Bezugspreis:
Zei wöchentlich 2maligem Erſchelnen vom 4. Junl
ß 30. Junſ 2.18 Reichsmark und 22 Pfeunig
Niragegebühr, abgeholt 2.25 Reichsmar”, durch die
zenturen 2.4 Reichsmark ſrei Haus. Poſibezugspreie.
Juni ohne Beſiellgeld monatlich 2.48 Reichemarl.
Frantwortlichkeit für Aufnahme von Anzelgen an
blmmten Tagen wird nicht übernommen.
Nicht=
ſcheinen einzelner Nummern inſolge höherer Gewalt
frechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Lzugspreiſes, Beſtellungen und Abbeſſellungen durch
Fmnruf obne Verbindlichkelt für uns. Poſtſchecklonte
Frantfurf a. M. 1301.
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuffrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Origlnal=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 176
Samstag, den 27. Juni 1931.
194. Jahrgang
Anzeigenpreis:
27 mm breite Zeile im Kreiſe Darmſiadt 25 Reichspig.
Finanz=Anzeigen 40 Reichspfg. Rellamezelie (92 mm
breit) 2 Reichsmarl. Anzeigen von auswärts 40 Reichspfg.
Finanz=Anzeigen 60 Reichspfg. 92 mm breite
Reliame=
zeile 3,00 Reichsmark. Alle Preiſe in Reichsmark
(4 Dollar — 4.20 Mart. — Im Falle, höherer
Gewalt wie Krieg, Aufruhr, Streltl uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüllung der
Anzeigen=
auffräge und Leſtung von Schadenerſatz. Bei
Konſurs oder gerichticher Beltreibung ſäll ſeder
Rabatt weg. Banſkonto Deutſche Bani und Darme
ſädter und Naionalban.
Funttteias Aiwort un Soobet.
e Franzoſen fordern Zahlung der ungeſchühken Young=Annuikäk und Sicherungen für die Unankaſtbarkeit
des Young=Planes. — Das Verſailler Syſtem ſoll nicht erſchükkerk werden. — Enkſcheidende
Verhandlungen zwiſchen Mellon und den Franzoſen.
Hooverplan herausholen kann, zu verbinden. Daher die
grund=
ſätzliche Zuſtimmung zum Gedanken eines Weltfeierjahres, einge=
Paris erſtrebk alle Vorkeile
ſchränkt durch die Bedingung, daß Deutſchland wenigſtens den
un=
geſchützten Teil der Annuität von 660 Millionen auch im
Welt=
aus Young= und Hoover=Plan.
feierjahr zahlen ſoll, wofür Frankreich ſich bereit erklärt, einen
TU. Paris, 26. Juni.
Die mit Spannung erwartete Antwort Frankreichs auf die
Vorſchläge des Präſidenten Hoover wurde am Freitag nachmittag
Arch den Miniſterpräſidenten Laval in der Kammer bekannt
ge=
gben. Die franzöſiſche Regierung erklärt in ihrer Antwort:
Die Regierung möchte vor der Weltmeinung die Ausmaße
ds neuen Opfers unterſtreichen, das man von Frankreich nach
c den Opfern verlangt, die es bereits gebracht habe. Um die
An=
ugungen des Präſidenten Hoover zu beantworten, iſt die
fran=
ziſche Regierung bereit, die franzöſiſche Kammer, deren
Inter=
untion unumgänglich und deren Beſchluß ſouverän iſt, zu bitten,
dß Frankreich vorübergehend und auf die Dauer von einem Jahr
af die Zahlungen von ſeiten Deutſchlands verzichtet. Angeſichts
dr Natur der freiwillig (2) angenommenen Verpflichtungen des
Pungplanes und der Feierlichkeit, mit der der endgültige und
uveränderliche Charakter der ungeſchützten Zahlungen feſtgeſtellt
wrde, würde die Gefahr groß ſein, daß das Vertrauen in den
Yert der Unterſchriften und der Verträge erſchüttert wird, wenn
i der vorgeſchlagenen Aufhebung der Zahlungen der ungeſchützte
Dil ebenſo wie der geſchützte behandelt würde. Die franzöſiſche
Rgierung unterſtreicht beſonders, daß eine förmliche Angleichung
ü den Privatſchulden des Reiches (Younganleihe und
Kreuger=
aleihe) und den noch nicht mobiliſierten ungeſchützten Zahlungen
hrgeſtellt worden iſt. Würde man daher die Zahlungen der
unge=
ſſützten Jahreszahlungen aufheben, und auf der anderen Seite
wrausſetzen, daß die Younganleihe, die in der Oeffentlichkeit
ütergebracht iſt, auch weiterhin angeboten wird, ſo würde das
dn Grundlagen und den ausdrücklich im Youngplan feſtgelegten
Rdingungen zuwiderlaufen. Die franzöſiſche Regierung iſt daher
dir Auffaſſung, daß es von größter moraliſcher Bedeutung ſei,
dß die
Zahlungen der ungeſchützten Annuitäten während der vom
Präſidenten Hoover vorgeſehenen Zeit in keiner Weiſe
ver=
ſchoben werden.
Ve franzöſiſche Regierung, in dem Wunſche, in weiteſtem Maße
a dem Verſuch mitzuwirken, um die Folgen der augenblicklichen
Kiſe abzuſchwächen, glaubt außerdem im Intereſſe des Erfolges
deſer Anſtrengungen beſonders betonen zu müſſen, daß die
allei=
nge allgemeine Aufhebung dieſer Zahlungen nur eine
ungenü=
ande Hilfe bedeutet. Die der deutſchen Wirtſchaft und der
euro=
piſchen Wirtſchaft allgemein drohenden Gefahren haben einen
an=
dren Urſprung und ſind beſonders auf bedeutende
Kreditein=
ſtränkungen und auf die Zurückziehung ausländiſchen Geldes
zurückzuführen.
Deshalb erklärt ſich die franzöſiſche Regierung unter der
Bedingung der Annahme durch das Parlament bereit, der
BJZ. eine Summe zur Verfügung zu ſtellen, die dem
fran=
zöſiſchen Anteil der ungeſchützten Zahlungen gleichkommt.
Sie wird lediglich die für die Durchführung der bereits
ab=
geſchloſſenen Verträge für Sachlieferungen notwendigen
Summen zurückbehalten
ud ſieht dieſe Maßnahme außerdem als günſtig für die deutſche
EAirtſchaft an. Die franzöſiſche Regierung rechnet damit, daß die
aderen Nutznießer des Youngplanes gleiche Entſchlüſſe faſſen.
Ds Kapital, das auf dieſe Weiſe der BJ3. zufließt, wird ſofort
fir die Verwendung der Kredite in Deutſchland wie auch in
ande=
m mitteleuropäiſchen Ländern Verwendung finden können,
ins=
hſondere in denjenigen, wo die Ausſetzung des Youngplanes für
en Jahr zu finanziellen und wirtſchaftlichen Schwierigkeiten
füh=
un könnte. Esverſteht ſich, daßdie ſo angewandten
fummen mit Ablauf der vorgeſehenen
Morato=
zumsfriſt nach einem Jahre wieder zur
Ver=
igung ſtehen.
Die franzöſiſche Regierung iſt außerdem der Auffaſſung, daß
ale Vorſichtsmaßnahmen getroffen werden müſſen,
da=
mit dieſe Summen ebenſo wie diejenigen, die dem Reiche
durch die Aufſchiebung der
Reparationsver=
ülichtungen zur Verfügung ſtehen, nur für
wirt=
ſhaftliche Zwecke angewandt werden, und daß jede
Ge=
fihr der Finanzierung eines Dumpings ausgeſchloſſen werde. Es
eſcheint außerdem nützlich, ſchon jetzt daran zu denken, vor Be=
Alligung des Moratoriums die Maßnahmen zu prüfen, die
Deutſchland ergreifen müſſe, um die Zahlungen wieder
aufzuneh=
nen. Frankreich erinnert daran, daß die Höhe ſeiner öffentlichen
Shuld heute etwa das Vierfache der Reichsſchuld beträgt, und daß
de Anſtrengung, die es vor etwa vier Jahren aus eigenen
Mit=
n zur Wiederherſtellung ſeiner Finanzen gemacht hat, nicht
ge=
ſhrdet werden darf. Die Antwort ſchließt mit der Behauptung,
dß ſomit die franzöſiſche Republik mit der der Vereinigten
Staa=
in ſolidariſch ſei.
Anſchließend an die Verleſung der franzöſiſchen Note teilte
Aval den Wortlaut der amerikaniſchen Empfangsbeſtätigung mit,
1 der die Regierung der Vereinigten Staaten die
derückſichtigung der franzöſiſchen Einwände
ſei der Beratung des Hooverſchen Vorſchlags
zu=
ſgt.
* Die franzöſiſche Antwort auf den amerikaniſchen Vorſchlag
ſingt nach allem, was darüber in den letzten Tagen bekannt
ge=
norden war, eigentlich keinerlei Ueberraſchungen. Frankreich
nacht tatſächlich den Verſuch, die Vorteile, die ihm der Youngplan
ſetet, möglichſt weitgehend mit den Vorteilen, die es aus dem
entſprechenden Kapitalbetrag bei der BJ3. zu hinterlegen, aus
dem Deutſchland und andere notleidenden mitteleuropäiſchen
Staaten Kredite erhalten ſollen.
Die Note iſt außerordentlich geſchickt geſchrieben und bewußt
auf die amerikaniſche Mentalität eingeſtellt. Die Fußangeln für
uns ſind mit einer bewundernswerten Genauigkeit überall
ange=
legt. Auf die Einzelheiten jetzt einzugehen, hat keinen Sinn. Die
Dinge ſind zu ſehr im Fluß, als daß eine Kritik im Augenblick
viel zu ändern vermöchte. Am Samstag nachmittag 3 Uhr ſoll
be=
reits die Beſprechung zwiſchen dem amerikaniſchen Staatsſekretär
Mellon mit den franzöſiſchen Miniſtern in Paris ſtattfinden.
Mellon ſcheint mit weitgehenden Vollmachten ausgerüſtet zu ſein,
und es iſt immerhin möglich, daß dabei ſchon ein endgültiges
Er=
gebnis erzielt wird. In welcher Richtung, das kann niemand
vorausſehen. Die Anhaltspunkte lauten widerſpruchsvoll. Auf
der einen Seite die reichlich kühle Antwort, mit der die
amerika=
niſche Regierung den franzöſiſchen Gegenvorſchlag aufgenommen
hat; ſie iſt tatſächlich nicht viel mehr als eine
Empfangsbeſtäti=
ung. In der gleichen Richtung liegt auch eine offizielle
Kund=
gebung des Staatsdepartements, daß Hoover weder nachgeben noch
Kompromiſſe ſchließen wolle, ſondern nach wie vor auf der
An=
nahme ſeines Vorſchlages beſtehe. Daneben iſt aber auch eine
un=
verkennbare Neigung feſtzuſtellen, den Franzoſen
entgegenzukom=
men, um möglichſt raſch zu einem Erfolg zu
kom=
men. Gerade dieſer Wunſch nach raſchem Erfolg könnte ſehr
leicht die Amerikaner dazu bringen, die Bedenken zu überſehen,
die gerade vom amerikaniſchen Standpunkt aus gegen das
franzö=
ſiſche Projekt beſtehen müſſen.
Es iſt vom deutſchen Standpunkt aus mit aller Deutlichkeit
zu erklären, daß der franzöſiſche Vorſchlag von dem Hooverſchen
Grundgedanken eines allgemeinen Weltfeierjahres ſehr wenig
übrig läßt. Wir wollen zunächſt ganz davon abſehen, daß den
Franzoſen in ihrem Größenwahn ſo etwas wie eine neue Kontrolle
vorſchwebt, daß ſie uns für die ungeſchützte Annuität keine
Stun=
dung zugeſtehen wollen, offenſichtlich nur einen kurzfriſtigen
Kre=
dit, der am 1. Juli des nächſten Jahres fällig wäre. Wir würden
alſo zur inneren Reorganiſation einige hundert Millionen
weni=
ger zur Verfügung haben und außerdem im nächſten Jahre
reich=
lich 600 Millionen mehr zu zahlen haben. Daß mit ſolchen
Metho=
den die deutſche und europäiſche Kriſe nicht überwunden werden
kann, ſollte doch eigentlich ohne weiteres einleuchten. Warum es
ſich handelt, iſt aber letzten Endes die glatte Frage, ob das
unheil=
volle Syſtem von Verſailles, das uns und Europa an den Rand
des Abgrundes geführt hat, weiter herrſchen ſoll, oder ob der Weg
ins Freie, den Hoover zeigen wollte, wieder verſperrt werden ſoll.
Uns bleibt, mit aller Schärfe und Eindringlichkeit zu warnen und
darauf hinzuweiſen, daß die Entſcheidung der deutſchen
Regie=
rung zu einem Vorſchlag Hoover-Laval ganz anders ausfallen
könnte als dem urſprünglichen Hooverplan gegenüber.
Zur deutſch=franzöſiſchenZuſammenkunft
Warnungen und Befürchkungen der Pariſer Preſſe.
TU. Paris, 26. Juni.
Das Hauptaugenmerk der Pariſer Preſſe iſt heute auf die
ge=
plante deutſch=franzöſiſche Zuſammenkunft gerichtet. So ſehr die
Blätter dieſe Zuſammenkunft, die man für Ende nächſter Woche
er=
wartet, auch begrüßen, ſowarnen ſie doch vor
übertrie=
benem Optimismus und vor allem davor, dem ſpontanen
deutſchen Angebot rückhaltloſes Vertrauen zu ſchenken.
Pertinag erklärt im „Echo de Paris”, daß der Hooverplan
bereits in die zweite Linie gerückt ſei. Die große Angelegenheit
ſei jetzt der Beſuch Brünings und Curtius' in Paris. Es ſtehe
jedoch zu befürchten, daß die liebenswürdige Haltung, die man
drei Monate nach dem Anſchlußverſuch und in der gegenwärtigen
Offenſive gegen den Youngplan gegenüber Berlin an den Tag
lege, deutſcherſeits als eine Schwäche ausgelegt würde und
zuneuen Forderungen führe. Der außenpolitiſche
Bericht=
erſtatter des „Journal” betont, daß man die deutſche Haltung
ſehr wohl verſtehe. Die Reichsregierung wiſſe, daß der Erfolg
der Hooverſchen Initiative von Frankreich abhänge, und man
er=
hoffe von einer deutſch=franzöſiſchen Zuſammenarbeit noch viel
mehr als die bloße Stundung der Reparationen. Jeder Menſch
verſtehe, daß die zeitweiſe Aufhebung der Reparationszahlungen
nur dazu diene, eine günſtige Atmoſphäre zu ſchaffen, und um Zeit
für wirklich poſitive Hilfsmaßnahmen zu gewinnen. In Berlin
dürfe man ſich jedoch nicht einbilden, daß Frankreich blindlings
ſeine finanzielle Macht in ein Abenteuer ſtürze. Die
franzö=
ſiſche Haltung gegenüber der öſterreichiſchen
Kriſe ſei hierfür der beſte Beweis. Jeder
Ver=
ſuch der Zuſammenarbeit ſei gewiſſen
Bedingun=
gen untergeordnet, die zunächſt einmal verwirklicht
wer=
den müßten. Die deutſche Finanzwirtſchaft müſſe wieder in
geord=
nete Bahnen gebracht werden. Deutſchland müſſe z. B. weiter auf
die Zollunion verzichten und die Pläne für Grenzreviſionen
auf=
geben. Der nationaliſtiſche „Figaro” warnt ebenfalls vor
über=
triebenen Hoffnungen. Das Blatt ſieht in dem Wunſch des
Reichs=
kanzlers, in direkte Beziehungen zu den franzöſiſchen Miniſtern zu
treten, lediglich einen Verſuch, die franzöſiſche
Beun=
ruhigung einzuſchläfern, die über die Verwendung der
durch das Moratorium frei werdenden 2 Milliarden Mark ſtehe.
Brüning und Curtius müßten bedenken, daß Frankreich nicht der
Uebervorteilte ſein wolle.
ein deutſcher Erzieher.
Von
Geheimrat Dr. Runckel.
„Jeder Fortſchritt unſeres politiſchen
Le=
bens hat die Nation zu Steins Idealen
zu=
rückgeführt.”
Treitſchke.
Erzieher eines Volkes müſſen ihrem Volke weſensgleich ſein.
Müſſen die aus dem Weſen des eigenen Volkes erwachſenden
Ioeale vorfühlend erkennen und ihr Leben, Wirken und Handeln
auf die Verwirklichung dieſer Ideale einſtellen und damit ihrer
Zeit und zugleich den kommenden Geſchlechtern weitſichtige
we=
ſensbeſtimmte Zielrichtung geben. Solche Erzieher eines Volkes
ſind wenige, aber ſie ſterben auch nicht. Ihre Kräfte wirken
fort und formen und fördern die Weiterentwicklung des Volkes
für Jahrhunderte.
Ein ſolch deutſcher Erzieher war der Reichsfreiherr
vom Stein; ſeinem Volke innerlich weſensgleich wie je einer.
Entſproſſen dem alten, reichsunmittelbaren, ritterlichen Geſchlecht
derer vom Stein zu Naſſau a. d. Lahn. Geboren im
Sieges=
jahr des großen Preußenkönigs 1757, faſt unter dem Donner der
Kanonen der Schlacht bei Roßbach, die in ihrer Bedeutung
geradezu ſchickſalbeſtimmend für ſein Leben wurde: Ein
Kampf=
leben nämlich für Preußen und Deutſchland gegen franzöſiſchen
Uebermut und Vergewaltigung. Es hat ſeine tiefinnerlichen
Zuſammenhänge, daß mit dem Aufgange von Napoleons Stern
und Deutſchlands Zuſammenbruch Steins politiſche Wirkſamkeit
beginnt.
Schon die gedrungene, faſt eckige Geſtalt mit den breiten
Schultern, dem gewaltigen Haupte mit der freien, mächtigen
Stirn, den klugen, leidenſchaftlichen braunen Augen und der
hervorſpringenden Adlernaſe kennzeichnen ihn äußerlich auch als
echt bodenſtändigen Sohn der deutſchen Erde. Mit ſeinem Volke
auch innerlich ſeit Jahrhunderten ſtammverbunden, iſt er wie
Luther ein typiſcher Träger ſeiner bezeichnendſten
Charakter=
eigenſchaften. Ein praktiſcher Denker, weiß er Weſentliches und
Bleibendes vom Unweſentlichen zu ſcheiden und knapp
formu=
liert zur Darſtellung zu bringen. Alle ſeine Niederſchriften
haben programmatiſchen Charakter. Ein Organiſator, der ſeine
Reformideen in ungebrochener Ausgeſtaltung verwirklicht, aktivo
und temperamentvoll bis zur Leidenſchaft. In allem Tun faſt
ſich überſtürzend ſchöpferifch. Von Geſinnung gerade, offen,
wahrheitsliebend bis zur Grobheit, Feind alles Gemeinen und
Niedrigen und frei von geſchmeidiger, höfiſcher Dienſtwilligkeit
und Schmeichelei. Beſeelt von einem intuitiven Zukunftsgefühl,
ein Seher und Prophet, reich an Gaben des Gemütes, ſo ſteht
Freiherr vom Stein vor uns. Dabei ein Willensmenſch, deſſen
ſeeliſche Kräfte mit jedem äußeren und inneren Widerſtande faſt
ins Ungemeſſene wachſen, der den höchſten Triumph ſeiner
gei=
ſtigen Machtwirkung erlebt, als ſeine äußeren Machtmittel am
unzureichendſten ſind. So als er nach der Schlacht bei Leipzig
den ruſſiſchen Kaiſer Alexander I. nur durch die ſuggeſtive Macht
ſeines Willens bewegt, den Krieg nach Frankreich zu tragen und
den Feind im eigenen Lande zu ſchlagen. Dieſer ſo geſchloſſene
Charakter empfängt ſeine Abklärung durch ſeine religiöſe
Ein=
ſtellung. „Stein war von Grund ſeines Herzens ein gläubiger
lutheriſcher Chriſt, und tief durchdrungen von der Ueberzeugung,
daß die Sittlichkeit des Menſchen nur auf warme, innere
Reli=
gion gegründet werden könne” (Sybel). Stein war eine deutſche
Perſönlichkeit von hinreißender, vorbildlicher Kraft. Ein
Er=
zieher, deſſen Glaube an Deutſchlands kulturelle Völkermiſſion
religiös=myſtiſchen Untergrund hat. Aus Steins lebendigem
Bewußtſein ſeiner Deutſchheit erwächſt ihm die innere
Verpflich=
tung, für dieſes Deutſchtum zu wirken, es zu ſammeln, zu
för=
dern und ihm neuen An= und Auftrieb zu geben durch Weckung
und Zielſetzung ſeiner gottgeſetzten inneren Kräfte. Wie ſpäter
Bismarck, fühlte auch Stein ſich darin als Gottes Werkzeug.
Wir ſchreiben das Jahr 1804. Deutſchland iſt
niedergewor=
fen. Preußen ſteht vor einer, ſeine Exiſtenz als Staat und
Monarchie zu tiefſt berührenden folgenſchweren Entſcheidung. Da
ergeht der Ruf an den Freiherrn vom Stein, als Miniſter den
König zu beraten. Er war kein Neuling in der Verwaltung.
Schon ſeit vierundzwanzig Jahren ſtand er im preußiſchen
Staatsdienſt und hatte ſich in allen Aemtern als kluger,
weit=
ſichtiger Verwaltungsbeamter erwieſen. In der Arbeit ſtreng
gegen ſich und ſtreng gegen andre, war er ſeinen Untergebenen
und Mitarbeitern und ebenſo ſeinen Vorgeſetzten oft unbequem.
Auch König Friedrich Wilhelm III. konnte zu dem knorrigen,
oft eigenwilligen, widerborſtigen Manne, dem er ſpäter in ſeinem
erſten Entlaſſungsſchreiben amtlich „reſpektwidriges und
unan=
ſtändiges Benehmen” vorhält, kein inneres Verhältnis gewinnen.
Die Lage war oft unerquicklich. Stein hält trotzdem aus. Letzten
Endes fühlt er ſich ja vom Schickſal auf dieſe leitende Stelle
berufen. In der Tat war er dazu auserſehen, durch ſein Werk
ein neues Jahrhundert deutſcher Entwicklung herbeizuführen
und als echter Erzieher ſeinem Volke für weitere Jahrhunderte
fruchtbare Impulſe zu geben. Preußen galt ſein Dienſt;
Deutſch=
land ſein Werk. Er erkannte, wie ſpäter auch Bismarck, mit
ſeheriſcher Vorausſicht, daß Preußen der deutſche Zukunftsſtaat
ſei und trotz ſeiner jetzigen, verzweiflungsvollen Lage in einem
neuen Deutſchland das Rückgrat bilden müſſe, auch wenn wie
er es wollte, das Haus Habsburg die Kaiſerkrone tragen ſollte.
Aus innerer Weſensverwandtſchaft kam ſein Glaube an die
große Aufgabe des jungen Königreichs. Geradezu wunderbar
mutet uns auch heute noch dieſer Glaube eines Nichtpreußen an
Preußens deutſche Berufung an. Er weiſt Stein auch den Weg,
den er zu gehen hat. Dieſe irrationale Kraft führt ihn 1807,
wider Vernunft und Einſicht, zum zweitenmal an die leitende
Stelle im preußiſchen Staate, ſtellt ihm ſeine Aufgabe und
diktiert die Maßnahmen, die Preußens Erhebung fordert. Trotz
der ſchrecklichen Lage des Staates nach dem Gewaltfrieden von
Tilſit, trotz der hohen und täglich ſich ſteigernden Reparationen
und der Verhängung immer weiter einengender ſchmachvoller
Sanktionen verzweifelt Stein nicht. Klar ſteht ihm ſein Ziel
vor Augen: Aufbau auf Grund wiedererweckter altbewährter
deutſcher Sittlichkeit und Religioſität und „Verſammlung aller
Kräfte”, die noch übrig ſind. Dieſer Aufbauarbeit gelten ſeine
Reformen: Befreiung der Bauern, die Einführung der ſtädtiſchen
Seite 21
Samstag, den 27. Juni 1931
Nummer 176
Selbſtverwaltung und die Neuordnung der oberſten Verwaltung
des Staates; gelten weiter die von ihm mit vorbereiteten
Re=
ormmaßnahmen, die nach ſeinem, von Napoleon erzwungenen,
Rücktritt ſein Nachfolger Hardenberg ins Leben ruft. So vor
allem die Einführung der Gewerbefreiheit. Auch an den
grund=
legenden Vorarbeiten der dann von Scharnhorſt und Gneiſenau
durchgeführten Heeresreform hat er vollen Anteil. Auch ſie
erwächſt wie alle damaligen Reformen der Idee der
Ver=
antwortung des Staatsbürgers für Volk und
Staat. Eines Mannes volles Lebenswerk füllt die Arbeit
dieſes einen Steinſchen Miniſterjahres aus. Bewunderswert
ſeine Energie und Arbeitskraft. Sein Geiſt und Wille drückt
allen Reformen dieſer Erneuerungsjahre den Stempel auf. Es
iſt, als ob ein geiſtiges Fluidum von ihm ausgeht und alle
Mit=
arbeiter und Nacharbeiter, auch den im Grunde ſeines Weſens
abſolutiſtiſch empfindenden Preußenkönig Friedrich Wilhelm III.
magiſch und einheitlich auf das große Ziel lenkte: Befreiung
und Emporbildung aller Volkskräfte und ihre Erziehung zur
Mitarbeit und Selbſtverantwortung. Das Preußen von 1813—15
bringt den Erfolg der ſelbſtloſen nationalen
Volkserziehungs=
arbeit Steins.
Wenn nun auch in ihrer praktiſchen Auswirkung die neuen
Reformen zunächſt nur Preußen ergreifen, ſo erſtreckt ſich ihre
Wirkung doch auch auf Deutſchland. Preußen war für den
Deutſchen Stein nur Mittel zum Zweck. Wie ſollte es auch
anders ſein! Er war ja vor allem Deutſcher! Er kennt nach
eigenem Ausſpruch nur ein Vaterland, das heißt Deutſchland.
Es geht ihm über alles. Als Reichsfreiherr hat er keinerlei
ſtammliche oder dynaſtiſche Bindungen. Den Gegenſatz
Oeſter=
reich=Preußen ſoll die ſpätere Reichsverfaſſung ausſchalten durch
gerechten Ausgleich ihrer Intereſſen. Worauf es ankommt, das
iſt die bewußte Erweckung aller Volkskräfte, auch im Reiche; iſt
die Weckung eines auf ſittliche Verantwortung und Mitarbeit
gegründeten neuen nationalen Lebensgefühls als Lebensform
der ſittlichen Forderungen eines Kant, Fichte, Schleiermacher
und Arndt in Familie, Volks= und Staatsleben. In dieſer
Er=
ziehungsarbeit weiſt Stein allen Kreiſen ihre Aufgabe zu. Dem
Staat vor allem: „Der Staat . . . ſoll durch ſeine Einrichtungen
ein kräftiges, mutiges, ſittliches, geiſtvolles Volk, nicht allein ein
kunſtfertiges, gewerbefleißiges Volk” heranbilden. Auch die
Teil=
nahme an Verwaltung und ſozialen Einrichtungen iſt für ihn
ein Erziehungsmittel zur Freiheit und Selbſtändigkeit. Vor
allem aber ſoll die Erziehung der Jugend bewußt zu einer
deutſchen Nationalerziehung werden. „Dem preußiſchen Staate
kann nur geholfen werden durch eine beſſere innere Verfaſſung,
die den Gemeindegeiſt regt und hebt und eine Nationalerziehung,
die der Seichtigkeit und dem Egoismus entgegenwirkt.”
Wich=
tiger als die Meinungen des jetzigen Geſchlechts zu leiten uno
zu lenken, iſt es, „die Kräfte der folgenden Geſchlechter zu
entwickeln”, Großzügiger Peſtalozzigeiſt in nationaler
Gebun=
denheit! Noch heute deutſches Schulideal nationaler
Staats=
bürgererziehung. Auch hier iſt Stein der deutſche Erzieher
größ=
ten Ausmaßes.
Als Frucht und Abſchluß ſeines Lebenswerkes erhoffte Stein
für ſein Volk eine deutſche Reichsverfaſſung, die den Gegenſatz
öſterreichiſcher und preußiſcher Intereſſen zum Ausgleich
brin=
gen, die übrigbleibenden ſelbſtändigen Staaten produktiv in die
Reichsarbeit einſtellen und alle Kräfte des Volkes kraft innerer
Verpflichtung zur Mitarbeit und zum Mitbeſtimmen an der
Geſtaltung und Entwicklung des Vaterlandes heranziehen und
ſo Deutſchland zur Einheit und Freiheit führen ſollte. Er hat
dieſes hohe Ziel nicht erreicht und nicht erlebt. Er iſt hier nur
ein Wegbereiter und Wegweiſer geblieben. Die Folgejahre erſt
verwirklichten zeitentſprechend auch hierin ſeine Ideen. Die
ſeeliſche Ausgeſtaltung und innerliche Einſtellung des
deut=
ſchen Volkes auf die Steinſchen Ideen bleibt eine immer neue
deutſche, bleibt immer eine Gegenwartsaufgabe und ſomit der
Reichsfreiherr vom Stein ein deutſcher Erzieher für alle Zeiten
und Geſchlechter. Auch für die unſere!
Die Ausfprace i der fränzontſchen
2½ Milliarden Franken für den franzöſiſchen
Feſtungsbau.
Nach Eröffnung der Ausſprache in der Kammer führte der
radikalſozialiſtiſche Abgeordnete Margaine als erſter Redner
zur Begründung ſeiner Interpellation u. a. aus, was die
Unter=
haltung mit den deutſchen Staatsmännern anbelange, ſo könne
man jetzt ſchon vorausſehen, daß Brüning darauf hinweiſen werde,
daß Deutſchland Kredite brauche, was gutnachbarliche
Beziehun=
gen mit Frankreich zur Vorausſetzung habe. Frankreich werde
dar=
auf von Polen ſprechen, während der Reichskanzler die Frage
des Korridors aufwerfen werde. So werde man alle europäiſchen
Fragen erörtern.
Der Abgeordnete Dubois (Maringruppe) gefiel ſich darin,
noch einmal auf die Kriegsjahre zurückzukommen, wobei er es
nicht verſäumte, alle abgedroſchenen Phraſen wie „Einfall” und
„ſyſtematiſche Zerſtörung” franzöſiſchen und belgiſchen Gebietes
anzuwenden. Die ſchlechte deutſche Finanzlage ſei auf eigene
Feh=
ler der Reichsregierung zurückzuführen, und es könne nicht
Auf=
gabe Frankreichs ſein, dieſe Fehler zu bezahlen.
Der Führer des Rechtsflügels, Marin, erklärte, wenn
Hoo=
ver von der Wiederaufrichtung des Weltwirtſchaftsgleichgewichtes
ſpreche, ſo müſſe man dem gegenüberhalten, daß es ſich in
Wirklich=
keit nur um die Wiederaufrichtung der deutſchen Wirtſchaft
han=
dele und um einen Teil der amerikaniſchen, die große Summen
in Deutſchland inveſtiert habe. Marin machte ſodann, wie
be=
reits ſein Vorredner, Deutſchland ſelbſt für ſeine Kriſe
verant=
wortlich. Im Reichshaushalt und insbeſondere im Kriegs= und
Marinehaushalt würde eine ungeheure Schleuderwirtſchaft
ge=
trieben, und Herriot habe ſehr recht, wenn er hervorhebe, daß
ſchließlich Frankreich das Panzerſchiff „Deutſchland” bezahle, wenn
es den Hooverſchen Vorſchlag annehme. Der amerikaniſche
Vor=
ſchlag könne außerdem nur dann zur Belebung der Weltwirtſchaft
beitragen, wenn er auf die künftige Abzahlung der interalliierten
Kriegsſchulden überhaupt ausgedehnt werde. Der Vorſchlag
Hoo=
vers ſei aber für Deutſchland vollkommen ungenügend und bedeute
für Frankreich nur ungeheure moraliſche und wirtſchaftliche Opfer.
Unter den obwaltenden Umſtänden müſſe man ſich fragen, ob es
in Zukunft überhaupt noch möglich ſei, Anleiheſtücke
unterzubrin=
gen. Man brauche auch Gewißheit, wie die ganze Angelegenheit
einmal enden werde. Man ſpreche wieder von einem einjährigen
Moratorium, in Wirklichkeit ſtehe aber der geſamte Youngplan
au=
dem Spiele.
TU. Paris, 26. Juni.
Am Freitag vormittag bewilligte die Kammer mit 430 gegen
155 Stimmen den diesjährigen Kredit für den Ausbau der
fran=
zöſiſchen Grenzbefeſtigungen in Höhe von 2 Milliarden Franken
(384 Millionen Reichsmark). Der Berichterſtatter erinnerte
dar=
an, daß das Parlament bereits Kredite bis zu 3,827 Milliarden
Franken (612 Millionen Reichsmark) für die Befeſtigungen
he=
willigt habe.
England ſtundek auch Zahlungen für Wiederaufbal=
Anleihen.
WTB. London, 26. Juni.
Die engliſche Regierung hat heute die diplomatiſchen
Ver=
treter von Polen, Rumänien, Südſlawien, Eſtland und Lettland
von ihrem in der letzten Erklärung Snowdens bekanntgegebenen
Beſchluß über die Kriegsſchulden in Kenntnis geſetzt. Sie hat
ſie zugleich wiſſen laſſen, daß ſie bereit ſein wird, ſobald der
Hoover=Vorſchlag allgemeine Annahme gefunden hat, ihren
Län=
dern alle Zahlungen für Wiederaufbauanleihen und andere
Kleinſchulden auf ein Jahr vom 1. Juli an zu ſtunden. Dieſe
Schulden ſind zwar keine Kriegsſchulden nach Auffaſſung der
Re=
gierung, wohl aber durch die Verhältniſſe der Nachkriegszeit
ent=
ſtanden.
Freihandel und gebundene Wirkſchaft
vor dem Hachverſtändigen=Ausſchuß des Europa=
Komikees.
TU. Genf, 26. Juni.
Finanzminiſter Flandin erklärte zur Kriſe
in Deutſchland,
Vom Tage.
Der volksparteiliche Reichstagsabgeordnete Dr. Bollmann
(Wahlkreis Chemnitz) hat ſein Mandat niedergelegt, als ſein
Nachfolger tritt wahrſcheinlich Studiendirektor Dr. Draeger in
den Reichstag ein.
Auf der Tagung der Geſellſchaft für Kohlenchemie in
Dort=
mund machte Prof. Gluud ſenſationelle Mitteilungen, es ſei
ge=
lungen, aus Kohle und Koks ſynthetiſches Eiweiß herzuſtellen.
Die von der „Münchener Poſt” verbreitete Meldung, wonach
ein Strafverfahren gegen den Stabschef Hitlers Hauptmann a. D.
Röhm, wegen Vergehens gegen § 175 StGB. eingeleitet worden
iſt, wird von zuſtändiger Stelle als richtig beſtätigt.
Im Auftrage des NSDAP.=Stabschefs, Hauptmann a. D.
Röhm, und des Oberleutnants a. D. Schulz hat Rechtsanwalt Dr.
Frank II=München gegen die „Münchener Poſt” Klage wegen
Be=
leidigung und übler Nachrede erhoben.
tatſächlich habe es im Juni in Deutſchland eine ernſte Kriſe
ge=
geben. Die Gold, und Deviſenverluſte Deutſchlands in den Tagen
vor Hoovers Schritt ſeien beunruhigend geworden. Die
inne=
ren Urſachen lägen in den Wahlen und der Agitation der
extremen Parteien, die Propaganda gegen den Youngplan habe
ſich gegen ihre Urheber ausgewirkt; die äußeren Urſachen
lägen im Zuſammenbruch der Oeſterreichiſchen Kreditanſtalt.
Frankreich ſei um keine Hilfe angegangen worden, erſt in den
letzten Tagen habe die B. J.3. um Bewilligung des
Rediskontie=
rungskredits erſucht. In dieſem Augenblick erfolgte Hoovers
Schritt, der einen Zuſammenbruch Deutſchlands habe vermeiden
wollen. Wenn es auch richtig ſei, daß die Vereinigten Staaten
große Kapitalien in Deutſchland inveſtiert hätten, dürfte man
derartige Operationen nicht einfach als
Intereſſentenmanipula=
tionen qualifizieren und die von den Amerikanern aus
Solida=
rität gegenüber Europa bewilligten Opfer nicht unterſchätzen.
Niemals ſei die Rede davon geweſen, den Youngplan außer Kraft
zu ſetzen, und die Regierung Frankreichs werde das nie zulaſſen,
ſchon um die internationale politiſche Moral über feierliche und
endgültige Verpflichtungen zu erhalten. Frankreich vertrete mit
der Forderung nach Zahlung der ungeſchützten Annuität die
Auf=
rechterhaltung der Verträge und die Reſpektierung feierlicher
Abmachungen. Deutſchland müſſe dieſen Betrag, der nur ein
Sechſtel des ausgeglichenen Haushaltes ausmache, zahlen, und ſei
es auch nur, damit nicht andere Ausgaben an die Stelle dieſer
Ausgaben träten. Nach einer Pauſe ſetzte der Finanzminiſter
gegen 22 Uhr ſeine Ausführungen fort mit einer Unterſuchung
der verſchiedenen Theſen, Durchführung des Youngplanes oder
Moratoriumsantrag. Der Miniſter ſchloß mit der Frage an die
Kammer, ob ſie die Verantwortung dafür übernehmen wolle, dag
Frankreich von allen beteiligten Ländern allein Nein ſage. Die
Lage ſei viel ernſter, als man denke. Frankreich dürfe ſich nicht
in eine Sackgaſſe begeben.
Mit der Abſtimmung iſt erſt in den frühen Morgenſtunden
zu rechnen, die aber ſicherlich der Regierung volle
Handlungs=
freiheit im Sinne der von ihr dargelegten Richtlinien zugeſtehen
wird.
In dem vom Europakomitee eingeſetzten wirtſchaftlichen
Sachverſtändigenausſchuß fand am Freitag eine eingehende
Aus=
ſprache über den franzöſiſchen Plan der internationalen
Kartel=
lierung der Induſtrie ſtatt. Der Vertreter der Sowjetregierung,
Prof. Preobradſchenſky, wandte ſich ſcharf gegen den
franzöſiſchen Plan. In der gegenwärtigen kataſtrophalen Lage
der Wirtſchaft könne nur ein Staatsmonopol helfen. Die
Sow=
jetregierung ſei bereit, an den Arbeiten weiter mitzuwirken, lege
jedoch entſcheidenden Wert auf den Beſchluß eines allgemeinen
wirtſchaftlichen Nichtangriffspaktes. Der Direktor des
Reichs=
verbandes der Deutſchen Induſtrie, Lammers, wies
darauf=
hin, daß die Zeiten des freihändleriſchen
Libe=
ralismus vorüber ſeien und daß ohne eine
ſtaat=
liche und politiſche Regelung der Erzeugung
heute eine Ueberwindung der Schwierigkeiten
nicht möglich ſei. Jedoch müſſe die ſyſtematiſche Regelung
der ins Uferloſe wachſenden Produktion im Intereſſe der
All=
gemeinheit erfolgen.
Der Finanzplan des belgiſchen Sachverſtändigen
Frane=
gui, der jetzt ſämtlichen Abordnungen des wirtſchaftlichen
Sachverſtändigenausſchuſſes zugegangen iſt, ſieht die Gründung
eines internationalen unabhängigen Kreditinſtitutes mit einem
Aktienkapital von 11 Millionen Dollar vor. Das Inſtitut ſoll
die kurzfriſtigen Kredite der den Exporthandel finanzierenden
Banken in mittlere und langfriſtige Kredite umwandeln. Das
Aktienkapital ſoll von den Regierungen garantiert, jedoch von
den Banken und Induſtrien aufgebracht werden. Ein
unmittel=
barer Zuſammenhang mit der BJZ. und ſogar eine Kontrolle
durch dieſe iſt vorgeſehen.
Der Agrarausſchuß behandelt am Freitag die grundfätzliche
Frage des Vorzugszollſyſtems. Die überwiegende
Mehr=
heit des Ausſchuſſes erklärte der deutſchen Auffaſſung folgend
das Vorzugsſyſtem als mit der Meiſtbegünſtigungsklauſel
ver=
einbar und lehnte die franzöſiſche und öſterreichiſche Methode
der Ausfuhrfundierungen ausdrücklich ab.
Keine Berfaſſungsänderung in Oſtafrika.
TU. London, 26. Juni.
Auf einem Eſſen des Oſtafrika=Dinner=Klubs gab der
Kolo=
nialminiſter Lord Paßfield die bedeutſame Erklärung ab, daß man
bis auf weiteres von grundlegenden
Aenderun=
gen der Verfaſſungsverhältniſſe in Oſtafrika
Abſtand nehmen müſſe, wobei er auch die Beſtrebungen
zu einem wirtſchaftlichen Zuſammenſchluß nicht ganz ausſchloß. Er
begründete ſeine Auffaſſung mit den bisherigen Ergebniſſen der
Zeugenvernehmungen vor dem parlamentariſchen Ausſchuß für
Oſtafrika und wies dann auf die Depreſſion hin, die auch Oſtafrika
betroffen habe und wirtſchaftliche Verſuche zurzeit nicht
wünſchens=
wert erſcheinen ließe.
eſte
a ni
kte
Zum Teo. Gesartstug ooft 30f. S0uuhlin
am 28. Juni.
Vor unſerem Geiſt ſteht des Altmeiſters ehrwürdige
Patri=
archengeſtalt, mit dem wallenden Haar und ſtattlichem Vollbart,
dem Künſtler= und Gelehrtenkopf mit den durchgeiſtigten Mienen
und freundlichem Lächeln. Joſeph Joachim wurde am 28. Juni
1831 in Kittſee bei Preßburg geboren, in Ungarn, dem Lande der
geigenden Zigeuner, das ſo viele bedeutende Künſtler
hervor=
brachte, zu denen auch Franz Liſzt gehört. Schon als
ſiebenjäh=
riges Wunderkind entzückte Joachim in öffentlichen Konzerten das
Publikum, ſeine künſtleriſche Reife erlangte er bei dem damals
hervorragenden Pädagogen Profeſſor Böhm in Wien. Schon 1843
erregte er das größte Aufſehen in einem Gewandhauskonzert in
Leipzig und beſtand in Ehren vor den Augen des ſehr
anſpruchs=
vollen Auditoriums der altberühmten Kunſtſtadt. Dorthin rief
man ihn wieder im Jahre 1844, er trat in die Schranken mit den
bereits weltbekannten Virtuoſen H. W. Ernſt, Antonio Bazzirri
und Ferdinand David in dem früher häufig geſpielten Konzert
für vier Soloviolinen mit Orcheſterbegleitung von Louis Maurer.
