Darmstädter Tagblatt 1931


10. September 1931

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Enzelmmmer 10 Pfennige

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Hentlich 2maligem Erſcheinen vom 1. Sepiember

September 2.48 Reichsmark und 22 Pfennig
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Franfurt a. M. 4301.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher miſt * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet
Nummer 251 Donnerstag, den 10. September 1931. 194. Jahrgang

27 mm brelie Zelle im Kreiſe Darmſtad/ 25 Reichspfg.
Finanz=Anzelgen 40 Reſchspfg. Relamezelle (92 mm
breit) 2 Reichsmark Anzelgen von auswärts 40 Reichopfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reiſchspfg. 92 mm breite Rellame-
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(ſ4 Dollar 4.20 Markl. Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Sirell uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzeigen=
aufträge
und Leiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konkurs oder gerſchtiſcher Beltrelbung fällf ſeder
Rabatt weg. Bankkonto Deutſche Bani und Darm=
ſtädter
und Natſonalbant

Vor neuen Notveroronungen.
2 üjährige Aufrückungsſperre für die Beamken. Neuſeſtſehung der Höchſigrenze für Penſionen (von 80
a 75 Prozenk). Kürzung aller Penſionen über 12 000 Mk. Kleinſiedlung und Arbeitszeilverkürzung.

* Das Wirkſchaftsprogramm.
Die dringendſten Aufgaben
auf dem Nolverordnungswege.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Das Reichskabinett hatte urſprünglich die Abſicht, ſchon zum
m September mit ſeinem großen Wirtſchafts= und Finanzpro=
im herauszukommen. Die Vorarbeiten haben ſich aber doch
m ancher Hinſicht ſehr kompliziert geſtaltet, ſo daß das Geſamt=
m
ramm etwas zurückgeſtellt werden mußte. Dafür wird die
Dysregierung auf dem Notverordnungswege die
Ingendſten Aufgaben vorweg nehmen.
In den nächſten Tagen wird bereits eine Notverordnung der
Sentlichkeit übergeben werden, die die etatmäßige Aufrückung
2Beamten borausſichtlich auf zwei Jahre, wenn nicht noch län=
Sunterbindet. Am 1. Oktober würden, zahlreiche Beamte in
3), Ländern und Gemeinden automatiſch in eine höhere Gruppe
Sicken, womit für ſie auch eine Aufbeſſerung ihrer Beſoldung
unden wäre. Dieſe Mehrausgabe will die Regierung ein=
ſ
7en. Darüber hinaus will ſie auch die Höchſtgrenze der
Orſionen neu feſtſetzen, damit auch hier Einſparungen
enommen oder Mehrausgaben vermiednn werden. Dieſe Ver=
ung
wird mit längeren Ausführungsbeſtimmungen verſehen
len. Eine andere in Ausſicht ſtehende Notverordnung bezieht

die Höchſtpenſionen.

ſt ja in letzter Zeit wiederholt daran Anſtoß genommen wor=
5 daß ſogenannte Großpenſionäre, die vielfach noch erhebliche
peleinkünfte verbuchen können, für nur ganz kurze Zeit eine
Penſion einſtreichen können. Eine juriſtiſche Grundlage, die
Zpenſionen über das Maß der allgemeinen Penſionskürzung
us noch weiter zu beſchneiden, gibt es nicht, da jenes Pen=
skürzungsgeſetz
im Reichstag liegen blieb. Wenn auch die fi=
ziellen
Auswirkungen nicht ſehr ſtark ins Gewicht fallen, ſo
die Regierung nunmehr des guten Eindrucks wegen dieſe
künfte weiter herabſetzen. Der Kanzler hat bei ſeiner Unter=
ing
mit den Sozialdemokraten angedeutet, daß er mit Hilfe
Artikels 48 einen Eingriff in die Penſionsverhältniſſe be=
chtige
. Seinen Ausführungen iſt aber zu entnehmen, daß er
vorſichtig operieren will und muß. Alle Penſionen über
00 RM. im Jahre ſollen gekürzt werden. Es kommen aber
die Einkünfte in Frage, die ſich aus einer Poſition ergeben,
der Penſionär nicht länger als fünf Jahre bekleidet hat. Hat
ie Stelle über dieſen Zeitraum hinaus innegehabt, dann bleibt
bei dem bisherigen Penſionsſatz. Im anderen Falle erfolgt
2 geſtaffelte Kürzung, die für das erſte Jahr 50 Prozent und
das 5. Jahr 10 Prozent beträgt. Erfaßt werden vor allem
politiſche Poſitionen. Die Vorlage liegt bereits im Kabinett,
) iſt damit zu rechnen, daß ſie noch etwas umgeſtaltet wird.
iter werden die jetzt mit unſeren Gläubigern getroffenen
illhaltevereinbarungen zum Gegenſtand einer
tverordnung gemacht, nachdem die Verhandlungen auch
den amerikaniſchen Banken zum Abſchluß gekommen ſind.
was zurück liegt noch
die Verwirklichung der Kleinſiedlung.
der Reichsfinanzminiſter zum Gegenſtand eines Geſetzentwurfs
nacht hat. Dadurch ſoll die Wiedereingliederung Erwerbsloſer
den Produktionsprozeß, alſo ihre Herausnahme aus der Für=
ge
, und Selbſtändigmachung bei Sicherung des Abſatzes ihrer
zeugniſſe in genoſſenſchaftlicher Form erreicht werden. Es iſt
ht damit zu rechnen, daß dieſer Geſetzentwurf noch in dieſem
onat zur Wirklichkeit wird, weil die Siedlungspläne gerade nach
finanziellen Seite hin, noch ſehr eingehend durchgearbeitet
rden müſſen. In der nächſten Woche finden im Reichsarbeits=
niſterium

Beſprechungen über die Arbeikszeitverkürzung
tt. Die Notverordnung vom 6. Juni läßt eine Arbeitszeitver=
Ezung zu, doch muß vorher der Reichsrat gehört werden. Da
Ezeit in einigen Wirtſchaftszweigen noch Tarifverhandlungen
weben, muß man ihren Abſchluß erſt abwarten. Sobald ſich das
eichsarbeitsminiſterium darüber klar geworden iſt, für welche
ewerbezweige die Arbeitszeitverkürzung eintreten ſoll, wird es
it dem Reichsrat in Verbindung treten. Die Durchführungsbe=
mmungen
zu dem einſchlägigen Paſſus der Notverordnung wer=
in
auch erſt zu dieſem Zeitpunkt zu erwarten ſein.
Beamkenbeſoldung und Penſionskürzung
am Donnerskag vor dem Reichskabinekt.
Wie wir erfahren, wird ſich vorausſichtlich am Donnerstag
4s Kabinett mit der Vorlage Beamtenbeſoldung und Penſions=
4kzung befaſſen. An den bisherigen Veröffentlichungen iſt üb=
gens
falſch, daß die bisherige zweijährige Aufrückungsfriſt in
Eei Jahre umgeändert werden ſoll. Nach der Vorlage des
Teichsfinanzminiſteriums iſt vielmehr beabſichtigt, eine zweijäh=
Tge Sperre einzulegen. Während dieſer Zeit ſollen keine Ge=
altszulagen
und keine Aufrückungen in der Stellung erfolgen.
Dieſe Regelung iſt für die Beamten nicht ſo ſchmerzlich wie die
Euernde Verlängerung der Friſten auf drei Jahre ſein würde.
*a5 ührigens die Kürzung der Penſionen anlangt, ſo werden von

unterrichteter Seite verfaſſungsrechtliche Bedenken entſchieden be=
ſtritten
. Es wird darauf hingewieſen, daß die Verfaſſung nur eine
angemeſſene Verſorgung vorſchreibt und daß dieſe Beſtimmung
durch eine Anpaſſung der Penſionen an die heutige Wirtſchafts=
lage
nicht verletzt werde. Das gelte ſowohl für die Herabſetzung
der Höchſtpenſionsgrenze von 80 auf 75 Prozent, als auch für eine
geſtaffelte Kürzung der großen Penſionen über 12 000 Mark, wie
ſie vom Reichsfinanzminiſterium beabſichtigt wird.
Die preußiſche Sparnolverordnung ferkiggeſtellt.
Berlin, 9. September.
Das Preußiſche Kabinett beendete am Mittwoch nachmittag
ſeine Beratungen über die Sparmaßnahmen und ſtimmte der
preußiſchen Sparnotverordnung, die dieſe Maßnahmen enthält, zu.
Die Veröffentlichung wird erſt nach dem Abſchluß der Beratungen
über die Reichsſparverordnung erfolgen.
Das Skillhalkeabkommen unkerzeichnet.
Berlin, 9. September.
Das Stillhalteabkommen iſt am Mittwoch durch die drei be=
teiligten
Stellen, Reichsbank, Deutſche Golddiskontbank und
Bankenkomitee, unterzeichnet worden. In Kraft tritt das Abkom=
men
an dem Tage, an dem die Bank für Internationalen Zah=
lungsausgleich
an die beteiligten Stellen die Mitteilung gelangen
läßt, daß ſämtliche Vertragsparteien den Vertrag gezeichnet
haben. Der maßgebende Text des Stillhalteabkommens einſchließ=
lich
Mantelvertrag wird bekanntgegeben werden, ſobald der Ver=
trag
in Kraft getreten iſt.
Stahlhelm und Breußengegierang
Beleidigungsprozeß gegen den Skahlhelm
wegen Borwarfs des Landesverrals.
Berlin, 9. September.
Unter der Ueberſchrift Um der Freiheit willen löſt den
Landtag auf! war am 5. April in der Zeitſchrift Der Stahl=
helm
ein Artikel des Bundeskanzlers des Stahlhelms, Major a. D.
Wagner, erſchienen. Der preußiſche Miniſterpräſident hatte gegen
den Verfaſſer und gegen den verantwortlichen Redakteur Kleinau
Strafantrag wegen ſchwerer Beleidigung des preußiſchen Staats=
miniſteriums
geſtellt. Inkriminiert waren beſonders die Sätze:
Die marxiſtiſche preußiſche Staatsregierung
wird ſtets im Banne ſogenannter Verſtändi=
gungspolitik
ein ſicherer Verbündeter Frank=
reichs
und damit Polens ſein. An anderer Stelle hieß
es: Siewird ſtets in ihrem Haß gegen jede ſtolze
Regungder Nation Volk und Reich zu entmachten
ſuchen. Das Schöffengericht Berlin=Mitte verhandelte daher
heute gegen Major Wagner und Redakteur Kleinau wegen Be=
leidigung
. Die Angeklagten ſowie ihr Verteidiger, Rechtsanwalt
Everling, führten aus, daß der beanſtandete Artikel keinerlei Be=
leidigung
, ſondern nur ſcharfe ſachliche Angriffe und Vorwürfe
gegenüber einer Regierung enthalte, die ſich um Verſtändigungs=
politik
bemühe und dabei überſehe, wie ſchwer dem Deutſchen
Reich damit geſchadet werde. Der preußiſche Innenminiſter Se=
vering
habe ſelbſt einmal geäußert: Wir wollen Franzoſen=,
Engländer= und Polen=Freunde ſein, weil wir Freunde des deut=
ſchen
Volkes ſind‟ Demgegenüber betonte Oberſtaatsanwalt
Köhler, ſchon das Reichsgericht habe in ſeinem Beſchluß über die
Beſchlagnahme dieſer Nummer des Stahlhelms ausgeführt, daß
jene Aeußerungen die denkbar ſchwerſten Vorwürfe ſeien, die einer
Staatsregierung überhaupt gemacht werden könnten. Es werde
der Regierung des größten Landes der Vorwurf des Landes=
verrates
und des undeutſchen Handelns gemacht. Daher ſei eine
hohe Strafe als Sühne erforderlich. Der Oberſtaatsanwalt bean=
tragte
gegen Major Wagner 1000 Mark und gegen Redakteur
Kleinau 400 Mark Geldſtrafe. Das Schöffengericht Berlin=Mitte
unter Vorſitz von Amtsgerichtsrat Unger verurteilte die Ange=
klagten
wegen gemeinſchaftlicher Beleidigung durch die Preſſe,
und zwar Wagner zu 800 Mark und Kleinau zu 400 Mark Geld=
ſtrafe
. Dem preußiſchen Staatsminiſterium wurde Publikations=
befugnis
im Stahlhelm, Vorwärts und Berliner Lokal=
Anzeiger erteilt.
In der Begründung des Urteils führte der Vorſitzende aus,
das Gericht erkenne an, daß die Angeklagten aus vaterländiſchen
Motiven gehandelt haben mögen, und daß ſie das Beſte gewollt
hätten. Aber ſie ſeien in einer Zeit, in der das Staatsgefühl zu
zerbrechen drohe und allgemeine Unruhe herrſche, weit über das
Ziel ſachlicher Kritik hinausgegangen, ſo daß harte Strafen ver=
hängt
werden müßten.
Skrafanzeige des Skahlhelms
gegen das preußiſche Kabinekkl.
Die Bundesführer des Stahlhelms, Seldte und Düſterberg,
haben, wie die Deutſche Zeitung berichtet, durch Rechtsanwalt
Dr. Everling bei der zuſtändigen Staatsanwaltſchaft Strafanzeige
gegen die preußiſche Regierung wegen Beleidigung erſtattet. Die
Beleidigung wird darin erblickt, daß in dem Aufruf der preu=
ßiſchen
Regierung gegen den Volksentſcheid Führer des nationa=
len
Deutſchlands als gewiſſenlos bezeichnet und ihre politiſchen
Ziele verdächtigt worden ſeien.

Die Kleinſiedlung des Binanzminiſters.
Wann endlich praktiſche Erwerbsloſenhilfe?
Zu dem Plan für eine Kleinſiedlung von 100 000 Erwerbs=
loſen
, mit dem ſich das Reichskabinett erſtmalig am Montag be=
ſchäftigt
hat, erfährt die Landwirtſchaftliche Wochenſchau, daß
es ſich noch nicht um einen Plan der Reichsregie=
rung
, ſondern lediglich um einen Entwurf des Reichsfinanz=
miniſters
handelt. Es iſt dabei beſonders bemerkt worden, daß
der Reichsfinanzminiſter dieſen Entwurf, in einer Kabinetts=
ſitzung
vorgelegt hat, in welcher der Reichsernährungsminiſter
nicht anweſend war, obwohl doch eine ſachliche Behanolung des
Plans ohne Mitwirkung des Landwirtſchaftsreſſorts unmöglich
erſcheinen ſollte. Es iſt alſo noch völlig offen, ob der Plan im
gegenwärtigen Augenblick zur Durchführung reif gemacht werden
kann.
Wie der Landwirtſchaftlichen Wochenſchau, weiter von
unterrichteter Seite erklärt wird, ſteht der Plan, ſo ſehr er in
ſeinem theoretiſchen Gedankengang zu begrüßen iſt, in
einigem Gegenſatz zu den dringenden Wirtſchaftsmaßnahmen, die
im Intereſſe der Erwerbsloſenhilfe ergriffen werden müſſen.
Daß nur 100 000 Erwerbsloſe mit dem Kleinſiedlungsgeſetz
untergebracht werden könnten, ſpricht nicht gegen den Gedanken,
weil auch das ſchon ein Fortſchritt wäre. Aber auch nach dem
Gedankengang des Entwurfs müßte die Erwerbsloſen=
unterſtützung
für dieſe Kleinſiedlung noch bis zur nächſten
Ernte, alſo bis zum Herbſt 1932, weiter gezahlt
werden. Bis dahin entſtehen ſogar erhebliche Mehrausgaben,
da ja auch etwaige Holzlieferungen aus den preußiſchen Staats=
forſten
wegen des entſprechenden Einnahmeausfalles in Rech=
nung
zu ſtellen wären. Unabhängig davon iſt es zweifelhaft, ob
die Siedler auch dann überhaupt auf den Gärtnerſtellen von
24 Morgen exiſtenzfähig bleiben können. Auch der Reichs=
finanzminiſter
ſollte wiſſen, daß der alteingeſeſſene Er=
werbsgartenbau
, deſſen wirtſchaftliche Vorausſetzungen
zweifellos ſolider ſind als bei den Erwerbsloſen, gegenwärtig
unter beſonderer Unrentabilität leidet. Dieſe
Unrentabilität iſt gerade auch bei den Gartenbaubetrieben am
Rande der Städte vorhanden, alſo dort, wo nun die Erwerbs=
loſen
angeſiedelt werden ſollen. Der Reichsfinanzminiſter hat
ſelbſt in beſonderem Maße zur Steigerung der Unrentabilität
des Gartenbaus beigetragen; er hat ſeinerzeit als Ernährungs=
miniſter
mit eifriger Propaganda Kredit in den Gartenbau zur
Intenſivierung der Betriebe, zur Anlage von Glaskulturen und
dergleichen hineingepumpt, aber den handelspolitiſchen Schutz
des Gartenbaues vernachläſſigt, ſo daß die Kredite im weſent=
lichen
eine zuſätzliche Belaſtung des Gartenbaues darſtellen.
Die erſte Vorausſetzung" für die Inangriffnahme irgeno=
welcher
Maßnahmen auf dem Gartenbaugebiet wäre ein
grundſätzlicher Wandel der gegenwärtigen
Wirtſchaftspolitik, der Verzicht auf jede überflüſſige Ein=
fuhr
und der entſprechend vollgültige Schutz des heimiſchen Gar=
tenbaus
. Der Gartenbau könnte rentabel ſein, wenn er nicht
unter einer übermäßigen Konkurrenz des Auslandes zu leiden
hätte. Ein derartiger Schutz wäre um ſo mehr gerechtfertigi,
als der heimiſche Gartenbau bereits jetzt dazu in der Lage iſt,
den deutſchen Bedarf an Obſt und Gemüſe abgeſehen von
ausgeſprochenen Luxuserzeugniſſen zu decken. Bei dieſer
Sachlage würden ſich noch größere Schwierigkeiten für die Ar=
beitsloſen
=Siedlung ergeben, weil ſie berufsfremd ſind und
auch unter normalen wirtſchaftlichen Verhältniſſen in den erſten
Jahren beſtimmt ſchlechte Erfahrungen machen würden.
Der ganze Plan der Kleinſiedlung könnte alſo nur dann
Sinn haben, wenn die Reichsregierung ſich gleichzeitig dazu
entſchließt, die Vorausſetzungen für eine Rentabi=
lität
des Gartenbaus zu ſchaffen, alſo auch im
Sinne einer volkswirtſchaftlichen Sparpolitik die Deviſenher=
gabe
für die Einfuhr von Gartenbauerzeugniſſen endgültig zu
ſperren. Man würde damit im übrigen nicht nur einem ſchwer
notleidenden Berufsſtand die weitere Exiſtenzmöglichkeit ſichern,
ſondern, zugleich auch eine ſofort wirkſame poſitive
Erwerbsloſenhilfe leiſten. Wäre die Rentabilität des
Gartenbaus durch Verhinderung der überflüſſigen Einfuhr ge=
ſichert
, ſo würden im Gartenbau zweifellos erheblich mehr als
100 000 Erwerbsloſe alsbald ſtändige Unterkunft und Beſchäf=
tgiung
finden können. Sollte die bisher vom Reichsfinanz=
miniſter
für ſeinen Plan entfaltete Propaganda auch den Sinn
eines vernünftigen Kurswechſels der Wirtſchaftspolitik haben,
ſo müßte man immer noch davor warnen, nun beſondere Orga=
niſationen
dafür aufzuziehen. Die Durchführung gehört in die
ordentliche landwirtſchaftliche Verwaltung und nicht in die
Hände eines beſonderen Reichskommiſſars, der ſich, ähnlich wie
es der Reichskommiſſar für die Oſthilſe macht, dann doch vor=
wiegend
damit beſchäftigen würde, nach der Errichtung einer
entſprechenden Zentralbehörde fein ſäuberlich einen Paragraphen
neben dem andern in das Siedlungsland um die Großſtädte
zu pflanzen.
Da es nicht darauf ankommen darf, daß durch falſche Hand=
habung
ein an ſich geſunder Gedanke im Paragraphenwege zu
Tode geritten wird, ſollte man ſich bei der Kleinſiedlung vor
einer Ueberſtürzung hüten, um dafür die brennende Frage der
Sicherſtellung der Ernährung der Erwerbs=
loſen
aus den reichlich vorhandenen inländiſchen Vorräten
beſchleunigt zu löſen. Auch in ſeiner neuen Aeußerung gegen=
über
einer Berliner Zeitung iſt aber Reichsarbeitsminiſter
Stegerwald nicht über grundſätzlich freundliche Erklärungen zu
den Naturallieferungen hinausgekommen. Endgültige Mittei=
lungen
über die Erwerbsloſenfrage hat er unter Hinweis auf
die Unſicherheit über die endgültige Erwerbsloſenzahl abgelehnt.
Er hat dabei denſelben unbegründeten Optimismus zur Schau
getragen wie bei ſeiner Frankfurter Gewerkſchaftsrede. Ver=
fehlte
Argumente werden aber dadurch nicht beſſer, daß man ſie
wiederholt. Wann endlich wird an die praktiſche Erwerbsloſen=
hilfe
herangegangen?

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Seite 2

S.P.9. und Kabinetk Brüning.
Die Forderungen der ſozialdemokrakiſchen
Reichskagsfrakkion.
Berlin, 9. September.
Die ſozialdemokratiſche Reichstagsfraktion hat nach längerer
Ausſprache eine Entſchließung angenommen, in der es u. a.
heißt:
Die Sicherung der Lebenshaltung des deutſchen Volkes er=
fordert
eine Führung der Außenpolitik, die das durch den natio=
nalſozialiſtiſchen
Lärm erzeugte Mißtrauen beſeitigt und eine
vertrauensvolle Zuſammenarbeit aller Völker ſchafft. Im Zen=
trum
dieſer Politik muß die deutſch=franzöſiſche Verſtändigung
ſtehen, die auf wirtſchaftlichem und politiſchem Gebiet angeſtrebt
und zu einer dauernden Zuſammenarbeit ausgeſtaltet werden
muß. Das deutſche wie das internationale Intereſſe erfordern
energiſche Schritte zur Herabfetzung des Zollniveaus der euro=
päiſchen
Staaten als Mittel zur Milderung der Wirtſchaftskriſe
und als Gegenwirkung gegen die neuen ſchutzzöllneriſchen Ge=
fahren
, die von England drohen.
Um noch fürchterlichere Zuſammenbrüche zu verhindern,
mußte das Reich zwei Großbanken ſtützen. Der Einſatz öffent=
licher
Mittel erfordert die dauernde Kontrolle des Reiches über
dieſe Banken und die Fortführung unter gemeinwirtſchaftlichen
Geſichtspunkten. Die ſozialdemokratiſche Reichstagsfraktion for=
dert
die Errichtung eines Amts für Bankpolitik, das mit allen
möglichen Vollmachten zur Information über die Privatbanken
und zum Eingreifen im volkswirtſchaftlichen Intereſſe ausge=
ſtattet
iſt. Sie erneut die Forderung nach Errichtung eines
Kartellamts. Die Reform des Aktienrechts muß den Mißbrauch
mit den Mehrſtimmrechts= und Depotaktien unterbinden, die
Haftbarkeit für Aufſichtsräte ſichern und weitgehende Publizität
und Offenlegung zurPflicht machen. Ein Druck auf die Kartell=
preiſe
, eine Verminderung der Handelsſpanne und der ſchäd=
lichen
Preisbindungen der zweiten Hand muß zu einer ſchnelle=
ren
Anpaſſung des deutſchen Preisniveau an die veränderte
ökonomiſche Lage führen. Im Einklang mit dieſer Politik des
Abbaues der überhöhten Preiſe muß die Agrarpolitik ſtehen. Die
Fraktion fordert deshalb Senkung der Produktionskoſten für die
bäuerliche Veredelungswirtſchaft und Verbilligung der wichtig=
ſten
Nahrungsmittel, insbeſondere des Brotes, durch Zoll=
ſenkung
und Verringerung der Handelsſpanne ſowie die Er=
mäßigung
des Zuckerpreiſes. Die Mittel der ſtaatlichen Wirt=
ſchaftspolitik
müſſen eingeſetzt werden, um eine neue Verringe=
rung
der Kaufkraft und damit eine neue Schrumpfung des
Wirtſchaftsprozeſſes hintanzuhalten. Deshalb fordert die ſozial=
demokratiſche
Reichstagsfraktion die Verhinderung jedes weite=
ren
Lohnabbaues.
Die Fraktion erwartet von der Reichsregierung, daß ſie end=
lich
die notwendigen Geſetzesmaßnahmen zur Durchführung der
40=Stundenwoche trifft. Sie lehnt alle Beſtrebungen zur Be=
ſeitigung
der Arbeitsloſenverſicherung und zur weiteren Ver=
ringerung
ihrer Leiſtungen entſchieden ab und befürwortet die
Vereinheitlichung der Kriſenfürſorge und der gemeindlichen
Wohlfahrtsfürſorge zu einer Reichsarbeitsloſenfürſorge unter
ausreichender finanzieller Beteiligung des Reiches. Nur ſo kann
eine wirkſame Entlaſtung der Gemeindefinanzen herbeigeführt
und zum Ausgleich ihrer Etats beigetragen werden. Gleich=
zeitig
muß Vorſorge für die Umſchuldung und Konſolidierung
der kurzfriſtigen Kredite der Gemeinden getroffen werden.
Neben der bisherigen Geldunterſtützung muß eine zuſätz=
liche
Naturalleiſtung von Kartoffeln und Kohlen verlangt wer=
den
. Weiter fordert die ſozialdemokratiſche Fraktion die Herab=
ſetzung
der hohen Penſionen und Gehälter in öffentlichen und
privaten Verwaltungen und Betrieben, die Sicherung einer
demokratiſchen und ſozialen Politik im Innern, den rückſichts=
loſen
Kampf gegen den Fascismus und all ſeine Helfershelfer.
* Die ſozialdemokratiſche Entſchließung iſt wohl in erſter
Linie von der Abſicht beherrſcht, die Wählerſchaft durch die noch=
malige
Aufzählung all der Forderungen zu beruhigen. Wenn
wir recht unterrichtet ſind, iſt innerhalb der Fraktion vom linken
Flügel ein neuer Vorſtoß unternommen worden, die Partei aus
ihrem jetzigen Verhältnis zur Reichsregierung zu löſen, doch hat
ſich die Parteileitung durchgeſetzt. Das politiſche Ergebnis iſt
alſo dahin zu werten, daß der Kanzler auch weiterhin auf die
wohlwollende Neutralität der SPD. zählen kann, wenigſtens
bis zur nächſten Notverordnung, deren materieller Inhalt für
die weitere Richtung der ganzen inneren Politik beſtimmend ſein
wird.

Donnerstag, den 10. September 1931

Die Genfer Reden des deutſchen Außenminiſters Dr. Curtius
und des franzöſiſchen Außenminiſters Briand werden am Donners=
tag
vormittag und Freitag vormittag im Programm der Aktuellen
Abteilung der Funkſtunde Berlin zur Uebertragung kommen. Der
genaue Zeitpunkt der Anſprachen kann erſt kurz vor der Ueber=
tragung
bekanntgegeben werden. Welche deutſchen Sender die
Uebertragung übernehmen, ſteht noch nicht feſt.
In letzter Zeit ſind verſchiedentlich Gerüchte über eine Ver=
ſchiebung
oder Verlegung des Berliner Beſuches der franzöſiſchen
Staatsmänner aufgetaucht. Demgegenüber wird von unterrichteter
Seite feſtgeſtellt, daß derartige Gerüchte jeder Begründung ent=
behren
. An den bisherigen Dispoſitionen, wonach der Beſuch am
26. d. M. in Berlin ſtattfinden ſoll, hat ſich nichts geändert.
Ueber die gemeinſame Sitzung der Reichstagsfraktion und der
Preußenfraktion der Landvolkpartei wurde ein Bericht heraus=
gegeben
, in dem u. a. erklärt wird: Im Hinblick auf die Vor=
gänge
in Genf iſt das deutſche Landvolk der einmütigen Auf=
faſſung
, daß der gegenwärtige Außenminiſter Dr. Curtius nicht
länger Mitglied des Reichskabinetts bleiben dürfe.
Am Freitag findet die in jedem Herbſt übliche Konferenz der
Landwirtſchaftsminiſter der Länder im Reichsminiſterium für
Ernährung und Landwirtſchaft ſtatt. Miniſter Schiele wird die
Konferenz mit allgemeinen Ausführungen über die agrarpolitiſche
Entwicklung und die zu ergreifenden Maßnahmen einleiten.
Dr. Frick ſprach am Dienstag abend in Hannover über Gegen=
warts
= und Zukunftsfragen, wobei er die Rückkehr der National=
ſozialiſten
am 13. Oktober in den Reichstag ankündigte.
Ein Novum in der Bezahlung der Steuer dürfte in Lunden
(Dithmarſchen) zu verzeichnen ſein. Die Kirchſpielvertretung be=
ſchloß
auf Vorſchlag des Vorſitzenden, die Gemeindeſteuer auch in
Korn entgegenzunehmen. Die Lieferung des Korns ſoll an die
Mühlen erfolgen. Mit dieſer Naturalienſteuer will man den
Unterſtützungsbedürftigen helfen.
Die Stadt Mayen wird an die Bedürftigen größere Mengen
Brennholz aus dem Stadtwalde, ferner verbilligte Briketts und
Kartoffeln abgegeben. Für diejenigen Notleidenden, die nicht in
einem Haushalt leben, werden Suppenküchen eingerichtet. Die
Verhältniſſe in der Stadt ſind troſtlos. Zurzeit müſſen, haupt=
ſächlich
infolge der darniederliegenden Steininduſtrie, zwei Drittel
der Einwohner ihren Lebensunterhalt aus Mitteln der öffent=
lichen
Hand friſten.
Bei einer Demonſtration des verbotenen Rotfrontkämpfer=
Fiehig
bundes am 1. Auguſt in Berlin war der Polizeimac
urch Lungenſchuß ſchwer verletzt worden. Die Tat iſt jetzt aufge=
klärt
. Der Aſphaltarbeiter Emil Rudachowſki iſt der Bluttat
überführt und befindet ſich in Unterſuchungshaft. Zwei weitere
Beteiligte, die Arbeiter Erich Rogge und Willi Bunte, ſind
flüchtig.
Die Unterſuchung in der Totſchlagsangelegenheit des Stahl=
helm
=Geſchäftsführers Albert Heiſter in Köln iſt jetzt zu einem ge=
wiſſen
Abſchluß gelangt. Am Dienstag fand ein Lokaltermin ſtatt,
in dem feſtgeſtellt wurde, daß der 19jährige Arbeiter Nikſch, der
der Kommuniſtiſchen Partei angehört, den tödlichen Schuß auf
Heiſter abgegebn hat.
Die zwiſchen dem Zechenverband und den Bergarbeiterver=
bänden
heute abgehaltenen Verhandlungen über Arbeitszeit und
Lohn ſind ergebnislos verlaufen. Die Schlichtungsverhandlungen
finden vorausſichtlich am 21. und 22. d. M. unter dem Vorſitz des
Schlichters Prof. Brahn ſtatt.
Die Chriſtlich=ſoziale Partei hat heute beſchloſſen, bei der
Wahl des neuen öſterreichiſchen Bundespräſidenten für die Kan=
didatur
des gegenwärtigen Bundespräſidenten Micklas einzutre=
ten
. Die Wahl ſoll am 18. Oktober durch allgemeine Volksabſtim=
mung
durchgeführt werden. Die Großdeutſchen haben dieſer
Kandidatur bereits zugeſtimmt; eine Aeußerung des Landbundes
über ſeine Haltung liegt bis zur Stunde noch nicht vor.
Der ſowjetruſſiſche Außenkommiſſar Litwinow und der öſter=
reichiſche
Vizekanzler Schober ſind aus Genf abgereiſt.
Fünf amerikaniſche Staaten, nämlich Miſſiſſippi. Alabama,
Süd=Karolina, Nord=Karolina und Arkanſas, haben ſich bereit er=
klärt
, im nächſten Jahre Baumwoll=Ferien einzulegen, wenn
der Staat Texas ebenfalls einwilligt, im Jahre 1932 keine Baum=
wolle
anzupflanzen.
Die mexikaniſche Regierung hat die Einladung zum Eintritt
in den Völkerbund angenommen. Die formelle Beſtätigung durch
den Senat wird ſchon in allernächſter Zeit erwartet.

Vor der Neuorganiſalion der Danakbank.
* Berlin, 9. September (Priv.=Tel.)
Die Reorganiſation der Danatbank ſteht unmittelbar bevor,
Sie wird in der Form einer Aktiengeſellſchaft weitergeführt wer=
den
unter gleichzeitiger Neubeſetzung der Geſchäftsleitung.
Einige Perſönlichkeiten dürften ausſcheiden. Man ſpricht aber
davon und viele werden das für unmöglich halten , daß
Jakob Goldſchmidt im Vorſtand bleiben werde, dem allerdings
der Treuhänder der Reichsregierung, Staatsſekretär Bergmann
beigegeben iſt.
Wie verlautet, trägt ſich das Reichswirtſchaftsminiſterium
mit dem Plan, im Kabinett für die Veröffentlichung von freien
Verkehrskurſen einzutreten. Mit der Wiedereröffnung der
Samstag=Effektenbörſe wird für Oktober zu rechnen ſein.

