Darmstädter Tagblatt 1931


18. Juli 1931

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Kinzelnummer 10 Pfenpige

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Pöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Samstag, den 18. Juli 1931.
Nummer 192
194. Jahrgang

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Gewalt, wie Krieg, Aufruhr, Streik uſw., erliſcht
ſede Verpfiſchtung auf Erfällung der Anzeigene
aufträge und Leiſtung von Schadenerſatz. Bel
Konkurs oder gerichtlicher Beltreibung fällt jeder
Rabat weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darme
ſtädter und Nationalbank.

Beſchränkung der Preſſefreiheit.
Nene Nokverordnungen des Reichspräfidenken. Geſek über die Abhebung von Gukhaben. Maßnahmen
gegen die Kapikalfluchk. Grenzſtener für Auslandsreiſen. Reformpläne für die Wirkſchaft.

Die lehte Kabinetksſihung.
Weitere Lockerungen des Zahlungsverkehrs.
* Berlin= 17. Juli. (Priv.=Tel.)
Das Reichskabinett hatte kurz vor der Abreiſe des Reichs=
kanzlers
und Außenminiſters nach Paris und London noch einmal
in einer Sitzung die geſamte politiſche Lage behandelt. Dabei ſind
Beſchlüſſe über die Maßnahmen getroffen worden, die
im Zuſammenhang mit unſerer Geldlage in den
nächſten Tagen, alſo während der Abweſenheit des Kanzlers aus=
geführt
werden müſſen.
Es handelt ſich dabei in erſter Linie um ein Geſetz über
die Abhebung von Guthaben. Dieſes Geſetz ſoll zunächſt
zur weiteren Auflockerung der Bankfeiertage
dienen. Es muß aber angefügt werden, daß die Börſen aller
Wahrſcheinlichkeit nach in dieſem Monat nicht mehr er=
öffnet
werden.
Eine andere Verordnung bezieht ſich auf die Kapital=
flucht
. Sie iſt außerordentlich ſcharf gefaßt. Man hofft, daß ſie
ihren Zweck voll und ganz erfüllen wird. Der Erlaß dieſer Ver=
ordnung
wird namentlich auf das Ausland ſeine Wirkungen nicht
verfehlen, da namentlich die ausländiſchen Regierungen einen
größeren Kredit für Deutſchland u. a. auch von der Bekämpfung
der Kapitalflucht aus Deutſchland abhängig gemacht haben.
Dieſebeiden Verordnungen werden aber erſt im Laufe
des Samstag veröffen tlicht werden.
Dagegen hat die Reichsregierung am Freitag noch eine Ver=
ordnung
unterzeichnet und ſchon heute veröffentlicht, die ſich
gegen den Mißbrauch der Preſſefreiheit wendet.
In der kommuniſtiſchen Preſſe ſind namentlich in der letzten
Zeit Ueberſchriften zur Anwendung gelangt, die eine ſtarke Be=
unruhigung
auslöſen mußten. Außerdem hat aber die Oppoſitions=
preſſe
zum Teil wichtige Kundgebungen der Reichsregierung nicht
gebracht, obwohl ihre Veröffentlichung im Intereſſe der Auf=
klärung
der Bevölkerung lag. Das Verhalten dieſer Zeitungen
führte ſchließlich zu der Preſſe=Notverordnung, die außerordentlich
ſcharf abgefaßt iſt. Zeitungen, die offizielle Mitteilungen nicht
bringen, können gezwungen werden, dieſe zu veröffentlichen.
Dieſe Verordnung ſoll eine Lücke in der Verordnung gegen die
politiſchen Ausſchreitungen ausfüllen.
Die zweite Berordnung des Reichspräfidenken
zur Bekämpfung polikiſcher Ausſchreikungen.
Berlin, 17. Juli.
Amtlich wird mitgeteilt:
Auf Grund des Art. 48, Abf. 2, der Reichsverfaſſung wird
für das ganze Reichsgebiet verfügt:
8 1.
Der verantwortliche Schriftleiter einer periodiſchen Druck=
ſchrift
iſt verpflichtet, auf Verlangen der Oberſten Reichs= und
Landesbehörden, oder der von ihnen beſtimmten Stellen Kund=
gebungen
ſowie Entgegnungen auf die in der periodiſchen Druck=
ſchrift
mitgeteilten Tatſachen ohne Einſchaltungen oder Weg=
laſſungen
unentgeltlich aufzunehmen. Der Abdruck hat unver=
züglich
, bei Tageszeitungen ſpäteſtens in der nach Eingang der
Kundgebung oder Entgegnung nächſtfolgenden, für den Druck
noch nicht bereits abgeſchloſſenen Nummer zu erfolgen. Die
Kundgebung oder Entgegnung iſt an der vom Einſender be=
ſtimmten
Stelle, mit der von ihm beſtimmten Ueberſchrift und
in der von ihm beſtimmten Schrift zum Abdruck zu bringen.
Eine Stellungnahme zu einer Entgegnung iſt in der gleichen
Nummer unzuläſſig.
S 2.
Druckſchriften, durch deren Inhalt die öffentliche Sicherheit
und Ordnung gefährdet werden, können polizeilich beſchlagnahmt
und eingezogen werden. Periodiſche Druckſchriften können ver=
boten
werden:
1. wenn der Vorſchrift des 8 1 zuwidergehandelt wird,
2. durch ihren Inhalt die öffentliche Sicherheit und Ordnung
gefährdet wird.
Die Vorſchriften des 8 12, Abſ. 2, 3: 8 13, 8 15, Abſ. 1 der
Verordnung zur Bekämpfung politiſcher Ausſchreitungen vom
28. März 1931 (Reichsgeſetzblatt S. 79) gelten entſprechend.
8 3.
Dieſe Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in
Kraft.
Berlin, 17. Juli 1931.
gez. Reichspräſident v. Hindenburg,
Reichskanzler Dr. Brüning,
Reichsinnenminiſter Dr. Wirth.
*
* Es läßt ſich allerdings nicht beſtreiten, daß außerordentliche
Zeiten außerordentliche Maßnahmen erforderlich machen und recht=
fertigen
. Es muß ohne weiteres zugegeben werden, daß das Ver=
halten
eines Teils der deutſchen Preſſe in der letzten Zeit dem
Ernſt unſerer Lage nicht mehr entſprochen hat. Aber ein derartiger
Zwang, eine derartige Beſchränkung der Preſſefreiheit, wie ſie
in der neuen Notverordnung der Reichsregierung zum Ausdruck
kommt, ſcheint nach unſerer Auffaſſung den Bogen ſehr ſtark zu
überſpannen, zumal nicht einmal die geringſte Sicherheit gegen
einen Mißbrauch dieſer Notverordnung von amtlicher Seite ge=
geben
iſt.

Große Wirkſchaftsreform bevorſkehend.
Schaffung eines Wirkſchafts=Ehrengerichts.
Reichsaufſichk für Banken.
BB. Berlin, 17. Juli. (Priv.=Tel.)
Wie wir von zuverläſſiger Seite erfahren, hat das Reichs=
kabinett
bei ſeinen heutigen Beratungen, die den erforderlichen
Maßnahmen für die weitere Lockerung der Zahlungseinſchränkun=
gen
galten, dabei insbeſondere an eine Aufhebung der Sparkaſſen=
ſperre
gedacht. Es hat ſich, wie wir aus gutunterrichteter Quelle
erfahren, in den letzten Tagen auch intenſiv mit dem Problem
einer Generalreform der Wirtſchaft befaßt. Dabei hat vor allem
das engliſche Vorbild eine Rolle geſpielt, wo die Intereſſengruppen
der einzelnen Wirtſchaftszweige ähnlich wie die Ehrengerichte
anderer Berufszweige zuſammengefaßt ſind. Man plant jeden=
falls
die Schaffung eines kapitaliſtiſchen Ehrengerichts, um auf
dieſe Weiſe die Wirtſchaft ſelbſt zu zwingen, eine Ueberwachung
über ihre Betriebe vorzunehmen, Verſtöße zu verhindern, und
Fehlſpekulationen zu unterbinden. Bei dieſer Gelegenheit dürfte
das Reich eine Art Hilfsſtellung leiſten, wodurch dann die Wieder=
aufbauarbeit
der Wirtſchaft gewährleiſtet wäre.
Für die Banken ſoll eine Art Reichsaufſichtsamt, ähnlich wie
es für die Privatverſicherungen exiſtiert, geſchaffen werden, die
dieſelben Funktionen wie die kapitaliſtiſchen Ehrengerichte hätten
und ebenfalls in der Lage wären, einen Ausgleich der Bank=
transaktionen
vorzunehmen, notleidende Inſtitute durch Solidar=
haft
zu ſtützen und Fehlſpekulationen von Anfang an zu unter=
binden
.
Dieſe Pläne bedürfen allerdings noch weitgehender Unter=
ſuchungen
und es iſt daher damit zu rechnen, daß der große Plan
der Staatsaufſicht erſt nach weiteren Verhandlungen verwirklicht
werden wird. Auf dieſe Weiſe verſpricht man ſich auch die Schaf=
fung
eines beſonderen Wirtſchaftskommiſſariats und überläßt es
der Wirtſchaft ſelbſt, den Verlauf ihrer Entwicklung zu überwachen
und die geſündeſten Wege des Wiederaufbaues anzubahnen.
Nolverordnung
für Grenzüberſchreikungen.
Beſſeuerung von Auslandsreiſen.
Die Reichsregierung hatte in ihrer Freitagsſitzung noch den
Beſchluß gefaßt, die Reiſen in das Ausland nach Möglichkeit zu
unterbinden, um damit dem Ausland gegenüber zu zeigen, daß
alles getan wird, um die Kapitalflucht nach Möglichkeit zu ver=
hindern
und vor allem den Beweis zu liefern, daß Deutſchland
gewillt iſt, das Geld im Lande zu behalten. Aus dieſem Grunde
hat man ſich darauf geeinigt, von jedem Reiſenden, der ins
Ausland fährt, alſo auch nach Oeſterreich, eine Abgabe von 100,
Mark zu erheben. Dieſe Beſtimmung bezieht ſich allerdings nicht
auf den kleinen Grenzverkehr. Wann dieſe Verordnung in Kraft
tritt, hängt von derVeröffentlichung der Reichsregierung imReichs=
geſetzblatt
ab. Es iſt noch unbekannt, ob die Veröffentlichung am
Samstag oder erſt am Montag erfolgt. Man wird jedenfalls
gut tun, vor Antritt von Auslandsreiſen erſt einmal den Wori=
laut
der Verordnung, der heute noch nicht vorliegt, abzuwarten.
Eine Rolverordnung über die Kapitalfluchk.
Die Notverordnung der Reichsregierung über die Kapital=
flucht
iſt bereits im weſentlichen fertig. Im Reichsfinanzmini=
ſterium
hat man den ganzen Freitag über an ihrer Formulierung
gearbeitet. Man iſt aber bis zum Freitag abend nicht damit zu
Ende gekommen, ſo daß die Verordnung erſt am Samstag zur
Veröffentlichung kommt. Einzelheiten darüber laſſen ſich im Augen=
blick
noch nicht mitteilen. Es ſcheint aber beabſichtigt zu ſein, die
Inhaber von Auslandsguthaben aufzufordern, bei den zuſtändi=
gen
Finanzämtern entſprechende Erklärungen über die Höhe ihres
im Ausland angelegten Guthabens abzugeben. Weiter will man
von den Beſitzern von Reichsmarkbeſtänden und von ausländiſchen
Deviſen die Abgabe ähnlicher Erklärungen fordern. Es ſind außer=
ordentliche
Strafen für den Fall vorgeſehen, daß die Beſtimmun=
gen
dieſer Verordnung nicht befolgt werden. Aber erſt wenn man
den Wortlaut dieſer Verordnung kennt, wird ſich überblicken laſſen,
ob man tatſächlich eine Handhabe gefunden hat, die Kapitalflucht
wirkſam zu bekämpfen und die im Ausland befindlichen Gelder
wieder hereinzuholen.
Die vier Haupkpunkke
der Londener Mnfſerkanſerent.
Der diplomatiſche Korreſpondent des Daily Telegraph
glaubt, daß die Londoner Konferenz ſich mit vier Hauptproblemen
zu befaſſen haben wird, nämlich:
1. Mit Fragen der Gewährung von internationa=
len
Anleihen, Krediten und anderen finanziel=
len
Unterſtützungen in großem Maßſtabe an Deutſch=
land
, entweder mit Regierungsgarantien oder unter den Auſpi=
zien
des Völkerbundes.
2. Mit offiziellen Garantien von ſeiten Deutſch=
lands
.
3. Mit dem Problem einer beſonderen inter=
nationalen
Zuſammenarbeit auf wirtſchaft=
lichem
Gebiet, wie es durch die deutſche und zentraleuropä=
iſche
Finanzkriſe erforderlich geworden ſein dürfte, und ſchließlich
4. mit der wichtigen Frage politiſcher Garantien,
wie Frankreich ſie von Deutſchland zu fordern entſchloſſen iſt.

Das bittere Muß.
Verſagen des Kollektiv=Menſchen. Stalins neues Programm.
Eine Antwort an Hoover.
Von unſerem Berichterſtatter.
N. Moskau, 12. Juli 1931.
Das Verſagen des Wirtſchaftsprogramms der Sowjets und
das Nachlaſſen der Tempi im letzten Jahr Zuſammenbruch
des Transports, Rückgang der Kohlenförderung, Werkflucht der
Arbeiter und furchtbarer Mangel an allen Verbauchsgütern
dieſe Nebenerſcheinungen des Fünfjahres=Experiments haben
bei den führenden Leuten mit ſteigender Einoringlichkeit eine
neue Erkenntnis zum Reifen gebracht! Der kommuniſtiſche
Menſch, der künſtlich hochgezüchtete kollektive Menſch hat verſagt.
Man kann den Fünfjahresplan anſehen als ein bloßes Ar=
beitsprogramm
für die verſchiedenen Induſtriezweige, oder als
Finanzplan für Inveſtitionen, Steuern und Anleihen, oder als
Landesverteidigungsprogramm, das vom militäriſchen Stand=
punkt
aus eine autarke Wirtſchaft anſtrebt immer aber will er
gewaltige Energien freimachen, überall fordert er eine grandioſe
Anſpannung aller Kräfte. Mehr Arbeit und beſſere Arbeit
war das Schlagwort. Denn man ſah ein, daß der letzte Unter=
ſchied
zwiſchen Rußland und dem Weſten, volkswirtſchaftlich ge=
ſehen
, die Rückſtändigkeit in den Arbeitsmethoden, die mangel=
hafte
Produktivität der Arbeit war. Dieſe hängt aber von zwei
Faktoren ab, dem mechaniſchen und dem menſchlichen. Mit der
Anſchaffung von unzähligen Maſchinen, die alle
dem letzten Schrei der Technik, entſprachen,
glaubten die leitenden Kommuniſten, den
Schlüſſel für den Enderfolg in den Händen zu
haben und irrten ſich in der Bedeutung des
menſchliſchen Faktors. Einmal ſollte der Arbeiter die
Technik in kürzeſter Friſt erlernen‟. Denn die Zeit, in der
eben Amerika und Europa eingeholt, ja, überholt werden ſoll=
ten
, drängte. Man hatte nicht die Muße gründlichſt Vor=
arbeit
für die Heranbildung eines tüchtign Stammes von Tech=
nikern
und Ingenieuren zu leiſten. In raſendem Tempo mußte
ſich alles abwickeln. Und der ruſſiſche Bauer, der vom Holz=
pflug
kam, verſagte. Aber außerdem glaubten die Sowjets, ſtraf=
los
dem Volkskörper ungezählte Milliarden entziehen und in
die Wirtſchaft als Einlagen ſtecken zu können, ohne daß die Er=
nährung
des Volkes davon beeinträchtigt wird. Die Hunger=
grenze
war nach amtlicher Auffaſſung noch immer nicht erreicht
aber auch der kollektive Menſch verzichtete nicht auf das Satt=
ſein
und auf die Sicherung der Privatexiſtenz. Zwei Jahre
redete man aneinander vorbei, bis die Zahlen
zu Stalin ſprachen. Und da ſah er die Zeit zum Ein=
greifen
für gekommen.
Mit dem Mut, der Stalin ſchon am 3. März vorigen Jahres
auszeichnete, als er die überſtürzte Kollektivierung bremſte, hat
er auch diesmal wieder unter dem Zwang der Kataſtrophen=
drohung
ſein diktatoriſches Wort geſprochen. Es iſt vielleicht
das ſtärkſte Eingeſtändnis der eigenen Unfähigkeit, daß er ſich
gezwungen ſieht, die deklaſſierten bürgerlichen Elemente, die
nahezu ausgerottet ſind, um Hilfe anzugehen, daß er ihnen Amt
und Würde verſpricht, wenn ſie ihre Leiſtungen und ihr Können
dem Staat zur Verfügung ſtellen. Da das bisherige Prinzip
der Gleichmacherei in Arbeitsbewertung und Entlohnung auf=
gehoben
und das der Leiſtung zum Dogma erhoben wird, iſt
auf dieſem Gebiet ein Anſatz zur Geſundung erkennbar. Es
fragt ſich nur, wie lange die Sinnesänderung anhält. Daß die
Maßnahme nur vorübergehend ſein ſoll, daß Stalin unbedenk=
lich
dann wieder an die Ausmerzung derſelben Leute gehen
wird, wenn ſie ihre Schuldigkeit getan haben werden, iſt nicht
zu bezweifeln. Die Neuſtaffelung der Löhne, die feſte Ausſicht
auf ein Vorwärtskommen in materieller und ſonſtiger Hinſicht,
aber auch die feſtere Bindung an die Betriebe, die Beſeitigung
der bürokratiſchen Entperſönlichung der Arbeit und die Wieder=
herſtellung
der perſönlichen Verantwortlichkeit der Leiter, ſchließ=
lich
die Beſeitigung der von Mißerfolgen gekrönten Fünftage=
woche
teils ſind dies dem Kapitalismus abgelauſchte Metho=
den
, teils neue Experimente, die ihre Verwendbarkeit noch zu
beweiſen haben werden. Die Spezialiſtenfreſſerei hört auf,
nicht mehr Anlernen der Technik, ſondern Heranbildung einer
Ariſtokratie der Technik iſt Trumpf, der ſakroſankte, ſchon ſtereo=
typ
gewordene Plan iſt gegenüber dem Neuen Programm
zurückgetreten. Das Ueberraſchendſte aber bleibt bei dieſer Zitie=
rung
von Marx und Lenin der Hinweis, daß Rußland vom
Kommunismus noch weit entfernt ſei, daß es vielmehr gelte,
einen lebensfähigen Sozialismus aufzurichten.
Alſo eine neue Atempauſe, die von beſonderer Bedeutung iſt,
zu der aber auch ein beſonderer Zwang vorlag. Im Vollbe=
ſitz
der abſoluten Macht wird der Diktator ſeine
Maßnahmen mit der ihm eigenen Rigoroſität
durchführen. Wie aber werden ſie auf ſeinen Anhang wir=
ken
? Hunderttauſende von Kommuniſten glaubten an die
Gleichheit aller vor dem Plan wie an das Evangelium, Mil=
lionen
der in Rußland ſo ſtarken Armee der ungelernten Ar=
beiter
ſchworen auf Stalin, weil er ihnen die gleichen Lebens=
und Lohnbedingungen zugeſichert hatte, tauſende bewußter Füh=
rer
waren auf die angewandten Methoden verpflichtet, und ſchon
jetzt machen ſich ſtarke Zeichen einer Erſchütterung der Ver=
trauensgrundlage
bemerkbar durch dieſes neue Umlernen des
Führers. Es fordert aber vor allem zum Nachdenken heraus,
wenn Woroſchilow für dieſes Entgegenkommen an die Rechts=
orientierung
Stalin ſeine beſten militäriſchen Führer zur Be=
ſetzung
der wichtigſten Wirtſchaftspoſten anbietet. Militariſie=
rung
der Wirtſchaft?
Es macht immer mehr den Eindruck, daß der ſoziali=
ſtiſche
Aufbau zu einer Lawine geworden iſt, der
gegenüber jedes Umlernen nur als Epiſode angeſehen werden
kann. Die Frage, wer von den beiden bedeutendſten Faktoren
im heutigen Sowjetrußland Diktatur und Wirtſchaft der
Regierende und der Regierte iſt, kann nicht mehr eindeutig be=
antwortet
werden. Aber wer weiß, ob nicht jene Lesart am
zutreffendſten iſt, derzufolge für die einſchneidenden neu prokla=
mierten
Maßnahmen des Diktators Erwägungen, vor allem
außenpolitiſcher Natur beſtimmeno waren?! Bei der Stellung
der Sowjetpreſſe zur Regierung iſt es kennzeichnend, daß der
Bericht über die beabſichtigte Gründung eines, wie es heißt, nur
aus Vertretern Belgiens und Luxemburgs beſtehenden Kapital=

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Seite 2

Samstag, den 18. Juli 1931

Nummer 197

ſyndikats zur Finanzierung von Handelsgeſchäften mit Moskau
nur in der Form einer unſcheinbaren kleinen Meldung erſchie=
nen
iſt! Die wünſchenswerte Interpretation dazu iſt indes in
Moskauer unterrichteten Kreiſen leicht erhältlich und ſie läßt er=
kennen
, daß es mit Stalins Rede in ſeiner wohlbegründeten,
außenpolitiſchen Abſicht gelegen hat, ſich Europa und Amerika
zahm zu zeigen. Die Hoover=Aktion hat den bolſchewiſtiſchen
weltrevolutionären Beſtrebungen einen gewiſſen Dämpfer ver=
ſetzt
. Zumal bekannt wurde, daß die Rundreiſe des Staats=
ſekretärs
Stimſon ganz beſondere Zwecke verfolgen ſoll. Er ſoll,
wie man hier erfahren haben will, das Mandat von Hoover
haben; wenn nicht eine Weltkoalition gegen das Sowjetreich, ſo
doch eine Art Geſinnungs= und Schickſalsgemeinſchaft gegen den
Bolſchewismus auf die Beine zu bringen. Der Fünfjahresplan
wird in Amerika mehr denn je als das drohende Geſpenſt an=
geſehen
. Amerikaniſche Fachmänner und Journaliſten (ſo der
in Berlin" tätige Zeitungsvertreter Knickerbocker) haben in
monatelangen Studienreiſen die Wirtſchaft Plan=Rußlands er=
forſcht
und Alarmrufe gegen den Fünfjahresplan erlaſſen.
Amerika, ſo argumentiert man hier, hat die ganze Größe und
Gefahr des Sowjetgegners erkannt und will jetzt zum entſchei=
denden
Schlag ausholen. Man läßt vorläufig offen, worin
dieſes Entſcheidende liegen ſoll, aber Stimſon ſoll angeblich
auch auf die Beziehungen der Berliner Wilhelmſtraße zu Mos=
kau
ſein beſonderes Augenmerk richten, während man in der
Kundgebung Muſſolinis gegen den Bolſchewis=
mus
ſchon ein Ergebnis amerikaniſcher Ein=
flüſterungen
erblickt.

Wenn die Stichhaltigkeit dieſer Vorwürfe ſich von Moskau
aus nicht überprüfen laſſen, ſo iſt nicht zu leugnen, daß die
Hilfsaktion Hoovers zugunſten des ſterbenden Kapitalismus
den Präſidenten Amerikas in einen natürlichen Gegenſatz zu
Sowjet=Moskau bringt. Die Iſweſtija haben zwar höhniſch
auf die Balgerei der Kapitaliſten in Paris hingewieſen und
die Prawda machte ſich aus dieſen Verhandlungen den üblichen
ſowjetfeindlichen Vers, aber es iſt offenkundig, daß die Er=
regung
über das Reparations= und Schuldenfeierjahr groß und
ehrlich iſt. Noch immer wird in Moskau eine Konſolidierung
des kapitaliſtiſchen Syſtems und eine Abmilderung der Aus=
wirkung
der Weltkriſe als gleichbedeutend mit einer Schwächung
bolſchewiſtiſcher Ausſichten angeſehen. Das in wirtſchaft=
lichen
und politiſchen Dauerkriſen darnieder=
liegende
Verſailles= und Tribut=Europa iſt
allein der gegebene Nährboden für bolſche=
wiſtiſche
Ideen. Das weiß man in Moskau. Deshalb iſt
Hoover der große Gegner Stalins geworden und iſt deſſen
Rede eine Antwort an den amerikaniſchen Präſidenten. Der
Kommunismus iſt nur Schein, ſagt Stalin. Wir arbeiten nach
den gleichen Methoden wie ihr. Wir haben das Rentabilitäts=
prinzip
eingeführt, wollen nur verdienen und euch zu verdienen
geben. Man arbeitet aber gründlich in Moskau. Man iſt
beſtrebt, auch nach dieſer Demonſtration des
Wohlverhaltens nicht die Hände in den Schoß
zu legen. Und ſo hat die oben wiedergegebene Meldung von
der Gründung des Finanzierungsſyndikats umſo größere Be=
deutung
, als ſie von Gerüchten über einen angeblich außer=
ordentlich
günſtigen Stand der Verhandlungen mit Frankreich
begleitet wird, die unmittelbar vor dem Abſchluß ſtehen ſollen.
Sollte dies in der Tat zutreffen, ſo wird darin die zweite,
gegenſtändlichere Antwort Moskaus an Hoover zu erblicken ſein.

aus vakerländiſchen Gründen.
Berlin, 17. Juli.
Der Aelteſtenrat des Reichstags hielt heute unter dem Vor=
ſitz
des Präſidenten Loebe eine Sitzung ab, die ſich mit den An=
trägen
auf Einberufung des Reichstags zum 21. Juli beſchäftigte,
Die Abgg. Stöhr (Natſoz.) und Torgler (Komm.) begründeten den
Antrag auf Einberufung des Reichstags. Präſident Loebe brachte
darauf einen Brief des Reichskanzlers Dr. Brüning zur Kenntnis,
in dem es heißt: Im Hinblick auf den großen Ernſt der gegen=
wärtigen
Lage, die ich nicht näher erſt darzulegen brauche, muß ich
aus vaterländiſchem Intereſſe die dringende Bitte an das Hohe
Haus ausſprechen, die Anträge auf Einberufung des Reichstags
abzulehnen. Der Zuſammentritt des Reichstags kann in der
gegenwärtigen Lage unſeres Volkes nur ſchweren Schaden an=
richten
.
An die Verleſung des Briefes ſchloß ſich eine kurze Ausſprache,
die damit abgeſchloſſen wurde, daß für die Einberufung auf den
21. Juli nur die Nationalſozialiſten, die Deutſchnationalen und
die Kommuniſten ſtimmten. Da auch die drei Diſſidenten des
Landvolks für die Einberufung ſind, würden, wie Präſident Loebe
feſtſtellte, im ganzen 228 Abgeordnete für die Einberufung ſein,
alſo eine Minderheit. Damit war die Einberufung abgelehnt.

Ueber das Schickfal der Beſatzung der von den Mongolen beſchlag=
nahmten
Junkersmaſchine der Deutſch=Chineſiſchen Luftverkehrsgeſell=
ſchaft
Euraſia iſt jetzt bei der Lufthanſa eine Meldung eingegangen,
nach der der Pilot Rathje und der Funkermaſchiniſt Kölber auf dem Weg
nach Urga, der Hauptſtadt der Aeußeren Mongolei, ſind. Anſcheinend
ſollen ſie dort interniert werden, bis eine Entſcheidung durch die unter
ruſſiſchem Einfluß ſtehenden mongoliſchen Behörden erfolgt iſt. Ueber
die näheren Umſtände der Beſchlagnahme des deutſchen Flugzeugs dürfte
in abſehbarer Zeit ein ausführlicher Bericht eintreffen.
Der Angriff iſt wegen des von dem Blatt in ſeiner Donnerstag=
Abendausgabe gebrachten Artikels Gegen N. S D.A.P. und Stahlhelm
in dem eine Verächtlichmachung der Reichsregierung erblickt wird, auf
acht Tage bis einſchließlich 24. Juli verboten worden.
Am Freitag mittag kam es vor der Univerſität Kiel zu Schlägereien
zwiſchen politiſchen Gegnern. Von ſozialdemokratiſcher Seite waren
Flugblätter gegen die Nationalſozialiſten, vor der Freitreppe der Uni=
verſität
verteilt worden. Nationalſozialiſtiſche Studenten verſuchten, die
Gegner zu vertreiben. Es entwickelte ſich eine Schlägerei. Das Ueber=
fallkommando
brachte die Gegner auseinander. Mehrere Verhaftungen
wurden vorgenommen.
Der am vergangenen Mittwoch wegen Spionageverdachts verhaftete
polniſche Generalſtabsmajor Demkowfki wurde am Freitag vor das mili=
täriſche
Standgericht geſtellt und, da er ſich als überzeugter Kommuniſt
zur Spionage bekannt hat, zum Tode durch Erſchießen verurteilt. Das
Urteil dürfte, wie verlautet, noch im Laufe der heutigen Nacht voll=
ſtreckt
werden. Auffallend iſt, daß offenbar im Zuſammenhange mit
dieſer Spionggeangelegenheit der ſowjetruſſiſche Militärattaché an der
dortigen Sowjetgeſandtſchaft, General Bogowof, plötzlich nach Moskau
abberufen wurde und bereits Warſchau verlaſſen hat.
Die belgiſche Delegation, beſtehend aus dem Miniſterpräſidenten
Renkin, dem Außenminiſter Hymans, dem früheren Finanzminiſter
Francqui und dem Generalſekretär im Auswärtigen Amt van Langen=
hove
, wird am Sonntag die Reiſe nach London antreten, um an der
Miniſterkonferenz teilzunehmen.
Die ſeit langem geführten franzöſiſch=ſpaniſchen Finanz= und Zoll=
verhandlungen
, betr. die franzöſiſche und ſpaniſche Marokko=Zone haben
zu einer Einigung geführt. Ein Abkommen=Entwurf wird demnächſt den
Regierungen zur Genehmigung unterbreitet werden.
Die chineſiſche Regierung hat wegen der Vorgänge in Korea eine
nene Note an Japan gerichtet, in der ſie die Verantwortlichkeit der japa=
niſchen
Behörden feſtſtellt und ſich Entſchädigungsanſprüche vorbehält.

Gelſenkirchen, 17. Juli.

Nachdem es am Mittwoch abend bereits im Viertel der
Olga=Bismarck=Graben=Straße zu größeren Ausſchreitungen ge=
kommen
war, wobei beiderſeits einige hundert Schüſſe gewechſelt
wurden, kam es am Donnerstag abend gegen 11 Uhr zu aber=
maligen
Ausſchreitungen in dem gleichen Stadtteil. Von vielen
Demonſtranten wurden plötzlich ſämtliche Laternen ausgelöſcht
und viele zertrümmert, ſo daß der Stadtteil vollkommen im
Dunkel lag. Die Straßenbahn mußte in dieſen Straßen den
Verkehr einſtellen. Das Straßenpflaſter wurde aufgeriſſen und
das Material zu Barrikaden verwandt. Die Polizei, die von
etwa 20 Stellen alarmiert war, fand in den Straßen die Lebens=
mittel
=, Fleiſchwaren= und Gemüſeläden ausgeplündert. Die
Fenſterſcheiben waren eingeſchlagen. Der ſofort eingeſetzte Groß=
alarm
machte die geſamte Schupo mobil. Die Polizei iſt um
1 Uhr nachts mit der Säuberung des betreffenden Viertels, in
dem ſehr viel geſchoſſen wird, beſchäftigt.
Die Ausſchreitungen in Gelſenkirchen dauerten um 2 Uhr
früh noch an. Um dieſe Stunde ſetzte ein neuerliches ſtarkes
Feuergefecht ein, und zwar in der Hohenzollernſtraße gegenüber
der Olga=Bismarck= und Grabenſtraße. Das ganze Viertel war
um dieſe Zeit umſtellt. Der ganze Stadtteil liegt in völligem
Dunkel. Die Polizei wird erſt bei Tagesbeginn die Säuberung
des abgeriegelten Viertels vornehmen. Der Verkehr wird um=
geleitet
. Insgeſamt wurden 30 Geſchäfte ausgeplündert. Es
handelt ſich um die größten Lebensmittel=, Fleiſch=, Gemüſe=
und Rauchwarengeſchäfte dieſes Viertels.
Zu den Ausſchreitungen wird von der Polizei mitgeteilt,
daß ſie vollkommen Herr der Lage war und nur mit Rückſicht
auf Menſchenleben von einer Generalreinigung des betreffenden
Viertels abſah. Bei Tagesanbruch wurde eine Säuberung des
Stadtteils vorgenommen, wobei 22 Feſtnahmen erfolgten. Poli=
zeibeamte
wurden nicht verletzt. Ob Demonſtranten Verletzun=
gen
davongetragen haben, ſteht noch nicht feſt.

Von unſerem A=Korreſpondenten.

Paris, 17. Juli.
Die deutſche Kriſe ſteht in Paris im Vordergrund des Inter=
eſſes
, trotzdem man die Oeffentlichkeit mit allen Mitteln bearbeitet,
um ihr zu beweiſen, daß die Ereigniſſe in Deutſchland keine un=
mittelbare
Rückwirkungen auf Frankreich haben können. Die
Finanzkreiſe freilich ſind der Meinung, daß eine Erſchüt=
terung
der deutſchen Finanzen für das übrige
Europa nicht ohne Wirkung bliebe.
In Wirtſchaftskreiſen, wo vielfach ein aufrich=
tiger
Wunſch zur Zuſammenarbeit mit Deutſch=
land
beſteht, hört man ſcharfe Kritiken über die Haltung Ameri=
kas
und Englands und behauptet, daß die engliſchen und ameri=
kaniſchen
Finanzkreiſe einen größeren Teil der Verantwortung an
den Schwierigkeiten in Deutſchland haben als die franzöſiſche
Politik.
Insbeſondere den New Yorker Finanzkreiſen auch den
offiziellen wird der Vorwurf gemacht, daß ſie nicht im Sinne
Hoovers gehandelt haben, vielmehr die Hooverſche Initiative
hintertrieben. Man will die Verantwortung jeden=
falls
von ſich abwälzen.
Die franzöſiſche Preſſe ſetzt aber mit wenigen Aus=
nahmen
ihre Angriffe gegen Deutſchland fort und er=
ſchwert
dadurch jede Entſpannung, denn die franzöſiſche
Oeffentlichkeit ſteht vollkommen verſtändnislos
der Lage in Deutſchland gegenüber.

