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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Samstag, den 3. Oktober 1931.
Nummer 274
194. Jahr gang
27 mm breite Zelle im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspfg.
FinanzAnzeigen 40 Reſchspfg. Rellamezelle (92 mm
breit/2. Reichsmark. Anzeigen von auswärts 40 Reſchepfg.
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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Strelk uſw., erliſcht
ſede Verpſiſchtung auf Erfüllung der
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aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerſchtiſcher Beſtrelbung fäll ſeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darme
ſädter und Naiſonalbanl.
Ronfereng in Beſemngang ſehmer Spunnang
der Reichskanzler kündigt gemeinſame Beſprechungen zwiſchen Arbeilgebern und Arbeitnehmern an.
Zuſammenkrikt in der kommenden Woche nach Erlaß der neuen Nokverordnung.
Kompromißverſuche über die gegenſeiligen Wirkſchaftsforderungen.
Brünings Sorgen.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Tag für Tag das gleiche Bild: Das Kabinett berät
vormit=
tgs und nachmittags, hüllt ſich jedoch über das Ergebnis ſeiner
Feratungen in völliges Schweigen. Sachlich mit Recht, weil die
enzelnen Beſchlüſſe aufeinander abgeſtimmt ſein müſſen und
in=
ilgedeſſen Entſcheidungen, die man geſtern traf, in Konſequenz
„ener neuen Entſcheidung abzuändern und anzupaſſen ſind. Aber
1410 1s ewige Hinauszögern und Vertröſten von Woche zu. Woche
ſafft doch eine Unſicherheit, die den Boden für allerlei Gerüchte
ogibt, die vor allem den Eindruck mangelnder Energie und
ſihrerqualität hervorruft.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Kanzler ſeine
1b hängigkeit von der Sozialdemokratie ſtärker
beront, als für das Programm ſeiner Regierung tragbar iſt.
4e Regelung des Lohntarifs im Bergbau iſt offenſichtlich von
ſialdemokratiſchen Einflüſterungen beeindruckt. Die Kürzung
dr Unterſtützungsdauer in der Arbeitsloſenverſicherung iſt nur
en Sanierung auf dem Papier, weil, wie wir ſchon ſagten, der
ählbetrag einfach auf die Gemeinden abgeladen wrd. Daneben
fräder, ghen Verſuche, die Kürzung der Bezugsdauer in der
Arbeits=
zdriknen benfürſorge durch eine Verlängerung der Unterſtützungsdauer in
Garantie de Kriſenfürſorge auszugleichen. Weitergehende Pläne der Re=
Preisen getung hinſichtlich der Sozialverſicherungen ſind fallen gelaſſen
widen, auf ſozialdemokratiſchen Druck hin. Dafür haben die
Szaldemokraten im Wohnungsausſchuß des Reichstags mit den
Eimmen der Kommuniſten eine Entſchließung durchgeſetzt, die
ſt gegen eine Aufhebung der Beſtimmungen über den
Mieter=
ſttz und für eine endgültige Mieterſchutzgeſetzgebung ausſpricht,
otdem der Kanzler gebeten hatte, angeſichts der noch im Gange
bündlicher Kabinettsberatungen Entſcheidungen zurückzuſtellen.
2s Vorgehen der Sozialdemokraten verfolgt den Zweck, das
Ka=
hnett auch hier zum Rückzug zu zwingen
Unter dieſen Umſtänden wird bereits von einzelnen Kreiſen
wphezeit, daß einige Parteien bei den Mißtrauens=
Aträgen im Reichstag ſich der Stimme
enthal=
n würden. Dieſe Darſtellung iſt zum mindeſten etwas
vor=
elig, aber die Gefahr eines Abbröckelns der Mitte und eines
ſwiden Mehrheitsſchwundes, auch wenn die Sozialdemokraten bei
n Stange bleiben ſollten, wächſt ſehr. Dabei bemüht ſich die
Rechtsoppoſition ſichtlich, ihre Baſis zu verbreitern. Sie
üuen i& für den 11. Oktober eine gemeinſame Konferenz, in
luſta die letzten Vorbereitungen für die Rückkehr ins Parlament
umſſgroffen werden ſollen, einberufen. Gleichzeitig iſt auch
Tuch=
ülung mit einzelnen der kleinen Mittelgruppen genommen wor=
— um ſie nach rechts hinüberzuziehen. Das gilt wohl haupt=
Alrch für das Landvolk, das aber vorläufig noch wegen der
Bil=
uig einer parlamentariſchen Arbeitsgemein=
ME Mäft der Mitte weiterverhandelt. Ob hier ſchon bis zum
Zammentritt des Reichstages endgültige Bindungen vorliegen.
reitdß fünoch ungewiß. Sicher iſt nur, daß die Ausſichten des Kanzlers
ugserlicht kier ſchlecht ſind, wenn es ihm nicht gelingt, ein weiteres
Ab=
ſaſchen nach rechts aus ſeinem eigenen Lager zu verhindern.
A5 der Kanzler dagegen kuk, iſt wenig überzeugend
Eläßt jetzt mitteilen, daß ſeine Bemühungen um einen
unmittel=
men Ausgleich zwiſchen Arbeitgebern und Arbeitnehmern
auf=
nonmen werden ſollen, ſobald die Notverordnung verabſchiedet
7 Das wäre ſchon Ende der kommenden Woche der Fall. Die
kuändigen Stellen verſichern, daß die Regierung ſich nicht mit
u Forderungen der Wirtſchaftsverbände identifiziere, daß ſie
fihr auch die jetzt veröffentlichten Forderungen der
Gewerkſchaf=
e ſich nicht zu eigen mache. Sie ſuche einen Weg, der im
In=
rieiſſe des ganzen liege und den beiden Parteien gerecht werden
hrwile. Zudem mache es vor allem die unklare Lage der
eng=
ißen Währung unmöglich, generelle und endgültige Entſcheidun=
IIſa in Tariffragen zu treffen. Der Kanzler hofft, daß eine ſolche
honferenz am runden Tiſch” in direkter
Aus=
ſunglu ache Mißverſtändniſſe zwiſchen den beiden
zAbßen Wirtſchaftsgruppen beſeitigen könne, er
Müaft vielleicht ſogar, daß in einer ſolchen Unterhaltung Verſtän=
Aaßigngsmöglichkeiten für eine elaſtiſche Geſtaltung des
—rifweſens gefunden werden, obwohl das nach der ableh=
& Loneden Stellung der Gewerkſchaften ziemlich ausſichtslos iſt.
mitkeldeutſche Braunkohlen=Induſtrie proleſtierk
Halle, 2. Oktober.
Vom Mitteldeutſchen Induſtrieverein wird folgende
Erklä=
aiz bekannt gegeben:
„Die Verordnung vom 30. September gibt der
Reichsregie=
auz die Ermächtigung, die Untertagearbeiter des Steinkohlen=
Ɨnbaues des Ruhrgebietes und ihre Arbeitgeber von der Bei=
Euspflicht der Arbeitsloſenverſicherung zu befreien. Dieſe Be=
Eiung kann auch auf andere Gebiete ausgedehnt werden. An
PRuhr wird man von dieſer Ermächtigung Gebrauch machen.
Der Mitteldeutſche Braunkohlenbergbau hat am
Ainerstag beim Reichskanzler gegen die Ermächtigung
ſchärf=
ſe Einſpruch erhoben und fordert, daß von ihr kein Gebrauch
Beuicht wird. Durch die Ermächtigung werden auch die übrigen
Etſchaftszweige und Gruben inſofern in Mitleidenſchaft ge=
„ Vun, als die Steinkohleninduſtrie aus der
Arbeitsloſenverſiche=
riß herausgenommen wird, ohne daß ſich ihre Anſprüche an die
Aeicherung vermindern. Die Folge davon iſt, daß die in der
Aaicherung auch hinſichtlich ihrer Beitragspflicht verbleibenden
Folen, die ſich vielfach in derſelben oder ſogar noch ſchwierigeren
age befinden, zu noch höheren Leiſtungen herangezogen werden
Hüſen als bisher. Hierbei iſt nicht zu überſehen, daß das mittel=
Deuche Gebiet in der Arbeitsloſigkeit an erſter Stelle marſchiert.
Reichsregierung und Gewerkſchafken.
Ausſchußfihung des A.2. G.B.
Berlin, 2. Oktoher.
Am Freitag trat der Bundesausſchuß des ADGV. unter
dem Vorſitz von Leipart zu ſeiner erſten Sitzung nach dem
Frankfurter Gewerkſchaftskongreß zuſammen. Dem vom ADGB.
hierüber ausgegebenen Bericht zufolge führte der ſtellvertretende
Vorſitzende Graßmann in ſeinem Bericht über die Tätigkeit des
Bundesvorſtandes aus, der Vorſtand habe verſucht, ſich durch
unmittelbare Verhandlungen mit dem Reichskanzler und dem
Reichsarbeitsminiſter Klarheit über die von der Regierung
heab=
ſichtigten Maßnahmen zu verſchaffen, die offenbar zunächſt ſehr
viel weitergehende Ziele verfolgten. Jedenfalls ſcheine ſich in
den vergangenen Wochen in den Regierungskreiſen die
Auf=
faſſung feſtgeſetzt zu haben, daß man nur durch eine
Auf=
lockerung des Tarifrechts den Tarifvertrag
über den kommenden Winter retten könne. Eine
weitgehende Einſchränkung der Verbindlicherklärung, Verkürzung
der Laufdauer der Tarifverträge, Einführung eines vorzeitigen
Kündigungsrechtes, die Möglichkeit von Ausnahmebedingungen
für notleidende Betriebe, eine Ausdehnung des Begriffs der
Notſtandsarbeiten und endlich eine weitere Senkung der
Löhne, der eine Zerſchlagung der Karteli= und
Innungspreiſe parallel gehen ſollte — dieſe
Ge=
danken ſcheinen die Auffaſſung der Regierung weitgehend
be=
ſtimmt zu haben. Urſprünglich habe wohl der Plan beſtanden.
dahingehende Beſtimmungen bereits in der kommenden
Not=
verordnung feſtzulegen. Die Verhandlungen der Gewerkſchaften
und der Partei mit der Regierung hätten ohne Zweifel das
poſi=
tive Ergebnis gehabt, daß eine Neuregelung des
Ta=
rifrechts in dieſem Sinne nicht in die neue
Not=
verordnung aufgenommen worden ſei. Damit ſei
freilich die Gefahr noch nicht abgewendet, da in der zweiten
Hälfte Oktober eine neue Notverordnung
be=
vorſtehe.
Es ſei auch der Gedanke erwogen worden, die
Unabſink=
barkeit der Löhne nur bis zu einer Höhe von 80
v. H. aufrecht zu erhalten. Der Gedanke eines abſinkbaren
Spielraumes von 20 v. H. ſei aber offenbar nicht die einheitliche
Ueberzeugung aller Mitglieder des Kabinetts. Tatſächlich ſei in
dieſem Zuſammenhang Deſlation mur ein änderes Wort für
Lohn=
abbau, denn die Erfahrung der letzten Jahre habe bewieſen, daß
die Regierung auf keinem Gebiet ſo ohnmächtig ſei wie auf dem
einer bewußten Einwirkung auf die Preiſe.
Die Arbeitsloſenverſicherung ſei bei ihrem jetzigen
Beitragsaufkommen von 6½ v. H. des Lohnes noch nicht ſaniert.
Es wird für die ſechs Wintermonate mit einem Fehlbetrag
ge=
rechnet, der je nach der Schätzung der Durchſchnittszahl der
Ar=
beitsloſen (5,8—6,2 Millionen) ſich auf 110—210 Millionen
Reichs=
mark belaufen würde. Zuſchüſſe oder Darlehen an die
Reichs=
anſtalt ſtehen im Haushalt zum Ausgleich nicht zur Verfügung.
Der Beſchluß des Vorſtandes der Reichsanſtalt war ausſchließlich
vom Willen der Reichsregierung abhängig. Die Reichsregierung.
war unſprünglich geneigt, dem ſtändigen Drängen der
Unterneh=
mer zu folgen und im Vorſtand einen Beſchluß durchzuſetzen, der
die Herabſetzung der Unterſtützungsſätze auf die der
Kriſenunter=
ſtützung bei gleichzeitiger Verkürzung der Unterſtützungsdauer
von 26 auf 18 Wochen, für die Saiſonarbeiter von 20 auf 14
Wochen enthalten ſollte. In zahlreichen Verhandlungen haben
ſowohl die Gewerkſchaften, wie die SPD.=Fraktion die Regierung
auf das Unerträgliche einer ſolchen Maßnahme hingewieſen und
den ſchärfſten Widerſtand angekündigt für den Fall, daß ſie
trotz=
dem durchgeführt würde. Dieſe Vorſtellungen haben inſoweit
Er=
folg gehabt, als ſich in der entſcheidenden Sitzung des Vorſtandes
der Präſident der Reichsanſtalt, „nur für die Herabſetzung
der Unterſtützungsdauer von 26 auf 20 (16) Wochen
und Beibehaltung der bisherigen
Unterſtütz=
ungsſätze ausſprach. Dieſe Löſung mußte unter den
ob=
waltenden Verhältniſſen als die denkbar erträglichſte
an=
geſehen werden, zumal von der Regierung das Verſprechen
ab=
gegeben wurde, die Unterſtützungsdauer in der Kriſenfürſorge
ent=
ſprechend zu verlängern.
An den Bericht Graßmanns ſchloß ſich eine ſehr eingehende
Ausſprache, die einmütige Ablehnung jedes Eingriffs in das
gel=
tende Tarifrecht ergab. Die Behandlung der Arbeitszeitfrage
durch die Regierung habe ſich zu einem offenen Skandal
ent=
wickelt. Die Gewerkſchaften müßten auf dem ſtrikten Verbot aller
Ueberſtunden, die gerade in letzter Zeit ſtark zunähmen, beſtehen
und darüber hinaus das Ziel der 40=Stundenwoche mit
Entſchie=
denheit verfolgen. Die ganze gegenwärtige Regierungskunſt
be=
ſtehe nur noch darin, immer mehr Arbeitsloſe zu ſchaffen. Nur
das könne der Effekt der fortdauernden Droſſelung der
öffent=
lichen Ausgaben ſein.
Nach Abſchluß der Ausſprache ging Leipart auf den Beſuch
von Laval und Briand in Berlin ein, wobei er daran erinnerte,
daß in den deutſch=franzöſiſchen
Wirtſchaftsaus=
ſchuß auch Vertreter der Arbeitnehmer gewählt werden ſollen.
Die deutſche Regierung habe beſchloſſen, ſechs
Arbeitneh=
mervertreter in den Ausſchuß zu berufen. Dieſe ſollen
Mit=
glieder des Plenums ſein, das ſich vermutlich in eine Reihe
ein=
zelner Arbeitsausſchüſſe aufteilen wird. Auf Vorſchlag des
Bun=
desvorſtandes wurden als die zwei vom ADGB. zu benennenden
Arbeitnehmervertreter Willi Eggert und Fritz Tarnow beſtimmt.
In einer von etwa 3000 Perſonen beſuchten Kundgebung in
Breslau wurde geſtern abend nach Referaten der aus der
S.P.D. ausgeſchloſſenen Reichstagsabgeordneten Ziegler und
Seydewitz die „Sozialiſtiſche Arbeiterpartei
Deutſchlands” gegründet.
Die heſſiſche Nokverordnung
und die heſſiſchen Beamken.
Von
Studienrat Holzhäuſer, Worms.
Als vor ungefähr einem Monat die erſten Nachrichten über
Notverordnungsmaßnahmen Bayerns und Preußens durch die
Preſſe gingen, überſchrieb eine heſſiſche Zeitung eine dieſer
Mel=
dungen mit der Schlagzeile „Wo bleibt Heſſen?”. Aus der Frage
klang die Beſorgnis der Schriftleitung, Heſſen könne die durch
die Verordnung des Reichspräſidenten vom 25. Auguſt den
Ländern übertragene Ermächtigung, alle Maßnahmen zur
Ord=
nung ihrer Haushalte im Verordnungswege vorzuſchreiben,
un=
benutzt laſſen. Eine Rückſprache mit heſſ. Beamten hätte dieſe Sorgen
der Schriftleitung zerſtreuen können. Der heſſ. Beamte wußte,
wie grundlos die Befürchtung war, die heſſiſche Regierung möge,
was die Einſparungen an perſönlichen Ausgaben anbelange, zu
wenig tun; er wußte, daß vielmehr die Gefahr vorlag, daß ſie
in dieſer Hinſicht wiederum eher zu viel tue. Er brauchte nur
zurückzublicken auf die ununterbrochene Kette von
Zurück=
ſetzungen, die ihm als heſſiſchen Beamten in den letzten Jahren
gegenüber den Beamten anderer Länder und des Reichs
wider=
fahren waren, er brauchte ſich nur zu erinnern an die Stationen
ſeines Leidensweges, von der Vorenthaltung der
Weihnachts=
beihilfe bis zur Kürzung der Kinderzulagen und der
Anwärter=
bezüge, um Urſache genug zu haben, mit banger Sorge der
Be=
kanntgabe der Entſchlüſſe der heſſiſchen Regierung
entgegen=
zuſehen.
So war die heſſiſche Beamtenſchaft auf Schlimmes, ja auf
Schlimmſtes gefaßt. Und doch hat die heſſiſche Notverordnung
vom 21. September alle Befürchtungen noch weit übertroffen.
Daß ein ſolcher Hagel von Gehaltskürzungen und
Rechtsbeſchnei=
dungen über die heſſiſche Beamtenſchaft niedergehen werde, haben
ſelbſt die durch bittere Erfahrungen gewitzigen Peſſimiſten unter
den heſſiſchen Beamten nicht erwartet.
Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Beſtimmungen
der hefſiſchen Notverordnung ſtellte einer der Führer der
heſ=
ſiſchen Beamtenbewegung in dieſer Zeitung feſt, daß die
heſ=
ſiſche Notverordnung die „Maßnahmen anderer Länder
aufein=
anderhäufe und neue hinzufüge, ſo daß Heſſen wieder einmal
an der Spitze marſchiere. Bei der Bekanntgabe der
Notver=
ordnung an die Preſſevertreter wandte ſich der heſſiſche
Finanz=
miniſter gegen dieſe Auffaſſung, indem er ſie als nicht völlig
und überall zutreffend bezeichnete.
Wie liegen die Dinge? Es iſt eine unwiderlegliche Tatſache,
daß die heſſiſche Notverordnung, indem ſie neben den ſchon vom
Reich angeordneten Kürzungen erſtens die Gehälter aller
Be=
amten um weitere 5 Prozent kürzt, und zweitens den kinderlos
verheirateten und den ledigen Beamten außerdem zuſätzliche
Kürzungen von 3 Prozent und 5 Prozent auferlegt, die
Maß=
nahmen Badens und Bayerns addiert. Neuerdings hat ſich
Württemberg dem heſſiſchen Vorbild der Kumulierung einer
all=
gemeinen und einer zuſätzlichen Kürzung angeſchloſſen, wobei es
aber bei der Kürzung der Bezüge der Kinderloſen und Ledigen
um 1 Prozent bzw. 3 Prozent unter den heſſiſchen Sätzen bleibt,
Was das Maß der Kürzungen anbelangt, ſteht alſo Heſſen auch
heute noch unbeſtreitbar an der Spitze.
Auch die vor kurzem veröffentlichte ſächſiſche Notverordnung
berbindet mit einer allgemeinen Kürzung der Gehälter eine
zu=
ſätzliche Kürzung für Kinderloſe und Ledige. Aber der
Ver=
gleich mit der ſächſiſchen Verordnung offenbart eine weitere
Härte der heſſiſchen Regelung. In der ſächſiſchen Verordnung
wird ausdrücklich beſtimmt, daß die verſchiedenen Kürzungen,
die das Beamtengehalt erleidet, 9 Prozent nicht überſteigen
dürfen. Der Betrag, um den die nach den Beſtimmungen der
Verordnung ſich errechnenden Kürzungen dieſe Höchſtgrenze
über=
ſchreiten, wird dem ſächſiſchen Beamten bis auf weiteres als
perſönliche Ausgleichszulage gezahlt. Auch die preußiſche und
die mecklenburgiſche Notverordnung ſieht eine ähnliche
Aus=
gleichszulage vor. Heſſen hat keine derartige Schutzbeſtimmung
und legt jedem Beamten die unverminderte Laſt der verfügten
Kürzungen mit ſofortiger Wirkung vom 1. Oktober ab auf. Auch
in dieſer Hinſicht ſchießt alſo Heſſen den Vogel ab.
Die Maßnahme der Unterbindung des Aufrückens
inner=
halb der Beſoldungsgruppe findet ſich in allen bisher von den
Ländern erlaſſenen Notverordnungen. Die Zeitſpanne, für die
die Sperre verfügt wird, iſt in den einzelnen Ländern
ver=
ſchieden. Man muß der heſſiſchen Regierung zugeſtehen, daß ſie
dieſe Zeitſpanne mit 1 Jahr ſo gering wie möglich bemeſſen hat.
Wirklich fühlbar und lobenzwert wird dieſe Schonung aber erſt,
wenn nach Ablauf dieſes Jahres tatſächlich die Rückkehr zu dem
den Beamten rechtlich zuſtehenden Modus des Aufrückens erfolgt.
Die Aufrückungsſperre iſt diejenige Beſtimmung der
Not=
verordnung, gegen die ſich ganz beſonders der Widerſpruch der
Beamtenſchaft richtet. Das Recht des Aufrückens ergibt ſich aus
der in verſchiedenen höchſten Gerichtsentſcheidungen
niedergeleg=
ten Definition des Beamtengehalts als eines Unterhalts für
den Beamten und ſeine Familie. Die Differenzierung von
An=
fangs= und Endgehalt und das ſtufenweiſe Aufrücken von einem
zum anderen ſind untrennnbar mit dem Weſen des
Beamten=
gehalts verbunden. Es erſcheint zum mindeſten zweifelhaft, ob
die durch die Verordnung des Reichspräſidenten den Ländern
übertragene Vollmacht die Beſchneidung dieſes Rechtsanſpruches
ſanktioniert. Die höhere Beamtenſchaft Preußens hat die
Er=
klärung abgegeben, daß ſie ſich vor ihrem Gewiſſen verpflichtet
fühlt, die Rechtsgültigkeit der Sperre durch die Inſtanzen des
Rechts nachprüfen zu laſſen. Der Landesverband der höheren
Beamten Heſſens hat denſelben Beſchluß gefaßt. Es bleibt der
höheren Beamtenſchaft, wenn ſie ſchon ſtarke Zweifel an der
Rechtsgültigkeit der Aufrückungsſperre hegt, trotz aller
Hem=
mungen kein anderer Ausweg, weil ſie, deren dienſtliche
Tätig=
keit ganz beſonders auf dem feſten Bewußtſein der
unantaſt=
baren Gültigkeit des Rechts beruht, dieſes Rechtsbewußtſein vor
jeder Erſchütterung bewahren muß, möge ſie kommen, woher ſie
wolle.
Zu den aus dem Weſen des Beamtengehaltes abzuleitenden
Rechtsanſprüchen des Beamten gehört auch die Vorauszahlung
des Gehaltes. Die heſſiſche Notverordnung erſetzt als einzige
aller deutſchen Notverordnungen die Vorauszahlung durch die
Nachzahlung und fügt damit den heſſiſchen Beamten eine
neue und recht empfindliche Schädigung zu. Kein anderes Land
Seite 2
Samstag, den 3. Oktober 1931
Nummer 274
iſt dieſem Beiſpiel Heſſens gefolgt. Der heſſiſche Finanzminiſter
hat in der Preſſekonferenz am 21. September die Wirkungen
dieſer Neuerung allzu euphemiſtiſch dargeſtellt, indem er ſagte,
daß dadurch „dem Beamten auf die Dauer ſeines
Dienſtverhält=
niſſes nichts verloren gehe‟. An der Tatſache läßt ſich doch
nicht rütteln, daß der Uebergang von der Vorauszahlung zur
Nachzahlung für den Augenblick ſich als neue Gehaltskürzung
auswirkt. Wenn die Zahlungstermine des Beamtengehalts 10
Monate lang um 33 Tage auseinanderliegen, dann erhält der
Beamte eben für 330 Tage nicht 11, ſondern nur 10
Monats=
gehalte; er erleidet alſo tatſächlich in 11 Monaten den Verluſt
eines Monatsgehaltes. Den Beamtenvertretern gegenüber hat
auch der Finanzminiſter zugegeben, daß dieſe Maßnahme einem
10= bis 12prozentigen Gehaltsabzug gleichkomme. Den durch die
Aenderung der Auszahlungsweiſe bedingten Schaden muß man
mit in Rechnung ſtellen, wenn man die Geſamteinbuße ermitteln
will, die der heſſiſche Beamte durch die heſſiſche Notverordnung
erleidet. Zieht man dann den Vergleich mit den anderen
Län=
dern, dann wird wohl niemand im Ernſte die Behauptung von
der „führenden Stellung” Heſſens als übertrieben hinſtellen
dürfen.
Nun hat aber der Finanzminiſter vor den Preſſevertretern
darauf hingewieſen, daß die anderen Länder bisher nur einen
erſten Schritt zur Sanierung ihrer Finanzen getan hätten und
bald mit neuen Einſparungen hervortreten müßten. Und
tat=
ſächlich ſcheint ja die Art der Bekanntgabe der württembergiſchen
Notverordnung dem Finanzminiſter recht zu geben, weil in ihrem
Schlußſatz eine neue Kürzung der Beamtengehälter in
abſeh=
barer Zeit angekündigt iſt. Dem Hinweis des Finanzminiſters
käme aber doch nur dann ſtichhaltige Bedeutung zu, wenn die
heſſiſche Regierung die Zuſicherung geben könnte, daß Heſſen mit
den Maßnahmen der drei Notverordnungen ſeiner finanziellen
Schwierigkeiten ein für alle Mal Herr geworden ſei. Und hier
ſtehen wir vor der deprimierenden pſychologiſchen Wirkung der
Notverordnung: Ein ungeheures Maß von Opfern laſtet die
Re=
gierung ihren Beamten auf. Der Beamte würde alle
Einſchrän=
kungen williger auf ſich nehmen, wenn er die Gewißheit haben
könnte, daß ſein Märtyrertum den Staat aus der Bedrängnis
errette. Dumpfe Erbitterung muß aber die Folge ſein, wenn
die Fruchtloſigkeit eines Opfers in demſelben Augenblick ſchon
klar iſt, in dem es verlangt wird.
Denn nicht von der Herabſetzung der Bezüge ſeiner Beamten
hängt die Rettung des heſſiſchen Staates ab. Ja, die Kürzung
der Beamtenbezüge wird die Not des Staates nicht nur nicht
lindern, ſondern ſie durch Vermehrung der wirtſchaftlichen
De=
preſſion noch vergrößern. Wenn der Finanzminiſter erklärt, daß
Heſſen die letzten Urſachen der finanziellen Schwierigkeiten nicht
beſeitigen könne, ſo ſtimmt dieſe Feſtſtellung wohl, ſoweit mit
ihr die allgemeine wirtſchaftliche Kriſe gemeint iſt. Es gibt aber
eine Reihe von anderen Urſachen der finanziellen
Schwierig=
keiten Heſſens, Urſachen, deren Beſeitigung eine der dringlichſten
Aufgaben der Regierung ſein ſollte. Zu dieſen großen
Auf=
gaben gehört die energiſche Durchführung der
Verwaltungs=
reform, gehört vor allem die kritiſche Sichtung der
Staatsauf=
gaben, wobei an all den Poſten, wo der Staat in der
Nachkriegs=
zeit Aufgaben neu übernommen hat oder wo eine auffallende
und ſachlich nicht gerechtfertigte Ausweitung zu verzeichnen iſt,
ernſthaft und frei von hemmenden Bindungen irgendwelcher
Art die Frage zu prüfen wäre, ob die Uebernahme und
beſon=
ders pflegliche Behandlung dieſer Aufgaben ſich mit dem
Spar=
zwang einer beiſpielloſen Notzeit noch weiter vereinbaren läßt.
Und drittens müßte endlich die in der letzten Zeit ſo oft
er=
hobene Forderung auf Beſeitigung des ungünſtigen inneren
Finanzausgleichs erfüllt werden, der nach den eigenen Angaben
des Finanzminiſters den heſſiſchen Staat mit nicht weniger
als 9 Millionen Mark jährlich belaſtet. Solange dieſe Aufgaben
nicht gelöſt ſind, werden allerdings alle Sanierungsmaßnahmen
in Heſſen nur an den Symptomen herumkurieren. —
Der Beamte, der das Réſumé lieſt, mit dem der heſſiſche
Finanzminiſter am 21. September den Preſſevertretern einen
Ueberblick über die heſſiſche Notverordnung gab, kann dem
Finanzminiſter einen Vorwurf nicht erſparen. Ihm gegenüber
befanden ſich an jenem Tage die Abgeſandten derjenigen
Zei=
tungen, die bemüht ſind, gerecht und objektiv Arbeit und
Ein=
kommen des Beamten zu bewerten, daneben wohl aber auch die
Vertreter anderer Zeitungen, in deren Spalten gern und häufig
das Schlagwort von den „hohen” Beamtengehältern propagiert
wird. Nun hat wohl der Finanzminiſter vor dieſer
Verſamm=
lung von dem „im Intereſſe der Beamten zu bedauernden
Ein=
griff” und von den „in der heſſiſchen Notverordnung der
heſ=
ſiſchen Beamtenſchaft auferlegten Opfern” geſprochen. Wenn
dieſe Feſtſtellungen ebenſo kühl und wenig nachdrücklich getroffen
wurden, wie ſie aus dem in allen Zeitungen gleichlautend
ver=
öffentlichten Text klingen, dann hat der Finanzminiſter den
pſychologiſchen Augenblick zur Ehrenrettung des ſo viel und ſo
unrecht geſchmähten Beamtentums unbenutzt vorübergehen laſſen.
Die Beamtenſchaft hätte erwarten dürfen, daß gerade vor dieſem
Gremium und bei dieſem Anlaß ein beſonders eindringlicher
Appell an die Anweſenden ergangen wäre, die Schwere der
Laſten, die dem Beamten ſchon aufgebürdet worden ſeien und
erneut aufgebürdet werden müßten, gerecht zu würdigen und
dafür Sorge zu tragen, daß auch den nichtbeamteten Kreiſen
unſeres Volkes endlich die Augen dafür geöffnet würden, in
welchem Maße der Beamtenſtand dem Staat und damit der
Geſamtheit Opfer bringen müſſe. Ein geſchicktes und offenes
Wort hätte der erbitternden Beamtenhetze Einhalt gebieten
können und wäre der dankbarſten Aufnahme durch die
Beamten=
ſchaft ſicher geweſen. Es iſt nicht geſprochen worden, die
Ge=
legenheit iſt verpaßt.
Uns wird geſchrieben:
a. Die heſſiſche Notverordnung bringt innerhalb Jahresfriſt
die dritte Kürzung der Beamtenbezüge, obwohl die
Beamten=
gehalte noch lange nicht wie andere Entlohnungen der
Geldent=
wertung entſprechend heraufgeſetzt waren. Die vernichtende
Aus=
wirkung dieſer Notverordnung auf die Beamtenhaushalte geht
nun aus dem Preſſeauszug nicht ſo ohne weiteres hervor. Es wird
eigentlich nur berichtet, daß der Staat Heſſen im laufenden
Rech=
nungsjahre 4,5, im kommenden Rechnungsjahre etwa 6,5 Millionen
erſparen will. Wie das Opfer ausſieht, das die dritte
Notverord=
nung der Beamtenſchaft zu der bisherigen Kürzung von 12 v. H.
auferlegt, das wollen die nachfolgenden Zeilen ebenſoklar
heraus=
ſtellen.
Die Notverordnung bringt zunächſt eine 5prozentige
Kürzung des Gehaltes bei Wahrung einer Freigrenze
von 1500 Mark. Die Freigrenze iſt aber nur ſcheinbar eine
weſent=
liche Abſchwächung der 5 v. H., nämlich nur dann, wenn man
überſieht, daß auch das Wohnungsgeld wieder um dieſen
Hundertſatz gekürzt wird. Eine Einſparung an dieſem Poſten des
Haushalts (Wohnungsmiete) iſt den Beamten unter den
gegen=
wärtigen Verhältniſſen aber nicht möglich. Wer von uns kann
von „heute auf morgen” in eine kleinere Wohnung umziehen?
Die Miete iſt und bleibt ſtarr. Eine Senkung durch Senkung der
Hauszinsſteuer ſteht noch in weiter Ferne. Sie ſoll, wie man
lieſt, am 1. April 1932 eintreten wenn man es ſich bis dahin nicht
wieder anders überlegt hat. Was heute der Beamte auf das
ge=
kürzte Wohnungsgeld legen muß, das gleicht die Vergünſtigung,
die in der Freigrenze von 1500 Mark liegt, gewiß wieder aus.
Es iſt deshalb die Tatſache feſtzuſtellen, daß das
Beamten=
gehalt um weitere volle 5 v. H. gekürzt iſt! Nur die
Polizeibeamten bis zum Hauptmann aufwärts machen eine
Aus=
nahme, und ſie ſollen darum nicht beneidet ſein!
Wie ſteht es um die „Stillhaltemaßnahme”, die
Sperre des Aufrückens in höhere Gehaltsſtufen? Die
Oeffentlich=
keit mag vielleicht urteilen, heute ſei niemand berechtigt, eine
Er=
höhung ſeines Einkommens zu erwarten. Sie wird dann ſo
ur=
teilen, wenn ſie nicht weiß, daß das Gehalt des Beamten der
Unterhalt für ihn und ſeine Familie ſein ſoll, wie das
Reichs=
gericht ſtändig entſcheidet. Es iſt deshalb das Endgehalt etwa
das Doppelte des Anfangsgehaltes. Die Oeffentlichkeit weiß auch
ſelten, daß das Endgehalt, alſo die volle Rente, für die Familie
des Beamten, ſehr oft nach dem 50. Lebensjahr, zum Teil erſt im
55. und 56. Lebensjahre erreicht wird. Es beſteht heute ſogar die
Gefahr, daß manche Beamten dieſes Höchſtgehalt überhaupt nicht
erlangen werden, denn auf die gegenwärtige Sperre im
Auf=
rücken kann ſehr leicht eine weitere und dauernde folgen. Der
Handarbeiter und der Geſchäftsmann werden es ſehr merkwürdig
finden, daß ein Mann von 40 Jahren, der alſo im Vollbeſitz
ſei=
ner Arbeitskraft iſt, nicht ſein volles Arbeitseinkommen hat, daß
ein Mann von faſt 50 Jahren noch volle 800 Mark oder mehr von
ſeinem vollen Einkommen entfernt ſein kann. Es iſt aber in der
Beſoldungsordnung der Beamten nun einmal ſo. Die Sperre im
Aufrücken enthält dem Beamten in mittleren Jahren einen Teil
der Unterhaltsrente vor, der ihm unter anderen Umſtänden
gewor=
den wäre. Was macht aber nun der Ausfall durch die Sperre
dem betroffenen Beamten aus? Im Durchſchnitt einen Betrag von
200 Mark im Jahr, die bei dem durchſchnittlichen Jahresgehalt
des mittleren Beamten weitere 5 v. H. Kürzung bedeuten. Bei
den oberen und unteren Beamten liegen die Verhältniſſe ähnlich.