Nummer 251

Der Reichsarbeitsminiſter über die Pläne
der Reichsregierung.
Berlin, 9. September
In einem Berliner Blatt äußert ſich Reichsarbeitsminif
Dr. Stegerwald über die Pläne der Reichsregierung für den ko
menden Winter. Er erklärt dabei, die Ziffern, die gelegent!
in der Oeffentlichkeit für die mutmaßliche Zahl der Arbeit
loſen genannt worden ſind, als völlig willkürlich, da ſie me
nur auf einer gefühlsmäßigen Schwarzſeherei beruhen, zu der
allerwenigſten Anlaß ſei. Soweit die Entwicklung im Somp
Anhaltspunkte biete, müſſe man im Gegenteil zu der Auffaſſu
kommen, daß ſich die deutſche Wirtſchaft als überraſchend wid
ſtandsfähig bewieſen habe. Aber ſelbſt wenn die Zahl der
beitsloſen im kommenden Winter erheblich größer würde als
vorigen Winter, gebe es noch eine Fülle von Möglichkeiten.
ſelbſt erheblichen Beanſpruchungen gewachſen zu ſein. Der 9
niſter ſteht dem Gedanken der teilweiſen Naturalverpf!
gung poſitiv gegenüber. Er rechnet damit, daß für die Arbei
loſen vom 1. September 1931 bis 31. März 1932 etwa zwei M
liarden aufzubringen ſind, davon ungefähr 500 Millionen
Mieten, der Reſt von 1500 zu 80 v. H. für Lebensmittel und K.
len. Es könne allerdings nicht in Frage kommen, den geſam
Betrag von rund 1200 Millionen in Naturalien zur Auszahlu
zu bringen. Der Miniſter empfiehlt aber in einzelnen Fällen u
unter beſonderen Verhältniſſen Abmachungen zwiſchen Kommun
auf der einen, Konſumgenoſſenſchaften und Einzelhandel auf
anderen Seite, wonach für die Arbeitsloſen die Gegenſtände
täglichen Bedarfs zu weſentlich verbilligten Preiſen erhältſ,
ſind. Wir müſſen verſuchen, mit einem elaſtiſchen Syſtem üh
den Winter zu kommen. Dazu gehören auch alle Möglichkei
der Randſiedlung vor den Großſtädten. Für die Zuku
ſoll eine Auflockerung der Großſtadtbevölkerung, ein Umbau d
Bevölkerungsſtruktur erreicht werden. Aufgaben dieſer Art laſſ
ſich aus Steuermitteln nicht finanzieren. Es müſſen vielme
andere Wege beſchritten werden, deren Ziel, ganz allgemein
ſprochen, die Mobiliſierung unſerer Volkswirtſchaft ſein müß
Die Frage ſteht in engem Zuſammenhang mit der Geſtaltung d
deutſchen Kreditvolumens und des Zahlungsmittelumlaufs übe
haupt. Es hat ſich Uebereinſtimmung darin ergeben, daß der der
ſchen Wirtſchaft in weiteſtem Sinne die Zahlungsmittel und d
Kredit zur Verfügung geſtellt werden müſſen, die ſie zur 0
füllung ihrer Aufgabe braucht. Bezüglich der Arbeitsloſe
verſicherung glaubt der Miniſter nicht, daß durch Umb
oder Reformen Erſparniſſe größeren Stiles zu erzielen ſeien;
Dauer der Unterſtützung werde wahrſcheinlich das bewegli
Element abgeben.
Ein Wirkſchaftsprogramm der Beamken.
Der geſchäftsführende Vorſtand des Deutſchen Beamte
bundes veröffentlicht heute ein Wirtſchaftsprogramm, das ei
Politik der langfriſtigen Auslandskredite, die Einführung d
Bankenaufſicht und die Aktienreform ſowie die Bekämpfung d
privaten Monopolwirtſchaft, deren Preisbindungen durchbroch
werden müßten, befürwortet. Die Herabſetzung der Koſten
der privaten Wirtſchaft wird als die Vorausſetzung der Senkun
der öffentlichen Ausgaben bezeichnet, jede Subventionspolit
wird entſchieden abgelehnt. Das Programm fordert weiter eit
von den öffentlichen Haushaltungen losgelöſte Erwerbsloſet
Unterſtützung. Reichsreform und Verwaltungsreform werde
als notwendige Ergänzung der Kriſenmaßnahmen bezeichnet
Die Bayeriſche Volksparkei zur Arbeitsloſer
Anſiedlung.
Gegenüber den Plänen der Reichsregierung über die Finar
zierung der Arbeitsloſenanſiedlung in Höhe von rund 200 Ni
lionen RM. aus Hauszinsſteuermitteln äußert die Baheriſch
Volkspartei=Correſpondenz, die allergrößten Bedenken. Ne
könne, ſo ſchreibt ſie, von einem ſolchen Finanzierungsplan n:
mit größter Verwunderung Kenntnis nehmen, da er den ſo
ſtigen Auffaſſungen der Reichsregierung über den Stand u.
das Schickſal der Hauszinsſteuerfrage ſtracks zuwiderlaufe. Ei
Steuer, die nach Auffaſſung der Reichsregierung eine ſterben
Steuer ſein ſoll, ſolle nun plötzlich 200 Mill. RM. für eine Sae
abwerfen, die in ihrer Grundidee wohl gut, in ihrem mutma
lichen wirtſchaftlichen Effekt aber höchſt unſicher ſei. Man
vor neuen Experimenten warnen, die auf Koſten der an
leeren Reichs= und Staatskaſſen gehen ſollen. Auch der Reick
kommiſſar und die geplante Reichszentrale für Kleinſiedlu
könne nicht gefallen; man brauche einen Abbau von Reichsſtelle
aber keine neuen Spitzenbehörden.

DAb maroige Dünzig.
Von Dr.=Ing. Hermann Phleps,
Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule zu Danzig.
dp. Es iſt nun einmal ſo, daß Danzig in manchen Dingen,
wie z. B. in Fragen neuzeitlicher Kunſtbeſtrebungen die Rolle
eines Aſchenputtes ſpielen muß. So wird derzeit ſo viel von
den bunten Faſſadenanſtrichen geſprochen, mit denen z. B. Bruno
Taut die Straßen Magdeburgs belebte. In Danzig iſt man
ſchon ſeit 25 Jahren, ſeit der Errichtung der Techniſchen Hoch=
ſchule
daran gegangen, den nordiſch trüben Himmel durch ein
den Häuſern aufgemaltes luſtiges Farbenkleid vergeſſen machen
zu laſſen. Dem von auswärts Kommenden ergeht es heute in
Danzig wie dem vielgereiſten Archibald, der, als er im Jahre
1817 Nürnberg beſuchte, angenehm enttäuſcht war, anſtatt eines
räucherigen Steinklumpens Straßenbilder genießen zu dürfen,
denen durch einen farbigen Anſtrich ein freundliches und mun=
teres
Anſehen gegeben worden war. Wie wohltuend wird man
überraſcht, wenn man heute Danzig durchwandert und ſo häufig
von in Rot, Gelb, Blau, Grün oder Grau=Weiß prangenden
Häuſern begrüßt wiro. Wir wähnen, als ob ſich auf einmal
Sonnenſtrahlen nach den ſchmalen Gaſſen zu Weg gebahnt hät=
ten
. Und was beſonders hervorgehoben werden muß, die ſo oft
geprieſene Romantik, die alten Städtebildern anhaftet, erleidet
durch ſolche Auffriſchungen gar keine Einbuße. Im Gegenteil,
unſere Phantaſie wird in viel lebhafterer Weiſe angeregt, das
aufgenommene Bild lebendig verarbeiten zu können. Auch dem
Binnenhafen geben die ſich keck im Waſſer ſpiegelnden und zwi=
ſchen
Maſten durchblinzelnden bunten Faſſaden ein freude=
ſtrahlendes
Anſehen. Wie würde Eichendorff dieſes neue Antlitz
Danzigs beſungen haben, der uns über ſeine Giebelreihen ſo
ſchöne Verſe hinterlaſſen hat?
Dadurch, daß Danzig 25 Jahre Zeit hatte, ſich mit farbigen
Faſſadenanſtrichen zu verſuchen, hat es Gelegenheit gefunden,
die Schlacken, die einigen ähnlichen Unternehmungen im Reich
jetzt noch anhaften, abzuſtoßen. Während man am Anfang noch
etwas ſpieleriſch, ja vielleicht auch zu kleinlich in den Ausdrucks=
mitteln
war, iſt man jetzt in die Geheimniſſe der Farbe näher
eingedrungen und, zum Stolze Danzigs muß es geſagt werden,
verſteht es jetzt, mit den einfachſten Mitteln Gutes zu ſchaffen.
Ohne Rückſicht auf die Eigenfarbe des Werkſtoffes überzieht die
Farbe den Hauſtein, den Backſtein und den Putz. Das einzige,
dem man Achtung erweiſt, iſt die Form, deren Sprache man ſich,
wenn ſie gut iſt, ehrfürchtig anzupaſſen verſucht, handelt es ſich
aber um geſchmackloſe Formen des 19. Jahrhundert, ſolche Häß=
lichkeiten
wegzutäuſchen trachtet. Es kann alſo in dieſer Be=
ziehung
ein Beſuch Danzigs ganz beſonders den Fachleuten ans

Profefſor Lujo Brenkano .
München. Profeſſor Lujo Brentano iſt am Mittwoch nach=
mittag
im 87. Lebensjahre geſtorben. Geheimrat Brentano war
bekanntlich vor einigen Monaten an einem Blaſenleiden er=
krankt
, dann aber wieder geneſen. Luje Brentano wurde 1872

Profeſſor der Staatswiſſenſchaften in Breslau, dann in Straß=
burg
, Wien, Leipzig und München und trat im Jahre 1914 in
den Ruheſtand. Er war einer der führenden deutſchen Sozial=
politiker
und Nationalökonomen.

Herz gelegt werden. Ich höre tadeln: wie kann man aber an
hiſtoriſchen Architekturen, die doch in Danzig in ſo reichem Maße
auftreten wie kaum anderwärts, ſolche Grauſamkeiten verüben?
Nun, dem iſt zu erwidern, daß die Faſſadenanſtriche hier wie
aber auch im Reich gar nichts Neues bedeuten, ſondern daß
Danzig von ſeiner Gründung angefangen bis zu dem Beginn
des 19. Jahrhunderts ein ſtets farbenfreudiges Antlitz zur Schau

getragen hat. Schon von dem höchſten Kleinod der Stadt, I
im Backſteinrohbau errichteten Marienkirche, berichtet die Chro!
vom Jahre 1446, daß der Meiſter Steffens, der die Südgiel
aufmauerte, für dieſe ſeine Arbeit und für das Aufrichten 4
Südſeite mit roter Farbe 180 Mark und ein Rocklaken (21
zu einem Rock) erhielt. Aber auch im 16. Jahrhundert ſeh
wir Danziger Faſſaden in derſelben Fülle bunter Farben prd
gen, wie ſie bisher die Kunſtgeſchichte bloß in Süddeutſchla
beachtete. So war das in reichen Formen der deutſch
Renaiſſance erbaute ſogenannte Engliſche Haus an ſeinen 90
ſteinernen Pilaſtern und Geſimſen mit ſchwarzem Anſtrich,
ſeinen geputzten Fluchten mit blau=weißen Sgraffiten gezle.
Den gotiſchen Giebel des Schöffenhauſes, rechts neben de
Artushof, ſchmückte u. a. ein in der Spätrenaiſſance aufgematt
ſpringender Reiter in verwandter Darſtellung wie am Haus 2.
Ritters in Schaffhauſen, von dem Sandrat in ſeiner Teutch
Akademie berichtet, daß die Schaffhauſener Angſt gehabt halle.
vor dieſem Hauſe vorbeizugehen, weil ſie fürchteten, das Pſe.
ſpringe ihnen auf den Kopf. Aber gar das 17. Jahrhundern9
deſſen Anfang Anton Möller in ſeinem das Rathaus ſchmucke!
den Zinsgroſchen uns ein getreuliches Abbild des farhs
Langenmarktes überlieferte, drängt uns erſt recht zu Vergleic
mit Süddeutſchland. Man darf dieſes Stück neben den ehe
falls farbigen Marienplatz in München ſtellen, von dem
Zunftſtube des dortigen Nationalmuſeums ein getreuliches 2
bild aus einer nur um weniges jüngeren Zeit als das vot"
behütet. Auch Merian kann es nicht unterlaſſen, von Dand‟
Langgaſſe zu erwähnen, daß ſie auswendig mit Farbe und 9e
bemalt geweſen ſei. Aus dem 18. Jahrhundert zwingt uns
Schloß Oliva, die ehemalige Ziſterzienſerabtei, dazu, es ſee
das fürſtbiſchöfliche Schloß in Bruchſal zu ſtellen. Beide lratz
an ihren Schauſeiten die Farben Rot, Gelb mit Weiß und O.
Wollen wir den berühmteſten Danziger Künſtler jener Lage
Rate ziehen, ſo gibt uns auch er gewiſſenhafte Antwort 12
dieſe Fragen. So erwähnt Chodowiecki in ſeinem Tagebugl 2"
1773, daß die Danziger Häuſer alle eigentümlich farbig ant
ſtrichen ſeien. Ja ſogar in techniſchen Dingen kann ung 2Mt9
aus alten Tagen einiges übermitteln, wie in einem Falde
rezept, das ein in der Stadtbibliothek aufbewahrtes Tage."
aus dem 17. Jahrhundert birgt, und das Leinöl und Eile
vitriol als Bindemittel angibt. Zuletzt erzählt uns die ſchr
liche Ueberlieferung von Zunftangelegenheiten, wie über L.i
von 1615 bis 1718 dauernden Zunftſtreit zwiſchen den Mclte
und Maurern, wer von beiden befugt ſein ſollte, den Anſtrich
Hausfronten auszuführen, uſw. uſw.
So möchte man in dem heutigen farbenglänzenden Sſal.?
das Feſthalten am alten Erbe herausleſen und zugleich millt
len, wie wohltuend ein farbenfreudiges Straßen= und PlA5..
ein durch harten Kampf geprüftes Gemüt zu beeinfluſſen Nekbhs

[ ][  ][ ]

Nummer 251

Donnerstag, den 10. September 1931

Seite 3

Völkerbund und Abrüſtung.
2nig Gegenliebe in Paris für den ikalieniſchen Vorſchlag auf ſoforkigen Rüſtungsſtillſtand. Frankreich
umt den deutſchen Erſakkreuzer für den Bau neuer Schlachtſchiffe von rieſigem Ausmaß zum Vorwand.
Polikiſche Schwierigkeiken bei der Angleichung des Völkerbundspaktes an den Kelloggpakt.

Zeichen der Abrüſtung.
Bau eines neuen franzöſiſchen Schlachtſchiffes
von 23 000 Tonnen. Unüberbrückbare
deutſch=franzöſiſche Gegenſähe.
London, 9. September.
Das franzöſiſche 23 000 Tonnen=Schlachtſchiff, zu deſſen Bau
franzöſiſche Parlament im Juni wegen Fehlens techniſcher
izelheiten die Zuſtimmung verſagt hatte, ſoll, wie der Marine=
reſpondent
des Daily Telegraph aus guter Quelle erfährt,
die Tagesordnung der nächſten Kammerſitzung geſetzt werden.
ſei klar, ſo erklärt der Korreſpondent, daß die Mehrheit der
nmer die baldige Aufſtapellegung des Schlachtſchiffes wünſche
in dieſem Sinne ſtimmen werde. Wenn die Kredite für die=
Schiff bewilligt würden, ſo bedeute das das Ende des Bau=
rjahres
für Schlachtſchiffe, da ſeit der Inangriffnahme der eng=
den
Schiffe Rodney und Nelſon im Jahre 1922 kein der=
iges
Schiff mehr auf Stapel gelegt worden ſei. Der Korre=
ndent
fügt hinzu, daß durch den Bau eines Schweſterſchiffes
Deutſchland ſich die Gründe, für die Aufſtapellegung des
inzöſiſchen Schiffes verſtärkt hätten. Der engliſche Korreſpon=
t
vergißt aber zu ſagen, daß Deutſchland innerhalb der vom
ſailler Vertrag gezogenen Grenzen nicht nur zwei Panzer=
ffe
auf Stapel haben dürfte, ſondern bereits ſämtliche ſechs
nzerſchiffe, die im Verſailler Vertrag zum Erſatz der veralteten
ienſchiffe zugeſtanden worden ſind, bereits fertiggeſtellt haben
fte. Nichtsdeſtoweniger hat ſich Deutſchland bisher mit der
tigſtellung eines einzigen Schiffes begnügt, das überdies nur
100 Tonnen groß iſt. Das im Jahre 1924 beſchloſſene franzöſiſche
rinebauprogramm ſieht dagegen den Bau von jährlich 50 000
inen neuer Schiffe vor. Wenn man bedenkt, daß die geſamte
tſche Flotte eine Tonnage von nur 125 000 Tonnen hat, ſo er=
t
ſich daraus, daß Frankreich innerhalb von drei Jahren ſo viel
anage auf Stapel legen kann, wie der jetzigen Größe der ge=
iten
deutſchen Flotte entſpricht. Die Haltloſigkeit des franzö=
ſen
Standpunktes kann durch nichts ſchlagender bewieſen wer=
= als durch ſolche Ziffern.
Paris lehnt den Borſchlag Grandis ab.
Paris 9. September.
Die Genfer Rede des italieniſchen Außenminiſters Grandi
d in der Pariſer Morgenpreſſe mit lebhaftem Intereſſe ver=
gt
. Die Blätter heben als Hauptgrund der Ausführungen
andis die Tatſache hervor, daß Italien nach wie vor
ran feſthält, die Sicherheit könne nur eine
lge der Abrüſtung ſein, während Frankreich
2 umgekehrte Reihenfolge verteidigt. Pertinax
eibt im Echo de Paris, Grandi habe es in erſter Linie auf
inkreich abgeſehen, deſſen Heeresorganiſation Italien ein Dorn
Auge ſei. Franzöſiſcherſeits könne man hierauf antworten,
Frankreich gar nicht aufrüſte, abgeſehen vielleicht von ſeiner
eitmacht zu Waſſer. Aber in dieſer Frage erwarte man augen=
klich
aus Rom eine Antwort auf einen neuen franzö=
chen
Vorſchlag, nach dem beide Länder ihre
uten bis 1936 auf den Durchſchnitt der letzten
un Jahre herabſetzen ſollten. Italien habe
e Organiſierung ſeines Heeres beendet und
ch in der Grenzverteidigung einen Vorſprung
r Frankreich. Seine Macht ſei unbedingt ver=
rkt
, wenn Frankreich zwiſchen dem vergange=
n
Heeresſyſtem und dem neuen in der Schwebe
eibe. In der Flottenfrage habe Italien durch
s italieniſch=franzöſiſche Abkommen, das die
ottenferien für ein Jahr ausgeſprochen habe,
nen Vorſprung gewonnen. Franzöſiſcher=
its
wünſche man aber nicht, daß ſich dieſes Ex=
riment
auch bei der Landmacht wiederhole.
andi müſſe ſich darüber klar ſein, daß ſeine
orſchläge keinerlei Ausſicht hätten, von Frank=
ich
angenommen zu werden. Das Journal ſtellt feſt,
3 Grandi eine Ausdehnung der internationalen Solidarität

auch auf die Sowjetunion wünſche. Seine Ausführungen ſeien
jedoch mehr auf den Perſönlichkeitserfolg abgeſtellt geweſen. Be=
merkenswert
ſei die enge Anlehnung an Amerika und die anderen
angelſächſiſchen Länder. Der Petit Pariſien betont, daß der
italieniſche Außenminiſter in erſter Linie ſeine
Solidarität mit England habe bezeugen wollen.
Das Ouevre glaubt nicht, daß Italien die Vorſchläge Grandis
in Form einer offiziellen Denkſchrift dem Völkerbund unterbreiten
werde. Der italieniſche Außenminiſter werde ſich damit begnügen,
ſeine Theſe in einer Rede dargelegt zu haben.
Die Generglausſprache in Genſ.
Guakemala verzichkek auf den Raksſik.
Genf, 9. September.
Die Vollverſammlung des Völkerbundes ſetzte am Mittwoch
die Generalausſprache fort. In den Kreiſen des Präſidiums
zeigt ſich das Beſtreben, die diesjährige Vollverſammlung im
Hinblick auf die Weltkrife ſo kurz wie möglich zu halten und die
Tagung bereits bis zum 26. September zum Abſchluß zu brin=
gen
. Entgegen den Gepflogenheiten, beginnt bereits am heutigen
dritten Tag die Arbeit der Ausſchüſſe.
In der Generalausſprache verlangt der Vertreter der indi=
ſchen
Regierung, Midder, daß der Völkerbund weit mehr als
bisher ſein Intereſſe den indiſchen Fragen widme. Der japa=
niſche
Botſchafter Yoſhiſawa betont die Bereitwilligkeit ſeiner
Regierung, mit allen Kräften an dem Erfolg der bevorſtehenden
Abrüſtungskonferenz mitzuwirken. Japan habe die von den
Konferenzen in Waſhington, Genf und London getroffenen Ver=
pflichtungen
zur Herabſetzung der Seerüſtung lohal ausgeführi.
Desgleichen habe Japan ſeine militäriſchen Streitkräfte zu Lande
auf 65 v. H. der Vorkriegszeit herabgeſetzt. Es lege aber ent=
ſcheidenden
Wert darauf, daß insbeſondere die Nachbarmächte
Japans in gleicher Weiſe zu einer Herabſetzung der Rüſtungen
wie Japan ſelbſt ſchritten.
Die Regierung von Guatemala hat nunmehr offiziell den
bereits ſeit längerer Zeit erwarteten Schritt unternommen und
dem Generalſekretär des Völkerbundes mitgeteilt, daß ſie auf
ihren Ratsſitz aus finanziellen Gründen verzichten müſſe.
Der Vertreter Kanadas, Hugh Githrie, vertrat den angel=
ſächſiſchen
Standpunkt in der Abrüſtungsfrage und unterſtrich,
daß die internationalen Verträge der letzten Jahre vom
Locarnoabkommen bis zum Kelloggpakt die notwendigen Garan=
tien
für die Sicherheit geſchaffen hätten, ſo daß jetzt der ent=
ſcheidende
Schritt für die allgemeine Abrüſtung getan werden
könne. Er machte dann einen formellen Vorbehalt hinſichtlich
der Stellung Kanadas zum Europausſchuß.
Der rumäniſche Vertreter Gikha meinte, die bisherigen
internationalen Abkommen böten noch keineswegs eine ge=
nügende
Garantie für die Sicherheit. Zweifellos müßten jetzt
Bemühungen für eine Herabſetzung der Rüſtungen vorgenommen
werden.
Die Generalausſprache wurde damit für Mittwoch abge=
ſchloſſen
. Die großen Ausſchüſſe beginnen am Nachmittag ihre
Arbeiten.
Die nordiſchen Skaalen wollen den ikalieniſchen Vor=
ſchlag
im Abrüſtungsausſchuß zur Sprache bringen.
In den Kreiſen der italieniſchen Abordnung wird zu dem am
Dienstag von Grandi in der Vollverſammlung gemachten Vor=
ſchlag
auf zeitweilige Ausſetzung der Rüſtungen bis zum Ab=
ſchluß
der Abrüſtungskonferenz der Standprnkt vertreten, daß
zunächſt die Aufnahme dieſes Vorſchlages bei den übrigen Re=
gierungen
, insbeſondere den europäiſchen Großmächten abgewar=
tet
werden müſſe. Man beabſichtige vorläufig noch nicht, mit
einem praktiſchen Vorſchlag hervorzutreten. Für die weitere Be=
handlung
dieſes Planes wird, wie erklärt wird, die Stellung=
nahme
entſcheidend ſein, die die Außenminiſter von Deutſchlanv
und Frankreich ſowie der Vertreter der engliſchen Regierung
einnehmen werden. Es verlautet jedoch, daß die drei ſkandi=
naviſchen
Staaten, Schweden, Norwegen und Dänemark, die Ab=
ſicht
haben, den italieniſchen Vorſchlag aufzunehmen und im

Abrüſtungsausſchuß der Völkerbunosverſammlung zur Sprache
zu bringen.
Die Generaldebatte in der Vollverſammlung des Völker=
bunds
wird am Donnerstag vormittag fortgeſetzt. Nach den bis=
herigen
Dispoſitionen ſoll am Donnerstag Lord Robert Ceeil,
am Freitag Briand und am Samstag Dr. Curtius ſprechen.
Kelloggpakt und Völkerbundspakk.
Die großen Ausſchüſſe der Vollverſammlung des Völkerbun=
des
mit Ausnahme des Abrüſtungsausſchuſſes, haben Mittwoch
nachmittag ihre Arbeiten aufgenommen. In den Eröffnungs=
ſitzungen
wurden nur formale Fragen, wie die Wahl der Vize=
präſidenten
ſowie die Feſtſetzung der Geſchäftsordnung und des
Arbeitsprogramms behandelt. Der Ausſchuß für Rechtsfragen
behandelt die Frage der Angleichung des Völkerbundspaktes an
den Kelloggpakt. Die in dieſer Frage noch beſtehenden großen
politiſchen Schwierigkeiten traten in unverminderter Form ſcharf
zutage. Die überwältigende Mehrheit des Ausſchuſſes ſprach ſich
für Vertagung der Ausſprache aus. Die Angleichung des Völker=
bundspaktes
an den Kelloggpakt wird in den weiteren Verhand=
lungen
des Ausſchuſſes jedoch eine große Rolle einnehmen.
Der Ausſchuß für politiſche Fragen, der auch für die Minder=
heitenfragen
zuſtändig iſt, hat die Protokolle des Europaausſchuſ=
ſes
zu prüfen. Ferner befaßte er ſich mit der Mandatsfrage und
der Bekämpfung der Sklaverei. Den Verhandlungen des Aus=
ſchuſſes
für Haushalts= und Finanzfragen des Völkerbundes, der
auch tagte, kommt diesmal beſonderes Intereſſe zu, da der Haus=
halt
des Völkerbundes infolge des Ausbleibens der Mitglieds=
beiträge
einiger Staaten einen Fehlbetrag aufweiſt und in der
Verſammlung von verſchiedenen Seiten die Forderung auf eine
weſentliche Herabſetzung der außerordentlich hohen Ausgaben
des Völkerbundes ſowie die Herabſetzung der Gehälter der hohen
Beamten des Sekretariates gefordert worden iſt. Der Haushalt
des Völkerbundes umfaßt insgeſamt 20 Millionen Reichsmark
und iſt um einige Millionen höher als im Vorjahre.

*

Am Carkins.

Die Skellung des Reichsaußenminiſters erſchütkerk.
Das politiſche Tagesgeſpräch in Berlin iſt genährt durch
die Fraktionsſitzungen am Montag und Dienstag die Stellung
des Reichsaußenminiſters Curtius, die parlamentariſch geſehen,
außerordentlich erſchüttert iſt und dadurch noch mehr geſchwächt
wird, daß von Frankreich her nicht das geringſte geſchieht, um
durch Entgegenkommen auf anderen Gebieten ſeine Lage zu er=
leichtern
. Gewiß wäre es wünſchenswert geweſen, den ganzen
Streit zurückzuſtellen, bis die Genfer Tagung beendet und der
Außenminiſter nach Berlin zurückgekehrt iſt, um ſeine Sache ſelbſt
durchfechten zu können. Aber es muß auch geſagt werden, daß die
Regierung durch die Art, wie ſie den Genfer Rückzug vorbereitet
oder beſſer, nicht vorbereitet hat, eine ſolche Zurückhaltung außer=
ordentlich
erſchwerte. So iſt die öffentliche Auseinanderſetzung
vermutlich nicht mehr aufzuhalten, obwohl dadurch die politiſche
Bewegungsfreiheit des Miniſters in Genf nicht erleichtert wird.
Der Verſuch der Regierung, den Fall Curtius, zunächſt
wenigſtens aus der Welt zu ſchaffen, iſt ebenfalls mißlungen. Der
Streit geht weiter und wird auch weitergehen, ſelbſt wenn der
Kanzler daran feſthält, daß er die weitere Entwicklung ab=
warten
und vor der Rückkehr des Außenminiſters nichts unter=
nehmen
will. Aber die Meinungen, die aus der Umgebung des
Kanzlers kommen, lauten widerſprechend. Dr. Brüning hat ur=
ſprünglich
mit allem Nachdruck erklärt, daß er mit dem Außen=
miniſter
ſolidariſch wäre, hat aber inzwiſchen doch andeuten laſſen,
daß er gegen die Form, wie Dr. Curtius den Rückzug begründete,
ſtarke Vorbehalte habe. Man wird wahrſcheinlich dieſe Auffaſſun=
gen
dahin zuſammenfaſſen können wie das bei uns geſtern ſchon
geſchehen iſt , daß er von ſich aus nichts unternehmen will. Er
wird es dem Außenminiſter überlaſſen, ob er den Kampf um ſeine
Stellung durchfechten will. Dabei wird ſich der Miniſter aller=
dings
darüber klar ſein müſſen, daß er ſehr wenig Freunde hinter
ſich hat, und dieſe werden ihm ſicherlich raten, vor der ſicheren
Annahme eines Mißtrauensvotums im Reichstag ſein Rücktritts=
geſuch
einzureichen. Die volksparteiliche Fraktion hat auf eine
Beſchlußfaſſung verzichtet und ihren Vorſitzenden Dingeldey beauf=
tragt
, dem Kanzler über die Sitzung Bericht zu erſtatten.
Mit dem Rücktritt vom Poſten des Außenminiſters iſt aber
noch nicht geſagt, daß Dr. Curtius aus dem Kabinett ausſcheiden
würde. Im Gegenteil. Der Kanzler würde ſich in dem Fall ver=
mutlich
darum bemühen, ſich die Mitarbeit von Dr. Curtius wei=
terhin
zu ſichern, und ihm entweder das Wirtſchaftsminiſterium
das Dr. Curtius bereits früher geleitet hat oder das eben=
falls
verwaiſte Juſtizminiſterium anbieten. Was dann mit dem
Außenminiſterium würde, ob der Kanzler die Leitung der
Außenpolitik ſelbſt in die Hand nimmt oder ſich einen Mitar=
beiter
aus den Reihen unſerer Diplomaten ſucht, ſind vorläufig
noch Fragen, die keineswegs ſpruchreif ſind und die man zurück=
ſtellen
muß, bis Dr. Curtius wieder in Berlin iſt.

Heſſiſches Landeskheaker.
* Großes Haus. Mittwoch, den 9. September.
Die Macht des Schickſals.
Oper von G. Verdi, Text nach Piave von Werfel.
Mit der Wahl dieſes Stückes iſt ein guter Griff getan. Ein
eiſterliches Werk aus intereſſanter Schaffenszeit Verdis, voll
ematiſcher und melodiſcher Erfindungskraft, feuriger Leiden=
aft
und klanglichem Wohllaut.
Es kam als ein Auftrag der Petersburger italieniſchen Oper
rt mit dem Text von Piave, dem Troubadourtextdichter, 1862
ne Erfolg heraus, erfuhr 1869 eine Umarbeitung durch Ghis=
nzoni
, dem Aidatextdichter, und ſtand ſeitdem faſt ununter=
öchen
auf den Spielplänen Italiens. Die Werfelſche Bear=
itung
ich glaube von 1927 die nicht einmal gut iſt, gab
r die deutſchen Bühnen Anſtoß zur Aufnahme. Und in der Tat,
eſe Oper iſt mehr als andere Ausgrabungen erneuter Beachtung
ert.
Sie ſteht zeitlich zwiſchen Maskenball und Don Carlos und
ſtiliſtiſch ebenſo wie dieſe und der etwas früheren Boccanegra.
n Zwiſchenwerk zwiſchen der erſten Meiſterzeit (Rigoletto, Trou=
idour
, Traviata) und der Spätzeit (Aida, Othello, Falſtaff).
ber ſie ſcheint mir die reifſte von den vier genannten zu ſein.
Herrliche Arien, raſſige Duette, geiſtreiche Enſembles, ohne
nkläge an früher Geſchaffenes alles mit unfehlbarem Bühnen=
fühl
geſchrieben und auf die Wirkung menſchlicher Stimmen auf=
baut
. Ausnahmsweiſe bei Verdi leitet die Handlung nicht ein
irzes Vorſpiel ein, ſondern es ſteht eine richtige Ouvertüre am
nfang, die, thematiſch etwas auseinanderfallend, zum Ganzen
ar loſe Beziehungen har. Man ſpielt ſie daher auch zuweilen
or dem zweiten Akt, den ſie gut vermittelt, wodurch der erſte
kt alsdann zum Vorſpiel wird eine Löſung, die dem Drama
ach deutſchem Empfinden zweifellos zugut kommt.
Der etwas verworrene Text des kraſſen Stoffes handelt an=
ingend
an den Troubadour von zwei jugendlichen Rivalen,
ke beide dieſelbe Jungfrau lieben; der eine als Geliebter, der
ndere als Bruder. Der Schuß, der den alten Vater durch die
om entdeckten Liebhaber weggeworfene Waffe unvermutet tötet,
1ßt Alvaro unſchuldig ſchuldig werden. Adelspflicht und Raſſe=
Dlz treibt den Bruder Carlos gegen den Meſtizen, der den Vater
Eſchoß und die Schweſter entehrte, zu Haß und Rache. Da=
Diſchen ſteht wieder eine Leonore, das Verdiſche weiche leidende
Leib, die ſchwankend zwiſchen Vater, Bruder und Geliebten zu=
runde
geht. Einzeln durchſchweifen die drei die Welt. Leonore
licht Frieden im Kloſter. Die beiden Rivalen treffen ſich im

Krieg. Gegenſeitig ſich rettend, werden ſie Freunde, bis ſie ſich
endlich erkennen. Nach wiederholtem Zweikampf fällt Carlos.
Leonore ſtirbt in den Armen Alvaros. Szenen von der Straße,
aus dem Kloſterleben, aus der ſpaniſch=italieniſchen Soldateska
bringen romanhaft wechſelnde ſtarkfarbige Bilder.
Unſere Aufführung iſt ſehr gut, ſorgſam einſtudiert und um=
ſichtig
geleitet von C. M. Zwißler, der mit dieſer Arbeit Ehre
einlegt. Nur mit der Wahl der Zeitmaße kann ich vielfach nicht
einverſtanden ſein. Wir haben für die 5 Hauptrollen bevorzugte
Vertreter, ſtimmlich hochbegabt und im Belcanto=Stil erfahren.
Es iſt ein Genuß für muſikaliſche Ohren, ſie zu hören.
Mit voller Hingabe, leidenſchaftlich verinnerlicht, mit dem
Schmelz ihrer ſchönen Stimme, vielen geſanglichen Feinheiten und
groß in der Auffaſſung ſingt Anita Mitrovic die dankbare
Leonorenpartie. Die beiden Rivalen, gegenſätzlich ſcharf geſchie=
den
in Erſcheinung und Stimmklang, werden, prächtig ins Zeug
gehend, von den Herren Allmeroth und Draht ausgezeich=
net
gegeben. Theo Herrmann, findet im Pater Guardian
eine Aufgabe, die er wundervoll erfüllt. Dem Marcheſe und dem
Alkaden leihen die Herren Heydorn und Ritzhaupt ihre
ſchönen Bäſſe, der letztere vorteilhaft ſich damit einführend. In
Epiſodenrollen bewährten ſich Heinrich Kuhn, Regina
Harre, Eugen Vogt und Maria Kienzl. Die Chöre,
z. T. durch Akademieſchüler verſtärkt, kommen wirkſam zur Gel=
tung
. Das Bravourſtück, der Rataplan=Chor (a capella) wurde
virtuos gebracht. Bravo Herr Kaſelitz!
Die Inſzenierung der Herren Rabenalt und Reinking
iſt ſachlich und einfach, aber völlig ſtimmungsarm. In ihrer ſpar=
ſamen
Korrektheit oder in ihrer nackten Wahrheit ſtehen dieſe ver=
nünftigen
, meiſt hellbelichteten Bühnenbilder kühl und fremd
hinter dem glühenden Atem einer ſeelenergreifenden Muſik. Der
Regie ſind gute Einfälle zum dramatiſchen Aufbau der Enſembles
und zur Deutlichmachung der Handlung nachzurühmen. Manche
in der Partitur enthaltene Angaben zur Steigerung der ſzeniſchen
Wirkung ſind freilich unbenutzt geblieben.
Die herrliche Oper, von der Jeder unermeßliche Melodien
und große Eindrücke mit nach Hauſe nahm, hatte einen wohlver=
F.H.
dienten, ſtarken Erfolg.

