Einzelnummer 10 Pfennige
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwarte, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 225
194. Jahrgang
Samstag, den 15. Auguſt 1931.
Finanzslszutzen 00 Reſcziſgh. 92mm breite
Rellame=
zelle 3.00 Rrichtmark. Alle Preiſe in Reichsmart
(4 Doſlar — 420 Martl — Im Falle höherer
Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der Anzelgene
aufträge und Leſſtung von Schodenerſatz. Bei
Konkurs oder gerichtlicher Beſtreibung fäll ſeder
nto Deutſche Bank und Darme
a
der ſrunzenice Segendeſsc derſcoden.
Briand ſchiebt Uebermüdung vor. — Laval bedauerk. — Franzöſiſcher Gegenbeſuch erſt nach
der Genfer Völkerbundskagung in den lehken Tagen des Sepkember.
ſiſcher Seite hat man den Eindruck, daß Dr. Brüning die Gründe,
die die franzöſiſchen Miniſter zu ihrem Entſchluß geführt haben,
Laval ſagk ab.
ſehr wohl verſtanden habe. Die beiden Staatsmänner haben ſich
EP. Paris, 14: Auguſt.
Botſchafter v. Hoeſch hat ſich heute nachmittag 5 Uhr zu
Miniſterpräſident Laval begeben, der ihn zu ſich gebeten hatte,
um den Botſchafter von der infolge des ſchlechten
Geſundheits=
zuſtandes von Briand notwendigen Verſchiebung der Reiſe der
franzöſiſchen Staatsmänner nach Berlin zu unterrichten. Die
franzöſiſchen Miniſter haben dem Botſchafter ihr Bedauern über
dieſen Aufſchub ausgedrückt, und es wurde vereinbart, daß der
franzöſiſche Beſuch ſofort nach der Genfer
Völ=
kerbundstagung ſtattfinden ſoll. Ein genaues Datum
konnte natürlich auf ſo lange Sicht nicht feſtgelegt werden, weil
man nicht weiß, wie lange die Genfer Tagung dauern wird. Da
man mit dem Schluß dieſer Tagung nicht vor dem 20. bis 25.
September rechnet, wird der franzöſiſche Gegenbeſuch
wohl in den letzten Septembertagen vor ſich gehen
können.
Die „Information”, die ſich bereits mit der Wendung der
Ereigniſſe beſchäftigt, ſucht die Ablehnung Briands begreiflich zu
machen. Auch Chamberlain und Streſemann ſeien aus ähnlichen
Gründen gezwungen geweſen, ſich für gewiſſe Zeit von den
Ge=
ſchäften zurückzuziehen, und niemand ſei es damals in den Sinn
gekommen, ein ſolches natürliches Recht auf Ruhe einem
Staats=
mann, der ſeine Geſundheit bedroht ſieht, zu beſtreiten. Die
Zu=
ſammenkunft der deutſchen und der franzöſiſchen Staatsmänner
bleibe darum nicht weniger wünſchenswert.
* Der franzöſiſche Miniſterpräſident Laval hat ſich im letzten
Augenblick nun doch entſchuldigen laſſen. Briands
Geſundheits=
zuſtand hat den Vorwand dafür abgeben müſſen, daß die
fran=
zöſiſchen Miniſter vor der letzten Ratstagung nicht mehr nach
Ber=
lin kommen, ſondern ihren Gegenbeſuch bis nach Genf verſchieben.
Inwieweit es ſich bei Briand um eine diplomatiſche Erkrankung
handelt, läßt ſich ſchwer ſagen. Auf der einen Seite ſteht feſt, daß
daß er ja tatſächlich ſchwer abgekämpft iſt und ſich für Genf friſch
halten will, ſteht auch feſt, daß Herr Laval noch am Donnerstag
den Beſuch am 26. Auguſt noch als ziemlich ſicher bezeichnet hatte.
Auf der anderen Seite iſt aber nicht zu beſtreiten, daß ſchon ſeit
langem innerhalb der franzöſiſchen Regierung ſtarke Kräfte am
Werk waren, die den Beſuch hinausſchieben wollten, um zunächſt
den Haager Schiedsſpruch über die Zollunion mit Oeſterreich und
die Genfer Verhandlungen abzuwarten. Laval gehört in dieſen
Kreis wahrſcheinlich nicht hinein. Jedenfalls iſt der Reichskanzler
aus Paris mit dem Eindruck zurückgekommen, daß Laval eine
deutſch=franzöſiſche Verſtändigung ernſthaft anſtrebt, wenn er auch
deren Ergebnis nur in rein franzöſiſchem Lichte ſieht und ſich
viel=
leicht nicht ſo ſehr im Ziele, aber doch in der Taktik von den
Na=
tionaliſten ſeines Landes unterſcheidet.
Auf jeden Fall jedoch iſt das Hinausſchieben des
Beſuches bedauerlich, weil von ihm doch eine
Bereini=
gung der außenpolitiſchen Atmoſphäre erwartet werden konnte.
Denn es beſtand wohl nicht nur auf deutſcher Seite die Abſicht, die
Berliner Ausſprache lediglich in eines der üblichen Communiaués
ausklingen zu laſſen. Man hatte die Hoffnung, irgendwie zu
ſchriftlichen Abmachungen zu kommen, die einen neuen Start der
deutſch=franzöſiſchen Beziehungen bedeuten und möglicherweiſe
durch einen ſpäteren Anſchluß Englands und Italiens einen
Kri=
ſtalliſationspunkt für eine diplomatiſche Neuorientierung hätten
abgeben können. Dabei konnte von Deutſchland ſelbſtverſtändlich
nicht der Verzicht auf die Geltendmachung vertraglicher Rechte
oder die Anerkennung des status auo im Oſten verlangt werden.
Aber etwas ähnliches wie der Berliner Vertrag zwiſchen
Deutſch=
land und Rußland war doch auf der Grundlage gegenſeitiger
Gleichberechtigung möglich, ja ſogar wahrſcheinlich, und wenn
da=
bei auch nicht über Anleihen geſprochen würde, ſo würde ein
ſol=
ches Abkommen doch in ſich ſchon ein Moment der Beruhigung
geweſen ſein, das die Liquidierung der finanziellen
Schwierig=
keiten Europas erleichtert hätte. Ob die Anſätze, die hier
vor=
handen waren, durch die Vertagung des Beſuches nun vernichtet
ſind oder ob ſie nach Genf zu neuem Leben erwachen werden, muß
man abwarten.
Eine kelephoniſche Ankerhallung zwiſchen Lapal
und Brüning.
Miniſterpräſident Laval, der heute abend 5 Uhr dem deutſchen
Botſchafter den Beſcheid gab, daß die franzöſiſchen Miniſter
in=
ſolge des Geſundheitszuſtandes des Außenminiſters Briand erſt
nach der Genfer Völkerbundstagung ihren Berliner Gegenbeſuch
abſtaiten könnten, lag daran, Reichskanzler Brüning perſönlich
dieſen Entſchluß der franzöſiſchen Miniſter mitzuteilen und ihm
ihre Gründe auseinanderzuſetzen. Er ſetzte ſich deshalb mit dem
Reichskanzlerpalais in Berlin telephoniſch in Verbindung. Dr.
Brüning erhielt den telephoniſchen Pariſer Anruf wenige
Mi=
nüten danach. Die Unterredung zwiſchen dem deutſchen und dem
ranzöſiſchen Miniſterpräſidenten dauerte etwa 20 Minuten und
wurde in franzöſiſcher Sprache geführt, die Reichskanzler Dr. Brü=
Aing ausgezeichnet zu ſprechen verſteht, wie die franzöſiſchen
Mi=
liter bereits anläßlich ſeines Pariſer Beſuches feſtſtellen konnten.
Miniſterpräſident Laval begann damit, dem Reichskanzler ſein
Belauern auszudrücken, daß er und ſein Kollege Briand die Reiſe
Küfſchieben müßten. Er fügte jedoch zugleich hinzu, es liege ihm
ſehr daran, die im letzten Monat in Paris begonnenen direkten
Tanzöſiſich=Leutſchen Beſprechungen ſo bald wie möglich
weiterzu=
lüyren. Leider könne dies infolge der Krankheit Briands aber
* nach der Genfer Völkerbundstagung geſchehen. Auf franzö=
ſchnell über den Zeitpunkt geeinigt, an dem die deutſch=franzöſiſchen
Beſprechungen in Berlin weitergeſponnen werden könnten, nämlich
ſofort nach der Völkerbundsverſammlung.
Die Unterredung wurde auf beiden Seiten ſehr gut gehört.
Soviel wir wiſſen, iſt es das erſtemal ſeit langen, langen Jahren,
daß deutſche und franzöſiſche Staatsmänner ſich von Hauptſtadt
zu Hauptſtadt telephoniſch unterhielten.
*
Der telephoniſche Anruf des franzöſiſchen
Miniſterpräſiden=
ten Laval beim Reichskanzler Dr. Brüning hat ſeinen Grund
nach Auffaſſung Berliner politiſchen Kreiſe wohl in dem
Bedürf=
nis Lavals, auch vor der Oeffentlichkeit zu dokumentieren, daß die
Verſchiebung der Berliner Reiſe der franzöſiſchen Staatsmänner
nichts mit irgendwelchen politiſchen Gründen zu tun hat. Ein
ſolches Telephongeſpräch zwiſchen den beiden Chefs der
franzöſi=
ſchen und der deutſchen Regierung iſt immerhin keine alltägliche
Angelegenheit. Es dürfte vielmehr das erſtemal geweſen ſein,
daß zwiſchen ihnen dieſe zwangloſe und im Vergleich zum
ſon=
ſtigen diplomatiſchen Verkehr vertrauliche Form der
Verſtändi=
gung angewendet wurde. Das Geſpräch hat nach franzöſiſcher
Dar=
ſtellung etwa 20 Minuten gedauert. Auch daraus ergibt ſich, daß
es vollkommen abwegig wäre, hinter der Verſchiebung des
fran=
zöſiſchen Beſuches andere Gründe zu ſuchen als den des in
Frank=
reich wie in Deutſchland gleichermaßen bedauerten
Geſundheits=
zuſtandes Briands. Jedenfalls hat man in Berliner politiſchen
Kreiſen durchaus verſtanden, was der franzöſiſche
Miniſterpräſi=
dent mit ſeinem Anruf zum Ausdruck bringen wollte, und hat die
freundſchaftliche Geſte mit Genugtuung begrüßt.
Die Vorſchläge der Gegenſeite den deutſchen
Delegierken überreicht.
EP. Paris, 14. Auguſt.
Heute vormittag ½10 Uhr iſt am Sitz der B.J.3. die mit
großer Spannung erwartete gemeinfame Konferenz des Wiggin=
Studien=Komitees des internationalen Stillhaltekonſortiums der
Gläubiger Deutſchlands und der Vertreter der deutſchen Banken
zu ihrer erſten Sitzung zuſammengetreten. Die Konferenz
um=
faßt folgende Delegiertengruppen: 1. die zehn bereits
bekann=
ten Mitglieder des ſeit einer Woche hier tagenden
Studien=
komitees; 2. die im Internationalen Stillhaltekonſortium
ver=
einigten Vertreter der Gläubigerregierungen. 3. Als Vertreter
Deutſchlands: Direktor Dr. Fuchs von der Reichsbank. Dr.
Schlieper von der Deutſchen Bank=Diskontogeſellſchaft, als
Ver=
treter der deutſchen Bankiers Dr. Otto Jeidels von der Berliner
Handelsgeſellſchaft.
Die Sitzung dauerte über viereinhalb Stunden. Enigegen
den urſprünglichen Dispofitionen fanden dieſe Verhandlungen
getrennt von denen des Studienkomitees der
Finanzſachverſtän=
digen ſtatt, da es bisher noch nicht gelungen iſt, die
verſchie=
denen Meinungen der Gläubiger und Schuldner hinſichtlich der
Stabiliſierung der kurzfriſtigen Krediie auf eine gemeinſame
For=
mel zu bringen. Wie man erfährt, hat nun das Stillhalte=
Konſortium beſchloſſen, Gegenvorſchläge zu den
ſeinerzeit vom „Reichsbankpräſidenten Dr.
Luther den verſchiedenen Stillhalte=Komitees
unterbrei=
teten Vorſchlägen auszuarbeiten, die den deutſchen
Bankenvertretern unterbreitet werden ſollen.
In der heutigen Nachmittagsſitzung des internationalen
Stillhalte=Konſortiums, die um ½4 Uhr begann und bis 7 Uhr
abends dauerte, wurde, wie man am Schluß der Sitzung
er=
fahren konnte, eine Einigung erzielt über die Gegenvorſchläge
zu den ſeinerzeit von Dr. Luther den verſchiedenen Stillhalte=
Komitees unterbreiteten Vorſchläge. Dieſe Vorſchläge ſind heute
im Prinzip unter gewiſſen Vorbehalten angenommen worden.
Die Vorbehalte der vereinigten Stillhalte=
Komitees zu den Vorſchlägen Dr. Luthers wurden
nun in Form von Gegenvorſchlägen fixiert und der deutſchen
Bankier=Delegation unterbreitet, die gegenwärtig mit ihrer
Prü=
fung beſchäftigt iſt.
Die deutſchen Delegierken prüfen die ihnen
überreichken Vorſchläge.
Wie wir zu den internen Beratungen der deutſchen Bankier=
Delegation erfahren, ſind die deutſchen Delegierten beſtrebt, eine
Einigungsmöglichkeit zu finden, um die Beantragung eines
all=
gemeinen Moratoriums zu vermeiden. Doch wird von deutſcher
Seite erklärt, es ſei ausgeſchloſſen, daß die den deutſchen
Dele=
gierten vorgelegten Gegenvorſchläge des Stillhaltekonſortiums
diskuſſionslos angenommen werden könnten. Unter dieſen
Um=
ſtänden erſcheint es als ausgeſchloſſen, daß die Baſeler
Verhand=
lungen des Stillhalte=Konſortiums mit den deutſchen Delegierten
bereits am Samstag abgeſchloſſen werden können. Man wird
vielmehr den morgigen Tag dazu benutzen, die Gegenvorſchläge
der Gläubigervertreter Punkt für Punkt durchzuſprechen.
Wie die Baſeler „Nationalzeitung” meldet, ſoll als Baſis der
gegenwärtigen Stundung der Termin von ſechs Monaten in
Be=
tracht gezogen werden unter der Bedingung, daß vom Reich den
ausländiſchen Gläubigern dieſelben Vergünſtigungen wie den
in=
ländiſchen gewährt werden ſollen. Alle beteiligten Gläubiger
ſollen auch eine Art finanzielle Meiſtbegünſtigung eingeräumt
erhalten, d. h., keine einzige Gläubigergruppe, auch keine
inlän=
diſche, ſoll vorteilhaftere Garantien erhalten.
Was wird mit der Hauszinsftener?
Von
Dr. Carl Schüler, Berlin.
Noch vor zwei Jahren hat jedermann, und vor allem aber
der Hausbeſitzer ſelbſt, nur an Mietſteigerungen geglaubt. Für
einen Narren wäre der erklärt worden, der damals verkündet
hätte, daß zwei Jahre ſpäter ſämtliche verantwortlichen Stellen,
von den Miniſterien über den Hausbeſitzer ſelbſt bis zu den
Gewerkſchaften und Berufsvertretungen ernſtlich über die
Durch=
führung einer Mietſenkung beraten werden. In Deutſchland
ſtehen gegenwärtig zahlreiche Wohnungen frei. Die Gründe
hier=
für liegen in der allgemeinen Einkommenſchrumpfung. Solange
die Einkommen verhältnismäßig hoch waren, ſolange vor allem
noch Reſerven in weiten Bevölkerungsſchichten da waren, von
denen nach Eintritt der Arbeitsloſigkeit zunächſt noch die
Mie=
ten beſtritten werden konnten, gab es keine leerſtehenden
Woh=
nungen. Mit fortſchreitender Dauer der Depreſſion erhöht ſich
jedoch laufend die Zahl der leerſtehenden Wohnungen. Angeſichts
der zahlreichen unvermieteten Wohnungen fragt man
unwillkür=
lich: warum ſenkt der Wirt nicht einfach die Mieten, dann
wür=
den die alten Mieter nicht ausziehen oder aber es würden ſich
bei dem ermäßigten Mietsniveau neue Mieter finden. Dieſe
Frageſtellung iſt zwar berechtigt, eine Antwort zu finden jedoch
nicht ganz leicht. Natürlich iſt auch der Mietspreis ein Produkt
von Angebot und Nachfrage: und ein ſtarkes Angebot
leerſtehen=
der Wohnungen muß über kurz oder lang zu einer erheblichen
Mietspreisſenkung führen. Nur wird es ſich hierbei dann
wahr=
ſcheinlich um neue Wirte handeln, die die Senkung vornehmen;
denn der Weg zu einer Mietspreisſenkung führt
entweder über die Umſchichtung im Häuſerbeſitz
oder über eine umfangreiche Entlaſtung des
Hausbeſitzes von den gegenwärtig hohen
Steuern.
Das Betreten des erſten Weges würde zwangsläufig für
die gefamten Volkswirtſchaft große Verluſte mit ſich bringen.
Die Verpflichtungen des Wirtes beſtehen überwiegend aus
Zin=
ſen für die Hypotheken und aus Steuern. Kann er dieſen
Ver=
pflichtungen aus dem Mieteingang infolge Leerſtehens von
Woh=
nungen nicht nachkommen, ſo kommt ſein Grundſtück unter den
Hammer und wird dann von einem neuen Beſitzer zu einem
niedrigen Preis erworben. Dieſer neue Beſitzer braucht dann
aber nur ein geringeres Kapital zu verzinſen, er kann daher
auch die gegenwärtige Miete ſenken. Auf dieſe Weiſe tritt jedoch
eine ſchwere Schädigung der Volkswirtſchaft ein.
Der zweite Weg iſt der, den Hausbeſitz von den drückenden
Steuern zu befreien. Allein 48 v. H. der Friedensmiete werden
an Hauszinsſteuern erhoben. Erleichtert man die Laſten des
Hausbeſitzers, ſo iſt dieſer naturgemäß in der Lage, auch den
Mietern die Laſten zu verringern, alſo die Mieten zu ſenken.
Es ſind daher in letzter Zeit die verſchiedenſten Projekte
auf=
getaucht, die entweder eine gänzliche Abſchaffung oder eine ſtarke
Reduzierung und Umwandlung der Hauszinsſteuer befürworten.
An ſich wäre naturgemäß gegenwärtig, ſchon um einen
Zuſam=
menbruch am Grundſtücksmarkt zu vermeiden, eine Abſchaffung
der Hauszinsſteuer wünſchenswert, nur ergeben ſich dabei zwei
volkswirtſchaftlich ſehr wichtige Fragen. Die erſte iſt die, wie
gleicht der Staat die Mindereinnahmen infolge des Fortfalles
an Hauszinsſteuern aus? Antwort: Nur durch Einführung
neuer, bzw. Erhöhung beſtehender Steuern. — Die zweite Frage
lautet: was wird aus dem nur mit Hauszinsſteuerzuſchüſſen
denkbaren Wohnungs neubau, der an ſich ſchon ſtark geſchrumpft
iſt und deſſen Darniederliegen verheerende Ausſtrahlungen auf
ſaſt alle Induſtriezweige hat? Bis zum Jahre 1930 wurde etwa
die Hälfte des Hauszinsſteueraufkommens, das über 1,6
Mil=
liarden Mark betrug, für Wohnungsneubauzwecke verwendet, der
Reſt zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs herangezogen.
Es wurden alſo jährlich dem Wohnungsbau über 800 Millionen
Mark zugeführt, und zwar in Form von
Hauszinsſteuerhypo=
theken. Mit Hilfe dieſer, meiſt nur mit 1 Prozent verzinslichen
Hypotheken iſt überhaupt nur eine Neubautätigkeit in den
letz=
ten Jahren möglich geweſen. Es ſei in dieſem Zuſammenhang
daran erinnert, daß etwa 80 v. H. aller in den letzten fünf
Jahren neu errichteten Wohnungen mit Hilfe von
Hauszins=
ſteuerhypotheken erſtellt wurden.
Ertrag und Verwendung der Hauszinsſteuer in Millionen RM.
Afete Ertrag insgeſamt davon für Wohnungs=neubauzwecke verwendet. 1924 560 2 1925 1260 595 1926 1525 730 1927 1675 850 1928 1680 845 1929 1650 825 1930 1625 810 1931 1 600 (Schätzung) 450 (Schätzung)
In den letzten Jahren haben wir etwa 3½ Milliarden RM.
pro Jahr im Wohnungsbau inveſtiert. Dieſe 3½ Milliarden RM.
haben unzählige Induſtriezweige befruchtet, denn es gibt kaum
einen Gewerbezweig wie das Baugewerbe, deſſen Aufträge in
ſo viele andere Kanäle der Wirtſchaft fließen: von der
Zement=
induſtrie über die Eiſeninduſtrie zum Inſtallationsgewerbe, von
der Holzwirtſchaft über die Tapeteninduſtrie zu den Farbwerken.
Kurz, faſt alle Gewerbe ſind mittelbar oder unmittelbar mit dem
Baumarkt verknüpft. Es iſt alſo ein ſehr zweiſchneidiges
Schwert, den Hausbeſitz zwar von der Hauszinsſteuer zu
ent=
laſten, gleichzeitig aber die Neubautätigkeit lahmzulegen. Es
kann daher nur eine Kompromißlöſung in Betracht kommen, und
zwar muß man auf der einen Seite die Hausbeſitz=Laſten
er=
mäßigen, damit eine Mietſenkung durchgeführt werden kann.
Auf der anderen Seite aber darf man nicht die Hauszinsſteuer
ganz abſchaffen oder ſoweit ſenken, daß die Mietpreisſenkung
mit einem völligen Lahmlegen des Wohnungsbaues erkauft wird.
Vom Wohnungsneubau leben allein etwa 500 000 Bauarbeiter,
wenn wir die zahlreichen Arbeiter in den vom Baumarkt
ab=
hängigen Induſtrien gänzlich unberückſichtigt laſſen. Vei einem
jährlichen Durchſchnittseinkommen von, ſagen wir, 2500 RM.
pro Bauarbeiter, würde hier ein Kaufkraftausfall von 1½
Mil=
liarden RM. entſtehen. In Wirklichkeit aber muß man noch
be=
rückſichtigen, daß die Freiſetzung von 500 000 Arbeitskräften den
Staat enorme Summen an Unterſtützung koſtet, ganz ungerechnet
der Minderung an Steuereinnahmen.
Seite 2
Samstag, den 15. Auguſt 1931
Nummer 225
Von unſerem (D)=Korreſpondenten.
London, 13. Auguſt.
Obgleich in England nun die großen Ferien begonnen haben,
iſt die politiſche Regſamkeit keineswegs erloſchen. Unter der
Oberfläche der ſommerlichen Ruhe ſcheinen im Gegenteil ganz
neue politiſche Entwicklungen heranzureifen. Kurz vor
Parla=
mentsſchluß hat das „Komitee für Einſparungen im
Staatshaus=
halt” ſeinen Bericht veröffentlicht. Der Bericht empfiehlt zur
Ausgleichung des Budgets Einſparungen im Geſamtbetrage von
100 Millionen Pfund (davon allein 66 Millionen Pfund auf dem
Gebiete der Arbeitsloſenverſicherung) und eine Reihe anderer,
überaus einſchneidender Maßnahmen. Ja, die vorgeſchlagenen
Reformen ſind von ſo draſtiſcher Art, daß wohl keine einzige
Par=
tei im Ernſt daran denken könnte, auch nur die Hälfte derſelben
zu verwirklichen, ohne dabei ihre eigene Exiſtenz zu gefährden.
Nur eine „nationale Regierung”, ſagt man, könnte, gedeckt durch
die Verantwortlichkeit aller drei Parteien, es wagen, ſich an ein
derartiges Problem heranzumachen. Und gleichzeitig mit der
Veröffentlichung des Berichts des „National Expenditure
Commit=
tee” iſt daher auch die Idee einer „nationalen Regierung” wieder
in den Mittelpunkt der politiſchen Diskuſſion gerückt worden.
Erſte Vorausſetzung einer „nationalen Regierung” wäre
natürlich eine wirtſchaftspolitiſche Verſtändigung zwiſchen Labour
und Konſerpativen. Und Baldwin hat in letzter Zeit in der Tat
mehrfach Andeutungen gemacht, die eine derartige Möglichkeit ins
Auge faſſen. So erklärte er noch vorigen Samstag in Worceſter:
„Sollte die Labour=Regierung wirklich ernſte Anſtalten machen.
den Staatshaushalt in Ordnung zu bringen, ſo kann ſie dabei der
Mithilfe der Oppoſition durchaus gewiß ſein ..." Viel beachtet
wurde es auch, daß Macdonald und Baldwin ſich während der
letzten Parlamentsdebatten beharrlich mit „mr right honourable
kriend” anredeten, während die übliche offizielle Titulatur nur
„the right honourable gentleman opposite” zu ſein pflegt. Und
über=
haupt herrſchte in letzter Zeit zwiſchen Baldwin und Macdonald
im perſönlichen Umgang ein weſentlich freundſchaftlicherer Ton,
als dieſes zwiſchen den Führern der Regierung und der Oppoſition
in England je der Fall geweſen iſt. Doch ſo erfreulich das
freund=
ſchaftliche Verhältnis der beiden Führer an ſich auch iſt, ſo dürfte
dieſes allein natürlich kaum hinreichen, um die tiefen prinzipiellen
Gegenſätze zu überbrücken, die bei den beiden großen Parteien des
Landes in bezug auf die Wirtſchafts= und Sozial=Politik des
Staates beſtehen und ſo grundverſchieden ſind, daß ſie eine „
Ver=
ſtändigung” wohl gänzlich ausſchließen dürften. Unter Verzicht
auf Einzelheiten genügt es, hervorzuheben, daß die Konſervativen
die Ordnung des Staatshaushaltes durch Einführung eines
außer=
ordentlichen Zolltarifs und durch Einſparungen auf dem Gebiete
der ſogenannten „ſozialen Dienſte” (beſonders Einſchränkung der
Arbeitsloſen=Unterſtützungen) erzielen wollen, während die
Mehr=
zahl der Labour=Party die Aufwendungen für die „ſozialen
Dienſte” als unantaſtbar betrachtet und das Budget=Defizit vor
allem durch eine ſtärkere Beſteuerung der „beſitzenden Klaſſen”
ausgeglichen ſehen möchte.
Dieſe wirklich unüberbrückbaren Gegenſätze laſſen die
Bil=
dung einer „nationalen Regierung” in der Tat als höchſt
unwahr=
ſcheinlich erſcheinen. Doch wo iſt ſonſt in Anbetracht der ſtarken
Oppoſition innerhalb der Labour=Party gegen jegliche
Sparmaß=
nahmen ein Ausweg aus der Lage gegeben? Eine Entſcheidung
darüber, ob die Labour=Regierung ſich wird entſchließen können,
wenigſtens einem Teil der Empfehlungen des Spar=Komitees
zu=
zuſtimmen, wird erſt nächſten Monat die in Scarborough
zuſam=
mentretende Jahreskonferenz der Labour=Party bringen. Dann
wird man in der ganzen Sache gewiß klarer ſehen. Doch ſchon
jetzt ſei nicht überſehen, daß neben einer Annahme der
Empfeh=
lungen der Sparkommiſſion und der Bildung einer „nationalen
Regierung” immer noch eine dritte Alternative offen bleibt: die
Ausſchreibung neuer Parlamentswahlen! Und wenn nicht alle
Zeichen täuſchen, ſo dürfte es mehr als wahrſcheinlich ſein, daß
England letzten Endes gerade dieſen alterprobten und am
ſicher=
ſten aus der gegenwärtigen Sackgaſſe führenden Weg beſchreiten wird.
Die Nokmaßnahmen der engliſchen Regierung
zur Ausgleichung des Budgefs.
Zur Erſchließung neuer Einnahmequellen zwecks Ausgleichs
des Haushalts ſoll die engliſche Regierung in ihrem
Sparpro=
grimm die Erhebung einer Sonderſteuer auf Löhne und
Gehäl=
ter beabſichtigen. Wie der politiſche Korreſpondent der „
Eve=
ning News” wiſſen will, wird dieſe Steuer etwa 7 bis 10 Proz.
betragen. Außerdem iſt angeblich die Erhöhung der beſtehenden
Vergnügungsſteuer ins Auge gefaßt. Maedonald ſoll, wie der
Korreſpondent weiter mitzuteilen weiß, während ſeines Berliner
Aufenthalts dem Aufbau des deutſchen Lohnſteuer=Syſtems
be=
ſondere Beachtung geſchenkt haben.
In Verfolg ihres Grundſatzes, von allen Staatsbürgern
gleiche Notopfer zu fordern, will die Regierung diesmal auch mit
II.
Das Problem Richard Wagner hat nicht mehr die Muſik
zum Gegenſtand, deren Sieg ſich ſoeben erneuert, deren Einfluß
heute noch ungemindert iſt, es betrifft den Aufführungsſtil,
vor=
wiegend die Inſzenierung. Die ſeitherigen Verſuche, den
Anforderungen der Gegenwart entſprechende Geſtaltungen zu
finden, ſind mehr oder minder geſcheitert. An einzelnen
Büh=
nen wurden Szenenbilder zu Triſtan und Holländer gezeigt, die
als einigermaßen brauchbar gelten können. Auch in Bayreuth iſt
fleißig gearbeitet und manches erneuert worden. Wer den
impreſſioniſtiſchen „Aufführungsſtil gutheißt, kann für ſeine
Durchführung z. B. im Ring, für die Art, wie dort
Natur=
vorgänge und Szenenwechſel (Uebergänge und „
Verwandlun=
gen”) gemeiſtert werden, ehrliche Bewunderung haben. Aber das
berührt nicht den Kern der Frage. In allen Werken, am ſtärkſten
im Ring, iſt die Muſik mit dem Naturalismus der Szene ſo feſt
verhaftet, daß Löſungen, die ſich von ihm freimachen wollen,
ſchwierig ſind. Man zweifelt, daß die ſogenannten modernen
Inſzenierungsgrundſätze auf Wagner überhaupt übertragbar
ſeien. Man glaubt des Realismus ſo ſtark zu bedürfen, daß
z. B. in den Zoppoter Feſtſpielen der Ring im Naturtheater
geſpielt wird. Das iſt indes nur eine Senſation, wie die
Natur=
bühne überhaupt einen Irrweg bedeutet.
Es fehlt an der rechten Einſtellung. Die Inſzenierungsart
der Auflockerung, der Zergliederung, der abſtrakten Geometrie,
die ſich im Schauſpiel, im Ballett, in der Operette übrigens
auch nur teilweiſe als gebrauchsfähig erwies, iſt bei der Oper,
jedenfalls bei ſolchen, die der Romantik entſtammen, nicht
an=
wendbar. Neue Löſungen für Wagner ſind nur auf Grund
romantiſcher Einſtellung möglich. Und dieſe beſitzt die Mehrzahl
unſerer Regiſſeure und Bühnenbildner nicht mehr. Ihr
Auf=
führungsſtil verſagt, ihre Inſzenierungskunſt zerbricht an
Wagner.
Alſo Rückkehr zu den Einrichtungen des Meiſter von 1876
und 18827 Keineswegs. Sie ſino, in deſſen Bahnen,
vervoll=
kommnet durch techniſche Neuerungen, mehr oder minder
Bay=
reuth bisher noch wandelt, erſtarrt und verjährt, ja der heutigen
Jugend faſt unverſtehbar geworden. Die Jugend aber gilt es
zu gewinnen! So tat’s auch der Meiſter — und ärgerte die
Alten. Jede Zeit bedarf für denſelben Inhalt ihrer eigenen
Ausdrucksweiſe. Auch für die Romantik — denn ſie iſt noch
nicht tot — kann und muß ſie unſere Zeit finden. Man erfülle
mit ſolcher Aufgabe junge Künſtler deutſcher Art und reinen
Von den bisher im Zuſammenhang mit der Unterſuchung der
Morde am Bülow=Platz verhafteten Kommuniſten ſind vier
be=
ſonders verdachtig, an der Eimordung der Polizeihauptleute
An=
lauf und Lenk beteiligt geweſen zu ſein.
Durch Vermittlung des Oberkommiſſars des Völkerbundes,
Grafen Gravina, ſind zwiſchen dem Präſidenten des Senats, Dr.