Mit einem Schlag ward hierdurch Joachims Weltruf begründet,
er unternahm bald ausgedehnte Konzertreiſen durch alle Länder
Europas und wurde beſonders auch in London hochgefeiert. 1849
wurde er nach Weimar als Konzertmeiſter der Hofkapelle berufen,
erlangte ſchnell die Gunſt der großherzöglichen Familie und
Muſik=
kenner, verkehrte häufig mit Liſzt, Dr. Hans von Bülow, Peter
Cornelius und Richard Wagner, den Verfechtern der neuen
Muſik=
richtung. Später jedoch ſtand er dieſer fremd gegenüber, nachdem
er Freundſchaft mit Robert und Clara Schumann, ſowie mit
Johannes Brahms geſchloſſen hatte, für deren Werke er ſich
über=
all mit Feuereifer einſetzte. 1853 wurde er als erſter
Konzert=
meiſter des Hoforcheſters in Hannover gewählt, woſelbſt er ſchönſte
Befriedigung und neue künſtleriſche Anregung fand. Er
ver=
heiratete ſich mit der hochangeſehenen Opernſängerin. Amalie
Weiß, jedoch wurde die anfangs ſehr glückliche Ehe ſpäter getrübt
und in Berlin geſchieden. Joachim folgte 1868 einem glänzenden
Anerbieten als erſter Profeſſor des Meiſterkurſes für Violine
und wurde zugleich als Direktor der Berliner Muſikhochſchule
er=
nannt, leitete ebenſo die Orcheſterklaſſe und die Abteilung für
Kammermuſik. Er bildete zahlreiche Schüler aus, die ſpäter
an=
geſehene Stellungen bekleideten, wie Jenö Hubay, Willy Heß,
Carl Prill, Henri Petri, Carl Halir, Willy Burmeſter, Hänflein,
ferner Markees, Moſer, Jacobien, Waldemar Meyer, Bander,
Klingler und andere. Beim Unterricht zeigte er keine
Pedan=
terie, ſondern behandelte jeden Schüler nach ſeiner individuellen
Veranlagung. Weltruf genoß auch die damals einzig daſtehende
Quartettvereinigung mit Joachim als ſtändigen Primarius,
wäh=
rend die zweite Violine de Ahna, ſpäter Halir übernahm, Wirth
die Bratſche und Hausmann die Celloſtimme. Alle dieſe waren
Hochſchulprofeſſoren. Mit dem letzteren und dem Pianiſten Pro=
feſſor Barth ſchloß Joachim ſich bald darnach auch zu einem
Klaviertrio zuſammen. Die Abende dieſer beiden Elite=Enſembles
bildeten in Berlin den Sammelpunkt der diſtinguierten
Geſell=
ſchaftskreiſe, der Koryphäen der Kunſt und Wiſſenſchaft, ſowie der
Hof= und höchſten Adelszirkel. Aber auch in den auswärtigen
Großſtädten exiſtierte überall ein feſtes Stammpublikum für dieſe
Kammermuſiken in den erſten, meiſt ausverkauften Konzertſälen.
In London richtete Joachim die weitbekannten Quartett=
Matinees ein, bei denen er als Primarius alternierte mit der
ihm kongenialen Frau Wilma Norman=Neruda. Sein Auftreten
als Soliſt war allenthalben ein ſenſationelles Ereignis und herr=
lichſtes Kunſterlebnis, in den Leipziger Gewandhauskonzerten
wurde er über ſechzigmal als ſtets willkommener Gaſt mit
herz=
lichen Beifallskundgebungen begrüßt. Sein Name übte ſtets die
größte Anziehungskraft aus. Die heutige jüngere Generation
kann ſich keinen richtigen Begriff machen von ſeiner erhabenen
Meiſterſchaft, nur wer wie ich ſelbſt — ich bin jetzt 70 Jahre alt
— ihn in ſeiner Blütezeit bewundern konnte, wird nie die
un=
auslöſchlichen Eindrücke ſeines phänomenalen Spieles vergeſſen.
Höchſtes Erſtaunen und größte Bewunderung erregten ſeine in
jeder Hinſicht vollendete Finger= und Bogentechnik, die edle
Phra=
ſierung, das ideale Ausdrucksvermögen, das geiſtige Erfaſſen des
Stoffes, die monumentale Größe und Geſtaltungskraft, die aus
innerſtem Herzen ſtrömende Empfindung, der große, breite,
volumenreiche Ton von eindringlichſter Klangfülle und
Ausge=
glichenheit, die olympiſche Hoheit, die überlegene Ruhe, aber auch
das feuerſprühende Temperament, der Glutſtrom der von heiliger
Begeiſterung entflammten Leidenſchaft, der alles mit ſich fort=
reißende Schwung, die himmliſche Verklärtheit und
Weltverzük=
kung, das mächtige Pathos und die überſtrömende Ekſtaſe. Jedoch
hielt ſich alles in den Grenzen der Schönheit und im Fahrwaſſer
der reinſten Kunſt. Es dürfte nicht angebracht ſein, Vergleiche
zwiſchen ihm und anderen, jetzt lebenden Geigenkoryphäen
anzu=
ſtellen. Die Kunſtgeſchichte hat für alle Zeiten ihr Urteil gefällt.
Joachim verkörperte in ſeinem Spiel die „deutſche Schule” und als
klaſſiſcher Geiger ſteht er wohl auf einſamer Höhe, unerreicht.
Sein Solorepertoir umfaßte vor allem die Konzerre von
Beethoven, Bach, Mozart, aber auch die Romantiker
Mendels=
ſohn, Spohr, Schumann, Schubert, ebenſo Werke von Brahms,
Bruch, Gade und anderen, ferner die bekannten Studienkonzerte
von Viotti, Rode, Kreutzer, ſowie die Soloſonaten von J. S. Bach,
auch die für Geige und Klavier der Altitaliener Corelli, Tartint,
Nardini, Porpora, Geminiani, Locatelli, Veracini, Pugnani, Vie
tali, dazu noch die der klaſſiſchen Meiſter.
Rühmende Erwähnung verdienen auch Joachims eigene
Kom=
poſitionen, beſonders das ſchwierige „Konzert in ungariſcher
Weiſe”, an das ſich nur ganz perfekte Virtuoſen wagen können;
ebenſo „Variationen über ein Thema” noch ein Konzert in
einem Satze, verſchiedene kürzere Soloſtücke, mehrere
Studien=
werke. Für großes Orcheſter ſchrieb er eine vortreffliche
Ouver=
türe. Nicht zu vergeſſen ſeine wunderbaren, kontrapunktiſch
durch=
geführten und polyphon gehaltenen ſehr ſchwierigen Kadenzen zu
den Konzerten von Beethoven, Brahms, Mozart, und einigen von
Viotti. Für Bratſche ſchrieb er „Hebräiſche Melodien”.
Es dürfte bekannt ſein, daß er zwei der koſtbarſten
Stradi=
vari=Geigen aus deſſen Glanzperiode beſaß, die eine davon
über=
reichten ihm mehrere reiche engliſche Verehrer ſeiner Kunſt in
London als Präſent. Bis zu ſeinem am 15. Auguſt 1907
er=
folgten Tode war er unermüdlich an der Muſikhochſchule tätig.
ein Beiſpiel treueſter Pflichterfüllung, zäheſter Ausdauer und
raſtloſer Energie. Seine umfaſſende wiſſenſchaftliche Bildung,
Kordialität — er ebnete vielen Kunſtjüngern den Weg in die
Oeffentlichkeit — und idealgeſinntes, freundliches Weſen
gewan=
nen ihm die Herzen aller Schüler und Freunde, die ihn liebten
und vergötterten. Ein Beiſpiel ſeiner edlen Denkungsart und
Kollegialität möge angeführt werden. Der berühmte polniſche
Geiger Henri Wieniawſki gab ein Konzert in Berlin, das. auch
Joachim beſuchte. Infolge plötzlichen, heftigen Fieberanfalles nach
der zweiten Programmnummer war der Virtuoſe außerſtande,
das Konzert zu Ende zu führen. Schnell entſchloſſen ſprang
Joa=
chim für denſelben ein und trug die übrigen Piecen auswendig
vor, ſicherte dadurch zugleich die Einnahmen des Konzertgebers.
Dieſer dankte ſeinem Kollegen tiefgerührt, und das Publikum
be=
reitete Joachim eine herzliche und ſtürmiſche Ovation.
Alle ſeine Schüler und Kunſtkenner werden heute in
Dank=
barkeit, Liebe und Wehmut des großen Geigerkönigs gedenken,
Sein Name wird in goldenen Lettern für alle Zeiten in den
Annalen der Muſikgeſchichte im Triumphesglanze leuchten.
Konzertmeiſter Georg Schmidt, Schweinfurt a. M.
Nummer 176
Samstag, den 27. Juni 1931
Zerien inr die Bonzer i geifen.
Mitgliederverſammlungen der Parkeien erlaubk.
Amtlich wird mitgeteilt:
Während früher die öffentliche Verſammlungstätigkeit der
plitiſchen Parteien und Verbände während der Sommermonate
wſentlich nachzulaſſen pflegte, iſt ſie in dieſem Jahre nicht im
mndeſten zurückgegangen. Im Gegenteil. Unbekümmert um
die heiße Jahreszeit folgt Verſammlung auf Verſammlung,
Afmarſch auf Aufmarſch der politiſchen Organiſationen aller
Rchtungen. Schon rüſtet man auf die bevorſtehenden
Landtags=
mhlen im Herbſt, die, wenn nicht alle Zeichen trügen, alle
bsherigen Wahlkämpfe an Heftigkeit überbieten werden. Wäre
elda nicht zweckmäßig, wenigſtens während der Sommermonate
eſte kleine Atempauſe einzulegen? Seit Mitte Auguſt vorigen
Ihres, dem Anfang des Reichstagswahlkampfes, lebt die
Be=
vilkerung infolgedeſſen in einem Zuſtand dauernder politiſcher
Gregung. Die Polizei iſt ſeitdem überhaupt nicht mehr zur
Mhe gekommen. Ohne Unterbrechung mußte ſie einen
aufreiben=
dn Dienſt verſehen, der angeſichts der ſtändigen Zuſpitzung des
Arteikampfes und der wiederholt vorgekommenen ſchweren
Aus=
ſäreitungen, auch gegen die Polizei, die äußerſten
Anforderun=
gn an die phyſiſche Spannkraft der Beamtenſchaft ſtellt.
Angeſichts dieſer Tatſachen iſt der Innenminiſter zu dem
Er=
genis gekommen, daß ein ſolcher Zuſtand auf die Dauer
uner=
tnglich und im Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen,
die der Polizei neue ſchwere Arbeit bringen, für die
Aufrecht=
ehaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auch
gefähr=
lich iſt. Und er hat deshalb angeordnet, daß in der Zeit
vom 6. Juli bis 9. Auguſt d. J. einſchließlich die politiſche
Verſammlungstätigkeit vorübergehend einzuſchränken iſt.
un der bereits eingetretenen Ueberlaſtung der Beamtenſchaft
Enhalt zu gebieten und dadurch der Polizei eine Zeitlang
Frien von dieſer beſonderen Anſpannung zu geben. In dieſen
füf Wochen ſollen keinerlei öffentliche politiſche Verſammlungen
in geſchloſſenem Raum und unter freiem Himmel (
Verſamm=
ſmgen, Aufzüge, Aufmärſche, Kundgebungen uſw.) ſtattfinden.
Man darf annehmen, daß dieſer Burgfrieden während der
Smmerwochen von der Mehrheit der Bevölkerung ſympathiſch
afgenommen wird. Denn in der Tat bedürfen, wie es in der
Prfügung des Innenminiſters heißt, „Polizei und Bevölkerung
dingend der Ausſpannung, und auch den Parteien dürfte eine
Aempauſe in Geſtalt eines politiſchen Sommerurlaubs durch
iſte ſolche vorübergehende Einſchränkung der öffentlichen
Ver=
ſanmlungstätigkeit nicht ganz unerwünſcht ſein”, zumal ihnen
nich die Möglichkeit der
Mitgliederverſamm=
lingen verbleibt. Darum Ferien für Polizei,
Bevöl=
leung und Parteien!
Einigung über die Gemeindeordnung.
* Im Geſetzgebungsausſchuß iſt man nach wochenlangen
Bratungen nun doch zu einer Einigung über die reſtlichen
Pinkte der Gemeindeordnung gelangt. Damit aber in dem
rſchen Tempo der Verhandlungen keine ſchädlichen
Formu=
ſürungen unterlaufen ſind, will der Ausſchuß am Dienstag der
omenden Woche den Bericht über die jetzige Faſſung des
Gſetzentwurfes gemeinſam redigieren.
Der 3. Ausſchuß beriet geſtern die
Verkehrsverhält=
iſe auf den Bahnlinien Reinheim—Spachbrücken, Groß=
Ainmern-Dieburg—Oberroden—Sprendlingen—Frankfurt,
wo=
i1 ein Antrag der kommuniſtiſchen Oppoſition und eine
Ein=
zwe der Bürgermeiſterei Groß=Zimmern vorlagen. Die
ſchwie=
iſe Lage der Reichsbahn und der allgemeinen Finanzen ſtand
de Durchführung der Wünſche entgegen, jedoch ſoll die
Regie=
umg bei beſſeren wirtſchaftlichen und
finanziel=
in Verhältniſſen die Verhandlungen erneut
affnehmen. Ein Antrag Reiber (Radikaldemokrat) wünſcht
Grlage einer Zuſammenſtellung der heſſiſchen En= und Exklaven,
d0 von der Regierung dem Ausſchuß übergeben wurde.
Eine Eingabe des Frankfurter Fiſchereivereins über
Verun=
renigung der Nidda und ihrer Nebenflüſſe wiro für erledigt
nlärt. Ein Antrag der kommuniſtiſchen Opp. auf Beſeitigung
de Jagdpachteinigungsämter verfällt einſtimmiger Ablehnung.
Der Zentrumsantrag:
„Der Landtag wolle beſchließen, die Regierung zu erſuchen,
durch ſchärfere Geſtaltung der Ausführungsbeſtimmungen oder
uf ſittenpolizeilichem Wege und, ſoweit dazu geſetzliche
Mög=
lihkeiten nicht beſtehen, durch geeignete Schritte bei der
Reichs=
gierung und dem Reichsrat darauf hinzuwirken, daß die
Heſſiſches Landeskheaker.
Großes Haus. — Freitag, 26. Juni.
„Der Troubadour”
Oper von G. Verdi.
Die heutige Aufführung der beliebten Oper war die erſte
dieſer Spielzeit. Warum hat man ſie nicht früher
herausge=
bucht, zumal ja nur die Leonore neu zu beſetzen war? Warum
gob man überhaupt ſo wenig Verdi? Nach dem „Boccanegra”
z1 Anfang nur einmal Aida, und heute Troubadur! Verdi und
Aigner ſind und bleiben neben Mozart die Hauptſtützen jedes
Oernſpielplans. Beide wurden vernachläſſigt.
Die Aufführung fand in der Beſetzung durch meiſt bewährte
Käfte in der im Ganzen und in den meiſten Einzelheiten
ver=
felten Inſzenierung von Rabenalt=Reinking, unter
tempera=
mntvoller Leitung K. M. Zwißlers eine warme Aufnahme.
Anny v. Stoſch ſang zum erſtenmal die Leonore. Die
ittlieniſche Oper liegt dem Weſen der ausgezeichneten
Künſt=
lgin fern. Der ſeeliſche Inhalt der leidenſchaftlichen, brünetten
hldinnen, weiche, leidende Charaktere, die muſikaliſch bei Verdi
mt ſentimentalen Arien und Koloratur ausgeſtattet, zu
ſchmerz=
licher Tragik wachſen, ſind ein Gebiet, das ſich eine helle,
kraft=
vlle, nordiſch geartete Natur ſchwer zu eigen machen kann. Die
mſikaliſche und darſtelleriſche Begabung Frau v. Stoſchs, von
vrtrefflicher Geſangstechnik geſtützt und von ſicherem Stilgefühl
geeitet, überwand alle Schwierigkeiten mit bewundernswertem
Glingen und ergab, verbunden mit ihrer immer ſo ſehr
ſym=
pſtiſchen Erſcheinung, wohl die feinſte Leiſtung des Abends.
Es verabſchiedeten ſich die Herrn Schocke und
Stralen=
dorf als Manrico und Graf Luna. Der Erſtere hat ſich nach
lmgwieriger, in ihren Folgen ſeine Tätigkeit ſchwer behindernde
Kankheit, in den wenigen Rollen, die er durchzuführen fähig
mr, beſonders in der franzöſiſchen und italieniſchen Oper gut
dirchgeſetzt. Seine heutige ſchwungvolle Leiſtung ſtellte der
Zu=
kmft des jungen ſtimmbegabten Sängers ein glänzendes
Zeug=
ns aus.
Karl Stralendorf iſt der Typus des vornehmen,
kul=
wierten Menſchen und Sängers. Auf allen Gebieten erfahren
ud verwendbar, bewährte er ſich in einem Rollenkreis von
gößter Vielſeitigkeit. In der großen Oper, der Spieloper,
ko=
mſchen Oper, im Singſpiel und in der Operette; in der
deut=
ſen, italieniſchen, franzöſiſchen Oper, in klaſſiſchen und in
gegenwartswerken — überall war er mit gleicher
Spielfreudig=
lit und Zuverläſſigkeit auf dem Poſten und ſeines Erfolges
ſther.
Wir werden die fernere Laufbahn der beiden ſympatiſchen
v. H.
hünſtler mit Intereſſe verfolgen.
Iir d. dult oib e. Auguſt.
Oeffentlichkeit und beſonders die Jugend ſtärker und wirkſamer
geſchützt werden gegen Filmvorführungen, die verrohend
wir=
ken und die ſittlichen und religiöſen Werte gefährden. —
Ins=
beſondere iſt bei der Novelle zum Lichtſpielgeſetz zu erreichen, daß
den Ländern die Zuſtändigkeit eingeräumt
wird, um das obengenannte Ziel zu erreichen
ihrerſeits Filme für das Landesgebiet auch
dann zu verbieten, wenn ſie allgemein von der
Filmoberprüfſtelle nicht beanſtandet ſind.”
fand mit 5:2 Stimmen Annahme. Eine lebhafte Debatte
ent=
ſpann ſich über einen Antrag des Zentrums auf
Beſeitigung von Mißſtänden beim Badebeirieb
im Freien,
in dem es u. a. heißt;
„Das öffentliche Badeweſen hat ſowohl in geſchloſſenen
Strandbädern als auch an den Ufern des Rheins ſowie der
kleineren Flüſſe und Seen unſeres Landes Mißſtände gezeitigt,
die beſonders hinſichtlich der Jugend in weiten Kreiſen
Aerger=
nis erregen und große Unzufriedenheit hervorrufen. Sie ſind
auch die Urſache, daß das reiſende und Erholung ſuchende
Publikum zum längeren Aufenthalt dieſe Gegend meidet und
das Ausland über dieſe verwilderten Sitten entſetzt iſt. Es iſt
deshalb ein dringendes Erfordernis, daß die zur Wahrung von
Anſtand und Sitte zuſtändigen Stellen gegen dieſe Verwilderung
der Badeſitten einſchreiten.
Wir beantragen daher, die Regierung zu erſuchen, zur
Ab=
ſtellung dieſer Mißſtände entſprechende Maßnahmen zu treffen,
insbeſondere zum mindeſten dahin zu wirken, 1. daß
Bade=
plätze nur angewieſen werden, ſoweit dadurch am Baden
Un=
beteiligte nicht beläſtigt werden; 2. daß ſogenannte wilde
Bäder an Stellen, die von der
Ortspolizeibe=
hörde zum Baden nicht angewieſen ſind,
auf=
gehoben werden; 3. daß anſtößige Badekleidung
verboten, und 4. daß der Beſuch öffentlicher
Gaſt=
ſtätten und dergleichen im Badeanzugunterſagt
wird.”
Der Antrag wurde im Ausſchuß mit 4:3 Stimmen bei
Stimmenthaltung der Volkspartei angenommen.
Wir ſind der Meinung, daß die Forderung unter
2. völlig unbegründet iſt. Sie würde Zehntauſende von
Waſſerwanderern und ſporttreibenden Jugendlichen an kleinen
Plätzen zuſammenpferchen, würde ſie zwingen an den wenigen,
von Gemeinden oder Privaten doch ſofort als willkommene
Ein=
nahmequellen erfaßten Plätzen und Bädern zu baden und zu
zelten. Gerade die ſtetig wachſende Wirtſchaftsnot, die
Not=
wendigkeit der Selbſtgeſundung und die Flucht aus den Städten
der Unraſt und den Feſſeln des Alltages ſind die Wurzeln des
Wanderns und Freibadeweſens. Wir geben die Hoffnung nicht
auf, das Regierung und Landtag eine im Volke
un=
verſtändliche Engherzigkeit und
Rückſtändig=
keit, die bei Durchführung der kritiſierten Forderung zum
Ausdruck käme, nicht gewähren laſſen. Es geht auch
ohne Schutzmann, die Selbſtdiſziplin gerade der Waſſerwanderer
haben wir wiederholt in erfreulicher Weiſe feſtſtellen dürfen,
durch die Waſſerwacht der Waſſerſportverbände iſt ſie noch
ver=
ſtärkt worden.
Reichsinnenminiſter gegen Severing.
* Berlin, 26. Juni. (Priv.=Tel.)
Um die von den Kommuniſten für Berlin vorbereitete und
groß aufgezogene Spartakiade herum entwickelt ſich allmählich
ſo etwas wie ein innenpolitiſcher Skandal. Die Spartakiade war
zunächſt von dem Berliner Polizeipräſidenten Grzeſinſki verboten
worden zuſammen mit dem von den Nationalſozialiſten
vor=
bereiteten Sportfeſt. Den Nationalſozialiſten gegenüber war Herr
Grzeſinfki unerbittlich, bei den Komuniſten dagegen ließ er mit
ſich reden ſobald der Termin des nationalſozialiſtiſchen Treffens
vorbei war und hob das Verbot wenigſtens im Prinzip auf.
Das hat in der Oeffentlichkeit einen Sturm der Entrüſtung
ge=
geben und auch in Zentrumskreiſen ſtarkes Kopfſchütteln erregt.
Jetzt hat ſich herausgeſtellt, daß der Berliner Polizeipräſident
nicht auf eigenen Kopf gehandelt hat, ſondern auf Weiſung
ſei=
nes vorgeſetzten Miniſters, Severing, der ausdrücklich die
Ver=
antwortung auf ſich genommen hat, weil ihm angeblich die
Zu=
ſicherungen des Sportkomitees genügt hätten. Herr Severing hat
ſich doch ſchon einmal, als er die Kommuniſten als „politiſche
Kinder” bezeichnete, nicht gerade als politiſcher Prophet
er=
wieſen. Nun kommt als Höhepunkt dazu, daß der
Reichs=
innenminiſter Dr. Wirth zu verſtehen gibt, er habe
die Preiskrägerinnen des Frauen=Likerakur=Preiſes.
Käte Beil (Hamburg) und E. Langgäſſer (Alzey)
erhielten zu gleichen Teilen den vom Deutſchen
Staats=
bürgerinnen=Verband geſtifteten Literatur=Preis in Höhe von
1000 Mark.
Abſchied im Landeskheaker.
Abſchieds=Stimmung herrſcht im Landestheater.
Im Schauſpiel reißt der Schluß der Spielzeit ſtarke
Lük=
ken in den Kreis der Künſtler. Die beiden letzten Vorſtellungen
„Alt=Heidelberg” und „Spiel im Schloß” waren dem
Abſchied=
nehmen gewidmet.
Als „Käthi” erſchien Elſe Knott zum letztenmal auf der
hieſigen Bühne. Vor vier Jahren trat ſie auf der Abgangs=
Vor=
ſtellung der Frankfurter Schauſpielſchule als ſtärkſte Begabung
unter den Schülern hervor: erſchütternd als Luiſe in „Kabale und
Liebe”, luſtig als Grillparzers „Edritta”, noch überſtürzt als
„Franziska” bei Leſſing. In Darmſtadt ſetzte ſich Frl. Knott
mit unaufhaltſam ſteigendem Erfolge durch. Gab die Frankfurter
Prüfung für ernſte, tragiſche Geſtalten günſtigſte Vorzeichen, ſo
kam die Künſtlerin durch die ihr hier zugeteilten Rollen immer
mehr in das komiſche Fach und erwies in dieſer Richtung
hervor=
ragende Begabung. Es ſei nur an ihre köſtliche „Hermia” im
„Sommernachtstraum” erinnert. In ihrer draſtiſchen Mimik
ſpie=
gelte ſich die Komik ganzer Szenen. Am Stadttheater Eſſen
iſt ihr ein weiter Arbeitskreis auch in ernſten Rollen zugeſagt.
An weiterem glücklichen Aufſtieg iſt bei ſa ſtarker Begabung nicht
zu zweifeln
Seite 3
von dem Eingreifen Severings nicht nur nichts
gewußt, ſondern ſei völlig überraſcht worden.
Herr Severing habe es nicht einmal für nötig erachtet, das
Reichsinnenminiſterium von ſeinen Abſichten in Kenntnis zu
ſetzen. An ſich iſt es ja ſchon ein unwürdiger Zuſtano, daß das
Reich nicht ſelbſtändig eingreifen kann, ſondern auf
Verhand=
lungen angewieſen iſt, um ſeine Auffaſſung zum Ausdruck zu
bringen und die Zurückziehung der Erlaubnis zu erwirken. Das
ganze Verhalten zwiſchen den Reichs= und Preußenſtellen kann
aber auch eine ſtarke politiſche Bedeutung beanſpruchen und man
wird mit Spannung abwarten dürfen, ob die Zentrumsfraktion
im Preußiſchen Landtag trotz des Proteſtes ihres
Partei=
freundes im Reich auch jetzt wieder Herrn Severing zu decken
bereit iſt. Die Polizei muß ſich beinahe täglich mit denſelben
Kommuniſten herumſchlagen, die die Spartakiade doch
ausſchließ=
lich zu einer großen Propagandaveranſtaltung aufziehen, bei der
ſicherlich auch die kommuniſtiſchen Scharfſchützen und Wehrtrupps
nicht fehlen werden. Herr Severing ſcheint anzunehmen, daß die
Sozialdemokraten und Staat in der KPD. keinen rückſichtsloſen
Gegner zu erblicken brauchen.
Brünings Ankwork an Breitſcheid.
UNB. Berlin, 26. Juni.
Auf das Schreiben des Vorſtandes der ſozialdemokratiſchen
Reichstagsfraktion an den Reichskanzler vom 23. Juni, in dem
um die alsbaldige Einleitung von Verhandlungen über die
Ab=
änderung der Notverordnung erſucht wurde, hat Staatsſekretär
Dr. Pünder dem Fraktionsvorſitzenden Dr. Breitſcheid u. a.
ge=
antwortet.
In dem Schreiben heißt es: Hinſichtlich des
Zuſammen=
hangs zwiſchen dem amerikaniſchen Vorſchlag eines
internatio=
nalen Moratoriums und den Belaſtungen der Notverordnung
darf ich auftragsgemäß auf die Ausführungen des
Reichskanz=
lers in ſeiner Rundfunkrede hinweiſen. Der Hinweis ſoll
natürlich nicht bedeuten, daß ſich die Auffaſſung der
Reichsregie=
rung hinſichtlich der Notverordnung geändert hätte. Sie ſtellt
vielmehr zweckmäßige Abänderungen keinerlei
Hinderniſſe in den Weg und iſt bereit, an
etwai=
gen im Reichstagdurchzuſetzenden
Verbeſſerun=
gen die Zweck und Ziel der Notverordnung und
namentlich ihr finanzielles Erträgnis nicht
be=
einträchtigen, aktiv mitzuarbeiten. Auf dieſer
Grundlage hat ſich das Reichskabinett bereits vor einigen Tagen
mit der Angelegenheit befaßt und die Reſſorts erſucht, in eine
ſofortige Prüfung der einſchlägigen Fragen einzutreten.
Der ſozialdemokratiſche „Abend” ſchreibt dazu: Dies
Schrei=
ben zeigt die Bereitſchaft der Reichsregierung, die
Notveroro=
nung abzuändern und die unerläßlichen Verbeſſerungen
vorzu=
nehmen. Sie wird an dieſen Verbeſſerungen aktiv mitarbeiten
und ſtellt damit ſelbſt die Notwendigkeit feſt, daß die
ſchlimm=
ſten Härten der Notverordnung beſeitigt werden müſſen.
Ruhr=Schiedsſpruch für verbindlich erklärt.
In der Lohnſtreitigkeit im rheiniſch=weſtfäliſchen
Steinkohlen=
bergbau hat der Reichsarbeitsminiſter den Schiedsſpruch vom
20. Juni 1931 für verbindlich erklärt. Seiner Eatſcheidung hat
der Reichsarbeitsminiſter folgende Begründung gegeben: „Bei
dieſer Entſcheidung bin ich mir der bedrängten wirtſchaftlichen
Lage des Ruhrbergbaues, wie ſie ſich auch aus der letzten
Unter=
ſuchung des Reichswirtſchaftsminiſteriums ergibt, bewußt. Wenn
ich gleichwohl die Verbindlichkeiterklärung ausſpreche, ſo geſchieht
es in der Ueberzeugung, daß bei den derzeitigen
Arbeitsverhält=
niſſen, insbeſondere bei der großen Zahl von Feierſchichten und
der ſich aus der Notverordnung ergebenden Belaſtung der
Berg=
arbeiter, eine weitere Verminderung ihres Arbeitseinkommens
zurzeit nicht möglich iſt. Dieſe Sachlage iſt auch in gewiſſem
Maße dadurch anerkannt, daß im oberſchleſiſchen
Steinkohlen=
bezirk Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Verlängerung der
bis=
herigen Lohnregelung auf freiem Entſchluß vereinbart haben.
Schließlich fällt bei der Entſcheidung ins Gewicht, daß die
Ver=
längerung der bisherigen Lohnregelung nur für einen Zeitraum
von drei Monaten vorgeſehen iſt und nach dieſer Zeit eine neue
Beurteilung der Lage ſtattfinden kann.”
Die neue badiſche Regierung.
In Baden iſt die Große Koalition zuſtande gekommen. Die
Regierung ſetzt ſich nunmehr zuſammen aus den
Zentrumsmini=
ſtern Wittemann (Staatspräſident und Juſtiz) und Dr.
Schmidt (Kultus und Unterricht, bisher Juſtiz), dem
ſozialdemo=
kratiſchen Miniſter Emil Maier (Inneres) und dem
volkspartei=
lichen Finanzminiſter Mattes. Der ſeitherige Miniſter für
Kul=
tus und Juſtiz, Dr. Remmele, tritt zurück. Das Zentrum
be=
nennt noch einen Staatsrat, während die Sozialdemokraten den
Abg. Rückert als Staatsrat bereits nominiert haben.
Aus Freiburg kam Inge Conradi. Sie führte ſich
lang=
ſam, aber ſchließlich doch mit entſchiedenem Erfolge in Darmſtadt
ein. Sie war kein Blender, ſondern eine Schauſpielerin, bei der
die Geſtalten aus innerem Gehalt Leben gewannen.
Weitge=
ſpannten Perſönlichkeiten wie einer „Sanvitale” im „Taſſo” war
ſie noch nicht gewachſen; aber ſtille, in ſich erfüllte Frauengeſtalten
erwuchſen zu warmer Lebensfülle; ſo zuletzt die junge Frau in der
„Silberſchnur” und die Braut in dem „Mann, den ſein Gewiſſen
trieb”. Auch die Verkehrsminiſterin in Shaws' „Kaiſer von
Amerika” war famos. Inge Conradi will auf dem ſchwierigen
Boden Berlins an der Volksbühne ihr Glück verſuchen.
Mit allzu reichem Vorſchuß=Lorbeer wurde Sybille
Schmitz in Darmſtadt eingeführt. Nicht zu ihrem Vorteil, da
die geweckten Erwartungen ſich nicht erfüllten. Man hatte ſtets
den Eindruck, einem ſympathiſchen, gebildeten Menſchen
gegen=
über zu ſtehen, der jedoch noch nicht zu voller dramatiſcher
Ge=
löſtheit kommen konnte. Schön anzuſchauen war ihre „Titania”
im Sommernachtstraum. Noels Frau in „Miſſiſſippi” und Gina in
der „Wildente” waren weſentliche Rollen. Den ſtärkſten Erfolg
brachte ihr der Schlager „Meine Schweſter und ich” mit der tollen
Dolly, während im Gegenſatz hierzu ihre hieſige Tätigkeit ſich
einer Elegie vergleichen läßt.
Mit Recht als „Korth” im „Spiel im Schloß” verabſchiedete
ſich Siegfried Nürnberger; denn ſeine Stärke liegt in
Geſell=
ſchaftsrollen, in Bonvivants, weniger jedoch auf klaſſiſchem
Ge=
biet. Sein „König Magnus” bei Shaw wird in angenehmer
Er=
innerung bleiben. Das Stadttheater in Bremen ſoll ſich
künf=
tig ſeiner zuverläſſigen Kraft erfreuen.
Franz Pfaudler konnte hier nicht recht warm werden.
Vielleicht kam es daher, daß er manchmal falſch eingeſetzt wurde,
ſo als „Polonius” im „Hamlet”. So ernſt er offenbar als Menſch
iſt, ſo verweiſt ihn ſeine Begabung doch augenſcheinlich mehr auf
komiſche Rollen. „Am liebſten möchte ich Zirkusclown werden”,
äußerte er einmal in einem Interview. Einen erfreulichen
Er=
folg brachte ihm zuletzt noch ſein „Hauptmann von Köpenick”,
Möge ihm Königsberg die Erfüllung aller Wünſche bringen!
Neue Werbeſchriften von Heſſen und Waldeck. Vom
Verkehrsver=
nd für Heſſen und Waldeck ſind neu herausgegeben worden: „
Preis=
rzeichnis der Hotels, Gaſthöfe und Privatpenſionen in den
dern, Luftkurorten und Sommerfriſchen in Heſſen und Waldeck‟. Das
erzeichnis enthält die neueſten Unterkunfts= und Uebernachtungspreiſe
wie die Preiſe für volle Penſion. Es bildet eine wertvolle Ergänzung
dem „Führer durch Heſſen Waldeck und
Oberweſer=
biet”, mit dem es zuſammen abgegeben wird. Eine Werbeſchrift
Das Waldecker Land” ſoll auf die Schönheiten dieſes Landes
d ſeine Eigenarten hinweiſen. Unter dem Titel „Wandert im
erratal” iſt unter Mitwirkung der Arbeitsgemeinſchaft der
Werra=
dte ein Faltblatt in Kupfertiefdruck erſchienen. Die Schrift weiſt in
ſpper und wirkungstoller Form auf die Schönheiten des Werratales
id ſeire Vorzüge als Wander= und Reiſegebiet hin.
Seite 2
Samstag, den 27. Juni 1931
Nummer 776
Der Zweck meiner heutigen Veranstaltung noch mehrere roo Kunden zu werben.
Von meinen einzelnen Lieferanten erhielt ich für diesen Werbe-Verkauf große Posten Waren, teilweise
unter Herstellungspreis. Nicht der Preis macht es, sondern die Oualitäten, was Sie für wenig Geld erhalten.
Machen Sie einen Versuch und Sie werden dauernd Kunde. Nur einige Beispiele aus den versch. Abteilungen:
Hemdentuche und Renſoreé
nur ganz hervorragende 80 cm breite
Ware, erstkl. Süddentsches Fabrikat,
teilweise mit kleinen Bleichflecken, ohne
Rioksicht zuf den eigentl. Wert, Ueter V400 0.40 0.
Rein Maceo Bett-Damaste
130 u. 160 cm breit, nur allerfeinste
Hochglanz-Oualitäten, beste Aussteuer-
Ware, in Streifen- und Blumenmnster,
in nur allernenesten Degsins- Ueter MiRV 1.00 1
Viele 100 Stück Krawatten-Sportkemden
aus nur wirklich erstklassigen Stoffen, nur eigene Verarbeitung,
daher im Schnitt vollkommen, allerneneste Dessins in prachtvollen
Farben und allen Weiten ..... . . . .. . . . . .
Am 25. Juni geben unsere Druckereien in
Deutschland die Waschstoffe aus letzter Saison
enorm billig ab. — Diese Posten sind gestern
Abend eingetroffen.
0 vur allern, Dess.,
WoleMousseline gnte Onaltzten 145 0.95
Ho hocheleg. Sachen
HBSan-KunSSeide nenestAnst,u. 0.95 1.50 1 gestanbt, Fum 4ussnehen, ohve Ruch=
ko0 0.00 9.00
Enorme
Pogten Parade-Kopikissen
aus nur guten Stoffen mit prachtvollen
eingearbeiteten Motiven in
Seiden-
garn und Stickereien, ganz
außerge-
wöhnlich billig, zum Aussuchen".
Gr. 1607250,
Leberschlagtücher nur in erstkli.
Oualitäten, m. Stickereien u. ausgebogt,
teilweise durch Dekoratioven etwas
an-
sicht auf den eigentlichen Wert. ..1400 0.od ko0
Kunst-Waschseiden-Strümpfe
ganz besonders feinmaschige Oualitäten. Bevor Sie Seidensträmpfe
kanfen, vergleichen Sio in eigenem Interegge meine Oualitäten, Paar 1.00 0.00 0.40
Pamast, Fabrik-Reste
nur allererstklagsige Oualitäten in Längen
von Meter 3.60 bis 7.20 für 1 u. 2 Berüge
Damen-Wäsche, Reise-Muster
Einzelstücke und Restposten erstklass. Wäschefabriken, bis zu
nnter Preis
Geschäfts-
Haus
Darmstadt, Ludwigstraße 15
(9801
ſaden.
halten
merliſt
erhalt
Den
nit dem
haren 3
in der
fochſchul
keilung
ſe M
bolbein
verden.
m He
HHT
Ihre Verlobung
geben bekannt
ELISABETH RANFT
WALTER PARTHEIL
Darmstadt
Nd.-Ramstädterstr. 15
z. Zt Jauer
Schlesien
Statt Karten.
Für die uns anläßlich unserer Vermählung
er-
wiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlich
Regierungsbaumeister
Dipl.-Ing. Peter Fix
Vi
Elisabeth Fix, geb. Voltz.
Castellane (Südfrankreich). Z. Zt. auf Reisen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe inniger Teilnahme beim
Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen
Johannes Egly
ſagen wir Allen auf dieſem Wege unſeren herzlichſten
Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Ueberau, den 25. Jnni 1931.
(9811
Dankſagung.
Für die wohltuenden Beweiſe
auf=
richtiger Teilnahme beim Heimgange
unſerer lieben Entſchlafenen ſagen wir
Allen herzlichſten Dank.
get! Emil Gutenſtein und Kinder.
Walter Prieß
Margarethe Prieß
geb, Jöckel
Vermählte
Mainz, Moselstr. 25
27.Junf 1931
Karl Klöß.
Lina Klöß.
geb. Wolf
Vermählte
Darmstadt, 26. Juni 1931.
Kaupstr. 49.
Nachruf.
In der Nacht vom 25. zum 26. Juni ds. Js.
ent=
ſchlief unerwartet unſer langjähr. Aufſichtsratmitglied
Herr Civil=Ing.
Kult Enrdei
In den vielen Jahren der Zugehörigkeit zu
unſerem Unternehmen ſiand er uns ſiets gerne mit
ſeinem wertvollen Rat zur Seite.
Sein Andenken werden wir in Ehren halten.
Motorenfabrik Darmſtadt
Aktiengeſellſchaft.
Darmſtadt, den 26. Juni 1931.
(9795
Für die mir anläßlich meines
vierzigjährigen Dienſtjubiläums
erwieſenen Ehrungen, ſowie die
zahlreich zuteil gewordenen
Gra=
tulationen und Geſchenke ſage
ich auf dieſem Wege meinen
herzlichſien Dank.
Adam Boßler.
Erklärung.
Die gegen die Herren
Polizeiwacht=
meiſter Zager und Wittekind in der
Nacht vom 8. Juni in der Luiſenſtraße
ausgeſprochene Beleidigung nehme ich
mit Bedauern zurück.
E. Ebſen, Dieburgerſtr. 199.
Mehrere geſpielte
darunter
1 Schiedmayer,
1 Irmler,
wie neu, ſehr bill.
Piano=Berg
Hügelſtraße 32.
sim
Telef. 126.
Zeih=Brikells
abGrubeMeſſel b.D.
10—50 Ztr. je Ztr.
1.10 ℳ. 50 u. mehr
Ztr. je Ztr. 1.07 ℳ
in Darmſtadt bill.
bei Georg Schmitt,
Schwanenſtraße 15,
Telefon 2660.
Gewerkſchaft Meſſel.
Telefon 2601.
(8104a)—
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme beim
Hin=
ſcheiden unſeres teuren Entſchlafenen
Herrn Joh. Georg Ludwig Rühl
ſprechen wir auf dieſem Wege unſeren herzlichſten Dank
aus. Ganz beſonders danken wir Herrn Pfarrer Weis für
ſeine troſtreiche Grabrede, ſowie dem Sänger=Kegelklub
Samstag: für die Kranzniederlegung, ferner allen
Freunden und Bekannten, die ihn bis zum Tode beehrten
und ihm das letzte Geleſte gaben.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Magdalene Rühl Wwe.
Darmſtadt, den 25. Junl 1931.
Tannenſtr. 30.
(9796
Dankſagung.
Für die aufrichtige Anteilnahme beim
Heim=
gange meiner lieben, unvergeßlichen Frau ſpreche
ſch allen denen, die ihr die letzte Ehre erwieſen
und mir in ſchweren Stunden beigeſianden
haben, meinen tiefempfundenen Dank aus.
Herzlichen Dank auch für die herrlichen
Blumen=
ſpenden, Herrn Pfarrer Irle für die tröſtenden
Worte am Grabe und den Pflegeſchweſiern
des Marienhoſpitals für die aufopternde
Für=
ſorge während des Krankenlagers der lieben
Toten.