Münchener Brief.

Trotzdem die bayeriſchen Gebirgsorte infolge der bekannten
Ausreiſeerſchwerungen ſtark beſucht waren, hatte die Landeshaupt=
ſtadt
einen ſchwächeren Fremdenverkehr denn je zu verzeichnen.
Der Zwang zur Sparſamkeit wirkte ſich diesmal auch auf die
Münchener Feſtſpiele aus. Die künſtleriſche Qualität der Auf=
führungen
ſtand dagegen auf gewohnter Höhe, bedingt durch den
Reichtum an herrlichen Stimmen, über den die Bayeriſche Staats=

oper gegenwärtig gebietet. In kluger Vorausſicht hatte die In=
tendanz
einige Prominente und Amerikafahrer, deren Geſang
den Glanz der Jugend eingebüßt, rechtzeitig abgebaut. In der
ſtimmgewaltigen Sabine Offermann (Kundry, Ortrud)
und dem von Köln ſtammenden neuen Baſſiſten L. Weber
(Hagen) wurde ein vollgültiger Erſatz gefunden. Daneben wirk=
ten
die einheimiſchen hervorragenden Kräfte, wie P. Bender
(Gurnemanz. Ochs von Lerchenau), Rehkempner (Don Gio=
vanni
), Fritz Kraus (Walter von Stolzing und Parſival),
H. Niſſen und W. Rohde (Hans Sachs) und die glänzende
Altiſtin Luiſe Willer an erſter Stelle. Eine ſchwache Seite
der Münchener Mozart=Aufführungen, im Vergleich zu den Kon=
kurrenzveranſtaltungen
in Salzburg, bildet die Stabführung. So
vortrefflich H. Knappersbuſch die pathetiſche Art Richard
Wagners meiſtert, ſo wenig liegt ihm die leichtbeſchwingte Muſik
Mozarts. Beſonders in der Schwere wie K. dte Rezitative be=
gleitet
, offenbart ſich der gewaltige Unterſchied ſeiner Auffaſſung
gegen das ſüddeutſche warme Empfinden der Mozartinterpreti=
tion
von R. Strauß und F. Mottl.
Die Shakeſpeare= und Schillerzyklen (von Hebbels Nibelun=
gen
vor gähnend leeren Häuſern ganz zu ſchweigen) litten infolge
überhöhter Eintrittspreiſe, beſonders bei Beginn, an geringer Be=
teiligung
des Publikums. Die Qualität der Aufführungen hätte
wirklich ein beſſeres Los verdient. Erſt durch das Auftreten pro=
minenter
Gäſte bekamen die Vorſtellungen, auch rein äußerlich,
feſtſpielmäßigen Charakter.
Die Leitung unſeres ſtaatlichen Schauſpiels, die bis jetzt bei
Annahme von Uraufführungen uſw. eine wenig glückliche Hand
aufwies, machte auch diesmal mit L. Thomas dramatiſierten
Wittiber von H. E Schopper einen Fehlgriff. Der enge
Anſchluß an Thomas Meiſterroman und die Uebernahme von
Dialogſtellen konnten dieſer Bauerntragödie nicht die urwüchſige
Kraft des großen Epikers L. Thoma verleihen und ſo erzielte
das neue Wittiber trotz lebendiger Darſtellung bei dem Münche=
ner
Publikum nur matten Erfolg.
Hal Siegfried wirklich gelebk?
Ein deutſcher Forſcher will ſein Grab ſinden.
Der Berliner Schriftſteller Oskar Kreſſer, der ſich ſeit vie=
len
Jahren faſt ausſchließlich mit der Unterſuchung der Grundlagen
der Siegfriedſage beſchäftigt, hat jetzt in Worms feſtgeſtellt, daß
Siegfried und ebenſo ſeine Schwiegermutter Urte nur auf der ehe=
mals
vorhanden geweſenen kleinen Inſel begraben liegen kön=
nen
, die von der Weſchnitz, einem Nebenflüßchen des Rheins bei
Worms, gebildet wird. Auf dieſem Eiland ſtand vor anderthalb
Jahrtauſenden das ſpäter auf einen Berg verlegte, von Urten,
der Königinwitwe von Burgund, gegründete Kloſter Lorſch. In
der Nähe der noch vorhandenen Grundmauern der Reſte des
Kloſters werden nunmehr umfangreiche Grabungen vorgenom=
men
werden, um evtl. Spuren der beiden Gräber zu finden.

[ ][  ][ ]

Seite 4

Heſſiſche Polikik.
Aus dem Heſſiſchen Landkag.
Im Landtag ſind einige neue Vorlagen und Anträge ein=
gegangen
. Von Intereſſe iſt eine Regierungsvorlage, in der der
Finanzminiſter entſprechend einem früheren Erſuchen des
Landtags ein Verzeichnis der Stellen vorlegt, die durch An=
geſtellte
anſtatt durch Beamte verſehen werden
können. Der Finanzminiſter erſucht gleichzeitig um die Ermäch=
tigung
, die Stellen durch Angeſtellte auf Privatdienſtvertrag ver=
ſehen
zu laſſen unter freier Vereinbarung der Be=
zahlung
, wobei auch über die planmäßigen Bezüge eines Be=
amten
hinausgegangen werden kann.
Die Kommuniſten proteſtieren gegen den Lohnabbau der
Putzfrauen in den ſtaatlichen Betrieben. Zur Linderung der
Unwetterſchäden, fordern ſie Bereitſtellung von 2 Mill.
RM., Steuererlaß, Bereitſtellung von Saatgut und Düngemitteln
ſowie Schutzmaßnahmen gegen neue Hochwaſſerſchäden. Gleich=
zeitig
beantragen ſie die ſofortige Einberufung des
Landtages. Von der ſozialdemokratiſchen Fraktion wird
eine neue Beſoldungsvorlage gefordert mit einer we=
ſentlichen
Herabſetzung der hohen Gehälter und einer zwingenden
Herabſetzung der in den Gemeinden gezahlten Gehälter, ſoweit ſie
über die Gehälter der vergleichbaren Staatsbeamten hinausgehen.
Der Landbund fordert Einwirkung auf die öffentlichen Spar=
kaſſen
, daß bei Zwangsvollſtreckungen auf die Notlage
der Bauern und Gewerbetreibenden gebührend Rückſicht genom=
men
wird. Weiter ſoll die Landesbank bei ihren Zinsberechnun=
gen
auf den gemeinnützigen Charakter der Feldbereinigung Rück=
ſicht
nehmen, denn Zinsſätze von 12½ Prozent könne die Land=
wirtſchaft
unmöglich tragen. Abg. Dr. Werner (Nat.=Soz.) ver=
langt
eine gründliche Prüfung der Verhältniſſe, wie ſie durch den
Schenker=Vertrag in Heſſen entſtehen würden, und Be=
handlung
der Angelegenheit im Reichsrat.
Der Kampf um die deutſche Apokheke.
WK. Würzburg, 9. September.
Die Auseinanderſetzung um die deutſche Apotheke iſt in ein
akutes Stadium getreten. In der bevorſtehenden Geſetzgebung
machen ſich Momente geltend, die das bisherige Fundament des
freiverkäuflichen und vererblichen Apothekenbeſitzes zu lockern

Donnerstag, den 10. September 1931

und damit eine Umwandlung der bisherigen Rechte und Voraus=
ſetzungen
des geſamten Apothekerſtandes vorzunehmen ſuchen:
ein in Vorbereitung befinolicher Entwurf eines Reichsapotheken=
geſetzes
enthält als weſentlichſten Punkt die Einführung der
unveräußerlichen und unvererblichen Perſonalkonzeſſion.
Der Deutſche Apotheker=Verein, der von den 6800
deutſchen Apotheken 6 600 als Mitglieder umfaßt, hat geſtern in
Würzburg durch ſeine 57. ordentliche Hauptverſammlung dazu
Stellung genommen. Der erſte Verhandlungstag war mit der
zum Teil ſehr erregten Auseinanderſetzung darüber ausgefüllt.
Die Verhandlungen wurden von dem Vorſitzenden Dr. H.
Salzmann, Berlin, mit einer ſehr ernſten Begrüßungsan=
ſprache
, die die entſcheidende Bedeutung der Tagung für den ge=
ſamten
Apothekerſtand hervorhob, eingeleitet. Als Vertreter des
Reichsminiſters des Innern war Miniſterialrat Dr. Kahler
erſchienen.
Der Deutſche Apotheker=Verein hatte gemeinſam mit der
Angeſtelltenſchaft Grundſätze für eine Stellungnahme
aufgeſtellt und damit eine Einigung des geſamten Stan=
des
zum Reichsapothekengeſetzes gebildet. Berichterſtatter war
Medizinalrat G. Sparrer=Nürnberg:
Die Apotheken ſind nicht einfach in die Gewerbeordnung mit
hineinzubeziehen, da ſie nicht ein Gewerbe= und Warenbetrieb
im gewöhnlichen Sinne ſind. Das neue Geſetz ſelber ſieht eine
Gewerbeberechtigung für die Apotheke vor. Es müſſe jedoch für
die freie Uebertragbarkeit der vor dem Jahre 1894 errichteten
Apotheken eine Sicherheit geſchaffen werden, wonach ſie während
einer ausreichenden Uebergangszeit vererbt oder mit Präſen=
tation
des Nachfolgers verkauft werden dürfen. Dieſe Ueber=
gangszeit
ſoll die Sicherſtellung der hypothekariſchen Verpflich=
tungen
ermöglichen und die Durchführung der Alters= und In=
validenverſorgung
gewährleiſten. Ebenſo müſſe die in dem neuen
Geſetz angeſtrebte Perſonalkonzeſſion dahin ausgebaut werden,
daß über die Errichtung und Vergebung von Apotheken im
öffentlich=rechtlichen Verfahren entſchieden wird, das bisherige
Witwenrecht zur Fortführung der Apotheke geachtet wird, die
Kinder des Inhabers bei einer Weitervergebung möglichſt be=
rückſichtigt
werden, den Erben in allen Fällen eine Abfindung
gewährt und überhaupt eine allgemeine Alters= und Hinter=
bliebenenverſorgung
des geſamten Apothekerſtandes geſchaffen
wird.
Die Verſammlung billigte die Grundſätze und beauftragie
den Vorſtand, ſich mit allen Mitteln dafür einzuſetzen, daß das
kommende Reichsapothekengeſetz Vermögenszerſtörungen ver=
meidet
, vielmehr die wiſſenſchaftliche und wirtſchaftliche Zukunft
der deutſchen Apotheke und damit eine zuverläſſige Arzneiver=
ſorgung
zum Beſten der Volksgeſundheit ſicherſtellt.

Nummer

Die Notmaßnahmen der Regierung zum Ausgleie
Staatshaushalts werden, wie man bereits erwartet hatt.
auf dem gewöhnlichen Weg, ſondern auf Grund von
rungserlaſſen in Kraft geſetzt werden. Ein Regierungse
der der Konzentrations=Regierung die Ermächtigung bie
teilt, wurde in der heutigen Sitzung des Unterhaufe
Miniſterpräſidenten Maedonald eingebracht. Die zweite
dieſes verfaſſungsändernden Geſetzentwurfes ſoll am kom
Freitag vorgenommen werden.
Von dem konſervativen Parteiführer Baldwin mu
weiteren Sitzungsverlauf ein Antrag eingebracht, der die
rung ermächtigen ſoll, im Jutereſſe einer beſchleunigten
beratung ihrer eigenen Geſetzentwürfe die Einbringung
ſatz= und ſonſtigen Anträgen von Seiten einzelner Und
Mitglieder abzulehnen. Weiter fordert der Antrag B.
die Annahme ſämtlicher von Snowden in ſeinem neuen
einzubringenden Finanzmaßnahmen bis morgen mitter
Die Zuſtimmung des Unterhauſes zu dieſen weittr
Maßnahmen innerhalb ſo kurzer Zeit iſt deshalb nor
weil die neuen Steuererhöhungen bereits am Freita
Woche in Kraft treten ſollen.
Die Notmaßnahmen zur Finanz=Sanierung werden
Einzelheiten am Donnerstag nachmittag von Scha
Snowden in ſeiner Budget=Rede offiziell bekanntgegeben
In politiſchen Kreiſen gibt man ſich inzwiſchen den
fachſten Vermutungen über die Lebensdauer der Regier
den Zeitpunkt von Neuwahlen hin. Optimiſten verl
Neuwahlen bereits in den Oktober; vorſichtigere Poli
trachten dagegen den November als den wahrſcheinliche
monat.

Der engliſche Gewerkſchaftskongreß einſin
für die Reviſion des Berſailler Verkrage

Der Gewerkſchaftskongreß in Briſtol nahm am Dien
ſtimmig eine Entſchließung an, die ſich mit der Notwendi
Reviſion des Verſailler Vertrages befaßte. Hald erklärte
Auswirkungen des Verſailler Vertrages die Beziehungen
den Ländern Europas nicht verbeſſert hätten. Dies kör
ſolange nicht eintreten, bis die anderen Länder voll a
hätten, daß Deutſchland nicht die alleinige Schuld am Kr.
gebürdet werden dürfte. Eine Abrüſtung ſei unmöglich
Deutſchland mit Gewalt niedergehalten und geknebelt we
Präſident des Kongreſſes bemerkte hierzu, daß dies
ſtimmige Auffaſſung der Verſammlung ſei.

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[ ][  ][ ]

Donnerstag, den 10. September 1931

Seite 5

Nw er 251

Zur
gef

Darmſtadt, den 10. September 1931.
ugung der Deutſchen Landwirkſchafls=
in
Darmſtadk (13.18. Sepkember).

mz ei den Wanderausſtellungen, ſo ſpielt auch bei der
erbſtr.1 ig die Rindviehzucht einſchließlich der Milchwirtſchaft
ne er iche Rolle. Am Mittwoch, den 16. September,
arm ags 11 Uhr, kommen im Fürſtenſaal in der
fentl 5. Verſammlung der Rinderzucht=Abteilung Vorträge zu
ehör, ſich mit dem Vogelsberger Vieh und der deutſchen Fleck=
ehzush
ſefaſſen. Redner ſind: Prof. Dr. Krämer=Gießen
ichtdirektor Herold=Paſſau. Am Nachmittag 2.30
m Städt. Saalbau die Verſammlung der Futter=
Beſonderes Intereſſe verdient der Vortrag von Tier=
r
Gaede=Stettin über das Thema. Wie können die
tehy koſten unter den derzeitigen Verhältniſſen herabgedrückt
indviehzucht möglichſt rentabel geſtaltet werden. In
n Verſammlung ſpricht Dr. Kummer=Berlin über
rts verwertung unter beſonderer Berückſichtigung mittel=
im
äuerlicher Verhältniſſe‟ Am Donnerstag, den
ember, vorm. 10 Uhr und nachm. 2 Uhr, in
inigten Geſellſchaft empfehlen ſich für den
ichter noch die Vorträge in der gemeinſamen Beſpre=
deutſchen
Geſellſchaft für Züchtungskunde und der all=
ſimm
Tierzucht=Abteilung. Es ſprechen über Deutſchlands
/erzucht mit beſonderer Berückſichtigung der wirtſchaft=
hältniſſe‟
Dr. Nicklas=München. In einem inter=
chtbild
=Vortrag wird Geheimrat Prof. Dr. Heck=Ber=
ESck geben in die wilden verwandten Arten und fremd=
Raſſen unſerer Haustiere. Profeſſor Dr. Ernſt= Mün=
t
über Tagesfragen aus dem Gebiet der Aufzucht=
Ein beſonderes Eintrittsgeld zu dieſen Veran=
urm
wird nicht erhoben.
ſchaftliche Veranſtaltungen während der Herbſttagung
der deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft.
llen Zweigen der Landwirtſchaft, ſo läßt die DLG. auch
lEchen Hauswirtſchaft ihre Fürſorge zuteil werden. Am
emrg, den 15. September vorm. 10 Uhr, findet
ſm elbräuſaal eine öffentliche Verſammlung des Sonder=
der
Geſellſchaft zur Hauswirtſchaft ſtatt, in welcher
Koch=Kiel das Thema Zweckmäßige Ernährung aus
ceigenen Mitteln und Frau Dr. von Strantz=
litz
das Thema Zeitgemäße Umſtellung der Haushalts=
um
behandeln werden. Außerdem wird der neue Pomm=
Wie ſich die Bauersfrau die Arbeit erleichtern kann
rden.
ießend veranſtalten die ſtädtiſchen und landwirtſchaft=
sfrauenvereine
nachmittags 3 Uhr im Fürſten=
e
beſondere Tagung. Hierbei ſpricht Frau Lena
r. Vorſitzende des Hausfrauenbundes Worms, über
a Forderungen der Stadtfrau an die landwirtſchaft=
euger
. In einem weiteren Vortrage behandelt Frau
dow, Präſidentin des Reichsverbandes der landwirt=
. Hausfrauenvereine, die Frage Was die Landfrau der
*. zu bieten hat.
A Landfrauen, insbeſondere die Mitglieder der heſſiſchen
din haftlichen Hausfrauenvereine, ſind zu dieſen Veranſtal=
3 rzlichſt eingeladen.
ber den Beethovenchor von Ludwigshafen, der am näch=
O tag in der Stadtkirche zwei Meiſterwerke Arnold Men=
aufführen
wird, urteilte bei ſeinem letzten Auftreten
Da tadt die hieſige Preſſe: Der Chor beſteht aus über 200
gen und friſchen Stimmen. Sie ſind ausgezeichnet ge=
gen
klangſchön, weich, ſcheinen muſikaliſch ſo gefördert zu
ſie auch ſchwierigere Werke leicht von Noten ſingen kön=
überaus
ſchwierige Werk (gemeint iſt Mendelsſohns
Meſſe) wurde mit einer Gründlichkeit ſtudiert, daß
ohl die Tatkraft des Leiters, als auch die Begeiſterung
dirkenden bewundern muß, die ſolch ideales Streben in
Bei der rückhaltloſen Anerken=
r
der Kunſt ſtellen.
Bewunderung der Tat des Chors und ſeines Leiters
dar) man nur, daß wir in Darmſtadt keinen vokalen Klang=
ſtpel
ſitzen, der Aehnliches vollbringen könnte.
er Biochemiſche Verein Darmſtadt ladet zu einem Vor=
der
am Freitag abend 8.15 Uhr im Fürſtenſaal ſtatt=
e’s
ſpricht Herr Hoff=Mannheim" über die vielerörterte
ſay Krebs nur durch Operation und Radiumbeſtrahlung ge=

N:den kann, und welche Möglichkeiten vorhanden ſind,
ſehs) f naturgemäße und biologiſche=biochemiſche Weiſe, zu be=
ir
! Bei der ſtarken Verbreitung der Krebskrankheiten iſt es
ſchtl ich über die verſchiedenen Krebsbehandlungsmethoden zu
nte:) ren. Es ſind alle Freunde und Anhänger naturgemäßer
Eux oden zu dieſem Vortrage eingeladen. Näheres im heu=
ger
! zeigenteil.
rpheum. Kommenden Samstag, 12., und Sonn=
.September, finden die zwei erſten Aufführungen
en Arnold= und Bach=Schwankes: Hurra ein
ſtatt. Die Einſtudierung ſteht unter der Spielleitung
ſef Gurk. Die Hauptrolle vertritt Karl Ludwig
und zeigt ſich dieſer dem Publikum als Pappenſtiel
tte und Bubi. Frl. Grete Keßler verabſchiedet ſich
eislig von ihrem Weggang ans Stadttheater Neiſſe. Es gel=
rittspreiſe
von 80 Pfg. an, und ſind Karten in den be=
Vorverkaufsſtellen zu haben. Das Märchenſpiel vom
w en Schneiderlein wird Sonntag, 13. Sep=
mr
, nachm. ½4 Uhr, bei Preiſen von 25 Pfg. an letzt=
iederholt
. (Weitere Mitteilungen folgen.)
armſtädter Künſtler auswärts. Fräulein Annemarie
und Herr Joſef Herrmann, beide aus der Opern=
r
Städt. Akademie für Tonkunſt (Schüler von Profeſſor
hatten bei einer Werbeveranſtaltung des Stettiner
Cheaters große Erfolge. Der Stettiner Anzeiger
Annemarie Kaiſers künſtleriſche und menſchliche Reize

hr. im Publikum einen beifallsfreudigen Verehrerkreis
n. Der Höhepunkt des Abends aber war unſtreitig
drache des Hans Sachs, die der neuverpflichtete Bariton
errmann unter Großmanns Stabführung ganz prachtvoll

o geſtaltete. Dieſer neue Sänger unſeres Opernenſembles
mit ſeiner kultivierten, kraftvollen Stimme und der eben=
dachten
wie erfühlten Art ſeiner Darſtellung höchſte Er=
fen
.
lavier=Abend Guſtav Beck. Es ſei hiermit nochmals beſon=
f
den am Montag, den 14. d. M., abends 8 Uhr, im Klei=
us
des Heſſiſchen Landestheaters ſtattfindenden Klavier=
Hingewieſen. Das intereſſante und vielſeitige Programm
a. das Italieniſche Konzert von Bach, die Mozart=Sonate
die Kinderſzenen von Robert Schumann, verſchiedene
von Chopin, ſowie Werke von d’Albert, Liſzt und Grün=
arten
zu dieſer Veranſtaltung ſind zu zeitgemäßen Preiſen
Kaſſe des Kleinen Hauſes ſowie in der Muſikalienhand=
en
Chriſtian Arnold, am weißen Turm, Telephon 1283, zu

Großes Haus. Stag, 10. Sept. 20. Ende 22.15 Uhr. C 1. Reifeprüfung.
Preiſe 0.909 Mk. rg. 12. Sept. 19½, Ende gegen 22½ Uhr. E 1. Die Macht
des SAickſals. Preiſe 110 Mk. g. 13. Sept. 19, Ende gegen 22 Uhr. A 2. Die verkaufte
Braut. Preiſe 110 Mk.

2. Nanheim am Sonntag, 13. Sept.: Marguerite: 3.

Heſſiſches Landestheater. Heute abend wird das erfolg=
neue
Schauſpiel von Max Dreyer Reifeprüfung in
Eemierenbeſetzung wiederholt. Am Sonntag, den 13. Sep=
findet im Großen Haus die Aufführung von Smetanas
der Oper Die berkaufte Braut in neuer Inſzenie=
Itatt. Muſikaliſche Leitung: Karl Maria Zwißler; Regie;
D Mordo; Bühnenbild: Lothar Schenck von Trapp. Die
Ite Braut gehört zu den beſten Werken der tſchechiſchen
Literatur und iſt als echtes Volksſtück eines der entſcheiden=
Derke der neuen Oper. Die Hauptrollen ſind mit den Damen:
* Jacobs, Liebel, Harre, und den Herren: Sattler, Herr=
Vogt. Lohmann, Notholt und Sieber beſetzt.

Zu den

Zuc

die wir in unſerer Nr. 248 vom 7. September 1931 wiedergaben.
erhalten wir folgende Zuſchrift:
Die Reichspreſſeſtelle der Volksrechtpartei hat der Regierung
eine Denkſchrift unterbreitet, in der ſie eine gerechte, Löſung der
Hauszinsſteuerfrage behandelt.
Die erſte der beiden vorgeſchlagenen Löſungen will die Haus=
zinsſteuer
durch eine Rentenſchuld ablöſen, die ins Grundbuch
eingetragen wird und deren Höhe abhängig iſt von der Höhe
der früheren hypothekariſchen Belaſtung
Der zweite Vorſchlag ſtrebt faſt das gleiche an und hat jeden=
falls
für den Hausbeſitzer, der bezahlen ſoll, die gleiche Wirkung.
Was bei dieſen beiden Reformvorſchlägen überraſchen muß,
iſt, ſoweit aus dieſem knapp gefaßten Artikel hervorgeht, der Um=
ſtand
, daß die Höhe der Rentenſchuld einzig und allein ſich nach
der Höhe der früheren Belaſtung richten ſoll, ohne Rückſicht auf
den Preis, den der jetzige Hausbeſitzer für das betreffende Haus
gezahlt hat?
So gerechtfertigt es auch ſein mag, daß derjenige, der durch
die Erwerbung eines hypothekariſch hoch belaſteten Hauſes durch
die Geldentwertung einen mehr oder weniger großen Nutzen ge=
habt
hat, hierfür eine Entſchuldungsſteuer in irgendeiner Form
zu zahlen verpflichtet wird, ſo ungerechfertigt iſt es aber, wenn
man die Höhe der einzutragenden Renterſchuld allein nur nach der
Höhe der früheren Belaſtung errechnen will.
Soll die Sache gerecht behandelt werden, ſo iſt bei Errechnung
der geplanten Rentenſchuld neben der früheren hypothekariſchen
Belaſtung auch der Kaufpreis in Berückſichtigung zu ziehen, den
der jetzige Hausbeſitzer ſeinerzeit für ſein Haus bezahlt hat. Da=
für
aber iſt bekanntlich wieder der Zeitpunkt maßgebend, an dem
die Transaktion während der Inflationszeit ſtattgefunden hat.
Die beiden nachſtehenden Beiſpiele mögen zur Erklärung
dienen:
1. In einer Großſtadt hat jemand während der Inflation
ein Geſchäftshaus gekauft, das einen Wert von 500 000 Mark hat.
Das Haus war mit 400 000 Mark belaſtet. Er hat 100 000 Mark
gezahlt und die Hypotheken von 400 000 Mark übernommen.
Nachdem die 25 Prozent Aufwertung erfolgt war, wurde ihm alſo
eine Aufwertungshypothek von 100 000 Mark eingetragen. Der
Betreffende hat alſo durch die Wirkung der Inflation an ſeinem
Hauskauf 300 000 Mark reinen Nutzen erzielt, eine Bereicherung,
für die eine rechtliche Begründung wohl ſchwerlich zu finden ſein
dürfte. Daß in einem ſolchen Falle eine angemeſſene Entſchul=
dungsſteuer
am Platze iſt, verſteht ſich von ſelbſt
Wie verhält es ſich aber bei dem zweiten Fall?
Ein in einer Großſtadt anſäſſig geweſener Rentner hat. ver=
anlaßt
durch die allgemeine Flucht aufs Land nach dem Kriegs=
ſchluß
, ſein dortiges Haus verkauft und hat ſich bald danach in
einem Landſtädtchen ein Anweſen wieder gekauft, das mit bei=
ſpielsweiſe
80 Prozent belaſtet war. Das Haus hat einen amtlich
geſchätzten Wert von 20 000 Mark, es war alſo mit 16 000
Mark hypothekariſch belaſtet. Bezahlt hat er jedoch 50 000
Reichsmark, und zwar an dem Tage, an dem die Mark auf

60 Pfennig ſtand. Er hat alſo 1. die Hypothek mit 16 000 Mark
übernommen und noch 34000 Mark hinzubezahlt, was an jenem
Tage, an dem die Mark gleich 60 Pf. ſtand, einer Summe von
20 400 Mark gleichkommt die er nach der übernommenen
Hypothek hinzubezahlt hat. Er hat alſo, wenn man die Aufwer=
tungshypothek
von 25 Prozent hinzurechnet, die in dieſem Falle
4000 Mark ausmacht. 24 400 Mark bezahlt. Der Betref=
fende
hat alſo das Haus effektiv faſt um das Doppelte überzahlt,
oder richtiger geſagt, bei ſeinem Hauskauf einen ſchweren Verluſt
erlitten. Rechnet man noch den Verluſt hinzu, den der Betref=
fende
beim Verkauf ſeines erſten Hauſes in der Großſtadt voraus=
ſichtlich
gehabt hat, ſo iſt es in der Tat unbegreiflich, wie der Spa=
rerbund
dazu gelangen konnte, einen Vorſchlag an die Regierung
zu leiten, der kurzerhand eine Errechnung der Rentenſchuld nur
nach der Höhe der früheren Hypothek fordert und dir Erwerbungs=
koſten
der jetzigen Hausbeſitzer unberückſichtigt läßt.
Es liegen jedoch noch weſentlich kraſſere Fälle vor, bei denen
beiſpielsweiſe ein Kapitalbeſitzer erſt ſein Anweſen Anfang 1919
in der Großſtadt verkaufte, ſodann in einem kleineren Landſtädt=
chen
ein Haus wiedererwarb, dieſes jedoch, weil ſich ſpäter die
Ungeeignetheit herausſtellte, wieder zum Verkauf ſtellen mußte
und ein anderes geeignetes Objekt erwarb. Der Betreffende hat
nachweisbar bei den verſchiedenen Transaktionen, die innerhalb
von vier Wochen getätigt wurden, faſt 100 000 Mark verloren, um
in den Beſitz ſeines jetzigen Wohnhauſes im Werte von 22000
Mark zu gelangen.
Die verſchiedenſten Geſuche, in Anbetracht dieſer Sachlage
eine Ermäßigung der Sondergebäudeſteuer zu erreichen, wurden
ſchließlich vom Herrn Finanzminiſter dahin entſchieden, daß dies
die Privatangelegenheit der Betreffenden ſei und ſeine
ſteuerliche Veranlagung hierdurch nicht berührt würde.
Esiſt aber doch wohl nicht dasſelbe ob ein In=
flationskäufer
beim Erwerb eines Anweſens
Zehntauſende von Mark gewonnen oder ver=
loren
hat.
Wenn die ehemaligen Kapitalbeſitzer in bezug auf eine ge=
rechte
Behandlung in Steuerfragen auch nicht gerade verwöhnt
ſind, ſo würde die vorgeſchlagene Reform der Volksrecht= und
Sparerpartei doch Härten in ſich bergen, die alles auf dieſem
Gebiete bisher erlebte weit in den Schatten ſtellen.
Man wende nicht ein, daß die Feſtſtellung der Werte der ein=
zelnen
Objekte nur ſchwer oder gar nicht feſtzuſtellen, und daß
die Kaufſummen und Belaſtungen nur ſchwer zu ermitteln wären,
und daß dieſe Feſtſtellungen zu viel Arbeit verurſachten
Alle erforderlichen, amtlich feſtgeſtellten Werte und Zahlungs=
nachweiſe
ſind bei den Amtsgerichten in den Grundbüchern uſw.
einwandfrei feſtgelegt und nach Bedarf jederzeit mit Leichtigkeit
zu ermitteln.
Es wäre wünſchenswert, wenn auch von anderer Seite zu die=
ſer
Frage Stellung genommen würde, und zwar mit Nachdruck
und bevor es wieder einmal zu ſpät iſt.

Die Leitung der Volksbank teilt mit:
Trotz größter Anſtrengungen iſt es nicht gelungen, den Status
am Mittwoch fertigzuſtellen. Die endgültigen Ziffern, ſowie die
Vorſchläge und Anträge der Verwaltung nebſt Erläuterung wer=
den
am Freitag morgen an dieſer Stelle bekanntgegeben.
Die Verhandlungen mit den Zentralkreditinſtituten wegen
Bereitſtellung der notwendigen flüſſigen Mittel ſind noch immer
nicht zum Abſchluß gekommen, es ſteht aber zu hoffen, daß am
heutigen Dennerstag eine Entſcheidung erzielt wird".
Am geſtrigen Nachmittag hat eine weitere Beſprechung der
in der Vorverſammlung vom 8. d. M. gewählten Kommiſſion mit
der Volksbankleitung ſtattgefunden.

Wanderabteilung der Leibgardiſten. Am letzten Sonntag
beſuchte die Wanderabteilung der Ortsgruppe früherer Leibgar=
diſten
, Darmſtadt, in Stärke von 50 Teilnehmern das durch höhere
Gewalten in letzter Zeit, ſo ſchwer heimgeſuchte Gerſprenztal.
Die Wanderung ging über Nieder=Kainsbach zunächſt auf den
ſagenumwobenen Schnellerts, der einſtigen Burgfeſte des rauf=
und trinkluſtigen Ritters von Rodenſtein. Lachender Sonnenſchein
lag über Täler und Höhen und gewährte eine reizende Fernſicht.
Nach kurzer Frühſtücksraſt auf Böllſtein gelangte die frohe Wan=
derſchar
, ohne das obligate Naß des Himmels gegen 2 Uhr am
eigentlichen Ziel, ihrer Wanderung, den Vierſtock (Kurhaus
Weber) an. Hier bot nun Kamerad Weber und ſeine treuſorgende
Gattin alles auf, um die Gäſte durch eine vorzügliche Verpflegung
nach jeder Richtung hin zufrieden zu ſtellen, ſo daß man nur eine
Stimme des Lobes hörte. Allen Wanderfreunden ſei deshalb dieſe
traute Gaſtſtätte warm empfohlen. Inzwiſchen hatten ſich die
Kameraden aus der Umgegend, ſoweit es der allmählich ein=
ſetzende
Regen und die Nöte der Zeit zuließen, eingefunden, um
mit den Kameraden aus Darmſtadt einige echt kameradſchaftliche
Stunden zu verleben. Bald entwickelte ſich eine frohe, gehobene
Stimmung, verſchönt und vertieft durch Geſang. Muſik und An=
ſprachen
des 1. und 2. Vorſitzenden und Kamerad Fuchs=Groß=
Bieberau. Wir freuen uns, daß die Sache der Leibgardiſten durch
dieſen Beſuch im Gerſprenztal, nunmehr auch hier feſten Fuß ge=
faßt
hat und hoffen, daß noch weitere Kameraden ſich dem Bunde
anſchließen.
Deutſch=Evangeliſcher Frauenbund (Ortsgruppe Darmſtadt.
Wir erinnern an die Mitgliederverſammlung mit dem Vortrag
von Frl. Grotefend=Marburg über St. Eliſabeth im evangeli=
ſchen
Licht im Heylshof, Weyprechtſtraße 6, Freitag, den 11. Sep=
tember
, nachmittags 4.30 Uhr.