Ziehm, und dem diplomatiſchen Vertreter der Republik Polen,
Miniſter Dr. Straßburger, Erklärungen ausgetauſcht in bezug auf
das vor einiger Zeit der Oeffentlichkeit mitgeteilte und vielfach
erörterte Rücktrittsgeſuch Dr. Straßburgers, durch die eine
Klar=
ſtellung der Angelegenheit herbeigeführt iſt. Die abgegebenen
Erklärungen haben es Dr. Ziehm ermöglicht, die ſeit jenem
Vor=
fall unterbrochenen perſönlichen Beziehungen zu Miniſter
Straß=
burger wiederaufzunehmen.
Das Abkommen über die Gewährung einer Anleihe in Höhe
von fünf Millionen Pfund an Ungarn iſt geſtern vormittag 11 Uhr
in der Pariſer ungariſchen Botſchaft unterzeichnet worden.
Der amerikaniſche Marineattaché in Berlin, Kapitän zur See
Caſtleman, der ſich gegenwärtig bei der amerikaniſchen Botſchaft
in Paris aufhält, hat bei der Pariſer Polizei Meldung erſtattet,
daß er in einer Autodroſchke eine Mappe mit für ſeine Botſchaft
beſtimmten Dokumenten vertraulichen Inhaltes vergeſſen habe.
Wie aus Waſhington gemeldet wird, teilte die ſüdſlawiſche.
Regierung dem amerikaniſchen Staatsdepartement mit, daß ſie das
Hoover=Moratorium ablehne. Südſlawien erhebe dagegen
Ein=
ſpruch, daß es durch die Einſtellung der deutſchen
Reparations=
zahlungen Einbußen erleide. Der ſtellvertretende Staatsſekretär
des Auswärtigen, Caſtle, erklärte, daß der Einſpruch der
ſüd=
ſlawiſchen Regierung keinen Einfluß auf die Wirkſamkeit des
Moratoriums habe.
Der Präſident der Republik Kuba, Machado, hat angeſichts der
Ausbreitung der Erhebung auf Kuba ein neues Angebot an die
Aufſtändiſchen gemacht, worin er ihnen eine völlige Amneſtie
zu=
ſichert, wenn ſie innerhalb 24 Stunden die Waffen niederlegen.
Eine kommuniſtiſche Organiſation, deren Führer ein
Tſchecho=
ſlowake iſt, wurde in Buenos Aires aufgedeckt. Die Organiſation,
die eine geheime Druckerei beſaß, umfaßt ungefähr 700 Mitglieder,
Die Führer der Vereinigung werden verbantt.
der bereits vor einiger Zeit geplanten Herabſetzung der Miniſter=
und Abgeordnetendjäten Ernſt machen. Eine der erſten
Auf=
gaben der Unterhausmitglieder während der bevorſtehenden
Sonder=Sitzung des Parlaments wird es daher ſein, in eine
Kürzung ihrer eigenen Bezüge einzuwilligen.
Die von der Regierung beabſichtigte Einführung einer
Sonderſteuer für feſtverzinsliche Wertpapiere, von der engliſche
Staatspapiere ausgenommen ſein ſollen, hat in Börſenkreiſen
eine wenig begeiſterte Aufnahme gefunden. Bei einer
tatſäch=
lichen Erhebung dieſer Steuer glaubt man mit ſehr nachteiligen
Auswirkungen auf das Börſengeſchäft mit Wertpapieren
rech=
nen zu müſſen.
Für Donnerstag nächſter Woche iſt eine gemeinſame Sitzung
der zwei maßgebenden Körperſchaften innerhalb der
Arbeiter=
partei; der Partei=Exekutive und des Generalrats des
Gewerk=
ſchaftskongreſſes, in London angeſetzt worden. Der Sitzung, in
der über das Sparprogramm der Regierung beraten werden
ſoll, mißt man in politiſchen Kreiſen größte Bedeutung bei. Es
iſt damit zu rechnen, daß die Notmaßnahmen der Regierung
von beiden Körperſchaften gebilligt werden.
Zerlin, 14. Auguſt.
Der bei den Unruhen am Bülow=Platz verletzte
Oberwacht=
meiſter Willig, der ſich zurzeit im Staatskrankenhaus befindet,
hat, dem „Lokal=Anzeiger” zufolge, einen Drohbrief erhalten,
in dem es heißt: „Es hat ſich herausgeſtellt, daß Kaliber 6,35
für dich nicht genügt. Wenn du herauskommſt, werden wir dich
mit 9 Millimeter empfangen! Eine Probe anbei.” — Dem
Brief war eine 9=Millimeter=Patrone beigefügt. Der
Reviervor=
ſteher des Polizeireviers 62 in der Pappelallee 85, Hauptmann
Schmedes, hat ebenfalls von kommuniſtiſcher Seite Drohbriefe
erhalten.
Bei den geſtern in Weißenſee verhafteten ſieben
Kommu=
niſten hat man Aufzeichnungen gefunden, die den Plan zur
Er=
mordung des Oberleutnants Böcker enthüllen. Danach wollte
man den Offizier an das Fenſter ſeiner Wohnung locken, indem
man loſen Sand dagegen warf. Wenn Böcker dann herausſah,
ſollte er erſchoſſen werden. Tatſächlich hat Oberleutnant Böcker in
mehreren Nächten, die den Ereigniſſen am Bülow=Platz
voraus=
gingen, verdächtige Geräuſche am Fenſter gehört. Die Abteilung
1a hat außerdem mehrere Feſtnahmen vorgenommen, die mit
den kommuniſtiſchen Mordtaten am Bülow=Platz im engſten
Zuſammenhang ſtehen. Darunter befindet ſich auch ein Mann,
anſcheinend ein Ruſſe, der im Verdacht ſteht, der Organiſator
der Feuerüberfälle auf die Polizei zu ſein. Dieſer Mann wurde
geſtern in einer Laubenkolonie des Nordens ermittelt und
feſt=
genommen.
Blutes, die ſich von internationalen Einflüſſen freigemacht, aber
mitten in unſerer Gegenwart ſtehen. „Kinder, ſchafft Neues!”
rief der Meiſter, der ſelbſt für ſeine Zeit der umſtürzleriſchſte,
modernſte Regiſſeur war.
Dieſem Problem gegenüber hat ſich Bayreuth offenbar zu
lange abwartend, ja ablehnend verhalten, obwohl bei dem
Man=
gel abgeklärter Entwürfe, in einer gärenden Zeit ein
behut=
ſames Verfahren begreiflich erſcheint. Aber gerade hierin ſollte
Bayreuth beiſpielgebend wie früher vorangehen, um von
Jahr=
zehnt zu Jahrzehnt den Aufführungsſtil ſo maßgebend und
überzeugend zu beſtimmen, daß jede andere Bühne ſich
anſchlie=
ßen muß, und der Unfug aufhört, jede Bühne müſſe ihre
eige=
nen meiſt untauglichen und koſtſpieligen Experimente machen.
Die Berufung von Tiedjen zur Bayreuther Feſtſpielleitung
darf als gute Vorbedeutung gelten. Inzwiſchen iſt mit einigen
Erneuerungen nicht ohne Erfolg begonnen worden. Der zweite
Akt Parſifal, mit den anderen Akten freilich ſchlecht
zufammen=
klingend, einiges aus Tannhäuſer, der Triſtan ſind Anfänge,
indes noch nicht die unanfechtbaren Löſungen. Daneben blieb
Abgeſtandenes, das möglichſt bald verſchwinden ſollte. Hand in
Hand dürfte alsdann auch die Koſtümfrage von neuen
Geſichts=
punkten aus zu ordnen ſein; von rein künſtleriſchen nämlich, nicht
von hiſtoriſchen. Die Inſzenierungsfrage wird für den Wert der
Aufbauarbeit in Bayreuth eine entſcheidende Rolle zu ſpielen
haben.
Ueber Regie iſt zu ſagen, daß Wagner den neuen
Regiſſeur, der ſich mit wachſender Allmacht vom Schauſpiel her
auch in der Oper, und zwar meiſt mit abbauendem, nicht
auf=
bauendem Erfolg betätigt, am wenigſten braucht. Aus Textbuch
und Partitur, aus Angaben in des Meiſters Schriften, aus
Unterredungen mit ſeinen Dirigenten und Künſtlern und
münd=
licher Bayreuther Ueberlieferung ergibt ſich alles Wiſſenswerte
in Ueberfülle. Man befolge es nur überall ſo treu, wie es in
Bayreuth geſchieht. Sogenannte Erneuerungen ſind überflüſſig
und verſchlimmbeſſern. Denn an den Regiſſeur Richard Wagner
reicht kein einziger unſerer jüngeren Opernregiſſeure heran.
Siegfried Wagner hat das Erbe vorbildlich verwaltet
und auf ſeine Neu=Inſzenierungen der vor Ring und Parſifal
entſtandenen Werke mit eingeborener Begabung übertragen. Sie
ſind vor allem darin vorbildlich, daß den muſikaliſchen
Anfor=
derungen in nahezu idealer Weiſe Rechnung getragen wird.
Wieviele Fehler ſind hierin infolge einſeitiger Schauſpielregie
in Darmſtadt gemacht worden!
Es iſt bezeichnend für Bayreuth, daß dort die Namen der
Regifſeure nie ungebührlich hervortreten. Man weiß, daß die
Geſamtinſzenierung von Siegfried Wagner ſtammt, daß
die techniſche Leitung Fritz Kranich hat, ein Darmſtädter
Kind, daß die dramatiſche Einſtudierung Luiſe Reuß=
Braun gegen Hindenburg.
Berlin, 14. Auguſt.
Die S.P.D. hielt am Freitag abend aus Anlaß des
Volks=
entſcheidsergebniſſes im Berliner Sportpalaſt eine
Maſſenkund=
gebung ab, an der führende ſozialdemokratiſche Abgeordnete
teil=
nahmen. Nach kurzer Begrüßung durch den Abgeordneten
Künſt=
ler ergriff der preußiſche Miniſterpräſident Otto Braun zu einer
längeren Rede das Wort, wobei er unter anderem ausführte
Nach dem Volksbegehren hätten ſich die hinter dieſer Bewegung
ſtehenden Gruppen und Parteien durch Mittelsmänner an die
preußiſche Regierung gewandt und ihr ein Kompromiß angeboten.
dahingehend, den Landtag ſchon im Herbſt aufzulöſen, dann
wür=
den ſie auf den Volksentſcheid verzichten. Die preußiſche
Regie=
rung habe jedoch keine Veranlaſſung gehabt, den Volksentſcheid
zu umgehen. Die preußiſche Regierung habe ſich im Kampf um
den Volksentſcheid ſehr zurückgehalten. In einer ſolchen
Situ=
ation hatte ſie jedoch ebenſo wie bei einem Mißtrauensantrag im
Parlament das Recht, ſich gegen die Angriffe der Gegner zu
weh=
ren. Die preußiſche Regierung habe von dieſem Recht nur den
allergeringſten Gebrauch gemacht, um den Anhängern des
Volks=
entſcheids nicht den Vorwand zu geben, ihre Niederlage durch die
Behauptung zu bemänteln, daß durch amtliche Beeinfluſſung das
Ergebnis gefälſcht worden ſei.
Man hat ſich beſonders darüber aufgeregt, fuhr Braun fort,
daß wir zwei Tage vor der Entſcheidung eine Kundgebung der
preußiſchen Regierung an die Wählerſchaft haben ergehen laſſen,
Miniſterpräſident Braun rechtfertigte dieſe Haltung der
Regie=
rung dahin, daß die Wählerſchaft einen Anſpruch darauf gehabt
hätte, zu erfahren, wie die Regierung zu dieſem Volksentſcheid
geſtanden habe. Er zitierte dann Stellen aus der kommuniſtiſchen
und der deutſchnationalen Preſſe, die übereinſtimmend dahin
ge=
gangen ſeien, daß die preußiſche Regierung mit ihrem Aufruf den
Anhängern des Volksentſcheids einen großen Dienſt erwieſen hätte.
Wer ſo etwas ſchreibe, könne ſich nachher nicht beſchweren, die
Kundgebung der Regierung habe das Ergebnis des
Volksent=
ſcheids zuungunſten der Volksentſcheidsparteien beeinflußt. Es iſt
falſch, ſo fuhr Braun fort, wenn es ſo hingeſtellt wird, als ob wir
mit dieſer Kundgebung die Preſſe knebeln oder die
Meinungs=
freiheit unterdrücken wollten. Wir haben niemanden zugemutet,
gegen ſeine Ueberzeugung zu ſchreiben. Aus dem Aufruf iſt klar
erſichtlich, daß es ſich nicht um eine Meinung der Redaktionen,
ſon=
dern um eine Kundgebung der preußiſchen Regierung handelt.
Ich bin ſogar ſo loyal geweſen, nicht am letzten Tage den
Ab=
druck zu erzwingen, ſondern zwei Tage vor dem Volksentſcheid,
damit die Blätter, die für den Volksentſcheid eintraten,
Gelegen=
heit hatten, noch auf die Kundgebung zu antworten.
Der Miniſterpräſident fügte hinzu: Die Notverordnung iſt
nun geändert und in ihrer Wirkung etwas abgeſchwächt worden.
Darüber wird nun an anderer Stelle noch geſprochen werden
müſſen, aber das eine möchte ich hier heute mit aller Offenheit
ausſprechen: Der Umſtand, daß der Herr Reichspräſident
Ehren=
mitglied des Stahlhelms iſt, verpflichtet mich nicht, mich und die
preußiſche Regierung vom Stahlhelm und ſeinen
Volksentſcheids=
genoſſen, die ja vom Kreml in Moskau bis zum Braunen Hauſe
in München reichen, ohne Widerſpruch verunglimpfen und
be=
ſchimpfen zu laſſen.
Zum Schluß ſeiner Ausführungen wies Miniſterpräſident
Braun auf die Erklärungen des Stahlhelmführers Seldte hin, daß
der Volksentſcheid und die Landtagswahl, zuſammen mit einer
neuen Reichstagswahl das klare nationale Stimmungsergebnis
bringen ſollte, das nötig ſei, wenn das deutſche Volk darangehe,
ſich einen neuen Reichspräſidenten zu wählen.
Daraus gehe hervor, daß auch die Sozialdemokraten und
Re=
publikaner gerüſtet ſein müſſen, für die kommenden politiſchen
Entſcheidungskämpfe, damit nicht die bevorſtehende ſchwere
wirt=
ſchaftliche Notzeit von gewiſſenloſen Demagogen dazu mißbraucht
werden könnte, um den Aufſtieg des deutſchen Volkes zu hemmen.
Nach dem Miniſterpräſidenten ergriff der Abgeordnete Wels
das Wort, der jedoch nicht ſo weit ging, von einem Sieg der
So=
zialdemokraten zu ſprechen. Er wandte ſich dann beſonders ſcharf
gegen die Kommuniſten, denen gegenüber er betonte, daß die
S.P.D, nicht den Weg gehen werde, den man in Rußland
gegan=
gen ſei; den Weg der Gewalt und des Bürgerkrieges, ſondern daß
die Sozialdemokratie gewillt ſei, den Weg des demokratiſchen
Auf=
baues, der Aufklärung und der wirtſchaftlichen Befriedung zu
gehen.
Nach dem Schlußwort des Abgeordneten Künſtler, der für eine
Verſtändigung mit den Nachbarvölkern, iſt und in die Parole
„Nie wieder Krieg!” einſtimmte, wurde die Kundgebung mit dem
gemeinſamen Geſang der Internationale beſchloſſen.
Belce, die Choreographie Rudolf von Laban beſorgt,
daß die Spielleitung in Händen A. Springs aus Weimar
liegt. Der Regiſſeur hat ſich anderwärts übertrieben
aufge=
bläht und wird ſtark überſchätzt. In Bayreuth verſchwindet er,
ähnlich wie der Dirigent, hinter dem Werk. Sie zeigen ſich nicht
mit Frack vor dem Vorhang, der ſich keinem Darſteller öffnet;
ſie arbeiten in Hemdsärmel hinter ihm.
Das Werk aber erſteht in nie erlebter, nie erreichbarer
Rein=
heit. Die Aufführungen ſind in einem Grade vorbereitet, wie
es an keiner Bühne üblich und möglich iſt. Unter einem Stab
ausgeſuchter Repetitoren und Aſſiſtenten wird ſtudiert und
ge=
probt mit einem Ernſt, einer Strenge und Zielſicherheit, die das
Letzte herausholt. Nirgends ſonſtwo iſt die Deklamation ſo
ſinn=
voll, die Ausſprache ſo klar. Nirgends werden die dramatiſchen
Entladungen, die ſich bei Wagner oft überſtürzen, ſo deutlich
gemacht: Kampf Hunding—Siegmund, Melot—Triſtan, Schluß
Götterdämmerung, Schluß Tannhäuſer. Die Pauſen — die
Abſchiede, Erwartungen „die langen Blicke” — alle ſind ſie mit
Leben erfüllt.
Das Bayreuther Orcheſter iſt das ſtärkſte und ſpielt
am ſchönſten von allen Orcheſtern der Welt. An vielen Pulten
ſitzen auch Künſtler vom Heſſiſchen Landestheater. Wenn
ſchließ=
lich irgendwo etwas auszuſetzen ſich leichtlich finden läßt, an den
unerhörten Leiſtungen dieſes Klangkörpers, deſſen oft überirdiſche
Wirkung allerdings den Schalldecken vieles verdankt, wird die
verwöhnteſte Kritik zum Schweigen gebracht. Ebenſo
unnach=
ahmlich ſind die Chöre. Die Einſtudierung, beſſer geſagt
Ausbildung und Erziehung für ihre Aufgaben, wie ſie
Dom=
chordirektor Hugo Rüdel ausübt, kann eben nur hier erreicht
werden. Die Knaben= und Zaubermädchen=Chöre im Parſifal
ſind in ſolcher ſchlackenloſen Vollendung, das Walküren=Enſemble
v.H.
in dieſer Stimmgewalt nur hier zu hören.
— Der Kunſtmaler Franz Staſſen, der das Wagnerſche
Muſik=
drama „Der Ringdes Nibelungen” in 120 Blättern
bild=
haft dargeſtellt hat, iſt mit dieſem Werk tief in das Wagnerſche
Schaffen eingedrungen, ohne daß es bisher möglich war, dieſen
Kulturſchatz dem deutſchen Volk allgemein zugänglich zu machen.
Die Deutſche Lichtbild=Geſellſchaft hat ſich daher entſchloſſen, im
Rahmen ihrer kulturellen Beſtrebungen dieſe Zeichnungen als
Kunſtlichtbilder herauszubringen, die zum erſten Male während
der diesjährigen Feſtſpiele in Bayreuth gezeigt werden. In
Ver=
hindung mit einem Vortrag, der an Hand dieſer Bilder in die
Gedankenwelt Wagners einführen ſoll, wird den Beſuchern
Bay=
reuths in täglichen Vormittags=Veranſtaltungen die Möglichkeit
geboten, ſich in einzigartiger Weiſe auf die Feſtſpiele ſelbſt
vor=
zubereiten und von dem Geiſte Wagners ſchon bei dieſer
Gelegen=
heit tiefe Ei, drücke zu empfangen.
Nummer 225
Samstag, den 15. Auguſt 1931
Seite 3
ſchweren.
es Volksen
iflußt. Es
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ſchen
wir
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Neue Verordnungen
zur Erleichterung der Ernkeberegung.
Berlin, 14. Auguſt.
Für die Durchführung der vom Reichskabinett beſchloſſenen
und vom Reichsminiſter für Ernährung und Landwirtſchaft in
ſeinem Rundfunkvortrag angekündigten Maßnahmen zur
Be=
wegung und Finanzierung der Getreideernte ſind eine Reihe von
Verordnungen bzw. Ausführungsvorſchriften vorgeſehen.
Zur Förderung der Bewegung der Weizenernte wird die
Ausfuhr durch eine bereits veröffentlichte Verordnung geregelt,
und zwar wird der Export bis zum 31. Dezember d. J. gegen
Erteilung von Ausfuhrſcheinen ermöglicht, die zum Reimport zu
einem Zollſatz von 2 RM. je Doppelzentner berechtigen. Die zur
Ingangſetzung des Austauſchexportes notwendige Feſtſetzung der
Vermahlungsquote iſt durch eine am 13. Auguſt im
Reichsanzei=
zer veröffentlichte Verordnung bekannt gegeben. Die
Vermah=
rungsquote iſt auf 97 Prozent für das ganze Jahr feſtgeſetzt; dabei
iſt vorgeſehen, daß Austauſchweizen bis zu 27 Prozent im
Rah=
men dieſer Vermahlungsquote verwendet werden kann. Den an
der Verwendung von Auslandsweizen intereſſierten Mühlen iſt
ſomit bis zum 31. Dezember 1931 die Möglichkeit gegeben, durch
den Export der entſprechenden Menge Inlandsweizen ſich
Aus=
fuhrſcheine in dem gewünſchten Umfange zu beſchaffen. Da die
Exportmöglichkeit bis zum 31. Dezember begrenzt iſt und die
Feſtſetzung der Vermahlungsquote von 97 Prozent für das ganze
Jahr eine anderweitige Verſorgung mit Auslandsweizen nicht
zuläßt, wird dieſe Regelung des Austauſchgeſchäftes und der
Ver=
mahlungsquote den im Intereſſe der Erntebewegung
notwendi=
gen Anreiz zur ſaiſonmäßigen Entlaſtung des inländiſchen
Weizenmarktes durch Ausfuhr ſchaffen. Die Neuregelung des
Vermahlungszwanges tritt am 16. Auguſt, die Ausfuhrregelung
mit Rückſicht auf die techniſchen Durchführungsvorbereitungen am
24. Auguſt in Kraft. Bei den Sondermaßnahmen für die
Be=
wegung der Roggenernte ſteht die ſtaatliche Magazinierung
eini=
ger 100 000 Tonnen Roggen im Vordergrunde. Die hierfür
not=
vendigen finanziellen Vorausſetzungen ſind durch Uebernahme
einer entſprechenden Reichsgarantie und in Verhandlungen mit
den Banken geſchaffen.
Der Erlaß der Ausführungsbeſtimmungen für die im
Rah=
nen der allgemeinen Ernte=Finanzierung vorgeſehene
Ingang=
etzung des Lagerſcheinweſens und die Bereitſtellung von Mitteln
ür die Zinsverbilligung für Erntebewegungskredite ſteht
unmit=
elbar bevor. Der Verwaltungsrat der
Getreidehandelsgeſell=
chaft hat ſich in eingehenden Beratungen hiermit befaßt. Es iſt
n Ausſicht genommen, daß ſich zur Durchführung der Einlagerung
die D.G.H. in weiteſtgehender Dezentraliſierung der vorhandenen
Läger von Handelsfirmen, Genoſſenſchaften und ſonſtigen
Lager=
haltern bedient, um den Ausbau eines eigenen Apparates im
Intereſſe der Verbilligung der Lagerſpeſen ſoweit wie möglich
entbehrlich zu machen. Für Samstag ſind noch Beratungen mit
den Lagerhaltern in Ausſicht genommen. Mit dem Erlaß der
Verordnung iſt Anfang nächſter Woche zu rechnen. Die
Durch=
ührungsbeſtimmungen für die Zinsverbilligung der
Ernte=
ſewegungsmittel ſind zum Teil, ſoweit ſie über die
getreidever=
rbeitenden Gewerbe laufen, bereits veröffentlicht. Für die
Zins=
verbilligung der Getreidelombard= und Bevorſchuſſungskredite
verden die Ausführungsbeſtimmungen in den nächſten Tagen
be=
annt gegeben werden können.
Verbilligung der Ernkebewegungskredike.
Berlin, 14. Auguſt.
Amtlich wird mitgeteilt: Die von dem Reichsminiſterium für
Ernährung und Landwirtſchaft der Rentenbankkreditanſtalt zwecks
Verbilligung der Erntebewegungskredite zur Verfügung
geſtell=
en Mittel ſollen ſowohl die Aufnahme von Getreide aus dem
Markt, als auch die Getreidebevorſchuſſung erleichtern. Die
Zins=
rückvergütung beträgt 6 v. H. per Annum der Wechſelſumme für
die Dauer der Laufzeit der Wechſelabrechnung, ſoweit ſie nicht.
iber ſechs Wochen hinausgeht. Wird der derzeitige
Reichsbank=
diskontſatz von 10 v. H. herabgeſetzt, erfährt der
Rückvergütungs=
atz die gleiche Ermäßigung. Die Verbilligung erfolgt zunächſt
für Geſchäfte, die in der Zeit vom 15. Auguſt bis 20. September
1931 abgeſchloſſen und erfüllt werden. Die Anträge auf
Gewäh=
rung einer Zinsrückvergütung ſind jeweils binnen einer Woche
nach Erfüllung der Deutſchen Rentenbankkreditanſtalt (
Landwirt=
ſchaftliche Zentralbank), Berlin W. 8, Behrenſtraße 2,
einzurei=
hen. Um in den Genuß der Zinsrückvergütung zu gelangen, muß
der Käufer (Getreide verarbeitende Betriebe) einen Nachweis
über Menge und Art des übernommenen Getreides erbringen,
Gluck in Paris.
p. Zu dem in „Nr. 199 veröffentlichten Aufſatze ſeien noch
einige ergänzende Bemerkungen geſtattet:
André Billy bemerkt in dem erwähnten Buche noch manches,
was die Wertſchätzung Glucks bei den Franzoſen erkennen läßt.
Bis auf Gluck hatte ſich der Brauch erhalten, die Muſiker
wäh=
rend der Zwiſchenakte ſpielen zu laſſen. Als Schäfer oder
Satyrn gekleidet wiederholten ſie, bis für das Publikum die
Veränderung der Bühne ſichtbar wurde, Menuett, Chaconne,
Sarabande, Paſſacaille mehrere Male, mit denen das Ballett zu
Ende ging. Der Komponiſt der Iphigenie willigte ein, daß ſie
zwiſchen jedem Akte ein wenig ausruhten, ſo daß bei
Auffüh=
rung von Azolan von Floquet, einer unbrauchbaren, Ende 1774
herausgebrachten Oper, es hieß, das Beſte an ihr ſeien die
Zwiſchenakte geweſen.
Die Darſtellung von Iphigenie und Eurydice war der
Höhe=
bunkt in den geſanglichen Leiſtungen von Sophie Arnould,
ſeit=
dem fiel ſie ab.
War ſie ſchon gealtert, wie der übelgeſinnte Bachaumont es
behauptete? Oder war ihr allzu perſönliches, zu ſehr
hervor=
kretendes Spiel nicht geeignet, ſich der ſtarken muſikaliſchen
Diſziplin Glucks zu fügen? Letzterer entzog ihr die Hauptrollen
ſeiner Werke, um ſie Roſalie Levaſſeur zu übertragen. Den
Grund zu dieſer Handlungsweiſe möchte Billy darin finden, daß
dieſe die Geliebte des Grafen Mercy d’Argenteau, des
öſter=
reichiſchen Geſandten, war, vor dem ſich in acht zu nehmen der
Komponiſt gewichtige Gründe haben mochte.
Wie dem auch ſein mag, Gluck, der ſeit Frühjahr 1775 von
Paris weg ſich in Wien aufgehalten hatte, kam im Auguſt dieſes
Jahres zu den Aufführungen ſeiner Oper Alceſte zurück, er nahm
Dei der Levaſſeur Wohnung und übertrug ihr die Rolle der
Alceſte, die dem Rechte des Alters nach der Arnould zukam.
Die zweite Aufführung dieſes Gluckſchen Hauptwerkes, die
lkanzöſiſche, fand am 23. April 1776 ſtatt; es fiel durch. „Alceſte
In gefallen”, ſo ſagte man. „Vom Himmel gefallen”, verbeſſerte
Abbé Arnaud.
Tatſache iſt, daß dieſer Durchfall ſich allmählich in einen
vol=
ten Sieg verwandelte, ungeachtet eines erbitterten Widerſtandes
der Gegner Glucks, die, als man ihnen ſagte, Gluck haben den
Schmerz der Antike wiedergefunden, betonten, ſie gäben einem
modernen Vergnügen den Vorzug.
Die Levaſſeur trug in der Rolle der Alceſte einen Erfolg
Suvon, den auch die Arnould anerkennen mußte, was ſie mii
Den Worten ausdrückte: „Das iſt nicht erſtgunlich, ſie hat, die
Stimme des Volkes.”
wobei ausdrücklich beſtätigt werden muß, daß es ſich um Roggen,
Weizen oder Gerſte inländiſcher Herkunft neuer Ernte handelt,
Im Intereſſe einer möglichſt einfachen und reibungsloſen
Abwick=
lung der Aktion wird von der Vorlage der Originaldokumente
(Verladelapiere, Wechſel uſw.) Abſtand genommen. Es genugt
zur Anforderung der Zinsverbilligung eine Beſtätigung über den
Kaufabſchluß, die von dem Verkäufer und Käufer unterzeichnet
werden muß. — Es empfiehlt ſich, die Vordrucke, die die
Fachorga=
niſationen und die Deutſche Rentenbankkreditanſtalt zur
Ver=
fügung halten, zu verwenden. Eine von der Rediskontſtelle
unter=
zeichnete Abſchrift der Abrechnung über den Wechſel iſt dem
Ge=
ſuch beizufügen, wobei es gleichgültig iſt, durch welches
Kredit=
inſtitut die Diskontierung des Wechſels erfolgt iſt. Es wird eine
ſorgfältige Prüfung der eingereichten Anträge vorgenommen.
Gegebenenfalls erfolgt eine Nachprüfung der Originalunterlagen
ſeitens der Rentenbankkreditanſtalt oder einer von ihr benannten
Stelle.
Kohlenverhandlungen mit Ikalien.
* Berlin, 14. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Auf der Londoner Sachverſtändigenkonferenz iſt die
Einbe=
ziehung der Sachlieferungen in das Hoover=Feierjahr anerkannt,
aber gleichzeitig beſchloſſen worden, daß gewiſſe
Sachlieferungs=
verträge noch abgewickelt werden können, ſoweit die dazu
bereit=
geſtellten Mittel der Baſeler Reparationsbank ausreichen. Der
Reichsregierung iſt es dagegen überlaſſen worden, ſich mit den
einzelnen Gläubigermächten auseinanderzuſetzen. In allernächſter
Zeit werden nun Verhandlungen mit der römiſchen Regierung
eröffnet werden, die ſich um die Kohlenlieferungen drehen. Die
deutſchen Intereſſen werden durch Vertreter des Kohlenſyndikats
in Eſſen wahrgenommen, das auch als Vertragspartner auftritt.
Soweit man hört, ſoll ſich Muſſolini bei dem Beſuch Brünings
in Rom damit einverſtanden erklärt haben, daß auch die
Kohlen=
lieferungen als Sachleiſtungen eingeſtellt werden. Er will aber,
daß Deutſchland die italieniſche Induſtrie mit Ruhrkohlen
ver=
ſorgt. Wie das im einzelnen geſchehen ſoll, und welcher Preis
dafür zu zahlen iſt, wird ſich erſt bei den bevorſtehenden
Ver=
handlungen zu ergeben haben. Vom Reichskanzler ſoll
gleich=
zeitig den Italienern der Ausbau der deutſch=italieniſchen
Wirt=
ſchaftsbeziehungen nahegelegt ſein, den auch Muſſolini wünſcht,
da er für das italieniſche Gemüſe einen erweiterten Abſatzmarkt
ſucht.
Gignour Nachfolger Ponceks.
EP. Paris, 14. Auguſt.
Laut „Agence Economique et Financiére” iſt die Ernennung
des Chefredakteurs der „Journée Induſtrielle”, Gignoux, als
Nach=
folger des zum Botſchafter in Berlin ernannten
Unterſtaatsſekre=
tärs Frangois Poncet beſchloſſen. Der Miniſterrat vom 20. Auguſt
werde die Ernennung Gignoux” zum Unterſtaatsſekretär für
na=
tionale Wirtſchaft ratifizieren.
Die Sanierung der Gemeindefinanzen.
Die Reichsreſſorks an der Arbeik. — Der Reichsfinanzminiſter drängk auf Gleichſtellung der
Gemeindebeamken mit den Reichsbeamken. — Umſchuldung der Gemeinden
auf dem Wege über eine Ark Holdinggeſelſchaft.