* Berlin, 17. Juli. (Priv.=Tel.)
In Berlin wurde ein Schutzverband der Gläubiger der Danat=
Bank gegründet, von dem einem Berliner Blatt folgendes Schrei=
ben
zugegangen iſt:
Die Durchführungsbeſtimmungen, die zur Notverordnung
vom 13. Juli über die Danat=Bank erlaſſen worden ſind, machen
den Zuſammenſchluß der Gläubiger dieſer Bank zur Notwendig=
keit
, denn während, ſonſt bei Zuſammenbrüchen wirtſchaftlicher
Unternehmungen die Intereſſen der Gläubiger durch einen Aus=
ſchuß
oder eine Verſammlung geſchützt werden, iſt in der Durch=
führungsverordnung
die Bildung einer derartigen Inſtanz nicht
vorgeſehen. Offenbar hält man dieſe Unterlaſſung deshalb nicht
für gerechtfertigt, weil das Reich die Ausfallbürgſchaft für die
Erfüllung der Verbindlichkeiten der Danat=Bank übernommen hat.
Hierbei wurde aber außer acht gelaſſen, daß die bei einem ge=
wöhnlichen
Konkurs beſtehenden Möglichkeiten, Erſatzforderungen
geltend zu machen und ſich unter gewiſſen Umſtänden auch an den
Konkursverwalter perſönlich zu halten, von der Reichsbürgſchaft
nicht umfaßt wird, zumal § 4 der Notverordnung jeden Anſpruch
auf Entſchädigung, auch aus Handlungen der Treuhänder, auszu=
ſchließen
ſcheint. Auch die Frage, ob im Falle eines ſpäter ein=
tretenden
Konkurſes der Danat=Bank Erſatzanſprüche aus Hand=
lungen
der Treuhänder gegen die Maſſe gerichtet werden können,
bleibt bei der Faſſung des erwähnten § 4 ungeklärt. Wenn auch
nicht daran zu zweifeln iſt, daß die Treuhänder ihre Aufgaben
nach beſtem Willen und Können erfüllen werden, ſo iſt doch im
Hinblick auf die außerordentlichen Schwierigkeiten, mit denen ſie
zu kämpfen haben werden, einerſeits die Mithilfe der Gläubiger,
die Kritik und die Kontrolle durch eine Art Gläubigerparlament
durchaus erforderlich. Bedenkt man, daß bisher von den Treu=
händern
keinerlei Richtlinien für ihre Tätigkeit nach außen ge=
drungen
ſind, ſo wird die durch den Schutzverband erwartete Aus=
ſprache
der Gläubiger auch pſychologiſch zu ihrer Beruhigung bei=
tragen
. Auch die Arbeitserleichterung, die die Treuhänder durch
Verhandlungen mit einer Vertretung der Gläubiger finden wer=
den
, und die Anregungen, die ihnen gegeben werden können, dürf=
ten
zu dieſer Beruhigung, zugleich aber auch zur Beſchleunigung
der Abwicklung beitragen, da die Ueberſchüttung der Treuhänder
mit Einzelwünſchen eingeſchränkt werden würde. Für die Gläu=
biger
ſelbſt bedeutet ihre Vereinigung in einem Schutzverband die
Einflußnahme auf eine gerechte, den individuellen Verhältniſſen
anzupaſſende Ausſchüttung, nach Höhe und Reihenfolge, ſowie die
Möglichkeit, von den Vorgängen bei der Abwicklung Kenntnis zu
nehmen, ihre Erfahrungen auszutauſchen und die im gemeinſamen
Intereſſe liegenden Schritte zu unternehmen. Um die Gefahr
einer Kolliſion zu vermeiden, wird der Schutzverband Aktionäre
der Bank nicht aufnehmen. Die einſtweilige Führung des Schutz=
verbandes
hat Rechtsanwalt und Notar. Dr. Kurt Bauchwitz,
Berlin, Kurfürſtendamm 47, übernommen.

Die metevrologiſche Senſation der Zeppelin=Arktisfahrt.
Nadioſender funken aus 10 000 m Höhe automatiſch die Witterung.

Von Prof. P. Moltſchanoff.
Direktor des Aerologiſchen Inſtituts bei Leningrad.

Copyright 1931 by Akademia, Berlin.
Aka. Die ſeit langem von der Aeroarktik mit großer
Mühe und Sorgfalt vorbereitete Arktisfahrt des Graf Zeppe=
lin
findet ſchon in dieſem Monat ſtatt. Die erſte Frage, die
bei allen Leſern entſteht, iſt, wozu dieſe Bemühungen, eine un=
bekannte
und ganz unbevölkerte Gegend zu ſtudieren, dienen. Ob
es nicht richtiger wäre, alle dieſe Mittel und Kräfte, welche für
Polarfahrt und Polarforſchungen verausgabt werden ſollen, für
andere Zwecke zu verwenden.

Um die Antwort auf dieſe Frage zu geben, muß man einige
meteorologiſche Erklärungen vorausſchicken. Es iſt nicht ſchwer,
ſich vorzuſtellen, daß die Atmoſphäre ſich unter großer Wärme=
inwirkung
der Erdoberfläche befindet, welche ihrerſeits durch die
Sonnenſtrahlen erwärmt wird. Die wichtigſte Folge dieſer
Erwärmung beſteht darin, daß die untere Schicht der Atmo=
phäre
, ſogenannte Torpoſphäre, wo ſich alle Wettererſcheinun=
gen
entwickeln, ſich in dauernden Miſchungen befindet. Dieſe
Niſchung ruft die Abnahme der Temperatur mit der Höhe her=
vor
. Je größer der Wärmeeinfluß der Erde und der Sonnen=
ſtrahlung
auf die Luftſchichten iſt, deſto höher verbreitet ſich die
Schicht, in welcher dieſe Abnahme der Temperatur ſich befindet.
Ueber den Aequatorialgebieten ſteigt die Höhe dieſer Schicht bis
80 Grad. In unſeren Breiten erhebt ſich dieſe Schicht nur
zu 10 bis 12 Km. Höhe. Ueber den Polargegenden wurde die
Mächtigkeit dieſer Schicht von Prof. Hergeſell in der Nähe
von Spitzbergen während des Sommers, und vom Verfaſſer
während der Winterzeit (im Jahre 1931) erforſcht. Dieſe ver=
einzelten
Forſchungen ſind jedoch ungenügend, um endgültige Vor=
tellung
über die atmoſphäriſchen Verhältniſſe über dem Polar=
gebiet
zu bekommen.
Die Polarfahrt des Luftſchiffes Graf Zeppelin gibt die
Möglichkeit, in kurzer Zeit die Erforſchung der oberen Schichten
n verſchiedenen Punkten des Polargebietes durchzuführen. Dieſe
Forſchungen haben nicht nur rein wiſſenſchaftliches, ſondern auch
wirtſchaftliches Intereſſe. Wenn wir die untere Schicht der

Atmoſphäre (Tropoſphäre) mit einer Dampfmaſchine vergleichen,
o ſpielt hierbei das Aequatorialgebiet die Rolle der Heizung
und das Polargebiet die Rolle der Kühlung. Oft wirkt aber
dieſe Kühlung nicht regelmäßig. Außer der rein thermodyna=
miſchen
Wirkung des Polargebietes ſpielen hier auch dynamiſche
Verhältniſſe eine ſehr bedeutende Rolle. Die Zentrifugalkräfte
die durch die Erddrehung entſtehen, treiben die kalten ſchweren
Polarluftmaſſen nach Süden ab. Wenn die Dichte der Luft und
auch die Windgeſchwindigkeit in dieſer Gegend unregelmäßig
ift, ſo beginnen die Kaltluftmaſſen, die minimale Temperatur
und maximale Weſt=Oſt=Bewegung haben, nach Süden abzuwan=
dern
und rufen in dieſen Gebieten die ſtärkſten Unwettererſchei=
nungen
hervor. Man kann ſicher ſein, daß
das Wetter der Zone von 5060 Grad nördlicher Breite
ſtändig unter dem Einfluß der polaren Verhältniſſe ſteht.
Der Erforſchung dieſes Gebietes ſtehen große Schwierigkei=
ten
entgegen. Um auch die einfachſten meteorologiſchen Beobach=
tungen
hier zu vollführen, muß man erhebliche Mittel für die
Fahrt nach dieſen Gebieten, ſowie für Perſonal und Inſtru=
mente
verbrauchen. Die Erforſchung der oberen Schichten aber
war bisher faſt unmöglich. Die übliche Methode dieſer For=
ſchung
beſteht darin, daß man ſelbſtregiſtrierende Inſtrumente
mit einem Ballone ſteigen läßt. Nach dem Platzen dieſer Ballone
fällt dieſes Inſtrument mit einem Fallſchirm herab auf die Erde
bis es jemand findet. Selbſtverſtändlich verſpricht dieſe Methode
im Polargebiet gar keine Erfolge.
Um dieſe Forſchungen durchzuführen, hat der Verfaſſer
Inſtrumente vorgeſchlagen, die ihre Angaben durch einen
kleinen Radioſender während des Anſtieges in die Atmo=
ſphäre
weitergeben können.
Etwa vom Jahre 1923 ab arbeitete der Verfaſſer, unterſtützt
durch die Polarkommiſſion bei der U.S. S. R.=Regierung, an der
Vervollſtändigung dieſer Inſtrumente. Der erſte erfolgreiche
Aufſtieg eines ſolchen Gerätes fand am 20. Januar 1930 im
Aerologiſchen Obſervatorium bei Leningrad ſtatt.
Das Inſtrument ein ſogenanntes Kammgerät gab
ſeine Radioſignale bis zur Höhe von 10 000 Meter,
wo der Ballon platzte. Im Januar 1931 wurden auch vom Ver=
faſſer
8 Radioſondenaufſtiege im Polargebiet (in der Nähe von
Murmanſk) ausgeführt. Die Höhe der Tropoſphäre in dieſer
Gegend war gleich 9800 Meter. Im nächſten Jahre wird eine
Reihe von ſolchen Aufſtiegen auf der polar=meteorologiſchen
Station auf der Franz=Joſeph=Juſel ausgeführt. Von größtem
Intereſſe ſind aber die gleichzeitig oder in kurzen Zeitintervallen

ausgeführten Aufſtiege. Dieſe Aufgabe ſoll die Polarfahrt des
Luftſchiffes GrafZeppelin löſen. Um die Erforſchungen der
beren Luftſchichten während dieſer Zeit durchzuführen, werden
zwei Geräte mit Fernübergabe, die nach den Angaben des Ver=
faſſers
konſtruiert wurden, benutzt. Das erſte Inſtrument wurde
von den Askania=Werken gebaut und funkt die dauernde Re=
giſtrierung
der Temperatur, Druck und Feuchtigkeit während des
Aufſtieges des Gerätes. Für die gute Ausführung dieſes Ge=
rätes
bin ich Herrn Dr. Heck durch ſeine wertvolle Arbeit unter
der Leitung von Prof. Dr. L. Weickmann, Leipzig, zu Dank
verpflichtet. Der Preis eines ſolchen Gerätes iſt ziemlich hoch.
Außerdem werden einige Kammgeräte, die auch nach des Ver=
faſſers
Angaben in den Werken des Aerologiſchen Obſervato=
riums
bei Leningrad konſtruiert wurden, während derſelben
Fahrt verwendet. Die nächſte Aufgabe dieſer Aufſtiege beſteht
darin, eine Reihe von Daten über die Verteilung der meteorolo=
giſchen
Elemente in verſchiedenen Gegenden des Polargebietes
zu bekommen.
Die Unterſuchung der Atmoſphäre mit dieſen Funk= Meß=
geräten
iſt auch für die Fahrt des Graf Zeppelin ſelbſt ſehr
wertvoll. Obgleich die Vereiſungsgefahr für ein ſo rieſiges
Luftſchiff als ziemlich klein angenommen werden muß, iſt es doch
beſſer, die Höhenſchicht, in der das Luftſchiff fährt, möglichſt
ſorgfältig zu wählen. Die Verteilung der Temperatur und
Feuchtigkeit in den verſchiedenen Schichten, die das Radiogerät
viedergibt, muß gerade für dieſen Zweck bekannt ſein. Infolge=
deſſen
ſollen
Die Aufſtiege der Apparate nach den Angaben von
Dr. Eckener auch während der Fahrt ausgeführt werden.

* Anekdote aus Sowjetrußland. Man muß ein wenig von
der Geſchichte der einſtigen ruſſiſchen Hauptſtadt wiſſen, um eine
Anekdote zu verſtehen, die man ſich unter Ruſſen erzählt. Peter
der Große gab ihr, ſeinem Namensheiligen zu Ehren, den Namen
3t. Petersburg. 19151924 hieß ſie Petrograd, die Sowjets tauf=
ten
ſie ſchließlich in Leningrad um und nahmen ihr den Rang der
ruſſiſchen Hauptſtadt. Kürzlich nun ging in einem ſowjetruſſiſchen
Büro eine Liſte um, in der ſich die Beamten zur näheren Pru=
fung
ihrer Verhältniſſe (und vermutlich ihrer Geſinnung) einzu=
tragen
hatten. Die fünf Fragen, die geſtellt waren, wurden von
einem, der ſich offenbar unter dem augenblicklichen Regime nicht
ehr wohl fühlte, folgendermaßen beantwortet: Alter: 30. Ge=
boren
in: St. Petersburg. Erzogen in Petrograd. Augenblick=
licher
Wohnſitz: Leningrad. Wo möchten Sie leben: In St.
Pete burg. Der Betreffende ſoll, ſo berichtet die Anekdote, ſo=
ſort
rafverſetzt worden ſein, aber nicht nach St. Petersburg,
Nenwir an, nach Stalingrad, wo ſolche Dinge nicht mehr
paſſieren können.

[ ][  ][ ]

Kmmer 197

Samstag, den 18. Juli 1931

Seite 3

die leßzke Kabinetksſihung vor der Pariſer Reiſe. Die Pariſer Unkerredungen ſollen nur den Charakter
einer Cheguers=Beſprechung haben. Die poliliſchen Forderungen der franzöſiſchen Preſſe
völlig unannehmbar. Frankreich wird mit Dikkaken kein Glück mehr haben.

Der Weg ins Ungewiſſe.
Der Reichskanzler, der Reichsaußenminiſter, der Staatsſekretär
des Auswärtigen Amtes und die übrigen, den Miniſtern beige=
gebenen
Herren haben am Freitag abend Berlin verlaſſen. Sie
werden am Samstag nachmittag um 2 Uhr in Paris eintreffen.
Wenige Stunden vor ihrer Abreiſe hat noch einmal ein
Miniſterrat ſtattgefunden, der ſich mit den bevorſtehenden
diplomatiſchen Verhandlungen beſchäftigte. In der Kabinetts=
ſitzung
, an der auch der Reichsbankpräſident Dr. Luther teilnahm,
wurde beſchloſſen, daß der Kanzler und der Außenminiſter nur je
einen Referenten mitnehmen, während die übrigen Herren direkt
nach London fahren ſollen. Man hat die Delegation für Paris
deswegen beſchränkt, weil in Parisder abſolute Charak=
ter
einer Chequers=Beſprechung gewahrt wer=
den
ſoll. Im übrigen haben in dieſer Sitzung der Reichs=
kanzler
und Reichsaußenminiſter alle Vollmach=
ten
erhalten, die für ein Gelingen dieſes Unternehmens
notwendig ſind. Es verſteht ſich ganz von ſelbſt, daß ſich
der Kanzler und der Außenminiſter auf keinerlei Zumu=
tungen
einlaſſen werden, die etwa den Wünſchen
und Forderungen entſprechen, wie ſie gerade in
den letzten Tagen in der franzöſiſchen Preſſe
wieder zum Ausdruck gekommen ſind. Es wäre übri=
gens
eine Beleidigung für beide Herren, wollte man nur den
Gedanken aufkommen laſſen, daß ſie in Paris und London ſich auf
eine Entwicklung einlaſſen würden, deren Ergebniſſe mit der Ehre
der deutſchen Nation nicht zu vereinbaren wären. Selbſtverſtänd=
lich
ſind ſich Brüning und Curtiusder Schwere ihrer
Aufgabe und des Ernſtes der Lage vollauf be=
wußt
. Ihr Beſtreben geht natürlich dahin, Deutſch=
land
aus der Kriſe herauszuführen. Sie haben ja
beide in der jüngſten Vergangenheit gezeigt, daß ſie auch unter
den ſchwierigſten Verhältniſſen kühlen Verſtand zu bewahren
wiſſen. Infolgedeſſen darf man zu ihnen das vollſte Vertrauen
haben, das das deutſche Volk am beſten noch dadurch unterſtreichen
würde, wenn es ſich durch die beſtimmt zu erwartenden franzö=
ſiſchen
Senſationsmeldungen nicht im geringſten beirren oder
nervös machen läßt. Die offizielle Einladung iſt am
Donnerstag abend dem deutſchen Botſchafter in Paris überreicht
worden. Sie lag am FreitagfrühinBerlin vor. Form
und Inhalt ſtehen in grellem Gegenſatz zu der
Tonart, wie ſie uns aus dem franzöſiſchen Blät=
terwald
entgegenſchallt. Es iſt auch in der Einladung
mit keinem Wort auf irgend ein Beratungsprogramm Bezug ge=
nommen
. Die deutſchen Herren werden am
Samskag nachmitkag um 4 Uhr eine erſte Unker=
redung
mit den franzöſiſchen Kabinekksmikgliedern
haben. Hier wird man ſich im engeren Kreiſe ſehr eingehend über
alle aktuellen Probleme zu unterhalten haben. Erſt am Sonntag
vormittag wird es zu einer größeren Beratung kommen, die im
Beiſein des engliſchen Außenminiſters Henderſon und der beiden
Amerikaner Stimſon und Mellon vor ſich geht. Die erſte Be=
ſprechung
hat in der Hauptſache den Charakter einer vorbereiten=
den
Fühlungnahme für die zu erwartende Konferenz. Dieſe wird
aber wiederum nur den Zweck haben, nach Möglichkeit alle Mei=
nungsverſchiedenheiten
zwiſchen Frankreich und Deutſchland aus
der Welt zu ſchaffen, damit die Londoner Konferenz nicht etwa im
Zeichen eines deutſch=franzöſiſchen Duells ſteht. Wie lange die
deutſchen Herren in London bleiben werden, läßt ſich heute noch
gar nicht überblicken, Optimiſten ſind der Anſicht, daß man am

Donnerstag mit den Verhandlungen fertig ſein wird. Peſſimiſten
richten ſich auf eine zweiwöchige Konferenz ein. Vermutlich wird
man aber doch wohl
erſt gegen das Ende der nächſten Woche greifbare
Verhandlungsergebniſſe
in Händen haben. Die deutſchen Unterhändler begeben ſich ſowohl
nach Paris als auch nach London in der feſten Abſicht, in direkter
Ausſprache mit der Gegenſeite eine Atmoſphäre zu ſchaffen, die
es den europäiſchen Staaten ermöglicht, aus der Finanz= und
Wirtſchaftskriſe allmählich wieder heraus zu kommen. Wir dürfen
aber feſtſtellen, daß dieſes Ziel nicht erreicht werden kann, wenn
die franzöſiſche Preſſe fortfährt, eine Forderung an die andere zu
reihen, die man uns aufoktrieren will und von deren Erfüllung
die franzöſiſche Unterſtützung Deutſchlands abhängig gemacht wer=
den
ſoll. Es würde zu weit führen, wollte man ſich mit dem lan=
gen
franzöſiſchen Wunſchzettel in allen Einzelheiten auseinander=
ſetzen
. Nur einen Punkt möchten wir herausgreifen, deſſen Er=
füllbarkeit
ebenſo unmöglich iſt wie die aller anderen Forderun=
gen
: Es handelt ſich um das
Verlangen nach einem zehnjährigen politiſchen Waffenſtill=
ſtand
, während deſſen Dauer Deutſchland ſich verpflichten
ſoll, keine Probleme aufzuwerfen, die die Atmoſphäre Euro=
pas
ſtören könnten. Auf gut deutſch heißt das: Deutſch=
land
ſoll auf jede Außenpolitik verzichten.
Wir können nicht annehmen, das die franzöſiſche Regierung
unſeren Miniſtern mit dieſer oder ähnlichen Forderungen kommen
wird, wenn es auch keinem Zweifel unterliegen kann, daß die
franzöſiſche Preſſe gerade vom Quai d’Orſay ermuntert worden iſt,
eine ähnliche Stimmung zu ſchaffen, wie ſie vor der Unterzeich=
nung
des Verſailler Diktatfriedens geherrſcht hat. Unſere Mini=
ſter
kommen als die Vertreter eines Volkes, das völlig frei und
unabhängig iſt und das den lebhaften Wunſch hat, mit allen ande=
ren
Völkern in Frieden und Eintracht zu leben. Es denkt aber
gar nicht daran, ſich wegen der finanziellen
Unterſtützung, über die man ſich in London unterhalten will,
ſich irgendwelchen Diktaten zu unterwerfen.
Da man in Paris weiß, daß
das Kabinett Brüning in dem Augenblick erledigt iſt, in
dem es ſich franzöſiſchen Erpreſſungen fügt,
kann man ſich im Ernſt nicht vorſtellen, daß Herr Laval mit ſei=
nen
Miniſterkollegen dem deutſchen Kanzler einen Wunſchzettel
überreicht, wie wir ihn in der Pariſer Preſſe finden. Er würde
doch nur eine ablehnende Antwort erhalten.
Was uns die nächſten acht bis zehn Tage bringen
werden, iſt noch vollkommen ungewiß.
Man iſt ſich wohl im allgemeinen darüber klar, daß die europä=
iſchen
Staaten jetzt handeln müſſen. An der Londoner Beſprechung
nehmen die Vertreter Englands, Frankreichs, Italiens, Belgiens,
Japans und Deutſchlands teil. Hinzu kommen noch die amerikani=
ſchen
Beobachter, die aber diesmal eine ganz andere Rolle ſpielen
werden als auf der Haager Konferenz. Wenn jetzt von Paris
aus behauptet wird, daß für Deutſchland ein Kredit in Höhe von
500 Millionen Dollar in Ausſicht ſteht, ſo darf man demgegenüber
wohl zunächſt feſtſtellen, daß es ſich hier um reine Kombination
handelt, die allerdings auch einen beſtimmten Zweck verfolgt.
Man will in Deutſchland Hoffnungen erwecken und damit dem
Kanzler die Ablehnung etwaiger Zumutungen erſchweren. Im
übrigen darf feſtgeſtellt werden, daß das Deutſche Reich keinen
Kredit braucht. Lediglich die deutſche Wirtſchaft ſoll wieder mit
größeren Geldmitteln ausgeſtattet werden. Sie hat ſich zu einem
Garantieſyndikat zuſammengeſchloſſen, das ausreichende Sicher=
heiten
zu geben vermag. Es iſt ganz ſelbſtverſtändlich, daß die
Geldgeber beim Abſchluß des Geldgeſchäftes die Sicherheiten er=
halten
müſſen, die man bei derartigen Geſchäften zu fordern
pflegt. Kommt der Kredit zuſtande, über deſſen Höhe man ſich
erſt in London einigen muß, dann profitiert davon gleichzeitig

die Reichsbank, weil ſie ihren Deviſenanteil auffängt und damit
ihr Deviſenpolſter verſtärken kann. Aber vorläufig weiß noch
niemand zu ſagen, was uns die nächſten Tage bringen werden.
Die geſamte Lage iſt überaus ernſt. An die Nerven unſerer
Unterhändler wird man die allergrößten Anforderungen ſtellen.
Keiner der Herren, die nach Paris und London gehen, iſt ſich über
die Schwere der bevorſtehenden Verhandlungen im Unklaren. Sie
dürfen aber gewiß ſein, daß es in Deutſchland wohl kei=
nen
Menſchen gibt, der nicht voll und ganz von
der Bedeutung der Pariſer Verhandlungen
durchdrungen iſt, und daß es niemand gibt, der
nicht unſere Unterhändler auf ihrem Weg ins
Ungewiſſe mit allen Wünſchen für ein volles
Gelingen ihrer Miſſion begleitet.
Eine Erklärung des Reichskanzlers vor ſeiner Abreiſe
W. Berlin, 17. Juli.
Reichskanzler Dr. Brüning übergab dem Chefredakteur des
WIB. vor ſeiner Abreiſe nach Paris folgende Erklärung:
Nachdem die Reichsregierung die notwendigen Maßnahmen
getroffen hat, um den Gefahren zu begegnen, die aus den ſchweren
Erſchütterungen unſeres Geld= und Kreditſyſtems drohten, iſt ihr
nun die Möglichkeit gegeben, den vor mir ſchon in meiner letzten
Rundfunkrede zum Ausdruck gebrachten Wunſch nach einem per=
ſönlichen
Meinungsaustauſch mit den franzöſiſchen Staatsminiſtern
zur Durchführung zu bringen. Der Reichsaußenminiſter und ich
fahren nach Paris mit dem feſten Willen, in einen offenen gegen=
ſeitigen
Meinungsaustauſch einzutreten, deſſen Ergebnis, wie wir
hoffen, den Weg für eine vertrauensvolle Zuſammenarbeit frei=
machen
wird. Die bevorſtehende Ausſprache kann um ſo fruchtbarer
ſein, weil wir gleichzeitig Gelegenheit haben, auch mit dem eng=
liſchen
Außenminiſter und dem amerikaniſchen Staatsſekretär zu=
ſammenzukommen
. Von Paris werden wir auf eine Einladung
der engliſchen Regierung nach London weiterfahren, um den be=
gonnenen
Gedankenaustauſch dort fortzuſetzen. Ich hoffe, daß
dieſe perſönliche Fühlungnahme zur Klärung der Lage beitragen
und einen ſichtbaren Beweis internationaler Solidarität erbringen
wird.
Hoeſch bei Laval.
EP. Paris, 17. Juli.
Miniſterpräſident Laval hatte heute in Anweſenheit des
Finanzminiſters Flandin und des Unterſtaatsſekretär Frangois
Poncet eine zweiſtündige Beſprechung mit dem amerikaniſchen
Staatsſekretär Stimſon und dem engliſchen Außenminiſter Hen=
derſon
, bei der der amerikaniſche Botſchafter Edge und der eng=
liſche
Botſchafter Lord Tyrrell gleichfalls zugegen waren. In einem
über die Beſprechung veröffentlichten Communiqué wird mitgeteilt,
daß Laval die beiden Außenminiſter von dem morgen nachmittag
bevorſtehenden Beſuch des Reichskanzlers Brüning und des Reichs=
außenminiſters
Curtius ſowie von dem geſtern im Miniſterrat
entworfenen Projekt einer Hilfsaktion für Deutſchland unter=
richtet
habe.
Wie dazu verlautet, haben Henderſon und Stimſon der Dar=
legung
des franzöſiſchen Standpunktes zugehört, ohne dazu Stel=
lung
zu nehmen, ſo daß eine eigentliche Diskuſſion über be=
ſtimmte
Fragen oder Löſungsmöglichkeiten nicht zuſtande gekommen
ſei. Miniſterpräſident Laval hat dann auch noch den deutſchen
Botſchafter v. Hoeſch empfangen, um mit ihm die organi=
ſatoriſchen
Einzelheiten für den Pariſer Aufenthalt Brünings und
Curtius' zu regeln.
Miniſterpräſident Laval empfing ferner den italieniſchen
Botſchafter, Grafen Manzoni, der ihm mitteilte, daß der italieniſche
Außenminiſter Grandi, der ſeine Regierung auf der Londoner
Miniſterzuſammenkunft vertreten wird, am Sonntag in Paris ein=
trifft
. Man nimmt an, daß Grandi vor ſeiner Weiterreiſe nach
London Beſprechungen mit den franzöſiſchen Miniſtern haben
wird.
Die polikiſchen Garankien
des franzöſiſchen Akkionsplanes.
Paris, 17. Juli.
Die Nachmittagsblätter machen über den finanziellen Teil
des franzöſiſchen Aktionsplanes die gleichen Angaben wie die heu=
tige
Morgenpreſſe und beſtätigen im großen und ganzen auch die
in dem politiſchen Teil enthaltenen Garantieforderungen. Der
Temps erklärt, daß der Plan ſeine endgültige Form erſt bei den
bevorſtehenden Beſprechungen mit Brüning und Curtius erhalten
werde. Die franzöſiſche Regierung ſchlage vor, daß Deutſchland
bis zur Rückzahlung der 500 Millionen Dollar=Anleihe, d. h., auf

Berliner Nachtleben ohne Geld.
Die Reichshauptſtadt zahlt zwei Tage mit Schecks. Bargeldloſes
Vergnügen. Alle machen mit.
Von Rudolf Thornberg.
Wenn die ſchlimmen Tage, die wir jetzt durchleben, in einer
hoffentlich nicht allzufernen Zukunft vom gütigen Schleier einer
ſanften Erinnerung umgeben ſein werden, dann werden vielleicht
Anekdoten= und Geſchichtenſchreiber nach dem köſtlichen Material
greifen, das hier für ſie brachliegt. Berlin ohne Bargeld! Die
Berliner wachen eines Morgens auf und finden alle Geldſchalter
geſchloſſen. Eine Verfügung hat es ſo gewollt, und ihre Schöpfer
hatten ganz vergeſſen hatten ſie wirklich nur daran vergeſſen?
die armen Staatsbürger darauf aufmerkſam zu machen. Gewiß,
man hatte natürlich ein paar Mark in der Taſche, aber für zwei
Tage langte das auf keinen Fall, und ſchließlich lebt doch der
Menſch nicht vom Brot allein.
Berlin müßte ſeinen Ruf nicht verdienen, wenn es ſich in die=
ſer
verzwickten Lage nicht zu helfen gewußt hätte. Der Orts=
fremde
, der mit der Sachlage vertraut war, und ſich auf die
ſchlimmſten Dinge gefaßt gemacht hatte, traute ſeinen Augen
kaum. Der Abend kam, und die Straßen glänzten hell wie immer,
ein gut gelauntes Publikum bewegte ſich auf den breiten Däm=
men
, füllte die Vergnügungsſtätten, die Theater, Kabaretts,
Varietés und Tanzdielen. Aber die Leute hatten doch kein Geld?
Vom Geld ſprach überhaupt niemand. An den Kaſſen konnte
man die höchſt aufregende Tatſache beobachten, daß die Beſucher
einfach ihr Scheckbuch zogen und einen Scheck auf den Betrag des
Eintrittsgeldes ausfüllten. Dieſer ungewohnte bargeldloſe Ver=
kehr
wickelte ſich mit einer Selbſtverſtändlichkeit ab, als hätte
man es ſeit Jahren nicht anders gepflogen. Niemand nahm An=
toß
daran, niemand durfte Anſtoß daran nehmen. Sonſt ſchnappte
die Konkurrenz den Kunden.
In den Tanzdielen ganz dasſelbe. Ganz vertraulich konnte
nan von den Geſchäftsführern vernehmen, daß Leute, die mit
Schecks bezahlen dürfen, bedeutend mehr ausgeben, als wenn es
ich um Bargeld handle. Das bare Geld in der Hand verleite
mmer zur Sparſamkeit. Auch Schecks auf die Danatbank wurden
ihne Wimperzucken angenommen. Im nächtlichen Berlin, auf der
Friedrichſtraße und am Kurfürſtendamm hatte man ſchon längſt
vieder Vertrauen gefaßt.
Es war eigentlich ein ſonderbares und ziemlich unvergeßliches
Bild. Da amüſierte ſich dieſes Berlin, und dieſes ganze Amüſe=
nent
war eigentlich auf gegenſeitiges Vertrauen geſtellt. Sicher=
ich
werden ſich unter den vielen guten auch einige ſchlechte
Schecks finden, aber das beweiſt ja gar nichts=

Ein Gedanke drängte ſich da einem auf, der zu einigem Nach=
denken
anregte. Vielleicht wäre dieſes ganze Debakel vermieden
worden, wenn man dieſen tadelloſen, bargeldloſen Verkehr ein
paar Wochen früher provoziert hätte? Wenn es ſich ſo ſchön per
Scheck leben läßt, wozu dann erſt Geld von der Bank oder der
Sparkaſſe abheben? Man fand ſich gelaſſen mit dem Schickſal ab,
da es nun unabänderlich war.
Denn die Schecks, die ſich in den verſchiedenen Kaſſen in den
48 Stunden anſammelten, machten mit Windeseile ihre Runde.
Der Kabarettdirektor bezahlte damit ſeine Künſtler, dieſe damit
ihr Hotel, und ſo ging es weiter. Niemand fand etwas dabei,
daß es ſich um Schecks und kein Bargeld handelte. Gegen den
erſten, der aufgemuckt oder Reſiſtenz geübt hätte, würde ſich ein=
mütig
die Geſamtheit gewendet haben. Aber es hat niemand
aufgemuckt.
Es waren, alles zuſammengefaßt, eigentlich zwei glückliche
Tage. Weil niemand Geld hatte und niemand bezahlen konnte,
brauchte auch niemand zu bezahlen. Die Schuldner Berlins
und wer wäre hier nicht Schuldner! atmeten auf und ſahen
dem nächſten Tag ſo ruhig entgegen, wie ſeit Jahren nicht mehr.
Der Gerichtsvollzieher war kein Schrecken mehr, und ein Wechſel,
der präſentiert wurde, wurde mild belächelt. Es war wie im
Paradies.
Als ſich die Bankſchalter wenn auch beſchränkt wieder
öffneten, war dieſes Paradies zu Ende.

In Reclams Univerſal=Bibliothek erſchien:
Prof. Dr. Walter Scheidt: Kulturkunde. (Raſſenbiologie und Kul=
turpolitik
II.) Nr. 7160. Geheftet 40 Pf., gebunden 80 Pf.
Dieſes Werk ſtellt die Fortſetzung der in kurzer Zeit durch
Reclams Univerſal=Bibliothek weit verbreiteten Raſſenkunde‟
des bekannten Hamburger Forſchers dar und erläutert in gemein=
verſtändlicher
Weiſe einen neuen, biologiſch begründeten Kultur=
begriff
. Auf ſolider erkenntniskritiſcher Grundlage entwickelt der
Verfaſſer ein umfaſſendes klares Bild und Programm, das über=
all
in das lebendige Leben des Tages einmündet. Leben iſt
folgerichtig als Anpaſſung aufgefaßt, deren Geſetze für alle ſeine
Erſcheinungen, auch für das überindividuelle Gebiet der Kultur
gelten. Daraus ergibt ſich eine Fülle von wertvollen neuen Er=
kenntniſſen
und Forderungen.

Jakob Schaffner: Der lachende Hauptmann. Novelle.
Nachwort Heimat und Welt vom Verfaſſer.
Geh. 40 Pf., geb. 80 Pf.

Mit einem
Nr. 7152.

In dieſer Erzählung aus der Zeit der ruſſiſchen Kämpfe zwi=
ſchen
Weiß und Rot, die eigentlich eine düſtere Kriegsballade iſt,
geſtaltete der große Schweizer Dichter dramatiſches Geſchehen in
einer einzigen großartigen Szene von unerhörter Konzentration,

Wie im Waſſertropfen in einen Punkt gebannt iſt Bitternis, Größe
und Abenteuerlichkeit jener Epoche abſeits von aller Parteieinſtel=
lung
als menſchliches Erlebnis und äußerſtes tragiſches Aufein=
andertreffen
.
F. M. Doſtojewſkij: Eine dumme Geſchichte. Erzählung. Deutſch
von Joh. v. Guenther. Nr. 7154. Geheftet 40 Pf., geb. 80 Pf.
Eine zum erſtenmal in deutſcher Sprache erſcheinende Novelle
Doſtojewſkijs bedeutet ſchon an ſich eine Senſation. Beſonders
aber, wenn es ſich wie hier um ein Meiſterwerk handelt, aus wel=
chem
die grandios rückſichtsloſe Kunſt der Pſychologie und Men=
ſchenentlarvung
dieſes tiefſten Seelenerſpürers zutage tritt. Sie
zeigt die ganze Unerbittlichkeit des fanatiſch wahren, desilluſio=
nierenden
Künſtlers und Geſellſchaftskritikers, daneben etwas bei
Doſtojewſkij Seltenes: einen ſtarken, wenn auch etwas grauſamen
Humor. Die Novelle ſtammt aus dem Jahr 1852.