Die Manteldiebſtähle mehren ſich wieder. Nach Eintritt der
kühlen Witterung werden auch ſchon wieder Mäntel, beſonders
aus Kaffeehäuſern, geſtohlen. So wurden am 25. Auguſt 1931 aus
zwei Kaffeehäuſern in der Rheinſtraße von bis jetzt unbekannten
Tätern zwei Mäntel entwendet.
Beſchreibung: Herrenmantel aus blauem Garbadin, ver=
deckte
Knöpfe, ſchräge Innen= und Außentaſchen, mit grauer Seide
vollſtändig gefüttert, an der linken Innentaſche die Firmenbe=
zeichnung
Hettlage‟ Düſſeldorf.
Herrenmantel aus blauem Covercoat, mit zwei ſchwarzen
Knöpfen, Raglanſchnitt, einige Oelflecken auf dem Rücken, auf
der linken Seite ein kleines Loch, durch brennende Zigarette ver=
urſacht
.
Beide Mäntel ſind mit Gürtel gearbeitet, jedoch waren die
Gürtel zur Zeit des Diebſtahls nicht an den Mänteln.
Sachdienliche Mitteilungen werden auf Zimmer 12 des Poli=
zeiamts
, Hügelſtraße 3133, entgegengenommen.
Diebſtahl eines Stockdegens. Am 7. 8. 1931 wurde aus der
Turnhalle in der Soderſtraße ein wertvoller Stockdegen geſtohlen.
Es handelt ſich um ein altes Stück mit runder Krücke, die in einen
ſilbernen Hundekopf mit langen Schlappohren endet. Die Zwinge
iſt aus Silber mit eingeprägtem Hirſchkopf.
Perſonen, die über den Täter und den Verbleib des Degens
Angaben machen können, werden gebeten, auf Zimmer 27 des
Polizeiamts, Hügelſtraße 3133, vorzuſprechen.
Diebſtahl eines Kleinmotors. In der Nacht zum 5. 9. 1931
wurde von noch unbekannten Tätern an einer in der unteren
Rheinſtraße aufgeſtellten Perſonenwaage die Glasſcheibe einge=
drückt
und dann ein elektriſcher Kleinmotor für Gleich= und Wech=
ſelſtrom
geſtohlen. Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß ſich der oder die
Täter beim Eindrücken der Scheibe an den Händen verletzt haben.
Sachdienliche Mitteilungen werden auf Zimmer 12 des Poli=
zeiamts
, Hügelſtraße 3133, entgegengenommen.
Feſtnahmen. Der Reiſende Karl Theodor Geiß. geb am 7. 2
1906 zu Lauſchied, zuletzt in Darmſtadt aufenthältlich, wurde
wegen Zuhälterei feſtgenommen. Er kam in Unterſuchungshaft.
Ein Arbeiter und ein Metzger aus Darmſtadt, ſowie ein Ar=
heiter
aus Worms waren nach Verübung von Fahrraddiebſtählen
flüchtig gegangen und bis nach Oeſterreich gereiſt. Unterwegs
wurden die Fahrräder zu Geld gemacht. Nach ihrer Rückkehr wur=
den
die Genannten feſtgenommen und nach Vernehmung dem zu=
ſtändigen
Richter vorgeführt,

Vorbereilungen zum Dürkheimer Wurſtrarfk 1931.
Die Vorbereitungen zum Dürkheimer Wurſtmarkt am 12.,
13., 14 15., 19. und 20. September ſind bereits in vollem Gange.
Es ſind in dieſem Jahre wieder drei große Weinhallen, drei
Sekt= und Flaſchenweinhallen, zwei Bierhallen und zirka fünfzig
Schubkärchler vertreten. Für Volksbeluſtigungen iſt in beſter
Weiſe geſorgt. An Schauſtellungen und ſonſtigen Unternehmun=
gen
kommen die Berg= und Talbahn, Schwingkreiſel. Elektro=
Selbſtfahrer, luſtige Tonnen, Derby=Pferderennen, ruſſiſche Schau=
kel
. Steilwandfahrer, Hypodrom. Panorama, Lachkabinett, Schiff=
ſchaukel
, Schießſporthallen, Konditoreien, Waffelbäckereien, Kaſperl=
theater
und eine Anzahl kleinerer Unternehmungen. Die Wein=
preiſe
werden gegenüber dem Vorjahre entſprechend den Wein=
markt
= und Zeitverhältniſſen eine Senkung erfahren.
Um die bisherigen Verkehrsmißſtände, die durch die Aufſtel=
lung
von Autos auf den Zufahrtsſtraßen in den Vorjahren regel=
mäßig
entſtanden ſind, abzuſtellen, wurde in der Erwartung,
daß alle Kraftfahrzeuge auf die vorgeſchriebenen Parkplätze gehen
beſchloſſen, die Parkgebühr zu ermäßigen, und zwar wurde ſie
ohne Rückſicht auf die Dauer der Einſtellung für Autos auf
RM. und für Motorräder auf 0.50 RM. feſtgeſetzt. In dieſen
Gebühren iſt Verſicherung mit eingeſchloſſen.
Wie im Vorjahre, dürfen auch in dieſem Jahre wieder nur
einheimiſche Trauben verkauft werden.
*
Zu dem berühmten Wurſtmarkt in dem idylliſchen Städtchen
Bad Dürkheim veranſtaltet die Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G. am
Sonntag und Montag je eine Sonderfahrt zu dem
vielverſprechenden Pfälzer Nationalfeſt. Alle
Volkskreiſe treffen ſich dort, einzig und allein, um Wein zu trin=
ken
. Wurſt zu vertilgen, zum Tanzen, zum Singen und zum Ver=
gnügtſein
. Der Montag iſt hauptſächlich für die Geſchäftsleute
beſtimmt, die am Sonntag nicht abkommen können. Die Rückfahrt
iſt in Dürkheim erſt in den ſpäten Abendſtunden, damit jedermann
auf ſeine Rechnung kommt. Der in den Proſpekten aufgeführte
Preis konnte durch die ſtarke Nachfrage bedeutend ermäßigt wer=
den
. Die Hinfahrt führt über WormsFrankenthal die Rück=
fahrt
über Mannheim und die Bergſtraße. Wer bequem zum
Wurſtmarkt kommen will und vor allen Dingen direkt von der
Feſtwieſe wieder abgeholt werden will, der fahre im heizbaren
Großkraftwagen der Heag.
Dritte Heag=Bayern=Reiſe. Die ungeheure Nachfrage nach
einer dritten Bayernfahrt, verbunden mit dem Beſuch des Mün=
chener
Oktoberfeſtes, veranlaßte die Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G., am
27. September bis zum 2. Oktober d. J. die ſo allgemein beliebt
gewordene Fahrt nochmals zu wiederholen. Die Reiſen im Sep=
tember
ins Hochgebirge ſind deshalb ſo angenehm, weil eine über=
aus
große Fernſicht von der Zugſpitze aus geboten iſt. Gleich=
zeitig
findet in der Zeit das bekannte Münchener Oktoberfeſt ſtatt.
Zwei Abende ſind zum Beſuch des Münchener Oktoberfeſtes vor=
geſehen
. Erſtklaſſige Verpflegung und Führungen ſind gewähr=
leiſtet
. Die Fahrt wird wiederum im ſtoßfreien und heizbaren
Dreiachſer=Allwetter=Großkraftwagen durchgeführt.
Volkshochſchule. Wir machen noch einmal darauf aufmerk=
ſam
, daß heute die Vortragsreihe über Einführung in die Pilz=
kunde
von F. Kallenbach ihre Fortſetzung findet. Der Vortrag
beginnt um 20.15 Uhr im Feſtſaal des Realgymnaſiums, Kirch=
ſtraße
22.
Autoliſten. Soeben iſt die Autoliſte Nr. 70 erſchienen.
Dieſe verzeichnet alle Meldungen (Ab= und Zugänge) von
Kraftfahrzeugen jeder Art in den 18 Kreiſen des
Volksſtaates Heſſen (Kennzeichen VS VR, VO) für die
Zeit vom 16.31. Auguſt 1931. Die Autoliſten enthalten
die Angaben in derſelben Reihenfolge wie die Hauptausgabe:
Name, Beruf. Wohnort des Kraftfahrzeugbeſitzers, Type, Motor=
nummer
, Hubraum in ccm (und PS), Art des Fahrzeugs. Fabrik=
neue
Wagen ſind durch X kenntlich gemacht. Die Meldungen ſind
geordnet nach den drei Provinzen (VS. VR, VO) und Kreiſen, und
innerhalb dieſer nach Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete
Wagen werden beſonders geführt. Die Autoliſten ſind eine
wichtige Ergänzung des Auto=Adreßbuches (Adreßbuch der
Kraftfahrzeugbeſitzer im Volksſtaat Heſſen), Ausgabe 1929, und
unentbehrlich, weil ſie laufend neueſtes Adreſſen=
material
liefern. Sie erſcheinen alle 14 Tage, alſo monatlich
zwei Liſten. Die ſpäteſtens am 10. eines jeden Monats ausge=
gebene
Liſte enthält die Meldungen vom 16. bis 30. (31.) des vor=
aufgegangenen
Monats, und die ſpäteſtens am 25. eines Monats
ausgegebene Liſte die Meldungen vom 1. bis 15. des gleichen Mo=
nats
. Wegen des Bezugspreiſes vgl. Anzeige! Anfragen
richte man an den zuſtändigen Verlag L. C. Wittich in Darmſtadt.
Kurzſchrift= und Maſchinenſchreibkurſe. Der Gabelsberger
Stenographenverein von 1861 macht hiermit nochmals auf die
heute abend 8 Uhr, in der Ballonſchule beginnenden Anfänger=
und Fortbildungskurſe in der deutſchen Einheitskurzſchrift wie
auch auf die Lehrgänge im Zehnfinger=Blindſchreiben aufmerkſam.
Die Teilnehmergebühren ſind ganz gering und können außerdem
den Zeitverhältniſſen entſprechend in Raten bezahlt werden. Da
der Name des Vereins für eine gewiſſenhafte und gründliche Aus=
bildung
bürgt, kann der Beſuch der Kurſe nur empfohlen wer=
den
. Eine vorherige Anmeldung iſt nicht erforderlich. Es kann
dies in der erſten Uebungsſtunde geſchehen. Wir verweiſen auf
die Anzeigen vom Sonntag und Montag dieſer Woche.

[ ][  ][ ]

Sollen die älteren Angeſtellten zugrunde gehen?!
Vom Deutſchnationalen Handlungsgehilfenverband wird uns
geſchrieben:
Die Not der älteren ſtellenloſen Angeſtellten erfordert drin=
gend
geſetzliche Abhilfemaßnahmen. Ein längeres
Zögern ſtürzt die ältere Generation einer wichtigen Schicht des
deutſchen Volkes rettungslos ins Verderben.
Das hat der Deutſchnationale Handlungsgehilfen=Verband, der
ſich ſeit ſieben Jahren mit einem wirkſamen geſetzlichen Schutz für
die älteren Angeſtellten bemüht, jetzt nochmals dem Reichsarbeits=
miniſter
dringend vorgeſtellt. Der DHV. verlangt ein Geſetz, das
die Arbeitgeber zur Beſchäftigung einer angemeſſenen Zahl älte=
rer
Angeſtellten verpflichtet und einen Einſtellungszwang vor= Familienausflug. Die Dreſſurverenigung 1913 lädt
ſieht. In Verbindung damit fordert er ausreichenden Schutz des
Arbeitsmarktes vor Doppelverdienern und längere Kündigungs=
friſten
für ſolche Angeſtellte, die einem Betriebe 15 und mehr
Jahre angehören.
Der DHV. will die älteren Angeſtellten durch gemein=
ten
in ihren Beruf zurückführen. Damit wird auch einem Wunſch barungen in der Lage, Speiſekartoffeln zu dem billigen Preiſe
der Reichsregierung entſprochen, an eine Löſung dringender ſozial=
politiſcher
Fragen arbeitsgemeinſchaftlich heranzugehen. Mit der
Wiederunterbringung der älteren Angeſtellten ſollen nach dem
Vorſchlag des DHV. paritätiſche Ausſchüſſe von Arbeit=
ämtern
zu errichten ſind. Die Ausſchüſſe wären mit Exekutivbefug=
niſſen
gegenüber ſolchen Arbeitgebern auszuſtatten, die ältere An=
geſtellte
einſtellen könnten, ſich aber weigern, dies freiwillig zu
den Ausſchüſſen ehrenamtlich iſt. Auch braucht keine Belaſtung
der Wirtſchaft einzutreten, wenn gleichzeitig geſetzliche Maßnah=
men
zur Beſeitigung des Doppelverdienerunweſens ergriffen wer=
den
. Dadurch werden viele Arbeitsplätze frei, die mit älteren vereinen veranſtaltet wird, ſieht folgendes Programm vor: Vor=
Schutze der älteren Angeſtellten ergreifen würde.

Die Notwendigkeit von Kolonialbeſitz iſt ein Thema, das
nach dem Verluſt unſerer Kolonien immer mehr erörtert wird.
Wenn in der Herbſttagung der D. L. G. in der öffentlichen Ver=
ſammlung
der Kolonial=Abteilung ebenfalls über dieſes Thema
geſprochen werden wird, ſo wird dieſe Notwendigkeit ſowohl für
die Induſtrie wie auch für die Landwirtſchaft von drei Geſichts=
punkten
aus behandelt werden. Nach wie vor macht ſich das Be=
ſtreben
kund. Siedlungsland für deutſche Bauernſöhne auch in
überſeeiſchen Gebieten zu gewinnen. Das Bedürfnis an kolo=
nialen
Rohſtoffen iſt nicht nur für die Induſtrie, ſondern auch
für die Landwirtſchaft von Bedeutung. Was endlich den Abſatz
auf kolonialen Märkten betrifft, ſo kommt für die Landwirtſchaft
vor allen Dingen der Abſatz von Zuchttieren aller Art und von
Sämereien in Frage. Neben den materiellen Vorteilen ſind aber
auch die ideellen Geſichtspunkte nicht ohne Wert. Die ſeeliſche
Entſpannung eines in Europa allzu beengt lebenden Volkes durch
Kolonialbeſitz iſt nach wie vor für das deutſche 60=Millionen=Volk
eine zwingende Notwendigkeit. Die Kolonialverſammlungen der
D.L.G. werden daher nicht nur aus den Kreiſen der Landwirt=
ſchaft
, ſondern auch von der ſtädtiſchen Bevölkerung ſtark beſuchr.
So dürfte auch die Verſammlung, die am 15. September abends
8 Uhr, im Fürſtenſaal des Reſtaurants Chriſt, Grafenſtraße 18/20.
in Darmſtadt einberufen iſt, auf einen ſtarken Beſuch rechnen
können. Sie ſteht unter dem Zeichen der Notwendigkeit von
Kolonialbeſitz für die deutſche Wirtſchaft, insbeſondere für die
Landwirtſchaft‟. Der Eintritt iſt für jedermann koſtenfrei.
Im Union=Theater läuft nur noch heute und morgen die
amüſante Reportage=Revue Wir ſchalten um auf Hollywood
Eine Reihe erſter Darſteller, wie Paul Morgan, Buſter Keaton,
Heinrich George, Adolphe Meniou, Aora Gregor, Roman No=
varro
, Iwan Crawford u. v. a. wirken mit.
Im Helia=Theater ſieht man bis auf weiteres Kammer=
ſänger
Richard Tauber, den berühmten Tenor, in dem Groß= Ton=
film
Die große Attraktion mit der Tänzerin Marianne Winkel=
ſtein
. Siegfried Arno u. a. Jugendliche haben Zutritt.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute und morgen
das große Stummfilm=Doppelprogramm, und zwar ſieht man Ri=
chard
Talmadge, den beliebten Senſationsdarſteller, in dem ſpan=
nenden
Abenteuer Der Klub der Beſeſſenen (Regie: Jack Nel=
ſon
), und im zweiten Teil den Kriminal=Sittenfilm Das goldene
Haar nach dem Roman von Rudolf Hirſchberg.
Tagesordnung zur Sitzung des Provinzial=Ausſchuſſes der
Provinz Starkenburg am Samstag den 12. September 1931, vor=
mittags
9 Uhr 1. Klage des Heſſ Bezirksfürſorgeverbandes Stadt
Offenbach a. M. gegen den Heſſ. Bezirksfürſorgeverband Kreis
Dieburg wegen Erſatz von Fürſorgeaufwendungen für den Jakob.
Hertel und deſſen Familie, 2. Klage des A. Ebner und Ge=
noſſen
zu Neu=Iſenburg gegen den Beſchluß des Kreisausſchuſſes
Offenbach vom 31. Januar 1931 wegen Verhängung von Ord=
nungsſtrafen
. 3. Klage des Philipp Trautmann zu Darm=
ſtadt
gegen den Beſcheid des Kreisamts Darmſtadt vom 21. Juli
1931 wegen Nichterteilung der Erlaubnis zum Betrieb einer
Schankwirtſchaft mit Branntweinausſchank im Hauſe Darmſtädter
Straße 355 zu Weiterſtadt. 4. Klage des Michael Würth zu
Wald=Michelbach gegen den Beſcheid des Kreisamts Heppenheim
vom 2. Juli 1931 wegen Nichterteilung eines Wandergewerbe=
ſcheines
. 5. Berufung des Bürgermeiſters Heiſt, Reichelsheim,
gegen die Entſcheidung des Kreisausſchuſſes Erbach vom 30. Juni
1931 wegen der Bürgermeiſterwahl in Reichelsheim.
Wie verwerte ich ſchnell und richtig abgelegte Kleider und
Wäſche? Indem ich ſie der Hausbettelbekämpfungsſtelle, beim
Städt. Wohlfahrts= und Jugendamt (Fernſprecher 3500) zur Ver=
fügung
ſtelle. Dieſe kleidet damit bedürftige Erwachſene, arme
Kinder und Handwerksburſchen. Die naſſe Witterung iſt dieſes
Jahr ſchneller gekommen. Da gilt es, ſchnell zu helfen, denn viele
Krankheiten haben ihre Urſache im ſchlechten Schuhwerk, man=
gelnder
Unterwäſche und Kleidung. Jede, auch die kleinſte Gabe
iſt herzlich willkommen. Poſtkarte genügt, worauf alsbald Ab=
holung
erfolgt.
Neue Kurſe. Die Kaufmänniſche Stenographen=
macht nochmals auf ihre am Freitag, dem 11. d. M., begin=
nenden
Kurſe für Anfänger in der Reichskurzſchrift aufmerkſam.
Die Kurſe finden in den eigenen Räumen der Geſellſchaft. Ecke
Zeughaus= und Schleiermacherſtraße Eingang nur
Schleiermacherſtraße, ſtatt und ſtehen unter bewährter Leitung.
Das Unterrichtsgeld iſt niedrig bemeſſen und kann ratenweiſe
beglichen werden. Kurſe in Maſchinenſchreiben für Anfänger
nach der Zehnfinger=Blindſchreibmethode, und für ſolche, die ihre
Fingerfertigkeit erhöhen wollen, können täglich begonnen werden.
Die Geſchäftsſtelle dortſelbſt gibt bereitwilligſt Auskunft.
Zuſammenſtoß zwiſchen Auto und Motorradfahrer. Ecke
Kranichſteiner= und Taunusſtraße ſtieß geſtern vormittag gegen
elf Uhr das Auto eines hieſigen Arztes mit einem Motorrad zu=
ſammen
. Der Motoradfahrer trug Verletzungen an der Hand,
der Arzt Schnittwunden an der Stirne davon. An dem Auto
wurde nur die Windſchutzſcheibe zertrümmert, das Motorrad da=
gegen
ſchwer beſchädigt.

Lokale Veranſtalkuagen.

Die vierunter erſcheinenden Rofizen ſind ausſchlietlich als Hinweiſe auf Anzeigen m betradten
in keinem Falle irgendwie als Beſprrchung oder Krilf.

Schule für Körpererziehung und Bewe=
gungslehre
, Sandſtraße 10. In den Mittelpunkt der Methode

der Körpererziehung, alle Einzelzweige der körperlichen Ausbil=
dung
durchdringend, ſtellt die Schule für Körpererziehung und Be=
wegungslehre
das Prinzip der Bewegung aus der Totalität des
ganzen Körpers. Es wird u. a. unterrichtet: Springſeilgymnaſtik
rhythmiſche Bewegungsfolgen, Ballgymnaſtik Gruppen= Im=
proviſationen
. Es beginnen ab. 15. September wieder Dienstags
und Freitags neue Kurſe für Damen, Herren und Kinder. An=
meldungen
jederzeit. Es darf an die Erfolge dieſer Schule bei
ihrer Schüler=Matinee im Januar erinnert werden; es ſei allen
dafür Intereſſierten der Beſuch der Kurſe empfohlen.
Wir machen hiermit nochmals auf den heute abend 8 Uhr
im Bürgerhof. Eliſabethenſtraße 2, ſtattfindenden Gasvor=
trag
aufmerkſam. Karten ſind noch im Ausſtellungsraum der
ſtädtiſchen Betriebe, Grafenſtraße 30, unentgeltlich erhältlich.
Tageskalender für Donnerstag, den 10. September 1931.
Heſſ. Landestheater Gr. Haus 20 Uhr: Reifeprüfung
Kleines Haus; Keine Vorſtellung. Bürgerhof,
20 Uhr: Vortrag Gärungsloſe Herſtellung v. Fruchtſäften.
Konzerte: Zur Oper, Schloßkeller, Sportplatz=Reſtaurant
am Böllenfalltor Herrngartenkaffee Kinovorſtellun=
gen
: Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.

Aus Heſſen.

Dg. Arheilgen, 9. Sept. Vortrag. Fräulein Weiſer
wird am kommenden Freitag, den 11. September, abends 8.30
Uhr, im evangeliſchen Gemeindehaus einen Miſſionsvortrag hal=
ten
mit dem Thema Dei gegenwärtige Lage auf dem Miſſions=
feld
. Zu dieſem Vortrag ſeien beſonders die Frauen und Mäd=
chen
der Gemeinde eingeladen. Lieferungsregelung.
Die Gemeinde vergibt auf dem Submiſſionswege die Lieferung
von 7 Zentnern Fußbodenöl. Angebote, die mit Muſtern zu ver=
ſehen
ſind, ſind bis ſpäteſtens Freitag, den 1. September, nach=
mittags
5 Uhr, bei der Bürgermeiſterei Arheilgen einzureichen.
ihre Mitglieder und Freunde zu einem gemeinſamen Familien=
ausflug
am kommenden Sonntag, den 13. September, nach Jugen=
heim
ein. Die Abfahrt erfolgt um 11,30 Uhr mit der Main=
Neckar=Bahn. Billige Kartoffeln. Das hieſige Gewerk=
ſchafts
=Kartell, das ſich mit mehreren Landwirten aus den Nach=
ſame
Arbeit von Unternehmern und Angeſtell= barorten in Verbindung geſetzt hat, iſt auf Grund dieſer Verein=
von
2 40 RM. pro Zentner zu liefern. Beſtellungen werden bei
dem Vorſitzenden entgegengenommen. Grundſtücks= Ver=
pachtung
. Die Pachtzeit der Grundſtücke des Pfarr= und
Kirchengutes, deren Pachtzeit in dieſem Jahre abgelaufen iſt, ſol=
gebern
und Angeſtellten betraut werden, die bei den Arbeits= len am kommenden Samstag, den 12. September, abends 7.30 Uhr,
neu verpachtet werden. Es handelt ſich um 39 Aecker und Wieſen,
die in zahlreichen Gemarkungsteilen liegen. Die Bedingungen
der Verpachtung werden vorher bekannt gegeben. Die Verpach=
tun
. Ein koſtſpieliger Apparat wird vermieden, da die Arbeit in tung, die auf 12 Jahre erfolgt, findet im evangeliſchen Gemeinde=
haus
ſtatt. Evangeliſcher Volkstag. Der evangeliſche
Volkstag, der am kommenden Sonntag, den 13. September, ge=
meinſam
vom Kirchenvorſtand und den evangeliſchen Gemeinde=
Angeſtellten beſetzt werden können. Es wäre dringend zu wün= mittags 10 Uhr findet in der Kirche ein Feſtgottesdienſt ſtatt,
ſchen, daß die Reichsregierung auch aus ſtaatspolitiſchen Grün= deſſen Thema lautet: Der Kampf um die Seele‟. Herr Studien=
den
dem Appell des DHV. folgen und die Initiative zum rat Knöpp=Darmſtadt hat das Referat übernommen. Der Feſt=
gottesdienſt
ſteht unter Mitwirkung des Kirchengeſangvereins,
und auch die Fünfzigjährigen werden ſich gemeinſam daran be=
teiligen
. Nachmittags findet im Pfarrwald in der Täubcheshöhle
ein Waldfeſt unter Mitwirkung des Poſaunenchores und der
Kirchengeſangvereine Gräfenhauſen und Arheilgen ſtatt. Herr
Pfarrer Irle=Darmſtadt hält hierbei die Feſtanſprache mit dem
Thema: Der Kampf um die Gemeinde‟. Muſikaliſche und ge=
ſangliche
Darbietungen uſw. werden in bunter Reihenfolge mit=
einander
abwechſeln. Zum Schluß kommt ein Märchenſpiel zur
Aufführung. Für den Abend iſt ein Gemeindeabend im Gemeinde=
haus
vorgeſehen, der unter dem Thema Der Kampf um Glaube
und Heimat ſtehen wird. Herr Pfarrer Knab aus Guſtavsburg
wird in einem Vortrag über den Kampf des evangeliſchen
Deutſchtums in Südſlavien und Siebenbürgen ſprechen. Der Vor=
trag
wird veranſchaulicht durch zahlreiche durch den Redner ſelbſt
aufgenommene Lichtbilder.
J. Griesheim, 9. Sept. Unſer Nachkirchweihfeſt war,
wie auch unſere Vorkirchweihe, nicht vom Wetter begünſtigt.
Es war unfreundlich und kalt. An auswärtigen Beſuchern hat
es faſt ganz gefehlt, auch der Verkehr auf dem Marktplatz war
ein ſehr ſchwacher, und die dort befindlichen Karuſſell=, Schiff=
ſchaukel
= und Budenbeſitzer klagten ſehr über das ſchlechte Ge=
ſchäft
. Die Tanzlokale dagegen waren alle gut beſetzt, und
überall herrſchte gemütliche Stimmung bis in die frühen Mor=
genſtunden
. Am Montag überbrachten die Kerweborſch der ver=
ſchiedenen
Lokale den glücklichen Gewinnern die Maienbäume
und Fahnen, und den ganzen Abend herrſchte noch einmal fröh=
liches
Leben und Treiben. Das Kirchweihfeſt hat nun ſein Ende
erreicht. Es litt zwar ſehr unter der ſchweren wirtſchaftlichen
Depreſſion, die aber bei vielen nicht zum Ausdruck kam.
Segelſchleppflugkurſus. Auf dem hieſigen Truppen=
übungsplatz
fand ein achttägiger Segelſchleppflugkurſus unter
der Leitung des Flugleiters Stahmer ſtatt. An dieſem Kurſus
beteiligten ſich 20 Flieger. Unter den Teilnehmern befand ſich
auch ein Engländer und ein Oeſterreicher ſowie eine Dame die
Schweſter des bekannten Schleppfliegers Riedel. Zehn Flieger
bezogen in der Jugendherberge auf der neuen Sportplatzanlage
der hieſigen Turnerſchaft während dieſer Zeit Quartier.
J. Griesheim, 9. Sept. Nach Mitteilung des Badiſch= Pfäl=
ziſchen
Luftfahrtvereins, e. V. Ortsgruppe Mannheim. an die
hieſige Bürgermeiſterei, wird dieſer anläßlich des D.L.V.= Zuver=
läſſigkeitsfluges
; der vom 18. bis 20. September d. J. ſtattfindet,
mit zwei ſeiner Flugzeuge auf dem hieſigen Truppenübungs=
platz
mehrere Zwiſchenlandungen vornehmen. Die Landungen
erfolgen an allen drei Tagen mehrmals morgens und nachmit=
tags
. Die hieſige Bürgermeiſterei ſoll dafür Sorge tragen, daß
an dieſen drei Tagen der Platz jederzeit für eine Landung frei
iſt, daß alſo auf dem Platz weder irgendwelche Arbeiten vor=
genommen
werden, noch ſportliche Veranſtaltungen ſtattfinden.
F Eberſtadt, 9. Sept. Zehn Jahre Elektrizität.
In unſerer auf Tempo eingeſtellten Zeit, in der wir täglich
ſoviel Neues erleben und unſer Blick nur auf das Kommende,
die Zukunft gerichtet iſt, bleibt uns faſt keine Muße, einen Blick
rückwärts zu werfen. So denken ſicherlich nur noch wenige daran,
daß die Elektrifizierung Eberſtadts, die doch einen
großen Fortſchritt für unſer Gemeindeweſen bedeutete, erſt vor
zehn Jahren durchgeführt wurde: Am 27. Januar 1921 fand jene
denkwürdige Gemeinderatsſitzung ſtatt, in der Betriebsinſpeb=
tor
Gudernatſch=Darmſtadt über die vom Bauausſchuß mit dem
Direktor der Bremer Gaswerke, Theuerkauf, und dem Direktor
der Heag, Brandis, wegen der Elektrifizierung des Ortes ge=
pflogenen
Verhandlungen eingehend berichtete und beſchloſſen
wurde, mit dem Bau des Ortsverteilungsnetzes ſofort zu be=
ginnen
. Angeſichts des Vertrages mit dem Bremer Gaswerk
übernahm die Gemeinde die Ueberteuerung der Baukoſten mit
800 000 Mark, während das Gas= und Elektrizitätswerk Eber=
ſtadt
als Unternehmer den Friedensherſtellungspreis + 40 %
trug. Gleichzeitig wurde Betriebsinſpektor Gudernatſch mit der
Ausarbeitung eines für die Ausführung des Ortsnetzes maß=
gebenden
Projekts und den ſonſthin erforderlichen Vorarbeiten
für die Bauleitung beauftragt. Im März wurde dann die Er=
richtung
des Ortsnetzes der Rhein=Elektra in Mannheim über=
tragen
, die von den zur engeren Submiſſion zugelaſſenen ſechs
Firmen für die eingelegte Forderung von 917 287 Mark den Zu=
ſchlag
erhielt. Der Bau des Ortsnetzes dauerte fünf Monate,
ſo daß bereits im September 1921 alſo vor nunmehr zehn
Jahren die elektriſche Lichtverſorgung aufgenommen werden
konnte. Von welcher Bedeutung die Elektrifizierung für die
Zukunft Eberſtadts war, ergibt ſich aus der Tatſache, daß heute
faſt alle Haushaltungen den Anſchluß an das Ortsnetz gefunden
haben und ſich des Vorzuges elektriſcher Beleuchtung erfreuen.
So haben damals unſere Stadtväter in weiſer Vorausſicht einen
Beſchluß gefaßt, der der ganzen Einwohnerſchaft gleichmäßig zum
Nutzen und Segen gereichte. Wir wollen uns deſſen heute dank=
bar
erinnern, denn niemand wünſcht ſich noch einmal die Zeit
zurück, in der wir uns mit der Gasbebeuchtung begnügen
mußten.
v. Pfungſtadt. 9. Sept. Gemeinderatsſitzung. Die
letzte Sitzung des Gemeinderates wurde an Stelle des verhinder=
ten
Bürgermeiſters vom Beigeordneten Weigel geleitet. Man
befaßte ſich zunächſt mit dem unbefriedigenden Ergebnis der
Grummetgrasverſteigerung von den Gemeindewieſen. 24 Loſe
kamen zum Ausgebot, aber nur auf zehn Loſe wurden Gebote
abgegeben. Es wurden wegen der niedrigen Preiſe nur die Ge=
bote
genehmigt, die auf mindeſtens 50 Prozent der Taxations=
preiſe
lauteten. Die anderen Loſe ſollen alg Handabgabe mit
mindeſtens 50 Prozent der Höhe der Taxationen abgegeben wer=
den
. Als Erhebungstermine für die Gemeinde=, Kreis= und Pro=
vinzialumlagen
für das Rechnungsjahr 1931 wurden feſtgeſetzt:
25 September, 25. Oktober 25. November, 25. Januar. 25.
Februar und 25. März. Die Schonfriſt beträgt jeweils zehn Tage.
Als Kindergärtnerin für die Kleinkinderſchule wurde unter rund
26 Bewerberinnen in vier Wahlgängen Fräulein Marie Ade
(Lindenſtraße) gewählt. Der Antrag des Gaſtwirtevereins Pfung=
ſtadt
um Ermäßigung der Vergnügungsſteuer wurde zunächſt dem
Finanzausſchuß überwieſen. Der Ankauf eines Waldgrundſtückes
wurde genehmigt. Ueber die Verwertung der von der Gemeinde
ſelbſt gepflanzten Feld= und Waldkartoffeln ſoll in der nächſten
Sitzung Beſchluß gefaßt werden. Man rechnet mit einem Geſamt=
ertrag
von 400 Zentnern, darunter 100 Zentner Waldkartoffeln,
die in 80 Loſen verteilt werden könnten. Ein Bauplatz in der
Zinsgutſtraße wurde dem Reflektanten L. Weingärtner unter den
üblichen Bedingungen zugeſprochen. Eine Obſtverſteigerung
findet ſeitens der Gemeinde am Donnerstagnachmittag um 2 Uhr
von der Hintergrabenbrücke aus ſtatt. Es handelt ſich dabei um
das Obſt von den Gemeindebäumen am Hintergraben von der
Seeheimerbrücke bis zur Jugenheimerbrücke und von der Hinter=
grabenbrücke
bis zur Brücke Oberrollern, vom Weidäckerdamm,
vom Gänſeweidweg und an der Fohlenweide.