Reichsfinanzminiſkerium
und Gemeindefinanzen.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Im Reichsfinanzminiſterium wird ſchon ſeit längerer Zeit
ſehr eingehend das Problem der Sanierung der
Gemeindefinan=
zen behandelt. Man hat auch darüber in den vereinigten
Reichs=
ratsausſchüſſen geſprochen und angeregt, daß eine
Sachverſtändi=
gen=Kommiſſion aus Vertretern des Reiches und der Länder
ge=
bildet werden ſoll, deren Aufgabe darin zu beſtehen hätte, der
Regierung Vorſchläge über die Ordnung der Finanzen im Reich,
in den Ländern und in den Gemeinden zu unterbreiten, damit
dann das Reich mit neuen Notverordnungen herauskommen
könne. Dieſer Vorſchlag iſt aber im Laufe der Debatte wieder
fallen gelaſſen worden. Die Reichsregierung wird ſich alſo
aus=
ſchließlich auf die Arbeiten ihrer Reſſorts verlaſſen. Im
Reichs=
finanzminiſterium werden zurzeit die Vorſchläge des deutſchen
Städtetages geprüft. Wie es ausſieht, ſcheint man aber im
Finanzminiſterium der Anſicht zu ſein, daß die Gemeinden die
Möglichkeiten der letzten Notverordnung vom 5. Juni noch nicht
voll ausgenutzt haben. In dieſer Notverordnung iſt den
Gemein=
den eine gewiſſe Bewegungsfreiheit gegeben worden. Durch die
Gehaltskürzungen wurde ihnen geholfen. Weiter hatten die
Länder die Erſparniſſe, die bei ihnen durch die Gehaltskürzungen
eintraten, den Gemeinden zur Verfügung zu ſtellen und
außer=
dem iſt auf den Verzicht der Lohnſteuer=Erſtattung in Höhe von
60 Millionen den Gemeinden ein Zuſchuß für den Winter
reſer=
viert worden. Man hat aber bisher von einer neuen Einſtufung
der Gemeindebeamten, wie ſie ebenfalls von der Reichsregierung
verlangt worden iſt, nichts gehört. Bekanntlich liegen die
Grup=
pierungen bei vielen Gemeinden über dem Reichsniveau, ſo daß
erſt einmal hier eine Anpaſſung vorzunehmen iſt, die nach Anſicht
des Finanzminiſteriums nicht unerhebliche Einſparungen möglich
machen kann. Ueber die Auswirkungen des
Sanierungspro=
gramms des deutſchen Städtetages iſt man ſich noch nicht im
klaren.
Kommunale Amſchuldung.
* Berlin, 14. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Im Rahmen der Verſuche zur Entlaſtung der Gemeinden
ſind auch Bemühungen im Gange, um die Kommunen von dem
Druck ihrer ſtarken kurzfriſtigen Verſchuldung zu befreien. Ein
von der Giro=Zentrale und der Gemeinſchaftsgruppe deutſcher
Hypothekenbanken ausgearbeiteter Plan, der aber vorläufig noch
in den Anfängen der Erörterung ſteckt, ſoll dem Problem in der
Weiſe beikommen, daß die Gemeinden zwangsweiſe zu einer Art
Holdinggeſellſchaften zuſammengeſchloſſen werden ſollen, in die ſie
ihre Betriebe einbringen. Auf Grund dieſer Werte ſoll dann
Uebrigens wurde ihr die Rolle bald entzogen, die auf
Mlle. Laguerre überging; letztere wurde eine Schülerin der
Arnould, die ſie bald zu erſetzen vermochte. Sie gab ſich indes
einem ausſchweifenden Leben hin und, um das Unglück voll zu
machen, betrank ſie ſich. Bei der zweiten Aufführung der
Iphigenie auf Tauris” im Jahre 1781 erſchien ſie auf der
Bühne in einem ſolchen Zuſtand der Betrunkenheit, daß ihre
Dienerinnen ſie ſtützen mußten; bei Beendigung der Aufführung
wurde ſie dann in die kleine Theaterloge in der höchſten
Logen=
reihe verbracht.
„Das iſt nicht „Iphigenie auf Tauris””, ſagte damals die
Arnould, die ſich wohl von der Bühne zurückgezogen hatte, aber
gern in ſpöttiſchen Bemerkungen gefiel: „Das iſt Iphigenie in
Champagne‟.
Am 22. April 1776 ſchrieb ſie an den Herausgeber des
Nouveau Spectateur einen Brief, aus dem wir noch das
Nach=
ſtehende wiedergeben möchten:
„Ich erwarte mit Ungeduld Ihr Urteil über die Oper
Alceſte, die ganz Paris beſchäftigen und vielleicht entzweien
wird. Die Einzelheiten, die Sie bringen werden, werden die
Meinung feſtigen, die ich mir aus den einzelnen Proben unv
Wiederholungen gebildet habe. Wenn die Erfolge, die ich als
Iphigenie haben konnte, mir eine vorgefaßte Meinung für die
Verfaſſer des Werkes geben mochten, ſo haben doch auch das
wenige von Rückſichtnahme und — ich wage es zu ſagen — ihr
ſchlechtes Betragen meine Neigung für ſie verändern müſſen:
aber ich beſitze allzuviel Selbſtachtung, um mich den
Ränke=
ſchmieden für oder gegen dieſes neue Werk anzuſchließen. Ich
habe meine Rache dahin gemäßigt, mein Recht auf die Rolle
nicht geltend zu machen; aber die Rückſicht auf meine
Perſon wird mich nicht dazu bringen, das Genie
Glucks herabzuſetzen und mich nicht davon abhalten,
dieſem Genie Gerechtigkeit widerfahren zu
laſ=
ſen. Er iſt, ich ſpreche es mit Nachdruck aus,
Tonkünſt=
ler des Gefühls: er erfaßt alle Uebergänge, die
geeignet ſind, den Ausdruck der Gefühle und
Leidenſchaften zu formen, beſonders den des
Schmerzes.”
Am 31. Dezember 1776 war Puccini von Neapel nach Paris
gekommen, von deſſen Auftreten ſeine Anhänger die Vernichtung
Glucks erwarteten. Wohl oder übel vertrat die Arnould die
alte Schule, die Tradition, und die Pucciniſten reklamierten
ſie deshalb für ſich. Die Anhänger Glucks dagegen ſteigerten die
Angriffe gegen ſie. In dieſem ungleichen Streit beider fand ſie
ſich auf ſeiten derer, deren Niederlage verhängnisvoll war und
ihren Abſchied von der Bühne nur beſchleunigen konnte.
Aus einem von Belanger, ihrem Freund, am 30. Juni 1802
an Lucien Bonaparte als Miniſter gerichteten Brief, in welchem
eine langfriſtige Anleihe ausgegeben werden, die mit etwa 6½
Prozent verzinſt und mit 3½ Prozent amortiſiert werden ſoll.
Dieſe Anleihe würde den Gläubigern als Erſatz für ihre
kurz=
friſtigen Guthaben überwieſen. Sie ſoll durch Reichsgarantie auch
börſen= und lombardfähig gemacht werden, um ſo den Gläubigern
das Verfügungsrecht über ihre eingefrorenen Kredite
wiederzu=
geben. Gegen eine ſolche Kreditaktion beſtehen eine ganze Reihe
finanzwirtſchaftlicher und auch börſentechniſcher Bedenken. Ob ſie
überwunden werden können, läßt ſich im Augenblick noch nicht
ſagen. Immerhin iſt dies der erſte Verſuch, um dem Problem
beizukommen und insgeſamt etwa eine Milliarde der kurzfriſtigen
Verpflichtungen mit einem Schlag abzuwürgen.
Drohender Streik der Kommunglatbeiter?
* Berlin, 14. Auguſt. (Priv.=Tel.)
Mit den Verbänden der Kommunalarbeiter wird ſeit
ge=
raumer Zeit über eine Lohnſenkung verhandelt. Es handelt ſich
hierbei um eine Angleichung der Löhne an die Sätze, die im
Reich bezahlt werden. Die Verhandlungen ſind durch die
Not=
verordnung vom 5. Juli ausgelöſt worden, haben ſich aber
zu=
nächſt zerſchlagen. Man glaubt aber, in den Kreiſen der
Ge=
meinden, daß es ſchließlich doch noch zu einer Einigung kommen
wird. Die Möglichkeit iſt aber nicht von der Hand zu weiſen,
daß ſich radikale Elemente einſchalten und den Verſuch machen
werden, die Kommunalarbeiter, die zu gut 60 Prozent in den
Gas=, Waſſer= und Elektrizitätswerken arbeiten, in den Streik
zu hetzen. Das Verhalten der Kommunen läßt derartige Schlüſſe
zu. Unter dieſen Umſtänden dürfte es ſich empfehlen, den
Kom=
munalarbeitern ſchon jetzt auseinanderzuſetzen, daß ſie ſich mit
Streiks nur ins eigene Fleiſch ſchneiden werden. Einmal iſt die
Techniſche Nothilfe bereit, einzuſpringen; zum anderen würden
ſie ſich nur der Gefahr ausſetzen, abgebaut zu werden, ſo daß ſie
dann weſentlich ungünſtiger daſtünden, als wenn ſie ſich jetzt mit
den Löhnen, die bei der Reichsverwaltung bezahlt werden,
ab=
finden.
Beſprechung des Verkehrsminiſters
mil den Länderverkretern.
Berlin, 14. Auguſt.
Reichsverkehrsminiſter von Guérard hatte heute eine
Be=
ſprechung mit Vertretern der deutſchen Länder über den Entwurf
eines Geſetzes betreffend den Ueberlandverkehr mit
Kraftfahr=
zeugen und über den Bahnſpeditionsvertrag. Nach eingehendem
Vortrag des Reichsverkehrsminiſters, der von Generaldirektor Dr.
Dorpmüller durch Ausführungen über die Lage der Deutſchen
Reichsbahngeſellſchaft ergänzt wurde, fand über die Vorlage eine
nähere Ausſprache ſtatt, die mancherlei Anregungen brachte.
Ge=
mäß dem geäußerten Wunſche wird der Miniſter das Ergebnis der
Beſprechung nachprüfen.
er eine ſtaatliche Subvention für die gänzlich verarmte Arnould
erbat — ſie ſtarb am 22. Oktober 1802 — geht ein Ausſpruch
Glucks hervor, mit dem wir ſchließen wollen: „Ohne den
bezau=
bernden Reiz der Töne und des Vortrages der Arnould hätte
meine Iphigenie in Paris wohl keinen Eingang gefunden.”
Ap. Goethes Fauſt. Weg und Sinn ſeines Lebens, ſeine Rettung.
Von Heinrich Bühlmann. (Amalthea=Verlag, Wien VI.)
Die Schriften, die ſich mit der Deutung von Goethes Fauſt,
namentlich des problematiſchen zweiten Teiles, beſchäftigen, ſind
ſehr zahlreich und meiſtens nur als Verſuche zu bewerten. Das
vorliegende Buch beſchäftigt ſich, in Anſchluß an die Darſtellung
der Dichtung in allen Einzelheiten, in der Hauptſache mit der
Welt= und Lebensauffaſſung, die darin zum Ausdruck kommt,
wobei der Verfaſſer auf des Dichters eigene Weltanſchauung
zu=
rückgreift. Es wird ſagt er, der Verſuch gemacht, das
Lebens=
geſetz, das in den Schickſalen und inneren Wandlungen Fauſts
wirkſam iſt, herauszuarbeiten, damit ſeine Erlebniſſe, ſoweit es
möglich iſt, nachfühlbar und verſtändlich werden. Dem Fauſt des
erſten Teiles, der der ſinnlichen Leidenſchaft verfallen iſt und eine
ſchwere Schuld auf ſich geladen hat, wird der Fauſt des zweiten
Teiles, in dem das ſinnliche Begehren ausgelöſcht iſt,
gegenüber=
geſtellt, der nicht in der Reue Beruhigung ſeiner Seele ſucht,
ſon=
dern am Buſen der Natur, die nichts von Gut und Böſe weiß,
Heilung und im Drang zum höchſten Streben Befreiung findet.
In dieſem Sinne verſucht der Verfaſſer in geiſtvoller Weiſe die
Myſtik und Symbolik zu deuten die den Fauſt des zweiten Teiles
umranken, wie das Reich der Mütter, die ſymboliſchen Geſtalten
der Helena und des Euphorion, die nach neuen Geſichtspunkten
beurteilt werden, das Menſchlein Homunkulus, die klaſſiſche
Wal=
purgisnacht und Fauſts Ende und Rettung. Sein Schickſal iſt
menſchlich ergreifend. Allen Verlockungen des Teufels hat er
widerſtanden, am Werke aber, das er zum Wohle der
Mitmen=
ſchen baut verliert er ſich und ſtirbt. Er erlebt damit die
Tra=
gödie des ſchaffenden Menſchen. Goethe nennt deshalb die
Fauſt=
dichtung nicht umſonſt eine Tragödie, denn das Ende der alles
überragenden Hauptgeſtalt iſt tief tragiſch. Fauſts Leben und
Wirken war nicht nur ein Bild des großen Naturgeſchehens,
ſon=
dern auch ein Gleichnis der göttlichen Urkraft ſelbſt, die nach der
Auffaſſung Goethes das gute und das böſe Prinzip umfaßt. In
dieſer Tatſache liegt der letzte und tiefſte Grund für Fauſts
Rettung.
Ap Rheiniſcher Volkskalender für das Jahr 1932. (Verlag von Joh.
Falk Söhne, Mainz). Der im 55. Jahrgang erſchienene, in katholiſchen
Kreiſen beliebte Kalender bringt neben einem ausführlichen Kalendarium
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Schmuck bilden die vielen, von geſchichtlichen Rückblicken begleiteten
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bildungen aus rheiniſchen Städten, von Mainz, Hochheim, Oppenheim,
Boppard, Miltenberg uſw. aus Vergangenheit und Gegenwart. Eine
kurzgefaßte Rundſchau über die politiſchen Ereigniſſe des Jahres 1931
vom Standpunkte der Zeutrumspartei ſchließt ſich an
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[ ← ][ ][ → ]Rummer 225
Samstag, den 15. Auguſt 1931
Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1931.
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Julius Rausnitz: Das Recht der Hausangeſtellten. 50
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von Brockdorff: Die letzte Zarin. 5 L 121: Berthold
on Deimling: Aus der alten in die neue Zeit.
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innerungen, 65 Bd 700: Hier ſpricht der Feind.
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lebniſſe unſerer Gegner, Herausg, von R. Junior. Mit Abb. 45
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. Goetz. Band 2: Hellas und Rom. Die Entſtehung des
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entums. 1931. 1 B 346: Richard Katz: Ein Bummel um die
Zelt. Weltreiſe. 5 C 131: Richard N. Wegner Zum
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Abbil=
ungen. 30 Cm 453; Kaſimir Edſchmid: Glanz und Elend
üdamerikas 1931. 30 Cm 57: H. von Chamier=
Glis=
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; H. W. Bates: Elf Jahre am Amazonas. Abenteuer und
aturſchilderungen. 30 Cm 26: William Beebe: Das
Arctu=
is=Abenteuer. Tiefſee=Expedition. 30 Cm 28: Hermann Wiele:
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Liele: Als Jäger in den Urwäldern Indiens. 20 Ca 560
rihur J. Brown: Japan. Aufſtieg zur Weltmacht. 1931. 50
Ff 231: Karl Schrader und F. J. Furtwängler: Das
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5. Kreiswerkungsſingen der Turnerſänger 9.T.
am 30. Auguſt im Orangeriegarten zu Darmſtadt.
Es iſt eine Freude, feſtſtellen zu können, daß in Sängerkreiſen
noch ein ſolch großer Idealismus herrſcht. Schon am Samstag
treffen aus dem Saargebiet und Rheinland die Sangesriegen ein
und werden bei den Turnfreunden herzliche Gaſtfreundſchaft
vor=
finden. Ein Begrüßungsabend in der Beſſunger Turnhalle (
Hei=
delberger Straße) eröffnet das Feſtprogramm. Am Sonntag
vor=
mittag beim Feſtakt an der Terraſſe im Orangeriegarten ſprechen
die Kreisvorſtände. Vertreter der Behörden und kommen zwei
Maſſenchöre aller beteiligten Sänger zu Gehör. Das
Wertungs=
ſingen wird in vier Gruppen ausgetragen. Hierüber Näheres in
den Anzeigen und Plakaten. Für die Feſtbummler iſt ein großes
Gartenfeſt mit turneriſchen Vorführungen, Konzert und Tanz
vorgeſehen. Die Eintrittspreiſe ſind ſo niedrig gehalten, daß es
jedermann ermöglicht iſt, an dem ſchönen Feſte teilzunehmen.
Beim Feſtakt am Vormittag iſt freier Eintritt.
Wenn das Wetter, was man allerdings erwartet, an dieſem
Tage einigermaßen günſtig iſt, wird mit einem guten Beſuch zu
rechnen ſein.
F. 8."
Das Poſtſcheckamt hält den Sturm aus. Die dringendſte
wirtſchaftliche Sorge beſteht augenblicklich darin, den ſtockenden
Zahlungsverkehr wieder in Gang zu bringen. Dabei wird
viel=
fach überſehen, daß der innerdeutſche Zahlungsverkehr der Poſt
genau ſo arbeitet wie in normalen Zeiten. Wir erhalten unſere
Poſtanweiſungsgelder ebenſo pünktlich ausgezahlt wie immer und
der Poſtſcheckverkehr wickelt ſich ohne jede Hemmungen ab. Man
kann nach wie vor über ſein Poſtſcheckguthaben durch bargeldloſe
Ueberweiſungen, durch Zahlungsanweiſungen und durch bare
Ab=
hebungen reſtlos und ohne Einſchränkungen verfügen.
Vater=
ländiſche Pflicht iſt es jetzt, da der Goldſtock, die eigentliche
Unter=
lage unſeres geſamten Zahlungsverkehrs, durch Zurückziehung der
Auslandsgelder ſo verkürzt iſt, möglichſt wenig mit Stückgeld und
Banknoten zu zahlen, ſondern im weiteſten Umfange durch
An=
ſchluß an den Poſtſcheckverkehr zur bargeldloſen Zahlungsform
überzugehen. Die Zahl der Poſtſcheckkunden in Deutſchland
be=
trägt ſchon über 1 Million. Der Wirkungsgrad des
Poſtſcheckver=
kehrs ſteigt rieſig, je mehr die Zahl der Poſtſcheckunden wächſt,
weil mit dem Zugang jeden neuen Teilnehmers der große Kreis
der Zahlungsempfänger wächſt, die nicht mit Zahlungsanweiſung
bares Geld, ſondern mit Schecküberweiſung Gutſchrift auf ihrem
Konto erhalten. Jedermann dient deshalb mit der Eröffnung
eines Poſtſcheckkontos wegen der allgemein anerkannten Vorzüge
des Poſtſcheckverkehrs ſich ſelbſt am meiſten, leiſtet gleichzeitig der
Allgemeinheit und dadurch mittelbar auch wieder ſich ſelbſt einen
großen Dienſt und läuft trotzdem keinerlei Gefahr, weil ſein Geld
heim Poſtſcheckamt wohl verwahrt liegt und jederzeit, wenn der
Kontoinhaber will, reſtlos abgehoben werden kann.
* Auszeichnung. Bei der in Hamburg ſtattgefundenen Aus=
Aung des Verbandes Deutſcher Amateur=Photographen=Vereine
el in der Gruppe Heimatphotographie die goldene Medaille nach
armſtadt. Erfreuen kann ſich dieſer höchſten Auszeichnung der
hoto=Amateurbewegung Fräulein Marg. Dieffenbach,
Vor=
undsmitglied des hieſigen Vereins von Freunden der
Photo=
zgphie. Bereits auf der vorjährigen Verbands=Ausſtellung in
ürnberg konnte Fräulein Dieffenbach, die ſilberne
Verbands=
edaille erringen, während ihr der Gau Südweſtdeutſchland für
ervorragende Leiſtungen auf der Karlsruher Ausſtellung die
weUrkunde verlieh. Wenn ſchon des öfteren Darmſtädter
mateure ſich ſolcher hohen Auszeichnungen erfreuen konnten, ſo
das zweifellos ein gutes Zeichen für die ernſte Arbeit, die im
eſigen Verein von Freunden der Photographie geleiſtet wird.
In den Ruheſtand verſetzt wurde am 4. Auguſt der
Zeichen=
erlehrer an dem Ludwig=Georgs=Gymnaſium in Darmſtadt
dſef Müller auf ſein Nachſuchen vom 16. Auguſt 1931 ab.
— Hohes Alter. „Der Invalide Georg Metzler wohnhaft
er. Lagerhausſtraße 32, früherer Schreiner und Landwirt, geb.
Reinheim, begeht am 16. Auguſt ſeinen 82. Geburtstag.
Heſſiſches Landestheater. Im Vorjahr wurde den Mietern
s Landestheaters, die binnen drei Wochen nach Verſand der
edingungen ihren Mietvertrag erneuerten, ein Gutſchein zur
be=
ebigen Verwendung während der Spielzeit überreicht. Dieſe
ergünſtigung wurde auch für das neue Spieljahr beibehalten,
doch nur bei Anmeldung innerhalb der erſten Woche.
Beſchwer=
n von Mietern, die mit einer derart knappen Friſt nicht
gerech=
t hatten und erſt jetzt, nach ihrer Rückkehr aus den Ferien, ihre
liete erneuerten, veranlaſſen die Generaldirektion, auch in
die=
m Jahre die Friſt auf drei Wochen, alſo bis zum 25. Auguſt 31
nſchließlich, zu erſtrecken. Bis zu dieſem Tag bleiben den
Mie=
rn die bisherigen Plätze reſerviert. Wer vor dem 1. September
inen Mietvertrag abſchließt, genießt eine 10prozentige
Preis=
mäßigung, indem er ſtatt 10 nur 9 Raten zahlt; er kann
be=
mmen, welche Monatsrate in der Zeit von Dezember 31. bis
uni 32 entfallen ſoll. Die Spielzeit beginnt am 6. Sevtember
it Wagners „Tannhäuſer‟. Dirigent Dr. Hans
Schmidt=
ſerſtedt, am 8. September folgt als erſte Opern=Novität Verdis
Nacht des Schickſals” in der Bearbeitung durch Franz
ſerfel, Dirigent Karl Maria Zwißler.
— Franziska Kinz von den Reinhard=Bühnen Berlin, die
m Landestheater für 5 Monate der neuen Spielzeit verpflichtet
urde, ſpielt als erſte Rolle im Großen Haus. Die heilige
ohanna” von Shaw, im Kleinen Haus die Klara in Hebbels
chauſpiel „Maria Magdalena” als Partnerin Paul
Zegeners, der den Meiſter Anton darſtellen wird.
„Ich will nicht verſäumen,
Gegen üblen Mundgerueh Ihnen Mitteilungzumachen,
W daß ich ſeit dem Gebrauch 3
Ihrer Zahnpaſte „Chlorodont” nicht nur reine, weiße Zähne beſitze ſondern auch 8
den bei mir ſonſt üblichen Mundgeruch verloren habe. Ich werde Ihr Chlorodont S
aufs beſte empfehlen.” gez. E. G., Mainz. — Man verlange nur die echte Chloro= —
dont=Zahnpaſte, Tube 54 Pf. und 90 Pf., und weiſe jeden Erſatz dafür zurück.
— Sommerſpielzeit Bruno Harprecht im Heſſ. Landestheater.
Nur noch drei Aufführungen bringt die Sommerſpielzeit Bruno
Harprechts: Am heutigen Samstag findet die letzte
Wieder=
holung des ſtürmiſchen Schwank=Erfolges „Das öffentliche
Aergernis” ſtatt, in der Bruno Harprecht letztmals die
ur=
komiſche Rolle des „Konſul Pietſch” ſpielt. — In Berückſichtigung
der allſeits geäußerten Wünſche wird am Sonntag abend als
erſte Abſchiedsvorſtellung der vielgegebene Schwank
„Der Meiſterboxer, der ſeinerzeit mit Bruno Harprecht
einen Senſationserfolg erzielte, zu einer einmaligen
Auffüh=
rung gebracht, die zweifelsohne dankbarſt begrüßt werden wird.
Den Abſchluß der Sommerſpielzeit bildet — als zweite Abſchieds=
Vorſtellung — eine Aufführung von Carl Rößlers entzückendem
Luſtſpiel „Die fünf Frankfurter” am Montag abend in
der Brund Harprecht den Salomon” ſpielt. Betont ſei, daß
die Montags=Vorſtellung (Fünf Frankfurter) ausnahmsweiſe
be=
reits um 19.45 Uhr beginnen muß. — Wer noch einmal
herzlich lachen will, verſäume nicht eine dieſer letzten Vorſtellungen
der Sommerſpielzeit, die bei Preſſe und Publikum ſo
außerordent=
lich viel Beifall gefunden haben, zu beſuchen.
— „Charivari”=Revue=Premiere im Orpheum Die heutige
Erſtaufführung des Erwin=Pöthig=Ausſtatttungs=
Kaleidoſkops Charivari” verſpricht einen Abend
an=
genehmſter Kurzweile. „Charibari” bietet ſoviel Abwechſlung und
Vielſeitigkeit in der Darbietung, ſo daß jeder auf ſeine Koſten
kommen muß. Revue=Varieté und Kabarett im bunten
Durcheinander laſſen das Intereſſe des Zuſchauers keine Minute
erſchlaffen. Die Parole für die nächſten Abende lautet daher:
„Auf, in die Charivari=Revue im Orpheum!”
Karten Verkehrsbüro und Hugo de Waal. Rheinſtraße 14. (Siehe
auch Anzeige.)
Die Bahnſteigkarte berechtigt zum Betreten der Züge.
Viel=
fach iſt noch nicht bekannt, daß das Verbot, mit einer
Bahnſteig=
karte das Innere eines Eiſenbahnwagens zu betreten, nicht mehr
beſteht. Eine neuere Tarifbeſtimmung vom 6. April 1929 erlaubt
woran hiermit erinnert ſei — das Betreten der Züge mit
Bahnſteigkarten unter der Vorausſetzung, daß für einen
Reiſen=
den Handgepäck in den Wagen geſchafft wird oder hilfsbedürftige
Reiſende oder Frauen untergebracht werden.
Herbitfagung der 2.4.6. Durmfaol 1931.
(13. bis 18. September.)
Die Herbſttagung der Deutſchen Landwirtſchafts=Geſellſchaft, mit
der die D.L.G. auf ihrer Wanderung durch die deutſchen Gaue
diesmal in Darmſtadt halt macht, beſchäftigt ſich in ihren 17
öffent=
lichen Verſammlungen mit brennenden Tagesfragen und hierbei
hauptſächlich auch mit der Landwirtſchaft im Rhein=Main=Gebiet
und in Heſſen. Die allgemeine Tierzucht=Abteilung der Geſellſchaft,
deren Verſammlung mit der Tagung der Deutſchen Geſellſchaft
für Züchtungskunde verbunden iſt, ſtellt die deutſche
Höhenrinder=
zucht in den Vordergruund auf Grund der wirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſe. Die Obſt= und Weinbau=Abteilung erörtert neben der
Sortenwahl im Obſtbau die Umſtellung des Weinbaues auf
Pfropfreben in Heſſen. Ebenſo behandelt die Saatzucht=Abteilung
die Entwicklung des Zuckerrübenbaues in den mittel= und
klein=
bäuerlichen Betrieben Süddeurſchlands. Auch im übrigen iſt dafür
Sorge getragen, daß die bäuerlichen Verhältniſſe in Süd= und
Mitteldeutſchland im Rahmen der Verhandlungen in erſter Reihe
ſtehen.
Bei dem zu erwartenden ſtarken Beſuch der Tagung iſt eine
Vorausbeſtellung der Unterkunft bis 1. September dringend zu
empfehlen, und zwar an das Städtiſche Verkehrsamt, Darmſtadt,
Rheinſtraße 16/18, Fernſprecher 3500.
— Pfungſtädter Brauſtube. Heute erfolgt Eröffnung dieſer
neuen Bier= und Imbißſtube im Hauſe des Reſtaurants Sitte.
Karlſtraße 15. Die Stube iſt nach Entwürfen des Herrn
Archi=
tekten Dipl.=Ing. A. Theis in Darmſtadt hergeſtellt. Einfach und
gemütlich, aber gediegen. Die Speiſen im Kühlſchrank, der
gleich=
zeitig als Schaukaſten dient. Das Publikum wird ſicher dieſe
kleine Gaſtſtätte gern aufſuchen tagsüber, um eine Erfriſchung zu
nehmen, abends, um ſich nach dem Kino= oder Theater=Beſuch zu
ſtärken.
— Zeltmiſſion. Anläßlich der am 16. Auguſt 1931
beginnen=
den Zeltmiſſionswoche wird der Poſaunenchor der evangeliſchen
Martinsgemeinde Darmſtadt am Sonntag, den 16. Auguſt 1931,
vormittags von 8—9 Uhr, am Paradeplatz (vor dem
Reiterſtand=
bild) unter Leitung ſeines Dirigenten Herrn Eduard
Breit=
rück folgende Choräle und Motetten zu Gehör bringen: 1. Dir
Dir Jehova will ich ſingen (Choral), 2. Gott unſere Burg (
Mo=
tette) 3. Wer unter dem Schirm des Höchſten ſitzet (Motette),
4. Lobe den Herren, den mächtigen König (Choral nach Bach),
5. Der Herr iſt unſere Zuverſicht (Motette), 6. Allein Gott in der
Höh ſei Ehr' (CChoral nach Bach).
Warnung. Es kommt ab und zu vor, daß einzelne
Frei=
marken auf den mit der Poſt beförderten Briefſendungen nur
ge=
ringfügige oder ſchwache Entwertungszeichen, oftmals nur Striche
oder ſchwärzliche Flecken tragen, weil ſie beim Abſtempeln in der
Eile nicht voll getroffen worden ſind. Selbſtverſtändlich iſt es
verboten und auch ſtraffällig, ſolche unvollſtändig entwertete
Frei=
marken, nachdem ſie von den Umſchlägen abgelöſt worden ſind,
nochmals zur Freimachung anderer Poſtſendungen zu benutzen.
Trotzdem geſchieht dies in der falſchen Vorausſetzung, der Betrug
würde nicht bemerkt. In den meiſten Fällen werden dieſe
Ge=
bührenhinterziehungen aber bei den Poſtanſtalten, die angewieſen
ſind, hierauf beſonders zu achten, entdeckt; gegen die Abſender
wird dann von der oberen Poſtbehörde die dafür in dem
Poſt=
geſetz vorgeſehene Geldſtrafe verhängt. Allem Anſchein nach
wer=
den derartige ſchwach entwertete Freimarken auch vielfach in
be=
trügeriſcher Abſicht als Erſatz für Kleingeld in Verkehr geſetzt
Darum tut jedermann, der ſich Unannehmlichkeiten erſparen will,
gut, Freimarken, die er nicht ſelbſt am Poſtſchalter gekauft hat,
vor ihrer Verwendung genau zu beſichtigen. Bei verdächtigen
Wahrnehmungen, insbeſondere auch beim Fehlen des Klebſtoffes
auf der Rückſeite, empfiehlt ſich eine Anfrage über ihre
Gültig=
keit am Poſtſchalter.
Aus den Parkeien.
Die Fraktion der Deutſchen Volkspartei im heſſiſchen
Landtage hat folgenden Antrag eingebracht:
Wir beantragen, der heſſiſche Landtag wolle beſchließen, das
Heſſiſche Finanzminiſterium zu erſuchen, nachſtehende
Befrei=
ungsmöglichkeiten in das heſſiſche
Sonder=
gebäudeſteuergeſetz einzufügen: Die
Sondergebäude=
ſteuer wird in den Fällen, in denen große Wohnungen in
zwei oder mehr ſelbſtändige Wohnungen durch
weſentliche Umbauarbeiten geteilt werden, auf die
Dauer von drei Jahren erlaſſen oder bis auf weiteres um
die Hälfte oder entſprechend mehr ermäßigt. Die Ermäßigungen
werden auf Antrag gewährt und finden erſtmals auf die
Sonder=
ſteuerzahlungen für 1931 Anwendung. Begründung: Schon
heute ſtehen in den größeren Städten Heſſens viele Wohnungen
mit 5 und mehr Zimmern leer und können nicht oder nur ſehr
ſchwer vermietet werden. Die hierdurch eintretenden
Mietaus=
fälle wirken ſich in einem Rückgang der Sondergebäudeſteuer aus.
Durch Vornahme der zwecks Verwertung der großen
Altwohnun=
gen notwendigen Umbauarbeiten während der nächſtfolgenden
Monate wird eine Entlaſtung des Baumarktes und eine fühlbare
Minderung des Kleinwohnungsmangels herbeigeführt werden.
