Darmstädter Tagblatt 1931


12. September 1931

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iUnſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 253 Samstag, den 12. Sepiember 1931.
194. Jahrgang

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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streit uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
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und Teſtung von Schadenerſatz. Bei
fällt jede
onkurs oder gerichtliſcher Beltreibung
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Banl und Darm=
ſtädter
und Nationalban.

Ariand verſpricht Taten in Berlin.
Ni4 vor dem Völkerbund: Wir wollen in Berlin mik grundlegenden Taken eine dauerhafte Zuſammen=
arbeik
ermöglichen! Mißverſtändniſſe und Ueberraſchungen ſollen ausgeſchalket bleiben.
hin klich der Abrüſtung bleibt Frankreich unnachgiebig. Das Genſer Prokokoll ſoll wiedererſtehen.

Loblied auf den Völkerbund
Garankien, Sicherheiten und Sankkionen.
Genf, 11. Septpember.
erſter Redner ſprach in Fortſetzung der allgemeinen
Aus / che der chineſiſche Delegierte Dr. Alfred Sze, der die
öyn hien ſeiner Regierung für den Völkerbund und den
Gedan der internationalen Zuſammenarbeit zum Ausdruck
brack und ihren Dank für die Wohltaten, die China durch die
Arbs er techniſchen Organiſationen des Völkerbundes empfan=
gen
1e, ausſprach. Er erklärte weiter, daß China es als ein
ung
betrachten würde, wenn die Abrüſtungskonferenz vet=
ſchok
werden müßte. Dann ſprach
Briand,
daß Ils Vertreter Frankreichs wie alljährlich auch dieſes Mal
aubensbekenntnis zum Völkerbund ablegen
volk Es herrſche nicht gerade eine Atmoſphäre des Optimis=
S Nan ſpreche ſehr viel von dem Niedergang des
6 rbundes, von den Enttäuſchungen, die die ein=
ſelm
Völker, die im Völkerbund vertreten ſeien, durch das
Ver n dieſer internationalen Organiſation erlitten hätten.
raliſche Stellung des Völkerbundes ſei aber zu geſichert
eſtigt. Aber gerade weil dieſe direkte Möglichkeit des
Angriffes fehle, verſuchten alle die zahlreichen Kreiſen,
kläne durch den Völkerbund geſtört worden wären, auf
m Wege Schwierigkeiten und Unzuträglichkeiten zu
Wenn man die Lage aufmerkſam ſtudiere, dann könne
gen, daß ſich gerade für die Tätigkeit des Völkerbundes
offnungen und neue Einwirkungsmöglichkeiten er=
Man dürfe nicht vergeſſen, daß die jetzigen Schwierig=
ne
der Folgeerſcheinungen des Krieges ſeien. Man have
m Kriege in allen Ländern ein außerordentlich ſtarkes
= und Produktionsbedürfnis gehabt. Man habe gearbei=
erzeugt
ohne Diſziplin, ohne Rückſichtnahme auf andere,
e Anſtrengungen untereinander in Einklang zu bringen.
Si man auf Grund dieſer Arbeitsmethode zu einer außer=
ch
ſchwierigen Lage gelangt. Gerade das Fehlen des
er ſchaftsgeiſtes habe den Völkerbund daran gehindert, bis=
zlichere
Arbeit zu tun. Es ſeien natürlich auch durchaus
gründete Argumente gegen Vernachläſſigungen des Völ=
eiE
es vorgebracht worden. Aber daneben ſeien eben die
n Gegner am Werke, die die alte Hoffnung hätten, dieſe
ſte tionale Vereinigung zerſtören zu können. Man müſſe
öglichkeiten des Völkerbundes, die er habe, voll aus=
I. Die Völker wüßten und fühlten vor allen Dingen,
an vom Völkerbund in dieſer Hinſicht erwarten könne.
auch zu Beginn der diesjährigen Völkerbundsverſamm=
wiſſe
Zweifel und peſſimiſtiſche Stimmungen aufgetaug)t
o könne man doch feſtſtellen, daß im Verlaufe der Ver=
ing
die Stimmung und das Vertrauen gewachſen ſeien.
iand kam dann auf
die Frage der Europäiſchen Union
chen. Die Ereigniſſe der letzten Zeit hätten denjenigen,
Europäiſche Union wollten, vollkommen Recht gegeben.
’s ferner auf die Beſuche der Staatsmänner in Paris,
ind London hin und den Beſuch, der noch zwiſchen den
en und franzöſiſchen Staatsmännern ſtattfinden werde,
eſe Fühlungnahmen ſeien letzten Endes auf den Völker=
furückzuführen
, der den Grund und den Geiſt dazu ge=
t
habe. Es ſei wichtig, daß der univerſelle Charakter des
dundes gewahrt bleibe. Es wäre verfehlt, wenn ſich
te zuſammenfinden wollten, um zu arbeiten. Briano
* ann auf die Ausführungen Lord Ceeils hin und erklärte,
D in gerade die moraliſchen Grundlagen nicht vernachläſſigen
Es ſei eben ſo, daß, ſobald ſich die Nationen uneinig
ſofort die Rückwirkungen auf die wirtſchaftliche Tätigkeit
P
r würden.
vei große Völker,
P
Deukſchland und Frankreich.
ſich ſeit fünf Jahren zuſammenzufinden, ſuchten ſich neue
usgarantien zu geben und zu einer Annäherung zu ge=
Er, Briand, ſelbſt ſei einer der Bäumeiſter dieſer An=
* ing und er beglückwünſche ſich dazu, denn dieſe Periode
öffentlichen Tätigkeit ſei die ehrenvollſte Epoche ſeines
3. Aber dieſe Zuſammenarbeit ſei nur möglich geweſen
dem Völkerbund und mit Hilfe des Völkerbundes. Ohne
ſtoße dieſe Arbeit der Annäherung auf ſcharfe Kritik
Liderſtand. Die Staatsmänner ſeien heftiger Kritik und
(hungen ausgeſetzt. Er ſelbſt habe dieſes an ſich erleben
C, und dieſe Schläge kehrten wieder wie der Rheumatismus.

* franzöſiſchen Staatsmänner würden in den nächſten
Ven nach Berlin gehen, um dort die Grundlage einer
lerhaften Zuſammenarbeit mit dem deutſchen Volk zu
Ee, nicht mit Worten, ſondern mit realen, grundlegen=
Taten. Er ſei glücklich, daß er an dieſer Arbeit teil=
nehmen
dürfe.
Teſe Verhandlungen würden in einer Atmoſphäre des gegen=
en
Vertrauens, der Verſtändigung und der freimütigen
lkat geführt werden. Ohne dieſe Atmoſphäre ſei jeder Fort=
undenkbar
. Alles, was an Mißverſtändniſſen und Ueber=
ücen
möglich ſei, müſſe ausgeſchaltet werden.

Briand ging ſodann auf
das Abrüſtungsproblem
ein und erklärte: Die am 2. Februar zuſammentretende Kon=
ferenz
muß zu dem feſtgeſetzten Zeitpunkt eröffnet werden. Frank=
reich
habe niemals um eine Vertagung gebeten, vielmehr werde
Frankreich ſich jedem Vertagungsverſuch auf das heftigſte wider=
ſetzen
. Die Abrüſtungsverpflichtung des Völkerbundes ſtelle eine
feierliche und heilige Verpflichtung dar. Wenn ſie nicht erfüllt
würde, ſo würde ſie einen Zuſammenbruch der vom Völkerbund
feierlich vor den Völkern übernommenen Pflichten bedeuten.
Frankreich habe keine Gelegenheit vorbeigehen laſſen, um zu einer
Herabſetzung der Rüſtungen zu ſchreiten. Je größer die Sicherheit,
um ſo weitgehender ſei eine Herabſetzung der Rüſtungen möglich.
Weſentliche Fortſchritte ſeien auf dieſem Gebiet ſicherlich zu ver=
zeichnen
: der allgemeine Schiedspakt und der Kelloggpakt. Die Ab=
rüſtungskonferenz
ſtehe vor zwei großen Problemen, erſtens die
Herabſetzung der Rüſtungen und die Garantie
der Sicherheit, und zweitens eine Herabſetzung der
Rüſtungen mit Hilfe juriſtiſcher Sanktions=
maßnahmen
. Briand fuhr wörtlich fort: Frankreich iſt ein
Land, das ſeine Intereſſen mit Kraft und Unabhängigkeit vertei=
digt
hat und dies iſt ſelbſtverſtändlich. Es hat ſich aber ſeinerzeit
bereit erklärt, ſich der ſchiedsrichterlichen Regelung internatio=
naler
Konflikte zu unterwerfen. Die Sicherheit iſt im Völker=
bundspakt
enthalten. Er, Briand, ſei ſicher, daß Cecil mit ihm
bedauern werde, daß das Genfer Protokoll vom Jahre
1924 damals an dem Widerſtand Englands geſcheitert ſei. Wenn
dieſes Protokoll heute noch leben würde, würden damit die Auf=
gaben
der Abrüſtungskonferenz weſentlich erleichtert. Was aber
damals nicht gelang, könne jetzt vielleicht auf anderem Wege doch
erreicht werden.
Spaniens Standpunkk in der Abräſtungsftage.
Madariaga=Spanien entwickelte am Freitag in der Voll=
verſammlung
den ſpaniſchen Standpunkt in der Abrüſtungsfrage.
In ungewöhnlich optimiſtiſchen Ausführungen, ſchilderte er den
Verlauf der Verhandlungen des Abrüſtungsausſchuſſes und lehnte
ſcharf die Kritiken ab, die gerade von deutſcher Seite gegen den
vom Abrüſtungsausſchuß ausgearbeiteten allgemeinen Abkom=
mensentwurf
erhoben worden ſind. Er gab aber zu, daß der
Peſſimismus in der ganzen Welt gegenüber der Durchführung der
allgemeinen Abrüſtung zweifellos berechtigt ſei, da gerade die
großen Staaten fortgeſetzt zu einer Erhöhung
der Rüſtungen ſchritten, die Kriegstechnik ſtändig ver=
vollkommnet
werde und eine außerordentliche Verbeſſerung der
Gastechnik erreicht hätten. Madariaga verlangte ſodann gegen
den franzöſiſchen Standpunkt eine Herabſetzung des gegenwärtigen
Kriegsmaterials, die gleichzeitig mit einer Herabſetzung der Hee=
resausgaben
vorgenommen werden müſſe. Die Abrüſtungskon=
ferenz
müſſe auch ein Abkommen über den internationalen Waf=
fenhandel
und die private Waffenherſtellung beſchließen. Selbſt
einen ergebnisloſen Verlauf der Abrüſtungskonferenz würde den
Völkerbund, der heute ſchon ſo ſtark ſei, daß er auch die ſchwerſten
Schläge überſtehen könne, nicht berühren. Madariaga wandte ſich
dann insbeſondere gegen die Forderung auf Herabſetzung der Völ=
kerbundsausgaben
.
Unter völliger Teilnahmsloſigkeit vor faſt leerem Saal ſpra=
chen
ſodann die Vertreter von Panama und Auſtralien von der
Notwendigkeit der allgemeinen Abrüſtung.
Die allgemeine Ausſprache wird vorausſichtlich am Samstag
zu Ende geführt werden. Von den Rednern, die für morgen ange=
kündigt
ſind, ſieht man mit größtem Intereſſe den Ausführungen
des deutſchen Außenminiſters Dr. Curtius entgegen, der in der
Vollſitzung, die um 10 Uhr beginnt, wahrſcheinlich als zweiter
Redner das Wort ergreifen wird. Die Rede des deutſchen Ver=
treters
wird wahrſcheinlich durch den Rundfunk übertragen.
Was Briand zu ſagen vergaß.
* Berlin, 11. September. (Priv.=Tel.)
Die Rede Briands ſoll nach allen Genfer Mitteilungen in
neutralen Kreiſen eine ſchwere Enttäuſchung bereitet haben. In
Berlin kann man von einer Enttäuſchung nicht ſprechen, weil nie=
mand
ſonderlich viel von Briand erwartet hat. Er iſt ja aus den
eigentlichen Entſcheidungen der jüngſten franzöſiſchen Politik ziem=
lich
ausgeſchaltet geweſen. Laval hat ihn offenbar nach Genf ge=
ſchickt
, damit er dort ſeinen Schwanengeſang hält, und Briand hat
dieſe Gelegenheit benutzt, um noch einmal ſein rethoriſches Blend=
feuer
ſteigen zu laſſen, zum Nutzen der franzöſiſchen Theſe, daß die
Sicherheit der Abrüſtung vorausgehen muß. Wenn man das
Rankenwerk von allgemeinen Phraſen abſchneidet, ſo überraſcht
vor allem, was Briand nicht geſagt hat. Er hat den Vorſchlag der
Italiener, der von Lord Cecil unterſtützt wurde, mit keinem Wort
erwähnt. Er hat das Thema der Reparationen überhaupt nicht
berührt. Während Europa unter den ſchwierigſten Verhältniſſen
um die Ordnung von Wirtſchaft und Finanzen und die Bereini=
gung
der Kriegsſchulden ringt, übermannt Herrn Briand die
Sehnſucht nach dem Genfer Protokoll, deſſen Wiederauferſtehung
er ſich vielleicht nach der Rückkehr der Konſervativen in England
verſpricht. Jedenfalls beſteht kein Zweifel mehr, daß die Fran=
zoſen
die Abſicht haben, die Frage der vermehrten Sicherheit
an die Spitze der Beratungen der großen Abrüſtungskonferenz
zu ſtellen. Dadurch wird die Abrüſtungskonferenz aber mit einer
Hypothek belaſtet, die das ganze ſchöne Gebäude ſehr raſch zum
Zuſammenhruch führen kann.

* Zwiſchenbilanz der Kriſe:
Berſchärſter Beſtallensernn.
Zweifellos iſt es heute im Stadium einer Wirtſchafts=
kriſe
, die faſt die geſamte Weltwirtſchaft erfaßt hat und ſich mit
den großen Kriſen vergangener Zeiten nur ſchwerlich verglei=
chen
läßt, weil ihre Gründe grundſätzlich andere ſind, ſehr
ſchwierig, ein Urteil über die Konjunkturlage einer einzelnen
Volkswirtſchaft oder der Weltwirtſchaft abzugeben. Noch ſchwie=
riger
aber iſt es, auf Grund einer genauen Unterſuchung eine
Prognoſe für die nächſte Zukunft zu geben. Trotzdem läßt eine
ſolche Unterſuchung Schlüſſe von weittragender Bedeutung zu,
die nicht nur wirtſchaftlich, ſondern auch in ſozialpolitiſcher und
finanzpolitiſcher Hinſicht von größter Bedeutung ſind. Der vor=
liegende
Vierteljahresbericht des Inſtituts für Konjunkturfor=
ſchung
beſchränkt ſich in richtiger Erkenntnis dieſes Zuſammen=
hanges
auf eine Schilderung der tatſächlichen Grundlagen uno
Zuſammenhänge der Weltwirtſchaftskriſe und der deutſchen im
beſonderen und liefert mit ſeinen Ergebniſſen eine wertvolle
Unterlage für die Beurteilung der Konjunkturlage, zugleich aber
den Beweis, daß der Zuſammenhang bzw. die Schickſalsver=
bundenheit
der Volkswirtſchaften der Welt ein ſo inniger iſt, daß
heute nur noch internationale Maßnahmen, deren Durchführung
ein weitgehendes Vertrauen zwiſchen den Völkern auf politi=
ſchem
Gebiete zur erſten Vorausſetzung hat, eine Ueberwindung
der ſchweren Weltwirtſchaftskriſis in die Wege leiten können.
Umſomehr muß man ſich wundern über die geringen Fort=
ſchritte
, die auch jetzt wieder die Behandlung dieſer Dinge in
Genf bei den zuſtändigen Gremien des Völkerbundes gefunden
hat, obwohl es klar iſt, daß die Zeit drängt und daß nicht mehr
lange gewartet werden darf, ſollen nicht die zu ergreifenden
internationalen Maßnahmen in ihrer Wirkung auf die Entwick=
lung
der Weltwirtſchaft verpuffen. Es iſt natürlich nur ein
ſchwacher Troſt, angeſichts der Schwere der deutſchen Wirtſchafts=
kriſis
, hervorgerufen durch die Sonderbelaſtungen des Krieges
und die zerſtörenden Einflüſſe der Nachkriegszeit, feſtzuſtellen,
daß es heute nur wenige Länder in der Welt gibt, die die allge=
meine
Kriſe nicht erfaßt hat, und daß ſelbſt dieſe Länder, Frank=
reich
, einige kleinere Staaten Europas, doch allmählich auch in
den Kriſenkreis gezogen werden. Immerhin erhöht aber dieſe
Entwicklung die internationale Bereitſchaft zu ſolidariſchen Aktio=
nen
, und wenn in nicht allzuferner Zeit alle Volkswirtſchaften
gleichmäßig dem Druck der in der Weltgeſchichte einzig daſtehen=
den
allgemeinen Kriſis ausgeſetzt ſein werden, dann wird mit
brutaler Notwendigkeit der Zeitpunkt gekommen ſein, wo man
ſich endlich auf dem Boden der Gleichberechtigung und der ge=
rechten
Abwägung der tatſächlichen wirtſchaftlichen und politiſchen
Kräfteverhältniſſe zu gemeinſamen Vorgehen gegen die Welt=
wirtſchaftskriſis
zuſammenfindet.
Die Weltwirtſchaft iſt um die Mitte dieſes Jahres in den
dritten Jahresabſchnitt des Abſchwunges eingetreten. Troß
zweijähriger Rückläufigkeit liegen noch in keinem Lande ſichere
Anzeichen für einen baldigen Konjunkturumſchwung vor. Im
Gegenteil, die Lage hat ſich inzwiſchen verſchärft insbeſondere
durch den Ausbruch der ſchweren Kreditkriſe in Mitteleuropa iſt
die wirtſchaftliche Geſundung, die ſich ſeit Jahresbeginn in dem
Nachlaſſen der Rückgangsintenſität anzudeuten ſchien, wieder
aufgehalten worden. Dabei iſt es intereſſant, daß ſich der
Schwerpunkt der Weltwirtſchaftskriſe, der Ende 1930 noch in den
überſeeiſchen Rohſtoffländern lag, im Laufe des letzten Halb=
jahres
mehr und mehr nach Europa verlagert. Während ſich in
den Rohſtoffländern bei noch fortſchreitender Rückgangsentwick=
lung
eine gewiſſe Widerſtandsfähigkeit geltend machte, ſo ſtanden
die europäiſchen Induſtrieländer noch immer im Zeichen wachſen=
der
Schwierigkeiten. Trotz der bereits erfolgten Rückgänge iſt
angeſichts der mitteleuropäiſchen Kreditkriſe die Perſpektive für
die nächſten Wochen und Monate nach den Feſtſtellungen des
Inſtituts für Konjunkturforſchung wenig günſtig, zumal auch in
den großen Gläubigerländern, die, mit Ausnahme von Groß=
britannien
, von den Kreditſchwierigkeiten weniger ſtark berührt
ſind, keine Konjunkturbeſſerung zu erwarten iſt. Der Zuſammen=
bruch
des Kreditgebäudes iſt zunächſt durch ſtaatliche Interven=
tionen
abgewendet worden. Die unausbleiblich notwendige An=
paſſung
der Wirtſchaft an die verkürzte Kredit= und Kapital=
decke
iſt damit in Europa nur hinausgeſchoben. Zwar deuten ſich
in den entgegengeſetzt verlaufenden Handelsbilanzſalden von
Gläubiger= und Schuldnerländern weltwirtſchaftliche Ausgleichs=
tendenzen
an. Dieſe im Warenaustauſch ſich langſam anbah=
nende
Ausgleichtendenz verſagt aber noch vollkommen im Kapi=
talverkehr
, auf deſſen Normaliſierung es ſelbſtverſtändlich in
erſter Linie gnkommt. Das ſchleppende Tempo der ſelbſtregu=
lierenden
Kräfte macht darum mehr und mehr Eingriffe in den
Wirtſchaftsmechanismus notwendig. Durch den fortſchreitenden
Wertſchwund der Güter bei ſteigenden Zinsſätzen wächſt das
Mißverhältnis von Gläubigeranſprüchen und Leiſtungsmöglich=
keit
der Schuldner. Den Ueberinveſtitionen der Welt, die zur
Kriſe führten, muß eine radikale Kapitalabſchreibung folgen. Je
raſcher und zeitlich komprimierter ſie erfolgt, umſo eher uno
gründlicher wird der Weg für eine neue wirtſchaftliche Auf=
ſchwungsperiode
freigelegt werden. Da die Konjunktur der letz=
ten
Wochen ſtärker denn je von politiſchen Faktoren abhängig
war, ſo liegt das Wann und Wie dieſer Entwicklung außerharb
ökonomiſcher Beurteilungsmöglichkeit, d. h. mit anderen Worten,
auf internationalem politiſchem Gebiet liegt zunächſt der
Schlüſſel zu einer Bereinigung der internationalen Beziehungen
und Verhältniſſe als Vorausſetzung der Umleitung der
Depreſſion in den Aufſchwung.
Auf die deutſche Volkswirtſchaft mußte ſich natürlich dieſe
Entwicklung verſchärft auswirken, weil ſie einmal in bezug auf
ihre Kreditausſtattung ſchon an ſich auf ſchwachen Füßen ſteht,
dann aber vor allen Dingen, weil Deutſchland den Mittelpunrt
des europäiſchen Kriſenherdes abgibt und als Ausfuhrland für
Qualitätsfabrikate durch fein ausgebildete internationale Be=
ziehungen
mit der Weltwirtſchaft beſonders eng verflochten iſt.
Das Ausland, ſchon ſeit den Reichstagswahlen im September
1930 äußerſt zurückhaltend in der Gewährung neuer Kredite,
ſchritt nach dem Zuſammenbruch der Oeſterreichiſchen
Credit=Anſtalt in weiteſtem Umfange zu Kreditabrufen. Die
Kapitalflucht nahm erneut zu. Der Vorſchlag Hoovers, für ein
Jahr lang die Zahlungen aus internationalen politiſchen Ver=
pflichtungen
einzuſtellen und ſo dem Deutſchen Reich eine Er=

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Seite 2

Samstag, den 12. September 1931

leichterung um den Betrag der Young=Laſten zu ſchaffen, brachte
dieſe Entwicklung vorübergehend zum Stillſtand. Als aber die
Vorbehalte Frankreichs zu langwierigen Verhandlungen zwan=
gen
, ſetzten die Rückziehungen kurzfriſtiger Auslandskredite mit
verdoppelter Wucht ein. Für die Zeit von Januar bis Juli iſt
nach den Berechnungen des Inſtituts für Konjunkturforſchung
die Summe von Kreditrückziehungen und Kapitalflucht auf etwe
3½ Milliarden zu veranſchlagen. Auf die Dauer erwieſen ſich
die Banken dem Anſturm der Gläubiger nicht gewachſen. Sie
erlagen in dem Moment, in dem auch im Inland eine Panik
einſetzte und das Publikum ſich zum Run auf die Banken an=
ſchickte
. Die Zahlungsmittelkriſis konnte inzwiſchen, nicht zuletzt
durch die Diſziplin, die das Publikum bei Wiedereröffnung der
Bankſchalter wahrte, überwunden werden. Ueber eins aber muß
man ſich klar ſein, die Bankenkriſis beſteht fort. Zwar gelang
es dem Reich, unter entſchloſſenem Einſatz aller ihm zur Ver=
fügung
ſtehenden Mittel den Bankenapparat aufrechtzuerhalten
und dadurch noch ſtärkere Störungen zu verhindern. Von einer
Funktionsfähigkeit des Bankenapparates ſind wir aber nach wie
vor noch weit entfernt. Denn die Banken befinden ſich in einer
ihre Bewegungsfreiheit aufs ſtärkſte einengenden Illiquidität,
wobei nicht einmal zu überſehen iſt, inwieweit Preisſchwund
und Inſolvenzen das Fundament der Aktiven angenagt und
dadurch den Ueberbau der Paſſiven gefährdet haben. Allerdings
haben die Garantien und die Beteiligungen des Reiches die in
erſter Linie beabſichtigte Wirkung einer Beruhigung des Publi=
kums
erreicht und damit die akute Kriſengefahr gemindert.
Auf der Güterſeite der Wirtſchaft ſind bisher nur ungleich
ſchwächere Erſchütterungen zu verzeichnen. Die Produktion hielt
ſich bis zur Mitte des Jahres auf ihrem Stande, die Arbeits=
loſigkeit
nahm erſt in allerjüngſter Zeit zu. Die Rohſtofſeinfuhr,
ein Symptom der Produktionsvorbereitungen, verharrt bis jetzt
mengenmäßig auf annähernd gleichem Stand. Die reagiblen
Warenpreiſe, an denen die konjunkturellen Tendenzen der Preis=
entwicklung
beſonders früh und beſonders deutlich erkennbar zu
werden pflegen, ſind zwar nach vorübergehendem Anſtieg
(Hoover=Hauſſe) wieder geſunken; ihr Rückgang entſpricht aber
bisher noch kaum der Stärke der finanziellen Erſchütterungen.
Gleichwohl erſcheint ein Fortgang des nunmehr 3½ Jahre an=
dauernden
Konjunkturrückganges unausbleiblich. Die erſten An=
zeichen
dafür ſind in der Auftragsgeſtaltung erkennbar. Aus
einer umfaſſenden Befragung, die das Inſtitut für Konjunktur=
forſchung
veranſtaltet hat, ergibt ſich, daß ſich ſeit Mitte Juli die
Auftragseingänge bei den Unternehmungen faſt durchweg ver=
ſchlechtert
haben. Die Rentabilitäts= und Abſatzfaktoren weiſen
eindeutig in gleiche Richtung. Aehnliches gilt für die Ver=
brauchsgüterinduſtrien
, da die zunehmende Arbeitsloſigkeit ſowie
der weitere Abbau von Löhnen und Gehältern das Volksein=
kommen
, den Abſatz des Einzelhandels und damit der Ver=
brauchsgüterinduſtrien
mindern. Unter dem Druck des ſinkenden
Inlandsabſatzes wird die Induſtrie in noch höherem Grade als
bisher auf die Exportmärkte angewieſen ſein. Als hemmendes
Moment ſteht dem allerdings die ungünſtige Weltwirtſchafts=
konjunktur
entgegen, und eine Belebung der Nachfrage liegt in
weiter Ferne. Die deutſche Induſtrie wird infolgedeſſen zu
einem ſcharfen Konkurrenzkampf gezwungen ſein, der ſich bei der
ſchwierigen Lage Großbritanniens, das auch zu einem verſtärk=
ten
Export gezwungen iſt, beſonders ſchwer auswirken muß.
Der ſo veranlaßte Notexport zu Schleuderpreiſen dürfte aber
nicht zu einer Kompenſation des auf dem Binnenmarkt ent=
ſtehenden
Abſatzausfalles ausreichen. Der Zwang zur Ausfuhr
in Verbindung mit der durch Kreditknappheit und Abſatznot be=
dingten
Einſchränkung der Einfuhr hat bereits dazu geführt,
daß Deutſchland im erſten Halbjahr 1931 ein Aktivſaldo der
Zahlungsbilanz von 1½ bis 2 Milliarden RM. erzielte, der ſich
vorausſichtlich für das ganze Jahr auf etwa 2½ bis 3 Mil=
liarden
RM. ſtellen dürfte. Jedoch reicht dieſer Betrag zu einer
automatiſchen Löſung der Verkrampfung, in der ſich die deutſche
Wirtſchaft befindet, nicht aus. Wohl aber ließe ſich nach Anſicht
des Inſtituts für Konjunkturforſchung mit ſeiner Hilfe eine
allmähliche Entſpannung des deutſchen Kreditgefüges erreichen.
Vorausſetzung dafür aber wäre, daß erſtens die Reparations=
zahlungen
auch weiterhin fortfallen und daß zweitens die Aus=
landsgläubiger
nach Ablauf des ſechsmonatigen Rückzahlungs=
moratoriums
in eine über längere Friſt ſich erſtreckende plan=
mäßige
Tilgung der kurzfriſtigen Auslandskredite einwilligen.
Dann könnte an eine planmäßige Stärkung unſerer Deviſen=
reſerven
und damit der Bankenliquidität gegangen werden.
Allerdings iſt es ſehr fraglich, ob daraus ſelbſt bei Realiſierung
dieſer beiden Vorausſetzungen ſofort eine Produktionsbelebung
eintritt.

Chileſalpeker für Sowjetöl.
Nach Meldungen aus Santiago de Chile beabſichtigt die chile=
niſche
Regierung, eine Ausdehnung der Handelsbeziehnugen zu
Sowjetrußland. Der Abſchluß eines Handelsvertrages iſt ge=
plant
. Die Verhandlungen ſollen in Paris ſtattfinden. Chile
will insbeſondere ruſſiſches Erdöl mit ſeinen Nebenprodukten
aufnehmen und dafür Salpeter ausführen.

* Der Mann, auf deſſen Work England
und die Beir länſchr.
Gandhi, der Repräſentant der indiſchen Seele.
Von Max Peſchmann.
Auf einem Dampfer reiſt Gandhi, der
Meſſias Indiens, nach England, um an der
Round=Table=Konferenz, die über Indiens
Zukunft entſcheiden ſoll, teilzunehmen.
Die vorjährige Round=Table=Konferenz war eine glänzende
Verſammlung indiſcher Fürſten und britiſcher Diplomaten. Es
wurden Reden gehalten, Beſchlüſſe wurden gefaßt und dennoch
war das Reſultat gleich Null. Denn eine unſichtbare Lücke war
am Runden Tiſch, ein Mann fehlte, deſſen Wort genügt, In=
dien
in Aufruhr zu ſtürzen, ein Mann, mit dem ſelbſt das ſtolze
Albion als mit einer Macht rechnet: Gandhi, der Ma=
hatma
.
Jetzt, zur diesjährigen Konferenz, wird Gandhi endlich er=
ſcheinen
, und das britiſche Weltreich wartet mit Spannung der
Dinge, die da kommen werden. Der engliſche Vizekönig hatte alle
Hebel in Bewegung geſetzt, um Gandhis Kommen zu erreichen,
faſt wäre ſeine Reiſe noch im letzten Augenblick geſcheitert.
Seltſam genug wird er ſich ausnehmen, dieſer indiſche Frei=
heitsapoſtel
, in dieſer glänzenden Geſellſchaft. Mitten unter der
edelſteinbeſäten Maharadſchas wird er nur mit einem Lenden=
ſchurz
bekleidet ſitzen, in ſolcher Armſeligkeit wird er ein echter
Repräſentant des armen, verelendeten indiſchen Volkes ſein.
Wer iſt nun jener ſeltſame Mann, der im Lendenſchurz, in
bitterſter Armut eine ſolche Macht beſitzt, daß ſelbſt das britiſche
Weltreich auf ſein Wort zu lauſchen genötigt iſt, daß es mit ihm
rechnen muß wie mit einer Großmacht? Wer iſt Gandhi?
Europa horchte auf und ſchüttelte verſtändnislos den Kopf
Ein indiſcher Fanatiker pilgerte durch die Lande, gefolgt von ſei=
nen
Getreuen, warnte vor Gewalttätigkeiten und predigte für hei=
miſche
Erzeugung von Baumwollſtoffen und von Salz. Und da=
mit
will er Englands Weltmachtſtellung erſchüttern, damit will
er die Befreiung Indiens vom britiſchen Joch erreichen? Der Zei=
tungsleſer
ſteckt ein mitleidiges Lächeln auf und iſt geneigt zu
glauben, daß um einen armſeligen Irren allzu viel Lärm geſchla=
gen
wird.
Gemach, lieber Leſer, du kennſt Indien nicht, du weißt nicht,
welche geheimnisvolle Macht dort noch die Idee ausübt. Man
bedenke: Wer von den Hörern der Bergpredigt hätte ahnen kön=

Vom Tage.
In Anweſenheit von Miniſter Schiele empfing der Reichs=
kanzler
die Landwirtſchaftsminiſter der Länder. Am Samstag
werden die Einzelberatungen beim Ernährungsminiſter fortge=
ſetzt
, wobei auch die Frage der Weinernte=Finanzierung eine Rolle
ſpielt. Hier ſcheint im Reichsernährungsminiſterium eine grund=
ſätzliche
Geneigtheit zu beſtehen.
Wie der Vollzugsausſchuß der nationalſozialiſtiſchen Kampf=
gemeinſchaft
Deutſchlands mitteilt, iſt die Trennung zwiſchen Otte
Straſſer und Hauptmann Stennes vollzogen. Oberleunant Wendt
übernimmt die Führung der revolutionären Kampfgemeinſchaft.
Zu der Meldung eines Münchener Blattes, daß ein Teil der
Münchener SA. von Hitler abgefallen ſei, ſtellt die Preſſeſtelle
bei der Reichsleitung der NSDAP. feſt, daß dieſe Meldung von
Anfang bis zum Ende erlogen ſei. Richtig ſei, daß die oberſte
Führung der SA. über die Verſuche des Kapitäns Ehrhardt und
ſeiner Hintermänner, in der SA. Fuß zu faſſen, ſeit langem im
Bilde wäre.
Das Schöffengericht Berlin=Mitte verurteilte am Freitag den
Schriftſteller Moritz Tarnow, den Herausgeber des Buches Ge=
feſſelte
Juſtiz und den Verleger des Buches, J. F. Lehmann=
München, wegen Beleidigung des früheren Reichswehrminiſters
und jetzigen Oberpräſidenten der Provinz Hannover, Noske, wegen
übler Nachrede zu 400 bzw. 200 Mark Geldſtrafe.
Gegen die Einſtellung des Verfahrens gegen den bisherigen
Führer der Wirtſchaftspartei, Drewitz, hat der Abgeordnete Co=
loſſer
Beſchwerde beim Generalſtaatsanwalt beim Kammergericht
eingelegt.
Die von der Polizei ſeinerzeit als beſonders verdächtig der
Beteiligung an dem Offiziersmord am Bülow=Platz bezeichneten
vier Kommuniſten Thunert und Gen. ſind im Haftprüfungstermin
von der Strafkammer des Landgerichts 1 auf freien Fuß geſetzt
worden, weil der Tatverdacht gegen ſie nicht hinreichend ſei. Die
Staatsanwaltſchaft hat gegen dieſen Beſchluß Beſchwerde ein=
gelegt
.
Das Unterhaus hat ſich auf Montag vertagt, wo die Abſtim=
mungen
erfolgen ſollen.
Zur großen Ueberraſchung der Unterhaus=Mitglieder und der
Oeffentlichkeit teilte Macdonald weiter mit, daß die Regierung
ſich entſchloſſen habe, keine größeren Mittel mehr für Experimente
auf dem Gebiet des Luftſchiffbaues zur Verfügung zu ſtellen. Sie
ſehe ſich ſogar genötigt, das Schweſterſchiff des in Frankreich ver=
unglückten
Luftſchiffes R. 101 zu verkaufen und den Luftſchiff=
hafen
in Cardington aufzugeben. Auf dieſe Weiſe ließen ſich
110 000 Pfund im Budget einſparen.
In der Nacht zum Freitag wurde in Sofia ein neuer An=
ſchlag
der Imro auf Protogeroffiſten verübt. Zwei ſpäter uner
kannt Entkommene lauerten dem Terroriſten Träff in einer dunk=
len
Straße hinter einem wartenden Auto auf und gaben mehrere
Schüſſe auf ihn ab. Nach der Tat ergriffen ſie in dem Auto die
Flucht. Träff iſt ſchwer verletzt.
Nachdem für das neue Finanzjahr im Haushalt der Vereinig=
ten
Staaten mit einem Fehlbetrag von etwa 1,5 Milliarden Dol=
lar
(etwa 6.3 Milliarden Mark) gerechnet wird, ſetzt ſich immer
mehr die Auffaſſung durch, daß beträchtliche Steuererhöhungen
noch vor den Präſidentenwahlen unumgänglich ſein werden.

Wechſel in der Marineleikung.

Vizeadmiral von Oldekop,
Konteradmiral Gladiſch,
der bisherige Flottenchef. der neue Chef der Reichsmarine.

Der Chef des Marinekommandoamtes des Reichswehrminiſte=
riums
, Konteradmiral Gladiſch, iſt, wie vom Reichswehrmini=
ſterium
mitgeteilt wird, zum Flottenchef ernannt worden. Der
Konteradmiral Dr. phil. h. c. Groos, beauftragt mit der Wahr=
nehmung
der Geſchäfte des Chefs des Stabes des Kommandos
der Marineſtation der Oſtſee, wurde zum Chef des Marine=
kommandoamtes
des Reichswehrminiſteriums ernannt.

nen, daß einſtens dieſe Lehre die Weltmacht des römiſchen Kaiſer=
reichs
vernichten, daß ſie die antike Welt zerſtören würde?
Aſien, die Wiege, der Menſchheit, jenes Rieſenland, dem auch
wir Europäer in Urzeiten entſproſſen ſind, iſt uns heute ein Buch
mit vielen Siegeln. Einſtens wurzelte auch unſer Ur=Sein an
den Ufern des Ganges und des Indus. Aber andere klimatiſche Ver=
hältniſſe
ſchufen andere Charaktere. Nicht mehr brannte die glü=
hende
Sonne der Tropen auf den Häuptern der ausgewanderten
Enkel, die Sonne, die die Energie zu Aſche verbrennt und zur
Paſſivität führt. Der Kampf gegen ein rauhes Klima, der zu
raſtloſer Tätigkeit zwang, um einer kärgeren Natur die Mittel
zum Lebensunterhalt abzuringen, er erzog zur Entfaltung
der Perſönlichkeit, zu aktivem Leben. Der Uni=
verſalismus
der aſiatiſchen Völker wandelte ſich zum In=
dividualismus
des Abendlandes! So ſind aus gemein=
ſamer
Wurzel weſensverſchiedene Völker und Raſſen entſtanden,
die abſolut keine ſeeliſchen und geiſtigen Berührungspunkte mehr
haben, die ſich nicht mehr verſtehen können. Aſien iſt uns Euro=
päern
zu einer geheimnisvollen Sphinx geworden, die uns Rät=
ſel
über Rätſel zu löſen aufgibt. Und ob wir auf das ewige
Lächeln des Japaners oder in die von Fremdenhaß erfüllten
Mienen des Chineſen blicken, ob wir die ſtumpfen Züge des
Tartaren oder des Asketengeſichtes eines Inders betrachten, in
all dem liegt für uns eine ſo völlig fremde, fremdartige Welt,
die uns ewig unverſtändlich, ja, unheimlich bleiben wird.
Jahrhunderte lang hat das kleine Europa den größten Teil der
Rieſenlandmaſſe in Feſſeln geſchlagen und beherrſcht. Im Nor=
den
breitet ſich bis an die Ufer des Großen Ozeans das gewal=
tige
ruſſiſche Reich, im Süden hat ſich den wichtigſten und
fruchtbarſten Teil Indien England geſichert.
Erwachen nun die Völker Aſiens, hat ſie der Donner der
Kanonen des Weltkriegs, mit denen Europa heroiſchen Selbſtmord
beging, aus ihrem Dornröschenſchlaf geweckt? Reißen ſie an
ihren Ketten? Schon längſt iſt Japan gleichberechtigte Welt=
macht
, in China wird unter gewaltigen Wehen eine neue Zeit
geboren und auch in Indien bereiten ſich Ereigniſſe von noch
nicht abzuſchätzender Tragweite vor. Und der unbeſtrittene
Führer der indiſchen Freiheitsbewegung, der gefährlichſte Feind,
den England vielleicht jemals gehabt hat, er heißt Mohan=
das
Karantſchand Gandhi, den ſeine Anhänger
Mahatma, d. h. die große Seele, nennen.
Auch er iſt uns Europäern ein ſchier unlösbares Rätſel, un=
erklärlich
erſcheint uns die geheimnisvolle Macht, die dieſer ſo
unſcheinbare Mann auf 300 Millionen Inder trotz aller Unter=
ſchiede
der Raſſe und der Religion ausübt. Kein Fürſt, kein
Nabob, ein Mann aus bügerlichen Kreiſen, klein und häßlich,
entſetzlich mager, mit großen abſtehenden Ohren, barfuß, in

Nummer 253

Der Rüſtungsſkand Ikaliens.