Cp. Pfungſtadt. 9. Sept. Soziale Laſten.
e Bg
wendungen für die Auszahlung der wöchentlichen Unterſtütz=
gelder
an die Wohlfahrtsunterſtützungsempfänger betrugen.
vergangenen Woche ungefähr 5000 RM.

f. Roßdorf, 9. Sept. Rotlaufſeuche. Im
Philipp Heinrich Schenkel, Dieburger Straße 3, iſt die R
ſeuche feſtgeſtellt worden. Unglücksfall. Pflaſterer
Reinheimer fuhr von ſeiner Arbeitsſtelle mit dem Fahrrad
Hauſe. Als er in der Nähe ſeiner Wohnung war und
Handkarren nahezu überholt hatte kam in entgegenge
Richtung ein Perſonenauto, dem Herr Reinheimer nach
ausweichen wollte. Infolge des naſſen Pflaſters kam er zu
wobei er mit dem Kopf wider den Fahrtzeiger des Auto
ſchlug. Die Verletzung, die nicht lebensgefährlich iſt, beſta
zwei Stoßwunden oberhalb der Stirn. Nur der Gewan
des Autofahrers, der ſeinen Wagen ſofort zum Stehen h
war es zu verdanken, daß ein größeres Unglück vern
wurde.
( Ober=Ramſtadt, 9. Sept. Offenlage. Das Verze
derjenigen Perſonen, die zum Amt eines Schöffen oder Geſch
nen berufen werden können, liegt von heute ab eine Woche
auf dem Bürgermeiſtereibüro zur Einſicht offen. Einwend
können während dieſer Zeit daſelbſt erhoben werden.
meinderatsſitzung. Am Donnerstag, den 10. d. M.,
eine Sitzung des Gemeinderates ſtatt. Als gefunde
finden ſich bei der Bürgermeiſterei zwei Trauringe in Ve=
die
die Eigentümer daſelbſt in Empfang nehmen könne
Feuerwehrübung. Die nächſte Feuerwehrübung find
Sonntag, den 13. d. M., nachmittags 2 Uhr, ſtatt. An dieſer
ſowohl die Freiwilligen als auch die Pflichtmannſchaften
neömen.
An. Groß=Zimmern, 9. Sept. Von einem Auto ange
wurde geſtern nachmittag der ſiebenjährige Sohn des 9
händlers und Gaſtwirts Bernhard Pullmann, Waldſtraße.
die Straße von einem Nachbarhauſe zur elterlichen Wohnung
queren wollte. Der Knabe wurde von dem einen Kotflüg
kleinen Wagens, der glücklicherweiſe kein ſcharfes Tempo ha
faßt und auf die Seite geſchleudert! Der Verletzte kam m
Schrecken und einigen blutenden Fleiſchwunden am Bein dar
Seinen jugendlichen Leichtſinn büßte der ſiebzehnjährige M
Michel. Waldſtraße, dahier, der geſtern nachmittag von D
auf ein in der Richtung Darmſtadt fahrendes Laſtauto auf
Als er an der Straßenkreuzung Groß=ZimmernGundern
merkte, daß der ſich ſchon in ſchneller Fahrt befindliche Laſt
nicht nach Groß=Zimmern einbog, ſprang er rückwärts a
ſchlug begreiflicherweiſe ſo feſt auf die Aſphaltſtraße auf.
bewußtlos liegen blieb. Er wurde von Dieburger Leuten
Haus getragen, wo ihm ein herbeigerufener Arzt die erſte
leiſtete. Der Verunglückte wurde ſpäter in ſeine elterliche
nung verbracht und liegt ſeitdem über ſtarke Schmerzen klage
Bett. Ein dritter Unglücksfall ereignete ſich auf der Wald
wo zwei Motorradfahrer, die mit Hautabſchürfungen davon
miteinander in Kolliſion gerieten.

in

r Babenhauſen, 9. Sept. Die Ortsgruppe desV
traf ſich am Montag abend im Gaſthaus Zum Löwen u
Vereinsarbeik im vergangenen Jahre und zu den Zukun
gaben Stellung zu nehmen. Den Tätigkeitsbericht erſtatt
großen Zügen der ſtellvertretende Vorſitzende, Herr Stut
Weiß, über Einnahmen, Ausgaben und Kaſſenbeſtand ſpra
Studienaſſeſſor Haas. Dem ſeitherigen 1. Vorſitzenden
Studienrat Ullmann, wurde vom Verſammlungsleiter Dau
Anerkennung für ſeine im Dienſt des V.D. A. geleiſtete erfol
Aufbauarbeit ausgeſprochen. Die Neuwahl des Vorſtand
gab folgendes Bild: 1 Vorſitzender: Herr Studienrat
Rechner: Herr Studienaſſeſſor Haas, Schriftführer; Herr
reallehrer Müller. Die Ausgeſtaltung des in kommender
ſtattfindenden Tiroler Volkskunſtabends bildet
Gegenſtand der Beſprechungen bis zum Schluß der ſehr an
verlaufenen Verſammlung.
b. Erbach, 9. Sept. Geburtstagsfeier. Der g
50. Geburtstag Seiner Erlaucht des Grafen zeigte wiederu
dringlich, wie eng die Bevölkerung Erbachs mit der Stande
ſchaft trotz aller Anfeindungen und trotz dem Wandel der
nungen im Laufe der Zeit verwachſen iſt. Man merkt, hier !
wahre Freundſchaft, die aus gegenſeitigem Verſtehen und 2
anderleben geboren iſt. Bereits am frühen Morgen brack
evangeliſche Poſaunenchor ein Ständchen Um 10 Uhr f.
der Hubertuskapelle des Gräflichen Schloſſes ein Gotte
ſtatt, zu dem ſich eine anſehnliche Menge von Gratulanten
funden hatte. Im Anſchluß an den Gottesdienſt nahm der
lar die Glückwünſche entgegen. Vertreter aus allen Schicht
Bevölkerung, Arbeiter, Landwirte, Handwerker, Beamte,
leute, alle Berufe waren vertreten. Geſchenke wurden u. a
reicht von der Gräflichen Beamtenſchaft und dem Heſſiſchen
klub. Letzterer überbrachte durch Herrn Profeſſor Zimmer=
ſtadt
den goldenen Klubpokal mit den beſten Wünſchen ur
Worten herzlicher Anerkennung der begeriſchen Leiſtunge
Grafen und ſeiner Jagdverwaltung. Für den Verein der
im Odenwald ſprach Fabrikant Otto Rerroth=Erbach.
Gräfliche Kleinkinderſchule gratulierte am Nachmittag. R
war es, die Kleinen mit ihren Verſen und Sprüchen antre
ſehen. Am Abend brachte eine Anzahl Erbacher V
Männergeſangverein Liederkranz Tugenbund, Turnverein
VfR. Erbacher Schwimmklub. Militär= und Veteranen
Radfahrerverein 1900 u. a. einen Fackelzug mit Ständchen,
die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr. Feierlich klang
ſtille Nacht der Choral Lobet den Herrn. Die Chöre, M
geſangverein Liederkranz und Tugenbund brachten geme
Volkslieder zum Vortrag, an denen der Jubilar von jeher
Intereſſe hatte. Der Turnverein Erbach 1860 ſtellte verſch
künſtleriſch wirkende Pyramiden, die bei bengaliſcher Beleu
ein wunderbares Bild gaben. Die Glückwünſche der 2
überbrachte Herr Zürn mit markanten Worten. Sichtli
rührt dankte der Geehrte für alle Ovationen. Seine Wort
gen aus in einem Hoch auf unſer geliebtes deutſches Vat
und unſer Heimatſtädtchen Erbach. Spontan ſtimmte nach
der impoſanten Feier die Menge das Deutſchlandlied an.
Erbacher wiſſen, daß Graf Konrad gerade in der komn
Notzeit der Beſchützer bedürftiger Volksgenoſſen ſein wird,
ihm dies ſelbſt die Verhältniſſe noch erlauben.
Br. Seckmauern, 8. Sept. Die verwaiſte Pfarrei wurde n
Vikar Heldmann beſetzt. Derſelbe war bisher in Griesheim bei
ſtadt tätig. Die Antrittspredigt erfolgt kommenden Sonntag,
Feier wird durch einen Choral vom Geſangverein Eintracht
mauern verſchönert. Ueber die angefochtene Beigeordnet
findet Verhandlung am Donnerstag, den 10. September vor dem
ausſchuß in Erbach ſtatt. Der Turnverein Einigkeit Seck
hält am Sonntag, den 2. ds. Mts., ſein Abturnen ab, verbun
einem Turnerball am Abend bei Gaſtwirt Otto Schäfer.
A. Ellenbach, 9. Sept. Einbruch. In der Nach
Sonntag auf Montag wurden hier zwei Einbrüche aus9
bei denen aber die Einbrecher nicht auf ihre Rechnung

Eift uit

da ihnen keine nennenswerte Beute in die Hände fiel. Es
bei dem Bäcker Meiſter und in der Gaſtwirtſchaft Kade
gebrochen. Nachdem ſchon lange in hieſiger Gegend kein
artigen Straftaten mehr vorkamen, erfolgten jetzt deren
mehrere, denn bereits in der vorhergehenden Nacht wur!
den Nachbarorten Winkel und Kolmbach und auch in Für!
brüche ausgeführt. Die Polizei hat aber ſofort Unterſ
eingeleitet, und es iſt zu hoffen, daß ſie den Tätern a.
Spur kommt, damit weitere derartige Vorfälle unterh
werden. Auffällig iſt es, daß in allen Fällen immer b.
ſchäftsleuten eingebrochen wurde, wo die Einbrecher we

beſte Beute zu machen hofften.

Dp. Zwingenberg, 9. Sept. In der Nacht zum Di
ſind in Zwingenberg zwei Einbruchsdiebſtähle
worden, und zwar im Gaſthaus Zum Fuchsbau und
Altdeutſchen Weinſtube. Im erſteren Falle haben der 0.
Diebe auf der Hofſeite ein Fenſter eingedrückt und dan
einem im Hofe liegenden Beil einen im Nebnzimmer ſtel
Sekretär zu öffnen verſucht, was ihnen aber nachdem Ia=
abgebrochen
war, mißlang. Aus der Kaſſe im Gaſtäimme
wendeten ſie einen kleinen Barbetrag und den Beſtand an
marken. Zigarren, Zigaretten uſw ſind nicht entwendet
den. Auch in der Altdeutſchen Weinſtube iſt der Einhru
der Hofſeite vorgenommen worden. Auch hier wurde die
im Gaſtzimmer geöffnet und Wechſelgeld im Betrage vo
4 RM. entwendet. Schokoladen und Konfitüren ſind zwa.
einander geworfen, jedoch nicht entwendet worden. 2
wohnheit, größere Geldbeträge nicht in der Ladentaſſe d
wahren, hat die Geſchädigten vor größeren Verluſten
* Hirſchhorn, 9 September, Waſſerſtand de5?
am Pegel in Hirſchhorn am 8. September: 2,/42 Meter, ſ
tember: 2.15 Meter.

[ ][  ][ ]

Simer 251

Zell (Kr. Bensheim), 8. Sept. Am Sonntag wurde das
Zeihfeſt begangen. Dichte, trübe Wolken bedeckten
mel und wichen auch den ganzen Tag nicht. Ein Regen=
öſte
den anderen ab. Wahrlich, keine Stimmung zum
So litt das ganze Feſt einmal unter dem Wetter, zum
dez unter der allgemeinen Wirtſchaftslage. Es war kein
Imſatz zu bemerken. Die Wirtſchaften, die auf Garten=
echneten
, hatten ihn ganz eingeſtellt, da ja ein Aufenthalt
n unmöglich war, Karuſſells und Stände waren da. Auch
von kleinen Gäſten. Wehmütig ſahen ihre Augen nach
6z Schönen! Doch zum Kaufen kein Geld. Der Beſuch von
swar mäßig. Viele hielr das Wetter und der furcht=

Donuerstag, den 10. September 1931.

Seite 7

mutz der Zugangsſtraße ab. Hier wäre es wirklich höchſte
mal Wandel zum Beſſeren zu ſchaffen. Der Autoverkehr
ts uier weit größer, als man annimmt. Eine Zählung gibt
danon n rechtes Bild und wäre zu empfehlen.
ſernsheim, 9. Sept. Ein ſchwerer Autounfall,
Menſchenleben erforderte, ereignete ſich am Dienstag,
eptember 1931, nachmittags, zwiſchen 6 und 7 Uhr auf
uinzialſtraße GernsheimWorms, in der Nähe der Woh=
; Herrn Oberamtsrichters Brab. Der Kaufmann H. W.
Frau, die auf einem an der benachbarten Straße gelegenen
eundſtück Obſt abgemacht hatten, befanden ſich nebſt ihrem
f dem Heimweg. Das Tier, das nicht angeleint war lief
Straße. Die Frau, die Angſt hatte, dem Tier könnte
des Weges kommenden Autos etwas paſſieren, lief dem
hne ſelbſt an irgendeine Gefahr zu denken, nach, und
ibei unter die Räder eines Autos. In ſchwerverletztem
wurde Frau W. unter dem Wagen hervorgeholt und nach
ansvortiert, wo ſie gegen 8 Uhr, ohne das Bewuſtſein
rlangt zu haben, verſtarb. Durch die Gendarmerie wur=
rt
eingehende Tatbeſtandaufnahmen getätigt. Dem Ver=
nach
trifft den Autolenker, der vorſchriftsmäßig und nicht
iltem Tempo gefahren war, keine Schuld. Von der Staats=
haſt
Darmſtadt wurde die Vornahme einer Leichenſchau
t Dieſelbe fand am Mittwoch nachmittag ſtatt. Die
ählung nach dem Stand von

Biäktene. 0es ſchuuag Grudäehr liße ie
bge erte Ortsſatzungsentwurf über die Wahl eines Berufs=
urg
eiſters liegen ab 7. d. M. gemäß Artikl 15, Abſatz 3 LGO.
je manns Einſicht und evtk Einſpruchserhebung eine Woche
lang f dem Bürgermeiſtereibüro offen. Von der Gemeinde
erd augenblicklich ausgeſteuerte Erwerbsloſe beſchäftigt. Im
Now Auguſt 1. J. beurkundete das hieſige Standesamt 8 Ge=
burte
8 Eheſchließungen und 3 Sterbefälle.
ernsheim, 9 September, Waſſerſtand des Rheins

am 2el in Gernsheim am 8. September: 3,04 Meter; am 9. Sep=
tem
k. 3,21 Meter.
Lampertheim, 8. Sept. Schickſalsſchläge. Eine vom
Schi hart verfolgte Familie iſt die des Bahnſchaffners Gehron.
Vor hreren Jahren verlor der Ernährer ſelbſt bei Ausübung
ſeins lienſtes ein Bein; vor zirka fünf Jahren wurde ein ver=
ſeire
er Sohn durch eine Maſchine in der Zellſtoffabrik Mann=
heir
aldhof getötet, und nun iſt eine 18jährige Tochter an den
fols einer Blutvergiftung geſtorben, die ſie ſich bei der Arbeit
ge n hat. Der Familie wendet ſich das herzlichſte Mitgefühl
Getreideſchäden. Die amtlichen Feſtſtellungen
infolge der regneriſchen Witterung entſtandenen Schäden
r folgendes: Es waren hier in dieſem Jahr angebaut 1506
mit Roggen. 200 Morgen mit Weizen, 2497 Morgen mit
rgerſte und 420 Morgen mit Hafer. Hiervon waren am
I. 26. Auguſt, beſchädigt eingebracht: 1506 Morgen Roggen,
raen Weizen, 2147 Morgen Sommergerſte und 370 Morgen
Bei dieſen entſteht ein Verluſt, in Doppelzentnern ausge=
Roggen 903,6. Weizen 980, Sommergerſte 1502 und Hafer
Die an dieſem Tage noch nicht eingebrachten 350 Morgen
rgerſte werden einen Schaden von 875 und 50 Morgen
on 300 Doppelzentnern ergeben, ſo daß ſich ein Geſamtver=
Getreide von 6633 Doppelzentnern ergibt. Zu dieſer Not=
mmen
die Sorgen, die durch den Zuſammenbruch zweier
Atitute entſtanden ſind. Es wirft ſich hier immer mehr die
ruf. kann bei den Inſtituten der Staat nicht auch helfend
ſen, wo er es doch auch bei ſolchen in Städten tut?
weihe. Kommenden Sonntag, den 13. d. M. wird hier
rchweihfeſt gefeiert. Die hier in erſchreckendem Maße durch
zeitsloſigkeit der vielen Arbeiter herrſchende Not wird die
gewohnte freudige Stimmung an dieſem Tage nicht auf=
laſſen
.
Hofheim (Ried), 10. Sept. Kirchweihe Erfreulicher=
ſat
ſich das Gerücht nicht bewahrheitet, nach welchem die
Kirchweihe dieſes Jahr ausfallen ſollte. Es iſt gut ſo,
ie Gemeinde erhält ſich ſomit ein gut Stück alten Herkom=

und bekämpft auch damit die allgemeine Not, indem die
Geſchäftswelt, wie auch die gaſtierenden Verkaufsbuden=
uſw
. auch in der gegenwärtigen Notzeit zur Kirchweihe
in noch einen angehenden Verdienſt haben. Unſere Kirch=
fällt
ſtets auf den Sonntag nach Maria Geburt, und findet
im kommenden Sonntag und Montag ſtatt. Dank unſerer
en Lage brachte unſere Kirchweihe ſchon immer einen ſtar=
ſtrom
auswärtiger Gäſte, beſonders vom nahen Worms,
9. Dieſes Jahr wird der Fremdenzuſtrom wohl geringer
aber bei gutem Wetter wird trotz allem ein anſehnlicher
betrieb zuſtande kommen. Sportliche Erfolge.
ils ſehr guten Erfolgen konnten in letzter Zeit verſchiedene
Schützenbrüder ihren Verein und ihren Heimatort aus=
vertreten
. Die Schützen Dr Beck und Auguſt Dörr konnten
Hauſchießen in Kleinhauſen die ſilberne Gaunadel erringen.
id die Schützen Wendel Scherer, Ph. Litters und Auguſt
rſchoſſene Ehrenſcheiben nach Hauſe brachten. Nun errang
Gauſchießen der Schützengilde Worms Schütze Gg. Scherer
onzene und Schütze Karl Schmahl ſogar die goldene Gau=
mit
der beachtenswerten. Ringzahl 152. Gut Schuß
zwei hieſige Turner kamen am Sonntag vom Oppen=
Landskronturnen preisgekrönt nach Hauſe. Im Dreikampf
irner bei 155 Teilnehmern und 91 Siegern. blieb Turner
Höfle in der Gruppe der 18. Sieger mit 35 Punkten und
Hilsheimer bei den 20 Siegern mit 33 Punkten.
d. Wallertheim 9. Sept. Der Gemeinderat ſteht mit
ezirksſparkaſſe Oppenheim wegen Gewährung eines Kredites
0000 RM. in Verbindung. Entgegen einem Antrag des
izitätswerkes Rheinheſſen, das die Gasleitung am Bahn=
ang
nach Gaubickelheim durchſchneiden will lehnte der Ge=
erat
die Durchſchneidung ab, weil das Rohrnetz des Grup=
Swerkes Flonheim vorerſt unverſehrt bleiben ſoll.
T. Neckarſteinach, 8. Sept. Fiſcherei. Wie das Jagdrecht,
auch die Fiſcherei durch ein Fiſchereigeſetz der einzelnen
* geregelt. Ein beſonderer Teil befaßt ſich mit dem Schutz
iere, um durch öffentlich=rechtliche Beſtimmungen für
tung des Fiſchbeſtandes zu ſorgen. Die verſchiedenen Ufer=
n
des Neckars haben bezüglich der Mindeſtmaße Verein=
gen
getroffen. Hiernach ſind die geſetzlichen Mindeſtmaße
ie Forelle 20 Zentimeter Naſe 20, Lachs 50, Krebs 10,
5. Barbe, Hecht, Karpfen 28, Rotauge 15, Schleie 20 Zenti=
Gemeſſen werden die Fiſche von der Kopfſpitze bis zum
des längſten Teiles der Schwanzfloſſe. Im Intereſſe der
rei und der Erhaltung, ſollten obige Ausmaße und die
Zeiten beachtet werden, da Vergehen als Zuwiderhandlun=
egen
das Fiſchereigeſetz belangt werden. Naturſchutz=
et
. Das badiſche Kultusminiſterium hat im Einvernehmen
den Geländeeigentümern die Reiherkolonie bei Zwingen=
ab
1. Oktober 1931 zum Naturſchutzgebiet vorläufig auf die
r von drei Jahren erklärt. Anregung hierzu wurde von der
chen Landes=Naturſchutzſtelle gegeben. Hiermit ſind Boden,
1zen= und Tierwelt vor Menſchenhand geſchützt. Naturfreunde
en hiermit Gelegenheit haben, auch weiterhin dieſen an
ren Gewäſſern ſeltenen Vogel beobachten zu können.

d Wimpfen, 8 Sept. Verſchiedenes. In unſerem
Badeſta chen herrſcht wieder reges Leben. Viele, Fremden, be=
ſonders
aus der badiſchen Gegend, kamen von Kochendorf, wo vor=
geſtern
letztmals in dieſem Jahre die Einfahrt ins Salzwerk vor
ſich ging. Nach Beſichtigung der Stadt nahm manche Reiſegeſell=
ſchaft
in unſerem ſchönen, gaſtlichen Städtchen Aufenthalt, wo mit
einem guten Tropfen jeglicher Art der Gaumen gelabt und der
Magen mit ſchmackhaften Speiſen widerſtandsfähig gemacht wer=
den
kann. Nach Beſichtigung der Stadt marſchierte der Reichs=
bahn
=Turn= und =Sport=Verein Mannheim gegen 11 Uhr vormit=
tags
mit klingendem Spiel durch unſer Städtchen, über unſere
Teilgemeinde Hohenſtadt nach Bad Rappenau, dem Endziel ihres
Ausfluges. Das Kneippſche Planſchbecken und das Waſſerreſervoir
mit Springbrunnen iſt jetzt fertiggeſtellt und wurde vorgeſtern
in einfacher Weiſe eingeweiht und ſeiner Beſtimmung übergeben.
Die ſo geſchaffene neue Anlage iſt eine weitere Verſchönerung und
Sehenswürdigkeit unſerer Stadt geworden. Pauſchalkuren.
Ab 15. September werden in Bad Wimpfen die beliebten Pau=
ſchalkuren
eingeführt. Zum Preiſe von 65 RM. pro Woche köngen
Kuren gegen Katarrhe der oberen Luftwege, Bronchitis, Aſthma,
gegen chroniſchen Muskel= und Gelenkrheumatismus. Neuralgien,
Gicht und Ischias durchgeführt werden. Für Kneipp=Kuren und
Erholungskuren iſt der Preis auf 55 RM. pro Woche herabgeſetzt
worden. In den Pauſchalkuren ſind ſämtliche Kurmittel. Penſion
bei vier Mahlzeiten (Zimmer mit fließendem Waſſer und Zentral=
heizung
), Kurarzt und Kurtaxe enthalten.
Au. Groß=Gerau, 9. Sept. Das Heſſiſche Künſtler=
Theater gibt auch in dieſem Jahre wieder in Groß=Gerau eine
Reihe von Gaſtſpielen. Ende September wird der erſte Theater=
abend
in Groß=Gerau ſtattfinden. Zur Aufführung gelangt der
Kreidekreis. Der Verkehrsverein für Groß=Gerau und Um=
gebung
hat in einer Vorſtandsſitzung in Anweſenheit von Direk=
tor
Mahron über die Regelung der Preisgeſtaltung Verein=
barung
getroffen.
4u. Groß=Gerau, 8. Sept. Ehrungen. Anläßlich des
85jährigen Beſtehens des Turnvereins 1846 wurden diejenigen
Mitglieder geehrt, die dem Turnverein ſchon lange angehören
oder ſich beſondere Verdienſte erworben haben. Für 50jährige
Mitgliedſchaft wurde Fritz Lämmermann mit einer Ehrenurkunde
geehrt. Der Zeugwart Konrad Seliamann wurde zum Ehrenmit=
glied
und Oberturnwart Wilhelm Völker zum Ehrenturnwart er=
nannt
. Franz Fritz wurde die Urkunde zum Ehrenvorſitzenden
überreicht. Georg Herbert ſen, wurde mit der Kreisehrennadel
ausgezeichnet. Ferner wurden mit der Kreisehrennadel ausge=
zeichnet
: Wilh. Seiler, Thomas Voigt, Ernſt Spreng. Adam
Becker und Joſef Daßbach.
An unſere blonden Leſerinnen! Wir weiſen darauf hin, daß
es jetzt ein neues Spezial=Shampov für Blondinen gibt:
Schwarzkopf Extra=Blond mit Haarglanz und Schaumbrille.
Es hellt nachgedunkeltes Blondhaar allmählich bis zu jeder ge=
wünſchten
Nuance auf und gibt ihm ſo ſeinen urſprünglichen
Blondton zurück. Sie erhalten Extra=Blond zu 30 Pfg. überall
dort, wo Schwarzkopf=Extra (hell und dunkel) vorrätig iſt.
Die richtige Packung erkennen Sie an dem roten Aufdruck Extra=
Blond.
WVaßs0
Br. Langen, 8. Sept. Einbruch. Vorgeſtern, am Kirch=
weihſonntag
, ſtatteten abends Einbrecher der Milchhandlung Heuß
einen Beſuch ab. Sie drangen von der hinteren Seite in das an
der verkehrsreichen Bahnſtraße gelegene Haus, drückten eine
Scheibe an der Ladentür ein und durchſchnitten die Klingelleitung.
Aus der Wohnſtube nahmen ſie die Kaſſette mit einer größeren
Summe Geldes, den Sparkaſſenbüchern und Verſicherungen. In
der Schlafſtube nebenan ſchlief Frau Heuß, die nichts merkte. Auch
hat der große Hofhund die Einbrecher nicht gemeldet.
z. Offenbach, den 9. September. Zur Oberbürgermeiſter=
wahl
. Es ſteht nun feſt, daß für die Wahl eines Oberbürgermeiſters
im November nur unſer bisheriger Oberbürgermeiſter in Frage kommt.
Der Oberbürgermeiſter hat ſich zur Annahme einer Wiederwahl auch

Ue elten eie ere ie Wuechtehi ch
ſchreibt aber ſchon, was faſt unbekannt iſt, ſeit Jahrzehnten vor, daß
Bürgermeiſter nicht verpflichtet ſind, eine Wiederwahl anzunehmen,
wenn der Stadtrat vor dieſer Wahl beſchloſſen hat, den zuletzt be=
zogenen
Gehalt des Oberbürgermeiſters herabzuſetzen. Er hat wenn
dies geſchieht, Anſpruch auf Ruhegehalt und braucht eine Wiederwahl
nicht anzunehmen. So kann man es faſt verſtehen, wenn ſich heute der
Oberbürgermeiſter weigert, ſich im Gehalt kürzen zu laſſen, ſo lange
die übrigen Bürgermeiſter der Stadt weiter im Genuß ihrer gegenwär=
tigen
Bezüge bleiben. Hie muß eine höhere Gewalt eingreifen, die nach
dem Muſter der preußiſchen Notverordnung auch die Wahlbeamten der
Städte neu einſtuft. In Erwartung einer ſolchen Notverordnung
Heſſens hat der Ausſchuß des Stadtrats ſeine Entſcheidung vorerſt
auf zwei Wochen vertagt. Die Wiederwahl Granzins dürfte dann
ſicher ſein. Von den 53 Stimmen des Stadtrats wird er die 16 ſozial=
demokratiſchen
und fünf Stimmen der Stadtverwaltung erhalten, und
was von dieſen A1 bis zur Mehrheit, die N Stimmen beträgt, noch
fehlt, wird er gewiß aus den anderen Parteien an ſich ziehen, wenn
man über ſeine künftigen Bezüge im klaren iſt. Unverſöhnliche Gegner
ſind nur die 13 Kommuniſten und die 2 Nationalſozialiſten. Die übri=
gen
Parteien werden es, ſo weit dies irgend möglich iſt, in der
heutigen Notzeit vermeiden, neben dem dienſtuenden Oberbürgen
meiſter noch einen weiteren zu beſolden, der im Ruheſtand lebt. Zu dem
im Ruheſtand lebenden Oberbürgermeiſter Dr. Dullo käme ſonſt noch
ein zweiter. Erwähnenwert iſt noch, daß die Witwe des Oberbürger=
meiſters
Stölting, der bis zum Jahre 1888 die Geſchicke Offenbachs
leitete, noch heute hochbetagt in der Schweiz lebt.
P Rüſſelsheim, 9 Sept. Der Mitteilhaber der Opel=
werke
, Dr. Fritz Opel, erbaut zurzeit am Mainufer in der
Nachbarſchaft der hiſtoriſchen mittelalterlichen Feſtungswerke von
Rüſſelsheim eine ſchloßähnliche Villa. Die Arbeiten werden von
dem Bauunternehmer Riedinger=Rüſſelsheim ausgeführt.
m. Aus dem Lande, 8. Sept. Vom Steuerzahlen. Von
den Geld empfangenden Stellen wird ein endloſes Lied geſungen
von der Läſſigkeit der Steuerzahler. Die letztere iſt aber nicht
pure Läſſigkeit, ſondern die Folge von einer anderen Läſſig=
keit
, von der hier kurz die Rede ſein ſoll. Ehe man Steuern
bezahlen kann, muß man deren Betrag kennen, und damit ſiehts
oft ſehr wendig aus. Sprechen wir erſt von den Gemeinde=, Kreis=
und Provinzialumlagen und der vorläufigen Sondergebäudeſteuer.
Der Steuerzettel für das vorige Jahr kommt dieſes Jahr;
die erſte Rate wäre fällig im Februar, der Steuerbeſcheid kommt
aber erſt Ende April oder Anfang Mai, und nun ſoll ziemlich
jeden Monat eine Rate bezahlt werden. Dann die Kirchenſteuer.
Laut Kirchenſteuerbeſcheid ſind die Raten zu bezahlen am 15. Mai,
15. Auguſt, 15. November, 15. Februar. Wir ſchreiben jetzt Sep=
tember
, zwei Raten ſollten bezahlt ſein, aber der Kirchenſteuer=
beſcheid
iſt noch nicht überall da nun ſoll auch hier im Galopp
bezahlt werden, und zur Gemeindeſteuer geſellt ſich die Kirchen=
ſteuer
Wenn auf dem Gebiet der Einkommenſteuer ſchon Nach=
zahlungen
zu leiſten waren, gabs da ähnliche Häufungen, und da=
mit
Schwierigkeiten für den Steuerzahler. Letzterer wäre oft neu=
gierig
, zu wiſſen, wie das eigentlich kommt. Wo hängt da nun
die Verzögerung. Wohl weiß man, daß die Voranſchläge mancher
Gemeinden, die im April zu laufen beginnen, erſt im Spätjahr
reif werden. Daran allein kann es aber nicht hängen. Die Oef=
fentlichkeit
hat wirklich ein Intereſſe daran, über die oben ange=
deuteten
Rätſel aufgeklärt zu werden. Und die eingangs er=
wähnten
Klagen würden, zum Teil wenigſtens, verſtummen, wenn
die ſteuerlichen Verpflichtungen hübſch langſam und in den üb=
lichen
Abſtänden erfüllt werden könnten, anſtatt der ziemlich regel=
mäßig
jedes Jahr wiederkehrenden Häufungen.

Rheinheſſen.

Ad. Bodenheim, 9. Sept. Ein Geſpenſt, das in letzter
Zeit des abends verſchiedene Dorfſtraßen unſicher machte, wurde
in Geſtalt eines jungen Burſchen entlarvt, der die Spuk= Klei=
dung
wählte, um beſſer zur Auserwählten gelangen zu können.
Bei der Entlarvung erhielt das Geſpenſt einige Vergißmeinnicht
mit auf den Weg.
Ah. Kempten a. Rh., 8 Sept. Schießerei. In der Nacht vom
Sonntag auf Montag wurde in Kempten zwiſchen 11 und 1 Uhr von
einem unbekannten Schiffer auf Straßenpaſſanten geſchoſſen, wobei der
24 Jahre alte Bernhard Duch aus Kempten einen nicht ungefährlichen
Bruſtſchuß erhielt. Die Gendarmerie hat im Verein mit der Rheinſtrom=
polizei
Recherchen angeſtellt und ermittelt, daß der Schießheld auf einem
franzöſiſchen Rheindampfer Montain bedienſtet iſt und Heinrich
Scheurmann heißt, der am 30. 1. 99 in Eberbach geboren iſt. Scheur=
mann
wurde noch in der Nacht vom Schiffe herunter verhaftet.
Ad. Flonheim, 7. Sept. Stillegung des Gaswerks. Die
Verhandlungen des Elektrizitätswerkes Rheinheſſen mit den dem Gas=
werk
Flonheim angeſchloſſenen Gemeinden ſind zum Abſchluß gekommen.
Dadurch wird das Gaswerk Flonheim ſtillgelegt, und die teilnehmenden
Gemeinden erhalten für ihre Zuſtimmung eine kleine Abfindung, ſowie
das Rohrnetz, das, wie verlautet, nach Einrichtung eines neuen Gas=
werkes
weitere Verwendung finden foll.

Aus Oberheſſen.