Die KürzungausWohnungsgeld
undAufrückungs=
ſperre beträgt damit tatſächlich bereits 10 v. H.
Die dritte und empfindlichſte Kürzung liegt aber in der
Be=
ſtimmung verborgen, daß die Gehalte künftig nicht im
vor=
aus, ſondern nachbezahlt werden. Gewiß, man kann ſagen,
die vorausbezahlten Gehalte ſeien vorgegeſſenes Brot, und man
kann ſich darüber unterhalten, ob es ratſam ſei, die
Vorauszah=
lung beizubehalten. Niemand würde heute dazu raten, ſie
ein=
zuführen. Ihre heutige Aufhebung aber iſt, das muß klar und
deutlich geſagt werden, weiter nichts, als eine weitere und
empfindliche Kürzung. Bisher bekam der Beamte vom Tage
ſeiner endgültigen Anſtellung an ſeine Unterhaltsrente im
vor=
aus, und zwar am Monatserſten, damit er mit dieſem Betrage
wirtſchaften konnte. Das war nicht mehr als logiſch. Nun kommt
man in Heſſen auf den eigenartigen Gedanken, die Beamten
in=
nerhalb eines Zeitraumes von elf Monaten um weitere 9 v. H.
zu kürzen, und zwar in der ausgeklügelten Form, daß man den
Beamten das Monatsgehalt 10 mal für je 33 Tage zahlt, ſo daß
man in 330 Tagen nicht elf, ſondern nur 10 Monatsgehalte reicht.
Dabei erklärt man, der Beamte erhalte in ſeinen Geſamtabzügen
auf Lebenszeit nicht weniger. Das ſtimmt! In 11 Monaten fällt
aber ein Monatsgehalt aus. Das ſtimmt auch und iſt eine
Kür=
zung um ein Elftel der Bezüge für dieſe 11 Monate oder rund
9 v. H. Wer klarer denken kann, beweiſe das Gegenteil! So ſind
die Beamten durch die heſſiſche Notverordnung tatſächlich um
ins=
geſamt 19 v. H. gekürzt!.
Und weiter geht der Zug! Die Kinderloſen kürzt man
um weitere 3, alſo insgeſamt 22. die Ledigen nochmals um 5.
zuſammen 24 v. H. Dazu kommt die 12prozentige Kürzung durch
die bisherigen Notverordnungen. Alle drei Notverordnungen
bringen demnach den Familien 31 v. H., den Kinderloſen 34 und
den Ledigen 36 v. H. Kürzung! Wer nun ein Kind in der
Be=
rufsausbildung hat, dem iſt in Heſſen auch noch der Kinderzuſchlag
entzogen, ſobald das Kind 21 Jahre alt iſt, und das bedeutet
wei=
tere 5 v. H., ſo daß eine ſolche Familie auch um 36 v. H. gekürzt iſt.
Mit letzterer Maßnahme ſteht Heſſen einzig im Reiche da und
auch die dritte Notverordnung iſt bis jetzt ohne Beiſpiel. Welche
Opfer muß der heſſiſche Beamte ſeinem kleinen Vaterlande brin
gen! Sind Regierung und Volk ſich auch darüber klar, in welche
ſeeliſche Verfaſſung ſolche Maßnahmen den Beamten verſetzen?
Reich und Länder befinden ſich gewiß in furchtbaren Nöten.
Das ſoll nicht verkannt werden. Die Beamten ſind auch bereit,
ihr Teil zur Rettung des Vaterlandes beizutragen. Wird aber
die jetzige Notverordnung die letzte ſein? Wird am 1. Januan
nicht eine weitere kommen? Die Beamtenſchaft läßt ſich in Opfern
für das Vaterland von niemand übertreffen. Die Opfer aber ſind
und werden unerträglich, wenn es der Regierung nicht gelingt/
die Preiſe und auch die Löhne der Handarbeiter abzul
bauen. Gerade die Löhne der Handarbeiter beſtimmen doch diel
Preiſe der Gebrauchsgegenſtände! Der Preis des verarbeiteten
Stoffes und der Arbeitslohn ergeben den Erzeugerpreis! Wie nuzdM
kürzlich auf dem Kongreß der freien Gewerkſchaften in Frankfurn
(1. September) feſtgeſtellt wurde, ſteht der Lohn des Handarbei
ters, trotz des Abbaues, erſt wieder auf der Höhe von 1928. Di
Beamtengehalte ſind aber ſeit 1927 nicht mehr geſtiegen! Wasſentn
damals (1927) zugeſtanden wurde, iſt heute längſt wieder abgeſei
baut. Gegen die beiden Mächte, die die Preiſe und die Löhngoloſſ
maßgebend beeinfluſſen, kommen die Berufsvereine der Beamtenſoynſerva
das hat ſich alljährlich unwiderleglich gezeigt, nicht mehr au
Sie ſtehen immer vor vollendeten Tatſachen. Es iſt eine ernſtetine
Zeit für das deutſche Berufsbeamtentum angebrochen, und in dieherels
ſer Zeit der gewaltigen Not gilt es zu prüfen, ob die gegenwärf
tige Taktik des Berufsbeamtentums zeitentſprechend iſt.
Es iſt gar kein Zweifel, daß die „Gehaltsfront” der
Beamtenfäl=
ſchaft in ihrer geſamten Ausdehnung nicht mehr zu halten iſt. Dieſeſochu!
Notverordnungen beweiſen es. Das ſollte die Beamten veranßeorge
laſſen, die Front ihrer Bezüge „elaſtiſch” zu verteidigen, wie man
gent
das auch im Weltkriege tat. Die Stellung, die geräumt werdenſſle
kann. muß mit aller Zähigkeit verteidigt werden! Bisher waſſucge
die Einſtellung der Beamtenſchaft ſo, daß ſie die Dinge an ſichſiberalen,
herankommen ließ und ablehnte, ohne Vorſchläge zu machen, welFimuel,
cher „Stellungsabſchnitt” aufgegeben werden könne. Da vorausho Lord
ſichtlich weiterer Abbau droht, iſt eine Umſtellung in der Taktiſirung
notwendig! Elaſtiſche Verteidigung im Stellungspoen ſol
kriege der Beamtenſchaft! Das ſei künftig die Loſung
Welcher Stellungsabſchnitt muß unter allen Umſtänden, geſot mit
halten werden, welcher kann unter dem Drucke der gegenwärtigerß, um
Not geräumt werden? Der wichtigſte Stellungsabſchnitt iſt von
den Familien und Familienvätern bezogen. Es iſt ſchon oben aushicſe.
geführt worden, daß man auch das Wohnungsgeld weiter beſtihi
ſchnitten hat. Die Wohnungsmiete aber iſt noch ſtarr, und es iſpusdrud
dem Familienvater in der Zeit der Wohnungsnot unmöglich, vorßyſte
heute auf morgen in eine kleinere Wohnung zu flüchten, davorbi
ganz zu ſchweigen, daß er mit ſeinen Kindern dort wahrſcheinlicFmi
auch nicht Platz hätte. Es hätte deshalb das Wohnungsgeld der
„Normalfamilien”", der Familien mit drei oder mehr Kindern
die nicht einem Geſchlechte angehören, überhaupt und
niemal=
gekürzt werden dürfen. Das Wohnungsgeld iſt eben ſtarrche ten in
Front und müßte in der Weiſe „elaſtiſch” werden, daß dernrmmehr
größeren Familie auch ein größeres Wohnungsgeld gehört, denrFe rmel
es ſoll doch die Beſchaffung des Wohnraumes für eine Familicho
möglich machen. Der und die endgültig angeſtellte Ledige
be=
ziehen eben 78 v. H. des Wohnungsgeldes eines Verheiratetenshſon
Mir der ſtärkeren Kürzung der Ledigen hat man diesmal ſozialen
Geſichtspunkten Rechnung getragen, das muß jedermann, auch weßi
Herb=
davon betroffen iſt, anerkennen. Zwiſchen den Ledigen und dera= eng
Normalfamilien könnten die Kinderloſen und die Familien mi
einem Kinde und zwei Kindern auch bezüglich des Wohnungs;
geldes richtig eingeſtuft werden. Das wäre eine Maßnahme, die
no
den Beifall aller Frauen und Mütter finden müßte!
Zweitens müßte künftig, ſollte eine weitere Kürzung notwenMiweloat
dig werden, der Unterſchied in den Bedürfniſſen der Ledigen und: Mitte
der Verheirateten, der Kinderloſen und der Familien mit KinAieitsſitzu
dern, nicht einem Kinde, noch ſchärfer herausgearbeitet werdenſmgten
Die jetzige Art der Kürzung trägt dieſem Geſichtspunkte, das ſolne dlich ſei
auch anerkannt werden, auch Rechnung, kann und ſoll aber nu.
ein vielverſprechender Anfang ſein. Die Not ſitzt in der
Familien! Die Familie iſt am Ende ihrer Kraft! Hier kaun
kein Grabenſtück mehr aufgegeben werden! Wenn man bedentt;
daß vor dem Weltkriege die Beſoldung der Ledigen, damals aller
dings meiſt weibliche. 80 v. H. derjenigen der Familienväter
be=
trugen, ſo kann man nicht behaupten, daß die Beamtenſchaft in
dieſem Punkte nicht nachgeben könnte. Es iſt geradezu Pflich; am Dor
der Beamtenſchaft und der Familienväter, dieſes Grabenſtüch
elaſtiſch zu verteidigen und es zuerſt aufzugeben, wenn etwas zuMleiſen 50
rückgenommen werden muß. Die Familie hat bisher genug gePisslament
blutet. Es muß ein anderes Grabenſtück zuerſt geräumt werdenBrrüuch d
und nur der kann jetzt noch ſchweigen, der in der Familie mi
Kindern nicht das Bollwerk des Staates und des Volkes ſiehtlung durch
der lieber die Familie leiden läßt, als daß er einen Grundſatzutſchieder
aufgibt oder verleugnet. Wer will heute noch die Auffaſſung ver
reten, in dieſer Zeit der ſchweren Not könne der Ledige nur ſo
wie der Familienvater (mit Kindern) gekürzt werden?
Wer ablehnt, der hat auch die Pflicht. Wege zu neuen Zielenl. 30.M
Fimmert
zu weiſen.
F1 Arbeit
Auf den Zechen des Ruhrbergbaues flaut die Zahl desorem nal
Streikenden ab. So fehlten in der Mittagſchicht 1783 oder
3 Prozent der Belegſchaft gegen 3740 oder 6,29 Prozent in deul Sialford
geſtrigen Schicht.
M Tauſend
Die Nummer 40 der Wochenſchrift „Ludendorffs Volk Immer wie
warte” vom 4. Oktober wurde polizeilich beſchlagnahm
und eingezogen, da die Ausführungen des Artikels „Erlöſung voylwen Vor=
Jeſu Chriſto” die religiöſen Gefühle eines großen Teils der Beulalten
völkerung gröblich verletzten und daher geeignet ſeien, die öffent
liche Sicherheit und Ordnung zu gefährden.
Wegen der Erſparnismaßnahmen der Stadt Berlin. — Mütter
ſtehen Streikpoſten. — Ein Lehrer nimmt Abſchied.
Von Rudolf Hefter.
Zum wiederholten Male in den letzten Jahren erlebt Berlin
jetzt einen Schulſtreik größeren Ausmaßes. Diesmal ſind der
Lehrerabbau und die Erſparnismaßnahmen des Magiſtrats
Ber=
lin die Urſache. In zwei der größten Berliner Schulen ſind
ins=
geſamt 1200 Schulkinder nicht zum Schulbeſuch erſchienen.
Solch ein Schulſtreik bietet ein ungewohntes Bild. Vor den
betroffenen Schulen ſtehen Streikpoſten in Geſtalt wehrhafter
Mütter. Vor den Eingängen ſelbſt Schupos, die die ſchulwilligen
Kinder zu ſchützen und Ausſchreitungen zu verhüten haben. Es
iſt eine nicht gerade ſehr idylliſche Szenerie. Mütter und Schupos
meſſen ſich mit feindſeligen Blicken. Hinter den Toren gähnen
die Lehrer, die nichts zu tun haben. Es haben zwar einzelne
Lehrer den Verſuch gemacht, das gewohnte Schauſpiel auch mit
drei und noch weniger Kindern fortzuſetzen, aber beide Teile
hat=
ten anſcheinend nicht genügend Einbildungskraft, um dieſe
Illuſion lange aufrecht zu erhalten. Es blieb alſo nichts übrig,
als die „Arbeitswilligen” ebenfalls nach Hauſe zu ſchicken. Die
haben nun den größten Nutzen vom Streik der andern. Sie
brauchen nicht in die Schule zu gehen und beſtrafen kann man
ſie deswegen erſt recht nicht. Denn ſie haben ſich ja „zur Arbeit”
gemeldet.
„Na, wohin denn man?” wird ein kleiner Junge angerufen,
der mit ſeinem Ranzen eiligſt dem vertrauten Gebäude zuſtrebt.
„In welche Klaſſe gehſte denn? Wat willſte denn da? Türme
man, du kleiner Ziehbengel, hier wird feſte geſtreikt. Schönen
Gruß an Muttern!“
Der Kleine hört ſich das ratlos mit an und blinzelt
furcht=
ſam vom Schupo zu der handfeſten Frau, die ihn nach Hauſe
ſchicken will.
„Aba, wenn ick nu nach Hauſe komme, vahaut man mir . . ."
„Wat’n, watn. Wer will dir vahauen. Schick mal deine
Mutter her. Weeß die denn nich, wat hier los iſt? Ihr lebt
wohl auf dem Mond?”
Nun iſt der Schupo aufmerkſam geworden und tritt näher.
„Willſt du hier in die Schule gehen, Junge?”
In des Jungen Geſicht ſteht die vollendete Ratloſigkeit. Hat
ſich denn ſeit Nacht die Welt verändert? Er muß doch in die
Schule gehen. Und nun will man ihn daran verhindern?”
„Geh mal rein,” rät ihm der Schupo, „und melde dich bei
deinem Lehrer.”
Freudeſtrahlend zieht der Junge ab. Der mütterliche
Streik=
poſten wirft dem Schupo einen giftigen Blick zu. Aber der
beach=
tet ſie gar nicht.
Auf der gegenüberliegenden Seite haben ſich ein paar
Dutzend feiernde Schulkinder aufgeſtellt und debattieren über den
Streik, der ja eigentlich ein Streik ihrer Mütter iſt. Die Lage
wird von rein ſportlichen Geſichtspunkten aus geſehen. Ganz
ſachlich wird der Gedanke erwogen, ob es wohl zwiſchen Schupo
und Streikpoſten zum „Kampf” kommen werde. Wenn ein Lehrer
beim Eingangstor erſcheint, verkrümeln ſie ſich ein bißchen. Ein
wenig peinlich iſt die Sache ja doch. Oefters tritt einer der
älte=
ren Lehrer vor das Haus und verſucht den ſtreikenden Müttern
gütlich zuzureden. Die ſchütteln aber den Kopf. Zum hundertſten
Male werden die Gründe dieſes Streikes dargelegt. Es hat
aber keinen Sinn, hier den Vermittler ſpielen zu wollen. Eine
Einladung, zum Rektor zu kommen, wird abgelehnt. Zuvor
möchten die Erſparnismaßnahmen und der Lehrerabbau
rück=
gängig gemacht werden; wird verlangt.
Und dann geht die Türe auf und einer jener jungen Lehrer,
die von heut auf morgen auf die Straße geſetzt worden ſind,
erſcheint. Er grüßt die Mütter, die er faſt alle kennt, und
blin=
zelt dann hinüber auf die andere Seite, wo plötzlich wieder
Schweigen und Verlegenheit herrſcht. Das ſind alles ſeine
Schü=
ler, die er verlaſſen muß, und nun kann er nicht einmal richtig
Abſchied von ihnen nehmen wegen dieſes dummen Streiks. Er
zögert eine Sekunde, dann geht er entſchloſſen über die Straße
und auf die Jungens zu, die ſich erſchrocken zuſammendrängen.
Er lächelt ſie aber nur an, gibt ihnen die Hand und nennt ſie
beim Vornamen. Die kleine Schar lebt im Nu auf und
um=
ringt ihn.
„Herr Lehrer, Herr Lehrer, Herr Lehrer
Dem Lehrer iſt aber plötzlich etwas ins Auge gekommen,
denn er reibt heftig daran. Aber er reißt ſich gleich wieder
zu=
ſammen.
„Nun geht aber nach Hauſe, Jungens und ſteht da nicht
un=
nütz auf der Straße herum. Davon wird die Sache auch nicht
beſſer. Auf Wiederſehen alſo, vielleicht ſehen wir uns im nächſten
Jahre wieder.”
Und dann gibt der arbeitsloſe Lehrer den Kindern die Hand
und geht ſchnell weiter. Der Schupo vor dem Schuleingang
gähnt, er ſteht nun ſchon zwei Stunden hier und die mütterlichen
Streikpoſten beraten eben, ob man nun ebenfalls nach Hauſe
gehen ſoll.
Nur dis Kinder ſind plötzlich nicht mehr da.
Es wird wieder handgearbeitel.
Ein Zeichen der Zeit, aber eins, das ausnahmsweiſe hoch
erfreulich iſt: die Luſt am Handarbeiten nimmt zu
Kommt das daher, daß die Mode durch mannigfache Verwendung
von Stickerei uſw. neues Feld für die Handarbeit geſchaffen hat
Kommt es daher daß wir durch die Not der Zeit ernſtlicher all”0nut,
bisher auf das Heim, auf das Daheimſein und das Daheimlebe)
verwieſen ſind? Mag es ſo oder ſo ſein; in jedem Falle iſt die neu
Hinneigung zur Handarbeit zu begrüßen. „Handarbeit war vo
jeher ein Stück Heimfreude", ſagt die beliebte Frauen=Kunſt
Zeitſchrift „Stickereien und Spitzen” in ihrem ſoebe
erſchienenen reichilluſtrierten Oktoberheft und ſie war im
mer ein Zeichen dafür, daß Luſt am behauſten Leben da war,
dem man ſich wohl genug fühlte, um in einer freudigen, ſchönn 2e
Arbeit ſich ſelbſt zuvergeſſen — und zugleich zu findenſerrats
Wir haben vielleicht in den letzten Jahren zu eilfertig, zu unbeullsent
ſonnen ins Weite und Breite hinausgelebt, in eine leere Oeffentſteign
lichkeit hinaus, die auf die Dauer nicht halten konnte, was ſie ſtichte
verſprechen ſchien. Dazu kommt, daß jeder mit ſeinen Mittelwigt iſt
haushalten muß. Der Rahmen, in dem wir leben, zieht ſich enge
für uns alle — und ſo wirken verſchiedene Gründe zuſammen, un Der 9
den Menſchen mehr auf ſein eigenes Leben zu ſtellen und jenda,
ſtillere Betätigung zu fördern, die ſich beim Manne als eine vevüt. Bi
tiefte Beſinnlichkeit bei der Frau als ein freudevolles Arbeite Apeld
an jenen Dingen äußert, die zu einem erhöhten Behagen un.
einer feineren Lebensform im Heim beitragen.”
Wie ſchön und weit die Möglichkeiten zu dieſer Betätiguſſt
ſind, zeigt das Oktoberheft von Stickereien und SpitzeIsſt,.
(Verlagsanſtalt Alexander Koch, Darmſtadt. Einzelheft mit
großen Abbildungen 2 RM.) auf eine ſehr überzeugende Weiſe che
Jede Seite dieſes Heftes bringt in klarer, großer Abbildung einſl nach
neue Ueberraſchung. Man ſieht z. B. die Stepp=Arbeit in ung8 Avlan
ahnter Ausdehnung verwendet, an Decken und Teewärmern, a0 Chrie
Kiſſen und Taſchen, und nicht nur in ornamentalen, ſondern aud ?ſ
in figürlichen Muſtern. Daneben auch Stoffbemalung. Ina vot
Kardorff zeigt da bemalte Wandbeſpannungen, bemalte Tiſt
decken, ſtoffbeklebte Pergament=Schirme, die neuartig und höchl
reizvoll in der Wirkung ſind. Beſte „Linie” der Zeit tragen d.
bei aller ſpielenden Laune vornehmen Strandanzüge von Gerd/,
Juliusberg; in den Klöppelſpitzen von Prof. Otto Lang0
lebt klarer guter Handwerksgeiſt, in den Monogrammen vo‟
K. L. Roſenſtock und M. Groſſer geſtaltende Freude. Allſe
regungen in Fülle, für Geſchenkzwecke und für eigenen Gebraußlv
Leichtes für Anfängerinnen, Schwierigeres für geübte Händegel
dazu eine unvergleichliche Geſchmacksſchule durch reiches Anſchall
ungsmaterial — das iſt in „Stickereien und Spitzen”
finden. Keine ſchönheitsliebende Frau ſollte auf die Hilfe veß
zichten, die ihr da geboten wird. Es gibt viele Frauen=Zeſ
ſchriften — aber keine fördert ſo nachdrücklich die geſtaltendn
Kräfte wie die unübertreffliche Zeitſchrift „Stickereien unſ
Spitzen‟ ...!
*
Nummer 274
Samstag, den 3. Oktober 1931
Seite 3
Por Neuwahlen in England.
Macdonald zu Neuwahlen entſchloſſen. — Die Mehrheit der Eiberalen ſchließt ſich Macdonald an.
Differenzen über den Wahlaufruſ.
Parole Hochſchuhzoll!
luflöſung des Unkerhauſes am kommenden Mikkwoch
Die Lage,
Rtwickelt hat,
briſieren: 1. Macdonald iſt jetzt zu Neuwahlen
ent=
ſhloſſen, ſtellt jedoch die Bedingung, daß nicht nur die
EP. London, 2. Oktober.
wie ſie ſich ſeit dem Eingreifen König Georgs
läßt ſich im Augenblick folgendermaßen charak=
ſonſervativen, ſondern auch die große Mehrheit der Liberalen
nſiefartei ſich ſeiner Führung anvertraut; 2. dieſe Bedingung iſt
iehreits im weſentlichen erfüllt.
Nach langwierigen Verhandlungen erklärten die der
Regie=
ing angehörenden liberalen Führer, ſich Maedonalo
anzu=
bließen und entſprechend dem Verlangen der Konſervativen,
„ſoch ungeachtet des heftigen Proteſtes von Lloyd
vie manſe orge, der Abhaltung von Neuwahlen keinen Wid rſtand
verdenſtgegenzuſetzen. Dieſe liberalen Miniſter, die trotz des
Wider=
iSher waſſruchs Lloyd Georges nunmehr zweifellos die Mehrheit der
an ſitſberalen Partei hinter ſich haben werden, ſind Sir Herbert
mmuel, Lord Reading, Sir A. Sinclair, Sir Donald Maclean
i0d Lord Lothian. 3. Die Verhandlungen innerhalb der
Re=
rung um eine Formel, die der erzielten Einigung Ausdruck
ſben ſoll, haben am Donnerstag abend bereits ihren Anfang
mommen. Sitzungen des Geſamtkabinetts wechſelten wieder=
„Mlt mit Sonderberatungen der liberalen Miniſter ab. Als man
aich um Mitternacht auf heute nachmittag vertagte, war dieſe
oben au=hrmel jedoch noch nicht gefunden. Die Hauptdifferenz
weiter beſeht ſich darum, ob der Wahlaufruf des Kabinetts
und es ihlsvrücklich alle Formen des
Hochſchutzzoll=
yſtems als Hauptloſung aufſtellen ſoll (ſo wollen es
Konſervativen) oder ob, wie die Liberalen es wünſchen, die
Enführung etwa notwendigwerdender Zölle nur als eine
indernſ benfrage zur Kriſe erwähnt werden ſolle.
Die Stellung Macdonalds iſt wegen der Meinungsverſchieden=
Uten innerhalb der Liberalen Partei nicht leicht. Es wird
dänrnehr alles davon abhängen, ob es gelingt, die
Einigungs=
ännel bald zu finden. Die Auflöſung des Unterhauſes ſoll
Ledige he unmittelbar nach der Beendigung der außerordentlichen
ſerheirgtetens ſſion am nächſten Mittwoch als ſicher erſcheinen.
al
Nach Verhandlungen der liberalen Parlamentsfraktion, die
5 Herbert Samuel freie Hand in der Neuwahlfrage gab, hielt
I engliſche Kabinett am Freitag nachmittag eine längere Sitzung
Man kann annehmen, daß im Kabinett eine Einigung über
m Wortlaut des Wahlaufrufes erzielt worden iſt. Die
Auf=
ſug des Parlaments wird, wie man allgemein glaubt,
un=
notweymrtelbar nach der Beendigung der Arbeiten im Unterhaus in
Ledigen und Mitte der kommenden Woche erfolgen. Auf der vor der
Ka=
n mit Kiertsſitzung ſtattgefundenen Beſprechung der liberalen Fraktion
tet werderuigte man ſich dahin, daß angeſichts der Lage Neuwahlen
unver=
te, das ſomdlich ſein.
Kommuniſtiſche Ausſchreikungen in Glasgow
hier
und Stalford.
Zu heftigen Kämpfen zwiſchen Polizei und Arbeitsloſen iſt
carn Donnerstag abend in Glasgow gekommen. Dort
demon=
un etwas zrer ten 50 000 Arbeitsloſe in einem großen Park gegen die vom
genug aPrlament beſchloſſene Kürzung der Unterſtützungs=Sätze. Dem
Brſuch der Kundgeber, nach Beendigung der
Rieſenverſamm=
jehſag durch die Straßen der Stadt zu ziehen, ſetzte die Polizei
Grundſhnſchiedenen Widerſtand entgegen und ritt vielfach rückſichtslos
edige nr die Menge hinein.
In mehreren Straßen wurden zahlreiche Schaufenſter zer=
Numert und großer Schaden angerichtet. Der der Unabhängi=
Arbeiter=Partei angehörende Glasgower Abgeordnete Mac
die Zahl Wcoexn nahm an der Kundgebung teil und wurde verhaftet. Auch
t 1763 9
zent in MStalford kam es zu ſchweren Unruhen. Dort verſammelten
ſt Tauſende von Arbeitsloſen vor dem Rathaus und verſuchten
fsVollmur wieder, in das Gebäude einzudringen. Nur dem
ener=
lagnahn
Frlöſung voihem Vorgehen der Polizei gelang es, die Kundgeber
zurück=
eils der Bealten. Dabei gab es zahlreiche Verletzte. — In Briſtol
wur=
in, die öif
gleichfalls große Umzüge von Arbeitsloſen veranſtaltet. Hier
ide aber die Ruhe nicht geſtört.
Anwachſen der Reviſionsbewegung
in Amerika.
Späkeſtens im Frühjahr inkernakionale Beſprechungen
über Reviſion der Kriegsſchulden und Reparakionen.
EP. Waſhington, 2. Oktober.
Ein verſtärkter Druck zugunſten einer Reviſion der
Kriegs=
ſchulden und Reparationen wird, wie die amerikaniſchen Blätter
berichten, zurzeit von führenden internationalen Finanz= und
Ge=
ſchäftsleuten auf die amerikaniſche Regierung ausgeübt.
Präſi=
dent Hoover habe es aber bisher abgelehnt, irgendeine Mitteilung
über ſeinen Standpunkt in dieſer Frage zu machen. —
In gut unterrichteten Kreiſen glaubt man, daß die
amerika=
niſche Regierung zunächſt die Wirkung des Hoover=Moratoriums
abwarten wolle, bevor ſie ſich zu neuen Schritten entſchließe.
Schatz=
ſekretär Mellon ſei für eine Verlängerung dieſes Moratoriums
um ein weiteres Jahr. Aus Frankreich kommende Nachrichten,
wonach man auch dort mehr und mehr die Reviſion der
Kriegs=
ſchulden als wünſchenswert erachte, würden als Anzeichen dafür
betrachtet, daß die Bewegung allgemein an Ausdehnung gewinne.
Nach halbamtlichen Informationen rechnet man damit, daß
internationale Beſprechungen über die Reviſion der
Kriegsſchul=
den und Reparationen ſpäteſtens im Frühjahr ſtattfinden werden.
An amtlichen deutſchen Stellen iſt noch nichts bekannt, was als
eine Beſtätigung der etwas geheimnisvoll angedeuteten „neuen
Bemühungen des Präſidenten Hoover zur Beſſerung der Lage‟,
gedeutet werden könnte. Allerdings ſcheint es möglich, daß
Prä=
ſident Hoover angeſichts der Verſteifung der Wirtſchaftskriſe,
ins=
beſondere durch den Abgang Englands von der Goldwährung, den
Zuſammentrit des Kongreſſes im Dezember nicht abwarten möchte,
ſondern entweder aus eigener Initiative neue Maßnahmen
vor=
ſchlägt, oder den Kongreß um einige Monate früher einberuft. Es
wäre allerdings auch denkbar, daß die Gerüchte von einem bald
bevorſtehenden neuen Schritt Hoovers nur ein Verſuchsballon ſind,
um die Beſprechung Hoover=Laval ſachlich und pſychologiſch
vor=
zubereiten.
Laval reiſt am 16. Okkober.
EP. Paris, 2. Oktober.
Die Morgenpreſſe beſtätigt, daß Miniſterpräſident Laval
ſich am 16. Oktober in Le Havre an Bord des Dampfers „Isle
de France” nach den Vereinigten Staaten einſchiffen wird. Dem
Miniſterpräſidenten ſind zahlreiche Einladungen amerikaniſcher
Städte zugegangen; aber er wird ſich genötigt ſehen, faſt alle
dieſe Einladungen abzulehnen, da er beabſichtigt, mit demſelben
Dampfer die Rückreiſe anzutreten. Die „Isle de France” wird
zu dieſem Zweck ihren Aufenthalt im Hafen von New York, der
gewöhnlich nur 48 Stunden beträgt, auf vier bis fünf Tage
ausdehnen. Im ganzen wird der Miniſterpräſident 16 oder 17
Tage von Paris abweſend ſein.
Laval mißkrauk den Ruſſen.
TU. London, 2. Oktober.
In Verbindung mit der amtlichen Pariſer Bekanntmachung,
daß die Ruſſen keine franzöſiſchen
Anleihekre=
dite erhalten könnten, meldet der diplomatiſche Mitarbeiter
des „Daily Telegraph”, daß Laval während ſeines Beſuches in
Berlin ſein ſtärkſtes Mißtrauen gegenüber Rußland
ausgeſpro=
chen habe. Die Weigerung Frankreichs, ſeine Rüſtungen
irgend=
wie in erheblichem Maße herabzuſetzen, habe er hauptſächlich
damit begründet, daß Frankreich das einzige feſte Bollwerk gegen
den Bolſchewismus ſei. Rußland ſei jetzt alſo nur auf die
amerikaniſche Finanzwelt angewieſen, die jedoch lediglich die
amerikaniſche Ausfuhr finanzieren wolle.
Zu einem heftigen Gefecht zwiſchen Japanern und 3000
chineſiſchen Soldaten iſt es bei Kaiyuan in der Nähe von
Muk=
den gekommen. Die Chineſen wurden zurückgeſchlagen. Auf
japaniſcher Seite gab es drei Tote und zahlreiche Verwundete.
Nach Moskauer Meldungen aus der Mongolei haben etwa
300 Fürſten der chineſiſchen Mongolei die Abſicht,
dem Beiſpiel der mandſchuriſchen Provinzen zu folgen und ihre
Unabhängigkeit von der Zentralregierung in Nanking zu
erklären.
Hindenburgs Geburkskag.
Der Reichskanzler grakulierk dem Reichspräſidenken.
Berlin, 2. Oktober.
Reichskanzler Dr. Brüning hat dem Herrn Reichspräſidenten
folgendes Glückwunſchſchreiben überſandt:
„Hochgeehrter Herr Reichspräſident!
Zum heutigen Ehrentage, an dem e8 Ihnen durch eine gütige
Vorſehung vergönnt iſt, das 84. Jahr Ihres gefegneten Lebens
zu vollenden, beehre ich mich als Reichskanzler und zugleich im
Namen der Reichsregierung, Ihnen die aufrichtigſten
Glück=
wünſche darzubringen. Ich weiß mich eins mit der
überwäl=
tigenden Mehrheit des deutſchen Volkes, wenn ich der Hoffnung
Ausdruck gebe, daß Sie ihm als Vorbild unermüdlicher
Pflichttreue noch lange Jahre erhalten bleiben mögen.”
Auch das abgelaufene Lebensjahr hat von Ihnen,
hoch=
geehrter Herr Reichspräſident, eine Fülle von Verantwortung
und ſchwerſter Entſchließungen gefordert und unſerem
Vater=
lande wirtſchaftliche und politiſche Erſchütterungen ſchwerſter Art
gebracht. Die Reichsregierung hofft jedoch, daß es unter Ihrer
ſtarken Führung gelingen möge, auch in Zukunft der großen
Schwierigkeiten Herr zu werden.
Möge Gott der Herr Ihnen, Herr Reichspräſident, die Kraft
hierzu verleihen!
Mit verehrungsvollſten Empfehlungen verbleibe ich,
Hos=
geehrter Herr Reichspräſident,
Ihr in Treue ergebener
(gez.) Dr. Brüning.
Herzliche Glückwünſche aus In= und Ausland.
Am heutigen Geburtstage des Reichspräſidenten wurde im
In= und Auslande mit herzlicher Anteilnahme des deutſchen
Reichsoberhauptes gedacht. Der Reichspräſident ſelbſt, der
ur=
ſprünglich die Abſicht gehabt hatte, Berlin auf einige Tage zu
verlaſſen, hat dieſe Abſicht im letzten Augenblick aus dienſtlichen
Gründen aufgegeben und verbrachte den Tag zurückgezogen im
Kreiſe ſeiner Familie. Das Präſidentenpalais war den ganzen
Tag über von einer dichten Menſchenmenge umlagert, die die
Auffahrt der Gratulanten, welche ſich ins Beſuchsbuch einzeichnen
wollten, ſowie das ununterbrochene Kommen und Gehen der Boten
mit Poſt, Blumen und Geſchenken intereſſiert beobachteten.
Be=
ſonderen Anteil an dem Tage nahm das hier beglaubigte
diplomatiſche Korps; abgeſehen davon, daß die meiſten
der Miſſionschefs ſich perſönlich eintrugen, hatte auch eine große
Anzahl von Diplomaten ihre Gebäude, ſo die engliſche,
franzö=
ſiſche, italieniſche, türkiſche und ſpaniſche Botſchaft ſowie die
öſterreichiſche Geſandtſchaft, zu Ehren des Tages geflaggt. Von
ausländiſchen Staatsoberhäuptern ſind u. a. Telegramme vom
König von Italien ſowie vom Reichsverweſer von Ungarn,
v. Horthy, eingegangen; ebenſo hat der italieniſche
Regie=
rungschef Muſſolini telegraphiſch ſeine Glückwünſche
über=
mittelt.
