt würden, die nicht der Agitation, ſondern der beſonnenen
und klugen, auf ferne Ziele eingeſtellten ſtaatsbewußten Verant=
wortung
entſprächen. Wenn die Partei heute einmütig Brüning
die Gefolgſchaft verweigere, ſo erkläre ſie ſich bereit zu einem Zu=
ſammenſchluß
mit der Nationalen Oppoſition auf der Grund=
lage
gegenſeitiger Achtung vor dem Weſen derer, die den Bünd=
nisvertrag
ſchließen wollen, gegenſeitiger Achtung auf dem Boden
ſtaatspolitiſcher Beſonnenheit. Wirtſchaftspolitiſch ſei als Grund=
lage
die Anerkennung der Privatwirtſchaft zu betrachten. Auch
außenpolitiſch könnten die Dinge nur mit dem nüchternen Ver=
ſtande
gemeiſtert werden.
Er, Dingeldey, hoffe, daß die Nationale Oppoſition dieſen
gegebenen Tatſachen Rechnung tragen werde. Dann beſtehe auch
die Möglichkeit, die nationale Front und damit eine Regierung
der nationalen Autorität zu ſchaffen. Noch ſei es nicht zu ſpät.
Die Volkspartei habe das Ihrige getan, um eine breitere Baſis
für die Regierung Brüning herbeizuführen. Der Reichskanzler
habe ſich dem verſagt. Es ſei die Miſſion der Volkspartei, eine
Brücke zu ſchlagen zwiſchen den zerklüfteten Volksteilen.

Die Kandidaten der Volksparkei.

Der Landesausſchuß der Deutſchen Volkspartei trat geſtern
in Frankfurt a. M. zu einer ſehr ſtark beſuchten Sitzung zu=
ſammen
. Der Landesvorſitzende Dr. Niepoth erſtattete ein=
gangs
einen Bericht über den Kampf der Deutſchen Volkspartei
im heſſiſchen Landtag und erinnerte daran, wie die DVP. in
langen Jahren immer wieder gegen ein Syſtem ankämpfte, daß
der heſſiſchen Bevölkerung unerträgliche Steuerlaſten auferlegte,
um vermeintliche Errungenſchaften der Revolution zu erhalten.
Der Kampf der DVP. fand in den letzten Jahren durch Spar=
gutachten
und Notverordnungen ſeine Rechtfertigung und man=
ches
geſchah, was noch vor Jahren, als es die DVP. verlangte,
abgetan wurde. Das Ziel des Wahlkampfes iſt für die DVP.
die Beſeitigung der Weimarer Koalition. In einem Wahl=
aufruf
, den Dr. Keller, M. d. L., interpretierte, wird die heſſiſche
Wählerſchaft aufgeforoert, der DVP., dem Sturmtrupp der
Oppoſition Gefolgſchaft zu leiſten.
Nach gründlicher Vorbereitung im Wahlkreisvorſtand wurde
der Wahlvorſchlag vom Landesausſchuß gutgeheißen. Spitzen=
kandidat
wurde Bürgermeiſter Dr. Niepoth=Schlitz (M. d. L.).
Ihm folgen: 2. Oberſtudiendirektor Dr. Keller=Büdingen (M.
d. L.), 3. Bäckerobermeiſter Kunkel=Worms (M. d. L.), 4. Fabri=
kant
Rich. Heyne=Offenbach (M. d. L.), 5. Lehrerin Frl. Birn=
baum
=Gießen (M. d. L.), 6. Rechtsanwalt Dr. Mattern= Darm=
ſtadt
, 7. Landgerichtsrat Dr. Speckhardt=Mainz, 8. Landwirt
Detroi=Lampertheim. 9. Polizeiverwaltungsſekretär Ahl= Darm=
ſtadt
, 10. Dipl.=Ing. Schneider=Biſchofsheim, 11. Angeſtellter
Heuſohn=Darmſtadt, 12. Lehrer Joſt=Offenbach, und ſechs weitere
Perſönlichkeiten.
Zum Schluß der Verſammlung berichtete Abgeordneter
Heyne über die am Samstag in Berlin ſtattgefundene Sitzung
des Reichsausſchuſſes. Die heſſiſchen Volksparteiler machten
ſich einmütig die Auffaſſung des Parteiführers Dingeldey zu
eigen und ſprachen ihrem Reichstagsabgeordneten ihr uneinge=
ſchränktes
Vertrauen aus.
Die Kandidaken des Heſſiſchen Landbundes.
In Ergänzung und Berichtigung unſerer geſtrigen Notiz
teilt uns der Heſſiſche Landbund mit, daß er auch zu der bevor=
ſtehenden
Landtagswahl Provinzliſten aufſtellt. Die
geſtrige Veröffentlichung betraf die feſtgeſtellte Kandidatenliſte
für Oberheſſen. Für Starkenburg iſt nachſtehende
Liſte aufgeſtellt, die Landtagsabgeordneter Glaſer führt: 1. Land=
tagsabg
. Landwirt Karl Glaſer=Nordheim, 2. Landtagsabg.
Direktor Dr. Georg Müller=Worms, 3. Landtagsabg. Land=
wirt
Joh. Peter Arras=Ober=Oſtern, 4. Landwirt Philipp
Jacobi=Königſtädten, 5. Landwirt Philipp Muhl=Dudenhofen,
6. Landwirt Georg Benz 14.=Arheilgen, 7. Land= und Gaſtwirt
Johannes Heid=Waldmichelbach.
Die Kandidatenliſte für die Provinz Rheinheſſen wird
in den nächſten Tagen bekannt gegeben.

Großes Haus. 11. Oktober.

Okhello
Oper von G. Verdi, Text von Brito.
Nachdem unlängſt ein Werk aus ſeiner mittleren Periode um
1860 Macht des Schickſals und kürzlich der Troubadour als
ein ſolches der erſten Hochblüte um 1850 zu erfolgreicher Auffüh=
rung
gekommen, erklang heute das Hauptwerk aus Verdis letzter
Schaffenszeit Othello, 1887 an der Mailänder Scala urauf=
geführt
.
In den letzten beiden tragiſchen Opern dieſer Zeit, Alda und
Othello, hat ſich nicht nur Verdis Stil im muſikaliſchen Aufbau
der Handlung, in der Orcheſterſprache, der Chorbehandlung zu
höchſter Reife im Sinne des Muſikdramas vollendet, es vollzog
ſich auch aus dramatiſcher Notwendigkeit heraus eine Wandlung
der muſikaliſchen Geſtaltung des Tenor=Helden. Während in all
ſeinen früheren Werken für dieſen im weſentlichen die lyriſche
Behandlung maßgebend geblieben war, ſteht mit Rhadames, noch
mehr mit Othello der ſchwere Held deutſcher Opernprägung,
von Meyerbeer begonnen, von Wagner erſt wahrhaft geſchaffen,
vor uns. Dieſer Heldentyp liegt dem italieniſchen Sänger nicht
gut. Daher die beſten Rhadames= und Othello=Darſteller
Deutſche ſind, und gerade die Oper Othello im letzten Jahrzehnt
auf deutſchem Boden beſondere Erfolge aufzuweiſen hat. Im weib=
lichen
Heldentypus dagegen, Aida ſowohl wie Desdemona erſt recht,
blieb ſich Verdi ſeiner ſeitherigen Faſſung treu. Es ſind die lei=
denden
paſſiven Naturen, im Gegenſatz zu den heroiſchen aktiven
Frauengeſtalten des deutſchen Muſikdramas.
Es war vorauszuſehen, daß Albert Seibert für die
Titelrolle große Eigenſchaften einzuſetzen hat. Gradlinige, bru=
tale
Charaktere zu zeichnen, ſcheint er beſonders geeignet, und
er füllt ſie mit ſeinen hervorragenden, heldiſch gefärbten und doch
der Lyrik nicht entbehrenden ſtimmlichen Mitteln aus, die ihm in
nie verſagender Spannkraft zu Gebote ſtehen. Fehlt ihm auch
letztlich auf den Höhepunkten der Handlung die unmittelbar
packende Kraft des choleriſchen Temperaments und die überlegene
geiſtige Durchdringung, ſo ergab ſich doch eine durch eine dunk=
lere
Maske ſteigerungsfähige ungewöhnlich eindrucks=
volle
Geſamtleiſtung großen Formats, die freudig anerkannt
wird.

Montag, den 12. Oktober 1931

Darmſtadt, den 12. Oktober 1931.
Darmſtädter Reiker=Jugend reikel in Berlin!
Zu einem Reichstreffen deutſcher Reiterjugend, welches der Reichs=
verband
in dankenswerter Weiſe auf der Trabrennbahn Berlin= Ruh=
leben
ausgeſchrieben hatte, waren nicht weniger als 900 Anmeldungen
aus 30 Städten des Reiches eingelaufen.
Verlangt wurde ein Abteilungswettkampf in Stärke von 6 Reitern
pro Abteilung, eine Vielſeitigkeitsprüfung, verſchiedene Springen und
Reiterprüfungen, in denen in Altersgruppen bis 12 Jahre, von 1316
Jahren und von 1720 Jahren eingeteilt war, die je in ihren Klaſſen
untereinander konkurrieren mußten.
Die Fahrtkoſten 3. Klaſſe nach Berlin und zurück, ſowie Unterkunft
und Verpflegung für zwei Tage hatte der Reichsverband übernommen.
Von unſerer Darmſtädter Reiterjugend und ihrem be=
liebten
Reitlehrer Oskar Schubert wurde die Einladung, nach Berlin
zu kommen, mit großer Freude aufgenommen. Galt es doch, unter
ſchwierigen Verhältniſſen eine gewiſſe Leiſtungsprüfung abzulegen und
zu erproben, ob die Abteilung die richtige Grundlage hat, und zu ver=
gleichen
, wie ſie ſich anderen Abteilungen gegenüber bewährt. Aller=
dings
gab es auch Bedenken mancherlei Art, beſonders, ob die neue Um=
gebung
nicht ſtark hindernd auf die Leiſtungen einwirkte; wie werden
ſich die kleinen Reiter auf den großen und fremden Pferden, die von
dortigen Tatterſalls und von der Reichswehr geſtellt wurden, und an
Ort und Stelle ausgeloſt wurden, abfinden? Aber dem Mutigen
gehört die Welt, und echter Reitergeiſt kennt kein Lau=Werden! Se
wurde auch hier gehandelt und die letzten Vorbereitungen mit aller
Energie durchgeführt. Dem Reitſtalle Schott, der ſich keine Mühe ver=
drießen
ließ, dem Darmſtädter Reiterverein, der finanziell dazu bei=
ſteuerte
, und nicht zuletzt den Eltern der Kinder, die ihre Einwilligung
zu der Unternehmung ja letzten Endes geben mußten, ſei an dieſer Stelle
für das Zuſtandekommen der Expedition nach der Reichshauptſtadt von
ganzem Herzen gedankt. Die Bemühungen waren denn auch nicht ver=
gebens
. Unſere Vermutung wurde zur Wahrheit, die kleine Darmſtädter
Schar hat ſich tapfer gehalten, konnte ſie doch bei ihrer Rückkehr eine
ganze Ladung Preiſe vorzeigen. In dem Abteilungswettkampf wurde
ſie bei 15 Abteilungen Dritte, bei der Reitprüfung für Kinder unter
12 Jahren holte ſich Wilfried Schubert bei 27 Teilnehmern den 4. Preis.
In einer Reitprüfung für 16=Jährige konnten ſich Giſela Carnier, Rob.
Noſenthal, Hch. Schubert und Mariechen Schulte unter 65 Konkurrenten
erſte Plätze ſichern.
Bei der gleichen Prüfung für die bis=20=Jährigen holte ſich Fräulein
Kleinſchmidt bei 85 Teilnehmern den 2. Preis, in der Dreſſur ſogar den
1. Preis. Wilfried Schubert erhielt in Dreſſur einen 3., Hch. Schubert,
Hans Rühl und Mariechen Schulte je einen 4. Platz. Im Springen
wurde Wilfried Schubert bei 19 Teilnehmern Sechſter, Robert Roſen=
thal
und Hch. Schubert bei 57 Teilnehmern Sechſter und Zehnter. In
der Vielſeitigkeits=Prüfung hat ſich der kleine Wilfried Schubert von
ſeiner ganz großen Seite gezeigt, denn er wurde Zweiter, Hch. Schu=
bert
und Rob. Roſenthal je Fünfter.
Wirklich ein hübſcher Erfolg, auf den Reitlehrer und Reiter ſtolz
ſein können. Als äußeres Zeichen des Dankes wurde ihnen bei Ankunft
am hieſigen Bahnhof von einem Liebhaber des Reitſports ein Blumen=
gebinde
in Hufeiſenform überreicht. Wünſchen wir der jungen Garde.
daß ſich an ihre ſchönen Erfolge recht bald neue reihen mögen! Euch
Jungreitern aber rufe ich zum Schluſſe zu: Bleibt treu den vierbeinigen
Kameraden, bedenkt, daß letzten Endes ſie es waren, die Euch Reiten
und Springen gelehrt haben, und behaltet ſie lieb! Nur ſo wird das
Pferd alle ſeine Kräfte mit den Euren vereinigen und Euch zum Siege
führen können,
gitter.

* Von der Darmſtädter Techniſchen Hochſchule. Profeſſor
Dr. phil. P. Luchtenberg hat den an ihn ergangenen Ruf
auf den ordentlichen Lehrſtuhl fur Philoſophie und Pädagogik in
Dresden, verbunden mit der Leitung des dortigen Pädagogi=
ſchen
Inſtituts, angenommen
Vereinigung der Freunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums.
Wir machen unſere Mitglieder auf die zwei von der Volks=
hochſchule
veranſtalteten Lichtbildervorträge aufmerkſam, in
denen die Kunſthiſtorikerin M. Frölich über die Kunſtſchätze
des vor einem Jahr eröffneten, hochbedeutenden Pergamon=
Muſeums und der Vorderaſiatiſchen Abteilung
der Berliner Muſeen ſprechen wird. Die meiſten Stücke dieſer
Sammlungen ſtammen aus eigenen Ausgrabungen der Berliner
Muſeen in Meſopotamien und den kleinaſiatiſchen Städten wie
Milet, Magneſia, Piene und Pergamon, Werke wie das Iſchtar=
tor
von Babylon, der Pergamonaltar, das Markttor von Milet
haben dieſem einzigartigen Architekturmuſeum Weltruhm ver=
ſchaft
. Fraulein Frölich wird an Hand von Lichtbildern, die die
Berliner Muſeen zur Verfügung ſtellen, in einer Art von Fern=
führung
die wichtigſten Werke beſprechen. Die Vorträge finden
ſtatt im Saal 326 der Techn. Hochſchule am Mittwoch, den
14. Oktober, und am Freitag den 16. Oktober, abends 20 Uhr.
1. Abend: Das Iſchtartor von Babylon das Markttor von Melit
Magneſia und Priene. 2. Abend: Pergamon, die Heimat des
Pergamonaltars der große Altar von Pergamon. Karten bei
der Volkshochſchule und an der Abendkaſſe,
Orpheum. Die erfolgreichen Aufführungen des erfolgreich=
ſten
Volksſtückes mit Muſik Mein Leopold werden heute
Montag und folgende Tage fortgeſetzt. Inhalt und Aufführung
des Stückes erfreuen ſich wärmſter Aufnahme bei Publikum und
Preſſe (vergl. geſtrige Beſprechungen in Tageszeitungen). (Siehe
Anzeige.)

Die Gewinne der Werbe=Woche ſind noch nicht bekannt. Aber
gewonnen haben alle diejenigen, die im Seifenhaus Müller, am
Weißen Turm, gekauft haben. Durch den großen Umſatz erhalten Sie
die ſtets friſche Ware. Bekannt durch das billige Bohnerwachs in
allen Farben. Doſe 40 H. Neuaufgenommen Perwachs‟. Doſe 80
und 1.50 Wieder billiger geworden iſt weiße Kernſeife, das 400 gr
(14694
Block=Stück koſtet jetzt nur noch 25 J.

Dem Jago kommt die dunkle Stimmfarbe, ſcharfe Tongebung
und klare Ausſprache Johannes Draths günſtig entgegen.
ſo daß ihm die geſangliche Aufgabe leicht fallen mußte, die muſi=
kaliſch
auch gut beherrſcht wurde. In der Darſtellung jedoch
Spiel, Mimik, Haltung, Maske , die einen Jago überzeugend
machen ſollen, verſagte der offenbar für Charakterrollen noch
nicht genügend reife Künſtler faſt völlig. Die teufliſche Intri=
gantenfigur
wurde nicht erfaßt. Weder der Hohn des Trink=
lieds
, noch die Dämonie des Credos, noch das Raffinement in den
Dialogen, die Verlogenheit ſeines Schwurs, noch der ſchließliche
Zuſammenbruch kamen zum Ausdruck.
Anny v. Stoſch iſt eine ideale Desdemona. Für die
italieniſche Oper nicht eigentlich geſchaffen, findet die ſympathiſche,
immer reifer werdende Künſtlerin in dieſer Geſtalt eine ihrem
Weſen entſprechende Aufgabe: die aus Bezirken tiefſter Inner=
lichkeit
geſchöpfte und mit den ſüßen Klängen ihrer edlen Stimme
erhöhte Geſtaltung des ſchwermütig liebenden, gehorſamen Wei=
bes
. Ihre überaus zarte, mädchenhafte Zeichnung wirkt trotzdem
nie weichlich und findet im Schmerz und Gebet erſchütternde
Töne herber Reſignation. Es war die beſte Leiſtung des Abends.
Auch die kleine, doch wichtige Rolle des Caſſio, ſchwer zu
ſingen und undankbar, lag bei unſerem vielſeitigen Heinrich
Allmeroth in ſtimm= und ſpielgewandter Hand. Die Emilig
hat von jeher in Anna Jacobs eine treffliche Vertreterin. In
Nebenrollen machten ſich die Herren Heydorn, Ritzhaupt,
Vogt und Spira verdient.
Die wichtigen Chöre in der erſten Szene gleich drei
dicht aufeinander gelangen gut und lebendig.
Die Regie, noch von Ebert eingerichtet, war von H. Arnold
kaum verändert übernommen, die großzügigen Bühnenbilder
v. Schencks bewährten ſich vorzüglich.
In der muſikaliſchen Leitung hatte Dr. Schmidt= Iſſer=
ſtedt
Gelegenheit, ſeine Befähigung für die große italieniſche
Oper erfreulicherweiſe mit großem Erfolg zu beweiſen. Von An=
fang
an überlegen über der Partitur ſtehend, wuchs ſeine ruhige,
eindringliche und ſehr genaue Wiedergabe von Szene zu Szene,
um den Schlußakt mit ſeinem herrlich ſpielenden Orcheſter ſo ſchön
zu geſtalten, wie wir ihn hier noch nicht gehört. Wer vielleicht
in den erſten Chören, beim Credo, in der Schwurſzene, noch ſtär=
kere
Impulſivität, freiere, kräftigere Temperamentsentfaltung
vermißte, wird zu bedenken haben, daß jeder Dirigent erſt ſeine
ausübenden Kräfte genau kennen muß, um zu wiſſen, wie weit
ſie mitzugehen in der Lage ſind. Dr. Schmidt ſcheint den Haupt=
wert
vorerſt darauf zu legen, eine klare, unüberſpannte Leiſtungs=

* Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheatern.
Heli a.
Italien II. Vom ewigen Rom zu Siziliens=
Lavaſtrömen. Im Helia lief am Sonntag vormittag als=
Film=Morgenfeier: Italien II, mit dem Untertitel Vom ewigem
Rom zu Siziliens Lavaſtrömen. In anderthalb Stunden wie im
Fluge durch das ſüdliche Italien. Die Bilder konnen ſelbſtver= ſſead
ſtändlich nur Ausſchnitte ſein. Aber was und wie es gebotem
wird, das macht dieſe italieniſchen Landſchaftsbilder ſehenswert= u wen
Mit den Ruinen der Cäſarenzeit wetteifern die Monumentalbau=
ten
der Päpſte an Pracht und Schönheit. In der Villa d’Eſte
auch politiſch intereſſant durch die im Juli d. J. ſtattgefundens=
Ausſprache zwiſchen den deutſchen und italieniſchen Staatsmän=ei
nern entzücken die tauſend Waſſerwunder, die ihre Entſtehung/0 Pid
der Schöpferlaune eines Kardinals verdanken und von den
Waſſerfällen des Tivoli geſpeiſt werden. In Neapel feſſelt d.
Leben und Treiben in den Straßen. Von hier ein kurzer Ab= nach Pompeji, mit der Zahnradbahn auf den Veſuv. Blicke
in den qualmenden Kraterſchlund. Raſch wechſelt die Szenerie;
An der Küſte filmten die Kameraleute in Neſtern, deren Namen=
uns
aus der Geſchichtsſtunde noch in Erinnerung ſind. Und ſchon
kommt Sizilien, wo es gerade jetzt zur Herbſtzeit beſonders ſchön
iſt. Aber wir begnügen uns infolge der allgemeinen Geldknapp=
heit
mit dem Film, der uns ja auch hinreichend die Schönheiten
Italiens vermittelt. Der Veranſtaltung wäre im Wiederholungs=
falle
ein beſſerer Beſuch zu wünſchen.

hen.
grau
iche

Im Union=Theater ſieht man Grock heute Montag un= zum letzten Male. Wer ihn alſo noch einmal ſehen
und hören will, benutze dieſe allerletzte Gelegenheit.
Das Helia=Theater zeigt nur noch heute den luſtigen Ton=
film
Hirſekorn greift ein mit dem beliebten Komiker Felit
Breſſart in der Hauptrolle. Dazu das tönende Beiprogram
Jugendliche haben Zutritt.
In den Palaſt=Lichtſpielen läuft nur noch heute das große
Stummfilm=Doppelprogramm Der maskierte Spion ſowie Der
jüngſte Leutnant, mit Roman Novarro vorgeführt.