Die ikalieniſche Denkſchrift in Genf überreicht.
Genf, 11. September
Die italieniſche Regierung hat heute die Denkſchrift über
Rüſtungsſtand Italiens dem Generalſekretär des Völkerhun
zugeſtellt. Die Note wird in den nächſten Tagen veröffent!
werden. In einem kurzen Begleitſchreiben verweiſt die italien;
Regierung auf den bisher von Italien in der Abrüſtungsfr
eingenommenen Standpunkt. Ferner ſind der Note die vom
rüſtungsausſchuß ausgearbeiteten und ausgefüllten Tabellen
gefügt. Daraus geht hervor, daß Italien gegenwär
280000 Mann unter den Fahnen hat und
Kampfflugzeuge beſitzt. Der italieniſche Mi
tärhaushalt wird mit 6 Milliarden Lire an=
geben
.
Fünfſtagkenankrag auf Rüſtungsſeierjahr.
Die Delegationen der nordiſchen Staaten ſowie Hollands
der Schweiz haben in der heutigen Völkerbundsverſamml
einen Entſchließungsentwurf eingebracht, der die Anregung
italieniſchen Außenminiſters hinſichtlich einer Rüſtungspauſe
greift und in dem es u. a. heißt: Die Verſammlung richtet an
die die Verwirklichung der dem Völkerbundspakt zugrunde lie
den Prinzipien des Friedens und der Gerechtigkeit wünſchen.
feierlichen Appell, ihre Bemühungen der Schaffung einer A
meinung zu widmen, die ſtark genug iſt, um zu bewirken, daß
allgemeine Abrüſtungskonferenz zu einer allmählichen He
ſetzung der Rüſtungen gelangt. Es iſt notwendig, das Terrain
die Arbeiten der Konferenz vorzubereiten, und um eine
höhung der Rüſtungen zu vermeiden, bittet die Völkerbunds
ſammlung den Rat, bei den Regierungen darauf zu dringen.
ſie ſich in Erwartung der Ergebniſſe der Konferenz jeder 9
nahme enthalten, die auf eine Erhöhung des gegenwärtigen
ſtungsſtandes hinzielt.
Es wird einſam um Curkius.
* Berlin, 11. September. (Priv.=Tel
In parlamentariſchen Kreiſen wird davon geſprochen.
der Reichsaußenminiſter Dr. Curtius vielleicht ſchon in der
menden Woche von Genf nach Berlin zurückkehrt. Eine Beſ.
gung für dieſe Behauptung iſt im Augenblick noch nicht zu er
ten, aber eine gewiſſe Wahrſcheinlichkeit ſpricht dafür, daß
Curtius es für nötig hält, ſeine Sache ſelbſt zu führen. Ge=
im
Zentrum kühlt ſich die Temperatur immer mehr ab. und
Germania ſchreibt einen ganzen Artikel um den einen Satz,
die Front gegen den Miniſter ſich immer mehr verbreitere,
daß Dr. Curtius, wenn er ſich die Dinge überlege, ſich nicht
über hinwegtäuſchen könne, wie es um ihn ſtehe. Die Sozialde
kraten haben daraus gefolgert, daß mit dieſem Artikel dem Au
miniſter das Sterbeglöcklein geläutet werden ſollte, worauf
die Germania beeilt, zu verſichern, daß der Kanzler dem Ar
völlig fernſtehe. Aber es iſt doch eine Selbſtverſtändlichkeit, daß
Blatt des Kanzlers ſich in einer ſo wichtigen Frage nicht in Ge
ſatz zu ihm ſtellt. Man darf daraus ſchließen, daß der Kar
ſich aus der Solidarhaftung mit dem Außenminiſter löſen
ihm die Verantwortung für die Genfer Liquidierung der
union überlaſſen möchte. Die Verſchiebung der Auffaſſung in
Reichskanzlei iſt ſo offenſichtlich, daß Dr. Curtius ſchon ſehr
nach Berlin zurückkehren könnte.
Holzausfuhrabkommen
zwiſchen Frankreich und 9eſterreich.
Berlin, 11. Septemb
Während die franzöſiſche Regierung ein Einfuhrverbot
Holz aus Deutſchland erlaſſen hat, hat ſie nach einer Mell
der DAZ aus Wien mit der öſterreichiſchen Regierung ein
ausfuhrabkommen abgeſchloſſen. Frankreich nimmt danach
Oeſterreich für 1931 noch 95 000 Tonnen Schnitt= und Rundhol
Die Tatſache beweiſt erneut, daß Frankreich neben ſe
Militär= und Goldmacht auch die Handelspolitik einſetzt, um
Stellung zu ſichern. Die deutſche Holzwirtſchaft ſchädigt mat
denkenlos durch ein allgemeines Einfuhrverbot, gibt jedoch,
ſichtlich aus politiſchen Gründen, den Oeſterreichern noch 9
Tonnen Holz zu Einfuhr frei. Dieſen Gefallen werden
Oeſterreicher ſicher ſehr teuer bezahlen müſſen. Der Eindruck
ſtärkt ſich, daß man durch ſolche Bevorzugungen die Beziehu
zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich auflockern möchte, dami
franzöſiſchen Donau=Pläne ſchmackhafter erſcheinen.

50

rauhes ſelbſtgeſponnenes Baumwolltuch gehüllt, das in
Meſſias der Inder, das iſt der Mahatma Gandhi=
Um das Wirken dieſes einzigartigen Menſchen und Fül
zu verſtehen, müſſen wir zunächſt einen kurzen Blick aul
Leben werfen. Am 2. Oktober 1869 wurde er in Porbande
der indiſchen Weſtküſte, als Sohn einer begüterten Kaufmd
familie geboren. Er erhielt eine vorzügliche Schulbildung
begab ſich nach dem Beſuch indiſcher Univerſitäten nach 2b‟
um dort ſeine juriſtiſche Schlußprüfung zu machen. Jahr‟
wirkte er ſodann in Bombay als Rechtsanwalt. Abel
innere Unruhe trieb ihn in die Welt, er ließ ſeine aufbin=
Praxis im Stich und ließ ſich in Südafrika nieder. Aber
hier mußte er die ſchmerzliche Erfahrung machen, daß Des
Kulturvolk der Inder von den ſtolzen Engländern me=
Negern auf eine Stufe geſtellt wurde, ſie waren eben, ne
beople. Mit allen Kräften nahm ſich hier Gandhi ſeiner 2e
leute, beſonders der geknechteten indiſchen Kulis an. Abet
glaubte er, durch Güte und durch loyales Verhalten eine. S
lung erzielen zu können. So organiſierte er im Burenthes
freiwilligen Sanitätsdienſt und tat ſich ſelbſt derart Neiod
er in mehreren Kampfberichten genannt und mit Eus
Orden ausgezeichnet wurde. 1. a. verlieh ihm Lord Har9.
goldene Kaiſer=i=Hino=Medaille.
Aber ſchon hier in Südafrika bereitete ſich in Gand=
entſcheidende
Wandlung vor. Und als er 1914 in ſeine. *
zurückkehrte, war der Traum der Loyalität ausgetrau.
lutionäre Ideen keimten in ſeinem Innern!
Allerdings erſtrebte er keine Revolution im eukop
Sinne, nicht mit gewaltſamer Auflehnung, ſondern mit Be"
und wirtſchaftlichen Waffen, wollte er die Befreinns
Landes und ſeines Volkes vom britiſchen Joch eitn
Non Corporation. Verneinung jeder Zuſamml..
mit den Engländern war ſeine Loſung, non Iae
Ablehnung jeglicher Gewalt ſeine Forderung. O"
zwei negative Grundſätze, die aber gar bald zu einle.
lichen Waffe wurden. Gefährlich beſonders deshalb, Ie
gegen die Machtmittel des weltbeherrſchenden Albiole
wendbar waren, denn gegen Ideen kann man do9
Kanonen und Maſchinengewehren ſchießen.
Und Gandhi verſtand es, England an ſeiner ewhlt
ſten Stelle, am Geldbeutel, zu packen. Er predicte, NL
engliſcher Waren, die Pflicht häuslicher Spinnarbel.
Scharka, dem uralten hölzernen Spinnrad, um Oit
gefertigte Kleidung, den Kaddar, die engliſche Textikl
ſchädigen. Was das bedeutet, mögen einige Zchlen. S
Indien, ſelbſt eines der bedeutendſten Baumwollan..
im Jahre 193829 für mehr als eine Milliarde Nark Ae
wolle aus und für über 850 Millionen Mark fertige det

[ ][  ][ ]

Samstag, den 12. September 1931

Seite 3

Ny ner 253

Die Preußen=Notveroronung.
Sürfe Eingriffe auf dem Gebief der Perſonalausgaben. 10 000 Lehrerſtellen werden abgebank.
Weitgehende Bollmachten an Gemeinden und gemiſchtwirkſchaftliche Bekriebe.

zei eutſche Beamkenbund informierk.
Berlin, 11. September.
* ſeitſchrift des Deutſchen Beamtenbundes iſt in der Lage,
en wntiſchen Inhalt der preußiſchen Notverordnung, ſoweit
die rſonalerſparnis betrifft, zu veröffentlichen.
Auf dem Gebiete der Schule
th5f e Preußen=Verordnung folgende Maßnahmen: Bei den
Rok hulen ſollen noch in dieſem Jahre 7000 Lehrer=
eiy
abgebaut werden. Dies ſoll u. a. erreicht werden
urch aufſetzung des Landesdurchſchnitts der Klaſſenfrequenz
von uf 48 Schüler und durch Herabſetzung des Unterrichts=
dau. An den höheren Schulen ſollen im Laufe des
Haus/ jahres durch Aenderung der Pflichtſtundenzahl der Leh=
rer
1 der Wochenſtundenzahl der Schüler 3000 Lehrer=
ſtell
eingeſpart werden. Bei den Berufsſchulen iſt vor=
geſehe
die Einſchränkung des Unterrichtsbedarfs von

acht g echs Stunden und die Erhöhung der Klaſſenfrequenz

auf 44 chüler. Allgemein für alle Schularten wird die freie
Verſetz keit aller Lehrer innerhalb der verſchiedenen Schularten
und vu iner Gemeinde zur anderen eingeführt.
Fr ſind vorgeſehen, die Zuſammenlegung gleichartiger
nſtal und ſchwacher Oberklaſſen, die Einſchränkung von Hilfs=
2 auklaſſen und die Einſchränkung des wahlfreien Unter=
ſtes
. Die Stellenzulagen der Volksſchullehrer
rde i der Weiſe gekürzt, daß alleinſtehende Lehrer nach Ab=
10 Jahren 100 RM., Leiter von Volksſchulklaſſen mit
de s drei Klaſſen 300 RM., mit acht Klaſſen 500 RM., und
1 laſſen und mindeſtens 15 Schulſtellen 700 RM. er=
en
Konrektoren an Volksſchulen mit mindeſtens 20 Klaſſen
alu 300 RM. Für Lehrer an Volksſchulen für körperlich
rsig nicht normal veranlagte Kinder betragen die Zulagen
und 700 RM. Das Grundgehalt der Mittelſchullehrer
* Lehrer an den Berufsſchulen iſt künftig von 3300 bis
2. geſtaffelt. Die Stellenzulagen betragen für Leiter
elſchulen 900 RM., an kleineren Mittelſchulen 400 RM.
Lehrer und ſchließlich für Konrektoren an Schulen mit
das 10 Klaſſen 300 RM. An den Berufsſchulen betragen
Senzulagen 900 und 400 RM.
beſonderer Teil der Notverordnung betrifft die
nahmen für die Gemeinden und Gemeindeverbände.
rwaltungsorgane ſind in Zukunft berechtigt,
aßnahmen zum Ausgleich der Haushalte
fen. Soweit bei den Perſonalausgaben vertrag=
reinbarungen
entgegenſtehen, können die Verträge
Ausnahme von Tarifverträgen mit halbmonat=
Friſt gekündigt werden. Die Beſtimmungen finden
vendung auf diejenigen ſelbſtändigen Unternehmungen,
Gemeinden mit mehr als der Hälfte des Grundkapitals
ſind oder deren Zuſchußbedarf von ihnen zu mehr als der
etragen wird. Vorgeſehen ſind weiter eine Anſtellungs=
örderungsſperre
für Beamte, Abbau aller entbehrlichen
ten und Arbeiter, Arbeitszeitverkürzung, Angleichung von
ten und Ruhelöhnen an die Regelung des Staates, er=
eviſion
ſämtlicher Beſoldungsordnungen der Gemeinden
jeindeverbände.
Notverordnung ſieht weiter u. a. noch folgende Maß=
für
die preußiſchen Beamten vor: Beamte und Lehr=
en
ſind verpflichtet, jedes Amt, das ihrer
ldung entſpricht, wahrzunehmen, auch
es mit geringerem Dienſteinkommen ver=
niſt
. Anſtellungs= undBeförderungsſperre
Dfür alle preußiſchen Beamten angeordnet. Die Gehälter,
Beamten am 1. September 1931 hatten, behalten ſie zwei
inger als nach den geltenden Vorſchriften. Für die Ge=
von
Kinderbeihilfen für Kinder vom 16. bis 21.
ihre iſt die Einkommensgrenze von 40 auf 30 RM. her=
Die Anwärterdienſtzeit wird auf zehn Jahre,
ſorgungsanwärtern auf neun Jahre verlängert. Die
ulage der Gruppe 2b die bisher 1200 und 600 RM. be=
fferiert
künftig zwiſchen 1200 und 400 RM. Gruppe 1b
trichen. Die Beamten dieſer Gruppe kommen teils nach
2a, teils nach 2b mit 1200 RM. Zulage. In den höheren
werden einige Umſtufungen vorgenommen.
erdem befaßt ſich die Notverordnung mit der Feſt=
g
der Bezüge der Oberbürgermeiſter, der

uus England ein. Dieſe Summe ſtellt allein mehr als
ftel des Geſamtimports Indiens dar! Völlig unbegreif=
heint
uns Europäern der ungeheure Einfluß Gandhis
Inder. Sie verehren ihn wie einen Heiligen und er hat
ßte Wunder fertiggebracht: die Rieſenkluft, die die
von den Mohammedanern trennte, zu überbrücken. Der
Bandhi übt in Indien eine wahre Zauberkraft aus
r Nationalheld, der Meſſias ſeines Volkes.
Beiſpiel von Gandhis Seelengröße mag hier erwähnt
n Jahre 1908 wurde er von einem Mohammedaner übe= ſchwer verletzt. Gandhi lehnte es ab, auch nur als
ſegen den Attentäter auszuſagen: Dieſer Mann war in
befangen. Er war des Glaubens, ich hätte Unrecht ge=
nun
hat er in der einzigen ihm geläufigen Art Vergel=
ſucht
. Ich bitte daher, dieſen Mann nicht zu verfolgen,
be an ihn, will ihn lieben und ihn durch Liebe für mich
en. Und ſiehe da, jener Attentäter, ſchrieb einen
en Brief an den Mahatma, daß er ihn tief verehre unv
von nun an fanatiſch für ihn wirken werde. Glaubt man,
Worten nicht einen Ausſchnitt aus der Bergpredigt zu
Liebet eure Feinde?
dem ſelbſt faſt mythiſchen ruſſiſchen Dichter
Leo Tolſtoi hat Gandhi im Briefwechſel geſtanden, der
ſe Romain Rolland hat durch ſein Buch den Namen
auch in Europa bekannt gemacht.
d die Engländer? Wie ſtellt ſich das britiſche Weltreich
em Gegner? Nun, bereits im Jahre 1922 hatte man
zu fünfjähriger Gefängnisſtrafe verurteilt. Man wollte
der indiſchen Freiheitsbewegung den Todesſtoß ver=
Aber man hatte ſich geirrt, man hatte nur einen Mär=
Eſchaffen und das Gefängnis wurde zum Wallfahrtsor:.
S 1923 die engliſche Arbeiterregierung den Mahatma=
2iheit ſchenkte, da jubelte ihm ganz Indien wieder zu.
ltte iſt Englands Poſition erheblich geſchwächt. Auch an
Orten des britiſchen Weltreiches pochen Not und Sorge.
feltkriſe hat ſelbſt vor dem ſtolzen Albion nicht halt ge=
Innerpolitiſche Sorgen türmen ſich rieſenhoch und die
Ellen Grundlagen des Staates, die ſo feſt gefügt ſchienen,
ins Wanken zu geraten.
Tgland erntet jetzt die Saat des Weltkrieges, wo die En=
Die farbigen Völker aufbot, um Deutſchland beſiegen zu
Hiermit haben ſie dem Herrentum der weißen Raſſe
ſchweren Stoß verſetzt, die farbigen Völker ſind erwacht.
der Sieg über Deutſchland mit dem Verluſt Indiens
Uzu teuer erkauft? Denn mit dem Beſitze Indiens ſtest
aut die britiſche Weltmachtſtellung. Indiens Loſung heißt:
91: Freiheit, und ſein und damit auch Englands
A F der Mahatma, der Mythos Gandhil

Bürgermeiſter, Stadträte, Landeshauptleute und Landräte, für
deren Bezüge Richtlinien feſtgeſetzt ſind. Danach darf das
Gehalt des Oberbürgermeiſters von Berlin 30000 RM. nicht
überſteigen. Für Bürgermeiſter und Stadtkämmerer dürfen höch=
ſtens
22 000 RM. ausgeworfen werden, für Stadträte 16 000 RM.
In Städten mit 400 000 bis 1. Million Einwohner darf das
Grundgehalt des Oberbürgermeiſters zwiſchen 18 000 und 24 000
RM. liegen, das des zweiten Bürgermeiſters zwiſchen 15 000 und
17 000 RM., regelmäßig aber zwei bis drei Gruppen unter dem
Oberbürgermeiſter. In Städten mit 100 000 bis 400 000 Einwoh=
nern
darf das Oberbürgermeiſtergehalt zwiſchen 15 000 und 18 000
RM. betragen, das des 2. Bürgermeiſters zwiſchen 13000 und
14 000 RM. In Städten mit 50000 bis 100000 Ein=
wohnern
iſt ein Oberbürgermeiſtergehalt von
8400 bis 12 600 RM. vorgeſehen, in Städten mit 30 000
bis 50 000 Einwohnern ein ſolches von 6200 bis 10 600 RM. Für
kreisangehörige Städte mit 10 000 bis 30 000 Einwohnern beträgt
das Bürgermeiſtergehalt 4400 bis 8400 RM., für Städte mit
2500 bis 10 000 Einwohnern 2800 bis 5000 RM. und für Städte
unter 2500 Einwohnern gleichfalls 2800 bis 5000 RM. In den
Provinzen mit mehr als 4 Millionen Einwohnern beträgt das
Grundgehalt des Landeshauptmanns 18 000 bis 24 000 RM., in
Provinzen mit weniger als 4 Millionen Einwohnern 17000 bis
24 000 RM. Ruhegehaltsfähige Zulagen dürfen nur inſoweit be=
willigt
werden, als ſie zuſammen mit dem Grundgehalt nicht
das für die einzelnen Beamtenkategorien feſtgeſetzte Höchſtgrund=
gehalt
überſteigen. Beſondere nichtruhegehaltsfähige Zulagen
dürfen den in den Richtlinien genannten Beamten nicht gewährt
werden. Aufwandsentſchädigungen dürfen nur den
Oberbürgermeiſtern bzw. Erſten Bürgermeiſtern, den Amtsbürger=
meiſtern
und Gemeindevorſtehern gewährt werden. Die Auf=
wandsentſchädigungen
und Nebenbezüge dürfen insgeſamt in den
verſchiedenen Größengruppen Beträge zwiſchen 8000 und 2000
RM. nicht überſteigen.
99
An Au. SrMlender Koges Wielſeäftg
programm.
Das Reichskabinett hat am Freitag wieder eine mehrſtündige
Sitzung abgehalten und ſich mit dem großen Wirtſchafts= und
Finanzprogramm befaßt. Im Vordergrund ſtanden vor allem die
taktiſchen Fragen, wie die Technik der Notverordnungen weiter
betrieben werden ſoll. Nach den neueſten Ankündigungen, die
vielleicht am Samstag ſchon wieder umgeſtoßen werden, ſoll nun
das Programm bis zum 22. September fertiggeſtellt werden. Die
Reſſorts werden zu Ueberſtunden verpflichtet, damit anfangs der
nächſten Woche das Kabinett ſelbſt alle Vorlagen beraten und
in Dauerſitzungen verabſchieden kann. Es ſollen nach dem jetzi=
gen
Plan alle neuen Verordnungen in einer einzigen Verordnung
zuſammengefaßt werden, alſo auch die Aenderungen, die für die
Beamten und Penſionäre in Ausſicht genommen ſind, während
Preußen nahegelegt iſt, ſeine Notverordnung ohne die Eingriffe
in die Beamtenrechte anfangs der nächſten Woche ſelbſtändig zu
veröffentlichen. Ob Preußen von dieſer Möglichkeit Gebrauch
macht, ſteht noch dahin.
Das Weſentliche, das die neuen Notverordnungen bringen
werden, haben wir in den letzten Tagen ſchon mitgeteilt. Der
Eindruck verſtärkt ſich aber immer mehr, daß der Kanzler an das
Kernſtück, die Lockerung der Kartellgeſetzgebung und die Lockerung
des Tarifgedankens, nicht herangehen will. Vor allem aus Rück=
ſicht
auf die Sozialdemokraten. Die Sozialdemokraten machen in
ihrer Preſſe aus ihren Verhandlungen mit dem Kanzler wegen
der Milderung der Juli=Notverordnung einen ganz großen Erfolg
und erzählen, daß ſie Zugeſtändniſſe in Höhe von 80100 Mil=
lionen
herausgeſchlagen hätten. Nun, die Hälfte des Betrages
würde auch noch zutreffen, denn viele Zugeſtändniſſe ſind be=
reits
ſeit Wochen in Anwendung. Immerhin tut der Kanzler
nichts, um den von der Sozialdemokratie bewußt erzeugten Ein=
druck
irgendwie zu zerſtören, daß er ihnen ſehr weit entgegenge=
kommen
iſt, obwohl er ſich doch ſagen muß, daß dadurch ſeine Ver=
bindung
zu den übrigen bürgerlichen Parteien immer mehr ge=
lockert
wird. Die parlamentariſchen Kämpfe haben alſo im Vor=
felde
bereits begonnen, und es iſt vielleicht kein Zufall, daß ge=
rade
in dieſem Zeitpunkt der Reichspräſident von ſeinem Urlaub
nach Berlin zurückkehrt.

Arnold Mendelsſohn: Das Gebei des Herrn.
Zur Erſtaufführung in Darmſtadt.
Wer im vergangenen Jahre Gelegenheit hatte, die hervor=
ragende
Wiedergabe von Arnold Mendelsſohns Deutſcher Meſſe
durch den Beethovenchor aus Ludwigshafen unter Profeſſor Fritz
Schmidt zu hören, der wird nicht nur voll Freude die Gelegenheit
wahrnehmen, das herrliche Werk, ein Stück Wegbereitung für
einen neuen vergeiſtigten kirchenmuſikaliſchen Stil nochmals zu
hören, ſondern auch mit Spannung die Erſtaufführung eines im
vorigen Jahr erſchienenen Werkes unſeres großen Meiſters er=
warten
, das im gleichen Konzert geboten wird. In dieſem ſeinem
105. Werk hat Mendelsſohn es ſich zur Aufgabe gemacht, in dem
Motettenſtil, der aus ſeinen dem Leipziger Thomaschor gewid=
meten
Motetten für das ganze Kirchenjahr und der deutſchen
Meſſe bekannt iſt, und durch den Mendelsſohn ſich an die Spitze
aller gegenwärtigen evangeliſchen Kirchenkomponiſten geſtellt hat,
die Worte des Vaterunſers zu vertonen. Das neue Werk über=
ſteigert
die Meſſe noch dadurch, daß es für drei Chöre geſchrieben
wurde, von denen die beiden Hauptchöre auf der Empore ſingen,
während der kleinere dritte Chor entfernt von ihnen Aufſtellung
nimmt. Dieſer letztere ſingt die Gebetsworte getrennt nach den
einzelnen Bitten, und der große Doppelchor leitet das Werk ein
und bringt nach jeder Bitte mit bibliſchen Worten gleichſam die
Exegeſe des Gebets. Trotz des großen Aufgebots an Mitteln ſind
dieſe nie zu äußerlichem Prunk verwandt, ſondern eine klare Not=
wendigkeit
, eine herrliche Schlichtheit des Glaubens und Innigkeit
des Empfindens läßt Mendelsſohns Werk in jeder Selbſtverſtänd=
lichkeit
erſtehen und ſich aufbauen, die ſo oft das. Kennzeichen gerade
der wertvollſten Kunſtwerke iſt. In begeiſtertem Schwung heben
die beiden Hauptchöre an. Demgegenüber wirkt der Gebetschor
mit den Anfangsworten des Vaterunſers verſunken, ganz nach
innen gekehrt, und dieſe Ausdrucksform bleibt allen Bitten trotz
ihres reich wechſelnden muſikaliſchen Ausdrucksgehaltes eigen.
Man muß den Text Wort für Wort verfolgen, um einiger=
maßen
den Reichtum von Gedanken zu ſich ſprechen zu laſſen, der
ſich in dieſem Meiſterwerk offenbart. Das deutſche Sanctus, das
auf die erſte Bitte folgt, iſt durchaus dem der Meſſe ebenbürtig,
wenn auch wieder ganz eigen. An die zweite Bitte ſchließt ſich das
Wort an Gottes Reich iſt inwendig in euch. Nicht iſt es Eſſen
und Trinken . . ." Hier zeigt der Meiſter, daß er ähnlich wie Schütz
und Bach, deren kirchlicher Stil ſelbſtverſtändlich bis zu einem
gewiſſen Grade Richtung weiſt, auch abſtrakte Gedanken mit ſtar=
ker
Ausdruckskraft muſikaliſch wiederzugeben vermag. Gewaltige
Kraft ſpricht aus dem Teil, der auf die Bitte Dein Wille geſchehe‟
folgt und dieſer Abſchnitt umſchließt einen lyriſchen Zwiſchenſatz
von lieblicher Milde Er lenket der Menſchen Herzen. Und nun
folgt ein eigenwilliger, aber überaus feiner Gedanke, nach dem

Der badiſche Staakspräſidenk geſtorben.
Karlsruhe, 11. September.
Staatspräſident Joſef Wittemann iſt am Donnerstag abend
um 23 Uhr im Alter von 65 Jahren geſtorben. Er war ſeit einigen
Tagen an einer Darminfektion erkrankt, wozu noch Nierenentzün=
dung
und Herzſchwäche hinzutraten. Die Abgeordnetenlaufbahn
des Verſtorbenen begann im Jahre 1905. Er gehörte dem badi=
ſchen
Parlament bis zu ſeiner Ernennung zum Präſidenten des
Rechnungshofes an. Am 29. November 1929 trat Wittemann in
die damals aus Zentrum und Sozialdemokraten gebildete Regie=
rung
ein und übernahm die Leitung des Innenminiſteriums. Bei
der Umbildung der Regierung am 30. Juni d. I. trat er an die
Spitze des Juſtizminiſteriums.
Reichspräſident und Reichsregierung haben ihr Beileid zum
Ausdruck gebracht. Die Beiſetzung wird am Montag nachmittag
erfolgen.
Veränderung in der franzöſiſchen Diplomakie.
WTB. Paris, 11. September.
Wie der Matin berichtet, wird der franzöſiſche Botſchafter
in Tokio de Martel ſeinen Poſten verlaſſen. Der bisherige
franzöſiſche Geſandte in Prag Charles Roux wird zum
Botſchafter befördert werden. Der franzöſiſche Geſandte in Bel=
grad
Dard wird in den Ruheſtand treten und durch Botſchafts=
rat
Labouret erſetzt werden. Zum neuen franzöſiſchen Ge=
ſandten
in Budapeſt wird der bisherige franzöſiſche Geſandte
in Ecuador de Sillac ernannt werden.
Engliſche Kampfflugzeuge für Belgien.
TU. London, 11. September.
England hat die letzte große Sendung einſitziger
Kampfflugzeuge, deren Geſamtwert über ſechs Millio=
nen
Mark betrug, an die belgiſche Regierung geliefert. Die
Maſchinen, die die ſchnellſten und gefährlichſten ihrer Art ſind,
ſollen nicht nur die Zuſtimmung des belgiſchen Luftfahrtminiſters
gefunden, ſondern ſogar die in ſie geſetzten Erwartungen weſent=
lich
übertroffen haben.
Amerikaniſche Krikik an der Haager Enkſcheidung.
WTB. London, 11. September.
Morning Poſt meldet aus Waſhington: Die Entſcheidung
des Haager Internationalen Gerichtshofes in der Zollunionsfrage
habe den Gegnern des Beitrittes der Vereinigten Staaten zu die=
ſem
Gerichtshof eine ſtarke Waffe in die Hand gegeben, und ſie
fingen bereits an, davon Gebrauch zu machen, wie dies eine Aeuße=
rung
des republikaniſchen Führers, Senator Watſon, zeige. Dieſer
habe geäußert, die Freunde, des Haager Schiedsgerichtshofes in
Amerika hätten wiederholt behauptet, das Gericht ſpreche nach rein
juriſtiſchen Grundſätzen Recht, und nationale Vorurteile würden
von den hervorragenden Juriſten, die für den Haager Gerichtshof
auserſehen worden ſeien, niemals in Rechnung gezogen werden.
Tatſächlich aber ſei ſoeben eine Entſcheidung gefällt worden, die
ſich lediglich auf das gründe, was aus politiſchen Erwägungen
für zweckmäßig gehalten worden ſei.
Neue Skeuern auch in Amerika.
Nachdem für das neue Finanzjahr mit einem Fehlbetrag im
Haushalt von etwa 1,5 Milliarden Dollar (etwa 6,3 Milliarden
Mark) gerechnet wird, ſetzt ſich immer mehr die Auffaſſung durch,
daß beträchtliche Steuererhöhungen noch vor den Präſidentenwah=
len
unumgänglich ſein werden. Beachtenswert iſt insbeſondere,
daß Senator Reed, der als das Sprachrohr des Schatzſekretärs
Mellon gilt, die Einführung einer 1½prozentigen Umſatz=
ſteuer
fordert. Das Mitglied des Abgeordnetenhauſes, Bacha=
rach
, das im Haushaltsausſchuß ſehr einflußreich iſt, fordert die
Einführung von Luxusſteuern. Die Arbeitsloſen=
frage
und die Ausgleichung des Haushalts ſind die
Probleme, die Amerika zurzeit am meiſten beſchäftigen. Die
amerikaniſche Preſſe begrüßt faſt durchweg die britiſchen Steuer=
erhöhungen
, weil hierin ein Beweis für die Kreditwürdigkeit der
Engländer geſehen wird.
Texas=Pflanzer für Baumwoll=Ferien.
EP. New York, 11. September.
Einen bedeutungsvollen Schritt unternahmen die Baumwoll=
pflanzer
des Staates Texas, die in einer Maſſenverſammlung in
Auſtin, an der 7000 Pflanzer teilnahmen, mit großer Mehrheit
Baumwollferien für das Jahr 1932 beſchloſſen. Wenn der Staat
Texas dieſen Beſchluß ſeiner Pflanzer geſetzlich ſanktioniert, wer=
den
fünf andere Baumwoll=Staaten, nämlich Louiſiana, Miſ=
ſiſſippi
, Nord= und Süd=Karolina und Arkanſas dieſem Beiſpiel
folgen. Wenigſtens haben dies die Gouverneure, der genannten
Staaten verſprochen.

gewaltigen doppelchörigen Himmel und Erde ſind ſein hören
wir ein unbegleitetes Altſolo, das uns nach Gethſemane führt,
und wir hören Jeſu Worte Vater, nicht wie ich will, ſondern wie
du willſt. In dieſer Weiſe baut ſich das wundervolle, ſtaunens=
wert
geſchloſſene Werk auf bis zu den Schlußworten des Gebets,
die nicht vom dritten, ſondern von den beiden Hauptchören vor=
getragen
werden, zu denen ſich noch vier Soloſtimmen im Mittel=
teil
geſellen.
Arnold Mendelsſohn gehörte zu denen, die das Lebenswerk
des Altmeiſters Schütz der Vergeſſenheit entriſſen haben und es
der Praxis, vor allem dem Gottesdienſt wieder zuführten. Und
wie Heinrich Schütz iſt es ihm beſchieden, noch in hohem Alter
Werke zu ſchreiben, die nicht nur den Vollbeſitz aller geiſtigen
Kräfte zeigen, ſondern ſogar in ihrer Abklärung und klaſſiſchen
Vollendung weit in die Zukunft zeigen, und ſpätere Generationen
zur Bewunderung hinreißen werden. Möge das herrliche Werk
vielen ins Herz geſungen werden und ſie mit Dankbarkeit er=
füllen
, daß ſie Zeugen ſolchen Geſchehens ſein dürfen, und daß ſie
durch ſtille Andacht dem Meiſter und dem, zu deſſen Lob er dies
Werk ſchuf, ihre Verehrung ausdrücken dürfen.
Friedrich Noack.

Von dentſchlands Hohen Schulen.
Gießen: Profeſſor Dr. Ernſt Horneffer, der Gießener
Philoſoph, feierte am 7. September ſeinen 60. Geburtstag. Der
vor allem durch ſeine ſozialpolitiſchen Schriften und Vorträge
bekannt gewordene Gelehrte habilitierte ſich 1918 an der Univer=
ſität
Gießen und wurde daſelbſt 1919 Profeſſor.

Ap. Das Schützenfeſt. Ein Volksſtück in vier Aufzügen von Wal=
ter
Schweter. (Verlag von W. Schweter, Darmſtadt, Vikto=
riaſtraße
75: Preis 80 Pfg.
Der durch ſeine Wandergeſchichten, Erzählungen, Romane und
Märchen beſtens bekannte Heimatdichter gibt hier in dem Rahmen
eines rheiniſchen Volksſtückes ein Spiegelbild unſerer Zeit. Der
Zimmermeiſter Joſef Hellbach, ein kerndeutſcher Mann iſt er=
bittert
über den die Volkskraft aufzehrenden Zwiſt der Parteien,
der hier in dem Treiben der verſchiedenen Jugendvereine zutage
tritt. Nicht Freiheit und Gleichheit, ſagt er, können uns retten,
ſondern nur Brüderlichkeit im Sinne des Freiherrn vom Stein.
Auf einem Schützenfeſt gelingt es ihm, die Einigkeit unter den
ſtreitenden Parteien herzuſtellen, und es wird beſchloſſen, die ge=
einte
Fahne auf das Grab des Freiherrn vom Stein zu legen.
Als Epiſode iſt dem Stück die Verbrüderungsfeier der Studenten
und Arbeiter anläßlich des Richtfeſtes des neuen Univerſitäts=
gebäudes
in Heidelberg, worüber die Zeitungen ſeinerzeit berich=
teten
, als Symbol der Einigkeit eingefügt. Das Stück, das größ=
tenteils
in einheimiſcher Mundart gehalten iſt, trägt echten volks=
tümlichen
Charakter und eignet ſich beſonders für Aufführungen
bei Vereins= und ähnlichen Veranſtaltungen.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Vor der heſſiſchen Nokverordnung.
Aus Oberheſſen wird uns geſchrieben:
Unter der Ueberſchrift Was iſt Wahrheit? erſchien in
der Nr. 247 am Sonntag, den 6. September 1931, im Darmſtädter
Tagblatt eine kritiſche Betrachtung über die in Ausſicht ſtehen=
den
Maßnahmen der heſſiſchen Regierung auf Grund der zu er=
wartenden
heſſiſchen Notverordnung. Es wurde darauf hingewie=
ſen
, daß die oft erörterte heſſiſche Verwaltungsreform
im Anſchluß an das Gutachten des Reichsſparkommiſſars bei dieſer
Gelegenheit wieder, aufgegriffen werden ſolle, und daß 7 der
18 Kreisämter aufgegliedert werden ſollen. Es
bedarf keines weiteren Hinweiſes, daß eine derartige Maßnahme
für die Verhältniſſe eines kleinen Landes mit den Eigenheiten
ſeiner beſonderen Wirtſchaftsſtruktur als kleinen Staates von ein=
ſchneidenſter
Bedeutung für die davon betroffene Bevölkerung ſein
muß. Im Zuſammenhang hiermit ſei auf die Stellungnahme des
heſſiſchen Miniſters des Innern hingewieſen, die dieſer bei der
Landtagsdebatte über die Kapitel der inneren Verwaltung im
letzten Frühjahr damals eingenommen hat. Nach dem Bericht der
amtlichen Darmſtädter Zeitung Nr. 99 vom Mittwoch, den
29. April 1931, hat Miniſter Leuſchner damals bezüglich der
Kreisneueinteilung folgendes erklärt:
.. . . Ich gebe freilich zu, daß die Verhältniſſe, wie ſie ſich im
vergangenen Jahre entwickelt haben, einer ſolchen Reform nicht
günſtig ſind, und daß es nicht angezeigt erſcheint, die Beunruhi=
gung
, die jede einſchneidende organiſatoriſche Aenderung natur=
gemäß
mit ſich bringt, gerade jetzt in die Bevölkerung hinein=
zutragen
. Dieſe Aeußerungen, die im April d. J. gemacht wur=
den
, bedürfen beſonderer Beachtung. Die Begründung, die damals
der heſſiſche Innenminiſter gab, für die Nichtweiterführung der
beabſichtigten Kreisaufteilung, haben aber ſicherlich an ihrer
inneren Berechtigung heute erſt recht Bedeutung gewonnen. Seit
dem vergangenen Frühjahr haben ſich die wirtſchaftlichen Verhält=
niſſe
derartig kataſtrophal verſchlechtert, daß es außerordentlich
bedauert werden muß, wenn in einer ſo kritiſchen Zeit wie gegen=
wärtig
, erneut eine ſo tiefgehende Beunruhigung in die Bevölke=
rung
des Heſſenlandes hineingetragen wird durch die wiederauf=
tauchende
Idee einer Aufhebung einer größeren Anzahl Kreis=
ämter
. Die Regierung ſollte ſich doch darüber im klaren ſein, daß
Sparmaßnahmen, die auch für den heſſiſchen Etat eine harte Not=
wendigkeit
ſind, doch nicht in ihren wirtſchaftlichen Auswirkungen
auf die davon betroffene Bevölkerung abgewälzt werden dürfen.
Dieſe Tatſache tritt aber ein, wenn eine Anzahl Kreiſe aufgelöſt
wird.