Hch. Grützmacher
und Kinder Werner u. Ruth.
Darmſtadt, den 26. Juni 1931.
Herren= Sohlen u. Flech
3.50 Mk.
Damen Hohlen u. Flech
2.50 Mk.
Schuhmacherei
A. Fey
Jahnſtraße 68.
(Achten Sie bitte auf
die Hausnummer.)
39rial
Maſſenverkauf
erſtklafſiger
Fahrräder
zu noch nie
dageweſenen billigen
Preiſen.
Gütting,
Schuchardſtraße 10.
R4 4
Schallplatten=
Verleih.
Grafenſtraße 24.
Roeder’ſche
Leihbibliothek.
(9702a)
Beerdigungs=
Geſchäft Gg. Oesterling
Lauteſchlägerſtr. 10. Telef. 1286. (65230
Zurück-
gekehrt Dr. med. Mayer
prakt. Arzt und Kinderarzt
Elisabethenstr. 70 (9633b) Tel.3030
in allen Farbtön.
Fnädodenlache 4 Es Inhalt Rdl. 1.62
empkiehlt die
9n75
Adler-Drogerie, Anton Fischer
Frankfurterstraße 12-14
pbon 186
Friſch eingetroffen
Ia Malnzer Stangenbohnen . . Pfund 0.35
3 pfund 1.—
Ia Mainzer Wirſing . . . . . Pfund 0.15
Ia Runde Tomaten zum Roheſſen, Pfund 0.55
Ia Alte und Neue Kartoffeln zum Tagespreis
Bochſtraße4
Aug. Stilling
Tel. 421 (
aur Teppiche und Läuferstoffe
10-20% Rabatt Gelegenheitskäufe
TAPETEN FLINOLEUM *
Mi Rei
N Ludwigsplats 6
STRAGULA
Mocca=
Rein Edelgewächs
per Pfund 3.60 Mk. (6830
„EckeKirch-
Kallee
Ludwig Stark u. Holzstt.
Amme ſucht Kind
z. Mitſtillen. Off.
u. 3. 77 Geſchſt.
Selbſtinſerentin!
Kath. Dame, 23 J.,
mittl. Fig.,
Allge=
meinbild., g.
haus=
fraul. Eigenſchaft.,
Ausſt., ſpät anſehnl.
Verm., w. m. kath.
Herrn b. 28 J. i. ſ.
Lebensſtell.,
Beam=
ter, Lehr., a. Kfm.
in ſich. Poſ. zwecks
Heirat bek. zu wd.
Diskr. geg. u verl.
Verm. verb. Vertr. Zuſchr. unter
3. 75 Geſch. (9807
Frl. Anf. 40., ev.,
geſund, unabh. beſt.
Leumund, g. Aeuß.,
g. Hausfr., mit ſch.
Ausſt. u. einig. Tſ.
dar, w. Heirat mit
gebild., ehrenb. H.
in gt. Verh. Ausf.
Off. über Perſ. u.
Verh., w. auch vorl
anon., erb. u. 3. 18
Geſch. Diskr. zug.
Kinderwagen
Klappwagen
Kinderstühle
Liegestühle
Gartenmöbel
Balkonmöbel
Bubiräder
Straßenroller
Wasserbälle
Turnapparate
Hängematten
Rucksäcke"
Wandererartik.
Reisekoffer
Stadtkoffer
billigst bei gs0e
Leitsche
Ernst-Ludwigstr. 19
verbilligen Sie
Ihren Kaushalt durch
Frauk’s Blumenseile
6 Hück N 85.
Narfüineste Frank
Slisabethenstraße 9. (anse
Merken Sie ſich Dieburgerſtr. 2
Alkohol-
Frei!
Erhäutich in
allen
Lebens-
milielgelchäuten
Mynall-Mate-Sekt
ist das Getränk,
das Allen schmeckt!
Gummiringe
alle Größen, von 2 Pfg. an bei
Neurohr, Ecke Wenckſtr. 5
kaufen Sie preiswert
bei
Franz Breitwieser
Möbel-Fabrik
Ober-Ramstadt
Nieder- Ramstädterstr. 32 (*
ſene8
ſa zum
Leitung:
ker. —
Nummer 176
Samstag, den 27. Juni 1981
Aus dre Landeshauprſtaet.
Darmſtadt, den 27. Tuni 1931.
Werbewoche des Bereins für das Deutſchkum
im Ausland.
Ein volles Drittel unſeres Volkes lebt außerhalb des Reiches,
mtbehrt des Zuſammenſchluſſes mit uns. Dieſe Tatſache müſſen
bir immer vor Augen haben, um zu verſtehen, wie wichtig das
luslandsdeutſchtum für uns iſt, wie dringend notwendig
line ungeſchmälerte Erhaltung iſt für unſere Zukunft. Dieſem
luslandsdeutſchtum zu helfen, iſt die große Aufgabe des Vereins
ſir das Deutſchtum im Ausland (V. D.A.). Er iſt der größte
Apferverein zur kulturellen Unterſtützung unſerer Brüder im
lusland.
Zu dieſer kulturellen Hilfeleiſtung können die
Mitglieder=
leiträge des V. D. A. nicht ausreichen. Deshalb wendet ſich der
ſerein in ſeiner Werbewoche an die ganze Bevölkerung. Es wird
in Ruhmeszeichen für uns bleiben, wenn wir in dringendſter
ſgener Not noch ein Scherflein für die um ihr Volkstum
ringen=
en Brüder und Schweſtern außerhalb der Reichsgrenzen übrig
lben. Deutſche Schulen, Kindergärten und Büchereien müſſen
er=
ſalten bleiben, die Heranbildung von deutſchen Arbeitern
Hand=
rerkern Kaufleuten, Landwirten, von Lehrern und Geiſtlichen iſt
merläßlich, um unſeren Volksteilen in der Fremde ihr Deutſchtum
z erhalten. Denkt an die Kämpfer, die Not und Gefängnis nicht
heuen, in Südtirol, im Böhmerwaldgau, in Polen, in
Sieben=
ſirgen! Verlaßt die nicht, die auf unſere Hilfe bauen.
Darmſtädter und Darmſtädterinnen! Schmückt euch am 5. Juli
uit dem Blümlein, das Kinderhände euch darreichen, zum
ſicht=
ſaren Zeichen des Gedenkens an unſere Brüder und Schweſtern
n der Ferne!
Techniſche Hochſchule. Rektor und Senat der Techniſchen
ſochſchule Darmſtadt haben auf einſtimmigen Antrag der
Ab=
tilung für Chemie Herrn Geheimen Hofrat Dr. phil., Dr.=Ing.
grenh. Carl Glaſer in Heidelberg mit Rückſicht auf ſeine außer=
Ɨdentlichen Verdienſte um die chemiſche Induſtrie und ſein großes
Seite 5
Im Schloßmuſeum ſind, Führungen: Am Sonntag, um
1.00 und 11.30 Uhr vormittags, an allen Wochentagen um 11.00
ud 11.30 Uhr vormittags und um 3.00 und 3.30 Uhr nachmittags.
lie Madonna des Bürgermeiſters Meyer von Baſel von Hans
holbein d. Jg. kann ſtets geſondert von den Führungen beſichtigt
verden.
— Die Beratungsſtelle für Volks= und Jugendmuſikpflege
im Heſſiſchen Kultusminiſterium veranſtaltet ſeit einiger Zeit
afene Singſtunden, die der Pflege und Verbreitung des
Volks=
ledes und guter Hausmuſik dienen. Die Bedeutung dieſer Abende,
de etwa alle ſechs Wochen ſtattfinden, liegt darin, daß Menſchen
dr verſchiedenſten politiſchen, weltanſchaulichen und
geſellſchaft=
ſchen Färbung ſich zu gemeinſamem Tun zuſammenfinden.
lie nächſte Singſtunde am Sonntag, dem 28. Juni, vormittags
9.30 Uhr wird als Waldmuſik am Bernhardsbrünnchen
abge=
hlten. Es ſei nochmals jedermann, der Freude an der Muſik
ſt, dazu eingeladen.
Reichsbund der Zivildienſtberechtigten, Verein Darmſtadt.
Abfahrt zur öffentlichen Kundgebung in Mainz, Stadthalle,
Sonn=
tg, 7.48 Uhr vormittags, ab Hauptbahnhof. (Siehe Anzeige.)
Von der ſchönen Omnibusfahrt ins romantiſche Nahetal kehrte
pch kein Teilnehmer unbefriedigt zurück, zumal das Programm
urch die verſchiedenen Beſichtigungen, insbeſondere durch die
eektkellerei=Beſichtigung allgemeine Befriedigung und guten
An=
ſang findet. Die nächſte Fahrt findet am Dienstag ſtatt, wozu
jarten und ausführliche Programme bei J. Ph. Leuthner,
ſrnſt=Ludwigsplatz 2, zu haben ſind. Außerdem bietet das
Rhein=
tiſebüro Siegfried Halm in Mainz am kommenden Sonntag mit
dm Motorſchiff „Ida” eine ganz beſonders verbilligte Rheinfahrt
uch Koblenz und zurück. Die Fahrzeiten ſind ſo gelegt, daß die
larmſtädter Teilnehmer bequem ihre Zuganſchlüſſe erreichen.
läheres ſiehe im heutigen Inſerat.
Heſſiſches Landeskheaker.
Samstag, 27. Juni
Mie Ht
19.30, Ende nach 22 Uhr
Die drei Musketiere
26
Pr. 1—10 Mk.
Sonntag, 28. Juni
19.30, Ende geg. 22.45 Uhr Außer Miete.
Halbe Preiſe 0.50—5 Mk.
Carmen
Samstag, 27. Juni
Sonntag, 28. Juni
Kleines Haus
20, Ende gegen 22 Uhr Samstagsmiete
1. Vorſtellung. Eröffnungsvorſtellung der
Sommerſpielzeit Bruno Harprecht
Arm wie eine Kircheymaus. Pr. 1—3 Mk
20, Ende gegen 22 Uhr Außer Miete.
Arm wie eine Kirchenmans Pr. 1—3 Mk.
Gaſtſpilele des Hefſiſchen Landestheaters in Bad=Nauheim
Sonntag, den 28. Juni: „Spiel im Schloß”
— Heſſiſches Landestheater. Die außerordentlich erfolgreiche
hevue=Operette „Die drei Musketiere” geht heute
Sams=
tg zum letzten Male in dieſer Spielzeit in Szene. Muſikaliſche
Leitung: Beppo Geiger. Die Königin ſingt erſtmalig Käthe
Wal=
dr. — Morgen Sonntag geht die diesjährige Spielzeit des
Lan=
dstheaters zu Ende. Zur Aufführung gelangt an dieſem Tage
Lizets Oper „Carmen” in der Neuinſzenierung von Carl Ebert
ud Wilhelm Reinking. Muſikaliſche Leitung: Karl Maria
Zwiß=
ſr. Hans Ney und Ernſt Overlack treten an dieſem Abend zum
ltzten Male auf. Die Vorſtellung findet außer Miete zu halben
lreiſen ſtatt. Wahl= und Tauſchgutſcheine verlieren an dieſem
lage ihre Gültigkeit. — Das Heſſiſche Landestheater gaſtiert am
Nittwoch, dem 1. Juli, mit Bruno Franks Komödie. Sturm im
Vaſſerglas”, und Sonntag, den 5. Juli, mit dem Luſtſpiel „Im
geißen Röß!” von Blumenthal und Kadelburg in Bad=Nauheim.
— Bruno Harprecht eröffnet ſeine Sommerſpielzeit im
Heſſi=
ſhen Landestheater am heutigen Samstag mit der Erſtaufführung
es höchſt amüſanten Luſtſpiel=Schlagers „Arm wie eine
hirchenmaus” von Ladislaus Fodor, der nach dem
überein=
ſimmenden Urteil der Kritik zu den erfreulichſten und beſten
Neu=
eſcheinungen des Luſtſpiel=Repertoires der letzten Jahre gehört
ud überall nachgerade ſenſationelle Erfolge davontrug. Wie
nitgeteilt ſpielt Direktor Harprecht die männliche Hauptrolle,
nährend für die Rolle der „Suſie Sachs” die ausgezeichnete
Hilde=
ard Warſitz vom Deutſchen Schaupielhaus in Hamburg als Gaſt
gwonnen werden konnte. — Sonntag abend findet die erſte
Viederholung des Luſtſpiels in der gleichen Beſetzung ſtatt. —
ſinzeichnungen zur Miete werden werktäglich noch für alle
Wochen=
uge entgegengenommen.
Die Ausübung des Waſſerſports am Rhein.
Anerkennenswerkes Enkgegenkommen
der Regierung.
In der vergangenen Woche hat unter Leitung der zuſtändigen
Stellen der Miniſterien, der Waſſerbauämter und Forſtabteilung
eine Rheinbefahrung und Beſprechung mit den
Waſſerſportver=
bänden aus Worms, Darmſtadt und Mainz ſtattgefunden, bei der
von Regierungsſeite folgendes erklärt wurde:
Die zunehmende Ausübung des Waſſerſports ſowie die
beſon=
deren Naturſchönheiten haben die heſſiſchen Rhein= und
Altrhein=
gebiete in den letzten Jahren in erhöhtem Maße zum
Ausflugs=
ziel der Bewohner der umliegenden Ortſchaften ſowie der
benach=
barten Städte werden laſſen.
Bei dem zeitweiſen Maſſenbeſuch haben ſich leider erhebliche
Mißſtände nicht nur hinſichtlich des Naturſchutzes, ſondern auch
für die ordnungsgemäße Bewirtſchaftung der dort gelegenen
Län=
dereien und in mancher anderen Beziehung eingeſtellt. Als ein
beſonderer Mißſtand muß angeſehen werden, daß die an den Ufern
lagernden Ausflügler und Waſſerſporttreibenden mit Vorliebe
die hinter dem Ufer gelegenen Wieſen aufſuchen, dieſe mit Auto
und Motorrad befahren oder dort ſpielen, ſo daß hierbei der
Er=
trag dieſer Ländereien vernichtet oder beträchtlich vermindert und
die auf die Nutzung dieſer Ländereien angewieſene Landwirtſchaft
geſchädigt wird.
Es ſoll nicht verkannt werden, daß der Aufenthalt in der
freien Natur ſowie beſonders die Ausübung des Waſſerſports
ge=
eignet iſt, weſentlich zur Geſundung und Ertüchtigung beſonders
der Jugend beizutragen. Andererſeits iſt es Aufgabe der dabei
berührten Verwaltung, die Ordnung in jeder Beziehung
ſicherzu=
ſtellen.
Nachdem bereits früher im Intereſſe des Verkehrs und des
Naturſchutzes die nachſtehend angeführten Befahrungsvorſchriften
erlaſſen worden ſind, hat ſich die zuſtändige Waſſerbauverwaltung
im Einvernehmen mit den beteiligten kommunalen Verwaltungen
und Sportkreiſen nunmehr entſchloſſen, was die Benutzung der
Ufer anbetrifft, nach den nachſtehenden Richtlinien zu verfahren.
Befahrungsvorſchriften.
I. Auf dem Hauptrhein. Auf dem Hauptrhein gelten für die
Be=
fahrung mit Sportfahrzeugen die Vorſchriften der für den
ge=
ſamten Rhein gültigen Rheinſchiffahrtspolizeiordnung,
insbeſon=
dere die in ihr enthaltenen Beſtimmungen über den Verkehr mit
Kleinfahrzeugen.
II. Auf den Altrheinen (Lampertheimer, Stockſtadt=
Erfelder und Ginsheimer Altrhein). Auf den
ſchiff=
baren Teilen der Altrheine gelten die Beſtimmungen der
Rhein=
ſchiffahrtspolizeiordnung, ſoweit nicht im Intereſſe der Fiſcherei
und des Naturſchutzes beſondere Einſchränkungen getroffen ſind.
Zu dieſen Einſchränkungen ſind zu rechnen:
Auf dem Lampertheimer Altrhein darf das Gebiet
zwiſchen Biedenſand und Bonau von der Einmündung des
Hollandbaches bis zur Ausmündung des Altrheins in das Welſche
Loch einſchließlich der Schilfgürtel nicht betreten und befahren
werden. Der ſchiffbare Teil des Lampertheimer Altrheins darf
von Fahrzeugen mit eigener Triebkraft nicht mit größerer
Ge=
ſchwindigkeit als 12 Kilometern ſtündlich befahren werden.
Auf dem Stockſtadt=Erfelder Altrhein dürfen
Fahrzeuge ohne eigene Triebkraft die Nebenarme nur, ſoweit dies
ausdrücklich und zeitweiſe erlaubt iſt, die den Ufern vorgelagerten
Schilf= und Weidengürtel nicht befahren. Das Anlanden an
Zum Gaukurnfeſt in Griesheim
hat die Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G. im Hinblick auf den
ſtarken Verkehr folgende Anordnungen getroffen:
Der letzte Wagen heute Samstag, den 27. Juni,
geht ab Feſtplatz (Griesheim=Felſenkeller) 12 Uhr 45 Minuten —
Der erſte Wagen am Sonntag früh geht ab Schloß 5.10 Uhr,
und verkehren ſodann die Wagen von da ab halbſtündlich. Zur
Bewältigung des Verkehrs ſtehen am Bahnübergang (
Hauptbahn=
hof) genügend Reſervewagen zur Verfügung. Ab 11 Uhr
wird verſtärkter Wagenverkehr nach Griesheim erfolgen.
— Sommerfeſt der evang. Jugendgemeinſchaft. Wir erinnern
nochmals an das Sommerfeſt der evang. Jugendgemeinſchaft.
Ab=
marſch der Bünde um 8 Uhr vormittags hinter dem Oſtbahnhof.
Um 9 Uhr Morgenfeier im Steinbruch hinterſter Kahlenberg, bei
welcher Herr Studienrat Knöpp predigen wird. Um 10.30 Uhr
gemeinſames Singen mit der Muſikantengilde unter der Leitung
von Herrn Günther Simony am Bernhardtsbrünnchen. Von 12
bis 1 Uhr iſt Raſt im Steinbruch. Während die Jungenſchaften
dann zu einem Geländeſpiel abziehen, werden die älteren
Jun=
gen und Mädchen im Steinbruch tanzen und ſingen und die
jüng=
ſten Buben und Mädchen ſpielen. Die Jungſcharen dürfen daher
auch mitgehen. Um 5 Uhr Schlußfeier im Steinbruch. Die Bünde
der evang. Jugendgemeinſchaft werden noch einmal herzlich
ein=
geladen, mit ihren Wimpeln und Muſikinſtrumenten zahlreich zu
erſcheinen.
— Deutſche Volkspartei, Landesverband. Wir weiſen
noch=
mals auf die morgen Sonntag den 28. Juni ſtattfindende
Rhein=
fahrt des Landesverbands Heſſen der D.V.P. (ſiehe auch Inſerat
in der heutigen Nummer) hin, die von Mainz nach St. Goar
führt, wo auf der Ruine Rheinfels eine vaterländiſche
Kund=
gebung, bei der der Vorſitzende der volksparteilichen heſſiſchen
Landtagsfraktion, Dr. Keller, über „Vaterland und Freiheit”
ſprechen wird, ſtattfindet. Die Kundgebung wird umrahmt von
Geſangsvorträgen des Männerchors der Arbeitnehmergruppe der
Deutſchen Volkspartei Worms und von muſikaliſchen
Darbietun=
gen einer Muſikkapelle. An der Fahrt können auch
Nichtmitglie=
der der Partei teilnehmen. Unſere Parteifreunde werden
gebe=
ten, das Parteiabzeichen zu tragen. Die Dampferfahrt koſtet für
Erwachſene nur 3,50 Mark (Normalpreis für dieſe Strecke 8 Mk.),
für Jugendliche von 14—20 Jahren und für Studenten tritt ſogar
eine Ermäßigung auf 2,50 Mk. und für Kinder von 4—14 Jahren
eine ſolche auf 1,75 Mk. ein. Die Darmſtädter Teilnehmer fahren
mit dem Zug 7.48 Uhr Darmſtadt=Hauptbahnhof (Sonntagskarte)
ab, der um 8.31 Uhr in Mainz=Süd eintrifft; von dort
bege=
ben ſie ſich zur Dampferhalteſtelle Brücke 3 der Köln=Düſſeldorfer
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft, gegenüber der Stadthalle. Der
Damp=
fer fährt um 9 Uhr in Mainz ab und kommt um 20 Uhr wieder
nach Mainz zurück, alſo ſo rechtzeitig, daß jeder Teilnehmer noch
einen paſſenden Zug erreichen kann. Nach Darmſtadt geht am
Bahnhof Mainz=Süd ein Zug um 21.44 Uhr ab, der um 22.28
Uhr in Darmſtadt eintrifft. Karten ſind zu haben bei der
Landes=
geſchäftsſtelle der Deutſchen Volkspartei, Darmſtadt, Zimmerſtr. 1,
von vormittags 9—11 Uhr und nachmittags von 3—6 Uhr (auch
am Samstag) Anruf 3540 und 1304, ſowie im Verkehrsbüro am
Schloß, Anruf 582, außerdem ſoweit noch Karten vorhanden, am
Sonntag vormittag an der Dampferabfahrtsſtelle.
dem linken Ufer (Durchſtichinſel) iſt nur an den
beſonders bezeichneten Landeplätzen geſtattet.
Fahrzeuge mit eigener Triebkraft dürfen den ſchiffbaren Teil nur
innerhalb des beſonders bezeichneten Fahrwaſſers mit einer
Höchſt=
geſchwindigkeit von 12 Kilometern ſtündlich befahren, wobei Lärm
und ſonſtige Störungen zu vermeiden ſind. Der nicht ſchiffbare
Teil des Altrheins darf von Fahrzeugen mit eigener Triebkraft
nicht befahren werden.
Auf dem Ginsheimer Altrhein ſind entſprechende
Einſchränkungen in Ausſicht genommen.
Borſchriften für das Bekrefen der Skrombauwerke.
Das Betreten der Strombauwerke (Buhnen, Kribben,
Längs=
werke und Uferſchutzbauten) iſt bis auf weiteres geſtattet, jedoch
iſt jede Beſchädigung der Bauwerke, insbeſondere durch
Heraus=
nehmen der Steine, zu unterlaſſen. Zuwiderhandlungen werden
nach den geſetzlichen Vorſchriften beſtraft.
Das Lagern am Ufer.
An den Ufern des Hauptrheins ſowie der Altrheine, mit
Ausnahme des linksſeitigen Ufers des Stockſtadt=Erfelder
Alt=
rheins, iſt bis auf weiteres und ſtets widerruflich ein
Ufer=
ſtreifen von etwa5 Meter Breite der
Allgemein=
heit zum Lagern und Aufſchlagen, von Zelten
freigegeben. Der freigegebene Uferſtreifen findet in der
Regel ſeine ſichtbare hintere Begrenzung in der längs des Ufers
hinziehenden Pappelreihe. Ausgenommen hiervon ſind die
Uferſtreifen, die vor geſchloſſenen Obſtanlagen liegen die in
Dauerpacht vergeben ſind und die im Privateigentum ſtehen. Dieſe
Uferſtreifen ſind durch Verbotstafeln beſonders
be=
zeichnet.
2. An den Ufern des Rheins ſowie der Altrheine können nach
Bedarf beſondere Lager= und Spielplätze
freige=
geben werden, die als ſolche kenntlich gemacht und abgegrenzt
ſind. Dieſe Pläne werden von der Verwaltung auf Antrag der
beteiligten Sportverbände und kommunalen Verwaltungen
be=
ſtimmt. Für die Ueberlaſſung wird eine entſprechende
Pacht=
gebühr unter Berückſichtigung der entgangenen Nutzung berechnet.
Anträge ſind an das zuſtändige Waſſerbauamt
zu richten.
3. Waſſerſporttreibende, die darüber hinaus den
Wunſch haben, einen beſtimmten Platz während des ganzen
Som=
mers als Lagerplatz zur alleinigen Benutzung zu pachten, der der
Allgemeinheit nach den vorſtehenden Richtlinien nicht zugängig
iſt, erhalten auf Antrag durch das zuſtändige Waſſerbauamt das
über die Stattgabe des Geſuchs zu entſcheiden hat, einen ſogen.
Zeltlagerſchein für dieſen Platz. Für den Zeltlagerſchein
wird eine entſprechende Nutzungs= und Verwaltungsgebühr bei
Aushändigung erhoben.
Es iſt zu hoffen, daß durch vorſtehende Richtlinien eine
Rege=
lung getroffen iſt, die den Wünſchen ſämtlicher Beteiligten gerecht
wird. Ebenſo muß aber erwartet werden, daß nunmehr die
Waſſer=
ſporttreibenden und ſonſtigen Beſucher der Rhein= und
Altrhein=
gebiete das ihrige dazu tun, daß ein ordnungsgemäßer Zuſtand
herbeigeführt wird.
Wir möchten, wie ſchon bei der Beſichtigung, auch hier zum
Ausdruck bringen, daß dieſes außerordentliche Entgegenkommen
der Regierung wärmſte Anerkennung verdient, da nunmehr allen
berechtigten Wünſchen auf beiden Seiten entſprochen ſein dürfte.
Bundeskag des Reichsbundes der
Zivildienſt=
berechtigken.
Vom 28. Juni bis 1. Juli findet in der Stadthalle zu Mainz
der 34. Bundestag des Reichsbundes der
Zivildienſtberech=
tigten ſtatt. Der Reichsbund der Zipildienſtberechtigten vertritt
über 130 000 nach langjähriger Dienſtzeit aus der Wehrmacht und
den Polizeien ausgeſchiedene Verſorgungsanwärter.
Eine der weſentlichſten Aufgaben der Organiſation iſt es, für
die Sicherung der Exiſtenz der ausgeſchiedenen Soldaten und
Polizeibeamten nach Ablauf ihrer Dienſtverpflichtung einzutreten.
Da ohne dieſe Exiſtenzſicherung die Wehrmacht und die Polizeien
nicht auf guter Höhe gehalten werden können, und ein
brauch=
barer Erſatz nicht gut denkbar iſt ergibt ſich daraus die
Bedeu=
tung der Organiſation und ihrer Tagung.
Durch die Veröffentlichung einer Statiſtik des Herrn
Reichs=
miniſters des Innern im Frühjahr dieſes Jahres hat ſich ergeben,
daß zur Zeit über 44 000 Verſorgungsanwärter auf die ihnen
geſetzlich garantierte Unterbringung warten. In der dadurch
beſonders ſchwierigen Lage der Zivilverſorgung muß der
diesjäh=
rigen Tagung des Reichsbundes der Zivildienſtberechtigten
er=
höhte Bedeutung beigemeſſen werden.
Die Tagung beginnt am Sonntag, dem 28. Juni, mit einer
großen öffentlichen Kundgebung in der Stadthalle in Mainz, bei
der Herr Miniſterialrat Dr. Jeß über Zivilverſorgung und
Anſtellungsbehörden ſpricht.
— Der Kreisobſtbauverband Darmſtadt unternahm am
ver=
gangenen Sonntag einen Ausflug nach Heidelberg, um dortſelbſt
den an die Univerſität angegliederten Botaniſchen Garten
zu beſichtigen. Die Führung übernahm Herr
Univerſitätsgarten=
direktor Steinberger, der zunächſt einen Ueberblick über die
Geſamtanlage gab und dann an Ort und Stelle auf Einzelheiten
näher einging. Der Garten iſt einesteils nach dem Pflanzenſyſtem,
d. h. eine Anordnung aller Pflanzen nach ihrer Verwandtſchaft,
andererſeits nach der geographiſchen Verbreitung der Gewächſe,
und ferner auch nach praktiſchen Geſichtspunkten (wie
Medizinal=
pflanzen, Bauerngarten uſw.) eingeteilt. Zwiſchendurch kann die
Entſtehung neuer Pflanzenarten durch Kreuzung, Pfropfbaſtarde
u. dal. beobachtet werden. Einen überaus großen Reichtum birgt
die Anlage in prachtvollen exotiſchen Gewächſen, die in
Warm=
häuſern untergebracht ſind. Auch hier fällt die hübſche Anordnung
ſofort in die Augen: Pflanzen mit unſcheinbaren Blüten, aber
um ſo prachtvollerer Blattfärbung, Epiphiten, Orchideen, Kakteen
und Sukulenten, Urwaldgewächſe. Pflanzen des Amazonenſtroms
(Viktoria regia) Pflanzenarten ((Farne, Bärlappgewächſe,
Schach=
telhalm uſw.) die vor Jahrmillionen den Hauptbeſtandteil der
Steinkohlenwälder ausmachten, u. dgl.
— Geländete Leiche. Geſtern wurde bei Trebur die Leiche
eines 19 bis 22 Jahre alten Mannes geländet, der etwa 3 bis
4 Tage im Waſſer gelegen hat. Die Perſon des Toten konnte nicht
ermittelt werden. Er iſt 1,74 Meter groß, hat blondes, langes
Haar, der linke, obere Backenzahn und das erſte Glied des kleinen
Fingers der linken Hand fehlen. Er war bekleidet mit
rötlich=
braunem Anzug, hellem Sporthemd, hellbraunen Halbſchuhen, mit
dem Kennzeichen 9 F. 7247. Sachdienliche Mitteilungen werden
an das Landeskriminalamt Darmſtadt erbeten.
Tad Bauululader!!
Das heißt
iit nasscm Körper sonnenbaden! Und
r eireiben mi
Beide enthalten des hautpflegende
Euzerit. Beide vermindem die Cefahr
schmerzhaften Sonnenbrandes, beide
bräunen Ihre Haut, auch bei bedecktem
Himmel. Nives-Creme wirkt bei Hitze
angenehm kühlend. Nives-Ol schützt
Sie bei unfreundlicher Witterung vorm
„Frösteln” und damit vor Erkältungen.
Ure Lreme 920420, MuetOtta018g
NA ALIA
Hautfmktions-
Ia Niase61
Seite 6
Samstag, den 27. Juni 1931
Nummer 176
* Aus den Darmſtädker Lichkſpieltbeakern.
Union=Theater.
„Ich geh aus, und du bleibſt da” iſt ein Film, den
man in guter Laune verläßt; von wieviel Filmen kann man das
ſonſt behaupten? Hier aber ſind eine ſpritzige Handlung, eine ſehr
gewandte Regie eine nette, zurückhaltende Art der Vertonung und
ſympathiſche Schauſpieler zuſammengekommen, und das Ergebnis
iſt, wie geſagt, ein ſo amüſanter und unterhaltender Film, wie
man ihn ſelten ſieht. Die Geſchichte des ſchönen Mannequins
Gaby, die ihren Freund, den Fahrlehrer, öfter als es recht iſt,
abends im Stich läßt, um mit Herren der „beſſeren Stände”
aus=
zugehen, iſt aus dem Roman von Wilhelm Speper, der vor
einiger Zeit in der „Berliner Illuſtrirten” erſchien, bekannt. Dieſe
Geſchichte iſt hier im weſentlichen übernommen worden, auch hier
iſt Gaby im Grund ein anſtändiger Kerl und guter Kamerad, die
ſich auch in ungewohnt vornehmer Geſellſchaft in der Hand behält
und eine gute Portion Lebensklugheit beſitzt. Daß das „happy
end” nicht in einer unwahrſcheinlichen Heirat mit dem Baron
be=
ſteht, und daß dieſe romantiſche Geſchichte alltäglich
endet, gibt dem ganzen einen angenehm ſauberen Geſchmack. Die
geſcheite, witzige Regie von Hans Behrendt und das hübſche
Zuſammenſpiel von Camilla Horn und Hans
Brauſewet=
ter machen, daß der Film dieſelbe leichte, angenehm
unterhal=
tende Art hat, wie der Roman, nach dem er gedreht iſt.
— Das Union=Theater bringt heute und folgende Tage den
luſtigen Tonfilm „Ich gehe aus, und du bleibſt da, nach
dem in der „Berliner Illuſtrierten Zeitung” erſchienenen Roman
von Wilhelm Speyer. Camilla Horn ſpielt die Titelrolle, neben
ihr eine Reihe der beſten deutſchen Darſteller: Hans
Brauſe=
wetter, Oskar Sima, Berthe Oſtyn, Max Gülſtorff, Theodor Loos
u. a. Regie: Hans Behrend. Dazu ein reichhaltiges Beiprogramm.
— Das Helia=Theater zeigt bis auf weiteres den neuen
deut=
ſchen Tonfilm „Seitenſprünge” (Er geht rechts — ſie geht
links), zwei Abenteuer aus einer modernen Ehe von heute, mit
Gerda Maurus und Oskar Sima in den Hauptrollen. Dazu das
gute Beiprogramm.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft heute und folgende Tage
ein erſtklaſſiges Stummfilm=Doppelprogramm. Man ſieht Lon
Chaney †. den Meiſter der Maske, in ſeinem letzten Großfilm
„Daseiſerne Netz” und im zweiten Teil die heitere
Militär=
groteske. Gibt’s ein ſchön’res Leben” Regie: Sam Wood. In den
Hauptrollen: Karl Dane, George K. Arthur und Marceline Day.
Jugendliche haben Zutritt.
v. Prozeß Nuß. Gutem Vernehmen nach hat nur der
Neben=
kläger, Burgermeiſter Schulte, Reviſion gegen das
frei=
ſprechende Strafkammerurteil angemeldet.
Warnung. Ein neuer betrügeriſcher Trick beſteht darin,
daß auswärtige, meiſt fragwürdige Exiſtenzen, Warenartikel, wie
imitierte Oelbilder, Poſtkartenſerien, Amulette für Autofahrer
uſw. in größeren Auflagen an vollſtändig unbekannte Perſonen
und ohne jegliche vorherige Beſtellung durch die Poſt verſenden.
Beigeſchloſſen iſt auch ein Schreiben, mit dem der Empfänger in
einer ganz paſſenden Form aufgefordert wird, einen Geldbetrag
mit einer ebenfalls beiliegenden Zahlkarte an das Verſandinſtitut
einzuzahlen. Zur Annahme ſolcher Sendungen iſt niemand
ver=
pflichtet. Vor dieſen Leuten wird gewarnt. Gewarnt wird auch
nachdrücklichſt vor den regelmäßig in Zeitungen und Zeitſchriften
erſcheinenden Preisrätſeln. Meiſtens handelt es ſich dabei doch
nur um ausgeſprochene Bauernfängerei, wenn nicht gar um
be=
trügeriſche Handlungen. — Eine andere Art von Schwindel wird
dadurch getrieben, daß ebenfalls auswärtige Unternehmer ihre
Waren unter dem Deckmantel der chriſtlichen Nächſtenliebe
anprei=
ſen laſſen und dabei behaupten, der Reingewinn oder aber ein
Teil des Geldes werde wohltätigen Zwecken, oder auch blinden
oder erwerbsbeſchränkten Perſonen zugeführt. —
Zuſammenfaſ=
ſend kann geſagt werden, daß es ſich bei all dieſen und ähnlichen
Geſchäften um unreelle, dunkle Exiſtenzen handelt. Es hat ſich
er=
wieſen, daß man Waren, die von ihnen vertrieben werden hier
am Platze weſentlich billiger und dabei noch vorteilhafter in
bezug auf Qualität erhalten kann.
Einbruchsdiebſtähle. In der Nacht vom 24 zum 25. Juni
1931 wurden in Darmſtadt in je einem Verkaufshäuschen an dem
Hauptbahnhof und dem Schloßgartenplatz ein Einbruch verübt.
Geſtohlen wurden Zigaretten, Marke Salem. Eckſtein, Ramſis,
Ova, Overſtolz. Sleipner. Kurmark, Ravenklau, Atikah und
Mer=
cedes. Außerdem eine Anzahl Zigarillos und Schweizer
Stum=
pen. Ferner mehrere Tafeln Schokolade, Marke Waldbaur und
Trumpf. In dem einen Verkaufshäuschen konnten die Täter nichts
beſonders Verwertbares finden. Sie haben ſich mit der
Mit=
nahme einiger Kirſchen und Erdbeeren und einer Windjacke
be=
gnügt. Perſonen, die in der Lage ſind, irgendwelche
Anhalts=
punkte hinſichtlich der Einbruchsdiebſtähle zu machen, werden
er=
ſucht, dies auf Zimmer 29 des Polizeiamts, Hügelſtraße 31/33,
zu tun. Alle diesbezüglichen Mitteilungen werden beſonders
ver=
traulich behandelt und wird eine Belohnung zugeſichert.
Aus den Parkeien.
Die Radikal=Demokratiſche Partei hat im He
ſiſchen Landtag beantragt: 1. Der Landtag wolle beſchließen, di
Regierung zu erſuchen, bei der Reichsregierung auf die ſoforti
Abänderung aller unſozialen, die Arbeitermaſſen der erwerbs
tätigen und erwerbsloſen Bevölkerungsſchichten ſchwer belaſtende
Beſtimmungen vom 5. Juni 1931 nachdrücklichſt hinzuwirken. —
2. Der Landtag wolle beſchließen: a) Das Geſetz zur
Aenderun=
des Beſoldungsgeſetzes vom 10. Dezember 1930 (Reg.=Bl. S. 309
wird m. W. v. 1. Juli 1931 aufgehoben; dafür treten die en
ſprechenden Beſtimmungen des Beſoldungsgeſetzes vom 30. Mär;
1928 (Reg.=Bl. S. 49), ſoweit nicht die Verordnung vom 5. Jun=
1931 zwingend andere Anordnungen trifft, wieder in
Kraf=
b) Die zurzeit beſtehende Beförderungsſperre wird aufgehoben
— In der Begründung zu dieſem Antrag heißt es: Die neu
Gehaltskürzung, die der Beamtenſchaft durch die Notverordnung
vom 5. Juni 1931 auferlegt wird, rechtfertigt es die Sonderbeſtim
mungen aufzuheben, die das Geſetz vom 10. Dezember 1930 ent
hält. Würde dieſes Geſetz und daneben die Beförderungsſperr
beſtehen bleiben, ſo würden die heſſiſchen Beamten nicht eine
zweifachen Kürzung, wie die übrigen Beamten des Reiches und
der Länder ſondern einer dreifachen unterworfen ſein. Die Auf
hebung dieſer Beſtimmungen liegt außerdem im wohlverſtandenen
Intereſſe der Wirtſchaft, die unter den wiederholten Gehaltskür
zungen außerordentlich leidet. Aus allen dieſen Gründen empfiehl
ſich alſo die Aufbebung obengenannter Beſtimmungen. — 3. Wir
auf die Verordnung vom 9. Juni 1931 (Reg.=Bl. S. 67) ver
wieſen, durch die der Miniſter für Kultus und Bildungsweſen di
Amtsbezeichnungen „Berufsſchr
regelt hat und angefragt: 1. Warum hat die Regierung die Amts
bezeichnungen für dieſe Beamtengruppen allein neu geregelt, nack
dem ſie früher andere Beamtengruppen (z. B. die Lehrer) auf de
Zeitpunkt einer allgemeinen, für das Reich geplanten Neuordnur
verwieſen hat? 2. Hält die Regierung in dieſem Falle die Ne
regelung für ſo dringend wichtig, daß ſie nicht mehr hinausge
ſchoben werden konnte, während ſie gelegentlich der Forderun
einer Neuregelung für andere Beamtengruppen zu verſtehen gal
man habe heute andere Sorgen? 3. Hält die Regierung die i
der Neuregelung zum Ausdruck kommende bevorzugte Behandlun
einer kleinen Beamtengruppe für vereinbar mit dem Grundſa
der Gerechtigkeit?
Lokale Beranſtalkungen.
— 59. Jubiläums=Gauturnfeſt in Griesheim
Der Main=Rhein=Gau der Deutſchen Turnerſchaft lädt zu ſeinen
heute beginnenden Jubiläums=Gauturnfeſt, verbunden mit der
12. Gau=Frauenturnen, ein. Man beachte das Feſtprogramm i
Anzeigenteil der heutigen Ausgabe.
Schuls Felſenkeller. Das vorigen Samstag aus
gefallene große Militärkonzert findet heute unter perſönliche
Leitung von Kapellmeiſter Willy Schlupp ſtatt Sonntag.
7 Uhr: Volkstümliches Konzert, Stadtkapelle. (Siehe Anzeige.
Im Herrngarten=Café findet Samstag nachmitta
und abend Konzert ſtatt. (Siehe Anzeige.)
Tageskalender für Samstag, den 27. Juni 1931.
Heſſ. Landestheater Großes Haus. Anfang 19.30 Uk
Ende nach 22 Uhr, C 26: „Die drei Musketiere‟, — Klein
Haus. 20 Uhr, Ende gegen 22 Uhr, Samstagsmiete 1. Vorſtellun
Eröffnungsvorſt. d. Sommerſpielzeit Bruno Harprecht:
Ar=
wie eine Kirchenmaus”, — Konzerte: Zur Oper, Schle
keller, Datterich, Sportpl.=Reſt. am Böllenfalltor, Herrngarte
kaffee Schuls Felſenkeller, Zum Schwalbenneſt. Martini=Bo
— Kinovorſtellungen: Union=, Helia= und Palaſt=Lick
ſpiele. — Kunſtausſtellung Mathildenbohe, geö
net von 10 bis 18 Uhr:
* Aus dem Gerichksſaal.
Aw. Ein junger Autoſchloſſer hatte in einem
Zigarren=
laden in der Eſchollbrücker Straße zu tun, und entdeckte dabei in
einem durch eine Zwiſchenwand getrennten Nebenraum ein Lager
mit Zigarren. Er benutzte die Gelegenheit und nahm ſich ein paar
Kiſten davon mit, die er mit der Zeit ſelber zu verrauchen
ge=
dachte. Da er jedoch arbeitslos wurde, und, wie er ſagt, keine
Unterſtützung erhielt, tauchte in ihm wohl der Gedanke eines ganz
hübſchen Verdienſtes auf, und er brachte ſie einem jungen
Bekann=
ten, einem Händler, der ſie verkaufen ſollte. Er beſuchte dann noch
ein paarmal dieſes Zigarrenlager und verſorgte zwei Bekannte
mit Zigarren, die ſie wiederum an zwei andere zum
Ver=
kauf weitergaben. Dieſe vier beſtreiten heute energiſch,
irgend=
etwas von dem Diebſtahl gewußt zu haben. Er habe immer
er=
zählt, er habe ſie von einem Wormſer, dem dritten Angeklagten,
der ſie von den Franzoſen ganz billig geſteigert habe. Das
Dumme dabei war, daß die Zigarren nicht verſteuert waren, ſo
daß man ihnen bald auf die Schliche kam und ſie nun heute alle
fünf nebeneinander auf der Anklagebank ſitzen und ſich gegenſeitig
beſchuldigen. Das Gericht iſt der Anſicht, daß die vier ſehr gut
Beſcheid wußten, denn auf rechtmäßigem Wege könne man ſelbſt
die ſchlechteſten Zigarren nicht für 2,5 Pfennige verkaufen. Es
verurteilte den erſten Angeklagten wegen zweier
einfacher Diebſtähle, er hatte außerdem aus einem Rock
auf dem Sportplatz 11 Mark geſtohlen, zu insgeſamt zwei
Monaten Gefängnis, außerdem wegen
Steuerhinter=
ziehung zu einer Geldſtrafe von 136 Mark, und, da die Zigarren
nicht mehr erreichbar und beſchlagnahmt werden konnten, zu einer
Werterſatzſtrafe von 162 Mark. Der zweite und dritte
An=
geklagte erhalten wegen Hehlerei eine Geldſtrafe von
70 Mark und wegen Steuerhehlerei außerdem nochmals 4 0 und
48 Mark. Der vierte und fünfte Angeklagte, beide
ſchon ganz erheblich vorbeſtraft erhalten wegen Hehlerei
zwei und einen Monat Gefängnis und wegen
Steuer=
hehlerei außerdem Geldſtrafen von 29 und von 10 Mark.