Bg Vilbel 9. Sept. Seit Sonntag ſteht hier im Volkshauſe
die Heſſiſche Wanderausſtellung für Volksgeſundheit und Volks=
fürſorge
zur Schau. Sie wurde durch einen längeren Vortrag des
Herrn Präſidenten Dr. Neumann, der von geſanglichen Darbie=
tungen
umrahmt war, eröffnet. Eine Reihe von aufklärenden
Veranſtaltungen iſt mit der Ausſtellung verbunden. So ſprach
geſtern abend Herr Dr. Hartleib aus Bingen in feſſelnder Weiſe
über Krebskrankheiten. In gemeinverſtändlicher und doch feſſeln=
der
Form ſprach er im überfüllten Saale des Volkshauſes über
das Auftreten die Erſcheinungsformen, die Vererbungsmöglich=
keit
und die Behandlungsmöglichkeiten dieſer tückiſchen Krankheit.
Anſchließend erläuterte er an Hand zahlreicher Lichtbilder ſeine
Ausführungen.
h. Gießen, 8. Sept. 220 Meiſterbriefe für Jungmeiſter
in Oberheſſen. Im Beiſein der Vertreter der Regierung, der
Hendwerkskammer Darmſtadt, der Provinzial= und Kreisbehörde, der
Stadt und des Gewerbevereins fand vorgeſtern die feierliche Ueberrei=
chung
der Meiſterbriefe an Jungmeiſter und Jungmeiſterinnen der Pro=
vinz
Oberheſſen ſtatt. Nach den vorausgegangenen Prüfungen wurden
zu Meiſtern ernannt: 34 Elektriker, 30 Schreiner, 26 Bäcker, 16 Maurer,
je 15 Metzger und Schuhmacher 12 Weißbinder, 11 Bauſchloſſer 8
Schneiderinnen, 7 Maſchinenſchloſſer 4 Zimmerer, je 3 Friſeure, Sattler,
Polſterer, Inſtallateure Spengler, Wagner Schriftſetzer und Automecha=
niker
, je 2 Schmiede, Werkzeugſchloſſer Uhrmacher und Steinhauer je
1 Müller Weißzeugnäherin, Lackierer und Pflaſterer. Die Glückwünſche
des Miniſters überbrachte Bauunternehmer Becker, für die Handwerks=
kammer
ſprach Obermeiſter Heß=Friedberg, für den Ortsgewerbeverein
Obermeiſter Löber=Gießen. Jungmeiſter Baumann dankte namens der
neuen Meiſter und Meiſterinnen.
Geſchäfkliches.
Zeit iſt Geld, denn Zeit ſpart Geld. Dieſes Wort iſt ſchon
alt. Aber wie viele Leute opfern Zeit wie Geld unnötigen Din=
gen
bei denen ſie beides ganz erheblich ſparen könnten. Ich
möchte nur ein Beiſpiel herausgreifen: Fleiſchbrühe. Deren Her=
ſtellung
aus friſchem gutem Fleiſch erfordert ſtundenlanges Kochen
und iſt nicht billig. Wie ſpielend leicht aber kann man ſich den Genuß
einer appetitlichen und belebenden Bouillon verſchaffen. Man
löſt einfach einen Maggi=Fleiſchbrühwürfel in ½ Liter kochendem
Waſſer auf und eine gute Fleiſchbrühe iſt fertig zum Gebrauch
als Trinkbouillon, zum Kochen von Gemüſen, zur Bereitung von
Suppen und Soßen. Maggi’s Fleiſchbrühwürfel ſollten in jedem
Haushalt ſtets vorrätig ſein, denn ſie ſind gut, praktiſch und billig.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 37. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterle.
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
DIfe Gphne
gefallen, und zwar ſe einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.

8. September 1931
26. Ziehungstag.
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewimne m 10000 M. 230862
8 Gewinne zu 5000 M. 18127 51098 136478 138341
24 Gewinne u 3000 M. 11907 19402 88836 106108 130129 176064
192508 220210 265496 299674 34 1401 373100
58 Gewinne zu 2000 M. 64232 70023 100306 112231 119980 193483
204721 208164 211614 214945 216183 233788 249434 261688 263267
269480 300608 303480 306004 311436 318163 330486 338070 339279
376212 380262 386337 390641
122 Gewinne zu 1000 M. 5778 7249 12112 12177 16770 26711 54427
58831 62797 63879 70208 96065 108686 106177 110397 123947 135881
138184 142886 149602 163380 165003 164049 167361 172499 176619
184994 195376 203468 207508 213360 214260 216805 219317 221327
2036 19 224696 225160 235784 236332 238671 543437 547146 361234
272738 276656 286637 297382 301188 308808 310181 316376 316786
356568 359150 376387 880681 383176 388606 890120 398620
188 Gewinne zu 600 M. 12225 12816 12985 23662 38820 44312 48673
52065 58276 60203 62905 70999 71734 72398 73439 73683 76794
86149 89019 94842 99989 105511 114618 123892 126318 128129
133748 194724 136808 139811 143297 161188 163198 166767 168481
182250 172418 175647 179005 180640 183136 191816 192006 192819
194010 200363 200689 206849 213220 213933 218873 005545 02 7325
230638 236002 235636 240914 244614 247028 549430 258 178 262644
253041 253969 257627 260780 268095 268488 282495 297167 298720
304237 306484 31854 318626 326285 328468 330067 331680 339035
339233 340120 341302 366776 365142 369834 371349 374366 386677
388074 392309 394827 395049 385353
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
4 Gewinne zu 25000 M. 316632 374724
2 Gewinne zu 10000 M. 264818
4 Gewinne zu 5000 M. 190279 234995
16 Gewinne zu 3000 M. 21590 66964 189682 222777 254313 299067
339826 358663
50 Bewinne zu 2000 M. 2587 37322 53238 66804 73240 102962
111587 125432 160543 213866 219694 232678 239867 264117 283267
287071 282551 302872 3072365 322427 323883 337069 370076 372781
382068
86 Gewinne m 1000 M. 23247 25803 26933 36486 47003 49692 66281
104064 104583 110017 118248 118880 121232 148284 154571 167620
191510 196611 201820 223374 239693 242986 26 1261 263047 053726
272413 274683 082567 287188 2954 19 296977 300275 301893 302338
309025 316452 317364 324545 339226 339806 365388 369642 391840
186 Gewinne zu 500 M. 2653 6267 6719 18061 39972 64037 55420
58139 60657. 69906 73277 74772 75463 83587 85821 8690ß 86878
86978 91540 93238 98658 99232 99605 112426 120708 135976 140838
149845 163653 178007 179918 183660 193268 12690 218853 219620
200405 200667 224580 235221 239400 245575 251146 267648 274381
277667 282070 284386 287464 290824 304079 306267 30 7381 331621
333466 345864 352821 354783 367188 358246 361269 363800 378671
383982 385392 387413 390669 397358
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne
zu te 200000, 2 zu je 50000, 6 zu je 25000, 24 zu je 10000,
54 zu je 5000, 108 zu je 3000, 270 zu je 2000, 556 zu je 1000,
876 zu je 500, 2518 zu je 400 Mark.

In der Küche sbanen

Schon wenige Tpopfen geben schwachen Suppen, Soßen, Gemüsen und Salaten kraftigen
Wohlgeschmack. Vorteilhaftester Bezug in großer Originalflasche Nr. 6.-

Ventangen Sie ausdrücklich MAGGis Wiinge

[ ][  ][ ]

Leutnant G. H. Stainsforth.
Nebenſtehend: Das Vickers=Super=Marineflugzeug
wird zu Waſſer gebracht.
Beim Training zum Schneiderpokal=Wettbewerb erreichte der engliſche Fliegerleutnant G. H. Stainsforth die Rekordgeſchwindigkeit von 724 Stund
kilometern, d. h. 130 Kilometer mehr als der bisherige Rekord des engliſchen Fliegers Orlebar. Bei ſolcher Geſchwindigkeit wäre es möglich, inn
halb von 6 Stunden von Europa nach Amerika zu fliegen.

Berliner Ehrungen für den 100jährigen Wilhelm Raabe.

Die Spreeſtraße in Berlin erhält ihren neuen
Das Wilhelm=Raabe=Haus in der Spree=
Namen Sperlingsgaſſe.
ſtraße 11 im Girlandenſchmuck.
Aus Anlaß des 100. Geburtstages des großen deutſchen Dichters Wilhelm Raabe wurde das Haus,
in dem Raabe 1854 bis 1855 gewohnt und ſeinen weltberühmten Roman Chronik der Sperlings=
gaſſe
geſchrieben hatte, mit Blumen und Kränzen feſtlich geſchmückt. Die Spreeſtraße wurde auf
den Namen Sperlingsgaſſe wieder umbenannt.

Das Poſt=Lufttorpedo des Berliner Erfinders Richard Pfautz (Porträt links).
Ein Berliner Ingenieur, Richard Pfautz, hat dem Reichspoſtzentralamt ein Projekt unterbreitet,
nach dem durch ganz Deutſchland ein Netz von Drahtſeilanlagen geſpannt werden ſoll, an dem
beſonders konſtruierte Lufttorpedos in bisher ungekannter Geſchwindigkeit Poſtſendungen befördern
ſollen. Es ſoll ſo möglich ſein, Briefe innerhalb von 2 bis 3 Stunden von einer Grenze Deutſch=
lands
zur anderen zu ſchicken.

Bahnpoſtwagen durch Feuer vernichtet.
Fulda. Unweit der Station Flieden geriet
in der vergangenen Nacht ein Poſtwagen des
Perſonenzuges 869 FrankfurtLeipzig in Brand.
Der größte Teil der Poſtſäcke und Pakete wurde
vernichtet. Die Höhe des Schadens ſteht noch
nicht feſt. Der völlig ausgebrannte Poſtwagen
wurde ausrangiert.
Mit dem Kinderſtuhl zu Tode gefallen.
Simmern (Hunsrück). Ein 1½jähriges
Kind wurde in Abweſenheit der Eltern von
einem älteren Mädchen beaufſichtigt. Das kleine
Kind ſaß in einem Kinderſtuhl und drückte wahr=
ſcheinlich
mit den Beinchen gegen den dicht dabei
ſtehenden Tiſch, ſo daß der Kinderſtuhl umfiel.
Dabei ſtürzte das Kind ſo unglücklich, daß es das
Genick brach und ſofort tot war.

Kirche und Devaheim=Sparer.
Ein Aufruf des evangeliſchen
Kirchenrates.
Berlin. In Uebereinſtimmung mit einer
an alle deutſchen Landeskirchen ergangenen An=
regung
des Präſidenten des deutſchen evangeli=
ſchen
Kirchenausſchuſſes hat der evangel. Ober=
kirchenrat
in Berlin in einem Erlaß an die Ge=
neralſuperintendenten
zur Unterſtützung des
Hilfswerks der Notgemeinſchaft der inneren Miſ=
ſion
für die Devaheim=Sparer aufgerufen. Dieſe
Notgemeinſchaft hat ſich in voller Unabhängigkeit
von den Organiſationen, der inneren Miſſion
unter dem Vorſitz von Generalſuperintendent
1). Dr. Dibelius und Staatsſekretär a. D. Hoff=
mann
ſoeben endgültig konſtituiert, um der Not
der Geſchädigten nach beſten Kräften zu ſteuern.

Gasakkenkal
auf den unbequemen Zengen.
Liegnitz. Vor einiger Zeit wurde in G.
Jänowitz ein Melkerlehrling von dem Sohn
Rittergutsbeſitzers Günther erſchoſſen. Der O.
ſchweizer Hartwig, der dabei zugegen gewe
und dem eine zweite Kugel Günthers am 6
vorbeigeflogen war, hatte gegen den jun
Günther ſo ungünſtig ausgeſagt, daß die
nachdem er am Tage nach der Tat bereits wie
in Freiheit geſetzt worden war, von neuem
haftet wurde. In der Nacht zum Mitty
hat ſich nun anſcheinend in Verbindung da
ein neuer eigenartiger Vorfall ereignet. H
wig, der mit ſeiner Familie am Dienstag ab
zeitig zu Bett gegangen war, erwachte plöt
in der Nacht durch einen ſchweflig=ſüßen Ger
der ihn und ſeine Angehörigen beinahe beté
hätte. Es gelang ihm noch, die Tür zu öff
und die Nachbarn zu wecken. Die Gaſe ſind
einem Schlauch durch ein undichtes Fenſter
die Stube eingeführt worden. Die polizeili
Ermittlungen ſind noch im Gange.

Schwanzloſes Flugzeug Hermann Köhl‟
in Berlin gelandet.
Berlin. Die von dem Flugzeugkonſtruk
Alexander Lippich gebaute ſchwanzloſe Maſck
zu der der Ozeanflieger Hauptmann Köhl
Anregung gegeben hat, traf am Mittwoch
mittag unter Führung des bekannten A
rekordſegelfliegers Groenhoff um 17.
auf dem Berliner Zentralflughafen ein, wo
zunächſt einige Tage verbleiben ſoll, um 4
der Deutſchen Verſuchsanſtalt zur Abnahme
fung übergeben zu werden. Dieſe Konſtruk
iſt bereits in mehreren Probeflügen auf
Waſſerkuppe ausprobiert worden und hat
dabei glänzend bewährt. Vor allem waren
Flugeigenſchaften der kleinen Maſchine
mißt 13 Meter Spannweite ganz hervorral
gegenüber den bisherigen Konſtruktionen.
der ging der Ueberführungsflug von der Wa
kuppe nach Berlin nicht ſo reibungslos von
ten, ſondern der 28 PS ſtarke Briſtol=Che
Motor, der ſich bisher vorzüglich bewährt he
ſtreikte auf dieſer Reiſe und gab zunächſt
Dienstag in der Nähe von Köthen und
dem Weiterflug im Laufe des Mittwochs
anlaſſung zu einer Notlandung in der Nähe
Ludwigsfelde. Groenhoff wird nun zunächſt
ſuchen, den Motor in Ordnung zu bringen
wird dann die Maſchine weiteren Kreiſen
führen.
Die Tokiofliegerin Miß Amy Johnſon
nach London geſtartet.
Berlin. Die Tokiofliegerin Miß Amy J
ſon ſtartete geſtern früh 8.18 Uhr mit ihrem
gleiter Humphreys vom Zentralflughafen 2
pelhof mit ihrer kleinen Puß Mots
Lympne, dem Zollhafen von London. Der S
der anfangs auf 7 Uhr feſtgeſetzt war, mußte
folge des ſtarken Bodennebels, der erſt bei
gehender Sonne wich, auf 8,19 Uhr verſch
werden.
Zivilprozeß Glade gegen Stinnes
nach Duisburg und Hamburg überwieſen
Berlin. Vor der 18. Zivilkammer
Landgerichts I unter Vorſitz von Landgeri
direktor Schleifer ſollte am Mittwoch der
Zivilprozeß zur Verhandlung kommen, der
aus dem Komplex Stinnesurteil ergeben
Der jetzige Rechtsanwalt Glade klagt, wie
kannt, gegen Stinnes und Rechtsanwalt
wer eine Rechtsſumme von 16000 Mark ein
ihm Stinnes noch ſchulde. Die Klage grü
ſich auf die Behauptung Glades, er habe 4
juriſtiſche Mitarbeit die Verteidigung unterſ
Die Beklagten erhoben die Einrede der örtl
Unzuſtändigkeit des Berliner Gerichts und
klärten, es ſei für den in Mülheim a. R.
nenden Beklagten Hugo Stinnes das Landge
Duisburg und für den Beklagten Rechtan,
Samwer das Hamburger Gericht zuſtändig.
knapp einſtündiger Verhandlung, in der e
lebhaften Auseinanderſetzungen zwiſchen den
derſeitigen Rechtsbeiſtänden, den Rechtsanwe
Dr. Frey und Wygodzinſki, kam, verkündete
Gericht den Beſchluß, daß die Klage gegen
nes an das Landgericht Duisburg und die K
gegen Rechtsanwalt Stamwer an das zuſtän
Landgericht in Hamburg zu überweiſen ſei.
Die Rückfahrt des Nautilus.
Longyear City. Das Arktis=Ante
boot Nautilus wird vermutlich in ein
Tagen ſeine Fahrt fortſetzen, Profeſſor Sperd
der Deutſche Villinger und der Amerikaner S
ſind in der vorvergangenen Nacht mit ei
norwegiſchen Dampfer nach Harſtad abge:
Wie Aftenpoſten meldet, wird dies dahin
deutet, daß Nautilus entweder diret
Amerika oder auf der Route über Island fal
wird.

Seite 8

36. Deutſcher Juriſtenkag in Lübell.
Lübeck. Der 36. Deutſche Juriſtentag wurde
mit einer Plenarſitzung am Mittwoch nachmittag
im Lübecker Stadttheater eröffnet. Bürgermeiſter
Löwigt hieß die Gäſte willkommen. Eine große
Anzahl von Juriſten aus Deutſchland und Oeſter=
reich
ſowie eine Reihe offizieller Vertreter von
Lübeck waren anweſend. Als Vertreter des
Reichsjuſtizminiſteriums nahm Dr. Joel an den
Verhandlungen teil. Außerdem ſind Vertreter
des preußiſchen Juſtizminiſteriums, des baye=
riſchen
Juſtizminiſteriums und öſterreichiſchen
Bundesminiſteriums für Juſtiz ſowie des
Reichswirtſchaftsminiſteriums anweſend. Die
Fachberatungen ſind äußerſt umfangreich. Sie
beſchäftigen ſich vor allem mit Fragen, die durch
die neuzeitliche Geſtaltung der Dinge aufgewor=
fen
und ſpruchreif geworden ſind. Man wird in
fünf Abteilungen verhandeln. Die Richterver=
bände
, nämlich der Deutſche Richterbund und der
Preußiſche Richterverein, haben, wie ſchon ge=
meldet
, beſchloſſen, zu dem Juriſtentag Vertreter
nicht zu entſenden. Durch die vorgenommenen
Gehaltskürzungen und die noch weiter zu er=
wartenden
Kürzungen der Gehälter der Richter
und höheren Juſtizbeamten müßten die Beiträge
zu den Verbänden geſenkt und alle nicht unbe=
dingt
erforderlichen Ausgaben zurückgeſtellt wer=
den
. Die wirtſchaftliche Lage gerade der höheren
Juſtizbeamten ſei derart kataſtrophal gewor=
den
, daß auf eine Vertretung bei den gegen=
wärtigen
Beratungen, ſo wichtig ſie auch ſeien,
verzichtet werden müſſe.

Mord an einem Feldſchützen.
Frankfurt a. M. Am Mittwoch nach=
mittag
wurde der Flurſchütz Hattemer in den
Feldern zwiſchen Kalbach und Bonames er=
ſchoſſen
aufgefunden. Hattemer befand ſich mit
ſeinem Rad auf einem Dienſtgang und iſt offen=
bar
von Obſtdieben, die er ſtellen wollte, nieder=
geſchoſſen
worden. Die Mordkommiſſion nahm
ſofort am Tatort die Ermittlungen auf. Der
Beamte, der in Kalbach wohnt, begab ſich am
Mittwoch nachmittag kurz vor 4 Uhr in Be=
gleitung
ſeines kleinen Sohnes von Bonames
kommend, nach Kalbach. Unterwegs ſtellte er
zwei junge Männer, die ſich an Nußbäumen zu
ſchaffen machten. Er fragte die beiden Unbe=
kannten
, was ſie an den Bäumen zu ſuchen hät=
ten
. Hierauf zog einer der jungen Leute einen
Revolver und ſchoß den Feldhüter nieder. Die
Täter ergriffen hierauf die Flucht. Der Junge
benachrichtigte ſofort Bekannte, die die Gen=
darmerie
und die Mordkommiſſion alarmierten.
Bis jetzt konnte noch keine Spur von den beiden
flüchtig gegangenen Verbrechern entdeckt werden.
Kiesbagger in den Rhein geſtürzt.
Düſſeldorf. In der Höhe von Monheim
ereignete ſich am Dienstag bei Baggerarbeiten
im Rhein ein bedauerlicher Unglücksfall. Ein auf
einem Kiesnachen montierter Dampfbagger
ſtürzte plötzlich in den hier etwa fünf Meter tie=
fen
Rhein. Während es dem Kranführer gelang,
ſich in Sicherheit zu bringen, konnte ſich der Hei=
zer
aus dem Kranhäuschen nicht mehr befreien
und ertrank. Rettungsverſuche waren erfolglos.
Man hofft, den Bagger nach Eintreffen eines
Hebeſchiffes zu bergen.
Zigarettenſchmuggler feſtgenommen.
Re magen. Der wilde Handel mit ge=
ſchmuggelten
belgiſchen und holländiſchen Ziga=
retten
und anderen Tabakwaren iſt bereits bis
an die Ahr vorgedrungen. Erſt kürzlich gelang
es verkleideten Grenzbeamten, die zwei Schmugg=
lern
bis nach Sinzig unauffällig gefolgt waren,
mit Hilfe der örtlichen Polizei die Schmuggler
vor einer großen Fabrik zu ſtellen und die Zi=
garetten
zu beſchlagnahmen. Die Schmuggler
warteten vor der Fabrik bei Arbeitsſchluß auf
die Arbeiter, denen dann billige Rauchwaren
verkauft wurden In dieſer Woche iſt es auch
in Bad Neuenahr gelungen, einen Schmuggler
zu ſtellen, dem 2650 Zigaretten abgenommen wer=
den
konnten.
Unregelmäßigkeiten bei der Hagener Straßen=
bahn
. Ein früherer Generaldirektor verhaftet.
Hagen. Gegen den früheren Generaldirek=
tor
der Hagener Straßenbahngeſellſchaft, Pforte,
ſchwebt ſeit längerer Zeit wegen verdächtiger
finanzieller Gebarung ein förmliches Diſziplinar=
verfahren
. Im Verlaufe der Unterſuchungen
wurde feſtgeſtellt, daß Pforte 250 000 Mark ohne
Belege aus dem Dispoſitionsfonds entnommen
hat, über deren Verwendung er keine Auskunft
geben kann. Wie verlautet, iſt gegen Pforte jetzt
das Strafverfahren eingeleitet worden.

Zum 125. Todeskag des Dichkers
Johann Ankon Leiſewih.

Nummer 251

Johann Anton Leiſewitz,
er deutſche Sturm= und Drangdichter,

deſſen

rauerſpiel Julius von Tarent (1776) größten
influß auf Schillers Räuber hatte, ſtarb vor
5 Jahren, am 10. September 1806, in Braun=
weig
. Er war am 9. Mai 1752 in Hannover
boren u. gehörte dem Göttinger Hain=Bund an.

Donnerstag, den 10. September 1931

[ ][  ][ ]

Seite 9

von Donnerstag. 10. September
bis Dienstag, 15. September

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(V.13053

ter 251

Donnerstag, den 10. September 1931

Ear ,Jchmuggel=Museum in Beelin
jie hniſche Phankaſie der Schmuggler. Was das Schmuggel=Muſeum lehrk. Tabak und Kokain.
Särge mit doppelken Böden. Das Auko als Schmuggellager. 1000 raffinierte Mitkel.

alle ſechs Trommeln gehenden Achſe drehen laſſen. Bekommt
alſo eine der Trommeln ein Leck, ſo wird dieſe Trommel einfach
nach oben gedreht, das Waſſer ausgepumpt und das Leck repa=
riert
. Nur eine der mittleren Trommeln, in der ſich der Motor
befindet, iſt ſtationär. Von dieſer Trommel geht auch bis zu
einer Tiefe von 5 Metern ein 5 Zentner ſchweres Loteiſenſtück in

Gegen das Ueberhandnehmen des Schmuggels
an den deutſchen Grenzen ſind erneut ſcharfe
Maßnahmen getroffen.
schmuggel beſonders an der Weſtgrenze Deutſchlands
erhand, und erſt in jüngſter Zeit ſind erneut ſcharfe
en gegen den Schmuggel von Waffen getroffen worden,
it Recht annimmt, daß die bei den politiſchen Kämpfen
Waffen zum Teil aus dem Auslande ſtammen dürften.
r Zeit wurde wieder eine Kokain=Bande verhaftet, die
Ychgift auf ungeſetzlichen Wegen nach Deutſchland zu
rſuchte, denn der Verkauf von Kokain iſt auch in dieſen
rtſchaftlicher Not noch ein gutes Geſchäft. Tabak, der
(e ſtark verteuert iſt, gilt auch als ſehr günſtiges
(objekt. Daneben gibt es tauſend Dinge des täglichen
die aus dem Ausland über die Grenze gebracht wer=
daß
die hohen Zölle bezahlt werden.
ampf gegen den Schmuggel iſt in Deutſchland vorzüg=
iſiert, aber die erfinderiſche Phantaſie der Schmuggler
ier neue Mittel und Wege zu finden, um ihr ver=
es
Gewerbe zu betreiben, bis die Behörden hinter die
cks gekommen ſind, und die Herren Verbrecher wieder
nen müſſen. Im Weſentlichen aber werden in immer
wandlungen die alten Künſte und Liſten verwertet, ſo=
zVerſtecke
, die ganz neuartig erſcheinen, nur moderne‟
te lter bekannter Schmuggelmaßnahmen ſind. Nun iſt in
wi Schmuggel=Muſeum begründet worden, das ledig=
fir
ie Unterweiſung der Zollbeamten von den Zollbehör=
eichtet
wurde, und wo alle die 1000 raffinierten Mittel
ſoden der Schmuggler geſammelt und ausgeſtellt ſind.
ſerden die zum Teil vorzüglichen Verſtecke gebracht, in

Schmuggelware beliebt. In den großen Reſervereifen, die an
jedem Auto angebracht ſind, laſſen ſich beträchtliche Mengen von
Tabak unterbringen und in den entſprechenden Gefäßen Spiri=
tus
und andere Dinge, die begehrt und gut bezahlt werden.
Die Zahl der Schmuggelverſtecke iſt natürlich noch viel grö=
ßer
. Beſonders konſtruierte Streichholzſchachteln, hohle Schlüſſel
und tauſend andere Dinge dienen der Beförderung von unrecht=
mäßig
über die Grenze gebrachtem Gut. Im Kriege wurden
ſogar Fünfmarkſtücke auseinandergeſchnitten und ausgehöhlt,
um darin wichtige Mitteilung über die Grenze zu bringen.
Schuhſohlen und Schuhabſätze dienten ähnlichen Zwecken und
werden auch heute noch hin und wieder für den Schmuggel von
koſtbaren Waren von geringer Ausdehnung verwendet.

Von dem Evangeliſchen Volkskag in Frankfurk d. M.

Waren über die Grenze heimlich gebracht werden ſol=
gebracht
worden ſind. Aus ihnen kann der Grenz=
amt
rnen, wie oft harmloſe‟ Gegenſtände koſtbare Waren
gwelchen Geheimfächern bergen, und er wird ſchnell in
ſein, durch einige Handgriffe die Gegenſtände auf Herz
n zu prüfen. Da gibt es Koffer und Taſchen, die ver=
ppelböden
oder Ueberzüge aufweiſen, in denen ſich aller=
dergen
läßt. Kokain nimmt wenig Platz ein, und ein
ſehnlicher Handkoffer, der richtig eingerichtet iſt, kann
ächtliche Mengen des Rauſchgiftes in ſich bergen. Auch
2 feierlichſten Dingen darf der Beamte nicht Ehrfurcht
er nn die Schmuggler ſchrecken nicht davor zurück, ihre
lbſt in Särgen mit doppelten Böden über die Grenze
bwn, die ſie ſchluchzend als trauernde Hinterbliebene be=
Sie hoffen, daß die Beamten ihre Trauer achten und
u ſelligt laſſen werden. In Wirklichkeit aber ſind ſie
uurig noch hinterblieben, ſondern ſie ſind ganz einfach
ſeiten auf das taktvolle Empfinden der Beamten. Die
Dame, die mit einem kleinen Reiſetäſchchen und einem
d der Hand über die Grenze kommt, erweckt gewiß keinen
zumal körperliche Unterſuchungen keine Schmuggelware
fördern. Das Handtäſchchen, das allerdings die Auf=
eit
des Zollbeamten auf ſich gelenkt hat, erweiſt
als völlig harmlos, ſo daß an dieſer Reiſen=
s
zu beanſtanden iſt. Trotzdem aber iſt ſie eine ganz
e Schmugglerin, denn das Kind hat eine Puppe in der
zun 1 i nettes kleines Spielzeug, wie es Kinder auf Reiſen bei
n, um ſich damit zu beſchäftigen. Wenn der kluge Be=
Sr durch tauſend Schliche der Schmuggler gewitzigt iſt,
2Puppe einer kleinen Unterſuchung unterziehen zu dür=
11 iſt die begleitende Mutter meiſt empört über dieſe Be=
eines
Kindes. Aber das Schmuggelmuſeum, wo der=
Suppen ausgeſtellt ſind, zeigt, daß der Beamte durchaus
2 Unrecht war, denn im Kopf, in den hohlen Armen und
er Puppe ſowie in dem ſchönen Körper, der aus leich=
omaſſe
beſteht, befinden ſich beträchtliche Mengen von
de der anderen Schmuggelwaren, die bei verhältnismäßig
ſeris Ausdehnung großen Gewinn bringen. In der Kriegs=
de
an der Schweizer Grenze ein ſehr eleganter Herr
iM, der Konfekt bei ſich hatte. Der Beamte wurde ſtutzig,
2Nann in der Schweiz Konfekt hätte kaufen können, ſoviel
und er brach eine große Kognakkirſche auf. Anſtelle
he befand ſich aber in dieſer Schokoladenhülle ein großer
und die weitere Unterſuchung ergab, daß es ſich um das
Konfekt der Welt handelte, denn die zwanzig Stückchen
de ſtellten einen Wert von ungefähr 100 000 Mark dar.
e4)ird allerdings anders geſchmuggelt, da es ſich meiſt um
bec inde handelt, die in Maſſen über die Grenze gebracht
ger 1 müſſen. Darum iſt heute das Auto als Verſteck für

Das unſinkbare Rettungsboot Albert Siggs
auf dem Main bei Frankfurt.
Der deutſche Techniker Albert Sigg hat ein Rettungsboot
ganz neuartiger Konſtruktion erbaut, das jedem Wetter
ſtandhalten kann. Das Boot hat einen verſtellbaren
Tiefgang bis zu 3,80 Meter und beſitzt neben einem
Motor ein Segel, mit dem es in einer Schnelligkeit von
etwa 15 Kilometer die Stunde fahren kann.
das Waſſer hinab, wodurch ein Kentern des Bootes vollkom=
men
verhindert wird. Auf dem ſogenannten Trommelrumpf
befindet ſich noch ein kabinenartiger Aufbau, der ringsherum
vollkommen waſſerdicht abgeſchloſſen iſt und einer größeren An=
zahl
von Schiffbrüchigen Raum bietet. So ſchaukelt ſich das
myſteriöſe Schiffchen mit ſeinem ſchmucken Maſte und ſeinem
ſauberen neuen Anſtrich auf den ſanft bewegten Wellen des
Mains, ſich als einen neuen Beweis deutſcher Schaffenskraft
und deutſchen Erfindungsgeiſtes darſtellend. Möge es ſeine Ge=
brauchsfähigkeit
in praktiſcher Anwendung beweiſen. Der Er=
finder
iſt der Ingenieur Albert Sigg in Ludwigsburg.

Wekterberichl.

Die Kundgebung vor dem Römer in Frankfurt a. Main.
In Frankfurt a. M. fand ein Evangeliſcher Volkstag ſtatt, deſſen
Höhepunkt eine öffentliche Kundgebung vor dem Römer bildete.
Mehr als 20 000 Menſchen nahmen an dem Tage teil.

Ein unſinkbares Rekkungsbook.
Frankfurt a. M. Ein Spaziergang an den Ufern des
Mains innerhalb der Stadt iſt heute empfehlenswerter denn le.
Denn heute wird unſer Auge durch ein beſonders wunderliches
Fahrzeug gebannt. Es hat an der Frankfurter Seite am Fahr=
tor
feſtgemacht. Ein merkwürdiges Vehikel, auf den erſten Blick
gleicht es einem Unterſeeboot. Es iſt das unſinkbare und nicht
kenternde Rettungsboot Sturmvogel, das auf einer Weltreiſe
begriffen iſt und gegenwärtig Frankfurt ſeinen Beſuch abſtattet.
Es dürfte von allgemeinem Intereſſe ſein, eine Beſchreibung die=
ſes
Fahrzeuges zu geben, das einſt berufen ſein ſoll, auf hoher
See als beſonders ſeetüchtiges Rettungsboot hilfreiche Dienſte
zu leiſten. Der Rumpf iſt etwa 15 Meter lang und hat Zeppe=
lin
=Geſtalt. Er ſetzt ſich aus ſechs einzelnen runden Trommeln
zuſammen, die in ſich abgeſchloſſen ſind, aber ſich auf einer durch

Der hohe Druck iſt etwas zurückgegangen andererſeits hat ſich
die nordöſtliche Störung weiter aufgefüllt, ſo daß ein Ausgleich
der Druckgegenſätze ſtattgefunden hat. Unſer Gebiet liegt im Be=
reich
einer Hochdruckbrücke, die ſich in weſtöſtlicher Richtung quer
über Deutſchland erſtreckt. Die zuſammenſinkenden Luftmaſſen
in ihr erhalten zunächſt noch das ſchöne Wetter, wobei die Tem=
veraturen
tagsüber anſteigen. Nachts tritt wieder Abkühlung,
ein, jedoch nicht mehr ſo ſtark wie ſeither.
Ausſichten für Donnerstag, den 10. September: Frühnebel, tags=
über
aufheiternd, aber auch zeitweiſe leicht wolkig, wärmer
und trocken.
Ausſichten für Freitag, den 11. September: Teils wolkiges, teils
aufheiterndes Wetter und meiſt trocken.