Tagesraum für erwerbsloſe Frauen und Mädchen.
15. Oktober d. J. iſt der im vergangenen Winter von zahlreiche,
erwerbsloſen Frauen und Mädchen gerne aufgeſuchte Tagesraun
des Heſſiſchen Roten Kreuzes in dem Hauſe Zeughausſtraße
1. Stock, wieder geöffnet. Der helle, gemütliche Aufenthaltsrau=
iſt
gut durchwärmt. Es können dort unter fachkundiger Leitu=
mitgebrachte
gebrauchte Kleidungs= und Wäſcheſtücke ausgebeſſ
und umgearbeitet, ſowie Neuanfertigungen vorgenommen we
den. Nähmaſchinen ſtehen zur Verfügung. Die Aufenthaltsräun
ſind an allen Wochentagen vormittags von 912 Uhr und nac
mittags von 26 Uhr, außer Samstag, geöffnet. Anmeldungn
können ab Donnerstag, den 15. Oktober, von 9 Uhr an, in da
Zeughausſtraße 2, I erfolgen. Die Anleitung und der Gebraucc
der Maſchinen ſowie die Teilnahme an den Kurſen iſt vollig un=
entgeltlich
.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus.

Montag, 12 Okt.
Keine Vorſtellung.

Dienstag, 13. Okt.

19½22 Uhr. E4. Die verkaufte Braut.
Preiſe 0.705.60 Mk.

Mittwoch, 14. Okt.

19½22½ Uhr. B 4. Die Ratten.
Pre ſe 0.305. 60.

and
ne

Donnerstag, 15, Okt

Freitag, 16. Okt.

19, Ende nach 22½ Uhr Tannhäuſer. Uebe
einen Teil der Karten iſt verfügt. Gutſchen /414.
nicht gültig. Preiſe 0.305 60 Mk.
nung
Pvol
19½22½ Uhr. D 5. Romeo und Julia.
Mhits.
Preiſe 0.305.60 Mk.
1si rau

Samstag, 17. Okt.

eirige
1517½ Uhr. Heſſenlandmiete 1,1 1I1,1
Die verkaufte Braut. Preiſe 0.604.30 Bf ge
022¾ Uhr. ( 2. Darmſt. Volksb, Gr.1/V
Preiſe 0.30550 m2 4ich
Die Ratten.
Gemü

Sonntag, 18. Okt.

Montag, 12, Okr. Keine Vorſtellung.

Dienskag, 13. Okt.

20, Ende vor 22 Uhr. E geplagter Familie
vatter. Preiſe 0 402 Mk

Mittwoch, 14. Okt

Freitag, 16. Okt.

Samstag, 17. Okt.

Sonntag, 18 Okt

18½ Ende geg. 21¾ Uhr Heſſenlandmiete //.1und)
Die Macht des Schickſals. Preiſe 0 806.40 M.
Kleines Haus.
20 Uhr Eröffnungsfeier der Darmſtädter
Volksbühne.
19½22 Uhr. Zuſatzmiete II 2 Die Quadrar
onnerstag, 15 Oft. tur des Kreiſes. Preiſe 0.644.50 Mk
2022½ Uhr. Außer Miete. Vorſtellun
alben Preiſen. Martha. Preiſe 0.402.50
2021½ Uhr. Erſter Kammermnſik=Aben
des Schnurrbnſch=Duartetts Pr. 0.702

1½ Ende geg. 13 Uhr Schule für rhyzuhmiſct
Gymnaſtik o. Städt. Akademie Darmſtadt 1 u. 2M
2022 Uhr. T Gr 5, 6, 7 u. 8
Preiſe 0.604 50 94
Marguerite: 3.

Heſſiſches Landestheater. Franziska Kinz ſpielt in
der Großen Katharina von Shaw, der nächſten Schar
ſpiel=Premiere, die Titelrolle.

möglichkeit eines jeden auf der Bühne und im Orcheſter ſicherzu,
ſtellen. Er iſt ein Feind jeden Riſikos, jedes zweifelhaften
folgs zugunſten äußeren Effekts, ein Freund treueſter Befolgun
der Partitur und vornehmer Maßhaltung in allen Affekten. Ak
ſolcher wirkt er äußerſt ſympathiſch und iſt ſicherlich für ſei
Künſtler der zuverläſſigſte, vertrauensvollſte Führer.
Die Oper fand den außergewöhnlich ſtarken Beifall des au
beſuchten Hauſes.

ſten

Kleines Haus. Sonntag, 11. Oktober.
Die Quadrakur des Kreiſes.
Komüdie von V. Katajew.
Die Quadratur des Kreiſes oder Das Zweifamilier) dre
zimmer in fünf Minuten oder das alte Spiel: Wechſek
die Bäumchen!
Geſtern ſah ich es in engliſcher Faſſung im Frankfurd
Schauſpielhaus, und es hieß: Vögel, die am Morgen ſingenl
Heute kam es im Ruſſenkittel und vollzog ſich im neuen Sowſe
ſtaat.
Zwei Paare haben ſich zur Ehe einregiſtrieren laſſen u
müſſen der Wohnungsnot wegen dasſelbe Zimmer in
Staatsbibliothek beziehen. Ueber Nacht entdecken ſie, 9e
Frauchen A. zu Männchen B, und Männchen A zu Frauchen
paßt. Sie wechſeln die Bäumchen, und der Obmann de
Sowjets gibt verſtändnisvoll ſeinen Segen dazu: Das w
dem Mütterchen Rußland nicht wehtun!
Herr Norbert Schiller, der Bearbeiter und Spielleic.
ſieht in dem Stück, wie er uns mitteilt, die Satire eil=
Dichters, der ſein Land und deſſen Schickſale gern hat, der ſ
vorübergehende Mißſtände das brüderliche Auge der Liebe Ie
den verſöhnenden Humor beſitzt, und der kritiſiert, nicht um VE
abzuſetzen, ſondern zu verbeſſern und aufzubauen‟. Wir konne
das Spiel nicht ſo ſchwer und ſo bedeutſam nehmen, fonde-
ſehen
in ihm eine nette Luſtigkeit, die unterhaltſam on
gemacht werden kann. Zu letzterem Zweck empfiehlt es ſe
manche allzu primitiven Ausſpinnungen zu kürzen und
Tempo flotter zu nehmen.
Dann wird der Erfolg noch ſtärker ſein, zumal da ſam.
Spieler zur Verfügung ſtehen. Beſſie Hoffart iſt ausgeze!
net als die blöde, kleinbürgerliche Tochter, als das Miezeläfoe
mit ſeinem Katerchen und ſeinem Großväterchen und ſeiſe
Zoologiſchen Gärtchen; ſie hat in Stimme und Spiel eine N

liche Selbſtverſtändlichkeit der Blödheit,
Hintergrund der Selbſtironiſierung!

mit dem amüſant

[ ][  ][ ]

Nummer 283

Montag, den 12. Oktober 1931

Seite 3

Nie Herbſtfeier des Bayern=Bereins Darmſtadt
urde im ſchön geſchmückten Konkordiaſaal, der dicht beſetzt war,
iditionsgemäß abgehalten. Man hatte ſich entſchloſſen, der
ſcheren Zeit entſprechend, in beſcheidenem Rahmen die Feier zu
Thehen. Man wollte den Mitgliedern wenigſtens eine kleine
fnude durch Abhalten der geſelligen Veranſtaltung machen, denn
Aſgraue Alltag iſt wirklich ſchwer genug und eine Ausſpannung
Füwenige Stunden wohl berechtigt. Der Ehrenvorſitzende Rit=
e
gab dieſen Gedanken in ſeiner Begrüßungsanſprache beſon=
Dein Ausdruck. Er wies beſonders auf die Pflege landsmann=
ſähetlichen
Geiſtes und Zuſammenhalts hin. Frl. Frieda Von=
Baſchmidt trug einen ſinnigen, von Herrn Schmitt verfaß=
tue
Prolog vor. Sehr hübſche und ausgezeichnete Geſangsdar=
Eieungen bot die Geſangsabteilung unter Leitung des Chordirek=
ttn
Hippauf. Echt bayeriſche Tänze in Nationaltracht der
O6ühplattlerabteilung, u. a. ein ganz neuer Sterntanz und
lerhahntanz, erfreuten die Zuſchauer beſonders. Nach wei=
tum
Geſangs= und Tanzdarbietungen beſchloß das gute Pro=
imm
ein hübſcher Bauernſchwank Der Jubilar, der unter der
Kge des Herrn Salzner über die Bretter ging. Regie=
hüng
und Darſteller gaben ihr Beſtes. Das in dem bayeriſchen
Eo Friedling ſpielende Stück wurde recht flott aufgeführt und
nrote viel Freude. Bei Tanz und geſelliger Unterhaltung blieb
ura noch einige frohe Stunden zuſammen.

Aus dem A.D.B.B. Der O.A. des A.D.B.B. ſchreibt uns:
Ortsausſchuß Darmſtadt des Allgemeinen
Wutſchen Beamtenbundes nahm in ſeiner Vertreter=
wenmmlung
am 9. Oktober Stellung zu den Notverordnungen
da=sVolksſtaates Heſſen und ſtellt einmütig feſt, daß Heſſen alles
vüiser übliche Maß an Eingriffen in das Beamtenrecht über=
ſoutet
. Der Gehaltsabbau überſchreitet weit deſſen, was der
Betenſchaft zugemutet werden kann. Es wird außerordentlich
bäduert, daß die erſt geſchaffenen Beſoldungsſchiedsgerichte der
ernlnen Provinzen wieder aufgehoben werden und ſo den Ge=
mneidebeamten
jede Möglichkeit genommen wird, eine Entſchei=
dan
über ihre Bezüge herbeizuführen. Der Allgemeine Deutſche
Bemtenbund. Ortsgrupe Darmſtadt, erhebt insbeſondere Ein=
ſpiuh
gegen die Aufhebung der Vorauszahlung des Gehalts und
enmrtet, daß die Heſſiſche Regierung bei der erſten ſich bieten=
mGelegenheit
die Vorauszahlung der Gehälter ſowohl bei den
Suts= wie bei den Gemeinden wieder einführt. Es muß die
rürrtung ausgeſprochen werden, daß endlich mit den Lohn=
u
)Gehaltskürzungen Schluß gemacht wird und andere Wege be=
chnten
werden zur Sanierung der öffentlichen Haushalte im
Sigt und den Gemeinden. Die Vertreterverſammlung ſpricht
waeiet ihr Bedauern darüber aus, daß beim Erlaß der Notver=
ondungen
den Beamtenorganiſationen nicht hinreichend Gelegen=
hſee
geboten wurde, die Intereſſen der Beamtenſchaft wahrzu=
nnhen
. Es wird beſonders darauf hingewieſen, daß dieſer Weg
vmn Lohn= und Gehaltskürzungen nicht geeignet iſt, die Wirt=
ſchia’skriſe
und die öffentlichen Finanzen zu beheben, denn die
Kärl erfährt eine bedeutende Verſchlechterung durch die Schwä=
chäu
der Kaufkraft. Die Verſammlung erwartet daher, daß von
deun Parteien in den Parlamenten alles getan wird, um die ein=
ſente
unſoziale Belaſtung der Beamtenſchaft zu mildern, und
doß ozialere Wege gefunden werden. Gleichzeitig erſuchen wir
däe Vertreter in den Parlamenten, ihr Augenmerk auf den 8 4
der eiſten Heſſiſchen Notverordnung vom 23. September 1931
Rngerungsblatt Nr. 17. zu richten, damit der geſamte Nebenver=
grou
dueſt eines Beamten verſchwindet und nur das Gehalt, das ſich
aufs einer hauptamtlichen Tätigkeit ergibt, als Entlohnung maß=
geoed
ſein kann.
Erſter Hausfrauen=Nachmittag, verbunden mit einer Prä=
muetVerteilung
von einer Flaſche Sekt (Schönberg Cabinett) auf
fuſer. jei e50. Karte gratis im Werte von 5 Mark, wird am Mittwoch,
Gu destl4. Oktober 1931, im Orpheum veranſtaltet Zur Auf=
füürng
gelangt das Volksſtück mit Muſik in 6 Bildern Mein
Ltſwpold und kommt ungekürzt zur Darbietung. Es iſt ein

leitspreis von 80 Pfg. auf allen Plätzen feſtgeſetzt, damit jede
auftau in der Lage iſt, dieſe Veranſtaltung zu beſuchen.
ſenger Verkauf für alle Plätze iſt im Kiosk am Paradeplatz
eirgrichtet und auch heute ſchon eröffnet.
Vochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 10. Oktober 1931.
ſemüſe (in Pfg.): Kohlrabi (Stück) 58. Gelbe Rüben
ndmie 1AAfnd) 68, Rote Rüben 610. Weiße Rüben 1012. Schwarz=
805wumln: 2530. Spinat 2025. Römiſchkohl 1015, Rotkraut
6). Weißkraut 58. Wirſing 610, Roſenkohl 2025, Stan=
ge
bhnen 4050, Erbſen 3040, Zwiebeln 810, Knoblauch 80.
Tcnten 2030, Feldſalat (Lattig) 80100, Endivienſalat
) 812. Kopfſalat 1015, Salatgurken 1550, Blumenkohl
20430. Rettich 510. Meerrettich 7080. 2. Kartoffeln;
foter 7 Fmikartoffeln (Pfund) 34 Pfg. 3 Obſt: Pfirſiche (Pfund)
255, Tafeläpfel 1015. Wirtſchaftsäpfel 58, Tafelbirnen 10
rmſtäg bis’9, Wirtſchaftsbirnen 610. Zwetſchen 2025. Quitten. 1015.
Tmben 2535. Nüſſe 2530, Zitronen 410, Bananen 3540
Pfſtz. 4. Eßwaren; Süßrahmbutter (Pfund) 170190 Land=
2ie G buntte 140150. Weichkäſe 3540, Handkäſe (Stück) 313. friſche
Einr1214 Pfg. 5 Wild und Geflügel: Gänſe (Pfund)
10/ Hühner 80100, Enten 100130, Tauben (Stück) 5070.
Lorſe Rugnlämmer (Pfund) 60140 Pfg. 6. Fleiſch=und Wurſt=
w gen: friſches Rindfleiſch (Pfund) 74100 Kalbfleiſch 100,
mnſt Schminefleiſch 90110, Dörrfleiſch 120, Wurſt 50140, Wurſtfett
60. usgelaſſenes Schmalz 80 Pfg.

Tageskalender, für Montag, den 12. Oktober 1931.

Hel Landestheater, Großes Haus: Keine Vorſtellung.
Kleines Haus: Keine Vorſtellung. Konzerte: Zur
Der, Schloßkeller, Sportplatz=Reſtaurant am Böllenfalltor,
hrrngartenkaffee. Kinovorſtellungen: Union=,
ylia= und Palaſt=Lichtſpiele.

Graß=ugtag in Darmstadt.

Ueber 10000 Zuſchauer!
Nach über dreijähriger= Pauſe wieder einmal eine großzügige
Flugſport=Veranſtaltung in Darmſtadt und ein großer und ſchöner
Erfolg! Weit über 10 000 Zuſchauer waren auf dem ſchönen Darm=
ſtädter
Flugplatz. Wenn auch das herrliche ſonnige Herbſtwetter,
geradezu ideal für die Flugveranſtaltung, den über Erwarten ſtar=
ken
Beſuch mit beeinflußt haben mag, iſt dieſer doch wohl in erſter
Linie dem großen Iätereſſe zu danken, das die Darmſtädter ſtets
dem Flugſport entgegengebracht haben, und dann der geſchickten
Art, wie die Veranſtalter den Flugtag aufzuziehen verſtanden.
Dem Polizei=Motor= und Segelflugſportklub
Darmſtadt, dem wir den ſchönen Flugtag zu verdanken haben, kam
es in erſter Linie wohl auf die Werbekraft der Veranſtaltung an.
Er hat das Unternehmen populär gehalten durch niedrige Ein=
trittspreiſe
und durch die Beteiligung der Zigarettenfabrik Borg,
die die Gelegenheit zu einer großzügigen Propaganda ausnützte.
Da hierdurch wohl ein Teil der immerhin großen Unkoſten gedeckt
wurde, mag durch den Maſſenbeſuch das Wagnis auch in materiel=
ler
Hinſicht belohnt worden ſein. Im Intereſſe des Sports und
ſeiner weiteren Entwicklung wäre das wenigſtens zu wünſchen.
Mitveranſtakter war die Sport=Fliegervereinigung
Mainz=Wiesbaden.
Sportlich war der Tag ganz groß. Im Mittelpunkt des In=
teieſſes
ſtand die in letzter Stunde noch ermöglichte Teilnahme der
Kunſtflugmeiſterin von Deutſchland, Fräulein Lieſel Bach,
die, wo immer ſie ſich ſehen ließ herzlich gefeiert wurde. In der
Tat was dieſe junge deutſche Fliegerin auf ihrer fabelhaften (ſie
ſelbſt nennt ſie ſo) Maſchine, Klemm L. 26 leiſtete, war einzig=
artig
. Sie ſcheint mit ihrer ſchnittigen kleinen weißroten Maſchine
tatſächlich verwachſen. Lieſel Bach bot alle bekannten ſchwierigen
Kunſtflüge mit einer Ruhe und Sicherheit, die Bewunderung er=
regte
. Looping über Looping, Rollen, Schaukeln, Männchen machen,
Sturzflüge, Trudeln, auf den Flügel ſtellen und wie die Fachaus=
drücke
alle heißen, die übrigens, was eine ſehr begrüßenswerte
Neuerung iſt, durch Lautſprecher den Tauſenden bekannt gegeben
und erklärt wurden (Herr H. Fiſcher und Herr Schlerf). Mit
ſchneidiger Eleganz wurden dieſe Touren geflogen, bei denen den
Zuſchauern oft der Atem ſtockte. In einem allerdings wurde Lie=

ſel Bach doch von ihrem männlichen Kunſtflug=Kollegen übertrof=
fen
: Bihlmaier=Mannheim flog ſeine Loopings ſchließlich mit
abgedroſſeltem Motor, d. h. mit ſtehendem Propeller!
Und bewundernswert war ſchließlich auch der Geſchwader=
kunſtflug
. Die beiden Piloten Bihlmaier und Chriſt
flogen ihn auf deutſchen Klemmflugzeugen derart, daß die beiden
Kunſtflieger entweder alle ihre Flüge gleichzeitig nebeneinander
ausführten ein prachtvoller Anblick! oder ſich in ihren Figu=
ren
ergänzten. Leiſtungen, die es tatſächlich berechtigt erſcheinen
laſſen, von Beherrſchen der Luft zu ſprechen. Außer den
genannten boten noch die Piloten Haſche, (die drei von der
Schule Schlerf=Mannheim) und Elflein, der kleinſte deutſche
Kunſtflieger, und Reinhard (beide Schule Mainz=Wiesbaden)
eine Reihe ſchöner und exakter Kunſtflüge.
Impoſant war die erſte Nummer des Programms, der Be=
grüßungsflug
ſämtlicher Teilnehmer Fünf Klemm=Daimler, die
Borg, eine Heinkel und eine G.M. G. (Müller=Griesheim) flogen
gleichzeitig im geſchloſſenen Geſchwader. Beſonders die faſt völlig
gleichen Klemm=Maſchinen flogen in guter Diſziplin und inter=
eſſanter
Formation. Viel Intereſſe, beſonders bei der Jugend,
bot das Ballon=Rammen und die Zielabwürfe. Bihlmaier
und Haſche zeigten hier ihre Kunſt und ihr Können, das wieder=
holt
ſpontan beklatſcht wurde. Dann folgten drei Stafetten:
Motorrad, Flugzeug, Läufer, Reiter, die geſtellt wurden von der
Hochſchule (Akaflieg und ASC.) von der Zigarettenfabrik Borg
und vom Polizei=Motor= und Segelſportklub. Sieger wurde die
Stafette der Hochſchule.
Vorführungen des Schleppſegelfluges durch die Her=
ren
Elflein im Motorflugzeug und Hauptmann Jans im
Segelflugzeug, endlich Maſſenfallſchirmabſprünge be=
ſchloſſen
das reichhaltige, abwechſlungsreiche Programm. Zu dieſen
Abſprüngen ſtarteten die Flugzeuge Borg, Argus= KlemmundHein=
kel
mit den Piloten Kelting, Elflein und Gans. Drei Fall=
ſchirmpilotinnen
, Frl. von Witte, Frl. Geyer und Frau
Langer, boten den Zuſchauern den Nervenkitzel des Sprungs
aus dem Flugzeuge in etwa 1000 Meter Höhe. Zwiſchen den Pro=
gramm
=Nummern wurden Rundflüge geflogen, die lebhafte
Beteiligung fanden, und neun Freiflüge wurden ausgeloſt.
Die glücklichen Gewinner hatten den Genuß. Darmſtadt und beſon=
ders
den Flugplatz im goldenen Sonnenſchein aus offenen Klemm=
Sportflugzeugen zu ſehen.
MI. St.

Aus dem Gerichksſagl.