Es hat ſich dann ein nationalſozialiſtiſcher
Land=
wirt aus Oberlahnſtein wegen Vergehens gegen
das Republikſchutzgeſetz zu verantworten In einer
Rede, die er am 28. November vorigen Jahres in Würzberg i. O.
gehalten hat, ſoll er unter anderem geſagt haben, der heutige
Staat ſei ein Zulukaffernſtaat. Der Angeklagte beſtreitet das.
Er habe lediglich geſagt: die Verhältniſſe ſeien heute ſo, wie ſie
eigentlich nur in einem Zulukaffernſtaat ſein könnten. Er habe
dabei insbeſondere auf die Steuerverhältniſſe angeſpielt. Das
habe aber keinerlei Beziehungen zu dem heutigen Staat. Der
einzige Zeuge weiß heute auch nicht mehr den genauen Wortlaut,
ſo daß dem Angeklagten ſeine Schutzbehauptung nicht zu
wider=
legen iſt und das Gericht ihn mangels Beweiſes freiſprechen
muß.
Man kann dann wieder einmal die Erfahrung machen, daß
Erb= und Mietſtreitigkeiten zu einem Haß ausarten können, der
ſeinesgleichen ſucht. Ein junger Maſchinenhändler aus
Auerbach wohnte dort bei einem Weißbindermeiſter. Mit der
Zeit kam es zu Zwiſtigkeiten, und der Maſchinenhändler zog es
vor, ſich eine andere Wohngelegenheit zu ſuchen. Als er jedoch
ſeine Möbel holen wollte, ſperrte ihm der Weißbinder und
Haus=
beſitzer das Tor da er ihm für ſeine letzte Mietzahlung einen noch
nicht fälligen Wechſel gegeben hatte, und der Hauswirt von
Mit=
bewohnern gehört hatte, der junge Mann wolle nach Frankreich
auswandern. Er erwirkte dann auch einen Arreſt zur weiteren
Beſchlagnahme der Möbel. Mit einer eidesſtattlichen
Verſiche=
rung, daß er nie die Abſicht gehabt habe, nach Frankreich zu gehen.
daß er auch nie eine derartige Aeußerung den Mitbewohnern
ge=
genüber getan habe, bewirkte dann der Maſchinenhändler die
Auf=
hebung des Arreſts. Nach einem halben Jahr zeigte ihn ſein
ein=
ſtiger Hauswirt wegen Abgabe einer falſchen eidesſtattlichen
Ver=
ſicherung an. Der Angeklagte beſteht auch heute noch auf ſeiner
Behauptung. Es kommen als Zeugen die beiden Mitbewohner, die
unter Eid ausſagen, daß er etliche Male von einer Auswanderung
nach Frankreich geſprochen habe. Es kommt die Braut des jungen
Angeklagten, die alles für Dichtung erklärt. Das Gericht kam
jedoch um die beeideten Ausſagen nicht herum. Wenn der
Ange=
klagte vielleicht auch nicht die ernſte Abſicht der Auswanderung
gehabt habe, ſehe das Gericht doch als erwieſen an, daß er dieſe
Bemerkung — vielleicht im Spaß — geſagt habe und verurteilt
ihn zu einer Gefängnisſtrafe von zwei Monaten.
Der Angeklagte fühlt ſich unſchuldig und will Berufung verfolgen.
Straßenberichk.
für die Woche vom 28. Juni bis 4. Juli 1931.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
Offenbach-Bieber—Seligenſtadt (Ortsdurchfahrt Froſchhauſen)
vom 4. 6. bis 4. 7. geſperrt. Umleitung: Tannenmühle, Hainſtadt
a. M. oder Tannenmühle, Weiskirchen.
Mainz—Alzey (Pariſerſtraße zwiſchen Nieder=Olm und
Wörr=
ſtadt) wegen Umbauarbeiten an der Eulenmühle bei Nieder=Olm,
Km. 13.0—14,6. vom 27. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Sörgenloch. Wahlheimer Hof, Hahnheim. Undenheim.
Gau=Algesheim-Bad=Kreuznach (Ortsdurchfahrt Gau=
Alges=
heim) vom 16. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Gauls=
heim. Ockenheim.
Bensheim—Worms (zwiſchen Bürſtadt und Worms) Km.
36,717—39,100, vom 8. bis 29. 6. geſperrt. Umleitung: Bobſtadt,
Hofheim.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Heppenheim—Ebersberg (von Wegſcheide nach Hüttenthal)
vom 11. 5. bis 1. 7. geſperrt. Umleitung: Unter=Oſtern,
Rohr=
bach, Unter=Moſſau.
Neuſtadt i. Odw.—Hainſtadt i. Odw., Km. 38,8—41,0 vom 22.
6. bis 8. 7. geſperrt. Umleitung: Lützelbach, Seckmauern, Wörth
am Main.
Wald=Michelbach—Wegſcheide (Ortsdurchfahrt, Affolterbach)
vom 25. 6. bis 4. 7. geſperrt. Umleitung: Wald=Michelbach,
Rim=
bach, Fürth.
Ober=Hilbersheim—Wörrſtadt vom Abzweig der Straße nach
Jugenheim bis zur Straßenkreuzung Partenheim—Wolfsheim
vom 26. 5. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Jugenheim,
Partenheim.
Heldenbergen—Windecken wegen Brückenbauarbeiten an der
Nidder bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eichen, Oſtheim.
Berſtadt—Friedberg (zwiſchen Dorheim und Friedberg) vom
6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Schwalheim oder
Fauerbach bei Friedberg.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Neuſtadt i. Odw.—Seckmauern zwiſchen dem
Straßenkreu=
unterhalb Lützelbach bis zum Weſtende der Ortsdurchfahrt
Wie=
belsbach vom 8. 1 bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Lützelbach.
Darmſtadt—Roßdorf (Roßdörferſtraße zwiſchen Botaniſchen
Garten und Halteſtelle Glasberg) vom 28. 1. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Beck= und Erbacherſtraße in Darmſtadt.
Kelſterbach—Schwanheim—Frankfurt a. M. (Ortsdurchfahrt
Kelſterbach) vom 23. 3. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung:
Goldſtein. Niederrad, Schwanheim oder rechtsmainiſch über
Flörs=
heim. Höchſt.
Nauheim—Trebur, Km. 18,084—20.741, vom 12. 5. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Hof=Schönau.
Tannenmühle—Groß=Steinheim. Km. 11,278—15,605. vom 3.
6. bis 8. 7 geſperrt. Umleitung: Hainſtadt.
Wildhof-Heuſenſtamm (zwiſchen Wildhof und der Linde), Km.
4.250—5,348, vom 10. 6. bis 1. 7. geſperrt. Umleitung:
Hinter=
mark. Heuſenſtamm.
Bürgel—Rumpenheim a. M., Km. 3,143—4,25 vom 24. 6. bis
31. 7. geſperrt. Umleitung: Offenbach-Mühlheim a. M.
Klein=Linden-Lützellinden (Ortsdurchfahrt Klein=Linden)
vom 29. 12. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Großen=Linden.
Rendel-Niederdorfelden bis zur Abzweigung nach Büdesheim
vom 18. 6. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Groß=Karben,
Heldenbergen oder Vilbel, Gronau, Niederdorfelden.
Lindheim-Düdesheim vom 29. 6. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Stockheim, Büches oder Hainchen, Himbach,
Eckarts=
hauſen. Calbach, Büches.
Büches—Düdelsheim in der Nacht vom 30. 6. auf 1. 7. von
20 bis 7 Uhr geſperrt. Umleitung: Rohrbach
Aus Heſſen.
Jabiläums=Gaukurnfeſt in Grieshein
und 12. Gau=Frauenkurnen.
Der Sonntag iſt der turneriſche Großkampftag der
1000. Er beginnt mit den ſpannenden turneriſchen und
leicht=
athletiſchen Wettkämpfen der Männer, denen ſich die Wettkämpfe
der Frauen anſchließen. Nachmittags bewegt ſich ein mächtiger
Feſtzug durch die geſchmückten Ortsſtraßen. Auf dem Feſtplatze
werden Maſſenfreiübungen der 1000 geboten.
Sondervorführun=
gen, wie Volkstänze, Keulenſchwingen, Rhönrad und ganz
beſon=
ders die Säbel= und Florettkämpfe der Gaufechterſchaft werden
ſicherlich ihren Eindruck auf die Zuſchauer nicht verfehlen. Abends
großes Konzert der Kapelle Matthias Weber. Tanz im Feſtzelt.
Dg. Arheilgen, 26. Juni. Junglandbundfeſt in Arheil,
gen. Das diesjährige Landbundfeſt des Junglandbundes der Provinz
Starkenburg, das die hieſige Ortsgruppe des Junglandbundes
übernom=
men hat, findet am 4. und 5. Juli ſtatt. Verbunden mit dem Feſte iſt
die Austragung der Bundesmeiſterſchaften im Kleinkaliberſchießen des
Südweſtdeutſchen Kleinkaliber=Schützenverbandes. Der Feſtplatz iſt
ebenfalls wie beim Feuerwehrfeſt in der Viehtrift (Platz der
Dreſch=
genoſſenſchaft). Die Vorbereitungen ſind in vollem Gange, und das
Feſt ſieht im einzelnen folgende Veranſtaltungen vor: Samstag,
den 4. Juli: 14 Uhr: Austragung der Bundesmeiſterſchaft im
Klein=
kaliberſchießen des Südweſtdeutſchen Kleinkaliber=Schützenverbandes:
16 Uhr: Abholen der Ortsgruppenvertreter des Starkenburger
Jung=
landbundes; 17 Uhr: Vertreterverſammlung im Gaſthaus „Zur Sonne‟
(Peter Hahn); 20.30 Uhr: Gemeinſamer Abmarſch vom Vereinslokal
(„Sonne”) zum Feſtplatz. Daſelbſt Begrüßungsabend unter Mitwirkung
hieſiger Vereine. Sonntag, den 5. Juli: Vormittags 6 Uhr:
Wecken; 10 Uhr: Feſtgottesdienſt in der Kirche, anſchließend
Gedächtnis=
feier auf dem Friedhof; 13 Uhr: Feſtzug durch die Ortsſtraßen nach dem
Feſtplatz. Daſelbſt Anſprachen, Geſangsvorträge und ſonſtige
Vorfüh=
rungen. Mitwirkung der Reitabteilung Arheilgen. Abends findet auf
dem Feſtplatz Volksfeſt ſtatt. Den Abſchluß der Veranſtaltungen bildet
am Sonntag abend ein großes Brillantfeuerwerk. — Heuernte.
Die Heuernte, die hier in vollem Gange iſt, hatte durch den Regen in
den letzten Tagen eine unliebſame Unterbrechung erfahren. Da nun
wieder beſſeres Wetter vorherrſcht, wird die Ernte in den nächſten
Tagen beendet ſein. Durch die feuchtwarme Witterung während der
Wachstumsperiode iſt der Ertrag ſehr zufriedenſtellend. —
Turn=
verein (D.T.). Der Turnverein Arheilgen beteiligt ſich am
kommen=
den Sonntag am Gauturnfeſt in Griesheim b. D. Das Standquartier
des Vereins befindet ſich bei Joh. Kaut, Hallgartenſtraße. — Auch der
Arbeiter=Turn= und Sportverein verläßt Arheilgen und
nimmt an dem Bezirksturnfeſt in Mörfelden am kommenden Sonntag
teil und hat für die einzelnen Wettkämpfe 60 Wettkämpfer, 7 Stafetten
und 9 Kampfrichter gemeldet. Die Aktiven und Kampfrichter fahren am
Sonntag morgen 6 Uhr per Rad, die Spielleute um 8 Uhr und die
In=
tereſſenten um 11.30 Uhr per Auto, jeweils ab „Löwen”.
Dd. Arheilgen, 2. Juni. Saatenſtandsbericht. Für den
Erhebungsbezirk 003 des Heſſiſchen Landesſtatiſtiſchen Amtes lauten die
Wertungsziffern für Ende Juni: für Winterweizen 2, für
Winter=
roggen 2, für Wintergerſte 2, für Sommergerſte und Hafer 3. Der
vor=
ausſichtliche Ernteertrag auf 1 Hektar wird geſchätzt für Winterweizen
24 Dz., Winterroggen 24 Dz., Wintergerſte 25 Dz., Sommergerſte
22 Dz., Hafer 22 Dz.
J. Griesheim, 26. Juni. Jubiläums=Gauturnfeſt. Fleißige
Hände haben in unermüdlicher Arbeit die Sportplatz=Anlage, auf der
vor einem Jahr noch die Wellblechbaracken ſtanden und die durch die
jahrelange Beſatzung durch franzöſiſches Militär einen wüſten Anblidk
bot, zu einer Muſteranlage geſtaltet, wie eine ſolche im ganzen Main=
Rhein=Gau nicht anzutreffen iſt. Auch die ſehr ſchwierigen Vorarbeiten
lagen in ſehr guten Händen, ſo daß die geſamten Vorarbeiten ohne
jegliche Störung durchgeführt werden konnten. Das Jubiläums=
Gau=
turnfeſt, mit dem zum erſten Male auch das Gau=Frauenturnen
ver=
bunden iſt, verſpricht in ſeinen ganzen Ausmaßen nach dem
vorliegen=
den Programm eines der größten und ſchönſten zu werden, die je im
Main=Rhein=Gau abgehalten wurden. Sind es doch über 1000 Turner
und Turnerinnen, die im friedlichen Wettkampfe um die Siegespalme
ſtreiten. Aus dieſem Anlaß hat die Turnerſchaft Griesheim eine
Feſt=
zeitung herausgegeben. Wie bei dem 50jährigen Jubiläum der
Sänger=
vereinigung „Germania”, werden auch diesmal wieder Ehrenpforten,
friſches Grün und reicher Flaggenſchmuck der Häuſer die Turner und
Turnerinnen herzlich willkommen heißen, und auch die gaſtfreundliche
Einwohnerſchaft wird es ſich nicht nehmen laſſen, den auswärtigen
Feſt=
gäſten den Aufenthalt in unſeren Mauern der Zeit entſprechend ſo
an=
genehm als möglich zu machen.
0. Erzhauſen, 25. Juni. Die Spargelernte iſt ſoweit beendet;
es iſt ein ziemlich reicher Ertrag zu verzeichnen, obwohl die Aberntung
durch das ungünſtige Vorfrühlingswetter etwas ſpät eingeſetzt hat. Die
Spargelzüchter ſind entlohnt für ihre viele Mühe und Arbeit und
kön=
nen manchen Verpflichtungen nachkommen, welche ihnen durch die vielen
Steuern und Abgaben auferlegt ſind. Neuanlagen vor
Spargelgrund=
ſtücken ſind wieder vorgenommen worden, und nächſtes Jahr kommen
viele zum erſten Male zur Aberntung. — Die Heuernte iſt in
vollem Gange. Durch das unbeſtändige Wetter und die Näſſe auf den
Wieſen geht dieſelbe nicht ſo raſch vonſtatten. Der Ertrag iſt gut, doch
die Preiſe für Heu ſind, wie bekannt ſehr niedrig. Der Stand der
Kartoffelfelder iſt ſehr verſchieden. Durch die ſchweren
Regen=
güſſe und die andauernde Feuchtigkeit ſind auf vielen Grundſtücken die
Setzkartoffeln verfault und mußten nachgeſetzt werden. Korn und
Hafer ſtehen in der hieſigen Gemarkung ſehr gut und geben die
Hoff=
nung auf eine gute Ernte. Die Schweinezucht, obwohl dieſelbe
hier rege betrieben wird, geht etwas zurück, was auf die niedrigen
Ver=
kaufspreiſe von Maſtſchweinen und die hohen Einkaufspreiſe von Ferkeln
ſowie die beſſeren Preiſe, die für Kartoffeln gezahlt werden,
zurück=
zuführen iſt.
T. Eberſtadt 26. Juni. Naturpfad. Die Vorarbeiten für die
Einrichtung des Naturpfades ſind dank der emſigen Tätigkeit aller daran
beteiligten Kräfte inzwiſchen ſo weit fortgeſchritten, daß man in der
nächſten Woche die letzten Hände anlegen kann. Die Uebergabe des
Pfades an die Oeffentlichkeit wird trotzdem vor Mitte Juli nicht möglich
ſein. Schon jetzt darf geſagt werden, daß der Verſchönerungs= und
Verkehrsverein mit der Einrichtung des Naturpfades einen einzigartigen
Gedanken in die Tat umſetzt, was höchſte Anerkennung verdient. Es iſt
zweifellos, daß der Pfad bei allen, die ihn kennen lernen, Bewunderung
erwechen wird. — Gewerbeſchau. In einer Sitzung der
Aus=
ſtellungsleitung und der Ausſchüſſe mit den Ausſtellern, die geſtern
abend im Saale „Zum Darmſtädter Hof” (Laun) ſtattfand, wurden
zunächſt die von der Ausſtellungsleitung entworfenen Richtlinien für
die von dem Ortsgewerbeverein und der Handwerkervereinigung in der
Zeit vom 9.—11. Auguſt 1931 hierorts in Ausſicht genommene
Ge=
werbeſchan durchgeſprochen. Bisher ſind etwa 40 Anmeldungen von
Perſonen und Firmen, die ausſtellen wollen, abgegeben worden. Die in
der Eleonorenſchule für die Gewerbeſchau zur Verfügung ſtehenden Aus”
ſtellungsräume werden von den Ausſtellern, die einzeln über den Umfang
des von ihnen benötigten Raumes befragt wurden, voll in Anſpruch ge”
nommen. Es wird daher ſchwer ſein, etwaige Nachzügler nachträglich
noch unterzubringen. Auf Grund der Feſtſtellungen wird nun die
Aus=
ſtellungsleitung eine vorläufige Zureilung der Plätze vornehmen und
darüber einen Plan anfertigen laſſen. Dieſer ſoll nach Fertigſtellung
Gegenſtand einer weiteren Beſprechung bilden. Dabei ſollew dann
gleichzeitig etwaige Wünſche der Ausſteller entgegengenommen werden,
denen man — ſoweit das möglich iſt — Rechnung tragen will. Aus
der Verſammlung heraus wurde beantragt, die Anfertigung der
norwen=
digen Firmenſchilder der Einheitlichkeit wegen in die Hände der
Aus=
ſtellungsleitung zu legen. Der Antrag wurde einſtimmig angenommen.
Im übrigen wurden in der Ausſprache noch eine Reihe anderer Fragen
beſprochen und Zweifelsfragen geklärt, ſo weit dies nach dem Stande
der Vorarbeiten möglich war.
F Eberſtadt, 26. Juni. Aerztlicher Sonntagsdienſt.
Den ärztlichen Sonntagsdienſt verſieht am Sonntag, den 28. JJunn=
Dr. med. Zutz. An ihn wende man ſich, wenn der Hausarzt nicht
er=
reichbar iſt. — Beratungsſtunde. Am Montag, den 23. Jum
1931, nachmittags von 3—4 Uhr, findet in der Gutenbergſchule wieder
eine Beratungsſtunde der Mutter= und Säuglingsfürſorge ſtatt.
Op. Eſchollbrücken, 26. Juni. Pfarrer Dr. Dreſchers
letz=
ter Gang. Am heutigen Freitagnachmittag wurde der langjährige
Ortspfarrer, Dr. Richard Dreſcher, unter großer Beteiligung von nah
und fern zu Grabe getragen. Nach der Einſegnung im Pfarrhaus
wurde der Sarg in der Kirche, in der er über 20 Jahre das Wort Gottes
verkündigt hatte, aufgebahrt. Nach einem Geſang der Schulkinder hielt
Superintendent Oberkirchenrat Dr. Müller=Darmſtadt die
Gedächt=
nisanſprache. Von der Kirche aus ging es nach dem Friedhof, wo die
Beiſetzung ſtattfand. Unter ehrenden Worten wurden eine ganze Reihe
von Kränzen niedergelegt, ſo von den Gemeinden Eſchollbrücken, Hahn,
Lampertheim, dem Dekanat Eberſtadt, uſm.
Kummer 176
Liebeskragödie in Dieburg fordert zwei Opfer.
* Dieburg, 26. Juni.
Geſtern abend ereignete ſich in Dieburg eine Tragödie, die
zwei Menſchenleben vernichtete. Der 32jährige Chemiker Dr. Kreß
erteilte dem Sohn des Bahnhofswirtes Unterricht. Als geſtern
abend nach ½8 Uhr der Oberprimaner Helwig das Zimmer
ver=
laſſen hatte, betrat ſeine 13jährige Schweſter Edith, die
in Dieburg die Realſchule beſuchte, das Zimmer. Im Nebenraum
bügelte die Mutter Wäſche. Ohne daß vorher ſonſtige Worte
zwiſchen dem Mädchen und Dr. Kreß gewechſelt worden wären,
ſagte dieſer: „Verzeih mir, Edith!” und gab zwei Schüſſe aus
einem Revolver ab, die Edith H. in die Bruſt trafen. Heute
Vor=
mittag, iſt die Arme im Krankenhaus Dieburg verſchieden.
Dr. Kreß brachte ſich unmittelbar nach der Tat einen tödlichen
Schuß bei. Die Motive, die Dr. Kreß, der in der Familie der
Ermordeten freundſchaftlich aus= und einging, zu ſeiner
Wahn=
ſinnstat bewogen, ſind noch nicht reſtlos aufgeklärt.
Samstag, den 27. Juni 1931
Seite 7
— Nieder=Ramſtadt, 26. Juni. Am Sonntag, 28. Juni, feiern die
Nieder=Ramſtädter Anſtalten der Inneren Miſſion wieder ihr
Jah=
resfeſt, zu dem ſie ihre Freunde und überhaupt alle, welche an ihrer
Fürſorgearbeit an den Epileptiſchen, Schwachſinnigen und Krüppeln
An=
teil nehmen, herzlichſt einladen. Das Feſt beginnt um 2.15 Uhr mit
einem Gottesdienſt in der Dorfkirche, in dem Pfarrer Glock=Mainz die
Feſtpredigt halten wird. Die weitere Ordnung iſt aus einer
Bekannt=
machung im Anzeigenteil zu erſehen. Beſondere Einladungen ergehen
diesmal aus Sparſamkeitsrückſichten nicht.
G. Ober=Ramſtadt, 26. Juni. Gemeinderatsſitzung. Vor
Eintritt in die Tagesordnung gibt der Bürgermeiſter ein Schreiben des
Gemeinderates Knorr bekannt, worin dieſer ſeine Mandatsniederlegung
infolge Krankheit mitteilt. Sache der Gemeindewahlkommiſſion iſt es
nun, den Nachfolger feſtzuſtellen. — Der Gemeinderat beſchließt
ein=
ſtimmig eine 50prozentige Aufwertung der von den in den Jahren 1920
bis 1923 aufgenommenen Ortsbürgern gezahlten Einkaufsgelder. — Der
vom Forſtamt Ober=Ramſtadt vorgelegte Waldwirtſchaftsplan für 1932
wird bekanntgegeben und vom Gemeinderat gutgeheißen. Nach dieſem
ſind zur Fällung vorgeſehen 3580 Feſtweter Holz. — Nachtſchutzmann
Hofmann hat wegen fortdauernder Arbeitsunfähigkeit ſeine
Ruheſtands=
verſetzung beantragt wovon der Gemeinderat Kenntnis nimmt. —
Wohl=
fahrtsſachen und Stundungsgeſuche werden in anſchließender
nichtöffent=
licher Sitzung beraten. — Säuglingsfürſorge. Am Montag,
den 29. d. M., nachmittags von 2—3 Uhr, findet im Zimmer 18 des
Rathauſes eine Säuglingsberatungsſtunde ſtatt.
C. Ober=Ramſtadt, 26. Juni. Turnverein 1877. Nächſten
Samstag, Sonntag und Montag findet in Griesheim das diesjährige
Gauturnfeſt des Main=Rhein=Gaues ſtatt. Es iſt das 50. Gauturnfeſt,
das der Main=Rhein=Gau begeht. Mit dieſem Jubiläums=Gauturnfeſt
iſt das 12 Gaufrauenturnen verbunden. Es wird daher ein ganz
ge=
waltiges Heer von Turnern, Jugendturnern, Altersturnern und
Tur=
nerinnen ſein, die am Samstag und Sonntag zum Wettkampf antreten.
Auch der hieſige Turnverein 1877 hat eine ganz ſtattliche Zahl gemeldet.
In den verſchiedenen Wettkampfklaſſen der Jugend, der Turnerinnen
und der Turner (Ober=, Mittel= und Unterſtufe) ringen 35 Teilnehmer
des Vereins um den ſchlichten Eichenkranz als Siegerzeichen. Weiter
ſtellt der Verein 10 Turner als Kampfrichter, Riegenführer und
Berech=
ner.
Roßdorf 26. Juni Aus dem Gemeinderat. Zum
Vor=
anſchlag der Gemeinde für Rechnungsjahr 1931 bemerkt das Kreisamt,
daß die für Wohlfahrtszwecke vorgeſehenen Ausgabemittel wohl nicht
ausreichen würden und empfiehlt Einſtellung eines Betrages von 20000
RM. anſtelle von 10 500 RM. Der Gemeinderat beſchließt, daß zur
Deckung dieſer außerordentlich hohen Ausgaben die
Verwaltungskoſten=
zuſchüſſe der Reichsbahn und der Reichspoſt für die Rechnungsjahre
1925—1931 im Betrage von etwa 7000 RM. Verwendung finden ſollen
und außerdem die auf Grund der Notverordnung vom 5. Juni 1931
eintretenden Erſparniſſe bei den Dienſtbezügen der Gemeindebeamten.
— Die Aufhebung des Beſchluſſes über die Krankenverſicherung der
Wohlfahrtserwerbsloſen auf Gemeindekoſten wurde abgelehnt. — Eine
Reihe in den Gemeindehäuſern auszuführender Reparaturen ſoll nach
Beſichtigung durch die Baukommiſſion erledigt werden. — Der im
Orts=
bauplan von Bahnhofſtraße nach der Dieburger Straße vorgeſehene
Durchgangsweg wird aufgehoben. — Der Bürgermeiſter gibt von einem
Gutachten des Landeskirchenamts über die Beſoldung des Glöckners, wie
ſie in früheren Jahren erfolgte, Kenntnis. — Die Arbeiten zur
Neu=
herſtellung einer Einfriedigung am Gemeindehaus Ecke Moltke= und
Wingertſtraße wurden wie folgt zugeſchlagen: Maurerarbeiten zum
Be=
trage von 313 RM. an Heinrich Fleckenſtein, die Schloſſerarbeiten zum
Betrage von 64 RM. an Schloſſermeiſter Heinrich Ewald 4., die
Zim=
merarbeiten ſollen nochmals vergeben werden.
Cg. Reinheim, 26. Juni. Freitod. In der Frühe des geſtrigen
Tages brachte eine Unglücksbotſchaft das ganze Städtchen in Aufregung.
Die Frau des Landwirts Ludwig Seibold, eine Tochter des
Kohlen=
händlers Michel zu Reinheim, war ſeit Mittwoch nachmittag
verſchwun=
den. Geſehen wurde ſie zuletzt nach der Gerſprenz zu gehend, ſo daß
man den ganzen geſtrigen Tag, Schlimmes ahnend, das Flüßchen abſuchte.
zuletzt unter Ablaſſung des Waſſers, doch ohne Erfolg. Hunderte von
Einwohnern beteiligten ſich an der Suche, die Polizei griff mit Hunden
ein, Streifen durch Gemarkung und angrenzende Gebiete brachten
kei=
nen Erfolg. Die durch den Polizeihund aufgegriffene Spur führte
direkt bis ans Waſſer, ohne aber Bruch oder Biegung des Schilfs
er=
kennen zu können, obwohl die Tritte ſehr ähnlich waren. In der Frühe
des heutigen Tages fand man dann ein beträchtliches Stück unterhalb
der Eintrittsſtelle die Leiche, ihr 3jähriges Söhnchen an den rechten
Arm gebunden. Die Beweggründe ſind nicht recht geklärt, eine
Er=
krankung an Kopfgrippe war im letzten Winter vorliegend, doch ohne
merkliche Folgen überſtanden, ſtarke Arbeitsbelaſtung war durch ſie
wohl zu überwinden. Die Frau hinterläßt ein größeres Söhnchen und
den Ehemann. Größte Teilnahme für die ſo ſchwer beimgeſuchten
An=
gehörigen erfüllt das ganze Städtchen.
Ch. Hainſtadt, Kr. Erbach, 26. Juni. Einbruch. In der Nacht
vom 23.—24. Juni wurde in eine hieſige Metzgerei ein Einbruch verübt.
Der Täter öffnete, nachdem er in der Nachbarshofreite eine Leiter
her=
beigeholt und angeſtellt hatte, das Oberlicht des Ladenfenſters, ſo daß
er nachher mit Leichtigkeit das untere Fenſter öffnen konnte und drang
ſo in das Innere des Ladens ein. Hier entfernte er die Klingelleitung
der Ladentüre und erbrach die Ladenkaſſe. Der in dem angrenzenden
Wirtszimmer liegende Hund bemerkte nun das Erbrechen der
Laden=
kaſſe und ſchlug Alarm, ſo daß der nächtliche Spitzbube von ſeinem
Vor=
haben abließ und unerkannt flüchten konnte. Von den im Laden
vor=
handenen Metzgerwaren wurde nichts geſtohlen, ſo daß die Annahme
ge=
rechtfertigt erſcheint, daß es der Dieb nur auf Geld abgeſehen hatte.
Auch hier hätte er aber einen ſchlechten Fiſch gefangen, denn die Kaſſe
war, bis auf einige Wechſelpfennige, leer. Von der zuſtändigen Polizei
wurden Fingerabdrücke gefertigt, ſo daß die Möglichkeit beſteht, den
Täter ausfindig zu machen.
Ba. Unter=Moſſau, 25. Juni. Ihrigturm. Die Aufbauarbeiten
des Ihrigturms auf dem Lärmfeuer ſind beendet. In den letzten fünfzig
Jahren iſt es an dieſer Stelle der dritte Holzturm. Der neue Turm
be=
ſitzt die ſtattliche Höhe von 27 Metern. In 24 Meter Höhe erreicht man
die Plattform mit herrlichem Rundblick, der manchen Wanderer
an=
ziehen wivd. Die offizielle Einweihung durch den Odenwaldklub wurde
jetzt auf den Nachmittag des erſten Juliſonntags feſtgelegt.
Ca. Lorſch, 25. Juni. Das in vorletzter Nacht tobende Unwetter,
verbunden mit ſtarkem Hagelſchlag, richtete im ſüdlichen Teile der
hie=
ſigen Gemarkung ſchweren Schaden an. Die dort beſtellten Tabak= und
Rübenfelder habea ſchwer gelitten und ſind ſtrichweiſe total verſchlagen.
Vom Getreide iſt beſonders Gerſte ſtark in Mitleidenſchaft gezogen,
in=
dem die Aehren haufenweiſe abgeſchlagen wurden.
— Gernsheim, 26. Juni. Waſſerſtand des Rheins am
25. Juni: 1,89 Meter; am 26. Juni: 2.03 Meter.
— Hirſchhorn, 2. Juni. Waſſerſtand des Neckars am
25. Juni: 1,64 Meter; am 26. Juni: 3,65 Meter.
Pferderennen in Erbach i. 9dw.
Sonntag, den 26. Juli.
Anläßlich des Eulbacher Marktes finden in dieſem Jahre wieder
einige Pferderennen ſtatt. Der Odenwälder Reiterverein e. V. hat für
ſeinen diesjährigen Renntag drei Vollblutrennen der Klaſſe B, zwei
Halbblutrennen und ein Amazonen=Rennen ausgeſchrieben, die
insge=
ſamt an Geldpreiſen 2100 Mk. aufzuweiſen haben. Die Hauptnummer
des Tages bildet wieder der Preis der Stadt Erbach, der außer den von
der Stadt Erbach geſtifteten Ehrenpreis noch 550 Mk. vorſieht. Dieſes
3500 Meter=Jagdrennen iſt den Pferden aller Länder vorbehalten,
wäh=
rend im Heſſenpreis=Flachrennen und im Eulbacher Markt=Hürdenrennen
nur inländiſche Pferde ſtartberechtigt ſind. Das Graf Eberhard=
Erinne=
rungs=Jagdrennen, als Herrenreiten ausgeſchrieben, und das Odenwald=
Flachrennen ſind offen für Halblutpferde, die in Liſte A des
Reichsver=
bandes eingetragen ſind. Das Amazonen=Rennen wurde als
nicht=
öffentlich ausgeſchrieben und wird hoffenlich auch in dieſem Jahre ſeine
Anziehungskraft nicht verfehlen. Nennungsſchluß für alle Rennen iſt
am 21. Juli.
Au. Mörfelden, 25. Juni. Wegelagerer feſtgenommen.
Einen nächtlichen Autoüberfall beabſichtigten drei junge Leute von hier.
Einer von ihnen hatte einen Baum beſtiegen, während die beiden
ande=
ren im Straßengraben lauerten. Als ein Auto aus Frankfurt
daher=
kam, riefen ſie es an, um es zum Halten zu veranlaſſen. Das Auto fuhr
jedoch weiter, da dem Führer die Sache verdächtig erſchien. Bald
dar=
auf traf der Fahrer zwei Gendarmen, die mit dem Auto den Weg
zu=
rückkehrten. Als die Wegelagerer das Auto abermals anriefen, hielt es,
und die beiden Gendarmen konnten nach einiger Jagd durchs Feld die
Flüchtenden feſtnehmen.
Au, Groß=Gerau, 25. Juni. Jagdunfall. Glaſermeiſter Johs.
Jenicke von hier wurde in den „Neuen Wieſe” mit einer
Schußver=
letzung an der Bauchſeite aufgefunden. Jenicke, der bei der Ausübung
der Jagd zu Fall gekommen war, wobei ſich ein Schuß entlud, hatte die
ganze Nacht hindurch hilflos gelegen. Ein Heumäher, der ihn auffand,
veranlaßte ſeine Ueberführung in das Städtiſche Krankenhaus hier.
Rheinheſſen.
Mainz, 26. Juni. 8 Jahre Zuchthaus im Prozeß
Ca=
zaré. Das Schwurgericht der Provinz Rheinheſſen verhandelte in
zwei=
tägiger Sitzung unter dem Vorſitz von Landgerichtsrat Mann gegen
den 21jährigen Dachdecker Cazaré, der am 13. Januar ds. Js ſeiner
Geliebten, der Arbeiterin Anna Claudé, mit einem Raſiermeſſer den
Hals durchgeſchnitten hat. Die Anklage auf Mord ließ ſich nach dem
Er=
gebnis der Zeugenvernehmung nicht mehr aufrechterhalten. Der
Staatsanwalt beantragte wegen Totſchlags 12 Jahre
Zucht=
haus, doch erkannte das Gericht nur auf eine Zuchthausſtrafe von
8 Jahren, weil der Angeklagte in einem gewiſſen Affekt gehandelt habe.
Gau=Odernheim, 26. Juni. Kind verbrannt In der Scheune
eines Eiſenbahnbeamten brach um die Mittagszeit Feuer aus. Die
bald herbeigeeilte Feuerwehr konnte das Feuer auf ſeinen Herd
be=
ſchränken. Plötzlich vermißte man ein Kind des Eiſenbahners. Als das
Feuer niedergekämpft war, fanden es die Angehörigen mit
Brandwun=
den bedeckt als Leiche in unmittelbarer Nähe der Scheune,
Oberheſſen.
Bg. Vilbel, 26. Juni. Einen ſchnellen Tod erlitt hier unerwartet
ein zwölfjähriges Schulkind. Noch eine Stunde vorher hatte es ſich
munter an einer morgendlichen Jugendwanderung ſeiner Klaſſe beteiligt
und kehrte auch ohne Beſchwerden zurück. Bald darauf klagte es über
Uebelkeit, übergab ſich und war eine Viertelſtunde ſpäter ſchon tot.
Ver=
mutlich iſt irgendein Schlag die Urſache des jähen Todes.
Nachrichken des Skandesamts Darmſtadt.
Sterbefälle. Am 19. Juni: Richard Lich, 3 T., Im tiefen See 36;
Kaufmann Jakob Adam Kroth, 57 J., Tannenſtraße 42. Am 20.
Funi: Rangiermeiſter i. R. Peter Ludwig, Jakobiſtraße 25. Am 21.:
Lackierer Johann Georg Ludwig Rühl, 73 J., Tannenſtraße 30.
Am 20.: Helene Wülfing. geb. Jungblut, 87 J., Witwe des
Lazarett=
inſpektors, Heidelberger Straße 84; Katharina Theodora Johanna
Arpas geb=Palmy, Witwe des Lehrers, 74 J., Worms a. Rh., Sebaſt.
Münſterſtaße 25. Am 21.: Marg. Schäfer geb. Gaber, 80 J., Ehefrau
des Händlers, Gutenbergſtr. 43: Elſa Erna Anna Gutenſtein geb.
Andreas, Ehefran des Stadtſekretärs, Schwanenſtr. 24. Am 22. Juni:
Wilhelmine Pfeiffer geb. Baur, 83 J., Witwe des Oberamtmanns
i. R., Dr., Moosbergſtr. 37. Am 23.: Former Heinrich Kraft, 64 J.,
Fuchsſtr. 1: Pfarrer Richard Dreſcher, Eſchollbrücken, hier Grafenſtr. 9.
Am 24.: Betriebsdirektor a. D. Oskar Freudel Frankfurterſtr. 66.
Am 22.: Privatin Thereſe Zimmermann, ledig, 59 J., Roßdörfer
Straße 44; Hildegard Grutzmacher geb. Thomas, 34 J., Ehefrau
des Bankbeamten, Heidelberger Str. 39. Am 24. Juni: Eva Eliſabeth
Schimpf geb. Wolff, 64 J., Ehefrau des Förſters i. R. Beſſunger
Straße 117: Margar. Bechthold geb. Dietz, 46 J., Ehefrau des
Metzgermeiſters, Roßdörfer Str. 11. Katharina Roeder geb. Martin,
69 J., Witwe des Gerichtsvollziehers, Soderſtr. 15; Carl Auguſt Ludwig
Friedrich Strecker, Fabrikdirektor a. D., 86 J., Roßdörfer Straße 58.
Am 2. Juni: Katharina Schuchmann, 2 J., Pfungſtadt,
Kirch=
ſtraße, hier, Grafenſtraße 9: „Thereſia Martin, geb. Herber, 54 J.,
Witwe des Pförtners, Kiesbergſtraße 6a.
Kirchliche Nachrichken.
Evangeliſche Gemeinden.
Samstag, 27. Juni.
Stadtkirche. Abends 8.30 Uhr: Andacht.
Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Chriſtenlehre des Nordbezirks im
Bemeindehaus. Pfarrer Marx.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Abends
15 Uhr: Chriſtenlehre. Pfarraſſiſtent Becker.
4. Sonntag nach Trimitatis, 28. Jumt.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß.
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—7 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet. Eingang Nordtüre.
Stadtkapelle. Vorm 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß.
Form. 9 Uhr: Chriſtenlehre für die Kaplaneigemeinde. Pfarrer Seß.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Kleberger.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte:
Vorm. 9.30 Uhr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei. — Vorm.
0 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil. Abendmahls. Pfarrer
zautenſchläger. — Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfr. Müller.
Feierabend (Stiftſtraße 51). Mittwoch, 1. Juli, abends 8.15 Uhr:
Bibelſtunde. Pfarrer Köhler.
Walderholungsſtätte am Befſunger Forſthaus. Sonntag, vormittags
11 Uhr: Kindergottesdienſt. Diakon Gull.
Konfirmandenſaal im Schloß. Dienstag, 30. Juni, abends 8 Uhr=
Mädchenvereinigung der Schloßgemeinde. — Mittwoch, 1., und
Sams=
ag, 4. Juli, nachm. 2—4 Uhr: Handarbeitsſchule der Stadtgemeinde. —
Donnerstag, 2. Juli, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadt=
gemeinde, Poſaunenchor.
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17). Sonntag, vorm. 9 Uhr:
Chriſten=
ehre für die Reformationsgemeinde=Oſt. Pfarrer Lautenſchläger. —
Jugendvereinigung der Stadtgemeinde: Teilnahme am Jugendfeſt der
ugendgemeinſchaft; vorm. 8 Uhr: Gemeinſamer Abmarſch hinter dem
Oſtbahnhof (Erbacher Straße). — Montag, 29. Juni, abends 8 Uhr:
0jähriges Stiftungsfeſt der Mädchenvereinigung der
Reformations=
gemeinde (Familienabend). — Jugendbund der Lukasgemeinde. —
dienstag, 30. Juni, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung der
Stadtge=
meinde (ältere Abteilung). — Mädchenvereinigng der
Reformations=
gemeinde (jüngere Abtlg.). — Mittwoch, 1. Juli, nachm 4 Uhr:
Jung=
char der Stadtgemeinde. — Abends 8 Uhr: Jugendbund der
Markus=
gemeinde. — Mädchenvereinigung der Reformationsgemeinde (ältere
Abtlg.). — Freitag, 3. Juli, abends 8 Uhr: Jugendbund der
Kaplanei=
jemeinde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Bis 30. Juni: Pfarrer Köhler;
vom 1. Juli ab: Pfarrer Marx.