Die Glückwünſche der Berliner Preſſe.
Der heutige 84. Geburtstag des Reichspräſidenten v.
Hinden=
burg wird von der Berliner Preſſe zum Anlaß genommen, der
ehrwürdigen Perſönlichkeit des greiſen Staatsoberhauptes in
Ver=
ehrung zu gedenken. Die Blätter aller Parteirichtungen vereinigen
ſich in der Anerkennung der Größe ſeiner Verdienſte um das
Vaterland.
Die demokratiſche „Voſſiſche Zeitung” unterſtreicht, daß das
Symbolhafte und Legendariſche an der Figur Hindenburgs, wie
ſie der große Krieg geprägt habe, in den ſieben Jahren ſeiner
Präſidentſchaft über Deutſchland hinausgegangen und die
Mei=
nung der Welt über Deutſchland beſtimmend mitgeformt habe.
Auch dieſe Meinung ſei ein großer Aktivpoſten, eine Entwicklung,
die 1925 niemand habe vorausſehen können.
Auch das „Berl. Tageblatt” ſpricht von der Popularität des
Reichspräſidenten, die gewachſen ſei, je mehr die Zuſpitzung der
innerpolitiſchen Gegenſätze ihn und die Regierung gezwungen
hätten, Entſcheidungen in eigener Verantwortung zu treffen.
Das Reichsorgan des Zentrums, die „Germania”, nennt ihn
einen Führer, der ſchon längſt zu hiſtoriſcher Größe
emporgewach=
ſen ſei, und in dem das deutſche Volk das Symbol ſeiner Einheit
und Geſchloſſenheit ehren und achten müſſe.
Die „Deutſche Allgemeine Zeitung” ſchreibt: Wie arm wäre
Deutſchland, wenn eine ſolche geſchichtliche Geſtalt nicht an ſeiner
Spitze ſtände, deren Wahlſpruch lautet: In allen Dingen ſtets und
zuerſt das Vaterland!.
Die deutſchnationale „Deutſche Tageszeitung” erinnert an das
Wort von Walter Flex: Allen Lärm ſoll ein Wort überlärmen:
Hindenburg.
Der Hugenbergſche „Tag” ſagt: Die Fäden, die Hindenburg
mit den beſten Teilen unſeres Volkes verbinden, ſind nicht
ge=
riſſen in der Zeit ſeines republikaniſchen Amtes. Das wird der
Tag beweiſen, an dem der erſte Soldat des großen Krieges wieder
allen gehört.
Der Dom zu Rigd.
Geſchichte des Domes. — Durch den deutſchen Biſchof
ſiut. — Seit 700 Jahren in deutſchem Beſitz. — Ein
zeichen deutſcher Kultur.
Die deutſche Domkirche in Riga iſt durch
eine Notverordnung des lettiſchen Miniſterrats
enteignet worden, nachdem der Volksentſcheid ge=
Albert
Wahr=
ſcheitert war.
Der Rigaer Dom iſt jetzt durch Verordnung des lettiſchen
Mi=
itrrats enteignet worden, nachdem vor wenigen Wochen der
„usentſcheid in dieſer Angelegenheit abgelehnt worden iſt. Dieſe
„ſweignung der Rigaer deutſchen Domgemeinde iſt, wie eine
Ge=
hiüte des Domes lehrt, ein Gewaltakt, der durch nichts
gerecht=
ſutgt iſt.
1Der Rigaer Dom wurde von dem Biſchof Albert von
„ua, dem Begründer der deutſchen Kolonie in Livland, er=
„aut. Biſchof Albert, der aus dem bremiſchen Rittergeſchlecht
„Pppeldern ſtammt, war bis zum Jahre 1199 Domherr in Bre=
34. In dieſem Jahre wurde er Biſchof von Livland, wo er im
re 1201 an der Mündung der Düna die Stadt Riga grün=
* Sie ſollte ein Bollwerk deutſchen Weſens und deutſchen
elies werden, denn Biſchof Albert ſiedelte hier zahlreiche
laſche an, die aus Bremen und anderen deutſchen Städten mit
Mnach Livland gekommen waren. Am 1. April 1207 erhielt
Aivland als Lehen, nachdem er es dem deutſchen Volk und
yChriſtentum gewonnen hatte. Von den Letten war alſo noch
Liner Beziehung die Rede. Nun ging der Biſchof daran, auch
ſiyh Chriſtentum hier einen weithinragenden Mittelpunkt zu
ſ hcken, nachdem die Verhältniſſe hier geordnet waren, und zwar
dutſächlich durch die diplomatiſchen Fähigkeiten und ſtaatsmän=
Iſſte Begabung dieſes hervorragenden Politikers und Staaten=
Yüders. Im Jahre 1211 wurde der Ort, auf dem der Dom
er=
to 20/Ay werden ſollte, feierlich eingeweiht, und im Jahre 1215 konnte
en iſildem Bau begonnen werden, der 11 Jahre dauerte. Im Jahre
XAwar er ſoweit fertiggeſtellt, daß der erſte Gottesdienſt in ihm
halten werden konnte. Der vollſtändige Ausbau dauerte
üle noch ungefähr 30 Jahre, denn in jenen Zeiten wurde
ge=
eune Arbeit geleiſtet, die ſich oft über viele Jahrzehnte
aus=
chre. Das finden wir bei allen Dombauten der frühen Zeit.
0u in Riga kam noch dazu. daß Biſchof Albert mit ſeinen. Ge=
Teln in ein unkultiviertes Land kam, wo der größte Teil des
Sunaterials erſt auf ſchwierigen Wegen herbeigeſchafft werden
Hiße. Der Bau erfolgte nicht nur auf Veranlaſſung eines Deut=
ſchen, ſondern auch vollſtändig durch Deutſche, denn der Dom ſollte
die Kirche der Deutſchen werden. Schon aus dieſer
Entſtehungs=
geſchichte geht hervor, daß die Anſprüche der Letten an den Dom
unbegründet ſind, denn ohne Biſchof Albert wäre hier nie der
Dom erbaut worden. Auch im Laufe der ſpäteren Jahrhunderte
blieb der Dom ſtets deutſcher Beſitz, obwohl durch zahlreiche
Kriege und die Reformation Umwälzungen grundlegender Art
zu verzeichnen waren. Die Domkirche wurde für den
evangeli=
ſchen Gottesdienſt im 16. Jahrhundert in Anſpruch genommen.
An dem Beſitzſtand änderte ſich damit aber nichts. Es wurden
auch während 700 Jahren in dieſer Beziehung von keiner Seite
Anſprüche erhoben. Die zahlreichen Umbauten und
Verbeſſerun=
gen wurden ſtets auf Koſten und im Auftrag der Domkirche
aus=
geführt, da ſie privates Eigentum war, für deſſen Erhaltung
weder Staat noch Stadt Aufwendungen machten. Die Mittel
hierzu wurden entweder dem Vermögen der Domkirche
entnom=
men oder von den deutſchen Familien Livlands aufgebracht. Auch
der baltiſche Adel hatte ſtets an der Erhaltung der Domkirche
größten Anteil. Auch der Einwand, daß der Dom im Jahre 1225
bei Erhebung des Biſchofs Albert zum Fürſten Staatseigentum
geworden ſei, iſt nicht ſtichhaltig. Zwar hat Kaiſer Friedrich II.
gleichzeitig mit der Erhebung des Biſchofs zum Fürſten das
Bis=
tum zur „Mark des Reiches” ernannt. Aber damit wurde das
Land nur unter die Hoheit des Kaiſers geſtellt, ohne daß dadurch
die privaten kirchlichen Eigentumsverhältniſſe berührt wurden.
Dieſer Akt des Kaiſers war rein ſtaatspolitiſcher Natur und
be=
rührte die Eigenſchaften des nunmehrigen Fürſten nicht, ſoweit
ſeine kirchliche Würde in Betracht kam. Auch in neueſter Zeit
wurde nie daran gezweifelt, daß die Domkirche deutſches
Privat=
eigentum ſei. In den Jahren 1885/86 wurden von dem „
Dom=
bau=Verein” in Riga umfangreiche Bauarbeiten an dem Dom
vorgenommen und einige zu dem Dom gehörige Gebäude errichtet.
Es war damals nie davon die Rede, daß Stadt oder Staat ſich an
den Unkoſten beteiligen ſollten oder wollten. In der
Nachkriegs=
zeit hat die deutſche Domgemeinde in Riga mehrere lettiſche
Ge=
meinden bei ſich aufgenommen, um ihnen die Möglichkeit zu
ge=
währen, Gottesdienſte abzuhalten. Das waren Akte
liebenswür=
digen Entgegenkommens, die ſelbſtverſtändlich an dem Beſitzſtand
nichts änderten. Nun iſt dieſes alte ehrwürdige Bauwerk, das
rund 700 Jahre in deutſchem Beſitz war, durch Willkür und
Un=
gerechtigkeit der deutſchen Domgemeinde in Riga genommen
wor=
den. Ein Stützpunkt deutſcher Kultur in einem Lande, das von
Deutſchen der Ziviliſation erſchloſſen wurde, ſoll in Zukunft den
Letten überantwortet werden.
Heſſiſches Landeskheater.
Kleines Haus. — Freitag, den 2. Oktober.
„Zar und Zimmermann”
Komiſche Oper von A. Lortzing.
Als Volksvorſtellung erfreute heute die beliebteſte Oper des
bühnengewandten Dichterkomponiſten ein zahlreich erſchienenes
Publikum.
Mit einer ſtimmlich ſo hervorragenden Beſetzung aller Rollen
iſt ſie wohl ſelten über unſere Bühne gegangen. Der Peter des
„Johannes Drath, der Chateauneuf Heinrich
Allme=
roths, der Lefort Franz Notholts, der Lord Syndham
des Theodor Heydorn: ein Quartett junger, ſchöner
Stimmen, die alle in dieſen Rollen zum erſtenmal erklingend
außerordentlich gefielen. Dazu die reifen Stimmittel Regina=
Harres als Marie, Martha Liebels als Witwe Brown,
Heinrich Kuhns als van Bett, Eugen Vogts als
Iwanow: wo iſt eine Bühne im weiten Umkreis, die acht ſolcher
Stimmen ihr eigen nennt?
Die gefangliche Leiſtung aber allein führt in der komiſchen
Oper noch nicht zum Erfolg. Spielbegabung und Sinn für
Humor iſt unerläßlich. Auch hierin gab es heute keine Niete
und viele Höhepunkte. Der leichte Ton in Wort und Geſte, die
Draſtik im Dialog, die Lyrik im Lied, die Flüſſigkeit in den
Enſembles war faſt durchweg vorhanden und fand im van Bett
und Iwanow unübertreffliche Muſterleiſtungen. Drath und
Allmeroth holten ſich wohlverdiente Sondererfolge. Bei
Notholt und Heydorn ſind noch perſönlichere Geſtaltungen
erwünſcht, die mit zunehmender Routine ſicher erreicht werden.
Die Chöre und Tänze wirkten friſch und nett. — Erwin
Palm dirigierte ſauber und flott.
Der Abend bewies, daß wir auch für die komiſche Oper
vHI.
heuer ein vortreffliches Enſemble beſitzen.
Bon Deutſchlands Hohen Schulen.
Halle a. S.: Im Alter von 34 Jahren verſchied der Privatdozent
für Hygiene und Oberarzt am Hygieniſchen Inſtitut der Univereſität
Dr. Erich Barth.
Münſter: Auf einen Lehrſtuhl für Strafrecht an der Univerſität
Münſter iſt der Privatdozent Dr. Heinrich Droſt, der gegenwärtig in
der rechts= und ſtaatswiſſenſchaftlichen Fakultät der Univerſität Bonn
wirkt, berufen worden.
Seite 2
Samstag, den 3. Oktober 1931
Nummer 274
Thüringenlöftalle unrenkablen Bekriebe
der Rreiſe une Gememsen auf.
Weimar, 2. Oktober.
Das Thüringiſche Staatsminiſterium hat eine
Rundver=
fügung erlaſſen, wonach alle werbenden Betriebe der Kreiſe und
Gemeinden, die unrentabel ſind, aufgelöſt werden müſſen. Mit
Rückſicht darauf, daß die Betriebe der Kreiſe und Gemeinden
in der Vergangenheit nicht immer wirtſchaftlich eingerichtet und
verwaltet worden ſeien, habe man die Errichtung neuer und
die Erweiterung beſtehender werbender Betriebe
genehmigungs=
pflichtig gemacht. Der damit zum Ausdruck gekommene
Grund=
gedanke, daß Betriebe von Kreiſen und Gemeinden nur dann
eine Daſeinsberechtigung haben, wenn ihre Wirtſchaftlichkeit
ge=
währleiſtet iſt, müſſe auf die vorhandenen Betriebe Anwendung
finden. Alle Betriebe, bei denen dieſe Hauptvorausſetzungen
nicht gegeben ſeien und auch durch Umſtellungsmaßnahmen ohne
Inanſpruchnahme von Steuermitteln nicht in aller Kürze
er=
reicht werden könne, die alſo keinen Gewinn abwerfen, ſeien
alsbald zu ſchließen. Von dieſer Anordnung werden vor allem
die rein gewerblichen oder vorwiegend gewerblichen Betriebe
aller Art betroffen; ausgenommen ſind ſolche Betriebe, Anlagen
und Einrichtungen, die die Kreiſe und Gemeinden im
öffent=
lichen Intereſſe zu unterhalten verpflichtet ſind.
14220
Zie vnierteictichen Minanzſorgen.
Einführung einer Junggeſellenſteuer.
EP. Wien, 2. Oktober.
Wenn nicht alle Anzeichen trügen, befindet ſich das
Parla=
ment auf dem Wege zu einem Kompromiß über das
Sparpro=
gramm der Regierung. Im Anſchluß an die Plenarſitzung des
Parlaments beſchäftigte ſich der Unterausſchuß des
Finanzaus=
ſchuſſes bis in die frühen Morgenſtunden hinein mit neuen
Vor=
ſchlägen des Berichterſtatters zu dem Sparprogramm der
Regie=
rung. Danach ſoll die Kürzung der Beamtengehälter nicht
ein=
heitlich 6 Prozent betragen, ſondern abgeſtuft nach der Höhe der
Bezüge 5 bis 7 Prozent. Das ſogenannte Stillhaltejahr, in dem
keine Beförderungen hätten erfolgen ſollen, wurde fallen
ge=
laſſen, ebenſo die vollſtändige Angleichung der Bezüge der
Lan=
des= und Gemeindeangeſtellten an die Bezüge der
Bundesbeam=
ten. Die Sonderzulage, welche bisher die Beamten in Höhe von
30 Prozent zweimal jährlich erhielten, wird weſentlich gekürzt
werden. — Für den Ausfall, den die Regierung durch dieſe neuen
Vorſchläge in dem finanziellen Effekt ihres Programms erleidet,
will ſie ſich durch Einführung einer Junggeſellenſteuer entſchädigen.
Der öſterreichiſche Geſandte in Paris, Dr. Grünberger, iſt
in Wien eingetroffen. Seine Anweſenheit ſteht in engſtem
Zu=
ſammenhang mit den bevorſtehenden öſterreichiſchen
Finanzver=
handlungen in Paris.
Die polniſche Wirtſchaft in der Kriſe.
TU. Warſchau, 2. Oktober.
In der Eröffnungsſitzung des Seim ſprach Miniſterpräſident
Pryſtor ausführlich über die Wirtſchaftslage. Polen befinde ſich,
wie alle übrigen Staaten, im Banne der Weltwirtſchaftskriſe. Im
Laufe der letzten zweieinhalb Jahre ſei die
pol=
niſche Produktion um 29. v. H. geſunken. Im einzelnen/ Gil
ſeien zurückgegangen: die Kohlenförderung um 34 v. H., die
Stahl=
erzeugung um 33 v. H., der Aktienindex um 60 v. H., die Waren=) neht
umſätze um 44 v. H. und der Außenhandel um 1,2 Milliarden) ibe !
Zloty. Die Zahl der gemeldeten Arbeitsloſen belaufe ſich) verſton
augenblicklich auf rund 500 000 Mann, während am 12. September) „ieder
251 000 Arbeitsloſe gezählt worden ſeien. Unterſtützungen ſeien muſe
jedoch nur an 56 000 (!) Perſonen gezahlt worden. In finanzieller) merltſ
Hinſicht ſei Polen bis jetzt vor Erſchütterungen bewahrt geblieben,) üge.
was dem Land größere Widerſtandskraft verliehen und das Ver=,., den
trauen zu ſeiner Valuta gekräftigt habe. Die Loslöſung de
polniſchen Landwirtſchaft von der Weltkriſe ſei, Algäu
die wichtigſte Aufgabe im Kampf mit der Kriſe. Im Vorjahreſſſp!!
habe der Haushaltsplan mit einem Fehlbetrag von 61 Mil=” ſes
lionen Zloty abgeſchloſſen; in dieſem Jahre werde der Fehl=nd
betrag trotz der Einſparungen ungefähr 250 bis 300 Mil=)ui
lionen Zloty betragen. Ferner verteidigte der Miniſter=)her ſr
präſident die organiſatoriſche Erfaſſung von In
duſtrie und Handel durch den Staat.
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Verkaufsstelle: Schuchardstraße
Nummer 274
Samstag, den 3. Oktober 1931
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Aas der Sundeshaupiftadt.
Darmſtadt, den 3. Oktober 1931.
Burmſtadter Haurpinneuch.
Die Winterausgabe des bekannten roten Fahrplanbuchs, mit
Gültigkeit vom 4. Oktober, iſt ſoeben erſchienen. Während die
dresjährige Sommerfahrplanperiode, wie in der Regel, nur
vier=
einhalb Monate umfaßte wird der „Winter”=Fahrplan diesmal
mehr als ſiebeneinhalb Monate in Wirkſamkeit bleiben, nämlich
über Oſtern und Pfingſten hinaus bis zum 21. Mai 1932.
Selbſt=
verſtändlich werden während dieſer langen Zeitſpanne
entſpre=
chend der wechſelnden Jahreszeit manche Einſchränkungen und
wieder Verſtärkungen im Zugverkehr vorgenommen werden
müſſen, die aber bereits alle vorgeſehen und im Fahrplan
ver=
merkt ſind, namentlich im Verkehr der D=Züge und der
Sonntags=
züge. Im Laufe der erſten Monate werden eine Reihe ſolcher
Züge ausfallen, um mit Vorrücken der beſſeren Jahreszeit bzw.
ſung delu, den Feſtzeiten wieder eingelegt werden. Auch für den
Winter=
portverkehr im Odenwald Taunus, Vogelsberg, Schwarzwald,
tkri
Ullgäu uſw. ſind eine Anzahl regelmäßig verkehrender Winter=
Vorjahe portzüge vorgeſehen und vermerkt. Leider allerdings fallen
von 61 M4 uuch viele für uns wichtige Eil= und D=Züge für die ganze Dauer
des Fahrplanabſchnitts bis 21. Mai 1932 aus, u. a. alle Eil=
und D=Züge auf der Strecke Darmſtadt—
Aſchaffen=
urg. Hierdurch werden wichtige Anſchlüſſe weſentlich
verſchlech=
ert, ſo daß für Darmſtädter Reiſende über Aſchaffenburg, Mainz
der Frankfurt hinaus durch Aufenthalt auf dieſen Stationen die
keiſedauer bis zu zwei Stunden und mehr verlängert wird.
Einzelheiten an dieſer Stelle zu veröffentlichen, würde zu weit
ühren, hier muß auf das „Darmſtädter Fahrplanbuch” ſelbſt
ver=
vieſen werden, das ja bekanntermaßen die beſten vorhandenen
Unſchlüſſe mit Darmſtadt überſichtlich nachweiſt. Das
Darm=
ädter Fahrplanbuch” bringt außer den Eiſenbahnfahrplänen die
ſeuen Fahrpläne der Darmſtädter Straßenbahnen und
lutolinien, u. a. auch der neuen Reichspoſtlinie nach
fugenheim—Seeheim und Alsbach-Bensheim.
4. M14 Ebenfalls iſt der Gemeinſchaftsdienſt der Köln=Düſſeldorfer und
iederländer Rheindampfſchiffahrt für den
Winter=
übſchnitt enthalten. Mehrfachen Wünſchen entſprechend, wurden
as Alphabetiſche Stationsverzeichnis” und die
Entfernungstafel von Darmſtadt Hbf.” zu einem
49 emeinſamen Verzeichnis verſchmolzen. Die Stationen, nach denen
e, 8od 4 Nittwoch nachmittags von den Darmſtädter, Bahnhöfen
Honntagsrückfahrkarten erhältlich ſind, wurden im
WWwr 3 5. 5onntagskartenverzeichnis mit einem Stern verſehen.
n. Nähr17 Es iſt zu erwarten, daß, wie im Sommer, die Geſamtauflage
alle 54/ bes „Darmſtädter Fahrplanbuchs” vorzeitig ausverkauft ſein wird.
in Nachdruck iſt unter den derzeitigen Umſtänden ausgeſchloſſen.
*s empfiehlt ſich daher, mit Ankauf eines Exemplars nicht lange
eudheiſte zu zögern. Die nächſte Ausgabe erſcheint, wie geſagt, erſt
D.
ſtraße cch Pfingſten 1932.
ermieten
äir.
aße 7.
b. Zim.
Inieten. (
erm.=Str.)
ſtr. 6, II.
ſtraße 6.
— Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt am Sonntag
ormittag um 11 und 11,30 Uhr und an den Wochentagen um
1 und 11.,30 Uhr vorm. und um 3 und 3,30 Uhr nachmittags. Die
Nadonna des Bürgermeiſters Meyer von Baſel von Hans
Hol=
ein d. Jg. kann ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt
birden.
— Die ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt täglich zur
BBeſichtigung geöffnet von 10 bis 12.30 Uhr und von 3 bis 6 Uhr.
Heſſiſches Landestheater.
enrolet
kern
Frit
— Heſſiſches Landestheater. Heute abend findet im Großen
Aus die Wiederholung von Smetanas Oper „Die verkaufte
Araut” ſtatt. Die Rolle des Kezal ſingt Theo Herrmann. Im
Keinen Haus wird Schwieferts Luſtſpiel „Marguerite: 3”,
de große Lacherfolg der Spielzeit, wiederholt. — Erſtes
Sin=
finie=Konzert im Landestheater. Beſonderem
In=
teſſe dürfte die Vortragsfolge für das am Montag, dem 5.
Ok=
ther, unter Leitung von Kapellmeiſter Karl Maria Zwißler
ſtatt=
ſidende erſte Sinfoniekonzert begegnen. Zur erſten hieſigen
Auf=
ſhrung gelangen die drei Nocturnes für Orcheſter von
De=
hifſy, ſeit Jahren zum feſten Beſtand aller großen Orcheſter
chörende Schöpfungen des bis jetzt unerreichten Führers der
npreſſioniſtiſchen Muſik. Die Geſangspartie im dritten Ab=
Akas. Willem de Haan war ein großer Verehrer dieſes
amüſan=
t glänzenden Stückes, dem die Ballade Goethes zugrunde liegt;
brachte das Werk hier mehrmals zur Aufführung. Zwiſchen
öſen Ecknummern des Programms ſpielt Rudolf Serkin das
Moll=Konzert von Tſchaikowſky und 6 Chopin=
Guden.
Deutsche WVerbeuoche in Darmstadt
vom 1. bis 7. Oktober
veranſtalket vom Darmſtädter Einzelhandel, der Landwirkſchaftskammer für Heſſen, den ſtädliſchen und
ländlichen Hausfrauenvereinen und dem Heſſiſchen Landesverband der Lbſt= und Garkenbauvereine.
Die verkaufte Braut. Preiſe 0.70—5.60 Mk bonntag, 4. Okt. 19½—22 Uhr. Außer Miete. Vorſtellung zu Ein=
heitspreiſen. Die drei Musketiere. 0.50—4.—. Rontag, 5. Okt. 120, Ende nach 21½ Uhr Erſtes Sonfonie:
Konzert. Preiſe 1—5.50. Fienstag, 6. Okt. 193—22½ Uhr. 44. Die Natten
Preiſe 0.70—5,60 Mk. Rittwoch, 7. Okt. 19½4—22½= Uhr. B 3. Romeo und Fulig.
Preiſe 0.80—6.40. 20—221 Uhr. F1. Darmſt. Volksb., Gr 1—4.
ſoinerstag, 8. Okt. Die verkaufte Braut. Preiſe 0.70—5.60 Mk. Freutag, 9. Okt. 19½ —221 Uhr. Werbevorſtellung der Darm=
ſtädter Volksbühne, Carmen. Kein Kartenverkauf Farnstag, 10. Sept. 19½—22½ Uhr. K2. Bühnenvo ksbund.
Romeo und Julia. Preiſe 0.70—5 60 Mk. ſonntag, 11. Sept. 19—22 Uhr. C4. Bthelio.
Preiſe 0.80—6.40 Mk. Kleines Haus. kamstag, 3. Okt. 20, Ende gegen 22 Uhr Zuſatzmiete V1..
Mar uerite: 3. Preiſe 0.60—4 50 Mk. konntag, 4 Okt. 11—13½ Uhr, Zum Welt=Tierſchutztag
Morgenfeier.
15, Ende g. 17 Uhr Außer Miete. Anläßl. d. Welt=
Tierſchutztags. Sturm im Waſſerglas. Vor=
ſtellung zu Einheitspreiſen. Preiſe 0.40—2 Mk.
19—21½ Uhr. E geplagter Familienvatter.
Preiſe 0 40—2 Mr. enstag, 6. Oktt. Preiſe 0.70—5 Mk. 20—321 Uhr. Zuſatzmiete V2. Martha. ſit woch, 7. Okt. Volksbühne. 20—22 Uhr. Eröffnungsfeier der Darmſtädter Imnerstag, 8. Okt. 20—22 Uhr. T. Gruppe 1, 2, 3 und 4.
Marguerite: 3. Preiſe 0,60—4.50 Mk. keitag, 9. Okt. 20—22 Uhr. Zuſatzmiete IP 2. Marquerite: 3.
Preiſe 0.60—4.50 Mk. Eimstag, 10 Sept. 19½—2214 Uhr. Außer Miete.
Der Waffenſchmied. Preiſe 0.40—2.50 Mk. Enntag, 11. Sept. 19½—22 Uhr. Zuſatzmiete 12
Die Quadratur des Frreiſes. Pr. 0.60—4.50 Uhr.
Zur Ausſkellung „Deutſche landwirtſchaftliche
Erzeugung und ihre Berwerkung”
anläßlich der werbewoche in darmſtadt.
Am Samstag, den 3., und Sonntag, den 4. Oktober, von
vor=
mittags 10 bis nachmittags 6 Uhr, wird im Gartenſaal des Städt.
Saalbaues zu Darmſtadt, Riedeſelſtr. 40, eine Ausſtellung
land=
wirtſchaftlicher Erzeugniſſe und hauswirtſchaftlicher Geräte zu
be=
ſichtigen ſein. Sie ſoll vornehmlich einen Ueberlick geben über
diejenigen landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe des Inlandes, die in
hervorragender Qualität auf den Markt kommen. Veranſtalter
ſind die Heſſiſche Landwirtſchaftskammer, der Landesverband der
Obſt= und Gartenbauvereine, verſchiedene landwirtſchaftliche
Er=
zeugergenoſſenſchaften, der Landesverband der landwirtſchaftlichen
Hausfrauenvereine, der Darmſtädter Einzelhandel und der
Haus=
frauenbund Darmſtadt. — Mit Rückſicht auf die diesjährige
reich=
liche Obſternte wird Obſt in hervorragender Qualität zur Schau
geſtellt. Die ausſtellenden Erzeuger werden Beſtellungen ſeitens
der Geſchäfte und der Verbraucher entgegennehmen. Daneben
finden ſich Gemüſe und Kartoffeln, Molkereierzeugniſſe Milch und
Markenmilch, Honig, Süßmoſte, Weintrauben, Roggenbrot,
deutſche Friſcheier u. a. m. — Verſchiedene Milcherzeuger,
Mol=
kereibetriebe und Süßmoſterzeuger werden Koſtproben
verab=
folgen. In einer beſonderen Verſammlung ſoll den ſtädtiſchen
Verbrauchern gezeigt werden, welche Schäden das diesjährige
un=
günſtige Erntewetter hauptſächlich der Getreideernte zugefügt hat.
— Die Ausſtellung wird weiterhin ein Mahnruf ſein an die
ſtäd=
tiſchen Verbraucher, die Erzeugniſſe unſerer einheimiſchen
Land=
wirtſchaft wieder mehr zu beachten. Sie ſoll den Handel und die
Verbraucherorganiſationen anregen, mit den landwirtſchaftlichen
Erzeugern und ihren Genoſſenſchaften Geſchäftsbeziehungen
aufzu=
nehmen, damit die deutſche Ware nicht allein vom Verbraucher
verlangt, ſondern tatſächlich auch in den Geſchäften angeboten und
verkauft wird. — Mit Beginn der deutſchen Werbewoche werden
in den Darmſtädter Gaſtſtätten Bierfilze ausliegen mit dem
Auf=
druck „Schützt die deutſche Wirtſchaft, kauft deutſche Ware” und
einer einfachen Darſtellung der Millionenbeträge, die im Jahre
1929 täglich für ausländiſche Erzeugniſſe ausgegeben wurden. Die
Herſtellung der Bierfilze hatte in dankenswerter Weiſe die
Darm=
ſtädter Brauereivereinigung übernommen. Zur Stärkung des
Hinweiſes auf den Einkauf deutſchen Obſtes wird während der
Ausſtellungstage ein Werbewagen mit deutſchem Obſt durch die
Straßen Darmſtadts fahren, um daran zu mahnen, daß angeſichts
der großen wirtſchaftlichen Not weiter Verbraucherkreiſe es nicht
verantwortet werden kann, wenn die deutſchen Ernteerzeugniſſe
und insbeſondere unſer diesjähriges ſchönes Obſt verfaulen oder
an das Vieh verfüttert werden muß. Desgleichen wird eine
Rundfahrt zur Förderung des Milchverbrauchs ſtattfinden. —
Der Beſuch der Ausſtellung kann deshalb nicht nur der
Darmſtäd=
ter Bevölkerung, ſondern auch der Landbevölkerung der
Um=
gebung, dringend empfohlen werden.
Zur Deckung der Unkoſten wird ein Eintrittsgeld
von 20 Pfg erhoben. Jeder 100ſte Beſucher erhält einen Karton
deutſches Obſt gratis, jeder 500ſte Beſucher einen Karton heſſ.
Naturwein, enthaltend 5 Flaſchen, und jeder 1000ſte Beſucher einen
Sammelkorb einheimiſcher landw. Erzeugniſſe, beſtehend aus Wein,
Süßmoſt, Tafeltrauben, Molkereierzeugniſſen, Gemüſe und Obſt.
Jeder Beſucher achte auf die Nummer ſeiner Karte. Die Preiſe
können am Montag, den 5. Oktober vorm. zwiſchen 11 und 12 Uhr
im Gartenſaal des ſtädtiſchen Saalbaues in Empfang genommen
werden.
* 25 Milliarden zu vergeben!
Die Bedeutung der Frau in der deutſchen Wirtſchaft.
LW. Deutſchlands ungeheure wirtſchaftliche Kriſe mit der
jedes Familienleben zerſtörenden Arbeitsloſigkeit und der tägliche
Zuſammenbruch zahlreicher Exiſtenzen, Elend und Not, werden
von unſeren Frauen ganz beſonders drückend empfunden. Jede
Frau möchte helfen, mit ihren Kräften den völligen
Zuſammen=
bruch von Volk und Wirtſchaft aufzuhalten. Wie aber könnte das
geſchehen? Jeder Tag bringt neue Programme und Vorſchläge,
die alle den einzigen Ausweg aus der Kataſtrophe bedeuten
wol=
len. Pläne. Pläne, aber nirgends ein Fortſchritt!
Um jedem, der ſehen und helfen will, einen Weg zu zeigen,
der den Einſatz aller Kräfte lohnt, haben ſich weite Kreiſe der
deutſchen Wirtſchaft unter beſonders rühriger Mitarbeit der
Verbände unſerer Hausfrauen, unter Führung des
Volkswirtſchaftlichen Aufklärungsdienſtes” entſchloſſen, in dieſem
Herbſte im ganzen Reichsgebiete eine Deutſche Woche zu
ver=
anſtalten, eine Woche der Selbſthilfe des deutſchen Volkes auf dem
Wege nachhaltiger Schaffung von Arbeit und Brot zur
Ankurbe=
lung der darniederliegenden beſchäftigungsloſen Wirtſchaft, der
Erhaltung der Landwirtſchaft und der unerläßlichen Stärkung des
Binnenmarktes und damit der Linderung der argen Bedrängnis
zahlloſer Volksgenoſſen. Die Deutſche Woche will aufklären über
die Bedeutung einer Bevorzugung deutſcher Erzeugniſſe vor über=
flüſſigen und entbehrlichen Auslandswaren, ſie will kämpfen für
die deutſche Wirtſchaft, für den deutſchen Arbeiter. Sie muß in
erſter Linie unſere Frauen gewinnen, von deren Tatbereitſchaft
der Erfolg der Deutſchen Woche in erſter Linie abhängt. Welche
volkswirtſchaftliche Verantwortung die Hausfrau in Stadt und
Land trägt, beweiſt die Tatſache, daß allein für Nahrungsmittel
jährlich 25 Milliarden RM. durch die Hand der
Frauen, alſo mehr als die Hälfte unſeres Volkseinkommens,
laufen. Durch die Verwendung dieſer Rieſenſumme entſcheidet
die deutſche Frau über unſer aller Schickſal, Keiner von uns darf
mehr gedankenlos Waren vom Ausland kaufen, zumal wenn ſie
uns zu gleichem Preiſe und in gleicher Güte von der eigenen
Wirtſchaft geboten werden.
Im Jahre 1930 wurden im Durchſchnitt u. a. nicht etwa
jährlich, ſondern täglich, eingeführt: Butter für 1 Mill.,
Südfrüchte 698 000 Stoffe 685 000 Eier 625 000, Obſt 556 000.
Fiſche und Fiſchkonſerven 381 000, Fleiſch und Speck 364 000,
Ge=
müſe 315 000, Käſe 244 000 Schuhe 77 000, Glaswaren 69 000,
Par=
fümerien 12 000 RM. Man muß wiſſen, daß für jede Einfuhr
von 6000 RM. induſtrieller Fertigwaren oder 2250 RM.