Aw. Das Bezirksſchöffengericht verhandelte am Frei=
tag
gegen einen vielfach vorbeſtraften Schreiner aus Heidel=
berg
wegen ſchweren Diebſtahls im Rückfall. Der junge
Mann, der ein paar Wochen bei einem Bauern in Trebur ge=
arbeitet
hatte, war im Streit von dieſem fortgelaufen. Nach
einiger Zeit kehrte er jedoch heimlich zurück, erbrach eine Kaſſette
und den Sekretär und nahm insgeſamt 660 Mark mit. In Frank=
furt
machte er ſich dann ein paar gute Tage und verjubelte das
ganze Geld. Das Gericht kann ihm keine mildernden Umſtände
zubilligen und verurteilt ihn zu zwei Jahren Zuchthaus
unter Anrechnung der Unterſuchungshaft. Der Angeklagte nimmt
die Strafe nicht an.
Ebenfalls wegen Diebſtahls ſteht ein junger Hep=
penheimer
und ſein Vater wegen Hehlerei vor dem
grünen Tiſch. Auf einem Streifzug durch Auerbach, den der junge
Mann gemeinſam mit einem Bekannten unternahm, entdeckten ſie
in einem Privatgarten einen Ueberrock mit einer recht verlockenden
goldenen Uhrkette. Als der Angeklagte dran zog, kam eine wun=
dervolle
goldene Uhr zum Vorſchein, die er natürlich nicht liegen
laſſen konnte. Von dem ſilbernen Zigarettenetui, das mit ver=
ſchwand
, will er nichts wiſſen. Die Uhr legte er in eine Kaffeetaſſe
in den Küchenſchrank, wo ſie, da er kurz darauf inhaftiert wurde,
ein ſtilles und geheimes Daſein führte, bis der Vater ſie beim
Umzug entdeckte und ſpäter, als er in Not war, für 20 Mark
der Wert der Uhr iſt nahezu das zehnfache an einen Uhr=
macher
verkaufte. Das Gericht billigt beiden mildernde Umſtände
zu und verurteilt den Sohn unter Einbeziehung einer früheren
Gefängnisſtrafe von einem Jahr zu insgeſamt einem Jahr
und drei Monaten. Der Vater erhält drei Wochen
Gefängnis mit einer 5jährigen Bewährungsfriſt.
Im Rimhorner Wald wurde an einem heißen Juniſonntag
der neue Sportplatz eingeweiht. Im Wald war unter 100jährigen
Buchen ein Feſtplatz hergerichtet, auf dem gegeſſen, getrunken und
gefeiert wurde. Der Förſter, der einen Waldbrand fürchtete, ging
umher und bat, das Rauchen zu unterlaſſen. Allgemein leiſtete
man dieſer Bitte Folge bis auf einen jungen Höchſter, der
dem Förſter zum Trotz ſtändig weiterrauchte. Als der Förſter ihm
nach der dritten Warnung eine Anzeige zuſicherte, ſtürzte der An=
geklagte
auf ihn los und behandelte ihn ſo übel, daß der alte
Mann die Beſinnung verlierend zu Boden ſtürzte. Der Angeklagte
behauptet, er ſei halt ſo nervös veranlagt und könne nichts dafür,
daß er ſo vorgegangen ſei. Das Gericht verurteilte ihn wegen
Widerſtand in Tateinheit mit Körperverletzung
und wgen Beleidigung zu insgeſamt ſieben
Monaten Gefängnis.
Zum Schluß ſitzen neun junge Nationalſozialiſten
des Ober=Ramſtädter Sturmtrupps auf der Anklagebank wegen
Nötigung und Freiheitsberaubung. Der Sturmtrupp
kam von einem Propagandamarſch, als aus dem Walde Rufe wie:
Bluthunde uſw. erſchallten. Einige von ihnen ſtürmten in den

Wald und entdeckten dort zwei Leute, die ſie mit zum Sturm=
führer
nahmen, der ihnen Vorhaltungen machen wollte. Die An=
geklagten
beſtreiten jede Gewaltanwendung, die beiden ſeien frei=
willig
mitgegangen; die beiden als Zeugen behaupten, ſie ſeien
nur aus Furcht mitgegangen. Das Gericht ſpricht ſieben
Angeklagte frei. Zwei Angeklagte erhalten wegen
Nötigung und Freiheitsberaubung Geldſtrafen
von je 20 Mark, hilfsweiſe je vier Tage Gefängnis.

Bd. Zwingenberg a. d. B., 9. Okt. Amtsgerichts=
ſitzung
. Ein Bickenbacher älterer Landwirt hatte ſich heute vor
dem hieſigen Amtsgericht wegen Nötigung zu verantworten. Der=
ſelbe
war im Beſitze eines Räumungsurteils gegen ſeine Mieter,
einer Schweſter mit Schwager und Kind. Da letztere nicht zur
feſtgeſetzten Zeit wegen Nichtvorhandenſeins einer anderen Woh=
nung
räumen konnten, glaubte der Angeklagte, das Recht zu be=
ſitzen
, die Mieter mit Gewalt auszugartieren Er hängte in die=
ſem
Rechtsbewußtſein Türen und Fenſter aus und ſperrte den
abweſenden Mann durch Abſchließen des Hoftores aus. Er wurde
heute in der Verhandlung darüber belehrt, daß er zur zwangs=
weiſen
Räumung einen Gerichtsvollzieher zuziehen hätte müſſen
und wurde wegen Nötigung zu einer Geldſtrafe von 40 Mk., hilfs=
weiſe
8 Tagen Gefängnis, und in die Koſten des Verfahrens ver=
urteilt
. Ein des Betrugs angeklagter junger Mann aus Als=
bach
wurde, da ein Beweis für ſeine Schuld nicht voll erbracht
werden konnte, nach Antrag des Amtsanwaltes freigeſprochen.
Zwei Fehlheimer Einwohner erhoben gegen einen Strafbefehl
über je eine Mark wegen Uebertretung des Feldſtrafgeſetzes Ein=
ſpruch
. Sie begingen zwecks Abkürzung eines Weges auf den
Sportplatz eine Grenzfurche, deren Betreten erſt kurz vorher ver=
boten
und durch die Ortsſchelle dieſes Verbot bekanntgegeben war.
Beide Angeklagten machten geltend, die Grenzfurche werde ſchon
immer von allen Einwohnern begangen, ohne bis jetzt verboten
geweſen zu ſein. Der neue Beſitzer des angrenzenden Grundſtücks
will hier ein entſcheidendes Urteil, damit ein= für allemal ein
Präzedenzfall geſchaffen iſt. Urteil: je 1 Mk. Geldſtrafe und die
Koſten des Verfahrens Ein Seeheimer Erwerbsloſer hatte ſich
im Mai ds. Is. eine Kiefer im Wald unter Mithilfe eines Kol=
legen
mit der Säge umgemacht und nach Hauſe getan. Gegen den
Strafbefehl über 9 Mk. verfolgte er Berufung. Nach eingehender
Beweisaufnahme bleibt es bei der im Strafbefehl angeſetzten
Strafe. Ein Ludwigshafener Techniker verurſachte am 12. April
ds. Js. in Auerbach auf der Darmſtädter Straße (Bergſtraße) da=
durch
einen Unfall, daß er einen Frankfurter Kaufmann mit dem
Auto nicht vorſchriftsmäßig links, ſondern rechts zu überholen
ſuchte. Gegen einen Strafbefehl in Höhe von 50 Mk. erhob er
Einſpruch. Die Beweisaufnahme ergab nicht die Alleinſchuld des
Fahrers, ſondern das Gericht nahm an, daß auch dem verletzten
Radfahrer eine gewiſſe Schuld zuzuſchreiben iſt und ermäßigte die
Strafe auf 40 Mk. hilfsweiſe 8 Tage Gefängnis. Die Koſten fallen
dem Angeklagten zur Laſt.

laß ihre Blöoheit nicht zu dem derben, tatkräftigen Sowjet=
gergſen
H. Gallinger paßt, liegt auf der Hand. Sie findet
Bihw/Ergänzung in dem zarten, ſchwärmeriſchen Genoſſen
WC. 4 Peters, der ſeinerſeits dafür die friſche, geſunde Ge=
ch
ſünoeſt Tonja aufgibt. Als Tonja, der intereſſanteſten und am
ſchunen ausgearbeiteten Geſtalt des Stückes, konnte Eliſabeth
(PLügti mehr denn als Julia aus ſich herausgehen und
durch manche klugen Züge feſſeln, was feſtzuſtellen, eine
Fraue iſt.
kleiben noch drei heitere Typen, die voll Leben und Laune
ſtaren Werner Hinz als der amüfante Vertreter von Dicht=
kumſ
und Körperkultur zugleich, Joſef Sieber als köſtlicher
OEmnn des Bezirks, und die kleine Rotraut Nichter, die in
ihre;drolligen Mimik dem Spiel wie ein Schatten folgte.
ler Charakter des ruſſiſchen Weſens in ſeiner Primitivität
iſt hn Katajew ausgezeichnet getroffen und wurde von
N. échiller und Elli Büttner mit volksliedhafter Unter=
maglng
ſtilſicher widergeſpiegelt.
dertag des Doppel=Quarkekts Rheingold
im Malhildenhößfagl.
Sonntag, den 11. Oktober 1931.
u Ehren ſeines Chormeiſters, Herrn Wilhelm Herbert,
veriſtaltete das Doppelquartett Rheingold und eine Anzahl
beffundeter Vereine einen Liedertag, der zahlreiche vorzügliche
Lhnuiſtungen bot. Als ich vor vielen Jahren Herrn Herbert zu=
erſtn
Höchſt im Odenwald, als Leiter verſchiedener Landchöre

kenuig lernte, da ſtaunte ich über die hohe Geſangskultur und die
porhüliche Chordiſziplin, die er dort unter teilweiſe recht ſchwie=
tigrn
Verhältniſſen erreicht hatte. Unterdeſſen iſt er in Darm=
ſtadt
inſäſſig geworden und gilt mit größtem Recht als ausge=
öeioönter
Fachmann auf dem Gebiet des Männerchorgeſangs. Er
ſtrau hit zwei Vereinen auf, leitete den Liedertag mit dem Rhein=
goll
) ein, das nach dem Deutſchen Sängerſpruch Mozarts Weihe
dess ſeſangs tonrein und ausdrucksvoll vortrug. Später leitete
er 9 Einigkeit‟ Darmſtadt, deren gute Schulung ſich ſowohl
in dn ſchwierigen Chor Jugend von Thuille, einem feinpoeti=
ſchernlied
, als auch in dem Minnelied des alten Minneſängers
Adein de la Häle (1240) beſtens bewährte.
E zweiter Stelle ſang Harmonie Nieder=Ramſtadt unter
Kmper das famoſe, humorvolle Stück von R. Heuberger;

Der Nachtwandler, und den farbenreichen Jungſchmied des
Schweizers Volkmar Andreä, eine vorbildliche, nämlich wert=
volle
und doch volkstümliche Chorwahl in feiner Ausführung.
Eintracht‟ Darmſtadt, unter Herrn Späth, ſang erſt Jſaaks
Innsbruck, ich muß dich laſſen, bei dem der Baß ungewöhnlich
ſtark dominierte, und bei ſtarkem Pathos manche kleine Trübung
der Tonreinheit unterlief, dann Liebchen im Grab von Wild,
bei dem die ſehr dunkle Färbung des Chorklangs mit Ausnahme
des 1. Tenors faſt noch mehr auffiel. Bei Frohſinn Worfelden
erfreute die ſchöne Stimmbildung im Piano, die ganz beſonders
den großen zarten Strecken des Morgenlieds von Jul. Rietz zugute
kam. Die Klippen der dritten Strophe bei Morgenlicht und die
für einen kleinen Verein recht ſchwierige Teilung in einen Dop=
pelchor
wurden anerkennenswert glücklich umſchifft. Das Volks=
lied
Steh’ ich in ſinſtrer Mitternacht wurde ſehr ſchön wieder=
gegeben
, die Freiheit des Vortrags war bis auf einige zu ſtarke
Trennungseinſchnitte ſehr gut, in ihr ſteckte viel perſönliche Arbeit
des Dirigenten Bonſarius. Herr Kammermuſiker Sturm=
fels
brachte dann mit ſeinem Klub Fröhlichkeit‟ Darmſtadt das
Gegenſtück zum Morgenlied, die Maienzeit von Rietz. Die
ſehr gute Einſtudierung wurde etwas durch die weniger ſchöne
Tonbildung beeinträchtigt, die auch den lieben, guten Darmſtädter
Dialekt nicht völlig ausſchaltete. Sonnets etwas derbe Volkslied=
bearbeitung
Mit dem Pfeil und Bogen wurde techniſch recht gut,
ſtimmlich und ſprachlich mit den erwähnten Anſtänden wieder=
gegeben
. Weit ſtärker als alle bisherigen Vereine trat Lieder=
kranz
, Wixhauſen auf; gutes Stimmenmaterial, echte Singefreu=
digkeit
machte ſeine Leiſtungen ſehr ſympathiſch, wenn auch die
zum Teil moderne Harmonik der Rheinſage von Lehmann nicht
überall ganz tadellos gelang. Trotzdem gehörte die Leiſtung, die
unter Herrn Merker zuſtande kam, zu den beſten des Lieder=
tags
. Ein ſehr hübſch vorgetragenes Ländlerlied Was i hab
wirkte friſch und gefühlvoll. ein Kabinettſtückchen volkstümlichen
Vortrags. Zuletzt ſang die Feſtgemeinſchaft der Darmſtädter Jubi=
läumsvereine
Arion, Männergeſangverein, Harmonie und Lyra,
die vor kurzem ihr Konzert gegeben haben, zwei Chöre der da=
maligen
Vortragsfolge. Die Tragiſche Geſchichte von Graener,
die A. Simmermacher ir. dirigierte, war im Vortrag leben=
diger
als neulich, aber die Genauigkeit der Unterſtimmen war ge=
ringer
als im Konzert. Unter Herrn Huckelmann ſang der
ſtattliche Chor dann den prachtvollen dreiſtimmigen Satz von
Hinrichs Es blies ein Jäger wohl in ſein Horn mit der Horn=
begleitung
, der vielleicht noch um eine Kleinigkeit raſcher ge=
F.N.
ſungen werden könnte.

Pholographiſche Bildniskunft in Darmſtadk.
(Zu der Ausſtellung Grete Schüler in der Bücherſtube
Bedenheimer.)
Die Bildniſſe, die die Photographin Grete Schüler
bei Bodenheimer zeigt, überzeugen auf den erſten Blick vom
Ernſt des Strebens, von der Gediegenheit des Könnens und
einer durchſchlagenden Kraft der künſtleriſchen Führung. Man
muß ſogar weitergehen. Man muß der Wahrheit gemäß feſtſtellen,
daß hier ganz ſeltene Qualitäten vorliegen, angefangen von der
pſychologiſchen Auseinanderſetzung mit dem Modell bis zur bild=
künſtleriſchen
Faſſung des Ganzen, die ein vollendetes techniſches
Können ungemein taktvoll in Dienſt ſtellt. Was dabei heraus=
kommt
, ſind wirkliche Menſchenſchilderungen; nicht erhaſchte
Blicke auf ein Geſicht, ſondern verweilendes Schauen, das einen
dichteriſchen Durſt nach der Fülle des dargeſtellten Menſchen=
weſens
hat. Dieſe Bildniſſe ſind klangvoll. Sie haben Reſonanz.
Sie gehen keinen Finger breit von der Wahrheit fort, aber ſie be=
wegen
dieſe Wahrheit in einem weiblichen und doch ſtarken Her=
zen
. Das Verfahren iſt überall leiſe, zurückhaltend, aber es iſt
auch immer ſammelnd, verbindend. Es erhebt ſich oft zu einer
Höhe der Geſamtform, die den vollen Wert künſtleriſcher
Menſchendeutung beſitzt und dabei doch nicht das mindeſte zu tun
hat mit der fragwürdigen Art, in der ſich ſonſt manchmal die
Photographie an die bildende Kunſt anzubiedern verſucht. Dieſe
Bildniſſe erzählen von den Menſchen; ſie ſchwärmen nicht von
ihnen, ſie pointieren ſie nicht, noch klatſchen ſie über ſie. Sie neh=
men
die Menſchen ſtill, mit einer Art Ehrfurcht entgegen und laſſen
ihr Weſen in ſeinem geſchöpflichen Selbſtgenügen erklingen‟. Es
iſt eine vornehme, aber nicht vornehmtuende, eine ſachte und ſach=
liche
, eine geduldig geſtaltende Art der Arbeit, in der alles zu=
gegen
iſt, was es an guten Tendenzen heute gibt: vollkommenes
Zurücktreten vor Technik und Tatbeſtand, und doch entſchiedene
geiſtige Mächtigkeit über dieſelben.
Männer, Frauen und Kinder gelingen Grete Schüler gleich
gut. Das Feſte und Willensvolle, das Zarte und Verſchwiegene,
das Heitere und Vordergründige geht gleich klar durch den Apparat
und die ausformende Hand, und das Beſte iſt immer die Achtſam=
keit
und Stille, mit der die Künſtlerin jedes Sein behorcht.
Namentlich bringt ſie auch im Gruppenbild bemerkenswerte Löſun=
gen
. Zur Eröffnung der Ausſtellung am Sonntag ſprach Grete
Schüler ſelbſt. Es waren eindringliche Ausführungen, die leben=
diges
Zeugnis dafür ablegten, wie weitgehend die Künſtlerin ihr
Wilhelm Michel.
Tun geiſtig durcharbeitet hat.

[ ][  ][ ]

Seite 2

Montag, den 12. Oktober 1931

Nummer 283

Feierliche Gesellenbriel=Üeberreichung.

Ein herrlicher Sonnenherbſttag verkündet 300 hoffnungs=
frohen
Junggeſellinnen und Junggeſellen eine beſſere Zukunft
denn nach Gewitter und Regen muß es einmal ſchön und ſonnig
werden. 300 junge Leute treten ins Leben, ſie haben, die erſte
Stufe zum deutſchen Handwerksmeiſter erreicht ſie lieben ihren Be=
ruf
und ihr Vaterland und ſie haben den Willen, das Handwerk
und mit ihm das deutſche Volk beſſeren Tagen entgegenzuführen.
Dieſer entſchloſſene Wille prägte ſich neben der Freude über ihren
Ehrentag auf den Geſichtern der Junggeſellinnen und Inggeſellen
aus, denen geſtern im feſtlich geſchmückten und mit den Emblemen
des Handwerks gezierten Städt. Saalbau die Geſellenbriefe über=
reicht
wurden. Der Nachwuchs des deutſchen Handwerks wird
ungeachtet der tobenden und brandenden Parteizwiſtigkeiten, die
man überall hineinzutragen verſucht, ſeinen Weg gehen und wird
ſtolz in dem Bewußtſein, einem altehrbaren Stand anzugehören,
nicht verzagen und eine beſſere Zukunft erreichen. Des ſind wir
gewiß, nachdem wir anläßlich perſönlicher Gratulationen die
Aeußerungen verſchiedener Junggeſellinnen und Junggeſellen ge=
hört
haben.
Ein künſtleriſches Feſtprogramm war vom Ortsgewerbeverein
und der Handwerkervereinigung Darmſtadt zuſammengeſtellt. Un=
ſer
vorzügliches Stadtorcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters
Schlupp hatte den muſikaliſchen Teil übernommen und leitete
die Feſtfolge mit der Ouvertüre zu Oper Egmont von Beethoven
ein. Frau Auguſte Kraus hatte den Junggeſellinnen und Jung=
geſellen
einen Vorſpruch gewidmet, den Herr Eduard Göbel ſehr
eindrucksvoll vortrug. Tiefe Gedanken lagen in dieſem ernſten
Vorſpruch, den wir folgen laſſen:

Glückwunſch dir Jugend!
Jugend vom Handwerk und Induſtrie,
alle, die ihr hier vereint,
Jugend vom Handwerk und Induſtrie,
heute ſeid Ihr gemeint.
Ihr tut nun den Schritt in die Welt,
Traurige Zeiten, Herbſt in Wald und Feld,
Winter und Kälte ſteht vor der Tür,
Frühling wird’s wieder, Frühling auch hier.
Darum nicht verzagen!

Jugend ihr ſeid es wir rufen euch zu.
Ihr habt noch Kraft, bewahret die Ruh’,
Macht nicht Lärm, nicht Zank und Streit,
Jugend, ſo kommt in der Welt ihr nicht weit
Zeigt, daß mit Anſtand und Sitte erzogen.
Ihr habt dann Halt, wenn kommen die Wogen
Mit Sturm heran an die Bucht eures Seins,
Jugend, denkt dran, wir ſind alle eins.
Menſchheit, geboren zum Aufbau der Welt,
Leider iſt oft nur zu ſchnell was zerſchellt,
Keiner ſoll im Zorn was vernichten,
Und darum tun wir die Bitte heut richten:
Ihr, die ihr die Träger der Zukunft ſeid,

Haltet zuſammen, ſehet recht weit,
Denkt, daß die Mißgunſt von andern gar groß,
Ihr habt das ſchlummernde Geſchick noch im Schoß,
Weckt es mit Liebe und Zuverſicht.
Seht nach all den Hadernden nicht.
Blickt voll Vertrauen in finſtere Zeiten,
Wir Menſchen können ſelbſt die Geſchicke oft leiten,
Nur Kraft und Vertrauen und edlen Mut,
Jugend, das macht das Schlimmſte oft gut,
Jeder iſt ſeines Glückes Schmied.
Denkt, wenn ihr nun in die Welt hinaus zieht,
Daß ihr mit Anſtand und Freude und Luſt,

Schaffensfroh erhebet die Bruſt.
Auf dunkle Nacht folgt heller Tag.

Und dann komme, was kommen mag!