Evang. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Vorder=
aus, 1 Treppe. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr und
nach=
mittags (außer Samstags) von 5—6 Uhr. Fernſprecher 4584.
Martinskirche. Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt, anſchließend
Chri=
fenlehre für beide Abteilungen der Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer
Köhler. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Landeskirchenrat D.
Waitz. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde
Weſt. Pfarrer Dr. Bergér.
Martinsgemeinde. (Kirchliche Veranſtaltungen.) Dienstag, 30. 6.,
abends 8 Uhr, im Gemeindehaus: Jugendvereinigung. — Donnerstag,
2. Juli, abends 8 Uhr, im Martinsſtift: Mädchenpereinigung (Oſt);
im Gemeindehaus: Mädchenvereinigung (Weſt); Mauerſtraße 5:
Po=
ſaunenchor. — Freitag, 3. Juli, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus:
Jugendvereinigung (ältere Abtlg.)
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx.
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Die Johanneskirche iſt wochentags von 7 bis 7 Uhr zu ſtiller
An=
dacht geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm 10
Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker. — Vorm. 11.15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent Becker.
Veranſtaltungen: Donnerstag, 2. Juli: Mütterabend.
Befſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 8.30 Uhr: Chriſtenlehre
(Weſtbezirk) Pfarrer Irle. — Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfr.
Irle. — Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfr. Irle.
Veranſtaltungen: Sonntag, abends 8.15 Uhr:
Jugendver=
einigung. — Montag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor (Neue Trainkaſerne).
Abends 8.15 Uhr: Mädchenvereinigung. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr:
Sitzung der Frauenhilfe. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor
(Neue Trainkaſerne). Abends 8,15 Uhr: Mädchenvereinigung. —
Frei=
tag, 3. Juli, abends 8 Uhr: Mädchenchor. — Samstag, 4. Juli, abends
7.30 Uhr: Singekreis.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Müller.
Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Müller.
Veranſtaltungen: Sonntag: Jugendvereine: Teilnahme am
Sommerfeſt der Jugendgemeinſchaft. — Montag, abends 8 Uhr:
Ju=
gendbund. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Jugendvereinigung.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck.
Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. — Evangel, Sonntagsverein:
Nachm. 4 bis 7 Uhr: Vereinsſtunden. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Betſtunde.
Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24). Sonntag, vorm. 9 Uyr:
Gebets=
ſtunde. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3.30 Uhr:
Bibel=
ſtunde. Herr Bringmann. — Montag, nachm. 4 Uhr:
Miſſionsarbeits=
ſtunde. Abends 8.30 Uhr: Männerbibelſtunde — Dienstag, nachmittags
4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends 8.30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde.
Herr Bringmann. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gemiſchter Chor. —
Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann. —
Frei=
tag, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde in der Kinderſchule (Beſſungerſtraße
Nr. 80). — Samstag, abends 6 Uhr: Eiſenbahner=Vereinigung. Abends
8.15 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, 28. Juni,
nach=
mittags 2.30 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. Nachm. 4.45
Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen. Abends 8.30 Uhr:
Spiel=
abend und Gebetsſtunde für junge Mädchen. Abends 8.30 Uhr:
Spiel=
abend für junge Männer. — Dienstag, abends 8.30 Uhr:
Freundes=
kreis für junge Mädchen: Lebensbild: „Gräfin Walderſee‟ —
Mitt=
woch, abends 8.30 Uhr: Freundeskreis für junge Männer: Spielabend
im Freien. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge
Männer.
Heimabende fü= ortsfremde junge Mädchen im
Freundinnen=
heim, Sandſtraße 24. Jeden Donnerstag, abends 8.15—10 Uhr:
Zu=
ſammenkunft (Näharbeiten können mitgebracht werden.) — Jeden erſten
und dritten Mittwoch im Monat, abends 8.30—10 Uhr: Nähen und
Zu=
ſchneiden.
Chriſtlicher Verein junger Männer e. V. (Alexanderſtraße 22,
Infanterie=Kaſerne, Hof links). Sonntag: Sommerfeſt der Evangel.
Jugendgemeinſchaft. — Dienstag, abends 8.30 Uhr: Jungvolk=
Bibel=
ſtunde. — Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Bibelſtunde der Hauptabteilung.
— Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Heimabend. — Freitag: Auf dem
Sportplatz. — Mittwoch, nachm. 4.30 Uhr: Jungſcharſtunde.
B.=K. im Bunde deutſcher Bibelkreiſe Darmſtadt,
Alexander=
ſtraße 22. Samstag, 27. Juni, nachm. 4.30—5.30 Uhr: Spielen und
Singen. Pflichtverſammlung; anſchließend Andacht. — Sonntag:
Teil=
nahme am Jugendgottesdienſt. — Mittwoch, nachm. 4 Uhr: Spielen am
Tierbrunnen. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Heimabend für Aeltere.
Deutſcher Bund der Mädchen=Bibelkreiſe, Stiftſtr. 9, part.
Don=
nerstag, 25. Juli, abends 8 Uhr: 2. Kreis. — Freitag, 26. Juni, abends
5.30—6.30 Uhr: „Heller Schein” (Schülerinnen). — Samstag, 27. Juni,
nachm. 3—4 Uhr: „Kleine Lichter” — Dienstag, 30 Juni, abends um
8 Uhr: Arbeitsbeſprechung (ältere Gruppe). — Mittwoch, 1. Juli, 5—6
Uhr: „Heller Schein” (Schülerinnen). — Donnerstag, 2. Juli, abends
8 Uhr: Zweiter Kreis.
Chriſtliche Verſammlung, Zimmerſtraße 4. Sonntag, den 28 Juni,
vorm. 11.15 Uhr: Sonntagsſchule. Nachmittags 4.30 Uhr:
Verkündi=
gung des Wortes Gottes. — Mittwoch, den 1. Juli, abends 8.15 Uhr:
Gebetsſtunde. — Freitag, den 3. Juli, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Möttlinger Freundeskreis. Montag, abends 8.30 Uhr, im „
Feier=
abend” (Stiftſtraße 51): Bbileſtunde.
Die Chriſtengemeinſchaft. 27.—28. Juni: Johannisfeier am
Meli=
bokus. (Abfahrt Darmſtadt=Hbf. Samstag, 20.24 Uhr, nach Hähnlein.)
Sonntag, früh 4.15 Uhr: Menſchenweihehandlung (am Melibokus).
10 Uhr: Menſchenweihehandlung (in der Städtiſchen Akademie für
Ton=
kunſt).
Sonſtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt I. Hindenburgſtraße (ehemal.
Kaſino). Sonntag, 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, abends
8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Darmſtadt II. Bismarckſtraße 54.
Sonn=
tag, vorm. 9.30 Uhr, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, abends 8.30 Uhr:
Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſchervereinigung, Ortsgruppe
Darm=
ſtadt, Städtiſcher Saalbau, großes Muſikzimmer: Jeden Mittwoch,
abends 8 Uhr: Vortrag. Sonntag, vormittags 10 Uhr:
Kinder=
verſammlung im Fürſtenſaal (Grafenſtraße 20).
Evangel, Gemeinſchaft, Schulſtraße 9. Sonntag vorm. 10 Uhr:
Predigt (Schanz); 11 Uhr: Sonntagsſchule; 8 Uhr: Predigt. —
Diens=
tag, abends 8.15 Uhr: Singſtunde des Gem. Chores. — Mittwoch,
abends 8.15 Uhr: Jugendverein. — Donnerstag, abends 8.30 Uhr:
Bibel= und Gebetſtunde.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt (Mollerſtraße 40). Sonntag,
vorm. 9.30 Uhr: Andacht (Prediger Kruſt). 11.15 Uhr: Sonntagsſchule.
Nachm. 3.30 Uhr: Jugendbundſtunde. Abends 8,15 Uhr:
Evangeliums=
verkündigung. — Mittwoch, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde,
Chriſtlich=wifſenſchaftliche Vereinigung (Chriſtian Science (Society)
in Darmſtadt, Aula der Landesbauſchule, Neckarſtraße 3. Jeden
Sonn=
tag, vorm. 10 Uhr, und jeden erſten und dritten Mittwoch im Monat,
abends 8.15 Uhr. Thema am 28. Juni: „Die Chriſtliche Wiſſenſchaft”;
Predigt: Matth. 5, 6.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtraße 17.
Sonntag, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Um 11 Uhr: Sonntagsſchule,
Nachm. um 4 Uhr: Predigt; abends 8.15 Uhr: Jugendſtunde. —
Mitt=
woch, abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag, 8.30 Uhr:
Gebetsver=
ſammlung.
Methodiſten=Gemeinde (Evangel. Freikirche), Wendelſtadtſtr. 3.
Sonntag, vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigt.
Prediger E. Bültge. — Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibel= und
Gebet=
ſtunde. Prediger E. Bültge. — Freitag, abends 8 Uhr: Frauen=
Miſ=
ſionsverein.
Advent=Gemeinde. Waldſtraße 18. Samstag, 27. Juni, 8.30 Uhr:
L.=Verſ.; Abendmahl. — Mittwoch, 2.30 Uhr: Religions= und
Erſatz=
unterricht; abends 8.15 Uhr: allgemeine Bibelſtunde, mit Ausſprache.
— Donnerstag: Näh= und Baſtelabend. — Freitag, 8.15 Uhr:
Oeffent=
licher Familienabend mit freier Ausſprache. — Samstag, 4. Juli, 8.30
Uhr: L.=Verſ., Sabbatſchule und Predigt.
Auswärtige Gemeinden.
Evangel. Gemeinde Traiſa. Sonntag, 8.45 Uhr: Chriſtenlehre.
9.30 Uhr: Gottesdienſt. 10.30 Uhr: Kindergottesdienſt der Großen. —
Dienstag: Mädchengruppe. — Mittwoch: Jungengruppe. —
Donners=
tag: Frauenabend.
Evangel Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, vorm. 9.30 Uhr:
Hauptgottesdienſt. 10.30 Uhr: Chriſtenlehre. Nachm. 2.15 Uhr:
Feſt=
gottesdienſt anläßlich des Jahresfeſtes der Nieder=Ramſtädter Anſtalten.
— Dienstag: Jugendvereinigung. — Mittwoch: Kirchenchor. —
Frei=
tag: Jungmädchenvereinigung.
Evangeliſche Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 9.30 Uhr:
Gotteß=
dienſt. 10.30 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag: Jugendverein —
Dienstag: Bibelſtunde. — Mittwoch: Kirchenchor. — Donnerstag:
Müt=
terabend. Poſaunenchor im Schulſaal. — Freitag: Mädchenverein. —
Samstag: Jugendverein.
Evangel. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, vormittags 9.30 Uhr:
Goi=
tesdienſt. Pfarrer Schweickerdt=Darmſtadt., — Freitag:
Jungmädchen=
verein.
Auswärtige Gemeinſchaften.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Arheilgen, Alte Darmſtädter Straße 14.
Sonntag, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, abends 8.30 Uhr:
Gottes=
dienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Griesheim Groß=Gerauerſtr. 3.
Sonn=
tag, nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Eberſtadt, Weingartenſtr. 35. Sonntag,
vorm. 9.30 Uhr und Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Nieder=Ramſtadt, Bahnhofſtr. 25.
Sonn=
tag, vorm. 9.30 Uhr, und Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Ober=Ramſtadt, Bahnhofſtr 22.
Sonn=
tag, nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Rüfſelsheim, Mainzerſtraße 84. Sonntag,
nachm. 4 Uhr, und Donnerstag, abends 8 Uhr: Gottesdienſt.
Neuapoſtoliſche Gemeinde Roßdorf. Dieburgerſtr. 22. Sonntag,
nachm. 4 Uhr, und Mittwoch, abends 8.30 Uhr: Gottesdienſt.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Rein=
heim i. Odw., Kirchſtraße 93: Jeden Samstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Bicken=
bach, Darmſtädter Straße 28: Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr:
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Internationale Bibelforſcher=Vereinigung, Ortsgruppe
Auer=
bach, Darmſtädter Straße 69. Jeden Donnerstag, abends 8 Uhr=
Bibelſtudium mit Diskuſſion.
Seite 8
Samstag, den 27. Juni 1931
Nummer 176
Der Verein deutſcher Ingenieure feiert ſein 75jähriges Beſtehen.
Der Gürzenich in Köln,
in dem der V. d. J. ſeine 70. Hauptverſammlung anläßlich des 75jährigen Beſtehens abhält. Unten
links: Prof. Franz Grashof, der erſte Direktor des V. d. J. (1856—1890) oben rechts: Dr. Ing. h. c.
des Vereins feſtlich begangen wird.
Zeulſche Laumassütbeit far das Ausand.
Parade von 29 neuen Feuerwehrautos in Liſſabon,
die die portugieſiſche Regierung bei einer deutſchen Firma in Auftrag gab und die alle techniſchen
Errungenſchaften der Neuzeit aufweiſen.
ſter
eines 9:.
ſeinem
eut
Kanitz
Heic anv Ausland.
Großfeuer in der Rhön.
Würzburg. Am Donnerstag nachmittag
wurde das Dorf Oberelsbach in der Rhön das
Opfer eines Brandunglücks. Das Feuer brach in
der Scheune des Landwirts Pörtner aus.
Un=
glücklicherweiſe ging ein ſtarker Wind, der das
brennende Heu weithin verwehte, ſo daß in ganz
kurzer Zeit 10 Scheunen und viele Nebengebäude
ſowie ein Wohnhaus in Flammen ſtanden. Nur
mit großer Mühe konnte das Vieh aus den
Stäl=
len gerettet werden. Nachmittags um 4.30 Uhr
war die Gefahr gebannt. Die Mitte des Dorfes
bildet nur noch einen rauchenden
Trümmer=
haufen. Das Anweſen des Pörtner war
über=
ſchuldet und ſollte in den nächſten Tagen
zwangs=
verſteigert werden. Deshalb richtete ſich gleich
nach dem Unglück der Verdacht der Brandſtiftung
gegen die Familie und verdichtete ſich ſo ſtark,
daß man die Tochter verhaftete und in das
Ge=
fängnis nach Neuſtadt=Saale brachte. Der Sohn
entzog ſich der Verhaftung durch die Flucht. Im
Dorfe herrſcht größte Erregung. Der Schaden
dürfte nahezu 100 000 RM. betragen.
Ein Waſſerhäuscheneinbrecher durch 18 Schrot=
Kugeln verletzt.
Frankfurt a. M. Der Schuhmacher Fritz
Rebhahn kam vorgeſtern nachmittag von
Darm=
ſtadt hierher. Da er mittellos war, ging er
wäh=
rend der Nacht fſort, um irgendwo einen
Ein=
bruch zu verüben. Als Spezialiſt für Einbrüche
in Waſſerhäuschen erinnerte er ſich an ein
Waſ=
ſerhäuschen in der Mörfelder Landſtraße, wo er
bereits im Jahre 1929 einen Einbruch verübt
hatte. Seinerzeit entwendete er mit zwei
Kom=
plizen dort für 350 RM. Waren. Dieſe Straftar
brachte ihm 8 Monate Gefängnis ein, von denen
ihm drei Monate mit Bewährung erlaſſen
wur=
den. Da er das Waſſerhäuschen nicht von der
Straßenſeite öffnen konnte, ſtieg er in der Nacht
zu geſtern über einen Zaun. Als er die Erde
gerade wieder betreten hatte, krachte ein
Selbſt=
ſchuß, der ihn traf. Mit 15 Schrotkugeln im
rechten und 3 im linken Bein kletterte R. ſo
ſchnell es ſeine Verletzungen zuließen, wieder
zurück auf die Straße. Das Laufen fiel ihm aber
ſehr ſchwer. Er machte daher am Güterbahnhof
in Sachſenhauſen zunächſt Halt, um ſich
auszu=
ruhen. Vor Müdigkeit ſchlief er aber ein. Bei
einer Kontrolle von Beamten der Bahnpolizei
wurde er geſtern morgen gegen 3 Uhr ſchlafend
angetroffen. Die Beamten führten ihn, ohne
daß ſie wußten, was R. begangen hatte, dem
Polizeirevier zu. Bei ſeiner Vernehmung im
Präſidium mußte er ſich dazu bequemen, ſeinen
Einbruchsverſuch in das Waſſerhäuschen
zuzu=
geben.
Auf ſchreckliche Art zu Tode gekommen.
Wiſſen (Sieg). Auf der Alfredhütte war
ein 31jähriger Arbeiter an einer halbſteinigen
Eiſenfachwand mit dem Brechen eines
Fenſter=
loches beſchäftigt. Als er ein kleines Loch
ge=
brochen hatte, ſteckte er den Kopf hindurch und
beſah ſich die Wandfläche. In dieſem Augenblick
rutſche das Mauerwerk nach und quetſchte dem
Arbeiter den Kopf feſt. Man ſchaffte ihn ſofort
ins Freie und ſorgte für ſeine Ueberführung
ins Krankenhaus, wo er bald darauf verſchied.
Gräber aus der La=Téne=Zeit gefunden.
Braubach. Hier wurden beim Neubau
eines Hauſes in der Uferſtraße mehrere
Stein=
kiſtenſtehgräber aus der La=Tene=Zeit freigelegt.
Leider wurden trotz ſorgfältigſter Grabung
mehrere Gräber während der Unterſuchung durch
nachſtürzende Erdmaſſen zerſtört, doch konnte ein
genauer Lageplan hergeſtellt werden. Gefunden
wurden weiter noch eine Anzahl Bronzeringe
und Scherben von Urnen.
Neue Drei=Mark=Skücke zum 100. Todeskag des Freiherrn vom Skein.
Die Preußiſche Münze hat anläßlich des 100. Todestages des großen Reformators Freiherr vom
Stein (geſtorben 29. Juni 1831) neue Drei=Mark=Stücke mit dem Reliefbildnis des Staatsmannes
ausgegeben.
Ein Opfer der Korallenriffe.
Deutſche Kriegsſchiffe in Oſt= und Nordſeebädern.
Berlin. Das Reichswehrminiſterium teilt
mit: Im Laufe des Sommers werden bei der
Durchführung von Einzelübungen und während
des Flottentorpedoſchießens die Linienſchiffe,
Kreuzer, Torpedoboote und Minenſuchboote der
Reichsmarine an einigen Samstagen und
Sonn=
tagen Cuxhaven und verſchiedene andere Häfen
und Bäder der deutſchen Oſt= und Nordſeeküſte
anlaufen. Die Schiffe werden an dieſen Tagen
zur Beſichtigung freigegeben, um weiteren
Be=
völkerungskreiſen Gelegenheit zu geben, während
eines Aufenthalts an der See etwas von der
Flotte zu ſehen.
Untergang des amerikaniſchen Dampfers „Harvard”,
der im Stillen Ozean auf Grund lief und durch die ſchwere Brandung an den Korallenriffen
zerſchlagen wurde.
Schneefall auf der Schneekoppe.
Breslau. Das Obſervatorium Krietern
meldet einen Kaltwettereinbruch. Auf dem
Kamm des Rieſengebirges herrſcht eine
Tempe=
ratur von 0 Grad. Auf der Schneekoppe hat es
geſtern mittag geſchneit.
Schweres Autobusunglück.
Innsbruck. Bei St. Chriſtoph, am
Arl=
berg, ereignete ſich ein ſchweres Autobusunglück.
Der auf der Heimfahrt von Maria=Einſiedel in
der Schweiz befindliche, mit 13 Perſonen beſetzte
Autobus des Unternehmers Wiesholler aus
En=
dorf bei Roſenheim (Oberbayern) erlitt einen
Achſenbruch. Dadurch verlor der
Kraftwagen=
führer die Gewalt über die Steuerung, und der
Autobus ſtürzte eine Böſchung von über 25
Me=
ter hinunter. Dabei brach der Wagen in zwei
Teile. Die Inſaſſen wurden herausgeſchleudert
und acht von ihnen verletzt. Die Trümmer des
Wagens ſtürzten noch 200 Meter tiefer in eine
Schlucht und blieben dort liegen. Von den acht
Verunglückten trugen drei ſchwere Verletzungen
davon.
Orkan über Ungarn.
Zwei Perſonenzüge umgeworfen.
Budapeſt. Wie aus Szegedin berichtet
wird, ſind infolge eines orkanartigen Sturmes,
der vorgeſtern in der Stadt und in der weiteren
Umgebung herrſchte, in der Station Kunhalom
zwei Perſonenzüge vom Sturm erfaßt und über
die Böſchung geſchleudert worden. In die
Loko=
motive des einen Zuges ſchlug der Blitz ein.
Fünf Fahrgäſte wurden ſchwer, zehn leichter
ver=
letzt. Auch in der Gegend von Oedenburg,
Stein=
amanger und Miskolcz gab es verheerende
Stürme und Hagelſchläge.
Die „Jungfrau von Orléans” vom Wahnſinn
befallen.
Paris. Ein bedauerlicher Zwiſchenfall
er=
eignete ſich anläßlich der 500=Jahrfeier der
Jung=
frau von Orléans in Verſailles. Der dortige
Feſtausſchuß hatte beſchloſſen, den Leidensweg
der Jeanne d’Arc bis zu ihrer Verbrennung
aufzuführen und die Verkörperung der Heiligen
einem jungen Mädchen zugedacht, das ſich ſchon
Wochen vorher durch eifriges Studium in dieſe
Rolle einlebte. Nach Ausſagen von Beſuchern
ſoll ihr Spiel in der Tat ergreifend geweſen ſein.
Als man ſie ſchließlich zum Scheiterhaufen führte
und das bengaliſche Licht aufflammte, brach das
Mädchen mit einem Aufſchrei zuſammen und
blieb regungslos liegen. Noch immer glaubten
die Zuſchauer, der Fortſetzung der Aufführung
beizuwohnen und klatſchten laut Beifall. Als ſich
dann aber die Darſtellerin noch nicht erhob,
be=
gann man zu zweifeln und zum Scheiterhaufen
zu eilen. Beſtürzt ſtellte man feſt, daß das
Mädchen in tiefſter Ohnmacht lag. In ein
Kran=
kenhaus überführt, machten die Aerzte die
Feſt=
ſtellung, daß es irrſinnig geworden war. In
un=
zuſammenhängenden Geſten ſchrie es immer
wie=
der laut um Hilfe und fühlte ſich von
fackeltra=
genden Männern verfolgt. Die Aufregung um
den tragiſchen Ausgang des Feſtes iſt allgemein
in der ganzen Stadt. Die Aerzte hoffen jedoch,
nach langwieriger und aufmerkſamer
Behand=
lung die Kranke wiederherſtellen zu können.
Schlacht zwiſchen Zigeunern.
Madrid. In Viktoria (Spanien) kam es
vorgeſtern wegen zweier Mauleſel zu einer
regel=
rechten Schlacht zwiſchen zwei großen
Zigeuner=
familien. Vier Tote und 16 Verletzte, darunter
ein Schwerverletzter, blieben auf dem Platze.
Der Schienen=Zeppelin
nach Düſſeldorf unkerwegs.
Berlin. Der Schienenzeppelin iſt am
Fret=
tag vormittag 4.25 Uhr vom Bahnhof Stadion=
Grunewald über Charlottenburg und Witzleben
nach dem Betriebsbahnhof Grunewald geleitet
worden, von wo nach einem halbſtündigen
Auf=
enthalt um 5.30 Uhr die Fahrt über Magdeburg
—Hagen—Wuppertal nach Düſſeldorf
angetre=
ten wurde. Auf dieſer Strecke darf der
Propel=
lerwagen nur eine Durchſchnittsgeſchwindigkeit
von 90 Kilometern erreichen, um
entgegenkom=
mende Züge nicht durch Steinſchlag zu gefährden.
Der Wagen bleibt dann bis zum Sonntag früh
in Düſſeldorf und fährt dann nach Hannover
zurück.
Der Schienenzeppelin durchfuhr um 13.13 Uhr
Barmen und traf 13.15 Uhr in Elberfeld ein.
Tauſende und Abertauſende von Zuſchauern
hat=
ten ſich auf dem Bahnkörper und auf den höher
gelegenen, parallel laufenden Straßen
angeſam=
melt, die beim Erſcheinen des Propellerwagens
in begeiſterte Hochrufe ausbrachen. Nach vier
Minuten Aufenthalt ſetzte der Schienenzeppelin
ſeine Fahrt nach Düſſeldorf fort.
Der Schienenzeppelin träf, von Wuppertal
kommend, pünktlich um 13.50 Uhr auf dem
Bahn=
hof Düſſeldorf=Derendorf ein. Er wurde von
einer vieltauſendköpfigen Menſchenmenge, die
ſchon lange vor ſeiner Ankunft auf den Straßen
längs des Bahnkörpers und auf den
Bahnüber=
gängen gewartet hatte, ſtürmiſch begrüßt. Nach
dem Eintreffen des Schienenzeppelins fand ein
Empfang durch die Spitzen der Behörden, die
Vertreter der Handelskammer ſowie die
Mit=
glieder der Studiengeſellſchaft, die zur
Förde=
rung des Kruckenbergſchen Gedankens gegründet
worden iſt, ſtatt.
Schleppflug Kronfelds von Calais nach London.
London. Nach einem Flug von 230
engli=
ſchen Meilen, der von Brüſſel über Valencienne
und Calais, wo eine Zwiſchenlandung zur
Auf=
nahme von Brennſtoff gemacht wurde, führte, iſt
Robert Kronfeld am Donnerstag nachmittag mit
ſeinem Segelflugzeug, das ſich im Schlepp eines
Flugzeuges befand, in Hanworth gelandet. Dies
ſtellt einen neuen Erfolg im Schleppflug dar.
Der Führer des Flugzeugs war Weicatot, der
Inhaber des Weltrekords im Rückenfliegen, der
47 Minuten betrug. Kronfeld nahm ſpäter an
einem Flug des neuen engliſchen Rieſenflugzeugs
„Hannibal” teil, das ſeine Probeflüge über
London ausführte.
Eintreffen der däniſchen Ozeanflieger
in Kopenhagen.
Kopenhagen. Die däniſchen
Ozeanflie=
ger landeten am Freitag um 14.10 Uhr auf dem
Flugplatz Kopenhagen=Kaſtrup. Eine rieſige
Menſchenmenge bereitete ihnen einen ſtürmiſchen
Empfang.
Begeiſterter Empfang der Dänemark=Flieger
in Kopenhagen.
Kopenhagen. Zur Begrüßung der beiden
Dänemark=Flieger hatte ſich auf dem Flugplaß
in Kopenhagen eine Menge von 50 000
Per=
ſonen eingefunden, die den Fliegern einen
be=
geiſterten Empfang bereitete. Das Flugzeug
zeigte die däniſche und amerikaniſche Flagge.
Hojriis wurde zunächſt von ſeiner Mutter
be=
grüßt, die ihn mehrfach unter Tränen umarmte.
Dann richtete der Vorſitzende des
Empfangs=
ausſchuſſes herzliche Begrüßungsworte, an die
Flieger. Weiter wurden die mit
Lorbeerkrän=
zen geſchmückten Flieger noch vom
Verkehrs=
miniſter namens der däniſchen Regierung
ge=
feiert. Darauf erfolgte in 50 Wagen der
Ein=
zug in die Stadt, die geflaggt hatte. Unzählige
Menſchenmengen hielten die Straßen beſetzt. Im
Rathaus wurden die Flieger von dem
Ober=
bürgermeiſter namens der Stadt begrüßt.
Die amerikaniſchen Flieger von Moskau
nach Irkutſk geſtartet.
Moskau. Die amerikaniſchen Flieger Poſt
und Catty ſind am Freitag früh 5 Uhr zum
Weiterflug geſtartet. Die Flieger beabſichtigten,
die erſte Zwiſchenlandung in Omſk vorzunehmen.
Von dort führt die Route über Irkutſk, Tſchita,
Chaborowſk bis Eſpaſk, wo zum letzten Male die
Brennſtoffvorräte für den Flug über den Pazifik
ergänzt werden ſollen.
dem Ste
wie 1
gen tei
terei
Eine hiſtertſche Siante.
Schloß Naſſau, das Geburkshaus des Reichsfreiherrn vom und zum Skein.
wieder hergeſtellk und der Oeffenklichkeik zugänglich gemacht.
* Allenthalben im deutſchen Vaterland rüſtet man ſich, aus
Unlaß der 100. Wiederkehr ſeines Todestages, das Andenken
„des Deutſcheſten der Deutſchen, wie Arndt ihn nannte,
des Reorganiſators und Retters des preußiſchen Staates, des
großen Gegners Napoleons, den er ebenſo haßte, wie ſein großer
Zeitgenoſſe Goethe ihn verehrte, würdig zu feiern.
In dem Mittelpunkt all dieſer Feiern wird die der Reichs=
und Staatsbehörden ſtehen, die am Montag, den 29. Juni, in dem
Stammſchloß, der Geburtsſtätte des Reichsfreiherrn vom und zum
Stein, in dem Schloß Naſſau, ſtattfinden ſoll. Hier, an dieſer
würdigſten Gedenkſtätte des großen
preu=
ſiſchen und deutſchen Staatsmannes, von
dem das Bekenntnis ſtammt: „Ich
kenne nur ein Vaterland und
das iſt Deutſchland” werden nach
Beethovenklängen und offiziellen
Be=
grüßungen der letzten Nachkommen des
Reichsfreiherrn. Erinnerungsanſprachen
der Reichsminiſter und preußiſchen
Staats=
niniſter und damit die Würdigung
eines großen Deutſchen 100 Jahre nach
einem Tod mit dem Dank, den ihm
das deutſche Volk unauslöſchlich ſchuldet,
in den Aether getragen werden, damit die
Nenſchheit es höre.
Um dieſer Feier einen würdigen
Rah=
nen zu geben, ſind im Schloſſe, das durch
eine fünfjährige Beſatzung mit
marok=
laniſchen Truppen ſtark gelitten hatte, im
Zuſammenwirken des Beſitzers und der
Reichs= und Staatsbehörden die letzten
und ſchwerſten Schäden der Franzoſenzeit
ſeſeitigt worden, nachdem ſchon in den
vergangenen Jahren der größte Teil der
Räume wieder wohnlich hergeſtellt und in
Benutzung genommen war. An Hand der
neu aufgefundenen Inventare aus dem
Todesjahr Steins iſt es dabei möglich
ge=
worden, einen Teil der von ihm benutzten
Räume unter Verwendung ſeines noch
er=
haltenen Mobiliars in ihren
urſprüng=
ichen Zuſtand wiederherzuſtellen. Mit dieſer Wiederherſtellung
ſt von ſeiten des preußiſchen Staats Herr Dr. Hildebrand,
der Direktor des Hohenzollern=Muſeums in Berlin, beauftragt
vorden.
Einer liebenswürdigen Einladung des derzeitigen
Schloß=
herrn, Grafen von Kanitz, und ſeiner Gemahlin danken die
Vertreter der großen deutſchen Preſſe die Gelegenheit einer
Vor=
beſichtigung, die uns geſtern nachmittag gegeben war. Graf von
Kanitz bgrüßte die Vertreter der Preſſe herzlich und weihte in
großen Zügen die hiſtoriſchen Erinnerungsſtätten ein, die dem
Leben und Wirken des Reichsfreiherrn vom Stein Jahrzehnte
hin=
durch — unterbrochen nur durch die napoleoniſche Aechtung —
Rahmen und ihm ſelbſt Heimſtatt wurden. Er erteilte dann dem
Direktor des Berliner Hohenzollernmuſeums, Dr. Hildebrand,
das Wort zu hiſtoriſchen und baukünſtleriſchen Erläuterungen,
in die ſich ſpäter ebenſo intereſſante Erklärungen des Herrn Dr.
Bolzenhart in der hinterlaſſenen Bibliothek des
Reichsfrei=
herrn über dieſe und über andere wertvolle Erinnerungsſtücke
ſchloſſen.
Wir wurden zunächſt durch den gotiſchen Schloßturm und im
Anſchluß daran durch alle wiederhergeſtellten Räume geführt, die
der Reichsfreiherr bewohnte, in denen er ſeine großzügigen
ſtaats=
teorganiſatoriſchen Pläne entwarf und in denen er die
franzö=
ſiſche, und vor allem die engliſche Staatsgeſchichte ſtudierte, welch
ſetztere ihm ſtets als Vorbild diente, nachdem er in Deutſchland
die Selbſtverwaltung ſchaffen wollte. Die Schloßräume ſollen im
Anſchluß an die Feier der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht
wer=
den, um auf dieſe Weiſe weiteren Kreiſen einen lebendigen
Ein=
druck von der Umwelt und Perſönlichkeit des großen
Staats=
nannes zu vermitteln. Bisher war allein der neugotiſche Turm,
den Stein zur Erinnerung an die Befreiungskriege errichten ließ,
für die Beſichtigung freigegeben. Dazu kommen jetzt noch im erſten
Stock des Schloſſes das Geburtszimmer Steins, ein
Rokokoſchlaf=
zimmer. Man betritt es vom Mittelgeſchoß des Turmes aus durch
das ſogenannte Miniſtervorzimmer, welches zahlreiche
Bild=
niſſe der Vorfahren und Angehörigen Steins
ent=
hält in der Anordnung, die er ſelbſt ihnen gegeben hatte. Dazu
iſt ein Bildnis Steins von Steuben aus dem Jahre 1815
gekommen. Daneben noch ein kleiner Vorraum zu dem
Schlaf=
immer mit Mobiliar aus Steins Zeit.
Im Erdgeſchoß des Schloſſes wird für die Dauer des
Er=
mnerungsjahres die Bibliothek, der große Speiſeſaal und der
blaue Salon mit Vorzimmer gezeigt, erſtere in dem Zuſtand, in
dem Stein ſie hinterlaſſen hat. Die meiſten dieſer Räume haben,
vie überhaupt das ganze Schloß, eine bewegte Geſchichte und
hän=
gen teilweiſe ſehr enge mit dem Schickſal Steins zuſammen.
Das Schloß iſt entſtanden durch Umbau einer alten „
Kell=
gerei” eines Verwaltungsgebäudes aus der Zeit, als die
Her=
cen vom Stein noch ihre Burgauf dem Stein
bewohn=
ten. Zu Anfang des ſiebzehnten Jahrhunderts haben ſie dieſes
Haus zu ihrem Hauptwohnſitz gemacht. Aus dieſer Zeit ſtammt
der Treppenturm und das Mittelgebäude mit den Re=
naiſſancegiebeln, in ſeiner heutigen, in der zweiten Hälfte
des neunzehnten Jahrhunderts renovierten Geſtalt.
Bemerkens=
wert iſt das Sandſteinportal mit der Jahreszahl 1621 und
der ſchweren Eichentüre mit ihren kunſtvollen Eiſenbeſchlägen, an
der ſich noch jetzt der alte Türklopfer mit dem Eſelskopf, dem
Wappentier des Geſchlechtes (Symbol der Treue), befindet, der
ſeit Erbauung des Schloſſes in der Familiengeſchichte mehrfach
eine beſondere Rolle geſpielt hat.
Dieſem Mittelbau wurden um 1755 die beiden
Seiten=
flügel angegliedert, von denen der eine, mit dem alten Haus
Schloß Naſſau.
verbundene, zur Erweiterung des Wohnraumes, der zweite,
frei=
ſtehende, als Verwaltungs= und Wirtſchaftsgebäude diente.
In dieſem Zuſtand hat Stein nach dem Tode ſeines Vaters
im Jahre 1788 das Schloß übernommen, das er in zwei
Perioden, um 1790 und nach 1814, erheblich verändert
hat. Zunächſt hat er die Hauptwohnräume im Erdgeſchoß unter
Hinzuziehung des Hofbaurates Schadow aus Berlin umgebaut,
und zwar den blauen Salon, das Speiſezimmer und die
Biblio=
thek aus Kirſchbaumholz. Dieſe Räume ſind noch in ihrem
urſprünglichen Zuſtand erhalten und
wieder=
hergeſtellt. Die Bibliothek enthält eine reiche Sammlung
hiſtoriſcher, volkswirtſchaftlicher und geographiſch=ſtatiſtiſcher
Werke, die zahlreiche Spuren der Benutzung durch Stein aufweiſen
und einen intereſſanten Einblick in ſeine Geiſteswelt vermitteln.
Hier werden auch aufbewahrt die Monumenta
Germa=
niae hiſtorica, von der bekanntlich nur drei vollſtändige
Exemplare exiſtieren und die Stein ihre Entſtehung verdanken,
ſeine Göttinger Studienbücher, meiſt Geſchichtswerke, die alle
Rand=
bemerkungen von Steins Hand und Anmerkungen tragen. Hier
aber ſind noch viele andere wertvolle Erinnerungsſtücke. Neben
ſeinem preußiſchen Staatsbürgerbrief mit großem goldgekapſeltem
Siegel und den Ehrenbürgerbriefen der Städte Frankfurt und
Bremen und vielen anderen ein hiſtoriſches Stück beſonderer Art:
Der Feldbecher Napoleons I., der aus der Beute bei
Waterloo ſtammt. Ein einfacher ſilberner, innen vergoldeter
Becher, der urſprünglich nur die Gravur des napoleoniſchen
Adlers trug, jetzt aber die Gravierungen der ehemaligen Beſitzer,
deren letzte eine Widmung für den Reichsfreiherrn vom Stein iſt.
Stein hat ſich mit erſtaunlicher Sorgfalt um die Ausgeſtaltung
des Schloſſes gekümmert, trotzdem ihm ſeine dienſtliche Tätigkeit
nur ſehr kurze Urlaubsaufenthalte in Naſſau geſtattete, die zudem
noch durch die Sorge um die Bewirtſchaftung und Verbeſſerung
ſeines Beſitzes in den ſehr unruhigen Zeiten der das Lahntal
ver=
heerenden Revolutionskriege ausgefüllt waren.
Nur im Frühjahr und Sommer 1807 hat Stein nach ſeiner
erſten Entlaſſung aus dem preußiſchen Staatsdienſt hier eine
län=
gere Zeit unfreiwilliger Muſe verbracht, in der ſein raſtloſer Geiſt
die „Naſſauer Denkſchrift” entwarf, ſein großes
Reform=
programm, das die preußiſche Staatsverwaltung aus den Händen
der Bürokratie in die eines freien, ſich ſelbſt verwaltenden Bürger=
und Bauerntums legte. Es erhebt dieſes Schloß zu einer der
ehrwürdigſten Denkſtätten der Nation, daß hier
nicht nur der größte Vorkämpfer ihrer Einigung und
Be=
freiung geboren wurde, ſondern daß er hier gerade
ſein großes innenpolitiſches Reformprogramm
geſtaltet hat, von dem eine neue Epoche der
deut=
ſchen Verfaſſungsentwicklung ausgeht.
Der ſo bedeutungsvolle Aufenthalt Steins in Naſſau im
Som=
mer 1807 iſt für viele Jahre der letzte geweſen, den er hier
ver=
brachte. Nach einem kurzen, für Preußens Geſchichte
entſcheiden=
den Miniſterium ſeiner großen Reformen mußte er den Verſuch
der Befreiung Preußens und Deutſchlands von der Fremdherr=
ſchaft mit jahrelanger Verbannung und der
Beſchlag=
nahme ſeines Beſitzes durch den Herzog von Naſſau, den
Rheinbundvaſallen Napoleons, bezahlen.
In dieſen Jahren (1809—14) war das Schloß verwaiſt und
infolgedeſſen verwahrloſt. Ueber den Rahmen einer bloßen
Wie=
derherſtellung hinaus hat Stein nach ſeiner Rückkehr aus Paris
nach Beendigung der Befreiungskriege, dem veränderten
Zeit=
geſchmack entſprechend, eine ganz neue Einrichtung
ge=
ſchaffen. Darüber ergeben ſich aus ſeinen Briefen ſehr
inter=
eſſante Einzelheiten, die neben dem Inventar für die
Rekon=
ſtruierung des urſpünglichen Zuſtandes wichtig geworden ſind.
Das Mobiliar hat Stein großenteils in Frankfurt herſtellen laſſen,
Bronzen (Uhren, Beleuchtungskörper) brachte er aus Paris und
Wien mit. Für die Ausſtattung mit Bildern zog er vorzugsweiſe
heimiſche junge Künſtler heran, von denen er deutſche
Landſchaf=
ten, vor allem vom Rhein und von der Lahn, malen ließ. Andere
Bilder ſind 1820 auf ſeiner Italienreiſe angeſchafft worden.
Die beiden letzten Zimmer des Erdgeſchoſſes im Anſchluß an
die Bibliothek, in ihrer architektoniſchen Ausgeſtaltung einfach,
ſind ebenfalls in die Wiedereinrichtung einbezogen worden. Das
auf die Bibliothek zunächſt folgende Wohnzimmer iſt wie zu
Steins Zeit mit einfachen Möbeln aus Eichenholz aus der Zeit
von 1815 und einigen niederländiſchen Oelgemälden aus dem 17.
und 18. Jahrhundert, von denen anzunehmen iſt, daß ſie ſchon vor
der Zeit des Miniſters im Beſitz der Familie waren, ausgeſtattet.
Das letzte Zimmer war zur Zeit Steins ein Schlafraum,
vermutlich das Geburtszimmer. Jetzt ſind darin Familienbilder
aufgehängt, darunter das bekannte Porträt Steins von J. C.
Rinklake, aus dem Jahre 1840, und das Bild ſeiner Schweſter, der
Gräfin von Werthern, von A. Graff.
Zur Erinnerung an die Befreiungskriege ließ Stein durch
den jungen Koblenzer Architekten Dellaſſaux in romantiſcher
Neugotik den achteckigen Gedächtnisturm erbauen, in
dem ſich ſein Arbeitszimmer befindet, ein in mancher Hinſicht
bemerkenswerter Raum. Er iſt ganz auf konzentrierte Arbeit
abgeſtellt und beſitzt keine eigentlichen Fenſter, ſondern erhält
ſein Licht durch die Fenſterbogen über den Türen.
Beachtens=
wert ſind hier vor allem die eigenartigen Bücherſchränke Steins,
in denen ein Teil ſeiner Bibliothek aufbewahrt iſt. Auf dem
Schreibtiſch iſt die Tonbüſte Steins aufgeſtellt, die
ein=
zige nach dem Leben gearbeitete Plaſtik, die wir
von ihm beſitzen. Ueber dem Arbeitszimmer liegt ein
würdiger Gedächtnisraum mit den Mamorbüſten der drei
verbündeten Monarchen von Rauch. An den Wänden
ſind auf Tafeln mit Bronzebuchſtaben die wichtigſten Ereigniſſe
der Befreiungskriege verzeichnet. Der Turm, der im
weſent=
lichen immer unverändert geblieben war, iſt jetzt durch die
Ent=
fernung einiger ſpäterer Zutaten, ſeinem urſprünglichen Zuſtand
wieder genau angepaßt worden.