Die durch die leerſtehenden Großwohnungen bereits heute
ent=
ſtehenden Steuerausfälle werden durch die Schaffung zuſätzlicher
Arbeitsmöglichkeiten für das vollſtändig darniederliegende
Bau=
gewerbe und durch die Entlaſtung des Arbeitsmarktes bei weitem
ausgeglichen. Kunkel, Dr. Niepoth und Fraktion.”
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ist bei unseren internationalen Finanztreunden durch unsere Berichte gestärkt worden. Wir
wollen unseren Teil für den Wiederaufbau beitragen, indem wir — gestützt auf erhebliche
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[ ← ][ ][ → ]Seite 6
Samstag, den 15. Anguſt 1931
Nummer 225
jönnen wit ans heate noch den „Luxus” von Jugendherbergen leiſten?
Von Schulrat Heinrich Haſſinger, Darmſtadt.
Gewiß, die Zeit iſt hart, iſt bitterhart für viele Millionen
unſerer Volksgenoſſen. Man kann dieſe Frage wohl verſtehen von
Menſchen, die mit dem Aeußerſten zu kämpfen haben. Für ſie iſt
es wohl auf den erſten Blick nicht zu verſtehen, daß hier etwas
geſchaffen iſt, was gerade der äußerſten menſchlichen Not
begeg=
gen ſoll. Man müßte die ſchon einmal hinausführen können in
ſolch eine Jugendherberge und müßte ihnen die Jugend zeigen, die
dort zuſammenkommt. Sind das vielleicht die Ueberſatten, die
von vollbeſetzten Tiſchen herkommen, die an Diener und Zofen
gewöhnt ſind, die mit Vaters Auto zu ihren Tennisplätzen fahren,
denen das Eſſen nur ſchmeckt, wenn es mit ſilbernen Beſtecken
auf=
getragen wird, und die nur in Betten mit bergehohem
Daunen=
zeug ſchlafen können? Wahrhaftig, davon werden ſie wenige
fin=
den. Um ſo mehr aber werden ſie von den jungen Menſchen
fin=
den, deren Wiegen in Hinterhäuſern ſtanden, die in licht= und
luftloſen Höfen geſpielt, die nie ein Fahrrad, nie einen Fußball
beſeſſen haben, denen an Arbeit und Entbehrung wahrhaftig nie
etwas geſchenkt war. Und ob es nun die ſind oder es ſind andere,
denen das Leben etwas freundlicher gelacht hat, was ſuchen ſie
denn dort draußen in der Natur, was ſuchen ſie denn auf ihren
Wanderungen, was ſuchen ſie denn in den Herbergen? Wir wiſſen
es, die wir ſie geſehen, die wir mit ihnen zuſammengeſeſſen haben,
ein wenig von dem, was junge Menſchen in noch viel ſtärkerem
Maße brauchen als die Aelteren, ein wenig Lebensfreude.
Ja=
wohl, ein wenig von der Freude, die jedes gute Herz dem ärmſten
Tiere gönnt, einmal frei zu ſein vom Zwange eines grauſam
har=
ten Lebens, einmal die Luft in vollen Zügen einzuziehen, einmal
ſich austoben und dem Körper das Glück der Weite ſchenken, das
er in ſeiner Behauſung, in ſeiner ſteinernen Stadt ſo ſchmerzlich
miſſen muß. Heißt das nicht, menſchliche Not gewendet, wenn
man der Jugend zu ſolcher Freiheit, zu ſolcher Freude verhilft?
Soll ſie denn nicht — ſelbſt wenn die Exwachſenen gezwungen ſind.
im äußerſten Kampfe zu ſtehen — auf Stunden oder Tage einmal
heraustreten dürfen aus dieſem Kampfe? Heraustreten dürfen,
um ſich ein Herz voll Freude zu holen; von jener Freude, die ein
geſunder Körper, eine beſchenkte Seele ſchafft, und die gerade die
jungen Menſchen ſo nötig brauchen für den Alltag und den
Kampf? Wollen wir das Luxus nennen? Dann müßten wir
auch Freizeit und Erholung Luxus nennen. Oder wollen wir es
Luxus nennen, daß dieſer nach Freude und Freiheit dürſtenden
Jugend in den Jugendherbergen jene Heime erbaut werden, in
denen ſie ſich wirklich auf Stunden und Tage frei fühlt, in denen
ihr die Freude in jeder Form begegnet, ja, die es ihr erſt
über=
haupt ermöglichen, herauszukommen und hinauszuziehen auf frohe
Fahrt? Oder wollen wir uns nicht alle lieber darüber freuen,
daß es noch Menſchen gibt, die ſelbſtlos und uneigennützig für
eine ſolche Idee eintreten, und die dieſes Werk für die Jugend
unſeres Volkes aus kleinen und kleinſten Mitteln geſchaffen haben
und es erhalten? Wollen wir nicht vielleicht ſelbſt daran
mit=
arbeiten, daß dieſes Werk unſerem Volke und ſeiner Jugend
er=
halten bleibt, mitarbeiten, indem wir uns dem Werk anſchließen
und es durch unſere Mitgliedſchaft unterſtützen? Und wenn
ein=
mal der Tag kommen ſollte, an dem durch unſere Hilfe die Zahl
der Jugendherbergen den Bedarf auch nur um eine einzige
über=
ſteigt, dann werden wir noch immer Zeit haben, zu fragen, ob
wir uns für die Geſundheit und die frohe Lebensgeſtaltung
unſe=
rer Jugend dieſen „Luxus” werden leiſten können.
Palaſt=Lichtſpiele.
Daß man das gegenwärtig laufende Doppelprogramm
drin=
gend empfehlen kann, liegt nicht an dem Revolutionsfilm „Nach
Sibirien”, der nichts mehr von der Bedeutung der großen
Ruſſen=
filme hat, ſondern an dem umfangreichen Tierfilm „Die Affen
von Suchum”, wegen deſſen der Beſuch ſich allein ſchon lohnt. Es
ſind nicht Affen der Wildnis, die vorgeführt werden, ſondern
ge=
fangene Tiere, die hier auf jede mögliche Weiſe wiſſenſchaftlich
auf ihre Intelligenz geprüft werden. Die Reſultate ſind in der
Tat überraſchend, denn die Art und Weiſe, in der die Affen ſich
ihr Futter beiſchaffen, zeigt nicht nur ihre unglaubliche
inſtink=
tive Klugheit und Behendigkeit, ſondern verrät unzweifelhaft
Anfänge überlegter Handlungen. Die Affen ſchlagen auf Bretter,
um die darauf liegenden Kirſchen ins Rollen zu bringen, ſie
ſtel=
len Kiſten aufeinander, ſie benutzen Stöcke auf jede Art als
Werk=
zeug, ja ſie fertigen ſich ein Werkzeug an, indem ſie Bambusrohre
ineinanderſchieben. Das alles iſt ebenſo drollig anzuſehen wie
es intereſſant und nachdenklich macht. Ein Kapitel
Tierpſycho=
logie in anregendſter Form. — Dagegen fällt, wie geſagt, der
Revolutionsfilm aus dem Jahre 1905 ab. Gewiß zeigt er gute
Aufnahmen von der den Ruſſen eigentümlichen Bildſchärfe, auch kann
man manchen Regieeinfall und das Tempo des Ganzen lobend
hervorheben. Aber die ſchlecht zuſammengeleimte Verbindung
von Revolution, die hier aus einigen Revolverſchüſſen beſteht,
und Liebe, die hier aus einigen kitſchig beleuchteten Umarmungen
und der ſtereotypen Opferfreudigkeit der Liebenden beſteht, bringt
den Film um die innere Einheitlichkeit, ohne die eine ſtarke
Wir=
kung unmöglich iſt.
n. T.
hat geſtern nicht nur den Kleinen, obwohl ſie in erfreulicher Ueberzahl
erſchienen waren, ſondern auch den Großen eine ſchöne Freude und eine
erfriſchend heitere Stunde bereitet durch die Sondervorſtellung einer
Reihe von Lilly=Micky=Filmen. Die Micky=Maus iſt tatſächlich
ein Begriff, eine Sache für ſich geworden, die bisher von keiner
Nach=
ahmung erreicht wurde. Köſtlich iſt der Humor der Trickzeichner unde
unerſchöpflich die guten und originellen Einfälle der Abenteuer, die das
herzige, luſtige Micky=Mäuschen zu beſtehen hat. Und immer mit Muſik.
Das Techniſche in dieſer Hinſicht iſt einfach fabelhaft. Wie Bewegung und
Ton hier in dem künſtlich bewegten Film zuſammenſtimmen, das
frap=
piert immer wieder. — Schöner noch wäre es geweſen, wenn die Helia=
Direktion in dieſer Vorſtellung auch den kürzlich im Union=Theater
ge=
zeigten Film aus der Werkſtatt des Trickfilms hätte mitlaufen laſſen.
Es wäre ſehr angebracht, wenn den Kindern neben der hellen Freude
über die hübſchen Micky=Maus=Filme auch der Reſpekt vor der techni=
*.
ſchen Leiſtung vermittelt worden wäre.
Helia
war geſtern ausverkauft. Es laufen nur zwei Filme, und es iſt ſchwer
zu ſagen, welcher von beiden wohl dieſen ungewöhnlichen Beſuch
ver=
anlaßt. Beide Filme ſind höchſt intereſſant, der Buſter Keaton=Film der
beſte, den dieſer eigenartige Filmkomiker je gedreht hat, und gleichzeitig
ſein erſter Tonfilm der hier geſehen und gehört wurde.
Die erſten Filmaufnahmen des Meiſterſchaftskampfes, der Mag
Schmeling den Weltmeiſtertitel als Boxer ſicherte, läuft zunächſt. Man
muß wohl begeiſterter Sportfreund, vielleicht noch mehr begeiſterter
An=
hänger des Boxſports ſein, um das rieſige Intereſſe verſtehen zu können,
das der Ablauf dieſer 15 Boxrunden nicht nur bei den Tauſenden, die
dem Kampf wirklich beiwohnten, ſondern auch bei den Kinobeſuchern
hervorruft. Für den Laien allerdings ſind die 15 Runden immer das
gleiche. Die beiden Kämpfer ſpringen einander an, bogen, werden in
die Seite gedrückt, getrennt, und fangen wieder von vorne an. Die
Kampfreportage, die Alfred Braun vom Berliner Rundfunk zu den
Kampfphaſen ſpricht, iſt ebenſo wenig abwechſelnd, wie dieſe ſelbſt. Aber
das Publikum iſt in Spannung gehalten, wenn auch nicht erſichtlich,
wo=
durch. Einzig intereſſant an dieſem Film iſt die Schlußrunde, die zu
etwa 80 Prozent in Zeitlupenaufnahmen gegeben wird. Dieſer
Zeit=
lupenablauf, vermittelt einen höchſt feſſelnden Eindruck von der
Ge=
ſchmeidigkeit und tänzeriſchen Eleganz der Bewegung, auf der dieſer
ge=
wiß nicht zarte und tänzeriſche Sport beruht.
„Buſter Keaton rutſchtins Fil mland‟ Dieſer neueſte
Buſter Keaton=Tonfilm in der glänzenden Regie von Edward
Sedg=
wick iſt, wie ſchon erwähnt, ſicher die beſte Filmleiſtung dieſes
Humo=
riſten oder Komikers, der der ernſteſte Mann der Welt iſt. Noch keines
ſeiner Bilder hat Buſter Keaton auch nur mit einem leifeſten Andeuten
eines Lächelns gezeigt. Was bei Charlie Chaplin gerade dieſes
tragiſch=
pointierte Lächeln, iſt bei Buſter Keaton die erſtarrte Miene. Sie wirkt
in der überwältigenden Komik oft tief tragiſch. Der neue Film iſt
da=
rum doppelt intereſſant, weil er faſt ausnahmslos in den Ateliers von
Hollywood ſpielt, und weil der Regiſſeur Sedgwick offenbar ſelbſt ſtark
mitwirkt. Buſter Keaton ſpricht deutſch, und der Text der übrigen
Dar=
ſteller, u. a. Anita Page, Trixie Friganza und Robert Montgomery wird
deutſch vermittelt. Die Handlung iſt eine tolle Komödie, die Stürme der
Heiterkeit entfeſſelt.
— Zum Abſchluß der Schulferien bringt das Union=Theater
für jung und alt eine Serien=Reihe der urfidelen Micky=Maus,
und zwar unwiderruflich zum letzten Male heute Samstag
nach=
mittag 2.30 Uhr. Die Eintrittspreiſe ſind ſehr niedrig gehalten,
es wird aber darauf hingewieſen, daß nur dieſe beiden
Vorfüh=
rungen ſtattfinden.
— Im Union=Theater wird bis auf weiteres der Tonfilm aus
dem Soldatenleben der Vorkriegszeit „Zapfenſtreich am Rhein”
vorgeführt. Dazu ſieht man den einzigen authentiſchen Tonfilm
von der Arktis=Expedition des „Graf Zeppelin”. Auf der Fahrt
Berlin-Leningrad—Arktis und zurück entſtanden einzigartige
Aufnahmen von ſeltener Schönheit.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft heute und folgende Tage
ein intereſſantes Doppelprogramm, und zwar wird gezeigt das
Bilddrama aus dem Rußland von 1905 „Nach Sibirien”, ferner
„Die Affen von Suchum” und „Markttag in Marrakeſch”
Heute Samstag und morgen Sonntag finden im Hotel
und Reſtaurant Poſt die allſeits beliebten ſchönen
Geſell=
ſchaftsabende mit Tanz ſtatt. (Siehe heutige Anzeige.)
— In der Brauerei Schul, Schloßaaſſe 25. findet
Sams=
tag und Sonntag Unterhaltungsmuſik ſtatt, ausgeführt vom
Stadtorcheſter. (Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Samstag, den 15. Auguſt 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. — Kleines
Haus, 20 Uhr: „Das öffentliche Aergernis”. — Union 14.30
Uhr: „Die urfidele Micky=Maus” — Orpheum 20,30 Uhr:
Suverrevue „Charivari” — Konzerte: Zur Oper,
Schloß=
keller, Sportplatz=Reſtaurant am Böllenfalltor,
Herrngarten=
kaffee, Brauerei Schul, Datterich —
Kinovorſtellun=
gen: Union= Helia= und Palaſt=Lichtſpiele.
Die neuen Ganzſtahl 2=Zug=Wagen der Reichsbahn
haben ſich bei dem Jükerboger Unfall gut bewährk!
Daß ſich bei dem Jüterboger Eiſenbahnunfall unter den
verunglückten Perſonen kein Toter und nur wenige
Schwerver=
letzte befanden, iſt nicht zum wenigſten auf die Tatſache
zurückzu=
führen, daß die Reichsbahn in den letzten Jahren planmäßig die
alten D=Zugwagen durch Ganzſtahlwagen erſetzt hat. Bei dieſen
Wagen iſt auch der geſamte äußere Aufbau des Wagenkaſtens
ſo=
wie die Querverſteifung aus Stahl hergeſtellt. Man muß
berück=
ſichtigen, daß der verunglückte Schnellzug in dem Augenblick. als
das Attentat ausgeführt wurde, eine Geſchwindigkeit von 105 Km.
in der Stunde hatte. Während bei früheren Unfällen ſich die
Wagen häufig ineinanderſchoben und hierdurch die ſchlimmſten
Folgen für die Reiſenden verurſacht wurden, ſind bei dem
Jüter=
boger Unfall die Oberteile ſämtlicher Wagen vollkommen intakt
geblieben. Dieſer Umſtand wurde auch dadurch günſtig
beein=
flußt, daß die Reichsbahn bei ihrem Fahrzeugpark nur noch die
ſogenannten Hülſenpuffer verwendet. Dieſe unterſcheiden ſich von
den früheren Stangenpuffern dadurch, daß ſie durch eine breite,
hülſenartige Befeſtigung am Wagen ſo gehalten ſind, daß ſie ſich
nicht ſeitlich verſchieben oder verbiegen können. Bei einem
ſchar=
fen Aufeinanderprallen zweier Wagen wird ein großer Teil der
Stoßenergie von dieſen ſtarken Puffern aufgenommen und vor
allem verhütet, daß nach Abbiegen oder Abbrechen eines Puffers,
wie es früher häufiger vorkam, ein Wagen auf den anderen
hinaufklettert, wodurch die Reiſenden bei Unfällen beſonders
ge=
fährdet wurden.
Der Unfall bei Jüterbog iſt der erſte Fall, bei dem ſich dieſe
techniſchen Neuerungen bei den Reichsbahnfahrzeugen ſo gut
de=
währt und ſich als ein wertvoller Schutz für den Reiſenden
er=
wieſen haben.
Aus vielen Gegenden kommen Klagen über ſtarkes Auftreten
der Raupen der 2. Generation des Kohlweißlings. Leider wird
ihre Anweſenheit zumeiſt erſt an ihrem Zerſtörungswerk ſelbſt
er=
kannt, wenn der Schaden nicht mehr lohnend zu verhüten iſt. Wer
alſo mit dem Einſchreiten wartet, bis die gefräßigen Raupen ſich
über die Blätter der Kohl= und anderen Pflanzen zerſtreut haben,
wird in der Regel wenig Erfolg erzielen. Auch hier iſt
Vorbeu=
gung am beſten. Worin beſteht dieſe nun? Man muß die leicht
erkennbaren, goldgelben Eierhäufchen, die ſich an der Unterſeite
der Blätter befinden, rechtzeitig und wiederholt ableſen und
ver=
nichten, am einfachſten durch Zerdrücken mit den Fingern. Hat
man die Vernichtung der Eier verſäumt, ſo wird es ſchon
ſchwie=
riger ſein, durch direktes Ableſen der Raupen der Plage Herr zu
werden. Die Anwendung von Giftmitteln dürfte aus
Geſundheits=
rückſichten weniger zu empfehlen ſein.
Heſſ. Hauptſtelle für Pflanzenſchutz. Gießen.
Skraßenbericht
für die Woche vom 16. bis 22. Auguſt 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
40. Mainz—Alzey (Pariſer Straße zwiſchen Nieder=Olm und
Wörr=
ſtadt) wegen Umbauarbeiten an der Eulenmühle bei Nieder=Olm,
Km. 13,0—14,6, vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Sörgenloch, Wahlheimer=Hof, Hahnheim Undenheim.
49. Gießen—Fulda (zwiſchen Brauerſchwend und Neumaar) vom 25. 7.,
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Hergersdorf, Wallenrod.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Darmſtadt—Griesheim-Wolfskehlen (zwiſchen Griesheim und
Wolfs=
kehlen), Klm 7.416—10,723, vom 6. 7. bis 22. 8. geſperrt.
Umlei=
tung: Groß=Gerau oder Stockſtadt, Crumſtadt, Eſchollbrücken.
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der Nidder bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen, Oſtheim.
Ortenberg—Gedern (zwiſchen Lißberg und Hirzenhain) vom 27. 7. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Glashütten, Oberleis,
Schwickerts=
hauſen, Lißberg oder Uſenborn, Ortenberg.
Sonſtige Straßen in Hefſen:
Neuſtadt 1. Odw.—Seckmauern zwiſchen dem Straßenkreuz unterhalb
Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt Wiebelsbach vom
8. 1. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
Nauheim—Trebur Km. 18,084—20,741, vom 12. 5. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Hof Schönan
Lindyeim—Düdelsheim vom 29. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Umlei=
tung: Stockheim, Büches oder Hainchen, Himbach, Eckartshauſen,
Calbach, Büches.
Ortsdurchfahrt Ober=Seemen vom 3. bis 31. 8. geſperrt. Umleitung:
Gedern, Hartmannshain.
Rendel-Büdesheim (vom Abzweig nach Niederdorfelden) vom 10. 8. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Groß=Karben, Heldenbergen.
Nodheim v. d. H.—Petterweil vom 10. 8. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Holzhauſen v. d. H., Ober=Erlenbach oder Nieder=Wöllſtadt,
Okarben.
Grebenhain-Vaitshain vom 17. Aug. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Crainfeld.
Billige Tage im Frankfurter Zoo! Um die vom
volksbilden=
den Standpunkt außerordentlich wertvolle, aus 35 Männern und
Frauen beſtehende Südſee,Völkerſchau einem größeren Kreis
zu=
gänglich zu machen, hat die Direktion des Zoologiſchen Gartens
für die drei letzten Gaſtſpieltage, und zwar Samstag, den 15.,
Sonntag den 16., und Montag, den 17. Auguſt, während des
ganzen Tages die Eintrittspreiſe in den Garten um 50 Prozent
ermäßigt. — Es ſei nochmals hervorgehoben, daß die Schau
ohne Zahlung eines beſonderen Eintrittsgeldes jederzeit
beſich=
tigt werden kann.
D.=J. J. Wenn Sie Lohnempfänger ſind, ſo werden Sie im
Fragefalle allein zur Kirchenſteuer veranlagt, die Ehefrau
kann zur evangeliſchen Orts= und Landeskirchenſteuer nicht
her=
angezogen werden, da eine gemeinſame Veranlagung nicht
vor=
liegt. Die geſtellte Frage iſt zu verneinen, da nur Sie allein zur
Steuer herangezogen werden.
P. G. Bix erſuchen um Vorlage der Bezugsquittung.
I. Griesheim, 14. Aug. Gemeinderatsbericht. Der
Ausbau des Flurgrabens macht den Erwerb eines
Geländeſtrei=
fens von dem Anlieger Heinrich Kiſſinger 4. erforderlich. Der
Ankauf dieſes Geländeſtreifens zum Preis von 8 Mk. pro
Qug=
dratmeter wurde beſchloſſen, die Koſten der Ueberſchreibung
über=
nimmt die Gemeinde. Um eine Unterſpülung der Ufer zwiſchen
den Gärten zu vermeiden, ſoll die zurzeit in der Ausführung
be=
griffene Grabenbefeſtigung eine Verlängerung von 20 Meter
er=
fahren. — Peter Becker 5. und Peter Schecker (Sohn von Peter
Schecker 6.) hier beabſichtigen die Erbauung von Notwohnungen
außerhalb des Bereichs des Ortsbauplanes. Die Zuſtimmung
wurde unter folgenden Bedingungen erteilt: Die Geſuchſteller
haben ſich durch einen Revers ausdrücklich zu verpflichten, auf die
Zuführung von Licht, Waſſer und Kanaliſation durch die
Ge=
meinde zu verzichten. Ferner haben ſich dieſelben damit
einver=
ſtanden zu erklären, daß bei einer etwaigen Baulandumlegung
die zu bebauenden Grundſtücke in die Baulandumlegung mit
ein=
bezogen werden. Der Bodenpreis darf durch die Anlage von
Kulturen über den für das umliegende Gelände maßgebenden
Preis nicht hinausgehen; dasſelbe gilt für etwa zur Errichtung
kommende Einfriedigungen und Baumpflanzungen. — Die von
der Waſſerleitungskommiſſion in ihrer Sitzung vom 29. Juli d. 7.
gefaßten Beſchlüſſe wurden gutgeheißen. Dem von dem
zuſtändi=
gen Forſtamt vorgelegten Waldwirtſchaftsplan für das
Wirt=
ſchaftsjahr 1932 wurde zugeſtimmt, nur wünſcht der Gemeinderat,
daß auf den in Frage kommenden Arbeitsflächen einige
ſoge=
nannte Ueberſtänder ſtehen bleiben. — Diejenigen
Wohnungs=
neubauten, die vor dem 1. April 1931 bezugsfertig geworden
ſind, ſollen von der Grundſteuer entſprechend dem Ausſchreiben
des Heſſiſchen Finanzminiſters vom 3. Juli 1931 befreit bleiben,
— Im 5. Jagdbezirk ſind Unſtimmigkeiten über die Zulaſſung
eines weiteren Pächters aufgetreten. Das Kreisamt hat deshalb
dem Gemeinderat empfohlen, die Zulaſſung des nachträglich
un=
terſchriebenen angeblichen Mitpächters abzulehnen. Dem
An=
ſinnen des Kreisamtes wurde keine Folge gegeben. — Dem
Ge=
meinderat wurden die Bemerkungen des Kreisamts Darmſtadt
zum Voranſchlag pro 1931 zur Kenntnis gebracht. Zu der
Be=
merkung zu Rubrik 14 (Waſſerverſorgung) ſoll das Kreisamt
Darmſtadt erſucht werden ſich dafür einzuſetzen, daß die
Mindeſt=
abnahme von 200 000 Kubikmeter Waſſer pro Jahr von der Stadt
Darmſtadt den Verhältniſſen entſprechend herabgeſetzt wird.
Die Fälligkeitstermine für die Gemeinde= Kreis= und
Provin=
zial=Umlagen pro 1931 wurden wie folgt feſtgeſetzt: 1. und 2. Ziel
auf 30. September 1931, 3. Ziel auf 31. Oktober 1931, 4. Ziel
auf 30. November 1931, 5. Ziel auf 25. Januar 1932, 6. Ziel auf
25. März 1931
Griesheim, 14. Aug. Die hieſige Ortsgruppe des
Oden=
waldklubs veranſtaltet am kommenden Sonntag eine Wanderung
nach Meſſeler Park-Dreieichenhain-Langen. Abfahrt 7.42 Uhr
mit der elektriſchen Straßenbahn.
Eberſtadt, 14 Aug. Nachkirchweihe. Am Sonntag
(16. Auguſt) findet hier die Nachkirchweihe („Nachkerb”) ſtatt. —
Stenographiſches. Nachdem die Volksſchule ihren
Schul=
betrieb nach Ablauf der dreiwöchigen Sommerferien am 12.
Auguſt wieder aufgenommen hat, wird der Stenographenverein
Gabelsberger” ſeinen ſtenographiſchen Unterricht und ſeinen
Unterricht im Maſchinenſchreiben, ebenfalls wieder aufnehmen, und
und zwar am Montag, den 17. Auguſt, abends 8 Uhr, in der
Eleonorenſchule. — Bubenſtreich. In der Nacht vom 10 auf
11. Auguſt wurde die eiſerne Schutz=Eingangstüre am
Möbel=
geſchäft Georg und Philipp Knieß, Oberſtr. 31, gewaltſam
her=
ausgeriſſen und verſchleppt. Perſonen, die ſachdienliche Angaben
über den Täter machen können, werden erſucht, ſich auf Zimmer 3
der Bürgermeiſterei zu melden. Perſonen, deren Angaben zur
Ermittelung des Täters führen, erhalten eine Belohnung. —
Gefunden. Am 8. Auguſt wurden 20 RM. gefunden und auf
der Bürgermeiſterei abgegeben. Der Verlierer kann das Geld
dortſelbſt in Empfang nehmen. — Aerztlicher
Sonntags=
dienſt. Den ärztlichen Sonntagsdienſt verſieht am Sonntag,
den 16. Auguſt, Dr. med. Aſcher. An ihn wende man ſich, wenn
der Hausarzt nicht erreichbar iſt.
Cp. Pfungſtadt, 14. Aug. Obſt= und
Gartenbauaus=
ſtellung? Der hieſige Obſt= und Gartenbauverein trägt ſich
mit dem Gedanken. Ende September eine Obſt= und
Gartenbau=
ausſtellung abzuhalten. Die Entſcheidung darüber fällt in der
nächſten Mitgliederverſammlung, die am Samstag abend im
„Gambrinus” abgehalten wird.
— Pfungſtadt. 14. Aug. Am Samstag, den 22. Auguſt d. J.,
findet der Pfungſtädter Zuchtviehmarkt ſtatt, der in den Jahren
ſeines Beſtehens eine nicht geglaubte Bedeutung und
Anerken=
nung ſeitens der Züchter der Umgegend gefunden hat. Der
Auf=
trieb an gutem Zuchtmaterial wird jedes Jahr mehr, und ebenſo
finden ſich immer mehr Käufer von Zuchtvieh (Bullen, Rindern,
Ziegen und Schweinen) ein, ſo daß bisher das Verkaufsgeſchäft
immer beſſer wurde. Der Pfungſtädter Zuchtviehmarkt wird in
Züchterkreiſen bei Einkauf von Zuchtvieh mit den anerkannteſten
älteſten Märkten in Berückſichtigung gezogen, ſo daß viele Worte
darum nicht zu machen ſind. Wer ſich für erſtklaſſiges Zuchtvieh
intereſſiert, der komme zum Pfungſtädter Zuchtviehmarkt.
* Nieder=Beerbach 14. Aug. Beigeordnetenwahl.
Zu der am nächſten Sonntag ſtattfindenden Beigeordnetenwahl
iſt neben dem ſeitherigen Beigeordneten Peter Schwinn 2. noch
von der Sozialdemokratiſchen Partei der Maurermeiſter Ludwig
Bernhardt aufgeſtellt. Von dieſer Partei werden alle Hebel in
Bewegung geſetzt, um den Sieg auf ihre Seite zu bringen, da ſie
hierdurch bei Abſtimmungen im Gemeindeparlament die abſolute
Mehrheit hätte. Für unſere Wähler und alle diejenigen, welche
von dem roten Terror nichts wiſſen wollen, kann am nächſten
Sonntag die Loſung nur lauten: Alle Stimmen dem
Beigeord=
neten Schwinn. Herr Schwinn hat zu wiederholten Malen
be=
wieſen, daß er die Kenntniſſe und Fähigkeiten beſitzt, den
Bürger=
meiſter amtlich zu vertreten.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 14. Aug. Beigeordnetenwahl.
Die am Sonntag, den 16. d. M., ſtattfindende Wahl findet für
beide Wahlbezirke in den beiden unteren Schulſälen rechts und
links vom Haupteingang des Gemeindeſchulhauſes in der
Bahn=
hofſtraße ſtatt. Die Wahlzeit iſt von 8 Uhr vormittags bis
nach=
mittags 5 Uhr feſtgeſetzt. Die Wahlagitation verläuft in ſehr
ruhigen Bahnen. — Ernte. Das anhaltende Regenwetter der
letzten Wochen wirft die Landwirte in ihren Erntearbeiten ſehr
zurück. Erſt ein geringer Teil der Ernte, die an und für ſich hier
ſchon etwas ſpäter beginnt als ſonſt iſt geborgen. Es beſteht die
Gefahr, daß bei Fortdauer dieſer Witterung die Frucht auf dem
Halm wächſt und durch das viele Umſetzen der Büſcheln ſtark
ausfällt. Dies bedeutet für die Landwirte einen ganz
beträcht=
lichen Schaden. Auch die Kartoffelernte leidet unter dieſer
Wit=
terung. Wenn nicht ganz bald eine Aenderung eintritt, dann
wird zweifellos eine Fäulnis eintreten.
T. Roßdorf, 14. Auguſt. Indem die Wahlperiode des
ſeit=
herigen Beigeordneten Herrn Johann Nikolai mit dieſem Monat
abgelaufen iſt, wurde von ſeiten des Gemeinderats eine Neuwahl
auf dieſen Sonntag, den 16. Auguſt, feſtgelegt. Für dieſe Wahl
liegen nicht weniger als fünf Wahlvorſchläge vor, und zwar mit
folgenden Kandidaten: 1. Der ſeiherige, Beigeordnete Georg
Nikolai, Landwirt (Bürgerverein) 2. Herr Heinrich Ewald,
Dreſchmaſchinen= und Sägewerksbeſitzer (Gewerbeverein), 3. Herr
Wilhelm Jäger, Schneidermeiſter (Nationalſozialiſten), 4. Herr
Gemeinderat Paul Emig, Eiſenbahner (S. P.D.), 5. Herr
Gemein=
derat Johannes Engert, Schreiner (K.P.D.). Man ſieht dem
Ausgang dieſer Wahl hier mit Spannung entgegen.
C. Ober=Ramſtadt, 14. Aug. Sommerfeſt der
Turn=
geſellſchaft e. V. 1900. Die Turngeſellſchaft e. V. 1900 (D.T.)
hält ihr Sommerfeſt am Samstag, den 15., und Sonntag, den
16. d. M., auf ihrem Turnhallengelände in der
Roßdörfer=
ſtraße ab.
— Worms a. Rh., 14. Aug. Beim Baden im Rhein
etrunken. Im Rheinſtrom in der Nähe der Gieſenmündung,
irde die Leiche der Gymnaſiallehrerin Eliſabeth: Keſtler aus
ünchen geländet. Die Ertrunkene, die früher in Speyer weilte,
tte mit einem 23 Jahre alten Kaufmann beim Baden im freien
hein verſucht, zu einem Schleppzug hinüberzuſchwimmen.