Es folgte der Vortrag der Ouvertüre zur Oper Rienzi durch
das Stadtorcheſter und der Romanze in (=Dur durch O. Kleinberg
und Nelly Birrenbach, Lehrerin an der Städt. Akademie für Ton=
kunſt
auf einer Stradivari=Kopie von 1713 aus der Werkſtätte
des Geigenbauers und Kunſtſchreinermeiſters Gajewſki. Maler=
meiſter
Kraus der Vorſitzende des Geſellenprüfungsausſchuſſes,
hielt eine eindringliche Anſprache, in der er an den Vorſpruch an=
knüpfte
, an die ſchwere Notzeit einnerte und zum treuen Aushal=
ten
an Beruf und an Organiſation ermahnte. Im Anſchluß an
ſeine Rede wurde die 3. Strophe des Liedes der Deutſchen ſtehend
geſungen.
Warme Glückwunſchanſprachen hielten die Herren Direktor
Schüttler von der Handwerkskammer, Baurat Müller als
Vertreter des Oberbürgermeiſters. Schulrat Bach für das Kultus=
miniſterium
und Stadtſchulamt, Fabrikant Dr. Schenck für die
Induſtrie= und Handelskammer, der gleichzeitig an 5 Junggeſellin=
nen
aus der Induſtrie Prämien für beſonders gute Leiſtungen
überreichte. Alle Herren mahnten die Jugend, nicht zu verzagen
und weiterzuarbeiten im Intereſſe des Handwerks und zum Beſten
des deutſchen Volkes. Weitere Prämien wurden für beſonders
gute Leiſtungen von den Vertretern bzw. Obermeiſtern der Speng=
ler
und Inſtallateure, der Schmiedeinnung und der Bäcker über=
reicht
. Nach einem flotten Schlußmarſch folgte unter den Klängen
verſchiedener Muſikſtücke die feierliche Ueberreichung
der Geſellenbriefe an 3 Autoſattler Sattler, 6 Bäcker,
1 Bierbrauer, 4 Buchbinder, 1 Dachdecker, 30 Damenſchneiderinnen,
28 Elektro=Inſtallateure. 1 Elektro=Mechaniker 2 Feinmechaniker,
16 Friſeure und Friſeuſen, 3 Glaſer, 3 Glasſchleifer, 7 Heizungs=
inſtallateure
, 1 Keramiker, 2 Kupferſchmiede, 2 Maurer, 4 Metzger,
1 Modellſchreiner 1 Ofenſetzer, 3 Putzmacherinnen, 5 Schmiede.
7 Schneider, 18 Schreiner (Handwerk 4 Schreiner (Induſtrie) 6
Schuhmacher, 23 Spengler und Inſtallateure, 2 Spengler, 4 In=
ſtallateure
, 20 Tapezierer und Polſterer, 3 Wagner, 5 Weißbinder
und Maler, 3 Weißnäherinnen, 1 Zimmerer, 1 Seifenſieder.

Möge dem jungen Handwerksnachwuchs
ſchönere Zukunft beſchieden ſein!

eine beſſere und

Beleuchtung von Einfahrten, Höfen, Treppen, Fluren uſw.
Das Polizeiamt weiſt erneut auf die den Eigentümern von Grund=
ſtücken
obliegende Verpflichtung hin, die Toreinfahrten. Höfe,
Hausflure, Gänge und Treppen, ſofern und ſolange ſie jedermann
zugänglich ſind, während der Dunkelheit ſo ausreichend zu beleuch=
ten
, daß für die daſelbſt verkehrenden Perſonen keine Gefahr be=
ſteht
. Dieſe Verpflichtung liegt namentlich auch den Inhabern
von Fabriken, gewerblichen Anſtalten und Arbeitsſtätten, von Ver=
gnügungs
=, Verſammlungs= und Schankſtätten (den letzten insbe=
ſondere
auch hinſichtlich der Bedürfnisanſtalten) ob. Pflichtwid=
rige
Unterlaſſung der Beleuchtung begründet, falls hierdurch
jemand zu Schaden kommt die Entſchädigungspflicht, ſowie die
ſtrafrechtliche Verantworlichkeit. Die Verpflichtung kann durch
Vertrag auf Hausverwalter. Mieter uſw übertragen werden.
Dies ſetzt jedoch die übereinſtimmende Willenserklärung beider
Parteien, des Vermieters und des Mieters, voraus. Eine ein=
ſeitige
Erklärung des Vermieters (als ſolche iſt auch der ohne vor=
herige
Verſtändigung mit dem Mieter erfolgte Aushang einer
Hausordnung zu zählen) kann die obengenannte Verpflichtung
für die Mieter nicht begründen.

Ans den Parkeien.

Um die Straußwirtſchaften.

Der Abg. Eberle (Radikaldemokrat) hat folgende Große
Anfrage an die Regierung gerichtet:
Iſt der Regierung bekannt, daß die Straußwirtſchaften großer
Weingutsbeſitzer in Rheinheſſen einen derartigen Umfang ange=
nommen
haben, daß die kleineren Winzer ihre Straußwirtſchaften
ſchließen müſſen, und daß die Gaſtwirte und Weinhändler (letztere
durch Freiwegverkauf von Flaſchenweinen in Kiſten) den größten
Schaden erleiden? Iſt ſich die Regierung bewußt, daß durch dieſe
Ausdehnurg der Straußwirtſchaften die Exiſtenz der Gaſtwirte
und damit der Eingang der Gewerbeſteuer gefährdet iſt? Weiß
die Regierung, daß Weingutsbeſitzer, die Penſionen vom Reich
oder Ländern beziehen. Straußwirtſchaften eröffnet haben? Iſt
der Regierung bekannt, daß in Bingen Privatperſonen an Zügen
und Dampfern anſtehen und die Reiſenden zu ſich einladen, wo=
durch
den ſteuerpflichtigen Hotelbeſitzern und Gaſtwirten unlau=
tere
Konkurrenz gemacht wird? Weiß die Regierung, daß unter
dieſen Privatvermietern auch Beamte des Landes und der Städte
ſind? Will die Heſſiſche Regierung nicht dieſelben Maßnahmen
ergreifen, wie zum Beiſpiel die preußiſche Regierung in Rüdes=
heim
am Rhein?

Wie lange ſtellenlos wie alt ſind Sie? Dieſe Fragen
könnten ermutigend wirken, ſo ſchreibt man uns, wenn ſie, von
Arbeitgebern an Stellenloſe gerichtet, zu den ſozialen Geſichts=
punkten
zählen würden, nach denen die Einſtellung geſchähe. Vor=
läufig
iſt das leider noch nicht der Fall. Deshalb iſt die Dauer
der Stellenloſigkeit bei kaufmänniſchen weiblichen Angeſtellten
noch ein beſonders wunder Punkt. Nach einer Rundfrage des Ver=
bandes
der weiblichen Handels= und Büroangeſtellten, die 11 384
Stellenloſe erfaßte, war die Dauer der Stellenloſigkeit: für 7045
Stellenloſe ein halbes Jahr, für 3005 ein Jahr, fur 923 eineinhalb
Jahre, für 281 zwei Jahre, für 106 zweieinhalb Jahre, für 123
drei Jahre. Dem Alter nach zählten 34½ Prozent bis 21 Jahre,
4 Prozent von 2230 Jahre, 17 Prozent von 3140 Jahre, 6½
Prozent von 4150 Jahre und 2 Prozent über 50 Jahre.

* Arheilgen, 10. Okt. Hohes Alter. Johannes, Barne=
wald
, Darmſtädter Straße 53, vollendet am 15. Oktober ſein 80.
Lebensjahr; am gleichen Tage wird ſeine Frau Marie, geb. Traſer,
77 Jahre alt. Am 3. Januar 1873 wurde Barnewald als Dreher
in die Wagenwerkſtätte der Heſſiſchen Ludwigsbahn angenommen,
woſelbſt er bis zur Ruheſtandsverſetzung im Jahre 1919 tätig war.
Beide Geburtstagskinder ſind noch ſehr rüſtig.
o. Erzhauſen, 8. Okt. Ein außerordentlich dreiſter Einbruch
wurde vorgeſtern um die Abendzeit in einem Haus der Hauptſtraße ver=
übt
. Der Täter benutzte die vorübergehende Abweſenheit des Hausbe=
ſitzers
und ſeiner Frau, um mehrere Taſchenuhren, einen kleinen, abſeits
aufbewahrten Geldbetrag, Eier und ſonſtiges zu rauben. Es iſt wohl
anzunehmen, daß der Einbrecher mit den häuslichen Verhältniſſen und
Oertlichkeiten genau vertraut war. Hoffentlich gelingt es den angeſtell=
ten
polizeilichen Ermittelungen recht bald, eine gerichtliche Sühne für
den frechen Diebſtahl herbeizuführen.
Bad Wimpfen, 10. Okt. Großes Schadenfeuer. Am
9. Oktober, abends gegen 11 Uhr, iſt in einer Scheune des heſſ.
Finkenhofs Feuer ausgebrochen und hat 2 Scheunen mit anhängen=
dem
Wohnhaus, 2 Schuppen, Wirtſchaftsinventarſtücke wie Dreſch=
maſchine
uſw., und die aufgeſpeicherten Erntevorräte vollſtändig
zerſtört. Nur dem umſichtigen und ſchnellen Eingreifen der Feuer=
wehr
Hochhauſen, die kurz vor dem Ausbruch des Brandes an dem
Brandort eingetroffen war, ſowie der Feuerwehr Kälbers=
hauſen
, und Neckarelz iſt es zu verdanken, daß die weiteren an=
hängenden
Gebäude, Stall und eine weitere Scheune, nicht auch
noch ein Opfer der Flammen wurden. Der Hof gehört dem Grafen
von Helmſtadt zu Hochhauſen. Pächter iſt Friedrich Kaufmann,
dem ein Materialſchaden von ca. 30 000 Mark entſtanden iſt, der
jedoch durch Verſicherung gedeckt iſt. Gebäudeſchaden iſt bis jetzt
noch nicht feſtgeſtellt. Man vermutet Brandſtiftung.

Tagung der Hefſiſchen Bereinigung
Iur Krappeifgrforge.

Gießen, 11. Oktober.
Im Rahmen der Veranſtaltungen der Heſſiſchen Krüppelfür
ſorge in Gießen folgte der Einweihungsfeier der Orthopädiſche
Univerſitätsklinik eine Mitgliederverſammlung des Heſſiſchen Für
ſorgevereins für Krüppel, die ſich mit den üblichen Regularien ho=
faßte
. Am Sonntag vormittag fand dann eine Verſammlum=
der
Deutſchen Vereinigung für Krüppelfürſorge ſtatt. Nach Em
gegennahme des Geſchäftsberichts für das abgelaufene Jahr befaßr
ſich die Verſammlung mit der Ausarbeitung eines Notprogramm
für die Krüppelfürſorge. Darin wird vor einem planloſen Abbo
gewarnt. Falſche Sparmaßnahmen führten nur zu einer erneute
Ausbreitung des Krüppelelends und ſpäter zu einer vermehrte
Belaſtung der öffentlichen Fürſorge. Anſchließend ſprach Gehein=
rat
Prof. Dr. Lange (München) über das Thema: Aus du
erſten Zeit der ärztlichen Krüppelfürſorge‟. Der Redner betom.
auch die Notwendigkeit der Mitarbeit privater Organiſationen um
die Einbeziehung der Orthopädie in die Prüfungsordnung, un
durch die Heranbildung der Aerzte auch in der Notzeit der Aufgal.
der Vereinigung: Verhütung des Krüppelelends zum Erfolg
verhelfen.
In einem ausführlichen Referat behandelte dann Oberinſpe=
tor
Lang (Darmſtadt) die Entwicklung der heſſiſchen Krüpps
fürſorge. Heute ſtünden ſechs Beratungsſtellen in den größte
Städten Heſſens den Körperbehinderten zur Verfügung. Dum
Berufsvorbereitung ſoll eine Berufsausbildung erfolgen. Die Ve=
einigung
erhebt den Wunſch, daß je ein Körperbehinderter an der
Kreisamt, dem Amtsgericht und bei der Stadtverwaltung beſchä
tigt werden möge. Zum Schluß gedachte der Redner noch der e=
ſprießlichen
Zuſammenarbeit mit der Inneren Miſſion, die zu d.
Vereinbarung führte, daß der Schwerpunkt der kliniſchen Arbe=
nach
Gießen, der der Berufsausbildung nach Nieder=Ramſtadt mi
legt wird.

Cp. Reichelsheim i. O., 11. Okt. Ausfall des Schw
marktes. Der für Mittwoch den 14. Oktober, angeſetzte
Schweinemarkt fällt wegen beſtehender Seuchengefahr nad
teilung des Kreisamts Erbach aus.

Von der Bergſtraße 10. Okt. Die Theatergemein
Weinheim in Gefahr. Schwerer Konflikt nii
dem Stadttheater Heidelberg. Kaum hatte die Thn
tergemeinde Weinheim, die auch mit dem Landestheater Darm
ſtadt in guten Beziehungen ſteht, die diesjährige Spielſaiſon mr)wrioh ei
Klabunds Kreidekreis ſeitens des Frankfurter Künſtlertheate=Imäuer
für Rhein und Main. Deutſchlands größter Wanderbühne, erfol
reich eröffnet ſowie eine Anzahl Schauſpielvorſtellungen mit )
genannten Bühne abgeſchloſſen, ſo ließ Intendant Erwin Hahn
Heidelberg durch einen Mittelsmann an die Theatergemein.
Weinheim das Angebot überbringen, in der Weinheimer Feſthan)ſ buger
fünf Vorſtellungen von Operetten durch das Heidelberger Stat// A59
theater geben zu laſſen. Die Theatergemeinde Weinheim ſoldlnd vor
dieſe Vorſtellungen mit einer Garantie von je 1000 RM., a.
zuſammen mit 5000 RM. Garantie in ihren Spielplan übs=
nehmen
. Da die Theatergemeinde Weinheim, die bloß noch A
zahlende Mitglieder beſitzt, wegen der wirtſchaftlichen Verhä=
niſſe
und wegen der Bindungen mit der Frankfurter Bühne de/ 405 Er
Angebot nicht ohne weiteres zuſtimmen konnte, ſo entſandte
tendant Hahn, ohne ſich weiter auf Verhandlungen einzulaſſe= wult de
ſeine Werber nach Weinheim die den Auftrag haben, einſeder
Theatergemeinde Heidelberg in Weinheim in
Leben zu rufen, um ſeine hieſigen, freien Gaſtvorſtellung
dadurch zu finanzieren. Da in einer Kleinſtadt zwei Theat
ver
gemeinden nicht nebeneinander beſtehen können, ſo iſt indirelt
Streben der Heidelberger Intendanz auf die Vernichtung 2119:
Theatergemeinde Weinheim gerichtet, die in den ſechs Jahren iha
Beſtehens ſich um das Kultur= und Kunſtleben der Bergſtren
unzweifelhafte Verdienſte erworben. Auch in den heſſiſchtch ihren
Grenzorten, wie Birkenau beſitzt die Theatergemeinde en
ſtattliche Anzahl Mitglieder. Der Vorſtand der Theatergemeir,
Weinheim hat den künſtleriſchen Beirat einberufen, um zu d7
rigoroſen Vorgehen der Heidelberger Intendanz Stellung
nehmen.
L. Dreieichenhain, 9. Okt Kommunale Angelege
heiten. Die Anlieger der Waldſtraße haben den Koſtenbeitr=
von
je 50 RM. für die Herſtellung des Kanals abgelehnt,
Gemeinderat nimmt hiervon Kenntnis, beſchließt jedoch, die 2
lieger nochmals aufzufordern, ſich innerhalb von 8 Tagen zu
klären, ob ſie den vorgeſchlagenen Beitrag leiſten wollen oder nie
Bei einer erneuten Ablehnung ſieht ſich die Gemeinde veranla
den Waſſerverbrauch durch die Waſſerſtrahlpumpen wegen des
hohen Waſſerverbrauchs zu verbieten. Die Koſten belaufen ſich=

4000 RM. Demgegenüber ſteht eine Einnahme von den Anliegs
in Höhe von zirka 1600 RM. Da es ſich um einen Privatkar,

handelt, iſt das Entgegenkommen der Gemeinde ſehr groß. W
einer erneuten Ablehnung muß jedoch von einer Ausführung u
geſehen werden. Betreffs Antrag des Schutzmanns Engel 7.
Ueberlaſſung der Bekanntmachungsgebühren, beſchließt der
meinderat, dieſe demſelben als Entſchädigung für Kleidergeld i
Benutzung ſeines Fahrrades zu überlaſſen. Der Beiwächter v.
ab 1. November entlaſſen. Ueber die Lieferung von Koks für 7
Schulen ſollen neue Offerten eingeholt werden. Einem Geſuch
Ueberlaſſung eines Familiengrabes wird zu den üblichen A
dingungen entſprochen. Dem Dreſchmaſchinenbeſitzer Otto Haub=
reißer
wird das Unterſtellen ſeines Dreſchwagens ſowie Lokomol
in die Dreſchhalle bis zur nächſten Dreſchperiode unentgeltlich
ſtattet. Bei Beginn der Dreſchperiode muß jedoch die Halle
räumt ſein. In den nächſten Tagen findet noch ein Wieſenrun
gang ſtatt.

O

UAMEd

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, ſeinen
treuen Diener, unſeren guten Vater (14697

Herrn
Bernhard Gottron

Dracteibenbe

Kommen Sie: Ich lege
Ihnen meine Ban=
dage
an, damit Sie an
ſich feſtſtellen, daß meine
vonunten wirkende durch

geb. am 29. November 1852, heute um 15 Uhr
nach längerer Krankheit, verſehen mit den hl.
Tröſtungen der Kirche, zu ſich zu rufen.
Darmſtadt, Mainz, den 11. Oktober 1931.
Im Namen der Familie:
Dr. Adam Gottron, Studienrat
Frau B. Marfilius, geb. Gottron
Dr. Carl Gottron, Zahnarzt.

2 dticheR.=Pat. geſchützte
Reform=Kugelgelenk=Bandage

Ihre Brüche auch ſchwere ſicher zu=
rückhält
! Bücken, Strecken, Huſten, Heben
uſw. muß Sie überzeugen, daß die Lie=
ferung
von über 11000 Stück in kurzer
Beit begründet iſt. Dabei ohne Feder,
Gummt und Schenkelriemen. Aerztlich be=
gutachtet
und empfohlen. Täglich Dank
ſchreiben. Bruchleidende, Blinddarm=
operierte
und Intereſſenten (beſonders

u.Herrengürtel
Korpulente)0
für Maß= Leldbinden (Figurverbeſſerer)

Das Requiem findet am Dienstag, den 13. Oktober,
vorm. 7 Uhr, in der Pfarrkirche von St. Chriſtof ſtatt.
Die Beerdigung findet Mit woch, den 14 Okt., nach=
mittags
2½ Uhr, vom Friedhofsportal aus ſtatt.

wenden ſich koſtenlos am Donnerstag, den
15. Oktober, in Darmſtadt, Hotel Prinz
Heinrich, von ½9½1 Uhr, an den 14644
Erfinder und Allein=Herſteller:
Paul Fleiſcher, Freisbach (Pfalz)
andelsgerichtl. einge=
UI=Bandagen=Fabrik.

Ihre Füsse schmerzer.-.

weil Sie Hühneraugen oder Hornhaut haben
Schmerz laß nach, das Hühneraugenmittel in
der Tube, Preis 50 3, hilft Ihnen ſofort. Kein
Pflaſter kein Verband kein Meſſer, General=
vertrieb
: Fritz, Müller, am Weißen Turm, und
Siliale Seifenhaus am Schillerplatz=
(7246g

Winterkartoffeln

Tanorddeutſche Induſtrie, laufend abzugeben

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Rummer 283

Montag, den 12. Oktober 1931

Seite 5

V

Die ſäddeutſchen Zußball=Punkte=Kämpfe.
4:2. Norden=Nordweſt Blau=Weiß 6:2. Südſtern V. f. B.
Pankow 4:1. Berliner SV. 92 Wacker 04 3:0. FC. Neukölln
Aide AiArungen Heur Zeiidiatangen. 2 Biktoria 1:4.