Die Wiederherſtellung der wichtigften Räume des Schloſſes
in ihren urſprünglichen Zuſtand und ihre Freigabe zur
Beſich=
tigung durch weitere Kreiſe der Oeffentlichkeit ſoll nicht nur eine
Pflicht der Dankbarkeit dem Gedächtnis eines der größten
Deut=
ſchen gegenüber erfüllen, ſie ſoll vor allem dazu dienen, ſein
geiſtiges Erbe auch für unſere Zeit wieder
le=
bendig und fruchtbar zu machen, da ſie ſeiner
mehr als jede andere bedarf.
Die unverkennbare Aehnlichkeit der Geſichtszüge mit denen
Goethes, ſeines großen Zeitgenoſſen, der Napoleon ebenſo
verehrte, wie Stein ihn haßte, die aus den wenigen Bildern
und Büſten die von Stein exiſtieren ſpricht, und die auch Arndt
in ſeinen Veröffentlichungen nachweiſt, rechtfertigt vielleicht die
Erinnerung an die Begegnung der beiden großen Deutſchen,
über die wir in „Deutſche Volkheit” (bei Diedrichs in Jena
er=
ſchienen) dieſe Schilderung finden:
„Immer abgeklärter wurde Stein in ſeinem Alter, und dieſe
letzte Reife offenbarte ſich bei ſeiner berühmten Begegnung
mit Goethe, mit dem er im Jahre 1815 im Sommer
gemeinſam den Rhein herunter nach Köln fuhr. Der Napoleon=
Verehrer und der grimmigſte Napoleon=Haſſer fanden ſich hier
auf dem Boden gegenſeitiger Verehrung des Genies. „Dieſe
Reiſe verglich ich der fabelhaften Reiſe des eiſernen und tönernen
Topfes” ſchreibt Arndt darüber, „nur lief ſie viel glücklicher ab.
Die beiden würdigſten alten Herren gingen mit der
aufmerk=
ſamſten und vorſichtigſten Zärtlichkeit nebeneinander her, ohne
gegeneinander zu ſtoßen . . . Da ſtand der neben Stein größte
Deutſche des 19. Jahrhunderts, Wolfgang Goethe, ſich das
Dom=
bild betrachtend. Und Stein zu uns: „Lieben Kinder, ſtill,
ſtill! Nur nichts Politiſches! Das mag er nicht. Wir können
ihn da freilich nicht loben, aber er iſt doch zu groß.”
Wunder=
bar gingen die beiden Großen nebeneinander her. Stein war
ungewöhnlich ſanft und mild, hielt den kühnen und geſchwinden
Atem ſeiner Natur an und zügelte den Löwen, daß er nimmer
herausguckte.”
Nach einer Taſſe Tee, die von der Gräfin von Kanitz
liebenswürdig gereicht wurde, hielt ein Spaziergang durch den
wundervollen alten Park Gaſtgeber und Gäſte noch einige Zeit
in angeregter Unterhaltung, in deren Verlauf bereitwilligſt alle
Fragen der wiſſensdurſtigen Preſſevertreter beantwortet, jede
Auskunft erteilt wurde. Es waren ein paar Stunden an
hiſto=
riſcher Stätte, die ſobald niemand vergeſſen wird. — M. St.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Maupe
Veranzwortlich für Polltik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuilleten, Reich um
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; ſü=
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort; Dr. Herdert Neite:
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willv Kuble=
Druck und Verlag. L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten
Weit unter regulärem Preis
Reisekoffer
Wilh. Lehrbach
jetzt Kirchstraße 21 (9823
Sotent
Sferbant
Kerune Uchebsssth
F veiesdare id
sofert aufusteilenst
Oegener Garagen
Mieellblech
auts verzür
lagersstuppen-kgdhütten-Fahrradständkr
Cisenwerk Siegen ½ SiegenMariendorn
Postfach 29. ((V. 9205
Vertr.: Gg. Friedr. Rettig, Darmstadt
Sandvergstr 69 Tel. 3394.
Immer am
Fahrraddecken . . . 1.75 an
Schläuche . . . . . . 0.80 an
nur
bei 1. Ur10, HarlsStraue 141b
Tankſtelle
Arkillerieſtr. 15
Telefon 1060
pro Liter 34 Pfg.,
gute Qualität!
Gebr. Motorräder
in allen Stärken
bill. zu verk
Fahr=
zeuge J. Schneider,
Mauerſtraße 6.
(9830
Telef.
Opel=Bierſiher
neu bereift, fahrf.,
bill. z. vk.
Wixhau=
ſen. Bahnhofſtr. 29.
(*fsg)
4220Fiakwager
mit neu.
Allwetter=
verdeck, 4ſitzig, 6fach
bereift, in tadelloſ.
Zuſt. zu verkaufen.
Taunusſtr. 37, II.
(9784b)
R. D.A.
Motor=Transport=
Rad m. Warenkaſt.
ſehr preiswert.
J. Donges & Wieſt
Heinrichſtraße 52.
Union-Bank
Aktiengesellschaft
Rheinstraße 24 Fernruf: 100, 1010, 5000, 3001
An- und Verkauf in- und ausländischer Wert-
Papiere / Kostenl. Beratung sicherer
Kapitals-
anlagen / Devisen, Sorten, Lombard-Kredite
420 P5. Opel
faſt neu. billig zu
verkaufen. — Huck.
Alexanderſtr. 6.
(9829)
1 Standard=
Motorrad
500 ccm., mit
Sei=
tenwag. bill. z. vk.
Kranichſteinerſtr. 51
Gartenhaus I.
4 PS. Opel
4=Sitzer
umſtände=
halb. bill. zu verk
Hrch. Schäfer,
Bensheim,
Hauptſtr. 41, I.
Gelegenheitskauf!
Ein Motorrad Harley Davidſon, 1000 ccm,
neuwertig, ein Fiatwagen 9/45 PS. offen,
in allerbeſtem Zuſtand, preiswert zu verk.
Näheres in der Geſchäftsſtelle d. Bl. (9802b
Viktoria 350 ccm.,
06ce
1
Züt
250 ccm., ſehr gut
erhalten. (9565b
Heinrichſtraße 52
Werkſtätten.
E
Eſſex=Limouſine
4—5ſitzig, letzt.
Mo=
dell, 10/50 PS., 6
Zyl., 6fach bereift,
neuwert, 2500 Km.
gel umſtändeh. ſehr
billig zu verkaufen.
Anfrag. unt. 3. 58
an die Geſchäftsſt.
Bergstraße!
Einfamilienhaus
ſtaubfrei gelegen,
7 Zim. u. Zubehör
1000 qm Garten,
ſofort beziehbar,
pr. nur Mk. 19000—
b. hälftig. Anzahl
zu verkauf, durch:
Wolff, Moos & Co.
Immobilien
Bensheim a. d. B.
71 9765)
Bergſtraß
2 Ländl. Anweſen,
direkt am Wald,
T 9Räume, Küche.
a. 3 Morgen
Gelände a. Hau
mit Obſtb., fl.
Bach, geeign. für
Geffügel-,
Blumen=
zucht uſw., zu
verkaufen. (9778
* Pr. Mk. 12000.—
O Anzahlung
2 Mk. 5—6000.-. 2
S nud. Ebert, Immob. S
O Auerbach=Heſſen
Lettststsss-
Laden
in Bensheim, neu
eingerichtet f. Eier,
Butter Käſe und
Feinkoſt, in beſter
Lage, billige Miete,
zu verkaufen.
Ange=
bote unter Z. 60 an
die Geſchäftsſtelle.
Reizende
kl. Villa(
Tintenviert.
weg=
zugsh., bill direkt
v. Beſitz., zu verk.
Off. u. 2.51 Gſchſt.
Gelegenheitskaufl
Neue, moderne
Kinderwagen
weit unter Preis.
Wilh. Lehrbach
jetzt Kirchstraße 21 (9822
Beiladungen
Richtung Köln-Karlsruhe u. Stuttgart
übernimmt
Sped. P. Hofrichter. Telefon 1037
Solide
Firma=
sucht gegen gute Vergätung
sowie volle Sicherheit
Mk. 1000. Selbstgeber auf kurze Zeit.
An-
ge ote unter Z 71 Geschäftsstelle. (*
Herrſchaftl
in ſehr ruhig. Lage, Zentralhz., 9Zimmer
mit Zubehör, Einfahrt, klein, Garten, für
— zu verkaufen durch
nur Mk.
Eliſabetyenſtraße 34
Alb. Mittelſtädt, Fernſp. 2340. (9798b
Seite 10
Samstag, den 27. Juni 1931
Nummer 176
Sodg. Satee Taa Saebtest
Wer wird
erſter „deutſcher” Handballmeiſter?.
Um die Borherrſchaft im deutſchen Handball.
Es gehört zu den Eigenarten des deutſchen Sportes überhaupt, ſich
möglichſt zu zerſplittern. Jeder Verband, ſowohl die anerkannten
Groß=
verbände D.S.B. und D.T. wie auch die vielen kleineren Verbände und
Körperſchaften, ermitteln in verſchiedenen Sport= und Spielarten ihre
Meiſter und nennen dieſe mit der größten Kalblütigkeit „deutſche
Mei=
ſter”. Beſonders kraß iſt dies im Handballſport. Das beſte Beiſpiel
hierfür boten die Deutſchen Kampfſpiele 1926 in Köln, wo ſich die „
deut=
ſchen Meiſter” der D.S.B., der D.T., der Deutſchen Jugendkraft und
des Eichenkreuz=Verbandes um die Kampfſpielmeiſterſchaft bewarben, die
damals gleichbedeutend mit einer deutſchen Meiſterſchaft war. Die
D. S. B. blieb damals auf der ganzen Linie vor der D.T. und mit
Ab=
ſtand vor den anderen Verbänden und Verbändchen Sieger.
Inzwiſchen haben keine offiziellen Treffen der Landesmeiſter der
beiden Verbände mehr ſtattgefunden. Inoffiziell haben manchmal einige
Begegnungen ſtattgefunden, von denen die letztjährige zwiſchen den
bei=
den Männermeiſtern noch in beſter Erinnerung ſteht 13:2 ſiegte in
Ludwigshafen damals der D.S.B.=Meiſter Polizei Berlin über den
D. T. =Meiſter Turnverein Frieſenheim.
Der Einigungsvertrag zwiſchen den großen Verbänden hat nun
endlich den Weg gewieſen, daß endlich im wahren Sinne des Wortes
ein deutſcher Meiſter ermittelt wird. Beide Spitzenverbände haben ihre
Landesmeiſter feſtgeſtellt. Sie alle haben mit Ausnahme des
Männer=
meiſters der D.T. dieſen Titel ſchon einmal beſeſſen. Polizei Berlin iſt
zum 9. Male Männermeiſter, der SC. Gharlottenburg zum 4. Male
Frauenmeiſter der D. S.B. geworden, und der TV. Vorwärts Breslau
errang zum 3. Male die Würde eines Frauenmeiſters der D. T., während
der Männermeiſter der D.T., der TV. Krefeld/Oppum, zum erſten Male
in dieſem auserleſenen Kreiſe erſcheint.
Die entſcheidenden Spiele werden am kommenden Sonntag auf dem
VfB.=Platze in Leipzig ausgetragen. Eine Vorherſage iſt nicht nur
ſchwer, ſie iſt ſchier unmöglich. Daß die D.T. in dem rheiniſchen TV.
Oppum einen würdigeren Vertreter hat als in dem Turnverein
Frieſen=
heim, iſt ohne weiteres klar. Ein 13:2=Sieg für Berlin wird gegen
die=
ſen D. T.=Meiſter nicht herauskommen. Bei den Damen iſt die Lage
noch unklarer.
Unter Leitung von Boer=Leipzig wird in Leipzig ein Großkampf
entbrennen, wie er bisher wohl im deutſchen Handball noch nicht zu
ver=
zeichnen war. Krefelds Turnern haben wir ſchon vor der Vorrunde
den Sieg geweisſagt und haben damit Necht behalten. Die Mannſchaft
iſt ſehr jung und äußerſt durchſchlagskräftig. Sie wird aber dennoch
gegen die routinierten Berliner einen ſchweren Stand haben. Die
Ber=
liner, mit Ausnahme des jungen Witte ſchon alle international tätig
geweſen beſitzen eine ungeheure Kampfkraft und eine ſeltene Erfahrung.
Jeder Stürmer kann ſchießen, und alle Leute — bei Polizeimannſchaften
kein Wunder — befinden ſich in beſter Kondition. Die Berliner haben
ſeit langer Zeit keinen Gegner mehr gefunden, der ſie meiſtern konnte,
und als es einmal der Fall ſchien, erbarmte ſich der Wettergott ſeiner
Berliner, und das Magdeburger Treffen gegen Darmſtadt wurde neu
angeſetzt. Ohne den Magdeburger Gewitterregen ſtünde heute der SV.
Darmſtadt als Gegner der Krefelder auf dem Platze. Wir rechnen
jedenfalls mit einem knappen Siege der Berliner Polizei.
Wer wird ſüddeukſcher Waſſerball=Meiſter?
Unſere Schwimmſport=Rundſchau.
Die Spiele um die ſüddeutſche Waſſerball=Meiſterſchaft ſind
ſchon erfreulich weit gefördert worden. Die Gaumeiſter ſtehen
bereits feſt in Bayern iſt ſogar ſchon der Bezirksmeiſter ermittelt
worden. Die bisherigen Kämpfe ergaben folgende Ergebniſſe:
Im Gau 1 (Frankfurt) holte ſich, wie erwartet, Jung=
Deutſch=
land Darmſtadt den Meiſtertitel ganz überlegen mit einem
Tor=
verhältnis von 25:8 Toren, in vier Spielen, gegen Rot=Weiß
Darmſtadt und 1. Frankfurter S.=C. Der Gau 2 (Baden)
er=
mittelte ſeinen Meiſter im Karlsruher S.=V. 1899, der im
Ent=
ſcheidungsſpiel gegen den S.=V. Mannheim ſicher mit 5:3 Toren
gewann, nachdem ſich die Gegner beim erſten Spiel unentſchieden
getrennt hatten. Mannheim ſollte dann den Gau als Zweiter
in den Bezirksſpielen vertreten. Im Gau 3 (Württemberg)
iſt die Lage noch nicht ganz geklärt. Der S.=V. Göppingen 04
dürfte wohl als der kommende Meiſter zu erwarten ſein, ader
durch Terminſchwierigkeiten ſind die endgültigen Entſcheidungen
noch nicht gefallen. Schwaben Stuttgart kann ebenfalls noch
Meiſter werden. Im Gau 4 (Südbayern) war die Meiſterſchaft
dem letztjährigen ſüddeutſchen Titelträger dem S.=V. München
1899, naturlich nicht zu nehmen. Den zweiten Platz eroberte ſich
verdient der S.=V. Augsburg. Harte Kämpfe gab es im Gau 5
(Nordbayern). Die Rivalen, ſind dort ſeit Jahren Bayern 07
Nürnberg und der 1. F.=C. Nürnberg. Beide vertreten auch als
ſtärkſte nordbayeriſche Mannſchaften den Gau auch in dieſem Jahr.
Bayern 07 mit einem Torverhältnis von 37:5 Toren als Meiſter
und der 1. F.=C. Nürnberg ſogar mit 45;6 Toren als Zweiter.
Aus dieſen Gaumeiſtern werden nun die Bezirksmeiſter
er=
mittelt, die dann die Endſpiele um die Meiſterſchaft auszutragen
haben. Die Bezirksmeiſterſpiele ſind in vollem Gange. Der
Mei=
ſter des Bezirks Bayern (Nord= und Südbayern) iſt in dem
S.=V. München 99 bereits ermittelt, der gegen Bayern Nürnberg
7:4 und 2:2 ſpielte. In der Runde der Zweiten ſchlug der 1. F.=C.
Nürnberg den S.=V. Augsburg mit 6:2 und 3:2. Das
Entſchei=
dungsſpiel um den zweiten Platz haben ſich demnach Bayern 07
und der 1. F. C.N. zu liefern. Im Bezirk 2 (Baden, Heſſen unv
Württemberg) iſt man noch etwas zurück. Jungdeutſchland
Darm=
ſtadt hat den badiſchen Meiſter bereits 7:1 geſchlagen und wird
wohl auch im Rückſpiel erfolgreich bleiben. Der zweite badiſche
Verein, der S.=V. Mannheim hat auf die Weiterführung der
Spiele verzichtet, ſo daß kampflos der 1. Frankfurter S.=C. mit
Darmſtadt gegen die beiden beſten württembergiſchen Verteidiger
antreten werden. Die Sieger dieſer Spiele und die Zweiten
ha=
ben dann die Endrunde gegen die zwei Vertreter des bayeriſchen
Bezirks durchzuführen. Dieſe Endrunde wird ſich alſo
vorausſicht=
lich aus folgenden Mannſchaften zuſammenſetzen: Bayern (
Be=
zirk 1) ſtellt S.=V. München 99 und Bayern 07. Nürnberg,
Bezirk 2: Jungdeutſchland Darmſtadt und den würtembergiſchen
Meiſter. Die beſten Chancen für das eigentliche Endſpiel haden
München 99 und Jungdeutſchland Darmſtadt.
Die deutſche Waſſerball=Sieben für Paris.
Für den Schwimmländerkampf mit Frankreich am 5. Juli in Paris
hat der Waſſerballwart auf Grund der in den letzten Uebungsſpielen
gezeigten Leiſtungen die deutſche Länder=Waſſerballſieben wie folgt
zu=
ſammengeſtellt: Tor: Erich Rademacher; Verteidiger: Cordes,
Schwarz; Verbindungsmann: Benecke; Sturm: Schirrmeiſter,
Aßmann und Schumburg. — In dieſer Aufſtellung beſtreitet die
Mann=
ſchaft am kommenden Samstag und Sonntag in Magdeburg noch zwei
Uebungsſpiele.
Pferdeſporl.
Rennen zu Hamburg=Horn.
Vergleichs=Rennen, Zweijähr 3200 RM., 1000 Meter: 1.
Haupt=
geſtüt Graditz' Sintflut (Böhlke).
Pokal vom Jahre 1923. Ehrenpreis und 4200 RM 1000 Meter:
1. Mydlinghovens Mokcus (Raſtenberger), 2. Winkelried,
3. Lamdo.
Oldesloer Ausgleich, 3200 RM.. 2100 Meter: 1. Samſons
Vier=
zeiler (Haynes), 2. Wotan, 3 Elpi.
Marienthaler Rennen, 3200 RM. 1800 Meter: 1. Mydlinghovens
Prellſtein (Raſtenberger) 2. Suus 3. Perillo.
Eſpoir=Ausgleich, 10 000 RM.. 1400 Meter: 1. Landswerths
Laotſe (Huguenin), 2 Chamberlain, 3. Walzertraum. Toto:
67; Platz: 20. 16. 19. H.—K. Ferner: Rochus Palfrey,
Papageno, Garibaldi, Dianthus, Paſtete, Tarquinius
Super=
bus, Mellitus, Teutſche
Verkaufs=Rennen, 3200 RM.. 1200 Meter: 1. Kadas Kabriſtan
(Zimmermann).
Erinnerungs=Jagdrennen, Herrenreiten. Ehrenpreis und 5500
RM.., 4200 Meter: 1. Ronges Porto Flip (v. Holthey).
Abſchluß der Zußball Sgiſon.
Europas Zußballmeiſter.
So langwierig und hart wie die Austragung der Kämpfe um die
Deutſche Fußballmeiſterſchaft geſtaltete ſich auch die Ermittlung der
Meiſter in den anderen europäiſchen Ländern. Erſt am vergangenen
Sonntag fielen in Holland, Italien, Spanien und der Schweiz die
Ent=
ſcheidungen. In einem harten Kampf ſicherte ſich der AC. Bilbao unter
ſtrömendem Regen mit 3:1 gegen Betis Sevilla die noch fehlenden
Punkte zur ſpaniſchen Meiſterſchaft. Ajax Amſterdam kann durch die
Niederlage von Feijenoord den holländiſchen Meiſtertitel nicht mehr
verlieren. Im entſcheidenden Kampf um die Meiſterwürde der Schweiz
ſiegte Chaux de Fonds mit 3:1 ggen den FC. Baſel, während Juventus
Turin nach dem Ausgang der ſonntäglichen Spiele in Italien endgültig
in Sicherheit iſt. Einige kleinere Länder fehlen zwar noch, im großen
und ganzen ſtehen Europas Fußballmeiſter aber bereits wie folgt feſt:
Deutſchland: Hertha/BSC. Berlin; Belgien: FC. Antwerpen;
England: Arſenal London; Finnland: Kamraterna Helſingfors;
Frankreich: Club Frangais Paris; Holland: Ajax Amſterdam;
Italien: Juventus Turin; Jugoſlawien: Concordia Agram;
Oeſterreich: Vienna Wien; Polen: Cracovia Krakau;
Schott=
land: Glasgow Rangers; Schweden: G. A. J. S. Göteborg;
Schweiz: Chaux de Fonds; Spanien: AC. Bilbao; Tſchechei:
Slavia Prag; Ungarn: Ujpeſt Budapeſt.
Neuer deutſcher Damenwelkrekord im Speerwerfen.
Fräulein Schumann=Eſſen
verbeſſerte in Budapeſt den bisher von Ellen Braumüller
gehaltenen Weltrekord im Speerwerfen auf 40,93 Meter.
Darmſtädker Tumerſchaft E. V.
Turnerinnen und Turner in Griesheim.
Die Darmſtädter Turnvereine nehmen an den Wettkämpfen
des Main=Rheingaues der Deutſchen Turnerſchaft am Sonntag in
Griesheim reſtlos teil. In allen Klaſſen des Männerturnens
fin=
den wir Vertreter der Darmſtädter Turnerſchaft und ebenſo ſtark
iſt auch das weibliche Geſchlecht an den Wettkämpfen beteiligt.
Die Woogsplatz=Turngemeinde hat zu dem Männerturnen 35
Tur=
ner gemeldet, die Turngeſellſchaft 1875 iſt mit 17 Wettkämpfern
vertreten, vier Turner der Akad. Tvb. Alemannia und die
Teil=
nehmer der Tgm. Beſſungen und des Reichsbahn=T.= u. Sp.=V.
tre=
ten bei den Wettkämpfen an. Auch das Frauenturnen iſt ſtattlich
beſchickt. In der Oberſtufe finden wir 17 Turnerinnen der Tgm.
1846, 9 Turnerinnen der Tgeſ. 1875 und ebenſo ſtark dürfte auch die
Beſſunger Tgm. vertreten ſein. Auch die Reichsbahn wird hier in
die Wettkämpfe eingreifen. Die Unterſtufe weiſt ebenfalls eine
gute Beteiligung ſeitens der Darmſtädter Vereine auf, ein Zeichen
des Nachwuchſes im Frauenturnen.
Heute ſchon einen Ausblick zu bringen, wer evtl. von den
Darmſtädtern in den erſten Siegern zu ſuchen wäre, iſt bei der
großen Zahl der Teilnehmer in den einzelnen Stufen ſehr ſchwer,
doch wird mancher erſte Sieger in den Vereinen der Darmſtädter
Turnerſchaft zu finden ſein.
Tennis=Meiſterſchafken in Wimbledon.
Zwei deutſche Damen unter den „letzten Acht”. — v. Cramm
geſchlagen.
In Wimbledon gab es am Freitag ein wundervolles
Som=
merwetter. Gleich im erſten Treffen gab es einen Großkampf zu
ſehen. Amerikas Davispokal=Doppelſpieler, van Ryn ſchaltete
Frankreichs Hoffnung Bouſſus 6:2. 1:6, 6:2, 6:1 aus und
er=
reichte damit als Erſter das Viertelfinale. Der einzige noch im
Wettbewerb liegende Deutſche der junge Gottfried v. Cramm
ſchied ebenfalls aus. Er iſt in Wimbledon weiter gekommen,
als man zu hoffen wagte im Kampf gegen den Engländer Perry,
der neben Auſtin Englands ſtärkſte Waffe iſt, war v. Cramm aber
noch nicht ſpielerfahren genug. Der Deutſche unterlag nach
tap=
ferem Widerſtand 7:5, 6:2, 6:4. Amerikas große Hoffnung, Franr
Shields, fertigte den Engländer Olliff leicht 6:2 6:0. 6:2 ab.
Hughes=England ſchlug den Cochet=Bezwinger Sharpe=Englanv
4:6, 6:2, 6:4, 6:3. Es ſind alſo jetzt bereits im Herreneinzel fünf
von den „letzten Acht” ermittelt, drei Amerikaner, van Ryn.
Wood und Shields ſowie zwei Engländer Hughes und Perry.
Ganz ausgezeichnet ſchlagen ſich in Wimbledon die deutſchen
Damen. Nach Cilly Außem iſt nun auch Hilde Krahwinkel
ins Viertelfinale gekommen. Hilde Krahwinkel ſchlug nach
an=
fänglicher Unſicherheit Miß Sterry leicht 8:6 6:0. Zu den beiden
Deutſchen geſellte ſich bis jetzt bei den „letzten Acht” noch Miß
Round, die ihre Landsmännin Johnſon leicht 6:0. 6:1
ausſchal=
tete. Im rückſtändigen Treffen der dritten Runde beſiegte Frau
Mathieu=Frankreich die Griechin Nicolopoulo 6:3, 6:0.
Nach ihrer Niederlage im Damen=Einzel mußte Frl. Peitz
jetzt auch im Damen=Doppel bereits in der erſten Runde mit ihrer
Partnerin Frl. Alexandroff ausſcheiden; das Paar wurde von der
engliſchen Kombination Uber/Lewis 7:5, 6:4 abgefertigt.
Luftfahrer-Kongreß.
Deutſche Anregungen ſetzen ſich durch.
Der Zuſtand des Hindernisreiters Oertel, der am
Donners=
tag in Strausberg ſtürzte, wird von den Aerzten als ſehr ernſt
bezeichnet.
Der in Bukareſt ſtatrgefundene Kongreß der Fédération
Aero=
nautique Internationale war ein Erfolg für den Deutſchen
Luftfahrt=
verband, denn die verſchiedentlich von deutſcher Seite gebrachten
An=
regungen wunden beifällig aufgegriffen und teilweiſe in den
internatio=
nalen Beſtimmungen feſt verenkert. So handelte es ſich vor allen Dingen
darum, die Beſtimmungen für den Segelflug zu erweitern. Der
Antrag des Deutſchen Luftrates, auch die mit Schleppſtart ausgeführten
Höchſtleiſtungen als Rekorde anzuerkennen, wurde angenommen und
da=
mit für den Segelflug ein neues, weitgehendes Betätigungsfeld
erſchloſ=
ſen. Weiterhin wird auf deutſchen Antrag hin eine Unterkommiſſion für
Segelflug in Zukunft tätig ſein. Ein dritter deutſcher Antrag betraf
die Aenderung der Grundausſchreibung für den Europa=
Rund=
flugunter beſonderer Berückſichtigung der einſchlägigen Induſtrie. Um
dieſer ausreichende Vorbereitungsmöglichkeiten zu ſchaffen, ſoll in
Zu=
kunft die Ausſchreibung für den alle zwei Jahre ſtattfindenden Flug
immer ſpäteſtens am 1. Oktober des vorhergehenden Jahres erfolgen.
In Hannoper findet am 23. Auguſt der Leichtathletiſche
Län=
derkampf der Frauen zwiſchen Deutſchland und England ſtatt.
Als Europameiſter im Mittelgewicht wurde der Wiener
Steinbach jetzt auch von der J.BU. offiziell beſtätigt.
Welkmeiſterſchaft Schmeling-Skribbling
Bereits über zwei Millionen Vorverkaufs=Einnahme.
Nur noch wenige Tage trennen uns von dem Boxkampf um
die Weltmeiſterſchaft aller Kategorien zwiſchen dem Titelverteidiger Max
Schmeling und dem als Anwärter offiziell anerkannten Amerikaner
Young Stribbling.
Die ungeheure Reklame der amerikaniſchen Preſſe, das lebhafte, für
unſere Begriffe ſehr oft geſchmackloſe Für und Wider in den zahlloſen
Gazetten des Rieſenlandes haben es einmal mehr fertig gebracht, das
Intereſſe der amerikaniſchen Boxſportgemeinde im weiteſten Maße zu
erregen. Es wurde ſchon viel vom Ende der Millionenbörſen
geſchrie=
ben und geſprochen, aber die Tatſachen ſprechen auch in dieſem Falle
wieder einmal dagegen. Wenn auch bei dieſem Kampfe die
Rekordein=
nahme wie beim Dempſey=Tunney=Kampf in Chicago nicht erreicht
wer=
den dürfte, ſo ſteht doch heute ſchon mit Sicherheit feſt, daß wieder eine
recht ſtattliche Summe amerikaniſcher Dollars in die Taſchen der
Ver=
anſtalter und der Akteure fließen wird. Schon liegen für mehr als
500 000 Dollars Vorbeſtellungen auf Eintrittskarten — das ſind alſo
weit mehr als zwei Millionen Mark — vor. Natürlich ſind derartige
Rieſenſummen Vorbedingung zum Gelingen einer derartigen Monſtre=
Veranſtaltung, hat doch der Promoter mit Unkoſten zu rechnen, die
nahezu phantaſtiſch anmuten. Bevor ſeitens des Magiſtrates der Stadt
Cleveland, wo am 3. Juli der Kampf ſteigt, die offizielle Genehmigung
erteilt wurde, waren zunächſt einmal 100 000 Doll. Garantie zu
hinter=
legen, für den Fall, daß bei einer Verlegung des Kampfes wegen Regens
Eintrittsgelder zurückverlangt werden, weiterhin waren 50 000 Dollars
für Stadionmiete und Steuer zu bezahlen, alſo insgeſamt ſchon mehr
als 600 000 Mark. Daß man dieſes Riſiko nur eingehen wird, wenn man
die Gewähr dafür hat, ſich ſpäter in nennenswerter Weiſe ſchadlos
hal=
ten zu können, liegt klar auf der Hand.
Inzwiſchen ſind beide Kontrahenten eifrig mit ihrer Trainingsarbeit
beſchäftigt. Max Schmeling trainiert in Conneaut=Lake=Park unter
Aufſicht ſeines Managers Joe Jacobs und ſeines Betreuers Max
Machon. Sein tägliches Arbeitspenſum ſetzt ſich zuſammen aus einer
Golfpartie, verſchiedenen Rundenkämpfen mit diverſen
Sparringspart=
nern, gymnaſtiſchen Uebungen, Tennisſpiel, Schattenboxen und
Sandſack=
arbeit. Er iſt körperlich ſo auf dem Poſten, daß in ſeinem Quartier der
größte Optimismus Platz gegriffen hat. Es iſt unnötig, zu ſagen, daß
ſein öffentliches Training täglich zahlreiche Zuſchauer anzieht.
Natür=
lich iſt er auch vor Beläſtigungen nicht ſicher. So gab es einmal einen
Zwiſchenfall, der mit der Verhaftung eines allzu aufdringlichen Reporters
endete. Dem wegen ſeines roten Haares von Schmeling mit dem
Spitz=
namen. Der Rote” bezeichneten aufdringlichen Geſellen, der ſich die
Sympathien von Schmeling ſowohl wie von Stribbling verſcherzt hatte,
war von beiden das Betreten ihrer Trainingsſtätden verboten worden.
Als der Andrang einmal beſonders ſtark war, ſchlüpfte der „Rote” zwar
durch, er wurde aber ſchnell erkannt und mußte, da die orientierte Menge
eine drohende Haltung annahm, ſchleunigſt das Weite ſuchen. Die
Orts=
polizei verhaftete ihn ſchließlich und wies ihn aus der Stadt.
Von Stribbling, der ſeine Zelte in Geauka Lake im Stacte Ohio
aufgeſchlagen hat hört man natürlich ebenfalls nur das Beſte. Sein
Arbeitspenſum ähnelt dem Schmelings außerordentlich, auch iſt er ein
fanatiſcher Freund des Golfſpieles, vernachläſſigt natürlich dabei die
harte Arbeit nicht. Dabei iſt er von ſeinem ſicheren Siege vollkommen
überzeugt und glaubt, den Kampf ſehr ſchnell durch Niederſchlag
gewin=
nen zu können. Sein Vater, der ihm bekanntlich Managerdienſte leiſtet,
iſt allerdings anderer Meinung, er glaubt, daß ſein Filius nicht hart
genug ſchlagen kann, um dem Deutſchen den k.o. zu verſetzen. Stribbling
ſen, hofft nur auf eine Punktentſcheidung in dem 15=Runden=Kampf.
Amerikaniſche Segelflieger kommen nach Deutſchland
Unter Führung von Vertretern des Verbandes amerikaniſcher
Segel=
flieger treten amerikaniſche Segelflugſchüler, Piloten und Inſtrukteure
am Dienstag von New York aus mit dem Norddeutſchen Lloyd=
Schnell=
dampfer „Europa” eine Reiſe zu den deutſchen Flieger= und
Segel=
fliegerſchulen an. Den Teilnehmern an der Fahrt wird während ihres
auf drei Wochen berechneten Aufenthaltes in Deutſchland Gelegenheit
gegeben, an bekannten deutſchen Segelflugplätzen die deutſche
Segelflug=
technik und ihre Methoden theoretiſch und praktiſch kennen zu lernen,
die erſt kürzlich durch den aufſehenerregenden Rekordflug des deutſchen
Segelfliegers Wolfram Hirth über New York in der amerikaniſchen
Sportwelt rückhaltloſe Anerkennung gefunden haben. Die
Reiſeteil=
nehmer werden ſich während ihres Aufenthaltes in Eurova auch an
internationalen Flugveranſtaltungen beteiligen.
Länderpokal der Golfſpieler.
Zwiſchen den Golfverbänden der großen Nationen werden
Verhand=
lungen gepflogen, die eine alljährliche Austragung von Pokalkämpfen
zum Ziele haben. Es handelt ſich um die Spiele um den Harmon=Cup,
die im Anſchluß an die vorausgegangenen nationalen Meiſterſchaften der
einzelnen Länder im Oktober eines jeden Jahres die neuermittelten
Landesmeiſter an einem Orte zur Ermittlung des Pokalſiegers vereinigen
ſollen. Als Austragungsort iſt zunächſt Paris vorgeſehen. Man
rechnet mit einer Beteiligung aus Deutſchland, England, Amerika,
Italien, Belgien und Frankreich.
Insgeſamt 3500 Athleten werden bei den Olympiſchen Spielen 1932
in Los Angeles erwartet.
Aus Bädern und Kurorken.
Das deutſche Land iſt ſo reich an landſchaftlichen Schönheiten
und ſtillen, anheimelnden Orten und Eigenarten der dort
heimi=
ſchen Bewohner, daß, abgeſehen von denen für die Studienreiſen
ins Ausland von Wert ſind, die meiſten Erholungsſuchenden doch
in der deutſchen Heimat das finden, was ſie ſuchen, wobei ſie doch
auch eine innere Befriedigung haben dürften, wenn ſie in dieſer
Zeit der großen Volksnot ihren eigenen Volksgenoſſen
wirtſchaft=
lich helfen. In den deutſchen Gebirgen, die meiſt für weniger Geld
bequem zu erreichen ſind, findet doch jeder was er ſucht, irgendwo
ein ſtilles Plätzchen, wo ihm der Großſtadlärm nicht folgen kann,
wo ihn die „große Welt” nicht ſtört. — Wer das ſucht, findet es
in Gündringen bei Nagold, im Haus Waldesruhe.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Samstag, 27. Junf.
7.30: Bad Homburg: Konzert des Kurorcheſters.
10.20: Schulfunk: In der Werkſtatt der Lokomotiven. Hörbild von
Paul Laven.
15.20: Stunde der Jugend.
16.30: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters.
18.15: Erlebte Geſchichten von Günter Eich.
18.40: Zeit, Programmänderungen.
18.45: Eine Betriebsratsſitzung. Hörfolge von H. de Kort.
19.20: Spaniſch.
19.45: Schallplatten=Umſchau.
20.30: Soldatenlieder aus dem Weltkrieg. Leitung und verbindende
Worte: Dr. W. Schüller, Ausf.: V. Orſin —
Rundfunkmänner=
chor.
21.30: Marſchkonzert
22.50: Tanzmuſik.
Königswuſterhanſen.
Deutſche Welle: Sonnabend 27. Juni.
15.00: Jugendſtunde: Bau von Flugzeugmodellen.
15.45: Prof. Fender: Die Aufgaben des Staates.
16.30: Hamburg: Nachmittagskonzert.
17.30: Dr. Bornſtein: Unſer tägliches Brot und unſere Zchne.”
18.00: Framzöſiſch für Fortgeſchrittene.
18.30: Priv.=Doz. Dr. Weinert: Zickzackwege der Menſchwerdung.
Schwimmblaſe. Zunge und Stimme.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
18.55: Dr. Eberlein: Probleme des Luxus.
19.20: Stille Stunde: „Vater, Mutter und Kind”, Hörfolge.
20.00: Wetter für die Landwirtſchaft.
20.00: Muſik auf Volksinſtrumenten.
21.0): Verkehrsbüro; Luſtiger Abend von C. Alexander und M.
Ophüls: Muſik: E. Einegg.
22.10: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
Anſchl. Tanzmuſik der Kapelle Barnabas von Gegy.
Wekkerbericht.
Der Kern des Hochdruckgebietes hat an Umfang noch zugenommen
und erſtreckt ſich mit über Deutſchland. Durch die abſinkenden
Luftmaſ=
ſen im Hoch bleibt das Wetter heiter, und die Sonnenſtrahlung bewirkt
weiteren Temperaturanſtieg.
Ausſichten für Samstag, den 27. Juni: Heiter, wärmer und trocken.
Ausſichten für Sonntag, den 28. Juni: Fortdauer der berrſchenden
Wetterlage.
imn 9.
[ ← ][ ][ → ]Samstag, den 27. Juni
Nummer 126
Frankfurker und Berliner Efſekkenbörſe.
der Komantiarraugang in der Beit.
Ueber die Weltkonjunktur wird im neueſten Wochenbericht des
Inſti=
tuts für Konjunkturforſchung ausgeführt, daß der Konjunktur=Rückgang
in faſt allen Ländern anhält. Produktion und Umſätze, Aktienkurſe und
Warenpreiſe waren bis Mitte Juni im ganzen trotz einzelner
Teil=
belebungen noch abwärts gerichtet. Was die induſtrielle Produktion
an=
langt, ſo iſt dieſelbe in den meiſten Induſtrieländern noch geſunken:;
leichte Steigerungen in einzelnen Ländern ſind kaum mehr als
ſaiſon=
mäßiger Art. Lediglich Rußland nimmt infolge des planmäßigen
Auf=
baues ſeiner Wirtſchaft eine Sonderſtellung ein.
Inbezug auf die Warenmärkte iſt die Preistendenz an den
Welt=
märkten nicht mehr ſo allgemein abwärts gerichtet wie im letzten Jahr.
An einzelnen Rohſtoffmärkten erzielen die Preiſe infolge relativ
ge=
ringer Belebungen der Nachfrage eine feſtere Tendenz. Hierbei handelt
es ſich meiſt um vorübergehende Schwankungen, die bald wieder von
Rückſchlägen abgelöſt werden. Dieſes Schwanken auf tiefem Stande
wird nach dem jahrelangen Preisſturz als Zeichen dafür betrachtet, daß
ſich die Warenmärkte allmählich einem neuen Gleichgewichtsſtand nähern.
— Im Außenhandel der meiſten Länder ſetzt ſich die Schrumpfung der
Ein= und Ausfuhr fort. In den überſeeiſchen Ländern iſt der
Ausfuhr=
rückgang zu einem gewiſſen Stillſtand gekommen, während er in Europa
anhält. Die Einfuhr iſt hingegen faſt überall noch rückläufig.
Die Geldſätze an den großen Geldmärkten des Anslandes ſind bis
zur Gegenwart geſunken. Die Privatdiskontſätze halten ſich zwiſchen
1 und 3 Prozent v. a., während in Deutſchland zurzeit mit 7 Prozent
gerechnet werden muß. Die Emiſſionstätigkeit im Auslande iſt aber
im Gegenſatz zu der Flüſſigkeit auf den Geldmärkten — noch gering.
zum Teil, weil die großen Unternehmungen gegenwärtig keine
lohnen=
den Inveſtitionsaufgaben ſehen, zum Teil aber auch (das gilt vor allem
für Anleihen öffentlicher Körperſchaften und für deutſche Anleihen im
Ausland), weil die Kreditgeber erſt eine Klärung der politiſchen und
wirtſchaftlichen Vertrauenskriſis abwarten wollen. Wie ſtark die
Hem=
mungen auf den großen Kapitalmärkten noch ſind, geht aus folgenden
Angaben hervor: Die Emiſſionen (ſoweit bekannt) beliefen ſich in
Deutſchland, Frankreich, Italien, den Niederlanden. Schweden, der
Schweiz und den U. S.A. im Monatsdurchſchnitt 1928 auf 4.2. 1929 auf
4,77, 1930 auf 3.8 und den Monaten Januar—April 1931 durchſchnittlich
auf 2.7 Milliarden RM.
Wirkſchaftliche Rundſchan.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darmſtadt
vom 23. Juni. Neue Verfahren. Offenbach a M.: Paul
Zim=
mermann Konfitürenhandlung. Anmeldefriſt 7. 7.,
Gläubigerverſamm=
lung 25. 6., Prüfungstermin 27. 8. Beendete Konkurſe.
Darm=
ſtadt: Kaufmann Sigmund Salomon. Wöllſtein: Daniel Nachmann,
Weinhandlung, Beendete Vergleichsverfahren. Alsfeld
Heſſen): Iſidor Lorſch. Worms: Fritz Rücker, Ziegeleibeſitzer in
Weins=
heim. Offenbach a. M.: Adam Picard, 2. Daniel Picard, Inh. der
Firma A. u. D. Picard, Lederwaren in Obertshauſen. Mainz: Firma
Jacob Frank u. Co., Schuhwarenhandlung.
Abſatzrückgang der Brauereien. In der Tagung des Großen
Aus=
ſchuſſes des Deutſchen Brauerbundes kam übereinſtimmend zum
Aus=
druck, daß das laufende Geſchäftsjahr für die Brauinduſtrie ein Jahr
ſchwerer Enttäuſchung iſt. Infolge der Ueberſteigerung der Reichs=
und Gemeindebierſteuer iſt der Abſatz in den letzten Monaten um 25
bis 30 Prozent zurückgegangen. Dies bedeutet eine ſchwere
Erſchütte=
rung der Rentabilität der Brauereien, ſo daß mit einem Rückgang der
Dividenden zu rechnen ſein wird, ein Umſtand, der in den überſtürzten
Kursrückgängen in der letzten Zeit bereits zum Ausdruck gekommen iſt.