Nah=
rungsmittel eine deutſche Arbeiterfamilie ein Jahr lang
arbeits=
los wird. Hier alſo iſt der Punkt, wo der Hebel angeſetzt werden
muß. Kaufſt du deutſche Waren, ſo wandert dein
Geld vom deutſchen Händler zum deutſchen
Er=
zeuger und deutſchen Arbeiter und ſo wieder zu
dir zurück. Deutſche Waren kaufen, heißt heute, das immer
noch wachſende Heer der Arbeitsloſen allmählich wieder in den
Arbeitsprozeß einzugliedern, Not und Sorge zu lindern, gegen
Gleichgültigkeit und Haß anzukämpfen. Die Kaufkraft wächſt und
bringt erweiterte Arbeitsmöglichkeiten. Hausfrauen, auf euch
kommt es an!
Das Wochenprogramm:
3. Oktober: Ausſtellung im Gartenſaal des Städt. Saalbaues:
und „Deutſche landwirtſchaftliche Erzeugung und ihre Ver=
4. Oktober: wertung‟. Die Eröffnung findet Samstag vormittag
9,30 Uhr ſtatt. Beſuchszeit Samstag und Sonntag von
10 bis 18 Uhr. Unkoſtenbeitrag 20 Pfg.
4. Oktober: Verkaufsſonntag. Die Ladengeſchäfte ſind in der Zeit
von 1 bis 6 Uhr geöffnet.
7 Uhr abends: Volkstümliche Vorſtellungen im
Landes=
theater, Veranſtaltungen in den Gaſtſtätten.
5. Oktober: Milchwerbetag. Nachmittags 4 Uhr:
Hausfrauenver=
ſammlung im Gartenſaal des Städt. Saalbaues,
Riedeſelſtr. 40, mit Vorträgen und praktiſchen
Vor=
führungen der Milchverwertung, Koſtproben.
6. Oktober: Abends 8 Uhr im Bürgerhof, Eliſabethenſtr. 2, in
Ge=
meinſchaft mit dem Städt. Gaswerk:
Geflügelver=
wertungskurſus mit Koſtproben, Erläuterungen und
Rezepten. Karten ſind im Ausſtellungsraum des
Gas=
werks, Eliſabethenſtraße 25½, erhältlich.
Unkoſten=
beitrag 50 Pfg.
7. Oktober: Mittags 4,30 Uhr, in Gemeinſchaft mit der Heag im
großen Heagſaal, Luiſenſtraße: Obſtverwertung mit
praktiſchen Vorführungen, Gelee= und Muszubereitung,
Steriliſieren, Obſtauflauf, Obſtkuchen und Obſttorten.
Von allen zubereiteten Gerichten werden Koſtproben
verteilt. — Eintritt frei.
Die Darmſtädter Geſchäfte bieten in der Zeit
vom 1. bis 7. Oktober der Kündſchaft die beſte
Einkaufsgelegenheit!
1 Freilos bei 5 Mark Bar=Einkauf.
Freilos=Lokkerie des Einzeſhandels.
Während der Deutſchen Werbewoche geben die angeſchloſſenen
Einzelhandelsgeſchäfte Freiloſe beim Einkauf von je 5 Mark aus.
Die Hauptgewinne, nämlich:
ein Opel=Auto,
ein komplettes Schlafzimmer,
ein Eß=Service.
eine Waſchmaſchine mit elektriſchem Antrieb,
eine Nähmaſchine.
ein Beſteckkaſten.
ein Herrenfahrrad.
ein Staubſauger.
ein Damenfahrrad.
ein Gasherd.
ſind in dem Schaufenſter des Möbelgeſchäfts Eiſenhauer
Darm=
ſtadt. Ernſt=Ludwig=Straße 9, ausgeſtellt. Es wird nachdrücklich
darauf hingewieſen, daß dies nur die zehn
Haupt=
gewinne ſind. Daneben kommen noch viele
Hun=
derte von Warengutſcheinen verſchiedener Höhe,
außerdem eine Reihe weiterer wertvoller
Sach=
gewinne zuc Verloſung. Die Warengutſcheine werden
alsdann bis Weihnachten bei Einkäufen in den Geſchäften der
angeſchloſſenen Einzelhandelsfirmen in Zahlung genommen. Der
Reinerlös der Lotterie, die ausſchließlich auf Koſten des
Einzel=
handels geht, wird, angeſichts der drohenden Not im kommenden
Winter, der Stadt Darmſtadt für Wohlfahrtszwecke zur
Ver=
fügung geſtellt werden.
— Die Volkshochſchule ermöglicht den Erwerbloſen auch im
kommenden Winter den Beſuch aller Lehrgänge, die aus dem
Ar=
beitsplan zu erſehen ſind. Wer erwerbslos iſt, zahlt bei der
An=
meldung für einen Lehrgang, der bis 8 Abende umfaßt, 50 Pfg.,
bis 16 Abende 75 Pfg., dis 24 Abende 1 Mark. Vorausſetzung iſt,
daß die Anmeldungen bis zum 24. Oktober erfolgen.
Das
Darmstädter Fahrplanbuch
(Winter-Ausgabe) ist
in allen bekannten Verkaufsstellen zum Preise von
80 Pfennig
erhältlich.
* Bankhaus Nauheim verſteigert. Im Konkurs der Bankfirma
Nauheim hat die Zwangsverſteigerung des Bankgebäudes,
Rhein=
ſtraße 32 ſtattgefunden. Wie wir hören, iſt die Städt.
Spar=
kaſſe, der die 1. Hypothek auf dem Anweſen zuſteht,
Höchſtbie=
tende geblieben und wird den gerichtlichen Zuſchlag erhalten.
— Erledigt ſind: Eine Schulſtelle für eine katholiſche Lehrerin
an der Volksſchule in Vilbel, Kreis Friedberg; eine
Lehrer=
ſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule in
Lie=
derbach, Kreis Alsfeld.
— Ernannt wurden: Am 14. September: der
Oberjuſtiz=
ſekretär bei dem Amtsgericht. Worms Wilhelm Feiling zum
Oberjuſtizſekretär bei dem Amtsgerichts Lorſch; am 28 September:
der Privatdozent an der Univerſität Göttingen Profeſſor Dr. Udo
Wegner zum ordentlichen Profeſſor für Mathematik an der
Techniſchen Hochſchule Darmſtadt, vom 1. Oktober 1931 an.
— In den Ruheſtand verſetzt wurden: Am 23. September:
der Gerichtsvollzieher mit dem Amtsſitz in Oſthofen Karl Lotz
auf Nachſuchen, mit Wirkung vom 1. Januar 1932 an: am 1.
Okto=
ber; der Oberaſſiſtent bei dem Amtsgericht Büdingen Georg
Diſtel auf Nachſuchen, mit Wirkung vom 1. Februar 1932 an.
— Jubiläum Am 1. Oktober d. J. beging Adam Pfeifer
ſein 35jähriges Jubiläum als Diener im Hauſe Andreae.
— Herbſt=Geſellenprüfungen 1931. Die Geſellenprüfungen
fan=
den in dieſer Woche ihren Abſchluß und werden die Vorſitzenden
und Prüfungsmeiſter auch an dieſer Stelle nochmals erinnert, die
unterſchriebenen Akten an die Geſchäftsſtelle, Luiſenſtraße 40,
ab=
zuliefern. Die Ausſtellung der Geſellenſtücke und Arbeitsproben
findet nur am nächſten Samstag, den 10. Oktober, im Saalbau
ſtatt. Die feierliche Ueberreichung der Geſellenbriefe findet
gleich=
falls im Saalbau am Sonntag, den 11. Oktober, vormittags
9,75 Uhr. ſtatt. Näheres hierüber noch in den Anzeigen.
Das Einſperren der Tauben zur Saatzeit iſt für die Zeit
vom 5. bis einſchließlich 19. Oktober d. J. angeordnet. Auf die
amtliche Bekanntmachung der Bürgermeiſterei Darmſtadt wird
hingewieſen.
3 Gramm die Tasse, stört nicht das Herz u. schont die Kasse
mit Coffein
WMMt NAMEI
aber aus 5—6 Gramm bereiten Sie das Köstliche Mocca-Getränk IIbg.
Zu beziehen nur direkt aus der Eduscho-Großrösterei, Bremen, Sicherheitshafen,
13301
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Samstag, den 3. Oktober 1931
Nummer 274
Das hunderie jaht des Muſtuerels.
Der Muſikverein verſendet in dieſen Tagen an ſeine
Mitglie=
der und Freunde ſein Jahresprogramm. In politiſch ernſter und
wirtſchaftlich ſchwerer Zeit tritt er in ſein 100. Jahr ein. Als im
Jahre 1907 das 75. Jubiläum in der Blütezeit Deutſchlands
ge=
feiert wurde, ſchien der Ausblick auf das volle Jahrhundert
wirr=
ſchaftliche und kulturelle Sicherbeit zu verheißen. Es iſt anders
gekommen, und ſchwere Prüfungen ſind auch der Kunſt, die der
Muſikverein pflegt, nicht erſpart geblieben. Schwierige Jahre
lie=
gen ſchon hinter ihm, die aber nicht ſeine Schaffensfreudigkeit und
den ernſten Willen zum Durchhalten zu lähmen imſtande waren.
Die urewig großen Werte der Muſik hochzuhalten, aber auch an
Neuem nicht vorbeizugehen, war die Aufgabe der großen Chor= und
Oratorienvereine. Hier die Zeichen der Zeit richtig zu verſtehen.
darauf kam es an. Anderwärts haben manche Vereine nicht
immer die richtige Einſtellung gefunden und ihre Tätigkeit
ein=
ſchränken oder gar aufgeben müſſen. Der Muſikverein Darmſtadt
darf heute mit Befriedigung für ſich in Anſpruch nehmen, richtig
Maß gehalten zu haben, und es als Glück anſehen, daß er in den
ſchweren Kriegs= und Nachkriegsjahren und ſelbſt bis heute ſeine
Aufgaben erfüllen und Darmſtadt die Aufführung der großen
Chorwerke erhalten konnte. Er hat ſich dabei vorwiegend die
Pflege der Meiſterwerke der großen Vergangenheit angelegen ſein
laſſen, ohne die ein konzertgebender Verein nicht beſtehen kann, iſt
aber auch an Neuem und irgendwie Erprobtem nicht
vorbeige=
gangen. Und ſo tritt der Verein mit gleichen Zielen ins 109.
Jahr, im Vertrauen darauf, daß ſeine idealen Beſtrebungen,
ge=
rade in ſchwerer Zeit die Kunſt hochzuhalten, weiterhin die
Unter=
ſtützung ſeiner Mitglieder und Freunde finden möchten.
Im erſten ordentlichen Konzert am 3. November 1931
kom=
men die P=Moll=Meſſe und das Tedeum von Anton Bruckner ur
Aufführung. Dieſes gleichzeitig als Werbung für einen zu
grün=
denden Heſſiſchen Brucknerbund gedachte Konzert findet eine
Er=
gänzung in dem Sinfoniekonzert des Landestheaters am 9.
Novem=
ber mit der Darbietung von Bruckners 7. Sinfonie. Das zweite
Konzert im Februar 1932 iſt zur Hälfte dem Neuen gewidmet.
Es bringt die Kantate „Das dunkle Reich” von Hans Pfitzner und
im zweiten Teil ein kürzlich aufgefundenes „Stabat mater” von
Peter Cornelius. Zu Karfreitag erfolgt, alter Tradition gemäß,
Bachs Matthäuspaſſion. Dem weihevollen Werke wird im
Jubi=
läumsjahr eine beſondere Sorgfalt zuteil werden. Das
eigent=
liche Feſtkonzert ſoll die Aufführung des „Meſſias” von Händel
im Mai 1932 ſein. Eine vorhergehende akademiſche Feier wird
einen Ueberblick über die verfloſſenen 100 Jahre in großen Zügen
geben. Die Konzerte werden unter Leitung von Dr. Hans Schmidt=
Iſſerſtedt und unter Mitwirkung des Landestheaterorcheſters im
Großen Haus des Landestheaters gegeben, mit Ausnahme der
Matthäuspaſſion, deren Aufführung in der Stadtkirche ſtattfindet.
Sämtlichen ordentlichen Konzerten wird eine öffentliche
Haupt=
probe vorausgehen. Von Soliſten wurden bereits verpflichtet:
Anny Quiſtorp. Giſela Dervſch. Thea Böhm=Linhard, Eva
Jür=
gens, Gertrud Gercke, Suſ. Horn=Stoll, Klara Herber, Theo
Her=
mann. Alfr. Paulus, Hans Höfflin, H. J. Walter. Heinrich
Hölzlin.
Am 10. Oktober d. J. findet in der Städtkirche ein
außer=
ordentliches Konzert des Berliner Domchors unter
Lei=
tung von Profeſſor Hugo Rüdel ſtatt mit Werken von Schütz Bach
und Bruckner. Die Erntedank=Motette von Arnold Mendelsſohn
beſchließt dasKonzert als Ehrung dieſes Meiſters zu ſeinem 75.
Geburtstage. Vereinsmitglieder genießen Ermäßigung der
Ein=
trittspreiſe.
Möge das kommende Jahr das erſte Jahrhundert des
Muſik=
vereins würdig ſeiner Geſchichte und Tradition beſchließen
Möch=
ten alle alten treuen Mitglieder und viele neue Freunde des
Muſikvereins helfen, ſein 100jähriges Jubiläum dem Ernſt der
Zeit gemäß, aber würdig zu begehen!
Um die Konzerte des Jubiläumsjahres würdig auszugeſtalten,
werden ſangesfreudige Damen und Herren gebeten, als aktive
Mitglieder dem Chor beizutreten. Zur Anmeldung genügt das
Erſcheinen in einer der Prohen die Montag und Freitag, abends
8 Uhr, im Vereinshauſe (Wilhelm=Gläſſing=Straße 24)
ſtattfin=
den (zweckmäßig iſt vorherige Anfrage daſelbſt. Fernruf 1655).
Neu eintretende aktive Mitglieder ſind im erſten Jahre vom
Bei=
trag befreit. Der wirtſchaftliche Halt des Vereins ſetzt
gleich=
zeitig eine entſprechende Zahl der inaktiven Mitglieder voraus.
Dieſe haben bei Zahlung ihres Jahresbeitrages freien Beſuch der
Kordentlichen Konzerte und der Hauptproben auf dem gewählten
Platz. Weitgehende Abſtufung der Preiſe und auf Wunſch
Raten=
zahlung ſoll allen die Mitgliedſchaft erleichtern. Auskunft und
Anmeldung bei der Platzordnerin des Muſikvereins, Frau Ella
Arnold, Aeußere Ringſtraße 118 (Fernſprecher 3316).
welk Tierſchukkag.
Profeſſor Dr. Baſtian Schmid wird am nächſten Sonntag in
der vom Tierſchutzverein für Heſſen veranſtalteten Morgenfeier
ſeine neueſten Filme über das Seelenleben der Jungtiere zeigen
und erläutern.
Durch ſeine Forſchungen über das Seelenleben der Tiere, die
er mit Unterſtützung der Notgemeinſchaft der deutſchen
Wiſſen=
ſchaft vorgenommen hat, iſt er weit über die Grenzen Deutſchlands
bekannt geworden. Beſonderes Aufſehen haben ſeine Forſchungen
über die Stimmen der Tiere erregt, die er als erſter mit dem
Mikrophon feſtgehalten und wiſſenſchaftlich unterſucht hat. Hier
in Darmſtadt hat er vor zwei Jahren in einem Vortrag des
Tier=
ſchutzvereins in der Techniſchen Hochſchule darüber berichtet. Voller
Spannung ſehen wir der Vorführung ſeiner neuen Filme entgegen,
die noch nirgends öffentlich gezeigt wurden und die ſomit in
Darmſtadt ihre Uraufführung erleben.
— Im Union=Theater läuft ab heute ein luſtiger Tonfilm
„Geſangverein Sorgenfrei” mit Ralph Arthur Roberts als
Uiri=
gent dieſes originellen Geſangvereins, Julius Falkenſtein als
Photograph. Hermann Picha als Koſtümverleiher. J. Hermann
als Autorundfahrterklärer u. a. Dazu das tönende Beiprogramm.
— Das Helia=Theater bringt ab heute den Tonfilm=Schwank
„Mein Herz ſehnt ſich nach Liebe‟ (Der Hellſeher). In den
Haupt=
rollen: Max Adalbert als der „Herr Bürovorſteher” und als „
Hell=
ſeher”, Marianne Winkelſtern Trude Berliner Johannes
Rie=
mann. Ernſt Verebes. Senta Söneland. Paul Hörbiger und Kurt
Lilien. Regie: Eugen Thiele. Dazu das tönende Beiprogramm.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen heute und folgende Tage den
Tonfilm „Frauenraub auf Madagaskar”, der die abenteuerlichen
Erlebniſſe des Schiffsheizers Cain in der Südſee zeigt. Dazu das
gute Beiprogramm.
— Film=Morgenfeiern. Im Union=Theater hält am
kommen=
den Sonntag, vormittags 11.15 Uhr, der bekannte Kriminaliſt
Ernſt Engelbrecht, ehemals Leiter des Berliner, Razzien= und
Fahndungsdienſtes, einen einmaligen hochintereſſanten und
aktuel=
len Filmportrag „15 Jahre im Kampfe mit dem Verbrechertum”.
Man ſichere ſich Karten im Vorverkauf an der Union=Kaſſe.
— In der im Helia=Theater am kommenden Sonntag,
vormit=
tags 11.15 Uhr, ſtattfindenden Film=Morgenfeier wird der mit ſo
roßem Beifall
zewdliche aben zurät. Varverkaule der Togesfalſe
— Verteidige dich ſelbſt! nach der Methode Dſchiu=
Dſchitſu, der japaniſchen Angriffs= und Verteidigungskunſt
ohne Waffen. Das Amt für Leibesübungen gibt Damen
und Herren Gelegenheit, ſich in der Selbſtverteidigung
auszubil=
den. Auch ältere Perſonen können, ohne körperliche Nachteile zu
befürchten, an den Uebungen teilnehmen. Durch geeignete
Körper=
übungen iſt gleichzeitig eine planmäßige Körperbildung damit
verbunden. Die Leitung übernimmt der Turn= und Dſchiu=Dſchitſu=
Leiter der früheren Heſſiſchen Schutzmannſchule, Oberturnwart W.
Hofferbert. (Siehe heutige Anzeige.)
Empfehlenswerke Aukofahrk
in den befſgoeſilfen Demait.
Mitgeteilt vom Starkenburger Automobil=Club — A.D.A. C.
Darmſtadt — Ober=Ramſtadt — Hahn rechts ab am
Orts=
ausgang nach Wembach, dann links vor dem Oxt Straßenkreuz,
Waſſerwerk Groß=Bieberau — Brensbach, im Ort links —
Höllerbach — Vorſicht, enge Durchfahrt! — Hummetroth. hinter
dem Ort erſten Abzweig rechts ſteil ab — Forſtel — Mümling=
Grumbach — Michelſtadt — Erbach — Marbach — Hetzbach —
Beerfelden — Hirſchhornerhöhe, auf der Höhe links —
Rothen=
berg — im Ort Vorſicht! — Kortelshütte — viele Kurven
Hirſchhorn (Schloßbeſichtigung) 83,0 Km. Neckarſteinach (
Schwal=
benneſt) — Neckargemünd — Menzers Griech Weinſtube —
Hei=
delberg — Darmſtadt 78,4 Km. Geſamtſtrecke 161,4 Km.
DDarmstcat
Rober-Ramstadt
Wdrer dag ienn
O— Knn Kiagn Wre
Hemboch
4
Grenttrn. 4
Höllerbach
kenbach
ling d
König
wingenberg
usteinach
Neckargemönd
Schlüſſel für die Unfallmeldeſtelle auf der Straße Eberſtadt —
Bickenbach (auch paſſend für alle übrigen vom A.D.AC.
errichte=
ten Unfallmeldeſtellen) werden an alle Kraftfahrer abgegeben in
der Geſchäftsſtelle des St.A.C.: Aeußere Ringſtraße Nr. 108.
Fernſprecher 3177. (Schlüſſel bitte ſtets zur Hilfeleiſtung mit ſich
führen!)
Wanderung um Reichelsheim.
Sonntagskarte Reichelsheim. Fahrt mit der Odenwaldbahn
und dem „Lieschen” nach Kirch=Beerfurth. Zeichen I gelb durch
den Ort, dem Tal entlang nach 1 Stunde „Vier Stöcke” (362
Meter, Gaſthaus). Zeichen blau, rechts ab, am „ſteinernen
Tiſch” vorbei zur „Dehnbuche”, dem „Bildweg” folgend nach 2
Stunden „Lärmfeuer” (501 Meter, hölzerner Ausſichtsturm 1931
neu errichtet), Zeichen A gelb, rechts ab, am Forſthaus „Roter
Linpcn-
FELS
RsicHels-
HEiM
CKL-
0.-
GuMPen
G.:
MRCH- BEER-
RURTM
HoSTERN:
EN2BACH
oosrend”
Kandel” vorbei, über die Straße Erzbach-Wegſcheide, Ober=
Oſtern berührend, nach 3½ Stunden „Stotz” (476 Meter), zum
„Gumpener Kreuz” (273 Meter), die Straße auf nach 5 Stunden
Lindenfels (370 Meter. Burgruine). Zeichen rot in nördlicher
Richtung über die „Litzelröder Höhe” mit „Bismarckwarte” nach
6 Stunden Winterkaſten, ſteil auf nach 6½ Stunden Neunkircher
Höhe (605 Meter. „Kaiſerturm”. Ausſicht.) Zeichen Egelb am
„Seibertgedenkſtein und der Gerſprenzquelle vorbei, nach 7½4
Stunden Laudenau. Ein kurzes Stück Straße, links ab über
Wieſengrund zum Wald. Am Friedhof vorbei nach 8½ Stunden
Reichelsheim. (Schloß Reichenberg). Rückfahrt.
— Turngemeinde Darmſtadt 1846. Um das
Gemeinſchafts=
gefühl und den Bruderſinn der vielen Abteilungen untereinander
zu pflegen, veranſtalten wir am kommenden Sonntag, dem 4.
Ok=
tober, eine Sternwanderung. Gerade die derzeitigen ſchweren
Zeiten ſollen Anlaß zum Zuſammenhalten ſein und unſeren vielen
und großen Abteilungen Gelegenheit geben, deutſches Volkstum
in die Tat umzuſetzen. Alle Abteilungen werden in verſchiedenen
Gruppen nach einem im Turnhaus bekannt gegebenen und in der
letzten Monatsſchrift veröffentlichten Wanderplan durch die
herr=
lichen herbſtlichen Wälder wandern, um ſich dann um 15 Uhr auf
der Ludwigshöhe zuſammenzufinden. Von dort wird der
gemein=
ſame Heimmarſch nach unſerem Turnhauſe ſtattfinden, wo bei
Vor=
trägen, gemeinſamen Liedern, Darbietungen der Singmannſchaft
und auch beim fröhlichen Tanz einige genußreiche Stunden
ge=
boten werden. Der 4. Oktober ſoll uns ein Feſtag ſein, in der
Geſchichte unſerer nun 85jährigen Turngemeinde aber einen
Mark=
ſtein bedeuten. Nicht nur das Zugehörigkeitsgefühl zu unſerer
Ge=
meinde, auch die Liebe zur Heimat, die Freude an der Natur, der
Gewinn für Geſundheit und Seele und beſonders die Pflege des
Bruderſinns ſollten alt und jung zur Teilnahme an der
Wande=
rung verpflichten. Außer unſeren Mitgliedern ſind auch deren
Angehörige und Freunde herzlich eingeladen.
Polzeiberſchl.
Dem alten Laſter verfallen. Die Fahrraddiebſtähle haben in
Darmſtadt ein erhebliches Ausmaß angenommen. In letzter Zeit
ſind auch täglich Anzeigen bei der Kriminalpolizei erſtattet
wor=
den, daß aus Autos und Motorrädern Werkzeuge, Zubehörteile
und ſonſtige Sachen geſtohlen werden. Das ſyſtematiſche
Aus=
räubern der Autos und Motorräder ließ die Vermutung
aufkom=
men, daß Spezialiſten auf dieſem Gebiet am Werke waren. Bei
einem am 25. September ausgeführten Diebſtahl war eine Perſon
unter verdächtigen Umſtänden geſehen worden, die dann auf Grund
der gegebenen Beſchreibung von der Kriminalpolizei ermittelt
werden konnte. Es handelt ſich um einen Autoſchloſſer aus
Darm=
ſtadt, der ſich drei junge Burſchen aus Nieder=Ramſtadt
auser=
wählte und mit dieſen eine große Anzahl Fahrraddiebſtähle ſowie
Diebſtähle aus Autos und Motorrädern beging. Die überraſchende
Feſtnahme und die anſchließenden Durchſuchungen förderten ein
umfangreiches Lager von Diebesgut an den Tag. Bei der
Krimi=
nalpolizei in Darmſtadt iſt noch eine große Anzahl Auto= und
Motorradſchlüſſel, Wagenheber, Andrehkurbeln, Blitzangen.
Oel=
kannen, Wäſcheſtücke, Dynamos elektriſche Lampen, Fahrräder,
Fahrradrahmen uſw. ſichergeſtellt. Da die Diebe im einzelnen
nicht mehr angeben können, an welchen Stellen ſie die Sachen
ge=
ſtohlen haben, werden Geſchädigte erſucht, ſich bei der
Kriminaſ=
polizei Darmſtadt. Hügelſtraße 31/33, Zimmer 34, zwecks
Aner=
kennung ihrer geſtohlenen Sachen zu melden. Der Autoſchloſſer
iſt rückfälliger Dieb und wurde nach Vorführung vor den
zuſtän=
digen Richter in Unterſuchungshaft genommen.
( Unglücksfall im Hauptbahnhof Darmſtadt. Ueber den von
uns bereits berichteten Vorfall meldet der Polizeibericht: Am
27. September 1931 waren aus der Landes=Heil= und
Pflege=
anſtalt Philippshoſpital bei Goddelau zwei geiſteskranke Frauen
entſprungen. Am 28. September 1931. gegen 20 Uhr, hatten ſich) fat beſt
die beiden Frauen nach dem Hauptbahnhof begeben und wollten, foſt
wie aus einer vorgefundenen Fahrkarte erſichtlich iſt, nach
Erz=
hauſen fahren. Der fahrplanmäßige Zug war aber bereits
abge=
gangen und ſtanden auf demſelben Gleis noch drei unbeleuchtete
Verſtärkungswagen, die beſtimmungsgemäß mit einer Maſchine
herausgezogen und auf einem anderen Gleis abgeſtellt werden
ſollten. Bei dem Abfahren der Wagen ſprang die eine geiſtes= enge
kranke Frau auf, kam aber zu Fall. Es wurde ihr neben anderen i.!
Verletzungen das linke Bein unterhalb dem Knie abgefahren. Uſtwe
C Jugendliche Sittlichkeitsverbrecher. Auf. Erſuchen der fadt
Staatsanwaltſchaft Darmſtadt wurden am 29. September 1931 ein in
20jähriger junger Mann aus Arheilgen und ein 17jähriger aus in
Darmſtadt vorläufig feſtgenommen. Beide hatten ſich an einem lurg
Mädchen unter 14 Jahren unſittlich vergangen. Sie wurden dem nuß
zuſtändigen Richter zugeführt.
räch
Diebſtähle. Am Samstag, den 26. September 1931. gegen in
9 Uhr, wurde einer armen Witwe im Vorraum des Städtiſchen
Wohlfahrtsamtes ein Portemonnaie mit zirka 21. Mark Inhalt
geſtohlen. Perſonen, die über den Täter ſachdienliche Angaben
machen können, werden gebeten, auf Zimmer 12 bei der
Kriminal=
polizei Darmſtadt vorzuſprechen. — Am 26. September 1931
wur=
den aus einem Keller in der Heidelberger Straße 49 zwei Kiſten
Margarine mit der Markenbezeichnung. Holſtenſtolz” geſtohlen
In jeder Kiſte befanden ſich 60 Pakete zu je ½ Pfund.
— Wo wurde eine goldene Taſchenuhr mit Kette angebotey
Wohlfe.
oder gekauft? Am 15. September 1931 wurde aus einer Wohnung
eine goldene Uhr mit Kette geſtohlen. Die Uhr trägt einen
Wap=
pen auf dem Rückendeckel, hat einen Sprungdeckel und Zifferblat: S9119
mit 24=Stundenzeit. Die Stundenzeit von 1—12 ſind römiſche und Eggte
von 13 bis 24 arabiſche Zahlen. Letztere ſind rot. Die Kette iſt/ Bohlial
feingliedrig. Perſonen, denen eine ſolche Uhr angeboten worden ronme
iſt, oder die ſie käuflich erworben haben, werden erſucht, bei des/ Gelegenl
Kriminalpolizei Darmſtadt, Zimmer 3. vorſprechen zu wollen.
fücke gel
Warnung! In der Zeit vom 24. bis 27. September 1931 Quver
iſt in Darmſtadt ein Einmietediebespaar aufgetreten. Das Paa)/” Auſ
hat ſich ein möbliertes Zimmer gemietet, hat für zwei Tage
be=
zahlt und iſt dann unter Mitnahme von Bettwäſche, Federhet, 27 0s
und ſonſtigen wertvollen Gegenſtänden in der Nacht zum 27. Sep. 42r O0
tember 1931 verſchwunden. Der Mann war von großer Statut/ der V0
und trug ſchwarze Kleidung. Die Frau war mittelgroß, hatte 8lo.
meliertes Haar und ebenfalls ſchwarze Kleidung — Am 24. Sep
tember 1931 iſt in Darmſtadt eine Betrügerin, ſogenannte Gruß ysſe
beſtellerin, aufgetreten. Sie hat ſich in einem Hotel eingemietel üthung
und iſt dann zu einer Familie gegangen, um ſich als Bekannte de94. Oito
Sohnes auszugeben. Sie hat es verſtanden, ſich von der Familielirtinde
Geld und Eſſen geben zu laſſen und iſt dann ebenfalls nach Hinter”yie ſt
laſſung ihrer Zechſchulden aus dem Hotel verſchwunden. Die
Beſ=
trügerin iſt etwa 21 Jahre alt, angeblich am 26. Dezember 1900 näligen
zu Dortmund geboren, zirka 1.60 Meter groß, ſchlank blaſſes Ge urſee
ſicht, ſchwarzes, in der Mitte geſcheiteltes Haar, vollſtändige Zähne, nüt ſe
ſpricht hochdeutſch mit weſtfäliſchem Einſchlag. Sie trug blaues Nam
Seidenkleid, das nach der Figur der Betrügerin nicht paßte, grau/20.
beige Spangenſchuhe und war ohne Hut.
Einbruchsdiebſtahl. In der Nacht vom 1. zum 2. Oktobe! 4 eſch d
1931 wurde in das Hoſviz Martahaus. Stiftſtraße 14 eingebroche!3 eglen
und ein größerer Geldbetrag geſtohlen. Anhaltspunkte hinſichtlic
dieſes Diebſtahls wolle man alsbald der Kriminalpolizei Darm
ſtadt. Hügelſtraße 31/33, Zimmer 3, mitteilen.
a0
— Kunſthalle am Rheintor. Die Ermäßigung des Eintritts
geldes auf die Hälfte an den letzten Sonntagen hat der derzei
tigen, ſehr beachtlichen Ausſtellung der Intereſſengemeinſchaft der
Darmſtädter Gruppe, und der Sezeſſion, einen ſo großen Mehr/ Uh.
beſuch gebracht, daß auch an den kommenden letzten Sonnta) aug
der Eintritt auf 50 Rpf. geſenkt bleiben ſoll. Inzwiſchen habe!
auch die ſympathiſchen Aquarelle Anton Hartmanns „Blumer
pflückendes Mädchen” „Mutter und Tochter” und „Mädchen au
dem Ruhebett” Kaufliebhaber gefunden. Das iſt um ſo meh
zu begrüßen, weil in den heutigen Zeiten ſchwerer wirtſchaf!
licher Not, von der gerade die bildenden Künſtler mit am ſtär)
ſten getroffen werden, jeder, der nur irgendwie dazu in der Lagl
iſt, durch den Ankauf von Kunſtwerken für ſein Heim der Künſtle
ſchaft helfend zur Seite ſtehen ſollte. Es wird deshalb der Hof
nung Ausdruck gegeben, daß ſich in den letzten Tagen dieſer Aus
ſtellung noch eine Reihe weiterer Kunſtfreunde finden möchte, di
bei den ſehr angemeſſenen Preiſen einen Wandſchmuck für ihrlt
Wohnung dort erwerben. Sie werden dadurch nicht nur dem ſchaßf Boie
fenden Künſtler eine Hilfe zukommen laſſen, ſondern ſich auch ſelbe
eine dauernde Freude bereiten.
Aus den Parkeien.
— Die Radikal=Demokratiſche Partei, Landesverban)”
Heſſen, hält ihren diesjährigen Parteitag am Sonntag, den 4.
Oktobeulſb=
im Parkhotel in Offenbach ab. Auf dieſem Parteitag wird die Liſt”
der Kandidaten für die Landtagswahlen aufgeſtellt werden.
Deutſchnationale Frauengruppe. Mittwocll
den 7. Oktober, nachmittags, Zuſammenkunft auf dem Heiligeſt
Kreuz (hinterer Saal), zu dem unſere Mitglieder und Freundel
ebenſo dringend wie herzlich eingeladen werden! Die Vorſitzend
des Landesfrauen=Ausſchuſſes, Frau Dr. Reinhart und decl
Landesgeſchäftsführer, Freiherr v. Schilling, werden ſpreche‟
Um vollzähliges Erſcheinen aller Frauen wird gebeten. Gäſſch Samg
auch Männer der Ortsgruppe, ſehr willkommen.
— Die Stadtratsfraktion der Gewerbe= undduren
Handwerkervereinigung Darmſtadt hat im Stadtroltig
nachſtehenden Antrag eingebracht: „Wir beantragen, der Stadll Vocke,
rat möge beſchließen, allen Gewerbetreibenden die fällig
Forderungen an die Stadt haben und gleichzeitig Steuerſchuldnd
der Stadt ſind, ſollen dieſe Steuern ſo lange zinslos geſtundd
werden, bis eine Auszahlung der bezeichneten Rechnungsbeträg
durch die Stadtkaſſe erfolgt iſt.”
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ſchränkungen bringt. Auch der Darmſtädter Bezirk wird von die Lehrmeiſter der zu prüfenden Geſellen. Nach Feſtlegung der
Dg. Arheilgen, 1. Okt. Ortsgewerbeverein und
Handwerkervereinigung — Geſellenprüfung. Am
Am Sonntag, dem 4. d. M., tritt der neue Fahrplan der Mittwoch abend fand eine gemeinſame Sitzung zwiſchen Vorſtand
jährigen Geſellenprüfungen. An der Sitzung beteiligten ſich auch
dieſen Einſchränkungen betroffen. Leider ſollen gerade auch die Geſellenſtücke wurde beſchloſſen, die feierliche Ueberreichung der
ſo beliebten Schnell= und Bezirkszüge ſtark vermindert werden. Geſellenbriefe am 24. Oktober vorzunehmen. Das Lokal wird noch
So wird auf der Strecke Darmſtadt—Frankfurt in der Rich= bekanntgegeben. Zur Prüfung, die am 20. Oktober beendet ſein
tung Frankfurt-Darmſtadt der beſchleunigt geführte Perſonenzug muß, haben ſich 17 Prüflinge gemeldet.