Eamstag, den T2. September 1931
Die Kreisbehörde iſt für jede kleine Landſtadt die lebenswich=
tigſte
Behörde, mit deren Beſeitigung man für alle abſehbare
Zeiten den Stab über die wirtſchaftliche Bedeutung dieſer Gemein=
weſen
brechen und ſie künftig zu einem Daſein verurteilen würde,
in welchem es keinen Aufſtieg gibt. Dies beweiſt das Schickſal der
früheren Kreisſtädte Grünberg und Nidda, welche die Wegnahme
ihres Kreisamts bis heute noch nicht wirtſchaftlich überwunden
haben. Für eine große Stadt mit ihrer vielſeitigeren Zuſammen=
ſetzung
der Bevölkerung wird die Wegnahme von Behörden kaum
nennenswerte Nachteile haben. Anders liegen, aber die Verhältniſſe
in den kleineren Kreisſtädten, die in ihrer wirtſchaftlichen Exiſtenz ge=
radezu
von dem Sitz der Behörden abhängig ſind. Die ganze Schwere
der Auswirkung der Aufhebung von Kreisämtern trifft in einer klei=
nen
Stadt gerade diejenigen Bevölkerungsſchichten, die unter der
derzeitigen Wirtſchaftskriſe am allermeiſten leiden. Derartige
Maßnahmen würden die Steuerkraft weiter Kreiſe der davon be=
troffenen
Bevölkerung noch mehr herabdrücken, als es ſchon die
gegenwärtige Wirtſchaftskriſe getan hat. Sie würde unter
den heutigen Verhältniſſen den wirtſchaftlichen
Ruin der davon betroffenen Kreisſtädte bedeu=
ten
. Will die heſſiſche Regierung eine derartige Auswirkung?
Ganz abgeſehen hiervon, wird auch für die Bevölkerung der
umliegenden Orte in der heutigen Zeit eine weitere Erſchwerung
und Verteuerung der Reiſe nach ihrer Kreisſtadt, die naturnot=
wendig
eintreten müßte, ein beſonders ſchweres Opfer bedeuten.
Außerdem muß darauf hingewieſen werden, daß mit einer Auf=
hebung
von Kreiſen ſicherlich der mit der Notverordnung erſtrebte
Zweck, durch ſofortige Maßnahmen eine finanzielle
Kataſtrophe des Landes aufzuhalten, nicht erreicht wird, da die
finanziellen Auswirkungen, ſich doch früheſtens zu Beginn des
neuen Rechnungsjahres am 1. April 1932 erſt bemerkbar machen
könnten. Bis dahin kann aber auch wohl der heſſiſche Staat nicht
warten, um ſeine Finanzen in Ordnung zu bringen. Mit allem
Nachdruck muß ſchließlich auch noch darauf hingewieſen werden
daß ſelbſt das Gutachten des Reichsſparkommiſſars zugibt, daß zu=
nächſt
mit der Auflöſung von Kreisämtern Erſparniſſe noch nicht
eintreten. Deshalb kann eine derartige Maßnahme in der Zeit
der aufs höchſte geſtiegenen finanziellen Not, die eine ſofortige
Abhilfe verlangt, nach unſerem Dafürhalten überhaupt nicht in
Frage kommen.
Die Gefte.
Uns wird geſchrieben:
a. Was eine Geſte iſt, wiſſen die wenigſten treffend zu um=
ſchreiben
. Geſten ſind eben Geſten! Es ſind, volkstümlich aus=
gedrückt
, die Bewegungen der Hände und des Körpers überhaupt

Nummer 23

zur Begleitung einer Rede.
eines Vortrags.

Sie ſind, alſo nicht die

Reden wir einmal von ſolchen Geſten, die eine Sache
unterſtützen können, aber allein nicht helfen werden! Wir I.
im Zeichen des Abbaues auf allen Gebieten, und in dieſer
der großen Not ſieht das Volk auf die Geſte, und will auch
Geſte ſehen.
Nehmen wir zunächſt den Reichstag! Er iſt ſeit Monaten
tagt, und ſeine Mitglieder beziehen monatlich 750 Mark ſo
wird es ja wohl ſein. Zwei große oder größere Parteien in
haben noch längeren Urlaub ſelbſt genommen, und auch ſie e
ten für die Zeit ihrer Leiſtungsloſigkeit die Anweſenheits=
Tagegelder. Ueberall wird die Rückbildung der Preiſe gepre
Der Reichstag hat noch nicht die Geſte gefunden, die Tagege
ſeiner Mitglieder etwa auf die Hälfte zu ermäßigen. Wo b.
die Geſte, mit der der Reichstag ſeine Tagegelder herabſetzt
ſie nur auf geleiſtete Arbeit im Ausſchuß und in der Vollverſo
lung beſchränkt?
Da iſt weiter der Landtag Heſſens! So viel dem Schr
dieſer Zeilen bekannt iſt, liegen dort die gleichen Verhaltniſſe
Es wartet einer auf den andern, und keiner will den Vo
haben. Warum gibt der Landtag nicht das bekannte gute
ſpiel und beſchneidet ſich ſelbſt, und zwar, weil er ſo lange ge
hat, ziemlich kräftig? Warum beſchloß er einſt, ſeine Tageg
erſt dann und in dem Maße herabzuſetzen, in dem auch die
halte der Beamten gekürzt würden? Er umſchließt doch die
leſenen des Volkes, ihm kommt es zu, überall mit gutem Be
voranzugehen, und es iſt deshalb ſehr bedauerlich, daß er die
bisher unterlaſſen hat, die zeigt, wie er mit der Not des V.
von dem heute alle Gewalt ausgeht, verbunden iſt. Warum
er nicht eine zweite Geſte und ſchrumpft ſich durch Notveror)
auf höchſtens 50 Mitglieder zuſammen? Warum hat man
Geſte dem kommenden Landtag zugeſchoben und ſie damit auf
tere vier Jahre vertagt? Ein Abgeordneter meinte aller)
die Erſparnis ſei nicht allzu groß, nur 8 Pfennig auf den Kor
Bevölkerung des Landes 80000 Mark im ganzen. Es
aber hier nicht auf die Höhe des Betrags, es kommt auf die
an!
Ein Beamter des Miniſteriums, der manchmal die ur
bare Aufgabe hat. Abbaumaßnahmen der Regierung zu vert=
meinte
vor längerer Zeit einmal, bei dem Abbau von Be
im Miniſterium könnten höchſtens 1,4 Millionen in Frage
men. Man müſſe alſo zur Maſſe der mittleren und unteren
amten greifen, wenn man größere Summen einſparen wolle
Volk verſteht dieſen Standpunkt nicht. Es meint, in der Ze
Not müſſe auch da geſpart werden, wo es weniger zu Buch ſch
Das Volk will Geſten, die Geſte, des Sparens ſehen.
Reichstag und der Landtag haben ſolche Geſten bis jetzt vert
laſſen. Vielleicht holen ſie das Verſäumte bald nach! Es
in der heutigen Zeit nicht allein auf die Höhe der eingeſp
Summe, ſondern auch auf die maſſen=ſeeliſche Wirkung an!

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Statt Korten.

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Aafirag 5

Langer

ist der Gei=
Weibesachen
mit der T
Wikuns. OP
nicht das kleir
für einen S‟

[ ][  ][ ]

Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 12 Septenber 1931
19 2
Zrutſce Zrauen!

Samstag, den 12. September 1931

Seite 6

Im Hinblick auf die immer mehr anwachſende
Arbeitsloſigkeit und die Nöte des kommenden
Winters erlaſſen die unterzeichneten Frauen=
organiſationen
folgenden Aufruf:

S
Rne
laſten
neieit kend.
ihrer
Einri
2 M
idenr 2u ſamm)
ern
Au entgel
beie,
rendg
eint
dern
Au ptd
ANicd aufe
erich
Wden it
Woh!
uc 9d, imnar
Larun

ſdin

mid auift
Auienr 7
D
Mnd a
NS
manchmal /
tegier
Md mögen1 1
Mau n beute 1
eu 9 Mnfch
eren 1nd
tragen
ſt n Arbei:
u4 Bund
ei.Sue Deufe v
Füdiſd
M8it
Katho
bad ne
höhe de
vom 3e
de Wrtuz Mütt s

erſter wirtſchaftlicher Druck, härteſte menſchliche Not
dem deutſchen Volk. Die Arbeitsloſigkeit wächſt erſchrek=
rzählige
Einzelne, die früher zur Linderung der Not
menſchen beitrugen, ſind heute ſelber hilfsbedürftig. Den
ngen der Geſundheits= und Kinderfürſorge droht der Zu=
uch
.
alle ſehen mit größter Sorge dem kommenden Winter
Wer wird die Millionen von Hungernden und Frie=
ie
Alten und Kranken verſorgen? Wer hilft den Kin=
Ver hilft den Verlaſſenen und Hoffnungsloſen? Wer
ratlos vor dem Leben ſtehenden Jugendlichen ſeeliſch
halten?
Maßnahmen von Staat und Gemeinde ſind allein nicht
ſt der ſüt, imſtch der Not wirkſam zu begegnen. Auch die Kraft der freien
tspflege reicht nicht aus, wenn ihr nicht neue Hilfskräfte
Zahl zur Seite treten.
unterzeichneten Verbände richten deshalb an alle deut=
nen
den dringenden Ruf:

Verſagt Eure Mithilfe nicht!

Nothilfe leiſtenden Organiſationen warten darauf, daß
ihnen zur Verfügung ſtellt.
gebe und helfe nach ſeiner Kraft, nach ſeinem Ver=
uch
die kleinſte Gabe, auch der geringſte Hilfsdienſt iſt
entbehrlich. Laßt uns wieder lernen, von Menſch zu
inander beizuſtehen und einer des anderen Laſt mit zu

nnen=Sekretariat der Freien Gewerkſchaften Deutſchlands,
utſcher Frauenvereine, Deutſcher Akademikerinnenbund,
vangeliſcher Frauenbund, Epangeliſche Frauenhilfe,
Frauenbund, Katholiſche Frauen=Berufsverbände,
ſer deutſcher Frauenbund, Die deutſchen Frauenvereine
en Kreuz, Verband der katholiſchen Jungfrauen= und
ereine, Vereinigung evangeliſcher Frauenverbände
Deutſchlands.

in des
Rug

ledigt iſt eine Schulſtelle für eine evangeliſche Lehrerin
olksſchule in Reinheim, Kreis Dieburg. Dienſtwoh=
nicht
vorhanden.

bei de
919

Selig
lung

Uehre
der

eiſte

5
eplo
R

nannt wurden: am 18. Auguſt 1931: der Kanzleigehilfe
Amtsgericht Lauterbach Heinrich Friedrich Gundrum=
uguſt
1931: der Kanzleigehilfe bei dem Amtsgericht
idt Heinrich Adam Rock; beide zu Kanzliſten mit Wir=
1. September 1931.
den Ruheſtand verſetzt wurde: am 3. September: die
an der Volksſchule zu Heubach, Kreis Dieburg. Eliſabeth
uuf ihr Nachſuchen vom 1. Oktober 1931 an.
den Ruheſtand tritt: am 1. Dezember 1931: der Strom=
ohann
Hartenburg zu Lampertheim auf Grund des
iber die Altersgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli
dezember 1923 in der Faſſung des Geſetzes, über die Ein=
es
Perſonalabbaugeſetzes in Heſſen und zur Aenderung
hen Perſonalabbaugeſetzes vom 8. Oktober 1925.
adtrat Krug . Eine ſtattliche Trauerverſammlung ge=
ſtern
nachmittag den Stadtrat Heinrich Krug zur letzten
rug gehörte ſeit 1919 dem Stadtrat an und zwar als
der Fraktion der Deutſchen Volkspartei, von der er
h wegen ſeiner beſonderen Fachkenntniſſe in ſteuerlichen
eſchätzt war. Er gehörte einer ganzen Anzahl von ſtädti=
ſchüſſen
. Deputationen und Kommiſſionen an und führte
itz in der Betriebsdeputation. Beſonders, wertvoll war
arbeit im ſtädtiſchen Finanzausſchuß, bei deſſen Beratun=
Urteil in Steuerfragen beſondere Beachtung fand, Krug
ht bloß bei ſeiner Partei, ſondern in allen Kreiſen des
wie auch in der ſtädtiſchen Verwaltung eine außer=
e
Wertſchätzung. Er verwaltete das Ehrenamt eines
s der Bürgerſchaft mit einem ſeltenen Pflichteifer und
Verantwortungsgefühl bis kurz vor ſeinem Ableben, ob=
chen
ſeit längerer Zeit von einem ſchweren Magenleiden
dar, Krug war beruflich bei dem Finanzamt Darmſtadt=
Steuerrat tätig und nahm unter ſeinen Berufskollegen
iner Kenntniſſe und ſeiner Charaktereigenſchaften eine
Stellung ein. Er gehörte dem Verwaltungsrat der Be=
ik
wie dem Verwaltungsrat der ſtädtiſchen Sparkaſſe an.
m Grabe widmeten ihm Bürgermeiſter Delp. für die
waltung und den Stadtrat, Oberlandesgerichtsrat Al=
für
die Deutſche Volkspartei, Miniſterialdirektor Dr.
z für die Sparkaſſe, ſowie Vertreter des Finanzamts und
mtenbank warm empfundene Nachrufe. Herr Pfarrer
die Grabrede hielt, betonte mit Recht, daß über dieſem
eben das Wort Pflichterfüllung ſtand.
m Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt: am Sonntag
um 11 und 11.30 Uhr und an allen Wochentagen um
1.,30 Uhr vormittags und um 3 und 3,30 Uhr nachmittags.
donna des Bürgermeiſters Meyer von Baſel von Hans
d. Jg. kann ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt

Heſſiſches Landestheater.

Großes Haus.

12 Sept.

19½ Ende gegen 22½ Uhr. B1.
des S Lickials. Preiſe 18 Mk.

Die Macht

13. Sept.

19, Ende gegen 22 Uhr.
Braut. Preiſe 18 Mk.

42. Die verkaufte

15. Sept.

19½23½4 Uhr. Tannhäuſer. Pr. 0.907.20 Mk.
Ueber einen Teil der Kalten iſt verfügt.

16. Sept.

19½2214 Uhr.
Preiſe 18 Mk.

B2. Die verkaufte Braut.

ag,17. Sept.

9½2234 Uhr. C2. Die Macht des
Preiſe 18 Mk.

Schickſals.

18. Sept.

20, Ende nach 22½4 Uhr.
Preiſe 0 907.20 Mk.

D2. Reifeprüfuug.

19 Sept.

20, Ende gegen 22½ Uhr. Außer Miete
Alt=Heidelberg. Kleine Preiſe 0.504 Mk.

Sor

20. Tept.

19½, Ende 22 Uhr. Außer Miete. Die drei
Musketiere. Halbe Preiſe 0 505 Mk.

Meite Rfe

No d

14. Sept.

2022 Uhr Klavier=Abend Guſtat Beck.
Breiſe 1 10 2 20 und 3.30 Mk.

M

De e egegst.
Nauheim am Sonntag, 13. Sept.: Marguerite: 3.

Deſſiſches Landestheater. Heute abend findet die erſte
Olung der erfolgreichen Oper Die Macht des Schick=

Don Verdi in der Premierenbeſetzung ſtatt. Inſzenierung:

t=Reinking; muſikaliſche Leitung und Bearbeitung: Karl
Zwißler.

Nur Selbſthilfe kann retten!

Die Hoffnung auf Sanierung nach Durchführung eines Erlaßvergleichs. Einmükiger Wille der Genoſſen=
ſchafter
zur Erhalkung der Volksbank. Neuwahl des Aufſichksraks.

Außerordenkliche Generalverſammlung

Geſtern abend verſammelten ſich die Mitglieder der Darm=
ſtädter
Volksbank zur außerordentlichen Generalverſammlung
im Städtiſchen Saalbau. Etwa 1800 Menſchen, die an der Er=
haltung
der Bank ein Intereſſe hatten, füllten den großen Saal
und die Galerien. Trotz der erklärlichen Erregung in Mit=
gliederkreifen
, herrſchte doch die eine Anſicht vor, daß durch
kühle, nüchterne Arbeit die Sauierung der Bank in die Wege
zu leiten ſei. Es kam dann auch, abgeſehen von einzelnen leb=
haften
Rufen, zu keinerlei unliebſamen Zwiſchenfällen. Der
Aufſichtsratsvorſitzende Nohl übergab, nach Eröffnung der
Generalverſammlung die Leitung des Abends an den von der
Verſammlung gewählten Unparteiiſchen, Herrn Rechtsanwalt
Neuſchäffer, der ſich im Intereſſe aller der ſchwierigen Auf=
gabe
unterzog. Er betonte, daß leider infolge großer Wider=
ſtände
ſeither eine Sanierung der Bank nicht möglich geweſen
ſei. Die Geldinſtitute, die urſprünglich zur Hilfe bereit waren,
hätten ſich zurückgezogen. Jetzt ſei Selbſthilfe das Ge=
bot
der Stunde, denn durch Selbſthilfe ſei eine Rettung
des Inſtituts noch möglich. Leider müßten auch von den Genoſſen
Opfer verlangt werden, aber wo ein Wille ſei, ſei auch ein Weg.
Wenn man ohne Schärfe an der Sanierung arbeite, könne auch
der Segen nicht ausbleiben.

Bevor man in die Tagesordnung eintrat, machte ein Ver=
treter
der Haftpflichtkaſſe deutſcher Gaſtwirte ſeine Bedenken gel=
tend
, daß die Beſchlüſſe der G.V. angefochten werden könnten,
da die Friſt der G.V.=Einberufung nicht ordnungs= und geſetz=
mäßig
eingehalten ſei. Es ſehlte noch ein Tag. Er beantragie
im Hinblick auf etwaige Konſequenzen, die G.V. abzuſetzen und
ordnungsgemäß einzuberufen. Der Verſammlungsleiter konnte
ſich der Argumentation des Antragſtellers nicht entziehen, be=
tonte
aber, daß Eile geboten ſei und daß wohl kein Genoſſe einen
Einſpruch gegen die beabſichtigte Wahl des Aufſichtsrats erheben
werde, um die Einſetzung eines neuen Vorſtandes zu ermög=
lichen
und die Arbeiten und die ſo nötige Sanierung der Bank
nicht zu gefährden. Der Antrag wurde denn auch ſpäter zu=
rückgezogen
, zumal außer der Neuwahl des Aufſichtsrats keine
Beſchlüſſe gefaßt würden und die Punkte 36, Satzungs=
änderungen
, Zuſtimmung zur Beſtellung eines Staatskommiſſars
unter den dafür vorgeſehenen Bedingungen, und Genehmigung
der Vereinigung mit der Heſſiſchen Handwerkerzentral= Genoſſen=
ſchaft
Darmſtadt betreffend, von der Tagesordnung abgeſetzt
worden waren.

Präſident Nohl erſtattete zu Punkt 1 der Tagesordnung den
Beeicht det Verwaltung,

der ſich im weſentlichen mit den in den Wochen nach der Schal=
terſchließung
der Bauk bekaunten Tatſachen deckte und der All=
gemeinheit
in ihren Einzelheiten bereits bekannt iſt. Der Be=
richterſtatter
wurde öfters durch unwillige Zurufe unterbrochen.
Er befaßte ſich zunächſt mit den Gründen des Zuſammenbruchs
der Volksbank, die vor allem in der kataſtrophalen Wirtſchafts=
lage
zu ſuchen ſei. Bereits 1924 hatte die Bank eine ſchwere
Kriſenzeit zu überſtehen, die mit Hilfe des Aufſichtsrates unter=
bunden
wurde. Die Bank konnte ſich ſanieren und anſehnliche
Rücklagen (Ende 1930 etwa 1 Million RM.) ſchaffen. Präſident
Nohl ging dann auf die Kreditgebarung ein. Infolge der Zu=
ſpitzung
der allgemeinen Wirtſchaftslage habe ſich auch die Ueber=
ziehung
der Konten vermehrt. Aus Rückſicht gegenüber den in
ihrer Exiſtenz bedrohten kreditnehmenden Firmen habe mau
keinen radikalen Kreoitabbau vornehmen können. Später hätten
Beſprechungen über erhöhte Kreditſicherungen ſtattgefunden, uno
alle Firmen ſeien beſtrebt geweſen, ihre Schulden zu reduzierenl,
Weiter beleuchtete Präſident Nohl nochmals die Bemühungen,
die Schalterſchließung der Bank zu vermeiden und erinnerte ait
die Verhandlungen im Finanzausſchuß des Landtages und der
Stadt. Der A.R. ſei zu der Ueberzeugung gelangt, daß die
Stillegung der Bank in der wirtſchaftlichen Lage begründet liege,
daß aber der Vorſtand der Bank in der Kreditgewährung etnas
zu weit gegangen ſei. Ohne Wiſſen des A.R. ſeien vom Vor=
ſtand
Fehler gemacht worden, insbeſondere ſei die Spekulation
aus Bankmitteln zu verurteilen. Der A.R. bedauere lebhaft, daß
die blühende Bank, die im erſten Viertel des neuen Geſchäfts=
jahres
noch 100 000. RM. Gewinn hatte, ihre Schalter ſchlie=
ßen
mußte, es müſſe angeſtrebt werden, daß das Geſchäft wieder
aufgerichtet werde.
Nach Erſtattung des Berichtes ſtellte der ſeitherige Aufſichts=
rat
ſeine Aemter zur Verfügung.
Verbandsſyndikus Schneider gab dann eine

Erläukerung des Stalus per 24. Auguft 1931.

Er ging zunächſt auf die Urſachen und tieferen Gründe der
Zahlungseinſtellung ein. Die Gründe ſeien einmal mehr äußer=
licher
Natur, zu ſuchen in der ungenügenden Zahlungsbereitſchaft,
in der Einengung der flüſſigen Mittel und in zu knappen
Gelddispoſitionen. Andere Gründe lägen in der Kreditpolitik,
die über den Rahmen des genoſſenſchaftlichen Geſchäfts hinaus=
gingen
, wobei eigene Leiſtungsfähigkeit außer acht gelaſſen wurde.
Es wurden zu viele frende Banken in Anſpruch genommen. Es
entſpreche nicht genoſſenſchaftlichem Geiſte, wenn an wenige hohe
Kredite gegeben wurden. Bei der Junireviſion ſei feſtgeſtellt
worden, daß 50 Proz,. der Kredite an Kreditnehmer über 50 000 M.
gegeben wurden. Ende Mai dieſes Jahres waren 89 Prozent der
Betriebsmittel in Krediten feſtgelegt, ſo daß dadurch naturgemäß
die Liquidität der Bank ungünſtig beeinflußt wurde. Als voll=
kommen
unnötig und verwerflich müſſe man die Spekulation des
Vorſtandes an der Börſe bezeichnen. An Mahnungen von ſeiten
des Reviſors habe es nicht gefehlt. Herr Schneider verlas nun
einige Stellen aus früheren Reviſionsberichten, aus denen her=
vorging
, daß eindringlich mündlich und ſchriftlich gewarnt wurde.
Schon im Oktober 1927 wurde ſtarke Anſpannung und unzu=
reichende
Liquidität feſtgeſtellt und auf die Notwendigkeit hin=
gewieſen
, daß die Kreditüberſpannung unter allen Umſtänden
zu vermeiden ſei. Auch bei der Reviſion im November 1928 wurde
die ſtarke Anſpannung, die Mehrkredite (über die zuläſſige Höchſt=
grenze
) beanſtandet. Im Februar 1929 hatten die Kredite nur
eine geringfügige Abnahme zu verzeichnen. Im Oktober 1929 war
die Liquidität der Bank nicht zureichend. Es wurde von der Re=
viſion
unter allen Umſtänden Abbau der Großkredite verlangt.
In der MailJuni=Reviſion wurde weitere ſtärkſte Anſpannung
von der Reviſion feſtgeſtellt und damit zuſammenhängend völlig
unzureichende Zahlungsmittelbereitſchaft. Die Höchſtkreditgrenze

von 200 000 Mark war in 9 Fällen überſchritten. Die Verluſt=
Riſiken beliefen ſich (dubios und ſtark gefährdet) auf 1,3 Millionen,
die latenten Riſiken auf 0,5, alſo zuſammen auf 1,8 Millionen.
Zu dem Status ſelbſt ſei zu bemerken, daß er ſehr vorſichtig auf=
geſtellt
wurde, das heißt alſo, möglicherweiſe eher zu ſcharf, als
zu optimiſtiſch geſehen wurde. Das Schwierigſte ſei die Bewer=
tungsfrage
geweſen. Die Ziffer der Verluſte und Verluſtriſiken
von 2,7 Millionen ſei keine feſtſtehende, unabänderliche, ſondern
immerhin veränderliche Größe. Möglicherweiſe nach der günſti=
geren
Seite. Eine Sanierung der Bank nur durch Zufuhr neu auf=
zunehmender
Bankgelder ſei zurzeit unmöglich. Ein Konkurs
müſſe aber unter allen Umſtänden vermieden werden. Auch das
Liquidationsvergleichsverfahren ſei abzulehnen. Die Bank müſſe
dem Mittelſtand erhalten bleiben, um den Darmſtädter Mittel=
ſtand
nicht zugrunde zu richten. Nach der Abſchreibung des vor=
handenen
Vermögens ſeien noch rund 750 000 Mark zu decken.
Hierbei handelt es ſich allerdings nur um den Betrag der Rück=
ſtellungen
für ungeklärte Poſten. Die Genoſſen und Gläubiger
müßten das ihre tun, der Bank zur Sanierung zu verhelfen.
Dazu ſei nötig, die Geſchäftsanteile von 500 auf 1000 Mark zu
erhöhen. Die Haftſumme ſelbſt könne ja nur flüſſig gemacht wer=
den
, wenn die Genoſſenſchaft in Konkurs gerate. Dabei ſei es
ratſam, den Geſchäftsanteil zu erhöhen, der als Reſerve und Auf=
baufonds
diene, wobei es möglich ſei, daß, wie in gleichen Fällen
praktiſch ſchon durchgeführt wurde, die am Verfahren beteiligten
Gläubiger auf die Inanſpruchnahme der neuen erhöhten Haft=
ſumme
für die Dauer des Verfahrens verzichten. Später, nach der
Durchführung der Sanierung, könne evtl. der Geſchäftsanteil und
die Haftſumme ſofort wieder herabgeſetzt werden. Die Gläubiger
müßten im Intereſſe der Erhaltung der Bank und im eigenen
Intereſſe ſich mit einem Nachlaß einverſtanden erklären, der je
nach der Lage 1025 Prozent betragen würde. Zum Schluß
empfahl Verbandsſyndikus Schneider dringend, um koſtbare Zeit
zu ſparen und einen aktionsfähigen Vorſtand zu ſchaffen, zur
Neuwahl des Aufſichtsrats zu ſchreiten. Die Ausführungen wur=
den
mit lebhaftem Beifall aufgenommen.
Da die Ausführungen des Verbandsſyndikus Schneider er=
ſchöpfend
waren, verzichtete Verbandsreviſor Richter auf beſondere
Ausführungen. In der folgenden

Ausſprache
wurden von verſchiedenen Seiten ernſthafte Vorſchläge zur Sanie=
rung
der Bank gemacht. U. a. wurde vorgeſchlagen, Hypotheken=
anteilſcheine
in Höhe von 500. RM. auszugeben. Einzelne Dis=
kuſſionsredner
ſorderten die Feſtſtellung einer eventuellen Regreß=
pflicht
des Aufſichtsrats und Vorſtands der Bank. Mehrfach wurde
dem Unwillen über die Geſchäftsführung der Bank Ausdruck ge=
geben
. Direktor Griebel beleuchtete die Frage, wie ein Verluſt
von über zwei Millionen möglich ſein konnte und kam zu dem Er=
gebnis
, daß hier über den genoſſenſchaftlichen Rahmen hinausgehend
Geſchäfte getätigt wurden. Man wolle nicht den Ruin der Volks=
bank
, ſondern in genoſſenſchaftlichem Geiſte ihre Sanierung. Nach
einigen weiteren Wortmeldungen nahm der Anwalt der Genoſ=
ſenſchaftsbanken
, Prof. Dr. Stein, zu der Schließung der Volks=
bank
Stellung. Feſt ſtehe, daß man allgemein die Notwendigkeit
erkannt habe, daß die Volksbank beſtehen bleibe, da mit ihr Heſ=
ſens
Handel und Gwerbe ſtehe und falle. Aus der Genoſſenſchafts=
bank
ſei im Laufe der Zeit eine Kreditbank geworden, und das
komme wohl hauptſächlich daher, daß ein gewiſſer Mangel an
Großbanken für den Mittelſtand in Darmſtadt beſtehe. Mit ſchuld
an dem Zuſammenbruch der Bank ſei gewiß auch die allgemeine
Kriſis, das entſchuldige aber nicht den Zuſammenbruch der Bank.
der nicht erfolgt wäre, wenn keine falſche Kreditpolitik getrieben
worden wäre. Eine neue Verwaltung müſſe etwaige Regreß=
pflicht
prüfen. Profeſſor Stein wandte ſich dann gegen die Speku=
lation
und erklärte weiter, die Volksbank habe ſtets nach Ver=
größerung
getrachtet und dabei ihre Liquidation übertreten. Eine
Genoſſenſchaft, die ſich auf genoſſenſchaftlicher Grundlage bewege,
könne nicht untergehen. Verſchiedene ſchwere Fehler ſeien aber
bei der Volksbank feſtzuſtellen. Wenn man eine neue Verwaltung
wähle, müſſe man vor allem dafür ſorgen, daß die Höchſtkredit=
grenze
50 000. RM. nicht ülerſchreite. Heute beſtehe nur ein
Weg, und zwar der der Selbſthilfe. Die Gedanken einer
Konkurseröffnung und eines Liquidationsvergleichs müſſe man
von ſich weiſen. Es bleibe ſeines Erachtens nur die Möglichkeit
eines Erlaßvergleichs, der nach Einigung mit den
Gläubigern zur Sanierung führen könne. Nur kühle
Ueberlegung könne hier helfen. Die Haftſumme könne nur im
Falle eines Konkurſes lebendig gemacht werden, aber, falls man
einen Vergleich wähle, müſſe die Haftſumme ſo weit mobiliſiert
werden, als es die Gläubiger vertragen. Das gehe nur auf dem
Wege der Erhöhung des Geſchäftsanteils. Zum Schluſſe mahnte
Prof. Stein nochmals, keine Zeit mehr zu verlieren, zu handeln
und vor allem einen neuen Aufſichtsrat zu wählen. Er ſei der ab=
ſolut
ſicheren Auffaſſung, daß nach reſtloſer, ſcharfer Operation
bei der Volksbank eine Sanierung möglich iſt. Eine Genoſſen=
ſchaft
könne nicht zugrunde gehen, wenn ihre Mitglieder nicht
den Glauben verlieren und der Vorſtand im genoſſenſchaftlichen
Rahmen arbeitet. Nach dieſem troſtreichen Ausklang des bekannten
Kenners des Genoſſenſchaftsweſens, der mit Befriedigung und
lebhaftem Beifall aufgenommen wurde, ſchritt man zur

Au
Bahl des neuen Aufſichisraks.

Rechtsanwalt Neuſchäffer gab bekannt, daß 11 Herren für den
Aufſichtsrat von verſchiedenen Gruppen aufgeſtellt wurden und
daß mit dieſen Herren alle Intereſſengruppen vertreten ſeien,
ſelbſtverſtändlich auch die Hauptgläubigergruppe. Als 12. Herr
wird ein noch zu ernennendes Mitglied der Handwerkskammer
vorgeſchlagen. Der Verſammlungsleiter verlas dann die Liſte der
Aufſichtsratsmitglieder. Es wurden rund 950 Stimmen ab=
gegeben
. Der Aufſichtsrat ſetzt ſich aus folgenden Herren zuſam=
men
(die auf die einzelnen gewählten Aufſichtsratmitglieder ent=
fallenen
Stimmen ſind nach dem amtlichen Zählergebnis in Klam=
mern
beigefügt: Philipp Kiefer, Friſeur=Obermeiſter (933);
Auguſt Koch, Baugeſchäftsinhaber (885); Theodor Lang,
Teilhaber der Firma Rühl & Lang (907); Auguſt Mayer,
Metzger=Obermeiſter (908); Friedrich Mund, Gaſtwirt (928);
Präſident Dr. h. c. Neumann (778); Rechtsanwalt Karl
Neuſchäffer (940); Direktor Otto Paech (854); Fritz
Sproß, Obermeiſter der Bäckerinnung (944); Fabrikant Ernſt
Stegmüller (937) und Arthur Welz in Firma Welz &.
Ohler (924).

Mit Worten des Dankes ſchloß um 22 Uhr Rechtsanwalt Neu=
ſchäffer
die außerordentliche Generalverſammlung, die in ihrer
Einheitlichkeit zu der Hoffnung berechtigt, daß die Sanierung der
Volksbank auf geſundem Boden durchgeführt werden kann. *

Te4
A
Med Re Hatd d od O has!.!
DA Le MILEHAAMA OSEIA

[ ][  ][ ]

Seite 6

Samstag, den 12. September 1931

Dumne zr

Reichsausſchuß für Kriegsbeſchädigken=
und Kriegsginterolievenenfurforge.
Die Kriegerkameradſchaft Haſſia, Verband der Kriegsbeſchä=
digten
und Kriegerhinterbliebenen, Darmſtadt, Ahaſtraße 5, bittet
uns, nachſtehendes bekannt zu geben:
Wie uns der Kyffhäuſerverband der Kriegsbeſchädigten und
Kriegerhinterbliebenen mitteilt, tagte der Reichsausſchuß der
Kriegsbeſchädigten= und Kriegshinterbliebenenfürſorge als geſetz=
liches
Gutachterorgan für die Fragen der Verſorgung der Kriegs=
opfer
in Gegenwart von Vertretern des Reichsarbeitsminiſte=
riums
. Dieſem Ausſchuß gehören ſämtliche Kriegsopfer= Organi=
ſationen
Deutſchlands von Reichsbedeutung ſowie die Vertreter
der Hauptfürſorgeſtellen des Deutſchen Reiches an. Die Organiſa=
tionen
und die Vertreter der Hauptfürſorgeſtellen konnten in den
erforderlichen Aenderungen der 2. Notverordnung des Reichspräſi=
denten
, ſoweit ſie Kriegsopferfragen betrifft, eine Einigung er=
zielen
. So wurden eine Beſſerung der Renten für Leichtbeſchä=
digte
, eine Milderung der Anrechnung der Renten auf die Ar=
beitsloſenunterſtützung
bei arbeitsloſen Kriegsbeſchädigten und
Kriegerhinterbliebenen, eine Milderung der Ruhensbeſtimmungen
für Perſonen, die öffentliche Einkommen beziehen, ſowie grund=
ſätzliche
Aenderungen auf dem Gebiete der Gewährung von Zuſatz=
rente
der Reichsregierung empfohlen.
Aus den Aeußerungen der Regierungsvertreter iſt zu entneh=
men
, daß die Wünſche des Reichsausſchuſſes in einer demnächſt zu
verkündenden Notverordnung zum Teil Berückſichtigung finden.
Milderungen der zweiten Notverordnung?
Ein Vertreter des Reichsarbeitsminiſters erklärte in der am
8. September außerterminlich einberufenen Sitzung des Reichs=
ausſchuſſes
für Kriegsbeſchädigten= und Kriegshinterbliebenenfur=
ſorge
, daß in der in den nächſten Tagen zu erwartenden neuen
Notverordnung eine Milderung der härteſten Ruhensbeſtimmun=
gen
der Notverordnung vom 5. Juni 1931 vorgeſehen ſei. Dieſe
Erklärung wurde abgegeben, nachdem die in dem genannten Aus=
ſchuß
vertretenen Spitzenorganiſationen der Kriegsopfer und Lei=
ter
der Hauptfürſorgeſtellen über die Notwendigkeit der Abände=
rung
der Notverordnung eine Entſchließung einſtimmig angenom=
men
hatten. Nach Mitteilung des Kyffhäuſerverbandes der
Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen gab die Erklärung
des Vertreters des Reichsarbeitsminiſters Ausſicht auf Abände=
rung
der für die kriegsbeſchädigten Behördenbedienſteten äußerſt
harten Ruhensbeſtimmungen in folgenden Punkten:
Der Ruhensberechnung ſoll das jetzt tatſächlich bezogene Ein=
kommen
aus öffentlichen Mitteln unter Abrechnung der letzten
Gehaltskürzungen zugrunde gelegt werden. Für jedes Kind ſoll
noch ein weiterer Betrag von dem der Ruhensberechnung zugrunde
gelegten Gehalt abgeſetzt werden, wodurch ſich die für das Ruhen
maßgebliche Einkommensgrenze entſprechend erhöhen würde. Der
in jedem Falle den von der Ruhensvorſchrift Betroffenen verblei=
bende
Reſt der Rente ſoll bei den Schwerbeſchädigten nicht un=
weſentlich
erhöht werden. Bei den Arbeitern und Angeſtellten
im öffentlichen Dienſt, die bisher in gleicher Weiſe von den
Ruhensbeſtimmungen erfaßt wurden wie die Beamten, ſoll das
Ruhen der Rente erſt bei einem höheren Einkommen beginnen,
als für die Beamten vorgeſehen iſt. Dieſe Milderungen werden
ſich für die Schwerbeſchädigten recht merkbar, für die Leichtbeſchä=
digten
jedoch nur unweſentlich auswirken
Weitere Milderungen von Härten der Notverordnung ſcheinen
leider nicht vorgeſehen zu ſein.

Kunſtausſtellung Darmſtadt 1931 Mathildenhöhe. Das
kunſtliebende Publikum wird darauf aufmerkſam gemacht, daß mor=
gen
der letzte Sonntag iſt, an dem die Ausſtellung geöffnet iſt.
Jeder bisher Säumige möge nachholen, ſich an der ausgezeichneten
Bilderſchau über das heutige Kunſtſchaffen zu orientieren. Der
billige Eintrittspreis von 50 Pfg., für Studierende von 30 Pfg.,
geſtattet dies Jedermann.
v. H.
Die ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt jeden Tag
zur Beſichtigung geöffnet von 10 bis 12.30 und von 3 bis 7 Uhr.
Arnold=Mendelsſohn=Konzert! Es ſind wenige Chöre in
Deutſchland, die überhaupt imſtand ſind, die 8= und 12ſtimmigen
a=Cappella=Oratorien Mendelsſohns zu ſingen. Zu ihnen gehört
vor allem der Leipziger Thomanerchor. Daß aber unſere Ludwigs=
hafener
Gäſte nächſten Sonntag (6 Uhr Stadtkirche) dieſem nicht
nachſtehen bezeugt Profeſſor Dr. Noack, der nach ihrem Konzert
ſchrieb: Die Ludwigshafener hatten etwa 200 faſt ausnahmslos
ſehr junge Stimmen, die zauberhaft weich ſangen,
daß ſie an Schönheit des Soprans unſeres Erachtens auch den Ber=
liner
Domchor und die Thomaner übertrafen . . . Karten zum
Konzert bei Chriſtian Arnold am Weißen Turm Schüler und
Studierende erhalten 1=RM.=Karten zum halben Preis.
10 Akademie=Konzerte. Die große Zahl von Neuanmel=
dungen
für die Mieten der 10 Akademie=Konzerte beweiſt das
große Intereſſe, das allgemein dieſen Konzerten entgegengebracht
wird. Neben den bereits genannten Soliſten ſei noch beſonders
hingewieſen auf das Wiederauftreten von Erica Morini
(Violine), die vor zwei Jahren im Rahmen der Akademie= Kon=
zerte
einen ſenſationellen Erfolg zu verzeichnen hatte. Ebenſo
freudig begrüßt wird das Wiederauftreten von Mia Pelten=
burg
(Geſang), die ſich dieſes Mal mit Heinz Jolles
(Klavier) zu einem Kammermuſikabend vereinigt. Auch auf den
Liederabend von Hermann Schey und Hans Rosbaud
ſei beſonders hingewieſen. Beide Künſtler werden im Januar
das Goethe=Jahr mit der Winterreiſe von Schubert einleiten
Alles Nähe ſiehe Anzeige in der Sonntags=Nummer dieſes Blat=
tes
. Die Preiſe der Mieten und die Zahlungsbedingungen ſind ſo
gehalten, daß es ſelbſt in der heutigen, ſchweren Zeit jedem Muſik=
freund
möglich ſein dürfte, dieſe erſtklaſſigen Soliſten zu hören.
Orpheum. Heute Samstag, 12.. und morgen Sonn=
tag
. 13. September, finden die beiden einzigen Aufführun=
gen
des beſten Arnold= und Bachſchen Schwankes Hurra, ein
Junge, ſtatt. K. L. Lindt zeigt ſich diesmal dem Publikum
in der urkomiſchen Hauptrolle des Pappenſtiel, und wird Stürme
der Heiterzeit erzielen. Im weiteren kommt der Darſteller noch
als Chanſonette und Bubi auf die Szene. Frl. Grete Keßler
als Hanny Weber verabſchiedet ſich in dieſer Rolle. Wer die Auf=
führung
des Keuſchen Lebemann ſah, darf den Beſuch der Auf=
führungen
von Hurra=
n
Junge nicht verſäumen. Bil=
ligſter
Eintrittspreis von 80 Pfg. an. Karten bei de Waal und
Verkehrsbüro. (Siehe Anzeige.)
Volkshochſchule. Wir machen noch einmal auf die kunſt=
geſchichtliche
Führung durch das mittelalterliche
Mainz aufmerkſam, die morgen unter Leitung von Kunſt=
hiſtorikerin
M. Frölich ſtattfindet. Näheres ſiehe Wochen=
zettel
der Volkshochſchule. Gäſte willkommen.
Kriegerverein Darmſtadt. Sonntag, den 13. d. M., vorm.
9.30 Uhr, findet auf den Schießſtänden am neuen Schießhaus das
erſte Vereinsſchießen ſtatt, wozu recht zahlreiche Beteiligung er=
wünſcht
wird.
Südweſtdeutſcher Sportverband für Kleinkaliberſchießen
E. V. Es wird nochmals auf das morgen, Sonntag ſtattfindende
große Bezirks= und Reichsmeiſterſchaftsſchießen am Böllenfalltor
hingewieſen. Um den Mitgliedern und Beſuchern einen angeneh=
men
Aufenthalt zu bieten, hat Herr Hans Tod vom Wiener=
Kronenbräukeller ein großes Bierzelt auf der Spielwieſe in un=
mittelbarer
Nähe des Schießſtandes aufgeſtellt, wo tauſend Per=
ſonen
Sitzgelegenheit finden. Der muſikaliſche Teil liegt in Hän=
den
des Herrn Obermuſikmeiſters M. Weber, welcher ab mittag
1 Uhr bis abends 7 Uhr konzertiert. Abends 8 Uhr treffen ſich
die Mitglieder im Wiener=Kronenbräukeller zu einem gemüt=
lichen
Beiſammenſein. (Siehe Anzeige.)
Die Auszahlung der laufenden Zuſatzrenten, für nicht im
Erwerbsleben ſtehende Schwerkriegsbeſchädigte, Kriegshinterblie=
bene
, Altrentner und Altrentnerinnen erfolgt am Dienstag,
den 15. September 1931. vormittags von 812 Uhr, durch die
Stadtkaſſe.
Schadenfeuer. Geſtern entſtand in einer Konditorei, Soder=
ſtraße
2, ein Brand. Ein Trockenſchrank fing Feuer, das alsbald
auf Kiſten Packmaterial uſw übergriff. Die Feuerwehr konnte.
mit zwei Handfeuerlöſchern Herr des Brandes werden, der unge=
heueren
Rauch entwickelte. Größerer Schaden entſtand nicht.
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Erweiterungsbau=
ten
der elektriſchen Straßenbahn wird die Frankfurter Straße
von Alice= bis Blumenthalſtraße vom 14. bis 16. September 1931
für Fahrzeuge aller Art geſperrt. Der Fahrzeugverkehr wird von
Norden durch die Blumenthalſtraße, von Süden durch die Alice=,
Viktoria= und Blumenthalſtraße umgeleitet.