Oberitalien, mit Ravenna, Florenz und Piſa. 736 Seiten,
46 Karten, 49 Pläne 10 Grundriſſe. 20. Auflage 1931. Leipzig.
Karl Baedeker. 14 RM.
Bereits nach 2½ Jahren erſcheint wieder eine neue Auflage
dieſes Klaſſikers aller Italienführer, der ſich immer wieder zu
wandeln weiß und auch dem raſcher lebenden und reiſenden Men=
ſchen
von heute gerecht zu werden verſteht. In einem leicht hand=
lichen
Bande auf Dünndruckpapier ſind 736 Seiten und über hun=
dert
Karten und Pläne untergebracht für nur 14 RM. Ahnt
der Benutzer überhaupt, welche Unſummen die gewiſſenhafte Be=
arbeitung
und Herſtellung jeder neuen Auflage immer wieder
koſtet. Weiß er, daß er für die vielen Karten und Pläne einzeln
mehr zahlen müßte, als für den ganzen Band? Weiß er, wieviel
Mühe, Zeitverluſt, unnötige Ausgaben, Enttäuſchungen und
Aerger ihm die Fülle der hier niedergelegten Sachkenntnis und
Erfahrung erſpart? Jeder wird immer wieder ſeinen beſonderen
Neigungen folgen, denn nichts iſt törichter, als auf einer Reiſe
alles ſehen zu wollen und zu einer aufreibenden Verpflichtung
zu machen, was ein echtes Erlebnis ſein ſoll. Aber ob man Mo=
dernes
Mittelalterliches oder Antikes ſucht, ob man Eiſenbahn=
oder
Automobilfahrer, ob man Pauſchalreiſender oder Teilnehmer
einer Geſellſchaftsreiſe iſt, im Baedeker findet man alles: klar
und überſichtlich gefaßt, fachmänniſch geſichtet, peinlich zuverläſſig
auf Grund eigener Anſchauung an Ort und Stelle bearbeitet, un=
aufdringlich
und immer noch ohne bezahlte Inſerate. Ein Rezept=
buch
zum Reiſen hat man den Baedeker einmal genannt, aus dem
ſich jeder herausſuchen kann, was ihm beliebt, ohne daß ihm zu=
gemutet
wird, die ganze Speiſekarte auf einmal herunterzueſſen,
und der jüngſte Nobelpreisträger, der Amerikaner Sinclair Lewis
hat ſogar ſcherzend gefragt: Haben Ruskin und Benyenuto Cellini
und Dante ihre Reiſen wirklich ohne Baedeker gemacht? Das
Jahr 1931 bringt in Italien einen Abbau der Hotelpreiſe und
wieder mancherlei Fahrpreisermäßigungen, ſo vom 1. April 1931
bis 30 Juni 1932 für das 700. Jubiläumsjahr des heil Antonius
von Padua. Hierzu ſei das vorliegende Reiſehandbuch aufs
wärmſte empfohlen.

[ ][  ][ ]

Seite 4

die Dauer von zehn Jahren, die Verpflichtung übernehme, eine
Art politiſches Moratorium zu beobachten, alſo die Verpflich=
tung
, die Rüſtungsausgaben nicht zu erhöhen und keine Frage
aufzurollen, die die europäiſche Ordnung ſtören könnte. Die
Gläubigermächte würden gegenüber Deutſchland die gleiche Ver=
pflichtung
übernehmen.
Die von der Pariſer Preſſe veröffentlichten Forderungen, die
die Grundlage für die Pariſer Verhandlungen mit den deutſchen
und engliſchen Staatsmännern ſein ſollen, werden in Berliner
politiſchen Kreiſen im weſentlichen als Preſſeäußerungen gewertet,
wenn man ſich auch darüber klar iſt, daß dieſe Preſſeäußerungen
auf gewiſſe Anregungen von amtlicher Seite zurückzuführen ſind.
Es handele ſich aber in erſter Linie um eine rein taktiſche
Einſtellung der franzöſiſchen Preſſe und um
Maximalforderungen, wie ſie vor jeder internationalen
Konferenz aufgeſtellt werden. Zu den Forderungen ſelbſt
wird ausdrücklich darauf hingewieſen, daß ſie in keiner Weiſe
eine Verhandlungsbaſis abgeben könnten.
Engliſche Bedenken gegen polikiſche Garankien.
EP. London, 17. Juli.
Die von der ganzen Welt mit Spannung erwartete Miniſter=
könferenz
in London wird am Montag nachmittag, 6 Uhr, ihren
Anfang nehmen. Verhandlungsort wird vorausſichtlich das
Foreign Office ſein.
Anſcheinend werden die Bedingungen; die Frank=
reich
für die Gewährung einer Finanzhilfe an Deutſchland
zu ſtellen beabſichtigt, in maßgebenden Kreiſen mit
beträchtlicher Zurückhaltung aufgenommen. Sie
ſollen ſogar, wie Evening News und Evening Standard
wiſſen wollen, eine gewiſſe Beunruhigung hervor=
gerufen
haben; in ihrer jetzigen Form ſeien ſie
nicht einmal, für die engliſche Regierung an=
nehmbar
.
Der Gouverneur der Bank von England hatte heute mit
Miniſterpräſident Macdonald eine lange Unterredung, bei der,
wenn auch über ihren Inhalt ſtrengſtes Stillſchweigen beobachtet
wird, vermutlich die franzöſiſchen Bedingungen den Hauptgegen=
ſtand
des Gedankenaustauſches bildeten. Im übrigen hat
Macdonald offiziell dementieren laſſen, daß er ſich zu den Vor=
verhandlungen
der Londoner Miniſterkonferenz nach Paris be=
geben
werde.

Samstag, den 18. Juli 1931

Nummer 197

Frankreichs Forderungen für Amerika undiskukabel.
w. Waſhington, 17. Juli.
Der unverrückbare Standpunkt der amerikaniſchen Regierung
iſt, wie Unterſtaatsſekretär Caſtle am Freitag ſpät abends in einer
Preſſebeſprechung mitteilte, ſofortige und möglichſt
langfriſtige Hilfe für Deutſchland unter Beſei=
tigung
aller nicht notwendigen Einſchränkungen.
Dieſen Standpunkt nahm das Staatsdepartement nach er=
neuter
telephoniſcher Ausſprache mit dem Staatsſekretär Stimſon
ein. Ferner wurden zwei für das kommende Wochenende äußerſt
wichtige Punkte endlich geklärt. Man betrachtet den Beſuch des
Reichskanzlers Dr. Brüning bei Laval lediglich als den Auftakt zu
der eigentlichen entſcheidenden Londoner Konferenz, und man
betont ferner, die bisher bekannt gewordenen
franzöſiſchen Vorausſetzungen für eine Anleihe an Deutſch=
land
als undiskutablen Verſuchsballon Unterſtaats=
ſekretär
Caſtle teilte weiter mit, daß die franzöſiſche Re=
gierung
, wie Stimſon telephoniſch mitteilt, tatſächlich heute
früh als Gegenleiſtung Deutſchlands für eine in zehn
Jahren zurückzahlbare von Amerika, Frankreich und anderen
Ländern zu bewilligende Anleihe in Höhe von 500 Mil=
lionen
Dollar etwa verlangt habe, daß die Zolleinnahmen
Deutſchlands verpfändet würden, daß man ein Beſtimmungs=
recht
bezüglich etwaiger weiterer deutſcher Auslandsanleihen
behalte, daß Deutſchland ſeinen Wehretat während zehn
Jahre nicht erhöhe und daß Deutſchland während dieſes
Zeitraums keinerlei politiſche Forderungen ſtelle, ſondern
den politiſchen und geographiſchen Status quo reſpektiere.
Caſtle erklärte hierzu: Hoover hat, als Stimſon ihm dieſe
Forderungen mitteilte, erklärt, daß Amerika ſie unmöglich
diskutieren könne, und daß das franzöſiſche Staatsminiſte=
rium
nach einer Unterhaltung mit Dr. Brüning ſelbſt ein=
ſehen
würde, daß ſie undurchführbar ſeien.
Die Reichsregierung habe, ſo betonte Caſtle, in den letzten
Tagen einige ſehr energiſche Maßnahmen ergriffen, die dem Reich
über die nächſte Zukunft hinweghelfen würden. Nunmehr könne
Deutſchland erwarten, daß ſchleunigſt ein auf möglichſt lange Sicht
berechneter Hilfsplan geſchaffen werde und das ſei eine der Auf=
gaben
der Londoner Konferenz. Hoover haben den Botſchafter
Dawes, der z. Zt. in Chicago weilt, gebeten, ſofort auf ſeinen

Londoner Poſten zurückzukehren, ſo daß dann vier promi=
nente
amerikaniſche Beamte, Stimſon, Mellon, Dawes
und Gibſon an der Londoner Konferenz, die wahrſchein=
lich
einige Zeit dauern werde, mitarbeiten werden.
Zum Schluß ſeiner Ausführungen erklärte Caſtle noch, es
handele ſich nicht um eine Reviſion der beſtehenden
Verträge, ſondern um eine unaufſchiebbare Bei=
legung
eines Notſtandes. Mellon komme nicht mit poli=
tiſchen
Inſtruktionen oder Vollmachten, ſondern lediglich mit klaren
Anweiſungen nach London, um an der unverzüglichen Entſpan=
nung
der Finanzlage Deutſchlands mitzuarbeiten. Vor Erreichung
dieſes Zieles ſei natürlich eine Angleichung der Abſichten von
Paris und Berlin erforderlich. Stimſon werde hierbei als
freundlicher Vermittler wirken. Die franzöſiſche Regierung habe
ihre Beteiligung an der Londoner Konferenz zugeſagt, und ſie
werde ſicherlich eine Formulierung ihrer Vorſchläge finden, die
für die deutſche Regierung annehmbar ſeien. Welcher Plan ſchließ=
lich
in London angenommen werde, laſſe ſich nicht vorausſagen.
Aber der Beſuch Dr. Brünings und Dr. Curtius' in Paris werde
den Weg zur Einigung ebnen.
Die Sachverſtändigen kagen.
Einſehung eines Unkerausſchufſes fürsachlieferungen.
Der Haupkausſchuß auf Monkag verkagt.
London, 17. Juli.
Der Ausſchuß der Sachverſtändigen zur Löſung der ſich im
Zuſammenhang mit der Durchführung des Hoover=Feierjahres
ergebenden Probeme, in dem Belgien, Frankreich, Deutſchland,
Großbritannien, Japan und die Vereinigten Staaten vertreten
ſind, kam auf ſeiner heutigen erſten Sitzung zu dem Entſchluß,
ſich in Anbetracht der Unſicherheit der gegenwärtigen Lage und
im Hinblick auf die für Montag anberaumte Miniſterkonferenz
in London im Augenblick auf die Behandlung von Präli=
minarfragen
zu beſchränken. F. W. Leith= Roß wurde zum
Vorſitzenden gewählt. Es wurde beſchloſſen, einen Unteraus=
ſchuß
einzuſetzen, der ſich mit der Unterſuchung der beſtehenden
Verträge für Sachlieferungen befaſſen wird. Jede Macht, die
in dem Ausſchuß nicht vertreten iſt, kann eine ſchriftliche Er=
klärung
über Angelegenheiten, die ſie beſonders berühren, ein=
reichen
, und der Ausſchuß wird ihr dann Gelegenheit geben,
dieſe Erklärung falls nötig durch perſönliche Beſprechungen zu
ergänzen. Der Unterausſchuß tritt heute nachmittag zuſammen,
dagegen hat ſich der Hauptausſchuß bis auf Montag nach An=
kunft
der Miniſter vertagt.

Burkhard und Helmrich haben ihr Schweſterchen
bekommen. Es heißt Gudrun, Maria,
Eliſabeth.
Oskar Mencke und Frau
Martha, geb. Weger.

Am Donnerstag nachmittag 3 Uhr wurde unſer liebes,
gutes, unvergeßliches

Tillchen

Darmſtadt, Soderffr. 1411.
z. Zt. Städt. Krankenhaus.

(10865

Ihre Vermählung geben bekannt
Bäckermeister Konrad Gerbig
und Frau Marie, geb. Kruppert
Darmstadt
Schlitz
Heldelbergerstr. 79
Kirchliche Trauung findet am Sonntag, 19. Juti, 3 Uhr
in der Petruskirche statt.

Wilhelmn Qusti
Franziska Bankwitz
geb. Reitz
geben ihre Vermählung bekannt.
Darmstadt, den 18. Juli 1931.

Ihre Vermählung
beehren ſich anzuzeigen

Georg Bauer u. Frau
Aenne, geb. Schulz

im Alter von 8½ Jahren nach ſeinem kurzem, ſchweren,
mit großer Geduld ertragenem Leiden von uns ge=
riſſen
,
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Philipp Erb
Schwanenſtr. 4.
Darmſtadt, den 16. Juli 1931.
Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr auf
dem Waldfriedhof ſtatt.

Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die
ſchmerzliche Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen
gefallen hat, unſeren lieben Vater, Schwiegervater
und Großvater
Geutg Tansſcag !!
Mühlenbauer
nach langem, mit Geduld getragenem Leiden, im
Alter von 67 Jahren aus ſeinem arbeitsreichen
Leben abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Georg Bundſchuh TI.
Familie Johannes Rödelsperger I.
Familie Adam Buchheimer II.
Familie Georg Jacob Wolff I.
Heubach i. O., den 17. Juli 1931. (10857
Die Beerdigung findet Sonntag, den 19. Juli,
nachmittags 3 Uhr ſtatt.

Dr. Nähfer
Ernſt=Ludwigſt. 1,II.
Sprechſt.: 89, 35
hat die ärztliche
Tätigkeit wieder
aufgenommen. (*fsg
Mr. b. Billf
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tigkeit
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Die kirchliche Trauung ſindet am Sonntag, den 19. Julſ um
3½ Uhr in der Johanneskirche ſtatt.

Nachruf.
Am 16. Juli verſchied infolge Krankheit unſer
allverehrter Chef
Herr
Anhein Sernek
Prok. und Mitinhaber
der Firma Karl Eckert, Darmſtadt.
Durch den jähen Tod wurde er in den beſien
Jahren ſeines Lebens und erfolgreichen Wirkens
aus unſerer Mitte geriſſen. Wir verlieren
in dem Verſtorbenen einen Menſchen, der es
verſtand, durch Gerechtigkeit und edlen Cha=
rakter
ſich die Sompathieen ſeiner Untergebenen
zu erwerben.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken be=
wahren
.
Die Arbeiter und Angeſtellten
der Firma Karl Eckert.
Darmſiadt, den 17. Juli 1931. 1 870

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Am 16. ds. Mts. verſchied ſanft
nach langem Leiden mein lieber
Mann, unſer guter Vater,
Schwiegervater und Großvater
M. Sunp
Dreher
Darmſiadt, Gardiſtenſtraße 20,
Porms, Hamburg. Uew Hork.
Die trauernden
Hinterbliebenen.
Beerdigung Montag Vormittag
½12 Uhr auf dem Waldfriedhof

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10846a/Farben-Krauth, Eschollbr. Str. 3

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teilnahme bei dem Heimgange un=
ſeres
lieben Entſchlafenen ſagen wir
auf dieſem Wege allen Freunden
und Bekannten unſeren herzlichſien
Dank. Beſondets Herrn Pfarrer
Rückert für ſeine troſtreiche Grabrede,
der Gewerkſchaft heſſiſcher Gemeinde=
beamten
, den Beamten des ſtädtiſchen
Tiefbauamtes, dem Zitherklub Darm=
ſtadt
=Beſſungen, ſowie Bruder Elzear
(Herz=Jeſu=Hoſpital) für ſeine über=
aus
liebevolle Pfiege.
Im Namen
aller trauernden Hinterbliebenen:
Emma Leonhard, geb. Kaufmann
Darmſtadt, den 17. Juli 1931.

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[ ][  ][ ]

Nummer 197

Samstag, den 18. Juli 1931

Seite 5

Aus der Landeshagpkftadk.
Darmſtadt, den 18 Tuli 1931.

Abſchiedsfeier für Skadtſchulrak Löſch.
Der Berufsſchullehrer=Ausſchuß der Stadt Darmſtadt veran=
ſtaltete
am Mittwoch, dem 15. d. M., im Rathausſaale für den
am 1. Auguſt wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhe=
ſtand
tretenden Berufsſchulreferenten, Herrn Stadtſchulrat Löſch,
eine Abſchiedsfeier. Herr Rektor Schäfer, der Vorſitzende des
Ausſchuſſes, begrüßte den Herrn Oberbürgermeiſter Mueller,
die Damen und Herren des Stadtſchulamtes, der Schulvorſtände,
die Vertreter der Induſtrie= und Handelskammer, der Handwerks=
kammer
, des Ortsgewerbevereins, der Innungen, der Angeſtellten=
verbände
, der Lehrervereine und zahlreich erſchienene perſönliche
Freunde des Scheidenden. Als Vertreter der Berufsſchullehrer=
ſchaft
ſprach Herr Rektor Germann. Er zeichnete in markan=
ter
Kürze und in herzlichen, von großer Verehrung getragenen
Worten das Lebensbild des Schulmannes Löſch, deſſen 45jährige
Dienſtzeit der Stadt Darmſtadt gewidmet war. Er ſchilderte den
arbeitſamen Lehrer, auf den ſeine Berufsgenoſſen und die Behörde
aufmerkſam wurden. Viele Ehrenämter wurden ihm von der
Oeffentlichkeit und von dem Lehrerverein übertragen. 1903 bis
1916 war Herr Löſch Leiter der Ballonſchule, bis 1919 Leiter der
Beſſunger Mittelſchule. Daneben wirkte er noch als Unterrichts=
leiter
und Lehrer am damaligen Pädagogiſchen Kurſus und als
Leiter der Fortbildungsſchule 1922 wurde er zum Schulrat er=
nannt
. Als ſolcher war er Referent für das Berufsſchulweſen in
unſerer Stadt, dem vor allem ſeine Arbeit und ſeine Neigung
galt. Für dieſe Schule, ihren Aufbau und ihre Verankerung in
der Oeffentlichkeit und bei den intereſſierten berufsſtändiſchen
Kreiſen leiſtete er in Vergangenheit und Gegenwart mündlich
und ſchriftlich Hervorragendes. Als Anerkennung für dieſe ver=
dienſtvolle
Tätigkeit überreichte Herr Rektor Germann dem ſchei=
denden
Vorgeſetzten zwei von Lehrer= und Künſtlerhand (die
Herren Deppert und Volk) gefertigte Bilder, durch eine Sp de der
Berufsſchullehrerſchaft ermöglicht. Mit dem Wunſche für einen
geſunden und ſchönen Lebensabend ſchloß Herr Germann ſeine
warmempfundene Anſprache. Herr Oberbürgermeiſter
Mueller, der dieſe Feierſtunde lebhaft begrüßte, überbrachte
die beſten Wünſche der Stadt und ſprach herzliche Worte der An=
erkennung
und des Dankes für den verdienten Schulmann. Aus
dem Geſamtbild des Herrn Schulrat Löſch hob der Herr Ober=
bürgermeiſter
die heute ſo ſeltene Eigenſchaft des Mutes in allen
Dienſtobliegenheiten hervor. Er bezeichnete ihn als einen Men=
ſchen
von echtem Schrot und Korn, der den Mut hatte, immer
ſeine Meinung zu ſagen. Nachdem Herr Rektor Schäfer ein Schrei=
ben
des Schulratsvereins, deſſen 1. Vorſitzender Herr Schulrat Löſch
iſt, zur Verleſung gebracht hatte, ergriff der aus dem Amte
Scheidende ſelbſt das Wort. Er gab ſeiner ehrlichen Freude über
die ihm zugedachte Veranſtaltung in bewegten Worten Ausdruck
und ſchilderte die wehmütigen Gefühle, die ein ſolcher Anlaß, der
Abſchied vom berufstätigen Leben, auslöſen muß. Auf ſein reiches
Leben zurückblickend, erzählte Herr Löſch mehrere Einzelheiten
ſeines Strebens und Wollens, wie er ſtets bedacht war, in ſach=
licher
Weiſe das Gute und Rechte zu wollen. Sein letzter Wunſch
galt der Berufsſchule, die blühen und gedeihen und reichen Segen
bringen möge. Mit dem herzlichen Danke an alle, die ihm den
Abſchied durch die Feier leichter machen wollten ſchloß Herr Stadt=
ſchulrat
Löſch ſeine Rede, die ihn in ihrer kernigen Art aufs neue
als den alten unerſchrockenen Kämpfer charakteriſierte. Die Feier
wurde verſchönt durch Liedervorträge des Lehrerinnenchors der
Hauswirtſchaftlichen Berufsſchule (Chorleitung Herr Nektor
Schäfer), durch ein Streichorcheſter (Leitung Herr Berufsſchullehrer
Kunkel), Herr Lehrer Frey ſpielte, von Berufsſchullehrerin Frl.
Bernhard am Klavier begleitet, auf der Violine eine Romanze
von Beethoven, und Frl. A. Müller ſang zwei Lieder von Blech
und Haydn.

Ernannt wurde: am 22. Juni 1931: der Juſtizinſpektor bei
dem Amtsgericht Bingen Wilhelm Pfeiffer zum geſchäfts=
leitenden
Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht Pfeddersheim mit
Wirkung vom 1. Juli 1931.
Miniſterium für Kultus und Bildungsweſen. Erledigt iſt
die Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule
in Ober=Seibertenrod, Kreis Schotten. Eine Dienſt=
wohnung
iſt vorhanden und frei.
Sommerſpielzeit Bruno Harprecht im Heſſ. Landestheater.
Veranlaßt durch den großen Erfolg und unter Berückſichtigung
vieler Wünſche wird die urkomiſche Geſangspoſſe O, ſpaniſche
Fliege! in der bekannten muſikaliſchen Bearbeitung Harprechts
am heutigen Samstag zu einer nochmaligen, nunmehr letzten
Wiederholung gebracht, die bei ermäßigten Preiſen ſtatt=
findet
. Bruno Harprecht ſpielt in dieſer Aufführung wiederum
den Moſtrichfabrikanten Klinke‟. Da dieſe Vorſtellung außer
Miete ſtattfindet, können die Inhaber der Samstag=Miete ihre
Karten (4. Vorſtellung) in der Zeit vom Sonntag bis einſchl.
Freitag der kommenden Woche beliebig an der Theaterkaſſe ein=
tauſchen
. Als Nachtvorſtellungen am heutigen Samstag
und Sonntag, jeweils 22,45 Uhr, wird in nur zweimaliger Auf=
führung
die Bekanntſchaft mit der zweifellos amüſanteſten
Schwank=Novität dieſes Theaterſommers, Noel Cowards In=
timitäten
vermittelt. Dieſer übermütige Schwank fand
überall das Entzücken des Publikums und das Amüſement iſt ſo groß,
daß, wie das Berl. Tagebl. u. a. ſchreibt der Beifallsſturm oft in
die offene Szene hineinknattert. Wer ſich deshalb köſtlich unter=
halten
will, wird dieſe liebenswürdigen Intimitäten nicht ver=
ſäumen
dürfen. Der Sonntag=Abend bringt die Premiere der
ausgezeichneten Luſtſpiel=Neuheit Sie werden lachen! von
Barry Conners, auf die als eine der erfolgreichſten und daher meiſt
gegebenſten Novitäten beſonders hingewieſen ſei, zumal in dieſem
Stück wiederum eine Anzahl weiterer Künſtler des Harprechtſchen
Enſembles ſich erſtmals dem hieſigen Publikum vorſtellen wird,
ſo die junge, begabte Grete Keßler Hilde Weißner die ausgezeich=
nete
Salondame des Hamburger Deutſchen Schauſpielhauſes und
der junge Robert Harprecht, der bislang mit ausgezeichnetem Er=
folg
in Baden=Baden und in Altona tätig war.
Darmſtädter Künſtler auswärts. Ueber die am Stadt=
theater
in Saarbrücken engagierte Sängerin Luiſe Müller,
ehemalige Schülerin der Opernſchule der Städt. Akademie für Ton=
kunſt
(Geſangsklaſſe Profeſſor C. Beines) liegen folgende Kritiken
vor: Evangelimann: Luiſe Müller hatte als Magdalena
Gelegenheit, ſich durch Organ wie Schule auszuzeichnen.
Dornröschens Erwachen: Herr . .. gab einen ſchauſpie=
leriſch
fabelhaft geſtalteten und erlebten König, jeder Zug und
jede Linie eine Parodie im Sinne des Zeitgeiſtes auf dieſe alt=
ehrwürdige
Inſtitution, als Ganzes von erſchütternder Komik. Auf
der gleichen künſtleriſchen Linie bewegte ſich Luiſe Müller als
Königin. Cavalleria ruſticana: Luiſe Müller als
Lucia verband ſympathiſche Mütterlichkeit der Darſtellung mit
dem warmen weichen Klang ihres wohltönenden Alts.
Billige Reiſen in die Ferien. Der Verkehrs=Verein teilt
nit: Nachdem ſich der Verkehrs=Verein Darmſtadt vor kurzem
bereit gefunden hatte, Geſellſchaftsfahrten bei einer 25prozentigen
Ermäßigung zu veranſtalten, wurde von dem Anmeldungsrecht
eifrig Gebrauch gemacht. Es kamen Reiſen nach Baſel, Freiburg,
Konſtanz und Berlin/Stettin zuſammen. Bis zum Mittwoch den
15. Juli 1931, ſollten die Beträge für die Fahrtausweiſe einge=
jahlt
werden. Infolge der allgemeinen Lage und mit Rückſicht auf
die Bankfeiertage hat jedoch der größte Teil der Angemeldeten
ſeine Beteiligung abgeſagt. Infolgedeſſen fallen die Geſellſchafts=
reiſen
mangels genügender Teilnehmerzahl aus. Bereits einge=
jahlte
Beträge werden ſelbſtverſtändlich ſofort in dem Reiſebüro,
Luiſenplatz 4, zurückgezahlt.
A

Kessischer Fagdhluß Darmstadt
Preis=Schießen des Berbandes der Schießvereine Deutſcher Jäger um die Meiſterſchaften von Deutſchland
auf Wildſcheiben und Wurfkauben vom 17. bis 19. Juli 1931 auf dem Neuen Schießhaus bei Darmſtadk.

Die Durchführung des Programms für die ſeit Wochen eifrig
gearbeitet wird, kommt in die ungünſtigſte Zeit, die infolge der
wirtſchaftlichen Depreſſion und der inneren Schwierigkeiten un=
ſeres
Vaterlandes eben herrſcht.
Trotzdem ſteht die Leitung des Heſſiſchen Jagdklubs auf dem
Standpunkt, daß Peſſimismus und Miesmacherei keineswegs am
Platze ſind, ſondern daß dadurch, daß jeder an ſeiner Stelle ſeine
Pflicht tut, und alle ihre Nerven behalten, unſerem Volksganzen
am beſten gedient iſt.
Deshalb denkt die Schießleitung auch nicht daran, etwa die
Veranſtaltung abzuſagen, ſondern im Gegenteil, ſie rechnet mit
der freudigen Hingabe jedes einzelnen, der an dem Schießen be=
teiligt
iſt, an ſeine Pflicht.
Man iſt gewohnt, bei großen Wettkämpfen eine
Vorſchau.
über den Ausgang der Konkurrenzen zu geben. Bei den Schießen
um die Meiſterſchaften von Deutſchland auf Wildſcheiben und
Wurftauben dürfte es ſehr ſchwer ſein, auch nur mit annähernder
Beſtimmtheit darüber etwas vorauszuſagen.
Die Leitung des Heſſiſchen Jagdklubs hatte für Dienstag,
den 14. Juli, ihre beſten hier in der Nähe anſäſſigen Wurftau=
benſchützen
zu einem Ausſcheidungsſchießen geladen, das ſehr gut
beſucht war. In zwei ſehr ernſten Waffengängen verſuchten die
Teilnehmer ihr Heil, um in die Mannſchaft der Gruppe Darmſtadt
des Verbandes der Schießvereine zu kommen, die um die Gruppen=
meiſterſchaft
auf Wurftauben am Freitag, den 17. Juli, ab 5 Uhr,
antrat. Der Ausfall war eigentlich in jedem Gang verſchieden.
Nichts iſt mehr Nervenſache, als ein Tontaubenſchießen in brei=
teſter
Oeffentlichkeit, zumal es ſich dabei doch immer um Herren
handelt, die faſt über die erſte Jugend hinaus ſind.
Endgültig wurden für dieſe ſchärfſte Konkurrenz ausgewählt
die Herren: Karl Henkell Wiesbaden; Richard Ehrlich, Frankfurt
am Main; Chriſt. Müller, Sprendlingen, und Robert Bloch,
Urberach. Als Erſatzſchützen kommen in Frage die Herren Lehrer
Beyer, Darmſtadt, und Direktor Winter Durlach.
Wer die internen Wurftaubenmeiſterſchaftsſchießen des Heſſ.
Jagdklubs in den letzten Jahren verfolgt hat, wird dabei manchen
Namen miſſen, dem ſchon glänzende Erfolge in ſcharfer Konkur=
renz
beſchieden war nicht, als ob die Betreffenden geſtern
gefehlt hätten, ſie erreichten eben nicht die Form, die ſie zu an=
derer
Zeit hatten.
Noch ſchwieriger iſt es natürlich, unter den aus ganz Deutſch=
land
zuſammenkommenden großen Kanonen auf die Jagdmeiſter
im Kugel= und Schrotſchießen heute ſchon zu tippen,
Vielleicht, daß es Karl Henkell. Wiesbaden, auf Wurftauben
wird, der jüngſt im 100=Tauben=Schießen um die Meiſterſchaft
von Südweſtdeutſchland Sieger geworden iſt, vielleicht auch ſein
Konkurrent Dr. Barth, Heidelberg, der nur um 1 Taube hinter
ihm geblieben war.
Sehr ernſthaft wird gerechnet mit Chriſt. Müller, Sprend=
lingen
, der bei ſeiner außerordentlichen Ruhe und Kälte erſt,
wenn die anderen ſchon in ſiedender Erregung ſind, ſeine Haupt=
lorbeeren
pflückt. Größen mit denen auch zu rechnen iſt, ſind
Schulz, Berlin, und Dr. Schmidt, Hasloch
Jedenfalls wird das Neue Schießhaus bei Darmſtadt
in den Tagen bis Sonntag ein vielbeſuchter Platz werden
auch aus unſerer Nachbarſchaft denn es gibt kaum einen
ſchöneren und männlicheren Sport, als dieſe friedlichen Kämpfe
mit der Waffe, die ein Zuſammenfaſſen aller Energien, die im
Menſchen wohnen, bedingen.
Das eine hat ſich gezeigt: daß die neu errichteten Anlagen
auf dem Schießhaus bei Darmſtadt ſelbſt höchſten Anſprüchen
genügen, und daß praktiſcher, zweckentſprechender und vollkom=
mener
eine Stätte zur Pflege, der Schießkunſt kaum gedacht wer=
den
kann.
Bedenkt man doch, daß durch die Veranſtaltung einer ganzen
Anzahl von Menſchen Verdienſt und Brot gegeben wird, und daß
jeglicher Feſtrummel dabei ſich von ſelbſt verbietet, ſo läßt ſich die
Abhaltung dieſer großen Meiſterſchaftsſchießen auch in der jetzigen
ernſten Zeit ſehr wohl rechtfertigen.
*
Der Heſſiſche Jagdklub bzw. die Schießleitung hat recht daran
getan, die Schießkonkurrenzen nicht abzuſagen, nachdem die um=
fangreichen
und koſtſpieligen Vorbereitungen nun bis zum letzten
gediehen waren. Die über Erwarten große Beteiligung aus allen
Gauen Deutſchlands, beſonders allerdings aus dem Bereich des
Heſſ. Jagdklubs beweiſt, daß die Jäger und Schützen wiſſen, worum
es geht und ſich von kleinlichen Sorgen nicht abhalten laſſen.
Die auswärtigen Teilnehmer, die im Laufe der Woche und
beſonders zahlreich geſtern hier eintrafen, auch die aus der Reichs=

hauptſtadt und anderen Großſtädten, waren überraſcht von der
landſchaftlichen Schönheit, die die Darmſtädter Schießſtände um=
rahmen
, und mehr noch von der hervorragenden techniſchen Ein=
richtung
der Schießſtände, ſowohl der Wurftauben= wie der laufen=
den
Wild=Stände. Wiederholt gaben Schützen und Jäger, die
ſeit Jahrzehnten an Schießkonkurrenzen teilnehmen, der Anſicht
Ausdruck, auf ſo hervorragenden Schießſtänden noch nicht geſchoſſen
zu haben. Dementſprechend war der Schießbetrieb bisher außer=
ordentlich
rege.
Der Heſſiſche Jagdklub hat es ſich angelegen ſein laſſen, die
Zufahrtswege zum Neuen Schießhaus, beſonders für Automobile,
herrichten und ſehr inſtruktiv bezeichnen zu laſſen. Völlig ge=
trennte
Einbahnwege zur Einfahrt und Ausfahrt garantieren
einen ſchnellen und reibungsloſen Verkehr der zahlreichen Schützen,
die in Automobilen gekommen ſind. Vor den Schießhallen ſind
gärtneriſche Anlagen, ſchön gepflegt, in friſchem Grün und Blu=
menſchmuck
prangend, von hohen Maſten wehen Fahnen und
Flaggen. Die Tontaubenſchießſtände werden flankiert von der
alten goldbebordeten grünen Flagge des Jagdklubs mit dem
ſpringenden weißen Hirſch einerſeits und der vom Frankfurter
Jagdklub Hubertus geſtifteten Hubertusflagge andrerſeits. Der
Flaggen= und Girlandenſchmuck fügt ſich belebend und feſtlich wirk=
ſam
in das ſchöne Landſchaftsbild ein.
Das nicht gerade ſehr günſtige Wetter tat dem Schießbetrieb
und den Wettbewerben, ſoweit ſie bisher ausgetragen werden
konnten, kaum Abbruch. Nur während eines ſtarken Regenguſſes
mußte geſtern nachmittag das Schießen kurze Zeit unterbrochen
werden. Daß es nicht übermäßig heiß iſt, wird nicht unangenehm
empfunden.
Schöner Sieg der Darmſtädter Schüßengruppe.
Die großen Konkurrenzen begannen geſtern, Frei=
tag
, früh, bereits um 8 Uhr, mit einem Kartenſchie=
ßen
, das den fremden Schützen einige Erfahrung mit den Tücken
der Schießſtände vermitteln ſollte.
Pünktlich um 17 Uhr wurden die Tontaubenſchießſtände ge=
ſperrt
: die Mannſchaftsſchießen der Gruppen be=
gannen
! Atemloſe Stille herrſcht auf dem Platz. Der Kampf
wird ein erbittertes Ringen zwiſchen den Gruppen Neu=
damm
und Darmſtadt, zwei gleichwertige Mannſchaften nicht.
nur in den Leiſtungen, ſondern auch in der Ruhe des Auftretens,
in der gediegenen Art der Haltung und der Feuerdiſziplin! Die
Zuſchauer werden in ſteter Spannung gehalten.
Neudamm ſtellt dem Schießleiter R. Hübner als Aus=
erwählte
die Herren A. Preuß=Saarow, Leiter der Waffen=
techniſchen
Verſuchsanſtalt Neumannswalde, Staatsförſter Lo=
renz
=Tützpatz, Rittergutsbeſitzer Badicke=Schönfeld und För=
ſter
Koch=Premnitz.
Von Darmſtadt treten an die Herren Fabrikant Karl
Henkell=Wiesbaden, Fabrikant Chriſt. Müller= Sprendlin=
gen
, Kaufmann R. Ehrlich=Frankfurt a. M. und ſtud. rer. nat.
Jac. Beyer=Darmſtadt.
Der erſte Gang brachte, genau wie der zweite, ganz gleiche
Reſultate: 34:34 33:33.
Die Entſcheidung lag beim dritten Treffen, wo Neudamm
es auf 31 Tauben brachte, während Darmſtadt 33 errang.
Insgeſamt alſo Neudamm 98 und die Gruppe
Darmſtadt 100 Tauben. Insgeſamt wurden 120 Tauben
für jede der beiden Gruppen geworfen. Noch überzeugender wird
die Ueberlegenheit der Gruppe des Heſſiſchen Jagdklubs ( Darm=
ſtadt
) durch den Munitionsverbrauch. Sie benötigte zu den 100
getroffenen Tauben 156 Patronen, während Neudamm 164
verſchoß.
Das zahlreich erſchienene Zuſchauer=Publikum quittierte den
Erfolg der heimiſchen Mannſchaft mit herzlichem Bravorufen und
Händeklatſchen.
Neben dem ernſten und ſpannenden Wettbewerb wurde wei=
ter
bis zu beginnender Dunkelheit auf den nebenanliegenden
Schießſtänden auf laufendes Wild geſchoſſen. Ebenfalls ein
Kartenſchießen, bei dem gute Reſultate erzielt wurden, das im
übrigen aber ein vorzügliches Schießtraining für die großen Kon=
kurrenzen
war, die heute und beſonders morgen, Sonntag, noch
zum Austrag gelangen werden.
**

Impreſſioniſtiſche Kunſtausſtellung. Am morgigen Sonntag
wird in den Räumen des Darmſtädter Pädagogiums, Martin=
ſtraße
34, eine Ausſtellung eröffnet, an der ſich u. a. Kaufmann,
Pfiſter=Kaufmann, Vielmetter, Grube=Frankfurt und einige jün=
gere
Maler beteiligen. Näheres ſiehe heutige Anzeige.
Im Schloßmuſeum finden Führungen ſtatt am Sonntag
um 11 und 11.,30 Uhr vormittags und an den Wochentagen um
11 und 11.30 Uhr vormittags ſowie um 3 und 3,30 Uhr nach=
mittags
. Die Madonna des Bürgermeiſters Meyer von Baſel
von Hans Holbein D.=Ing. kann ſtets geſondert von den Füh=
rungen
beſichtigt werden.
Aenderung der Ruhensbeſtimmungen für kriegsbeſchädigte
Beamte. Wie wir vom Reichsbund der Kriegsbeſchädigten, Kriegs=
teilnehmer
und Kriegerhinterbliebenen erfahren, haben dieſer
Tage beim Reichsarbeitsminiſterium Verhandlungen darüber ge=
ſchwebt
, wie die ſehr rigoroſen Beſtimmungen der Notverordnung,
betreffend die Anrechnung des öffentlichen Einkommens von Ar=
beitern
, Angeſtellten und Beamten abgemildert werden können.
Bisher wurden der Anrechnung der Renten auf das öffentliche
Einkommen die Gehälter, die am 1. Februar 1931 bezogen waren,
zugrunde gelegt. Außerdem wurden die heute zahlbaren Kinder=
zuſchläge
als Einkommen mit angerechnet. In Zukunft ſoll von
dem tatſächlichen Bruttoeinkommen ausgegangen werden und die
Kinderzulage auf Grund des Reichsbeſoldungsgeſetzes nicht als
Einkommen angeſehen werden. Die bisherige Mindeſtgrenze der
zu verbleibenden Rente, die auf drei Zehntel der Grundrente
feſtgelegt war ſoll auf mindeſtens fünf Zehntel man ſpricht auch
von ſieben Zehnteln erhöht werden. Dabei ſollen zu den
Grundrenten auch die Sozialzuſchläge treten. Auch einige andere
Beſtimmungen der Notverordnung ſollen, wenn auch nicht weſent=
lich
geändert, ſo doch wenigſtens abgemildert werden.
Schloßgemeinde. Der alljährliche gemeinſame Spaziergang
unſerer Männervereinigung und des Frauenvereins findet nach
Beſchluß der Vorſtände am nächſten Sonntag, 19 Juli, ſtatt. Ziel
iſt Roßdorf, wo bei Kaffenberger Einkehr iſt. Treffpunkt: 3 Uhr
am Eingang zum Roßdorfer Wald, nahe bei dem Botaniſchen Gar=
ten
. Unſere Mitglieder und Freunde ſind hierzu herzlich ein=
geladen
.