Das Fiasko der überſteigerten Steuerpolitik kann nicht beſſer illuſtriert
werden als durch die Tatſache, daß eine faſt 50prozentige Erhöhung der
Reichsbierſteuer infolge des Abſatzrückganges einen kaum 15prozentigen
Mehrertrag gebracht hat, der ſich nach den bisher vorliegenden
Abfatz=
hziffern im laufenden Jahre in einen Minderertrag verwandeln wird.
Schnellpreſſenfabrik Frankenthal vorm. Albert u. Co. A.=G. Nach
dem Geſchäftsbericht der Geſellſchaft für das Jahr 1930 ſind die Umſätze
uim In= und Auslandsgeſchäft unter der allgemein herrſchenden Abſatz=
Eriſe ſtark zurückgegangen, wobei der Hauptrückgang auf das
Inlands=
geſchäft fiel. Nur bei erhöhten Sparmaßnahmen und Einſchränkungen
war es möglich, ohne Verluſt abzuſchließen. Der Wettbewerb war
außer=
ordentlich ſcharf, die Preisgeſtaltung unbefriedigend. Der
Betriebs=
gewinn ermäßigte ſich von 3,58 Mill. RM. auf 1,36 Mill. RM.
Hier=
von beanſpruchten Unkoſten und Steuern 111 (3,12) Mill. RM.,, die
Abſchreibungen verkürzten ſich von 0,31 Mill. auf 0,17 Mill. RM., ſo
daß nach Verwendung von 26 195 (27 312) RM. zur Wiederauffüllung
des Wohltätigkeitsfonds ein Reingewinn von 51 958 (47 392) RM.
ver=
bleibt. Bekanntlich wurden im Vorjahre noch 75000 RM. auf
Del=
kredere=Konto zurückgeſtellt. Der Reingewinn ſoll nach dem Vorſchlag
der Verwaltung wieder auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die
Ausſichten für das neue Geſchäftsjahr laſſen ſich infolge der
wirtſchafr=
ichen und politiſchen Lage noch nicht überſehen.
Großfuſion in der internationalen Bankenwelt. Die Chaſe
Seeu=
rities Corp., das Emiſſionsinſtitut der Chaſe National Bank, und
Har=
es Forbes u. Co., die einen hervorragenden Platz unter den
Anleihe=
gebern Deutſchlands einnehmen, werden ihre mit dem Ankauf und
Ver=
rieb von Effekten befaßten Organiſationen mit Wirkung vom 1. 7. ab
unter dem Namen „Chaſe Harris Forbes Corp” zuſammenſchließen.
Das fuſionierte Inſtitut iſt eine der größten Effektenorganiſationen der
Welt und beſitzt außer 52 Filialen in den Vereinigten Staaten und zwei
in Kanada eine große Anzahl von Zweigſtellen und Vertretungen im
Auslande, u. a. in Berlin, London und Paris. — Die Banque de
Bruxelles wird mit ihren 22 angeſchloſſenen Provinzbanken, die ein
Kapital von insgeſamt etwa 300 Mill. Franken darſtellen, fuſionieren.
Auf dieſe Weiſe wird für ganz Belgien ſtatt 23 verſchiedenen Banken
ein einziges Bankinſtitut entſtehen.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metallnotierungen vom 26. Juni ſtellten ſich für
100 Kilogramm für Elektrolytkupfer, prompt eif Hamburg,
Bremen oder Rotterdam (Notierung der Vereinigung für die
deutſche Elektrolytkupfernotiz) auf 85.25 RM. — Die Notierungen
der Kommiſſion des Berliner Metallbörſenvorſtandes (die Preiſe
derſtehen ſich ab Lager in Deutſchland, für prompte Lieferung und
Bezahlung) ſtellten ſich für Originalhüttenaluminium 98= bis
19proz., in Blöcken, Walz= oder Drahtbarren auf 170 RM., desgl.
n Walz= oder Drahtbarren 99proz. 174 RM., Reinnickel, 98= bis
19proz. 350 RM., Antimon Regulus 50—52 RM., Feinſilber
11 Kilogramm fein) 40—42 RM.
Die Berliner Metalltermine vom 26. Juni ſtellten ſich für
Kupfer: Juni 72.25 (73.50), Juli 73.50 (74), Auguſt 74.50
75.25), September 75 (76), Oktober 76.50 (77) November 76.75
77.25). Dezember 77 (77.50), Januar 77.50 (77.75) Februar 77.50
78), März 78 (78.25), April 77.75 (78). Mai 78 (78.25). Tendenz:
ſhwach. — Für Blei: Juni 24 (26), Juli. Auguſt, September
15 (26.50). Oktober 30.25 (26.75), November und Dezember 25.50
26.75), Januar, Februar, März, April, 25.75 (26.75) Mai 26
26.75). Tendenz; abgeſchwächt. — Für Zink: Juni 25.25
27.25). Juli 25.75 (26.25), Auguſt 25.75 (27), September 26
27.50), Oktober 27 (27,75). November 27.25 (28) Dezember 27.50
28.25). Januar 27,50 (28.50), Februar 27.75 (28.25), März 28
8.75), April 28.75 (29), Mai 29 (29.25). Tendenz ruhig. — Die
irſten Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Produkkenberichte.
Berliner Produktenbericht vom 20. Juni. An der Produktenbörſe
ten ſich heute auf den meiſten Marktgebieten Preisrückgänge durch,
3 Geſchäft bewegte ſich nach wie vor in ruhigen Bahnen. Weizen
ter Ernte wird nur vorſichtig gekauft, iſt aber in den Forderungen
nig verändert; auch für Neuweizen iſt die erſte Hand kaum zu
Preis=
eſſionen bereit, da die Gebote andererſeits 1 bis 2 Mark niedriger
iten, kommen Abſchlüſſe nur vereinzelt zuſtande. Altroggen bleibt
pp offeriert, die Kaufluſt hat aber auch nachgelaſſen, da Roggenmehl
t nur in den auf verbilligten Regierungsroggen hergeſtellten
Quali=
en abzuſetzen iſt. Für Neuroggen zeigt ſich verſchiedentlich
Verkaufs=
t bei beſonderen finanziellen Konzeſſionen der Käufer. Am
Liefe=
igsmarkte ſetzte Weizen bis 3,50 Mark, Roggen bis 1,50 Mark
ſchwä=
r ein. Weizenmehl liegt ruhig bei behaupteten Forderungen,
Rog=
nmehl wird nur in billigeren Sorten gekauft. Das Haferangebot hat
kaum verſtärkt, Gebote ſind im Einklang mit der Preisbewegung am
erungsmarkte zumeiſt nur auf ermäßigtem Niveau erhältlich. Gerſte
hig.
Frankfurt a. M., 26. Juni.
Die Börſe eröffnete im Hinblick auf die Liquidation in ſehr ſtiller
Haltung. Die Spekulation übte daher größte Zurückhaltung, zumal
auch die internationale Politik noch keine Klärung erfahren hat. Ein
weiterer Unſicherheitsfaktor war die im Verlaufe der geſtrigen New
Yorker Börſe eingetretene Abſchwächung. Nachdem man im
Vormit=
tagsverkehr ſchwächere Kurſe genannt hatte, war zu Anfang des
offi=
ziellen Beginns eine Erholung feſtzuſtellen, wenn auch die geſtrigen
Abendbörſenſchlußkurſe nicht immer erreicht werden konnten. Die
Grundſtimmung war indeſſen als nicht unfreundlich anzuſprechen; man
hoffte, daß die Durchführung des Hooverſchen Moratoriumsplanes nicht
an dem Widerſtande Frankreichs zum Scheitern gebracht werden würde
und glaubte, die Abreiſe Stimſons nach Eurova als ein Zeichen für
einen günſtigen Stand der Angelegenheit werten zu können. Hingegen
machten die weiteren Geldkündigungen, die mit dem Halbjahresultimo
in Zuſammenhang ſtehen dürften; einen ungünſtigen Eindruck auf die
Marktlage. Gegen die Abendbörſe war die Kursgeſtaltung
uneinheit=
lich, doch überwogen Kursrückgänge bis zu 1 Prozent. Deutſche
An=
leihen gaben von ½s bis ¼ Prozent nach. Die heutigen
Liquidations=
kurſe ver Ultimo Juni zeigten überwiegend Erhöhungen gegen die
letzte Liquidation von 10 Prozent, vielfach darüber hinaus bis zu 18
Prozent. Im Verlaufe trat keine merkliche Veränderung der
Situation=
ein. Die Kurſe blieben unter leichten Schwankungen auf dem
An=
fangsniveau gehalten. Nach Feſtſetzung der Liquidationskurſe konnte
ſich die Tendenz auf Deckungen der Spekulation durchweg von 1—2
Pro=
zent befeſtigen, wobei beſonders die feſten Auslandseröffnungskurſe
anregten. In Verbindung mit einigen eintreffenden Kundenorders
konnte man auch verſchiedentlich Meinungskäufe beobachten. Am
Geld=
markt war Tagesgeld ſtark gefragt und zog auf 7 Prozent an. Der
Reportgeldſatz ſtellte ſich auf 7.5—8,5 Prozent. Am Deviſenmarkt
no=
tierte Reichsmark gegen Dollar 4,2135, gegen Pfunde 2,50½, London
— New York 4,8650, Paris 124,30, Mailand 92,94, Madrid 51,50,
Schweiz 25,10½, Holland 12,08½.
Die Abendbörſe eröffnete nach der verhältnismäßig leichten
Ueberwindung der Liquidation und auf feſte Kursmeldungen der New
Yorker Börſe in weiter befeſtigter Tendenz. Die inzwiſchen zur
Ver=
öffentlichung gekommene Antwortnote der franzöſiſchen Regierung auf
den Moratoriumsplan Hoovers fand geteilte Aufnahme. Da aber vom
Publikum einige Kauforders vorlagen, ſchritt die Kuliſſe zu neuen
Deckungen und Meinungskäufen, ſo daß gegen die Berliner
Schluß=
kurſe unter Berückſichtigung des Reports meiſt Erhöhungen von 1½ bis
2½ Prozent zu verzeichnen waren. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe
verſchiedentlich leicht ab, da einiges Material herauskam. Am
Pfand=
briefmarkt waren Liquidationspfandbriefe weiter befeſtigt.
Berlin, 26. Juni.
Die freundliche Grundſtimmung, die trotz verſchiedentlicher
Schwan=
kungen in den letzten Tagen die Börſe beherrſcht hatte, hielt auch heute
an. Man nannte vorbörslich noch meiſt ſchwächere Kurſe, doch wieſen
die erſten Notierungen dagegen wieder Erholungen auf; wenn ſie auch
kein einheitliches Ausſehen zeigten und zum Teil 1 bis 2 Prozent unter
geſtrigem Mittagsſchluß lagen, war eine ſtarke Widerſtandsfähigkeit doch
unverkennbar. Die Nachricht, daß Staatsſekretär Stimſon am Samstag
ſeine Europareiſe antreten wird, ſtimulierte, da man hieraus erkennen
will, daß die Verhandlungen Amerika—Frankreich gute Fortſchritte
machen, zumal Italien ſelbſt Hoovers Vorſchlag bedingungslos
ange=
nommen hat. Auch die bevorſtehende Zuſammenkunft der deutſchen und
franzöſiſchen Staatsmänner ſowie die offizielle Beſtätigung des 100=
Millionen=Dollar=Kreditabſchluſſes wirkte beruhigend. Nach neueren
Zei=
tungsmeldungen ſoll bei dem Federal Reſerve Board ſogar die Abſicht
beſtehen, der Reichsbank einen zweiten Ultimokredit einzuräumen, doch
iſt dieſe Meldung noch unbeſtätigt. Der matte Schluß der geſtrigen
New Yorker Börſe, der vormittags verſtimmt hatte, blieb ohne größeren
Eindruck. In Anbetracht des heutigen Liquidationstages und ſelbſt des
kurz vor der Tür ſtehenden Ultimos herrſchte naturgemäß ſtärkſte
Zurückhaltung. Es kam verſchiedentlich Prämienware heraus, und die
Spekulation ſowie ein Teil der Kundſchaft ſchritten noch vor dem
Ultimo in Anbetracht des hohen Prolongationsſatzes zu Glattſtellungen.
Im Verlaufe wurde es zunächſt feſter, die Beſſerungen betrugen zirka
1 Prozent. Nach vorübergehender leichter Abſchwächung wurde es ſpäter
allgemein wieder feſter. Der Rentenmarkt war freundlich bei jedoch
ruhigem Geſchäft. Die Geldſätze blieben unverändert, es ſollen aus
dem Auslande Geldofferten vorliegen, doch ſind noch immer Kredite zum
Ultimo rückzahlbar. Deviſen waren ziemlich unverändert. Pfunde
etwas leichter.
Berliner Kursbericht
vom 26. Juni 1931
Amerikaniſche Kabelnachrichken.
Es notierten nach Meldungen aus Chicago am 26. Juni:
Getreide. Weizen: Juli 58.50, Sept. 59½, Dez. 63.75; Mais:
Juli 60.50, Sept. 58.50, Dez. 52.75; Hafer: Juli 28.25, Sept.
287, Dez. 318; Roggen: Juli 38½, Sept. 40.50. Dez. 4438.
Schmalz: Juli 8.10, Sept. und Okt. 8.22½; Speck, loko 9.12½.
Schweine, leichte 7.25—7.50, ſchwere 6.00—6.80;
Schweine=
zufuhren: Chicago 14 000, im Weſten 67 000.
Es notierten nach Meldungen aus New York am 26. Juni:
Schmalz: Prima Weſtern 8.85; Talg, extra, loſe 33.
Getreide. Mais, loko New York 74.25; Mehl, ſpring wheat
clears 3.95—4.45; Fracht: nach England 1,6—2,3 Schilling, nach
dem Kontinent 8—8.50 Cents.
Kakao. Tendenz: feſt; Umſätze: 3.19; Lokonotiz: 5.75; Juli
5.50, Sept. 5.75, Okt. 5.84, Dez. 5.99, Jan. 6.09, März 6.22,
Mai 6.34.
Kleine Wirtſchaftshachrichken.
Die Stadt Frankfurt a. M. hat eine neue Anleihe in Höhe von
1 Mill. RM. abgeſchloſſen. Die Anleihe iſt zum Kurſe von 92 Prozent
auszahlbar, wird mit 7 Prozent verzinſt und iſt nach 10 Jahren
rück=
zahlbar.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft, Metallwiſſenſchaft,
Me=
talltechnik” ſtellte ſich am 24. 6. 1931 auf 68,6 gegen 64,8 am 17. 6.
(Durchſchnitt 1909/13 — 100), ſtieg alſo um 5,9 Prozent. Für die
ein=
zelnen Metalle wurden folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer
62,5 (59,2), Blei 79,7 (73,4), Zink 53,4 (47,2), Zinn 58,8 (54,8),
Alumi=
nium 118,1 (118,1), Nickel 107,7 (107,7), Antimon 76,2 (74,0).
Dar Abſatz des Deutſchen Steinſalz=Syndikats G. m. b. H., Berlin,
und der mit ihm verbundenen Salzwerke betrug im Jahre 1930
ins=
geſamt rund 1950 000 Tonnen gegenüber dem Abſatz des Jahres 1929
mit rund 1 920 000 Tonnen.
Der Bau der neuen Koblenzer Moſelbrücke aus Eiſenbeton wird
einer Arbeitsgemeinſchaft übertragen, die aus den Firmen Butzer=
Dort=
mund, Dyckerhoff u. Widmann=Wiesbaden=Biebrich, Grün u Bilfinger=
Mannheim und Philipp Holzmann=Frankfurt a. M. beſteht.
Die Generalverſammlung der Steinwaren=Induſtrie Wiesloch A.=G.,
Wiesloch, genehmigte einſtimmig die Bilanz und beſchloß, 6 Prozent
Dividende auf die Vorzugsaktien von 1929 und 1930 und 4 Prozent auf
die Stammaktien zu verteilen. Auf neue Rechnung werden 11801 RM.
vorgetragen.
Die ſeit über 70 Jahren beſtehende Graphiſche Druck= und
Verlags=
anſtalt Meißner u. Buch in Leipzig erſtrebt infolge Abſatzſchwierigkeiten
ein Moratorium von ihren Gläubigern. Wie verlautet, wird auch die
Umwandlung in eine A.=G. erwogen. Die Geſamtverbindlichkeiten
dürf=
ten die Millionengrenze überſchreiten. Das Unternehmen beſchäftigt in
normalen Zeiten 300 bis 500 Perſonen.
Die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden iſt bekanntlich
allge=
mein miſerabel. Daß aber über eine Gemeinde der Konkurs verhängt
wird, iſt immerhin noch ſelten. Dieſer nicht alltägliche Fall iſt aber
ſoeben bei der Gemeinde Lübbertsdorf (Kreis Wismar) in Mecklenburg=
Schwerin zu verzeichnen, über die das Konkursverfahren eröffnet wurde.
Die Zigarrenfabriken Heinr, Jacobi, Hamburg=Berlin=Mannheim,
haben die Gebäude der früheren Zigarrenfabrik Kehl u. Guſtine in
Frohnhofen beim Mömbris und die drei Zigarrenfabriken im
Gemeinde=
bezirk Heilbronn=Kirchardt erworben. Dadurch konnten mehrere
hun=
dert erwerbsloſe Zigarrenmacher eingeſtellt werden.
Die Schwierigkeiten am Leim= und Fettmarkt veranlaſſen die
ver=
arbeitende Induſtrie, neuerdings eine Herabſetzung der Preiſe für
Sam=
melknochen vorzunehmen. Von der Induſtrie werden die Preiſe für
Knochen mit Wirkung vom 1. Juli um 50 bis 75 Pfg. per 100 Kilo je
nach Qualität ermäßigt. Damit ſind die Knochenpreiſe ſeit März um
durchſchnittlich 2,50—3 RM. herabgeſetzt worden.
Die Mitgliederverſammlung des Reichsverbandes der Deutſchen
In=
duſtrie wird am 25. und 26. September in Berlin abgehalten. Die
Tagung wird unter dem Leitmotiv „Deutſche Induſtrie und deutſches
Volk” ſtehen.
Das Internationale Kupferkartell hat am 26. Juni den Kupferpreis
eif Nordſeehäfen um 0,50 Dollarcent auf 9,02½ Dollarcent pro Lib.
erhöht.
Oeviſenmarkt
vom 26. Juni 1931
Berl. Handels=Geſ.
Danatbank . . . . . . .
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapaa
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
J. P. Bemberg
Bergmann Eleitr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
106.—
112.—
1101.375
101.75
49.50
80.—
51.50
95.—
46.—
91.—
70.50
38.875
103.—
123.—
69.—
Eleftr. Lieferung 112.
J. G. Farben 135.375
Gelſ. Bergw.
71.—
Geſ. f. elektr. Untern. /406.625
Harpener Bergbau / 60.50
Hoeſch Eiſen
52.25
Phil. Holzmann 79.—
Kali Aſchersleben 1127.25
Rlöcknerwerte
56.25
Köln=Neueſſ. Bow./ 56.50
Mannesm. Röhr. 68.25
Maſch.=Bau=Untn. / 36.125
11.50
Nordd. Wolle
Oberſchleſ. Kofsw. 68.—
Orenſtein & Koppell 41.25
Mainee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Glanzſtoff
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nrnb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hirſch Kupfer
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah
Wanderer=Werke
420.50
44.50
201.50
93.25
110.—
47.25
133.—
55.—
17.—
39.75
126.50
33.—
130.—
34.—
54.—
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſ ."
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stodholm .
London
Buenos-Aires
New York
Belgien
Italien
Paris
Währung
100 finn. Mk.
100 Schillin
100 Tſch. Kr.
1100 Pengö
100 Leva
100 Gulden
100 Kronen
100 Kronen
100 Kronen
1 2.Sta.
1 Pap. Peſo
1 Dollar
1100 Belga
100 Lire
00 Franes
Geld
10.591
59.15
12.467
73.43
3.C49
169.38
112.69
112.7
112.86
20.47
1.331
.209
59.61
22.04
16.473
Brieff
10.611
59.27
12.48
73.57
3.05
169.7
11291
112.9
113.08
20.51
1.334
4.217
58.73
22.08
16.51.
Schweiz
Spanien
Danzig.
Japan
Rio de Janerrolt Milre
Jugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu
Kairo
Kanada
Nruguay
Jéland
Tallinn (Eſt:
I.)
Riga
Miee
100 Franke
100 Pefetat
100 Gulden
1 Yen
100 Dinar
100 Uscudo
100 Drachm.
11 türt. 2
ägypt. 2
1 canad. Doll
1 Goldpeſo
100 isl. Kr.
100 eſtl. Kr.
100 Lats
GeldBrie!
31.56
9 86
31.86
2.081
0.321
7.444
18.61
5.457
21.00
4.186
2.418
92.35
112.04
1.08
61.72
39.54
2.02
2.085
0.523
7.462
8.65
5.467
1.74
4.194
2.422
92.53
112.26
*1.24
Frankfurter Kursbericht vom 26. Juni 1931.
Pe 6% 78.5 5½¾Intern., 70.25 6% Baden ......" n2 8% Bahem ....." 98 68 78 8½ Heſſen v. 28 86.5 v. 289 89 6% Preuß. Staat. 8% Sachſen ..... Na .... 72 7½ Thüringen. .. 79 Dtſche. Anl. Auslo=
ſungsſch. 2‟/. Ab=
löſungsanl. . . . 52,25 Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch. (Neub.) 5.4 Deutſche Schuvge= bietsanleihe .. 8% Aachen v. 2‟ 86 8% Baden=Baden 84.5 6%Berlin ....." — 8% Darmſtadt v. 26 v. 28
3% 7% Dresden.... 8% Frankfurt a.M 95.5 7%
v. 26 6%
v. 26 70 8% Mainz ....... 8% Mannheim v. 2 86 62
v. 27 8½ München .... .! 90 3½ Nürnberg. . . . 8% Wiesbaden 84.25
3% beſſ. Landesbl
85
Goldoblic
4½% Heſſ Lds.=
Hyp.=Bk.=Liquid
¾% „Kom.=Obl.
3% Preuß. Lds
pfbr.=Anſt. G. P
706
Goldoblig
Rr6
92.25
97.25
86.5
81.5
99.25
95.5
95.75
Landeskomm.
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl
8% Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
7% Laſſeler Land. Goldpfbr..
6‟
„
8% Naſſ. Landesbk.
7% „
6%
4½½ „Liqu.O1
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
FAuslSer. I
„ Ser, I.
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
8% Berl. Hyp.Bk
4½%„Liqu.=Pfbr.
8% Frrf. Hyp.=Bt.
4½% — Lic. Pfbr
„ Pfbr.=Bk.
% „ „ Liqu.
82 Mein.Hyp.=Bk.
3 — Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp.=Bk.
4½ „ Lig. Pfbl
3½ Preuß.
Boden=
cred.=Bant . . .
4½% „Lia. Pfbr.
8% Preuß. Centrl.
Bodencr.=Bank".
4½0 „ Lig. Pfb.
8% Rhein. Hyp. B!
7
4½% Lig. Pfbr.
O Rhein.=Weſtf.
Bd.=Credit.. .
39 Südd. Bod.=
Cred.=Bank ..."
4½% „ Lig. Pfbr
93.25
93
3
85
99.75
93.25
85.5
89.75
50.2
67
11
96.5
96
88
96.25
96
87.4
96
95.75
89%/,
96.5
92
88. 75
99
89
98
91.5
M.
86.55
96.25
95
87.75
98
98.5
93.75
88
Württ. Hyp..4
6% Daimler=Benz
8% Dt. Linol. Werke
82 Klöchner=Werke
%o Mainkrw. v. 26
7% Mitteld. Stahl.
8% Salzmannu. Co
7% Ver. Stahlwerke
8½ VoigtckHäffner
—
J. G. Farben Bondt
5% Bosn. 9.E.B.
„. L.Inveſt.
328 Bulg. Tab. v. 0
4½% Oſt. Schätz
4% Oſt. Goldrenie
5%vereinh. Rumän
4½%
420
4%0 Türk. Admin.
14½ „ 1. Bagdad
4% „ Zollanl.
4½% Ungarn 1913
19141
4½%
Goldr.
L.
1910
49
Aktien
Nig. Kunſtziide IInie
A. E. G.
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauereil
Zellſtof
Vemberg, 7. P... . / 91
Bergm. El.=Werke
BrownBoverickCie
Buderus Eiſen..."
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G. Chemie, Baſel/154
Chem. Werke Albert
Chade
Contin. Gummiw. /106
Linoleum
nier=Benz ....! 27.25
97.5
64
89.5
76
90
n9.75
99.5
76
89
Rae
26.75
35
190.5
14.75
14
n9.75
96
69.5
58.8
43.75
57
85
Dt. Atl. Telegr.
„ Erdöl ......."
Gold=u. Silber
ſcheide=Anſtalt
Linoleumwerke
„ Eiſenhandel. ..
Dyckerhoff u. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.-Ge
Licht u. Kraft/115.25
Eſchw. Bergwert. 1200
EßlingenMaſchiner
Ettlingen Spinnere
Faber & Schleiche=
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt. & Gnilleaumel
Frankf. Gas 1. Lia.
Hof..
Gelſent. Bergwerk
Geſ. f.eleftr. Untern
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger ./150
Dafenmühle Frrft.
Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh. 128
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf. /120
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufſerm.
Hirſch Kupfer. . . . . 1127.5
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil. 79.5
Zlſe Bergb. Stamm/148
„ „ Genüſſe
Junghans.
Kali Chemie
„ Aſchersleben
Kammgarnſpinn. .
Karſtadt, R.. . . .
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ..
Knorr C. H.......
Lahmener & Co.
Laurahütte ..
Lech, Augsburg ..
78.5
69
125
65.5
86
111
30
65
12
136.2!
36
165
33
62
59.5
54
65
96.5
30
91
31
Löwenbr. Münch.
Lüdenſcheid Metall
Lutz Gebr. Darmſt
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz. Akt.=Br. ..
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Berg.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau.
MontecatiniMaild.
Motoren Darmſtadt
Deutz
Oberurſe!
Oberbedar;
Phönix Bergbau.
Rein iger. Gebbertl
Rh. Braunkohlen".
Elektr. Stamm
„ Metallwaren.
„ Stahlwerke ...
Riebeck Montan. . .
Roeder Gebr. .
Rütgerswerte ....! 44
Sachtleben A. G.
Salzdetfurth Kali,
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm. Lackfbr.
Schriftg. Stempel.
Schucker: Elettr. . .
Schwarz=Storchen.
Siem. Glasinduſtr.
Siemens & Halsfe.
Südd. Immobilien!
„ Zucker=A. G.
Svenska Tändſticks
Tellus Bergbau ..
Thür. Liefer.=Geſ.,
Tietz Leonhard".
Tucher=Brauerei ./ 80
Unterfranken. . . . . 82
Beithwerke
Ver. f. Chem. Ind.
Stahlwerke ...
Strohſtoffabr.
Ultramarin ...
A
17.5
63.1
115
68.25
30.25
59
37
49
108
74.75
51
126
202.5
167
160
44
82
157.75
11
19
104
Vogtländ. Maſchin. 28
Voigt & Haeffner .! 99
Wanß & Frehtag. 26‟/,
Wegelin Rußfabrik/ 25
Weſteregeln Kali.. 133
Zellſtoff=Verein ...
Waldhof. . . . . . 72.5
Memel.
62.5
Allg. Dt. Creditanſt. 86.5
Badiſche Bank. . . . 118
Bk. f. Brauinduſtr. /115
BarmerBanwerein! 98.26
Bayer. Hyp. u. W./116
Berl. Handelsgeſ.
„ Sypotlielbk., /210
Comm. u. Privatb/102.5
Darm ſt. u. Nat.=Bf. 112
Dt. Ban1 und Dic. 101
Dt. Eff. u. Wechſell 92.75
Dresdner Bank . . ./101.75
85.5
Franrf. Bank
„ Hhp.=Bank .. . /128.75
„ Pfdbr.=Bl..
Mein. Hyp. Pank. /132.5
Oſt. Creditanſtalt
Pfälz. Syp.=Ban! /117
eichsbank=Ant. . . 142
Rhein. Hhp.=Bank. 122
Südd. Bob.=Cr. Bt. /130.25
Wiener Bankverein! 8.75
Württb. Notenbank
A..G. 1. Vertehrsw.
Allg. Lofalb. Kraftn
7% Dt. Reichsb. Vzg
Hapag ......"
Nordd. Lloyd. . . .
Südd. Eiſenb.=Gei
49.5
94
86l,
49.5
G
Allianz. u. Stuttg.
Verſicherung .. . 185
„ „ Verein. Verſ. 200
FrankonaRück-u. M
Mannh. Verſich...
Itavi Minen
Schantung Handelsl
63
[ ← ][ ][ → ]Seite 12
Samstag, den 27. Juni 1931
Nummer 176
Wir empf. z.
Auf=
bewahr. v.
Paddel=
booten unſere neu
am Rhein erricht.
O
WElBLICH
Bootshalle
zu bill. Pr. Waſſer=
Sportkl. Rheingold
zu Biebesheim.
Zuſchriften an: (*
Jak. Fr. Dewald.
Geſucht werd. einige
jüng. Damen u. Herren
zw. Verkauf erſtklaſſ.
Mollerei=Produkte.
Angeb. unt. Z, 78 an
die Geſchſt.
Geboten: Schöne 5=
Z.=Wohng. im
Zen=
trum, Fr.=M. 60 ℳ.
Geſucht: 5=Z.=Whg.
in ruhig. Lage bis
90 ℳ. Angeb. unt.
3. 57 a. d. Gſchſt.
Bäumer’s
Rotaprint-
Vervielkältigungen
befriedigen stets!
B5a/ Bäumer’s Büro
Rheinstr. 8.
Tel. 1223
Jüngere, geübte
Stenotypiſtin
per 1. Auguſt 1931
geſucht. Angeb. mit
Lebenslauf u.
Ge=
haltsanſpr. erb. u.
3. 45 a. d. Geſch.
Rheinſtraße 12½
mod. 6=Zi.=Wohng.,
Stock. Parkett,
Erker, 3 Balk., Bad.
Nebenräume, z. vm.
Näh. 2. Stock. (6671a
Maß=Konlektions
Anguge
Schnellkrans=
porte aller Art üb
Phil. Germann,
Karlſtraße 63½
Telef. 1299. (9411a
Naumann=
Nähmaſchinen
Allerbeſtes
Fabrikat!
Alleinverkauf
Georg Moll „
Grafenſtr. 4. (982
Ein ordentliches
Alleinmädchen
nit nur gut. Empf.
wird z. 1. Juli nach
Frankfurt a. M. in
ein. chriſtl. Haush.
geſ. Lohn ℳ 30.—
monatl. Evtl. wird
auch ein fortbild.. Mädch
geg. 20.— ℳ Lohn
angenomm (9821
Frau Wiesner,
Frankfurt a. M.,
Im Trutz 31.
O
Baufachverkrel.
beſt. eingef., geſucht.
Poſtlagerkarte 866,
Frankfurt a. M. 1
(II.9714)
WElßtich
Flotte Stenotypiſtin
19 Jahre alt, bewand.
in Konto=Korrent,
Buchhaltung u.
Büro=
arbeiten, ſucht zum
1. Juli Stellg. Ang.
u. 2.80 an d. Gſchſt. (*
Sol. ehrl. Mädchen,
m. nur gut. Empfehl.
ſucht alsbald Stellung
in nur beſſer. Hauſe.
Näh. u. Z. 69 a. d.
Geſchäftsſtelle.
Jg. Mädchen, 171
J. alt, aus gt. H.,
ſucht bald. Stellg.
a. lbſt. b. einem kl.
Kinde, da ſie ein
ſolch, ſchon ein
gan=
zes Jahr verſorgt
hat. Gute Zeugn
vorh. Angeb. unter
3. 56 a. d. Gſchſt.
Suche f. m. Tochter,
20 J.. Stelle bis n.
d. Spül. Näh. Gſch.
Ehrl. fleiß. Mädch
welch. bürg. koch. k.,
ſucht Stell. Z. erf.
bei Hartmann (*so
Mühlſtr. 24. Hths.
Schneiderin
empfiehlt ſich im
Nähen u. Ausbeſſ.
M. Debo. Groß=
Gerauer Weg 34.
(*ms)
MANNLICH
Wo wird
Vertrauens=
perſon geſucht?
Bin Ingen., verh.,
41 J. alt, techn. u.
prakt. erfahr., habe
Führerſch. 3b u. k.
Kaution ſtell. Gefl.
Off. u. 3. 49 Gſch.*
Tücht.
Bubikopf=
u. Herrenfriſeur
ſucht Stell. Off. u
3. 41 a. d. Geſch.*
6-7-3.-Wohng.
part., i. Eichbergv.,
Bad, Balkon z. vm.
Näh. Geſchäftsſt. (.
Aus guten Stoffen in anerkannt bester Ausführung
nu130.— Mk.
Eine hervorragende Leistung
meiner eigenen Schneiderei
zu vermieken:
in beſter Lage,
Olbrichweg 10.
1. Stock, z. 1. Okt.
oder auf Wunſch
auch früher g
Bismarckſtr. 53, pt.
gut möbl. Zim. m.
Schreibt. zu verm.”
Mathildenſtr. 32, I
gut möbl. Zim. m.
I. Licht z. vm. (*si
Schuchardſtr. 15, II
möbl. 3. a. D. z. v.
*sg)
Bismarckſtr. 100, I.
ſchönes möbl. Zim.
mit el. L. an ſolid.
Herrn z. vm. (*so
Heinrichſtr. 82, I.
gut möb. Wohn= u.
Schlafz. m. el. Licht
p. 1. Juli a.
berufs=
tät. Hr. z. v. (*sm
Aus den Amtsverkündigungen
des Kreisamts Darmſtadt und den
Bekanntmachungen des Polizeiamts
Darmſtadt.
Gefunden: 1 Damenſtrickweſte, eine
ſchwarze Damenhandtaſche, 1 Zehn=
Mark=Schein, 1 graue Ueberziehhoſe,
blaue Arbeitsſchurze, 1 braunlederne
Hundepeitſche, 1 graues
Kindermäntel=
chen, mehrere Portemonnaies, 3 Gebiſſe.
1 Buch, 1 grüne Leinentaſche mit ſchw.
Halbſchuhen, 1 Broſche. — Zugeflogen:
1 blauer Wellenſittich. —
Ausge=
ſchwärmt: 1 Bienenſchwarm. —
Zuge=
laufen: 1 kleiner ſchwarzer Dackel, ein
grauer, braungefleckter Jagdhund.
Mietgutſcheine.
E.=Ludwigſtr. 13. I.
möbl. Zimmer ſof.
zu vermieten. (*
MANNLICH
6=Zimmer=
Bohnang
Widlu Rhwag
Darmstadt
Ludwigsplatz
(9836)
Wohn= u. Schlafz.,
Schreibt., el. L., a.
einz. z. v. Näh. Gſch.*
Am 29. Juni I. J. findet die Ausgabe
der Mietgutſcheine an Erwerbsloſe, deren
Zuname mit S, T, U, V. beginnen,
aus=
nahmsweiſe in der Zeit von 14—18 Uhr
ſtatt. Vormittags werden keine Scheine
abgegeben.
(st.9777
Stadtkaſſe.
Karlsſtr. 30, II. r.
gut möb. Z. z. vm.
Grundſtücksverkauf.
Große helle
mit Zubehör und
Etagenheizung.
Großherzogliche
Verwaltung.
Schloß. Tel. 102.
(9672b)
Auschartsräuke
Hormmannftr. 20, 2. Sou
mit bequemem Aufgang auf 1. Oktober
zu vermieten. 9471a
Wilhelminenstraße 21, I.
freie Lage, 7 Zimmer, Badezimmer,
große Veranda, elektriſches Licht und
Gas nebſt reichl. Zubehör, zum 1. Jult
zu vermieten. Näheres 1. Stock. (7658e
Grundſtück in Darmſtadt, Riedeſel=
2—3 möbl. Zim. m. ſtraße 76, 5726 qm, an 3 Straßen gele=
Küchenb. b. all. alt. gen, bebaut mit ehem. Militarpferde=
Hrn. z. vm. Anzuſ ſtällen uſw., iſt alsbald zu verkaufen.
Finanzamt Darmſtadt=Stadt
(Liegenſchaftsſtelle),
Wilhelminenſtraße Nr. 15, part. (9791
1—3 und 6—8 Uhr
Waldſtr. 33, I. lk.
2 Büroräume
(ev. 1 groß. Raum)
zentr. Lage z. miet
geſ. Off. m. Preis
u. 3. 63 Geſchſt. (*
Donnerstag, den 2. Juli d. J.,
vor=
mitt. ½9 Uhr, findet im Gemeindewald
zu Wixhauſen, Diſtrikt Hahnhecke, eine
möglichſt fortbil
dungsſchulfrei.
Wilh. hublik
Eiſenhandlung,
Kirchſtr. 18. (9742b
mit Bad u. allem
Zubehör ℳ 95.—
heute, zum 15. 7. z.
vermieten. (9834
Alters
Wohnungsnachweis
Eliſabethenſtr. 34.
Lagerräume
5 Zimmen
bis zu 700 qm mit Bahnanſchluß,
Rampen, elektr. Aufzug, Keller,
Ga=
ragen, gr. Hof, begeme. Zufahrt, auf
Wunſch Wohnung mit Gartenanteil,
zu vermieten. Anfragen unter 2. 50
19772b
an die Geſchäftsſtelle.
und Bad mit allem Zubehör, in
allerbeſter Wohnlage Darmſtadts
(Südoſtviertel) per 1. Oktober evtl.
früher zu vermieten. Zn
er=
fragen von 1—3 Moſerſtraße 3, I,
ſonſt Ludwigſtr. 11. (9825
Laden
mit kl. Wohnung u.
Kellerräum., worin
ein ſehr gut
gehen=
des Kolonialwar.=,
Obſt= und
Gemüſe=
geſch. betrieb. wird,
p. 1. Aug. zu vm.*
Eliſabethenſtr. 56, I.
Mittl. Laden
mit Nebenräumen
in beſter
Geſchäfts=
lage, Wohnung auf
Wunſch, zu vermiet.
Angeb. unter 3. 68
a. d. Geſch. (9809b
O
Garage frei!
ſannſtr. 35. (9783a
Die neuesten
Kniestrümpfe, Söckchen
Kinderstrümpfe
OMONAAA
Hachenburger
Aelt. Ehepaar ſucht
p. 1. Okt. d. J. eine
ſchöne große u. ger
4-Zim.-Wohn.
ev. mit 2
Manſar=
den. Badezimm. u.
ſonſt. Zubehör i. 1.
Stock in ſchön. frei.
u. ruhiger Lage zu
mieten. Mietber.=
Karte vorhanden.
Angeb. unter 3. 76
a. d. Geſch. (9805a
Hoizverſieigerang
Polizeibeamter,
kinderlos, ſucht zum
1. Aug. 31 geräum.
9—3.
* J.-Mohng.
mit Bad u. Zubeh.
Angeb. unter 3. 61
an die Geſchäftsſt.*
mit folgenden Sortimenten ſtatt:
Eichenſtammholz
von Klaſſe 2 N bis 6N — 9.85 Fm.
Brennholz: Scheiter: 179 Rm. Eichen,
32 Rm. Birken und Erlen; Knüppel:
547 Rm. Eichen, 51 Rm. Birken und
Erlen: Reiſig: ca. 2400 Wellen loſes
Reiſig.
Zuſammenkunft an der Frankfurter
Chauſſee, Eingang zur Hahnhecke, vorm.
½9 Uhr. Nähere Auskunft erteilt Herr
Förſter Klipſtein, Forſthaus Bayerseich,
Wixhauſen, den 25. Juni 1931.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Jung.
(9789
der alleit
ſiß: ihr
t lockere
gie zu.
im durchat
Nun b.
denfalls
ud den
nat
nnte er ſite
Ih!
guſte ſich.
lappe ſch!
demical" .
Der Gel
völlig, de
ichte, als ei
Es war
un die S
viele T.
brließ ſie
ſſten verſu
Auch d
I ſtarken
blend
ungsreiche
nfügung
ſtels
In Julie
un ziemlick
tgeſpielter
Iugoderpachlang.
Rheinstraße 1
Kinderloſ. Ehepaar
(Beamter) ſucht
2—3=Zim.=Wohng.
Angeb. m. Preis u.
3. 53 a. d. Gſchſt.
Anderordenklieh billige Sonder-Angebote.
Beachten Sie bitte meine Schaufenster,
Privak=Garage
ſofort zu vermieten
Herdweg 71. (*se
Mathildenſtr. 32,
Garage z. vm. (*s
Mod. vollk. neuherger.
4Zim.=Wohnung
Näh. Geſchäftsſtellex benutzung, Kell. u
Wilhelmſtr. 8, I.
Herrſchaftliche
8=Zim.-Wohng.
mit reichl. Zubeh.,
Nebentreppe.
Zentralheizung.
zu vermieten.
Näheres Architekt
Schembs. Steinſtr
Nr. 10. Telef. 1210
(9740b)
Per ſofort od. ſpät
ſchöne
4=Zimmer
Wohnang
95 Pfg. 1 Doſe Fußb. Lackfarbe
399a) Farben-Krauth, Eschollbr. Str. 3
(parterre)
mit Bad. Küche,
Zentralheiz. u.
Zu=
behör, beſte u. ruh.
Lage, zu vermieten.
Offerten unt. Z. 67
a. d. Geſchäftsſt. (*
Allen Freunden erlesener Zigarren empfehle ich
die an Preiswürdigkeit und Güte nicht zu
übertreffende
„Wochenend‟
vorsortierte Sumatra-Auslese
zu 22 Pfg.
Fachgeschäft für
D.10SeDn, hochwertige Zigarren
Rheinstr. 20 / Tel. 557. (9623b
3 ſchöne ſonnige
beſchl. ſr. Zin.
per ſofort zu verm mit Zub., Küchen=
Bodenraum a. ruh.
Mieter preisw. ab
Juli zu vermiet.