Das Reißen. Die Bronchikis, ihre Urſachen und Folgen. der Halsſchmerz und
Biele Erkälkungserſcheinungen ſind nur Sympkome für verborgene Leiden.

Von unſerem mediziniſchen Mitarbeiter.

Die kalte, herbſtlich=naſſe Witterung hat wieder recht früh=
zeitig
alle Leiden und Beſchwerden gebracht, die wieder unter dem
Sammelnamen Herbſtkrankheiten die Menſchen quälen und be=
unruhigen
. Man ſteht heute dieſen teils leichten, teils ſchweren
Erkrankungen mit größter Aufmerkſamkeit gegenüber, da man feſt=
geſtellt
hat, daß ſie haufig nur Symptome von ſchweren, zum Teil
durchaus nicht harmloſen verborgenen Leiden ſind. Dieſe Krank=
heiten
äußern ſich, durch Erkältungsreize angeregt, an irgendeinem
Organ des Körpers und dürfen darum, wie man jetzt weiß, durch=
aus
nicht gleichgültig behandelt werden, bevor der Arzt nicht feſt=
geſtellt
hat, ob es ſich nur um lokale Erſcheinungen harmloſer Art,
oder um tieferliegende Urſachen handelt. Eine der häufigſten
Herbſtkrankheiten, die meiſt die alten Leute, aber auch ſehr viele
junge Menſchen befällt, iſt das ſogenannte Reißen wie der
Rheumatismus volkstümlich genannt wird. Dieſes anſcheinend
ganz einfache Reißen iſt eine ſehr komplizierte Krankheitserſchei=
nung
, deren Urſachen durchaus nicht feſtſtehen. Vielfach hat man
erkannt, daß kranke und vereiterte Mandeln durch Fernwirkung
das Reißen verurſachen, denn aus den Mandeln werden Strepto=
kokken
ausgeſchieden, die entzündliche Prozeſſe meiſt an den Ge=
lenken
hervorrrufen. In dieſen Fällen iſt das Reißen ein Sig=
nal
der Warnung. Da kranke Mandeln auch andere ſchwere Lei=
den
hervorrrufen, wie Nierenentzündungen, Blinddarmreizungen,
Herzkrankheiten uſw., ſo tut man gut daran, ſich ärztlich unter=
ſuchen
zu laſſen. Wenn das Reißen von den kranken Mandeln
herkommt, dann iſt es meiſt verſchwunden, ſowie die Mandeln
beſeitigt worden ſind. Man heilt damit nicht nur die Beſchwerden
und Schmerzen an den kranken Gelenken, ſondern verhütet auch
den Einbruch gefährlicher und unter Umſtänden tödlicher Erkran=
kungen
. Wenn das Reißen aber nur eine Erkältungserſcheinung
iſt, dann behandelt man es mit viel Hitze, um die Entzündungen
auf dieſe Weiſe zu beſeitigen.
Ebenſo wie mit dem Reißen verhält es ſich mit der ſogen.
Bronchitis, die gleichfalls als Maſſenerkrankung bei dem jetzigen
ſchlechten Wetter auftritt. Profeſſor Wichmann hat feſtgeſtellt.
daß ſie die ganze Aufmerkſamkeit des Arztes erfordert, wenn auch
der Patient im allgemeinen dieſer Erkrankung keine beſondere
Bedeutung beimißt. Häufig iſt die Bronchitis tatſächlich nur eine
lokale Erkrankung, aber wenn ſie chroniſch iſt, dann iſt ſie nicht
nur ſehr gefährlich und ſchädigt die Luftröhren und Lungengefäße,
ſondern ſie iſt auch oft genug wiederum nur ein Symptom für
eine viel ſchwerere Erkrankung. Wie Profeſſor Wichmann mitteilt,
kann ein Herzfehler, eine Lungenerweiterung oder eine Nieren=

Wanderung von Reinheim nach Eberſtadt.
Fahrt nach Reinheim. Zeichen blau=rot=blau, durch den
Ort, ein kurzes Stück auf der nach Groß=Bieberau führenden
Straße, rechts ab durch Feld über die Ernſt=Ludwigs=Höhe‟
(229 Meter) zur Hohen Straße‟. Nach 1 Stunde die Straße
Wembach-Groß=Bieberau kreuzend, weiter durch Wald und Feld
nach 2 Stunden Rodau. Zeichen X blau=rot in nordweſtlicher

EßcRSrapr
B.

Neneasche

.OON

weid?

ARHN

6x. BicBckau

N.Monau

neöge
Richtung nach 234 Stunden Rohrbach (250 Meter. Um 1700 ent=
ſtandene
Hugenottenkolonie, ebenſo wie die Nachbarorte Wembach
und Hahn). Zeichen weiß, zunächſt Fußweg, ſpäter Straße, nach
3½ Stunden Nieder=Modau (226 Meter). Steigend, durch Feld
und Wald, dann wieder fallend nach 4½ Stunden Waſchenbach.
Am Friedhof vorbei zum Wald. Bei der Heilanſtalt Burgwald
über die Brücke, durch Hohlweg, nach 5¾ Stunden Eberſtadt an
der Bergſtraße. Rückfahrt mit der elektriſchen Straßenbahn.

Aus den Barkeien.

Deutſche Volkspartei, Frauengruppe. Die
Zuſammenkunft unſerer Freundinnen findet nicht, wie angekun=
digt
, am Mittwoch, den 16. September, ſondern erſt am Donners=
tag
, den 17. September, nachmittags um 4 Uhr auf dem Heiligen
Kreuz ſtatt.

* Aus den Darmſtädker Lichkſpieltheakern.
Union=Theater.
Das Militärluſtſpiel Dienſt iſt Dienſt iſt der ſtärkſte Lach=
erfolg
, den das Kino ſeit langem zu verzeichnen hat. Es ſpielt in
irgendeiner troſtloſen Garniſon der öſterreichiſchen Vorkriegszeit
und hat einen damenfreundlichen Major, deſſen Frau eine
Soubrette, und vor allem den Huſaren Kaczmarek, deſſen Dumm=
heit
alle Grenzen überſteigt, als Hauptakteure. Daß ſich aus ſol=
cher
Zuſammenſetzung allerhand komiſche Situationen ergeben,
liegt nahe, aber man macht ſich keine Vorſtellung von der Draſtik
der Komik, die den ganzen Film beherrſcht, und Lachſalven her=
vorruft
, wie man ſie in dieſem Maße nicht gewohnt iſt. Trude
Berliner und Lucie Engliſch ſind die weiblichen Haupt=
darſteller
im Mittelpunkt aber ſteht Fritz Schulz als Kacz=
marek
. Es wäre wirklich nicht angebracht, wollte man in dieſem
Fall die mannigfachen Ueberraſchungen vorwegnehmen, an denen
der Film ſo reich iſt; es genüge zu ſagen, daß jeder Freund kräf=
tigen
Humors hier voll auf ſeine Koſten kommt.
*
Im Helia=Theater ſieht man nur noch drei Tage Kammer=
ſänger
Richard Tauber, den berühmten Tenor, in dem Großton=
film
Die große Attraktion mit der Tänzerin Marianne Winkel=
ſtern
, Siegfried Arno u. a. Jugendliche haben Zutritt.
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen ab heute in Uraufführung
den ſpannenden Kriminaltonfilm Hilfe! Ueberfall! (Alarm um
Mitternacht) mit Gerda Maurus, Hans Stüwe. Hans Brauſe=
wetter
. Otto Wallburg, Hermann Valentin u. a. Der Höhepunkt
des Films iſt die Beraubung eines in voller Fahrt befindlichen
D=Zuges durch Piraten der Luft. Dazu ein reichhaltiges Bei=
programm
.
Orpheum. Märchentheater. Das am vorigen Sonn=
tag
mit Erfolg aufgeführte Märchenſpiel in drei Bildern Das
tapfere Schneiderlein wird morgen, Sonntag, den 1 3.
September, nachm. 3. 30 Uhr, letztmalig mit Grete
Keßler und K. L. Lindt in den Hauptrollen aufgeführt. Drei
überluſtige Bilder, in welchen u. a. auch das Wildſchwein und das
Einhorn erſcheint, ſind ſo recht geeignet, die Phantaſie der Kin=
der
anzuregen. Wer alſo ſeinen Kindern eine große Freude be=
reiten
will, der beſuche mit dieſen die letzte Aufführung, zumal
gegen Vorlage der Annonce an der Kaſſe noch beſondere Vergün=
ſtigung
gewährt wird. Außerdem winkt diesmal jeden 50. Be=
ſucher
eine Prämie in Form einer Mietkarte für 7 Mär=
chenvorſtellungen
, welche zum freien Eintritt berechtigt.
(Siehe Anzeige.)
Markusgemeinde. Die Verſammlung, die für Montag,
14. September, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus durch den Vor=
ſtand
des Gemeindevereins anberaumt iſt, ſoll vor allem einer
Ausſprache über die kirchliche Lage dienen. Pfarrer Vogel wird
dazu anregen durch einen einleitenden Vortrag über 1631 und
1931 Auch ſoll über Maßnahmen geſprochen werden, die von
der Gemeinde für die Winterhilfe getroffen werden müſſen.
Rege Beteiligung iſt dringend erwünſcht.
Die ſtädtiſche Berufsfeuerwehr wurde im Monat Auguſt
21 mal alarmiert, und zwar zu einem Großfeuer (Landfeuer),
einem Mittelfeuer, vier Kleinfeuern, einem Kaminbrand, zwei
Autounfällen, drei Waſſerrohrbrüchen, zwei Mauereinſtürzen, drei
Verkehrsſtörungen, und vier ſonſtigen Fällen.
Der Sani=
tätsdienſt
erſtreckte ſich auf 89 Transporte; die hierfür zurück=
gelegte
Fahrtſtrecke betrug 952 Km. Auf der Wache Kirchſtraße 13
(Fernſprecher Nr. 600 und 3500) wurde in drei Fällen erſte Hilfe
geleiſtet.

entzündung die Urſache einer Bronchitis ſein, und der Kat
iſt häufig nur die Begleiterſcheinung einer anderen Erkran=
oder
der Ausdruck eines konſtitutionellen Moments. Man

ſöoren Eertandunf zun Darſchein zu briſſen. Fufil.
mann fordert darum mit Recht die Aerzte auf, bei einer ſchw
Bronchitis nicht nur die Atmungsorgane, ſondern den ganzen
per zu unterſuchen, um feſtzuſtellen, ob es ſich um eine lokale
krankung oder um eine Folgeerſcheinung andere organiſcher
den handelt. Dieſe Feſtſtellung kann natürlich nur der
machen. Auch die Bronchitis iſt alſo, wie man ſieht, häufig
ein Warnungsſignal.
Mit der Bronchitis eng zuſammen hängen leichte Halsſch
zen und Huſten, die auch die Begleiterſcheinungen der Bron
ſind. In vielen Fällen aber iſt beſonders der Halsſchmerz
großer Bedeutung für den Geſundheitszuſtand, beſonders.
er von geſchwollenen Mandeln herrührt. Während häufig
eiterte Mandeln ſich durch keinerlei lokale Schmerzen beme=
machen
und ſich nur, wie oben bemerkt, durch Fernwirkun
Knochen. Nieren. Herz uſw. äußern, liegt hier der günſtige
vor, daß die Beſchwerden den Patienten ſchon auf einen anorn
Zuſtand der Mandeln hinweiſen. Er wird, wie es im allgem
üblich iſt, am Tage gurgeln und in der Nacht einen Prießnitz
ſchlag machen und dadurch in kürzerer oder längerer Zeit Er
terung der Beſchwerden erhalten. Trotzdem iſt dieſes Verfe
falſch. Auch wenn die Beſchwerden vollkommen durch die
handlung verſchwinden, iſt es falſch, denn der Erfolg zeigt 1
aus nicht, daß die Maßnahmen richtig waren. Man mu
dieſen Fällen den Arzt fragen, ob die Mandeln behandelt
den müſſen, da auch dieſe Halsſchmerzen Signale ſind, die
größeren oder ſchwereren Erkrankungen warnen. Wenn die Sa
zen durch die obengenannte Behandlung verſchwinden, dann
das nur, daß man den Entzündungsprozeß, der durch die
eiterung hervorgerufen wird, mit wirkſamen Mitteln beſ
hat. Die den Körper vergiftende Urſache dieſes Entzündung
zeſſes iſt aber noch vorhanden und wirkt ſchädlich weiter.
hat alſo gewiſſermaßen nur den Warnruf zum Schweiger
bracht, aber nicht die Krankheit. Mat hat alſo das Törichſt
tan, was man tun konnte, anſtatt froh zu ſein, daß die kr
Organe ſich ſelbſt gemeldet haben, um geheilt oder ausgeſch
zu werden.

Aus dem Gerichtsſaal.

Aw. Eine junge Kontoriſtin aus Wald=Amorbach
am Freitag wegen Urkundenfälſchung und U
ſchlagung vor dem Bezirksſchöffengericht. Al
Mädchen arbeitslos geworden war, hatte ſie ſich Bekannte
Führung der arg in Unordnung geratenen Bücher ange
Sie wurde auch von der Frau beauftragt, eingehende Geld
quittieren und mit dem Namen des Geſchäfts zu quittieren
Tages ging ein Betrag von 7.15 Mark ein, den das Mädcher
nungsgemäß in Empfang nahm die Frau lag krank im B
und in die Tiſchſchublade verſchloß. Bei einer Nachprüfung
der Betrag, und ohne weiteres wurde das Mädchen angezei,
beteuert heute, daß es keinen Pfennig an ſich genommen
vielmehr könne das wohl der Sohn geweſen ſein, der öfter
ohne Wiſſen der Mutter aus der Tiſchſchublade geholt habe
Frau mußte das ſchließlich auch ſelbſt zugeben, ſo daß das
gemäß dem Antrag des Staatsanwalts zu einem Freiſy
kam.
Es ſaßen dann ein Gaſtwirtsehepaar aus
pertheim wegen Kuppelei auf der Anklagebank. Es
beſchuldigt, zwei Frauen von denen die eine zeitweiſe
Wirtſchaft aushalf, zu unzüchtigen Handlungen verleitet ode
wenigſtens gebilligt zu haben. Die Frau beteuert ihre Un
Sie habe erſt nachträglich erfahren, daß die beiden Fraue
artige Dinge betrieben hätten. Die beiden Frauen machen
dings einen äußerſt ungünſtigen Eindruck bringen es nicht
während der Vernehmung der anderen Zeugen ihre Mün.
halten, ſo daß der Vorſitzende ihnen mehrere Male 24 S1
Haft androhen muß. Auch der Mann, der ſich deſſen ung
höchſtſelbſt mit der einen Frau vergnügt hatte, beteuert,
ſeine Unſchuld. Als der Staatsanwalt gar für ihn 12
und für die Frau 14 Monate Gefängnis beantragt, verfäl
Frau in einen halbſtündigen Heulkrampf, indem ſie immer
ihre Unſchuld beteuert. Auch das Gericht hält die beide
ſchuldig, glaubt allerdings, daß die beiden Frauen die tre
Kraft geweſen ſeien, und verurteilt Mann und Frau zu je
Monaten Gefängnis und Geldſtrafen von i
Mark.
Es ſteht dann eine Witwe aus Wiesbaden
Urkundenfälſchung und Betrugs vor dem Richt
Im Jahr 1929 war ſie mit ihrem 18jährigen Sohn nach
michelbach in das katholiſche Schweſternheim zur Erholung
men. Sie betrug ſich dort ſehr merkwürdig, pumpte andere
um Geld an und zeigte der Oberin recht obſzöne Briefe,
angeblich von einem Herrn erhalten haben wollte. Als n
ſchließlich vor der Tür ſetzte, konnte ſie nicht bezahlen, u.
auch bis heute trotz aller Verſuche ſeitens des Heims ſo g
nichts bezahlt. Die Anklage nimmt an, daß ſie die Briefe 9
ben habe, um einen längeren Aufenthalt im Heim zu er!
doch hält das Gericht nicht das nach der Beweisaufnahme
wieſen, und verurteilt ſie lediglich wegen Betrugs
zu einer (
ihre Zahlungsunfähigkeit verſchwiegen habe
ſtrafe von 50 Mark, hilfsweiſe fünf Tage Gefängnis.

Briefkaffen.
Ider Anufrage if die letzte Bezugsgulttung beizufügen. Anonyme Ankegen
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechieverdlmdlſchtelt.
Abonnent in D. Wenn eine Treppe gewachſt wird, m.
beſonderer Vorſicht verfahren, insbeſondere nach der Wachlt
Fläche mit einem die Glätte abſtumpfenden Material ord
mäßig verſehen werden. Das Reichsgericht hat z. B. eint
unternehmen für haftbar erklärt, nachdem in dem gen
Schalterraum eine Krankenſchweſter infolge ſolcher Glätte
gekommen war. Natürlich wird bewieſen werden müſſen.
Unfall auf die ordnungswidrige Vornahme der Arbeit 9.
führen iſt, wofür namentlich auch die Begutachtung des
delnden Arztes heranzuziehen iſt. Wegen der gegen deil
nungsinhaber zu erhebenden Schadensklage empfehlen 4
ziehung eines Anwalts.

Lokale Beranſtalkungen.

Vortrag. Wird Rußland unſer Schickſal? Das
viele eine intereſſante, für noch mehrere aber eine bange
Sie läßt ſich nicht beantworten durch Ableſen des polikiſche
meters, darüber kann man nicht die Sterne fragen, Li.
nur in den göttlichen Weisſagungen orientieren. Diels
gezeichnet in der heiligen Schrift und werden in den olle
Vorträgen Waldſtraße 18, Sonntags abends 8 Uhr, eiſte.
handelt. (Siehe morgige Anzeige.)
Hotel und Reſtaurant Poſt am Haup.
hof veranſtaltet heute Samstag und morgen Sonſtus
ſchaftsabende mit Tanz. Die gemütlichen Abende im 2
ſeien freundlichſt in Erinnerung gebracht. (Siehe heulite
Schuls Brauerei, Schloßgaſſe 25. SCie
Sonntag die beliebten Konzerte, ausgeführt vom Siſte.
Eintritt frei.
Tageskalender für Samstag, den 12. September 1224
Heſſ. Landesthegter. Großes Haus 19004
Kleines Haus: Keine Vorſtei.
Macht des Schickſals.
Orpheum 20,30 Uhr: Hurra ein Junge
Städt,Akad f. Tonkunſt 2045 Uhr Vorr S
Konzerte: 3. Oper, Schloßkeller. S
iſt Chriſtus?
Reſtaurant am Böllenfalltor, Herrngartenkaffee. 2.
Poſt, Datterich, Brauerei Schul. Kinovorſt.
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.

Te=
H.
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t-r.

rie

[ ][  ][ ]

mmer 253

Samstag, den 12. September 1931

Seite 7

In den Lehrbekrieben der Landwirkſchafkskammer
Der Landbund zu den Unwekkerſchäden.

der
dern
vie
fük
tab
ſche=
7

Bei den angeſpannten Finanzverhältniſſen des Reiches und
inder und bei dem Fehlen von geeigneten Siedlern mit
isher verlangten Eigenkapital iſt es unmöglich geworden,
dliche Oſt=Siedlung in dem bisherigen Verfahren durchzu=
Schon ſeit längeren Jahren iſt dieſe Umſtellung aus ren=
ftsmäßigen
, betriebswirtſchaftlichen bäuerlich= pſychologi=
nd
koloniſatoriſchen Gründen insbeſondere von ſeiten des
itums und der Landarbeiterſchaft ſelbſt wie auch von der
giſſenſchaft eindringlich gefordert worden. Die Not der
t nunmehr dazu geführt, daß die von dieſer Seite geforderte
Mitarbeitsſiedlung in geſchloſſenen Siedlergruppen

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Ga
jo

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1N (B
Ern
ſen
gen

zerweiſe vorbereitet durch die Weſt=Oſt=Umſiedlung und
raktiſche Erfahrungen im letzten Jahre mit der primitiven
ung von rußland=deutſchen Flüchtlingen und nachher von
nd mitteldeutſchen Bauern und ortsanſäſſigen Landarbei=
auf
der ganzen Linie durchgeführt werden muß. An
der bisherigen Siedlungsmethode, gekennzeichnet durch
ſchlüſſelfertige Bauten, langdauerndes Siedlungsverfah=
angelnde
Rückſichtnahme auf Eignung und Eigenart des
materials, tritt ein neues Verfahren, die ſogenannte Auf=
lung
. Das Charakteriſtiſche dieſer zeitgemäßen Siedlungs=
jegt
neben dem beſchleunigten Verfahren und dem ver=
einfachen
Bauen, wie allgemein dem Senken der Ge=
skoſten
auf faſt die Hälfte, darin, daß der geſamte Sied=
rozeß
als Selbſtverwaltungsaufgabe der geſchloſſenen Sied=
ruppe
mit der ortsanſäſſigen Landarbeiterſchaft gelöſt wird.
erfolgt der Aufbau des neuen Dorfes, die Verteilung der
wirtſchaften und des Gutsinventars, die Schaffung der
iſchaftseinrichtungen, unter weitgehendſter Mitarbeit der
ſelbſt. Damit wird auch die in der nur roh aufgebauten
ng beſonders notwendige Gemeinſchaftsarbeit und Genoſſen=
rganiſation
feſt begründet und bereits angebahnt. Durch
lbſtverwaltung und Mitgeſtaltung der Siedler wird das
wortungsbewußtſein entwickelt, das erforderlich iſt, um
hwieriger Anfangsverhältniſſe dem Dorf ſowohl wie dem
einen kulturellen und wirtſchaftlichen Aufſtieg zu ſichern.
eſe Umſtellung im Siedlungsverfahren erfordert einen ſtar=
sbau
der Beratungsorganiſation für die Siedlerbewerber=
den
die Reichsſtelle für Siedlerberatung
in W 9. Leipziger Platz 17) vorbereitet hat.
ir durch die Not gewieſene Weg kann mit um ſo größerer
oſſenheit durchgeführt werden, als die Siedlung damit wie=
dem
wird, was ſie ſeit jeher geweſen war und was ſie wie=
rden
muß, nämlich:
bloniſation in des Wortes urſprünglicher Bedeutung!

1. Arheilgen, 11. Sept. Feuerwehrübung. Die Frei=
wr
: Feuerwehr hielt geſtern abend ihre planmäßige September=
zur
Abwechſlung und zur Uebung für den Notfall mit der
Sc ab. Das Waſſer wurde anſtatt aus der Waſſerleitung
au m Rutſenbach entnommen. Obwohl lange nicht mehr mit
defritze geübt worden war, klappte der Brandangriff auf das
Ar en des Bernhard Völger vorzüglich. Anſchließend fand im
slokal. Gaſthaus Zur Sonne, ein gemütliches Beiſammen=
ſei
iter Mitwirkung der Kapelle ſtatt. Hierbei wurde die Feſt=
wliung
vorgelegt, die einen ganz namhaften Ueberſchuß auf=
we
der zur Inſtandſetzung der Geräte verwandt wird. In
de onatsverſammlung des Turnvereins am Samstag
kommen interne Fragen zur Sprache. Im Vordergrund ſteht
erbeveranſtaltung am Sonntag, den 20. September Die
nmeternte iſt, gefördert durch den Sonnenſchein der
Tage, ſoweit beendet. Sie war in der Quantität befrie=
de
1 ließ jedoch in der Qualität um ſo mehr zu wünſchen übrig.
Reitabteilung der Junglandbundortsgruppe beteiligt ſich
ar chſten Sonntag an dem Reiterfeſt in Neu=Iſenburg.
Griesheim, 11. Sept. Anläßlich des am Sonntag den
ptember d. J., ſtattfindenden Blumentages des Fecht=
s
Waiſenſchutz Ortsgruppe Griesheim, werden die hieſigen
vereine an verſchiedenen Stellen Platzkonzerte veranſtalten,
ruf die Abhaltung des Blumentages hinzuweiſen.
einezählung. Das Ergebnis der Schweinezwiſchenzäh=
vom
1. September d. J. beträgt: Zuchteber 2, Zuchtſauen 34,
e Schweine 1165.

für Gemüſeban
zu Groß=Umſtadt und Gonſenheim finden in nächſter Zeit folgende
Kurſe ſtatt:
Dreitagskurſus vom 22.24. September 1931 in Groß=
Umſtadt;
Dreitagskurſus vom 16.18. September 1931 in Gonſen=
heim
.
Eintagskurſus am 13. Oktober 1931 in Groß=Umſtadt;
Eintagskurſus am 7. Oktober 1931 in Gonſenheim.
Die Kurſe ſind für alle Teilnehmer bis auf weiteres ge=
bührenfrei
und werden den Teilnehmern aus Heſſen die Reiſe=
koſten
3. Klaſſe ganz oder zum Teil vergütet, je nach Entfernung.
Anmeldungen ſind zu richten an das Muſter= und Verſuchsgut
der Landwirtſchaftskammer zu Groß=Umſtadt (Heſſen), und zwar
ſpäteſtens bis acht Tage vor Beginn eines Kurſus.
Die am Gemüſebau intereſſierten Kreiſe ſeien auf dieſe Kurſe
nachdrücklich, hingewieſen, da hier reiche Gelegenheit zu zeitgemäßer
Weiterbildung gegeben wird.
Cp. Pfungſtadt, 11. Sept. Selbverſorgerbrot. Die be=
ſtehende
wirtſchaftliche Lage hat die Freie Bäckerinnung Pfung=
ſtadt
-HahnEſchollbrücken gezwungen, diejenigen Selbſtverſorger,
welche bei ihren Bäckern mit der Mehllieferung im Rückſtande
ſind aufzufordern, die Rückſtände in aller Kürze zu begleichen.
Gleichzeitig gibt die Innung bekannt, daß ſie nur dann in der
Lage iſt, Brot für Backgeld zu verabreichen, wenn das Mehl im
voraus geliefert worden iſt.
Cp. Pfungſtadt, 11. Sept. Die Nußernteverſteigerung
von den der Gemeinde gehörigen Nußbäumen an der Sandbach erbrachte
diesmal nur einen Erlös von 271,10 RM. Im Vorjahre konnten dabei
ungefähr 440 RM. erzielt werden.
Nach dem Standesamts=
regiſter
waren hier im Monat Auguſt 8 Geburten (5 Knaben und
3 Mädchen), 8 Eheſchließungen und 3 Todesfälle zu verzeichnen Bei
der Exportbrauerei Hildebrand konnte der Brauer Georg Steinmetz 9.
ſein 40jähriges Dienſtjubiläum begehen. Bürgermeiſter
Schwinn überreichte dem Jubilar im Auftrag des Wirtſchaftsminiſteriums
eine Ehrenurkunde und überbrachte gleichzeitig die Glückwünſche der
Stadtverwaltung.
Im benachbarten Hahn drang in einer der
letzten Nächte ein unbekannter Dieb, wahrſcheinlich ein Wanderburſche,
in zwei Geſchäftshauſer (bei einem Bäcker und einem Metzger) ein. In
beiden Fällen fiel dem Täter nur das Wechſelgeld in den Ladenkaſſen in
die Hände.
F Eberſtadt,
11. Sept. Rotlaufſeuche. Unter dem
Schweinebeſtand des Landwirts Karl Roßmann, Schulſtr. 2.
iſt die Rotlaufſeuche ausgebrochen. Die Gehöftſperre iſt
angeordnet worden. Aerztlicher Sonntagsdienſt. Den
ärztlichen Sonntagsdienſt verſieht am Sonntag, den 13. Septem=
ber
Dr.med Zutz. An ihn wende man ſich, wenn der Hausarzt
nicht erreichbar iſt. Beratungsſtunde. Am Montag, den
14. September, nachmittags von 34 Uhr, findet in der Guten=
bergſchule
wieder eine Beratungsſtunde der Mutter= und Säug=
lingsfürſorge
ſtatt. Obſt= undWeidenverſteigerung.
Das Obſt von den Gemeindemühlwieſen (Aepfel, Birnen, Zwet=
ſchen
) ſoll am Freitag, den 18. September, nachmittags um 3 Uhr,
an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert werden. Gleichzeitig
ſollen auch die Weiden von den Bachufern meiſtbietend verſteigert
werden. Nähere Auskunft erteilen die Feldſchützen.
An Groß=Zimmern, 11 Sept. Geſtern nachmittag entſtand in
Groß=Zimmern vor dem Eckhauſe Beineſtraße=Hauptſtraße, in deſ=
ſen
unterem Stock ſich das Geſchäft des Friſeurs Altmann befindet.
eine große Menſchenanſammlung. Die Urſache hierzu waren un=
liebſame
Auseinanderſetzungen zwiſchen dem Beſitzer des Friſeur=
geſchäfts
und dem hierhergekommenen Bräutigam der ſeither bei
Herrn Altmann im Dienſt ſtehenden Friſeuſe. Der Streit artete
ſchließlich in eine wüſte Schlägerei aus, die auch merkliche Spuren
hinterließ. Ein herbeigerufener Gendarmeriewachtmeiſter ſtellte
die Ruhe wieder her und nahm den Tatbeſtand auf. Ueber die
Urſache des Streites ſchweben die verſchiedenſten Gerüchte. Jeden=
falls
wird der Streit noch ein gerichtliches Nachſpiel haben
Babenhauſen, 11. Sept. In den Waldungen zwiſchen Lang=
ſtadt
und Kleeſtadt veranſtaltete F. Kallenbach, der Leiter der
Heſſiſchen Landesſtelle für Pilz= und Haus=
ſchwamm
=Beratung eine ſehr gut beſuchte und mit größ=
tem
Intereſſe aufgenommene Pilz=Exkurſion mit den Mit=
gliedern
der Bezirks=Lehrervereine Groß=Umſtadt und Baben=
hauſen
.

Griesheim, 11. Sept. Die hieſige Ortsgruppe des Landbunds
hielt im Gaſthaus. Zum grünen Baum hier eine außerordentliche
Mitgliederverſammlung ab. Der einzige Punkt der Tagesordnung
betraf die Unwetterſchäden. Die Verſammlung erfreute ſich eines
außerordentlich ſtarken Beſuches; auch war eine größere Anzahl
von Grundſtücksbeſitzern, die dem Landbund nicht als Mitglied
angehörten, aber infolge des Unwetters ebenfalls Schäden erlitten
haben, erſchienen. In der in ſehr ausgiebiger Weiſe geführten
Ausſprache wurde übereinſtimmend feſtgeſtellt, daß die Schäden in
ihrem überwiegenden Umfang infolge der durch die Sprengung
des Sandbachdammes erfolgten Ableitung der gewaltigen Waſſer=
maſſen
in die hieſigen weſtlichen Gemarkungsteile entſtanden ſind.
Auch durch den Uebertritt der Landwehr wurden größere Gebz=se
überſchwemmt. Ein großer Teil des betroffenen Gebietes iſt jetzt
von der Ueberſchwemmung noch nicht vollſtändig frei, das weitere
Schadengebiet iſt jetzt noch mit Waſſer derart überſättigt und ver=
ſchlammt
und infolgedeſſen noch unpaſſierbar, daß eine genaue Feſt=
ſtellung
der entſtandenen Schäden jetzt noch vollſtändig unmöglich
iſt. Feſt ſteht aber heute ſchon, daß die Ernte in dem Schadengebiet,
die vorwiegend in Gemüſe, Kartoffeln und Futter beſteht zum
weitaus größten Teil vernichtet iſt, und daß eine ganze Anzahl
von Landwirten infolge der ganz enormen Schäden in ihrer
Exiſtenz ernſtlich bedroht ſind. Herr Bürgermeiſter Feldmann gab
ausführliche Erläuterungen über die von ihm getroffenen Mäß=
nahmen
und über den derzeitigen Stand der Angelegenheit. Er
wies ferner darauf hin, daß auf ſeine Veranlaſſung am verfloſ=
ſenen
Samstag Herr Miniſterialrat Bauer und Herr Regierungs=
rat
Morneweg vom Miniſterium für Arbeit und Wirtſchaft, ſo=
wie
Direktor Seeger vom Landwirtſchaftsamt in Darmſtadt im
hieſigen unteren Gemarkungsteil anweſend waren und ſich von dem
Umfang des angerichteten Schadens überzeugten, und daß dieſer
Beſichtigung eine weitere Beſichtigung des oberen Gemarkungs=
teiles
folgen ſolle. Herr Bürgermeiſter Feldmann gab dann noch
bekannt, daß die Friſt zur Anmeldung der Schäden bereits ver=
ſtrichen
ſei, daß er aber mit Rückſicht auf die erſchwerten Schadens=
feſtſtellungen
eine Erſtreckung der geſetzt geweſenen Friſt durchſetzen
konnte. Die Verſammlungsteilnehmer waren von den Ausfüh=
rungen
des Herrn Bürgermeiſters voll und ganz befriedigt, billig=
ten
einmütig die von ihm getroffenen Maßnahmen und legten die
weitere Behandlung der Angelegenheit in die Hände der Bürger=
meiſterei
. Aus der Mitte der Verſammlung heraus wurde dem
Wunſche Ausdruck verliehen, von überſetzten Schadenanmeldungen
im Intereſſe einer reibungsloſen Erledigung der Angelegenheit
abzuſehen. Außerdem wurde den mit der Schadenanmeldung noch
rückſtändigen Grundbeſitzern angeſonnen, ihre Anmeldungen bis
zum nächſten Montag nachzuholen, da umgehend eine Nachprüfung
der eingegangenen Schadenanmeldungen durch eine örtliche Kom=
miſſion
und durch das Landwirtſchaftsamt erfolgen muß.

G. Ober=Ramſtadt, 11. Sept. Gemeinderatsſitzung.
Aus den Beſchlüſſen der am 10. d. M. ſtattgefundenen Gemeinde=
ratsſitzung
iſt folgendes zu erwähnen: Ein Wirtſchaftskonzeſſions=
geſuch
der Johann Faubel Ehefrau für das Anweſen Bahnhof=
ſtraße
22
ſtößt beim Gemeinderat inſofern auf Bedenken und wird
daher nicht befürwortet, als ſich der Ehemann der Antragſtelle=
rin
als Beamter in Stellung befindet und dadurch die Exiſtenz
der Familie geſichert erſcheint Die Gaſtwirte=Innung Heſſen,
Sitz Darmſtadt, hat in einem Schreiben vom 8. Auguſt d. J. darum
gebeten. bei Beratungen über Erteilung von Konzeſſionen ihren
hieſigen Obmann. Gaſtwirt Frz. Gg. Schneider mit beratender
Stimme zuziehen zu wollen. Dem Antrag wird ſtattgegeben.
Der Arbeiterſportverein Vorwärts bittet, ihm den Turnſaal des
Schulhauſes auf dem Schießberg für Schülerturnen an den geeig=
neten
Tagen zur Verfügung zu ſtellen, ebenſo ſucht die Arbeiter=
wohlfahrt
, Ortsausſchuß Ober=Ramſtadt, um Ueberlaſſung eines
Raumes im Rathaus nach. Zu dem erſteren Geſuch liegt eine Zu=
ſtimmung
des Schulvorſtandes vor, beide Geſuche werden deshalb
genehmigt. Sämtliche Vereine, die Schulräume benutzen, haben
der Gemeinde die Koſten der Beleuchtung zu erſetzen. Die Ver=
gebung
freigewordener Gemeindewohnungen wird zur nichtöffent=
lichen
Sitzung zurückgeſtellt. Eine Vereinbarung mit Gaſtwirt
Georg Rodenhäuſer 11. wegen Anbringung einer elektriſchen Steck=
doſe
an ſeinem Haus zur Beleuchtung des Marktplatzes, wird im
Entwurf genehmigt. Für das Faſelvieh ſoll Hafer und Stroh,
ſoweit erforderlich, noch angekauft werden. Hieran ſchloß ſich
eine nichtöffentliche Sitzung an.

voN 2350 RM AN
werden 1,2 Liter Vierzylinder ab Werk Rüsselsheim
geliefert. Die günstigen Bedingungen der Allgemeinen
Finanzierungs Gesellschaft erleichtern IInen die An-
schaffung
. Einige der vielen Vorzüge: Nelson-Bohnalite
Kolben durchbohrte Pleuelstangen Gemischvor-
wärmung
Federlänge ca. 80%, des Radstandes hy-
draulische
Stoßdämpfer vorn-Holz-Stahl-Karosserien.
Sie sind es sich selbst schuldig, den 1,2 Liter Opel zu
(ahren, ehe Sie einen Wagen kaufen, zumal eine Probe-
fahrt
ganz unverbindlich igt.