S Darn 926 Frankfurt ab 11.20, Darmſtadt an 11.56, der günſtige
An=
ause ſchlüſſe von der Gießener und Bebraer Strecke hat, nur noch an
Dd. Arheilgen, 1. Okt. In der letzten Kirchenvorſtandsſitzung
e ſomß Sonn= und Feiertagen verkehren; das gleiche gilt von dem Abend= wurde die Verpachtung der Grundſtücke des Pfarrgutes und des
erkaſt
eilzug E 350, Frankfurt ab 22.44.
Kirchengutes mit Ausnahme einiger Aecker, für die im
Einver=
derten
Zwiſchen Darmſtadt und Mainz—Wiesbaden fällt der nehmen mit den Pächtern ein höherer Pachtzins feſtgeſetzt wurde,
Kriml Vormitsagseilzug L. 280 Wiesbaden—Mainz—Darmſtadt, Darm= genehmigt.
ſtadt an 8,58, aus. In der Gegenrichtung kommt leider der
be=
o. Erzhauſen. 2. Okt. Die Grummeternte iſt eingebracht. An
aaders günſtige E 287, Darmſtadt ab 13,32, mit ſehr günſtigen Menge und Qualität bleibt viel zu wünſchen übrig. Durch die
hird
Anſchlüſſen an die Rheintallinien in Mainz und Wiesbaden, zum anhaltenden und ſtarken Niederſchläge im vorigen Monat wurde
iſtehe Wegfall. Der abendliche Perſonenzug 653, Darmſtadt ab 22,00, das Wachstum der Gräſer beeinträchtigt. Auf den Wieſen, die
ſowie der einzige beſchleunigte Abendzug 604 von Wiesbaden und unter Waſſer ſtanden, iſt das beſſere Futter zugrunde gegangen.
Kimf
Mainz (mit unmittelbarem Anſchluß aus Holland-Köln), nach Die Kartoffelernte iſt in vollem Gange. Die Befürchtung über
* An Darmſtadt, an 22,53, verkehren nur ab 20. März 1932 an Sonn= Fäulnis beſtätigt ſich nur teilweiſe, aber hauptſächlich die
Kar=
utoſchloſſe und Feiertagen
toffeln, die auf tiefer gelegenen Aeckern ſtanden, ſind größtenteils
den zuſtä
Die in dieſem Sommer erſtmalig gefahrenen Eilzüge Darm=
ſtadt-Bensheim—Worms L 348/345 fallen, womit allerdings
chon früher zu rechnen war, aus, ſo daß eine direkte
Eilzugsver=
hindung nach Worms nicht mehr vorhanden iſt.
Beſonders ſtark betroffen wird durch die Zugausfälle die
Strecke Darmſtadt—Aſchaffenburg. Während dieſe
Verbin=
dung vor dem Kriege eine gerade auch von Eil= und Schnellzügen
tark befahrene Durchgangslinie darſtellte, wird ſie durch die
Ge=
taltung des Winterfahrplans an ihrer Verkehrsbedeutung ſtark
herabgedrückt, da nicht nur, womit gerechnet werden mußte, das
inzige Eilzugspaar, Darmſtadt—Aſchaffenburg K 286/279 zum
Vegfall gelangt, ſondern auch die einzige durchgehende
Schnellverbindung nach Bayern in Geſtalt der Züge
0 167/168. So ſehr man es verſtehen wird, daß die Reichsbahn
ungeſichts der ſchwierigen Lage den einen oder anderen Zug
aus=
allen läßt, ſo wenig wird es begriffen werden, daß die für den
ſtweſtlichen Durchgangsverkehr ſo bedeutſame Strecke
Darm=
radt—Aſchaffenburg ihres Charakters als
Schnellzugs=
inie geradezu beraubt wird. Die Wegnahme auch des
letz=
en ſchnellfahrenden Zugs von der Strecke Darmſtadt—
Aſchaffen=
urg während der ganzen Geltungsdauer des Winterfahrplans
mnuß ſich um ſo nachteiliger für Darmſtadt auswirken, weil der
nächſtjährige Fahrplan erſt am 22. Mai 1932, d. h. nach Pfingſten,
n Kraft treten wird. Durch dieſe ungewöhnlich lange
Unter=
techung muß naturgemäß eine weitere Entwöhnung des
reiſen=
en Publikums von der Strecke Darmſtadt—Aſchaffenburg im
oſt=
veſtlichen Durchgangsverkehr eintreten, ſo daß es um ſo
ſchwie=
iner ſein wird, die durch die bedauerliche Maßnahme
höklig unterbundenen Verkehrsbeziehungen wieder mit Leben zu
rfüllen.
Nummer 274
Samstag, den 3. Oktober 1931
Zugeinſchränkungen im Winkerfahrplan.
Ausſchaltung der Strecke Darmſtadt—Aſchaffenburg aus dem
Schnellzugsverkehr.
Reichsbahn in Kraft, welcher, der ungünſtigen Entwicklung und Prüfungsausſchuß ſtatt. Zur Beſprechung ſtanden die
dies=
der Wirtſchaftslage entſprechend, leider weſentliche Zugein=
Seite 7
Aus Heſſen.
Keite
Ein Platzkonzert zugunſten der Winterhilfe der freien
Vohlfahrtspflege wird am Sonntag vormittag von 11.15 bis 12.15
Dr vom Stadtorcheſter unter Leitung des Kapellmeiſters
Schlupp ausgeführt. Während des Konzerts wird durch
Beauf=
rrgte der in der freien Wohlfahrtspflege vereinigten ſämtlichen
Vohlfahrtsverbände eine Sammlung (in Sammelbüchſen)
vorge=
nommen. Im Intereſſe der Sache iſt zu wünſchen, daß von dieſer
5elegenheit reichlich Gebrauch gemacht wird. Folgende
Muſik=
ücke gelangen zum Vortrag: 1. In Treue feſt, Marſch von Blon;
Ouvertüre zur Oper Orpheus in der Unterwelt von Offenbach;
Aufzug der Stadtwache, Intermezzo von Jeſſel; 4.
Dorfſchwal=
hen aus Oeſterreich, Walzer von Strauß; 5. Große Fantaſie aus
er Oper Lohengrin von Wagner; 6. Potpourri aus der Operette
der Vogelhändler von Zeller; 7. Mit Standarten, Marſch von
Blon.
Heſſiſche Spielgemeinſchaft. Der Vorverkauf zur
Lokal=
bſſe „E geplagder Familljevadder”, deren
Erſtauf=
üührung in neuer Einſtudierung am kommenden Sonntag,
Oktober, 7 Uhr, im Kleinen Hauſe des Landestheaters
ſattfindet,; hat begonnen. Obgleich dieſe Darmſtädter
Familien=
zudie ſchon vor 45 Jahren zum Preisausſchreiben der Karneval=
eſellſchaft geſchrieben wurde, hat ſie an Schlagkraft und
über=
tältigend komiſcher Wirkung nichts eingebüßt und iſt auch für
znſere Tage hochaktuell geblieben, zumal dieſer Knotterich
ti ſeiner dem Leben entnommenen Familie keineswegs auf
armſtadt beſchränkt zu ſein braucht. Die billigen Eintrittspreiſe
940—2,00) ſchaffen allen unſeren Freunden die Möglichkeit, einen
bend befreienden Lachens zu genießen und uns durch zahlreichen
Feſuch die Grundlage zu ſchaffen zur Weiterbetätigung unſerer
bealen Beſtrebungen.
Lokale Veranſtaltungen.
ſrache an die Fugend. Feſtesſchluß 6 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen.
— Hotel=Reſtaurant zur Poſt hat jeden Mittwoch,
arnstag und Sonntag Geſellſchaftsabend mit Tanz. (Siehe An=
Eige.)
— Im Datterich, Kiesſtraße 27, findet heute abend 8,30
hr, und morgen ab 5 Uhr ein Münchener Oktoberfeſt mit
Stim=
gung und Humor ſtatt. (Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Samstag, den 3. Oktober 1931.
eſſ. Landestheater, Großes Haus, 20 Uhr: „Die
ver=
kaufte Braut”. — Kleines Haus 20 Uhr: „Marguerite : 3”
— Konzerte: 3. Oper, Schloßkeller, Sportplatz=Reſtaurant
am Böllenfalltor, Herrngartenkaffee, Hotel=Reſtaurant Poſt,
Rummelbräu, Brauerei Schul. Parcuseck, Reſt z. Maintor,
Zur Krone. — Kinovorſtellungen: Union=, Helia=
und Palaſt=Lichtſpiele.
Bottesdienſt der Ifraelitiſchent Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge.
Schlußtage des Laubhüttenfeſtes.
Samstag, 3 Okt. Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Predigt,
vendgottesdienſt. 6 Uhr 45 Min.
Sonntag 4. Okt Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min An=
Morgens 7 Uhr 15 Min. Abends 6 Uhr 30 Min.
Gebekzeiten in der Synagoge der Iſrgelikiſchen
Religionsgeſellſchaft.
ng 6 Uhr 40 Min.
Wochentags: Morgens 6 Uhr 15 Min
Samstag, 3. Qkt. Schmi i Azeves. Vorabend 5 Uhr 30 Min.
ſorgens 8 Uhr — Min. Nachmittags 4 Uhr 40 Min.
Sonntag, 4. Okt. Simcha= Tauroh. Vorabend 6 Uhr 45 Min.
ſorgens 8 Uhr — Min. Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Feſtesaus=
Nachmittags 5 Uhr 30 Min.
faul. Ueber die Preiſe von Winterkartoffeln läßt ſich noch nichts
Beſtimmtes ſagen.
Griesheim 2. Okt. D. T. Abturnen. Am Sonntag, 4. Okt.,
hält die Turnerſchaft Griesheim ihr diesjähriges Abturnen ab. Die
Wettkämpfe werden bei ſchönem Wetter auf dem Turn= und Spielplatz
am Felſenkeller ausgetragen, und zwar die leichtathletiſchen Kämpfe
morgens ab 9 Uhr, das Turnen an den Geräten ab 2 Uhr nachmittags.
Bei ſchlechtem Wetter findet das Geräteturnen in der Schulturnhalle
ſtatt. Es treten alle Abteilungen auf den Plan und bringt die
Ver=
anſtaltung für alle Zuſchauer ein recht abwechſlungsreiches und
turne=
riſches Programm. Die Preisverteilung iſt abends im Vereinslokal im
„Darmſtädter Hof”, wobei alle Abteilungen nochmals
Sondervorführun=
gen auf der Bühne bringen. Anſchließend gemütliches Beiſammenſein
mit Tanz. Da man den Veranſtaltungen der Turnerſchaft von jeher
reges Intereſſe entgegengebracht hat, werden ſich auch diesmal wieder
alle Turnfreunde zu friſch=fröhlichem Tun zuſammenfinden. Der
Ein=
tritt iſt für die Mitglieder zu allen Veranſtaltungen frei.
bindet gur — gibt ihnen
sahnigen, vollen Geschmack.
GLÜcKSKIEE
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Griesheim 2. Okt. Philipp Diefenbach 7. von hier iſt vom
Forſtamt Eberſtadt auf den Forſt=, Jagd=, Vogel= und Fiſcherei=Schutz
verpflichtet worden. — Die hieſige Bürgermeiſterei macht in einer
Be=
kanntmachung darauf aufmerkſam daß das Kartoffelſtoppeln
bis auf weiteres verboten iſt. — Das Ausheben und Reinigen
des Landgrabens, von der Brücke abwärts, zirka 1000 Meter,
ſoll im Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Bedingungen
liegen bei dem Vorſteher der Waſſergenoſſenſchaft offen. Die Vergebung
der Arbeiten findet am Montag, den 5. Oktober, abends 8 Uhr, im
Hauſe des Vorſtehers ſtatt. Es wird darauf hingewieſen, daß bei den
Arbeiten Wohlfahrts=Erwerbsloſe von hier zu beſchäftigen ſind.
F. Eberſtadt, 2. Okt. Odenwaldklub (Ortsgruppe Eberſtadt).
Nächſte (elfte) Wanderung am Sonntag den 4. Oktober. Zunächſt mit
der Bahn nach Groß=Gerau, dann mit Omnibus nach Rüſſelsheim. Hier
Beſichtigung der Opelwerke. Nach der Beſichtigung: Wanderung über
Mönchsbruch-Woogsdamm—Groß=Gerau. Von hier Rückfahrt mit der
Bahn. Abfahrt 6,55 Uhr mit der Elektriſchen bis Hauptbahnhof
Darm=
ſtadt. Sonntagskarte Groß=Gerau 80 Pfg. — Turnverein 1876
(e V.). Nächſte (zehnte) Wanderung am Sonntag, den 4. Oktober, über
Waſchenbach-Ober=Ramſtadt—Traiſa—Nieder=Ramſtadt. —
Turn=
geſellſchafte. V. Sonntag, den 4 Oktober, von vormittags 9 Uhr
ab: Abturnen auf dem Turnplatz im Schloßweg. Abends 8.30 Uhr im
Saale zum „Bergſträßer Hof” (Peter): Siegerehrung mit Tanz. Freier
Eintritt.
P. Eberſtadt, 2. Okt. Rotlaufſeuche. Unter dem
Schweine=
beſtand des Jakob Dächert 5. Schloßſtraße Nr. 3, iſt die Rotlaufſeuche
ausgebrochen. Die Gehöftſperre iſt angeordyet. —
Geburtstags=
feier, der 50Jährigen. Die gemeinſame Geburtstagsfeier der
Fünfzigjährigen findet am Samstag, den 3. Oktober, im Saale „Zum
Schwanen” ſtatt. Anfang 8 Uhr. — Obſt= und
Gartenbauver=
ein. Der Verein ladet ſeine Mitglieder ſowie Freunde des Obſt= und
Gartenbaues zu ſeiner anläßlich des 30jährigen Beſtehens am Samstag,
den 3. Oktober, im Saale des Gaſthauſes. Zum Bergſträßer Hof”
ſtatt=
findenden Feier mit Unterhaltung, Tombola und Tanz herzlichſt ein.
Anfang 8 Uhr.
Cp. Pfungſtadt, 2. Okt. Gemeinderatsſitzung. Die
geſtrige Sitzung ſtand unter dem Vorſitz des Bürgermeiſters
Schwinn. Der Gemeinderat lehnte die Erhöhung der
Bürger=
ſteuer und Gemeindebierſteuer ab. Auf Grund, der neuen
Ge=
meindeordnung wurden als Urkundsperſonen für die Protokolle
über die Gemeinderatsſitzungen die Gemeinderäte Böttiger und
Raab gewählt. Zum Schriftführer wurde der
Bürgermeiſterei=
ſekretär Buchholz beſtimmt, der unmittelbar darauf durch
Bürger=
meiſter Schwinn verpflichtet wurde. Neubauten erhalten die
üb=
lichen Steuererleichterungen. Die Feld= und Waldkartoffelernte
der Gemeinde — man rechnet mit einem Ertrag von ungefähr
900 Zentnern — ſoll eingekellert werden. Die Kartoffeln ſollen
dann im Laufe der nächſten Wintermonate im Rahmen der
Win=
terhilfe an bedürftige Familien zur Ausgabe gelangen. Nur ein
Teil der in der „Malcher Tanne” geernteten Waldkartoffeln ſoll
ſofort zur Verſteigerung gelangen. Das Geſuch eines Mädchens
um Ausbildungsmöglichkeit zur Kindergärtnerin in der
Kleinkin=
derſchule wurde abſchlägig beſchieden. Zu dem Antrag des
Rüben=
kontors zwecks Aufſtellung einer Fuhrwerkswaage am Bahnhof
wurde beſchloſſen, dem Antrag nur ſtattzugeben, wenn die
Rüben=
verteilungsſtelle, die Koſten hierzu trage. Schließlich nahm man
die Vergebung mehrerer Gemeindearbeiten und =lieferungen vor,
wobei man durchweg das einheimiſche Handwerk berückſichtigte.
Cp. Pfungſtadt. 30. Sept. Feuerwehrübung. Am
Sonn=
tag vormittag findet eine gemeinſame Uebung der Freiwilligen
Feuerwehr und der Pflichtfeuerwehr ſtatt.
Krafkpoſt=Fahrplan=Aenderung.
— Mit dem Beginn des Winterdienſtes bei der Deutſchen
Reichs=
bahn am 4. Oktober treten auch neue Fahrpläne für die Kraftpoſten im
Oberpoſtdirektionsbezirk Darmſtadt in Kraft. Gegenüber dem Sommer=
Fahrplan weiſt der neue Fahrplan infolge des durch die allgemeine
un=
günſtige Wirtſchaftslage verurſachten Verkehrsrückganges
Fahrplanein=
ichränkungen auf. Die Oberpoſtdirektion iſt aber beſtrebt geweſen, die
Verkehrseinrichtungen auch unter den ungünſtigen Verhältniſſen, ſoweit
als möglich, aufrecht zu erhalten. — Neu hinzugetreten ſind
die Kraftpoſtlinien Gießen—Wieſeck—Altenbuſeck,
Gießen—Steinbach—Albach,
Steinbach-Birklar—Lich,
Offenbcch (Main)Dietesheim,
die infolge Auflöſung der Kraftverkehrs=Geſellſchaft „Heſſen” auf die
Deutſche Neichspoſt übergegangen ſind; ferner die Linien
Darmſtadt-Jugenheim—Seeheim,
Seeheim-Jugenheim—Alsbach-Bensheim Bhf. und
Bickenbach Bhf.—Seeheim Bhf.
Einzelheiten gehen aus den bei allen Poſtanſtalten und den
Eiſenbahn=
ſtationen aushängenden Fahrplänen der Kraftpoſten hervor. Außerdem
geben die betriebleitenden Poſtämter fernmündlich, mündlich und
ſchrift=
lich Auskunft. Die Fernſprechanſchlüſſe der betriebleitenden Poſtämter
ſind in dem Aushangfahrplan bei jeder Linie angegeben.
Cp. Pfungſtadt, 2. Okt. Werbeverkauf. In allen dem
Pfung=
ſtädter Einzelhandel angeſchloſſenen Geſchäften findet bis einſchließlich
10. Oktober ein Werbeverkauf ſtatt. Bei Bareinkäufen erhalten die
Käu=
fer fünf Prozent Vergüitung. — Aus den Tunvereinen.
Wäh=
rend die Freie Turngemeinde ihr diesjähriges Herbſtſportfeſt am letzten
Sonntag abhielt, findet das Abturnen des Turnvereins G. V. am
kom=
menden Sonntag in Geſtalt von Vereinswettkämpfen ſtatt. Die
Wett=
kämpfe der Schwimmabteilung wurden bereits im Laufe der Woche
abends im Städtiſchen Schwimmbad ausgetragen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 2. Okt. Perſonenſtandsaufnahme
Wie alljährlich, ſo wird auch in dieſem Jahre auf Veranlaſſung des
Finanzamtes eine Perſonenſtandsaufnahme nach dem Stande vom 10.
Oktober vorgenommen. Die Formulare hierzu werden in den nächſten
Tagen zugeſtellt und ſind, ſorgfältig ausgefüllt, am 11. Oktober I. Js.
an die Bürgermeiſterei zurückzugeben. Im Hinblick darauf, daß die
dies=
jährige Perſonenſtandsaufnahme ein wichtiger Faktor in ſteuerlicher
Hin=
ſicht iſt, namentlich für die in dieſem Jahre erſtmals zur Erhebung
kom=
mende Bürgerſteuer, empfiehlt es ſich, die einzelnen Formulare ſorgſam
auszufüllen und ganz beſonders die Spalten Arbeits= und
Dienſtver=
hältnis nicht zu übergehen. — Obſternte. Abgeſehen von einigen
ſpäten Winterſorten, iſt das Obſt hieſiger Gemarkung im allgemeinen
eingeerntet. Die Ernte iſt reichlich ausgefallen, und gar mancher
Baum=
beſitzer weiß nun nicht, wo er mit dem Obſt hin ſoll. Die beſſeren
Sor=
ten, wie bei Aepfeln, Schöner von Boskoop”. „Winter=Rambour”
„Roter Eiſer” „Grau=Renette” und andere harte Winterſorten, ſind
beſſer und preiswerter abzuſetzen, da nach dieſen die Nachfrage eine viel
größere iſt. Durchſchnittlich werden hierfür Preiſe von 8 Mk. pro
Zent=
ner erzielt. Das Wirtſchaftsobſt iſt weniger begehrt und koſtet
durch=
ſchnittlich 5—6 Mark pro Zentner. Zur Apfelweinbereitung wird
eben=
falls ſehr viel Obſt verwendet. Faſt jeder Gaſtwirt nimmt die Gelegen=
heit wahr und deckt ſich ein, wie auch viele Private das gleiche tun Das
kommende Jahr wird wohl unter dem Zeichen des Apfelweins ſtehen,
der, nach den Aepfelpreiſen zu urteilen, nicht teuer zu werden braucht.
G. Ober=Ramſtadt, 2. Okt. 75 Jahre Geſangverein
„Eintracht”. In dieſem Jahre kann der älteſte hieſige
Geſang=
verein der Geſangverein. Eintracht” auf ſein 75jähriges Beſtehen
zurückblicken. Eine kürzlich ſtattgefundene Vorſtandsſitzung des
Vereins zu welcher auch ältere Ehrenmitglieder eingeladen
waren befaßte ſich mit der Frage, ob und in welcher Weiſe dieſes
Jubiläum begangen werden ſoll. Dem Ernſt und der Not der
Zeit Rechnung tragend, kam man dahin überein, von einer
grö=
ßeren Feſtlichkeit abzuſehen, dagegen eine Jubiläumsfeier in
ein=
fachem, ſchlichten Rahmen in Form eines Familienabends
abzu=
halten. Dieſer ſoll am Sonntag, den 1. November im Saal „Zum
Löwen” ſtattfinden, und die Vortragsfolge Muſikſtücke, Chöre des
Vereins Einzelvorträge und Ehrung verdienter Mitglieder
um=
faſſen. Es wurde weiter beſchloſſen am zweiten
Weihnachtsfeier=
tag einen Jubiläumsball im Saalbau „Suppes” abzuhalten. —
Am nächſten Sonntag, den 4. Oktober, fällt der
Vormittagsgottes=
dienſt in unſerer Kirche aus, dafür findet nachmittags um 1.30
Uhr ein Gottesdienſt ſtatt, in welchem Herr Pfarrer Dr. Kunze
aus Nieder=Modau predigen wird. Auch die üblichen
Sprech=
ſtunden in Kirchenſteuerſachen beim hieſigen Pfarramt fallen
nächſte Woche aus. — Reklame. Ein „Himmelſchreiber” machte
geſtern in unſerer Gegend für die bekannten Perſilwerke Reklame
und wurde dieſes Experiment von Vielen wieder beſtaunt.
G. Ober=Ramſtadt, 2. Okt Nachkirchweihe. Am Sonntag,
den 4. Oktober, findet hier die Nachkirchweihe ſtatt. — Am Montag, den
5. Oktober, nachmittags von 2—3 Uhr, wird im Zimmer 18 des
Rat=
hauſes die übliche Beratungsſtunde der Säuglingsfürſorge
ab=
gehalten. — Standesamtliches. Im Monat September kamen
beim hieſigen Standesamt 5 Geburten (3 Mädchen, 2 Knaben), 5
Ehe=
ſchließungen und 5 Sterbefälle zur Beurkundung. Die ſtandesamtlichen
Eintragungen in der Zeit vom 1. Juli bis 30. September d. J8. bezogen
ſich ſomit auf 25 Geburten, 5 Eheſchließungen und 9 Sterbefälle.
Roßdorf, 2. Okt. Die am Sonntag und Montag ſtattfindende
Kirchweihe warf bereits ihre Schatten voraus. Beſonders ſind es
die Hausfrauen, die alle Hände voll zu tun haben. Der Kirchweihputz
iſt in vollem Schwung. Dann heißt es Kuchenbacken und Kochen und
Braten richten. Bäcker und Metzger haben Hochbetrieb. Bei letzteren
hat das große Schlachten begonnen; denn auf dieſes Lokalfeſt erwartet
faſt jedes Haus allerhand Beſuch.
4i. Vielbrunn, 2. Okt. Kraftpoſt. Ab 4. Oktober werden
auf der Kraftpoſtlinie Vielbrunn—König die Mittagsfahrten nur
noch Mittwochs, Sonntags und an Werktagen vor Sonn= und
Feiertagen ausgeführt, die täglichen Früh= und Abendfahrten
bleiben unverändert. Die Fahrten Vielbrunn-Laudenbach—
Mil=
tenberg kommen während der Dauer des Winterfahrplans in
Wegfall.
T. Falken=Geſäß i. Odw., 1. Okt. Dieſen Sonntag, den 4.
Ok=
tober, kann Herr Wilhelm Haas 1 ſeinen 75. Geburtstag feiern.
Trotz ſeines hohen Alters iſt derſelbe geiſtig und körperlich noch
ſehr rüſtig.
j. Aus dem Odenwald. 2. Okt. Der 60 Jahre alte,
verhei=
ratete Landwirt Jungmann in Rittenweier i. O. ſtürzte beim
Obſtbrechen ſo unglücklich vom Baum, daß er infolge
Schädel=
bruches bald darauf ſtarb. Zur Feſtſtellung des Sachverhaltes
weilte eine Gerichtskommiſſion an Ort und Stelle.
Cp. Leeheim, 2. Okt. Hohes Alter. Wagnermeiſter
Schaff=
ner, der einzige im Ort noch lebende Altveteran von 1870, konnte
die=
ſer Tage ſeinen 85 Geburtstag begehen. Mit Wirkung vom 1. Oktober
hat das Kreisamt Groß=Gerau die hier zur Erhebung gelangende
Ge=
meindebierſtener, mit einem Zuſchlag von 100 Prozent belegt.
Aa. Wolfskehlen. 2. Okt. Die Kirchweihe wird am
Sonn=
tag und Montag abgehalten. — Die Kraftpoſt erinnert daran,
daß zwiſchen hier und Darmſtadt Rückfahrkarten zum Preiſe von
150 RM. ausgegeben werden. — Hohes Alter. Margarete
Seip Witwe kann am Sonntag ihren 87. Geburtstag begehen,
während Katharina Hammann Witwe, geb. Seip, am Montag
ihren 86. Geburtstag feiert.
— Gernsheim, 2. Okt. Waſſerſtand des Rheins am
1. Okt. 0,82 Meter. am 2. Okt. 0,73 Meter, morgens 5.30 Uhr.
— Hirſchhorn, 2. Okt. Waſſerſtand des Neckars am
1. Okt. 1,72 Meter, am 2. Okt. 1,70 Meter, morgens 5.30 Uhr.
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Seite 8
Samstag, den 3. Oktober 1931
Nummer 274
Nachrichten des Standesamts Darmſtadi.
Geſtorbene. Am 24. Sept.: Lang, Auguſte, Büglerin, ledig,
94 J., Pankratiusſtr. 43. Am 26. Sept.: Hochſtein, Eduard,
Maſchiniſt, 65 J., Klein=Zimmern, hier, Grafenſtr. 9. Am 25. Sept.*
Brauer, Heinrich, Kaufmann, 73 J., Ernſt=Ludwigsplatz 4. Am
26. Sept.: Stein, Eliſabeth, 1 J., Bickenbach, hier, Grafenſtr. 9.
Am 27. Sept.: Wißmann. Margarethe, geb. Schiller, 42 J.
Ehefrau des Lokomotivheizers, Liebfrauenſtr. 87: Wenzel,
Mar=
garete, geb. Schönbein, 29 J., Gernsheim a. Rh., Ehefrau des
Landwirts, hier, Martinspfad 72: Schäffer, Luiſe, geb.
Chül=
ling, 61 J.. Witwe des Dipl.=Ing., in Seeheim, hier, Landgraf=
Georg=Straße 100. Am 28. Sept.: Huxhorn, Arthur Philipp,
5 Mon., Pfungſtadt, hier Heinheimerſtr. 21: Wiegand,
Valen=
tin, Stxaßenreiniger, 54 J., Langgaſſe 8. Am 29. Sept.: Vogel,
Anna Maria Charlotte, geb. Eß, 73. J., Witwe des
Oberpoſtſchaff=
ners i. R., Liebigſtr. 39. Am 28. Sept.: Daab, Friedrich
Land=
wirt, 73 J.. ledig, Klein=Umſtadt, hier, Hermannſtr. 6. Am 29.
Sept.: Germann. Georg Wilhelm Friedrich Ludwig,
Schreib=
gehilfe, Liebfrauenſtr. 40. Am 30. Sept.: Schuchmann. Suſanne
Katharine. geb. Scharmann, 63 J., Ehefrau des
Oberrechnungs=
rats i. R., Bruchwieſenſtr. 6½. Am 1. Okt.: Waſem, Hannelore,
2 Monate, Pallaswieſenſtr. 123. Steinmetz, Philipp
Eiſen=
bahnoberſekretär i. R., 56 J., Müllerſtr. 6. Rau. Katharina, geb.
Scheuermann, 68 J., Ehefrau des Zimmermanns in Pfungſtadt,
hier, Grafenſtr. 9. Krach, Maria Barbara geb. Bader, 64 J,
Witwe des Schreinermeiſters, Hochſtr. 10. Schaffner,
Eliſa=
beth, ohne Beruf, ledig, 63 J., Rhönring 121.
Kirchliche Nachrichken.
18. Sonntag nach Trinitatis (4. Oktober).
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Vogel.
— Der Kindergottesdienſt fällt aus. — Nachm. 5 Uhr:
Abend=
gottesdienſt. Pfarrer Müller.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—5 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8,30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer
Wag=
ner. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Dr. Bergér.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan
Zim=
mermann. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan
Zimmer=
mann.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Dekan Zimmermann.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 4. Okt., abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (gemeinſamer
Abend). — Montag, 5. Okt., abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lukasgemeinde. — Dienstag, 6. Okt., abends 8 Uhr:
Kirchen=
geſangverein der Stadtkirche. — Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde. — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (
jün=
gere Abteilung). — Mittwoch, 7. Okt., nachm. 4 Uhr: Jungſchar
der Stadtgemeinde. Abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein der
Stadtkapelle und Schloßkirche. — Jugendbund der Markusgemeinde.
Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere
Ab=
teilung). — Donnerstag. 8. Okt., abends 8 Uhr: Jugendbünde
der Lukas=, Markus= und Schloßgemeinde. — Freitag, 9. Okt.,
abends 8 Uhr: Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag. 6. Okt., abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde — Donnerstag,
8. Okt., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde. —
Samstag. 10. Okt., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde, Poſaunenchor.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger=
Straße 21. Fernſprecher 2883.
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier
des heiligen Abendmahls. Pfarrer Beringer. Anmeldung von
9.30 Uhr an in der Sakriſtei. — Vorm. 11.15 Uhr;
Kindergottes=
dienſt für die Martinsgemeinde Weſt. Landeskirchenrat D. Waitz.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.
Montag, 5. Okt., abends 8 Uhr, im Gemeindehaus:
Gemeindever=
ſammlung zur Beratung über die Winternothilfe. — Dienstag,
6. Okt., abends 8 Uhr, im Martinsſtift; Kirchenchor; im
Ge=
meindehaus: Jugendvereinigung. — Mittwoch, 7. Okt., nachm.
2 Uhr. im Gemeindehaus: Handarbeits= und Strickſchule. — Don=
nerstag. 8. Okt., abends 8 Uhr, im Martinsſtift:
Mädchenvereini=
gung (Oſt); im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung (Weſt);
Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. — Freitag, 9. Okt,, abends 8 Uhr
im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarr=
aſſiſtent Becker. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt täglich von 7.30—5 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet.
Veranſtaltungen: Montag, 5. Okt., abends 8 Uhr:
Kirchenchor und Mütterabend.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie).
Vor=
mittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe. — Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt Pfarrer Goethe.
Veranſtaltungen: Donnerstag, 8. Okt., abends 8 Uhr:
Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Studienrat Roth. — Vorm. 11,.15 Uhr:
Kinder=
gottesdienſt. Studienrat Roth.
Veranſtaltungen. Sonntag, 4. Okt., abends 8,15 Uhr:
Jugendvereinigung. — Montag, 5. Okt., nachm. 3 Uhr:
Vorſtands=
ſitzung des Frauenvereins. — Abends 8,15 Uhr:
Mädchenvereini=
gung: Jüngerenkreis. — Dienstag, 6. Okt., abends 8,15 Uhr:
Monatsverſammlung der Männervereinigung mit Vortrag von
Pfarrer Weiß über: „Mehr Mut zur Kirche!”— Mittwoch, 7. Okt.,
nachm. 3 Uhr: Sitzung der Frauenhilfe. — Donnerstag. 8. Okt.,
abends 8,15 Uhr: Frauenabend mit Vortrag von Pfarrer Weiß
über: „Kirche und Abendmahl”. — Abends 8,15 Uhr:
Mädchen=
vereinigung: Aelterenkreis nimmt am Frauenabend teil. —
Frei=
tag. 9. Okt., abends 8 Uhr: Konzert der Männervereinigung
(Richard Wagner=Abend). — Abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. —
Samstag. 10. Okt., abends 7,30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Müller. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag. 4. Okt., abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung: Vortrag. — Montag, 5. Okt., abends 8 Uhr:
Jugendbund. — Dienstag, 6. Okt., vorm. 10 Uhr:
Vorſtands=
ſitzung des Frauenvereins — Abends 8 Uhr: Kirchenchor. —
Mitt=
woch, 7. Okt., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung: Gruppenabend.
— Donnerstag, 8. Okt., abends 8 Uhr: Mütterabend. —
Sams=
tag. 10. Okt., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Waldeck. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Evangeliſcher
Sonntagsverein: Nachm. 4—7 Uhr: Vereinsſtunden. —
Donners=
tag. 8. Okt., abends 8 Uhr: Betſtunde. — Für Schwerhörige
be=
ſindet ſich eine Vielhöreranlage auf der linken Empore.
Stadtmiſſion. (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Ge=
betsſtunde. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Nachm. 3,30
Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Waldeck. — Abends 8 Uhr:
Erntedank=
feſt mit Miſſionsverloſung. Herr Anders. — Montag, nachm.
4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde Schweſter Auguſte Becker. —
Diens=
tag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Schweſter Auguſte Becker.
— Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch, abends
8,30 Uhr: Gemiſchter Chor. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Familienabend (ohne Bewirtung) Jugendbundſekretär. Max
Runge. — Freitag fällt die Bibelſtunde in Beſſungen aus. —
Samstag, abends 8,15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24) Sonntag, nachmittags
2.30 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. — Nachm. 4.45
Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen. — Abends 8,30 Uhr:
Gebetsſtunde und Spielkreis für junge Mädchen. — Abends 8.30
Uhr: Spielkreis für junge Männer. — Dienstag. abends 8.30
Uhr: Freundeskreis für junge Mädchen. Schweſter Auguſte Becker.
— Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. — Abends 8,30 Uhr:
Freundeskreis für junge Männer. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Beteiligung am Familienabend. — Freitag, abends 8,30 Uhr:
Jugenbundſtunde. Jugendbundſekretär Max Runge, Breslau.
Evangeliſcher Mädchenverein (Freundinnenheim, Sandſtr. 24).
Jeden Donnerstag, abends 8,30—10 Uhr: Zuſammenkunft der
ortsfremden jungen Mädchen. — Jeden Mittwoch, abends 8,30
is 10 Uhr: Abwechſelnd Nähen mit Zuſchneiden, Leſeabend.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt,
Alexander=
ſtraße 22. Samstag, 3. Oktober, nachm. 4.30—5,30 Uhr: Spielen
und Singen im Heim, anſchließend gemeinſame Andacht. — In
der zweiten Ferienwoche findet ein Treffen mit Offenbach ſtatt.
Einzelheiten werden noch bekauntgegeben.
Evangeliſcher Arbeiter= und Handwerkerverein: Feierabend
(Stiftsſtraße 51). Djenstag, 6. Okt., abends 8,30 Uhr:
Monats=
verſammlung.
Die Chriſtengemeinſchaft. Menſchenweihehandlung=
Sonntag, 4. Oktober: 10 Uhr, Mittwoch, 7. Oktober, 7.45 Uhr,
Donnerstag, 8. Oktober. 10,30 Uhr. (Im Raum Alexanderſtr. 22.)
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 5. Oktober, abends
8,30 Uhr, im Feierabend, Stiftſtr. 51: Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 10 Uhr;
Predigt; 11 Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 2.30 Uhr:
Zuſammen=
kunft am Orpheum zu einem Spaziergang in den Park; abends
8 Uhr: Predigt. — Montag, abends 8,15 Uhr: Jugendverein. —
Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenmiſſionsverein; abends 8,15 Uhr:
Singſtunde. — Mittwoch, nachm. 4 Uhr: Kinderbund. —
Donners=
tag, abends 8,15 Uhr: Mitgliederverſammlung.
Methodiſten=Gemeinde (Evang. Freikirche), Wendelſtadt=
Bültge. — Freitag, 9. Oktober, abends 8 Uhr: Frauen=
Miſſions=
verein.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science
Society) in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule. Neckarſtraße 3.
Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr und jeden erſten und
dritten Mittwoch im Monat, abends 8,15 Uhr. Thema am 4.
Okto=
ber: Unwirklichkeit; Predigt: 1. Moſe 3:5.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Am Samstag, den 3.
Ok=
tober, ſind alle Verſammlungen auf der Marienhöhe. Die
Feſt=
predigt hält der Vorſteher der öſterreichiſchen Vereinigung, Joſ.
Braun=Wien. Abends 8 Uhr: Singſtunde (in der Waldſtraße). —
Sonntag, abends 8 Uhr öffentlicher Vortrag: Propheten,
Spiri=
tiſten, Weisſager und Wahrſager”. — Mittwoch. 3 Uhr
nachmit=
tags, Singſtunde für Kinder, abends 8 Uhr öffentliche Bibelſtunde:
„Die ſieben letzten Plagen”. — Donnerstag: Näh= und
Baſtel=
abend. — Freitag: abends 8 Uhr: Gebetſtunde — Samstag, den
10. Oktober: 8,30 Uhr: L. Vers. 9,30 Uhr: Sab.=Schule; 10.30 Uhr:
Predigt: abends 8 Uhr: Singſtunde.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40).
Sonn=
tag, den 4. Oktober vorm. 9.30 Uhr: Andacht (Prediger Kruſt).
Vorm. 11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3.30. Uhr:
Jugendbund=
ſtunde (Spaziergang). Abends 8,15 Uhr:
Evangeliumsverkündi=
gung. Dienstag, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. (Prediger Kruſt).
Heim=Abende für ortsfremde junge Mädchen.
Freundinnen=
heim, Sandſtraße 24. Jeden Donnerstag, 8.15—10 Uhr,
Zuſam=
menkunft, jeden 2. und 4. Mittwoch, 8.30—10 Uhr, Zuſchneiden
und Nähen. — Donnerstag, den 8. Okt: Teilnahme am Frauen=
Abend im Beſſunger Gemeindehaus: Kirche und Abendmahl. —
Donnerstag, den 15. Okt.: Kaſperle=Theater im Heim. —
Sonn=
tag, den 18. Okt.: Ausflug.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 4. Oktober,
10 Uhr: Gottesdienſt. — 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kl.
Mittwoch: Gemeinſ. Abend der E. J. G.— Donnerstag; Bibelſtunde.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, den 4 Oktober vorm.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt; Gedenkfeier der Kirchweihe.
Mitwir=
kung des Poſaunenchors. Kollekte zur Herſtellung der Kirche.
Vorm. 11 Uhr: Chriſtenlehre. — Dienstag: Poſaunenchor.
Mittwoch: Jungmädchenverein, jüng. Abt. — Donnerstag:
Jung=
mädchenverein, ält. Abt.
Evangel. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 4. Oktober:
vormittags halb 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Im Anſchluß an den
Gottesdienſt: Feier des heil. Abendmahles. Nachmittags 1 Uhr:
Ausflug der Chriſtenlehrſchüler. Zuſammenkunft am Pfarrhaus.
— Dienstag: Jugendvereinigung. — Mittwoch: Kirchenchor.
Freitag: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 4. Oktober,
nachm. 1.30 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Dr. Kuntze Nieder=Modau.
— Montag, 6 Uhr: Bubenjungſchar; 8,30 Uhr: Jugendverein. —
Dienstag, 6—7 Uhr: Bücherausgabe. — 8,30 Uhr: Bibelſtunde. —
Mittwoch. 5 Uhr: Mädchenjungſchar. — 8,30 Uhr: Kirchenchor. —
Donnerstag, 6 Uhr: Bubenjungſchar. — 8,30 Uhr: Mütterabend.
— Poſaunenchor im Schulſaal. — Freitag, 8,30 Uhr:
Mädchen=
verein. — Samstag: Jugendverein. — (Dieſe Woche keine
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Seite 9
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Hans Schlösser
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Ihre Vermählung
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Gustel Floethe
geb. Sulzmann
Darmstadt
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Kirchl. Trauung: Sonntag, den 4. Oktober, 2½ Uhr
der Schloßkirche in Darmstadt.
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Emm) Hans
axim Bränisteanu
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Darmstadt
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4. Oktober 1931.
Ihre Vermählung geben bekannt
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(Elſe, geb. Straub
Darmſiadt, den 3. Oktober 1931
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Kirchl. Trauung: Sonntag, den 4. Okt.,
nachmittags 3 Uhr in der Petruskirche,
Beſſungerſtraße.
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Unſere liebe Mutter, Großmutter, Urgroßmutter
und Tante
Fradl Fülng Dallensteoen
geb. Joſeph
iſt heute im 84. Lebensjahre ſanft entſchlafen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Ober=Namſtadt, Darmſtadt, Mannheim,
den 1. Oitober 1931.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. Oktober,
mittags 1 Uhr, vom Trauerhauſe aus ſtatt.
Die Beiſetzung erfolgt auf dem jüdiſchen Friedhof
Dieburg.
Dankſagung.
Es iſt uns ein Herzensbedürfnis, allen denen, die ſo
innigen Anteil an dem uns durch den unerwarteten
Heimgang unſrerlieben Entſchlafenen bereiteten Schmerz
genommen haben, auf dieſem Wege unſeren innigſten
Dank auszuſprechen. Beſonderen Dank dem
behan=
delnden Arzt Herrn Dr. Berger, den Schweſtern des
Alice=Hoſpitals für ihre liebevolle Pflege, Herrn Pfarrer
Beringer für die troſtreichen Worte am Grabe, den
Schulkameraden und der Geweikſchaſt der Lokomotiv=
und Schiffsheizer Ortsgruppe Darmſtadt für die
Kranz=
niederlegung.
In tiefer Trauer:
J. Wißmann und Ria.
Darmſtadt, den 2. Oktober 1931.
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Kamerad und langjähriges, treues
Mitglied
Herr Philipp Steinmetz
Reichsbahnoberſekretär i. R.
Die Beerdigung findet am
Sams=
tag, den 3. ds Mts., nachmittags
2 Uhr, auf dem Friedhof an der
Nieder Ramſtädterſtraße ſtatt.
Wir bitten um zahlreiche
Be=
teiligung,
Dir Vorſtand.
14230)
Dankſagung.
Anläßlich des Ablebens unſerer
lieben Tante
Fräulein Auguſte Lang
wurde uns in Wort und Tat viel
Liebe und warme Teilnahme
be=
kundet, für die wir herzlichen Dank
ausſprechen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Marie Lang.
Darmſtadt, den 2. Oktober 1931.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Hinſcheiden
unſeres lieben Entſchlafenen,
ins=
beſondere den Schweſtern des
Stadt=
krankenhauſes, für die liebevolle
Pflege, den ſtädtiſchen Arbeitern für
die Kranzniederlegung, ſowie für die
zahlreichen Blumenſpenden ſprechen
wir unſeren innigſten Dank aus.
Fran Eliſe Wiegand Bwe.
14199)
und Kinder.
Reichsbund d. Zivildlenſtberechtigten
Verein Darmſtadt.
Nachruf.
Unſer langjähriges Mitglied
Kamerad
Philipp Steinmetz
Reichsbahnoberſekretär
wuide von ſeinem ſchweren Leiden
erlöſt.
Wir werden uns ſeiner ſtets
in Treue erinnern.
Die Beerdigung findet heute
um 14 Uhr auf dem alten Friedhof
an der Nd.=Ramſtädterſtraße ſtatt
Wir bitten um zahlreiche
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teiligung.
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(13567a
Seite 10
Samstag, den 3. Okfober 1931
Nummer 274
Der Kampf gegen das Hochwaſſer in Schleſien.
Arbeitsloſe bauen ſich ſelbſt ihr Heim.
Die Erwerbsloſen bei ihren Bauarbeiten in der Siedlung bei Brandenburg a. d. Havel.
Grenie
auf d0.
pr ſt
u E
Druſus
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verlieh.
Aiche
Die Waſſerwüſte wird mit Sandſäcken eingedämmt.
Die Hochwaſſerfluten der Oder haben bereits 4 Ortſchaften bei Breslau vollkommen eingeſchloſſen,
ſo daß ſie keine Verbindung mehr mit der Umwelt haben. Der Verkehr ſpielt ſich im ganzen
Gebiet zum größten Teil auf Kähnen ab. Der Schaden für die Landwirtſchaft iſt unermeßlich.
In der Umgebung von Brandenburg iſt eine große Siedlung erwerbsloſer Arbeiter im Entſteher
begriffen. Durch die eigene Mitarbeit der Arbeitsloſen beim Bau ihres künftigen Heims warie.
möglich, den Preis für ein Zwei=Familien=Haus auf nur 5000 Mark, alſo auf 2500 Mark pro
Familie, feſtzulegen, ſo daß die zukünftigen Beſitzer die Miete und Schuldentilgung mit 12 Mark
monatlich abbezahlen können. Ein kleiner Garten wird die Ernährungsverhältniſſe erleichtern.
Erober
Naske
beſond
Lurchdr
eiche
Reich und Ausland.
Schweres Schadenfeuer im Taunus.
Frankfurt a. M. In der vergangenen
Nacht brach bei dem Landwirt Weil in Oberems
ein Schadenfeuer aus, das ſehr erheblichen
Scha=
den anrichtete. Das Feuer entzündete ſich in der
Scheune, wahrſcheinlich durch die Dreſchmaſchine,
die dort bis in die ſpäten Abendſtunden
gear=
heitet hatte und breitete ſich in wenigen Minuten
über die Stallung und ſogar auf die
Nachbar=
ſcheune des Karl Schneider 1. aus. Die drei
Ge=
bäude brannten vollſtändig nieder. Während das
Großvieh gerettet werden konnte, ſind ſechs
Schweine mitverbrannt. Auch die
landwirtſchaft=
lichen Geräte fielen dem Feuer zum Opfer. An
der Brandſtelle erſchienen in kurzer Zeit neun
Feuerwehren der Umgebung, ſowie die
Motor=
ſpritzen von Idſtein und Königſtein. Gegen 3 Uhr
früh war das Feuer auf ſeinen Herd beſchränkt.
Hoteldiebe, die im geſtohlenen Auto reiſen.
Frankfurt a. M. Eine Diebesbande, die
aus zwei bis drei Mann zu beſtehen ſcheint,
macht ſeit einiger Zeit die Umgebung von
Frank=
furt a. M. unſicher. In den letzten Tagen hat
ſie in Neuenahr eine ganze Anzahl Zimmer
durchwühlt und große Beute gemacht. Die Diebe
ſind auch in Nauheim aufgetreten, von wo ſie
flüchteten. Die Frankfurter Polizei glaubt, daß
ſich die Burſchen nach Frankfurt gewandt haben.
Es handelt ſich um ganz raffinierte Diebe, die
u. a. auch Diebſtähle in Kiſſingen und Bad
Lippsring ausgeführt haben. Sie fahren einen
Perſonenwagen Marke Naſh mit dem
Polizei=
kennzeichen IIT 27 865. Dieſer Wagen iſt
natür=
lich auch geſtohlen.
Wegen 15 ſchwerer Bandendiebſtähle
vor Gericht.
Koblenz. Wegen 15 gemeinſchaftlich
aus=
geführter ſchwerer bandenmäßiger Diebſtähle
hatten ſich am Donnerstag der 32jährige
Schnei=
der Johann Olbers aus Koblenz und der zwanzig
Jahre alte Mechaniker Herbert Gubei aus
Oſt=
preußen vor dem Erweiterten Schöffengericht zu
verantworten. Die beiden Schwerverbrecher
hat=
ten in Koblenz und in vielen Moſelorten
Ein=
brüche verübt, wobei ihnen Lebensmittel, Wäſche,
Bekleidungs= und Haushaltungsgegenſtände ſowie
bares Geld in die Hände fielen. Bei der
Be=
gehung ihres 15. Einbruchs in Metternich
wur=
den ſie von dem Hausbeſitzer erwiſcht. Sie
er=
griffen die Flucht und gaben auf ihre Verfolger
mehrere Schüſſe ab, die aber fehlgingen. Bei
dem Ringen der Einbrecher mit dem
Hausbe=
ſitzer wurde dieſer mißhandelt. Die
herbeige=
rufenen Polizeibeamten nahmen die Diebe feſt.
Olbers wurde zu acht Jahren Zuchthaus, zehn
Jahren Ehrverluſt und Zuläſſigkeit der
Polizei=
aufſicht verurteilt. Gubbei, der unter dem
Ein=
fluß des Olbeis gehandelt hatte erhielt drei
Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverluſt.
Eine deutſche Frau ſprichk über unſere
Sozialarbeit in U. 5. A.
Frau Miniſterialrat Schlüter=Hermkes
iſt von der Karl=Schurz=Gedächtnis=Stiftung in
Philadelphia zu einer dreimonatigen
Vortrags=
reiſe durch U. S. A. eingeladen worden. Frau
Schlüter, die der erſte weibliche Gaſt der
Stif=
tung iſt, wird vor den amerikaniſchen Studenten
und den großen Frauenverbänden über deutſche
Sozialarbeit ſprechen.
Bauernhilfe für die ſtädkiſchen Arbeitsloſen.
Wie die „Los Angeles
neid Hori „einneveite.
Paſſanken müſſen vor dem Säure=Rebel
flüchken.
Arbeitsloſe halten Kartoffelnachleſe auf dem Felde.
Viele Bauern haben in dieſer Zeit der furchtbaren Notlage, den ſtädtiſchen Arbeitsloſen erlaubt,
die Kartoffelnachleſe auf ihren Feldern zu halten. Dadurch ſind die Arbeitsloſen nicht nur fähig,
ſich mit eigener Hand dieſes wichtigſte Volksnahrungsmittel zu beſchaffen, ſondern die Bauern
erhalten dadurch auch ſauber abgeerntete Felder, die im Frühjahr dann leichter neu beſtellt
werden können.
Das hak England bisher noch nichk gekannk: Kommuniſten-Unruhen in London
Die Londoner Poliziſten entreißen den Demonſtranten die mitgeführten roten Fahnen.
Auch England, bisher ein Muſterſtaat der Ruhe und der politiſchen Diſziplin, lernt jetzt Unruhen,
Demonſtrationen, Straßenkämpfe kennen. In London kam es nach erregten Szenen im Unterhauſe
zu großen kommuniſtiſchen Arbeitsloſen=Demonſtrationen. Die Kommuniſten zogen mit roten
Fahnen durch das vornehme weſtliche Geſchäftsviertel der Stadt und gerieten mit den Poliziſten
ins Handgemenge. Mehrere Kommuniſten wurden verhaftet.
Dynamitanſchlag auf eine Zechenbahn
in Weſtfalen.
Recklinghauſen. Wie die Preſſeſtelle
beim Polizeipräſidium Recklinghauſen mitteilt,
haben am Freitag früh gegen 4,45 Uhr
unbe=
kannte Täter die Zechenbahn des Schachtes
Braſſer zwiſchen Berg und Wickingmühle an zwei
Stellen mit Dynamit geſprengt. Die Gleiſe ſind
auf einer Länge von 85 bzw. 25 Zentimeter
zer=
ſtört worden. Die Exploſion war weithin hörbar.
Die Polizei hat ſofort die Ermittlungen
aufge=
nommen. Nennenswerter Sachſchaden iſt nicht
entſtanden. Innerhalb einer halben Stunde
waren die Gleiſe wieder ausgebeſſert. Für die
Ermittlung der Täter iſt eine Belohnung von
300 Mark ausgeſetzt worden.
Rätſelhaftes Verſchwinden eines Fabrikanten.
Wuppertal. Der 67jährige Fabrikant
Werth aus Emsdetten, der ſich auf einer
Ge=
ſchäftsreiſe befand, wird ſeit dem 28. September
vermißt. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß er einem
Verbrechen zum Opfer gefallen iſt.
Selbſtmord des Meißener Bankräubers.
Meißen. Zu dem Raubüberfall, der am
Mittwoch in der Meißener Stadtbank verübt
wurde, iſt ergänzend zu melden, daß ſich der
Täter, der Verſorgungsanwärter Erich Wagner,
in der Gefängniszelle erhängt hat. Wagner
wurde im September 1930 nach zwölfjähriger
Dienſtzeit vom Artillerieregiment IV in
Dres=
den entlaſſen und befand ſich, da er die
Ueber=
gangsgebührniſſe bezog, nicht in wirtſchaftlicher
Notlage.
New York. Ein Experiment des Luftſchiffes
„Los Angeles” hätte vorgeſtern beinahe zu einer
Panik in den Straßen von New York geführt.
Das Luftſchiff kreuzte über der Stadt und
ent=
wickelte einen Rauchſchleier zum Schutz gegen
Flieger=Angriffe. Große Menſchenmengen
ſam=
melten ſich in den Straßen an, um das Schauſpiel/ /
zu bewundern. Plötzlich verdichtete ſich der Rauch
ſchleier zu einem dichten Nebel und ſank zu
Bo=
den. Geſicht, Hände und Kleider der Zuſchauer
wurden durch die in dem Nebel enthaltene Säure
verbrannt. Von Schreck ergriffen flüchteten
Tauſende von Menſchen in die umliegenden
Häu=
ſer und Geſchäfte, wo ſie vielfach feſtſtellen muß
ten, daß ihre Kleider große Löcher aufwieſen.
Nach Anſicht der Sachverſtändigen hat ſich das
Tit
dEe
du
iu.
Kaup
Tetrachlorid, das von dem Luftſchiff zur Erzeu/
gung des Rauchſchleiers verwendet wurde, durch,
Verbindung mit dem Nebel in eine Säure ver
wandelt, die den New Yorkern einen Begrif
avon gab, was ein Gasangriff auf die
Rieſen=
ſtadt bedeuten würde.
Tödlicher Unfall
beim Umbau des Domturmes in Freiburg.
Freiburg (Sachſen). Am Donnerstag nach
mittag ſtürzte beim Umbau des Domturmes ein
großer Stein hinab. Ein Arbeiter wurde dabe
getötet, ein anderer erlitt ſchwere Verletzungen,
Fleiſchvergiftungen in einem ſpan. Altersheim,
Paris. Das „Journal” verbreitet eine
Privatmeldung aus Madrid, nach der im Alters=
heim in Alicante 50 Inſaſſen an
Fleiſchvergif=
tung erkrankt ſeien. 14 von ihnen ſeien bereits
geſtorben. Die Aerzte hätten wenig Hoffnung
einen großen Teil der übrigen Erkrankten zu
retten. Der Gouverneur der Provinz hat nod
im Laufe des Donnerstag die Einleitung einer
genauen Unterſuchung angeordnet.
Wieder ein ſchweres Bootsunglück
im finniſchen Meerbuſen.
Helſingfors. Vor einiger Zeit esplo
dierten, wie gemeldet, zwei Schmugglerfahrzeuge
in der finniſchen Bucht, wobei neun Schmuggler
umkamen. Am Mittwoch wollte ein Detektiv dig
Unglücksſtelle unterſuchen und fuhr mit ſech.
anderen Perſonen hinaus. Dort angekommen,
ſtieß das Motorboot auf Grund und ſank. Fün
Perſonen ertranken, die beiden übrigen wurden
von der Mannſchaft eines in der Nähe gelegenen
Leuchtturmes gerettet.
Sie will als erſte Frau um die Weſt
fliegen.
by
b
Am M
Korn,
Ekadt
deuiſch
ſie den
Aeſchi
Miß Edna Cooper vor ihrem Flugzeug.
Die amerikaniſche Fliegerin Edna Mae Cooper
die ſich durch ihre Rekord=Höhenflüge einen
großen Namen gemacht hat, will jetzt als erſter
weiblicher Flieger rund um die Erde fliegen.
Die mutige Pilotin will ſchon in nächſter Zei‟
ſtarten.
Nummer 274
Samstag, den 3. Oktober 1931
Seite 11
Der Kaug Streaßturgsvor 250 Jahren
Von Prof. Dr. phil. h. c. Karl Berger.
* Der 30. September 1681 iſt einer der ſchwärzeſten in der
an Dunkel nicht armen Geſchichte unſeres Volkes: Damals, vor
150 Jahren, hat der franzöſiſche König Ludwig XIV. die mit
allen Künſten der Tücke und der Gewalt betriebene Aneignung
des urdeutſchen Elfaſſes gekrönt durch den Raub Straßburgs,
der Glanz= und Urſprungsſtätte reichsſtädtiſchen Weſens im
Süden. Dieſer Gewaltſtreich aber war nur ein Glied in der
ſette der hiſtoriſchen Ausdehnungspolitik Frankreichs die den
Franzoſen und deren Königen als den angeblichen Erben der
ltrömiſch=karolingiſchen Tradition am liebſten die
Weltherr=
ſchaft zuſpräche; ein Glied in der Kette vor allem jener
Rhein=
andpolitik, die zunächſt den deutſchen Strom als natürliche
Grenze fordert, dann zur Sicherung dieſer Grenze vom linken
uf das rechte Rheinufer drängt und ſchließlich zur Wahrung
ſer franzöſiſchen Herrſchaft im ganzen Stromgebiet das Recht
uf Eroberung mindeſtens bis zur Elbe beanſprucht. Von
druſus über die Kapetinger, die Häuſer Valois und Bourbon,
Lapoleon I. und III. bis zu Poincaré führt nur eine einzige
roße Linie; dieſe Politik und ihre Ziele ſind ſich gleich
ge=
llieben, einerlei ob über Frankreich das Lilienbanner oder die
Erikolore wehte, ob die Königskrone oder die Jakobinermütze, der
Dreiſpitz oder das Advokatentoupet die regierenden Häupter
chmückte, ob ein abſoluter oder ein konſtitutioneller Herrſcher
der das ſouveräne Volk ſelber der „galliſchen Idee” Ausdruck
ſerlieh.
avel.
Wechſel war nur in den Methoden. Syſtem hat zuerſt
ſtichelieu hineingebracht. Er ſchritt während des
Dreißig=
ehen ührigen Krieges (und nach ihm Mazarin) von Eroberung zu
S Dar’s Froberung, immer unter der von Heinrich II. her beliebten
Nark vo Naske eines Schützers der deutſchen „Libertät” gegen böswillige,
2 Mau ſeſonders kaiſerliche Uebergriffe, um auf den Wegen „friedlicher
reichter, durchdringung” ſich in den geſchwächten Körper des Deutſchen
ſeiches hineinzuſchieben. Was an feſten Plätzen und ſonſtigen
ſäſſiſchen Gebieten erſt in verdecktem, dann in offenem Kriege
vorläufig bis zum allgemeinen Friedensſchluß” beſetzt worden
par, wußte ſich die raffinierte franzöſiſche Staatskunſt im
Weſt=
äliſchen Frieden zu ſichern, und zwar ſo, daß es der
Er=
berungspolitik Frankreichs möglich ward, durch Drehen und
deuteln unklarer Vertragsſätze auch das noch übrige Elſaß als
IN
ranzöſiſches Gut in Anſpruch zu nehmen. Dies geſchah, als
ndwig XIV., zur unverhüllten Gewalt übergehend, die be=
WeMke, eirs gewonnenen Städte und Landſchaften ihrer letzten Rechte und
freiheiten entkleidete und auch den Reſt ſich aneignete. Doch
ſes Rechtsſcheines mochte er auch dabei nicht entbehren: durch
ſie Advokatenkniffe der berüchtigten „Reunionskammern” ließ er
einte Gewaltpölitik mit Rechtslügen und Geſchichtsverdrehungen
emänteln. Schließlich, nachdem ein Spruch der Breiſacher
Kam=
ner vom 22. März 1680 die Oberlandeshoheit des Königs über
ſas ganze Elſaß verkündet hatte, war Straßburg allein noch
rei, der letzte deutſche Brückenkopf auf dem linken Ufer des
pherrheins, vereinſamt in entfremdetem Lande.
Die Freie Reichsſtadt war in dem tückevollen Vertrag von
548 nicht genannt, ſie war auch im Frieden von Nimwegen
7679) „vergeſſen” worden. Aber daß ſie von dem Sonnenkönig
ſicht vergeſſen war, daß auch ihre Unterwerfung auf ſeinem
Rrogramm ſtand, das offenbarten mancherlei ſchlimme Anzeichen,
usbeſondere wiederholte Gewaltakte gegen die auf ihre „
Neu=
ralität” und ihre Reichszugehörigkeit ängſtlich bedachte Stadt.
Hollte ſich Luowig, nachdem er das Land geraubt hatte, deſſen
auptſtadt, den Schlüſſel zum Reiche, entgehen laſſen? Noch
daren die ohnmächtigen Klagerufe der zuletzt geraubten Gebiete
ſicht verhallt, noch erſchollen immer neue Proteſte des deutſchen
ſeichstages wider die franzöſiſche Willkür, da, am 9. Auguſt
4380 erklärte ein weiterer Spruch der Breiſacher Kammer, daß
ſie Vogteien von Waſſeln, Barr und Illkirch zur Krone
Frank=
richs gehörten und daß der zeitliche Beſitzer, die Stadt
Straß=
ſurg, als Lehnsträger zu betrachten ſei und demnach den
Huldi=
unrgseid zu leiſten habe. „Das war”, wie ein Geſchichtsſchreiber
ſemerkt, „der Knopf an den Frankreich den Straßburgiſchen
reiburg, kock anzunähen entſchloſſen war.” Während man im Sommer
31 noch über die Huldigungsfrage hin und her verhandelte,
ſich auch zu einem internationalen Kongreß über die ſchlecht
ver=
rämten Gewaltſamkeiten der Reunionskammern anſchickte,
wäh=
end der Straßburger Rat ſich noch mit Zweifeln plagte, ob er
u ſeinen rund 500 dienſtbrauchbaren Mannſchaften eine
ange=
huttershei” ſoiene kaiſerliche Befatzung hinzunehmen oder weiterhin „
Neu=
takität” wahren ſolle, ließ Ludwig XIV. heimlich Truppen
an=
ummeln und ſie ebenſo heimlich an die Stadt heranführen: In
im Alter ) ſer Nacht vom 27. zum 28. September rückten drei
Dragoner=
leiſchve
egimenter an den Rhein und nahmen die Zollſchanze weg,
an=
eien berei ere beſetzten Kehl, andere Truppen umringten Straßburg ſelbſt.
Im Morgen, es war ein Sonntag, ſtieß der Münſterwächter ins
lorn, die Sturmglocken läuteten noch einmal über der Freien
ſtadt zuſammen, und die Bürger, franzoſenfeindlich und
treu=
butſch, ſtürmten zum Rathaus und riefen vor den
Zeug=
läuſern nach Waffen. „an eilte, zum Widerſtande bereit, auf
ie Wälle, ſchaffte auch Kanonen hinauf, aber zur vollen
Be=
ſückung reichten ſie nicht aus, und auch an Munition war
Tangel. Da brachte ein franzöſiſcher Unterhändler die erſte
(rnüchterung: bei den Außenwerken ſtehe der General Mont=
Ulaer mit 35 000 Mann und 82 Geſchützen, zum Sturm, aber
ach zu Kapitulationsverhandlungen bereit. Vorbedingung ſei
Deffnen der Tore und Anerkennung der Oberhoheit Seiner
aller=
eriſtlichſten Majeſtät. Am 29. September erſchienen
Bevollmäch=
igie der Stadt im franzöſiſchen Hauptquartier zu Illkirch, wo
fel den Kriegsminiſter Louwis antrafen. Dieſer ſprach von
ſeſchießung, Sturm d Plünderung für den Fall der Ableh=
nung ſeiner Bedingungen, und von der Zaberner Steige nahten
Eilboten, die der königlichen Leibwache voraufritten, mit der
Meldung, des Königs Majeſtät wünſche binnen wenigen Tagen
in ſeine „treue Stadt” feierlich einzuziehen. Darum gab
Louvois nur ganz kurze Bedenkzeit.
Stadtrat und Schöffen erwogen noch einmal alle Gründe
für und wider die Verteidigung. Doch was vermochten die
Wehr=
loſen ohne Hilfe aus Nähe oder Ferne gegen die „formidable
Macht” des gewaltigen Militärſtaates? In den Wachtſtuben an
den alten Toren der Stadt war, zumal in langen Jahrzehnten
ruheſeliger Neutralität kein kriegeriſcher Geiſt gediehen, und ſo
mußten die Waffenfremden ſchweren Herzens „in chriſtlicher
Ge=
laſſenheit dem friedloſen Zwang” ſich beugen. Am 30.
Sep=
tember 1681 wurde die Kapitulation
unter=
zeichnet; noch am Nachmittag rückten Louvois und Montclger
an der Spitze ihrer Regimenter unter Paukenſchall in die wie
ausgeſtorbene Stadt: ihre „Libertät”, um derentwillen ſie gleich
ſo vielen Reichsſtänden den Zuſammenhang mit dem großen
Ganzen verloren hatte, wurde mit franzöſiſcher Militärmuſik zu
Grabe getragen. Das Münſter mußte von der an Zahl weit
überwiegenden proteſtantiſchen Gemeinde an die kleine katholiſche
Minderheit abgetreten werden: am 20. Oktober nahm der in
franzöſiſchem Solde ſtehende Fürſtbiſchof Franz Egon
von Fürſtenberg unter Prachtentfaltung davon Beſitz. Drei
Tage ſpäter rollten die goldenen Karoſſen Luowigs XIV., durch
die Tore: der Fürſtbiſchof, Ludwigs Kreatur, ließ alle Glocken
läuten, das Geſchütz feuerte Salut, die Bürger waren zur
Schmückung ihrer Häuſer angehalten worden, aber das
be=
fohlene: „Es lebe der König!” erſtarb den Gedemütigten auf den
Lippen. Dafür feierte der fürſtbiſchöfliche Schrittmacher der
fran=
zöſiſchen Eroberungspolitik in Erwins Dom den neuen Herrn
als den Rechtsnachfolger Chlodwigs, des erſten chriſtlichen
Fran=
kenkönigs, und — o Jronie! — als „Schirmherrn der
Gerechtig=
keit” gleich dem ſagenhaft verklärten König Dagobert I. Draußen
aber, vor dem Metzgertor, errichtete der Feſtungsbaumeiſter
Vauban bereits die Zitadelle, die dazu beſtimmt war, die
ver=
gewaltigte Stadt und den Rheinpaß ins Reich zugleich zu
be=
herrſchen. Das Lilienwappen, das Zeichen der neuen Herrſchaft,
hatte den alten Reichsadler an allen Toren und öffentlichen
Ge=
bäuden ſchon verdrängt.
So war das Elſaß, war Straßburg äußerlich franzöſiſch
ge=
worden, die deutſche Seele aber konnten die Feinde nicht rauben
und nicht verdrängen. Straßburg blieb trotz allem eine
weſen=
haft deutſche Stadt, wie ſeit vielen Jahrhunderten eine Stätte
deutſcher Kultur. Daß die Straßburger ſich nur mit Ingrimm
im Herzen dem Notzwang gefügt haben, das bezeugen alle
ein=
heimiſchen zeitgenöſſiſchen Quellen. Im Reiche aber bewirkte der
Gewaltſtreich eine ungeheure Erregung, die in Flugſchriften,
Satiren und Volksliedern zum Ausdruck kam. Selbſt die
Philo=
ſophie erhob ihre Stimme: Leibniz ſchleuderte in lateiniſchen
und deutſchen Schriften und Gedichten ſeine Blitze gegen
Frank=
reichs eroberungsſüchtigen König, den „Mars christianissimus”.
Auch die Politiker ſparten nicht mit Proteſten, aber dieſe
Klage=
rufe der Ohnmacht mußten verhallen, da ſie die befreiende Tat
nicht weckten, bei der Lage des auch im Oſten, von den Türken,
gefährdeten Reiches ſie nicht wecken konnten. Mochte in weiten
Kreiſen damals zum erſten Male ſeit langer Zeit ein Hauch
nationaler Empfindung ſich regen mochte ein großer Teil der
Reichsſtände erkennen, daß nicht Habsburg, ſondern der
Bour=
bone ihr wahrer, ihr Todfeind ſei, ihnen und dem Kaiſer waren
doch die Hände gebunden durch die Oppoſition einiger Fürſten,
die gerade im Jahre von Straßburgs Fall unter Führung des
großen Kurfürſten von Brandenburg mit Ludwig XIV. im
Bunde waren und ſo die ganze Bewegung lähmten. Immerhin,
als Straßburg verloren war, erkannte man endlich auch in
Deutſchland die große Bedeutung dieſer Stadt. „Wer den
Schlüſſel zu ſeinem Hauſe”, ſo erklärte Leibniz prophetiſch,
„dem Nachbarn, ſeinem formidabeln Feind, einem Feind, der
eine ewige Ambition und Jalouſie gegen das römiſche Reich
unterhält und nimmermehr quittieren wird, überlaſſen muß, der
kann gewiß nicht ruhig darin ſchlafen.‟ Der Reichsfeldherr
Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden aber, der
„Türkenlouis”, fällte das denkwürdige Urteil: „Für Deutſchland
dient dieſe Stadt zu nichts anderem als einer beſtändigen
Ver=
ſicherung des Friedens, für Frankreich aber iſt es eine immer
offenſtehende Kriegspforte, woraus . . . Deutſchland von ihm
nach Belieben überfallen werden kann.‟ Die Zitadelle
Deutſch=
lands zu einer Zitadelle gegen Deutſchland gewandelt, das
elſäſſiſche Vorland, der „ſchöne Garten”, zum Bollwerk
Frank=
reichs geworden — das war die erſte Erkenntnis, die das deutſche
Volk in der koſtſpieligen Schule franzöſiſcher Feindſchaft und
Eroberungspolitik gewonnen hat. In dieſe Schule gehen wir,
Gott ſei es geklagt, immer noch. Wann werden wir
aus=
gelernt haben?