Die Flugleiſtungen der Taube ſind von altersher bekannt
und erregen immer wieder nicht nur wiſſenſchaftliches, ſondern
auch ſportliches Intereſſe. Eine beſonders rege Organiſation von
Brieftaubenzüchtern faßt der Bund heſſiſcher Reiſevereinigungen,
Sitz Darmſtadt, zuſammen. Auch in dieſem Jahre wurden bereits
mehrere, für den Bund recht erfolgreiche Wettflüge durchgeführt.
Der letzte dieſer Flüge, der von Bruck an der Leitha eine Strecke
von 620700 Kilometer umfaßt, brachte dem Bund heſſiſcher
Reiſevereinigungen wiederum ſehr beachtliche Erfolge. Am
11. Juli, vormittags 4.30 Uhr, wurden die Tauben in Bruck auf=
gelaſſen
. Die erſte Preistaube erreichte ihren Heimatſchlag be=
reits
um 15.56 Uhr 50 Sekunden in Ober=Ramſtadt. Insgeſamt
waren eingeſetzt 1665 Tauben aller Klaſſen. Das Wetter am Auf=
laßort
war klar und windſtill. Das Wetter in der Heimat war
bewölkt, gute Fernſicht. Beteiligt waren: Reiſevereinigung
Bensheim und Umg. mit 235 Tauben, Bürſtadt und Umg. 310
Tauben. Heſſ. Reiſevereinigung Darmſtadt 430 Tauben. Mittel=
rhein
. Reiſevereinigung Mainz 328 Tauben, Reiſevereinigung
Worms und Umg. 207 Tauben, Reiſevereinigung Laudenbach a.
d. B. 155 Tauben. Die letzte Reiſe, die von der Vereinigung
für 1931 vorgeſehen iſt, wird am 1. Auguſt von Budapeſt und
Debreczin in Ungarn aus durchgeführt. An dem Fluge der 1000
bis 1200 Kilometer umfaßt, beteiligen ſich die rheiniſchen Ver=
bandsvereine
, ferner diejenigen von Weſtfalen, vom Saargebiet
und von Norddeutſchland. Als Sammelpunkt der Tauben wird
Aſchaffenburg beſtimmt, woſelbſt ein Brieftaubenzug zuſammen=
geſtellt
wird, der über Nürnberg geleitet wird. Dort können die
Bezirke Mannheim Pfalz und Bayern ihre Waggons mit Tauben
anhängen. Sicherlich findet auch dieſer Wettflug das weiteſt=
gehende
Intereſſe der Liebhaber und Intereſſenten.
TWem gehören die Portemonnaies? Am 11. Juli wurden
am großen Woog 7 kleine einfache Portemonnaies und ein Leder=
beutel
mit einem Roſenkranz aufgefunden. Dieſe Gegenſtände
rühren zweifellos von Diebſtählen her. Perſonen, denen dieſe
Sachen geſtohlen wurden, werden zwecks Anerkennung ihres Eigen=
tums
gebeten, auf Zimmer 12 des Polizeiamts, Hügelſtr. 3133,
vorzuſprechen.

m 1. Halbjahr 1931
Baugeld zugeteilt

Millionen RM.

3

zzuteilung in 6½Jahren

176,,

Millionen RM.

Die Gemeinschaft der Freunde
als älteste, größte und erfolgreichste deutsche
Bauspackasoe hat 11 755 Eigenheime finanziert; sie verschatft billige,
ukündbere Dariehen zum Lau und Kauf von Ein- und Mehrfamilienhäusern, sowie
zur Ablögung teurer Hhpotheken. Verlangsn Sie bitte noch heute die kostenlose Druckschrift F 6o.
von der Bausparkasso
Wüstenret. Gem. G. m. b. H.
Gemeinschaft der Freunde LudnissburgiMürtembem

Geschäftsstelle Heidelberg, Bienenstraße 5, Telefon 4211.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Samstag, den 18. Juli 1931

Nummer 197

über das Jahr 41930

Die Arbeit des Evangel, Wohlfahrtsdienſtes ( EWD.)
hat in dem Berichtsjahr erheblich zugenommen. Wachſende Not
in allen Kreiſen, aber auch zunehmendes Vertrauen zu unſerer
Tätigkeit, ließ die Zahl der Rat= und Auskunftſuchenden bedeutend
anſteigen.
Die meiſten kommen freiwillig zu uns, vielleicht mit einem
Empfehlungsſchreiben ihres Pfarramts; andere werden uns durch
das ſtädtiſche Wohlfahrts= und Jugendamt das Amtsgericht oder
die Gefängnisverwaltung zugewieſen. Wir legen allergrößten
Wert darauf, im engſten Zuſammenhang mit den Pfarrämtern und
Behörden zuſammen zu arbeiten. Wir ſuchen uns in jedem Fall
ein genaues Bild der Lage zu verſchaffen, um dann je nachdem
durch Fürſprache bei verſchiedenſten Aemtern oder Gemeinden die
Not zu lindern, helfen, ſoweit möglich, mit getragenen Kleidern,
Wäſche und Schuhwerk aus (für dieſe Sachen haben wir immer
Verwendung), geben gelegentlich auch einmal Gutſcheine über
Lebensmittel. Wir ſind aber keine Unterſtützungskaſſe, ſuchen viel=
mehr
eine Vermittlungs= und Beratungsſtelle zu ſein. 64 Beſucher
dieſer Art veranlaßten 577 Einzelhandlungen (Auskünfte, Schrei=
ben
und Gaben). Die allermeiſten, die zu uns kommen, möchten
durch unſere Vermittlung Arbeit erhalten. Leider iſt es uns eben=
ſowenig
möglich wie anderen Stellen, dieſen Wunſch zu erfüllen.
Ein beſonderes Gebiet iſt die Wandererfürſorge. Im
letzten Jahr erſchienen annähernd 200 Wanderer in mancherlei
Notlagen, vom Jugendlichen bis zum Greis, Rundreiſende, die
faſt regelmäßig wiederkehren und Durchreiſende. In der Mehrzahl
der Fälle gewährten wir Uebernachtung in der Herberge zur Hei=
mat
, Verpflegung ebendaſelbſt und in der Volksküche. Das Eſſen
in beiden Küchen iſt davon haben wir uns wiederholt überzeugt,
gut und reichlich. Aber auch durch Inſtandſetzung von Kleidern
und Schuhwerk ſuchten wir zu helfen. Nicht mehr marſchfähige oder
alte Wanderer erhielten auch unter nochmaliger Prüfung der Ver=
hältniſſe
bei der Bahnhofsmiſſion Fahrkarten. Um den Wanderern
auch in ihren ſeeliſchen Nöten zu dienen, hielt Herr Diakon Gull
22 Andachten in der Herberge zur Heimat. Die Beobachtungen,
die er dabei machen durfte, ermuntern durchaus, dieſen Liebes=
dienſt
fortzuſetzen Beſucherzahl bei dieſen Andachten wechſelnd
zwiſchen 3050. In der Wohnungsfürſorge konnte bei der
bekannt ſchlechten Lage des Wohnungsmarktes der EWD. ſich
naturgemäß nur darauf beſchränken, Angebote und Nachfragen im
Gemeindeblatt Das Ev. Darmſtadt zu vermitteln, was uns in
dankenswerter. Weiſe koſtenlos ermöglicht wurde. Immerhin
konnte hier mancherlei geholfen werden. Die beiden folgenden Ar=
beitsgebiete
, Trinkerfürſorge und Gefangenenfürſorge, hängen viel=
fach
mit der allgemeinen, auch der Wohnungsfürſorge zuſammen.
Die Trinkerfürſorge wurde inſofern umorganiſiert, als
wir Das Blaue Kreuz mit der Betreuung von Trinkern beauf=
tragt
haben. Daneben arbeiten wir aber auch mit dem Guttempler=
orden
. Je nach der Eigenart des zu Betreuenden ſuchen wir dort
die Hilfe, wo uns der beſte Erfolg zu winken ſcheint. Dann kom=
men
aber auch noch eine ganze Anzahl von Trinkern und deren
Angehörigen zu unſerer Rechtsauskunftsſtelle, um ſich beraten zu
laſſen. Die Gefangenenfürſorge wurde noch weiter aus=
gebaut
. Ein Teil der Hilfsbedürftigen ſucht uns ſelbſt auf, andere
werden uns von der Verwaltung des Landgerichtsgefängniſſes
überwieſen. Mit dem Schutzverein arbeiten wir in gegenſeitiger
Fühlung. Wir hoffen, auch auf dieſem Gebiete noch mehr erreichen
zu können. Mit der Gefangenenfürſorge beginnt ſchon der Auf=
gabenkreis
, in dem unſere Hilfe nicht immer freiwillig begehrt
wird, ſondern auf amtliche Veranlaſſung hin unſere Tätigkeit aus=
geubt
wird. Auf dieſem weiten Gebiet fanden wir in dankens=
werter
Weiſe in unſeren Helfern und Helferinnen wertvolle Unter=
ſtützung
. Bei der Jugendfürſorge hat ſich die Zahl der
ſtraffällig gewordenen Jugendlichen inſofern vermindert, als nur
wenige Zugänge zu verzeichnen ſind. Dagegen iſt kein Rückgang
der ſonſtwie ſittlich und moraliſch Gefährdeten feſtzuſtellen, im
Gegenteil ſcheint hier die Kurve noch zu ſteigen. Schutzaufſichten,
Fürſorgeerziehung. Pflegſchaften, Mündelbeiſtandshilfen hatten
wir insgeſamt in 150 Fällen ausgeübt, wobei zu bemerken iſt, daß
ein Teil von uns direkt übernommen wurde.

Soziale Fürſorge. Klein= und Sozialrentner, ſowie
allgemeine Unterſtützungsempfänger wurden uns von dem ſtädt.
Wohlfahrtsamt überwieſen, mit dem Erſuchen, dieſe Perſonen, es
handelte ſich dabei um alte und alleinſtehende Menſchen, meiſt
Frauen, in rein menſchlicher Weiſe zu betreuen. Die rein ma=
terielle
Fürſorge wird vom ſtädt. Wohlfahrtsamt durch die zu=
ſtändigen
Bezirksfürſorgerinnen ausgeübt. Die Zahl dieſer im Jahr
1930 behandelten Fälle beläuft ſich auf 37.
Vormund= und Pflegſchaften über volljährige Per=
ſonen
, die jedoch nicht mehr geſchäftsfähig und entmündigt ſind,
wurden uns im Laufe der letzten Zeit gleichfalls übertragen. Die
Gewinnung hierfür geeigneter Perſönlichkeiten iſt allerdings
ſchwer. Hierbei zeigt ſich auch, daß die amtliche Wohlfahrtspflege
auf die Mitwirkung der freien Liebestätigkeit, namentlich auch
der chriſtlich begründeten, nicht verzichten kann. Zur Mitwirkung
bei der ſozialen Gerichtshilfe wurden wir im vorigen
Jahr in 12 Fällen herangezogen. Es handelte ſich darum, die per=
ſönlichen
und wirtſchaftlichen Verhältniſſe eines Beſchuldigten zu
ergründen und dem Gericht Bericht darüber zu erſtatten, wie auch
zur Frage von Straffnaß Stellung zu nehmen. Entſprechend der
großen Bedeutung, die unſerer Rechtsauskunftsſtelle beizumeſſen
iſt, ſei über ſie ausführlicher berichtet:
Die Rechtsauskunftsſtelle des EWD. iſt im verfloſſenen Jahr
fortgeſetzt und in erhöhtem Maße in Anſpruch genommen worden.
Die Zahl der Auskunftſuchenden belief ſich auf 1659 und dement=
ſprechend
die erteilten Auskünfte. An Schriftſätzen, Geſuchen. Be=
ſchwerden
und Schreiben aller Art wurden 1610 angefertigt. Ver=
tretung
in Terminen vor Gerichten, Verwaltungs= und anderen
Behörden und Organiſationen fanden 224 ſtatt. Die Tätigkeit er=
ſtreckte
ſich auf alle Gebiete des bürgerlichen und öffentlichen
Rechts, insbeſondere Vormundſchaftſachen, erbrechtliche Angelegen=
heiten
, Teſtamente, Vermächtniſſe. Pflichtteilsrecht u. ſ. f. Ange=
legenheiten
des perſönlichen Eherechts und des ehelichen Güter=
recht
, Eheberatung, Grundeigentum= und Hypothekenſachen,
Grundbuchverkehr. Aufwertungsangelegenheiten aller Art. Die
noch andauernde Wohnungsnot und Schwierigkeiten der Mietver=
hältniſſe
brachte dem EWD. ſtarken Verkehr. Desgleichen die ge=
änderte
Steuergeſetzgebung und Praxis (Erhöhung und Ermäßi=
gung
der Sondergebäudeſteuer, Einkommen= und Vermögensſteuer=
erklärungen
auf geänderten Vordrucken u. ſ. f.). Wie früher wurde
von Sozial= und Kleinrentnern in zahlreichen Fällen Rat und
Auskunft begehrt und ihnen ſolche geleiſtet. Dabei handelte es
ſich hauptſächlich um die Frage, ob überhaupt Anſpruch auf Unter=
ſtutzung
oder Zuſatzleiſtung beſtand, ob und welche Einnahmen
ckuf die begehrte Unterſtützung angerechnet werden dürfen, und in
welcher Höhe, insbeſondere Einnahmen aus Untermiete, Arbeits=
verdienſt
, Vorzugsrenten. Zinſen aus Wertpapieren u. ſ. f. Auch
die Frage, ob und unter welchen Vorausſetzungen die Rückerſtat=
tung
von Unterſtützungen von den Unterſtützten und ihren Erben
verlangt werden können, war in zahlreichen Fällen Gegenſtand der
Auskünfte und der ſich daran anſchließenden Verhandlungen.
Die Tätigkeit des Dienſtes beſchränkte ſich nicht auf die Tätig=
keit
in der Sprechſtunde, vielmehr wurden in der Mehrzahl der
Fälle weitere Arbeiten erledigt, Erkundigungen eingezogen. Ver=
handlungen
mit Behörden und anderen Organiſationen und Pri=
vaten
geführt und alles zur ſachgemäßen Erledigung Dienliche
ausgeführt. So konnten wir vielen Gliedern der Gemeinden in
wichtigen perſönlichen und Vermögens=Angelegenheiten gute
Dienſte leiſten und durften uns der dankbaren Anerkennung un=
ſerer
Arbeit erfreuen.
Vertretung bei der Stadtverwaltung: In den
ſtädt. Deputationen und Ausſchüſſen ſind wir wie folgt vertreten:
Jugendwohlfahrtsdeputation: Pfarrer Heß und Lehrer Diehl;
Erziehungsausſchuß: Pfarrer Heß; Beſchwerde=Ausſchuß der Ju=
gendwohlfahrt
=Deputation: Oberreallehrer Frank; allgemeine
Wohlfahrtsdeputation: Diakon Gull; Unterſtützungsausſchuß:
Diakon Gull;;Beſchwerdeausſchuß der allgemeinen Wohlfahrts=
Deputation: Lehrer Helmreich. Zahl der in der Sprechſtunde
erteilten Auskünfte (rund) 2000: Hausbeſuche bei Hilfsbedürftigen
und Klienten 1042: Sitzungen bei Behörden 35; Geſamtzahl der
Auskünfte, Beſuche und Schreiben 5401.

* Aus den Darmftädter Lichkſpielkheakern.
Helia.
Der Sprechfilm Die Gefahren der Liebe iſt in erſter Linie
erzieheriſch zu bewerten, und zwar gut zu bewerten. Unter den
Sexual= und Aufklärungsfilmen, von denen die letzte Zeit mehrere
brachte, zeichnet er ſich durch Sachlichkeit der Darſtellung und
durch die ſchonungsloſe Gründlichkeit aus, mit der er die Gefahren
leichtſinnigen Geſchlechtsverkehrs, insbeſondere die Symptome,
Auswirkungen, Behandlung der Syphilis darlegt und in Bei=
ſpielen
zeigt, die für empfindliche Zuſchauer manchmal an=
greifend
ſein mögen. Immerhin iſt das durch den Zweck des
Films. Warnung und Belehrung zu geben, gerechtfertigt, und eine
Verharmloſung wäre falſch am Platze geweſen. Daß die medi=
ziniſche
Seite der Angelegenheit in eine allgemein=filmiſche Hand=
lung
, durch die eine ſtarke menſchliche Beteiligung ermöglicht
wird, eingeſchaltet wurde, iſt nicht zu beanſtanden, da trotz ſen=
ſationeller
Spannungsmomente der Blick nicht vom eigentlichen
Themr abgelenkt wird, deſſen Ernſt durch die ganze Art der
Behandlung reſpektiert wird. Schauſpieleriſch iſt die Leiſtung
Toni van Eycks hervorzuheben, auch der Regie von Eugen
Thiele gebührt für den nachdrücklichen Ernſt der Durchführung
ein Lob. Im ganzen iſt der Film nicht vom künſtleriſchen Stand=
punkt
, ſondern wie geſagt, als notwendige ſexualpädagogiſche Auf=
klärung
zu werten.
Union=Theater
bringt einen, abgeſehen von Mängel im Tonlichen, ganz ausge=
zeichneten
Wilhelm=Dieterle=Film. Dämon des Meeres
in der Regie von Michael Kerteß, nach einem Roman ent=
ſtanden
, der im Anfang des 19. Jahrhunderts in England ſpielt.
Die Regie zeichnet ſehr gute, zeitgemäße Milieubilder. Was an
dieſem Film aber ſpannend und hervorragend iſt, ſind neben
Wilhelm Dieterles meiſterhafter ſchauſpieleriſcher Leiſtung
die grandioſen Bilder und Szenen, die ſowohl in den Kajüten
und an Deck der Walfiſchfänger, nicht wie heute Dampfer, ſondern
Segler ſpielen, wie auch beim Walfang ſelbſt. Packend draſtiſche
Szenen in den Matroſenkneipen an Land wechſeln mit grandioſen
Bildern aus Seeaufnahmen ab. Den Höhepunkt ſtellen in bild=
techniſcher
Hinſicht fabelhaft konſtruierte Sturmſzenen dar. Neben
Dieterle ſtehen eine Anzahl prachtvoller Seemannstypen, die
namentlich nicht genannt werden, die aber ſo ausgezeichnet ſind,
daß jeder von ihnen eine Sonderbeſprechung rechtfertigte. Auch
Anton Pointner als Martin löſt ſeine ſchauſpieleriſche Auf=
gabe
ſehr gut, ebenſo Liſſi Arna, die als Thea rührend und
packend zugleich iſt. Das Beiprogramm bringt einige ſehr inter=
eſſante
Orcheſterdarbietungen.
Palaſt=Lichtſpiele. Der Quo vadis=Film in den
Paloſt=Lichtſpielen verlängert. Wegen des großen Andranges
und täglich ausverkauften Hauſes wurde dieſer Rieſenfilm aus
der Zeit der Chriſtenverfolgung bis Montag, den 20. Juli, ver=
längert
. Die Beſucher ſind begeiſtert von der unbeſchreiblichen
Wirkung der aufgebotenen Maſſen und der grandioſen Film=
bilder
des brennenden Roms uſw. Emil Jannings, der früher
am hieſigen Landestheater jahrelang tätig war, iſt in der Rolle,
in der er Weltruf erlangte, als Nero unübertrefflich. Im übrigen
wird auf die Kritik vom Donnerstag verwieſen. Jeder möge dieſe
Gelegenheit, dieſen Rieſenfilm noch bis Montag zu ſehen, benutzen.
Die Anfangszeiten bittet man tunlichſt einzuhalten. Werktags
3.30, 6.00 8,15 Uhr, Sonntag 2. 4, 6 8,15 Uhr. (Siehe auch die
Anzeige.)
Die Reichsbankſtelle verweiſt beſonders auf ihre heutige
Anzeige betreffend Oeffnung ihrer Schalter, die ab Montag wieder
wie früher erfolgt.
Die Ruſſiſche Kapelle auf der Mathildenhöhe iſt jeden Tag
zur Beſichtigung von 1012,30 Uhr und von 37 Uhr geöffnet.
Tageskalender für Samstag, den 18. Juli 1931.
Heſſ. Landestheater, Großes Haus: Geſchloſſen. Kleines
Haus, 20 Uhr: O, ſpaniſche Fliege. 22.45 Uhr: Nachtvor=
ſtellung
Intimitäten Konzerte: Zur Oper. Schloß=
keller
, Sportplatz=Reſtaurant am Böllenfalltor, Herrngarten=
kaffee
. Hotel=Reſtaurant Poſt, Schuls Felſenkeller, Gaſthaus
zum Roten Löwen. Datterich. Kinovorſtellungen:
Union=, Helia= und Palaſt=Lichtſpiele:

Aw. Die diesmalige Tagung des Schwurgerichts endet am
Freitag mit einer Verhandlung wegen Meineids gegen
ein junges Mädchen aus Roßdorf und wegen An=
ſtiftung
gegen deſſen Bräutigam, einen 26jährigen
Wagner aus Ober=Ramſtadt. Die beiden waren noch
nicht verloöt, als das Mädchen eines ſchönen Junimorgens nach
Ober=Ramſtadt wanderte, um ihren damaligen Freund zu be=
ſuchen
. Sie fand ihn in der Werkſtatt beſchäftigt. Sie ſtanden
kaum ein Weilchen zuſammen, als der junge Mann ein Mädel
aus der naheliegenden Kammfabrik kommen ſah, er bat ſeine
Freundin, in den Kellerraum zu gehen, denn das Mädel brauche
ſie nicht bei ihm zu ſehen. Sie ging runter. Das Mädchen kam
und wollte einen Sack voll Sägemehl holen, ſo daß er mit ihr
ebenfalls in den Keller mußte, wo das Sägemehl war. Seine
Freundin verſteckte ſich derweil hinter einer Maſchine, ſo daß das
Fabrikmädchen ſie gar nicht zu ſehen bekam. Am Abend wurde er
von einem Bekannten zur Rede geſtellt was das heißen ſolle, es
ginge in der Kammfabrik das Geſpräch, er habe das Mädel im
Keller vergewaltigen wollen, und es ſei ihr nur mit Mühe ge=
lungen
, ihn abzuwehren. Er ſagte gleich, aber das iſt ja unmög=
lich
, meine Freundin war ja bei mir. Dennoch ſtellte er am näch=
ſten
Morgen das Mädel zur Rede, die aber alles abſtritt. Soweit
die Darſtellung des jungen Mannes. Fünf Tage darauf wurde
er von dem Vater des Mädchens wegen verſuchter Notzucht an=
gezeigt
. Er nahm die Sache ſehr auf die leichte Achſel, denn er
fühlte ſich unſchuldig und nannte auch ſeine Freundin nicht ſofort
als Zeugin. Das wurde ihm aber zu ſeinen Ungunſten ausgelegt,
und in der im November ſtattfindenden Verhandlung vor dem
hieſigen Bezirksſchöffengericht wurde er, wenn auch nicht wegen
verſuchter Notzucht, ſo doch wegen tätlicher Beleidigung verurteilt.
Seine Freundin wurde in dem damaligen Urteil als abſolut
unglaubwürdig bezeichnet, wenn auch die Ausſage des anderen
Mädchens als übertrieben galt. Das Juſtizminiſterium veran=
laßte
nun die heutige Verhandlung. Die beiden Angeklagten blei=
ben
auch heute mit aller Beſtimmtheit bei ihren Ausſagen. Das
17jährige Fabrikmädel beeidigt zwar ihre Ausſage, macht aber
einen derartig unſicheren und ungünſtigen Eindruck, daß ſelbſt der
Staatscnwalt ſich veranlaßt ſieht, Freiſpruch mangels Beweiſes
zu beantragen. Die beiden Verteidiger behaupten man könne
dem Mädchen, das gerade in geſchlechtlichen Dingen ſchon für ſein
Alter außerordentlich bewandert ſei, kein Wort glauben. Sie habe
zweifelsohne nur in der Fabrik damit renommieren wollen, und
dann nicht mehr gewagt, das Geſagte zurückzunehmen, und das
Ganze ſei ihr ſpäter über den Kopf gewachſen. Das Gericht
ſchließt ſich den Ausführungen des Staatsanwalts an und ſpricht
beide mangels Beweiſes frei. Ein Verdacht bleibe wohl beſtehen,
aber das Gericht ſei doch nicht in der Lage, die Beiden auf Grund
der Ausſagen des Mädchens zu verurteilen.

Lokale Veranſtalkungen.

Heute Samstag, morgen Sonntag finden im Hotel=
Reſtaurant Poſt, am Hauptbahnhof, in ſämtlichen Parterre=
räumen
die allſeits beliebten ſchönen Geſellſchaftsabende
mit Tanz ſtatt. Alle Beſucher dieſer Abende werden immer
wieder gerne darauf zurückkommen. (Siehe heutige Anzeige.)
Schuls Felſenkeller. Der am Mittwoch wegen
ungünſtiger Witterung ausgefallene Rheiniſche Abend findet
heute, Samstag, ſtatt. Für Sonntag iſt großer Stimmungsabend
vorgeſehen. Konzert bei ungünſtiger Witterung im Brauereiaus=
ſchank
Schloßgaſſe. (Vergl. Anzeige.)
Chriſtlicher Verein Junger Männer, Darm=
ſtadt
E V., Alexanderſtraße 22 (Inf.=Kaſ.). Sonntag, den 19.
Juli früh 9 Uhr, haben wir unſere monatliche Weißkreuzſtunde.
Wir laden hierdurch zu dieſer Stunde noch einmal ein, und zwar
nicht nur iſere Mitgliede und Freunde, jeder junge Mann iſt
herzlich willkommen. Die Stunde iſt in der Stadtmiſſion, Mühl=
ſtraße
24. Abends 8 Uhr iſt in unſerem Heim, Alexander=
ſtraße
22, unſere Monatsverſammlung. Auch hierzu iſt jeder
junge Mann herzlich eingeladen. Es wird muſiziert und geſungen.
Unſer Heim und unſere Veranſtaltungen ſtehen jedermann offen,
ohne Unterſchied des Standes und der Konfeſſion. Die frohe
Botſchaft von Chriſtus wollen wir jedem nahe bringen, unſer Pro=
gramm
bietet aber auch Unterhaltung, Geſelligkeit, Vorträge,
Wandern und Sport.

Aus Heſſen.

Dg. Arheilgen, 17. Juli. Straßenſperrung. Durch
das Reichsbahn=Betriebsamt Darmſtadt I werden am Uebergang
Nr. 32 (Stellwerk I) der Provinzialſtraße von Arheilgen nach der
Provinzialſtraße DarmſtadtMeſſel Gleisarbeiten ausgeführt.
Es iſt dies der Uebergang kurz vor dem Bahnhof Kranichſtein.
Aus dieſem Grunde iſt der Uebergang am 21. und 23. Juli d. J.,
in der Zeit von vormittags 7 Uhr bis nachmittags 3.30 Uhr,
für Kraftfahrzeuge und Fuhrwerke jeder Art geſperrt. Die Um=
leitung
erfolgt für den Durchgangsverkehr über Darmſtadt. Die
aufgeſtellten Warnungsſchilder ſind zu beachten.
Cu. Pfungſtadt, 17. Juli. In der geſtrigen Gemeinderats=
ſitzung
war das Kollegium vollzählig vertreten. Außerdem eine
große Anzahl Zuhörer. Die zur Debatte ſtehenden Voranſchläge
1931 waren bereits in verſchiedenen Finanzausſchußſitzungen be=
ſprochen
, doch gingen die Fraktionen ohne beſondere Feſtlegungen
in die Hquptſitzung. Es war dadurch notwendig, eine allgemeine
Ausſprache aller Rubriken vorzunehmen. Die Kommunale Wäh=
ler
=Vereinigung hatte hierzu eine Reihe Anträge ſchriftlich einge=
reicht
, welche von dem Vorſitzenden, Gemeinderat Martin, ausgie=
big
erläutert wurden. Insbeſondere will die Kommunale Wähler=
fraktion
erreichen, daß die Beamtenbeſoldung eine Regelung er=
fährt
, wie es die Reichsrichtlinien vorſchreiben, um im Etat grö=
ßere
Erſparniſſe zu erzielen. Herr Martin vertrat weiter den
Standpunkt, daß die Regelung der Beamtengehälter durch Not=
verordnung
verfügt ſei, außerdem würde die Gemeinde Gefahr
laufen, daß ihr bei Nichteinhaltung der Verordnung Mittel aus
dem heſſiſchen Ausgleichsſtock verſagt bleiben. Auf Grund der
Ausſprache kann als feſtſtehend angeſehen werden, daß die Sozia=
liſten
und Kommuniſten den Antrag auf Aufhebung des Fuhr=
parks
ablehnen werden, obwohl ſeitens der Antragſteller ſtark be=
tont
wurde, daß er als ein Verluſtbetrieb anzuſehen und in der
weiteren Umgegend ein ſolcher nicht mehr anzutreffen ſei. Man
glaubt ſogar, daß von ſozialdemokratiſcher Seite eine Erweiterung
des Fuhrparks angeſtrebt wird. Wenn man ſich vergegenwärtigt,
daß die durch die Bürgeranträge eingeſparten Mittel für Auffül=
lung
der ſtark belaſteten Wohlfahrtsrubrik Verwendung finden
ſollen, muß man erſtaunt ſein über die Ablehnungsgründe, trotz
der ſchlechten Kaſſenlage. Die Sitzung wurde um 11 Uhr abends
abgebrochen, um in den Beratungen am Montag fortzufahren.
Cu. Pfungſtadt, 17. Juli. Nach Schluß der öffentlichen Ge=
meineratsſitzung
unternahmen die Kommuniſten erneut einen
Umzug durch die Ortsſtraßen. Zu Zwiſchenfällen kam es nicht.
Der Berliner Mozartchor hat das gehalten, was vorausgeſagt
wurde. Das zahlreiche Publikum nahm dankbar und mit großem
Beifall die Darbietungen auf.
Eberſtadt, 17. Juli. Muſikverein 1904. Zu dem
am Samstag abend im Gaſthaus Zur Traube (Baumgärtner)
ſtattfindenden Gartenkonzert hat der Muſikverein 1904 ein
auserwähltes Programm aufgeſtellt, ſo daß allen Beſuchern ein
ſchöner Kunſtgenuß bevorſteht. Bei ſchlechtem Wetter findet das
Konzert im Lokal ſtatt. Ausflug des Kirchengeſang=
vereins
. Der Kirchengeſangverein unternimmt am Sonntag
einen Ausflug nach Waſchenbach. Dort Einkehr und bei Geſang
des Vereins gemütliches Zuſammenſein. Abmarſch mittags 1 Uhr
vom Gemeindehaus aus. AerztlicherSonntagsdienſt.
Den ärztlichen Sonntagsdienſt verſieht am Sonntag, den 19. Juli
1931, Dr. med. Aſcher. An ihn wende man ſich, wenn der
Hausarzt nicht erreichbar iſt.
Aa. Eberſtadt, 17. Juli. Ausfall des Theaterzugs.
Die Straßenbahndirektion hat jetzt den ſogenannten Theaterzug
der Vorortlinie, der auch die Theatergäſte aus der Heidelberger=
ſtraße
und Umgebung nach Hauſe brachte, bis zur Wiedereroff=
nung
des Großen Hauſes eingeſtellt.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 17 Juli. Vermißt. Der im benach=
barten
Waſchenbach wohnhafte und dortſelbſt verheiratete, 60
Jahre alte Landwirt Jakob Neff hat ſich am letzten Montag
früh von zu Hauſe entfernt und iſt inzwiſchen nicht mehr heim=
gekommen
. Die Vermutung liegt nahe daß er in der Fremde
herumirrt und ſchließlich verkommt. Der Mann macht einen etwas
geiſtesgeſtörten Eindruck, iſt ſchon recht ſtark ergraut und hat einen
ſchleppenden Gang. Die Tatſache, daß er ſehr menſchenſcheu iſt,
und es möglichſt vermeidet, mit fremden Leuten zuſammenzu=
kommen
läßt vermuten daß er bewohnte Gegenden nicht auf=
ſucht
und ſich wahrſcheinlich in Wäldern verborgen hält, ſofern er
überhaupt noch am Leben iſt. Neff hat ſich in der letzten Zeit
ſchon des öfteren von ſeiner Familie entfernt, iſt aber dann ſpä=
teſtens
am folgenden Tage wieder zurückgekehrt. Er ſtammt aus
Ober=Moſſau i. O. und hat dortſelbſt noch Verwandte wohnen.
Es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß er ſich in dortiger Gegend aufhält.
Zuletzt wurde er auf dem Wege nach Ober=Ramſtadt zu geſehen.
Sachdienliche Mitteilungen werden an die Bürgermeiſterei in
Waſchenbach erbeten. Jahresfeſt. Am kommenden Sonn=
tag
begeht die hieſige Evangeliſche Gemeinſchaft ihr Jahresfeſt
und feiert dabei das 25jährige Beſtehen des Vereinshauſes. Ein=
geleitet
wird die Feier durch einen um 9.30 Uhr vormittags be=
ginnenden
Feſtgottesdienſt in der hieſigen Kirche, wobei Herr
Paſtor Simſa aus Bad=Nauheim ſprechen wird.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 16. Juli. Schulſparkaſſe. Trotz des
Hinweiſes, daß die Geſchäfte der Schulſparkaſſe nach Ablauf der Som=
merferien
wieder aufgenommen werden ſollen, mehren ſich die Anträge
auf Abhebung der Spargelder. Es liegt abſolut kein Grund vor, dieſe
Spargelder abzuheben, da ſie feſtverzinslich bei dem hieſigen Spar= und
Darlehnskaſſeverein angelegt ſind. Eltern, die trotzdem glauben, das
erſparte Geld ihrer Kinder aus dem Schulſparkaſſenfonds herausnehmen
zu ſollen, um es auf andere Weiſe wieder anzulegen, haben hierzu Ge=
legenheit
dadurch, daß ſie bei dem Leiter der Schulſparkaſſe, Herrn Rek=
tor
Körner hier, den Antrag auf Ueberſchreibung des Guthabens auf
den Namen des betreffenden Kindes ſtellen. Das Kind erhält alsdann
ſein eigenes Sparkaſſenbuch, und die Einlage wird als ſolche getrennt
von der Schulſparkaſſe geführt. Dringend zu warnen iſt vor übereilten
Abhebungen; ganz abgeſehen davon, daß dieſe nur im Rahmen der zur
Verfügung ſtehenden Geldmittel erfolgen können. Infolge der Geld=
mittelknappheit
im allgemeinen und unter dem Einfluß der neuen Not=
verordnung
iſt nicht damit zu rechnen, daß in abſehbarer Zeit ſehr viel
flüſſige Gelder zur Verfügung geſtellt werden können. Wer daher ſein
Geld nicht gerade dringend zur Anſchaffung eines abſolut notwendigen
Gegenſtandes benötigt, follte in der Jetztzeit im Intereſſe unſerer Ge=
ſamtwirtſchaft
davon abſehen, Spargelder abzuheben. Es ſollte ein
jeder bedenken, daß die Kaſſe das Geld nicht im Kaſſenſchrank liegen hat,
ſondern, daß nahezu 75 Prozent der Spargelder in langfriſtigen Gold=
markhypotheken
und Krediten ausgeliehen ſind, die nicht von heute auf
morgen zurückgezahlt werden können. Dieſe Art Geldanlage bietet aber
auch die Gewähr dafür, daß keine Verluſte entſtehen und daß ſomit die
Spareinlagen gut geſichert ſind.
G. Ober=Ramſtadt, 17. Juli. Sommerfeſt. Das dies=
jährige
Sommerfeſt des Turnvereins 1877, D. T.. findet, dem
Vernehmen nach am Samstag, den 1., und Sonntag, den 2. Aug.,
ſtatt. Nähere Einzelheiten hierüber folgen noch. Falſch=
geld
. Wie bekannt wird, wurde bei der Kirchweihe in Hahn
bei Ober=Ramſtadt am letzten Sonntag wieder Falſchgeld, und
zwar in Stücken zu 2 RM., 1 RM. und 50 Rpfg. in den Verkehr
gebracht. Die Falſchſtücke ſollen durch ſchlechte Prägung und bläu=
liches
Ausſehen als ſolche leicht erkennbar ſein. Einen ſchönen
Erfolg hatte die Firma Neue Röhrwerke, A.=G., Ober= Ram=
ſtadt
, am letzten Sonntag bei der Schönheitskonkurrenz für Auto=
mobile
in Bad=Homburg zu verzeichnen. Die drei Neuen Röhr 8=
Wagen wurden mit einem 1. Preis und der höchſten automobili=
ſtiſchen
Auszeichnung dieſer Konkurrenz. dem Blauen Band und
zwei 2. Preiſen bedacht. Feuerwehrübung. Die nächſte
Feuerwehrübung, an welcher ſowohl die Mannſchaften der Frei=
willigen
, als auch der Pflichtfeuerwehr teilzunehmen haben, findet
am Montag, den 20. Juli, abends 8 Uhr, ſtatt. Gemeinde=
ſteuer
. In den nächſten Tagen gelangen die Steuerbeſcheide
für Gemeinde=, Kreis= und Provinzſteuer 1931 zur Zuſtellung.
In den Fällen, in denen Steuerpflichtige aus der Abrechnung der
1930er Steuern Beträge erſtattet bekommen oder Nach=(Abſchluß=)
Zahlungen zu leiſten haben, ſind bei der erſten Zahlung mit den
neuen Steuerbeſcheiden auch die vorläufigen Beſcheide 1930 vor=
zulegen
.
G. Ober=Ramſtadt, 17. Juli. Der Turnverein 1877 hält ſein
diesjähriges Sommerfeſt am Samstag, den 1., und Sonntag, den
2. Auguſt, auf dem Turnhallengelände in der Wehrſtraße ab. Am
Samstag abend bilden Muſik= und Geſangsvorträge, das Stellen
von Pyramiden uſw., im Weſentlichen das Programm. Am
Sonntag (2. 8.) wird dann ein Schülerwettkampf zwiſchen dem
Turnverein Roßdorf und dem Turnverein 1877 ausgetragen, und
zwar fik. die volkstümlichen Uebungen vormittags 10 Uhr ſtatt,
während Gerätewettkampf die Einleitung der Feſtfolge des
Nachmittag bildet. Daran anſchließend wird das übliche Pro=
gramm
durchgeführt, während abends Tanzgelegenheit in der
Turnhalle geboten iſt. Verpachtung. Die Winterſchafweide
1931/32 wird am Donnerstag, den 23. d. M., vormittags 11,30
Uhr, auf dem Rathaus öffentlich verpachtet.