MUMU O V&‟
un ist der Wunsch vieler Tausende, hier und in der ganzen Welt. -
MABerfüllt. Der 1,2 Liter Vierzylinder Opel ist da! Er bringt die ideale
Verbindung der wirtschaftlichen Vorteile kleiner Wagen mit den betonten
Vorzügen großer Automobile, er bringt nichts weniger als die Lösung der
Kleinwagenfrage. Moderne, doch erprobte Konstruktionsprinzipien, vorbild-
liche
Fabrikationsmethoden und das Wissen um die Erfordernisse des Marktes
haben es der größten Automobilfabrik Deutschlands ermöglicht, diesen vor-
bildlichen
Wagen zu bauen. Hier wurde das Gesetz idealer Proportion, der
Goldene Schnitt, zum Prinzip für den Automobilbau. Setzen Sie sich ans
Steuer, der erste Augenblick wird zum Erlebnis und nach wenigen Kilo-
metern
werden Sie anerkennen; hier ist der Wagen der kommen mußte.

* [ ][  ][ ]

Seite 8

Samstag, den 12. September 1931

Habitzheim. 11. Sept. Beigeordnetenwahl. Am
Sonntag, den 6. September, ſollte in hieſiger Gemeinde die Bei=
geordnetenwahl
ſtattfinden. Es war aber nur ein Wahlvorſchlag
eingereicht, und zwar für den früheren Beigeordneten, Herrn Gg.
Valentin Ehrhardt. Daher war die Wahl überflüſſig; ein ſchönes
Zeichen des Einvernehmens zwiſchen Beigeordneten und Gemeinde=
einwohnern
.
Cg. Reinheim, 11. Sept. Kirchweihe. Am Sonntag wird hier
die Kirchweihe gefeiert, im Volksmund die Kerb genannt. Voraus
geht der Kerbputz, ein Großreinemachen im ganzen Haus, wobei ſich
die Männer möglichſt aus dem Haus ſcheren, weil ſie doch nur als hin=
derlich
angeſehen werden. Großes Kuchenbacken, Zubereiten der umfang=
reichen
Braten und des Schlachtgeflügels deutet auf den verſtärkten aus=
wärtigen
Beſuch an dieſem Tage hin, damit nichts zum Willkomm fehlt.
Für die Beluſtigung iſt durch Schießbuden, Karuſſells, Schiffſchaukel
beſtens geſorgt, in mehreren Sälen findet Tanzmuſik ſtatt. Kein echter
Reinheimer iſt, wer den Galopp, im Reinheimer Deutſch Dreher ge=
nannt
, nicht beherrſcht. Abſeits und ratlos ſtehen die jazz= und tango=
gewohnten
Städter, wenn der ſchnelle Galopp ſteigt, durch Zurufe der
Tanzenden an die Kapelle ſchneller und ſchneller werdend, oft bis zur
Wildheit geſteigert bis eben die Takte ſo ſchnell geworden ſind, daß ein
Mittanzen unmöglich iſt. Trotz allem unermüdlich wiederholt, es gehört
eben die Jugend dazu, ihre Wildheit auf dieſe Weiſe auszulaſſen. Wird
es dann Mitternacht, ſo kommt das Alter beim wunderſchönen deutſchen
Rhein und O Tannenbaum, o Tannenbaum im geſchliffenen Walzer
zu ſeinem Recht, bis gegen Morgen hin der Geſang noch zu ſeiner Be=
deutung
gelangt, die ihm gebührt.
Dh. Bockenrod i. O., 11. Sept. Als vorgeſtern ein Motorrad=
fahrer
auf unſerer Ortsſtraße überholen wollte, fuhr er dabei den
Sohn des Herrn Steiger um. Der Verletzte brach dreimal das
Bein. Dem Motorradfahrer paſſierte außer ein paar Hautabſchür=
fungen
nichts. Dr. Kunkler aus Reichelsheim leiſtete die erſte
Hilfe und überlieferte den Knaben ins Krankenhaus nach Darm
ſtadt.
Ai. Vielbrunn, 11. Sept. Neumarkierung. Da infolge
des regen Kraftfahrzeugverkehrs auf der Straße Eulbach=Hainhaus
die Wanderer häufig nicht endenwollende, faſt undurchſichtige
Staubwolken zu genießen" haben, oder ſo ſie beim Nahen von Kilo=
meterbezwingern
ſich nicht bei Zeiten ſeitwärts in die Büſche
ſchlagen, mit von den Rädern aufgepeitſchtem Straßenkot geſalbt
werden, hat die hieſige Odenwaldklub=Ortsgruppe, um dieſen Miß=
ſtand
etwas zu mildern, an den Wegbezeichnungsausſchuß des
Odenwaldklubs das Anſuchen gerichtet, die Wegmarkierung von
dieſer Straße auf einen nahen Seitenweg zu verlegen. Dieſem
Anſinnen wurde entſprochen, und hat nunmehr Herr Amtsanwalt
Stiepel=Michelſtadt, mit den beiden Vorſitzenden der hieſigen
OWK.=Ortsgruppe, Herrn Lehrer Knop und Herrn Förſter Lau=
denberger
, die Neumarkierung ausgeführt. (Rotes Dreieck.) Die=
ſelbe
zweigt an der Lichteplatte rechts von der Straße ab, führt
durch Felgenwald, Faltershohl und Vielbrunn (Kalte Loch
Römerſtraße), dann Eckertsrod, Breitenbrunnerweg und mündet
auf demſelben unweit Hainhaus wieder auf die Straße. Der neu=
markierte
Weg bietet mancherlei Abwechſelung und iſt keine Ge=
fährdung
durch Kraftfahrzeuge zu befürchten.
Hohes Alter.
Der ringsum bekannte Makler und Weißbindermeiſter Heinrich
Serba konnte geiſtig und körperlich friſch und geſund ſeinen 84.
Geburtstag begehen.
b. Gras=Ellenbach, 9. Sept. Fremdenverkehr. Wie
der Fremdenverkehr durch die beſtehende Geldknappheit überall
geringer geworden iſt, ſo iſt auch dieſes Jahr in unſerem Höhen
luftkurort eine kleinere Zahl Gäſte zu verzeichnen; aber dennoch
iſt der Beſuch der Zeit entſprechend verhältnismäßig gut. Das
Hotel Siegfriedbrunnen iſt als gutes Hotel überall bekannt und
auch in dieſem Jahre wieder voll beſetzt. Die reine Höhenluft,
der würzige Waldduft bieten den Erholungsſuchenden gemüt=
lichen
und geſunden Aufenthalt. Auch iſt den Gäſten in dem
vorhandenen, ſchön angelegten Schwimmbad Gelegenheit zum
Schwimmen und Baden gegeben.

Skraßenbericht
für die Woche vom 13. bis 19. September 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
40. MainzAlzey (Pariſer Straße zwiſchen Nieder=Olm und Wörr=
ſtadt
) wegen Umbauarbeiten an der Eulenmühle bei Nieder=Olm,
Km. 13,014,6, vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Sörgenloch, Wahlheimer=Hof, Hahnheim, Undenheim.
42. DarmſtadtMainz, die Straßenunterführung bei Groß=Gerau iſt
durch das Hochwaſſer überflutet und daher vorübergehend geſperrt.
Umleitung: Weiterſtadt, Klein=Gerau.
Hauptſtraßen in Heſſen:
DarmſtadtGriesheim-Wolfskehlen (zwiſchen Griesheim und Wolfs=
kehlen
) Klm. 7,41610,723 vom 6. 7. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Groß=Gerau oder Stockſtadt, Crumſtadt, Eſchollbrücken.
OrtenbergGedern (zwiſchen Lißberg und Hirzenhain) vom 27. 7. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Glashütten, Oberleis, Schwickerts=
hauſen
, Lißberg oder Uſenborn, Ortenberg.
Sonſtige Straßen in Hefſen:
Neuſtadt t. Odw.Seckmauern zwiſchen dem Straßenkreuz unterhalb
Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wiebelsbach vom
8. 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
LindheimDüdelsheim vom 29. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umlei=
tung
: Stockheim. Büches oder Hainchen, Himbach, Eckartshauſen,
Calbach, Büches.
Rendel-Büdesheim (vom Abzweig nach Niederdorfelden) vom 10. 8. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Groß=Karben, Heldenbergen.
Rodheim v. d. H.Petterweil vom 10. 8. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Holzhauſen v. d. H., Ober=Erlenbach oder Nieder=Wöllſtadt,
Okarben.
Grebenhain-Vaitshain vom 17. Aug. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: Crainfeld.
EckartshauſenAlt=Wiedermus vom 27. Aug. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Diebach a. Haag, Lorbach, Orleshauſen, Calbach.

Dr. Neckarſteinach, 11. Sept. Neckarſchiffahrt. Die Ver=
kehrslage
auf dem Neckar hat ſich während des Monats Auguſt
verſchlechtert. Infolge der Deviſenverordnung wurde die Einfuhr
einer Reihe von Gütern nicht unerheblich erſchwert. Das Anlegen
von Frachtſchiffen ging in den Seehäfen zurück. Die Folge
davon waren weitere Stillegungen von Schiffen und weniger
ſtark benutzte Schleppzüge. Die Schiffahrt konnte auf dem Neckar
im vergangenen Monat durch den überaus günſtigen Waſſerſtand
voll durchgeführt werden ohne Unterbrechungen. Auf der Berg=
fahrt
befanden ſich 27 Schleppzüge mit insgeſamt 86 Schiffen.
Die meiſten der Laſtſchiffe wurden nach Heilbronn geſchleppt: zehn
waren mit Gütern und 32 mit Kohlen beladen, während ein
Kohlenſchiff nach Rockenau zur Bauſtelle ging. An die Bauſtellen
in Rockenau und Hirſchhorn gingen 17 Schiffe mit Kies. Von den
übrigen Schiffen fuhren 13 leer zu Berg, um Salz zu laden, und
der Reſt nach hier zum Holzladen und auf die hieſige Schiffswerft.
Auf der Talfahrt befanden ſich 65 Schiffe, von denen die meiſten
Salz geladen hatten und die anderen mit Gütern und Kies be=
frachtet
waren.
Hirſchhorn, 11. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
10 September: 2,04 Meter; am 11. September: 1,08 Meter.
(Morgens 5,30 Uhr.)
P. Königſtädten (Ried), 10. Sept. Selbſtmord aus Nah=
rungsſorgen
. Aus Nahrungsſorgen beging hier ein 60jähriger
Invalide, der durch Unglücksfall ein Bein verlor, Selbſtmord, indem er
ſich am Fenſterkreuz ſeiner Wohnung erhängte.

Nachrichken des Skandesamis Darmſtadk.
Geſtorbene. Am 29. Auguſt: Eliſabeth Müller, geb. Delp,
71 J.. Witwe des Zugführers i. R., Wittmannſtr 24. Am 5. Sept.:
Margaretha Valentin, geb. Scherm. 74 J.. Witwe des Gießer=
meiſters
, Feldbergſtr. 62. Am 19. Juli: Auguſt Seifert, Arbeiter,
30 J., ledig. Rüſſelsheim a. M., hier Darmſtadt. Am 5. Sept.
Katharina Merſchroth, geb. Merſchroth, 83 J., Witwe des Land=
wirts
in Pfungſtadt, hier Jahnſtr. 26. Am 6. Sept.: Georg Phi=
lipp
Erb, Ofenſetzer, 57 J.. Schwanenſtr. 4. Am 7. Sept.: Bar=
bara
Bauer, geb. Krötner 72 J., Ehefrau des Privatmanns. Bis=
narckſtr
. 24. Am 5. Sept.: Jakob Zeh. Kaufmann. 73 J., ledig
Voogsſtr. 6. Michael Dexheimer, Fuhrmann, 70 J., Karlsſtr. 12.
Am 7. Sept.: Luiſe Schäfer, geb. Ruppel, 64 J., Ehefrau des Po=
lizeiinſpektors
i. R., Rhönring 60. Eliſabetha Küſter, geb. Breit
wieſer, 68 J., Ehefrau des Landwirts, Niederſtr. 3. Margarete
Reibold, geb. Brenner, 67 J.. Witwe des Händlers, in Mümling=
Grumbach, hier Grafenſtr 9. Willi Hild. 9 Mon., Hummetroth,
hier Heinheimerſtr. 21. Emilie Wilhelmine Thereſe Herrlinger,
geb. Schott, 64 J., Witwe des Kaufmanns, Hobrechtſtr. 20. Am
Sept.: Marie Eliſabeth Kröning, geb. Fiſcher. Ehefrau des
Schreiners, 73 J., Wendelſtadtſtr. 35. Anna Kreidler, geb. Friehl,
Witwe des Bierſieders, 57 J.. Groß=Gerau Johann Georg Blum
Rohrleger, 73 J. Darmſtr. 5. Am 10. Sept.. Charlotte Seipel,
geb. Eckhardt. Witwe des Gaſtwirts, 72 J.. Pankratiusſtr. 2.
Eliſabetha Margaretha Roggenbuck, geb. Schlöſſer, Ehefrau des
Uhrmachers, 48 J.. Neue Niederſtr. 13. Am 11 Sept.: Johann
Georg Wüſt, Bäcker, 78 J., Sackgaſſe 18. Daniel Frieß 1., Maurer,
87 J., Weinbergſtr. 2a. Am 10. Sept.: Ludwig Kilian 3., Schloſſer,
59 J., Arheilgen, Kreis Darmſtadt.

Evangeliſche Gemeinden.
15. Sonntag nach Trinitatis (13. September).
Kollekte in allen Kirchen für die evangeliſchen Gemeinden
in Oeſterreich
Stadtkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Markus=
gemeinde
Pfarrer Vogel Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Dr. Bergér. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Pfarrer Lautenſchläger.
Abends 6 Uhr: Arnold=Mendelsſohn=
Konzert (Beethovenchor Ludwigshafen unter Leitung des Herrn
Prof Schmidt).
Die Stadtkirche iſt wochentags von 96 Uhr zu ſtiller An=
dacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8.30 Uhr: Morgenandacht Pfarrer Heß.
Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarrer Heß. Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. Vorm. 11.15 Uhr: Kinder=
gottesdienſt
Pfarrer Vogel
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Voge
Walderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus. Sonntag, 13.
Sept., vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt (Schluß), Diakon Boch=
mann

Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Goethe.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 13. Sept., abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (gemeinſamer
Abend). Montag, 14. Sept., abends 8 Uhr: Jugendbund der
Lukasgemeinde. Dienstag. 15. Sept., abends 8 Uhr: Kirchen=
geſangverein
der Stadtkirche. Jugendvereinigung der Stadt=
gemeinde
.
Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde
(jüngere Abteilung).
Mittwoch, 16. Sept., nachm. 4 Uhr: Jung=
ſchar
der Stadtgemeinde.
Abends 8 Uhr: Kirchengeſangverein
der Stadtkapelle und Schloßkirche.
Abends 8 Uhr: Jugendbund
der Markusgemeinde
Mädchenvereinigung der Reformations=
gemeinde
(ältere Abteilung).
Donnerstag, 17. Sept., abends
8 Uhr: Jugendbünde der Lukas= Markus= und Schloßgemeinde
Freitag, 18. Sept., abends 8 Uhr: Jugendbund der Kaplanei=
gemeinde
.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 15. Sept abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde.
Mittwoch,
16. Sept., und Samstag, 19. Sept., nachm. 24 Uhr: Handarbeits=
ſchule
der Stadtgemeinde. Donnerstag, 17. Sept., abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
Samstag. 19. Sept.,
abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde, Poſau=
nenchor
.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger
Straße 21. Fernſprecher 2883
Martinskirche. (Kollekte für evang Gemeinden in Oeſterreich.)
Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt, anſchließend Chriſtenlehre für
beide Abteilungen der Martinsgemeinde Weſt. Pfarre Dr. Ber=
gér
.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt.
Pfarrer Köhler.
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Müller
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag,
15. Sept., abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Kirchenchor: im Ge=
meindehaus
: Jugendvereinigung. Mittwoch, 16. Sept., nachm.

2 Uhr, im Gemeindehaus: Handarbeits= und Strickſchule Don=
nerstag
, 17. Sept., abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenver=
einigung
(Oſt): im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung (Weſt);
Mauerſtraße 5: Poſaunenchor. Freitag. 18. Sept., abends 8 Uhr,
im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abteilung).
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Marx. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt täglich von 7 bis 7 Uhr zu ſtiller An=
dacht
geöffnet.
Veranſtaltungen: Montag, 14. Sept., abends 8 Uhr:
Kirchenchor.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vor=
mittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker Vor=
mittags
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Veranſtaltungen: Donnerstag, 17. Sept., abends
8 Uhr: Mütterabend.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8.30 Uhr: Chri
ſtenlehre (Weſtbezirk). Pfarrer Irle. Vorm. 10 Uhr: Haupt
gottesdienſt zur Eröffnung des Konfirmandenunterrichts. Pfarrer
Irle. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Irle.
Veranſtaltungen: Sonntag, 13. Sept., abends 8.15
Uhr: Jugendvereinigung. Montag, 14. Sept abends 8.15 Uhr:
Mädchenvereinigung: Vortrag von Fräulein Wüſter=Baſel über:
Die Frau in der Miſſion Dienstag. 15. Sept., abends 8.15
Uhr: Poſaunenchor. Mittwoch, 16. Sept., abends 8.15 Uhr:
Bibelſtunde für die Jugend.
Donnerstag, 17. Sept., abends
8.15 Uhr: Mädchenvereinigung (Aelterenkreis). Abends 8.15
Uhr: Poſaunenchor.
Freitag, 18. Sept., abends 8 Uhr: Mäd=
chenchor
. Abends 8.15 Uhr: Kirchenchor. Samstag. 19. Sept.,
abends 7.30 Uhr: Singekreis
Pauluskirche. (Kollekte für die evang. Gemeinden in Oeſter=
reich
.) Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre Pfarrer Rückert. Vor=
mittags
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Rückert. Vorm.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 13. Sept., abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. Montag, 14. Sept., abends 8 Uhr: Jugend=
bund
.
Dienstag, 15. Sept., abends 8 Uhr: Kirchenchor.
Mittwoch, 16. Sept., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung ( Singe=
abend

Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Hickel.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Ev. Sonntags=
verein
: Nachm.
47 Uhr: Vereinsſtunden.
Donnerstag, 17.
Sept., abends 8 Uhr: Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebets=
ſtunde
. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3.30 Uhr:
Bibelſtunde Pfarrer Köhler.
Montag, nachm. 4 Uhr: Miſ=
ſionsarbeitsſtunde
. Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde
Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde Herr Bringmann.
Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter Chor.
Donnerstag,
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann.
Freitag
abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſſunger
Straße 80 Herr Bringmann. Samstag, abends 6 Uhr: Eiſen=
bahner
=Vereinigung. Abends 8.15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund fur E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, nachm.
2.30 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer.
Nachm. 4.45
Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen. Abends 8.30 Uhr:
Gebetsſtunde für junge Mädchen und Spielabend für junge Mäd=
chen
und junge Männer Dienstag. abends 8.30 Uhr: Mädchen=
kreis

Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund. Abends 8.30
Uhr: Freundeskreis für junge Männer: Spielabend (Tiſchtennis)
Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen, Freundinnenheim.
Sandſtraße 24, jeden Donnerstag Zuſammenkunft 8.1510 Uhr.
Rüſtwochen auf des grüne Kreuz (Sept.). Jeden zweiten und vier=
ten
Mittwoch, 8.1510 Uhr: Zuſchneiden und Nähen.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22,
Infanteriekaſerne, Hof links). Sonntag. abends 8.30 Uhr: Monats=
verſammlung
. Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungvolkſtunde.
Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde der Hauptabteilung.
Donnerstag: Heimabend. Freitag: Spiel und Sport. Jung=
ſchar
(Buben bis 14 Jahren); Mittwoch und Samstag, nachm.
4.306 Uhr: Erzählſtunde. Singen, Spielen und Andacht.
B.=K., im Bund deutſechr Bibelkreiſe. Darmſtadt, Alexander=
ſtraße
22. Samstag, 12. Sept., nachm. 2.30 Uhr: Botan. Garten
Geländeſpiele. Alle Wochenveranſtaltungen werden dort bekannt=
gegeben
.
Deutſcher Bund der Mädchen=Bibelkreiſe. Stiftsſtr. 9. p.
Montag, 14. Sept., abends 8 Uhr: Miſſionskreis.
Dienstag,
15 Sept., abends 8 Uhr: Arbeitskreis.
Mittwoch. 16. Sept.,
abends 6 Uhr: Heller Schein jg. Gr. (Schül. 14 J.).
Don=
nerstag
, 17 Sept., nachm. 3.30 Uhr: Kleine Lichter (Schül. unt.
14 J.
Abends 8 Uhr: 2. Kreis
Evang. Arbeiter= und Handwerkerverein: Feierabend ( Stifts=
ſtraße
51). Dienstag, 15. Sept., abends 8.30 Uhr: Monatsver=
ſammlung
. Tagesordnung: 1. Kirche und Parteien. 2. Herbſt=
und Winterarbeit.

Die Chriſtengemeinſchaft (in der Städt. Akademie für To=
kunſt
. Eliſabethenſtraße)
Samstag. 12. Sept.. 20.15 Uhr: Oeffen
licher Vortrag: Wer iſt Chriſtus
(Pfr. Rudolf Meyer=Prag
Sonntag, 13. Sept., 9.30 Uhr: Kinder=Sonntagshandlun

Nummer 253

r. Sickenhofen, 10. Sept. HundertjährigesBeſtebe=
der
evangeliſchen Kirche. Der kommende Sonntag iſt für
unſere Gemeinde ein hoher Feſttag. Es gilt, den 100. Geburt=
tag
unſerer Kirche zu feiern. Die ganze Gemeinde rüſtet ſich die
ſen Tag ſo feierlich wie nur möglich zu begehen. Unſer beliebte=
langjähriger
Seelſorger, Herr Pfarrer Buttron, hat mit rüh=
render
Sorgfalt und mit dem noch jugendlichen Feuer ſeine=
Abeitskraft die Vorbereitungen für dies kirchliche Jubiläumsfo
bis ins kleinſte getroffen. Des Vormittags findet ein Feſtgotte=
dienſt
ſtatt, unter Teilnahme des Schaafheimer Poſaunenchor
des neu gegründeten Kirchengeſangvereins und jungen Frauen
chors. Soliſtiſch wirkt mit Frl. Sartorius (Schaafheim), Sopra=
Anſprachen halten Herr Superintendent Dr. Müller und der He
Dekan. Nachmittags iſt eine kirchenmuſikaliſche Nachfeier. Ei
ganze Reihe ſoliſtiſcher Kräfte haben hier in Uneigennützigk=
ihre
Mitwirkung zur Verſchönerung des Feſtes zugeſagt. So er
Sartorius (Geſang) und die Herren Chormeiſter Thomas, Lehre
Darmſtädter und Lehrer Hch. Rühl (Orgel), Oberreallehrer Müll=
und Dirigent Siegler (Geſang), ferner Herr Phil. Sälzer u=
Herr Lehrer J. Krapp (Cello). Zu Beginn der Nachfeier wird He=
Prälat D. D. Dr. Diehl einen Vortrag halten über das Theme
Aus der kirchlichen Geſchichte von Sickenhofen und Hergershauſer
Die muſikaliſchen Inſtrumentalvortragsſtücke ſind mit Geſchmo
ausgewählt und der Feier aufs beſte angepaßt.
Gernsheim, 11. Sept. Waſſerſtand des Rhein
am 10. September: 3,26 Meter; am 11. September: 3,09 Mete
(Morgens 5,30 Uhr.)

Ac. Worms, 11. Sept. Geflügel= und Haſendiel
ſtähle. Vier Arbeiter aus Worms wurden wegen dringend
Verdachts, mehrere Geflügeldiebſtähle in Worms und Herrnshe
ausgeführt zu haben, vorläufig feſtgenommen. In zwei Fällt wiſte
konnten ſie bereits der Tat überführt werden. Mehrere Hühn
und Enten konnten noch lebend ſichergeſtellt werden. Durg /040
gegangen iſt der 16jährige Lehrling Dietrich Fleck aus Ma Miſſiage
burg, der am 7. September hier aufgegriffen wurde. Vorgeſte u!
abend ſollte der junge Ausreißer von ſeinem Vater hier abgeh
werden, ging aber dabei erneut durch. Beſchreibung 1,50 Met
groß, hellblondes, linksgeſcheiteltes Haar. Er tragt blau=we
gewürfeltes Hemd mit Schillerkragen, graue Windjacke, grünlie
Mancheſterſporthoſe, ſchwarze Halbſchuhe und Sportſchuhe. Eswi
um Schutzhaft und Nachricht an das nächſte Jugendamt oder
die Kriminalpolizei Worms gebeten. Der Hausfraue=
Verein Worms eröffnete ſein Herbſt= und Winterprogram
Im Mittelpunkt ſtand der ausgezeichnete Film Erwachen
Seele der die ſeeliſche Entwicklung neben der körperlichen in d
erſten drei Lebensjahren in anſchaulicher Weiſe vermittelt.
Beifall am Schluß der Veranſtaltung bewies, daß der Hausfraue
verein ſeinen Mitgliedern nur das beſte bietet.

Oberheſſen.

Bad Nauheim. 10. Sept. Der Verein deutſcher Salin
hielt vom 7. bis 9. September ſeine 55. Generalverſammlung
Bad=Nauheim ab. An der Tagung beteiligten ſich die Direktor
aller großen Salinen Deutſchlands, ſowie der Direktor der V
einigten ſchweizeriſchen Rheinſalinen in Schweizerhalle.
14. September trifft eine Studiengeſellſchaft von Mitgliedern
Reiſevereinigung des Reichsverbandes der deutſchen Aerztevere
in der Tſchechoſlowakiſchen Republik in Bad=Nauheim zur Beſ
tigung der Anlagen und Einrichtungen des Bades ein. Für
Fortbildungslehrgang der Vereinigung der Bad=Nauhein
Aerzte über Kreislauferkrankungen und ihre Behandlung
vom 17. bis 19. September d. J. ſtattfindet, ſind zahlreiche
meldungen eingelaufen, ſo daß der Lehrgang, wie im vori
Jahre, wieder einen guten Beſuch aufweiſen wird.

iu
Aut

10 Uhr: Menſchenweihehandlung (Predigt: Pfr. Rud. Mey=
Im Raum, Alexanderſtraße 22: Sonntag, 13. Sept., nad
5 Uhr: Offene Gemeindeveranſtaltung: Aus dem Leben und A
Chriſt. Morgenſterns. (Pfr. R. Meyer.) Mittwoch, 16.
7.45 Uhr: Menſchenweihehandlung. 20.15 Uhr: Liturgiſches
aus den Paulusbriefen (14tägig). Donnerstag, 17. Sept. 1
Uhr: Menſchenweihehandlung.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 14. Sept., abe
8.30 Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51. Bibelſtunde.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Methodiſtengemeinde (Evang, Freikirche), Wendelſtadtſtr.
Sonntag, 13. Sept., vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 U
Mittwoch, 16. Sept., ab
Predigt. Prediger E Bültge.
8 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde. Prediger: H. Mann=Fre
furt a. M.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, den
September nachm. 36 Uhr: Konferenz (Betrachtung des Brie
an die Hebräer, Kap. 45)
Mittwoch, den 16. Sept., abe
8.15 Uhr: Gebetsſtunde. Freitag, den 18 Sept.abends 8.15 U
Bibelſtunde. Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mat
ſtraße 17. Sonntag, den 13. Sept., vorm. 10 Uhr: Gottesdie
Um 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8.15 Uhr: Lichtbilderab
über Bunyans Pilgerreiſe (Prediger Hähnel). ?
woch, den 16. Sept., abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. Frei
den 18. Sept., abends 8.30 Uhr: Gebetsverſammlung. (Prel
Hähnel.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Scie
Society) in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraß
Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten
dritten Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr: Thema am
September: Subſtanz; Predigt: Prediger 3:14.
Advent=Gemeinde, Waldſtraße 18. Samstag, den 12. S
Gottesdienſt von 9.3011.30 Uhr. Sonntag, 13. Sept, abe
8 Uhr: Offentlicher Vortrag: Wird Rußland unſer Schick)e
Mittwoch, den 16. Sept., von 2,456 Uhr: Religions= und
ſatz=Unterricht. Abends 8 Uhr: Oeffentliche Bibelſtunde.
nerstag, den 17. bis Sonntag, den 20. Sept.: Jahreskonferenl.
Frankfurt (Näheres ſiehe Programm). Freitag, den 18.
abends 8 Uhr: Gebetsſtunde. Samstag, den 19. Sept., von
bis 11.30 Uhr: Gottesdienſt.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtr. 40) Sonk
den 13. Sept vorm. 9.30 Uhr: Andacht. Vorm. 11.15 Uhr: 2
Abends
tagsſchule. Nachm. 3.30 Uhr: Jugendbundſtunde.
Uhr: Evangeliumsverkündigung. Dienstag, abends 8.10
Bibelſtunde.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Gemeinde Eberſtadt. Samstag, den 12. Se
Sonntag, vorm. 9.30 Uhr: Ha=
Chriſtenlehre der Mädchen.
gottesdienſt. Anſchließend Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr
Gemeindehaus: Lichtbilderabend über Oſtpreußen. Mo)
5.30 Uhr: Mädchenjungſchar II; 8 Uhr: Jüngerenabend der Bi
Dienstag, 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar IV: 8 Uhr: Aelte
Mittwoch, 2 Uhr: Nähſtube des Frauenvereins
abend.
Uhr: Bubenjungſchar III: Mädchenjungſchar I: 8 Uhr; Rir,
chor. Donnerstag. 5.30 Uhr: Mädchenjungſchar II1: 2..
Singkreis. Freitag, 5.30 Uhr: Bubenjungſchar II: 8 Uhr:
gerenabend der Buben. Samstag, 8 Uhr: Klampfenſtunde
Uhr: Chriſtenlehre der Buben.
Provinzial=Pflegeanſtalt. Nachm. 1.30 Uhr: Gottesdienſt=
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 13 Sept. 84
Chriſtenlehre. 9.30 Uhr: Gottesdienſt. 10.30 Uhr: Kinderge‟
dienſt der Großen. 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kleink‟,
Donners
Mittwoch: Gemeinſamer Abend der E. J.G.
Frauenabend.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, den 13 S
(Jugendſonntag) vorm. 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt. D.t
kung des Jungmädchenchors, Kollekte zum Beſten der epanse.
Jugendarbeit. Vorm. 10.30 Uhr: Chriſtenlehre. Nachm.
Dienstag:
Frohes Jugendtreiben auf dem Lohberg.
vereinigung. Mittwoch Kirchenchor. Donnerstag: Le
verein. Freitag: Jungmädchenverein.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, 13. Sept. . V
Uhr: Hauptgottesdienſt. Kollekte für den Evang, Bünd.
11.30 Uhr; Kindergottesdienſt. Nachm. 2 Uhr: Epang. Aro
Mittwoch: Jugendb
verein. Abends 8 Uhr: Bibelſtunde.
Wartburg. Jungmädchenverein (jüngere Abteilung)
nerstag: Jungmädchenverein (ältere Abteilung)=
Evang. Kirche Ober=Ramſtadt. Samstag, 8 Uhr: Zol
Sonntag, 13. Sept
an der Kinderſchule zum Spielplatz.
Uhr: Gottesdienſt (Jugendgottesdienſt und zugleich Ekolle
der Konfirmandenſtunden.) 10.30 Uhr: Chriſtenlehre Ceml.
des oberen Jahrgangs). 2 Uhr: Abmarſch zum Spiethlie
Mon
Marktplatz) 8.30 Uhr: Gemeindeabend im Lowen. Diens
6 Uhr; Bubenjungſchar. 8.30 Uhr: Jugendverein.
Mittwoch, 5 Uhr:
Bibelſtunde Was iſt der Menſch?"
Donnerstag. 6 2
chenjungſchar. 8.30 Uhr: Kirchenchor.
Bubenjungſchar. 8.30 Uhr: Poſaunenchor, Helferbeſprecht.
Pfarrhaus. Freitag: Mädchenverein. Samstag: 2c"
verein.

[ ][  ][ ]

Seite 9

er 253

Samstag, den 12. September 1931

ſter Ueberlandflug eines ſchwanzloſen Flugzeugs.

500 Kilomeker pro Skunde ſoll dieſes Aufo fahren.

n2 Hie

ehon 18 ſchu zloſe Flugzeug im Fluge. Im Kreis: Segelflieger Groenhoff, der Führer der Maſchine.
verden.
Berl Tempelhof traf das ſchwanzloſe Flugzeug der Rhön=Roſſitten=Geſellſchaft, geſteuert von
id Rit ue
Seg lieger Groenhoff, ein. Das merkwürdige Flugzeug, das hier der Deutſchen Verſuchs=
ſtalt
zu Abnahme vorgeführt werden ſoll, iſt Vorläufer des Nur=Flügel=Flugzeugs, das die
modernen Flugtechniker für den Typ der Zukunft halten.

Sportſchuhe.
Lugendamt
Dausi,

Das neueſte Rekordauto, das den Autoweltrekord ſchlagen ſoll.
Der bekannte auſtraliſche Rennfahrer Norman Smith hat ſich dieſen Wagen konſtruieren laſſen,
mit dem er demnächſt den Weltrekord Campbells von 395 Stundenkilometern angreifen wird.
Er hofft mit ſeinem Auto nicht weniger als 500 Kilometer pro Stunde zu erreichen.

E
körperli
verm
der 5u

Anker Donner und Blihen..."
Franz Ferdinands letzte Fahrl.
Von Bruno Brehm, Wien.
Wir geben aus Bruno Brehms Roman
Apis und Eſte das folgende Kapitel wieder.
Die Ueberführung der Leichen Franz Ferdi=
nands
und ſeiner Gemahlin nach Schloß Art=
ein
deutſcher
ſtetten a. d. Donau wird darin geſchildert.
veralverſa
um itternacht hält der Zug mit den Leichen einige Minu=
n
ſich die
Pölten. Aboronungen der Garniſon leiſten den
in
ſden Ten die letzte Ehrenbezeugungen. Es iſt unerträglich
ſ ſwül, 1: Lufthauch regt ſich. Der Himmel über den dunklen
ſchen Aeu ſheurün flammt fahl auf und erſtirbt wieder.
Nauhein m* Auf m freien Platz vor dem Bahnhof in Pöchlarn ſtehen
s eint.
einen roßen Karree die Feuerwehr= und Veteranenvereine
garr Gegend, Helmbügel und Knöpfe blinken im Fackel=
au
! Die von weither gekommenen und ſchon lange war=
nden
Ite ſind müde, niemand ſpricht ein Wort.
uns Ib ein Uhr hört man den Zug heranbrauſen, ſeine
ſchier 1 hten auf.
Einr öſer Wind ſchauert auf einmal durch die Bäume,
ſeiht d Leuten den Staub in die Augen und läßt die Fackeln
ch at ſern.
der ug mit den beiden Toten wird auf ein Nebengeleiſe
hobe inige Waggons mit Kränzen werden ausgeladen, das
Hiz der Kinder aus weißen Roſen wird herausgeſucht
bei e geſtellt. Zwiſchen dem Frachtenmagazin und dem
jintiorr bäude des kleinen Ortes nehmen die Offiziersabord=
ſgen
r Inhaberregimenter und des Regiments 102 aus
ſeſch Aufſtellung.
Nir ommen die Vereine mit den flackernden Fackeln, um=
leße
1 e Offiziersgruppe, halblaute Kommandos ertönen, der
dl um die Ecken, die Leute müſſen ihre Hüte hälten.
huiner ollt auf, die dunklen Bergrücken ſtehen ſchwarz vor
hiouz icktem Himmel.
Di ſchiebetüren des ſchwarz ausgeſchlagenen Waggons
ſrderr Iffnet, und in dieſem Augenblick bricht das Wetter los,
ioſck ie Fackeln und treibt den Prieſter im Ornat zurück
ſter 2 Dach des Perrons.
Nry nüſſen auch die Veteranen und Feuerwehrleute, die
a ie Haut durchnäßt ſind, hereingeholt werden. Man
uch e feuchten Fackeln wieder in Brand zu ſtecken, aber es
lingt ht.
Ayer Dachrinne gurgelt das überquellende Waſſer; der
ite 13 draußen auf dem Nebengeleiſe mit der offenen Tür
en Waggons ſteht hinter einem graufließenden, von

eiE hellten Vorhang ſtrömenden Guſſes.
as Wetter nicht nachläßt, ja der Regen immer ſtärker
beginnt, entſchließt man ſich, die Einſegnung der
Warteſaal vorzunehmen.

ffizianten der Wiener ſtädtiſchen Leichenbeſtattung und
wiE leute rennen durch den ſtrömenden Regen zu dem

langen Waggon und tragen die Särge, Kreuze, Kandelaber und
Bahren in den kleinen Warteſaal, an deſſen Wänden Fahrpläne
und Bäderanzeigen hängen. Sechs Offiziere vom Dragoner=
regiment
Nr. 4, ſechs Offiziere vom Ulanenregiment Nr. 7 neh=
men
mit gezogenem Säbel neben den Särgen Aufſtellung.
Nun ſteht, während der Prieſter die Einſegnung vornimmi,
das Gewitter über Pöchlarn, Blitze ſchlagen in der Nähe ein,
Donner läßt die Fenſter erbeben.
Ein Offizier ſteht draußen und ſtarrt in den aufflammen=
den
Himmel:
Kometen fallen nicht, wenn Bettler ſterben,
Der Himmel ſelbſt flammt Fürſtentod herab.
Drinnen im Warteſaal iſt für die Vereine nicht Platz, die alten
Leute ſitzen draußen auf dem Bahnſteig, ſchlafen mit offenem
Mund, laſſen ſich aus der Reſtauration etwas zu eſſen geben
und warten geduldig.
Der Herrgott ſtellt den Salut bei, den man dem Toten ver=
weigert
hat, ſagt ein Offizier. Und er leuchtet mit den Blitzen,
um endlich einmal zu ſehen, wen man immer durch die Nacht
führt ſchon ſeit Tagen.
Das Wetter zieht weiter, aber immer noch flammen Blitze
und grollt Donner. Da der Weg nach Artſtetten weit iſt, läßt
man die beiden achtſpännigen Leichenwagen vorfahren. Un=
ruhig
ſchnauben die Rappen, zucken bei den Blitzen zuſammen,
ſchlagen über die Stränge und ſind nur ſchwer zu beruhigen.
Die Fahrer ſind durchnäßt, die Fackelträger haben kein Licht,
hin und wieder leuchtet eine irrende Laterne auf.
Die Blumen der vielen Kränze atmen nun, bei dem ab=
ziehenden
Wetter, einen betäubenden Duft aus.
Langſam zieht der Zug, während der grauende Morgen
ſein tränenüberſtrömtes Geſicht aus der fiebernden Nacht hebt,
durch die lange Gartenſtraße, durch die dunklen Reihen von auf=
geſpannten
Regenſchirmen nach Pöchlarn. Die ſchwarzen Fahnen
hängen wie vom Wind zuſammengedrehte Stricke, von ihren
Stangen. Die Wagen holpern über die Katzenköpfe des Pflaſters
nun iſt man unten am Ufer der Donau, bei der Fähre. Vom
andern Ufer des kniſternden, rauſchenden, nebelverhüllten Stro=
mes
leuchten Fackeln herüber.
Die Pferde wollen nicht auf die Fähre gehen, ſie bäumen
ich bei jedem Donnerſchlag auf, ſie ſtemmen ſich gegen die Deich=
ſel
, die Fahrer müſſen abſitzen, Offiziere müſſen helfen, die Tiere
zu beruhigen, ſie müſſen die ſchnaubenden Rappen beim Zügel
nehmen und führen.
Nun ſtehen endlich die ſchwarzen, federbuſchgezierten,
ſchabrackenbehängten Roſſe auf der unter ihren Hufen aufdröh=
nenden
Fähre. Die Fähre ſetzt ſich langſam in Bewegung, Pöch=
larn
entfaltet ſeine dem Strom zugekehrte Schauſeite in ihrer
geſchloſſenen Schönheit, die Morgennebel hüllen das langſam
dahingleitende Geiſterſchiff mit ſeiner dunkel aufragenden
Fracht ein.
Noch immer leuchten Blitze auf und verzucken hinter den
bewaldeten Höhen. Wie die Fähre in der Mitte des Stromes
iſt, zerreißt ein gewaltiger Donnerſchlag die Stille, ein Blitz
überflammt das dämmerige Land. Das linke Stangenpferd vor
dem Leichenwagen des Erzherzogs bäumt ſich hoch auf, und

drängt zurück, ſchon ſchwebt das Hinterrad des Wagens über
dem Waſſer, da eilt noch alles mit unterdrückten Rufen herbei,
greift in die Speichen und verhindert den Abſturz des Wagens
in den grauen, rauſchenden, gegen die Fähre brauſenden Strom.
Wie die Fähre am anderen Ufer ankommt, hellt ſich der
Himmel auf, Blau ſchimmert durch die bleiernen Wolkenbänke
und Sonnenlicht fällt ſchräg auf die regenzerriſſene, aufgeweichte
Bergſtraße, zu deren beiden Seiten naſſe, unausgeſchlafene und
frierende Feuerwehrleute und Veteranen ſtehen.
Bruno Brehm: Apis und Eſte‟ (Ein Franz=Ferdinand=Roman)
Geh. Mk. 4,: Leinen Mk. 6,40.
Dies neue Buch Brehms zeigt den jungen öſterreichiſchen
Erzähler auf der Höhe ſeines Könnens. Apis und Eſte iſt
ein Geſchichtswerk von ſtrengſter Wahrhaftigkeit, zugleich das
Werk eines ſtarken Dichters. Nur ein Geſtalter erſten Ranges
konnte die erſchütternden Ereigniſſe dem Leſer ſo packend ver=
gegenwärtigen
, daß er ſie wie ein Augenzeuge erlebt. Das Werk
rollt ab mit der Wucht eines Dramas. Die Ermordung Königs
Alexanders von Serbien und ſeiner Gattin Draga im Jahre
1903 iſt der Auftakt. Ihr Anſtifter iſt der ſerbiſche Major Apis
und er iſt auch die Seele des Attentats auf den Eſte Franz
Ferdinand. Zwiſchen beiden Schreckenstaten zieht noch einmal
das alte Oeſterreich vorüber, mit der glanzvollen Fronleichnams=
prozeſſion
in Wien oder dem Preisreiten der Armee. Wir ſehen
Franz Ferdinand bei ſeinen Treibjagden im Salzburgiſchen und
mit Frau und Kindern im Roſengarten des Schloſſes Kono=
piſcht
, während gleichzeitig ſchon die ſerbiſchen Verſchwörer mit
ihren Waffen unterwegs ſind nach Sarajewo. Bei aller Wucht
der erregenden Ereigniſſe iſt das Buch beſeelt von einer tiefen
Menſchlichkeit, und die meiſterhafte Darſtellung hebt auch das
Entſetzliche in den Bereich hoher Kunſt.