Hauptſchriftlettung: Rudolf Maupe
Veranwortich für Pollilk und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleion, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort; Dr. Herbert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäſtliche Mittellungen: Willy Kuble:
Druck und Verlag: L.C. Wittſch ſämilich in Darmſtiadt
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Gernsheim, den 9. September 1931.
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Donnerstag, den 10. September 1931

Seite 11

mer 251

port, Sptel und Jucnen

det Sport ors Jonnings.
Ausklang im Sommerſpork.
ſtaſenſport hat von Sonntag zu Sonntag eine weitere Zunahme
hnen. Im
Fußball
inderkampf zwiſchen Oeſterreich und Deutſchland
Wiener Stadion das Hauptereignis. Die ganze große deutſche
meinde ſteht noch im Bann der kataſtrophalen Niederlage, die
he Fußball an Pfingſten in Berlin mit 6:0 erlitt. An eine
auf Wiener Boden iſt allerdings wohl kaum zu denken, wenn
deutſche Vertretung etwas zuverſichtlicher zuſammengeſtellt zu
nt. Oeſterreich ſtützt ſich mit 2 Ausnahmen auf die gleichen
die dem deutſchen Fußball in Berlin dieſe herbe Pfingſtlehre
Deutſchlands Ausſichten auf ein gutes Abſchneiden ſind nicht
Die deutſche Elf wird ſehr viel Glück haben müſſen, wenn
I die ungünſtige Bilanz der deutſch=öſterreichiſchen Länderſpiele,
Spielen nur 2 Siege aufweiſt, verbeſſern will. Deutſchlands
en ruhen auf der Elf mit Kreß; Emmerich, Munkert; Kauer,
r. Knöpfle; Bergmaier, Lochner, Kuzorra, R. Hofmann, Kundt.
üddeutſchland nehmen die Verbandsſpiele in allen Grup=
rihren
Fortgang. Die durch Spielerabſtellungen zum Wiener
el geſchwächten Vereine haben leichtere Spiele bekommen, die
h ohne Gefahr austragen können. Es ſpielen: Gruppe Main:
Frankfurt Germania Bieber (Sa.) Eintracht Frankfurt
uſenſtamm, FC. 93 Hanau FSV. Frankfurt, Germania 94
VfL. Neu=Iſenburg, Kickers Offenbach Sp.Vg. Gries=
Gruppe Heſſen; Alemannia Worms Wormatia Worms,
tſtel Viktoria Walldorf, FC. Langen FSV. Mainz 05,
sbaden Viktoria Urberach, SV. Darmſtadt 98
ia Lorſch: Gruppe Nordbayern: 1. FC. Nürnberg
ſchweinfurt, Sp.Vg. Fürth Sp.Vg. Weiden, FV. Würzburg
ſers Würzburg, Bayern Hof ASV. Nürnberg, FC. Bayreuth
Fürth; Gruppe Südbayern: Bayern München VfB.
ſt. DSV. München Jahn Regensburg, SSV. Ulm Teu=
inchen
, FC. Straubing 1860 München, Schwaben Augsburg
ir München; Gruppe Rhein: FG. Kirchheim Sp.Vg.
ſeim, VfL. Neckarau Phönix Ludwigshafen, SV. Waldhof
Nannheim 08, Amicitia Viernheim VfR. Mannheim, Sp.Vg.
in FV. Sandhauſen; Gruppe Saar; Boruſſia Neunkirchen
Pirmaſens, VfR. Pirmaſens SV. 05 Saarbrücken, Saar
ken FV. Saarbrücken, Sportfreunde Saarbrücken Weſt=
ſer
, 1. FC. Kaiferslautern FC. Idar; Gruppe Württem=
SV. Feuerbach FV. Zuffenhcuſen (Sa.), FC. Pforzheim
a Brötzingen, Kickers Stuttgart FC. Birkenfeld, VfB. Stutt=
VfR. Heilbronn, Union Böckingen Sportfreunde Eßlingen;
Baden: Karlsruher FV. SC. Freiburg, VfB. Karlsruhe
Villingen, Freiburger FC. Phönix Karlsruhe, FC. Rheinfel=
FC. Mühlburg. In den übrigen Landesverbänden
F. B. nehmen ebenfalls die Punkteſpiele ihren Fortgang. Aus
sland iſt das letzte Gaſtſpiel der Zamorra=Elf bei der Flo=
Frädtemannſchaft zu erwähnen.
Handball.
iſt zunächſt das in Halle ſtattfindende Auswahlſpiel zur Er=
der
deutſchen Ländermannſchaft zu erwähnen, die am
er in Wien gegen Oeſterreich zu ſpielen hat. In der vorgeſehe=
Cannſchaft ſpielen aus Süddeutſchland Feick=Darmſtadt 98 und
rdt=Fürth. Außerdem ſind einige Turner= Repräſen=
taA
piele zu erwähnen. In Oggersheim treffen ſich die Kreiſe
BU, UN Pſ d Württemberg, in Kaſſel ſtehen ſich Oberweſer und Weſtfalen
gr. Die ſüddeutſchen Verbandsſpiele nehmen in allen
Hra t außer Württemberg=Baden ihren Forkgang mit teilweiſe ſehr
intes nten Begegnungen.
Kockeh.
Hockeyſpieler eröffnen die Saiſon, nachdem bereits am Vorſonn=
ge
Spiele ſtattfanden. Das wichtigſte Spiel des Sonntags iſt
ungsſpiel, das die Schweizer Nationalmannſchaft in Baſel gegen
delberger Hockeyelub beſtreitet.
Leichtathletik.

Fußball.
5.V. Darmſtadt 1898 Olympia Lorſch.
Die Fußball=Ligamannſchaft des Sportvereins 1898 ſetzt am
kommenden Sonntag die Serie der Verbandsſpiele mit dem Tref=
fen
gegen Olympia Lorſch fort. Die Gäſtemannſchaft, die ſich in
den Aufſtiegsſpielen der vergangenen Spielzeit an 1. Stelle
placieren konnte, hat in den bisherigen Verbandsſpielen über=
raſchend
gut abgeſchnitten und ſich beſonders in den Spielen auf
eigenem Platze vortrefflich durchgeſetzt. Der Sieg gegen Ale=
mannia
Worms und insbeſondere der doppelte Punktgewinn
gegen den vorjährigen Meiſter Wormatia haben die Schlagkraft
des Liganeulings bewieſen. Lorſch verfügt über einige ausgezeich=
nete
Spieler, die es fertig bringen, das Geſamtniveau des Mann=
ſchaftskönnens
ſtark zu heben. So hat die Mannſchaft in ihrem
Torwächter Drais und in dem ausgezeichneten Mittelläufer Lohr=
bacher
I. zwei gute Stützen der Hintermannſchaft, wie im Sturm
Degen und Lohrbacher II. für ein produktives und erfolgreiches
Stürmerſpiel ſorgen.
Die Darmſtädter müſſen alſo ſchon in guter Fahrt ſein, wenn
der Sieg erſtritten werden ſoll. Die 98er haben am vergangenen
Sonntag im Spiel gegen Mainz 05 keine ſchlechte Figur gemacht.
Mit dem Vorteil des eigenen Platzes muß es das Beſtreben der
Elf ſein, unter vollem Einſatz des Könnens ſich um ein erfolg=
reiches
Gelingen zu bemühen.
Der Beginn des Spieles iſt auf 2,30 Uhr vorverlegt, da an=
ſchließend
die Handball=Ligamannſchaft der 98er zum
Handball=Berbandsſpiel gegen Alemannia Worms.
antritt. Die intereſſante Doppelveranſtaltung, zu der im Unter=
ſchied
gegen das Heſſenſpiel die Preiſe nicht erhöht ſind, wird
ſicherlich große Beachtung finden.
Polizei Darmſtadt Egelsbach.
Auf dem Polizeiſportplatz treffen ſich obige Mannſchaften am kom=
menden
Sonntag zum fälligen Verbandsſpiel. Beiden Mannſchaften
war es in der diesjährigen Verbandsſpielſaiſon noch nicht vergönnt, ſich
hervortun zu können. Die Egelsbacher ſind eine unberechenbare Mann=
ſchaft
. In Sprendlingen kamen ſie zu einem verhältnismäßig leichten
Siege auf eigenem Platze wurden ſie von Arheilgen ziemlich ſicher
abgefertigt. Aber auch die Poliziſten haben noch nicht ihre Beſtform
erreicht, zumal die Mannſchaft durch Krankheit von zwei ihrer beſten
Spieler ſtark geſchwächt iſt. Wir halten deshalb den Spielausgang für
ziemlich offen. Polizei wird ſich beſonders anſtrengen müſſen, den Geg=
ner
niederzuringen, um nicht den Anſchluß an die Spitzengruppe zu
verlieren. Spielbeginn 15 Uhr.
Reichsbahn Darmſtadt Jugenheim.
In Fortſetzung der Verbandsſpiele treffen ſich am kommenden
Sonntag um 11 Uhr obige Mannſchaften auf dem Platze der
Reichsbahn. Jugenheim, das dieſes Jahr zum erſten Male in der
A=Klaſſe ſpielt, hat ſchon recht beachtliche Reſultate gegen ſpiel=
ſtarke
Vereine erzielt, ſo daß mit einem ſchönen offenen Kampf zu
rechnen iſt, zu mal die Reichsbahn am Sonntag wieder mit ihrer
kompletten Elf antritt.
Union Darmſtadt Sp.=Vg. 04 Arheilgen.
Am kommenden Sonntag, vorm. 11 Uhr, empfängt der
1. F.C. Union die Spielvereinigung Arheilgen zum zweiten Ver=
bandsſpiel
auf eigenem Platze. Da die Beſſunger immer auf ihrem
Platz mit einer guten Leiſtung aufwarten, iſt beſtimmt mit einem
raſſigen Kampf zu rechnen. Allerdings haben ſich die Schwarz=
Gelben noch nicht vollkommen gefunden ihr Stürmerſpiel muß
noch ſchneller werden, und das früher gepflegte wechſelnde Flügel=
ſpiel
muß ſtärker hervortreten. Wenn die zurzeit verfügbare Elf
eine größere Schnelligkeit an den Tag legt (Mittelläufer), kann
man noch manches von ihr erwarten. Die Gäſte verfügen über
eine flinke, ausgeglichene Mannſchaft, die es verſteht, Tore zu
ſchießen. Wer am Sonntag das Spiel für ſich entſcheidet, bleibt
abzuwarten.

Rahmen des Fußballſpieles Deutſchland Oeſterreich kommt in
Provinzialpolizeiſportfeſt in Wiesbaden.
Eyſtmals ein Leichtathletikkampf zwiſchen Oeſterreich und Süd=
ſei
ind zum Austrag, den die Süddeutſchen ziemlich ſicher gewinnen

Das Hauptereignis des Kampfes wird der 400=Meter=Lauf
dem guten Wiener Rinner und dem deutſchen Meiſter Metzner
ſein n Berlin veranſtaltet der SCC. ſein Internationales, an dem
ſeEl er deutſchen Elite auch die Finnen Nurmi und Larva teilnehmen.
Ve tſchland trägt in Duisburg ſeine Gehermeiſterſchaften aus. In
ſte rt gibt es anläßlich der Zeppelin=Landung einen Querfeldeinlauf.
In mm ſteigt das 29. Hammer Turn= und Spielfeſt mit Lammers
Girt. Aus dem Ausland erwähnen wir den Länderkampf Polen
ien in Poſen und das Internationale in Stockholm.
Tennis.
Bad Homburg trägt der Deutſche Tennisbund die Vorſchlußrun=
2 Endkämpfe um die deutſche Meden=Meiſterſchaft aus.
Radſport.
Rennen auf den Sommerbahnen ſind immer noch im Gange.
Ar nntag veranſtalten die Bahnen in Berlin (Poſtſtadion), Chemnitz,
Frefeld und Halle, im Ausland Baſel, wo u. a. Ehmer/Kröſchel
und Paris Rennen.
Motorſport.
ch der Motorſport hält nochmals reiche Ernte. Das Pöhlberg=
bei
Annaberg in Sachſen mit dem 4. Lauf zur deutſchen Motor=
Egmeiſterſchaft, das Hohenſyburgrennen für Räder und Wagen,
hnmeiſterſchaften der Motorräder in Frankfurt und die 7. Etappe
OAC.=Reichsfahrt über 611,9 Kilometer von Königsberg nach
m ſind die wichtigſten deutſchen Veranſtaltungen. Aus dem Aus=
ennen
wir das Semmering=Bergrennen für Motorräder mit dem
zur Europa=Bergmeiſterſchaft. Bei Nürnberg gibt es noch ein
terrennen für Räder.
Pferdeſport.
Rennkalender verzeichnet noch einige Rennen in Karlshorſt, Leip=
ortmund
, Hannover und Paris.
Verſchiedenes.
e letzten Kraftſportmeiſterſchaften des DASV. ſteigen
ſochenende mit dem Weltergewichts=Ringen und Mittelgewichts=
ten
in München. Bei Cowes in England kommt das oft ge=
** Flugrennen um den Schneider=Pokal nun ebenfalls nach
uckzug Italiens und der Franzoſen allerdings nur mit engliſchen
hmern zur Durchführung. Die D.T. und D.S.B. tragen gemein=
Chemnitz ihre Sommerſpielmeiſterſchaften ( Fauſt=
nd
Schlagball) aus und der Deutſche Skiverband hält in
art ſeinen ordentlichen Verbandstag gb.

Die Härke fehlk!

ſei den internationalen Wettkämpfen in Luzern, die der
der Sportklub aufgezogen hatte, konnte man am vergange=
Sonntag intereſſante Beobachtungen machen. Trotz Regen
Anſtrengung von der Fahrt und dem Tag vorher ließ ſich
rt gar nichts merken, im Gegenteil verbeſſerte er ſeine
Swurfleiſtung noch, erzielte einen guten Kugelſtoß und
* auch noch im Speerwurf Sieger, nachdem er vorher in der
en 4X100=Meter=Staffel gelaufen war. Sievert iſt alſo
aus hart. Von einigen anderen könnte man das auch be=
en
, aber ein großer Teil der jüngeren deutſchen Vertreter
* ſich entweder überhaupt nicht mehr in der Lage zu ſtarten
es ging nur noch ſehr ſchwach. Wenn man ſchwere Kämpfe
Meiſterſchaften mit Vor=, Zwiſchen= und Endläufen beſtreiten
Oder gar einmal daran denkt, bei Olympiſchen Spielen in
* zu kommen, muß das Training ſo angeſetzt werden, daß
Oingte Härte vorhanden iſt. Luzern war einmal mehr ein
Eis dafür, daß das Training der Leichtathleten in den meiſten
T zu leicht und zu weich durchgeführt wird.
Das Weltkriterium der Straße, das hinter Tandemführung
100 Km. in der Nähe von Braſchaet (Belgien) ausgetragen
2e, ſah nach 2:39,30 Std. den Belgier Haemerlinck als End=
Eſieger vor ſeinen Landsleuten Ronſſe und Schepers. Der
Der Buſe kam erſt auf dem 7. Platz ein.

Die heſſiſchen Polizeiſportler in Führung.
Vom 4. bis 6. September wurden in Wiesbaden die Provin=
zialwettkämpfe
der Provinz Heſſen=Naſſau ausgetragen. Neben
den Polizeiſportlern aus Wiesbaden, Kaſſel, Frankfurt, Hanau
und Han.=Münden nahmen die Heſſen als Gäſte teil, die glänzende
Erfolge erringen konnten. Beſonders die Schwimmer und Leicht=
athleten
brachten die preußiſchen Sportler aus dem Staunen nicht
heraus. In 9 Konkurrenzen konnten die Schwimmer 7 erſte,
1 zweiten und 3 dritte Sieger ſtellen und die Leichtathleten
brachten ebenfalls den größten Teil der Diſziplinen an ſich. In den
Wurf= und Stoßkonkurrenzen dominierten ſie ausſchließlich. Den
Handballern reichte es nur zum 2. Platz.
Die Erfolge der Leichtathleten. 1500=Meter=Lauf:
Eckardt 1. Sieger 4.302: Bünſack 2. Sieger 4.32. 5000=Meter=Lauf:
Kiſſel 3. Sieger. 4X400 Meter: 2. Sieger 3.472. Chargenſtaffel:
2. Sieger 63 Sek. 3X1000 Meter: 3. Sieger. Olympiſche Staffel:
2. Sieger. Hochſprung: Bär 3. Sieger 150 Meter (durch Stechen
entſchieden) Weitſprung für Beamte über 32 Jahre: Scheerer
1. Sieger 5,96 Meter. Stabhochſprung: Jochum 1. Sieger 2,93
Meter, Kugelſtoßen beſtarmig: Hiemenz 1. Sieger 12,81 Meter;
Michel 3. Sieger 11,51 Meter. Kugelſtoßen beidarmig: Hiemenz
1. Sieger 20,98 Meter; Michel 3. Sieger 20,36 Meter, Stein=
ſtoßen
beſtarmig: Hiemenz 1. Sieger 8,68 Meter. Steinſtoßen beid=
armig
: Hiemenz 2. Sieger 15,49 Meter. Speerwerfen: Sommer
1. Sieger 45,18 Meter; Koch 2. Sieger 40,53 Meter. Handgra=
natenwerfen
: Sommer 1. Sieger 65,90 Meter: Koch 2. Sieger 63
Meter. Diskuswerfen: Eckhardt 2. Sieger 32,58 Meter; Hie=
menz
3. Sieger 31,94 Meter. Schleuderball: Hiemenz 1. Sieger 53
Metex. Läuferdreikampf (100 Meter, 400 Meter, 1500 Meter):
Eckardt 2. Sieger; Klein 3. Sieger. Werferdreikampf ( Stein=
ſtoßen
, Diskuswerfen, Handgranatenwerfen): Hiemenz 1. Sieger,
Sommer 2. Sieger. Dreikampf offen (100 Meter, Kugelſtoßen,
Hochſprung): Bär 2. Sieger. Fünfkampf (100 Meter Schwimmen.
Kugelſtoßen, Handgr., Weitſpr., 1500 Meter): Koch 1. Sieger,
Stahl 2. Sieger. Tauziehen: 1. Sieger.
Deutſche Sommerſpiel=Meiſterſchaften.
Die Kämpfe in Chemnitz.
Das Wochenende bringt eine weitere gemeinſame deutſche
Meiſterſchaft der Turner und Sportler, und zwar die deutſchen
Sommerſpiel=Meiſterſchaften im Fauſtball und Schlagball. Die
Kämpfe mit denen das vierte Tennisturnier der Deutſchen Tur=
nerſchaft
verbunden iſt, gehen in Chemnitz vor ſich. Leider iſt durch
das vorzeitige Ausſcheiden der DSB.=Mannſchaften, nur der
VfK. Königsberg iſt noch im Schlagball vertreten, von
der Gemeinſamkeit nicht viel übrig geblieben. Die Königsberger
ſind Meiſter des Jahres 1929 und gleichzeitig Titelverteidiger da
1930 keine Meiſterſchaft der DSB. ausgetragen wurde. Meiſter
der D.T. iſt der ATV. Mikultſchütz (Oberſchleſien), der neben
Königsberg und dem langjährigen Altmeiſter München 60, ſo=
wie
Frieſen Wittgensdorf=Chemnitz in erſter Linie für die deutſche
Meiſterſchaft in Frage kommt.
Im Fauſtball ſind die Turner ganz unter ſich. Die Ver=
treter
der Fauſtball=Hochburgen Frankfurt a. M. mit dem DT.=
Meiſter Lichtluftbad, Hamburg mit dem Rothenburgsorter TV.,
Hannover mit dem Turnclub bei den Männern, ſowie Krefeld
mit dem DT.=Meiſter TV. 1885. Hamburg mit der Tſchft. Barm=
beck
=Uhlenhorſt. Hannover mit dem Turnclub bei den Frauen,
ſind die ausſichtsreichſten Teilnehmer.
Am Tennisturnier beteiligen ſich 74 Dame und Her=
ren
ſämtlicher 18 Turnkreiſe.
Danz ſchlägt Dr. Peltzer über 800 Meter.
Am Mittwoch wurde in Kaſſel das ſchon traditionell gewor=
dene
Kaſſeler Abendſportfeſt veranſtaltet. Danz= Charlotten=
burg
, ſelbſt ein Kaſſeler Kind, hatte die Freude, zum erſtenmal
den Stettiner Dr. Peltzer zu ſchlagen. Er ſchlug ihn durch ein
taktiſch gutes Rennen und griff ihn ausgangs der Kurve an.
Der allerdings etwas indisponierte Stettiner gab dann entmutigt
den Kampf auf. Danz kam mit 1:53:3 auf ſeine bisher beſte Zeit.

Die Oberſte Rennbehörde kagte.
Flachrennen ſchon im März. Kritiſche Lage der Zucht.
Die in Berlin ſtattgefundene Sitzung der Oberſten Behörde
für Vollblutzucht und Rennen wurde von dem Vorſitzenden, Graf
L von Weſtphalen, mit ehrenden Worten für den verſtorbenen
Grafen von Arnim=Muskau, den früheren Präſidenten des Union=
Clubs, eingeleitet.
Die Tagesordnung der Sitzung war äußerſt reichhaltig. Die
O.B. beſchloß zunächſt, die vom Kölner Rennverein geſchaffenen
und dann von anderen Vereinen übernommenen Sonderbeſtim=
mungen
für die mit gutem Erfolg eingeführte Doppelwette,
den offiziellen Totaliſator=Beſtimmungen anzugliedern. Weiter=
hin
lagen mehrere Anträge von Rennvereinen vor, die eine Aen=
derung
grundſätzlicher Beſtimmungen der Rennordnung betrafen.
Die O.B. hat dieſe Einzelanträge vorläufig vertagt, um im Win=
ter
eine allgemeine Aenderung ſolcher Beſtimmungen vorzunehmen,
die heute für die Rennvereine einen außerordentlichen Zwang
bedeuten. U a. ſoll die Möglichkeit geſchaffen werden, bei einem
beſonders frühliegenden Oſterfeſt, wie im nächſten Jahre, Flach=
rennen
bereits im März abzuhalten. Man nahm davon
Kenntnis, daß die Pferde des Hauptgeſtüts Graditz in Ausgleichs=
rennen
1 in Zukunft auch dann laufen werden, wenn der Geſamt=
preis
(nicht wie bisher Siegerpreis) 10 000 Mark beträgt.
Weiterhin beſchäftigte man ſich in der Sitzung eingehend mit
der Doping=Frage. Nach einem Bericht der ſtaatlichen Do=
ping
=Kommiſſion haben auch einige Kraftfutter=Mittel
(Kola Nuß) wegen ihres Kokaingehaltes als Doping= Mit=
tel
zu gelten. Daher beſchloß die O.B., den Ställen die Verfüt=
terung
von Kolanuß zu verbieten. Im übrigen wurde mit Ge=
nugtuung
feſtgeſtellt, daß abgeſehen von einem aus beſtimmten
Gründen ausſcheidenden Fall in dieſem Jahre ſämtliche Doping=
Unterſuchungen negativ ausgefallen ſind. Man beſchloß den ein=
geſchlagenen
Weg weiterhin zu verfolgen und einen Antrag des
Trainer=Vereins auf Aenderung der geltenden Beſtimmungen
über das Doping abzulehnen.
Von beſonderem Intereſſe war die Mitteilung des Grafen
von Weſtphalen über eine Beſprechung, die er auf Veranlaſſung
der Zuchtkommiſſion mit den Beſitzern der Spitzenhengſte ab=
gehalten
hat. In dieſer Beſprechung hatte er darauf hingewieſen,
daß die Produktion des Vollblutpferdes für die heutige Zeit zu
teuer ſei und daher mangels Abſatzmöglichkeiten eine außer=
ordentlich
kritiſche Lage für die Zucht herbeigeführt
habe. Weſentlich ſchuld an dieſem Zuſtand ſeien die zu hohen
Decktaxen. Die meiſten Hengſthalter haben denn auch unver=
bindlich
ihr Einverſtändnis zu einer Herabſetzung der Decktaxen
für 1932 gegeben.
Schließlich ſprach man noch kurz über die Ausſchreibung für
das Deutſche Derby 1933. Man ſtellte mit Bedauern feſt.
daß der Hamburger Rennklub das Derby 1933 nur mit 75 000
Mark an Geſamtpreiſen ausgeſchrieben habe. Daher wurde mit
Befriedigung eine Erklärung des Hamburger Rennklubs zur
Kenntnis genommen, daß bei günſtigem Abſchluß des nächſtjähri=
gen
Derby=Meetings das Derby 1933 nachträglich eine Erhöhung
auf 100 000 Mark erfahren ſoll.

Winkler verläßt Wormatia.
In Worms erregt der Austritt des bekannten internationalen
Wormatiaſtürmers Willi Winkler zu Alemannia Worms
großes Aufſehen. Winkler gehört ſeit Jahren zu den beſten und
erfolgreichſten Stürmern ſeiner engeren Heimat und ſchien mit
ſeinem Klub ſo verwachſen, daß man dieſem Vereinswechſel in
Worms ziemlich verſtändnislos gegenüberſteht.
A. v. D. ehrt Wanderer.
Der Automobilklub von Deutſchland ehrte geſtern durch einen
Feſtakt in ſeinen Räumen am Leipziger Platz in Berlin die ſieg=
reichen
Wandererfahrer, die als einzige Mannſchaft bei
ſchwerſter internationaler Konkurrenz die höchſte Trophäe der in=
ternationalen
Alpenfahrt den Alpenpokal erxangen. Herzog
Adolf Friedrich von Mecklenburg beglückwünſchte Fahrer und Fa=
brik
zu dieſem großen Erfolg und überreichte bei dieſer Gelegen=
heit
dem Führer der Wanderer=Mannſchaft, A. Graumüller= Dres=
den
, die höchſte Auszeichnung des A. v. D., das goldene Sport=
abzeichen
, das bis jetzt erſt dreimal, nämlich Campbell, Carrac=
ciola
und Elli Beinhorn, verliehen worden iſt.
Bergmaier für Albrecht.
In der deutſchen Ländermannſchaft, die am kommenden
Sonntag im Wiener Stadion den Kampf gegen Oeſterreichs Fuß=
ballelf
beſtreitet, iſt wieder eine Aenderung eingetreten. Der für
den Rechtsaußenpoſten vorgeſehene Düſſeldorfer Albrecht iſt
verletzt und hat dem DFB. ein ärztliches Atteſt eingereicht. Für
ihn wird jetzt der bekannte Münchener Bayernſpieler Berg=
maier
am rechten Flügel ſpielen.
Englands St. Leger in Doncaſter.
Als letzte große Prüfung des dreijährigen Jahrganges kam
am Mittwoch in Doncaſter das mit 9000 ſovs. ausgeſtattete eng=
liſche
St. Leger über 2920 Meter zum Austrag. Der von H.
Wragg geſteuerte Sandwich aus dem Stalle des Lord Roſebery
kam zu einem überraſchend leichten Sieg. Der Sanſovino=Sohn
ſchlug Orpen (Childs) und Sir Andrew (Beaſley) überlegen mit
vier Längen, während der heiße Favorit Cameronian im ge=
ſchlagenen
Felde endete.
Abgeſagt wurde wegen der politiſchen Wirren der Große
Automobilpreis von Spanien, der am 4. Oktober ausgefahren
werden ſollte.

Sporklikerakur.
Im Vordergrund der ſportlichen Ereigniſſe ſtand die Inter=
nationale
Sechstagefahrt, die in dieſem Jahre in Nord=
italien
ausgefahren wurde und gute Leiſtungen der deutſchen Teilneh=
mer
aufwies. Ein eingehender Bericht darüber iſt in Heft 37 von
Motor und Sport erſchienen. Weiter wird in dieſem bekannten
Fachblatte auch ausführlich über das Ratisbona=Bergrennen, die Deutſche
Meiſterſchaft der ſchweren Motorradklaſſen und die Deutſche Kunſtflug=
meiſterſchaft
berichtet. Ein Interview mit Hellmuth Hirth
ſei noch genannt. Recht vielſeitig iſt der techniſche Teil dieſes Heftes
(Teſt der B.M.W.=Sportmaſchine mit 750=Kubikzentimeter=Motor;
Haben Sie das in der Fahrſchule gelernt?). In jeder Buchhandlung
oder durch den Vogel=Verlag, Pößneck, Thüringen (60 Rpf.).

Rundfunk=Programme.

Frankfurt a. M.
Donnerstag, 10. September.
15.30: Stunde der Jugend.
17.00: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Soliſten: Martha
Siegel (Alt), C. Rebſtock (Bariton).
18.40: Zeitfragen.
19.05: Dr. Schmitt: Der pluraliſtiſche Parteienſtaat.
19.45: Wiener Volksmuſik.
20.30: Die Geſchichte von Aucaſſin und Nicolette. Es ſchrieb ſie ein
unbekannter Erzähler des 13. Jahrhunderts.
21.30: Kammermuſik. Ausf.: M. Fuhrmann, H. Fehſe (Oboe), O.
Plath (engl. Horn), W. Schütze (Klarinette), G. Jung (Fagott),
O. Angermann (Horn), H. Rosbaud (Klavier).
22.25: H. F. Schulte: Internationale Olympiavorbereitungen. X
22.40: Zeit, Wetter, Nachrichten, Sport.
23.00: Unterhaltungskonzert.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Donnerstag, 10. September.
15.00: Kinderſtunde: Kunterbunt.
15.45: Elſe Steup: Frauen helfen ſich untereinander.
16.00: Oberſchulrat Schlemmer: Die Kriſis der heutigen Mädchen=
bildung
.
16.30: Berlin: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Böhm: Deutſche Volksbräuche.
18.00: Dr. Everling: Wert und Bewertung der geiſtigen Arbeit.
18.30: Priv.=Doz. Dr. Borries: Mittel=Europa als Problem.
19.00: Engliſch für Fortgeſchrittene.
19.30: Dipl.=Landwirt Bohne: Möglichkeiten der Saatgutbeſchaffung
für die Herbſtbeſtellung trotz beſtehenden Geldmangels.
19.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Alt=Berliner Tanzabend. Mitw.: Otto Kermbach und ſei
Orcheſter. Alexander Fleßburg (Tenor).
20.50: Doppelſelbſtmord. Bauernpoſſe von Ludwig Anzengruber.
22.20: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
22.50: Abendunterhaltung. Berliner Konzert=Verein. Mitw.: Lieſel
Otto (Sopran). Am Flügel: J. Bürger.

[ ][  ][ ]

Nummer 251

Donnerstag, den 10. Ge

Der Ausweis der Reichsbank.
Die Kapikalanlage in der erſten Sepkemberwoche um ca. 170 Millionen verringerk. Rund 101 Millionen
zurückgefloſſen. Zunahme der Beſtände an Gold und Deviſen um 48,6 Millionen.
Die 40-Prozenk=deckungsgrenze wieder überſchritken.
Wieder normaler Reichsbankausweis.
Weikere Prolongakion
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. September 1931 hat ſich
der Termingeſchäfte und Börſengelddarlehen.
in der verfloſſenen Bankwoche die geſamte Kapitalanlage der Bank in

Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 170,2 Mill. auf
3279,8 Mill. RM. verringert. Im einzelnen haben die Beſtände an
Handelswechſeln und Schecks um 79,6 Mill. auf 3021,4 Mill. RM., die
Lombardbeſtände um 56,2 Mill. auf 151,4 Mill. RM. und die Beſtände
an Reichsſchatzwechſeln um 34,3 Mill. auf 4,1 Mill. RM. abgenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 101,/4
Mill. RM. in die Kaſſen der Reichsbank zurückgefloſſen und zwar hat
ſich der Umlauf an Reichsbanknoten um 91,8 Mill. auf 4292,1 Mill.
RM., derjenige an Rentenbankſcheinen um 9,6 Mill. auf 410,4 Mill.
RM. verringert. Dementſprechend haben ſich die Beſtände der Reichs=
bank
an Rentenbankſcheinen auf 17,2 Mill. RM. erhöht.
Die fremden Gelder zeigen mit 434,1 Mill. RM. eine Abnahme um
74,5 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich um
48,6 Mill. auf 1771,0 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die Gold=
beſtände
um 4,4 Mill. auf 1370,5 Mill. RM. und die Beſtände an
deckungsfähigen Deviſen um 44,2 Mill. auf 400,4 Mill. RM. zu=
genommen
.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Deviſen be=
trägt
41,3 Prozent gegen 39,3 Prozent in der Vorwoche.
Frankfurker Börſe weiter ziemlich feſt.
Die Frankfurter Börſe ſetzt die Feſtigkeit der beiden Vortage an
ſämtlichen Märkten fort. Bei etwas lebhafterem Geſchäft konnten die
zahlreichen Kaufaufträge des Publikums infolge der nur einmal feſt=
zuſetzenden
Notiz nur zu höheren Kurſen befriedigt werden. Man führt
die Nachfrage ſowohl am Aktienmarkte, als vor allem am Rentenmarkte
größtenteils darauf zurück, daß ein gewiſſer Rückfluß der früheren
Kapitalflucht infolge der bekannten Amſterdamer und auch Schweizer
Schwierigkeiten eingeſetzt hat, der jetzt an deutſchen Börſen Anlage
ſucht. Vielfach werden auch die ſchon vor der Kriſe getätigten Angſt=
verkäufe
zu dem jetzt ſehr günſtigen Kursniveau wieder eingedeckt. Auch
iſt in gewiſſem Sinne eine Abwanderung von Spargeldern zu Börſen=
käufen
zu beobachten, wenigſtens drückt ſich dies in den enorm zahlreichen
kleinen und Kleinſtaufträgen aus. Stimmungsmäßig wurde die Börſe
durch den vorliegenden Reichsbankausweis günſtig beeinflußt, der wieder
eine faſt um 2 Prozent erhöhte Notendeckung und eine für den Monat
September beachtliche Entſpannung bringt. Naturgemäß zeigt die
Feſtigkeit der Börſe immer noch nicht das ausgeglichene und gerechte
Kursbild, da einmal nur eine Einheitsnotiz erfolgt und auf der anderen
Seite notwendige Zwangsverkäufe ſeitens der Banken ſchonend behan=
delt
werden. Am Pfandbriefmarkt iſt eine weitere Kursſteigerung von
12 Prozent in 8prozentigen Werten zu verzeichnen. 7prozentige hatten
etwas ruhigeres Geſchäft, doch überwog auch hier ebenſo wie bei Liqui=
dationspfandbriefen
die Nachfrage. Immer noch ſehr ruhig und im
Vergleich zu den anderen Werten gedrückt liegen öffentlich=rechtliche
Papiere. Am Aktienmarkte ſetzten Kaliwerte ihre ſtarke Erholung fort
mit einem Kursgewinn von 5 Prozent für Aſchersleben und 6 Prozent
für Salzdetfurth. Recht feſt lagen Chemiewerte, wo Erdöl 2½, Farben=
induſtrie
7 Prozent höher lagen. Am Elektromarkte gewannen Siemens
7, Gesfürel 4½, Licht u. Kraft 2½, A.E. G. ¼ Prozent. Montanwerte
überwiegend gut erholt, vyr allem Rheinſtahl um 5½, Otavi 7s, Stahl=
verein
1½, Phönix 1½, Klöckner 34 Prozent. Kunſtſeide ruhig. Aku
1½ höher, Bemberg eine Kleinigkeit abgeſchwächt. Schiffahrtsaktien
feſt, Nordllyod 4½. Hapag 2 Prozent. Von Einzelwerten zogen Holz=
mann
4½ Prozent bei nur 50prozentiger Zuteilung an. Conti Gummi
um 2, Reichsbahnvorzüge um 17/a, Füſſen 2, Thür. Lieferung 2 Prozent.
Auch bei den ſpäter feſtgeſetzten Kurſen waren Steigerungen zu ver=
zeichnen
. Eine Ausnahme bildeten wieder die Bankaktien, wo Deutſche
Bank nicht weniger als nochmals 4. Commerzbank ebenfalls 4 Prozent
verloren. Hier verſtimmt wohl die Tatſache, daß Banken nicht zum
variablen Verkehr zugelaſſen werden. Tagesgeld 7 Prozent, Monats=
geld
8 Prozent.
An der Abendbörſe war das erhöhte Mittagskursniveau gut
gehalten. Für Spezialwerte in der Hauptſache J. G. Farben und Schiff=
fahrtspapiere
beſtand Kaufneigung. Da jedoch kaum Ware erhältlich
war, kamen Umſätze kaum zuſtande. Es herrſchte allgemein Zurückhal=
tung
, da man den Beginn der Wiederaufnahme des variablen Verkehrs
abzuwarten gedenkt. Auch am Markt der Feſtverzinslichen erhielt ſich
das Intereſſe, beſonders für 8prozentige Goldpfandbriefe.
Die Berliner Börſe mehrfach Schwankungen
unkerworfen.
Nach einem ſehr ruhigen Vormittagsverkehr war die Stimmung an
der Börſe vor Feſtietzung der amtlichen Notierungen mehrfachen Schwan=
kungen
unterworfen. Als verſtimmende Momente wurden die ſchwachen
Auslandsbörſen, Amſterdam und London, nur Zürich war weiter erholt,
und das anhaltende Angebot am Bank=Aktienmarkt genannt, ferner ver=
wies
man wieder auf die ſchwache Veranlagung der Mark, für die wir
ja bereits geſtern eine Erklärung gegeben haben. Verſchiedentlich tauch=
ten
auch Befürchtungen hinſichtlich des morgen beginnenden variablen
Verkehrs auf, der der Spekulation größere Bewegungsfreiheit bringe.
Hauſſegünſtige Momente waren dagegen ziemlich optimiſtiſch klingende
Ausführungen Stegerwalds, die Verlautbarungen über die Abſichten
des Reichskabinetts, eine Pflichtreviſion für die großen Aktiengeſellſchaf=
ten
durch Notverordnung zu verfügen (letztere wäre ſicherlich ein Schritt,
um das Vertrauen der Oeffentlichkeit in die deutſche Geſchäftsmoral
zurückzugewinnen) und ein als normal anzuſprechender Reichsbankaus=
weis
. Nach dieſem hat ſich die geſamte Kapitalanlage in der erſten Sep=
temberwoche
um ca. 170 Millionen verringert ca 101 Millionen Noten
ſind zurückgefloſſen, die Beſtände an Gold und Deviſen haben um 48,6
Millionen zugenommen und die Deckung hat mit 41,3 Prozent die 40=
Prozent=Grenze wieder überſchritten. Beſonders aber bewirkten die
rein techniſchen Momente und das anhaltende Intereſſe des Publikums
überwiegend Kursſteigerungen, die bei Papieren wie Reichsbank, Berger,
Chade Deutſch=Atlanten, Gelſenkirchen, Salzdetfurth und Siemens bis
zu 7 Prozent betrugen, bei zahlreichen Werten wie Schiffahrtsaktien,
J. G. Farben, Rheinſtahl, zunächſt überhaupt nur Plus=Plus=Zeichen zur
Folge hatten. Ungeklärt waren aber auch Kursverluſte bis zu 4 Prozent
vereinzelt feſtzuſtellen. Dedi=Bank und Commerzbank erneut 4 Prozent,
Handelsanteile minus 3 Prozent, Adca notierten 3½ Prozent unter
geſtern mit Briefrepartierung. Am Pfandbriefmarkt hielt ſich Nachfrage
an, hauttſächlich allerdings in kleinen Poſten und für 8. Emiſſionen,
die durchſchnittlich 2 bis 3 Prozent gewannen. Stadtanleihen unein=
heitlich
, Induſtrie=Obligationen dagegen weiter gefragt.
Ab Donnerskag wieder variabler Berkehr
an der Frankfurker Börſe.
Entſprechend des Beſchluſſes des Börſenvorſtandes geht auch die
Frankfurter Börſe ab Donnerstag wieder zum variablen Verkehr über,
der wie früher gehandhabt wird. Die Notierungen erfolgen ab 12.15
Uhr. Die Einheitsnotierungen für die variablen Werte beginnen ab
1.15 Uhr. Die Notiz für Kaſſawerte wird von 12.45 bis 2.00 Uhr feſt=
geſetzt
. Insgeſamt richtet ſich der variable Verkehr in Frankfurt bezüg=
lich
der Wertgröße uſw. nach den Berliner Bedingungen. Abweichend
von Berlin werden jedoch in Frankfurt a. M. Abſchlüſſe im variablen
Verkehr für Altbeſitz für Beträge von 5000 RM. nominell und für
Neubeſitz für Beträge von 10 000 RM. nominell zugelaſſen. Vom
variablen Verkehr ausgenommen ſind Bankaktien, die nur zur Ein=
heitsfeſtſetzung
notiert werden.
Schwarzer Tag der Stockholmer Effekkenbörſe.
Der geſtrige Mittwoch war ein beſonders unruhiger und ſchwarzer
Tag für die Stockholmer Effektenbörſe. Gewaltige Kursrückgänge trafen
faſt alle inländiſchen wie ausländiſchen Papiere. Die Nervoſität war
ſehr ſtark; es wurden hedeutende Abgaben vorgenommen.