Der ſüddeutſche Fußball=Sonntag war wieder recht intereſſant.
Timeiſten Vereine konnten die erſte Serie der Spiele abſchlie=
Schw ßäzes kamen aber auch ſchon einige Spiele der zweiten Serie
geſetzte zun Austrag. Verſchiedene Treffen trugen zur Klärung der
hr noß Säitation in den Tabellen bei, andere Ergebniſſe haben aber auch
dieLage wieder unüberſichtlicher gemacht. Das gilt vor allem
weudem großen Ereignis der Gruppe Südbayern. Hier konnte
Dichen 1860 vor 20 000 Zuſchauern überraſchend den Tabellen=
ite
die füſher, Bayern München durch Tore von Lachner und Oelden=
heater
bieret verdient mit 2:0 (1:0) ſchlagen. München 60 liegt jetzt
bielſahu n nunoch einen Punkt hinter den Bayern. Dagegen iſt der dritte
nſttern Asnärter auf den Meiſtertitel, Wacker München, durch eine 1:3=
Nſieet lage in Regensburg weiter zurückgefallen.
n Nordbayern verteidigte die Sp.Vg. Fürth ihren zwei=
tem
Tabellenplatz gegen den nachdrängenden Tabellendritten,
Alüburger Kickers, mit einem geradezu ſenſationellen 7:0=Sieg.
DCrASV. Nürnberg ſetzte ſich durch einen 4:2=Sieg über VfR.
Fürh vor Würzburger Kickers auf den dritten Platz, die Kickers
hachr allerdings ein Spiel und einen Verluſtpunkt weniger auf
ihcte Konto. Der tabellenführende 1. FC. Nürnberg war bei
Ndeg=Gunktekämpfen des Sonntags nicht beſchäftigt.
er Büh / das Ereignis der Gruppe Main war die Einweihung der
tſanſneni prächtigen Platzanlage des Fußballſportvereins. Der Mit=
in
eintelzmakt der Feier war das Verbandsſpiel gegen Germania 94,
haben dac der Fußballſportverein mit einer recht guten Leiſtung vor
Inhein12e) Zuſchauern ſicher mit 3:0 (1:0) gewann. Der FSV. Frank=
ſtvorſ
=furut ſt damit auf den zweiten Tabellenplatz vorgerückt. Die Ein=
troſch
werteidigte ihre führende Stellung durch einen 3:1 :(1:1)=
Sing auf dem ſandigen Gelände in Iſenburg. Union Niederrad
umdOffenbacher Kickers ſpielten unentſchieden 1:1. Die Mann=
er
9=ſchaf des Internationalen Kreß, Rot=Weiß Frankfurt. bewies
den duu ihren 5:0 (4:0)=Sieg über Heuſenſtamm, daß ſie ſich wieder
emein gamtgefunden hat.
zn Heſſen hat ſich die Situation nicht verändert. Die bei=
der
labellenführer, Mainz 05 und Kaſtel 06, ſiegten ſicher. Mainz
ſch10 Urberach 4:0 und Kaſtel beſiegte Darmſtadt 98 3:1. Wor=
mar
) Worms beſinnt ſich ſcheinbar auf ihre alte Form, der in
Wibesaden erzielte 5:1=Sieg iſt jedenfalls ſehr bemerkenswert.
in der Gruppe Baden ſeierte der KFV. ſein 40jähriges
Besieen durch einen 3:2=Sieg im Freundſchaftsſpiel gegen die
gnGrmsoppers Zürich. Bei den Verbandsſpielen überraſchte die
en 90 :2ehlappe, die ſich der Tahellenzweite VfB. Karlsruhe auf
inde weig ym Platz gegen den FV. Raſtatt holte.
in der Gruppe Württemberg kam die Elf von Germania
Brutngen, die die wenigſten Verluſtpunkte hat, durch ein Unent=
ſchiehn
von 2:2 im Spiel gegen Union Böckingen an die Tabel=
emutze.
ſine Art Vorentſcheidung iſt bereits in der Gruppe Saar
Egeftlen. Der FV. Saarbrücken konnte zu Hauſe den FK. Pir=
ſmarets
3:1 ſchlagen. Er erweiterte damit ſeinen Vorſprung vor
endem vorjährigen Meiſter FK. Pirmaſens auf vier Punkte. Es
ſiellt aſt ſo aus, als ſollte der FV. Saarbrücken wieder einmal
Mefür werden.
n der Gruppe Rhein haben Waldhof und Neckarau Phönix
NLuämgshafen überholen können. Die beiden Mannſchaften liegen
etz hit je 15:3 Punkten zuſammen an der Tabellenſpitze. Neckarau
ſchll. Mundenheim knapp 2:1, während Waldhof über den VfR.
Mamheim mit 3:1 ſiegte.
Die Ergebyiſſe.
Verbandsſpiele in Süddeutſchland.
breuſpe Heſſen: Viktoria Urberach FSV. Mainz 05 0:4.
ſitoria Walldorf 1. FC. Langen 0:1. SV. Wiesbaden
ſrmatia Worms 1:5. Alemannia Worms Olympia Lorſch
14 FVag. Kaſtel SV. 98 Darmſtadt 3:1.
zehleß rihpe Main: Union Niederrad Offenbacher Kickers 1:1.
bemania Bieber SpVgg. Griesheim 3:1. V. f. L. Neu=
iſtburg
Eintracht Frankfurt 1:3. FSV. Frankfurt Ger=
inaia
94 Frankfurt 3:0. Rot=Weiß Frankfurt FSV. Heuſen=
ſſonm
5:0.
r hpe Nordbayern: SpVgg. FürthWürzburger Kickers
9 FV. 04 Würzburg 1. FC. Bayreuth 0:3. ASV. Nürn=
Ieg V. f. R. Fürth 4:2.
Sürdlayern: Bayern München 1860 München 0:2. DSV.
4hinchen SSV. Ulm 1:1. Jahn Regensburg Wacker
1hinchen 3:1. V. f. B. Ingolſtadt FC. Strauhing 2:0.
hör upe Rhein: V. f. L. Neckarau SvVgg. Mundenheim
Al. SV. Waldhof V. f. R. Mannheim 3: 1. Amicitia
Bienbeim FC. 08 Mannheim 3:1. FG. Kirchheim Sp.=
Bu. Sandhofen 0:6.
r ive Saar: FV. Saarbrücken FK. Pirmaſens 3:1.
Mitmark Trier 1. FC. Idar 4:2.
* iſve Württemberg: Germania Brötzingen Union
Blingen 2:2. V. f. R. Heilbronn FV. Zuffenhauſen 0:1.
Gyrtfr. Eßlingen FC. Birkenfeld 1:2.
ſpe Baden: FC. Villingen 1. FC. Rheinfelden 6:1.
Se Freiburg SvVgg. Schramberg 3:1. V. f. B. Karlsruhe
fV. Raſtatt 0:2.
hatſpiel: Karlsruher FV. Grashoppers Zürich 3:2.
Fußball im Ausland.
ännpiele: In Kopenhagen: Dänemark Finnland 2:3.
SnBrüſſel: Belgien Polen 2:1.
Bundespokal=Vorrunde.
N Berlin; Brandenburg Mitteldeutſchland 4:3.
In Zerlin: Brandenburg Mitteldeutſchland 4:3.
biſtaunſchweig: Norddeutſchland Baltenverband 4:3.
Berliner Fußball.
Gellſchaftsſpiele: 1. FC. Neukölln Adlershofer BC. 4:3.
paghuer SV. Tennis=Boruſſia 3:2. Polizei SV. Preußen

Fußball in England.
In der Spitzengruppe der engliſchen Liga gab es am Sams=
tag
wieder einige Ueberraſchungen. Der Tabellenführer Weſt=
bromwich
Albion konnte gegen Huddersfielo Town nach Kampf
nur ein Unentſchieden von 2:2 erzielen, der vorjährige Pokal=
meiſter
bleibt aber vorläufig noch Tabellenführer. Sheffield
Wednesday ließ ſich von Leiceſter City ſogar mit 3:2 ſchlagen.
Arſenal, der vorjährige Meiſter, konnte dagegen in Blackpool
einen hohen 5:1=Sieg feiern und rückte damit wieder näher an
die Führenden heran. Ein ſehr intereſſantes Spiel gab es in
Birmingham zwiſchen Aſton Villa und den Bolton Wanderers.
Die Aſtonians blieben knapp mit 2:1 erfolgreich. In der zwei=
ten
Liga erlitt die führende Mannſchaft von Bury auf eigenem
Platz durch Leeds United eine überraſchende 1:4=Niederlage.
Schottland hatte ſein Hauptereignis im Endſpiel um den Pokal
von Glasgow, das vom Landesmeiſter Glasgow Rangers mit
3:0 gegen Queens Park glatt gewonnen wurde.
Kaſtel 05 5b. 98 Darmſtadt 3:1 (1:0).
Vor etwa 2000 Zuſchauern lieferten geſtern die Lilienträger
dem Tabellenführer während 80 Minuten Spielzeit eine voll=
kommen
gleichwertige Partie; zeitweiſe waren die Darmſtädter
ihrem Gegner ſogar glatt überlegen. Erhebliches Pech bei der
Auswertung der ſich reichlich bietenden Torgelegenheiten ver=
hinderte
einen im Bereich des möglichen liegenden Sieg, zu=
mindeſt
das Halten des uneutſchiedenen Ergebniſſes, das etwa
eine viertel Stunde nach Halbzeit erzielt war. In dieſer Zeit
hatten die Darmſtädter das Heft vollkommen in der Hand und
es iſt nicht zu verſtehen, daß nun auf einmal die Verteidigung
durch vorübergehende Zurücknahme von zwei Stürmern wäh=
rend
der letzten Spielminuten in der bis dahin gezeigten ein=
wandfreien
Abwehrarbeit behindert wurde, ſo daß es Kaſtel
gelang, durch Verwandlung eines vermeidbaren Eckballes und
eines Strafſtoßes, der auf das Konto des ſonſt bravourös ar=
beitenden
Torwächters zu ſetzen iſt, einen Vorſprung von zwei
Toren zu erzielen, der in den wenigen Minuten der Spielzeit
nicht mehr aufgeholt werden konnte.
Das Spiel verlief im allgemeinen ſehr fair; die weitaus
größere Anzahl von Strafſtößen verurfachte Kaſtel. Schieds=
richter
Hanewald=Frankfurt traf nicht immer das Richtige in
feinen Entſcheidungen. Das Tor für Darmſtadt ſchoß Müllmer=
ſtadt
durch einen raffiniert getretenen Strafſtoß. Vorher ſpielten
die Reſerve=Mannſchaften, die ihren Sieg vom Vorſpiel nicht
wiederholen konnten, ſondern ſich, mit nur zehn Mann ſpielend,
4:2 geſchlagen bekennen mußten.
Viktoria Urberach FSV. Mainz 05 0:4 (0:1).
Der Sieg der Mainzer Gäſte iſt zwar verdient, jedoch nicht
ganz in dieſer Höhe. Nach ausgeglichener erſten Halbzeit war
Urberach nach der Pauſe mehr im Vorteil, kam aber nur durch
den ſchußſchwachen Angriff nicht zu den verdienten Erfolgen.
In der 39. Minute führte eine ſchöne Kombination Schneider=
Burkhardt=Schneider durch letzteren zum erſten Tore für Mainz.
In der 27. Minute der zweiten Halbzeit erhöhte Scherm auf
2:0 und zwei Minuten ſpäter konnte er zum 3:0 einſenden. In
der 41. Minute ſtellte Gegenheimer den Schlußſtand her. Als
Schiedsrichter amtierte Bachmann=Karlsruhe vor 500 Zuſchauern
korrekt.
SV. Wiesbaden Wormatia Worms 1:5 (0:0).
Trotz ſeines hohen Sieges vermochte der Heſſenmeiſter in
Wiesbaden keineswegs zu überzeugen. Der ſonſt ſo gefürchtete
Wormatia=Sturm hat an Durchſchlagskraft erheblich eingebüßt.
Da aber Wiesbaden ſelbſt ein kataſtrophales Spiel bot, kamen
die Wormſer zu dem hohen Ergebnis. Außer dem Verteidiger
Debus und dem Läufer Raaſch konnte die Leiſtung keines Wies=
badener
Spielers befriedigen. Die erſte Halbzeit verlief torlos.
Seck brachte Wiesbaden in der 1. Minute in Front. Ludwig
Müller glich aber bald aus und durch Debuſſy, Scheithe und
L. Müller ſowie Winkler fielen in der 16., 27., 34. und 35. Mi=
nute
vier weitere Treffer. Schiedsrichter Sickenberger= Aſchaffen=
burg
amtierte vor 5 000 Zuſchauern zufriedenſtellend.
Alemannia Worms Olympia Lorſch 4:0 (1:0).
1500 Zuſchauer ſahen im Wormſer Stadtpark einen fairen,
von Brehm=Bürgel gut geleiteten Kampf. Wegen des Flug=
tages
wurde das Spiel bereits vormittags ausgetragen. Aleman=
nia
ſiegte klar und verdient. Drei Minuten vor Halbzeit brachte
K. Enders die Wormſer in Führung. Nach Halbzeit fielen in
regelmäßigen Abſtänden drei weitere Treffer. Traber erzielte
den zweiten, Enders den dritten und Traber durch Strafſtoß
den vierten Treffer.
Viktoria Walldorf FC. Langen 0:1 (0:1).
Beide Mannſchaften lieferten ſich einen energiſchen, aber
nicht unfairen Kampf, der von 400 Zuſchauern beſucht war.
Das einzige Tor des Tages ſchoß der Langener Halbrechte
Jaeckel in der 18. Minute der erſten Halbzeit. Nach der Pauſe
wurde Walldorf leicht überlegen, konnte aber die Langener Ver=
teidigung
, die auch hier wieder einmal ihrem Ruf Ehre machte,
nicht überwinden.

S
pe Heſſen. ſpiele Tore Punkte FVg. Kaſtel 20:15 14:4 Mainz 05 9. 39:16 14:6 Wormatia Worms 21:9 12:6 Alemannia Worms 10 25:15 12:8 Olympia Lorſch 10 15:15 10:10 SV. Wiesbaden 10 16:17 10:10 1. FC. Langen 10 16:10 9:11 Viktoria Walldorf 10 12:26 7:13 Viktoria Urberach 10 11:27 6:14 SV. Darmſtadt 40 13:32 4:16

* Fußball im Kreis Skarkenburg.
Spielabbruch in Egelsbach. Starke Verdichtung des Mittelfeldes.
SV. Münſter Germania Oberroden 2:2.
SVgg. 04 Arheilgen Germania 03 Pfungſtadt 1:1 (1:0),
Germania Eberſtadt Haſſia Dieburg 1:0 (0:0).
FC. 03 Egelsbach SV. Mörfelden 2:1 (2:0), abgebr.
FV. Sprendlingen Union Wixhauſen 4:1 (4:0).
Viktoria Griesheim Polizei Darmſtadt 1:2 (1:1).
FSV. Groß=Zimmern Union Darmſtadt 4:2.
Oberroden hat ſich alſo auch in Münſter nicht ſchlagen laſſen,
mit 2:2 trennten ſich die beiden Gegner. Das Ergebnis ſpricht
mehr für die Qualität der Oberrodener Verteidigung, als für die
des Sturmes, Trotzdem der Tabellenführer nur einen Punkt er=
ringen
konnte, iſt ſeine Poſition noch nicht gefährdet; höchſtens
Eberſtadt könnte rein rechneriſch bald aufholen, aber auch das hat
noch gute Weile. Die Eberſtädter haben ſich durch ihren 1:0=Sieg
über Dieburg auf den zweiten Platz vorgeſchoben. Allerdings iſt
das Ergebnis irregulär. Dieburg hätte weit eher gewinnen müſ=
ſen
, aber kurz vor Schluß glückte den Eberſtädtern bei einem Ge=
dränge
das ſiegbringende Tor. In Arheilgen gab es nicht den
erwarteten großen Kampf bei ſehr gutem Beſuch. Man teilte ſich
die Punkte, mit Recht. In Egelsbach kam es zu einem Spiel=
abbruch
. Hier wollte der Unparteiiſche nach der Pauſe einen
Mörfelder Spieler vom Platz weiſen, als dieſer gegen ihn dann
tätlich wurde, was den Spielleiter zum Abbruch veranlaßte. Wir
haben das Spiel in der Tabelle nicht gewertet. Einen klaren
Sieg holte ſich Sprendlingen gegen Wixhauſen; hier enttäuſchten
die Gäſte ſiark. Auch die Polizei brachte wieder einmal zwei
Punkte heim, die mit 2:1 in Griesheim eigentlich recht knapp
errungen wurden. Zum Schluß landete auch Groß=Zimmern ſeinen
dritten Sieg. Leidtragende waren diesmal die Beſſunger, die nun
deutlich am Tabellenrand hängen. Sonſt iſt nur noch auf die ſtarke
Verdichtung des Mittelfeldes hinzuweiſen, das man etwa vom
vierten bis neunten Tabellenplatz annehmen darf. Wenn nicht
alles trügt, dürfte dieſes in der Geſamtheit bald zu den drei
Führenden aufſchließen.
Der Tabellenſtand nach dem 11. Oktober.

Spiele Gew. Un. Verl. Tore Pkte. Germania Oberroden 16:8 14 Germania Eberſtadt 14:9 13 Sportvgg. 04 Arheilgen 19 27:14 13 Sportverein Münſter 10 19:13 11 Fußballv. Sprendlingen 25:14 10 Sportverein Mörfelden 25:13 9 FC. 03 Egelsbach 19:18 Germania Pfungſtadt 3 20:14 Polizei Darmſtadt 3 21:19 Union Wixhauſen 16:19 FSV. Groß=Zimmern 17:40 Spvgg. Haſſia Dieburg 15:18 Viktoria Griesheim 11:24 Union Darmſtadt 10:32 2

Zußball im Kreis Südheſſen.
Viktoria Neuhauſen Olympia Lampertheim 1:1. Bürſtadt
Abenheim 8:2. Konkordia Gernsheim FV. Hofheim 2:1.
V. f. L. Lampertheim SV, Horchheim 6:3. Olympia Worms
Normannia Pfiffligheim 3:1. SV. Hochheim Starkenburgia
Heppenheim 4:3.
Rot=Weiß SV. Groß=Gerau 4:1 (3:0).
Die zahlreichen Zuſchauer bekamen einen feſſelnden Kampf
zu ſehen, welcher von den Rot=Weißen verdient gewonnen wurde.
Groß=Gerau rechtfertigte die Vorſchau und lieferte dem Gaſt=
geber
einen harten Widerſtand. Rot=Weiß ſpielte in der erſten
Hälfte einen ausgezeichneten Fußball und ließ die Gäſte
nicht zu Wort kommen. Mit dem zahlenmäßig zu niedrigen Vor=
ſprung
von 3 Toren wurden die Seiten gewechſelt. Nach der
Pauſe kam Rot=Weiß nicht mehr ſo recht in Fahrt, was dem
Gegner Gelegenheit gab, das Treffen offen zu geſtalten. Durch
ein Mißverſtändnis der Verteidigung kann Groß=Gerau ſeinen
Ehrentreffer erzielen und ſpielt nun für den Reſt der Spielzeit
ein raubeiniges Spiel, ſo daß es mancher Darmſtädter vorzog,
ſich nicht oder wenig mit dem Gegner in einen Kampf einzu=
kaſſen
, zumal ja der Sieg ſicher ſtand. Schließlich mußten zwei
Gerauer wegen Tätlichkeit den Platz verlaſſen, was die erhitzten
Gemüter der anderen merklich abkühlte. Rot=Weiß wird von
dieſem Moment an wieder aktiver und erzielte kurz vor Schluß
den 4. Treffer. Der Schiedsrichter Sattig=Dieburg leitete ſehr
korrekt und mußte ſich von den Gäſten, vollſtändig unberechtigt,
viel gefallen laſſen. 2. Mannſchaft 5:0. Jgd. Jgd. 1:2. Rot=
Weiß A. H. Sp.=Abtlg. Stegmüller 5:3.
Arheilgen 04 Germania Pfungſtadt 1:1 (1:0).
Am Arheilger Mühlchen teilten ſich die beiden alten Rivalen
Arheilgen 04 und Germania Pfungſtadt geſtern vor einer großen
Zuſchauermenge die Punkte. Das Ergebnis wird den beiderſeits
gezeigten Leiſtungen gerecht. Das ſehr anſtändige Spiel, zu dem
Arheikgen mit 2 Mann Erſatz antrat, offenbarte zwei ſchwache
Fünferreihen, normalerweiſe waren noch je 23 Tore fällig.
Nach verteiltem Feldſpiel, gingen die Platzbeſitzer in der 18.
Minute in Führung. Heib war ſeinem Läufer entwiſcht und ſetzte
das Leder überlegt in die lange Ecke. Die Weiß=Schwarzen dreh=
ten
nun etwas auf: 20 Minuten ſieht man ein recht ſchnelles
Spiel, und der Gäſtehüter bekommt Arbeit, erledigt ſie allerdings
ſehr ruhig. Der Pfungſtädter Sturm ſteht wiederholt hilfslos
vor dem Tor und wagt keinen genauen Schuß. Nach dem Seiten=
wechſel
nehmen zunächſt die Gäſte das Heft in die Hand. Nach
einer abgeſchlagenen Ecke kommen ſie durch Hand=Elfmeter zum
verdienten Ausgleich. Beide Teile wollten nun einen Punkt ſicher
haben, verlegen ſich auf dickere Abwehr und Steildurchbrüche,
die den 04ern bei einem Sturm den Sieg hätten bringen können.
Bei Arheilgen gefiel beſonders der fleißige Becker, bei den Gäſten
das ſichere Abwehrtrio. Schiedsrichter ſehr gut,

[ ][  ][ ]