Wekterbericht.

Das ſüdfranzöſiſche Tief hat an ſeiner Nordſeite einen Ausläufer bis
nach der Schweiz vorgeſtreckt, der dort verbreitete Niederſchläge ver=
urſacht
. Die Zugrichtung des Tiefs iſt jedoch nach dem Mittelländiſchen
Meer hin, ſo daß nur für Süddeutſchland eine Beeinfluſſung in Frage
kommt. Auch die flache Störung über Dänemark wird ohne Einfluß
auf die Wetterlage Mitteldeutſchlands ſein, ſo daß im weſentlichen der
hohe Druck die Vorherrſchaft behält. Das trockene Wetter dürfte noch
fortbeſtehen, zumal der hohe Druck über den Britiſchen Inſeln eine neue
Kräftigung erfährt.
Ausſichten für Samstag, den 12. September: Lokale Nebel= oder
Dunſtbildung, teilweiſe etwas bewölkt, ſonſt meiſt heiteres Wetter,
nachts kühl, tagsüber wärmer.
Ausſichten für Sonntag, den 13. September: Fortdauer der Schön=
wetterlage
.

Hauptſchriftlenung. Rudelf Mauve
Verantwortlich für Polttik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feuiſleion, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann
für den Handeſ: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort Dr. Herberi Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Willv Kuble:
Druck und Verlag: L. C. Wittich ſämtlich in Darmſtadt
unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

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[ ][  ][ ]

Seite 10

Samstag, den 12. September 1931

Nummer 25

Deutſcher Oſkafrika Dampfer geräk auf hoher See in Brand.

Die Ablöſchung des Brandes auf dem Dampfer Ulanga im Hafen von Antwerpen.
Auf dem Woermann=Dampfer Ulanga brach auf hoher See in einer Kopraladung Feuer aus,
das während der Fahrt nicht gelöſcht werden konnte. Der Kapitän ſteuerte das Schiff mit
höchſter Geſchwindigkeit nach Antwerpen, wo es der Hafenfeuerwehr gelang, den Brand zu löſchen.

Deſterreichs größte Dichker auf den neuen öſterreichiſchen Briefmarken

ue Briefmarken
Oben: Raimund, Grillparzer, Neſtroy. Unten: Stifter, Anzengruber, Roſegger.
Die öſterreichiſche Poſtverwaltung hat eine neue Serie von Briefmarken herausgebracht, di
Bildniſſe von Oeſterreichs größten Dichtern nach zeitgenöſſiſchen Darſtellungen zeigen.

Reich und Ausland.
Der Mörder des Frankfurker
Feldhükers verhafkel.
Wertvolle Ausſagen eines 9jährigen Jungen.
Frankfurt a. M. Von der Kriminalpoli=
zei
wurden am Freitag vormittag vier junge
Leute feſtgenommen, die verdächtig waren, mit
der Erſchießung des Feldhüters Hattemer im
Zuſammenhang zu ſtehen. Außer dem vier=
jährigen
Sohn des Getöteten war noch ein neun=
jähriger
Junge aus Kalbach Zeuge als der
Feldſchütz Hattemer am Mittwoch auf dem Weg
Kalbach-Bonames von einem Obſtdieb erſchoſſen
wurde. Dieſer Junge nun konnte der Polizei
eingehende Auskunft hinſichtlich der Perſon des
Täters geben. Auf Grund der dann in der
Preſſe veröffentlichten Einzelheiten meldeten ſich
verſchiedene Zeugen, die die flüchtenden Täter
geſehen hatten. Von dieſen Zeugen wurden dann
weitere Bekundungen und Perſonenbeſchreibun=
gen
der Flüchtlinge gemacht, die der Polizei
weitere Schritte ermöglichten. Dank dieſer guten
Zuſammenarbeit zwiſchen Preſſe, Publikum und
Polizei gelang es, die Täter ſo überraſchend
ſchnell zu faſſen. Die Feſtgenommenen machten
bei ihrer Vernehmung bis ins einzelne gehende
Alibiangaben. Offenbar hatten ſie verabredet,
was ſie bei einer eventuellen polizeilichen Ver=
nehmung
ausſagen wollten. Im Laufe der Zeit
verwickelten ſie ſich aber immer mehr in Wider=
ſprüche
, bis nach hartnäckigem Leugnen ſchließ=
lich
einer der Feſtgenommenen, der 20jährige
Former Emil Lorenz aus Frankfurt
a. M. in den Nachmittagsſtunden des Freitag
zugab, den tödlichen Schuß auf den Feldſchützen
abgefeurt zu haben. Er will nicht die Abſicht
gehabt haben, den Beamten zu töten. Infolge
der Aufregung habe er die Waffe ſo unglücklich
gehalten, daß der Schuß tödlich wirkte. Die Ver=
nehmung
ſeines Komplizen, der bei dem Obſt=
diebſtahl
und der Tat ſelbſt dabei war, iſt noch
im Gange. Bei dieſem handelt es ſich um den
29jährigen Glasreiniger Julius Wolf. Lorenz
und Wolf ſind bei den Gerichten und der Polizei
bekannt. Sie wurden zuletzt im März dieſes
Jahres wegen ſchweren Diebſtahls verurteilt,
den ſie mit noch zwei Komplizen begangen hat=
ten
. Lorenz erhielt ſeinerzeit eine höhere Strafe,
da er bei der Tatausübung zwei Schußwaffen
bei ſich führte.
Zum 75. Geburkskag des Berliner
Nalionalökonomen Jaſtrow.

Profeſſor Dr. J. Jaſtrow,
der bekannte Staatswiſſenſchaftler der Berliner
Univerſität, wird am 13. September 75 Jahre
alt. Aus der hiſtoriſchen Schule Rankes hervor=
gegangen
, widmete er zahlreiche Werke der Er=
forſchung
der Wirtſchaftsgeſchichte und der Ge=
ſchichte
der Verwaltung und der politiſchen
Ideen. Seine Textbücher zum Studium der
Nationalökonomie ſind methodiſche und päda=
gogiſche
Meiſterſtücke.

Die Aſchaffenburger Gemäldegalerie
wird wieder eröffnet.
Aſchaffenburg. Vor ſieben Jahren wurde
die Aſchaffenburger Schloßgalerie nach München
überführt. Die Neuordnung der Beſtände in
den teilweiſe renovierten Räumen im erſten
Stockwerk des Aſchaffenburger Schloſſes iſt jetzt
ſoweit gediehen, daß die offizielle Wiedereröff=
nung
in etwa 14 Tagen erfolgen wird. Die
Sammlung umfaßt über 300 Gemälde, vorwie=
gend
altdeutſche Meiſter und Niederländer. In
der Altdeutſchen Abteilung kann man beobachten,
daß die Generaldirektion der bayeriſchen Mu=
ſeen
die bodenſtändige Malerei in begrüßens=
werter
Weiſe abgerundet hat durch eine Menge
mainfränkiſcher Malwerke, die ſich bisher in
München, z. T. in Depot, befanden. Es wäre
zu begrüßen, wenn die Münchener Generaldirek=
tion
auch die letzte Konſequenz dieſer Muſeums=
politik
durch die Rückgabe des berühmten Main=
fränkiſchen
Triptychons aus Grünewalds Aſchaf=
fenburger
Frühzeit ziehen würde. Scheinbar als
Erſatz für den Rembrandtſchen Chriſtus ſind
ein Rubens, drei kleine van Dycks u. a. m. zu
betrachten. Die Neueinrichtung des Kupferſtich=
kabinetts
mit ſeinen etwa 18 000 Blatt wird noch
einige Zeit beanſpruchen.
Tobſüchtiger Schweizer vom Hofbeſitzer erſchoſſen.
Schwerin. Am Donnerstag erlitt ein bei
dem Hofbeſitzer Jahnke in Grebe bei Dömitz an
der Elbe bedienſteter Schweizer plötzlich einen
Tobſuchtsanfall. Er zerſtörte mit einer Axt
mehrere landwirtſchaftliche Maſchinen und drohte
außerdem die Scheune in Brand zu ſtecken. Als
er ſchließlich auch die Familienangehörigen des
Hofbeſitzers mit dem Tode bedrohte, ſchoß der
Hofbeſitzer den Raſenden mit dem Jagdgewehr
nieder und verletzte ihn ſo ſchwer, daß er bald
darauf ſtarb.
Die Bergung des Motorſchiffes Burgenland.
Hamburg. Die Bergungsarbeiten an dem
vor Korea geſtrandeten Motorſchiff der Ham=
burg
Amerika=Linie Burgenland machen gute
Fortſchritte. Der Kapitän hofft, das Schiff in
etwa 10 Tagen nach einem japaniſchen Hafen
bringen zu können.
Freiſpruch in zweiten Falke‟=Prozeß.
Hamburg. Die abenteuerliche Fahrt des
deutſchen Dampfers Falke nach Venezuela
hatte geſtern vor dem hieſigen Amtsgericht ein
weiteres Nachſpiel. Wegen unerlaubten Waffen=
handels
hatten ſich die Kaufleute Prenzlau, Kra=
marski
und Bing zu verantworten, die im Som=
mer
1929 eine Waffen= und Munitionslieferung
für einen Putſch in Venezuela übernommen und
mit dem Dampfer Falke durchzuführen verſucht
hatten. Nach dem Mißlingen des Unternehmens
auf der Fahrt nach Port of Spain wurde die
Waffenladung von der Mannſchaft verſenkt.
In der Hauptverhandlung war feſtgeſtellt wor=
den
, daß im Hamburger Hafen in Deutſchland
gekaufte Munition an Bord genommen wurde.
Wegen dieſer Munitionsübernahme erfolgte die
Anklage. Die Verhandlung ergab, daß kein Ver=
ſtoß
gegen die Geſetze vorlag und das Urteil
lautete dementſprechend auf Freiſpruch.
Erſt drei Monate alt und ſchon allein
über den Ozean!
Der Kapitänsbericht über die letzte Reiſe des
Hapag=Schnelldampfers Deutſchland von New
York nach Hamburg bringt mitten in den
üblichen nautiſchen Angaben der Schiffsleitung
einen Hinweis auf eine reizvolle kleine Be=
ſonderheit
. Kapitän Graalfs berichtet: Unter
den Paſſagieren befand ſich der jüngſte Allein=
reiſende
, den ich je befördert habe. Sein Alter
iſt drei Monate. Er hat die Seereiſe gut über=
ſtanden
. Dieſem in ſeemänniſch=knapper Form
gehaltenen Bericht iſt noch hinzuzufügen, daß ſich
der kleine Erdenbürger während der Fahrt über
den Atlantik ſehr rückſichtsvoll benahm und
ſeine Kabinennachbarn nicht durch ruheſtörenden
Stimmaufwand beläſtigte. Er quittierte mit
dieſem Wohlverhalten die ausgezeichnete Pflege,
die man ihm an Bord angedeihen ließ. Er
wurde ausgefahren und ſpäzieren getragen, wie
er es von Land her gewohnt war, und die kräf=
tige
Ozeanluft iſt ihm ſo vorzüglich bekommen,
daß er rund und braun und geſund von ſeinen
Verwandten in Southampton in Empfang ge=
nommen
werden konnte.

Der Skand der Devaheim G.m.b. H.
Berlin. Der Schutzbund der Devaheim=
Gläubiger hielt geſtern eine Verſammlung ab.
Von den geladenen rund 10 000 Gläubigern
waren noch nicht 1000 erſchienen. Der Konkurs=
verwalter
ſchilderte den Zuſammenbruch des
Devaheim=Konzerns. Danach können die Gläu=
biger
vielleicht mit einer Konkursquote von
3 Prozent rechnen. Wie der Redner darlegte,
ſind die Bauſpareinlagen zum großen Teil, zu
ſatzungswidrigen Zwecken verwendet worden.
Völlig geklärt ſeien die verwickelten Vorgänge
der Hergabe von Spareinlagen an die Bankin=
ſtitute
noch nicht. Der Redner verbreitete ſich
ſodann eingehend über den Vermögensſtand und
kam zu folgenden Zahlen: Einem Aktivwert von
558 112 RM. ſtehen Paſſiven von 14 374 628 RM.
gegenüber. Von dem Aktivwert von rund 558 000
RM. müßten noch etwa 85 000 RM. Koſten des
Konkursverfahrens abgezogen werden. In der
Ausſprache wurde darauf hingewieſen, daß die
Gläubiger nicht mit einem ſo kataſtrophalen
Ergebnis gerechnet hätten, wie es der Konkurs=
verwalter
geſtern vorgetragen habe, und das für
die Sparer geradezu ein Todesurteil bedeute.
Die Innere Miſſion und die Evangeliſche Kirche,
die mitſchuldig ſeien an dem Zuſammenberuch,
hätten die Pflicht und Schuldigkeit, zu helfen.
Man wolle nicht Almoſen, ſondern 100prozentige
Auszahlung. Geradezu furchtbar ſei es, daß
die Kreiſe der evangeliſchen Kirche bis jetzt noch
nicht geholfen hätten, obwohl ſchon im Mai die
Zahlungen eingeſtellt worden ſeien.

Flugzeugabſturz in Warnemünde.
Zwei Tote.
Warnemünde. In den Abendſtunden des
Donnerstags ſtürzte ein Flugzeug des Aero=
klubs
auf dem Flugplatz Warnemünde ab. Da=
bei
wurden zwei Perſonen getötet.
Bei dem abgeſtürzten Flugzeug des Roſtocker
Aeroklubs handelt es ſich um das Daimler=
Klemmflugzeug mit der Zulaſſungsnummer 2115.
Die Maſchine war um 17.45 Uhr zu einem
Rundflug über Warnemünde mit zwei Kur=
gäſten
aufgeſtiegen. Kurz nach dem Start ſetzte
der Motor über dem Breitling aus, ſo daß der
Flugzeugführer zur Notlandung ſchreiten mußte.
Es gelang ihm jedoch nicht mehr, das Flugzeug
zur Landung zu bringen. Die Maſchine über=
ſchlug
ſich und ſtürzte ins Meer. Der Flugzeug=
führer
Bartholomäus konnte ſich retten, während
die beiden Fluggäſte Köſter aus Wandsbeck und
ſeine Gattin, vermutlich durch Ertrinken den Tod
fanden. Die Opfer wurden bei den Bergungs=
arbeiten
, die ſchon nach einigen Minuten ein=
ſetzten
, an ihren Sitzen angeſchnallt gefunden.
Das Flugzeug iſt erheblich beſchädigt worden.
Junkers=Waſſerflugzeug fliegt nach China.
Berlin. Nach dem ſo erfolgreich durchge=
führten
Oſtaſienflug von Frl. von Etzdorf wird
morgen von Potsdam der Start einer Junkers
F 13 mit L 5=Motor ausgerüſtet, mit der Zu=
laſſungsnummer
D 2151 die dieſer Tage bei
den Junkerswerken in Deſſau auf Schwimmer.
geſetzt und mit der chineſiſchen Aufſchrift
Freundſchaft bemalt worden iſt, erfolgen.
Erſtmalig wird damit der Verſuch unternom=
men
, China mit einem Waſſerflugzeug zu er=
reichen
. Der Flugweg hält ſich dementſprechend
an den Waſſerſtraßen, alſo zunächſt donauab=
wärts
, dann längs der Küſten des Schwarzen
und Aegäiſchen Meeres, folgt dann weiter dem
Lauf der Küſten Perſiens und Indiens. Das
Flugzeug wird von dem bekannten Flugzeug=
führer
Bertram, der ſchon einmal längere Zeit
in China tätig war, geſteuert. Der mitfliegende
Bordmonteur Klausmann iſt durch ſeine Tätig=
keit
in Afghaniſtan, wo er ſeinerzeit die Flug=
zeuge
des Königs Amanullah betreute, beſon=
ders
gut mit Junkersmaſchinen vertraut.
Achtſtündige Schweizer Fahrt des Graf Zeppelin
Friedrichshafen. Das Luftſchiff Graf
Zeppelin iſt geſtern vormittag 8,33 Uhr mit
40 Paſſagieren an Bord zu einer etwa achtſtün=
digen
Schweizer Fahrt aufgeſtiegen.

Schwerer Orkan in Mikkelamerit
New York. Nach einer Meldung des
pical=Radio iſt Belize (Britiſch=Hond
von einem furchtbaren Orkan heimgeſucht
den, der bisher zweihundert Tote
viele Hunderte von Verletzte
fordert hat. Auch die Stadt San Jug
Porto Rico hat unter dem Orkan ſchw
leiden gehabt. Genauere Nachrichten
bisher noch nicht vor, da ſämtliche telephor
und telegraphiſchen Ve=bindungen zerſtört
den ſind. In einem Flugzeug der Panam
Airways ſind Aerzte und Medikamente
Porto Rico unterwegs.

Start zum Weltrekord für Flugzeug=Weit
Paris. Geſtern morgen um 6.10 un
Uhr ſind die beiden franzöſiſchen Flu
Bindeſtrich Nr. 2 und Fragezeichen zu
Weitſtreckenflug in öſtlicher Richtung ge
Der Bindeſtrich Nr. 2 wog mit Belaſtun
Tonnen, das Fragezeichen acht Tonnen
Notlandung eines der franzöſiſchen
Langſtreckenflugzeuge.
Geldern. Eines der beiden franz=
Flugzeuge, die geſtern früh in Le Bourg
Fluge nach Tokio aufgeſtiegen waren,
geſtern vormittag, nachdem es eine halbe
über Nieukerk gekreuzt hatte, wegen Tan!
notlanden. Es dürfte ſich um das Fl
Fragezeichen handeln. In Paris wur
Behebung; des Defekts ein Ingenieur
fordert. Einzelheiten fehlen noch.
Folgenſchwere Exploſion in einer franzö
Keſſelfabrik.
Paris. In einer Keſſelfabrik in
villiers explodierte vorgeſtern ein Azet=
zeuger
. Zwei Perſonen wurden getötet
wurden verletzt.
Schwere Exploſion in den Kodawer!
in Rocheſter.
New York. In den Eaſtman=Koda
in Rocheſter, Staat New York, ereignete
Freitag eine ſchwere Exploſion. Die genau
der Opfer ſteht noch nicht feſt. Bisher 1
zwei Tote und 20 verletzte Arbeiter gebo
Friedrichs des Großen Lieblings

Die berühmte Schnitger=Orge!
in
im Charlottenburger Schloß wird im 2.
UO8
der Verwaltung der Staatlichen Schloſſer.
15
wiederhergeſtellt. Die Orgel, die im 3ad
von dem großen Orgelbauer Arp Schni
Hamburg erbaut worden war, wurde vol.
rich dem Großen beſonders geliebt: Le
V
auch Johann Sebaſtian Bach bei ſeinen
in Berlin auf der berühmten Orgel 9e
ſpielen laſſen.

[ ][  ][ ]

Soort, Sptel und Jucnen.
hadballin der 2.T.
Vor dem Zußball= Länderkampf Deukſchland-Oefkerreich.
fe Kreisklaſſe.

lgen Griesheim,
Zimmern Bickenbach,
heim Langen,
Obernburg Erbach,
gffenburg Leider,
m Tv. Obernburg.
gt kaum anzunehmen, daß
urch in Verein imſtande iſt,
der egeslauf von Arheilgen
ickenbach einmal wenig=
unterbrechen
. So wer=
deu
ide abermals in Front
Bickenbachs Sieg wird
ausfallen. Dagegen
rheilgen alle Kräfte an=
um
über Griesheim
t werden. Es kann ſehr
ausgehen. Für Bensheim
ſan kaum etwas voraus=
Und wenn, dann den
ſensheims, da wohl nie=
an
einen Sieg Langens
wo Doll auf einige
pauſieren muß. Im an=
Bezirk geht Erbach den
wn Gang nach Obernburg
ur rngeſellſchaft, wo mit dem
des dritten Spieles zu
rech iſt. Aſchaffenburg wird
geg! Leider gewinnen, und
Ausſichten gegen Tv.
Ob= urg ſind nicht die ſchlech=
teſt

ain=Rhein=Gan.
e erſſen Pflichtſpiele.
Ier Klaſſeneinteilung iſt
on den früheren Richt=
abgekommen
und bat die
r. der Mannſchaften in der
Nes klaſſe erhöht. Zwei Grup=
ver
it acht bzw. ſieben Ver=
ſim
ſtreiten um den Gau=
titel
. Der eine Schwer=
2liegt in Darmſtadt, wo
r Vereine in einer Klaſſe
Man hat Sprendlin=
gey
gelsbach, Heppenheim und
hinzugenommen. Im
liegt die zweite Gruppe,
Sin den alten Vereinen
dei beſten der A=Klaſſe:
ſtädten und Groß=Gerau,
lt hat. Im letzten Jahre
die Spiele ſpannend bis
ſchluß, und diesmal erſt
da ein verlorenes Spiel
ht mehr ſo hart auswirkt.
spielſtärke hat ſich vom
etwa nach der Landes=
adt
verſchoben, ſo daß bis
ichſtjährigen Runde auch
tadt in der Kreisklaſſe
en ſein kann. Vielleicht
es bei der Tgde. 1846.

Auf ſede gezogene
in den Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
beiden Abteilungen I und II * 28. Ziehungstag 10. September 1931

Oben: Die Stützen der deutſchen Mannſchaft. Von links nach rechts: Leinberger ( Mittel=
läufer
), R. Hoffmann (halblinks), Kreß (Tor), Kuzorra (Mittelſtürmer), Knöpfle
(linker Läufer). Mitte: Das Stadion in Wien, in dem der Kampf am 13. September ausgetragen
wird. Unten: Die beſten Spieler der öſterreichiſchen Mannſchaft. Von links nach rechts:
Schall (Sturm), Mock (Läufer), Hiden (Tor), Sindelar (Sturm), Blum (Verteidiger).

Vorſchan:
ſſe: Sprendlingen Tgde. 1846 Darmſtadt Heppenheim
rſch, Wallerſtädten Büttelborn, Wolfskehlen Erfelden.
Birkenau. Seeheim
Zell, Eberſtadt
ſſe: Auerbach
Urberach. Weiterſtadt
ittenfeld. Nieder=Ramſtadt
ahn.
ſe: Groß=Hauſen Biebesheim, Groß=Rohrheim Stock=
dt
. Crumſtadt Griesheim. Eberſtadt Kirſchhauſen, Als=
Poſtſportv.. Nieder= Ram=
ch
Schwanheim, Münſter
idt Buchſchlag.
je Tgde 1846 fährt zum erſten Spiel nach Sprendlingen und
ort auf einen der ſtärkſten Gegner, ſo daß die Punkte dop=
hlen
, wenn ſie mit heimgehen. Heppenheim war letztes Jahr
rtes Pflaſter. Man hat den Neuling Lorſch zum erſten
hingeſchickt. Wallerſtädten hatte ſich mit dem Titel eines
ſters faſt zur Ruhe geſetzt, und es kann daheim gegen Büt=
ein
jähes Erwachen geben. Erfelden läßt beide Punkte in
kehlen. Die Jugend kämpft ebenfalls um den Beſten. Zur
einſparung an Fahrt uſw. hat man drei Gruppen zuſam=
ſtellt
.
ie Berichterſtattung iſt in Anbetracht der vielen Spiele nach
n eingeteilt. Kreis= und Meiſterklaſſe rufen an von 6.157
inſchließend bis 7.30 Uhr die übrigen Klaſſen. (Darmſtadt
nur.)
Turnverein Arheilgen Turnerſchaft Griesheim.
I der weiteren Reihe der Kreisklaſſenſpiele empfängt auf dem
platz Hammelstrift Arheilgen die Turnerſchaft Griesheim. Gries=

in er u Sech der Seih e ie eu geſaiſch
allſpiel gezeigt werden, zumal der Platzverein ſeine 2 Punkte ſich
ehmen laſſen wird. Um 1 Uhr ſpielt die Jugend, um 2.15 Uhr
Mannſchaften und um 3.30 Uhr die 1. Mannſchaften.
Polizei Worms - Rol=Weiß Darmſtadt.
morgigen Sonntag begibt ſich die Ligamannſchaft von Rot=Weiß
Vorms. Der Gegner in dieſem Verbandsſpiel iſt der dortige
iſportverein. Hier treffen die Rot=Weißen auf eine Mannſchaft,
aus alten, erfahrenen Spielern zuſammenſetzt. Wenn einige
er Polizeiſpieler auch für das Handballſpiel etwas zu ſchwer ſind
änzt die Elf aber die Schnelligkeit durch überlegtes und genaues
menſpiel. Rot=Weiß dürfte gut daran tun, den Gegner keines=
u
unterſchätzen, da es in Worms auf einen erfahrenen Gegner
der ſich zu Hauſe nicht leicht beſiegen läßt. Auf das Abſchneiden
Dt=Weiß=Mannſchaft darf man geſpannt ſein.
eglervereinigung Darmſtadk und Umgebung.
Klubkampf um den Konzelmann=Pokal.
S iſt eine gute Beteiligung im Wettbewerb um dieſen Pokal zu
hnen. 12 Klubriegen ſtellten ſich dem Sportausſchuſſe zur Ver=
1. Im Bürgerverein beginnt am 13. September das Kegeln, bei

bannende Kämpfe zu erwarten ſind. Verteidiger iſt der Klub
1911 B.V.
Großkämpfe im Südd. Gau.
er diesjährige Großkampf im Südd. Gau wird in Riederwald aus=
ſen
. 300=Kugelkampf und Sportabzeichen (20 Kugeln) haben ein
deres In ereſſe erweckt und etwa 30 Teilnehmer zu verzeichnen,
ter beſte Kräfte des Gaues. Nebenbei finden Klubkämpfe
Mannſchaften, 250 Kugeln ſtatt, zu denen 45 Mannſchaften
det haben.
1e Veranſtaltung findet am 13. September ihren Abſchluß, bei der
* Mitglieder des Darmſtädter Verbandes an dem 300=Kugelkampf
hmen.
Eweltmeiſter Tommy Loughran ſchlug in Philadelphia den
und ſchwereren Jack Groß über zehn Runden nach Punkten.
r deutſche Meiſter im Fliegengewicht, Metzner, verlor am Don=
a
9 abend in einem Zwölfrundenkampf gegen den franzöſiſchen
er der gleichen Gewichtsklaſſe nach Punkten. Der Franzoſe war
Eſteils überlegen. Der ungariſche Boxer Alex Sandy ſchlug den
Ziſen Lelong in einem Zehnrundenkampf nach Punkten überlegen.

Muboall.
5. 5. Darmſtadt 1898 Olympia Lorſch.
Zu dem morgen nachmittag 2,30 Uhr auf dem Platze am
Böllenfalltor ſtattfindenden Verbandsſpiel Sportverein 1898
Olympia Lorſch ſtellen die Einheimiſchen folgende Elf:
Müller
Rupp Laumann
Schnägelsberger Lehr Richter
Jakobi Seifert Müllermerſtadt Württemberger Hebeiſen.
Die Mannſchaft muß ſich bewußt ſein, daß es von dem Aus=
gang
des Treffens abhängt, ob der Anſchluß an die Tabellenmitte
gelingt oder nicht. Gerade in den Spielen auf eigenem Platze
wirkt ſich jeder Punktverluſt doppelt nachteilig aus. Die Darm=
ſtädter
haben in dem Spiel gegen Viktoria Urberach gezeigt, daß
ſie zu einer geſchloſſenen Leiſtung fähig ſind. Deshalb erwarten
wir von den 98ern im morgigen Spiel die Aufbietung aller Kräfte.
um erfolgreich zu beſtehen.
Die Ligareſervemannſchaft der 98er iſt ſpielfrei. Von den wei=
teren
aktiven Mannſchaften tritt die 3. Mannſchaft auf dem Platze
des hieſigen Reichsbahnſportvereins und die 4. Mannſchaft in
Klein=Umſtadt an.
Nach dem Fußballſpiel ſteigt das Handballverbands=
ſpiel
des Sportvereins gegen Alemannia Worms. Hier
gilt es für die 98er, durch weiteren Punktgewinn ſich die Tabellen=
führung
zu ſichern. Beide Spiele werden ihre Zugkraft wohl nicht
verfehlen, zumal die Eintrittspreiſe trotz Doppelveranſtaltung
nicht erhöht ſind.
SV. 1910 Weiterſtadt SV. Geinsheim.
Im weiteren Verlauf der Verbandsſpiele empfängt Weiter=
ſtadt
am kommenden Sonntag, 15 Uhr, den Sportverein Geins=
heim
. Wie die Spiele der früheren Jahre gelehrt haben, konnte
Geinsheim manchesmal die wertvollen Punkte, wenn auch immer
nur mit einem ſehr knappen Reſultat, mit nach Hauſe nehmen.
Die Schwarzweißen, die an dieſem Tage mit ihrer ſtärkſten
Mannſchaft auf den Plan treten, müſſen auf der Hut und in beſter
Form ſein, wenn ſie Sieg und Punkte erzielen wollen. Um 1 Uhr
ſpielen die 2. Mannſchaften.
Die erſte Handballmannſchaft hat den Turnverein Mör=
felden
vormittags 11 Uhr zum fälligen Verbandsſpiel zu Gaſt.
Auch hier dürfte ein ſpannendes Spiel gewährleiſtet ſein. Im
Anſchluß hieran ſpielt die 1. Jugendmannſchaft gegen die gleiche
Elf von Roßdorf.
Eintracht Darmſtadt.
Durch das Entgegenkommen des Vorſtandes des Rot=Weiß,
V. f. R., iſt ein Spiel der beiden 2. Garnituren zuſtande gekom=
men
. Das Spiel findet vor dem der erſten Mannſchaften eben=
falls
auf dem Platze hinter der Feſthalle ſtatt. Da Eintracht zum
erſtenmal im neuen Spieljahr mit der zweiten Elf auf den Plan
tritt, ſollte das Spiel ebenfalls Intereſſe finden.
Sportverein 1898 (Jugend).
Jgd.
1. Jgd. Polizei, dort, 10.15 Uhr; 2. Jgd. 1. Jgd.
Arheilgen, Stadion, 9.15 Uhr; 3. Jgd. 2. Jgd. Arheilgen, dort, 9 Uhr;
Jgd. 2. Jgd. Langen, Stadion, 9.15 Uhr; 3. Schüler 2. Schüler
Polizei, Stadion, 13 Uhr. Samstag: 1. Schüler 1. Schüler Wix=
hauſen
, Stadion, 15.15 Uhr; 2. Schüler 2. Schüler Wixhauſen,
Stadion, 16.15 Uhr.
Winkler wieder bei Wormatia.
Anfangs der Woche wurde gemeldet, daß der bekannte Halbſtürmer
Willy Winkler vom Heſſenmeiſter Wormatia Worms ſeinen alten Verein
verlaſſen habe und dem Konkurrenzverein Alemannia Worms beigetre=
ten
ſei. Heute wird nun geſagt, daß Winkler ſich bei der Alemannia
nur angemeldet habe, aber inzwiſchen wieder zur Wormatia zurück=
gekehrt
ſei, für die er auch am Sonntag gegen Alemannig ſpielen werde.
Die Vereinstreue iſt doch kein leerer Wahn.

Mokorſpork.
Deutſche Motorrad=Bahnmeiſterſchaft im Stadion Frankfurt a. M.
Als ein Höhepunkt der motorſportlichen Ereigniſſe dieſer Sai=
on
müſſen die am Sonntag, den 13. September, im Stadion ſtatt=
findenden
Rennen um die Deutſchen Motorrad=Bahn= Meiſter=
ſchaften
für die Klaſſen 175. 250 und 350 ccm betrachtet werden.
Die Felder ſind mit den beſten Fahrern beſetzt, die Anſpruch auf
den Titel des Deutſchen Bahnmeiſters erheben, die Felder ſind
ſogar ſo groß geworden, daß der Lauf der 250er Maſchinen in
Teilläufen ausgefahren werden muß. Die Läufe in den einzelnen
Klaſſen gehen über je 10 Kilometer und muß jede Klaſſe in drei
Läufen ausgefahren werden. Einzelne Grasbahnrennen für Solo=
und Seitenwagenmaſchinen liegen zwiſchen den Hauptläufen auf
der Bahn.
Sommer=Hamburg bei Hertha/BSC.
Der bekannte Rechtsaußen des Hamburger Sportvereins, Sommer,
der noch kürzlich die Hamburger Farben im Städteſpiel gegen Berlin
vertrat, iſt nach Berlin übergeſiedelt und hat ſich Hertha/BSC. an=
geſchloſſen
. Sommer wird Anfang Dezember für den Meiſter ſpiel=
berechtigt
, er wird die Nachfolge von Ruch antreten, der mit ſeinen 34
Jahren den an ihn geſtellten Anforderungen nicht mehr ſo gerecht wird.
Wer trainiert in Zukunft?
Der Reichstrainer des Deutſchen Fußball=Bundes, Otto Nerz, hat
ſich am Donnerstag in Berlin mit Frl. Böhme vermählt. Die Hoch=
zeitsreiſe
geht alſo nach Wien.
*
Frl. Hammer ſiegte im Finale des Damen=Einzels bei den
ungariſchen Tennismeiſterſchaften in Budapeſt mit 3:6, 6:3, 9:7
gegen die Polin Jedrzejowſka.
Jack Dempſey will ſich dem Sieger der Begegnung Carnera=
Sharkey ſtellen und damit in die Weltmeiſterſchafts=Ausſcheidung
eingreifen.
Franz Dülberg (Dortmund) liegt im Kampf um die amerikaniſche
Stehermeiſterſchaft zurzeit hinter dem Franzoſen Letourneur und vor
dem Italiener Giorgetti an zweiter Stelle.
Am Freitag ſind keine weiteren Aenderungen der deutſchen Fußball=
Nationalmannſchaft erfolgt.
Bei der amerikaniſchen Herren=Tennismeiſterſchaft haben Perry
(England) und Lott (U. S.A.) als Erſte die Vorſchlußrunde erreicht.
Ernie Schaaf, der erfolgreiche deutſch=amerikaniſche Schwergewichts=
boxer
ſchlug in New York den Italiener Roberto Roberti in der neun=
ten
Runde entſcheidend.
Weingärtner=Offenbach leitet am 27. September in Oslo den Fuß=
ball
=Länderkampf Norwegen Schweden.
Das am 27. September in Hannover ſtattfindende Fußball= Länder=
ſpiel
Deutſchland Dänemark wird von dem Wiener Mieß geleitet.

Gewinnauszug
5. Klaſſe 37. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck

In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Oewinne m 200000 M. 341884
2 Oewinne zu 25000 M. 5636
2 Gewinne zu 10000 M. 21=
3 Gewinne zu 6000 M. 48612 70794 80238 108656
18 oewinne uu 3000 M. 51668 89777 101541 130577 183566 201798
1 242544 292842
217
Gewinne zu 2000 M. 11142 19849 28624 33670 35045 60588
6716
75814 92943 136088 228
35946 262006 271299 282579
312682 339721 365096 359407
000 M. 6243 858
10 Gewinne
8 11623 11808 14681 40338 43448
03
60 60692 79638 79974 80386
11 91018 92176
9.
3574 114308
8554 120199 125686 1469
96870
3198 192942
2
13071 215326 215620 215858
19715 226853 250988
88337 3e
261895 265334 266966 267085 2
26
7113 30314
0349a
2
6 324677 327763 337600 362359 365038 368642 371916 373822
379318 379934
94 Gewinne zu 500 M. 2544 7716 9668 11949 14463 16107 18182
20091 25002 28166 28822 29242 36737 37371 42162
16 60433
62801 73882 74696 84233 85326 86696 947
98286
9920
9a592 106046 105064 123534 127526 129645 130001 134385 1379
138002 141368 141462 146423 1E
62 154496 165812 167280 173681
181179 182318
,9=
87470 193817 217489
130
1871
17665 218112
488
42
25807 226807 237358 240061
86
244994 246161 2
818
389
5366 2
732 283100
05 296817 300073 300
4 308e
3449 317078 326344
33
4831
60 3468
3 341813;
19 351033 3606 10 363940 367666
370713 374582 375668 377262 383406 384720 391643
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
12 Gewinne zu 5000 M. 23761 29421 233388 274266 326511 368780
24 Gewinne zu 3000 M. 58178 75995 85052 128998 164634 169016
217312 263692 317385 347126 347438 397699
6 Gewinne zu 2000 M. 22865 47981 48218 104999 141080 153091
211579 243035 252635 258374 267385 312384 312441 348645 361444
361045 371988 37667
je zu 1000 M. 637 6568 6965 20292 35535 49649 52252
697
72401 74326 76523 81474 81555 90761 106934 126908
Weg
50-
94152 203408 208875 212113 228893 244830 259569 262766
273866
281615 295639 321613 347940 350044 352890 354605 354753
369808 373868 391094 3978
zinne zu 500 M. 18960 31883 34816 36063 36593 45342 63770
156
6038
7713 77060 78748 93424 95!
8386
21 99201
00220
234
68
8 103550 103764 106824 116135 116604 129443
4662
790 158263 166375 167337 172375 17834
8i4e
330
6026 1
196280 200696 202162 203092 216842 21883=
233
19398
241213 242181
417 232
3236 248818 257682
268384
94 27320
767
5685 293743
5726 296126 308103 31077
315063 319804
13831
45002 351538 356088 357242 363294
363452 373301 374368 376524 379200 384933 392490
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne
zu je 50000, 2 zu je 25000, 14 zu je 10000, 10 zu je 5000,
30 zu ie 3000, 74 zu je 2000, 130 zu je 1000, 196 zu je 500.
592 zu je 400 Mark.