Durch eine Bekanntmachung des Berliner Börſenvorſtandes vom
8. d8. Mts. wird die Fälligkeit der Termingeſchäfte und der Börſengeld=
darlehen
weiter verlängert. Der Medio September wird auf den 23.
September verlegt. Für die zwecks Abwicklung ſchwebender Engage=
ments
per Medio September vereinbarten Ueberweiſungsgeſchäfte gilt
dasſelbe. Es wird auch am 23. niemand zur Lieferung oder Abnahme
gezwungen; dasſelbe Verfahren wie am 31. Auguſt wird auch am B.
September angewandt. Der Börſenvorſtand ſetzt Lieferungs= und Ab=
nahmequoten
feſt, in deren Höhe am genannten Tage zu liefern oder
abzunehmen iſt. Die nicht abgewickelten Geſchäfte bleiben zunächſt bis
zum 10. Oktober in der Schwebe. Am 15. September werden Prolon=
gationskurſe
für dieſe Engagements feſtgeſetzt, die die Prolongations=
kurſe
vom 28. Auguſt nur um ein Drittel des Unterſchieds zwiſchen die=
ſen
und den Tageskurſen unterſchreiten. Die Differenz iſt am B. Sep=
tember
ſofort fällig.
Die Pflicht zur Leiſtung von Nachſchüſſen wird nicht vom Börſen=
vorſtand
geregelt, ſondern von der Liquidationskaſſe bzw. den Bankiers.
Am B. September ſind die Zinſen, die vom 31. Auguſt ab für die
Prolongation der Termingeſchäfte zu zahlen ſind, ebenfalls fällig, die
Feſtſetzung der Zinsſätze erfolgt am 17. September. Die Fälligkeit der
Lombarddarlehen wird auf den 10. Oktober hinausgeſchoben. Die am
31. Auguſt entſtandenen Zinſen für Darlehen bis zu 100 000 RM. ſind
am 30. September, für Darlehen über 100 000 RM. am 15. September
zu zahlen. Die Darlehensgläubiger ſetzen die Zinſen für die folgende
Zeit ſelbſt feſt, wobei ein Zinsſatz von 12 Prozent jährlich nicht über=
ſchritten
werden darf.
Was die Nachſchüſſe anbelangt, ſo werden die Sondervorſchriften für
die Darlehen bis zu 100 000 RM. aufgehoben, für alle Darlehen iſt der
Einſchuß bis zum 20. September auf 100 Prozent des Darlehensbetra=
ges
bis zum 3. Oktober auf 105 Prozent des Darlehensbetrages auf=
zufüllen
und dann auf dieſer Höhe zu halten.
Die Bekanntmachung ſchafft ferner die Möglichkeit einer Verlänge=
rung
der wegen Nichterfüllung von Kaſſageſchäften geſtellten Rücktritts=
friſten
.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Ab 9. ds. Mts. wird im Frankfurter Brauerei=Bezirk die Fünftage=
Woche eingeführt, wobei jeweils am Mittwoch, dem techniſch günſtigſten
Tage, die Arbeit ruht. Die gleiche Maßnahme haben auch die badiſchen
und pfälziſchen Brauereien getroffen, ebenſo ſoll ſie hauptſächlich in
Bahern und Sachſen durchgeführt werden. Man erſtrebt dadurch die
notwendige Herbeiführung der Unkoſtenſenkung, da im Durchſchnitte
ſowohl bei den ſüddeutſchen als bei norddeutſchen Brauereien gegenüber
dem Braujahre 1929/30 ein Abſatzrückgang von 3335 Prozent zu ver=
zeichnen
iſt.
Die Daimler, Benz A.=G. entläßt am 20. September in ihrem
Werke Mannheim nochmals 300 Arbeiter. Damit iſt die Stillegung des
Mannheimer Werkes ſo ziemlich reſtlos durchgeführt.
Die Kaſſeler Garnfabrik Obſtfelder und Dietzſchold hat ihre Zah=
lungen
eingeſtellt. Es wird ein gerichtlicher Vergleich auf der Baſis
von 40 Prozent angeſtrebt. Die Paſſiven betragen etwa 125000 RM.,
davon ungeſichert etwa 83 000 RM., denen an Aktiven 52000 RM.
gegenüberſtehen. Der Betrieb ſoll aufrechterhalten werden.
Von einer zu Konverſionszwecken beſtimmten 4prozentigen eid=
genöſſiſchen
Anleihe im Geſamtbetrage von 200 Millionen Schweizer
Franken werden in der Zeit vom 9. bis 18. September 1931 170 Mil=
lionen
Schweizer Franken zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt werden.
Den Reſtbetrag von 30 Mill. Schweizer Franken hat ſich das eidgenöſ=
*
ſiſche Finanzdepartement für Spezialzwecke reſerviert.

Wirtſchaftliche Rundſchau.
Die neue Leitung der Dresdner Bank. In der geſtrigen Si
des vom Aufſichtsrat der Dresdner Bank eingeſetzten Perſonal.
Kreditausſchuſſes wurde der Vertrag mit Herrn Direktor Goetz Gn
Commerz= und Privatbank) als ordentliches Vorſtandsmitglied abgef
ſen. Direktor Goetz wird nunmehr ſeine Tätigkeit bei der Drei
Bank aufnehmen. Ferner wurde vom Perſonal= und Kreditaus
davon Kenntnis genommen, daß die Herren Herbert M. Gutmann
Mosler, Paul Schmidt=Branden ihre Aemter als Vorſtandsmitg
niederlegen werden und daß Herr Wilhelm Kleemann mit Ablau
Jahres aus dem Vorſtand der Dresdner Bank ausſcheidet. Herr
mann wird bis zum Ende des Jahres die Leitung der Genoſſenſe
abteilung der Dresdner Bank beibehalten. Die ausſcheidenden 6
haben ſich auf Wunſch des Perſonal= und Kreditausſchuſſes bereit er
ſich der Bank auch nach Niederlegung ihrer Aemter zur Verfügut
ſtellen. Die bisherigen Mitglieder des Vorſtandes Henry Nathan
Geheimrat Friſch gehören auch weiterhin dem Vorſtande an.
Die Zuſammenſetzung des Ffago=Konſortiums für den Nuſſen!
Zum Abſchluß des neuen Ruſſenkredits von 150 Millionen Reich=
des
ſogenannten Ifago=Konſortiums erfährt W. T. B.=Handelsdienſt
daß das Konſortium ſich folgendermaßen zuſammenſetzt: Deutſche
und Disevnto=Geſellſchaft, Allgemeine Deutſche Kreditanſtalt. Beb
Arnhold. Barmer Bankverein, Baheriſche Hypotheken= und Wechſel
Bayeriſche Staatsbank, Commerz= und Privatbank, Darmſtädter
Nationalbank, Dresdner Bank. Simon Hirſchland=Eſſen, A. Leoh=
Sal. Oppenheim jr. u. Co.=Köln, Preußiſche Staatsbank, Säg
Staatdbank, Thüringiſche Staatsbank, M. M. Warburg u. Co,
burg.
Produkkenberichte.
Frankfurter Produktenbericht vom 9. September. An der Get
börſe herrſchte infolge der Schwäche des Berliner Marktes äußerſte
rückhaltung. Die Preiſe blieben im großen und ganzen behauptet
Noggen, Hafer und Kleie gingen leicht zurück. Das Geſchäft war
gering, auch für Mehle. Es notierten Weizen 235, Noggen 2
Sommergerſte für Brauzwecke 180, Hafer 175177,50, Weizenmehl
Spezial 0 alte Mahlung 39,2540,00, dito Sondermahlung 34.7
35,50, niederrhein. Spezial 0 alte Mahlung 39,2539,75, dito So
mahlung 34,7535,B, Noggenmehl 60proz. Ausmahlung 2.B
Weizenkleie 9,609,50, Roggenkleie 9,509,25.

Metallnokierungen.

Die etallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 9.
tember ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
men oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Der
Elektrolytkupfernotiz) auf 73,75 RM. Die Notierungen
Kommiſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
ſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
zahlung) ſtellten ſich für Original=Hüttenaluminium. 98 bi
Prozent, in Blöcken. Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM.,
gleichen in Walz= oder Drahtbarren. 99 Prozent, auf 174
Reinnickel, 98 bis 99 Prozent, 350 RM., Antimon=Regulus 44
RM., Feinſilber (1 Kg. fein) auf 38,5040,50 RM.
Amerikaniſche Kabelngchrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 9. C
Getreide. Weizen: September 47, Dezember 49, Mär
Juli 53,75; Mais: September 42,75, Dezember 38½,
4058, Juli 42½; Hafer: September 20,25, Dezember 223,
25,25; Roggen: September 36,75, Dezember 37,50,
39,50, Juli 413.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 9.
Schmalz: Prima Weſtern 8,05; Talg, extra loſe 29.
Getreide. Weizen; Rotwinter 60,75, Hartwinter 6
Mais; loco New York 56,75; Mehl: ſpring wheat c
3,754,25; Getreidefracht nach England 1,62,3 sh, nach
Kontinent 88½ C.
Kakao: Tendenz feſt, Umſätze 85, loco 47; September
Oktober 4,54, Dezember 4,64, Januar 1932 4,86, März 4,99,
5,21, Juli 5,26.

Berliner Kursbericht
vom 9. September 1931

Deviſenmarkt
vom 9. September 1

Me He
Danatbank. . .
Deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Eleltr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas

Nie
76.
65.
38.
31.75
34.125
60.
30.
65.25
49.
21.25
73.50
83.

Me
Clektr. Lieferung
F. G. Farben 1
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u. 1
Köln=Neueſſen /
Phil. Holzmann.
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Korsw.
Orenſtein & Koppel

Nafe
66:
109.
44.50
67.
44.
32.
48.50
84.
34.
40.
20.50
41.125
24.

Mee
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTeleor. Draht
Wanderer=Werke.

ae
25.
153.
61.
88.
29.50
92.
11
25.
89.75
100.
20.50

Helſingfors
Wien

Prag
Budapeſt
Sofig
Holland
Eslo
Kopenhagen
Stockholm.
London.
Buenos=Aires
New York.
Belgien.
Italien
Paris

Währung
100 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch.Kr.
100 Pengö
100 Leva.
100 Gulden
100 Kronen
1o0 Kronen
100 Kronen
1 E=Sta.
1 Pap. Peſo
Dollgt.
100 Belgg
100 Lire
100 Franes 1

Reit
10.592
59 77 15
12.460
73.43 7
3o5N
169.88
112.51
112.511
112.62
20.455
1.173
4.209
5o.57 5
22.02
16.50

Brieſ
10.812
59.29
12.488
73.57
2.oss!
170.00
112.73
112.73
112.84
20 495
1.17714
4.217
56.69
22,08 .
18.54

Schweiz

Sponien

Danzig

Japan
Rio deJanerol=
Zugoſlawien
Portugal
I
Athen
Iſtambu
Kairo

=
Kanada

Uruguay

3sland
Tallinn (Eſtl.)
*
Mie

Währung
100 Franken
100 Peſetas
1o0 Gulden a
1 Yen.
Milreis
ſ1o0 Dinar
100 Cseubod!
100 Drachm.)
t türk. 2
jaypt. 2
eangd. Dol (
Goldpeſo
00 isl. Kr.
too eſti. gr.
100 Lats

Gelt
182.05
37.61
81.75-
2.078
0.258
7.124
18.54
5.45
20g5
.189
1984
S5.
12.4
g1.27

Frankfurter Kursbericht vom 9. September 1931.

72 Dtſch. Reichsan
5½%Intern.,
6%Baden .......
89 Baher ...
6%o
88 Heſſen v.28
829
v. 22
620 Preuß. Staat.
88 Sachſen
..
7% Thüringen...
Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. 4, Ab=
löſungsanl
. . .
Dtſche. Anl. Ablö=
ungsſch
. (Neub.
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe

8%0 Aachen o. 29
89 Baden=Baden,
62Berlin .......
88 Darmſtadt v. 26
v. 28
79 Dresden.
8% Frankfurt a.M
Koc
*
5. 26
82 Mginz
8%Mannheim v. 26
60
v.27
88 München.
88 Nürnberg.
8% Wiesbaden

5% Heſt. Landesbk.
89 Golboblig
4½% Heſſ. Los.=
Hyp.=Bk.=Liquid.
4¾% Kom.=Obl
8%0 Preuß. Ods.
pfbr.= Anſt. G. Pf.
720
g% Solboblig

93.75
71.5.
74
91.5
62

47.25
3.4

1.3

65
63
90
97

77.5

76

75.5
67

MeL
Bk. Girozentr. fürl
Heſſen Goldobl.
18% Kaſſeler Land. Goldpfbr.:
790 Kaſſeler Land.,
kredit Goldpfbr.
88 Naſſ. Landesbi.
498 Liagu. Obl
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer.
Ser.III
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).

8%g Berl. Hyp. Bk.! 9
4½ %onLigu.=Pfbr.
18% Frkf. Hyp.=Bt.. 89.5
412% 7 Lic.Pfbr.! 79
Pfbr.=Br./ 96
80.5
Liau.
2 Mein.Hhp.=Vr.
Lig. Pfbr..
82 Pfälz.=Hyp.=Bk. 89
4½% Bia Pfbr. 83
8% Preuß. Boden=
ered
.=Bani ....! 91
4½%o Lig.Pfbr.: 85
8% Preuß. Centrl.=
Bodener.=Bank.: / 91
4½ n Lig.Pfbr. 76.75
825 Rhein. Hyp. Bk.
82
4½% Lig. Pfbr., 79.75
8% Rhein.=Beſtf.=
Bd.=Credit. ...
3% Südd. Bod.=
Cred.=Bank ....! 90
4½% n Lia. Pfbr. 85.5

74
90
80
89.75
82
72.5
82

411.

GEafcr auns

6% Datmler=Benz!
8% Dt. Linol.Werkel
820 Klöckner=Werkel
7%0 Mainkrw. v. 26
o Mitteld. Stahl.
18% Salzmannu. Co
7%Ver. Stahlwerke
820 Voigtck Häffner
F.6. Farben Bonds
5% Bosn. L.E.B.
5%
L.Inveſt.
5 % Bulg. Zab. v. 02
4½% Oſt. Schätzel
4%5 Oſt. Goldrente
5 %vereinh. Rumän
4½0
42
4%0 Türk. Admin.
1. Bagdadl
Zollanl.
4½% ungarn 1913
1914
4½%
Goldr.
191o
42
Aktier
Rla. Kunſtziide Unie
A. E. G. ... . . . . . .
AndregeNoris Bahn
Aſchaffbg. Braueret
.. Zellſtof
Bemberg, 7. P....
Bergm. El.=Werkel
BrownBoverickCie.
Buderus Eiſen. ...
Cemeni Heidelber=
Karlſtadt
3. G Chemie, Baſell
Chem.Werke Abert
Chade ........!
Contin. Gummiw.
Linoleum
Daimfer=Benz..

A

Mec

58.5
74

sa

*
28
5.75
475

1.9
13.9
138

As
60.5
95
352l,
65.25

27.75
43

182
73
14.75

Mefcce
Erdöl
Gold=u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt
Linoleumwerkel
Eiſenhandel..
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr.Lieferg.=Geſ.
Licht u. graft
Eſchw. Bergwerk.
EßlingenMaſchinen
EttlingenSpinnerei
Faber & Schleicherl.
J.G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt. & Gnilleaume
Frankf. Cas i. Lia.
Hof..
Gelſent. Berower!
Geſ.feleitr. Untern.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
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[ ][  ][ ]

mer 251

Donnerstag, den 10. September 1931

Seite 13

tee unter einen-ach ftorsfensen

Copyright Berlin=Schöneberg 1931 by Delta=Verlag Kurt Ehrlich.
wer aus der Strafanſtalt flüchtete, hatte er einen Plan
chrig dar möglich, einfach deshalb, weil ihm die Gelomittel Welt war ſehr vielfältig welch enges Stück nur hatte er vor=
blter
Er hatte nie gewußt, daß alles davon abhängen konnte, dem gekannt.
hmiiber das Geld für Bett und Brot verfügte oder nicht.
len wir gehen? Der Maeſtro ſtand vor ihm mit ſeiner
Affenmiene. In ſeiner gekrümmten Haltung ſah er
gur
verknitterter aus, ſeine Erſcheinung war wahrhaftig gebiſſen.
bender Anblick. Es iſt Zeit, fügte er hinzu. Die
Rorz e er von ſich gab, glichen einem Gekrächz.
raft! um abzulehnen. Er nickte nur gleichgültig.
uf dem Boden wettgemacht werden ſollte. Bis zur wartet.
zequoll die Muſik. Dann öffnete ſich ein in Schummer=
ruchter
Raum, von Tabakrauch verqualmt und voll hier die Zeit zu vergeuden.
e eng aneinandergerückt waren, als wolle man jeden
ausnützen.
iſt ne Goldgrube, erläuterte der Maeſtro mit einer ſonſt die Genüſſe des Elfenpalais auszukoſten, keinen er=
ung
, als ob er der Beſitzer geweſen wäre.
ſchöpfenden Gebrauch machte.

der winzigen Bühne, die den Hintergrund einnahm
ntlich nur ein Podium war, tummelte ein mißgelaunter
gonfe cier ſeinen Witz. Er tat ſo, als ſei es überhaupt eine
beſorr.: Gnade von ihm, hier aufzutreten. Die Gäſte bedachte
er mi öchſt abfälligen Bemerkungen, niemand lehnte ſich da=
egerr
f, jeder in der Ueberzeugung, die anderen ſeien gemeint.
Schli h verkündete er: Die Liebesgrotte des Sonnenkönigs
yit 1 farbigen Nymphen. Eine hiſtoriſche Reminiſzenz!
cklicherweiſe konnte der tote franzöſiſche Ludwig nichts
davoy ſnen, was ihm hier unterſchoben wurde. Der Vorhang
hob ½ über einem nicht näher erkennbaren Gebilde aus
Pap7 aché, in deſſen Mitte auf pſeudo=ſteinernem Sockel eine
nahe; gänzlich unbekleidete junge Dame ihre Formen zur
Schar ellte. Der Scheinwerfer beſtrahlte ſie mit dem Rot eines
ſolid Sonnenuntergangs. Die Muſik begleitete die Sonne
mit no, und man vernahm das Trappen von ſechs Tän=
grirw
, die von beiden Seiten hereintrippelten und dann im
ſeig imherhüpften. Dann folgte eine nicht minder hüllenloſe
i in Grün, eine dritte in Gelb und ſchließlich die letzte
Maeſtro ſtieß ſeinen Begleiter an: Das iſt ſie!
hoff erblickte ein unſtreitig gut gewachſenes Mädchen,
iſo ſtatuenhaft ſtarr verharrte, wie ihre Vorgängerinnen.
ichtszüge blieben unter der dicken Schminkſchicht und in
en Beleuchtung nur ſchlecht erkennbar.
hönes Blau! begeiſterte ſich der Maeſtro. Es war wohl
ſige, was er zum Lob der Szene ſagen konnte. Bewe=
ſie
ſich nicht, erklärte er noch, das erlaubt die Polizei
onſt iſt’s nämlich unſittlich, ine Kinderei, nicht?

Roman von
Nachdruck verboten.
Eickhoff ſtimmte ihm zu. Er für ſeine Perſon fand die
hab keilich keinen ganz feſt umriſſenen, allein die beſtimmre Vorführungen einfach langweilig, Gefährliches konnte er au
ichu handeln. Er wollte die Freiheit, um ſein Recht zu ihnen nicht entdecken. Er ſtaunte, daß es überhaupt ſo etwas
em nd nun ſpürte er unſichtbare Feſſeln. Kein einziger gab und Leute von dergleichen gefeſſelt werden konnten. Die
Lohnt ſich denn das? wandte er ſich an ſeinen Begleiter.
Der wich aus: Sie macht’s ſchon über ein Jahr!
Nach einer Pauſe: Dabei hat noch nicht einmal einer an=
Von den Provinzonkels hier?
Laſſen Sie’s gut ſein, die Leute ſind prima. Aber es iſt
ihre eigene Schuld, ſage ich Ihnen. Sie iſt ja nicht recht ge=
qoff
verſpürte eigentlich wenig Luſt, aber er war zu ſcheit, das Mädchen. Große Roſinen im Kopf. Man kann mit
ihr nichts anfangen. Ich wollte ſchon mit ihr reiſen, ſie hätte
Weg war kurz, ſie hatten es kaum um die Ecke. Das glänzend mit mir zuſammenarbeiten können denken Sie, daß
nis lag in einem Keller. Der Eingang roch muffig=feucht, ſie dazu zu kriegen geweſen wäre? Nichts zu machen! Und
eicht durch den allerdings reichlich abgetretenen ſonſt iſt ſie genau ſo verdreht. Möchte wiſſen, worauf ſie
Wollen wir noch bleiben? Eickhoff kam es ſinnlos vor,

Wie Sie meinen! Der Maeſtro ſchien enttäuſcht; er konnte
offenbar nicht begreifen, daß jemand von der Gelegenheit, um=
Draußen auf der Straße, als ſie langfam zum Café zurück=
kehrten
, dachte Eickhoff: Der iſt nun ein Verbrecher, hat geſtoh=
len
und geſeſſen und wieder geſtohlen. Sein ganzes Daſein iſt
der Kampf darum, ſtehlen zu können, ohne gefaßt zu werden.
Und wofür? Um zu eſſen, zu ſchlafen und wieder zu ſtehlen.
Welcher Sinn ſteckt darin? Er iſt ſtolz auf ſeine Tochter, wie
alle Väter, aber unzufrieden mit ihr, weil ſie ſich nicht verkauft
oder nicht genügend teuer. Sitzt ein anders geartetes Hirn in
ſeinem Kopf? Ein krankes Hirn? Iſt er ein böſer Menſch?
Vielleicht nennen wir nur krank und böſe das, was nicht ſo
iſt wie wir und das Unſerige.
Im Café Orient ſah es noch genau ſo aus, wie vorher. Der
Klavierſpieler mit bebrillter Beamtenmiene trillerte auf den
Taſten und ſang. Fremde Männer ſpielten Karten. Es war
ziemlich leer.
Nach einer halben Stunde kam die blaue Eliſabeth. Sie
grüßte ſtumm und nahm Platz. Eickhoffs Blick überflog ſie: ein
zartes Geſchöpf mit ſehr ebenmäßig reinem Geſicht, dem unſchul=
digen
Geſicht eines Kindes. Die Stirn gewölbt, die Naſe klein
und gerade, die grauen Augen hatten etwas Abweſendes, als
ſchauten ſie in eine unbekannte Welt. Sie blieb wortkarg und
rauchte Ketten. Man wußte nicht, ob ſie nichts zu ſagen hatte
oder mit ſich beſchäftigt war. Um Eickhoff kümmerte ſie ſich
nicht, ſie war wohl gewohnt, daß ihr Vater ſich in Geſellſchaft
von Leuten befand, die ſie nicht kannte.
Der Maeſtro hatte ſein altes Spiel mit dem Zweimarkſtück
aufgenommen, das er verſchwinden und wieder auftauchen ließ:
ſein unraſiertes, melancholiſches Affengeſicht, gänzlich von der
Naſe überſchattet, neben dem klaren, elfenbeinfarbenen Geſicht

des Mädchens, ließ es faſt unglaubhaft erſcheinen, daß ſie ſeine
Tochter war. Aber manchmal ſtreifte er ſie mit einem ängſtlich
beſorgten Ausdruck, als bange er davor, daß ſie plötzlich etwas
Unerwartetes unternehmen könnte, aufſpringen, davonlaufen,
verſchwinden.
Allein das war vielleicht nur eine Täuſchung. Er ſtand
ſelbſt auf und ging nach hinten, jemand hatte ihn zum Telephon
verlangt. Sie waren nun allein. Eickhoff wollte irgend etwas
ſagen, ganz Gleichgültiges, nur um das Schweigen zu brechen.
Dieſes ſtumme Nebeneinanderſitzen kam ihm töricht vor. Komi=
ſcherweiſe
fiel ihm augenblicklich nichts ein, nicht die belang=
loſeſte
Geſprächsphaſe, es ſchien ihm unmöglich, den Mund auf=
zutun
. Doch er kam nicht dazu, weiter nachzudeken, denn ganz
unvermittelt wandte ſich Eliſabeth an ihn:
Wollen Sie mir helfen? Sie ſagte es wie nebenbei, als ob
ſie etwa ein Streichholz verlangt hätte.
Er verſtand nicht recht: Helfen? Ja, aber womit?
Die Zeit iſt zu kurz, um Ihnen alles zu erklären, er muß
ja gleich wiederkommen. Die Hauptpſache iſt, daß Sie mich
von hier fortbringen, irgendwohin, wo ich übernachten kann. Ich
habe nicht genug Geld, um zu bezahlen."
Eickhoff blickte ſie ratlos an.
Sie möchten wiſſen, warum? Er will mich an einen Men=
ſchen
bringen, der mir zuwider iſt. Er kriegt Geld dafür. Es
iſt eilig.
Eickhoff überlegte nicht lange. Er fühlte ſich nicht fähig,
einen beſtimmten Gedanken zu faſſen, aber er zweifelte keine
Minute, daß dieſes Mädchen ſich nicht an ihn gewendet hätte,
wenn es nicht in äußerſter Not geweſen wäre. In dieſem Lokal
geſchahen wohl ſo manche unwahrſcheinlichen Dinge.
Gut, gehen wir! entſchied er.
Sie ſchritten dem Ausgang zu, niemand im Café ſchenkte ihnen
Aufmerkſamkeit. Man war hier gewohnt, daß Gäſte plötzlich
erſchienen oder aufbrachen.
Draußen fragte Eickhoff: Wohin wollen Sie?"
Egal. In ein kleines Hotel.
Ihr Vater wird wenig erbaut ſein, warf er hin.
Sie zuckte nur die Achſeln: Wenn ſchon . . . . Soll ich mich
vielleicht ihm zuliebe . . . Kennen Sie ihn näher?
Nein. Erſt ſeit heute. Doch mir kam es ſo vor, daß er
Sie ſehr gern hätte.
Kann ſchon ſein. Aber Geld liebt er noch mehr. Er ver=
ſteht
es nicht, daß ich mich nicht verhandeln laſſen will. Er
glaubt, ich bin nur eigenſinnig.
Aber man kann doch nicht hier mitten in Berlin einfach
jemanden verſchachern, wandte er ein.
Man kann alles Mögliche. Man kann auch halb totgeſchla=
gen
werden, wenn’s darauf ankommt.
Eickhoff zog den Zwanzigmarkſchein hervor, den er in der
Taſche geborgen hatte. Hier, bitte, nehmen Sie!
Ach, das iſt ja viel zu viel.
Sie werden es brauchen können. Für morgen, für üben=
morgen
. Mehr habe ich leider augenblicklich nicht.
Dann werde ich wechſeln. Bitte, warten Sie!
Sie ſtanden vor dem Eingang eines Hauſes in der Mittel=
ſtraße
, und Eickhoff ſah an dem darüber angebrachten Leucht=
ſchild
, daß hier ein Hotel ſich befand. Ehe er erwidern konnte,
war ſie hineingeeilt. Sekundenlang ſtand er ganz gedanken=
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da, dann packte ihn etwas, wie Scham, er drehte ſich kurz
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Pfd. 60=
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Ia Heilbutt 2 3pfündig . . . Pfd. 80 9
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Enthält die Meldungen (Ab- und Zugänge) von Kraftfahrzeugen jeder:
Art der 18 Kreise des Volksstaats Hessen (Kennzeichen: VS, VR, VO)
für die Zeit vom 16.31. August 1931.
Die Auto-Listen enthalten die Angaben in derselben Reihen-
folge
wie die Hauptausgabe: Name, Beruf, Wohnort des Kraft-
fahrzeugbesitzers
, Type, Motornummer, Hubraum in ccm und
PS,/ Art des Fahrzeugs. Fabrikneue Wagen sind durch X
kenntlich gemacht. Die Meldungen sind geordnet nach den drei
Provinzen (VS, VR, VO) und Kreisen und innerhalb dieser nach
Polizeierkennungsnummern. Abgemeldete Wagen werden geson-
dert
aufgeführt. Die Auto-Listen sind eine wichtige Ergän-
zung
des Auto-Adreßbuches (Adreßbuch der Kraftfahrzeug-
besitzer
im Volksstaat Hessen), Ausgabe 1929, und unentbehr-
lich
, weil sie laufend
neuestes Adressenmaterial
liefern. Sie erscheinen alle 14 Tage, also monatlich zwel Listen.
Die spätestens am 10, eines Monats ausgegebene Liste enthält die
Meldungen vom 16.30. (31.) des voraufgegangenen Monats und
die spätestens am 25. eines Monats ausgegebene Liste die Mel-
dungen
vom 1.15. des gleichen Monats.
Bezugspreis:
1. Bei Bezug aller Meldungen sämtllcher 18 Kreise für
12 Monate: zum monatlichen Pauschalpreis von
RM. 16.50.
2. Bei Bezug der Meldungen nur für einzelne Kreise
und Städte, gleichob für einen oder mehrere Monate, zu Staffel-
preisen
, die wir bei uns zu erfragen bitten.
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Pfund 45 Pf.
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Allerfeinſter Kablian, geputzt,
Pfund 60 Pf.
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