Nach=
n ſie das erſte Schleppſchiff nicht erreichen konnten, da es zu
ch aus dem Waſſer ragte, wurden beide durch den Druck des
aſſers unter das an dem Schleppſchiff hängende Proviantboot
drückt, wobei ſie beide ertranken.
Ah. Gimbsheim (Rhh.), 13. Aug. Selbſtmord. In den Tod
g der Maurerpolier Aug. Willbrand aus Freiburg i. B. Seine
au war kurz vorher geſtorben. Das hatte ſich der Mann ſo zu Herzen
nommen, daß er in den Rhein ging. Seine Leiche, die vor einigen
gen geländet wurde, konnte jetzt erkannt werden.
Nummer 225
Tden35. Auguſt 1931
Seite 7
Nachrichken des Standesamts Darmſtadt.
Sterbefälle. Am 7. Aug.: Hilfsarbeiter Johann Karl Mücke,
68 J., Dieburger Str. 4. Am 8. Aug.: Werkmeiſter Ad. Münnig,
37 J., Rhönring 22; Büglerin Katherina König, 75 J., ledig, Herd=
Karlſtraße 73: Ella Wlihelmine Fornoff, 3 Stunden, Eliſabethen=
46 J.. Ehefrau des Oberſtadtſekretars, Landgraf=Georg=Straße 120. Am
8. Aug.: Anna Liebert geb. Nowacki, 66 J., Ehefrau des Kaufm.,
Karlſtraße 73: Elle Wilhelmine Fornoff, 3 Stunden,
Eliſabethen=
ſtraße 45. Am 7. Aug.: Maria Werner geb. Koch, 61 J., Ehefrau
des Schreinermeiſters, Saalbauſtr. 25. Am 10. Aug.:
Landgeſtütsauf=
ſeher i. R. Johannes Lore, 79 J., Landwehrſtraße 19. Am 11. Aug.:
Eliſabetha Helmreich geb. Knöll, 66 J., Ehefrau des Lehrers,
Beck=
ſtraße 74; Wagenwärter i. R. Jakob Gregor Six, 60 J., Rheinſtr. 28.
Am 12. Aug.: Emilie Anna Karoline Laumann geb. Kleeberg,
Witwe des Kaufmanns, 82 J., Heinrichſtraße 148; Maurer Johann
Heider, 22 J., ledig, Haingrund (Kreis Erbach), hier Grafenſtr. 9.
Am 13. Aug.: Chriſtina Lorenz geb. Wagner, 69 J., Ehefrau des
Kaufmanns, Kahlertſtraße 21½; Marie Kaharina Schmidt geb.
Ning=
ler, 59 J., Ehefrau des Schloſſers, Landwehrſtraße 29. Am 14. Aug.:
Straßenreiniger Paul Zoll, 61 J., ledig, Schwanenſtraße 74. Am
13. Aug.: Heinrich Acker 1 Mon., Mörfelden, hier Grafenſtraße 9.
Am 14. Aug.: Anna Eliſabeth Scheibel geb. Looſe, 57 J., Ehefrau
des Kontreadmirals, Roquetteweg 12.
Kirchliche Nachrichten.
Evangeliſche Gemeinden.
Samstag (15. Auguſt).
Stadtkirche. Abends 8,30 Uhr: Andacht.
11. Sonntag nach Trinitatis (16. Auguſt).
Kollekte in allen Kirchen für den Heſſiſchen Landesverein für
Innere Miſſion.
Stadtkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Lukasgemeinde.
Pfarrer Kleberger. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre. Dekan Zimmermann.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Dekan Zimmermann. — Vorm 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan
Zimmermann. — Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Landeskirchenrat
D. Maitz.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, 19. Auguſt, abends 8,15
Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Walderholungsſtätte am Befſunger Forſthaus. Sonntag, 16. Auguſt,
vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Diakon Bochmann.
„Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Vogel.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 16. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (gemeinſamer Abend). —
Mon=
tag, 17. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendbund der Lukasgemeinde. —
Dienstag, 18. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde. — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (jüngere
Abtlg.). — Mittwoch, 19. Auguſt, nachm 4 Uhr: Jungſchar der
Stadt=
gemeinde. — Abends 8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde.
Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere Abtlg.).
Donnerstag, 20. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendbünde der Lukas=,
Markus= und Schloßgemeinde. — Freitag, 21. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugendbund der Kaplaneigemeinde.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 18 Auguſt, abends 8 Uhr:
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 19 Auguſt und
Samstag, 22. Auguſt, nachm 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der
Stadt=
gemeinde. — Donnerstag, 20. Auguſt, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung
der Stadtgemeinde. — Samstag, 22. Auguſt, abends 8 Uhr:
Jugend=
vereinigung der Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Beginn des Konfirmandenunterrichts: Mittwoch 19. Auguſt, nachm.
5 Uhr: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17: Lukas=, Reformations und
Kaplaneigemeinde — Konfirmandenſaal im Schloß: Schloßgemeinde. —
Feierabend, Stiftsſtraße 51: Markusgemeinde.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtraße 17, Vorderhaus,
1 Treppe Sprechſtunden vorm. v. 10—12 Uhr und nachm. (außer
Samstags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584.
Martinskirche, (Kollekte für die Innere Miſſion.) Vorm. 8 Uhr:
Frühgottesdict, anſchließend Chriſtenlehre für beide Abteilungen der
Martinsgemeinde Weſt. Landeskirchenrat D. Waitz. — Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarxer Köhler. — Vorm. 11 Uhr:
Kindergottes=
dienſt für die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Köhler,
Altersheim: Vorm 10 Uhr: Landeskirchenrat D. Waitz.
Martinsgeweinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag, 18. Aug.;
abends 8 Uhr im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. —
Donners=
tag, 20. Auguſt, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenvereinigung
(Oſt); im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung (Weſt); Mauerſtr. 5:
Poſaunenchor — Freitag, 21. Auguſt, abends 8 Uhr, im
Gemeinde=
haus: Jugendvereinigung (ältere Abtlg.).
Johanneskirche, Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfr.
Scheune=
mann. Die Johanneskirche iſt täglich von 7—7 Uhr zur ſtillen Andacht
geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Pfarrer Wolfram. Kollekte für die Innere Miſſion.
Veranſtaltungen: Sonntag, 16. Auguſt, abends 8,15 Uhr:
Jugendvereinigung: Generalverſammlung. — Montag, 17. Auguſt,
abends 8,15 Uhr: Buben: Kleiner Kreis; Mädchen: Jüngerer Kreis. —
Dienstag, 18. Auguſt: Poſaunenchorprobe — Mittwoch. 19. Auguſt:
Beteiligung aller am Jugendzelt, ſtatt Bibelſtunde. — Donnerstag,
20. Auguſt: Mädchen: Aeltererkreis. — Freitag, 21. Auguſt: Kirchenchor.
— Abends 8 Uhr: Mädchenchor. — Samstag, 22. Auguſt abends 7.30
Uhr: Singekreis. — Buben: Landheimfeier.
Pauluskirche (Kollekte für die Innere Miſſion.) Vorm 8,30 Uhr:
Chriſtenlehre. Pfarrer Rückert — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Rückert. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Nückert. — Abends 6 Uhr: Eröffnungsgottesdienſt für den
Konfirman=
denunterricht des Oſtbezirks. Pfarrer Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 16. Auguſt, nachm. 2,30 Uhr:
Jugendvereinigung und Jugendbund: Teilnahme an der Kundgebung
und Eröffnung des Jugendzeltes. — Dienstag, 18. Aug., abends 8 Uhr:
Kirchenchor. — Donnerstag, 20, Auguſt, abends 8 Uhr: Mütterabend.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck. —
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Ev. Sonntagsverein: Nachm.
4 Uhr: Beteiligung an der Eröffnungsverſammlung im Jugendzelt. —
Donnerstag, 20. Auguſt, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Schloßkapelle Kranichſtein. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Pfarrer Grein=Arheilgen.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24) Sonntag: Die 9=Uhr=
Gebetsverſamm=
lung fällt aus. — Vom 16.—30. Auguſt: Teilnahme an den
Verſamm=
lungen der Zeltmiſſion. — Am Sonntag, nachm. 3 Uhr: Oeffentliche
Kundgebung auf dem Paradeplatz vor dem Landesmuſeum mit
An=
ſprache von Herrn Oberkirchenrat Zentgraf. — 4 Uhr:
Eröffnungsver=
ſammlung im Zelt. — Abends 8,30 Uhr: 1. Zeltverſammlung. (Siehe
Bekanntmachung.)
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Weihe=
ſtunde. — 10 Uhr: Vertreterverſammlung. — Nachm. 2 Uhr: Aufſtellung
des Demonſtrationszuges (Mühlſtr. 24). — 3 Uhr: Kundgebung auf dem
Paradeplatz. — 4 Uhr: Eröffnungsverſammlung. — Vom 16.—30.
Auguſt: Teilnahme an den Zeltverſammlungen.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im Freundinnenheim.
Sandſtr. 24. Erſter Heimabend nach den Ferien: Donnerstag, 20.
Anguſt., abends 8,15—10 Uhr: Ferienerlebniſſe. — Dienstag, 25. Auguſt,
und Mittwoch, 26. Auguſt: Teilnahme an den Zeltverſammlungen. —
Donnerstag, 27. Auguſt: Unſere Ziele für 1931/32.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22.
Infan=
terie=Kaſerne, Hof links). Sonntag, 16. Auguſt: Tagesfahrt nach
Aſchaffenburg. — Dienstag, abends 8 Uhr: Jungvolkſtunde. —
Mitt=
woch, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde der Hauptabteilung. —
Donners=
tag: Heimabend. — Freitag: Auf dem Sportplatz. — Jungſchar (Buben
bis 14 Jahre): Mittwoch fällt die Jungſcharſtunde aus. — Samstag,
nachm. 5—6,30 Uhr: Jungſcharſtunde.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe. Darmſtadt, Alexanderſtr. 22.
Samstag, 15. Auguſt, nachm. 4.30—5.30 Uhr: Singen und Spielen im
Heim; anſchl. Andacht.
Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, 16. Auguſt, 10.30 Uhr:
Menſchen=
weihehandlung (in einem Privathaus: Näheres Hügelſtr. 29 I.).
Möttlinger Freundeskreis. Die Montags=Bibelſtunden am 17. und
94. Aug. fallen zwecks Teilnahme an den Vorträgen im Jugendzelt aus.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 9.30 Uhr:
Predigt; anſchließend Tauffeier; 11 Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 2,30
Uhr: Zuſammenkunft des Jugendvereins im Saal (Beteiligung an der
Kundgebung auf dem Paradeplatz); nachm. 4 Uhr: Beteiligung an der
Fröffnungsverſammlung im Zelt; abends 8,30 Uhr: Beteiligung im
Zelt. — Von Montag, den 16., bis Montag, 31. Auguſt, Beteiligung
an den Verſammlungen im Zelt. Die Wochengottesdienſte und ſonſtigen
Veranſtaltungen fallen aus.
Methodiſten=Gemeinde (Evangeliſche Freikirche), Wendelſtadtſtraße 38.
Sonntag, 16. Auguſt, vorm. 10 Uhr: Predigt. Prediger E. Bültge.
11 Uhr: Sonntagsſchule. Die übrigen Verſammlungen fallen wegen
Beteiligung an der Jugend=Zelt=Miſſion aus.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, 16. Auguſt, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. 11 Uhr:
Sonntags=
ſchule. Nachmittags und Abends Beteiligung an den Verſammlungen
im Jugendzelt. — Mittwoch, 19 Auguſt, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde.
— Freitag, 21. Auguſt, abends 8,30 Uhr: Gebetsverſammlung.
Internationale Bibelforſchervereinigung, Ortsgruppe Darmſtadt.
Je=
den Mittwoch, abends 8 Uhr: Vortrag im Fürſtenſaal, Grafenſtraße 20.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science Society)
in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3. Gottesdienſte
jeden Sonntag, vormittags 10 Uhr, und jeden erſten und dritten
Mitt=
woch im Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am 16. Auguſt: Seele;
Pre=
digt: Pſalm 62, 2.
Chriſtliche Gemeinſchaft, Darmſtadt, Mollerſtraße 40. Sonntag,
vorm 9.30 Uhr: Andacht (Prediger Kruſt); nachm. 3 Uhr: Teilnahme
des Jugendbundes an der Veranſtaltung des Jugendzeltes; abends
8.30 Uhr: Gemeinſamer Beſuch des Jugendzeltes. — Mittwoch, den
19. Aug., abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde (Prediger Kruſt).
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I. Hindenburgſtraße (ehemal.
Kaſino). Sonntag, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr und Mittwoch, den
19. Auguft, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II. Bismarckſtraße 54.
Sonn=
tag, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr und Mittwoch, den 19. Auguſt, um
8.30 Uhr abends: Gottesdienſt.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, 8.45 Uhr: Chriſtenlehre;
9.30 Uhr: Gottesdienſt; 10.30 Uhr: Kindergottesdienſt der Gr.; 13 Uhr:
Kindergottesdienſt der Kl. — Mittwoch: Religiöſer Abend der Jungen=
und Mädchengruppe.
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, vorm 9.30 Uhr:
Hauptgottesdienſt; 10.30 Uhr: Chriſtenlehre. — Dienstag:
Jugendver=
einigung. — Mitwoch: Kirchenchor. — Donnerstag: Frauenverein. —
Freitag: Jungmädchenverein.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. 9.30 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt; vorm. 10.30 Uhr: Chriſtenlehre; nachm. 2 Uhr: Evangel.
Arbeiterverein: Vortrag (Arbeiterſekretär Laufer). — Freitag:
Jung=
mädchenverein.
Evangeliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt. Sonntag, 9.30 Uhr:
Gottes=
dienſt; 10.30 Uhr: Chriſtenlehre. — Montag, 6 Uhr: Bubenjungſchar;
8.30 Uhr: Jugendverein. — Dienstag, 8.30 Uhr: Bibelſtunde. —
Mitt=
woch, 8.30 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag, 6 Uhr: Bubenjungſchar;
8.30 Uhr: Mütterabend. Poſaunenchor im Schulſaal. Helferbefprechung
im Pfarrhaus. — Freitag, 8.30 Uhr: Mädchenverein. — Samstag, 8.30
Uhr: Jugendverein.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädter Straße 14.
Sonntag, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 2. Auguſt, abends 8.30
Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer Straße Nr. 3.
Sonntag, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 19. Auguſt, abends 8.30
Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße 35. Sonntag,
vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, den 20. Auguſt, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Eberſtadt,
Reſtauration Zur Harmonie”, Pfungſtädter Straße. Jeden
Donners=
tag, abends 8 Uhr: Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße Nr. 25.
Sonntag, vorm. 9.30 Uhr, und Mittwoch, den 19. Auguſt, abends 8.30
Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf, Dieburger Straße 22. Sonntag,
nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, den 19. Auguſt, abends 8.30 Uhr:
Gottes=
dienſt.
Neugpoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 22.
Sonn=
tag, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 20. Auguſt, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Reinheim i. O.,
Kirchſtraße 93. Jeden Samstag, abends 8 Uhr: Bibelſtudium mit
Dis=
kuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Bickenbach,
Darmſtädter Straße 28. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtu=
dium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe Auerbach,
Darmſtädter Straße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr:
Bibel=
ſtudium mit Diskuſſion.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüfſelsheim, Mainzer Straße 84.
Sonn=
tag, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 20. Auguſt, abends 8.30 Uhr:
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Seite 8
Samstag, den 15. Auguſt 1931
Nummer 225
Um die Außklärung des
Eisenbahnattentats bei füterbog.
Der entgleiſte Eiſenbahnzug wird wieder auf die Schienen gehoben, da die Sach= Die Unterſuchung des Eiſenrohrs, das die Zeugenvernehmung vor der Kommiſſion der Kriminalbeamten
verſtändigen eine genaue Rekonſtruierung des Tatbeſtandes vornehmen wollen. Attentäter bei ihrem Verbrechen benutzten.
und Sachverſtändigen im Kloſter Zinna.
Neue Eisenbahn-Attentate.
Durch Aufmerkſamkeit des Führers eines Güter=
Ein Anſchlag auf die Frankfurker
zuges, der die Stelle bald darauf paſſierte konnte
Schüſſe auf den 2=Zug
größerer Schaden vermieden werden. Nur die
Ricenächt.
Lokomotive wurde leicht beſchädigt. Perſonen
ſind nicht zu Schaden gekommen. Als Täter kom=
Baſel-Berlin.
men drei Männer in Frage, die durch die Flucht
Reich und Ausland.
Der Senior der Lahnpaddler im Rhein
ertrunken.
Marburg (Lahn). Auf der ſchwierigen
Rheinſtrecke am Loreleyfelſen iſt am
Donners=
tag vormittag ein mit einem alten weißbärtigen
Paddler beſetztes Boot in der gegenwärtig
ſtar=
ken Strömung des Rheins gekentert. Der alte
Herr verſank in den Fluten und ertrank. Aus
einem kurz darauf ans Ufer geſchwemmten
No=
tizbuch war zu erſehen, daß es ſich bei dem
ver=
unglückten Paddler um den Stadtrat a. D. Fritz
Engel aus Marburg handelte. Die Leiche wurde
noch nicht geländet. — Mit Fritz Engel hat ein
Mann, der im kommunalen Leben der Stadt
Marburg, noch mehr aber in Turn= und
Sport=
kreiſen, jahrzehntelang eine große Rolle ſpielte,
ein tragiſches Ende gefunden. Engel hatte erſt
kürzlich ſeinen 80. Geburtstag gefeiert. Trotz
ſeines hohen Alters war er noch ein eifriger
Sportsmann. Von Beruf Univerſitätsmechaniker.
betätigte er ſich in früheren Jahren nebenbei
als Turnlehrer, als Gauturnwart des Heſſen=
Turngaus, als Turnwart der akademiſchen
Tur=
ner, als Gaufahrwart des Radfahrerbundes und
bei ſonſtigen Verbänden. Im vorigen Jahre
hatte Engel eine 1100 Kilometer lange Strecke
auf ſämtlichen Strömen Deutſchlands im
Pad=
delboot zurückgelegt. Die jungen Turner von
Marburg begrüßten ihn ſtets als „Vater Jahn”.
Nun hat Fritz Engel auf einer Rheinpaddeltour
ein tragiſches Ende gefunden.
Geſchwiſter Reins an Deutſchland ausgeliefert.
Berlin. Wie von zuſtändiger Stelle
mit=
geteilt wird, ſind die Geſchwiſter Reins, die nach
der Ermordung eines Briefträgers geflüchtet
waren, ausgeliefert worden und befinden ſich
bereits auf deutſchem Boden. Der
Unterſuchungs=
richter hat ſich nach Lörrach begeben und die
Geſchwiſter am Mittwoch und Donnerstag
ein=
gehend verhört. Vorausſichtlich erfolgt die
Ueberführung der Geſchwiſter nach Berlin noch
heute.
Raubüberfall in der Zementfabrik Rüdersdorf.
Berlin. Zwei junge Burſchen ſprachen
geſtern mittag in der Zementfabrik Rüdersdorf
um Arbeit vor. Als ſie abgewieſen wurden,
ſchienen ſie wegzugehen, kehrten jedoch plötzlich
um. drangen ins Büro ein und ergriffen eine
Kaſſe mit ungefähr 200 RM. Auf die Kaſſiererin,
die ſie verfolgte, gaben die Verbrecher zwei
Schüſſe ab, die jedoch fehlgingen. Die Burſchen
konnten auf einem Motorrad entkommen. Ein
nachſetzendes Auto wurde durch mehrere Schüſſe
gezwungen, von der Verfolgung Abſtand zu
nehmen.
Raubüberfall auf zwei Geſchäftsboten
in Hamburg.
12000 RM. erbeutet.
Hamburg. Zwei Boten einer hieſigen
Schiffahrts=Geſellſchaft wurden geſtern vormittag
am Dovenfleth von drei Männern überfallen
und beraubt. Sie hatten 12 000 RM. bei ſich, die
ſie von der Commerz= und Privatbank geholt
hatten. Zwei der Täter flüchteten mit einer
bereitſtehenden rotbraunen Limouſine, der
Dritte, ein der Polizei nicht unbekannter 42jähr.
Ernſt Schulz konnte auf dem Boden des Hauſes
Dovenfleth 31 feſtgenommen werden. Einer der
Boten wurde bei dem Ueberfall durch einen
Streifſchuß am Kopf verwundet.
Blutiger Raubüberfall auf einem Fabrikhof.
Zwei Tote.
Paris. Ein blutiger Raubüberfall wurde
am Donnerstag in Tamaris bei Montpellier
verübt. Als der Kaſſierer einer Fabrik in den
Abendſtunden in Begleitung eines Wächters
mit 60 000 Franken Lohngeldern über den
Fa=
brikhof ging, trat ihnen plötzlich ein bis an die
Zähne bewaffneter Mann entgegen und
for=
derte die Herausgabe des Geldes. Der Kaſſierer
und ſein Begleiter verſuchten ſich zur Wehr zu
ſetzen, wurden jedoch ſofort durch einen Hagel
von Revolverſchüſſen kampfunfähig gemacht. Der
Kaſſierer war auf der Stelle tot, während ſein
Begleiter ſchwer verletzt zuſammenbrach. Dem
Naubmörder gelang es, zu entkommen. Ins
Krankenhaus überführt, ſtarb der Wächter
be=
reits kurz nach ſeiner Einlieferung.
Erfurt. Die Preſſeſtelle der
Reichsbahn=
direktion Erfurt teilt mit: Der Fern=D=Zug 3
Baſel—Berlin wurde am Freitag bei Kilometer
117 der Strecke Neudietendorf-Biſchleben von
einem unbekannten Täter beſchoſſen. Das letzte
Fenſter im Durchgang des erſten Perſonenwagens
zeigte zwei Kugeleinſchläge. Der Streifendienſt
der Reichsbahndirektion Erfurt ſowie die
Kri=
minalpolizei Erfurt und Gotha ſind
benach=
richtigt.
Zu der Beſchießung des FD=3=Zuges Baſel—
Frankfurt a. M.—Berlin iſt noch mitzuteilen,
daß der Zug fahrplanmäßig um 13 Uhr 43 auf
dem Anhalter Bahnhof in Berlin eingetroffen
iſt, wo der beſchoſſene Wagen, wie die
Preſſe=
ſtelle der Reichsbahndirektion mitteilt, ſofort
plombiert und nach Erfurt zurückgefahren wurde
zwecks genauer Unterſuchung durch die dortigen
Kriminalbehörden. Die Kugeln, die nach
Durch=
ſchlagung eines Fenſters in der Wand des
Durch=
ganges ſteckengeblieben ſind, wurden noch nicht
entfernt. Glücklicherweiſe konnten die Geſchoſſe
keinen Schaden anrichten. In dem beſchädigten
Wagen befand ſich der Reichsbahnrat Carius von
der Reichsbahndirektion Dresden, der Zeuge des
Vorfalles war. Der Streifendienſt und die
Kri=
minalpolizei von Erfurt und Gotha nahmen
ſo=
fort die Ermittlungen auf, konnten jedoch bis
jetzt keine greifbaren Anhaltspunkte für die
Täterſchaft finden. Die Schüſſe wurden
vermut=
lich aus einem in der Nähe des Bahndammes
befindlichen Gebüſch abgegeben.
Eine Barrikade auf den Gleiſen.
Hamburg. In der Nacht zum Donnerstag
wurde beim Dammtor=Bahnhof auf dem
Alto=
naer Ferngleis von unbekannten Tätern eine
Barrikade errichtet, und zwar waren mehrere
zuſammengebundene Planken auf die Schienen
gelegt und mit einem Stein beſchwert worden.
Start von Gronaus nach Grönland.
Reykjavik. Der deutſche Flieger v.
Gro=
nau ſtartete hier geſtern nachmittag 2,45 Uhr,
um nach Scoresbyſund auf Grönland zu fliegen,
da das von ihm zunächſt in Ausſicht genommene
Etappenziel Angmagſalik Sturmwetter meldet.
Von Scoresbyſund wird der Flug möglicherweiſe
über Grönland nach Godthaab oder erſt in
ſüd=
licher Richtung nach Angmagſalik fortgeſetzt
werden. Falls die Landungsverhältniſſe in
Sco=
resbyſund unſicher ſein ſollten, wird von Gronau
hierher zurückkehren.
Der deutſche Flieger v. Gronau, der geſtern
nachmittag in Reykjanik aufgeſtiegen war, iſt
geſtern abend in Scoresbyſund glatt gelandet.
Die Leiche Cramers geſichtet?
Kopenhagen. Der Kapitän des
norwe=
giſchen Dampfers „Sjöglimt”, der in
Hauge=
ſund angekommen iſt, berichtet, am Sonntag
habe das Schiff ſüdweſtlich von der Inſel Foula
auf der Weſtſeite der Shetland=Inſeln eine
trei=
bende Leiche paſſiert, die nach ihrer Bekleidung
die Annahme zugelaſſen habe, es handele ſich um
einen Flieger. Die Leiche ſei augenſcheinlich von
einer Schwimmweſte getragen worden. Man
bringt dieſen Fund in Verbindung mit Cramer.
Um 10 Uhr ſtartete Cramer, um 12,30 Uhr hatte
man zuletzt Funkverbindung mit ihm und um
16 Uhr wurde die Leiche von der Brücke des
norwegiſchen Dampfers aus geſichtet. Der
Ka=
pitän bemerkte, wegen des ſehr hohen Seeganges
habe das Schiff nicht ſtoppen können, um die
Leiche an Bord zu nehmen.
Koſtbare Liebesbriefe.
Ein junger Mann aus Upſala hatte ſich mit
einem jungen Mädchen aus Stockholm verlobt.
Da die Hochzeit noch längere Zeit
hinausgeſcho=
ben werden mußte, ſchrieb der junge Mann, wie
ſich das gehört, ſeiner Verlobten eifrig Briefe.
Auf der Poſt hatte er ſich zu dieſem Zweck gleich
entkommen ſind.
Von der Preſſeſtelle der Reichsbahndirektion
Altona erfährt die „TeUl.” auf Anfrage
folgen=
des: Ein grober Unfug von frevelhaftem
Leicht=
ſinn wurde in der Nacht zum 13. Auguſt bei
Dammtor=Bahnhof dadurch begangen, daß
unbe=
kannte Perſonen eine außerhalb der
Bahnhofs=
halle auf dem Fernbahnſteig ſtehende Bank,
ſo=
wie drei ſogenannte Schottengitter, die aus dem
Botaniſchen Garten entwendet worden waren,
auf die Schienen des Ferngleiſes Altona—
Hamburg legten. Durch das Hindernis wurden
die Lufthähne der Bremsleitung einiger
Güter=
wagen eines von Altona nach Hamburg
fahren=
den Güterzuges aufgeriſſen und der Zug zum
Halten gebracht. Die Täter ſind vermutlich von
der Tiergartenſtraße auf die Böſchung des
Bahn=
dammes geſtiegen und ſo auf den Bahnkörper
gelangt.
Zum Eiſenbahnanſchlag bei Jükerbog.
Kein Toter.
Berlin. Zum Eiſenbähnunglück bei
Jüter=
bog teilt die Reichsbahndirektion mit:
1. Das Gerücht, nach dem unter den
umge=
ſtürzten Wagen ſich noch ein Vermißter
befin=
den ſollte beſtätigt ſich zum Glück nicht. Der
als vermißt gemeldete Tizian Staly aus
Winter=
thur (Schweiz) iſt am Unfalltage bereits in
Halle ausgeſtiegen und inzwiſchen wohlbehalten
in Breslau eingetroffen.
2. Von den bei dem Eiſenbahnunglück
umge=
ſtürzten 7 Perſonenwagen ſind bis jetzt vier
Wagen wieder aufgegleiſt worden, ſo daß drei
Wagen einſchließlich des Speiſewagens noch
um=
liegen. Bei den Hebeverſuchen brach am
Speiſe=
wagen das Drehgeſtell ab. Der zweite 60 To=
Kran der Reichsbahn iſt inzwiſchen eingetroffen.
Es wird jetzt mit den beiden 60 To=Kranen
eifrig gearbeitet. Die Reichsbahn hofft, an
je=
dem Tage einen bis zwei Wagen auf die Gleiſe
zu ſtellen.
35 Briefmarken beſorgt. Seine Braut, die ſehr
ordentlich war, bewahrte, nicht nur die Briefe
ſelbſt, ſondern auch die Kuverts auf. Eines
Abends kam ein Freund der Familie zu den
El=
tern der Braut und ſah ganz zufällig einen der
Briefe liegen, worauf er einen Schrei des
Ent=
zückens ausſtieß. Die Marke auf dem Umſchlag
gehörte zu einer Serie, die verſehentlich fehler=
Stromzufuhr der Oberleitung zerſtört.
Bubenſtreich oder Ueberfall?
Frankfurt a. M. Donnerstag abend
mußte der um 23 Uhr von Frankfurt nach
Hom=
burg abgehende Straßenbahnzug der Linie 25
in Nieder=Eſchbach halten, während gleichzeitig
der 23,10 Uhr in Homburg abgehende Wagen
in Gonzenheim liegen blieb. Der Strom der
Tauſendvoltleitung hatte plötzlich verſagt, ohne
daß ſich jemand die Urſache erklären konnte. Auch”
das Abſuchen der Strecke nach einem etwaigen
Kabelbrand blieb erfolglos. Endlich entdeckte
man nach etwa zweiſtündigem Suchen, daß auf
der Strecke zwiſchen Obereſchbach und
Nieder=
eſchbach die Stromzuführung der Oberleitung
zerſtört und die Schaltſtange etwa zwanzig
Me=
ter weit entfernt ins Feld geworfen worden
war. Nachdem nun die Urſache feſtgeſtellt
wor=
den war, gelang es innerhalb kurzer Zeit, die
Stromzufuhr wieder herzuſtellen. Die Fahrgäſte
konnten erſt mit erheblicher Verſpätung gegen
drei Uhr an ihr Ziel gelangen.
Nach Anſicht der zuſtändigen Stellen muß die
Ausſchaltung des Stroms unbedingt von
ſach=
kundiger Hand vorgenommen worden ſein, da
ſich ein Unkundiger kaum an die gefährliche
Starkſtromleitung herangewagt hätte. Es bleibt
die Frage, ob es ſich um einen Bubenſtreich
handelt oder ob etwa eine Beraubung der
Fahr=
gäſte beabſichtigt war, die nur deswegen
unter=
laſſen wurde, weil die Wagen ſtark beſetzt waren,
ſo daß ein Ueberfall zu gewagt erſchien. Die
Unterſuchung iſt noch im Gange.
50 Kilogramm Dynamon geſtohlen.
Graz. In der Nacht zum Freitag wurde
von bisher unbekannten Tätern ein Einbruch
in das Sprengſtofflager des Steinbruchs der
Stadtgemeinde Graz verübt. Nach den
bisheri=
gen Feſtſtellungen wurden rund 50 Kilogramm
Dynamon geſtohlen. Die Polizei verfolgt die
Spur der Täter. Man vermutet als ſolche
ehe=
malige Arbeiter des Steinbruchs.
haft gedruckt und nur einen einzigen Tag im
Verkehr geweſen war. Der junge Mann aber
hatte ausgerechnet 35 dieſer wertvollen
Brief=
marken erwiſcht. Der Freund des Hauſes, ſeines
Zeichens Briefmarkenhändler, bot für die 35
Marken 7800 Mark, alſo pro Marke 200 Kronen.
Der Betrag mag den Hochzeitern recht gut ge
legen gekommen ſein.
Ein unſinkbares Schiff gehk auf die Welkreiſe.
Das neukonſtruierte unſinkbare Schiff „Sturmvogel”,
mit dem ſein Erfinder Albert Sigg aus Ludwigsburg den Rhein hinunterfährt, um von
Rotter=
dam aus eine Weltreiſe anzutreten. Der Schwimmkörper iſt 9 Meter lang, unter ihm befindet ſich
ein Laderaum, der auf 4 Meter Tiefe vergrößert werden kann. Durch das Gewicht der Ladung
unterhalb des Schwimmkörpers ſoll das Boot niemals kentern können. Es hat eine Beſegelung
von 30 Quadratmetern und einen Hilfsmotor von 10 PS.
Samstag, den 15. Auguſt 1931
Seite 9
cbendt
vom
tie 2
der
Rummer 225
jeht 8 Toke, zahlreiche Schwerverletzke.
Zum 70. Geburtstag des Malers
Ludwig von Hofmann.