Frankfurt a. M.
Samstag, 12. September.
10.20: Schulfunk: Gegner. Sporthörbild.
15.15: Stunde der Jugend: Die Jagd nach dem Bild von Sepp
Allgeier. Theſſa Klinkhammer erzählt allerlei luſtige Sachen.
17.00: Nachmitte

ſch: Berufsausſichten der Jungalademiker.
1aRt
19.30: Zeit, Programm. Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.45: Freiburg: Dr. Gießler
E. Brugger: Im Schloß und
Münſter Salem in Oberbaden.
Aa4
Was iſt Kitſch?
Was uns gefällt! Ein bunter Abend.
22.15: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
22.35: Baden=Baden: Tanzmuſik. Einlage: Bericht vom Tam=
turnier
Baden=Baden.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 12. September.
14.50: Kinderbaſtelſtunde: Kaſtanien, Eicheln und Tannenzapfen.
15.45: Edith Sternberg: Die Hausfrau als Verwalterin des Volks=
vermögens
.
16.00: Priv.=Doz. Dr. Merkenſchlager: Die anthropologiſchen Grund=
lag

n der Staatsbildung.
16.30
Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30
Prof. Dr. Mühſam: Ueber Krebskrankheit.
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30
Dr. Clauß: Die Beduinen.
19.00: Dr. Würzburger G. Förſter: Freiheitliche oder autorita=
tive
Erziehung.
19.30: Stille Stunde: Heimat der Stämme.
19.,55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Im Schloß und Münſter Salem in Oberbaden.
20.40: Dasſelbe in Grün. Ein bunter Abend.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Ilia Livſchakoff.

Die heutige Nummer hat 14 Geiten.

[ ][  ][ ]

Nummer 253

Gamstag, den 12. G.
Neueſte Nachrcht

Auslands=Einflüſſe an den Börſen.
Skarke Rückgänge der Young= und Dawesanleihen in New York, London und Amſterdam wirken ſich recht
ungünſtig aus. Ruhiges Geſchäft bei weitgehendſter Zurückhalkung.

Produktenverichte.

Keine neuen Kaufaufkräge.
Frankfurker Börſe ziemlich ſchwach.
Nachdem noch an der Vorbörſe gut behauptete Kurſe zu hören
waren, trat zu Beginn des offiziellen Verkehrs allgemein ziemlich
ſchwache Stimmung ein. Es beſtand Realiſationsneigung als Folge der
vorangegangenen Kursſteigerungen. Außerdem machten ſich Ent=
laſtungsverkäufe
bemerkbar, die um ſo mehr auf den Markt
drückten, als ihnen infolge der Ueberſättigung der Käufer
keine neuen Kaufaufträge gegenüberſtanden. Als verſtim=
mendes
Moment fielen auch die Kursrückgänge an den
ausländiſchen Börſenplätzen heute ſtärker ins Gewicht. Da=
bei
war das Angebot als keinesfalls drängend zu bezeichnen, doch genüg=
ten
die wenigen Abgaben, um das Kursniveau gegenüber der geſtrigen
Abendbörſe um durchſchnittlich 1½ bis 2½ Prozent herabzudrücken.
Das Geſchäft verlief heute weſentlich ruhiger, da man weitgehendſte
Zurückhaltung bewahrte. Die ſtärkſten Kursabſchläge hatten vor
allem die an den Vortagen bevorzugten Werte wie Reichsbank, die 6
Prozent einbüßten, Salzdetfurth, die 4½ Prozent, und Gesfürel, die
4 Prozent verloren, ſowie J.G. Farben und Siemens, deren Kursſtand
ſich um 3½ Prozent ermäßigte. Von den übrigen Kursrückgängen ſind
noch Aſchersleben ( 3 Prozent), Phönix, Holzmann, Zellſtoff Waldhof
und Schuckert mit je minus 2 Prozent, und A.=G für Ver=
kehrsweſen
mit minus 2½ Prozent zu erwähnen. Am Umſatzgebiet
der Bankaktien erlitten Bayeriſche Hypothekenbank eine Abſchwächung
um 2 Prozent. Deutſche Anleihen: Neubeſitz 3,40 (3½), Altbeſitz 46,70
nach 47,25. Ausländer ſtill. Am Pfandbriefmarkt kam auch einiges
Angebot heraus, das die Kurſe leicht drückte. Nur Frankfurter Pfand=
briefbank
Liquidation waren noch geſucht.
Im Verlaufe bröckelten die Kurſe weiter etwas ab. J.G. Farben
103½ nach 1047/s.
Am Geldmarkt blieb Tagesgeld mit 6½ Prozent unverändert.
Am Deviſenmarkt nannte man London New York 4,8595, Paris
123,95, Mailand 92,91, Madrid 53,75, Schweiz 24,91¾.
An der Abendbörſe war der Geſchäftsumfang ſehr klein, wie
auch der Beſuch angeſichts der bevorſtehenden Feiertage ſehr ſchlecht war.
Die Kursentwicklung entſprach der Tendenz der Mittagsbörſe. Farben
verloren 1½, A. E. G. 11/s, Montanwerte ½ Prozent. Auch im Verlauf
trat keine Aenderung der Tendenz ein. Farben ſchloſſen 102.

Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Preisindexziffer der Metallwirtſchaft, Metallwiſſenſchaft,
Metalltechnik. Die Preisindexziffer der Metallwirtſchaft, Metallwiſſen=
ſchaft
, Metalltechnik ſtellte ſich am 9. September 1931 auf 61,9 gegen
63,0 am 2. September 1931 (Durchſchnitt 1909/13 100), fiel alſo um
1,7 Prozent. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisſtande
vom 9. September 1931 folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer
55,2 (am 2. September 55,8), Blei 65,6 (68,8), Zink 45,2 (46,7), Zinn
62,0 (65,0), Aluminium 118,1, Nickel 107,7 (107,7), Antimon 74,7 (77,0).
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt vom
2. bis 8. September 1931. Neue Verfahren. Schlitz: Hdl. Aron
Stern. Anmeldefriſt 12. 9., Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin
2. 9. Mainz: Zimmermeiſter Adam Borgner. Anmeldefriſt 22. 9.,
Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 25. 9.; Kfm. Johann
Günther, Kolonialwarengeſchäft. Anmeldefriſt 25. 9., Gläubigerver=
ſammlung
und Prüfungstermin 2. 10. Bingen: Fa. Gebr. Blank in
Genſingen. Gläubigerverſammlung und Prüfungstermin 10. 10., An=
meldefriſt
1. 10.; Fa. Juſtus Philips. Anmeldefriſt 25. 9., Gläubiger=
verſammlung
und Prüfungstermin 3. 10. Offenbach a. M.: Hoch= und
Tiefbau=Geſellſchaft, e. G. m. b. H. Anmeldefriſt 1. 10., Gläubigerverſamm=
lung
24. 9., Prüfungstermin 29. 10. Oppenheim: Schneidermeiſter
Arthur Baier in Nierſtein. Anmeldefriſt 19. 9., Gläubigerverſammlung
und Prüfungstermin B. 9. Beendete Konkurſe. Offenbach a. M.:
Fa. A. Kaufmann G. m. b. H., Lederwarenfabrik. Neue Ver=
gleichsverfa
ihren. Offenbach a. M.: Oskar Falkowſky, Fabrik
feiner Lederwaren. Vergleichstermin 17. 9.; Franz Mansmann, Leder=
handlung
. Vergleichstermin 1. 10.; Fa. Meid u. Co., Lederwaren Ver=
gleichstermin
24. 9.; Fa. Philipp Meid. Verkauf von Lederwaren.
Vergleichstermin 24. 9. Hungen: Karl Dieffenbach, 2. deſſen Ehefrau
Anna, geb. Nürnberger, in Berſtedt. Vergleichstermin 24. 9. Be=
endete
Vergleichsverfahren. Offenbach a. M.: Fa. Kreß
u. Wolters, Buchhandlung; Fa. Anton Roth, Lederwarenfabrik. Die=
burg
: Mittelrheiniſcher Bankverein A.=G.
Zahlungseinſtellung der Manufakturwarenfirma S. Guttmann,
Augsburg. Die Firma mit Niederlaſſungen in Nürnberg, Würzburg,
WViesbaden, Frankfurt a. M., Köln und Duisburg hat laut Deutſcher
Konfektionär die Zahlungen eingeſtellt und Verhandlungen wegen eines
gerichtlichen Vergleichs eingeleitet. Die Verbindlichkeiten ſollen ſehr er=
heblich
ſein. Wie der nordbayeriſche Sonderdienſt erfährt, iſt der finan=
zielle
Zuſammenbruch der Manufakturwarenfirma S. Guttmann in
Augsburg nicht etwa durch ſchlechten Geſchäftsgang infolge der Wirt=
ſchaftskriſe
erfolgt, ſondern dadurch, daß der Inhaber der Augsburger
Firma, Leo Levinſohn, von den hereingenommenen Bankkrediten in
Höhe von ca. 400 000 Mark etwa 260 000 Mark für ſich zu Unrecht ver=
brauchte
. Lebinſohn hatte als Bevollmächtigter der Augsburger Zahl=
ſtelle
, von der aus ſämtliche Verbindlichkeiten reguliert wurden, die
Kredite nach und nach bei der Darmſtädter Bank abgehoben und, als
er einſah, daß man ſeinem Treiben auf der Spur war, im April ds. J3.
den Freitod gewählt. Die wirklichen Bankſchulden der betroffenen Fir=
men
in Höhe von 160 000 Mark ſind durch Hypotheken und ſonſtige Siche=
rungen
gedeckt, ſo daß die Darmſtädter Bank bei dieſem keine Verluſte
erleiden dürfte. Zurzeit ſchweben Verhandlungen, um einen Modus
zu finden, der einige der betroffenen Geſchäfte von der Haftung entlaſtet,
um dieſe weiterführen zu können. Die Verhandlungen werden im
Laufe des Tages zum Abſchluß gelangen.
3 Prozent Devaheim=Konkursquote. In Berlin wurde geſtern die
erſte gerichtliche Gläubigerverſammlung im Devaheim=Konkurs abgehal=
ten
. Die Abendblätter melden hirüber: Die Zahl der erſchienenen Ge=
ſchädigten
war außerordentlich groß, und die Gläubiger, die nicht ſelbſt
gekommen waren, hatten ſich durch einen Rechtsanwalt oder den Vor=
ſtand
des Schutzbundes der geſchädigten Bauſparer vertreten laſſen. An
Spargeldern ſind bei der Devaheim 8,27 Millionen RM. vereinnahmt
worden, bei, der Deuzag 7,74 Millionen. Zugeteilt worden ſind an
Sparer bei der Devaheim nur 4,38 und bei der Deuzag nur 4,18 Millio=
nen
. Die Schäden, die durch Gewährung von Zwiſchenkrediten entſtan=
den
ſind, gehen in die Millionen. Die Gläubiger und Sparer der bei=
den
Bauſparkaſſen haben 14,45 Millionen zu fordern. Die Konkursver=
waltung
ſchätzt die Aktiven auf nur 558 112 RM., denen Paſſiven in
Höhe von 14,35 Millionen gegenüberſtehen. Nach Abzug der Koſten aus
dem Konkursverfahren rechnet der Konkursverwalter mit einer Quote an
die Gläubiger in Höhe von 3 Prozent.

Mekallnokierungen.

Die Berliner Metalltermine vom 11. September ſtellten ſich
für Kupfer: September 58,75 (59,50), Oktober 59,25 (59,75),
November 59,50 (59,75), Dezember 59,75 (60), Januar 59,75
(60,25), Februar 60 (60,25) März 60,50 (61), April 61 (61,50),
Mai 61,50 (62), Juni 61,75 (62,25), Juli 62,25 (62,50), Auguſt
62,50 (63). Tendenz: ſchwach. Für Blei: September, Oktober
20 (21,50), November 20,50 (22). Dezember 20,75 (22), Januar
20,75 (21,75), Februar 21,50 (22,25), März 21,25 (22,25), April
25 (22,25), Juni 21,75 (22,25), Juli 21,75
21,50 (22,50), Mai 2.
(22), Auguſt 21,75 (22,25). Tendenz: luſtlos. Für Zink: Sep=
tember
21 (22), Oktober 22 (22,25), November 22,25 (22,75), De=
zember
22,75 (23), Januar 23 (23,50), Februar 23,25 (24), März
23,75 (24,50), April 24,50 (24,75), Mai 25 (25,25), Juni 25
(25,75), Juli 25 (26). Auguſt 25,50 (26,50). Tendenz: ruhig.
Die erſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.

Berlin kann nichk mehr gegen den Skrom ſchwimmen.
Immer mehr ſtellt es ſich heraus, daß die unter Zwang feſtgeſtellten
Einheitskurſe der letzten Woche kein wahres Bild von der Tendenz an
den Effektenmärkten gegeben haben und daß dieſe Kurſe mehr oder
weniger von den Banken manipuliert waren. Jetzt, nach Wiederauf=
nahme
des freien Handels, ſind die Märkte auch den Einflüſ=
ſen
von außenher wieder ſtärker ausgeſetzt, und ſo
kann Berlin nicht mehr gegen den Strom ſchwimmen
und ſich den Eindrücken der ſchwachen Auslandsbör=
ſen
verſchließen. Die ſtarken Rückgänge der Young=
und Dawes=Anleihen geſtern in New York, London
und Amſterdam wirkten ſich recht ungünſtig aus und
löſten, beſonders auch im Auslande Verkaufsneigung aus. Die noch
vorliegenden Publikumskauforders reichten demgegenüber nicht aus, um
das Niveau zu halten. Die erſten Kurſe verloren daher häufig bis zu
3 Prozent, bei Schubert u. Salzer, Schultheiß, Svenska, Reichsbank,
Gelſenkirchen, Ilſe, Rheinſtahl, Holzmann, Kaliwerten, Farben und den
führenden Elektropapieren gingen die Verluſte nach darüber hinaus bis
zu 7 Prozent. Zahlreiche Papiere erſchienen mit Minus=Minus=Zeichen,
und für manche von ihnen kam eine Notiz zunächſt überhaupt nicht zu=
ſtande
. Die Reichsmark im Auslande konnte ſich heute weiter erholen,
ſo daß von den geſtrigen Entwertungsbefürchtungen nichts mehr zu
hören war und vielleicht auch deswegen das Kaufintereſſe nachgelaſſen
hat. Denn auch am Pfandbriefmarkt war das Geſchäft heute weſentlich
ruhiger und die Nachfrage nur gering. Reichsſchuldbuchforderungen ver=
loren
in den ſpäteren Fälligkeiten bis zu 3 Prozent. Mit Ausnahme
der Goldpfandbriefe, die ſich behaupten konnten (Sprozentige zwiſchen
91 und 93, 7prozentige zwiſchen 81 und 84½, 6prozentige zwiſchen 74 und
75 und 8prozentige Kommunal zwiſchen 80 und 81 notiert), zeigten ſich
am Anlagemarkt heute ebenfalls Abſpannungserſcheinungen. So gingen
Liquis um 1 bis 2 Prozent zurück, Stadt= und Staatsanleihen neigten
ſtärker zur Schwäche, und Induſtrie=Obligationen hatten verſchiedentlich
ſchon Minus=Minus=Zeichen. Hier wirkten ſich die Gerüchte von einem
Aufwertungsmoratorium um ein Jahr ungünſtig aus. Als ſchwach iſt
die Altbeſitzanleihe zu erwähnen, die im Verlaufe der Börſe gegen geſtern
über 1 Prozent verlor. Auch im Verlaufe neigte die Tendenz an den
Aktienmärkten weiter zur Schwäche, da keine Anregungen vorlagen und
dem geringen herauskommenden Material gegenüber nur wenig Auf=
nahmeneigung
beſtand.
Der Geldmarkt erfuhr eine weitere Verſteifung. Für Tagesgeld
nannte man einen Zirkaſatz von 8¾ bis 10 Prozent.

Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 11. Sept.:
Getreide. Weizen: September 49, Dezember 50½, März
53½, Mai 55,50; Mais September 43½, Dezember 38,75, März
40,75, Mai 43; Hafer: September 215, Dezember 23,75, Mai
26,50; Roggen: September 38,75, Dezember 38½, März 41,25,
Mai 42,50.
Schweine: Leichte 6,256,50, ſchwere 5,406,20; Schweine=
zufuhren
in Chicago 12 000, im Weſten 59 000.
Speck, loco 7,50.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 11. Sept.:
Schmalz: Prima Weſtern 8,20; Talg, extra loſe 234.
Getreide. Weizen; Rotwinter 62,75, Hartwinter 63,25;
Mais: loco New York 57½; Mehl: ſpring wheat clears
4,004,25; Getreidefracht nach England 1,62,3 sh, nach dem
Kontinent 88½ C.
Kakao: Tendenz träge, Umſätze 151, loco 4½; September
4,33, Oktober 4,39, Dezember 4,54, Januar 1932 4,61, März 4,75,
Mai 4,88, Juli 5,09.

Berliner Produktenbericht vom 11. September. Anſcheinend ir
ſammenhang mit der allgemeinen Wirtſchaftslage iſt die Stimmur
Produktenmarkte ſeit mehreren Tagen ziemlich nervös. Dies kom
den teilweiſe erheblichen Preisſchwankungen deutlich zum Ausdruck
heutigen Vormittagsverkehr waren die Weizenpreiſe bei mäßigen
landsangebot nur teilweiſe erhöht, an der Börſe hatte ſich dagege
Offertenmaterial in beiden Brotgetreidearten faſt völlig zurückge
und die Forderungen waren für Weizen um etwa 4 Mark, für R
um etwa 3 Mark feſter gehalten. Auf dieſem Preisnibeau ware
Käufer allerdings mit Anſchaffungen ſehr vorſichtig, zumal ſich
zelt auch Verkaufsluſt der zweiten Hand zeigte. Am Lieferungs,
kamen die Notierungen für Weizen zunächſt verſpätet zuſtand
Preiſe lagen 3,504,50 Mark über geſtrigem Schlußniveau, Rogger
23 Mark feſter ein. Bald danach nannte man allerdings wieder
gere Briefpreiſe. Das Weizenmehlgeſchäft hat ſich nunmehr au
hieſigen Platze etwas belebt, höhere Preiſe ſind aber nur ver
durchzuholen. Roggenmehl hat guten Abſatz bei 25 bis 50 Pfg. b.
Preiſen. Hafer bei mäßigem Angebot feſter. Gerſte ruhig, aber
lich ſtetig.

Diehmärkke.

Ferkelmarkt vom 9. September in Groß=Gerau Auftrie
Stück. Es koſteten 46 Wochen alte Ferkel 713 RM., 6 A
alte und ältere Ferkel 1216,50 RM. Springer keine vorhe
Der nächſte Ferkelmarkt findet am Mittwoch, den 23. Septe
von vorm. 8.30 Uhr ab auf dem Marktplatz zu Groß=Gerau
Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Von zuſtändiger Stelle werden die Behauptungen, die Reich
rung beſchäftige ſich mit Plänen, ein Treibſtoffmonopol einzuf
als unzutreffend bezeichnet.
Die geſchäftliche Lage der deutſchen Baumwollſpinnerei hat a=
Auguſt keine Beſſerung erfahren. Die Unſicherheit der Verhe
ſowie namentlich der Preisſturz der Rohbaumwolle wirkten lähmer
veranlaßten die Abnehmer weiterhin zu äußerſter Zurückhaltung.
In der Baumwollweberei war die Entwicklung des Geſchä
Auguſt durch außerordentliche Einflüſſe beſtimmt. Infolge des
ſturzes am Baumwollmarkt ließ der Neueingang an Aufträgen
Weberei gegenüber dem Vormonat nach. Bezüglich der Auslandsan
und der Exportlage iſt eine beachtenswerte Veränderung im Auguf
zu berichten.
Die mit 480 000 RM. arbeitende Karl Seeger A.=G., Offenbach
weiſt 1930 nach 75 000 (100 000) RM. Abſchreibungen einen Verlu
1800 D
M. aus, gegenüber, 6 Prozent Dividende aus 32000 RM.
gewinn im Vorjahre.
Ueber die Kohlengroßhandlung Karl Bünting in Kaſſel iſt a=
trag
der Berliner Kohlengroßhandlung Cäſar Wollheim das Ko
verfahren eröffnet worden, nachdem ſich der Geſchäftsinhaber Karl
ting in Gießen aus geſchäftlichen Gründen erſchoſſen hat. Die
flichtungen betragen 398 700 RM., denen an Vermögenswerten
RM. gegenüberſtehen.
Die mit 450 000 RM. kapitaliſierte Brauhaus Sonneberg A.
Sonneberg, die vor zwei Jahren durch die Vereinigung der
brauerei Eichberg A.=G. mit dem Brauhaus Sonneberg, Boettcher
u. Co. entſtanden iſt, hat ihre Zahlungen eingeſtellt. Ein Ve
wird angeſtrebt. Als Grund der finanziellen Schwierigkeiten
Krediteinſchränkungen und Abſatzrückgang angegeben. Eine Uebe
dung ſoll nicht vorliegen.
Das Inſtitut für Konjunkturforſchung bezeichnet in ſeinem
die Ausſichten auf dem Viehmarkt für die nächſten Monate als ung
Von dem Preisdruck auf dem Schweinemarkt werde auch der 7
markt betroffen werden. Auf den Märkten der tieriſchen Verede
produkte wie Milch, Butter und Eier ſei für den Herbſt und
eine tendenzielle Beſſerung kaum zu erwarten. Als verhältnis
ausſichtsreich dürfte die Lage der Gemüſe= und Obſtwirtſchaft ane
werden.
In New York ſind Erörterungen über einen Bankkredit von
75 Millionen Dollar für Schweden im Gange. Wie verlautet, 1ä
aber noch nicht ſagen, ob die Verhandlungen zu einem greifbaren
nis führen werden.
Die Bank von Norwegen hat den Diskontſatz von 4 auf 5 P
erhöht.
er Vorrat an Münzgold in Amerika iſt in der letzten Woc
2 Millionen Dollar geſtiegen und beträgt jetzt 5 Milliarden Dolla=

Berliner Kursbericht
vom 11. September 1931

Seutſche Duhr and Aibronto Gefenſchäft

Oeviſenmarft
vom 11. September 1

Berl,Handels=Geſ.
Danatbank. . . .
Deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Bant
Hapaa
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Eleſtr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas

Veie
73.
66.
40.
32.25
54.
33.25
58.875
29.
60.
47.50
4.875
78.25

Ree
Elektr. Lieferung
J. 6. Jarben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeich Eiſen u. 1
Köln=Neueſſen /
Phil., Holzmann.
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppel 20.

41-
67.75
107.875
35
37.
30.25
45.
81.
31.
39.626
18.
36.

Meeee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kal
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.,
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Aupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

Me
Rea
149.25
60.
87.
27.
91.50
13.
24.75
99.25

00.
20

Helſingfors
*
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Budapeſt
Sofig.
Holland
Lslo
Kopenhagen
Stockholm
London.
Buenvs=Aires
tew York
Belgien
Italien
Paris

Mie
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr
100 Pengö
100 Leva.
100 Gulden
1o0 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
Stg.
p. Pefo
Dollar
100 Belgo
ſ1o0 Lire

100 Franes (16.50

Gelds
10.59
159
12.46
73.4:
3.059
169.8.
112:
12.5.
112.6
0.45

Brieſ
10.,81
59.29
12.487

1.17
12.73
112.74
112.84
120 495
1.17
2.
4.217
Kot
2205
16.54

Schweiz
Spanien
Danzig
Japan
Rio de Janerro
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Sſtambu
Kairo.
Kanada
nruguat
3sland
Tallinn (Eſtl.)
Rig

Währung
100 Franken
00 Peſetas
100 Gulden
1 Yen
Milreis
100 Dinar

00 Gseuboslu

100 Drachm.
1 türk. 2
t ägypt. 2
1eanab. Doll.
Goldpeſt
100 isl. Kr.
100 eſtl. K
ſto0 Lats

jGeI
82.08
37.08
81.7

*
84
Nee
14.77
5.
1.4
Bi.22

Darmſtädter und Nationalbank, Kommanditgeſelſchaft auf Altien. Darmſta

Frankfurter Kursbericht vom 11. September 1931.

We
69
½%Intern.,
Baden .......
2Bayern .....)
......
89
3 Heſſen v.28
v. 29
82 Preuß. Staat
8% Sachſen ......
......
72 Thüringen.
Otſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. 4:ſ. Ab=
löſungsanl
.. . . ..
Dtſche. Anl. Ablö=
ungsſch
. (Neub.)
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
...!

Aachen v. 29
Baden=Baden:
Berlin .......!
88 Darmſtadt b.26
v. 28
Dresden...
Frankfurt a.M.
v. 26
z. 26
82 Mainz ....
% Mannheim v.26
*.
v. 27
8 München .....
Nürmnberg.
Wiesbaden

3% Heſſ. Landesbl.
85
Goldoblig
4½% Heſſ. Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
439
Kom.=Obl.
G
reuß. 2ds
pfbr.= Anſt. G. P
7%0
82 Goldoblig

89.8
71.25

71
3.5
31.5
62

46¾g
3.3

1.5

Gn
88

55

90
78

76
70.1

Mie u
Bk. Girozentr. fürl
Heſſen Goldobl.
82 Kaſſeler Land. Goldpfbr.,
720 Kaſſeler Land. Goldpfbr.
3 Naſſ. Landesbi.
4½5 Lim. Obl
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer. I
Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).,

8% Berl. Hyp.Bk.
ou
%0Liqu.=Pfbr.
Frkf. Hyp.=Bt.,
.
Lig. Pfbr.
Pfbr.=Bk.
22
Liqu.
* .
Mein.Syp.=Bk.
4½0 Oia Pfbr.
Pfälz.Hyp.=*
½% Lig Pfh.
% Preuß. Boden=
ered
.=Bant ....
Lig. Pfbr.
82 Preuß Gentrl.
Bodener.=Bant
14½%
Lig. Pfbr.
32 Rhein=byp. Bi.
1% Lig. Pfbr.
Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit. ..
8% Süd. Bod.
Cred.=Bank ....
4½% v Lig. Pfbr.

7a
90.25

g1
82.75

82.75

ARré
s8

2.5
7.5
90
35
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83.5

79.5
91
83.25
92.5
84
92.5
35
82
81
93

Mie3
6% Daimler=Benz
Dt. Linol. Werkel
2 Klöckner=Werkel
Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stahl.
88 Salzmannu. Co
72 Ver. Stahlwerke
VoigtckHäffner!
J. 0. Farben Bonds
5% Bosn. L.E.B.
195
L.Inveſt.
Bulg. Tab.v. 62
Oſt. Schätzel
42, Oſt. Goldrentel
vereinh. Numän
4½.
.
2 Türk. Admin.
1. Bagdad
8ollanl.
43
20 ungarn 1913
1914
Goldr.
1910
2
Aktier
Ala. Kunſtziide Unte
A. E. G. . .......
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg.Brauerei
Zellſtoff
Bemberg, 1. P..
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen...
Eemeni Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie. Baſel
Chem.Werke Abert
Chade ....
.."
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimier=Benz ....

a

46

73

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20.5
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13
5.4

12
12.25

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61
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34.5
27.75
42

Mift ch
Erdöl ......
Gold=u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt
Linoleumwerke
Eiſenhandel. . .
Dhckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchinen
EttlingenSpinnerei
Faber & Schleicher
J. 6. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Gnilleaume
Frankf. Gos i. Lia.
Hof..
Gelſen:. Bergwer!
Geſ.f.eleltr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hammerſen (Osn.)
Hanauer Hofbrauh.
Harpener Bergbau
Henninger. Lempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Au ffer n.
Hirſch Kupfer.....
Hochtie Eſen
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamm
Genüfſe
Junghan=
Kali Chemie

Aſchersleben.
Kämmaarnſpinn.
Karſtadt, R... . . ..
Klein, Schanzlin..
Klöcknerwerke ..
gnorrC. 6..
Lahmeyer & Co.
Laurahütte .....
Lech, Augsburg .. .

41
100

Gn
71.25

104
24

40
64.75
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13

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1301),

64.5

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Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt.
Maintr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt.=Br. . .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Berg.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau.
NontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſel
Oberbedar;
Phönix Bergbau ..
Reiniger. Gebbert
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm
Metallwaren ..
Stahlwerke ...
Riebeck Montan..
Roeder Gebr. . ...
Rütgerswerte ...
Sachtleben A. G...
Salzdetfurth Kali:
Salzw. Heilbronn
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Schriftg. Stempel.
Schucker: Elektr. . .
Schwarz=Storchen.
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Tietz Leonhard.
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unterfranlen
Beithwerke
....
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwerfe ..
Strohſtoffabr.
Ultramarin ..."

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15
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40.
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Voigt & Haeffner
Wahß & Freytag.
Wegelin Rußfabri
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Memel....."

Allg. Dt. Creditanſt.
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Darmſt. u. Nat.=Bl.,
Dt. Bank und 2
Dt. Eiſ. u. Wechſel
Dresdner Bank ..
Frankf. Ban=
p
.Bant
Pfdbreck. .
Mem.HypBank
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Pfälz. Eyp.=Bank
KKu
ehein. Hyp=Bont.
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..,G. f.Vertehrsw.
IIa. Lofalb. Kraſtw
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7%9
..."
Hapa

b."
Nor
Südd, Eiſenb.0e4
Altanz. N. Ernutzte!
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Frankonacüicleu.4
Mannh. Verſich.
Otavt Minen
Schontung Habel.

[ ][  ][ ]

imer 253

Samstag, den 12. September 1931

Seite 13

TealbbleglalloadWliktorsvensen
Copyright Berlin=Schöneberg 1931 by Delta=Verlag Kurt Ehrlich.

K

Gh.

ay
1!
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16

paar Schritte auf das Tor zu.
mand war in Reichweite, die nächſten Villen lagen ziem=
entfernt
, hier gab es noch viel unbebautes Terrain.
ihm hob ſich das Gitter. Merkwürdig, wie feindſelig
nklen Eiſenſtäbe ſein konnten, die nämliche Umfaſſung,
vor Jahresfriſt für ihn Schutz geweſen war.
griff empor und mit wilder Kraftanſtrengung zog
ſoch. Ein Sprung jenſeits, dann quer durch den Vor=
um
das Haus herum.
befand ſich die Rückfront, von der Straßenſeite nicht
Er ſpähte die Wände entlang: das ſchmale Fenſter
s Treppenhaus. Ein Klimmzug, die Scheiben mit dem
jen eingedrückt. Splitter klirrten. Regungslos hing er,
och er ins Innere.
geſperrte Luft, knarrende Treppen. Auf Zehenſpitzen
weiter. Unten in der Halle ſtand die Türe zu einem
Korridor offen, der zum Hinterausgang führte, er ent=
en
Weg zur Beſenkammer, die einen zweiten Zugang
Dann die Küche, offene Türen, er durchwanderte alle
ts verändert. Geſpenſtiſch grüßten ihn ſchweigende
Bilder, Teppiche, Bücher, ſein Schreibtiſch. Da lag ſo=
unverſehrt
die Briefmappe. Faſt zärtlich ſtrichen ſein=
iber
ihr Leder, er ſchloß ſie auf und griff etwas Hartes.
fiel ihm ein, daß er hier den Schreibtiſchſchlüſſel zu
n pflegte.
konnte die Lade öffnen. Die Schreibtiſchlade iſt eines
zweite Seele, ſein Leben iſt halb daran geknüpft.
end etwas ſchoß ihm durch den Kopf, eine Erinnerung,
vor Freude faſt aufheulen ließ: in dieſer Lade hatte
r öfter gewiſſe Geldbeträge aufbewahrt, Summen, die
den täglichen Gebrauch bereithielt, und die ihm damals
tend erſchienen waren; jetzt dünkten ſie rieſengroß, ge=
berauſchend
hoch!
begann zu kramen, ſchob Papiere beiſeite, wühlte und
ände zitterten, als er ein kleines Bündel Banknoten
Ziebenhundertfünfzig Mark. Ein Vermögen!
war notwendig, daß er ſich ſetzte. Die Knie begannen,
vach zu werden. Er wußte, daß er niemals in ſeinem
Leben ſo glücklich geweſen war wie in dieſem Augen=
o
ſaß er da ohne ſich zu regen, wie erſchlagen von dem
dem vom Himmel gefallenen Gnadengeſchenk.
n, allmählich gefaßter, machte er wieder Ordnung, ver=
ie
Lade, legte den Schlüſſel auf den alten Platz und
auf= und abzuſchreiten, in einem wollüſtigen Schauer
pußtſeins, auf eigenem Boden den Fuß ſetzen zu dürfen.
elte dahin, wirbelte um die eigene Achſe und brach in
idloſes, nicht endenwollendes Gelächter aus.
n machte er das Badezimmer auf. Fort mit den Klei=
Kaltes, herrliches Waſſer ſtrömte über ſeinen Körper.

Roman von
Nachdruck verboten.
Es war, als würde aller Schmutz der Erniedrigungen fortge=
waſchen
.
Wie die Zeit flog! Als Eickhoff durch die Ritzen der Roll=
läden
in Freie lugte, ſah er, daß es bereits zu dämmern be=
gann
. Er hatte den ganzen Tag mit nichts verbracht, einfach
dem Gefühl hingegeben, hier ſein zu dürfen, gleich einem Bettler.
der in einen Märchenpalaſt verſetzt worden iſt. Das war jetzt
zu Ende. Aber noch nicht ganz, nein, und wenn er auch alle
Gefahren der Hölle auf ſich herabbeſchworen hätte. Noch gab
es eine Verſuchung, der er nicht widerſtehen wollte.
Wie ein Schuljunge, der einen verwegenen Streich ausgeheckt
hat, ſchlich er in ſein Schlafzimmer, ſchlug das Bett auf und
legte ſich hinein.
Unſagbare Luſt! Er koſte das Kiſſen, und es fehlte nicht
viel, er hätte es geküßt, inbrünſtig wie eine Geliebte, nach der
man ſich geſehnt hat, und mit der man endlich Wiedervereini=
gung
feiert. Wie fern waren jetzt die Drangſale der Welt!
Der Morgen meldete ſich mit trüben Notwendigkeiten. Es
hieß zu Stenzel zurück, der zweifellos bereits wartete und Be=
richt
haben wollte. Es gab nichts zu berichten. Es gab nur
das Geſtändnis, daß er unfähig war, ſeinen Auftrag aus=
zuführen
.
Nochmals, vor Verlaſſen des Hauſes, durchſtreifte er die
Räume. Er öffnete verſchiedene Schränke, fand alles unverſehrt,
die großen Beſteckkäſten, ſilbernen Tafelaufſätze, die ſchweren,
alten Leuchter. Im Grunde erſtaunlich, daß kein heimlicher
Eindringling hierher ſeinen Weg gefunden hatte. Niemand
außer ihm ſelbſt, der er ja eigentlich gleichfalls
Er nahm ſich nicht die Zeit, dieſen Gedanken zu Ende zu
denken. Erſt als er ſich auf der Fahrt zur Wohnung der
Baronin befand, verſuchte er, mit der grotesken Idee fertig
zu werden, die ſo plötzlich in ſein Hirn hereingeſchneit war.
Sie war verblüffend ſimpel. Und als er dann, etwas ſpäter,
ſich Stenzel gegenüberſah, ſtand ihm das Ganze völlig klar
vor Augen.
VII.
Stenzel war trotz der frühen Stunde, wider ſeine ſonſtige
Gewohnheit, bereits auf. Anſcheinend etwas beunruhigt Er
ſaß beim Morgenkaffee und ſcherzte erzwungen heiter: Sagte
ſchon zu Liſſy, ob du nicht vielleicht verſchütt gegangen biſt.
Wäre doch möglich geweſen, nicht? Na, um ſo beſſer! Haſt n
langes Garn geſponnen, was? Zwei Rächte! Was iſt los mit
dem Mädel?
Eickhoff nahm breit Platz, lächelte ſehr beſchwichtigend und
goß ſich eine Taſſe voll. Mit dem Mädel iſt gar nicht, ſagte er.
Na aber. Große Enttäuſchung.
Es iſt auch ganz überflüſſig, wir brauchen das Mädel
überhaupt nicht.
Da bin ich aber neugierig.

Mi H i HeHe R
tige Sache.
Ungläubiges Grinſen jenſeits des Tiſches.
In derſelben Straße. Ein Haus, wo angeblich überhaupt
niemand wohnt. Ich habe mich darin bereits umgeſehen.
Wenn du willſt, können wir gleich heute Nacht hin!
Stenzel war verblüfft. Er kämpfte mit Zweifel und Miß=
trauen
. Dann erkundigte er ſich nach den Einzelheiten.
Eickhoff berichtete ausführlich, er hatte ſich darauf vorbe=
reitet
und verbrämte ſeine Erzählung mit kleinen Zwiſchen=
fällen
, um ſie glaubhafter zu machen: wie er das verlaſſene Haus
zufällig erblickt, ſtundenlang beobachtet, ſich herangepirſcht, und
wie er ſich eingeſchlichen hatte. Er zog die Skizze eines Lage=
planes
aus der Taſche und erläuterte ſie.
Schließlich ſchien der andere überzeugt. Alſo gut, heute
nacht zwei Uhr. Wagen und Koffer ſchaffe ich ran.
Der Tag verging unter Herumräkeln, Geſchwätz und trägen
Mahlzeiten. Am Abend ſaßen ſie im Café Orient. Stenzei
ſpielte Karten, mit vollendetem Gleichmut, erſt kurz vor zwei
erhob er ſich. Draußen ſtand, wie beiläufig, eine Autodroſchke,
der Chauffeur fuhr ſogleich los, das Ziel war ihm jedenfalls
bekannt. Das Innere des Wagens barg zwei leere Handkoffer.
Stenzel öffnete ſeinen Paletot und entnahm der Bruſttaſche ein
flaches Lederetui.
Schränkzeug!
Eickhoff wollte einwenden, daß dies überflüſſig ſei, aber er
unterdrückte ſeine Bemerkung. Er war bemüht, ſeine Unruhe zu
verbergen. Heute früh war ihm das ganze Vorhaben durchaus
leicht, faſt ſelbſtverſtändlich erſchienen, lächerlich einfach und
jetzt ſah er ungeahnte Gefahren vor ſich. Wie, wenn Stenzei
darauf beſtand, mit ihm ins Haus zu dringen? Oder wenn es
da draußen Nachtwächter gab oder Polizeiſtreifen und ſie beide
gefaßt wurden? Seine Phantaſie malte ihm unheilvolle Situ=
ationen
vor. Er war bereit, einen erheblichen Teil der Wert=
gegenſtände
, die das Haus barg, Stenzel in die Hände zu ſpielen
und auf dieſem Wege ſich ſeiner Schuld zu entledigen. Aber es
erſchien ihm keineswegs ratſam, ſeinem Gefährten Eingang zu
ſchaffen und dadurch womöglich deſſen Gier zu reizen; die
Folgen wären ſchwer abzuſehen geweſen. Ich glaube, wir
werden keine Kanteln brauchen, meinte er.
Na! zweifelte Stenzel.
Ich habe alles unterſucht. Die meiſten Schlüſſel ſtecken . . ."
Stenzel gab keine Antwort, ſondern verſank in ungemütliches
Schweigen. An der Ecke der Cecilienallee hielt der Wagen. Die
ganze Gegend war um dieſe Stunde völlig menſchenleer. Die
Straßenlaternen verbreiteten einen ſchwachen Schimmer, man
konnte es ohne Gefahr wagen, mit den zwei Koffern das Wege=
ſtück
bis zum Haus zurückzulegen. Mit einer Handbewegung
deutete Eickhoff auf den vor ihm liegenden Bau. Sein Beglei=
ter
muſterte ihn eindringlich, dann ſchritt er das Grundſtück von
allen Seiten ab, und erſt, als die Prüfung zu ſeiner Zufrieden=
heit
ausgefallen war, gab er das Zeichen, loszugehen. Man
hatte es bequem, denn Stenzel hatte im Zaun eine Lücke ent=
deckt
, durch die ſich bequem durchſchlüpfen ließ. Dann führie
Eickhoff den andern nach hinten und zeigte ihm das offene
Fenſter.
(Fortſetzung folgt.)

maſch.=Arb.
). Ang. u.
a. d. Gſch.*

klinnen)
ort geſucht.
M. 242
ſchäftsſt. (*
Oſenfetzer=
Eig geſucht!
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Septenh!
Mee
1uod Frnich
Beitzal lt
Gön
Aiut
Uaie

traße 52.