Seite 6

Der Fußballbundestag in Bonn. Vorſtand wiedergewählt.
Sparmaßnahmen. Vier Wochen Sommerpauſe.
Unter der erwarteten ſtarken Anteilnahme der Mitglieder
des Bundesvorſtandes, der Ausſchüſſe und der Vertreter der
Landesverbände begann am Samstag nachmittag in Bonn der
diesjährige Bundestag des Deutſchen Fußball=
bundes
, der als reine Arbeitstagung ohne alle feſtliche Um=
rahmung
durchgeführt wurde. Vertreten waren auf dem
Bundestag 102 Stimmen; im einzelnen Süd mit 31, W.ſt wurde von Eintracht abgefangen, und ſchon ſtand es 3:0 für
mit 30, Mittel mit 14, Nord und Brandendurg mit je 9, Südoſt
mit 6 und die Balten mit 3 Stimmen. Der Vorſitzende des
WSV., Notar Ferſch, richtete an die Erſchienenen herzliche Kurz vor Schluß der erſten Hälfte konnte Poſt einen Fehler der
Worte der Begrüßung. Dann übernahm Linnemann=Berlin,
der Bundesvorſitzende, die Leitung der Tagung und gedachte
zunächſt der Toten, Fuhrmann=Leipzig aus dem Bundes= gezwungen, die Mannſchaft umzuſtellen, was ſehr nachteilig
vorſtand, Roſenberger=Köln aus dem Bundesſchiedsrichter= Aus=
richter
, deren Andenken die Verſammlung durch Erheben von den
Sitzen ehrte.
Der erſte Punkt der Tagesordnung, Erſtattung der Jahres=
berichte
, wurde glatt genehmigt. Einige kleinere Anfragen wur=
den
ſofort beantwortet. Die Entlaſtung wurde einſtimmig er=
teilt
. Die Neuwahl des Vorſtandes erfolgte durch Zu=
ruf
und brachte keine Aenderungen. Der engere Bun=
desvorſtand
bleibt in der gleichen Beſetzung beſtehen (alſo
ſiebenköpfig). Erſter Vorſitzender Felix Linnemann=Berlin, Ober=Ramſtadt, dort, 4:0. Mit dieſen Spielen wurden die
2. Vorſitzender Schmidt=Hannover, 3. Vorſitzender Dr. Schricker=
Karlsruhe; Beiſitzer Dr. Wagner=Danzig, Hofmann=Leipzig und lichen Begleiterſcheinungen der Punktſpiele, werden nur Spiele
Prof. Dr. Glaſer=Freiburg. Die Ergänzungswahlen zum
Spielausſchuß, deſſen Obmann Prof. Dr. Glaſer iſt,
wurden erſt nach einer Satzungsänderung vorgenommen, in der
Finanz=, Preſſe= und Schiedsrichterausſchuß aus Sparſamkeits=
gründen
geſtrichen wurden. Dafür wurde neben Rave=Hamburg
und Knehe=Duisburg in Birlem=Berlin ein dritter Beiſitzer in
den Spielausſchuß gewählt, der aber nur an ſolchen Sitzungen
teilnimmt, in denen Schiedsrichterangelegenheiten behandelt
werden. Die Beſetzung des Bundesgerichts, des Jugendaus=
ſchuſſes
und der Kaſſenprüfer bleibt wie bisher. In den er=
weiterten
Bundesvorſtand entſenden die Landesverbände wieder=
um
die gleichen Vertreter. Es ſind dies Kartini, Wohl=
ſchlegel
und Flierl für Süd, Jerſch und Becker für
Weſt, Hädicke für Mittel, Dr. Martin für Berlin, Dr Riebow
für Nord, Beinlich für Südoſt und Breuel für den Balten=
verband
.
Bei der Aufſtellung des Haushaltsplanes gab
es bei den Erwerbsloſenkurſen die erſte größere De=
batte
. Der ſüddeutſche Antrag auf 10000 Mark wurde von
Stenzel auf 15000, von Kloſe auf 25 000 Mark erhöht. Die
letztgenannte Summe wurde abgelehnt und 20 000 Mark
ausgeworfen. Breuel=Danzig beantragte als Ausgleich Herab=
ſetzung
der Diäten für die Bundes=Ausſchußmitglieder und die
Spieler in den DFB.=Spielen. Dem Antrag wurde die Dring=
lichkeit
verſagt, aber er wurde doch zugelaſſen, als Kloſe=Weſt
darauf hinwies, daß er zum Verhandlungspunkt gehört. Kloſe
beantragte dann Herabſetzung der Speſenſätze der
Verwaltungsbeamten und der Spieler in den DFB=Spielen
um 20 Prozent, was einſtimmig angenommen wurde. Hierzu
iſt jedoch noch eine Aenderung des § 66 erforderlich, da die
Bundesſpeſenſätze jetzt niedriger ſind als die der Landes=
verbände
. Gewünſcht wurde auch eine Verminderung der
Repräſentativ=Koſten, während ſich gegen den Abbau
der mit 67 000 Beziehern gut fundierten Jugend=Zeitung eine
größere Mehrheit fand. Damit war der Haushaltsplan
angenommen. Bei den Anträgen wurde eine Berliner
Anfrage wegen der Verluſte der Deutſchen Sportbehörde für
Leichtathletik als nicht zur Tagesordnung gehörig zurückgewieſen.
Ein weiterer Antrag des VBB., Radioübertragungen von großen
Fußballſpielen von der Genehmigung der Landesverbände ab=
hängig
zu machen, wurde abgelehnt. Dem Bundesſpiel=
ausſchuß
wurde das Recht zugeſtanden, Spieler,
die in internationalen Kämpfen oder in Bundespokalſpielen
wegen roher Spielweiſe vom Felde verwieſen werden,
automatiſch zu ſperren. Dieſe Strafe tritt auch in den
Fällen ein, in denen aus irgendeinem Grunde ein Platzverweis
nicht erfolgt iſt.
Der Verkürzung der Sommerſperre wurde zu=
geſtimmt
. Mitteldeutſchland begründete ſeinen Antrag mit
den ſchwierigen Wirtſchaftsverhältniſſen, der ſchließlich gegen
die Stimmen von Weſt angenommen wurde. Die Spiel=
pauſe
iſt jetzt auf vier Wochen beſchränkt, doch bleibt
es den einzelnen Landesverbänden überlaſſen, von
ſich aus eine längere Sperre feſtzuſetzen. Die
Meiſterſchaftsſpiele des DFB. werden künftighin nur
noch auf neutralen Plätzen, aber nicht mehr wie bisher,
im Gebiet eines nichtbeteiligten Landesverbandes ausgetragen.
Der VBB. hatte auch mit ſeinem weiteren Antrag auf Ab=
ſchaffung
der Bundespokalſpiele kein Glück,
denn er ſtieß mit ſeiner Meinung auf eine ſtarke Abnei=
gung
; desgleichen wurde der Antrag Berlin, nur bei
Länderſpielen ein Spielverbot am Austra=
gungsort
zu erlaſſen, abgelehnt.
Der Bundestag 1932 findet in Wiesbaden ſtatt.
Dr. Bauwens ſprach zum Schluß noch über die Mißerfolge
der deutſchen Länderelf und forderte zur Stärkung unſerer
Spitzenklaſſe weniger Meiſterſchaftsſpiele, aber dafür mehr inter=
nationale
Kämpfe.
Viktoria Griesheim Polizei Darmſtadt 1:2 (1:1).
Das Spiel bot eine Menge ſchöner und ſpannender Kampf=
bilder
, aber dieſe Feſtſtellung wurde durch teilweiſe von Gries=
heim
ins Spiel gelegte Härte etwas eingedämmt. Auf beiden
Seiten wurden die Verteidigungen recht in Anſpruch genommen.
In der erſten Hälfte wollte man nicht an ein poſitives Ergebnis
denken, denn da wollte der ſonſt ſo gute Sturm nicht in Schwung
kommen, und die Griesheimer leiſteten mit einer ſtark maſſierten
Deckung größten Widerſtand. Dann aber legte der Polizei=Sturm
ein Spiel hin, das unwiderſtehlich zum Erfolg führen mußte,
wenn es auch ſehr lange dauerte und nur die letzte halbe Stunde
zur vollen Entfaltung kommen konnte.
Die erſten 15 Minuten gehörten eindeutig der Polizei. Göbel
nützte einen Fehler des Griesheimer Hüters geſchickt aus: 1:0 für
Polizei. Dann wurde der Kampf ausgeglichener. Griesheim ge=
wann
an Selbſtvertrauen und erzielt in der 35. Minute das Aus=
gleichstor
. Der Linksaußen hatte einen Strafſtoß direkt verwan=
delt
. Nach der Pauſe entwickelte die Polizei einen faſt unwider=
ſtehlichen
Kampfeswillen. Die Griesheimer Stürmer waren im
gegneriſchen Strafraum zu zappelig, um verſchiedene Chancen mit
der nötigen Schußſicherheit auszunutzen. Auf die Dauer ſetzte ſich
auch das einheitlichere Polizeikönnen durch. Pfeiffer erzielt nach
ſchöner Flanke des Linksaußen Müller den Siegestreffer.
Das Spiel war ſehr hart. Herr Uhlmann (Wiesbaden) brachte
den guten Willen dazu mit, hätte aber ruhig noch ein Schock mehr
Strenge darauf verwenden müſſen, um dieſe vielen gelegten,
Bälle auch mit dem richtigen Nachdruck zu unterbinden.
Polizei 2. Griesheim 2. 3:1.
Chattia Wolfskehlen Reichsbahn Darmſtadt 3:3 (2:2).
In den erſten Spielminuten wird Wolfskehlens Sturm ge=
fährlich
. Die Platzherren erzielen kurz hintereinander 4 Ecken,
die aber ohne Erfolg bleiben. Die Reichsbahn=Verteidigung zeigt
einige Schwächen. Frieß II. erſtmalig wieder im Reichsbahn=
tor
hält eine ſichere Sache‟. Nun wird der Gäſte=Sturm ge=
fährlicher
. Weißmantel verwandelt eine Flanke von Spamer un=
haltbar
. In der 25. Minute ſchießt Seckler II. aus einem Ge=
dränge
das zweite Tor. Die Platzherren kämpfen jetzt mit größ=
tom
Eifer, und ſie kommen zum verdienten Ausgleich. Nach

Montag, den 12. Oktober 1931
Seitenwechſel iſt eine leichte Ueberlegenheit der Platzherren nicht
zu verkennen. Bernhardt verſchuldet einen Hand=Elfmeter, der
die Chatten in Führung bringt. Die Gäſte kämpfen nun mit
allem Ehrgeiz und erzielen in der 80. Minute durch Bär den
Ausgleich. Trotz aller Anſtrengungen beiderſeits ändert ſich an
dieſem Reſultat bis zum Schlußpfiff des Unparteiiſchen Reuther
(Langen), der das faire Spiel ausgezeichnet leitete, nichts.
Eintracht Darmſtadt Poſt Darmſtadt 5:1 (4:1).
Eines der ſchönſten und fairſten Spiele lieferten ſich beide
Teams. Eintracht ging in der 7. Min. durch Daab in Führung,
zwei Minuten ſpäter konnte Heß auf 2:0 erhöhen. Der Anſtoß
Eintracht, kurze Zeit darauf ſtellt Hübner das Reſultat auf 4:0.
Im Eintrachtlager glaubte man ſchon auf einen hohen Sieg.
Eintrachtverteidigung ausnutzen und ſo den Ehrentreffer er=
zielen
. Durch Verletzung eines Eintrachtſpielers iſt Eintracht
war. Hübner konnte noch einmal erfolgreich ſein und ſtellte
ſchuß und Guhenz=Eſſen, eines der beſten deutſchen Schieds= ſo das Endreſultat her. Poſt, eine eifrige und anſtändige Elf,
hatte ihre beſten Leute im Torwächter Henning und im Ver=
teidigerpaar
, alles andere fiel gegen die techniſch reifere Spiel=
weiſe
der Eintracht zurück. Beim Sieger konnte, mit Ausnahme
von Ditter, der ſeine Bälle früher abſpielen muß, jeder be=
friedigen
. Lautz=Pfungſtadt als Spielleiter ſehr gut.
Sp.=V. 1898 (Jugend).
1. Jgd. 1. Jgd. Arheilgen, hier, 11:1. 2. Jgd. 1. Jad.
Pflichtſpiele eröffnet. Um die Jugend fernzuhalten von häß=
ohne
Punktwertung ausgetragen. Es beteiligen ſich alle Vereine
aus Darmſtadt und der näheren Umgebung. Das Training der
Jugendlichen und Schüler findet nun Mittwochs ſtatt, ab 6
bzw. 7 Uhr.
Wixhauſen Fr.=Tgde. Darmſtadt 1:2 (1:1).
Darmſtadt weilte als Gaſt in Wixhauſen und konnte mit obigem
Reſultat Sieg und Punkte mit nach Hauſe nehmen. Die Vor=
ſchau
hatte recht wenn ſie ſchrieb, daß es Darmſtadt ſchwer
fallen ſollte, das Spiel zu ſeinen Gunſten zu beendigen, denn
Wixhaufen entpuppte ſich als eine Mannſchaft, die eine beſſere
Stellung in der Tabelle verdient hätte. Mit dem Anſtoß ent=
wickelte
ſich ein flottes Spiel, das beide Teile im Vorteile ſieht.
doch zu Torerfolgen reicht es vorerſt nicht. Kurz vor der Pauſe
kommt es zum Führungstor. Wixhauſen gleicht bis zur Pauſe
aus. Nach dem Wechſel iſt es Darmſtadt, das die Initiative an
ſich reißt, doch die klarſten Torchancen werden ausgelaſſen.
Darmſtadts Halbrechter erzielt kurz vor Schluß das Siegestor.
Unverſtändlicherweiſe griffen Wixhauſener Spieler in die Hand=
lungen
des Schiedsrichters ein und er war gezwungen, das
Spiel vorzeitig abzubrechen. Darmſtadts 2. Mannſchaft verlor
mit 3:1. Die Jgd. gewann gegen Pfungſtadt Turner 2. Jgd. 3:2.
Knöpfle wird Fußball=Lehrer.
Der bekannte Internationale Georg Knöpfle vom Fußball=
ſportverein
Frankfurt beſucht ab 1. November die Hochſchule für
Leibesübungen in Berlin, um dort das Diplom eines Fußball=
Lehrers zu erwerben. Er folgt alſo dem Beiſpiel Leinbergers.
Knöpfle wird jedoch Mitglied und Spieler des Fußballſportver=
eins
bleiben und auch während ſeiner auf neun bis zehn Monate
zu berechnenden Abweſenheit von Frankfurt in den ſchwereren
Spielen ſeines alten Vereins mitwirken.
Leichkathletik.
Sportverein 1898 Darmſtadt in Frankfurt erfolgreich.
Der Fußball=Sportverein Frankfurt brachte am Sonntag im
Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten auf ſeinem neuen Platz
am Bornheimer Hang drei Staffelläufe für Jugendliche zum Aus=
trag
. Auch die Jung=Leichtathleten des Sportvereins 98 Darm=
ſtadt
waren zu dieſen Staffeln eingeladen worden und konnten
im Kampf mit den Vereinen aus Frankfurt, Gießen und Offenbach
recht erfolgreich abſchneiden. Löwel, Wieſeneck, Iſrael und Klein
erkämpften ſich in der Olympiſchen Staffel in 4:02,5 Minuten
den erſten Platz. In der Schwedenſtaffel gab es einen prächtigen
Endkampf; um Handbreite konnte hier noch der Fußball= Sport=
verein
die Darmſtädter Klein, Iſrael, Wieſeneck, Weihl auf den
dritten Platz verweiſen, nachdem der Poſt=Sportverein zur allge=
meinen
Ueberraſchung als Erſter durchs Ziel gelaufen war.
Zeiten: 2:11,8; 2:13,5; 2:13,5 Min., alſo ſehr gut. In der 4 mal
100 Meter=Staffel konnten Iſrael, Ramm, Wieſeneck, Weihl wohl
ihren Vorlauf ſicher gewinnen, im Endkampf kamen ſie jedoch
durch ſchlechten Wechſel auf den 4. Platz.
Kraftſpork.
Polizei Darmſtadt Kraft=SV. Darmſtadt 1910 15:3.
Auch der 2. Verbandskampf in dieſer Saiſon gegen den
Lokalrivalen 1910. Darmſtadt konnte auf eigener Matte mit
obigem Reſultat für die Poliziſten entſchieden werden. Der
Kampf wickelte ſich unter der Leitung des Kampfrichters Kraft=
Biſchofsheim glatt ab. Hart wurde gekämpft, die 3 Kämpfe
gingen über die Zeit. Manche Unfairheit hätte der Schiedsrichter
unbedingt ahnden müſſen. Einen ſchönen Kampf lieferten ſich
diesmal Barowſki und Schnaube, den letzterer in der 20. Mi=
nute
mit einer blitzſchnellen Schulterniederlage ſeines Gegners
für ſich entſcheiden konnte. Eine weitere Kritik der Kämpfe
erübrigt ſich, da ja ein großer Teil des Publikums ſelbſt Augen=
zeuge
war.
Die Kämpfe: Bantamg.; Schnauber (P.) Barowſki (D.)
3:0; Federg.: Gg. Schwarz (P.) Schwarz (D.) 5:0; Leichtg.:
Aug. Schwarz (P.) Daum (D.) 7:3; Welterg.: Erbes (P.)
Keitel (D.) 7:3, durch Aufgabe Erbes in der 8. Minute; Leicht=
mittelg
.: Krauß (P.) Walter (D.) 10:3; Schwermittelg.:
Ließfeldt (P.) Veith (D.) 12:3: Schwerg.: Siebert (P.)
Germand (D.) 15:3. Zeit 82:8.
*
Födeak=Hamburg Europameiſter im Weltergewicht.
Bei den Europa=Meiſterſchaften im Freiſtil=Ringen in Buda=
peſt
konnte, der Hamburger Földeak im Weltergewicht den
Titel an ſich bringen, da der Ungar Zombory zum entſcheidenden
Endkampf am Sonntag abend wegen einer Fußverletzung nicht
antreten konnte. Zweiter wurde Zombory, Dritter der Belgier
Rooſen. Im Federgewicht wurde der Finne H. Pihlajamäki
Eurovameiſter, und im Leichtgewicht errang Minder=Schweiz
den Sieg.
Dübbers bleibt Deutſcher Meiſter.
Der Hauptkampf in der Dortmunder Weſtfalenhalle um die
Deutſche Leichtgewichts=Meiſterſchaft führte über 12 Runden den
Meiſter Franz Dübbers=Köln (120 Pfund) und Paul Czirſon=
Berlin (120,1 Pfund) zuſammen. Dübbers errang einen ganz
überlegenen Punktſieg, und nur der Gong rettete den Berliner
in den letzten Runden mehrmals vor dem k. o. Czirſon wehrte
ſich ſehr tapfer, mußte von der 6. Runde ab wiederholt bis zu 9
zu Boden, konnte aber trotzdem in der letzten Runde noch bei
einem ſtürmiſchen Endſpurt den Kölner am Auge verletzen, das
am Anfang des Kampfes bereits angeſchlagen war. Der Punkt=
ſieg
von Dübbers war durchaus verdient, und beide Boxer erhiel=
ten
für ihren lebhaften und intereſſanten Kampf großen Beifall.

Die Vorrunde um den DFB.=Pokal brachte Ueberraſchungen.
In Berlin ſchlug die zweite Garnitur Brandenburgs vor 15 000
Zuſchauern die favoriſierte mitteldeutſche Elf mit 4:3 (2:3). Mit
dem gleichen Reſultat ſchlug in Braunſchweig vor 10 000 Perſonen
Norddeutſchland die überraſchend ſtarke Mannſchaft des Balten=
verbandes
,

Nummer 285

Kanuſpork.

Abpaddeln der Paddlergilde Rot=Weiß.
Bci allerſchönſter Herbſtſonne trafen ſich noch einmal
Not=Weiß=Paddler zur letzten offiziellen Veranſtaltung, mit
die Austragung der Vereinsmeiſterſchaften verbunden Eo
Leider litten die erzielten Zeiten durch den niedrigen Wa
ſtand und leichten Gegenwind auf der Strecke. Anſchließ=
führten
ſämtliche Boote unter Vorausfahrt der Paddlerkanlo h
eine ſaubere Auffahrt vor der Erfelder Reede durch. Olncizei
kurzer Anſprache des Paddler=Vorſitzenden O. Umbreit üß rus
dann der Rot=Weiß=Wimpel für die Winterzeit vom Flag=dms A
maſt. Trotzdem werden die Zünftigen aber noch Sonntag /5.4ach
Sonntag ihr Rot=Weiß=Haus am Altrhein aufſuchen, wenn 71 xs0
gerade Wanderungen oder Skifahrten locken.
Nachſtehend die Ergebniſſe: Faltboot=Zweier Anfänger
Meter: 1. W. Neuber u. H. Neuber 5,48 Min.: 2. W. Herg
F. Heß 5,48 Min. Durch Stechen entſchieden. Holzboot=Zwo
Anfänger 1000 Meter: 1. G. Mager u. O. Sommer 5:43,2 M,
2. G. Hergt u. Ph. Rechtel 5,47 Min. Faltboot=Zweier (Vere
meiſterſchaft) 1000 Meter: 1. F. Hauſt u. F. Huthmann 5.
Min. Wanderpreis d. Kunſthdlg. Hergt. 2. L. Stuckert u.
Herzig 5,21 Min. Holzboot=Zweier 1000 Meter (Vereinsmei

ſchaft): 1. E. Hanſt u. W. Hanſt 5:32,7 Min. 2. G. Hergt m

Stuckert 5:33,2 Min. Faltboot=Zweier Dame u. Herr 600 95
(Vereinsmeiſterſchaft), 1. Frl. Mann u. A. Dahmer 3:35,4 A.
2. Frl. Liebig u. W. Hergt 3:36,4 Min. Faltboot=Zweier
Meter für alte Herren: 1. H. Wolff u. R. Klein 3:23,5 2
2. Roßmann u. Stuckert ſen. 3:36,5 Min.