Profeſſor Ludwig von Hofmann,
der berühmte Dresdener Maler, feiert am 17.
Auguſt ſeinen 70. Geburtstag. Prof. von
Hof=
mann, deſſen zahlreiche Figuren=Bilder in der
Urt der franzöſiſchen Frühimpreſſioniſten gemalt
ind, gehört der Preußiſchen Akademie der Künſte
als Mitglied an.
Welkrekordverſuch der ſchnellſten
Mokorradfahrer der Welk.
Der Engländer J. S. Wright (Hauptbild)
und der Münchener Ernſt Henne (oben rechts)
verden Ende Auguſt in Arpajon (ſüdlich von
Laris) zu einem Rennen ſtarten, bei dem es um
ſen Geſchwindigkeitsweltrekord geht. Wright
rreichte mit fliegendem Start bisher eine
Ge=
chwindigkeit von 242,5 Kilometern pro Stunde,
während Henne „nur” 238,2 Kilometer fuhr.
Wieder ein Hauseinſturz in Lyon. — Bis
Paris. Havas berichtet aus Lyon, daß
geſtern nacht um 2,30 Uhr in einer Straße in
Villeurbanne durch eine Exploſion ein von
zahl=
reichen franzöſiſchen, ſpaniſchen und italieniſchen
Arbeitern bewohntes Miethaus zum Einſturz
ge=
bracht wurde. Etwa 30 Perſonen, darunter zehn
Kinder, ſind unter den Trümmern begraben.
Die Einſturz=Kataſtrophe in Lyon hat, wie
bisher feſtgeſtellt wurde, acht Todesopfer
ge=
fordert. Infolge der großen Einſturzgefahr
zweier Mauern mußten in der Nacht gegen 3.30
Uhr die Aufräumungsarbeiten eingeſtellt
wer=
den. Sie wurden geſtern morgen wieder
aufge=
nommen. Das zuſammengeſtürzte zweiſtöckige
Gebäude — ein Hotel — war ſehr leicht gebaut
und fiel wie ein Kartenhaus zuſammen. Es
riß in ſeinem Sturz je die Hälfte der beiden
an=
grenzenden Gebäude mit ſich. Die Feuerwehr
war ſchnell zur Stelle und konnte bei Fackelſchein
in weniger als einer Stunde 15 Verletzte und
5 Tote bergen.
Ueber die Urſache dieſer Kataſtrophe — dem
zweiten Hauseinſturz innerhalb eines Jahres in
Lvon — gehen die Meinungen noch auseinander.
Es beſteht jedoch kein Zweifel, daß eine
Explo=
ſion den Zuſammenſturz bewirkt hat. Die auch
von den zuſtändigen Stellen geteilte Anſicht iſt,
daß es ſich um eine Gas=Exploſion handelt.
Da=
neben gehen Gerüchte um, wonach ein Araber,
der vor kurzem aus dem Hotel gewieſen wurde,
das Gebäude in die Luft geſprengt hätte. Auch
die Gerüchte, von dem Exploſionsſtoff eines
Fiſchers, der übrigens zurzeit fern von Lyon iſt,
finden Glauben. — Die Hypotheſe, die
Gasex=
ploſion annimmt, ſcheint jedoch die richtige zu
ſein.
Nach den letzten hier vorliegenden
Nach=
richten über das ſchwere Einſturzunglück bei
Lyon wurde die Kataſtrophe durch eine
Explo=
ſion hervorgerufen, deren Urſache bisher noch
nicht geklärt iſt. Das eingeſtürzte Wohnhaus
war in der Hauptſache von Algeriern und
Spa=
niern mit ſehr vielen Kindern bewohnt. Nach
den Angaben der Lyoneſer Polizeipräfektur iſt
die genaue Zahl der Verſchütteten noch nicht
be=
kannt, doch vermutet man, daß noch etwa 20
Per=
ſonen unter den Schutt= und Steinmaſſen
leben=
dig begraben liegen. Die Rettungsarbeiten
wer=
den fieberhaft fortgeſetzt.
Gegen 2 Uhr morgens wurden die Einwohner
des kleinen Vorortes plötzlich durch eine ſtarke
Exploſion geweckt, auf die unmittelbar das
don=
nerartige Getöſe des Einſturzes folgte.
Feuer=
wehr und Polizei erſchienen bereits wenige
Augenblicke ſpäter an der Unglücksſtelle, die
einen troſtloſen Anblick bietet. Auf den
Trüm=
mern des eingeſtürzten Hauſes hört man das
Stöhnen der unglücklichen Opfer, die in ihren
Betten von der Kataſtrophe überraſcht worden
ſind. Die Rettungsarbeiten wurden ſofort bei
Scheinwerferlicht eingeleitet. Ein gegenüber dem
Unglückshaus liegendes Gebäude, in dem ſich
die Büroräume einer großen Lyoneſer
Textil=
firma befinden, wurde durch die Exploſion
eben=
falls ſchwer in Mitleidenſchaft gezogen. In den
anderen Häuſern der näheren Umgebung
gin=
gen ſämtliche Fenſterſcheiben in Trümmer, doch
ſind Menſchenleben dabei nicht zu Schaden
ge=
kommen.
Auch in Paris ſelbſt ſtürzte ein in Abbruch
befindlicher uralter Häuſerblock des Quartier
Latin zuſammen. Drei Arbeiter, die unter den
Trümmern begraben wurden, kamen mit
leich=
teren Verletzungen davon. — Ferner fiel in
einem Pariſer Vorort ein Neubau zuſammen,
wobei zwei Arbeiter den Tod erlitten.
Im Krankenhaus von Lyon iſt eine bei der
Einſturzkataſtrophe verunglückte Frau geſtorben.
Die Zahl der Todesopfer hat ſich damit auf zehn
erhöht.
Einſturzunglück in einer Schiefergrube.
Ein Toter ein Schwer= und mehrere
Leichtverletzte.
Weilburg. In der Grube der
Dach=
ſchiefer=Gewerkſchaft Langhecke bei Weilburg
er=
eignete ſich ein folgenſchweres Einſturzunglück.
Nach der Einfahrt von 10 Bergleuten in den
Stollen löſten ſich an der Arbeitsſtelle etwa
40 Kubikmeter Geſteinsmaſſen und begruben zwei
Arbeiter unter ſich. Der 23jährige
jungverhei=
ratete Arbeiter Stoll aus Langhecke wurde
voll=
ſtändig verſchüttet und von den Geſteinsmaſſen
zu Tode gequetſcht, während ein anderer
Ar=
beiter nach angeſtrengten Bergungsarbeiten in
ſchwerverletztem Zuſtande geborgen werden
konnte. Bei den Bergungsarbeiten ſtürzten
wei=
tere Geſteinsmaſſen nach, wodurch noch einige
Arbeiter verletzt wurden. Erſt nachdem der Weg
zur Unglücksſtelle durch Sprengungen freigelegt
worden war, gelang es, die Leiche des
verun=
glückten Stoll zu bergen.
Zehn Tonnen Schießpulver in die Luft geflogen.
28 Tote.
Hongkong. Ein ſchweres
Exploſionsun=
glück hat ſich am Donnerstag in der
portugie=
ſiſchen Beſitzung Macao an der Mündung des
Kanton=Fluſſes ereignet. Etwa zehn Tonnen
Schießpulver, die ſich in einem unterirdiſchen
Magazin befanden, explodierten plötzlich
anſchei=
nend infolge Selbſtentzündung. Insgeſamt
wur=
den 28 Perſonen — ſechs Portugieſen, 19
Chine=
ſen und drei afrikaniſche Soldaten — getötet.
Außerdem gab es eine größere Anzahl mehr oder
weniger ſchwer Verletzter. Faſt alle Häuſer
Ma=
caos wurden beſchädigt. Der Schaden wird auf
200 000 Pfund Sterling geſchätzt. Man vermutet,
daß Selbſtentzündung der lagernden Munition
die Exploſion verurſacht hat.
Ueberſchwemmungen in Mexiko.
Mexiko. Schwere Ueberſchwemmungen
werden aus dem Tal des Pamicos gemeldet.
Die Stadt Mirevegas ſteht völlig unter Waſſer;
16 andere Anſiedlungen wurden ſchwer
heimge=
ſucht. Bisher werden 20 Todesopfer gemeldet,
doch dürfte ſich ihre Zahl bedeutend erhöhen.
Hunderte von Toten bei einem Schadenfeuer
in Hankau.
Berlin. Im Eingeborenenviertel der
über=
ſchwemmten Stadt Hankau brach nach einer
Mel=
dung Berliner Blätter aus Schanghai ein Feuer
aus, das ſich ſehr ſchnell ausdehnte. Hunderte
von Menſchen kamen in den Flammen um, da es
für ſie kein Entrinnen gab. Sie waren den
Flammen oder den Fluten des Yangtſes
aus=
geliefert.
„Durchſchreitung” des Kanals.
Calais. Wie der „Ami du Peuple”
mel=
det, ſind drei Oeſterreicher namens Heinrich
Konrad, Robert Liebhart und Karl
Namen=
ſtrich in Calais angekommen, wo ſie am
Sams=
tag die „Durchſchreitung” des Kanals auf
ſo=
genannten Waſſer=Skiern verſuchen wollen.
Geſchofſe mit 3facher Geſchwindigkeik.
Der Kieler Ingenieur Gerlich
hat ein Gewehr konſtruiert, deſſen Munition die
dreifache Geſchwindigkeit der ſonſt üblichen
Ge=
ſchoſſe beſitzt. Entſprechend iſt die
Durchſchlags=
kraft um mehr als das Doppelte verſtärkt.
Zu der Ueberſchwemmungskakaſtrophe
in China.
Die Karte von Oſtchina.
Die Ueberſchwemmungskataſtrophe des
Jangtſe=
kiang iſt die ſchlimmſte, von der China ſeit 1870
betroffen wurde. Bisher ſind 8000 Todesopfer
zu beklagen. 4 Millionen Häuſer ſind zerſtört
und 23 Millionen Menſchen obdachlos. Die
Herbſternte iſt völlig vernichtet, ſo daß eine
furchtbare Hungersnot droht.
Ein Roman aus der Induſtrie
von Hans Dominik
DWbt
Copyright by Ernſt Keils Nachf., (Aug. Scherl), G.m.b.H., Berlin.
58)
(Nachdruck verboten.)
Vor einer der offenen Zimmertüren blieben ſie ſtehen.
Bör=
ter zeigte auf die arbeitende Frau darin. „Das is ſe! Anna Grätz
heißt ſe!‟ Er rief ſie an und deutete auf Schappmann. „Alſo,
Fräuleinchen, das iſt hier meine Vertretung, der Herr
Schapp=
nann. Wenn Se alſo en Schlüſſel brauchen, denn wenden Se ſich
in den!“
Das Mädchen richtete ſich auf und ſah einen Augenblick zu
Schappmann hinüber. Wäre ein ganz hübſches Mächen, wenn ſie
bloß nich ſo ſchlampig wäre! dachte Schappmann; ihr Haar hat
ioch keinen Kamm geſehen heute morgen.
Eine Stunde ſpäter hatte Börner das Werk verlaſſen.
Schapp=
nann war der alleinige Kommandant der Scheuergarde.
Wochen waren vergangen. Die Vertretung Schappmanns
ieigte ſich ihrem Ende entgegen. Ein paarmal ſchon hatte er die
unge Scheuerfrau gefragt, ob denn nicht die alte Franzen bald
diederkäme. Doch die hatte nur immer geſagt, es wäre noch gar
ticht beſſer; es könnte noch dauern.
„Na, Fräuleinchen” hatte Schappmann gemeint, „wird Ihnen
denn det nich doch zuviel auf die Dauer?‟
„Ach ja!” hatte die geſeufzt. „Ich wollte gern, daß dies hier
in Ende hätte!‟ Dabei hatte ſie ihre Hände betrachtet, die rot
ind verarbeitet ausſahen.
Auch Wittebold hatte vorübergehend für das Befinden der
Frau Franz ein gewiſſes Intereſſe gehabt. Bei ſeiner Beobachtung
des Büfettiers Meyer war er dem einmal bis in das Haus
ge=
olgt, in dem jene Frau Franz wohnte. Doch das, was er da in
Erfahrung brachte, bot ihm keinen Anlaß zu irgendeinem Verdacht.
er hatte nur gehört, daß die Frau an einer ſonderbaren
Krank=
deit litt. Bald ging es ihr ganz gut, ſo daß der Arzt ihr
Hoff=
lung machte; dann plötzlich war es wieder ſo ſchlecht, daß er vor
einem Rätſel ſtand.
Als Wittebold eines Morgens etwas früher in ſeinen Dienſt
Ang, traf er Schappmann, der ſich gerade von den Frauen die
Schlüſſel aushändigen ließ.
„Wo is denn die Anna Grätz?” rief Schappmann.
„Die muß gleich kommen!” gab eine Frau zur Antwort.
„Mach ſchnell, Anna!” rief ſie in einen Korridor hinein, wo die
beſuchte eben die Fenſter ſchloß. „Herr Schappmann lauert ſchon
auf dich!"
Wittebold, der nicht länger warten wollte, ging nach ſeinem
Hebäude, rief Schappmann im Weggehen noch zu: „Wenn Sie
ſertig ſind, lieber Schappmann, kommen Sie doch mal zu mir
rein!“
Als Schappman in Wittebolds Zimmer kam. hatte der einen
Broßen Stoß Akten vor ſich, die er ordnen mußte.
„Na, wat ſoll ick denn, Kollege? Wieder mal helfen?”
„Ja, lieber Schappmann, helfen Sie mir doch wieder mal ein
halbes Stündchen! Gibt heute wieder eine Mordsarbeit.
„Hab’ ick Ihnen ja gleich geſagt, Sie ſollten ſich nich
auch noch die Abteilung von Doktor Moran aufſchwätzen
laſſen. Sagte Ihnen gleich, det wird zuviel für eenen. Aber Sie
wollten ja partout! Nu haben Se’s!”
Wittebold gab keine Antwort, ſondern murmelte nur etwas
Undeutliches in ſeinen Bart. Als Schappmann gegangen war,
beeilte Wittebold ſich, die Mappen in die verſchiedenen
Abtei=
lungen zu bringen. Er wollte gerade zu Morans Abteilung
hinaufſteigen, als ihm der Briefträger begegnete.
„Morgen, Herr Wittebold! Wollen Sie da zu Doktor
Moran? Ja? Dann nehmen Sie doch ſeine Poſt mit rauf! —
So danke ſchön!“
Wittebold klemmte die Zeitungen und Briefe unter den
Arm und ging nach Morans Zimmer. Der war noch nicht da.
Er ließ die Poſt aus ſeinem Arm auf den Tiſch rutſchen und
legte die Mappen daneben. Unwillkürlich warf er einen Blick
auf die Briefe, die an Moran gerichtet waren.
Plötzlich wurde ſein Blick ſtarr. Er trat dicht an den
Schreibtiſch heran und beugte ſich über einen der Briefe, die
da durcheinanderlagen, wie ſie gefallen waren. Er nahm den
Brief auf, ging zum Fenſter, las immer wieder die Anſchrift:
„Herrn Dr. Moran in Rieba.”
Dieſe Buchſtaben — wie oft hatte er die charakteriſtiſchen
Schriftzüge Headſtones in Detroit geſehen! Headſtone . . . Was
hatte der an Moran zu ſchreiben?
Der Brief, in Wittebolds Hand begann leicht zu zittern.
Sekundenlang ſchloß er die Augen. In jener Nacht, als er
darüber grübelte, ob Dr. Abt allein oder mit anderer Hilfe ſeine
dunklen Geſchäfte trieb — in dieſer Nacht war doch vor ſeinem
Auge unter anderem auch plötzlich die Geſtalt Morans
erſchie=
nen. Damals hatte er den Verdacht, ſo ſchnell er kam, ſchon
wieder verworfen.
Ohne ſich ſeines Tuns recht bewußt zu ſein, fteckte er den
Brief in die Taſche und eilte in ſein Dienſtzimmer. In
flie=
gender Haſt entzündete er einen Spirituskocher und ſtellte einen
leinen Kaffeekeſſel darauf. Ungeduldig wartet er, bis das
Waſ=
ſer zu ſieden begann. Dann hielt er die Rückſeite des Briefes
in den ausſtrömenden Dampf, bis der Klebſtoff des Umſchlags
ſich erweicht hatte. Vorſichtig öffnete er die Klappe, zog mit
zitternder Hand den Brief heraus, las. Die Ueberſchrift, die
Unterſchrift. Es war ſo, wie er geahnt: der Brief war von
Headſtone, mit der Hand geſchrieben; und unterzeichnet.
Schnell überflog er den Inhalt. Nahm ein Blatt und ſchrieb
den Text wortgetreu ab. Der Sinn der meiſten Sätze war ihm
unverſtändlich. Nur das eine ging klar aus den Zeilen hervor,
daß Headſtone Dr. Moran heute abend um neun Uhr im
Kaiſer=
hof in Berlin zu einer Unterredung erwartete. Er tat den
Brief in den Umſchlag zurück und verſchloß dieſen wieder mit
großer Sorgfalt. Eilte dann ſchnell nach Morans Büro.
Mög=
lich, daß der noch nicht da war und er den Brief wieder unter
die anderen miſchen konnte. Er atmete erleichtert auf, als er
Morans Zimmer leer fand. Schleunigſt ſchob er Headſtones
Schreiben unter die anderen Briefe und verließ den Raum.
In ſeinem Zimmer dann ließ ihn die ungeheure Erregung, die
in ihm tobte, wie gelähmt in einen Stuhl ſinken. Wäre es
möglich? Wäre das die Löſung des Rätſels? Moran der Dieb,
der Spion? Moran in Headſtones Dienſten? . . . In wildem
Chaos wirbelten Wittebolds Gedanken durcheinander. Er ſaß
.. ſaß, dachte, ſann. Sein Begriffsvermögen drohte zu
ver=
ſagen. Wie lange er da ſo geſeſſen, wußte er nicht. Er fuhr erſt
auf, als die Glocke in ſeinem Zimmer ſchrillte.
Er eilte daraufhin in Morans Laboratorium; traf ihn neben
Abts Schreibtiſch ſtehend. Moran gab ihm eine Mappe mit
Unterſchriften. Im Weitergehen hörte Wittebold noch, wie
Moran ſagte: „Wenn ich morgen etwas ſpäter kommen ſollte,
Herr Kollege, behalten Sie die Unterſchriftsmappen bis gegen
Mittag hier. Ich fahre heute kurz nach fünf nach Berlin.”
Als Wittebold an Fortuyns Laboratorium verüberging,
ver=
langſamte er ſeinen Schritt. Blieb einen Augenblick überlegend
ſtehen. Dann ging er durch das Laboratorium zu Fortuyns
Zimmer.
Fortuyn war in ſeinem Privatarbeitsraum an einer kleinen
Maſchine beſchäftigt und ſah erſt auf, als Wittebold ſagte:
„Dürfte ich Sie um ein Darlehen von zweihundert Mark bitten,
Herr Doktor?"”
Verwunderung, Ueberraſchung malten ſich auf deſſen Zügen.
„Was haben Sie, Herr Wittebold? Was iſt denn mit Ihnen?
Sie ſehen ſo verſtört aus. Sie haben etwas vor. Was iſt
paſſiert?”
Wittebold ſchüttelte den Kopf. Sprach ſtockend, ausweichend:
„Ich weiß nichts Beſtimmtes, Herr Doktor. Ein Verdacht".
wenn er wahr, vielleicht wäre dann alles, alles geklärt . . . Ich
will — ich darf noch nicht ſprechen. Denn möglich wäre es doch,
daß ich mich geirrt.”
Fortuyn ging in ſein Büro und ſchrieb einen Scheck.
Wäh=
rend er ihn Wittebold überreichte, ſah er prüfend in deſſen
Ge=
ſicht. Die ſtarke Erregung, die er de ſah, übertrug ſich auch auf
ihn. Es drängte ihn, Wittebold zu befragen, was er vorhabe.
Mit Gewalt unterdrückte er das Jerlangen, fragte nur: „
Brau=
chen Sie Urlaub?”
„Nein. Ich möchte nur den Vieruhrzug nach Berlin noch
erreichen. Späteſtens morgen mittag bin ich wieder hier.”
Es dauerte lange, bis Fortuyn ſein Gleichgewicht
wieder=
gefunden hatte. Das ſonderbare Weſen Wittebolds wollte ihm
gar nicht aus dem Sinn gehen. Mit Mühe zwang er ſich zu
ſeiner Arbeit.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 10
Samstag, den 15. Auguſt 1931
Nummer 225
SllstAosgttt
Fußball.
Sporkverein Darmſtadk 1898 — Biktoria Walldorf.
Die Fußballabteilung des Sportvereins Darmſtadt 1898 hat
am morgigen Sonntag 4 Verbandsſpiele auszutragen. Die Liga=
und Ligaerſatzmannſchaft empfangen auf eigenem Platze die
gleich=
rangigen Mannſchaften von Viktoria Walldorf. An ſich hätten
dieſe beiden Spiele der Spieleinteilung nach in Walldorf
ſtatt=
zufinden; da zurzeit jedoch über Viktoria Walldorf Platzſperre
verhängt iſt, genießen die 98er im Spiel gegen den Liganeuling
den Vorteil des eigenen Platzes. Damit iſt der Sportvereinself
Gelegenheit gegeben, die Niederlage des Vorſonntags
auszuglei=
chen. Allerdings wird es dazu von ſeiten der Einheimiſchen
beſſe=
rer Leiſtungen bedürfen wie im Spiel gegen Mainz=Kaſtel. Man
kennt ja die Vorzüge der Walldorf=Mannſchaft zur Genüge. Die
zuverläſſige und ſichere Hintermannſchaft und der äußerſt flinke
Sturm der Walldorfer werden mit Macht beſtrebt ſein, dem am
letzten Sonntag in Langen erfochtenen Sieg einen weiteren
Punktgewinn anzufügen. Die 98er werden zu zeigen haben, daß
ſie dieſem Können gewachſen ſind.
Das Spiel der Ligamannſchaften beginnt nachmittags 4 Uhr
das Treffen der Reſerven um 1.45 Uhr. Die 3. und 4. Mannſchaft
tragen ebenfalls ihre Verbandsſpiele in Darmſtadt aus; die
Mannſchaften von Groß=Umſtadt und Rot=Weiß Darmſtadt ſind
hier die Gegner.
Polizei Darmſtadt — Union Darmſtadk.
Am Sonntag treffen ſich um 11 Uhr auf dem
Polizeiſport=
platz Union Darmſtadt und Polizei zum fälligen Verbandsſpiel.
Union tritt zum erſten Male nach der Sommerpauſe auf den Plan.
Man kann wirklich nicht ſagen, daß das erſte Verbandsſpiel der
Polizei in Münſter recht hoffnungsvolle Perſpektiven eröffnete.
Obwohl die Polizei in techniſcher und taktiſcher Hinſicht dem
Gaſt=
geber um ein beträchtliches überlegen war, ſo mußte ſich Polizei
doch dem größeren Eifer und Siegeswillen der Münſterer beugen.
Wie ſtehen nun die Chancen am kommenden Sonntag? Zweifellos
wird die Polizei alles daran ſetzen, um die erlittene Niederlage
wieder auszumerzen. Es wird jedenfalls, wie alljährlich bei den
Begegnungen der beiden Ortsrivalen, ein raſſiger Punktekampf
zu erwarten ſein, in dem beide Mannſchaften ihr beſtes hergeben
werden. Wir wünſchen, daß ein Schiedsrichter zur Stelle iſt, der
den Anforderungen vollauf genügt.
Um 9.30 Uhr treffen ſich die Reſervemannſchaften beider
Ver=
eine zum fälligen Verbandsſpiel.
SV. 1898 (Jugend).
„1. Jugend — 1. Jugend Groß=Gerau, hier, 14.15 Uhr;
2./3. Jugend — 1. Jugend Eberſtadt, hier, 9 Uhr: 1. Schüler —
1. Schuler Kreuznach, hier, 11 Uhr; 2. Schüler — 1. Schüler
Eber=
ſtadt, hier, 9.45 Uhr.
SV. 98 A. H. — Viktoria Griesheim A. H.
Am Sonntag vormittag um 10 Uhr treffen im Stadion in
der „Alte=Herren=Runde” obengenannte Mannſchaften
aufeinan=
der. Da es für die 98er gilt, den im Vorſpiel errungenen Sieg
zu wiederholen, um weiter ungeſchlagen die Tabelle anzuführen,
ſo dürfte ein ſchöner Kampf gewährleiſtet ſein. Eintritt frei.
FSV. Jugenheim — Rotweiß Darmſtadt.
Zum erſten Verbandsſpiel begibt ſich Rotweiß nach
Jugen=
heim. Treffpunkt um 1 Uhr per Rad bei Löffler, Waldſtr.
Die 2. Mannſchaft trägt das erſte Verbandsſpiel um 1 Uhr auf
dem Stadion gegen die 3. von Sportv. 98 aus. — Die 1. Jugend
ſpielt vormittags gegen Polizeijugend. — Heute abend
empfan=
gen die Alten Herren die 1. Elf des SV. Erzhauſen. Das
Spiel beginnt um 6 Uhr und verſpricht recht intereſſant zu
werden.
Fr. Tgde. Darmſtadt — Offenthal.
Nachdem am vergangenen Sonntag die Serienſpiele
began=
nen und überraſchende Ergebniſſe gezeigt haben, greift am
kom=
menden Sonntag die heimiſche Elf in den Kampf ein. Am
Müllersteich ſteigt nachmittags 3 Uhr das erſte Treffen.
Offen=
thal iſt für die Hieſigen in bezug auf Ballbehandlung und
Spiel=
ſyſtem ein unbeſchriebenes Blatt, doch darf nicht vergeſſen werden,
daß die Elf am vergangenen Sonntag einen beachtlichen 4:3
Er=
folg gegen die ſpielſtarken Dreieichenhainer herausholte. Die
Hieſigen, die bei ihrem erſten Debut in kompletter Aufſtellung
an=
treten, ſollten das in ſie geſetzte Vertrauen rechtfertigen und Sieg
und Punkte an ihre Farben heften. An die Spieler richten wir
die Mahnung: Fügt euch den Entſcheidungen des Schiri, zeigt
euch als Sportsmänner auf dem Spielfeld, damit auch in dieſem
Jahr kein Spieler geſperrt wird. — Um 1.45 Uhr ſpielt
Darm=
ſtadt 3. gegen Nieder=Ramſtadt 2.; um 10 Uhr Darmſtadt Jgd.
— Nieder=Ramſtadt Jgd.
Ueberraſchung im Mitropa=Cup. — W. A. C. ſchlägt Hungaria 5:1.
Das erſte Zuſammentreffen von Hungaria und W. A.C. Wien
im Mitropa=Wettbewerb endete am Donnerstag in Budapeſt
vor 15 000 Zuſchauern mit einer Rieſenüberraſchung. Die in allen
Teilen ausgeglichene, im Sturm aber hervorragende Mannſchaft
des Wiener Athletik=Sport=Club ſiegte über die Elf des
ungari=
ſchen Altmeiſters überlegen mit 5:1. Schon in der erſten torloſen
Spielhälfte waren die Wiener tonangebend. Nach der Pauſe
wurden der Hungaria Tormann Ujvari und ſeine beiden
Vorder=
leute ſehr unſicher. Der nun in volle Fahrt kommende Wiener
Angriff ſchoß in regelmäßigen Abſtänden fünf Tore Zwei davon
erzielte der frühere Breslauer Internationale Hanke, der jetzt die
Farben des W. A.C. als Profi trägt, zwei weitere Hiltl und das
fünfte Huber. Faſt mit dem Abpfiff zuſammen kam Hungaria
durch einen Elfmeter zum Ehrentor.
Waſſerball.
Weſtfalen=Reiſe der Rotweiß=Jugend.
Die Waſſerball=Reiſe der Rotweiß=Jugend nach Weſtfalen hat
ſich bis jetzt zu einem vollen Erfolge geſtaltet. In Barmen ſpielte
die Mannſchaft vor dem Länderſpiel Deutſchland gegen Belgien
gegen die bekannte Jugend der Waſſerfreunde Barmen
unent=
ſchieden (3:3), in Elberfeld gewann ſie gegen die dortige Jugend
4:1, und in Eſſen ſchlugen die Darmſtädter die Jugendmannſchaft
des SV. „Aegir” Eſſen 5:1. Sämtliche Freiſtilſtaffeln, die als
Einlagen den Waſſerballſpielen vorausgingen wurden gewonnen.
Dagegen wurden die Bruſtſtaffeln begreiflicher Weiſe verloren,
da ja die Mannſchaft keine Speziallagenſchwimmer mit auf die
Reiſe genommen hat.
Deutſche Jugendkraft Darmſtadt.
Am Sonntag, den 16. Auguſt, bringt der Reichsverband der
Deutſchen Jugendkraft ſeine Reichsſtrom=Meiſterſchaften ſowie die
Kanumeiſterſchaften im Main bei Aſchaffenburg zum Austrag.
Auch die hieſige Ortsgruppe beteiligt ſich mit einigen ihrer Beſten
an dieſen Meiſterſchaften. Im Anſchluß an die
Reichsſtrom=
meiſterſchaften unternimmt der D.J.K.=Schwimmverein
Rhena=
nia Köln, der Reichswaſſerballmeiſter, eine Reiſe durch
Süd=
deutſchland und weilt am Dienstag, den 18. Auguſt, in
Darm=
ſtadt zu Gaſt, wo er im Woog abends 7 Uhr gegen die hieſige
Schwimmabteilung mehrere Staffeln und ein Waſſerballſpiel
austragen wird.
Der Aufſchwung der tſchechiſchen Leichtathletik.
Der bedeutende Aufſchwung im Leiſtungsvermögen der tſchechiſchen
Leichtathleten, der ſchon in den letzten Jahren zu beobachten war, hält
auch in dieſer Saiſon an. Es vergeht kaum ein größeres Sportfeſt bei
dem nicht einige Landesrekorde verbeſſert werden. Verſchiedene
tſchechi=
ſche Athleten, vor allem der Sprinter Engel, der Kugelſtoßer Douda,
der Stabhochſpringer Koreis und einige Mittelſtreckler rechnen ſchon jetzt
zur europäiſchen Elite. Bei einem Abendſportfeſt der Slavia Prag gab
es wieder einige neue Landesrekorde. Douda ſtieß die Kugel
15,35 Meter weit, (er wird allmählich ein ernſthafter Konkurrent für
Hirſchfeld), und Koreis erreichte im Stabhochſprung 4,015 Meter.
Adolf Schön, der bekannte Wiesbadener Sechstagefahrer, der ſich im
Sommer als Dauerfahrer betätigte wird auch in der kommenden Saiſon
wieder als Mannſchaftsfahrer auf den Winterbahnen ſtarten.
Handball.
Sporiverein Darmſtadk 1898 — Wormakia Worms.
Die Handball=Ligamannſchaft der 98er tritt am morgigen
Sonntag zum 2. Verbandsſpiel der diesjährigen Saiſon gegen
Wormatia Worms auf eigenem Platze an. Die Wormatia=
Mannſchaft dürfte wohl zurzeit als die ſpielſtärkſte
Handball=
mannſchaft von Worms zu bewerten ſein, ſo daß das bevorſtehende
Treffen als Gradmeſſer zwiſchen Darmſtädter und Wormſer
Hand=
ballkönnen gewertet werden kann. Da nach der neuen
Spielein=
teilung die Spiele innerhalb der Gruppe einen Zweikampf der
drei Darmſtädter Bezirksliga=Handballmannſchaften gegen, die
drei Bezirksliga=Mannſchaften von Worms darſtellen, wird
ge=
rade das Treffen der 98er mit der Wormatenmannſchaft Aufſchluß
darüber geben können, zu weſſen Gunſten dieſer Kampf demnächſt
entſchieden wird. Die Sportvereinself tritt in ſpielſtarker
Be=
ſetzung mit
Henß
Rothenburger Förſter
Pabſt Delp
Dittmar
Fiedler Ploch Fuchs Freund Feick
an. Das Spiel findet ſchon am Sonntag
vormit=
tag 10.30 Uhr ſtatt.
Die 98er beteiligen ſich noch mit zwei weiteren Mannſchaften
an den Verbandsſpielen. Die 3. Mannſchaft trägt ihr 1.