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mittags
9 Uhr ab, wird das Grummet=
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der,Beſſung. Wieſenverſteigert.
Zuſammenkunft: Darmbachbrücke
Schnampelweg.
Montag, den 14. ds. Mts., nach=
mittags
von //.3 Uhr ab, wird das
OBST (Aepfel und Birnen) des Stadt=
gutes
Gehaborn gegen ſofortige Bar=
zahlung
verſteigert. Zuſammenkunft:
,3 Uhr Weiterſtädterſtraße 160,
a 4 Uhr Blockſtelle Pallaswieſe.
Darmſtadt, den 11. September 1931
St.13167 Städt. Güterverwaltung.

Aus den Amtsverkündigungen
des Kreisamts Darmſtadt und den
Bekanntmachungen des Polizeiamts
Darmſtadt.
Gefunden: 1 ſchwarzer Regenſchirm.
1 Bandmaß. 1 goldene Armbanduhr.
gelbe Damenhandtaſche mit Inhalt.
1 gold. Trauring. 4 Damenhandtaſchen.
Deſeret=Sonntagsſchul=Liederbuch.
Fahrradluftpumpe. 1 komplettes Hin=
1 Schul=
terrad
von einem Fahrrad.
mappe mit Reißzeug. 1 Geldbörſe mit
Inhalt. 1 Zweimetermaß. 1 Marktnetz.
ſilb. Vorſtecknadel. 1 Fahrradſchloß.
1 Bund Schlüſſel,
Zugelaufen: 1 Kalb. 1 Rind. 1 Fox.
1 Dackel. 2 Schäferhunde.
Wir machen wiederholt darauf auf=
merkſam
, daß auch noch Fundgegen=
ſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekanntmachungen verzeichnet ſind. In=
tereſſenten
können die Fundgegenſtände
während der Büroſtunden auf Zimmer
Nr. 11 beſichtigen.

Mittwoch, den 16. September
ds. Js., vormittags 9½ Uhr, wird
an der Wieſenmeiſterwohnung Platten=
hof
, Gemarkung Erfelden, der Obſtertrag
vom Schuſterwörth, Karlswörth, Platten=
gutswieſen
uſw., geſchätzt zu 1450 Ztr.
Apfel und 53 Ztr. Birnen, in 170 Loſen
verſteigett werden.
(13160
Dornberg, den 10. September 1931.
Heſſ. Forſtamt Dornberg.

Obſiverſteigerung.
Mittwoch, den 16. September d. J.,
vormittags 9½, Uhr,
wird im Gaſthaus zum Rheiniſchen Hof
zu Stockſtadt das Obſt von der Inſel
Kalters, dem alten Wörth und dem
Georgswörth im Revier Stockſtädter=
Altrhein;
Donnerstag, den 17. September
d. Js., vormittags 10 Uhr,
im Gaſthaus zur Krone in Erfelden
das Obſt von der neuen Anlage, dem
kleinen Kühkopf, Schlappeswörth, Karl=
wörth
und Kieshügel im Nevier Er=
felder
=Altrhein losweiſe verſteigert.
Zwecks geordneter Aberntung des
Obſtes kann mit der Aberntung erſt
an dem der Verſteigerung folgenden
(13161
Tag begonnen werden.
Worms, den 10. September 1931.
Heſſ. Wafferbauamt Worms.
Pabſt.

[ ][  ][ ]

Seite 14

Samstag, den 12. September 1931

Nammer 25

Südwestdentscher Sportverband für
Kleinkalibersehiehen B. I.

Sonntag, den 13. Septbr. von 7 Uhr
früh bis 7 Uhr abends
Großes Bezirks- u. Reichsmeisterschaflsschießen
am neuen Schießſtand, Böllenfalltor.
2 Minuten von der Hälteſtelle,
Der Reſtaurationsbetrieb liegt in
Händen des Herrn Hans Tod vom
Wiener Kronenbräukeller.
Sitzplätze für 1000 Perſonen
mit einem großen Bierzelt.
Warme u. kalte Speiſen den ganzen
Tag, u. a. auch Kaffee, Kuchen, Torten
uſw. werden verabreicht.
Musikkapelle Weber
unter perſönlicher Leitung. Eintritt frei
Von abends 8 Uhr ab
Gemütliches Beiſammenſein
im Wiener Kronenbräukeller.
Konzert-Kapelle Weber
Eintritt frei.
(13172

Hente und Tolgende Tage

Der Tag des Lachens -

Ab heute
In Uraufführung:

Heute und Tolgende Tage

Speisehaus
Fauldrath
Hölgesſtr. 5, I

12.
Sept.

Schweinekotelette
Salzkartoff., Salat
oder
Linſenſuppe
mit Würſtchen 35.5

Der Abend ohne Sorgen!

Gerda Maurus und
Hans Stüwe
in dem spannenden Kriminal-

Kammersänger
RICHARD TAUBER

der berühmte Tenor in dem Groß-Tonfilm:

Eine höchst unkriegerische Angelegen-
heit
aus einer trostlosen Garnison.

Tonfilm:

Das originelle Militär-Lustspiel

Hilfe!
Uberfall!

Die große
Attraktion

Gesellschafts-Abend mit Tanz

Die überall bekannt (13170
gute und preiswerte Küche
Dischinger Pilsener im Ausschank
Eintritt und Tanz frei!

8½
Uhr

Nur 21 Anffährungen
Heute Samslag, 12. und Sonntau, 15. Sepihr.
abends 8½ Uhr
2 Vorstellungen 2
Hurra ein Junge!
Schwank i. 3 Akt. v. Arnold & Bach
mit K. L. Lindt als Pappenstiel

Chansonette und Bubi.

Kl. Freise: Mkk. 0.802.00

Karten: Verk.-Büro und de Waal.
(13190
teleph. 389.

Arheilger Mühlchen
empfiehlt täglich 13154
süßen Apfelmost

Orpheum

Deutsches
Wrſanſaſe

Sonntag, 13. Sept., ½4 Uhr nachm.
Letzte Aufführung
Dag
nfont
und Kabut e Schneiderlein
a. G. Grete Keßler u. Karl L. Lindt
Karten von 30 Pfg. an Verk.-Büro u.
de Waal, telephonsch 389. (13191
Siehe Hinweis im Schriftteil.

Luftkurort Laudenbach

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L. Glenz. Eine der beſtbeſucht. Penſ. im
Maintal. Gute, volle und abwechslungs=
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Main (Strandbad), 3 Min, zur Bahn,
8 Min, in den Wald.
(13176
Täglich ſüßen Apfelwein.

mit Frifz Schalz als Husar Kaczmarek,
der durch seine beispiellose Dummheit
seine Vorgesetzten bald zum Wahnsinn
bringt.
In weiteren Rollen; Lucie Englisch, R. A.
Roberts, Trude Berliner,Haly Delschaft u.a.
Der Film ist ein Stück echten, alten
Soldatenhumors und eine lustige Ange-
legenheit
, an der joder Freund eines ge-
sunden
Humorg und drastischer Komik
seine aufrichtige Freude haben wird.

Alarm um Mitternacht
Regie: Johannes Mever.
In weiteren Rollen:
Otto Wallburg, Era Schmidt-

Kayser, Herm. Valentin, Hans
Brausewetter u. a.

Ein sensationelles Aben-
teuer
mit aufregenden
Kämpfen und tollen Ver-
folgungen
in Eisenbahn,
Auto und Flugzeng

Regie: Max Reichmann.
Musik von Franz Lehär und Dr. Caper.
In den weiteren Rollen:
Der gefeierte Tanzstar Marianne
Winkelstern, Siegfried Arno,
Margo Lyon, Teddy Bill u. a.
Der Film ist die Geschichte der Liebe
einer kleinen Tänzerin zu einem
berähmten Sänger.
Richardl Tauber singt mit seiner
bezaubernden Stimme als Dirigent einer
Jazzkapelle die melodiösen Schlager
Altmeister Leharg.

Dazu ein reichhaltiges
Beiprogramm.

Daxu ein reichhaltiges
Beiprogramm.

Daxu das reichhaltige
Beiprogramm. V.13148

Beginn: 3.45, 6.00 u. 8.20 Uhr.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr

Union-Theater

Samstag, 2.30 Uhr
Tiere sehen Dich an und 6 lustige Abentener der urfidelen

Der Kultur-Fllm Sonntag, 11.30 Uhr

Union-Iheater

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Erwachsene 1.00,

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Ab 4 Uhr nachmittags TANZ W.6754

Erstes Reinheimer Lichtspiel-Haus.

Kirchweih-Programm.
Samstag, 12. Sept. Sonntag, 13. Sept.
läutt das große Doppel-Programm:
Aas eine Frau im Prühling träumt!
Der große Lustspielschlager, den Millionen sangen.
Ein Pilm von Humor, Liebe, Stimmung und troher
Laune. II. Schlager:
Natache der Helds
Großer Abenteuer- und Kriminal-Film.
Sonntag, 2 Uhr: Vorstellung. (13159

Großes Haus 19.3022.45 Uhr

Hessisches
Landestheater

Samstag
12. September 1931

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Kleines Haus

Die Macht des Schicksals
Oper von Verdi
Preise 18 Mark

Geschlossen

Arnold Mendelsſohn=Konzert

in der Stadtkirche zu Darmſtadt, am Sonntag, den 13. September 1931, um 18 Uhr.
Ausgeführt vom Beethoven=Chor aus Ludwigshafen (200 Siimmen)
unter Leitung von Profeſſor Fritz Schmidt.
Voriragsfolge:
1. Das Gebet des Herrn
13010b
2. Deutſche Meſſe‟
Eintriiiskarten zu 1., 2. und 3 Mk. bei Chriſtian Arnold am Weißen Turm.

Theater-Reskaurar Jeden Mittwoch. Samstag und Sonntag
KONZERT MIT TANZ
11 Eintritt frei (13155) Eintritt frei Ssssssstessessennsesessensssses
Café
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Zum Datteriou
½ und morgen
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8 Uhr
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Sonntag, 13. Sept. Montag, 14. Sept.
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Erstklassige musikalische Besetzung.
Huch für Küche und Heller ist bestens gesorgl. (*

Zur Kinchweihe
Pfungstadt
Sonntag, den 13., 14. und 20. September
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Erstklassige Jazzkapelle. Eintritt frei.
Empfehle Ia Speisen und Getränke.
Es ladet freundl ein Carl Beticke.
U. T. Restaurankt Pfungstadt
Waldstraße 33

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Kirchweige zu Pfungſtadr
Sonntag, 13. u. Montag, 14. Sept.
Gaſthaus zum goldenen Lamm

Ab4üh. TANZ
bei gutbeſetztem Orcheſter.
Es ladet freundlichſt ein
Lud. Ritter.
13180)
D Ständige Autoverbindung!

Zur Kirchweihe
Im Bierberähmten
Pfungstadt
am 13. u. 14. September 1931 lädt freundl. ein
Gastwirte-Vereinigung Pfungstadt.

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zu mäßigen Preiſen. 13172

[ ][  ][ ]

SONDERNUMMER

ie ſchwere Erſchütterung unſerer Wirtſchaft in den letzten Wochen
und Monaten hat mit faſt unübertrefflicher Klarheit erneut gezeigt,
e entſcheidend für das Schickſal eines Volkes die Sicherung ſeiner Er=
hrung
aus eigener Scholle iſt. Nur dem zähen Selbſtbehauptungswillen
ſerer Bauern und der bisherigen Agrarpolitik war es zu verdanken,
ß in den kritiſchen Wochen des Juli das deutſche Volk keine Hungers=
t
zu befürchten brauchte und die Landwirtſchaft noch als tragender
feiler der geſamten Volkswirtſchaft ſtandhielt. Aus dieſer Catſache
lte das deutſche Landvolk in allen ſeinen Schichten trotz aller Not
ut und Hoffnung ſchöpfen und nun erſt recht alle Kräfte anſpannen für
Erhaltung der heimatlichen Scholle und zur Überwindung der ſchweren
edrängnis unſeres Berufsſtandes. Mit ganzer Kraft werde ich dabei
beirrt, getreu der mir übertragenen Aufgabe und aus innerer Verbun=
nheit
mit der Landwirtſchaft, das Meine tun. Der gemeinſamen Arbeit
n. Landwirtſchaft und Staat muß und wird es gelingen, der Not der
ndwirtſchaft Herr zu werden. Seit Jahrzehnten hat die Deutſche
ndwirtſchaftsgeſellſchaft auf dem Gebiete der landwirtſchaftlichen Selbſt=
fe
Pionierdienſte geleiſtet. Auch der diesjährigen Herbſttagung wünſche
in dieſer Beziehung einen vollen Erfolg.

Die Deutſche Landwirtſchaftsgeſellſchaft hat Darmſtadt zu ihrem dies=
O jährigen Herbſttagungs=Ort gewählt. Sch begrüße die Cagung auf
das herzlichſte, die eine große Anzahl führender Männer der Landwirtſchaft
und der wiſſenſchaftlichen Sorſchung aus allen Gauen Deutſchlands nach
Heſſen führt. Die Deutſche Landwirtſchaftsgeſellſchaft arbeitet ſeit Jahr=
zehnten
an der hohen Aufgabe, die Ergebniſſe der Wiſſenſchaft und der
Praxis der Landwirtſchaft dienſtbar zu machen und die geſamte Landwirt=
ſchaft
zur Löſung der großen Fragen eines zeitgemäßen Landwirtſchafts=
betriebes
aufzurufen. Ein Blick in das umfangreiche Arbeitsprogramm
der Darmſtädter Cagung zeigt die Gründlichkeit, mit der die vielſeitigen
Probleme behandelt werden, die den Landwirt ausſtatten und ſchulen
follen, auf ſeiner Scholle Größtmöglichſtes zu vollbringen. Wer wollte
ſich nicht mit Freuden zu ſolch hehren Sielen bekennen; wer wollte nicht
aus vollem Herzen derartigen Beſtrebungen Erfolg wünſchen! Die Land=
wirtſchaft
iſt das Rückgrat aller Wirtſchaft, ihr Gedeihen ein Erfordernis
für das Emporblühen des Volkes. Sch bin auch gewiß, daß die Cagung der
Deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft in Heſſen auch unſerer engeren Heimat
viel Anregung und Auftrieb geben wird.
So entbiete ich der Deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft Gruß und
Willkommen!

Neichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft.

Willkommen
* Herbſttagung der Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft!
die Stadtverwaltung Darmſtadt heißt die Ceilnehmer an der Herbſt=
O tagung der Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft auf das herzlichſte
llkommen. Su ernſter Berufsberatung kommen in dieſen Cagen die Land=
irte
aus ganz Deutſchland in Darmſtadt zuſammen, um einen Weg zu
1den, der nach aufwärts führt. Weltwirtſchaftskriſe, Geldknappheit,
berangebot und ſchlechtes Erntewetter ſind die nicht günſtigen Ausblicke,
iter denen die Cagung in dieſem Jahre ſtattfinden muß. Aber jedermann
ird von dem Gefühl durchdrungen ſein, daß es in erſter Linie gilt, der
2utſchen Landwirtſchaft in ihrem ſchweren Exiſtenzkampf beizuſtehen und
* diejenige Nentabilität zu verſchaffen, die es ermöglicht, daß auch der
inzelbetrieb auf dem Stande der größtmöglichſten Leiſtungsfähigkeit
halten bleibt.
Hoffentlich ſind aber die Gäſte aus dem Reiche nicht nur zur ernſten
Derufsberatung nach Darmſtadt geeilt und vergeſſen nicht, daß Darmſtadt
mmitten einer der ſchönſten deutſchen Gegenden liegt, und daß es eine
Denswerte und ſchöne Stadt iſt, die zahlloſe Dinge in ſich birgt, die in=
Teſſant, ſchön und beachtenswert ſind. Die Stadtverwaltung Darmſtadt
Aralles verſucht, um den Gäſten den Aufenthalt ſo angenehm wie möglich
geſtalten, und es iſt ihr aufrichtiger Wunſch, daß es allen Ceilnehmern.
Darmſtadt gefallen möge und ſie ſpäterals Freunde unſerer Stadt ſcheiden.
Delp
Bürgermeiſter.
niier
Mr U IEI7

Staatspräſident

tit den wichtigſten techniſchen Fortſchritten der deutſchen Landwirt=
Orr ſchaft in den letzten 50 Jahren iſt der Name der D.L.G. auf das
engſte verbunden. In unermüdlicher Arbeit, die ſich in der Hauptſache auf
die Selbſthilfe ihrer faſt 45000 Mitglieder und die engſte Suſammenarbeit
mit allen der Landwirtſchaft dienenden Stellen ſtützte, hat die Deutſche
Landwirtſchaftsgeſellſchaft in beinahe 50jähriger ſegensreicher Cätigkeit
bahnbrechend gewirkt.
Getreu ihrem Pionierberuf und fern jeder politiſchen Betätigung hat
ſie überall Neuland erſchloſſen. Dies iſt um ſo wertvoller, als heute unſer
Vaterland in ſeiner großen Notlage mehr als je gezwungen iſt, die in=
ländiſche
Erzeugung aller Berufsſtände zu ſteigern und wenn notwendig
zu ſchützen, um die Nohſtoff=Baſis für unſere Wirtſchaft zu erweitern. Auch
in der Frage der Qualitätsverbeſſerung der landw. Erzeugung hat die D. L. G.
in Verbindung mit allen landw. Organiſationen und Berufsvertretungen
Erſprießliches geleiſtet. Notwendig iſt, daß auch in Verbraucherkreiſen
die Lebensnotwendigkeiten der deutſchen Landwirtſchaft erkannt werden,
nicht um der Landwirtſchaft willen, ſondern im Intereſſe unſeres geſamten
Vaterlandes.
Die hervorragende Cätigkeit der D. L. G. hat über unſeren Berufsſtand
hinaus zur Ausſöhnung der Gegenſätze zwiſchen Stadt und Land beige=
tragen
. Hoffentlich gelingt es ihr in weiterer zielbewußter Arbeit unſere
deutſche Landwirtſchaft und damit auch unſere geſamte Wirtſchaft vor=
wärts
zu bringen.
Oekonomierat Henſel
Präſident der heſſ. Landwirtſchaftskammer.
ie 44

[ ][  ]

* Die Deutſche
Landwirtſchafts=Geſellſchaft.
Ihre Sründung, Geſchichte und allgemeine Bedenkung.
Vom Generallandſchaftsrepräſentanten, Landesälteſten Dr. h. c.
von Webſku=Karlsdorf, Vorſitzenden des Vorſtandes
der D. L. G.
Es war eine Seit tiefen Niederganges der deutſchen Land=
wirtſchaft
, als der Dichter=Ingenieur Max Eyth Mitte der
8der Jahre die D. L.G. ins Leben rief. Langjährige Vorarbeit
war notwendig geweſen, um den großangelegten Plan, eine ganz
Deutſchland umfaſſende Vereinigung von Landwirten zu ſchaffen,
durchzuführen. Dieſe Notlage veranlaßte die deutſche Landwirt=
ſchaft
, ſich auf wirtſchaftlichem und wirtſchaftspolitiſchem Ge=
biete
feſter als bisher zuſammenzuſchließen. Für die Cechnik der
Landwirtſchaft kam dieſes Beſtreben in der Gründung der Deut=
ſchen
Landwirtſchafts=Geſellſchaft zum Ausdruck. Ein glücklicher
Sufall fügte es, daß im Jahre 1882 der auch als Schriftſteller und
Dichter wohlbekannte ſchwäbiſche Ingenieur Max Euth nach
mehr als zwanzigjähriger Cätigkeit in den Dienſten der engliſchen
Maſchinenfirma Sowler von ſeinen weltumſpannenden Neiſen in
ſein Vaterland zurückkehrte und die vielfachen Eindrücke, die er
auf wirtſchaftlichem und techniſchem Gebiete in England und ande=
ren
Weltteilen empfangen hatte, in hochherziger Weiſe ſeinem
Vaterlande dienſtbar zu machen ſich erbot. Ihm gelang der große
Wurf, nach dreijährigen, mühſamen und unverdroſſenen Vor=
arbeiten
nach dem Vorbilde der Engliſchen Landwirtſchafts=
Geſellſchaft mit zunächſt 2500 Mitgliedern die Deutſche Land=
wirtſchafts
=Geſellſchaft als eine gemeinnützige freie Vereinigung
von Landwirten und Freunden des Landbaues zu gründen, mit
dem alleinigen Swecke der ſächlichen Förderung der Landwirt=
ſchaft
in allen ihren Sweigen, unter ſtrengſtem Ausſchluß politi=
ſcher
Cendenzen. Es glückte ſeiner opferwilligen und geſchickten
perſönlichen Leitung, die führenden Köpfe der deutſchen Land=
wirtſchaft
, der Landwirtſchaftswiſſenſchaft, der verwandten Ge=
werbe
, insbeſondere der Landmaſchineninduſtrie, für ſeine Grün=
dung
zu begeiſtern und zu gemeinſamer Arbeit zuſammenzuführen,
ſeiner Neugründung bald zu Anſehen und innerer Kraft zu ver=
helfen
und die Mitgliederzahl bis zu ſeinem Ausſcheiden aus der
unmittelbaren Mitarbeit im Jahre 1896 auf die früher für
unmöglich gehaltene Sahl von faſt 12000 zu bringen. Seitdem hat
ſich die Mitgliederzahl der Geſellſchaft von Jahr zu Jahr erhöht
und heute den Stand von 44 000 erreicht.
Bereits im Jahre 1886 waren der Geſellſchaft durch landes=
herrliche
Verleihung Korporationsrechte zugeſprochen worden.
Die ſinnfältigſte Veranſtaltung der D. L.G., die alljährliche all=
gemeine
Deutſche landwirtſchaftliche Wanderausſtellung, iſt ſeit
dem Jahre 1887 abwechſelnd in den 12 Ausſtellungsgauen des
Deutſchen Reiches mit Ausnahme der Kriegs= und einiger Nach=
kriegsjahre
bis auf den heutigen Cag planmäßig durchgeführt
worden. Neben dieſer Veranſtaltung liegt die Bedeutung der
Deutſchen Landwirtſchaft=Geſellſchaft in erſter Linie darin, daß
ſie die führenden Köpfe der deuiſchen Landwirtſchaft und der ihr
naheſtehenden Forſchungsgebiete und Gewerbe aus allen Gauen
des Reiches Jahr für Jahr in drei großen Cagungen zuſammen=
führt
zu einem Erfahrungs= und Gedankenaustauſch über die
wichtigſten Fragen der Landwirtſchaftstechnik, und daß es ihr
gelungen iſt, auf dieſe Weiſe eine überaus enge Verbindung und
wirkſame gegenſeitige geiſtige Befruchtung zwiſchen Praxis und
Wiſſenſchaft unter dem Wahlſpruche Wiſſen und Können her=
zuſtellen
.
An den fünf= bis ſechstägigen Winterverſammlungen und
Herbſttagungen der D. L.G., welche in den letzten Jahren je mehr
als 100 Verſammlungen und Sitzungen der verſchiedenen Abtei=
lungen
und Arbeitsausſchüſſe umfaßten, pflegen jährlich neben
einer Anzahl ausländiſcher Mitglieder mehrere tauſend deutſcher
Landwirte teilzunehmen, die ihrerſeits als Pioniere des tech=
niſchen
Fortſchrittes das Ergebnis der Beratungen und Ver=
handlungen
in die weiteſten Kreiſe der deutſchen Landwirtſchaft
hinaustragen. Selbſtverſtändlich wird dieſe Tätigkeit unterſtützt
durch ein ausgedehntes Schriftenweſen, unter denen die Wochen=
ſchrift
Mitteilungen der Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft
beſonders hervortritt, ferner dienen alljährliche Studienreiſen im
Inlande und in das Ausland und zahlreiche Wirtſchaftsbeſichti=
gungen
und ſonſtige Sonderveranſtaltungen dazu, dieſe Cätigkeit
nach allen Nichtungen hin auszudehnen und zu vertiefen.
Auf dieſe Weiſe hat die Gründung Max Euths in den 45
Jahren ihres Beſtrebens einen höchſt beachtenswerten Einfluß
auf die Entwicklung der Landwirtſchaft und auf den landwirt=
ſchaftlichen
Fortſchritt im allgemeinen gewinnen können, nicht zu
vergeſſen der nationalen Wirkung der engen Suſammenarbeit der
Vertreter aller deutſchen Stämme auf ihrem Boden. Die Wan=
derausſtellungen
der D. L.G. legen Jahr für Jahr Heugnis davon
ab, inwieweit die deutſche Landwirtſchaft und die ihr nahe=
ſtehenden
Induſtrien ſich dieſen Fortſchritt zu eigen gemacht
haben. Möge die diesjährige Herbſttagung in Darmſtadt wie
auch die nächſtjährige Ausſtellung in Mannheim (3). Mai bis
5. Jun: 1952) zu ihrem Ceil dazu beitragen, der ſchwer um ihren
Beſtand ringenden deutſchen Landwirtſchaft zu helfen, und den
ſtädtiſchen Beſuchern die Bedeutung der deutſchen Landwirtſchaft
und die enge Schickſalsverbundenheit von Stadt und Land vor
Augen führen.

* Entwicklung und Stand
des landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens in Heſſen.
Von Verbandsdirektor Berg, Darmſtadt.

Die Anfänge des heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſen=
ſchaftsweſens
bilden zugleich eines der erſten Kapitel in der Ge=
ſchichte
des deutſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens
überhaupt, liegt doch in Heſſen der Ausgangspunkt der Bewegung
zur Bildung von Bezugs= und Molkereigenoſſenſchaften ſowie
ihre Suſammenfaſſung zu ſelbſtändigen Provinzial= und Landes=
verbänden
. Der Zuſammenſchluß zum gemeinſamen Einkauf land=
wirtſchaftlicher
Bedarfsſtoffe erfolgte bereits in einzelnen Ge=
meinden
in den 6der Jahren des vorigen Jahrhunderts und wurde
für die Folge nachhaltig gefördert. Unſer heſſiſcher landwirt=
ſchaftlicher
Genoſſenſchaftsverband war urſprünglich ein Verband
der landwirtſchaftlichen Konſumvereine, deſſen hauptſächlichſte
Cätigkeit in der Vermittlung landwirtſchaftlicher Bedarfsſtoffe
an die angeſchloſſenen Genoſſenſchaften beſtand. Bis zum Jahre
1889 wurde dieſe Vermittlertätigkeit von ihm ausgeübt, um ſie
alsdann einer neu errichteten Geſchäftsanſtalt, der Central=
genoſſenſchaft
der heſſiſchen landwirtſchaftlichen Konſumpereine‟
der jetzigen Landwirtſchaftlichen Sentralgenoſſenſchaft, zu über=
tragen
. Der Konſumvereins=Verband vereinigte ſich im Jahre
1889 mit dem ſeit 1879 beſtehenden Verband der heſſiſchen land=
wirtſchaftlichen
Kreditgenoſſenſchaften ſowie mit dem Molkerei=
verband
und ſetzte unter dem Namen Verband der heſſiſchen
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften die Tätigkeit dieſer drei
Spezialverbände, unter Ausſcheidung der rein kaufmänniſchen
geſchäftlichen Angelegenheiten, fort.
Der Ankauf landwirtſchaftlicher Bedarfs=
artikel
durch die Genoſſenſchaften konnte, wenn er zu greif=
baren
Reſultaten führen ſollte, ſich nicht allein bei Schäffung
einer ausreichenden Kapitalbaſis auf das eigene Vermögen in
Form von Geſchäftsguthaben und Neſerven ſtützen, hierzu be=
durfte
es vielmehr der Beibringung fremden Kapitals. Die
natürliche Folge der Ausdehnung der landwirtſchaftlichen Kon=
ſumvereine
war die Errichtungländlicher Spar= und
Darlehnskaſſen und ihr ſchließlicher Suſammenſchluß in
einer Landes=Geldausgleichsſtelle.
Im großen und ganzen hat man in Heſſen davon abgeſehen,
das Geld= und Warengeſchäft durch eine Genoſſenſchaft zu
tätigen. In der Mehrzahl der Fälle iſt eine Crennung zwiſchen
Geld= und Warengeſchäft durchgeführt, mit Ausnahme einiger
rein landwirtſchaftlich eingeſtellter Gemeinden, in welchen die
Mitglieder von Spar= und Darlehnskaſſen zu einem über=
wiegenden
Ceil das gleiche Intereſſe an der gemeinſamen Be=
ſchaffung
landwirtſchaftlicher Bedarfsartikel haben. Bei der
verſchiedenartigen Suſammenſetzung der heſſiſchen Bevölkerung
ſetzt ſich aber oft der Mitgliederkreis der Spar= und Darlehns=
kaſſen
, in denen ſämtliche Berufskreiſe meiſt vereint ſind, aus
anderen Intereſſenten zuſammen als bei den Bezugs= und Abſatz=
genoſſenſchaften
, bei denen es ſich vorzugsweiſe um Landwirte
handelt. Dieſe Catſache braucht nicht weiter zu verwundern,
wenn man in Betracht zieht, daß ſich in unſerer heſſiſchen ge=
noſſenſchaftlichen
Kreditorganiſation die Mitglieder nur zu 47,7
Prozent aus Landwirten zuſammenſetzen, während an dem Reſt
in der Hauptſache der Arbeiterſtand mit 17,5 Prozent, die Ge=
werbetreibenden
mit 25 Prozent, Beamte und Angeſtellte mit
7,5 Prozent beteiligt ſind.
Das heſſiſche Kreditgenoſſenſchaftsweſen hat
ſich ſchnell zu anſehnlicher Blüte entwickelt und bildet heute die
Hauptſtütze der Organiſation. Dem heſſiſchen Genoſſenſchafts=
verbande
waren am 5). Dezember 1930: 445 Kreditgenoſſen=
ſchaften
mit 60 575 Mitgliedern angeſchloſſen. Unter ihnen gibt
es zurzeit kaum noch eine, die nicht neben dem Spar= und Dar=
lehnsgeſchäft
das laufende Rechnungsgeſchäft und den Scheck=
und Ueberweiſungsverkehr pflegt. Dieſe Kaſſen haben ſich zu
Dorfbanken entwickelt, die ihre vornehmſte Aufgabe darin
erblicken, das Geld des Dorfes dem Dorfe zu erhalten. Die
Geſchäftsführung wird bei einem erheblichen Ceil hauptamtlich
ausgeübt. Die geſunde und kräftige Entwicklung konnte auch
durch Krieg und Inflationsjahre nicht aufgehalten werden. Der
Geldumſatz dieſer Genoſſenſchaften betrug in 1930 rund 1,5 Mil=
liarden
RM. Sum 31. Dezember 1930 hatten die Geſchäftsgut=
haben
annähernd dieſelbe Höhe wie im letzten Friedensjahre er=
reicht
. Die Reſerven hatten zu dieſem Seitpunkt bereits den
Stand von 1915 überſtiegen. Die letzte Kriſe in unſerer deut=
ſchen
Wirtſchaft hat bewieſen, daß die ländlichen Kreditgenoſſen=
ſchaften
eine ſtarke Widerſtandskraft gegen wirtſchaftliche Un=
bilden
aufzuweiſen haben und durch ihre überſichtliche, zumeiſt
örtlich begrenzte Cätigkeit auch innerlich widerſtandsfähiger
gegen die ſchädlichen Auswirkungen derartiger Kriſen ſind.
Die Geldausgleichsſtelle für die heſſiſchen Kredit=
genoſſenſchaften
iſt die Landesgenoſſenſchaftsbank e. G. m. b. H.
zu Darmſtadt, der am 51. Dezember 1930 472 Genoſſenſchaften
mit 844 Geſchäftsanteilen und einer Geſamthaftſumme von 16,8jwertungsgenoſſenſchaften in den beiden Le9
Millionen RM. angeſchloſſen ſind. Der Geldumſatz betrug in
1930 ca. 1.1 Milliarden RM.
Als zweite Hauptſtütze ſtehen neben den Kreditgenoſſenſchaften
im heſſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſen die Abſatzorganiſation für landwirtſchaftliche Erzeugli!"
Warengenoſſenſchaften, die ſich bis zum Kriege in
der Hauptſache der kommiſſionsweiſen Vermittlungstätigkeit für und werden gelöſt werden können, wenn die Landwllt
den Ankauf landwirtſchaftlicher Bedarfsartikel widmeten und derliche Einſicht zu dieſer großen Umſtellung auhkl.
erſt während des Krieges die Umſtellung zum Eigengeſchäft voll=
zogen
. Daneben haben dieſe Warengenoſſenſchaften ſeit dem Stellen an ihrem Ceil das Notwendige zur Schelſehg.
Kriege in verſtärktem Maße den gemeinſamen:Albjatz’landwirt-1

ſchaftlicher Erzeugniſſe, vor allem in Getreide, Kartoffeln
Obſt, gepflegt. Gehörten dem Heſſiſchen Genoſſenſchaftsverk
am 3). Dezember 1915 erſt 157 Warengenoſſenſchaften an
ſtellte ſich ihre Sahl am 31. Dezember 1930 bereits auf 381
noſſenſchaften mit 57 487 Mitgliedern. Dieſe Genöſſenſcha
gruppe hatte in 1929 wertmäßig einen Warenbezug (Dün
Futtermittel, Saatgut uſw.) von 17,5 Millionen RM. und
für 3,5 Millionen RM. landwirtſchaftliche Erzeugniſſe ab.
Seit 1890 liegt die Beſorgung des Einkaufsgeſchäftes ſo
des Abſatzes landwirtſchaftlicher Erzeugniſſe in der Hand
Landwirtſchaftlichen Sentralgenoſſenſchaft e. G. m. b. H.*
unter der Sirma Sentralgenoſſenſchaft der heſſiſchen landn
ſchaftlichen Konſumvereine ſeinerzeit als erſte landwirtſchaft
Warenzentrale im Reich gegründet wurde. Die Landwiriſch
liche Sentralgenoſſenſchaft hat ſeit dem Kriege eine überraſd
ſchnelle Entwicklung genommen. Betrug die Sahl der Mitgli
Ende 1917 erſt 205, ſo ſtellte ſie ſich am 31. Dezember 1930
585 mit 785 Geſchäftsanteilen und einer Geſamthaftſumme
2 549 000 RM. Durch eine vorſichtige Geſchäftsführung w
der finanzielle Unterbau, vor allem im Hinblick auf die eig
Mittel, ſtark gefeſtigt, ſo daß heute die Landwirtſchaftliche &
tralgenoſſenſchaft mit zu den beſtfundierten Hauptgenoſſenſche
des Reiches gehört. Im Jahre 1930 hat ſie landwirtſchaft
Bedarfsſtoffe im Werte von 14,5 Millionen RM. an die
geſchloſſenen Genoſſenſchaften vermittelt und landwirtſchaft
Erzeugniſſe im Werte von 5,5 Millionen RM. abgeſetzt.
Der Ausbau der Kreditgenoſſenſchaften und der Wa
genoſſenſchaften für das Bezugsgeſchäft kann nach außen b.
Heſſen als ziemlich abgeſchloſſen bezeichnet werden, wenn
dem inneren Ausbau mmer noch beſondere Beachtung geſch.
werden muß. Erſtrebenswert iſt noch die Beſeitigung der
mengelage, d. h. die Durchführung der genoſſenſchaftlichen N‟
naliſierung dergeſtalt, daß alle in Heſſen liegenden landn
ſchaftlichen Genoſſenſchaften einem Verband, einer &
und einer Warenzentrale angehören.
In den Vordergrund des Intereſſes iſt vor allem in den
ten Jahren die Organiſation des Abſatzes la
wirtſchaftlicher Erzeugniſſe auf genoſ
ſchaftlicher Baſis getreten. Auch hier iſt in Heſſen,
lich wie das ſeinerzeit für das Geld= und Warengeſchäft zu
rechtzeitig an die grundlegenden Fragen beim Aufbau der Ab
organiſationen herangegangen worden.
Die Molkerei=, insbeſondere aber die Miſchab
genoſſenſchaften haben in den letzten Jahren eine weſentliche
mehrung erfahren. Im Abſatz von Friſchmilch und Molk.
erzeugniſſen wurde eine beſonders rührige Cätigkeit entf
Die Milchanlieferung der dem Heſſiſchen Genoſſenſchaftsver
angeſchloſſenen Molkereien ſtieg von 46,3 Mill. Liter in 1922
68,6 Mill. Liter in 1930, eine Steigerung demnach um 48 Pro
Eine weſentliche Sunahme hat die Gruppe der Milchabſatge
ſenſchaften zu verzeichnen, die heute 71 dem Verband angeſc.
ſene Genoſſenſchaften zählt, deren Ausbau und Suſammenfa.
ſuſtematiſch zur Negelung der Milchanfuhr und der Sriſchm
verſorgung für die Städte erfolgte.
Die Milchkontrolle wird in beſonders ſtarkem 2
ſowohl bei Molkereien als auch bei Milchabſatzgenoſſenſch‟
vorgenommen und hat zu einer erheblichen Steigerung 928,
gehaltes geführt. Des weiteren hat die Einführung derhe)
ſchen Markenmilch und der heſſiſchen Marſ.
butter erfreuliche Reſultate gezeitigt.
Eine vollſtändig neue Art von Genoſſenſchaften iſt. ſeit
in der Gruppe der Obſt= und Gemüſeverwertun
genoſſenſchaften aufgetaucht. Surzeit gehören dem 2.
ſchen Verband 40, derartige Genoſſenſchaften an. Durch
Bindung der Mitglieder an die Genoſſenſchaft, durch O0T
auswahl, Vegelung der Anbaufläche, ſcharfe Sortierung.
Durchführung der Lieferpflicht müſſen die Erfolge, die 9i
erreicht wurden, noch mehr verſtärkt werden. Beachtllgg
vor allem auch die Reſultate, die die Landwirtſchaftliche Oel
genoſſenſchaft im planmäßigen Abſatz von Spargelt und Oit
erzielt. Auf dieſem Gebiet ſowie im Abſatz von Getrellk
Speiſekartoffeln wird die Organiſation zielbewußt O07
Schritt weiter ausgebaut.
Auf die 29 dem heſſiſchen Reviſionsverband angeſchlol.
Winzergenoſſenſchaften blieben die T Algeſt
Schwierigkeiten, die vor allem auch in den weinbautreide
Gebieten Heſſens beſtehen, natürlich nicht ohne Wirkung. St
Organiſation und reiche Erfahrung der Geſchäftsſührung 2 den Winzergenoſſenſchaften aber ermöglichen, an herd.."
der Stelle zur Linderung der Not mit beizutragen.
Kurz verwielen ſei an dieſer Stele noch auf die Grtlt
von Eierabſatzgenofſenſchaften und Bic9. Der Ausbau dieſer beiden Genoſſenſchaftsgruppen. ."
in Heſſen noch in vollem Fluß.
Wir ſtehen erſt am Anfang der Entwicklung im Alsbe.

Aufgaben ſind dem ländlichen Genoſſenſchaftsweſen Nocd.
Beſtrebungen tatträftig unterſtützen, und wenn all. Bct
Ertwicklungsbedingngen leiſten.