Sing Sings größter Verluſt.
(a) New York. Sonſt freut ſich ganz Sing Sing, wenn ein
Sträfling durch die Gnade des Präſidenten oder einen Akt des
Gerichts einige Jahre von ſeiner langen Strafe geſchenkt bekommt.
Aber in einem Fall ſind alle Sträflinge betrübt geweſen, denn
Sing Sing verliert auf dieſe Weiſe einen Inſaſſen, der von
außer=
ordentlichem Wert für das ſonſt ſo übel beleumundete
Zentral=
gefängnis von New York war. Der Mann heißt Fiſcher und kam
als armer Teufel wegen eines Diebſtahls mit drei Rückfällen auf
7½ Jahren ins Gefängnis. Dort entwickelte er ſich zu einem
tech=
niſchen Talent, das außerdem noch über geſchäftliches Geſchick
ver=
fügte, das ans Phantaſtiſche grenzte. Er brachte es zuſtande, im
ganzen Gefängnis Telephone zu legen, ohne daß es die
Gefängnis=
verwaltung auch nur einen Cent koſtete. Und als er erſt
durch=
geſetzt hatte, daß die Sträflinge auch Radio hören durften, da
ſchaffte er in ganz kurzer Zeit für 2000 Kopfhörer alle
notwen=
digen Anlagen. Er errang ſich ſo eine Stellung, die ihn beinahe
ſo wichtig machte wie den Direktor, nur mit dem Unterſchied, daß
Fiſcher eben ein Sträfling war. In Anbetracht der Verdienſte,
die ſich dieſer Mann um Sing Sing erworben hatte, begnadigte
man ihn nun. Aber die Sträflinge haben für ihn ein Geſuch
eingereicht, worin ſie bitten, ihm jederzeit Zutritt zu den
Ge=
fängnisanlagen zu geſtatten, damit er jederzeit ſein Werk zu
kontrollieren vermöge. Während er noch im Gefängnis ſaß,
wur=
den ihm ſchon von den erſten New Yorker Firmen
verantwor=
ungsreiche Poſten in, der Radiobranche angeboten. Ein
begna=
digter Sträfling iſt ſomit Sing Sings größter Verluſt.
Geſchäftliches.
K K. G., Kaffeekanne und Hausfrau.
K. K. G. — ein Begriff! Die Kaffeekanne — ein Symbol!
Beide dienen der Hausfrau und erfreuen ſich ihres
uneingeſchränk=
ten Vertrauens. Wo immer ſie der freundlich lächelnden
Kaffee=
kanne begegnet, weiß ſie, daß ſie nicht nur am billigſten, ſondern
auch am beſten, am vorteilhafteſten einkauft. Merken Sie ſich:
„K. K. G., die Kaffeekanne und die Hausfrau!‟ Dieſer Satz ſagt
alles! (K. K. G. — 2 Kaiſers Kaffee=Geſchäft!)
Achtung. Achtung
Der heutigen Stadt=Auflage iſt ein vierſeitiger Proſpekt des
bekannten und führenden Bekleidungshauſes Kleiderheß
bei=
gelegt. Jeder, der Bedarf an guter und warmer Kleidung hat,
beſuche zu ſeinem Vorteil dieſes Spezialgeſchäft mit ſeiner
ge=
pflegten Fertigkleidung zum allerbilligſten Preis!
(14 216
Marg. Beckers Priv=Zuſchneide=Fachſchule veranſtaltet
vom 3. bis 7. Oktober eine Werbeausſtellung „Vom Schnitt
bis zum fertigen Stück” im Haus Alter. Eckladen
Eliſa=
bethenſtraße—Zimmerſtraße. (Näheres heutige Anzeige.)
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 3. Oktober.
15.15: Mannheim: Kinderſingen anläßlich der neuen Chormuſik.
Ausf.: Kinderchöre aus Speyer und Mitglieder der Stamitz=
Ge=
meinde in Mannheim.
17.05: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Mitw.: Gretl
Wink=
ler (Sopran).
18.40: Spaniſch.
19.15: Tharau, Kreis Königsberg: Ein oſtpreußiſcher Abend auf
dem Dorf Aennchen von Tharau.
20.15: Wettſingen. Ueber die beſte Leiſtung entſcheiden die Hörer.
21.15: Unterhaltungskonzert des Funkorcheſters.
22.15: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.30: Nachrichten aus Kunſt und Wiſſenſchaft.
22.40: Tanzmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 3. Oktober.
14.50: Kinderbaſtelſtunde.
15.45: Frauenſtunde: Helene Hurwitz ſpricht Stranz „Kriegerwitwen
geſtalten ihr Schickſal”.
16.00: Ob.=Studienrat Dir. Dr. Behrend: Pädagogiſche Umſchau.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Frank: Hygiene des Tabakrauchens.
18.00: Dr. Günther: Deutſch für Deutſche.
18.30: Prof. Dr. Saitſchick: Das Menſchenſchickſal bei Shakeſpeare.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Engliſch für Anfänger.
19.15: Tharau: Ein oſtpreußiſcher Abend auf dem Dorf Aennchens
von Tharau.
20.15: Feſtabend. Deutſchland—Oeſterreich. Veranſtaltet von der
Geſellſchaft für Volksbildung. Uebertragung vom Harnack=Haus in
Berlin=Dahlem.
21.10: Kabarett.
anſchl. Tanzmuſik. Vincent Douglas und ſein Orcheſter.
Weitkerbericht.
Ueber dem Feſtland iſt der Luftdruck wieder angeſtiegen, ſo daß ſich
eine Hochdruckbrücke gebildet hat, die ſich von der Biskaha über
Frank=
reich und Süddeutſchland bis nach Polen hin erſtreckt. Unſer Bezirk
liegt an ihrem Nordrande, ſo daß wir dementſprechend ſüdweſtliche bis
weſtliche Luftzufuhr erhalten. An der Südſeite der kräftigen
Inlands=
depreſſion dringen Warmluftmaſſen mit für die Jahreszeit ſehr hohen
Temperaturen über die Britiſchen Inſeln oſtwärts vor. Vorläufer von
ihnen ſind ſchon in größeren Höhen bis auf das Feſtland gelangt und
haben eine geſchloſſene Nebel= und Wolkendecke verurſacht. Da
ent=
ſprechend dem Lauf der Iſobaren die Zufuhr der Ozeanluft noch anhält,
ſo iſt weiterhin mit dieſigem und wolkigem Wetter zu rechnen. Das
Auftreten leichter Nebelregen iſt dabei nicht ausgeſchloſſen. Die
Tem=
veraturen ſteigen weiter an und gleichen ſich zwiſchen Tag und Nacht
noch mehr aus.
Ausſichten für Samstag, den 3. Oktober: Dunſtig und bewölkt mit
Aufheiterung, mild, vorübergehend leichter Sprühregen möglich.
Ausſichten für Sonntag, den 4. Oktober: Frühnebel, tagsüber
wech=
ſelnd wolkig und aufheiternd, meiſt trocken.
Hauptſchriftleitung: Rudelf Mauve
Verantwornich für Poltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feuilleton, Reich um
Ausland und Heſche Nachrichten: Max Streeſei für Sport: Karl Bzhmann
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch: für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; fü
„Die Gegenwart” Tagesſplegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite:
fär den Inſeraienteil und geſchäftiche Mittellungen: Willy Kuble
Druck und Verlag: C. C. Wilttſch — ſähmtlich in Darmſtiadt.
Füu unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht Übernommen.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
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Seite 12
Samstag, den 3. Oktober 1931
Nummer 274
Sber Sater Tta Sadfient
Fußball.
SV. 98 Darmſtadt — FC. Langen.
Bekanntlich treten die 98er morgen auf eigenem Platz im
letzten Spiel der Vorrunde gegen den F.C. Langen an. Noch
ein=
mal bietet ſich den Einheimiſchen Gelegenheit, vom Tabellenende
wegzukommen und Anſchluß an die Tabellenmitte zu finden. Man
darf alſo von der Mannſchaft
Müller
Kugel Rupp
Lehr Kratz Ruppel
Laumann Württemberger Müllmerſtadt Frick Hebeiſen
erwarten, daß ſie ſich reſtlos für die Erringung des Sieges
ein=
ſetzt. Der Spielbeginn iſt auf 3,30 Uhr feſtgeſetzt. Zuvor. um
2 30 Uhr, iſt den Zuſchauern Gelegenheit gegeben, die Handball=
Ligamannſchaft der 98er im Kampf gegen Turn= und Sportverein
Braunshardt zu ſehen.
FC. Eintracht Darmſtadt.
Zum nächſten Verbandsſpiel begibt ſich am kommenden Sonntag der
FC. Eintracht nach Jugenheim. Ein knapper Sieg der Grün=Weißen
iſt bei der derzeitigen Spielſtärke nicht ganz ausgeſchloſſen, allerdings
muß jeder Spieler mit Eifer bei der Sache ſein wie gegen Reichsbahn.
Eintracht ſpielt in veränderter Aufſtellung; Langenbach; Vollhardt,
Schäfer; Hübner, Zahn, Valter; Weicker, Heß, Mühlbach, Daab, Ditker.
Dieſe zurzeit ſtärkſte Garnitur ſollte es verſtehen, als Sieger den Platz
zu verlaſſen. — Vorher tragen die 2. Mannſchaften ein
Freundſchafts=
ſpiel aus. Spieler ſowie Anhänger fahren per Auto ab Vereinslokal
„Bürgerhof” pünktlich 12 Uhr.
Polizei Darmſtadt — FV. Sprendlingen (vorm. 11 Uhr).
Polizei ſetzt mit dieſem Spiel die Reihe der diesjährigen
Verbands=
ſpiele fort. Sprendlingen, das ſeit Beginn der Verbandsſpiele vielen
Formſchwankungen unterworfen war, gibt jetzt einen beachtlichen
Geg=
ner ab. Auch bei Polizei iſt nach ſchlechtem Auftakt eine Wendung zum
Beſſeren eingetreten. In ihren beiden Auswärtsſpielen hat die
Mann=
ſchaft voll ihren Mann geſtellt. Mit Recht iſt zu erwarten, daß nach
dieſer Feuertaufe weitere Erfolge nicht ausbleiben werden.
Selbſtver=
ſtändlich darf ein gewonnenes Spiel nicht zu einer unangebrachten
Uever=
hebung verleiten, denn ſchon der nächſte Sonntag ſtellt erhöhte
Anfor=
derungen an die Mannſchaft, wenn ſie in dem Spiel gegen Sprendlingen
beſtehen will. Dieſes Spiel verſpricht jedenfalls, ein raſſiger Kampf
zu werden, der viele Zuſchauer anlocken wird. Spielbeginn vormittags
11 Uhr. Polizeiſportplatz.
Rot=Weiß Darmſtadt.
Am kommenden Sonntag müſſen die Rot=Weißen auf dem
Reichs=
bahnplatz (Dornheimer Weg) nachmittags 2 Uhr gegen, den hieſigen
Poſtſportverein antreten. — Die 2. Mannſchaft ſpielt um 13 Uhr auf
der Nennbahn gegen die äußerſt ſpielſtarke Sondermannſchaft der
Beſ=
ſunger Union, ein Gegner, welcher ſich kaum den Jungen beugen wird.
Waſſerball in der 9.T.
Gaurundenſpiele des Main=Rhein=Geues.
SC. Union Wixhauſen.
Nachdem am letzten Sonntag Union Wixhauſen auf eigenem Platze
gegen Sportklub Griesheim nur ein Unentſchieden (2:2) erzielen konnte,
hat ſie am kommenden Sonntag 14.30 Uhr den Sportverein Eberſtadt
als Gaſt. Die Erfolge Eberſtadts in Münſter und Griesheim haben
bewieſen, daß der Verein als Neuling in der Kreisliga beſtehen kann.
Wixhauſen hat ſich ebenſo als Neuling gut eingeführt, jedoch muß die
Elf mit beſſeren Leiſtungen aufwarten wie am Vorſonntag, um nicht
auf eigenem Platze auch gegen Eberſtadt eine Niederlage zu erleiden.
Der Ausgang dieſes Treffens ſcheint offen und verſpricht ſehr intereſſanr
zu werden.
Fr. Tade. Darmſtabt.
An der diesjährigen Sommer=Waſſerballrunde des Main=Rhein=
Gaues beteiligten ſich 6 Mannſchaften. Sämtliche Spiele wurden in
echt kameradſchaftlichem Geiſte durchgeführt, und ſo ſind zweifellos
zahl=
reiche neue Anhänger für das Waſſerballſpiel geworben worden. Dies
dürfte insbeſondere bei den erſtmalig teilnehmenden Vereinen aus
Er=
felden und Sprendlingen der Fall ſein, obwohl ſich dieſe gegen die
erfahreneren Darmſtädter und Arheilgen noch nicht durchſetzen konnten.
Tv. Arheilgen hat ſich zu einem beachtlichen Gegner entwickelt, konnte
alle Spiele bis auf die gegen Turngeſellſchaft 1875 gewinnen und hinter
dieſer den 2. Platz in der Tabelle erringen. Reichsbahn=T.= u. Sp.=V.
und Turngemeinde 1846 2. erreichten die gleiche Punktzahl. Beide
Mann=
ſchaften haben noch Anfänger in ihren Reihen. Sind dieſe erſt einmal
eingeſpielt, ſo wird auch hier noch beſſeres geleiſtet. Dem
Tabellen=
erſten, Turngeſellſchaft 1875, verhalfen hauptſächlich ſeine ehemaligen
Kreisklaſſenſpieler zu überzeugenden Siegen
Nachſtehend die Tabelle: Tgſ. 1875 Darmſtadt, 20 Punkte; TV.
Arheilgen, 16 Punkte; Reichsbahn Darmſtadt, 10 Punkte: Tgde. 1846
Darmſtadt 2., 10 Punkte; TV. Erfelden, 4 Punkte; Tgde. Sprendlingen,
0 Punkte.
Kraftſpork.
Darmſtadt 1910 — 1884 Sachſenhauſen.
Nachdem nun die Vorrunde beendigt iſt und Darmſtadt mit einem
Punkt Vorſprung die Tabelle anführt, ſtehen die Hieſigen mit dem
Be=
ginn der Schlußrunde erneut vor einer ſchweren Aufgabe. Die
Darm=
ſtädter Elf muß nach Offenthal, das bis jetzt noch kein Spiel auf
heimiſchem Gelände verloren hat. Die Gründe dafür ſind der Eifer, den
Offenthal zu Hauſe aufbringt, und die eigenartigen Platzverhältniſſe,
denen ſchon mancher Gegner zum Opfer fiel. Es gilt daher für die
Hieſigen, mit Beginn des Spieles ihr ganzes Können einzuſetzen, wenn
ſie die Spitzenſtellung weiter befeſtigen wollen. Daß ein Sieg im Bereich
des Möglichen liegt, hat die Darmſtädter Elf am vergangenen Sonntag
bewieſen. Die Mannſchaft fährt per Auto ab Gewerkſchaftshaus 12.45
Uhr. Für Intereſſenten ſind noch Sitzplätze frei. Fahrpreis 0,60 Mk.
Vormittags 10 Uhr Darmſtadt Jgd. — Pfungſtadt Jgd.
SV. Lengfeld — VfL. Michelſtadt.
Am Sonntag 15 Uhr empfängt Lengfeld ſeinen alten Rivalen, den
PfL. Michelſtadt, im fälligen Verbandsſpiel. Die 5:1=Niederlage der
Gäſte in Groß=Umſtadt kann kein Maßſtab ſein, zumal bekannt iſt, daß
Michelſtadt einen guten Fußball ſpielt und die Spiele gegen Lengfeld
immer ſehr intereſſant und ſpannend verliefen. Lengfeld wird ſich ſchon
räftig anſtrengen müſſen, um beide Punkte zu behalten. Wir hoffen,
von beiden Mannſchaften ein ſchönes Spiel zu ſehen.
Mit dem morgigen Sonntag beginnt die Oberliga des 2. Kreiſes im
Deutſchen Athletik=Sportverband von 1891 mit den obligatoriſchen
Mannſchaftskämpfen im Ringen um die Kreismeiſterſchaft. Unter
Be=
rückſichtigung der gegenwärtigen ſchweren Notlage der Vereine hat ſich
die Kreisſportbehörde veranlaßt geſehen, um die Teilnehmer vor allzu
hohen Ausgaben zu bewahren, das Kreisgebiet für die Oberliga in 2
Bezirke einzuteilen. Die Oberligamannſchaft des Kraftſportvereins
Darmſtadt 1910 gehört dem 2. Bezirk an und empfängt am Sonnrag
vorm. 10 Uhr in der Turnhalle (Soderſtraße 30) als erſten Gegner die
beſtbekannte Mannſchaft des Athleten=Klubs 1884 Sachſenhauſen. Die
Sachſenhäuſer Kampfſtaffel, die auch dieſes Jahr wieder als Favorit
für die Bezirksmeiſterſchaft gilt, wird die Darmſtädter auf eine harte
Probe ſtellen. Dreimal konnte ſie bereits in den bisherigen Treffen die
ſo heiß begehrten „Pünktchen” auf ihr Konto bringen, während dies
den Einheimiſchen nur einmal gelang. Die Revanche bietet ſich am
Sonntag; bei etwas Siegeswillen und im Bewußtſein der eigenen
Kampfkraft ſollte ein Sieg, zumal auf heimiſchem Boden, keine
Unmög=
lichkeit ſein. Die Eintrittspreiſe ſind auch bei den Kraftſportvereinen
der Wirtſchaftslage angepaßt.
Schießſpork.
Die Schützengeſellſchaft „Huberius”,
* Kreisliga Südheſſen.
Noch zwei ungeſchlagene Teilnehmer.
veranſtaltet am Sonntag im Saale des Wiener Kronenbräukellers (
Die=
burger Straße 97) ein Gruppen= Klaſſen= und Werbeſchießen. Alle
Freunde und Gönner des Vereins ſind hierzu herzlich eingeladen. Das
Schießen beginnt um 8 Uhr morgens.
Die Erwartungen ſpitzen ſich in unſerem Kreis auf die zwei
un=
geſchlagenen Meiſterſchaftsfavoriten, Olympia Lampertheim und VfR.
Bürſtadt, zu. Während die Bürſtädter Raſenſpieler diesmal ſpielfrei
ſind, hat die Lampertheimer Olympiamannſchaft ein äußerſt wichtiges
Spiel auf eigenem Platze auszutragen; die Paarungen lauten:
Das Reichstreffen der deutſchen Reiterjugend geht am 3. und
4. Oktober auf der Trabrennbahn Ruhleben vor ſich.
Der Springderby=Sieger, der Trakehner Morgenglanz, mußte
wegen einer unheilbaren Krankheit getötet werden.
Hunoonk.
Rol=Weiß Darmſtadt — Wormalia Worms.
Olympia Lampertheim — Olympia Worms Starkenburgia
Heppenheim — Spp. Horchheim. Normannia Pfiffligheim — VfL.
Lampertheim, Spp. Hochheim — Concordia Gernsheim, Viktor=a
Neuhauſen — FV. Biblis, Spv. Abenheim — FV. Hofheim.
Gelingt es den Lampertheimern, auf eigenem Platze die Wormfer
„Kleeblätter” zu beſiegen, ſo führen ſie die Tabelle. Nach ihren
ſeit=
herigen guten Leiſtungen iſt ein ſolcher Spielgewinn keineswegs
aus=
geſchloſſen, zumal Olympia Worms nicht mehr die gleichmäßig gute
Form der letzten Jahre aufbringen kann. In Heppenheim werden die
Gäſte aus Horchheim wohl kaum um eine Niederlage herumkommen, da
bekanntlich die Bergſträßer auf eigenem Platze zu ſpielen und zu ſiegen
verſtehen. Aehnlich liegt der Fall bei der Begegnung in Pfiffligheim,
wo die neu erſtarkten Platzbeſitzer den VfL.=Leuten ſicherlich keine
Chance auf Gewinn laſſen werden. Der Ausgang des Treffens in
Hochheim iſt offen. Der ſchlagfertigen Hintermannſchaft der
Einheimi=
ſchen ſteht dort eine kampfkräftige, eifrige Mannſchaft gegenüber. Die
Letzten der Tabelle treffen ſich in Neuhauſen und Abenheim. Auf
bei=
den Plätzen hätten die jeweiligen Gäſtemannſchaften Siegeschancen, wenn
ſie endlich wieder zu gewohnt guter Form auflaufen würden. Dies gilt
vornehmlich für die Bibliſer, die unbedingt beſſer werden müſſen, wenn
ſie nicht fortgeſetzt von der Gefahr des Abſtiegs bedroht bleiben wollen.
Es käme einer Ueberraſchung gleich, wenn die Platzbeſitzer von
Neu=
hauſen und Abenheim an ihre Gäſte Punkte abgeben würden.
In der Klaſſe 3, Ried
iſt der Tabellenführer, 07 Bensheim, ſpielfrei. Sein ſtärkſter Rivale,
Olympia Biebesheim, hat einen ſchweren Gang, und auch ſonſt iſt für
die nötige Spannung der Spiele durch folgende Paarungen geſorgt:
Groß=Rohrheim — Olympia Biebesheim, Tv. Biebesheim —
Auerbach, Hüttenfeld — Zwingenberg. Fehlheim — Klein=Hauſen,
Lorſch Reſ. — Bobſtadt.
Durch einen Sieg auf dem Groß=Rohrheimer Platze, wo allerdings
die Punkte nicht leicht zu ergattern ſind, hätte Olympia Biebesheim
Gelegenheit, die Tabellenführung zu übernehmen. Der Ausgang dieſer
Begegnung iſt jedoch ſehr unbeſtimmt. Auerbach wird es beim Tv.
Biebesheim ebenſo ſchwer haben, zu einem Siege zu kommen, wie die
„Ueberraſchungsmannſchaft” Zwingenberg, die in dieſer Saiſon geradezu
in jedem Spiel auf andere Art der Riedgruppe zur Senſation verhilft.
In Fehlheim dürfte Klein=Hauſen zu einem knappen Siege kommen;
ebenſo wird das Vorſpiel des Großkampfes Lorſch — Ce=Faßt wohl
mit einem knappen Sieg der Gäſte aus Bobſtadt enden.
Am kommenden Sonntag, 14.30 Uhr, empfängt Rot=Weiß als erſten
Gegner der Rückrunde Wormatia Worms. Wormatia, wohl die ſtärkſte
Wormſer Mannſchaft, wird einen äußerſt hartnäckigen Gegner abgeben.
Wenn auch Rot=Weiß das Vorſpiel in Worms zu ſeinen Gunſten
geſtal=
ten konnte, ſo wird er dieſes Mal auf der Hut ſein müſſen, um der
beiden Punkte nicht verluſtig zu gehen. Wormatia hat ſich im Laufe der
Verbandsſpiele ſehr gut eingeſpielt und hat vor allem in den letzten
Spielen Ergebniſſe erzielt, die ſehr beachtenswert ſind. Es iſt ſomit
ſchon im Voraus mit einem ſehr ſpannenden und intereſſanten Kampf
zu rechnen.
Polizei Worns- Polizei Darmſtadt.
Am Sonntag ſpielt die Polizeiliga in Worms gegen die
dortigen Poliziſten. Die beiden Punkte dürften den Darmſtädtern
ſo gut wie ſicher ſein, denn die Wormſer ſind dem techniſchen Spiel
der Darmſtädter Poliziſten noch nicht ganz gewachſen. Trotzdem iſt
der Kampf nicht leicht zu nehmen, ſchon deshalb weil der Wormſer
Sturm manchmal ſehr gefährlich iſt. — Die Ligaerſatz ſpielt auf
eigenem Platz um 15 Uhr gegen Königſtädten. Dieſes Spiel
dürfte ſehr intereſſant werden, da beide Mannſchaften völlig
gleichwertig ſind. — Die Damen ſpielen in Weiterſtadt. Es wird
ein ſchwerer Gang werden, denn die Weiterſtädter Damen waren
ſchon immer ein ſchwerer Gegner, der nur durch Technik zu
ſchlagen war. Die Polizeidamen müſſen deshalb ihr Beſtes
her=
geben, um die beiden wertvollen Punkte wieder mit nach Hauſe
zu bringen.
Noch einmal gegen Oefkerreich in Wien.
In Wien wird am Sonntag der 6. Handball=Länderkampf zwiſchen
Deutſchland und Oeſterreich ausgetragen. Zum erſten Male ſtanden ſich
die beiden Ländermanſchaften 1925 in Halle gegenüber, und da erlebte
Deutſchland ſchon eine peinliche Ueberraſchung, denn die Wiener —
Wien heißt im Handball wie auch im Fußball: Oeſterreich — gewannen
mit 6:3. Inzwiſchen hatten die „Lehrmeiſter” wieder einiges zugelernt,
und es ging gut bis zum Jahre 1929. Im vergangenen Jahr erlebten
wir unſere 2. Niederlage, Niederlage im eigenen Lande. Im einzelnen
nachſtehend die bisherigen Ergebniſſe: 1925 in Halle D. — Oeſt 3:6,
1927 in Wien D. — Oeſt. 8:4, 1938 in Halle D. — Oeſt. 8:4, 1929 in
Wien D. — Oeſt. 8:7, 1930 in Darmſtadt D. — Oeſt. 5:6.
Die DSB. hat in den letzten Tagen eine Statiſtik ihrer bisherigen
„Internationalen” veröffentlicht. Wir finden dort Spieler, die alle
fünf bisherigen Spiele mitgemacht haben, wir finden viermalige,
drei=
malige, zweimalige und einmalige Internationale. Sie ſtammen mit
ganz geringen Ausnahmen aus Berlin; wohl deshalb, weil nach der in
dieſem Fall durchaus unmaßgeblichen Meinung des nördlich”
orientier=
ten DSB.=Spielausſchuſſes nur dort Handball geſpielt wird. Daß die
Berliner gerade in Repräſentativſpielen (ſiehe Handballpokal) nur ſelten
überzeugend abſchnitten und nur in der Spielſtärke ihrer Vereine
füh=
rend im Reich waren und ſind, iſt den Herren dabei entgangen. Von
ſüddeutſchen Spielern haben bisher nur Darmſtädter Verwendung
ge=
funden. Fiedler ſpielte zweimal, Feick und Jans einmal. Diesmal
haben nun wieder zwei ſüddeutſche Spieler Gnade vor den Augen des
Spielausſchuſſes gefunden, und wir wollen hoffen, daß ſie und auch der
Aachener Voſſenkaul nicht ausgerechnet in Wien einen ſchlechten Tag
haben werden.
Die deutſche Mannſchaft.
Zeanſpr=
lalteabke
auß der
hren G:
ung er
erſtens
erfolgen
ſchränkun
iſen.
ernet
bei
erſt
Am.
15.
Für das Wiener Länderſpiel hat die DSB., folgende Mannſchaft
mit ihrer Vertretung beauftragt: Chuchra (Beklin); Gerloff, Krohn
(beide Berlin); Teege (Berlin), Gebhardt (Fürth), Grabley (Hamburg);
Zabel (Berlin), Voſſenkaul (Aachen), Kaundynia (Berlin), Feick (
Darm=
ſtadt), Böhme (Freital).
Fauftball.
Tgeſ. 1875 — Tgde. Beſſungen 1865.
Am Sonntag vormittag ab 10,30 Uhr ſpielen auf dem Platze
der Tgeſ. Kranichſteiner Straße die zwei Fauſtball=Mannſchaften
der 1875er gegen die gleichen Mannſchaften der Beſſunger Tgde.
Man iſt geſpannt, wie die Tgeſ. gegen die ſpielſtarke Tgde.
Beſ=
ſungen abſchneidet. Hat doch letztere in dieſem Jahre wieder die
Meiſterſchaft des Main=Rheingaues errungen, und ſich auch bei
Fauſtball=Turnieren gut gehalten.
Syring läufk hinker Nurmi Rekord.
5000 Meter in 14.49,6.
Der S.C. Charlottenburg hatte mit ſeiner Idee, das Nurmi=
Sportfeſt am Donnerstag als Abendveranſtaltung mit elektriſcher
Beleuchtung aufzuziehen, einen ganz großen Erfolg, denn trotz der
herbſtlichen Kühle wohnten etwa 8000 Zuſchauer dem zweiten
Start des finniſchen Meiſterläufers Nurmi in der
Reichshaupt=
ſtadt bei. Noch größer war jedoch der ſportliche Erfolg, denn der
Turner Syring=Wittenberg vermochte, wie ſchon kürzlich beim
10 000=Meter=Lauf, im Fahrwaſſer Nurmis über die 5000=Meter=
Strecke mit 14.49,5 neuen deutſchen Rekord zu laufen und die alte
Beſtleiſtung des Düſſeldorfers Kilp mit glatt 15 Minuten ganz
beträchtlich zu verbeſſern. Aber auch der als Dritter eingekommene
Poliziſt Schaumburg=Oberhauſen blieb mit ſeiner Zeit von
14.54,6 noch erheblich unter der alten Marke. Daß Nurmi der
Sieg nicht leicht gemacht wurde, geht aus ſeiner Zeit von 14.476
hervor.
Weſtdeutſcher Mannſchaftsmeiſter im Amateurboxen wurde
der Klub „Sportsmann” Hamborn durch einen 9:7=Sieg über
den D.S.C. Düſſeldorf.
Der amerikaniſche Tennismeiſter, der erſt in dieſer Saiſon
ſtärker hervorgetretene junge B. Vines, will Profeſſional werden,
G. Demmler, ein Mitbegründer von D.S.B. und D.F.B.,, iſt
in Berlin im Alter von 59 Jahren einem Schlaganfall erlegen.
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öir
Ind
Nummer 274
Samstag, den 3. Oktober
Bauk
ung der Oeviſenvorſchriſten
Erneuke Anmeldung aller Deviſenbefkände. — Forklauſende Erfaſſung der Erpork=Leviſen.
Herabſehung der Freigrenze und Konkrolle des innerhalb der Freigrenze erfolgenden Oeviſen=Erwerbes.
Hummenmäbige und zeikliche Beſchränkung der allgemeinen Genehmigungen zum Verkehr mit Deviſen.
ben daher auch zu wiſſen, daß in der Reichsbank ſehr ernſthaft
die Möglichkeit erwogen wird, vorübergehend wenigſtens
Die 6. Durchführungs=Berordnung
die Tränsferierung dieſer Zinſen zu ſperren.
Die Entwicklung der Deviſenlage, die ſowohl in der ſtarken
Beanſpruchung der Reichsbank durch die Ausführung des
Still=
ſalteabkommens als auch in dauernden erheblichen Anſprüchen
uus der Wirtſchaft bei unzureichendem Rückfluß von Exportdeviſen
hren Grund hat, macht eine Verſchärfung der
Deviſenbewirtſchaf=
ung erforderlich. Die Verſchärfung erfolgt in drei Richtungen;
ſrſtens erneute Anmeldung aller Deviſenbeſtände und im
An=
chluß daran fortlaufende Erfaſſung der Exportdeviſen;
Herab=
etzung der Freigrenze und Kontrolle des innerhalb der Freigrenze
rfolgenden Deviſenerwerbes; ſummenmäßige und zeitliche
Be=
chränkung der allgemeinen Genehmigungen zum Verkehr mit
De=
iſſen.
In einer ſechſten Durchführungsverordnung zur
Deviſenver=
rdnung werden
erneut alle Deviſenbeſtände, und zwar, ſoweit ſie insgeſamt
bei einem Pflichtigen 200 RM. überſteigen, zur Abbietung
und zum Verkauf an die Reichsbank aufgerufen. Stichtag
für den Aufruf iſt der 2. Oktober. Die Anmeldepflicht iſt
bis zum 10. Oktober zu erfüllen. Die Verpflichtung beſteht
auch für die Perſonen, die ihren Verpflichtungen nach dem
erſten oder zweiten Aufruf nachgekommen ſind. Die in der
Amneſtieverordnung angeordnete Friſterſtreckung bis zum
15. Oktober für die Perſonen, welche ihre Verpflichtungen
aus dem erſten oder zweiten Aufruf nicht erfüllt haben,
bleibt beſtehen.
m übrigen iſt der Kreis der Pflichtigen derſelbe geblieben wie
ei den früheren Aufrufen. In ſachlicher Hinſicht iſt eine
Er=
veiterung inſofern eingetreten, als auch von deutſchen
Ausſtel=
ein ausgegebene Wertpapiere, die auf eine ausländiſche
Wäh=
ung lauten und an deutſchen Börſen nicht zugelaſſen ſind, ferner
llgemein die Forderungen mit einer längeren Laufzeit als drei
Nonate mit Ausnahme der noch nicht fälligen Forderungen aus
Ferſicherungsverträgen anzumelden ſind. Die Anmeldung kann
ußer bei den Reichsbankanſtalten wie bisher bei einer
Deviſen=
ank erfolgen, doch liegt die Entſcheidung über Ankauf oder
Frei=
abe ausſchließlich bei der Reichsbank.
zur Deviſen=Verordnung.
Vom 2. Oktober ab ſind fortlaufend alle neu anfallenden
Deviſen, ſoweit ſie nicht auf Grund beſonderer Genehmigung
der Deviſenbewirtſchaftungsſtellen erworben wurden,
ins=
beſondere alſo die Exportdeviſen, ohne Rückſicht auf ihre
Höhe binnen drei Tagen der Reichsbank zum Verkauf
anzu=
melden. Für Beträge, die nach den Beſtimmungen über
die Freigrenze erworben werden, tritt die Anbietepflicht
einen Monat nach Erwerb ein. Die Freigrenze, die bisher
1000 RM. für eine Perſon innerhalb eines Monats betrug,
wird auf 200 RM. herabgeſetzt. Um eine mißbräuchliche
Ausnutzung der Freigrenze zu verhindern, können nur noch
wolljährige Perſonen Deviſen bis zu 200 RM. erwerben,
und zwar nur gegen Vorweiſung eines amtlichen
Reiſe=
waſſes, in dem die Bank Tag und Betrag zu vermerken hat.