[ ][  ][ ]

Nummer 197

Samstag, den 18. Juli 1931

Seite 7

b. Erbach i. O., 14. Juli. Immer näher rückt der bekannte
Erbacher Wieſenmarkt. Ungeachtet der Schwere unſerer Zeit
haben die maßgebenden Stellen in Erbach i. O. wieder ihre Vor=
bereitungen
getroffen. Warum auch nicht? Der Eulbacher Markt
iſt gegründet worden in ſehr ſchwerer Zeit. Der Gründer war
ein guter Pſychologe. Er hat eingeſehen, daß eine Reihe trüber
Tage auch hin und wieder eine Unterbrechung erfahren müſſen.
Der Menſch kann nicht ohne Sonne leben. Das wußte Graf Franz
ganz genau. Wie die realſten Dinge, ſo ſpielt auch die Illuſion
im Leben eine Rolle. Die Gedanken, wie ſie der Gründer ſeiner=
zeit
vertrat, waren allezeit von maßgebenden Stellen der Stadt
Erbach übernommen worden. Der Erbacher Wieſenmarkt ſpielt
im Kranz der Feſte des hinteren Odenwaldes eine beſondere Rolle.
Man kann ihn nicht vergleichen mit einer anderen Veranſtaltung.
Wie manche Feſtlichkeit wurde ſchon aufgezogen und war nach
kurzer Zeit überholt. Daß der Eulbacher Markt zum 129. Male
abgehalten werden kann und ſich der gleichen Beliebtheit erfreut,
beweiſt ſeine Sonderſtellung. Der Erbacher Wieſenmarkt iſt und
bleibt das beliebte Volksfeſt des Odenwaldes. Deshalb hat man
auch in dieſer recht ſchweren Zeit ein ordentliches Programm für
den diesjährigen Erbacher Wieſenmarkt zuſammengeſtellt.

Am Sonntag, den 19. Juli 1931
rommen die Flugſportfreunde auf ihre Rechnung. Die Sport=
fliegervereinigung
Mainz=Wiesbaden veranſtaltet einen Flugtag.
Aus dem recht intereſſanten Programm der Sportfliegervereini=
gung
iſt die Flugzeugſchau der Geſchwaderflug ſowie die Kunſt=
flüge
(Looping, Rolling, Rückenflug) hervorzuheben. Beſonders
intereſſant ſcheinen die Luftturniere Ballonjagd und ein Poſtſack=
zielabwurf
zu werden. Einer der Herren Flieger wird aus 600
Meter Höhe einen Fallſchirmabſprung unternehmen. Der Clou
des Tages wird aber offenbar der Start des kleinſten deutſchen
Kunſtfliegers im kleinſten deutſchen Sportflugzeug werden. Den
Flugluſtigen iſt Gelegenheit geboten, ſchon morgens Paſſagier=
rundflüge
zu unternehmen.
Der 2. Markttag, Montag, den 20. Juli 1931.
ſtand ſtets im Zeichen der Landwirtſchaft. Auf der Rennbahn ſo=
wohl
, wie auf dem Turnierplatz wurde luſtig das Pferd getum=
melt
. Auch in dieſem Jahre hat der Odenwälder Reiterverein,
e. V., Erbach i. O., ein Turnier vorbereitet. Die Nennungen ſind
überaus groß. Es werden die üblichen Geſpannprüfungen vormit=
tags
vorgenommen, während nachmittags das eigentliche Turnier
ſtattfindet. Dieſe Veranſtaltung des Odenwälder Reitervereins
weiſt ein recht intereſſantes Programm auf, aus dem zunächſt die
Jagdſpringen in den verſchiedenſten Klaſſen hervorzuheben ſind.
Die ländlichen und ſtädtiſchen Reiter werden ihr beſtes Können
zeigen. Ebenſo wird das Publikum durch hervorragende Darbie=
tungen
der heſſiſchen Schutzpolizei überraſcht werden. Den Ab=
ſchluß
dieſer Veranſtaltungen bildet ein Gewandtheitsreiten, bei
dem es nicht ohne Humor abgehen wird. Schon allein die Be=
zeichnung
Wildweſt im Wochenend läßt eine Ueberraſchung ver=
muten
.
Der letzte Sonntag des Eulbacher Marktes,
diesmal der 26. Juli 1931. bietet ſeit 1929 außerordentliches. Die
ſchon in früheren Jahren gerne geſehenen wilden Rennen wurden
im Jahre 1929 in öffentliche Pferderennen umgewandelt. Der
Odenwälder Reiterverein ordnete ſich den Bedingungen des
Unionklubs, der oberſten Rennbehörde, und den Bedingungen des
Verbandes deutſcher Warmblutzüchter unter. Schon das erſte Jahr
brachte einen guten Erfolg. Im Jahre 1930 waren die Rennen
zu einem außerordentlichen ſportlichen Ereignis geworden. War
es nicht herrlich, mit anzuſehen, wie die edlen Pferde im ge=
ſchloſſenen
Felde über die ſchweren engliſchen Sprünge hinweg=
raſten
, in einem Tempo, das dem Zuſchauer faſt den Atem nahm?
War nicht die ganze Sportpreſſe eines Lobes voll über die in Er=
bach
gelaufenen Rennen? Und allem gab die Anweſenheit des
Vorſitzenden der Abteilung für Halbblutrennen des Reichsverban=
des
für Zucht und Prüfung deutſchen Warmblutes, Herrn Grafen

von Schmettow aus Berlin, die beſondere Note. Auch in dieſem
Jahre wird der in Reitkreiſen hochverehrte Sportsmann die Er=
bacher
Pferderennen mit ſeinem Beſuch beehren. Kein Wunder,
daß ſich der Odenwälder Reiterverein alle erdenkliche Mühe gibt,
um die diesjährigen Veranſtaltungen nicht hinter den vorjährigen
Rennen zurückſtehen zu laſſen, ja möglicherweiſe noch zu übertref=
fen
. Was bringt uns der diesjährige Renntag am 26. Juli?
An erſter Stelle ſehen wir das Ehrenrennen für Pferde Olden=
burger
Abſtammung. Der Odenwälder Reiterverein betrachtet
es als eine Ehrenſache, neben den Voll= und Halbblütern, die
Leiſtungen der heimiſchen Landwirtſchaft zu zeigen. In Reiter=
kreiſen
ſtreitet man ſich lebhaft um die Frage, wer wohl in dieſem
Jahre der glückliche Sieger ſein wird. An zweiter Stelle ſehen
wir ein Vollblüterrennen, welches um den Heſſenpreis gelaufen
wird. In den vergangenen Jahren war dieſes in ſehr kurzer
Zeit gelaufene Rennen ſtets ein ſehr flottes und eindrucksvolles
geweſen. Die für die Konkurrenz eingegangenen Bewerbungen
werden anfangs der nächſten Woche noch eingehend beſprochen
werden. Des weiteren finden wir wiederum das Graf Eberhard=
Erinnerungs=Jagdrennen, welches von Reitern mit Herrenreiter=
lizenz
. Offizeren der Reichswehr, der Schutzpolizei oder Mitglie=
dern
des Turnier=Herrenreiter= und Fahrverbandes beſtritten
wird. Wir finden in dieſem Kampfe bekannte Halbblüter, wie
Schmetterling. Marſchall, Herta, Käthe, Morgenröthe. Ehrentraut
von Ermsleben, Die=da. Mondſchein, Jenny=Lind, Biene, Aus=
reißer
und Nuntius. Wem die Siegespalme zufällt, iſt in dieſem
Jahre recht fraglich, da ſich verſchiedene dieſer Pferde in den ver=
floſſenen
Rennen gegenüber dem vorigen Jahre als ſtark gebeſſert
gezeigt haben. Es folgt hierauf das Rennen um den Preis der
Stadt Erbach. In dieſem Rennen werden ſich bekannte Vollblüter
meſſen. Das Rennen geht über 3200 Meter. Auch hier werden
die Konkurrenten in nächſter Woche bekannt gegeben. In dem
darauf folgenden Odenwald=Flachrennen für Halbblüter werden
neben verſchiedenen anderen erſtklaſſigen Halbblutpferden ſtar=
ten
: Perlenkönig, Dornenroſe, Dompfaff, Waldſee Roſa und
Sanna=Anna. Die Beſetzung des Eulbacher Markt=Hürdenrennens
mit Vollblütern der Klaſſe B wird für die Totaliſatorfreunde
vielleicht Ueberraſchungen bringen. Das Amazonenrennen brachte
in dem vergangenen Jahre einen bedeutenden Erfolg. Es wurden
außerordentlich gute Zeiten geritten. Das Publikum war in einer
Rieſenſpannung. Schon kurz nach dem Start der ſchneidigen Rei=
terinnen
überkam ſämtliche Zuſchauer eine ſelten geſehene Begei=
ſterung
. Auch in dieſem Fahre iſt das Feld für das Amazonen=
flachrennen
gut beſetzt. Die Freunde des Rennſportes ſehen den
Leiſtungen unſerer Damen mit großer Begeiſterung entgegen. So
kann auch der letzte Tag des Eulbacher Marktes im Jahre 1931,
ſoweit dies die Vorbereitungen überſehen laſſen, zu beachtlichen
Leiſtungen auf dem Gebiete des Pferdeſportes führen.
Zu einem wirklichen Wochenende für Sportler wird der letzte
Wieſenmarktstag indeſſen auch durch ein Handballſpiel des Poli=
zeiſportvereins
Heidelberg. 1., gegen den Turnverein 1860 geſtaltet
werden. Dieſes Handballſpiel beginnt bereits um 10 Uhr. Wäh=
rend
der Rennen iſt der Totaliſatorbetrieb wieder im Gange. Den
Zeitverhältniſſen trägt die Totaliſatorverwaltung dadurch Rech=
nung
, daß ſie auch kleinere Einſätze von 2.50 RM. zuläßt, Außer=
dem
werden auch Schalter mit Doppelſatz auf Sieg und Platz zu=
gelaſſen
.
In Verbindung mit allen dieſen erſtklaſſigen Sportdarbie=
tungen
ſteht natürlich der gemütliche, luſtige Marktbetrieb. Die
Beſetzung des Vergnügungsparkes iſt, wie in den früheren Jahren,
bekannt gut. Es iſt anzunehmen, daß jeder Marktbeſucher in aus=
reichendem
Maße auf ſeine Rechnung kommt. Hierbei ſei nicht un=
erwähnt
, daß auch bezüglich der Verpflegung und Preiſe günſtiges
zu berichten iſt. So wird wie ſeit weit über einem Jahrhundert,
das Odenwälder Volksfeſt ſich auch in dieſem Jahre wieder ab=
ſpielen
. Der Großvater und Urgroßvater wird ſich mit dem Enkel
und Urenkel einfinden und ſchöne Erinnerungen aus früheſter
Jugendzeit werden wie ſtets die gewohnte Anziehungskraft er=
höhen
Es iſt zu hoffen, daß den unverdroſſenen Vorbereitern
des Odenwälder Volksfeſtes, des Erbacher Wieſenmarktes, ein
guter Erfolg beſchieden ſein wird.

Zu der Blukkal in Groß=Gerau.
Groß=Gerau, 17. Juli.
Zu der politiſchen Bluttat in Groß=Gerau erfahren wir
noch: Der erſchoſſene Hammer hinterläßt vier Kinder, von
denen das älteſte 15 Jahre alt iſt. Hammers Frau iſt kürzlich
erſt geſtorben, ſo daß die vier Kinder jetzt Vollwaiſen ſind.
Das Befinden des durch Lungenſchuß ſchwerverletzten
Wehnhöfer hat ſich bis Freitag mittag glücklicherweiſe nicht
verſchlechtert. Doch beſteht immer noch Lebensgefahr.
Der Nationalſozialift, der am Vorabend der Tat die Piſtole
bei dem Wirt des Stammlokals der N.S.D.A.P. abgab, war
nicht, wie zuerſt gemeldet, der erſte Vorſitzende der Groß=Gerauer
Ortsgruppe der N. S.D.A.P., ſondern der zweite Vorſitzende.
Der Gauleiter der N. S.D.A.P. in Heſſen gibt zu der Groß=
Gerauer Bluttat folgende Erklärung ab:
Ich bedauere als verantwortlicher Gauleiter die Vorkomm=
niſſe
in Groß=Gerau und ihren Ausgang allein um der Opfer wil=
len
und insbeſondere beſorgt um das Schickſal der vier unmündi=
gen
Kinder. Die unmittelbaren Opfer ſind das Ergebnis einer
jahrelang geduldeten Hetze in der marxiſtiſchen Preſſe, vor allem
aber zweifellos hervorgerufen durch die Mordhetze der kommuni=
ſtiſchen
, wahrſcheinlich ruſſiſchen, Provokateure. Dieſe ſauberen
Burſchen ſind die eigentlichen Urheber.
Die N.S.D.A.P. beklagt ſelbſt in den letzten Monaten eine
große Zahl von Toten und eine noch größere Anzahl von Schwer=
verletzten
.
Die beteiligten Parteigenoſſen haben ſich durch ihr Verhalten
ſelbſtverſtändlich, entſprechend der Anordnung des Führers der
Partei, Adolf Hitler, aus der Partei ſelbſt ausgeſchloſſen. Nach=
dem
wir den Sachverhalt eingehend geprüft haben, ſtehe ich aber
nicht an, zu erklären, daß die Bewegung den Rechtsſchutz der un=
glücklichen
S.A.=Leute übernimmt. Der Verteidiger iſt inzwiſchen
beſtellt worden.

Ds. Fränkiſch=Crumbach, 17. Juli. Oeffentliche Ver=
ſammlung
. Am Mittwoch fand hier im Gaſthaus Zum
Löwen eine öffentliche Verſammlung ſtatt, zwecks Gründung einer
Milchverwertungsgenoſſenſchaft. Herr Hofpächter Adolf Schädler,
eröffnete die Verſammlung, begrüßte alle Anweſenden und über=
gab
dem Vertreter des Verbandes heſſiſcher landwirtſchaftlicher
Genoſſenſchaften das Wort. Dieſer dankte vor allem für das ſo
zahlreiche Erſcheinen, und ſprach in ſeinen weiteren Ausführungen
beſonders über die Milchverwertung zur beſſeren Rentabilität der
Landwirte. Er betonte hauptſächlich, daß die Milch durch Ver=
arbeitung
in der Molkerei ſowohl, als auch durch Belieferung der
Städte mit Friſchmilch, einen bedeutend höheren Preis erlange,
als dies bei der Verbutterung der Fall iſt. Die Erklärungen be=
ſtätigten
ſich durch die Worte des Geſchäftsführers der Milchver=
wertungsgenoſſenſchaft
Habitzheim, Herrn Müller, welcher an
Hand von Zahlen, die einſchlägigen Aufklärungen gab. In der
darauf folgenden Diskuſſion entwickelte ſich eine ſehr rege Aus=
ſprache
und man wurde ſich dahingehend einig, daß man in kurzer
Zeit nochmals eine Verſammlung einberufe, wo man vorausſicht=
lich
zur endgültigen Gründung einer Milchverwertungsgenoſſen=
ſchaft
ſchreiten wolle. Raſcher Tod. Schnell und unerwar=
tet
ſtarb am Freitag morgen an Herzſchlag der Schuhmachermeiſter
Heinrich Zörgiebel im Alter von 57 Jahren.

n. Reichelsheim i. Odw., 17. Juli. Beigeordneten=
wahl
. Am Sonntag, den 19. Juli, findet hier die Wahl des
Beigeordneten ſtatt. Der ſeitherige Beigeordnete, Kaufmann
und Baumſchulenbeſitzer Herr Phil. Wilh. Werner, hat ſich auf
allgemeinen Wunſch der ganzen Bevölkerung nun doch bereit er=
klärt
, wieder zu kandidieren. Ueberhaupt findet eine Wahl nur
ſtatt, da ſeitens der Kommuniſtiſchen Partei aus parteipolitiſchen
Grundſätzen ein Kandidat nominiert wurde. Wenn auch über
den Ausgang der Wahl keine Zweifel beſtehen, ſo iſt es doch
Pflicht der Wahlberechtigten, ſich zu Ehren des ſeitherigen Bei=
geordneten
recht rege an de. Wahl zu beteiligen.

d) Rimbach i. Odw., 17. Juli. Schwerathletiſche Be=
zirksmeiſterſchaften
. Die am Samstag und Sonntag in
Rimbach i. O. zum Austrag gelangten Kraftſportmeiſterſchaften
des Bezirkes Unterbaden=Pfalz hatten quantitativ wie qualitativ
eine gute Beſetzung aufzuweiſen. Rund 200 Konkurrenten hatten
324 Nennungen abgegeben. Kraftſportverein 1910 Rimbach, der
in der Durchführung derartiger Veranſtaltungen kein Neuling iſt,
brachte die umfangreichen Wettkämpfe auf ſeinem, von herrlichen
Bergen umrahmten Sportplatz flott und reibungslos zur Durch=
führung
. Am Samstag kamen die Kämpfe in den leichtathletiſchen
Diſziplinen und im Gewichtheben der Altersklaſſen und im Rin=
gen
zum Austrag. Eine ganz hervorragende Leiſtung erzielte der
42jährige H. Stahl=Ladenburg, im beidarmigen Drücken mit 200
Pfund und im Stoßen mit 235 Pfund. In den Wurfübungen
waren Eſchelbach und Aſal vom Polizei=Sportverein Mannheim
nicht zu ſchlagen. Ein anſchließender Feſtkommers, dem ein ſtatt=
licher
Fackelzug vorausging, unter der Teilnahme faſt aller Rim=
bacher
Vereine, beſchloß den erſten Tag. Am Sonntag früh traten
die Aktiven, zunächſt die Gewichtheber in Aktion. Die Leiſtungen
waren in allen Klaſſen recht gut und überragten zum Teil die
des Vorjahres. Eine Ueberraſchung gab es im Halbſchwergewicht,
wo der diesjährige Kreismeiſter Kieſer von Groß (VfL. Neckarau)
auf den zweiten Platz verwieſen wurde. Heiß umſtritten waren
die Ringerklaſſen, die von den beſten Ringern des Bezirks be=
ſetzt
waren. Zum erſtenmale ſah man in der diesjährigen Wett=
ſtreitſaiſon
die Ringer=Elite von Pirmaſens am Start, der es nur
teilweiſe gelang, ſich an die Spitze vorzuarbeiten. Den Auftakt
der Kämpfe am Nachmittag bildete ein glanzvoller Feſtzug, der
ſich durch reichlich geſchmückte Straßen Rimbachs zum Feſtplatz
bewegte. Die techniſche Durchführung der Meiſterſchaften lag bei
Kreisſportwart Schopf=Mannheim, in guten Händen, der von den
Kampfrichtern, an die große Anforderungen geſtellt wurden, beſte
Unterſtützung fand. Große Kinder= und Volksbeluſtigungen am
Montag nachmittag und abends ſchloſſen das Bezirksfeſt. Der
Kraftſportverein 1910 Rimbach kann mit Stolz auf das in allen
Teilen glänzend verlaufene Feſt zurückblicken und werden die er=
lebten
Tage der Einwohnerſchaft Rimbach noch lange in Er=
innerung
ſein.
O. Reichenbach i. Odw., 15. Juli. Spielabend. Die hie=
ſige
Schülerwandergruppe veranſtaltete unter ihrem Führer, Herrn
Lehrer Schlörb, im Hofe der Jugendherberge einen Spielabend.
Die Jugendherberge war gerade ſehr gut beſucht. Es war eine
Offenbacher Jugendgruppe anweſend, ſowie eine größere Mädchen=
gruppe
aus Seeheim, unter Führung der Lehrerinnen Emilie und
Hanna Horn; erſtere früher in Reichenbach. Dazu hatten ſich noch
viele Zuſchauer aus dem Dorfe eingefunden. Die jugendlichen
Spieler boten zwei Theaterſtücke: Der rechte Barbier und Der
Dorfklatſch, ſowie mehrere Reigen und Tänze. Auch die See=
heimer
Mädchen erfreuten durch einige Reigenvorführungen, die
durch die faſt einheitliche Kleidung eine gute Wirkung erzielten.
Alle Darbietungen fanden reichen Beifall. Der Beſuch der
Jugendherberge war von Oſtern bis jetzt ein ſehr guter. Aus den
Eintragungen der Wanderer in das Gäſtebuch geht hervor, daß
ſich die hieſige Jugendherberge allgemeiner Beliebtheit erfreut.
Insbeſondere wird die Tüchtigkeit des Herbergsvaters und die
Sauberkeit der Herberge oft in pöetiſcher Form geprieſen.
e. Bad=Wimpfen, 17. Juli. Aus dem Gewerbeverein. Der
Gewerbeverein Wimpfen hatte ſeine Mitglieder zu einem Vortrag
des Herrn Grund=Darmſtadt über die vorkommenden Steuern im
Handwerk in den Oſtſchen Saal eingeladen. Die Verſammlung war ſehr
gut beſucht. Der erſte Vorſitzende, Herr Schreinermeiſter Himmelreich,
eröffnete die Verſammlung, begrüßte zunächſt den Referenten und er=
teilte
ſodann Herrn Grund das Wort zu ſeinem Vortrag. Der Vortra=
gende
behandelte in ausführlicher Weiſe jede vorkommende Steuer im
Handwerk, gab wertvolle Fingerzeige und wies wiederholt auf die neu
eingerichtete Steuer= und Bergtungsſtelle in Darmſtadt hin. Am Schluß
ſeiner klaren und leicht faßlichen Ausführungen betonte der Redner noch,
daß der Vorſitzende der Heſſiſchen Handwerkskammer, Herr Nohl, un=
bedingt
in kleinen Städten und Orten in Steuerſachen Hilfe ſchaffen
wollte denn bis jetzt hätten noch 80 Prozent der Gewerbetreibenden
keine Buchführung, und die Steuereinſchätzung ſei in der Regel unberech=
tigt
hoch. In der ſich an den Vortrag anſchließenden Ausſprache er=
klärte
Herr Bäckermeiſter Feherabend, daß in einem Ort wie Wimpfen
wo die Häuſer im S'ad’innern faſt ineinander und übereinander ge=
baut
ſind, der Steuerbeſiörde gegenüber auf die Unbrauchbarkeit vieler
Räume hingewiefen werden müſſe. Es ſei Pflicht der Steuererklärenden,
die Sachlage dem Finanzamt zu ſchildern. Wegen vorgerückter Stunde
wurde die Mitgliederverſammlung auf nächſten Dienstag vertagt.

Juſtitdt ſue Soiterskongoste in

Studienreiſe der Akademiſchen Auslandsſtelle nach Mainz.
Das Werden eines wiſſenſchaftlichen Inſtituts. Das Heim der
Nationen. Ein deutſches pädagogiſches Muſeum.
Am Freitag, dem 10. Juli, veranſtaltete die Akademiſche Aus=
landsſtelle
durch Vermittlung des Heſſiſchen Verkehrsverbandes,
Herrn Stemmer und Dipl.=Ing Henco, eine Studienreiſe nach
Mainz, an der neben einigen Mitarbeitern 20 ausländiſche Stu=
denten
teilnahmen. Als Führer hatte ſich in dankenswerter Weiſe
Herr Dr. Buſch, Kuſtos des Altertumsmuſeum der Stadt Mainz.
zur Verfügung geſtellt. Er geleitete die Studenten zunächſt auf
die Zitadelle, wo eine Beſichtigung des Inſtitutes für Völker=
pädagogik
vorgenommen wurde.
Die Zitadelle, die von dem Kurfürſten Joh. Phil. von
Schönborn in den Jahren 16601666 erbaut worden iſt, war in=
folge
ihrer beherrſchenden Lage ſtets militäriſchen Zwecken dienſt=
bar
. Jetzt wird ſie anderen Zwecken zugeführt. Wo vor einem
Jahre noch die franzöſiſche Trikolore wehte, iſt ein Inſtitut im
Aufbau begriffen, das als Kulturſtätte ungeahnte Bedeutung ge=
winnen
wird. Pädagogen aller Länder werden hier zuſammen=
kommen
und in dem Inſtitut für Völkerpädagogik die
verſchiedenen Erziehungsmethoden und Schulorganiſationen kennen
lernen und auf vergleichender Baſis fruchtbare Studien betreiben
können.
Der heutige Schulunterricht erfordert in allen Fächern Lehr=
mittel
und techniſche Einrichtungen, um den Anforderungen für
Leben und Beruf gerecht zu werden. Dieſe Lehrmittel und Ein=
richtungen
hat die Lehrmittelinduſtrie geſchaffen. Einen Ueberblick
über die deutſche Lehrmitteltechnik gibt das Lehrmittelhaus
des Inſtitutes für Völkerpädagogik, in dem die Firmen der Lehr=
mittelinduſtrie
ihre Erzeugniſſe ausſtellen können. Die einzelnen
Firmen haben Räume zur Verfügung, die ſie mit ihren Mitteln
und nach ihrem Gutdünken ausſtatten können, und die ihnen
dann auf 5 Jahre oder länger mietfrei überlaſſen werden. Die
rein pädagogiſchen Geſichtspunkte, die bei dieſer Ausſtellung in
dem Vordergrund ſtehen, laſſen eine Konkurrenz in wirtſchaftlicher
Hinſicht nicht zu. Andererſeits gibt das Nebeneinanderausſtellen
und Vergleichen der Erzeugniſſe doch einen gewiſſen Anreiz zu
Leiſtungsſteigerungen. Vertreten ſind in dieſer Dauer= Ausſtel=
lung
alle nur irgendwie in Frage kommenden Lehrmittel, von
den einfachſten Märchenbüchern bis zum modernen Lehrfilm, vom
Spielzeugkaſten bis zum komplizierteſten, phyſikaliſchen Apparat.
Jedem Beſucher dieſer Räume wird klar zum Bewußtſein gebracht,
wie lebendig und anſchaulich der Schulunterricht mit ſolchen Lehr=
mitteln
geſtaltet werden kann. Die Lehrmittelausſtellung hat,
wie ſchon erwähnt, den Zweck, einen Ueberblick über die deutſche
Lehrmitteltechnik zu geben. Weiterhin ſoll die Wiſſenſchaft die
Lehrmittel begutachten und der Pädagoge mit ſeinem fachlichen
Urteil die Zweckmäßigkeit und die Brauchbarkeit dieſer Hilfsmit=
tel
erproben und auswählen. Es iſt noch zu erwähnen, daß gerade
dem jungen Pädagogen aus dieſer Ausſtellung die größten Vor=
teile
erwachſen. Hier iſt ihm die Möglichkeit geboten, zu ſtudieren
und zu lernen, wie der Schulunterricht anſchaulich und lebendig
geſtaltet werden kann, und es darf wohl geſagt werden, daß dieſe
Ausſtellung ihn dieſe Kenntniſſe beſſer und ſchneller erwerben
läßt als es irgendein Lehrbuch bewerkſtelligen kann.
Aber nicht nur der deutſche Pädagoge hat hier die Möglich=
keit
zu lernen, ſondern auch dem Ausländer iſt Gelegenheit ge=
geben
, die Erziehungswiſſenſchaften aller Kulturvölker zu ſtudieren
und zu vergleichen. Das Heim der Nationen, das noch
im Aufbau begriffen iſt, wird dieſen Plan verwirklichen. Jeder
Nation wird ein Raum zugewieſen, in dem ſie ein umfaſſendes
Bild von dem Stand ihrer pädagogiſchen Wiſſenſchaft geben kann,
das gleichzeitig als Gradmeſſer für die Kultur des betreffenden
Volkes dient Die kulturelle Großtat, die damit geſchaffen iſt, läßt
auch für unſer deutſche Vaterland neue Hoffnungen aufkommen.
Im Austauſch pädagogiſcher Fragen wird eine gegenſeitige Be=
fruchtung
entſtehen, die nicht nur hinſichtlich der Jugenderziehung
neue Anregungen gibt, ſondern auch einen geiſtigen Kontakt der
Völker vermittelt, der Weſen und Eigenart eines jeden Volkes dem
Verſtändnis näher bringt. Als Verkörperung des internationalen
Charakters der vädagogiſchen Wiſſenſchaft wird eine impoſante
Ehrenhalle die Bildniſſe und Statuen großer Pädagogen aller
Länder aufnehmen. Für Unterkunft ausländiſcher Pädagogen
ſind Gäſtehäuſer geſchaffen, die einen längeren Aufenthalt zu
Studienzwecken in vollkommener Ruhe geſtatten.
In einem anderen Gebäude ſoll ein deutſches pädago=
giſches
Muſeum eingerichtet werden, wo in einer überſicht=
lichen
Dauerausſtellung Ausſchnitte aus deutſcher Schularbeit vom
Kindergarten bis zur höheren Schule aufgebaut werden. . Auch
dieſe Ausſtellung wird dem Pädagogen Anregungen und Bereiche=
rung
ſeiner Kenntniſſe geben. Beſonderes Intereſſe bei den
Studenten erweckte der ſchon zum Teil eingerichtete Raum, der
einen Ueberblick über den Bildungsgang der einklaſſigen Schule
gibt.
Wenn man auch jetzt noch nicht das Inſtitut für Völkerpädago=
gik
in ſeiner Vollendung ſehen kann, ſo muß doch geſagt werden.
daß der Gedanke, der dem Aufbau zu Grunde liegt, und den der
Gründer und Leiter, Herr Schulrat Niemann verwirklicht,
eine weitgehende kulturelle Bedeutung hat. Dieſes Empfinden
hatten auch die ausländiſchen Studenten, die mit großem Intereſſe
der Führung gefolgt waren.
Die Studenten beſichtigten außerdem noch einige alte Kultur=
denkmäler
. Unter Führung des Herrn Dr. Buſch ſahen ſie den
Druſusſtein, die Jgnazkirche mit der Kreuzigungs=
gruppe
von Backoffen, die Auguſtinerkirche in üppigen
Barockformen und prächtiger Portalarchitektur, den Dom, alte
Bauten: Zum römiſchen Kaiſer und den Hof zum
König von England‟ Die geplante Beſichtigung der
Muſeen mußte infolge der vorgeſchrittenen Zeit aufgegeben werden.
He.

j. Von der Bergſtraße, 17. Juli. Drohender Zwangsetat.
für die Stadt Weinheim. Die ungeheure Not der
Städte. Der Weinheimer Bürgerausſchuß konnte in dieſem Jahre zu
einer Voranſchlagsberatung nicht einberufen werden, weil ſich kein Weg
fand, um für den Ausfall von 100000 RM. Reichsüberweiſungen einen
Ausgleich zu ſchaffen, zumal ſich dieſer Ausfall durch den Erlaß des
badiſchen Finanzminiſteriums vom Anfang Juni noch um weitere 40000
RM. erhöhte. Die Erleichterungen der dritten Notverordnung für die
Stadt Weinheim, die auf etwa 70000 RM. zu ſchätzen ſind, reichten alſo
nur zur Deckung des halben Ausfalles an Reichsüberweiſungsſteuern
aus. Dazu trat dann noch die plötzliche Steigerung zweier Ausgabepoſten
hinzu, und zwar durch die Erhöhung des Zinſendienſtes infolge der Vor=
gänge
auf dem Kapital= und Geldmarkt um 37 000 RM. für das laufende
Rechnungsjahr, und außerdem ein Mehraufwand der Kriſenfürſorge
und Sonderleiſtungen an den Hilfsbedürftigen infolge der geſteigerten
Not in einer Höhe von 48000 RM. Erleichterungen durch die dritte Not=
verordnung
ſtehen ſomit an Mindereinnahmen und Mehrausgaben ins=
geſamt
225 000 RM. gegenüber. Die vom Oberbürgermeiſter Huegel
gemachten Deckungsvorſchläge lehnte der Stadtrat ab, machte aber keine
Gegenvorſchläge. Darauf erließ der Beirat beim Landeskommiſſär in
Mannheim die Anweiſung an die Stadt Weinheim innerhalb 10 Tagen
einen ausgeglichenen Voranſchlag der Staatsaufſichtsbehörde zu unter=
breiten
. Kommt der Stadtrat dieſer Anweiſung nicht friſtgemäß nach,
ſo wird der Haushaltsplan der Stadt Weinheim für das laufende Rech=
nungsjahr
durch den Landeskommiſſär in Mannheim feſtgeſtellt und für
vollzugsreif erklärt werden. Die allgemeine ſchwierige Lage der badi=
ſchen
Gemeinden wird noch ſehr verſchärft durch die Maßnahmen, welche
die badiſche Staatsregierung in ihrer Notverordnung getroffen hat.
Jugenheim a. d. Bergſtr., 16. Juli. Für das am Sonntag,
den 19. Juli 1931, im Gemeinde=Schwimmbad Jugenheim a. Berg
ſtattfindende Gau=Schwimmfeſt der Deutſchen Turnerſchaft des
Main=Rhein=Gaues wird das Schwimmbecken zur Austragung
von Wettkämpfen benötigt. Die an dieſem Tage ausgegebenen
Eintrittskarten berechtigen in folgenden Zeiten zum Baden; vorm.
von 79,30 Uhr und nachm. nach Beendigung der Wettkämpfe
bis Schluß der Badezeit (9 Uhr). Für dieſe Sonderveranſtal=
tung
wird die Gültigkeit ſämtlicher laufenden Zeitkarten auf=
gehoben
. (Siehe Anzeige.)
Du. Jugenheim, 16. Juli. Der Ortsgewerbeverein hatte
am Montag, den 13. Juli, ſeine Monatsverſammlung im Gaſthaus Zur
Sonne‟. Nach dem Bericht über die Tätigkeit ſeit der letzten Monats=
verſammlung
war feſtzuſtellen, daß an die Gemeindevertretung allerlei
Anträge und Eingaben gegangen ſind. Vor allen Dingen ein Geſuch
zur Schaffung von Arbeit zur Linderung der örtlichen Erwerbsloſigkeit,
Straßenarbeiten, Förderung der Verkehrsſicherheit, Anlage eines Fuß=
ſteiges
an der Alten Bergſtraße bei der Unfallkurve, Offenhaltung der
Geſchäfte an einzelnen Sonntagen, Entrichtung einer Filialſteuer zum
Vorteil der einheimiſchen Geſchäftswelt, Fiſchteiche entfernen im Stett=
bacher
Tal. Als Sommer=Ausflugsort für den 11. Auguſt wurde
Münſter am Stein gewählt. Die Einzeichnungsliſte zur Feſtſtellung der
Ausflugsteilnehmer wurde herumgereicht. Zur Hauptverſammlung nach
Neckarſteinach am 19. Juli 1931 vom Bezirksverband werden als Ver=
treter
der Vorſitzende und Weißbindermeiſter Philipp Schwinn entſandt.
Es wurde dem Wunſche Ausdruck verliehen, daß Vorträge, wie ihn
Herr Fries gehalten hat, des großen Intereſſes wegen weitere folgen
ſollen.