Ver=
bandsſpiel in Arheilgen gegen die 2. Mannſchaft der
Sportver=
einigung aus. Die Ligareſerveelf iſt noch verbandsſpielfrei und
benutzt deshalb den kommenden Sonntag zu einem Spiel gegen
die Eberſtädter Turnerelf.
2. Jugend — 1. Jugend Sp.Vgg. Arheilgen, dort, 13.30 Uhr.
— Dienstag, den 18. Auguſt. 20 Uhr, Abteilungsverſammlung im
Stadion.
Rol=Weiß Darmſtadt — Alemannia Worms.
Am kommenden Sonntag, nachmittags 3 Uhr, ſteht Rot=Weiß
Alemannia Worms im zweiten Verbandsſpiel gegenüber. Die
Gäſte ſind eine ausgeſprochene Kampfmannſchaft, die den einmal
erreichten Vorteil nur ſehr ſchwer abgeben, was ſie in ihrem
Spiel gegen Arheilgen erneut bewieſen haben. Die Mannſchaft
iſt vor allem ausdauernd und gewandt und hat ein ausgezeichnetes
Schlußtrio. Rot=Weiß darf alſo, will es die beiden Punkte
be=
halten, den Gegner keinesfalls unterſchätzen. Es iſt alſo ein
äußerſt ſpannendes Spiel auf dem Platze in der Rheinallee zu
er=
warten.
Sp. Bgg. 04 Arheilgen — Polizei Darmſtadi.
Zum erſten Verbandsſpiel am Arheilger Mühlchen am
Sonn=
tag um 15 Uhr auf dem neu hergerichteten Spielfelde empfängt
Arheilgen die Darmſtädter Poliziſten. Die Arheilger haben in
ihrem erſten auswärtigen Verbandsſpiel in Worms trotz
an=
dauernder Ueberlegenheit zwei Punkte laſſen müſſen. Recht ſtarke
gegneriſche Verteidigung und auffallendes Schußpech der Stürmer
mochten dazu beitragen. Am kommenden Sonntag iſt es wohl
mit der ſtärkſte Gegner in der Gruppe, der am Arheilger
Mühl=
chen gaſtiert. Arheilgen muß ſchon alles aufbieten, um ehrenvoll
abzuſchneiden. Vorh= ſpielt die 2. Mannſchaft gegen SV. 98
Darmſtadt 2.
Die 2. Pol.=Mannſchaft ſpielt um 14 Uhr in Trebur.
Turn- und Sporkverein Braunshardk.
Die Ligamannſchaft von Braunshardt muß am Sonntag in
Worms gegen die dortige Polizei antreten Für die
Brauns=
hardter wird es ſchwer ſein, gegen dieſen Gegner erfolgreich zu
beſtehen. Iſt aber die Mannſchaft von demſelben Elan und
Kampfeswillen beſeelt, wie am letzten Sonntag gegen die 98er,
dann liegt ein Punktgewinn im Bereiche der Möglichkeit.
Dies iſt aber nur unter Hergabe des ganzen Könnens jedes
ein=
zelnen möglich. Die 1. Jugend empfängt nachm. 2 Uhr die Polizei=
Jugend Darmſtadt im Privatſpiel.
Reichsbahn Darmſt. 2. — Poſt Darmſtadt.
Am Sonntag nachmittag 3 Uhr tragen obige Vereine auf
dem gemeinſamen Sportplatz am Dornheimerweg ein
Freund=
ſchaftsſpiel aus. Die Poſtſportler treten das erſtemal an die
Oeffentlichkeit. Es dürfte ihnen kaum gelingen, die gut
einge=
ſpielte Reichsbahn zu ſchlagen.
Bickenbach — T.V. Arheilgen.
Am kommenden Sonntag beginnt Bickenbach die diesjährigen
Verbandsſpiele. Arheilgen kommt mit ſeinen ſpielſtarken
Mann=
ſchaften. Als vorjähriger Gruppenmeiſter verfügt Arheilgen über
ganz großes Können, und wir glauben kaum, daß Arheilgen Sieg
und Punkte in Bickenbach laſſen wird. Allerdings verſchafft der
eigene Platz Bickenbach einen kleinen Vorteil. Spielbeginn;
2. Mannſchaft 2,30 Uhr; 1. Mannſchaft 3,45 Uhr.
*
Handball in der 9.T.
Bickenbach — Arheilgen, Langen — Pfungſtadt, Walldorf —
Bensheim, Griesheim — Groß=Zimmern.
Die Kreisklaſſe befindet ſich in voller Fahrt. Das
Bicken=
bacher Treffen mit Arheilgen kann man nach dem
augenblick=
lichen Stand der Dinge als das bedeutendſte Spiel bezeichnen.
Von vielen Seiten wird dem Tv. Arheilgen die beſte Ausſicht auf
die Meiſterſchaft eingeräumt. Ebenſo wird aber auch
zugeſtan=
den, daß der Erſte, der ihm Punkte abnehmen könnte, der Tv.
Bickenbach iſt. Darum wird man viele Zuſchauer ſehen. Das
zweite Treffen in Langen wäre bald gekennzeichnet, wenn man
die Ergebniſſe der letzten Jahre ſprechen laſſen wollte. Pfungſtadt
konnte gegen Langen noch nie gewinnen, auch nicht, als es
zwei=
mal die Meiſterſchaft errang. Trotzdem ließ das Spiel gegen
Walldorf einen guten Zug erkennen und man begreift die
Span=
nung im Pfungſtädter Lager. In Walldorf ſtehen ſich die beiden
Verlierer des letzten Sonntags gegenüber. Bensheim lieferte
im=
mer noch die beſſere Partie und es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß
Walldorf abermals ohne Punkte bleibt. Griesheim erwartet den
Neuling Groß=Zimmern. Die Zwiebelſtädter zeigten kürzlich mit
Erſatz eine ſo mäßige Leiſtung, daß man dem Eifer den Groß=
Zimmern für das erſte Spiel mitbringt, faſt auch Chancen
ein=
räumen möchte.
Freundſchaftsſpiele.
Eberſtadt — SV. 98 Darmſtadt Ligaerſatz; Büttelborn —
Tgſ. Darmſtadt; Ober=Ramſtadt — Eintracht Frankfurt; Roßdorf
— Groß=Bieberau; Egelsbach — Erzhauſen; Birkenau —
Crum=
ſtadt; Stockſtadt — Boruſſia Dornheim; Zwingenberg —
Spach=
brücken.
Eberſtadt rührt kurz vor den Gaumeiſterſchaftsſpielen
noch=
mals energiſch die Werbetrommel, und es iſt der erneut
auf=
ſtrebenden Elf tatſächlich ein Erfolg zu gönnen, da viele
Ver=
einsmitglieder noch unter den Zuſchauern fehlen. Die
Darm=
ſtädter Tgſ. geht einen ſchweren Gang nach Büttelborn. Ober=
Ramſtadt iſt ſehr unternehmungsluſtig. Von dort hat es ſchon
manche Ueberraſchung gegeben. Die übrigen Spiele haben mehr
lokalen Charakter.
Walter Sawall, der Deutſche Stehermeiſter, wird ſich in der
näch=
ſten Saiſon wieder mit ſeinem alten Schrittmacher Pasquier verbinden.
Am Donnerstag abend ſiegte Sawall in Amſterdam vor Laquehayze,
Graſſin, Blekemolen, Krewer und Snoek.
Riemke, der bekannte Tormann von München 60, iſt zu ſeinem alten
Verein, V.f.B. Leipzig, zurückgekehrt.
Sieger, der techniſchen Prüfungen vom Deutſchland=Rundflug blieb
Reinhold Poß vor Dinort, Hirth, Junghanns und Lieſel Bach.
Bei der Deutſchen Golfmeiſterſchaft der Damen in Hamburg ſind
bereits alle deutſchen Damen, darunter auch die Titelverteidigerin Nora
Benzinger (Frankfurt a. M.) ausgeſchieden. Für das Endſpiel
quglifi=
zierten ſich die beiden Engländerinnen Radgard und Garon.
Die Deutſchen Polizei=Schwimmeiſterſchaften,
die in dieſem Jahre am 15., 16. und 17. Auguſt in Darmſtadt
zum Austrag kommen ſollten, ſind der kritiſchen wirtſchaftlichen
und politiſchen Verhältniſſe wegen verſchoben worden.
Geſchäftliches.
Auf dem Gebiete des Kräuterheilverfahrens hat ſich das bekannte
Herbaria=Kräuterparadies in Philippsburg (Baden) bahnbrechend
be=
tätigt und Weltruf erworben. Die Herbaria=Kräuterheilmittel wurden
im Jahre 1928 auf der internationalen Hygiene=Ausſtellung in Pariz
mit der Großen Goldenen Medaille und dem Ehren,
diplom ausgezeichnet, während auf den diesjährigen internationalen
Ausſtellungen in Bologna und Padua (Italien) wiederum die
Große Goldene Medaille, das Verdienſtkreuz und das
Ehrendiplom verliehen wurden. Dieſe höchſten Auszeichnungen
auf drei hintereinander erfolgten Internationalen Ausſtellungen ſind
beſtimmt ein Beweis für die Güte und Wirkſamkeit der Herbaria=
Ey=
zeugniſſe.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 37. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleieher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
4. Ziehungstag.
13. Auguſt 1931
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 50000 M. 61580
8 Gewinne zu 10000 q. 58788 69709 281147 349794
10 Gewinne zu 5000 M. 38528 103103 115771 242712 375541
16 Gewinne zu 3000 M. 12360 104705 161882 163674 237211
240256 296503 364550
58 Gewinne zu 2000 M. 12850 31174 31670 43687 44945 59220
64330 70186 95211 98931 105480 116223 121649 161541 175098
201473 205178 205378 231235 233150 250222 268518 279218 321354
331913 349806 358478 376048 396003
112 Gewinne zu 1000 M. 3766 5347 10172 12382 18109 20083
40863 42199 63082 73658 74883 75571 97564 100480 101280 103076
104135 107525 108348 108944 118852 119691 145947 149846 162563
171011 174968 188398 198496 198234 216044 221798 222458 227464
227865 237198 242121 261700 263740 273237 284927 286200 28831
189508 302295 303661 308836 319601 322482 329127 329508 340208
340294372135 379838 386075
202 Gewinne zu 500 M. 396 2700 9301 10354 20895 34449 3909/
42097 60166 65651 86061 66438 67577 69825 71621 80218 86036
86653 105709 108429 106531 107997 114840 120276 126489 126545
129200 184114 135606 138652 141213 143748 151604 164373 167366
168773 173068 179033 184113 185148 193074 203286 204666 207985
211247 211606 216239 218725 221096 223835 227683 236211 237581
237684 242811 246301 265102 257197 265627 266873 266980 269689
270737 272387 273697 275705 275923 277577 278465 278681 284108
296883 297462 289985 302803 303343 31 7247 321480 322921 325373
331461 331708 333036 333958 346899 349745 353776 354666 355731
366980 358970 366147 366900 372441 373346 381571 382785 385079
389730 392589 393000
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
8 Gewinne zu 10000 M. 273316 334225 348236 369809
10 Gewinne zu 5000 M. 114332 147629 269667 355845 360528
14 Gewinne zu 3000 M. 3627 49210 58922 134482 295581 304873
368090
38 Gewinne zu 2000 m. 1200 40446 48026 59153 61374 153908
161119 187602 189109 193200 237814 267419 292335 302968 309561
328114 329746 351883 356173
112 Gewinne zu 1000 M. 1266 29601 45169 55461 55768 65880
67298 78038 78174 80651 100245 101770 107133 110254 111147
114362 114593 118661 125527 126406 127076 133403 134080 141724
148376 151389 168881 162674 178913 180110 182833 191816 199486
200499 201393 205781 208306 218006 230320 259334 269261 283360
284134 286942 291894 293315 312859 316536 315636 318722 330977
334740 346354 363950 366752 384552
172 Gewinne zu 500 M. 956 18229 23951 25794 27279 29334 29442
30466 51380 53101 54360 63050 68191 70681 70908 75388 78029
79367 94114 97231 101456 106267 106906 112604 113218 116424
119874 121233 134105 134748 136939 140672 147796 159553 164196
170630 171409 172788 180501 188002 192909 205819 207076 209058
218666 219216 219412 230756 232956 241415 242145 246068 249692
260094 252009 259827 266839 268876 270851 272693 272712 281592
289482 299559 307093 310726 311896 313187 320834 324273 326164
330194 333470 336435 339365 343251 343741 351776 351968 362763
373700 380896 383714 385769 392856 396512
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne
zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000,
6 zu je 75020, 8 zu je 50000, 26 zu je 25000, 160 zu je 10000,
422 zu je 5000, 852 zu je 3000, 2602 zu je 2000, 5112 zu je
1000, 8464 zu je 500, 25602 zu je 400 Mark.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 15. Auguſt.
10.20: Schulfunk: Leſt ihr eine Zeitung?
15.20: Stunde der Jugend: 1. Afrikaniſche Märchen. — 2. Mit
dem Kleinwagen nach Korſika.
17.00: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters.
18.40: H. Küppers — E. Reger: Alte und neue Publiziſtik.
12.05: Spaniſch.
19.30: Zeit. Programmänderungen, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.45: Aneldoten.
20.00: Baden=Baden: Konzert des Städt. Orcheſters.
21.00: Aquarium. Bunter Abend.
22.45: Zeit, Wetter Nachrichten, Sport.
23.00: Karlsruhe: Tanzmuſik der Kapelle Haas=Mahagonny.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 15. Auguſt.
15.00: Baſtelſtunde für Jungen: Dipl.=Ing. H. Roſenberger: Der
Elektromagnet.
15.46: Frauenſtunde. Trude Herrmann: Der Weg. d. Fiſche vom
Netz zum Tiſche.
16.00: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.00: Dr. Hoffmann=Harniſch: Märtyrer der Menſchheit.
17.30: Dr. Hähnlein und Partnerin: Frau Rindfleiſch i. d. Sprech=
Stunde.
18.00: Franzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: Min.=Dir. Menzel: Reparationspolitik des Frh. v. Stein.
19.00: Das Leben der Naturvölker. L. v. Kohl: Geburt u. Kindheit.
19.30: Stille Stunde. Kreislauf des Lebens.
anſchl.: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Baden=Baden: Konzert des Städt. Orcheſters.
21.00: Aquarium”: Bunter Abend.
22.45: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
anſchl.: Tanzmuſik der Kapelle Dajos Béla.
Wetkerbericht.
Nachdem die kühle Luft der Skandinavienſtörung, die in
nordöſt=
licher Richtung über Finnland hin abzieht, auch unſeren Bezirk
über=
flutet hat, drehen in Weſtdeutſchland die Winde über Oſten nach Süden
zu. Denn die weſtliche Störung, die in ihrem Kern ſtarkes
Barometer=
gefälle zeigt, iſt bereits bis nach England und dem Kanal vorgedrungen
und führt an ihrer Vorderſeite ein verbreitetes Regengebiet mit ſich.
Die aufgleitende Warmluft wird auch bei uns die Temperaturen etwas
anſteigen laſſen und dabei vielfach bewölktes und regneriſches Wetter
verurſachen. Bei ſeinem Weiterzug wird das Tief den Weg über
Deutſch=
land nehmen, ſo daß ſpäter durch die nachfolgende kühle Luft der
Nück=
ſeite die Witterung einen unbeſtändigen Charakter annimmt und wieder
Abkühlung einſetzt.
Ausſichten für Samstag, den 15. Auguſt: Meiſt bedeckt mit
Nieder=
ſchlägen, etwas wärmer.
Ausſichten für Sonntag, den 16 Auguſt: Unbeſtändig, wechſelnd
be=
wölkt und regneriſch, ſpäter wieder Abkühlung.
Hauptſchriftieitung: Rudolf Maupe
Veranwwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe: für Feuiſſeion, Reich umd
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Bshmanni
für den Hardel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; ſch
„Die Gegenwart”, Tagesfplegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Neite.
für den Inſeratenteil und geſchäftlſche Mitteilungen: Willv Kuble.
Druck und Verlag: L. C. Wiitſch — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht ſibernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
[ ← ][ ][ → ] Seite 11
Nummer 225
Samstag, den 15. Auguſt 1931
Erbach.
Die Burg Erbach wird erſtmalig 1303 genannt, 1200 als
Waſſerburg erwähnt. Nach der Einnahme der Burg im Jahre
1307 durch die Pfalzgrafen entſtand nach Norden vorgelagert das
Städtel, mit Mauern, Türmen und Gräben umſchloſſen.
Ur=
ſprünglich erhielt es 6, ſpäter 13 adlige Burgmannen. u. a.
Echter von Meſpelbrunn, von Eichholzheim u. a. m. Von der
alten Burg ſteht nur noch der mächtige aus Buckelquadern
er=
baute Turm. Die anderen Teile wurden 1736 niedergelegt. Das
Haus Echter von Meſpelbrunn iſt ebenfalls noch erhalten. Das
neuerbaute Schloß fügt ſich dem alten Turm an. Ums Ende des
16. Jahrhunderts fällt die Erbauung des Kanzlei=Archivs mit
der Toreinfahrt. Die Rentkammer iſt neueren Datums. Das
Wappen über dem Toreingang verſinnbildlicht Gerechtigkeit und
Liebe. Das Bedeutendſte des Erbacher Schloſſes iſt der
Ritter=
ſaal mit ſeiner Sammlung von Rüſtungen und Waffen, ſowie
antiken Kunſtwerken. Nach dem vom Grafen Wilhelm i. J. 1736
begonnenen neuen Schloßbau, beginnt mit dem
Regierungsan=
tritt des letzten ſouveränen Herrn, dem Grafen Franz, die letzte
wirtſchaftlich bedeutendſte Entwicklung für den Odenwald durch
das Grafenhaus.
Unter den Schöpfungen des Grafen Franz ſteht
kulturge=
ſchichtlich die Sammlung, wirtſchaftlich die Gründung der
Elfen=
beininduſtrie an erſter Stelle. Letztere entwickelte ſich unter
wech=
ſelnden Einflüſſen zum bedeutenden Wirtſchaftsfaktor des
mitt=
leren Odenwaldes. Unter allen Generationen ſtanden Meiſter
von internationalem Ruf in hohem Anſehen. Hunderte und heute
Tauſende von fleißigen Händen finden angenehme und lohnende
Beſchäftigung.
Auf die Sammlung näher einzugehen, würde hier zu weit
führen. Ich verweiſe auf die Kataloge ſowie auf die
vorzüg=
lichen Werke von Archiprat Karl Morneweg ſowie auf das Werk
„Kunſtdenkmäler, im Großherzogtum Heſſen”, von Dr. Georg
Schäfer,
Hier ſei nur im allgemeinen auf die Kunſtſchätze, deren
Schönheit der Originale in unſerem Vaterland nicht
ihres=
gleichen finden, hingewieſen.
Treten wir durch den Torbogen in den Hof, ſo finden wir
dort das älteſte Stück der Sammlung, einen keltiſchen Opferſtein.
Hieran ſchließt ſich die Einhardskapelle mit dem Sarkophag
Ein=
hards. Ueber dem Sarkophag finden wir einen Altarſchrein aus
dem 15. Jahrhundert. Die beiden plaſtiſchen Altarfiguren
wer=
den höher bewertet wie die beiden Gemälde. Den Wänden
ent=
lang ſind einige Grabplatten aufgeſtellt, die aus der
Einhards=
baſilika hierher gebracht wurden, worunter die des Schenken
Konrad 1279, die des Abtes Benno von Lorſch 1119
hervorzu=
heben ſind.
Von den Holzplaſtiken des 16. Jahrhunderts ſind die des
heiligen Wendelin und Maria Magdalena aus der in den
fünf=
ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Zell niedergelegten
Kapelle erwähnenswert. Ferner ſind noch zu beachten die
Webe=
reien und Stickereien aus dem 16. Jahrhundert Glasmalereien
aus dem 13. Jahrhundert „Verkündigung Maria” und die „
Au=
betung der heiligen drei Könige” ſchmücken die Fenſter der
Kapelle.
In der Hubertuskapelle, die gleichfalls kirchlichen Zwecken
dient, iſt der berühmte Altarſchrein aus der Wallfahrtskapelle
Schöllenbach untergebracht. Die Holzſchnitzerei „Der Stammbaum
Chriſti” iſt eine künſtleriſche Leiſtung aus dem Anfang des 16.
Wanderung von Wald=Michelbach nach Neckarſteinach.
Fahrt über Weinheim nach Wald=Michelbach. Beginn der
Wanderung. Zeichen rot, durch den Ortsteil „Spechtbach”, ſteil
auf, durch Feld und Wieſen, ſpäter Tannenwald, am
Kotten=
berg (551 Meter) entlang nach 7 Stunden „Zollſtock” (471 Meter).
Durch Hoch= und Schälwald am „Adlerſtein” vorbei, immer in
ſüdlicher Richtung bis zum „Eichköpfel”. Zeichen X rot=gelb,
A WHLN. MICHELBRCH
sisyels BRunN
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ScHSNMRTTEN-
wRa
U.
AHSiLICHREUZSI-
rechts ſteil ab, im Eiterbachtal nach 3 Stunden Heiligkreuzſteinach.
Zeichen — rot, über die Steinach, auf Fahrweg ſteigend, zum
„Eisbrunnen” Feldweg, nach 4½ Stunden Schönau (Reſte eines
Ziſterzienſerkloſters: „Refectorium, jetzt ev. Kirche; Kloſtertor,
Hühnerfautei). Durch den Ort, rechts auf, durch Wald zu den
Burgen, nach 6 Stunden Neckarſteinach. (127 Meter. Vorder=,
Mittel=, Hinterburg, Schwalbenneſt. Kirche von 1482). Auf der
anderen Neckarſeite: Dilsberg (340 Meter, zwei Kirchen,
Schloß=
ruine.) Rückfahrt über Heidelberg oder Eberbach,
Jahrhunderts, wie ſolche nur ſehr vereinzelt zu finden ſind. Die
weiteren Holzplaſtiken in dieſem Raum können den hohen
künſt=
leriſchen Wert des Stammbaumes nicht beanſpruchen. Unter den
Gemälden iſt eine Madonna mit dem Jeſuskind aus der van
Eyckſchule hervorzuheben.
Die Prachthalle des Ritterſaales verdankt ihre Entſtehung
dem Grafen Franz i. J. 1803. Vor allem nehmen die
Rüſtun=
gen zu Pferd unſer Intereſſe in Anſpruch, wovon die
Königs=
rüſtung Kaiſer Friedrich III. aus dem Jahre 1474 an erſter
Stelle zu nennen iſt. Ihr ſchließen ſich die Rüſtungen des
Her=
zogs Johann Ernſt von Sachſen 1553 und die des Schenken
Erasmus von Erbach u. a. in ebenbürtiger Weiſe an. Unter
den verſchiedenen Einzelrüſtungen ohne Pferd ſind die
Floren=
tiner Arbeiten durch ihren künſtleriſchen Wert hervorzuheben.
Das größte Prunkſtück dieſer Gruppe iſt die Rüſtung des
Her=
zogs Albrecht von Bayern. Auf der Bruſtplatte des Harniſchs
erſcheint eine wunderbare Aetzung, „Madonna mit dem
Jeſus=
kind”, umgeben mit einem Strahlenkranz. Beſonders
erwäh=
nenswert ſind noch die Rüſtungen Guſtav Adolfs von Schweden,
Albrechts von Wallenſtein und Götz von Berlichingen.
Ein weiteres hochbedeutendes Stück iſt der Prunkſattel aus
dem Beſitz des Grafen von Ortenberg. Eine Reiterſchlacht, wie
ſie kühner und bewegter kaum gedacht werden kann. Aufeins
derſtürmende Abteilungen tragen, wie dies bei den von rechts
vordringenden Reitern klar erſichtlich, römiſche Rüſtungen. In
der Mitte der Rückwand des Sattels kommt der Kampf zum
Stehen, in der linken Abteilung tritt Verwirrung ein. Pferde
ſteigen auf den Hinterbeinen in die Luft, Reiter und Pferde
wälzen ſich im Todeskampf auf dem Boden. Als
Eigentums=
zeichen iſt ein ovales heraldiſches Wappen (burboniſche Lilie)
erſichtlich. Trotz dieſes Zeichens, ſowie der römiſchen
Rüſtun=
gen iſt dieſer Sattel als eine urdeutſche, jedenfalls Nürnberger
oder Augsburger Arbeit aus der Hochrenaiſſance anzuſehen, die
ein franzöſiſcher Fürſt in Deutſchland anfertigen ließ.
An den Pfeilern und Hochwänden ſehen wir
Rüſtungs=
trophäen, wie Helme, Harniſche, Lanzen, Schwerter,
Kettenhem=
den u. a. m. in äußerſt geſchmackvoller Weiſe zuſammengeſtellt.
Der Helm von Cannä iſt wohl mehr berühmt durch ſeine
Geſchichte als durch ſeinen Kunſtwert. Auf dem Schlachtfeld von
Cannä, aus den pontiniſchen Sümpfen ausgegraben, von
Mön=
chen eines apuliſchen Kloſters dem Papſt Clemens XIV.
ge=
ſchenkt, erreicht der Helm ſchon damals eine gewiſſe Berühmtheit.
Dem weiteren Beſitzwechſel, der Ueberbringung nach dem
Ritter=
ſaal, liegt eine abenteuerlich romantiſche Geſchichte zugrunde.
Weiter befinden ſich noch Dinge in der Sammlung aus dem
Leben der Ritter, von denen hier nicht erzählt werden ſoll.
Ge=
legentlich eines Beſuches iſt der Kaſtellan ſo liebenswürdig.
Man darf ohne jegliche Uebertreibung ſagen, daß der
Ritter=
ſaal an Originalität ſeinesgleichen in Deutſchland ſuchen kann.
Der im erſten Stock gelegene Prunkſaal iſt unter dem Namen
„Hirſchgalerie” bekannt. Hier freut ſich Herz und Auge des
Weidmannes an den koloſſalen Hirſchgeweihen und Jagdwaffen
aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Möbelſtücke aus Stilperioden
mit reicher Ornamentierung geben dem Raum einen wohnlichen
Charakter. Das größte Prunkſtück iſt die in Straßburg kunſtvoll
geſchnitzte Flachdecke, die i. J. 1818 von Wartenberg=Roth nach
Erbach kam.
Von der Hirſchgalerie gelangen wir in drei römiſche
Zim=
mer mit klaſſiſchen Kunſtwerken, von denen beſonders die Plaſtik.
eine hervorragende Rolle einnimmt. Ende des 18. Jahrhunderts
erwarb Graf Franz mit einem Beirat Kenner klaſſiſcher Kunſt=
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Seite 12
Samstag, den 15. Anguſt 1931.
werke die auserwählten Plaſtiken, Nundfiguren und Büſten,
Waffen, Vaſen und Gegenſtände antiker Kleinkunſt. Bei de:
erſten Betreten des Raumes erfreut ſich das Auge an der Büſte
Alexander d. Gr. Ohne näher zu prüfen hält man das Werk
für eine griechiſche Arbeit. Wenn auch die Geſichtszüge ein
in=
dividualiſiertes Weſen darſtellen, ſo erinnert ſie trotzdem an die
jugendlichen Götter Griechenlands. Bei den übrigen Büſten
wechſeln die Darſtellungen in idealen und realen Formen. Als
letzte Formengebung iſt die Porträtbüſte des Feldherrn
Sar=
torius zu nennen. An griechiſchen Einfluß erinnern die vier
vornehmen römiſchen Frauenbüſten. Unter den Rundfiguren
iſt vor allem die Imperatorſtatue Kaiſer Hadrians zu beachten.
Wenn auch der neu erſetzte Kopf nicht gerade als klaſſiſches Werk
römiſcher Kunſt betrachtet werden kann, ſo darf das Bildwert
trotz Renovierung der Arme und Beine durch ſeine ruhige
maje=
ſtätiſche Haltung als eine Bildnisſtatute erſten Ranges betrachtet
werden. Der kleine Merkur mit dem Beutel in der linken Hand
iſt von einer ſolchen lieblichen Realiſtik, daß er einem Donatello
alle Ehre machen wird.
Aus dem klaſſiſchen Kunſtgewerbe verdienen die verſchiedenen
Amphoras durch ihre äußere Form und bildreiche Ausſchmückung
große Beachtung. Im Treppenaufgang im erſten Stock befinden
ſich noch guterhaltene Mumien.
Geſamtbild: Von der Schloßbrücke zwiſchen den beiden
Platanen geſehen, überragt der monumentale Schloßbau.
Lieb=
liche Putten ſchauen vom Balkon herab auf den weit
ausge=
dehnten, von der Mümling umfloſſenen Schloßplatz. Graf Franz
in Erz gegoſſen ſchaut ſinnend nach den Schätzen ſeiner
Samm=
kung. In dem von Baluſtraden und Urnen umrahmten
Vor=
garten lauſchen ruhende Hirſche. Das von Säulen getragene
Wachlokal erinnert uns an die Zeit, wo die Musketiere mit
ge=
ſchultertem Gewehr, Dreiſpitz, langen Röcken, hohen Stiefeln und
weißem Lederzeug vor der breiten Toreinfahrt auf und
abſchrit=
ten. Wo unter Trommeln und Pfeifen die Kommandanten auf
dem Schloßplatz ihre Wachparaden abhielten.
Mrſchhorn.
Die Perle des Neckarkals.
Von Hans Birkholtz.
Die Wiege des Neckars ſteht in den tiefen
Wäl=
dern des Schwarzwalds. Als ein munteres Bächlein
beginnt der Neckar das an Idyllen reiche
Schwaben=
land zu durchfließen. Als ein ſchiffetragender Fluß
mündet er in Baden, in Mannheim, in den Rhein.
Und dazwiſchen windet und ſchlängelt er ſich durch
ein reizendes Tal. Ueberall an ſeinen lieblichen
Ufern entzücken Ueberreſte einer bedeutungsvollen
Vergangenheit. Weiche Berglinien mit herrlichen
Laub= und Nadelwäldern, aus denen mitunter helle
Steinbrüche hervorleuchten, ſpiegeln ſich in ſeinem
gemächlich dahinfließenden Waſſer. Reizende
Dörf=
lein und Städtchen entzücken durch ihre aus dem
Mittelalter ſtammenden Häuslein. Von den Bergen
grüßen freundliche Schlöſſer und Burgen. Im
Neckartal reiht ſich Perle an Perle zu einer Kette
von Sehenswürdigkeiten; und eine ganz beſonders
köſtliche Perle in dieſer Kette iſt das bildſchön
ge=
legene Hirſchhorn.
DAV. „Hirſchhorn auf ewig!‟ Das war der Wahlſpruch der
mächtigen Burgherren von Hirſchhorn. Längſt hat heute der letzte
Hirſchhorner Ritter das Zeitliche geſegnet — und zwar iſt das
alte Geſchlecht durch einen Fluch ausgeſtorben —, aber die
Hirſchhorner Burg und die Grabſtätten der Burgherren haben
ſich gleichwohl bis heute erhalten. Alſo manches blieb im
Ab=
lauf der Zeiten unverändert beſtehen, aber im übrigen kamen
und gingen die Menſchen, Generation folgte auf Generation, und
derweil ſank das ſchmucke Hirſchhorn herab faſt bis zur
Be=
deutungsloſigkeit. Bis man eines Tages Hirſchhorns reiche
Kunſtſchätze erkannte und all ſeine Schönheiten zu würdigen
begann! Berühmte Maler fanden nunmehr hier eine Fülle von
mittelalterlicher Schönheit, ſowohl in den unverändert
gebliebe=
nen Straßen als auch in den Gäßlein mit ihren maleriſchen
Häuſern, ferner in den wunderbaren Kirchen und Kapellen und
weiterhin in dem eindrucksvollen Schloß. Und zu den Malern
geſellte ſich der Dichter. Die Ritter von Hirſchhorn gaben den
Stoff zu dem inhaltsreichen und gehaltvollen Roman „Das
Deutſche Herz”. In dem Roman ſchildert Adolf Schmitthenner
das tragiſche Geſchick des letzten Hirſchhorner Ritters, der trotz
acht Söhnen ohne Erben ſtarb.
Schloß Hirſchhorn.
Obwöhl der letzte Ritter von Hirſchhorn bereits 1632 zu
Grabe getragen wurde, macht das Jahrhunderte lang
vernach=
läſſigte Schloß noch heute einen ſehr guten Eindruck.