Gold wird neu in die Deviſenbewirtſchaftung einbezogen und
dt Erwerb, die Verſendung und die Verfügung über Gold, außer
lurs geſetzte Goldmünzen, Feingold legiertes Gold (Roh= oder
albfabrikat) einer Genehmigungspflicht unterworfen. Die
Richt=
inken über die Deviſenbewirtſchaftung geſtatten den Verkehr mit
ſold nur noch zu gewerblichen Zwecken.
Die Beſtimmungen der Richtlinien über die Erteilung
all=
gemeiner Genehmigungen zum Verkehr mit Deviſen, zur
Einfuhr, Ausfuhr und eine Reihe anderer Geſchäfte werden
weſentlich verſchärft. Derartige allgemeine Genehmigungen
werden künftig nur noch beſchränkt auf eine Höchſtſumme
erteilt.
Bei der Feſtſetzung der Höchſtſumme wird der Tatſache Rechnung
etragen, daß die Einfuhr, im Laufe dieſes Jahres wertmäßig
egenüber dem Vorjahre erheblich zurückgegangen iſt, ſo daß der
Leviſenbedarf für den Import zurzeit erheblich geringer ſein wird
us vor einem Jahre. Andererſeits wird auf die beſonderen
Ver=
üiltniſſe einzelner Induſtrie= und Handelszweige, beſonders auch
en Saiſoncharakter mancher Geſchäfte, Rückſicht genommen
wer=
en. Jeder Deviſenerwerb auf Grund einer allgemeinen
Geneh=
tigung muß auf dem Genehmigungsbeſcheid vermerkt werden.
Agemeine Genehmigungen mit einem Monatsbetrag von mehr
ks 250 000 RM. und Einzelgenehmigungen mit mehr als 20000
(M. werden von den Deviſenbewirtſchaftungsſtellen nur noch
nch Fühlungnahme mit der Reichsbank erteilt werden. Im
Zu=
ſmmenhang damit werden einige Anweiſungen, die den
Deviſen=
bwirtſchaftungsſtellen ſchon bisher für ihre Tätigkeit erteilt
taren, in die Richtlinien aufgenommen.
Kommt ein Transfer=Morakorium?
* Nach den Erfahrungen, die man bisher mit den
Deviſen=
brordnungen machte, iſt damit zu rechnen, daß auf dieſem Wege
mall ſr verſchärften Deviſen=Erfaſſung keine nennenswerten Beträge
ehr aufkommen, daß alſo die Reichsbank vor neue
Entſcheidun=
en geſtellt wird. Eine gewiſſe Erleichterung könnte vielleicht die
ſraffere Durchführung der zentralen
Deviſen=
ſewirtſchaftung bringen, obwohl hier die handelspolitiſche
ſefahr entſteht, daß daraus eine teilweiſe Einfuhrſperre wird.
Penn man von einer neuen Diskonterhöhung und
wei=
tren Kreditreſtriktionen ſpricht, dann wird dadurch das
ulgemeine Bild nicht verſchoben. Wir leiden eben darunter, daß,
tenn auch etwas gemildert durch das Stillhalte=Abkommen, wir
Uhrlich 1½ Milliarden für Zinſen und Amortiſationen privater
nd kommunaler Anleihen in das Ausland abführen müſſen, und
wird nachgerade zweifelhaft, ob wir auf die Dauer in der Lage
nd, ſo gewaltige Summen an Deviſen zu entbehren. Wir glau=
Das wäre kein Moratorium für die Privatſchuldner ſchlechthin,
ſondern nur ein Transfermoratorium, wenn es auch natürlich von
ſchmerzlichen Folgen für unſere Kreditfähigkeit im Auslande
be=
gleitet ſein könnte. England hat es eben leichter, Maßnahmen zu
treffen, die für Deutſchland nicht in Frage kommen können und
dürfen. Aber die Entwicklung drängt doch dahin, daß ſich die
Reichsbank über ein Transfermoratorium rechtzeitig ſchlüſſig
werden muß.
Die Auswirkungen des Stillhalte-Abkommens
im Ausweis der heichsbant.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 30. September 1931
hat ſich in der Ultimowoche die geſamte Kapitalanlage der Bank
in Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 825,5 Mill.
auf 4073,1 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die Beſtände
an Handelswechſeln und Schecks um 550,6 Mill. auf 3545,4 Mill.
RM., die Lombardbeſtände um 159,3 Mill. auf 300,5 Mill. RM.
und die Reichsſchatzwechſel um 115,5 Mill. auf 124,1 Mill. RM.
zugenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind
448,8 Mill. RM. in den Verkehr abgefloſſen, und zwar hat ſich
der Umlauf an Reichsbanknoten um 435,3 Mill. auf 4609,2 Mill.
RM., derjenige an Rentenbankſcheinen um 13,5 Mill. auf 422,2
Mill. RM. erhöht. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der
Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf 5,4 Mill. RM. vermindert.
Die fremden Gelder zeigen mit 613,4 Mill. RM. eine Zunahme
um 73,1 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben
ſich um 232,7 Mill. auf 1439,5 Mill. RM. vermindert. Im
ein=
zelnen haben die Goldbeſtände um 73,6 Mill. auf 1300,8 Milk.
RM. und die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 159,1 Mill.
auf 138,8 Mill. RM. abgenommen.
In der Hauptſache handelt es ſich hierbei um die
Auswir=
kungen der bei Inkrafttreten des Stillhalteabkommens erfolgten
Freigabe und um die Auflöſung der rückſtändigen Termingeſchäfte,
die ein einmaliger Vorgang, der am 3. Oktober abläuft, und etwa
200 Mill. RM. umfaßt.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige
De=
viſen beträgt 31,2 Prozent gegen 40,1 Prozent in der Vorwoche.
Zum Reichsbankausweis für Ultimo September iſt zu
bemer=
ken, daß die Erhöhung des Notenumlaufes um 435 auf 4609 Mill.
RM. ſich durchaus in dem Rahmen hält, der für Ende des
drit=
ten Vierteljahres üblich iſt. Zur gleichen Zeit des Vorjahres ſtieg
der Notenumlauf in ganz erheblich höherem Maße, und zwar um
711 Mill. RM. auf 4744 Mill. RM. Eine Steigerung des
Noten=
umlaufes um mehr als 400 Millionen zum Ende eines Monats
gehört zu den Alltäglichkeiten. Die derzeitige Höhe des Umlaufes
iſt im Jahre 1930 am Monatsende regelmäßig höher geweſen als
zurzeit, wobei noch zu berückſichtigen iſt, daß auch damals der
zu=
ſätzliche Rentenmarkumlauf noch höher war als jetzt. Der geſamte
Zahlungsmittelumlauf iſt mit 6334 Mill. RM. noch um 23 Mill.
RM. geringer als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der einzige
Unterſchied gegen früher iſt, daß zurzeit der Notenumlauf weniger
ſtark durch Gold und Auslandsdeviſen und entſprechend ſtärker
durch Inlandswechſel gedeckt iſt. Das iſt eben die notwendige
Folge der Zurückziehung der Auslandskredite.
Der Frankfurker Effekken=Freiverkehr.
Geſtern vormittag hatte es zunächſt den Anſchein, als ob ſich
die Kurſe im Anſchluß an vorgeſtern nachmittag weiter etwas
be=
feſtigen würden, da ſich verſchiedentlich Deckungsnachfrage
bemerk=
bar machte. Vermutlich gaben die freundlicheren Meldungen von
den Auslandsplätzen hierzu Anlaß. Sehr bald ſchlug die
Stim=
mung jedoch wieder um, und bei kleinſten Umſätzen erfuhren die
Kurſe wieder eine Abſchwächung. Sowohl vom Inlande als auch
von außenher lag nichts vor, was zu einer Belebung des
Ge=
ſchäftes hätte Anreiz bieten können. Der weiteren Entwicklung
der Arbeitsmarktlage ſieht man in Anbetracht der herrſchenden
Verhältniſſe mit ziemlicher Skepſis entgegen. Als bekannt wurde,
daß die Notendeckung des heute erſchienenen Reichsbankausweiſes
von 40,1 auf 31,2 Prozent zurückgegangen ſei, verſtärkte ſich die
Zurückhaltung noch weiter. Im telephoniſchen Verkehr nannie
man: J. G. Farben 94½, Siemens 102, Schuckert 54, Reichsbank
97½, Deutſche skonto zirka 53, Danatbank 65½, Dresdner Bank
38 Brief. In „E.G.=Aktien war angeblich für Schweizer
Rech=
nung Angebot vorhanden, und man hörte den Kurs mit zirka
38 Prozent.
Der Pfandbriefmarkt lag geſchäftslos bei unveränderten
Kurſen.
Berliner Deviſen=Feftſekung vom 2. Okkober.
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Schweiz
Melallnokierungen.
Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 2.
Okto=
ſr ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bre=
ſen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Deutſche
lektrolytkupfernotiz) auf 69,25 RM. — Die Notierungen der
ſommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
ver=
hen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Be=
ſhlung) ſtellten ſich für Original=Hüttenaluminium 98 bis 99
ſrozent, in Blöcken, Wolz= oder Drahtbarren auf 170 RM.,
des=
ſeichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, auf 174 RM.
ſeinnickel 98 bis 99 Prozent, auf 350 RM. Antimon=Reaulus auf
—48 RM., Feinſilber (1 Kg. fein) auf 39,50— 42,50 RM.
10.29 Brief
10.31 Spanien Geld
37.86 Brief
37.94 Danzig 81.97 82.13 12.48 12.50 Japan 2.078 2.082 73.28 73.42 Rio de Jan. 0.236 0.238 3.057 3.063 Jugoſlawien 7.463 7.477 169,73 170.07 Portugal. 15.13 15.17 93,91 94.09 Athen 5.545 5.555 93.91 94.09 Iſtambul 98.90 99.10 Kairo. 17.08 17.12 16.68 16.72 Kanada 3.696 3.704 0.948 6.952 Uruguay 1.498 1.502 4.209 4217 Island. 76.92 77.08 58.79 58,91 Tallinn 112.19 112.41 21.48 21.52 Riga. 81.32 81.48 16.68 16.72 Bukareſt 2,547 2.553 82.47 82,63 Kaunas 42.11 42.19 er Metalltermine vom 2. Oktober ſtellten ſich für
„50) November 54 (54,50) Dezember 54 75 (55)
56,25) Februar 56 (56,50), März 57,50 (58) April
Oktober 53.
Auguſt 60 25 (60 75), September 60,75 (61), Tendenz ſtetig. Für
Blei; Oktober, November 21 (22,50) Dezember 21 (23) Januar
22,50 (22.75) Februar 22 (23,25) März, April 22 (23,50), Mai,
Juni 22 (23,75). Juli 22,50 (23,75) Auguſt 23 (23,75), September
23 (24). Tendenz; luſtlos. Für Zink: Oktober 20 (20,75),
No=
vember 20,75 (21). Dezember 21 (22), Januar 21,75 (22.75),
Fe=
bruar 22 (23,75) März 23,25 (24). April 23,25 (24,50), Mai 23,75
(24,75), Juni 24 (25) Juli 24,50 (25,50). Auguſt 25.50 (25.75),
September 25,75 (26,25) Tendenz; ruhig. — Die erſten Zahlen
bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Die Lage der deutſchen
Mekallwaren=
induſtrie im Sepkember.
Nach dem Bericht des Reichsbundes der deutſchen Metallwaren=
In=
duſtrie waren die Produktionsverhältniſſe in der deutſchen
Metallwaren=
induſtrie im September 1931 unverändert ungünſtig. Die regelmäßige,
durch die Sciſon bedingte Erhöhung des Beſchäftigungsſtandes iſt in
dieſem Jahre im allgemeinen nicht eingetreten. Gegenüber dem
Vor=
jahre iſt ſomit eine weſentliche Verſchlechterung zu verzeichnen. Dasſelbe
gilt für die Abſatzverhältniſſe. Die Leipziger Herbſtmeſſe brachte keine
Belebung. Eine große Anzahl von Firmen hat auf den Beſuch der
Meſſe überhaupt verzichtet. Die ſchrumpfende Kaufkraft der großen
Maſſe der Abnahmer von Konſumgütern macht ſich beim Abſatz im In=
und Auslande immer ſtärker bemerkbar. Beſonders ſchwer iſt die
Muſik=
inſtrumentenbranche betroffen. — Die Preisbewegung iſt weiterhin nach
unten gerichtet. Die Senkung der Preiſe für die Lagerbeſtände führt zu
keinem Erfolg, da vielfach Unterbietungen durch offenſichtliche
Verluſt=
preiſe vorkommen. Der Zahlungseingang iſt ſchwach, die
Zahlungs=
einſtellungen häufen ſich beängſtigend. Die Zahlungsziele werden
im=
mer weiter hinausgeſchoben. Die üblichen Lieferungsbedingungen der
Fabrikate werden nicht immer eingehalten, und es wird von
Abnehmer=
ſeite teilweiſe verſucht, ſie durch Einkaufsbedingungen zu erſetzen, die in
einem kaum noch zu rechtfertigenden Gegenſatz zu den kaufmänniſchen
Gepflogenheiten ſtehen. Die Konkurrenz der weſtlichen und ſüdlichen
Nachbarſtaaten nimmt im Auslande ſowie im Inlande bedrohliche
Aus=
maße an. Die Zölle nach Deutſchland wirken ſich im allgemeinen um
ein vielfaches weniger aus, als die Zölle nach dem Auslande. Die
Aus=
landstarife der Reichsbahn tragen zur Erſchwerung des Exports bei.
In vielen Artikeln, ſo z. B. einigen Spezialartikeln der
Beleuchtungs=
körperbranche, liegt die deutſche Produktion ſtill, wodurch dem billig
produzierenden Auslande der deutſche Markt ohne
Wettbewerbsmöglich=
keit geöffnet wird. Die franzöſiſche Konkurrenz bedroht über das
Saar=
land hinaus zum Teil ſchon das Zollinland.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren. Mainz: Kfm. Franz Kämmerer, Inhaber eines
Metzgerei=Artikelgeſchäftes. Anmeldefriſt 10. 10., Gläubigerverſammlung
und Prüfungstermin 16. 10. Gießen: Landwirt Rudolf Heiſtermann.
Anmeldefriſt 5. 10., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 16. 10.
Darmſtadt: Johannes Weißheimer, Inhaber der Fa. Meiſter u.
Weiß=
heimer. Anmeldefriſt 1. 11., Gläubigerverſammlung 15. 10.,
Prüfungs=
termin 12. 11. Ulrichſtein: Kfm. Hermann Reiß in Bobenhauſen II.
Anmeldefriſt 10. 10., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 19. 10.
Beendete Konkurſe. Darmſtadt: Indenieur Julius
Schimmel=
buſch; Zirkus Lorſch G. m. b. H. in Eſchollbrücken. Groß=Gerau: Fa.
Heinrich Klingler in Mörfelden. Neue Vergleichsverfahren.
Offenbach a. M.: Hans Helmſtädter Lederwarenfabrik. Vergleichstermin
15. 10.; Frau Anni Keilmann, Stickereien. Vergleichstermin 15. 10.
Seligenſtadt: Göbel u. Ott in Weiskirchen. Vergleichstermin 2. 10.
Mainz: Kfm. Emanuel Lewkowitz, Inhaber der Fa. Zigarettenfabrik
Emanuel Lewkowitz. Vergleichstermin 14. 10. Beendete
Ver=
gleichsverfahren. Offenbach a. M.: Fa. Joh. Schmidt u. Söhne,
Holzhandlung.
Produkkenberichke.
Frankfurter Obſt= und Gemüſegroßhandelspreiſe vom 2. Oktober.
Marktlage: Obſt und Südfrüchte: Ueberangebot in Aepfeln und Birnen
bei weiter rückläufigen Preiſen. Das Angebot in Trauben geht etwas
zurück, und die Preiſe ſtellen ſich etwas höher. Ueberall ſtarke Zufuhren
bei weiter gedrückten Preiſen. Lediglich für Kartoffeln zogen die Preiſe
infolge etwas verringerten Angebots leicht an. Der Verkauf konnte ſich
etwas beſſern. Nachfolgend einige Notierungen: Stangenbohnen 30 bis
35, Feldſalat 40—45, Eskarol 3—7, Gelbe Rüben 3—4, Kartoffeln gelbe
per 50 Kilo 2,70—3,00, Kopfſalat 6—12, Römiſchkohl 5—6, Roſenkohl
16—22, Rotkraut 2½—4, Spinat 15—18, Tomaten I 15—18.
Weiß=
kraut 2—3, Wirſing 3—4 Zwiebeln 4—5, Aepfel I 8—10, II 5—6,
III 2½—4, Birnen I 10—12, II 6—8, III 3—5, Brombeeren 30—32,
Pfir=
ſiche 1 8—15, II 4—6, Preißelbeeren 30—32, ſchwediſche Quitten 6—10,
Trauben 23—24 ſpan., 12—20 itglieniſche, 21—22 franzöſiſche,
Wal=
nüſſe 14—18, Zwetſchen 12—14, 16—18 bosniſche.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 2. Okt.:
Getreide. Weizen: Dezember 47,50, März 49½, Mai 51,50;
Mais: Dezember 34,75, März 36,75, Mai 38,75; Hafer:
De=
zember 21½, Mai 24,25; Roggen: Dezember 38,25, Mai 407.
Schmalz: Dezember 7,00, Januar 1932 6,125, Febr. 5,975.
Speck, loco 7,625.
Schweine: Leichte 5,15—5,55 ſchwere 5,10—5,60;
Schweine=
zufuhren in Chicago 24 000, im Weſten 69 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 2. Okt.:
Schmalz: Prima Weſtern 7.95; Talg, extra loſe 27.
Getreide. Weizen: Rotwinter 598, Hartwinter 60½;
Mais: loco New York 50,75; Mehl: ſpring wheat clears
4.00—4,40; Getreidefracht nach England 1,6—2,3 sh, nach dem
Kontinent 8—8½ C.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Nach Mitteilung des Statiſtiſchen Reichsamts wurden im
Septem=
ber 1931 durch den Reichsanzeiger 1341 neue Konkurſe — ohne die
wegen Maſſemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung —
und 74 eröffnete Vergleichsverfahren bekannt gegeben. Die
entſprechen=
den Zahlen für Auguſt 1931 ſtellten ſich auf 1065 bzw. 607.
Mit Rückſicht auf die ſtarken Unterbietungen in den deutſchen
Grenz=
gebieten von den benachbarten Ländern aus und mit Rückſicht auf die
ſehr ſtarken Unterbietungen gegenüber der Markenware durch
zahl=
reiche Verkäufe kleiner Betriebsſtoffmengen (Garagen und ähnliches) ſind
zurzeit Beſprechungen unter den Markenbetriebsſtoffirmen im Gange,
die möglicherweiſe eine nicht unerhebliche Preisermäßigung für
Marken=
betriebsſtoffe zur Folge haben werden.
Im September 1931 betrugen die Terminumſätze an der Berliner
Metallbörſe in Kupfer 4550 Tonnen, in Blei 1335 Tonnen und in Zink
1975 Tonnen. Im Vormonat ergaben ſich für den Zeitraum vom 11.
bis 31. Auguſt, in dem die Metallbörſe ſtattfand, folgende Umſätze;
Kupfer 3250 Tonnen, Blei 410 Tonnen und Zink 200 Tonnen.
Von der Gewerkſchaft Konſtantin der Große iſt beim
Stillegungs=
kommiſſar Antrag auf Stillegung der Schachtanlage X geſtellt worden.
Die Belegſchaft von 610 Angeſtellten und Arbeitern ſoll zur Entlaſſung
kommen.
Vom Land= und Forſtwirtſchaftlichen Arbeitgeberverband für Ober=
und Niederſchleſien iſt der Tarifvertrag zum 1. Januar 1932 gekündigt
worden. Von der Maßnahme werden etwa 200 000 Arbeitnehmer
be=
troffen. Die Verhandlungen zwiſchen den Parteien werden erſt in
Laufe des Oktober aufgenommen werden.
Zwecks Rationaliſierung des Vertriebs haben die Firmen Zwirnere
Ackermann A.=G., Sontheir; a. N., Julius Schürer A.=G., Augsburg,
J. J. Anner G. m. b. H. utlingen, und Zwirnerei und Nähfaden;
fabrik Hechingen J. Levi u. Co. A.=G., Hechingen i. Hohenzollern, eine
gemeinſcme Vertriebsgeſellſchaft unter der Firma „Vertriebsgeſellſchaft
ten Deutſcher Baumwoll=Nähfadenfabriken (Nähgarnvertrieb) G. m.
b. H. München,” errichtet, die am 1. Oktober ihren Betrieb
aufgenom=
men hat.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft, Metallwiſſenſchaft, A
talltechnik” ſtellte ſich am 30. September 1931 auf 60,5 gegen 60,4
16 September 1931 (Durchſchnitt 1909/13 — 100), ſtieg alſo um 02 P
zent. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisſtande vom
September 1931 folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer 52,2
September 52,4), Blei 71,9 (65,6) Zink 44,7 (46,2), Zinn 57,5 (6.
Aluminium 118,1 (118,1), Nickel 107,7 (107,7), Antimon 70,3 (74,0),
Der Goldbeſtand der Bank von Frankreich iſt nach dem letzten
weis für die Woche vom 18. bis 25. September, wobei alſo die
Zuſ=
ber letzten drei Tage noch nicht berückſichtigt werden, um 771
MSei=
nuf die Rekordziffer von 59,35 Milliarden Franken angeſtiegig ent=
Nach der täglichen Mitteilung der Federal=Reſerve=Be fbehagen
24,2 Millionen Dollar Gold für auswärtige Rechnung zurülte Plan
den bavon 5,330 Mill. Dellar für Frankreich, 847 000 Do.
land, 137 000 Dollar für die Schweiz und 108 500 für Belgie
Seite 14
Samstag, den 3. Oktober 1931
Nummer 274
UNlON
Morzen Sonntag,
den 4. Oktober,
vormittags 11½ Uhr
UNION
Einmaliger Film- und Lichtbildervortrag
des bekannten Kriminalisten Ernst Engelbrecht, Kriminal-
Kommissar a. D.
Ernst Engelbrecht, ehemaliger Leiter des Razziendienstes beim
Berliner Polizeipräsidium, spricht über das Thema:
15 Jahre im Kampf mit dem
Vorbrecher Han
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Verbrecher-
tum, seine Bekämpfung in spannenden Schilderungen eigener Erlebnisse
zu hören und die heutigen Abwehrmaßnahmen auf Grund des
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AUS DEM VORTRAGS-INHALT
Verbrecher. — Verbrecher-Schlupfwinkel und deren Aushebung —
Aufspürung organisierter Banden — Verbrecherverfolgungen — Kampf
mit Verbrecherbanden — Kaschemmen, Kokainkeller, Spielhöllen,
Nachtbetriebe — Aushebung der Kaschemmen — Verbrechersprache.
Gaunerzinken — Aufklärung von Mordverbrechen — Die Rolle der Frau
in der Verbrecherwelt — Gift — Mädchenhandel — Auf schiefe Bahn
durch Not, mangelnde Ehrbegriffe und Abenteuerlust — Fürsorge-
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22
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Sangesbrüder.
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ist der uvgewöhnlich begabte Dirigent
dieses originellen „Gesangvereins” und
neben ihm lassen das Gold ihrer Kehle
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JuliusFalkenstein, J. Hermann
Knöppchen u. a.
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Toby als Milchmann
Die neueste Fox-Tonwoche.
Beginn: 3.45, 6.00 und 820 Uhr.
Ein exotisches
Abenteuer, eine
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Robinsonade.
Der Groß-Tonfilm in dentscher
Sprache.
Frauenrauh
Madagaskar
Die seltsamen
Irrfahr-
ten und Erlebnisse des
Schiffshefzers Cain in
der Südsee und auf der
Insel d. „Glücklichen‟
Regie: Léon Poirier.
Die Aufnahmen sind im
Sid-
seegebiet und auf den Inseln
Madagaskar und Nossi-Bé
gedreht.
Der Film ist ein Drama der
Natur und zeigt in spannender,
sensationeller Bildfolge den
Kampf ums Dasein auf
welt-
fernen Inseln.
Dazu ein reichhaltiges
Beiprogramm.
Heitere Stunden für Jedermann!
Ein Tonfflm-Schwank mit einer
Fülle der komischsten Sitnationen.
Beginn: 3.45, 6.00 n. 8.20 Uhr.
mit
Max Adalbert als „Der Herr
Bürovorsteher”” und als
„Hellseher‟
Regie: Eugen Thiele.
In weiteren Hauptrollen:
Marianne Winkelstern. Joh. Riemann,
Trude Berliner, Ernst Verebes
Panl Hörbiger u. a. (V.14205
Ein Anwalt obne Praxis, aber mit einem
oberschlauen Bürovorsteher, der in dieser
bunten Komödie als Hellseher Herr
über jeden Zufall u. jedes Schicksal ist.
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Von Gletschern und Firnen
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Nummer 274
Samstag, den 3. Oktober 1931
Seite 15
DagleelalellioTadliktorsvensen
Copyright Berlin=Schöneberg 1931 by Delta=Verlag Kurt Ehrlich.
Tilla Groth kämpfte einen unſichtbaren Kampf. Am
lieb=
u hätte ſie lgut herausgeſchrien: Er ſoll um Gottes willen den
lund halten! Doch ſie fragte nur mit gleichgültiger Stimme:
uſt er denn vernehmungsfähig?”
Der Arzt erklärte, er glaube es ſicher: „Eine Bärennatur,
aſſen Sie! Schußverletzungen ſind für den nicht viel mehr, als
ſr andere Leute Nadelſtiche.”
Die Groth nickte: „So etwas gibt’s, Und was ſollen die
unzen Menſchen das”
„Das ſind Augenzeugen der Feſtnahme. Wegen der Schießerei.
aer Kommiſſar ſoll ſie gleich zur Hand haben. Na, da kommt ja
uch der Polizeimenſch. Adieu inzwiſchen!”
Wallraf ging einem etwas rundlichen Herrn entgegen, deſſen
eſicht heiteres Wohlwollen ausſtrahlte, und der weit eher einem
hiſten Geſchäftsmann glich als dem Leiter eines
Kriminaldezer=
uts. Der Arzt führte ihn.
Ehe die beiden in der Türe verſchwanden, drehte Dr.
Wall=
uf ſich nochmals um und rief zurück: „Ach richtig, Fräulein
ſoth, ich wollte Ihnen noch etwas ſagen — na, es hat Zeit bis
ſiter. Ich rufe bei Ihnen vielleicht auch an.”
Tilla Groth ſtand noch immer auf demſelben Fleck, die
ande vergraben in den Taſchen ihres weißen Leinwandkittels,
ud beſann ſich langſam, daß ſie hatte ſich umkleiden und
fort=
ſhen wollen. Sie dachte mühſam; „Ich muß jetzt. . Eickhoff!
Der wie? Wo erreiche ich ihn?”
Blicklos haftete ihr Auge auf den zwei Schupos, die wie zu
einlen erſtarrt, ihre Schäflein bewachten. Das waren etliche
Aäriner, nach dem Aeußeren vermutlich Arbeiter; einer trug eine
eerne Chauffeurjoppe. Dann war noch eine ältere Frau da mit
ueknitterten Zügen, die ſich neugierig umſah und die Senſation
dſes Erlebniſſes voll auszukoſten bereit ſchien und ſchließlich
uih ein junges Mädchen in ziemlich elegantem Dreß.
In der Gruppe entſtand plötzlich Bewegung, die Schupos
beloren ihre Starrheit, man ſteckte die Köpfe zuſammen, erreg=
40 Murmeln wurde laut. Die Frau winkte herüber: „Ach bitte,
hſen Sie doch!”
Tilla Groth tat ein paar unentſchloſſene Schritte. Die Frau
if nun: „Sehen Sie voch — ſie iſt ohnmächtig geworden.”
Dabei deutete ſie auf das Mädchen, das mit geſchloſſenen
Agen, halb zuſammengeſunken, an der Wand lehnte. Tilla
Eoth wollte ſie am Arm faſſen, ſie griff in etwas Warmes,
gebriges. „Sie bluten jal” ſagte ſie und zu den Schupos
ge=
nu bdt: „Was iſt denn da geſchehen?”
Roman von
Nachdruck verboten.
„Vielleicht hat die Dame was abbekommen”, meinte der eine
Grüne, „kein. Wunder bei der Schießerei.”
Die Aerztin beugte ſich zu der Verletzten: „Können Sie
gehen?. Nicht weit, ich komme mit Ihnen.”
„Jetzt plötzlich tat es ſo weh.. . .", ſagte das Mädchen mit
ſchwacher Stimme. „Aber wenn Sie glauben.
„Ich will mal nachſehen.” Tilla führte das arme Ding,
und die Frau half ihr dabei. Krankenſchweſtern brachten
Ver=
bandszeug und Inſtrumente. Der linke Arm blutete heftig,
die Unterſuchung dauerte nicht lange.
„Ein Streifſchuß!” ſtellte Tilla Groth feſt. „Ein Stückchen
Fleiſch iſt aufgeriſſen, aber die Sache hat nicht viel auf ſich, das
heilt in zehn Tagen. Natürlich müſſen Sie den Arm vorläufig
in der Binde tragen.”
Sie legte geſchickt und hurtig Verbände an. „Wie iſt denn
das gekommen?” fragte ſie, während ſie arbeitete.
Das Mädchen gab keine Antwort, es ſtöhnte nur leiſe: doch
als die Schweſter verſchwand, um noch etwas Gaze zu holen,
hörte Tilla die Patientin flüſtern: „Wenn ich mit Ihnen nur
allein ſprechen könnte — es iſt wichtig.”
„Mit mir?”
„Ja. Geht das nicht?”
„Ich werde ſehen.” Unwillkürlich hatte auch Tilla Groth
die Stimme gedämpft. Zur Schweſter gewendet, die
wieder=
gekehrt war, fügte ſie lauter hinzu: „Iſch brauche Sie jetzt nicht
mehr. Ich denke, wir haben die Geſchichte im Lot.”
Dann, als die Tür ſich geſchloſſen hatte, wurde das
Mäd=
chen lebendig: „Ich danke Ihnen”, ſagte ſie. „Sie ſind doch
Fräulein Dr. Groth?”
„Ja. Aber woher wiſſen Sie ..
„Ich habe vorhin draußen Ihren Namen nennen hören.
Deshalb wurde ich ohnmächtig.”
„Deshalb .. .?"
„Ich meine, deshalb tat ich ſo . . . obſchon, ich fühlte mich
wirklich elend. Und ich dachte, auf dieſe Weiſe würde ich am.
eheſten Gelegenheit finden, mit Ihnen zu ſprechen. Sie wiſſen
wohl, wer Stenzel iſt?"
„Ja — ein entſprungener Zuchthäusler, der geſucht wurde.”
Und der frühere Genoſſe Herrn Eickhoffs.”
Tilla ſchwieg.
Die andere fuhr prt: „Ich weiß, daß Sie Herrn Eickhoff
naheſtehen. Sie brauchen keine Angſt zu haben. Ich wohne
mit ihm im ſelben, Hauſe, ich und mein Vater. Ich heiße
Eliſa=
beth Mamrot. Herr Eickhoff hat öfter von Ihnen erzählt, daher
iſt mir Ihr Name geläufig. Und nun bitte hören Sie: ich bin
heute auf der Straße zufällig Stenzel begegnet. Er kennt mich
und weiß, daß ich Herrn Eickhoff kenne, er wollte durchaus ſeine
Adreſſe erfahren. Ich ſagte ſie ihm natürlich nicht, da wurde
er dringend. Er iſt ein gefährlicher Kerl und drohte, er würde
mir folgen. Ich habe mir nicht anders helfen können, ich packte
den nächſten Schupo und ließ ihn feſtnehmen. Da hat denn
Stenzel geſchoſſen, und wenn ſie ihn nicht gehalten hätten, wäre
ich wahrſcheinlich geliefert geweſen.”
„Sie ſind ſehr tapfer”, ſagte Tilla Groth ergriffen.
„Ach, ich bin gar nicht tapfer, doch die Geſchichte hätte ſonſt
ziemlich eklig werden können. Jetzt müſſen Sie mir aber helfen.”
„Was ſoll ich denn tun?‟ Die Aerztin vergaß Vorſicht und
Mißtrauen. Sie dachte, daß jemand, der aufs Spiel geſetzt hatte,
niedergeſchoſſen zu werden, wohl kaum Hinterhältigkeiten im
Sinne haben könne.
„Das werde ich Ihnen ſagen”, ſetzte Eliſabeth auseinander.
„Stenzel wird drinnen jetzt wahrſcheinlich vernommen werden.
Zu verlieren hat er nicht mehr viel. Sie können ſich denken,
daß er auf mich geladen iſt, und da wird er natürlich angeben,
man ſoll mich rankriegen wegen Eickhoff. Und wenn ſie erſt
mich haben — es iſt doch beſſer, ich verdufte. Ich muß alfo fort.
Schnell!. Die Schupos dürfen nichts merken.”
Tilla Groth verſtand. Was dieſes junge Mädchen erklärte,
war durchaus logiſch. Für Eickhoff beſtand Gefahr.
„Aber Sie können unmöglich ſo ohne weiteres fortlaufen”
meinte ſie. „Ihre Verletzung iſt nicht ſchwer, doch Sie
ris=
kieren, daß Sie umkippen. Am beſten, ich nehme Sie vorläufig
zu mir nach Hauſe, für ein, zwei Stunden wenigſtens.”
„Wenn es nicht anders geht”, erwiderte Eliſabeth.
Das halte ich für das Vernünftigſte. Und nun handelt es
ſich noch darum, daß Sie unbemerkt hinauskommen. Wenn Sie
auf den Korridor treten, dann gehen Sie links weiter, immer
geradeaus, dann die erſte Treppe rechts, und dann iſt ein kleiner
Hof da, über den hinüber, durch den Hausflur, und ſo kommen
Sie auf die Luiſenſtraße. Dort warten Sie am Eingang, ich
hole Sie ab. Verſtanden?”
„Ja: links, rechts die Treppe, Hof, Hausflur, Luiſenſtraße.”
„Gut. Auf Wiederſehen.”
Eliſabeth empfahl ſich, und Tilla Groth vertauſchte nun den
Kittel gegen ihren Mantel. Sie nahm ſich nicht einmal Zeit,
wie ſonſt, einen Blick in den kleinen Spiegel zu werfen, der
an der Wand hing, und der in der Nüchternheit des Raumes den
einzigen unſachlichen Gegenſtand bildete. Sie ging nach rechts
kam nochmal an der Gruppe der „Augenzeugen” vorbei, die noch
immer unter Aufſicht der zwei Blauen auf ihrem Platze harrten,
und ſie ging abſichtlich langſam. Niemand kümmerte ſich um ſie.
Dann wandte ſie ſich zum Haupteingang in der
Schumann=
ſtraße, ſchritt um die Ecke und fand Eliſabeth am vereinbarten
Haustor. Wortlos winkte ſie einer Autodroſchke, die beiden
Frauen ſtiegen ein.
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