[ ][  ][ ]

Seite 8

Saustag, den 18. Juli 1931

Nummer 197

Nachrichken des Standesamts Darmſtadk.
Geſtorbene. Am 10. Juli; Hartmann, Georg Heinrich, Fa=
brikarbeiter
, 53 J., Kranichſteiner Straße 36. Am 13.: Schwarz,
Anton Otto, Bildhauer, 61 J. Mainz=Weiſenau. Am 12.: Eg=
gert
, Friedrich Karl, Kunſthändler, 46 J., Wilhelminenſtraße 9.
Am 11.: Hermann, Karl, Chemiker Dr. 72 J., Hameln. Am
12.: Hilgers, Guſtav, Gaſtwirt, 80 J., Wilhelm=Gläſſing=Str. 9.
Frank, geb. Püſchel, Gertrud Margarete Charlotte, Ehefrau
des Zolloberinſpektors, 46 J., Soderſtraße 107. Friedrich, geb.
Barth, Eliſabethe, Ehefrau des Landwirts, 64 J., Kranichſteiner
Straße 39. Am 11.: Lohr, Friedrich, 1 J., Griesheim b. Darmſt.
Am 13.: Schwärzel, geb. Geier, Eliſabetha, Ehefrau des Zim=
mermanns
, 78 J., Kahlertſtr. 33. Leonhard, Johannes, Ober=
vermeſſungsaſſiſtent
, 54 J. Moosbergſtraße 44½. Am 28. Mai:
Port, Ernſt. Muſiker, 29 J., Waldſtr. 16. Am 14. Juli: Schnei=
der
, geb. Rummel, Friederike Anna Katharina Auguſte, Witwe
des Kaufmanns, 76 J., Friedrichſtraße 38 Knöß, geb. Acker,
Margarete, Ehefrau des Schloſſers, 26 J., Mörfelden, Kreis Groß=
Gerau. Am 15.: Zimmermann, Joſef, Hotelbeſitzer, 51 J.,
Bleichſtraße 48. Am 16.: Gantner, Eugen, Werkmeiſter, 51 J.,
Paris Hermannſtraße 6; Ganß, Philipp Eiſendreher, 70 Jahre,
Gardiſtenſtraße 20; Haun, Karoline Eliſabeth geb. Treuſch,
Witwe des Schreinermeiſters, 92 Jahre, Grüner Weg 19: Wer=
net
, Wilhelm, Fabrikant, 48 Jahre, Bachgangweg 20: Stühlin=
ger
Heinrich, Maurermeiſter, 72 Jahre, Reinheim, Kr. Dieburg;
Erb, Ottilie, Schülerin, 8 Jahre, Schwanenſtr. 4.

Kirchliche Nachrichten.
Evangeliſche Gemeinden.
Samstag (18. Juli).
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
Johanneskirche. Samstag, 18. Juli, abends 8 Uhr: Chriſten=
lehre
für den Südbezirk.
7. Sonntag nach Trinitatis (19. Juli).
Stadtkirche. Vorm 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Markusgemeinde.
Pfarrer Vogel. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Wagner.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 97 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köh=
ler
. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vorm. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Schloßge=
meinde
. Dekan Zimmermann. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Dekan Zimmermann. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottes=
dienſt
. Dekan Zimmermann. Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienſt.
Pfarrer Köhler.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 21. Juli, abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. Donnerstag,
23. Juli, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde.
Samstag, 25. Juli, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtgemeinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, 19. Juli, abends
8 Uhr: Jugendvereinigung der Stadtgemeinde (gemeinſamer
Abend). Montag, 20. Juli, abends 8 Uhr: Jugendbund der Lu=
kasgemeinde
. Dienstag, 21 Juli, abends 8 Uhr: Jugendvereini=
gung
der Stadtgemeinde (ältere Abtlg.) Mädchenvereinigung
der Reformationsgemeinde (jüngere Abtlg.). Mittwoch, 22.
Juli, nachm. 4 Uhr: Jungſchar der Stadtgemeinde. Abends
8 Uhr: Jugendbund der Markusgemeinde. Mädchenvereinigung
der Reformationsgemeinde (ältere Abtlg.). Donnerstag, 23.
Juli, abends 8 Uhr: Jugendbünde der Lukas= Markus= und
Schloßgemeinde. Freitag, 24. Juli, abends 8 Uhr: Jugendbund
der Kaplaneigemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Marx.
Feierabend (Stiftsſtraße 51). Mittwoch, 22. Juli, abends 8.15
Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Walderholungsſtätte am Beſſunger Forſthaus. Sonntag, 19.
Juli, vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger.
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Vorder=
haus
, 1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 1012 Uhr und nach=
mittags
(außer Samstags) von 56 Uhr. Fernſprecher 4584. Ju=
gendfürſorge
, Jugendgerichtshilfe, Soziale Gerichtshilfe, Beratung
in Wohnungsangelegenheiten. Eheberatung, Trinkerfürſorge,
Wanderer= und Gefangenenfürſorge. Rechtsauskunftsſtelle (auch
für Steuer= und Verſicherungsängelegenheiten).
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeinde=
haus
. Kiesſtraße 17, Hinterhaus, Saal 3. Geſchäftsſtunden vorm.
von 812 Uhr und nachm. von 36 Uhr. Fernſprecher 2379.

Zahlſtelle für das Kirchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Hinterhaus, Zimmer 4. Zahltage: Montag, Mittwoch und Don=
nerstag
vorm. von 912 Uhr.
Evangeliſches Arbeiterſekretariat (Feierabend, Stiftsſtr. 51):
Rechtsauskunftsſtelle. Sprechſtunden vorm. von 101 Uhr. Fern=
ſprecher
2288.
Martinskirche. Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt, anſchließend
Chriſtenlehre für beide Abteilungen der Martinsgemeinde Weſt.
Pfarrer Dr. Bergér. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Beringer. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martins=
gemeinde
Oſt. Pfarrer Beringer.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag,
21. Juli, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung.
Donnerstag, 23. Juli, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mäd=
chenvereinigung
(Oſt); im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung
(Weſt); Mauerſtr. 5: Poſaunenchor. Freitag, 24. Juli, abends
8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung (ältere Abtlg.).
Altersheim. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Dr. Bergér.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Goethe.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 77 Uhr zu ſtiller Andacht
geöffnet.
Veranſtaltungen: Montag, 20. Juli, nachm. 5 Uhr:
Helferſitzung des Südbezirks.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vor=
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8.30 Uhr: Chri=
ſtenlehre
(Oſtbezirk). Pfarrer Weiß. Vorm. 10 Uhr; Haupt=
gottesdienſt
mit Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung von
9.30 in der Sakriſtei. Pfarrer Weiß.

chor Mittwoch, 22. Juli, abends 8.15 Uhr: Jugendbibelſtunde.
Donnerstag, 23. Juli, abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung:
Aelterenkreis. Abends 8.30 Uhr: Poſaunenchor. Samstag,
25. Juli, abends 7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Rückert.
Veranſtaltungen: Sonntag, 19. Juli, abends 8 Uhr:
Jugendvereinigung. Montag, 20. Juli abends 8 Uhr: Jugend=
bund
. Donnerstag, 23. Juli, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Waldeck. Der Kindergottesdienſt fällt aus. Ev. Sonntags=
verein
. Nachm. 47 Uhr: Vereinsſtunden. Donnerstag, 23.
Juli: Die Betſtunde fällt aus.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24) Sonntag, vorm. 9 Uhr: Ge=
betsſtunde
. Nachm. 3.30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Kleinſchmidt.
Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. Dienstag,
nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=
Bibelſtunde. Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter Chor.
Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann.
Freitag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule, Beſ=
ſungerſtraße
80. Prediger Menne. Samstag, abends 8.15 Uhr:
Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Weißkreuzſtunde für junge Männer: Auf der Seite des Siegers,
Nachm. 2.30 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer.
Nachm. 4.45 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen. Schwe=
ſter
Berta. Abends 8.30 Uhr: Unterhaltungsabend für junge
Mädchen. Dienstag, abends 8.30 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für
junge Mädchen. Herr Bringmann. Mittwoch, nachm. 3 Uhr:
Kinderbund. Abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für junge Män=
ner
. Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge
Männer.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen im Freundinnen=
heim
, Sandſtraße 24. Vom 15. Juli bis 20. Auguſt: Ferien.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtr. 22,
Infanterie=Kaſerne, Hof links). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Weiß=
kreuzſtunde
in der Stadtmiſſion. Abends 8 Uhr: Monatsver=
ſammlung
. Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungvolkbibelſtunde.
Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde der Hauptabteilung.
Donnerstag: Heimabend. Freitag: Sport und Spiel auf dem
Sportplatz an der Maulbeerallee. Jungſchar: Mittwoch und
Samstag, nachm. 4.306.30 Uhr.
B.=K. im Bund deutſcher Bibelkreiſe, Darmſtadt, Alexander=
ſtraße
22. Samstag, 18. Juli, nachm. 4.305.30 Uhr: Singen und
Spielen im Heim; anſchl. Andachten. Das Ferienprogramm
wird an dieſem Samstag bekanntgegeben.

Die Chriſtengemeinſchaft. Sonntag, den 19. Juli, findet
keine Menſchenweihehandlung ſtatt.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, den 20. Juli, abends
3.30 Uhr, im Feierabend, Stiftsſtraße 51: Bibelſtunde.

Sonſtige Gemeinſchaften.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag, 19. Juli,
vorm. 10 Uhr: Predigt: 11 Uhr: Sonntagsſchule; 8 Uhr: Pre=
digt
. Dienstag, abends 8.15 Uhr: Singſtunde des Gemiſchten
Chors. Mittwoch, nachm. 4 Uhr: Trauung. Donnerstag,
abends 8.30 Uhr: Bibel und Gebetsſtunde.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, den 19.
Juli, vorm. 11,15 Uhr, Sonntagsſchule; nachm. 4,30 Uhr, Verkün=
digung
des Wortes Gottes; Mittwoch, den 22. Juli, abends 8,15
Uhr, Gebetsſtunde; Freitag, den 24. Juli, abends 8,15 Uhr, Bibel=
ſtunde

Methodiſten=Gemeinde (Evang. Freikirche), Wendelſtadt=
ſtraße
38. Sonntag, den 19. Juli, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule;
abends 8 Uhr: Predigt; Prediger: E. Bültge. Mittwoch, den
22. Juli, abends 8 Uhr: Bibel= und Gebetsſtunde. Prediger: E.
Bültge.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauer=
ſtraße
17. Sonntag, den 19. Juli, vorm 10 Uhr: Gottesdienſt;
um 11 Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 4 Uhr: Predigt. Mitt=
woch
, den 22. Juli, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. Freitag,
den 24. Juli, abends 8.30 Uhr: Gebetsverſammlung.
Chriſtliche Gemeinſchaft, Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag.
den 19. Juli, vorm. 9.30 Uhr: Andacht (Prediger Kruſt); 11.15
Uhr: Sonntagsſchule; nachm. 3.30 Uhr: Jugendbundſtunde;
abends 8,15 Uhr: Evangeliumverkündigung. Dienstag,
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science
Society) in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3:
Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und
dritten Mittwoch im Monat, abends 8.15 Uhr. Thema am
19. Juli: Leben: Predigt: 1. Joh. 5:11.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I, Hindenburgſtr. (ehem.
Kaſino); Sonntag, den 19. Juli, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr
und Mittwoch, den 22. Juli, abends 8,30 Uhr Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II, Bismarckſtraße 54.
Sonntag, den 19. Juli, vormittags 9,30 Uhr, nachmittags 4 Uhr,
und Mittwoch, den 22. Juli, abends 8,30 Uhr Gottesdienſt.
Auswärtige Gemeinden.
Evangeliſche Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vorm. halb 10 Uhr,
Hauptgottesdienſt; vorm. halb 11 Uhr, Chriſtenlehre; nachm.
2 Uhr, Mitgliederverſammlung des Evang. Bundes; Vortrag:
Alte Feinde mit neuem Geſicht. Freitag, 9 Uhr: gemeinſamer
Abend der Jugendvereine. Filmvortrag. Geſchäftliche Hauptver=
ſammlung
des Jungmädchenvereins.
Evangeliſche Gemeinde Traiſa. Sonntag, den 19. Juli, vor=
mittags
8.45 Uhr: Chriſtenlehre: 9.30 Uhr: Gottesdienſt; 10.30
Uhr: Kindergottesdienſt d. Gr.; 13 Uhr: Kindergottesdienſt
der Kl.
Evangeliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 19. Juli;
vorm. 9.30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Gleichzeitig Feſtgottesdienſt
zur Feier des 25jähr. Beſtehens des hieſigen Evang. Vereins=
hauſes
Prediger: Pfarrer Simſa, Bad=Nauheim. Mitwirkung
der Chöre der ev. Gemeinſchaft. Kollekte. Vormittags 10.30
Uhr: Chriſtenlehre; nachm. 3 Uhr: Jahresfeſt der ev. Gemein=
ſchaft
in der Kirche. Dienstag: Jugendvereinigung. Mitt=
woch
: Kirchenchor. Donnerstag: Frauenverein. Freitag:
Jungmädchenverein.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, den 19 Juli,
9.30 Uhr: Gottesdienſt; 10.30 Uhr: Chriſtenlehre. Montag,
6 Uhr: Bubenjungſchar; 8.30 Uhr: Jugendverein. Dienstag:
Bibelſtunde. Mittwoch, 5 Uhr: Mädcheniungſchar; 8.30 Uhr:
Kirchenchor. Donnerstag, 6 Uhr: Bubenjungſchar: 8.30 Uhr:
Poſaunenchor; Helferbeſprechung im Pfarrhaus.
Freitag:
Mädchenverein. Samstag: Jugendverein.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte=Darmſtädterſtr. 14.
Sonntag, den 19. Juli, vorm. 9,30 Uhr, und Donnerstag, den 23.
Juli, abends 8,30 Uhr, Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtraße 35.
Sonntag, den 19. Juli, vorm. 9,30 Uhr, und Donnerstag, den 23.
Juli, abends 8,30 Uhr, Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim, Groß=Gerauer=Straße 3.
Sonntag, den 19. Juli, nachm 4 Uhr, und Mittwoch, den 22. Juli,
abends 8,30 Uhr, Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf. Dieburger=Straße 22
Sonntag, den 19. Juli, nachm 4 Uhr, und Mittwoch, den 22. Juli,
abends 8,30 Uhr, Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 25.
Sonntag, den 19. Juli, vorm. 9,30 Uhr, und Mittwoch, den 22.
Juli, abends 8,30 Uhr, Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtraße 2
Sonntag, den 19. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, 23. Juli,
abends 8,30 Uhr, Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüſſelsheim, Mainzerſtraße 84.
Sonntag, den 19. Juli, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, den 23.
Juli, abends 8 Uhr, Gottesdienſt.

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[ ][  ][ ]

Nummer 197

Samstag, den 18. Juli 1931

Seite 9

Die Kultur der Perihleischen Zeit.

Von Univ.=Prof. Karl Julius Beloch, Rom.

* Das halbe Jahrhundert, das auf den Perſerſturm folgte, iſt
für die griechiſche Welt im großen und ganzen eine Zeit des
Friedens geweſen; die Folge war ein wirtſchaftlicher Aufſchwung
ohnegleichen. Namentlich Athen blühte, dank ſeiner die Meere
beherrſchenden Stellung, mächtig empor; ſein von Themiſtokles
angelegter Hafen, der Peiraieus, wurde im Laufe weniger Jahre
zum Mittelpunkt des Weltverkehrs, wo Schiffe aus allen Teilen
des Mittelmeeres ihre Ladungen löſchten und alles zu haben
war, was der Oſten und Weſten hervorbrachte. Dadurch be=
günſtigt
, nahm auch die Gewerbetätigkeit Athens eine glänzende
Entwicklung; die Arbeitskräfte, die das Land ſelber liefern
konnte, genügten bald dem Bedürfnis nicht mehr, und es wurde
nötig, in großen Maſſen unfreie Arbeiter aus den überſeeiſchen
Barbarenländern einzuführen. In ähnlicher Weiſe entwickelte
ſich die Induſtrie in den Nachbarſtädten Megara, Aigina,
Korinth; um die Zeit des Peloponneſiſchen Krieges mag hier
und in Athen die unfreie Bevölkerung der freien Bevölkerung
an Zahl etwa gleichgekommen ſein oder ſie noch etwas über=
troffen
haben. So begann die Sklavenwirtſchaft, die bisher auf
Jonien beſchränkt geweſen war, auch nach dem Mutterlande
überzugreifen; zunächſt allerdings nur nach dem Induſtriebe=
zirk
am Saroniſchen Buſen, während ſonſt auf der griechiſchen
Halbinſel die freie oder, wie in Lakonien und Theſſalien, die
halbfreie Arbeit noch durchaus herrſchend blieb.
Natürlich ſtrömten auch zahlreiche freie Einwanderer nach
dieſen Mittelpunkten der Induſtrie und des Handels zuſammen,
wo ſie mit offenen Armen aufgenommen wurden, wenn ihnen
auch das Bürgerrecht in der Regel verſagt blieb. Namentlich in
Athen bildeten dieſe anſäſſigen Fremden (Metoiken) bald einen
ſehr bedeutenden Bruchteil der Bevölkerung; Griechen aus allen

Szene aus dem Dionyſosfeſt (Karneval).
Attiſche Vaſe, um 450 v. Chr. Berlin, Staatl. Muſeen.
Landſchaften, aber auch Lyder, Phoiniker und Aegypter waren
darunter vertreten, und viele davon gelangten zu bedeutendem
Wohlſtand und infolgedeſſen zu angeſehener Stellung in der Ge=
ſellſchaft
.
Das alles führte zu einem rapiden Wachstum der ſtädtiſchen
Bevölkerung. Athen mochte in der Peiſiſtratidenzeit kaum 20 000
Einwohner zählen; ein Jahrhundert ſpäter war es, einſchließlich
ſeiner Häfen und der Vororte, zu einer Stadt von 100 000 Ein=
wohnern
und darüber geworden. Es war jetzt die größte aller
griechiſchen Städte, mit der nur noch etwa Syrakus ſich verglei=
chen
konnte, das unter der Herrſchaft Gelons und Hierons
gleichfalls zur Großſtadt (nach damaligen Begriffen) geworden
war. Die dritte Stelle unter den griechiſchen, Städten nahm
Korinth ein; dan folgten im Mutterlande Sparta, Argos und
Theben, im Weſten Akragas und Kroton, während die Städte
im kleinaſiatiſchen Griechenland der aufſteigenden wirtſchaftlichen
Bewegung nur im beſchränkten Maß zu folgen vermochten, da
der Kriegszuſtand mit Perſien ſie von ihrem Hinterlande ab=
ſchnitt
.
Schon zur Zeit der Perſerkriege hatte Griechenland Getreide
vom Auslande einführen müſſen; natürlich war jetzt die hei=
miſche
Wirtſchaft noch weniger imſtande, den Bedarf der wachſen=
den
Bevölkerung zu befriedigen. Die Induſtrieſtädte waren

*) Ein fünfter Band der Propyläen=Weltgeſchichte iſt erſchienen.
Er trägt den Titel Hellas und Rom und umfaßt eine Epoche, die
unſer Denken und Tun bis auf den heutigen Tag entſcheidend beeinflußt
hat. Mit Erlaubnis des Propyläen=Verlages veröffentlichen wir aus
dem Werk, das uns vom erſten Auftauchen der Griechen bis an die
Schwelle des Mittelalters geleitet, dieſen Abſchnitt:

denn auch in jeder Weiſe bemüht, die Einfuhr zu fördern und
die Preiſe niedrig zu halten, allen voran Athen, das durch
ſeine Seeherrſchaft in den Stand geſetzt war, dem Peiraieus eine
Art Monopol im Getreidehandel zu ſichern. In erſter Linie
waren es die fruchtbaren Ebenen im Norden des Pontos, die

Mutter und Kind. Von einer attiſchen Lekythe.
Um 470 v. Chr. Berlin, Staatl. Muſeen.

den griechiſchen Markt mit Getreide verſorgten, weiterhin Sizi=
lien
und Aegypten. Die Höhe des Imports nach dem Peiraieus
wird für die Mitte des 4. Jahrhunderts auf 800 000 Medimnen
(etwa 300 000 metriſche Zentner) angegeben; da Athen vor dem
Peloponneſiſchen Kriege nicht weniger Einwohner hatte als ein
Jahrhundert ſpäter, kann er damals nicht geringer geweſen ſein.
Der dominierenden Stellung Athens im griechiſchen Wirt=
ſchaftsleben
entſpricht es, daß ſeine Tetradrachmen jetzt zum
herrſchenden Kurant im Bereich des Aegäiſchen Meeres wurden:
ſie wurden überall gerne genommen, da die attiſche Münze auf
volles Gewicht und reines Korn die größte Sorgfalt verwandte.
Auch Syrakus und die meiſten anderen Städte auf Sizilien
haben die attiſche Währung angenommen, als ſie um den An=
fang
des 5. Jahrhunderts zu prägen begannen. Dagegen folg=
ten
die Staaten des griechiſchen Feſtlandes faſt durchweg der
aiginäiſchen Währung; nur das konſervative Sparta hielt an
ſeinem alten Eiſengeld feſt. In Gold haben die Staaten des
europäiſchen Griechenlandes, auch Athen, in dieſer Zeit noch faſt
gar nicht geprägt, es lief zwar viel Gold im Verkehr um, aber
faſt ausſchließlich perſiſche Dareiken und kyzikeniſche Elektron=
Statere.

Ausſpannen eines eleganten Rennwagens.
Attiſche Hydria. Um 500 v. Chr. Berlin, Staatl. Muſeen.

Der geſteigerte Geldverkehr führte zur Entwicklung des
Bankweſens. Es nahm ſeinen Ausgang von den Tempeln, die
zum Teil über bedeutende Kapitalien zu verfügen hatten und
natürlich ſuchten, ſie vorteilhaft anzulegen; Staaten und Private
legten hier ihre Gelder nieder, wo die Heiligkeit des Ortes eine
Sicherheit gewährte, wie ſie ſonſt nirgends zu finden war. Bald
entſtanden daneben auch Privatbanken, namentlich in Athen, das
auch auf dieſem Gebiet zur führenden Stadt wurde. Trotz der

ſtarken Vermehrung der umlaufenden Barmittel blieb der Zins=
fuß
hoch, da die aufblühende Induſtrie großer Kapitalien be=
durfte
; unter 10 bis 12 v. H. war auch bei guter Sicherheit kein
Geld zu bekommen; bei Anlagen, die mit Riſiko verbunden
waren, wie z. B. bei Seedarlehen, ftieg der Zins wohl auf das
Doppelte und Dreifache. Ein ſo hoher Zinsfuß hat zur Voraus=
ſetzung
, daß Induſtrie und Handel ſehr bedeutende Erträge ab=
werfen
, was nur durch das Beſtehen der Sklavenwirtſchaft mög=
lich
war, die es dem Kapital geſtattete, die Arbeitskraft rück=
ſichtslos
auszubeuten. Die Sklavenpreiſe ſtanden niedrig, da
Zufuhr aus den Barbarenländern, namentlich aus Kleinaſien
und Thrakien, in beliebiger Menge zu haben war, und es gab
gar keine beſſere Kapitalsanlage, als ſolche Sklaven zu kaufen
und in induſtriellen Betrieben zu verwenden. Das hatte dann
zur Folge, daß der Tagelohn für freie Arbeit gedrückt wurde.
Er ſtand, für ungeſchulte Arbeit, in Athen auf etwa zwei Obolen
(30 Pfg.); für drei Obolen konnte man auf den Inſeln ſo viele
Ruderknechte anwerben, als man nur immer zu haben wünſchte,
und doch gibt es kaum eine ſchwerere Arbeit als den Ruder=
dienſt
an Bord einer Galeere. Gelernte Handwerker wurden
natürlich höher bezahlt, in Athen etwa mit einer Drachme
(90 Pf.) den Tag, und etwa ebenſo hoch wurde geiſtige Arbeit
entlohnt, wenn ſie derart war, daß jeder ſie zu leiſten vermochte,
der einige Bildung beſaß.
Da im Gewerbe die kleineren und mittleren Betriebe durch=
aus
vorherrſchten, ſo gelangten dadurch wohl viele zu Wohl=
ſtand
, aber verhältnismäßig wenige zu größerem Reichtum.
Aehnlich war es im Bankweſen; Paſion, der erſte aller atheni=
ſchen
Bankiers, hat doch nur ein Vermögen von 4060 Talen=
ten
(etwa 200 000300 000 Mk.) hinterlaſſen. Freilich gehörte
er damit zu den reichſten Männern Athens; galt hier doch ein
Beſitz von 810 Talenten (etwa 50 000 Mk.) zur Zeit des Pelo=
ponneſiſchen
Krieges für ſehr anſehnlich. Auch das Grundeigen=
tum
war in Attika ſehr zerſplittert, ſo daß ſelbſt angeſehene
Adelsfamilien nur ſelten mehr als etwa 30 Hektar beſaßen.
Aehnliche Verhältniſſe herrſchten in den meiſten übrigen grie=
chiſchen
Staaten. Dagegen war in Lakonien, Theſſalien und
Makedonien der Großgrundbeſitz überwiegeno, und es gab in=

Vornehmer junger Athener in modiſcher, theſaliſch=thrakiſcher Rittertracht.
Schale des Euphronios. Um 500 v. Chr
München, Alte Pinakothek. (Nach Furtwängler=Reichold, Vaſen=
malerei
.)
folgedeſſen dort viele Familien, die wahrhaft fürſtliche Ver=
mögen
beſaßen, allen voran die ſpartaniſchen Königshäuſer.
Wir dürfen bei dem allen nicht vergeſſen, daß die Preiſe der
Lebensbedürfniſſe damals ſehr viel niedriger waren als
heute, während das Kapital etwa den dreifachen Zinsertrag
brachte als in unſerer Zeit. Auch ſtellte der Grieche ſehr viel
geringere Anſprüche an den Komfort des Lebens als wir. Die
Privathäuſer waren durchweg klein und unanſehnlich, der Haus=
rat
dürftig, der Kleiderluxus, wie er einſt zur Zeit des Adels=
regiments
geherrſcht hatte, hatte unter dem Einfluß der demo=
kratiſchen
Zeitſtrömung großer Einfachheit Platz gemacht; an
Stelle der Purpurmäntel und der koſtbaren, gewirkten Stoffe
traten Gewänder aus weißem Wollentuch. Auch bei Tiſch war
der Grieche im allgemeinen ſehr mäßig; nur bei Gaſtmälern und
den ſich daran anſchließenden Kneipabenden wurde großer Luxus
getrieben, mit Seefiſchen, der Leidenſchaft der attiſchen Fein=
ſchmecker
, fremden Weinen und koſtbaren Salben; natürlich durf=
ken
auch Flötenſpielerinnen nicht fehlen, um die Gäſte beim Ge=
ſange
zu begleiten. Dagegen war das Dienſtperſonal in guten
Häuſern nach unſeren Begriffen ſehr zahlreich; es gehörte zum
guten Ton, auch für Männer, ſich bei Ausgängen von einem
Bedienten begleiten zu laſſen, und Damen zeigten ſich in Athen
und anderen Großſtädten überhaupt nicht ohne Gefolge von Die=
nerinnen
auf der Straße. Doch machten die niedrigen Sklaven=
preiſe
die Befriedigung dieſer Art Luxus verhältnismäßig leicht.

Ddbbalat

Ein Roman aus der Induſtrie
von Hans Dominik

31)

Copyright by Ernſt Keils Nachf., (Aug. Scherl), G.m.b. H., Berlin.

(Nachdruck verboten.)