Wunder=
voll liegt es auf dem Berg über dem Städtlein. Mit dem
Städtlein iſt es nicht nur durch die Burgwege verbunden,
ſon=
dern auch durch die bis an den Neckar reichenden und ſpäterhin
an dieſem entlang laufenden Mauern. Hinter dieſen Mauern
halb verſteckt liegen die mittelalterlichen Häuslein. Im Jahre
920 ſoll bereits die alte Burg gebaut worden ſein, don der
heute außer dem gut erhaltenen Gefängnisturm nur noch die
rundmauern ſtehen. Die Aufzeichnungen bekunden, daß erſt
vor 1241 an und dann bis 1632 das gar mächtige und reiche
Geſchlecht derer von Hirſchhorn hier wohnte. Die Ritter von
Hirſchhorn beſaßen Stadt und Burg als Lehen von Mainz.
Seinem Reichtum entſprechend ließ der Ritter Ludwig I. die bis
dahin beſtehende Burg weitgehend niederreißen und begann
1583 den Bau eines Renaiſſance=Schloſſes. Wie eine Inſchrift
beſagt, wurde der Bau durch die Witwe von Ludwig I. — von
Maria von Hatzfeld zu Wildenbruch — fortgeführt. Heute bietet
Hirſchhorn.
das Schloß eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, wie z. B. die
intereſſante Sammlung des Herrn Langbein im Ritterſaal. Viel
zu wenig bekannt ſind die wertvollen Wandgemälde in jener
Kapelle, die, urſprünglich zur alten Burg gehörig, bis heute
erhalten blieb. Einen unvergeßlich herrlichen Rundblick über
das liebliche Neckartal gewährt der hohe Wachtturm. Ein Idyll
für ſich iſt das alte maleriſche Pförtnerhäuschen, ſind ferner die
großzügig angelegten Innenhöfe mit den verſchiedenen Toren.
Ueber allem ſchwebt noch der Geiſt derer von Hirſchhorn. Wer
hier ein Weilchen raſtet, dem werden Schmitthenners
Roman=
geſtalten lebendig, die Urſula von Sternfels und all die andern.
Das Karmeliterkloſter.
Zwiſchen dem Schloß und dem verträumten Städtlein liegt,
wie aus dem Berg herausgemeißelt, das Karmeliterkloſter mit
einer herrlichen gotiſchen Kirche. Wechſelvoll iſt des Kloſters
Geſchichte. Im Jahre 1406, ſo weiß die Chronik zu berichten,
wurde die Kirche eingeweiht. Der einſchiffige Kirchenbau wurde
1514 durch die Annakapelle erweitert. Bis zum Jahre 1526
führten die Karmelitermönche ein geruhſames Daſein. Aber
mit dem Uebertritt der Ritter zum neuen Glauben mußten ſie
das Kloſter räumen, das ein Streitobjekt in den nunmehr
be=
ginnenden Religionskämpfen wurde. Erſt nach rund hundert
Jahren (drei Jahre vor des letzten Ritters Tode) endigten die
Kämpfe, und zwar damit, daß die Karmeliter wieder
zurück=
kehrten und in dem Kirchlein wieder Gottesdienſt abhielten. In
den folgenden Jahrzehnten machte die Rekatholiſierung immer
weitere Fortſchritte, doch die katholiſche Kloſterkirche begann
gleichwohl zu zerfallen. Das Dach mußte man ihr 1840 wegen
Baufälligkeit abnehmen. Zwanzig Jahre lang blieb ſie in
die=
ſem Zuſtand Wind und Wetter ausgeſetzt, und das hätte zu
ihrem Ruin führen müſſen, hätte man nicht eines Tages ihren
architektoniſchen Wert erkannt und ſie ſeitdem vor weiterem
Verfall geſchützt. Was heute noch vom Kloſterbau ſteht — und
es iſt Vieles und Schönes — das erfüllt heute als katholiſche
Pfarrwohnung ſeinen. Zweck.
Die Kapelle Ersheim.
Ueber dem Neckar drüben liegt die Ersheimer Kapelle, eine
der älteſten Kapellen des Neckartales. Die ſehr von der Zeit
und vom Hochwaſſer mitgenommenen Reſte der einſt
wunder=
vollen Kapelle bieten noch heute eine Fülle von
Sehenswürdig=
keiten, ſolche aus dem 14., 15. und 16. Jahrhundert. Inmitten
des Gottesackers von Hirſchhorn iſt heute die Kapelle gelegen.
Verſchwunden iſt das Dorf, das einſt — 734 erſtmalig erwähnt
— die Kapelle umgab. Zurück blieb eine Stätte der Ruhe und
des Friedens. Vor der Gründung der Hirſchhorner Kloſterkirche
wurden in der Ersheimer Kapelle die Ritter von Hirſchhorn
und deren Gemahlinnen beigeſetzt. Durch Engelhart II. wurde
die Kapelle 1355 erweitert, und Engelharts Nachfolger bauten
immer wieder ein Teilchen dazu. Die einſchiffige gotiſche Kapelle
beſteht heute aus einem Langhaus, einem Vorchor, einem 1517
gebauten und noch ſehr gut erhaltenen Chor, ferner aus einer
Sakriſtei. Die Geſamtheit dieſer Teile bereitet dem Beſchauer
einen Kunſtgenuß ſelterner Art. Dem Umſtand, daß der
Jahr=
zehnt um Jahrzehnt pietätvoll gepflegte Gottesacker Hirſchhorns
rings um die Ersheimer Kapelle gebreitet iſt, dieſem Umſtand
iſt zu verdanken, daß die Kapelle in verhältnismäßig gutem
Zuſtand auf unſere Zeit überkommen iſt.
Beſucht deutſche Bäder und Sommerfriſchen!
Viel iſt in den letzten Wochen in der Preſſe um das Für und
Wider der Notverordnung, betreffend die Gebühr für
Auslands=
reiſen, hin= und herdiskutiert worden. Darüber ſollte man aber
— mag man nun die Notverordnung begrüßen oder ablehnen —
eine Tatſache nicht vergeſſen, die rein innerlich ſicher wohl einen
großen Teil unſerer ſo auslandsreiſefreudigen Volksgenoſſen nicht
unerheblich von ſeiner Neigung, das Ausland zur Erholung
auf=
zuſuchen, kuriert haben wird. Niemals nämlich wurden die
Deut=
ſchen, die ſich in der zweiten Hälfte des Juli zur Kur außerhalb
Deutſchlands aufhielten, ſchmerzvoller an die Zuſammenhänge mit
ihrem Vaterlande erinnert, als gerade damals, als ihnen niemand
mehr im Ausland die Reichsmark abnehmen wollte und ſie
flucht=
artig nach hier zurückkehren mußten.
Bei dieſer Gelegenheit erfuhr man auch, welch hoher
Prozent=
ſatz an Deutſchen ſich in den Badeorten der weſtlichen Grenzländer
damals aufhielt. Unter ſolchen Umſtänden kann es kaum
verwun=
derlich erſcheinen, wenn die Statiſtik berichtet, daß von den
reiſe=
luſtigen Deutſchen jedes Jahr 400 Millionen RM.. ins
Aus=
land getragen werden. Zweifellos ſtellt das ein
volkswirtſchaft=
liches Menetekel dar.
Und wenn man einmal näher den Gründen nachgeht, die
vrs=
lang ſo oft den Deutſchen zur Bevorzugung und Wahl
auslän=
diſcher Kurorte für ſeine Erholung bewogen haben, ſo entdeckt
man, daß es — von einem gewiſſen, dem Deutſchen ja eigenen
Hang fürs Romantiſche abgeſehen — zumeiſt Gründe waren, die
einer gewiſſen Voreingenommenheit fürs Ausland auf der einen
Seite und gewiſſen Vorurteilen gegen die einheimiſchen Bäder auf
der anderen Seite entſprachen.
Da iſt es einmal oft der Reiz, ſich ſpäter im Bekanntenkreiſe
damit groß tun zu können, überhaupt im Ausland, inſonderheit
vielleicht in einem als beſonders mondän geltenden Bad geweſen
zu ſein, während doch der Bekanntenkreis „aus Deutſchland nicht
herausgekommen iſt”
Da iſt es zum anderen das in ſeiner Auswirkung viel
ſchlim=
mere Vorurteil, daß manche Krankheiten nur in ausländiſchen
Bädern, zu heilen ſeien. Das iſt ein fundamentaler Irrtum!
Deutſchland verfügt über einen ſolchen Reichtum an
minerali=
ſchen Quellen verſchiedenſten Charakters ſowie an Heilbädern
jeglicher Art, daß es — zumal in dieſer Jahreszeit — für jede
denk=
bare Krankheit Heilungsmöglichkeiten in Deutſchland gibt und
kaum ein Kranker genötigt iſt, in ein ausländiſches Bad zu gehen,
um Heilung zu finden. Dabei berückſichtige man daß gerade die
deutſche Bäderwiſſenſchaft in der internationalen Bäderwiſſenſchaft
mit den allererſten Platz einnimmt.
Heute iſt der Wirtſchaftsbetrieb der deutſchen Bäder, und
ſpeziell der großen deutſchen Bäder, auf derart ſozialer Grundlage
aufgebaut, daß eine Kur für jeden, auch den Minderbemittelten,
möglich iſt. Heute kommen die Höchſtentfaltung der Bädertechnik,
die bauliche Großzügigkeit, die Fülle von
Unterhaltungsmöglichkei=
ten, ſowie auch die landſchaftlichen und gärtneriſchen Schönheiten
der deutſchen Bäder auch den breiteſten Volkskreiſen zugute. Viel
iſt in den letzten Jahren im Intereſſe der Bäderwirtſchaft und
Bäderwiſſenſchaft von den deutſchen Bädern unternommen worden.
Umfangreiche Ausbauten. Neueinrichtungen und Moderniſierungen
ſind vorgenommen, eine weſentliche Reihe von Forſchungsinſtituten
ſind errichtet und der mediziniſchen Wiſſenſchaft dienlich gemacht
worden. Und all dieſe Neubauten und Neuinveſtierungen, die mit
ihrem techniſchen und baukünſtleriſchen Komfort vielen
ausländi=
ſchen Bädern weit vorauseilen, hat man trotz der Schwierigkeit der
Nachkriegsjahre unternommen, weil man glaubte, es dem
Publi=
kum ſchuldig zu ſein. Daher ſollte es für den Deutſchen angeſichts
der ſchweren Wirtſchaftslage der deutſchen Bäder eine Ehrenfrage
ſein, dieſe durch ſeinen Beſuch zu unterſtützen, das Geld der
deut=
ſchen Wirtſchaft zugute kommen zu laſſen, und nicht ins Ausland
zu tragen.
Und bietet Deutſchland nicht genügend Auswahl an Bädern
und Erholungsplätzen, die oft in den ſchönſten Landſchaften liegen,
die Mitteleuropa hat? Unſer Vaterland zählt Bäder und
Erho=
lungsorte an der See, in dem ſchonen, lange noch nicht genug
be=
kannten Mittelgebirge, ſowie auch hoch in den Bergen. Die meiſten
Bäder weiſen eine unvergleichliche Schönheit der Lage und
land=
ſchaftlichen Umgebung auf. geſteigert durch die gärtneriſche Kunſt
der meiſt herrlichen und unvergleichlich daſtehenden Kuranlagen.
Jeder wird in Deutſchland das im Zuſagende finden, mag er
das geſellſchaftliche Leben der großen Bäder, mag er die vornehme
Behaglichkeit, die idylliſche Stille kleinerer Kurorte ſuchen.
Die deutſchen Bäder ſind der wirtſchaftlichen Lage der
Be=
ſucher im weiteſten Maße entgegen gekommen. Ueberall iſt ein
ſtarker Abbau der Kurtaxe ſowie der Koſten für Unterkunft und
Verpflegung zu bemerken; kurzum, es wird jedem die Vornahme
einer Kur ermöglicht.
Möge ſich nun auch der Deutſche darauf beſinnen, daß es in
erſter Linie ſeine Pflicht iſt, die Bäder ſeines Heimatlandes
auf=
zuſuchen.
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Nummer 225
Jaut
Samstag, den 15. Auguſt
Die Lage am Geidmarkt.
Rückfläfſe von Aoken zur Reichsbank. — Skärkere Geldleichkigkeil. — Anlagebedürfais der Banken.
Die Ermäßigung des Lombardſahes nokwendig.
die Frage der Renten zunächſt einmal geklärt werden und daß
der augenblickliche 10prozentige Diskontſatz erſt eine weitere Er=
Borſenreorkerofmkäng um 20.Auguft: mäßigung erfahren müſſe. Ebenfalls iſt die Frage der lombar=
Hiüe
jaft un
Die ſchon Mitte voriger Woche erfolgte Aufhebung der
Zah=
lungsbeſchränkungen löſte allgemeine Beruhigung aus. Da ſich
die Bereitſtellungen, die zur Schaltereröffnung am 5. Auguſt
ge=
troffen waren, als überreichlich erwieſen, trat ein ſtarkes
Anlage=
bedürfnis der Banken auf, wodurch die erſten Anſätze zu einem
Wiederingangkommen des Geldmarktes weſentlich gefördert
wur=
den. Die Rückflüſſe aus der Provinz nahmen zu, beſonders
nach=
dem die Wiederaufnahme des Zahlungsverkehrs bei den
Spar=
kaſſen ſich reibungslos vollzogen hatte. Der eigentliche
Geldhan=
del beſchränkte ſich zwar zunächſt noch auf einen ziemlich engen
Kreis von Firmen, wobei hauptſächlich Gelder ohne
Effektenhin=
terlegung getauſcht wurden, da infolge einer mangelnden
Bewer=
tungsgrundlage ſich ein Austauſch von Geldern gegen
Effekten=
hinterlegung bisher nicht entwickeln konnte, ſolange der
Börſen=
verkehr noch nicht wieder in Gang gekommen iſt. Die Umſätze in
Tagesgeld waren nicht groß, da die ſogenannten erſten Adreſſen,
unter denen ſich der Geldaustauſch vollzieht, faſt alle infolge der
ſtarken Rückflüſſe über reichliche Mittel verfügten. Soweit
Um=
ſätze zuſtande kamen, erfolgten ſie zu 8—10 Prozent, ſpäter bis
9½ Prozent, nachdem vorige Woche noch Sätze von 12—14
Pro=
zent genannt worden waren. Die enge Begrenzung der am
Geld=
austauſch beteiligten Firmen und die erwähnte Kaſſenüberfülle
bei dieſen Inſtituten hatte zur Folge, daß ſich Schwierigkeiten bei
der Anlage der liquiden Mittel zeigten. Hierdurch nahmen die
Girogelder bei der Reichsbank zunächſt noch weiter erheblich zu,
zumal, da die Banken ſich auf die Einlöſung der am Donnerstag
und Freitag fällig werdenden Wechſel rüſteten. Im
Zuſammen=
hange damit nahmen dann auch die Girogelder zuletzt etwas ab,
allerdings ohne daß dadurch die leichte Geldmarktlage
beeinträch=
tigt worden wäre. Mehrfach ſind die Banken mit Rückſicht auf
ihre hohen Beſtände an flüſſigen Mitteln an die Reichsbank
her=
angetreten, ſie möge ihnen die vorzeitige Einlöſung von
redis=
kontierten Wechſeln geſtatten, um dadurch die in letzter Zeit
in=
folge der beſonderen Lage eingetretenen Zinsverluſte möglichſt
nicht noch zu vergrößern.
Auch der Rückfluß von Noten zur Reichsbank konnte ſich
ver=
ſtärkt fortſetzen, ſo daß ſchätzungsweiſe ſeit der Schalteröffnung
der Banken wieder etwa 170 bis 180 Millionen RM. zur
Reichs=
bank zurückgewandert ſein dürften. Die außerordentliche
Geld=
ſeichtigkeit bewirkte eine lebhafte Nachfrage nach
Privatdiskon=
ten, doch hielt die Reichsbank mit Abgaben zurück; nur zeitweiſe
dürften einige Poſten bei etwa 8½ Prozent gehandelt worden
ſein, nachdem Ende voriger Woche kleine Beträge noch mit 12
Prozent umgeſetzt wurden. Dagegen machte ſich die Reichshank
das bei den Banken beſtehende Anlagebedürfnis zunutze indem
ie größere Poſten Schatzwechſel zu 8 Prozent unterbrachte. Die
Unterbringung dieſer Reichsſchatzwechſel zu 8 Prozent wurde durch
die Diskontherabſetzung von 15 auf 10 Proz noch erleichtert. Die
aſche Abkehr von dem Notdiskont machte ſich beſonders auch am
Markt für Monatsgeld bemerkbar, für das erſte Adreſſen etwa
8—10 Prozent bezahlen. Einzelne Großbanken vergüteten noch in
er vorigen Woche ihrer Kundſchaft bis zu 14 Prozent, inzwiſchen
verden allerdings dieſe Sätze, die den Banken eine rentable
An=
age nicht ermöglichten, nicht mehr bezahlt; „vielmehr hat die
Stempelvereinigung bekanntlich ihren Mitgliedern empfohlen, für
nindeſtens 15 Tage laufendes Geld, das im gleichen Monat fällig
vird. 8 Prozent, und für im nächſten Monat fälliges Geld 9.
Pro=
ent zu bezahlen. Die auch nach der Herabſetzung noch
außer=
rdentliche Höhe des Lombardſatzes der Reichsbank hat
natur=
gemäß die Wirkung, daß das Noteninſtitut mit Lombards
zur=
eit wenig beanſprucht wird; es werden Beſtrebungen laut nach
iner weiteren Herabſetzung des Lombardſatzes, da ſeine
außer=
gewöhnliche Höhe unter Umſtänden bei Wiedereröffnung der
Hörſe das Angebot an feſtverzinslichen Werten vermehren und
ſamit den Kursdruck verſtärken könnte. Man hält daher eine
Ermäßigung des Lombardſatzes für notwendig, auch wenn eine
teue Diskontſenkung für die erſte Zeit noch nicht akut werden
ollte; in der Tat iſt ja auch die jetzige Spanne von 5 Prozent
wiſchen Lombard== und Diskontſatz außergewöhnlich. Durch die
Inſicherheit, ob die aus dem Juli ſtammenden Börſengelder unter
luguſt zurückgezahlt werden müſſen, werden die Gelddispoſitionen
rſchwert.
Der Geſamtbörſenvorſtand, der auch in ſeiner
Nachmittags=
tzung keine Beſchlüſſe über die Wiederaufnahme des
Börſenver=
ehrs gefaßt hatte, wird im preußiſchen Handelsminiſterium und
m Reichswirtſchaftsminiſterium vorſtellig werden. Die
Entſchei=
ung liegt alſo nun bei der Reichsregierung, und an
maßgeben=
er Stelle ſteht man auf dem Standpunkt, die Börſen erſt zu
er=
ffnen, wenn die Vorbedingungen für ein einwandfreies
Funk=
ionieren gegeben ſind. In Bankkreiſen iſt man der Anſicht, daß
dierten Effekten augenblicklich Gegenſtand der Beſprechungen, da
man vermeiden will, daß nach Wiedereröffnung der Börſe
Lom=
bardexekutionen vorgenommen werden. Man iſt ferner der
An=
ſicht, daß eine vorübergebende Lockerung der Einſchußbedingungen
ebenſo wie ein allmählicher Abbau der Engagements bei der
Liquidationskaſſe Vorbedingung für die Wiedereröffnung iſt. Die
Baſeler Verhandlungen, die wohl kurz vor dem Abſchluß ſtehen,
werden natürlich weiter lebhaft erörtert, und die Reichsregierung
kann ſich dann nach Abſchluß der Verhandlungen den
innerwirt=
ſchaftlichen Fragen ſtärker zuwenden. Die Hilfsaktion für die
Landesbank der Rheinprovinz wird, wie verlautet, wahrſcheinlich
noch in dieſer Woche zu einem Erfolge führen; die kleinen
Bank=
gläubiger ſollen baldmöglichſt voll ausgezahlt werden, während
die Großbankgläubiger ſich zu einer längeren Stillhaltung bereit
erklären ſollen. Die Devaheim=Affäre iſt ebenfalls Geſprächsſtoff
bei den Banken, es hat ſich herausgeſtellt, daß einer Anzahl von
Gläubigern noch kurz vor dem Zuſammenbruch die Rückzahlung
größerer Beträge zugeſichert worden iſt. Dieſes Verſprechen konnte
aber nicht mehr gehalten werden. Die Londoner Böxſe eröffnete
geſtern bei ziemlich lebhaftem Geſchäft in unſicherer Haltung Es
verſtimmte, daß über den Verlauf der geſtrigen interparteilichen
Beſprechung offiziell nichts veröffentlicht wurde und die Gerüchte
über einen zehnprozentigen Zoll auf alle Importwaren
demen=
tiert wurden.
Im Verlaufe der Londoner Börſe war das Geſchäft wieder
ſehr ruhig, da das Publikum keine Neigung zu Neu=Engagements
zeigt und abwarten will, bis die Pläne zur Balancierung des
Budgets bekanntgegeben ſind. Die Pariſer Börſe eröffnete bei
ruhigem Geſchäft in freundlicher Grundſtimmung, vereinzelt
er=
gaben ſich erhebliche Kursgewinne.
Ueber die Frage der Börſeneröffnung wird weiter gemeldet:
Die in der letzten Zeit innerhalb der Börſenvorſtände Berlin
und auch Frankfurt, der verſchiedenen Bankier= und
Maklerorga=
niſationen und mit dem Preußiſchen Handelsminiſterium
geführ=
ten Verhandlungen haben dazu geführt, daß der Börſenvorſtand
für die Wiedereröffnung der Börſe den 20. Auguſt vorſchlägt,
Die Entſcheidung der Reichsregierung und der Staatsregierung
ſteht noch aus. An die Wiederaufnahme des Terminhandels an
der Börſe iſt zunächſt nicht gedacht. Man rechnet aber damit, daß
ſie noch vor dem 1. Oktober erfolgen kann. Im Auguſt und
Sep=
tember ſollen die Samstagsbörſen ausfallen
Vor Maßnahmen der Reichsregierung
gegenüber den Banken.
Der Wirtſchaftsausſchuß der Reichsregierung, unter
Beteili=
gung der Reichsbank, wird in der nächſten Woche unter
Hinzu=
ziehung eines kleineren Kreiſes von Sachverſtändigen aus der
deutſchen Wirtſchaft und Wiſſenſchaft, die Entſcheidung der
Fra=
gen vorbereiten, die ſich in Verfolg der von der Reichsregierung
für die Danatbank ſowie für die Dresdener Bank ergriffenen
Maßnahmen ergeben, einſchließlich der Frage einer
Reichsauf=
ſicht über das deutſche Bankgewerbe.
Berliner Deviſen=Feſtſehung vom 14. Auguſt.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Deutſche Bau= und Siedlungsgemeinſchaft, e. G. mb. H., Darmſtadt.
Im erſten Halbjahr 1931 verzeichnet dieſe Bauſparkaſſe eine Erhöhung
der Spareinlagen um 6/44 Mill. RM., gleichzeitig aber eine
Verminde=
rung um 2,41 Mill. RM., ſo daß Ende Juni 23,24 (19,01) Mill. RM.
Spareinlagen vorhanden ſind. Die Tilgung der Hypotheken hat ſich um
178 auf 6,35 Mill. RM. erhöht. Andererſeits ſind auch die Hypotheken=
Ausleihungen auf 82,7 (26,19) Mill. RM. geſtiegen. Die greifbaren
Mittel betrugen 3,16 (1,37) Mill. RM.
Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer A.G., Frankfurt a M. Bei der
Eröffnung einer neuen Verkaufsfiliale in Frankfurt a. M. wurden von
der Direktion der Adlerwerke Angaben über die Situation am
Auto=
mobilmarkt und die derzeitigen Verhältniſſe bei der Geſellſchaft
ge=
macht. Im vergangenen Jahre ſei die Produktion der geſamten
deut=
ſchen Autoinduſtrie mengenmäßig um 60 Prozent zurückgegangen. Da
das Kleinauto bevorzugt war, war die Senkung des Wertumſatzes noch
größer. Die Adlerwerke hätten zur gleichen Zeit 72 Prozent der im
Vorjahre verkauften Mengen abſetzen können. Die durch den hohen
Diskontſatz verurſachte Geldverteuerung habe jedoch die Firma jetzt
veranlaßt, große Lagerbeſchränkungen vorzunehmen. In den nächſten
Mongten müſſe eine Produktionsverminderung erfolgen, um den
Vor=
ratsbeſtand zu verringern. Die Fahrrad= und
Schreibmaſchinenproduk=
tion habe ſich günſtig entwickelt.
Mekallnokierungen.
Geld Brief Geld Brief Helſingfors 10.587 10.607 Spanien 35.81 35.89 Wien 59.15 69.27 Danzig 81.69 81.85 Prag". 12.467 12.487 Japan 2.080 2.084 Budapeſt 73.43 73.57 Rio de Jan. 0.274 0.276 Sofia 3.052 3.058 Jugoſlawien 7.428 7.442 Holland 169.78 170,12 Portugal 18,55 18.59 Oslo= 112.49 112.71 Athen 5.45 5.46 Kopenhagen 112.49 112.71 Iſtambul Stockholm 112.54 112.76 Kairo 20,94 20,98 London 20.445 20.485 Kanada 4.191 4.199 Buenos Aires 1.208 1.212 Uruguay 1.908 1.912 New York 4.209 4217 Island 92.21 92.39 Belgien 58.59 58,71 Tallinn 112.14 112.36 Italien 22.05 22.09 Riga 81. 22 81.38 Paris 16.50 16.54 Bukareſt 2.507 2,513 Schweiz 82.00 82.16 Kaunas 42.01 42.09 Die Metallnotierungen in Berlin für je 100 Kg. am 14. Aug.
ſtellten ſich für Elektrolytkupfer, prompt cif Hamburg. Bremen
oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die Deutſche
Elektrolytkupfernotiz) auf 74,50 RM. — Die Notierungen der
Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
ver=
ſtehen ſich ab Lager in Deutſchland für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Original=Hüttenaluminium, 98 bis 99
Prozent, in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM.,
des=
gleichen in Walz= oder Drahtbarren, 99 Prozent, auf 174 RM.,
Reinnickel. 98 bis 99 Prozent, auf 350 RM. Antimon=Regulus
51—53 RM., Feinſilber (1 Kg. fein) auf 37,50—39,50 RM.
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 14. Aug.:
Getreide, Weizen: September 50, Dezember 53½, März 55½8,
Mai 57,50; Mais; September 47, Dezember 39,50, März 42,25,
Mai 44; Hafer: September 22,25. Dezember 24, Mai 26,50;
Roggen: Septemher 34,25, Dezember 38 Mai 418.
Schmalz: September 7,25, Oktober 7,10, Dezember 6,40.
Speck, loco 7.00.
Schweine: Leichte 7.40—7,65, ſchwere 5,60—6,60;
Schweine=
zufuhren in Chicago 9000 im Weſten 39000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 14. Aug.:
Schmalz: Prima Weſtern 7.95; Talg, extra loſe 276.
Getreide. Weizen: Rotwinter 62, Hartwinter 63,50; Mais:
loco New York 67; Mehl: ſpring wheat clears 4,10—4,40;
Ge=
treidefracht nach England 1,6—2,3 sh, n. d. Kontinent 8—8½ C.
Kakao: Tendenz ſtetig, Umſätze 127, loco 4½; September
4,88, Oktober 4,96, Dezember 5,13, Januar 1932 5,22, März 5,40,
Mai 5,53, Juli 5,75.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft, Metallwiſfenſchaft,
Me=
talltechnik” ſtellte ſich am 13. Auguſt 1931 auf 63,2 gegen 68,2 am 8. Juli
1931 (Durchſchnitt 1308—13: 100), fiel alſo um 7,3 Prozent.
Der Zentralverband der deutſchen Metallwalzwerks= und
Hütten=
induſtrie teilt folgende Aenderungen ſeiner Verbandspreiſe ab 13. Aug.
mit; Kupferbleche 116 RM. (bisher 119 RM.), Rohre 140,50 (143) RM.,
Drähte und Stangen 103 (105,50) RM.
Entſprechend der Ermäßigung des Reichsbankdiskontes von 15 auf
10 Proz, ſetzt der Verband Deutſcher Teppich= und Möbelſtoffabrikanten
e. V. ſeine Verzugszinſen wieder auf 15 Proz,, ſeine Vorzinſen auf 12,5
Prozent herab. Dieſe Neuregelung trat mit dem 12. Auguſt in Kraft.
Die Gläubigerverſammlung der Bankfirma J. J. Weiller Söhne,
Frankfurt a. M., wählte einen fünfgliedrigen Ausſchuß und einigte ſich
auf einen außergerichtlichen Liquidationsvergleich. Die
Quotenausſchüt=
tung ſteht infolge beſtehender Erbauseinanderſetzungen noch nicht feſt,
bewegt ſich aber bei 500 000 RM. Paſſiven zwiſchen 35 und 40 Proz.
Die Holzgroßhandlung Gebr. Uhle, G.m.b.H., in Paderborn befindet
ſich in Schwierigkeiten und hat ihre Zahlungen eingeſtellt. Die Firma
beſchäftigt ſich hauptſächlich mit dem Handel und der Verarbeitung von
Schwellen. Der Status iſt noch nicht fertiggeſtellt. Die Paſſiven
be=
tragen mehr als eine halbe Million.
Meldungen aus Paris zufolge ſind die Verhandlungen über die
ungariſche Fünfmillionen=Pfundanleihe geſtern vormittag abgeſchloſſen
worden. Es ſteht nur noch die Regelung einiger banktechniſcher
Einzel=
heiten aus.
Die Bank von England exportierte 10 000 Pfd. Sterling Münzgold.
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Das Dampfroß steigt — Herbst — Wie lernt man fliegen und Anderes.
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Regie: Jaap Speyer!
Folgende Kanonen sind aufgefahren:
Charlotte Susa, Hans Stüwe, Maria Solveg,
Ernst Verebes, Else Reval, Siegfried Arno,
Hans Junkermann, Wolfgang Zilzer u. v. a.
Ein Instiges Liebesspiel vom Rhein, ein äußerst
humorvoller Film von taktischen Schlichen,
Vorpostengeplänkel und
unerschrok-
kenen Sturmangriffen auf spröde Herzen
Im Beiprogramm
Bie HraideEnbeainot aes
56
z„urdt bepbein
als Tonflm.
Die Fahrt Berlin — Leningrad — Arktis u. zurück.
Samstag abd. 8½ Uhr
Erstaufführung des
Erwin Pöthig-
Ausstattungs-
Kaleldos-
kops
Super-
Revue
in 44 Bildern im Blitz-
V. Nannaanntngnge
T. Kanaa un hangen.
V den Band! Zum ersten Male
in Darmstadt. 39 Mitwirkende
und die Jazz-Symphoniker
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Heute 8 Uhr Morgen 5 und 8 Uhr
KONZERT
der Attraktionskapelle
Charlie Fornoff
Heute: Alles drüber und drunter
Morgen: Alles fröhlich und munter.
Außerdem Sonntag mittag 5 Uhr
KINDERFEST
Onkel Charlie verteilt Geschenke.
Gagtspiele im Rleinen Ha
am
Theater
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Jeden Mittwoch 5
Sonntag.
und Samstag TANZ und Felertag KONZERT
Eintritt frei
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Mittwochs, Samstags
und Sonntags
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nachts geöffnet!
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Bir Wo gehen wir am Sonntag hin? (V 6754
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s Hotel-Restaur. „Zum Löwen‟
(früher Heldmann)
Ab 16 Uhr TANZ Erstes Reinheimer Lichtspielhaus
Wiener Lehrer racappella-Chor
singt.
am 2. September, abends 8 Uhr, In der
Eesthalle
Samstag läuft das große Sonntag
den 15. Angust Doppelprogramm den 16. Angust
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im Hess. Landestheater.
Samstag, 15. Auguſt
Außer Miete
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Zum letzten Male der
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Das öffentliche Aergernis
Schwank in 3 Akten v. Franz Arnold
mit Bruno Harprecht. 11190a
Sonntag, 16. Auguſt
Anfang 20 Uhr Ende nach 22 Uhr
Einmalige Aufführung:
Der Meiſterboxer
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und Mathern, mit Bruno Harprecht.
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Sonntag, den 16. Angust
Montag, den 17. August
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Eintritt frei. / Bückfahrt Autobus.
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Café Volkmann
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gegen Vorweis eines Gutscheins, erhältlich in den
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Rundfunk-Vertriebestellen,
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Leihbibliothek.
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Tanzkapelle
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H. 66 Geſchſt.