Näh. Geſchſt. (*sms
3-Zim.-Wohn.
mit Zubeh., Miete
ca. 32.—, an
kin=
derloſe Familie zu
Lagerhausſtr. 16, I.
zentr. Lage. gut mbl.
2 Zim.=Wohn. m. K
ſep. Eingang, billig
zu vermieten.
vermieten. Mietb.=
Karte erforderlich.
Alters
Wohnungsnachweis
Eliſabethenſtr. 34.
(9833)
Neubau=
wohnungen!
3 u. 3½ Zimmer,
mit Bad.
Zentral=
heizung etc., z.
ver=
mieten.
(9835
Alters
Wohnungsnachweis
Eliſabethenſtr. 34.
Kleine 2=Zim.=W.
m. Küche in Manſ.
obere Heinrichſtr. p.
1. Juli z. vm. Zu
erfahr.
Heidenreich=
ſtraße 21, III. (*
2 Zim. m. Küche,
A4
Paslangen Vin
nicht kurzweg eine Flaſche Waſſer; wenn Sie
Hths., beſchl.=fr. zu
verm. Bleichſtr. 38.
(*sg)
ein wirklich gutes, natürliches Mineralwaſſer
trinken wollen, dann fordern Sie ausdrücklich
Stiftſtraße 23, II.
gr. leer. Z. z. vm.
Kautr
Sanzn
Gade
Laſſen Sie ſich kein anderes Waſſer vorſetzen als
K. F. Ou.!
Großvertrieb: Martindahn
Darmstadt / Pallaswiesenstraße 30 / Tel. 305
3 Zimmerwohnung*
m. Garage, el. Licbt,
Gas uſw. zu verm.
Arheilgen, Bahnſtr. 17
Beſchln.=fr. 2=Zim.=
Wohn. m. Zub. ſof.
bez. b.z. v. Arheilgen
Wixhäuſerweg 11.
Schöne
4-Zim.-Wohn.
mit all. Zub.,
End=
ſtation Darmſtadt=
Griesh., zu verm.*
Griesheim,
Gr.=Gerauer Str. 6
Schöne
3=Zim.=Wohng.
(Neub.) m. Verand.
u. all. Z., ſch. Lage
ſof. beziehb., z. vm.
Näh. Eberſtadt,
Alte Schwanenſtr. 5.
1
1 od. 2 möb. Zim.
m. Penſ., Badegel.
Telefon zu vermiet
Nd. Ramſt. Str. 64, I.
Zu erfr. part. (*ms
Ludwigſtr. 20, I1
möbl. Zim. mit Penſ.
zu vermieten (9114a
Rheinſtr 28, Mittelb. 1. I.
möbl. Zim z. vm. ſ*
Gervinusſtr. 62, II.
gr. I. Manſ.=Zim. m
Herd, elektr. Licht,
ſo=
fort zu verm.
Gr. Kaplaneigaſſe 2
Schlafſt. z. v. (*fsg
Bismarckſtr. 74, I.
ſch. möb. Z. z. v. (*m.
Aelt. kinderl.
Reichs=
beamter ſucht in
Darmſtadt ſchöne.
neuzeitliche
4—5-3.-Wohng.
mit Bad, Loggia
ſowie Zubehor, in
freier Lage. 1. od
. Stock bevorzugt.
Ang. u. 3. 55 Gſchſt
Viktoriaſtr. 42, pt.
gut möb. Z. z. vm.
Ems)
Heinrich=Fuhrſtr. 2, III.
(a. Woog), kl. möbl.
Bim. m. Küchenben.
a. ſol. Frau od. Frln
p. 1. Juli z. verm.
Wendelſtadtſtr. 26, II.
1od. 2gut möbl Zim.,
el. Licht, Schreibtiſch
u. Balkon z. verm. (*
Aliceſtraße 18, pt.
ſchön möb. Zimmer
an ruh. Herrn od
Dame zu verm. (*fs
GetakiKo
ELl
4
O
Neubau=Wohn.
zu vermieten
Gräfenhauſen
Frankfurterſtr. 36.*
kleiner gasbeheizter Heißwassergeber
aus bestbewährtem Kupfermaterlal.
Billig, auch im Betrieb; Für jeden
Hans-
hait vielseitig verwendbar. — Statt des
Wasserhahnes über dem Ausgnß oder
Spülbecken leicht anzubringen. Sofort
Heißwasser bis zu 70‟C Hießend, frisch.
m el. L. u. Schrbt
ſof. od. ſpat. Wen=
delſtadtſtr. 34½, I. Grafenſtr. 27, Stb.r.
(Lindner) möb. 3.* Nd. Ramſt. Str. 50, I.
hell., möb. 3. z. vm. Inſelſtr. 20, II., gut
möb. W.= u. Schlafz.
od. Einzelzim.z. vm. Einf. möb. Z. mit 2
Bett., el. L., zu vm.
Schützenſtraße 20, II.
bei Schwebel. Schöne Schlafſtelle
z. vm., mit Kaffee
3.50 wöch. Auch 2
ſchöne Weinfäſſer z.
verk. Näh. Gſchſt. Sandſtraße 32, I.
ſchönes Südſeite=
Herrenzimmer, zum
1. Auguſt z. vm. Eichbergſtr. 15, I.
2 gut möb. Zimmer
(Wohn= u. Schlafz.
evtl. für 2 Perſon.
zu vermieten. (* Prz.=Chriſt.=Weg 23
möbl. Zim. zu vm.* Luiſenſtr. 10, Stb. I.
möb. 3. ſof. z. vm.* 2—3 Z., möb. o. tlw.
möb., ev. m. Küch.=
Benutz., z. 1.. Aug.
an 1—2 Perſon zu
verm. Näh. Gſchſt. 2 ſchöne Zimm.
teilweiſe möb., mit
Küchenbenutz. z. vm.
Näh. bei Crämer,
Marktſtr. 1. (979 Gemütl., ruhiges
möbliertes Zimmer
Nähe d. Muſeums
billig zu vermieten.
Näh. Geſchäftsſt. ( Schlafſtelle zu vm.”
Lauteſchl. Str. ½, III.
zuo puncn pis FachogscnA
Schöne 6= od. grß
5=Zim.=Wohn. i. g.
Hauſe d. Südweſtv
alsb. (ſpät. 1. Okt.)
v. höh. Beamt (2
P.) zu m. geſ. (M.=
Ber.=K.) Off. m. Pr.
u. Z. 66 Geſchſt. (
Am Freitag, den 3. Juli 1931,
nach=
mittags 4 Uhr, wird — zugleich mit
dem fiskaliſchen Jagdbogen I des
Forſt=
amts Ober=Ramſtadt — im Gaſthaus
„Zum kühlen Grund” im Mühltal.
Ge=
markung Eberſtadt, der Bogen II der
Eberſtädter Gemeindejagd öffentlich
meiſtbietend auf 6 Jahre verpachtet.
Der Geſamtbezirk umfaßt etwa 576
Hek=
tar. Hiervon ſind etwa 520 Hektar
Ackerland, 26 Hektar Wieſen und 30
Hektar Wald. Der Jagdbezirk wird
be=
grenzt: Nördlich und öſtlich durch die
Beſſunger und Nieder=Ramſtädter
Ge=
markungsgrenze und Domanialwald
Hinterforſt, weſtlich durch die
Kreis=
ſtraße Eberſtadt — Darmſtadt, ſüdlich
durch die Kreisſtraße Eberſtadt—Nied.=
Ramſtadt.
Eberſtadt a. d. B., 1 Stunde von
Darmſtadt, Station der Staatseiſenbahn
(Main=Neckarbahn) und
Straßenbahn=
verbindung mit Darmſtadt, iſt ſehr
be=
quem zu erreichen. (9787
Eberſtadt a. d. B., den 25. Juni 1931.
Heſſiſche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Jener B
us nach R
utuyn ve
zmiſchen K
dier im K
ſhrend der
mtheſe un
ſein daß er
cht einmal
gjahren d
aauf feſt.
brlegen ſe
zu erwe
Für Juli od. Sept.
ſuche dring. 2=Zim.=
Wohn. z. Pr. b. 35
ℳ mon. Einz. P. k
ev. 1=Z.=W. i. Tſch.
nehmen. Angeb. u.
3. 65 a. d. Geſch.
Jagdverpachtung.
2 leere Zimmer m.
Küche geſucht.
An=
geb. m. Preis unt.
3. 52 a. d. Gſchſt.*
2—3-3i.-Wohn.
von ruh. Mietern
geſucht. Offerten u.
3. 73 a. d. Geſch.
Jg. kdl. Ehep. ſucht
1—2 leere Zim. m.
küche, auch Manſ
Heiz. u. Gartenarb
w. mit übern. Ang.
n. m. Pr. u. 3. 72
. d. Geſchäftsſt. (*
Gut möbl. Zimm.
(auch Manſ.), el. L.
Nähe Theaterpl. v
jg. Ehep. p. 1. 7.
ge=
ſucht. Ev. 2 Z. f. 2
Ehep. Preisoff u.
F. H. 4023 a. Rud.
Moſſe. Heidelberg.
(I.9766)
Am Freitag, den 3. Juli 1931,
nach=
mittags 4 Uhr, wird im Gaſthauſe
„Zum kühlen Grund” im Mühltal.
Ge=
markung Eberſtadt, der fiskaliſche
Jagd=
bogen I des Forſtamtes Ober=Ramſtadt
öffentlich meiſtbietend auf 12 Jahre
ver=
pachtet. Der Geſamtjagdbezirk umfaßt
etwa 236 Hektar, hiervon ſind etwa 225
Hektar Wald und ca 11 Hektar Feld
und Wieſen. Der Jagdbezirk beſteht im
weſentlichen aus dem Förſterbezirk
Em=
melinenhütte des Forſtamtes Ober=
Ram=
ſtadt, Gemarkung Nieder=Ramſtadt. Die
Grenze bildet im Norden die Lochſchneiſe,
im Weſten Eberſtädter Feld, im Süden
Eberſtädter u. Nieder=Ramſtädter Feld,
im Oſten Nieder=Ramſtädter Feld und
Traiſaer Gemeindewald. Die Jagd iſt
außerordentlich bequem in etwa
halb=
ſtündigem Omnibusverkehr ab Station
Böllenfalltor in ca. 5 Minuten von
letz=
ter Station zu erreichen. Nähere
Aus=
kunft durch Herrn Förſter Harniſch,
Forſthaus Emmelinenhütte, Poſt
Darm=
ſtadt 2 Land, und die unterzeichnete
(9788
Stelle.
Heſſiſches Forſtamt Ober=Ramſtadt.
Henker
Inmeldung
int
Berſteigerang.
At
Miktag=
und Abendkiſd
Wegen teilweiſer Auflöſung eines
herrſchaftlichen Haushaltes verſteigere
ich im gefl. Auftrage am Montag, den
29. d. Mts., nachmittags ½3 Uhr
be=
ginnend, in dem Hauſe
von 50 bis 95 Pfg.,
vegetariſche und
Fleiſchküche. (181e
Reform=Reſtaurant
Alexanderſtr. 4. I.
2 Eichbergſtraße 2, 1. Stock
nachfolgend bezeichnete Möbel u.
Haus=
haltungsgegenſtände gegen ſofort.
Bar=
zahlung:
Verloren
ein ovales
Bröſch=
chen mit Perlen
be=
ſetzt. Abzugeb. geg.
Belohng.
Heinrich=
ſtraße 11. 1. Stock.
Ruh. möb. Zim.
zu vermiet. Kehr.
Martinsſtr. 29. (*
Liebfrauenſtr. 85,III
ſchön möb. Z. z. v.*
D. Schäferhund
entlf., gez. ſchwar
u. gelb. hört a. N
„Freya”, Abz.g.Bel.
Pallaswieſenſtr. 3.
1 Tiſch, 1 Bücherregal: 1 Spieltiſch,
1 Ausziehtiſch, 1 Kommode mit
Max=
morplatte, 4 Kleiderſchränke 1
drei=
teilige Brandkiſte, 1 Küchenbüfett
(eichen) 1 Eisſchrank, 3 Uhren,
Bil=
der, Glas, Porzellan,
Beleuchtungs=
körper und vieles Ungenannte. (9776
Darmſtadt, den 27. Juni 1931.
Kunſt= und Anktionshans
Philipp Klins
Telefon 4323.
Telefon 4323.
Annahme von Verſteigerungen
und Taxationen.
Nummer 176
DAstt
Copyright by Ernſt Keils Nachf.
Buchen wir alſo das letzte Konto ab! ſagte ſich Headſtone,
er allein weiterfuhr. In Gedanken ſah er Juliette vor ſich.
Samstag, den 27. Jnni 1931
Ein Roman aus der Induſtrie
e Hans Domimik
(Aug. ScherD), G.m.b.H., Berlin.
(Nachdruck verboten.)
gwiß: ihr Verhältnis zueinander war im Lauf der letzten
g lockerer geworden. Aber der Entſchluß, ganz mit ihr zu
„chen, ward ihm nicht leicht. Wie oft war er, wenn
geſchäft=
ſar Aerger ihn drückte, zu ihr geeilt! Und ihre muntere
ene half ihm über manche graue Stunde hinweg.
Gewohnt, alles in Zahlen auszudrücken, überſchlug er, welche
Mitel nötig wären, um Juliettes Zukunft ſicherzuſtellen. Machte
ſun Kalkül nach dem andern. Begann mit ſich ſelbſt zu handeln.
eite zu, zog wieder ab, nannte ſich ſchließlich eine Summe, die
durchaus fair vorkam.
Nun blieb noch die Frage: Wohin mit ihr? Aus New York
enfalls mußte ſie fort. Andere Städtenamen ſchwirrten ihm
uch den Kopf. Das Ausland . . . Deutſchland? Ja —
Deutſch=
lad natürlich ihre Heimat! Das heißt, wenn ſie wollte. Zwingen
onte er ſie natürlich nicht.
Und es war auch billiger. Was würde ſie aber dort
anfan=
ſ2 „Ah!” raunte er plötzlich. Ein neuer Einfall — ſeine Stirn
iraſte ſich. Ja, wenn das gelänge: zwei Fliegen mit einer
Auppe ſchlagen, und in der Hauptſache auf Koſten der United
ſymical . . .
Der Gedanke, daß dies die beſte Löſung ſei, beherrſchte ihn
bvöllig, daß er nicht an die Schwierigkeiten der Durchführung
iſaſte, als er die Treppe zu Juliettes Wohnung emporſtieg.
Es war ein guter Tag heute für Headſtone. Zunächſt zwar
ſam die Szene die erwartete tragiſche Wendung. Juliette ver=
10 viele Tränen, als er von Scheiden und Meiden ſprach. Doch
ihrließ ſie ſich willig den Liebkoſungen, mit denen er ſie zu
trſten verſuchte.
Auch der zweite Teil ſeines Schlachtplanes traf anfänglich
au ſtarken Widerſtand. Doch auch der erlahmte, als Headſtone
inblendenden Farben ausmalte, welch angenehmes und
abwech=
ſungsreiches Leben ihrer harrte: nnbeſchränkte Mittel zu ihrer
Ihefügung ... Berlin, Paris, London — häufige Reiſen — beſte
Iſgels
In Juliettes Gedanken ſchlichen ſich Bilder, Träume ein, die
lhn ziemlich feſte Geſtalt gewonnen, als ſie endlich mit einem
gytgeſpielten Seufzer Headſtones Wünſchen nachgab.
Jener Berliner Zeitungsartikel über die Berufung Dr.
Mo=
rus nach Rieba hatte den Streit zwiſchen dem mit dem Namen
8ſotuyn verbundenen Elektroverfahren und der älteren, rein
oieniſchen Kautſchukſyntheſe wiederaufleben laſſen. Der lauteſte
2uer im Kampf für Fortuyn war Profeſſor Bauer in Aachen,
rörend der alte Kämpe Profeſſor Janzen in Berlin die chemiſche
Ointheſe und ſpeziell das neue Moran=Verfahren vertrat. Nicht
olſin daß er dabei beharrte, das Fortuynſche Verfahren ſei noch
rüſt einmal theoretiſch fundiert, eröffnete er dem Moranſchen
2ſefahren die glänzendſten Ausſichten. Er legte ſich zwar nicht
Emauf feſt, daß das Moranſche Produkt dem Plantagenkautſchuk
rürlegen ſein würde, hielt dies aber bei weiterem Ausbau und
ke zu erwartenden Vervollkommnung für durchaus möglich.
Allmählich griff der Gelehrtenſtreit auch auf das Ausland
über; denn die Frage war ja wirtſchaftlich von ungeheurer
Be=
deutung. Geringe Schwankungen der Kautſchukbörſe wurden
teil=
weiſe mit den Entdeckungen Morans in Zuſammenhang gebracht.
Janzen hatte in Wien öfters Beſprechungen mit ihm. Auch jetzt
war er wieder dort und hatte, im Kaffeehaus, eine lange
Unter=
redung hinter ſich.
„Gewiß”, meinte Janzen, „dieſe Mitteilungen werden mit
bei der Verteidigung Ihres Verfahrens ſehr nützlich ſein. Aber
mir fehlen leider die Unterlagen, um Bauers Beweisführung für
die Vorzüge der Fortuynſchen Methode genügend zu entkräften.”
Wochenend-Sporthemden
blau und beige
(9831
6.80 5.90 4.20
Geiger & Günther, Ludwigstr. 17
Moran überlegte eine Weile, ſagte dann lachend: „Nun ja,
von Fortuyn ſelber können Sie natürlich keine Informationen
erwarten! Aber vielleicht haben Sie Freunde in Rieba, die
Ihnen Material zur Verfügung ſtellen? Selbſtverſtändlich in
dis=
kreten Grenzen?‟
„Freunde in Rieba, Herr Doktor? Mehr, als Sie denken!
Da fällt mir gleich einer ein, der mir ſicher gern behilflich iſt:
Direktor Düſterloh, mit dem ich von meiner Riebaer Zeit ber
noch befreundet bin. An den werde ich ſchreiben. Er kommt
nächſte Woche ſowieſo nach Berlin zu einer Tagung der Chemiſch=
Techniſchen Geſellſchaft. Dann kann er mir das Geeignete gleich
mitbringen.”
„Nun, verehrteſter Profeſſor, dann darf man wohl ſchon im
voraus gratulieren!“
Hochbefriedigt ſtieg Janzen in ſeinen Berliner Zug. —
Am Nachbartiſch im Café war ſchon ſeit Stunden ein
lebhaf=
tes Tarock im Gange. Bald, nachdem Moran und Janzen
ge=
gangen waren, ſagte einer der Teilnehmer, trotz des
Wider=
ſpruchs der anderen, das letzte Spiel an.
Das war beendet, ausgerechnet, bezahlt. Der es ſo eilig
hatte, ſtand auf, verabſchiedete ſich. „Ich muß heim. Keine Zeit
mehr!”
Auf der Straße ſchlug er den Weg zum nächſten Poſtamt ein
und ſchrieb dort ein Telegramm: „Morris Boffin, Berlin,
Kur=
fürſtendamm 77. — Direktor Düſterloh ankommt nächſte Woche;
bringt gewünſchtes Material an Profeſſor Janzen.”
Noch ehe Janzen die Lichter von Wien aus der Sicht
ver=
lor, erreichte das Telegramm des Tarockſpielers jenen Boffin in
Berlin. Und als Janzens Zug am nächſten Morgen in den
An=
halter Bahnhof einrollte, verließ deſſen Halle ein Poſtzug in der
Richtung Rieba, der eine Kiſte amerikaniſcher Zigaretten mit ſich
Seite 13
führte. Abſender dieſer Kiſte war M. Boffin, Berlin; Adreſſat
Herr Kantinier Richard Meyer, Rieba=Werke, Kantine 4.
Die Kiſte wurde in Rieba von Franz Meyer, dem Bruder
des Kantiniers, der dort als Büfettier tätig war, in Empfang
genommen und ausgepackt. Unter den vielen Einzelpackungen
erregte eine Schachtel ſein beſonderes Intereſſe, obwohl ſie ſich
anſcheinend von den anderen äußerlich in nichts unterſchied.
Franz Meher ſteckte ſie in die Taſche.
Während der Mittagspauſe öffnete er den Karton, nahm
die oberſte Lage Zigaretten heraus. Den darunter befindlichen
Kontrollzettel hielt er gegen das Licht. Außer der, wie üblich,
perforierten Kontrollnummer waren auch noch einzelne
Buch=
ſtaben der gedruckten Firmenmitteilung mit Löchern verſehen.
In einer beſtimmten Reihenfolge geleſen, ergaben dieſe
Buch=
ſtaben folgenden Text: „Umgehend Nachricht, wann Direktor
Düſterloh nach Berlin kommt.”
Der Büfettier zerriß den Zettel in kleine Stückchen und
warf ſie fort. Drei Tage ſpäter ging er in der Mittagspauſe
zur Poſtanſtalt und gab eine kurze Depeſche auf: „D. kommt
heute abend."
Mit dieſem D. war Düſterloh gemeint, der gerade aus
ſeinem Büro trat, auch ein Telegramm in der Hand.
Witte=
bold, der ihm zufällig in den Weg lief, erhielt den Auftrag, es
ſofort zum Poſtamt im Werk zu bringen. Düſterloh ſchlug den
Weg zum Archiv ein.
Ehe man von Rieba aus mit Moran in Verbindung trat,
hatte man von Fortuyn ein Expoſé über ſeine Arbeiten
ein=
gefordert. War es Ueberlegung, war es ein inſtinktives
Ge=
fühl: Fortuyn hatte das Expoſé natürlich gegeben, es jedoch
peinlich vermieden, mit Zahlen und poſitiven Angaben über
das unbedingt Notwendige hinauszugehen. Ein Exemplar dieſes
Expoſés wollte Düſterloh für ſeinen Freund Janzen mit hmen.
Er konnte ſich zwar einiger Bedenken nicht erwehren. Aber er
durfte zu dem Profeſſor das unbedingte Vertrauen „a
der keinen Mißbrauch damit trieb; außerdem hatte er mit Janzen
verabredet, daß er ihm das Material perſönlich bringen und es
am nächſten Tage wieder abholen würde.
Bevor Düſterloh ſich zum Bahnhof begab, fuhr er noch zur
Villa Terlinden, um dort die Stunden bis zu ſeiner Abreiſe
zu verbringen.
„Die gnädige Frau iſt beim Herrn”, ſagte ihm der Diener.
Düſterloh ging ins Krankenzimmer. Als naher Verwandter
Clemens Terlindens wartete er eine Anmeldung nicht ab. So=)
ſeine gewohnte Art, den Kranken mit polternden Scherzen
auf=
zuheitern, fand heute wenig Anklang. Clemens lag apathiſch,
den Kopf zur Seite gedreht, in den Kiſſen. Kaum, daß er von
Düſterloh Notiz nahm. Mehr denn je fiel die erſchreckende Bläſſe
ſeiner eingefallenen Wangen auf.
Düſterloh ſah Johanna bedeutſam an. „Na, Kopf hoch,
Elemens! Muß leider heut noch nach Berlin. Wenn ich
wieder=
komme, treff’ ich dich ſicher wieder wohl.”
Sie gingen ins Herrenzimmer. „War der Arzt heute hier,
Johanna?”
„Ja. Er äußerte ſich unbeſtimmt, wollte ſich nicht feſtlegen.”
„Nun, das klingt wenig vertrauenerweckend.‟ Düſterloh
führte Johanna zu einem Stuhl, ſetzte ſich neben ſie. „Ohne
dir weh tun zu wollen, Johanna: Du mußt dich mit dem
Ge=
danken vertraut machen, daß Elemens! Tage gezählt ſind und
du dann allein biſt.”
(Fortſetzung folgt.)
An den
mwarzwald-Fahrten
är Zeitschr. „Die
sunde Frau”, in
Habsesselautos,
Hun, noch einige
Prs, teilnetmen,
Tvolle Tage
Frkt. /an Prkt.
4.inbegr. (Fahrt
Ilegud. Pension
Bsichtig,Trkgd.
M4. 67.50 und
Ru. 6.- Unkost.-
Bitrag. (1V 9768
Pfahrten: 6. und
R. Juli, sowie
17. August.
brienheime der
L-B” in Binz
MM. 4.-,Schreiber
hau RM. 3.75,
linderheime der
GG-F‟ in
Bad-
kuheim RM. 2.25
1 Henkenhagen
(Ostseel
ameldungen u.
htrag. m. dopp.
Ruckporto an
Reisebdro der
G-F-, Hapag
Wiesbaden.
Ur KAUE
El-Metven
raterweike
steinerStr. 63
9113a
ſchreib=
Rechen=
4 alle anderen
Purd=
ſaſchinen
ſieert neu und
ge=
huucht, repariert
und reinigt.
ſeinrich Lautz
Damſt., Ecke Rhein=
Grafenſtr. (307a
u
Aur daudTeauu
Aus den größten Fabriklagern erhielten wir
enorme Posten Beiden- und Waschstoffe,
die nach dem Bedrucken kleine Fehlstellen
zeigten und deshalb zu Schleuderpreisen
verkauft wurden. Wenn auch Sie profitieren
wollen, kommen Sie noch heute zu uns.
Wasch-Kunstseide
mit kleinen Druckstellen .. . . . Meter nur G0T
Voll Voile, doppelbreit
mit kleinen Schönheitsfehlern . . . Meter uur Vu4
Kunstseiden Voile
5
II. Wahl, dbr., f. duft. Sommerkleider, Meter nur
Fleurette, bestes Bemberg-Material,
58
neueste Muster, 85 cm breit . . . . Meter nur
Woll-Mousseline
80br., schwarziweiß, etwas verdruckt, Meter nur Waß!
Reinseiden Doupion
15
die große Mode, i. hellen Pastellfarben, Meter nur
in 10 guten
Crépe Maro C, Kleiderfarden 945
96 cm breit, mit kleinen Webdefekten, Meter nur
Kunstseiden Georgette
75
doppelbreit, aparte Muster . . . . Meter nur E
9770
L3
Wt
A 1
des -deeldes Rdlers
Nicht nur billig,
ſondern auch gut
ſind die
FLUBO
Faltboote.
(Raſſige
Linienfüh=
rung, elegante
Aus=
ſtattung, verblüff.
leicht. Lauf u. gute
Wendigk. kennzeich=
Inen dies Fabrikat.
Boote 1
von 130 Ml. an.
Während dem
Gau=
turnfeſt in
Gries=
heim. Ausſtellung
auf dem Feſtplatz.
Boots= und
Flugzeugbau
Gebr. Müller
Griesheim b. D.
(9773.
Extra billges
Angebot!
3 hochaparte,
modernſte
Schlaf=
zimmer
in echt eiche mit
nußb. abgeſetzt
Nur Mk. 550.—
afrikaniſch
Birnbaum (5944a
Nur Mk. 790.—
Goldbirke
hoch=
glanz auspoliert
Nur Mk. 950.—
Möbel=
Müller
Tlarissk. 7,19 =
Der Kluge
kauf nur im
Odenw. Möbelbaus
Eſchollbrückerſtr. 18
(9827)
2 Photo=Apparate
zu verk fabrikneu.
Zeiß Ikonette 16.0
(ſtatt 24.—)
Bal=
darette 19 ℳ (ſtatt
29.—). Oſannſtr. 54.*
Selt. Gelegenheit!
Schlafzimmer.
komplett 245 Mk.,
Schlafzimmer
komplett 275 Mk.
Möbel=
Heimausſtattung,
Saalbauſtr. 26. (9794
Gutes Herrenrad
W. K. C. 30 ℳ.
Damenrad „
Monu=
ment” wie neu, m.
Torpedofreil. 45 ℳ
zu verkauf (9761b
Karlſtr. 14, Laden.
Gebr. Räder 25—
neue Räder 50.— u.
55.— verkäuflich.
Soderſtraße 59. (*
Ladentheke
mit Ausſtellfächern.
Marmorplatte, 2.50
m lg., ſow. 1 dopp.
Salatölbehält. bill.
zu verk. Gg. Weber
Auerbach a. d. B.,
Fehlheimerſtr. 3.
Lautſprecher.
fabrikneu, für 10 u.
12.50 N zu verk.
Martinſtr. 70, III.
gut erh. Piano,
kreuzſaitig. Marke
Pfeiffer zu verkf.
Gr. Ochſengaſſe 6.
Guterh. Bett mit
Spr.=Rahm bill.z. vk.
Bleichſtr. 37, IIIks.*
G. erh. Gasherd
zu verk. Schneider
Luiſenſtraße 18.
Gut erhalt. Pfaff=
Nähmaſchine.
zu verkauf. (9780
Heinrichſtr. 114, I.
1 Chaiſelongue
ſpottbillig zu verk.
Eichwieſenſtr. 7.
Sb. Ik. 8—12. 2—4.
Herren=Schreibtiſch
(Aufſatz), nußb., m.
Seſſel, prsw. z. vk.
Herdweg 97, II. (*
Fabrikn, kreuzſait.
Piano
umſtändehalb. äuß.
billig abzugeben.
Näh. unt. W. 178
a. d. Geſch. (9612b
Gebr. Piano
ſehr gut erhalten,
kreuzſaitig m.
Pan=
zerplatte, moderne
Konſtruktion herrl
Ton, für 380 Mark
zu verk. Laudenbach
a. d.Bergſtr., Heinrich
Beck. Schreinerei.
Guterh., weiß em.
Zflam. Gasherd
mit Backofen
billig zu verkauf.
Ad.=Spieß=Str. 8,III.
Erſtklaſſ. Piano
MarkeSchiedmayer,
nußb. poliert, kaum
geſpielt, z. Preiſe v.
525 ℳ zu verk. Evt.
Teilzhlg. Näh. Gſch.
ſefs)
Guterh. Schlagzeug,
kl. u. gr. Trommel,
Charleſton=Maſch.
Becken. Glockenſpiel
uſw. zu vk. Ang. u.
W. 237 a. d. Gſchſt.
n
Ein faſt neuer, noch
wen, geſp
Schrank=
grammophon m. ca.
100 Platten, i.
Map=
pen aufgehob., prs. zu verkaufen.
Heidelb. Str. 132, I.
Unter Mittag zw
1 u. 2 oder abends
nach 7 Uhr anzuſeh.
(9741b)
Zirka 2000 mm
Hengras
im Hohlen Weg zu
verkaufen. — Näh.
Karlſtr. 74½. (sg
Feuerlöſcher
zu kaufen geſ. Off.
u. 3. 70 Geſchſt. (:
Fournierpreſſe
für Holz zu kaufen
geſucht. Angeb m.
Angabe v. Preis u.
Größe unter 3. 42
an die Geſchſt. (*fs
Aus Privathand
2 gebr. Damenräd.
zu kaufen geſ. Ang.
u. 3. 62 Geſchſt. (*
Seite 14
Samstag, den 27. Juni 1931
Nummer 176
IEH HN TIN
Camilla Horn
in dem neuen lustigen Tonfilm
lch geh aus und Du bleibst da
nach dem Roman aus d. Berl. IIlustr. Zeitg. v. W. Spever.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
Boatdder-Sheident Brane Karbreent
im Hessischen Landestheater,
Heute und folgende Tage
I
Gerda Maurus und Oskar Sima in
Beitensprunge
(Er geht rechts — sie geht links)
Zwei Abenteuer aus einer modernen Ehe.
V.9815)
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr-
Aus dem Splelplan; Arm wie eine Kirchenmans — Der
goldene Anker — Politik — Die spanische Fliege — Das öffentliche
Aergernis — Der Mustergatte — Konto X.
Miete: Für alle Wochentage wird eine je 7 Vorstellungen umfassende
Miete ausgegeben, die die größten Verzünstigungen gewährt. Die
Miete-
kann auf Wunsch in 2 Raten entrichtet werden. Die Mietpreise für
7 Vorstellungen betragen:
Miete-
Plätze:
Preise I. Rate II. Rate
Heute und folgende Tage
Lon Chaney, der Meister der Maske in
Das eiserne Netz
Im II. Teil die heitere Militär-Groteske
Gibt’s ein schönres Leben
Jugendliche zugelassen. Beginn: 3.45, letzte Vorst. 8.15
II. Parterre
II. Rang.
I. Parterre — I. Rangb .
III. Sperrsitz — I. Rang a . .
II. Sperrsitz — Balkonb
14.70
I. Sperrsitz — Balkon a
5.70
16.80 10.—
Logen-Plätze ..
6.80
Die I. Rate ist beim Empfang der Mietkarten, die II Rate in der Zeit
vom 15.—25 Juli zahlbar. Einzeichnungen in der Miet-Abteilung.
9485h
Eröffnungs-Vorstellung: Samstag, den 27. Juni
Arm wie eine Kirchenmaus
Lustspiel in 3 Akten von L. Fodor
mit Hildegard Warsitz vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg
als Gast und Direktor Bruno Harprecht in den Hauptrollen.
Rheinstr. 50
Hotel Schmitz Telephon ſ83
Mittagessen: 1.20, 1.50, 200 und 2.20
Auswahlreiche Speisenkarte
Schönstgelegener Garten
Qualitätsbiere, la oftene und Flaschenweine
Samstag und Sonntag ab 8 Uhr
Künstier-Kon zert
ausget, von der Kapelle „Raftkini”
(9832
Oeffentliche.
Kundgebung
Sonntag, 28. Juni, 10.30 Uhr vorm.
„Stadthalle‟, Mainz.
Abfahrt der Teilnehmer 2.48 Uhr ab Hauptbahnhof.
Nach der Kundgebung. Zuſammenkunft im „Weiſen
Bierhaus”, Roſengaſſe 17.
„Kameraden, Erſcheinen iſt Pflicht!“
Der Vorſtand
Herrngarter-Café
Heute nachmittag und abend (230a
AORLLLTI
Union-Café Konditorei
Mittwochs, Samstags
und Sonntags
Traiso
Hotel — Restaurant — Café
Behrens-Hufnagel
Mittagessen1.25 u. 1.50, Speisenn d. K.
Jeden Sonntag ab 4 Uhr: TANZ
Neuer Inh.: K. Theis
Bieumigerigelfähtt
Mee
nachts geöffnet!
Miff
ab 8 Uhr abends
TANZ
in Lichtenberg
Getränke beliebig 19771
Besuchen Sie
Honrod im Odenpald
Deutſche
Volkspartei
Landesverband
Heſſen
Mittwochs u. Sonntags b. 3 Uhr, Samstag nachts geöffnet
„Kurhaus Pension Berg‟
Inh. G. Friedhot
Reichsbund ehem. Militärmuſiker E. V.
Mittwoch, den 1. Juli, 8 Uhr abends, Feſthalle
Gtopel Songertonger!
60 Mitwirkende
Militärmuſik
Leitung: Heeresmuſikinſpizient Schmidt=Berlin
Vorverkauf 50 Pfg. Verkehrsbüro und andere Verkaufsſtellen.
Sonntag Mittagessen von 1.40 an
Auswahlreiche Abendkarte
von 1.— an
Kaffee — Torte — Eis
Pensionspreis 4.50-5.00 (4 Mhlzt.)
Eigene Schlachtung
Eigene Konditorei (*
9779b
Heute beginnt das
50. Jubiläums-Gauturnfest des Main-Rhein-Gaues der DT
ver-
bunden mit d. 12. Gau-Frauenturnen in Griesheim b. Darmstadt.
Schattiger, staubfreier Festplatz im ehemaligen „Griesheimer Lager”, nur 2 Minuter
von der Haltestelle Felsenkeller, Linte 9, entfernt.
Samstag abend: Bestleistungen von Turnern und Turnerinnen. Massenchöre.
Konzert.
Sonntag vormittag ab 6 Uhr: Wettkämpfe von über 1000 Turnern und
Turverinnen.
Nachmittags ab 3 Uhr: Fechten. Aufmarsch sämtlicher Vereinsfahnen.
Massenfreiübungen. Volkstänze. Sondervorführungen.
Abends: Konzert und Tanz auf dem Festplatz.
Montag: Großes Volksfest und Kinderbelustigungen. Feuerwerk.
Festzelt für über 5000 Gäste. Kapelle Matthias Weber, Viertelstunden-Verkeh.
(9774
und Nachtbetrieb der elektrischen Bahn.
der Deutſchen Volkspartei findet in dieſem Jahre
am Sonntag, den (28.) Juni ſtatt
Abfahrt 9 Uhr Mainz, Ankunft 12.15 Uhr
Si. Goar.
Vaterländiſche Kundgebung
auf der Ruine Rheinfels.
Rückfahrt 45.30 Uhr St. Goar, Ankunft 20 Uhr
(9558a
Mainz
Dampferfahrpreis nur Mark 3.50
Kinder bis 14 Jahre 1.75 Mk., Zugendliche bis 20 Jahre,
ſowie Studenten Mk. 2.50. (Normaler Fahrpreis Mk. 8.00))
An der Fahrt kann ſedermann (alſo auch Nichtmitglieder)
teilnehmen. Karten ſind zu haben in der Geſchäftsſielle
der D. V.P. Darmſtadt, Zimmerſtraße 1. Fernſpr. 3540,
auf dem Verkehrsbüro am Schloß, Fernſpr. 582 urd
ſoweit vorrätig noch auf dem Dampfer.
(Zugabfahrt Darmſtadt 7.48 Uhr, Sonntagsfahrkarte nach
Mainz=Süd Mark 1.80).
Vergessen sie nient
Dienstag, 8 Uhr ab Theaterplatz
die ſchöne Omnibusfahrt
ins Nahetal
Bad Kreuznach—Münſter am Stein—
Ebernburg—, Schwarze Katze‟.
Beſichtigung v. Sektkellerei, Kurhaus
und Weinausſtellung, nur RM. 6 50.
Ausführliche Proſpekte und Karten bei
J. Ph. Leuthner, Papiergeſchäft, Darmſtadt
Ernſt=Ludwigsplatz 2 Telefon 787
Sonntag, 28. Juni 1931, um 6 Uhr 45 Min.
ab Mainz billige Rheinfahit nach
Koblenz und zurück
nur RM. 4.—, mit Motorſchifſ „Ida‟
(Sonntagskarten mit Zug 5 Uhr 15 Min.
ab Darmſtadt nach Mainz=Süd)
Karten nur im Rhein=Reiſe=Büro
SiegfriedHalm, Mainz, Tel. Gutenberg 3008
9808
Heute abend, morgen mittag u. abends Garten-Konzert. OooDoooooood0
500000000000ooooooooTooooooooo
Café
Monopel Heule Nacht geöffnet
goososseseseoeessessesedeebeesssseebeseseseezesee Großes Haus 19.30 bis nach 22 Uhr Die drei Musketiere Hessisches
Landestheater C 26 Operette von Ralph Benatzky
Preise 1—10 Mk. Samstag
27. Juni 1931 Samstagmiete
1. Vorstellung Arm wie eine Kirchenmaus
Lustspiel von Fodor
Preise 1—3 Mk. Kleines Haus 20—22 Uhr
Woog, 26. Juni 1931.
Waſſerhöhe 3,91 m.
Luftwärme 220 C.
Waſſerwärme
vor=
mittags 7 Uhr 200 C.
Woogs: Polizei : Wache.
Me
Malut ſtraße 30,I.
(274a)
Calé=Martini=Bar
Dieburgerstraße 72
Houte Kender!
Samstag, Sonntag u. Mittwoch
Nachts geöffnet! (5300a
29.
Felsen-
Dic Kellen
Sandlag grodes Militär-Konzert
Leitung: Kapellmeister Willy Schlupp. 8 Uhr.
Sonntag Konzert
7 Uhr
ausgef. Stadt-Kapelle Eintritt frei!
Bei ungünst. Witterung Brauereiausschank Schloßgasse
Heute abend Fröffnung
Waldschanke
„Zur Waidmannslust”
Ehemalige Infanterie-Schießstände
3 Minnten vom Waldfriedhof (Wixhäuser
Hausschneise). Schöner Garten. Ueberdeckte
Terrasse. Ia Speisen und Getränke
Um geneigten Zuspruch bitten
Willy Rose und Fran
Jahres=Feſt
der Nd. Ramſtädter Anſtalten
Sonntag, den 28. Juni 1931,
in Nd.=Ramſtadt b. Darmſtadt
2½ Uhr: Feſtgottesdienſt in der
Dorf=
kirche unter Mitwirkung der
Anſtaltschöre. Feſtprediger:
Pfarrer Glock=Mainz.
3¾ Uhr: Kaffeebewirtung im
Anſta tsgarten
4½ Uhr: Nachverſammlung im
An=
ſtaltsgarten. Jahres=Bericht
des Anſtaltsleiters. Anſprache
des Direktors desHeſſ Landes=
Vereins für Innere Miſſion,
Pf rrerRöhricht. Begrüßungen.
Darbietungen d. Anſtaltschöre
Alle Freunde des heſſiſch evangeliſchen
Liebeswerkes an den Fallſüchtigen und
Krüppeln ſind herzlich willkommen. (9804
Klein-Bieberau
Nicht allein, daß wir zu.
den niedrigen Preisen
ver=
kaufen -sondern was wir
zu diesen Preisen bringen,
zeugt von unserer
Zei=
stungslähigkeit ... . . . ."
Sü
Jiets- Lustem!
Damenstrümpfe
künstl. Wa chseide, feines
Ge-
webe, mit Spitzhochferse u.
Zehenverstärkung . . . Mk.
Damen-Schlüpfer
Charmeuse, maschenfest mit kleinen
Schönheitsfehlern . . . . . . Mk.
Am Sonntag, den 28. Juni
gutbesetzte
Tanzmusik
Kapelle Treusch 9790)
Johs. Roßmann Wwe.
Strumpfbandgürtel
aus solidem kunstseidenem
lac-
guard, mit vier Haltern, ge-
.. Nk.
füttert . . . ..
Damen-Unterkleid
aus gutem kunstseidenem Trikot-
Charmeuse, mit besond. großem
Tüllmotiv, ringsum garniert Mk.
Sporthemden
mit festem Kragen und
pas-
sendem Binder, sol. Sommer-
Oxford, unser Schlager Mk.
Herrenhose
echt ägpptisch Mako, besonders
gute Qualität . . . . . . . . Dk.
9786
im berrlichen Mähltal (V.9098
Vorzügl. Bohnenkaffee, die Kanne, e3.
4 Tassen 0.80, Kuchen u. Torten Stck. 0.20.
Voralgliche Speisen; eigene Schlachtang
Eis- und Eisgetränke
droßer schattiger Garten, Gemütl. Ränme.
Autobns-Haltestelle. Telef. 8 Eberstadt.
N M.
Abtrageg
Bgenturt
m Junl
Beraniw
eefimmite
enſcheiner
berechig
Bezugey
Rae