Internationaler Kunſtturn=Wettkampf in Frankfurt a. M), Amſterdamſche Turnbond, Bürgerturnverein Baſe

Turngemeinde Bornheim, Turngemeinde Eintracht Frankfurta
Der Kampf obiger Vereine endete mit einem verdienten
der Eintracht=Mannſchaft mit 1621 Punkten vor Bgtv. B.
(1573 P.), Bornheim (1496 P.) und Amſterdam (1203 P.). E
5000 Zuſchauer folgten mit Begeiſterung dem äußerſt ſpanner
und ſchweren Kampf. Eintracht holte ſich den Sieg durch her
ragende Leiſtungen am Längspferd und Reck. Beſter Turner
der Olympiaſieger Mack vom Bürgerturnverein Baſel, der
zur deutſchen Spitzenklaſſe zählenden Frankfurter Winter un
Punkte das Nachſehen gab. Die Schweizer legten beſonderen!
auf die Schönheit der Uebungen, während bei den deutſchen 2
nern die Schwierigkeit in den Vordergrund trat. Eine En
ſchung war die holländiſche Mannſchaft, die gar nichts zu beſte=
hatte
und gleich von der erſten Uebung an ſtark zurückfiel. IK7
Motorradrennen in Tat.
Die am Sonntag auf der 1 Km. langen Betonſtrecke in
bei Budapeſt durchgeführten Rekordverſuche für Motorräder
Automobile hatten nicht den gewünſchten Erfolg. Die ein
Verbeſſerung einer internationalen Höchſtleiſtung gelang in
500 ccm.=Rennwagenklaſſe dem Oeſterreicher Straſſer Sylton
einem deutſchen DKW.=Frontantriebwagen. Mit ſtehendem El
wurde mit einem Stundendurchſchnitt von 93,640 Km. der
internationale Rekord von 88,230 Km. über 1 Km. beträch,
verbeſſert. Mit fliegendem Start wurden mit dem DKW.=K7
wagen Geſchwindigkeiten von 113,421 bzw. 110,880 Km. eis
Der Motorrad=Weltrekordmann Wright=England mußte ſeinede De
ſuche auf den von ihm gehaltenen Schnelligkeitsrekord für Matiehen
räder wegen Bruchs der Kolbenſtange auf ſpäter verſchieben, ickt ſo
W5
Der Radſport des Sonntags.
Sehr mager war am Wochenende das internationale 2äue
ſport=Programm, zumal die Saiſon auf den Winterbahnen 1uus
nicht voll eingeſetzt hat und die Witterung für Veranſtaltunſ
auf offener Bahn jetzt ſchon nicht mehr geeignet iſt.
Der Kehraus in Halle brachte ein Stundenrennen
ter Motoren, in dem 8000 Zuſchauer Gelegenheit hatten, das a
Können des Weltmeiſters Sawall zu bewundern. Der
liner ſiegte mit einer Geſamtleiſtung von 73,383 Km. vor
1180 Meter zurück folgenden Krewer ſowie Neuſtedt. Wolke
Gilgen. Vorher mußte ſich Sawall über 25 Km. von Neuſ
um Handbreite geſchlagen bekennen.
In Krefeld gab es einen Länderkampf Deutſchland
gien, den die deutſchen Vertreter Moeller und Großimlingb
mit 195,490 Km. ſicher gegenüber Linart und Thollembeek 194
Km. gewannen. Peter Steffes wurde in Brüſſel hiit
Arlet und Gerardin nur Dritter, und bei den Amateuren re
es für den Kölner Krewer nur zu einem fünften Platz.
In Paris gab es ein 100 Km.=Mannſchaftsrennen,

Hournon=Pecqueux in 2:11:00 mit 29 Punkten und Runden=
ſprung
vor den Belgiern Charlier=Deneef und Raynaud=20

beendeten.

Im Leichtathletik=Länderkampf UngarnOeſterreich in Be
peſt ſiegten die Magyaten ganz überlegen mit 80:34 Punkten.

Der 1. FC. Nürnberg beſiegte in Hamburg vor 15 000
ſchauern den norddeutſchen Fußballmeiſter H.S.V. mit 3:1 (
Der Karlsruher FV. feierte ſein 40jähriges Beſtehen.
Mittelpunkt der Feierlichkeiten ſtand das Spiel gegen die El
hoppers Zürich, bei dem der KFV. mit 3:2 (1:1) knapp ſieg

Der Fußballſportverein Frankfurt weihte vor 12000
ſchauern ſeine neue prächtige Platzanlage ein. Hier ſtand
Mittelpunkt ein Verbandsſpiel, das der FSV. gegen Germans
mit 3:0 (1:0) gewann.
Der repräſentative Mittelläufer Brezing iſt aus Saarbrs
zu ſeinem Stammperein SV. Waldhof zurückgekehrt.

Eine große Ueberraſchung brachte das Fußball=Länder
DänemarkFinnland in Kopenhagen. Die Finnländer, die
lang im Fußball keine beſondere Rolle ſpielten, konnten die D2N
mit 3:2 (1:2) Treffern ſchlagen.
Schottland trägt am 8. Mai in Paris einen Fußball=Länderk
gegen Frankreich aus.
München 1860 wurde für den 18. November zu einem S
nach Berlin, und zwär gegen Tennis=Boruſſia verpflichtet.
Walter Rütt, der ſich um den deutſchen Radſport in her
ragender Weiſe verdient gemacht hat, hat ſich jetzt vom ſportls
Leben völlig zurückgezogen und ſeinen Wohnſitz von Berlin
Kopenhagen verlegt.
Der Stettiner Jaſpers kam in Paris gegen den Franz1
Herzowitſch bereits in der 1. Runde durch techniſches k. o. zu ei
ſchnellen Sieg.
Bei der Olympiſchen Ruderregatta vom 9. bis 13. Auguſt
in Long Beach werden die drei Rennen, die Deutſchland beſtre
wird, alſo Vierer ohne Steuermann, Doppelzweier und Ac=
unmittelbar
hintereinander ausgetragen.
Der Deutſche Bob=Verband beſchloß, ſich an den Olympſß
Winterſpielen 1932 in Lake Placid zu beteiligen.
Der Deutſche Schwimm=Verband hat beſchloſſen, ſich an
Olympiſchen Spielen 1932 in Los Angeles zu beteiligen.
Bei den Boxkämpfen in Saarbrücken ſchlug der Kölner Eur?
meiſter im Mittelgewichtsboxen, Hein Domgörgen, den Frans
Geo Mack überlegen nach Punkten.
Die Hockeyelf des ASC. Leipzig ſchlug in Frankfurt den
Sachſenhauſen knapp mit 4:3 (3:1).
Douda, der tſchechiſche Rekordmann im Kugelſtoßen,
nahm am Freitag in Prag offizielle Verſuche, Emil Hirſchk
Weltrekord zu unterbieten, die jedoch ergebnislos verliefen. O2
kam dabei auf 15,74 Meter.
In Murnau finden am 2. und 3. Januar die deutſchen
ſchnellauf=Meiſterſchaften ſtatt, die künftig mit Maſſenſtarts0
geführt werden.

[ ][  ][ ]

hunmer 283

Montag, den 12. Oktober 1931

Pon den Handball=Feldern.

Seite 7

Die Handball=Ergebniſſe.
Verbandsſpiele in Süddeutſchland.

örme Heſſen: Wormatia Worms SV. 98 Darmſtadt 9:8.
Plizei Darmſtadt SpVgg. Arheilgen 8:2. Alemannia

Arms Rot=Weiß Darmſtadt 4:7.
runpe Main: V. f. R. Schwanheim Kickers Offenbach 14:1.
Eitracht Frankfurt FSV. Frankfurt 4:5. TSG. Höchſt 01
ISV. Langen 62 2:8.
drum Südrhein: Hakoah Wiesbaden Poſt Wiesbaden 4:5.
sl. Wiesbaden Polizei Wiesbaden 11:5.
runy Rhein: V. f. R. Mannheim Mannheim 08 6:0. Phönix
ABſanheim Mannheim 07 4:1. Oftersheim Ludwigs=
Iſun 03 2:5. Polizei Mannheim MTG. Mannheim 5:6.
hik Ludwigshafen SV. Waldhof 4:2.
rum Südbayern: 1860 München DSV. München 7:2. ASV.
Nnchen Jahn München 6:3. Poſt SV. München Ulmer
A94 2:3.
ruyr Württemberg: Polizei Stuttgart Tübingen 03 15:6.
ur. Tübingen KSV. Zuffenhauſen 3:4. V. f. B. Stutt=
=m SV. Fellbach 6:5. Polizei Heilbronn SV. Reut=
inen
1:4.
rupr Saar: SpVgg. Bous Weſtmark Trier 7:6. Saar
en SpVgg. Saarlouis 4:1. Spfr. Saarbrücken SV.
Mzig 4:6.
verein oklllEndſpiel von Nürnberg: SpVgg. Fürth Polizei Nürn=
int
M=Fürth 18:9.

Jar dieſe Niederlage nokwendig?
710 98 Darmſtadt Wormakia Worms 8:9 (4:5).
Nchdem die 98er das Vorſpiel mit 18:3 gewonnen
Boſel, tein zweifelte wohl niemand daran, daß die Darmſtädter ſich
Winter chun Rückſpiel auf dem Platze des Gegners wenn auch mit
ondenteu eringeren Torausbeute die Punkte ſichern würden. Und
deutſchichnt im es anders. Mit einem Tor Unterſchied mußten ſich
Eine & Här geſchlagen bekennen, ohne daß man ſogar behaupten kann,
ſchts zuſrnlormatia=Sieg ſei nicht verdient geweſen. Die Wormſer
burückfief ſiſtelte ein hartes, ganz großes, vor dem begeiſterten eigenen
ihuerz dem in techniſcher Hinſicht überlegenen Gegner gleich=
rnes
. jederzeit offenes Spiel. Das war allerdings nicht die
oumtia=Elf des Vorſpiels, ſondern eine Mannſchaft, die mit
ſonſtreäe tllchſn Einſatz der ganzen Energie zu kämpfen verſtand und
otorrärc; litzſchnelles Ballabſpiel das Spieltempo ſo ſtark forcierte,
. Die ß dr Gegner, auf ſolchen Widerſtand nicht gefaßt, vor eine
gelanway Aufgabe geſtellt war und leichtſinnig eine Halbzeit bum=
ſer
Sy=lu Die Hauptleiſtung vollbrachte der Sturm der Wormaten,
ſtehende chiell zu kombinieren verſtand und im gegneriſchen Straf=
Km ſunn chnell, beherzt und wuchtig ſchoß. Die 9 Tore, die die
Rm. benrrnſidter hinnehmen mußten, kommen wirklich nicht von un=
28Mäxz
Km." Id doch wäre der Wormſer Sieg nicht zuſtande gekommen,
hußte ſeinza ſie Darmſtädter Elf in normaler Form geſpielt hätte. Faſt
kord fürerhihen waren ſchwächer als ſonſt. Schon mit Henß im Tor,
verſchieß niht ſo zuverläſſig arbeitete, wie man es ſonſt von ihm ge=
hritiſt
, fing es an. Dann gab es auch in der Verteidigung
tweie ſchwache Momente, bei denen die Zuſammenarbeit mit
tionk /Lufferreihe, insbeſondere mit den Außenläufern, verſagte
terbaho, drch mangelhafte Deckung dem Gegner Erfolgschancen ge=
Weranſten wurden. Und endlich ſpielte der Sturm weit unter Form.
ſockz,ſer für Fuchs den Angriff führte, baute wohl gut auf, er=
denrenessſi
jedoch in den Schlußminuten, in denen man um den Aus=
itten
, ſich äimpfte, als zu wenig kampfhart. Gut war im Sturm
dern. . Hidler, während der linke Flügel, gut abgedeckt, nur ſelten
Km.r Enfaltung kam.
M. 196 Spiel verlief im übrigen unter der Leitung von Schwab
mdvgshafen) vor 1000 Zuſchauern einwandfrei. Anfangs ſah
mug einem leichten Sieg der 98er aus, da dieſe bald durch
revn Ploch 0:2 führten. Die Wormaten holten jedoch durch
ſchyn Tore auf und gingen infolge einer unglücklichen Abwehr
n hnß 3:2 in Führung. Ausgleich und Führung wechſelten
ſeln duernd. Durch Fiedler heißt es 3:3, durch Strafwurf 4:3
ſrms, durch Freund 4:4 und durch den Wormſer Mittel=
Platz rme 5:4. Gleich nach Seitenwechſel kämpft ſich Fiedler zwei=
ſtsreml
hitereinander gut durch, wodurch es 6:5 für Darmſtadt hieß.
d Ruſchamverdroſſen kämpfen die Wormſer weiter, erſtreiten den
ynautsg ſlech auf 6:6, und dann beim Stand von 7:6 (durch Fiedler)
.. Immer beſſer ſpielen die Wormſer, die zum 8:7= Vor=
urgiommen
, den jedoch Fiedler nochmals aufholt. 10 Minuten
reichir ßäluß fällt dann der entſcheidende 9. Treffer für Wormatia,
4 Pudrauſin dieſe die Abwehr zahlenmäßig verſtärkt. Mit großer
ſtreigung gelingt es ſo, den Vorſprung zu halten, zumal ein
Ioch erzieltes Tor wegen angeblichen Abſeits nicht gegeben
mit Arde Mit dem Schlußpfiff feierte das Publikum die einheimiſche
Beſtelff lſeeiſtert.
egen ! Uſr glauben, daß die Elf des Süddeutſchen Meiſters aus
knawt /2Tüderlage die notwendigen Konſequenzen ſelbſt ziehen wird
ud. ſa nun ab keinen Gegner mehr leichtſinnig unterſchätzt, ſonſt
ſſtere Folgen unausbleiblich.
exutnnia Worms Rol=Weiß Darmſtadk 4:7 (1:4).
us Eil IMn ſchreibt uns: Das Spiel, das Rot=Weiß am geſtrigen
nmtg in Worms austragen mußte, beſtätigte die Vorahnun=
n
, las Spiel war roher als roh, es war gefährlich, den Ball
ſuthſen oder gar auf das Tor zu ſchießen. So kam es denn
Nange ich inder erſten Halbzeit zu einer Herausſtellung auf ſeiten von
mtel orrn doch nur für kurze Zeit, denn der Spieler wagte es, die
ge ne Aufregung ausnutzend, ohne daß es der Schiedsrichter
rkse im gegebenen Augenblick wieder einzuſpringen. Der
diebsichter hatte ſchließlich keine Macht mehr, ſich durchzu=
eni
bwohl er es immer und immer wieder verſuchte. Ver=
rmutgen
waren ergebnislos, ſelbſt bei offenſichtlichen Tätlich=
ten
lurfte er es nicht wagen, einen weiteren Mann der Worm=
wes
Platzes zu verweiſen. Er überließ denn beide Parteien
ſillt und pfiff nur das Schlimmſte. Dies war vielleicht gut
u ndas Spiel der Regel entſprechend zu Ende zu führen, denn
r nh eine Herausſtellung hätte genügt, und weder Schieds=
Hter noch ein Rot=Weiß=Spieler hätten mit heiler Haut
orrn verlaſſen.
in Spielverlauf: Rot=Weiß ſchießt das erſte Tor, Worms
ſeichkt ber bald darauf aus. Rot=Weiß geht dann mit drei wei=
uukern
(oren in Führung und hält das Ergebnis bis. Halbzeit
Nach dem Seitenwechſel erhöhen die Darmſtädter auf
A. lann ſtellt Worms das Torverhältnis auf 5:2 und 5:3.
ichymiſt defenſivem Spiel ſchießen die Rot=Weißen noch 2 Tore,
nen llemannia nur noch eins entgegenſetzen kann. Die Darm=
idten
hätten noch bedeutend mehr Tore ſchießen können, aber
ivere hele Haut und ihre geſunden Knochen waren ihnen lieber
a6 Bi/Tore.
Palſei Darmſtadt SBgg. Arheilgen 12:1 (7:0).
2lſ vorauszuſehen, mußte die Polizei das Spiel gewinnen.
e ſue Niederlage ſteht jedoch nicht im rechten Verhältnis mit
gen QLetungen, die die Arheilger Mannſchaft zeiste. Sie hielten
un ganze Spiel hindurch tapfer und waren dem Gegner voll
wcchſn. Daß Arheilgen keine Tore erzielte, iſt nur dem Um=
nderu
verdanken, daß Kiepfer im Polizeitor diesmal ſehr gute
fſtrihen vollbrachte. Der Sturm der Arheilger verſtand ſich ſehr

gut zuſammen mit der Läuferreihe, die manchen ſchönen Angriff
aufbaute. Etwas aus dem Geſamtbild der Mannſchaft fiel die
Verteidigung. Sie zeigte ſich dem Polizeiſturm gegenüber oft
machtlos und wußte ſich bei dem ſchnellen Ballwechſel nicht recht zu
helfen. Der Polizeiſturm war ganz gut bis auf einige Schnitzer
und Mißverſtändniſſe, die auf ein mangelndes Training zurückzu=
führen
ſind. Die Läuferreihe gefiel ſehr gut. Das Spiel der
Damen fiel aus, da die Weiterſtädter Damen aus der Verbands=
runde
zurücktraten.
Auszeichnungen für Handballſpieler.
Alljährlich werden von der Deutſchen Sportbehörde die dreißig
beſten Leichtathleten jedes Wettbewerbes mit einer kleinen Nadel
bedacht. Aehnlich ſollen künftig die beſten Handballſpieler auf
Grund der Vorſchläge aus den Verbänden mit einer Handball=
Nadel ausgezeichnet werden. Anläßlich der diesjährigen Hand=
ballpokal
=Vorrunde wurden zum erſten Male an eine Reihe ver=
dienter
und bekannter Handballſpieler dieſe Nadeln als äuße=
res
Zeichender Anerkennung verliehen im Süddeutſchen
Fußball= und Leichtathletik=Verband an: Bohl, Jans, Otto,
Walther=Polizei Darmſtadt; Delp, Fiedler, Reuter,
Werner=Sportverein 98 Darmſtadt; Gebhardt, Zacherl=
Spielvg. Fürth; Bender=VfR. Schwanheim.

Handball in der 2.T.

Kreisklaſſe: Arheilgen Bickenbach 5:2 (2:1), Pfungſtadt
Langen 5:1 (3:0), Groß=Zimmern Griesheim 5:2 (3:1),
Bensheim Walldorf 4:2 (1:2), Erbach Leider 4:1 (3:1),
Groß=Umſtadt Tv. Obernburg 2:2 (1:1), Tgſ. Obernburg
Aſchaffenburg 3:4 (3:1), Damm Klein=Wallſtadt 2:2 (0:1).
Meiſterklaſſe: Reichsbahn Heppenheim 7:6, Beſſungen
Tgde. 1846 4:5 (0:3), Egelsbach Tgſ. Darmſtadt 1:6, Lorſch
Sprendlingen 1:7 (1:4), Nauheim Groß=Gerau 10:4
(4:1), Wolfskehlen Büttelborn 1:3, Erfelden Worfelden
1:6 (0:1).
A=Klaſſe: Hüttenfeld Erbach 1:6 (1:3), Seeheim Auer=
bach
9:4 (6:2), Hahn Urberach 7:1 (3:1), Ober=Ramſtadt
Weiterſtadt 9:2 (4:1), Roßdorf Crumſtadt 1:6 (1:3).
B=Klaſſe: Zwingenberg Kirſchhauſen 8:2 (2:1), Schwan=
heim
Eberſtadt 14:1 (6:0), Groß=Rohrheim Groß=Hauſen
0:4 (0:1), Crumſtadt Biebesheim 10:3 (4:1), Münſter
Ober=Ramſtadt 4:4 (1:3), Nieder=Ramſtadt Erzhauſen 2:5
(0:2), Buchſchlag Poſtſportverein 4:1 (2:1).
Von den Wenigſten wird der glatte Siegeszug der Platz=
vereine
in der Kreisklaſſe erwartet worden ſein. Bensheim macht
eine Ausnahme, ſonſt hätte die Torziffer auch noch geſtimmt. In
Arheilgen ſpielten beide Gegner mit veränderter Mannſchaft, wo=
von
die Platzelf den beſſeren Griff hatte. Braun überragte auf
ſeinem alten Poſten als Mittelläufer. Beide Hüter waren gleich=
viel
beſchäftigt, der Arheilger der beſſere. Bezeichnend, für die
aufmerkſamen Abwehren iſt die Tatſache, daß alle Tore aus Straf=
würfen
herrühren. Arheilgens Angriffe wurden wuchtiger vor=
getragen
. Bickenbach hatte mehrmals Schußpech. Braun ſtellte
Hennemann faſt kalt. Heil=Keſſelſtadt peinlich genau, ſehr anſtän=
diges
Spiel. Pfungſtadt hat ſich endlich gefunden und ein Spiel
hingelegt, daß ſich ſelbſt Langen verwunderte. Kurzes Geplänkel,
hier verſchoſſen, dort Strafwurf, ging die Platzelf durch Halb=
rechts
, der übrigens die vier erſten Tore ſchoß, in Führung. Ein
ſteter Druck auf Irions Heiligtum überlaſtete die Abwehr. Doll
wurde wegen gefährlichen Spielens ſcharf verwarnt und ließ nach.
Der Gäſteſturm wurde kaum gefährlich. Erckmann verſchoß zwei=
mal
freiſtehend, das war alles. Aus ſeinem Strafwurfgewurſtel
fiel das Ehrentor. Irion ſchuldlos. Ohl=Tgde. 1846 ſo beſtimmend,
daß das Spiel begeiſtern konnte. Viele Zuſchauer in Groß= Zim=
mern
erlebten den verdienten Sieg ihrer Elf. Bald hieß es 2:0.
Griesheim wehrte ſich tapfer und kam durch Rechtsaußen zum
erſten Tor. Kurz vor Halbzeit 3:1. Dann verſtärkte Groß= Zim=
mern
den Druck und erzielte 2 Tore. Die zahlreiche Gäſteabwehr
ließ weitere Treffer nicht mehr zu. Walldorf ging in Bensheim
überraſchend in Führung und erhöhte bald auf 2:0. Erſt kurz vor
Halbzeit 2:1. Dann ließ Walldorf nach. Es fiel der Ausgleich
und bald lag Bensheim in Führung. Das bis jetzt recht ſchöne
Spiel wurde durch Walldorf faſt zum Entgleiſen gebracht. Nikolai
hatte einen harten Stand und ſtellte drei Walldörfer heraus. Da=
mit
dürfte das Schickſal beſiegelt ſein. Der Tv. Obernburg trat
in Groß=Umſtadt mit ſeinen alten Spielern an und legte ein
Spiel hin, wie zu ſeinen beſten Zeiten. Dadurch wird das Un=
entſchieden
erklärlich. Wenner=Beſſungen gefiel. Das Ergebnis
des Tabellenführers Aſchaffenburg überraſcht. Damm verſchenkte
an Klein=Wallſtadt den erſten Punkt.
Von der Meiſterklaſſe war wenig zu hören. Auf Umwegen
erſt konnten die Ergebniſſe von der Reichsbahn, Egelsbach und
Wolfskehlen in Erfahrung gebracht werden. Lorſchs Hüter ſchwach
und an vier Toren ſchuld. Sprendlingen überzeugend. Spiel ſcharf.
Nauheim gewann das ſtets offene Spiel gegen Groß=Gerau durch
ſeinen ſchußkräftigen Sturm. Erfelden wehrte ſich mit aller Macht
gegen Wolfskehlen. Erſt durch zwei Platzvereine konnte Erfelden
nicht mehr ſtandhalten. In der A=Klaſſe holte ſich’Eberſtadt den
erwarteten Sieg. Seeheim ſpielte ganz vorzüglich, ſo daß Auer=
bach
empfindlich geſchlagen wurde. Urberachs hohe Niederlage
in Hahn verwundert, wie auch der Weiterſtädter Verluſt in Ober=
Ramſtadt. Roßdorf kämpfte ausſichtslos gegen Crumſtadt und
verſuchte allerlei mit Mundfertigkeit. Aus dem Punktkampf der
B=Klaſſe ragt das Treffen Buchſchlag Poſt als äußerſt fair
hervor.
2. Mannſchaften: Arheilgen Bickenbach 2:0, Pfung=
ſtadt
Langen 7:0, Lorſch Sprendlingen 5:1. Jugend:
Hüttenfeld Eberſtadt 3:1. Bensheim Reichsbahn 7:5, Bir=
kenau
Heppenheim 9:2, Pfungſtadt Langen 2:3.
* Odenwald-Gau.
Meiſterklaſſe: Zwei einſeitige Ergebniſſe: König Er=
bach
Erſ. 12:0 (7:0), Kirch=Brombach Groß=Umſtadt Erſ. 15:1
(3:1).
TV. Königſtädten Merck Darmſtadt 8:10.
Merck hatte Verbandsſpielverpflichtung in Königſtädten. Die
Gegner waren ſich ziemlich gleichwertig, doch konnte Merck durch
gute Einzelleiſtungen das Spiel für ſich entſcheiden. Schiri Leiden=
heimer
=Alzey leitete ſehr korrekt.
TV. Egelsbach Tgſ. 1875 Darmſtadt 1:6.
Die 75er konnten ihr 3. Verbandsſpiel zu einem auch in dieſer
Höhe vollauf verdienten Sieg geſtalten. Die Darmſtädter zeigten
ſchönes Zuſammenſpiel; in ihren Reihen klappte es zeitweiſe vor=
züglich
. Die Hintermannſchaft ließ in eifriger Zerſtörungsarbeit
den gegneriſchen Sturm nur ſelten zur Entfaltung kommen, und
was dennoch durchging, wurde vom Torhüter ſicher gemeiſtert. Die
Läuferreihe arbeitete in Abwehr und Aufbau gleich gut; hier
überragte wieder Mittelläufer Spahn. Der Sturm nutzte die ſich
bietenden Schußgelegenheiten beſonders in der 1. Hälfte geſchickt
aus. In der 2. Hälfte ſpielten die Darmſtädter etwas zurückhal=
tender
. 2. Mannſchaften 3:2 für Darmſtadt.
Tgde. Beſſungen Tgde, 46 Darmſtadt 4:5 (0:3).
Torwart Sänger von der Tgde. 1846 war der unbeſtrittene
Held des Tages. Beſſungen ſpielte in der erſten Halbzeit reich=
lich
zerfahren. Dieſe Schwäche nutzte Geduldig zu 2 Prachttoren
aus, wie man überhaupt bei der geſamten 1846er Mannſchaft den
unbedingten Willen zum Sieg feſtſtellen konnte. Die Kombinations=
maſchine
der 46er lief wie am Schnürchen. Einzelne Spielex noch=
mals
beſonders herauszuheben, wäre verfehlt=