Unmöglich! Ausgeſchloſſen! Düſterloh ſprang auf, trat
näher an Kampendonk heran. Das Expoſé iſt nicht aus meiner
Hand gekommen, und in Janzens Ehrlichkeit Zweifel zu ſetzen,
erſcheint völlig ausgeſchloſſen. Wie kommen Sie zu Ihrer An=
nahme
? Welche Beweiſe haben Sie dafür, daß mit dem Doku=
ment
Mißbrauch getrieben iſt?
Wollen Sie ſich, bitte, hier mal die Ecken der Blätter an=
ſehen
, Herr Düſterloh! Vielleicht mit dieſem Vergrößerungs=
glas
! Dann wird es noch deutlicher daß nämlich auf
dem Blatt ſich Abdrücke von Reißnägelköpfen bemerkbar machen.
Welche Erklärung haben Sie dafür?
Düſterloh richtete ſich auf, trat mit hochrotem Kopf einen
Schritt zurück. Reißnägelabdrücke? . . . Sollte Profeſſor
Janzen ..."
Nein, Herr Düſterloh! Wollte ſich Herr Janzen eine Kopie
machen, dann hätte er nicht die Kamera, ſondern die Schreib=
maſchine
benutzt. Seine Vernehmung iſt augenblicklich nicht
nöglich; würde auch erſt nötig ſein, wenn Sie uns beweiſen
könnten, daß ein Mißbrauch des Expoſés, ſolange es ſich in
Ihrem Beſitz befand, unmöglich war. Düſterloh wollte auf=
brauſen
, doch Kampendonk gebot ihm Schweigen. Wollen Sie,
bitte, Platz nehmen, Herr Düſterloh, und die Fragen beant=
vorten
, die Ihnen Doktor Wolff ſtellen wird!
Ein Verhör? Wieder wollte Düſterloh aufbegehren.
Ein regelrechtes Verhör, durch Herrn Doktor Wolff?
Allerdings! Und es wird viel davon abhängen für
Sie wie für uns , wie dieſe hml Befragung aus=
läuft
. Sie erinnern ſich doch, daß unſer Agent aus Detroit
vor einiger Zeit meldete, daß man dort mit Fortuynſchem
Material arbeite? Allem Anſchein nach ſind wir jetzt dahinter=
gekommen
, auf welche Weiſe Detroit in den Beſitz dieſes Ma=
terials
gelangt iſt. Material und Expoſé dürften in dieſem
Falle das gleiche ſein!
Düſterloh war blaß geworden. Er wollte ſprechen, konnte
aber nur zuſammenhangloſe Worte vorbringen. Auf einen
Wink Kampendonks begann Dr. Wolff die Vernehmung, ſtellte
Stunde für Stunde jeden Schritt feſt, den der Direktor ſeit
dem Verlaſſen des Werkes an jenem Tage getan. Düſterloh
dankte im ſtillen dem Himmel, daß er ſich in Berlin nicht einige
einer ſonſt üblichen Eskapaden geleiſtet, ſondern den Abend

ſolide in der angenehmen Geſellſchaft Bosfelds und der eng=
liſchen
Dame verbracht hatte.
Nachdem Wolff mit ihm alles bis zu ſeiner Rückkehr nach
Rieba durchgeſprochen hatte, glaubte er erleichtert aufatmen
zu können. Da begann der Inquiſitor ſich noch einmal pein=
lich
für das Souper im Reſtaurant Lahti zu intereſſieren. Und
nach unzähligen Kreuz= und Querfragen wandte er ſich zu
Kampendonk und ſprach betont: Der Diebſtahl oder, wenn
man es ſo nennen will, der Mißbrauch mit dem Expoſé iſt bei
Lahti verübt worden.
In kurzen, beſtimmten Sätzen erklärte er, wie er zu dieſer
Annahme komme, und Düſterloh wurde von Minute zu Minute
gedrückter; er wagte, als endlich Wolff die Kette ſeiner Beweis=
gründe
ſchloß, nicht mehr den Mund zu öffnen. Niedergeſchmet=
tert
ſaß er da. Seine Lippen bewegten ſich, unfähig, Worte
zu formen.
Auf jeden Fall beendete Wolff ſeine Darlegungen, werde
ich mich der Sicherheit halber ſofort eingehend über die Per=
ſon
dieſes Herrn Bosfeld erkundigen. Die verführeriſche Eng=
länderin
, ſetzte er mit leichtem Lächeln hinzu, wird wohl
längſt in ihre Heimat zurückgekehrt ſein.
Ich habe, erklärte Kampendonk, anſchließend eine Sitzung
des Direktoriums berufen. Sie werden einſehen, Herr Düſter=
loh
, daß ich von alledem dem Direktorium Mitteilung machen
muß. Sie perſönlich ſind von der Teilnahme an dieſer Sitzung
entbunden.
Mit einem leichten Kopfnicken war Düſterloh entlaſſen.
Kampendonk winkte Wolff. Kommen Sie mit, Herr Doktor!
Sie können an der Sitzung teilnehmen.
Als Kampendonk in den Sitzungsſaal trat, ſah er dort auch
Dr. Moran und Dr. Fortuyn. Er winkte Knappe zu ſich.
Was ſollen die beiden hier?
Verzeihung, Herr Geheimrat! Ich ſollte dieſelben Herren
zu der Sitzung zuſammenbitten, die bei der vorigen zugegen
waren, und da glaubte ich...
Nun meinetwegen! Wenn ſie einmal da ſind . . .
Immerhin dürften Sie wiſſen, daß die beiden Herren nicht
zum Direktorium gehören, Herr Doktor Knappe!
Kampendonks Ausführungen ſchlugen wie eine Bombe zwi=
ſchen
die verſammelten Direktoren. Niemand auch keiner

von den Freunden Düſterlohs fand ein Wort der Entſchul=
digung
für ihn. Als ſich die Wogen der Erregung gelegt hatten,
ließ ſich Kampendonk die letzte Mitteilung aus Detroit geben
und las jene Stelle, die er auch ſchon Fortuyn gezeigt hatte,
laut vor.
Als er geendet, herrſchte minutenlange Stille in dem Raum.
Von jenem erſten Brief des Agenten war nur im engſten Kreis
des Direktoriums geſprochen worden. Wie war es möglich, daß
man in Detroit von dieſem Brief Kenntnis erhielt? Jeder der
Anweſenden ſah geradeaus. Keiner wagte, den Nachbar anzu=
ſehen
in der Furcht, der Blick könnte als eine Beſchuldigung,
als ein Vorwurf aufgefaßt werden. Ein lähmendes Gefühl der
Unſicherheit lag über allen.
Kampendonk ergriff wieder das Wort. Anſcheinend hat
niemand von Ihnen, meine Herren, hierzu etwas zu ſagen.
Auch ich ſtehe dieſer Meldung ratlos gegenüber. Wie ſchwer
mich das alles trifft, können Sie, die ſchon ſo lange mit mir
zuſammenarbeiten, ſich wohl denken. Noch wehre ich mich gegen
den Argwohn, in meiner Nähe einen Verräter, einen Spion
zu vermuten. Aber Kampendonk unterbrach ſich, machte
hinter ſeinem Platz ein paar kurze Schritte ich habe Ihnen
nichts weiter zu ſagen, meine Herren, und ſchließe hiermit die
Beſprechung.
Als eine Stunde ſpäter Dr. Wolff die Nummer Bosfelds
in Leipzig anrief, wurde ihm geſagt, der Herr ſei verreiſt.
Düſterloh ſaß derweilen mit ſchweren Gedanken in ſeinem
Arbeitszimmer. Daß gerade ihm ſolch unangenehme Sache
paſſieren mußte! Dieſer Bosfeld ſollte er ſich ſo in dem
Manne getäuſcht haben, den er ſchon ſeit längerem als fidelen
Jagd= und Zechgenoſſen kannte? Und doch: die ſcharfſinnigen
Folgerungen Dr. Wolffs ließen ſich nicht aus der Welt
ſchaffen ..
Und die engliſche Lady, dieſes Teufelsweib? Ein Lock=
vogel
nur deſſen Girren er blindlings folgte, um auf der
Leimrute kleben zu bleiben? Er der geriſſene Frauenkenner 2
Frauenkenner . . . Irgend jemand hatte doch noch in den
letzten Tagen das Wort von ihm gebraucht . . . Ah, jetzt wußte
er’s: Gallardo! Ein eiſiger Schreck durchzuckte ihn. Leichter
Schweiß perlte auf ſeiner Stirn. Dieſe Adrienne? Vielleicht
auch ſolcher Lockvogel, den ihm der ausgekochte Exote angedreht?
Ihm ſtockte der Atem. Er riß die Uhr aus der Taſche,
Jetzt mußte ſein Bote ſchon in Leipzig ſein. Wenn der auf=
tragsgemäß
ſofort im Auto zu ſeiner Wohnung fuhr und die
Kundenliſten abholte, konnte er bequem den erſten Nachmittags=
zug
noch erreichen, der ihn eine weitere Stunde ſpäter nach
Rieba zurückbrachte.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Blick auf die Rennſtrecke des Nürburgrings, wo der Große Preis von Deutſchland am 19. Juli
ausgetragen wird. Rechts oben: Der Franzoſe Chiron (Bugatti). Unten: Caracciola, der für
Mercedes=Benz fährt. Am 19. Juli wird auf dem Nürburgring der Große Preis von Deutſch=
land
der Automobil=Rennfahrer ausgefahren, zu dem 47 Meldungen für 13 verſchiedene Auto=
marken
vorliegen.

Straßenbahn raſt in das Schaufenſter einer Drogerie.
25 Schwerverletzte waren die Opfer eines eigenartigen Straßenbahn=Unglücks, das ſich in New
York ereignete. Ein ſchwerer Wagen war aus den Schienen geſprungen und mit voller Wucht in
die Schaufenſter einer Drogerie geraſt.

Reich und Ausland.
Raffinierker Juwelenbekrug in Idar.
Idar. Ein hieſiger Juwelenhändler iſt
einem großen Juwelenbetrug zum Opfer gefallen.
Bei einem Häuſermakler erſchien der 25 Jahre
alte, in Mudweiler geborene Kaufmann Artur
Levy und gab an, er habe die Abſicht, ſich in der
Stadt ein Haus zu kaufen. Der Makler ver=
mittelte
die Verbindung zwiſchen dem angeb=
lichen
Käufer und dem Juwelier, der ein Haus
zu verkaufen hatte. Man wurde bald handels=
einig
und verſtändigte ſich auf einen Kaufpreis
von 115 000 Mark. Der Käufer ſtellte einen
Wechſel in Höhe des Kaufpreiſes auf die Saar=
brücker
Zahlſtelle der Reichsbank aus, der am
25. Juli eingelöſt werden ſollte. Nach dem Kauf=
abſchluß
lud der Juwelenhändler den Käufer
ſeines Hauſes, der ſich ihm als Sohn des Saar=
brücker
Bankiers Levy unter Vorzeigung eines
Ausweiſes vorgeſtellt hatte, zu ſich als Gaſt ein.
Levy eröffnete ſeinem Gaſtgeber ſchließlich, ſein
Vater habe die Abſicht, in Saarbrücken ein Edel=
ſtein
= und Juwelenkommiſſionsgeſchäft aufzu=
machen
, wozu er, der junge Levy, beauftragt
ſei, in Idar Edelſteine einzukaufen. Natürlich
konnte ihm der Gaſtgeber auch in dieſem Punkte
dienen. Er übergab dem Mann, der ſicher und
weltgewandt auftrat, Edelſteine im Werte von
72 000 Mark, die der Käufer mit einem Scheck
zu bezahlen ſich bereit erklärte. Nach Abſchluß
auch dieſes Kaufs blieb der Gauner noch bis zum
Sonntag Gaſt des entgegenkommenden Geſchäfts=
mannes
. Als dem Juwelenhändler die Saar=
brücker
Zakhlſtelle die Einlöſung des Wechſels für
den Hauskauf und des Schecks für die Juwelen
verweigerte, ſtellte ſich heraus, daß er einem ge=
riſſenen
Gauner in die Hände gefallen war. Dieſer
hatte die Namensgleichheit mit einem früher in
Saarbrücken wohnhaften Bankier zu dem Betrug
benutzt.
Ein Mord, deſſen Spuren nach Süddeutſchland
führen.
Frankfurt a. M. Vor einiger Zeit wurde
in der Nähe von Eberswalde im ſogenannten
Barnimer Wald eine Hausangeſtellte aus Ber=
lin
, namens Thomas, tot aufgefunden. Die Ber=
liner
Polizei konnte feſtſtellen, daß die Thomas
kurz zuvor mit einem angeblichen Poſtbeamten
namens Gerritzen auf Grund eines Heiratsinſe=
rates
in Verbindung getreten war. Dann ver=
ſchwand
die Frau aus Berlin und wurde erſt
tot wieder aufgefunden. Die Kriminalpolizei
ſucht nun Gerritzen, und glaubt feſtgeſtellt zu
haben, daß er ſich nach der Umgebung von Frank=
furt
a. M. gewandt hat und wahrſcheinlich auch
hier Heiratsſchwindeleien auf ähnlicher Baſis
verübte. Die Frankfurter Polizei bittet daher
um evtl. Mitteilungen, ob irgend jemand mit
dieſem Mann bzw. mit einem Poſtinſpektor, der
ſich auf ein Zeitungsinſerat zu verheiraten ſucht,
in Verbindung getreten iſt. Gerritzen iſt 40 Jahre
alt, hat blau=graue, etwas vorſtehende Augen.
Sein Teint iſt unrein, das Geſicht iſt unſauber.
Er hat lange Arme und gutgepflegte Hände;
typiſch iſt auch noch die ſtarke, dicke Unterlippe
und die dicke Naſe. G. hat faſt immer weiße
Strümpfe getragen. Wer irgendwelche Angaben
machen kann, wird gebeten, ſich mit der Krimi=
nalpolizei
in Verbindung zu ſetzen.
Ein Groß=Schwindler verhaftet.
Frankfurt a. M. Der Kriminalpolizei ge=
lang
mit der Feſtnahme des Betrügers Karch ein
guter Fang. Karch heißt in Wirklichkeit Hermann
Mattern, geboren am 4. 9. 1891 in Odenbach in
der Pfalz. Er hat in Frankfurt in zahlreichen
Hotels gewohnt, immer unter verſchiedenen
Namen. Meiſtens trat er unter dem Namen
Meißner auf und betrieb den Darlehensſchwindel
ſowie den Vermittlungsſchwindel im Großen.
Auf Grund eines Inſerates, in dem ein Ver=
bandsleiter
geſucht wurde, trat er mit zahlreichen
Intereſſenten in Verbindung, engagierte ſie für
dieſe Stelle, verlangte aber dafür 100 Mark in
bar und 20 Prozent des Gehaltes auf die
Dauer von ſechs Monaten. Bei ſeiner Feſtnahme
wurden bei ihm 100 Briefe von Leuten gefunden,
die auf die Stelle reflektierten und mölicherweiſe
Gelder gezahlt haben. Eine große Anzahl Poli=
zeibehörden
der näheren und weiteren Umgebung
Frankfurts hat, durch die erſten Zeitungsmeldun=
gen
aufmerkſam gemacht, die Zuſendung von
Akten über den Betrüger in Ausſicht geſtellt.
Die Angelegenheit dürfte möglicherweiſe noch
mehr Ueberraſchungen bringen.

Die Heiasbayn ſeit Schiellen Aatdoafe int Bieuft.

Der neue Schienen=Autobus der Reichsbahn
machte kürzlich zufriedenſtellende Probefahrten im Bezirk der Reichsbahndirektion Kaſſel.
Bei kürzeren Pendelfahrten ſtellt ſich dieſes neue Verkehrsmittel billiger als Eiſenbahnzüge.
Hißekakaſtrophe auf dem Balkan. Höllenmaſchine in der Pekerskirche.

Belgrad. Die furchtbare Hitze, die in der
letzten Zeit die Balkanhalbinſel heimgeſucht
hatte, erreichte am Donnerstag ihren Höhepunkt.
Wie aus Niſch gemeldet wird, zeigte dort das
Thermometer 46 Grad im Schatten und faſt
60 Grad in der Sonne. Belgrad hatte in den
letzten Tagen 40 Grad im Schatten. Erſt Frei=
tag
iſt ein fühlbarer Temperaturrückgang einge=
treten
. Die Morgenblätter bringen aus allen
Teilen des Landes Meldungen über die kataſtro=
phalen
Folgen der Hitze. Das Dorf Wladimi=
rowac
im ſüdlichen Banat wurde Donnerstag
nachmittag ein Raub der Flammen. 30 Gebäude
ſind dort niedergebrannt. Die Löſcharbeiten
waren infolge des Waſſermangels ausſichtslos.
Im Dorfe Sinca an der Lika fielen 14, im Dorfe
Ludbreg bei Karlſtadt (Kroatien) 9 Häuſer den
Flammen zum Opfer. Außerdem wurden in
Serajewo 5 und in Moſtar drei türkiſche Häuſer
eingeäſchert. Auch Waldbrände von rieſigen
Ausmaßen ſind entſtanden. Bei Agram wurden
150 Morgen Wald vernichtet. Das Feuer konnte
erſt eingedämmt werden, nachdem 2 Infanterie=
regimenter
zu den Löſcharbeiten herangezogen
wurden. Bei Neugradiſka in Slavonien bren=
nen
2000 Morgen Wald. Ebenſo ſind auf einer
Strecke von 15 Kilometern die Wälder zwiſchen
Serajewo und Pale durch Funkenflug aus einer
Lokomotive in Brand geraten. Bei. Gottſche
wurden die ausgedehnten Forſten des Fürſten
Auerſperg ebenfalls durch Funkenflug entzündet.
An zahlreichen Stellen des Landes haben ſich
kleinere Waldbrände ereignet, bzw. wurden
Mühlen und einzelne Häuſer eingeäſchert.
Drei Einbrecher feſtgenommen.
Frankfurt a. M.=Höchſt. In der Nacht
zum Freitag wurde in ein hieſiges Kleidergeſchäft
ein Einbruchsdiebſtahl verſucht. Die Täter zer=
trümmerten
die Fenſterſcheiben und verſuchten,
die Ladentür aufzubrechen. Durch das Geräuſch
aufmerkſam gemacht alarmierten Nachbarsleute
das Ueberfallkommando. Als die Polizei er=
ſchien
, ergriffen die drei Einbrecher ohne Beute
die Flucht, ſie konnten aber verfolgt und feſtge=
nommen
werden. Ob die Verhafteten, die alle
drei aus Höchſt ſtammen, mit den zahlreichen
Einbrüchen der letzten Zeit etwas zu tun haben,
wird die Unterſuchung ergeben.
Schweres Einſturzunglück in Budapeſt.
Budapeſt. In den Nachmittagsſtunden des
Donnerstags ereignete ſich in der St. Wladis=
laus
=Straße in Budapeſt ein ſchweres Einſturz=
unglück
. Gegen 15 Uhr bemerkten Vorbeigehende,
daß ein fertiger Teil des im Bau befindlichen
vierſtöckigen Vorderhauſes plötzlich zu ſchwanken
begann. Schon in der nächſten Sekunde brach
dieſer Teil des Hauſes mit rieſigem Getöſe zu=
ſammen
. Bisher ſind zwei Tote und zwölf
Schwerverletzte zu beklagen. Acht Bauarbeiter
werden noch vermißt.

Ein verbrecheriſcher Anſchlag im Gotteshaus
durch die päpſtliche Polizei vereitelt.
Stadt des Vatikans. In der Peters=
kirche
wurde abends von Gendarmen eine Höllen=
maſchine
entdeckt. Die Beamten ſchafften die
Höllenmaſchine ſofort an eine Stelle weit außer=
halb
des Wohnbezirkes, wo ſie geſtern früh um
1.45 Uhr ohne Schaden anzurichten, explodierte.
Der verbrecheriſche Anſchlag in der Peterskirche,
deſſen Folgen durch die Wachſamkeit der päpſt=
lichen
Polizei rechtzeitig verhütet werden konnte,
hat die Vatikanſtadt in große Aufregung verſetzt.
Die römiſchen Mittagsblätter geben ihrem Ab=
ſcheu
gegen den kirchenſchänderiſchen Terrorakt
Ausdruck und ſtellen den neuen Bombenfund in
die Reihe der antifasciſtiſchen Anſchläge der
letzten Zeit. Nach den bis jetzt bekannt gewor=
denen
Einzelheiten wurde der Papſt bereits
vorgeſtern abend ſofort nach der Beiſeiteſchaffung
der Höllenmaſchine unterrichtet, die ſich dann mit=
ten
in der Nacht mit weit hörbarer Exploſion
entlud.
Ein Stuttgarter und ein Münchener Touriſt
am Stilfer=Joch verunglückt.
Rom. Eine Gruppe deutſcher Touriſten, die
von Prato della Stelvio aus einen Aufſtieg auf
den Monte Liorio im Stilfer Joch (3174 Meter
hoch) unternommen hatte, wurde Zeuge eines
ungewöhnlichen Unglücksfalles. Der Eiſenbahn=
inſpektor
Eugen Auppel aus Stuttgart, der zu=
ſammen
mit dem Münchener Ingenieur Hermann
Huber vorausgegangen war, fand während des
Aufſtiegs ein Artilleriegeſchoß. Er wollte es auf=
heben
und in eine Schlucht ſchleudern, als das
Geſchoß erplodierte. Ein Splitter drang Huber
in die Bruſt. Auf die Detonation hin eilte der
übrige Teil der Geſellſchaft herbei und fand
Huber in ſeinem Blut liegen, während Auppel
die Beſinnung verloren hatte. Auf einer not=
dürftig
hergerichteten Tragbahre wurde Huber
talwärts gebracht und in das Krankenhaus von
Mals im oberen Vintſchgau eingeliefert, wo die
Aerzte feſtſtellten, daß Huber die Lunge durch=
ſchlagen
worden war. Er ſchwebt in Lebens=
gefahr
.
Ein Flugzeug beim italieniſchen Rundflug
abgeſtürzt.
Rom. Beim geſtrigen italieniſchen Rund=
flug
, zu dem Muſſolini die Startzeichen gegeben
hatte, ereignete ſich ein tödlicher Unfall. Beim
Ueberfliegen des Flugplatzes von Neapel ſtürzte
infolge eines falſchen Manövers das Flugzeug
des italieniſchen Fliegers Pallavicini aus einer
Höhe von 50 Metern ab. Pallavicini erlitt
einen ſchweren Beinbruch, ſein Begleiter war
auf der Stelle tot.

Der Empfang der ungariſchen
Ozeanflieger in Budapefkt.
Drei Welkrekorde aufgeſtell.
Budapeſt. Die ungariſchen Ozeanflieger
hatten die Notlandung in dem nur 25 Kilometer
von Budapeſt entfernt gelegenene Orte Bicske
vornehmen müſſen. Bei der Landung wurde ein
Rad vom Fahrgeſtell abgebrochen und der Pro=
peller
beſchädigt. Mit einem von der ungariſchen
Luftverkehrsgeſellſchaft entgegengeſandten Flug=
zeug
trafen dann die Flieger um 20,40 Uhr auf
dem Flugplatz Matyasföld bei Budapeſt ein, wo
ſie von Vertretern des ungariſchen Aeroverban=
des
und der Behörden feſtlich empfangen wur=
den
. Die Rieſenmenſchenmenge brach in große
Begeiſterung aus. Am Mikrophon ſchilderten die
Flieger ihren Flug. Auf dem erſten Teil des
Fluges hatten ſie beſonders ſchlechtes Wetter ge=
habt
. Dauernd hätten ſie mit Unwetter, Dunkel=
heit
und Nebel kämpfen müſſen. Das habe auch
über den eurdopäiſchen Feſtland nicht aufgehört.
Die Notlandung hätten ſie wegen Mangels an
Betriebsſtoff vornehmen müſſen. Dann wurden
die beiden Flieger auf Einladung des ungariſchen
Miniſterpräſidenten Graf Bethlen in das Mi=
niſterpräſidium
gebracht, wo ſie das geſamte Ka=
binett
erwartete. Hier brachte der Miniſterprä=
ſident
ihnen ſeine Glückwünſche dar. Danach be=
gaben
ſich die Flieger in ein Sanatorium, wo ſie
ſich ſofort zur Ruhe legten.
Obwohl die beiden ungariſchen Flieger das
vorausbeſtimmte Ziel nicht ganz erreichten, ha=
ben
ſie trotzdem drei Weltrekorde aufgeſtellt. So
überflogen ſie den Ozean in 13 Stunden 50 Mi=
nuten
gegenüber dem bisherigen Rekord von 15
Stunden 48 Minuten, der erſt vor kurzem von
den beiden amerikaniſchen Weltfliegern Poſt und
Gatty aufgeſtellt worden war. Außerdem haben
ſie die Rekorde im Dauerflug ſowie in der Durch=
chnittsgeſchwindigkeit
gebrochen.
Vollbeſetzter Autobus in den Fluß geſtürzt.
Zwölf Tote.
London. Britiſchen Meldungen aus Kon=
ſtantinopel
zufolge ſtürzte am Donnerstag ein
vollbeſetzter Perſonenautobus in den Ghediz=
Fluß bei Bergama. Von den 15 Inſaſſen gelang
es nur drei, ſich aus dem geſchloſſenen Wagen zu
retten, während die übrigen 12 ertranken.
Zur Todesfahrt des Blankeneſer
Segelkreuzers.

Der Jollenkreuzer Klabautermann,
der auf einer Fahrt nach den ſchwediſchen Schä=
ren
in einen Orkan geriet und kenterte. Das
Boot wurde an der Küſte Schwedens treibend
aufgefunden, die vier Mann ſtarke Beſatzung,
junge Sportsleute aus Blankeneſe, hat wahr=
ſcheinlich
den Tod gefunden.

Seike I0

Samstag, den 18. Juli 1931

Nummer 197

Der Große Preis von Deutſchland der Aukofahrer.

Ein ſchweres Skraßenbahn=Anglück in New Vork.

[ ][  ][ ]

Nummer 197

Samstag, den 18. Juli 1931

Seite 11

SalbadAagtt

Main=Rheingau=Sporkfeſt in Darmſtadt.
Neue Gaubeſtleiſtungen in Ausſicht.
Zu dem am Samstag, dem 25. und Sonntag, dem 26. Juli auf
dem Sportplatz der Turngeſellſchaft Darmſtadt ſtattfindenden Gau=
ſportfeſt
, welches die Feſtſtellung der Gaubeſten im Volksturnen
(Leichtathletik) bringt, werden intereſſante und ſpannende Kämpfe
auf den Uebungsgebieten des Laufs, Wurfs und Sprungs er=
wartet
. Durch die glänzende Beſetzung in allen Konkurrenzen
werden wiederum neue Gaubeſtleiſtungen erwartet. Die Frage:
Wer wird Gaumeiſter in den einzelnen Konkurrenzen? drängt
ſich auch diesmal wieder in den Vordergrund, zumal in einer
ganzen Reihe von Wettbewerben die Titelverteidiger antreten
und ſtarker Nachwuchs ſich bemerkbar macht, der alles daranſetzen
wird, die alten Meiſter aus ihrer Vorrangſtellung zu drängen.
Mehrkampf der Oberſtufe.
Schon die Umwandlung des ſeither üblichen Fünfkampfes in
einen Sechskampf beſtehend aus 100=Meterlauf, Hoch= und Weit=
ſprung
. 1500=Meterlauf, Steinſtoß ſowie Schleuderball, bedeutet
eine Leiſtungsſteigerung und Kräfteprüfung. Wenn nicht alles
trügt, wird der neu aufgenommene 1500=Meterlauf den Ausſchlag
auf Sieg oder Niederlage geben. In enger Konkurrenz ſtehen der
Mehrkampf=Titelverteidiger Fiſcher (Ob= Ramſtadt, Tgſ.) mit den
nächſt vorjährigen Siegern Volz (Auerbach), Maier (Walldorf)
und Winter (Groß=Gerau). Beſonders letzterer ſcheint z. Zt. in
Hochform zu ſein, und der Triumph über Fiſcher und Maier bei
dem letzten Feldbergturnen dürfte ſchon ein Beweis hierfür ſein.
Die Einzelkämpfe.
Im 100=Meterlauf fehlt der Titelverteidiger Geiſt
(Rimbach), ſo daß ein ſcharfer Kampf zwiſchen Göriſch (Ob.= Ram=
ſtadt
), Werner (Langen) und Schaffner (Griesheim) entſtehen
dürfte. Aber auch die anderen Teilnehmer geben nicht zu ver=
achtende
Gegner ab.
Ob im 200=Meterlaufder vorjährige dritte Sieger gegen
die gemeldeten Neulinge aufkommen kann, iſt ſehr zweifelhaft.
Neu in der Sportfolge iſt diesmal der 400= und 1500=
Neterlauf. Im erſteren kommt es zum Zweikampf zwiſchen
Doland (Walldorf) und Gern (Darmſtadt. Tgſ), während im
letzteren Lauf ein Duell zwiſchen Fornoff (Darmſtadt, Tgſ.) dem
neuen ſüddeutſchen Meiſter der D.T., und Doland (Walldorf)
ausgefochten wird.
Gleichſtarke Gegner treten in Funk (Wallerſtädten) und Volz
(Auerbach) im Hochſprung gegenſeitig in Wettbewerb. Wurde
der vorjährige Kampf der beiden Rivalen durch Stechen, mit
gleichen Leiſtungen von 1.70 Meter Sprunghöhe entſchieden, ſo
wird jedenfalls der eine oder andere verſuchen, den Gegner durch
beſſere Leiſtungen zu überbieten. Wer wird von den beiden der
Glücklichere ſein?
Zum Weitſprung hat der Titelverteidiger keine Meldung
abgegeben und verzichtet ſomit freiwillig auf die Meiſterehren.
Im übrigen iſt hier eine gute Beſetzung zu verzeichnen und der
vorjährige zweite hat mit ernſter Konkurrenz zu rechnen.
Auch der Stabhochſprung hat eine größere Teilnehmer=
zahl
gegen das Vorjahr gefunden. Bechthold (Birkenau) hat hier
den Titel zu verteidigen, wird aber mit hartnäckiger Gegner=
ſchaft
zu rechnen haben. Noch ſtärker als die Sprünge ſind die
verſchiedenen Würfe beſetzt.
So hat das Kugelſtoßen eine ſtarke Beteiligung aufzu=
weiſen
und ſtarker Nachwuchs macht hier gegenſeitig ſich die Ehre
ſtreitig. Wirthmüller (Arbeilgen) verteidigt im Steinſtoßen
den Titel und dürfte die Gegnerſchaft an deſſen Leiſtungen nicht
heragreichen.
Das Trio im Speerwerfen mit Meyer (Gernsheim) als
Titelverteidiger, Braun (Arheilgen) und Funk (Wallerſtädten)
läßt ſcharfe Gegnerſchaft erkennen und wer diesmal die beſte
Leiſtung erzielen dürfte, ſteht ſehr offen.
Im Diskuswurf bewerben ſich ſechs Teilnehmer, von
denen Göbel (Nauheim) und Wirthmüller (Arheilgen) die beſſeren
Ausſichten auf Sieg haben. Der Ausgang im Schleuderball=
werfen
, zu welchem fünf gute Kräfte am Abwurf ſtehen, iſt
ebenfalls als offen zu bezeichnen.
Die Staffeln laſſen diesmal einen ſehr ſpannenden Kampf
erwarten. Zu 4X100 Meter ſind ſechs Mannſchaften gemel=
det
. Langen verteidigt den Titel. Nicht ohne weiteres aber
dürften hier die Gegner Darmſtadt (Tamde, und Tgſ.) Walldorf.
Griesheim und Ob.=Ramſtadt (Tgſ.) zu unterſchätzen ſein. Zur
3X1000=Meter=Staffel liegt nur die Meldung der Turn=
geſelſchaft
Darmſtadt vor. Zum Zweikampfe kommt es in der
Schwedenſtaffel zwiſchen dem Titelverteidiger Langen und
der Turngeſellſchaft Darmſtadt. Bedeuten ſchon die Kämpfe der
Oberſtufe ein Ereignis, ſo werden ebenfalls die Frauenwett=
bewerbe
ſowie die der unteren Stufen der Turner, über deren
Beteiligung noch berichtet wird, die gleichen ſpannenden Kämpfe
bringen, zumal hier das Kräfteverhältnis ein ziemlich gleich=
mäßiges
zu ſein ſcheint.
Kegler=Bereinigung Darmftadk und Umgebung.
Verfaſſungskämpfe im Kegelſport.
Wie alljährlich, ſo werden auch in dieſem Jahre am Verfaſſungstag
ſportliche Wettkämpfe ausgetragen, zu denen der Herr Reichspräſident
eine Anzahl Plaketten und Urkunden verliehen hat.
Das Amt für Leibesübung in Darmſtadt hat bei ſeiner diesjäbrigen
Ausſchreibung hemerkenswerterweiſe auch den Kegelſport in den Kranz
der ſportlichen Wettkämpfe eingeſchloſſen. Die hierfür feſtgelegten Min=
deſtleiſtungen
ſind:
a) für Männer auf Aſphalt 100 Kugeln 510 Punkte:
b) für Senioren ab 60. Lebensjahre 50 Kugeln 20 Punkte;
c) für Frauen, wie zu b).
Die Meldungen zu dieſem Kegeln ſind ſo zahlreich, daß ſich 80 Männer,
8 Senioren und 11 Frauen beteiligen. Da die Kämpfe, die in der Turn=
halle
am Woogsplatz und im Konkordiaſaale ſtattfinden, an einem Tage
ſich nicht entfalten und nur Sonntags ausgetragen werden können, muß
damit bereits am 19. Juli 1931 begonnen werden.

Fußball.
Fr. Tgde. DarmftadtGroß=Zimmern.
Sonntag nachmittag 3.00 Uhr empfängr Darmſtadts erſte Elf die
zur Kreisklaſſe aufgeſtiegene Mannſchaft von Groß=Zimmern zu einem
Freundſchaftsſpiel am Müllersteich. Es iſt dies die erſte Begegnung
beider Vereine; eine Vorausſage über den Ausgang des Spiels iſt daher
ungewiß. Sollten die Hieſigen die Leiſtungen des Vorſonntags erreichen,
liegt ein Sieg im Bereiche der Möglichkeit. Man darf Groß=Zimmerns
Mannſchaft die Eigenſchaft zuſprechen, daß ſie eminent ſchnell und ſchuß=
freudig
iſt, alſo für die Hieſigen aller Grund, auf der Hut zu ſein.
Der Beſuch des Spvieles dürfte ſich für jeden Fußballanhänger lohnen.
Die Jugend Darmſtadts begibt ſich zum fälligen Serienſpiel nach
Zwingenberg.
Main-Rhein-Gau der Deutſchen Turnerſchaft.
Zum 11. Gauſchwimmen in Jugenheim a. d. B.
Morgen, Sonntag, den 19. Juli, wird im Gemeinde= Schwimm=
bad
zu Jugenheim a. d. B. zum 11. Male der Main=Rhein=Gau
der deutſchen Turnerſchaft ſein Gauſchwimmen zur Durchführung
bringen. Es wird, wie die vorangegangenen, wiederum eine recht
ſtattliche Zahl von Teilnehmern zum Kampf um den ſchlichten
Eichenkranz umfaſſen. Erfreulicherweiſe ſind außer den Schwimm=
Abteilungen der Stadtvereine, wie Tade. 1846. Tgſ. 1875, Tgde.
Beſſungen, Reichsbahn, Reichspoſt und die Akad. Turnverbin=
dungen
, auch eine ganze Anzahl von Landvereinen unter den
Beteiligten, die trotz beſchränkter Uebungsmöglichkeiten ſich den
Gegnern aus der Stadt in den Schwimmwettkämpfen gegenüber=
ſtellen
. Durch die Einteilung in die verſchiedenen Leiſtungsſtufen
iſt es jedem Turnſchwimmer möglich, auch im ſchwimmeriſchen
Wettkampf vorwärts zu kommen. Es darf daher erwartet wer=
den
, daß es auch in dieſem Jahre verſchiedentlich zu hartnäckigen
Kämpfen kommen wird. Die einwandfreie Schwimmbahn des
Jugenheimer Gemeindeſchwimmbades wird dazu ohne weiteres
die Gewähr geben. Das Bad ſelbſt, das ſchon größte Maſſen
badefreudiger Beſucher beherbergte, wird auch dieſen Anſprüchen
vollkommen genügen. Der Tv. Jugenheim, der die Vorbereitungen
für das Gauſchwimmen übernommen hat, gibt ſich Mühe, das
Bad auszuſchmücken und den Teilnehmern irgendwie entgegen=
zukommen
.
Die Wettkampffolge, die ſowohl für Turnerinnen, Turner
und Altersturner Einzelkämpfe im Springen und Schwimmen,
Mehrkampf, ſowie Staffeln umfaßt, beginnt vormittags 9.30 Uhr
und nachmittags 2,30 Uhr. Zum Beginn der Kämpfe nachmittags
2.,30 Uhr wird ein Werbezug durch den Ort veranſtaltet, dem ſich
im Bad ein allgemeiner Aufmarſch der Teilnehmer anſchließt.
Ueber die Beſetzung der einzelnen Kämpfe iſt zu ſagen, daß
mit wenigen Ausnahmen faſt alle zur Durchführung kommen,
Nur die Kämpfe der Aelteren ſind ſehr ſchwach beſetzt und
müſſen ausfallen. Die größte Teilnehmexzahl weiſen
naturgemäß das Bruſtſchwimmen der Turner mit zuſammen 22
Leuten, das Kraulſchwimmen der Turner mit zuſammen 17 auf.
Seite ſchwimmen umfaßt 12. Rückenſchwimmen 7. Lagenſchwimmen
7 Teilnehmer. Im Springen und Mehrkampf ſind 14 Mann be=
teiligt
. Die Staffeln der Turner und die Kämpfe der Turnerin=
nen
ſind weniger ſtark beſetzt, doch dürfte ſich auch hierbei manch
intereſſanter Kampf entwickeln. In die Reihe der Kämpfe werden
ein allgemeines Springen, Rettungsvorführungen uſw. etwas
Abwechſlung bringen. Den Abſchluß des Tages bilden ein bis
zwei Waſſerballſpriele, von einer Jugend= bzw. Turnermann=
ſchaft
in kombinierter Auftellung beſtritten. Das Antreten zweier
auswärtiger Mannſchaften muß der eingetretenen Verhältniſſe
halber unterhleiben. Die Gemeinde Jugenheim hat für ihr Bad
ein neues Waſſerballfeld (Tore und Begrenzung) beſchafft, das
damit ſeine Weihe erhalten dürfte.
Es ſteht zu erwarten, daß das notwendige warme Schwimm=
wetter
wieder einſetzt die dem 11. Gauſchwimmen den brauch=
baren
Erfolg ſichert. Die Eintrittspreiſe ſind gering, ſo daß ein
Beſuch jedem möglich iſt.
Mitzuteilen iſt noch, daß die Mitglieder der Darmſtädter
Turnerſchwimmabteilungen größtenteils Sonntag vorm. 8 Uhr
ab Hauptbahnhof nach Jugenheim fahren.
E. B.
Rhönradſportgeſellſchaft Darmſtadt.
In Darmſtadt hat ſich eine neue Vereinigung gebildet, die ſich aus
der 1. Darmſtädter Rhönradſportriege und begeiſterten Anhängern des
ſchönen Rhönradſports zuſammenſetzt.
Die Uebungsabende ſind vorläufig Mittwochs und Freitags abends
in dem großen Saale des Chauſſeehauſes (Heidelberger Straße), woſelbſt
an den vorgenannten Uebungsabenden noch Neuanmeldungen zur RS.=
G.D., dem Patenverein der Rhönradſportgeſellſchaft Würzburg, ange=
nommen
werden
Zu dem Rhönradlehrgang, deſſen erſte Uebungsſtunde am Mittwoch,
5. Auguſt, beginnen ſoll, liegt an den beiden Abenden eine Einzeich=
nungsliſte
bis Freitag, den 31. Juli, auf. Die Leitung der Uebungs=
abende
, ſowie des Kurſus iſt in guten Händen. Geſtützt auf langjährige
Erfahrung im Rhönradſport, iſt eine gediegene Ausbildung für Anfän=
ger
und Turnierfahrer nach den Richtlinien der Rhönrad=Sportſchule ge=
ſichert
. Beginn der Uebungsſtunde für unſere Mitglieder abends 8.30
Uhr. Der Eingang zum Sagle iſt durch den Garten.