Die zweite Halbzeit gehörte Beſſungen, was ja auch da. Tof=
verhältnis
von 4:2 beſagt. Doch aller Aufopferung zum Trog=
reichte
es nicht mehr zu einem Unentſchieden, geſchweige denn zn
einem Sieg. Stellenweiſe ſah es für die 46er ſehr bedenklich aus.
doch die meiſten Angriffe ſcheiterten an der vorzüglich arbeitenden
Hintermannſchaft der 46er.
Es iſt nicht abzuſtreiten, daß Beſſungen das Spiel gegen die
alten Lokalrivalen zu leicht genommen hatte. Schiri Jeunert von
Langen ausgezeichnet. Die 2. Mannſchaften trennten ſich nach
ſchönem Spiel mit 3:0 für Beſſungen. Beſſungen Jugend
Weiterſtadt 7:4.
Hechtsheim Fr. Tgde. Darmſtadt 3:6 (2:4).
Ein ſtrammes Spiel, das mit dem Stande von 2:2 geraume
Zeit hart auf hart ging, doch bis zur Pauſe hatte Darmſtadt mehr
vom Spiel. Nach der Pauſe iſt Hechtsheim nochmals in Fahrt.
doch die Hintermannſchaft von Darmſtadt iſt auf dem Poſten. Der
Schiri war froh, dieſes Spiel unter Dach und Fach gebracht zu
haben. Mit ſeinen Leiſtungen konnte man bis auf wenige Aus=
nahmen
zufrieden ſein. Die Jugend verlor gegen Pfungſtadt mit
3:7 verdient.
Pferdeſpork.
Frankfurter Oktober=Rennen.
Cronberger Jagdrennen, 1600 Mark, 3200 Meter: 1. G. Völls
Enthuſiaſt (Michaelis), 2. Amandus II. 3. Gerold. Toto: 12,
Platz 11. 20. Preis von Rödelheim, 1600 Mark, 1400 Meter:
1. Stall Hof Häuſels Patrella (Ateckert), 2. Mentha, 3. Baden.
Taunus=Jagdrennen, 1600 Mark, 3000 Meter: 1. F. Gertheis Ros=
witha
(Weidner), 2. Bergſchüler, 3. Wildlocke. Toto 69, Platz: 26,
18, 30. (Doppelwette). Preis von Niederrad, 1600 Mark, 1800
Meter: 1. Gebrüder Röſelers Jungmanne (Pinter), 2. Möve,
3. Hunding. Toto: 20, Platz: 13, 12. Feiſt=Cabinett=Jagdrennen,
1600 Mark, 3600 Meter: 1. Heinrich und Hermann Baumgärtners
Segur (Schulze), 2. Monte Godello, 3. Patriotin. Toto: 51, Platz:
19, 21, 29. (Doppelwette.) Abſchieds=Ausgleich, 1600 Mark. 1400
Meter: 1. Gebr. Röslers Meerteufel (Pinter), 2. Sauſewind.
3. Stilicho.
Hoppegartener Ratibor=Rennen.
Miod Arezzo vor Janus.
Auf der Hoppegartener Rennbahn wurde am Sonntag die
Saiſon beendet. Im Mittelpunkt des Programms ſtand das
Ratibor=Rennen, eine mit 21 500 Mark ausgeſtattete Prüfung der
Zweijährigen, die erwartungsgemäß den Favoriten Mio d’Arezzo
aus dem Stalle M. J. Oppenheimer in Front ſah. Den zweiten
Platz belegte drei Längen zurück der Weinberger Janus dem
weitere 1½ Längen zurück der etwas enttäuſchende Aventin folgte.
Das mit 5200 Mark dotierte Wolkenſchieber=Rennen holte ſich
unter Otto Schmidt die Weinbergerin Makrele, obwohl ſie ſieben
Pfund Uebergewicht in den Sattel brachte. Mit drei Längen zu=
rück
wurde Georgia Zweite, das als einzige der Weinbergerin
einigen Widerſtand entgegenzuſetzen vermochte.
Statiſtik der ſüddeutſchen Ställe und Reiter.
Die erfolgreichſten Ställe ſind wieder Stall Weinberg,
Frankfurt. M. J. Oppenheimer, Frankfurt, und Frau von
Opel, Weſterhaus die mit zu den erfolgreichſten Ställen Deutſch=
lands
gehören; weitaus an der Spitze ſteht diesmas Geſtüt Gra=
ditz
. Nach der Statiſtik bis Ende September iſt der Jockey H.
Siegling, Frankfurt unter den ſüddeutſchen Reitern mit
8 Siegen der erfolgreichſte. Dann folgen mit je 7 Siegen der
Jockey A. Machan, München, und der Herrenreiter Dr. Den=
ker
, Darmſtadt, und mit 6 Siegen der Herrenreiter von
Moßner, Frankfurt, ſowie der Jockey Ph. Dornberger,
Haßloch.
Die Eishockey=Mannſchaft des Berliuer Schlittſchuh=Klubs
konnte in Paris einen ſchönen Erfolg feiern; ſie ſchlug den Racing=
Club de France Paris mit 3:1.

Geſchäfliches.

Bruchleidende ſowie die Herren Aerzte werden auf die An=
zeige
der Firma Paul Fleiſcher, Freisbach (Pfalz), in
der heutigen Nummer aufmerkſam gemacht.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Montag, 12. Oktober.
15.20: Emma Kromer: Wie ernähre ich nun meine Familie richtig?
17.05: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Mitw.: A. Rapold
(Tenor), A. Haagen (Klavier), K. Ebert (Rezitation).
18.40: F. Stöſſinger: Das Kinderelend in Rußland nach bolſche=
wiſtiſchen
Quellen.
19.05: Engliſch.
19.35: Leo Slezak lieſt aus eigenen Werken.
20.05: Erſtes Montagskonzert des Frankfurter Orcheſter=Vereins.
Ausf.: Rundfunk=Symphonie=Orcheſter. Soliſt: W. Horowitz Kla=
vier
).
22.00: Erinnerungen an eine Liebe. Arnolt Bronnen lieſt aus ſeinem
neuen Roman.
22.25: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.40: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Montag, 12. Oktober.
14.45: Kinderſtunde.
15.40: Jugend zur Jugend: Wir und die Klaſſiker.
16.00: F. Wienecke: Aus der Arbeit der Volks= und Landſchulen.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Ebhardt: Die Geheimniſſe der Arp Schnittger=Orgel.
Mitw.: W. Auler (Orgel).
18.00: Priv.=Dozent Dr. Arland: An den Grenzlinien des Lebens.
18.30: Spaniſch für Anfänger.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Min.=Rat Weil: Wie halten wir die ländliche Fortbildungs=
ſchule
im Winter 1931=32 durch?
19.25: Min.=Rat Dr. Strunden: Däniſche Vorbilder. Eindrücke einer
Studienreile
19.45: Ob.=Ing. Nairz: Viertelſtunde Funktechnik.
anſchl. Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Orcheſterkonzert. Orcheſter des Weſtdeutſchen Rundfunks.
Intermezzo: Lebende Dichter: Heinrich Mann. Erlebte Weisheiten.
22.00: Dr. Räuſcher: Politiſche Zeitungsſchau.
anſchl. Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Gerhard Hoffmann.
Weiterbericht.
Der hohe Druck über Deutſchland beherrſcht weiter unſere
Wetterlage. Die Warmluftmaſſen, die von der nördlichen Stö=
rung
auf das Feſtland befördert wurden, verurſachen weiterhin
verbreitete Nebel= und Dunſtbildungen, wodurch eine ſtärkere
nächtliche Ausſtrahlung unterbunden wird. Die heutigen Mor=
gentemperaturen
lagen in faſt ganz Deutſchland bei 16 Grad C.
Die abſinkende Luftbewegung im Hoch wird tagsüber die Nebel=
decke
zur Auflöſung bringen und die Sonnenſtrahlung zur Gel=
tung
kommen laſſen
Ausſichten für Montag, den 12 Oktober: Dunſtig und neblig=
wolkig
mit Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert,
vorwiegend trocken.
Ausſichten für Dienstag, den 13. Oktober: Keine weſentliche Aen=
derung
.
Hauptſchriftlettung: Rudolf Maupe
Verantwortiich für Polltſk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuiſleien, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl BFhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlusdlenſf: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert. Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Wills Kuble
Druck und Verlag: C. C. Wittich ſämtlich in Darmſtiad
Fc unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 8 Seiten.

[ ][  ]

Seite 8

Montag, den 12. Oktober 1931

Nummer 283

37)

Copyright Berlin=Schöneberg 1931 by Delta=Verlag Kurt Ehrlich.

Roman von
ViktorSvensen
Nachdruck verboten.

Aſtanopoulos ſprang auf die Füße: So, den haben Sie glück=
lich
ausgeknobelt. Der iſt alſo in Reichweite., Und was kann ich
dazu tun?
Sie können mir eine kleine Gefälligkeit erweiſen.
Hören Sie, wenn Sie ähnliche Wünſche haben ſollten, wie
die arme Frau Mabel ich habe ſchon einmal erklärt, daß ich
kein Bravo bin. Alſo Verkeilen oder dergleichen kommt nicht in
Frage.
Der Maeſtro hatte unterdeſſen einen Reſt Kognak entdeckt,
er goß ſich ein und proſtete Aſtanopoulos zu: Auf Ihr Wohl!
Seien Sie ganz ohne Sorge! Was ich von Ihnen will, iſt etwas
durchaus Harmloſes. Können Sie pokern?
Oh ich .. . na, es geht. Warum?
Ich brauche Sie als Partner.
Der Grieche lachte: Verehrteſter, Sie ſcheinen ſich von mir
noch immer ein falſches Bild zu machen. Auch auf Bauernfang
verſtehe ich mich nicht. Das iſt nicht mein Metier.
Der Maeſtro holte eine Zigarettendoſe hervor: Nehmen
Sie! Echte Aegyptiſche, habe ſie direkt aus London mitgebracht.
Hier koſtet das ein Vermögen. Nehmen Sie ruhig auf Vorrat!
Alſo von Bauerufang iſt nicht die Rede. Weder Sie, noch ich,
noch ſonſt jemand, der an dieſer Partie teilnimmt, ſoll gewinnen.
Ausgenommen der Herr, um den es ſich, wie ich ſchon ſagte,
Handelt. Er heißt übrigens Spencer und iſt Parterre=Akrobat.
Augenblicklich ſteht er auf dem Wintergartenprogramm.
Aſtanopoulos ſchickte ſich jetzt an, eine Reihe tiefer Knie=
beugen
zu abſolvieren. Er widmete ſich dieſer Beſchäftigung
mit ernſter Hingabe. Zwiſchendurch ſtieß er hervor: Ziemlich
verrückt, Ihre Sache mit dem Pokern!
Der Maeſtro widerſprach: Nicht ganz ſo verrückt, wie Sie
annehmen. Hat ſchon ſeinen Zweck. Es geſchieht nicht aus
reiner Menſchenliebe. Ich vermute, es wird Ihnen nicht ganz
gleichgültig ſein, wenn es gelingt, über Herrn Spencer gewiſſe
Feſtſtellungen zu machen. Sie verſtehen mich?"
Der Boxer ſchnellte in die Höhe: Ich verſtehe Sie recht
gut. Was aber dabei das alberne Pokern ſoll, iſt mir ſchleier=
haft
. Außerdem iſt es ein zweifelhaftes Vergnügen, ſtändig zu
verlieren.
Betreffs der finanziellen Hilfsmittel dazu brauchen Sie ſich
nicht den Kopf zu zerbrechen, die werden Ihnen geliefert. Außer=
dem
gibt es ſelbſtredend für Sie Honorar. Sie kommen ſchon
nicht zu kurz.

Wieviel?
Sagen wir fünfzig Mark pro Sitzung für Sie perſönlich.
Das iſt doch anſtändig, nicht?
Es geht. Und wann ſoll der Scherz beginnen?
Darüber erhalten Sie Nachricht. Bald jedenfalls. Ich
ivollte heute nur Ihre Zufage, daß Sie zur Verfügung ſtehen.
Nun will ich Sie aber nicht länger bei Ihrer Morgenarbeit
ſtören. Auf Wiederſehen!
Der Maeſtro eilte weiter, um Eickhoff aufzuſuchen und ihn
über den Stand der Dinge zu unterrichten. Er fand ihn ziem=
lich
verſtört: Eliſabeth war ſeit vierundzwanzig Stunden ver=
ſchwunden
; ohne Nachricht zu hinterlaſſen, war ſie fortgegangen
und nicht mehr wiedergekommen.
Der Maeſtro nahm dieſe Kunde ohne die geringſte Un=
ruhe
auf. Im Gegenteil, er erklärte: Dann iſt wahrſcheinlich
alles in Ordnung.
Eickhoff begriff nicht: Wieſo in Ordnung?
Ich habe ſie telegraphiſch via Café Orient beauftragt, ein
diskretes Neſtchen zu ſuchen, wo wir ungeſtört ſpielen können.
Sie, ich, Aſtanopoulos und Herr Henry Spencer, deſſen Ankunft
in Berlin Ihnen zu melden ich die Ehre habe.
Dann machte der Maeſtro einige Andeutungen über ſein
Vorhaben. Es war natürlich lediglich ein Verſuch, ohne Sicher=
heit
für Erfolg. Wichtig erſchien vorderhand, daß man Spencer
dazu brachte, eine Anzahl Nächte durchzuſpielen. Anreiz dazu
ſollte ihm der Umſtand gewähren, daß man ihn gewinnen ließ.
Natürlich nicht übermäßig und auffallend, aber immerhin ſollte
er eine Glücksſträhne haben. Ueber ſeine ſpäteren Operationen
war ſich der Maeſtro nicht völlig klar er hatte beſtimmte Ab=
ſichten
, die er vorderhand nicht entſchleiern wollte. Schon aus
Aberglauben, erklärte er.
Eickhoff äußerte Bedenken. Das Unternehmen ſchien ihm
reichlich gewagt. Ich fehe da keine praktiſchen Möglichkeiten,
äußerte er. All das iſt ſo phantaſtiſch und wirr. Was ver=
ſprechen
Sie ſich von dieſer Komödie?"
Der Maeſtro verteidigte ſeine Pläne mit Hartnäckigkeit. Ge=
wiß
ſei das Ganze ein Rechenexempel, das nicht unbedingt glait
aufgehen müſſe. Aber ſo etivas muß geſchehen, um an die
zwei heranzukommen. Von ſelber wird Spencer nicht reden,
ebenſowenig das Mädel. Aufhören können wir jeden Tag, wenn
lichts dabei rauskommt.

Endlich willigte Eickhoff ein. Er war nicht überzeugt.
reizte faſt mehr die Erwartung, endlich den Mann zu Gefü
zu kriegen, den er ſchon ſo lange ſuchte, den Urheber ſein
Unglücks, den Schuldigen, den Mörder.
Am Abend des nächſtfolgenden Tages fand man ſich berd
zuſammen. Der Maeſtro hatte die Vorſtellung im Wintergaxe
beſucht, Spencer und Beſſie abgeholt, zu einem üppigen E
eingeladen und war ſpäter noch mit Spencer ein wenig ume
gebummelt. Dann, zu vorgerückter Stunde, hatte er und
derem bemerkt, daß er noch ein wvenig in die Karten gu d
wolle‟
Wir ſind da ſo etliche Leutchen, ſagte er, alles Freun
von mir, und wir treffen uns in paarmal in der Woche
einer Partie. Keine aufregende Sache, ſehr ſolid. Wer
Ihnen Spaß macht, kann ich Sie mitnehmen.
Spencer zeigte ſich nicht abgeneigt. Ob hoch poinz
würde, fragte er vorſichtig.
Ach, wo denken Sie hin! Wir ſind doch alles Geſchäuſ
leute und haben keine Luſt, die Hoſen zu verlieren. An
Differenzen, die es da gibt, geht keiner zugrunde. Und au ſckad
dem iſt da noch in beſonderer Spaß: Frau Mamroth, un u
Wirtin, iſt eine reizende junge Witwe. Ein patenter Kerl. 5 i=
verdient
ſich damit etliche Märker, reich wird ſie dabei auſe9
nicht.
Und er ſchlug den Weg zur Linkſtraße ein, wo Eliſal
für Quartier geſorgt hatte. Der Maeſtro war von ſeiner Toch
inzwiſchen bereits über alles Nötige in Kenntnis geſetzt wor;
und er ſeinerſeits hatte ihr die erforderlichen Unterweiſund
erteilt.
Spencer, der einen verkappten Spielklub gewittert hatte
einen Reſt von Argwohn nicht ganz losgeworden war, ſand
angenehm enttäuſcht. Das war wirklich nur eine private
ſammenkunft, ein ganz kleiner Kreis von Leuten. Es gab
dieſen Räumen auch nicht jenen aufdringlichen Luxus, mit
ſich Tripots zu brüſten pflegten alles war behaglich ohne Ue
triebenheit und faſt ein wenig altmodiſch.
Der Maeſtro beſorgte die Vorſtellung, man murmelte Nar
niemand legte Wert auf Deutlichkeit, ein kleiner Imbiß wu.
ſerviert, dazu eine leichte Sektboſole, und die Wirtin erwies
von angenehm zurückhaltender Liebenswürdigkeit. Spencers A
ſtreifte ſie: wirklich noch jung!
Ohne weitere Formalitäten ſetzte man ſich an den T
die Karten lagen ſchon bereit. Spencer erkannte bald, daß ſ
Gegner keine großen Meiſter ſein konnten, er gewann langf
aber beſtändig. Erſt gegen vier lihr früh trennte man ſich. Bf
Abſchied war die Rede von Nevanche. Man einigte ſich
den nächſten Abend.

70

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(Fortſetzung folgt.)

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