Der Stadion=Club Rot=Weiß Köln hat ſich ebenſo wie der
Düſſeldorfer Rochus=Club entſchließen müſſen, ſein für die Tage
vom 23.26. Juli geplantes internationales Tennis=Turnier we=
gen
der augenblicklichen Kriſe abzuſagen. Damit ſind die beiden
größten rheiniſchen Tennisturniere des Jahres den Zeitverhält=
niſſen
zum Opfer gefallen.
Das Davis=Pokalſpiel England U.S.A, in Paris ſtand nach
den beiden erſten Treffen am Freitag 1:1. Auſtin (E.) ſchlug den
Amerikaner Wood 2:6, 6:0. 8:6, 7:5, während Shields (U.SA.)
über Perry 10:8, 6:4, 6:2 ſiegte.
Teddy Sandwina wurde in Brooklyn von dem Amerikaner
Hamas in der dritten Runde k. o. geſchlagen.
Bei der erſten Etappe des Italien==Rundfluges rückte am Frei=
tag
Poß als beſter Deutſcher auf den 3. Platz vor. Sieger der
Etappe blieb der Italiener Colombo.

handballin der 2.7.
Tgde. 1846 DarmſtadtTv. Offenbach (auf dem Platze der Tgſ. 1875 an
der Kranichſteiner Straße); Büttelborn-Walldorf; Sprendlingen
Preungesheim; WeiterſtadtGroß=Gerau; Zell-Lorſch: Schwanheim
Kirchhauſen; MünſterHergershauſen; Erzhauſen-Arheilgen Reſ.
Nach langer Ruhepauſe erſcheint Walldorf bei einem anderen Gau=
verein
, und es iſt beſonders intereſſant, daß gerade Büttelborn der Geg=
ner
iſt. Auf deſſen Platz holte ſich Weiterſtadt am letzten Sonntag eine
hohe Niederlage, und man kann daher Büttelborns Ausſichten in den
kommenden Pflichtſpielen als berechtigt gelten laſſen. Walldorf präſen=
tiert
Kreisklaſſe. Der Tv. Offenbach als Gegner der 1846er iſt bei uns
noch wenig bekannt. Es wäre daher ſchön, wenn die Gäſte eine gute
Meinung mit nach Hauſe nehmen würden. Dagegen ſehen wir Preun=
gesheim
oft in unſerem Gau, diesmal bei Sprendlingen. Weiterſtadt
muß ſich daheim ganz gehörig anſtrengen gegen Groß=Gerau, wenn der
ſchwarze Tag von Büttelborn allmählich in Vergeſſenheit geraten ſoll.
Auch Zell muß die Ohren ſteif halten gegen Lorſch.
Tv. Nieder=RamſtadtTv. Biebesheim a. Rh.
Zum fälligen Rückſpiel empfängt am Sonntag Nieder=Ramſtadt die
erſte Elf des Lurnvereins Biebesheim. Das Vorſpiel konnte Nieder=
Ramſtadt mit 6:3 Toren für ſich entſcheiden; trotzdem iſt der Ausgang
dieſes Treffens völlig offen. Spielbeginn nachmittags 4 Uhr,

Bei der Tour de France wurde am Freitag die 15. Etappe
von Nizza nach Gap (223 Klm.) zurückgelegt. Gewinner der außer=
ordentlich
ſchwierigen Teilſtrecke blieb der Belgier, Demuyſere.
Beſter Deutſcher war wieder Metze=Dortmund, der den 18. Platz
beſetzte und im Geſamtklaſſement auf den 11. Platz vorgerückt iſt.
Im Länderklaſſement rangiert Deutſchland immer noch an letzter
Stelle.

Geſchälſches.
Es iſt erſtaunlich mit welch erfolgreicher Sicherheit die Ge=
meinſchaft
der Freunde ihren Weg geht. Trotz der miß=
lichen
Wirtſchaftsverhältniſſe im Reiche noch dazu in heftigem
Konkurrenzkampf ſtehend, erbringt die G.d.F. mit ihrer in dieſen
Tagen vorgenommenen Zuteilung erneut den Beweis der führen=
den
Stellung, welche ſie als älteſte und größte deutſche Bauſpar=
kaſſe
einnimmt.

Rundink Pronranme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 18. Juli.
7.30: Bad Nauheim: Frühkonzert des Kurorcheſters.
15.20: Stunde der Jugend.
16.30: Kind und Spiel in der Muſik. Konzert des Philharmoniſchen
Orcheſters Stuttgart.
18.10: W. Weyrauch: Die junge Generation.
18.45: Dr. Buſemann: 47 Jahre deutſcher Arbeit in Elſaß= Loth=
ringen
18711918.
19.10: Zeit, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
19.15: Spaniſch.
19.45: Dr. Elwenſpoek: Anekdoten.
20.00: Cannſtatt: Populäres Konzert des Philharm. Orcheſters
Stuttgart, Berlin Wien.
21.00: Köln: Luſtiger Abend. Kapelle Eyſoldt
22.00: Karlsruhe: Unterhaltungskonzert der Kapelle Haas= Maha=
gonny
.
22.30: Zeit Wetter. Nachrichten. Sport.
22.50: Karlsruhe: Tanzmuſik. Kapelle Haas Mahagonny.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Sonnabend, 18. Juli.
15.00: Jugendſtunde: W. Mayer: Bau von Flugzeugmodellen, Gleit=
und Segelfliegern.
15.45: Frauenſtunde: Edith Woltmar: Alltagsſorgen berühmter
Männer und Frauen aus Tagebüchern und Briefen.
18.00: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.0: Dorothea Hofer=Dernburg: Drei Fragen hinter der Tür.
1730: Prof. Dr. Stölting: Für und gegen den Geſundheitspaß.
18.00: Konteradmiral a. D. Mahrholz: Meeresſpuk und Aber=
glauben
auf See.
18.30: K. Kißhauer: Glutofen Sonne.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
1900: Dr. Zarek: Bücher der Wirklichkeit.
19.30: Stille Stunde: Boten der Natur.
55: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Paul Lincke=Stunde. Mitw. Frida Weber=Fleßburg ( So=
pran
). F. Düttbernd (Bariton), Berliner Sinfonie=Orcheſter.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
22.30: Ein Gauklerfeſt. Wohltätigkeitsveranſtaltung der Internatio=
nalen
Artiſtenloge.
Danach: Berlin: Tanzmuſik. Kapelle Hans Schindler.

Weſenenſſ.
Obwohl der hohe Druck im Südweſten weiter an Raum gewonnen
hat, und auch bei uns ſchon allgemeiner Barometeranſtieg einſetzt, ſo iſt
bis jetzt noch keine Beſſerung der Wetterlage eingetreten. Immer noch
behält die Weſtſtrömung die Vorherrſchaft, ſo daß außer wechſelhaftem
Wetter einzelne Niederſchläge auftreten. Auch morgen wird der Einfluß
der maritimen Lauft noch zur Geltung kommen und der gegenwärtige
Witterungscharakter infolgedeſſen anhalten.
Ausſichten für Samstag, den 18. Juli: Noch wechſelnd wolkig mit Auf=
heiterung
, mäßig warm, vereinzelte Niederſchläge.
Ausſichten für Sonntag, den 19. Juli: Teils wolkig, teils aufheiternd
und meiſt trocken.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Veranwortlich für Pollik und Wirtſchaft: Rud olf Maupe; für Feuilleton. Reiſch und
Ausland und Heſſche Nachrſchten: Mar Streeſe; für Sport= 7. V.: Dr. C.6. Qnetſch;
für den Handel: Dr. C. 6. Quetſch: für den Schlußdienſt Andreas Baueri
ſür Die Gegenwart. Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette.
für den Inſeratentel und geſchäftiſche Mittelungen: Willv Kuble:
Druck und Verſag: C.C. Wittich ſcmilich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.

Die heutige Nummer hat 14 Geiten.

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Nummer 192

Samstag, den 18. Juli

Der Ausldeis der Heicsoant.

Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 15. Juli 1931 hat ſich in
der zweiten Juliwoche die geſamte Kapitalanlage der Bank in Wechſeln
und Schecks Lombards und Effekten um 356,6 Mill. auf 3241,7 Mill.
RM. erhöht. Im einzelnen haben die Beſtände an Handelswechſeln und
=Schecks um 121,8 Mill. RM. auf 2676,8 Mill. RM., die Lombardbeſtände
um 161,5 Mill. auf 386,0 Mill. RM. und die Beſtände an Reichsſchatz=
wechſeln
um 73,2 Mill. auf 76,2 Mill. zugenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind 56,9
Mill. RM. in den Verkehr abgefloſſen, und zwar hat ſich der Umlauf
an Reichsbanknoten um 51,4 Mill. auf 4161,8 Mill. RM., derjenige an
Rentenbankſcheinen um 5,5 Mill. auf 414,5 Mill. RM. erhöht. Dem=
entſprechend
haben ſich die Beſtände der Reichsbank an Rentenbankſchei=
nen
auf 13,2 Mill. RM. vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit
307,1 Mill. RM. eine Abnahme um 35,6 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich um
302,3 Mill. auf 1490,5 Mill. RM. vermindert. Im einzelnen haben die
Goldbeſtände um 55,7 Mill. auf 1366,1 Mill. RM. und die Beſtände an
deckungsfähigen Deviſen um 246,6 Mill. auf 124,4 Mill. RM. abge=
nommen
.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Deviſen be=
trägt
35,8 Proz. gegen 43,6 Proz. in der Vorwoche Die Deckungsgrenze
iſt auf Grund des § 29 des Bankgeſetzes durch Beſchluß des Generalrats
herabgeſetzt worden.

Berliner Deviſen=Feſtſekzung.

Wie von zuſtändiger Stelle mitgeteilt wird, ſind die Verordnungen
der Reichsregierung über die Bekanntgabe von Kurſen dahin auszulegen,
daß auch Deviſenkurſe von denjenigen Börſenplätzen, die keinen Deviſen=
handel
im amtlichen Verkehr haben, aber anerkannte Märkte ſind, ver=
öffentlicht
werden dürfen. Verboten iſt dagegen in jedem Falle die Be=
kanntgabe
von inländiſchen Kurſen für ausländiſche Zahlungsmittel ein=
ſchließlich
der ſogenannten Uſancekurſe. Ausgenommen ſind natürlich
die in den Verordnungen beſonders erwähnten Deviſenkurſe, die unter
Mitwirkung der Reichsbank von der Berlinner Bedingungsgemeinſchaft
ermittelt werden. Die Veröffentlichung dieſer Kurſe iſt nach §§ 5 und 8
der Verordnung über den Verkehr mit ausländiſchen Zahlungsmitteln
vom 15. Juli ſtatthaft.

Helſingfors Mittelkurſe
10.59 9
Spanien Mittelkurſe
39.30 Wien 59.40 Danzig 81.20 Prag 12.47 Japan 2.083 Budapeſt 73.40 Rio de Janeiro 0.30 Sofia 3.05 Jugoſlawien 7.42½ Holland 169.80 Portugal 18.60 Oslo 112.80 Athen 5.46 Kopenhagen 112.75 Iſtanbul Stockholm 112.90 Kairo 21.01 London 20.48 Kanada 4.202 Buenos Aires 1.29 Uruguay 2.30 New York 4:213 Island Belgien 58.85 Tallinn 112.18 Italien 22.07½ Riga 81.10 Paris 16.55 Bukareſt 2.505 Schweiz 81.95 Kaunas 42.06

Die Auslandsbörſen.
Pariſer Börſe feſt.

Din Börſe war geſtern feſt. Die Werte gewannen faſt alle
ihre Verluſte wieder zurück, die ſie ſeit Anfang der Woche er=
litten
hatten. Für die Reichsmark lag keine Notierung vor. Die
engliſche Deviſe näherte ſich wieder dem Goldpunkt. Letzter
Kurs 123,70.

Feſtere Haltung der New Yorker Börſe.

Die Haltung der New Yorker Börſe war geſtern auf die Nachricht,
daß Deutſchland den Dienſt der langfriſtigen Anleihen weiter zahlen
werde und daß Frankreich einen Plan für die finanzielle Unterſtützung
Deutſchlands ausgearbeitet habe, weſentlich feſter. Der Kurs ,des eng=
liſchen
Pfundes beſſerte ſich um einen Punkt, während der franzöſiſche
Franken um einen Punkt zurückging. Umſätze in Reichsmark kamen
nicht zuſtande. Deutſche Werte zogen zum Teil beträchtlich an.
*

Uebergangsperiode nach den ungariſchen Bankfeiertagen.

Mit Rückſicht auf die noch immer ungeklärte Finanzlage in Deutſch=
land
und auf den Umſtand, daß die Verhandlungen bezüglich der Emiſ=
ſion
der Schatzſcheine noch nicht beendet werden konnten, beſchloß der
ungariſche Miniſterrat vorgeſtern, nach drei Bankfeieragen eine ſieben=
tägige
Uebergangsperiode bis einſchließlich 23. Juli eintreten zu laſſen,
um die Wiederherſtellung normaler Wirtſchaftsverhältniſſe zu ermög=
lichen
. Auf Grund des Beſchluſſes des Miniſterrats wurde ſpät nachts
eine Verordnung erlaſſen, die vorübergehende Einſchränkungen des Zah=
lungsverkehrs
ähnlich wie zur Zeit in Deutſchland beſtimmt.

Norddeutſche Wollkämmerei A.-G. Bremen.
Morakorium?

Ueber die Art der Sanierung der Norddeutſchen Wollkämmerei iſt
eine Einigung bis jetzt nicht zuſtande gekommen. Auch das Vergleichs=
verfahren
iſt noch nicht beantragt worden. Nach neueren Verlautbarun=
gen
beabſichtigt man, ein Moratorium von ſechs Wochen nach dem Bei=
ſpiel
der Danatbank durch eine beſondere Notverordnung der Regierung
zu erreichen. In dieſer Zeit iſt beabſichtigt, die Betriebe einer gründ=
lichen
Kontrolle zu unterziehen, um feſtzuſtellen, ob und welche Betriebe
lebensfähig ſind. Dieſe lebensfähigen Betriebe ſollen dann aus dem
Konzern herausgelöſt werden und zwecks Weiterführung in eine neue
Geſellſchaft eingebracht werden. Die für die neue Geſellſchaft notwendi=
gen
Betriebsmittel erhofft man von den Gläubigern und ſonſtigen Bre=
mer
Stellen zu erhalten.

Produkkenberichte.

Berliner Produktentendenzbericht vom 17. Juli. Die Produkten=
börſe
zeigte heute ein ſtetiges Ausſehen, das Geſchäft ging über den
Umfang der letzten Tage kaum hinauf, obwohl ſich im Zahlungsverkehr
hier und da Anſätze einer Erleichterung zeigten. Das Inlandsangebot
von Brotgetreide iſt wie immer zwiſchen den Ernten nur mäßig; Rog=
gen
liegt eher etwas feſter, und auch für Weizen zeigt ſich einige Nach=
frage
. Neues Getreide wird weiterhin nur wenig umgeſetzt. Die Mehl=
abſatz
in beiden Sorten iſt normal und vollzieht ſich hauptſächlich gegen
Barzahlung; die rege Nachfrage hat ſich allerdings etwas beruhigt,

Die Lage der deutſchen Maſchinen-Induſtrie
im Junt 1931.

Weiter befriedigendes Inlandsgeſchäft, leichte Beſſerung
im Auslandsgeſchäft.

Von Verein deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten, dem Spitzen=
verband
der deutſchen Maſchineninduſtrie, wird uns geſchrieben:
Im Juni war bei der Anfragetätigkeit der In= und Auslands=
kundſchaft
eine geringe Belebung feſtzuſtellen. Der Auftragsein=
gang
aus dem Inland blieb weiter unbefriedigend, dagegen zeigten
die Auslandsbeſtellungen gegenüber dem Vormonat auf einige
große Abſchlüſſe hin eine leider aber auch nur geringe Beſſerung.
Die durchſchnittliche Arbeitszeit und der an den Arbeiterſtunden
gemeſſene Beſchäftigungsgrad gingen leicht zurück. Die erſtere
belief ſich auf etwas unter 42 Stunden, der Beſchätigungsgrad
betrug etwas über 43 Prozent der Sollbeſchäftigung. Von den ein=
zelnen
Maſchinengruppen hatten die meiſten keine nennenswerte
Veränderung des unbefriedigenden Geſchäftsganges aufzuweiſen.
Leichte Belebung im In= und Auslandsgeſchäft zeigten die Venti=
latoren
und die Zerkleinerungs= und Aufbereitungsmaſchinen,
etwas beſſere Auslandsbeſtellungen außerdem die Werkzeugma=
ſchinen
, die Hütten=, Stahl= und Walzwerkanlagen und die Ap=
parate
.
Das erſte Halbjahr 1931 brachte der Maſchineninduſtrie noch
eine weitere Verſchlechterung gegenüber dem ſchon ſehr ungünſtigen
Jahr 1930. Die Inlandsaufträge lagen um 39 Prozent unter dem
erſten Halbjahr 1930. Die Auslandsaufträge blieben um 26 Pro=
zent
bzw. 12 Prozent hinter den beiden Halbjahren 1930 zurück.
Der Beſchäftigungsgrad iſt nach einer vorübergehenden Frühjahrs=
belebung
wieder zurückgegangen und betrug im Durchſchnitt des
1. Halbjahres 1931 nur noch etwa 43,5 Prozent der Sollbeſchäf=
tigung
gegen 55 Prozent im Durchſchnitt 1930. Die durchſchnittliche
Wochenarbeitszeit betrug im verfloſſenen Halbjahr rund 42 Stun=
den
gegenüber annähernd 45 Stunden im Durchſchnitt 1930.

Aſchersleben=Stillegung auf 1½ bis 2 Jahre. Erneute Verhand=
lungen
zwiſchen den Kaliwerken Aſchersleben A. G. Vertretern der Re=
gierung
, des Oberbergamts Halle und der Gewerkſchaften fanden in dem
Beſchluß ihr Ende, daß das Kaliwerk am 1. Auguſt ſtillgelegt und, wenn
auch nicht auf einmal, ſo doch in raſcher Folge 750 Arbeiter und 72 An=
geſtellte
entlaſſen werden.
Die Werksleitung betonte, daß es ſich um eine vorübergehende Still=
legung
vorausſichtlich 1½ bis 2 Jahre handle, die durch überfüllte
Läger und nicht durch Kapitalmangel bedingt ſei. Eine Quotenübertra=
gung
käme natürlich nicht in Frage. Der Vorfkhlag der Gewerkſchaften,
ſtatt der Stillegung drei Tage in der Woche zu arbeiten, wurde von der
Werksleitung abgelehnt, weil eine ſolche Maßnahme wirtſchaftlich nicht
tragbar ſei. Da es ſich nur um eine vorübergehende Einſtellung der
Förderung und Fabrikation handelt, werden die Gewerkſchaften auch
keine Anträge auf Endſchädigung der Entlaſſenen ſtellen. Das Kali=
werk
Aſchersleben ſtellt in der Hauptſache Sulfat her. Während in den
Zeiten des beſten Abfatzes monatlich bis 50 000 Doppelzentner verkauft
werden konnten, hatte man in letzter Zeit nur noch mit einer Jahres=
verkaufsmenge
von etwa 90 000 Doppelzentnern zu rechnen. Die Lager
enthalten aber 300000 Dz. Da der Abſatz in den letzten Monaten ſich
gebeſſert hat und auf 15 000 bis 17 000 Dz. im Monat geſtiegen iſt, wird
die Lage noch nicht ganz für ausſichtslos gehalten; jedenfalls wurde von
der Verwaltung zugeſagt, daß im September noch einmal die Lage nach=
geprüft
werden ſoll.
Elektrozweckverband. A. G. Mitteldeutſchland, Kaſſel Auf die am
1. Auguſt 1931 fälligen 17. Zinsſcheine der 5proz. Kohlenwertanleihe
werden folgende Beträge zur Auszahlung gebracht: Für Zinsſcheine
eines 1 To.=Stückes 0,14 RM., eines 5 To.=Stückes 0,72 RM., eines
10 To.=Stückes 1,44 RM., eines 50 To.=Stücke 7,20 RM.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt.
Neue Verfahren. Langen: Fa. Philipp Breidert in Sprendlin=
gen
. Af. 5. 8., GlV. und Prft. 12. 8. Beendete Konkurſe:
Bensheim: Kfm Rudolf Blechner Ehefrau Margarete geb. Peters
Neue Vergleichsverfahren: Alsfeld: Georg Klingelhöffer,
Inſtallationsgeſchäftsinh. VerglT. 29. 7. Bensheim: Fa. Aures u.
Comp. VerglT. 4 8. Darmſtadt: Fa. Wilh. Ehrhardt. VerglT. 6. 8.
Offenbach a. M.: Fa. Kreß u. Wolters, Buch= und Muſikalienhandlung.
VerglT. 13. 8. Beendete Vergleichsverfahren: Lau=
bach
: Fa. L. Heynemann, Inh. Salli Heynemann. Mainz: Kfm. Bern=
hard
Schlacht, Inh. der Firma Schlacht u. Co.
Die Neuordnung bei der Kronen=Brauerei, Gebr. Wiener Darm=
ſtadt
. Im Zuge der ſich aus der Anſpannung des Status bei der
Kronen=Brauerei, Gebrüder Wiener, in Darmſtadt ergebenden Neuord=
nung
wurde, wie aus der von uns veröffentlichen Bekanntmachung die=
ſer
Tage ſchon hervorgeht, die Umgründung der Firma in eine A. G.
handelsgerichtlich eingetragen. Das Grundkapital beträgt 1,15 Mill.
RM., beſtehend aus 1100 Inhaber=Stammaktien zu 1000 RM. und 500
Inhaber=Stammaktien zu je 100 RM. Hermann Wiener brachte das
unter der Firma Gebr. Wiener=Darmſtadt betriebene Brauunternehmen
mit allen Firmenrechten im Geſamtwerte von 2,245 Mill. RM., abzüg=
lich
übernommener Verpflichtungen von insgeſamt 1,5 Mill. RM., alſo
mit rund 0,75 Mill. RM. ein. Den erſten Aufſichtsrat bilden Profeſſor
Heinrich Klump, Robert Klump, Auguſt Koch, ſämtlich Darmſtadt; fer=
ner
Kaufmann Erich Helle=Mainz, Rechtsanwalt Levor=Nürnberg und
Bankdirektor Becker=Darmſtadt. Das Unternehmen firmiert jetzt Kronen=
Brauerei Wiener A.G., vorm Gebr. Wiener, Darmſtadt
Die Merkur=Bank bleibt weiterbeſtehen. Die Merkur=Bank,
deren Status ein Aktivum von 12 Millionen Schilling aufweiſt,
wird weiter beſtehen bleiben. Wie Bundeskanzler Dr Bureſch
geſtern mitteilte, wird die Bank nach Eingang der Zuſtimmung
der Danat=Bank durch einen Treuhänder mobil gemacht werden,
wobei die Verhängung der Geſchäftsaufſicht die Möglichkeit geben
wird, die Bank vor den Zugriffen ungeduldiger Gläubiger zu
ſchützen. Die Angeſtellten der Merkur=Bank haben geſtern dem
Bundeskanzler für ſeine Bemühungen um die Aufrechterhaltung
ſes Inſtituts den Dank ausgeſprochen.
Starker Rückgang der Ein= und Ausfuhr in den Vereinigten
Staaten. Die Ausfuhr der Vereinigten Staaten im erſten Halb=
jahr
1931 beläuft ſich auf nur 1,315 956 000 Dollar gegenüber
2075 717 000 Dollar in dem gleichen Zeitabſchnitt des Vorjahres.
Die Einfuhr iſt ebenfalls ſtark zurückgegangen, und zwar von
1 735 891 000 Dollar im Vorjahre auf nur 1 109 600 000 Dollar im
erſten Halbjahr 1931.
Einfuhrlizenzen für Kohle in Frankreich. Die bereits ange=
kündigte
Schaffung eines Lizenzregimes für die Kohleneinfuhr nach
Frankreich iſt nunmehr erfolgt. Die franzöſiſche Regierung hat
eine Verordnung erlaſſen, die die Kohleneinfuhr nach Frankreich
von der Erteilung beſonderer Lizenzen abhängig macht. Dieſe
Maßnahme tritt am 20. Juli für die Einfuhr auf dem Eiſenbahn=
weg
und am 27. Juli für die Einfuhr auf dem Seeweg in Kraft.
Dieſe Einſchränkungen bei der Kohleneinfuhr werden als eine
ußerordentliche und vorübergehende Maßnahme bezeichnet.

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ſchreibt uns unſer Mitarbeiter: Der Geſchäftsgang iſt recht ſchlep=
pend
; es laſtet auf dem Holzmarkt die politiſche und wirtſchaftliche

Unſicherheit, die keinen klaren Ausblick in die Zukunft geſtattet
und noch immer den Abſatz aller Arten von Schnittholz hemmt.
Vor allem iſt auch die Situation in der Sperrholzinduſtrie, die in
den Jahren 1926/1927 mit ſo guten Ausſichten am deutſchen Markt
feſten Fuß gefaßt und eine große Ausdehnung auf Grund tatſäch=
licher
Abſatzmöglichkeiten gewonnen hat. Heute ringt auch die
Induſtrie um Erfolge, die ſie nach den Berichten der maßgeben=
den
großen Unternehmungen im letzten Geſchäftsjahr keineswegs
erzielte. Vor allem ſind Betriebsverluſte und Ausfälle an Holz=
einkäufen
, dann aber auch Kapitalſchwund infolge von Kredit=
abſchreibungen
im Möbelgewerbe entſtanden. Dazu kommt der
immer ſtärker werdende Import ruſſiſcher Sperrplatten, die kei=
neswegs
von ſo guter Beſchaffenheit ſind, wie die deutſchen Plat=
ten
, aber doch zu billigeren Preiſen angeboten werden und für
gewiſſe Arbeiten ganz gut zu benutzen ſind. Immerhin iſt noch
mit einem leichten, weiteren Rückgang der Sperrplattenpreiſe
zu rechnen, wenn ſich das ruſſiſche Erzeugnis einen weiteren Ab=
nehmerkreis
ſichern ſollte. Im übrigen ſind die Abſatzverhältniſſe
auf den ſonſtigen Gebieten des ruſſiſchen Schnittholzexportes nach
Deutſchland ſtockend. Die verſchiedenen Konſortien, die den deut=
ſchen
Markt bearbeiten, haben bisher nur im Verhältnis wenig
abſetzen können, ſo im Handel mit aſtreinen Seitenbrettern, Fich=
tenſchnittholz
, und vor allem Bauware. Aus der Ladeneinrich=
tungsbranche
wird berichtet, daß der Abſatz auch dort unbefriedi=
gend
iſt, was ſich für gute Stammkiefer und Fichte auswirkt. Die
Zeit der Warenhausexpanſionen, die dieſem Gebiete der Holzbe=
arbeitung
gute Beſchäftigung gab, iſt vorüber. Lebhaftere Nach=
frage
trat nach Erlenbohlen, 50, 55, 65 und 80 Millimeter ein.
Auch von Riga wurden einige Erlenpartien über Stettin nach
Oſtdeutſchland verkauft.

Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 17. Juli:
Getreide. Weizen: Juli 53,25, September 54, Dezember 58,50:
Mais: Juli 59,50, September 53½, Dezember 46½; Hafer: Juli
26½, September 27,25, Dezember 30; Roggen: September 36,75,
Dezember 40½8.
Schmalz: Juli 7,87½, September 7,92½, Oktober 7,82½,
Dezember 7,37½.
Speck loco 8,00.
Schweine: Leichte 7,607,90, ſchwere 5,656,70; Schweine=
zufuhren
in Chicago 15 000, im Weſten 71 000.
Es notierten nach Meldungen aus NewYork am 17. Juli:
Schmalz: Prima Weſtern 8,60; Talg, extra loſe 3½.
Getreide. Mais; loco New York 73,50; Mehl: ſpring wheat
clears 4,004,25; Getreidefracht nach England 1,62,3 sh, nach
dem Kontinent 88½ C.
Kakao: Tendenz feſt, Umſätze 133, Loconotiz 5½; Juli 5,24,
September 5,41, Oktober 5,49, Dezember 5,65, Januar 1932 5,75,
März 5,92, Mai 6,06.

Die Bank von Danzig hat mit Wirkung vom 17. Juli ihren Diskont=
ſatz
von 6 auf 7 Prozent und ihren Lombardſatz von 7 auf 10 Prozent
erhöht. Gleichzeitig hat ſie die von ihr vorübergehend angeordnete Ein=
ſchränkung
des Diskont= und Lombardkredits wieder aufgehoben.
Obwohl der bisherige Verlauf des Baujahres 1931 einen ſo un=
zulänglichen
Zementabſatz aufzuweiſen hatte, daß eine gewiſſe Beſſerung
noch erwartet werden konnte, hat der Juni=Abſatz dieſe Hoffnungen ent=
täuſcht
; von 477 000 To. im Mai ſank der Zementabſatz im Juni auf
488000 To. gegenüber 523000 To. im Juni 1930.
Die Verhandlungen über die Verlängerung der internationalen
Stickſtoffkonvention blieben ergebnislos, weil die Vertreter der Chile=
ſalpeter
=Induſtrie Abſatzmöglichkeiten forderten, die die ſynthetiſche Stick=
ſtoffinduſtrie
nicht auf ſich nehmen konnte.
Das Gehaltsabkommen in der Berliner Metallinduſtrie vom 26. 3.
1931 und das Abkommen über Kurzarbeit vom 30. Januar 1931 und
26. März 1931 für die kaufmänniſchen und techniſchen Angeſtellten in
der Berliner Metallinduſtrie iſt mit Wirkung vom 1. Juli 1931 für all=
gemein
verbindlich erklärt worden.
Zwiſchen dem Weſtdeutſchen Zementverband und dem Verbande
Rheiniſcher Bimsbauſtoffwerke iſt ein Abkommen abgeſchloſſen worden,
wonach dem letzteren Verband ein Zementeinheitsbindemittel zu Vor=
zugspreiſen
geliefert wird. Es handelt ſich um ein Erzeugnis des Neu=
wieder
Werkes des Wicking=Konzerns, das durch den Weſtdeutſchen Ze=
mentverband
vertrieben wird.
Die Vereinigung Weſtdeutſcher Mühlen, GmbH., Köln, beſchloß, die
Konventions=Vereinbarungen, jedoch weiterhin ohne Preisbindung, vor=
läufig
bis zum 31. Juli d. Js. zu verlängern. Den gleichen Beſchluß
faßte ſoeben auch die Oberrheiniſche (ſüddeutſche) Mühlenvereinigung.
In den unter dem Vorſitz des Schlichters für Weſtfalen geführten
Verhandlungen wurde zwiſchen dem Zechenverband und den Angeſtell=
tenorganiſationen
der techniſchen und kaufmänniſchen Angeſtellten eine
Vereinbarung dahingehend getroffen, daß ſowohl die Lohn= wie die Man=
teltarife
um einen Monat unverändert verlängert werden.
Der Schiffsverkehr nach den oberrheiniſchen Stationen blieb trotz
des guten Waſſerſtandes andauernd ſchwach, da es an Transportgütern
fehlt. Lediglich die Kohlentransporte nach der Schweiz zeigten einen
einigermaßen lebhaften Verkehr.
Die Oberheſſiſchen Obſtwerke GmbH. in Büdingen ſind von der
Firma Wemhöner käuflich erworben worden. Der Betrieb dürfte vor=
ausſichtlich
in den nächſten Tagen in vollem Umfange wieder aufgenom=
men
werden.
Die Albert Nahm u. Sohn A.G., Mannheim, verzeichnet für das
Geſchäftsjahr 1930 einen Verluſt von 92 459 RM., ſo daß ſich einſchließ=
lich
des Verluſtvortrages aus 1929 eine Geſamtunterbilanz von 49 392
RM. ergibt. In der Bilanz erſcheinen u. a. Außenſtände von 1,22,
Warenbeſtände von 0,30, Warenverpflichtungen von 0,54 und das A.K.
von 0,75 Millionen RM.
Die in Liquidation getretene Agrarinduſtrie A. G., Freiburg i. Br.,
veröffentlicht ihre letzte Bilanz vor der Liquidation per 30 Juni 1930.
Bei einem Aktienkapital von 100 000 RM. ergibt ſich ein Verluſt von
62 000 RM. 16 088 RM. Erträgen ſtehen 30 518 RM. Steuern und Un=
koſten
, ſowie 20 031 RM. Abſchreibungen gegenüber. In der Bilanz er=
ſcheinen
Grundſtücke und Hypotheken mit je 500 000 RM.
Am Donnerstag abend kamen in Le Bourget zwei Flugzeuge aus
London an, die vier Tonnen engliſches Geld an Bord hatten. Der Stand
der engliſchen Währung macht bekanntlich wieder Goldverſendungen
von London nach Paris möglich.

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[ ][  ][ ]

Nummer 197

Samstag, den 18. Juli 1931

Seite 13

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wieder wie früher.
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des Kreisamts Darmſtadt und den
Bekanntmachungen des Polizeiamts
Darmſtadt.
Gefunden: 1 goldene Armbanduhr,
2 Portemonnaies mit Inhalt. 1 Nickel=
armbanduhr
, 1 Damenhandtaſche, ein
Taſchentuch, 1 Fahrradſchloß, 1 blauer
Damengürtel, 1 Herrenmütze, 1 Ohr=
ring
, 1 Aktenmappe, 1 grauer Herren=
hut
, 1 Damenhandſchuh, 3 Bd. Schlüſſel.
Zugelaufen: 1 Katze. Zugeflogen:
1 Kanarienvogel.
Wir machen wiederholt darauf auf=
merkſam
, daß auch noch Fundgegen=
ſtände
vorhanden ſind, die in früheren
Bekanntmachungen verzeichnet ſind. In=
tereſſenten
konnen die Fundgegenſtände
während der Büroſtunden auf Zimmer
Nr. 11 beſichtigen.

Betr.: Gemeindeſatzung für die Bildung
des Vorſtandes der Iſraelitiſchen
Religionsgemeinde Darmſtadt.
Der Entwurf der neuen Gemeinde=
ſatzung
mit Wahlordnung liegt in der
Zeit vom 20. Juli bis 3. Auguſt 1931
werktäglich vormittags 9 bis 1 Uhr und
nachmittags 3 bis 6 Uhr auf unſerem Ge=
ſchäftszimmer
im Gemeindehaus, Fried=
richsſtraße
2, dahier zur Einſicht unſerer
Gemeindemitglieder offen.
Alle Aeußerungen und Anträge zu der
Gemeindeſatzung ſind bei dem Vorſtand
(10867
ſchriftlich einzureichen.
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Seite 12

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Nummer 197

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(Impressionisten)
vom Sonntag den 19. 7. 31 Sonntag den 26. 7. 31
geöttnet von 111 Uhr und 36 Uhr täglich in den
Räumen des Darmstädter Pädagogiums, Martinstr. 34
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